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RIJKSUNIVERSITEIT TE UTRECHT
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2325 440 6
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TIERÄRZTLICHE
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CHIRURGIE
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|
FÜR
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PRAKTISCHE TIERÄRZTE UND STUDIERENDE
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VOM
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L. HOFFMANN
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PROFESSOR UND VORSTAND DEU INT. KLINIKEN AN DER K. TIERÄRZTLICHEN HOCHSCHULE IN STUTTGART.
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ERSTER BAND
SPEZIELLE CHIRURGIL
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MIT 102 ABBILDUNGEN,
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STUTTGART 1892.
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VERLAG VON SCMICKIIARDT amp; EBNER
KONRAD WITTWER.
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#9632;quot;#9632;vnp1quot;quot;^
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Druck von A. Iionz' Erben In Stuttgart.
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Vorrede.
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Seit der wissenschaftlichen Reformation dor Chirurgie, deren Triumphe in Antiseptik, Blutstillung und Narkose, sowie in der mikroskopischen Diagnostik bestehen, ist in den Produktionen der tierärztlichen Fachlittcratur nicht soviel geschehen, als im Verhältnis zur menschlichen Chirurgie, und der Wichtigkeit der Sache entsprechend hätte erwartet werden dürfen.
Im Strome der gegen früher überwältigenden Erfolge der neuen Chirurgie, besteht aber auch die Gefahr, das Alte zu rücksichtslos zur Seite zu schieben.
Yollkommen vertraut geworden mit den Prinzipien und der Durchführung der neuen Chirurgie, habe ich bei der Bearbeitung des vorliegenden Buches, durchweg die neue Methode da zur vollen Geltung gebracht, wo meine Erfahrungen, in deren Anwendung einen Vorteil erkennen Hessen. Ich habe jedoch durch Litteraturstudien die tj'ber-zeugung gewonnen, dass die seitherige, oder jetzt frühere Chirurgie, einen solch' reichen Schatz von Wissen und Erfahrung birgt, dass das Neue gleichsam wie einige edle, mächtig treibende Reiser auf dem Baume der seitherigen Chirurgie eingepfropft erscheinen. So Avie ein grüner Ast aber nur lebensfähig ist, wenn er mit dem Baume in Yer-bindung bleibt, so kann meiner Meinung nach, die neue Chirurgie nur in der Anwendung durch den vollkommen Sachkundigen das Vollkommenste leisten. Die Kenntnis der Beobachtungen unserer Vorgänger scheinen mir hiezu aber so notwendig, wie der Baum für das Leben des Astes notwendig ist. Aus diesem Grunde habe ich die Litteratur in eingehendster Weise berücksichtigt. Der praktische Zweck war hier das Leitmotiv.
Um den sehr ausgedehnten Stoff regelrecht zu beherrschen, habe ich das Werk in einen speziellen und einen allgemeinen Teil geteilt. Dem Voranstehenden, im Prospekt Veröffentlichten, will ich noch Folgendes beifügen:
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IVnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Vorrede.
Die spezielle Chirurgie ist, nach meiner Auffassung, auf der Basis der allgemeinen Chirurgie derart aufzubauen, dass durch letztere die grossen allgemeinen wissenschaftlichen Grundlagen zu geben sind. Spezielle Chirurgie kann studieren, wer die allgemeine intus hat. Jeder Fall ist anders.quot; Die spezielle Chirurgie ist kein Gemälde, sondern sie ist Mosaik. In der Bearbeitung der speziellen Chirurgie habe ich mich bemüht, nur Thatsäohliohesquot;, Beobachtetesquot;, von praktischen Tierärzten Berichtetes anzugeben. Unsere chirurgische Litteratur ist noch Yerhiiltnismiissig jung und für zahlreiche Fälle ist nur wenig Material angesammelt. Seit mehr als fünf Jahren arbeite ich an diesem Buche. Ich habe gesammelt, um Thatsache an Thatsache reihen zu können. Auf Erfahrungen soll sich das Mitgeteilte gründen. Die spezielle Chirurgie muss nach meiner Ansicht ein Buch sein für den Praktiker. Es wäre hier nicht klug zu verschweigen, dass in den meisten Lehrbüchern der tierärztlichen Chirurgie, sogar über ganz seltene Krankheiten, allgemeine, abgerundete Krankheitsbilder derart gegeben sind, als ob diesen bestimmt ausgesprochenen Sätzen, zahlreiche Beobachtungen und beschriebene Fälle, zu Grunde liegen würden. In Wirklichkeit sind aber sehr viele dieser hier gemeinten Krankheitsbilder der Chirurgie der Menschenheilkunde entlohnt, oder sie sind theoretisch entwickelt und haben mit Thatsächlichem nichts gemein. Es haben sogar Einzelne über Chirurgie und Operationen Lehrbücher geschrieben, welche diese Fächer niemals ausübten. Der Nachteil, der entstand, ist Misstrauen gegen die Lehrbücher und ein Verfall dieser Kunst, bis zum Verzagen, an der Möglichkeit der Aufrichtung, an der Hand der humanen Chirurgie. Wer im Glashause sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.quot; Ich trete hier mit einem umfangreichen Buche vor meine Kollegen und ein hartes, ungerechtes Urteil über dasselbe, wäre mir schmerzlich. Um so mehr hätte ich somit Ursache, nicht nur gerochtquot;, sondern auch mildequot; zu sein. Ersteres will ich sicher. Es ist zweifellos vieles Rühmenswerte, Vortreffliche und vieles Anerkennenswerte in der tierärztlichen Chirurgie geleistet worden. Wie hoch ich dasselbe halte, dafür brauche ich hier kein Wort zu sagen, sondern die Litteraturangaben in diesem Buche sind der beste Beweis. Aber dieses Feld der speziellen Chirurgie ist sehr gross und weit und nur ein ganz kleiner Teil ist vollkommen bebaut und von diesem hat nicht alles in den früheren Lehrbüchern Rücksicht erfahren. Ich beschuldige nicht diejenigen der Autoren, welche in dem Strome ihrer Zeit gingen, in der man als wissenschaftlichquot; die Konstruktion von ganzen medizinischen Systemen priess, denen kaum ein paar und oft noch schlecht beobachtete Thatsachen zu Grunde
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Vorrede.
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lagen. Gegen solche aber, die mit der Miene der Erfahrenen, ihnen selbst Fremdes als Erlebtes mitteilten, gegen diese ist deshalb Stellung genommen, um nicht mit ihnen verwechselt zu werden.
Ein reines Lehrbuchquot; der speziellenquot; Chirurgie, mit allgemein ausgesprochenen Sätzen, die sämtlich auf Thatsachen beruhen und vollständig alle Krankheiten abhandeln, wie solche Lehrbücher in der menschlichen Chirurgie existieren, kann nach meinem Dafürhalten vorerst in der Tierheilkunde noch nicht entstehen. Die tierärztliche Litteratur ist dafür noch viel zu klein und zu mangelhaft. Wir sind gegen die Menschenärzte ein kleines Häuflein und leider noch sehr wenig mitteilsam. Wir haben wenig Spezialisten und unsere Praktiker sind in der Mehrzahl der Chirurgie erst wieder zu gewinnen. Keinem tierärztlichen Chirurgen, der sich auf sich allein verlassen wollte, kann aber Allesquot; vorkommen, selbst wenn er das Glück hat, eine so bevorzugte Stellung einzunehmen, wie dies mir seit Jahren zu Teil geworden ist, die Leitung der internen und chirurgischen Pferdeklinik, sowie die der Klinik für kleine Haustiere zu haben und noch über allgemeine und spezielle Chirurgie, über Verbandlehro, Operationslehre und Opcrationsübungn Unterricht zu erteilen. Seitdem ich die genannte Thätigkeit ausübe und schon seit früher, besitze ich über jeden von mir behandelten Patienten eine Krankengeschichte, die aus täglichen Aufzeiehnungon des Beobachteten besteht.
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Wahrquot;, thatsächlich
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soll sein, was in dem Buche geschrieben
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steht oder durch Illustrationen vorgeführt ist
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Der Praktiker soll mit
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Vertrauen das Buch in die Hand nehmen können. Auf diesem Standpunkte, habe ich in solchen Fällen, in denen in der Tierheilkunde noch keine grundlegenden Beobachtungen vorhanden sind, das in der Menschenheilkunde Erforschte benutzt und unter Angabe woher es stammt, mitgeteilt. Die Abhandlungen über Gohimkrankhciten, die hier zum erstenmal für die tierärztlich-chirurgische Praxis behandelt sind, entstammen solchen wissenschaftlichen Gebieten, die nicht speziell für die Zwecke der Tierheilkunde bestimmt sind. Wir sind aber gerade hier der Menschenheilkunde voraus, weil das Tierexperiment ohne die Einschränkung, wie sie in der Anwendung auf den Menschen nötig ist, giltig ist. In anderen Krankheiten, die wenig beobachtet sind, ist das Wesentlichste aus den vorhandenen Krankheitsgesclüchten mitgeteilt, oder es sind, wie bei den Erkrankungen der Muskulatur, dos Beckens, Illustrationen beigegeben. Solche Fälle aber, die so reichlich beobachtet sind, dass es möglich war, aus ihnen ein allgemeines und fortlaufendes Krankheitsbild zusammen zu stellen, sind lehrbuclumissig behandelt und es
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VInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Vorrede.
ist womöglich eine Statistik beigefügt zur Belehrung und eigenen Beurteilung des hier zu Grunde liegenden, beobachteten Materials. Um aber den Zweifel am Thatsächlichen möglichst ferne zu halten, habe ich durchweg den von anderen beobachteten geeigneten Fällen, vor den meinigen, den Vorzug gegeben.
Aus diesen Mitteilungen, welche ich glaubte nicht zurückhalten zu sollen, geht hervor, (Jass ich nicht ein reines Lehrbuchquot; der speziellenquot; tierärztlichen Chirurgie schreiben wollte, sondern ein praktisches Hand- und Lehrbuch. Der Zweck der speziellen Chirurgie schien mir dies zu verlangen. Dem Jünger der Tierheilkunde ist hier nicht in allen Fällen die Möglichkeit gegeben, sich die einzelnen Krankheitsbilder mechanisch einzupaukenquot;. Ich rechne hier auf ein Studium, das auf Selbstbeobachtung, Übung und Anwendung der allgemeinen Chirurgie hindrängen soll.
Das Buch hat bis jetzt in tierärztlichen Kreisen eine sehr freundliche Aufnahme gefunden. Es zeigt sich dies nicht nur in der Abnahme, sondern auch noch in einer Reihe von direkten Zuschriften an mich.
Denjenigen Herren Referenten, welche das in Lieferungen Erschienene einer sachgemässen Besprechung unterzogen, bin ich sehr dankbar. Das anerkennende Wort wirkt nach der gehabten Mühe erfrischend. Geäusserten Wünschen wurde, wenn sie als berechtigt gehalten wurden, gerecht zu werden gesucht. Ein solcher Wunsch war auch, die Herausgabe der allgemeinen und speziellen noch gesondertquot; zu veranstalten. Die Verlagsbuchhandlung, welche während der Fertigstellung dieses Werkes bereitwilligst jeden von mir geäusserten Wunsch erfüllte und namentlich auch das Buch mit einer Reihe von künstlerisch ausgeführten Holzschnitten (sämtlich von dem hiesigen Kunstmaler Herrn Zweigle gemalt oder gezeichnet) so reich ausstattete, hat sich auch in diesem Falle entgegenkommend gezeigt.
Der zweite Teil, die allgemeine Chirurgiequot;, wird, wie in Aussicht gestellt wurde, noch im Laufe dieses Jahres vollständig vorliegen.
Stuttgart, im September 1891,
Der Verfasser.
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Inhaltsübersicht.
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Krankheiten des Kopfes.
Krankheiten des Gehirns.
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Seite
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Seite
Gehirnquetsohnng (Contusio cerebrl)nbsp; nbsp; nbsp;16
Gehlrnabscess..........nbsp; nbsp; 1deg;
Drehkrankheit (Oönurus oerebralls) .nbsp; nbsp;21
Thrombose in der Vena magna Galenlnbsp; nbsp;28
lilntiiiij; in die Medulla oblongata . .nbsp; nbsp;80
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über LokaUsatlon der Gehlrnfwiktionen mill Diagnostik ilor Gehirnkrankheiten ............nbsp; nbsp; nbsp;'
Nenbildangen im Gehirn......nbsp; nbsp; nbsp;6
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Gehirnverletzang, Gehlrnbrnoh ...nbsp; nbsp; nbsp;8
Gehirnersohttttenuig^ommotiocerehri)nbsp; 12 |
Krankheiten des Schädels.
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Wunden der Sojiftdslweiohtelle ...!!
Scliiidelt'ractureii.........i2
Frakturen des StirnbeiiiB und seiner
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Fortsätze ..........
Krankheiten der Gehörne und (ic-
weihe............
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38
42 41)
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Krankheiten des Ohres...........
Ohrverhände...........nbsp; nbsp;49 1 Ohrflsteln, verirrte Backzähne, Zahn-Entzündung und Eiterung des ttusserennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oysten............
Gehörganges, Otitls externa sup-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Dermoidoysten..........
puratlva...........nbsp; nbsp;62nbsp; nbsp; nbsp; Eypertrophie, Neubildungen, Aneu-
Ohrwurm............nbsp; nbsp;65nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;rysma, Warzen, Bauthörnor am
Ohrfurunkel und traumatischer Absoosanbsp; nbsp;68nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ohro.............
Blntohr des Hundes, Othämatora . .nbsp; nbsp;68nbsp; nbsp; nbsp;Erkrankung des [nnenohres. Olilis
Brandiges Absterben der Ohren . .nbsp; nbsp;61nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;media s. suppurativa, Taubheit , .
Krankheiten der Nase...........
Wunden der Nase,........60 Verbiognng derXusenlieine und Nusen-
Asthma und Nasenleiden.....71nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Scheidewand.........
Nasenbluten...........~1 Verdiekunsen der Nasenmusoheln beim
Neubildungen In der Nase.....75nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Pferde............
Fremdkörper In den Nasenhöhlen . . 77
Krankheiten des Gesichts...........
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01 61
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65 60
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Wunden . . . (leseliwülste . .
Oedorabildnng .
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. . tu | Lähmung der Geslohtsmuskeln . . . Bl
. . 70 Missbildungen..........8-
. . 81
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vm
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Inhaltsttbenloht,
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Krankheitennbsp; der Lippen.
Mlssbüdangen ......... 88 1nbsp; nbsp;Ki'ämpfe .
Wunden............ 88nbsp; nbsp; nbsp;Lähmung. .
Neubildungen.......... 84
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Seile 82
86
85
87 88 89
00
90 91
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Krankheiten der Maulschlelmhaut.
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Verletzung, Vertttzuilg...... 87 j pillome, Condylomo . . . .
Warzen Im Maule beim Hunde, Pa-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; : Stoinatlten, Sohwaramolien .
Erkrankungen des Gaumensegels und der Tonslllen, Abnormitäten infolge von Mlssbll-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; | Verletzungen des Gaumensegels
dquot;1'!?0quot; ........... 90 | Erkrankung der Tonslllen . .
Frosohgesohwulst, Etanu 1 a. Fremdkörper in der .Maul- und Baohenliölile, . .
Ladendruok............
Krankheiten der Zunge........
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92 98 94 96
104
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MIssblldnngen.......... 95
Zungenentziiudnng, Absoess, Glossitis 06 Verletzung der Zunge, Abreissen, Absterben, Krankheiten des Zungenbeins ............ i)7
Neubildungen an der Zunge, Granu-lome ............103
|
Zungenkrampf, Zungenstreoker, Znn-
gonläliinung .........
Paplllarwuoherung, Haarbildung und Keimungen auf der Zunge . . . Sublinijuale Oysten u, Oystoineb. Hund Bor Tollwunn in der Hundezunge . Brach des Zungenbeins , , . .
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106
107 108 109
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Krankheiten der Zähne. Bildungsfehler.
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() d o n t o m
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111
118 119
120
122
123 180 188 184 184 187 138
140 1 12 144
149 151
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Erkrankung des Zahnfleiselies . . . 118
Zahnstelnbildungen.......114
Zahnschmerzen.........116
Lose Zälmc ..........11(1
Zahnspitzen....... . . 116
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t'aries der Zähne........
Zahnabsoess, Zahnflstel......
Transplantation, künstliche Ziilme
und Plombieren........
Zahnextraktlon.........
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Speiohelflstel, Speichelstelne, ......
OhrspeicheldrüsenentZündung, Parotitis.....
Krankheiten der Kieferhöhle...... . .
Kieferhdhlenentzttndnng.....188 | Geschwülste in der Kieferhöhle .
Krankheiten des Hinterkiefers........
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Kanmuskelkrämpfe, Atrophie dernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Lähmungen des Unterkiefers .
Masseteren..........187 | GesohAvttlste am Unterkiefer .
Frakturen der Angesiehtsknochen und der Kiefer. Frakturen der Nasenbeine .... 141 1 Frakturen der Oberkieferbeine Frakturen des Ganmengewölbes . . 148 Frakturen des Hinterkiefers .
Kiefergelenk...........
Kiefergelenkswunden.......119 Luxation des Unterkiefers . .
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InbaltsttLeraioht.
Krankheiten der Augen. Krankheiten der Augenlider.
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IX
Seite
162
15;!
150
157
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Vci'wiiclisniig'cn, Missbildungen . .nbsp; nbsp; 153nbsp; I Augenlider! I'tosis.......
Wunden der Augenlider.....nbsp; nbsp; 354nbsp; ''nbsp; nbsp;BinstttipungdeaLidi'andosnaoliinneni
Augenlldentztlndung! Blejiharitls . .nbsp; nbsp; 155nbsp; j Entroplnm..........
Krampf der Augenlider, BIopharolt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;jnbsp; nbsp;Ausstttlpung eines Augerilldes, Ektro-
spasnms...........nbsp; nbsp; 1B6nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; piiun............
Unvollständiges Eoobliebenderoberen
Krankheiten der Conjunktiva.........
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100
161
10!raquo; 171 171
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Augenseuohe dos iiimlcs, Conjunk-
tivitis epidemioa.......nbsp; nbsp; 161
Hyperämie der ('onjuuktivii , . .nbsp; nbsp; 105
Cunjunktivitis..........nbsp; nbsp; 166
|
Conjunktivitis blennorrlioioa . . .
..nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; dipbtberitioa . . . .
follioularis Ij. Hunde
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Krankheiten der Muskeln des Augapfels.
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S c li i c 1 c n , Strabismus................... .
Clonisober Augenmuskelkrampf ....................
Parasiten in der Conjunktiva, den Tbränenorganen und im Auge
Krankheit on der Orbita.....................
Wunden, Frakturen, Entzündungen, Abseessc..............
(icselnvülste In der Orbita......................
Vorfall des Augapfels, Prolapsus bnlbl ........
Exstlrpatlon il e s Augapfels................
Kttnstliehe Augen..............#9632;........
Tra n s p1a n t a t ion v raquo; n Tie rangen..............
K r a n k lie 11 e n des dritten Augenlids ...........
Blinzhaut, Nickliaut, Nagel, Mombrana niotltans.............
K r a nkli e 11 e n d er Thränenorgane .............
Krankheiten des Augapfels........
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173
175 170 180 180 181 183 185 186
187
188 188
189
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101
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Form des Augapfels.......nbsp; nbsp; 192
Alländerung der Lie.litlireeluing . .nbsp; nbsp; 108
Augenuntersuobung.......nbsp; nbsp; 195
(Jntersuolmng mit dem Augenspiegelnbsp; nbsp; l'J7
Krankheiten der Hornhaut .nbsp; nbsp; 202 Angeborene Erkrankung der Cornea,
Hornhaut-Dermoid-Haarbildungonnbsp; nbsp; 203
Augonfell, Flügelfell, Pterygium . ,nbsp; nbsp; 206
Ifornliaiihvanden ........nbsp; nbsp; 207
Hornhautentzündung, Keratitis , ,nbsp; nbsp; 200
Hornhautgosohwüre.......nbsp; nbsp; 214
Hornbautabscess, Hypopyon . . .nbsp; nbsp; 216
Hornhantflstel .........nbsp; nbsp; 216
Keratokonus..........nbsp; nbsp; 216
K rankheit en der Sklera . . .nbsp; nbsp; 217 K r a n k li e i t e n d es h i n s 0 n-
s v s I e in s..........nbsp; nbsp; 217
|
Fohlen der lause, Aphakia, Luxation
und Subluxatlon.......217
(Iraner Star, Cataraetii.....219
P e rl o disobe Aug en o n t z ü n d n n g,
Mondbllndlielt.......228
Krankheiten des QlaskOrpers 234 Krankheiten der lie tin a und
des Sehnerven.......235
Schwarzer Star, Amaai'osis, Amblyo-pla, Nyktalopia. Tag- und Nacht-bllndheit. Plützlioho Erblindung,
Sohönbllndbeit........235
Tag- und Nacbtbllndholt.....212
Hyperämie der Retina und Entzündung derselben Retinitis .... 213
Netzbautabiösung........248
(ilaueoin, llydrophtlialmüs, griinerStar 21 l
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Xnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Inlialtsübersloht,
Seitenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Seite
Essentielle i'htiiisis bulbl.....247 i Hypertrophie tier TmnbenkSraei und
Krankheiten der Iris .... 247 | l'iipillarversehluss.......248
Angeborene Spaltung der Iris, Colo- i Uembrana puplllarls perseverans . 24!) bomu Il'ldla .........247 Iritis.............241raquo;
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Krankheiten des Halses.
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Krankheiten der I. nt'tsiieke . Verletzung der Carotla und
Jugularla..........
Aderfistel..........
Vorlot/.ung der Lungeninagcn-
ner veil...........
Halskieinent'istel.......
Genickflstel, üenlokbeule,
Nao k o n b andflstel, ManI-
w n r f s g o s o h w u I s i, T a 1 ii a
|
251 i N a c k e n b a n d z c r r e i s s u n g 26 4 j Hai s in u s k e 1 d e h n n n g hei in
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260 2B8
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1' f e r d e, V e r d r o h n n g, Ve r -Ii i e g u n n' d e r Hais w i r b o I -
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261
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s ii nie, 7, o f r n n g, Z e r r e i s-siing von Muskeln, l'nvoll-
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sUiiidigo Verrenkung, . . . 2(')iquot;gt;
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Luxation der Halswirbel . . . 2lt;iigt;
Neubildungon am llulse.....272
26]
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Frakturen der Wirbelsäule.
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Frakturen der Halswirbel ....nbsp; nbsp;274
Frakturen der Bttckenwirbelnbsp; nbsp;277
Frakturen der Lendenwirbelnbsp; nbsp;28(1
Frakturen des Kreuzbeins . .nbsp; nbsp;281!
|
Zerrelss d n g /. w 1 sohon dein L ende n w 1 r b e 1, I) a r in b ein ii n d ICr o uzb ein .....
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284 284 806
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Krankheiten des Kehlkopfes und der Trachea. . . .
Laryngoskopie, Stimmband-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fremdkör per In der Luft-leiden, Taubstummheit, röhre...........
Aphonte .........nbsp; nbsp;284 \ Verletzungen undGesohwtllste
Krampf der Kehlkopfmuskeln,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;am Kehlkopf, Schlundkopf
Spasmns-gl^ttitis......291nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;und der Luftröhre.....
Pfoiferdampf..........208 Polgen der Trachcotoraio.....
U e tu r in a t i o n, Vor let z u n g e ii,
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;ii2
322
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Kropf, Struma............
Krankheiten des Schlundes........
Allgemeines ..........884 FremdUürper im Schlünde . . .
Sohlundontzündung.......nbsp; nbsp;886 :nbsp; nbsp;Sohlundvorletzung und Ruptur .
Sohlundkrampf.........nbsp; nbsp;:!;!7 inbsp; nbsp;Sohlundflstel..........
Verätzung des Schlundes.....nbsp; nbsp;;!it8 jnbsp; nbsp;Sohlunderweiterung, Divertlkel des
Sehlnndliihmiing.........nbsp; nbsp;;)-J8 j ösophagns..........
Schlundverongung, Strlktur, Nenbil-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schlundschnitt, ösophagotomte . ,
dung ............nbsp; nbsp;;!42 |nbsp; nbsp; Psorospormien Im Schlünde , . .
Krankheiten am Thorax..........
a) Krankheiten der Brustwand........
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:j2;i 884 849
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:;r,i 864
867 875
;!78
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878 878
885
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Pormfehlor und Defekte.....:!78
Verletzungen der Brustwandungen . :gt;7!i ßippenbrttche..........;s8i!
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Sattel- und Qeschirrdrttoke, Druck-
si luiden..........
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Inhaltsiiber.sielit.
b) Chirurgische Krankheiten der Lunge......
Verletzung ilor Lunge, Punktion, Etnpyem, Premdkürpei' in der Lunge . . . .
c) Chirurgische Krankheiten des Herzens und Herzbeutels.
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XI
Seite 40:1
408
412
426 486
437
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Allgemeines ........
Bildungsfehlor am Heiz . . .
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412 414
415
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Traumatische Herz- und Herzbeutelentzündung ..........
Abscess im Herzen.......
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Herzliypertropliio und Atrophie
Herzklappenfehler........417
Spontane llerzrnptnr......41Ö
Idiopatliisehe Herz- und Hcrzlteiitel-entzündimg..........422
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Neubildungen, Gosohwülsto im Herzen Qasentwioklung im Blut, Herz- und
Herzbeutel..........
Operationen am Herz......
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4;!8 4119
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Krankheiten der Bauchhöhle.
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Allgemeines ..........
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Brüche, Hernien............
. . lli'J 1 Chirurgische Behandlung der
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439
494
496
498
502 608 600
51)7 508
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Einzelne Arten der BrUoho . . . . Hauclibriiehe, Ventralbernien, Hernia
veutralis...........
Nabelbruch, Hernia nmbilioalis . . Leistenbruch, Hernia Inqulnalis und
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449 ! jauchig-eiterigen Peri-
10 n i 11 a..........
449 i Kenbildungen an und in der
4r)8 j 1! a u c li w a n d u n il B a u e li -höhle ...........
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Hodensackbruoh, Hernia sorotalla 468 1 Neubildungen im Magen und
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Schenkelbrnch, Hernia cruralis s. fe-
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Darm............
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|
moralis
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471 i Magen-, I) a r m r u p t u r, Ver-
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|
Jlittellleiseb oder Dammbrueh, Hernia
perinealls..........171
Überwurf, innerer Bruch, Hernia
interna abdominalis......471!
Zwerollfellbruch, Hernia diaphrag-
matica............479
Zwere life Ilk ram pt......484
Verschlu0 k 10 P rcm d u ö r 11 e r, Magenfistel, Traumatische r Abseess von innen a m llinter-leibe............485
|
letz u n g 1111 (1 llaquo;' i s t e 1 . . .
Magenblutung .......
Luftschlucken.......
S eb1an ge im Leibe . . . . 1) ärmste ine und Haar ballen . Ente r 0 t 0 m i c bei m H 11 n d e
Wegen eingeklem 11110r Steine Darmeinschiebung, In vag inft-
t i 0 u, Volvulus, I 11 t a s S U s-
e e p t i o n..........
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508
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510
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Chirurgische Krankheiten der Leber.
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520 52.quot;)
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Ruptur der Leber, l.eberapoplexie 521 1 Gallenstein...........
Verletzung der Leber und beber-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Chirurgische Behandlung des Iktorns
.1])sl.(.ss...........628 I katarrhalis beim Hunde . . . .
Chirurgische Krankheiten der Milz........
Chronischer Milztumor......629 ! Verletzung der Milz.......
Mllztnmor durch Neubildung . . . 681 Milzruptur...........
Milzabseesse..........quot;gt;;'gt;l
Pankroaskrankheiton..........
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529
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682 688
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680
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XII
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[iiliiiltsübersicht.
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Krankheiten des Mastdarmes.
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Seite
686
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Allgemeinea ..........53ß
Angeborene MUsblldung des Mastdarmes, Atrcsiu ani und Kluakon-blldong...........537
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Mastdarmvorfall, Prolapaus recti et
ani.............661
Sämorrhoiden..........559
Neubildungen Im Mastdarm .... 501 Mastdarmverletzungen und Mastdarm-
rnpturen...........504
Fremdkörper im Mastdarm .... 669 Entzündung der Analdrüson beim Hunde und der BUrsseldrttsen bei Gefltlgel...........57u
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Künstlich gebildeter After ....
lilnteilndang des Mastdarmes . . .
BntzUndnng der Umgebung des Mastdarmes, Porlprcotltis, Absoesse im Mastdarm..........
Strikturen des Mastdarmes ....
Mastdarmflsteln.......
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648
544
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548
J4G
548
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Andere Erkrankungen der Wirbelsäule.
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571 572 57,'i
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Bildungaanomallen und Qesclnviilstc 57Jnbsp; nbsp; nbsp; Verkriiimnungen der Wirbelsäule .
Krankheiten des Schweifes..........
Storzwnrm...........57:!nbsp; nbsp; nbsp;Chronisolie Lilhmung des Sohwolfes,
Gesohwülste am Schweif.....575nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Blase und des Mastdarmes,
Verletzung des Schweifs.....57(1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Paralysis oaudae, veslone et reotl
Krampfzuständo in den Schweif-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(Hammelschwanz), Neuritis ohro-
muskeln...........57laquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nioa.............
Krankheiten der Harn- und tieschleclitsorgaiie.
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679
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Krankheiten der Vorhaut.....nbsp; nbsp;585
Verletzung des Schlauches ....nbsp; nbsp;587 Entztlndnng der Sohlelmhaut des Schlauches, der Kiohel und des l'enis, Eicheltrlppor, lialimitis, Vur-
hauttripper..........nbsp; nbsp;588
Vorhautentztindung, Schlaucbge-
schwulst, Raumschlanoh ....nbsp; nbsp;590
Vorfall der Rute, Paraphimosls . .nbsp; nbsp;594
l'liiinosis............nbsp; nbsp;597
Smogmastelne..........nbsp; nbsp;598
Geschwülste an der Rute und dein
Schlauche..........nbsp; nbsp;599
Ostrusliii'ven an der Ponismttndnngnbsp; nbsp;599 Krankheiten des l'enis und
A in p n tat ion desselben . . .nbsp; nbsp;600
Angeborene Abnormitäten ....nbsp; nbsp;801
Entzündung dos l'enis......nbsp; nbsp;001
Verwundung des l'enis......nbsp; nbsp;(iuä
Satyriasla s, Priapismus und Lähmungen ...........nbsp; nbsp;608
Luxation des l'enis.......nbsp; nbsp;(iO;!
Geschwülste am l'enis......nbsp; nbsp;808
Amputation des l'enis......nbsp; nbsp;004
|
Krankheiton des Hodensaokes
Wunden des Skrotums......
Dehnungen des Skrotums.....
Entzündungen des Skrotums , . .
Hodensackwasserbrnch, Hydrocele .
Pneumatose des Hodensaoks, Äroskru-
tnm.............
Qosohwüistöi am Skrotum.....
!: r k r u n k n n g e n d c r Jf o d e n Angeborene Defekte am Eoden und
Impotenz...........
Ilodenenl/.iindiing, Qrchltls und 1,'eri-
orchitis...........
Neubildungen am Hoden, Fleisohbrnoh,
Saroooele ..........
IO r k r a n k u n g des s a m e n -
Stranges .........
Sainenstrangflstel........
Blutaderhruoh, Krampfoderhrnoh,
Aneiinsma der Sainenurteric und Vena Cirsoeele........
Krankheiten des Hnrnrohrs .
lliirnriilirsteine.........
Harnrohrsteinschnitl.......
|
606 GOß 607 608 609
610 610 '611
012
OK!
616
616
017
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022 623 023 023
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[nhaltsttbersloht,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;XIII
Seitenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Seite
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Anderu Krankheiten der HavnrOhre Olio Krankheiten der Prostata U n lt;1 S a in e n li 1 ä s o li c n . . (!!!ii
Prostatahyportrophle......(ii!4
Neubildungen In der Prostata, Prostatasteine ...........686
Erweiterung der Samenblasen . . . liliü Harnverhaltung, [noontlnen-
tla lind Hetentio nrinac mill Ka-
theterlsatlon.........686
E i nf ü li r cn dos Katheters oi!8 Zerr els sung iler Harnblase,
li 1 a s e n r ii p t ii r......689
Harnblasensteln o, Blasen-steine, Blasenstloh, Pnnktlo v o s i c a e, 1J1 a s e n s t c i ii s c li n i 11, Cystotomie, Steinoperationen, Llthotomle und Lltho-
t ri p sl e...........C-l-1
AndereFromdkörperlnder Harnblase GöU Mangelnde u, Qberm. grosse Harnblase 664 Perforation der Harnblase durch Ver-
|
Der Blasenstloh, Punktlo vesloae .nbsp; nbsp; 'iü-i Harnblase mit offenem üraohus,
Urinabtiuss am Nabel.....nbsp; nbsp; tiotraquo;
Harnblasenvoi'fall, Prolapsus vesloae
urlnae und Harnblasenuiusttllpnngnbsp; nbsp; 666 , Neubildungen In der Harnblase und
in der Harnrülu'e.......nbsp; nbsp; 660
Entztlndnng der Harnblase. Cystitisnbsp; nbsp; (U)3
Krankheiten der Harnleiter ....nbsp; nbsp; li(')(gt;
Krankheiten der Scheidenbsp; nbsp; 6()7
Ontersnohung der Scheide ....nbsp; nbsp; tiOB Verwachsung der Schamlippen und
der Scheide, Atresia vaglnalla .nbsp; nbsp; 668
Verletzungen der Scheide, Anreitennbsp; nbsp; (i(!!gt;
Entzündungen in der Scheide . . .nbsp; nbsp; OTit
Abseesse in der Scheide.....nbsp; nbsp; (17-1:
Neubildungen..........nbsp; nbsp; lt;i74
Vorfall der Scheide und der üobär-
mutter, Prolapsus vaginae et uterinbsp; nbsp; 078
Vorfall der Scheide.......nbsp; nbsp; ()7(J
Vorfall des Fruchthiilters ....nbsp; nbsp; 688
Uterusamputation........nbsp; nbsp; 088
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waohsnng mit dem Darme . . . 054
Ohil'urglsohe Krankheiten der Nieren.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;. . . .nbsp; nbsp; 600
(gt;e seh wülste im Uterus . 890 | ücllügcl, Abiiornntäteii der lii-
Krankhelten des Eileiters beinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;bildung, Legenot.......nbsp; nbsp; (i'ja
Krankheiten des Euters..........nbsp; nbsp;0(,)4
Selbstaustrinken oder Selbstmelkennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;! Neubildung Im Enter......nbsp; nbsp; 700
der Kühe ..........004 ! Milehsteine...........nbsp; nbsp; 701
|
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Enterentzttndung, Mastitis .... 702
Mastitis simplex ........702
Eiterige Eutcrentziindung, Mastitis
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Ausliiessonlassen der .Milch Zitzenverstopfung .... Hypertrophie dos Euters . Euterutrophic......
|
. .nbsp; nbsp; 896
. .nbsp; nbsp; 696
. .nbsp; nbsp; 897
. .nbsp; nbsp; 0,.)7
|
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|
TO.-)
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suppuratlva et gangrilnosa . . . (jlelber Galt, Enterentzündung , Jla-
stitis eplzootlka........
Exstirpation des Euters.....
|
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|
Euterfisteln, Mllohflsteln.....nbsp; nbsp; 698
Blutung im Euter........nbsp; nbsp; 698
Bremsenlarven im Kuheuter . . .nbsp; nbsp; 699
Warzen an den Zitzen......nbsp; nbsp; 609
|
711
712
|
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Knuikiiciteu der Vorderextreniitäleii.
Lahmheit, Claudioatlo,.........quot;12
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Sohnlterlahmhe
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K rä in pfe de r A nkonäengr u p [ic Atrophie dor GrAtenmnskel . Neuritis und Lähmungen an
der Schulte r........728
Neubildungen an der Schulter 7liil Verrenkungen a m Schnlter-
g c 1 e n k...........71} 1
|
|||||||
|
Allgemeine Angaben über die
Therapie der Scliulterlähmo 710 Wunden der Schult er . . . 72!! Ruptur der Sohultermuskeln . 724 Kontraktion der Ankonden-
|
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720
|
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|
gru ppe.........
|
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XIV
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Inhaltsübersicht. Seite
Aufgefallene Vorderknio, Wunden des Carpalgelenkes........
731nbsp; nbsp;I Kniesoliwamm........
Luxation des Vorderkniegelenks . .
I Frakturen des Schienboins und der Griffelbeine ....
732nbsp; nbsp; nbsp; Entzündung der Bengesehnen
|
Seite
753 750 760
760 702 766 769
770
|
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|
Unvollständige VefrenkungSubliixation des Schultergolenkes..........
Kntziimllidic lOrkraukung des Suliultei'voriu'mbeiiiniuskels, LungeStrecker des Yorunns, J[. bice[)brachii............
Dislokation des llusk. Ijiceps lirachi
|
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|
732
|
Sehnensserrelssungen am Vorderbein
Stelzfuss, Sebnenschnitt,.....
Überbeine am Schienbein .... Schienbeinlahmhcit durch Trainieren
bei jungen Pferden......
Zerreissung der Seltenbänder am
Fesselgelenk.........
Erkrankung der Gleiohbetybänder
und der Sesambeine......
Angeborene, abnorme liengcstellnng
des Kessels bei Fohlen.....
Fesselgelenksverstanchung, Distorsion
Fesselgelcnkswunden.......
Fessclbeinbriiclic und Luxatiouen im
Fossclgolenk.........
Leist, Schale, Ringbcin, Periostitis
ossilicans...........
Amputationen der Vürdergliedmassen Gallen an den Vorderextremitäten . Krankheiten der Syuovialliiiiitc der
Gelenke, Sehnenscheiden n.Schleiin-
beutel, ITydarthros, Vaginitis und
Bnrsltis........
|
|||||
|
Lähmnng des Ellenbogenstreokors, Uadialislaliiming.......
Zerreissung der Muskeln und Seltnen um Ann und Voiann.....
Angeborene Mnskclatonic bei jungen Tieren............
Krkrankung der Lymphdrüsen der vorderen (Jliedinassen.....
Stollbeule, Stollschwaiuin, Kllbogen-
beule............
Obliteration der Gefiisse der Vorder-
extremitftten.........
Zerreissiingcn der Achselarterie und
Achselvene..........
Frakturen des Schulterblattes und
Exostoseil an demselben ....
Frakturen des Armbeius.....
Fraktur des Ellbogenbeinea beim
Pferde............
Fraktur des Vorarmlieincs .... Frakturen an den Yorderl'usswurzel-
knochen ...........
|
733 73d 735 735 730 740 748
|
|||||
|
777
|
||||||
|
780 783 784
|
||||||
|
744 741!
748 74'J
|
7li(i 702 7(J3
|
|||||
|
ros
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||||||
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||||||
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Krnnkheiteu laquo;1er Hinteroxtremitiiteii.
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Kreuzlahme, Krcuzschwäche, Lähmung des Hinterteils, Kreuz-sehmcrz, Lendenweh, l'aresc, Paralyse und Lumbago......nbsp; nbsp; 800
Psoasabsoess ..........nbsp; nbsp;803
Thrombose, O bliterat innen .nbsp; nbsp; 807
Obllteratlonon der hinteren Aorta .nbsp; nbsp; 807
Thrombose der Hohlvene.....nbsp; nbsp; 810
Obllteratlonon der Hecken- und
Sohenkelgefässe........nbsp; nbsp; 811
Angeborene lieckeudcl'orniitiit . . .nbsp; nbsp; 815
Muskcl/.errcissiingcua. Sinterschenkelnbsp; 816
Zcrrcissnng der Lcmleuinnskel . .nbsp; nbsp; 816
II üft lahm hei t.........nbsp; nbsp; 817
|
Verrenkung des Hüftgelenks, Luxatio coxae............820
L'nvollstandigc Luxation des Hüftgelenks ...........825
Zerreissung des runden Bandes des Hüftgelenkes, Ruptur des Liga-mcntinn toi'OS.........827
Ifiiftgclcnkseiitziindnng, Coxitis, Cox-arthrucace und Malnm senile coxae 828
1quot; r a 1; t u r e n d e r ]i e c k e n k n och e n und Trennungen normaler Verbindungen do r t sei list . . 82!l
Lostrenunng der Wirbelsäule vom Darmbein ..........830
|
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InUiiltsiiliersiclit
Seile
|
XV
Seite 857
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. 881
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Kniesoholbengesohwttlste . . . Zerrelssung der Zwllllngsmus-
kein, (iastroenominii und der
Achillessehne.........858
Zerrelssung dos Sohlenbeinbengers,
Backsohlenbelnmuskels, M. tiblalls 8ß0 Lähmung des Nerv, isehiadi-
eus, tiblalls et cruralis .... 863 Hahnentritt, Znokfuss .... 8ßi) Streuk rampf, Ki'arapfzlehen, auch
falscher ZuokfuBS.......807
K n o C ll e n b r u e h a m Unterschenkel, Fraktur der Tibia 808
Wunden am Sprunggelenk . . 872
Spat .............87)!
E 11 e r 1 g e Sprunggelenks-en t z ü n d u n g hoi m P f erde und bei Hindern, und Arthritis fungosa...........887
A b d l' ü 0 k en o d e r A b w eichen d er So h n e il e s K r o n b e i n-b e u g e r s n n d B a c k k r o n-belnmuskels vom Sprung-g e 1 o n k s h ö 0 k e r......880
Zerrelssung der Seltenbttnder des Sprunggelenks........890
Knie- und Sprunggelenkscntzündung bei Rindern.........801
Eigentümliche Fussentzttndung bei Kühen nach dem Kalben .... 8i)2
Tuberkulöse Qolenksentztlndung . . 802
P1 e p.h a k e n.........801!
Hasen backe, Hasenspat . . . 894
\j ii x a 11 (i n der Sprunggelenks-knocheu...........805
V ra llt; t ii re n der Sprunggelonks-knoohen...........895
Mauke............800
C h r o nI s ch er A b s c e s s a m
Hintorschenkel beim liinde,
Aiissehuben........800
St rauli f uss, Igel- und Klcphanten-
fuss, Dermatitis chroniea verrueosa 800
Schlempenmauke des Rindes . 9*12 Amputation der Sintorextreraltttten UU5 Absterben der Hinterbeine,
Glicderlirand, Xekrosc, Elntrook-niing der lllnterexlreiiiltäten,
|
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|
J)arml)einbi'iu;U.........
Drtlohe ilos Sitzbeines......8B8
Brtlolie mehrerer Knochen des Beckens Hi!)! Beckcnliriielio mit Frakturlimo (Uiroh
die Q-elenkspfanne.......8BB
Bruch des l$iu:kl)ciiis, Fraotura fe-
moris............^!'ö
Erkrankung iles grossen Darmbein-
umilrehei's, grossen (iesiissmuskcls,
M. glutaeus medlns......^;i'J
Ltthmang lies grossen Oesässmaskels! dusseren Darmbelnumdrehers, Mi
glutaous maximns.......841
Zerrelssung des ttuaseren Darm-
sebenkellieinnmskels, Spanners (lei-Sohenkelbinden, M. tensor faseiao latae............842
Erkrankung tier Sehne und Sehnenscheide der M. glutaous medlus . 841!
Ausgleiten iler Aponeurnse des äus-seren Krenzsltzbelnrauskels, Aus-wärtszleber des Sehenkels, M. biceps femoris........84ii
Dislokation der mittleren Portion dos oberen vorderen Astes des Kreuz-sitzbelnmuskels des Schenkels (Langer Auswävtszieher des Schenkels) M. biceps l'eiuorls .... 84-1
Zerrelssung des iiusseren , dicken Seheukelmuskels, Uackschenkol-beimmiskels, M. vastus externus 84')
Akute Atrophie, Myosltls der Aus-wärtszichergruppe, -M. bleeps femoris ............840
Gntzttndung und Zerrelssung der Knle-
schcibenmuskel und der geraden
Bänder...........846
Lähmung der Kniescheibenmuskeln 848 Zerrelssung des Unterschenkel- und Wadenbenbelnzwlschonknoohenban-
des , Llgi interosseum libiae et
libulac............851
Chronische K n i e g e1e n k s e n t-
ziindung beim Pferde . . . 861 Verrenkung der Kniescheibe; Luxatio
patellae...........852
Bruch der Kniescheibe, Kraetura
patellae...........868
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X VInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Inhaltaübei'sloht,
Se'tenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Seite
Miimilikiition, Aiitoaniputiitioii annbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I Kageltritt..........'JM
den Ilinterextiemitateii ....nbsp; nbsp;'JUT Verlust dor Unto and Klauen,
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BildungsfeMei' an Qafen andnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aassohuhon........
Klauen...........nbsp; nbsp;908 ; Strahlkrobs, Hufkrebs . . .
Klauenerkrankung bet der Maul-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hornsttulen, Keratophylokele . .
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986
DK i 948
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nml Klauenseuohe.......nbsp; nbsp;'Jl'^ : Hnfrehe, lie he, Verschlag, Ver-
K I a a o 11 - a n d K l a u e n a p a 11-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;fimgon, Futter- and Stallrehe,
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entzündung beim Schafe,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bheuraatisohe Hufentzttndung . .
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Klauengesohwür, Krümme, Moder-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hintere Hufgelenksentzttn-
hlnke.Hlnke.Klauensaokgesohwulsl,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; da ag, Fussrol lenentzundnng,
Klauenwurm, bösartige Klauen-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hufgolenksltthmo.Strahlbelnlähme,
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senohe, auch ohronisohe, französl-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Podotroohllltls
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sehe oder spanische Klauensoiichcnbsp; nbsp;914 Kiterigo Phlegraone und No-
Verknöohernng des Huf-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; krose der Hufbelnh ouge-
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knorpels.........nbsp; nbsp;'J20nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.sehne...........
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Kronentritt beim Pferde . . .nbsp; nbsp;U22 Erkrankung der Hufknorpel-
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Primäres K ronen k la u e n- undnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;f e s s c 11) e i n li ii nd e r.....
Zwlsohenklauengesohwür,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Luxation Im Hnffeelenk.....
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989 960
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I'a naritiiiin........nbsp; nbsp;928 ] Hufbe 1 nbruoh, Strahlbeinbruoh,
Hufknorpelflstel, üloua chon-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Karies und Nekrose des Hufbelna 960
dropathiemn.........nbsp; nbsp;927 Abfrieren der Hallen beim Pferde . 966
Horn spalten........nbsp; nbsp;982 Wandlaufen und Ballenentzündung
Strahlfaule u, Strahlgesohwttrnbsp; nbsp;988 , der Hunde..........905
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Über Loknlisation der Gehirnfiuiktioncii und Diagnostik der Gieliirnerkriinkinigeii.
Litteraturt Sprong-el, Geschichte der Medizin. Häsor, Gescliichle der Medizin. 15 aus, Geschichte der Medizin. Albert, Lehrbuch der Chirurgie. Ferrier, l'ebor Gehirnfunktionen. Graf, Entwicklung der Zirbehlriisc. Cbl. f. mcd. Wiss. 1886, p. 70G. Fischer, Motilitftts- und Senslbilitttts-Störungen nach Trauma. Cbl. f. Chir. 1886, No. 21, p. 373, Crossnicr, Die Hirnrinde der Hunde. Bio!. Cbl. 1886, No. 2. Vortrag über Hirnphysiologie, Berl. Naturforscherversatnmlung 1837. Rosenthal, Anat. Gehirnveränderung nach lufektionskrankh. Allg. M. Central-Ztg. 1887, p. 40. Berlin, Eine bes. Art d. Wortblindheit (Dyslexic), broch. Wiesbd. 1887. Ellcnberger, Furchen u. Windungen d. Gehirnoberfl. b. Hunde. Berl. Arohiv. 1889, p. 263.
Für die chirurgische Diagnose ist es von hoher Bedeutung, die Gehirnphysiologie zu berücksichtigen. Dieselbe ist erst in den letzton Jahrzehnten, durch Fritscb und Hitzig, Ferrier, Goltz, Mnnk, Meynert, Flesch u. a. auf Grund des Tierexperiments den klinischen Erfahrungen angepasst und dadurch das Feld der Erkennung der Gehirnkrankheiten um das Vielfache erweitert worden. In den ältesten Zeiten suchte man den Sitz der psychologischen Funktionen in allen möglichen Organen, in der Leber, der Milz, den Nieren, dem Herzen und dem Blute. Noch Hippokrates hielt ursprünglich das Gehirn für eine schleimabsondernde Drüse, während er in einem anderen Werke es für den Sitz des Denkens, der Empfindung und Bewegung erklärt. Die ausser-ordentliche Blütezeit der quot;Vivisektion bei den Alexandrinern Hess das Gehirn zweifellos als Sitz der psychologischen Thätigkeiten erkennen, so dass Galen bereits die Lokalisation geistiger Funktionen in einzelnen Gehirnteilen, wenn auch nicht mit Bestimmtheit, annehmen konnte. Das Blut sollte den Spiritus animalis gewissermassen abdestillieren, welcher dann in den Ventrikeln des Gehirns Wohnung nehme und von hier aus sich äussere. Die durch lange Zeit geltende Einteilung der Gehirnfunktionen in: 1) Imagination (Vorstellung und Phantasie), 2) Verstand und 3) Gedächtnis, hat Posidonus vorgenommen. Er verlegte Hoffmann, Iletftrztllohe Chirnrgle.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
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2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Über Lokalisation der Gehirnfunktionen.
No. 1 in don vorderen, No. 2 in den mittleren und No. 3 in den hinteren Gehiniteil.
Mit der Entstehung ohristlioher Anschauungen, welche bedington, dass die Menschheit etwas ganz anderes sei, als die Tierwelt; mit dem Niedergänge der 'Wissenschaften und deren Wiederaut'erstoliung- im christlichen Gewände, wurde die Kluft zwischen der Menschen- und Ticrseele so tief gerissen, dass noch heute nur naturwissenschaftlich gebildete Menschen einen nur quantitativen, aber nicht qualitativen Unterschied zwischen beiden erkennen. Augustinus und Solinus übertrugen die alten Lehren in philosophisches und theologisches Gewand und die folgenden Scholastiker bähen diese Seelenlehre auf dem Boden des kindischesten Materialismusquot; und unter beständigem Appell an die Chirurgie derart verwirrt, dass endlich für das Tier gar keine psychologischen Gehirnthätigkeiten mehr galten, sondern nur noch ein Instinkt, auch eine Art Spiritus, aber niederer Gattung, angenommen wurde.
Diese für den menschlichen Geist beklagenswerten und beschämenden Verirrungen sind gegenwärtig erst in der wissenschaftlichen AVeit abgethan und auf Grund der Erkenntnis vom Vorhandensein und des Sitzes der psychologischen Thätigkeiten des Tieres, hat man auch wieder diejenigen des Menschen kennen gelernt. Alles was für die humane Chirurgie hputo so gross und bedeutsam, therapeutisch von so grosser Wichtigkeit feststeht, das ist zuerst beim Tiere erkannt und auf den Menschen übertrugen worden. Die ersten vorwurfsfreien Untersuchungen über Lokalisation der Seelenthätigkeitcn sind von Ulourens an Vögeln und Sängetieren vorgenommen worden. Er stellte fest:
Wenn man das Grosshirn abträgt, hören alle Reize des AVillens und der Perception auf, Reize die von anssen eindringen, erzeugen nur ganz maschinenartige Bewegungen der Eörpermuskeln, Die Tiere halten sich auf den Uüssen, sie laufen, wenn man sie stösst, vorwärts. Yögel Hiegen, wenn man sie in die Luft wirft. Gegenstände, die man in den Schlund bringt, werden verschluckt. Die Iris kontrahiert sich auf Lichtreize, Niemals treten aber solche Bewegungen auf, wenn nicht ein bestimmter äusserer Reiz gewirkt hat. Bleibt dieser aus, so sitzen die Tiere wie in sich selbst versunken da und nehmen keine Nahrung, auch wenn man sie im Zustand des höchsten liungerns auf einen Haufen von Nahrung setzt.quot; Flourens schloss hieraus, dass die Grosshirnkugeln der Sitz dos Willens und der Empfindung seien, doch glaubt er, auf Grund noch weiterer Versuche, dass die Hirnlappen mit ihrer ganzen Masse für die ungeschmälerte Ausübung der ganzen
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Über Lokalisation der Gehirnfunktionen.
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Funktion eintreten, dass also kein anatomischer Sitz für einzelne Funktionen vorhanden sei. Eine Reihe hervorragender Forscher ging in diesem Geleise, hesonders auch der durch Weiss' Physiologie in der Tierheilkunde so viel genannte Magendio.
Das Rätsel, welches die Physiologen nicht zu lösen vermochten, wie es denn möglich sei, wenn die ganze Gohirnmasse ungeschmälert die Funktionen ausübt, dass immer derselbe Teil dieselben Leistungen aufbringt, wurde von der Chirurgie im Verein mit der pathologischen Anatomie dadurch gelöst, dass gezeigt wurde, dass ganz bestimmte, auf kleinere Räume beschränkte Funktionen, mit ganz genau und stets an derselben Gehirnstclle vorhandenen Veränderungen verbunden seien. Ich führe als Beispiele an: 1) ijähmung eines Beines, 2) Lähmung einer Gesichtshälfte, 3) die Sprachlosigkeit, Aphasie, bei der bei vollkommener Herrschaft über die Sprachorgane und migestörtor Intelligenz, kein lautes Wort gesprochen werden kann, und die Unfähigkeit zum Lesen, Dyslexic, eine besondere Art von Wortblindheit, letztere beide beim Menschen, welche alle mit Läsionen, stets an derselben Stelle des Gebirnlappens verbunden sind.
Auf Grund genannter Forschungen und klinischer sowie patholo-gisch-anato?nischer Ergebnisse hat Griesinger sein grossartiges Werk über Geisteskrankheiten geschaffen. Allein so rasch ging der physiologische Nachweis von den Lokalisationen der Gohirnthätigkeiten trotzdem noch nicht, denn hervorragende Anatomen, z. B. Meynnrt, u. a. sagten, dass die zentrifugalen Bahnen der Nerven, in den mannigfaltigsten Verflechtungen und Gliederungen, sicii bis in die obersten Rindenzentren verfolgen Hessen, dass somit alles im Gehirn etwa wie ein grossartiges Wurzelwerk eines Stockes zusammenhänge. Dieser Irrtum ist durch die Entdeckung der motorischen Zentren und motorischen Rinden f c 1 d o r widerlogt. Fritsch und Hitzig waren die ersten, die in den 70er Jahren experimentell durch bestimmte elektrische Reizung der Gehirnrinde Bewegungen an den verschiedensten Körperteilen hervorriefen. Perrier hat diese Versuche in grossartigerer Weise ausgedehnt und ganz besonders zu denselben aussor Hunden u. a. auch grosse Tiere, Raubtiere und Affen verwendet. Seine für die Wissenschaft und besonders die Chirurgie hochwichtigen Ergebnisse haben aber in England einen Sturm der Entrüstung im Volke erhoben und die Agitation bei uns, sowie die in England gegebenen Gesetze gegen die Vivisektion erzeugt. Goltz hat zwar die Ergebnisse der Untersuchungen von Klitsch und Hitzig auf das heftigste angegriffen, indem er bewies, dass Störungen, die nach der Wegnahme
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Über Lokalisation der Gehirnfunktionon.
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bestiinnitor Gehirnzontren entstehen, nach einiger Zeit wieder ausgeglichen werden können, dass somit die Hirnrinde die Zentren nicht so vollkommen lokalisiert besitze, wie dies auf die ersten Versuche angenommen war. Es ist namentlich bei der Berliner Naturforscher-Versammlung 1887 festgestellt worden, dass sich die Ansichten gegen den Punkt nähern, dass die Hirnrinde zwar die verschiedenen Zentren besitze, jedoch seien dieselben nicht so circumskript, wie Pritsch und Hitzig angenommen hatten. In nachfolgendem gebe ich einen Teil der Forschungsergebnisse von Ferner, weil dieselben die Wesenheit, wie die Gchirnthätigkeiten sich vollziehen und wie die chirurgische Diagnose und Therapie beschaffen sein müssen, auf das markanteste zeigen und weil sie geschichtlichen Wert besitzen:
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Figur 1. 1) Vorwärtsbewegung der entgegengesetzton hinteren Extremität. 2) Kombinierte Bewegungen des Ober- und Unterschenkels, sowie des Fusses mit passenden Bewegungen des Rumpfes, wodurch das Bein in die Mittellinie des Körpers gebracht wird, als ob das Tier etwas ergreifen,
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die Brust oder den Unterleib
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Fif,'. 1. Linlic llmii^ptiiire ties AtVengehiniR.
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kratzen wollte. 3) Bewegungen des Schweifes, wozu häufig noch einige von den oben beschriebenen Bewegungen treten. 4) Anziehen und Rückwärtsbewegen des Armes, wobei die Handfläche nach rückwärts sieht, ähnlich einer Schwimm, bewegung. 5) Ausstrecken und Vorwärtsbringen des Armes und der Hand der andern Seite, um etwas zu erreichen oder zu berühren. 5 a. b. c. di Bewegungen einzelner Finger oder des Handgelenkes bis zum Ballen der Faust, (i) Einbiegen der Hand und des Vorderarmes, wodurch die Hand gegen den Mund geführt wird. 7) Die Mundwinkel werden zusammengezogen und etwas in die Höhe gehoben. 8) Erheben des Nasenflügels und der Oberlippe der andern Seite, verbunden mit Herabziehen der Unterlippe, so dass der Hundszahn der andern Seite frei wird. (Iluudc lassen noch einen Laut oder ein Bellen hören.) 9) und 10) Offnen und Schliessen des Mundes mit abwechselndem Vorstrecken und Zurückziehen der Zunge. 11) Zusammenziehen des entgegengesetzten Mundwinkels und Neigen des Kopfes nach der andern Seite. 12) Offnen der Augen, Erweiterung der Pupillen, wobei Kopf
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Neubildungen im Gehirn.
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und Auge nach der andern Seite gerichtet werden. 13) und 13') Die Augen werden nach dor andern Seite und nach auf- oder abwärts gewendet. Die Pupillen kontrahieren sich dabei in der Regel, auch die Augenlider trachten, wie beim Einfallen eines starken Lichtroizes, sich zu schliessen. Häufig, wenn auch nicht immer, folgt der Kopf den Bewegungen der Augen. 14) Aufrichten des entgegengesetzten Ohres; Kopf und Augen werden nach der andern Seite hin gewendet, die Pupillen weit dilatiert. 15) Drehung der Lippen und NasonHügel an derselben Seite, so dass das Nasenloch teilweise geschlossen wird, etwa als ob ein stechender Geruch die Nasenschleimhaut treffen würde.
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Neiibildimgcn im Gehirn.
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Litteratun Jossen, Melanosen im Gehirn 1). Pferden. Gurlt amp; Ilcrtwig 1835, p. 330. Copemann, Noubild. i. Gehirn b. Pferden. Bericht üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1842/13, p. 71. Vrolik, Ilyperostosen im Ochseuscbädel. Zcntralarch. f. Vol.-Wiss. 1851, p. 35. Pöppel, Polypen i. d. Ilirnböble b. Pferden. Gurlt amp; Ilertwig 1852, p. 488. Sehwarz, Osteophytbildung'im Kopfe eines Ochsen. Centralztg. f. Ges. Vet.-Wiss. 1854, p. 170. Goubanx, Angebliche Verknöoh. d. Gehirns. Pep. 1854, p. 227. Pate Hani, Ver-knöoh. d. Gehirns b. Ochsen. Ibid, 1857, p. 322. Kitsching, Neubild. i. Gehirn b. Pferden. Edinbnrg 1857, p. 135. Per. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1857, p. 16. Per, Kxostose i. d. Sohädelhöhle. Ibid. 1861, p. 20. Texter, Gehirnlciden durch Aftergebilde, Mitteil, a. d. tzl. Praxis in Kurhessen. 1862 bis 1884, p 37, II. II. Glocke, Lipom a. d. Gchirnbasis. Müller amp; Iloloff, 18G9, p. 105. Schmidt, Neubild. a. d. Gehirnbasis. Ibid. 1873, p. 183. König, Gehirntuberkel. Sachs. Jahrb. 1879, p. 135. Lydtin, Fibrosarkom im Gehirn c. Pferdes. Bad. Mitt, 1881, p. 20. Lehmann, Ilirntuberkel bei einer Kuh. Perl. Archiv 1886, p. 279. Jahrb. 1887, p. 80. Diocker of f, Pathol. u. Therapie, p. 070. 1888. Carcinom i. d. Stirnhöhle b. Pferden. Ztschr. f. Vetk. 1889, p. 10.
Definition, Kasuistik und klinische Bilder. ' Im Gehirn der Haustiere finden sich in einzelnen Fällen Neubildungen, welche je nach ihrer Qualität, ihrem Sitze, ihrer Grosse und der liaschheit ihres Wacbstumes verschiedene Symptome erzeugen. Es finden sich teils ächte Neubildungen, die im Gehirne selbst, namentlich an den Adergeflechton entstehen, oder sie entstehen in, oder aussei'laquo; halb der Schädelkapsel und wuchern unter Verdrängung oder Umwandlung der Gehirnsubstanz in dieselbe.
Dieselben sind klinisch charakterisiert durch, in der Regel, fiebor-loson Verlauf und allmählich zunehmenden Ausfall von physiologischen
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G
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Neubildungen im Gehirn.
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Funktionen, hauptsächlich am Kopfe, aber auch an anderen Teilen, sowie allmählich zunehmende Veränderung der Struktur einzelner Teile. Die Geschwülste können, hauptsächlich wenn sie in der Kittsubstanz von im Stalle gehaltenen Tieren wachsen, bedeutende Grosse erreichen, ohne dass die allmählich zunehmenden krankhaften Erscheinungen beobachtet werden. Besonders kommen Knochenneu bildungen, sog. Gehirnverknöch erungen, auch Steinhirne, beim Rinde in manchmal enormer Grosse vor. Goubaux hat 12 derartige Fälle beschrieben, fast alle beim Ochsen. Patellani fand im Gehirn eines Ochsen eine Knocheuneubildung von 298/.i Unzen (ca. 900 gr) schwer, welche fast den ganzen Inhalt des Gehirns verdrängt haben musste, und trotzdem wurden keine krankhaften Erscheinungen bei dem Tiere beobachtet. Vrolik beschreibt ganz ungewöhnliche, allgemeine Verdickung der Schädelkapsel beim Ochsen. Ber fand eine solche bei einer Ziege, die so bedeutend war, dass dieselbe fast die ganze Höhle erfüllte und nur das verlängerte Mark intakt geblieben war. Dieckerhoff hat bei einem Pferde, das Eischcinungon des Dammkollers hatte, multiple Knocheuneubildung an der Innern Schädelfläohe, teilweise tingerdick, gesehen. Melanosen im Gehirn beim Pferde, das Hirnerscheinungen zeigte, beobachtete Jessen. Carci nom , von der Stirnhöhle aus gegen das Gehirn vordringend, bei einem lljährigen Pferde, verursachte Erscheinungen des Dummkollers, später Gleichgewichtsstörungen, das Tier schwankte, fiel zuweilen zu Boden, drückte den Kopf in die Krippe oder in eine Ecke, konnte sich jedoch selbst wieder erheben. Manege-bewegungen nach rechts und anhaltende Kaubewegungen, ebenso Nasen-ausHuss waren zugegen, Tod. Lipom an der Schädelbasis bei einer 7 Jahr alten Kuh beobachtote Glocke. Das Tier hielt den Kopf schief, drehte nach links, starb plötzlich innerhalb 8 Tagen. Fibrosarkom in der Dura entstanden, das bei seiner Wanderung den Trigeminus teils durchwuchert, teils verdrängt und zur Atrophie gebracht hatte, beobachtete Lydtin. Das Pferd war 20 Jahre alt, besass seit 10 Jahren auffallende und vollständige Atrophie des Kau- und Schläfcmnuskels der rechten Seite, infolgedessen es nur links kaute, im übrigen aber keine Störungen zeigte, nachdem das Pferd einige Tage hindurch einen komatösen Zustandquot; geiiussert, auch Futter und Getränk nicht aufgenommen und nicht schlucken konnte, wurde es getötet. Die bei der Sektion gefundene Geschwulst war halb so gross wie das Kleinhirn an der Basis der Fclsenbeinpyramide. Ich habe einen Fall beobachtet von Sarkom der Schädelhöhle und sarkomatöser Neubildung am Gehirn beim Pferde.
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Neubildungen im Gehirn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7
Neubildungen von unbestimmtem Charakter in der Gehirnhöhlo sind beschrieben von Kitschnig. Ein Pferd wurde gelähmt an einem Vorderbeine, schleppte dasselbe vollständig, der Tod erfolgte am siebenten Tage. In der rechten Halbkugel des Grosshirns war eine mit den Adergeflechten zusammenhängende Gesclnvulst von der Grosse eines kleinen Hühnereies. Kossmann beobachtete ein Pferd, das seit einiger Zeit steif und bosclnverlich ging, als ob es lendenlahm wäre. Dasselbe webte häufig mit dem Kopfe, besonders nach dem Trinken und bewegte man ihm den Kopf pliit/lich, so erzeugte dies einige Minuten allgemeines Zittern, dabei verrichtete das Tier noch längere Zeit seine Arbeit. Nach dem Tode fand sich eine Neubildung an der Basis des Kloingehirns. Borger schreibt: Ein Pferd litt seit Vs Jahr an Mond-blindiioit, später an Gchirnleiden. Das Tier stand mit zusammengestellten Füsscn, zitternd und schweisstriefend in einer Ecke des Stalles und hatte den Kopf gegen die Wand geprosst. Der Puls war aussetzend, ^G in der Jlinute. Das Atmen beschlounigt, mit weit geöffneten Nüstern und grossem Geräusch. Fresslust und Ausscheidungen fehlten, bei der Bewegung drohte das Tier umzufallen. Andern Tags war der Anfall vorüber. Im Laufe von 0 Wochen traten nocli 84 mal solche Anfälle auf. Das Tier wurde getötet und es fand sich bei der Sektion in jeder Hirnkammer ein taubeneigrosses ganz frei liegendesquot; resistentes Aftergebilde. Gerade durch das Freiliegen und dadurch die Möglichkeit der Bewegung der Neubildung mit nur zeitweiligem Druck auf lebenswichtige Organe, lassen sich die Anfälle erklären. Gehirn tuberkel beobachtete König. Das Tier schwankte mit dem Hinterteil, drängte stark nach vorwärts, hob die Beine hoch auf, magerte bei schlechter Futteraufnahmo ab. Nach dem Schlachten fand sich ein Tuberkelknoten wie eine halbe Nusschalo unter dem verlängerten Mark. Cbolestcatome in den Gehinikammern des Pferdes sollen in einzelnen Fällen Dummkollcrerscheinungen erzeugen, docli können sie auch bei massiger Grüsse, ohne krankhafte Symptome hervorzurufen, bestehen.
Prognose. Dieselbe ist ungünstig bis schlecht. Nur diejenigen Fälle, welche mit Anschwellungen nach aussen oder Nasenausfhiss verbunden sind, lassen die Diagnose mit etwas mehr als ziemlicher Sicherheit zu, während andere Fälle mit Echinococcus oder Abscess etc. verwechselt werden können. Die Prognose der Geschwülste ist wogen des in Aussicht stehenden Weiterwachstums derselben noch ungünstiger als bei den häufig verödenden übrigen dort vorkommenden Prozessen.
Therapie. Dass in der Tierheilkunde mit Erfolg schon Gehirntumoren behandelt wurden, ist mir nicht bekannt geworden. Ich führe
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8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Gchirnvorlotzung. Gehirnbruch.
deshalb die Angaben von Horsloy an, da derselbe vorher besondere Studien zu diesem Zwecke anstellte. Er experimentierte an Ä.ffen und fand folgendes als Empfehlenswertestes: 1) Im weiten Umkreise rasieren und peinlich genau desinfizieren. 2) die Anästhesie mit Morphium und Chloroform besonders auch deshalb, weil ersteres die Gefässe des Gehirns kontrahiert und dadurch kleinere Blutung entsteht. 3) Incission mit halbmondförmigem Schnitte, weil dadurch grössere Aussicht auf Erhaltung des Lappens ist als bei einem Kreuzschnitte. 4) Implanation mit grosser Krone. 5) Das entfernte Knochenstiick kommt sofort zwischen heisso karbolisiorte Schwämme, um es später wieder einsetzen zu können. Nach Eröffnung der Dura mater prohibiert das normale Gehirn nicht sofort, sondern erst nach einer Stunde. Bei Veränderungen ist meist bei Tumor venöse Kongestion vorhanden und die Masse selbst ist gelblicher, auch fällt die Goschwulstmasse nach Eröffnung des Schädeldaches sofort zusammen. Die vorliegenden kranken Stellen werden nicht kauterisiert, sondern mit dem Messer entfernt. Blutungen nur mit dem Schwamm gestillt, der Verschluss erfolgt rasch, die Drainage wird nach 2-i Stunden entfernt. (Gehirnvorfall nach solchen Eingriffen erfolgt nur infolge Zersetzung.)
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Gehirnverletziiug. Ctahlrnbniohlaquo;
Littoratur; Bruns, Elastizitätslehre dos Sohftdels. Albert, Lehrbuoh der Chirurgie, Albert, Seltene Fülle von Oehirnverletzang. Chirurgie. Kolac-zek, Brüche. Chirurgie. Meyer, Qehirnverletzung bei einer Kuh. Gurlt amp; Hertwlg 1861,p. 178. Kau mann, Qehirnhöhlenverletzung. Ibid. 1858. p.l5G.
Verletzungen des Gehirns sind meistens a) offene, nach Schädelbrüchen, bei denen die Gehirnmasse verletzt und zugleich erschüttert ist, oder sie entstehen auf Einwirkung scharfer Instrumente oder durch Projektile, ohne gleichzeitige Erschütterung oder diese doch nur massig und auf geringe Partien beschränkt, b) Gehirn Verletzungen, bei welchen durch die einwirkende Gewalt das Gehirn seihst an einzelnen Partieon seinen Zusammenhang verliert, ohne dass die Schädelkapsel selbst reisst. Bruns hat über die Elastizität der Sohädolkapsel ausgedehnte Versuche angestellt, derart, dass er Menschenschädel, samt den AVcichtoilen in Schraubstöcken presste und die durch Druck erzeugten Veränderungen, die bis zur Ruptur eintraten, feststellte. Auch ist von anderer Seite, durch Niederfallenlassen präparierter Schädel, auf eine berusste Platte festgestellt worden, dass sich Russringe um die
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Gehirnverletzung. Gohirnbruch.
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aufgefallene Stelle bildeten, ähnlich denen die auf daa gleiche Experiment an einer Billardkugel entstehen. Die Schädelkapsein unserer Haustiere sind unter sich ebenso verschieden wie von derjenigen des Menschen, dass auch hier eine nicht unbedeutende Elastizität existirt, ist bei kleinen und jungen Haustieren Hunden und Katzen sowie Geflügel sehr leicht zu diagnostizieren; wie sich die Elastizität ausgewachsener Schädel von grossen Haustieren Pferden und namentlich auch männlichen Kindern mit starker Gehörnbildung verhält, darüber fehlen meines quot;Wissens quot;Vorsuche. Wir besprechen deshalb Erscheinungen, die durch solche Einwirkungen bei den Gchirnvorletzungen ohne Ruptur der Kapsel entstehen, unter Gehirnerschütterung und führen nur die erstcre Sorte in Kürze vor. Von Bedeutung ist sogleich mitzuteilen, dass Verletzungen des Grosshirns an der Oberfläche, verhältnismässig wenig gefährlich sind und leicht heilen. Es sind Tieren ganz enorme Partieen des Grosshirns exstirpiert worden, besonders von Goltz an Hunden, aber auch von zahlreichen anderen Forschern. Solange nicht lebenswichtige Centren entfernt werden und der quot;VVundverlauf ein aseptischer ist, tritt Heilung sogar regelmässig ein. Die Hauptgefahr, die besteht, ist die mit der Verwundung verbundene Erschütterung, sowie die nach einigen Tagen wirksam werdende Infektion, welche durch gelbe Erweichung zum Tode führt.
Kasuistik: 1) Ein Ochse bekam einen Stoss von einem anderen, drehte sofort nachher im Kreise und konnte nur mühsam in den Stall gebracht werden. Inmitten der Yorderbauptbeine war eine iVa Zoll lange Hautwunde, durch welche das Horn des Gegners eingedrungen war, man konnte mit dem Pinger hindurch, zwei Zoll tief eindringen und die Gohirnobcrfiäcbo deutlich fühlen. Therapie: Entfernung von Knochensplittern, Bedecken der Wunde mit einer Blechplatte, Heilung in 14 Tagen. (Kaumann). 2) Durch Hornstoss von einem Ochsen bekam eine Kuh eine Perforation beider Stirnbeinplatten, durch die man bequem mit dem Finger einreichen konnte, beim Zurückziehen brachte man etwas Geliirnsubstanz mit heraus. Das Befinden des Tieres war gut. Die Therapie bestand in Aruikainfusen und Auflegen eines Koch-salzbeutels. Nach ü Tagen war die Kuh so dumm, dass sie das Pressen vorgass und fortwährend rechts drängte, dennoch erfolgte vollkommene Heilung in 3 Wochen. Eine Kuli war von einer anderen gestosson, taumelte nachher und fiel zu Boden. Status p r ä s o n s : Die Stirnbeine durchbohrt, es findet sich ein rundes Loch wie vom Trepan, in der Grosse, dass man mit der Klointingerspitze hindurchkann, zwischen den Rändern drängt sich ö-ehimmasse heraus. Die Augen des Tieres sind
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10nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Gehirn Verletzung. Gehirnbruch.
starr, die Pupillen weit, das Tier war durch 8 Tage fast besinnungslos und lag oft halbe Tage auf den Knieen. Die Heilung erfolgte in 14 Tagen. Ich hatte einen Fall mit Grehlrnverletzung bei einer Katze: Das Tier war mit einer Zimnicrfiinte durch das Oberhauptsbein geschossen. Der Schusskimal lief von hinten und oben schief nach vorne und unten, mit einer feinen Metallsonde mit starkem Knopfe war ich im stände 5 cm tief einzudringen, ohne aber die Kugel zu finden. Das Tier war ganz munter. Therapie: Sorgsame Ausspülung mit warmem Sublimatwasser, Jodoforinpudcr und Bedecken der Wunde mit einem Klebepflaster. Die Hautwunde heilte in wenig Tagen, nach ca. 14 Tagen traten jedoch Liihinungsorscheinungen auf und der Tod erfolgte in Kürze. Bei der Sektion fand sieh die Kugel nahe an der Schädelbasis und die Umgebung im Stadium der roten und gelben Erweichung. Von einem Fohlen weiss ich, dass dasselbe nach einer Schädolwunde, AusHuss von Gehirnmasso zeigte, dass sich nach einiger Zeit ein blumenkohlartiges Gewiichs, welches gehirnmassniihnlich war, aus der Wunde drängte, welche mit dem Gliihciscn geiizt und die Verletzung zur Heilung gebracht wurde. Niedere Tiere besitzen noch viel grössere Widerstandskraft gegen Gehirnverletzungen i aber auch einzelne Arten hochentwickelter Wirbeltiere scheinen Gehirnwunden leichter zu ertragen als andere. Im besonderen Hufe in dieser Richtung ein zähes Lebenquot; ZU haben, stehen beispielsweise Iltis, Marder und Wiesel. Inwieweit, und warum dies richtig ist, ist noch unbekannt.
Klinisches Bild: Zur Wunde am Schädeldache, gesellt sich die Möglichkeit des Eindringens, mit der Sonde oder einem Finger auf oder in die Gehirnmasse, in einzelnen Fällen fliesst Gehirnmasse nach aussen ab. Allgemeinerscheinungen können zugegen sein oder fehlen. Sind Fremdkörper eingedrungen, so sind Reizerscheinungen anfangs nicht selten, tritt nach einigen Tagen infolge von Infektion Gehirnerweichung auf, so kommen die Erscheinungen des Gehirnabscesses meistens mit Lähmungen. Wucherung,' des Bindegewebes, mit Untermischung von losgestossenen Gehirnteilcn und Eiter kann das Bild erzeugen, als ob Gehirnmasse hervorwachsen würde.
Prognose : Unter allen Umständen vorsichtig. Sie kann auch ungünstig bis schlecht sein. Sind Fremdkörper namentlich Kugeln mit eingedrungen, welche in der Tiefe sich festgesetzt haben, so ist die Prognose ungünstiger, weil dieselben regelmässig beim Eindringen Ilaare abreissen, selbige vor sich her drängen und dadurch mit ausnahmsloser Sicherheit Infektion bedingen, die nach kurzer Zeit zum Tode führt. Erst wenn mehrere Tage (ü10) nach der Verwundung vorüber sind, ohne dassGehirn-
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Gehirnverlotzung. Gehirnbrueli.
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reiz- oderLähniungserscheinungcn auftreten, wird die Prognose günstiger. Als ein sehr schlimmes, ja tödliches Zeichen ist es aufzufassen, wenn nach 4 10 Tagen, Qehirnreizungen und Lähmungserscheinungen koimnen. Es ist dies als ein Beweis anzunehmen, dass die Infektion das latente Stadium überschritten hat und noch im Zunehmen begriffen ist.
Therapie: Wenn Gehirnverletzungen unter antimykotischen Kautelen vorgenommen werden, so sind dieselben an der vorderen oberen Partie des Grosshirnes fast ungefährlich. Bei aseptischer Behandlung bereits infizierter Gehirnwunden durch Projektile, oder auch durch andere Verletzungen, habe ich grosse Defekte heilen sehen, sowohl beim Mensehen wie beim Tiere. Dass auch gelegentlich Heilung eintritt, wenn die Möglichkeit der Infektion vorhanden ist und zweifellos stattgefunden hat, ist durch die Mehrzahl der angeführten Fälle bewiesen. Auf einen solch günstigen Zufall zu rechnen, ist nicht statthaft. Es schliosst sich daher die Behandlung enge an diejenige der Knochen und dor Weichteile des Schädeldaches an. Gründlichstes Reinigen, Rasieren, Desinfektion, wennmöglich Entfernung des eingedrungenen Fremdkörpers. Nachfolgende sorgsame Drainage mit Gummirohr und Verband ist von Wichtigkeit.
Gehirnbruch, Cophalocele ist eine Hernie, bei welcher der Inhalt des Bruchsackes Gehirnmasse ist. Die Bruchpforte ist eine angeborene Lücke im Knochen., durch dieselbe dringt das Gehirn, welches von der Dura mater fiberkleidet ist. Die Haut bedeckt den Gehirnbruch. Niemals tritt dieser Gehirnbruch nach einer Verwundung ein, sondern immer ist er angeboren, deshalb ist die Bruchpforte auch nie in einem Knochen, sondern zwischen zwei oder mehreren Knochen-näthen, meist in der Schädelmitte. Es kann nach der Menge der vorgefallenen Teile folgende Unterscheidung gemacht werden: a) Hirn-hautbruch, b) Gehirnbruch und c) derart reichliches Vordringen, class ein Teil der Gehirnkammer sich im Bruchsacke findet, so dass sogar Gehirnhöhlenwassersucht, Hydrops in der ausgestülpten Hirnblase: Hydrencephalocele eintreten kann. Die Geschwulst ist festweicli, um dieselbe ist der knöcherne Bruchring festzustellen. Sie hat dio Eigenschaft, dass sie bei verstärkter Exspiration fester und härter wird, sie fluktuiert fast nie. Drückt man sie zusammen, so vermag man sie doch nicht durch den Bruchring in die Schädclkapsel zurückzubringen, aber es kommen die Erscheinungen des Gehirndruckes, starre Augen, langsame Respiration, schlaffe Extremitäten oder Zuckungen.
Die Prognose ist bei kleinen Geschwülsten quoad vitam nicht ungünstig, quoad restitutionem aber nur sehr vorsichtig zu stellen. Bei
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Gohirnersdiiitterung'.
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grossen Anschwellungen ist auch ersterca ungünstig, weil sich nur mit Operation ein Erfolg erzielen liisst. Einstich, Haarseil durchziehen, wie dies früher vorgononunen wurde, bedingt regehniissig den Tod. Grössere Brüche kommen, da sie angeboren sind, in der Regel nicht zur Behandlung, da die Tiere gar nicht aufgezogen werden.
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Gehirnerschütterung. (Commotio oerebri.)
Litteratun Albort, Lchrb. d. Chirurgie p, 91. Gussenbauer, Traumatische Verletzungen 1880, p, 25.
Aussei- allgemeinen, nach den Mitteilungen in den menschlichen Chirurgien gegebenen Angaben, findet sich unter diesem Titel, nur weniges in der Tierheilkunde. Unter den klinischen Beobachtungen, über Schädelbruch und Kontusion, sind diejenigen über Erschütterung mit aufgezeichnet. Allgemeines über Erschütterung: Es können feste, tlüssige und gasförmige Körper erschüttert werden. Eine mechanische Kraft bewirkt eine Bewegung der Massen-teilohen hin und her in einer Ebene. Diese Gleichgewichtsstörungen sind entweder 1. nur ganz gering, oder 2. sie gehen bis zur Elastizitätsgrenze, oder sie gehen 3. über letztere hinaus und hiedurch erfolgt Trennung des Zusammenhanges. Je nachdem die Körperteile eingerichtet sind, ist es ein Unterschied, zu welcher Zeit die Erschütterung stattfindet. Z. B. ob ein Muskel schlaff oder kontrahiert ist, ob ein Darm leer oder mit Luft oder festen Stoffen erfüllt ist, ob die Harnblase leer oder voll ist etc. Bei Knochen, Knorpel und Gehirn ist aber dieses Verhalten fast zu jeder Zeit gleich. Die lokalen Trennungen können so minimal sein, dass sie makroskopisch nicht nachgewiesen werden können. Bei Gehirnerschütterungen, die etwa so aufzufassen sind, dass von der Schädelkapsel auf das Gehirn, die Erschütterung ähnlich übertragen wird , wie von einem Glase auf seinen tliissigon Inhalt, hat man ,,molekulare Schwingungen der Gehirnmassoquot; angenommen. Allein nach dem was physikalisch unter Molekülquot; zu verstehen ist, kann dieser Begriff nicht erhalten bleiben. Man suchte deshalb die klinischen Ersclieinungen der Gehirnerschütterung, bei welchen meist keine nachweisbaren Gchirnläsionon zugegen sind, durch andere als Erschütterungs- und Schwingungsvorgänge zu erklären: 1) Durch die auf den Schädel wirkende Gewalt wird der Schädel gedrückt und in der Richtung der wirkenden Gewalt vorkürzt, dadurch werden auch Gefässe gedrückt, komprimiert, das Blut entweicht, es entstellt
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Neubildungen im Gehirn.
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Anämie und dadurch die Erscheinungen der Erschütterung. Es wurde dem entgegengestellt, class diese Anämie viel zu rasch schwinden müsse durch Ausgleich und Collateralkreislauf. 2) Durch den Insult entstehe Retlexparalyse, der Hirngefässe und dadurch dauernde Anämie. Allein bei dem Goltzschen quot;Versuche, Fröschen die Bauchhaut zu klopfen, entsteht wohl Gefässparalyse der Hirngefässe, ohne aber dass die Erscheinungen der Gehirnerschütterung wahrnehmbar würden. Dann sind die Erscheinungen, der heftigen, sonstigen Reize der Schädcldecken, anders als die der Kominotio. Ferner, wenn einem Hund das Halsmark zwischen dem 3. und G. Halswirbel durchstochen wird, so tritt grosser Abfall des Blutdruckes und Ilorzaktionsvcrmindorung ein, somit auch Ernährungsstörung im Gehirn, aber ohne die Erscheinungen der Kom-motio. Beim Schlachten durch Kop{'schlag können alle Erscheinungen der Kommotio studiert werden. Pirogoff machte Versuche, indem er die Tiere in einen Sack steckte und sie an die quot;Wand schlug. Alquic und Beck schlugen die Tiere direkt vor den Kopf mit Knüttel oder Hammer. Überall aber entstanden zu grosso Verletzungen der Knochen des Gehirns oder der Oblongata. l^ilehno hat die sog. Ver-hämmerungquot; derart durchgeführt, dass er Tiere auf einen Tisch legte, den Kopf derselben über die Tischkantc zog und mit einem Hammer von 200500 gr. Gewicht, durch massige Schläge, in der Sekunde 12 mal, das Gehirn und den Schädel durch längere Zeit beklopfte. Hiedurch konnte er die Nervenzentren direkt erschüttern, mechanisch beleidigen. Er sagt: 1) Anfangs steigt bei der Verhämmerung die Respiration, später sinkt sie, infolge mechanischen direkten Reizes vom Atmungszentrum. 2) Die allmählich und zunehmend eintretende Puls-verlangsamung und endlicher Herzstillstand, beruht auf einer direkten Vagusreizung. 8) Der anfänglich erhöhte, später rapid zurückgehende Blutdruck, ist Folge von anfangs Reizung, später Erschöpfung des vasomotorischen Zentrums. Gegen diese Beweise ist angeführt, dass die Gehirnerschiittcrungserscheinungen nur auf einmalige heftige Erschütterung und ohne vorhergegangene Reizung erfolgen. Ich füge ein solches von Pilehne über die Verhämmerungscrscheinungen angefertigtes Protokoll an:
Ein junger Hund, Respiration = 20, Puls 58, Temp. 39,9 mit engen, lebhaft reagierenden Pupillen, wird durch 45 Minuten verhämmert. Danach: Respiration 9, Puls 30, Temp. 37,8, Pupille mittelweit, sehr träge, die unteren Lider paretisch, die Bulbi in normaler Stellung. Das Tier liegt regungslos da, keine Kontraktur, kein Krampf der Extremitäten, das Tier kann widerstandslos in jede Lage gebracht
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werden. Sensibilität der Kornea erloschen, auf stark elektrische Hautreize keine Sclnnerzäussorungen, nur geringe IteHexbewegungen der unteren Extremitäten. Zwei bis drei Brechbewegungen. Kot und Urin, während des Klopfens mehrfach abgegangen, der Zustand wird eine Yiertelstnnde beobachtot, die Reaplration, Zirkulation und Ketlex-thätigkeit hebt sich allmählich; das Tier wird getötet. Sektion: Die Substanz des Gehirns der Oblongata und des Rückenmarks vollkommen frei von Quetschungen oder irgend welchen anderen mechanischen Läsionen. Konsistenz und Volumen dieser Teile vollkommen normal. Die Gefässe der Dura, namentlich aber die der weichen Hirn- und Rilokenmarkshäute, samt den Plexus ohorioidei stark blutüberf'idlt, im besonderen die Nerven erweitert und prall gefüllt. Das Cranium zeigt im linken ()s parietale eine kleine Fissur, ohne Depression und ohne Ablösung der Dura.quot;
Die allgemeinen Erscheinungen dor Geliiinerschütterung sind:
1)nbsp; nbsp;Lokale oder allgemeine Empfladungslosigkeit, von einigen Minuten bis zu mehreren Stunden, z. B. eine Zeitlang Taubheit auf das Knallen eines Geschützes, von nächster Nähe, oder auf das Knallen von Büchsen im Schiessstnnde gehört.
2)nbsp; nbsp;Die allgemeine Empflndungslosigkeit und Lähmung. Dieselben äussem sich in Tor])or und Stupor, Hs sind dies die Erscheinungen des Shoks und der Paralyse, a) Verminderte Empfindung, b) verminderte Temperatur, e) Muskejsohwäohe, d) aussetzender unregelmässiger Puls, e) Gehirnanäinie, Trägheit des Sonsoriums, Toilnahmlosigkcit (Erbrechen). Bei Gehirnerschütterung tritt noch Lähmungsersoheinung hinzu. Es ist charakteristisch, dass alle Erinnerungsbilder, die während oder kurz vorher, selbst 'fuge zuvor gesammelt waren, für kurze oder längere Zeit, verschwinden; dem Trauma folgt die Paralyse sofort, diese schwindet nach einiger Zeit wieder, (sind Blutungen auf die Gehirnoberfläche zugegen, so kann durch llirndruck und Anämie beides nach einiger Zeit wieder auftreten.)
Es sind sonach die Erscheinungen der Gehirnerschütterung: 1) Koma. Das Getroffene ist bewusstlos, unempfindlich, regungslos. Puls und Rospiration ist verändert, geht jedoch weiter. #9632; In seltenen Bällen ist im Moment des Eintretens Konvulsion. Die Schleimhäute sind blasa, die Respiration leise, oberflächlich bei einzelnen erfolgt Erbrechen, In leichten Fällen dauert das Koma einige Minuten, der Puls ist nur einige Stunden verlangsamt, die Besinnung kehrt vollkommen, etwas Schwindel bleibt, aber es treten keine weiteren Erscheinungen auf. In schweren Fällen dauert die Bcwusstlosigkeit stun-
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Gehirnquetsohung.
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den- selbst tagelang. Die Pulszahl kann bis 9/3 seiner Normalzahl sinken. Es erfolgt nnwillkürlielier Abgang von Harn und Kot, 2) Das Erwachen folgt allmälilich, manchmal mit vorübergehenden Kiickfällen. Darauf kommt das Reizstadium. Die Schleimhäute werden rot, turges-cent, die Augen glänzen, Unruhe. In diesen Fällen kann Zucker- und Eiwoissharneu auftreten.
Die pathologische Anatomie ist meist negativ. Das einzig-wichtige ist arterielle Anämie und venöse Hyperämie. Yirchow fand zahlreiche, kleine und kleinste Blutcxtravasato und verkalkte Ganglienzellen.
Prognose. Die Gehirnerschütterung tötet selten. Funktionelle Störungen des Gehirns können zurückhleibon.
Therapie. In leichten Fällen ist nichts nötig. In schweren kommen Erregungsmittel in Anwendung: Erottationen, reizende Klys-men, Galvanisieren, kalte Umschläge auf den Kopf, Injektion von Äther, Camphersprit. Aderlässe die früher angewandt wurden, sind, weil ja schon zuvor Anämie bestelle, verpönt geworden, ob nicht dadurch etwaiger Gefässkrampf gehoben und das Leidem gemildert wird, ist nicht bewiesen.
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Oehirnquelschiing. (Oontusio oorebri),
Litteratun A liiert, Lehrbuoh d. Chirurgie, p, 80. Gussenbauer, tranin. Verletzungen 1880, p. 7(J. Knoll, UlutfUlle im Gehirn. Prager med. Woohenschr. 1886, p. 'JO. Corning, Qehirnhyperilmie undAnämie Perolval. Soblagfluss b.Pf. The Vet. 1841, p. 260. Gärtner u. Wagner, Blutfluss d. d. Gehirn b Hunde, Wien, med. Wooh. 1887, p. 19/20, Harms, Blutextravasate i d. Seitenfläche d. Gehirns b. d. Kuh, Berl.Tztl. W. 1889, p, 860.
Bevor die Gehirnmasse durch Druck komprimiert wird, erfolgt die Wirkung auf die Gefässe und diese werden dadurch verengt entleert, Anämie, oder erweitert und angefüllt, Hyperämie. Die Gehirnmasse selbst, muss als inkompressibol, die Schädelhöhle anfüllend, angesehen werden. Druckhöhen, welche das Gehirn mir um Viooo seines Volumens zusammendrücken, würden auch schon das Leben vernichten. Die Erscheinungen der Hirnhyperämie und Hirnanämie, sind von Corning folgendermasseti zusammengestellt worden:
G-ehir nh y p erämi e:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Gehir n an ii m i e:
a)nbsp; nbsp;Unruhe, Reizbarkeit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; a) Schläfrigkeit.
b)nbsp; nbsp;Temperatursteigerung desnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; b) Temperaturverminderuug an lo-Schädels.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; kaier Stelle.
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16nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Geliirnquetscliung.
G e h i r n h y p e r ä m i c :nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; G e h i r n a n ii m i e.
c)nbsp; Rote Schlciinhiiuto des Kopfes,nbsp; nbsp; nbsp;c)nbsp; Blässe.
d)nbsp; Vermehrte Herzaktion.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;d)nbsp; Verminderung der Herzaktion.
e)nbsp; Bliitübertüllto Pnjjille.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;e)nbsp; Blasse Netzhaut.
f)nbsp; Verengte Pupillen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; f)nbsp; Erweiterte Pupillen.
Bei Compression des Gehirns bei Tieren, welche künstlich erzeugt wurde, durch Eintliessenlassen von Kochsalzlösung oder Ein-Hiessen einer erstarrenden Masse, z. B. Wachs, traten folgende Erscheinungen auf:
1)nbsp; nbsp;Schmerziiusserungen (infolge der Zerrungen der Trigeminus-fasern in der Dura).
2)nbsp; nbsp;Lähmung des Bewusstseins, Stupor,Torpor, Hemiplogie und Coma.
3)nbsp; nbsp;Allgemeine epileptische Krämpfe, hervorgerufen durch plötzliche Drucksteigerung.
4)nbsp; nbsp;Pulsalteration, Verlangsamung, später Beschleunigung.
5)nbsp; Veränderung der Respiration. Im Coma langsam tief, später unregehnässig.
Die Druckhöhe, die das Leben sofort aufhebt, wenn sie auf die Schädelobcrfiäche wirkt, ist etwa so gross, wie der Seitendruck der Carotis, es hört demnach das Leben auf, wenn der obere Druck so stark ist, dass die Carotis kein Blut mehr eintreiben kann.
Bei der Hirnquet schu ng wirkt eine Gewalt von aussen ein und verursacht meist an der Einwirkungsstclle direkt, aber auch tiefer zahlreiche, kleine, kapillare Blutungen. Es liegt also ein höhei-er Grad als die Gehirnerschütterung vor. Bei ötwas erhöhter Wirkung, ist in der Mitte ein grösserer blutiger Herd und um diesen in grösserer oder kleinerer Entfernung, die minimalen Blutungen, so dass die Gehirnmasse wie blutgesprenkelt aussieht. Im höchsten Grade, wenn Fremdkörper eingedrungen, das Schädeldach zertrümmert ist, ist alles zum blutigen Brei zermalmt. Dies ist der Fall bei Schlachtungen durch Kopfschlag mit dem Beil oder Hammer. Es ist also Gehirnquetschung eine plötzliche Ausserfunktionsetzung einer grösseren oder geringeren Gehirnabteilung, mehr oder weniger mit Zermalmung. Der Quetschungsherd kann a) durch Narbeausheilen, b) es kann Cysten- oder Congrementbil-dung eintreten, c) es kann zur gelben Erweichung kommen, d) es entsteht dort ein Abscess. Wenn bei diesen Zertrümmerungen ein grosses Blut-gefäss zerrissen ist, so ganz besonders die Arteria meningea media, so treten namentlich die Erscheinungen des Hirn druck es sehr instruktiv auf. Das Extravasat liegt auf den Hemisphären, wird zum Blutkuchen und drückt zunehmend immer mehr. Allmählich wird der
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Gehirnquetsoliung.
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Patient betäubt, bewusstlos, es erfolgt Lähmung einzelner Körperteile und sclilicsslich der Tod. Diese allmählich zunehmenden Lähmungs-erscheinungen innerhalb einiger Stunden, oder etwas kürzer oder länger, kommen also nur durch Blutung! Wird hier sofort trepaniert, das Coagulum entfernt, so tritt alsbald Bewusstsein und Wiederfunktionieren der übrigen betroffenen Nervenzentren ein. Auf die meisten grosson, mechanischen Einwirkungen entsteht: a) G ehirn erschütterung mit sofortiger Betäubung, welche in kürzerer oder längerer Zeit von selbst wieder aufhört, so dass das Individuum wie aus einem Schlafe erwacht, b) diese Wirkung kann vorüber sein und es erfolgt noch vielleicht Stunden nach der Einwirkung, infolge der Blutung Compression dos Gehirns, mit allmählicher zunehmender Lähmung, die zum Tode führt, wenn nicht mechanisch geholfen wird, c) his erfolgt auf die mechanische Einwirkung Zertrümmerung von Gehirnmasse in verschiedener Ausdehnung und je nach derselben, mit den Ausgängen in Tod oder Kc-stitution, durch die oben genannten Prozesse.
Prognose: G e h i r n a n ä m i e, G e h i r n h y p e r ä m i e und Gehirnerschütterung, sind mehr als funktionclle Störungen aufzufassen. Die Läsionen an den Zentren sind nur gering und selten, es sind nur die Zentren getroffen und je nach der Qualität der Ursache und der Tiefe der Läsion tritt rasche oder langsame Restitution ein. Gohirndruck tritt nur auf infolge von zunehmender Blutung auf die Gehirnoberflächo und führt zum Tode, wenn nicht mechanische Hilfe geleistet wird. Gehirnkontusion ist Zertrümmerung von Gchirn-massc, und ist je nach der Schwere des Falles, verschieden im Verlaufe. Es kann plötzlich blitzartig der Tod erfolgen oder es kann entgegengesetzt nur geringe Zertrümmerung in unwichtigen Teilen stattgefunden haben, so dass die Heilung verhältnissmässig rasch erfolgt. Je früher der Patient sich nach der Einwirkung von der Erschütterung erholt, desto vollkommener und desto besser ist es für ihn. Zur Kontusion können auch die Erscheinungen des Gehirndrucks, durch Blutung hinzukommen.
Therapie: Diejenige der Gehirnerschütterung und Gehirnblutung ist weiter oben genannt. Die der Contusion besteht in der Verbindung beider. Wenn nötig und besonders bei Schädelverletzung, strenge Antisepsis, unter Beachtung des bei den Schädelbrüchen Angegebenen.
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Hoffmann. Ticrürztliflic Chlrarglo.
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]gnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Gohirniibscoss.
Gehirnabscess. (Encephalitis circumscripta.)
Litteratur! Glory, Abscess im Gehirn b. Pf. The Vet. 18-18, p. 545. La Not to, Qehirnabsoess b. Pf, Qurlt und Hertwig. 1841, p. 84, Meyer, Eiterung im Qohirn b. Schw. lb. 1851, p, 160. Gurlt, Gohimabscoss. Hi. 1851, p. 443. Vincent, Gehirnabscess b. l'f. nach Influenza. The Vet. 1864, p. 16, Kberhardt, Eiterung i. Gehirn b. Pf. Gurlt amp; Hortwig, 1854, Pi 70. Straub, llirnabsccss in. Apoplexie. Rep. 1857, p. 196., Stock fleth, llirnabsccss i. d, Riechkolben b. Pf. Dan. 1857, p. 124. N i e b e 1, Abscess im Kleingehirn. Mitt, a, d. tzt. Pr. Gerlaob, 1858, p. 122. Hannen, Metastasen, Eiter im Gehirn. Ib. 1858, p. 100. Frank, llirnabsccss b. Pf. Woohensohr. 1800 p 87. 37G. Hirnerweiohung b. Pf. Belg. 18(10 p. 61. llirnabsccss b. Pf. Edinburg, 18C1 p. 045. Her. Üb, Lcist. i. Geb. d.Tlik. 1801, p. 20. S oh wer d t f 0 g 0 r, Gehirnabsccsa. Sachs. Jhb. 1801, p. 108. Kberbardt, Qehirnvereiterung. Gurlt amp; Hertwig. 1803, p, 438. Prank, Metast. Abscess i. Gehirn. Mitt. d. liair. Tzsoh. 1866/11, 15. 107. Jost, Abscess i. Gehirn. Müller amp; Eoloff 1800, p. 100. Abscess im rechten Hirnlappen. Med. VÖt. Belg. 1866, p. 38. Her. üb. Leist. i. Geb. d, Tbk. 1807, p. H). Flirstenberg, Abscess im Kleingebirn b. Eber, Müller amp; Roloff. 1807, 10 1. Kühnert, Gehirnabscess b. Pf. Müller amp; Roloff 1809, p. 100. Richter, Abscess i. Gehirn b. einer Kuh. Ib. 1870, p. 109. Roloff, Gehirnabscess b. Schaflamm. Ib. 1872, p. 104. Jost, Gehirnhautabscess b. einer Kuh. Ib. 1872, p. 102. Moder, Dasselbe. Ib. 1874. p. 153. Holzendorf, Abscess i. Gehirn. Ib. 1875, p. 154. Oemler, Metast. Abscess i. Gehirn, nach Druse. Roloff amp; Schütz. 1870, p. 70. (i abbey. Dasselbe. Ib. 1870, p, 86. Herr mann, Gehirnabscess b. Kalb. Ib. 1878, p. 125. Dicckerhoff, Gchirnabsccsa h. Pf. Pütz, Cbl. 1883, p. 97. Wochenschr. 1882, No, 17 u. 18. Martin, Motast. Abscess im Gehirn nach Druse. Münehn. Jhb. 1884,85, p. 50. Uarr, Gubirn-abscess bei Ohrltranllt;b. Brit. med. Journ. 1887, p. 130. Cbl. f. ges. Med. 1887, No. 61, Lydtin, Gehirnabscess b. Kuh. Bad. Mitt. 1887, p. 91. Bergmann, Geheilter llirnabsccss (b. M.). Berl. kl. W. 1888, p, 52. Loistikow, Gehirnabscess nach Druse. D. Tzt. 1885, p. 275. Rose, Über llirnabsccss (b. M.). Klin. Chir. 1887. HI. H.
Allgemeines über Gehirnabscess.
Seit der Erfahrung, class Gehirnthiitigkeiten an bestimmte Stollen des Gehirns lokalisiert sind, ist die Diagnose über Gohimabscoss viel vollkommener geworden, als dies früher der Fall sein konnte. Gehirnabscess ist eine nicht seltene Erkrankung, er entsteht a) nach mechanilaquo; sehen Einwirkungen von aussen, b) nach Infektionskrankheiten, die mit Eiterung vollaufen und c) ohne dass derartige Ursachen bekannt sind. Wir haben sonach traumatischen, m otast a tisch cn und ido-pathisohen Gehirnabscess zu unterscheiden, nach seitheriger Übung. Schliesslich bildet jedoch die Unterscheidung, ob die Eiterkokkon durch das Schädeldach, oder mit dem Säl'testrom in die Gehimmasse golangon,
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Gehirnabscoss.
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keinen aetiologisch boi-cchtigten Unterschied. Es blieb aber dennoch die Frage der idopathischen Hirnabscesse unentschieden, weil noch nicht ganz geklärt ist, ob Eiterung auch nur auf chemische Reize, ohne Mikroorganismen entstehen kann und wie heftig solche chemische, zur Eiterung führende Heize im Gehirn sein müssen. Über letzteres fehlen bis jetzt noch alle Untersuchungen.
Kasuistik: Beim Menschen ist bekannt, dass die im Gehirn eintretende Eiterung dort als raumbeengender Prozesa wirkt, somit H i r n-dr ucksy mptome am häufigsten sind; niederer Puls, hie und da Er-brechen und Obstipation, gehören deshalb zu den Allgcmeincrscheinungen. Je nach dem Sitze des Abscesses, treten noch andere Erscheinungen hinzu. Hat der Abscess in der Kittsubstanz seinen Sitz, so kann derselbe eine ganz boträchtliclic Grosse erreichen, ohne überhaupt nach aussen, ja nicht einmal subjektiv Symptome zu geben, liei anscheinend ganz gesund gewesenen Menschen, kann man bei der Sektion durch einen grossen Gehirnabscess überrascht worden. Es kann nach Schädel-verlotzung Infektion erfolgen, der Schädelbruch kann heilen, es kann jahrelang alles in Ordnung sein und ein Abscess doch noch von der Verletzung her entstehen. Ein Mann fiel in seinem 19. Lebensjahre 12 Fuss tief und mit dem Kopfe auf Pflaster. Er war besinnungslos, genass jedoch. In seinem 45. Jahre starb er. Die letzten 10 Jahre seines Lebens fühlte er inanehmal Stiche im Kopfe. Das war alles. Bei der Sektion fand sich 1 Zoll tief in der Hemisphäre ein abgekapselter 3 cm Durchmesser grosser Abscess, mit dunkelbraun breiigem Inhalte und dazwischen ein abgesprengtes Stück Glastafel.
Beim Pferde. 1) Tappende Bewegung, Vorwürtsdriingen mit dem Kopfe, Kreisbewegungen, häufiges Gähnen. Sektion. Im mittleren Teil der linken Hemisphäre eine Tasse voll reinen, weiasen Eiters. 2) Symptome des Kollers. Sektion. Taubencigrosaer, eingekapselter Hecrd in der rechten Grosahirnhoinisphäre. Dieckerhoff. 3) Yicr-jähriges Pferd, nach fast geheilter Druse, grosso Eingenommenheit, Schreckhaftigkeit, Verminderung der Sensibilität am Vorderbein, dagegen Hyperästhesie am Ohr und an der Hufkrone des Hinterbeines. Unregelmässigo Stellungen, Unvermögen rückwärts zu gehen. Wurde der Kopf des Pferdes bewegt, oder etwas schnell angegriffen, ao zog ihn das Pferd möglichst rasch krampfhaft aufwärts und trat taumelnd zurück, wobei es einigemal stürzte und hienach Tobanfälle bekam. Letzteres trat später auch ohne äusaere Ursache ein und in einem solchen 21la Stunden dauernden Tobanfalle erfolgte der Tod. Sektion. Inmitten des vorderen Teils des Grosshirns grosser Abaceaa, inmitten des
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20nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Gehirnabscess.
Kleinhirns haselnussgrosscr Abscess; (Faustgrosser Abscess an dci1 hinteren Aorta und mehrere in der Lunge) überall gelblicher, rahmartiger Eiter. Oemler. 3) Nach Ohrfisteloperation, die geheilt war, nach einiger Zeit Hirnabscess und Tod. Kiihnert. 4) Patient war vor drei Monaten brustkrank gewesen, bekam unsicheren Gang, drehte nach rechts, das linke Auge war gelähmt, der Kopf nach rechts gezogen, lehnt sich im Stalle mit dem Hinterteil an die Wand. S e k-tion. Abscess im Grosshirn. 5) Ein 7 Jahr altes Pf'ord hustet in den letzten Tagen und hat Anschwellung der Kohlgangslymphdrüsen. Das Tier liegt ohne aufstehen zu können, ruhig am Boden, hebt ab und zu den Kopf einige Zoll empor, aber derselbe sinkt zurück. Puls 85, klein, weich. Inspiration und Exspiration tief, langsam, unregel-miissig, manchmal eine Minute aussetzend, so dass man an Tod glauben könnte. Pupillen weit. Zunehmen der Lähmungserscheinungen, Tod am dritten Tage. Sektion. Im rechten Ventrikel viel Eiter. Jost. (i) Nach Druse erkrankte ein Pferd an Paralyse des linken Vorderbeines, am selben Tage auch noch an Paralyse des Hinterbeines derselben Seite. Tod nach 8 Tagen. Sektion. Im Streifenhügel war ein hasel-nussgrosser Abscess. Prank. 7) Ein 20 Jahr altes Pferd hat Mandelbräune durchgemacht, ist noch nicht geheilt, hat noch im Kehlgang, in der Höhe des Ohres, Abscesso, es treten Schlingbeschwerden ein, Unsicherheit bei der Bewegung. Tod. Sektion. Im rechten Gross-hirn taubencigrosscr Abscess. Eberhardt. 8) Ein 8 Wochen altes Fohlen droht auf der Stelle nach links. Tod in 8 Tagen. Sektion. Die vordere Partie der linken Ventrikel ist in eiterähnliche Masse umgewandelt. Schwerdtfegcr. 9) Pferd: Trägheit, Schläfrigkeit, langsame aussetzende Futtcraufnahme, unsicherer Gang, periodisches Un-bewusstsein, 80 Pulse, später ein Auge amaurotisch. Tod.' Sektion. Grosser Abscess in der Varolsbrüoke, ca 30 gr. rahmartiger Eiter daselbst. Kitt. 10) Nach Druse verendet ein Pferd und hat 12 Stück Absccsse, von je Erbsengrösso im Gehirn zerstreut, der Eiter ist rahmartig, in einer Gesamtheit von GO gr. Frank. 11) Nach Druse mit Parotitis bekam ein Pferd linkseitigo Lähmung, konnte nicht stehen, sondern fiel sofort wieder um. Getötet. Sektion. 2 Ahscesse im Kleingehirn. Corby. 12) Ein 10 Wochen altes Fohlen droht rechts im Kreise, Strohseilmachen, Umfallen, Tod nach 5 Tagen. Sektion. In der vorderen Partie des rechten Ventrikels im Riechnerv und den gestreiften Körpern ist eine gleichmässig eiterige Masse. 18) Pferd hat Hirnkongestion gehabt, heilte. Nach '/s Jahr trat Schiofhalten des Kopfes auf, auf der rechten Seite vermehrte Temperatur, Kreislaufen
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Gehirnabsceas.
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nach rechts. Tod nacli 3 Tagen. Sektion. Auf der rechten Gross-lürnhälfte sechsorgrossos Blutextravasat, unter diesem S'/g Guldenstiick gross gelbe Erweichung. Frank. 14) Ein Pferd hat grosso Brust-boule, die entleert wird, es kränkelte schon längere Zeit. 3 Tage nach Eröffnung grosso Depression, alle Zeichen des Dummkollers, Tod. Sektion. Fast das ganze Gehirn war in Eiterung übergegangenquot;. Hansen. ]quot;)) Vorübergehende Anschwellung der linken Scbläfcngrubo, wodurch das Pferd am Kauen gehindert wird, Kolikzufälle, Konjimktivitis links, Heilung. Nach 14 Tagen eiterige Konjimktivitis links, Unaufmerksamkeit. 5 Wochen nach der ersten Erkrankung Tobsuchtanfälle, Tod. Sektion. In den Siebbeinzellon Blutgerinsol, das Periost am Stirn- und Schläfenbein injiziert, aus beiden Riechkolben entleert sich dicker Eiter von ca. Wallnussgrösse. Stockfloth. 16) Ein Pferd war zuvor gesund und starb apoplektisch. Sektion. Fissur am Obcr-hauptshein und grosser Abscess von dort aus in die Tiefe. 17) Nach üborstandener Influenza bekommt ein Pferd grosso Aufregung, Neigung in die Krippe zu springen, Scliwanken. Puls voll, aussetzend, Tod. Sektion. In der linken Grosshirnhälfte grosser Abscess. Vincent. 18) Ein Pferd ist in letzter Zeit sehr horabgekommen, das linke Auge wird blind, bald darauf auch das rechte. Puls 25 in der Minute. Tod. Sektion. Eigrosser Abscess in der rechten Hemisphäre des Gehirns unter den Häuten. Glory. 19) 5jähriges Pferd hat katarrhalische Halsentzündung, nach 14 Tagen Besserung, nach 4 Wochen plötzlich Nichtfressen, Kopfsenken, das Hintorteil kann nur mühsam bewegt werden. Nach 2 Tagen Verschlimmerung, Anschwellung an Schulter und Rippen, das Auge fest geschlossen, am dritten Tag Niederstürzen und Tod nach weiteren 48 Stunden. Sektion. Zwischen Dura und linkem Hirnlappen Ansammlung gelblichen Eiters, von der Konsistenz des Milchrahms ca. 3ö gr. die Gehirnoberflächo corrodiert, die AVindungcn zum Teil verwischt. La Notte. 20) Pferd hat längere Zeit eine Hoden-sackfistcl. Es tritt schwankender Gang ein. Einknicken, sogar Rückwärtsstürzen, später Anfälle mit Zuckungen, Schwanken mit dem Kopf und Zusammensinken. Getötet. Sektion. Im Grosshirn grosso Eiteransammlung ohne Entzündungserscheinungen. Eborhardt. 21) Nach Druse, Kollererscheinungen beim 5jährigen Pferde. Sektion. Im vorderen Teil der linken Halbkugel, sowie einem Teile des linken Wurmes Abscess.
Bei Rindern. 1) Ein Ochse bat einen von einer Seite zur anderen schwebenden Gang, gleichsam wiegend und er fällt bald rechts, bald links zu Boden. Die Aktion der Vorder- und Hinterbeine war
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eigentümlich. Im Stolle war das Tier scheinbar gesund. Sektion. Im mittleren Lappen des Kleinhirns wallmissgrosse, gelbgraue Masse. Nlebel, 2) Eine Kuh hatte oft sich wiederholende Tobsuchtanfälle. Schlachten. Sektion. An der Basis derHomisphiire Abscess. Lydtin. 3) Kino bis jetzt gesunde Kuh fiel im Stalle plötzlich um, konnte nur mit Mühe aufgehoben werden, drängt nach rückwärts, kann das linke Vorderbein nicht gebrauchen, biegt liegend den Kopf nach rückwärts. Tod. Sektion. Das Grosshirn blutreich, an der Basis der rechten Hemisphäre drei in sich abgeschlossene Abscesse, in denselben eingedickter Eiterlaquo; Der grösste Abscess nimmt das ganze Corpus striatum ein. Holzendorf. 4) Eine 6jährige Kuh nimmt seit zwei Monaten das Futter nur ungern aus der Raufe, kein Fieber, dummer Blick, schlaffes Herabhängen der Augenlider, Pupille klein, grosse Schreckhaftigkeit, eigentümlich nickende Bewegungen mit dem Kopfe, meist nach links, der Kopf schief mit dem Horn nach abwärts gehalten, endlich Appetitlosigkeit, Schlachten. Sektion. In der Stirn- und Ober-kieferhöble Blutooagula, an der linken Hirnhalbkugel luilmereigrosscn Abscess. Moder. Eine Kuh erblindet, zittert, tritt von der Krippe zurück, Kopf tief gesenkt, Stand unregelmässig, Drängen nach links, Kopf nach links abwärts gedrängt, beim Gehen quot;Wackeln. Tiefes Atmen, 20 kleine Pulse in der Minute. Sektion. Rechte Hemisphäre etwas höher, die Giri flach, zahlreiche Abscesse, durch welche fast die ganze rechte Hälfte vernichtet ist, vorhanden, einige von Taubeneigrösse abgekapselt. Richter, 6) Ein 1V.i Jahr altes Kalb hatte Abscesse am Oberschenkel und der Nierengegend, Heilung. Nach 6 Wochen Erscheinungen der Drehkrankheit, Schlachten. Sektion. In der linken Hemisphäre am mittleren Q-ehirnlappen, ein Abscess von Haselnuss-grösse, mit gelblich weisem, geruchlosem Eiter. Herrmann, 7) Eine
5nbsp; Monat trächtige Kalbel zeigt Erscheinungen der Gehirnreizung, hält den Kopf rechts, drängt stets vorwärts, steigt in die Krippe, geht im Kreise. Zeitweiliges Nachlassen der Beizerscheinungen. Sektion. In den linken Grosshirnlappen bühnereigrosser Abscess (i. d. recht. Kammer 1 5, schwere Echinococcusblase). Gabbey. 8) Ein 2 Monate altes Schaflamm, welches seit längerer Zeit den Kopf senkt, schliosslich dreht, wird getötet. Sektion. In der linken Hemisphäre und links am Corpus striatum, sind zahlreiche, stccknadelkopf- bis linsengrosse Abscesse. Roloff.
Beim Schwein. 1) Ein gemästetes, hat kollerfthnliohe Erscheinungen und Rasereianfälle. Schlachten. Sektion. An der Grundfläche des Grossgehirns ist ein walluussgrosser Abscess. Meyer. 2) Bei einem
6nbsp; nbsp;Monate alten Eber: seit 3 4 AVochen Schiefhalten des Kopfes
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Gohirnabscess.
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nacli rechts, geringe Fresslust., Abmngerung, Drehen nach links, (wie bei Schafen mit Cünurus). Sektion. Am rechten Hirnlappen des Kleinhirnes ist ein Abscess, welcher die ganze Substanz zerstört hatte, die pars petrosa dos Schläfenbeins ist kariös zerstört. Fürstenberg.
Aetiologie: In den meisten Fällen sind eiterige Prozesse vorangegangen in dor Nähe des Kopfes, einigemal erfolgt die Eiterung und Abscessbildung sehr wahrscheinlich, angeregt durch die natürliclion Perforationen dor Schädolkapsel, an der Pasilarflächc, weitaus in der Mehrzahl und jedenfalls in denjenigen Fällen, in welchem die Abs-cessc aussen vom Gehirn entfernt sind, z. B. der Emstbeulo ist mit Sicherheit anzunehmen, dass die oitorerregenden Substanzen durch den Blutstrom in das (Joliirn gebracht waren. Die allgemeinen Organveränderungen nach Infektionskrankheiten, in diesem Falle Gehirnvoränderung nach Druse, Influenza etc. begünstigen die Fntwickelung der Eitererreger, die sonst im gesunden Gehirn wohl meistens zu Grunde gehen. Deshalb sind solche metastatische Prozesse nach Druse etc. relativ häufig. Nach Traumen treten ebenfalls nicht selten Abscesse auf. Idiopathische Himabsccsse sind wenig vorhanden.
Klinisches Bild: Die Erscheinungen der Hirnreizung treten in den meiston Fällen in den Anfangsstadien auf, hierbei ist auch der Puls rascher. Später folgen Doprossions- und Lähmuiigsorschoinungon in der verschiedensten Art, jo nachdem einzelne Gelürnteilo ergriffen sind.
Prognose: Ungünstig. Der Ilirnabscess führt in der Pegel zum Tode, Es kann allerdings die Möglichkeit nicht bestritten werden, dass die Resorption eines Abscesses im Gehirn ebenso stattfinden könne, wie an jeder anderen Körperstelle und durch die von Ooltz nachgewiesene Möglichkeit der Übernahme einzelner verloren gegangener Gehirnfunktionen durch Nachbarteile, wäre auch die Möglichkeit des vollkommenen Ausgleiches gegeben. Allein ein sicherer Nachweis von geheiltem HirnabsoesB ist nicht erbracht. Pose hat allerdings die Vermutung ausgesprochen, dass Gehirnabscess jedenfalls sehr oft ausheilen werde. Allein andere Kliniker, und dies ist die Mehrzahl, sagen mit. Lebert: Der Tod ist der einzige his jetzt bekannte Atisgang.
Therapie: Die einzige Erfolg versprechende Therapie besteht in der Trepanation. Bergmann hat hei Menschen Heilung durch Trepanation und Entleerung erzielt. Die Schwierigkeit besteht für gewöhnlich in der Erkennung des Sitzes des Abscesses. Entleerung mit einem Troikart odor einer Saugspritze genügt nicht, sondern es gehört antimykotischc Auswaschung dazu. Möglicherweise könnte Entleerung und nachfolgendes Einbringen von konzentrierter Jodof'orm-Atherlösung günstig wirken.
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Drehkrankheit. (Cönurus cerebralis).
Litteratur: Grevo, Cönurus cerebralis. Gurlt amp; Ilertwig'. 1835,)) 23. König, Drelikrankh. d. Schafe. Ibd. 1839, p. 281. Veith, Vorsuchsopenit. gegen Drehkranhli. Mitt. f. öst. Vet. 1844, p, 125. Sigg, Drehkrankh. d. Rindes. Schweizer Archiv. 1846. Eberhard, Cön. cerebr. b. Rind. Gurltamp; Ilertwig 1840, p. 70. Luther, Trepanat. gegen Cönurus. Kreutzer Ct. Arch. 1848. p. 356. Merkt, Münchn. Jhb. 1850/51, p. 45. N u m a n n , Drehkrankh. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1851, p. 48. Ramos er. Trepanat. gegen Drehkrankh. Münchn. Jhb. 1864, p. 55. Jaquos, Journ. du Midi. 1854. Re y nal, Recueil, 1854. L a fo s s e , Drehkrankh. d. Ziege. 1854. Journ. des Vet. Haubner, Magazin. 1851, p. 243. Hering, Rep. 1855, p. 20 1859, p. 247. Roll, Öster. Vierteljahrsschr. 1855, p. 161. 1856, p. 46. I) e 1 a f o n d , Ref. Repert. 1858, p. 330. G i o r e r, Drehkrankh. d. Rindes. MUnehn. Jhb. 1857. p. 28. Roy nal, Entsteh, d. Drehkrankh. Reo. 1858, p. 108. Kuh 1 m an n, Trepanat. gegen Drehkrankh, l'reuss 1860, p. 155, 158. De march i, II medico vet. 1880. Raiser, Drehkrankh, b. R. Mitt. b, d. tzl. Praxis in Kurhessen 186264, p. 55. Gioror, Öster. Vierteljahrssehr. 1862, p. 82. Spinola, Spec. Pathol. 186;-! p. 507. Var-nell, Drehkrankh. b. Pf. 1863. Tierarzt 1864. May, Die iiusscren und inneren Krkh. d. Schafe 1868, p, 215, 252. Litteraturangaben ausfuhr], dto.). Cooper, Tlio Vet. 1865. Fttrstenberg, Ref. Tierarzt. 1866, Da m man n, lieilräge z. Operat. Drehkrankh. Gurlt amp; Ilertwig 1869, p. 18. Roy, Recueil 18G8. Bru okm ü 11 or, path. Zootomie 18G9. Scholz, PreUBS. Mitt. 1860/70. J O h 0 W , Dasselbe 1868,69. E r d t, Die Drehkrankh, d. Schafe. 1870. G e r 1 a o h , Gericlitl. Tblk. 1872. Z a b n , Öster. Vierteljahrssehr. 1871, 1872. Luther, Op. gegen Drehkrankh. b. R. u. Seh. Tzt. Ztg. 1674, p. 156. Möller, Ref. deutsche Ztschr. f. Tiermed. 1875, p. 425. Müller, Pütz'sche Zeit sehr. 1877, p. 65. M er k t, Wochsohr. 1878, ]gt;. 174. Ribb e, Krkh. d. Schafe. 1882, p. 233. Z i p p e r 1 e n , Re-pertor. 1880, p, 192. Zürn, Tierparasiten 1882, p. 139. Lehnert, Sachs, Jhb. 1882, p, 87. Ja cob i, Cön. cerebral, b. Lämmern, 1882, p. 49, Rol. lt;fc Seh. Koch, Cön. cerebral, b. Kalb. Ibd. 1882, p. 48. Schwan-feld, Drehkrankh. b. Pferde. Berl. Aroh, 1885, p, 230. Friedberg.er, Fröhner Lehrb, d. Pathol, u. Th. 1887. Die ok erb off, Pathol. u. Therapie 1888. Roll, Seuchenberiebt 1887.
Cönurus cerebralis, öehirnblasenwurm, Drehwurm, GeMrnquese ist die Finne, Larve, Amme odor Scolex von einem Bandwurm des Hundes, Tänia cönurus, der namentlich bei Hirten- und Schäferhunden vorkommt. Die Pütterungsversucho von Küchenmeister, Haubner, Gerlach, Grurlt, Roll, May u. a. haben schon in den 50er Jahren erwiesen, dass es sich zwischen Tänia cönurus und Cönurus cerebralis um den bei Bandwürmern, von Sicbold entdeckten Generationswechsel handelt. Die Infektion der Schafe und Kinder, sehr selten der Pferde oder Ziegen, erfolgt durch Aufnahme der im Ilundekot abgegangenen Proglottiden
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Drehkrankheit.
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oder Bandwurmeior, wolcho sich im Magensaft auflösen, wodurch der Embrio frei wird. Derselbe geht sehr wahrscheinlich mit der Blutbahn oder auch direkt durch das Bindegewebe in das Gehirn, seltener liückcnmark, verliert dort seine Haken und wandelt sich in eine Blase um. Das Wachstum erfolgt derart, dass die Blase 1419 Tage nach der Einwanderung liirse-bis hanfkorngross, nach 2642 Tage wie eine Erbse, nach 50 Tagen wie eine Haselmiss und nach 23 Monaten tauben- bis hühnereigross und noch umfangreicher geworden ist. Eine solche fertige Blase ist rundlich oder oval, auch länglich, enthält wasserklare Flüssigkeit, besitzt eine weisslichc, ziemlich feste Haut, die im Innern mit zahlreichen Bandwunnknpl'ciion, Skolices, bis zu 500 Stück besetzt ist. Da durch das Wachstum der Blasen im Gehirn oder Rückenmark ein Druck auf die umgebende Gohirnsubstanz oder das Bückenmark ausgeübt wird, so schwindet letzteres und oft in derartigem Mase, dass kaum noch die Hälfte der gesamten Gobirnmasse übrig bleibt Je nachdem nun ein Teil dos Gehirns oder Rückenmarks schwindet , je nachdem dadurch Nervenzentren verloren gehen, je nachdem Gehirnreizung oder Anämie an der lokalen Stelle ist, treten verschiedene Krankheitserscheinungen auf, die aber wieder, je nach der Tiergnttung, einen etwas veränderten Charakter zeigen. Im allgemeinen können die Erscheinungen, welche auf Cönurus oerebralis auftreten, in 3 verschiedene Stadien eingeteilt werden: Dasjenige der G ehirnreizung, entstellend durch den Beiz, welchen die einwandernden Embrionon auf das Gehirn ausüben; dasselbe dauert 810 Tage und es mögen mehrere nach einigen Angaben bis zu 10, nach anderen bis zu 30 Embrionon in dieser Zeit einwandern und sich entwickeln. Ziemlich Regel ist, dass nur eine einzige Blase zur vollen Entwicklung gelangt, Ausnahmen sind aber nicht selten. Die Einwanderungsbahnen erzeugen auf dem Gehirn, je nach dem Vormarsche des Embrios, Schlangenlinien aus hämorrha-gischen und exsudativen Massen und dieses Stadium erzeugt die Koiz-ersoheinungen, Müdigkeit, Trauer, manchmal schwankenden Gang oder gerötete Konjunktiven, Aufregung, Schreckhaftigkeit, sogar Krämpfe und Zuckungen. Sobald der Skolox im Gehirn zur Bube gekommen ist, was in HU) Tagen eintritt, hören diese Zufälle auf und da die nun folgende Entwicklung der Finne anfangs äusserst langsam vor sich geht, so erscheinen die betroffenen Tiere durch mehrere Monate (46) vollkommen normal, diese Periode ist das zweite Stadium, das der Late nz. Das dritte Stadium, das nun folgt, ist das der eigentlichen Drehkrankheit, mit charakteristischen Zwangsbewogungen, bei bestehender Fieberlosigkeit, Depressions- und Stumpfsinnserschoinungen.
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26nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Drehkrankheit.
Die Tiere scliwanken und taumeln nach einer Seite, stürzen wohl auch zusammen, sie drehen sich im Kreise, wohei sie entweder mit den Yor-der- oder Hinterbeinen an Ort und Stelle bleiben und sich gewisser-massen einbohren oder sie machen Kreisbewegungen, indem sie laufen wie in einer Reitbahn, sie laufen geradeaus mit hocherhobenem Kopfe und hochtrabenden Beinen, der Kopf wird sogar nach rückwärts gebogen oder sie senken den Kopf und drängen unter Stolpern nach vorwärts. Es ist selbstverständlich, dnss nur eine dieser Formen bei einem Tiere ausgeprägt sein kann. Miscliformen entstehen, wenn mehrere Blasen vorhanden sind oder eine ein ausseronlentliclios Wachstum besitzt. Je nach den charakteristischen Erscheinungen der Bewegungen hoissen die Patienten: Taumler, Seitlinge, Traber, AViirfler, Segler, oder Schwindler. Die Arten der Bewegung bezeichnet man als Reitbahn-, Kreis-, iManege-, Dreh-, Zeiger-, Wälz- und llollhewegungen. Die Tiere nehmen in diesen Zeiten kein oder nur unvollständig Futter auf und sterben innerhalb 1'2, Monaten an Abzehrung und Schwäche. Charakteristisch ist, dass wenn die Blase auf der Oberfläche sitzt, dieselbe das knöcherne Schädeldach ebenfalls zur Usur bringt, sogar zum vollständigen Durchbruche, so dass es dortsolbst hervorgewölbt ist und fluktuiert oder doch so, dass auf Druck mit dem Finger, ein elastisches Nachgeben eintritt. Sitzt die Blase tiefer, ao sind diese Erscheinungen nicht vorhanden, Bei oberflächlicher Lagerung ist auch der Schall, den man durch Anklopfen des Schädels, bei kleinen Tieren mit einem Schlüssel oder Perkussionshammer, bei Rindern mit einem kleinen, eisernen Hammer (Rfimoser hat einen Dingelhammer eingeführt) erhält, ein veränderter, dumpferer. Schon lange, bevor man die Art der Infektion und den Zusammenhang mit Bandwurm kannte, waren die Blasen im Gehirn bei der Drehkrankheit bekannt und man suchte die Tiere vor deren Einwanderung dadurch zu schützen, dass man den Kopf der Schafe von Wolle entbliiste und dortsolbst mit Wagenschmiere beschmierte, weil man glaubte, ein Insekt lege seine Eier dorthin, die dann ausschlüpfen und durch das Schädeldach in das Innere gehen sollten. Auch Waschen mit Tabaklauge, Auflegen von Pechpffaster, Leinwandhauben etc. hat man angewandt. Die Blase selbst durch Operation aus dem Gehirn zu entfernen, wurde schon im vorigen Jahrhundert von Eiem und Eeutter durch einen Toikart ausgeführt, Gentebrück nahm ein spitzes Messer, Javart einen Schusterpfriemen, Hogg in England stiess mit einem spitzen Draht durch die Siebbeinzellen und liess dadurch das Wasser abfliessen. Anfangs dieses Jahrhunderts verwendete man einen Trepan. Rueff hat einen
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Drehkrankheit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 27
sogenannten Hamltrepan zum Entfernen der Cömirusblasen konstruiert. Störig hat einen sogenannten Hirndurchsucher, eine Troikarthülse konstruiert, Lehmann empfahl einen solchen sondenförmigen. Zeden hat 1864 den scheibenförmigen Troikart mit Spritze konstruiert.
Dammann hat mit Zodens Troikart von 42 Operierten 14 gerottet. Andere haben günstigere oder ungünstigere Ilcsultato. Um den Sitz der Blase auch beim Kinde aus don Erscheinungen feststellen zu können, hat Schneider folgende Angaben gemacht: Liegt die Blase oberflächlich, dann ist das Perkussionsergobnis ein sicheres. Drehen die Tiere im Kreise, 1215 Puss weit, dann liegt die Blase oberflächlich, drehen sie im grösseren Kreise, so liegt sie tiefer. Horizontales Kopfhalten und llückwiirtsgehen deutet auf Sitz der Blase im Kloingehirn. Bedenkliche Symptome sind: Maulaufsporren, krampfhafte Bewegungen des Hinterkiefers, Hervordrängen der Augen, convulsivische Bewegungen des Kopfes, epilopsieähnliche Anfälle. Leuthor giebt an: Wenn die Tiere gerade ausgehen, mit gesenktem Kopf und Halse, so ist der Sitz der Blase unter der Scheidewand, sitzt die Blase seitlich, dann drohen die Tiere nach der Seite hin, wo dieselbe sitzt, (Ausnahmen kommen vor.) Sitzt die Blase im Kleingehirn oder Rückenmark, so heben die Tiere die Yorderbeine beim Gehen sehr hoch auf, tragen die Nase hoch und ziehen den Rücken ein. Veith sagt: die Trepanation habe nur Erfolg, wenn das Schädeldach noch nicht usuriert sei. Beim Binde ist noch von Kaiser und Koch angegeben, dnss Erblindung eingetreten ist, auch bei Schafen kommt dieselbe vor. Aussei- der mechanischen Entfernung der Blase giebt es kein Heilmittel. Grössere Defekte in der Schädeldecke, durch Operation mit dem Trepan, mussten früher bei der nicht aseptischen Durchführung der Operation regolmässig gelbe Gehirnerweichung und nach einiger Zeit den Tod der Tiere bedingen, deshalb hat der Zedonsche Troikart, mit dem nur eine kleine Öffnung gemacht und dennoch die Möglichkeit gegeben ist, die Blasenwand durch die Operationswunde herauszuziehen, am meisten Eingang und Verbreitung gefunden. Ich empfehle, denselben aber auch unter antisop-tischen Cautolen anzuwenden und zwar folgendermassen: Der Troikart liegt mit den verschiedenen Hülsen, Schere, Sonden, Pinzette und Spritze, in 5()/oigcm Carbolwasser; die Stelle, an welcher die Blase sitzt, wird sauber geschert, mit Watte und Carbolwasser gründlich gereinigt, gerieben und mit einem Glüheisen ein Punkt gebrannt, durch welchen der Troikart eingestochen wird. Nach Zedons Angabe wird jetzt mit der Spritze die Flüssigkeit entfernt, die Blase angesaugt und unter Beihilfe einer Pinzette, hervorgezogen. Sobald dies geschehen und
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Thrombose.
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die Troikartliülse entfernt ist, wird die Öffnung wieder durch einen Punkt mit dem Glüheisen verschlossen. Nachher kommt ein Pechpflaster noch über die Wunde. Beim Rinde muss mit dem Trepan operiert werden.
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Thrombose In dor Vena magna Galeni.
Litteratur: Broellmanu, Trombose cerebrale. BAg. Bull. II, p. 291. Ref. Eloh b b u ra, Jbroht. a. d, G. d. Vet. Med. 1885, p. 68. 04.
Eine 9jährige Stute war durch ein hartes, schmorzhaftos Oedem am rechten Vorarme lahm, heilte jedoch auf antiphlopistischo Behandlung. Nach ca. 4 Wochen wurde das Tier traurig, bekam schwankenden Gang, lief nach links im Kreise, wobei es den Kopf nach dein Zentrum der Manege gerichtet hielt. Diese Symptome steigerten sich so, dass Kopf und Hals vollständig nach links abgebogen wurden, wobei die Nasenspitze nach rechts, die Unterlippe nach links gewendet war. Es trat Lähmung der Augenlider dos linken Auges ein. Nahrungsaufnahme bestand fort, dieselbe war aber, wie das Kauen erschwert und ging nur langsam vor sich. Später trat beträchtliche Verminderung des Appetits, Vormehrung der Pulsfrequenz und der Kürpertemperatur ein, die Schleimhäute wurden gelblich, es trat Ul/cration der Kornea, zunächst des linken Auges, später auch dos rechten ein, hier jedoch in geringerer Ausdehnung. Die Lider dos linken Augenlides, sowie die Unterlippe wurden vollständig unempfindlich. Dagegen reagierte das Tier an allen übrigen Stellen auf Nadelstiche. Nach und nach wurden sämtliche Körperregionen gelähmt, die Respiration sehr beschleunigt, die Temperatur stieg auf 40,-1deg; C. und das Tier starb am 2-4. Tage.
Bei der Sektion fand sich die Pia mater des Gehirns stark injioiert; in der Mitte der linken Hemisphäre zeigte dieselbe einen un-regelmässig abgerundeten Fleck von grünlicher Farbe und der Grosse eines Zwoifrankenstückcs. Die Substanz der linken Hemisphäre war erweicht. In der Vena magna Galeni, befand sich in der Gegend des Spleuium corp. callosi ein Thrombus von gelbrötlicher Farbe und weicher Consistonz, welcher leicht von der Wand des Gefässes abgelöst werden konnte. An der Stelle, wo die erwähnte Vene in den Sinus falciformis übergeht, fand sich ein zweiter, grösserer Thrombus von 1,5 cm Länge. Derselbe erschien hart, organisiert und hing fest mit der Gofässwand zusammen.
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Thrombose.
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Erweichung des Gehirnknotens dos verlii ngerten Marks und des kloinen Gehirns bei Hunden. Loisering B.-V. Mit. 1868 p. 10. Stat. praes. 1) In dem KiiHg lag der Hund meist ruhig, nahm man ihn heraus, so fiel sofort die Unsicherheit des Tieres, seine Bewegungen zu beherrschen in die Augen. Die .Bewegungen wurden hauptsächlich in grösseren Kreisen nach links ausgeführt, aber nicht ausschliesslich, denn das Tier bewegte sich auch nach rechts, jedoch, wie es schien, ungern und in viel kleineren Kreisen, es änderte dann auch möglichst rasch die Richtung wieder, um nach links au drehen. Die Bewegungen der Gliedmassen waren ungeschickt, korrespondierten nicht und wurden mit einer gewissen Hast ausgeführt, die Olieder wurden aussergewöhnlich gehoben und gleichsam schleudernd fortbewegt. Her Körper war in steter Schwankung und drohte jeden Augenblick umzustürzen. Wenn sich das Tier eine Zeit derart drehend bewegt hatte, so stürzte es auch wirklich nieder, erhob sich kurze Zeit darauf, um in derselben AVeise die geschilderten Bewegungen zu wiederholen und fortzusetzen. Das Bcwusstscin war bei dem Tiere nicht gestört und es gab Beweise seiner Überlegung zu erkennen. Es achtete auf den Zuruf beim freundlichen Ansprechen, beim Streicheln wedelte es mit dem Schwänze; in seinen Bewegungen suchte es einen festen Gegenstand zu gewinnen, an dem es einen Stützpunkt haben konnte. Vorzugsweise wählte der Hund als Stützpunkt die 15eine der Umstehenden und stand, indem er sich fest anzulehnen suchte, dann leidlich gerade und sicher, er war deshalb auch schwer zu bewegen seinen Stützpunkt wieder zu verlassen, Da wenig Aussicht auf Besserung vorhanden war, wurde das Tier getötet. Sektion. Die einzigen Veränderungen fanden sich im verlängerten .Mark, dem Hirnknoten und au einer kleinen Stelle des linken Schenkels des Orosshirns, woselbst kleine Erweichungsherde vorhanden waren.
2) Stat. praes. Junger Hund sei vor einiger Zeit plötzlich erkrankt, liegt fast ausnahmslos auf der linken Seite, ist munter im Gesicht, nimmt das Putter, allerdings im Liegen, auf. Beim Fressen fällt das Tier leicht nach vorne mit dem Maule in den Futtemapf. Der rechte Augapfel dreht sich auffilllig und eigentümlich krampfhaft nach aussen, doch ist das Sehvermögen dieses Auges nicht getrübt, wie sich beim Verbinden des linken Auges herausstellt. Bewusstsein ist vorhanden, das Tier hört auf den Zuruf und wedelt bei Schmeicheleien mit dem Schweif. Beim aufrechten Stehen des Hundes ergiebt sich, dass der Hals nacii rechts unten und hinton gezogen ist, der Kopf wird in der Weise schief getragen, dass das Maul nach oben links, das rechte
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30nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Blutung' in die Medulla oblongata.
Ohr nach unten und rechts sieht, etwa in der Art als wenn der Hund an diesem Ohr ein schweres Gewicht zu tragen hätte. Patient ist nicht mehr im stände gerade zu gehen, er drängt stets nach rechts und sucht das Gleichgewicht des nach rechts und unten geneigten Körpers durch Anstemmen der rechten Gliedmassen zu erhalten, während die beiden linken kraftlose, gleichsam rudernde Bewegungen machen und den Boden eigentlich mehr streifen als festen Fuss darauf fassen. Verfehlt der Patient sich mit den beiden rechten Gliedmassen zu stützen, so stürzt er auf die rechte Seite zu Boden. Es scheint, als wenn sich Patient Wühler befindet, wenn ihm gestattet wird, sich im Kreise zu drehen. Wenige Tage darauf sind die Erscheinungen der Lähmung so hochgradig, dass das Tier gar nicht mehr stehen kann, weshalb es getötet wurde. Sektion. Hirnhäute hyperämisch, beträchtliche seröse Ansammlung im Araohnoidealsack, besonders in der Gegend des Kleinhirns. Im Gehirn selbst ist der rechte Hirnknoten graurötlioh, ver-grössert, fast zur breiigem Masse erweicht. Die Erweichung erstrockt sich auf den rechten Schenkel des kleinen Gehirns zum Hirnknoten und auf den rechten Seitenlappen des Kleingehirns.
Trigeminuserweiohung beim Hund, nach Staupe. Matthis Jb. 1887, p. 52. Gang erschwert, schwankend, Neigung nach rechts zu drehen im Kreise. Unsicheres Stehen, schiefe Kopfhaltung, Strabismus convergens, rechts verminderte Empfindlichkeit am Kopf und Rumpf, links an den Gliedmassen, Kauerschwerung, Trismus, schwache Kontraktion von links, ohne Fieber. Folgenden Tags, Bollen wie ein Fass. Bromkai. besserte etwas, Tod nach 20 Tagen. Sektion. An der Vor-bindungsstello des Trigeminus mit dem verlängerten Mark war die Nervensubstanz atrophisch und graubraun.
Zwei Fälle ähnlich. Tod nach 4 Wochen.
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Blutung in die Medulla oblongata.
Littcriitur: Hartenstein, Berl. tztl. Zeitung 1laquo;Ü0, p. 171.
Hartenstein beschreibt eine eigentümliche Bewegungsstörung beim Pferde. Das Tier war zum Schlachten bestimmt und war auffallend durch die Stellung, welche es mit seinen Vorderbeinen einnahm. Diese waren derart über Kreuz und dabei etwas nach rückwärts gestellt, dass beide Hufe etwas weit auseinander standen und der eine Huf nicht weiter nach vorn zu stellen kam als der andere. Hätte man von dieser Stellung nur die Hufspuren gehabt, so würde man geglaubt haben, dass
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Wunden der äusseren Schädelwcichteilo.
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lt;liü80 von einer vollständig normalen Stellung iiorriihren müsston. Die Vorderbeine standen tluitsiichlich wie ein Siigebock. üie Diagnose Duininkollor schien Hartenstein von vornherein sicher, aher hei weiterer Botraclitung und Untersuchung zeigte sich, dass von einer Eingenom-menheit des Kopfes, von einem Mangel an Aut'nierksamkeit und Empfindlichkeit keine Spur zu merken war. Beim Führen des Pferdes war nichts Abnormes zu beobachten, aber sobald das Pferd wieder zum Stehen kam, zeigte sich folgendes i Das Pferd hob den rechten Hinter-fuss etwas seitwärts und fusste mit diesem dreimal vorsichtig und in dem Augenblick, in welchem dasselbe zum drittenmale den Erdboden berührte, schlug das Tier mit einer merkwürdigen Geschwindigkeit das eine Vorderbein um das andere (bald das linke um das rechte, bald umgekehrt) und blieb nun in der bereits beschriebenen Stellung ruliig stehen. So oft Hartenstein das Pferd in Bewegung setzte, immer erfolgt unmittelbar nach der Bewegung dasselbe Spiel mit einer geradezu rhytmischen Aufeinanderfolge. Offenbar lag hier eine Gleicbgewicht-störung vor; das Pferd machte den Eindruck, als ob es hinsichtlich der Vorderbeine die Bogriffe rechts und links verwechselt hätte und die vermeintlich falsche Stellung der Beine durch kreuzweises Stellen derselben zu korrigieren stiebte. Das Fussen mit dem rechten Hinterschenkel ist nach Hartenstein jedenfalls als ein statisches Moment aufzufassen, dessen das Pferd bedurfte, um die unregclinässige Bewegung der Vorderbeine ausführen ZU können.* Bei der Sektion fand Hartenstein in der Medulla, links von der Medianlinie eine rötlichbraune etwa stecknadelkopfgrosse Blutung.
Wunden der ilusseren Schtldelwelchteüe.
Die zahlreichen Schädelverletzungen durch quot;Waffen, wie sie beim Menschen vorkommen, sind bei Haustieren nicht zugegen. Tiere tragen im Allgemeinen das Haupt mit einiger Vorsicht und es sind, namentlich solche Tiere, die (wie die Rinder oder Schafböcke) an dem Kopfe durch das Gehörn mit Waffen ausgestattet sind, auch durch dieselben, besonders vor Verwundungen geschützt. Die mir als wichtigste bekannte Verwundung aussen am Schädel kommt bei Pferden nicht selten dadurch vor, dass die Tiere beim Verladen in zu niedere Eisenbahnwagen oder beim Abwilrtsstosson mit dem Kopfe, an einem scharfen Krippenrande etc. an der Stelle, an welchen' die Schopfhaare angewachsen sind, Widerstand bieten und dadurch die Haut rechts und links in dreieckigen Lappen emporreissen. Derartige Wunden heilen
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Schädelfrakturen.
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auf antiscpüscho Vereinigung, bei sorgsamem Niihen und nachherigom Verschluss mit Jodoformkollodiiun, sowie verkehrtem Instandstellen der Pferde, bis zur Heilung sehr schnell und schön; sogar schon eiternde und granulierende quot;Wunden, habe ich durch aseptisclies Yerfahren in wenigen Tagen zur Heilung gebracht. AVenn aber nicht sorgsam genug verfahren wird, so reisson die etwa angelegten Nähte aus, die Wunde heilt in Monaton nicht, die Tiere werden kopfscheu, verletzen sich leicht aufs neue und endlich kann es zur Bildung eines finger-iihnliehen Ilautzapfcns kommen, an welchem ein Teil der Kopfhaare angewachsen ist. Ich habe einmal bei einem llemontepferd einen solchen rundum behaarten fingerförmigen Hautzapfen gefunden, der nicht infolge Verwundung entstanden war. (Vgl. Wunden.)
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Sohildelfrakturen.
Litter utur: A l b ö r t, Chirurgie, Kolagzek, Chirurgie. Her twig, Chirurgie. Bay or, Chirurgie, E bor sbacli, Bruch d. Schiidokkicke. Sachs. .Ihr. 1864, p. 69. AIhrocht, Mehrfacher Schädelbruch b. Pf. Berl. tzl. AVoclischr. 1889. p. SfJ'J. li u s c h , Kontusion d. Gehirns. Mitt. a. d. tztl. Praxis. Hol. amp; Seh. 1831, p. 32.
Wir unterscheiden a) Gewölbbrüche und h) Basalfrak-turen. Erstere sind häufiger als letztere. Der Form nach sind folgende Einteilungen zu machen :
1) S p a 111) r ii e h e, Fissurae. Bei diesen bildet die Gesamttrenmmg eine Linie, die einfach oder verästelt über einen oder mehrere Knochen verläuft, dabei die Naht ttherspringt oder eine Strecke in ihr dahinzieht.
2) Die Stück- und Splitterbrüche, die Frakturae comminu-tivae, deren Treunungslinio in sich zurückläuft, so class ein Knochenstück aus seiner Umgebung gelöst wird. Oder es ist ein ganzes Schädelstück in verschiedene Teile gesprungen und damit eine verschieden grosso Anzahl grössorcr und kleinerer Felder aus dem Zusammenhange gelöst.
In dem Falle, dass die Trennungslinien von einem Mittelpunkte ausgehen, spricht man von Sternbrüchon.
li) Die Lochhrüche sind Frakturen, bei welchen ein scharf umschriebenes Knochenstück, mit nur geringer oder kleiner Splitterung glattrandig ausgeschlagen ist.
Nach der Tiefe unterscheidet man a) oberflächliche, oder isoli erte und b) vollkommene oder durchs e tzende Frakturen und nach der Dislokation der betroifenen Teile sind die Frakturen.
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Sohädolfrakturen.
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a) deprimiert, odor h) ohne Deiirossion. Die Doprossion ist zentral wenn die Umgebung noch festhält und nur das Zontrum trichterförmig eingotogen ist, oder sie ist periphor, wenn der gesamte Rand des eingedrückten Knoohenatüokes tiefer stellt.
Dislokation in maxima ist bei einem Knoclienbruch, wenn einige Knochentoile abgerissen and woggeschloiidert sind. Dieselbe entsteht immer primär, durch die einwirkende Gewalt selbst. Nur bei Frakturen der Knopffortsiit/o beiderseits dos Oberhauptlochos kann diese Dislokation erst nls sekundäre Verschiebung infolge MuskelzugGS auftreten.
Bei jugendlichen Schädeln vermag' mich eine Impression des Schädeldaches ohne Fraktur vorkommen.
Ferner haben wir zu erwähnen; 1) die komplizierton Frakturen des Schädeldaches, mit Verletzung des Gehirns und mit Verletzung der Schädeldecken und 2) die reinen Frakturen ohne Mitver-lotzung der darüber oder darunter liegenden Teile.
Vielfach ist für die Beurteilung schon ein grosses Gebiet gewonnen, wenn die einwirkende Gewalt (deren Mannigfaltigkeiten ausserordentlich gross sind) gekannt ist. Im allgemeinen bietet es keinen Unterschied, ob der verletzende Körper gegen den ruhenden Schädel stösst, z, B. durch Schläge, Hiebe oder Schüsse, oder ob sich der Schädel gegen einen ruhenden Gegenstand bewegt, z. B. durch Fall oder Anrennen. Anders aber ist es, von welcher Stärke die Gewalt war and in welcher Richtung dieselbe den Schädel getroffen hat, AVüsste man beides genau und wäre der Schädel regelmässig wie eine Schale oder eine Hohlkugel gebildet, so dnas seine Festigkeit überall gleiohmttssig wäre oder wenigstens nach bestimmten Gesetzen sich verändern würde, so liesso sich die Beschaffenheit einer Fraktur mathematisch ermitteln. Allein auch dieses wäre sogar in vielen Füllen ziemlich belanglos. Bekannt ist: dass 1) ein Hieb mit einem Säbel oder einem Beil einen Spaltbruch erzeugt, dass eine kleine Kugel in der Elegel eine glatt-randige Lochfraktur hervorbringt an der Eintrittsstelle, aber dass sie an der Aus- oder Durchtrittsstelle eine Splittenmg erzeugt. Dass zweitens Kugeln, welche den Schädel tangential troffen, dns Schädeldach niederdrücken, so dass der innere gespannte Teil reisst, ähnlich wie ein über das Knie gebogener Stab zuerst an der iiussoron Seite der stärksten Dehnung reisst und ferner, dass Gewalten von der Form und Stärke eines geschleuderten Steines, oder eines Schlages mit dem Schlachtbeil, Lochfrakturen oder Sternfrakturen erzeugen,
Bei Gewalten, die mit breiter Basis den Schädel treffen, entstehen
Hol'tmann, Tiei'i'irztlirhe CMrurgio,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3
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34nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Schädel fnikturen.
kompliziertero Vorhältnisso, indem hier zum Stück- oder Splitterbruch noch eine Anzahl von Fissuren hinzu treten können, die in verschiedener Richtung auslaufen.
liier sind Hegeln gesucht worden, in welcher Weise die Fissuren laufen werden und es hat Aran festgestellt: für den Schädel des Menschen, dass der Sprung den kürzesten Bogen vom Gewölbe zur Basis einhalte allein die Ausnahmen hievon sind sehr häufig.
Etwas rätselhaft sind die Frakturen, die durch Gegenstoss entstehen, die Contrafissu ren, d. h. dass zwischen der Einwirkungsund der Bruchstelle unverletzte Knochen und andere Teile liegen. Es hat sich die Ansicht gebildet, dass diese Frakturen gerade gegenüber der Einwirkungsstelle am Schädel entstehen und man hat die Entstehung der Fraktur durch Fortpflanzung der Schwingung zu erklären gesucht. Allein Versuche haben bewiesen, dass der Schädel nicht gerade gegenüber bricht und ferner, dass vielleicht eine doppelte Ursache einwirkte, bei welcher diejenige der eigentlichen Fraktur weniger beobachtet wurde, oder dass diese beiden Gewalten, die auf verschiedene Schädelpunkte einwirkten, dazwischen in der Mitte des Daches ein Ausspringen der nachgiebigsten Stelle bedingten.
Diese Frage an Schädeln von durch Schlag geschlachteten Hindern und anderen Haustieren zu untersuchen, wäre von grosser Bedeutung.
Beiden offenen Frakturen des Schädels, bei denen also die Schädeldecke mit durchgeschlagen ist, besteht zwischen der Grosse der äusseren Verletzung und derjenigen der Fraktur keine Übereinstimmung. Es kann bei fast vollkommener Zertrümmerung des Schädels die Sohädeldaohdecke unverletzt sein und es kann auch bei grossen Wunden der Weichteile, wo eine ebcnsosclnvcre Fraktur vermutet werden könnte, nur eine Fissur vorliegen. Allein die kleinste Wunde kann eine verhängnissvoll werdende Komplikation bilden, insofern durch sie die Heilung auf erste Vereinigung ausgeschlossen werden kann und Eiterung zur Wahrscheinlichkeit wird.
Audi ist hier ganz besonders anzuführen, dass namentlich Frakturen an der Schädelbasis meistens als offene Frakturen anzusehen sind, weil ja die Luft, welche die Stirn- und Keilbeinhöhlen erfüllt, den grössten Teil der äusseren Flächen der Schädelbasisknocbon umgiobt.
Von ganz besonderer diagnostischer Bedeutung für Basalfrakturen sind folgende äussero Erscheinungen;
a) Obenan eine fast regebnässig vorhandene Blutung aus dem Ohr, oder aus der Nase, oder ans beiden zugleich.
Angenommen, es stürzt ein Pferd im stärksten Laufe, überschlägt
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Schädel frakturen.
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sich und bleibt eine Zeitlang ruhig wie tot liegen, nach einiger Zeit fängt es aber wieder an Bewegungen zu machen. Zudem findet man eine Blutung aus der Tiefe des Ohres, welche unter Umständen erst durch Eingehen mit dem Pinger festgestellt werden kann. Man diagnostiziert in diesem Falle eine Basalfraktur und stellt damit eine ungünstige Prognose. Nur in seltenen Pällon ist auf Heilung zu hoffen. Pall b) p. 3G.
Die Blutung aus der Nase ist Icein so sicheres diagnostisches Zeichen, aber immer fordert dieselbe zur grössesten Vorsicht auf, besonders in Fällen, in denen es sich um mechanische Einwirkungen auf den Schädel handelt.
Sodann ist b) noch ein ganz charakteristisches Zeichen von Basal-frakturen das Auftreten von Hautemphy son in den Augenlidern, den Augenhöhlen oder deren anstossenden Teilen und zwar vermag
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infolge dos Bruches der Siebbeinzellen.
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oder infolge des Bruches der
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Eustachischen Röhre und der Pauke die Luft in jenen Gegenden auszutreten und das Emphysem zu verursachen.
Noch ein drittes charakteristisches Symptom für die Basalfraktur ist zu nennen, nämlich AusHuss von Liquor cerobrospinalis durch den äussoren Gehörgang, was ermöglicht wird, wenn zugleich die Dura mit verletzt ist. liier gehen aber in der Regel Hämorrhagion voraus, und es ist die klare Flüssigkeit charakterisiert durch sehr wenig Eiweiss-aber sehr viel Kochsalzgehalt. (Das Abtiiessen des Liquor cerebros-pinalis kann so reichlich werden, dass sich in 24 Stunden mehrere 100 Gramme auffangen lassen.)
Kasuistik: 1) Mehrfacher Schädelbruch beim Pferde. Ein 16-jährigor Wallach stieg plötzlich ohne bekannte Ursache und überschlug sich auf dem Asphaltpflaster| darauf erfolgte Blutung aus einer Wunde am Genick und Blutung aus beiden Nasenhöhlen. Es traten zuckende Bewegungen mit den Füssen, mit dem Hinterkiefer, Vorkrümmung des Halses ein und hierauf lag das Pferd wie tot. Nach 10 Minuten hob es den Kopf hoch, wieherte, kam in sitzende Stellung wie ein Hund und durch Unterstützung stand es auf, taumelte, konnte aber in den Stall gebracht werden, wo oa schläfrig und stumpfsinnig stand. Nach 1820 Stunden war es zwar etwas besser, aber doch noch so, dass es am dritten Tage getötet wurde. Bei der Sektion fand sich ein Quorbruch am Basalteile des Oberhauptes und Flügelbruch vom Keilbein, Albrecht. 2) Ein Pferd war durchgegangen und gegen einen Baum gerannt. Es entstand eine kleine Wunde und das Allgemeinbefinden war wenig getrübt. Am zweiten Tage wurde das Tier erst näher untersucht, hiebei
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festgestellt, class die Wunde in der Gegend der Scheitelbeine ca. 2 Zoll lang war und dass in der Tiefe sich ein dreieckiges, hewegliches Knochenstück befand. Beim Druck auf dasselbe entstanden Erscheinungen von Lähmung und Bespirationsstönuig, so dass das Atmen 23 mal rasch aufeinander folgte und dann bis zu 2 Minnton aussetzte. Der Tod erfolgte noch am selben Tage. Ebersbach. 3) Durch Huftritt war einem Pferde das Scheitelbein eingedrückt, so dass bedeutende Impression vorhanden war. Die AUgemeinersoheinungen waren anfangs gering, bald trat jedoch Pupillenenveiterung auf, das Tier bekam Liih-mungserscheinungen und der Tod erfolgte nm vierten Tage. Sektion. Thalergrosse Impression, blutige Infiltration der Wunde und Blutextra-vasat auf der Gohirnobcrfliiche. Busch. 4) Von einem nach Scbädel-verletzung, nach 11 tiigiger Krankheit unter Lähmungserscheinungen gestorbenen Pferde, besitze ich durch Gefälligkeit folgendes Secktions-protokoll: Die Schädelhöhle des linken Stirnbeines ist neben der Medianlinie eingedrückt. Das eingedrückte Knochenstück hat eine Länge von 4 cm. und 21/2 cm Breite. An der Bruchstelle ist das Pcriost von zahlreichen Blutungen durchsetzt, dazwischen ist Eiter. Die harte Hirnhaut ist mit eiterigen Auflagerungen bedeckt, in der weichen sind zahlreiche, punktförmige Blutungen. Die AdergoHochte sind stark injiziert und getrübt, die Seitenkammern enthalten trübe, flockige Flüssigkeit. Die Hirnsubstanz zeigt die Symptome der gelben Erweichung. Die Gehirnwindungen der linken Hemisphäre sind ontsprechond dein Knochenoindruok abgeplattet. Die grosso Gehirnvene enthält einen zellartigen Thrombus. Iluoff. Ich habe mehrfach Schädelverletzungen beim Pferde beobachtet: a) Ein an der Hand geführtes Pferd stieg und überschlug sich. Das Tier blieb wie tot liegen. Nach einigen Minuten fing es an den Kopf etwas zu erheben und unter Beihilfe brachte man es allmählich in sitzende Stellung mit untergeschlagenen Beinen. Das Tier machte mit dem Kopfe fortwährend Pendclbcweg-ungen. Nach einiger Zeit fing es an mit dem Kopfe auf den Boden zu hämmern, so dass es sich die Lippen zertrümmerte und die Schneidezähne beschädigte. Aus dem linken Ohre floss Blut, derart reichlich, dass dasselbe seitlich am Halse; und zum Teil gegen die Wange ablaquo; floss. Der Tod erfolgte unter Lähmungserscheinungen, die aber von konvulsivischen Zuckungen unterbrochen waren, innerhalb 8 Stunden. Die Sektion ergab Fraktur des Keil- Flügel- und Felsonteils des Schläfenbeines, sowie grosso Blutansammlung an der Schiidolbasis. b) Ein Pferd im Monat September im Manöver am Zügel von einem Reiter geführt, überschlug sich und fiel in einen nassen Graben, wo-
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selbst es eine Zeitlang wie tot auf dem Kücken liegen blieb. Nachdem es herausgezogen war, machte es zuckende und unregehniisHige Pendelbewegungen mit den Extremitäten, der Kopf wurde ab und zu etwas erhoben und wieder niedergelegt. Die Pupillen waren erweitert, der Puls regelmässig. Man lud das Pferd auf einen Wagen und brachte es in eine Scheune. Das Tier blieb dort wochenlang auf dem Boden liegen, hob jedoch den Kopf, blickte munter und ernährte sich ganz gut. Allmählich konnte es sitzen, später auch stehen, mit gespreizten und nacli vorne gestellten, sowie unter den Leib geschobenen Hinterbeinen, dabei machte es aber mit dem Kopfe leichte Pendelbewegungen. Bas Tier fürchtete sich, auch nur einen Schritt vorwärts zu gehen und drohte sofort zu stürzen, wenn es angeschoben wurde. Im Monat Dezember und zwar erst gegen Weihnachten konnte das Tier mit Mühe in die einige Stunden entfernte Garnison gebracht werden, denn es lief jetzt noch nur zögernd und die Extremitäten mit grosser Ängstlichkeit etwas schleichend vorwärtsschiebend und tappend niedersetzend. Bis zum Frühjahr erholte sich das Pferd derart, dass es wieder zum Offiziersdienst brauchbar war. c) Ein Reitpferd war durchgegangen, hatte den Schädel gegen eine Mauer gerannt war niedergestürzt und eine Zeitlang liegen geblieben. Das Tier konnte später mit einiger Schwierigkeit in den Stall gebracht werden, dortselbst lehnte es sich schief gegen die linke Standsäule. Auf massigen Druck mit dem Finger gegen eine Verletzung am Oberhauptbein, sank das Pferd regelmässig mit dem Hinterteile zusammen und drohte nach links zu stürzen, kam .aber niemals zum vollständigen Umsinken. Innerhalb 8 Tagen genass das Pferd vollkommen.
Für die Diagnose und Prognose kommen in frischen Fällen folgende Hauptfragen in Betracht:
1) Ist die Fraktur offen oder sind die Weichteile darüber unverletzt? 2) Ist eine Gehirnläsion mit verbunden oder nicht? 3) Liegt eine Schädeldach- oder Basalfraktur vor? 4) Sind die Erscheinungen der G ehirnerschüttorung oder der Komp ression durch Blutung oder der Kontusion zugegen? Die Prognose ist günstiger bei sub-cutanen Brüchen als bei offenen, sie ist günstiger bei Impressionen, als bei Frakturen, besonders offenen. Kehrt das Bewusstsein nach der Einwirkung bald wieder, so ist in der Kegel nur Gehirnerschütterung vorhanden, schwindet es nachträglich und allmählich, so ist die Ursache Blutung und Gehirnkompression. Bleibt an einem Teile Lähmung, nachdem die Gehirnerschütterung vorüber ist, so ist eine lokale, zentrale Läsion eingetreten. Bei Kontusion kann Erschütterung mit verbunden sein und wenn letztere vorüber ist, besteht erstere in gleicher Stärke
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38nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Frakturen des Stirnbeins und seiner Fortsätze.
durch längere Zeit fort. Es stellen sich, je nachdem einzelne oder mehrere Zentren betroffen sind, verschiedenartige Bewegungen oder Lähmungen ein: Gähnen, Zähneknirschen, Scharren, Pendclbewegungen, hammerartiges Aufschlagen mit dem Kopfe, dabei Pulsfrequenz und Temperatursteigorung. Bei Druckersohoiuungen sinkt der Puls unter die Norm. Wenn bei Hunden nach dem Shok, Erbrechen und Lähmungserscheinungen folgen, so ist es gefährlich, Bei allen Meningiten der Gehirnkonvexität treten die Parosen und Lähmungen in Vordergrund, die Basalmeningiten dagegen verlaufen meist ohne Lähmungen. Therapie: Subcutane Schädelfrakturen können ohne Eiterung heilen. Bei offenen Frakturen des Schädeldaches ist sorgsamste Antisepsis, Entfernung der Knochensplitter oder Fremdkörper, wenn nötig vorzunehmen. Trepanation gegen vorhandene Impression ist durchzuführen. Bei Basalfrakturen kann lokal gar nichts gemacht werden. Allgemeine Behandlung besteht bei Bepressionserscheinungon in Anwendung von Reizmitteln, bei Krämpfen und lleizerscheinungen Eisblasen auf den Kopf und Essigklystiere. Morphium, zur Beruhigung der Tiere, ist zweckmässig. Aderlässe und Brechmittel werden nicht mehr angewandt.
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Frakturen dos Stirnbeins mul seiner Fortsätze.
Litteratur; Hertwipf, Chirurgie. Stockflcth, Chirurg-ie. Bayer, Chirurgie. R y c h n e r, Bujatrik. K ö h n e, Sprengung d. Stirnhöhle b. Pferde. Gurlt amp; Hertwig 1861, p. 426. Jost, Eitertmgsprozess a. d. Stirnbein d. Kuh. Mitt. a. d. tztl. Praxis. 1872, p. 162. Prietsch, Stirnboinbrub b. Pf. Sachs. Jhb. 1872, p, 125. Voigtländer, Stirnbeinbruch. Ibd, 1873, p. 61. Knese, Stirnbeinvcrlctzung d. llornstoss b, d, Kuh. Eol. amp; Seh. 187C, p. 97. Bayer, Caries a, Stirnbein b. Pf. Österr. Vierteljschr. 1877, p. 72. Kohlhepp, Bruch d. Stirnbeins. Lvdtin tztl. Mitt. 1885, p. 122.
Brüche der Stirnbeine sind ziendich selten bei unseren grossen Haustieren, wenn nur solche Fälle in das Auge gefasst werden, in denen dieselben zufällig entstanden und welche Gegenstand einer chirurgischen Behandlung werden.
Ganz anders aber lautet die Angabe, wenn hier, wie auch bei den Frakturen des Schädeldaches, die absichtlich zum Zwecke der Tötung von Schlachtvieh ausgeführten Zertrümmerungen mit in Betracht gezogen werden. Wird doch, (mit Ausnahme der Schächtimg, welche nach israelitischem Ritus vorgenommen wird) sämtliches Grossrindvieh, wohl auch ein grosser Teil von Pferden und Schweinen, durch einen
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Frakturen des Stirnbeins und seiner Fortsätze.
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Schlag vor den Kopf getötet, oder docli zu Fall gebracht und nachher durch Yerbluten vollends des Lebens beraubt. Dass hier regel-inässig eine Zertrümmerung des Schädeldaches vorliegt, dass somit diese Art von Frakturen bei unseren Haustieren zu den zahlreichsten gehören, ist eine bekannte Sache.
Die Gewalten, welche auf diese Partie des Kopfes einwirken, müssen, um eine Fraktur zu erzeugen, bei den grossen Haustieren ganz eminente sein, wenn es sich um die Zertrümmerung der doppelten oder einfachen Platte bei einem ausgewachsenen Kinde oder Pferde handelt. Schon viel weniger bei letzterem, als bei erstorem. Dazu kommt noch, dass beim Rinde diese Partie durch das Gehörn, durch starke Haarbildung, oder durch die Augenbogen geschützt ist, was bei dem Pferde weniger der Pallist. Anders aber stellt sich die Angelegenheit beim Hunde und beim Schweine, bei der Katze oder beim Geflügel. Hier sind die Knochen je nach der Tierart verschieden stark ausgebildet und namentlich beim Geflügel sind dieselben manchmal von ganz ausserordentlioher Dünne.
Die anatomischen Einrichtungen der oberen Partion, um welche es sich hier handelt, sind so ausserordentlich verschieden, dass es nur möglich wird, allgemeine Gesichtspunkte aufzustellen und einige ganz speziell häufig vorkommende Frakturen im einzelnen zu besprechen.
Beim Pferde mag die Erkennung einer Fraktur Schwierigkeiten bieten, wenn sich bereits eine grosso Anschwellung gebildet hat und wenn das Pferd aussergewöhnlich kopfscheu geworden ist, so dass es gefährlich wird, an dasselbe heranzutreten. Auch wenn letzteres nicht vorhanden ist, wenn das Tier die genaue Inspektion und Palpation duldet, so ist die Diagnose, ob Fraktur oder nicht, manchmal sehr schwierig, wenn keine Krepitation hörbar wird, wenn keine Verschiebung sich fühlen lässt und keine Wunde zugegen ist.
Anders verhält sich die Sache, wenn noch keine Geschwulst aufgetreten ist, wenn auf Druck mit dem Finger Knochensplitter durch die Haut gefühlt werden können, wenn Krepitation hörbar wird, oder wenn eine offene Stelle vorliegt, durch welche die Fraktur mehr oder weniger leicht und mit grösserer oder kleinerer Aul'merksanikeit und Umsicht konstatiert werden kann.
Frakturen der Augenbogen, welche namentlich beim Pferde und Rinde zahlreicher vorkommen, als diejenigen des glatten Teiles der Stirnbeine - wogegen beim Schweine! und Fleischfresser nur ein rudimentärer Augenbogen, beim Schafe ein ninder kreisförmiger Knochenwall vorhanden ist und beim Geflügel ebenfalls aus anatomischen
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Grünclon nicht von einer solchen Fraktur gesprochen werden kann, hei diesen genannten Tierarten, Pferd und Rind, ist wie erwähnt die Fraktur des Augenhogeus häufiger, als diejenige des glatten Teiles der Stirnheine, über immer noch gehört sie zu den Karitäten in unserer Therapie,
Die Erkennung bietet hier fast niemals Schwierigkeiten von Belling. Die]faut ist dortsclbst ziemlich dünn und straff angespannt, so dass, wenn noch keine Anschwellungen eingetreten sind, mit ziemlicher Genauigkeit durchgefühlt werden kann, ob ein Bruch vorliegt. Auch in dem Falle, dass eine bedeutende Anschwellung bereits eingetreten wäre, welche sich manchmal zu einer ganz eminenten Höhe entwickeln kann, wird die Diagnose ziemlich leicht, wenn der Augenbogen an einer oder an zwei Stellen gebrochen und eine Dislokation desselben, die meist nach unten stattfindet, eingetreten ist. Der häufigste Fall, der aber hier vorliegt, ist eine Komplikation mit einer Hautwunde und durch diese ist die Diagnose mit ziemlicher Sicherheit ohne grössere Schwierigkeit festzustellen.
Die Arten der Behandlung dieser Frakturen will ich besprechen, bevor wir zu den Frakturen eines weiteren Slirnbcinfortsatzes, zu denen des Gehörnes übergehen. Bei den sämtlichen Frakturen, welche ohne eine Verletzung der allgemeinen Decke vorkommen, bei denen Anschwellung und Schmerz besteht, auch bei solchen, bei denen wir eine Krepitation oder Splitter feststellen können, unterlassen wir die manuellen direkten Eingriffe auf die Bruchstelle. Wir werden die schützende Hülle der Hautoberfläche, den schlechten Wärmeleiter die Haare entfernen und mit Kälte, welche wir anbringen in Form einer Eisblase oder auch nur als kaltes Wasser, oder in Form einer Kältemischung. den vorliegenden Fall behandeln.
K alte m isebunffen:
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6 Salmiak 5 Salpeter 8 Glaubersalz IG Wasser
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8 Kochsalz 2 Schnee
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III
10 Kochsalz 5 Salmiak B Salpeter
Vlt;i Schnee.
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IV 5 Glaubersalz
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V ') Glaubersalz
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SVs Schwefelsäure
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llh Wasser
1 Schnee und schliesslich noch ] Teil verdünnte Schwefelsäure (bis 40deg; unter Null mit letzterer möglich).
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Anders aber gestaltet sich die Handlung des rationell thätigen Chirurgen, wenn eine Dislokation dos Augonbogcns vorliegt, oder wenn bedeutende Oborhautabschürfungen damit verbunden sind.
Ist bloss letzteres der Fall, 80 wird nach sorgsamer Entfernung der Haare in der Umgebung eine ganz gründlichelicinigung vorgenommen, (mit der nötigen Vorsicht auf die Augen). Hierauf wird die Stelle vermittels des Jrrigators mit Sublimat- oder Karbollösung gründlich berieselt und sodann die exeoriirte Stolle mit irgend einem antisep-tischön Mittel eingepudert. Hierüber giobt man sodann eines der prächtig klebenden Bleipflaster und erst auf dieses kommt dann die Eisblase oder die Kältemischung zu liegen.
Bei allen diesen Verbänden, die am Kopf notwendig werden, ist es absolute Bedingung (und nur einmal sei es erwähnt), dass der Patient (Pferd) umgekehrt im Stalle stehen und mit zwei Ketten so angebunden sein muss, damit er den Verband nicht zerstören kann und dass hier niemals ein falsches Mitleid platzgreifcn darf, dass man das Pferd vielleicht nach einor AVocho oder einigen quot;Wochen, wenn die Wunde bereits geheilt ist, einmal umkehrt, denn sicher zerstört es dann den Verband und wochenlaim-o Sorfffalt ist auf einmal vernichtet.
Man muss sich hier gleich zu Aid'ang mit dem Besitzer ganz gründlich, mit grossem Ernste und grosser Gewissenhaftigkeit ins Benehmen setzen.
Ganz andere Behandlung erfordert jedoch eine Fraktur, bei welcher eine Dislokation oder eine Hautvcnvundung durch die Kutis hindurch stattgefunden hat.
Wenn eine Fraktur des platten Teiles des Stirnbeines vorliegt, durch welche der Knochen derart eingedrückt oder gesplittert ist, dass ein Druck auf die oberen Partien des Oeruchsorgans ergiobt, dass die Haut gerissen ist und wie dies dann in der Pegel der Fall sein wird, dass eine unregelmässige gequetschte Wunde vorliegt, dann wirft man das Pferd zu Boden (oder bei einem ganz ruhigen Tiere kann man auch versuchen, durch Brempe und Fussaufheben zurechtzukommen) erweitert unter fintisoptischen Kautclen die Hautwunde, entfernt mittels Pinzette und Zange, eventuell Meissel und Säge sämtliche losen Splitter und Knochcnzacken, trepaniert, wenn nötig, durch den gesunden Knochen und drückt mit dem Knochenhebel die eingedrückten Knochen empor. Hierauf näht man die Wunde, legt eine Drainage an den AVundrand, überdeckt sie mit Jodoform und legt ein Bleipflaster darüber.
Ich mache ganz besonders aufmerksam, dass man sich dann keine
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42nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Gehöruo und Geweihe. Ilornhrueb.
vergebliche ^lüho mit Antisepsis macht, wenn der Wind von innen herauspfeift, denn die Antisepsis wird durch die Kokken, die durch die Luf'tjdrkuktion in der Stirnhöhle umherwirbeln, zu Schanden gemacht.
Anders aber stellt sich die Sache hei Frakturen und Verwundungen der Haut an den Augehbogen. liier muss der Eingriff' unter strenger Antisepsis gemacht werden. Sogar wenn der Bulbua aus seiner Lage gedrängt ist, und wenn sich Blutergüsse hinter demselben finden, sonst aber noch keine weiteren Veränderungen stattfanden, kann bei regelrechter Arbeit ein Zurückdrängen und Festhalten durch Binden und Nähte erfolgreich sein und es kann bei sorgsamer Drainage und gelungener Antisepsis eine Heilung per primam erfolgen.
Schon Hering hat nach den Methoden der alten Chirurgie mit Erfolg die Resektion des Augenbogens vorgenommen. Die Verletzung heilte natürlich per seeundam; aber bei den meisten derartigen Erfolgen ist nicht angegeben, wie lange Zeit eine derartige Heilung bedurfte, mit andern Worten! Wie rentabel das Geschäft für den Besitzer wurde. Bei offener Behandlung der Fraktur des Augenbogens, ist besonders auf die Augenarterie, welche wohl meist verletzt werden muss und deren sorgsame Unterbindung zu achten. Ich habe einen Fall, dass ein paar Pferde in einer Maschinenfabrik in einen Haufen grober Eisenteile rannte, das eine blieb tot am Platze, das andere hatte eine Verletzung am rechten Augenbogen derart, dass der Knochen und Knochensplitter mit dem Finger gefühlt werden konnten. Es wurde; noch konstatiert, dass von dem oberen Rande her eine dreieckige Scharte vom Augenbogen ausgeschlagen und der Augenbogen dortselbst gebrochen war. Ich habe S'/s gr. Knochensplitter entfernt, antiseptisch sehr sorgsam genäht, drainiert, verbunden und teilweise Heilung auf erstem Wege erzielt.
Krankheiten der Gehörne und Gewellte. Hornbruch.
Litteratur: Sohöllor, Lockerwerden d. Hörnerb. Aphtonseuche. Qurlt amp; Hertwig. 1848, p. 515. Oörper) Absägen d. Hörner b. 'Rind. Tztl. Zeitung-. 1845, p. 54. Doll, Hornbriiche. Hiumrznoibruch 1844, p. 16. Rychner, Hornbrllohe. Bujatrik 1851, p, 181, Willburg-, Krankh. d. Rindes 1868, p. 85. Kl. Bericht, Toul. 1859, p. 887. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1859, p. 50. Franz, Anseti-cn neuer Hörner. Sachs. Jhb. 185(1, p. 57. Zwickel, Geweibdegeueration 1858, p. 23. Stock mejer. Gehörnte Pferde. Stoll, 1852, p. 149. Hg. Bor. 1852, p. 7. Hannen, Anbinden am Horn. Gerlaeh amp; Leisering 1S5G p. 1B9. C u r d t, Honi-brucli. Gurlt lt;t Hertwig 1851, p. 299. Goubaux, Abfallen, Lockerwerdon d. Hörner. Lyon 18G5, Rep. XXYHI p. 54. Festal, Hornbrueh. Toul.
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Krankheiten der Gehörne und Geweihe. Hornbruch.
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1860 p. 530. Cooulet, Krankli. d. Hörner. Kcho mcd. ISfil, p. 574. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 44. V o igt 1 an d e r, Hornzapfen-bruch b. Ziegenbock. Sachs. Jhb. 1862 p. 63. G u r 1t, Bewogl. Hörner b. Rind. Gurlt amp; Ilertwig. 1862. p, 292. Kxostosen a. Rosinstock b. Reli. Ib. 266. Leisoring, Struktur u. Wachst, d. Ilornscheidcn d. Wiederk. Sachs. Jhb. 1870, p. 103. Hornbruch. Sachs. Jhb. 1872, p. 157. Zürn, Hornfortsiitzo b. Pf. Adam. 18S5, p. 348. Müller, Hypertrophie des Hornes b. Ochsen, (ist. Ztschr. f. Vk. 1888, p. 24.
,Die Hörner unserer Wiederkäuer, llohlhörnor, besitzen über dem hohlen Hornzapfen eine Fortsetzung des Corinms, die. als llornmatrix oder Hornlcderlmut bezeichnet wird. Dieselbe hat zahlreiche Oet'iiss-papillen und viele Blutgefasse. Die llornscheide (gewöhnlich Horn genannt) verhält sich zur Hornlederhaut wie die Epidermis zum Corium.quot; Frank. Über die Entwiokelung des Homes waren früher irrige Ansichten vorhanden, noch Sandil'ort hat 1S27 angegeben, die llornschei-den entwickeln sicli durch Zusammenkleben von Haaren. Erst Gurlt, Harting, Eroolani, Leisering u. a. haben genaue Angaben geliefert. Die sein-verschiedene Grosse der Hörner bei den versohiedenen Rassen, l)is herab zu dem vollständigen Fehion bei den hornlosen Tieren, bedingt schon an sich eine grosso Mannigfaltigkeit in den Vorkommnissen. Nicht, immer sind beide Hörner in gleichmässiger Weise gebildet, Müller berichtet über eine Hypertrophie des Gehörns in folgender Weise: Das rechte Horn ist normal gebildet, das linke jedoch wold gleichlang wie das rechte, aber noch einmal so dick.quot; Das kranke Horn ist abwärts gekrümmt. Die Hornscheido an dem abnormen Home abgerieben und mit einer 8 cm langen und 2,5 cm breiten Öffnung versehen, aus welcher eine dunkelrote, weiche, leichtblutende Masse, Matrix des Homes, hervorwucherte.quot; Die Hautwulst an der Basis des abnormen Homes ist dick, aufgequollen, die llornscheide weich, in Blättern abhebbar. Knochenfortsatzumfang an der gesunden Seite 24 cm, an der kranken 42. Als Ursache vermutete man mechanische Einwirkung. Lookerwerden der Hörner bei der Apbteuseuche beobachtete Schöller. Gurlt sah bewegliche Hörner beim Rinde dadurch entstanden, weil die Stirnzapfen halbbeweglich angewachsen waren. Über das spontane Abfallen und Loc k e r word e n der Hörner hat Goubaux mehrere Erfahrungen gesammelt. Verwundung am Gehörn-grunde beobachtete Hannen bei einer Kuli, welche mit einer Kette um die Hörner angebunden war. Beim AI) sä gen der H o r nsp i t zen , welches in einzelnen Gegenden vorgenommen wird bevor die Tiere gemeinsam auf die Weide kommen, entstand nach Beobachtung von Corper, bei zu tiefer Hinwegnahme mit der Verletzung der Fleisch-
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44nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Gehörne und Geweihe. Hornbruch.
teile nachfolgende grosse Entzündung an den Hornwnrzoln, sehr heftiges Schütteln und Abnahme der liorninasso am Grunde. Franz berichtet über A n s e t z o n neue r II ö r n e r folgendes : Zwei Viehhändler kauften eine alte Kuh mit einem Horn, setzten dieses ab und setzten beiderseits je ein jüngeres Horn von einer 4 5jithrigen Kuh am Stumpfe auf. Die Befestigung geschah jederseits durch 2 Nägel von 2 Zoll Länge, die durch Horn und quot;Wurzel getrieben waren.
Über unerwünschte Wach stumsrichtung der Hörner ist schon im Altertum das Mittel, was heute noch angewandt wird, bekannt gewesen. Pausanias schreibt: Sollten die Hörner junger Stiere in unerwünschter, entstellender Richtung wachsen wollen, so erweiche man sie mit Feuer oder siedendem Wachs, drehe sie und gebe ihnen die rechte Form und Lage.quot; Dieses Biegen nach Erwärmen kann selbstverständlich nur an der Spitze bis zu dem Honizapf'en vorgenommen werden. Durch Vorbinden eines Brettchens kann bei jungen Tieren das Wachstum der Hörner in andere als die naturgemässe Ilichtung gedrängt werden.
Frakturen der Hornzapfen des Rindes.
Jlit diesen hat man es nicht selten zu tluin, denn häufiff ffenug kommen dieselben vor, besonders in Gegenden, in welchen die Tiere auf die Weide gehen und durch Kämpfe Gelegenheit haben, sich das Gehörn zu zerbrechen, oder in Gegenden in denen hauptsächlich Kleinbauern existieren, welche schlecht eingerichtete Stallungen haben, in welchen die Tiere viele Ecken und Winkel finden, wo sie sich mit dem Gehörn einklemmen können. Auch wird beim Austreiben zur Tränke an Wintertagen bei Glatteis, besonders Gelegenheit geboten zum Stürzen und Abbrechen des Hornzapfens.
Die Fraktur des Gehörnes ist sehr verschieden. Der Zapfen selbst ist knöchern und sein zentraler Hohlraum steht mit der Stirnhöhle in Verbindung. Das Horn aber ist an der Cutis, welche hier ähnliche Fleischplättchen bildet wie nm Hufe, am Grunde festgewachsen und wird nach ähnlichen Prinzipien gebildet, wie das Hufhorn. Es besteht somit das ganze Gehörn aus a) dem hohlen Hornzapfen, b) der denselben überziehenden Cutis, welche als Fleischhaut bezeichnet wird und über das Ganze geht das c) von letzterer gebildete Hohlhorn. An der Spitze des knöchernen Kernes des Gehörnes wird auch das Horn massiv gebildet und es kann daher dasselbe an der Spitze eine Strecke weit abgesägt werden, ohne dass der Eingriff' eine andere Bedeutung hätte als das Abschneiden von Hufhorn in der Schmiede oder dasjenige von Haaren. Anders aber ist es, wenn gewaltthätigc Einwir-
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Krankheiten der Gehörne und Geweihe. ITornbruch.
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kungen auf das Gehörn stattfinden, so dass sich dadurch das Horn von der Flcisclnvand aldüst und losgestossen wird in seiner ganzen Länge, oder dass das Gehörn samt seiner knöchernen zentralen Knochenröhre abbricht, oder dass es nur gebogen und gequetscht, gowissermasson leicht gesplittert wird, dass es', nur angebrochenquot; wird. Wenn die Einwirkung eine ganz gewaltige war, z. B. sehr heftiger Sturz, und es bricht das Gehörn tief an der Basis ab, so können zugleich die Erscheinungen der Gehirnerschütterung mit verbunden sein und man hat ein doppeltes Leiden vor sich, das mit der nötigen Vorsicht aufgenommen sein will. War die Einwirkung jedoch nicht so heftig, hat dieselbe gerade noch genügt, um die Fraktur des Gehörnes zu bewerkstelligen, so ist die erste Erscheinung in der Kegel eine derartige, dass der Besitzer eiligst nach dem Tierarzt rennt. Meist ist dann das Tier etwas betäubt und die entstehende Blutung ist eine ganz bedeutende, namentlich wenn der Bruch ziemlich weit aussen ist und das liorn von dem stehengebliebenen Zapfen losgelöst wurde. Manchmal bricht das Horn dicht an dem Stirnbeine ab, bleibt jedoch mit dem unteren Teile mit der Haut verbunden und baumelt lose herab. (Stockfleth giebt an, dass derart mit einem falschen Gelenk angeheilte Hörner nicht selten zu finden seien.)
Die Prognose bei den Gehörnbrüchen ist in der Kegel günstig. Die Blutung hört von selbst auf, das Tier vergisst auch bald seine Schmerzen.
Therapie: Es werden von Unkundigen die unsinnigsten Dinge mit solchen verunglückten Gehörnen vorgenommen.
Allein nicht immer lässt sich an einem solchen ungestraft Kurpfuscherei treiben. Es kommt zu Entzündungen und Zersetzungen innerhalb der Stirnhöhle, der Prozess greift über auf die Siebbeine, es kann dortselbst eine eiterige Entzündung entstellen, welche die Platten usuriert und schliesslich durch Gehirnerkranknng den Tod des Tieres zur Folge hat, oder es können die von den erkrankten Schleimhäuten abgesonderten Massen zur Nase ausfliessen oder sich in der Stirnhöhle ansammeln und bei Beugung des Kopfes, sodann durch den abgebrochenen Knochenzapfen nach aussen zum Abflüsse gebracht werden.
Kasuistik: Ein 2jäbriger Stier hatte das linke Horn samt Ilorn-zapfen gebrochen. Nach vollkommener Heilung wurde derselbe wieder zum Sprunge zugelassen, das Tier sprang auch mit eregirtem Penis wie zuvor auf, fiel jedoch stets nach der linken Seite ab, ohne den Sprung vervollständigt zu haben. Mehrfache Versuche mit grossen und kleinen Kühen, mit hohen und niederen Sprungstellen, hatten stets das-
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46nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Gehörne und Geweihe. Hornbruch.
selbe Resultat! Als nach 4 AVochon noch diese Ersclicinmig bestand, wurde das Tier von der Zucht ausgeschlossen (Sachs. Jb. 1872). Curdt hat folgende Fälle veröffentlicht: Eine Kuh brach das Horn, so dass dasselbe nur noch an einem Hautlappen herabhing. Der Besitzer schnitt dasselbe ab und legte einen Taerlappon darüber. Einige Tage später versagte das Tier das Futter, hielt den Kopf schief, brummte häufig und ging im Kreise. Curdt trepanierte (Jie Stirnhöhle, es floss viel rötliche Flüssigkeit ab, das Tier wurde ruhig nnd heilte auf Höllon-steineinspritzungen. Einer zweiten Kuh brach der Zapfenfortsatz dicht am Kopfe ab, aber nicht auch das Horn, letzteres war nur geknickt und verbogen. Curdt richtete dasselbe auf und band es fest, nach einigen quot;Wochen aber war dasselbe noch nicht fest, sondern konnte noch etwas hin- nnd herbewegt werden. Da dieser Zustand noch nach einem Jahr so bestand, wurde das Horn amputiert. Doll empfielt llorn-brüche mit einem geleimtem Verbände zu verbinden.quot; Der Leim wird fest und hart, so dass die Tiere beim Dawiderstossen nicht leicht Schmerz empfinden, sie nehmen sich jedoch sehr in acht.quot; Der
Vorband' bleibt (J......8 Woohen liegen nnd wird mit lauwarmem Wasser
aufgelöst. Beim Ausdrehen rät Doil das Dorn an den Haaren wieder anzuleimen, dick mit geleimten Binden zu verschliosson und diese 4 bis G Wochen sitzen zu lassen. Jlvchner giebt an, dass bei Hornbruch, wenn die Teile etwas aus der Lage gewichen sind, grosse Schmerzhaftigkeit besteht, die Tiere suchen Anstossen zu vermeiden, die Bruchstelle knarrt, am Kopfe treten BiiituiiterlaufungeTi, und allgemeines Fieber auf. Ryohner rät feuchtes Sohlleder umzulegen, um dasselbe eine Binde und das Ganze mit einem Stabe zu fixieren. Willburg giebt folgende Vorschrift: Hängt das abgebrochene Hornstück noch an, so wischt man mit Salzwasser und Essig das Blut ab, drückt den abgebrochenen Teil wieder fest auf, streicht die Fuge mit warmem, dickem Tischlorleim zu und verbindet die Wunde mit einem Tuche. Wenn alles schnell geschieht, so heilt das Stück wieder an. Bei ganz abgebrochenen ist hiegegen nichts zu thun, als ein mit Bleiwasser gut getränktes Stück Leinwand berumzulegen.
1) Bei teilweise gebrochenem und geknicktem Horn kann versucht werden, demselben die regelrechte Lage zu geben. Es kann hier notwendig werden, mit der Feile, dem Messer und dem Meissel eine Splitterung glattrandig zu machen. Die Wunde ist mit einem antiseptischen Mittel und mit Protektiv zu überdecken. Hierauf wird man das Gehörn in die normale Stellung bringen einen Wattbausch, desinfiziertes Werg oder Holzwollekissen, Torf oder
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ein anderes Verbandmaterial auflegen und dann das Horn fest mit Zirkelbinden umwickeln. Ist dies geschehen, so bindet man (nach
Kyclmer) einen Stock fest am gegenüberstehenden Gehörn und fixiert an demselben das Gebrochene in der gegebenen Stellung.
2) Bei kurzem, geradem öehörn kommt es ab nnd zu vor, dass sich das Horn von dem Knochenzapfen loslöst und dass es, ohne dass es an irgend einer Stelle zum Bruche kommt, herausgeschleudert wird. Es sind Fälle mitgeteilt und ich selbst kenne einen solchen, dass bei sofortigem Wiederaufsteckon und festem Verschluss am Grunde das Horn wieder auf dorn Stirnzapt'en i'estwuchs, dass neu gebildete Horn-masse die sämtlichen Räume nnst'iillt und dass es dann ebenso feststeht, wie zuvor. Es ist jedoch bei einem solchen Versuche absolut nötig, genau festzustellen, ob nicht Teile der den Stirnzapfen überziehenden Cutis verletzt sind und namentlich ob das abgestossene Horn in seinem Innern eine solche Beschaffenheit besitzt, dass die Möglichkeit einer direkten Vereinigung nicht ausgeschlossen ist. Niemals kann man einem solchen-Versuch mit Hoffnung auf Erfolg unternehmen, wenn ein Teil des Stirnzapfens gebrochen ist oder wenn das abgestossene Horn schon stundenlang von seiner Matrix getrennt, erkaltet und in seinem Innern verunreinigt und mit Kokken besät ist.
8) 15ei cinetn Brach des Gehörnes in der Glitte oder am Grunde, wird in der Kegel eine Splitterung des Hornzapfens vorliegen. Meist hat sich in diesen Fällen der Hornteil, welcher von der Frakturstelle gegen den Kopf vorhanden ist, losgelöst nnd man hat es mit einer ziemlich grossen, schmerzhaften, oft recht stark blutenden Wunde zu thun. In seltenen Fällen wird Horn und Stirnzapfen gebrochen sein, nnd der gebrochene äussere Teil entweder ganz entfernt sein oder nur noch an wenigen gequetschten Teilen herabhängen. in allen diesen Fällen ist sorgsamste Entfernung sämtlicher Splitter notwendig. Teile die festsitzen oder feststehen, lässt man unberührt, es sei denn, dass oben oder unten am Horn ein Splitter, ähnlich einem breiten Bande gegen die Basis hereingerissen wäre, in welchem Falle es sich empfehlen könnte, die noch festsitzende Masse mit der Zange und dem Messer zu entfernen. Am einfachsten wird die Glättung des stehen gebliebenen Zapfens immer dadurch bewerkstelligt, dass mit einer
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Säge an der Grenze der Fraktursh
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das Horn abffesäfft wird. An-
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dernfalls schneidet, man mit starkem Messer die Bänder vollkommen glatt. Hierauf entfernt man die Haare an dem (laquo;runde und berieselt den Hornzapfen mit einer antiseptisohen Lösung so lange, bis er vollkommen rein ist. Ist nun noch irgend eine Blutung vorhanden, so
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Krankheiten der Gehörne und Geweihe. Hornhruch.
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kann mit der Anlegung oinos Dauorvnrbandes, (denn nm einen solchen handelt es sich hier Immer) nocli nicht vorgegangen worden. Man inuss die Blutung zuerst zu stillen suchen durch Umlegen eines nassen, leinenen Tuches, welches man mit Essig- oder Eiswasser durch einige Stunden oder ttbemaobt feucht und kalt erhalten lässt oder mit Kautschukpapier bedeckt. Kach dieser Art von Blutstillung (man unterlasse ja, die Blutung rasch durch Eiseuchlorid stillen zu wollen, denn alle mit dieser Lösung traktierten Wunden heilen schlecht) bringt man folgenden Dauerverbaud an:
Der Stirnzapfen wird rundum mit einer dicken Schichto von irgend einem milden antisoptischen Mittel, Jodoform, llism. subnitr. Borsäure, Kesorcin, oder dergl. in entsprechender Verdimniing be-pudert. Die Öffnung am äusserston Ende des gebrochenen Stlrnzapfena wird nach der Uepudertmg mit Jodofonngaze überdeckt, das Ganze mit Krüllgiizc, oder irgend einer antiseptischen Gaze oder mit antiseptischer Jute, oder autiseptisch gemachtem Werg dick umgeben. Insbesondere wird man sorgen, dass die Öffnung oben fest verschlossen ist, ohne jedoch einen Pfropf hinein zu schieben, über das Ganze legt man einige Rollbinden, durch welche der Verband festgemacht wird. Es empfiehlt sich dabei, einige Touren über die Stirne und das Genick zu führen und das gegenüberstehende Horn damit zu umschlingen. Der Verband bleibt 14 Tage bis 3 Wochen liegen und während dieser Zeit bildet sich soviel Narbenhorn, dass der Patient ans der Behandlung entlassen worden kann.
Erfolgt die Heilung jedoch nicht unter dem ersten Verbände, hat man in der Anlage desselben einen Fehler gemacht, unreine Materialien verwendet, oder ist durch Zufall der Verband abgerissen worden, so wird man eine Temperatursteigerung entdecken, wenn bereits allgemeine Erscheinungen eingetreten sind, man wird ferner eine Durch-feuchtung des Vorbandes finden und üblen Geruch wahrnehmen. Zeigt sich nun nach Abnahme des Verbandes eine detrltlsche, eiternde oder jauchige Gescbwürsfläche, so wird man gründlichste Reinigung vornehmen und die abgestorbenen Fetzen entfernen, auch wird man sich überzeugen , ob die Schleimhaut der Stirnhöhle erkrankt und Eiter- oder Schleimansammlungen vorhanden sind. Hier muss dann Entleerung und Einspritzung von antiseptischen und adstringierenden Mitteln stattlaquo; finden, Bleiwasser, Bleiessig, Alaunlösung, Karbol- und Sublimatwasser ist hier angezeigt. An einen nochmaligen, erfolgreichen Dauerverbaud ist aber jetzt nicht mehr zu denken. Man wird die Wunde nicht gerade offen lassen, aber dieselbe nur vielleicht mit Teer oder mit Lehm
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Krankheiten des Ohres.
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dick überstreichen und eine einfach benetzte Binde, die man von Zeit zu Zeit anfeuchten lässt, etwas zu schützen suchen.
Notwendig ist, dass man bei derartigem jMisslingen des ersten Verbandes, dann öfters nachsieht, damit keine üble Zufälle entstehen.
Geweihdegenerationen bei Eehböckcn und Hirschen, sogenannte P erü ck enge we ihbil dung kommt vor, wenn diese Tiere an den Testikeln verletzt wurden, dadurch dass man sie, um sie noch als Haustiere halten zu können kastrierte, oder dass ihnen absichtlich mit einer Zimmerflinto in die Hoden geschossen wurde, oder dass dort zufällige Verletzung entstand. Derart verstümmelte Tiere behalten entweder das jetzt sitzende Geweih immer auf oder sie werfen es noch einmal ab, aber das auf dem Rosonstock nachschiebende neue Geweih hat alle Wachstumszentren verloren, es bildet sich ein verhärtender Klumpen von oft ganz abenteuerlicher Form und Grosse. In jeder grösseren Geweihsammlung, sowie in Jagdalbums finden sich derartige Exemplare.
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Krankheiten des Obres.
Ohrverbände
bei Pferden und Hunden. Ohrkappen, Ohrtücher. Oben Zusammennähen mit
Kork.
Die Verwundungen, welche an den Ohren unserer Haustiere vorkommen sind zum allergrössten Teile absichtliche, zur Erreichung irgend eines bestimmten Zweckes, durch den Menschen ausgeführt: Es sind dies die in grössester Anzahl ausgeführten Schartonbildungcn an den Ohren oder Durchlöcherung oder Amputation derselben zum Zwecke der Zeichnung, besonders ausgeführt an Schafen und Schweinen, welche Tiere gemeinsam zur Weide gehen. Es sind ferner absichtlich ausgeführte Verwundungen an den Ohren der Hunde, besonders der Rassen der Pinscher und Rattonfänger und der Ulrner Doggen, zum Zwecke vermeintlicher Verschönerung und es sind endlich absichtlich ausgeführte Verwundungen, zum Zwecke eines Aderlasses.
Nur in seltenen Eällon werden diese Verwundungen später Gegenstand der chirurgischen Behandlung, IMeist noch tritt der Fall ein, wenn die Ohren von Hunden in roher Weise durch Ausreisson, Abdrehen und Quetschungen entfernt werden. Hier entstehen manchmal ganz bedeutende Verschorfungon, Eiterbildungen und Verwachsungen des Gehörganges, welche jedoch meist günstig zu prognostizieren und bei regelrechter Behandlung bald zur Heilung zu bringen sind.
iloltiiiann, Ticriirztlicho ChUtlFglo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
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Krankheiten des Ohres.
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Anders ist os mit den zufälligen Verwundungen der Ohren soldier Haustiere, bei denen dieselben als eine besondere Zierde gelten, so namentlich bei Pferden und langobrigen Hunden. Bei ersteren treten die Verwundungen moistens auf durch Hisse nebenstehender Pferde, bei letzteren infolge Raufereien, oder durch Hiingenbloiben mit den zurückfliegenden Ohrlappen, beim raschen Durchrennen von dornigem Gesträuch, durch Hängenbleiben an Nägeln beim Durchschlüpfen von engen PaBaagen u. dgl. m.
Es ist bei allen diesen Verwundungen in erster Linie sorgsamst zu berücksichtigen, dass beide Ohren in gleicher Länge erhalten bleiben müssen oder doch sollen. Das geschlitzte oder gerissene Ohr wird zunächst an den Wundrän
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dern von Ilaaren sorgsam befreit, hierauf wird die Wunde mit antiseptischer Flüssigkeit, mit Schwamm oder Watte und dgl. gereinigt. Kcgehnässig steht nun irgendwo der Knorpel hervor und die Haut hat sich zurückgezogen.
In all diesen Fällen muss der Knorpel abgeschnitten und die Haut
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W quot;' V/ gfi?nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;derart genäht werden,
dass frische Hautwunde
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Flg.
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Obrvorband mit Binden heim l'lVrdc von der Seite.
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zu frischer Hautwunde
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kommt. Je sorgsamer das Nähen geschieht, je zahlreicher und gleichmässiger die Nähte den Verschluss vollkommen herstellen, um so eher ist Aussicht auf Heilung per primam. Die genähte Wunde wird mit Jodoformpulver, einem anderen antiseptischen Puder oder Jodofonncollodium überdeckt. Am Ohr des Hundes lässt sich leicht ein antiseptischer Verband anbringen. Man stopft die untere Fläche zwischen Kopf und Ohr mit antiseptischer Watte, Jute oder dergl. aus, oder legt das Ohr nach oben über auf eine weiche Unterlage und führt durch Cirkelbinden über den aufsaugenden die Wunde bedeckenden MuH den Verband aus. t'ber denselben kommt eine Ohrenkappe aus Lcder oder ein passendos Garn- oder Drahtgeflecht, An den durch Naht vereinigten Wunden an den Ohren der Pferde lässt sich nur mit einiger
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Krankheiten des Ohres.
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Mühe und Kunst ein Verband anbringen, jedoch nur dieser sichert die Aussicht auf Erfolg zu einer Heilung p. p. Entsteht aber diese nicht so reissen nach wenigen Tagen die Nähte und es steht kaum eine Yer-bindung der getrennten Teile in Aussicht. Der Verband ist folgender-inassen zu bewerkstelligen. (S. Fig. 2 u. 3.) Mittelst einer starken Wicke aus Werg, Jute, Watte oder eines passenden Ilolzwolleliissens, wird das Innere der Ohrmuschel ausgefüllt, so dass sich das Ohr durch Cirkelbindetouren nicht zusammenpressen lässt. Aussei! werden ebenfalls Verbandstoffe aufgelegt und sodann reichlich (iazebindetouren umgelegt. (S. Fig. 4.) Dabei muss der Verband trocken sein, nicht zu
schwor werden und durch Umfahren der
Kehle mit der Binde gefestigt werden.
Nachher kommt eine Kopfkappe darüber. Verwundungen an den Ohren von
Schweinen, Hunden und Katzen, werden
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Flg. 8. Olirvcrband beim IMerdc von vorne. Fig. 4, Olirvcrbaml mit Loilcrkappc beim Hunde.
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seltener Gegenstand chirurgischer Behandlung. Wird eine solche jedoch gewünscht, so ist selbstverständlich die Vereinigung sowie die Antisepsis präzise durchzuführen, wenn man überhaupt einen chirurgischen Erfolg sehen will. Öfters wird es sich nur darum handeln, ein gesundes Ohr bis zur Kürze des verunglückten abzuschneiden Es empfiehlt sich, hiezu vorher eine Schablone aus Pappdeckel anzufertigen, genau nach der Grosse und dor Richtung der Ränder dos bereits zu kurzen. Die Amputation geschieht durch eine scharfe Schere, dor sich (infolge der Zurückziehung der Haut), hervordrängende Knorpel wird nachgeschnitten. Man überlässt die blutende Wunde sich seibat oder fährt mit dem Glüheisen darüber oder giebt ein blutstillendes Pulver darauf.
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#9632;;i
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52nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Entzündung und Eiterung des äusseren Gehörganges.
Zum Koupieren der Ohren bei Hunden legt man die Tiere auf einen Tisch und schneidet mit einer geraden Schere den vermeintlich zu langen Teil ab. Es ist zu beachten, dass ja die Haut nicht über den Knorpel nach der Spitze zu angezogen wird, weil sich sonst die Haut nach dem Schnitte zurückzieht und dadurch ein breites Knorpelstück freigelegt ist welches nur sehr langsam heilt. Zweckmässiger ist es, den Ohrlappen mit passenden leichten eisernen Klammern einzuklemmen, an der obersten Stelle das Ohr nach Innen etwas anzuziehen und dann mit scharfem Messer der Innenfläche entlang zu trennen. Dadurch können die Ohrspitzchen sehr gleichmässig geschnitten werden. Le-moigne liess nach Ohramputation beim Pferde dem Tier eine Haube von passender Farbe aufsetzen, an welcher falsche Ohren angenäht waren.
Entzündung und Eiterung des üusseren Gehörganges.
(Otitis extorna suppurativa.)
Verknöcherung und Verwachsung des Gehörganges.
Litteratur: Steiner, Ohrwurm b. Pferde. Gurlt u, Ilcrtwig 1830, p. 250. Ley, Behandlung der Ohrkranklieiten. Tztl. Zeitg. 1848, p. 31. König, Ohrwurm d. Hunde. Tztl. Ztg. 1819, p. 174. Lemoigne, Amputat. eines Ohres b. Pferde. Mail. 1854, p. 8G. Ibd. 1855, p. 54. Her twig, Krankh. d. Hunde. 1853, p. 105. Hofer, Otitis externa. Jhb. d. Münehn. Tzsch. 18G1. Friedb erger, Ente. d. äuss. Gehörganges. Ibd. 1873/74, p. 73. Gottweiss, Das Buch v. gesund, u. krk. Hunde. 1875, p. 55. G r e b i n, Ohrentzündung. Mitt. a. d. tztl. Praxis. Hol. u. Seh. 1877/78, p. 84. Johne, Otitis purulenta. Sachs. Jhrb. 1884 p. 23. Hartmann, Otitis externa. British med. Journ. 1887. Allg. Med. C. Z. 1887, p. 91. Herrmann, Suppurativo Otitis. Mitt. f. Ohr- n. Kehlkopfkrankh. 1888, p. 387. Hertwig, Verwachs, d. Gehörgangs, Krankh. d. Hunde. 1853. p. 109. Heckmeijer, Ohrgesohwür. b. Hunde. Holl. 1852. Bericht üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1852, p. GO. Gurlt, Verknöcherte Ohrmusehol. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 983.
Erkrankung der Auskleidung des äusseren Gehörganges kommt
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bei säintlicben Haustieren vor. Steiner beschreibt eine Auftreibun
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raquo;
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und Verschwärung der Ohrmuschel, mit dünnflüssigem, scharfem Ohrenschmalz und schnalzendem Geräusche im Grunde beim Pferde, ein Übel das er 6 Monate lang vergeblich, selbst mit dem Glüheisen behandelte. Schüler hat die Otitis externa hauptsächlich bei hornlosen Fleischschafböcken gesehen. Auch bei anderen Haustieren ist sie be-
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Entzündung und Eiterung des äusseren Gehörganges.
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obachtet. Von ganz wesentlicher Bedeutung ist aber die Krankheit wegen ihres häufigen Vorkommens und der verhältnismässig schweren Heilbarkeit bei Hunden.
Aetiologie: Die häufigste Ursache sind Ansammlungen von Ohrenschmalz, Zersetzungen desselben, Schweissbildung, Ansammlung von Unrat und dadurch Ekzem, welches im eiterigen Stadium bleibt und chronisch wird. Es können jedoch auch Verwundungen mit nachfolgender Eiterung dortselbst leicht chronische Prozesse veranlassen. Ich habe auch schwere Vereiterungen gesehen wenn die Ohren der Hunde zu knapp am Kopfe abgeschnitten, oder gar ausgedreht waren. Von Hertwig und Fricdbergor sind bei dieser Krankheit Milben im Gehörkanal bei Hunden gefunden worden, Johne stellte solche fest im Oehörgnng des Kaninchens (Dermatocoptes eunniculotis). Disponiert sind langohrigo und langhaarige Hunde.
Klinisches Bild: Die betroffenen Tiere kratzen, reiben den Kopf an feste Gegenstände, schütteln wohl auch, doch nicht sehr bedeutend. Das betroffene Ohr wird tiefer gehalten, somit Schiefstellen des Kopfes als ob an der kranken Seite ein schweres Gewicht den Kopf niederzöge. Beim Anfassen entsteht lobhafte Schmerzäusserung. Die Hunde boissen, wenn sie dort von Fremden gedrückt werden. Mit Ohrenschmcrz behaftete Individuen sind überhaupt im höchsten Grade gereizt und unwirsch. Gerade im Umgange mit solchen Patienten wusste sich schon Hippokrates nur durch eine Listquot;, wie er sagt, zu helfen. Es ist dies zwar die einzige kloine Unredlichkeit die ich von ihm kenne, aber sie ist ihm trotzdem hier nicht zu schenken. Er schreibt: Wenn jemand Ohrenweh hat, so wickle man Wolle um den Finger, giesse warmes Öl darauf, dann lege man sie in die flache Hand, halte sie unter das Ohr, so dass der Patient glaubt, dass etwas herausgeht; wirft es dann ins Feuer.quot; AVird bei einem an Otitis erkrankten Tiere das Ohr emporgehoben, so ist das erste, Bemerkbarkeit eines höchst üblen, süsslich-faulen Geruches, die untere Obrfläche erscheint hochgerötet ebenso der Grund der Muschel sowie die in die feine Auskleidung des Gehörganges übergehende allgemeine Decke. Gelblicher, brauner Eiter verklebt die Haare der Umgebung, der Gehörgang ist mehr oder minder vollgefüllt mit diesen dem Laien höchst ekelhaften Massen. Die hervorragenden Stellen des Gehörganges sind geschwürig, so duss manchmal grössere und kleinere, zahlreiche geschwürige Flüchen bis ganz in die Tiefe reichen, dass sogar das Trommelfell ergriffen werden und vereitern kann. In Einzelfällen geht die Eiterung derart tief dass der Knorpel frei liegt und einzelne Par-
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Entzündung und Eiterung des äusseren Gehörgangos.
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tien desselben losgestosson werden. Seihst Perforatione nach aussen und unten kann eintreten. Ganz charaktoristisch und dies gilt namentlich für die Erkennung tiefsitzender eiteriger Entzündungen, sind die auf seitlichen Druck oder rasches Zusammenpressen und Wiederloslassen des Ge-hörganges entstehenden E 1 ü s s i g k e i t s g e r ä u s c h e, die als s c h n a 1 -zende oder quatschende hezeichnet werden können. Um ganz in die Tiefe hlicken zu können, beleuchtet man mit einem Spiegel unter Anwendung eines zylindrischen, oben becherförmig erweiterten Glas-
röhrchons den Gehör-
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gang. (S. Fig. 5.) In ganz alten Fällen sind Verdicknngen, Narbenlaquo; bildungen, Verkrüppo-lungen bis zum vollständigen Verschlüsse des Gehörganges vorhanden.
Prognose: In frischen Eällcn, bei nicht sehr reichlicher Geschwürsbildung und hei Anwendung der wirksamen Art der Behandlung, günstig. In alten Fällen, mit tiefer Gre-schwürsbildung und namentlich bindegewebi-gen Entartungen, vor
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sichtig bis ungünstig.
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Fig. 5. Untocsnoliung des Ohrea mittels Spiegel uml Ohrtricliter
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Therapie: Das
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erste und nötigste ist gründliche Reinigung. Ich wende mit Vorteil Sublimatsalbe 1 : 100 oder Bor- oder Carbolsalbe 50/iiig oder Carbolöl 50/oig oder Creolinsalbe 5n''o zuerst derart an, dass ich damit den ganzen Gehörgang ausfülle, reichlich die Umgebung einfette, einen grossen Wergbauachen zwischen Ohrlappen und Kopf schiebe und nun verbinde. Dadurch wird alles gründlich erweicht und geruchlos. Kacli 1 2 24 Stunden erfolgt sorgsamste Reinigung mit Seife und lauwarmen Wasser, und von jetzt ab mir noch trockene Behandlung. Mit Werg und nachher mit Watte wird gründlichst getrocknet und jetzt der Gehörgang mit einem desinfizierenden, leicht zusammen-
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Ohrwurm.
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ziehenden Mittel ausgefüllt. Es ist eine grosse Anzahl von Mitteln die diesen Zweck erfüllen, yorhanden: Ich verwende mit Vorliebe Bisinutlnim subnitricum, aber auch Zinkvitriol 50/oig mit Amylum, Ilöllenstoinpulvor mit Amylum 24quot;/0ig. Itcsorcin 2,5',/()ig) Borsäure 80/0ig) Zinkoxydpulver, Creolin b0L\g U, a. sind ebenso zwockinässig. In leichten Fällen braucht man gar keinen Verband. In schwereren muss ein solcher, um möglichste Ruhe zu erzielen, angewandt worden. Ein Verband mit Lederkappe ist zu warm, deshalb sind die Schnurnetzverbändo mehr zu empfehlen. Auch ist wegen dem leichten Schwitzen der UntcrHächo des Ohres, das Herauflcgen desselben anzuraten In schwereren Fällen, bei grösseror geschwiiriger Zerstörung, ist Atzung des Goschwür-grundes mit dem Höllensteinstift, oder mit feiner glühender Nadel, dem Paquelinbrenner zweckmässig. Cocainsalben sind bei bedeutender Scbmerzhaftigkeit von günstigem EinHusse. Die früher geübte Behandlung bestand nach Hartwig in Abführen, Magerhalten, Haarseilen in das Genick, tägliches Eintröpfeln von Bleiwasser mit Opium. Nach Hockmeyer in täglich 25 maliger Anwendung von Kreosot in Salbei-lösung. Hcrrman empfiehlt täglich mehrmalige Instillation von einigen Tropfen verdünnter Milchsäure. Hartmann Glycerin 1 : 10 Wasser. Hofer Hüllensteinlösungcn. Hartmann 100/0iges Carbolglycerin. König Arnika-tinktur. Es ist aber die Pulverbehandlung vorzuziehen, nur in solchen Fällen in denen die Geschwüre sehr tief sitzen, in denen die Flüssigkeiten viel leichter einzubringen sind, halte icli das Carbolglycerin, gelegentlich auch die anderen genannten Mittel empfehlenswert. In sehr hartnäckigen Fällen habe ich den Gehörkanal nach unten und hinten durchgeschnitten, ein Drainagerohr eingelegt und täglich mit genannten Mitteln, nach vorheriger sorgsamer Reinigung, verbunden. Nach bewirkter vollkommener Heilung erkranken einzelne Tiere leicht wieder. Beim Nachweise von Milben haben inilbentötende Mittel, Schwefelsalben, Creolin, Sublimatpräparate in Anwendung zu kommen. Durch chronische entzündliche Prozesse kommt es allmählich zur Vorknorpelung selbst vollständiger Verknöcherung der Umgebung des Gehörganges, und sogar der (Hirknorpel.
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Ohrwurm.
Litteratur: Ilertwig, Krankh. d. Hunde. 1S53, p. 103. Will bürg, Ohrwurm b. Itinde. Krankh. d. Rindes 1858, p. 83. Steiner, Ohrwurm h. Pferde. Gurlt u. Ilertwig 1836, p. 25(gt;. Wiegel, Ohrwurm h. Ifunde. Jhb. 1858, p. 158. König-, Ohrwurm b. Hunde. Tztl. Ztg. IB-IO, p. 174.
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56nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ohrwurm.
Bas si, Ohrwurm )gt;. Hunde. II medico veter. 1888, p. 205. Der Tierarzt. 1880, p. 205.
Mit der Bezeichnung Ohrwurm ist bislang keineswegs ein einheitlicher Bogriff verbunden, Willburg will den Namen davon ableiten, dass ein wurmiihnlichos Insekt vorhanden sei. Andere bezeichnen als Ohrwurm auch die Oehörgangsentzündungen etc. Ilertwig sagt: Der Ohrwurm ist eine Erkrankung des iiusseren Ohres, kommt fast aus-schliosslich mir bei langohrigen Hunden vor; es wird Ohrknorpel zerstört und der Beginn der Krankheit ist an der äussorsten Spitze oder am Rande der Ohrmuschel.
Ilertwig hatte vollkommen recht dass er nur diesen einen Vorgang als Ohrwurm bezeichnete.
Aetiologie: Es ist mir eine Entstehung des Übels nur auf traumatische Einwirkung bekannt. Nur an langohrigen Hunden treten an der Ohrspitze an den iiusseren oder inneren Rändern oder nahe derselben Verwundungen oder auch ekzemartige Hautverändorungon auf, welche bluten und Rhagaden erzeugen. Die austliessendo geringe Blut- oder Serummenge verklebt die Haare die an dem Ohrrande stets etwas länger sind. Es tritt dadurch Spannung ein und die Tiere bekommen Juckreiz. Nun schütteln dieselben, schlagen die Ohrlappen derb um den Kopf, ja stellen sich nicht selten an eine Wand um das juckende Ohr dort mit heftigen Schüttelbowegungen gewaltsam anzuschlagen.
Klinisches Bild: Meist werden die Besitzer erst durch das öfters auftretende Schütteln der Tiere aufmerksam gemacht dass etwas nicht in Ordnung ist. An dem leidenden Ohre, dessen Spitze oder nächster Umgebung sind die Haare mehr oder weniger mit blutigeitrigem Sekrete verklebt, oft schlagen die Tiere derart mit den Ohren um den Kopf, dass sie in der Stirnmitte einen blutigen Fleck haben.
Tiere welche Beisskörbe tragen die in der Stirnmitte aus hervorstehenden Metallteilen bestehen, schlagen die sie juckenden Ohrspitzen derart dort an, dass die Blutungen ziemlich reichlich auftreten und die Tiere einen feinen Blutregen um sich hersprühen, wodurch sie in menschlichen Wohnungen unmöglich werden. Untersucht man das Ohr näher, so sind die Haare verklebt, mehr oder minder ist frisches Blut vorhanden, die Wunden selbst sind nur klein, schlitzförmig, gering eiternd, mehr oder weniger übelriechend. In der Umgebung ist der ()lirlappen in verschieden grosser Ausdehnung höher gerötet, etwas geschwollen, vormehrt warm und schmerzhaft, es ist venöse Stasis vorhanden. Hicdurch wird erklärlich, dass die Tiere durch diese kleine Blutung, welche durch dieses heftige Schütteln erzeugt wird auf einige Zeit Erleichterung bekommen.
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Ohrwurm.
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Prognose: Eine Spontanheilung erfolgt meines Wissens beim richtigen Ohrwurm niemals. Es dürfen allerdings kleine Verwundungen an den Ohrrändern kurzohriger feinhaariger Hunde oder anderer Haustiere, die ohne venöse Stasis bestehen, damit nicht verwechselt werden. Bei richtiger Behandlung heilt der Ohrwurm rasch, bei falscher ist es ebensogut ihn unbehandelt zu lassen, der Prozess macht Fortschritte.
Therapie: Alle Angaben, dass durch bestimmte Arzneimittel, durch Glüheisen, Salbenauftragen etc. der Ohrwurm geheilt wurde, beruhen auf nicht ganz zuverlässiger Basis. Der Ohrwurm heilt aber in wonigen Tagen auf folgendes Verfahren : 1) Cocainisieren des schmerzhaften kranken Teiles, durch Aufträufeln einer 5deg;, o Lösung. Abscheren der Haare, Busieren, gründlichste Desinfektion. Bei grosser venöser Stasis setze ich jetzt einen Blutegel, für gewöhnlich aber nicht. Nun erfolgt die Herausnahme des kranken verdickten Teiles durch eine Schere oder Auflegen des Ohres auf ein desinfiziertes Brettchen und Herausschneiden mit dem Messer. Ich bilde mit zwei Schnitten oder Scherenschlägennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,''quot;-,l Ohmtband mit Meokigon. Neu.
ein dreieckiges Läppchen dessen Spitze gegen die Ohrbasis gerichtet ist. Die entstandene schartige Wunde blutet ziemlich stark. Dieselbe wird ohne Blutstillung mit ganz feiner Seide aussen und innen derart genäht, dass der Knorpel nicht angestochen wird. Beichliches Auftragen von Jodoformpuder. Bedecken mit Watte und Heftpfiaster-streifen um die Wunde folgen dann. Ebensowichtig ist der nun folgende Verband. Die Ohren werden über den Kopf gelegt und mit Binden und Ohrenkappen odor dreilappigen Tuche festgehalten. (S.Fig.G.) Für solche Fälle in denen ein operativer Eingriff nicht angezeigt erscheint, weil die Wunden zu klein und die venöse Stasis nur gering ist, empfiehlt es sich die Ohrwunde reichlich mit Sublimatsalbo 1 : 100 einzufetten, das Ohr in eine Tuchtascho oder in Watte einzuhüllen, dasselbe nach oben zu legen und dort festzuhalten. Ohne Verband habe ich mit Heftpflasterstreifen, Cocain und antiseptisohen Mitteln zu heilen
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Olirfurunkel und traumatischer Ohrabscess. Blutohr.
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gesuclit, aber nur beim Nichtvorhandensein von venöser Stauung etwas erreicht.
Olirfurunkel und trailinatlsoher Ohrabscess.
Litteratur: Löwenberg, Natur u. Behandl. d. 0* rfurunkels. D. Med. Woclisclir. 1888, p. 28. Schell, traumat. Abscess a. Olir. Med. Neuigk. 1689 p. 23. Seh rader, dasselbe b, Rind. Mitt. a. d. tztl. Praxis 1868, p. 15G. Ibd, 1859, p, 136. Repert. 1848, p. 165.
Den Ohrfurunkel, welcher von traumatischen Abscossen und vomlnncnrohro ausgehenden Erkrankungen zu unterscheiden ist, welchen ich schon mehrfach auch an Tieren beobachtet habe, beschreibt Löwenberg fblgendennassen: Genese: durch Einwanderung von Staphylo-kokkus albus und aureus, selten allen 3 Sorten von Traubenkokken in die Ausführungsgänge der Haarbälge und Talgdrüsen entstehen (hauptsächlich am Grunde des Ohres, der Umgebung, der Mündung, des G chörganges) eiterige Anschwellungen, Furunkel. Dieselben sind anfangs hart, hochrot, sehr schmerzhaft, später erweichen sie, erhalten ein gelbes Zentrum und brechen auf. Es entstehen nach einfacher Entleerung leicht Recidive, Löwenberg rät deshalb nacli Einstich und gründlicher Ausräumung eine übersättigte Borsäurealkohollösung anzuwenden von folgender Zusammensetzung: Alkohol absolut 100, Borsäure sehr fein gepulvert 20, vor dem Gebrauche imizuschütteln.
Traumatischen Ohrabscess am Ohr des Pferdes, beschreibt Schell, in demselben fand sich eine Stopfnadel. Schrader sah ähnliches beim Binde. Das Tier bekam beim Fressen plötzlich grosse Hustenanfälle, Röcheln, es atmete mit offenem Maule, sprang zur Seite, brüllte, aus der Nase floss etwas Blut. Andern Tages waren diese Zufälle vorüber. Nach lU Jahr trat links unter der Ohrdriise, nahe am Kehlkopfe eine bald erweichende Geschwulst auf, die Jauche und eine Stopfnadel enthielt.
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Blutohr des Hundes. (Othämatom.)
Litteratur: Hertwig, Krankh. d. Hunde 1853, p. 101. Dunnewold, Blutohr b. Hunde. Holl. 1854. 13er. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1855. p. 46. Bayer, Chirurgie. Heinike, Blutohr. Blutungen 1885, II. Hoffmann, Lymphextravasate. Monatsschr. f. prakt. Thk. 1. Bd., p. 1, 1889.
Bei langohrigen Hunden entstehen Trennungen zwischen dem Ohrknorpel und der allgemeinen Docke von verschiedener Ausdehnung.
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Blntohr ties Hundes.
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Die dadurch entstandenen Höhlen sind mit rötlich blutiger, manchmal auch klarer, gelblicher Flüssigkeit erfüllt. Man hat Ins vor kurzem den Inhalt für echtes Blut gehalten welches ans zerrissenen Blutge-fässen kommen soll, es ist jedoch wahrscheinlicher, dass es sich in allen Fällen, jedenfalls aber in einer grossen Mehrzahl nicht um ein Blut-extravasat, sondern um ein Lymphextravasat handelt. Es fällt dies besonders deutlich auf, wenn die Nichtgerinnungsfähigkeit, sowie die ganz gering vorhandene Menge von Blutkörperchen, (beim Stehenlassen des entleerten Extravasates) in Betracht gezogen wird.
Aetiologie: Auf mechanische Einwirkungen, Anschlagen der
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OhrenbeiOhrwurm,Strafen dadurch, dass langohrige Hunde an den Ohren ge-fasst und an denselben gerissen werden, oder durch andere stark quetschende und drückende Bewegungen, durch welche ein Ab-reissen der Lymphgefässo und zum Teil auch Blutge-fässe stattfinden kann, er-giesst sich der Inhalt in andauernder Weise aus den
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verletzten Gefässen in die Tasche, welche dadurch
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Plg. 7.
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erweitert und an ihrer
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um raquo;ins Maul.
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Wandung verändert wird.
Klinisches Bild: An der üntorfläohe der Ohren, in seltenen Fällen auch an der Oberfläche entstehen auf die genannten Insulte allmählich wachsend, doch ziemlich rasch Anschwellungen, welche meist in der Mitte und in Längsrichtung des Ohres etwa fingerdick beginnen, jedoch in einigen Tagen oder Wochen oft derart schwellend anwachsen, dass das betroffene Ohr wie ein harter, steifer, kolbiger Zapfen empor steht. (S. Fig. 7.) Die Anschwellung ist gleichmässig, in Einzelfällen vermehrt warm, die Haut gerötet, schmerzhaft, die Spannung des Inhaltes ist verschieden, meist ist dieselbe aber nicht derart stark, dass keine Fluktuation erzeugbar wäre. Die Tiere zeigen Schmerz, drehen den Kopf seitlich mit der Anschwellung nach abwärts gerichtet. Schütteln und Kratzen ist nicht oder nur massig vorhanden. Wird die Geschwulst eröffnet, so fliesst der oben genannte Inhalt aus, die Wan-
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Blutohr des Hundes.
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düngen zeigen sich verdickt, die Gewebsbalken, die ursprünglich vom Knorpel zur Haut gingen, sind zerrissen und hängen als bindegewebiges Gerinsel an den Wandungen, nicht selten sind solche auch abgerissen und liegen frei an der tiefsten Stelle.
Prognose: Ziemlich günstig bei passender Behandlung. Bei Nichtbehandlung wächst das Blutohr oder richtiger Lymphoxtravasat zu bedeutender Grosse heran. Durch den fortwährend stattfindenden Druck kann ein Teil der Wand perforieren, der Inhalt sich entleeren, aber es tritt Eiterung und langdauorndes Fliessen von Lymphe ein. Das
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selbe ist auch der Fall, wenn nach der Eröffnung nicht aseptisch verschlossen wird.
Therapie: Es ist angeraten, die Anschwellung durch einen Stich zu eröffnen , nach Entleerung Canthari-dentinktur einzuspritzen, oder ein Haarseil durchzuziehen. Bei derartiger Behandlung sind Wochen, selbst Monate zur Heilung nötig; es wird ein solcher Patient dem Besitzer und dem Behandelnden endlich zum Uberdruss. Ich empfehle antiseptische Eröffnung:
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Rasieren, Seifen und gründliche Des-
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Fig. 8. Uebemnandcrniihon der Obrlappen mit Kotkzwischonlagei
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infektion des Ohres. Hierauf breite
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Spaltung in der Längsrichtung. Herausnahme des Gerinsela resp. der Gewebstrümmer. Sehr sorgsames Abschaben und Abkratzen des Knorpels, so dass überall eine frische WundHäche entstanden ist. Feines Nähen mit Catgut oder Seide, Durchstechen mit mehreren Perlnähten, so zwar, dass die getrennte Haut auf dem grösstenteils entfernten Knorpel, also Wundfläche an WundHäche schein und gleichmässig anliegt. Drainage. Herauflegen des Ohres und Verband. (S. Fig. 8.) Es muss jeden Tag sorgsam nachgesehen werden, ob der Verband noch gut liegt und dass namentlich auch keine Anschwellungen des Vorderkopfes auftreten. Die Heilung erfolgt, wenn die antiseptische Behandlung erfolgreich war, schon in 3 G Tagen. Doch ist zweckmässig, den Verband 810 Tage anzulassen, weil das vereinigende Fibrin erst eine gewisse Festigkeit erlangt haben muss, bevor es dem energischen Schütteln, welches jeder Hund, nachdem er eine Zeitlang einen Ohrverband getragen hat, ausführen will, Widerstand leisten kann.
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Brandiges Absterben der Ohren. Ohrfisteln, Verirrte Backzähne etc. ßl
Brandiges Absterben der Ohren.
Litteratur: Lindenberg, Trockener Brand a. d. Ohren. Gurlt u. Hertwig 1848, p. 96. Straub, Entzündung a. d. Ohrmuschel b. Pf. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 53. Repert. 1848, p, 105. Textor, Chron. Borkenausschlag am Ohr. Mitt. a. d. tztl. Praxis in Kurhessen 186264, p. 59.
Lindenberg beobachtete bei einem Schwein welches vor 14 Tagen an Verstopfung gelitten hatte, Eintrocknung der Ohren von den Spitzen beginnend, die Ohren wurden trocken, lederartig, nach G Tagen waren sie bis zu llt Zoll an die Wurzel mumifiziert und fielen ab, während dieses Vorganges zeigte sich das Allgemeinbefinden des Tieres in keiner Weise getrübt. Straub beobachtete an einem Pferde, dass an einzelnen Stellen die Haare ausfielen, und dortselbst rote Punkte und Bläschen auftraten die rotes Blut entleerten. Auf Bähungen, Bleipräparate erfolgte keine Heilung, aber auf Anwendung von Quecksilbersalbe trat dieselbe rasch ein.
Auf Anwendung von Fontanellen mit Einlegen von Niesswurzel, welch unsinnige Behandlung in der Neuzeit wieder gegen liotlauf der Schweine öffentlich empfohlen wurde, treten ebenfalls nicht selten brandiges Absterben der Ohren ein. Chronischen Borkenausschlag, der ansteckend ist, am Ohr und Maule bei Schafen, beschreibt Textor.
Therapie: Die Mumifikation der Ohren beim Schweine erinnert, an Vorgänge, wie sie auf Infektion mit bestimmten Krankheitserregern eintreten. Möglicherweise könnte frühzeitiges Coupioron mit dem Messer den Gang unterbrechen. Bei der brandigen Zerstörung durch Fontanelle wird gründliche Antiseptis wirksam sein können. Der von Textor mitgeteilte Borkcnausschlag wird wohl tierische oder ptianzlicho Parasiten als Ursache haben dürfen.
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Ohrflsteln, Verirrte Backzähne, Zalincysten, Dennoidcysten.
Litteratur: Gurlt, Abnorme Zahnbildung in einer Geschwulst am Kopfe eines Ochsen. Gurlt u. Hertwig 1835, p. 20. Hartwig, Ohrfistel b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1836 p. 356. II u t h , Zahnbildung a. Ohr. Ibd. 1847, p. 318. Meer, Backzahn in einer Ohrfistel. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p, 22. Gurlt, Abnorme Zahnbildung. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 214. Vormeng, Verirrter Backzahn. Ibd. 1854 Suppl. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1855 p. 18. Gurlt, Abnorme Haar- u. Zahnbild. Ibd. 1856, p. 356. B r u ckm ü 11 e r, Verirrter Backzahn b. Pf. Wiener Bericht IX., p, 28. M e r s i w a , Backzahn a. 1. Ohr. Mitt. n. d. tztl. Praxis. Gerlach u. Schütz 1857 p. 121. H a u b n e r , Ohrflstel b. Pf. Sachs. Jbr.
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Olirfisti'ln, VeriiTtü Eackzälnie, Zahnoysten, Dcnnoiclcysten.
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1859/00, p. 50. Macorps, Backzahn i. d. Olirgegcnd. Belg. 1860, p. 11, Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1860, p. 11. Adam, Backzalmbild. am Scbläi'unbuiu. AVochschr. 1862, p, 419. G u r 11, 9 Backzähne aus Balgge-schwiilston. Gurlt u. Hertwig 1802, p. 26-1. 292. Tyvaert, Zahnflstel a. Olir. Bolg. 1860, p. 203. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1860, p. 44. Frank, Ohrfisteln. Tztl. Mitt. d, bair. Tzschule. 1863, p, 199. Kar-schiikel, 2 Zähne in einer Balggeschw. Mitt. a. d. tzl. Praxis. Hertwig 1865, p. 172. Baiser, Ohrfistel b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Praxis in Kurhessen 1802-04, p. 73. Leonhard, Zeitschrift f. prakt. Vct. Wiss. 1873, p. 11. Bayer, Chirurgie 18ö7.
0 hrf i8 toln, welche beim Pferde nicht so selten vorkommen sind: bekanntlich meist am äusseren llancle des unteren Ohrmuscholrandes gelegene Hohlräume, die sich dadurch bemerklich machen, dass aus einer oft äusserst kleinen Öffnung, in die man kaum mit einer Schweinsborste eindringen kann, eine glashelle, zähflüssige ausnahmsweise mehr eiter-öhnliohe Flüssigkeit aussickert, welche die umliegenden Teile verklebt und beschmutzt. Eei einem Druck auf den Grund dieser sogenannten Fistel, die sieh als eine rundliche, breiartige, erbsen- bis wallnussgrosse (jleschwulst unter der allgemeinen Decke durchfühlen lässt, kann man grössere Mengen jener Flüssigkeit ausdrücken.
Bekanntlich ist die Exstirpation oder die Spaltung und Zerstörung dos .auskleidenden Membran mit Atzen oder Glüheisen das sicherste Mittel zur Heilung. Dem ersteren ist wohl der Vorzug zu geben.
Diese Fisteln gehören unter die Kategorie der Dermoidcysten, sind a) einfach hypertrophierte Hautfollikel, zeigen an der Innenfläche glattes gleiches Aussehen, oder sind b) Einstülpung der allgemeinen Decke. Das Sekret hat mehr Ähnlichkeit mit dem einer Schleimhaut. Zuweilen sind Härchen und papillonartige Hervorragungen darin. Fast alle Fälle sind angeboren. Prank,
Bayer rechnet nach dem Vorgange von Leonhard als Ohrfisteln, die Haiskiemenfistel und trennt von dieser die verirrton Backzähne oder Zahnzysten. Ich kann Leonhard und Bayer nicht beipflichten, denn was ich bis jezt von Halskiemenfisteln sah, war viel tiefer am Halse und in dieser offen gebliebenen Halskiemenspalte ist meines quot;Wissens noch nie ein Zahn gefunden worden. Es wird deshalb die von Leonhard und Bayer vorgenommene Übertragung des Namens Ohrfistel auf die Halskiemonfistel als eine nicht berechtigte zurückzuweisen sein. Die Annahme Hertwigs, dass es sich thatsächlich um einen in der emhrionalen Bildung verirrten Backzahn handle, ist bald fallen gelassen worden, immerhin ist interessant genug mitzuteilen, dass Vormeng angiebt, er habe an der rechten Ohrmuschel beim Ochsen
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OlirfisU'ln. Verirrte Backzähne, Ziihncysten, Dcnnoiclcysten.
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ein Geschwür, welches sich von Zeit zu Zeit stärker entleerte eröffnet, unter der Haut einen -vollständig ausgebildeten Backzahn gefunden, welcher mit Bändern am Hinterhaupt verbunden war und im Maule fehlte.quot; AVio sehr man in jener Zeit bedacht war, nachzusehen, ob in solchen Fällen alle Backzähne vorhanden seien, ergiobt sich aus einer Mitteilung von Huth, dass bei einem 7 jährigen Pferde ein Zahn am Ohre am oberen Schläfcnfortsatzc herausgewachsen sei, 2 Zoll lang, den er exstirpierte, es fehlte aber kein Backzahnquot;. Gurlt, welcher diesem Gegenstande besondere Beachtung schenkte hat Fälle, wo er zugleich neben der Zahn- und Dcrinoidcyste am Ohre, noch andere im Körper vorfand, so ist im Bericht 1851 angegeben, dass sich gleichzeitig im Hoden eine Zahncyste vorfand, in welcher wenigstens 6 Backzähne vorhanden waren. 185(3 hat er erstmals einen Doppclzahn in einer solchen Ohrfistel gefunden. In einem nicht abnorm sitzenden, ausgehöhlten aber nicht cariösen, ersten Backzahn fand Gurlt eine Haarbalgeschwulst.
Der Sitz der Ohrfistel und Zahncyste ist meist am Grunde des Ohres, doch ist von Xarschaekel ein Doppelzahn aus einer Cyste im Kehlgange beim Binde exstirpiert worden.
Wir unterscheiden die Dermoidoysten in
a)nbsp; Vistc 1 n oIme Zahninhalt,
Kasuistik: 1) llertwig fand bei einem 8jährigen Pferde, am Bande der Ohrmuschel, Ausfluss einer schleimigen Flüssigkeit. Die Öffnung war mit einer feinen Sonde passierbar. Es war eine Cysto mit wirklicher Schleimhautausklcidungquot;, die sehr schwer heilte. 2) Huth sah beim 21/laquo; Jahre alten Bohlen in der Kälie dessen Ohres, eine schmerzhafte Geschwulst, hühnercigross, auf Einstich entleerte sich eine gela-tineälmlicho Flüssigkeit, der eine grosse Blutung folgte. Es blieb eine Fistel und erst nach Vs Jahre war in ihr ein Zahn fühlbar, der exstirpiert wurde. 3) Kaiser hat eine tanbenoigrosseGeschwulst,schmerzhaft, hinten am Ohre, nahe am oberen lialstcilc, beobachtet, sie bildete einen flachen Knoten unter der Haut, sass etwa 1 Zoll tief und entleerte aus einem Fistelkanal eine gelbliche Flüssigkeit.
b)nbsp; Eigentliche Zahncysten. 1) Adam sah am Schläfenbein eines Pferdes eine kleine Fistel, nach Jahren löste sich in ihr ein Knochenstück los. 2) Guerieah beim 2jiihrigen Fohlen, unter der Ohrmuschel, eine im Innern harte Geschwulst und am Bande derselben sickerte eine leimartige Flüssigkeit aus. Er öffnete und nahm einen Backzahn heraus. 3) Mcrsiwa hat an einem 14 Tage alten Fohlen am vorderen Bande der linken Ohrmuschel, 2 Zoll vom Grunde, eine kleine Öffnung mit Erguss von schleimiger Massigkeit beobachtet. Man
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Olu'fisteln, VcriiTto BackzHIiuo, Zahncysten, Dennoidcysten.
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konnte 3 Zoll tief eindringen und fühlte dann einen taubeneigroasen verschiebbaren Körper. Nach Niederlegen und Spalten fand er einen Zahn, der am Jochfortsatze des Schläfenbeins anfsass. 4) Ein 4 Jahre altes Pferd hat seit 2 Jahren ein Geschwür am Kopf, an welchem es 2 Jahre lang vorgeblich behandelt wurde. Links am Schädel, nahe am Ohre, hinter dem Augcnbogcn, war eine Fistel, grosser Schmerz bei Berührung und in der Tiefe ein harter verschiebbarer Körper. Hert-wig erweiterte, es trat ein zalmühnlicher Körper hervor, in der Tiefe war eine knorpelige Erhabenheit, an welcher er wahrscheinlich früher festsass. 5) Gurlt, am vorderen inneren Rande der Ohrmuschel war eine Fistel, aus der eine schleimige Flüssigkeit kam. In der Tiefe war ein Schleimbeutel, 2 Zoll lang und 3/.i Zoll Durchmesser, im Qrundo desselben war ein Zahn.
Über die Therapie sind noch folgende Mitteilungen von Wichtigkeit: 1) Macorps operierte eine Zahnfistel dadurch, dass er einen Kreuzschnitt auf den Zahn ausführte und den Zahn mit Hobel und Zange losmachte. Auch an dem Fohlen von einer mit dem Übel behafteten Stute, fand er eine Zahncvste. 2) Tvvaert entfernte einen Zahn mit Meissel und Hammer. ^3) Bruckiniiller teilt mit: bei einem 1jährigen Fohlen sass eine Zahncysto mit Zahn wie gewöhnlich am Schläfenbein. Der '/a Zoll lange Zahn wurde durch Operation entfernt, aber er wuchs nach längerer Zeit wieder in walzenförmiger Gestalt nach, abermals operiert, trat jetzt Nekrose des Schläfenbeines und Tod ein.
Wir fassen das Ergebnis in Kürze zusammen: Die Dermoid- und Zahncysten kommen hauptsächlich beim Pferde, ausnahmsweise auch bei dem Rinde vor. Sie haben ihren Lieblingssitz am Grunde des ()hres. Sie unterscheiden sich in a) einfache Dermoidcysten mit schleimig, leimähnlichem Inhalte und b) eigentliche Zahncysten. Die Zähne haben verschiedene Form und Grosse, kommen meist einfach, in seltenen Fällen mehrfach vor. Sie sind von Kirschkern bis Wallnussgrösse, Dieselbon sitzen fest auf oder sind bereits losgestossen. Die meisten Dermoid- und Zahncysten besitzen feine Fistelöft'nungen, durch welche sie ihren Inhalt langsam entleeren und die Umgebung, Haare etc. besudeln. Einzelne sind sehr schmerzhaft. Fiinc Heilung erfolgt nur, wenn die äussere Cystenwand breitgespalton, der Balg der Dermoid-oder Zahncyste ausgeschält oder mit Ätzmitteln zerstört wird. Sitzt der Zahn fest, so ist derselbe mittelst Hebels und Zange loszubrechen oder mit Meisel und Hammer zu entfernen. In beiden letzteren Fällen ist antiseptisches Verfahren nicht zu umgehen, da sonst Knocheneiterung und Übergang derselben auf das Gehirn und Tod erfolgen kann.
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Hypertrophie, Neubildungen, Aneurysma, Warzen, Hauthörnor am Ohre. 65
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Hypertrophie, Neubildungen, Aneurysma, Warzen, Hanthörner
am Ohre.
Litteratur; Peters, Aneurysma a. Ohre. Gurlt amp; Hertwig 1841, p. 41. H e r t w i g, Polypen im Ohre. Krankh. d. Hundes 1853 , p. 108. B u r -nie ister, Fungus hämatodes a. Ohr. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlaoh 1858, p. 159. Leise ring, Neubild, a. Ohr b. Schwein. Sachs. Jhb. 1859, p. 24. L e i s e r i n g, Vergrössertes Schweinsohr. Ibd. 1858/59 , p. 27. Gurlt, Hauthorn a. Ohre. Gurlt u. Hertwig 1850, p. 328. Ibd. 1867, p. 14.
Verschiedene krankhafte mit Vorgrössorung des Ohres vorknüpfte Zustände wollen wir durch Vorführung einzelner Fälle fixieren.
Leisering heobachtete eine Vergrüsserung eines Schweinsohres derart, dnss dasselbe 3 Pfund 20 Lot wog. Er hält die Ursache für eine entzündliche Bindegewebsnoubildung und fügt an, dass Cerium und Knorpel gesund war. Eine Neubildung im Schweinsohr von 3 Pfund 22 Lot schwer, beobachtete ebenfalls Leisering, Polypen im Ohre der Hunde beschreibt Hertwig. Ich habe ebenfalls mehrfach fibröse Neubildungen an der Wandung des Gohörgangos und. etwas tiefer gesehen und mittels Drahtschiingo entfernt. Einen faust-grossen Blutschwamm unten am Ohre bei einer 9jährigen Kuh, beobachtete Burmeister. Derselbe hatte das Ansehen von einem geronnenen Blutklumpen, blutete leicht und war an seiner Oberfläche goschwürig. Burmeister heilte die Geschwulst nach 3 monatlicher Arsenikanwendung. Peters beschreibt ein Aneurysma hinten am Ohre folgondermassen: Seit längerer Zeit besass ein Pferd hinter dem rechten Ohre eine taubeneigrosse Grcschwulst, dieselbe war weich, fluktuierend, nicht entzündlich, bei Druck verschwand dieselbe. Beim Aufrichten dos Kopfes wurde sie hart gespannt, pulsierte deutlich und isochron mit dem Herzschlage, sogar eine eigentümlich rauschende Bewegung war fühlbar. Peters diagnostizierte eine Erweiterung der Arteria cer-vicalis posterior ascendens. Allmählich verlor sich die Haut auf der Geschwulst, das Pferd wurde widersetzlich gegen das Kopfgcstell dos Halfters. Bei einem heftigen Hustenanfall trat Berstung der Geschwulst ein, die Wunde war ca. lls Zoll lang und es entleerte sich ein grosser Blutstrahl, welcher sofort durch Zuhalten unterbrochen wurde. Peters warf das Pferd, spaltete die Haut, trennte die dünno Adorhaut von der mit ihr verwachsenen allgemeinen Decke und unterband das freiliegende Gefäss, welches IVa21/2 Zoll Durchmesser besass. Nach 3 Tagen erfolgte Abstossung der Ligatur und nach G Wochen Heilung. Hauthorn er an den Ohren an Schafen, beschrieb Gurlt. Die-
II o I Tni a n n , Tioriirztlirlic Chlrui'fflo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5
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C6 Erkrankung des Innerohros, Otitis media s. interna suppurativii. Taubbeiti
selben können einfach mit der Schere entfernt werden. Ich sah ein solches am Ohre beim Pferd. (Vgl. a. Allg. Teil. Krkh. d. Haut).
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Erkrankung des Innerohres. Otitis media 8. interna suppurativa.
Taubheit.
Litter a tu r: Sin dt, Der sicher u. geschwind heilende Pferdearzt. Brog-
niez, Geschwür a. d. Ohrmuschel. Rep. de Med. vöt, Brüssel. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1819, yi. 64. Gurlt, Vereiterung dos Felsenbeins. Gurlt U. Hertwig 1881, p. 452. Lehnert, Taubheit b. Pf. Sachs. Jhb. 1871, p. 122. Sied a m gr 01 z k y , Tuberkulose dos Mittelohres. Ibd. 1878, p. 11. Dusehanek, Vereiterung d. Felsonb, b. Pf. Mitt. f. Tzto. in öster. 1879, ]). 181. / a U fal. Aotiologie d. Otitis. Med. Cbl. 1888, Nr.25. Falke, Gehörerregungen u. Ilcrzkontrakt. Arch, für Physiol. 1880. Falko Jhb. 1881, p. 72. Schw arzo, Chir. Krankh. d. Ohres. 1885. 32 Lieferung, d. deutsch. Chir. K i o s e 1 b a o b, Ohrenklingen. Mtinob, med. quot;Wochsohr. 1880, No. 49. Conradi, Taubheitheilung. Areh. f. Ohrenheilk. XXII., S. 33. Berth old, Künstliches Trommelfell. Schmidt's Jahrb. 1880. 5., p. 212. B i r c h e r , EröfTimng des quot;Warzenfortsatzes. Corrospdbl. f. schweizer Ärzte. 1880 Nr. 15., p. 419. Zaufal, Mikroorg. d. Otitis media akuta. Prag. mod. Wochschr. Nr. 27, 1887. Valentin, Soor im Mittelohr. Arch, f. Ohrenheilk. 1888, p. 81. Webster, Mittelohrente. Deutsche med. Ztg. 1688. Xr. 17. Bohrer, Ohrinfektion. Cbl. f. Bakterienkunde 1888, p. 044. Ibd. 1888, p. 545.
Mit diesen Erkrankungen haben wir in der Tierheilkunde quot;ver-hiiltnisiniissig wonig zu tliun. ])ass Gohörstörungen auch bei Haustieren vielfach vorkommen werden, ist anzunehmen und auch bei verschiedenen Haustieren nachgewiesen, aber es ist für eine Menge derselben beim Einzolindividuum eigentlich vollkommen gloichgiltig, ob Gohörsempfin-dungen vorhanden sind oder nicht. Nur bei Tieren, die auf den Huf zu gehorchen haben, besonders Hunden, weniger Pferden und noch seltener Katzen, wird Hilfeleistung ab und zu beansprucht, bei allen anderen aber nicht.
Auf eine merkwürdige Thatsacho hat Darwin hingewiesen, dass alle weisson Katzen mit blauen Augen taub sind. Ich habe denselben Nachweis bei einem Wurf von Uliner Doggen. Von (3 Stück waren zwei vollkommen weiss ohne schwarzen Fleck, mit blauen Augen und diese waren taub. Ich habe diese Tiere geschenkt bekommen dieselben monatelang in der Klinik gehalten und die Taubheit oft demonstriert. Herrn Professor Dr. Steinbrügge in Marburg habe ich von einem solchen Hunde die Gehörorgane, den anderen Hund lebendig zugesandt. Es sind von diesem Spezialisten Untersuchungen angestellt worden, welche aber ein vollkommen negatives Ergebnis hatten. Es scheinen somit diese Stö-
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Erkrankung des Innorohros. Otitis media s. interna suppurativa. Taubheit. (57
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rangen zentral zu liegen. Yon anderen Tierarten ist ähnliches vorerst nicht bekannt.
Taubheit und Erkrankung des Innerohres durch andere Ursachen ist häufiger. #9632;#9632; Es ist interessant anzuführen, dass bei den Alton das Gehörorgan heilig gehalten war. Mondini und seine Nachbeter im 15. Jahrhundert scheuten sich das Schläfenbein zu zersägen. Achillini 1480 entdeckte erst Hammer und Ambos. Berengar boschrieb das Pauken-feil, Vesalius den Vorhof, Eustachius die Eustachische Rühre und Ealoppi gab dem Paukcnfell den Namen.
Aetiologie: Da die Gehörsompfindungon bei den meisten Haustieren viel feiner sind als diejenigen dos Menschen und namentlich heftige Töne höchst unangenehme Empfindungen bei denselben erzeugen, z. B. Glockenläuten oder Musik bei Hunden und Katzen, so kann geschlossen werden, dass die subjektiven Gefühle dos Menschen, Ohrenklingen, Ohrensausen etc. bei ihnen ebenfalls vorhanden sein werden. Auch die Experimente Gärtners, dass schon leichte elektrische Reize des Akustikus Klangsompfindungen beim Menschen erzeugen, wenn sich Otitis vorfindet, können hierfür in Anspruch genommen werden. Rieselbach hat nachgewiesen, dass die Ursache dos Ohronklingons in Hyperästhesie des Akustikus und Hyperämie des Kopfes, speziell dos Mittelohres besteht. Dogicl hat nachgewiesen, dass grosso Gehör-erregungen beim Kaninchen beschleunigte Herzkontraktionen erzeugen. Von Hunden sind die Rattenpinscher am errogsamston gegen Gehörempfindungen.
Mittel- und Inner obre n tzündungon sind nach Webster vergesellschaftet und zum Teil erzeugt von Hypertrophie der Nasenmuscheln, Hypertrophie dor Tonsi 11 en, Rhinitis hy portrophika, Vorkrümmung des Sop turns, Arogetationon an dor hinteren Rachenwand, Exostosen, Polyp en in Nase und Rachen, Dipbterie, Tuberkulose etc. Alle Bedingungen die Hype r ä m i e und E n tz ü n d u n g im Q efolge haben, können Otitis erzeugen. Rohror hat die Sekrete von Mittelohrentzündungen untersucht und namentlich Bacillen mittlerer Grosse gefunden, er glaubt, dass durch unreine Ohrtrichtor und Spiegel vielfach infiziert Averde. Zaufal fand bei Mittelohrentzündungen den Kapselbacillus Eriodländers der auch Pneuiuonio erzeugt. Zaufal nimmt an, derselbe werde mit Hustenstössen von der Lunge herauf befördert und durch die Eustach'scho Röhre dorthin verpflanzt. Er impfte mit Erfolg mit ihm auf Meerschweinchen und erzeugte Otitis bei ihnen. Tuberkulose des Mittelohres beim Schwein hat Siedamgrotzky nachlaquo;
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68 Erkrankung des Innerohres. Otitis media 8. interna suppurativa. Taubheit.
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gewiesen, ebenso Schütz. Valentin fand den Soorpilz im Mittelohre. Nach Meningitis subakuta sah Lehnert ein Pferd an Taubheit erkranken und er konnte dasselbe jahrelang in diesem Zustande beobachten. Klinisches Bild. Sindt macht in seinem sicher und geschwind kurierenden Pf'erdearzt folgende Beschreibung: Gehlings (jäh) machen sie den Hals krumm, halten den Kopf in die Höhe, spitzen die Ohren und sehen bald dort, bald aber dahin, dabei sind dieselben scheu, mitten im Gehen sind dieselben still und auf keine Weise fortzubringen oder prallen wohl gnr zurück oder springen auf die Seite, als wäre etwas zugegen, davor sie sich zu fürchten hätten, biegen auch den Kopf dahin, von wannen sie meinen, class der Schall komme. Voller Schrecken gehen sie ganz verstarret, schnauben auch heftig, als wenn sie etwas ungemeines hörten.quot; Siodamgrotzky sah bei dem Schwein mit Ohrtuberkulose, dass es sich oft im Kreise drehte, niederfiel, dabei nichts sah und dass sein linkes Auge niederer stand. Es ist jedoch hier zu berücksichtigen, dass sich in diesem Falle noch ein Gehirntumor vorfand. Uuschanek sah ein Pferd, das 2 Jahre lang an Vereiterung des Felsenbeins erkrankt war, dass dortselbst Eiter ausfloss und dass das Pferd den Kopf schief hielt. Ich habe mehrfach alte und junge Hunde beobachtet, welche taub waren und an sümmtlichen konnte ich die Erscheinungon der Erregung, welche Sindt am Pferde beschreibt, nicht finden, eher Depression und Unachtsamkeit, nur bei schmerzhafter Otitis treten Schmerzäusserungen, ähnlich denen der Otitis externa auf. Den Nachweiss, ob ein Tier übelhörig oder taub ist, kann man dadurch bringen, dass man das Tier längere Zeit in vollkommener Ruhe beobachtet und dessen Reaktion namentlich gegen Licht und Tastempfindungen feststellt. Wenn auf diese Weise die Sensibilität im allgemeinen bekannt ist, so worden Geräusche und Töne von bestimmter Stärke und Entfernung angewandt, ohne dass das Tier dabei durch andere als Gcliörsempfindungon aufmerksam gemacht oder gestört wird. Läuten mit einer Glocke aus verschiedener Entfernung, Pfeifen, Knallen mit einer Peitsche, Zusammenschlagen von Brettchen, Trommeln, Schiessen etc. Bei einseitig Tauben muss, wenn der Nachweis geliefert worden will, mit einer stark tickenden Uhr oder einem Wecker von beiden Seiten und mit grosser Vorsicht angewandt, geprüft werden. Prognose vorsichtig bis ungünstig. Bei Vereiterung droht Tod durch Gehirnerkrankung.
Therapie: Es sind die Ursachen zu berücksichtigen. Angeborene Taubheit kann nicht behandelt werden. (Selbstverständlich ist hier nur die chronische Taubheit gemeint und nicht die physiologische. Sämt-
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Krankheiten der Nase. Wunden der Nase.
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liehe Haustiere werden taub geboren und Fleischfresser bleiben dies längere Zeit, ca. 14 Tage). Als Mittel bei eiteriger Otitis ist gerühmt von Webster u. a. Eingiessen von Jodtinktur, Eukalyptusöl, Höllensteinlösung, ferner der galvanische Strom. Conrad! hat nach 24 Injektionen von Pilokarpin Heilung eintreten seilen. Sehr künstliche Eingriffe, wie sie bei Otitis mit Perforation des Trommelfelles von Berthold vorgeschlagen sind, nämlich ein solches aus der Schalenhaut des Hühnereies zu bilden, kommen in der Tierheilkunde vorerst nicht vor, dagegen ist die in der letzten Zeit sehr vielfach geübte Eröffnung des Warzenfortsatzes, bei Eiterungen in der Tiefe sehr im Auge zu behalten und eventuell durchzuführen. Bircher giebt sie für folgende allgemeine Grundsätze: Die früher geübte Anbohrung ist als gefährlich zu vermeiden. Hinter dem Ansätze der Muschel erfolgt der Schnitt durch die Woichteile bis auf den Knochen. Letzterer wird 45 cm freigelegt (beim Menschen, somit beim Pferde oder kleinen Tieren entsprechend grosser oder kleiner). Es ist möglich, dass jetzt ein Abscess entgegenkommt, dabei darf man sich aber ja nicht beruhigen, denn es kann ein zweiter im Knochen sitzen, welcher unter allen Umständen heraus muss, soll das Individuum überhaupt erhalten bleiben. Der Abscess steht in der Tiefe nicht unter hohem Drucke und man kann bis in den Gehörgang mittels Platt- und Hohlmeisscl, sowie scharfem Löffel eindringen. Nachher wird drainiert und sorgsam verbunden, Während früher Meningitis und Thrombose häufig den Tod bedingte, kann jetzt bei raschem, richtigem Eingriff Heilung erfolgen. Brogniez hat schon einen Fall beschrieben, dass ein Pferd mit Zerstörung des Trommelfells, kariöser Trommelhöhle mit Jauchobildung dortselbst und im Luftsack nach einiger Zeit zu Grunde ging.
Krankheiten der Nase.
Die Bedeutung der Nase und der obersten Atmungswege ist für die Respiration eine sehr wesentliche. Tiere gebrauchen ihr Geruchsorgan weit ausgiebiger wie der Mensch. Einzelne, z. B. Jagdhunde werden hauptsächlich wegen der Leistung des Goruchsorganos gehalten. Das Aussehen ist wesentlich von der Beschaffenheit der Nase bedingt.
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Wunden der Nase.
Bedeutungsvoll sind Verletzungen der Nasenflügel des Pferdes, welche hauptsächlich vom falschen Nasenloche nach oben, oder seitlich, durch den Nasenknorpel gerissen werden.
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Krankheiten der Nase. Wunden der Nase.
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Aetiologie: Bis jetzt habe ich die Verletzungen mehrmals dadurch entstehen sehen, dass Pferde die Nase, sei es aus Spielerei, oder einem Juckreiz, an der Wand, oder an einem Gegenstande an welchem ein geeigneter zapfenähnlicher Vorsprung hervorstand, riehen, dass sie an diesem Hacken oder dicken Nagel, .auch Verschluss des Latirhaumes, oder einem Querklötzchen, Knöbel an der Kette etc. sich einhackten, rückwärts rissen und dadurch einen Riss in die Nasenflügel machten. Bayer führt an, dass Pferde durch Spielen sich gegenseitig an den Nasenflügeln erfassen und einreissen können. Absichtliche Verletzungen, Aufschlitzen der Nasentrompeten, wird von einzelnen tar-tarischen Volksstämmen, zum Zwecke leichteres Atmen zu erzielen, ausgeführt. Auch gegen gewisse Sorten von Pfeiferdampf ist das Durch-schlitzon dor Nasentrompeten ausgeführt worden.
Klinisches Bild: Bio Verwundungen erfolgen meist senkrecht, in der Richtung der Nasentrompoten, oder sie gehen seltener nach kurzen, geraden Einrissen quer, meist von innen schräg nach aussen. Die Blutung ist schon anfangs nicht sehr bedeutend, die Wundränder worden auseinandergezogen und durch das Klaffen erfolgt sehr entstelltos Aussehen.
Prognose: Quoad vitam, günstig, quoad rostitutionem vorsichtig bis ungünstig, weil sehr leicht die Wundränder für sich heilen und dauernde Entstellung besteht.
Therapie: Rasche, antisoptische Vereinigung und möglichste Ruhe ist Bedingung. Bei der Bewegung der Nasenflügel bei jedem Atemzuge, hei der im Wirbolstrome vorbeigeführten Exspirations- und Inspirationsluft ist sowohl die Antiseptik, wie die Ruiie schwer zu erzielen. Bayer empfiehlt: a) einfache Knopfnaht: ca. 1 cm von dem Wundrando, die ganze Dicke der Nasenwand durchstochen und damit die Nähte an den Stichkanälen nicht einschneiden, Unterlegen mit Jodo-formgazostreifon. a) Über diese Knopfnaht, aber noch weiter entfernt von der Wunde, Anlegen der Matratzonnaht, damit selbst beim heftigen Aufsperren der Nüstern, wie z. B. beim Wiehern, die die Wundrändor aneinander ziehende Knopfnaht, nicht gezerrt wird. Ich habe bis jetzt diese Wunden an beiden Rändern, nach sorgsamer Desinfektion zuerst den inneren, sodann dem äussoren genäht, und zwar sehr sorgsam, mit feiner Seide und Knopfnaht. Entspannungsnähte halte ich ebenfalls für notwendig. Um möglichste Ruhe zu erzielen, versuchte ich in das falsche Nasenloch einen aus Wundgaze hergestellten, passenden, leichten Cylinder einzuschieben und selbigen mit den Entspannungsnähten festzuhalten. Vor dem 8.10. Tage dürfen die Nähte nicht entfernt werden.
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Krankheiten der Nase. Asthma und Nasenleiten. Nasenbluten.
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Asthma und Nasenleiden.
Litteratur; Lublin sky, Ätzung d. Nascnsohlh. b. Asthma. Münch. med. Wochschr. 1880, p. 278. H a o k , llochgradig-o Verstopfung d. Nase. D. med. Wochschr. 188G, Nr. 25. Brügolmann, Asthma u. Naseidciden, D. med. Ztg. 188C, p. 533. Lublin sky, Astlima u. Nasenleiden. D. med. Ztgfi 188G, p. 447. Ley den, Asthma dureh Krankh. d. Nase. AUg. med. C. Ztg. 1886, p. 1714. Harms, Elgentüinl. Erkrankg. d. Nase. D. Ztsclir. f. Tm. 1887, p. 192. Hajek, Oozoena. D. Mod. Ztg. 1887, Nr. 93. Thost, Erkrank, d. Nase u. Lunge. D. Med. Woohsohr. 1887, Nr. 35. Patsch-kowsky, Astmatherapie. Miinch. med. Wochschr. 1887, p, 11.
Es ist längst bekannt, class Erkrankung der Nasenhöhlen, infolge von Polypen, oder geschwungen Prozessen, Asthma bedingen kann. Diese Zustände sind beim Menschen, in den letzten .Jahren, Gegenstand eingehender Studien gewesen. Als nervöses Asthma werden die durch die Nase erzeugten asthrmitischon Ant'ällo bezeichnet. Ich habe solche mehrfach bei Hunden gefunden. Sie sind dadurch ausgezeichnet, dass die Tiere im vollen Ruhezustände normal atmen, jedoch bei Reizung der Nase, oder heftiger Gemütserregung sich Asthma sogar bis zur Atemnot einstellt. Hack hat in der Menschenheilkunde angegeben, es finde sich in don.Nasonmuscheln ein S chw ollkörpcr , welcher oreklil sei, durch Reize sich anfülle und sodann einen asthmatischen Anfall auslöse, deshalb ist dieses Asthma auch als Re flexn euros o bezeichnet worden. Diese Schwellkörper odor leavernösen Räume, haben nach Hack ihre Lage, a) am vorderen Ende der unteren Nasenmuschel, b) am Rande der mittleren und o) am hinteren Ende aller 3 Nasemnuschcln. Auf Reize: Thränon, Reflexe, direkte Reize, Staub, übermässiges Atmen, füllen sich die Schwellkörpor, durch Übcrstrahlung seitens des Trigeminus kann Ycronguiig der Stimmritze, selbst Ex-spirationstetanus eintreten. Wenn in solchen Fällen Aufhebung des Nasenreizes erfolgt, so kann das Asthma vollständig und rasch gehoben werden. Es ist deshalb die Cocai'nisicrung der Nasensohleimhaut, speziell der Gegenden an welchen die Schwellkörper ihren Sitz haben sollen, sowie Zerstören durch Ätzung, mittelst der Gliihschlinge oder einem Kupfervitriolkrystall, empfohlen worden.
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Nasenbluten.
Litteratur: Ruini, Krankh. u. Gebrcehcn b. Pf. 1003, p 9G. Morkham, Blutung aus Maul und Nase b. einer Kuli. lior. üb. Leist. i. Geb. d. Thk, 1841, p. 20. Eisele, Tödl. Nasenhl. b. Pf. Ibd. 1841 p. 20. Ritter, Nasonbl. b. Pf. Tztl. Ztg. 184550, p. 150. Schmidt, Nasonbl. b. Pf.
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72nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kniukheiten dor Nase. Nasenbluten.
Ibd. 1849, p. 50. Dekker, Nasonbl. b. Pf. IIoll. 1851, p. 398. Krotsoh-mar, Nasenbl. b. Pf. Säolis. Jhb. 1858/59, p. 87. Ramosor, Chron. Nasenbl. Miinclin. Jhb. 1859. P r i e t s ch , Nasenbl, b. Pf. Sachs. Jhb. 1859/60, p. 80. Kohno, Chron. Nasenbl. Gurlt u. Hertwig. 1861, p. 430. Baer, Nasenbl. b. Pf. Sachs. Jhb, 1863, p. 79. Rothenbusch, Nasenbl. b, Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. ITortwig 1865, p. 160. Jost, Tödl. Nasenbl. b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Iloloff 1867, p. 91. Petzold, Nasonbl. b. Pf. Siichs. Jhb, 1807, p. 88. Erlor, Nasenbl. u, Rotzverdacht. Ibd. 1808, p. 55. Ackermann, Nasonbl. b. Pf. Ibd. 1868, p. 90. Thorns, Dasselbe. Roloff u. Schütz. 1878 p. 91. Heiniko, Spontanes Nasonbl, b. Pf. 1885, p. 13. Gaucher, Nasenbluten im Zusammenhang mit Nephritis. Allg. med. C. Z. 1888, Nr. 55.
Aetiologie: liuini sagt: Nasenbluten beim Pferde entsteht durch zu schnelles Eeiten. Jedenfalls ist dies die häufigste Ursache. Icii habe hei einzelnen Militärpferden nach heftigen Exerzieranstrengungen in grosser Hitze nicht selten Nasenbluten beobachtet, -welches jedoch in der Regel nach einigen Stunden verschwand. Regelmässig bekamen es dieselben Pferde bei nächster Gelegenheit wieder. Prietsoh sah bei 5 wohlgenährten Pferden, in grosser Hitze, 25 Stunden aus einem Nasenloch dauerndes Nasenbluten.Decker schreibt! 1) Ein Pferd war durchgegangen und prallte im schärfsten Laufe an. Es entstand grossartiges Nasenbluten. 2) Beim P f lügen wurde eine Stute plötzlich ängstlich, hustete gewaltig und warf grosse Blutmongen durch die Nase aus. Baer sah bei einem 15 jährigen Pferde seit l'/z Jahren nach jeder raschen Gangart leichte Blutung aus dem linken Nasenloch, die zunehmend stärker wurde. Ohne bekannte Ursache sah Decker öfters Nasenblutungen bei einem Pferde, dasselbe berichtete Eisele. Adamowicz beobachtete bei einem schwachen Pferde, ohne bekannte Urs ach e, tötliches Nasenbluten. Krctsch-iner führte es als Y erlauf er der Gehirnentzündung an. Anatomisch werden Verletzungen, Geschwüre, quot;Wucherungsprozesse in der Nase und den Kieferhöhlen, Neubildungen, Anämie, Leucämie, quot;Wallungszuständo, Gcfässorkrankungen, Aneurysmen, ferner: Infoktions-und Intoxikationskrankheiten, besonders Morbus maculosus, Hämophili, zu beschuldigen sein. In Zusammenhang mit Nephritis beobachtete Gaucher das Nasenbluten bei Menschen.
Klinisches Bild: Prietsoh! Bei grosser Hitze blutete ein wohlgenährtes Pferd aus einem Nasenloche 25 Stunden. Das Blut war hollrot und floss strohhalmdick. Schmidt: Nach grosser Anstrengung am quot;Wagen blutet ein 10jähriges Pferd aus dem rechten Nasenloche, das Blut fliesst strohhalmdick, ist hellrot und wird von dem Tiere mit
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Krankheiten dor Nase. Nasenbluten.
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der Zunge geleckt. Jost: Ein 8 jähriges Pferd blutet ohne bekannte Ursache seit letzter Nacht, das Blut rieselt so dick wie ein Tauhen-kiel, nach 9 Stunden erfolgte Verblutung und Tod. Bei einem zweiten kam das Blut tropfenweise, selten im dünnen Strahle, nach 1216 Stunden erfolgte Heilung, aber auf bald eintretendes Recidiv erfolgte kein Aufhören sondern der Tod trat in 5 Tagen ein. Erler: Nasenbluten beim Pferde nach einem Eisenbahntransport, hörte nach 24 Stunden auf. Ackermann: Ein 41/2jähriges Pferd blutete aus beiden Nasenhöhlen lU Stunde lang, das Blut ist hellrot, gerinnt schnell und fliesst strohhalmdick. In kurzer Zeit erfolgt 4 malige Wiederholung und Tod.
nbsp; Thoms sah ein Pferd seit 4 Wochen anhaltend aus der Nase bluten, beständiges Tröpfeln von hellrotem Blut. Die Krippe, die Wände, der Pussbodon waren mit Blut verunreinigt. Untersuchung der Nase war wegen Blutansammlung dort unmöglich. Die Blutung dauerte ununterbrochen 10 Tage, nach einigem Stillstand begann sie wieder, hörte aber am 11. Tage definitiv auf. Die Nasenschleimhäute waren jetzt zart und rein, das Pferd matt und mager, aber sonst gesund. Rothen-busch; Ein Pferd verlor durch Nasenbluten soviel Blut, dass es kaum mehr stehen konnte, die Schleimhäute waren blass, das Tier schwankte und es trat grosser Schweiss auf. Xöhne: Seit 14 Tagen blutet ein 15jähriges Pferd, wenig aber ununterbrochen aus der linken Nasenhöhle, das Blut läuft 2 Linien breit, in dünnen, schmalen Streifen. Das Pferd wird angeheilt entlassen. Dekker: Plötzliches Eintreten heftiger Blutung beim Pferde bei andauernder Anstrengung, das Tier wird ängstlich, es tritt heftiges Husten ein und es entleert sich viel schaumiges Blut aus Nase und Maul, das Atmen ist aber ruhig, die Schleimhäute gerötet, die Haut kalt. Heilung erfolgt in 45 Tagen,
nbsp; Baer: Ein 15jähriges Pferd, das seit IV2 Jahr nach jeder Anstrengung aus der Nase blutet und zunehmend stärker, wird schliess-lich getötet. Eisele: Bei einem ohne besondere Veranlassung in der Nacht aufgetretenen Nasenbluten werden bis zum anderen Mittag 14 Mass geronnenes Blut gesammelt. Tod. Merkham: Nasenbluten bei einer 2jährigen Kuh, ohne bekannte Ursache, auf der Weide beginnend, führt bald zum Tode. Petzold: Ein sehr fettes Schwein blutet aus der Nase, teilweise im Strahle, ohne bekannte Ursache über 24 Stunden lang, das Tier wurde so schwach, dass es kaum mehr stehen konnte. Erholung in 5 Tagen. Bei einem Pferde beobachtete ich seit 2 Jahren, dass dasselbe zu verschiedenen Zeiten auch ohne Anstrengungen oder sonst bekannte Ursache oft mehrere Tage leicht aus der Nase blutet. Das Tier ist sonst munter und arbeitsfähig. Kleine Blutungen bei
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74nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Nase. Nasenbluten.
Lungenrotz tragen ziemlich das Charakteristisclie, class das von der Lunge kommende Blut schaumig ist, während das oben in der Nasenhöhle ausgetretene, in der Regel hellrot und nicht schaumig ist, sondern ruhig abfliesst.
Prognose: Leichte Blutungen, bei denen das Blut tropfenweise abtröpfelt, sind in der Regel ungefährlich auch wenn sie längere Zeit dauern. Blutungen bei denen das Blut im zusammenhängenden Strahle abfliesst, so dass es aussieht als hinge ein rotes Schnürchen zur Erde, führen nach kürzerer oder längerer Frist den Tod herbei, llippokrates sagt: Das Kaltwerden bei kleinen Schweissen nach einem Nasenbluten ist ein böses Zeichen.quot;
Therapie: Rotter heilte chronisches Nasenbluten durch Essig-dämpfe in 27 Tagen. Dekkcr sagt: Essigdämpfe stillten das Bluten in einem Falle bald, aber es kam wieder. Rothonbuch wandte Essigdämpfo vergeblich an. Auch ich habe sie in einem Falle vergeblich angewandt, ebenso auch vergeblich Dämpfe von Eisonchlorid, (das Mittel auf heissen Stein gegossen und einatmen lassen). Frietsch spritzte mit Erfolg Essigwasser ein. Jost machte vergeblich Essig. dämpfe und Einspritzungen von Essigwasser, ferner von Eisenvitriollösung und Eichenrindendekokt. Thonis verwandte in einem Falle alle bekannten styptischon Mittel vorgeblich. Ebenso vergeblich Eisumschläge, .Eiswasser, Hochbinden des Kopfes. Das Bluten hörte endlich von selbst auf. Hertwig hatte keinen Erfolg von Essigdämpfen, Das Tamponiren des blutenden Nasenloches half bei einer Kuh (sagt Schmidt, llerhvig aber fand dass das als Tamponade angewandte, herausfiel ohne zu nützen. Durch die Tamponade traten Erstickungszufällo ein, (schreibt Jost). Ramoser tropanirte die Stirnhöhle und spritzte von Oben, 3 Wochen lang, täglich Alaunlösung ein, wodurch Heilung erzielt wurde.
Sichere Heilmittel sind somit nicht vorhanden. Es kommen ausser den genannten noch in Betracht: Adcrlass, innerliche Gaben von Adstringcntien: Bleizucker, Tannin, Eisenvitriol und Seeale cor-nutuin. Die Tamponade der Nasenhöhle, mittelst eigenen Instrumentes, durch die hintere Nasenöffnung, bietet keine besonderen Vorteile. Wenn der Tampon locker liegt, nützt er wenig und liegt er fest, so ist er wogen Drucks gefährlich. Durch den Irrigator kann durch Hochschieben des Gummirohrs in die Nasenhöhle, eine einfache und sehr zweck-mässige Nasendouche konstruiert werden.
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Krankheiten der Nase. Neubildungen in der Naso.
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Neubildungen in der Nase.
Litteratur: Hertwig, Grosser Polyp i. d. Nase b. Pf. Gurlt amp; Hortwig 1836 p. 357. B a r t h o 1 m y , Polyp i. d. Nase b. Pf. J. Lyon 1848, p. 525. Gurlt, Fasergeschwulst n. Nasenloch, b. Pf. Gurlt u. Hartwig 1851, p. 454. Gurlt, Getrocknete Balggesohwulst i. d. Nase. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 431. Dikinson, Nasenpolyp b. Pf. operiert. The Vet. 1854, p. 109. Hur ford, Nasonpolyp b. Pf. Ibd. 1857, p. 551. Schmid, Dasselbe. Report. 1859, p. 254. Gurlt, Fasergeschwulst a. d. unt. Nasenmuschel. Gurlt u. Hertwig 18G2 p. 266. Schi eg, Polypöse Wucherungen i. d. Nase b. Pf. Sachs, Jhb. 1863, p. 80. Frier, Nasenpolyp b. II. Ibd. 1866, p. 44. Leiscring, Polyp i. d. Nasenh. b. Pf. Ibd. 1869, p. 13. Schult he ss, Rhinosclerom. D. Arch. f. klin. Medic. 1887, p. 71. Leiscring, Erquot; weichungsoysten i. d. Nasonscheidwand b. Pf. Sachs. Jhb. 1871, p. 10. Strerath, Ostcom i. d. Nasenhöhle. Müller u. Bol. 1875. p, 155. S i e-damgrotzky, Hyperplasle d. Nasenschloimh, Sachs. Jhb. 1878, p. 15. Oomler, Sarkom i. d. Nasenhöhle. Iloloff u. Schütz 1878, p. 122. Czak, Sarkom i. d. Nasenhöhle. Mitt. f. Tzto. in Öster. 1879, p. 170. Heine, Nasonangiom b. Pf. Adam 1886, p. 41. Schmidt, Rhinosclerom. Schmidt Jhb. 1889, p. 236. (Yergl. Granulalionsgeschwülste Allg. Teil.)
Die meisten Neubildungen in der Nasenhöhle sind früher als Polypen Lezoichnot worden. Der Sitz derselben ist in verschiedener Höhe. Das Nasenloch ist ganz oder teilweise erfüllt. Es tritt schnie-fehulesquot;, in höheren Graden, schnarchendesquot; Atmen ein. Die Ge-sichtsknochon können aufgetrieben, das Gaumengewölbe kann abwärts gedrückt sein. AnsHuss aus der Nase besteht in der Regel. Derselbe kann mit Blut oder Zersetzungsprodukten vermischt sein. Übler Geruch ist meist damit verbunden. Schleg sah Auftreibung einer Gesichts-hiilfte und Ilervordrängung des Auges, Erweichung, Durchbruch der Gosichtsknochen, matter Ton bei der Perkussion. Diese bei den Polypen beschriobenon Symptome, gehören sowohl den gutartigen wie den bösartigen Neubildungen an. Von anatomisch bestimmten Neubildungen dortselbst sind aufgeführt: Aktinomykome, Khynosklorome, Ostcomo, Sarkome, Carcinome und besonders Kotzneubildungon. Sie sind alle dadurch ausgezeichnet dass ihr Wachstum peripher und dass ihre iiusserste Grenze das andere Gewebe ertötend weiter wuchert. Von gutartigen Geschwülsten ist festgestellt: Pettgeschwulst in der Nasemnuschel, Angiomlly-perplasio der Nascnschloimliaut und Erweichungscysten in der Nasenschleimbaut. Letztere hat Leisering von der Grosse einer Hasel-nuss und kleiner beschrieben. Sie stellen eine regressive Metamorphose des Knorpels vor. Ich beobachtete eine solche in der unteren Partie des Soptums beim Pferde, die mehr als taubeneigrosa war. Die
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Krankheiten der Naso. Neubildungen in der Nase.
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Schleimhaut war beiderseits hoi-vorgewölbt. Das Pferd atmete schniefend. Auf Einstich fioss eine farhloso, klare, klebrige Flüssigkeit aus. Nach Einspritzen von Jodtinktur heilte die Cyste ziemlich rasch. Der Knorpeldefekt war etwa markstückgross. Später, nach ca. Vs Jahr wurde das Pferd als rotzig erkannt, (s. Fig. 9.)
Prognose: Je nach Sitz, Grosse und anatomischem Charakter der Geschwulst, sehr verschieden. Während gutartige Neubildungen ziemlich unten in der Nasenhöhle, oft mit Leichtigkeit mittelst Draht-schlingc, odor Ecraseur, odor einer Polypenzange ontfernbar sind, können Neubildungen von bösartigem Charakter mit dem Sitze im Labyrinth,
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die Umgebung stören, auch die Stirn- und Kieferhöhlen erfüllen, das Gaumengewölbe zerstören, Druck auf das Auge ausführen, die Knochen usurieren sie, können oben gegen das Gehirn, durch die Siebbeinzollen, oder durch die Koilbeingaumenböhle vordringen und lebensgefährlich werden.
Die Therapie ist nur operativ. Die gestielten Polypen, worden nach alter Manier mit der Zange erfasst, gedreht und ausgerissen. Die Blutung ist bei sorgsamer Drehung jedesmal nur
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gering. Die kalte Draht-
Fig. 9. Colloidcyste in .ler Nasemvaml.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; schlinge ist durch die gal-
vanischo Schlinge ziemlich vordrängt worden. Grosse mit breiter Basis aufsitzende Polypen, müssen reserciert werden. Die Haut wird an der Stelle, welche sich hervorwölbt und woselbst auf Anklopfen dumpfer Schall entsteht, unter Schonung von Gofässon, Nerven und Muskulatur, längs eingeschnitten, zur Seite präpariert und mit scharfen Haken seitlich gezogen. Mittelst breiter Tropankronen, wird das knöcherne Nasendach an mehreren Stellen perforiert und die Knochenbrücken durch Meissel und Hammer oder durch eine Stichblattsäge entfernt. Die nun frei liegende Geschwulst wird gründlich antiseptisch behandelt, cocaini-siert und von Grund aus entfernt. Es kann sich empfehlen, den Grund mit dem Glüheisen zu brennen. Es ist zweckmässig vorher die Trache-otomie zu machen. Im grossen und ganzen sind derartige Operationen,
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Krankheiten der Nase. Fremdkörper in den Nasenhöhlen. Verbiegung etc. 77
deshalb selten, weil die Greschwülste sehr leicht mit üblem einseitigem Ausflüsse und Drüsenanschwellung verbunden sind und weil in unserem Zeitalter des Todschiagens, diese Dinge fast alle als Rotz erklärt, die Tiere vertilgt und die Besitzer entschädigt werden.
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Fremdkörper in den Nasenhöhlen.
Litteratur; Tannenhaucr, Brombeorreis i. d. Nasenh. b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1862, p. 247. Lamers, Strongylus armatns b. Pf. Mitt v. Eoloff u. Schütz 1881, p. 10. Ray, Fremdk. i. d. Nase einer Kuh. Journ, Med. vet 1848, p. 249. Dietrichs, Fremdk. i. d. Naso b. Hunde. Dietrichs Zeitschr. f. Thk. XIII, p. 4.
Tannenhauer fand bei einein L7jährigen Wallachen der seit tags-zuvor an Atemnot litt, gesenkton Kopf, grunzendes Atmen und aufgesperrte Nüstern, aus denen Blut floss. Links in der Nasenhöhle, etwa 1 Zoll tief, steckte ein fedcrkioldickor Körper, bei dessen Berührung das Pferd sehr grosso Schmerzen äussorte. Nach sehr festem Fassen und starkem Zuge konnte ein dorniges ästiges Bromboerreis 10 Zoll lang mit geronnenem Blute umgeben, ausgezogen worden. Es erfolgte Heilung. Hey wurde zu einer Kuh gerufen, die grosson Nasonaus-fluss hatte, sonst aber munter war. Der Besitzer hatte früher ein 2quot; langes Holzstück aus der Naso des Tieres gezogen. Roy brachte mit einer Zange ein 4quot; langes und darauf noch ein 31/2 Zoll langes Holz-stiiek heraus. Das Tier blich munter. Dietrichs beobachtete einen Hund, der immer im Kreise ging nach links, bis er endlich niederfiel, sobald er aufstand drehte er wieder. Das Tier magerte ab und starb nach 5 Tagen. Bei der Sektion fand man tief in der Nasenhöhle eine 3l/2 Zoll lange Borste durch die Schleimhäute gestochen in der Richtung gegen den Gaumen und das Siebbein.
Verbiegung der Nasenbeine und Nasenscheidewand,
Litteratur: Sachs. .Thb. 18ß8, p. 15.
Ein Pferd war seit längerer Zeit durch eigentümliche Kopfbildung auffällig. Demselben war ein Riemen um den unteren Kopfteil geschnallt, damit die vorhandene Hartschnaufigkcit nicht gehört werden solle. (An der Atmung habe dieser Riemon nicht gestört.) Leisering fand Verbiegung der Nasenbeine, der Zwisohenkieferbeine und des vorderen und unteren Teils der Oberkieferbeine von links nach rechts. Nach deren genauen Beschreibung sagt Leisering: Offenbar liegt hier keine erworbene.
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78 Krankheiten der Nase. Vurdiekungen der Nasonmuacheln beim Pferde.
sondern eine schon, im fötalen Zustande entstandene Symetriestörung tier Gesichtsknoclien vor.quot;
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Verdickungen der Nasenmuscheln beim Pferde.
Litter a tur; Köhno, Verdick, d. Nasenmusclieln b. Pf. Ber. üb. Leist. i. G. di Thk, 1861, \). 58. D o r p a t o r Klinik, Exstirpat, vorgröss, Nasen-muscheln. Ib. 18G2, p, 50. II a u b n e r , Verwachs, d. Fliigelknorpels. Sachs. Jhb. 1858 p, 20.
In dem von Koeline boobachteton Falle erkrankten die Nasenmusclieln durch einen Schlag, wurden vordickt und infolgedessen das Pferd hartschnaufig. Von der Dorpator Klinik sind mehrere Fälle beschrieben ohne Angabe der Ursachen, die Folgen waren Hartschnanfigkeit. Kühne hat biegegen an dem Angcsichtsknochen trepaniert und einen Teil der kranken Muschel ontfornt, dasselbe geschah an der Dorpator Klinik. Es erfolgte in allen Fällen Heilung. Haubner fand, dass bei einem Pferde der Flügelknorpel der Nase mit dem Septum verwachsen war, dadurch wurde die eine Nasenöffnung so verengt, dass Hartsclmaufigkeit entstand.
Um das Ilartsclmaufen bei derartigen Zuständen zu verhindern, wurden schon mehrfach mit Erfolg die Nasontrompeton durch Riemen zugedrückt. Loisering beschreibt schon einen solchen Fall ausführlich. Ich habe einen solchen an hiesiger Klinik beobachtet und Dieter beschreibt folgendes sehr instruktives Vorkommnis: Dieter wurde vom Q-erioht beauftragt ein Pferd zu untersuchen, welches ein Fuhrmann dadurch misshandelt haben soll, dass er ihm die Nasenlöcher zugebunden und mit dem Tiere gearbeitet habe. D. wurde vom Besitzer mitgeteilt, das Pferd bisse bei der Arbeit ein bässliches, starkes Kasenge-räusch hören, welches durch Niederdrücken der oberen Nasenwand aufhöre. Der Besitzer hatte einen Riemen anfertigen lassen, der über die Nase gelegt und unten festgeschnallt wurde. An der Stelle an welcher der Kiemen die Nasentrompeten berührte waren zwei gepolsterte Bauscheil aufgenäht. Die Nasentrompoten konnten dadurch vollständig zugedrückt werden. Dieter beschreibt seine Versuche folgen-dermassen: Zur Probe wurde das Pferd mit und ohne Kiemen im schweren Zuge verwendet, wobei sich der auffallende Unterschied ergab, dass mit erstcrem kaum ungewöhnliches Atemgeräusch, wogegen ohne denselben, sofort bedeutend schnarchendes Nasengeräusch auftrat.quot; Eine Behinderung der Atmung selbst trat nicht ein, da nur die Nasentrompeten nicht aber die Nasenlöcher zugedrückt wurden.
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Krankheiten des Gesichts.
Krankheiten des Gesichts.
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Littoratur: Falke, Schleimdrüsenbildung i. d. Kieferknochen. Gurlt u. Ilertwig 1857, p. 91. Voss, Polyp im Oberkiefer. Gerlaoh u. Schütz 1857, p. 21. Joyeux, Oodem a. Kopfe b. Pf. Toul. 1858, p. 539. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p, 53. Enorme Kopfgeschwulst b. Pf. Ber. üb. Lcist. i. Geb. d. Thk. 1859, p. 40. Melanosen. Kor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1859, p. 40. Gurlt, Oberkiefer mit Zahnkaries. Gurlt amp; Hartwig 18G2 p. 2G5. Fürstenberg, Krebs a. Zwischenkieferb. Mitt. a. d. tztl. Praxis 1866, p. 108. Krokeler, Brucb d. Oberkiefers. Jb. 1805, p. 155. Ha üb nor, Krebs b. Pf. Sachs. Jhb. 1866, p. 14. Suth, Vorletz. a. Oberkiefer. Müller u. Roloff 186G, p. 155. Gurlt, Exostose i. d. Ober-kiofor d. Pf. Gurlt a, Hertwig 18G7, p. 7. Schmidt, Trepanat. d. Oberkiefers. Ibd. 18ü8, p. 340. Leise ring, Epitheliakrebs a. Oberkiefer, Sachs. Jhb. 1871, p. 21. Söhngen, Lähmung d. Gesichtsmuskcln. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Koloff 1874 p. 135. lloloff, Fibrom a. d. Oberlippe. Roloff u. Schütz 1870 p. 107. Difiokerhoff, Sarkoma. Siebbein. Ibd. 1877/78, p. 385. Johow, Sarkom d. Gesiehtskn. Ibd. 1877/88, p. 80. Johne, Osteosarkom und Melanosarkom a. Oberkiefer. Sachs. Jhb. 1879, p. 45. 1880, p. 73. Job no, Osteoidsarkom. Ibd. 1888. Gr ess well, Oberkieferbruch, The vet. 1888, p, 318. Moule, Deformation d. Oberkiefers. Jhb. 1880, p. 107. Swaty, Grosser Defekt am Oberkiefer. Jb. 1880, p. 138.
Es kommen liier in Betracht: Wunden, Geschwülste, Knoch onb rü clie, Liih minigeTi und Oedemo.
Wundon dos Gosiclits, haben bei siimtliclien Haustieren das Eigontiimliclie, dass die feine Gesicbtshaut auf der Knochenunterlage und den scharfbegrenzten Muskeln leicht zurückgezogen wird und somit leicht eine klaffende Wunde entsteht. Mehrfach ist mir aufgefallen, dass Wunden in der allgemeinen Decke der Backen oder der Kiefer verhältnismässig günstigen und raschen Heilverlauf zeigen. Es empfiehlt sich, hier mit Karlsbader Nadeln und Sohlingennaht zu verschliesscn und mit Jodoform einzupudern, oder mittelst Klebepflaster zu überdecken.
Geschwülste kommen dort in sehr'verschiedener Art und Gestalt vor. Auf der Haut, und in derselben kommen Warzen, Haut-hörncr, Trichome, in den tiefliegenden Teilen Granulomo, Aktinomykome und Veränderungen durch Ilotz, auch Sarkome, Carcinomo oder Fibrome, oder Veränderungen durch holde Ziihno vor. Einzelne der tiefliegenden, bösartigen üoschwiilsto zeichnen sich durch langsames Wachstum aus. Johne bcobachteto ein Kiefersarkom beim Pferde, das in 5 Jahren entstanden war, Johow berichtet ganz dasselbe. Im letzteren Falle drückte die Geschwulst auf den Thriinenkaiuil, so dass öfters Thränenflusa ent-
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80nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten des Gesichts, Geschwülste.
stand, bis endlich die Geschwulst aucli sonst bemerkbar wurde. Andererseits wurde wieder sehr rasches Wachstum der Geschwülste beobachtet: Haulmer sah an einem Pferde, welches 19 Jahre in einer Hand war, seit Vi Jahr Erhühung am Oberkiefer, infolge einer Geschwulst, die bedeutend rasch zunahm. In kurzem erfolgte Hcrvonvucherung von Geschwulstmasse aus einer Zahnhöhle und Tod dos Tieres durch Carcinom. Ebenfalls sah derselbe infolge Krebs des Kiefers sehr rasches Wachstum, Verlust des 2. 8. und 4. Backzahnes, NasenausHuss, grosso Kehlgangs-driisonschwellung und Tod. Bei Geschwülsten in der Kieferhöhle, tritt in der Hegel Erkrankung der Schleimhäute, nicht selten der Zahnwurzeln, und Auftreibung der Kieferhöhlen auf. In der Folge können entstehen, jS'ascnansfluss, ein- oder doppelseitig, Anschwellung der Kehlgangsdrüsen, Erkrankung der Zähne, Zahnschmerz, mangelhaftes Kauen, Selbstausfall der Zähne und Hervorwuchern der Geschwulst. Bei Perkussion der Kieferhöhle erfolgt bei Anfüllung derselben, leerer oder gedämpfter Schall.
Prognose: Bei oberflächlich sitzenden, gutartigen Geschwülsten günstig, bei tiefersitzondon, bösartigen, namentlich solchen mit sehr raschem Wachstum ungünstig.
Therapie: Oberflächlich sitzende Geschwülste worden in iibliclier Weise mittelst feiner Schlinge aus Draht, oder gewachstem feinen Bindfaden abgeschnürt, andere einfach abgeschnitten und der Grund mit Glüheisen touchiert. Grössere Geschwülste werden mit dem Messer entfernt, die Wunde genäht und mit Pflaster zugeklebt, oder der Kopf verbunden. Tief in den Höhlen sitzende Geschwülste können nur durch Trepanation und sorgsame Kxstirpation, eventuell unter Ausziehen von Zähnen und mittelst Meissel und Hammer, zur Heilung gebracht werden. Welche hochgradigen Defekte in dieser Gegend noch ertragen werden, beweist ein von Swaty mitgeteilter Fall:
Ganz zufällig traf Swaty ein Pferd auf der Landstrasso, dessen rechte Gesichtshälfto mit einer Lederbandage bedekt war. Auf Ersuchen entfernte der Besitzer dieselbe und nun fand shh, dass bei dem Pferd die ganze Knochentafel, welche die grosso und kleine Highmorshöhle und einen Teil der Nasenhöhle nach aussen bedeckt, fehlte, so dass an dem Kopfe eine grosso Lücke von eiförmiger Gestalt und mit abgerundeten vernarbten Rändern war. Es sah so aus als habe man Thriinen-Oberkiefer- und Nasenbeine absichtlich entfernt, die obere Nasonnnischol und der mittlere Nasengang fehlten vollständig, die untere Nasenmnscliel und Nasenscheidewand lag auf ein grosses Stück frei, waren aber vollständig gesund, der Thräuenkanal der rechten Seite fehlte und vom
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Krankheiten des Gesichts, Ootlem, Lalnnung-.
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Tliriinenbein war nur so viel übrig, dass die Augeniiöhle, deren untere Wand vollständig frei lag, intakt erhalten war. Ebenso wie in die Kiefer und Nasenhöhlo konnte man in die Stirnliöble hineinsehen. Mit diesem Defekte hatte das Pferd 24 Jahre gelebt und gearbeitet. Der Defekt war durch Atzung welche zum Zwecke der Vertilgung von Warzen von einem Pfuscher angewandt war entstanden.
Grosse Oedembildung im Gesichte beim Pferde infolge Entzündung der Jugularis, beobachtete Joyeux. Das Tier hatte einen Tlufschlag an die Gegend der Jugularis und in der Folge dortsolbst hochgradige Entzündung erhalten, die Geschwulst war iiart und schmerz
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haft, es trat ein grosses Oedem an der kranken Gesichtshälfte auf und das Kauen war erschwert. Mit der Besserung des Leidens an der Vene verlor sich auch das Oedem im Gesichte. (Sehr bedeutende Oedembildung am Kopfe findet sich beim Pferdetyphus, morbus maculosus. Die Therapie hiegegen ist in den Werken für innere Medizin angegeben.)
Lähmung der G es ich ts-muskeln beschreibt Soehngen: Ein Pferd war mit den Hinter
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beinen im Haifterstrick in der Nacht gefangen und morgens so
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Fig. 10. Knveitenmg dor Nüstern durch Sperrhacken.
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aufgefunden. Das Pferd versagte das Putter, es war Hartschnaufen vorhanden, später kam Magerkeit hinzu. Beiderseits an den Jochleisten und dem Joohbogen, am oberen Teile des Backens und hinteren Ilande des Hinterkiefers waren haarlose blutrünstige Steilen, beide Lippen waren welk und kühl. Die Oberlippe konnte nicht gehoben werden, die Unterlippe hing schlaf!' herab. Die Nasenlöcher waren lange, schmale Spalten, die Backen waren eingefallen und kühl. Auf Nadelstiche war kaum Gefühl vorhanden. Das Nervengebiet des 7 Nerven war somit in dem Zustand der Lähmung. Therapie: Die Nasenhöhlen wurden durch Drahthacken erweitert (S.Fig. 10.) dazu reizende Einreibungen ausgeführt. Die Heilung erfolgte in 0 Wochen.
Die infolge von Infektionskrankheiten z. B. Influenza nicht selten
Hoffmann, Tioriirztlicla' Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; lt;gt;
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82nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Liiipen.
zu beobachtenden, meist einseitigen Lähmungen einzelner Gesichtspartieon, besonders der Lippen, aber auch anderer Teile, haben ihre Ursache in zentralen Störungen und sind nicht selten mit aussetzendem Puls vergesellschaftet, Mit vollständiger sonstiger Wiederherstellung des betroffenen Tieres heilen sie regclmiissig,
Kerstan sah rechtsseitige Lähmung der Gesichtsmuskeln nach In-Huenza, das Ohr hing herab, das Auge war halbgoschlossen. Ober-und Unterlippe waren nach links gezogen und bei der Futteranfnahme sammelte sich dieses im Maule an. Es erfolgte Heilung.
Missbildinigcii lt;le,s Gesichts.
Littcratur: Johne, Lippen- und Kieferspalte, Sachs. Jhb. 1873, p. 83. 1884, ]gt;. 57.
Die Gesichts- Gaumen- Lippen- und Kieferspalten, als angeborene Deformitäten, die sog. Hasenscharten und Wolfsrachenbildung, Macrostoma Labium fissum s. loporinum und Pallatum fissum Colombo pallati kommen bei Tieren ebenfalls vor und zwar ziemlich reichlich. Allein das grosse Kapitel der Heilungen, die schonen und erfolgreichen Operationen, die in der Menschenheilkunde dagegen ausgeführt werden, bleiben vorerst in der Tierheilkunde ungenützt. Es dürfte nützlich sein, wenn derartige Objekte auch im Interesse der Menschenheilkunde zu operativen Zwecken ausgenützt würden. Bis jetzt werden in der Hegel nur Tiere, welche nicht sichtbare Defekte besitzen am Leben erhalten. Johne sah ein 2ll2 Jahre altes Pferd, welches beständig bei der Futteraufnahme Aushuss schaumig-grünlicher Futterbestandteile aus der Nase zeigte. Nähere Untersuchung ergab, Spaltung des weichen Gaumens in der Mittellinie bis zum harten Gaumen, die Ränder der Spalte waren glatt, ohne jede Spur einer Yerdickung oder Narbenbil-diing. Bei einer Katze fand ich zufällig bei einer Untersuchung der Maulhöhle Spaltung des weichen Gaumens und vollständiges Fehlen dos harten Gaumens und der Schleimhaut, so dass die Maulhöhle auf eine bedeutende Fläche, direkt mit der Nasenhöhle ohne die Scheidewand des Gaumens in Verbindung stand, somit nur eine einzige Höhle bildete.
Krankheiten der Lippen.
L i 11 e r a t u r : Fest al, Labiotomie b. Ochsen. Uec. do Med. Vet. 1850, p. 417. 13er. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1850, p. 57. K e r s t c n , Reolltsseitige Lähmung der Kopfimiskeln. Gerlanh. Tztl. Mitt. 1.858, p. 87. Erler.
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Krankheiten der Lippen, Missbildungen, Wunden.
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Gesiclitszuckungen b. Pf. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 52. Voigtländer, Verletzung des Baokenmuskels. Ibd. 18G3, p. 54. Ackermann, Zuckkrampf d. Unterlippe. Jbd. 1867 p. 80. S i e da m gro t z ky , Fibrom a. Backen v. Hund. Jbd. 1873, p. 109. Hol off, Fibrom an der Oberlippe b. Pferd. Roloff u. Schütz 1876, p. 101. Pol off, Lähmung dos Lippenastes. Ibd. 1878/79, p. 39. B a h r, Lähmung der Unterlippe b. Pf. Ibd. 1881, p. 91. S c h w a n o b e r g e r , Lähmung d. Oberlippe b. Pf. Ibd. 1881, p. 82. G ü 111 i c h , Lippengrind, Ibd. 1883, p. 44. Dasselbe. Medizin f. innere Littoratur.
Es kommen in B etracht: Missbildungen, Wunden, Neubildungen, Krämpfe, Lähmungen, infektiöse Erkrankungen.
Missbildungen der Lippen sind namentlich von Festal angeführt. Diese von ihm gemeinte Sorte tritt erst bei erwachsenen Tieren in volle Geltung: Bei manchen Ochsen zieht sich die Oberlippe so weit zurück, dass man die Zähne sieht, er lachtquot; sei der volkstümliche Ausdruck hierfür. Ein solches Tier sehe sehr entstellt aus und sei schlecht verkäuflich. Festal rät die Labiotomie derart auszufiiliren, dass rundum an der Anhoftungsstelle der Lippen Vs Zoll tief eingeschnitten werde. Die Heilung dieser Wunde soll sich selbst überlassen bleiben. Durch Narbenkontraktion werde der Zustand gehoben und nur in Einzelfällen müsse ein zweitesmal operiert werden.
Wunden der Lippen sind nicht besonders häufig, am zahlreichsten noch bei Hunden infolge von Raufereien, besonders bei Dachshunden, die in Erdhöhlen auf Fuchs oder Dachs gehetzt werden. Bayer führt an dass grössere Lippenwunden die Neigung haben sich nicht zu vereinigen, sondern dass jeder Wundrand für sich lieilt und dadurch eine künstliche oder erworbene Hasenscharte gebildet wird. Quetschwunden in den Lippenwinkeln, infolge von Gebisswirkungen sind unter Ladend r u ck abgehandelt.
Klinisches Bild: Lippenwunden sind durch ziemlich starkes Bluten und grosse Schmerzhaftigkeit ausgezeichnet. Bei vollkommener Durchtrennung klaffen dieselben.
Prognose: Die anatomische Einrichtung der Lippen der Haustiere ist wesentlich verschieden. Binder und Schweine besitzen dort-selbst ein festes, derbes Gewebe, Pferde haben dort ebenfalls noch ziemlich bedeutende Festigkeit, dagegen sind die Lippen der Fleischfresser, der Ziegen und Schafe, von mehr weicher und biegsamer Konsistenz. Je nach Grosse und Form der Wunde sowie nach der Tierart und je nach der anatomischen Einrichtung der Lippen, ist die Prognose verschieden. Nach grossen Yerwundungen durch Behinderung der Futter-
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84nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Lippen. Neubildungen.
aufnähme kann Abmagerung eintreten. Bei Tieren deren Äusseres noch von wesentlichem Einflüsse ist wie bei Pferden, auch Hunden und Katzen, können entstellende Lippenwunden den Wert bedeutend herabsetzen.
Therapie: Zuerst sorgsame Desinfektion, Cocainisieren und Yer-einigung durch eine sehr solide Naht. (Ich rate, innen die Schleimhaut mit ganz feiner Seide besonders zu nähen und die äusseren Wund-ränder mit ziemlich tiefen, aber nicht durchdringenden Stichen zu vereinigen.) Sodann ist möglichste Euhe der genähten Wunde anzustreben. Es muss namentlich die Aufnahme von Hartfutter verhindert werden. Ein Maulkorb, Zubinden des Maules, bei Pferden verkehrtes Einstellen jn den Stand und Hochbinden ist anzuempfehlen. Heilen die klaffenden Lippenwunden nicht auf erste Vereinigung, so ist selbiges durch Auffrischen der Wundränder und wiederholtes Nähen anzustreben da sonst jeder Wundrand für sich mit Epithel überzogen wird und dauernde Missbildung entsteht.
Neubildungen an den Lippen sind aussen verhältnismässig selten, dieselben gehören auf der Oberfläche meist in das Gebiet der Warzen und sind leicht zu entfernen. An der Lippenschleimhaut und im eigentlichen Lippengewebo entstehen jedoch nicht selten ganz umfangreiche Neubildungen. Roloff beschreibt ein Fibrom unter der Oberlippe des Pferdes, welches zweif'austgross war. Dasselbe war nach und nach entstanden, hatte eine zweithalergrosse Basis, drängte die Oberlippe nach aufwärts und ragte zum grossen Teile unter derselben hervor, der linke obere Mittelzahn war aus seiner Alveole gedrängt. Das Pferd wurde getötet. Bei Hunden habe ich an dieser Stelle öfters Sarkome beobachteten Einzelfällen mit vollkommener Verdrängung des normalen Standes der Schneidezähne.
Carcinome, die beim Menschen berüchtigten Lippenkrebse, sind bei Tieren eine grosso Seltenheit.
Prognose: Je nach der Grosse und dem Charakter der Geschwulst, je nach der Tierart, und ob dieselbe durch Umgang mit dem Menschen auch ein repräsentables Ausscres besitzen muss, ist die Prognose verschieden.
Therapie: Oberflächlich sitzende, besonders gestielte Geschwülste, werden durch Unterbinden, kleinere mit einer feinen Schnur, grüssero durch die elastische Schlinge allmählich zum Verschwinden gebracht. Das Messer, die Drahtachlinge oder der Ecraseur können passende Vorwendung finden. Bei tiefsitzenden Geschwülsten empfiehlt es sich nur mit dem Messer höchst sorgsam und unter Narkose zu operieren,
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Krankheiten der Lippen. Krämpfe, Lähmung'.
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damit nachherige Heilung ohne Eiterung eintritt. Bei bösartigen Geschwülsten, Sarkomen und Carcinomen, namentlich wenn dieselben schon ausgedehnter sind und auch die Alveolen ergriffen haben und die Zahnstellung verändert ist, kann kaum ein dauernder Erfolg erhofft werden. Auch sind die Operationen wegen nachfolgenden ungehörigen Lippenschlusses und an der Oberlippe wegen der Nasenhöhle sehr schwierig und selten von gewünschtem Erfolge begleitet.
Krämpfe. Erler beschreibt folgenden Fall beim Pferde: Auf der rechten Kopfseite begann das obere Augenlid zu zwinkern, ein leichtes Beben gleich einem Schatten lief über den Masseter herunter bis zur Lippe und nun begannen die ohngcfähr eine Minute andauernden, heftigen Zuckungen, durch welche die Oberlippe nach oben und aussen gezogen wurde und welche die ganze Hälfte des Kopfes, vom Auge nach abwärts, in Bewegung setzten. Nach Intervallen von 5 Minuten kehrten sie wieder. Über den Verlauf giebt Erler nichts an. Ackermann sah beim Pferde MZuckkrampfquot; der Unterlippe. Dasselbe war nach starker Druse zu frühzeitig gebraucht worden, bekam grosse oedematöse Anschwellung der Unterlippe und nach deren Verschwinden, andauernde zitternde Bewegung dortselbst. Auf kleine Strychningaben erfolgte Heilung.
Lähmung der Lippen. Infolge mechanischer Einwirkung direkt an den Lippen, oder infolge von zentralen Störungen, oder durch Läsion der die Lippen bewegenden Muskeln, oder sie mit motorischen Zweigen versorgenden Nerven, entstehen nicht selten Lähmungen der Ober- oder Unterlippe, einseitig oder beiderseitig.
Aetiologie: Direkte Verletzungen der Unterlippen beim Pferde infolge der Kinnkette sah Bahr einen Fall: Es war eine dicke Kinnkette fest angelegt, das beim Reiten etwas widersetzliche Pferd, wurde stark am Zügel gerissen und es erfolgte sofort schlaffes Herabhängen der Unterlippe. Sciiwanenberger sah Lähmung der Oberlippe am Pferde dadurch entstanden, dass das Tier mit einem Vorderbein in das Halfter trat und in der Folge stundenlang in gebückter Stellung verharren musste, die Lippen waren vollständig erschlafft, hingen herab, die Nasenöffnungen waren fast geschlossen so dass Atemnot entstand. Die Heilung erfolgte in 5 Wochen. Die Oberlippe kann auch infolge fehlerhafter Anwendung einer Bremse, namentlich durch zu starkes Ab-wärtsziehen gelähmt werden. Entzündliche Zustände, Abreisson oder Ansciinoiden der Oberlippenmuskel bei der Trepanation führt zur Lähmung. Druck auf die motorischen Nerven, Entartung durch Neubildungen etc. sowie Erkrankung der Nervenzentreu, besonders nach In-
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fektionskrankheiton, kann dasselbe Leiden erzeugen. Roloff beobachtete Lähmung des Lippenastes vom Nervus facialis infolge einer grossen Wunde. Nach Heilung derselben erfolgte -wieder Funktionsfähigkeit.
Klinisches Bild : Schlaffes Herabhängen der betroffenen Lippenteile, oben, unten oder beiderseits. Empfindungslosigkeit auf Nadelstiche. Durch mangelhaften Schluss der Maulhöhle erfolgt teilweise Austluss von Speichel, der oft in Fäden abfliesst (spinnen) und übelriechend ist. Die Wasser- und Futteraufnahme geschieht mangelhaft oder gar nicht, die Tiere magern ab.
Die Prognose ist je nach der Ursache sehr verschieden. Es ist deshalb die anatomische Diagnose von sehr wesentlicher Bedeutung. Lähmungen infolge von Verletzungen heilen in der Regel ziemlich rasch, solche durch zentrale oder Norvenstörungon langsam oder nicht.
Therapie: Bahr heilte die oben angeführte durch Kinnkettendruck entstandene Unterlipponlähmung durch Einreibungen von Terpentinöl , Salmiakgeist und Cantharidentinktur in geeigneter Mischung. Es erfolgte Besserung nach fünf, Heilung nach neun Tagen. Lähmungen der Oberlippe nach zu heftiger und ungeschickter Bremsenwirkung habe ich trotz sehr vielfachen Gebrauchs dieses Werkzeugs noch nie gesehen; es dürfte sich, wenn nötig, ebenfalls hier die von Bahr angeführte Therapie, sowie Massage und Elektrizität empfehlen. Bei Erkrankungen und Läsion der Lippenheber, müssen diese und nicht die Lippen selbst in Behandlung genommen werden. Das gleiche gilt bei Erkrankungen der Nerven oder einzelner Gohirnzentren.
I n f e k t i ö s e E r k r a n k u n g e n d c r L i p p e n sind zahlreich und bei sämtlichen Haustieron vorhanden: Bei Pferden infolge von Rotz, Typhus, Stomatitis pustulos a, bei Rindern infolge von Maulseuche, dasselbe ist bei Schafen und Seh weinen der Fall. Kälber und Lämmer werden von sog. L i p p o n g r i n d befallen. Fleischfresser und Kaninchen erkranken namentlich durch höher entwickelte Schmarotzer pflanzlicher und tierischer Natur, hervorragend z. B. bei der Katzenräude oder durch Flechten. Aphten, Schwämmchen infolge verschiedener Ursachen sind mehrfach beobachtet worden. Da die hier genannten Ursachen nicht nur an den Lippen wirksam sind, (obgleich verschiedene nach denselben benannt werden, wie z. B. Lippengrindquot; der Schafe oder Kälber) und die Abhandlung dieser genannten Krankheiten hier zu weit führen würde, so wird auf den allgemeinen Teil, sowie die innere Medizin verwiesen.
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Krankhoiton der Maulsohlcimhaut. Verletzung, Verätzunf
Krankheiten der Manlschleinihaut.
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L i 11 e r a t u r : H e r t w i g, Papillom a. d. Schleimhaut d, Hundemaulcs. Ilunde-krankh. 1853, p, 115. Priotsoh, Warzen im Maule b. Hunde. Sachs. Jhb. 1859/60, p. 93. Reinoman n, Mykose d. Maules b. R. Roloff u. Schütz 1878/79, p. 48. Gabbey, Geschwüre a. d. Maulsohleimhaut b. Pf. Ibd. 1878 79, p. 47. Wegen er, Verletzung d. Maulschleimhaut b. d. Kuh. Ibd. 1882, p. 55. Rost, Verätzung d. Maulschleimhaut b, Hund. Sachs. Jhb. 1882, p. 93. Gratia, Warzen im Maule d. Hundes. Annales do med. vet. 8 Heft 1882.
1) Yorlctzung, Vorätzung. Verletzungen der Maulschleimhaut entstehen zumeist durch das Gebiss bei Pferden (vgl. Ladendruck), durch Fremdkörper, die mit dem Futter in die Maulhöhle gelangen oder freiwillig aufgenommen oder ohne den Willen des Tieres dorthin gelangen , z. B. Verletzungen beim Arznoioingebcn etc. Wegener teilt folgenden Fall einer Maulschleimhautverletzung bei einer Kuh mit: Nach dem Mittagsfutter zeigte sich sehr grosses Speicheln und Kauen sowie Anschwellung der Backen und des Halses. Bei näherer Untersuchung fand W., dass das Tier grosse Massen Flachsschäbcn (Acholn) in der Maulhöhle hatte, dieselben hatten sich massenhaft in die Schleimhaut eingebohrt. Nach gründlicher Reinigung erfolgte Heilung. Eggeling fand in einem Stalle mit 25 Rindern, Erscheinungen wie sie bei der Maulseucho auftreten. Nach näherer Untersuchung konnte aber festgestellt werden, dass die sämtlichen Tiere Weizenhülsen verzehrt hatten, dass diese die Maulschleimhaut verlezt und die Erkrankung bedingt hatten. Rcinemann beobachtete nach dem Verfüttern von befallenem Wickenstroh an Rinder bald nachher Geifern und grosse Anschwellung zwischen den Kieferästen, Der Zustand blieb einige Zeit bestehen. Nähere Untersuchung ergab, dass bei den Kühen die Maidhöhle unverändert erschien, bei den Kalbein jedoch an der Maulschleimhaut der Zunge und Zungenbändchen auf grosse Flächen verteilt .,kleino gelbe Knöt-chenquot; vorhanden waren, die aufFuttenvochsel vorschwanden. (Vgl. p. 10G.)
Verätzung der Maulschleimhaut bei einem grossen Hunde hatte Rost beobachtet, das Tier hatte in einer chemischen Fabrik von einer ätzenden Flüssigkeit getrunken. Es zeigten sich bald nachher wutälinliche Erscheinungen, zudem starkes Geifern und Unmöglichkeit zu seiducken. Ein Fall von Verätzung durch Kalkmilch beim Pferde ist unter Zungenkrankheiten angeführt, Vorätzungen der Maulschleimhaut, aber auch weiterer Teile, der Zunge, des Sohlundkopfes, Schlundes etc. kommen nicht selten beim Rinde vor, wenn gegen Trommelsucht zu konzentrierte Salmiakgoistlösung eingeschüttet wird. Auch andere, als
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88nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Maulschleimhaut. quot;Warzen.
Medikamente, aber in falscher Zusammensetzimg oder Verdünnung verabreichte ätzende Stoffe können dortselbst Schaden anrichten.
Das klinische Bild bei diesen Verletzungen oder Verätzungen ist in der Regel Speichclfluss, Geifern, das Maul wird fest geschlossen gehalten und es besteht Widerstreben, wenn dasselbe künstlich eröffnet werden soll, der Speichel beginnt bald zu faulen, weshalb übler Geruch vorhanden ist. Die Nahrungsaufnahme wird verweigert. Fieber u. a. Allgeineinerschcimingen bestehen in der Hegel nicht,
Prognose: Je nach dem Grade und der Qualität der Verletzung oder Verätzung verschieden. Im allgemeinen heilen bei sorgsamer Keinhaltung und entsprechender Aseptik, eventuell Nähen etc., die Wunden der Maulschleimhaut und auch tiefer liegender Weichteile ver-hältnismässig leicht.
Therapie: In erster Linie gründliche Reinigung und Antiseptik. Ausspülen der Maulluihlo mit chlorsaurem Kali, übermangansaurem Kali, Bor-, Carbolwasser 0,5%ig. Creolin 0,5 l0/oig. In passenden Fällen müssen Fremdkörper entfernt, Wunden genäht oder bei Ätzungen chemische Gegenmittel angewandt werden.
2) Warzen im Maule beim Hunde, Fap i 11 ome (Hertwig), spitze Condylomc. Zahlreich kommen beim Hunde, ziemlich bei sämtlichen Rassen und (mit Ausnahme frühoster Jugend) in jedem Alter warzenartige Neubildungen auf der Maulschleimhaut vor. Die davon betroffenen Tiere zeigen auf der Schleimhaut besonders wenn dieselbe pigmentiert ist, deutlich merkbare, kleine, weisse runde Punkte, welche allmählich zunehmen und wenn sie die Grosse eines Hirse- bis Hanfkornes erreicht haben so erheben sie sich allmählich etwas über die Schleimhaut. Von jetzt an wachsen sie rascher in der Höhe und Breite der Basis, erhalten an der Oberfläche ein gekörntes, allmählich leichtge-franztes, fadenförmiges Aussehen und es lagern sich Stoffe von aussen, Speichel, Nahrungsteile etc. dazwischen. Diese gefranzten, gefaserten, dadurch oben breiter werdenden Geschwülste erreichen eine Grosse bis etwa zu der einer Erbse, doch können mehrere zusammenfiiessen, sie werden auf der Oberfläche grau, dunkel und zerfallen teilweise faulig.
Aetiologie: Die Ansteckung wird teils zugegeben, teils bestritten, Gratia hat in Warzen auf der Backenschleimhaut der Hunde einen Pilz, Backteriuui Porri gefunden und er beobachtete, dass von dem erkrankten Hunde drei andere infiziert wurden und ähnlich erkrankten. Hertwig ist zweifelhaft ob eine Ansteckung vorhanden sei. Ich halte dieselbe nach meinen klinischen Frfalirungen für möglich, denn ich habe schon mehrfach gefunden, dass von Hunden, die zusammen lebten,
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Krankheiten der Maulsclileimhaut. Sclnvämmohen.
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sämtliche erkrankt waren, und class diese Krankheiten periodisch zahlreicher oder seltener, oder fast gar nicht zur Behandlung kommen. Hertwig hält sie für sicher erblich.
Klinisches Bild: Obengenannte und geschilderten Papillome stehen in mehr oder weniger zahlreicher Anzahl auf der Schleimhaut der Lippen und Backen, seltener auch der Zunge und dos Gaumens. Sie kommen später in allen Stadien und Grossen zu gleicher Zeit vor. In hochgradigen Fällen sind grosse Flächen mit den fadenförmigen Wucherungen, grauen und stinkenden Massen erfüllt. Schmerzhaftigkeit besteht dabei nicht oder nur in geringem Grade. Doch ist die Futteraufnahme vorsichtiger, zögernder, oft vermindert, es tritt Abmagerung ein, die Tiere werden traurig, das übelriechende Maul wird durch die Fäulnisprodukte und die franzigen Geschwülste, sowie geringgradigen Speichelttuss sehr ekelhaft. Vielfach bilden sich auf den zerfallenden Geschwülsten Geschwüre.
Prognose: In leichten Fällen, bei geringer Zahl der Papeln und verhältnismässiger geringer Grosse, günstig bis vorsichtig; weil die entfernten Papillome leicht wieder nachwachsen. In schweren Fällen, bei sehr ausgedehnter Erkrankung der Schleimhaut, schon bestehender Abmagerung und Geschwürsbildung ungünstig.
Therapie: Entfernung mit der Schere. Die einzelnen Papeln werden mit der Pinzette erfasst, hochgezogen und mit der über die Fläche gebogenen Schere am Grunde durchgeschnitten. Es tritt in der Regel ziemliche, aber für das Leben oder die Gesundheit des Tieres unbedeutende Blutung ein, jedoch wird dadurch das Operationsfeld bedeckt und die weitere Exstirpation erschwert. Ich nehme deshalb den Pa-quolinbrenner sofort nachdem einige Papeln entfernt sind und brenne den Grund der exstirpirten Pupille, teilweise auch in der Hoffnung dadurch das Nachwachsen zu verhindern, was aber nicht immer gelingt. Bei grosser Anzahl von Condylomen oder Papeln , welche in Flächen und grösserer Ausdehnung vorhanden sind, operiere ich mit dem scharfen Löffel, nach vorhergegangener Cocainisirung. Eine Nachbehandlung ist nicht nötig.
3) Andere Erkrankungen der Mnulschleimhaut: S t o m a t i t o n, Schwämmchen, croupös-diphteritische Prozesse, hitzige Kopfkrank-heit der Binder etc. werden zum Teil in besondern Abschnitten behandelt, teils muss auf die Werke für innere Medizin verwiesen werden.
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90nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Erkrankungen des Gaumensegels und der Tonsillen.
Krkrankungeu des Gauinensegels und der Tonsillen.
Litte ratur: G u r 11, Krankhaft vergrösserte Mandel b. d. Kuh. Gurlt u. Hertwig 1837, p. 204. Gurlt, Zu kurzes Gaumensegel b. Pf. Ibd. 1856, p. 322. Sticker. Tonsillitis b. Kühen. Tztl. Mitt. Gerlach u. L. 185(5, p. 74. Seer, Verletzung der Venen a. Gaumen etc. b. Pf. Ibd. 1858, p. 153. Serros, Verdickung der Guumenpfeiler. Toul. 1861, p. 440. Bcr. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1801, p. 14. Dieter, Gaumenverlotzung. Sachs. Jhb. 1862, p. 104.
Abnormitäten infolge von Missbildungen sind beobachtet und beschrieben beim Pferde von Gurlt: Das Tier, ein 4jiihriges Pferd, hatte an der rechten Seite ein zu kurzes Gaumensegel, die Nasenhöhle wurde dadurch beim Kauen mit Futter angefüllt und zwar wenn das Tier gierig frass, derart dass das Atmen schnaubend wurde. Bei der Wasseraufuahme streckte das Pferd Kopf und Hals möglichst gerade, aber es floss der grüsseste Teil zur Nase retour. Das Pferd blieb trotz guter Pflege mager und starb an Erschöpfung. Verdickung des Pfeilers des Gaumensegels beim Pferde beschrieb Serres beim Fohlen, durch dieselbe wurde die Schlundkopflage verändert und es kam Futter und Getränke zur Nase retour.
Bis jetzt wurde in der Tierheilkunde gegen ähnliche Fälle keine therapeutischen Handlungen vorgenommen. Es kann jedoch eine solche Negation nicht durchweg entschuldigt werden. Derartige Fälle müssen nach den in der Menschenheilkundo geltenden Regeln operiert werden.
Verletzung des Gaumensegels entsteht zufällig, durch Einbringung von Fremdkörpern mit dem Futter, hauptsächlich aber durch ungeschicktes Zahnputzenquot; mit dorn Zahnmeissol oder der Zahnfeile, oder durch rohes Ausbürsten der Kachenhöhle, welches von rohen Empirikern in einzelnen Gegenden noch angewandt wird. Verletzungen durch Pillengeben, wenn die Pillen mit einem vorne gespitzten Stäbchen gegeben werden, habe ich mehrfach beobachtet. Seer hat Verletzung des Gaumensegels und des Venengeüochtes nach Zahnputzen gesehen und zwar derart, dass ein Knochenstückchen abgesprengt war und dass die Gaumengefässe sehr stark bluteten.
Die Erscheinungen sind: Schwellung, Schmerz, mehr oder minder grosso Blutung, Speicheltluss, verminderte oder aufgehobene Fresslust. In dem von mir beobachteten Falle war das Gaumensegel, der Gaumen und die übrigen Weichteile in jener Gegend, ca. 12 Stunden nach der Verletzung derart angeschwollen, dass die Zunge wie gelähmt zum Maule heraushing.
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Erkrankungen des Gaumensegels und der Tonsillen.
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Prognose: Verhältnismiissig günstig, da Wunden dortselbst ziemlich gut heilen.
Therapie: Bei Blutung hat Scrres einen Tampon mit verdünnter Schwefelsäure auf ein passendes Brettchon gelegt, dieses in die Maul-höhle eingeschoben, gegen oben und den Gaumen angedrückt und sodann über den Nasenrücken festgebunden. Bei Anschwollungen ist fleis'siges Ausspülen des Maules mit antiseptischen, nichtgiftigen oder durch ihren Geschmack den Appetit nicht verderbenden Substanzen vorzunehmen. Es empfiehlt sich deshalb zu solchen Ausspritzungen Essigwasser, Borwasser oder Va'Voiges Carbolwasser. Sublimat ist hier wegen seines schlechten Geschmackes und Schwarzfiirbung der Zähne nicht zu empfehlen.
Erkrankungen der T o n s i 11 o n.
Dieselben sind eingeteilt in: a) katarrhalische Tonsillitis, b) folli-kuläre, c) hypertrophische, d) phlegmonöso und e) diphteritische Tonsillitis. Die katarrhalische, follikuläre und diphteritische Form der Tonsillitis wird bei der Druso sowie der Diphtorie besprochen und auf die Abhandlungen in der inneren Medizin vorwiesen. Eigentlich rein chirurgisch sind nur die phlogmonöse und die hypertrophische Form, diese sind hauptsächlich an Rindern beobachtet. Sticker beobachtete bei der orsteren Form, die schliesslich zur Abscessbildung führte, beim Ruminiercn und bei der Futteraufnahme, Abbiegen des Kopfes, später stärkeres, hörbares Atmen, Anschwellung über dem Kehlkopf, nach einigen Monaten grosse Atembcschwerdo, Schnarchen, sehr beschwerliches Abschlucken, schliesslich Abscessbildung in den Tonsillen. Maessen beschreibt einen ganz ähnlichen Fall. Krankhaft vorgrösserte Mandeln, somit Tonsillitis hypertrophika, ebenfalls bei einer Kuh, beschreibt Gurlt.
Eine chirurgische Behandlung der Tonsilliten bezieht sich in erster Linie auf sorgsames und tleissiges Ausspülen des Maules, mit den schon genannten Maulwässern und Pinsolungen mit Vslquot;oiger Ilöllenstein-lösung oder iVVoiger Carbollösung. Absccsse werden durch Incission entleert. Es wird das Maulgatter eingesetzt, die angeschwollene, her-vorgcwülbte Tonsille wird mit dem Messer leicht geritzt und wenn sich Eiter hervordrängt, etwas tiefer eingeschnitten, llindurchstechen könnte wegen Gefässverletzung gefährlich werden. Gegen Hypertrophie der Tonsillen, deren Vorkommen auch bei einzelnen Haustieren nachgewiesen ist, wird in der Menschenhcilkunde mittelst dem Tonsillotom einem eigens und interessant konstruierten Instrumente, die goschwollene Mandel entfernt, oder es wird durch Brennen oder Atzung die Ton-
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92nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Froschgeschwulst, Eanula.
sille allmählich zu verkleinern gesucht, auch allmähliches Abquetschen mit den Fingern, die Tonsillotolipsie, ist empfohlen worden.
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Froschgescliwulst, Ranula.
Litter atur: A mm on, Ranula b. Pf, Handbuch f. Pferdeärzte 1837, p. 8. Schutt, Ranula b. Hund. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gorlach u. Leis. 1867, p. 118. Ellotti, Ranula b. Rind. Mail. 1858. p. 2G3. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk, 1833, p. 53. Soffiantini, Ranula, Heilung, Allg. M. C. Z. 1880, p. 912.
llanula ist bei unseren Haustieren nicht selten und keine unbedeutende Erkrankung. Um so auffallender ist die verhültnismässige Spärlichkeit der Mitteilungen hierüber aas der Praxis. Irrigerweise wurde früher manchesmal die Gaumenanschwellung bei jungen Pferden als Eanula beschrieben. Ammon nennt sciion in den 30iger Jahren die Eanula bei Pferden : Gallen unter der Zungequot;.
Die Eanula ist eine halhkugelige oder längliche dünnwandige Geschwulst von verschiedener Grosse, je nacli Tierart und Heftigkeit des Prozesses hasolnuss-hühnereigross, welche seitlich und unter der Zunge ihre Lage hat, dortselbst wie eine häutige Blase, deren Umgebung gerötet ist, erscheint. Die Blase fluktuirt, ist aber vielkammerig und ihr Inhalt bestellt aus zähflüssigem Schleime. Anatomisch besteht sie aus zahlreichen, erweiterten Unterzungendrüsen, deren einzelne feine Gänge verstopft sind. Es sind jedoch nicht einfache Eetentionscysten, sondern nach Recklinghausen auch noch zahlreich erweiterte Lymphge-fässe, so dass ein sehr reichliches Gewebsmaschennetz zwischen dem Transsudat vorhanden ist.
Prognose: Dieselbe ist ziemlich günstig. Das Leben des Tieres ist nur bedroht, wenn Geschwürbildung und Ulceration eintritt, die Heilung beanspruchte aber oft bei seitheriger Behandlung lange Zeit. Da ferner die Tiere während derselben nur wenig Nahrung aufnehmen, so magern sie ab und sind niciit, oder nur sehr beschränkt arbeitsfähig.
Therapie: Ammon rät Salzeinreibungen oder Alaunwaschungen zu machen, Skarifikationen vorzunohmon, oder mit einem braunen Glüheisen so lange gelind hin- und herzubiigeln bis sich die Geschwulst gesetzt habe. Elctti rät, Einschnitte und tiefes Brennen. Panas empfahl Jodtinktur oder einige Tropfen KJ'Voiger Chlorzinklösung mit der Pravaz'schen Spritze einzuspritzen. Eine allmähliche Durchschneidung der oberen Wand mittelst eines Fadens, also ein dünnes Haarseil
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Fremdkörper in der Maul- und Rachenhöhle.
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wandte Strolimcyor an. Soifiantini hat, um die durch Vorschliessung der Ausführungsgängc der Speicholdrüsen erzeugte Ranula zu heilen, mittelst gowaltthätigor Speichelsekrction, die ÖfFnung der verstopften Gänge durch Druck von hinton zu erzwingen gesucht und Pilocarpin-einspritzungen (bei Menschen) gemacht. Er fand dass eine erste Einspritzung die Geschwulst um die Hälfte reduzierte, eine zweite vollkommene Heilung brachte. Diese Methode habe ich ebenfalls beim Pferde und Hunde angewandt und bis jetzt jedesmal innerhalb 12 Tagen, auf eine bis 3 Einspritzungen, Heilung erzielt.
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Fremdkörper in der Maul- und Rachenhöhle.
Litterat ur: Hartwig, Krankh. d. Hunde. 1853, p, 118. Hawthorn, Fremdk. i. d. Maulhöhle einer Kuh. The Vet. 1859, p. 433. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1859, p. 33. Sohlog, Dasselbe. Sachs. Jhb. 1859/60, p. 90. Rom p ler. Dasselbe. Müller u. Roloff 1875, p. 161. U hl ich, Ansammlung v. Futter i. d. Maulhöhle. Sachs. Jhb. 1877, p. 105. Ackermann, Fremdkörper im Radien. Ibd. 1879, p, 131.
Fremdkörper von verschiedenster Gestalt und aus verschiedenen Stoffen können sich in der Maulhöhlo ansammeln, einklemmen, einstecken oder auf andere Weise festsetzen. In der Mehrzahl der Fälle werden Rinder betroffen, wohl aus dem Grunde, weil das Rind wie kein anderes Tier Neigung besitzt unverdauliche Dinge zu verschlucken. Nächst diesen kommen Hunde, bei welchen sicli namentlich Knochen festsetzen.
Hawthorn beobachtete, dass sich in der Maulhöhle einer Kuh ein Stück Schuhleder an der Spitze der vorderen Backzähne festgehakt hatte, das Tier konnte kein Futter mehr aufnehmen bis der Gegenstand entfernt war. Schlog fand, dass bei einer Kuh, die seit 8 Tagen nicht frass und geschlachtet werden sollte, ein 3 Zoll langes Holzstäb-chen sich in die Maulhöhle eingespreizt hatte, nach dessen Entfernung das Tier sofort Futter aufnahm und geheilt war. Ackermann beschreibt folgenden Fall: Ein Ochse erkrankte plötzlich sehr schwer, zeigte grosso Angst, drängte vorwärts, stöhnte, speichelte, atmete sehr heftig, drohte zu stürzen und war massig aufgetrieben. Das Hinterteil schwankte, das Tier klagte laut, sperrte das Maul auf, speichelte stark und hustete oberflächlich, Der Ochse wurde geschlachtet. Bei der Sektion fand sich, dass ein Stück Repskuchen, hiihnereigross, fest und plattgedrückt tief in der Maulhöhlo zwischen die Backzähne geklemmt war, welches die Funktion der Luftwege behinderte. Uhlioh sah bei einer Kuh An-
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94nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Liidcndruck.
Sammlung von en. 2 Litern groligokautem übclrichenden Putter-, (Klee-und Krauttoilon), mit Ausdehnung und taschent'örmiger Erweiterung der Zungenbänder. Nacli Entfernung trat sofort Heilung ein. Es ist noch auf die Festsetzung von Fremdkörpern in der Zunge und Maulschleim-haut in den betreffenden Abschnitten aufmerksam zu machen.
Bei Hunden beschreibt Hertwig: dass Holzsplitter, Fischgräten, Splitter vom Holznagen, Nadeln sich festsetzen können. Ich beobachtete dass ein Zwetschgenstein sich quer über die Gaumenhäche vor dem Gaumensegel festgesetzt hatte und nur mit Mühe entfernt werden konnte.
Das klinische Bild besteht in: Speichelfluss, mehr oder weniger Schmorzäusserung, keine Futteraufnahme. Hunde suchen mit den Pfoten zu wischen. Je nachdem der Gegenstand an einer Stelle sitzt kann er Atemnot erzeugen.
Prognose: günstig.
Therapie: Entfernung des Fremdkörpers so rasch als möglich, aber unter Anwendung der nötigen Vorsichtsmassregeln. Man fasse nie im Übereifer, wenn man den Fremdkörper in der Maulhöhle entdeckt hat, in dieselbe um den Gegenstand zu entfernen, bevor man nicht durch das Maulgatter oder Bänder, mit denen das Maul auseinander gehalten wird sich gesichert hat. Zweckmässiger ist es mit einem Instrument als mit der Hand die manchmal faulenden Gegenstände zu entfernen.
Ladendruck.
Mit diesen Namen bezeichnet man Erkrankungen des Unterkiefers, hauptsächlich der Schleimhaut der Laden, die infolge von zu heftiger Druckoinwirkung durch das Gebiss entstehen.
Aetiologie: Sehr scharfe Kantharen, namentlich fest angelegte Kinnketten, rohe, ruckweise heftige Zügelwirkung drücken das Gebiss derart fest auf die Laden so dass die Schleimhaut gequetscht oder anämisch wird und in der Folge brandig abstirbt. In Einzelfällen wird die Wirkung so heftig, dass Knochenrisse im Unterkiefer entstehen, sogar sternförmige Brüche mit Uislocirung einzelner Frakturstückchen.
Klinisches Bild: Sofort nach zu heftiger Einwirkung mit entstandener Quetschung, kann eine leichte Blutung, mit blutigem Schaume, an den Maulwinkeln entstehen. In der Regel tritt dies aber nicht ein. Die Pferde Morden sehr empfindsam im Maule, gehen zaghaft, versagen das Futter, bei näherer Untersuchung findet man die Laden an der Oberfläche auf grosserlaquo; oder geringere Strecken verletzt, die Bänder
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Krankheiten der Zunge. Missbikliiiigon.
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blaurot oder braun in einigun Tagen eiternd, übelriechend. Auf Untersuchung mit dem Finger oder einer Sonde fühlt man den Knochen. Ist nach einigen Tagen eine Besserung nicht eingetreten, so ist eine Fissur des Knochens zu vormuten, es kommt zur eiterigen, höchst übelriechenden Loslösung von Knochenteilen, welche je nach der Grosse des Stückes das abgestossen wird, 8 Tage, bis mehrere Wochen selbst 4G Wochen betragen kann. Ich habe Knochenstücke entfernt, die sich allmählich loslösten, welche den Ilauptteil des Ladendurchmessers eines Kieferastes gebildet hatten. Es war dadurch eine bedeutende Schwächung des Kiefers eingetreten.
Prognose: Bei oberfläohllohen Verletzungen günstig, bei tieferen namentlich Knochenverletzungen, wegen langer Dauer vorsichtig.
Therapie; Gründliche Reinigung, häufiges Ausspritzen des Maules, sorgsames antiseptisebos Verfahren an der Wunde, eventuell in passenden Fällen noch CocaVnisieren und Nähen mit feiner Seide. Einreibung von Jodofonnpudcr. In schweren Fällen, in denen eiterige Knochen-entzündung und Fissuren vorhanden sind, müssen die Knochenstücke durch diese Prozesse losgestossen werden. Es wäre zu gewagt mittelst Meissel und Hammer die Teile abzutrennen weil die Grenze der Fissur nicht oder nur schwer festgestellt werden kann, nachherige Heilung per primam nicht sicher vorhanden ist und zudem grosse Wunden gemacht worden müssten. Es wird daher bei der täglich vorzunehmenden Ileinigung und Desinfektion nachgesehen, ob das mutmasslich frak-tuierte Knochenstück losgestossen und allmählich beweglich wird, sobald letzteres eintritt, wird mit einer Kornzange der Sequester entfernt und gelingt es sämtliche abgestorbenen Teile herauszubringen, so erfolgt die Heilung und Vernarbung rasch.
Krankheiten der Zunge.
Missbildungen.
Litteratur; Gurlti Missbildung a, tl. Zunge. Onrlt u. Hertwig 1807, p. 24. Tliiery, Untersuch, des Geschmaoks, Arch. f. klin. Chir. 1883, p. 424.
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Abnorme Eildungen an der Zunge sind bei sonst gut entwickelten Individuen seiton. Gurlt beschreibt einen Fall, dass bei einer l'/a Jahr alten Henne die Zunge unterhalb des Unterkiefers lag, ausser veränderter Stimme hatte das Tier keine Beschwerde, namentlich auch nicht bei der Futter- und Getränkeaufnalnne. Letzteros ist auch mehrfach bei grossen Tieren beobachtet, wenn ein Teil sogar die Haupt-
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90nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Zunge. Ziingenentzündung, Abscess, Glossitis.
sache oder die ganze Zunge verloren gegangen war. Nicht in allen, aber in vielen Fällen gelingt die Nahrungsaufnahme den an der Zunge Verstümmelten oder Zungcnlosen ganz gut. Ganz auffallend aber ist, dass auch der Geschmack, dessen Hauptorgan doch die Zunge ist, sich nach Verlust des Organs wieder vollkommen ausbilden kann. Thiery hat an Zungcnlosen eine grosse Reihe von Untersuchungen vorgenommen mit sauern, süssi-n, bitteren Stoffen und gefunden, dass dieselben ganz exakt ebenso wie Gesunde schmecken und zwar am weichen Gaumen und den Gaumenbögen.
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ZuiigeneiitziiiHlniig, Abscess, Glossitis.
Litte ratur: Rehrs, Zungenentzündung b, Pf. Gurlt u. Hertwig. 1841, p. 227. R o 1 k h , Zungenentzündung b. Pf. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842, p. 3C. Ryohnor, Zungenentzündung b. Rind. Bujatrik 1851, p. 283. Maessle, Znngenentzümlung b. Pf. Tztl. Mitt. Gerlach u. Leis. 1854, p, 115. Gerlach, Zungenentzündung b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1854, p. 297. B e i d e r 1 i n d e n , Zungoneutzündung b. Pf. Mitt. a, d. tztl. Pr. Gerlach u. Leis. 1854, p, 137. Schutt, Zungenentzündung b. Pf. Gerlach u. Leis. 1857, p. 118. Lehmann, chron. Zungenentzündung b. R. Mitt. .a. d. tztl. Praxis 1858, p. 128. Krüger, chron. Zungentzündung b. Kühen. Ibd. 1859, p. 160. Ackermann, chron. Zungenentzündung b. Pf. Ibd. 1860, p. 144. Erlor, chron. Zungenentzündung b. Pf. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 48. S i e d a m g r o t z k y , chron. Zungenentzündung b. Pf. Ibd. 1875, p. 24. M. Carmiek, chron. Zungenentzündung b. Pf. Jhb. 1884, p. 95.
Wir unterscheiden eine akute und eine chronische Form der Zungenentzündung, Die erstere entsteht infolge von Infektionen und mechanischen Einwirkungen. Es ist besonders eine nicht kleine Anzahl von akuten, tiefen und oberHiichlichen Zungoncntzündungeii bekannt, welche ohne bekannte mechanische Ursache auftreten. Diejenige Form, welche durch nachweisbare Verletzungen entsteht, wird im folgenden Abschnitte abgehandelt, Die chronische Form entsteht infolge von Tuberkulose und Granulationsgeschwulst etc.
Kasuistik: 1) Ackermann: Ohne bekannte Ursache bekam ein Pferd eine grosse Anschwellung der Zunge, dieselbe hing wohl 5 Zoll lang aus dem Maule und war um das 6Stäche ihres Volumens vermehrt, der Unterkopf war stark angeschwollen, so dass das Tier einen entsetzlichen Anblick gewährtequot;. Therapie: Tiefe Skarifikationcn, Einspritzen von schleimig-säuerlichen Mitteln, Heilung in 8 Tagen. 2) Schutt: Die Zunge hing bei einem Pferde Vs Zoll lang aus dem Maule,
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Verletzungen der Zunge, Abreisson, Absterben, Krankheiten etc.
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war gross, dick, hochgerötot, sehr schmorzliaft, an dor rechten Seite ein äthalorstückgrosser brauner Flock, unter domsolbon ein hühnoreigrossor Abscess voll woisson Eiters. Ursache unbekannt. Maosaen: Die Zunge eines Pferdes ist sehr goschwollen, lieiss, schincrzhaft. Eine Verletzung liegt nicht vor. llolph: Das Pferd kann nicht kauen, speichelt, die Zunge ist sehr geschwollen, an der Spitze sind mehrere unregel-miissigo Geschwülste, übler Geruch aus dem Maule, am Zungengrund fluktuierende Geschwulst. Nach Eröffnung findet sich eine, 1 Zoll lange, mit Serum erfüllte Höhle, Auf Waschungen mit Ilnbelschem Wasser erfolgt Heilung. Kohrs : fand bei einem Pferde, welches an einem schwerbeladenen Wagen eine Poise gemacht hatte und das nachher das Putter vorsagte, aus beiden Nasenhöhlen gelblich-weissen übelriechenden Ausfluss, die Zunge geschwollen, unbeweglich, schmerzhaft. Auf Einschnitt entleerte sich viel Eiter von sehr üblem Geruche. #9632; M. Car-mick beobachtete eine von Fieber begleitete Glossitis, welche nach Entleerung von stinkendem Eiter aus einem im Kehlgang durchgebrochenen Abscess heilte. - Kolb beschreibt eine eigentümliche Zungenerkrankung beim Rindequot;. Es erfolgt grosses Speicheln, die Zunge kann nicht nach Futter ausgestreckt werden, die Kinnwinkel sind geschwollen und es ist grosser Schmerz vorhanden. In der Zunge sind tauben- bis Imhnereigrosse Knoten, die sich beim Einschneiden wie Oedemc vorhalten. Nach (3 8 Stunden ist nach dem Einsohneiden wieder Beweglichkeit der Zunge zugegen, wird aber nicht eingeschnitten, so erfolgt GeschwürH- und Absoessbildung. Ich habe beim Pferde unter der Zungo einen sehr bedeutenden Abscess beobachtet, nach dessen Durchbruoh eine ganz bedeutende Höhle nach rückwärts sich verfolgen licss. Dieser akuten, infektiösen, meist eiterigen Form steht die chronische gegenüber, welche bei den Geschwülsten etc. abgehandelt wird.
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Terloiznngeti der Zungo, Abrolssen^ Absterben, Krankheiten dos
Zungenbeines.
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Litte ratur: Kuini, Zungctioporationon, Kranich, u. Gebrochen d. Pf, IGOii, p. 108. Plouqu et, Zungenwunden. Schwiib. Hosarzt 1780, p. 58. Gurlt, Zunge mit Niilinailcl. Gurlt U. Ilortwig 1887, p, 204, Lacoste, Amputation d, Zunge Bericht üb, I.eist. i. Geb. d. Tbk. 1841, p. 33. K e h r s , Zungenentz, b, Pf. Gurlt u. llertwig 1841, p. 227. Reyual, Amputation d. Zunge. Kec. do Med. Vet. 1845 p. 401. 8 ohm id, Abreissen d. Z nge. Zoitsohr, v. Dietrichs 1848, p, 71. A dam , Zungennaht. Tztl. Wochenscbr. 1841), No. 19. Kirchner, Zungenverlefz. b. R, Gurlt u. Hertwig 1851, Ho ffniaini, Ticiiirztliilie Chirnrgla,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7
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98nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Verletzungen der Zunge, Abroissen, Absterben, Kraiiklieiten etc.
p. 339. Bericht üb. Leist. i. Gel), d, Tlik. 1852, p, 61. R a d o m a c h e r , Abgerissene Zunge. T/tl. Milt. Oerhich u. Lois. 1857, p. 72. For st er, Zungenverlolzung b. Pf, Wien 1857, IX p. 119. L i n d e n b e r g , Zungenverletzung b. Pf, Mitt. a. d.tzl.Pr. Qerlaoh u. Leis. 1867, p. 118. Kirchner, Zungenverletzung b. R, Qurlt u. Ilertwig 1852, p. 339. Hildelaquo; brandt. Verletz, d. Zunge. Mitt. a. d. tztl. l'r. 1858, p. 154. Erler, Zungenentz. b, Pf. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 48. Brauner, Zungenentz b. H. Ibd. 1858/59, p. 100. Bftr, Abreiasung d. Zunge. Ibd. 1858/59. K r ü ge r , Zungenentz. b. Kühen. Mitt. a, d, tztl. l'r. üerlaeh 1859, p. 160. Ilertwig, Abreissen d, Zunge. Ibd. 1860, p. 150. Rosenkranz, Dasselbe. Sachs, Jhb. 1861, p. 117. L e e o n t e , Zungenwunden. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk, 1S62, p. 58, Zwicki, Futterkonvolut i. d. Zunge, Wien. Vljhschr. 1862, p. 178. Schumann, Absterben d. Zunge. Mitt. a. d. tztl. l'r. 1865, p. 157. Uhse, Busennadel i. d. Zunge. Müllern. Roloff 1868, p. 185. Strittmatter, Zungenverleteung, Lydtin bad. tat. Mitt, 1878, p. 93. ü 11 m a n n n , Brandiges Absterben d. Zunge. Roloff n. Schütz 1878/79, p. 49. Soehngen, Absterben d. Zunge b. Ilundo. Ibd. 1878/79, p. 49. Grimm, Abreissen d. Zunge. Sachs. Jhb, 1879, p, 1181. Hoch ler. Dasselbe. Ibd. 1883, p, 44. Hink, Zungenverletzung, Bad, tztl. .Mitt. Lydtin 1884, p, 57. H o t s c h o w s k i, Zungen-abscess b, Pf, l'etersb, tztl. Arch, 1887. Zungenverätzang b. Pf. I.'lmcr Tagblatt 1889, p, 2ll3. Barrier, Gangränöse Hundezunge. Jhb. 1885, p. 76. B a k a r e w i t sc h , Zungonverletzuug b, Pf. Ibd. 1885, p. 76. Carucci. Einschnürung a. d. Zunge. Ibd. 1885, p. 77. Popow, Zungen-wunde b, Pf. Ibd, 1885, p. 77. Solowjew Amputal. einer Zunge b. Pf. Ibd, 1886, p, 108.
Die Verletzungen sind, trotzdem die Zunge in sehr geschützter Lage sicli befindet, sehr mannigfach.
Aetiologie: raquo;Gegen das Herauahängenlaasen der Zunge wurde dieselbe mit einer dünnen Schnur am Gebisse festgebunden. Die Schnürung war zu stark, es trat Entzündung und Abfallen eines grossen Stückes ein, Hildebrand. Ein Stück Zunge eines Pferdes wurde von einem Naclibarpi'erdo abgebissen. ,Tost. Der Backzahn eines Pferdes drückte! ein baumnussgrosses Loch in dessen Zunge. Strittmatter. Nähnadeln, Stecknadeln, Haarnadeln, Busennadeln, Knochensplitter, ein S chl e on z w o i g, wurden in der Zunge gefmulen von: Gurlt, Lindenberg, Förster, Uhse, Soehngen, Zwicki. Eine Kuh leckte an der Wand, blieb mit der Zunge in einem Nagel hängen und risa eine 10 Zoll lange Wunde, derselbe Fall ist bei einem Pferde mitgeteilt. Bräuer. #9632; Zwei Kühe hatten im Winter an der Tränke viel Eis g e 1 e 0 k t und hochgradige Zungen-entziindung bekommen. Krüger Ein Pferd ist am Gespann durchgegangen und hat sich dabei die Zunge verletzt. Baokarewitsch. #9632; Ich habe bei Pferden mehri'ach dadurch Zungenverletzungen gesehen,
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Verlotzungon der Zunge, Abreissen, Absterben, Krankheiten etc.
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dass sich dio Tiere beim Stürzen oder Anrennen auf die Zunge bissen. Während dos Abladons auf dem Bauplätze hielt ein Maurer einem der Pferde den mit schwarzem Kalkmörtel gefüllten Kübel vor, das Pferd griff danach und bekam ein Quantum dos ätzenden Kalkes bis an den Kehlkopf hinunter. ZahnHoisch, Zunge und Schlund sind infolge dessen so angeschwollen, dass es fraglich ist, ob das Pferd nicht zu Grunde geht. Ulm. Tagbl. Durch Anlegung der polnischen Bremse am Pferde, wurde die dazwischen geklemmte Zunge geradezu durchgesägt. Erler. Zungenverletzungon sind bei gewöhnlichen Händlerpferden, bei denen statt eines Gebisses ein Strick durch das Maul gezogen wird, häufig. Einer Kuh hing die Zunge geschwollen aus dem Maule, als hätte sie Milzbrand, die Zunge war blau, schmerzhaft, am Zungenbändchen fand sich eine Schlinge aus Bindfaden, die tief eingeschnitten hatte, beim Hervorziehen folgten aus Schlund und Magen Bindfaden von Strohhalmdickc 14 Meter lang. (Das Heraufziehen ging schwer, weil Futterstoffe daran hingen.) Kirchner. Zwicki beobachtete in der Zunge eines Rindes einen rundlichen muskatnnssgrossen Futterballen, der in eine feste Kapsel eingeschlossen war. Hering bosass ein ähnliches Präparat, die Zunge war aber ohne Verletzung. Barrier! Ein Hund verzehrte Pferdefleisch. Ein von der Aorta gebildeter King steckte sich an die Zunge, welche anschwoll und gangränös abfiel. #9632; Carucci hat einen ganz ähnlichen Fall beobachtet enlstandon durch Einschnüren von einem Stück Rinderaorta in die Hundezunge.
Abreissen der Zunge: Ein Pferd wurde am Zügel geführt, beschnopperte den Boden, erschrak, schnellte plötzlich empor, wodurch die Zunge abgerissen und abgebissen wurde. Beim Eingeben von Arznei hielt der Wärter die Zunge eines Pferdes so fest, dass er sie abriss und in der Hand behielt. Durch rohes Anziehen und lleisson am Gebiss, wurde sie abgeschnitten. Bär. Ein Knecht fassto das Pferd an der Zunge und schlug das Tier, die Zung starb '/s ihrer Länge ab. Schumann. Durch ungeschicktes Festhalten, abgerissen. Hertwig. Um ein widerspenstiges Pferd zu bändigen, wurde es an der Zunge mit einem Strick angebunden und daran gozerrt bis sie abriss. Kademacher. In einem anderen, mir mitgeteilten Fall, wurde der Strick mit der angebundenen Zunge eines im Viererzug widerspenstigen Hinterpferdes, an das Zug-schoit der Vorderpferde gebunden und losgefahren ; die Zunge wurde an der Einschürstelle abgerissen. Einem Hengst war die Zunge abgerissen, es wird vormutet, dass dies vom Nachbarpferde geschah, Köhler,
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100 Verletzungen der Zunge, Abreissen, Absterben, Krankbciten etc.
Mit Sicherheit ist mitgeteilt von Hildebrandt, dass von zwei Hengsten, die zusammen spielton, der eine dem anderen die Zunge (5 Zoll lang heissend abrisa. Durch unbekannte U r s a c h e ist eine Pf'ordezunge 1 Zoll lang abgerissen worden, Rosenkranz. Um ein widerspenstiges, kopfscheues Pferd einschirren zu können, wurde dessen Zunge mit einem Stricke angebunden, dieser durch das Kunnnt gezogen und damit der Kopf des Pferdes herangezogen. Die Zunge riss 6 Zoll lang ab. Unter dem Namen S tauu ngsin du ratio n und ringförmige Induration durch Striktur der Zunge führt Ritt noch folgende Piille aus der Litteratur an: Zwei Luftröhrenringe von der Gans in der Zunge einer Katze, einen Fall beim Pferde, welchem verfilzte, durch Nässe strangförmig gewordene, dem Nebenpford ausgerissene Mähnenhaare sich ringförmig um die Zunge gelegt hatten; einen King ans Kautschuk um die Zunge eines Hundes und einen selbst beobachraquo; teten Fall an der Zunge einer Ziege: Das Tier hatte nach Angabe des Besitzers seit l'/a Jahr eine dicke Zunge die öfters zum Maule heraushing, die Futteraufnahme war noch eine ziemlich gute, bei der Schlachtung fand man einen eisernen Hing, der sich dauernd über die Zunge gelegt hatte. Der llinj;- war IVä cm breit und 1/2 mm dick, er hielt die Zunge im mittleren Teile unmittelbar vor der Hückonwand umfasst und brachte hier eine Einschnürung zu stände, welche den Zungendmclimesser an dieser Stelle auf 2 cm reduzierte. Der vordere Zungenteil war derber, keulenförmig gebildet, hatte 89 cm Umfang. Bindegöwebsverdiokungen und Erosionen waren reichlich vorhanden.
Klinisches Bild: Bei Fremdkörpern in der Zunge ist beobachtet: Plötzliches Aufhören der Fresslust, der eingedrungene Fremdkörper kann manchmal gesehen oder als kleiner harter Gegenstand gefühlt werden. Nach einiger Zeit erfolgt grosses Speicheln, übler Geruch aus dem Maule, Ilerausstreckcn der Zunge unter eigentümlichen Bewegungen, etwa als ob etwas abgestrichen werden sollte, oder sich etwas zwischen den Zähnen befände. Mangelhaftes Kauen, keine Futteraufnahme oder Fallenlassen der Bissen, Verletzung und Anschwellung der Zunge. Hunde, zuweilen auch andere Tiercopy;, beissen auf die zwischen den Zähnen heraushängende Zunge, und verletzen dieselbe oft noch hochgradig. Bei anhaltender Entzündung erfolgt Abmagerung der Tiere. Verfärbung der Zunge, brandiges Absterben, Kälte, Eintrocknung, Eiterung an den hervorhängenden Teilen ist zu beobachten. Bei gewaltsamem Abreissen erfolgt anfangs mehr oder minder starke Blutung.
Prognose: Alle Wunden der Zunge, die innerhalb der Maulhöhle geschützt vor äussorer Luft und Austrocknung liegen, heilen,
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Verletzungen dor Zunge, Abreissen, Absterben, Krankheiten etc. 101
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wegen dos antiseptisch #9632;wirkenden normalen Speichels sehr rasch und ohne Eiterung. Wenn nher die Zunge angeschwollen keinen Platz mehr im Maule hat und frei zu Tage tritt, so eitert sie und stirbt leicht in grossen Stücken ab. Bei Krankheiten der Maulhöhle, bei denen der normale Speichel zersetzt wird, kann aber durch Infektion oder Intoxikation mit Fäulnisprodukten noch erhöhte Gefahr eintreten. Fremdkörper in der Zunge bedingen leicht grosse Absccdiorungon. Abreissen der Zunge oder Verletzungen mit nachfolgondei' Amputation heilen meist rasch und vollivommen, in Einzelfällen bleiben Störungen in der Futter-aiifnahmc. Ich will einige Beobachtungen anführen: Nach Heilung eines ö Zoll langen Defektes war bei der Flitteraufnahme kein Hindernis, aber das Pferd, ein Hengst, konnte nicht mehr aufgotrenst, sondern musste mit dem Kappzaum geführt werden. Schmid. Ein Pferd, dem 1 Zoll langes Stück Zunge abgerissen, blieb nach der Heilung in der Futteraufnahme behindert, raffte das Futter mit den Lippen zusammen, brachte nur weiches Heu hinab, das andere fiel wieder aus dem Maule heraus; bei der Wassoraufnahme schlürfte es durch die Zähne. Es hatte bei beidem grosso Mühe und Anstrengung. Kosen-kranz. Nach Heilung einer Wunde einer am Zungonbändchen abgerissenen Zunge, nahm das Pferd nur mangelhaft Futter auf, schlürfte, saugte das Futter gleichsam nur an, magerte ab und wurde billig verkauft. Ein älteres Pferd, welchem die Zunge am Zungonbändchen abgerissen war, war unvermögend Futter zu kauen und wurde getötet, Grimm. Beschwerliche Futteraufnahmo und Traurigkeit zeigte ein von Strittmatter beobachtetes. Ein Rind konnte Rauhfutter nicht fassen. Ein Hund, der nach Heilung Futter und Getränkeaufnahme wieder vollständig erlangt hatte, zeigte verändertes Bellen. Als unvollständige Heilungen, aber unschädlich in der Wirkung, müssen dauernde Spaltungen der Zunge, die durch Einrcissungen oder Druck entstanden, bezeichnet werden. Ich habe jahrelang ein Pferd gefahren, welchem die Zungenspitze dadurch geteilt wurde, dass mit scharfem Gebiss heftig angeschnellt wurde während das Pferd seitlich die Stange gefangen und die Zunge zwischen Eckzahn und Gebiss liegen hatte. Das Tier hatte dadurch nicht die geringste Störung. Es sind nach Abreissen vollkommene Heilungen bei Pferden bekannt; schon nach 5 Tagen, nach 101214 Tagen und P. Wochen. Am raschesten tritt Heilung ein, wenn die verletzten Teile sogleich entfernt werden, langsamer folgt dieselbe bei hochgradigen Entzündungen. In welchen Fällen nach der Heilung Störungen in der Nahrungsaufnahme vorhanden sein werden, ist zum voraus nicht zu bestimmen. Sogar nach nur zolllangom Vor-
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102 Verlützungen der Zunge, Abreissen, Absterben, Kriinkheilon etc.
lusto der Zunge kann diese Futteraufnahme behindert sein, während in anderen Fällen, bei Verlust von grossen Stücken, das eine oder das andere beobacbtet wurde. Leconto sagt, dass es bei Amputationen besser sei, das Zungonbändcben nicht zu scbonen, weil dann grössore Beweglichkeit eintrete.
Therapie: Bei Anschwellungen und Fremdkörpern: Einschnitte, Ska* rifikationcn. Entfernen der schiidigonden Teile, Ausspritzen derMaulhöhle mit 230.oigem Chlorsäuren Kali, 1% übermangansaurom Kali, 1 0/o Alaun, 0,5 % Karbolsäure, 0,10/oiger Salicylsäure, 4 quot;/oiger Borsäure. Es ist eine Streitfrage, ob die oingerisseno /iingo gonälit werden oder ob das vordere Stück sogleich entfernt werden soll. So viel ist sicher, dass Amputationsstümpfc bis zum Zungenbändchen rasch heilen, dass jodoeb mangelhafte Ernährung die Folge der Amputation sein kann. Es empfiehlt sich deshalb bei Einrissen, welche nicht ganz die Hälfte der Zungenbreite haben, zu nähen, nachher einen Maulkorb aus Stricken anzufertigen, damit die Zunge in Ruhe bleiben muss. Adam bat bei einer eiternden und entziindeten Zungenwunde die Bänder aufgefrischt, mit Knopfnaht genäht und in 4 Tagen Heilung omolt. Popow bat eine eingeklemmte, geschwollene, kühle, bräunliche Zunge, die SU durchgerissen war, genäht und Heilung in 7 Tagen erzielt. Es ist besonders zu beachten, dass wenn die Zunge eingerissen ist und es wird die Spitze etwas derb angefasst, etwa so wie gewöhnlich um die Zunge hervorzuziehen, um sie zu besichtigen, so bricht der vordere Teil vollends ab und man hat das Stück in der Hand. Es ist dies eine Operation, die, wenn sie uncrwai'tet eintritt, dem Tierarzt sehr übel genommen wird. Über Zungenamputation sagt Iluini; Man schneidet dem Pferde die Zunge mit dem Schcermesser ab und b'isst es einige Tage Kleie fressen, denn die Wunde heilt unterdessen ohne alle Hilfe zu.quot; Plouquet sagt 1780 in seinem schwäbischen Possarzt'': wenn aber die Zunge mehr als halb verwundet ist, so ist das beste man schneidet sie vollends ab.quot; #9632; Lacoste rät, zuvor die Arterien zu unterbinden, dann mit einem Zuge abzuschneiden und mit Chlorwassor auszuspülen. Die Heilung erfolge in ü Wochen. Bei unserer aseptischen Chirurgie haben wir allerdings ganz andere Erfolge, als man sie früher haben konnte, allein gerade für die Maulhöhle und die Zunge, hat sich nur insoweit die Sache günstiger gestaltet, als wir schmerzlos durch Coca'inisieren operieren können, dass wir mit Catgut, feiner Seide und feinen Nadeln viel schöner nähen, dass wir bei aseptischer Besorgung die Wunde nicht infizieren, dass aber nachher in der Maulhöhle dieselben Verhältnisse sind, wie früher auch, ausser es wird sehr Heissig
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Ncubildunpeii an der Zunge, Granulomc
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aseptisch gespült. Bis zur Heilung, (58 Tage) kann man ein Pferd mit täglich einmal Mehlwasser erhalten. Wird nachher sorgsam mit Wasser und den genannten Spülüüssigkeiten gereinigt und ein passender Maulkorb angelegt, so liegen die Aussichten für Heilung genähter Zungcnwundcn gegenwärtig noch bedeutend besser als früher.
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Neubildungen an der Zunge, Granulome.
Litteratur: R. Hol 1 mann, ZungeiKlegencration. Gurlt u. Hertwig 1857, p, 80. Vgl. Litt. Aktinomykose , Ilolzzunge. Zungenkrebs bei Vieh in Amerika. The Vet. 1858, p. 4'Jb. lier. üb. Leist, i. Geb. d. Thk. 1858, p. 44. Götze, Blutsdiwaimn b. Rind. Sachs. Jlib. 18G3, ]). 88. Fürsten-berg, Geschwulst d. Zunge b. Sohafbook, Müller u. RolofE 1867, p. 168. M c g n i n , Oesluslarvcn a. d. Zunge etc. b. Hirsch. Falke; Jhb. 1879, p. 120. Seh leg, Heilung d. Holzzunge. Sachs. Jlib. 1884, ]) 97. Johne, Aktinomykose. I). Ztsohr. f. Tm. 1882, p. 162 (m. Litteraturangabe.)
Unter dem Namen: II o 1 z z u n g c, Z u n g en t u b c r k u 1 o s e, S ar-komatose, chronische intorstitielle Glossitis oder Zungendegeneration sind längst die jetzt als Ak tinomy kose erkannten Prozesse bekannt gewesen. Das Leiden entwickelt sich langsam und ist in der Regel unheilbar. Es sind in der Zunge zahlreiche Knötchen, hirso-, hanfkorn-, durch ZusammenHuss bis wallnuasgross, welche, wenn sie obertlächlich sitzen, etwas prominieren. Die Zunge ist im Stadium der chronischen Entzündung vorgrössert, mehr oder minder schmerzhaft. Die Tiere nehmen nur mangelhaft Puttor auf und magern allmählich ab. Schleg beobachtete an einer mit Aktinomyccs in der Zungo behafteten Kuh geringen Appetit, Piitteraufnahmo und Kauen erschwert, grosses Geifern, der Leib fiel zusammen, Magerkeit, die-Zungo war hart, steif, schwer beweglich, besonders an dor vorderen Hälfte geschwollen. Der hornige Überzug der Oberfläche auffallend gelb, an der Unterfläche der Zunge waren viele gelbe Knötchen, ähnlich Tuberkeln. Das Leiden gilt als unheilbar. Schleg führt jedoch an, dass er auf Einreibungen mit Alaun und Salicyl, täglich einmal, in 6 Wochen vollständige Heilung erzielt habe, so dass das Tier wieder wohlbeleibt wurde. Auch ist Jod-.Iodkaliumsalbo, täglich dreimal einzureiben, gegen Zungenaktinoniykose empfohlen.
Chronisch i n d u r i o r o n d e Z u n g e n e n t z ü n d u n g, infolge der Einwanderung von Psorospermionschläuchon, beobachtete Sicdamgrotzky bei einer Kuh. Dieselbe war 2 Jahr alt, kränkelte seit. 21/2 Monaten, frass schlecht, speichelte sehr stark und magerte ab.
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104nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zungonkrampf, Zungenstrecker, Zungenlahmuiig,
Die Zunge war an der Spitze ca. 12 cm. normal, dann sehr vcrgrössert, hart, unhiog'sam und hatte kuppolförmige Erhabenheiten, beiderseits unter der Zunge waren auch die Lymphdrüsen entartet. Das Tier
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wurde
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Bquot;
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schlachtet.
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Zungciikranipt', Zungonstrecker, Ziingciiliihniung.
Littoratur: Gerke, Halbseitige Lähmung d. Zunge b Pf. Gurlt u. Ilertwig 1839, p, 98. Eberhard, Zungenkrampf b. B, Ibd. 1844, p. 83. Jürgens, ZungenUiliinung b. ]{. Ibd. 1846, p. 356. Strauss, Zungonläh-mung b. K. Tztl. Mitt. d. östr. Tztc. 1862, p. 333. Kater, Zungen-lälimnng, und einseitiges Schwinden d. Zungenmnskulatur. 1870, p. 171.
Z ungonkr amp f beim Hin des, wird nach einer Mitteilung von Eberhard, besonders in Kurhessen beobachtet. Während des Fressens treten die Tiere unter folgenden Erscheinungen plötzlich zurück: Es erfolgt beschwerliches, hörbares Atmen (ähnlich dem der Pferde bei Bräune), die Tiere strecken den Kopf aus, Unruhe, Angst, Aufblähen, Anschwollen der Kopfvenen, das Auge tritt hervor, die Nasenflügel sind in grosser Bewegung, das Maul ist offen, oft stürzen die Tiere und ersticken. In allen derartigen Fällen ist die Zunge nach oben hin fast spiralig zusammengerollt und liegt ganz hinten an der Maulhöhle. Sobald man dieselbe vorzieht, hören alle krankhaften und Brstiokunga-erscheinungen auf. Jürgens beobachtete bei Rindern, dass die Zungenspitze nach oben zweimal zusammengerollt war, brachte man dieselbe in ihre normale Lage und Form, so rollte sie sich losgelassen gleich wieder zusammen. Dass beim Narkotisieren sich namentlich beim Hunde die Zunge krampfhaft zurückzieht und nach rückwärts durch das Gaumensegel zurückschlägt, ist bekannt. Gewaltsames Hervorziehen und Festhalten mit besonderen Zungenzangen, ist allgemein übliches Verfahren dagegen.
Als Zungens treck er bezeichnete Haubner Pferde, welche die Bewegungen ihrer Zunge wohl in der Gewalt haben, dieselbe jedoch während der Arbeit hervorstrecken, richtiger heraushängen lassen, dieselbe blickenquot;, altdeutsch blockenquot; lassen, daher auch Zungenblöcke rquot; genannt. Auch Hunde, besonders Möpse, zeigen manchmal in sehr andauernder Weise ihre Zunge. Es liegt hier kein krankhafter Zustand zu Grunde, sondern die Erscheinung ist infolge übler Gewohnheit entstanden.
Zu ngon lähm ung. Dieselbe ist total oder einseitig. Sie kommt hauptsächlich bei Pferden, Rindern und Hunden vor. Ganz
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Zungenlähmung', Atrophie der Zunge.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;105
besonders kann einseitige Zungonliihmnng bei Pferden nach überstandenen schweren Influenzafällen beobachtet worden. Die Tiere lassen die Zunge auf grössere oder kürzere Länge, einseitig rechts oder links und mitten aus dem Maule hängen. In vielen Fällen ist die Sensibilität vermindert. Die Tiere reagieren nicht auf Nadelstiche und können auch die Zunge nicht zurücknolimen. Meist erfolgt, Heilung von selbst. Jürgens beobachtete an einer 6 jährigen Kuh, die seit 1 s- Jahr woniger Futter aufnahm, class grosso Mengen Speichel ausflössen; dio Zunge war unbeweglich, geschwollen, bläulich, ohne Verletzungen. Auf Skarifikationen erfolgte Heilung. Strauss fand bei einer Kuh, die seit 6 Wochen an Zungen-lähmung litt und als verhext behandelt worden war, Abzehrung, Diarrhöe, im Maule waren grosso Ballen Futter stecken geblieben, die Zunge war düftn, atrophisch, hing aber nicht zum Maule heraus. Das Tier nahm ohne Beihilfe der Zunge Futter auf, kaute und schluckte bei hochgehaltenem Kopfe, konnte aber, da die Hilfe der Zunge fehlte, nicht wiederkäuen, weshalb die Bissen stocken blieben. Strauss warf die Kuh, stellte den Kopf derselben auf die Hörner, machte in der Gegend des Zungenbeines, an der Spitze und in der Mitte, rechts und links, l'/a Zoll lange Einschnitte durch die allgemeine Decke, in die Hautwunden wurden stumpfe Haken eingeführt und dieselben auseinandergezogen, dann Äther eingogossen und angezündet. Das Ganze in joder Öffnung 23 mal repetiert und hierauf Terpentin eingestrichen und mit gehacktem Werg ausgefüllt, das AV eitere blieb der Natur anheimgestellt. Es trat grosso Anschwellung, aber nur kleine Eiterung ein und die Lähmung wurde vollständig gehoben. Auffallender ist, dass Strauss dieses Äthorbronnen, eine Art Moxaquot;, in die Haut und nicht direokt an der Zunge vornahm. Es empfehlen sich ferner; Skarifikationen, heftige Reize durch Ätzmittel und Elektrizität. #9632; Gerke beobachtete beim Pferde halbseitige Lähmung der Zunge, diese war nach rechts gezogen und hing aus dem Maule. Beschwerliches Kauen und Tod. Einseitige Atrophie der Zungenmus kein beim 2jährigen) Pferde beobachtete Kater. Die Zunge war an ihrer linken Hälfte vollständig geschwunden, so dass an der Spitze nur noch die beiden Hautschichten vorhanden waren, die schlaff, ca. 1 Zoll länger als rechts herabhingen. Das Fohlen war vor 3 Monaton mit einem Wirkmesser im Kehlgange verletzt worden, als sich das Tier (auf dor Schmiede) überschlug, dabei war grosser Blutvorlust entstanden, die Wunde aber geheilt und jetzt vollständig vernarbt. Kater vermutet Verletzung und Aussorfunktionstellung von Blutgefässen und Nerven.
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10G rapillarwuclierungen, Haarbildung und Keimungen auf dor Zunge.
rupillanvuclieruiigen, Haarbildung und Keiinungen auf der
Zunge.
Littoratur; Annuck er, Haar- u. Geseli\vürl)ilclung a. d. Zunge. Ourlt u. Ilertwig 1808, p. 418. lie ill, Keimungen auf der Zunge. Ibd. 1872, p, 243. Roth, Ilaarförmigo Hildung a. d. Zunge. Wien. med. Presse 1887, p. 27. Schm. Jahrb. 1887, p, 251. M a corps, Bürste auf der Zungo d. Kinder. L'rclio vet. No, 9, lürrenbach, Roloff U, Schütz 1877, p. 52. Tzt. 1887, p, 13.
Wir haben hier zwei verschiedene Prozesse zu unterscheiden: 1) Die P a p i 11 a r w u oh eru n g auf der Zunge, die sogenannte B ü rs t e oder Borste.quot; Ich kenne über dieselbe bei Haustieren bloss allgemeine Beschreibungen, Annaoker sagt, es seien Pseudohaarö infoige von Hypertrophie des Epithels und der Papillen. Both beschreibt zwei derartige Fälle beim Menschen, die er als Kcratoinykos e bezeichnet. Es bestellt intensive Wucherung der normal sieh in der Mundhöhle befindlichen Bakterien, zudem ist ein grosser, weisser Belag vorhanden, der aus den fadenförmigen , bräunlichen Gebilden der Vs cm. langen, mikroskopisch feinen, verhornten Papillapillarschiehte besteht. Zwischen ihnen findet sich eine ungeheure Anzahl Kokken verschiedenster Art, Baoillen und Leptothrixfäden, Die von Both angegebene Therapie besteht in energischer Bepinselung mit 10% iger Salicylsilurelösung, noch besser 10%iger Sublimatlösung. 2) Wirkliche Haarbildung. Macorps teilt mit: Der Fehler kommt häufiger vor bei Kühen als bei Ochsen vor, die damit behafteten Tiere magern ab, fressen schlecht, unterbrechen oft das Kauen und strecken die Zunge aus dem Maule. Zieht man die Zunge heraus, so sieht man mitten auf derselben, da wo sie in den dickeren Grund übergeht, einen kleinen Büschel Haare, von anderer Farbe und anderem Anseiion als die Deckhaare. Diese Haare sitzen in einer kleinen vertieften Wunde nach deren Cauterisation mit Lapis infernalis die Tiere besser fressen.quot; Diesen Zustand, den Macorps besehreibt, bezeiebnet Annaoker als Hypertrophie der Pupillen und es scheint nach dem Sitze und namentlich auch weil auf Atzungen mit Höllenstein Besserung eintritt, dass es sich thatsächlich nicht um ächte Haare, sondern um den von Both als Keratomycose bezeichneten Prozess handelt. Annacker schreibt aber auch, dass er Haar- und Borstenbildung in der Maul- und Baehenhöhle bei Bindern und Schweinen gesehen habe, infolge des Wachstums von solchen Haaren, die in Halskiemenfisteln stehen, nach innen. ;5) Keimungen von G e rs t e n gr a n n en auf der Zunge von einer Kuh : beobachtete Heill,
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Subliuqualo Cystcn und Cystomo beim Hund.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;107
Das Tier geiferte, die ganze Maulhöhle war ganz angefüllt mit altem Futter, am Grunde der Zunge und am Gaumen, war eine grüne Masse von der Grosse wie ein Zweithalcrstück. Hcill entfernte dieselbe mit der Feuerzange, sie bestand aus 141 Gerstenkörnern, welche meist mit 1 '/* Zoll langer Wurzel versehen waren und oben grünten. Iloill glaubt, dass sich die Gerstengrannen, die nocli an den Kürnern waren, einstachen und dann allmählich diese Ansammlung zu stände kam. BiiTcnbach beobachtete hei ö Kühen und li Kälbern hochgradigen Spoichelfluss und Maulentzündung, so dass Verdacht auf JMaulseuclio entstand. Bei der Untersuchung fand sich bei sämtlichen auf der Scliloimhaut ein gelblich grüner, plüschähnlicher Belag, entstanden durch Grannen von Agrostis spica ronti, welche sich oingebort hatten. Nach deren Entfernung zeigte sich die SchleimbiiutoberHäche entzündet, bei zwei Kühen waren sogar grössere GeschwürsHächen mit callösen Bändern vorhanden. (Vgl. pag. 87.)
Subliuqualo Gysten inilt;l Cystome heim Hund.
Litter a tur: Siedamgrotzky, Sachs. Jhb. 1873, p. 59. Johne, li. ü.
V. W. S. 1878, p. 27.
Ziemlich häufig gelangen bei Hunden Gysten zur Behandlung, welche in der unteren Kehlgegond sitzen und eine honigähnliohe oder blutigschleimige Flüssigkeit enthalten. Anscheinend entwickeln sie sich schnell und heilen nur langsam aus. Da die betreffenden Tiere nicht, daran zu Grunde gehen sind Sektionen selten. Sie liegen an der Unterseite des Halses, in der Kehlgegend, bedeckt von (Jesichts- reap. Halshautmuskel und zu beiden Seiten des Schlund- und Kehlkopfes. Von sehr verschiedener meist bedeutender Grosso bilden sie entweder ein. fache, rundliche, nur nach vorn zugespitzte Blasen, oder sie sind stark buchtig oder zusammengehäufte, huchtige Gysten, von denen selbst jede einen anderen Inhalt darbieten kann, sie liegen dichtgedrängt zusammen, meist derart, dass die grössten am meisten nach hinten, die kleinsten nach vorn gehäuft sind. Von der darüber lagernden 8ubmaxillardr0.se leicht trennbar, grenzen sie nach innen an die Kohl- und Sohlundkopf-muskeln und schieben sich zugespitzt an der zweibauchigen und breiten Zungenbeinmuskel, bis zu der bei Hunden weit rückwärts reichenden hinteren Abteilung der Unterzungendrüse. Von dieser selbst sind besonders die gehäuften Gysten nicht abzugrenzen, die Cystenwand geht in das Bindegewebe der Drüse über, die nächsten Drüsenläppchen scheinen etwas vergrössert, einzelne erweitert und mit sagoähnlichen
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Per Tollwunn In der Hundozunge.
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Schlciiiipfröpl'clion erfüllt.quot; Die Cystonwnnd ist dünn, ziemlich feat, stark gefiisslmltig, die Innonfliiche vorschieden. Der Inhalt ist wässerig, dünnschlcimig, schwach gelblich, leicht gerötet, zähHiissig, fast leimartig, fast klar odor getrübt, oder stücklich. JMucinreaktion. Es scheinen zweifellos Ketentionscysten, wahrschoinlich ist dio Verstopfung durch die zähflüssige Masse des Suldinqualspeichols ursächlich. Sie ontstohon langsam, wahrscheinlich nach Quetschungen, ob sie gonotischon Zusammenhang mit der Kanula haben ist fraglich.
Therapie: Einfache Entleerung genügt nicht, Ausschälen ist mühsam. Am boston ist Einspritzen von gelinden Ätzmitteln, Tinctura jodi und Ätzkalilösungen.
Siedamgrotzky hat auf diese Behandlung in 10 Tagen Heilungen erzielt. Dieser schönen Darstellung will ich nur anfügen, dass ich dort-selbst zwei verschiedonc Prozesse kenne: a) einen, bestehend in zahlreichen kleinen, erbson- bis hasclnussgrossen Schloimcysten, dio in der Kehlgangsgegend sitzen und b) grössere Cysten mit Schleimkörperchon und meist braunem Inhalte und fächerigem Baue weiter nach rückwärts am Halse, Ich gehe gegen beide operativ vor, schäle sie antisoptisch aus und nähe sehr gut, indem ich Wundrand innig mit Wundrand verbinde. Wenn die Operation gelingt, so erfolgt Heilung regolmässig per primam und in wenigen Tagen.
Der Tollwunn in der Hundezunge.
Die Sago dass die Wut dos Hundes durch einen in der Zunge befindlichen Wurm erzeugt werde, reicht bis in das höchste Altertum, l'linius teilt schon allen Ernstes mit, dass sich dio Sache so vorhalte. Thatsächlich besitzt der Hund an der Unterfläche seiner Zunge eine dem Ilundogcschlecht eigentümliche Einrichtung, welche Morgagni erstmals beschrieb und als einen Bänderapparatquot; bezoiehnoto. Demetrius u. a. verglichen sie mit Nor von, Stannis mit einem fibrösen, zuweilen Knorpel enthaltenden Strang, Gurlt als knorpelige S eli n o , Loyalsein Knorp eis tu ck eben, das in ein rudimentäres, sehn ig es Bändchen eingeschlossen ist. Prinz als M uskelapp a r a t und Budolfl als spindelförmiges Band oder Sohne. Physiologisch scheint dieses kleine rundliche Gebilde, das so vielseitig gedeutet wurde, zur Unterstützung der Zunge heim Wassertrinken und der löffelförmigen Bildung dortselbst, zu dienen. Dieser Apparat, wurde als Ursache der Hundswut aufgofasst und vielfach, vermeintlich als Prophylaktikum gegen Uundswut, herausgeschnitten. Erst seit vorhältnismiissig kurzer Zeit hat diese unnütze Tierquälerei aufgehört.
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Bruch dos Zungonbeinos.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;109
Itruch dos Zungenbeineslaquo;
Littora t nr: Sohrade, Bruoh d. Zungenb. b. Pf. Qurlt u. Hartwig 1837, p. 316. Qurlt, Hruoli (1. Zungenb, b, Pf, Ibd, 1851, p. 481. Uollo, Bmoh d. Zungenb. Mitt. a. d, tzl. Praxis. Roloff U, Schütz 1881, p. 86-Gurlt, Ochoilter Bruch d. Zungenb. QurltU. Hartwig 1862, p. 26G. Sielaquo; d a m grotz k y, Zungenbeinkaries b. Pf. Sachs. Jhb. 1875, p. 26. Ful isch, Verwachsung des Zungenbeins. Mitt. a. d. tztl, Praxis. JiolofT ii. Schütz 1883, p. 64,
Brüche des Zungenbeines führen meist zur Abscessbildung und ZU langwierigen Prozessen, welche bis jetzt während des Lebens, nicht in allen Fällen mit Sicherheit diagnostiziert werden können,
Sohrade hat beobachtet: Ein Pferd, das vor 9 Wochen von einem anderen geschlagen wurde, auch zahlreiche Verletzungen am Halse hatte, zeigte seit jener Zeit geringe Fresslust, sehr beschwerliches Kauen und Schlucken. Nach einiger Zeit erfolgte Besserung und hierauf erneute Erkrankung unter Erscheinungen der Druse trat grosso Anschwellung am Halse auf. Nasenausfluss, Fistelbildung mit kallösem Rande im Kehlgange, Aus der Fistel fioss stinkende Jauche ab, mit der Sonde wurde in der Tiefe ein rauher harter Körper diagnostiziert. Nach Mtägigein Bestellen der Fistel erfolgte Exfoliation eines kallösen Astes des Zungenbeines von Vs Zoll Länge. Die Heilung erfolgte hierauf In 4 Wochen. Siedamgrotzky behandelte ein Pferd längere Zeit vergeblich an vermeintlichem Luftsackkatart'h, das Tier wurde getötet. Bei der Sektion fand man den Luftsack voll graugelbotn, stinkenden Eiter. Gegen das Zungenbein war eine faustgrosso Eiterhöhle, in der Richtung gegen die Ohrspeicheldrüse. Per Zungenbeinast war von Periost entblöst und eine schlcchtgeheilte Bruchstelle mit mangelhafter Callusbildung zu-ireiren. Gurlt salt ein Pferd dem das Zungenbein wahrscheinlich durch zu starkos, gewaltsames Hervorziehen der Zunge gebrochen war, welches nicht mehr schlingen konnte und nach 13 Tagen getötet wurde. Feilsch hat eine unschädliche Verwachsung dos Zungenbeines mit dem Felsenbein bei der Sektion gefunden und Gurlt fand zufällig bei der Sektion einen geheilten Bruch des linken Gabelastes und kleinen Zungenbeinastes. leii habe ebenfalls einen Fall mit Zungenbeinbruch beobachtet. Ein Pferd wurde gelegentlich eines Reiter-festes von einem schweren Heiter im Reithause sehr heftig zusammon-genommen, seit der Zeit nahm das Pferd nur wenig Futter und mit sichtlicher Anstrengung und Schmerzen auf. Ein grosser Teil des Futters kam zur Nase retour. Auf Druck in der Kehlkopfgegend erfolgte
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110nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten tier Ziihno. Biklungsfehler und Odontome.
SohmerzÄUBSerung. Das Pferd starb nach längerem Kranksein schliess-lich an Influenza. Bei der Sektion wurde ein Bruch des Zungenbeinastes in des Nähe des Körpers gefunden. In der Umgebung war Abscodiomng.
Zusammenfassung: Infolge einer besonderen incchanischon Einwirkung erfolgt die Fraktur. Die Erscheinungen treten plötzlich auf und sofort nach dem Bruohe, dieselben äussern sich hauptsächlich in mangelhafter Futteraufnahme und Sohmerzäusserung auf Druck, bei Anschwollung an der Bruchstelle kann niechanischo Behinderung im Ab-sohluokea erfolgen so dass ein Teil dos Futters durch die Nase retour gelangt. Erfolgt Abscessbildung, so entsteht leichtes Fieber und der Abscess kann sich nach aussen entleeren, eventuell mit losgostossenon Teilen vom Zungenbeine, es kann auch hochgradige Ansammlung von käsig-eiterigen Massen im Luftsacke stattfinden. Die Prognose ist nicht günstig. Bei absoluter Futteraufnalmievcrweigorung kann der Tod durch Verhungern ziemlich rasch eintreten. In anderen Fällen kann ein langwieriges Leiden bestehen welches mit Luftsaokerkrankung sehr viel Ähnlichkeit hat. Heilungen kommen vor, aber Auihrscheinlich nur dann, wenn es nicht zur Abscessbildung kommt.
Therapie: Dieselbe muss sich auf symptomatische Kur beschränken. Chronische Eiterungen und Abscediemjigcn verlaufen mit geringem Fieber, es kann auch der Abscess nach aussen aufbrechen, Eröffnung der Abscosso, eventuell Herausnahme von KnochenstUoken und antimykotischo Einspritzungen sind angezeigt.
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Krankheiten der Zähne. Bildungsfehler und Odontome.
Litteraturi Mo e r, UnjfowöhnUohe Zahnbildung b. Pferde, Ourlt lt;t Hertwig 1842, p. 471. Eichbaum, Dasselbe. Ibd. 1843, p. 171. Trftgef, Ein-fluss der Träohtigkeit auf Zahnentariokl, Ibd. 1840, p, 320. II or twig, Grosse fötalo Zahngesohwulst. 1851, p, 485. Kroutzer, Trcppengebiss, Wien Woohsohr. lÖ.quot;)y, p, 2. üurlt, Iluarbiilggoschwulst aus niolit kariö-som Zahn. Gurlt u. Hertwig 1850, p, 350. .lessen, Anomalien b. Zahn-weobsel. Gurlt u. Hertwig 1858, p. 404. Bur meister, Hypertrophische Entartung a. Backzahn. Gerlaeh u. Leisering 1854, p. 78. Gurlt, Zahnwechsel. Gurlt u. Hertwig 1858, p. 103. Gurlt, Backzahn mit Exostose. Ibd. 18G2, p, 205. Sohrador, Falsche Backzahnstellung. Ibd. 1601,p. 102. (iurlt, Auswuchs a. Zahn d. Pferdes. 1807, p. 7. Ilellert, Totaler Defekt der Salmcidcz. Uolol't' u. Seliiitz 1877,78, p. 52. Johne, Falsche Zalinstellung des 8. Backzahnes. Sachs. Jlib. 1S78, p. 40. Elohbaum, Abnorme Zahnbild. 1). Rind, Arch. 1884, p. 150. Arkovy, Diagnostik d, Zahnkrankh. 1^55, ]). 404. Parreidt, Compendium der Zahnheilk.
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Krunkheiton der Zähne. Bildlingsfehler und Odontome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;111
1880. Felix, Ursprung d. bleib. Zähne. D. Mad. Wochschr. 1886, p. 50. Botschowsky, Falsche Zahnstell. b. Pf. Arch. 1887, p. 03. llailliot und Morot, Anomalie der Zähne. Hoc. 1887, p. 401. Ib. 1887, p. 107.
Es sind Biltltingsf'eliler am Milolizahngebisa und am bleibenden Gebisse zu unterscheiden. Erstere sind, weil von kürzerer Dauer, weniger bedeutend. quot;Wir unterscheiden 1) eine überreiebe Zahn-biIdung in der Zahl. Ilieber gehören beim Pferde die sogenannten Wolfs z ii line, die llakenzäbno bei Stuten, bei Scliafen haben Bail-let und Morot in einem Falle 12, in einem anderen 18 Schneidezähne vorgefunden, Eiohbaum hat einen ähnlichen Fall beim Rinde beschrieben. Ein 4ü Wochen altes Ziegenböokohen hatte 9 Schneidezähne. Sogenannte überzählige Zähne finden sich sehr häufig beim Pferde, hauptsächlich wenn die Ersatzzähne die Milchzähne nicht herausschieben, so dasraquo; letztere noch durch das Zahnfleisch festgehalten werden. Gerade in diesen Fällen wird nicht selten das Herausziehen gewünscht. Beim Pferde fand ich bis jetzt zweimal 7 ausgebildete Ersatzsclmeidezähne. Da die Frsatzzähne sich direkt aus Resten der ursprünglichen Fpithelial-falten bilden, somit keine Abkömmlinge der Milchzähne sind, so kann das Milchzahngobiss in ähnlichen Füllen normal gewesen sein. 2) Mangelhafte Zahnbildung durch Minderzahl. Die Zähne stehen mit den Epidermisgebilylen der Haut in Wachstumsbeziehung oder Korrelation. Die Schuppentiere haben gar keine Zähne, die nackten Hunde haben mangelhafte Zähne. Hollcrt beobachtete ein Pferd, welches im Oberkiefer gar keine Schneidezähne besass. Das Tier war als er es besichtigte SJ'/s Jahre alt und mit diesem Defekte geboren, der Zwi-schenrand der kleinen Kieferbeine war glatt, die Schneidezähne am Unterkiefer normal. Botschovski beobachtete beim Pferd in der dritten rechten Backzalmalveolo 2 Zäline. Mangelhaftes Zahnwachstum stellte Träger fest, an zahlreichen und allen von ihm untersuchten 4jährigen Stuten, die trächtig sind und er schliesst, class bei sämtlichen 4jährigen trächtigen Stuten der Zahnweehsel später erfolgt als bei nichtträchtigen, oder männlichen Tieren. 3) Fehlerhafte Bildung durch die Form. In den schon oben von llaillet und Morot angeführten Fällen hatten die Zähne der Schafe nicht spatclförmige, sondern konisch zugespitzte, mehr abgerundete Bildung, so dass dadurch ein Zahntypus vorlag, wie er bei den Ungiilaten vorkommt. Infolge später auftretender, das Wachstum an der Wurzel störender Prozesse, können einzelne Zähne verändert werden. Degive beobachtete, wie der vorgelegte Oberkieferzahn beim Pferde eine derartige Grosso erhielt, dass er bedeutende Deformation des Gesichts, Obliteration der rechten Nasenhöhle und i'hit-
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112nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Knmkheiton der Zähne. Bildlingsfehler und Odontome.
zündung der Kieferhöhle verursachte. Nur mit Scliwierigkeit konnte der Zahn entfernt werden. Er wog 475 gr. Blumberg beobachtete infolge eines Ilauerbruches beim Eher Entzündung und unregelmiissiges Naohwaohsen und zwar derart vorgrüssert, dass der nachwachsende Teil nicht mehr zur Alveole herausging. Der Kiefer wurde infolge dessen aufgetrieben und die Zahnforni sehr verändert;. Eichbaum hat die Zangenzähne beim Rinde (J. 1) drehrund und etwas bauchig gesehen. 4) Falsche Stellung der Zähne. Schrader fand im Oberkiefer beim Pferde den ersten und zweiten Backzahn derart verschoben, dass die Krone des orsteren nach abwärts, die des anderen nach der Zunge sah, zwischen beiden Zähnen war ein groschengrosses Loch, welches mit der Nasenhöhle die Komunikation herstellte.
Als Zahnbildung am ungewöhnlichen Orte wurden früher die hauptsächlich an der Ohrgegend, aber auch sonst am Körper in Dermoidcysten entstehenden Zahngebilde in der Art aufgefasst, dass diese Zähne in der Maulhohle fehlen sollten. Diese Gebilde haben jedoch mit dec physiologischen Zahnbildung im Zahnfleische keine Beziehung. F ö t a 1 e Z a hng es o h w u 1 s t am Oberkiefer eines Pferdes beobachtete Hertwig. Das 2 Va .Jahr alte Tier hatte seit einem Jahre ein Zahn-leiden des Oberkiefers, dortselbst war eine faustgrosse Anschwellung, sie war mit Schleimhaut überzogen, fest, hart, unbeweglich, wenig schmerzhaft, Lippen und Backen wurden dadurch sehr zur Seite gedrängt, das Aussehen dadurch entstellt und das Kauen behindert. Hertwig operierte und fand eine ca. 1 '/s Linien dicke Knoehenwand und innerhalb dieser eine mit dünner Knochenhaut ausgekleidete Höhle, in welcher sieh fast sämtliche Zähne eines Pferdegebisses, aber sehr klein und unvollständig entwickelt vorfanden, dieselben lagen so lose dass man sie mit dem Finger hervorholen konnte. Die Blutung war bedeutend.
Neubildungen an Zähnen, sogenannte Odontome, sind mehrfach beobachtet: (iurlt beschreibt einen Auswuchs am 3. oberen Backzahn eines Pferdes, ähnlieh gebildet wie ein Ilakenzahn 2 '/a Zoll lang und lU Zoll dick. Eine Exostose unter der Krone am Backzahn eines Pferdes gab Anlass zum Ausziehen. Eine hypertrophische Entartung des 5. Backzahnes beschreibt Bunneister. Ein kranker Pferdezahn, den ich ausziehen wollte, konnte nur mit grosser Scliwierigkeit entfernt werden, derselbe hatte durch neugebildetes Zahngewebe an der Wurzel eine haselnussgrosse Hervorwölbung.
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Erkrankungen des Zahnfleisches.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;113
Erkranknngen des Zahnfleisches.
Litteratur: Haubner, Epulis b. Pf. Sachs. Jhb. 1861, p. 60. Sicdam-grotzky, Zahnfleischgeschwulst b. Hunde. Ibd. 1873, p. 110. Dint er, Zahnfleischerosionen. Falke, Jahrb. 1878, p. 161. Leisering, Epithelial-krebs a. Zahnfleisch d. Schweines. Sachs. Jhb. 1868, p. 21.
Es wird unterschieden: 1) Die Entzündung dos Zahnfleisches, Gingivitis und zwar eine a. akute und b. chronische F o rm. Dieselben entstehen infolge lokaler Einwirkungen durch kranke Zähne, oder infolge allgemeiner Ursachen z. B. Skorbut. Die häufigsten Zahnfloiscliorkrankungen beim Pferde infolge Gebisswirkung auf das Zahnfleisch der Laden, werden in einem besonderen Abschnitte, Ladendruckquot;, abgehandelt. Zahnfleischerosionen beobachtete Dinter nach Fütterung von Kraut- und Rübenblätter, die durch Raupen verunreinigt waren. Es traten Erscheinungen auf wie bei der Maulseuche. Dabei waren zahlreiche, kleine Erosionen an den Lippen und dem Zahnfleische, Fieber, Appetitmangel, grosser Durst, Nachlassen der Milch und Trommelsucht. Durch schleimige Getränke und gekochte Kartoffeln erfolgte rasch Heilung. 2) Das sogenannte Zahngeschwür, richtiger Zahn fleisch abscess, Epulis s. Parulis, ist eine phleg-monöse Entzündung in der Zahnfleischtiefe, in der Regel in der Zahn-alveole beginnend. Die Entleerung erfolgt rasch, ebenso die Heilung. Die Therapie besfeht in Einschneiden und nachheriger Auswaschung mit 1 2%iger Carbolsäure. 3) Zahnfleisch geschwülsto und Neubildungen kommen nicht selten vor. Sicdamgrotzky entfernte eine solche durch elastische Schlinge. Dieselbe hatte 3 cm. Durchmesser, an der Basis 2 cm. 5 Tage nach dem Abfallen war Heilung eingetreten. Sarkomatöse Geschwulst, hühnoreigross, beim Pferde exstirpierte S. eben-dortselbst. Haubner und Loisering beschreiben einen Epithelialkrebs am Zahnfleische des Schweines, der so gross war dass das Maul dos Tieres halb offen stand, die Lippen zurückgedrängt und im Oberkiefer von den Schneidezähnen gar nichts mehr zu sehen war. Einen ähnlichen Fall beim Hunde, die Geschwulst mit sarkomatösoin Charakter, beobachtete ich. Die Prognose dieser Anschwellungen ist nicht ungünstig wenn es sich um gutartige iibroido Neubildungen handelt, bei bösartigen, aktinomykotischen und caroinomatösen Neubildungen ist dieselbe ungünstig. Es ist deshalb eine mikroskopische Diagnose notwendig, bevor man zur Therapie schreitet. Letztere ist am besten operativ. Bei bösartigen Neubildungen werden in passenden Fällen Arsenikkuren innerlich durchgeführt.
II offmann, TlerHrztllclis Chliargte.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8
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Ziihnsteinbildunn-en. Odontolithen.
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Znhnsteiiibilduiigeii. Odontolithen.
Littoratun FUrstenborg, Weinstein a. d. Zähnen b. Pferden. Magaz. f. yes. Thk. XU, p. 113. Gurlt, Ziihnstein sog. Weinstein. Gurlt u. Hert-#9632;wig 1872, p. 170.
Infolge Niederschlags aus den Flüssigkeiten im Maule, Speichel, und von aussen mit Nahrung und Getränk aufgenommenen Stoffen, bilden sich bei fast sämtlichen 1 [anstieren, kalkähnliche Anlagerungen an die Zähne. Öanz besonders sind alte Hunde disponiert, aber auch Katzen und Piianzenfresser haben wohl auch derartige Zahnsteinbildungen, Jedoch in verhältnismässigviel geringerer ]\Iengeund letztere wegen ihrer gewaltigen Zähne von kleinerer
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Bedeutung. Die Zahnsteine, früher auch Weinsteine genannt, (letztere Bezeichnung ist irrig und wird nur noch von Unkundigen gebraucht) bestehen nach Untersuchungen von Fürstenberg beim Pferde der Hauptsache nach aus koh-lonsaurern Kalk, wenig phos-phorsaurom Kalk, Spuren von kieselsaurer Bittorerde und Eisen, ausserdem organischer
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Materie,Schleim und Pflanzen-
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l''ig. 11. Eröffnung des Maulcs durch SchnursohUngsn,
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überresten. Gurltgiebtnochan,
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Epithelzellen, Schleimkörper-chen und Vibrionen. Diese Zahnstcinmasson sammeln sich besonders bei alten Fleischfressern Bunden und Katzen, namentlich Schoosstierchen die jahrelang nur weiche Leckereien verzehren, oft in grossen, zusammenhängenden Massen an, so dass die Backenzähne kaum noch mit ihren Spitzen hervorragen, und gleichsam in diesen Kitt eingebettet sind. Diese Zahnsteinmassen drücken dann auf das ZahnHoisch , machen dasselbe atrophisch, lockern dadurch die Zähne, es bilden sich Fäulnisprozesse in den Fugen, es entsteht höchst übler Geruch, die Tiere vermeiden ängstlich das Kauen und bekommen infolge nicht gehöriger Einspeichelung der Nahrung und Abscblucken der giilirenden Bestandteile des Maulos Magenleiden. Prognose: Zahnsteinerkrankungen sind die am häufigsten zur Behandlung kommenden Zahnkrankheiten, namentlich bei alten Fleischfressern.
Die Prognose ist günstig.
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Zahnschmerzen.
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Therapie: Mechanische Ablösung durch passende Instrumente. Die Tiere werden auf einen Tisch gelegt das Maul mittelst zwei Bändern, die am Ober- und Unterkiefer befestigt sind, Fig. 11, oder mittels des Maulkeils, oder einer von mir konstruierten Maulsperre s. Fig. geöffnet. Nach Absprengung und sorgsamem Abkratzen unter Schonung des Zahnfleisches, bürste ich das Maul mittels Zahnbürste und l0/o Lösung von übermangansaurem Kalium noch gründlich aus.
Zahnschnierzeu.
Litteraturi Thttmler, Zahnschmerz b. Pferde. Sachs. Jhb. 1808, p. 111. Stolz, Über Zahnschmerz b. Pferde. Mitt, a.d. tztl. Praxis. Gorlach 1858, p, 155.
Dass bei sämtlichen Haustieren infolge von Defekten an den Zähnen, den Alveolen oder dem Zahnfleische Schmerzen entstehen, ist anerkannt und unbestritten, dass aber aucli sogenanntes nervöses Zahnweh infolge von Neuralgie oder tiefsitzenden von ausson nocli nicht erkennbaren Veränderungen vorkommt, ist ebenfalls zweifellos.
Thümler beschreibt folgenden Fall: Eine 10jährige Stute zeigte Kolikerscheinungen, hatte aber dabei lebhaften Appetit und lebhafte Darmgeräusclio. Das Tier stemmte den Kopf derart gegen die Krippe, dass es ZU stürzen drohte,es scharrte Fij;. igt;. Zahninstrumentaciiun mit Dntversalzanglaquo;
d
lnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ., .,.nbsp; nbsp; nbsp; inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l'iii- Ziilnu' klolner Haustiere.
auernd, nahm zeitweilig das
Maul voll Heu, das es wieder fallen liess, es trat partieller Schweiss-
ausbruch ein und besonders auffallend war das Einwühlen dos Maules
in die Streu. Die Diagnose Zahnweh wurde dadurch bestätigt, dass
später Anschwellung am Kiefer und Fistelbildimg erfolgte. In der Regel
ist die Ausserung des Zahnschmerzes keine so lebhafte, sondern es ist
mehr ein dumpfes Hinbrüten mit ängstlicher Vermeidung des Kauens
von harten Futterstoffen, Herausfallcnlassen halb gekauter Bissen
(Kotzen), Speicheln und plötzlicher Unterbrechung bei AVassenuifnnhme.
Die Prognose ist, wenn absolut keine lokale Ursache entdeckt
wird, nicht besonders günstig, da Neuralgien leicht wiederkehren.
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116nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Lose Zähne. Zahnspitzen.
Therapie: Früher wandte man die Schleimhaut heftig reizende Mittel an. Schon Hippokrates führt folgende Kur an: Sie hatte heftige Schmerzen in den Zähnen und Kinnbacken, als sie sich mit Bibergeil und Pfeffer ausgegurgelt hatte und es im Munde hielt, liess der Schmerz nach.quot; Dass Pferden eine Priese Pfeffer in das Maul gestreut wurde, habe ich schon mehrfach gesehen, allerdings nicht um Zahnweh zu vertreiben, sondern zu dem Zwecke, Speicheln zu erzeugen und dadurch die Täuschung hervorzurufen, das Pferd stelle sich beim Reiten derart schön an das Gebiss dass es schäumt. Bei heftigen Schmerzäusserungen wird eine Morphiuminjektion zu empfehlen sein.
Lose Zähne.
Litter a tur: Raiser, Lose Schneidezähne b. Rind Gurlt u. Hertwig 1S6amp; p. 443. P a 11 i n , Lockerung d. Zähne b. Pf. The vet. journ. 1887, p. 242.
Bei sehr alten Pferden, bei denen die Sohneidezähne verkehrtoval und viel zu schmal und dünn für die Alveolen geworden sind, bei denen auch die gegenseitige Berührung fehlt, tritt normal eine Lockerung der Schneidezähne ein. Auch bei Rindern und Schafen ist dasselbe der Fall. Lockerung eines oder mehrerer Zähne tritt auch ein infolge von entzündlichen oder anderen destruktiven Prozessen an der Zahnwurzel oder an der Alveole. Als etwas ganz anderes ist jedoch die Lockerung der Zähne aufzufassen, die infolge der Aufnahme von unreifem Obst oder ganz jungem Klee etc. entsteht. Verschlagen der Zähne ist eine provinziale Bezeichnung für diesen Zustand. Dasselbe ist mehr ein subjektives Gefühl und hat Ähnlichkeit mit dem, auch beim Menschen plötzlich eintretenden, reissend bitzelnden Schmerz, beim unvorsichtigen Einbeissen in gewisse Zuckerwaren, z, B. in das Hnrte einer Schaumtorte. Derartige Schmerzen sind bei Tieren gelegentlich vorhanden und sind wegen ihres raschen Vorübergehens günstig zu beurteilen. Eine Behandlung ist nicht erforderlich.
Zahnspitzen.
Litteratur: Linden borg, Entfernung d. Zahnspitzen. Gurlt u. Hertwig 1847, p. 440. Jessen, L'ngleiuhe Abreibung der IJackzähne. Ibd. 1870. S i e d a m g r o t z k y , Scherengebiss. Sachs. Jhib. 1879, p. 47.
Infolge der Abreibung dor Zahnkrone und der allmählichen Verkürzung entsteht bei nicht vollständigem Aufeinanderpassen der KauHächen, ein Stehenbleiben eines Eckes an irgend einem Zahne; das beste Bei-
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Zahnspitzen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;117
spiel hiefür ist die normal auftretende Zahnspitze im 8. und 14. Jahre beim Pferde, der sogenannte Einbiss. An den Backzähnen entstehen diese Zahnspitzenbildungen am Oberkiefer am äusseren, am Unterkiefer, am inneren Zahnrande. Diese scharfen Ecken drücken sich bei den Kaubewegungen in die Wangenschleimhaut oder die Zunge. Lindenberg will dadurch Löcher in den Backen entstehen gesehen haben, die so gross waren, dass man eine Pflaume, selbst ein Hühnerei hätte einlegen können. Die Folgen derartiger Verwundungen sind mangelhaftes Kauen, teilweise Herausfallenlassen halbgekauten Putters sogar vollständiges Verschmähen des Futters, und bei der Arbeit baldige Ermüdung der Tiere und endlich Abmagerung.
Therapie: Die Entfernung der Zahnspitzen, das Zahn- und Maulputzen ist eines der ältesten tierärztlichen Greschäfte. Die Kal-mükentierärzte, welche heute noch in Russland umherziehen und mit Feile und Bürste die Pfcrdemäuler putzen, etwa wie ein Kaminfeger einen mit Glanzruss belegten Schlot sind heute die Repräsentanten von denen welche schon vor Jahrtausenden im alten Griechenland u. a. O. umherzogen. Wie gründlich von solchen Leuten, die als die tierärztlichen Epiroten bezeichnet werden können, zu Werk gegangen wird, beweist eine Angabe von Lindenberg : Ein derartiger Heilkünstler reinigte 8 Pferden das Maul und 5 davon gingen infolge dieser Eingriffe zu Grunde. Die Tiere hatten Verletzungen im Maule, am Gaumen und Schlundkopfo bekommen, es sammelte sich Futter zwischen dem Schlund und den Halswirbeln, infolgedessen der Tod eintrat. Hering teilte in seinen Vorlesungen mit, dass ein Schmied, der die Zahnspitzen mittelst Meissehmd Hammer abschlug, den Unterkiefer eines Pferdes dadurch abbrach. Durch Meissel und Hammer können die Zahnspitzen allerdings mit ziemlicher Leichtigkeit abgeschlagen werden, allein es entstehen dadurch scharfe Kanten an den Bruchstellen, weshalb gegenwärtig allgemein üblich ist, diese Zahnspitzen mittelst einer etwas dachförmig gebogenen, nur auf einer Seite gehauenen feinen Raspel abzufeilen. Abstossen solcher Zähne die hervorstehen, mittelst des von Brogniez konstruierten Hobels, gelingt nicht in allen Fällen, ja in der Mehrzahl der Fälle nicht. Bei sehr ungleicher Zahnbildung, den sogenannten Scheren- und Treppengebissen kann durch diese Manipulationen nur wonig genützt werden. Die Möller'sche Zahnschere ist sehr zweckmässig.
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118nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Caries der Zähne.
Caries der Zähne.
Littoratur: Gurlt, Caries am Backzahn eines Hundes. Gurlt u. Hertwig 1837, p. 158. Gillmeister, Caries am Backzahn eines Pferdes und Spiua vontosa. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk, 1841, p. SO. Nekrose am Stoss-zahn eines Elefanten. Ibd. 1851, p. 50. Jost, Caries am Backzahn eines Pferdes. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1857, p. 118. Bayer, Caries am Backzahn eines Pferdes. Ibd. Gerlach 1859, p. 173. Gurlt, Caries am Backzahn eines Pferdes. Gurlt u. Hertwig 1867. p. 7. Fürstenberg, Caries am Backzahn eines Pferdes. Preuss. 1867, p. 145. Fuasl, Caries am Backzahn eines Pferdes. Mitt. f. Ttzte. in Öster. 1879, p. 53. Miller, Krankh. der Mundhöhle und Zähne. Cbl. f. Bakteriol. No. 2 1887, p. 47. Galippe und V i g n a 1, Mikroorganism. d. Zahncarics. Allg. Med. Ztg. 1889, p. 680.
Miller entwickelt die Caries der Zähne folgendermassen: Bis vor wenigen Jahren hatte man an einen Entzündungsprozess der Zähne geglaubt, durch welchen die Zahnsubstanz cariüs zerfallen sollte; nach dieser Ansicht kam die chemische Theorie, dass namentlich mangelhafte chemische Zahneinrichtung und chemische Zersetzung von aussen die Caries bedinge. Heute erscheint es zweifellos, dass bestimmte Mikroorganismen den Zahn angreifen und ihn zerstören. Zuerst muss aber, bevor der Pilz sich niederlassen und seine auflösende Wirkung ausüben kann, der Zahn durch Säuren entkalkt sein, ob diese Säuren von der Nahrung stammen, von Arzneien kommen oder von saurem Speichel, bleibt in der Wirkung dasselbe. Eine grosse Anzahl von Pilzen kann in der Maulhöhle Milchsäuregährung einleiten und dadurch den Anstoss zur Caries geben. Die Mikroorganismen zerstören den entkalkten Zahn, es sind dieselben, die auch Abscess, Zahnfistel und Kiefer-nekrose erzeugen können. Galippe und Vignal haben Zahnschliffe hierauf untersucht und ausser den grossen Massen von Mikroorganismen, welche die Zahnhöhle erfüllen, noch eine grosse Anzahl solcher an den Wänden der Zahnkanälchen gefunden. Gerade die an den Wänden, sind die aktiv zerstörenden. Es wurden 6 Arten, 5 Bazillen und ein Cokkus, davon 4 konstant in der Caries vorkommend, nachgewiesen.
Klinisches Bild: Es sind die schon mehrfach angegebenen Erscheinungen des Zahnschmerzes vorhanden. Versagen des Putters, gr-osses Speicheln, mangelhaftes Kauen, übler Geruch aus dem Maule, Herauswerfen von halbgekautem Futter, Traurigkeit und Abmagerung. Am Zahn selbst entstehen Veränderungen, das Zahnbein verkalkt in der Umgebung der Auflösung, in nächster Nähe wandern die Mikroorganismen in die Kanäle, die Zahnalvcole erkrankt ebenfalls, der Zahn kann in der Farbe verändert sein. Der erkrankte Zahn kann auf der Krone
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Zahnabscess, Zahnfistel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 119
meist aber auf der Seite eine verschieden grosse Höhle besitzen, welche mit Futterteilchen und anderen höchst übelriechenden Massen erfüllt ist, der Zahn kann sich lockern, hochgehoben werden, oder tiefer wie die übrigen abgerieben sein. In der Hegel geht die Krankheit wenn sie einige Zeit besteht, an der Alveole oder auch im Inneren des Zahnes nach abwärts, wodurch eine Lockerung des Standes eintritt und der Zahn wacklig wird.
Am häufigsten erkranken an Caries die Backzähne des Pferdes, seltener diejenigen des Rindes und ebenso selten diejenigen des Hundes. Ich besitze eine stattliche Anzahl von mir an kranken Hunden ausgezogenen Zähnen, ebenso habe ich die hiesige Sammlung daraufhin geprüft und hin nicht im stände, gegenwärtig einen einzigen cariöson Hunde-zahn vorzufinden. Damit soll aber nicht gesagt sein, dass Zahncaries bei dieser Tiersorte gar nicht vorkomme. #9632; Bayer sah, dass infolge Zahncaries die Gaumenarterie blutete, viel Blut geschluckt wurde und das Pferd sich verblutete.
Therapie: Das vorerst einzig empfehlenswerte Verfahren bei Tieren, ist das Ausziehen des kranken Zahnes, da andere Eingriffe, Plombieren etc. gegenwärtig nur noch mangelhaft gemacht werden können,
auch des Preises und der Umständlichkeit Pig.is.NormaiorundanderWaml
verdicktet Hakenzaan vom Hunde, wegen nicht gut durchführbar sind. Übrigens
ist Plombieren von Pferdezähnen in Einzelfällen schon vorgenommen worden. S. d. Abschnitte Plombieren und Extraktion.
Zahnabscess, Zalmtistel.
Litteratur; Wayden, Kranker Backzahn b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1846, p. 188. Hertwig, Zahnfistel. Gurlt, u. Hertwig 1861, p. 610. Joet, Spaltung- eines Backzahnes. Ibd, 1857, Supplh. Müller, Krankh. der Baokzahnhöhle. Ibd. 1857, p. 119, Fürstenberg, Zahnabccss b, Pf. Mitt. a. d. tztl. Praxis. Müller u, Roloff 1807, p. 149. Wayden, Zahn-krankh. Mitt. f. Tzt. 411, p. 2. Harms, Zahnhöhlenerkrankung b. Kind, Gurlt u. Hertwig 1871, p. 455. PauHki, Zahnfistel b. Fischotter u. beim Affen. Ibd. 1872, p. 88.
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Der Zahnabscess gehört zur Erkrankung der Zahnpulpa und Alveole. Sobald zwischen Zahn und Alveole oder durch Kanalbildung im Zahne selbst eine Infektion dor in dor Alveole stockenden Teile mit Eiterkokken eintreten kann, so kommt es dortselbst zur Abscess-
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120nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Transplantation, künstliche Zähne und Plombieren.
bildung und dieser Abscess kann sich nach aussen entleeren und dadurch zur Zahnfistelbildung Anlass geben. Eine Infektion erfolgt auf ähnliche Weise durch Aktinomykose, aber hier entsteht dann nicht ein Abscess, sondern ein entzündliches Granulom (vgl. Aktinomykose und Winddorn). Die Erscheinungen sind die des Zahnschmerzes, eventuell Los- und Hochhoben des Zahnes, Anschwellung und Abscessbildung in der Umgebung, eventuell Durchbruch nach aussen.
Prognose: Dieselbe ist, je nach der Grosse und der eingetretenen Zerstörung, verschieden. Wayden fand bei einem Pferd, das monatelang krank war, und endlich starb, die Schleimhaut des verletzten Backzahnes verdickt und die Wurzel des Zahnes biosgelegt, in einer weiss-gelb sulzigen Masse steckend, die aus Futterstoffen und Eiter bestand. Der Zahn war in Längsrichtung gespalten. Müller glaubt, dass hauptsächlich der 4. Backzahn betroffen wird und dass beim Kauen ein hohlklingendes Geräusch entstehe. Pauliki hält dafür, dass bei Affen deshalb so oft Zahnabscesse entstehen, weil diese Tiere Stroh kauen und sich damit verletzen, auch bei verschiedenen anderen Tieren beobachtete er Zahnabscoss und zwar mit verschiedenem Ausgange.
Therapie: Gründliche lieinigung. Maulausspritzen, nachheriges Einspritzen in die Absccsshöhle von antimykotischen und desodorisierenden unschädlichen Flüssigkeiten; Übermangansaures Kali l'Voig oder Oreolin 25quot;/oig.
Ausbronnen mit dem Glüheisen', eventuell Zahnextraktion ist zu empfehlen.
Traiispliiiiliinon, künstliche Zähne und Plombieren.
Litteratur: Ilaser, Geschichte, I 58. S u t h , Transplantation eines Pferdezahnes. Mitt. a. d. tzl. Praxis 1866. Gerl. u- Leis. p. 139. Younger, Zahnliberpflanzung. Allg. M. C.-Ztg. 1886, p. 38. W a r t a g e, Plombieren eines Pferdezahnes. Belg. 1859, p. 621. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1859, p. 48. 011 m a n n , Auskitten hohler Zähne, Adam W. 1885, p. 302. S c h e f f, Transplantation eines kloinen Zahnes. quot;Württ. med. W. 1889, p. 70.
Die Transplantation eines kloinen Zahnes in eine andere Alveole wird seit einigen Jahren in der Menschenheilkunde ab und zu mit zweifelhaftem Kesultate vorgenommen. Scheff teilt diese Transplantation ein in: 1) Versetzung eines Zahnes in eine andere Alveole bei demselben Individuum. 2) Umpflanzung zu einem anderen Individuum derselben Art. 3) Auf ein Individuum anderer Species und 4) Rückversetzung, Eesinplantation, d.li. einen absichtlich oder zufällig entnommenen Zahn in dieselbe Alveole zurückversetzen. Diese leztere Artist schon
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Transplantation, künstliche Zähne und Plombieren.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;121
früher geübt und wird jetzt ab und zu derart gemacht, dass ein an der Wurzel kranker Zahn gezogen, mit Vorsicht aseptisch gemacht und in die ebenfalls gereinigte Alveole zurückversetzt wird. Hier sind noch die besten Erfolge. Ich kenne auch einen ausführlich beschriebenen Fall, dass ein Zahn auf ein anderes Individuum (b. M.) übertragen wurde und thatsäch-lich, aber erst nach vielen Wochen und bei höchst umständlicher Behandlung auch anwuchs. Younger schlägt vor, gezogene, übertragbare Zähne für die passenden Fälle dadurch wachstumsfähig, lebendig zu erhalten, dass man sie in Hahnenkämme einheilen lässt. Die ganze Sache liegt aber bis jetzt auch in der Menschonbeilkunde noch in den Kinderschuhen. Es ist ein Ereignis wenn ein transplantiorter Zahn einmal anwächst, dasselbe einmal veröffentlicht wird, dann überall abgedruckt. Ich hätte mich an dieser kleinen Sache auch gar nicht aufgehalten, wenn ich nicht folgende Mitteilung noch zu machen hätte : Kroistierarzt Suth zu Eödingen ersetzte den durch Caries zerstörten 3. Backzahn im Oberkiefer eines Pferdes mit vollständigem Erfolg durch einen gleichnamigen Zahn eines krepierten Pferdes I
Plombieren d. h. Ausfüllen hohler Zähne mit einer passenden Kittmasse, welch letztere früher ein Bleipräparat war, weshalb alle diese Füllungen noch als Plomben bozeiclmet werden, hat Wartage am Pferde ausgeführt. Ein durch Caries ausgehöhlter Backzahn beim Pferde, wurde gründlich gereinigt und in denselben erweichte Guttapercha eingedrückt. Dieser Kitt hielt sehr gut und das herabgekommene Tier erholte sich
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vollkommen.
Damgee nahm mit Hammer und Stempel den 2. oberen Backzahn heraus. Da sich in der Höhle nachher Futter ansammelte und faulte, so füllte er diese mit Kautschuck aus. Dasselbe hatte vortreffliche Wirkung. Noch nach 4 Jahren lag es und das Pferd war vollkommen gesund.
Ollmann hat bei einem 4 Jahr alten Pferd in dessen Oberkiefer 2 hohle Zähne gefunden, die er nach sorgsamer Reinigung verkittete. Es trat vollkommene Heilung ein.
Künstliche Zähne sind schon lange bekannt. Ägyptische Mumien haben mehrfach künstliche Zähne. Skelottcile aus etrurischen Gräbern von 500 v. Chr. stammend hatten künstliche Zähne. Einen künstlichen Pferdezahn kenne icli auch. Er war einem arabischen Schimmel, der in den Kreuzzügen nach Stuttgart kam, mit Gravierung eingesetzt, nachdem dieses Tier, bei Gelegenheit einer neuen Helden-that, einen Schneidezahn verloren hatte.
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122nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zahnextraktion.
Zahiiextraktion.
L i 11 e r a t u r : Spreugel, Geschichto II, p. 518. W c n d o n b u r g , Zahn-zange. Gurlt u. Hertvsrig 183G, p, 400. Godwing, Zahninstrumente, The Vet. 1850, p. 630. Pfisterer, Durchlochen. Tztl. Ztg. v. Fuchs
1850,nbsp; p. 70. Zahnextraktion b. Elefanten. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk.
1851,nbsp; p. 50. Haubner, Zahnzangen. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 354. La fosse, Zahnausziehen b. Pf. Toul. 1854, p. 255. Patellae, Zahn-schlüssel. Mail. 1854, p. 140. Ber. üb. I.eist. i. Geb. d. Thk. 1855, p. 53. Dietrich, Zange um Zahnspitzen abzukneifen. Mitt. a, d. tztl. Praxis. Gerl. u. Leis. 185ö, p, 101. Wiener Klinik, Ausstempeln. 1858, p. 104. Haubner, Konstruktion d. Güntberschen Zahnzangen. Gurlt u. Hertwig 1859, p. 857. Stockfleth, Dasselbe. Dan. 1858, I. R as s e 11, Zahnextraktion. Sachs. Jhb. 1859/GO, p. 29. Schindler, Verbesserte Zahnzange. Gurlt u. Hertwig 1802, p. 252. Gamgoe, Ausstempeln. Ber. üb. I-eist. i. Geb. d. Thk. 18G2, p. 52. Haubner, Zahnextrakt, m. Zange. Sachs. Jhb. 18C2, p. 59. Haubner, Zahnextrakt, m. Stempel. Sachs. Jhb. 18G3 p. 51. Fürstenberg, Zahnextrakt, m. Hammer u. Zange. Müller u. Rol. 1867, p. 145. Möller, Zahnsohere. Archiv. 1877, p. 455. S i e d a m-g r 0 t Z k y, Ausstempeln. Sachs. Jhb. 1884 p. 22. Herz, Zahnzange. Adam W, 1882, p. 484. Devigo, Zahnoxstirpation d. Trepanation. 1887, p. 828.
Dns Ausziehen der Zähne beim Pferde geschieht mit den Günther-schen Zangen. (Die an denselben angeblich vorgenommenen Verbesserungen sind thatsächlich keine Verbesserung.) Es wird dem Pferdo zunächst das Maul ausgespült, sodann das Pferd niedergelegt, ein passendes Maulgatter eingesetzt, der Kopf möglichst auf den Scheitel gestellt, der Zahn fest gefasst, einigemal seitlich geruckt und sodann ebenfalls kurz und kräftig auf und ab gedrückt. Es handelt sich darum, bei dieser Kraftübung wohl das Hauptaugenmerk auf den Sitz des Zangenmaules am Zahne zu richten und das was dort vorgeht beständig zu beachten, dabei aber auch nicht die Hände loszulassen, sondern die ganze Zeit, so lange die Zange liegt, dieselbe aucli fest geschlossen zu erhalten. Cariöse, an der Wurzel zum Teil ausgehöhlte Zähne gehen verhältnismässig leicht heraus. Zähne, die an der Wurzel festsitzen, gar Odontome haben oder mit der Nachbarschaft fest verwachsen sind, gehen selbst mit den Güntherschcn Zangen nicht heraus. In solchen Fällen muss zu dem alten, bewährton, aber umständlichen, in der Heilung langwierigen und schmerzhaften Verfahren der Ausstempelung gegriffen worden. Der Kiefer wird an der entsprechenden Stelle trepaniert, ein passendes Stemmeisen auf die Zahnwurzel gesetzt, dasselbe mit Hnmmor-schlägon auf den Zahn getrieben und dadurch derselbe aus seiner Alveole in die Maulhöhle gedrängt. Zu dieser Operation ist die Narkose
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Speichelfistel und Speichelsteine.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 123
nötig! Die Heilung erfolgt verhältniamässig rasch. Es ist vorgekommen, dass der in die Maulhöhlo getriebene Zahn von dem Pferde durch eine Schluckhewegung in den Schlund befördert und dort herausgeschnitten wurde. Esmusa deshalb auch beim Ausstempeln das Maul mit dem Jlaulgatter geöffnet gehalten und der auszustempelnde Zahn mit einer Zange gefasst werden, auch Anbinden desselben mit einem starken Bindfaden, sobald die Krone etwas hervorgetrioben ist, genügt um den Zahn vor dem gefährlichen Abschlucken im Momente des Freiwerdens zu hüten.
Ausziehen von zurückgebliebenen Milchzähnen beim Pferde wird mit derselben Zange vorgenommen, mit der auch das Ausziehen der Zähne des Hundes gemacht wird. Fig. 11. Diese Zange ist für menschenzahnärztliche Zwecke konstruiert, führt den Namen Universalzange und ist für diese Zwecke geradezu ausgezeichnet.
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Spelchelfistel, Speichclsteine.
Litt er at.un Crepin, Speiohelflstel. Jhb. üb. quot;Viohz. u. Thk. 1834. Schumann, Speichclsteine. Gurlt u. Ilertwig 1835, p. 26. L i n d enb e rg-, Speichelfistelheilung. Ibd. 1837, p. 47. W ü s t o f e 1 d , Speichelfistelheilung b. Pf. Ibd. 1837, p. 263. G ill me ist er, Speichellistelheilung. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1841, p. 20. V anhalst. Ausschälung der Ohrdrüso gegen Speichelflstel. Ibd. 1842, p. 24. Reynal, Speichelfistel. Recueil de med. vct. 1845, p. C20. Ibd. 1845, p. 47. Brognioz, Kxstirpat. d. Parotis gegen Speichelfistcl. Journ. de med. Belg. 1845, p. 136. Fürsten-borg, Speichclsteine. Mitt. pr. Thk, 1846, XII. J e s s c , Speichelfistcl. Zeitschr. v. Dietrichs 1874 p. 163. Cartledge, Speicholfistel. The vet. 1848, p 376. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1848, p. 376. Morton, Speichelsteine. Ibd. 1848, p. 90. Ibd. 1849. p. 13. Haubner, Speichelflstel. Gurlt u. Ilertwig 1849, p. 218. A n dre , Speichelfistcl. Lyon 1850, p. 153. Peters, Doppelte Speichelfistel. Mklbg. 1850. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1851. p. 58, Lyon. Tzsch. Speichelfistel. Lyon 1851, p. 207. Ibd. 1852, p. 19u. 61. Hertwig, Speichelfliiss b. Hunde. Krkh. d. Hunde 1853 p. 122. Schöller, Speichelflstel b. Pf. Gcrlach u. Leisoring 1854, p. 116. Boy er, Speichelfistel b. Pf. Ibd. 1854, p. 92. Burme ister, Speichelfistcl b. Pf. Ibd. 1854, p. 117. Toul. Kl. Speicholstein operiert. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1856, p. 56. Dom inik, Speichelfistel. Gcrlach u. Leisering 1857 p. 90. Wanno-vius, Heilung d. Speichelfistel. Gurlt u. Hertw. 1857, p. 236, 1858 p. 156. Rolling, Speichelstein. Gerlach u. l.cis. 1857, p. 120. Vallöda, Gegen Speichelfistcl. Turin 1857, p. 493. Kölling, Speichelstein. Gurlt n. Hertwig Suppl. 1857. Fleming, Speichelflstel. The Vet. 1857, p. 388. Toul. Kl. Speichelfistcl. Toul 1860, p. 433. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 18G0, p. 45. La f 0886, Neue Speichelgangsbildnng. Ibd. 1860, p. 360. Ibd, 1860, p. 49. Köhne, Speicholfistel. Gurlt u, Ilertwig 1861, p. 433,
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124nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Spcichclfistel und Speiclielsteine.
Bühl er, Speiclielfistel. Echo mod. 1801, p. 538. Gurlt, Speichelfistel, Gurlt u. Ilertwig 18C1, p. 433. ilottol, Herstellung d. Speicliolganges. Toul. Kl. 1881, p. 203. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 58. Sequin, Speichelstein. Lyon 1861, p. 46. Iliiubnor, Verödung d. Speicheldrüse. Sachs. Jhb. 1864, p. 30. Schlag, Spoichelfistel b. Pf. Sachs. Jhh. 186G, p. 73. Erlcr, SpeicheIfistel h. Pf, Ibd. 1866, p. 46. Meltz, Speichel-fiatel b. Pf. Mitt. a. d. tz. Fr. 1808, p. 141, Müller u. Eol. Gurlt, Speichelstein. Gurlt u. Hertwig 1872, p. 170. Foucher, Extrat. v. Speichelst. Rec. de med. vot. 1878, N. 20. Folke Jahrb. 1879, p. 74. Busch, Speichelfistel. Mitt. a. d. tz. l'r. Eoloff u. Schütz 1878/79, p. 50. Fiedeler, Speichelsteine. Ibd. 1878 79, p. 49. Bahr, Speicholsteine. Ibd. 1881. Eolloff u. Schütz, ]]. 53. Stang, Speiclielfistel. Bad. tztl. Mitt. 1882, p. 10. Brissot, Speichelfistel. Rec. 1887, p. 487. Friess, Speiohelstein. Deutsche Ztsch. f. Tmdz. 1889, p. 425. Moubics, Speichelstein, Operat. v. d. Wange aus. IIoll. Zeitschr. 1885, p. 42. Brissot, Speiclielfistel, Fistula salivaire. Rec. 1885, p. 487. Durschanek, Speiclielfistel. Grosso Speichelst, b. Pf. Gest. Veroinsztg. 1885, p. 125. Pellegrini, Speicholstein. Groso oalculo salivaro 1883X1. 10. Jhb. 1885, p. 113. Mo üb is, Speichelstein. Jhb. 1885, p. 95.
Speiclielsteine finden sieli iianptsiiclilich beim Pferde, seltener beim Rinde. Sie entstehen im Aust'iilirungsgange der Parotis und hie und da den llivinischon GriingGii, ilire Grosse ist sehr verschieden. Meist sind sie einfache kalkige Niederschläge aus dem Speichel, in Einzelfällen Inkrustationen um einen Fremdkörper, etwa ein Haferkorn, welches von der Maulhöhle aus eindrang. Gurlt führt an, dass dieselben in Gegenden, wo sich viel kohlensaurer Kalk im Trinkwasser vorfindet häufiger sind, und dass sie bis zu C50 gr Gewicht vorkommen. Ich bin nicht in der Lage erstere Angabe Gurlts bestätigen zu können. Die chemische Zusammensetzung ist besonders yon Pürstcnberg untersucht worden. Er fand kohlensauren und pbosphorsauren Kalk, kohlensaure Magnesia, Epithel-zcllen und Ptyalin. In einzelnen war ein Kern von Stroh oder einem Haferkorn. Pellegrini hat einen 250 gr. schweren Speichelstein analysiert. Derselbe hatte als Kern ein Haferkorn und er bestand aus Calcium-carhonat 84,00 % Calciumphosphat 7,56 Wasser 0,60 Albuminstoff 1,61. Pellegrini konnte feststellen, dass dieser grosso Stein bis zu seiner jetzigen Entwickelung 5 Jahre und 10 Monate gebrauchte.
Klinisches Bild: Beim Sitze im Duktus Stensonianus: Fries sah ein Pferd, welches an der rechten Backe eine zweifaustgrosse Geschwulst besass, dieselbe reichte bis zum Maulwinkel, die Haut war dort haarlos, exeoriiert, empfindlich, steinhart, an einer Stolle war Fluktuation. In der Maulhöhle Futteransnmmlung, übler Geruch und Speicheln (Inhalt: 3 Steine und 100 gr Eiter.) Foucher beobachtete an einem
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Spoielielfistel und Spoicholsteine.
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arabischen Hengst seit 3 Jahren an der rechten Backe eine ganz allmählich zunehmende Geschwulst die ohne Nachteil bestand, endlich hühnereigross, rundlich, hart und schmerzhaft wurde. (Inhalt: ein 43 gr schwerer Stein.) Segnie: Geschwulst beim Pferde an der rechten Backe eigross, bei der Bewegung reibendos Geräusch, die Backen-schleimhaut angegriffen, das Pferd liess beim Pressen Putterballen herausfallen. (Inhalt: 51 gr schwerer Stein und viel Speichel.) Schumann: Ein 9 Jahr altes Pferd hat links am Gesicht eine gänseeigrosse Geschwulst, welche in der Gegend des äusseren Kaumuskels beweglich ist. Dieselbe bestand seit 2 Jahren, war lange unschmerzhaft, jetzt aber wurde die Haut empfindlich. (Inhalt: 450 gr schwerer Stein.) Ein anderes Pferd hatte seit l1/laquo; Jahren eine hühncrei-
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grosse Geschwulst, die deutlich verschiebbar war. Der Stein wog 240 gr. Kölling beobachtete im Verlaufe des
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quot;'quot;/
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Stensonianischen ' Ganges eine steinharte, verschiebbare, begrenzte Geschwulst, faustgross, das Pferd war dadurch im Kauen gehindert. An der Tierarzneischule in Lyon wurde ein Pferd beobachtet , welches einen
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144 gr schweren Stein im
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Big. 18. Speloliolgangerweiterung
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rechten Stensonianischen Gang besass, es war an der Backe eine harte, bewegliche Anschwellung, die Umgebung der Einmündung dos Speiohelganges war geschwürig. Moubis fand an der rechten Wange eines 11 jährigen Pferdes, eine faustgrosse Gesehwulst, die iVs Jahr vorher zuerst bemerkt und allmählich grosser geworden war. Der harte Inhalt war leicht als Stein zu erkennen, ein Knarren beim Andrücken wies auf inehroro Stücke hin. Die Arterie und Vene oberhalb des Steines war wenig ausgedehnt. Die Umgebung' der Einmündungsstellc war verdickt, in der Öffnung war der Stein zu sehen und zu fühlen. (Es konnten von der Maulhöhle aus 9 Steine im Gewicht von 89 gr entfernt werden. (Fig. 13. Speichelgangerweiterung.)
Prognose: Eine Spontanheilung ist unbekannt. Im Gegenteil,
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die Steine werden beständig
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Der therapeutische Eingriff
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126nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Spelohelflstel.
ist an sich xinbedeutcncl, die Heilung verlangt jedoch manchmal längere Zeit.
Therapie: Es gieht nur ein Mittel, die Operation. Der Stein wird a) durch Schnitt von aussen in der Längsrichtung des Stensonian-schenGangesauf den Stein gemacht, nachdem das Pferd zuerst niedergelegt und die Hautstello rasiert und desinfiziert wurde. Hertwig hat die Wunde immer ausgebrannt, die meisten haben sofort Scharfsalbe auf-gostrichen. Ich rate, nach Entfernung des Steines höchst sorgsames Auswaschen mit antisoptischen Mitteln und nachheriges Vcrschliessen zuerst des Ganges mit ganz feinem Catgut, sodann der Haut mit feiner Seide. Eine reichliche Überdeckung mit Jodoformkollodium ist anzuraten. Das Pferd hierauf 3 Tage lang nur mit Klcientrank zu erhalten, einen Maulkorb aufzulegen, um das Kauen zu verhindern und die Wunde durch Klebepflaster und Tücher zu schützen, ist noch anzuempfehlen. Die Heilung der bekannt gegebenen operierten Fälle, erfolgte mehrmals in 4 Tagen, sodann in 8, 20, 21, 24 Tagen und 6 Wochen. In letzterem Falle war Salmiakgeist eingespritzt. Alle sind geheilt! (Es ist besonders aufmerksam zu machen, dass der etwa obli-tcritevirte Speichelgang vom Stein bis zur Maulhöhle wegsam gemacht wird.)
Speichelflstel: AVirunteracheiden a) eine Spoichelfistel durch Verletzung der Parolis, wobei einige der grösscren und kleineren Ausführungs-gänge verletzt sind und geringe Menge von Speichel abfliesst und b) Verletzung des Stcnsonianischen Ganges mit Abiiuss eines Hauptteiles oder des gesamten produzierton Speichels.
Aetiologie: Kühne teilt mit, dass infolge von Druseabscess cine Spelohelflstel entstand. Die Haut war nokrotisch in der Umgebung, über eine Fläche wie ein Thalerstück ging der Spcichelgang freiliegend, später spritzte beim Kauen der Speichel so bedeutend hervor, wie die Milch beim Melken, so das Krippe und Futter rasch durchnässt wurde. Ähnliches berichten Wüstefeld u. Andre. Wannovius: a) Beim Offnen eines Abscesses wurde der Speichclgang durchschnittten, b) Ein Pferd hatte Druse überstanden, hatte mehrere Abscesse in der Parotisgegend, welche sich spontan öffneten, nachher floss dort Speichel aus. Scholler: Zwischen den Kieferästen war eine Geschwulst, nach deren Spontan-cntleerung eine Speichclfistel vorhanden war. Lyonor Tierarzneiinstitut : Eine Eselin hatte schon lange eine Speichclfistel in einer grossen harten Geschwulst, welche Steine enthielt. Dieselben (5 Stück im Gewicht von 3U52 gr) wurden entfernt. Mottel: Die Mündung
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Speichelfistel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 127
war mit gelber fibrinöser Masse verstopft, grosso Ansammlung von Speichel im Gange beim Kauen.
Klinisches Bild: Aus der Wunde fiiesst klarer l'arotitenspeichel. bei Verletzung des Hauptkanals fliesst sämtlicher produzierter Speichel aus, der beim Pferde bei Heufiitterung in der Stunde 1012 Pfund beträgt. Hiedurch wird die Wange, das Halfter, die Krippe etc. benetzt, der Speichel in den Hanren kommt in Zersetzung, wird übelriechend und wegen mangelhafter Einspeichelung des aufgenommenen Futters entsteht ungenügende Verdauung und Störungen in der Ernährung.
Prognose: Die Heilung erfolgt selten spontan. Die Speichelfisteln der Parotis besonders wenn nur wenige Gänge verletzt sind heilen verhältnismässigleicht. Ganz geringe Verletzungen des Ganges heilen auch spontan. Scholler, Wüstefeld, Haynal, Hertwig, Lindouberg bestätigen, dass sie Spontanheilung gesehen haben und zwar Haynal in 1320 Tagen. Speicholfisteln am Stensonianisclien Gange heilen schwerer, günstiger ist es, wenn der Gang in der Länge und nur auf einer Seite gespalten ist, wie z. B. nach Spoichelsteinoporatiou. Am ungünstigsten ist es, wenn der Gang quer ab ist und das zur Maulhühle führende Stück obliterierte.
Therapie: Da einzelne Speichelfisteln und zwar diejenigen am gemeinsamen Ausführungsgangc, besonders die mit Quordurchtren-nung des Ganges, nur sehr schwer heilen, so ist eine sehr grosso Menge von Heilmitteln empfohlen worden. Aus der Ursache, dass früher die Fisteln nicht in Parotisdrüsen- und Parotisgangfistcln unterschieden wurden war es möglich dass der eine die Fisteln leicht heilbar fand und ein Mittel als vortrefflich empfahl, welches dem anderen nichts nützte. Mit Hö Henstein einspritzungen heilte Burrmeister eine Speichelfistel, die nach Druse entstanden war in 3 Tagen. Schleg heilte eine Speichelfistel die nach Durchschneiden des Speichel-ganges entstanden und bei der alle sonstige Behandlung erfolglos war, mit Höllensteinspritzungen in 8 Wochen. #9632; Andre brachte eine Fistel, die aus der Parotis infolge Abscesses entstanden war, in 25 Tagen durch Einspritzen von Rabelsohem Wasser zur Heilung,Bayer heilte in 08 Wochen, nach Einspritzen von Eichcnrindendekokf und Terpentinöl. Tanninpechpflaster wurde in der Wochenschrift 1889 Nr. 28 gerühmt. Gurlt nannte 3ü stündiges Fasten, Aufstreuen von geraspeltem Horn und darüber die Anwendung des Glüh ei sens. Crcpie machte als alle Mittel 2 Monate lang vergeblich waren, ein grosses Punkt feu er auf die Ohrdrüse, aber
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auch hierauf heilte sie nicht. Hering: Das Glüheisen und Ri c h e nr in de, Sublimat, Einspritzen quot;von Hollensteinlüsung, wurde 3 Monate vergeblich angewandt. Hengwald hat vergeblich Scharf'salbe, Höllenstein, Collodium angewandt und vergeblich unterbunden. Nun Hess er das Pferd fasten und kauterisiertc mit dem thalerförmigen Eisen, das half. Cartledge: Chlorzink und das Glüheisen wurden vergeblich angewandt, Creosoteinspritzungen heilten. Kühne: Der Speichelgang wurde unterbunden, das Pferd fastete 30 Stunden, Heilung in 9 Wochen. Peters: Nach Unterbindung erfolgte der Tod in 0 Wochen. Busch; Bei einer Eiste], die beim Abscessöffnen entstanden war, wurde der Gang unterbunden, nach
2nbsp; Tagen war die Unterbindungsstelle durchgebrochen. Jessen: Die Unterbindung wurde mehrmals vergeblich vorgenommen. Scharfsalbe, Brennen, war G Monate lang umsonst. J odkaliumsalb e heilte in 10 Tagen! Wannovius: Eine Jodkaliumsalbe heilte in kurzer Zeit. liaynal: Eine Scharfsalbe in der Umgebung derEistel heilte. Erler r Eine Fistel wird seit 1la Jahr vergeblich behandelt, deshalb wurden täglich Pinselungen mit Kreosot und Myrrhentinktur vorgenommen, oben tüchtig Scharf'salbe eingerieben, die Heilung erfolgte in 4 Wochen. Brissot: Einspritzung von Car-bolsäurc heilte eine tröpfelnde Parotisflstel, Busch: Eine Fistel war vergeblich unterbunden, vergeblich mit Cantharidensalbe eingerieben, Einspritzungen von Jodtinktur, und Einreiben von Jodkaliumsalbe hatten überraschend günstigen Erfolg. In
3nbsp; Tagen war der Ausfluss sistiert! Die Heilung erfolgte aber mit Atrophie der Drüse. Meltzbach: Einspritzen von Jodtinktur, brachte grosso Anschwellung und Heilung. Bassi hat Kreosot 1 : 10 mit Erfolg eingespritzt. Die Verödung d e r 0 h r s p e i c h e 1 d r ü s e mittelst Einspritzung von Liquor Ammonii caustici empfahl Haubner. Versuch: Einem alten Pferde wurde durch den Stensonianischon Gang Liquor Ammonii caustici eingespritzt. Nach 4 Tagen dasselbe getötet. Die künstliche Öffnung war fast verschlossen, doch ging noch die Sonde hindurch, dahinter war Erweiterung um das 3 4 fache. Die Schleimhaut war aufgewulstet, gerötet, die Wand um das B4 fache verdickt. An der Teilungsstelle und in der Tiefe war grosso Vermehrung des Bindegewebes, in der Umgebung fast gar keine Drüsensubstanz mehr. Nach oben war gesunde Drüsenmasse. Es war also chronische Entzündung des Kanalsystetns mit Vermehrung des Zwischengewebes. Haubner heilte auch mit diesen Einspritzungen und empfahl dieselben gegen die Speichelfistel. Dominik machte dieses Verfahren nach, spritzte 8 gr.
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Speichelfistel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 129
ein, der AusflUBS hörte sofort auf, aber nach 8 Tagen stiess sich der Speichelgang mit nächster Umgebung brandig ab, so dass eine kanal-förmige Höhle 5G Zoll lang und I Zoll quer entstand, die allmählich heilte. Bühler sistierto durch Einspritzung von Atzammoniak den Aus-fiuss, aber die dadurch entstandene Wunde brauchte 2 Monate zur Heilung. Wannovius hat erfolglos Ätzammoniak eingespritzt, nach 2 Tagen floss die Fistel wieder. Stang bekam auf solche Einspritzungen grosse Entzündung und Atrophie. Haubner selbst hat durch solche Injektionen Verluste gehabt. #9632; Totale Ausachälung der Ohrdrüse nahm Vanhaels 1842 gegen Speichelfistel vor, die Heilung erfolgte in 33 Tagen. Loblanc hat schon 1822 die Ausschälung vorgonoinmen. Brognioz machte 1845 aufs neue den Versuch und heilte die Wunde in 37 Tagen. Valloda hat bei G Anatomiepferden die Parotis exstir-piert und durch Collodium (in höchstens 15 Tagen) alle geheilt. Durch Haarsoil suchte Fleming zu heilen, er suchte den obliteriorten Gang von der Fistel zur Maulhühle zu erweitern, zog ein IJand hindurch und lioss dasselbe frei in der Maulhöhle hängen, nach 8 Tagen war die Fistel heil. Lafosse stiess von der Fistel gegen laquo;lie Backe einen Troi-kart und zog ein Eiterband durch in die Maulhöhle, welches alle 2 3 Tage gezogen wurde. Anfangs floss Speichel durch die Wunde nach aussen, nach einigen Tagen in die Maulhöhle und nach 4 Wochen war Heilung eingetreten.
Zusammenfassung: Es sind zu unterscheiden: a) Heilungen mit Erhaltung der Sekretion der Drüse und b) Verödung oder Exstir-pation der Drüse. Erstore können leicht erreicht werden bei Verletzungen der Parotis und einzelner ürüsengänge. Solche Fisteln heilen sogar spontan oder auf Anwendung von Adstringentien. Verödung der Drüse wird nötig, sobald der Gang von der Fistel zur Maulhöhle obliteriert ist. Wie rasch eine solche Obliteration eintritt, ist noch nicht bekannt. Soll die Verödung stattfinden, so geschieht dies a) durch sehr starke äussere Reizmittel, Scharfsalbo, Glüheisen etc., b) durch heftige Entzündung erzeugende Einspritzungen: Salmiakgeist, Jodtinktur, Kreosot 1 : 10. Diese Einpritznngen müssen tinter Umständen wiederholt werden, sie sind aber nicht ungefährlich, zudem sehr schmerzhaft, c) Durch Exstirpation der Parotis. d) Durch Einreibungen von Jodkaliumsalbe und Einspritzungen von .lodkalium-lösung. Soll die Funktion der Drüse; erhalten bleiben, was das Richtige ist, so muss in erster Linie die Obliteration von der Fistel zur Maulhöhle gehoben werden, damit der von oben kommende Speichel Abfluss hat und nicht zu der Fistelött'nung heraus mussl Dass selbst
llofiinann, Tk'riir/tliche ChirarglQ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9
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130nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ohrspciolieldriisenontziindung', Piirotitis.
grosso (Öffnungen In dem Kanäle heilen, ist durch die Operation der Speichelsteine bekannt. ^lan hat auch versucht, den abgeschnittenen Kanal auf kürzerem Wege in die Maulhöhle zu führen und einheilen zu lassen. Wer geschickt im Operieren ist, mag dies versuchen. Um von der Fistel gegen die Maulhöhle einen Kanal für den Abhuss zu erreichen sind Eiterbänder eingezogen worden. Allein dies ist, da das Band immer in die Maulhöhle heraushängt, unsicher. Es empfiehlt sich deshalb das von Albert angewandte Verfahren: durch den obliterierten Kanal wird ein Troiknrt in die Maulhfihlc eingestochen, durch die Hülse ein Bleidraht eingeführt und erstere entfernt; neben diesem Kanal mit dem Bleidraht wird der Troikart zum zweitenmal eingestochen, der Bleidraht in der Maulhöhle umgebogen und durch die Hülse nach aussen geführt. Aussen werden die beiden Drahtenden zusammengedreht und die Ilautbrücko von der Fistel zur Maulhöhle allmählich durchgeschnürt oder, da das Einführen des Drahtes von innen nach aussen schwer ist, derselbe beidemale von missen eingestochen und innen und aussen gedroht. Sobald der Speichel ungehindert nach innen abfiiessen kann, kann die Wunde mit Erfolg genäht werden.
Ohrspeicheldriisenentzündung, Parotitis.
Litteratun Byohner, Parotitis b. RincL Bnjatrik 1851, p. 285. Hertwig, Parotitis b. Hund, Krankh. d. Hunde 1853, p. 122. Kranze, Parotitis b. Zicgon. Saohs. Jlib. 1873, p. 80. Hamm, Parotitis Chronica b. Killion, Mitt. a. d. tzl. Pr. Hol. ii. Seil. 1882, p. 56. ProuscluMi, Parotitis nacb Ovariotomie. D. med. quot;Woclisch. 1865, p, 51. B ot li, Parotisinfektion, Mtinolin. Med. Woohsohr. 1886, p, 734. II o 1 m k a m p f, Parotitis epidemioa. D. mod. C. Ztg. 1886, p. 51Ü. 15 i o n d i, Pathogene Mikroorganismen d. Speichels, Cbl. f. Chir. 1887, p, 887.
Die Parotitis, auch Fibel- oder F eifelgesch willst, Mumps, Katzen- oder Z i e g e n p e t e r, kommt bei sämtlichen Hallssäugetieren vor. Dass Katzen und Ziegen nicht selten endemisch an dieser Krankheit leiden, führte dazu, diese Krankheit auch mit diesem Kamen heim Menschen zu bezeichnen. Die Infektion ist beim Menschen mit Sicherheit nachgewiesen, auch die Parotitis der Pferde, welche mit Druse vergesellschaftet ist, ist sicher durch den Strcptokokkus Schütz und Andersen als infektiös festgestellt. Blondi hat 5 pathologische Mikroorganismen im Speichel des Menschen gefunden, durch welche er bei Tieren Krankheiten hervorrief, er nennt sie 1) Bacillus salivarius sep-ticus, der sich in 20o/o des untersuchten Speichels vorfand und Kaninchen, Mäuse und Meerschweine, (nicht aber Hunde) erkranken machte.
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Olirspeicheldrüsenontziinclung, Parotitis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 131
2) Kokkus sallvarius septicus. 8) Mikrokokkus totragenus. 4) Strep-tokokkus septhiimius. 5) Stapliylokokkus salivarius pyogenes. Die Infektion bei Pferden mit den bei Druse bekannten Stoffen führt regel-mässig zur Eiterung und oft sehr umfangreicher Absoessbildung, wäbrond der nicht selten enzootisch vorkommende Katzen- und Ziegenpeter bei diesen Tieren und bei jungen Hunden in der Regel nicht zur Eiterung kommt. Auch das Krankhoitsbild beider ist vielfach verschieden. Auf örund ähnlicher Yerschiedenheiten, wie bei Tieren, ist die Parotitis in der Menschenheilkunde verschieden eingeteilt worden. Wunderlich nennt 1) eine gutartige, spontane, 2) symptomatische und 3) spontan septische. (Letztere Form heisst auch Cynanchc colli.) Yirchow hält eine katarrhalische Eorm mit 1) einfach epidemischem Katarrh, Mumps, 2) socumlärem, purulentem Katarrh und 3) eborrhiimischom Katarrh, für die richtige Einteilung. Ähnlich oder komplizierter sind die Einteilungen von Rindfleisch, Lichtenstern, Eklund, Hoffmann, Eremort u.a. Auf Grund des Mitgeteilten wird es zwekmässig sein, die einfache Parotitis katarr-halis, Mumps, Ziegenpeter, von der spezifisch eiterigen, der Druse, Parotitis suppurativa, zu trennen.
Atiologie: Die durch den Drusokokkus erzeugte Parotitis ist eine spezifisch eiterige. Die Ursache des Mumps ist mit Sicherheit noch nicht erkannt, sehr wahrscheinlich liegt aber ebenfalls ein ganz bestimmter Organismus (oder mehrere) vor, welcher von der Maulhöhle aus durch den Duktus Stensoniani, oder infolge Aufnahme seitens der Lymphbahnen von der Nasen- und liachenschleimhaut aus zur Wirkung gelangt.
Klinisches Bild: Bei Parotitiskatharrhalls, Mumps, Ziegenpeter, der hauptsächlich jüngere, aber nicht ganz junge Katzen, Hunde und Ziegen befällt, (wahrscheinlich ist auch die Parotitis der Kinder hioher zu rechnen) tritt eine nicht unbedeutende Anschwellung der Parotitis auf, dabei ist Fieber, Kieferklemme und vermeinter Spcichelfiuss. Die Anschwellung ist in der Kegel beiderseitig. Die Tiere versagen das Putter, sind sehr traurig und empfindlieh an den erkrankten Drüsen. Bei der bei Druse entstehenden Parotitis suppurativa, s. purulenta, erfolgt die Infektion zweifellos nicht von der Maulhöhle und dem Speichelgang, solidem durch die Lymphbahnen von den Schleimhäuten des Kachens und der Nase. Es werden also bei dieser Form nnturgemäss die Lymphdrüsen zuerst und hauptsächlich ergriffen sein, später beteiligt sich auch die Drüsensubstanz. Hoffmann (s. Liebermeister und Ziemssen, Handbuch der spez. Pathologie und Therapie Band IL, Teil I.) hat gesehen, wie die Driisenacini mit dicht aufeinander ge-
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132nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ohrspeioheldrüsenentzündung, Parotitis.
lagerten, sehr grossen, meist mehrkernigen, stark körnigen Zellen gefüllt werden. Später treten in diesen Zellen zahlreiche Körnchen auf, die zum Teil aus Fett bestehen, die Zellen werden trüb, verlieren die scharfen Konturen und ein Teil derselben zerfällt, allmählich wird die Drüse wieder rot und weich, die Härte und die Spannung nehmen ab. Entweder bildet sich jetzt die mit der Schwellung einhergehende Parotitis zurück, oder es tritt jetzt ein zahlreicher Herdzerfall des Gewebes ein. Die Eiterbildung sowohl der Drüsensubstanz wie auch des Zwischengewebes der kleinen Herde konfluiert allmählich und es werden grosse Abschnitte in grössere Eiterhöhlen umgewandelt, in welche die fetzigen Gewebsresto hereinragen. Bei der katarrhalischen Form tritt nach Büokgatlg des ersten Reizes der Hyperämie Heilung ein, hei der eiterigen erfolgt jetzt der eiterige Zerfall. Die Erscheinungen bei der eiterigen Parotitis der Druse sind in der Mehrzahl der Fälle nur einseitig, aber viel heftiger und anhaltender, dazu sind diese Erkrankungen kompliziert mit heftiger Erkrankung der Nasen- und Eachenschleimhäute, sowie meist eiteriger Infektion der Kehlgangs-driisen.
Die Prognose ist bei der katarrhalischen Form günstig, bei der Eiterung etwas vorsichtiger zu stellen. Die Dauer ist bei ersterer Form einige Tage, bei letzterer mehrere Wochen, es tritt nicht selten Speichel-fistcl hinzu.
Therapie: Buhe und Wärme ist in beiden Fällen nötig. Bei Mumps giebt man Fleischfressern ein Brechmittel. Einhüllungen mit Fett, Watte, Werg, Wolle und Wollbindon, beim Pferde mit besonderer Vorrichtung am Halfter, sind zu empfehlen. Infektion von 20/o iger Carholsäure und 2%igem Cocain ist bei Mumps von sehr guter Wirkung. Druseabscesse lassen sich aber hiedurch ebensowenig wie durch Eiseinpackungen und Jod- und Quecksilbersalbeneinroiben vermeiden; auch ist bei letzteren, nach meinen Erfahrungen, das frühe Einschneiden in die Abscesse durchaus nicht zu empfehlen, weil Qewebsver-härtungen entstehen. Man wartet bei der Druse heute noch ebenso zweckmässig die Keife des Abscesses ab, wie man das früher gethan hat, lässt es jedoch nicht zum spontanen Durchbruch kommen. Nach der Eröffnung erfolgt einmaliges x\.usspülen mit Carbolwasser und nachher nur noch Keinigen der Oberfläche; die Abscesse heilen Verhältnis-massig rasch. Es ist bei deren Eröffnung zu merken, dass der Eiter oft in gewaltigem und dickem Strahle auch auf einen nur kleinen Einstich hervorstürzt und wenn man sich beim Eröffnen vor die Wunde stellt, so wird die ganze Kleidung Übergossen.
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Krankheiten der Kieferhöhle.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 133
Krankheiten der Kieferhöhle.
Littoratur; Haubnor, Kioforhöhlcnontz. u. Tropanat. Garlt u. IT. 1851, p. 25. Pöppol, Polyp i, d. Stirn- u. Kieferhöhle. Ibd. 1851, p. 488. Qurlt, Polyp i. d. Oborkioforhöhle b. Schaf. Ibd. 1856, p. 321. Erler, Kieferhöhlenentz. Sachs. Jhh. 1858/59, p. 42. Haubner, Kicforhöhlenentz. Ibd. 1869/GO, p. 41. Röttgor, Kieferhöhlenentz. Gurlt u. II. 18G1, p. 105. Neubert, Kieferhöhlenentz, Sachs. Jhb. 1801, p. 104. Gurlt, Exostose i. d. Kieferhöhle b. Fohl. Gurlt u. H. 1862, p. 266. Dominik, Kieferhöhlenentz. Gurlt u. II.' 1862, p. 222. Berchtold, Geschwulst i. d. Kieferhöhle. Münchner Jhb. 1862, p. 164. Leisering, Schleimcyste i. d. Kieferhöhle d. K. Sachs. Jhb. 1863, p. 17. Asche-Berg, Kieferhöhlenentz. Gurlt u. H. 1864, p. 306. Voi g 11 an d o r, Stirnhöhlcnentz. bei c. Kuh. Sachs. Jhh. 1864, p. 06. D a m m a n n, Sarkom i. d. Ilighmorshöble, Gurlt u. H. 1864, p. 1. Loisering, Kiefersarkom b. Pf. Sachs. Jhb. 1866, p. 28. Erler, Kieferhöhlenentz. Ibd. 1868, p, 52. Dinter, Chron. Kieferhöhlenentz. Ibd. 1868, p. 91. lloloff, Kiof'ergoschwulst b. Ziegen. Gurlt u. H. 1869, p. 257. Lindstädt, Kicforhöhlenentz. Ibd. 1870, p. 427. lloloff, Hydrops des antrum Highmori Müll. u. Hol. 1870, p. 161. Jacob, Exostose i. d. Kieferhöhle. Sachs. Jhb. 1870, p. 101. Voigtländer, Kieferhöhlenentz. b. Pf. Sachs. Jhb. 1871, p. 77. P riet, seh, Kieferhöhlenentz. Ibd' 1872, p. 121. Voigtländer, Kieferhöhlonontz. Ibd. 1870, p. 3'J. Siedam-grotzky, Anfüllung d. Kieferhöhle m. Blut. Ibd. 1873, p. 42. Rolof f, Sarkom i. d. Oberkiofcrhöhle. Mitt. a. d. tztl Pr. 1877, p. 123. Johne, Chron. eit. Entz. d. Kieferhöhle. Sachs. Jhb. 1879, p. 44. Miknlicz, Dp. Behandl. d. Empyems d. Ilighraorshohle. Arch. f. klin. Chir. 1886, p. 627.
Kieferhöhlenentzündung.
Die bedeutsamste Krankheit der Kieferhöhle des Pfordos ist die-jonigo infolge chronischer Rotzprozesso und anderer solcher chronischer Zustünde, die Ähnlichkeit mit dem Vorlaufe der Kotzkrankheit an dieser Stelle erzeugen. Haubner sagte 1851: Jedes der Tierarznei-schulo zugeführte rotzverdächtige Pferd wird sofort trepaniertquot;. Er sprach die Ansicht aus, dass wenn Kotz vorliege, die Kotzncubildung binnen kurzem zur Trepanationswunde hervorwuchorc, die Trepanation also auch dann noch für die Rotzdiagnose wortvoll sei wenn sie anfangs ein negatives Resultat liefere. Haubner operierte so gründlich, dass er bei einem Pferde einmal fast die ganze Nasendecke und einen Teil dor Stirnbeine fortnahm und das Tier trotzdem so heilte, dass kaum Vs Strohhahndicko haarlose Narbe bliebquot;.
Eino Koihe von Angaben, von Prictsch, Lindstädt, Dinter, Erler, Asche-Berg, Dominik, Köttgor u. a. bestätigen, dass sio Kieferhöhlen-entzündung mit den Erscheinungen des Rotzes: Übelriechendein, miss-farbigem, einseitigem NasonausHuss, Kohlgaiigsdrüsenschwellimg, ohon-
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134nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kieferhöhlenentzündung.
falls einseitig und hart, durch Trepanation erkannt, differential diagnostisch von Eotz unterschieden und geheilt haben. Die Zeitdauer für die Heilung betrug 35 Wochen, manchmal länger.
Es ist zweifellos, dass Haubner durch den Vorschlag, jedes rotzverdächtige Pferd an der Kieferhöhle zu trepanieren, manches nur an Kieferhöhlenentzündung erkrankte Pferd gerettet hat, dass er aber ebensosehr durch die Meinung schadete, dass die Rotzneubildungen durch tlie Trepanation auftreten müssen und wenn sie nicht kommen, das Pferd unverdächtig sei. Solche zweifelhaften Fälle kommen heute nicht mehr zur Operation, die Tiere werden wegen Rotzverdacht getötet und der Besitzer entschädigt. In Fällen, in denen es sich wohl um einseitigen, übelriechenden, missfarbenon Nasenfluss und Anschwellung der Keiilgangsdrüsen handelt, in denen aber noch eine Hervorwölbung der oberen Wand der Kieferhöhle und dumpfer Schall bei der Perkussion vorhanden sein sollte, sollte unter allen Umständen trepaniert und das Pferd beobachtet werden, um es möglichst zu retten. Freilich kann entgegnet werden, es ist besser einen zu viel als wie einen zu wenig zu vertilgen, allein nicht das Töten, sondern das Heilen ist die Krone der Medizin.
Kieferhöhlenentzündung infolge anderer bestimmter, erkennbarer Ursachen ist noch beobachtet a) durch Erkrankung eines Backzahnes, b) Osteophytbildung dortselbst, c) Anfüllung durch Futtermassen (Voigtländer). Derselbe schreibt: Das Pferd hatte seit lls .fahr üblen NascnausHuss, grosso einseitige Drüsenanschwellung und schnarchendes Atmen. Bei der Trepanation fanden sich die Knochen sehr weich, die Kiefer- und Stirnhöhle mit stinkenden Puttcrmassen angefüllt, die Balken zwischen den Knochonplatten waren entfernt, die Schleimhaut verdickt. Zwischen dem 5. und 6. Backzahn war eine Öffnung nach oben. Es trat keine Heilung ein.
K i o f o r h ö h 1 c n o n t z ü n d u n g durch H orn s t o s s vom Ochsen, beobachtete am Pferde Neubert. Nach Trepanation und Einspritzen von Kreosot, Myrrhen etc. trat Heilung in 2 Monaten ein.
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Geschwülste in der Kieferhöhle.
Berchtold fand Geschwülste und eitrige Erweichung infolge Bisses eines Hundes, 2 Monate nach demselben. Die Kieferhöhle war aufgetrieben, die Geschwulst ging gegen das Auge. Das Tier mussto getötet werden. (Berchtold hielt die gefundene Geschwulst für Krebs.) Pöppel sah bei einem Pferde, welches Ausfluss aus der Nase und Warzen auf der Haut
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Geschwülste in der Kieferhöhle.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 135
hatte, einen Polyp in der Kieferhöhle. Dammann beschreibt ein Sarkom in der Kieferhöhle folgondermassen: Ein 12jährig'es Pferd hat über dem 3. Backzahn eine kleine Geschwulst, welche auf Scharfsalbc Vergrösse-rung erfährt. Später folgen Atembeschwerden, A.nschwcllung dor rechten Gosichtshälfte von der Grosse von zwei Mannsfäusten. Die Anschwellung fühlt sich überall weich an. Bei Besichtigung der Nase findet sich die Schleimhaut in einer Höhe von 1213 cm rötlich geschwollen, die Nasenhöhle ist dortselbst verengt, die Luftzirkulation erfolgt mit Geräusch. Der vordere rechte Backzahn ist lose. Dammann machte die Tracheotomie. Nach 5 Wochen erfolgte der Tod. Bei der Sektion fand Dammann einen Tumor 15 cm lang, 13 cm breit und 9 cm hoch, ähnlich einem Kindskopf. Derselbe war ein Sarkom und war nach Dammann wahrscheinlich vom Backzähne ausgegangen. Entziindungen, Neubildungen in der Kieferhöhle, durch Ak tin omy kose verursacht, sind häufig. Gurlt sagt, dass er Polypen in einer Schafherde so zahlreich und derart verbreitet fand, dass er das Übel für erblich hielt. (Es könnte möglich sein, dass es sich um enzootischc Aktinomykose handelte.) Exostosen in der Kieferhöhle sind beschrieben von Gurlt beim Fohlen. Dasselbe wurde wegen Nasenausflusses und Atembeschwerden getötet, Jacob fand infolge einer Exostose in der Kieferhöhle ebenfalls Nasenausfluss und Auftreibung der Wand der Kieferhöhle. An-fiülung der Kieferhöhlen mit Blut beobachtete Siedamgrotzky beim Pferde. Das Tier frass seit einigen Tagen schlecht, hatte einseitigen Nasenausfluss, die Perkussion gab gedämpften Schall. Die Kieferhöhle war voll Blut. Als Ursache nimmt Siedamgrotzky TTornstoss an. Nach Trepanation und Ausspritzen mit Abkochung von Seeale cornutum und Kreosot erfolgte Heilung In 20 Tagen.
Über Schleimcyston in der Kieferhöhle des Kindes berichtet Leisering. Es waren dort in Gruppen Hervorragungen, erbsen- bis Iinsolnussgross, einzelne wallnussgross. Der Inhalt war klar, durchsichtig, zähschleimig, in Einzelfällen trübeiterig. Diese (Jyston riefen KnocheneindrUoke hervor. Leiserung glaubt, es handle sich um Blasenoder Schleimpolypenquot; bedingt durch Vergrüsserung der Schleimdrüsen.
Hydrops der Kieferhöhle beschreibt Dammann: Beim 2 Monat alten Fällen war die rechte Gesichtshälfte nach aussen hervorgewölbt, das Auge dieser Seite war hervorgedrängt, dns Atmen sclmiefolnd, die Knoohenwand an der Stelle weich. Trepanation; Die Höhle war voll von bräunlicher, gelber, serumähnlicher Flüssigkeit, Gesamtmenge cn. ;,/.i Quart, Dammann fügt bei, duss diese Flüssigkeit Stärke in Zucker umwandelt und zwar rascher als dies die Pinkreas könne.
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136nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiton dos Hinterkiefors.
Die operative Behandlung fies Empyems der Ilighmors-hölile beschreibt Mlkulioz Leim Menschen folgendermassen; Wenn es in der Oberkieferhöhle zur Eiterung kommt und der Eiter gegen die normale Öffnung, gegen die Nasenhöhle einen freien Abfluss findet, so kommt es zu einer llcilie von Erscheinungen, die als Empyema antri Hyghmoriquot; bezeichnet werden. Die Therapie ist in jedem Falle, die Kieferhöhle künstlich zu öffnen und offen zu halten, bis die Eiterung versiegt. Molinetti 1675 öffnete sie durch die Wange von aussen. Meibotn 1718 öffnete sie von einer leeren Zabnalveole aus. Ein Verfahren, das Cowper, Drake, Ruysoh, Boyer u. a. nachmachten. Oft ist nach Extraktion eines kariösen Zahnes die Höhle schon offen, genügt dies nicht, so wird ein starker Troikart oingestossen und durch ein eingelegtes llölirchen offen gehalten. Ist kenn kranker Zahn da, so nimmt man den ersten oder zweiten Molarzahn. Wird die innere Wand hervorgewölbt, so wird ein Stück vom harten Gaumen oder der Knochenwand reseciort. Durch die Mundhöhle herein, hat man folgenden Vor t eil a) das Antrum wird an einer bequem zugänglichen Steile blossgelcgt, b) die Perforationswunde liegt dem Eiterabfluss günstig.
Krankheiten dos Hinterkiefers.
Kaumuskelkrämpfe.
Littoratui': A d a m o \v i c z , Tötlicho Krämpfe d. Uiitorkinnladc 1). Hund. Gurlt u. II. 1837, p. 443. Wagenfeld, Kauranskelkrampf b. Pf. Ibd. 1857, Snppl, Rossborg, Kaurnuskclkrampf. Sachs. Jhh. 1808, p. 92.
Es sind hier tonisch-klonisclie Krämpfe gemeint, welche mit Sicherheit vom Tetanus vorschieden sind. Wagenfeld sah beim Pferde Krämpfe in den Masscternvon solcher Heftigkeit, dass man wellenförmige Bewegungen an denselben beobachten konnte, es trat während der Krampfanfälle ein so heftiges Schliesscn der Kiefer ein und die letzteren wurden krampfartig derart aufeinander gepresst, dass Zähneknirsohen erfolgte. (AufEinreibungen von Ungt. hydrarg, ein. und Phosphoröl erfolgte innerhalb 8 Tagen Heilung.) Adamowicz sah Krämpfe des Unterkiefers beim Hunde infolge von Bandwürmern entstehen. Rossberg beobachtete ein Pferd, welches ohne Tetanus zu haben eine Art Kieferklemme hatte, derart, dass der Kiefer nur noch ca. 1 Zoll weit geöffnet werden konnte. Es erfolgte Heilung in 8 Tagen. Ich habe beim Hunde einen Fall beobachtet, dass die Massetor, sowie die Schläfenmuskel und der gemeinschaftliche Ohrmuskel derart und zwar dauernd fast gleich-
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Atrophie der Masseter. Lähmungen des Unterkiefers.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 137
massig in krampfhaften Zuckungen waren, dass man die Kontraktionen der Muskeln deutlich sehen konnte, class man besonders beim Auflegen der Hand, die Zusammeimehungen ruckweise fühlte, ähnlich einer sehr starken, aber unregelmiissigen Pulsation. Die linke Gesichtshälfte war stärker betroffen als die rechte. Verschiedene Mittel, die angewandt wurden: lokale Reizungen, Einreibungen von Reizmitteln, Elektrizität, innerliche Anwendung von Ib'omkalium, Campher etc. Injektionen von Morphium waren vergeblich.
Atrophie der Masseter.
Litter a tur: Müller, Atrophie d. Unterkiefer b, Schaf. Müllern. Roloff 1871, p. 163. Fall er, Schwund d. Masseter b, Pf. Ihd. 1872, p. 164.
Atrophie des Mnsseters einer Seite, oder beider Seiten des Gesichts, kann bei sämtlichen Haustieren infolge von Störungen in den trophischen Nerven auftreten. Die Atrophie erfolgt unter Umständen so bedeutend, class der Knochen unmittelbar unter der Haut zu liegen scheint. Tiere mit derartigen Leiden fressen schlecht, (das von Paller beobachtete Pferd machte Wieken) und in der Folge tritt Abmagerung ein.
Prognose ist verhältnismässig ungünstig.
Therapie besteht in Anwendung lokaler Reizmittel, Einreibungen von Sprit, Terpentin- oder Senföl, Salmiakgeist, Canthariden-tinktur in passenden Verdünnungen, Elektrizität und Massago. Alle diese Dinge müssen in passendem Wechsel und sehr andauernd angewandt werden. In Fällen, in denen Atrophie infolge centrnlcr Störung besteht, nützen diese Mittel nur sehr wenig.
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Lühinungeu des Unterkiefers.
Litteratari Waltrup, ünterkieferlillimung h. Pf. Müller u. Eoloff 1807, p. 147. Puffert, Unterkieferlähmung b. Hund. Mitt. a. d. tzl. Praxis.
Gerlach 1859, p. 157.
Lähmungen des Unterkiefers infolge der Lyssa oder infolge von Trauma sind hier nicht mit verstanden. AValtrnp beobachtete ein Pferd, welches seit einigen Wochen zunehmende Atrophie der Kaumuskeln beiderseits hatte. Die Kaubewegungen wurden endlich unvollständig, schliesslich hing die Unterlippe schlaff herab und war so erschlafft, dass dieselbe bei kräftig seitlichem Kopfschütteln schlotternde Beweglaquo;
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138nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Geschwülste am Unterkiefer.
ungen nach rechts und links ausführte. Reizende Einreibungen, innerlich erregende Mittel, Stricht'euer, Nnx voinica wurden vergeblich angewandt. Rüffert beobachtete bei einem sonst gesunden Hunde, daes ohne bekannte Ursache die Lähmung des Unterkiefers derart hochgradig wurde, dass derselbe schlaff herabhing. Beim Andrücken an den Oberkiefer konnte das Tier kauen und schlucken. Auf Einreibungen von Veratrin 1, Spiritus 60, erfolgte Heilung.
Die Prognose ist bei derartigen auf Atrophie beruhenden Lähmungen, ungünstig. Etwas besser ist dieselbe, wenn die Ursache in akuter Erkrankung der motorisclien Nervenfasern des Masscters besteht.
Die Therapie ist dieselbe wie bei der Atrophie.
Gesclnvülste am Unterkiefer.
Litteratur: Gurlt, Bslggesobwulst im Unterkiefer. Gurlt U. H, 1839, p. 123. Kreutzer, Spinn ventosa. Kreutzer W. S. 1832, p. 20. Klinik in Lyon, Nckrose d. Unterkiefers b. Pf. Ber. üb. Loist. i. d, Tbk, 1866, p. 56. Erler, Cariöses Geschwür a. Unterkiefer, Sachs. Jhb. 1858/59, p. 49. Borchtold, Knochenkrebs a, Hintcrkicf. e. Fohlens. Tztl. Mitt. d. hair. Tzsch. 1862, p, 15. Schmied, Osteosarkom, Tztl. Mitt. d. had. Tzt. 1862, p. 156. Preusse, Bnzoot. Auftreten d. Aktinomykosc. B. T. W. 1890, Nr. 3. Leisering, Dermoidoyste i. ünterk. d. R. Siichs. Jlih. 1863, p. 24. Born er, Fibroid a. ünterk. d. R, Jb. 1803, p. 21. Keiper, Wucherung- a. Unterkiel', d. 11. Gurlt u. II. 1867, p. 53. Leisering* Voigtlttnder, Fibrossrkom b. R. Sachs. Jhb. 1871, p, 20. Funk, Sarkom a. ünterk. Ibd. 1871, p. 22. Johne, Aktiuoinykose d. Ünterk. b. R. Ibd. 1878, p. 20. Hannos, Rinderkrankh. 1890.
Wir haben zuerst auf die am häufigsten vorkommenden entzündlichen, meist abscedierenden Geschwülste im Kehlgange, Lymph-drüsenanschwellungen bei Druse und die in der Regel nicht abscedierenden bei Rotz hinzuweisen, die in besonderen Abschnitten, sowie in der inneren Medizin abgehandelt sind, ferner auf Geschwülste infolge Erweiterung des Dnetus Stonsoniani, Speichelsteine und Dennoidcysten, sowie auf die Unterzungendrüsengeschwülsto, die ebenfalls in besonderen Abschnitten (s. Ranula) abgehandelt wurden. Es sind ferner zu erwähnen, Geschwülste auf der allgemeinen Decke, Warzen und Fibrome, weil sie ihren Sitz an dieser Stelle besitzen, die aber hier keine besonderen Eigentümlichkeiten aufweisen.
Wichtiger sind Osteomo, die namentlich am Hinterkieferrande von Pferden in zapfenartigen Auswüchsen, ähnlich einer Ilaselnuss, bis zur Grosse einer mittleren Kartoffel, meist etwas kolbig gestielt, dortselbst vorkommen, in einiaren dieser Geschwülste! will man Aktino-
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Geschwülste am Unterkiefer.
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myces gefunden haben, frülier hielt man sie ausgehend von einer Entzündung des Periostes, hervorgerufen durch Anstosson an der Futterkrippe bei der Futteraufnahmo. Üble Zufälle habe ich von derartigen Osteomon bei Pferden noch nicht beobachtet. Carcinome undSar-komo, treten nicht selten am Hinterkiefer, besonders in der Gegend der Zahnalveolon auf. Keiper beobachtete an einem 6 Monate alten Füllen, dem der Kiefer zwischen Schneide- und Hakenzahn gebrochen war, dass dortselbst schon nach 'S Tagen eine wallnussgrosso Geschwulst auftrat, welche nach 8 Tagen wie eine Mannsfaust, nach 14 Tagen wio ein Kindskopf gewachsen war. Sie
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war nach aussen gedrängt, wenig schmerzhaft und hart. Nach Exstir-pation kam sie immer wieder sehr rasch. Mikroskopische Untersuchung ergab ein Ostoosarkom (Fig. 14). Pin Bösartigkeit der Carcinome und Sarkome zeigt sich besonders deutlich, wenn dieselben im Körper des Unterkiefers ihren Sitz haben und das Gewebe dortselbst in kurzem so vollständig zerstören, dass die Zähne falsche Stellungen einnehmen und die Deformität so hochgradig erfolgt, dass die Futter-aufnahme gestört ist, dann Abmage
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rung eintritt, selbstunter Umständen
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der vordere Teil des Unterkiefers
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oder ein Ast in der Backzahngegend
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#9632;i.u-köni am Unterkiefer (nocli Gnrlt).
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verloren geht, wodurch das Loben des Tieres bedroht ist, ja selbst zu Grunde geht. Die bedeutendste, weil am häufigsten am Unterkiefer vorkommende bösartige Geschwulst, ist das Aktlnomyk om, hauptsächlich beim Elinde, seltener beim Pferde. Dicsö Geschwulst wurde früher als Wind dorn. Spin a vento sa, Kuo-chenwurm, Kiefergeschwulst, Bäokel etc. bezeichnet. Die charakteristische Ursache: die Aktinomycesrasen gelangen durch einen hohlen Zahn oder zwischen diesem und der Alveole nach abwärts und rufen die bekannte Wucherung hervor. Hicdurch wird der Kaum zwischen den beiden Kieferplatton ausgedehnt, die Knochenplatton, selbst das Zahngewebe werden durch die Aktinoiuycesgeschwulst auseinander gedrängt, zerstört, schwellen an und das zerfallende Aktino-
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140nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Frakturen der Angosiolitsknochen und der Kiefer.
mycesgowebe stellt sich im ihre Stolle, endlich usuriert auch die Haut und die Gesclnvulstmassen dröngen sich wie franzige, blumenkolilartige Neubildungen heraus und zertiiessen zum Teile faulig und jauchig.
Die Prognose ist bei sämtlichen bösartigen Geschwülsten ungünstig bis schlecht.
Die Therapie beschriinkt sich in bösartigen Fällen auf das Messer und das Glüheison. Wird ersteres angewandt, so kann durch vollständige Kesoktion aller kranken Teile vollkommene Heilung erzielt werden. Im anderen Falle kann, wenn bei Durchbruch der Geschwulst die foderbartähnlichen Geschwülste reichlich auftreten, nach dem Wegschneiden und starken Atzen mit dem Weissglüheiscn die Öffnung der Haut manchmal zum Ycrschlnsse gebracht werden. Scharfe Einreibungen, Einspritzungen von Karbolsäure etc. sind bis jetzt als nicht zulängliche llittel bekannt. (Vorgl. auch Aktinomykose.) Klemm empfiehlt Einspritzungen von Jodtinktur und zu dieser noch 1015 Tage je 1015 gr. täglich innerlich. Harms fügt an, dass er früher die Tiere möglichst früh habe schlachten lassen, dass er jedoch jetzt mit der Klemm-schen Methode einen Versuch machen werde. Preusse berichtet über epizootisohes Auftreten der Aktinoinykosis. Unter 256 Stück Kindern von 16 Besitzern erkrankten 50 an Aktinomyces, also 28%. In einem anderen Kreise von 244 Stück, 59 Stück = 24%. Von den Erkrankten wurden durch Schmidt 45 operiert und zwar auf folgende Weise: Nachdem das Tier geworfen und gefesselt worden war, wurden die Ilaare an der betreffenden Stelle geschoren und die Haut desinfiziert. Sodann wurde ein Zirkelschnitt um die Geschwulst durch die Haut hindurch gemacht und die Geschwulst aus der Umgebung herausgeschält. Grösserc blutende Gefässe wurden unterbunden. Nachdem die Geschwulst entfernt war, wurde die Wundhöhle mit glühendem Eisen ausgebrannt, sodann mit aseptischem Material ausgestopft und oberflächlich vernäht. Von den 45 operierten Rindern wurden 41 ge
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heilt und nur bei 4 Stück war kein oder nur zweifelhafter Erfol
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'er
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Frakturen der Angeskhtsknochen und der Kiefer.
Brüche des Stirnbeines sind in der Regel mit Brüchen des Augbogons kompliziert. Bayer führt folgende von Geswell mitgeteilte, sehr grosso Zertrümmerung an: Ein Gjähriges Pferd ging durch, brach die Schranken eines Eisenbahnüberganges und wurde von einem Schnellzuge zur Seite geschleudert. Das Stirnbein war in seiner ganzen Breite quer gebrochen, ein 5 cm grosses Stück des Augbogenfort-
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Frakturen der Nasenbeine.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 141
satzes aljgelüst, der Jochbogen in 2 quere Stücke gebrochen, Thränonbein und Oberkieferbein gesplittert, Teile davon losgelöst, der Unterkiefer 5 cm unter dem Gelenke gebrochen. Am Scheitelbein war eine 4 mm breite Fissur, durch welche man die Hirnhaut sehen konnte. Uas Auge unsichtbar, die Jugularis an dieser Seite zerrissen, die Haut verhältnis-inässig gering verletzt. Die Therapie bestand in Irrigationen mit heissem Wasser, innerlich Sthnulantien. Entfernung der Knochensplitter. Es trat so reichliche Eiterung ein, dass am 17. Tage die Stirnhöhle trepaniert werden musste, trotzdem erfolgte die Heilung so rasch, dass das Pferd am 43. Tage arbeitsfähig war. Ich habe folgenden Fall: Ein paar Pferde waren im Hofe einer Maschinenwerkstatt durchgegangen und derart in eine Ansammlung alter Maschinenteile gerannt, dass das eine tot auf dem Platze blieb, das andere mit schweren Beschädigungen mir übergeben wurde. Am rechten Auge war der Augbogen gebrochen, etwa in seiner Mitte eingedrückt, die Haut verletzt, am unteren Rande war Thränenbein und Jochbein gleichfalls gebrochen, die Hautverletzungen unbedeutend, aber durchgehend. Das Pferd wurde niedergelegt, chloroformiert, die betreffenden Hautpartien trocken rasiert, mit feuchter Sublimatwatte abgerieben, die Hautwunden mit aseptischen Händen und Instrumenten erweitert, die losen Knochenteile entfernt, locker sitzende zum Teil mit Meissol und Hammer abgetragen, die Ränder abgerundet, im ganzen 7 gr. Knochensplitter entfernt. Nachher höchst sorgsame Drainage, und ebenso sorgsames Nähen. Die obere quot;Wunde am Augbogen heilte per primam in 10 Tagen, die untere ursprünglich unbedeutendere eiterte, aber nur sehr wonig und heilte in 17 Tagen. Percivall behandelte ein Pferd, welches durch grossen Stoss gegen eine Eisenstange seine linke Gesichtshälfte zerschmetterte. Augbogen, Joch-, Thränen- und ein Teil der grossnn Kieferbeino waren in Trümmer gegangen, das Auge hing tief herab. Stirn- und Kieferhöhlen waren offen, selbst die oberen Dütenbeine der Nasenhöhle, sowie die obere Backzahnreihe sah man teilweise. Percivall entfernte die losen Teile und legte eine Drahtnaht an. Die Wunde heilte, aber es trat kein vollkommener Verschluss ein, so dass die Kieferhöhle offen blieb, durch welche das Pferd zum Teil atmete. Man deckte den Defekt mit einem Kissen.
Frakturen der Nasenbeine.
Dieselben sind verhältnismässig selten. Sie entstehen auf sehr gewaltsame mechanische Einwirkung. Bayer glaubt, dass die Nasenbeine durch den Kappzaum gebrochen werden können; eine teilweise
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142 Frakturen des Gaurnengewöllx'S. Frakturen der Oberkieferbeine.
Usur und zwar vollständig durch den Knochen habe ich hierauf gesollen. Es ist anfangs regelmiissig bedeutendes Nasenbluten mit verbunden und da die Haut straff über das Nasenbein gespannt ist, so sind es in der Kegel offene Frakturen. Voigtländer beobachtete ein Pferdelaquo; bahnpferd, welches an einen quot;Wagen anrannte und sieb die Nasenbeine oinstioss. Es trat grosser Blutausfluss aus der Nase ein, inmitten der Nasenknoohen war ein .Eindruck und scharfer Knoohenrand fühlbar. Durch den Eindruck wurde das Atmen schnaufend.
Therapie: Gegen das Bluten werden Einspritzungen von kaltem Wasser und Tamponade angewandt, gesplitterte Knocbenstücko werden entfernt, Die Angaben, die eingedrückten Knochen mittelst eines passenden mit Werg umwickelten Stabes von innen nach aussen zu drücken, konnte Yoiglländer nicht als zweckmässig finden, selbst mit einem Hebel war es Ihm unmöglich, die eingedrückten Knochen hochzuheben, weshalb er trepanierte. Die Heilung erfolgt in der Kegel ziemlich rasch.
Frakturen des Gaumengewölbes
wurden an der Lyoner Tlerarznelsohule beobachtet Infolste dor Wlrkuntc eines eigentümlich konstruierten Zaumgebisses, Das klinische Bild war: Grosse Traurigkeit, Fieber, übler Geruch aus dem Maule, keine Putter-aufnähme, Aiisfluss von stinkender Jauche aus einer Öffnung im Gaumen, der Tod erfolgte; am 7. Tage. Bei der Sektion fand sich die Kieferhöhle angefüllt mit faulenden Massen aus Blut, Futterstoffen, Eiter etc. Es bleibt in derartigen Fällen als notwendigstes Mittel gründlichste Reinigung, Entfernung aller losen Teile, Antiseptik, Drainage oder doch Sorge für Abfluss der Sekrete. Gegen Anfüllungen mit Futter von der Maulhöhle aus muss gesorgt werden, durch Einlagen event. Nähen, oder falls dies unthunlich ist, muss die Öffnung so genügend weit gemacht werden, dass nach jeder Futteraufnahme bis zur Heilung gründliche Reinigung durch Ausspritzen etc. erfolgen kann.
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Frakturen der Oberkieferbeine.
Die grossen Kieferbeine worden seltener gebrochen. Diese Brüche haben besondere Bedeutung, weil die Zahnwurzeln freigelegt werden. Es kann die Splitterung und Erschütterung so weit, gehen, dass einzelne Backzähne einö falsche Stellung bekommen oder so lose werden, class sie mit der Hand ohne weitere Hilfsmittel zu entfernen sind.
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Knooheubrttohe am Oberkiefer.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 143
Krcckoler beobachtete wie ein Hengst von einer Stute geschlagen wurde, so dass das Maul sofort zur Seite stand und grosso Blutung erfolgte. Der Oberkiefer war beiderseits, gerade vor den Backzähnen gebroclion, so dnss man mit dem Finger zwischen die Brnchenden konnte. Krockeler warf das Pferd, brachte ein paar schmale Brettchen unter die Bruchendon, führte eine Drahtschiingo um den Oberkiefer hinter den Schneidezähnen, drehte dieselbe mittelst eines Stockes wie eine Strickbrcmso fest und brachte so den Kiefer in seine normale Lage; Bandagen in Form einer Trense ohne Gobiss, mit Riemen, an dem der genannte Teil festgeschnallt wurde, vervollständigten den Verband. Heilung in 5 quot;Wochen, Suth sah Oberkieferbruoh beim Pferde, welchem bei einem Sturze am Wagen die Deichsel ins Maul gedrungen war. Es war grosso Wunde und bedeutende Blutung vorhanden. Der rechte Vorderkieferast war zersplittert, ein grosses Stück Gaumenfortsatz konnte sofort entfernt werden, das rechte Oberkieferbein war in mehrere Stück gebrochen, die Nasenscheidewand dnrehstossen, grosso Anschwellung. Die Heilung erfolgte in 21 Tagen. -- Pinegin sah wie ein Sjährigor Hengst beim Einfangen auf eine plötzliche Wendung des Kopfes an einen eisernen Biegel stiess, worauf sofort ein starker Bluterguss uns dem Maule erfolgte. Pinegin wandte Schnee- und Eisumschläge sowie Ausspülen mit kalter Karbolsäure und Tampons in die Nase an um das Blut zu stillen. Rechts von der Nase zwischen Nasenloch und Auge war eine quot;Wundöfl'nung, in deren Umgebung die Knochen gesplittert und in die Nasenhöhle gedrückt waren. Nach Erweiterung konnten 8 Splitter verschiedener Grosse und Form entfernt werden. Die Wunde war jetzt 10 cm. lang, T'/a cm. breit. AufAnti-septik und Schneeumschläge erfolgte die Heilung in o Tagen.
Vorderkiefer- oder Brüche der kleinen Kieferbeine sind zahlreicher, sie entstehen durch Anrennen, häufiger beim Stürzen und Aufschlagen auf harten Boden. Je nachdem der Bruch mehr oder weniger vollständig oder kompliziert ist, ist nur eine lose, wacklige Verbindung vorhanden oder die Weichteile sind zerrissen, es blutet, die Speichelung ist erhöht und die oberen Schneidezähne sind zum Teil oder sämtlich mehr oder weniger dislociert.
Die Prognose ist quoad vitam günstig, quoad restitutionem günstig bis ungünstig je nach der Grosse der Verwundung.
Therapie: a) Reposition und Peinigung, b) Um die Retension zu ermöglichen, sind besondere Verbände angeraten, um mit Drahtbinden oder Schnüren die losen Teile aneinander zu befestigen.
Über einen derartigen Verband wird zweckmässig noch ein Maul-
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144nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Frakturen des Hinterkiefers.
korb gegeben, um die Tiere von unnützem Kauen abzuhalten. Die Ernährung mit Mehlwasser und weichem Brote empfiehlt sich für den Anfang. Bei einer Fraktur der kleinen Kieferbeine, die derart erfolgte, dass die Sclmeidoziilmo des Unterkiefers um 2 Zoll mehr nach vorne standen und die des Oberkiefers abgedrückt nach abwärts gerichtet waren, -wurde nach Reposition eine Kautschukplatte so angelegt, dass sie unter dem Gaumen festsass und dieselbe wurde sodann mit Schnüren um den Oberkiefer befestigt. Bei bedeutender Zertrümmerung, bei starkor Verletzung der Weiohteile, bei eingetretener Eiterung, also Zuständen, bei welchen eine Heilung nicht zu erwarten ist, kann die gesamte Sohneide-zahnreihe mit den kleinen Kieferknochen exstirpiert werden. Keller hat bei einem Pferde in der Gegend der Hakenzähne die sämtlichen Schneidezähne samt Alveolen etc. mit dem Messer entfernt und mit dem GHüheisen das Blut gestillt. Das Pferd war nach 8 Tagen wieder arbeitsfähig. Putteniufiialunc und Kauen war nicht gestört. Keller macht besonders aufmerksam, dass die Hinder ja auch keine Schneidezähne im Oberkiefer besitzen. Wenn Anheilung erfolgt, so geschieht dies in der Regel in 46 Wochen.
Frakturen des Hinterkiefers.
Litteratari Marheinike, Fraktur a. Hinterkiefer. Gurlt u. II. 1830, p, 75. Sohäven, Fraktur a. Ilintcrkicfor. Ibd. Ib37, p. 455. Vormeng, Fraktur
a.nbsp; nbsp;Hinterkiefer. Jb. 1842, p. 7C. Lord, Fraktur a. Hinterkiefer, lier. ü. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1842/48, p. IC. Adam, Fraktur a. Ilintürkiofor. Tztl. Woobsohr. 1840, p. 14. Hering, Fraktur a. Hinterkiefer. Stuttg. Klinik 1852, p. 53. Vermeng-, Unterkieferbruch b. Pf. Tztl. Mitteil. 1854, p. 124. Gerlach u. Leisering. Bösenroth, Unterkioferbruch b. Pf. Gurlt u. II. 1860, p. 343. Toul. Klinik, Unterkieferbruch b. Pf. Ber. üb. Leist. i. G. d. Tbk. 18G0, p. 48. Daudt, Unterkieferbruch b. Pf. Sachs. Jhb. 1862, p. 109. II a h n, Unterkieferbruch b. Pf. Tzt. Mitt. bayr. Tzscb. 1863, p. 3. II a u b n e r , Unterkieferbruch b. Pf. Siichs. Jhb. 1863, p. 50. Jost, Unterkieferbruch b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. R. 1866, p. 157. P riet seh, unterkieferbruch b. Pf. Sachs. Jhb. 1869, p. 82. Voigtländer, Unterkieferbruch b. Pf, Ibd. 1873, p. 51. Appenroth, Unterkieferbruch b. Pf. Müller tt. Roloff 1874. Merkt, Unterkieferbruch
b.nbsp; Pf. Wochenschrift f. Tbk. 1878, Nr. 21. Rödigor, Untorkieferbr. b. Sohw. Mitt. a. d. tztl. Vr. 1877/78, p. 84. Harling, Unterkieferbr. b. Pf. Ibd. 1878/79, p. 71. Weber, Unterkieferbr. b. Schwein. Siichs. Jhb. 1882, p. 57. Herz, Unterkieferbr. b. Pf. AVochenschr. Adam 1880, p. 129. Del a motte, Unterkieferbr. b. Pf. Schweizer Arch. 1888, p. 228.
Ganz aussergewöhnlich reichlich gegenüber den Frakturen anderer Angesichtsknochen finden sich in der Litteratur die Frakturen des'Hinter-
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Frakturen des Hinterkiofers.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; J45
kiefers verzeichnet. Es bedarf deshalb der Gegenstand eingehenderer Beschreibung:
Aetiologie: Beim Pferde: Merkt sah Bruch des Hinterkiefers dadurch entstellen, dass ein Pferd gegen eine Barriere rannte. Appen-roth: Ein Pferd blieb beim Abwehren von Fliegen mit den Sclincidezähnen am Geschirr hängen, wollte sich gewaltsam losreissen und brach den Körper des Unterkiefers vor den Sclmeideziilinon quer ab. Plank: Ein Pferd wurde im Stall zwischen zwei Planken geklemmt und brach den Unterkiefer 3 cm. hinter den Schneidezähnen quer ab. Herz: Durch Einklemmen dos Kopfes in eine Thiiro und gewaltsames Zurückziehen. Lord: Sturz gegen die Krippe. Vormeng: Ein dummkollerigos Pferd stürzte, stiess den Kopf derart auf den Boden, dass der Hinterkiefer abbrach. Schäven; Der Pferdekopf wurde zwischen einen AVagon und eine Mauer derart eingeklemmt, dass der Unterkiefer total abbrach. Vormeng: Beim Werfen eines Pferdes. Haubner: Ein Pferd stürzte am Wagen und wurde geschleift, so dass teils der Körper, teils der linke Ast abbrach. Daudt: Durch Hauen in die Kette mit den Hinterbeinen gefangen, gestürzt und durch zu heftige Bewegungen gebrochen.
nbsp; Durch Hufschlag entstandene Hinterkieferbriiche sahen Adam und Jost, Bericht über einen solchen liegt von der Lyoner Klinik vor. Aus unbekannten Ursaciien gebrochen, berichten: Marheinike, Vonneng, Bösenroth, Hengst und Voigtländor. Beim Schwein entstand Bruch des Hinterkiefers: Durch Offnen des Maules mit einem Holzknebel, Rüdiger.
nbsp; Durch Stoss des Besitzers mit dem Fuss gegen den Scliweinskopf.
Klinisches Bild: Es kommt darauf au, ob der Hinterkiefer am Körper oder an den Asten gebrochen ist. Leichteste Frakturen sind Längsfrakturen des Körpers, sciiwiorigero bis ganz schwere sind Querbrüche des Körpers, ferner solche mit Dislokation der Schneidezähne, einseitiger Fraktur der Kieferäste oder in der Kähe der Backzähne oder in der Nähe des Gelenkes. Endlich noch Frakturen mit beiderseitigem Astbruche. Ich habe die in der Litteratur mir bekannt gewordenen Frakturen des Unterkiefers zusammengestellt und finde Längsbrüchc durch den Körper des Unterkiefers zwischen den Zangen zweimal, einmal ist ein Schneidezangenzahn ausgeschlagen, die Bruchlinie geiit ganz durch die Liingsmitto und am rechten Aste vor dem ersten Backzähne hindurch, oder sie geht rechts hinter dem Hakenzahne vorbei oder sie führt nach links vor dem Ilakenzahne nach ausson. Vollkommener Querbruch vor den Hakenzähnen findet sich einmal. Vollkommener Quer-bruch vor den Backzähnen einmal. Fraktur der Aste, einseitig, vor dem ersten Backzahn einmal, zwischen dem ersten und zweiton drei-Uoffmann, TUrttrsstUcho Chitni'gU.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10
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Frakturen dos ilintcrkiefers.
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mal, zwischen dem zweiton und dritten dreimal. Nur in einem Falle ist eine Fraktur zwischen dem rechten zweiten und dritten Backzahn, die zugleich mit einer Fraktur des linken Astes vor dem ersten Backzahn verbunden ist. Fig. 16.
Bei Brüchen am Körper durch die Schneidezalmlinien sind die Schneidezähne mehr oder weniger aus dem normalen Stande gedrängt, sind an einer Seite herabgedriiekt, dazwischen ist die Schleimhaut gerissen, blutet oder es hat sich bereits Unrat dazwischen gestopft. Bei vollständigen Querbrüchen ist die vordere abgebrochene Partie verschoben,
steht schräg, hängt etwas zur
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Seite oder samt der Unter-lippe herab. Je nach der Grosse der Fraktur und der Neuheit ist entweder Blutung, mehr oder minder Anschwellung, SpeichelHuss u. Schmerz zugegen. Bei Brüchen durch die Kieferäste werden in der Kegel die Zahnalveolenwände stark gesplittert, die Splitter hängen zumToil ganz loseoder werden erst später losge-stossen, in Finzelfällen werden die Backzähne von ihrer Stellung gedrückt, zur Seite oder hochgehoben. Am hinteren
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Fig. 16, I'Vakturliiiicn ;uii liitcrkieter.
Die Linien und Zahlon bodouton in woloher Richtung
und Häuflffkolt der liinterkielor bricht,
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Kande des Kiefers sind Frakturen sehr selten. Herz hat
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einen solchen Fall beschrieben. Die Verletzungen der Haut, der quot;Weichteile etc. sind sehr verschieden umfangreich. Anzufügen ist noch, dass bei einseitigen Frakturen des Kieforastes, namentlich vor oder hinter dem ersten Backzahn, beim Kauen der gebrochene hintere Teil beständig zur Seite gedrückt wird. Prognose: ötfnstig. Es sind folgende Heilungen erzielt:
Prietsch: Längs- und Querfissur, so dass ein Schneidezahn fehlt und drei herabhängen. Exstirpation der herabhängenden Teile und sehr rasche und gute Heilung. Jost: Einseitiger Bruch des linken Astes in der Gegend des dritten Backzahns, grosse Splitterung. Heilung in 3 Wochen. Schäven: Fraktur an den Backzähnen, der Unter-
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Frakturen der Hinterkiefers.
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kiefer hängt schräg herab. Heilung zwischen der 3.4. Woche. llarling: Querbruch 3 cm. hinter den Eckzähnen, Herabhängen, so dass zwischen den lieibeflächen der Schneidezähne oben und unten 0,5 cm.
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Kaum entstand. Heilung ohne Verband in 3 quot;Wochen. Herz: Grossartiger Bruch mit Splitterung hinter den Backzähnen. Richtung vom Auge zur Halsmitte, 17 cm. lange Wunde durch den Masseter bis auf den Knochen, Heilung in 5 Wochen. Vormong: Längsbruch durch den Körper. Heilung in G Wochen. Apponroth: Querbruch schräg, so dass drei Schneidezähne herabhingen. Heilung in 4 Wochen, vollkommen in G Wochen. Adam: Ein Ast vor dem ersten Backzahn gebrochen. Nach 3 Wochen konnte das Pferd arbeiten, nach
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G Wochen vollständig geheilt. #9632; Damit:
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Fij;. 17. Lederverliand geyen Kieferln-ucl
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Splitterbruch vor dem ersten Backzahn. Zahlreiche Splitter herausgoeitert. Heilung in 10 Wochen. - #9632; Voigtländer: Bruch am zweiten Backzahn, Eiterung mit Losstossung zahl
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reicher Splitter. Grosse Osteophytbildung. Heilung in 60 Tagen. Haubner; Schriigbruch teils des linken Astes, teils des Körpers, Zurseitedrückung des Astes beim Kauen, Ausfallen dos Futters aus dem Maule, Knocheneiterung, Losstossung von Splittern. Heilung in 2 Monaten. Merkt: Längs- und Querbruch, so dass nur noch zwei Schneide
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Vetband mit Holspanstrdfon odor
L'OL'cn Kiet'orhmch.
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zähne feststanden, alles
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Plg. 18.
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iteifem Ledor
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andere hing nur noch an der Muskulatur herab. Der Bruch heilte ohne alle Behandlung. Das Pferd konnte viele Monate nicht ordentlich fressen, dennoch ist wieder ein vollkommen normaler Zustand eingetretenquot;. Toul. Tzsch.: Bruch in der Höhe des zweiten Backzahnes. Grosse Callusbildnng, die aber
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Frakturen des Hintorkiefers.
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nach 6 Monaten wieder verschwunden war. Vormeng: Beide Aste 1/2 Zoll vor dem ersten Backzahn quer gebrochen. Noch nach 6 Wochen keine Vereinigung. Heilung in 10 Wochen. Rüdiger und Weber hatten Hinterkieferbriiche beim Schweine beobachet, die in 4 Wochen
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und etwas länger heilten. Es ist kein Fall dabei, der nicht geheilt wäre. Bei mehreren ist ausdrücklich angegeben, dass ohne jede ärztliche Beihilfe Heilung eintrat.
Therapie: In Fällen, in denen eine sehr bedeutende Zermalmung der vorderen Körperteile vorhanden ist, kann die Exstir-[mtion einzelner Partieen nötig werden, dies sind aber grosse Ausnahmen. In der Kegel wird manfolgcndennassenverfahren: Gründ
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i-'ig. l!t. Drahtseil lin^'e um die Schneide ziiline bei einer Fraktur.
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liche Irrigation mit Sublimatwaser 1 : 1000.
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Kcposition der gebrochenen Knochenteile, Entfernung von Splittern, losen Zähnen etc., Festhaltung, Ilotension des Bruohendes durch folgende Mittel! a) Mehrfache Drahtschlingen um die Schneidezähne, bei Frakturen des Körpers, b) Drahtschlingen um
.........csiLmmj,^...........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Schneide- und Haken-
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zahne mit teilweiser Einkerbung der Zähne, für die Lage des Drahtes, durch eine-dreikantige Feile, Fig. 19. Es ist ganz besonders darauf zu achten, dass starker Draht zwar ;|| scharf angezogen wird, aber ja nicht auf dem Zahnfleische liegt, weil letzteres dadurch bran
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dig absterben würde.
Flg. 20. Verbanil t;e^eii Kieferbrudi.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ti 1 1 1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Durchbohrung dos
Eckzahnes zum Zwecke des Durchziehens von Draht ist ebenfalls schon ausgeführt worden.
Bei Frakturen der Aste wird nach Binz ein Holzstück derart geschnitten, dass es genau in den Kehlgang passt. Dasselbe besitzt drei Ösen, durch welche Ledorriemen gezogen und über dem Nacken und dem Angesicht geschnallt worden. Fig. 20.
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Kiefergelcnke. Kiefergelonkswunden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 149
Das Umschnallen eines breiten Kasenriemens von starkem Leder. Fig. 17. Derselbe muss angemessen und von einem geschickten Sattler oder Schuster gefertigt werden.
Es ist angegeben, ein Klobepfiaster aus Pech, Harz und Terpentinöl, gleiche Teile mittelst Loinwandstreifen anzulegen, daraus einen festen Dauerverband anzufertigen, der nncli Belieben abgenommen und wieder angelegt werden kann. Ich habe rinnenartige Schienen aus Leder und ferner aus Hobelspanstreifen mit Leim angefertigt, die sehr gut durch Riemen zu befestigen sind, Fig. 1 8. Bedingung ist, dass in der ersten Zeit nur Mehlwasser verabreicht wird. Nach jeder Mahlzeit muss dass Maul durch eine Spritze mit Wasser gründlich gereinigt und ausgespült werden. Ein Antiscptikum zu nehmen ist nicht nötig, da der reine Speichel hellbefördernd wirkt. Es ist noch anzuführen, dass teilweise Resektionen des Unter- und Oberkiefers mittelst Meissol, Hammer und Knochensäge unter antiseptischen Kautelon in passenden Fällen zu empfehlen sind, weil sie Erfolg versprechen.
Kiefergelenk.
Littoratur: Gurlt, Vollst. Unbeweglichk. d. Unlerk. b, d. Zieg. üurlt u. H. 1860, p, 350. Sohle g, Aniput. d. Körpers v. Unterk. b. Humlü. Sachs. Jhb. 1883, p. 89. Ilaubncr, Arthritis d. Unterkiefergel, b. Pf. 1878, p. 42. Sing, Kiefergelonkswunde. Mitt. f. Tzte. in Ost. 1879, p. 50. Siedam gro tzky, Eröffo. d, Kiefergel. Sachs. Jhb. 1879, p. 85. Küster, Anohylose d. Kiefergel. u. Resekt. (b. M.). Aroh. f. klin. Chir. 1888, p. 723.
Es kommen hauptsächlich in Betracht: 1) Wunden im Kiefergelenke und 2) Verwachsungen der Gelenks Verbindungen-Anchylose, 8) Luxationen.
Kiefergelenkswunden.
Siedamgrotzky beobachtete ein Pferd, das eine grosso Quetschung in der Q-egend des Kiefergelenkes erhalten hatte; es bestand eine Fistel mit gerinnendem Synoviaausttusse. Hit der Sonde gelangte man auf den Gelcnksknochen. Die Kieferbewegung war gleich Null, dabei war grosser Schmerz und keine Futteraufnahme. Siedamgrotzky versuchte anfangs Injektionen von Karbolsäure und Myrrhen, dazu Karbolsäure-komprosson. Als hierauf Verschlimmerung eintrat, besonders auch Anschwellung der Augen erfolgte, wurde breite und tiefe Eröffnung mit nachfolgenden antiseptischen Umschlägen vorgenommen. Es erfolgte Besserung in 10 Tagen und Heilung in weiteren 14 Tagen.
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150nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kiefergelenkswunden.
Sing sah ebenfalls beim Pferde, dessen Jochbogen durch einen stürzenden Balken getroffen war, dass das Tier nach einigen Tagen kopfscheu wurde, grosse Anschwellung bekam, das Kauen und die Wasser-aufnahme mit Schmerz geschah. Auf kalte Umschläge erfolgte Verschlimmerung, die Anschwellung wurde grosser, es bildete sich ein Brandschorf, die Futter- und Getränkeaufnahme war sistiert, der Blick stier, das Auge glotzend, die Pupille reagierte nicht mehr. Nach weiteren 5 Tagen erfolgte Durchbruch vom Gelenke her und Ausfluss von Synovia aus einer von dort stammenden trichterförmigen Öffnung. Nach 40 Tagen hörte der AusHuss erst auf und die Erblindung heilte nach 5 Monaton.
Es ist charakteristisch, dass in den hier mitgeteilten Fällen je eine Erkrankung des Auges erfolgte. Prognostisch ist die Krankheit vorsichtig zu beurteilen. Therapeutisch ist anzuraten, sogleich breite und tiefe Spaltung vorzunehmen, alles Kranke unter antisep-tischen Kautelen sorgsamst zu entfernen, ein passendes Drainagerohr einzulegen, zunälienundzu verbinden, um Heilung per primain zu erzielen.
Fig. 81. Apparat zum Aulsperren des Maulcs ,.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;jinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i n-
zum zwecke der üntoreuohang und AueflUmmg Gelingt diese nicht, so wird oftene von Operationen in der Mauihöhie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Behandlung mit Cocainisierung der
Wunde, lauen Umschlägen und passenden Reizmitteln auf die Wunden angewandt.
A n c h y 1 o s o des Hinterkiefergelenkcs erfolgt meist auf traumatische Einwirkungen. Siedamgrotzky sah periostale Auflagerungen, Verdickungen und Erkrankung der Gelenkflächen. Ebenso Gurlt bei einer Ziege, welche ein Esel geschlagen hatte. Das Tier war über Vh Jahre an diesem Leiden erkrankt und konnte schliesslich nur noch Flüssigkeit aufnehmen. Gurlt fand bei der Sektion, dass der Unterkiefer durch sehr reichlichen Kallus mit dem Atlas, dem Gehörgange und anderen Teilen verwachsen war. Sciileg sah nach einem Fusstritt an das Kiefergclenk Abbrechen dortselbst, weshalb er es öffnete und den (Jelenkteil des Unterkiefers entfernte. Schon nach wenigen Tagen konnte das Tier wieder Nahrung aufnehmen. Die Resektion der erkrankten Partie mit Eröffnung des Gelenkes ist auch heim Menschen mit bestem Erfolge an einer Seite vorgenommen worden.
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Kiefergelenkswunden.
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Es wird deshalb die Hinwegnalmie der Golenkspartie des Unterkiefers empfohlen.
Luxation dos Unterkiefers kommt nach den Angaben von Hertwig bei Ilunden und Katzen vor, nach StockHeth auch bei Ferkeln. Der Hinterkiefer stellt fast im rechten Winkel zum Ober
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kiefer, so class das Maul weit geöffnet, die ganze OborHiiche der Zunge vorgestreckt und blau gefärbt ist. Es Hiesst viel Speichel unwillkürlich ab und die Tiere können kein Getränk aufnehmen. Ist nur eine Seite verrenkt, so steht der Kiefer schräg, sind beide Seiten vorrenkt, so steht er senkrecht nach abwärts.
Prognose ziemlich günstig.
Therapie: Das auf einem Tische liegende und festgehaltene, besser chloroformierte Tier, wird auf den Rücken etwas seitlich gelagert. Um den Oberkiefer, ebenso um den Unterkiefer kommt ein Tuch, (dnmitnachlicr beim Einschnappen in das Gelenk die Finger nicht verletzt werden können). Man legt die beiden Daumen
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auf die Backzahnroihen
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des Unterkiefers, fasst Pi(
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22 und 88. Verbünde gogen Hintoukiofor gangslaquo; und [lalsletdon.
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odor Kehl-
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letzteren mit der Hand und drückt die hinterste Partie des Kiefers nach abwärts, während man das Kinn gleichzeitig hochzuheben sucht Fig. 21. Ist wegen spitzer Zähne oder wegen unzureichender Kraft der Hände die Einrenkung auf diese Weise unmöglich, so wird von einem Gehilfen in der Gegend vom letzten Eackzahn durch das Maul ein Querholz gelegt, welches von der Stärke sein muss, dass es den Kaum zwischen oberem und unterem Backzähne ausfüllt. Der Opern tour drückt nun den Unterkiefer am Kinn gegen den Oberkiefer und schiebt ersteren gleichzeitig zurück, so dass
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Krankheiten der Augen.
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die nach vor- und aufwärts laxierte Gelonkfliiche wieder in ihre Lage kommt. Auf eine andere als die angegebene Weise ist die Luxation nicht zurückzubringen und die Reposition hat namentlich Schwierigkeit heim Pferde wegen der gewaltigen Masseter und anderer Kiefermuskeln. Bald beschreibt einen Fall beim Fohlen, bei dem der luxierto Unterkiefer nicht reponiert werden konnte, und daher das Tier getötet werden musste.
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Flg. äi. Handg
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iff zum Elmiohton der Luxation des llinterliiefers.
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Krankheiten der Augen.
Allgemeines.
Die Krankheiten der Augen unserer Haustiere sind, wenn auch nicht unwesentlich, doch im Verhältnis zu der Bedeutung der Erkrankung des menschlichen Auges, von viel kleinerer AVichtigkeit. Bedingt wird dieses Verhältnis durch die relative 'Wertlosigkeit des Objektes und die Rechtslosigkeit desselben. Für die Praxis kommt nur das durch das Tier repräsentierte Kapital in Betracht, Ausnahmefälle mit Licblingstiercn abgerechnet. Von diesem Standpunkte aus wurde der tierärztlichen Atigenlieilkunde früher auch nur ganz geringe Aufmerksamkeit geschenkt. Anders aber wurde die Sache aufgefasst von den Physiologen und Spezialisten für Augenheilkunde. Die Kenntnis eines hohen Teiles der feinen Anatomie, der Physiologie und eines grossen Teiles der chirurgischen Eingriffe entstammt dem Studium der Tieraugen. Alle diese Dinge blieben aber für die Tierheilkunde so gut wie unbekannt, bis endlich Augenärzte selbst anfingen, die in der Menschenheilkunde festgestellten Krankheiten vergleichend am Tiere zu studieren und die Krankheiten der Tiere erforschten, und zwar nicht allein des Menschen wegen, sondern um des Tieres willen für die Tierheilkunde Nutzen zu schaffen. Professor Berlin hat sich erstmals in dieser Weise und mit andauerndem Meisse und bedeutendem Erfolge beschäftigt. Kine nicht unbedeutende Anzahl Augenärzte ist ihm gefolgt, es haben
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Krankheiton dor Augenlider. Wunden der Augenlider.
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sich Tierärzte speziell mit Augenheilkunde beschäftigt und es ist im Laufe weniger Jahrzehnte die tierärztliche Augenheilkuncle in ganz andere Bahnen gelenkt worden.
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Sie ist wissenschaftlich geworden. Wir stehen aber noch im frischesten und fast jungfräulichen Schmucke.
Die Grenzen können gegenwärtig noch so enge gezogen werden, dass das Kapitel über Augenheilkunde hier ganz gut eingefügt werden kann, insoweit chirurgische Verhältnisse in Betracht kommen.
Wir unterscheiden A. Krank-
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heiten der Schutz- und Hilfsorgane: Augenlider, Thränen-apparat, Muskeln, Orbita; B. des Sehapparates oder Auges selbst; Sklera und Kornca, Aderhaut, Ciliarkörpers, Regenbogenhaut, Netzhaut,Kristalllinse, Augenkammern, Glaskörpers, Blutgefässe und Lymphbahnen.
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25. Scliematisoher Dttrohsohnltt durch das Auge, a undurchsichtige Hornhaut, b Aderhaut. 0 Netzhaut. d Sehnerv.
e undurchsichtige Hornhaut, f vordere Augenkammer, g g Hegenhogenhaut, h ein Teil des Strahienknrpers oder Falten*
kranzes, i i hintere Augenkummer. G Glaskörper. L Kristalllinse.
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Krankheiten der Augenlider.
Verwachsungen, Missbildungen.
liitteratur: Walther, Vorwachs, d. Augenlider b. Pf. Mitt. a. d. tzl. Praxis. Gorlaoh 1859, p, 160. Bluhm, Fehlen d. Augenwimpern b. Pf. Ibd. 1809, p. 183.
Fleischfresser sind noch 912 Tage nach der Geburt blind. Die Lidränder sind nicht nur mit einander verklebt, sondern es ist eine Vascularisation vorhanden. Bei gewaltsamer Trennung durch stumpfe Gewalt, etwa Zug an beiden Lidern, kann die Lidspalte eröffnet werden, die Cornea zeigt sich anfangs noch trübe und die Lidränder bluten. Walther beobachtete ein Fohlen, bei dem beide Augenlider derart fest verwachsen waren, dass er dieselben mit dorn Messer trennen mussto. Bluhm beobachtete vollständiges Fehlen der Augenwimpern beim Pferde (die Wimpern, Cilia, linden sich bei dieser Tiergattung überhaupt nur
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154nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Wunden der Augenlider.
am oberen Augenlid.) Das Pferd konnte bei Regenwetter nicht gebraucht werden, well es dabei den Kopf tief senkte, stille stand und besonders bei Wind von vorne den Kopf sogar zwischen den Vorderbeinen barg. Tiere mit bedeutenden jMissbildimgon werden in der Regel getötet.
Wunden der Augenlider.
Litterat ur: Tztl. Chirurgien von Hertwig, Bayer, Stockfloth etc. Tztl. Augenheilkunde von Müller und von Möller. Fran k, Deutsche Zeitsolir. f. Tmed. Bd. 12, p. 46.
Am häufigsten werden Augenlider der Pferde und zwar die oberen betroffen. Die Ursachen sind: Zufälliges Eindringen eines passenden Fremdkörpers zwischen Augenlid und Augapfel und infolgedessen heftiges Zurückreissen des Pferdes mit dem Kopfe, ferner Bisswunden.
Klinisches Bild: Die Wunde ist eine mehr oder minder gequetschte Risswunde, in der Regel 1st ein Lappen losgerissen; meistens erfolgt der Einriss mehr in der Nähe des lateralen Augenwinkels und der quere mehr oder weniger nach oben schief zulaufende Riss geht von dort in medialer Richtung. Die Blutung ist gering, die Schmerz-haftigkeit nicht bedeutend. Nach einiger Zeit erfolgt vollständiges Trockonwerdcn der Wundfiächen, nach G8 Httinden reaktive seröse Ausschwitzung auf die Wundobertläche, allmähliche Abkühlung, Braunfärbung und endlich Absterben einzelner äusserer Teile. Die Heilung erfolgt spontan und meist nur mit Eiterung. Die dauernden Defekte sind verhältnismässig gering. Bei grosser Narbonkontraktur kann unvollständiger Lidschluss erfolgen.
Prognose: Ziemlich günstig. In ganz frischen Fällen und bei Bildung nicht zu spitzer Lapponfeile, die leicht absterben, günstig. Die Heilung kann per prhnam erreicht werden.
Therapie: Aseptischer Yerschluss durch Knopfnaht oder umschlungene Naht. Mit Sublimatwasser 1:3000 oder 4% igem Borwasser und Wnttcbäuschchen wird die Wunde und ihre Umgebung sorgsamst desinfiziert, cocaVnisiert, mit der Scheoro etwaige Grewebsfetzchen glatt geschnitten, sodann die äussere Haut, ohne durch die Con-junktiva zu stechen, mit sehr feinen Seiden- oder Catgutfädcn genäht, nachher Jodof'ornipuder eingerieben und mit Jodoformhollodium, unter Beachtung dass nichts in das Auge Hicsst, verklebt. .Möller verwendet hiezu Sublimatgelatine und Holzwolle.
Manche Pferde dulden das Nähen absolut nicht. Ich habe ein Pferd im Notstande an einer Lidwunde nähen wollen, allein trotz Cocai'n und aller üblichen Zwangsmittel, bremsen, klopfen, Zuruf, an den Ohren
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Augenlidentzündung.
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festhalten, war dies unmöglich. Das Tier benahm sich wie toll. Geworfen sollte das Pferd nicht werden, der Verschluss sollte aber stattfinden, erst als 34 Gehilfen das Pferd überall sehr emsig mit Nadeln stachen, blieb dasselbe derart ruhig, dass die quot;Wunde genäht werden konnte. Über die ganze Zeit der Heilung muss ein mit genähter Lid-wunde behaftetes Pferd verkehrt im Stande stehen und mit beiden Ketten rechts und links derart kurz angebunden sein, dass es nicht scheuern kann. Man lasse sich ja nicht aus Mitleid verleiden, vor vollständigem Verschluss, etwa über die Futterzeit, das Pferd umzukehren, denn sobald es Gelegenheit hat, mit dem Kopfe an die Wand zu kommen, so scheuert es die Wunde, welche durch den lleilungs-prozess Juckreiz verursacht und namentlich wenn umschlungene Naht mit Karlsbader Nadeln gelegt ist, welch' letztere sich gegen die Wand spreitzen, kann mit einem Ruck die ganze Mühe verdorben sein. Ein zweites Mal zu nähen ist vergeblich. Es bildet sich ein mehr oder minder grosser Lappen, der an der WundHächo eitert, alhnählig narbig einschrumpft und endlich wie ein erbsengrosser, oder etwas mehr oder minder umfangreicher, fester Tumor ansitzt, das wirnporlose Stück des Augenlides schrumpft klein zusammen. Es ist zu empfehlen, solche Lappen mittels Schere zu entfernen, selbst bei frischen Lappen, welche nur etwa 1U der Länge botragen, kann einfach mit der Schere abgetragen und die Sache sich selbst überlassen bleiben. Die Narbenkontraktion ist derart bedeutend und schön, dass auch hierauf noch ganz zufriedenstellende Heilungen eintreten. Frank verklebte das Auge, nachdem er genäht hat, in folgender Weise: Theer 25, Kolophonium 50, Karbolsäure 10, Sublimat im Verhältnis 1 :1000, erwärmt, mit einem Spatel oder Pinsel heiss um das Auge aufgetragen, und vor dem Erkalten ein Tuch von der Haarfarbe des Tieres aufgedrückt.
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Augenlidentzündun^, Blepharitis.
Littoratur: Meyer, Augenlidontz. Gurlt u. Hertwig 1851 , p, 180. Uhlicli, Dresd. Jlib. 188C.
Die Oberfläche des Augenlides wird nicht selten von erythema-tösen und schilfernden Prozessen betroffen. Meyorboobachtete au mehreren jungen Pferden, die auf dürrer Marschweide waren, eine solche Entzündung; bei einem 2jährigen Fohlen kam es sogar zur Abscessbiklung auf der Oberfläche des oberen Augenlides. Kalkige Konkretionen in der Thränendrüse, die Uhlich gefunden hat, führten ebenfalls beim Pferde zu einer Lidentzündung. Am Lidrande kommt es in einzelnen
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156 Krampf der Augenlider. Unvollständiges Hochheben der Augenlider.
Füllen zur Infektion und kleinen Abscessbildung mit Anschwellung in der Umgebung. Derartige Abscess'chen heissen provinzial Wegzeigerquot;, technisch Gerstenkorn, Hordeolum. Das Hordeolum ist eine abs-cediercnde Entzündung der Haarbalg- und Talgdrüsen und sitzt am Lidrande. Eine Ketension des Sekrets der Meibomschen Drüsen, von dem Lidrande gegen die Innenfläche bedingt Eindickung und ein gelblich weisses Pfröpfchen, welches sich nach Ritzung der Wandung als ein zusammenhängendes stearinähnliches Gebilde ausdrücken lässt. Die chronische entzündliche Affektion dieser Meibomschen Drüse heisst Chalazion (zum Unterschied vom Gerstenkorn, Ilagelkorn), derselbe steht vom Lidrande entfernt und perforiert gegen die Konjunktion.
Prognose günstig.
Die Behandlung der Blepharitis erfolgt durch gründliche Reinigung mit Watte und Sublimat- oder Borwasser und nachherigem Aufpudern von Jodoform, Hunden kann ein trockener Wattverband angelegt werden. Beim'.Gcrstenkorn wird das Abscess'chen eröffnet, ausgekratzt und mit Sublimat oder Jodoform verbunden, Cocai'nisierung vor Eröffnung ist zweckmässig.
Krampf der Augenlider, Blepharospasmus,
besteht in krampfhaftem, plötzlichem Verschlüsse der Augenlider, unter Zuckungen bleiben die Lider einige Sekunden fest zugekniffen. Die Wiederkehr dieser Anfälle kann rasch erfolgen oder lange ausbleiben. Bei grellem Sonnenlicht auf der Strasse oder auf glänzendem Schneefelde können einzelne Pferde diese Erscheinungen zeigen. Es treten aber derartige krampfähnlichen Verschlüsse auch auf infolge von Reizungen durch Fremdkörper, Futterteilo, Staubteile von der Stallwand, Verletzungen, Corncalaffektionen mit Freiliegen von Zweigen des Trige-minus. Sind die Anfälle auch ohne solche direkten Reize entstanden, so liegen tiefere Erkrankungen vor, Neuritis etc.
Die Prognose ist im ersteren Falle günstig, denn sobald das betroffene Tier dem grellen Lichte entzogen wird, so hören die Anfälle auf, im anderen Falle können sie zu jeder Zeit wiederkehren. Es sind u. a. Morphiuminjektionen dagegen empfohlen.
Unvollständiges Hochheben der oberen Augenlider. Ptosis.
Infolge Anschwellung oder entzündlicher Prozesse wird das Augenlid nicht so hoch gehoben wie dies normal der Fall sein soll. Diesen Zustand bezeichnet Möller als falsche Ptosis, hierher kann auch
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Einstülpung des Lidrandes nach innen, Entropium.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;157
gerechnet werden, die für die vorliegenden Verhältnisse zu lang gewordene Lidhaut bei Phtisis bulbi. Die iichte oder wahre Ptosis, das Herabfallen des oberen Augenlides entsteht infolge mechanischer Ab-reissung oder Lähmung des Levator palpeprae, durch zu grosso Schwere des Augenlides, Schwellungen und Neubildung. Sie kann beobachtet werden in Einzelfällen nach Infektionskrankheiten, z. B. der Influenza, als Teilerscheinung einer Oculomotoriusparalyse.
Einstülpung des Lidrandes nach innen. Entropium.
Litteratur (siehe Berlin, Zeitschrift f. vergl. Augenheilkunde VI. Bd. II. II.)
Mit dem quot;Worte Entropium, Inversion bezeichnet man eine Einstülpung, gewissormassen Einrollung dos Augenlides nach innen. Das Wort Entropium ist als Gegensatz zu dem Ektropium der Ausstülpung geschaffen worden, ist aber im Altgricchischen nicht angewandt, denn in dieser Sprache heisst und bedeutet das Wort Entropium Schamgefühl'quot; oder voll Schamquot;. Hirschberg rät daher, die falsche Bezeichnung Entropium durch das deutsche Wort Einstülpung zu ersetzen.
Aetiologie: Die Einstülpung des Augenlides ist bei Hunden eine sehr häufige Krankheit. Das Leiden ist angeboren oder erfolgt durch Narb enkontraktion, am häufigsten entsteht es bei Hunden und Katzen, durch andauernde, krampfhafte Kontraktionen des Muskulus orbicularis, die auf mechanische Beize der Cornea und Conjunktiva ausgelöst werden. Hierzu ist durch die vielfach tiefliegenden Augen mit den Sokretansammlungen und den langen herein-hängenden Ohrenlappen reichlich Gelegenheit gegeben, sobald aber einmal die Einwärtskehrung oder Einstülpung erfolgt ist, ist der reflektorische Krampf und die Beizung der Cornea und Conjunktiva andauernd in gegenseitiger Wirkung. Erbliche Disposition ist von Haltcn-hof angegeben worden.
Klinisches Bild: Thränen, Zukneifen der Augenlider, Ansammlung von grauem Sekret, Erweichung des Epithels und graue Färbung der Oberfläche des eingestülpten Lidrandes, Conjunktivitis. In Einzelfällen Trübungen, selbst Goschwürsbildung auf dor Cornea. Die Tiere bekommen ein verändertes Aussehen, werden unwirsch, unfolgsam, kratzen, suchen die Dunkelheit und verkriechen sich. Die Einstülpung heilt nicht von selbst, sie macht Fortschritte, es worden beide Augenlider ergriffen, es kommt zur Goschwürsbildung auf der Cornea und kann zum Verluste der Sehfähiffkeit führen.
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Einstülpung des Lidrandes nach innen, Entropium.
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Prognose: Bei rechtzeitiger und richtiger Behandlung günstig.
Therapie: Das einzig Empfehlenswerte ist die Operation. Berlin hat die bereits gegen die Einstülpung angewandten Methoden eingehender beschrieben: 1) Nach Haltenhof, Abtragen des Lidrandes. Diese Methode aber reicht nicht für alle Fälle aus und es mag sein, dass durch die Narbe oder nachfolgenden unvollständigen Lidschluss der Augapfel Schaden leidet. 2) Die Gaillard'sche F ad e n o p er ati o n: 23 Nadeln weiden am Cilinrrande eingestochen und etwa 13 cm. unter der Haut, etwa im rechten Winkel zum Lidrande fortgeführt, ein Faden nachgezogen und die Haut mit diesem in Falten gezogen. Es soll Verwachsung eintreten. Da Berlin dies nicht erreichen konnte, so machte er, cbenl'alls ohne genügenden Erfolg, die Lidwinkelbildung, Kanthoplastik nach Pagenstecher: Erweiterung der Lidspalte im lateralen
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Fig. 20. Entvopiumoporation nach Berlin
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Knfrnpiumoperation nach Schleich.
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Winkel und Zusammennähen der Conjunktiva mit der obersten Schichte der allgemeinen Decke. Als vortrefflichste Methode empfiehlt Berlin die Excision einer Hautfalte. Ein elliptischer sogenannter melonenschnitt-älmlicherquot; Ausschnitt, mit annähernd horizontalem Längsdurchmesser, #9632;wird derart angelegt, dass sie ihren stärksten Narbenzug gerade da entfaltet, wo die bedeutendste Einstülpung ist; es rnuss das excidierte Hautstück an dieser Stelle am breitesten sein und sich dem Lidrande auf ca. V mm nähern. Das ausgeschnittene Stück soll bei einem mittelgrosson Hunde in horizontaler Richtung ca. 35 mm, in senkrechter IG18 mm betragen. Je nach Grosse des Tieres, der Lidspalte und dem Grade des Entro-piums, gestaltet sich die Grosse etwas verschieden. Berlin nimmt das Hautstück derart heraus, dass er nach Entfernung der Haare mit einem Messer die Haut in gewünschter Form uniringt, einschneidet, mit der Pinzette den Lappen an einem Winkel fasst und heraus-
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Einstülpung des Lidnindes nach innen, Entropium.
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prüpariert. Die ^NViinde wird nicht genäht, eitert, heilt aber von selbst in 1214 Tagen, oder etwas später, s. Fig. 26.
Nach den Angaben Berlins habe ich zahlreiche Hunde operiert. Um die Operation noch einfacher zu gestalten, habe ich eine Zange konstruiert, mit welcher ich die Ilautfalte, die entfernt -werden soll, fagse; die Schenkel der Zange federn und haben hinten eine gekerbte Verschlussvorrichtung. Fig. 29. Man sieht die Wirkung wenn die Zange angelegt ist, um wie viel das Augenlid in seiner jetzigen Stellung entfernt wird und kann eventuell tiefer oder seichter fassen, die Austrennung geschieht mit einer über die Fläche gebogenen starken Schere, mit einem Scherenschlago. Fig. 28. Bei hochgradiger Einstülpung beider Augenlider habe ich wiederholt beobachtet, dass diese Methode selbst
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Entroplumoperation mittelst Zange.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fig.30. Zange zu Operationen
wie in Fig, ati angegeben.
dann nicht genügt, wenn am unteren und oberen Augenlid ein Stück excidiert wird. In derartigen Füllen habe icii jetzt mehrmals mit ganz befriedigendem Erfolg die Schnittfiihrung nach Angaben dos Herrn Prof. Dr. Schleich derart ausgeführt, dass am lateralen Augenwinkel ein herzförmiges Stückchen Haut herausgenommen wurde, s. Fig. 27.
Anzuführen ist noch, dass die Operation gegen die Einstülpung früher von einzelnen Tierärzten, auch von mir, derart ausgeführt wurde, dass mit einer anatomischen Pinzette, oder besser mit einer Köberle-schen Blutzange die ganze Augenliddicke, vom Bande her, derart ge-fasst wurde, dass der dem Bulbus zugekehrte Zangenteil auf den Bulbus zu liegen kam, nun wurde das Augenlid hochgehoben und mit einer Schere von rechts und links an der Pinzette derart nach abwärts geschnitten, dass ein keilförmiges Hautstück entfernt wurde, s. Fig. 81.
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Die Ausstülpung eines Augenlides, Ektropium.
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Diese Wunde blutet aber ziemlich stark und es wäre möglich, dass die nachfolgende Narbe die Kornea geniert. Was die Antisoptik bei dieser Operation anbetrifft, so führe ich dieselbe regelmässig durch und habe, wenn das Tier nachher nicht zu unruhig ist und den Verband stört, in einigen Tagen Heilung per primam. Allerdings ist er einmal vorgekommen, class der Verband drückte, am darauffolgenden Ti\go nicht gelockert wurde, infolgedessen Gangrän an der Maulschleimhaut und Septhämie mit Tod eintrat. Es ist deshalb nötig, nachzusehen und jedenfalls am anderen Tage den nach der Operation feucht angelegten Verband zu wechseln.
Auf die einfachste Entropinmoperation, die schon seit 1882 von Stellwag ausgeführt wird, macht Zirin aufmerksam, (Wien.
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RntropiunioperMtioncn.
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kl. Wochchr. 1890
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No. 14.) S. Fig. 30.
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Diese kleine Operation besteht in der Durchschneidungeincs der Augenlider seiner ganzen Dicke nach in schräger Richtung am
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üusseren Augenwinkel.
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Fig. BO einfacher Einschnitt.
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f'örmiL'eu Stückchens.
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Das stumpfe Blatt einer
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geraden oder geknöpften Schere wird zwischen Augapfel imd Lid eingeschoben und mit einem Schercnschlage 1 l'/^Zoll lang das Augenlid durchgeschnitten.
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Die Ausstülpung eines Augenlides, Ektropium.
Bei Tieren selten. Infolge starker Kontraktionen, Krampfzuständen der vom Lidrand entferntest nach anssen gelegenen Partieen, des Or-bicularis, dann durch Lähmungen des Gesamtnmskels, durch Verwundungen, Narben, eines Krampfes der Orbicularispartien und Lähmungen des Ganzen, wird in seltenen Fällen das Augenlid nach aussen umgebogen, so dass die Konjunktiva zu Tage liegt. Ist diese Ausstülpung am unteren Augenlied, so fliessen die Thränen noch über die Wange. Volkstümlich heisst ein solcher Zustand : Plärr- oder Heulaugequot;. Bei akuten, auf diese AVcise entstandenen Blennorrhöen kann infolge von Atzung der Konjunktiva mit dem Höllensteinstift oder durch Incissionen Heilung erzielt werden. In chronischen Fällen mit Verdickung ist ein Teil der Konjunktiva mit der Schere zu excidieren. Es
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Krankheiten der Conjunktiva.
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empfiehlt sich bei diesen Anwendungen immer zuerst zu cocainisieren. Schon Ruini empfiehlt die Operation und zwar auf folgende Weise: Wende das Augenlid auswärts und schneide das Inwendige ILäutchen nach der Länge, von einem Ende zum andern, mit einer Schere oder Messer bis auf die Haare, doch niciit zu tief hinweg.quot;
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Krankheiten der Conjunktiva.
Augenseuche des Rindes, Conjunktivitis epidemica.
Littcratur: Möller, Augenhoilkundo (dortsulbst auch weitere Litteratur-angabe). Sauberg, Enzoot. Augenentz. b. Rindern. Gerlach u, Schütz 1854, p. 96. Gamgoe, Augenseuche b. R. Ropert. XVII, p 16:1. Frey, Seuchenhafte Conjunktivitis. Gerlach u. Leisering 18G7, p, 88. Der. üb. Leist. i. d. Thk. 1856, p. 44. Wannovius, Häufige Erblindung d. Kälber, Gerl. u. Leisering 1857, p. 88. Joyeux, Epizoot. Augenentz. Toul. 1857, p. 567. Well), Augenentz. b. Rind. The Vet. 1857, p. 554. Kühn, Aphthöse Augenentz. Preuss. Mitt. 1858, p. 141. Loser, Augensoucho b. R. Gerlach 1858, p. 140. Loser, Augonsouche b. R. Preuss. 1859, p. 143. Serres, Augenentz. b. R. Toul. 1850, p. 281. Waltrup, Augenentz. b. R. Mitt. a. d. tzl. Praxis. Oorlach 1859, p. 143. Zimmermann, Augenentz. b. Kühen. Preuss. 18G0, p. 107. Hartwig, Augenseuche b. Kühen. Gurlt u. Hertwig 1861, p. 185. Dresd. Klinik, Augenseuche b. Kühen. Sachs. Jhb. 1861, p. 116. Noquiess, Bind-hautentz. b. Kühen. La Clinica 1862, p. 108. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1862, p.47. Ackermann, Ansteck, katarrh. Augenentz. b. Kühen. Sachs. Jhb. 1871, p. 135. Kolb, Augonseuoho. Roloff u. Schütz 1877/78, p. 92. Kaiser, Augenkrkh. b. R. Falko Jahrb. 1878, p. 153. Reine-mann, Ansteck. Conjunktivitis. Roloft' u. Schütn 1881, p. 90. So if fort, Conjunktivitis epidemica. Rol. u. Schütz 1882, p. 73. Michel, Mikroorganismen d. ägypt. Augenkrkh. Arch. f. Augenhcilk. XVI 188G. Blazc-kovic, Conjunktivitis trachomatosa b. Pf. Momitsschr. Ostr, 1885, p. 65. Linden au, Conjunktivitis b. Rindern. Jhb. 1886, p. 89. Kuhnort, Conjunktivitis b. Rindern. Ibd. p. 89.
Von den verschiedenen Erkrankungen der Conjunktiva, Hyperämie, Conjunktivitis simplex, blennorrhoica, diphtheritika, parenehymatosa und follikularis stelle ich der Wichtigkeit halber, die ansteckende Conjunktivitis, Augenseuche obenan.
Es handelt sich bei dieser .Ei'kituikung nicht nur um eine reine Erkrankung der Conjunktiva,' sohderniesTwerden noch andere Teile des Auges, besonders die Cornea, in EiiizeMllen selbst tiefer liegende Teile des Augapfels betroffen. Es, isjt cTeshalb auch von verschiedenen Tierärzten diese Erkrankung anderraquo; rubpilsievt worden, namentlich Kaiser
Ho ffm ann, Tierärztliche ('hirurgie, ,'' .t/quot;'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 11
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102nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Augenseuche des lündos, Conjunktivitis epidemica.
hat die Augenseuche als Keratitis plilyktänulosa bezeichnet. Wenn auch allein die Conjunktivitis in vielen Fällen nicht der einzige Vorgang Lei dieser Krankheit ist, so ist er doch der hauptsächlichste, der Anfang , und das Leiden kann auf die Conjunktiva beschränkt bleiben. Dass die verschiedenen Formen der Conjunktivitis dabei auftreten, führte ebenfalls zur verschiedenartigen Bezeichnung. Noch eins will ich für diese Einteilung anführen, nämlich dasselbe Vorgehen in der Menschenheilkunde: Das Trachom wird dortselbst ebenfalls bei den Erkrankungen der Conjunktiva abgehandelt, obwohl auch Keratitis, selbst Iritis etc. sich damit vergesellschai'ten oder als Folgekrankheiten auftreten können. Ich finde durch die Infektiosisät und den Verlauf eine gewisse Ähnlichkeit mit Trachom des Menschen und thatsächlich ist die Augonseuchc des Rindes und Pferdes schon als ägyptische Augenkrankheit und Trachomquot; benannt worden. Die meisten Tierärzte aber, welche die Augenseuche beschrieben, nannten sie Conjunktivitis.
Aetiologie: Es ist eine Reihe von Ursachen beschuldigt worden: heisser dunstiger Stall, zu grelles Licht an einigen Stallabteilungen, Zugluft an die Köpfe durch Zuglöcher die nach Norden angebracht sind (Ackermann). Staub, grosse Hitze auf der Weide, überschwemmte Wiesen (Loser). Nässe und Nebel, Herbstweiden an Flussufern, Waldweiden (Joyeux). Höhenrauch (Jessen) etc. Die Ansteckung ist von den meisten welche die Krankheit als Ursache beobachtet und beschrieben früher in der Art der Meinung, dass es sich um eine Spontanentwicklung und nachherige kontagiöse Verbreitung handeln werde, angeführt Nach unseren jetzigen Kenntnissen von den An. steckungsstoffen werden wir einen spezifischen Mikroorganismus annehmen müssen. Beim Trachom ist von Michel u. a. ein die Krankheit erzeugender Dijdokokkus, dem Gonokokkus ähnlicher Pilz, der Trachonokokkus genannt wurde, nachgewiesen. Bei Konjunktivitis in-foktiosa unserer Haustiere kann, da in manchen Fällen das Krankheitsbild etwas verschieden ist, auch eine Mischinfektion in Einzelfällen stattfinden. Die Krankheit tritt enzootisch als Seuche auf. In einzelnen Gegenden ist sie häufiger. Blnzekovic hat mit Sekret aus den Augen erkrankter Pferde andere Pferde, Katzen und Hunde geimpft und die Krankheit dadurch übertragen.
Klinisches Bild: a) Kasuistik bei Rindern: Seiffert: Meist war nur ein Auge ergriffen und die Krankheit übertrug sich auf das Auge des zunächst stehenden Tieres. Hochgerötetc, geschwollene Conjunktiva, Lichtscheu, dünnes Sekret, später Cornealtrübung, öfters Abscessbildung, Geschwüre auf der Cornea, manchmal Verlust dos
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Augenseuche des Rindes, Conjunktivitis epidemica.
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Auges. Reinemann: Thränenabsonderung, Lichtscheu, Augenlid wie halb geschlossen, Cornea wie angehaucht, später bläulich-weiss, die Gefässinjektion an ihr bildete einen konzentrischen Kranz. Manchmal treten hanfkorn- bis linsengrosse, weissgelbliehe, pustulöse Hervorragungen mit festgeronnenem gelblichem Inhalte auf. Meist nur ein Auge betroffen. Erblindung trat nie ein. Sauberg: Conjunktivitis, hellgerötete Thränen, Anschwellung der Lider, Cornealtrübung und Geschwüre, nicht selten Erblindung. #9632; Frey: Sämtliche Ochsen eines Gutes erkrankten; Schwellung der Conjunktiva und Trübung der Cornea. Joyeux: Epizootische Augenentzündung der Kälber; zuerst Injektion der Bindehaut, Anschwellung der äusseren Teile des Auges, Lichtscheu, später Trübung der Cornea mit Bildung kleiner Geschwüre und eines in der Mitte sich konzentrierenden Auswuchses, der endlich wie eingeschnürt abfällt oder mit dem Messer entfernt wird, ohne zu schmerzen. Das Auge hellt sich vom Rande her auf, bei Recidiven Gefahr der Erblindung, Staarbildung und Atrophie des Augapfels. Webb: In einem Stall erkrankten von 17 Kälbern 14 und von 10 Kühen 8. Die Conjunktiva wurde trüb, der Augapfel etwas grosser, in seltenen Fällen war citerähnlicher Erguss in die vordere Augenkammer, die Heilung erfolgte rasch und der Verlauf war günstig. Kühn sah die Krankheit bei 3 Herden, sie begann mit Entzündung der Bindehaut, später Erkrankung der Sklera und verbreitete sich in das Augeninnere, welches einer eiterähniiehen Masse glich. Nicht selten erfolgte Blindheit. Loser fand von 30 Tieren einer Weide 25 befallen, hiervon erblindeten einseitig 2, total beiderseitig 3. Längere Zeit bestehende Trübung im Auge hatten 8. Im preuss. Berichte 1857/58 ist Thränenfluss, ziegelrote Sklera, Hornhauttrübung, Phlyktänen dortselbst, manchmal perforierende Geschwüre und grosse Narben angeführt. Waltrup fand, dass meist nur ein Auge befallen wird. Anfangs besteht Lichtscheu, Thränen, Phlyktänen und Schwellung der Cornea, Trübung, manchmal entstehen tiefe Geschwüre und Perforation dor Cornea. Suth beobachtete manchmal folgende Atrophie des Bulbus. Hertwig fand bei 10 Kühen eines Stalles grosse Injektion der Bindehäute, vermehrte Wärme dortselbst, Empfindlichkeit gegen Licht (aber kein Fieber, keine Bläschen oder katarrhalische Produkte). Hertwig führt an dass quot;Waschungen mit Flieder- und Kamillenthee Anschwellungen erzeugten, dass aber Waschungen mit Kupferalaun sehr zweckmässig wirkten und die Heilung meist in 8 Tagen erfolgte. Kolb sah die Krankheit nach Einschleppung in mehreren Gemeinden entstehen. Starkes Thränen, Lichtscheu, Schwellung der Lider, Bläschen auf der Cornea, manch-
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164nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Augenseuche des Kindes, Conjunktivitis epideraioa.
mal Geschwüre, letztere heilten ohne Trübung zu hinterlassen. Noquies: Schwellung der Augenlider und starkes Hervortreten des Blinzknorpels. Kaiser: Thränen, Lichtscheu, grosser Schmerz, grosse Entzündung der Conjunktiva, an der Cornea grauweisser Belag, die OberHiiche etwas hervorgebläht, grauweisse, knopfähnliche Erhabenheiten bildend, das Epithel stösst sich ab, es entsteht ein kleines Geschwür, manchmal Zusammenfluss derselben, die Geschwüre blieben oberHächlich. Die Krankheit wurde unter der ganzen Herde und nach aussen verschleppt. Serres beobachtete Verschwärung des Blinzknorpels, Trübung und grosse Gefässbildung an der Cornea, selbst Iris-vort'all, auch Cokulet sah Erosion, Ulzeration, Vascularisation, Heilungen von Perforationen. Frey: Erkrankung sämtlicher Ochsen eines Gutes mit starker Conjunktivitis und Cornealtrübung. Wanovius: Eiterablagerung in die vordere Augenkammer mit häufiger Erblindung.
Beim Pferde: Blazekovic: In der Marschniederung trat bei Pferden das reine Trachom auf, zuerst sporadisch, dann seuchenhaft. Die Seuche war vor 30 Jahren schon einmal dort. Die Conjunktiva ist kupferfarben, stellenweise scharlachrot, anfangs trocken, spröd, später heftiges Thränen, bald trübt sich die Cornea, Gefässbildung vom Rande her, die Cornea wird kupferrot, es treten kleine Wärzchen auf, auch am Skleralteile sind Granulationen. Die Granula wurden zu häutigen warzigen Gebilden, die den gehörigen Lidschluss hinderten. Gleichzeitig bildete sich Hornhautgeschwür. In milden Fällen bleiben die inneren Augenteile gesund, in schweren beginnt sie mit heftiger Conjunktivitis, schreitet rasch vor, führt zum Durchbruch der Cornea, Irisvorfall , heftige Iritis auch Panophtalmie und Phtisis bulbi. Jelen: 8 Fohlen im Gestüt Radautz die in einem Stalle waren, erkrankten an ägyptischer Augenentzündungquot;. Impfungen an anderen hafteten nicht, die Heilung erfolgte in 8 Tagen. Hönisch: Bösartige Augenseuche bei neugeborenen Fohlen, Lichtscheu, starkes Thränen, Anschwellung auf der Cornea, linsenförmige Bläschen, in Einzelfällen Erblindung.
Bei Schafen: Fünfstück: Unter einer Herde von 500 erkrankten 50 je beiderseits mit Thränen, grosser Lichtscheu, Hornhauttrübung, starker Vaskularisation von der Sklera her. Rasche Heilung bei sämtlichen. Müller sah dieselbe Krankheitsform bei Ziegen und Bastarden in der Menagerie in Schönbrunn.
Zusammenfassung: Betroffen werden ganz besonders Rinder, es können jedoch auch Enzootien mit ähnlichen Erscheinungen bei anderen Haustieren auftreten. Die Ansteckung ist als zweifellos vor-
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Hyperämie der Conjunktiva.
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banden und lokaler Natur anzunehmen. Das klinische Bild ist anfangs das der heftigen Konjunktivitis: Anschwellung, bei Pferden ist einmal vorausgehende Trockenheit festgestellt, heftige Röte, ziegelrot, reichliches Thränen, in einem Fall waren dieselben leicht blutig gefärbt, grosse Lichtscheu. In diesem Stadium scheint die Krankheit noch coupiert werden zu können; geschieht dies nicht, so tritt Erkrankung der Cornea ein. Trübung, hügelformiges Hochhoben einzelner Partien des Epithels durch seröses Infiltrat, Zerfall des geblähten Infiltrates. Bedeutende Hyperämie, Injektionsröte und Vascularisation. In Einzelfällen tiefgehende Geschwüre mit Eiterung. In der Folge kommt es zu Erkrankungen der Innenteile des Auges, mit Eiterung, Perforation und verschiedenen Ausgängen. Demnach: Blenn orhoische Konjunktivitis mit Übergang des Prozesses auf die Cornea und die übrigen Teile des Auges. Alle diese Erscheinungen von der Oberfläche der Cornea an bis zu den tiefsten Erkrankungen sind lediglich Folgen der ursprünglichen Conjunktivitis, wie sich dies ja auch aus der anatomischen Beschaffenheit und den täglichen Erfahrungen mit ähnlichen Prozessen ergiebt.
Therapie: Wichtig ist die mitgeteilte Beobachtung Hertwigs, dass die früher so gerühmte Behandlung, bestehend in quot;Waschungen von Flieder- und Hollunderthee geschadet hat, und dass nachfolgende Waschungen von Kupferalaun wirksam waren. Bei dem zweifellos infektiösen Charakter der Krankheit empfiehlt es sich aussei- grosser Reinlichkeit ziemlich kräftige Antiseptika und schmerzlindernde anästhesierende Mittel zu verwenden. Kalte, reizlose Umschläge, Bedecken des Auges mit Tüchern haben nicht den grossen Vorteil, den man sich früher von ihnen versprochen hat. Immerbin wird durch Kälte die entzündliche Reizung und Rötung etwas geringer, und auch die Anschwellung mindert sich einigermassen. Einträufelungen von 5- bis lU0/oiger Cocai'nlösung ist bei grosser Schmerzhaftigkeit zweckmässig. Höllensteinlösungen ikVs'/oig, Sublimat 1:3000, Calomelsalben, weisser Präcipitat u. dgl. kommen zur Anwendung.
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Hyperämie der Conjunktiva.
Hyperämie tritt vorübergehend auf bei heftigen Anstrengungen mit Kongestionen des Blutes gegen den Kopf und die Orbita. Pferde die in sehr heftiger Weise gearbeitet haben, z. B. nach einem Rennen oder nach schwerem Zuge zeigen dieselbe. Dosgleichen tritt Hyperämie ein bei akuten fieberhaften, auch bei einzelnen chronischen Zuständen,
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III
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166nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Conjunktivitis. a) Conjunktivitia simplex, katharrhalis.
z. B. der Schweinsberger Krankheit. Bei Jagdhunden namentlich, im Sommer bei grosser Hitze, wenn dieselben mit dem Kopfe am Boden längere Zeit auf der Hühnersuche sind etc. Passive chronische Hyperämie findet sich namentlich bei solchen Hunden, die auf der Jagd anhaltend an der Leine geführt werden, wenn die Tiere den Jäger, der das Endteil der Leine sogar um seinen Leib geschallt haben kann, ziehen müssen. Bei den früher häufig gehaltenen Hirschhunden und deren Nachkommen ist dieser Zustand sogar erblich geworden.
Beschwerden, hervorgerufen durch diese Hyperämieen, sind nicht bekannt.
Conjunktivitis.
a) Conjunktivitis simplex, katharrhalis.
Wenn sich zur Hyperämie der Conjunktiva noch Anschwellung und abnorm reiche Sekretion gesellt, so ist Konjunktivitis vorhanden. Es wird eine akute und chronische Form unterschieden.
Aetlologie: a) Allgemeine Ursachen: Bei zahlreichen fieberhaft verlaufenden Infektionskrankheiten, besonders der Influenza, der Druse und anderen Krankheiten tritt Konjunktivitis auf. b) Lokale Ursachen sind: Erkrankungen der Augenlider, besonders Entropium, Fremdkörper, Grannen von Gerstenkörnern, Filaria. Die bei der Hyperämie geschilderten Ursachen, wenn sie zu heftig einwirken. Ferner Erkrankungen der Thränenapparate und Neubildungen, welche Reize an der Kon-junktiva ausüben.
Klinisches Bild: Die Konjunktiva ist angeschwollen, ihre Oberfläche sezerniert anfangs ein dünnes, wässeriges, später mehr schleimiges, zähes, glasiges, weisses oder graues Sekret, welches aus Lymphe, abgestossenem Epithel, Schleimkugeln und Fett besteht, an dem medialen Lidwinkel üborfliesst und im Innern dortselbst sich zu manchmal beträchtlichen Flocken anhäuft. In sehr heftigen Fällen findet Ecchy-mosenbildung und geringe Blutung auf der Konjunktivaoberfläche statt, so class das Sekret gelblich oder leicht rötlich gefärbt wird. Solche kleine Blutungen gehen aber in der Regel rasch vorüber. Die Schwellung der Konjunktiva kann in Einzelfällen so bedeutend werden, dass sich dieselbe zwischen der Lidspalte als eine kleine, längliche, rötliche Geschwulst hervordrängt und den normalen Lidschluss verhindert, (Chemosis). Gleichzeitig besteht mehr oder minder Lichtscheu. In hochgradigen Fällen werden die Augenlider fest zugeklemmt und die Tiere sind bei Berührung empfindsam und kopfscheu. Ein mechanisches Auf-
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Conjunktivitis. a) Conjnnktivitis simplex, katharrhalis.
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heben der Lider und teilweises Umstülpen derselben lassen sich die Tiere, besonders Pferde, in den meisten Fällen nicht gefallen. Um einen Blick auf die Cornea und die Konjunktiva zu erlangen, ist ein solches schmerzhaftes und umständliches Verfahren auch nicht nötig. Man sucht einfach Daumen und Zeigfinger mit der Hand von hinten und oben kommend, am oberen und unteren Augenlid, am Lidrande, gerade in der höchsten Ausdehnung der Bulbi derart anzusetzen, dass beim Eindrücken des Augapfels in die Orbita die Lider nach oben und unten zurückweichen und der Blinzknorpel mit der Konjunktiva breit bis über die Mitte der Lidspalte hervortritt. Bei längerem Bestehen der Konjunktivitis erfolgt bedeutende Erweiterung der Blut-gefässe, es tritt eine venöse Stauung ein, die Gefässe bilden ein reichliches Netzwerk und können namentlich auch auf die Cornea übergehen. In diesem Falle ist dann schon Keratitis entstanden. Bei längerem Bestehen treten Erscheinungen auf, wie sie bei der Augenseuche des Rindes mitgeteilt wurden. Auch Erkrankungen des Lidrandes und der Thränenorgane können sich an-schliessen.
Therapie: Im Anfangsstadium, so- |H lange Lidschwellung, Lichtscheu und !wa wässeriges Sekret vorhanden ist, cm- ^4' pfiehlt sich energisches Kühlen mit kaltem Wasser oder Borwasser 24% ig, Eis- Fig. so. Kopfkappo mit Rohtgltter flfr beutcl, Kältemischungen. Bei letzteren
muss dass Auge zuvor durch ein aseptisches, leinenes, doppeltes Tuch geschützt werden.
(Fig. 30. Kopfkappe mit Ilohrstäbohen zum Schutz, zu Verbänden und Umschlägen.)
Einträufclungen von Adstringentien, so lange die Cornea nicht betroffen ist, ist zu empfehlen: llöllensteinlösung 12n/oig, Zinkvitriollösung 240/igt;ig. Sublimatwasser 1:400 mit einer gesättigten Salicylsüurelösung, hat Eversbusch empfohlen. Das Gräfe'sche Augenwasser: Rp. Borax 1, Aq. Amygdalar. am. 2, Mucilag. Condinao 20, Aq. destil. 150, hat Möller vielfach bei Tieren mit Erfolg angewandt. Auch Überpinseln des Ausseren des Augenlides mit diesen Flüssig-
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Conjunktivitis. a) Conjnnktivitis simplex, katharrhalis.
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keiten ist zu empfelilen. Einpudern von Jodoform oder Kalomel ist ebenfalls vorteilhaft. Von erstercm kann ziemlich reichlich, von letzterem nur wenig mit dem Pinsel eingestäubt werden. Die Augensalben Jodoform 1, Vaselin 5, oder Kalomel 1, Vaselin C10, werden gewöhnlich nur bei Pferden derart angewandt, dass ein linsengrosser Teil auf den Nagel des aseptischen Zeigefingers genommen und am äusse-ren Augenwinkel eingestrichen wird. Eine Augensalbo aus Chloroform mit Vaselin bei Konjunktivitis der Hunde empfahl Wilhelm. Bei grosser Schmerzhaftigkeit empfehlen sich Cocaininstillationen 25 0/o ig. Bei der chronischen Eorm kommt die bei der Augenseuche genannte Behandlung in Anwendung.
Wenn Konjunktivits durch Fremdkörper erzeugt ist, so zeigen sich heftige Erscheinungen, Blepharospasmus und zwar nur an einem
Auge, (allerdings wird auf reflektori-
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schem Wege auch das andere etwas in Mitleidenschaft gezogen). Atzende Stoffe, Kalktoile, Staub, hauptsächlich aber Grannen von Gerstenkörnern und andere Teile vom Futter, Haferspreu gelangen in das Auge und gehen regelmässig unter das obere Augenlid. Der Handgriff, um das obere Augenlid umzustülpen und den
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Fremdkörper zu entfernen, ist von Eversbuch-Schlampp folgendermassen
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Flg. 31. AugcnverljRiicl beim Hunde, sog. Monocle.
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beschrieben: Man fast mit der linken
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Hand (Daumen und Zeigefinger) den Ciliarrand des Oberlides in der Mitte, so dass der letzere (Zeigefinger) der Cutis, der erstere der Schleimhautfläche entspricht und zieht es etwas vom Augapfel ab, gegen sich nach vorne und unten. Sodann geht man mit der Daumenspitze der anderen Hand in die grubige Hautvertiefung des oberen Lides, welche ungefähr dem oberen Rande der Lidbandscheibe entspricht und übt dortselbst einen leichten Druck nach abwärts aus, indem gleichzeitig die linke Hand den freien Lidrand nach vorn und oben wendet. Der Fremdkörper wird entweder mit passender Spritze mit einem leichten Flüssigkeitsstrahle gegen den medialen Winkel ausgespült, oder er wird mit dem Fingernagel abgewischt, mit der Pinzette entfernt, oder mittelst einer Haarnadel, einem gebogenen feinen Drahte hochgehoben und herausgenommen.quot; Fünfstück giebt an, dass er namentlich bei Rindern die
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Conjunktivitis. b) Conjunktivitis blennorhoica.
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Haferspreuteile, welche sich wie ein flaches Blatt an der Cornea auf-klehen, mit Pinzette, Sonde, Spatel etc. nur sehr schwor entfernen konnte, weshalb er folgendes empfiehlt: An mittclgrosser, gutgespitzter Stecknadel wird die Spitze ein wenig umgebogen und damit die Spreu vom Augapfel entweder gleich abgehoben, oder wenn dieselbe schon eingewachsen ist, mit der Spitze erfasst und nach dem einen odor anderen Augenwinkel hingezogen, von wo sich diese leicht entfernen lassen. Hiesholzer rät, den Zeigefinger mit einem Loinwanclliippclien zu. umhüllen und damit abzureiben. Er hat besonders solche Fülle im Auge, bei denen bereits Exsudation den Fremdkörper bedeckt und derselbe nur noch als gelber Punkt sichtbar ist.
b) Conjunktivitis blennorrhoica
unterscheidet sich von der 0. simplex gleich von Anfang an, durch die viel heftigeren Erscheinungen, wenn ein gesundes Auge von ihr betroffen wird. Sie kann sich jedoch auch zur einfachen Konjunktivitis gesellen. Die Gefahr besteht in dem Übergreifen auf die Cornea und Veränderungen wie sie im Abschnitt Augonseuchequot; mitgeteilt wurden. Blonnorrhoische Konjunktivacntzündungen haben in der Regel einen spezifischen Charakter. Es kommt heim Menschen besonders Infektion mit Tripporgift in Betracht. Es hat auch nicht gefehlt, dass von Tierärzten die Meinung aufgestellt wurde hol Hunden entstehe eine blonnorrhoische Konjunktivitis infolge Infektion durch Trippersckret, allein der Tripper des Hundes ist ein Priiputialkatarrh, welchem die Bösartigkeit der Blennorrhöe des Menschen nicht innewohnt, auch hat Möller durch Impfungen negative Besultato erzielt. Dagegen scheint die blonnorrhoische Konjunktivitis der Neugeborenen, B. n e o n a torn m bei Tieren seuchonhaft vorzukommen. Höllisch berichtet von einer Augenseuche hei neugeborenen Fohlen, und Roloff führt an, er habe ähnliches bei Schaflämmern beobachtet.
Es handelt sich bei der C. der Neugeborenen um eine Infektion während des Durchgangs durch die Gehurtswoge, es können somit bloss Tiere betroffen werden, welche nicht wie Fleischfresser mit noch verwachsenen Lidern geboren werden. Das seuchenhafto Auftreten spricht mehr dafür, dass die Infektion erst nach der Geburt erfolgte. (Das In-cubationsstadium dauert 34 Tage.) Sicher spezifisch infektiös ist die C. blennorrhoica, die bei der Staupe der Hunde vorkommt und die rasch zu Zerstörungen der Cornea führt. In solchen hochgradigen Fällen wird die Sekretion allmählich dicker, grauer, eiterähnlich, so dass von einer C. su p p u r a t i v a oder p u r u 1 e n t a, gesprochen wird.
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170nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Conjunktivitis. c) Conjunktivitis diphteritica.
Prognose: Dieselbe ist bei letzterer Form sehr vorsichtig zu stellen; bei der noch nicht eiterigen Form kann der Prozess zur Heilung gebracht werden bevor es zur Eiterung kommt, hat diese einmal eingesetzt, so erfolgt die Heilung schwer und es bleiben meist Residuen die zu neuer Erkrankung führen, oder es tritt das chronische mit Granulationen verknüpfte Stadium ein.
Therapie: Die bei der Konjunktivitis simplex genannte Behandlung, strenge Antiplogose und Antiseptik kommt in Anwendung. Wenn Eiterung aufgetreten ist, erfolgt eine veränderte Behandlung, nämlich gelinde Atzungen der Schleimhaut. Täglich 23 mal wird Vsln'o ige Höllensteinlösung eingeträufelt und wenn diese gut ertragen wird, kommt 23 0 o ige an die Reihe. Selbst Lapis mitigatus 1 : 1 und 1:2, wird mit grossem Vorteil gebraucht, wenn er zur rechten Zeit in Anwendung gelangt. Das Augenlid wird hiezu, nachdem es cocainisiert, umgestülpt, und es wird mit dem Stifte, leicht touchierend nur das Epithel ätzend darüber gefahren. Wenn diese Höllenstein-ätzungen aber zu frühzeitig angewendet werden, schaden sie.
c) Conjunktivitis diphtheritica.
Litteratur: M o 1 i ch e r, Augenenlzümlung b. Singvögeln. Tztl. Zeitung 184(!, p. 193. K öl ling, Reumat. Aiigonsiucbe b. Hühnern. Preuss, 1860, p. 142. PriotscL, Conjunktivitis contagiosa im zool. Garten. Sachs. Vetb. 1879, p. 441. Seh leg, Croupös. diphthorit. Erkrank, d. Oclliigels. Ibd. Zürn, Krankh. d. Hausgeflügels. 1882. L. Hoff mann, Der praktische, Geflügelzüoliter. Löffler, Unters, über Aetiologio d. Diphtheritis. Mitt. d. kaiserl. Gesundheitsamts Jhb. 1684. llivolta, Uülinerdiphtherio Giorn. di Anat. 1884. Jb. 1885. Richter, Hühnertlipliterie Aetiologie. Ost. Ver. Monatsschr. 1886, p. 69. Jb. 1886. Reim an n, Bericht v. Vet. Instit. Leipzig 1887. Jhb. 1887, p. 130. Krajewski, Dipherltis d. Tauben u. Hühner. Petersb. Arch. 1868.
Dieselbe findet sich in ausgeprägter Form bei Hühnern und Tauben.
Aetiologie: Löffler fand bei der Hühnerdiphtherie 2 Formen von Mikroorganismen, die nach Art und Häufigkeit des Vorkommens in Beziehung zum diphterithischen Prozesse gebracht werden können, es ist 1) ein kettenbildender und 2) ein stäbchenfürmiger Mikroorganismus. Richter, Gips, Böing, Teissier sind der Ansicht, dass die Hühnerdiphtherie auf den Menschen und umgekehrt übergehe. Es wurden sogar polizeiliche Massregeln verlangt, welche aber vom Reichsgesundheits-amt als unbegründet abgewiesen wurden. Siedamgrotzky und Rivolta fanden Grcgarincn oder Psorospcrmien. Zürn lässt deshalb die Frage
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Conjunktivitis. d) Conjunktivitis follicularis.
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nach der Ursache ob es a) eine durch Gregarinen und b) durch Schizomyzeten erzeugte Diphtherie gebe oder ob diese beiden Organismen mit dieser Krankheit gar nichts zu thun haben, unentschieden, da ja weder im einen noch im anderen Falle eine Spezialität nicht nachgewiesen werden konnte. Bei der Taubendiphtherie ist ein charakteristischer Mikroorganismus gefunden und auch von Lüpke gezüchtet.
Klinisches Bild: Die diphtheritische Konjunktivitis des Geflügels tritt naturgernäss nur in Gemeinschaft mit den allgemeinen croupös-diphtherischen Prozessen einem zweifellos infektiösen Leiden auf, die übrigens in vielen Fällen die Augen verschont lässt. Eine besondere Disposition haben Haubenhühner. Die ersten Erscheinungen sind diejenigen der Konjunktivitis simplex, dann diejenigen der Elennorrhöe, aber in Bälde, ich habe dies schon nach 1 l1^ Tagen beobachtet, tritt ein croupöses Exsudat in kleinen etwa hanfkorngrossen Feldern auf der Conjunktiva auf, dasselbe ist grau, festsitzend, die Umgebung leicht gerötet und geschwollen. Dieses Exsudat zerfällt nun nicht eiterig oder jauchig wie bei der Diphtherie von Säugern, sondern jedenfalls erzeugt durch die Eigenartigkeit des Vogeleiters, entstehen käsige, krümliche Massen, die harte Körnchen von verschiedener Gestalt und bis zur Erbsengröse bilden, so dass es aussieht, als wären diese Massen mechanisch eingestopft. In Einzelfällen habe ich derartige käsige Massen in ganz erstaunlichen Mengen vorgefunden.
Die Prognose ist ungünstig. Wenn die croupös-diphtheritischen Prozesse an der Conjunktiva auftreten, so ist die Allgemeinerkrankung schon ziemlich weit gediehen.
Therapie: Es handelt sich in erster Linie um Anwendung der von der inneren Medizin angegebenen Therapie. Lokal wird das käsig-diphtheritische Exsudat täglich mit einem passenden Instrument, etwa einer lorbeerblattförmigen Sonde entfernt nachher mit Sublimatwasser unter grosser Schonung irrigiert und etwas Jodoform eingepudert. Dieses Geschäft ist sehr zeitraubend, mühsam und wegen der verhältnismässigen Wertlosigkeit der Objekte unlohnend. Man wird deshalb, wenn auf einem Hühnerhofe eine derartige Seuche ausbricht, das erstemal den Besitzer oder eine geeignete weibliche Person in entsprechender Weise anlernen.
d) Conjunktivitis follicularis beim Hunde,
Litteratur: Fröhner, Ans. f. wiss. u. prakt. Thk. 1888, p. 2. Berlin, Zeitsclir. f. vgl. Augenheilk. 1880, p. 95.
Dieselbe hat ihren Sitz auf dor Innenfläche der Nickhaut. Man sieht sie nur, wenn mittelst Ilakenpinzette die Nickhaut hervorgezogen
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Conjunktivitis. d) Conjunktivitis follicularis.
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und nach aussen umgeschlagen wird. Hierbei findet man auf der geschwellten und höher geröteten, inneren Schleimhautfläche der Nickhaut rundliche, etwa hirsokorngrosse, über die Schleimhautoberfläche deutlich pronünierende Knötchen von dunkelroter Farbe, welche häufig etwas durchscheinend sind. Im Anfange des Krankheitsprozesaes sind die Knötchen ziemlich klein und wenig zahlreich, auch sitzen sie tief und nach innen zu, in der Gegend der Ubergangsfalte der Schleimhaut von der Nickhaut zur Sklera. In höheren Graden des Leidens ist dagegen die ganze Innenfläche der Nickhaut dicht mit den oben beschriebenen Knötchen besät, so dass die Schleimhaut oft einer Granulationsfläche gleicht. In den schwersten Fällen finden sich endlich auf der Con-junktiva palpeprarum meist reihenförmig angeordnete Knötchen. Die Knötchen sind nach Froehners Untersuchungen geschwellte Lymph-follikel. Anfangs fehlen krankhafte Erscheinungen, in den späteren Stadien hält Fröhner die Conjunktivitis follicularis Ursache gebend für das Entropium spastikum. Dieser Ansicht Froehners gegenüber teilt Berlin mit, dass diese sogenannte Conjunktivitis follicularis nicht nur bei Haustieren, sondern auch bei einer lieihe anderer Tiere: Wildkatzen, quot;Wildschweinen, Hirschen, liehen, Hasen, Füchsen, Enten, Tauben und Hühnern gefunden wurde. Ferner, dass eine lieihe von Forschern die Lymphfollikel für physiologische Gebilde hält. Krause sagt z. B.: Die Lymphf'ollikel sind physiologische Gebilde, ihre Ent-wickelung, die vom erstem Tage des extrauterinen Lebens verfolgt werden kann, giebt die Berechtigung zu diesem Schlüsse.quot; Berlin selbst lässt die Frage unentschieden und hofft, dass mittelst der ätiologischen Methode Licht gebracht werde. Ich habe, sobald ich Kenntnis von der Froelmerschen Arbeit hatte, dem Gegenstand eingehende Beachtung geschenkt und folgendes gefunden: 1) die Zahl der mit Follikelschwellung und Rötung derselben behafteten Hunde ist so gross, dass die Annahme, es handle sich um einen physiologischen Zustand, der nur ausnahmsweise nicht so deutlich auftritt, begründet erscheint. 2) Der Grad der Lymphfbllikelscbwellung ist sehr verschieden hochgradig. Sie ist vorhanden auch bei scheinbar ganz gesunden Augen, sie ist sehr bedeutend vorschieden bei verschiedenartigen Konjunktival-erkrankungen, sie ist aber auch bei hochgradiger Konjunktivitis mit Entropium, selbst bei Einrollung der Nickhaut, in einzelnen Fällen nicht hochgradiger zugegen, als in scheinbar normalen Zuständen. 8) Ich finde einen wesentlichen Unterschied, ob die Conjunktivitis durch eine infektiöse Ursache z. B. die Staupe, oder durch andere nichtinfektiöse Ursachen erzeugt wurde, in der Follikelerkrankung nicht, ich glaube
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Krankheiten der Muskeln des Augapfels, Schielen, Strabismus.
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deshalb, dass die Hoffnung Berlins, die Frage von der ätiologischen Methode geliclitet zu erlangen sich nicht gut realisieren lüsst, sondern dass sie vom anatomisch-physiologischen und klinischen Standpunkte beurteilt werden muss. Jedenfalls bleibt Froehner das Verdienst, in der Tierheilkunde das Interesse an dieser Sache erweckt und zu nachhaltigem Studium angeregt zu haben. Ein endgiltiges Urteil über die Angelegenheit abzugeben, halte ich mich jetzt noch nicht berechtigt, will jedoch anführen, dass die Angabe Froehners dass die überwiegende Mehrzahl dor beim Hunde so häufig vorkommenden Entropiiun-fälle, durch das Vorhandensein einer chronischen Follikularconjunktivi-tis der Nickhaut bedingt seiquot;, noch der Bestätigung bedarf, weil das Entropium fast in allen Fällen an dem lateralen Augenwinkel seinen Sitz hat, während die Follikelerkrankung an der Unterfläche dor Nickhaut medial in der Orbita sich befindet; somit eine direkte oder in-direckte Wirkung sich doch eher am medialen Teile der Lider bemerkbar machen müsste.
Therapeutisch giebt Froehner an, dass er eine Reihe von Behandlungsmethoden durchprobierte, desinfizierende, adstringieronde Mittel, Cocain, Atzmittel, lequirity wurden vorgeblich versucht, weshalb Froehner die Herausnahme des Blinzknorpels auf operativem quot;Woge empfiehlt. Der Blinzknorpel wird mittelst Hakenpinzette hervorgezogen und mit der Schere abgeschnitten.
Krankheiten der Muskeln des Augapfels, Schielen, Strabismus.
Litteratur: Guhler, Schielen b. Rinde. Schweiz. Archiv 1844, p. 805. Jensen, Schielen b. d. Kuh. Tztl. Mitt. Möller u. Roloff 1867, p. 184. Schöler, Schielen b. P.erde. Gorlach u. Hertwig 1856, Suppl. Grimon, Schielen b. Rind. Müller u. Roloff 1875, p. 181. Gajory, Schielen b. d. Katze. Tztl. Mitt. Roloff u. Schütz 1881, p. i 0. Peters, Schielen b. Pferd. Monographie Schwarzer Staar 1888, p. 86. Bise hoff. Schielen einer Kuh. Schweizer Arch. Bd. XXIV, p. 4. Rolland, Augenmuskellähmungen. Ctbl. f. prakt. Aughlk. 1886, p. 306. Bayer, Chirurgie. Möller, Lehrb. d. Augenheilk. f. Tzte. Schwoigger, Handb. d. Augen-heilk. (Dortselbst auch weitere Litteraturangabe.)
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Als Schielen bezeichnet man in der Menschenheilkunde einen Zustand, bei dem die Sehachsen sich nicht in dem fixierten Punkte schneiden, oder wenn der fixierte Punkt nur in dem einen Auge auf der macula lutea, in dem andern aber an einer anderen Stelle sein Netzhautbild entstehen lässt. Diese Definition kann auch für solche Haustiere gelten, welche die Stellung der bulbi derart in der nach vorno
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174nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Muskeln des Augapfels, Schielen, Strabismus.
am Kopfe gelagerten Orbita besitzen, dass die medialen Grenzen der Gesichtsfelder sich fast mit den lateralen überdecken.
Anders aber ist das Verhältnis der Stellung bei Pferde- und Rinderaugen, welche sehr seitlich an dem Kopfe gelagert sind, so dass sogar diese Tiere, besonders Pferde, im stände sind, bei zur Wirbelsäule gerader Kopfstellung, einen in ihrer Richtungslinie hinter ihnen befindlichen Gegenstand, bei nur ganz leichter Biegung des Halses oder Kopfes mit einem Auge, bei vollkommener Geradestellung der Wirbelsäule und des Kopfes aber wahrscheinlich auch mit beiden Augen sehen können.
Es liegen die sehr grosson Gesichtsfelder dieser Tiere somit viel mehr zur Seite und nach rückwärts. Es werden deshalb die meisten seitlich liegenden Gegenstände welche das Tier beobachtet, nur von einem Auge desselben gesehen und von denjenigen, die im gemeinschaftlichen Gesichtsfelde liegen können nur sehr wenige an den gleichen Stellen der Netzhaut ihr Bild entstehen lassen. Geringgradig veränderte Stellung der Sehachsen wird deshalb bei Pferden fürdie Seh-tüchtigkeit selbst von geringerer Bedeutung sein. Im quot;Vergleiche zur Wichtigkeit des Leidens in der Menschenheilkunde, namentlich auch in Rücksicht der Schönheit, hat das Schielen der Tieraugen nur ganz geringe Bedeutung.
Das Leiden entsteht a) durch Lähmungen einzelner Muskeln = paralytisches Schielen, dadurch, dass die Nervercentren, der sie zur Thätigkeit bestimmenden Nerven nicht funktionieren, oder dass der Nerv selbst in seiner Leitungsbahn durch Geschwülste oder andere Erkrankung unterbrochen ist; b) durch Krampfzustände in einzelnen Muskeln. Letztere Art ist bei Tieren sehr selten.
Klinisches Bild: Beim Pferde: Peters sah bei einem 13 Jahre alten Wallachen, der wegen des Hauptmangels schwarzer Staarquot; im Prozesse stand, derart hochgradiges Schielen, dass die Sehachse des rechten Auges nach oben gerichtet und gleichzeitig das Augenlid mehr den Bulbus bedeckte, als auf dem anderen Auge. Auch die Orbita lag rechts höher als links, dies konnte nur erzeugt sein durch asymmetrischen Schädelbau. Schöler sah ebenfalls beim Pferde die eine Augenachse mehr nach oben gerichtet, auch Bayer fand eine Drehung des Augapfels um seine Horizontale, so dass der Blick nach oben gerichtet war, wurde das Auge mit normaler Stellung verbunden, so konnte das Pferd 50 cm. hohe Hindernisse nur sehen, wenn es den Kopf so erheblich senkte, dass die Nase gegen die Bugspitze gerichtet war.
Beim Rind beschreibt Gebier folgenden Fall: Eine Kuh hat vor
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Klonischer Augenmuskelkrampf.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;175
6 Tagen gekalbt, es trat Geburtsfieber ein. Nach C Tagen erfolgte Zittern und Zucken an der linken Kopfhälfte bis über die Schultern dieser Seite, die Pupillen waren erweitert, das Auge glotzend. Linksseitig war der Augapfel schielend gegen den inneren Winkel gewandt. Nach 3 Tagen erfolgte im allgemeinen Besserung, aber der Augapfel blieb derart nach innen gedreht, dass von der Cornea nichts mehr zu sehen blieb. Nach 6 Wochen erfolgte ein erneuter Fieberanfall, mit nachfolgender ebensolcher Veränderung am rechten Auge beide Augäpfel blieben dauerndverdrehtquot;. Grimmen beobachtete bei einer Kuh, dass beide Augen derart nach innen gedreht waren, dass die Pupillen nur teilweis sichtbar wurden. Das Tier konnte nicht auf die Weide gelassen werden. Der Zustand war angeboren. Einen ganz ähnlichen Fall beschreibt Koch. Jansen sah das linke Auge einer Kuh nach innen und unten gedreht. Eine Katze, 3 Jahre alt, schielte plötzlich beiderseits nach innen, das Sehvermögen war nicht gestört. Auf Belladonna-dekokt und Atropin erfolgte Heilung in 4 Wochen. Cajory.
Therapie: Bei der paralytischen Form kommt eine solche kaum in Betracht. In Einzelfällen dürften Einwirkungen auf die Blutgefässe der erkrankten motorischen Centren von Einfluss sein. (Bromkalium.) Rolland behandelte Lähmungen der Augenmuskeln mit Bromhydrat und dem wirksamen Stoff der Granatwurzel. (Lösungen 1 : 20 täglich 4 Esslöffel beim Menschen). Bei Geschwulstursache könnten tiefe operative Eingriffe heilsam sein. Durch Krampf erzeugtes Schielen ist bei Tieren selten, die in der Menschenheilkunde dagegen angewandte Operation, die Sehne des verkürzten Muskels hart an der Sklera abzulösen, und den indirekten Zusammenhang mit der Tenonschen Kapsel nach der Conjunktiva zu lockern, wurde in der Tierheilkunde zu praktischen Zwecken meines Wissens noch nicht ausgeführt.
Klonischer Augenmuskelkrampf.
Litter a tu r: Eletti, Krampf d. Augenmuskeln h. Pf. Giornale Mail. 185G, p. 212. Seh leg, Krampf d. Augenmuskeln b, Pf. Sachs. Jhb. 1870, p. 92.
Eletti beobachtete bei einer Stute während der Arbeit, nicht auch in der Ruhezeit, dass der Bulbus durch einige Zeit zuckend in die Augenhöhle zurückgezogen wurde. Er behandelte das Auge mit Belladonna und erzielte Heilung. Schleg sah eine Rappstute, bei welcher sofort beim Einfallen hellen Lichts in das Auge, sowohl im Stalle wie im Freien, eine derartige Refraktion beider Augäpfel erfolgte, dass die beiden Blinzknorpel wie beim Starrkrampf hervortraten und dauernd in dieser Stellung blieben,
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176 Parasiten in der Conjunktivn, den Thränenorg-anen und im Auge.
so lange das Auge vom hellen Lichte getroffen war. Im Dunkeln Hess der Krampf sofort nach. Schleg behandelte das Auge mit Opiumsalbe und erzielte innerhalb 4 Wochen Heilung.
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Parasiten in der Conjunktiva, den Tliriiuenorganen und im
Auge.
Littoratur: Busch, Filaria lacrimalis h. Pf, Gurlt u. Hertwig 1835, p. 23. A d a in o w i c ü , Filaria lacrimalis b, d. Kuh. Gurlt u. Hertwig 1837, p. 444. Adamowicz, Filaria lacrimalis b. Pf. Ibd. 1839, p, 242. 0 w 1 e s, Filaria papillosa im Pferdeauge, The Vet. 1859, p. 318. Ber. üb, Leist. i. Geb. d. Thlk. 1859, p. 33. Baggo, Filaria im Pferdeauge. Diin. 1860, p. 38. Ibd. 1860, p, 49. Ercolani, Würmer im Auge. Ital. 1869, p. 145. Ibd. 1861, p. 20. S in a 11, Wurm im Auge d. Gänse, The Vet. 1862, p. 19. Ibd. 1862, p, 51. Broun oka mm, Filaria pap. b. Pf. Gurlt u. H. 1867, p. 484. Gurlt, Fademvurm b. Schafe. Ibd. 18G9, p. 118. Gurlt, Fadcn-wurm b. Schafe. Ibd. 1872, p. 168. Koster, Augenentz. d. Würmer. Mitt, a. d. Pr. Boloff u. Schütz 1878/79, p, 77. Falke, Filaria im Auge b, Pf. Falke tzl. Jhb. 1879, p. 124. Brandt, Filaria im Auge b. Pf. Wochonschr. f. Tzte, 1879, p. 91. Perdan, Filaria im Auge d. Kuli. Mitt. d. Vor. d. Tzte. in Ost. 1880, p. 164. Ilasselbach, Filaria im Auge d. Schafbocks. Ibd. 1882, p. 152. H e i n k o. Blasenwurm i. d. Augenhöhle. Roloffquot; u. Schütz 1882, p. 74. Zürn, Tierische Parasiten.
Es handelt sich um Einwanderung verschiedener Parasiten, welche ihren Sitz im Conjunktivalsack, den Thränenwegen oder im Bulbus nehmen und zu verschiedenen Störungen Anlass geben. Die am häufigsten vorkommenden Parasiten sind a) Filaria papillosa, das Männchen ist bis 80 mm. lang, das Weibchen 110180 mm. Der Parasit ist ausgezeichnet durch breiten Kopf mit ovaler Mundüffnung, deren Ringwulst vier spitzige Papillen trägt, Schwanzende spitz,, gekrümmt, oft schraubenartig gewunden, 8 Papillen, 4 vor und 4 hinter dem After. Zwei dünne, ungleich grosse Spicula, das längere mit Scheide versehen, die weibliche GeschlechtsöfFnung ist nahe am Kopfe, der Fruchthälter zweihörnig. Bringt lebendige Junge zur Welt. Entwicklung unbekannt. b) Filaria lacrimalis. Männchen 1012, Weibchen 1417 mm. lang, kurzer dünner Leib, kreisförmiger nackter Mund. Leibesende des weiblichen rundlich, das des männlichen einfach gekrümmt, kurzes Spiculum, vulva ca. 3 mm. vom Kopfe. Bringt lebendige Junge zur Welt. Entwicklung unbekannt.
Die beiden genannten Parasiten kommen nach den vorhandenen Mitteilungen, sowohl im Konjunktivalsack, den Thränenorganen, wie , im Auge selbst vor.
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Parasiten in dor Conjunktiva, den Thräncnorganen und im Auge. 177
Beim Pferde: Köster fand unter dem Blinzknorpel beim Pferde welches grosse Liclitschou, Thränon- und Cornealtrübung auf einem Auge zeigte eine grosse Anzahl kleiner, schwarzer Würmer. Griirlt teilt mit: Bei einem Pferd bestand seit einigen Tagen grosse Lichtscheu, als auf kalte Umschläge keine Besserung erfolgte, das Auge thränte, die Lider anschwollen und Trübung der Cornea eintrat, wurde das Tier niedergelegt und das Auge erfolglos untersucht. Auf Suhli-matumschläge erfolgte Besserung, nach 14 Tagen aber erfolgte erneuter Anfall, weshalb abermalige Untersuchung am Auge vorgenommen wurde. Nach 10 Minuten langem Suchen fand sich in der Bindehaut des oberen Augenlides, dicht am oberen AVinkel, ein sich bewegender Wurm. Beim Herausziehen zeigte sich, dass es zwei waren, auf weiteres Suchen fand man dortsclbst noch 8 solcher. Die Trübung der Cornea nahm nach der Operation zu und erst nach Vs Jahr trat Besserung ein. Gurlt fügt bei: Diese Würmer leben in den Ausführungs-gängen der Th ränendrüsen und kommen nicht ganz selten vor, jedoch kenne ich sonst noch keinen Pali, in dein sie Augonentzümlung verursacht hätten. Im Jahre 1872 wiederholte Gurlt diese 1839 sre-machte Entdeckung und fügt noch an: nur wenn ein Würmchon in das Augoninncre kriecht, macht es Entzündung.
Fi 1 aria 1 acrima 1 is und papi 11 osa im Auge selbst, beim Pferde: Busch teilt mit: Das rechte Augenlid eines Pferdes war gegen den äusseren Rand etwas geschwollen, wenig vermehrt wann, weniger geöffnet, die Cornea graugolb, trübe, ein weisser etwa erbsen-grosser Fleck fand sich in der Cornea gegen den äusseren Augenwinkel, keine Lichtscheu, nur bei der Berührung Thräneu. 6 Tage später waren die Lider angeschwollen, die Cornea war jetzt weiss, glänzend, in der vorderen Augenkammer waren zahlreiche dunkelrote und gelbe Flecken, später wurde die Cornea blauweiss; als nach 4 Wochen keine Besserung eintrat, wurde die Hornhaut in der Meinung dass ein Wurm in der vorderen Augenkammer sein müsse, durchschnitten, Hie-bei entstand grosse Schwierigkeit, indem das Auge zurückgezogen und von dem Blinzknorpel bedeckt wurde. Endlich nach Fixation mittelst Pinzotten kam mit anderem Inhalt auch ein weisser, sehr dünner Wurmquot; zum Vorschein. Nach Verband und kalten Umschlägen ersetzte sich die Flüssigkeit innerhalb von 8 Tagen und in J? Wochen war die Heilung beendet. Brandt sah bei einem 6 jährigen quot;Wallachen in der vorderen Augenkammer quer über die Pupille einen 140 bis 150 mm. langen Wurm in doppolt hufeisenförmiger Gestalt, bei einfallendem Sonnenlicht sah man deutliche Bewegungen des Wurmes.
Hoffmann, Tienirztliche Chimrgio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;12
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178 Parasiten in der Conjunktiva, den Thränenorganen und im Auge.
Durch Erweiterung oder Verengung der Pupille erhielt derselbe etwas veränderte Gestalt. Plötzlich war der Wurm Yerschwunden und das Auge ohne jeglichen operativen Eingriff heil. Armbrecht sagt in seiner Chirurgie, der quot;Wurm krieche durch die Sklera und wandere aus. Brandt glaubt jedoch, dass dieser zweifellos anhaftend war und dass er resorbiert worden sei. Auch Ealke beobachtete das spontane Verschwinden von Filaria im Pferdeauge. Brennekam wurde mitgeteilt, dass an einem Pferde das seit längerer Zeit Trübung am linken Auge besitzt, der Besitzer einen weissen Faden heobachtet habe, der sich bewegte. Brennekam fand das Auge vergrössert, kein Thränen oder Lichtscheu, die Cornea leicht getrübt, die Pupille sehr erweitert, in der vorderen Augenkammer bemerkte man sofort einen ca. 3 Zolllangen 1 laquo; Zoll dicken AVurm der 3 Stunden hindurch in steter, recht wahrnehmbarer Weise, ähnlich den Schwingungen eines Egels im Glase Wasser in Bewegung war.quot; Brennekam stach mit einer Staarnadel durch die Sklera ein, schob eine feine Hnkenpinzette ein, konnte aber den Wurm wegen dessen Bewegungen erst nach 5 Minuten, fassen. Da nur eine kleine Menge Wasser abfloss, collabierte die vordere Augenkammer nicht. Brennekam verschloss die Augenlider mit Heftpflaster, kühlte und es erfolgte Heilung. Bagge sah einen 4 Linien langen, faden-fönnigen Wurm in der vorderen Augenkammer der sich lebhaft bewegte, die Cornea war etwas getrübt. Bagge warf das Pferd, fixierte den Augapfel vollständig durch Druck von der Schläfengegend herab, schnitt mit dem Staarmesser einen Va Zoll langen Schnitt vor dem Sklerarande ein, im tiefsten Teile der Hornhaut, wobei die wässerige Flüssigkeit samt Wurm mit Gewalt hervorstürzte. Die Wunde war am dritten Tage geschlossen und es erfolgte Heilung.
Owles giebt an, dass Filaria papillosa im Pferdeauge in Bengalen sehr häufig beobachtet werde. Auch Adams hat in Ostindien bei den Pferden eines Regiments in IG Jahren 18 solche Fälle beobachtet und operiert. Symonds sah, wie sich der Wurm während der Krankheit an der Iris festhakte, nach 8 Tagen seine Bewegungen einstellte, dann in zwei Stücke zerfiel. Ein loses Stück sank auf den Boden der Augenkammer und wurde resorbiert, das andere Stück blieb an der Iris befestigt und verschwand ebenfalls, aber viel langsamer durch Resorption. Auch Paszotta beobachtete, wie ein an der vorderen Irisfläche festgeklebter Wurm allmählich resorbiert wurde, ohne krankhafte Veränderungen des Auges zu hinterlassen.
Beim Rinde fand Perdan seit langer Zeit bestehenden Augen-schmerz beiderseits, grosse Anschwellung und Lichtscheu, so dass von
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Parasiten in der Conjunktiva, den Thränenorganen und im Auge. 179
den Augäpfeln nichts zusehen war. Nach mühsamem Eröffnen fand er sehr zahlreich vorhandene kleine, weisse, fadenähnliche Würmchen, 10 mm lang, die sich sehr lehhaft bewegten. Ercolani fand in 3 Fällen beim Rinde in den Ausführungsgängen der Thränendrüse Pilaria lacri-malis in einem Falle sogar 4 Stück und er fügt an, dass Grisoni schon 1429 in Bologna diese Würmer gefunden hätte. Von einer Erkrankung ist nichts anzugeben.
Beim Schafe. Gurlt giebt an: Ein Schafbock hatte ein krankes Auge. Die Cornea war vielfach getrübt, das Tier schüttelte den Kopf und suchte mit dem Fusse das erkrankte Auge zu reiben. In der vorderen Augenkammer war ein weisscr, beweglicher Streifen, der allmählich von selbst verschwand, (Gurlt glaubt in die hintere Augenkammer). Ilasselbach teilt mit dass in einem heissen Sommer zahlreiche Lämmer eine granulöse Augenentzündung hatten. Auch ein wertvoller Bock erkrankte ähnlich, .an einem Auge traten zahlreiche Gefässneubildungen an der Cornea auf, diese wurde trübe, Lichtscheu oder Anschwellung war nicht zugegen. Nach einigen Tagen wurde die Cornea auf Calomel etwas heller und er fand jetzt einen feinen, weiss-lichen Streifen, etwas nach oben gebogen, der sich wellenförmig bewegte, nach einiger Zeit verschwand er, (jedenfalls, meint Ilasselbach in die hintere Augenkammer), derselbe kam aber wiederholt in die vordere Augenkammer und verschwand endlich von selbst.
Bei Gänsen. Small beobachtete in Irland dass Gänse die viel in einem Bache waren in dem sich zahlreich Sumpfblutcgel vorfanden erblindeten. Die Augäpfel der Gänse wurden vergrössert, schmerzhaft, hervorgedrängt. Nach Eröffnen derselben kam ein schwärzlicher, sich lebhaft bewegender Wurm heraus. (Zürn führt an, dass bei der Silbermöve, dem brasilianischen Bäckervogel und bei einem Raubbussard, Filarien im Auge boobachtct wurden, bei Hausgeflügel aber Ähnliches, ausser dem Small'schen Blutegel, unbekannt sei.
Einen Blasenwurm (Cönurus corcbralis) fand Heinke in der Augenhöhle eines 14 Tage alten Füllen. Das Füllen war mit nur einem guten Auge geboren, das andere Auge war mit einem dünnen Iläut-chen überdeckt. Nach Spaltung desselben war ein Augenrudiment von nur Erbsengrösse zugegen und der gesamte übrige Raum wurde von dem Cönurus eingenommen.
Zusammenfassung: In welcher Form und auf welche Weise die Filarien einwandern ist unbekannt. Die Anwesenheit der Filarien im Conjunktivalsacke bedingt hoftigo Conjunktivitis, die Anwesenheit der Filarien in der vorderen Augenkammer verursacht langwierige
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180 Krankheiten dor Orbita. Wunden, Frakturen, Entzündungen, Abscesse,
Trübung der Cornea und exsudativo Prozesse an der Iris. Es ist kein Fall mitgeteilt, class ein Pferd, Rind oder Schaf infolge der Anwesenheit einer Pilaria erblindete. Das allmählige Absterben und die erfolgte Resorption des Wurmes im Auge ist sicher beobachtet und scheint sogar die Regel zu sein. Es ist deshalb fraglich ob, um den Wurm zu entfernen und dadurch rascheren Verlauf zu erzielen eine Operation angezeigt ist.
Die bei Gänsen beobachtete zahlreiche Erblindung infolge der Einwanderung eines Blutegels (?) steht noch zu vereinzelt, um allgemeine Schlüsse ziehen zu können. Ebenso ist die Einwanderung von Cömirus ccrebralis in das embryonale Auge des Pferdes bis jetzt ein Unicum.
Krankheiten der Orbita.
Die Augenhöhle, Orbita, ist bei den Haustieren mehr nach vorn oder mehr seitlich gelagert, auch ist ihre Rildung chirurgisch wichtig verschieden. Die Augenhöhle des Pferdes hat durch den Augenbogen-fortsatz des Stirnbeines eine feste, knöcherne obere Wand welche nur auf grosso Gewalten zertrümmert worden kann. Beim Rinde und den übrigen Wiederkäuern ist die obere Wand noch fester, es bildet aber der Augenbogenfortsatz mit dem Jochbein seitlich einen viel schwächeren knöchernen Schutz als beim Pferde. Beim Schwein ist die obere Orbitawand nur teilweise knöchern und es führt ein straffes Band von dem Augenbogenfortsatze zum Jochbein. Dasselbe ist in noch erhöhter Weise beim Hunde und bei der Katze der Fall. Den vollständigen Abschluss der Orbita bewerkstelligt das fortgesetzte Periost der Augenhöhle, die Periorbita, die einen hohlen Kegel bildet, dessen Spitze das Sohnervenloch umgiebt und dessen Basis in der knöchernen Augenhöhle befestigt ist.
Wunden, Frakturen, Entzündungen, Abscesse,
Wunden, Frakturen sind in der Regel mit Wunden der Lider kompliziert weshalb icli auf das dort Gesagte verweise. Entzündungen des Gewebes, Abscessbildung, Caries und Nekrose können in der Begleitung auftreten. Eingedrungene Fremdkörper, Operationen, können ohne dass die äusseren Teile verletzt sind, innen verwunden. Entzündungen des orbitalen Gewebes kann auch infolge von Infektionskrankheiten auftreten. Die Symptome sind, je nachdem grössere oder kleinere Partieen betroffen sind, verschieden. Bedeutungsvoll für die
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Geschwülste.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 181
genannten Prozesse ist das reichlich Yorhandene Fettgewebe. Dasselbe hat gegen einwirkende Reize verhiiltnismiissig geringe Empfindlichkeit, giobt aber einmal erkrankt, besonders Eiterungen reichliche Gelegenheit zur Ausbreitung. Es sind gerade deshalb eiternde Quetschungen manchmal Ursache, dass grosso Abscesse in der Orbita entstehen. Hertwig berichtet von einem solchen der nach einem Schlage entstand, eine hühnereigrosse Höhle bildete, nach Eröffnung jedoch rasch heilte. Auf derartige Prozesse mit Volumenvermehrung wird der Bulbus in der Richtungsachse der Orbita nach aussen gedrängt, das Auge verliert von seiner Beweglichkeit, wird glotzend und schmerzhaft. Anschwellung, Hyperämie der Conjunktiva tritt in der Regel hinzu.
Die Prognose ist vorsichtig zu stellen. Es besteht Gefahr, dass die eiterigen Prozesse auf das Periost und den Knochen übergehen und Caries und Nekrose verursachen, auch ist die Möglichkeit, dass der Bulbus selbst erkrankt oder die Eiterung in das Gehirn gelangt.
Therapie: Kräftige Anfiphlogose, bei eintretender Eiterung wird die rasche Schmelzung durch Kataplasmen gefördert, sobald Fluktuation auftritt, muss eröffnet und für dauernden Abfluss gesorgt werden, gründliche Austupfung der Höhle mit Borsäure 2-40'oig oder Sublimat 1 :500 und nachher reichliches Einführen von Jodoform ist zu empfohlen.
Geschwülste in der Orbita.
L i 11 e r a t u r: C r 6 p i n , Krebs i. d. Blinzhaut b. Pf, Kuers Jhb. üb. Thk. u, Viehz. 1834. Prinz, Fcttgeschwulsl im Auge b, Hunde. Ibd. K am p e m a n n, Steatom im Auge b. II. Ber. ü. Leist. im Geb. d. Thk. 1842/43, p. 22. Rabe, Carcinom im Auge b. R. Tztl. Mitt. Roloff u. Schütz 1857, p, 129. Haubner, Fibroid a. Augenbogen. Sachs. Jhb. 1861, p. 40. Leise* ring, Neubild, in der Orbita des Pferdes. Ibd. 1861/02, p. 13. Haub-nor, Entatt. d. Blinzknorpels Ibd. 1862, p. 58. II au b nor, Krebs in der Augenhöhle b. Pfd. Ibd. 18C2, 57. Haubner, Dasselbe. Ibd. 1803, p. 12. Köhnc, Rundzellcnsarkom a Bliuzknorpel. Gurlt u. Hertwig 1809, p. 216. Gurlt, Melanose a. ülinzknorpel d. Pf. 1862, p. 285. Schütz, Orbitale Sarkome. Mitt. a. d. tztl. Praxis 1881, p. 01. Annakcr, Me-lanosarkom im Pferdeauge. Ibd. 1881, p. 92. E m m m e r i o h , Orbitales Sarkom b. R. Ibd. 1881, p. 91. Schwenk, Traumat. orbitale Fettgewobs-Kntz. b. Hunde. Zeitsohr, f. vgl. Augenheilk. 1883, p. 241. Möller, Augenheilkunde, dortsclbst auch weitere Liltoi'atur.
Beim Pferde. Die Geschwülste die in der Orbita auftreten hnben verschiedenen anatomischen Charakter. Es sind in hiesiger Klinik mehrere bis zur Haselnuss- und AVallnussgrösse durch Herrn
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182nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Geschwülste.
Prof. Berlin am Pferdeauge exstirpiert worden, einige auch durch mich. Die Heilung erfolgte immer rasch und vollkommen. Die am zahlreichsten vorkommenden und unschädlichsten sind die Lipome, die bösartigen, Carcinoma und Sarkome werden ebenfalls nicht selten beobachtet. Schütz teilt über die Entstehung derselben mit: Sie entstehen hinter oder neben dem Augapfel und gehen wahrscheinlich aus dem in der Orbita gelegenen Fettgewebe hervor. Wenn sie sich hinter dem Augapfel bilden, so drängen sie denselben aus der Augenhöhle hervor und bedingen dadurch Exophthalmus. Leisering sah einen Epithelialkrebs am Pferdc-auge, derselbe schob sich hühnereigross zwischen den Augenlidern, den Bulbus bedeckend hervor, wiederholt vorgenommene Exstirpation führte nicht zum Ziele, das Pferd ging zu Grunde. Crepie hat einen Skirrhus von der Grosso eines kleinen Hühnereies, der auf der Blinzhaut seinen Sitz hatte entfernt, nach einigen Monaten musste die Geschwulst wiederholt exstirpiert werden, es war jetzt auch Anschwollung der Kehl-gangsdrüsen vorhanden. Nach 5 Monaten musste zum drittenmale exstirpiert werden. Die Geschwulst wog jetzt 700 gr. Nach weiteren 8 Monaten wurde das Pferd getötet, die ganze Geschwulst wog jetzt 2,5 Kg. Anmicker boschreibt Melanome in der Orbita des Pferdes. Möller giebt Beschreibung und Abbildung von einem durch ein exstir-piertes orbitnlcs Cancroid beim Pferde entstandenen Defekt.
Beim Rind: Emmerich teilt über ein orbitales Sarkom folgendes mit: Das Auge war herausgetreten und von der Neubildungsmasso vollständig mit faustgrosser Wucherung umschlossen. Nach 10 Monaten war die Gesehwulst wie eine Kegelkugel geworden und reichte bis zur Stirnmitte, sie bildete eine schwärzlichgraue, stinkende Masse. Das Tier wurde getötet, die Geschwulst hatte die Knochen im grossen Umfange zerstört, erfüllte einen grossen Teil der Kopfhöhlen und wog 3,5 Ko. #9632; Über ein Steatom dortselbst berichtet Kampmann.
Zusammenfassung: Von grosser Bedeutung ist die Diagnose, welche Sorte von Geschwulst vorliegt. Lipome sind in der Regel mit Schleimhaut bedeckt, glatt, glänzend, auf Berührung festweich, fast fluktuierend. Krebse und Sarkome bilden auf der Oberfläche mehr unebene, zum Teil zerfallende, wuchernde Flächen. Die mikroskopische Untersuchung giebt zweifellos Aufschluss. Die Exstirpation gutartiger Neubildungen die meist noch vor dem Bulbus ihren Sitz haben, ist nur ein kleiner Eingriff. Die Pferde erhalten Cocai'n in das Auge, bekommen die Bremse aufgesetzt, ein Schnittchen über die Oberfläche, in der Kegel in der Richtung der Lidränder lässt das Lipom etwas hervorquellen, welches mit einer Pinzette erfasst und unter Nachhilfe
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Vorfall des Augapfels, Prolapsus bulbi.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 183
mit der Schere herausgenommen wird. Anders verhält sich die Sache bei malignen Tumoren. Frühzeitige Operation kann nicht dringend genug angeraten werden. Wenn bei der Exstirpation solcher bösartiger Geschwülste nicht alles Erkrankte you Grund aus entfernt wird, so ist erneutes und heftigeres quot;Wachstum mit endlicher Zerstörung unaus-bleihlich. Der Zauderer verliert hier alles.
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Vorfall des Augapfels, Prolapsus Imlbi.
Littoratur: Krampmann, Prolapsus bulbi. Gurlfc u. Hertwig 1842, p. 82. Smith, Vorfall d. Augapfels b. Hund, The Vet. 1851, p. 62. Hertwig, Augapfelvorfall b. Hund. Krkh. d. Hunde 1853. Robe 11 et, Augapfcl-vorfall b. Hund. Journ. do mod. vet. 1854. Vogel, Augapfelvorfall b. c. Kuh. Mitt. Gerlach u. Leisoring 1856, p. 99. Gurlt, Augapfelvorfall b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1870, p. 306. Bräu er, Exophthalmus b. Pferde. Sachs. Jhb. 1870, p. 92. Werner, Augapfolvorfall b. e. Kuh. Müller u. Roloff 1874, p. 119. Berlin, Augapfelvorfall. Rep. 1879, p. 18 Möller, Handbuch 1889, p. 196.
Ein Hervordrängen des Augapfels aus seiner Höhle infolge verschiedener Ursachen heisst Exophthalmus.
Aetiologie: Beim Menschen ist sehr häufig die Basedowsche Krankheit die Ursache. Bei derselben ist Herzvergrössorung, rascher Puls, Anschwellung der Schilddrüse; Teilerscheinung derselben ist auch Exophthalmus. Letzterer infolge Hyperämie und teilweiser Hypertrophie dos Fettgewebes, Die orbitalen Gefässe sind erweitert. Wenn nun auch die eigentliche Basedowsche Krankheit mit Exophthalmus noch niclit beim Tiere beobachtet ist, so hat doch Berlin beim Pferde, bei derart hochgradigem Exophthalmus dass die Augenlider den Bulbus nicht mehr bedeckten, gesehen, class dieser Zustand infolge Thrombose und Thrombophlebitis des Gehirnsinus entstand. Gurlt sah Exophthalmus bei einem 20jährigen Pferde infolge eines grossen Polypen. - Werner bei einer Kuh, ebenfalls infolge einer grossen Fasergeschwulst. Vogel durch eine Speckgeschwulst. llobellet infolge Bruches des Augenbogens, Hertwig führte als Ursache des Exophthalmus beim Hunde an, dass er durch heftige Fingerdriicko, Bisse und Hufschlägo entstehe. Ferner sind genannt Echinokokken, Blutergüsse, Fremdkörper und Abscesso sowie Aneurysma der Arteria ophthahnica.
Klinisches Bild: In dem von Berlin beobachteten und beschriebenen Falle war der Bulbus so weit herausgedrängt, dass die Lider den Augapfel nicht mehr bedecken konnten. Werner beobachtete an der erblindeten Kuh dass die hervorgedrängte Cornea allmählich welk
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184nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vorfall dos Augapfuls, Prolapsus bulbi.
wurde, schiurnpfte und nach kurzem das andere Auge in denselben Zustand gelangte. Bräuer schreibt: Das linke Auge eines Pferdes thränte, wurde täglich mehr aus seiner Höhle gedrängt, das Tier schüttelte -viel mit dem Kopfe und zeigte Schmerz. Der Augapfel wurde allmählich zwischen die Lider eingeklemmt, die Conjunktiva hochge-rötet, die Sehkraft erlosch. Appetit und Allgemeinbefinden gestört. Jode Behandlung von Bräuer war erfolglos, das Pferd wurde getötet. Bulldoggen, Möpse und Wachtelhunde führt Möller als ganz besonders dis-poniert an, die Augen sind bei diesen Tieren vorhältnismässig gross und der an der ürhita oben schwache, nicht knöcherne Verschluss giebt Ursache, dass bei von hinten und oben her wirkendem, starkem Druck der Bulbus hervorgedrängt wird,
Prognose: Je nach der Ursache verschieden. In frischen, durch ein Trauma entstandenen Pällen bei denen grösscro Zerreissungen und Blutungen nicht stattfanden, ziemlich günstig, auch bei Abscessen und nicht allzugrossen Blutungen ist noch Heilung ohne Verlust des Auges möglich. Bei durch Neubildungen vcranlasster Ursache, ist die Prognose ungünstig,
Therapie: In frischen Pällen, bei welchen hinter dem Auge kein bedeutendes Blutextravasat liegt, gelingt bei kleinen Tieren die llepo-sition verhältnismässig leicht. Möller schreibt folgendes Verfahren vor: Der Bulbus soweit erforderlich, mit lauwarm Wasser gereinigt. Sodann erfasse man die beiden Augenlider und suche sie über den Bulbus hervorzuziehen, indem man mit beiden Daumen auf die Cornea drückend, den Augapfel in die Augenhöhle zurückzuschieben sucht. Durch Applikation von etwas Öl auf den Bulbus wird dieses Verfahren oft wesentlich erleichtert. Gelingt die Iteposition nicht, so verlängere man die Lidspalte, durch einen Einschnitt am äusseren Augenwinkel. Man benutzt dazu am besten eine geknöpfte Schere. Oft bedarf es nur einer Erweiterung von 35 mm.; nach der Zurückbringung wird die AVunde geheftet.quot; ITertwig giebt an, dass das Zurückbringen oft leicht, das Zurückhalten jedoch sehr schwer sei und er empfiehlt längere Zeit hindurch einen Schwamm aufdrücken zu lassen und die Augenlider zusammen zu nähen. Das Zusammennähen empfiehlt auch Möller. Smith rät, wenn der prolabierto Bulbus beim Hund nicht zurückgebracht werden könne, die vordere Augenkammer anzustechen und zu entleeren, worauf dann die Reposition mit Leichtigkeit gelinge und auch die Zurückhaltung zu bewerkstelligen sei. Nach meiner Erfahrung sollte das Zusammennähen, bei welchem nur die Cutis, nicht aber auch die Conjunktiva durchstochen wird, nur seitlich
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Exstirpation des Augapfels.
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und nicht mit Durchstechung der Lidriinder geschehen. Ein vollstiin-diger Verschhiss bedingt im Conjunktivalsackc Soki-etansammlung und die Nälite auf der Mitte des Augapfels drücken. In Fällen, in denen der Bulbufl bereits verändert ist oder wo derselbe durch chronische Zustände hervorgedrängt wird, bleibt nichts übrig als die Exstirpation.
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Exstirpation des Augapfels.
Littoratur; E 1 o u e t, Exstirpation dlt; Augapfels. Bor. üb. Loist. i. Geb. d. Thk. 1841, p. 31. Krcutzor, Exstirpation d. Augapfels b. Hunde. Zeitschrift f. Tbk, XIII, p. 4. Saint-Cyr, Exstirpation d. Augapfels einer Kuh. Lyon. 1854, p. 193. Wiolb, Exstirpation d. Augapfels b. ein. Pf. The Vet. 1856, p. 209. Ilurmoistor, Exstirpation d. Augapfels beim Ochsen. MItt. a. d. tztl. Prax. Gurlt 1858 p. 158. Eck, Exstirpation d. Augapfels heim Ochsen. Ibd. 1805, p. 231. Bü ff art , Exstirpation d. Augapfels b. Fohlen. Ibcl. 1857, p. 135. Hunter, Exstirpation d. Augapfels b. Pf. Zoitsohr. f. vergl, Aughk. 1878, p. 78. Smith, Exstirpation d, Augapfels. Ibd. p. 79.
Die Exstirpation des Augapfels wird nach vorheriger Cocai'ni-sicrung in ganz kurzer Zeit bei Übung in weniger als 1/2 Minute ausgeführt. Zunächst wird der Augapfel mit einer Pinzette oben etwas hervorgezogen und leicht abwärts gedrückt, mit einer passenden über die Eliiche gebogenen Schere die Conjunktiva hinter der Cornea eingeschnitten und mit kurzen raschen Schnitten die Muskulatur vom Skleralteile des Bulbus rundum abgetrennt, schliesslich erfolgt die Ab-schnoidung der Sehnerven. Ich habe diese Operation von Berlin am Auge von Pferden und anderen Haustieren ausführen sehen und selbst gemacht. Es ist zweckmässig, möglichst die Conjunktiva zu schonen, damit die Wundlläche mit solcher reichlich gedeckt werden kann. Hierdurch entsteht auch einequot; verhältnissmässig geringe Wunde und rasche Heilung die bei sorgsamer Aseptik und Verband per primam erfolgen kann. Anders verhält sich die Sache, wenn Geschwülste die Ursache sind. Es kann schwieriger sein den Bulbus hievon zu lösen. Aber auch in diesen Fällen sollte der Bulbus immer zuerst auf vorgenannte Weise entfernt und erst nachher die Geschwulst in Angriff genommen werden. Es ist geradezu als Tierquälerei zu bezeichnen, wenn Geschwülste, Augapfel Muskeln und andere Teile zusammen entfernt werden. Die von Bayer referierten, von Hunter und Small ausgeführten Exstirpationen des Augapfels, durch Erweiterung der Lider, Umfassen des Augapfels mit einer Schlinge, Hervorziehen und Abschneiden mit dem Messer, oder gar Abquetschen mit dem Ecraseur verdienen keine Nachahmung.
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186nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Künstliche Augen.
Hering giebt an den Augapfel mit einer Schlinge hervorzuziehen und mit lorbeerblattförmigem Messer zu umschneiden. Nach Entfernung des Augapfels und eventueller Exstirpation von Goschwülsten erfolgt sorgsame Irrigation mit einer dosinfizierenden Flüssigkeit, und Auspuclern mit Jodoform. Möller heftet die Augenlider. Einlogen eines aseptischen, die Flüssigkeit ansaugenden Tampons, Jodoformgaze, Watte, Schwamm ist zu empfehlen. Verband ist anzuempfehlen. Tiere mit einem ex-stirpirten Auge sehen nicht gut aus und es kommen hier künstliche Augen in Betracht.
liiiiistliclic Augen.
Litteratur: Bauer, Einsetzunnf künstlicher Augen b. Pf. Wochsch. 1857, p. 217. S ohmld , Künstl. Augen b. Pf. Ibd. 1857, p, 207. Dor. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1857, p, 55. Her twig, Künstl. Augen b. Pf. Gurlt u. Ilertwig. 1872, p, 111. Stengl, Kiiustl. Pferdeaugon. üster. Monalscbi1. f. Tbk. 1879, Is'o. 6. Sob au b er, Künstl. Auge bei einer Katze. Ztscbr. f. vgl. Augbk. 1887, p. 115.
Nach Verlust eines Augapfels haben die Tiere ein entstelltes, befremdendes, ja mitleiderregondos und hiissliches Aussehen, iiesonders bei Pferden, die zu einem Wagendienst gebraucht werden sollen bei dem auf eine gewisse Eleganz gesehen wird, ist eine derartige Erscheinung sehr störend. In der Regel sucht man sich dadurch zu helfen, dass das Pferd so gospannnt wird, dass das gesunde Auge aussei! ist, sodann worden durch grosso und enganliegende Scheuleder die Augen möglichst verdeckt. Zum Reitdienst können solche Hilfsmittel nicht gebraucht worden. Es tritt daher in manchen Fällen der Wunsch auf, das unschöne Aussehen des Pferdes zu verbessern durch sog. künstliche Augenquot;. Diese sind muldenförmig oval, halbkugelfürmig, etwa ähnlich der Cornea nur grosser geformte Schalen aus schwarzem Glas, Horn oder Kautschuk unter die Augenlider derart einzuschieben, dass sie von letzteren festgehalten werden. Da die OberHächo dos glatt polierten künstlichen Auges durch den Lidschlag feucht und glänzend erhalten wird, so ist in der Regel dor Erfolg ein vollkommener. Ich habe derart verschönerte Pferde wiederholt Reitern und anderen Fachmännern vorgestellt, und sie ersucht, dass sie ohne näher an das Tier heranzutreten, die Augen betasten oder direkt in das Auge zu sehen , unterscheiden möchten, welches das gesunde und welches das künstliche sei und habe gefunden, dass ein sicheres Urteil hierüber auf einer Entfernung von nur einigen Schritten sehr schwer, wenn nicht unmöglich ist. Allein
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Transplantation von Tioraugen,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 187
das kiinstlicho Augo hat leider aucli Nachteile. Es reizt die Konjunk-tiva, das Auge thriint, es sammelt sich Sekret hinter dem künstlichen Auge an, das Einsetzen, noch mehr das Herausnehmen ist dem Tiero unbequem, etwas schmerzhaft, das Pferd wird leicht kopfscheu. Ein Ungeübter kann das Herausnehmen und Einsetzen kaum besorgen, ein künstliches Auge wird leicht verloren und zerbrochen, kurzum es sind eine Menge von Übolständen, welche die dauernde Anwendung des künstlichen Auges in der Regel aufheben. Bauer hat, um all dem vorzubeugen, vorgeschlagen das künstliche Auge nicht mehr herauszunehmen, eine etwa eintretende Conjunktivitis mit Adstringontien zu behandeln, da sich nach seiner Erfahrung bald Granulationen bilden, welche das künstliche Auge fest anliegen machen und es an den Rändern umfassen, so dass dasselbe dauernd fest sitzt und gleichsam eingewachsen ist. Hertwig hat künstliche Pferdeaugen kreisförmig aus schwarzem Horn drehen lassen, Zündel Hess solche aus Hartgummi anfertigen, aus Glas und Porzellan gemalte sind ebenfalls schon angefertigt worden, gegenwärtig aber meines Wissens nicht im Handel zu haben. Eh ist notwendig, dass das künstliche Auge ziemlich genau einpasst. Bauer warnt namentlich davor, zu kleine Scheiben einzusetzen, da dieselben beim quot;NVeiteroffnen der Lider sonst leicht herausfallen. Die ganz rund gedrehten passen nicht gut. Ich lasse deshalb in jedem Falle von einem Horndrehor ein ovales künstliches Auge nach Mass anfertigen. Auf der Drehbank können dieselben aber nicht gemacht werden. Die ersten paarmale habe ich das Mass zu klein angegeben. Stongl sagt über das Einsetzen: Man erfasst das obere Augenlid, hebt es in die Höhe, schiebt das befeuchtete künstliche Auge darunter, zieht das untere Augenlid auf und schiebt es da auch unter. Zur Herausnahme wird zuerst das untere Augenlid aufgehoben, eine Sonde unter das künstliche Augo geschoben und dasselbe herausgedrückt. Bauer will, dass das künstliche Augo täglich zweimal herausgenommen und abgewaschen werden soll. Schauber besitzt einen Kater, der seit 8 Jahren ein künstliches Glasauge trägt. Im ersten Jahre gingen 2 solcher verloren, das dritte sitzt aber seit 7 Jahren ununterbrochen und wurde nie herausgenommen.
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Transplantation von TU'raugcn.
Litteratari Daoi, Vorpflanzung eines Kuninchcnanges in eine raensohliohe Orbita. Cbl. f. Aughlk. 1886, p. 313. Chlbret, Einheilung von Tioraugen. Sachs, Dissortat. F c r r i e r, Ersatz eines onucleirten Menscheii-
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188 Krankheiten des dritten Augenlids. Blinzhnut, Nicldiaut, Xagel etc.
auges durch sofortige Transplantation eines Tieraugos. Cbl. f. Aughlk. 188G, p. 15G.
Es handelt sich liieboi um Einsetzung eines frischen, oben aus der Orbita eines Tieres liorausgonommenen Auges in die Orbita eines anderen Tieres oder eines Menschen, Die Erfolge sind bis jetzt teils ganz negativ, oder das eingesetzte Auge heilte ein, hatte aber keine Sehkraft und ging nachher zu Grunde.
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Krankheiteu des dritten Augenlids.
Blinzhaut, Nickhaut, Nagel, Membrana nictitans.
Littoratun Barmeister, Krampfhaftes Hervortreten d. Nlokhaut b. Pf. Gurlt u. Hertwig lS.r)4, p. 61. Lustig, Fibrom a. d. Niokbaut, Ilannöv. Jhb. 188082. Harrison, Kpitheliom a. d. Nlokhaut. Zeitschrift für Augenheilkunde 1885.
Im medialen Augenwinkel befindet sich bei unseren sämtlichen Haustieren, besonders entwickelt bei Vögeln, eine Dtiplikatur der Con-Juuktiva, die in ihrer Glitte einen ächten Knorpel besitzt. Bei Refraktion des Augapfels tritt das dritte Augenlid hervor, beim Pferde oft bis über die Hälfte, beim Vogel kann derselbe durch einen besondern Muskelapparat vor- und zurückgezogen werden. Auf der äusseren Fläche der Niokhaut liegt die beim Pferde etwa orbsongrossc sog. Hard ersehe Drüse, welche 23 feine Ausfiihrungsgiinge, die auf der inneren Nickhautflächo münden, besitzt. Beim Schwein und bei Nagetieren findet sich noch eine zweite ähnliche .aber grössere Har-dersche Drüse, tiefer im poriorbitalem Baume gelagert.
Von den Erkrankungen der Nickhaut ist die Conjunktivitis folli-cularis, die zahlreichste und bedeutsamste vergl. Seite 171. Burmeister beobachtete an einem 8 jährigen Pferde bei jeder Kopfbewegung, besonders bei der Futteraufnahme, Hervortreten der Nickhaut so bedeutend, dass 3/i des Augapfels bedeckt wurden. Innerhalb 4 AVochen erfolgte Heilung. Bei Verletzungen der Augenlider und der Con-junktiva kann die Nickhaut mit beschädigt werden. Möller giebt an, dass Fremdkörper unter der Nickhaut längere Zeit liegen bleiben können. Über Verdickungen, Neubildungen berichten Lustig und Harrison. Es handelt sich hier jedenfalls um Neubildungen, die hauptsächlich von der Drüse ausgehen. Auch über Vorfall derNick-haut berichtet Möller. Die Nickhaut kann bei Säugetieren ohne sonstige Gefahr oder nötig werdende weitere Behandlung einfach mit der Schere
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Krankheiten der Thränenorgane.
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cxstirpiort worden. Zu diesem Zwecke wird das Tier niedergelegt, das Auge cocaTnisiert:, die Nickhaut mit einer Köberlo'schon Zange erfasst, liorvorgezogon und gegen den medialen AVinkcl umgebogen. Mittelst scharfer Schere wird die Nickhaut liintcr dem Knorpel mit einigen Schnitten entfernt. Die Blutung hört von selbst auf, eine Nachbehandlung ist nicht nötig. In Fällen in denen es darauf ankommt, dass keine Blutung nach aussen erfolgt, hält man das Tier so lange liegend, bis mittelst Bor- oder Sublimatwassorbiiiischchen, die aufgedrückt worden, die Blutung aufgehört hat. Nachher wird etwas Jodoform eingepudert.
Krankheiten der Tliriliienoi^ane.
Litteratur: Würz, Wucherung d. ThrSnenkarunkel. Report. Dd. IX. Le-blano, Neubild. a. (1. Tliriinenkariinkcl. Augenkrankli. 1825. II a u b n o r , Tliniiicn(istel b. llundc. Süolis. Jbb. 1859/60, ]gt;. 50. Ilollmann, Vorlaquo; Btopfung des Thränenkanalos. Gurlt u. Hartwig Bd. 22, p, 121. Wolff, Dasselbe. Zeitsohr, f. vgl. Augenlieilk. 1S85. Bayer, Dasselbe. Ibd. 1885. Möller, Angenheilkunde.
Krankheiten der Thränenorgane sind bei unseren Haustieren ver-hältnismässig selten.
Die Entzündung der Thränondriiso (Dacryoadcnitis) kann sich mit Conjunktivitia vergesellschaften. Durch Anschwellung der Drüse wird dieselbe gegen den Bulbus gedrückt und kann sich so vor-grössern, dass sie im lateralen Augenwinkel das obere Augenlid am vollständigen Verschlüsse hindert.
l'rognos tisch günstig, th orapoutiscb Kataplasmen, bei Eiterungen Incission.
Von anderen beim Monsciion bekannten Erkrankungen der Thränondriiso, Fisteln, Verstopfung der Ausfübrungsgängc und Zurückhaltung der Thräncn (Dacryops), Geschwülste, Exstirpationcn etc. sind in der Tierheilkunde keine mir bekannt gewordenen Beobachtungen vorhanden.
Erkrankung der Thränonpunktc und Thräncnröhr-oil on sind ebenfalls so selten, dass Möller in seinem Ilandbuche hierüber keine Mitteilungen giebt. Es können vorkommen: a) Wunden, b) falsche Stellung der Ausmümlungen am Lidrando, c) Anfülhmgen durch Fremdkörper; hieber gehören Grannen von Gerstenkörnern etc. und namentlich Wucherungen von Pilzen (Leptothrix). Ich habe einen Fall: Ein ca. 8 jähriger Fuchs thränte seit langer Zeit am rechten Auge. Es bestand leichte Conjunktivitis, die über die Wange fliessenden Thrä-nön hatten dort eine breite, haarlose Bahn gebildet. Die Thräncn
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190nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Thranonorgnno.
flössen besonders bei der Futteraufnahme oder bei Reizung des Auges durch scharfe Luft, Staub etc. Im medialen Augenwinkel am unteren Lidrande konnte eine etwas mehr als erbsengrosse Anschwellung konstatiert werden. Das Pferd wurde niedergelegt und von Herrn Prof. Berlin operiert. Die Mündung des unteren Thränenröhrchens war ver-solilossen. Nach einem kleinen Schnitte dortselbst konnte durch Druck von unten, aussen und innen eine woissgraue käsigkrümliche Masse horvorgepresst werden. Nach vollständiger Entleerung wurden einige Tage kalte aseptische Umschlüge angewandt. Die Heilung erfolgte vollständig und seit ca. einem Jahre ohne Rückfall.
Krankheiten des T hrä neu sacks: a) Akute Entzündung, Dacryocystitis. b) Chronische Entzündung, Blennorrhöa sacci lacrimalis. Die chronische Form entsteht aus der acuten. Das Wesen der acuten Dacryocystitis besteht in einer Entzündung der Schleimhaut des Thrä-nensackes. Sie entwickelte sich fast nur beim Vorhandensein von Strikturen. Dadurch kommt es zur Sekretansammlung und Eiterbildung. Es sind solche Zustände beim Pferde von Wolflf und Kollman beobachtet : Unter dein medialen Augenwinkel tritt eine weiche fluktuierende Anschwellung auf und es erfolgen Erscheinungen von Conjunktivitis am medialen Augenwinkel, dazu noch Thränen. Therapeutisch ist wichtig die unterhalb bestehende Striktur zu heben, sodann den Thränensack zu entleeren und mit aseptischen Mitteln zu heilen. Angewandt sind für ersteres, Einspritzungen von aseptischen und adstringierenden Mitteln von der Nase aus: Nach quot;VVolff 0,25 0/oige Zinkvitriollösung, nach Weber 0,3 0/oige Carbolsäure. Die Anfüllung des Thränensackes wird durch Auspressen nach oben, Erweiterung der Kanäle durch elastische Sonden und Einspritzungen zu heilen gesucht.
Die Thränensackfistel entsteht durch Verwundung oder Durchbruch des eiternden Sackes nach aussen. Bedingung für die Heilung ist Herstellung der Wegsamkeit des Abflusskanals und sorgsame Wiederherstellung der oberen erkrankten Schleimhautwand. Ausspülen mit antiseptischen und leicht adstringierenden Mitteln, Regelung der Granulationen mit dem Höllensteinstifte und anderen Mitteln.
Verschluss des Thränenkanales. Es ist mohrfach von Hollman, Möller u. a. beobachtet, dass die Mündung des Thränenkanales bei der Geburt verschlossen, verwachsen war. Die Erscheinungen waren Conjunktivitis, Thränen, Bildung von schleimig eiterigem Sekret und Hervorwölbung des Thränenkanales in der Gegend der Mündungsstelle. Die Therapie bestand in Eröffnung durch Einstich an der unteren Anschwellung. Die Heilung erfolgte in 4G Tagen.
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Kninkheiten des Augapfels.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;191
Verstopfung durch Grannen von der Nasenhöhle aus ist ebenfalls beobachtet sowie Verschluss etwas höher im Lumen des Kanales durch katarrhalisch e Pro dukte. Durch Ge schwulstm asse in der Kieferhöhle sah ich den Thränenkanal unwegsam gemacht.
Therapie: Fremdkörper werden mechanisch durch Pinzetten, Sonden, passende Zangen und Irrigation entfernt. Gelingt auf diese quot;Weise die Freimachung des Kanales nicht, so wird nach Leblanc über der Stenose eingestochen, ein Faden wie ein Haarseil in der Richtung des Kanales auf eine kurze Entfernung gezogen und die Enden mit kleinen Ringen versehen, um das Herausfallen zu verhindern. Hering und Möller empfohlen Spaltung des Ganges von der Stelle der Verstopfung bis zur Mündung.
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Krankheiten des Augapfels.
Die Augenuntorsuchungen werden hier insoweit besprochen, als dies für die Chirurgie nötig erscheint. Ich verweise auf Schlampp-Eversbusch, Leidfaden der klinischen Untorsuchungsmethoden des Auges und Müller, Lehrbuch der Augenheilkunde für Tierärzte, sowie Berlins Zeitschr. f. vergl. Augenheilkunde.
quot;Wir haben am Augapfel folgendes zu berücksichtigen:
1)nbsp; Das normale Sehen des Pferdes und der übrigen Haustiere.
2)nbsp; Weit- und Kurzsichtigkeit.
3)nbsp; Unters, d. Sehfähigkeit der Augen.
a)nbsp; Durch Verbinden, Hindernisse.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Refraktionsanomalien,
b)nbsp; Durch Instrumente, fokale Spiegel. Astigmatismus.
4)nbsp; nbsp;Krankh. d. Cornea. Verletzungen, Neubildungen, Haar-
bildungen.
Entzündung, Kcratitis a) oberfhichlicho, b) tiefe Infiltration, (phlyktänulosa pa-ronehymatosa und punktata.)
C o r n c a g e s c h w ii r, Abscess.
Staphylom (Arcus senilis).
5)nbsp; Krankh. d. Ski era. Entzündung.
Skleralstaphylome.
6)nbsp; Krankh. d. Iris.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Verwachsung d. Pupille.
Vergrösserung d. Traubenkörner.
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192nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten dos Augapfels.
Iridochoi'ioiditis
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Cyklitis
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Mondblindhoit.
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Ohorioiditia Phthisis bulib
7)nbsp; Krankheiton der Linse, Grauer Staar.
8)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Glaskörpers. Glaucom,
9)nbsp; Krankheiten der Sehnerven. Entzündung der Soh-
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nerven
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Schwarzer Staar.
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Atrophie Ablösung d. Netzhaut
Tag-- und Nachtblindheit.
Die Form des Augapfels 1st nicht bei allen Haustieren die gleiche, Die Grosso desselben schwankt ganz ausscrordentlich je nach Tierart, Alter und Rasse. Die Augäpfel des Pferdes sind ausserordont-lich gross und werden wohl kaum von denen eines Elefanten oder Straussen übertroffen. Die dos Kindes sind ebenfalls sehr bedeutend, doch erreichen sie nicht ganz den Umfang der Pferdeaugen, Schafe, Ziegen und Schweine haben annähernd im entsprechenden Alter gleiche Augengrösse, während bei Hunden die Grosse nicht nur nach Alter, sondern auch nach Kasse ganz ausserordontlich vorschieden ist. Die Grosse und Einrichtung der Augen der Vögel schwankt wieder ganz bedeutend. Auch hat der Bulbus bei einzelnen Vogolarten nicht eine rundliche oder sphäroide Form, sondern der vordere Teil ist von glocken-förmiger Gestalt, sitzt auf einem kleineren hinteren von mehr rundlicher Form. Die Bildung der Augenhöhle, mit dor Lage und llich-tung dos Augapfels, ist ebenfalls bei den verschiedenen Tierarten verschieden, hieraus wird zum Teil erklärlich, dass die Art des Sehens und die Sehschärfe bei den verschiedenen Tieren verändert sein wird. Dies ist tliatsäcldich auch der Fall.*)
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*) Leukart hat über diese VcrhäUnisso ausgedehnte Tlntcrsuchungeii und Zu-samtnenstellungen geliefert. AVir entnehmen seiner Arbeit (Handbuch d. Augen-hoilkunde V, Grüfo a. Silmisch II, Bd. ISO) folgendes. Von den Wirbeltieren haben die grössten und schnellsten durchschnittlich auch die grössten Augen. Mit der Grosse dos Auges resp. Abstand der Linse von der Netzhaut wächst die Fliiohenausdehnung des üesiehtsbildes also voraussichtlich die Menge der Einptin-dnngspunkte oder was dasselbe besagl, die Spezifikation des Gesehenen. Ein grosses Auge macht die Tiere also scharfsichtig, bringt Vorteile mit sich, die besonders dann von Wert sind, wenn es gilt, ferne Gegenstände zu analysieren, wenn es sich mit anderen Worten um rasche Uewegungon der Tiere handelt.quot;
Lcukart führt hierfür folgendes nach Messungen und Gewichtshestimmungcn an : Der W a 1 d k a u t z besitzt Augen, die reichlich '/lt; des ganzen Kopfes wiegen.
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Krankheiten dos Augapfels.
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Das Sehen ist gleichbedeutend mit Lichtonipfindung. Es gehört dazu, dass Liciit vorhanden ist und dnss dieses auf einen licht-empfindenden Teil des Auges einwirkt, welcher den erhaltenen Reiz laquo;auf das Centralorgan in geeigneter quot;Weise zu übertragen vermag, woselbst die Empfindung entsteht, aus welclier dann dor Begriff über das Gesehene gebildet wird. Damit dieser Vorgang regelrecht geschehen kann, ist notwendig, dass 1) das Licht durch die lichtbrechenden Teile des Auges hindurch kann, dass keine vorhandenen Trübungen dasselbe abhalten, somit die Durchsichtigkeit nicht gestört ist, dass 2) die Lichtbrechung so erfolgt, dass das vom Objekt gelieferte Bild an der richtigen Stelle der lichtempfindenden Netzhaut entstellt, dass ,'i) die Netzhaut empfindsam ist, 4) die Leitung des Reizes zum Centralorgan nicht unterbrochen ist und 5), dass im Centralorgan die durch die Licht-Schwingungen erzeugten und ankommenden Reize empfunden und zur richtigen Wahrnehmung umgestaltet werden. Tritt an einem dieser und weiterer als Hilfseinrichtungen anzusehenden Teile eine solche Veränderung ein, class der geschilderte Vorgang nicht oder nur mangelhaft vor sich gehen kann, so erfolgt verschiedongradige Störung des Sehvermögens, welche vom leichtesten Grade der Minderung der Sehschärfe bis zum höchsten, dem der Erblindung führt.
Abänderung der normalen Lichtbrechung. Die Lichtstrahlen werden durch die Krümmungsfh'ichcn der durchsichtigen 'feile des Augapfels gebrochen, damit das optische Bild des fixierton Objektes genau auf der lichtempfindenden Schichte der Netzhaut entsteht.
Diese lichtbrechenden oderKrUmmungsflächen sind: l)Die Horn-
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Die T urmsch wa 1 ho hat dasselbe Vciliiildiis. Die Ranohsohwalbe hat Augen die den SOsten Teil des Gcsamtkörpera wiegen.
Vorliältnismässig die griisssten Augen unter den Wirbeltieren hallen die Vögel, und die kleinsten die Reptilien. Was Säugetiere anbetrifft) so haben von solchen, die in der Lebensweise übereinstimmen, die am schnellsten sich hewog-enden auch die relativ grössesten Augen. Thatsäehlich haben die kleineren Wirbeltiere verh'ältnismässig die grössten Augen. Von Katzen hat die Wildkatze relativ grössere Augen als der Lux, dieser gröasere als der Löwe. Das Auge dos Elefanten und Rhinozeros steht aber sogar an absoluter Grosse dem des Pferdes nach. Nach Sömmcring besitzen das Pferd und der Strauss von allen Landtieren die grössten Augen. Pio Augen des Adlers sind nur um 10 mm Breite und 8 mm Tiefe kleiner, als die dos Strausses. L u x -äugen haben dieselbe Grosse wie dio Augen von Schafen und Ziegen. Tiere, die hei wenig Lieht in der Dämmerung schnell sein müssen, wie z. B. die E u 1 o , oder Fische, die in grosson Meertiefen leben, haben vcrhiiltnisinässig sehr grosso Augen. Der Kabliau hat ein Augo, das verhältnismiissig nur wenig hinter dein Pferdeauge zurückstellt, der Haifisch hat ein grösaeres.
Hoffmann, Tierarztliclie ChitUtglO.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 13
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194nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Normales Sehün. Brillen.
hautkrümm ung. 2) Die vordere und hintere Krümmungsfläche der Linse. Es kommen forner für die Berechnung in Betracht die Abstände der Kr ümm ungsflilchon voneinander, sowie das Brechungsvermö gen der durchsichtigen Teile selbst: a) der Cornea, b) des hum or aqueus, c) der Linse, d) des Glaskörpers. Endlich ist noch von Bedeutung die Länge der Augen a o h s e.
Die optische Einrichtung, welche das Auge auf Grund seines anatomischen Baues besitzt, heisst Refraktion. Die Fähigkeit durch Abänderung der Kriimmungsfiächen der Linse die Lichtstrahlen stärker oder schwächer zu brechen, damit das optische Bild stets auf der lichtempfindenden Netzhaut entsteht, beruht auf der Wirkung des Ciliar-muskels auf die Linse und heisst Accommodation.
Wenn die Lichtstrahlen, die von einem entfernt gelegenen Objekte parallel auf die Cornea fallen, gerade auf der Netzhaut zu einem Bilde vereinigt werden, so bezeichnet man diesen Zustand als Einme-tropie, d. h. normale oder richtige Fernpunktslage. Liegt der Bild-punkt vor der Netzhaut, so heisst ein solcher Zustand Myopie, Blinzel-auge, Kurzsichtigkeit. Liegt der Bildpunkt .aber hinter der Netzhaut, so ist Hypermetropie, Fernsichtigkoit vorhanden,
Im allgemeinen sind die Augen unserer Haustiere hyp er me tropisch, femsichtig. Ausnahmsweise finden sich normalsichtige, also emmetropische, sogar kurzsichtige, myopische.
Die beim Menschen so vielfach gegen derartige Abnormitäten angewandte Korrektion durch Brillen wird in der Tierheilkunde nicht angewandt. Dennoch ist dieses Gebiet in der Tierheilkunde nicht ein kleines. Pferde, die fernsichtig sind oder durch andere Ursache die Gegenstände nicht richtig erkennen und Entfernungen nicht richtig taxieren, sind in ihren Bewegungen unsicher, einzelne scheuen und werden dadurch am Wagen gefährlich, selbst unbrauchbar. Statt nun, wie dies bei Menschen der Fall ist, das Sehvermögen durch passende Gläser zu verbessern, wird durch Scheu leder das Auge noch grossenteils bedeckt, so dass sich das Tier fast wie ein blindes voll-stiindig oder doch grösstenteils auf die Zügelführung verlassen muss. Es sind auch zu gleichem Zwecke Brillen für Pferde konstruiert worden. Rueff hat etwas nach aussen gewölbte, gefärbte Gläser in passender Grosse, welche in Leder eingenäht waren und am Kopfgc-stell angeschnallt wurden, konstruiert. Yen einem mir nicht unbekannten Erfinder habe ich sogenannte Teleskopaugen'' für Pferde gesehen. Es waren starke, plane, gefärbte Gläser in einen steiflederncn ca. 5 cm.
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Augenuntorsuchung.
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hohen Cylinder eingenäht, der untere offene Teil des Cylinders um-schloss in passender Porin das Auge des Pferdes.
Diese für Pferde konstruierten Brillen haben somit nicht die Aufgabe die Sehschärfe zu verbessern sondern zu vermindern, ganz im gleichen Zwecke wie die Scheuleder. Der Nutzen sollte sein, dass man auch an Reitpferden, an denen nicht üblich ist, Scheuleder anzulegen, die Wirkung dieses Grades Sehschärfe erzielt, um sie mehr in die Führung des Reiters zu bringen. Es ist noch kurz anzufügen, dass Scheuleder oder Scheuklappen für Wagenpferde Modesache geworden sind, dass dieselben aber bei nicht sehr strammem Fuhrwerk auf der Landstrasse durchaus nicht zu empfehlen sind, hier werden die Scheuleder vielfach nur angelegt, damit die Pferde nicht nach der Peitsche schielen können. Für solche Zwecke empfiehlt sich einen nur 2 cm. hohen, steifen Lederstreifen, senkrecht zum Backenstück in Augenhöhe annähen zu lassen.
a) D ie Augenunter s ucbung ohne Hilfsmittel, Inspektion. Schon der Gang des Tieres und die Kopfhaltung lassen auf das Sehvermögen einen Schluss ziehen. Blinde Pferde oder solche, denen man beide Augen verband, bleiben in der Regel stehen, wenn sie im Freien plötzlich losgelassen worden. Angetrieben schlagen sie lieber aus als sich von der Stelle zu bewegen, gehen sie vorwärts, so geschieht dies zögernd, die Beine hoch erhebend, tappend, wie im Wasser watend, sie stossen mit dem Kopfe oder den Beinen an Hindernisse, die im Wege sind, werden die Tiere zu rascher Gangart veranlagst oder erschrecken sie, so stürmen sie gerade aus, treten in Vertiefungen, stolpern über Hindernisse oder rennen mit dem Kopfe an Mauern oder Bäume. Einäugige Pferde suchen den Kopf so schief zu stellen dass das Gesichtsfeld des gesunden Auges mehr nach vorne gelegt wird, als dies normal und beim Sehen mit beiden Augen der Fall ist. Beim Herantreten an das Tier, um die Augen zu besichtigen, bleibt man in solcher Entfernung vorn und etwas seitlich, dass man vom Pferde nicht direkt belästigt worden kann durch Hauen mit den Vorderbeinen oder Ausbrusten und dergL Man besichtigt vergleichsweise beide Augen, Form, Grosse, Lage, ob Unge-hürigkeiten, Warzen, haarlose Stellen, Blinzeln, Falten am oberen Augenlid, Thränen etc. vorhanden sind. Tritt man näher, so werden die Augen betastet, um sie auf ihren Härtegrad zu prüfen. Beim Pferde sind Augen, die von periodischer Augonentzündung befallen waren und daran zu Grunde gehen kleiner und weicher, dadurch wird das obere Augenlid zu lang und legt sich deshalb in einige kleine Falten. Der Härte- oder S p a n n u n g s g r a d des Augapfels wird technisch als Ten-
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196nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die Sehprobe.
sion = T bezeiclinct. Erhöhte Tension bezeichnet man mit T -)- '/raquo;), T -|- 1, T -|- 2, T -|- 3. Verminderte Tension, wie dies bei phtisisch zu Grunde geilenden Augen regehnässig der Fall ist, wird bezeichnet, T Vlaquo;, T - 1, T 2, T S.
Um in das Auge selbst einen oberflächlichen Einblick ohne weitere Hilfsmittel zu erlangen wird das zu untersuchende Pferd in eine Stalloder Scheuernthüre gestellt, so dass das Licht auf das zu untersuchende Auge füllt. Durch seitliches Vorhalten eines schwarzen Gegenstandes, etwa eines schwarzen Pappdeckels oder Tuches oder des Hutes, kann dadurch der Einblick insoweit ermöglicht werden, dass die vordere Augcnkammor und die Reaktionsfähigkeit der Iris, sowie teilweise auch Trübungen, die sieh an der Cornea oder der Linse befinden, gesehen werden können, aber das Resultat derartiger Untersuchung ist nie ein vollständiges. Es ist wie Bayer sagt ein Notbehelfquot;.
b)nbsp; nbsp;Die Seh probe. Um ein Pferd auf die Sehschärfe seiner Augen zu prüfen, wird folgendermassen verfahren:
1)nbsp; nbsp;Das Pferd wird am langen Zügel auf ebenem Wege geführt. Quer über den AVeg werden niedere Hindernisse gelogt, (etwa eine Stange von der Dicke eines Latirbaumes). Man legt 23 solche Hindernisse in passenden Entfernungen. Ist das Pferd blind, so stösst es mit den Vorderhufen an und erschrickt jedesmal etwas.
2)nbsp; Es wird ein Auge mit einem Tuche oder einer Blende verschlossen und das Pferd am langen Zügel über die Hindernisse geführt.
8) Um sich zu überzeugen, ob die Sehschärfe nur an einzelnen Partien der Netzhaut nachliess, wird die Stange von 2 Gehilfen etwas über Augenhöhe gehalten, das Pferd am langen Zügel herangeführt, der Vorführende bückt sich und schlüpft ohne auffallende Bewegung durch, die beiden das Hindernis Haltendon, sind ganz ruhig. Sieht das Pferd nichts, wird es den Kopf anstossen und rasch zurückfahren. Scheue Pferde, die sehen, werden sich weigern durchzuschlüpfen, bevor sie anstossen und andere bücken sich und gehen ungestreift unten hindurch.
In zweifelhaften Fällen kann man die Pferde ausserhalb des Bereiches, in dem die künstlichen Hinternisse gelegt sind woselbst sie bald misstrauisch und sehr vorsichtig werden, an einen Baum, eine Wand oder einen sonstigen Gegenstand, durch den sie sich nicht beschädigen können, anführen. Je nachdem die Gegenstände von einer Grosse, Form und Beleuchtung und Farbe sind, werden sie leichter oder schwerer unterschieden werden können.
c)nbsp; Die Drohprobe. Man giebt dem vertraut stehenden Pferde mit der flachen Hand oder einer Gerte einen Schlag ins Gesicht und
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Untersuchung des Augapfels.
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ilroht, sobald sich das erschreckte Tier ohvas beruhigt hat, einen zweiten Schlag auszut'iihron.
Diese Probe ist unsicher. Gutmütige Tiere lassen sich mehrmals schlagen, ohne vor dem Streiche auszuweichen, wird bei der Drohung mit der Hand ein Luftzug geschaffen oder ein Tasthaar berührt, so zwinkert ein sensibles Pferd und sucht auszuweichen, wenn es auch nichts sieht. Ganz falsch ist die Probe, mit dem Finger gegen das Auge zu stossen, abgesehen davon dass wenn die Hand in einiger Entfernung vom Auge bleibt, ein Effekt überhaupt nicht eintritt und dass bei zu nahem Hcranstossen das Auge getroffen worden kann, ist anzuführen, dass sich jedes brave Pferd in das Auge greifen und die Cornea berühren liisst, wenn nicht vorher Tasthaaro berührt wurden. Sobald letzteres geschieht, zwinkert das Pferd und weicht aus, wenn es auch an diesem Auge blind ist.
d) Untersuchung mit der Linse und dem Augenspiegel. Untersuchung des Auges mit einem Doppelconvex-glase, biconvexer Linse, die sog. focale oder seitliche E eleuchtung.
Es ist zweckmässig für die Anwendung der biconconvoxen Linse folgendes im Gedächtnisse zu haben:
Ein beleuchteter Gegenstand ausserhalb der Brennweite einer biconconvoxen Linse giebt hinter der Linse ein verkehrtes Bild und zwar je näher der beleuchtete Gegenstand sich vor der Linse befindet, um so entfernter entsteht das umgekehrte Bild hinter der Linse. Liegt der beleuchtete Gegenstiind entfernter, jedenfalls ausserhalb der Brennweite, so entsteht das umgekehrte Bild näher hinter der Linse.
Es wird also je nach Brennweite der Linse, sowie der Entfernung der Leuchtquelle die Entfernung der Linse vom Auge, um letzteres zu beleuchten, eine etwas verschiedene sein müssen.
Zur Beleuchtung des Auges mittelst Linse, verwendet man als Lichtquelle ein Gas- Petroleum- oder Kerzenlicht. Sehr praktisch ist die Lampe von Fritsch, Universitätsoptiker in Wien. Sonnenlicht mit der Linse zu verwenden ist ein Fehler, weil die Linse als Brennglas wirkt.
Die Untersuchung mittelst Linse und künstlicher Lichtquelle muss somit in einem dunklen Baume stattfinden. Wo die Herstellung eines solchen umständlich ist, untersucht man bei Nacht.
Die Linse ist zweckmässig mit einem Metall- oder Ilornrande und zudem noch mit einem Stiele, Handgriff versehen. Das Auge muss im Brennpunkte der durch die Linse convergicrond gesammelten
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198nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Untersuchung des Augapfels. Keratoskopie.
Lichtstrahlen sich hefinden, der Einblick des Untersuchenden geschieht #9632;von der Seite.
quot;Will man die hiedurch klar beleuchteten Teile des Auges noch vergrössert sehen, so kann mittelst der Briicke'schen Lupe das Auge noeli besonders bewaffnet und sodann ganz nahe in das zu untersuchende geblickt werden.
Rüttelst focalor Beleuchtung werden festgestellt: a) Die Durchsichtigkeit der Cornea, Trübungen, Geiassneubildungon, Epitheldefekto, Geschwüre, Fremdkörper, b) der Zustand der vorderen Augenkammer. Klarheit des ]Iumor aqueus, Trübungen, entzündliche, fibrinöse, blutige, eiterige Exsudate wie sie namentlich bei der periodischen Augen-entzündung auftreten und in der Regel an der tiefsten Stelle der vorderen Augenkammer lagern, bei Eewogungen des Kopfes ihre Lage verändern, so dass sie oft wie wolkige Trübungen etwas hin- und her-schwimtnen. Das VoHiandensein von Pilarien in der vorderen Augen-knmmer wird durch focale Beleuchtung deutlich erkannt. Es ist namentlich dadurch möglich,die Vorderfläche der Iris, sowie den Zustand der Pupille, deren Reaktionsfähigkeit und Schärfe der Ränder, das Ver-waciisensein derselben mit der Linse und die Grosse der Traubenkörnor genau zu untersuchen. Ferner Vorfall der Linse und ein Teil des Znstandes derselben.
Die Keratoskopie. Placido hat zur Untersuchung des Krümmungsgrades und seiner Abänderung an der Cornea, sowie zur Feststellung vom Vorhandensein anderer Unregelmässigkeiten, Ge= schwüren, Neubildungen etc. das Keratoskop konstruiert. Eine Scheibe auf der abwechselnd schwarze und weisse Ringe gemalt sind, welche in der Mitte eine Öffnung zum Durchblicken hat, wird bei Tageslicht oder bei künstlicher Beleuchtung in ähnlicher Weise verwendet wie ein Augenspiegel. Bei Regehnässigkeit der Cornea erscheinen die Kreise wieder als solche, ist jedoch eine Abänderung vorhanden, so sind die deutlich im Auge sichtbaren Ringe abgeändert. Er empfiehlt sich auch eine Scheibe mit Strahlenfigur wechselnd mit rot und weiss anzuwenden. Diese Strahlenfigurenscheibe wird bei Anwendung langsam rotiert.
Untersuchung mit dem Augenspiegel.
Das Verdienst die Augenspiegeluntersucliungen zuerst für die praktische Tierheilkunde eingeführt und verwertet zu haben, gebührt dem Augenarzte Prof. Dr. Berlin. Derselbe hat damit 1874 begonnen und 1875 wurde unter seiner Leitung an der Stuttgarter Tierarzneischule der erste ophthalmoskopische und ophthalmologische
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Untersuchung des Augapfels mit dem Augenspiegel. Mydriatica. 199
Kursus eingerichtet. Seitdem sind die anfangs zweifelnd aufgenommenen Augenspiegeluntersuchungen an Tieren als höchst zweckmässig, für einzelne hochwichtige Krankheiten sogar als unentbehrlich erkannt worden.
Der Augenspiegel wurde anfangs der 50ger Jahre von Helm-holtz erfunden. Man hatte früher die Meinung, dass alles Licht, welches in das Auge falle, absorbiert werde. Nur bei besonderen Einrichtungen, wie es einzelne Ticraugen mit Tapetum oder Kakeiiakenaugon zeigen, könne Licht reflektiert werden. Thatsächlich wird aber von jedem Auge ein Teil des einfallenden Lichtes roilektiort und es handelt sieh nur darum, dass das Auge des Beobachters seine Seliachse in der Ilich-tung des reflektierten Lichtes vom beleuchteten Augenhintergrundo des Objektes erhält. Um den Augenhintergrund sehen, beobachten, studieren zu können ist notwendig denselben zu beleuchten und die reflektierten Lichtstrahlen in das Auge des Beobachters gelangen zulassen. Der ursprünglich von Helmholz konstruierte Augenspiegel besitzt als Spiegelfläche drei übcreinandorgelegte planparallele Glasplatten, welche, um die Intensität des reflektierten Lichtes möglichst zu verstärken, einen Winkel von 36deg; mit der optischen Achse des Instrumentes bilden. Zahlreiche veränderte Konstruktionen sind entstanden. Gegenwärtig benützt man einen verhältnismässig kleinen, runden, planen, oder leicht coneaven Spiegel, welcher in der Mitte eine kleine Öffnung besitzt, durch welche der Beobachter blickt.
Mittelst des Spiegels wird in einem dunklon Baume Ul- oder Gaslicht in das Auge reflektiert und die von dort rückgeworfenen Strahlen durch die Öffnung in der Spiegelmitte beobachtet. Untersuchungen können bei Tageslicht ebenfalls durchgeführt werden, doch ist die Helle bei genügendem künstlichem Lichte im Dunkelraume bedeutender. Um durch die Pupille möglichst viele Lichtstrahlen hindurchzulassen, ist deren Erweiterung von grösstem Vorteile. Iliezu können verschiedene Arzneimittel, die My d riatic a verwendet werden. Es sind dies: Atro-pin, Homatropin, Cocain, Ilyoscyamin, Ilyoscin und Dnttirin. In der Praxis wird nur das Atropin und das Homatropin angewandt. Ersteres ist als A tropin um sulfuricum in 1 quot;eigen Lösungen mit Zusatz von 3 0/o Borsäure oder 1 : 5U0() Sublimatlösung im Gebrauche, wird mittels Tropfenzähler, Pinsel oder Federbart in einigen Tropfen in das Auge gegeben. Sehr bald nach der Eintröpfclung in die Kon-junktiva, die am äussoren Augenwinkel geschieht, erfolgt Pupillen-erweitern ngund Accomodationslähmung. Die Piipiilcnorweitenmg ist bei sämtlichen Uaussängetieren bcträchllich, bei Yögeln tritt aber nach
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200nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Anwendung des Augenspiegels.
Kieser gar keine Pupillcnei-weiterung auf Atropin ein. Die Erweiterung der Pupille erfolgt durch Lähmung der Nervenenden, durch Lähmung der Ooulomotoriusfasern, welche den Sphinkter versorgen und durch Reizung der Sympathikusfasern, welche den Dilatator versorgen. Die Erweiterung ist somit keine Gehirn-, sondern eine Lokalwirkung. Es tritt zuerst PupillenerWeiterung und hierauf Aoooraodatlonslähmung ein. Die Wirkung des Atropins auf das Auge dauert in der Hegel mehrere Tage, sogar 810. Andere Nachteile sind für gewöhnlich mit der Atropineinträufelung nicht vorhanden, nur wenn die Lösung nicht ganz rein ist, kann Reizung der Oonjunktiva und Thränen erfolgen. Bei Katzen und kleinen Hunden kann nach ALtluss des Atropins durch den kurzen Thriimmkaual in die Kasonschleiinliaut und llachenschleinihaut Bpeiohelfluss entstehen. Um letzteres zu vermeiden, rät Schlarupp die Thränenpunkte mit dem Einger zuzudrücken.
Das Homatropin, entsteht durch Behandlung des mandelsauren Tropins mit Salzsäure, ist somit eine Abart des Atropins, welches aber die Eigenschaft besitzt, die Mydriasis erst nach etwas reichlicherer Ein-träufelung zu erzeugen und selbige schon nach wenigen Stunden wieder verschwinden zu lassen. Es empfiehlt sich daher zu Untersuchungs--zwecken, die schon nach wonigen Stunden verschwindende Wirkung des Ilomatropins, für Heilzwecke aber diejenige des schwefelsauren Atropins zu gebrauchen. Anzuführen ist, dass bei Verwachsungen zwischen Iris und Linse, auf Atropin eine Trennung derart eintreten kann, dass das Aussehen des Auges, besonders wenn grauer Staar vorliegt und der Pupillenrand durch die Erweiterung zackig zerrissen wird, bedeutend verschlechtert werden kann. Es liegt ein Fall vor, dass ein Besitzer an einen Tierarzt, welcher nicht ganz berechtigt Atropin an einem Auge mit grauem Staar und verwachsener Pupille anwandte, wodurch nachher der graue Staar deutlicher sichtbar wurde, Entschä-digungaansprüohe stellte.
Die Anwendung dos Augenspiegels. Pferde werden in einen dunklen Baum gebracht und hierselbst möglichst ohne Zaum und ohne jedes Zwangsmittel untersucht. Bei ganz ruhigen Tieren ist dies am angenehmsten. Junge Tiere, die gerne spielen, ängstliche, aufgeregte werden zweckmässig sofort gebremst. quot;Während der Untersuchung wird wenig laut gesprochen und das Tier sonst nicht beunruhigt. Kleine Tiere legt man auf einen Tisch und hält dieselben. Kaninchen lässt man frei sitzen. Der Untersuchende hält den Augenspiegel dicht an eines seiner Augen und blickt durch die Öffnung des Augenspiegels. Das Licht ist jenseits des zu untersuchenden Auges,
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Augeiibintergrund.
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ohngofiihr so zuhalten, class Auge, Lichtquelle und Spiegel ein gleich-schenldiges Dreieck bilden. Anfänger machen leicht den Fehler dass sie die freie Hand auf die Nase des Pferdes legen und damit die Nüstern zudrücken, wodurch das Atmen beeinträchtigt und die Tiere zu fortwährender Unruhe, ja vollständiger Widersetzlichkeit gezwungen werden können. Der Untersuchende hat mit seiner freien Hand weder den Kopf noch einen anderen Teil des zu untersuchenden Pferdes zu betasten, denn wenn er seine Aufinorksamkeit auf die Untersuchung zu richten hat, so wird er mit der Hand nicht dem Pferde schmeichelnde beruhigende Bewegungen ausführen. Dies besorgen alles die Gehilfen nach Anordnung viel bosser.
Das o p h t h a 1 m o s k o p i s c h e 13 i 1 d des n o r m a 1 e n A u g e n-h i n t (s r gründen:
Beim horizontalen Einbllok in das Auge des stellenden Pferdes sieht man eine grünliche Fläche, das Tap et um. Die Farbe desselben wechselt etwas, ist in der Hegel heller bei lichtem Haarkleide und dunkler bei dunklerer Farbe. ]5ei Schecken wird meist ein geflecktes Tapetum gefunden.
Blickt man nach abwärts und hinten in das Auge, etwa, als ob man bei normaler, etwas gesenkter Kopfhaltung dos Pferdes in der Richtung durch das Auge gegen das Hinterknie der anderen Seite blicken wollte, so findet man die Einmündung des Sehnerven, die Pa-pillo. Dieselbe ist eine ziemlich grosso querovale Scheibe, die bei Tagesbeleuohtung mehr gelblich, bei künstlicher Beleuchtung aber rötlich, orange, sogar intensiv rot aussieht. Die Farbe ist am Rande etwas dunkler wie in der Mitte und erscheint nicht ganz gleichmäs-sig, sondern eher leicht gesprengolt. Am Rande des Sehnerven macht sich eine weisse Linie bemerklich, welche als Schnervenscheido oder Sklorotikalring bezeichnet wird. Dieselbe ist nicht immer gleich-massig breit und bildet nicht selten sichelförmige Verbreiterungen. Von der Sehnervenscheide treten zahlreiche Gefiisse strahlenförmig aus, welche sich eine Strecke weit verfolgen lassen. Unterhalb und seitlich von der Papillo ist die Umgebung dunkel, braun, bis schwarz. Die Grenze zwischen dieser dunklen Farbe und dem lichteren Tapetum ist nicht scharf. In Einzelfällen sind fleckige Pigmentinseln heller auf dunklem Grunde und umgekehrt bemerklich. Auch können ab und zu leicht schattige, dunkle, kleine Flecken in der Papillo selbst gesehen werden. Die Höhe und Länge der Papillendurcbmesser wird als Mass-stab für Grössenangaben am Augonhintergrundo zweckmässig benutzt.
Bei Widerkäuern in erster Linie dem Rinde, findet sich
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202nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Hornhaut.
heim horizontalen Einhlicke und mehr in die Tiefe ebenfalls ein helles grünliches Tapetum, die Papille hat ähnliche Verhältnisse wie beim Pferde, jedoch sind die dort aus- und eintretenden Gefässo bedeutend stärker und sie bilden nicht eine so strahlige Anordnung wie beim Pferde, sondern es lassen sich stärkere Gefässe auf viel griissere Frnt-fernung verfolgen, wie beim Pferde. Ganz dasselbe gilt auch für den Augenhintergrund des Schafes, bei welchem ebenfalls ausser dem Tapetum und der Papille noch mehrere besonders senkrocht verlaufende Gefässe auffallen. Beim 11 u n d e ist der Augenhintergrund oberhalb der Papille verschieden hell gefärbt, vom lichten Gelb , gelbrot, durch helles Blau bis zum dunkleren Rot können Färbungen vorkommen. Die Papille ist von fast dreieckiger Form und sie ist ebenfalls in der Färbung sehr verschieden. Die Blutgefässe treten in der Regel im mittleren Teile der Papille aus und ein und ziehen als starke Arterien oder Venen gegen die Grenzen in strahliger Anordnung. Es können Arterien und Venen unterschieden worden: Erstero haben mehr gestreckteren Verlauf und mehr regelmässig erfolgende Verästelung, die Venen dagegen haben stärkeren Querdurchmesser, dunkelroterc Farbe und geschlängcltcren Verlauf, auch unregelmässigere Teilung. Die Arterien lassen hier Pulsation erkennen. Der Augenhintergrund der Katze zeigt ebenfalls lange Elutgofässe mit merkbarem Unterschiede zwischen Arterien und Venen. Die Papille ist klein rund und grau-weiss. Sehr eingehend erforscht, und zum Zwecke des ophthalmos-kopischen Unterrichtes bearbeitet, mit lithographischen Tafeln versehen, ist der Augenhintergrund des Kaninchens und des Frosches, von Prof. Dr. Schleich. Da hier namentlich das albinotische Kaninchenauge im Vergleiche zum pigmentierten bearbeitet ist, so bieten sich eine Reiiic erheblicher Vorteile, namentlich auch zum Vergleiche für das Chorioidealgefässsystem, für die Einrichtung der Papille etc. Bei der Untersuchung des Froschauges mit dem Augenspiegel ist das Fliossen des Blutes deutlich zu erkennen.
Krankheiten der Hornhaut.
Litteratur: Delaberc-Blain, Cornean-eschwürc 1). Hunde. Krankh. d. Hundes 1831, p. 73. Hartwig, Traumat. Augonentz. b. Hunde. Gurlt u. Hertwig 1836, p. 339. Engesser, Augapfolverletz. Tztl. Ztg. 1844, p. (35. Melicher, Augencntz. b. Stubenvögeln. Tztl. Ztg. 1846, p. 60. E c k , Staphylom b. Tf. Gurlt u. Hertwig 1848, p. 506. C u r d t, Augen-feile. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1849, p. 68. Grosskopf, Cornea-verletz. b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1850, p. 230. Ry ebner, Traumat.
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Krankheiten der Hornliaut. Angeborene Erkrankung der Cornea etc. 203
Augcnentz. Bujatrik 1851, p. 230. Dünnewold, Augenfelloperat. b. K. Holl. Ztg. 1851, p. 93. Gurlt, Augapfel d. Hundes m. Haaren. Gurlt u. Hortwig 1851, p. 444. Vor borg, Traumat, Corneaontz. b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gorlach u. Leisering 1850, p. 87. Straub, Verletz, d. Augapfels b. Pf. Kep. 1854, p. 34. Sorres, Vereiterung d. Augapfels b. Pf. Toul. 1858, p. 217. S h e n t o n , Staphylom b. Ochs. The Vet. 1858, p. 313. Hofer, Corneageschwiir b. Hunde. Jhb. d. Münch. Tztsch. 181)1. Bendz, Haarbildung a. d. Cornea. Dan. Ztg. 1861, p. 126. Gurlt, Pferdeaugo mit abgelöst, descem. Haut. Gurlt u. Hertwig 1802, p. 235. Gurlt, Schafaugo m. Ilaaren. Ibd. 1802, p. 285. L e i s e r i n g , Haarbildung a. Schafauge. Sachs. Jhb. 1861/02, p. 12. L o h n h a r d , Trennung zwischen den Lamellen d. Cornea. Mitt. a. d. tztl. Praxis. Hertwig 1805, p. 151. Hol off, Keratitis traumatica. Mitt. a. d. tztl. Praxis 1807, p, 138. Müller, Haare a. Augapfel b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Koloff 1875, p. 188. Eminel, Cornoafistel b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Prax. Koloff u. Schütz 1877/78, p. 93. Fu c h s , Traumat. Keratitis. Arch. f. path. Anat. u. Physiol. Bd. 60, Heft 4. Müller, Ilaaro a. d. Cornea b. Schaf. Koloff u. Schütz 1878/79, p, 77. Johne-Wilhelm, Kalbsauge m. Deratom, Sachs. Jhb. 1879, p. 70. Dint er, Haarbüschel a. Blinzknorpel b. Hund. Sachs. Jhb. 1879, p. 140. Schütz, Behaarte Cornea b. Bullen. Arch. f. Thk. Bd. XVI. Weitere Litteraturangaben, vgl. Möller Augenheilkunde u. Berlin, Zeitschr. f. vergl. Augenheilkunde.
Für die Erkennung aller Hornhautkmnklicitcti und pathologischen Produkte dortsolbst, ist die foeale Untersuchung, mit der Linse bei künstlicher Beleuchtung von so wescntlichor Bedeutung, dass sie als unerlässlich bezeichnet werden kann. (Tgl. p. 1(J7.)
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Angeborene Erkrankung der Cornea. Hornhaut-Dermoid-Haarbildungen.
Bei sämtlichen Haustieren tritt nicht selten eine Neubildung an der Cornea auf, welche den Charakter der allgemeinen Bocke besitzt und mit Haaren oder bei Schafen mit AVoile besetzt ist. Müller fand am Pferdeaugo ein solches Bonnoid, welches Haare von der Qualität der Wimperhaare besass, dieselben waren so reichlich vorhanden, dass das Tier nicht sehen konnte, die Haare ragten noch unter den Wimpern hervor. Schindelka hat eine grosse Anzahl von Dormoiden beschrieben, Möller fand das Dermoid ebenfalls am Pferdeaugo. Am Auge des Kindes ist von Johne-Wilhelm ein kirschgrosses Derma-torn gefunden worden. Schütz sah bei einem einjährigen holländischen Bullen den Centralteil der Cornea beider Augen in der Grosse eines Zwanzigpfennigstlickes nach der Art der Wimperhaare besetzt, die diese Haarinseln begrenzenden peripheren Corneateile waren vollständig klar und durchsichtig. Am Auge des Schafes hat Leisering, rechts zwischen
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204 Krankheiten der Hornhaut. Angeborono Erkrankung dor Cornea etc.
Cornea und Sklora, unten in einem Streifen Vz Zoll lang und \'i Zoll l)reit, mit AVollhaaren gesehen. Diese hier wachsenden Wollliaare unterschieden sich von den gewöhnlichen groben Wollhaaren dieses Schafes nicht. Die quot;Wachstnmstello ragte über die sonstige Oberfläche des Bulbus hervor, sonst war bei diesem Tiere alles normal. Müller fand an der Cornea eines Schafaugos lange Haare von der Qualität der Fflhlbaare am Manie. Beim H undo ist eine Reihe solcher Derma-tome gesehen worden. Dinter boschreibt einen Jagdhund, der seit seiner Geburt Triefaugen bosass, beiderseits an der äusseren Fläche der Cornea waren linsongrosse Stellen mit 13 15 mm. langen Jlaaren. Labat beobachtete am 84 Monate alten Hunde, dass die Carnnkel die Grosse einer Erbse besass und ihre Oberfläche mit rötlichen 1 cm. langen Haaren besetzt war, welche sich zu einem starken Diischel ver-
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fii u, :n. Denuoide, rrnch Gurlt.
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einigten. Um der Karnnkel Platz zu lassen waren die Lider bogenförmig ausgeschnitten. Thiorv sah beiderseits an den Augen eines 3 Monat alten Hundes Dermoidgeschwülste. Bendz beobachtete, beschreibt und bildet die mit Dcrmoiden versehenen Augen von einer Hirschkuh und einem Schweine ab.
de nach dem Sitze und der Grosso der Neubildung, sowie der Menge und Stärke der Haare, führt diese Neubildung nur zu einer geringen Störung der Sehfähigkeit, oder auch zur vollständigen Aufhebung derselben.
Die Prognose ist, ziemlieh günstig.
Die Therapie ist folgendermassen angegeben: Dinter erreichte beim Hunde durch sorgsame Depilation mit der Pinzette rasche Verbesserung. Ds ist allerdings das Wachstum der Haare hier wieder in Aussicht. Möller empfiehlt radikal vorzugeben : man trennt mittelst Messer oder Schere ab, nachdem durch Cocai'n lokale Anästhesie erzeugt wurde,quot; jedoch bleibt auf eine solche Operation in der Kegel eine
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Krankheiten der Hornhaut. Das Augenfell, Fliigelfell, Pterygium. 205
starke Trübung. Ich will anführen, dass in der Menschenheilkundo die Depilation an solchen Stellen, wo Sclimerz und Narben vermieden werden sollen, z. 15. bei zu reichlicher AugenbrauenbiUhmg oder Schnurrbiirtchon bei Mädchen durch den galvanischen Strom ausgeführt wird. Es worden die Nadeln seitlich der behaarten Stolleu bis zum Sitze der Haarzwiebel eingestochen und der galvanische Strom in verschiedener Richtung und in mehreren Sitzungen hindurch gelassen, Andere Neubildungen, die sich an der Kornea entwickeln können, sind: Lipome, Molanome und Dermoide. Es ist auch anzuführen, dass infolge von Carcinomon oder Sarkomen, die sich im Augoninnern entwickeln und gegen die Kornea wachsen, letztere perforieren, sodann nach aussen wuchern, wodurch Erscheinungen entstehen können, als ob es sich um Neubildungen der Kornea handeln würde, allein solche Prozesse sind bei näherer Untersuchung von den Neubildungen an und in der Kornea. selbst wohl zu trennen und klinisch auch anders zu beurteilen.
Das Augenfell, Fliigelfell, Pterygium.
Es ist in früherer Zeit das Augenfell sehr wahrscheinlich und nicht selten mit dem Blinzknorpel verwechselt worden. Die Augonfollopera-tion die z. 13. Dünowold beschreibt, indem er sagt bei jungen, gutgenährten Rindern bildet sich dasselbe aus, Empiriker durchstechen es mit einer Nadel, heben es empor und durchschneiden es mit der Schere. Es scheint auch das sogenannte Nagels ch n eid onquot;, d. h. die Exstirpation des Blinzknorpels sein zu können. Mehrfach ist das Augenfell bei der Augenseuche des Rindesquot; (vergl. dieselbe pag. 101) beschrieben.
Das Augen- oder Flügelfell, Pterygium kann ebenso gut wie bei der Erkrankung der Kornea bei den Erkrankungen der Kon* junktiva abgehandelt werden, Um es noch sicherer als durch Beschreibung von der Nickhaut zu unterscheiden, habe ich es hieher gestellt. Es besteht in einer Verdickung der Konjunktiva, welche in der Regel im medialen Winkel ihren Sitz hat und in Hügelähnlicher Gestalt auf den Koujunktivalteil der Sklera übergreift, bis zur Grenze der Kornea gelangt und letztere zum Teile bedeckt. Diese Bindegewebsneubildung hat ein weissgliinzendes Aussehen, oder es bildet sich bei heftigen Ent-zündungsprozessen eine erhebliche Anschwellung von Heischiger Farbe. Mit dem darunter liegenden Bindegewebe ist das Pterygium nur locker verbunden und seine eigene Einrichtung ist fibrilläres etwas schleimiges, dgalleitiges Bindegewob. Wohl zu unterscheiden von diesem durch
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20C Kränkelten lt;lör Hornhaut. Das Augenfell, Fliigelfell, Pterygium.
Entziindungsprozesse erzeugten bindegowcbig-sclileimigen Pterygium ist das Narb cnpterygium. Letzteres entstellt durch Substanzverluste, Geschwüre und durch Karbenbildungon an der Hornhaut selbst und bildet durch Kontraktion dos Narbengewebes die fliigeläiinlicho Form.
Die Prognose des ächten I'terygiuins ist ziemlich günstig.
Therapie: Curdt rät die Augenfelle zu skarifizieren und nachher zu ätzen. Liegt dasselbe locker auf, so wird dasselbe zweckmässig nach CocnVnisierung mit der Pinzette erfasst, hocligehobon und mittelst der Schere abgetragen. Nachheriges Einpudern von Jodoform ist zu empfehlen. Das Narbenptorygium kann an seiner Spitze gegen die Kornea etwas abgelöst und nach rückwärts gerichtet werden. In der Hegel bleibt es aber besser in Kühe.
In Fällen in denen es sich um kosmetische Kiicksichten handelt, kann bei Trübungen der Kornea die von Ilirschberg empfohlene
S chwar zfärbung der Kornea und Sklcra, Tätowierung angewandt werden. Er beschreibt die Ausführung folgendermassen: Neugekaufte chinesische Tusche wird mit Sublimatwasser 1 : 5000 verrieben. Das Auge mit 2% Cocai'n narkotisiert, der Augapfel fixiert. Sodann erfolgte Sticbelung mit einer Nähnadel. Um zahlreichere Stichkanäle zu erhalten, worden '1 Nähnadeln nebeneinander gebunden oder in ein passendes Kohr als besonderes Tätowierinstrument eingesetzt. Nachdem eine etwa V* cm. grosso Fläche mit zahlreichen Stichelungcn verseben ist, erfolgt das kräftige Einreiben der Tusche mit dem Finger, hierauf wird abgespült und sodann da, wo die Farbe noch nicht haftete, nachgeholfen, Das gesunde Auge nimmt den Farbstoff schwerer auf wie ein krankes, narbiges, es dauert deshalb die Färbung bei ersterem etwas länger (1015 ^lin.). Das Hornhautepithel wuchert von der Seite darüber her, so dass gewissermassen ein Firniss über das Gemälde kommt. (Ilirschberg führt noch an, dass schon im Alter-tume von Galen und noch mehr von Aetius und Paulus das Auge gefärbt wurde und zwar mittelst Gerbsäure und Kupfervitriol, es wurde die Kupfer- oder Eisenvitriollösung mit einem gelohten Lederstücke eingerieben.) Diese Tätowierung der Kornea wurde durch Herrn Professor Schleich an einem kranken Hundeauge hier mehrmals vorgenommen, auch habe ich diese Manipulation wiederholt versucht, ohne jedoch nennenswerte Erfolge damit zu erzielen. Ein Nachteil für das Auge hat sich nicht ergeben.
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Hornhautwunden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;207
Hornhautwunden,
Korncfivorlctzungen geliöron nicht zu den Seltenheiten. Preiml-körper, mechanische Einwirkungen, #9632;welche dieselben bedingen verwunden die Kornea a) oberflächlich oder b) durchdringend. Die Ursachen sind 1) Eindringen eines kleinen Fremdkörpers in den Kon-junktivalsnck und allmähliche Verwundung. Hieher gehören die bei den Fremdkörpern im Auge schon genannten Dinge: Spreuteile von Hafer, Grannen von Gerste und schärfere Gegenstände, Splitterchen von Holz, Eisen, Glas und Stein etc. 2) Verwundung durch Gegenstände, die nicht im Auge sitzen bleiben : Schlagen mit der Reitpeitsche, der Säbelscheide, Einhauen mit einer Peitschenschnur, Kratzen von der Katzenkralle etc. Hiezu kommen noch absichtliche Verletzungen bei Operationen, Verbrennungen und Atzungen.
Das klinische Bild ist je nach Art und Grosse des Defektes, sowie nach der Daner des Leidens verschieden. Zur sicheren Diagnose ist focalo Beleuchtung unerläsalich, Bei oberflächlichen Verletzungen kann das Epithel auf kleinere und grössero Stellen entfernt sein. Es tritt Reiz und Sclimerzlinftigkeit hinzu , Thränen und Lichtscheu. Nach einigen Stunden erfolgt leichte diffuse, allmählich zunehmende Trübung des verwundeten Teiles, welche von da nach auswärts ausstrahlt. Die Ursache dieser Trübung ist Einwanderung von Leuocytlien vom Konjunktivalsacke her, aber auch von innen kommend.
Sind kleine Fremdkörper eingedrungen und in der Kornea sitzen geblieben, so können dieselben manchmal nur bei sehr genauer Untersuchung gefunden werden. Bei durchgehenden Wunden, die so bedeutend sind, dass sich die Wundränder nicht sofort wieder fest aneinander legen können, Hiosst das vordere Kammorwasser, der Humor aqueus ab und die verlier prall hervorgewölbt gewesene Kornea fällt zusammen.
Die Sekretion ist jedoch so bedeutend, dass die Anfüllung dieser vorderen Augenkammer in verhältnismässig kurzer Zeit, schon In wenigen Stunden wieder erfolgen kann. Es hat also an sich selbst der Vorgang der Entleerung der vorderen Kammer wenig Bedeutung, aber es verknüpfen sich leicht Zufälle damit und zwar: 1) Die zusammengesunkene Kornea legt sich mit ihrer inneren oder hinteren Fläche an die Iris an und verklebt mit dieser, bildet die sog. vordere Synechie oder 2) die Iris fällt zum Teile durch die Korneawunde vor nach aussen und liegt frei zu Tage, Iris vor fall, 8) die Wundränder heilen nicht
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208nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ilornhautwumlon.
zusiiimnen, es tritt Infektion und Eiterung ein und zwar nicht nur an der Verletzung selbst, sondern auch in den tieferen Teilen des Auges, so dass auch die Iris und die Chorioidoa in den Prozess eingezogen werden, wodurch eine sogenannte Pan oph thai in it is entsteht. Während der Heilung entstehen bei Granulationen und eiterigen Prozessen bedeutende Grofässneubildungen vom Rande her gegen die Wunde. Dieselben sind als günstiges Moment aufzufassen. In Einzelfällen erfolgt sehr bedeutende Epithelabstossung, so dass dieses in zusammen-hängenden, häutigen Massen abgezogen werden kann.
Prognose: Dieselbe ist je nach dem Grade der Verwundung und seiner nächsten Folgen sehr verschieden. Oberflächliche Wunden heilen rasch mit vollständiger Ilestitution, auch tiefere Wunden, selbst perforierende mit Entfernung des Kammerwassers können auf aseptischoin Wege sehr rasch und vollkommen heilen. Bei Infektion und bedeutender Trübung der Kornea bleibt nicht selten dauernd ein Augenflock, Nebelfleck oder Flamme zurück. Sicher erfolgt dauernde Trübung, wenn Eiterung an der Wunde, Granulationsgewebe und narbige Kontraktur eintritt. Bei Panopbthalmitis ist die Prognose schlecht.
Therapie: Kleine oberflächliche Defekte heilen in der Regel rasch und ohne tierärztliche Beihilfe, bei etwas breiteren und tieferen bei denen es namentlich zur Lichtscheu und zum Thränen kommt oder solchem bei denen ein Fremdkörper in der Cornea steckt oder sich im Conjunk-tivalsacke befindet, ist höchste Sorgsamkeit und Sachkenntnis nötig. Fremdkörper im Conjunktivalsaoke werden entfernt wie auf Seite 1G9 angegeben ist, Fremdkörper, die in der Cornea festsitzen oder dieselben perforiert haben, sich in der vorderen Augenkammer befinden oder in dio Iris eingedrungen sind, müssen unter antiseptischon Cau-telen herausgeschnitten werden. Bei tieferen Wunden mit drohender oder vollständiger Perforation ist antiseptische Behandlung, Ruhe, Reinlichkeit und Kälte sehr zu empfehlen. Namentlich das Jodoform in feinem Pulver so reichlich in das Auge eingebracht, dass eine gewisse Anfüllung im gröbsten Sinne des Wortes damit stattfindet, ist in der Tierheilkunde sehr zu empfehlen. Bei zu fürchtenden Synechicn ist Atropineinträufelung am Platze. Calomelpulvereinstäubung oder Calomelsalbo mit Vaselin 1 : 4 ist schön wirksam. Abgeraten muss werden von reizenden, adstringirenden und ätzenden Flüssigkeiten.
Botschowski behandelte 2 Fälle von Verletzung der Cornea mit lappenförmiger Ablösung eines Teiles derselben mit 5 10quot; oiger Lösung von Antipjrin. Es wurden in Intervallen von 5 zu 5 Minuten je 30
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Hornhautentzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 209
Tropfen eingeträufelt, worauf das Auge ruliig wurde und Patient sich behandeln liess. (Es scheint jetzt jedenfalls die Cocainisierung viel mehr angezeigt.) Nach Abwaschen mit Sublimat 1 : 1000, Atropin und Kupferalaun trat vollkommene Heilung ein. Cobrossnislow beschreibt eine 1,5 cm. lange Corneawunde am Pferdeauge mit Vorfall der Iris. Er warf das Pferd, cocainisierte, schnitt den vorgefallenen Iristeil mit der Schere ab und gab Alaunlösung 1 : 100 darauf. Nachher wurden Atropineintrüufelungen einige Wochen fortgesetzt, das Auge unter Druckverband gehalten und ab und zu Calomelpulver eingestreut. Das Sehvermögen wurde vollkommen wiedorhorgestollt.
Hornhautentzündung, Keratitis.
Die Keratitis ist eine entzündliche Hornhauttrübung, entstanden durch Zelleninfiltration und begleitet von Gef ä s s ne üb i 1-düngen. Je nach dem Sitze und der Ausdehnung wird die Keratitis unterschieden und folgendermassen bezeichnet: a) Keratitis circum-scripta, b) diffusa, c) superficialis und d) pro f u n d a. Keratitis mit Blasenbildung auf der Oberfläche heisst Keratitis phlyk-tänulosa. Kaiser hat die ansteckende Augenentzündung des Rindes als Keratitis phlyktänulosa bezeichnet, während Möller sagt, dass das was beim Rind als Phlyktänen der Augen bezeichnet werde, thatsächlich Ab-scesse gewesen seien, nur beim Pferd und Hund sei die Keratitis phlyktänulosa, d. h. Bläschen mit wasserhellem, klarem Inhaltequot; manchmal vorhanden. Eversbuch-Schlampp lassen jedoch die bei Pferden, bei heftiger Conjunktivitis auftretenden ödematösen Durchtrünkungcn an dem Cornearande der Augen, welche sich vorbauchen und den mittleren Corneateil einfassen, nur als Horn haut ödem und wegen des Mangels einer gefässhaltigen Randzone, nicht als Keratitis gelten. Schweigger bezeichnet als phlyktän uläre Randkorati t is, eine dichte Reihe sehr kleiner Erhabenheiten, welche in der Regel mit partieller oder totaler Hyperämie der Conjunktiva verbunden ist. Violfach handelt es sich um sog. geblähte Infiltratequot;, also nicht eigentliche Phlyktänen, sondern mehr zellig ödematöso Infiltrate, die am Rande der Cornea sich befinden und gegen die Mitte derselben vorrücken, dabei aber bewirken, dass sich hinter ihnen ein bandförmiger Streifen dichtgedrängter Gefässe zieht, die sog. büschelförmige Keratitisquot;. Circumscripte, hanfkorngrosse Flecken an der Cornea heissen Keratitis punktata. Eine ausgebreitete Trübung und Vas-cularisation der Cornea, bei welcher die Oberfläche uneben ge-
Hoffmann, TUrftrztlloho Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 14
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nornhautentzünclunlt;r.
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worden, infolge zahlreicher kleiner Epithelialverluste, kleinfleckig, zum Teil narbengewoLig ist, wird als Pannus bezeichnet.
Alle Hornhauttrübungen werden technisch als Macula (Flecken) bezeichnet. Sehr bedeutende, ausgedehnte und ganz oder fast undurchsichtige Maculae heissen L e u k o m e, kleinere, lichte, durchscheinende, schleierartigo, nur angedeutete, bezeichnet man als N üb eculae-(Wolken).
Aetiologie: Mechanische Ursachen, alle die von Möller und mir pag. 180 genannten Ursachen, welche Wunden der Cornea bedingen, werden von Bayer als Ursachen der Keratitis angeführt. Möller führt als Ursachen der Keratitis an: Entzündliche Erkrankung des Conjunktiva-.epithels, welche wich auf die Cornea fortsetzt, dann Brustseuche, Bferde-staupe, Rinderpest, Bluttleckenkrankheit, unvollstiindiger Lidschluss, Pocken, Filaria, unzweckmässige Ernährung. Bruckmüller giebt an, dass er Keratitis nach entzündlicher Erkrankung einzelner Gehirnteile beobachtet habe. In der Menschenheilkunde ist für Keratitis phlyk-ti'inulosa als Ursache genannt: Skrophulose, reeidivierende Entzündungen in Karben, sog. K arb e n k era titisquot;. Für die Keratitis profunda: Ungünstige Ernährungsverhiiltnisse, Syphilis, Abnormitäten der Zahn-bildung und jugendliches Alter.
Da nun das Infiltrat, welches bei der Keratitis in die Cornea gesetzt wird, nicht als ein eiteriges aufgefasst werden darf, sondern als eine Einwanderung woisser Blutzellcn und Veränderung der normalen sich an Ort und Stelle befindlichen Zellen, so worden solche mechanischen Vorgänge, die nach Verwundung mit Infektion durch Eiterkokken verbunden sind, nicht zur Keratitis, sondern zu den Ilorn-hau tgesch w üren oder Abscessen zu rechnen sein. Da ferner Eveisbusch-Schlampp diejenigen Formen, welche ohne Gefässneubil-dungen verlaufen, besonders bei der Influenza, als llornhautödem bezeichnen, so ist das Gebiet der Keratitis ziemlich enge begrenzt, namentlich auch noch deshalb, weil in der Tierheilkunde solche Prozesse, die in der Menschenheilkunde in erster Linie als Keratitis erzeugend genannt werden, Skrophulose und Syphilis wenig oder nicht beobachtet werden. Immerhin bleibt zu beachten, dass entzündliche Prozesse sich leicht vom Conjunktivaepithel auf die Cornea selbst fortsetzen.
Wir trennen deshalb zweckmässig von der Keratitis als besondere Typen a) das H o r n h a u t g e s c h w ü r und b) den Hornhaut-abscess.
Sämtliche entzündliche Prozesse der Cornea, Keratitis, Geschwür
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Hornhautentzündungr.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 211
und Abscess haben aber nach Eversbusch - Schlampp folgendes Gemeinsame :
1) Verlust der Durchsichtigkeit. 2) Veränderung der normalen Form und Abänderung dos Umfanges und der Masse an der Entzündungstelle. 3) Veränderung des Zusammenhanges und der Widerstandsfähigkeit. 4) Crefässneubildung. 5) Erhöhung oder Verminderung des E m p fi n d u n g s v e rm ö g e n s an der betreffenden Stolle.
Als Begleiterscheinungen sind zu nennen : Schmerz, Lichtscheu, Hyperämie, Thränen, Lidschwellung, Veränderung dos Inhaltes der vorderen Augenkammer, entzündliche Vorgänge an der Iris oder noch weiteren Teilen und endlich Funktionsstörung.
Klinisches Bild der K er a tit is phlyktänulosa: Es entstehen an mehr oder weniger zahlreichen Stellen der Cornea kleine scharf begrenzte Entzündungsherde, welche sich als kleine Hügel, hirse-bis hant'komgross über die Oberfläche erhoben. Im weiteren Verlauf bilden sich aus diesen Knötchon Bläschen, die platzen, wodurch je ein kleiner Substanzverlust zu stände kommt. In der Regel erfolgt von jetzt ab, auch Infiltration der tieferen Corneaschichten, so dass zur Keratitis phlyktänulosa noch die tiefergehende, die profunda hinzutritt. Die Cornea ist in der Umgegend der betroifenen Stellen oder in dem ganzen Umfange von einer hyperämischen Conjimktiva umgeben und von dort aus führen dicht gedrängt stehende Gefässschlingen gegen die erkrankton Teile der Cornea.
Regelmässige Begleiterscheinung der Keratitis phlyktänulosa ist hochgradige Lichtscheu, Thränen, Schwellung und Hyperämie, Lid-schluss und Schmerzhaftigkeit, Conjunktivitis, sind diese Erscheinungen sehr hochgradig, so werden sie auch als Blepharospasmus bezeichnet.
Eine Unterabteilung der phlyktänulären Keratitis bildet die phlyk-tänuläre Randkeratitis welche mit Hyperämie des conjunktivalon Corneatoiles beginnt. Es tritt Verdickung, und zwar leicht höckerig, knötchon-, dann bläschcnbildend auf, so dass thatsächlich derselbe Pro-zess, wie er oben geschildert wurde, besteht, aber nur am und gegen den Rand der Cornea. Der Cornoateil der Nachbarschaft ist zwar etwas getrübt, auch kann der Frozess auf die Cornea selbst übergehen. Die büschelförmige Keratitis ist auf pag. 209 schon angegeben, sie gehört ebenfalls zur Keratitis phlyktänulosa.
Prognose: In günstigen Fällen bildet sich das Epithel nach
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dem Platzen der Phlyktäne sehr rasch und vollkommen. Bayer beobachtete, dass nach Zerstörung des Korneaepitheis durch Salpetersäure über Nacht der Defekt geschlossen wurde und zwar ohne Trübung. In etwas schwereren Fällen erfolgt jedoch die Epithelbildung nicht so rasch, sondern es entsteht am Substanzverlust ein oberflächliches Geschwür, welches jedoch verhältnisinüssig rasch heilt. Immerhin führen in diesen Füllen die Gefässe vom Rande her gegen das Geschwür und die Vernarbung braucht viel längere Zeit wie die erstere Sorte. In den schwierigsten Fällen erfolgt vom Geschwüre aus oder auf anderem Wege eine eiterige Infektion und die Keratitis geht in Hornhautabscess über.
Therapie: In erster Linie kommen bei heftiger Konjunktivitis die Seite 1(35 genannten Mittel zur Anwendung, hierauf feucht war me Umschläge oder, da solche etwas umständlich anzuwenden sind, warme Bähungen mit Wattekissen. Sodann ist für die Kornea vorteilhaft Kalo-melcinstäubungen oder es ist dasselbe Mittel in Salbenform anzuwenden, rotes Quecksilboroxyd wird ebenso wie das Calomel in 1 2 0/oigon Salben gebraucht. Gerade bei der K. phlyktänulosa, bei starker Entwicklung der Hyperämie und Schwellung, kann mehrmalige Anwendung ziemlich starker 120/oiger Höllensteinlösung sehr wirksam sein. Yor der Anwendung dieses Mittels ist Cocai'nisierung zu empfehlen, um unnötige Schmerzen zu ersparen. Um bei tiefergehenden Prozessen Syne-chien mit der Vorderfläche der Iris zu vermeiden, ist Atropinanwendung (vergl. Mydriatika pag. 199) nützlich.
Klinisches Bild der Keratitis supe rficialis: Die Oberfläche der Kornea wird trübe, etwas uneben, leicht höckerig. Es kommt aber hier nicht zur Loslösung des Epithels, durch Blasenbildung wie bei der phlyktänulären Keratitis, sondern es tritt nur das getrübte Epithel in rasche Wucherung, verdickt sich und stösst sich unter Umständen in zusammenhängenden Blättchen ab; dadurch entstehen Defekte wie bei der phlyktänulären Form und es können dieselben in der dort genannten Weise rascher oder langsamer heilen, schliesslich in Hornhaut-geschwür und Abscess übergehen.
Mit der Keratitis besteht in der Regel Konjunktivitis, Gefässneu-bildung vom Rande her stellt sich frühzeitig ein.
Die Trübung ist graduell von der leichtesten zur stärksten ansteigend : a) graublau, b) grau und c) grauweiss. Bei starker Vas-cularisation kann eine Zerreissung eines Gefässchens eintreten und dann im Korneagewebe ein dunkler Blutflecken durch längere Zeit bestehen bleiben.
Prognose: Die Keratitis superficialis kann sich ziemlich rasch
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zurückbilden, sie kann jedoch auch ziemlich rasch Auflockerung von Korneaepithel, Abstossung und Geschwürsbildung, sowie tiefere Infiltration, sogar Eiterung und Abscesse erzeugen.
Therapie: Zur Konjunktivitisbehandlung tritt noch namentlich die Anwendung von Sublimatwasser, auch Chlorwasser (0,4 0/oig Chlorgas in Wasser), sowie die oben angeführton Mittel werden- hier angewandt.
Klinisches Bild der Keratitis paren chymatosa oder profunda, auch interstitialis. Es ist charakteristisch für diese Form, dass dieselbe meist beide Augen betrifft, wenn auch nicht ganz gleichzeitig, sondern in der Regel das zweite einige Tage, selbst einige Wochen nach dem ersten. Hiedurch ist der infektiöse, in der Hegel syphilitische Charakter ziemlich festgestellt. Der Beginn ist, erhöhte Reizbarkeit, Erscheinungen der Konjunktivitis, sodann heftige Injektion und Hyperämie der episcleralen Gelasse. Nun tritt Trübung der Kornea ein und zwar kann dieselbe im Zentrum beginnen und sich von hier allmählich ausbreiten, oder es treten mehrere solcher Trübungsccntren, von denen die Trübung je ringförmig sich erhreitert, fortschreitend auf. Es können auch diese punktförmigen, sich allmählich erbroiternden Trübungen am Rande zuerst auftreten. Ein derartiger Zustand heisst Keratitis punktata. Der eigentliche Prozess unterscheidet sich aber nicht von demselben, wenn die Kornea gleichmässig und allmählich zunehmend, ohne solche Trübungscentren, undurchsichtiger wird. Ganz bedeutend ist hier oft die Vascularisation, die anfangs nicht gleich auftritt. Dieselbe kommt in der Regel vom ganzen Rande her und schreitet ringförmig gegen das Centruin vor. Es kann dabei die Trübung so bedeutend werden, dass dieselbe nicht nur grauweiss, sondern infolge der bedeutenden Vascularisation sogar fleischrötlich gefärbt aussieht, wodurch vollkommene Undurchsichtigkeit der Kornea eingetreten ist. Die Nebenerscheinung der Konjunktivitis ist in verschiedener Stärke zugegen. Anfangs wenig, später mit der Zunahme des Prozesses stärker und bei vollkommen ausgebildeter und totaler Undurchsichtigkeit ist in der Regel wieder die Conjunktivitis geringer, bis fast verschwunden. In hochgradigen Fällen kommt es zu Verwachsungen der Iris.
Prognose : Die lange Dauer des Prozesses und zu fürchtende, zurückbleibende Trübungen machen die Prognose ziemlich ungünstig.
Therapie: Lauwarme Umschläge, Atropininstillationon sind noch am ehesten wirksam, allein auch diese Mittel beeinflussen den Prozess nur wenig. Die Paracenthese der Kornea ist von Hasner empfohlen worden ohne besonderen Erfolff aufzuweisen.
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Hornhautgesohwüre.
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Hornhautgeschwüre.
Eine eiterige EinBchmelzung der Korneasubstanz mit Substanzverlust und entzündlichen Erscheinungen heisst Geschwür.
Je nach Ausdehnung, Eorm, Tiefe und Alter des Geschwürs sind die Erscheinungen verschieden.
Aetlologie: Die Ursachen der Hornhautgeschwiire sind a) inech a-nische. Durch ein Trauma entsteht eine Verletzung und diese wird von aussen durch Infektionsstoffe, welche entweder mit dem verletzenden Gegenstand in die Wunde drangen oder die nachträglich direkt durch unsaubere Therapie oder vom Konjunktivalsacke aus infiziert wurden, b) Die Ursachen sind infektiöse, vom Blute oder den Lymphbahnon, auf sogenanntem metastatischem Wego, wie z. B. bei der Staupe, oder wie dies Schindelka nachwies, bei der Influenza
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der Pferde. (Es bleibt allerdings auch
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in diesen Eiillen noch fraglich, ob die Infektion nicht vom Konjunktivalsacke aus stattfand, wie dies stets der Fall ist, wenn z. B. eine phlyktänuläre Keratitis nach der Ruptur der Bläschen oder eines Hornhautödcms mit Eiterkokken infiziert wird.) Nach Durclibruch eines Hornhaut-
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abscesses nach aussen entsteht ebenfalls
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Fig. 35. Perforierendes Ilorn-hautgesohwür. Adhäsion zwischenJris und
Hornhaut.
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Fig. B6, Partielles Staphjrlom.
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ein Geschwür.
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Klinisches Bild: Wir unterscheiden allgemein : a) Stadium der Entwicklung, b) das des Stillstandes
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und c) das des Rückganges, d) der Heilung. Je nach der Ursache sind die Erscheinungen im Anf'angsstadiuin etwas verschieden. Nach Traumen erfolgt nach einiger Zeit Trübung der Ränder, die sich ausbreitet, dann wird die Wunde uneben, mit einem fibrinösen, später eiterigen Belage bedeckt, die Geschwürsränder werden unregehnässig und je nach der Art der Ursache bleiben dieselben glatt oder sie schwellen etwas an. Geschwüre durch die Staupe der Hunde sind anfangs weisse kleine Punkte, die Einschmelzung beginnt von aussen, es tritt eine kesseiförmige oder kraterähnliche Vertiefung ein, deren Trübungshof verhält-nismässig gering ist. Im zweiten Stadium erfolgt keine Ulceration mehr, sondern der Prozoss hat sein Höhestadium erreicht, welches in schweren Fällen bis zum Durchbruche der Kornea führt, so dass das vordere Kammorwasser entleert wird und die hintere Kornoatlächc mit der Iris vorwächst, Fig. 35 oder aber dass letztere durch die Öffnung nach aussen in zapfenartiger Form vorfällt, Irisvorfall.
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Hornhautabsces8. Hypopyon.
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Es kommt vor, dass die Kornea bis zur Descomet'schen Haut verschwindet und sich letztere durch die üffnung hervorbliiht, ohne dass aber das Kammenvasser abfliesst. In solchen Fällen spricht man von Kera-tokele, Hornhautbruch. Fällt die Iris selbst vor und wird derart in den Entzündungsprozess eing-ezogen, dass sie narbig entartet und vorgewölbt wird, so bezeichnet man einen solchen Zustand als Staphy-lom und zwar bei teilweiser Erhaltung der Konica als St. partiale, bei gänzlichem Verluste der Kornea und Veränderung der vorgefallenen Iris als St. totale. Fig. 36.
In Fällen, in denen das Geschwür die Kornea nicht perforiert, reinigt sich dasselbe an seinem Grunde, wird glatt, die Ränder werden ebener, schwellen ab, die Trübung wird weniger, es folgt Gefässbildung vom Hände her. Im dritten Stadium erfolgt Resorption der Trübung und Aufhellung, sowie Überdeckung des Geschwürsgrundes mit Epithel und damit ist die Heilung beendet.
Therapie: Bei oberflächlichen Geschwüren leistet noch am meisten grosse Reinlichkeit; Sublimatwasser 1 : 3000 wird mit Wattebäuschchen verwendet, um das Auge von Sekret möglichst frei zu machon, je öfter desto besser, mindestens dreimal täglich. Nach joder Reinigung reichliches Einpudern von Jodoform.
In solchen Fällen, in denen eine Horvorbläbung der Descemet-schen Haut stattfindet, besteht die Gefahr, dass bei Ruptur und plötzlicher, rascher Entleerung die Linse mit nach vorne tritt oder dass ein Teil der Iris in die Wunde gelaugt. Um daher möglichst schonenden Abfluss zu haben, wird dor hervorgeblähto Teil angestochen oder angeschnitten oder mit der Schere etwas abgekappt. Jodoform und Verband ist nachher ebenso wie Sublimatreinigung anzuraten.
Hornhautabscess. Hypopyon.
Eine Eiteransammlung in der Konica führt diesen Namen. Sie unterscheidet sich von der Koratitis, welche eine Infiltration darstellt dadurch, dass die Eiterzellen beim Abscess in Massen zusammenlagern, das Gewebe derart ausoinandergepresst und geschmolzen ist, dass eine Höhle entsteht, in welcher der weissliche oder gelbliche Eiter angesammelt ist. Die Umgebung des Abscesses ist mehr oder weniger von einem Infiltrate getrübt. Die Form, in welcher derselbe sich präsentiert, ist in der Regel in der Mitte der Kornea rundlich, je mehr derselbe gegen den Rand entsteht, um so mehr ins Längliche gezogen und gekrümmt sieht derselbe aus.
Die Prognose ist vorsichtig zu stellen, sogar ungünstig.
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216nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hornhiiutfistel. Keratokonua.
Therapie: Oberflächliche Behandlung mit Medikamenten vom Konjunktivalsacke aus, ferner Umschläge, Druckverbände oder allgemeine Behandlung mittelst Arzneimittel durch das Blut sind unwirksam so viel wie erfolglos. Es bleibt deshalb als empfehlenswertestes Mittel die Eröffnung. Nach Cocai'nisierung wird in den Abscess mit feinem Messer eingeschnitten, derselbe breit gespalten, die Wundränder hochgehoben und die Abscosshöhle mit Sublimatgaze oder Jodoformgaze ausgetupft und mittelst Sublimatwasser ausgespült, nachher mit Jodoform ausgepudert und möglichst aseptisch verbunden. Die Iridektomie in solchen Fällen anzuwenden ist von Gräfe empfohlen worden. Sie soll namentlich günstig wirken, um endlich Recidive zum Stillstande zu bringen.
Hornhautfistel.
Durch die Kornea führt eine kleine Öffnung in die vordere Augenkammer, durch welche beständig Kammerwasser abfliesst. Ea können Fälle vorkommen, dass diese Korneafistel noch von der Konjunktiva überdeckt ist. In solchen Fällen sammelt sich der Humor aqueus unter der Konjunktiva und bildet dortselbst ein Oedem. Die Fistel hat meist als Ursache ein perforierendes Korneageschwür, sie heilt ver-hültnismässig schwer, kommt Jedoch an Tioraugen selten vor. Therapeutisch ist empfohlen: Atropin, Calabar. Beides wird jedoch in Einzelfällen besser weggelassen. Schweigger heilte einen Fall dadurch, dass er die Geschwürsränder mit einem feinen Häkchen hervorzog und mit der Schere abtrug.
Keratokonus.
Mit diesem Namen bezeichnet man Formveränderungen der Kornea, die darin bestehen, dass dieselbe in ihrer Mitte eine Yerdünnung erleidet und mm mehr oder weniger spitz hervorgewölbt wird, allmählich auch Trübung an der Spitze eintritt, doch nicht infolge zelliger Infiltration, sondern infolge von Spindelzellonbildung. Es ist nicht beobachtet, dass die Verdünnung derart fortschreitet, dass eine Ruptur erfolgen würde. Da die dagegen vorgeschlagenen, ziemlich komplizierten Operationen nur eine Verbesserung des Sehvermögens bewirken sollen, so glaube ich nicht, dass es sich empfiehlt, solche bei Tieren, aussei' in wissenschaftlichem Interesse, durchzuführen. (Für solche Fälle empfehle ich zum Studium die Augenheilkunde von Schweigger p. 355.)
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Krankheiten der Sklera. Krankheiten des Linsensystems.
Krankheiten der Sklera.
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Litteratur: Möller, Augcnhoilkundo. Bayer, Chirurgie, Sohweigger, Augenheilkunde. Berlin, Zeitsohr. f. vgl. Aug-enheilkundo 1883, p. 110. Rose hei. Ibd. 1883, p. 93.
Die Krankheiten der Sklera sind bei Tieren selten und noch seltener beschrieben. Es wird unterschieden a) eine Entzündung der Sklera, die Skleritis und Episkleritis und b) Wunden und Verletzungen der Sklera. Die von Berlin und Möller bekannt gegehenen Fälle betreffen Verwundungen der Sklera des Pferdes am nasalen Augenwinkel, welche durch Einwirkung einer Eisenstango und durch Schlag mit einer Säbelscheide entstanden waren. Möller führt die Ruptur der Sklera an dieser Stelle auf die geringe Stärke der-selhen gerade an diesem Orte zurück. Auf perforierende Sklerawundcn erfolgt in der Hegel Austritt des Glaskörpers und der Linse, der Augapfel sinkt zusammen und wird meist noch durch nachfolgende Eiterung zerstört. Bayer hat versacht die Sklera wunde zu nähen, hierauf mittelst einer Discissionsnadel die Chorioidea verletzt, um durch das pralle Anfüllen mit Blut das Zusammensinken des Augapfels zu verhindern. Antiseptische Behandlung, um den Eitorungsprozess möglichst zu verhindern, ist anzuempfehlen.
Skleritis und Episkleritis findet sich bei Tieren selten. Schweigger beschreibt dieselbe beim Menschen fblgendermasson : Einige Millimeter vom Hornhautrande tritt an der Sklera Hyperämie und Schwellung ein, die Hyperämie ist anfangs hellrot, später violett, die Schwellung ist flach oder umschrieben, linsenförmig erhaben und kann mit phlyktänulärer Konjunktivitis Ähnlichkeit haben. Die Entzündung ist einfach und nur auf die Sklera beschränkt, oder sie geht über auf die Kornca und nach innen auch auf die Iris, so dass Skleritis, K e r a t i t i s und Iritis entsteht. Letztere kann Verwachsung zwischen Iris und Linscnkapsel im Gefolge haben. In der Menschenaugenheilkunde ist noch angefühi't, class an der Sklera ein Staphylom auftritt, welches Hydrophtbalmus oder Biiphthalmus im Gefolge hat.
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Krankheiten des Linsensystems.
Fehlen der Linse, Aphakia, Luxation und Subluxation.
Litteratur: Hering, Dislokation der Kristalllinse b. Pf. Rcp. 185fi, p. 15. Bol linger. Wahre Veiknödicrnng zwischen Iris und Linse b. Pf Münch. Jhb. 1870 77, p. 51. Bräuer, Linsenvorfall. Sachs. Jhb. 1885, p. 82.
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218 Krankheiten des Linsen^ystems. Fehlen der Linse, Aphakie eto.
Sing, Subluxat. d. Linse. Mitt. d. V. d. Tzte. in Üsfer. 1880, p. 29. Loci ain ehe. Luxation d. Kristulllinse b. Pferd u. Hund. Recueil. p, 317, 1888. N u n n , Dislocat. of the crystalllinse. The vet. journ. Bd. XXIII. Jhb. 1Ö88, p. 89.
1)nbsp; Vollst it ndiges Fehlen der Linse. Apliakie. Infolge von mechanischen, zufälligen Einwirkungen, meist aber
durch Operationen, wird die Linse von ihrem Standorte vollständig entfernt und entweder ganz aus dem Auge genommen oder sie ist vor oder hinter der Iris in die vordere Augenkammor oder in dem Glaskörper in die Tiefe gesunken. Die Linscnlosigkeit, resp. das gänzliche Fehlen der Linse direkt hinter der Iris hat hochgradige Fernsichtig-keit zur Folge. Beim Einblick in das Auge sieht man in solchen Fällen bei passender Beleuchtung, schon ohne Augenspiegel, das Leuchten des Tapetums deutlicher als sonst, selbst' das Detail des Augenhintergrundes. Sodann erscheint die vordere Augonkammer etwas vertieft, die Iris, die sonst an der Linse eine feste Unterlage hatte , zeigt bei Bewegungen des Auges ein deutliches Zittern. Ganz sicher wird jedoch die Diagnose durch Untersuchung mit dem Augenspiegel und Beobachtung der P u r k i n j e - S a n s o n ' s c h e n F1 a rn m e n b i 1 d o h e n: Vor dem mydriatisierten normalen Auge wird im Dunkelraume in Augenhöhe nur 1^2 cm. von diesem entfernt eine Kerzenflamme gehalten und von der Schliifengegend her direkt in das Auge geblickt. Man entdeckt nun in der Pupille eine dreifache quot;Wiederspicgelung des Lichtes, also drei hintereinanderstehendo Flammonbildehen. Das vorderste ist aufrecht stark verkleinert, sehr hell und stammt von der Cornea, das zweite ist, von der vorderen Linsenkapsel zurückgeworfen. Es ist ebenfalls aufrecht, aber lichtschwächer und verschwommener. Das dritte stammt von der hinteren Linsenkapsel, und da diese wie ein Hohlspiegel wirkt, so ist dieses Bildchen umgekehrt, stark verkleinert und lichtschwaeh. Fehlt nun die Linse, so ist nur das Corneaspiegel-bild vorhanden und es fehlen die beiden von der Linse reflektierten Spiegelbilder. Allerdings tritt in der Regel der Glaskörper nach Entfernung der Linse gewölbt nach vom und er vermag ebenfalls ein aufrechtes, aber nur sehr lichtmattes und verschwommenes Spiegelbildchen zu liefern. Das dritte umgekehrte fehlt aber total.
2)nbsp; Luxation der Linse. Dieselbe ist a) vollständig, total, oder b) unvollständig-, Subluxation. Bei a) der vollständigen Luxation hat die Linse ihren normalen Platz hinter der Pupille verlassen, wodurch eine Beihe von Erscheinungen erzeugt werden, wie sie auch schon bei der Linsenlosigkeit genannt wurden. Ausser-
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Grauer Star, Cataracta.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 219
dem wird durch don Augenspiegel dieselbe deutlich als dunkle, bei focaler Beleuchtung, als helle Linse gesehen.
3) Als Subluxation wird der Zustand bezeichnet, wenn die Linse nicht mehr das ganze Pupiliargebiet einnimmt. In diesen Fällen beobachtet man aussor dem unter 1) Genannten, welches mehr oder minder vollständig zugegen ist, mit dem Augenspiegel noch einen Teil dos Linsenrandes als bogenförmigen, dunklen Streifen, welcher das Pupillon-gebiot in zwei Hälfton teilt und bei focaler Beleuchtung glänzend aussieht. Durch den Hnsenlosen und den mit Linse Yersehenen Teil sieht man je ein Bild des Augonhintergrundes, letzteren also doppelt.
Die Ursachen der totalen Luxation sind hauptsächlich Operationen gegen grauen Star, jedoch kommen auch, wie bei den Subluxa-tionen mechanische Einwirkungen und erbliche Dispositionen in Betracht. Die luxierte Linse kann rosorbirt worden, wenn die Kapsel verletzt wurde, sie kann Trübung erfahren oder verkalken und es ist möglich, dass sie in der vorderen Augenkammer eingeklemmt wird und verwächst.
Therapie: Je nach Stellung der subluxierton Linse kann Atro-p i n von vorteilhafter Wirkung sein. Ist die Linse in der vorderen Augenkammer, so ist möglich, sie durch Querschnitt zu excidioren. Bei Verwachsungen mit der Iris kann die Iridektomie nutzbar sein.
Hering beschreibt einen Fall, dass ein Pferd wegen Verdachts auf Schwindelanfälle untersucht worden sollte. Er fand, dass das Tier sehr kurzes Gesichtquot; hatte. Die Linse lag beiderseits im Grunde des Glaskörpers und hinter der Pupille hing ein schlcierartigcs Hallt-eben. Hering glaubt nicht an mechanische Einwirkung. Brauer beobachtete an einem Eohlen das sehr schwächlich zur Welt gekommen war, dass beiderseits die Linse in die vordere Augenkammer vorgefallen war. Die Mutter war blind infolge von periodischer Augenont-ztindung. ^lit toilweisom Vorfall der Linse in die vordere Augenkammer beobachtete Sing ein Pferdeauge.
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Grauer Star, Cataracta.
Litter a tur: Ruini, Staroperation an Pferden. Von allen ICrankh. u. Ge-breclien d, Pf. I(i03. Sprengel, Arabische Theorie d. Stars. Sprengel, Geschichte III, p. 492. Iläsor, VegetitlB Staroperat. a. Rindern. Häser, Gesch. p. 522. Ziller, Grauer Star. 1). R. Beob. a. R. 1831, p. 23. v. Kuers, Grauer Star b. Pf. Jhb. Qb. Furtsohr. d. Thk. u. Vhzcht. 1884, p. 217. Per s ch, Starb. Pf. Tasihenb. d. pferdeärztl. Pr. 18-10, p. 68. Peters, Cataract, b. Pf. Per. üb. I.eist. i. Geb. d. Thk. 1841, p. 32. Prahr, Gi'auer Star nach Influenza. Qurlt u. Hartwig 1843, p. 383. Leblano.
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220nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Grauer Star, Cataracta.
Staroperat. b. Hunde. Clinique vet. 1847, p. 497. B r o ff n i e z , Staroper, b. Pf. Journ. v. Belg. 1848, p. 373. Kreutzer, Staroper. b. Tieren. Zentr. Arch. 1851, p. 39. Meyer, Grauer Star. Gurlt u. Hertwig 1861. p. 182. Hertwig, Grauer Star. 1). Pf. Ibd. 1851, p. 504. Busse, Staroperat, b. Pf. Buss. Mitt. 1854, p. 4G. Kreutzer, Grauer Star b. Pf. Woohsohr. 1861, p. 143. Schmidt, Grauer Star. b. Pf, Oporat. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1802, p. 50. Haubncr, Idiopath. Grauer Star b. Pf. Sachs. Jhb. 1807, p. 95. Trespe, Grauer Star infolge Erschütt. Mitt. a. d, tztl. Pr. 1871, p, 152. Müller u. Holoff, Oemler, Angeb. Star. Ibd. 1874, p. 180. Sing, Blindh. b. Pf. Mitt. d. Vor. d. Tzte, in Öster. 1880 p. 29. Felisch, Cataracta congenita b. Fohlen. Boloff u. Schütz 1882, p. 73. Stein, Star d. Töne erzeugt (b. Meerschweinchen). Cbl. f, Augenhk. 1887. Wien. med. Woobschr. 1887, p. 14. Bayer, Beclinat. einer Btarigen Linse. Cbl. 1884, No. 29. Haltenhof, Diabotischer Cataract b. Hunde. Ztsohr. f. vgl, Aughlk. Jhrg. Ill 1885, p. 05. Möller, Augenheilkunde s. d. Weitere Litteratur. Bayer, Chirurgie, Berlin, I ijnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Boob, über Slar u. Staroperat. b. Tieren, Ztschr, f, vgl. Augenheilk. 1887,
p. 59.
Star oder Staar, Cataracta (früher auch Glaucoma) ist schon im Altertum Gegenstand der Beobachtung, auch an Tieren, gewesen. Vogetius Kenatus beschreibt schon im 4. Jahrhundert n. Chr. Staroperationen an Hindern. Die Theorien, welche in der Menschenheilkunde über diese Krankheit vorhanden waren, z. B. diejenige der Araber: Star sei ein Fell in der wässerigen Feuchtigkeit, welches vom Gehirn herabfalle und man müsse 5 Arten Star unterscheiden: weiss, grau, blau, grün und schwarz. Diese sind auch in der Tierheilkunde verbreitet worden. Von Starojierationen an Pferden berichtet 1603 Ruini.
Der Begriff des Stars: Linsentrübung mit andauernder Sehstörungquot; ist in der Moiischen- und- Tierheilkunde stets der gleiche gewesen, die Bezeichnung Star oder Staar ist jedoch bekanntormassen erst seit 1583 durch Bartisch, Bürger, Oculist, Schnitt- und Wundarzt in Dresden, eingeführt worden. Er schreibt: von dem Star oder Hirnfell wäre wohl vieles zu sagen und zu schreiben, aber es ist meine Meinung, nicht viel Disputierens und viel quot;Worte zu machen, befehle solches den Hochgelehrten, bei denen der Star verschieden am gemeinsten Cataracta genannt wird, von dem gewöhnlichen Volk aber als Star bezeichnet wird. Woher der Star so genannt wird und woher ihm dieses Wort Star kommt, kann ich zur Zeit auch nicht wissen, denn dieser Name ist so
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gebräuchlich, dass Bürger und Bauer, Gelehrte und Ungelohrte darum
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wissen, denn wenn sie von einem ganz blinden Menschen hören, sagen, sehen oder reden, wissen sie nicht anders zu sagen als von Star und sprechen, er sei starblind etzliche Leute vermeinen, man bekomme
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Grauer Star, Cataracta.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 221
diesen Mangel von dem Vogel, den man Star nennt, wenn man denselben viel esse, oder aus einem Wasser trinke, da gemelter Vogel aus getrunken oder darin gebadet habe, solches ist aber alles Aberglaube.quot; Luther übersetzt die Augenkrankeit des Tobias Leukomaquot; mit Star. Zarnecke erinnert an die weise TUpfelung des Vogels, die Ähnlichkeit habe mit der Linsentrübung. Ad. Schmidt leitet Star ab von starr, weil die Starblinden einen starren Blick haben sollen. Frisch leitet ab ; Star-, Stern, Augenstern. Becker führt an, dass schon im 8. Jahrhundert in den llesoni'schen Glossen folgender Satz vorkommt: Hyerna bestia staraplind.quot; Hirschberg sagt: allerdings kommt die Bezeichnung Star von starr, jedoch bezieht sich dies nicht auf die Blickachsen, sondern auf die Meinung der alten, dass das Kammerwasser erstarrt sei. Namentlich ist das Wort concrescitquot; angewandt, um den Zustand des Kammerwassors bei dieser Krankheit zu bezeichnen, concrescere bedeutet aber bei allen lat. Klassikern erstarren, gerinnen und wird sowohl vom Gerinnen der Milch, des Blutes, sowie vom Erstarren des Wassers zu Eis gebraucht. Das alte starablintquot; bedeutet somit starrblindquot;, erstarrt, geronnen, gefroren und dafür hielt man das Kanimorwassor.
Als grauen Star, Cataracta, bezeichnet man alle Trübungen des Gesamtlinscnsystems oder einzelner Teile desselben. Bei jungen Tieren ist in der Regel eine Erweichung der Linse mit verbunden. Die Cataract erhält je nach dem Betroft'ensein einzelner Teile, je nach Ausdehnung, Form etc. eine Bezeichnung.
Als wahren Star, 0. Vera, bezeichnet man diejenigen Formen, bei denen die Linse selbst, die Kapsel, die Kinde oder der Kern getrübt ist.
Als falschen Star, C. spuria, bezeichnet man Linsentrübungen, die durch Auflagerungen, durch Exsudationen an die vordere oder hintere Fläche, entstanden.
Kapselstar, C. capsularis heissen Trübungen der Kapsel. Als Linsonstar, C. lenticularis, bozeichuot man Trübungen der Linse. Kern star, C. nucloaris, Trübungen des Linsenkerncs. Ein Kapsolstar, welcher am Pupillenrande adhärirt, heisst C. aecreta. Ein angeborener C. adnata s. congenita. Ein verflüssigter Star, Beutelstar, C. cystica. #9632; Infolge von Chorioiditis entstanden: C. chorioidalis. Im Anschluss an andere innere Augenkrankheiten entstanden C. consecutiva. Nach Zuckerharnruhr C. dia-betica. Der beginnende Star heisst: C. ineipiens. de nach der vollständigen oder unvollständigen Trübung C. totalis oder partialis. Ein in Zunahme begriffener: C. progressiva. Eine punktförmig in die
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222nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Grauer Star, Cataraota.
vordere Kanmier ragende Trübung bezeichnet man als C. pyramidalis, den Altersstar als C. senilis. Je nach der F orm, ob sich die Trübung in Punkten, Strichen, Balken, Federfahnen, Sternchen, Schleiern, Nebeln, Wolken, Schollen oder Kugeln darstellt, kann man ihn ebenfalls bezeichnen. Als reifquot; bezeichnet man eine Cataract, wenn die ganze Linse getrübt ist. Altersstar ist bei Tieren ziemlich selten.
Aetiologie: Grauer Star entsteht und kann künstlich verursacht werden 1) durch Trauma. Trespe beobachtete, dass ein Fohlen gegen einen Laubbaum eines Wagens rannte, so dass es sich denselben Va Zoll tief in die Brust stiess, es stürzte und stiess gleichzeitig heftig mit dem Kopfe gegen den Wagen, so dass es bewusstlos in den Stall getragen wurde. Nach 18 Stunden waren die Pupillen,,grauweissquot; und nach einigen Tagen war das Tier erblindet an schwarzem Starquot;. (?) 2) Angeborenen Star beim Fohlen beobachtete Omler. Sing giebt 1880 an, dass in der Umgebung von Olmütz iU der Pferde starblind sei. 3) Durch sehr hohe oder niedere Temperaturen, 4) durch lokal auf die Linse wirkende Reagentlen, 5) durch Infusion bestimmter chemischer Stoffe in das Blut. Stein sah sogar, dass grauer Star 6) dadurch entstand, dass Nervenreiz durch Stiiumgabelschwingungon beim Meerschweinchen nach 34 Stunden Pupillenerweiterung und nach 12 Stunden Linsentrübungen entstand. Beim Pferde ist die häufigste Ursache die periodische Augenentzün-dung, die Iridoohorioiditis. Berlin sagt über die Entwicklung nach dieser Krankheit folgendes: Die Cataraota puneta beim Pferde ist stets nur die Folge der Iridoohorioiditis; während eines solchen Anfalles zieht sich der Schliessmuskel der Pupille stark zusammen und zwar nicht selten so stark, dass die Traubenkörner des oberen Bandes den unteren Pupillenrand berühren. In diesem Stadium der Entzündung verklebt die hintere Iriswand mit der vorderen Wand der Linse an verschiedenen Stellen und in verschiedener Ausdehnung, namentlich entsprechend dem Pupillarrando, selbst die sich berührenden Ränder der Pupille können verkleben. Nach Ablauf der Entzündung lösen sich die Verklebungen durch das Muskelspiel der Iris zum grössten Teile wieder, an einigen Stellen kommt es aber zur Verwachsung. Da wo die Ver-klobung gelöst wurde, bleibt nun häufig eine minimale Partie des durch den Entzündungsprozess erweichten Pigments der hinteren Iriswand auf der vorderen Fläche der Linse haften; an anderen Stellen bleiben vielleicht nur kloine Exsudatpartikelchen ohne Pigment zurück. Wegen der vorausgegangenen starken Kontraktion der Pupille liegen dann diese Flecken grösstenteils auf demjenigen zentralen Teile der vorderen Lin-
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Grauer Star, Cataracta.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 223
senfliiche, welcher bei mittlerer Belouclitung von der Iris nicht bedeckt ist und sie sind deshalb für gewöhnlich innerhalb des eigentlichen Pupillar-gebiets sichtbar. Durch Erweiterung der Pupille mittels Atropin werden in der Hegel noch mehrere solcher Synochien aufgedeckt. Wenn diese kleinen Auflagerungen näher betrachtet werden, so findet man sie von sehr unregehuässiger Gestalt, meist scharfkantige oder strich-förmige Figuren darstellend, dazwischen kommen jedoch, und meist peripher, auch grössere Formen vor. Kach einigen Wochen oder Monaten bemerkt man, dass die den Auflagerungen unmittelbar anliegenden Linsenpartieen sich oberflächlich, d. h. in sehr geringer Tiefen-dimension trüben, während die Linsentrübungen seitlich bald die Grenzen der Auflagerungen um ein woniges zu überragen pflegen, wobei sie sich indessen, wenigstens im Anfang, ziemlich genau an die Form der Auflagerung anschlicsson. Dies sind die Starpunkte!quot; Cataracta puneta. Eine andere Form C. punotata bei der dutzende, selbst hunderte kleinster Punkte sich in der Linse vorfinden, ist bei Tieren sehr selten und ziemlich unschiidlich.
Der Alters star, C. senilis, findet sich bei Tieren nicht oder doch sehr selten. Kreut;zer sagt, dass dieser Star beim Pferde nicht vor dem 35, Jahre, beim Hunde nicht vor dem 14. lö., bei der Katze nicht vor dem 12.15. und bei Vögeln nicht vor dem 12.15. Jahre entstehen könne. Berlin fand bei manchen über 10 Jahre alten Pferden eigentümlich konzentrisch geordnete Streifen in der Linse, von denen es zweifelhaft blieb, ob es sich um Trübungen oder bloss Brochungs-diiferenzen handelte, d, h. ob es sich um grauen Star oder andere Altersver-iinderungon handelte. Bayer beobachtete Altersstar bei einem 45 Jahre alten Pferde, sonst hält er Starbildung bei unseren Haustieren infolge Alters, mit Ausnahme des Hundes, für eine grosso Seltenheit. Ich bin geneigt, das Greisenalter der Tiere etwas früher anzusetzen, als wie Kreutzer gethan hat. Bei Hunden ist, wie allseitig anerkannt ist, grauer Star keine Seltenheit, dasselbe gilt von Katzen; Yögel leiden vielfach an grauem Altersstar, namentlich die kleinen Stubenvögel, jedoch auch grosses Nutzgeflügel wie Gänse, Hühner, Taubon, Fasanen werden betroffen. Der Zoologe Klunzinger besnss mehrere Jahre einen Laubfrosch, der an beiden Augen grauen Star hatte.
Die Entstehung des Altersstares ist auf mangelhafte Ernährung der Linse und Verhärtung derselben mit Trübung der Fasern zurück-zufübren.
In Einzelfällen worden Tiere geboren, bei welchen sich schon im Mntterleibe auf einem oder beiden Augen der graue Star entwickelt
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224nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Grauer Star, Cataracla.
hatte. Diese Form, Cataracta congenita, ist bei der Geburt schon vollkommen, total, oder erst partiell. Die eigentliche Ursache ist nicht mit Bestimmtlieit anzugeben. Ein gewisser Grad von Erblichkeit wird von Einfiuss sein. Brauer hat auch beobachtet, dass in einem solchen Falle die Füllenmutter an Mondblindheit blind war. Berlin vermutet Inzucht als Ursache. Ich habe bei Degeneration von einer Schweinerasse ebontalls Augoudefekte beobachtet; den von Berlin angeführten Fall sah ich ebenfalls.
Über die Schnelligkeit der Entwicklung des grauen Stars bei Pferden haben englische Tierärzte schon 1835 Angaben gemacht: Spooncr fand an einem an periodischer Augenentzündung leidenden Pferde das alle 4 (3 Wochen einen Anfall bekam, dass diese Anfälle nach 2 Jahren seltener wurden und 8 Jahre später war dieses Pferd noch nicht total erblindet. Spooner hat jedoch auch 10 Tage nach der ersten Entzündung Erblindung gesehen. Clay fand 910 Tage nach dem ersten Anfalle schon Erblindung durch grauen Star. Spooner sah die Entstehung des grauen Stars 3 Monate nach dem ersten Anfalle.
Klinisches Bild: Das Charakteristische bildet die milchig graue Verfärbung und Undurchsichtigkeit der Linse, welche partiell oder total sein kann und die je nach der Form oder dem Betroffensein des Kernes oder der Kapsel wie oben genannt ist, ihren Namen erhält. Die einfache Cataract, die noch hart oder weich, reif oder unreif sein kann, kann sich mit noch verschiedenen anderen Erscheinungen komplizieren, häufig, namentlich beim Pferde mit Veränderungen der Iris, Verwachsungen dieser, aber auch Erkrankungen der übrigen lichtbrochenden und lichtempfindenden Teile können mit verbunden sein. Die Erkennung ist namentlich durch Zuhilfenahme der focalen Beleuchtung und des Augenspiegels vollkoimnen sicher.
Von sehr wesentlicher Bedeutung ist es, festzustellen, welcher Grad von Sehvermögen, namentlich auch bei totaler Cataract noch zugegen ist. Bei selbst vollkommener Linsentrübung ist dieselbe noch Licht durchlassend, es kann von der Netzhaut noch hell und dunkel empfunden werden und die Wirkung des Lichtes zum Teil erkannt; werden (Lichtschein und Projektion). Diese Proben, ob die Netzhaut überhaupt noch lichtempfindlich ist, werden derart angestellt, dass dem zu untersuchenden Tiere das andere Auge verbunden wird, und das Tier, das in einem dunklen Räume gehalten, dann nach Ilelhnachung angetrieben wird. Man beobachtet, ob sich das Tier zum Lichte wendet und ob es den Weg gegen dasselbe findet. Auch plötzliches Lichtmachen im dunklen Räume bei sorgsamer Beobachtung des Tieres, ob
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Grauer Star, Katarakta.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;225
dadurch ein Eindruck erfolgt, giebt einige Anhaltspunkte. Ebenso Einstrahlung von Licht durch eine Linse oder den Augenspiegel. Yon wesentlicherer Bedeutung ist, ob die Iris auf solche Lichtreize noch reagiert. Sicher sind diese Proben jedoch nicht. Eine Behandlung des grauen Stars hat nur dann einen Zweck wenn die Netzhaut noch lichtempfindend ist.
Prognose: Partielle Trübung oder totale nicht sehr starke Trübungen, die noch Licht seitlich vorbei oder durchlassen, stören das Sehvermögen nur in gewissem Grade. Grauer Star beim Pferde ist meist Folge der periodischen Augenentzündung und mit Entartung auch anderer, lichtbrechender und lichtempfindender Teile verbunden. In ersterem Ealle ist die Prognose, wenn auch das Leiden an sich als unheilbares aufzufassen ist, doch dahin zu stellen : dass das Tier die von ihm verlangten Leistungen in der Regel auch bei etwas minderer Sehfähigkeit, als dies normal der Fall ist, auszuführen vermag, dass somit die Katarakt am besten unberührt bleibt. Im zweiten Falle, wenn beim Pferde Katarakt infolge periodischer Augenentzündung vorhanden ist, ist die Prognose derart schlecht, dass jeder therapeutische Eingriff erfolglos ist. Es blieben demnach für die Beurteilung für eine Therapie a) solche Fälle, in denen ein Lieblingstier, und zwar handelt es sich hauptsächlich um Hunde, beiderseits an grauem Star erblindet ist und nicht abgeschafft werden will und b) um solche Fälle, in denen das Aussehen verbessert werden soll, derart, dass man den entstellenden grauen Star nicht mehr sieht. Operationen an Geflügel, Katzen u. dgl. haben mehr wissenschaftlichen als praktischen Wert. Traumatische Katarakt giebt eine verhältnissmässig günstigere Prognose, wenn bei der Verletzung, die die Katarakt erzeugte, keine Infektion stattfand.
Therapie: Es ist mehrfach angegeben, dass grauer Star von selbst oder auf Einwirkung von Mitteln wieder verschwunden sein soll: Cartwright, Percy berichten schon 1831, dass Me beim Pferde Spontanheilung beobachtet hätten. Prehr sah nach Influenza grauen Star, den er heilte. Kreutzer giebt an, grauen Star durch Atropin geheilt zu haben etc. In Anbetracht der früher bestehenden mangelhaften Untersuchungsmethoden und Hilfsapparatc, sowie der noch nicht feststehenden Begriffe über Star, können die Resultate nicht auf den grauen Star nach heutigen Begriffen bezogen werden; ein solcher schwindet weder spontan, noch weicht er irgend einer allgemeinen oder lokalen medizinischen Behandlung. Es möchte sich hier in einem oder dem anderen Falle um traumatische Katarakta gehandelt haben, denn hier kann die getrübte Linse resorbiert werden. Es sind deshalb auch die früher
Uo ffmann, Tierärztliche Chirargic.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 15
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Grauor Star, Katarakta.
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gegen grauen Star gerühmten Mittel: Scharfsalben, Haarseile, Phos-phorül, selbst Atropin etc. als unwirksam gegen dieses Leiden anzusehen.
Wirksam ist allein die Operation, diese aber nur dann, wenn die Netzhaut noch lichtoinpfindend ist, also nicht auch nach periodischer Augenentzündung, wo bereits Physitis bulbi eingetreten ist.
Die operativen Methoden, die gegen Katarakt zur Verfügung stehen, sind:
1)nbsp; Die Extraktion. Der Augapfel wird angeschnitten und die Linse durch die Oft'nung herausgenommen, extrahiert.
2)nbsp; nbsp;Die Discission. Es wird mit einer Nadel eingestochen und die vordere Linsenknpsel verletzt eingeschnitten. Durch die Einwirkung dos Kammorwassors wird dann die Linse allmählich aufgelöst und entfernt. Absichtlich bewirkte traumatische Katarakt.
3)nbsp; nbsp;Die II e k 1 i n at i o n. Mit der Nadel wird die Linse von ihrem seitherigen Standorte hinweggedrückt und in den Glaskörper gedrängt.
Nach den seitherigen Erfahrungen empfiehlt es sich, im allgemeinen bei jungen Tieren, bei welchen eine weiche Katarakt anzunehmen ist, die Discission, und bei alten Tieren, bei denen es sich um Altersstar mit festem Kerne handelt, die Reklination anzuwenden. (Die Extraktion verlangt verhältnismässig breiten Einschnitt und lässt wegen nachfolgender Infektion Gefahr fürchten, während die Discission und die Eeklination nur ganz kleine Wunden liefern. Da erstere aber in der Regel mehrmals wiederholt werden muss, die Tierbesitzer sehr bald diese Eingriffe als Quälereien ansehen und lieber ihren Hund töten lassen, da ferner die Lebenszeit der Tiere mit Altersstar nur noch verhältnismässig kurz ist und man mit der Reklination in der Regel auf einmal fertig ist, so empfiehlt sich nach seitherigen Erfahrungen diese Methode als zweckmässigste.Jth kann mich nicht entschliessen, diese genannten Operationsmethoden in ihrer ganzen Breite hier zu beschreiben. Ohne class man solche gesehen und dabei assistiert hat, wird es schwer werden, diese selbst nach guten Beschreibungen richtig durchzuführen. Für eingehendes Studium empfehle icli Möllers Augenheilkunde, oder Berlins Zeitschrift für vgl. Augonheilkunde. Da ich jedoch das Glück habe, an hiesiger tierärztlicher Klinik mit zwei Augenärzten, den H. 11. Prof. Dr. Berlin und Professor Dr. Schleich die gesamten hier vorkommenden Fälle gemeinsam zu behandeln so will ich folgendes berichten:
Die Chloroformnarkose, obwohl sie bei nicht herzkranken Tieren fast gefahrlos angewandt werden kann, kann entbehrt werden.
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Grauer Star, Katarakta.
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Die Cocainisierung mit 50/oiger Lösung ist in kurzer Zeit so wirksam, dass die Berührung der Kornca keinen Reflex mehr auslöst. Es ist zweckmässig das Tier zur Cocainisierung auf einen Tisch zu legen, es festzuhalten und nach der Einträufelung jedesmal die Augenlider des Tieres zuzudrücken. Die Anästhesie erfolgt in wenigen Minuten. Bei der an Tieren am meisten zu empfehlenden Reklination, (trotzdem diese Methode in der Menachenheilkunde verlassen ist, weil dort die Erfolge nicht andauernd genug sind,) werden die Lider durch einen Lidhalter gesperrt, der Einstich mit der desinfizierten Nadel erfolgt von aussen und unten etwas hinter dem Bande der Kornoa wird mit der Nadel zwischen Linse und Iris nach der Pupille zu gegangen so dass sich die Nadel vor der Linse in der Pupille präsentiert. Mit der Nadel wird über die Hälfte, zu etwa dreivierteln über die Pupille hinweggegangen und jetzt die Linse nacli rückwärts
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und schief nach abwärts gedrückt. Es ist sehr hübsch die weisso Linse dem Drucke weichen zu sehen, sie tritt in die Tiefe, ähnlich wie sich eine Thüre in den Angeln bewegt, d. h.
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der mediale Teil macht
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Fig. ;i7. Einstich zur Staroperation.
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Fig. 88. Mit der Stamadel nietlergcdriinkto Linse.
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den grossen Bogen während der laterale noch angebunden erscheint.
Nun kommt es aber vor, dass die Nadel nicht genau zwischen Linse und Iris durchlief, sondern dass die Linsenkapsel angospiesst wurde und wenn jetzt auch die Linse nach abwärts gedrückt ist, mit dem Rückwärtsnehmon der Nadel hebt sie sich wieder, weil die Lanzenspitze der Nadel in der Linse fest sitzt. Es ist deshalb nötig, dio Nadel von der niedergedrückten Linse durch leicht drehende Bewegungen loszulösen und die Nadel in derselben Fläche zu entfernen, wie sie eingeführt wurde. Fig. 87 u. 38. Es ist nun meist der Fall dass die Linse auf die erste Niederdrückung unten bleibt, manchmal kommt sie wieder hoch, bleibt aber nach nochmaligem Niederdrücken und Losdrehen der Nadel unten. Es giebt aber auch Fälle, in denen die Linse trotzdem wieder emporkommt und ihren alten Stand einnimmt. In solchen Fällen kann von der medialen Seite des Auges aus sofort wieder ohne Nachteil eingestochen und die Linse nochmals niedergedrückt werden. Die zweite Methode ist die, die Nadel durch die Kornea einzu-
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Die periodische Augenontziindung, Mondblindheit.
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stechen und von liier aus in derselben Weise vorzugehen. Es kann jedoch bei dieser Methode die Iris eher ein Hindernis für die ausgiebigen Bewegungen der Nadel werden, aber man hat dafür die Nadel fortwährend unter den Augen.
Nach der Operation wird der Konjunktivalsack mit Jodofonnpuder reichlich gepudert, will sagen angefüllt, ein trockener Wattebauschen aufgelegt und das Auge verbunden. Es giebt einige Tiere, welche, wenn sie sich selbst überlassen sind, den Verband abreissen. In der grossen Mehrzahl der Fälle wird der Verband auch nicht nötig sein. In Einzelfällen mag aber durch ihn ein günstiger Verlauf erzielt werden. Da man diesen in jedem Falle wünscht, ist zweckmässig ihn jedesmal anzuwenden. Eine Nachbehandlung ist meist nicht nötig, jedoch trifft es sich ab und zu, dass die Wundränder etwas infiltriert werden, einen grauen, selbst fleischroten Hof bekommen weshalb in solchen Fällen neben Atropin noch die Anwendung von Höllensteinlösung Va l'Voig oder Zinkvitriol 0,5 P/oig zu empfehlen ist.
Eine neue verbesserte Katariiktextraktion hat Jacobson vorgeschlagen: Wenn wir die Hornhaut durchstechen und das Kammerwasser abfliessen lassen, rückt bekanntlich die Iris und die Linse an die hintere Fläche der Kornea, die Zonula wird aufgerichtet, aber der Prozessus ciliaris kann nicht folgen. Zwischen ihn und die Linse tritt ohngefahr so viel Corpus vitreum , als der Tiefe der vorderen Kammer entspi-icht.quot; Wenn dieses Verhältnis benützt wird, so ergiebt sich als einfachste Methode folgendos: 1) Punktion der vorderen Augenkammer von der Kornea aus, sobald hiedurch Iris und Linse an die Hinterwand der Kornea getreten sind, erfolgt, 2) Querspaltung des Auges von einem Skeralbord zum anderen mit Gräfe'schem Messer unmittelbar unterhalb des Linsenrandes. Es erfolgt jetzt 3) eine Pause von einer oder einigen Minuten, um den Glaskörper zurücktreten zu lassen, unter Kompression derart dass die Schnittwunde sich aneinander-legt. 4) Mittelst einer kleinen Fliete, einem Häkchen oder einer Pinzette wird von der Wunde aus zwischen Iris und Kapsel, in der Pupille und der übrigen vorderen Oberfläche der Linse die Linsenkapsol in grossom Umfange zerstört und sodann mittelst lokalisiertem Druck von aussen, oben und dem Rande her die von der Kapsel ontblösto Starmasse nach vorne entleert.
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Die periodische Augenentzändung, Moudblindheit.
Iridochorioiditis reeidiva, s. speeifica equorum.
Littoratur: Trichter, Val. 1716. Ammon, Abhandl. über Natur und Heilung der Augenentz. 1807. L e b 1 a n c , Über Augenkrankh. d. Haustiere 1825. Burgsdorf, Period. Augenentz. Mitt. f. Tzte. 1834, p. 145. Steiner, Dasselbe. Gurlt u. Hertwig. 1835, p. 448. Träger, Mondblindheit u. grauer Star. Ibd. 1835, p, 379. Sichel, Mondblindheit der Pferde. Paris 183741. Lignee, Epizoot. Augenentz. b. Rinde mit Übergang in period. Augenentz. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43,
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Die periodische Augenentzündung, Mondblindheit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 229
p. 36. D a r d, Period. Augcnontz. Ibd. 1842/43, p. 35. II a nn i n , Period. Augenontz. llep. de med. vot. 1848, p. 214. Kühn, Epizoot. Augcnentz. b. Pf. Mitt. a. d. toll. Pr. 1858, p. 157. Hering, Über Mondblindheit Bericht üb. Leiat. i. Geb. d. Thk, 1857, p. 29. Claus, Period. Augenontz. Sachs. Jhb. 1868/59, p. 106. Guilmot, Mondblindheit. Der, üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1859, p. 33. Sehr a der, Period. Augenontz. bei einer Kuh. Gerlach. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1860, p. 142. Claus, Dasselbe beim Ochsen. Der. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 50. Reynal, Mond-blindheit. Rec. 1861, p. 881. K a i s e r, Innere Augenontz. b. Rinde. Mitt. a. d. tztl. Pr. 186264, p. 62. Lausch, Period. Augenontz. Ilertwig 1863, p. 177. Nagel, Bemerk, über period. Augonentz. Gurlt u. Hertwig 1868, p. 1. Schütz, Period. Augenentz. Ibd. 1865, p. 15. Lausch, Period. Augenentz. Mltt. a. d. tztl. Pr. Müllor u. Roloff 1866, p. 153, Roloff, Innere Augenentz. Ibd. 1867, p. 143. Roloff, Intermittierende Augenentz. b. Hunde. Ibd. 1870, p. 158. Roloff, Chronische Chorioiditis. Ibd. 1870, p. 160. Küttner, Period. Augenentz. Gurlt u. Hertwig 1870, p. 198. T s c h o u 1 i n , Mondblindheit. Gerichtl. Thk. 2. Aufl. David, Innere Augenentz. b. R. Roloff u. Schütz 1877/78. p. 94. Gay, Period. Augenontz. Falke Jahrb. 1878, p. 153. Schmidt, Period. Augenentz. Roloff u. Schütz 1877/78, p. 93. Dint er. Innere u. äusscro Augenentz Sachs. Jhb. 1879, p. 130. Bayer, Mondblindhoit. Mitt. d, V. d. Tzte. in Öster. 1880, p. 136. Bräuer, Innere Augenentz. b. Ochs. Sachs. Jhrb. 1880, p. 75. Kr zy s zt of o w icz, Entwickl. u. Heilung der period. Augenentz. Arch. 1882, p. 219. Möbius, Innere Augenentz. b. Pf. Sachs. Jhrb. 1884, p. 76. Brauer, Period. Augenentz. b. R. Ibd. 1884, p. 95. Reich, Spezifische Iridoehorioiditis. Ztschr. f. vgl. Augcnheilk. 1889, p. 98. Eversbusch, Ztschr. f. Tmdz. 1882, Bd. 7. Friedb erger, Münchn. Jhrb. 1873/74. Berlin, Diagn. u. Begutachtung d. period. Augenentz, Ztschr. f. vgl, Augenhlk. 1888, p. 27.
Die Entzündung der Iris heisst Iritis, diejenige des Strahlenkörpers, Cyklitis, diejenige der Aderhaut Cli orioiditis. Bei entzündlicher Erkrankung der Iris, des Strahlenkörpers und der Aderhaut bezeichnet man den Zustand als Iridoehorioiditis. Es kommen Entzündungen an diesen Teilen vor, welche wieder beim Ausgange zu vollständiger Heilung führen. Es giebt jedoch auch solche, und dies ist die Mehrzahl beim Pferde, die sich durch reeidivierendon Charakter auszeichnen, schliesalich zur Blindheit des betroffenen Auges führen und auch das zweite Auge bedrohen. Diese Form heisst: Mondblindheit, Iridoehorioiditis reeidiva oder spezifica equorum.
Die Angelegenheit ist noch nicht ganz klar in der Hinsicht, ob die Ursache der seuchenhaften und der reeidivierendon, ferner der sporadisch auftretenden, sowie derjenigen der periodischen Augenentzündung des Pferdes und Rindes, dieselbe sein wird.
Nach früheren Anschauungen genügte die Beobachtung eines An-
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falles nicht, um die Diagnose periodische Augenentzündung stellen zu dürfen, es wurde ausdrücklich verlangt, dass man zwei Anfülle am selben Auge gesehen haben müsse. Dieser Bestimmung ist allerdings jetzt wesentlich einfacher zu genügen dadurch, dass man die Residuen früher stattgehabter Entzündungen zu erkennen im stände ist. Allein ob es gerechtfertigt ist, wie dies namentlich von Berlin in seiner Arbeit über Diagnose und Begutachtung der Mondblindheitquot; geschehen ist, wenn Zeichen vorübergegangener Iridochorioiditis vorhanden sind: Hornhauttrübungen, hintere Synechien, Pigmentauflagerungen auf die Linsonkapsol, Linsen- sowie Glaskörpertrübungen, Weichheit des Augapfels und zwar bei vorschioelenor Gruppierung der Symptomequot;, namentlich bei nur ganz geringgradigen Zuständen, ein solches Auge ebensowohl für an Mondblindheitquot; leidend anzusehen, wie einen Menschen, der Hämoptoen, Lungeninfiltration, Pleuritis etc. überstanden hat, für tuberkulös, auch wenn er augenblicklich keine entzündlichen Erscheinungen an sich trägt, dass wir nicht bloss schliessen dürfen auf solche Symptome dass ein Iridochorioiditis stattgefunden hat, sondern auch, dass das Auge noch weiter krank ist, dass es den Keim weiterer Entzündungen im wörtlichen Sinne dos Ausdrucks in sich trägtquot;. Dies erscheint mir deshalb fraglich, weil ich einmal auf Grund solcher Residuen die Ausrangierung eines Militärpferdes beantragt hahe, das Pferd jedoch im Regimente blieb und mehrere Jahre keinen Anfall von Iridochorioiditis zeigte. Ebenso erscheint es mir fraglich, jeden frischen Fall von Iridochorioiditis als Mondblindheitquot;, als reeidivierendo oder periodische Augenentzündung zu erklären, da ich entzündliche Anfälle beobachtet habe, hei denen der Symptomenkomplex eines Mondblind-heitanfalles zugegen war, jedoch vollkommene Restitution eintrat. Ich erinnere an die Erscheinungen der Iritis und Iridochorioiditis, die im Gefolge von einzelnen Influenzainfektionen auftreten. Aus diesen Gründen sehe ich mich in der Lage, die Bedenken von Reich, Oculist der kaukasischen Armee, welcher eine grosse Augenseuche bei 4 Regimentern studiert hat und welcher über die Periodizität sich zweifelnd ausgesprochen hat, anzuerkennen und der Meinung Ausdruck zu geben: 1) Sehr wahrscheinlich ist nicht jede Iridochorioiditis beim Pferde eine reeidivierendo und 2) aus geringgradig vorhandenen Residuen, welche auf das frühere Vorhandensein einer Iridochorioiditis hinweisen, kann nicht in allen Fällen auf die sichere Wiederkehr des sohliesslich den Augapfel ruinierenden Prozesses geschlossen werden. Eine Trennung ist vorerst nicht möglich, da die Angelegenheit noch zu wenig nach dieser Richtung hin studiert ist.
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Die poriodiBche Augenentzündung, Mondblindheit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;231
Aetiologie: Heredität, Bodeneinflüsse, Miasmen, Stallmiasmen, Nahrungsweise, Lebensweise, Einwanderung von Mikroorganismen, Traumen sind beschuldigt. Die verschiedenen Altersperioden werden als mehr oder weniger disponierende Momente angesehen. Schmidt sah die Mondblindheit bei l/laquo;1jährigen Füllen dreimal, bei l'/a2-jährigen fünfmal, bei 21/2 Sjiihrigen zehnmal, bei S'/g4jährigen Pferden sechszehmnal, bei 4'/^5jährigen fünfzehnmal, bei älteren bis zu 9 Jahren noch viermal und bei über 9 Jahren alten nicht mehr. Die Mondblindheit ist in bestimmten Gegenden, bestimmten Gestüten häufiger als sonst und sie kommt ab und zu unter den verschiedenartigsten Verhältnissen souchenhaft vor. Jeannin sah Mondblindheit auf einem Gestüte in einem Jahre, wo Druse und Verwerfen viel schadete, in sehr grosser Anzahl auftreten und sich Verbreiten. Linqueo beobachtete, dass in 2 Tagen 32 Pferde ergriffen wurden. Guilrnot sah epizootisches Auftreten so heftig, dass schon 8 10 Tage nach dem Beginn Blindheit eintrat. Reynal hat in den französischen Gestüten von 1/210%, in Einzelfällen 70% Mondblindheit festgestellt. Er hält den Durchschnitt der Erkrankten für 8 9n/o, während in anderen Zeiten auch anderen Gegenden und Ländern '/a1% festgestellt ist.
Eeich hat bei den 3545 Pferden von 4 llegimcntern innerhalb 2 Monaten G42 an Sehstörungen erkrankt gefunden und zwar 1) infolge von Trauma 127 Pferde = 3,G0/o, 2) infolge von sogenannter periodischer Augenentzündung 101 =2,8%, 3) infolge von Chorioiditis und Iridochorioiditis 359 = 10,10/0, 4) infolge von anderen Augenkrankheiten 55 = 1,6%. Reich beobachtete, dass in 2 Regimentern 12,6% der Pferde an akuten oder subakuten entzündlichen Iridochorioiditen litten, bei vorgeschrittenem Prozesse sagt er: das Bild von mehr als 20 grossen, starken Pferden, meist schon halbblind, ruhig mit geneigtem Kopfe stehend, scheinbar aussei' dem Augenleiden ganz gesund, machte einen peinlichen Eindruck, weckte ein Gefühl von Mitleid und den Gedanken an irgend eine epi- oder enzootische (vielleicht miasmatische) Erkrankung der Augen.
Klinisches Bild: a) Frischer Fall: Lichtscheu, Schwellung der Augenlider, erhöhte Wärme, Thränen, Injektion der Konjunktiva, Trübung der Kornea und Gcfässbildung vom Rande her zum Teil sehr dicht, Exsudat im Grunde der vorderen Augenkanuner welches die couvexe Contur des Hornhautrandes einnimmt, inondsichelförinig ist und deshalb lunula genannt wird. Die Iris wird matt, bräunlich verfärbt. Verengung der Pupille oft bis zum Verschlüsse, Glaskürpertrübung, in
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232nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die porio'lisoho Augenontzündung, Mondblindheit.
Einzelfällen kann Erkrankung eines Abschnittes der Chorioidea beobachtet werden, gelbliche Yerfärbung oder Hervorbuchtung.
b) Älterer Fall: Hintere Synechien, Anklebungen von Pig-mentfleckchen an der Linse, Zerreissungen dos Pupillenrandes, grauer Star, (jllaskürpertriibungon, Netzhautablösungen, Atrophie oder Phthisis bulhi, welche sich durch Kleiner- oder Weicherwerden derselben deutlich charakterisiert. Mit kleinerem Bulbus ist auch die Faltenbildung am oberen Augenlid eingetreten. Gefährdung des anderen Auges.
In einem von der Iridochorioiditis betroffenen Auge des Pferdes kann der akute Anfall vorübergehen und es können sich einige Zustände desselben, die Residuen mehr oder wenig ausgesprochen erhalten. Man glaubte namentlich, dass die hinteren Synechien durch den Reiz, welchen sie bei der Pupillenverongung oder -Erweiterung ausüben, Ursache an der Wiederkehr eines neuen Entzündungsanfalles wären, jedoch ist diesem widersprochen worden. Ein einzelner Anfall dauert einige Tage bis zu einigen Wochen, je nach der Schwere des Anfalles, bei einigem Bestehen desselben bilden sich Gefässchlingen in der Kor-nea. Die Wiodo rkehr der Anfälle erfolgt in kurzer Zeit, nach Tagen, Wochen oder Jlonaten oder sie erfolgt gar nicht. Die Heftigkeit der Anfälle ist ebenfalls sein' verschieden. Reynal sah ein Pferdeauge zwanzigmal von Anfällen betroffen werden, ohne dass es wesentlich verändert wurde, während Hertwig grauen Star nach 1 2 Anfällen entstehen sah.
Prognose: Vorsichtig, ungünstig bis schlecht. Das Lebendes Tieres ist nicht bedroht, allein es ist bei einem bestimmten Falle vorerst noch nicht möglich, aus den klinischen Symptomen festzustellen, ob es sich um eine sporadische oder reeidivierende Iridochorioiditis handelt. Bei älteren Fällen entwickeln sich namentlich an den Stellen der PigmentHocken auf der Linse Starpunkte. Bei bereits phthisisch gewordenem Augapfel ist Störung des Sehvermögens sowie vollkommene Erblindung zu erwarten. Das zweite Auge ist gefährdet a) durch spontane Erkrankung an Iridochorioiditis, 2) durch Übertragung der Krankheit entweder durch die Sebnervenscheiden und Lymphräume oder b) durch Übertragung durch den .allgemeinen Blut- und Säftestrom.
Therapeutische Versuche mit Erfolg sind sehr spärlich. Atropin 12n/o in erster Linie gegen die nachteiligen Folgen der Iritis, soweit diese die hinteren Synechien bedingt, ist sehr zu empfehlen, und zwar bis zur maximalen Erweiterung, wenn nötig anfangs alle Viertelstunden. Um Kopfscheu zu vorhindern, ist 2 5deg;/,, Cocain mitzuverwenden. Eis-umschlage werden gerühmt. Andere Instillationen von Petroleum und Carbolsäuro in passenden Verdünnungen haben schlechte Resultate er-
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Die periodische Augenentzündung, Mondblindheit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;233
geben. Ableitungen, Aderlass etc. waren von keiner günstigen Wirkung, Punktion und Iridektomio hatten ebenfalls keine günstigen Erfolge.
Die periodische Augenentzündung des Rindes ist ziemlich zahlreich beobachtet, sie ist jedoch im Yerhältnis viel seltener wie diejenige bei Pferden. In einigen Fällen ist Heilung beobachtet, weitaus in der Mehrzahl kommt es aber zu ähnlichen sekundären Erscheinungen und zur Erblindung. Gay beobachtete an einem Rinde einen Anfall, der nach 17 Tagen verschwunden war, nach 3 Monaten kehrte er wieder und heilte in 22 Tagen, nach weiteren 3 und 4 Monaten stellten sich ähnliche Anfälle und endlich Erblindung ein. Bräuer beobachtete bei einer Gjährigen Kuh die Erscheinungen der Mondblindheit mehrfach wiederkehrend und endlich Erblindung an grauem Star. David sah an 2 Kühen und 1 Ochsen je ein Auge genau an den Erscheinungen der Mondblindheit erkranken, 2 erblindeten, das 3. wurde durch Atropin geheilt. Claus sah bei einem Ochsen ein mehrfach betroffenes Auge nach 4 Jahren orblinden und phthisisch werden. Schrader sah, dass bei einer Kuh zuerst ein, später auch das andere Auge an Mondblindheit zu Grunde ging.
Diese Mitteilungen glaubte ich anführen zu sollen zum Beweise, dass es auch eine reeidivierende Iridochorioiditis des Rindes mit dem Ausgang zur Starbildung, Erblindung und Phthisis bulbi giebt.
Über intermittierende Augenentzündung beim Hunde mit Exsudatbildung und erfolgter Heilung ist berichtet in Müller und Roloff 1870 p. 158.
Die Iridochorioiditis bei der Influenza soll ein mehr fibrinös-hämorrhagisches und weniger eiteriges Exsudat liefern, auch leiden vielfach beide Augen zugleich. In heftigen Fällen soll man jedoch das Leiden auch als Mondblindheit auffassen.
Bezüglich der Diagnose periodische Augenentzündungquot; als Gewährsmangel halte ich dafür, dass ein erster entzündlicher Anfall ohne frühere Residuen zweifelhaft sein muss, dass das Vorhandensein von geringgmdigen Residuen ohne entzündliche Erscheinungen ebenfalls nicht absolute Sicherheit für die Periodizität und schlicssliche Zerstörung des Auges bietet. Absolut sicher ist aber die Diagnose, wenn zu einem entzündlichen Anfalle noch Residuen von früher beobachtet werden können, wenn 2 Anfälle gesehen wurden oder wenn die Residuen hochgradig mit Starbildung und Phthisis bulbi vorhanden sind.
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234nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheite n des Glaskörpers.
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Krankheiten des Glaskörpers.
Am znhlreiclisten sind die Glaskörpertrüb unge n. Dieselben haben verschiedene Ursachen und sie sind in verschiedener Ausdehnug und Form zugegen. Meistens kommen sie vor als Folgezustände von Chorioiditis oder lletinitis und sie bilden hier feine, schleiorartige, ausgebreitete, wellenartig schwankende Massen oder sind ziemlich unbeweglich. Bei zugleich bestehender Verflüssigung des Glaskörpers, sind die exsudativon Massen manchmal nur flockig, fadenähnlich, ge-wissermassen mombranüs und sehr leicht beweglich. Es können leichte Trübungen, auch infolge von G1 a s k ö r p e re n t z ü n d u n g, Ilyalitis, entstehen. Ein ganz frappantes Bild bieten die Glaskörpertrübungen durch Choles tea rin kr istalle. Dieselben finden sich neben den obengenannten Flocken, aber auch ohne dieselben und manchmal ohne besondere Sehstörung. Bei der Augenspiegeluntersuchung erscheinen diese verschieden grossen Kriställohen als feine glitzernde Punkte, die wie aufgewirbelt durcheinander verschwimmen. Die erstgenannten Trübungen sind, wie erwähnt vielfach nach Iridochorioiditis zu beobachten. Cholestearinkristalle habe ich gemeinsam mit Berlin bei einem Pferdeauge gesehen, auch Möller beobachtete dieselben. Verflüssigung des Glaskörpers, verursacht durch heftigen Zerfall der Glaskörperzellen, entsteht meist infolge von chronischer Chorioiditis, beim Menschen ist dieselbe auch als senile Erscheinung bekannt, oder findet sich auch bei Sehachsenverlängerung. Nur die leicht beweglichen in ihm schwimmenden Trübungen und ein gewisses Flottieren der Irisperipherie lassen den Zustand mittelst passender Hilfsmittel diagnostizieren. Ein Flottieren der Iris ist nur bei Beweglichkeit der Linse, infolge von Defekten in der Zonula Zinna möglich.
Ablösung des Glaskörpers von der B. e t i n a und die Persistenz der Arteria hyaloidea sind beim Pferde seltene Zustände. Letzteres sah Berlin beim Pferde einmal, bei jungen Kätzchen öfters und Möller beobachtete den Zustand bei Hunden. Neubildungen von Gef äss en im Glaskörper, ferner Geschwülste dortselbst, beim Menschen auch Cysticercus, sind noch zu erwähnen. Blutungen sind namentlich von Bayer beobachtet.
Durch genannte Zustände wird das Sehvermögen mehr oder minder beeinträchtigt oder ganz aufgehoben. In letzterem Falle kann die Exstirpation des Auges in Frage kommen.
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Krankheiten dor Retina und des Sehnerven. Schwarzer Star etc. 235
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Krankhheiten der Retina und des Seimerven.
Schwarzer Star, Amaurosis, Amblyopia, Nyktalopia, Tag- und Nachtblindheit. Plötzliche Erblindung. Schönblindheit.
Litteratur: Kriigor, Angeborener schwarzer Star. Gurlt u. Ilortwig 1835, p. 471. Schwarzer Star nach Hirnhöhlonontz. Züricher mod. liericht 186G. Hering, Amaurose nach Ilirnentzündung. Kep. 1856, p. 281. Eletti, Schwarzer Star b. Pf. Giornale med. vet. Mail. 1356, p. 212. Magnus, Schwarzer Star. Preuss. Bericht 1860, p. 167. Gips, Schwarzer Star, Gurlt u. Ilertwig 18G3, p. 189. Bahr, Angeborene Amaurose b. Pf. Ibd. Wulf, Ollmann, Prahl, Amaurose. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. EolofF 1872, p. 154. Friedberger, Amaurose etc. b. Hund Jhrb. d. MUnch. Tzsch. 1874, p. 75. Friebel, Schwarzer Star, b. Pf. Roioff u. Schütz 1877, p. 114. Siedamgrotzky, Amaurosis b. Pf. Sachs. Jhl). 1878, p. 57. Bahr, Schwarzer Star b. Kuh. Roloff u. Schütz. 1881, p. 90. Napp, Dasselbe. Ibd. 1882, p. 73. Stamm, Amaurosis b. Pf. Ibd. 1882, p. 74. Schlcg, Amaurosis b. Rind. Sachs. Jhr. 1884, p. 84, Möller, Augenheilkunde, s. dortseihst weitere Litteratur. Ger lach, Gerichtl. Tierheilkunde. II i r s c h b e r g , Wörterbuch d. Augenheilkunde.
Ea ist schwierig, diesen Abschnitt so zu behandeln, dass er den Anforderungen der Wissenschaft und denjenigen der Praxis in allen Teilen entspricht.
Mit Leichtigkeit konnte die Angenheilkunde des Menschen mit den Überlieferungen brechen, als sie durch die jetzigen Untersuchungsmethoden im stände war, den schwarzen Star in eine ganze Reihe verschiedener anatomischer Ycriinderungen zu zerlegen. Es hat auch nicht gefehlt, dass dieses radikale Vorgehen für die Tieraugenheilkunde vorgeschlagen wurde. Allein die Tieraugenheilkunde ist in diesem Falle gezwungen, aus Rücksicht auf den Tierhandel, aus Rücksicht für den Rechtsschutz, diejenigen Krankheiten, welche das Symptom der Schönblindheitquot; liefern, beisammen zu lassen, das gemeinsame, in früherer Zeit schon festgestellte und unter dem Begriffe schwarzer Starquot; gesetzlich festgestellte Bild, vorerst unangetastet zu lassen. Das hindert aber nicht, dass der Techniker die verschiedenen Krankheitszuatändo für sich sondert. Für die Chirurgie ist letzteres absolut nötig, aber es muss der Tierarzt gerichtliche und chirurgische Anforderungen trennen und in ersterem Falle sein Gutachten streng im Sinne des Gesetzes abgeben, sonst wird er üble Erfahrungen zu machen haben. In diesem Sinne wird der schwarze Star zunächst hier derart besprochen, wie er sich für die Praxis meistens darstellt, zur Diagnose: Schönblin d-heit.quot;
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23G Krankheiten der Rotina und des Sehnerven. Schwarzer Star etc.
Ainaurosis heisst wörtlich Verdunkelung, Blindheit. Amblyopia heisst wörtlich Stumpfsi chtigkeit, Schwaoh-sichtigkeit. Diese Bezeichnungen hat schon Hippokrates verwendet und die ursprüngliche Definition Sehstörung, bezw. Blindheit ohne sichtbare Veränderung des Augesquot;, ist im Laufe der Jahrtausende ziemlich unverändert geblieben. Schon Galen hat aber die Amaurose für ein Leiden des Sehnerven erklärt. Amblyopia und Amaurose nennt Schwoigger in der menschlichen Augenheilkunde solche Sehstörungen, die ihre Ursache weder in Eefraktions- oder Accomodationsanomalien noch in nachweisbaren Veränderungen der brechenden Medien oder in Veränderungen der inneren Augenhäute etc. haben. Wenn Sehstörungen bestehen, bei welchen alle diejenigen an diesen Teilen möglichen Veränderungen nicht vorhanden sind, dann ist die Diagnose Am-blyopio, resp. Amaurose gerechtfertigt. Die Diagnose erfolgt somit hauptsächlich durch das negative Ergebnis der Untersuchung. Iliebei ist aber ganz besonders auf die Schwierigkeit aufmerksam gemacht, die durch Störungen der Accommodation entstehen kann. Angeführt ist nun für die Accommodation des Menschen: Angeborene Schwachsichtigkeit oder Blindheit, Amblyopia congenita, zu der auch im gewissen Sinne die Farbenblindheit gehört. Beidos sind Sehstörungen ohne nachweisbare Veränderung! Es gehört ferner hieher, die Fähigkeit, nur sehr hell oder nur dunkel beleuchtete Gegenstände sehen und unterscheiden zu können, die sogenannte Tag- und Nachtblindheit, die wir nachher besonders besprechen. Eine beim Menschen klinisch wohl charakterisierte Form der Amblyopie, ist eine Empfindungsstörung, eine Anästhesie der Retina, bei welcher auch nach langem Bestände des Übels der Sehnerv unverändert bleibt, entstanden durch Reflexamaurosen, weniger Alkohol- und Bleivergiftung. Es kommen als Ursachen noch angeführt, Sehnervenatrophie, welche charakteristische Erscheinungen liefert und dann noch eine Gruppe, die durch centrale Störungen entstanden ist. Gerlach sagte, zu einer Zeit, in der der Augenspiegel noch nicht in die Tieraugonheilkunde Eingang gefunden hatte: Ich halte dafür, dass es praktisch und wissenschaftlich den Rechtsprinzipien entspricht, wenn man jede in den Sehnerven beruhende Gesichtsschwäche, die sich objektiv bestimmt feststellen lässt, für schwarzen Star nimmt.quot; In der Menschen-heilkunde ist aber gerade der negative Befund bei der Sehstörung angeführt. Allerdings kommt Gerlach bei der Diagnose ziemlich auf dasselbe, was in der Menschenheilkunde gilt: ,,a) vollständige oder unvollständige Blindheit, b) Un verä nde rlichk eit der in
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Krankheiten der llotina und des Sehnerven. Schwarzer Star ete. 237
der Regel erweiterten Pupille bei verschiedenem Lichtreiz und c) eine sonst normale Beschaffenheit desAuges, sind im allgemeinen die drei Grundlagen zur Peststellung des schwarzen Stars.quot; Gerlach führt in seiner weiteren Beschreibung sogar noch an; Verwachsung der Iris mit der Linsenkapsel und Unregehnässigkeit der verengten Pupille also Zustände, welche hauptsächlich infolge periodischer Augenentzündung vorkommen dort die hinteren Synechicnquot; bilden, und in der Kegel mit Katarakt verknüpft sind. Bedeutungsvoll für die Beurteilung ist Gerlachs Ansiciit: Es giebt keine natürliche Grenze zwischen unerheblicher und störender Gesichtsschwäche und es besteht keine praktische Grenze zwischen Gesichtschwäche und Blindheit. lliezu kommt noch als bedeutungsvoll die Erfahrung, dass bei Amau-roso und Amblyopio mit der Zeit vollständiges Erblinden eintritt. Möller lässt als Ursachen des schwarzen Stares gelten: a) Krankheitszu-stände der Retina: Retinitis, Papillitis mit ihren Polgen, Ablösungen der Netzhaut, Blutungen dortselbst, b) Erkrankungen des Sehnerven: Neuritis, Atrophie, Blutungen, Geschwülste, c) centrale Störungen: Cönu-rusblasen etc., d) Verblutungen, aligemeine Anämie und e) Vergiftungen.
Das württembergische und badische Gesetz bestimmt über Hauptmängel: a) Schwarzer Star mit achttägiger Gewährsfrist: Wenn durch Lähmung des Sehnerven oder seiner Ausbreitung der Netzhaut Erblindung erfolgt, so wird dieser krankhafte Zustand, der ein Auge allein oder beide zugleich befallen kann, schwarzer Star, Schönblindheit, genannt. Untersucht man ein an einem schwarzen Star leidendes Auge, so findet man die Pupille gewöhnlich sehr erweitert, so dass man beinahe nichts von der Iris wahrnehmen kann und es erscheint die Pupille mehr rundlich als länglich. Im übrigen ist in keinem Teile des Auges eine Trübung wahrzunehmen. Während bei einem gesunden Auge beim Einfallen der Lichtstrahlen sich die Pupille verengt, im Dunkeln aber wieder erweitert, bleibt solche beim schwarzen Star unverändert. Bei Untersuchung von Pferden, die nur auf einem Auge starblind sind, erscheint es um Täuschungen zu verhüten, rätlich, das sonst noch gesunde Auge mit einem Tuche zu bedecken, da sonst durch das Einfallen des Lichts in das gesunde Auge, auch die Pupille im kranken Auge sich etwas beweglich zeigt.quot;
Diesen gesetzlichen Bestimmungen ist eine Belehrung angefügt, die nicht gesetzlichen Charakter haben soll, da die Mängelbeschreibung von Zeit zu Zeit der Verbesserung und Umarbeitung bedürfen wird, um mit den Fortschritten der tierärztlichen Wissenschaft in stetem Einklänge zu bleiben.quot;
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238 Krankheiten der Retina und des Sehnerven. Schwarzer Star etc.
Man merke wohl! Auf dem AVege der Verordnung können diese Belehrungen abgeändert werden. Solange dies aber nicht geschehen ist, gilt das Genannte, je nach den Bestimmungen des Landes und wenn die Fortschritte der tierärztlichen Wissenschaft auch nicht mit im Einklänge stehen! Diese Belehrung sagt nun: Unter dem schwarzen Star vorsteht man dasjenige in der Regel chronische und meist unheilbare Augenleiden, wobei in einem oder beiden Augen die Sehkraft vermindert oder erloschen ist, infolge einer Unthätigkeit (Lähmung) des Sehnerven, mag diese von einer krankhaften Yoränderung an seinem periphensohen Ende an der Netzhaut oder in seinem Verlaufe, oder an seiner Ursprungsstelle dem Gehirn, ausgehen, während die durchsichtigen Teile des Augapfels von normaler Beschaffenheit sind und sein Hintergrund die bekannte pulverblaue Färbung aber meist mit etwas Grau vermischt erkennen lässt.quot; Es folgen nun Angaben, wie sich ganz oder nur teilweise im Sehvermögen gestörte Pferde benehmen. Die Augen eines vollkommen amaurotischen Pferdes erscheinen bei einer oberflächlichen Untersuchung nicht auffallend verändert, man nimmt keine Symptome der Entzündung, keine vermehrte Thränensekretion keine Trübung und dergl. wahr, die Augenlider sind regelmiissig geöffnet, die Pupillen aber sehr gross, rundlich, oft so weit, class man von der Iris nur noch einen schmalen Rand sieht. Leidet aber nur ein Auge und ist das andere noch gesund, so wird der Fehler oft lange hinduroh übersehen, weil das Tier mit dem anderen, gesunden sieht, keinen ängstlichen auffallenden Gang zeigt und nicht anstösst, sondern höchstens den Kopf etwas schief nach einer Seite hält.quot; Zur Erledigung der Frage, ob ein Pferd mit diesem Hauptmangel an einem oder beiden Augen behaftet sei, muss 1) die Beschaffenheit der Augen und 2) der Zustand seiner Seil kraft ermittelt werden.quot;
Die Vorschrift, um die Beschaffenheit der Augenquot; zu ermitteln, verlangt, das Pferd im Dunklen und Hellen aber ohne künstliche Hilfsmittel zu untersuchen und es ist lediglich notwendig, dass keine mit blossem Auge sichtbaren Trübungen wahrgenommen werden, dass die Pupille erweitert oder verengt ist und auf veränderten Lichtreiz nicht reagiert. Die Prüfung des Sehvermögens geschieht wie schon auf S. 105 angegeben ist.
Als Ursachen des schwarzen Stars sind angegeben: Unmerklich schleichend eintretende Veränderungen im Gehirn an der Ursprungsstelle des Sehnerven oder dem Verlaufe dieses, in anderen Fällen sind es Einwirkungen, die das Auge trafen, Stürze, Schläge, Erschütterungen, ferner nach Gehirnentzündung, nach Heilung von Strahlkrehs, nach der Mond-
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Krankheiten der Retina laquo;nd des Sehnerven. Schwarzer Star etc. 239
blindheit, bei Herzleiden, nach Erkältungen, bei Ziihnwechsel und nach der Kastration.
Der schwarze Star ist entweder bleibend, namentlich nach der Gehirnentzündung und bei Degeneration des Gehirns und dor Sehnerven oder vorübergehend (bei Zahnwechsel und nach der Kastration).quot; Die Entwicklung des schwarzen Stars kann sehr schnell erfolgen.
Der vollkoimnene schwarze Star, die vollkommene Blindheit, ist leicht nachzuweisen und mit einem anderen Leiden der Augen nicht zu vorwechseln, schwieriger ist die Sache bei unvollständiger Amau-rose.'' Es ist zugegeben, dass die Amaurose nicht vollständig zu sein braucht, um als Hauptmangel zu gelten und Gerlach vervollständigt diese Zugabe wörtlich: Dass man auch beim schwarzen Star nicht danach fragen darf, ob schon gänzliche Erblindung eingetreten ist oder nicht.'' Wichtig für die Beurteilung im gerichtlichen Sinne ist noch die Belehrung: Ist nachgewiesen, dass die Amaurose plötzlich eingetreten ist, so hat man eine Zeit lang zuzusehen, ob sie sich nicht wieder von selbst verliert und bei der Beurteilung in gerichtlicher Beziehung vorsichtig zu sein.quot; Die Tag- und Nachtblindheit rechnet Gerlach zweifellos mit zum schwarzen Star und er bezeichnet diese Krankheiten als unvollkommenen schwarzen Star, Amaurosis incompletaquot;.
Für die gerichtliche Beurteilung ist somit Augenspiegeluntersuchung, Untersuchung mit focaler Beleuchtung vorerst nicht nötig! Darauflege man hohes Gewicht! Wenn das Auge den gestellten Anforderungen entspricht, wenn es gestörte Sehfähigkeit bei sonstiger, mit blossem Auge wahrnehmbarer Klarheit besitzt, so ist es im Sinne des Gesetzgebers starblind, amaurotisch und die Amaurose braucht nicht einmal voll-atiuidig zu sein. Ich will anfügen, dass der Fehler der Erläuterung darin liegt, dass man als Schönblindheit die Lähmung dos Sehnerven und seiner Ausbreitung bezeichnete, Dinge, welche man von anderen krankhaften Erscheinungen, die ähnliche Symptome bedingen, damals gar nicht trennen konnte. Es ist mir ein Fall bekannt, dasn ein Pferd als schönblindquot; erklärt wurde, welches nachträglich bei der Augenspiegelunter-suchung sich als mit Steatomen im Glaskörper behaftet ergab, ein anderes, das einen Tumor hinter der Retina hatte; Netzlmutablösungen und dgl. gehören ebenfalls hieher. Was nun die Angaben betrifft, welche in der Tierheilkunde als Ursachen die Amaurose bedingend angeführt werden, so ist folgendes mitzuteilen: Beim Pferde ist Amaurosis conge n i t a, angeborener schwarzer Star, beschrieben von Krüger, an drei Fohlen beobachtet. Bahr beobachtete vollkommene Blindheit bei einem
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240nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Plötzliche und sehr rasche Erblindung.
Fohlen; sofort nach Geburt Hess er das Tier toten, konnte aber die Ursache nicht finden. Stamm sah schwarzen Star bei einem 2 Tage alten Fohlen infolge Aplasie der Netzhaut. Burmcistcr sah schwarzen Star bei einem Füllen, dessen Eltern augenkrank, bzw. erblindet waren. Friebel kennt von den 4 Nachkommen einer Stute 2 starblinde, von den 6 Nachkommen einer anderen 2 starblinde. Wulf beobachtetö Eintritt des schwarzen Stars, auf Eiteransammlung in der Stirn- und Kieferhöhle. Ollmann sah ihn 2 Tage nach einer heftigen Kolik, Simon bei Dummkollcr, Prahl bei der subakuton Gehirnentzündung. Bei Rinder n beobachtete Bahr den Eintritt des schwarzen Stars, nach Kalbefieber, Schleg nach bösartigem Katarrhfieber und zwar bei 45 Stück Ginal bei 18 Stück 2 mal und bei 14 Stück 2 mal. Gerade die mit schwarzem Star betroffenen gingen mehrfach zu Grunde. Napp sah die Krankheit beim Bullen. Beim 11 u n d e sind mehrere Fälle von Friedberger beschrieben und zwar infolge chronischer Encephalitis.
Plötzliche Erblindung.
Littcratur: Gabler, Plot zl. Erblindung b. einer Kuh. Schwz, Aroh. f. Tbk. Bd. XIII, H. 4. Tztl. Ztg. 1845, p. 99. Bur me ist er, Vererbte Blindheit b. Fohlen. Gurlt u. Hortwig 1851, ]). 365. Zangger, Amaurose über Nacht, b. Pf. Zurich, Mod. B. 1850 u. 1858, p. 88. Erblinden b. Hirn-abscess. Dan. 1857, p. 194. Her. üb. Lcist. i. Geb. d. Thk. 1857, p. 15. Eck, Rasche Erblindung b. Pf. Mitt. a. d. tzl. Pr. Gerlach 1858, p. 84. Magnus, Schwarzer Star b. Widerristschaden. Preuss. 1860, p. 167. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. I860, p. 9. Hengst, Erblinden b. Leberblutung b. Pf. Sachs. Jhrb. Kobe rst ein. Plötzl. Erblindung lj. Hirnkongestion. Gurlt u. Ilertwig 1866, p. 214. Jakob i Schwarzer Star nach Blitzschlag. Müller u. Rololf 1866, p. 154. Jost, Amaurose, plötzl. entst. Ibd. 1867 p. 145. Köhno, Dasselbe, im erst. St. d. Influenza. Gurlt u. Hertwig 1867, p. 262. Napp, Schwarzer Star infolge subak. Gchirnentz. Müller u. BololT 1868, p. 142. Oll mann, Erblindung auf beiden Augen infolge Kolik. Ibd. 1872 p. 165. Werner, Plötzl. Eintritt v. schwarzem Star. Boloff u. Schütz 1870, p. 93. A p p e n r o d t , Plötzl, Amaurosis b. Pf. Rololf u. Schütz 1877, p, 89. Spier Hing, Dasselbe. Ibd. 1878/79, p. 98. Friebel, Schwarzer Star, infolge Blutverlust. Ibd. 1877, p. 144. H artenstein, Erblindung über Nacht. .Sachs. Jhrb. 1878, p. 86. Möbius, Erblindung nach Blutung. Ibd. 1881, p. 112. Din tor, Plötzliche Erblindung. Ibd. 1882, p. 83. Koch, Plötzl. auffletret. beiders. schw. Star, Zeitschrift f. vgl. Aughk. 1887, p. 112.
Plötzliche Erblindung nach grossen Blutungen ist beschrieben von Hengst: Eine 20jiihrige Stute stürzte unter krampfhaften Erscheinungen zusammen, zeigte die Symptome innerer Verblutung, lebte noch 3 Tage, war aber total erblindet. Todesursache:
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Plötzlicho und sehr rasche Erblindung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 241
Leberblutung. Appenrodt: Ein Pferd taumelte plötzlich am AVagen, wurde mit grosser Mühe in den Stall gebracht. Grosser Aderlass hier. Nach einigen Stunden steifer Gang, weite Pupille, vollständige Erblindung beider Augen, Haut kühl, Haar rauh, Bindehäute citronongelb, Maul trocken, Tod anderen Tages. Sektion: Lober lehmfarben und so mürbe, dass sie auf Fingerdmok zerfloss. Priebol: Ein Pferd hatte beim Durchtreten einer Brücke die Schionbeinarterie vorletzt und grossen Blutvorlust bokommon, Stillung erst nach 1 Stunde. Andern Tags war schwarzer Star eingetreten. Heilung in 4 Wochen. Mö-bius: Ein Pferd war mit der Sense am Hinterfuss verletzt und hatte grossen Blutverlust. Plötzliche Erblindung. Derselbe beobachtete auch Erblindung nach grossem Blutverlust bei einer Kuh. Heilung nach lU Jahr. Nach Blitzschlag sah Jacobi beim Pferde Erblindung entstehen. 3 Pferde wurden im Stalle getroffen, eines war sofort tot, das zweite unbeschädigt, das dritte stürzte, erholte sich nach 1ls Stunde, hatte aber schwarzen Star, der nach 6 Wochen heilte.
Auf mechanische Einwirkungen. Hartenstein: Ein Pferdewärter schlug ein gesundes öjähriges Pferd mit einem Besenstiel auf ein gesundes Auge. Tags darauf war es beiderseits erblindet. Spierling: Ein 7jährlger Wallach rannte mit dem Kopfe gegen eine massive Wand, dass er zusammenbrach und wurde bewusstlos in den Stall geschleppt. Nach dem Aufstehen Taumeln, Schwanken im Hinterteil und beiderseitige Erblindung an schwarzem Star, der nach 48 Stunden in grauen Star überging. Das Pferd wurde sonst heil, der graue Star aber blieb dauernd.
Durch verschiedene Krankheitsursachen: Dinter; Ein 20 Jahr altes, sehr fettes Pferd bekam Erscheinungen von Koller und Kreuzlähme, wurde nach 8 Tagen besser, erblindete aber plötzlich beiderseits, mit grosser Erweiterung und Reaktionslosigkeit der Pupillen. Nach 8 Tagen erfolgte wieder Besserung. -lost beobachtete plötzlich entstandene und dauernd bleibende Amaurosis, ohne besondere Ursache. Ilagnus: Amaurosis beim Pferd, plötzlich entstanden, ohne nachweisbare Ursache. Köhne: Im ersten Stadium der Influenza beim Pferde entstand plötzlich Amaurosis und blieb dauernd. Eck: Eine 4jährige Stute wurde am Schlitten gefahren, dann l Stunde bei kaltem Wetter stillstehend gehalten. Andern Tags war sie etwas steif und beiderseits blind. Die Pupillen weit, ohne Lichtreiz. Heilung in einigen Tagen. Olimann: Nach einer Kolik war ein Pferd auf beiden Augen erblindet. Koberstein: Unter Erscheinungen einer Hirnkongestion, Rasen, Stürzen etc. wurde ein Pferd blind und blieb
Hoffmann, Tieriirztliche Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;16
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Tag- und Nachtblindheit.
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es. Hertwig kennt 2 solche Fälle Leim Ochsen und ebonsoviele heim Hunde. Napp; Infolge subakuter Gehirnentzündung erkrankte ein Pferd auch an schwarzem Star. Zangger sah bei einem Pferd übernacht beiderseits Erblindung eintreten bei einem Hirnabscess. Erblindung beim Pferde ist in der dänischen vet. Zeitschrift von 1858 beschrieben. Erblindung durch Echinokokken im Gehirn beim Pferde beschreibt Werner. Beim Kinde und Schafe ist infolge Echinokokken im Gehirn Erblindung sogar häufig.
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Tsig- und Nachtblindheitlaquo;
Litteratttr; B a 8 8 i, Nachtblindheit b. Pf. Ital. 1860, p. 20. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 18CO, p. 31. Hering, Nachtblindheit, Hemeralopie. Toul. 1850, p. 392. Ihd. 1851, p. 37, Müller, Amplyopia meridiana. Gurlt U. Hertwig 1865, p. 273. Wulf, Dasselbe. Müller u. Roloff 1866, p. 154.
a) Nachtblindheit, Hemeralopia. Hering berichtet aus der Touler Zeitschrift; Eine 4jährige Stute, die sonst gesund und nie an den Augen gelitten hat, zeigt seit ca. 1 Monat, wenn sie nach Sonnenuntergang aus dem Stall gebracht wird: Stolpern, Benehmen wie blind, Anstossen mit dem Kopfe, Fallen über in den Weg gelegte Gegenstände. Andorn Tags bei Helle sieht sie wieder gut. Das Leiden blieb 4 Monate lang. Es wurde das Zahnen heschuldet. Bassi: Ein Pferd, das an den Augen nichts Krankhaftes zeigt, ist nach Sonnenuntergang unsicher, geht zögernd vorwärts, stösst selbst an. (Heilung durch einen Adorlass.) b) Tagblindheit, Amblyopia meridiana, beschreibt Wulf; Ein S'/zjähriges Pferd, mit scheinbar normalen Augen, die Kornea etwas abgeflachtquot;, die Pupille reaktionsfähig , zeigt am hellen Mittag Erscheinungen vollkommener Blindheit. Im Schatten oder Abends im Stalle sieht es ganz gut. #9632; Müller beschreibt einen ähnlichen Fall, den Möller nicht als einwandsfrei gelten lässt. Bei weissgeborenen Schimmeln ist beobachtet, dass sie an hellen Sommertagen oder im Schnee plötzlich auf einige Zeit erblinden. Havemann hat dies schon auf Blendung zurückgeführt.
Johow beschreibt beim Hunde folgenden Fall: Auf der Jagd auf Schnee, im blendenden Sonnenschein, fing ein Jagdhund an zu taumeln und konnte nicht mehr folgen. Er musste im Wagen nach Hause gefahren werden. Die Pupillen waren sehr verengt, auch im Dunkeln blieben dieselben so verengt. Das Tier konnte Drohungen mit einem Stock etc. nicht beobachten, war total blind, auch die anderen Sinnes-
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Hyperämie der Retina und Entzündung derselben. Retinitis.
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thätigkeiten schienen abgeschwächt. Besserung am anderen Tage. Heilung nach 2 Tagen, (s. a. Retinitis).
Hyperämie der Retina und Entzündung derselben, Retinitis.
Die Diagnose dieser Erkrankungen gründet sich lediglich auf die Untersuchung mit dem Augenspiegel. Bei dem vielfach pigmentierten Augenhintergrundo, bei der mannigfach anatomischen Einrichtung desselben bei unseren Haustieren ist es ausserordentlich schwierig, diese Verhältnisse genau zu kennen. Es sind zwar mehrere Beobachtungen von Schindelka, Froehner, Everabusch u. a. vorhanden. Die Kennzeichen sind: Trübung der lletina und Hyperämie der Gefässe dortselbst. Die Hyperämie ist am Soli nerven am stärksten zu beobachten, namentlich sind die Venen mehr angefüllt, die Gefässe sind erweitert und werden auf längere Strecken sichtbar, tiefer liegende Windungen, die sonst nicht sichtbar sind, werden jetzt gesellen. Die Netzhauttrübung ist wie ein Schleier ausgebreitet. In Einzelfällen treten kleine Blutungen in der Netzhaut auf, die als iiämorrhagische, diffuse Flecken bemerkbar sind. Die Sehstörungen sind sehr verschieden.
Eine Art Tagblindheit, Retinitis nyctnlopica, Blendung durch volles Tageslicht und Herabsetzung der Sehschärfe ist beim Mensciien beobachtet. Eine Neuroretinitis, Trübung der Gewebe im Sehnerven und Schwellung desselben ist meines Wissens bei Tieren klinisch noch nicht festgestellt.
Fälle von retrobulbärer Neuritis, rasche oft beiderseitige Erblindung, sehr weite starre Pupille, mit geringen Veränderungen an den Sohnerven, leichte Trübung und Anschwellung, nach verschiedenen Allgemeinkrankheiten, wahrscheinlich auch die sog. Ischämia retinae sind in der Tieraugenheilkunde vorerst unter Amaurosisquot; zu suchen.
Stauungspapille. Ursprünglich glaubte man, eine vergrösserte, hervorquellende Papille habe aufgestautes Blut in ihren Gefässen, später war man der Ansicht, dass es sich um angestaute Lymphe handle und zwar vom Arachnoidealraume des Gehirnes aus. Eine durch Atrophie etwas ausgehöhlte (oxcavierte) Papille ist in mehreren Fällen beim Hunde und beim Pferde beobachtet worden.
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Netzhautablösung,
Netzhautablösung von der Chorioidca durch Erguss von Serum hinter die Netzhaut; oder auch Schwund des Glaskörpers und dadurch
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Glaucom, Hydrophthalmos (Grüner Star).
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Abheben der Netzhaut von der Unterlage. Die abgelöste Netzhautpartie ist in der Eegel schlaff und zeigt wellenförmige Bewegungen, sie ist erkennbar an ihren Blutgefässen, erscheint grau, graugelb, graugrün und ist wie eine Blase hervorgewölbt,
Cystenbildung hinter der Retina ist beim Menschen nicht selten, ebenso bei Tieren mehrfach beobachtet worden, es wird dadurch eine gewisse Ähnlichkeit mit Netzhautablösung erzeugt, doch ist kein Flottieren vorhanden und die Cyste ist, wenn sie klare Flüssigkeit hat, durchleuchtbar.
Glaucom, Hydrophthalmos (Grüner Star).
Gerlach definiert in seinem Handbuche der gerichtlichen Tierheilkunde den grünen Star folgendermassen : Die Pupille erscheint meergrün durch Reflex aus der hinteren Augenkammer, das Sehvermögen ist aufgehoben und der Augapfel in der Regel etwas kleiner. Der Sitz des Leidens ist der Glaskörper, der verschiedene Yeränderungen erlitten haben kann, in der Regel zu einer gelblichen Flüssigkeit zerflossen ist etc.quot;
Von Ursachen, welche diese Blindheit bedingen soll, ist namentlich die periodische Augenentzündung angeführt und dies rührt daher, weil man eine Zeitlang die periodische Augenentzündung als dem Glaucom zugehörig beschrieb.
Es ist bedeutungsvoll, sich am richtigen Orte zu erinnern, class grüner Star-Glaucom, noch unter dein obengenannten Begriffe, in einigen Ländern als gesetzlicher Gewährsfehler gilt.
Gegenwärtig gelten über Glaucom andere Begriffe und zwar allgemein anerkannt und in der wissenschaftlichen Tieraugenheilkunde ebenfalls vollkommen giltig: 1) Das Symptom der Grünfärbung der Pupille fällt, als für die Diagnose Glaucom bedeutungslos, gänzlich hinweg. 2) Als Wesenheit des Glaucoms ist abnorme Steigerung des intraokularen Druckesquot;, so dass der Augapfel eine grössere Härte, manchmal Steinhärtequot; annimmt, anzusehen. 3) Der Augapfel mit Glaucom ist infolge des vermehrten Druckes nicht nur härter, sondern in der Regel auch grosser, mehr oder minder schmerzhaft und das Sehvermögen ist gestört, bis aufgehoben.
Die Ursache der Vermehrung des Druckes des Augeninnern ist entweder a) eine entzündliche Exsudation, b) eine nicht entzündliche Transsudation, also in beiden Fällen vermehrte Absonderung bei normalem Abflussvermögen, oder c) gänzliche oder teilweise Aufhebung des Abflusses, wodurch Stauung im Augeninneren stattfindet.
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Glaucom, Hydrophtlialmos (Grüner Star).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 245
Infolge des Druckes #9632;wird die Sehnerveneinmündung als der nachgiebigste Teil stark komprimiert und schliesslich atrophisch, die Ge-fässe dortselbst werden an die quot;Wandung angedrängt und werden blutleerer, ein Teil selbst blutlos, andere erhalten andere Form und bekommen einen hakenförmigen Verlauf. Wenn die Druckateigerung im Auge sehr rasch eintritt, so erzeugt sie nicht blos die seither genannten Erscheinungen, welche als Glaucoma simplex bezeichnet werden, sondern dieser Druck wirkt zugleich als Entzündungsreiz, es bilden sich infolgedessen in derKorneaBlutgefüsse und Hyperämie in denselben, diese treten dichtgedrängt vom Skleralrande gegen die Korneamittc rasch auf. Das Auge wird schmerzhaft, ein Teil desselben gelähmt, die Pupille wird weit, reaktionslos, es erfolgt Trübung der brechenden Medien, besonders entstehen die sog. Nebelflocken an der Kornea. Pulsation des gesamten Augapfels, fühlbar durch Auflegen eines Fingers, ist ebenfalls festgestellt. Dieser Vorgang heisst: entzündliches Glaucom: Glaucoma inflammatorium.
Es ist charnkteristisch, dass solche entzündliche Erscheinungen beim Glaucom periodisch auftreten. Das einfache Glaucom besteht, die Erscheinungen der Entzündung treten hinzu, verschwinden wieder, während das Glaucoma simplex fortbesteht und im weiteren Verlaufe stellen sich die entzündlichen Perioden wieder ein. Gerade diese beim Menschen beobachtete Periodizität führte früher zu der Annahme, dass die periodische Augenentzündung dos Pferdes zum Glaucom gehöre, was aber, wie mehrfach erwähnt, irrig ist. (Vgl. auch periodische Augenentzündung.)
Das Glaucom führt allmählich zur Erblindung, es können Fälle vorkommen, dass heftige entzündliche Glaucom-Anfälle in kurzer Zeit, selbst einigen Tagen, ja einigen Stunden zur Erblindung führen und derartige rapid verlaufende Anfülle wurden als Glaucoma fulminans bezeichnet. Wenn der glaueomatöso Prozess das Sehvermögen vernichtet hat, so geschieht ihm dadurch noch nicht Einhalt. Es folgen weitere Veränderungen, lieduktion der Iris, grauer Star, Blutergüsse, Trübungen, Erweichung, Ektasicn der Sklera und endlich Atrophie des
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anzen Augapfels wie bei den Folgezuständen der periodischen Augen-
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entzündung. Hierauf beruht auch jedenfalls die stattgehabte Verwechslung beider Prozesse.
Bevor man das Glaucom in seiner ebengeschilderten Weise kannte und bezeichnete, wurden die Zustände, welche dasselbe erzeugt und namentlich Vergrösserungon des Augapfels, als: Ochsenauge, B u p h t h a 1 m o s , oder Ilydrophtbalmos bezeichnet. Das Glaucoma
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240nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Glaucora, Hydrophthalmos (Grüner Star).
simplex, bei welchem namentlich eine bedeutende Vergrösserung, Erweiterung durch Abflachung der Kornea mitverbunden ist, könnte als ein solcher Zustand bezeichnet werden.
Charakteristische Merkmale zwischen beiden Krankheiten sind nicht sehr ausgesprochen: a) Bei Glaucom ist der erhöhte Druck im ganzen Augeninnern, bei Buphthahnos hauptsächlich in der vorderen Augenkammer, b) Bei Glaucom folgen in Zwischenpausen entzündliche Anfälle, bei Buphthalmos nicht, c) Glaucom führt zur Erblindung mit nachfolgender Atrophie, Buphthalnios führt ebenfalls oft rasch zur Erblindung, manchmal mit Ruptur der vorderen Augenkammer.
Beide Zustände sind an Tieraugen beobachtet, aber so selten, dass Berlin, nachdem er fast ein Jahrzehnt Tieraugen an hiesiger Klinik untersucht hatte, noch an dem Vorkommen des Glaucoma zweifelte. Es ist aber zweifellos Glaucom bei fast sämtlichen Haussäugetieraugen festgestellt. Berlin hat auch selbst vor kurzem solche beobachtet, ebenfalls Andere. Von Möller sind mehrere Fälle beschrieben worden.
Was die Aetiologie des Glaucoms sowie des Buphthalmos betrifft, so ist dieselbe vorerst in der Tieraugenheilkunde vollständig im Dunkeln. Beim Menschen beschuldigt man den Brechzustand des Auges, namentlich Hypermetropie, ferner Gemütsbewegungen und Schlaflosigkeit, sodann ein gewisses Alter. Vor dem 30. Lebensjahre des Menschen kommt Glaucom nur ausnahmsweise vor.
Gerade dieser Aetiologie wegen schien es gerechtfertigt, an dem Vorkommen des Glaucoms bei Haustieren überhaupt zu zweifeln und das sämtlich hierüber Beobachtete, als dem Buphthalmos, einer Krankheitsform mit anderer, aber vorerst noch ebenso unbekannter Aetio-,',nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;logie und anderen Ausgängen angehörend, anzusehen.
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Es ist beobachtet, dass an Tieraugen Glaucom nach Trauma ent-
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stand, oder dass Buphthalmos angeboren war.
Was die Therapie anbetrifft, so sind Atropineinträufelungen nicht zu empfehlen. Hertwig hat die Troikarierung der vorderen Augenkammer angeraten. Bei Glaucom ist von Gräfe in der Menschenheilkunde die Iridektomie eingeführt worden. Es muss ein breites Stück der Iris bis zur Peripherie entfernt werden.
Das sog. sekundäre Glaucom, durch andere Krankheitsvorgänge im Auge, z. B. nach Verwachsung der Iris mit ektatischen Narben der Kornea, Luxation der Linse, Aufquellung derselben nach Cataracta traumatica etc. ist meines AVissens bei Tieren noch nicht beobachtet worden.
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Esentielle Phthisis bulbi. Krankheiten der Iris.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;247
Esentielle Phthisis bulbi.
Die Ausgänge von Iridochorioiditis und seltener -von Qlaucom führen zur Verkleinerung und Zerstörung des Augapfels, Phthisis bulbi. Es giebt jedoch Fälle, in denen Phthisis bulbi eintritt, ohne dass zuvor diese Prozesse vorhanden waren, dass namentlich infolge eines Traumas ganz allmählich Phthisis bulbi sich entwickelt. Es ist mir nicht bekannt, dass in der Tieraugenheilkunde solche Zustände beobachtet wären.
Angeborene Verkleinerung des Augapfels, häufig aber mit Deformität einzelner Teile, Kolobom etc. ist bei Haustieren mehrfach beobachtet und beschrieben worden.
Krankheiten der Iris.
Litter a tur: Müller, Angeborene Versehliessung der Pupille. Wien. Vtjsohr. 185'J, p. 87. Leisering, Zerreissung d. Regcubogenliaut. Versehliessung d. Pupille b. Pferde. Wochenschr. 18G0, p. 87. Mayerhausen, Mem-brana pupillaris. Zeitschr. f. vgl. Augonheilk. 1883, p. 80. S oh i n d e 1 k a , Dasselbe. Ibid. p. 102. Meyer, Dasselbe. Mag. v. Gurlt u. Ilertwig. Bd. 17, p. 181. Bayer, Entzündung d. Regenbogenbaut. Ibd. Bd. 8, p. 475. Her twig, Dasselbe. Ibd. Bd. 20. p, 100. Schütz, Dasselbe Berliner Arch. Bd. 8, p. 149. Matthion, Dasselbe. Bull, de Wohenkel 1882, p. 59. Schindelka, Dasselbe. Zeitschr. f. vgl. Augenheilk. 1882, p. 82. Siedamgrotzky, Dasselbe. Drosd. Jhb. 1881. Docht ermann, Coloboma. Zeitschr. f. vgl. Augenheilk. 1882, p. 76. Renner, Spaltbildung a. Auge b. Füllen. Berl. Arch. 1885, p. 308.
Angeborene Spaltung der Iris, Coloboma Iridis.
Auf die angeborene Spaltung der Iris wird der Muskel- und Bandapparat, welcher die quer- oder längsovalo Form der Pupillen bei Haustieren bedingt von Eintluss sein. Die SpaUbildung beschränkt sich in vielen Fällen nur auf die Iris, kann jedoch auch auf weitere Teile des Auges sich erstrecken. Früher bezeichnete man als Coloboma, (Spalt oder Verstümmelung,) auch Spaltbildungen an den Lippen, der Nasen etc., gegenwärtig nur noch Spaltbildungen am Auge und diese bezeichnet man je nach dem anatomischen Teile, in dem sie auftreten : Colobom der Iris, der Chorioidea, der Netzhaut, oder der Augenlider.
Auch die erworbenen Siialtungcn an diesen Stellen worden nicht selten als Coloboma bezeichnet, doch wird die Ursache beizusetzen sein: Coloboma traumaticum, oder durch Operation entstanden, Coloboma artificialo.
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Hypertrophie der Traubenkörner und Pupilkrverschluss.
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Beim Menschen, der eine runde Pupille besitzt und bei dem die Muskelfasern der Pupillenumrandung gleiclaniissig angeordnet sind, kommt das Colobom in der Regel unter der Pupille, oder unten und nach innen zu vor und eine Merkwürdigkeit besteht darin, dass beim Menschen meistens das linke Auge betroffen wird. Beim Hunde, der ebenfalls eine runde Pupille besitzt, hat Müller ein beiderseitiges Colobom unter der Pupille beobachtet und abgebildet. In einer Schweine-f'amilie, in der in Incest gezüchtet war, erkrankten nach Dochtcrmann-Bcrlin, einige 60 Stück Ferkel an Coloboma totale und Mikrophthalmos. Hering beschreibt beim Pferde ein beiderseitiges Colobom folgender-massen und bildet dasselbe ab: Beide Augen erschienen mit Ausnahme der Iris normal, auf der hellbraunen Iris des Birkauges zeigten sich zwischen dem lateralen Augenwinkel und dein Pupillarrande dunkle, beinahe schwarze Stellen, welche sich bei genauer Betrachtung als Öff-mingon in der Iris erwiesen, durch welche man in die hintere Augen-kamnier sehen konnte.
Das Colobom ist in der Hegel unschädlich.
Hypertrophie der Traubenkörner und Pupillarverschluss,
Die Vergrösserung der Traubenkörner bis zum Verschlüsse der Pupille ist mehrfach beim Pferde beobachtet und von Eversbusch und Möller beschrieben. Der Zustand ist auch als Pupillarsp err e bezeichnet worden. Eversbusch hat dagegen operiert, indem er die Konica spaltete und die vergrösserten Tranbenkörner abtrug, der Erfolg war wegen nicht glatter Heilung nicht gut. Scheuen der Pferde oder mangelndes Sehen ist infolge dieses Zustandes beobachtet worden.
Pupillarverschluss ist, angeboren, beim Pferde von Müller beobachtet. Das Fohlen, ein Rappe, mit Glasaugen hatte beiderseits totale Verwachsung der Pupillarränder und war blind. Am häufigsten tritt jedoch Pupillarverschluss ein, infolge von Iritis und Verklebung der Iris mit der Linse und partiellem oder totalem Pupillarverschlusse. Es ist in solchen Fällen mit A t r o p i n e i n t r ö p f e 1 u n g e n ein Versuch zu machen; wenn die Verklebung noch nicht zu fest ist, kann sich dieselbe lösen, jedoch ist ganz besonders hinzuweisen, dass dadurch ein unregelmässiges Zurückweichen der Pupillarränder, sogar Zer-reissung derselben erfolgen kann. Auch sind Verklebungen der Pupillarränder in der Regel mit Verwachsungen der Linse verknüpft, wie sie bei der Iritis beschrieben sind.
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Membrana pupillaris perseveraiis. Iritis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 249
Membrana pupillaris perseverans.
Sohweigger beschreibt den Zustand in seiner Augenheilkunde für Menschen folgendennassen: Roste der fötalen Pupillarniombran kommen manchmal vor in Gestalt einer grösseren oder geringeren Anzahl vereinzelter, oder unter einander anastomosierender Fädchen, welche sich vom circulus minor erhoben, über den Pupillarrand hinwegziehen und entweder direkt auf der Linsenkapsel oder auf einer im Pupillargebiet liegenden Pigmentplatte enden, oder auch frei das Pupillargebiet durchsetzen. Per Pupillarrand behält dabei seine freie Beweglichkeit. Diese Zustände sind auch beobachtet und beschrieben von Schindolka bei einem Pferde und von Mayer bei einem Pinde, Mayerhausen sah ihn hei einer albinotischen Kaninclienfamilie und Möller teilt mit, dass er ebenfalls solche Fälle beim Hunde beobachtet habe. Ein Nachteil entsteht in der Regel dadurch nicht, auch ist eine Therapie dagegen unbekannt.
Iritis.
Man unterscheidet: a) Iritis idiopathica, b) Iritis roeidiva, c) Iritis symptomatica und die Iritis trauinatica.
Das charakteristische Bild sämtlicher Iriserkrankungen besteht in der entzündlichen Ausschwitzung von flockigen Massen in die vordere Augeukammer, aussordom Hyperämie der Konjunktivagefässe, Thränen, Lichtscheu, rauchige Trübung der Kornoa, Farbenveränderung der Vorderfläche der Iris, und Verwachsung des Pupillarrandes mit der Vorderfläche der Linse.
Die Iritis idiopathica, auch rhcuinatica, soll nach Erkältungen entstehen können, sie bietet das Bild der periodischen Augenentzündung und hat vielleicht dieselben Ursachen. Sie ist auch klinisch wohl kaum von ihr zu trennen. Die Iritis roeidiva unterscheidet sich von der erstgenannten nur durch die Wiederholung der Anfälle, weshalb es jedoch in dem einen Anfalle zur Wiederholung kommt, im anderen nicht, das ist noch unbekannt; (die hinteren Synochicn sind es jedenfalls nicht allein, wie früher vermutet wurde). Es gilt hier in allen Teilen das bei der periodischen Augenentzündung Angeführte. Die Iritis symptomatica, oder metastatica, entstellt z. B. nach der Kin-wandemng von Filarien, oder auch nach der Influenza. Nach diesen entstehen in der Regel keine Pecidive, (vgl. Mondblindheit).
Es sind noch einige Operationen, welche an der Iris am meisten ausgeführt werden, zu erwähnen: Um Synecbien, vordere oder hintere zu lösen, wird die Kornea oder Sklera perforiert und entweder die Iris
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Iritis.
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angeschnitten oder eingeschnitten, gewissermassen am Pupillarrande gekerbt = I r i d o t o m i e , odor dieselbe wird ausgeschnitten, = Iridektomie. Diese Operationen wurden auch ausgeführt gegen periodische Angenentziindung, jedoch mit nicht ermunterndem Erfolge. Am Hunde hat Herr Prof. Schleich an der hiesigen Klinik die Operation bei einem grossen Leucom der Kornea mit nach einer Richtung durchsichtig gebliebenen Partie der Kornea aus optischen Eücksichten mit befriedigendem Erfolge ausgeführt. Man verführt folgendermassen: Das betref-
fende Auge wird durch
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Cocain vollkommen
anästhetisch gemacht.
Die Iridotomie hat
den Zweck, der Iris
vom Pupillarrande aus
nach derPeriphericeine
geradlinige Schnitt-
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Fig. 10.
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Iridektomie.
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Fig. .11.
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wundo beizubringen,
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um ein Auscinander-
weichen des Pupillarrandes zu bewirken. Man verwendet hiezu ein
passendes Lanzenmesser, sticht dasselbe im Korneaskleralrando ein und
durchschneidet mit dem scherenförmigen Instrumente von Wecker an
dem dem Schnitt ge-
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genüberstehenden Pupillarrande beginnend die ganze Kante der Iris.
Die Iridektomie bezweckt Ausschneidung eines Stückes
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Iridektomie
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Flg. iB.
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Iris und kann ange-
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m
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zeigt erachtet werden, bei Iritis und Pupillarverschluss. Die Operation wird folgendermassen ausgeführt: Nach genügender CocaVnisierung und Erweiterung der Lid-spalto durch Lidhalter oder die Hände eines gewandten Assistenten, wird mit einem schmalen oder Innzenförrnigem Messer, ein Schnitt in die Kornea oder den Kornoaskloralrand in der ungefähren Breite des nachher zu excidierenden Stückes angelegt. (Fig. 40.) Nach vollendetem Schnitt wird, wenn die Iris nicht durch denselben prolabirt, mit der Irispinzette in die vordere Kammer eingegangen, die Iris ausgiebig gefasst (Fig. 41), aus der vorderen Kammer hervorgezogen und
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Krankheiten der Luftsäoke.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;251
mit der krummen Schere reinlich abgeschnitten (Fig. 42), so dass keine Irispartien in die Wunde eingeklemmt liegen. Bei Blutung in der vorderen Kammer kann dieselbe wiederholt entleert werden.
Bespülung der Wunde mit Sublimat, Bestreuen mit Jodoform und Verband beschliessen die Operation. Die Irispupille hat nachher eine Form wie in Fig. 43 angegeben ist; sog. Schlüssellochform1'.
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Krankheiten der Luftsiicke.
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Litte ratur: Vatel, Über die Krkh. d. Luftsäcke, ihre Anatomie. Rec. 1832. p. 102. Delafond, Vier Fülle schleichender Kntz. d. L. Ibd. 1833, p. G33, Eleouet, Sechs Fälle, Schnitt nach Chabort. Ibd. 1836, p. G17. Lecocq, Anat. Unters, üb. Hyovertobrotomion. Toul. 1841, p. 101. Conrad, Haar-seil d. d. Luftsaok. Gurlt u. Hertwte 1839, p. 91. Stuct, Operat. d. Luft-säcke. Rec. 1848, p. 48. Voltat, Eiter i, d. Lufsäcken. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1860, p. 80. Girardi, Operation d. Luftsiicke. Rec. 1850, p. 392. Haubner, Über d. Günthersoho Methode. Sachs. Jhb. 1859, p. 44. Niebuhr, Auftreibung d. Luftsäoke d. Luft. I3er. üb. Leist. i. Geb. d. Vet. 1859, p. 24. Ourlt, Verdickter verhärteter Schleim im Luftsack. Gurlt u. Hertwig 1856, p. 321. Steckrneyer, Konkremente i. Luftsack. Stell. 1851, p. 247. Haubnor, Luftsackleiden. Sachs. Jhb. 1859/60, p. 43. Leisering, Luftsackerkrankung. Ibd. 1861/62, p. 15. Viborg, Tympanitis d. Luftsäcke- Ber. üb. Leist. i. Geb. d. W. W. 1862. p. 29. Boisnard, Katarrh d. Luftsäcke. La Clinica 1862, p. 339. Engelmaier, Anfüllen d. Luftsäcko m. Klee. Röhne, Chondroiden i. d. Luftsäcken. Gurlt u. Hertwig 1866, p. 56. Frier, Chron. Katarrh d. Luftsäcke. Sachs. Jhb. 1868, p. 54. Johow, Ansamml. v. Schleim i. d. Luftsäcken. Mitt. a. d. tzl. Pr. 1870, p. 109. Friebel, Luftansamml. i. d. Luftsäcken. Mitt. a. d. tzl. Pr. 1882. Dobesch, lilutiuig a. d. Luftsäcken. Mitt. d. Ver. d. Tzto. in Oesterr. 1884, p. 102. R a y e r, Der Wort der Nase für die Atmung. Allg. Med. C. Z. 1887, p. 91. Z w a r d em a k e r, Bestimmung d. Geruchschärle. Berl. kl. Wochschr. 1888, p. 47.
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Die Luftsiicke sind dem Pferdegeschlecht eigentümlich. Die Eu-stach'sche Röhre bildet eine sackartige Erweiterung, die vom Oberhauptsbein zum ersten Halswirbel und die hintero oder obere Schlundkopfwand reicht. Die Mündung in den Schlundkopf ist spaltfönnig und so weit, dass ein schwaclikleinfingerdicker Troikart eingeführt werden kann, die Mündung in die Paukenhöhle ist sehr enge, so dass Schleim und dergleichen nicht eindringen können. Die Länge eines Luftsackes, vom Keilbein bis hinter den Kehlkopf gemessen, beträgt ca. 15 cm, die Breite ca. 7 cm und die Höhe ca. 1012 cm. Beide
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252nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Luftsäcke.
Luftsiicke sind durch eine Scheidewand getrennt, die Erkrankung des einen bedingt somit nicht diejenige des andern. Ein gesunder Luft-sack vermag 450500 gr. zu fassen. Das Innere desselben ist mit Schleimhaut ausgekleidet. Nach den Versuchen Kaysers wird die Luft beim Durchgänge durch die Nase bis auf 150deg; erwärmt und mit Wasserdampf vollständig gesättigt. Die Luftsäcke kommen besonders bei starker Atmung jedenfalls in erliohte Leistung und sie erkranken auf folgende Weise:
1)nbsp; A n f ü 11 o n der L u f t s ä c k e mit F u 11 e r b e s t a n d t e i I o n; Engelmaior beobachtete ein Pferd, welches nach überstandoner Druse hochgradige Erscheinung von Halsentzündung zeigte, nach 14 Tagen starb und die Luftsäcke vollgestopft hatte mit Klee.
2)nbsp; nbsp;Luftansammlung in den Luftsäcken, dieselbe ist von Frie-bel, Niobuhr und Viborg beobachtet, hauptsächlich bei Fohlen. Fricbel sah, dass gleich nach der Geburt rechts und links in derParotisgegond faustgrosse, elastische Geschwülste vorhanden waren, Niebuhr sah dies beim halbjährigen Fohlen; zur Anschwellung war Atemnot und Strecken des Halses zugegen. Viborg giebt an, dass auf Druck die Luft dort ausgeprosst worden könne und dass dieselbe stinkend sei.
3)nbsp;K a t a r r h a 1 i s c h o E r k r a n k u n g d o r L u f t s a c k s c h 1 o i m h a u t und Ansammlung von Schleim und Eiter. Häufigste Form der Erkrankung. Hinter und an der unteren Hälfte der Ohrspeicheldrüse der entsprechenden Seite tritt Anschwellung auf, das Atmen ist mehr oder weniger gestört, die Futteraufnahme kann derart gestört sein, dass gekautes Futter oder ein Teil Wasser wieder zur Nase zurück kommt. Wenn die Tiere den Kopf längere Zeit tief halten, etwa auf der Weide, oder wenn sie aus einem auf den Boden gestellten Eimer trinken , so fliesst eine grösscre Menge Schleim oder Eiter aus einem Nasenlocho. Beim Druck mit der Hand läset sich bei ticfgchaltenom Kopfe Schleim auspressen und derselbe fliesst in Klumpen durch die Nase ab. Der Schleim hat verschiedene Konsistenz, Farbe und Gernch. Husten, Schmerzhaft ig keit auf Druck, Anschwellung der Kehlgangsdrüsen kann da sein oder fehlen.
4)nbsp; nbsp;Ohondroide oder K o n k r e m e nt o in den Luftsäcken sind nicht selten die Nachfolgen von den katarrhalischen Erkrankungen. Der dortselbst angesammelte Schleim wird eingedickt, die katarrhalische Sekretion dauert fort, die Eintrocknung kann bis zur vollständigen knorpelähnliohen Substanz erfolgen. Uhlich fand dort 317 Stücke in einem Gesamtgewicht von 540 gr., der grösste war wie ein Giinseei, gelb-lichweiss. Köiine fand 8 Pfund Chondroiden, wallnuss- bis apfelgross,
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Krankeitcn der Luf'tsäcke.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 253
ca. 30 Stück. Diese grossartigen Ansammlungen beweisen, dass durch dieselben eine bedeutende Erweiterung- des normalen Luftsackes eintreten kann. Es sind Erscheinungen wie die unter 3) genannten zugegen, oder es fehlt der Ausfluss, die Geschwulst ist ein- oder beiderseitig hart, unschmerzhaft, die Tiere sind in der Regel fiobcrlos, die Atemnot ist je nach der Höhe der Füllung verschieden hochgradig, der Husten ebenfalls verschieden.
5)nbsp; nbsp;Entartung der Luftsack wa nd und lluptur von Blut-gefiisson. Dobesch teilt folgenden Fall mit: Ein 6 Jahre altes Pferd bekam beim Führen aus dem Stalle plötzlich starkes Nasenbluten, das Blut Hess ungeronnen, nicht schaumig, aus beiden Nasenlöchern ca. l1^ bis 2 L. ab, dabei war die Atmung ruhig, kein Husten oder Druckschmerz. Nach 6 Tagen allgemeinen Wohlbefindens trat ohne äussere Veranlassung eine noch viel heftigere Blutung auf und der Tod erfolgte ca. 2 Monate später. Bei der Sektion fand sieh der rechte Luftsack voll geronnenen Blutes, die Schleimhaut des Luftsackes war unten bleich, oben gerötet, geschwollen, unter dem gerissenen Loch war eine G cm. fingerdicke Wulst, dortselbst zahlreiche, bohnengrosse, schwarzrote in der Umgebung verwaschene, erhabene Flecken, Kapillarblutungen, in einer solchen eine gurkenkerngrosse Öffnung mit rauhen Rändern, brandigen Gewebsfetzen, narbiger Kontraktion in der Umgebung und von hier eine stecknadelkopfgrosse Öffnung des kleinen Astes der Kopfschlagader.
6)nbsp; nbsp;Conrad fand bei einem Pferde das hochgradige Atemnot und einseitige Anschwellung in der Parotisgegend besass, nach dreiwöchentlicher vergeblicher Behandlung und Tod einen mehr als faust-grossen Polyp im Luftsacke.
Klinisches Bild: Je nachdem eine Ursache vorliegt, ist dasselbe etwas verändert. In der Regel wird die Erkrankung chronisch und fieberlos sein, es kann jedoch Fieber hinzutreten. Gefährlich sind Blutungen und Anfüll un gen mit Futter. Bei den letztgenannten wird hochgradige Atemnot und Fieber mit Anschwollung der Parotisgegend eintreten. Die Luftansammlung, Tympanitis ist fieber-los, bei ihr sind die bedeutendsten seitlichen Anschwellungen, die Spannung kann Schmerz verursachen, die Geschwulst ist elastisch, auf Perkussion tympanitischer Schall, auf Einstich mit dem Punktionstroikart tritt Luft mit pfeifendem Geräusche aus, oder dieselbe lässt sich manchmal durch die Nase auspressen, sie kann übelriechend sein. Die katarrhalische Erkrankung mit Schleimansammlung schliesst sich häufig einer Druse an, sie ist je nach dem Stadium fieberhaft;
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Krankheiten der Luftsäcke.
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Scbmorzhaftigkeit ist nur vorhanden, wenn hochgradige Spannung eintritt, somit der AbHuss gehindert ist, in diesen Fällen kann Durchbruch nach aussen erfolgen und es bläst nach der Perforation die Luft eine Zeitlang seitlich am Halse heraus. Bei Ansammlung von Konkrementen erfolgt eine langsame, aber stetig zunehmende Anschwellung, dieselbe ist hart und schmerzlos, mit ihrer Zunahme tritt Störung der Atmung und auch mehr oder minder Störung der Futteraufnahme ein. Fieber tritt hier nur ein, wenn durch übormässigcn Druck die Schleimhaut erkrankt und fiebererregende Stoffe von da aus in das Blut gelangen. Polypen sind, wenn sie keine besondere Grosse erlangen, sehr schwor zu diagnostizieren. Das Laryngoscop von Polansky und Schindolka ist wahrscheinlich auch hier zur Diagnose wertvoll.
Prognose: Je naclidem eine Form der Erkrankung vorliegt, verschieden. Bei den plötzlichen Blutungen, die ihre Ursache aber auch in anderem haben können, in der Hegel schlecht. Bei akut auftretenden, mit Fieber verlaufenden Erkrankungen, vorsichtig bis ungünstig. Bei Konkrement- und Schleimansammlungen, solange dieselben tieberlos und nicht besonders hochgradig sind, ziemlich günstig.
Therapie: Die Art der vorliegenden Erkrankung bedingt ein bestimmtes Verfahren: Bei Blutungen ist bislang keine Behandlung eingeleitet, ausser die bei der Nasenblutung mitgeteilte. Die Diagnose erscheint mir auch so unsicher, der ganze Verlauf derart rasch und unangenehm für den Behandelnden, dass es schwer ist, Ratschläge zu erteilen. Es möchte sein, dass mit Eröffnung des Luftsackes durch Schnitt, das blutende Gefäss gefunden, unterbunden und dadurch das Tier gerettet werden könnte. Die Luftansammlungen im Luftsack sind in der Kegel dadurch ausgezeichnet, dass die Anschwellung derartig hochgradig wird, dass Erstickungstod einzutreten droht. In der Regel wird nun ein Troikart eingestochen, die Luft entweicht und es ist für einige Tage Erleichterung, allein mit dem Verschluss der kloinen Wunde, sammelt sich die Luft wieder und das Übel wird so stark wie zuvor; es ist doshalb rätlich, ein Drainagerohr einzulegen und mehre Wochen lang liegen zu lassen, dasselbe wird im unteren Wundwinkel eingenäht. Man hat seitdem Eiterbänder durchgezogen. Die Heilungen sind innerhalb zwei Monaten oder später erfolgt, auch der Tod ist unter Erscheinungen von allgemeiner Entkräftung eingetreten. Fu tteransammlungen im Luftsack werden nach Probe-punktion ziemlich leicht zu diagnostizieren sein. In solchen Fällen bleibt als einziges empfehlenswertes Mittel, die Eröffnung durch Schnitt von oben, Entleerung, Irrigation, sorgsames Austupfen mit Watte und
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Krankheiten der Luftsäcke.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 255
längere Behandlung des Tieres mit quot;Weichfutter, bis jede neue Ein-fütterung ausgeschlossen ist.
Erkrankungen dos Luftsackes durch Ansammlung katarrhalischer Produkte, Schleim, Eiter oder Konkrementen sind am zahlreichsten beschrieben und mit Hilfsmitteln versehen. Es handelt sich hiebei um Entleerung des Luftsackes auf natürlichem Wege und Einbringung von Mitteln, welche die Heilung fördern. Leider ist hiebei der Zugang zum Luftsack derart schwierig, dass die Bestrebungen Günthers, mittelst einer Röhre durch die Nase einzudringen und durch dieselbe den Eiter abzuzapfen und nachher durch dieselbe auszuspülen und Medikamente nachzusenden, nicht immer von Erfolg gekrönt sind, ja dass die Einführung gefährlich ist und Haubner geradezu vor deren Anwendung warnt, weil ihm einige Pferde hieduroh verloren gingen. Da die Anwendung der Günther'schen Röhre durch die antiseptische Methode nichts gewinnt, so kann ich diese Methode nicht empfehlen. Hockmoycr will, dass man dem Pferde den Kopf niederdrückt unter gleichzeitigem Drücken auf die Luftsäcke, dadurch werde Husten erregt und es erfolge nicht nur Ausfluss von Schleim, sondern sogar Auswurf von Konkrementen. Eine zuwartende Behandlung: Dämpfe mit Wasser, Heu-blumen, Wärme, Diät etc. nützt nicht, es wird nur Zeit verloren. Sobald die Ansammlungen sich gefahrdrohend gestalten, ist der Luftsack zu entleeren.
Das Eröffnen der Luftsäcke geschieht auf verschiedenen Wegen a) von aussen und oben nach Chabcrt (1779 schon ausgeführt). Am vorderen Rande des Flügels des ersten Halswirbels wird ein 10 cm. langer Schnitt schräg von vorne und oben nach abwärts und unten durch die Haut gemacht. Der hintere Hautlappen wird soweit zurückpi-iipariert, dass der Rand der Ohrspeicheldrüse zum Vorschein kommt. Das lockere Zellgewebe um diese Drüse wird mit dein Finger oder Skalpollheft gelöst. Mit dem Finger tiefer dringend gelangt man auf den Griflfel-muskel des Hinterkiefers. Beim Sondieren fühlt man den elastischen Widerstand des Luftsackes und sticht jetzt mit einem spitzen Messer in der Richtung der Muskelfasern ein. Wegen der Nähe von Gcfässen und Nerven wird die Erweiterung der Wunde stumpf vorgenommen, sodann mit passenden Instrumenten eingegangen, um den Luftsack zu entleeren. Lecoq macht den Hautschnitt in derselben Richtung wie oben angegeben, aber etwas weiter nach vorn 45 cm. vom Flügelrande entfernt. Nach Aufhebung der Parotis wird die Apoueurose des gemeinschaftlichen Armhalskopfmuskels durchschnitten. AI it dem Finger sucht man in die Tiefe gegen den Griffelfortsatz des Oberhauptbeines
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Verletzung der Carotis und Jupfularis.
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und durchsticlit jetzt die Messerschneide nach abwärts gerichtet den Griffelzimgenboinmuskcl (in. masto-styloideua). Hering schlügt vor, statt des Messers einen Troilcart zu nehmen, b) von aussen und unten, nacii Viborg. Wenn der Kopf des liegenden Pferdes gestreckt wird, so spannt sich die Sehne des m. deltoideus; durch sie sowie nach oben durch die iiussere Kinnbackenvene und den Hinterkieferrand wird ein Dreieck gebildet, in welchem ein 8 cm. langer Schnitt in der Richtung des Kieferrandes angelegt wird. Durch das lockere Zellgewebe gelangt man stumpf vordringend mit dem Finger oder einem Instrument bis zum Luftsack, der durchstochen wird, c) Vorbindung der Methode von Chabert und Viborg nach Dietrichs: Die Eröffnung des Luftsackes geschieht wie angegeben nach Chabert. Jetzt wird der Kopf möglichst gerade gestreckt und die Eröffnung nach Viborg vorgenommen, jedoch von innen mittelst eines krummen Troikarts, der von oben in den Luftsack eingeführt und in dem Dreieck ausgestochen wird. Es ist sodann möglich von unten ein Drainagerohr einzuführen und im Wundrande festzunähen, ebenfalls ein solches von oben, oder dies ganz durchlaufend mit Fenstern versehen durchzuführen und nach Bedarf die Luft-sackschleimhaut zu behandeln mit passenden Irigationen. d) Die unblutige Entleerung dos Luftsackes nach Günther, mittelst einer besonders konstruierten Röhre geschieht durch die Nase. Die Erfahrungen die mit dieser Methode gemacht wurden, lassen sie nicht als empfehlenswert erscheinen.
Yei'letznng der Carotis und Jugularis.
Litteratur: Lyoner Tierarzneischulo, Verletzung d, Carotis b. Ader-lass. 13er. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1811, p. 28. Prange, Carotisver-lotz. b. Pf, Reo. 1850, p. 887. Ibd. 1851, p. 54. Hering, Carotisunter-bindung. Rep. 1851, p. 24(3. Lern eigne, Carotisverletzung. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1855, p. 49. ßouillard, Kompress. d. Carotidon. Lyon 1858, p, 253. Ackermann, Erweiterung d. Halsnerven. Säclis. Jhb. 1859/00, p. 91. Louoon, Carotisverletz. b. Aderlass. Toul. 1860, p. 041. Roux, Carotisverletz. b. Aderlass. Ibd. 1861, p. 546. Jhb. 1801, p. 54. Bräuer, Innere Vorblutung. Sachs. Jhb. 1868, p. 95.
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Absichtliche Verwundungen, welche chirurgische Eingriffe zur Folge hatten, sind bei Aderlässen früher ungemein häufig vorgekommen. Gegenwärtig ist der Aderlass an den Halsgcfässen nur noch sehr selten angewandt. Zufällige Verwundungen der Halsgefässe sind aber, obwohl dieselben sehr oberflächlich liegen, nicht oft zu beobachten. Prange nennt die Verletzungen der Carotis beim Aderlass ein alarmierendes
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Verletzung der Carotis und Jugularis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 257
Ereignisquot;. Zufällige Yerwundung der Carotis mit Verblutung sah Bräuer nach dem Aufstossen einer quot;Wagendeichsel auf die Vorderbrust. Es waren Carotis und Jugularis gerissen und der Tod erfolgte in wenigen Minuten. Stichwunden von Lanzen, Eindringen von anderen Premd-kürpern können dortselbst Zorroissung bedingen.
Klinisches Bild: Je nach der Grosse der Verletzung und nach der Form der quot;VVundränder erfolgt eine Yerschiodon hochgradige Blutung. Dieselbe erfolgt bei der Venenvcrletzung in ruhigem gloichrnäsaigem Strahle, das Blut ist dunkelrot, bei der Arterienverletzung tiiesst das Blut stossweise, isochron mit dem Pulse und das Blut ist hollrot. Wenn das arterielle Blut nicht direkten Abfhiss hat, sondern vorher gestaut wird, so erfolgt der Abfluss nicht stossweise, das venöso Blut rötet sich in Verbindung mit atmosphärischer Luft. Bei Querwunden der Jugularis, namentlich wenn dieselben ziemlich tief am Halse sind, kommt es leicht zu Luftembolien. Bei stärkerem Blutverlust treten die Erscheinungen der Verblutung ein: Blässe, kleiner schwacher Puls, Schwanken, Schweissausbi'uch, grosse Aufregung, Stürzen, sehr bedeutende convul-sivische Bewegungen und Tod. Bei Blutungen in das Zellgewebe kommt es zu ganz bedeutenden Infiltrationen, hochgradigen Anschwellungen, das Blut gerinnt in der Umgebung der Wunde und teilweise in derselben, namentlich nach Carotisverletzungen beim Aderlass. Wenn die Hautwunde nur mit einer Nadel verschlossen wurde, so drängt sich das Blut daneben heraus, oder veranlasst in kurzer Zeit derartige Anschwellungen, dass der Hals dick wird und Beeinträchtigung der Atmung erfolgen kann. Es besteht in solchen Fällen Gefahr der Verblutung nach innen und septischer Zerfall des extravnsierten Blutes. Boux hat in einem solchen Falle beobachtet, dass die Blutgeschwulst sich vom Hinterkiefer bis zur Brust erstreckte.
Prognose: Je nach Grosse der Verwundung und Art der Wunde vorschieden. Im Allgemeinen heilen glatte Längswunden der Gefässe rasch und gut, grosso Querwundon dagegen, namentlich solche an der dickwandigen, stark muskulösen und angespannten Carotiswnnd klaffen und kommen nicht ohne Thrombosierung der Gefässe zum Vorschlusse. Die Gefahr der Verblutung ist die erste und grösste. Es ist nicht in allen Fällen ein vollständiges Verbluten oder Ausbluten zum Eintritt des Todes nötig, sondern es tritt nach einiger Blutung eine Art Wundstupor, Chok ein, und der Tod kann schon durch die Blutung veranlasst sein, ohne dass eigentlicher Blutmangel eintrat. Die Blutstillung ist leichter, wenn eine Menge Blutes abHoas und der Blutdruck geringer wurde, ca. Vs der Blutmenge muss verloren sein, wenn der
Hoffmann, Tieriii'ztlk'hc Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;17
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Verletzung dor Carotis und Juguluris.
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Blutdruck sinken soll, dann sinkt er aber rasch um etwa die Hälfte und unter Ohnmachtserscheinungen. Geschieht die Blutung sehr langsam, so dass das Blut nicht im Strahle fliesst, sondern nur tröpfelt, so können sehr grosso Mengen ziemlich gefahrlos verloren werden.
Therapie: Blutstillung und zwar auf möglichst aseptischem Wege ist erste Bedingung. In der Begel wird direkt mit den Fingern oder der Hand die Wunde zugedrückt und mit Bauschen, die aufgedrückt werden, nacliguholfen. Bei venöser Blutung genügt in der Regel sorg-snmor Verschluss der Hautwunde, um die Blutung zum Stillen zu bringen. Bei Carotisverletzung kann durch starke Compresscn bei kleineren Wunden ebenfalls Blutstillung erzielt worden. Prange nähte eine Wunde, legte ein Heftpflaster auf, drückte eine Comprosso fest und erlangte Heilung. Boux konnte ebenfalls durch einen mittelst Brettohen angewandten Druckverband die Blutung stillen. Lemoigne erreichte den Blutstillstand auf Druck erst nachdem ca. 6 Pfund Blut abgeflossen waren. Louco'u aber wandte vergeblich Compresscn etc. bei Carotisverletzung nach Aderlass an, das Pferd starb. Nun sind diese Carotiswunden beim Aderlass doch immer nur sehr klein, allein der enorme Blutdruck, der das Blut in einem Glasrohr weiter führt und mehrere Meter hoch in die Höhe treibt, presst die Wunde aus einander, namentlich wenn diese noch schräg angelegt ist. Bei allen heftigeren Blutungen ist deshalb rasch zu erölfncn, die Carotis aufzusuchen und zu unterbinden. Es ist zweckmässig, nicht an der blutenden Stelle selbst die Carotis suchen zu wollen, sondern tiefer am Halse eine neue Wunde zu machen und so ohne Blutung einzudringen, um die Carotis zu unterbinden. Diese Unterbindung verursacht auf der anderen Halsseite sehr grossen Puls, öfters eine Zeit lang Atemnot und Husten, doch verschwinden diese Symptome schon nach ca. 5 Tagen. Wenn die Wunden nicht vollkommen aseptisch gehalten sind, so tritt Eiterung und Thrombose, oft mit öefässerweiterung ein, ein Zustand der als Aderfistelquot; bekannt ist. Nach Unterbindung soll man den Tieren den Kopf einige Tage hochbinden und sie nicht liegen lassen.
Aderflstel.
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Lit teratur; Rademaoh or, Bor. üb, Leiat. i, Geb. d. Thk, 1811, p. 27. Bombaoh, Gurlt u, Hertwig. 1848, p. 171). Wllke, Bor. ü. Lelst. i. Geb. d. Thk. 1842, p. 14. Her twig, Mag. f. Thk. Gurlt, u. Ilertwig Bd. XII. Beiinler, Tztl. Woohsohr. 1850, p. 124. Scrrcs, Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1852, p. 62. S a i n t - C y r. Ibd. 1855, p, 55. Lyon. Zeitsohr. Ibd. 1366, p. 67. Conte. Toul. 1867, p. 476. Ibd.
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Aderfistel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 259
1857, p. 53. Do lor me. Rec. 1857, p. 241. Ibd. 1857, p. 30. Anaker, Gurlt u. Hartwig 1857. L e b 1 a n c, Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 35. Bert ach i, Turin 1861, p. 87. Ber. üb. Leist. i. Gob. d. Thk. 1861, p. 55. Haubner, Sachs. Jhb. 1862, p. 47. Vo i gt 1 ander, Sachs. Jhb. 1871, p. 50. Johne, Ibd. 1872, p. 127. Siedamgrotzky, Ibd. 1877, p. 13.
Es ist eine ganz interessante Erscheinung, dass die früher so häufig die Tierärzte beschäftigende Aderfistel gegenwärtig fast gar nicht mehr vorkommt. Es beruht dies auf zwei Ursachen: Erstens wird der Aderlass bedeutend seltener ausgeführt als früher und zweitens wird derselbe reinlicher vorgenommen.
Die Aderfistel besteht in einer Thrombosierung und Vereiterung der Jugularis, allermeist entstanden nach Aderlässen, doch können auch gewöhnliche Wunden am Halse ohne direkte Verwundung der Venenwand den Zustand erzeugen.
Aetiologie: Man beschuldigte früher Quetschungen der Vonen-wand. Bombach meint, dass durch das Schlagen der Fliete mit einem Schlegel diese Quetschung entstände. Man beschuldigte die Verletzung der Venenklappen, doch sagte Ilertwig schon 1846, dass er bei 12 Pferden die Klappen verletzt habe, ohne Aderfistel zu erzeugen. Balmier sagt, das Einstechen der Nadeln zum Zwecke des Verschlusses sei schuld, er will deshalb, dass man das Blut nicht aus der Umgebung der Haare entferne, sondern dies vertrocknen und verkleben lasse, oder die Wunde zuleime. Hering spricht sich verwundert aus, warum in Prankreich die Aderfistel viel häufiger sei als bei uns, und er fügt an, dass es wichtig wäre die Ursache aufzufinden. Es ist oft interessant, wie man um eine Sache herum kommt und das Richtige fast, aber nicht ganz findet. Hertwig sagt, dass die Heilung der Verwundung der Venenwände beim Aderlass in der Regel schon innerhalb 24 Stunden erfolge ohne Entzündung, dass aber Entzündung der Venenwände, namentlich nach wiederholten Infusionen in die Venen, also reichlicheres Einführen dos Infusionstrichters ursächlich sei; auch die Bemerkung von Balmier, man solle keine Nadeln zum Verschlüsse einstechen, ist sehr bemerkenswert, und wenn Hering auf die mangelhafte Technik und die ungeputzten Aderlassinstnunente etwas mehr Gewicht gegeben hätte, so wäre ihm wahrscheinlich die Lösung, warum die Aderfistcln vorkommen, ziemlich geglückt. Adorfistoln entstehen, wenn die Aderlasswunde mit eiterbildenden Mikroorganismen infiziert wird. Unreine Aderlassinstrumente, zerrissene gequetschte Aderlasswunden, unreine Nadeln zum Verschlüsse, die Mode, die Nadel mit Rosshaaren zu unterbinden,
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260nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Verletzung der Lungenmagennerven.
hauptsiichlich aber Ankleben des Blutes und Eiterung in den Stich-kancälen, Ansammlung von Blut unter der Haut und sodann Infektion dieses Blutkuchens bedingen die Aderfistel. Um sie zu vermeiden, müssen Hände und Instrumente aseptisch sein. An der Aderlassstelle werden die Haare abgoscheert, die Haut mit in Carbolwasser getauchter Watte abgerieben. Beim Verschlüsse der Aderlasswunde wird von oben her gefasst, die Hautwunde mit zwei Fingern zusammengedrückt und die Haut unter Aufdrücken auf die Unterlage mit der Nadel durchstochen , mit aseptischem Faden verschlossen und etwas Jodoform in der Umgebung eingerieben.
Klinisches Bild der Aderfistel: Entzündliche Anschwellung, Abs-cedierung, Thrombose in der Jugularis, eiterige Erweichung des Thrombus, Durchbruch an verschiedenen Stellen, Fistelbildung, Störung dos Allgemeinbefindens.
Prognose ziemlich günstig.
Therapie: Man verwandte: Scharfsalben, Glüheisen. Vielfach wurde operiert. Bertachi schob ein Holzrohr durch die Fistel und schnitt dieselbe auf. Manchmal wurden nur Einstiche oder Einschnitte vorgenommen. Hertwig empfahl Salben aus Quecksilber und grüner Seife, Lösungen mit Wasser, Lösungen von Kalium carbonicum. Audi die Ausschälung der leidenden Teile und Unterbindung, sogar Unterbindung der Carotis wurde vorgenommen. Es empfiehlt sich, alles Krankhafte zu entfernen. Mit dem Messer aufzuschneiden, mit' dem scharfen Löffel das Kranke hinwegzunehmen, mit Desinfizien auszu-zuwaschen und zu nähen. Es ist hiebei nicht zu vergessen, dass die Enden der Thromben den Verschluss des Gefässes bedingen, dass dieses an den noch gesunden Stellen unterbunden werden muss.
Verletzung der Lungeuinagennerven.
Litteratur: Hering, Oporationelohre. Loucou, Verletzung d. Lungon-magennerven, Toul. 18G0, p. 641. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1860, p. '15. Ellenberger, Lähmung des Nerv, vagus b. Wiederkäuern. Arch. 1883, p. 134.
Bei Aderlässen tritt manchmal eine Verletzung der Halsnerven ein. Loucou beobachtete eine solche bei einer Kuh. Das Tier zeigte sofort grossen Schmerz und brüllte. Andern Tages wurden die Futterbissen wieder ausgebrochen, dies blieb für die nächste Zeit. Nach 10 Tagen war das Tier matt, traurig, hatte langsamen Puls, vermehrtes Atmen, die Haut war kalt, das Wiederkauen aufgehoben, Trommel-
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#9632;
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Halskiemenfistel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;261
sucht. Nach und nach trat Besserung ein, aber keine vollkommene Heilung, es blieb trockener Husten und die linke Brustseite war um 17 cm. geschwunden. Ellenberger hat Versuche mit Abschneidung des Nervus vagus angestellt und kommt zu folgendem Resultat: Einseitige Durchschneidung übt bei Schafen weder auf Entwicklung, noch Wohlbefinden irgend einen Einfluss aus, doppelseitige Durchschneidung bedingt aber stets den Tod, in 816 Stunden (einmal erst nach 16 Tagen). Die Erscheinungen sind: Schlundparalyse, Tympanitis, erhöhter Puls, beschwerliche Respiration, keine Rumination, Traurigkeit, aber normale Körperwärme.
Halskiciucnfistel.
Littoratur; Ilousingcr, Halskicmcnfistel. Ztschr. f. Tmdzn. Bd. 2. S. 118. Rabl, Bildungsgescliidite d. Halses. Prag. m. W. 1887, No. 1. Gurlt, Kalb mit enormer Cyst. a. Halse. Gurlt u. Ilertwig 1863, p. 111.
Infolge eines Bildungsfehlers kommen in nicht seltenen Fällen bei sämtlichen Haustieren Fistelkanäle am Halse vor, aveiche bis in den Schlundkopf reichen, stets etwas Flüssigkeit sezernieren, verschiedene Weite zeigen, meist aber doch so enge sind, dass man nur mit einer mittelstarken Sonde eindringen kann. Diese Kanäle sind an der oberen Halspartie, in der Nähe der Parotis oder etwas tiefer, sie belästigen die Tiere eigentlich nicht, sind jedoch wegen ihres andauernden geringen Ausflusses unangenehm, weil sie die Haare beschmutzen. Ich habe eine solche Fistel bei einem etwa 4 Jahre alten Pferde beobachtet, durch welche man einen Bleistift hätte schieben können. Beim Schweine habe ich mehrmals solche Fisteln gesehen. Um diese Fisteln, welche einen nicht verschlossenen Rost von den cmbrionalen Hals-kiemen darstellen, zur Heilung zu bringen, ist notwendig, die Schleimhaut, mit der sie stets ausgekleidet sind, zu zerstören. Hiezu eignet sich am besten das Herauspräparieren derselben, doch kann man auch durch Einschieben von Atzstiften oder Einbringen von Säuren die Schleimhaut zerstören und damit Gelegenheit zum Verschlüsse schaffen.
Genickfistcl, Genickbeule, Nackenbandflstel, Maulwurlsgeschwiilst,
Talpa.
Litteratur: Ilertwig, Gonickfistol u. Naokenbanddurclischnoidung. Mitt. f. pr. Tzte. Gurlt u. Ilertwig 1835, p. 71. Curdt, Genickfistel. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tlik. 1841, p. 29. L o i s e t, Ilygroma alto'idca. Ibd. 1842/43, p. 13. II e r t \v i g , Genickbeule. Gurlt u. Ilertwig. 1851, p. 484. Eck, Heilung der Genickbeule u. Widerristfistol. Ibd. 1851, p. 305. Genickbeule
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2G2 Geniokfistel, Genickbeule, Nackenbandfistel, Maulwurfsgoscliwulst ete.
mit Verletzung d. Oberhauptgef. Toul. 1855, p. 241, Ber. üb. Leist. i.Geb. d. Thk. 1855, p, 4G. Moves, Genickbeule. Gcrlach u. Scbütz 1857, p. 122. Ilaubner, Nackonbandflstcl. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 48. Dekker, NackenbandzerreisBung. Ber. üb. Leist. i. Gob. d. Thk. I860, p. 45. Erler, Genickbeule. Sachs. Jhb. 1864, p. 03. John o, Genickbeule b, Kinde. Ibd. 1877. p. 72.
Die Genickbeule, Genickfistel hat zwei verschiedene Erkrankungen als Grundlage. Sie hat ihren Sitz am obersten Teile dos Halses hinter den Ohren, entweder in der Mittellinie gloicbmässig nach beiden Seiten sich erstreckend oder sie ist mehr einseitig. Die Anschwellung ist a) heiss, schmerzhaft, entzündlich, eiterbildend, oberflächlich oder sie ist b) eine kalte, tiefsitzende Geschwulst und schmerzlos. Es ist bei der Beurteilung besonders auf die dortigen anatomischen Verhältnisse Eücksicht zu nehmen: Das Nackenband geht in zwei rundlichen Strängen vom Oberhauptshein frei weg über den ersten und zweiten Halswirbel. Zwischen den Knochen und dem Nackonband ist ein Schleimbeutcl, während nach aussen und oben das Nackenband mit mehr oder weniger straffem Bindegewebe verbunden ist. In einzelnen Fällen ist auch ein Schleimbeutel zwischen Nackenband und Haut vorhanden, welcher als Fortsatz und in Kommunikation mit den unteren, oder als selbststiindiger oberer, als Hautschleimbeutel gegenüber dem Sehnenschleimbeutel anzusehen ist. Die Erkrankung besteht nun entweder in einer Transsudation von Flüssigkeit in diesem Beutel, also in einer Art Wassersucht des Schloimbeutels, ein Zustand, der als Hygrorn bezeichnet wird. Diese Sorte ist nicht entzündlich, unschmerzhaft und kalt, oder es kommt dortselbst durch irgend welche Reize zur Entzündung, exsudativen Ausschwitzung und Eiterung, Abscessbildung und Nekrose.
Aetiologie: Mechanische Einwirkungen, Hängen in dem Halfter, Quetschungen durch dasselbe, Gegenstossen des Kopfes in Eisenbahnwagen oder zu niederen Stallungen, beimWcidegang, besondere Disposition durch zu starke Abbiegung des Genickes, heftige Hereinnähme des Kopfes beim Reiten bei ungünstiger Halsformation. Auch von Metastasen und dynamischen EinHüsson wurde früher gesprochen, diese letztgenannten Ursachen sind jedenfalls in der früheren Auffassung nicht haltbar.
Klinisches Bild: a) Das Hygrom bildet sich langsam aus, ist ein- oder doppelseitig, manchmal mit deutlicher Rinne in der Mitte, es ist eine kalte, unschmerzhafte Geschwulst und hindert nur mechanisch, b) Die Entzündung, Abscessbildung, geht rasch voran, die Schmerz-
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Genickfistel, Genickbeule, Nackenbandfistol, Mauhvurfsgeschwulst etc. 263
haftigkeit ist hochgradig, die Tiere werden kopfscheu, die Geschwulst ist anfangs hart, heiss, sehr empfindlich, fluktuiert und es kommt zum Durchbruche. Die Abscesshöhle heilt aber wegen des heweglichen, mehr oder weniger freiliegenden Nackenbandes nur sehr schwer aus und es kann zur teilweisen nokrotischen Zerstörung desselben, sogar zur Eiterbildung zwischen Nackenband und Knochen kommen, ja es kann letzterer selbst ergriffen werden. Es sind Fälle bekannt, in denen Knochenstücke vom Atlas durch Eiterung losgestosson wurden. Es ist selbstverstiindlich, dass zu dem Hygrom eine eiterige Infektion hinzutreten kann. Aus den in der Litteratur verzeichneten Eällen hebe ich folgendeBeobachtungen besonders hervor: Erler sah, class bei einem neugekauften Pferde, bei dem die Geschwulst lange nicht beobachtet wurde, grosso Kopfscheu hestand, das Tier wollte sich nicht zäumen lassen und drohte zu überschlagen, es war hochgradige Entzündung, grosso Geschwulst und Fluktuation derselben in der Tiefe, die Mittellinie bildete eine deutliche Scheidung der Geschwulst. Loiset beobachtete, dass die Hygrome 3040 Tage bestehen können, aber schliesslich doch zur Abscedierung kommen, während die entzündliche Form schon nach 15 bis 20 Tagen abscediert. Sobald die Geschwulst aufgebrochen oder eröffnet ist, ist ein mehr oder weniger grosser und mohrfächeriger Eitersack vorhanden, in dessen Mitte das Nackenband als beweglicher Fremdkörper wirkt, es kommt deshalb ausserordentlich schwer zu Heilungen und nicht selten zu nekrotischem Absterben des Nackenbandes und selbst von Knochenteilen, wie von Hering angegeben ist. Auch beim E, i n d e sind Genickbeulen beobachtet worden. Chamhert hat dies schon 1788 angegeben, jedoch sind diese Fälle so sehr selten, dass Hertwig, der sich eingehend mit dieser Ki'ankheitsform befassto, eine solche nie sah. Johne boschreibt einen Fall folgendermassen: Eine Kuh hatte seit mehreren Tagen zu beiden Seiten des Genicks, etwa in der Gegend des zweiten Halswirbels, eine rundliche, deutlich fluktuierende Geschwulst. Nach Eröffnung floss eine grosso Menge dünnflüssigen, aber sonst gutartigen Eiters aus, die Höhle war geräumig, glattwandig und darin war das Nackenband freiliegend fühlbar.
Prognose: Im Anfangsstadium bei kleinen Anschwellungen ziemlich günstig, weil dieselben zur Zerteilung gebracht werden können, bei Abscessbildungen und Zerstörungen in die Tiefe ist die Heildauer eine verhältnismässig lange und es kann sogar das Leben des Tieres bedroht sein.
Therapie: Solange Zerteilung zu erhoffen ist, sucht man diese zu erreichen. Die Tiere werden von den ihnen lästigen Halftern be-
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264nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Niiokenbandzerreissung.
freit tind womöglich freilaufend gelassen oder mit Halsriemen angebunden, sie dürfen nicht mehr auf die Weide gehen. Auflegen von Kältomischungon, Waschungen mit kühlenden, desinfizierenden Flüssigkeiten sind empfohlen, Scharfsalben sind besonders von Hortwig gerühmt, mittelst Cantharidcnsalbe 30 und grauer Quecksilbersalbe 4, abwechselnd mit Villate'schcm Liquor, giebt er an, alle ihm vorgekommenen geheilt zu haben. Wenn Durchbruch erfolgt ist, so ist für gründliche Entleerung zu sorgen, etwas Erweiterung und Ausspülen mit passenden Flüssigkeiten. Ausserlich Scharfsalbon oder das Glüh-cisen. Johne zog ein Haarseil unter dem Nackonband durch, machte CarLoleinspritzungon 5 0/oig und erzielte Heilung in 5 Wochen. Ist das Nackonband nekrotisch, so ist die Durchschneidung desselben empfohlen. Diese schadet dem Tragen des Kopfes nicht; allein wenn auch dadurch die Spannung gelöst und damit schon eine Besserung erzielt ist, der Prozess geht nur mit allmählicher Abstossung sämtlichen kranken Gewebes vor sich, zieht sich somit monatelang hin und es kann zur Phlogmono der Umgebung, selbst zur septischen Gefahr kommen. Haubnor hat daher schon 1858 die doppelte Durchschneidung und Herausnahme des kranken Stückes Nackenband empfohlen. Wird ein solcher Eingriff nötig, so ist zu beachten, dass der Hautschnitt in Längsrichtung, ja nicht quer, wegen des Klaff ens der Wunde gemacht wird. Das Nackenband wird am Oberhauptsbeiu und in der Gegend des zweiten Halswirbels durchschnitten und herausgenommen, die Höhle sehr sorgsam gereinigt und mit Drainagen, die vom Grunde aus nach aussen geführt werden , versehen, die Wunde mit Entspannungsnähten versehen und oben verschlossen, ein sehr sorgsamer Verband aus Jodo-formkollodlum, Watte und Tüchern hergestellt und so die Heilung auf erstem Wege ermöglicht. Gelingt sie nicht, so tritt sie durch Eiterung rasch ein. Es treten jedoch dort bleibende Vertiefungen ein.
Nackenlmmlzerreissung.
Litteraturi I) okk m1, Naokenbandzerreissung) Holl. 1860, p. 73. Bor. üb. Leist. i. Gel), d. Thk. 18G0, p. 45.
So ungefährlich eine Trennung des Nackenbandes für das Tragen dos Kopfes ist, wenn dieselbe an den oberen Halspartieen eintritt, wie bekanntlich bei Genickfistel zwischen Genick und zweitem Halswirbel, dasselbe nicht blos durchgeschnitten, sondern sogar ein Teil excidiert werden kann so nachteilig ist dasselbe, wenn es vor dem Widerrist oder in der Halsmitte entzwei geht, wie folgender von Dekker beobachteter
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Halsmiiskoldehnung beim Pferde, Verdrehung, Verbiegung etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 265
Fall beweisst: Ein Pferd konnte mit seinem Kopfe den es beständig tief bielt, die Krippe nicht mehr erreichen, am Widerrist zwischen den Schultern war eine Vertiefung. Das Tier hielt den Rücken gewölbt und war an der Widorriststelle sehr empfindlich, nach einiger Zeit trat Aufreissen der Nasenlöcher und der Augen ein, das Tier zeigte hochgradige Angst und Schmerz. Die Halsmuskeln wurden bretthart kontrahiert, die Yorderfiisse festgestellt, die Hinterbeine unter den Leib geschoben, das Tier konnte sicii nicht stehend erhalten und wurde getötet. Bei der Sektion fand man Zerreissung des Nackenbandes an der An-heftungsstelle an den Rückenwirbeln.
Halsmuskcldelmung beim Pferde, Verdrehung, Verbiegung der Halswirbelsiiulc, Zerrung, Zerreissung von Muskeln, TJnvolistiin-
dige Verrenkung.
Littcratur: Gerlacli, Distorsiou dor Halswirbel b. d. Kuh. Gurlt u. Hort-wig 185'1, p, 303. Lambert, Luxat. d. Atlas b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Prax. in Kurhossen 18G264, p. 09. Rost, Unvollständige Halswirbclver-renkung. Siichs. Jhb. 1882/84, Busse, Halswirbelverronkung b. Pf. Ber. üb. Lcist. i. Geb. d. Thk. 1840, p, O'J. Toul. Kl. Halsverkrümmung b. Maultier 1857, p, 161. Jhb. 1857, p. 52. Lococq, Ilalswirbelvorrenkung b. Kalbe. Jhb. 1842, p. 19. Suth, Ilalsverrenkung b. Kuh. Gurlt u. Hcrt-wig 1856, Jhb. 1850, p. 52. Seylor, Luxat. zwischen 3. u. 4. Halswirbel. Jhb. 1857, p. 52. Hort wig, Chirurgie, Stockflcth, Bayer, Chirurlaquo; gie. Voigtländer, Halswirbelverronkung b. Pf. Sachs. Jhb. 1870, p. 42. Stöhr, Überanstrengung d. Halsmuskeln. Roloif u. Schütz 1876, p. 95. Siedamgrotzky, Verbiegung d. Halswirbclsäulo. Sachs. Jhb. 1877, p. 47.
Die Erscheinungen, welche diese Krankheit hervorruft, bestehen in längere Zeit andauernder Verbiegung des Halses nach einer Seite, so dass die Diagnose auf Halswirbelverronkung gerechtfertigt erschien. Hertwig unterscheidet jedoch schon unvollständige Verrenkungenquot; indem er ausführt: Es fehlen liiebei die nervösen Zufälle, die bei vollständiger Verrenkung, wegen Zerrung des Rückenmarkes stets vorhanden sind. Es fehlen hier die Brüche der Wirbelfortätze, die bei der Verrenkung nie fehlen können. Es erfolgt hier die Heilung oft ganz von selbst, was bei vollständiger Verrenkung nie der Fall sein kann. Hertwig schiebt die Ursache auf eine rheumatische Kontraktur'' der Halsmuskeln und er hat Blutextravasate zwischen den Portsätzen und Zerreissung der Bänder dortselbst beobachtet.
Über die Halsverbiegung, Halsverkrümmung, irrigerweise auch Verrenkung bezeichnet, sind folgende Beobachtungen vorhanden. Busse sah ein Pferd, welches sich überschlagen hatte, ruhig
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266nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Halsmuskeldehnung beim Pferde, Verdrehung-, Verbiegung etc.
stehend den Kopf im stumpfen Winkel abgebogen, unbeweglich, den Hals an einer Stelle in der Gegend des 23. Wirbels geschwollen. Er machte Eisumschiige, legte einen Verband mit Brettern an, die Heilung trat ein. Seyler. Ein Pferd wollte sich mit einem Hinterbeine am Kopfe kratzen und blieb damit in der Kette über Nacht hängen. Anderntags war der Hals nach links gezogen, rechts war eine Erhöhung, dieselbe heiss und schmerzhaft, während links eine Vertiefung an der Halsseite war. Beim Versuche den Kopf des Tieres zu heben, drohte es zu stürzen. Er versuchte einzurichten, drückte mit den Fäusten, legte einen Verband von Seidenen und Pech an, die Heilung erfolgte in 3 Wochen.
Voigtländer beschreibt folgenden Fall! Ein Pferd wurde morgens im Stalle liegend und in die Kette verwickelt gefunden, befreit konnte es Kopf und Hals nicht gerade halten, sondern dieselben bogen nach der linken Seite ab. Am 4G. Halswirbel fand man grüssere Beweglichkeit. AVollte man ihn gerade biegen, so traten krampfhafte Zustände ein und das Pferd drohte zu stürzen. Bei der Sektion des nach einigen Tagen getöteten Pferdes fand sich aber keine Verrenkung, sondern nur eine grosse Dehnung und Zerrung mit Lähmung der Muskulatur an der konvexen Seite. Siodamgrotzky schreibt: Ein Pferd stürzte und erhielt dadurch eine Verbiegung des Halses nach links. Bei der Sektion fand sich viel ergossenes Blut in den Muskeln vom 24. Halswirbel, blutige Injektion der Grefässkapseln, aber weder Luxation noch Fraktur. Siodamgrotzky sagt noch: Dieser Befund beweist, dass Verschiebung der Halswirbelsäulc, welche wir als vollständige Luxation bezeichnen, ohne Luxation der Wirbel oder auch nur der schiefen Fortsätze bestehen könne und dann nur durch eine begrenzte Muskel-und Nervenlähmung oder auch durch die Folgen der Quetschung der Gelenke oder umgebenden Teile bedingt sein könne, wie es von Haubner schon früher (Bd. 1870 p. 42) ausgesprochen worden ist. Stoehr giebt an: Ein Pferd war mit dem hinteren rechten Fusse in die Halfterkette gekommen, machte grosse Anstrengungen um sich zu befreien, hieboi wurde der Kopf hinter die rechte Schulter gezogen. Als es frei gemacht war, konnte es nicht aufstehen, aufgehoben blieb es nur so lange stehen, als dessen Kopf hochgehalten wurde, sobald man losliess, fiel der Kopf herab, wurde nach rechts gezogen und das Pferd stürzte. Kopf und Hals war mit Leichtigkeit gerade zu strecken. Schon nacli 2 Tagen trat Besserung ein, nach 4 Tagen sollte es einen 6 Meilen langen Weg zurücklegen, erkrankte aber unterwegs unter nochmaligen ähnlichen Erscheinungen und heilte jetzt erst nach 14 Tagen.
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Ilalsmuskeklehnung beim Pferde, Verdrehung, Verbiogung etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 267
Einen besonderen Fall hat Rost beschrieben: Eine Stute wurde zum Deckhengst gebracht, andern Tags konnte sie den Kopf nicht mehr so hoch heben, dass sie in die Krippe hätte fassen können, sie stützte den Kopf in die Streu. An den Kaumuskeln der Ober- und Unterlippe waren kleine Anschwellungen, Fieber. Am Halse in der Gegend des 3. und 4. Halswirbels war eine kleine nicht schmerzhafte Anschwellung. Wurde der Kopf hochgenommen, so drohte sie hinten zu stürzen und fiel auch manchmal. Am Boden nahm sie Futter und Wasser auf. Heilung in 14 Tagen.
An der Touler Klinik wurde a) ein Maultier behandelt, welches durch einen Sturz Halsverkrümmung hatte und zwar derart, dass der Kopf links fast die Schulter berührte. Die Muskeln an der linken Seite waren stark kontrahiert, so dass sie eine kindskopfgrosso Anschwellung bildeten, und an der rechten Seite war eine Vertiefung. Das Tier wurde niedergelegt auf das Brustbein; Kopf und Hals von 4 Gehilfen stark nach vorwärts gezogen, als dadurch eine Einrichtung nicht gelang, legte man das Pferd ü Tage lang derart auf die Seite, dass eine Abbiegung des Halses unmöglich war. Heilung in 20 Tagen. b) Ebenda wurde ein Pferd beobachtet, dessen Hals stark nach rechts gebogen war, letzterer konnte ohne grosse Mühe gerade gestreckt werden, kehrte aber losgelassen sofort wieder in die gekrümmte Stellung zurück. Sektion. Keine Luxation, sondern Echymosen und Zcrroisungen der Muskel-hündol links am Halse, so dass die Muskeln rechts das Übergewicht bekommen konnten. Suth beschreibt Halswirbelverrenkung bei einer Kuh. Infolge Kämpfens mit einer anderen verbog sich der Hals derart, dass der Kopf rechts an der Schulter lag, der 4. Halswirbel stand links hervor. Die Reposition war vergeblich, aber, sagt Suth, die Einrichtung fand von selbst statt, denn die Heilung erfolgte vollkommen. Unvollkommene HfilsVerrenkung beim Kalbe wollte Lecocq durch Druck und Gegenstemmen des Kuiees eingerichtet haben, allein durch die Unruhe des Tieres sei dies nicht gelungen.
Aetiologie: Gewaltthätige Einwirkungen. Langdauernde Dehnungen und Zerrungen, wodurch Überanstrengung der Muskelfasern und Zerrcissung derselben in grosser Menge vorkommt, oder plötzliche Einwirkung, wie durch Überschlagen, Stürzen, aussergewöhnliche Anstrengung beim Deckakte oder beim Kämpfen bei Bindern. Je nach dem Grade der Zerreissung kann mehr oder minder starke Blutung zwischen das Gewebe stattfinden.
Klinisches Bild: Gewöhnlich werden die Tiere des Morgens liegend in der Kette verwickelt im Stalle gefunden und vermögen sich
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2G8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Halsmuskeldclinung beim Pferde, Verdrehung', Verbiegung elc.
nicht zu erheben, auch wenn das Halfter zerschnitten und die Tiere von ihrer Zwangslage befreit sind, oder es haben andere, heftige Einwirkungen, wie Überschlagen etc. stattgefunden. Der Kopf ist mehr oder weniger zur Seite gezogen, oft bis zur Schulter. Derselbe kann gerade gestreckt werden, aber er fällt sofort wieder in die seitliche Lage zurück. In einzelnen Fällen können die Tiere mehrere Tage nicht stehen, sondern fallen sofort wieder nieder, wenn sie erhoben werden; manchmal hängt der Kopf noch ziemlich abwärts, wenn die Pferde schon zu gehen vermögen, oder die Tiere gehen im Kreise. An der konvexen
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Fig. 4t. Hftlsvoiband durch Urcttschienen.
Halsseite findet sich meistens eine Vertiefung, welche als Lücke der zerrissenen Halsmuskulatur aufzufassen ist, an den konkaven ist in der Hegel eine Anschwellung, von der Muskelkontraktur dortselbst herrührend. Beim Yersuche Kopf und Hals gerade zu strecken treten in Einzelfällen Schmerzen und Schwanken ein. Das Allgemeinbefinden ist in der Regel nicht gestört oder nur die ersten Tage, später können die Tiere Futter aufnehmen. Der Zustand bessert sich allmählich und es erfolgt die Heilung in der Kegel in einigen quot;Wochen vollkommen. Solche Fälle in denen die Sektionsergebnisse mitgeteilt sind, haben wissenschaftlich allerdings sehr hohen Wert, weil durch sie die Sache geklärt wurde. Vom klinischen Standpunkte sind die Patienten zu frühzeitig getötet #9632;worden.
Die Prognose ist günstig. Es erfolgt in allen Fällen, in denen es sich nur um Muskelzcrrcissung handelt, Heilung. Besonders werden diejenigen Fälle, in denen der Hals und Kopf gerade gestreckt werden kann, ohne dass dadurch Schmerzen, Krämpfe oder Schwanken auf-
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Luxation der Halswirbel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;269
tritt, günstig zu prognostizieren sein, aber auch in solchen, wo in der ersten Zeit letztgenannte Erscheinungen beobachtet werden, ist spontane Heilung zu erwarten. Nur ist hier zwischen Kontusion und Luxation eine strenge Grenze zu ziehen, denn letzere heilt nicht spontan.
Therapie: Nach Bayer erfolgt die Heilung ebenso rasch, ob etwas geschieht oder nicht. Stöhr stellte das Pferd in eine Hängcgurto und band den Kopf mittelst Seil an festem Halfter gegen die entgegengesetzte Wand, so dass der Hals dadurch gerade gestreckt bleiben musste. Er hatte schon nach zwei Tagen Besserung. Wenn der Vorsuch, den Hals gerade zu strecken dauernd gelingt, so muss der Vorlauf sehr günstig beeinflusst werden.
Ein Verband zum Geradestrecken des Halses ist mittelst Kissen oder passenden Brettern, die rechts und links am Halse befestigt werden, zu erreichen. Einrichtungsversucho sind zu unterlassen, da ja nichts verrenkt ist. (Fig. 44, 45.)
Kühlungen, kalte Berieselungen sind zweckmässig, Massage und später Einreibungen von Spirituosen Mitteln, Scharfsalben begünstigen jedenfalls den rascheren Verlauf.
Luxation der Halswirbel.
Litteratur: Busse, Ilalswirbelverronkung. Gurlt u. Hertwig 1849, p. 14. I m m e 1 m an n , Ilalswirbelverronkung b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1872, p. 197. Gcrlacb, Halswirbelvorrenkung b. d. Kuh. Gurlt u. Hertwig 1854, p. 308. Lambert, Luxat. d. Halswirbel. Ibd.
Von den ziemlich zahlreich angegebenen Verrenkungen der Halswirbel ist die Mehrzahl auf Dehnung und Zerreissung dor Halsmuskel zurückzuführen. Der anatomischen Einrichtung zufolge werden nur die oberen Halswirbel ohne Fraktur luxiert werden können. Als laxiert wird immer der obere Wirbel bezeichnet, erfolgt cine Luxation zwischen Kopf und erstem Halswirbel, so ist der Kopf luxiert.
Aetiologie: Heftig einwirkende Gewalten, die gleichzeitig etwas Schiebendes in sich tragen, sind geeignet bei sämtlichen Haustieren, namentlich denen mit langem, schlankem Halse, Luxation zu erzeugen : Überschlagen, Stürzen in heftigem Laufe, wobei der Kopf abwärts oder zur Seite untergeschlagen wird, Einsturz in Steinbrüche, auch das Verfangen mit dem Hinterbein in einer Ketto und längeres Liegen bei grosser Anstrengung, dann von anssen treffende Gewalton, beim Umwerfen eines Wagens, eine schnellende schlagende Deichsel, das Anprallen einer Lokomotive, ein stürzender Balkon ; bei kleinereu Tieren,
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270nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Luxation dor Halswirbel.
namentlich Hunden, durch das Hochziehen mittelst einer um den Hals gelegten Schlinge, wie zum Erhängen und Hochhoben au dem Kopf oder den Ohren und ähnlich wirkende Gewalten, werden die Luxationen erzeugt und zwar a) durch übermässige Beugung zwischen zwei Wirbeln, oder b) durch übermässige Rotation. Es ist zunächst nötig, dass zur Luxation die Gelonksbänder zerreissen und dass dann die Gelenkflächen übereinander hinwegrutschen; dort wo sich Bandscheiben befinden, müssen diese zuerst zerreissen und sich dann die quot;Wirbelkörperendon voneinander vorschieben; es ist aber noch ferner notwendig, dass sich die getrennten Gelonkf'ortsätzo jetzt sofort nach der Yerschiobung feststellen, gewissormassen ineinander festhaken.
Klinisches Bild: Die Verrenkung kann nach unten, oder seitlich stattfinden. In jedem Falle ist der luxierte Teil vollkommen festgestellt und auch die untere Partie der Halswirbelsäule zeigt geringere, als die normale Bewegung. Sobald an dem luxierten Teile künstliche Bewegung hervorgerufen wird, treten wegen Dehnung und Zerrung des Kückcnniarkes nervöse Zufälle ein, die sich in Schmerziiusserungon, Zuckungen, Krämpfen, Schwanken oder Niedersinken kundgeben. Eine Spontanheilung erfolgt nicht. Die Teile bleiben luxiert, bis sie auf künstliche Einwirkung wieder zurückgebracht werden. Dies ist jedoch, namentlich bei grossen Haustieren enorm schwer, zum Teil unmöglich. Einige in der Praxis beobachtete Fälle werden am instruktivsten Aufklärung schaffen: Lambert wurde gerufen, weil ein zweijähriges Fohlen seit einigen Stunden sehr unruhig sei. Er fand, dass das Tier fortwährend mit den Vorderbeinen scharrte und den Nacken sehr steif hielt. Der Kopf war nach den Seiten und unten leichtbeweglich, nach oben aber stand er fest und beim Versuch zu drücken, trat sofort Schwanken mit dem Hinterteil ein. Der Atlas trat links sehr stark hervor, rechts war, an der Stelle wo der Flügel vom Atlas sein sollte, eine grosso Vertiefung. L. versuchte die Luxation einzurichten, aber selbst sehr grosso Gewalt vermochte nichts auszurichten. Das Pferd blieb 1-i AVochen am Boden liegen und wurde dann getütet. Sektion. Die rechte GelenkHächo des Atlas sass statt auf dem rechten pro-cessus condyloideus in dem foramen magnum oeeipit. Die linke war etwas nach aussen gerückt. Im Gehirn waren serösplastische Exsudate. Immelmann wurde mitgeteilt, dass sich ein Pferd während der Nacht in der Kette gefangen und mit dem Kopf unter der Schultor gelegen habe. Er fand das Tier mit weit gespreizten Vorderbeinen stehend, von 4 Mann unterstützt, der Kopf war nach rechts und abwärts gestellt und berührte mit dem Maule fast den Boden, die linke Halsseite war sehr
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Luxation der Halswirbel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 271
empfindlich. Beim Versuche den Kopf zu hehen, drohte das Pferd umzufallen. Immolmann legte das Pferd in der Nähe eines Baumes auf die linke Seite liess demselben ein Kummt anlegen und mittelst Stricken, die vom Kopf zum Kummt und gegen den Baum gezogen wurden, stellte er eine Art primitiven Flaschenzug her, durch welchen er mit Beihilfe von 15 Mann, den Hals und Kopf wieder gerade streckte. Es trat deutlich hörbares Knacken ein und nach dem Aufstehen war Kopf und Hals gerade gestellt und in normaler Höhe, auch die Druckschmerzen waren nur noch geringe. Am 10. Tage konnte das Pferd wieder Futter aufnehmen und die Heilung erfolgte nach 5 Wochen.
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d6. Halsvcrliand durcli Kis.sen oder Sandsückc.
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Die Prognose ist sehr vorsichtig bis ungünstig zu stellen. Luxation ist ein viel schwererer Fall als Halsinuskelzerroissung, sie ist jedoch etwas günstiger als die Fraktur. Ohne Zertrümmerung einzelner AVirbelteile ist eine Luxation nicht möglich. Es muss grosso Dehnung einzelner Bänder und jedenfalls Zorrcissung solcher auf einer Seite stattfinden. Bedeutende Defekte an den Zwischonwirbelscheibon m. o. w. starke Blutung und Zerrung des Rückenmarkos ist mit verbunden.
Therapie: Dieselbe muss unter allen Umstünden eine aktive sein. Der laxierte Teil muss eingerichtet werden und zwar müssen die Teile auf demselben Woge, wie sie zur Luxation gingen, wieder zurückgebracht werden. Es muss der Kopf in erster Linie noch mehr gegen die Seite, gegen welche er schon steht, geneigt und sodann in rotierender Weise zurückgebracht worden. Bei dem enormen Gewichte eines Pferde- oder Rinderkopfes, kann dies nur unter Assistenz einiger Männer und unter Beihilfe von Halfter, Kiemen oder Kummt
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272nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Neubildungen am Halse.
und feststehenden Säulen geschehen. Vor direktem Druck auf hervorstehende Teile des luxierten Wirbels ist, wegen Rückenmarkszer-rung, zu warnen. Die Retention wird durch Verbände, wie sie auch bei der Halsmuskclzerreissung angegeben sind, zu unterstützen gesucht. Seitlich angelegte und festgehaltene Sandsäcke (Fig. 45), können vorteilhaft sein. Bei kleinen Tieren sind Kravatten von plastischem Filz, oder Gypsverband, wobei noch die Schulter und Brust mit in den Verband einbezogen wird, anzuraten.
Neubildungen am Halse.
Littoratur: Leva tor, Vcrgrössorte Thymusdrüse. Vot. 1851, p. 691. Gurlt, Balggesohwulst mit Wolle a. Halse b. Schaf. Gurlt u. Ilertwig 1802, p. 292. Voigtländer, Gesehwulst a. Halse b. d. Kuh. Säehs. Jhb. 1803, p. 54. Haubner, Balggoschwulst a. Halse d. Pf. Ibd. 1863, p. 52. Gurlt, Sarkom a. Halse d. Lammes. Gurlt u. Ilertwig 18G7, p. 31. Lei soring, Osteom a. Halse d. Hundes. Sachs. Jhb. 1868, p. 3quot;. Hinter, Fibroide b. Rinde a. Hals. Ibd. 1872, p. 137. Strecker, Con-genitales Ilygroma colli. Roloif u. Schütz 1877, p. 78. P ritsch, Grosse Cyslo a. Hundehals. Siicbs. Jhb. 1877, p. 116. Gab boy, Carcinom a. d. Kehlgango. Roioff u. Schütz 1883, p. 41.
Sämtliche Neubildungen, welche in der allgemeinen Chirurgie ein besonderes Kapitel bilden, können am Halse unserer Haustiere vorkommen, so class dieselben einer besonderen Darstellung hier nicht bedürfen. Es sei doshalb nur auf einige Spezialitäten aufmerksam gemacht. Obenan steht beim Pferde die sog. Brustbeulequot;, die besonders abgehandelt wird. Über eine verknöcherte Balggeschwulst am Halse dos Pferdes berichtet Haubner: Das Leiden bestand bei dem Pferde schon über ein Jahr, die Geschwulst war so vergrössert, dass kein Kummt mehr angelegt werden konnte, und die Atembeschwerden so bedeutend, dass das Tier dienstuntauglich war. Haubner fand, rechts, 5 cm. unter der Toilstelle des Jugularis, eine harte, kalte, unschmerzhafte, nur an zwei Stellen fluktuierende, manns-kopfgrosso Geschwulst. Dieselbe war fest, breit aufsitzend und rund herum scharf abgegrenzt. Beim Einstich entstand grosso Blutung, so dass das Tier zur Blutstillung niedergelegt werden musste. Hier wurde festgestellt, dass die Goschwulst im Innern hohl und ihre Wände überaus dick, fest, hart, fibrös waren und dass dieselben eine Knochenplatte einschlössen. Die Blutung ging von der Wand aus; dieselbe wurde mit dem Glüheisen gestillt. Mehrmalige grosse Blutungen folgten, es trat übler Geruch ein, eine Exstirpation erschien Haubner umnög-
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Neubildungen iim Halse.
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lieh und der Tod erfolgte in 4 Tagen. Sektion. Die Geschwulst besteht aus Bindegewebe und Knochenplatten. Die Muskeln sind rings entartet, eine grosse Menge varicösen Gewebes dringt in die Geschwulst. Beim Kinde finden sich am Halse hauptsächlich Fibrome und es ist folgender, von Dinter beobachteter Fall von Interesse: Eine l1/laquo;jährige Kalbin war mit der Kette um die Stirne und den Hörner-gruud befestigt. An der von der Kette getroffenen Stelle im Nacken entstanden hiihnereigrosse, kugelige Auswüchse, derart, dass die Kette nach und nach vollständig in dieselben einwuchs. Die Geschwülste konnten durch Abschneiden dauernd entfernt werden. Hering teilt
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einen ähnlichen Fall mit, hier war die Kette in den Hals eingewachsen. Voigtländer hat eine mehr als faust-grosse Geschwulst, die seit ca. 1 Jahre erfolglos behandelt war, durch Arsenikbehandlung zum Verschwinden gebracht. Ein congenitales Hygroma colli beim Kalbe beschreibt Strecker, dasselbe hatte 50 cm. Durchmesser und enthielt 3 Liter Flüssigkeit. Ver-grösserte Thymusdrüse, 1470 Gramm schwer, exstirpierte Levator am Halse des Kalbes. Beim Sciiafe sind Balggeschwülste mit Wolle und Sarkome am Halse beobachtet, von
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Gurlt. Von Neubildungen am Halse
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der Hunde spielen die Cysten
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Fig. 4(i. Cyste am Ilundehalsc.
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nächst dem Kröpfe, die hervorragendste
Bolle. Abgesehen von den entzündlichen, eiterigen hämorrhagischen und lymphatischen Geschwülsten, die wir zu den sog. falschen oder unechten Neubildungen zu zählen haben, kommen namentlich die Schleim- oder Colloidcystcn vor, deren Inhalt schleimig gallertige, honigflüssige woiss-liche oder bräunliche Masse ist. Die Wand der Cysten besitzt Pflaster-epithcl und von hier erfolgt die Sekretion stets wieder aufs neue, wenn nicht die Cystenwand durch scharfe Medikamente etwa Jodtinktur verätzt oder noch besser das Ganze exstipiert wird. (vgl. Cystenkropf.)
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Frakturen der Wirbelsäule.
Litter at ur: Lecocq, Halswirbelverrenkung b, Kalbe. Bor. üb. Lelst. i.Geb,
d. Thk. 1842/43, p.'19. G i 1 Im ci s t e r , Lux. zwischen Lendenwirbel n. llof'l'ni ann, 'l'ieiiiiv.lliclio Chirnrgio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;18
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Kreuzbein. Jhb. 1841, p, 31. Decroix, Lendenwirbelbruch. Rec. 1850, p. 906. Jhb. 1851, p. 56. Koerb er, Bruch des 4, Lendenwirbels. Gurlt u. Hertwig 1850, p. 393. Goubaux, Verstauchung d. Lendenwirbel. Rec. 1850. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1850, p. 414. Bon ley, Bruch ä. Dornfortsätze a. Widerrist, 1851. Jhb. 1851, p. 56. Gurlt, Krumm geheilte Wirbelsiiulo b. Kapaun. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 425, Hering, Zusammenstellung über Wirbelbrüehe. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1856, p. 42. Bruch a. 2. Halswirbel. Munchn. Jhb. 1855, p. 52. V i v o s , Ein-knickung der Wirbelsäule. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1855, p. 52, Gam gee, Karzinoinatöse Zerstörung d. Wirbels. 1856, p. 200. Wiener Klinik. Kreuzbeinbruch. 1858, p. 125. F ü r s t en b e r g, Zerroissung d. Faserknorpel. Gurlt u. Hertwig, Suppl. 1854. Ramos er, Anchylose und falsches Gelenk a. Rücken d. Pf. Münchn. Jhb. 1858, p. 32. Leisering, Wirbelbrüehe b. Pf. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 21. Freiberg, Bruch d. Dornfortsätze. Jhb. 1859/60, p. 83. Haubner, Knochenbrüche. Jhb. 1858/59, p. 57. Keim, Bruch d. erst. Halsw. Münchn. Jhb. 1859, p. 50. Anchylosen d. Wirbels. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1860, p. 11. Schneider, Caries a. d. Dornfortsätzen. Wochensehr. 1861, p. 191. Ha üb ner, Wirbelbruch b. Werfen. Sachs. Jhb. 1862, p. 25. Belg. 1861. Bruch dos 2. u. 3. Halswirbels. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 56. Götze, Bruch d. Dornfortsätze b. Pf. Sachs. Jhb. 1861, p. 119. Gurlt, Bruch d. 1. Halswirbels. Gurlt u. Hertwig 1861, p. 481. Haubner, Lendonwirbelbruch d. Muskelkraft. Sachs. Jhb. 18G2, p. 34. Doctor, Bruch V. 3 Dornfortsätzen. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1862, p. 55. Voigtländer, Zerreissung i. Zwischenwirbelbild. Sachs. Jhb. 1864, p. 66. Lambert, Luxat. d. Atlas. Mitt. a. d. tzl. Praxis in Kurhess. 186264, p. 69. Haubner, Wirbelbruch b. Werfen. Sachs. Jhb. 1876, p. 28. Herrmann, Bruch d. 3. Halsw. Mitt. a. d. fztl. Prax. Müller u. Roloff 1867, p. 148. Thümler, Wirbelbruch b. Pf. Sachs. Jhb. 1868, p.110. Lehner t, Kucken wirbelbruch. Jhb. 1871, p. 126. Rausching, Verletz, d. Wirbels. Gurlt u. Hertwig 1873, p. 91. Bornbach, Lendenwirbelbruch. Müller u. Roloff 1874, p. 147. Rabe, Bruch d. Atlas. Wochschr. No. 1, 1879. N e i d h a r d t, Lendenwirbelbruoh. Mitt. f. Tzte. in Östcrr. 1880, p. 178. T h i o m e , Ruptur e. Zwischenwirbolscheibe. Roloff u. Müller 1881, p. 86. Reimers, Knoohenfistol b. Pf. Jhb. 1882, p. 69. Pelagic, Bruch d. 4 Kreuzw. Giorn. di Anat. et. 1837, p. 308.
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Der Ähnlichkeit we
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n werden die Frakturen der Rückcnwirbel-
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siiule angeschlossen.
Frakturen der Halswirbel,
Kasuistik: 1. Halswirbel. Gurlt: Ein Pferd ist auf dem Eise dreimal rückwärts gestürzt, geht aber ohne Anstand weiter. Erst anderen Tages wird es traurig, hat keinen Appetit, schwankt im Hinterteil, das Genick wird steif gehalten, die Halsmuskeln zucken, beim Versuche den Kopf seitlich zu biegen grosser Schmerz, Taumeln. Am vierten Tag fiel es nach rückwärts und konnte nicht mehr aufstehen. Tod
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Frakturen der Hulswirbel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 275
am 25. Tage. Sektion. Die Flügel des ersten Halswirbels sind gebrochen. Das Rückenmark und seine Häute unbeschädigt. Stock-fleth-Rabe : Ein Pferd zeigte keine auffälligen Allgemeinstörungen, nur bei zwangsweiser Streckung der Occipitalgegend drohte Patient zusammenzubrechen. Sektion. Bruch des Atlas mit Bildung einer Pseudarthorse. Keim: Durch Überstürzen ist einem Pferde der erste Halswirbel in drei Stücke gebrochen. Der Bruch heilte mit Pistel-bildung. Das Pferd lebte noch 2 Jahre.
2.nbsp; nbsp;Halswirbel. (Jhb. Münch.) Ein Pferd rannte gegen eine Thüre, stürzte zurück, sprang auf und stürzte wieder, wurde hierauf noch 3 Stunden eingespannt. Andern Tags traten Lähmungserscheinungen auf. Tod nach 3 Tagen. Sektion. Der Körper des zweiten Halswirbel quer durchbrochen, ebenso das obere Ende des Kammes, das Rückenmark unverletzt aber mit Blut unterlaufen. Lyon: Ein Rind stürzte auf der quot;Weide beim Kämpfen mit einem anderen. Der Hals war nachher nach links gebogen. Mangel an Fresslust, Nachschleppen des Hinterteils, trotzdem lief es noch nach Hause. Im Stalle legte es sich und konnte nicht mehr aufstehen. Man hörte beim Versuche den Kopf gerade zu richten, Krepitation. Sektion. Die Axe ist in viele Stücke gebrochen, die Rückenmarkshäute sind verletzt, der Kanal voll Blut, das Rückenmark selbst ist unverletzt. Belg.: Ein Pferd stürzte im Gralopp, es erfolgte Bruch und Luxation des zweiten Halswirbels. Tod am 3. Tage. Erscheinungen: Lähmung, Unempfindlichkeit am Rumpfe, unvollkommene Entleerung des Harnes, grosse Schmerzäusserung bei der Untersuchung des Halses, Zucken mit den Lippen, Strecken der Füsse. Der Puls ist hart, der Atem vermehrt, Futter- und Getränkeaufnahmc ist möglich. Sektion. Bruch des gen. Wirbels, Zerreissung der Bänder, das Rückenmark ist erweicht, seine Häute voll Blut, und Blut in der Umgebung.
3.nbsp; Halswirbel. Herrmann: Zwei Pferde waren durchgegangen, rannten im vollen Laufe bergab und gegen ein Haus. Das Sattelpferd war sofort tot, der 3. Halswirbel war gebrochen, das Rückenmark vollständig abgerissen.
4.nbsp; Halswirbel. Herrmann: Das Handpferd von dem ebengenannten Fall, blieb eine Zeitlang ruhig liegen, wollte sich erhoben, schrie dabei wie ein Schwein, fiel um und war tot. Der 4. Hillswirbel war gebrochen, das Rückenmark zum Teil, aber nicht vollständig zerrissen.
Aetiologie: Rückwärtsstürzen, Überstürzen, Anrennen. Erscheinungen. Bei vollständig abgerissenem Riickenmarke sofortiger Tod, bei nur verletztem, schwere Betäubung, manchmal
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27(3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Frakturen der Halswirbel.
Schreien, Krämpfe, Lähmungen und Tod in kurzer Zeit. Bei Brüchen mit Verletzungen der liückonniarkshäuto, aber unverletztem llücken-marke, noch sicherer bei Ausschluss des ersteren erfolgt sofort nach dein Chok plötzliche Betäubung, beim Versuche sich zu erheben wiederholtos Niederstürzen, nach einiger Zeit kehrt das Bewusstsoin und die Arbeit wird auf Stunden, selbst halbe Tage wieder aufgenommen. Infolge der Blutung und dem dadurch erfolgenden Druck mit Anämie auf das Bückenmark entstehen -verschiedenartige nervöse Erscheinungen, ausserdem manchmal mechanische Behinderung der Beweglichkeit des Kopfes und Halses, Schmerzhaftigkeit an der Bruchstelle und Umgebung, beim Versuch zwangsweise Streckung oder Beugung vorzunehmen drohen die Tiere zu stürzen. Nach 624 Stunden treten die nervösen Erscheinungen auf. Traurigkeit, Zucken mit den Halsmuskeln und den Lippen, Schwanken im Hinterteil, Nachschleppen desselben, Unemptindiichkeit am Rumpfe, Strecken der Füsse, mehr oder weniger gestörte Eutterauftiahnie. Wenn die Tiere sich niederlegen, können sie niciit mehr aufstehen.
Prognose: Ungünstig bis schlecht. Erfolgt der Tod nicht sofort, was nur bei einer ganz geringen Anzahl eintritt, so besteht die Gefahr dor Lähmung mit nachfolgendem Tode. Sobald nach 624 Stunden nach dem Sturze Lähmungserscheinungen auftreten und Niederliegen erfolgt, ist anzunehmen, dass die ersteren fortschreiten und der Tod selbst noch nach Wochen, fast einem Monat erfolgt. Nur in Ausnahmefällen, In denen es nicht zu Lähmungserscheinungen kommt, oder dieselben rasch vorübergehen, kann die Prognose sich günstiger gestalten.
Therapie: Wenn nach einem Sturze verdächtige Erscheinungen auftreten, so ist sofortige Buhe, Hängegurte, kalte Umschläge, Eis auf die kranke Stolle anzuwenden. Um die Resorption des ausgetretenen Blutes zu begünstigen, können am ersten und zweiten Halswirbel lokale Blutentziehungen durch Schröpfköpfe vorgenommen werden, allgemein in dieser Richtung wirkt Wasserentzug oder harntreibende Salze ins Trinkwasser. Damit das Pferd den Kopf ruhig hält, denselben besonders nicht beim Drehen oder Liegen beschädigt, können Schienen- oder Stabverbände am Halse oder auch nur Einreibungen von Scharfsalben in Anwendung kommen. Fig. pag. 2(58.
5, Halswirbel. Leisering. Bei Brüchen vom 35. Halswirbel hat Leisering Dehnung, Zcrreisung des Kapselbandes und Abbrechen der schiefen Fortsätze gesehen.
G 7. Halswirbelbruoh ist sehr selten.
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Frakturen der Rückenwirbel.
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Frakturen der Rückenwirbel.
Frakturen am l ü. Wirbelkörperj können wegen der tiefen gescliützon Lage durch die langen Dornfortsätze und die Schulterblätter nur in Ausnahmefällen vorkommen. Brüche an den Dornfortsätzen kommen vor. Bouley: Ein Pferd hatte sich üherschlagen, stand auf, konnte aber nicht mehr gehen; es steht fest auf den Vorderbeinen, der Kücken ist steif, der Widerrist sehr empfindlich, die Steilting wird ähnlich der eines Pferdes mit Tetanus. Stöhnen, nach einiger Zeit beiderseits am Widerrist Anschwellung, aber keine Verletzung, die Bewegung wird nur unter grosser Anstrengung und Schmeiv-äussening möglich, dabei kann man ein Krachen am Widerrist hören und eine Bewegung dort-selbst fühlen. Therapie: kalte Umschläge. Nach einem Monat Besserung, so dass es gehen aber nicht traben kann. Götze. Bin Pferd verwickelte sich mit den Hinterbeinen in die Halfterkette und stürzte unter die Krippe. Es entstand hiedurch Abbrechen von drei Bornfortsätzen am Widerrist von 1 l'/aZoll Länge. Therapie: Am G. Tage Entfernen der Bruchstücke, schlechte Heilung. Nach Monaten erfolgt spontanes Abstossen eines Stückes Nackenband und hierauf rasche Heilung.
Fraktur des 7. und 8. Rückenwirbels. Boy. Ein Pferd war gegen eine Barriere heftig angerannt und gestürtzt. Es entstand grosso Geschwulst am Rücken, Lähmung des Hinterteiles, Harn- und Mistverhaltung. Tod. Sektion: Beide genannte Wirbel waren in eine grosse Zahl Stücke zersplittert, das Rückenmark unverletzt, Blut-erguss im Wirbelkanal. Lehnert: Ein Pferd war vor einem halben .lahre im Stalle umgefallen, hatte damals einen Rippenbruch, Anschwellungen am Halse und später Erscheinungen von Dummkoller. Der Blick war stier, der Gang tappend, es lief im Kreise nach links, suchte man von links kommend das Pferd am Kopfe zu greifen, so prallte es zurück, während es beim Anfassen von rechts ruhig blieb. Nach einiger Zeit trat ein Abscess in der Gegend dos G. Halswirbels und Anschwellung in der Achsolgegend auf, bald darauf Fieber und Tod. Sektion: Geheilter Bruch an der 8. Rippe. Kindskopfgrosser Abscess an dem Körper des 7. und 8. Rückenwirbels, übelriechender Eiter. Am 8. Rückenwirbel war oben am Körper ein Stück abgebrochen und die Bänder detritisch gelöst und zerfallen, durch das Zwischenwirbelloch kommunizierten die Abscesse vom Hals bis zur Brust.
10. und 11. Wirbelkörper. Rausching: Zwei Fohlen waren beim Gehen zur Tränke so rasch gegeneinander gelaufen, dass beide überschlugen, eines stand nach einiger Zeit auf, das andere blich liegen,
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es hatte den Kücken und Hals krampfhaft gespannt, die Pässe steif gestreckt, die Augen geschlossen, das Atmen vollständig sistiert. Nach 34 Minuten fing es wieder an zu atmen, öffnete die Augenlider wie beim Erwachen, stand ohne Hilfe auf und ging wie halbbewusst mit steifem Rücken. Im Stalle war grosser Schweissausbruch, reichliche Kotentleerung, Niederlegen, rasches Atmen, Wiederaufstehen , keine Futternufnahme. 2. Tag: Vieles Liegen auf der Seite, geringe Putter-aufnahme, gespannter Rücken, hinter der Schulter sind beiderseits die Rippen fast um einen Zoll herausgebogen, kein besonderer Schmera, Bruchstelle nicht findbar. 3. Tag: Wie zuvor, viel Liegen mit Stöhnen. 4. Tag: Kann nicht mehr aufstehen, grosse Schwäche im Hinterteil, grosses Atmen, das Hinterteil kühl, empfindungslos, kein Kotabsatz, Harn geht unwillkürlich. 5. Tag: Hinten total gelähmt, es arbeitet mit dem Vorderteil, (i. Tag: Tod. Sektion: Am 10. und 11. Wirbel-körper ist der Bogen samt Rippcnköpfchen vom Wirbelkörper gesprengt, gebrochen, etwas hochgehoben und total von der ursprünglichen Lage entfernt, der Rippenkopf zermalmt, das Rückenmark unverletzt mit grossem Blutgerinsel umgeben.
Bruch des 15. und 10. Wirbels. Haubner: Beim Pferde durch das Niederwerfen zur Operation entstanden, beide Wirbel waren in viele Stücke gebrochen.
lö. Wirbelkörper. Lyon: Der 16. Wirbel ist beim Werfen in 29 Splitter geborsten, a) In meiner Studienzeit ist an hiesiger Klinik einem Pferde, das zum Brennen geworfen wurde, der IG. Rückenwirbel in einige 20 Stücke gebrochen, sofortige vollständige Lähmung des Hinterteils, b) Ein Pferd ging eine steile Bergstrasse herab am Wagen durch, stürzte und wurde geschleift, stand auf und lief vom Orte des Sturzes lla Stunde auf bergigem und gepflastertem Wege zur hiesigen Klinik, hier stand das Pferd noch einige Stunden, legte sich dann, konnte nicht mehr aufstehen, Lähmung und Insensibilität des Hinterteiles. Am 8, Tage Tod. Sektion: Grosse Blutung in die Bauchhöhle, Ablösung des einen Psoasmuskels, Zersplitterung des Bogens des 16. Rückenwirbels, grosse Blutung um das Rückenmark, dieses selbst unverletzt.
Rasmoser. Ein Pferd war seit längerer Zeit steif im Rücken und wurde widersetzlich beim Durchbiegen, es traten Lähmungserschoinungen im Hinterteil auf und nach grosser Nervenaufregung starb das Pferd. Sektion: 10 Rückenwirbel waren durch reichliche Exostosenmassen fest verbunden, zwischen dem 15. und 16. Rückenwirbel war als Folge einer Fraktur ein falsches Gelenk.
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Frakturen der Rüokenwirbe].
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17. und 18. Rückenwirbel. Lebel: Bruch der beiden infolge Niederlegens zur Operation.
Einknickungen der Wirbelsäule. Gramgee. Ein Pferd ist seit liingerer Zeit so stark senkriickig, dass ein scharfer Winkel an der eingeknickten Wirbelsäule entsteht. Bei der Sektion findet sich die Zwischenwirbelsubstanz sowie das untere Ligament an mehreren llücken-wirbeln sehr ausgedehnt, wodurch die Dornfortsätze sich sehr genähert und durch grosso Knochenwucherung verschmolzen wurden. Das Tier hatte bis kurz Vor seinem Tode gut gearbeitet, stellte aber die Hinterbeine sehr weit zurück. Yives: Ein Pferd erlitt durch das Querüberfallen eines Baumstammes über seinen Bücken eine Einknickung seiner Wirbelsäule. Es lag infolge der Einwirkung längere Zeit am Boden, erholte sich jedoch allmählich. Der Bücken bildete später mit den Lenden einen stumpfen Winkel, Brust und Bauch waren tief herabgedrückt, so dass letzterer fast den Boden berührte. Trotz dieser Deformität trug das Pferd nach 2 Jahren den Reiter wieder. Ich kenne schon lange ein Reitpferd arabischer Rasse, welches so hochgradigen Senkrücken besitzt, dass eine gerade Linie vom höchsten Punkte des Widerristes zur Kruppe in ihrer Liingsmitte ca. 15 cm. vom Rücken entfernt ist. Das Pferd erhält bei der Sattelung immer zuerst ein dickes eigens konstruiertes, gepolstertes Lederkissen aufgelegt, über dasselbe kommt eine grosso Schabrake und dann der Sattel. Das Pferdchen, das durch diese Veränderung im Rücken, Kopf und Schweif sehr hoch trägt, bietet so ein sehr hübsches Bild und trägt einen Reiter von über 200 Pfund Gewicht.
Aetiologie der Rücken wir bei bräche. Iberschlagen, Verwickeln mit den Hinterbeinen in die Halfterkette und Stürzen. Anrennen und Stürzen durch das Niederwerfen bei Operationen. Aufschlagen eines stürzenden Baumes quer über den Rücken u. dgl.
Klinisches Bild: Manchmal ist dasKrachen beim Brechen hörbar. Grössere oder geringere Störungen der Lokomotion bei plötzlich eintretenden Erakturen durch soche, welche die Tiere während des Gehens oder Stehens erhalten, werden dieselben niedergeschlagen. Infolge Eintritt des Bruches während die Tiere gefesselt am Boden liegen, können sie sich nicht mehr erheben, oder sie können wohl zum Stehen, aber nicht zum Gehen gebracht werden, oder sie gehen tappend im Kreise. Bei Fraktur des Bogens, ohne Verletzung des Rückenmarkes, kann, wie in dem von mir mitgeteilten Ealle, nach der Zertrümmerung noch ein Zeitlang ungestörte Bewegung erfolgen. Die Schmerzen sind in der Regel hochgradig, die Tiere stöhnen, der Rücken wird steif, unbeweglich gehalten,
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280nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Frakturen ilor Lendenwirbel.
bei Berührung tritt lebhafte Schmerziiusserung ein. Ist das Rückenmark direkt verletzt, oder erfolgt durch Blutung und Druck Anämie dortselbst, so erfolgt Lähmung des Hinterteiles. Die Tiere können wohl noch vorne in die Höhe, bleiben hinten jedoch ohne jede freiwillige oder reaktive Bewegung liegen; meist sind hiebei sowohl die motorischen wie die sensitiven Nerven gelähmt, es erfolgt auch Lähmung der hinteren Darmpartieen, der Kot bleibt im Mastdarm stecken, vertrocknet und der Harn fiiesst unwillkührlich ab.
Die Prognose ist bei Bruch des Wirbclkörpers mit Läsion des Rückenmarkes, was sich durch sofortige Lähmung nach der Einwirkung kundgiebt, absolut schlecht. Ohnmacht, die rasch vorübergehend ist, muss von der Lähmung wohl unterschieden werden. Bei einer nach Stunden oder nach ca. einem Tage nach der Einwirkung eintretenden Lähmung, ist anzunehmen, dass Blutung und Exsudat auf das sonst unverletzte Rückenmark drückt. Die Prognose ist auch hier, wenn der Fall sich selbst überlassen bleibt, ungünstig. Wenn Dornfortsätze oder Querfortsätze abgebrochen sind, so erfolgen in der Regel keine allgemeinen Störungen und die Prognose ist dann ziemlich günstig.
Therapie: Im ersten Moment der Betäubung belebende, reizende Mittel: Kalte Begiessungen, Einspritzungen von Kampforäther, Erotta-tionen mit Reisbürsten. Bei auftretenden Lähmungserscheinungen Elektrizität durch inducierte Ströme, künstliche Entleerung von Exkrementen, gute Lagerung, vortreffliche Pflege. Bei lokaler Erkrankung mit spät auftretender Lähmung, wo Bogenbrüche vermutet werden müssen, ist unter strenger Antisepsis einzuschneiden, die losgelösten Teile zu entfernen und aseptisch zu verschliessen. In Fällen, wo nach einiger Zeit lokale Einschmelzung, Abscessbildung auftritt, gilt dasselbe.
Frakturen der Lendenwirbel.
Fraktur zwischen Rücken- und Lendenwirbel. Haubner. Erscheinungen: Totale Lähmung des Hinterteils und Empfindungslosigkeit. Tod.
Frakturen des ersten Lendenwirbels. Neidhardt: Ein Pferd hatte sich im Halfterstrick gefangen und war gestürzt, stand jedoch auf und zeigte sich ganz munter, als es nachher ein 15jähriger Bursche ritt, zeigte es beim Aufsitzen Spannung und Steifigkeit im Rücken. Nach einigen Stunden hielt es den Kopf tief, es trat grosses Zittern ein, die Bauchdeckc wurde bretthart, aufgezogen, Druckschmerz an der Lendengegend, verzögertes Abgehen der Exkremente. Die Diag-
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Frakturen der Lendenwirbel.
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noso war, da das Stürzen anfangs verheimlicht wurde; Nierenleiden. Nach ß Tagen stieg der Puls, die Empfindlichkeit in der Nierengegend wurde grosser, das Muskolzucken bestand noch. Nur mit grosser Mühe konnte das Pferd zur Schritthewegung veranlasst werden. Später wurde das Pferd gelähmt und der Tod erfolgte am 21. Tage. Sektion: Bruch dos ersten Lendenwirbels in zahlreiche Stücke, der llücken-marksstrang ist zum Teil eiterig zerfallen, in der Umgebung ist ein mannsfaustgrosser Abscess.
Fraktur des zweiten Lendenwirbels. Bombaoh, Ein Pfei'd bekommt plötzlich ohne bekannte Ursache Krämpfe. Hei der Untersuchung findet sich das Atmen etwas beschleunigt, beim Herumtreten senkt sich die Nnchhand etwas tiefer, die Bewegung mit dem Hinterteil geschieht tappend, beim Umdrehen tritt ein Krampfanfall ein, wobei Kopf und Hals zwischen die Vorderbeine gezogen, sämtliche Extremitäten gebeugt werden, so dass das Pferd derart auf den Kötengelonken steht, dass die Hufsohlen gegen die Beugesehnen gerichtet werden, es tritt grosser Schwoiss auf, heftiges Erschüttern des ganzen Leibes und Zusammenbeben. Nach 28 Minuten ist der Anfall vorüber. Nach 8 Tagen erfolgt Besserung, es sind keine Krämpfe mehr, sondern nur noch leichtes Schwanken im Hinterteil zugegen. Am 9. Tag liegt das Pferd und kann nicht mehr aufstehen. Die Sektion ergiebt glatten, queren Durchbruch durch den Körper des 2. Lendenwirbels. Haubner: Beim Werfen eines Pferdes wurde der Körper des 2. Lendenwirbels vielfach gesplittert, beide Querfortsätse des ersten Lendenwirbels gebrochen, das Rückenmark zerrissen.
3.nbsp; Lendenwirbel. Decroix: Ein sehr stark bepacktes Militärpferd ging unsicher. Nach 4 5stündigein Marsche konnte es der Kolonne nicht mehr folgen. Es wurde sofort getötet, man fand den .'{. Lendenwirbel in 6 Stücke gebrochen, Blut im Wirbelkanal und das Rückenmark erweicht. Haubner fand bei einem Bruch dos 3. Lendenwirbels, der durch Niederlegen des Tieres entstanden war, vollständige Bewegungslähmung, aber das Portbestehen der Empfindung.
4.nbsp; Lendenwirbel. Koerber: Ein 8jähriges Pferd hatte beim Pflügen geringe Kolikerscheinungen gezeigt, aber bald darauf Besserung. Nach 2 Tagen wieder ähnliches Erkranken. St at. präs. Allgemeinbefinden gut. Das Umdrehen fällt dem Tiere schwer, beim Gehen ist geringes Schwanken merkbar, beim Vorwärtsbewegen werden die Hinterbeine schlaff, schleppend bewegt. Nach kurzer Zeit geht das Pferd aber besser. Beim Druck auf die Querfortsätze erfolgt leichte Schmerz-äusserung. Nach 36 Stunden sind ähnliche Erscheinungen vorhanden.
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282nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Frakturen der Lendenwirbel.
aber die Krouzschwäche ist viel deutlicher. Kot- und Harnabaatz ist erschwert, der Harn enthält Flocken. Die Lähmung des Hinterteils nimmt zu und ist in einigen Tagen vollständig. Bei der Sektion findet sich der Körper des 4. Lendenwirbels in seiner Glitte quer von unten nach oben gebrochen, so dass nur noch ganz geringer Zusammenhang existierte. Die Umgebung von Blut schwarz infiltriert und das Rückenmark selbst schwärzlich-rot.
L e n d en wir b clb ru ch durch Muskelkraft beschreibt Haubner: 2 Wagenpferde wurden ausgeritten, das leergehende Pferd ist voll Mut und Feuer, schlägt mit beiden Hinterbeinen gleichzeitig kräftig aus bricht aber auch sofort hinten zusammen und kann sich nicht wieder erheben. Es war ein Lendenwirbelbruch lediglich durch Muskelkraftquot;. Ferner Derselbe: beim quot;Werfen, wobei das Legen sehr schön ging, erfolgte vom Pferde mehrmaliges sehr heftiges Rucken gegen die Fessel. Das Tier konnte sich nicht mehr erheben und die Sektion ergab Lendenwirbelbruch. Freiberg: Ein Rind hat mit der Dunggabel einen Schlag auf die Lendenpartie erhalten, nach längerer vergeblicher Behandlung durch einen Kurpfuscher, erfolgt nach Entnahme eines abgebrochenen Dornfortsatzes rasche Heilung. Gamgee: Totale Zerstörung eines Lendenwirbels durch Carcinom. Das Tier stand steif, ging steif, bei Druck auf die Lendenmuskulatur entstand auch krampfhafte Steifigkeit der Rückenmuskel, selbst Zurücktreten erzeugte solche allgemeine Steifigkeit. Vom Rectum aus war grosso harte Geschwulst gegen die Wirbel zu fühlen, Eiweissharnen, Krämpfe und rascher Tod. Bei der Sektion fand sich der 2. Lendenwirbel total zerstört und erfüllt mit krebsig weicher Substanz.
Aetiologie der Lcn den wirb elf rakturen. Es sind verschiedene Ursachen bemerkenswert: a) Kasche, gewaltsame Frakturen, durch Stürzen, Werfen, wuchtiger Schlag mit schweren Gegenständen, gewaltiger Muskelzug. b) Allmähliches Abdrücken und Auseinanderweichen, durch zu starke Bepackung; ungleiches Gehen im Acker, Umdrehen im weichen oder auf scholligem Boden, c) Zerstörung und endlich Fraktur durch bösartige Geschwülste.
Klinisches Bild: Bei totalem Bruch und Zerreissung des Rückenmarks totale Lähmung. Bei unvollständiger Zerreissung, in Einzelfällen, Lähmung der motorischen, aber noch Thätigkeit der sensitiven Nerven. Bei Dehnung oder Zerrung des Rückenmarks namentlich bei Querbrüchen , treten Steifigkeit und Krämpfe ein. In einer Anzahl von Fällen sind die ersten Symptome Schwanken im Hinterteil und Schwäche, diese Erscheinungen sind zunehmend und gehen endlich in totale Läh-
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Frakturen am Kreuzbein.
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mung des Hinterteils, mit Störung der Inervation der Bauch- und Beckenorgano über. Bei Frakturen der Dorn- und Querfortsiitze treten nur lokale Erscheinungen auf.
Therapie: Wie bei den llückenwirbeln. Nur könnte hier noch besonders die Aufhänggurte in Betracht kommen.
Frakturen am Kreuzbein.
G Ulm eist er hat Zerreissung der Wirbelscheibe zwischen dem letzten Lendenwirbel und ersten Kreuzbeinwirbel beim Rinde öfters beobachtet, wenn im Winter die Tiere auf schlechten Wegen gehen mussten, alle wurden geschlachtet. Thieme sah dieselbe Verbindung sich beim Pferde lösen, als dieses mit dem Kopf gegen eine Hausecke anprallte und dann zurückfiel. Winkle sah Bruch des ersten Kreuzbeinwirbels dadurch entstehen, dass ein an einem Baume stehendes Pferd von einem anderen angerannt und auf den Baum geschleudert wurde. Das Pferd konnte sich nicht mehr erheben, und nach dem Aufheben konnte es nicht stehen. Die Sektion zeigte die Bogen des 1. und 2. Kreuzbeinwirbels gebrochen und grossen Blutorguss im llücken-markkanal. Thümler: An einer 10jährigen Stute trat seit einiger Zeit Ermüdung, Abmagerung ein, das Tier legte sich nicht mehr und eines Morgens lag es mit gebrochenem []. Kreuzwirbol im Stalle. Die Eippen waren in Breite und Dicke sehr verkümmert und hatten kaum die Stärke von Fohlenknochen, auch die BruchHächo an dem Wirbel war graubraun und porös. Thümler hält den Fall für Osteomalacie. Palagil beschrieb die Fraktur des 4. Kreuzbeinwirbels bei einer Kuh. Die Ursache ist unbekannt. Das Tier hat wenig Appetit, Schwanken im Hinterteil, Zähneknirschon, wenn es hinfällt, kann es nicht selbst aufstehen, der Schwanz hängt schlaff herab, das Tier kann denselben nicht bewegen, es besteht Schwierigkeit im Kotabsatz und Harnlassen. Die Milchabsonderung ist gering. Der Bruch ist mit der Hand fühlbar. Allmählich tritt Besserung ein und die Heilung erfolgt in 3 Monaten.
Aetiologie: Zu den Frakturen, kommt hier noch die Zerreissung der Wirbelscheibe zwischen Lenden- und Kreuzwirbol, die bei Kühen, Rindern überhaupt häufiger aufzutreten scheint, als bei Pferden. Die Frakturen des Kreuzbeines sind wegen der im allgemeinen geschützten Lage des Knochens, seltener. Bei mageren Tieren und einer derartigen Formation dass das Kreuzbein sehr hoch Hegt, kann diese Begünstigung wegfallen.
Klinisches Bild: Dasselbe reiht sich an die Frakturen der Lendenwirbel an, jedoch sind die Erscheinungen durchschnittlich mildere.
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Krankbeiton des Kehlkopfes und der Trachea.
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J5oim Rinde ist nach Bruch dos 4. Kreuzwirbels Heilung beobachtet worden.
Prognose: Im Allgemeinen ungünstig. In Einzelfällen, hei nicht eintretender Lähmung, kann wie das beim Binde beobachtet ist, Heilung erfolgen.
Therapie: Ruhe, Kühlen, womöglich stehend erhalten durch die Gurte, eventuell Operation gegen abgebrochene Stücke oder Abscesse, Elektrizität, sorgsame Allgemeinbehandlung.
Zerreissung zwischen dem Lendenwirbel, Darmbein und Kreuzbein.
Fürstenberg beobachtete dasLeiden beimPferde nach einemSturze, ebenso Lowok; Hering sagt, dass es bei Kühen häufiger sei. Bei beiderseitiger Zerreissung sinkt, die Wirbelsäule zwischen den Darmbeinen ein, der Gang ist gestört, ebenso das Aufstehen. In den mitgeteilten Fällen erfolgte Heilung, es blieb aber einmal schleppender Gang, das anderemal erfolgte Schwund der Gosässmuskulatur.
Zum Schlüsse will ich noch die Angabe des Hippokrates über Wirbelbrüohe anführen, da sie heute noch giltig ist: Es wird dem Wundarzt nicht gerade viel Sorge machen wie er den Wirbel einrichtet, da viele andere heftige IJbel zugegen sind.1' Für die Prognose, sagt Hering, die Ausweichung des Rückgrates wird durch Urinverhaltung und Lähmung tötlich.quot;
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Krankheiten des Kehlkopfes und der Trachea.
Laryngoskopie, Stimmbandleiden, Taubstummheit, Aphonie.
Litteratun Leiser inpr. Schwellung der Stimmbänder, b. Hunde. Sachs. Jhb. I8ß3, p. 18. Weber, Taubstumm geborenes Rind, Sachs. Jhb. 1877, p. 122. Lippold, Heiserkeit b. einer Kuh. Jhb. 1877, p. 109. Lippold, Über Sprache. D. M. Z. 1887, No. 93, p. 1064. Frankenhäuser, Unters, üb. den Bau der Tracheal- und Uronchialschleimhant. Tztl. Jhb. 1881, p. 12. Pram, borg er, Laryngologisohe Studien. D, Arch. f. kl. Med. 1886. No. 3, 4. Polansky und Schindelka, Rhinoskopie u. Laryngoskopie b. Pf. Östcr. Ztsclir. f. wiss. Vet.-K. 1889, II. 3 u. 4.
Die oberen Partien der Nasen- und Rachenhöhle, sowie der Kehlkopf sind zahlreichen Erkrankungen ausgesetzt. Die Diagnostik dieser Krankheiten ist möglich: a) durch Einblick von der Nasen- und Maul-höhle aus, b) durch sorgsames. Befühlen und Abtasten, c) bei Pferden durch das Laryngoskop von Polansky und Schindelka, mittelst dessen
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Krankheiton des Kehlkopfos und der Trachea. Laryngoskopie etc. 285
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eine genaue Besichtigung dei' genannten Teile ermöglicht wird und d) durch indirekte, sog. rationelle Symptome.
a) Einblick von der Nase aus, kann bei grossen Haustieren aber nur bis in die oberen Partieen der Nasenhöhle, mittels künstlich durch Spiegel oder elektrisches eingeworfenes Licht erfolgen. Bei kleinen Haustieren, besonders Hunden, wird es möglich durch die weit-geöff'nete Maulhühle und beim Kiederdrücken der Zunge, direkt einen Teil der Ilachenhöhle zu besichtigen, auch kann ein kleiner, etwa markstückgrosser Spiegel, der an einem langen Handgriffe befestigt ist, eingeführt werden und zur Untersuchung nützlich sein. Leider beschlägt sich das Glas sehr bald durch den Hauch und ausserdem wird es noch durch Speichel verunreinigt, so dass die Bilder unklar werden. Bei Geflügel ist möglich, durch einen Druck von unten her den geöffneten Kohlkopf in die aufgesperrte Schnabolhöhle eintreten zu lassen und so direkt zu besichtigen, b) Sorgsames Befühlen und Abtasten von aussen giebt Aufschluss, ob entzündliche, schmerzhafte Stellen vorhanden sind, ob Geschwülste in der Tiefe sitzen, ob auf das Tasten besonderer Reiz entsteht, Schluckbewegungen oder Hustenstösse ausgelöst werden, oder ob Nasenausfluss erfolgt, c) Die indirekten sog. rationellen Symptome sind: erschwertes Abschlucken bei normaler Maulhöhle und gutem Appetit, Herauswerfen gekauter Futterbissen, sog. Wickelnquot;, Zurücklaquo; fliessen des aufgenommenen Wassers durch die Nase, sog. Kegurgitationquot;. Besondere Geräusche die während des Schluckaktes entstehen u. dgl. mehr, d) Die Rhinoakopie und Laryngos kopie. Letztere ist erst im Jahre 1889 durch Polansky und Schindolka in die Tierheilkunde eingeführt worden. Die Möglichkeit am lebenden Tiere diese sehr tiefsitzenden Höhlen dem Auge noch sichtbar zu machen ist erst durch die sehr sinnreiche Anwendung dos elektrischen Lichtes gelungen. Die nach den Angaben der Genannten von Leiter in Wien konstruierten Instrumente und Apparate bestehen aus:
l. Spiegel röhre zur Untersuchung umschriebener Partien der Sohleün-liautauskleidung der Nasen- und Kaclienliöhle, sowie des Kehlkopfes, 2. ein seitlich offenes Rohr und 3. einen dreispännigen Tubus, welche beide das liesiclitigen ausgedehnter Schleimhautpartien der Nasenhöhle gestalten. 4. einen vollkommen geraden Tubus, 5. c i n U h i n o - L a r y n g o s -kop, welches bei seiner Verwendung unmittelbar mit 6. einem Luftkiihl-apparate und 7. einer Lelter'sohon Batterie verbunden wird.
Werden die vier zuerst erwähnten Instrumente in Gehrauch gezogen, so muss
8. ein Le i t e r'sches P a n e 1 e k t r 0 a k o p zur lieleuchtuug eingeschaltet, werden.
Zur konibinierten Unterauelmng durch lieleuohtung und Palpation verwenden wir neben den vier zuerst genaunlen Inslrmnenten
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Laryngoskopie.
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9. cine Sonde a u s X o u s i 1 b o r mit l'ochtwinke!ig abgebogenem Griffe.
Hei der L'ntorsucbung von Pferden, von weleben eine Infektion des Unter-
suebenden möglieb ist, #9632;/.. B. bei Rotz, raquo;neben wir uns durch
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10.nbsp; nbsp;e i n e G o s i c b t s m a a k e vor der Ansteckung zu schützen.
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Knrtlich gebraueben wir auch
11,nbsp; einen Apparat zur Desinfektion der bei einer soieben Untersuchung in Verwendung gestandenen Instrumente.
ad. 1. Wir verwenden Spiegelröhren (Fig. 47) in zwei Grossen, welche eine Länge von 52 cm. und einen Umfang 4-7, resp. 5-7 cm. besitzen. Das vordere (innere) P^nde dieser Röhren ist abgerundet und geschlossen und befindet sich an diesem 1 cm. weit von ihrem Ende entfernt ein 3-5 cm. langes und r4, resp. r7 cm. breites Fenster. Das abgerundete vordere Ende enthält einen, das ganze Lumen des Rohres einnehmenden Planspiegel (S), welcher unter einem Winkel von 135quot; gegen die Längsachse geneigt und so gestellt ist, dass seine Spiegelfläche von oben und vorne, nach unten und hinten gegen das Fenster zu gerichtet ist. Wir verwenden sowohl Glasspiegel mit Silherfolio, als auch Metallspiegel. Wir ziehen jedoch die ersteren vor, da dieselben mehr Licht reflektieren und auch dem Rosten nicht unterliegen. Die Spiegel sind durch eine in das abgerundete Ende des Rohres eingelassene Schraube in ihrer Lage befestigt und können daher, falls sie schadhaft geworden, jederzeit ausgewechselt werden.
Das hintere (äussere) offene Ende (H) ist konisch erweitert, um den Ausatztriobter des Panelektroskopes aufzunehmen und trägt dieses Ende überdies noch eine Marke, welche die jeweilige Stellung des Spiegels anzeigt. Das Spiegelrobr ist mit einem Mandrin armirt, welcher einerseits den Spiegel beim Einführen des Instrumentes vor Veniureinigung zu schützen, andererseits die Möglichkeit einer Verletzung der Schleimhaut durch die Ränder des Fensters, obzwar dieselben gut abgerundet sind, vollkommen zu verhüten hat. In Fig. 47 ist das Spiegelrohr mit einem Mantelrohre versehen,
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wie wir es bei zu reichlicher Sekretion von der Schleimhaut aus in Anwendung ziehen. Das Material aus #9632;welchem diese, so wie alle anderen Röhren hergestellt sind, ist vernickeltes Messingblech. Die Innenfläche aller dieser Instrumente ist malt geschwärzt.
ad 2. Das seitlieh offene Rohr hat eine Länge von 52 cm. und einen Umfang von 4-7 cm., das vordere Ende ist offen und seine Ränder wohl abgerundet. Die vorderen drei Vierteile dieser Röhre besitzen einen 1 cm. breiten Spalt mit gloichfalls gut gerundeten Rändern. Das hintere Ende dieses Rohres ist ebenso geformt #9632;wie jenes der Spiegelröbre und ist durch eine an der dem Ansscbnitto
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entgegengesetzten Peripherie angebrachten Charniere mit dem zum Einführen bestimmten Teile der Röhre verbunden. Durch diese Einrichtung wurde es möglich, mit dem Beleuchtungsapparato eine Winkelbcwegung gegen das Rohr in der Art vorzunehmen, dass der vom Panoloktroskope aus in die Röhre geworfene Lichtkegel au( einen jeden beliebigen Punkt der im Spulte eingestellten Schleimhautpartie hingeworfen werden kann. Vor dem Einführen in
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die Nasenhöhle wird dieses Rohr ebenfalls mit einem Mandrin armirt, welcher bis über das vordere Ende der Röhre vorragt.
ad. 3. Der dreisp angige Tubus (Fig. 48) ist 46 cm. lang und 18 mm. dick. 20 cm, der Länge dieses Instrumentes entfallen auf den hinteren, geschlossenen und 26 cm auf den vorderen, durchbrochenen Teil. Dieser letztere besteht aus drei drehrunden, geschwärzton Spangen, welche in einer Entfernung von 1 cm. von einander in den geschlossenen Teil des Tubus eingelassen sind und sich am vorderen Ende bogenförmig mit einander vereinigen. Das änssero Ende dieses Instrumentes, welches den Ansatz des Paneloktroskopes aufzunehmen hat, ist durch eine Spiralfeder (Sp) mit dem konisch erweiterten, hinteren Rohrtoile in Vorbindung gebracht. Diese Einrichtung ermöglicht es, den einfallenden Lichtkegel auf joden beliebigen Punkt in dein Zwischenräume zwischen je zwei Spangen hinzuloiten. Der Mandrin, mit welchem dieses Instrument versehen ist, besitzt drei Kannelüron, welche die drei Spangen des Tubus beim Einführen desselben aufzunehmen bestimmt sind.
ad. 4 D c r gerade , a n beiden Enden offene Tubus (Fig. 48) hat eine Längenausdehnung von 40 cm. und einen so grossen Querschnitt, dass wir durch diesen Tubus die Spiegelröhre einzuführen vermögen. Dieses luslrument wenden wir nur dann an, wenn infolge überreichlicher Sekretion ein starkes Beschmutzen der Spiegel ihr wiederholtes Einführen notwendig erscheinen lässt. Dieses Rohr bleibt bei dieser Manipulation In der Nasenhöhle ruhig liegen und verhütet, dass durch das wiederholte Einführen der Spiegelröhre die Schleimhaut gereizt wird. Beim Einführen dieses Instrumentes ist sein vorderer Rand durch einen Mandrin gedockt. Ausserdcm dient diese Röhre zur Besichtigung von Hindernissen, welche sich in der Nasenhöhle dem Einführen der Instrumente etwa entgegenstellen sollten.
ad. 5. Das R hi n o - L a ry n gos k o p ist nach dem I'rinzipe des von Mikulitsch und Leiter gebauten Gastroskopes hergestellt, insoferne als die Lichtquelle ebenfalls an das vordere Ende des Instrumentes verlegt ist und zur Besichtigung der Bilder ein im Rohre angebrachter optischer Apparat dient.
Das R h i n o - L a r y n g o s k 0p (Fig. 49) besteht aus einer geraden Röhre (It), welche 56 cm. lang ist und 4,7 cm. Umfang besitzt. Das vordere Ende des Instrumentes ist kuppenförmig abgerundet und stellt ein Gehäuse (G) für eine Glühlampe (La) dar. Ein Teil der Wand ist in einer Ausdehnung von 1*7 cm. in der Längen- und l^ cm. in der Breitenausdehnung von einem ovalen Fip. 48 Glasfenster (F) eingenommen, welches in einer Kntl'ernung von O'B cm. vom vorderen Ende dos Rohres seinen Anfang nimmt und dazu bestimmt ist, die von der Glühlampe ausgehenden Lichtstrahlen durchtreten zu lassen. Zum Verschlüsse dieses Fensters mnsstc Kristallglas verwendet werden, da gewöhnliches Glas infolge der Wärmoentwickelung von Seiten der Glühlampe (Im) springen würde. Die Stromzuleitungsstifte dieser Lampe sind in 2 Platinhülsen eingeschoben, durch wclclio der Kontalt mit der übrigen Leitung hergestellt ist und zwar bildet das
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J-aryugoskopie.
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Rohr (JJ) die eine Leitung, wälireud die anduro im Inneren desselben isoliert verläuft. In den, an die abscliraubbare Klippe (G) angrenzenden Teil der Röhre ist
ein rechtwinkeliges Prisma (P) in der Art eingelassen, dass dasselbe von der Glühlampe durch eine Scheidewand getrennt ist, in welcher sich auch die riatinhülsen für die Stroiuzuleitungs-stifle der Glühlampe befinden. *)
Das Prisma (P) ist derartig in das Rohr eingefügt, dass die Ilypothenusen-iläche desselben gegen das vordere (innere), die eine Kathetenflache gegen das hintere (äussere) Ende des Rohres zu sieht, während die andere Kathetenfläche in ein l-2 cm. langes und O'S cm. breiteS) rechteckiges Fenster eingelassen ist. Es werden somit Lichtstrahlen, welche auf diese Kathetenflache auffallen, durch die Hypüthenusenfläehe des Prisma wie durch einen Spiegel reflektiert und in ein au das Prisma an-schliessemles, im Rohre eingeschobenes terrestrisches Fernrohr hineingeleitet. Durch diese optische Einrichtung erhält man verkleinerte Bilder grösserer Schleimhautflächen. Das hintere Ende des Apparates trägt die Polklemmen (Le) iür die Leitungskabe! und besitzt ausserdem eine Kontaktschraube (C) für die Schliessung und Unterbrechung des Stromes, welche Schraube mit der einen Polklemme in leitender Verbindung steht und auch so gestellt ist,dass sie gleichzeitig als Marko für die Stellung der beiden Fenster im Rohre benützt werden kann.
Da die Erhitzung des vorderen Rohrendes hei Vornahme der Beleuchtung so bedeutend würde , dass die mit diesem Teile des Apparates in Berührung gebrach ten Sehleimhaut partien eine Schädigung erfahren könnten, ist an dem Rhino-I .aryngoskop eine Kühlvorrichtung angebracht. Durch einen kurzen Röhren-ansatz (K), über welchen das Kautsehukrohr eines Gebläses geschoben ist, wird
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*) In dem Folio als die Kolilensdilinge dor Qltthlampo leltnngsnnfllhlg werden sollte, muss die Lampe durch eine neue ersetzt werden. Das Einsetzen einer neuen Lampe (jcscliieht in der Art, dasa Ihre Sironznleltungstifto mit einer Pinzette In die Platinhülscn genau elngeposet werden.
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Laryngoskopie, Stimmbandleiden, Taubstunimlieit, A2)honio.
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komprimierto und gekühlte Luft in die Röhren und in den das Glühlicht umgehenden Raum geleitet, welche durch einen zweiten Rohransatz (F) den Apparat wieder verlässt. Das Gehäuse (6') dient somit gleichzeitig als Kühlraum für die Lampe. Das für die Zufuhr bestimmte Rohr ist durch die nebenan eingravierten Buchstaben ZF (Zufuhr), das Ahfuhrrohr durch die Buchstaben AF (Abfuhr) bezeichnet.*)
Bei der Verwendung des Rbino-Laryngoskopes könnte es geschehen, dass die Glasflächen des Instrumentes durch Sekrete so sehr verunreinigt werden, dass die Bilder an Deutlichkeit einbüssen. Um diesem Übelstande von vornehorein zu begegnen, wurde das Instrument mit einem dicht anschliessendeu Mantelrohre versehen, welches über die Fenster verschiebbar ist. Behufs der notwendigen, nachherigen Reinigung kann dieses Mantelrohr entfernt werden.
ad. 6. Der Apparat, welcher die Kühlung der in das Gehäuse (G) zu pumpenden Luft zu besorgen bat, besteht aus einer kloinen Bleohflascho in deren Innern sich ein Le i te r'sches Kühlrohr befindet, welches einerseits mit dem Zufuhrrohr des Apparates, andererseits mit einem Gebläse in Verbindung steht. Durch die Füllung der Flasche mit kaltem Wasser wird dem durch das Leitei''sclie Kühlrohr durchgeleiteten Luftstromo ein solcher Temperaturgrad orteilt, wie er zur Abkühlung der Wände der Kühlkammer erforderlich ist.
Die zur Erzeugung des elektrischen Lichtes nötige konstante Batterie wird ehenfalls von Leiter dazu geliefert. Ein Leiter'sches Panelektroskop zur fixierbaren Einstellung des reflektierten Lichtes, Gesichtsmaske und Desinfektionsapparat, ist zur Vervollständigung beigegeben.
Die Anwendung des Apparates ist folgende: Wenn alles in Stand gesetzt ist, das Licht in der Röhre glüht und das zu untersuchende Pferd umgekehrt im Stande steht, (dasselbe wird an der Unterlippe gebremst und rechts und links von einem zuverlässigen Mann am Kopfe gehalten) so werden die einzuführenden Bohren eingefettet und etwas erwärmt. Das Instrument wird wie eine Schreibfeder gehalten, im unteren Nasengange, die Spitze gegen die Nasenscheidewand gerichtet, eingeführt, dabei ist jede Gewalt zu vermeiden. Sobald man die nötige Tiefe erreicht hat wird der Mantel zurückgezogen, das Licht erzeugt und jetzt beginnt die Besichtigung, zuerst des Kohlkopfes und hierauf der übrigen Teile. Der Apparat ist empfohlen zur Anwendung bei Halsentzündung, Blutungen in der Pharyngealschleimhaut, Schwellungen der Schleimhaut, Kompressionen dos Kehlkopfes, Pfeifordainpf, katarrhalischen Zustünden und llotz.
Es ist durch die Möglichkeit, diese Teile zu beleuchten, in der
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Diagnostik ein grosser
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Fortschritt eingetreten.
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Eine Verwechslung
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*) nio in dor amp;.bbildang Flg. 10 bei üftind K elngozelchneten Hähne wurden an demAppa-rate als überflüssig in Wegfall gebracht.
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Hoffmann, Ticnirztliolio Chirurgie.
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II)
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290nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Laryngoskopie, Stiminbandleiden, Taubstummheit, Aphonie.
dieses Apparates mit dor Günther'schen Röhre, welche ausschliosalich ZU einem einzigen, therapeutischen Zwecke konstruiert ist, könnte nur ganz Unkundigen passieren.
Über ein taubstummes ßind berichtet quot;Weber: Eine jetzt 13 Jahre alte Kuh, ist taubstumm geboren, sie hört auf keinen Zuruf und auf kein Geräusch in Ihrer Nähe. Wird sie allein im Stalle gelassen oder kommt die Zeit der Fütterung wo die anderen brüllen, oder wird ihr ein Kalb genommen, so macht sie dieselbe Bewegung wie brüllende Rinder, streckt Kopf und Hals, lässt aber keinen deutlichen Laut, höchstens nur einen ganz tiefen, kurzen, gurgelnden Ton vernehmen. Von ihren 8 Kälbern ist nicht bekannt geworden, dass sie ähnliche Defekte besitzen. Diese vollständige Stimmlosigkeit hat ihre Ursache in der Regel in Lähmung derKehlkopfnorvon und wird als A pho-n i e bezeichnet. Sie findet sich wahrscheinlich auch ab und zu bei anderen Tieren. Beim Hunde habe ich eine solche beobachtet. Anzuführen ist die Angabe Darwins, dass auf Keuseeland alle Hunde stumm sind und dass solche, die man von anderen Ländern dorthin einführt, stumm werden. Ob es sich in diesen Fällen um Unmöglichkeit Laute zu erzeugen handelt, oder nur um eine allgemeine Gewohnheit nicht zu bellen oder ob die Möglichkeit die Laute zu artikulieren verschwunden, somit ein der Aphasie des Menschen ähnlicher Zustand eingetreten ist, kann vorerst nicht entschieden werden.
Etwas ganz anderes als diese funktioneilen Störungen in der Lautbildung, ist die durch gröbere anatomische Veränderungen erzeugte Be-liindcrung der Stimme: Lippold berichtet über vollkommene Heiserkeit bei einer Kuh, welche bei grösster Anstrengung zum Brüllen nur noch einen pfeifenden Ton hervorbringen konnte. Nach 14 Tagen war die Stimme wieder normal. Derartige Störungen sind sehr häufig. Sie treten fast regelmässig ein, wenn eine Kuh ihr Kalb säugen durfte, letzteres aber nach einigen Wochen angebunden oder vom Metzger geholt wird und sodann die Mutter mehrere Tage und Nächte fast ununterbrochen brüllt. Auch nach sehr heftigem Hustenreiz kommt solche Heiserkeit nicht selten vor. In der Regel hat eine solche Störung nichts zu bedeuten, da es ganz gleichgiltig ist, ob das Tier eine Stimme besitzt oder nicht. Es kann sogar sehr angenehm sein, wenn eine Kuh an der lauten Klage gehindert wird durch einen an sich unschädlichen Defekt. Nur bei Hunden, welche der Sicherheit wegen, oder zur Jagd, oder zu sonstigen Diensten, bei denen sie ihrer Stimiuo bedürfen, ge-haltön werden, kann eine solche Störung Ursache geben, dass tierärztliche Hilfe gesucht wird. In Einzelfällen ist jedoch die eintretende
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Krampf der Kehlkopfmuskeln, Spasmus glottitis.
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Heiserkeit und schliesslich Stimmlosigkeit ein Symptom von schwerer Erkrankung der Stimmbänder. Leisering beobachtete einen Hund, welcher seit 3 Tagen ohne Unterbrechung derart stark hustete, als ob ein Fremdkörper in seinem Halse stecken würde. Das Tier wurde getötet und es fand sich eine so hochgradige Anschwellung der Stimmbänder, dass kaum eine linsengrosse Lichtung dazwischen war. Therapie: Dieselbe wird auf Hunde beschränkt bleiben. In Fällen von chronischer Stimmlosigkeit, Aphonie, entstanden durch Lähmungen, kommt Elektrizität in Frage, in allen anderen Fällen, Entfernung der Ursache: Exstirpation von Tumoren etc. Bei entzündlichen Seiiwellungen: Innerlich Bromkalium ferner: Priesnitz'sche Umschläge und Bepinselungen mit 5% igem CocaTn.
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Krampf der Kchlkopfmuskelu, Spasmus glottitis.
Littoratur: Dobson, Krampf der Stimmritze b. Pf. The Vet. 1856, p. 134. Mont ens, Kehlkopfkrampf h. Pf. Holl. 1860, p. 162, Per. üb, Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 41 und 1866, p. 84. II o 1 z e n d o r f, Kehlkopf krämpfe b. Pf. Mitt, a, d. tztl. Pr. Müller u. Koloff 1875, p. 103. Neu mann, Krampf d. Glottiamuskeln b. Pf. Ibd. Eoloff u. Schütz 1877, p. 86. S o e h n-g o n , Spasmus glottitis b. Pf. Ibd. 1883, p. 34.
Klinisches Bild: 1) Bei einem Pferde, das Montens beobachtete traten Erstickungsanfällo in unbestimmten Zwischenräumen auf. Das Pferd war hiebei sehr aufgeregt, atmete ausserordentlich angestrengt, so dass die Atemgeräuscbe schon in ziemlicher Entfernung hörbar waren. Die Anfälle dauerten jedesmal ca. 1h Stunde und es konnton dieselben auf Druck oder Streichen am Halse willkürlich erzeugt weiden. 2) Hol-zondorf beschreibt einen von ihm beobachteten Fall folgondermassen: Ein Pferd war mit den Hinterbeinen in die Halfterkette verwickelt und strangulierte sich beinahe, andern Tags hielt das Pferd den Hals steif und nach links gezogen, ab und zu traten derartige Erstickungsanfälle ein, dass das Pferd zu stürzen drohte, die Anfälle dauerten je ca. 10 Min. Nach 36 Stunden wurde auf vorsuchte Bewegung nochmals ein ähnlich lange dauernder Anfall ausgelöst. 3) Neumann teilt mit, dass ein vorher gesundes Pferd am leeren Wagen angespannt plötzlich derart heftige Atembeschwerden bekam, dass die Atcmgoräusche weithin hörbar wurden und das Tier aus Atemnot hin und her schwankte. Erst nach 1 Stunde trat Beruhigung ein, sobald aber das Tier nur einige Schritte machte, erfolgte der Eintritt eines neuen Anfalles, der jetzt iVz Stunde andauerte. Nach dieser Zeit beruhigte sich das Atmen vollkommen, der
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Pula blieb aber aufgeregt. 3 Stunden nach dem zweiten Erstickungsanfalle folgte ein dritter, bei dem die Atemgeräusche sehr laut wurden. 4) Soehngen hat den von ihm beobachteten Fall folgendermassen mitgeteilt : Ein Pferd hatte nach überstandener Druse und Abscessbildung beim Gebrauche am Wagen oder unter dem Reiter ab und zu Anfälle, die mit nickenden Bewegungen mit dem Kopfe und Vorwärtsstrecken desselben begannen, dabei waren die Nüstern und das Maul weit aufgerissen, die Inspiration wurde immer kürzer, giemend, dann brummend, schliosslich brüllend, das Pferd stürzte, war mit Schwoiss bedeckt, sprang nach einiger Zeit auf, schüttelte sich und war wieder normal. Die Anfälle dauerten je 24 Minuten. 5) Dobson hat mitgeteilt, dass er an einem Pferde, das sonst auch Pfeiferdampf hatte, öfters Erstickungsanfiille beobachtete. Dieselben traten sowohl bei der Arbeit wie im Stalle in vollkommener Ruhe auf.
Prognose: Sämtliche hier vorgeführten Fälle führten auf entsprechende Eingriffe zur Heilung. Bei einigen war Tracheotomie nötig. Die Heilung erfolgte in einigen Wochen bis zu 34 Monaten.
Therapie: Montens verwandte Scharfsalbe in der Umgebung des Kehlkopfes und gab innerlich Belladonnablätter mit Asant. Holzendorf erreichte Heilung durch Scharfsalben. Neumann führte Tracheotomie aus. Das Tier ging mit der Kanüle ganz gut, aber eine Zeitlang erfolgte sofort Atembeschwerde und es drohte ein Anfall wenn die Kanüle zugehalten wurde. Allmählich verschwand auch dieses Symptom. Soehngen verordnete Ruhe, Diät und Scharfsalbe in der Umgegend des Halses. Die Heilung erfolgte in 4 Wochen. Dobson machte Tracheotomie, 8 Tage nach derselben waren noch Erscheinungen der Atemnot vorhanden, nach 34 Monaton war aber das Tier vollkommen geheilt. Ich habe in einem Falle durch Morphiuminjektion und Priesnitz'sche Umschläge günstige Resultate erzielt, und rate diese Mittel zunächst anzuwenden. Auch Galvanismus könnte zur Beruhigung beitragen.
Pfeiferdampf,
Litterat ur: Gurlt, ßegelwidrigo Beschaffenheit des Giosskanncnknorpels b. Pf. mit Pfeiferdiimpf. Gurlt u. Hertwig 1837 , p. 278. II e r t w i g , Schwund d. Kehlkopfm. b. Pfeiferd. Ibd, 1841, p. 98. Swerte u. Spinola, Pfeiferdampf. Tztl. Ztg. 1848, p. 164, E r c o 1 a n i, Pfeifordampf. Turin. 1851, p. 158. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1852, p. 21. Gurlt, Mehrere Fälle von Voränd. i. Keblk. b. I'feiferdampf. Gurlt u. Ilertwig 1851, p. 440. Sohellhase, Sehr starkos Koblkopfpf. bei 2 jung. Kühen. Tztl. Mitt. Gerlaoh u. Leisering 1854, p. 97. Henning, Kehlkopfpl'eifen. The Vet.
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Pfeiferdampf.
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1857, p. 385. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk 1857, p. 24. Jost, Atrophie d. 1. Kehlkopfm. b. Pfeiferdampf. Ibd. 1858, p. 19. Reevo, Gegen d. Koliren. The Vet. 1858, p. 486. Ibd. 1858, p. 81. Stock fl et h. Pfeiferdumpf. Dan. 1860, p. 155. Ibd. 1860, p. 49. Haubnor, Roaren. Sachs. Jhb. 1859/60, p. 41. G u r 11, Kehlkopf v. Kehlkopfpfeifer m. Atrophie d. 1. Giess-kannenknorpels. Gurlt u. Hartwig 1862, p 287. Kehlkopfpfeifen d. Trache-otomie geheilt. Thu Vet. 18G5, p. 29. Ber. üb. Leist. i.Geb. d. Thk. 1866, p. 30. Müller, Kehlkopfpfeifer Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Roloff, 1870, p. 110. Esser, Fast plötzl. Entsteh, d. Pfoiferd. Ibd. 1873, p. 137. Johow, Pfoiferd. nach Bräune. Ibd. 1874, p. 108. Hellert, Pfeifer-dampf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Roloff u. Schütz 1876, p, 78. Reincmann, . Schwund d. Kehlkopfmuskeln. Ibd. 1876, p. 103. Krishaber, Trache-otomio gegen Pfeiferd. Rec. 1878. Falke Jhb. 1879, p. 75. Jansen, Kehlkopfpfeifen b. Füllen. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1881, p. 99. Erie bei, Rohren nach Druse. Ibd. Roloff u. Schütz 1881, p. 93. Johne-Rost, Rohren nach ehr. Lymphadenitis. Sachs. Jhb, 1881, p. 55. Oll mann. Kehlkopfpfeifen b. Kalbe. Roloff u. Schütz 1882, p. 49. Lieben er. Kehlkopfpfeifen b. Pf. Ibd. 1882, p. 49. Esser, Kehlkopfpfeifen b. Hühnerhund. Ibd. 1883, p. 37. Johne, Kehlkopfpfeifen bei fettiger Atrophie der Kehlkopfmuskeln. Sachs. Jhh. 1885, p. 56. Möller, Operative Behandlung des Kehlkopfpfeifens. Wochschr. f. Thk. Adam 1880, p. 82. E b i n g e r - R ö s s 01 , Kehlkopfpfcifen. Schweiz. Arch. f. Thk. 1886, p. 319. G. Vaerst, Urs. d. Kehlkopfpfeifens. Deutsche Ztsehr. f. Tmdz. 1884, p. 128. Störk, Shok nach Larynxcxfitirp;itioncn. I), M. Z. 1888, p. 897. Flemming, Roarer. The Army Veterinary Dop. 1888. Aug. Möller, Das Kehlkopfpfeifen der Pferde und seine operative Behandlung, Stuttg. Enko 1888. (Siehe hier auch weitere Litteratur.) Becker, Todesursache bei Laryngofissur. Münch. m, W. 1880, p. 313.
Pfeiferdampf, Kehlkopfpfeifen, Blasen, Pfeifen, Brummen, Rohren ist eine Atemnot, Hartschnaufigkeit, Dyspnoc, welche dem Dampf oder der Dämpfigkeitquot; zugcreclinet wird, jedoch eine besondere Abteilung bildet und sich auszeichnet durch mehr oder weniger laut hörbares Atmen, welches als schnaubend, schnie-b end, schnaufend, b rum mend, pfeifend, säge ton artig oder röhrend bezeichnet wird. Das Leiden ist chronisch, fieberlos und hat seine Ursache fast stets in einer fettigen Entartung und Schwund einzelner, bestimmter Muskeln des Kehlkopfes, hauptsächlich der linken Seite. Die Krankheit ist weitaus .am zahlreichsten beim Pferde, hier auch von grösster Bedeutung, doch kommt sie ausnahmsweise auch bei Rindern und Hunden vor.
Seitdem es eine wissenschaftliche Tierheilkunde giebt, hat diese Krankheit eingehende Würdigung erfahren und es ist namentlich durch die Feststellung, dass die Lähmung des Nervus recurrens Atrophie der Kehlkopfmuskeln bedinge und dadurch Verschiebung der Aryknorpel
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erfolge, somit das Leiden nicht oder nur sehr schwer heilbar sein könne verhiiltnismässig schon sehr frühzeitig richtig erkannt worden. Godine 1,811, Dupuy 1825 und Youatt 1883 haben die anatomische Veränderung des Leidens erkannt und Veröffentlichungen ihrer Beobachtungen gegeben, Günther hat die ersten 1823, dann 1880 und 1866 hervorragenden und umfassenden Arbeiten in denen auch die Therapie eingehend berücksichtigt ist und welcher 100 von ihm beobachtete Fälle zu Grunde liegen, veröffentlicht und seiner würdig hat sich Möller in der neuesten Zeit angeschlossen. Zahlreiche Andere, welche hier noch genannt werden könnten, haben an der Lösung der Frage mitgewirkt. Aetiologie: Mit einer einzigen Ausnahme erhalten die sämtlichen Kehlkopfmuskoln ihre motorischen Nervenzweige vom Nervus recurrens je derselben Seite, nur der Eingschildmuskel wird mit motorischen Fasern vom ersten Halsnerven versorgt. Die sensiblen und trophischen Fasern stammen vom oberen Kehlkopfnerven (N. laryngeus superior). Der hier wichtigste Teil ist a) der Giesskannen- oder Aryknorpel, b) der denselben nach oben und aussen bewegende Ringgiesskannen-muskel (M. circo-arytaeniokles posticus) sowie die anderen M. lateral!raquo; und transversus und c) der diese Muskeln mit motorischen Fasern versorgende zurücklaufende Nerv, (N. recurrens). Wenn der Recurrenz erkrankt und die Innervation der Muskeln mangelhaft und schliesslich nicht mehr erfolgt, so unterbleibt das Hochheben des Aryknorpels bei der Inspiration, der Knorpel sinkt in die Kehlkopfhöhle, der hereinstürzende Luftstrom stösst und teilt sich an demselben und dadurch entsteht das in Frage stehende mehr oder minder laute Atmungsgeräusch, das Kchlkopfpfeifen. Es ist charakteristisch, dass (wie Günther nachgewiesen hat und Möller bestätigt) von 100 an Pfeiferdampf erkrankten Pferden, 9G infolge dieses Einsinkens des Aryknorpels erkrankt sind. (Andere Ursachen werden wir nachher noch anfügen.) Sehr auffallend ist nun, dass weitaus die Mehrzahl der an Recurrenzlähmung und Pfeiferdampf leidenden Tiere diesen Defekt nur linksseitig besitzen. Es ist geradezu komisch, dass man früher eine sehr naheliegende und scheinbar sehr richtige Erklärung hatte, die sich aber als absolut unrichtig erwies. Nämlich: Die früher sehr zahlreich ausgeführten Aderlässe wurden meist links am Halse vorgenommen und so lag die Vermutung sehr nahe, dass hiebei Recurrenzverletzungen entstehen, wodurch der Pfeiferdampf ausgebildet worden sollte. Seitdem man aber fast nicht mehr zur Ader lässt und der Pfeiferdampf trotzdem in derselben Häufigkeit fortbesteht, sind die Tierärzte sicher von dem Vorwurfe befreit, dass sie die Urheber dieser Krankheit sein könnten; auch hat
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man die wahre Ursache des linksseitigen Auftretens dieser Erkrankung gefunden : Günther hat schon darauf hingewiesen, daas die Umschlingung des Aortenbogens durch den Nervus recurrens die Ursache bilden könne, Franck hat hierauf ebenfalls Gewicht gelegt. Martin hat durch die Darstellung der embriologischen Anlage und Entwicklung, durch das Abwärtsrücken des Herzens, das Strecken des Halses, die Dehnungen und Zerrungen die dieser Nerv erleidet, und durch den Hinweis, dass hauptsächlich sog. edle, also langhalsige Pferde und besonders in der eiston anstrengenden Arbeitsperiode erkranken die Sache verständlich gemacht. Sussdorf wies auf die Abflachungen des linksseitigen Nervus recurrens hin, welche derselbe durch den Druck der Aorta erleidet. Pürstenberg, Ellenberger, Möller u. a. haben sich noch direkt mit dieser Frage beschäftigt. Dass der Ilecurrenz die primäre Ursache der Verfettung der Kehlkopfmuskeln und dadurch des Kehlkopfpfeifens ist, geht auch dadurch hervor, dass bei Lungen- und Brustfellentziindungon, bei denen der Nerv in der Brusthöhle von den erkrankten Teilen umgeben wird und selbst erkrankt, dasselbe Leiden entsteht, jedoch nach vollständiger Restitution unten, wieder verschwinden kann. Auch intra-kranielle Erkrankungen an der Medulla oblongata mit Degeneration des Vagus und Accessionskernes, Tumoren dortselbst, etc. können auf diesem Wege Pfeiferdampf erzeugen.
Die anderen Ursachen, die Pfeiferdampf erzeugen können, also nach Günther die übrigen 40/o sind: a) Anschwellungen. Johne berichtet z. B. über einen Eohrer der 18 Jahre alt und seit 1 Jahre Hartschnaufer ist, welcher in der Nähe des Kehlkopfes eine 59 Gramm schwere indurierte Lymphdrüse hatte. Henning sah Kehlkopfpfeifen infolge eines schwammigen Polypen im Luftrohre. Vaerts giebt an, dass aussei' Anschwollungen, noch traumatische Neuritis, nervenlähmemlo Gifte und Affektionen der Schilddrüse veranlassend sein können. Auch Sclilunderweiterungen sind Ursache geworden.
Es ist ganz besonders darauf hinzuweisen, dass Pfeiferdampf vorübergehend entstehen kann, nach Infektionskrankheiten: Influenza und namentlich auch Druse. Über letzteres berichten Liebcncr, Priebel, Hellert, Johow u. a. Über periodisches Kehlkopfpfoifen berichtet Swerto-Spinola folgendes: Nach heftigen Anstrengungen trat zuweilen sehr heftiges, geräuschvolles Atmen ein, welches nach ca. '/s Stunde wieder verschwand. Pricker berichtet einen ähnlichen Fall, Die Ursache war hier ein langgestielter Polyp, der entweder in der Rachenhöhle oder auf dem Kehldeckel gelagert sein konnte. Bei seiner Lagerung in ersterer schadete er gar nichts, kam er jedoch auf den Kehldeckel
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zu liegen, so erzeugte er Pfeiferdampf und Atemnot bis zum Umstürzen des Pferdes. Dupuy fand eine Fraktur des Aryknorpels. Über plötzlich entstandenen Pfeiferdampf berichtet Esser, die Ursache ist hier nicht aufgeklärt worden. Ahnliche Fälle sind von anderen, auch von Möller beobachtet worden.
Von den ncrvenlähmondcn Giften, die unter Umständen Pfeiferdampf erzeugen, sind anzuführen: Bleiintoxikationen, ferner das reichliche Verfüttern von Kichererbse, Luzerne und Wicken. Alle diese Dinge: Anschwellungen, Polypen, Schlunderweiterungen, lähmende Gifte, Neuritis, Verletzungen, sind als Gclegenheitsursachen zu betrachten, die aber nur in den seltensten Fällen die Krankheit erzeugen. Als wesentlichstes Moment für die Entstellung ist eine besondere Disposition zur Erkrankung anzunehmen und diese ist von den Eltern vererbt. In hochgradigen Fällen, wo Vater und Mutter und vielleicht schon die Grosseltern Rohrer waren, können die Fohlen pfeiferdämpfig auf die Welt kommen, in anderen Fällen, und dies ist die Mehrzahl, werden die Pferde vielleicht in den ersten Lebensjahren, hauptsächlich aber erst im späteren Alter befallen. Es sind zahlreiche Fälle in der Litteratur aufgezeichnet, dass sich das Rohren von den Elterntieren auf die Jungen vererbte und ich selbst kenne mit vielen anderen eine grosso Pferdezucht, welche viele Rohrer besitzt, weil die pfeiferdämpfigen Pferde nicht sorgsam von der Zucht ausgeschlossen werden. Gorade die Eigenart, dass in der Regel der Pfeiferdampf nicht sofort oder bald nach der Geburt, sondern später zu beobachten ist, veranlasst einzelne empirische Züchter, welche die allgemeinen Züchtungsgrundsätze nicht oder nur oberflächlich kennen, die Vererbung des Pfeiferdampfes zu leugnen. Allein es ist auf die Vererbung im korrespondierenden Lebensalter hinzuweisen, wie z. B. bestimmtes Benehmen beim Beschälakte das in Einzelfällen genau die des Elterntieres wird, bestimmte Hautfaltenbildung im Alter, um die Augen oder die Nase, die am Jungen ebenso auftritt, wie es der Alte besass, im entsprechenden Alter am Jungen beobachtet werden können. #9632; Als eine Thatsache ist noch anzuführen, dass hauptsächlich das männliche Pf'erdogeschlecht, Hengste und Wallachen, weniger Stuten vom Pfeiferdampf betroffen werden. Diese Thatsache bedarf noch eingehenderer Berücksichtigung.
Klinisches Bild: Im Stande der Ruhe erscheinen die betroffenen Tiere vollkommen normal, erst wenn dieselben bewegt werden, treten die Erscheinungen auf. Im Schritt wird in der Regel nur dann das Rohren beobachtet, wenn die Tiere dabei scharf ziehen müssen, gewöhnlich tritt es auf nach einiger Zeit Trab und regehnässig wird es hör-
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bar, wenn die Betroffenen galoppiert werden und hiebei der Kopf etwas herangenommen ist. Solange die schärfere Atmung besteht, dauert in der Regel auch das Rohren an, manchmal hört es auf sobald angehalten und vom Pferde die Kopfstellung nach Belieben eingenommen werden kann. Das Atemgeräusch ist jo nach der Ausbildung, mehr oder minder laut und von verschiedenem Charakter. Im geringsten Grade tritt nur beim Galopp ein leicht hörbares Schnauben ein, welches ähnlich einem halb willkürlichen Ausbrusten klingt, allein das durch Pfeiferdampf erzeugte, ist bei jedem Atemzuge vorhanden und charakteristisch bei der Inspiration hörbar. Entwickeltere Grade sind dadurch ausgezeichnet, dass sie vielleicht auch nur im Galopp auftreten, aber viel lauter, nicht mehr zu verkennendes Rohren hören lassen. Hier wird das Einatmen schnarchend und die Tiere kommen früher als im normalen Zustande aussei' Atem. In hohen Graden tritt das Rohren schon auf nach kürzerer oder längerer Trabbewegung, die Atomgo-räusche werden sehr laut, weithin vernehmbar, sägetonartig, kreischend. Bei sämtlichen Graden tritt eine Atmungsbehindorung ein, die sich bis zur Atemnot steigern kann, selbst bis zum vollständigen Luftmangel, zur Erstickung kann es kommen. Die Beruhigung des Atmens erfolgt um so früher, jo geringgradiger das Leiden vorhanden ist und um so kleiner die vorangegangene Anstrengung war. In Einzelfällen hört das Rohren schon auf, sobald mit den Tieren angehalten wird. Im allgemeinen verschwindet das Atemgeräuscli ca. lli-2 Minuten nach dem Anhalten. Tiere die hochgradig an Pfciferdampf leiden, können, wenn sie im vollständigen Zustande der Ruhe plötzlich zu einem tiefen Inspirationszuge vcranlasst werden, das rohrende Atmen hören lassen. Es kann ein unverhoffter Schlag auf die Rippen dasselbe erzeugen. Ausscr diesem hörbaren Atmen und der Atemnot, die auch als Dysp-noe und St rid or bezeichnet sind, ist charakteristisch der Husten solcher Patienten : Es folgen nämlich die llustcnstösse nicht kurz, kräftig, scharf abgestosson, sondern der Husten ist mehr ein giemondes, schlotterndes, brummendes Geräuschquot;. Die schräge Stclliing dos Aryknorpels und dadurch mangelhafter Verschluss der Glottis bedingen dies. Es ist ferner noch von Bedeutung zu wissen und zu beachten, dass die geschwundene Muskelseite des Kehlkopfes auch von aussen mittelst der Zeigefinger, welche von den Seiten her gegen die hintere Kehlkopffläche gedrückt werden, abgetastet werden kann und dass auf oinigonnasson dort ausgeübten Druck in der Regel schon im sonst vollkommenen Stande der Ruhe ein röhrendes Geräusch zu erzeugen ist. Zur vollkommenen Feststellung gehört jedoch auch das Ergebnis der Bewegung.
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Prognose: Nur in solchen Fällen wo ein akutes Leiden, Brustseuche oder Druse ursiichlich war, kann Aussicht auf Spontanheilung vorhanden sein. In allen denjenigen Fällen, wo chronische Prozesse, ganz besonders der häufigste die Recurrenzlähmung mit Atrophie der Kehlkopfmuskeln zugegen ist, ist nur Yorschlimmerung und schlicsslich vollkommenes Unbrauchbarwerden in Aussicht. Die Dauer des Leidens und die Schnelligkeit der Zunahme sind aber sehr verschieden. Ilegol ist, dass sich das Leiden ganz langsam ausbildet und erst nach Jahren seine Höhe erreicht. Das Alter von 36 Jahren ist das am meisten den Pfeiferdampf entwickelnde. Es können Perioden eintreten, in denen der Grad sich eine Zeitlang nicht verschlimmert. Die Art der Fütterung, gewisse Arzneien, die Kondition dos Tieres, können auf die Deutlichkeit des Ausdruckes der Erscheinungen einen gewissen Einfluss ausüben. Von einzelnen Spontanheilungen des chronischen Pfeiferdampfes ist ebenfalls berichtet. Möller ist geneigt, die Möglichkeit solcher zuzugeben.
Therapie: Eine grosse Anzahl von Mitteln wurden in Anwendung gebracht. Früher wurde die Kchlkopfpartie mittelst Scharf-salben, Glüheisen oder Haarsei 1 traktiert. Innerlich wurde Jod, Quecksilber oder Strychnin, letzteres als intratracheale Injektion angewandt. Ebinger-Rössel will plötzlich entstandenes Kehlkopfpfeifen durch M orphi um Injektionen innerhalb 8 Tagen geheilt haben. Elektrizität, sowohl induzierte wie konstante, ist wiederholt durch längere Zeit vergeblich angewandt worden. Bei hochgradiger Atomnot und sehr lauten Atemgeräuschen ist von jeher und mit immer gutem Erfolge die Trachootomie ausgeführt worden. Wenn ein zweck-mässigerTracheotubus eingeführt ist und sorgsame Behandlung stattfindet, so können solche Tiere noch jahrelang arbeitsfähig sein. Dieckerhoff hat einen Fall verzeichnet, in dem ein Pferd den Tracheotubus 9 Jahre trug. Ein ebenfalls bekanntes Palliativmittel um den Luftstrom zu moderieren und dadurch die rohrenden Atomgoräusche zu verhindern, ist das Zupressen der Nasentrompoten. Itceve hat schon in den 50iger Jahren empfohlen, einen Riemen um die Nase zu legen, welcher zwei halbeiförmige Hölzer auf die falschen Nasenlöcher drückt. Haubner hat diesbezüglich Versuche gemacht und bei sämtlichen Unter-suclumgspfordon die 1859/60 an die Ticrarzncischule nach Dresden kamen, Wergbauscben eingeschoben und dadurch in allen Fällen entweder das Rohron gänzlich beseitigt oder dasselbe doch bedeutend herabgemindert. Auch im Magazin f. Tbk. Bd. XXVI p. 221 ist dieselbe Erfahrung bestätigt und Leisering erinnert an das bei den Orientalen
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Pfeiferdampf.
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gebräuchliche Ausfschlitz en der falschen Nasenlöcher. Ich habe durch Zupressen der Nasentrompeten ebenfalls bei Rohrern das Geräusch unterdrückt. Selbstverständlich geht deshalb der Prozess in der Tiefe weiter, die Atemnot bleibt dieselbe, der Husten der gleiche und sobald der Riemen fort ist, röhrt das Pferd wenn es angestrengt wird. Immerhin kann dadurch manches Pferd noch zu gewissen Diensten brauchbar erhalten worden^ zu denen es ohne diese Unterdrückung des rohrenden Geräusches nicht mehr brauchbar gewesen wäre.
Eine Radikalkur, durch Operation das Leiden zu heilen, wurde zuerst von Günther versucht. Er probierte folgendes: 1) die Resektion beider Stimmbänder, 2) Resektion eines Stimmbandes der gelähmten Seite, 3) Resektion des Stimmbandes samt der Stimmtasche an der gelähmten Seite, 4) Exstirpation eines Teiles des Aryknorpels, 5) Exstirpation des ganzen Aryknorpels, G) Trennung der Stimmtasche an der gelähmten Seite mit Erhaltung des Stiinmbandes und Lostrennung des Aryknorpels vom Schildknorpel. Günther selbst war von den Erfolgen seiner Operationen nicht befriedigt, nur in Einzelfällen erzielte er Heilung. Sämtliche totale Exstirpationon dos Aryknorpels, die er ausführte, hatten den Tod zur Folge. Diejenigen, welche die Operationen damals nachmachten, besonders Stookfloth und Gerlach hatten kein Glück mit der Sache. Die Operation hatte eine Zeitlang nur noch historischen Wert, bis die Erfolge der antiseptiseben Methode auch die Veterinärchirurgen kecker machte und Möller, vertrauend auf die An-tiseptik und Blutstillung, sowie unterstützt durch bessere, zum Teil aus der Menschenheilkunde entlehnte Instrumente, die Versuche wieder aufnahm und zwar zunächst mit ganz anderen und viel besseren Erfolgen wie Günther. Möller hat eine Anzahl von Vorversuchon über die Anatomie und Physiologie gemacht, sodann folgende Methoden angewandt: 1) Öffnung des Gieskannen-Ringknorpolgelenkes zum Zwecke der Eeststellung des Aryknorpels, damit letzterer im Gelenke verwachse und nicht mehr einsinke, 2) Myotomie des gelähmten hinteren Ringgioskannenknorpols (Durchschneidung des Muse, cireoarytänioides posticus) in der Absicht, nachher durch Narbengewebo eine Retraktion des gelähmten Muskels herbeizuführen) 8) Befestigung- des Aryknorpels am Ringknorpel durch eine Ligatur, damit ersterer nicht in die Kehlkopfhöhle einzusinken vermöge, 4) Resektion des ganzen Aryknorpels, Letztere Metode fand Möller als die beste und die zu empfehlende. Ich gebe in nachfolgendem die Beschreibung derselben nach Möller:
Um die von Günther beobaohtete Gefahr dos Eintretens von Blut und Futterstoffen in die Trachea und Lunge zu verhindern, Hess ioh eine Tamponkantile
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nach dein Vorbilde der von T r e n d el enb ur g beim Menschen angewendeten liersteilen (Fig. 50). Ein langer Tracheotnbns, ähnlich den Barthclemy'schon, ist mit einem Gummibalion umgeben, der mittelst eines Gnmmigebläses mit Luft gefüllt werden kann (Fig. 50).
An dem in der Kückenlago befindlichen, chloroformierfen Pferde wird nach dem Abscheren der Haare ein Fängsschnitt vom Schiklknorpel-Ausschnitt durch das llingschildband, den Reifen des Ringknorpels und durch die ersten 2 oder 3 Trachealringe geführt. Da die linke Seite in der Hegel die gelähmte ist, so kniet der Operateur zweckmässig an der rechten Seite des Halses, Nach gehöriger Information über die Fuge der Teile wird zunäehst mit einem geballten Bistouri der Haufsehnitt geführt. Nun sucht man mit ein paar langen Schnilten die Brustzungenbein- und Brustscliildmuskeln in der Mitto zu trennen, wodurch die Trachea und der Ringknorpel freigelegt werden. Frfolgt die Schnittführung genau in der Mittellinie des Halses, so ist die Blutung nur unbedeutend. Bei kaltblütigen Pferden spritzt der Verbindungsast der Arteria laryngea zuweilen, wird aber mit der Schieber-pinzette leicht erfasstund unterbunden. Nunmehr durchsticht man den ersten und zweiten Trachealring und geht sodann mit dem Messer, die Schneide nach oben gerichtet, nach vorn und spaltet den Eingknorpel und das Figamontum conoideum. Fm das Einlliesscn von Blut in die Trachea zu verhüten, wird sogleich die Trachealkanüle eingelegt, aufgeblasen und der Gummisehlauch unterbunden. Man achte darauf, dass der Ballon nicht zu sehr gefüllt ist und durch Druck auf die Schleimhaut der Trachea Necrose hervorruft. Mir ist ein solcher Nachteil nur einmal begegnet. In der Regel findet man den Gummitampon am nächsten Tage beim Herausnehmen der Kanüle zu-sainmengefallen. Die Fuft entweicht indes nur so lange, als ein Druck von der Trachea auf den Tampon ausgelührt wird. Eine weitere Entleerung wird durch Ankleben desselben an der Schleimhaut verhindert. So gewährt der Tampon einen ge-,. , ''K-#9632;gt;n-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nügenilen Versehluss, ohne, durch übermässigen Druck nacb-
nüle mit (lummiuinfas- ^'quot;^n Zl1 wirken. Der am Geblase beiindliche Ballon giebt über sung und Gebläse, die Füllung der Kanüle Aufschluss. Zur Fixierung des Tubus legt man ein breites Band um denselben, welches bis zur Brust des Pferdes reicht und hier vom Gehülfen gehalten wird. Mittelst zweier grosser Wundhaken werden die Wundränder auseinandergehalten, worauf man einen Einblick in den Kehlkopf erlangt. In Ermangelung der hierzu geeigneten Hilfe erreicht man dasselbe durch einen federnden Haken, von besonderer Konstruktion. In der Regel zeigt sich die Bewegungslosigkeit oder die abgeschwächte Bewegung ties Aryknorpels der gelähmten Seite alsbald. Nur bei ganz ruhiger Respiration fällt dies nicht sogleich auf. In solchem Falle führe man den Finger oder einen Stockschwaiinn In den Kehlkopf ein, woraufein Sohluckakt erfolgt und die Bewegung der Aryknorpel beobachtet werden kann.
Die Resektion des Knorpels erfolgt mit einem zu diesem Zwecke von mir konstruierten Skalpell (Fig. 51). Die Schneide des Messers läuft in das breite, stumpfe Ende desselben aus. Hierdurch werden tiefere Verletzungen vermieden, wie sie namentlich beim Abschneiden des Muskelfortsatzes leicht vorkommen
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könnten. Das stunipfo Ende dient zugleich zum Abstosscn der Muskulatur von der lateralen Knorpeliläche.
Mit diesem Instrumente wird ein Schnitt geführt, der das Pferd in Rückenlage gedacht dicht hinter dein sog. Schnäuzcheu der beiden Aryknorpel neben der Mittellinie beginnt und die Schleimhaut sowie das Quergiesskannenknorpelband spaltet. Der Schnitt wird am untern und hinteren Hände des Giesskannonknorpels entlang nach oben, sodann nach vorn bis zum Stimmbandfortsatz desselben durch die Schleimhaut furtgeführt. Die Punktierte in Fig. 54 zeigt den Verlauf desselben. Dabei vermeide man vom Rande des Knorpels abzuweichen, um die Schleimhaut, soweit möglieh, zu erhalten und die Heilung der Operationswunde zu erleichtern. Bei einiger Übung wird dieser Schnitt leicht in einem Zuge ausgeführt. Das Tier reagiert auf den Eingriff selbst dann kaum, wenn die Narkose unvollständig war, oder gar nicht eingeleitet wurde. Nunmehr stösst man die seitliehen Eing-giesskannenmuskeln vom Ary
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knorpel ab, wodurch die untere
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Abteilung desselben frei wird. Je sorgfältiger diese Trennung dicht am Knorpel erfolgt, desto geringer wird die Blutung. Alsdann trennt man mit einer gekrümmten Schere das Stimm-banel von seinem Ansätze am Aryknorpel ab und löst den Knorpel von der Schleimhaut der Stimmtasche ab. Bei diesem Vorgänge ist die grösste Sorgfalt zu empfehlen. Um dies
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Schleimhaut der Stimmtasche
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für die Zwecke der lienarbung
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Fig. 51.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Flg, 5a.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fig. 53.
Möller'scho Instrumente zur Kehlkopfoperation.
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möglichst zu erhalten, führe man den Zeigefinger der linken
Hand in die Stimmtasche ein und trenne, von diesem geleitet, die Schleimhaut dicht am Knorpel ab. Indem der Knorpel hiermit seinen Halt verloren hat, lässt er sich leicht von der Kehlkopfwand abdrängen und von den Schildgiesskannen-muskeln ablösen.
Nun wird der Aryknorpel in der Nähe seines Muskelfortsatzes mit dem Skalpell durchschnitten, so dass nur eine dünne Knorpelscheibo im Kehlkopfe zurückbleibt. Dieser Akt der Operation verlangt ebenfalls genaue Orientierung und quot;Übung, doch gestaltet sieh diese Trer.nung leichter und vorteilhafter als die Ex-artikulation des Aryknorpols, welche ich in der ersten Zeit ausführte, später aber verlassen habe. Bei älteren Pferden findet sich der Knorpel hier zuweilen verknöchert, wodurch die Durchschneidung desselben erschwert wird. Man hüte sich hierbei, den Ringknorpel und die Schleimhaut der Eachenhöhle zu verletzen, was nnter Anwendung des abgestumpften Messers bei einiger Vorsieht leicht vermieden werden kann. Andererseits darf kein grösscres Stück vom Aryknorpel im Kehlkopfe zurückbleiben, weil durch dasselbe die Heilung nicht nur verlangsamt, sondern auch unsicher wird, indem dieselben Cbelständo hervortreten wie bei der partiellen Resektion des Knorpels.
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Nachdem liiermit der Aryknorpel seinen Halt verloren hat, werden die noch bestehenden Verbindungen desselben mit den Weichteilen mittelst einer stark gekrümmten Schere (Fig. 52) getrennt. Auch hierbei gebrauche man die Vorsicht, die Schnitte dicht am Knorpel zu führen. Der eingeführte Finger giebt über die Ausdehnung und den Ort der noch bestehenden Verbindungen Aufschluss, während die Anwendung der in Fig. 52 abgebildeten Zange, mit welcher man den Aryknorpel erfasst und vorzieht, diesen Akt wesentlich erleichtert. In Ermangelung einer solchen bediene man sich zum Erfassen des Knorpels eines scharfen Hakens.
Die Blutung ist bei diesem Vorgehen in der Regel unbedeutend; um indes cinigennassen freien Überblick über das Operationsfeld zu erhalten, lässt man das Illut von einem Gehilfen mit Stockschwämmen entfernen.
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.Ct. SK. Scliildknorpel.
KSS. R.S.Ii. Uingschildljand. s.i. S.b. Schleimhaut.
äa-. EX Ringknorpel.
6.(r.A. L.O.K. Linker GicRBkaiinenknorpe].
ZTtr. L.K.I. Luftrohrring I, LliJT. L.li.II. Luftrolirring II,
.CRW. L.Ii.llI. Luftrolirring III.
Fig. öl. Kelilkojif des Pferdes nach Diinlisc.lineidung der Lig. conoid, des Ringknorpela und der ersten 3 Tracliealringe.
Wenn die Operation sorgfältig ausgeführt ist, findet sich nur an der medialen Fläche des excidierten Arykuorpels Schleimhaut. Bei einiger Übung dauert die ganze Operation kaum 10 Minuten.
Nachdem mit Stockschwiinimen das Blut entfernt ist, wird die Wundfläche mit 'einer lO'Vo Chlorzinklösung behandelt, indem man dieselbe mit einem von dieser Lösung durchtränkten Stockschwamm botupft. Hiedurch wird nicht nur auf die Blutstillung fordernd eingewirkt, sondern auch der Ileilungsprozoss begünstigt, namentlich Resorptionsvorgänge auf der Wundfläche zurückgehalten.
Nunmehr führt man einen etwa faustgrossen, mit Jodoform und Tannin (gleiche Teile) gepuderten Werg- oder Jutebuusch in den Kehlkopf ein, um vollständige Blutstillung zu erzielen und das primäre Wundsekret zur Absorption zu bringen. Dieser muss die Kehlkopfhöhle einigermassen ausfüllen und an einem Bande befestigt sein, welches man um den Hals dos Tieres schlingt und hier festbindet. Dadurch wird nicht nur die Lage des Bausches gesichert, sondern auch das Herausnehmen desselben erleichtert und bei etwaigem Herausfallen der Kanüle
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das Hcrabglciten des Worgbausclies in die Tracliea verhütet. Um die Lage derselben woitev zu sichern, wird die Hautwunde mittelst Knopfnaht soweit möglich geheftet und die Kanüle mit zwei Bändern befestigt, die durch eine Haarflechte der Mähne gezogen werden.
Damit ist die Operation beendet. Man liisst das Pferd aufstehen, achtet darauf, dass hiebei die Kanüle nicht gewaltsam herausgerissen wird. Es empfiehlt sich nach Lösung der Fesseln das Pferd ruhig liegen zu lassen und nicht zum Aufstehen anzuregen, damit die Wirkung der Chloroformnarkose möglichst vorüber ist, wenn es sich erhebt. Hierbei erfassen zwei Männer den Schweif, um das Pferd zu stützen, wenn es taumeln sollte. In einen Laufstall gebracht, werden dem Pferde in den nächsten 24 Stunden Futter und Getränk entzogen. Das Anlegen einer Halfter ist natürlich nicht zulässig.
Ktwa 24 Stunden nach dor Operation lässt man die Umgehung der Operationswunde sorgfältig reinigen und entfernt die Hefte aus der Hautwunde. Sodann wird auch der Wergbausch entfernt. Darauf folgt eine sorgfältige Peinigung der Wunde : Mittelst Stockschwilmmen befreit man den Larynx sowie den über der Kanüle gelegenen Abschnitt der Trachea von Blutgerinnsel und Wundsekret. Dann erst wird die Kanüle herausgenommen und durch eine andere ersetzt, die in dersolhen Weise aufgeblasen wird. Nicht selten erscheint der Ballon des entfernten Tubus zusammengefallen, was jedoch ohne Bedeutung ist. Nach Erneuerung der Kanüle, die wiederum durch zwei auf dem Halskammo zu-sammengeknototo Bänder befestigt wird, lässt man dem Tiere reines Wasser reichen, welches mit so tief gehaltenem Kopfe genommen werden muss, dass die etwa in die Trachea gelangte Flüssigkeit durch die Operationswundo abfliessen kann. Hierauf wird der Kehlkopf mit Sublimatwasser (1 : 1000) irrigiert, indem man den Schlauch bis in denselben einführt und das Wasser unter hohem Drucke eintliessen lässt, darauf folgt Bestäubung des Kehlkopfinneren wie der Trachealwunde mit Jodoform-Tannin (ana). Nunmohr kann dem Tiere gutes, weiches Heu verabreicht werden, das in der Pegel mit Appetit verzehrt wird. Wasser wird auf dem Fussboden des Stalles, besser noch in einer Höhe von 2 3 Fuss über der Erde stets frisch und rein zum beliebigen Gcnuss vorrätig gehalten.
In den nächsten 3 Tagen findet dasselbe Verfahren statt. Nach erfolgter Reinigung der Wunde wird die Kanüle gewechselt, und die Wunde mit Jodoform-Tannin bestäubt. Beim Tränken überzeugt man sich, dass wenig oder gar kein Wasser mehr durch die Operalionswunde zum Vorschein kommt. Vom 45. Tage ab kann alsdann die Kanüle fortgelassen werden. Die weitere Nachbehandlung beschränkt sich auf die täglich ein- oder zweimalige Reinigung der äusseren Wunde mit einem Schwämme zur Entfernung des Wundsekrets und des aus der Trachea stammenden Schleimes und Speichels.
Als Futter eignet sich in dieser Zeit gutes weiches Heu, welches am leichtesten geschluckt und mit Vorliebe genommen wird. Vom 4 ö. Tage ab kann auch Hafer und Kleie verabfolgt werden. Da der Hegel nehmen die Pferde gleich vom ersten Tage an das ihnen gereichte Futter. Erhebliches Fieber stellt sich nur selten ein. Gelegentlich kommt eine Temperatursteigerung anf ;!i),089,6.deg; Q vor, ohne dass in dem sonstigen Zustande des Tieres erhebliche Störungen eintreten. Die ausnahmsweise sich einstellende Appetitlosigkeit verschwindet ebenfalls bald. In etwa 3 4 Wochen heilt die äussere Wunde; alsdann kann das Pferd wie gewöhnlich angebunden werden und bedarf nur noch einer etwa vierwöchent-
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lichen Schonung, bis an der Oporationswundü im Kehlkopfe vollständigo Vernarbung eingetrsten ist, Diese nimmt etwa 810 Wochen in Anspruch und erfolgt mit grosser Rcgolmässigkeit und Vollstiindigkoit.
Diese Operation ist auch anderwärts nachgemacht worden. Ich hahe nach entsprechenden Versuchen zuerst die Myotomie, die unter 2) von Möller angegebene Methode mit befriedigendem Erfolge an einem Offiziorspfcrde ausgeführt. Eine totale Exstirpation des Aryknorpels, die an sich keine besonderen Schwierigkeiten bietet, führte kurz nach der Operation, ohne dass ein mechanisches Hindernis vorhanden war, zu einer mehr als 6 Stunden dauernden, derart hochgradigen Atemnot, dass sich das Tier mehrmals überschlug, dass infolge der furchtbaren Anstrengungen um Luft zu erhalten, die weitoffenen und auseinander-gosporrt gehaltenen Kehlkopf- und Trachealwundränder an der Oberfläche durch den Luftstrom zerfetzt wurden. Später beruhigte sich das Tier vollkommen, aber nach einigen fieborlosen Tagen trat Pneumonie und später der Tod ein. Die Sektion ergab keine Ursache, warum die Atemnot erfolgte. Es war kein Fremdkörper oder Blut in der Lunge. Möller selbst, dem ich die Sache vortrug, hatte noch keinen ähnlichen Zufall erlebt, ich teile daher mit, dass beim Menschen nach Laryngo-fissuren a) Chok infolge der veränderten Innervationsverhältnisse des Herzens sehr bekannt ist, dass aber auch dortselbst b) die Anfüllung des Kehlkopfes mit Wattebauschen gefürchtet ist, weil durch den Druck, den diese Bauschen in dem Kchlkopfraume ausüben, derartige Heizungen auf die Ilespirationszentren überstrahlt werden, dass Erstickungsanfälle vorkommen können. Auch die Trcndelonburg'sche Kanüle wird dortselbst nicht mehr angewandt, weil der Ballon doch zusammensinkt und dadurch wenig nützt. Man verwendet in der Neuzeit Kanülen, die mit antiseptischem Jodoformpressschwamm oder einfach mit Gaze oder Mull timwickelt sind. Morphiuminjektionen müssten gegen solche krampfhafte Atemnot von Wirkung sein, ich habe dieselben damals leider nicht angewandt. In der englischen Armee ist namentlich durch Elem-ming in ähnlicher Weise, wie von Möller gegen das Kchlkopfpfeifen operiert worden. Es ist jedoch durch eine Kominission ausgesprochen worden, dass die Operationen einen heilsamen Erfolg nicht hatten, vielmehr das Entgegengesetzte der Fall sei.
Über Kchlkopfpfeifen bei anderen Haustieron, berichtet a) Schellhaso dass er dasselbe bei zwei jungen Kühen derart hochgradig beobachtete, dass die Tiere geschlachtet werden mussten. b) Ollmann beobachtete, dass ein 1 Jahr altes Kalb wegen hochgradigem Kehlkopfpfcifen geschlachtet werden musste. Er fand bei der
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Deformationen, Verletzungen, Fremdkörper in der Luftröhre.
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Sektion die hinteren und seitlichen Ringgiesskannenmuskel fettig entartet, c) Esser sah Kehlkopfpfeifen bei einem Hühnerhund, der eine Geschwulst am Halse besass. Nach der Exstirpation des Tumors blieb die Atembeschwerde in gleich hohem Grade bestehen. Das Tier wurde getötet und nachher Atrophie der Ringgiesskannenmuskel festgestellt.
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Deformationen, Verletzungen, Fremdkörper in der Luftröhre.
Litteratur: Grüle, Futter i. d. Luftröhre einer Kuh. Gurlt u. Ilertwig 1841, p. 117. Adam, Hering, Verletzung d. Luftröhre b. Aderlass. Tztl. W. 1848, p. 148. Ber. ü. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 66. Car-riere, Angeborene Öffnung i. d. Luftröhre. Clin. vet. 1847, p. 300. Ibd. 1848, p. 21. Goubaux, Grosse Abplattung d. Luftröhre b. Pf. Rec. de Med. vet. 1854. p. 460. Ibd. 1855, p. 18. Gurlt, Sehr platte Luftröhre b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1856, p. 321. Werner, Fromdk. i. d. Luftröhre b. einer Kuh. Mitt. a. d. tztl. Praxis. Gerlach u. Leisering 1857, p. 13S. Lindenberg, Einknickung der Luftrohrringe b. Kuh. Ibd. 1859, p. 133. Henderson, Hinabfallen eines Trachoatubus. The Vet. 1862, p. 569. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1862, p. 57. Lcpper; Verengung d. Luftröhre. The Vet. 1862, p. 257. Ibd. 1862, p. 14. Dietrich, Dasselbe. Mitt. a. d. tztl. Prax. Hertwig 1865, p. 168. Johne, Vorbiegung d. Luftröhre. Sachs. Jhb. 1866, ,p. 15. Hagon, Bruch d. Luftröhre. Mitt. a. d. teU. Pr. Müller u. Roloff 1866, p. 130 u. p. 170. Dietrich, Verengung d. Luftr. Ibd. 1866, p. 177. Wulf, Abschneiden d, Trachea b. Hund. Ibd. 1867, p. 148. G u r 11, Platte Luftröhre b. H. Gurlt u. Hertwig 1867, p. 23. P a u 1 i o k i , Milben i. d. Trachea. Ibd. 1872, p. 43. Hocke, Luftröhrveränd. b. Pf. Mitt a. d. tztl. Pr. Müller u. Roloff 1873, p. 135. Cojorery, Abreissen d. Kehlkopfes. Ibd. 1874, p. 184. Schwanfeld, Bruch u. Einknickung d. Luftröhre b. Pf. Ibd. 1875, p. 155. v. B o c k u m -Dolffs, Bruch d. Luftröhre b. Pf. Ibd. Roloff u. Schütz 1876, p. 98. Harms, Verengung-d. Luftröhre b. R. Ibd. 1877/78, p. 41 u. Rinderkrkh. 1890. Bonnet, Tod d. Ersticken b. Schwan. Münchn. Jhb. 1880/81, 107. Johne, Zusammendrücken d. Luftröhre. Sachs. Jhb. 1831, p. 57. Bonnet, Abnorme Luftrohrbildung b. Pf, Münchn. Jhrb. 1880/81, p. 109. Schneidemühl, Spiralf. Drehung d. Luftröhre b. Pf. Ilannov. Jhb. 1883/84, p. 128. Luftrohrverengung b. Pf. ('. Ztg. f. V. W. 1885, p. 51. Hartenstei n-Johne, Deformat. d. Luftröhre. Sachs. Jhb. 1885, p. 33. Eberhard, I'lattgedriickte Trachea. Rcp, 1889, Bd. 50, H. 4..
Deformationen der Luftröhre kommen bei allen unseren Haustieren vor, dieselben sind meistens angeboren, selten erworben. Beim Pferde sind die meisten Beobachtungen gemacht worden. Wir unterscheiden hier: 1) Deformationen, die sehr wahr ach ein lie angeboren sind und die zu Störungen in der Atmung, selbst zum Tode führen können. Gurlt berichtet über ein Pferd,
Hoffmann, Tienirtzliclic Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 20
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Deformationen, Verletzungen) Fremdkörper in der Luftrühro.
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welches seit lange can botriichtlicher Atembeschwerde litt und daran zu Grunde ging, bei der Sektion fand er eine sehr platte Luftröhre. Hocke beobachtete an einem Pferde Rohren und grosso Atemnot, bei der Sektion fand er an demselben sehr flachgedrückte Luftrohrknorpel. Johne-Leisering besohreiben einen Fall, dass bei der Sektion eines Pferdes, das seit Jahren hartschnaufig war, eine Anzahl Luft-rohrringe, hauptsächlich vom 15. bis zum 30., derart nach links abgedrückt waren, dass stellenweise eine ganz ausserordentlicho Verengung des Lumens erfolgte. 2) Deformationen ähnlich den obengenannten, welche ohne Nachteil für das Tier bestehen können: Bei einom 18 Jahre alten Pferde, welches nie Atembeschwerden hatte, fand Bonnet eine Luftrohrdrehung um die Längsachse derart, dass die dorsal liegenden Schlussstellcn des Knorpels völlig nach links gedreht waren. Yom 1.9. Knorpelring war die Luftröhre platt gedrückt, stark komprimiert und sie hatte dort nur noch eine schlitzförmige Öffnung. Das Lumen hatte in der Quere 6 cm., in der Höhe nur noch 11/2 cm. Johne berichtet über eine zusammengedrückte Luftröhre, die etwa 60 cm. derart lang verändert war, dass sich die hinteren Enden der Ringe 2 cm. breit übereinander lagerten. Sclmeidemühl beschreibt eine spiralförmige Drohung von Luftrohr und Schlund beim Pferde derart, dass unmittelbar am Luftröhrenknopf das Bohr nach links und aussen eine Drehung machte, so dass die normal hinten und oben liegende Partie seitlich gelagert war und zwar von oben an bis zur Brust, dabei war das Lumen zusammengedrückt und es bildete die eine eingebogene Fläche sogar eine Rinne, in welcher der Schlund verlief. Auch Gefüsse und Nerven waren in der Lage verändert. Irgend welche Störungen oder Krankheitserscheinungen wurden dadurch nicht erzeugt. Schneidomühl glaubt, dass die Vorbildung schon cm-brional entstanden sei. Hartenstein-Johne veröffentlichen folgendes: Schon der erste Trachcalring ist hinten 3 cm. weit offen und von hier bis zum 18, Ringe worden diese immer flacher und das den Zwischenraum ausfüllende Band immer breiter, so dass eine ganz flache von oben zusammengedrückte Trachea entsteht. Vom 15.31. Knorpelring ist die Öffnung hinten gleich breit, vom 32.35. sind die Ringe etwas mehr zusammengebogen, vom 86.-42. normal und vom 43.-52. ist wieder eine solche von oben her plattgedrückte Form vorhanden. Vom 52. bis zum Schhiss ist die Trachea wieder normal.
Wir haben es somit zu tlum a) mit seitlichen oder in der Richtung von oben und unten bestehenden Zusammenpressungen, teilweise Drohungen um die eigene Achse, b) mit Übereinanderschiebungen der
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Deformationen) Verletzungen, Fremdkörper in der Luftröhre
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Knorpelenden und c) Auseinanderpressungcn. Diese Veriindorungen, die teilweise mit oder ohne Veränderung benachbarter Teile bestellen, sind sehr wahrscheinlich embrional entstanden und je nach dem Grade der Ausbildung entsteht Störung in der Luftzirkulation und dadurch Behinderung der Atmung. Diese veränderte Form der Trachea kann,
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Iflg. 66, iK'Tonnationon der Trurhoa de.laquo; Pfordes.
(Präparate liiosifjer Sanrnilungf^)
wenn sie an der Halspartie zugegen ist, am lebenden Pferde bei sorgsamer Untersuchung konstatiert weiden. Eberhard teilt mit, dass er ein Pferd mit Pfeiferdampf folgendonnasscn geheilt habe: Dasselbe hatte an der Eingangsstelle in die Brusthöhle eine' plattgedrückte Luftröhre, durch Tracheotomie und Einlegen eines passend geformten Rohres erfolgte allmählich Rückkehr zur Norm.
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308nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Deformationen, Verletzungen, Fremdkörper in der Luftröhre.
3)Luftrolirvercngungen beim Pferde durch mechanische Einwirkungen. Goubaux teilt eine grosse Abplattung der Trachea mit, die sehr #9632;wahrscheinlich durch Geschirrdruck entstanden sei. Dietrich sah bei einem 1Vraquo; Jahre alten Fohlen Erstickungsanfälle und Tod eintreten, er fand die Trachea in der Brusthöhle zusammengedrückt infolge Vergrösserung und Verhärtung der Bronchialdrüsen. Nach stattgefundener Tracheotomie treten nicht selten solche Verengungen ein die nachteilig werden. Hering schreibt hierüber: Die Verengung kommt an und unterhalb der Wunde vor und wird teils durch den Reiz der Röhre, teils durch die Zusammenziehung der durchschnittenen Knorpelreifon oder der Lücke in denselben veranlasst. Selten geschieht es, dass die Knorpelreife sich nach aussen umbiegen und eine hervorstehende Gräte bilden, die man unter der Haut deutlich fühlen kann, die jedoch das Atmen nicht belästigt, dagegen sind mehrere Fälle von innerer Tracheocele bekannt, welche zur Erstickung des Tieres führten; ist die Operation weit oben am Halse gemacht worden, so kann man durch eine neue Öffnung für den Augenblick helfen, allein meist wiederholt sich der Zustand später und das Tier geht zuletzt daran zu Grunde. Das Lumen der Trachea kann so eng werden, dass man kaum mit einem Finger hindurch kann. Da das Einführen eines Metallrohres in der Regel reizt und in der engen Stelle nicht ertragen wird, zu starker Druck auch leicht brandiges Absterben der Schleimhaut bedingt, so hat schon Lafosse, nachdem er durch eine Öffnung unterhalbs für Luft gesorgt hatte, mittelst eines mit Werg umwickelten und eingeölten Korkes das Lumen allmählich zu erweitern gesucht. Es wird sich gegenwärtig in solchen Fällen die Anwendung einer Trendelenburgschen Kanüle oder deren Ersatz, Bougies und dergl. empfehlen.
Verengung der Luftröhre beim Rind. Hagen hat folgenden Fall: Eine 8jährige Kuh hat beschwerliches Atmen. Es ist von aussen fühlbar, dass die Luftröhre seitlich zusammengedrückt ist, so dass kaum noch 'A Zoll Querdurchmesser besteht. Nach 300 Schritt Bewegung entsteht Atemnot, das Atmen wird keuchend und schliesslich brüllend. Harms wurde eine Kuh als dämpfig angemeldet, er fand, dass schon in der Ruhe, sowohl bei der In- wie Exspiration eigentümliche Atemgeräusche zugegen waren. Die Luftröhre war dicht vor der ersten Rippe so bedeutend verändert, dass ihr Durchmesser von der einen Seite zur anderen auf 2 cm. geschätzt wurde. Eine Behandlung wurde nicht eingeleitet. Das Tier wurde gemästet und '/s Jahr später fett verkauft.
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Deformationen, Verletzungen, Fremdkörper in der Luftröhre.
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Bei einem 13jährigen Hunde, der beständig keuchenden Husten und Erstickungszufälle bis zum Umfallen hatte, fand Gurlt ein sehr platt zusammengedrücktes Luftrohr.
Verletzungen des Luftrohres. 1) Beim Pferde: Yer-änderungen durch absichtliche Verletzungen infolge Tracheotomie sind oben Seite 308 besprochen. Die meisten zufällig entstehenden Verletzungen der Trachea, sind nicht auch zugleich mit einer Verletzung der allgemeinen Decke verbunden, so dass in vielen Fällen das aus der Luftröhre in das subcutane Gewebe führende Gewebe zur Luft-anfüllung dortselbst, zum Emphysem führt (vergl. auch Emphysem). Bockum-DolfTs: Ein Pferd war durchgegangen, lief gegen die Deichsel eines andern Wagens und stürzte, es trat bald darauf ein derartiges Emphysem ein, dass das Pferd tonnenartig aufgetrieben, Kopf und Hals um das Dreifache an Umfang zunahm, dabei war nirgends eine Verletzung zu finden. Bei jedem Atemzuge hörte man ein Pfeifen unten am Halse in der Mitte desselben und fühlte, dass das Luftrohr dortselbst gebrochen war. Therapie; Hautschnitt. Die drei quergebrochenen Ringe wurden nach Thunlichkeit aufgerichtet. Heilung erfolgte in 10 Tagen. Bruch und Einknickung der Luftröhre beobachtete v. Schwanenfeld: Ein frisch gekauftes Pferd stürzte auf dem quot;Wege zum neuen Bestimmungsort unter Atembeschwerden und Schnarchen nieder. Andern Tags noch hatte es im Zustande vollkommener Ruhe dumpfen Husten und Atembeschwerden, war aber sonst munter. Schon nach GO Schritt Trabbewegung trat grosses Schnarchen und rasche Zunahme der Atemnot ein, die sich selbst nach dem Anhalten derart steigerten, dass das Tier stürzte und sich erst nach ili Stunde erholte. Trotzdem das Pferd im Stalle stehen blieb, verschlimmerte sich der Zustand so, dass das Pferd nach 8 Tagen starb. Bei der Sektion fand sich mitten in der Trachea ein Bruch eines Luftrohrringes, dessen Bruchenden sich 1 cm. breit übereinandergeschoben hatten, so dass innen eine kahnförmige Einbuchtung entstand, wodurch an der engsten Stelle nur noch 1'/laquo; cm. Raum blieb. Hagen beobachtete Bruch von zwei Luftrohrringen gerade an der Teilstelle der Trachea, das Pferd zeigte röchelndes Atmen und starb nach einiger Zeit. Cojorery sah vollständiges Abreissen der Luftröhre. Mehrere Fälle sind angeführt, von Adam und Hering, dass beim Aderlass das Luftrohr verlogt wurde, Blut dort eindrang und nach einigen (34) Tagen Blutgerinsel wieder ausgehustet wurden. In dem von Adam berichteten Falle trat Heilung ein, während Hering' mehrere Pferde hieran sterben sah. Über eine angeborene Öffnung in der Luftröhre schreibt Carriere: Ein Maultier-
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Deformationen, Vorlotzungon, Fremdkörpor in der Luftröhre.
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füllen hatte an der rechten Halsseito eine ca. zwei i'austm'rosso Geschwulst, aus tier auf Einstich Luft ausströmte. Nach Eröffnung fand sich am 4. Tracheairinge eine federkicklicko (Iffnung, welche mit einer Schleimhautklappe derart verschlossen war, dass die Luft wohl austreten, aber nicht mehr zurück konnte. Der Hautsack, welcher die Luft aufnahm, war mit Schleimhaut ausgekleidet. Die lleihmg erfolgte; nach Spaltung und Atzung in 18 Tagen. 2) Beim Rinde: Einknickung von Lnftrohmngen am Übergang in die Brusthöhle, BahLiadonberg an einer Kuli. Das Tier hatte mit einem anderen gestosson. Es entstand ein entzündlicher Prozesa an der Lnftrohrschloimhaut, haselnnssgrosso Wucherungen und allmählich zunehmende Atemnot so dass das Tier getötet werden mnsste. ?gt;) Beim Ax ish i rs ch habe ich Durchbohrung der Luftröhre mit Bruch von z)vei Luftrohrringen dicht unter dem Kehlkopfe gesehen. Das im Parke gehaltene brünstige Tier hatte am Abend mit einem anderen gekämpft und war mit dem Augsprossen dos Gegners verletzt worden. Der Tod war in der Nacht erfolgt. Es war nur gering-gradiges Emphysem zugegen. 4) Abschneiden der Trachea beim Hund sah Wulf: Aus reinem Mutwillen fuhr ein Knecht mit seinem scharfen Messer einem Jagdhunde unten an der Kehle quer hindurch. Es erfolgte grosse Blutung, die Wunde klaffte weit und das Tier atmete durch die abgeschnittene Trachea. Der Tod erfolgte durch Verblutung und Erstickung. Dieser Fall erinnert an die nicht seltenen Selbstmordversuche beim Menschen, wobei mit einem Rasiermesser die Gurgel abgeschnitten werden will. Sobald der Schnitt nur quer hereingemacht wird, ist er in der Regel nicht gefährlich, nur wenn die seitlich liegenden starken Halsblutgefässe, die Carotis und Jugularis getroffen werden, tritt rasch Verblutung ein. 5) Bei einem kleinen Hunde sah ich ein Emphysem über den ganzen Körper entstehen, durch welches das Tier zu einem unförmlichen, sackähnlichen Klumpen wurde, selbst der Schwanz war bis zur Spitze emphysematisch. Das Tierchen war von einem grossen Hunde am Halse gepackt worden, hatte dortselbst zwar keine Verletzung, aber die Ausgangsstolle des Emphysems war in der Nähe des Kehlkopfes seitlich an der Trachea konstatierbar. Die Heilung erfolgte ohne jedes Zutlmn innerhalb einer Woche.
Therapie: Aus diesen vorgeführten Fällen ergiebt sich die ausserordentliche Verschiedenheit der Verletzungen, der Erscheinungen und des Verlaufes. Therapeutisch konnte nur in den wenigsten Fällen etwas geleistet werden. Es wird daher dem persönlichen Geschick des Tierarztes überlassen bleiben müssen, jedesmal nach allgemeinen Regeln der Chirurgie ein passendes Verfahren einzuschlagen. Der Rat, der
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gegeben werden kann, ist: wenn Atemnot besteht, sofort für Liiftzn-fubiquot; zu sorgen, wenn nötig Tracheotomie unterhalb der lädierten Stelle oder auch oberhalb derselben nach mechanischem Ausoinandersperren der Trachea durch passenden Tubus allmählich Erweiterung zu erzielen. Hlutungen miissen schleunigst und vollkommen gestillt, die etwa mit verbundenen Quetschwundon nach den Kegeln der Antiseptik behandelt werden. Die Therapie hat somit eine energische, sogenannte männlich--chirurgische zu sein.
Fremdkörper in der Luftröhre. 1) Beim Pferde. In Einzelfällen kommt es vor, dass die bei Lähmungen der oberen Partiecn des Kehlkopfes gekaute und abgesohluokt werden sollende Futterbissen in die Trachea gelangen und dieselbe grossen Teiles anfüllen. Es kann beim Eingeben von Pillen, wobei das Maul des Pferdes gewaltsam und weit geöffnet wird, und der Kehldeckel vielleicht nicht regelrecht schliesst, ein Teil der Pillenmasse dort eindringen, oder es kann beim Eingiessen flüssiger Arzneien etwas in die Luftröhre gelangen. Die Gefahren, die namentlich durch letzteres entstehen sollen, sind eine Zeitlang sicher überschätzt worden. Henderson berichtet über das Hinabfallen von einem Tracheotubus nach dem Luftrohrschnitt, derselbe wurde durch das Maul wieder ausgehustet. In einem anderen Falle wurde die Öffnung an der Luftröhre erweitert und mittelst eines passend gebogenen Drahtes der Tubus heraufgeholt. Beim Einstechen mittelst Pravatz-scher Spritze, zum Zwecke einer intratracbealen Injektion, brach mir die Nadel ab, dieselbe konnte jedoch durch Nachschneiden und scharfes Fassen mit einer Zange wieder vor dem Hinabfallen erfasst und hervorgezogen werden. Wenn Metallteilo in die Trachea hinabfallen, so ist nach dem Luftrohrschnitt und vergeblicher Anwendung von Zangen und dergl. ein in Form und Stärke passender Magnet hinabzulassen, um vielleicht durch denselben den Gegenstand heraufzuziehen. Als Fremdkörper in der Trachea sind auch noch anzuführen, von oben herabfliessende Flüssigkeiten: Jauche, Eiter und eingespritzte Stoffe. Es ist namentlich durch Levi nachgewiesen, dass die Tracheal- und Bronohealsohlelmhaut sehr energisch resorbieren und nicht so empfindlich sind wie früher angenommen wurde. Immerhin ist die Gefahr der intratracbealen Injektionen nicht so gering, wie vielfach angenommen wird. Ich habe 24 Stunden nach Einspritzung von Lugolscher Lösung in die Trachea, die Aushustung eines Fasergerinsels gesehen, welches so dick und stark war, dass es reichlich ' s des Trachcal-lumens vorlegt haben musstc. Dasselbe war fast 1 in lang, hatte an der Berührungsfläche mit der Schleimhaut zahlreiche kleine Blutungen
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Deformationen, Verletzungen, Fremdkörper in der Luftröhre.
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und auf der Oberfläche war es mit feinen Luftblasen wie schaumig durchsetzt.
In der Luftröhre beim Rinde kommt es nicht selten zu Futteranfüllungen. Es sind solche Fälle von Grüle, Werner u. a. beschrieben. Die Ursache ist meist eine Lähmung oder Geschwulstbildung im Schlund- oder Kehlkopfe. Es traten nach einiger Zeit Erstickungsanfälle ein. Diese Tiere sind alle verloren. Allerdings muss angeführt werden, dass kleinere Partikelchen von Futter, z. B. Kürner oder Spelzen von Frucht und dergl. in der Regel wieder ausgehustet werden und dass bei solchen Einfütterungen schon beobachtet wurde, dass die Trachea und die Bronchien bis zu den ganz feinen Verzweigungen vollkommen angestopft waren, so dass jedenfalls mehrere Tage hiezu nötig waren, ohne dass aber hiedurch gleich von Anfang an Atemnot eingetreten wäre. Bei Schweinen und Hunden kommt durch zu rasches, hastiges Verschlingen nicht selten ein Bissen in den Kehlkopf und das Luftrohr, der aber in der Regel wieder ausgehustet wird. Bei einem Schwan hat Bonnet folgenden Fall beobachtet: Kurz nach der Fütterung trat Atemnot und bald darauf der Tod ein. Das Tier hatte einen ca. welschnussgrossen Pfropf aus Toppen- oder Lukeleskäse, Quark, in der Rachenhöhle und von diesem ging ein über 4 cm. langer Zapfen aus derselben Masse abwärts, welcher den Kehlkopf und das Luftrohr vollkommen erfüllte. Einige solche Kriimmel waren auch in der Luftröhre.
Therapie: Die Erscheinungen, die auf Fremdkörper in der Trachea auftreten, sind in der Regel rasch eintretende heftige Atemnot, Man wird deshalb die oberen Partien des Maules und Rachens untersuchen, sodann bei Tieren die sich erbrechen können, durch Kitzel im Gaumen mit einer Borste Brechreiz erzeugen oder andere hiezu passende Brechmittel anwenden. Hierauf kommt die Tracheotomie an die Reihe und die Anwendung der auf voriger Seite genannten Mittel.
Verletzungen und Geschwülste am Kehlkopf, Schlundkopf und
der Luftröhre.
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Litter a tur; Mocke, Polyp a, Kohldeckel b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1839, p, 258, Hering, Polyp a. Kehldeckel b. ein. Kuh. Ber. üb, Leist. i. Geh, d. Thk, 1841, p. 32, Dick, Exstirpat. i. Balggeschw. a. d. Stimmritze. The Vet. 1842, p. 3. Ibd. 1842, p. 83. Wörz, Meliceris im Schlundkopf b. Pf. Rep. 1842, p. 9. Römele, Abscess i. Kehlk, eines Pf. Tztl. Ztg. 1846, p. 45. Gurlt, Vier Kehlköpfe mit Polypen v. Kühen. Gurlt u, Hertwig 1851, p. 446. Ilertwig, Balggeschw. i. d. Nähe d. Kehlk. b.
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Geschwülste im Kehlkopf, Schlundkopf und der Luftröhre.
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Pf. Gurlt u. Hertwig 1881, p. 22C. Polypen im Luftrohr bei einer Kuh. Gurlt u. Hertwig 1851, p, 226. Polypen a. Kohlkopf hei einer Kuh. Ibd. 1854, p, 306. Schellhase, Period. Hartschnaufen d. Polyp, i. Kehlk. Gurlt u. Hertwig 1855, p. 246. Gurlt, Drei Kehlköpfe mit Polypen von Kühen. Ibd. 1856, p. 321. Gurlt, Haarbalggeschwülste a. Kehlk. von Kindern. Ibd. 18j6, p. 328. Hol 1 mann, Polyp, a. Kehlk. bei ein. Kuh. Ibd. 1856, p. 404 Gurlt, Kehlk. mit P'asergeschw. b. R. 1856, p. 321. Laser, Haarbalg üb. d. Kehlk. bei ein. Kuh. Mitt, a d. tztl. Pr. 1858, p. 161. Leisering, Kehlkopf ohne Kehldeckel b. Pf. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 89. Hering, Fibrom i. d. Trachea ein. Kuh. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1850, p. 71. Leuthold, Verwachs, der Schleimhaut d. Trachea durch Entartung der Lymphdrüse. Ibd. 1859, p. 34. Hering, Polyp a. Kehldeckel v. Pf. Ibd. 1859, p. 12. Lei so ring, Kehlkopfgeschw. b. d. Kuh. Sachs. Jhb. 1859/60, p. 13. E b e r h a r d t, Balggeschw. a. d. Vorderfläche d. Kehlk. Mitt. a. d. tztl, Pr. 1860, p. 168. Stevenson, Luft-rohrabscess. The Vet. 1860, p. 132. Hertwig, Abscess a. Kehlk. b. d. Kuh. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1860, p. 168. Auston, Verknöoherung d. Kehlkopfes b. Pf. The Vet. 1861, p. 16. Erich sen, Luftrohrpolyp. Sachs. Jhb. 1861, p. 131. Tannenhauer, Neubild. i. Suhlundkopfe b. Kuh, Ibd. 1861, p. 20. Gurlt, Schlundkopf mit Polyp b. Stier. Gurlt u. Hertwig 1862, p. 288. Gurlt, Kehlkopf v. Pf. in. Geschw. Gurlt u. Hertwig 1862, p. 287. Gurlt, Luftrohr m. Polyp b. d. Kuh. Ihd. 1862, p. 287. Eoloff, Kehlkopfgeschwülste. Gurlt u. Hertwig 1865, p. 31. Gurlt, Kehlkopf m. Tuberkeln. Ibd. 1867, p, 23. Gurlt, Kehlkopf m. Polyp b. Bullen. Ibd. 1867, p. 23. Schrader, Kchlkopfverl. b. ein. Kuh. Mitt. a. d, tztl. Pr. Müller u. Roloff 1868, p. 142. Weber, Neubild. a. Schlundk. v. R. Sachs. Jhb. 1869, p. 14. L ei se r i n g-P e sc h e 1, Schleimdrüsenadenom a. Kehlkopf d. Kuh. Ihd. 1871. p. 11. S ie d am gr o t z ky , Colloidcysten a. d. Luftröhre v. Pf. Ibd. 1873, p. 13. Werner, Neubild, a. Kehlk. h. Ochsen. Mitt. a. d. tztl. Pr. Roloff u. Schütz, 1876, p. 102. Thölke, Geschw. i. Keklk. b. d. Kuh. Ibd. 1878/79, p. 41. J o h n e , Kehlkopftuberkel. Sachs. Jhb. 1880, p. 48, Harms, Geschw. i. Kehlk. b. d. K. Jhb. d. Tzsoh. Hannov. 188082, p, 127. T h i e m e , Carcinom a. Kehlk b. Pf, Mitt. Roloff u. Schütz 1889, p. 85 Burger, Kehlkopfpolyp b. d. Kuh. Tztl. Mitt. a. Baden 1884, p. 67. Perdan, Neubild. a. Schlundk. b. Kuh. Mitt. d. V. d, Tzte. i. Öster. 1884, p. 36. J o h n e - P e s c h e 1, Schleimdiiisen-adenom im Kehlk, b. R. Sachs, Jhb. 1885, p. 56. Kohlkopfkrebs. Bcrl. klin. Wochschr. 1886, No. 8. Fr icke r. Chir. p. 177.
Verletzungen des Kehlkopfes sind verhültnismässig sehr selten, da der Kehlkopfquot; nach aussen eine sehr geschützte Lage hat und von innen durch die sehr empfindliche Schleimhaut und Reaktion gegen eindringende Schädlichkeiten wesentlich zur Abwehr dagegen eingerichtet ist. Zudem besitzt der Kehlkopf in der Jugend durch die Elastizität seiner Knorpel und die verschieden gegliederte Einrichtung die Möglichkeit, sich gegen starke Einwirkungen sehr elastisch und geschmeidig zu erhalten. Erst im höheren Alter tritt nicht selten Ver-
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Verletzungen am Kehlkopf, Missbiklungen.
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knöobei'Ung ein und dann mag sich ereignen, dass ein Keldkopfknorpcl auf starken Druck einbricht. Ich crinnoro mich, dass Kueft' behauptete, es sei bei alten Pferden, welche verknöcherten Kehlkopf besitzen, durch zu heftigen Druck mit der Hand, um die Tiere zum Husten zu bringen, schon der Knorpel zerdrückt worden und dadurch Pferde verloren gegangen. Ich habe jedoch seitdem weder etwas Ahnliches gehört, noch gelesen, noch selbst erfahren. Es werden sich, falls durch seitlichen Druck die Kehlkopfwändo verletzt worden, sehr rasch Erscheinungen von Atemnot einstellen und es ist in diesen Fällen schleunige Anwendung der Traoheotomie zu empfehlen. Verletzungen von innen kommen vor durch scharfe, spitze, eckige Gegenstände die abgeschluckt werden wollen, sich jedoch dortselbst einbohren. Es ist hiebei wichtig sich zu erinnern, dass nur die obere Partie dos Kohlkopfes, Epiglottis und bis zur Glottis mit sehr sensiblen Nerven versehen ist. Schrader teilt einen Fall mit, dass bei einer Kuh plötzlich sehr beschwerliches röchelndes Atmen auftrat, dass gewaltiger Hustenreiz sich einstellte und das Tier mit geöffnetem Maule nach Luft rang. Bei seitlichem Druck auf den Kehlkopf fühlte er einen spitzen Gegenstand, welchen er nach Einschnitt und Gewaltanwendung beim Ziehen entfernte, es war eine ca. il cm. lange Stopfnadel.
Missbildungen am Kehlkopfe sind sehr selten. Tiere mit Ver-kriippolungen werden in der Hegel nicht aufgezogen. Leisering fand bei einem Pferde zufällig einen Kehlkopf ohne Kehldeckel.
Geschwülste im Kehlkopfe, dem Schlundkopf und der Luftröhre sind sehr häufige Prozesse, namentlich bei Kindern, nicht selten beim Pferde, aber selten bei anderen Haustieren. Wir werden in der Abhandlung das Kind voran stellen, weil bei diesem solche Krankheiten am häufigsten und bedeutungsvollsten sind.
Nach Roloff sitzen die Geschwülste am häufigsten zwischen den Kopfbeugern, dem Schlundgcwölbc, am Schlund, am und im Kehlkopf. Es sind folgende Arten aufgezeichnet: Unter dem Namen Polypquot; ist eine grosso Zahl angeführt. Gurlr allein führt, in wenigen Jahren 8 Kehl- und Schlundköpfe vorn Rinde an mit Polypen. Von anderen ist angeführt: Fibrom, oder ebenfalls solche Bezeichnungen, welche darauf schliessen lassen, dass die vorgefundene Neubildung fibrösen Charakter hatte. Auch nach meinen persönlichen Erfahrungen kommen Fibrome sehr häufig im Kehlkopfe und den anderen genannten Teilen vor. Sodann sind genannt: Schlei md r ü s enaden o m e. Roloff nennt dieselben Honiggeschwülste. H a ar balg geschwül s t e sind angeführt von Lasar und Gurlt. S a r k o m a
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Verletzungen am Kohlkopf, Missbildungen.
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polvposu m führt Sclmoidomülil an. Von tlon sog. falschen Neubildungen oder G r a n u 1 a t i o n s g o s c h w ü 1 s t e n sind zahlreiche aufgeführt. Als Tuberkslentartungen sind mehrfach Ansohwellungen
angegeben, da jedoch diese Mitteilungen aus Zeiten vor den jetzigen Begriffen über Tuberkelgoschwiilste stammen, so werden wir gut thnn, diese fraglich zu lassen. Eine andere nicht unbedeutende Anzahl Ist als Abscess oder als Geschwulst mit dicker, gelber, eiteriger oder eiterähnlicher Masse, oder auch als lockere, mit dem Finger auadriiek-bare Masse, oder als Grützgeschwulst aufgeführt. Diese Sorte rechne ich grössfenteils zu den sogenannten Granulomen, teilweise wohl auch zu den Adenomen. Bei einigen handelt es sich lediglich um Anschwellung der Lymphdrüsen. T)a es sich darum handelt, gegen die auf nicht genügend breiter Basis von Koloff vorgenommene Einteilung Stellung zu nehmen, so wiederhole ich: Die Mehrzahl der an genannten Teile beim Rinde vorkommenden ächten Geschwülste sind Fibrome oder sie haben docii fibrösen Charakter, dann kommen Adenome, dann Balgg esch wülste und selten Sarkome (von Carcinomen, die beim Menschen nicht selten sind, habe ich bei Kindern nichts gefunden). Von den falschen oder unechten Neubildungen, Granulomen die besonders Harms erwähnt, finden sich nicht ganz aber fast ebenso viele wie von den wahren Neoplasmen.
Diese Geschwülste sind sehr verschiedenartigen Charakters, doch fehlen vorerst meines quot;Wissens noch viele mikroskopisch-bakteriologischen Untersuchungen. Es wird sich vermutlich um Infektion mit Aktino-mykose-, Desmoid-, Tuberkulosepilzen- oder den gewöhnlichen Eitererregern: Staphylokokkus und Streptokokkus pyogenes etc. handeln. Für die Prognose und Therapie hätten diese Fesstellungen sehr wesentlichen praktischen Wert. Beim Pferde: Von den mir genauer bekannt gewordenen 13 Fällen gehören (J zu den Polypen, 3 sind als Colloid-cysten, Meliceris und Breigeschwulst vorzeichnet, 2 als Balggeschwulst, 1 ids Garcinom und 1 als Abscess. Beim Pferde wären somit die ächten Neubildungen weitaus in der Mehrzahl und von diesen die fibrösen Geschwülste hervorragend.
Von anderen Haustieren kenne ich beim Schwein und Geflügel namentlich die tuberkulösen Prozesse. Beim Hunde habe ich die Oolloidcysten mehrfach in diesen Gegenden angetroffen.
Klinisches Bild: 1) Beim Bind: Es sind zu trennen a) die oft rasch auftretenden Abscesse und Grnnulationsgeschwülste und b) die ächten, langsam wachsenden fibrösen etc. Neubildungen. Von der
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310nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Neubildungen am Kehlkopf und Umgebung.
Klasse a) sind folgende Krankheitsbilder verzeichnet: Stevenson: Eine Kuh hat seit einiger Zeit Husten, bekommt Erstickungs-zu fii He, im Mnule und der Nase ist grosso Eiterspeichclansammlung und Abfiuss, grosse Empfindlichkeit an dem Luftrohr, Tod nach 30 Stunden. Sektion: Abscess an dem hinteren Kehlkopf- und Luft-rohrwand ca. 20 cm. lang und 5 cm. breit. Thölke: Eine Kuh hat seit 14 Tagen At ein beschwer den, beim Einatmen giemende Geräusche, pfeifenden Ton, grosso Atemnot, kein Fieber. Bei der Untersuchung durch das Maul konnte man deutlich eine ca. hühnerei-grosse Geschwulst fühlen. Sektion: Weiche Geschwulst, die den Kehlkopf ausfüllte, so dass nur noch ein Lumen für einen Finger passierbar, zugegen war. Ferdan: Kuh seit 14 Tagen hält sie den Kopf gestreckt, das Atmen ist hörbar und hat besonders in den letzten 3 Tagen zugenommen, Erstickungsanfälle, keine Futteraufnahme und kein Wiederkauen, einzelne Futterteile und Wasser kommen zur Nase zurück, grosses Speicheln. Schlachten. Sektion: An der hinteren Pharynxwand 8 cm. breit, 4,/2 cm. lang und ebenso dick, den Raum zwischen Gaumensegel und Kehlkopf vollständig erfüllend, ist ein franziges, weissgelbes Gewebe, aus dem sich eiterige Massen ausstreifen lassen. Holbnann: Kuh hustet seit länger sehr viel und stark, es entsteht im Kehlgang eine Fistel, aus der sich übelriechende Massen entleeren. Mit der Sonde lassen sich zwei verschiedene Fistelgänge verfolgen, jeder führt auf knorpelige Rauhigkeiten und beim Sondieren entsteht sehr starkes Husten.
Diese hier vorgeführten Fälle sind die mit akutem Verlaufe. Sie sind charakteristisch, dass sie ziemlich unbedeutend beginnen, aber in wenig Wochen so rasch wachsen, dass sie Atemnot und zum Schlüsse sehr gefahrdrohende Erscheinungen entwickeln, so dass in einem Falle Erstickung nach 30 Minuten erfolgt. Durchbruch nach aussen erfolgte nur einmal und hier wurde das Tier gerettet. Sicher ein Fingerzeig für die Therapie. Anfügen will ich noch, dass die mitgeteilten akut verlaufenden Fälle sämtlich Kühe betreffen.
Von den Fällen die chronisch verlaufen, bei denen es sich um langsames Wachsen der Geschwulst handelt, wodurch die Störungen des Allgemeinbefindens nur ganz allmählich gesteigert werden, bis sie endlich derart hochgradig werden, dass eine Bedrohung des Lebens) selbst der Tod eintritt, sollen nur die charakteristischen Symptome kurz angeben werden:
Gerlach. Kuh. Pfeifendes, sehr erschwertes Atmen. Man sieht die Geschwulst von aussen. Das Tier ist hochträchtig. Es ist nur die
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Neubildungen am Kehlkopf und Umgebung.
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Wahl zwischen Schlachten und Operation. Letztere wird ausgeführt. Tracheotomie. Breiter Stiel zwischen Ringknorpel und Luftrohrring. Das lockere Gewebe wird herausgedrückt. Nach 4 Wochen ist die Geschwulst wieder derart nachgewachsen, dass Atemnot eintritt. Schlachten. Gurlt. Kuh. .'3 Monate zunehmend beschwerliches Atmen. Schlachten. Meer. Kuh. Seit längerer Zeit beschwerliches Atmen, dieses zunehmend, Tod durch Ersticken. Neben dem Kehlkopf grosse Grützgeschwulst. Hering. Kuh. Erstickung durch Eibrom in der Trachea. Burger. Kuh 8 Jahre alt. Seit Monaten erschwertes Atmen. Keuchhusten, hie und da Erstickungsanfälle. Schlachten. Sektion: Rötlicher cylindrischer Schleimpolyp in den Stimmtaschen. Gurlt. 2 dreijährige Kühe. Chronische Atemnot und Schlingbeschwerden, beide geschlachtet. Polypen am Kehlkopf und Gaumensegel. Gurlt. Stier, 2 Jahre alt. Atmungs- und Schlingbeschwerden, Abmagerung. Schlachten. Polyp am Schlundkopf. Tannenhauer. Kuh, 7 Jahre alt. Seit lange hartschnaufig, Atmen nur noch durch das Maul möglich, deshalb geschlachtet. Sektion: Neubildungen an der hinteren oberen Schlundwand, der obere Schlundkopfteil bis zum Gaumensegel erfüllt. Leisering. Bulle, 21/2 Jahre alt. Seit o6 Wochen angestrengtes, hörbares Atmen, Strecken des Kopfes, langsame Putteraufnahme, beschwerliches Schlucken, teilweise Rückfluss durch Nase und Maul, Aufhören des Wiederkauens, Erstickungsgefahr. Kehlkopf und Umgebung geschwollen, ohne vermehrte Wärme oder Druckschmerz. Schlachten. Sektion: Vender hinteren Pharynxwand ausgehend mit breiter Basis, pilzförmig, 12 cm. lang, (5,5 breit und 5 dick, den Raum zwischen Gaumensegel und Schlundkopf vollständig ausfüllend. Weitere ähnliche Geschwulst an der Zunge. Das Ganze ist eine vergrösserte Lymphdrüse. Werner. Ochs, 2 Jahre alt, periodische Atembeschwerde, während des Woideganges etwas besser, nachher geschlachtet. Sektion: Kehlkopf formlose Masse, Kehldeckel fehlt ganz. Eine bindegewebige Neubildung erfüllt den Kehlkopf, überwuchert auch die äusseren Flächen und geht bis zum 7. Luftrohrring herab.Harms. Kuh, 9 Jahre alt. Vor 10 Wochen hat man erstmals fremden Ton beim Atmen gehört, dieses nahm allmählich zu, jetzt bedeutendes Rippenatmen, grosse Aufregung auf Druck an den Kehlkopf trockener, pfeifender Husten, ebenso bei der Futteraufnahme. Untersuchung durch die Maulhöhle höckerig breite Geschwulst fühlbar, die nach dem Einsetzen des Maulgatters und Niederdrücken der Zunge deutlich sichtbar wird. Schlachten. Gurlt. Kuh. Giemendes, beschwerliches Atmen mit gestrecktem Halse, das
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Neubiklungcn um Kohlkopf und Umgobungi
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Tier droht zu ersticken. Oesclilaclitot. Polyp im Luftroliv. Hering. Kuh. Atembeschwerden mehr beim Ein- als Ausatmen. Schlachten. Sektion; Polyp im Kehlkopfe. S ch no id e niiihl. Kuh. Seit 2 Jahren Husten, schliesslich bei der Futteraufnahmo Erstickungsanfalle. Schlachten. Sektion: An der hinteren Piiaryiixwand Geschwulst, Spindelzellcnsarkom, das mit dem freien Ende auf dem Kehlkopf auflag. Hol off. Kuh. Grosse Störungen im Atmen, Schlingbeschwerden. Schlachten. Sektion: Kinclskopfgrosser rundlicher Tumor zwischen Schlundkopfgewölbe, Schlund- und Kehlkopf. Atherom. Laser. Kuh. Es trat nach und nach derart hochgradiges Kehlkopfpfeifen ein, dass sie geschlachtet werden musste. Sektion: Eber dem Kehlkopf faustgrosse Geschwulst mit grauschmierigem Inhalt, dazwischen fingerlange, schwarze Haare. Gurll. Pullen, 1 Jahr alt Erschwertes Atmen, später dazu röchelndes Geräusch, dabei Kopf und Hals gerade gestreckt. Zunahme. Schlachten nach SVa Monaten. Sektion: Polyp im Kehlkopfe.
Ich habe noch eine Anzahl von ähnlichen Fällen gesammelt und einige weitere selbst diagnostiziert. In einem Falle bestand neben chronischer aber periodischer Atemnot beschwerliche Futteraufnahme, Abmagerung und hie und da Umfallen. Ich liatte irrigerweise Epilepsie diagnostiziert. Pei der Sektion fand ich einen hülinercigrossen fibrösen 'rumor, der gestielt und beweglich aufsass, wodurch er in die obere Kehlkopfötthnng einscldiipfen und die Erstickungsanfälle erzeugen konnte, lag er zur Seite, so hinderte er nicht das Atmen wohl aber die Futteraufnahme. Da ich einen solchen Anfall mit Atemnot und schliess-lichem Stürzen bei dem Tiere nie gesehen hatte, so irrte ich in der Diagnose, wurde aber bei der Sektion aufgeklärt.
Beim Pferde. Akute Fälle: Pömele berichtet: Ein Pferd 4 Jahre alt wurde scheinbar gesund verkauft, musste aber wogen Dampf zurückgenommen werden. In der Ruhe stand das Tier mit gesenktem Kopfe, sobald es Futter aufnehmen wollte erfolgte hochgradige Atemnot, Verdrehen der Augen, Aufblasen der Nüstern, Scharren, sehr rasches Atmen, Sehweissausbruch. Nach der Futteraufnahme trat bald wieder Hube ein. Bei der Getränkeaufnahme fährt das Pferd gierig mit dem JNIaule tief in das Wasser, konnte aber nicht schlucken, suchte das Wasser zu kauen und fuhr dann wie im grossen Schmerze schnell zurück. Dies wiederholte sieh mehrmals. Endlich nahm es einen Schluck, doch floss das Aufgenommene zur Nase zurtick. Nachdem es endlich einmal geschluckt hatte, soff es hastig lla Tränkeimer voll Wasser aus, als ob kein Hindernis mehr da wäre. Am Kehlkopf ist
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Neubildungen am Kohlkopf und Umgebung:.
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vermehrter Umfang, Drucksohnierz^ Mit dem Maulgatter beigebolfen
tintlot man die Kachensclileinihaut wulstig aufgetrieben. Nach ca. 8 Tagen erfolgte Aufbruch eines Abscesses und Heilung. Dieser und noch einige ähnliche Fülle, die hierher gerechnet wurden, können in die Tonsillitis snppurativa eingereiht werden. Sie zeichnen sich durch akuten Verlauf aus, Entziindungserscheinnngen: Hitze, Hüte, Geschwulst und Schmerz, sowie durch fieberhaften Verlauf.
Chronische F alle: Dick boschreibt eine Balggeschwulst an der Stimmritze. Das Pferd hatte ohne andere Beschwerden seit 8 Monaten Husten, dann traten auch während der Arbeit Erstickungsanfälle ein mit vergeblichem Bemühen zu husten. Die Anfälle waren immer in wenigen Minuten vorüber und es folgte ruhiges Atmen. Dieser Zustand blieb monatelang. Bei Untersuchung des Mnules mit der Hand bis zum Kehldeckel fand man dort, eine hülmereigrosse Geschwulst, dieselbe schien gestielt. Dick liess ein halbmondförmiges l'/s Zoll langes Messer mit 18 Zoll langem Stiel anfertigen und konnte damit die Geschwulst abtrennen. Es trat nur ganz kleine Blutung ein. Es erfolgte vollkommene Heilung. Haubner beobachtete ein Pferd mit chronisclier Atemnot, bei dem die Tracheotomio gemacht wurde, dasselbe hatte einen Polyp am Kehldeckel. - Schellhase. Ein Pferd war Tags zuvor gekauft, scheinbar normal. Ohne bekannte Ursache trat im Stalle derartiges Hartschnaufen, grosses Geräusch aus Entfernung hörbar und heftiges Plankenatmen auf, class man fürchtete, das Tier werde stürzen; es trat jedoch rasch Beruhigung ein. Das Tier war fieberlos und hatte guten Appetit. Eingespannt und gefahren kam ein ähnlicher Anfall, der aber plötzlich aufhörte. Dieser und ein an hiesiger Klinik beobachteter Fall sind mit dem oben mitgeteilten Dick'schcn sehr ähnlicli. Die hiesige Beobachtung ist von Pricker beschrieben und die Neubildung abgebildet. Die gestielte Neubildung lag bald auf dem Zungengrumie oder sie konnte den Kehldeckel zurückschieben und sich auf den Eingang des Kehlkopfes legen, wodurch die Anfälle erzeugt wurden. Gurll. Ein Pferd hatte von festem Futter derart erschwertes Schlingen, dass es zu Toben anfing. Nur Flüssigkeit war leicht schluckbar. Das Tier magerte ab und wurde getötet. Sektion: Polyp vor dem Kehldeckel. Merkl. Ein Pferd steht seit 2 Jahren im Hufe, dass ihm dann und wann der Atem ausgehe. Bei näherer Untersuchung zeigte es sich vollkommen gesund, ist jedoch geringgradig pfeiferdämpfig, Bei der Futter- und Getränkeaufnahme machte es manchmal Anstrengungen als ob es husten wolle, streckte Kopf und Hals in die Höhe, öffnete die Nüstern, aber es kam nur zum Schnauben. Bei Druck auf den
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Neubildungen am Kehlkopf und Umgebung.
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Kehlkopf erfolgte regelrechtes Husten. Bei der Bewegung traten manchmal folgende Anfälle ein: Senken des Kopfes, Bewegungen, als ob es husten wollte, hörbares Schnaufen, Aufreissen der Nüstern und Schnauben. Manchmal taumelte das Tier und drohte zu ersticken. Die Anfälle gingen aber rasch vorüber. Einmal stürzte es, es floss Blut aus Nase und Maul und es starb. Sektion: quot;Weiche wallnussgrosse Geschwulst an der vorderen Fläche des Kehlkopfes.
Zusammenfassung. 1) Beim Rinde: Die akuten Fälle verlaufen, wie bereits angedeutet wurde, in der Regel mit Erscheinungen der Entzündung und Fieber. Die Krankheitsbilder, die Prognose und Therapie, sind bei der Tonsillitis angegeben.
Die chronischen Fälle zeichnen sich alle durch allmählich zunehmende Atemstürungon aus, die, wenn die Geschwulst eine gewisse Grosse erreicht hat, sehr bedeutend und geräuschvoll werden, es tritt Pfeifen, Sohnarchen, selbst Brüllen ein und es erfolgt Gefahr der Erstickung und selbst Tod. Viele atmen längere Zeit durch das Maul, strecken Kopf und Hals gerade, bei anderen ist hauptsächlich Flankenatmen vorhanden. Störungen in der Futtcraufnahme sind verschieden, vom leichtesten Grade bis zur vollkommenen Unmöglichkeit auch nur Wasser zu schlucken. Erschwerung dos Wiederkauens, selbst Aufhören desselben und allmähliche Abmagerung. In Einzelfällen besteht die Atembeschwerde mehr periodisch und bei diesen kommt es nicht selten zu vollkommenen Anfällen, Taumeln und Stürzen. In solchen Momenten ist Gefahr für das Leben vorhanden. Allmählich gehen die Tiere ein. 2) Beim Pferde. Wir scheiden ebenfalls die akuten irrigerweise hieher gezählten Fälle aus, sie haben Entzündungserscheinungen und Fieber. Die chronischen haben beides nicht. Das langsame Entstehen, die allmähliche Zunahme ist noch viel auffallender wie beim Rinde, sämtliches dort Genannte tritt auch hier auf. Die periodischen Anfälle mit Atemnot, verursacht durcli gestielte Polypen, sind zahlreicher als beim Rinde. Vielfach kann die Geschwulst mittelst Zuhilfenahme des Maulgatters und bei Niederdrücken der Zunge gesehen oder mit der Hand gefühlt werden. Das Laryngoscop empfiehlt sich hier bestens.
Prognose: Ungünstig. Sämtliche Fälle führen zum Tode, wenn nicht Hilfe geschaffen wird, sei es durch Spontanaufbruch von Balggeschwülsten mit halbtlüssigem Inhalte, nach innen oder nach aussen, oder auf künstliche Hilfe.
Therapie: Nur ein operativer Eingriff kann Heilung bringen und in allen Fällen in denen es sich um gutartige Neubildungen han-
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Neubildungen am Kehlkopf und Umgebuntr.
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delt, ist die Aussicht auf Erfolg eine gute. Das Tier wird niedergelegt und chloroforniiert. Bei Rindern rate ich letzteres nicht. Bei Tieren mit hochgradiger Atemnot kann zuerst die Tracheotomio go-inncht werden. Nun wird das Maulgnttor eingesetzt, die Zunge niedergedrückt und versucht, die Geschwulst von der Maulhöhle aus näher nach Sitz und Grosse zu diagnostizieren und den Ort des Eindringens festzustellen. Gestielte, feste, kleinere, ziemlich weit vorne sitzende Geschwülste können ohne Gefahr einer Blutung nach der Methode von Dick (pag. 319) mittelst langem sichelförmigem Messer von der Maulhöhle aus abgeschnitten werden.
Mayer hat folgende Methode angegeben: Das Tier wird auf die rechte Seite niedergelegt, der Kopf auf das Genick gestellt, das Maul mittelst Maulgatter offen gehalten. Mayer operiert von der Maulhöhle aus und bedient sich hiebei einzig und allein der Hand. ]) Sitzt die Geschwulst vorn, ist sie also klein, so wird sie orfasst und herausgerissen. 2) Liegt die Goschwulst in der hinteren Partie dos Rachens, ist sie gross und im Inneren zerfallen, so wird sie am vorderen Ende mit dem Einger durchbohrt, der käsige Inhalt unter leichtem Drucke heraus-gopresst und mit der hohlgestellten Hand aus der Maulhöhlo entfernt.
Es ist wichtig hier die Erfahrungen und Mitteilungen von Hanns besonders anzufügen. Er sagt, dass er die Bach onaktinomykome des Rindes früher als Lymphomequot; bezeichnet habe und er versteht darunter eine im Bachen sitzende Geschwult, die entweder am Keilbein aufsitzt und von Harms dann als vorderes Rachenaktinomykomquot; bezeichnet wird, oder die hinterhalb des Kehlkopfes sich befindet, dann als hinteres Bachenak t in omykomquot; genannt wird. Erst wenn die Geschwülste die Grosso eines Borsdorfer Apfels erreicht haben, kommen sie zur Behandlung, weil sie erst jetzt Beschwerden erzeugen. Harms nennt 5 Symptome : Schlingbeschwerden, Husten, abnorm starke Eülle in der Rachengegend und Dislokation des Kehlkopfes. Die Bespirationsbeschwerde nimmt mit dem Grössorwcrden der Geschwulst zu. Das Atmen wird schnarrend, schnarchend, röchelnd. Besonders während des Fressens ist Hustenreiz, manchmal nach jedem Bissen. Der Husten ist kräftig, trocken, pfeifend, dabei wird die Zunge aus dem Maule gestreckt. Das Schlucken ist zuweilen erschwert, in seltenen Eällen ist die Rachengegend abnorm gefüllt und ausnahmsweise besteht Dislokation des Kehlkopfes. J^rcji'_Tiamp;lt; poBohwulst kann Erstickungsgefahr eintreten oder es iiajS^der B*lg boim^ftjsten gesprengt werden, Zur Diagnose lässt Harma^yderaquo;laquo;flPj|flP bMgen, fyidurch wird das Atmen stärker. 2) Den Kopf/sTreclagt;ri^ftMlaquo;in4f_den Jfingern beider Hände Hoffmann, Tteramp;rztllolio CKlQitgie. ! / -lt;'V,,Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; quot;quot;'quot;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;31
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Folgen der Tracheotomie.
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gegen die Rachonpartie drücken, wodurch die Geschwulst gefühlt werden kann. 3) Um absolut sicher zu sein, wird an dem gut befestigten und gebremsten Tiere die Hand (die innere Fläche derselben nach oben gerichtet) bis zum Keilbein resp. Kehlkopf eingeführt. Ist dies erschwert, so wird das Tier gelogt, ein Maulgatter eingesetzt und dann mit der Hand untersucht. Zur Operation legt Harms das Tier, stellt den Kopf auf das Gehörn, durchschneidet die Haut über dem Kehlkopfe, trennt neben demselben Muskel und Bindegewebe mit dem Messer, schiebt die Hand nach oben und entfernt die Geschwulst durch Anziehen, Drehen und Kratzen mit den Fingernägeln.
Folgen der Tracheotomie.
LUteratur; 11 ä s o r , Geschichte d. Medizin I, p. 266. Albert, Lehrbuch, p, 514. G owing, Tracheotomie. 1848 Rec. p. 57. Mitchell, Verknöcherung d, Luftröhre. The Vet. 1847, p. 354. van Halst, Traelieo-tomie. Lelg. 1859, p. 537. II o r i n g , Trachcocele. Toul. 1859, p. 66. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1859, p. öl. Dominik, Tracheotomie. Mitt.
a.nbsp; d. tztl. Pr. Müller u. Roloff 1860, p, 160. Mo Hard, Ilinabfallon d. Trachootiibus, der Klappe vom Dietrioh'schen Bohre. Hering. Lyon 1860, p. 240. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. I860, p. 49. Wohlthat, Verb. d. Tracheotomie. Gurlt u. Hertwig 1872, p, 444. Tiedo, Stenose d. Luftröhre. Mitt. a. d. tztl. IV. 1881, p. 42. Rost, Narbenstenose d. Trachea nach Tracheotomie. Sachs. Jhb. 188J, p. 41. Luftrohrverengung
b.nbsp; Pf. C. Z. f. Vet. Wise. 1885, p. 51.
Die Tracheotomie soll schon von Asklepias erfunden worden sein. Paulus V. Agina giebt über sie eine erschöpfende Beschreibung, Die Operation kam aber in Verruf. Ebn Zoor tracheotomierte eine Ziege. Im Mittelalter wurde sie gar nicht mehr gemacht; erst im 16. Jahrhundert hat sie Fabricius Aquapendente wieder eingeführt. Von 1024 ab wurde sie in Frankreich und Italien empfohlen und angewandt. Im lit. Jahrhundert wurde die Tracheotomie beim Menschen popularisiert wegen Croup. In der Tierheilkunde hielt man noch am Ende des vorigen Jahrhunderts die Tracheotomie an Pferden und anderen Tieren für ebenso gefährlich, wie für den Menschen, Versuche an den französischen Tier-arzneischulen belehrten bald eines anderen. Die Operation selbst ist bei sämtlichen Haustieren unter Anwendung passender Instrumente und der nötigen technischen Fertigkeit ungefährlich. Es treten jedoch in Einzelfällen nachher folgende Übeistände auf: ]) mangelhafter Ver-schluss, namentlich wenn ein Stück Knorpel entfernt, ein sogenanntes Fenster geschnitten wurde. 2) Verengungen, Stenosen: Schütz-Tiede
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Folgen der Tracheotomie.
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beschrieben einen solchen Fall als Perichomlritis interna ossificans s. supracartilaginäre Ossifikation. Durch das Eintreten dieser schleichenden Entzündungsprozesse vermehrt sich der Knorpel oder er verknöchert, auch das Bindegewebe wuchert und das Lumen der Trachea wird in Einzelfällen derart verengt, dass die Tiere ersticken. In dem Fall Schütz-Tiede war die Verengung so gross, dass man nur noch mit einem Federkiel hindurchkonnte. Mitchell fand nachher eine derartige Verknöcherung der Trachea, dass das Tier getötet werden musste. Hering teilt einen Fall mit, dass sich Knochenmasse zwischen die Knorpelringe gelagert hatte, so dass die Tracheawand über 1 cm. dick wurde. In anderen Fällen tritt die Verengung auch infolge von rasch wachsenden Granulationen auf. Die dadurch erzeugten Erscheinungen sind Anschwellungen am Orte der Erkrankung, eventuell Fisteln und Granulationen dortselbst, zunehmende Atemboschwerde, die sogar zur Atemnot worden und zum Tode führen kann.
Prognose ziemlich ungünstig.
Therapie: Bei heftigen Granulationen sind adstringiorende und leicht ätzende Mittel anzuwenden. Bei Chondriüs und Ossifikation kommt namentlich allmähliche Erweiterung durch zunehmend stärker werdende Tracheotuben in Anwendung. Dominik gebrauchte hiezu Tuben aus Horn. Es kann der Fall eintreten, dass die Trachea unterhalb der vorengten Stelle nochmals eröffnet werden muss. (Vcrgl. auch pag. 307.)
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Kropf, Striuna.
Litteratur: Gurlt, Sehr vorgrösserto Soliildilrüse b. Schafbock. Gurlt u. llertwig 1856, p. 321. Meyer, Kropf b. Ochsen. Ibd. 1851, p. 147. Eberhard t, Angebor. Kropf b. Kalbe. Ibd. 1851, p. 443. Kychncr, Kropf b. Rinde. Bujatrik 1851, p. 62. G u rl t, Kropf b. Sclnvein. Gurlt u. Hert-wig 1851, p. 445. Hertwig, Kropf b. Hunde. Krankh. d. Hundes 1853, p. 124 Schmid, Kropfexstirpat. b. Pferde. Hop. I860, p. 291. Priotsoh, Cystenkropf b. Hunde. Sachs. Jhb, 1860, p. 97. Loisering, Kropf b
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Hunde. Ibd. 1861/62, p. 16. Gurlt, Hertwig 1862, p. 287. I! a i I a r g e r, 1862, p, 481. Johno, Kropfexstirpat. Leisering, Blutkropf b. Waschbär.
Osteoidchondrom i. d. Schilddrüse v. Hun
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Kropf b. neugeh. Kalbe. Gurlt u.
Knzoot. Kropf b. Maultier. Lyon
b. Hunde. Sachs. Jhb. 1863, p. 88.
Ibd. 1867, p. 21. Loisering, auliki, Gurlt u.
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Hertwig 1872, p. 42. Haubner, Lpitheliom d. Schilddr. b. Hund. Sachs. Jhb. 1872, p. 59. Adam, Enzoot. Kropf b. Pferden. Woohsohr. f. Thk. 1876, No. 2. Johne, Kropf b. d. Kuh. Sachs. Jhb. 1879, p. 98. Johne, Carcinom d. Scbilddriiso. Ibd. 1880, p, 44. Johno, Erblicher Kropf b.
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Kropf, Struma.
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Dromedar. Ibd. 1881, p. 31. 15 a u m g ä r t n e r, Cachoxia strumipriva. D. m. Wochsclir. 1880, p. 50. Schranz, Theorie d. Kropfes. Arcli. f. klin. Chir. XXXIV, 1. Wien. Woohschr. 188G , No. (51, Bean, Jodoform 1). Kropfbehandl. Cbl. f. Chir. 1886, No. 26. S o h 111, Kropf u. s. Behandl. Schmidt Jhb. 1880, p. 187, 273. Wölflcr, Operative Behandl. d. Kropfes. Wien, medi Woohschr. 1880, No. 29. Mikulicz, Schilddriisenresektion. Ibd. 1886, \o. 31. Müller, Intracapsuliiro Exstirpation. Tübinger chir. Kl. 1886. Garre, Kropfexstirp it. und Cachexia strumipriva. Corrsplil. Sohwz. Arzte 1886, No. 21. Rogowitsch, Physiol. d. Schilddrüse. Cbl. f. med. Wiss, 1880, No. 30. 11 r u u s , Sohilddrusentumorcn im Innern d. Kehlk, Beiträge z. Chir. 1880, Bd. Ill, Heft 1. Cramer, Struma ma-ligna. Arch. f. kl. Chir. XXXVI 1887, 2. H., p. 259. C u b 1 i n s k y , Pathol. d. Schilddrüse. Allg. m. 0. Z. 1887, No. 30. Grützner, Physiol. d. Schilddrüse. 1). med. Wochsclir. 1887, No. 32. Thomson, Kropfu. Geschlechtsleben. Schmid Jhb. 1887, p. 201. Waldoier, Anat. d. Scluld-drüso. Berl. kl. W. 1887, No. 14. Sanqairioo, Folgen d. Sohilddrttsen-exstirpat. Intern, kl. Rundsohr. 1887, No. 0. Ord, Myxoedem. Cbl. f. Chir. 1887, p, 349. Bibbert, Myxoedem. D. m. Z. 1887, No. 14, p. 280. Senator, Myxoedem. Cbl. f. Chir. 1887, p. 850. Möbius, Myxoedem u. Basodow'sche Krkh. Cbl. f. Nervenheilk. 1887, p, 8. Erb, Myxoedem Berl. kl. W. 1887, No. 3. V ire how, Myxoedem. Prag. med. W. 1887, No. 6, p. 47. Berl. kl. W. 1887, No. 11. Haven, Kropf mit Carbolsäure. Monatssohr. f. Dcrmatol. 1887, No. 3. W ö 1 f le r , Unterbind, d. Art. tbyreoid. D. m. \V. 1887, No. 21. W. m. W. 1887, p. 70. Hahn, Partielle Kropf-exstirpat. Cbl. f. Chir. 1887, No. 40. Obalinski, Strumaoperationen. W. m. W. 1887, No. 38. Z c s a s , Kropfexeissionen. Aroh. f. kl. Chir. 1887, No. 3, p. 733. W o 1 f, Über Kropf. Berl. kl. W. 1887, No. 27. 28. N U 8 S-baum, Kropf. Miiichn. m. W. 1887, No. 15. Carle, Totale Struma-exstirpat. I), m. Z. 1887, No. 79. Wölfler, Chir. Behandl. d. Kropfes. Berlin, Hirschwald 1887, p. 90. Bogowitsoh,Physiol. d.Sohilddr. Cbl. f. Chir. 1887,p.24. Ewald, Funkt, d. Thyreoidea. Berl.kl. W. 1887,No.ll. Munk, Sohilddrüsenfunkt. D. m. Z. 5. Jan. 1888. 11 i n t e r s t o i ss e r , Nobcn-kropf. W. kl. W. 1888, p. 82. Ja ge r , Schilddrüsenartcricn. Kl. M. 1888, p. 58. Fuhr, Kropf im Altertum. Virchow's Aroh. 1888, p. 317. Hovell, Cystenkropf. Monatssohr. f. Ohrenheilk. etc. 1883. No. 5. Munk, Schild-drüsenexstirpat. b. Hunde. Cbl. f. m. W. 1888, p. 52. Kocher, Kropf-exstirpat. Cbl. f. Schwz. Ärzte. 1889. Boso, Kropfexstirpat. Cbl. f. Chir. 1889, ^o. 1. Hoffa, Folgen d. Kropfexstirpat. Verhandl. d. psychomed. Gesellschaft Würzburg 1888, No. 3.
Die Anschwollung der Sohilddrttsen, ist a) akut, entztindliob, vorübergehend, oder b) chronisch, nicht entzündlich, ohne Fieber und andauernd. Letztere Form, heisst: Kropf. Damit ist jedoch nur eine generelle Diagnose gestellt. Um das Wesen und die Bedeutung dieser Krankheit zu verstehen, müssen folgende Dinge berücksichtigt werden:
Anatomie und Physiologie. Dieselbe ist von besonderer Wichtig-
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Kropf, Struma.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 325
keit für den Therapeuten. Nach GriUzner besitzt die Schilddrüse mehrere Arterien, von denen jede den Durchmesser der die das Gehirn versorgenden Arterie besitzt, obwohl letzteres beimlMonschen 2Omal schwerer ist. Die Schilddrüsenarterien sind aber in ihren Gebieten vollständig isoliert und bilden keine intraparenchymatöse Anastomoson. Waldoier hält deshalb die Schilddrüse für eine Reguliervorrichtungquot; der Blutzir-kulation im Gehirn. Horsly ist der Ansicht, die Schilddrüse habe die Aufgabe das Mucin zu zerstören, denn geschehe dies durch Erkrankung der Drüse nicht, so sammle sich erstores an. Er bezeichnet deshalb die Drüse als eine glandula antiphlogmatica. Grützner meint, die Schilddrüse zerstöre nicht nur solche Stoffe, die das Gehirn schädigen könnten, sondern sie bereite noch Stoffe, welche für die Gehirnernährung notwendig sind. Eine Reihe von Versuchen ist gemacht: a) die Drüse zu exstirpieren und die hierauf eintretenden Erscheinungen zu studieren, b) Schilddrüsensubstanz einzuführen und deren Wirkung festzustellen, Folgendes geht aus den Yersuchen hervor: Kaninchen, Ziegen, Kinder, Pferde, ertragen die Exstirpation beider Schilddrüsen ohne bemerkenswerten Nachteil, dagegen sind Fleischfresser besonders Hunde gegen die Exstirpation beider Schilddrüsen so empfindlich, dass sie fast alle sterben. Die Exstirpation einer Schilddrüse ertragen die Hunde leicht, werden beide Schilddrüsen herausgenommen, so stirbt das Tier innerhalb 34 Tagen unter ziemlich ähnlichen Erscheinungen wie bei Phosphor oder Arsenikvergiftung, llberlebt das Tier diese erste Gefahr, so kommt nach dieser Zeit Apathie, schwankender Gang, Zittern, Anfälle von Krämpfen, Trismus, Strabismus und Verminderung der Hautsensibilität zustande, später Atmungsstörungen, Kachexie und allgemeine Paralyse. Der Tod tritt zwischen der ,'5. und 4. Woche ein. Da die einseitige Exstirpation gut ertragen wird, so hat man versucht, die erste Wunde vollkommen heilen zu lassen und erst nach einiger Zeit die zweite Thyreoidea exstirpiert, aber auch hier trat der Tod regelmässig nach 84 Tagen, unter Vorgiftungserscheinungen oder nach '34 Wochen unter den genannten Symptomen ein.
Gegen diese von Ewald, Regowitsch und zahlreichen anderen gemachten Angaben wandte sich Munk, indem er sagte, da die Kaninchen und Ratten die Unterbindung beider Drüsen gut ertragen, so muss die Drüse an sich ein unwichtiges Organ sein. Die Exstirpation werde bei Hunden, Katzen und Affen gefährlich, nicht wegen der Bedeutung der Drüse, sondern wegen der Operation, wenn die Wunde nicht eiterig werde, ertrügen auch diese Tiere die Operation. Diesen Angaben entgegen steht die Beobachtung, dass, wenn einzelne Hunde nach der Exstirpation
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Kropf, Struma.
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beider Schilddrüsen gesund bleiben, dann noch eine Nebenschilddrüse in den oberen Partieen, besonders dem Zungenbeinkörper existiert, welche hypertrophisch werden und die Funktion übernehmen könne, auch ist angeführt, dass wenn die Thyreoidea eines anderen Tieres in die Bauchhöhle eines beiderseits Operirten gebracht werde, dass dann das Tier weiter leben könne.
Für die Praxis ist soviel sicher, dass beide Schilddrüsen niemals herausgenommen werden dürfen, weder zugleich, noch in verschiedener Zeit.
Pathologie der Schilddrüse.
Wir unterscheiden A: Entzündung der Schilddrüse: Anschwellung, Schmerz, Fieber. Diese Sorte kommt häufig bei jungen Hunden vor. Dieselbe führt meist nach einiger Zeit zur Eückbildung oder auch zur Cystenbildung. Diese Form heilt auch am raschesten auf Eingriffe ohne Operation.
B. Wirklicher Kropf. Die chronische Anschwellung, Neubildung. Hier sind sehr verschiedene Formen zu berücksichtigen: 1) Die hypertrophische oder fibröse Form. Das fibröse Gewebe wächst in breiten, derben, dichten Zügen, es bilden sich manchmal harte Knoten und Knollen, das Epithel der Drüsenblasen wird ein hohes Cy-linderepithol, das in der Regel im Zentrum zerfällt und mit schleimiger Masse erfüllt ist. Das Ganze ist ziemlich hart, fest, eventuell knollig, auf dem Durchschnitt mit kleinen Fächern und starken Bindegewebs-zügen versehen, der fibröse Kropf, Faserkropf. 2) Die folli-kuläre Form. Die Hauptmasse der Thyreoidea bilden die Follikel-zellen und diese kommen ab und zu in eine übermässige Wucherung, sie wachsen, aber nicht nur zu viel, sie wachsen auch einseitig und sind wenig widerstandsfähig. Die Follikel zerfallen deshalb, bilden gleichsam hohle Zapfen. Es ist, als ob embrionales, atypisches Drüsengewebe in plötzliche planlose Wucherung gekommen wäre. Es zerfällt dasselbe und in die Zwischensubstanz lagert sich gallartige, graue, in hohem Grade zähflüssige, dicke Masse, welche allmählich die Zwischen-substanz vollständig zum Verschwinden bringen kann. Dies ist der Cysten kröpf, Gallertkropf, Colloidkropf, auch adelaquo; nomatöser oder m y x o m a t ö s e r K r o p f. 8) Sowie im Kröpfe die Zellen oder das Bindegewebe wuchern kann, so kann es auch zu einer überm ässigen Bildung der Blutgefässe kommen. Diese Form hat den Namen Gefässkropf, Struma varicosa, oder aneurysmatica. Dieser Kropf ist, je nachdem in ihm herrschenden Blutdruck, grosser oder kleiner, er pulsiert und er ist erektil. Er hat be-
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Kropf, Struma.
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sondere Bedeutung bei der Exstirpation, da die kastenartig erweiterten Kapillaren oft enorm bluten und die Blutung nicht mit Blutzangen gestillt werden kann, weil dieselbe aus allen Gewebslückcn, gleichsam über die ganze Flüche stattfindet. 4) Es kommen bös- oder gutartige Neubildungen in der Schilddrüse vor: Carcinomo, Sarkome, Tuberkulose. Es ist ferner zu berücksichtigen, dass mehrere Formen zugleich auftreten können und von verschiedenem Alter, dass Colloidsubstanz statt grützbreiiger Masse, statt fibröser Stränge knorpeliihnlicho da sein können. Es ist ferner noch eine bösartige Form: Struma maligna festgestellt. Diese Kropfsorte wächst ausserordentlich rasch, ist hart, sitzt meist recht tief gegen die Brust, zeichnet sich durch Metastasenbildung, Nachblutung und nicht selten tötlichen Ausgang aus. Die Ursache ist ein Gewebe, welches dem der Schilddrüse ähnlich ist, aber sogar zwischen die Muskulatur wuchert, und diese zerstört wie ein Sarkom. Diesen bösartigen Kropf habe ich bei Hunden einigemal angetroffen. Er ist, obwohl er mehr klinisch wie anatomisch charakterisiert ist, nicht selten kompliziert mit sonst vorkommenden sarkomatösen Anschwellungen, hauptsächlich am gemeinschaftlichen Muskel des Halses und Kopfes. Anzuführen ist noch, dass die Schilddrüse mit den Geschlechtsdrüsen in einer gewissen Beziehung stellt. Zur Zeit dor Brunst ist die Drüse etwas vergrössert. Bei weiblichen Tieren ist auch während der Träoh-tigkeitsperiode die Schilddrüse etwas vergrössert, doch entsteht dadurch keine besondere Disposition zur nachherigen Erkrankung. Dass beim Hunde das Verhältnis der Kropfkranken nicht so zu XJngunsten der weiblichen ausschlägt wie beim Menschen, ist von der vermehrten Aufzucht der männlichen abhängig. Dass dio Schilddrüse noch Anhängsel haben kann, oder von ihr entfernt noch Schilddmisonge-webe existieren kann, ist weiter oben mitgeteilt, diese acces-sorisehen Schilddrüsen können ebenfalls in dieselben Vorgrösse-rungen eintreten, wie die Schilddrüse selbst und man spricht dann von accessorischem Kröpfe. Derselbe findet sich narnentlicii höher, oben gegen das Zungenbein, und Bruns hat sogar mehrere solche aus der Trachea und dem Kehlkopfe entfernt. Da ein direktes Hineinwachsen unmöglich ist, so muss eine embrionale falsche Lagerung angenommen werden.
Aetiologie des Kropfes. Die Schilddrüse bat nicht nur einen enormen Drüsen- und Blutgefässreichtuui, sondern sie besitzt auch eine sehr reiche Nervenversorguug, sie hat Zweige vom Sympatikus, sowie vom Nerv, laryngeus sup. Cublinsky hat Versuche an Kaninchen, Meerschweinchen , Schafen und Hundon angestellt. Auf elektrische Jleizo
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Kropf, Struma.
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des Halssympixtikus erfolgt Veiiangsnmung des Elutstromes in der Schilddrüse, auf Heize des Nerv, laryngeus Besclileunigung. Es finden sich in der Vena thyreoidoa '/s weniger rote Blutküiperchcn als in der Arterie, es werden also Blutkörperchen zurückbehalten. In dem Driisen-goriist liegen farblose, glänzende Kiigelchon und diese sind vermehrt, wenn die Drüse gereizt wird. Diese komplizierte Einrichtung erklärt auch das leichte Erkranken auf verschiedene Reize. Der Zusammenhang mit dem Geschlechtslohon ist besonders beim Menschen auffallend. Von 50 an Kropf Erkrankten waren nur 4 männliche, von 111 nur G männliche. Ms giebt fast keine Schwangere, die nicht eine angeschwollene Thyreoidea besässe. Man hat als Ursachen Verschiedenes beschuldigt: Kalkarmes Trinkwasser, in Gebirgen mit Urgestein, da in einzelnen Alpthälern der Kropf endemisch ist. Es wurde dem gegenübergestellt, dass Flusswässer, das vielfach als Trinkwasser dientj noch kalkärmer sei ohne Kröpfe zu erzeugen. Mangel an Jod und Brom in der Luft, wenn diese Dingo auch nicht mehr chemisch nachgewiesen werden könnten, so würden dieselben doch vom Meere her über den Kontingent getrieben, seien auf die Geschöpfe wirksam, aber nach den hohen Gebirgen und windstillen Thälern könnten sie nicht getragen werden. Birchor hat gewisse Lebensalter als besonders disponiert nachgewiesen. Das m'ttlere Alter, gerade die Zeit der entwickelten Geschlechtsreife, ist disponiert. Erfand, dass Kropf hauptsächlich auf Böden mit Triasformation und Tertiär vorkommt, er hat in Trinkwasser, wo Kropf endemisch ist, Stäbchen gefunden, die sonst fehlen. Klebs hat im Trinkwasser solcher Gegenden kleinste Organismen gefunden, die er Navioulae bezeichnet und als kropferzeugend beschuldigt. Dass Kropf und Kretinismus beim Menschen genetisch zu-zusaiumenhängt, ist zugegeben, aber auch bei Albinismus, Rachitis, Skrofulöse, Zahnkaries und Tuberkulose entwickelt er sich. Als begünstigende Momente sind angegeben worden : Bergsteigen, Tragen auf dem Kopfe, grosse Exspirationen, Goschlechtsfunktionen, Heredität, geringe Ernährung, Alkoholismus, thermische und elektrische Einflüsse, Höhe des Landes über dem Meere, Beschaffenheit der Luft, kaltes Gletscherwasser, Mangel an Kohlensäure im Getränke etc. Man ist jedoch geneigt, alles dieses mehr in den Hintergrund zu schieben und die von Bircher und Klebs angegebenen aetiologiseben Momente!, die Einwanderung von Lebewesen mehr zu beschuldigen, so dass der Kropf als Infektionskrankheit aufzufassen wäre. Eine besondere Aufmerksamkeit verdient die Arbeit von Schranz, der in einer Kropfgegend Tirols praktiziert und den Kropf besonders mit Herzleiden in Ver-
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bludung bringt. Von 24G von Ihm untersuchten Kropt'loidenden hatten 58 = 23,ö 0/0 Herzleiden. Und von 88 Herzleidenden hntton 58 = G60,o Kropf. Er schliosst daraus: das Jlorzleidon ist das primäre, Von den mit Kropf behafteten Menschen wird meist als Ursache ihres Kropfes angegeben: Überanstrengung, schlechtes Wasser und Geburten. Allerdings noch eine Reihe von anderen Dingen, aber dies sind die häufigsten. Begleitende objektive Erscheinungen wurden meist beobachtet: Verstärkter und bebender Herz-stoss, kleiner, schwacher, unrcgohnässigor, aussetzender Puls, Anämie, Bronchialkatarrh, Atemnot, Husten, Heiserkeit. Ferner subjektiv: Beklemmungen, Nervosität, Herzklopfen, Kopfschmerz, Magenschinerz, und Schlingbeschwerden. Schwindel, Melancholie, Schwäche und noch eine lleihe anderer Erscheinungen.
B e o b a c li t u n g e n über das Vorkommen d e s K r o p f e s bei Haustieren. Sämtliche Haustiere können betroffen werden. Pferde haben nicht selten hypertrophische, harte Schilddrüsen, allein dieselben sind meist unschädlich, doch sind auch andere Fälle bekannt. Johne socierte ein Pferd, 12 Jahre alt, welches, weil unheilbar, getötet, eine Schilddrüse besass, 50 cm. lang und 50 cm. Durchmesser.. Leisering fand eine faustgrosse Schilddrüse bei einem Pferde, die so leicht herauszuschälen war, wie das Gelbe vom Weisson im hartgesottenen Ei. Schmid operierte einen Kropf am Pferdes mit dem Ecraseur. Bailargor veröffentlicht über den Kropf des Maultieres folgendes: In Savoyen, in Gegenden, wo der Kropf auch beim Menschen häufig ist, ist derselbe noch zahlreicher beim Maultiere. In einem Stall von 20 Stück zu Modane hatte nur noch 1 Stück keinen Kropf, in einer Sohmelzhütte waren von 30 Maultieren 23 mit Kropf behaftet. Die Schilddrüse, die sonst kastaniengross ist, war hier bis hühnereigross und darüber. In 3 Fällen beobachtete er Pfeifen und Schnarchen. Bei einseitiger Anschwellung war meist die linke betroffen. Bailarger beschuldigt die Unfruchtbarkeit des Maultieres als begünstigend. Beim Rinde ist Kropf ebenso selten wie beim Pferde, nur in Einzelfällen wird er über-mässig und es wird Abhilfe verlangt. Besonders Kropf der Neugeborenen, der Kälber, spielt hier eine Rolle. Derselbe ist gefährlich. Eberhardt beobachtete denselben beim Kalbe, bis zur Grosso einer Kinderfaust, Gurlt sah jede Drüse eines Kalbes 6 cm. lang und 8 cm. breit. Rychnor hat den Kropf bei Rindern, besonders in Gegenden gesehen, in denen auch der Kropf beim Menschen heimisch ist. Johne hat gegen ein grosses Sehleimdrüsenadenoin, Kropf, mit Erfolg die Tracheotomie angewandt. Meyer fand bei einem 34 Jahre alten
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Ochsen einen kinclskopfgrossen Kropf, welcher auf medicamentöse Behandlung verschwand. Beim Schaf und Schwein spielt Kropf eine ganz unhedeu'tende Rolle, doch hat Gurlt die vergrösserte Schilddrüse eines Schafbockes beschrieben. Von weitaus grösster Bedeutung ist der Kropf beim Hunde. Diese Tiere erkranken am häufigsten und gefährlichsten an dieser Krankheit. Bei denselben wird die tierärztliche Hilfe sehr häufig verlangt.
Das klinische Bild : ist sehr wechselnd. Stabil ist die Anschwellung am Halse. Nicht zu vorwechseln sind die hoch oben am Halse sitzenden Schleimgeschwülste, Adenome. Jedoch können dieselben auch an der Stelle der Schilddrüsen vorkommend, den Kropf darstellen, Cystenkropf. Es kommen alle Formen von Kropf bei Haustieren vor. Kleine, weiche, ohne Fieber bestehende sind in der Kegel unschädlich, bei grossen, harten Kröpfen ist oft ganz bedenkliche Atemnot, es droht Kohlensäurevergiftung oder es tritt Fieber dazu. Krankheiten dos Herzens und Gefiissapparates, sowie der Respiration vergesellschaften sich damit. Die Tiere sind unlustig, melancholisch, sie leiden nicht selten an Schwindel, sind nervös, schreien, haben wechselnden Appetit und zeigen Verdauungsstörungen. In hochentwickelten Fällen liegen die Tiere, atmen keuchend mit offenem Maule und gehen nicht selten asphyktisch zu Grunde. Es kommen Kröpfe von ganz enormer Grosso vor. Leisering beschreibt von einem Pudel, der zu Grunde ging, einen Kropf, der vom Kehlkopf bis zum Brustbein reichte, fast die ganze untere Halstlächo einnahm, 10 cm. lang, 10 cm. breit und 3 cm. dick war. Delabere-Blain giebt an, dass er namentlich Möpse und Wachtelhunde belastet finde. Ich habe eine verhältnismässig grosso Anzahl von Kröpfen operiert und finde dass es nötig ist, Wissen und Können dieses Gebietes vollkommen zu beherrschen, sonst sollte man die Kropftherapie lieber bleiben lassen. Beim Geflügel wird mit der Bezeichnung Kropf die Erweiterung dos Schlundes, die als Vormagen dient und sich vorn am Halse vor dem Brusteingange befindet, verstanden. Da diese Erweiterung oft übermüssig angefüllt wird, so dass Lähmung und andere Krankheitserscheinungen entstehen, so wird nicht selten dort eingeschnitten und der Schlundteil operativ behandelt. Es gehören jedoch diese Kropfoperationen zum Schlundschnittc. An wilden Tieren sind ebenfalls Kröpfe beobachtet: Leisering sah an einem Waschbär einen Blut- oder Gefiisskropf, derselbe war erektil, bald grosser bald kleiner, oft über eine Mannsfaust. Johne sah beim Dromedar erblich den Kropf auftreten. Die Mutter hatte mannskopf-grossen Kropf, der sehr häufig punktiert wurde und sämtliche von ihr
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jorenen Jungen kamen mit derart entwickelten Kröpfen zur Welt, dass sie nicht welterleben konnten. Paullki sah Kröpfe bei der Giraffe, bei der Biberratte und einigen wilden Kaniden.
Prognose: Kleine Kröpfe können durch längere Zeit ohne Nachteil bestehen. Grosse sind gefährlich, weil sie Erstickung zur Folge haben können. Sobald der Kropf aber eine gewisse Grenze überschritten hat, so ist er nachteilig, wegen Behinderung- der Atmung, der Blutzirkulation und der Futteraufnahmo. Diese rein mechanischen Wirkungen können noch erheblich verschlimmert werden, wenn in der Schilddrüse eine bösartige Neubildung die Vergrösserung bedingt.
Therapie: Wir haben quot;u unterscheiden: a) eine Kropftherapie ohne Operation und b) die Radikalbohandlung, die Exstirpation.
Die Behandlung des Kropfes ohne Operation, besteht in folgendem: In früheren Zeiten wurden Sympathiemittel angewandt. Namentlich hielt man im Mittelalter die Kropfheilung für eine an den Thronen haftende Wundergabe. Ludwig I. berührte die Kranken mit einem Kreuz. Eduard 1ÜG2 in England heilte durch Berühren mit der Hand. In Gegenden, in denen Kropf endemisch ist, wird heute noch manches Zaubermittel probiert. Eine grosso Anzahl von Arzneimitteln ist im Laufe der Zeit versucht worden und als souveränes hat sich das Jod erwiesen. Bei chronischem Kropf nützt aber auch das Jod nicht. Zahlreiche andere Mittel werden in der Neuzeit ebenfalls empfohlen: Parenchymatöse Injektionen von Arsenik, 23mal wöchentlich. Liq. Kai. arsenicos. 1 Grm. Ag. destil. 8, je 5 gr. Diese Arsenikinjektionen in die Drüsensubstanz sind mehrfach empfohlen, jedoch ist auch von beachtenswerter Seite widerraten worden. Injektionen mit Über o smi um säure l0o, wöchentlich 12 mal, sind empfohlen worden, ebensolche mit Ergo tin 35 Teile in 7 Glycerin, alle 34 Tage. Amm onium chlor id 10, in Wasser gelöst täglich 3mal innerlich durch einige Monate gegeben sei wirksam. In den Kliniken von Chicago worden seit Jahren Injektionen von Carbol-säure 5 0/o vorgenommen, 10 gr. Flüssigkeit, die Spitze ca. '/laquo; cm. tief in die Drüse eingestochen. Jodesmal trete kurz nachher etwas Schwindel bei den Patienten auf, aber ohne Nachteil. In einigen Fällen schwinde hierauf die Drüse schon nach 12 Tagen, in anderen werde sie nach 810 Wochen allmählich härter und kleiner. Die Jodbc-handlung geschieht a) äussorlich mit Salben, b) Mit Injektionen und c) innerlich gegeben. Als Salb on auf die gescheerte Hautpartie werden verwendet: Jodoform 1, Lanolin 5. Jod 1, Jodkalium 5, Lanolin 20. Als Injektionen: Lugol'sche Lösung, Jod 1, Jodkalium 5, Wasser
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50 100, alle 2 Tage 25 gr. Jodoform I, Äther 5, (Jodtinktur ist gefährlich als Injektion). Innerlich: Kai. jod. 5, Aq. destil. 50, täglich 3 mal je nach der Grosse des Tieres 1 Thee- bis Esslöffel voll zu geben. Solutio suporjodeti kalici 3 mal täglich 12 30 Tropfen mit Wasser zu geben. Jodoform 0,1 0,3 mit Ferrum Hydrogenio rcductum 0,30,8 zur Pille täglich 2 zu geben.
Es ist aufmerksam zu machen, dass die Kropfbehandlung ohne Operation in vielen Fällen nichts nützt und dass vor Einleitung einer solchen Kur auf die wahrscheinliche Erfolglosigkeit hinzuweisen ist, auch sind namentlich die Injektionen nicht ungefährlich. Es sind sorgsamste Desinfektion der Spritzen und aseptische Lösungen dringend anzuraten.
Operative Behandlung des Kropfes: a) Vorb ereitung: Massige Nahrung, Haare am ganzen Halse unten abschoeren. Rasieren, gründliches Waschen, Seifen, Sublimatirrigation, Abtrocknen, Einreiben von Jodoform. Narkose, b) Exstirpation: Längsschnitt und Freilegen der Drüse mit sorgsamster Anlegung von Blutzangen. Auftupfen jedes Tropfen Blutes. Lösschälung der Drüse samt ihrer Kapsel, Unterbindung der Schilddrüsenarterien (A. tbyreoidea inferior und superior jode für sich samt den Ycncn). Abschneiden mit der Schere. Toilette der Wunde, sorgsames Nähen, Drainage, Jodoformpuder und Verband. Diese Methode muss vielfach geändert werden, wenn die Drüse sehr gross, Cystonkropf, Gefässkropf, Neubildung vorhanden, oder Gefahr wogen Strumipiris ist. Nussbaum amputierte mit dem Thermokauter sehr langsam, schnitt 'Ai oder Vs der Drüse damit ab und Hess den liest sitzen. Der Fehler dieser teilweisen Exstirpation ist, dass man nicht weiss, ob nicht krankes Gewebe sitzen blieb. Es ist zwar von Böse vorgeschlagen, den Kropf knoten mit elastischer Schnur zu unterbinden, Blutleere herzustellen, wodurch das Kranke kenntlich werde, welches sodann mit dem scharfen Löffel entfernt werden soll. Wolff giebt an, dass er auf partielle Exstirpation nie Nachwachsen oder Ilecidiv beobachtet habe. Viel beliebter als diese partielle Entfernung ist die Unterbin dung der S ch ilddrüsenartcrien, wodurch die Schilddrüse allmählich zur Schrumpfung kommen soll, ohne dass Gefahr wogen Strumipiris eintrete. Diese Unterbindung sei schon im 17. Jahrhundert angegeben, aber wieder vergessen worden. Wölfler empfiehlt sämtliche Arterien aufzusuchen und aseptisch mit Catgut zu unterbinden. Der Kropf schwinde nach und nach.*)
Von Socin ist die in traglandulär e Auschä lung empfohlen,
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*) Beim Hunde ist in der Regel nur eine Schildclrüsenarterie vorhanden.
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Kropf, Struma.
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d. h. die Kapsel der Schilddrüse zu erüffnon, die Drüsonsubstanz stumpf herauszubei'ördern und clio Kapsel samt den Oefässverbindmigon sitzen zu lassen. Diese Operation ist jedoch schwierig wogen Auffindung der Kapsel selbst und wegen Widerstand der Drüsonsubstanz. Wolf hat die Drüsonsubstanz mit dem scharfen Löffel ausgekratzt. Diese ver-scliiedenen Verfahren heissen: Enucleation, Evacuation, Resektion und Ligatur. Gefahr bei dor Operation ist vorhanden: a) durch Blutung, b) durch septische Infektion. #9632; Weitere Zufälle, wie sie beim Menschen eintreten können : Zusammenklappen der Trachea oder Erstickung durch Stimmbandliihmung kenne ich bei Tieren noch nicht. Im allgemeinen gilt auch für die Tierheilkunde der Ausspruch Kochers: rechtzeitige Excission eines gewöhnlichen Kropfes ist eine ungefährliche Operation und sie ist bei stetigem Wachstum und eintretenden Beschwerden gerechtfertigt.
Oaohexia strumipriva, Myxoodem, Cachoxia paehy-dermica. Kretinoider Zustand nach Kropfoperationen. Mit dem Erkennen, dass Schilddrüsenexstirpationen aseptisch durchgeführt, gefahrlos heilen, wurden zahlreiche Kröpfe herausgeschnitten. In vielen Fällen beobachtete man aber nach einiger Zeit Erkranken der Operierten, hauptsächlich Menschen, es sind jedoch auch von Ilorsly diese Symptome in voller Ausbildung am Affen und von Cooper teilweise an Hunden beobachtet worden. Die Symptome dieser Krankheit sind: Allgemeine Schwellung der Haut, Blässe, Kälte, einzelne Teile besonders des Gesichts, Nase, Wangen, Lippen werden sehr gross, die Augenlider unförmlich, Verdickung der Zunge, Schwellung der Extremitäten, Plumpwerden derselben, Prallheit ohne Hinterlassen von Eingereindrücken. Beim Mensehen werden die Hände schaufelförmig. Die Haut wird trocken, schilfert, die Haare fallen aus. Es treten ferner ein: Verlangsamung der Sinneseindrücke, Abnahme des Gedächtnisses, des Denkens, der Intelligenz, der Bewegung, Erschwerung der Sprache, Pulsverlangsamung. Schwächegefühl. Subjektiv ist angegeben, Kältegefühl, Ameisenkrabbeln, Schwindel, Platzangst, Stechen in den Gliedern. Anämie, Kachexie und Tod ist der Ausgang. Nach iMöbius ist Myxödem gerade das Gegenteil von Bascdow'scher Krankheit: Basedow'sche Krankheit:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Myxoedem:
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V er grö sse r ung der S child-
d r ü s e. 1) Beschleunigung der Ilerzthätig-
keit. '2) Verdünnung der Haut.
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Verkleinerung oder P e h 1 e u der Schilddrüse.
1)nbsp; Verlangsamung der Herzthötig-keit.
2)nbsp; Verdickung der Haut.
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Krankheiten des Sohlundes.
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3)nbsp; GTesteigerte Wärme der Haut. 3) Kälte, Trockenheit der Haut.
4)nbsp; Steigerung der physischen Er- i 4) Verlangsamung der seelischen regbarkeit. Reizbare Schwäche. | Funktionen.
Der Verlauf beider Krankheiten ist chronisch.
Bei Myxoedem findet sich unter der Haut, nicht etwa wie bei Hautwassersucht, Serum, sondern eine gallertige, gelbliche Sülze und Wucherung des Bindegewebes. Es ist somit das Myxoedem nicht nur wie anfangs angenommen wurde, eine regressive Metamorphose, ähnlich derjenigen von Eett- und Schleimgewebe, sondern es ist ein aktiver Vorgang, der 'sich der Entzündung nähert, da grosse Zellenteilung und Wucherung, ähnlich wie bei Granulation besteht.
Seitdem man in der Menschenhoilkunde die Totalexstirpation der Schilddrüsen unteilässt, hört man wenig mehr von Myxoedem. An Hunden ist beiderseitige Exstirpation der Schilddrüsen als physiologisch unstatthaft anzusehen.
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Krankheiten des Schlundes.
A. Allgemeines.
Littoraturi Bonloy u. Reynal, Sohlundunterbindung;b.Hundo, Koo. 1856, ]). 687. Ber. üb. Leist, i. *ieb. d. Thk. 1856, p, 6. Ambrotoli, Dasselbe. Mail. 1867, IV. Ibd. 1867, p. 86. Wassilleff. Über den Sohluckakt. Zeitsohr. 1'. Biol, 18k7, p. 29. Moitzer, Sohlunderweiterung. D.
med. W. 1838, p. 47.
Sehr zahlreich, sowohl in Bezug auf Verschiedenartigkeit der Erkrankung, wie Häufigkeit des Vorkommens, sind Erkrankungen des Schlundkopfes und Schlundes. Die Ursache hievon, ist a) in der ver-hältnismässig grossen Ausdehnung des Organes gelogen, wodurch den krankmachenden Einwirkungen reichlich Gelegenheit zur Verletzung gegeben ist und b) in der aussorordentlichen Anforderung, die an dieses Organ gestellt wird, durch die Beförderung der enormen Mengen Rauhfutters bei den Pflanzenfressern und namentlich noch hei den Wiederkäuern, bei denen die Futtermasson, wegen der Rumination, denselben Weg sogar dreimal machen müssen. Sodann ist die Art des Futters, bei Pflanzenfressern oft geeigenschaftet, die Schleimhaut zu verletzen und es ist dann Gelegenheit zur Infektion gegeben. Bei Omnivoren und Fleischfressern aber ist häufig die Ernährung mit Speiseüberresten, mit Knochenstiicken, Gräten und dgl. Ursache, dass Erkrankungen eintreten. Erwähnenswert ist noch, dass man infolge verschiedener Untersuchungsresultate zu der Annahme gelangte, der Schlund habe
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A. Allgeincimes.
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eine besondere Disposition zur Erkrankung auf gewisse Eingriffe, er sei ein sehr leicht zu verletzendes Organ, welches mit Gefahr für das Leben des Eetroffenen erkranke. Diese Annahme entstand dadurch, dass die Toxikologen bei ihren Ycrsucben, vielfach um das Erbrechen der eingegebenen Substanzen zu verhindern, dem Versuchstiere den Schlund unterband. Boulcy und Reynal haben nun Versuche angestellt, wie lange Tiere derartige Unterbindungen ertragen und sie haben gefunden, dass einzelne Hunde schon 2 Stunden nach der Anlegung der Ligatur zu Grunde gingen, andere lebten, wenn die Ligatur nach einiger Zeit entfernt wurde, noch 23 Tage, aber weitaus die meisten dieser Versuchstiere starben. Ambrosi hat nun, um diese Angaben zu prüfen, an 52 Tieren Versuche angestellt und er kommt zu folgendem Resultate! I) Die Ligatur voranlasst, bald nach der Anlegung, Anstrengung zum Erbrechen, welche mindestens 2448 Stunden andauert. 2) Diese Brechanstrengungen sind stärker bei vollem, als bei leerem Magen. 3) An sich führt die Ligatur nicht zum Tode, aber 4) durch Entzündung und Eiterung der Ligaturstellen. 5) Wird ein Brechmittel verabreicht und der Schlund unterbunden, so sterben die Tiere bald, infolge der Übergrossen Anstrengungen. 6) Verwachsungen treten infolge der Unterbindung nicht ein, wohl aber manchmal Eistelbildungen. Es ergeben diese Versuche, dass eine besondere Vulnerabilität des Schlundes zwar nicht besteht, dass aber Ligaturen, und deshalb wohl auch andere ähnlich wirkende Schädlichkeiten, etwa Verstopfung mit einem Fremdkörper, Verwachsung, Tumor, Divcrtikeletc. Brechreiz auslösen und dass die vergebliche Brochanstrengung bei gefülltem Magen gefährlicher ist, als bei ungefülltem. Über den Schluckakt selbst sind von Wassilioff Untersuchungen angestellt. Beiz des weichen Gaumens löst in reflektorischer Weise den Schluckakt aus, derselbe kann jedoch nur vollkommen stattfinden, wenn sich etwas zum Abschlucken in der Mundhöhle befindet, denn das Hinahbefördem eines Bissens, gleicht einem Hinahspritzen und eine Wirksamkeit der Sohlundmuskulatur tritt nur dann ein, wenn sie durch einen Bissen oder Flüssigkeit, die hindurch gehen, angeregt wird. Diese Thatsache ist für das Verständnis von Schliindlähmungen wichtig, weil nicht nur zentrale Störungen des Nervensystems, sondern auch nur streckenweise Inaktivi-tät des Schlundes, den Schluckakt unterbrechen können.
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igt;. rtrmiiiMii'iii/.iiiMiui
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B. SchluiulentKÜiuluiig.
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Litte
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eratur: U a y r o n , Sohlundentz, 1). Kuli. Joum. vet Mil. 1848, p, 500. laquo;er. üb. Lcist. i. Geb. d. Thk. 1849, p, 47. Hey, Schlundentz. b, Pferd.
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Bi SoblundentzUuduna
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Joum. mod. vet. 1848. Ibil. 1840, p. 28. Scrros, Sclilmulontz. b. Wiederk. Toul. 1859, p. 278. HhI. 18.11), p. 33. Rosenkranz, Zungen-Sohlund-kopfentz. Sftohs. Jhb. 18G2, p. 104. Roloff, Sohlundentz, b. Pf. EololF U, SohUtlaquo; 1873/79, p. 61, Job no, Sclihmdontz. b. Pf. Siiubs. Jhb. 1879, p. 45.
Die Diagnose Schlundontziindung ist eine anatomische. Man kann aber don Schlund während dos Lebens am unverletzten Tiero
nicht sehen, und ist doshall) auf indirekte Symptome angewiesen, dieselben sind aber nicht ganz ausschliosslich nur der Entzündung zukommend. Aus diesem Grunde wird der Eine Schlundentzündung ding-nostizioren, wo ein Anderer etwas Anderes als Überschrift wühlt. Die Bezeichnung Sohlundentzündung deckt daher keinen einheitlichen Begriff für die Klinik. Ms ist folgendes über die Schlundentzündung mitgeteilt: Key: Ein Pferd hat schon mehrmals Ifalsentzündung gehabt, ist sehr empfindlich am Kehlgangc, hat Husten beim Schlucken, Brechreiz, Erbrechen. Am Ibilse entlang der Schlundrinne besteht Sohmerzhaftigkeit; Fieber. Tod nach 6 Tagen. Sektion: Schlundlaquo; erweiterung, der Schlund ist mit Futter gefüllt, die innere Haut teilweise zerstört. Man sieht, dieser Fall kann unter ,,Divertikelquot; und unter Erbrechenquot; ebensogut eingereiht werden. Uoloff: Ein Pferd konnte; plötzlich nicht mehr schlucken. Die gekauten Pissen fielen wieder zum Maule heraus. Getränk wurde gierig aufgenommen , dasselbe ging bis zur Halsmitte, der Schlund darüber war dick, voll, dann lief es wieder retour. Abmagerung und Tod in 14 Tagen. Sektion: Schlundentzündung kurz vor dem Magen, die Schleimhaut war dort verdickt, grünlichgelb und so verengt, dass kaum ein Strohhalm hin-durcli konnte. Dieser Pali könnte ebenfalls unter Schlundlähmungquot; oder Schlundverongung* eingereiht werden: Johne: P]in Pferd hatte beim Kartoffelholen plötzlich Schlingbeschwerden, Recken des Halses u. dgl., so dass man vermutete, es wäre eine Kartoffel im Halse stecken geblieben. Die Schlundsonde ergab aber, dass kein Hindernis im Schlünde vorhanden war. Es trat jedoch Fieber ein, blutiges Speicheln, Unvermögen zu Schlingen, zuweilen Hustenanfälle und Tod nach I Tagen. Sektion: 50 cm. über der Schlundeimnündung war parenehymatöse Entzündung der Schleimhaut, Schwellung, Hyperämie, darüber war massige! Anfüllung des Schlundes mit Häksei. Die Diagnose Schlundentzündung scheint hier ebenfalls erst nach der Sektion entstanden zu sein, denn während des Lebens war diejenige Schlundlähmungquot; ebensogut berechtigt. Beim Binde hat Bayron folgendes als Schlundentzündimg vorgeführt: Eine Kuh hatte ein Bubenstück
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C. Schlundkrampf.
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in Apfelgrösse im Schlünde stecken , dasselbe wurde durch Bewegung nach oben gebracht, glitschte jedoch wieder hinab und steckte wiederholt fest. Mittelst eines Gabelstieles wurde das Stück hinabgestossen. Sofort nachher trat Husten auf, beschwerliches Schlucken und die Schleimhäute waren gerötet. Serres hat eine Abhandlung über Schlund-entzündung geschrieben und bezeichnet als klinische Erscheinungen: Schmerz beim Schlingen, Ausstrecken von Kopf und Hals, Empfindlichkeit auf Druck an der Drosselrinne, die manchmal geschwollen ist, am Schlünde sind manchmal antiperistaltische Bewegungen sichtbar, Erbrechen kann da sein oder fehlen, keine Fresslust, Eieber oder auch fieberfrei.
Es gehört zu diesem klinischen Bilde, noch die Aetiologie: Wenn bekannt ist, dass ein mechanischer oder chemischer Insult voranging, dass ein llübenstück etc. stecken blieb, dass mit einem Schlundrohr oder anderem unpassenden Gegenstand eingegangen war, wenn scharfe, chemische Substanzen z. B. Salmiakgeist bei Aufblähen eingeschüttet wurden und hiezu noch die genannton anderen Erscheinungen auftreten, so wird man berechtigt sein, die Diagnose Schlundoutzündung zu stellen.
Prognose: Dieselbe ist unter allen Umständen vorsichtig zu stellen. Es besteht nicht nur das Bedenken wegen der Abmagerung, sondern es ist in solchen Fällen direkte Lebensgefahr vorhanden.
Therapie: Serres hat angegeben: Schleimige Getränke in kleinen Gaben, leicht kaubares Futter, Mehltrank, ferner: Eisumschläge, Senfteig und schliesslich scharfe Einreibungen in die betreffende Schlundgegend. Es wäre noch anzufahren eventuell künstliche l^rnährung durch ein dünnes Schlundrohr, Massage an der betreffenden Halspartie und elektrische Behandlung mittelst induziertem Strome, da Pferde hiegegen sehr empfindlich sind, wären konstante Ströme zu verwenden.
C. Schhiiulkrainpf.
Littoratun Schilling-, Sohlundkrampf b, Pf. Mitt, a. d. tztl. Pr. Gorlach u. Loisorinff 1857, p. 78. Moste, Sohlundkrampf 1). Mault. Lyon. Bor. üb. Leist, i. Geb. d. Thk. 1802, p. 22. Guillmot, Sohlundkrampf b, Pf. Belg. 1802, p. 115. Ibd. 1802, p. 22.
Schlundkrampf ist wenig beobachtet, derselbe tritt unter charakteristischen Erscheinungen auf. Guillmont sah ihn folgendermassen: Ein Pferd fing während des Fressens an zu scharren, hob den Schweif, wurde aufgetrieben, hielt den Kopf hoch, gestreckt, konnte nicht mehr schlucken und zeigte Brechanstrengungen. Der Schlund war in seinem
Hoffmann, Tierärztliche Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;22
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T). Veriitzungen des Schlundos.
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ganzen Verlaufe am Halse hart, strickähnlich und schmerzhaft. Schilling beobachtete, dass mit dem Eintritt eines Bissens in den Rachen Schlingbeschwerden auftraten und der Bissen unter Würgen wieder herauf gebracht wurde, wurde aber der Bissen tief eingegeben, so konnte er geschluckt werden, er bezeichnet deshalb seinen Fall auch als Bohlundkopfkrampf. Messe sah beim Maultier: Unfähigkeit zum Schlucken, der Hals war '/a in der oberen Ilalslängo krampfhaft zusammengezogen wie ein harter Cylinder. Es trat Ernährungsstörung und Erschöpfung ein.
Wir haben somit als klinisches Bild anzugeben: 1) Unfähigkeit zum Schlucken, 2) Schmerzen bei dem Versuche hiezu und 3) harten, krampfhaft zusammengezogenen Schlund.
Prognose: Günstig. In den genannten Fällen erfolgte bei No. 1 die Heilung in 5(i Stunden, bei No. 2 in einigen Tagen und bei No. 3 in 6 Tagen.
Therapie: Guillmot gab innerlich Chloroform mit Baumöl, Schilling Äther mit Baumöl und Mossc verwandte Morphium. Gerade letzteres, als Injektion verwendet, dürfte das empfehlenswerteste sein.
Nicht uninterossant für derartige Fälle ist ein Ausspruoh des Hippokratos i Die heftigsten Schmerzen im Schlünde erregen Ohrengeschwiilste und Krumpfequot;.
Igt;. Verätzungen des Schlundes.
Littoratur; Hering, Verätzung mit Salmiakgeist. Der. üb, Leist. i. Geb. (1. Thk, 185S, p, 25. Rosenkranz, /nngen-Sohlundkopfentz. Sachs. Jlib. 18C2, p. 104.
Mit Verätzungen des Schlundes sind in der Hegel auch Verätzungen des Maules und Schlundkopfes verbunden. Es können jedoch namentlich beim Eingeben von zu scharfen Arzneimitteln, letztere erst im Schlünde wirksam werden, wenn sie weit, über die Zunge eingegeben werden. Die auftretenden Erscheinungen sind dieselben,, wie sie bei der Entzündung genannt wurden, auch bezüglich der Prognose und Therapie gilt dasselbe, nur ist bei letzterer auf die chemische Beschaffenheit der ätzenden Substanz noch Rücksicht zu nehmen.
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E. Scliluudliilimuiig.
Litter a tur: Jürgens, Schliindlälniinng b. l'f. Gurlt u. Ilertwig 184G, p. 347. An ao k er, Sehhnulliihmung b. Rind. Gurlt u. Hertwig 1851), p. 478. Straub, Sehlundlähmimg b, Pferd. Rop. 1853, p. 20. .Tost, Schhind-lühmung b, Pf, Mitt. a. d. tztl. Pr. llerlwig 1800, p. 154. Waltrup, Sehluiidlähmung b. Pf, Ibd. (ierlaoh 1860, p. 105. Richter, Schlund-
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E. Schlundlähmung.
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liihinung-b. Pf, Ibd. Hertwig 1861, p. 171. Klintmann, Schlundlähmung b. I'f. Stockfleth 1861. Ber. üb. Loist. i. Geh, d. Thk. 1862, p. 22. II o f e r, Schluudlähinung b. Pf. Mitt. d. bayr. Tzsch. 1863, p. 35. Ouillmot, Schlundlälnming b. Pf. Annal. M6d. vet. 1865, p. 122. Ber. lib. Leist. i. Geb. d. Thk. 1806, p. 27. Kbcrhardt, Schluudlähmung b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Roloff 1874, p. 159. Lydtia, Schluudlähmung b. Rind. Tztl. Mitt. 1880, p. 106. V o g e 1, Schlundlähmung b. Pf. Adam Wochsohr. 1886, p. 165. (i o t t, Schlundlälimung b. E. Trod. Kuudschau 1887, p. 81. lt;i ott, Sohhindliihinung b. Pf. Ztsohr. f. Vtkunde. 1889, p. 214,
Es sind folgende Fülle beachtenswert: I. Vogel hat drei letal verlaufende Schlundlähmungen gesehen. Ein 4jährige8 kräftiges Miiller-pferd konnte seit einigen Tagen weder Futter noch Getränke auf-nohtnon. Vogol fand bei der Untersuchung alles normal, allein das Pferd machte entweder keine, oder nur widerwilligo Versuche zur Futter- oder Getränkaufnahmo und was es nahm, wurde wieder ausgeworfen. Die Zunge des Pferdes war bräunlich, der Grund derselben graubräunlich, nach 3 Tagen sogar schwärzlich. Am 6. Tage war der Zustand des Tieres hoffnungslos und der Tod trat bald darauf ein. Sektion: Zungenschleimhaut, besonders der Zungenrücken, schwärzlich, etwas verdickt, sonst alles normal. Ein zweites Pferd erkrankte genau unter denselben Erscheinungen, starb und lieferte dasselbe Sektionsbild. Bei einem dritten Pferde begann die Krankheit mit einer kleinen Kolik und der Tod erfolgte in der zweiten Nacht. Klintmann sah beim Pferde chronische Schlingboschwcrde. Tod. Sektion: Ohne positives Ergebnis. Richter: Ein Pferd konnte trotz grosser Mühe weder Futter noch Wasser aufnehmen, es trat der Tod nach einiger Zeit ein und die Sektion lieferte keinen Anhaltspunkt für die Schlundlälimung. Anacker: Eine Kuh konnte kein festes Futter mehr aufnehmen, sie hatte zwar Appetit, kaute, konnte aber nicht schlucken, nach kurzer Zeit auch keine Flüsskeit mehr, sie speichelte stark, und magorte ab. Kein Fieber, Tod. Sektion: Ohne positives Ergebnis. Ganz ähnliche Fälle beschreiben v. Ow, Waltrup und Gott.
In diesen Fällen erscheint das Tier sonst vollkommen gesund. Die Unmöglichkeit der Futteraufnahmo ist die einzige Abnormität. Alle Fälle enden tötlich und bei der Sektion findet sich keine, die Schlundlähmung genügend erklärende Erscheinung.
II. Eine andere Reihe ist folgende: Eborhardt sah bei einem Pferde, welches das Futter versagte, dass es den Kopf hängen lioss, häufig schleuderte; geiferte, auf der linken Ilalsseite an der unteren Hälfte war der Schlund bedeutend angeschwollen. Das Tier starb. Bei der Sektion fand sich der Schlund vom Magen durch die Brust-
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340nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;E. Schlundlähmung'.
portion herauf bis zur Hälfte der Halsportion mit Futter teilweise angefüllt, an der Schleimhaut aber keine entzündlichen Erscheinungen. Jost beobachtete ein Pferd, das öfters Kolik hatte, schliesslich nichts mehr schlucken konnte und starb. Er fand bei der Sektion den Schlund vom Magen bis zum Schlundkopf mit Futter vollgefüllt, aber auch das Luftrohr und die Bronchien mit Putterteilen vollgestopft. Diese Fälle unterscheiden sich von den ersteren dadurch, dass die Lähmung viel tiefer sitzen muss. Hier geht das-Kauen und Abschlucken bis gegen die Einmündung am Magen regelrecht, dann aber bleibt das Futter im Schlunde sitzen, der Schlund füllt sich an und bei einzelnen Tieren ist das Hungergefühl so heftig, dass die gekauten Futterbissen zum Teil durch den Kehlkopf in die Lungen getrieben werden,
III. G uillmot sah bei G Pferden Schlingbeschwerden, Speicheln und Brechreiz dadurch entstanden, dass man unter das Futter den Samen von gelber Hopfenluzerno in grösserer Menge eingemischt hatte. Diese Samenkörner waren an der Maul- und Ilachenschleimhaut hängen geblieben. Auf Anwendung von Maulwässern heilte das Leiden. In der öster. Zeitschrift für Vetorinärkunde findet sich folgende Mitteilung. Ein Pferd hatte Druse und Bluttieckenkrankheit überstanden und bekam noch Seimenentzündung. Das Allgemeinbefinden war wenig getrübt. Ohne äussere Ursache traten nun Schlingbeschwerden auf, das Tier kaute, konnte aber nicht schlucken, auch nicht mehr seinen Speichel, dieser floss in langen Fäden aus dem Maule. Schmerzen waren nirgends festzustellen. Auf Ausspülungen des Maules mit Creolin und Strychnininjektionen, täglich 0,03, erfolgte Heilung in 8 Tagen. Straub veröffentlicht über eine Schlundlähmung folgendes: Ein Pferd war unfähig zu schlingen, der Schlundkopf war wenig empfindlich, es trat Schieben ein und Unvermögen aufzustehen. Tod. Sektion: Echinokokken im Gehirn und Blutgerinsol auf dem Keilbein. Jürgens: Ein Pferd biss in die Krippe, knirschte, nahm zuweilen Futter auf, aber warf es wieder aus. Grosses Speicheln, schleppender Gang, Schreckhaftigkeit und Tobsuchtsanfälle, schliesslich Schläfrigkeit und Tod am 11. Tage. Die Sektion ergab nichts Positives.
Diese unter III. beschriebene Gruppe umfasst nur sogenanntequot; Schlundlähmungen mit verschiedenem Krankheitsbilde und verschiedener Ursache. Die Fälle Guillmot sind entstanden durch gelben Hopfenluzernensamen, der sich im Maule und den oberen Schlundpartieen anhakte, welcher jedoch entfernt und sämtliche Tiere in Kürze geheilt werden konnten. Nach Druse, Typhus, ebenso nach anderen Infektionskrankheiten, ist schon häufig Schlundlähmung beobachtet worden.
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E . Schlundlahmung.
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die jedoch in der Regel bald wieder verschwand. Der Fall Straub, dnss Schlundlähinung infolge von Echinokokkus im Gehirn auftritt, ist dahin aufzufassen, dass die oberen, den Schluckakt auslösenden Par-tieen, welche von Gehirnnerven versorgt sind, durch Erkrankung der Centren dieser Nerven ausser Punktion gesetzt waren. Der letztan-gefiihrte Fall von Jürgens ist ein Krankheitsbild, wie es bei der Wut, Rabies, in der Regel auftritt.
Klinisches Bild: In allen Fällen ist das hervorragendste Symptom die Unmöglichkeit des Abschluckens. Dieselbe tritt plötzlich oder allmählich ein. Es können einzelne Tiere noch eine Zeit lang Getränke aufnehmen, während sie Futterstoffe nicht mehr schlucken können. Wenn noch Flüssigkeiten aufgenommen worden können, so wird auch der sich im Maule bildende Speichel abgeschhickt, im anderen Falle fiiesst er in zähen Fäden aus, das Tier spinntquot;. Letzteres tritt namentlich ein, wenn es sich um Lähmungen der oberen Partieen handelt. Es macht der rasche tötlichendende Verlauf den Eindruck, als ob es sich hauptsächlich urn centrale Störungen im Gehirn, wahrscheinlich infolge von Infoxikationen handeln könne. Die dieser Gruppe am nächsten stehende ist diejenige, bei welcher der Schlund mit Futter angefüllt ist, ohne dass eine Striktur vorhanden wäre. Hier ist anzunehmen, dass der Schlund eine Strecke weit erkrankte, durch welche dann die Beförderung der Bissen nicht mehr stattfinden kann. In diesen Fällen ist von aussen die Anfüllung des Schlundes zu fühlen, wenn die Hals-portion betroffen ist. Bei den unter Gruppe III. genannten Schlundlähmungen finden wir noch sehr bedeutende Nebensymptome: Gerötete, mit den reizenden Stoffen besetzte Schleimhäute, Merkmale der vorangegangenen Krankheit, oder Lähmungserscheinungen auch an anderen Körperregionen. Tritt Schlundlähmung infolge der Wut auf, so sind die übrigen Symptome dieser Krankheit die hervorragenderen.
Prognose: Plötzlich eintretende, totale Unmöglichkeit des Abschluckens mit Geifern, bei sonst normalen Verhältnissen, führt in der Regel zum Tode. Allmählich erschwert werdendos Schlucken mit Anfüllung des Scldundes, schliesslich vollkommene Schlundlähmimg, ist ebenfalls ungünstig bis schlecht zu prognostizieren. Schlundlähmungen nach Infektionskrankheiten, die nicht selten mit einseitiger Lähmung der Oberlippe verbunden sind, gehen, wenn die Krankheit zur Genesung führt und das Tier schon Rekonvaleszent ist, oft in Heilung über, immerhin ist die Schlundlähinung ein bedenkliches Symptom. Fälle, in denen centrale Störungen: Echinokokken, Gehirnabscess etc. Schlundlahmung bedingen, sind ungünstig zu beurteilen, ebenso Schlund-
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342nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; E. Sohlundlähmung.
lähmungen infolge der Wut. Es bleiben somit für eine günstige Prognose nur diejenigen Fälle, in denen mechanische Teile, wie die Samen der Hopfenluzerne den Schluckakt erschwerten oder eine Zeitlang aufhoben. In diesen Fällen handelt es sich aber auch nicht um eine vollständige Lähmung.
Therapie: In erster Linie empfiehlt es sich, das Maul des Betroffenen durch Ausspritzen mit frischem Wasser rein zu halten, und nötigenfalls, wenn sich übler Geruch bemerkhar macht, Anwendung von dosodorisirenden Mitteln, etwa 3quot;.o igem übermangansaurem Kali oder 30/quot;igem Creolin. Bei Abnahme des Gewichts und Ernährungzustandes ist künstliche Ernährung durch das Schlundrohr, täglich 2 mal je 12L. Milch mit 3 5 Eiern, unter der nötigen Vorsicht anzuwenden. Leider sträuben sich die Tiere bald dagegen. Ich halte jedoch dafür, dass dieses künstliche Ernähren in Einzelfällen Bedingung sein kann, die Tiere dadurch über den kritischen Zeitpunkt hinwegzubringen. Allerdings sterben viele an Schlundlähmung erkrankte Patienten, bevor sie durch Hunger Schaden gelitten haben könnten. Ernährende Klystiore helfen nicht besonders viel, doch können sie ebenfalls noch gemacht werden. Sodann sind nervenreizende Substanzen, Campfer, Äther, Chloroform, in kleinen anregenden Dosen, ferner Strychnininjektionen 0,03 pro die, anzuwenden. Elektrizität am Schlundkopfe, Priesnitz'sche Umschläge dortselbst, Massage, dürfen jedenfalls zu versuchen sein.
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F. Schhimlvereiigeruiig, Striktur, Neubildung.
Litt(;ratur: Hay cook, Striktur d, Schlundos. Ber. üb. Loist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 73. Wörz, Melloeris a. Sohldkopf d. Pf. Rep, 1842, p. 9. Rychner, Verengerung d. Schi. b. Rind. Bujatrik 1851, p, 85. Gurlt, Sohlundverengerung b. Pf. Qurltu.Uertwig 1861, plaquo;82. Mayer, Schlund-kopfstriktur b, Pf. Ibd. 1851, p. 81. Mayer, Allmilliliclie Zunahme d. Soblingbesohw. Ibd. 1851, p. 81. Corvini, Schlundverengerung b. Pf. Mail. II. 133. Per. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1855, p. 25. Rüffert, Speokgosohwalst a. Schi. b. d. Kuh. (ierl!.ch 1857, p, 139. Leisering, Schlumlvenvachs. b. Pf. Siichs. Jhb. 1859/00, p. 20. Perch told, Vor-diokling d. Schi, b, Pf. Münchn. Jhb. 1862, p. 54. Köhno, Soblundstrik-tur. Gurltu. Hortwig 18G0, p. 474. Tannenhauer, Neubild. i. ob.Teile d. Sohlk, b. Rind. Sachs. Jhb. 1861/02, p. 20. Köhno, Schlundhypertrophic. Gurlt u. Hertwig 1801, p. 433. Parker, Hypertrophie d. Scblundschlh. Edinburg 1862, p. 236. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1802, p. 13, Gurlt, Sohlundkopf m. grössen Polyp. Gurlt u. Ilertwig 1862, p, 288. Gurlt, Schlund, Kehl- u. Schlundkopf mit vielen Warzen. Gurlt u. Hortwig 1807, 288. K r i c b a 1, Schlundverengerung b. Pf. Mitt. a. d.tztl. I'r. Müller u. Roloff.
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Fi Schlundverengerung, Striktur, Neubildung.
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1865, p. 167. F u r s t onb erg', Schlnndvorengerung b. Kuli. Ibd. 1866, 173. fl u r 1 t, Schlund mit Fasergcschw. Gurlt U. Ilertwig 1867, p, 25. Leise ring, Neubild. a. Schlundkopf v. Rind. Sachs. Jhb, 18C9, p. 14. Leise ring, Entartfite Lymphdrüse b. d. Kuh. Sachs. Jhb. 1870, p. 18. Roloff, Neubild. a. Schlund b. Hahn. Müller u. Eoloff 1875, p. 160. Berner, Warzenf. Zotteu a. Scbldschlh. Müller u. Roloff 1875, p. 161. Strecker, Schlundverongerung b. Hund. Ibd. 1875, p. 161. Schütz, Fibroma papillare d. Schlundes b. R. m. Abbild. Tatl, Arch. 1875, p. 66. Roloff, Dasselbe. Mitt. a. d. tzl. Rr. 1877, p. 130. Roloff, Schlundverengerung b. Pf, Roloff u. Schütz 1878/79, p. 51. Johlin, Sclibmd-verengerung b. Pf. Tztl. Mitt. Bad. 1881, p. 103. Perdan, Neubild. a. Schlundk. d. Kuh. Mitt. d. Ver. d. Tzto. in Ostor. 1884, p. 86. Kesslor-Multiglo, Papillomo im Schlünde d. R. D. Ztschr. f. Tm. 1885, p. 37. Rube Hi, Schlundverongerung d. tub. Lymphdriison i. d. Brust d. Rindes. Schweiz. Arch. 1886, p. 239. Reel, Schlundstcnoso h. R. Roll. Ztschr. 1886. Hd. XIV, p. 290. Ü t z, Verschluss d. Schlnndmagenöffn. d. ein Fibroid, Bad. Mitt. 1886, p. 117. Dihter, Schlundverengcrungb. d. K. 1887, (1.84. Schur ink, Geschw. i. Sohl, b. d. Kuh. IIoll. Ztschr. 1887, p. 27-i.
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Wir unterscheiden folgende Formen: 1) Eine entzündliche Anschwellung der Schlundschlcimhaut des Bindegewebes und der Muskularis. 2) Eine narbige Stenose, welche durch Atzung mit folgender Narbenkontraktion oder andere entzündliche, ulcerierende Prozesse an der Schleimhaut und nachhorige Narbenkontraktiir auftritt. 3) Eine Stenose infolge von Neubildungen, a) an der Schlundwand selbst, oder b)in deren Umgebung und durch Druck von ausse n.
1) Die entzündliche Schwellung findet sich hauptsächlich bei Pferden und Rindern. Bei letzteren etwas weniger. Von den zahlreichen Mitteilungen seien einige vorgeführt; 1) Ein 12jähriges Pferd bekam zunehmend stärker werdende Krömpfe bei der Futteraufnahme, damit waren ebenfalls sich steigernde Schluckbeschworden vorhanden. Nur manchmal gelang es noch dem Tiere, etwas Flüssigkeit abzu-schlucken. Die Schlundsonde konnte nur eine kleine Strecke weit eingeführt werden. Sektion: Hypertrophie der Schlundmuskulatur. Dieselbe war derb und hart. Jehlin. 2) Ein Pferd ist schon seit zwei Jahren ein schlechter Fresser. Diese Eigenschaft nimmt derart zu, so dass das Tier getötet werden muss. Sektion: Am unteren Halsteile des Schlundes ist auf eine kurze Strecke die Wand derart verdickt, dass kaum ein Strohhalm hindurch geführt werden kann. Über der Stenose ist Futter angesammelt. Krichal. ~ Im Edinburger Journal ist 1862 ein Fall von Sohlundhypertrophie mitgeteilt und photographischo Abbildung beigegeben. (Dieser bietet noch deshalb besonderes In-
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#9632; #9632;
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344nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1quot; #9632; Sohlundvorengerung, Striktur, Neubildung'.
teresse, weil er nach Hering der erste ist, in dem die Photographie in einem tierärztlichen Werke benützt wurde.) Eine Verdickung der Schlundwand in der Brusthöhle bis zur Dicke von über 5 cm. beobachtete Berohtold. Eine Schlundstiiktur derart, dass sich der Schlund schon von aussen hart und strangartig anfühlte, beobachtete Kühne. Dieses Pferd hatte kein Fieber, speichelte aber sehr stark, die Futteraufnahme war gestört und das Aufgenommene üoss durch das Maul, zum Teil zur Nase wieder heraus. Loisering sah eine Schlundstriktur, die so eng war, dass nicht einmal mehr Luft hindurchgetrieben werden konnte. Die Schleimhautfalten waren starr. Mayer behandelte ein altes, sonst gesundes Pferd, welches zwar bei gutem Appetit, dem jedoch das Schlucken vollständig unmöglich war. Das Tier magerte ab und starb Sektion: Verengerung des Schlundkopfes derart, dass nur noch ein Finger mit vieler Mühe eingebracht werden konnte. Es war dort nach Angabe Meyers ein abnormer Sehnenstreifenquot;. In einem zweiten ähnlichen Falle machte er unterhalb der Stenose den Schlundschnitt, steckte ein Holunderrohr ein und versuchte dadurch die künstliche Ernährung des Tieres. Deim Rinde ist mir nur ein hio-her gehöriger Fall bekannt, welcher aber nicht ganz zweifellos ist. Dinter beobachtete eine Kuh, die seit 5 G Wochen am Erbrechen litt, so oft sie kompakte Nahrung erhielt. Untersuchung mit dem Schlundrohr gab ein Hindernis in der Tiefe. Die Kuh sollte mit Weichfutter erhalten werden, lag jedoch eines Morgens tot im Stalle. Sektion; Grosse Geschwulst in der Schlundwand, so dass man kaum noch mit einem Bleistift hindurch konnte. Die narbige Stenose, infolge von entzündlichen und ulcericrenden Prozessen, ist seltener wie die erstgenannten Erkrankungen. Iloloff beobachtete ein Pferd, das nicht schlucken konnte. Die gekauten Bissen gingen bis in die Halsmitte, kamen von dort retour und fielen heraus. Wasser konnte aufgenommen werden. Abmagerung und Tod. Sektion: Schlundentzündung kurz vor dem Magen, die Schleimhaut dort verdickt,, graugelb und das Lumen so vorengt, dass kaum ein Strohhalm hindurch gebracht werden konnte. Haycook sah bei einem Binde Schlundstriktur mit abscodierendem Zerfall eintreten, bei dem einige Wochen zuvor im Schlund ein Riiben-stück stocken geblieben war. Das Tier hatte im Verlaufe der Krankheit mehrmals Erbrechen gezeigt. Parker sah eine Schlundentzündung und Stenose derart, dass die Schleimhaut degeneriert, verdickt und mit dicken Schuppenquot; belegt war.
3) Stenose durch Neubildung in der Schlund wand selbst. Obenanstehend haben wir die fibröse Neubildung, die nnment-
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E. Schlundverengcrung, Striktur, Neubildung.
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lieh bei liindern vorkommt, zu erwähnen. Schütz hat über dieselben folgendes veröffentlicht: Fibroma pnpillare in dem Schlünde dos Rindes: Anatomisch hat die Schlundschleimhaut einen cutanen Bau, d. h. sie gleicht in ihrer Einrichtung dor äusseren Haut, sie besitzt Epidermis, eine Rote Malpigü, Papillon und ein bindegewobiges Lager für Pupillen. Dadurch ist Ursache gegeben, dass im Schlünde Prozesse auftreten können, wie auf der äusseren Haut, ganz besonders sind dies hyperplastische Prozesse, die zur Bildung von Geschwülsten, welche den papillären Charakter an sich tragen, Ursache geben. Ganz besonders entsteht durch Wucherung der Epidcrmiszellen eine Verdickung dieser Schichte, welche sich entweder a) durch Druck in die Tiefe zu einer Atrophie der darunter gelagerten Pupillen führt, oder b) die neu gebildeten Epidennismassen sitzen haiithornähnlich auf der Oberfläche. Auch kann eine Wucherung der Papillen entstehen und dadurch grosse dentritisch verzweigte Vegetation sich bilden. Der Bau dieser Geschwülste ist derb,' bindegewebig fibrös. Die in ihm sich befindlichen Gefässschlingen sind dadurch und durch reichlich vorhandenes Epithel gegen die Insulte, die bei jedem Vorübergleiten eines Bissens entstehen geschützt, so dass nicht leicht Blutungen entstehen können. Von dem papillären Schlundfibrom existieren 3 verschiedene Sorten und von ihnen giebt Schütz folgende Beschreibung. Präparat 1) Der Schlund hat die normale Weite. Die Muskularis des Schlundes ist durchweg hypertrophisch. Von der Mukosa erheben sich zahlreiche, verschieden grosse, papillare Auswüchse. An einzelnen Stellen haben sich kleine, flache, an anderen kleine, kugelartigo Erhöhungen gebildet und au noch anderen Stellen treten die vollständig ausgebildeten Warzen ' auf. Die nougchildeten Warzen sehen wie Bliitenknöspchen aus. Endlich finden sich Übergänge bis zu stark verzweigten Vegetationen vor. Einzelne der letzteren besitzen eine flöhe von 25 min., die Basis der zottigen Auswüchse besitzt einen kleineren Durchmesser als die Spitze, sie sind folglich gestielt. Alle warzigen oder zottigen Auswüchse zeigen überhaupt eine auffallende Länge. Die Schleimhaut des ganzen Schlundes ist in i t W a r z e n besetzt und z w a r a n m a n c h e n Stollen so dicht, dass kaum eine intakte Abteilung der Schleimhaut n a chzu weisen ist. DusEpithel ist auf der letzteren bedeutend verdickt.quot;
Präparat 2) Das Gewächs hat die Grosse einer Hand und zeigt eine blumenkohlartige Oberfläche. Es besteht aus zahlreichen Verästelungen, von denen eine jode spitz endet und mit schmaler Basis aufsitzt. Die Geschwulst erhebt sieh frei über die Oberfläche und
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346nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fi Schlundverengerung', Striktur, Neubildung.
ist duvohsohnittltoh 30 mm. hoch. Der Schlund ist an dor Stelle, wo der Tumor seine Lage hat, erweitert und die Muscu-laris des Schlundes hypertrophisch.quot;
Präparat 3) Das durch papilläro Proliferation gebildete Gewächs ist ca. 25 cm. lang. Die Oberfläche der Geschwulst ist blumen-kohlartig und tritt im Centrum frei über die Oberfläche des Schlundes, während die peripherischen Abschnitte der Geschwulst eine mehr flache, an der Obeiflilche allerdings unebene Anschwollung darstellen. Hin und wieder erheben sich aus den mehr gleichmässig angeschwollenen periphoron Teilen der Geschwulst ästige oder papilläre Auswüchse. Der Schlund ist erweitert, die Muskularis desselben auffallend verdickt, sie erreicht an einzelnen Stollen eine Dicke von 5G mm. Die Muskularis ist hart und derb und zerfällt in quere Abteilungen, die schon mit dem blossen Auge zu erkennen sind. Der Durchschnitt der Musoularis sieht areolär, maschenförmig aus und ist rötlich gefärbt.
Über diese fibrösen Neubildungen sind noch ferner Angaben verschiedener Autoren bedeutsam: Poloff fand im Schlünde einer Kuh zahlreiche papilläre Geschwülste vom selben anat. Charakter wie sie Schütz beschrieben hat. Dieselben sassen wie Himbeeren knotenförrnig auf. Hering spricht von warzenähnlichen Auswüchsen im Schlünde einer Kuli, die häufig an Erbrechen, später Aufblähen und Abinagerimg gelitten hatte. Gurlt beschreibt den Schlund, Kehl- und Schlundkopf einer Kuh, welche mit ,,vielen Warzenquot; bedeckt waren. Das Tier hatte seit Jahren erschwertes Atmen, ähnlich Pferden mit Pfeiferdampf. Bauer beobachtete an der Schlundschleimhaut einer Kuh warzenförmige Zotten in der Länge bis zu 9 cm. Dieselben waren zu grösseren und kleineren Bändeln geeinigt. Das Tier hatte bei der Futteraufnahme häutig Rülpsen, später Auswerfen von gekauten Bissen gezeigt. Gurlt beschreibt eine Schlundschleimhaut mit verzweigter Fasergoschwulstquot; von einer Kuh.
Es gehören diese sämtlichen Fälle zweifellos zu Fibroma papilläre und es ist charakteristisch, dass dasselbe nur heim Rinde, hauptsächlich der Kuh beobachtet worden ist. In der Schlundwand selbst finden sich noch Neubildungen verschiedenen Charakters: Gurlt hat dortselbst beim Pferde, handbreit unter dem Schlundkopf, Chondroiden gefunden. Büfltert beim Rinde ein Steatom. Fürstenberg fand die Schlundwand durch eine Neubildung entartet, bei einer Kuli. Das Lumen des Schlundes ausgefüllt, die Neubildung auf das Luftrohr übergehend. Strecker fand beim Hunde das untere Viertel des Schlundes karzinomatüs entartet und so verengt, dass kaum noch eine Sonde hindurchging. Die Fnt-
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F. Schlundverengerung-, Striktur, Neubildung1.
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artung der Schlundwand durch Psorospermion und Aldinomykoso, werden wir in einen besonderen Abschnitt abzuhandeln haben. Eine weitere Ursache zur Stenose ist die Z u s a m m e n p r e s s n n g des Schlundes durch Gleschwülste, die von aussen auf denselben drücken und teilweise mit dessen Wand verwachsen sind. Hier sind in erster Linie zu nennen, die entarteten Bronchialdrüsen, bei der Tuberkulose, ferner die durch verschiedenartige Prozesse entarteten Lymphdrüsen im Rachenraum und die zahlreichen fibrösen Neubildungen in den oberen Halspartieen. Abscessbildende Prozesse können ebenfalls mehr oder minder lange Zeit ähnlich drückend auf die Schlundwand wirken (vgl. auch Neubild, am Kehlkopf). Es kommen ferner noch in Frage, Strumen, Aneurysmen, Melanome, sowie die verschiedenen anderen Sorten der Neubildungen. Gerade diese Art der Schlundstenose ist auch bei Geflügel nicht selten. Roloff beobachtete einen Hahn, mit Schlingbeschwerden. Derselbe hatte eine hiihnereigrosso, harte, knollige Anschwellung, welche fest im oberen Halsteil gelagert war und gegen den Ilachen reichte. Dieselbe bestand aus Fasern, Körnchen und Putterresten. Die Umgebung war geschwürig. Leisoring sah bei einer Kuh auf dem Schlundkopf noch zwischen den Zungenbeinäston einen strausseigrossen Abscess mit ca. 3 Grm. Inhalt milchig, detritisch. Derselbe hinderte das Atmen und Schlucken.
Klinisches Bild der S c h 1 u n d s t e n o s e: Es ist dasselbe nur mit wenig ganz charakteristischen Merkmalen, welche die Differenzial-diagnose sichern, ausgestattet. Doch kann bei sorgsamer Untersuchung und genauer Feststellung des Vorangegangenen, schon mit einiger Sicherheit auf Stenose geschlossen werden. Zunächst sei angegeben, was die Beobachter, die über Fälle von Schlundstenose schrieben, diesbezügliches berichten: Beim Pferde. Krichal: Das Tier Mast seit 2 Jahren schlecht, zunehmend schlechter, es kann schliesslich nur noch Flüssiges aufnehmen. Kühne: Ein sonst gesundes Pferd nimmt mit Appetit Futter auf, schon nach wenigen Bissen ist aber die weitere Aufnahme unterdrückt, dasselbe kommt zum Teil zur Nase wieder heraus, der Schlund wird angefüllt. Das Tier bekommt Atemnot und erstickt endlich. Meyer: Es ist wohl Flüssigkeits-, aber nicht Flitteraufnahme möglich, der Appetit ist: gut, Abmagerung. #9632; Corvini: Es wird Futter, Getränke, Speichel und Schleim wieder ausgeworfen, das Atmen ist beschwerlich, der Schlund angefüllt. Beim Kinde, llychner: Chronisches Erbrechen, grosso Mattigkeit. Haycook : Erbrechen. Parker; Das Tier kann nur Flüssigkeit schlucken, kein Wiederkauen, Abmagerung. Hering nennt Erbrechen, Aufblähen, Abmagerung.
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348nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; F. Sohlundvcrengorunfr, Striktur, Neu1)iklung.
Gurlt: Seit Jahren erscliwcrtcs Atmen, Abmagerung. Bauer beobachtete: Appetit gut, beim Fressen öfters Eülpsen, dann Auswerfen von Eissen. IJüffert: Öfteres Aufblähen. Fürstenberg sagt; Das Tier kann nur Flüssigkeiten schlucken, festes Futter kommt wieder heraus. In der Gegend des 4. Halswirbels ist eine feste Anschwellung am Schlünde. Dieter: Es kann nur Flüssigkeit aufgenommen werden, Erbrechen. Untersuchung mit dem Schlundrohr ergiobt ein Hindernis in der Tiefe.
Charakteristisch ist für diese sämtlichen beobachteten Stenosen-crscheinungen das chronische. Die Beobachtung, dass allmählich die Futterauf'nahme schlechter wird, ist bedeutsam. Dieselbe geht sogar in einzelnen Fällen auf mehrere Jahre zurück. Zunehmend kann Rauhfutter immer schwerer geschluckt werden. Die Tiere nehmen mit Appetit die ersten Bissen auf, der abgeschluckto Teil gelangt aber nur bis an die Stenose, der Schlund darüber füllt sich an, erweitert sich in vielen Fällen (vgl. Divertikel) und sobald er erfüllt ist, muss alles gekaute Futter wieder zum Maule oder durch die Nase ausgeworfen werden. Eine Zeitlang können die Tiere nur noch Wasser aufnehmen, schliesslich auch dieses nur noch mit Beschwerde und sehr langsam, am Ende keines mehr. Mit der zunohmonden Verengerung ist auch das Wiederkauen erschwert, denn sobald keine Bissen von oben nach abwärts hindurch können, hört auch die Passage für feste Stoffe von unten nach oben auf und wenn der Verschluss so vollständig ist, dass selbst nicht mehr Gase hindurchkönnen, dann tritt Aufblähung ein. (Letzteres Symptom kann aber auch durch andere Ursachen zu stände kommen.) Mit der schlechten Ernährung ist Abmagerung und geringe Leistung verbunden. Zur Feststellung der Diagnose darf die Anwendung der Sohlundsonde nie versäumt werden. Für grosso Tiere besteht die Schlundsonde aus einem etwa kleinfingerdicken spanischen Rohr an dessen einzuführendem Ende rundliche Holzknöpfe von verschiedener Dicke angeschraubt werden können. Für kleinere Tiere verwendet, man Sonden aus Kautschuck von verschiedener Dicke. Zur Diagnose werden die dicksten Sonden zuerst und allmählich die dünneren eingeführt. Hicdurch kann die noch durchgängige Weite und der Sitz der Stenose in der Regel auch deren Länge festgestellt werden. Diese Sonden dürfen nur mit leicht drückender, drehender, niemals stossender Bewegung eingeführt werden, kommt man an das Hindernis, so können sie etwas vorwärts und rückwärts bewegt und dabei geschoben worden.
Prognose: Ungünstig. Namentlich in chronischen Fällen ist ein Zurückgehen des Prozesses nicht mehr zu erwarten.
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F. Sclilundverongerung, Striktur, Neubildung.
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Therapie: Bei wertvollen Tieren kann die meclianische Erweiterung versucht werden, diese besteht darin, dass zunehmend dickere Sonden durch das Hindernis geführt werden. Diese Kuren müssen aber eventuell wochenlang täglich wiederholt werden. In Einzelfällen kann zwar schon nach wenigen Einführungen Bossoriing erzielt worden. Man führe die dicker werdenden Sonden aber ja nicht zu rasch nacheinander ein, da es sonst zu Zorreissungen und Gefahr kommen kann. Die Erweiterung darf nur in allmählicher Drehung bestehen. Ist die Stenose hoch oben, so kann unterhalb der Schltindschnitt gemacht werden, dort, ein Tubus eingeführt und das Tier dadurch ernährt werden. Meyer hat dies schon in den SOger Jahren durch Einführung eines Hollunderrohres bei einem Rinde versucht. Da die Schlundschleimhaut fest geschlossen ist, so ist die Einführung eines Katheters bis zum Magen nötig. Es fehlen direkte Versuche, wie lange eine solche Schnittwunde ohne Gefahr offen gehalten werden kann. Auf-schluss können zwar zum Teil die Schlundfistelnquot; geben (vergl. d.). Bekannt ist, dass beim Rinde die Fibromneubildungen auf der Haut durch die innerliche Anwendung des Arseniks günstig beeinflusst, sogar zum Verschwinden gebracht werden können. Es dürfte sich empfehlen, nach dieser Ilichtuns hin Proben anzustellen.
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G. Fremdkörper Im Schlünde.
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Litteratari Hertwig, Fremdk. i. Schlünde b. Pf, Gurlt u. Hertwig 1886, p. 349. Dressler, Fremdk. i. Schlünde b. Hunde. Ibd. 1839, p. 92. Römele, Fremdk. i. Sclilunde b. Rinde. Ibd. 1842, p. 861. Tombs, Fremdk. i. Schlünde b. Pf. Tlio Vet. 1843, p. 105. Der. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1842, p. 77. Oartwright, Fremdk. i. Schlünde b. Kinde. Ibd. 1843, p. 105. Darker, Fremdk. i. Schlünde b. Hund. Ibd. 1843, p. 091. Daimler, Fremdk. i. Schlunds b. l'f. C. Arch. f. V. Wiss. 1840, p. 420. Hüb nor, Fremdk. i. Schlünde b. Kinde. Dietrichs Ztschr. XIII, p. 79. Lindenberg, Fremdk. i. Schlünde b. Kinde. Gurlt u. Hertwig 1847, p. 428. Bayron, Fremdk. i. Schlünde b. Kuh. Journ. vet. Mil. 1848, p. 500. Der. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1849, p. 47. Gurlt, Fremdk. i. Schlünde b. d. Gans. Gurlt u. Hertwig 1849, p. 77. Falke, Fremdk. i. Schlünde b. d. Kuh. Ibd. 1848, p. 7. Hertwig, Fremdk. i. Schlünde h. Hund. Krankh. d. H. 1853, p. 129. F i 1 e r t, Allgemeines über Fremdk. i. Schi. Gurlt u. Hertwig. Suppl. 1855, p. 55. Hannen, Schlundverstopf, b. Pf, Tztl. Mitt. 1854, p. 77. Stahl . Fremdk. i. Schlnnde b. Pf. Tztl. Mitt. Gorlach u. Leisering 1854, p. 83. Rornhäuser, Fremdk. i. Schi, b. Pf. Aroh. f. Tzte. 1854, p. 144. Stanley, Fremdk. i. Schlünde b. Pf. The Vet. 1856, p. 26. Suth, Fremdk. i. Schlünde b. Kinde. Gerlach u. Leisering 1857, p. 122, Teske, Fremdk. i. Schlünde b. Pf. Ibd. 1856, p. 109. Taylor, Fremdk. i. Schlünde b. Fohlen. The Vet. 1857, p. 559. Der. üb.
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350nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0, Fremdkörper im Schlünde.
Lcist. i. Geb. d. Thk. 1857, p, 50. Weidomiinn, Fremdk. i. Schlünde, b. d. Kuh. Dan. Ibd. 1857, p. 32. Weber, Krankh. i. Schlünde b. Rinde. Gurlt u. Hertwig 1857, p. 49. Hering-, Fremdk. i. Schlünde b. Truthahn. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1857, p. 49. Reinem ann, Fremdk. i. Schlünde 1). Pf, Preuss. Älitt. 1853, p. 160. Grosswend, Fremdk. i. Schlünde 1). d. Kuh. Mitt. a. d. tzl. Pr. Gerlach 1858, p. 160. Kuntz, Fremdk. i. Schlünde b. d, Kuh. Per. üb. Leist. i, Geb. d. Thk. 1858, p. 59. G a u d y , Fremdk. i. Schlünde b. d. Kuh. Belg. 1868, p. 8. Ibd. 1858, p. 20, Gansauge, Fremdk i. Schlünde b. Schw. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 109 Schell, Fremdk. i. Schlünde b. Rind. Gerlach 1859, p. 136. Keil, Fremdk. i. Schlünde b. Pf. Süohs. Jhb. 1858/59, p. 87. Kater, Fremdk. i. Schlünde b Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gorlach 1859, p. 161, Linden-berg, Fremdk. i. Schlünde b, Pf. Ibd, 1859, p. 176. S c h w e r t f e g e r, Fremdk. i. Schhindo b. Pf. Sachs. Jhrb. 1858/59, p. 101. Schaak, Fremdk. i- Schlünde b. Rinde. Lyon 1850, p. 172. Per. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1859, p, 47. Duudt, Fremdk. i. Schlünde b. Schw. Sachs. Jhb. 1859/60, p. 91. Leisering, Fremdk. i. Schlünde b. 11. Ibd, 1862, p. 19. W a 11 TU p , Fremdk, i, Schlünde b. Kalb, Mitt, a, d. tztl. Pr. 1860, p. 129. Jost, Fremdk, i. Schhindo b. Pf, Mitt, a. d. tztl. Pr. Hertwig 1860, p. 154, Hering, Bericht über Allgemeines, Edinburg 1862, Per. üb, Leist. i. Geb. d. Thk, 1862, p, 52. Petz old, Fremdk, i, Schlünde b. H. Sachs. Jhrb. 1862, p, 106. Hahn, Fremdk. i, Schlünde b, R. Mitt. d, bayr, Tzsoh, 1863, H. IX, p. 35, Kaiser, Fremdk. i. Scblunde b. R, Mitt, a, Kurhessen 16264, p, 75, Lei so ring, Fremdk. i. Schlünde b, d, Katze. Sachs, Jhb. 1806, p. 22. P irren bach. Allgemeines. Müller u, Roloff 1867, ]). 123. Prietsch, Fremdk. i. Schlünde b. Hunde. Sachs. Jhb. 1867, p, 68. Drosse, Fremdk, i, Schlünde b. d. Kuh. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u, Roloff 1868, p, 185, Rabe, Fremdk. i. Schlünde b, Pf. Ibd. 1S68, p. 148. l'hse, Fremdk. i. Schlünde b. d. Kuh. Ibd, 1870, 184, II a r m s , Allgemeines über Fremdk. i, Schlünde, Ibd, 1871, p. 457. Leisering, Fremdk. i. Schlünde b, Schw, Sachs, Jhb. 1871, p. 19. Seh log, Fremdk, i. Schlünde b. d. Kuh. Ibd. 1873, p, 84. Strecker, Fremdk. i. Schlünde b. Pf, Mitt. a, d, tztl. Praxis Müller u. Roloff 1874, p. 135. Courioux, Fremdk, i, Schlünde b, R. Allg, L'echo vet. 1877, No. 9. P r o e g e r , Allgemeines über Fremdk. i. Schlünde, Sachs. Jhb. 1878, p. 90. Johne, Fremdk, i, Schlünde b. Hunde. Ibd. 1878, p. 45, Falke, Fremdk, i, Schlünde b. Pf, Woohsohr. f, Thk, 1878, No, 32. Johne, Fremdk. i. Schlünde b, Pf. Sachs. Jhb. 1879, p. 45. Lipp old, Fremdk. i. Schlünde b, d, Kuh. Ibd. 1884. Grimm, Fremdk. i. Schlünde b. Kuh. Ibd. 1885, p. S3. Bruyere, Allgemeines über Fremdk. i. Schlünde. Etat sänit. Brab. 1883, Jhb. Vetm. 1883, p, 108, Schindelka, Allgemeines über Fremdk, i. Schlünde, Öster. Vierteljschr. 1883. Harms, Rinderkrank-heiten. 1890, p. 138.
Festsitzen von Premdkörpern Im Schlünde kommt bei allen unseren Haustieron vor. In der Litteratur ist eine so grosso Anzahl von hie-her gehörigen Fällen verzeichnet, dass davon nur ein geringer Teil mit besonders Charakteristischem hier mitgeteilt werden kann.
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G. Frsmdkörpor im Schlünde.
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Aetiologie: Bei Pferden.
l'f'erde haben keine Neigung, unverdauliche Dinge aufzunehmen. Zu der Gier den Appetit zu stillen, hat das Pferd eine sorgsame Auswahl in den zu verzehrenden Dingen. Es kommt Steckenbleiben von Fremdkörpern im Schlünde der Pferde hauptsächlich vor: a) durch allmähliche Anhäufung von Teilen aus normalen Futterbissen. Solche Fälle sind beschrieben von Falke, Schwerdtfogor, Bornhäusor, Hannen, Hertwig, Beinemann U. a. Die Futtermassen erfüllen den Schlund auf eine kurze Strecke hart, knotenförmig oder auf ein längeres Stück cylinder- oder wurstfönnig derart, dass die steckengebliebenen Massen wie eingekeilt festsitzen und dort zum Toil austrocknen, b) Steckenbleiben üb er grosser Bissen. Dies tritt namentlioh ein, wenn die Tiere einmal ihnen ausserordentlich wohlschmeckendes Kleefutter in zu grosser Menge bekommen. Wenn durch anhaltendes Bclilucken grosser Bissen der Schlund schliesslich ermüdet, und dann die Spcichelsekrotion ebenfalls noch geringer geworden ist. c) Steckenbleiben .von ungekauten zu grossen Stücken von Nahrungsstoffen. Es sind dies: Kübcnstücke, Kartoffeln oder Apfel. Balmier, Jost, Johne u. a. haben hierüber Beobachtungen veröffentlicht, d) Steckenbleiben von künstlich eingegebenen zu grossen Bissen. In erster Linie sind dies Eier, welche besonders Fohlen, zum Zwecke besserer Ernährung eingegeben werden. Diese Eier werden in der Regel unzerbrochen in die Maulhöhle geschoben und dort erst zerdrückt. Es ist aber dadurch Gelegenheit gegeben, dass das Ei unzerdrückt in den Schlund befördert wird, wenn der Schluckakt zu rasch eintritt. In fehlerhafter Weise wird sogar beabsichtigt, die Eier ganz schlucken zu lassen. Über diesen Eiern sammeln sich, wenn sie stecken bleiben , leicht noch Futtermassen an. Es ist über solche Fälle berichtet von Hering, Habe, Strecker n. a. Sodann kommen ferner in Betracht: Pillen. Diese werden mit der Hand, mit einem gespitzten Stock, oder einem sogenannten Pillenstock gegeben. quot;Wenn die Pillen zu gros oder auf ihrer Oberfläche zu trocken sind, so können sie stecken bleiben. Abbrechen des oberen Teiles des P ill cn tsockes und Steckenbleiben desselben im Halse des Pferdes, ist ebenfalls beobachtet worden, e) Steckenbleiben von verschiedenen Gegenständen: Tesko sah, dass ein Pferd im Schlünde in der unteren Halspartie einen Wergpfropfen stecken hatte. Keil sah, das eine Huhn er fed er dort stecken geblieben war, dass ein Stück Schlund röhr oder ein Peitschen stecken abbrach und dort stecken blieb, ist ebenfalls mehrfach beobachtet.
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352nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;G. Fremdkörper im Schlünde.
Bei Rindern. Diese Haustiere haben eine besondere Gier, fremdartige, sich von Nahrungsmitteln weit unterscheidende Gegenstände zu verzehren, da noch wegen des Wiederkauens die erstmaligen Bissen nur ganz roh gekaut werden, so kommt das Steckenbleiben von zu grosson oder unregclmässig geformten Dingen, die abgeschlnckt worden wollten, häufig vor. Es gilt hier dieselbe Einteilung wie sie bei Pferden gemacht wurde. Die allmä lilic h o Ansammlung von Futter im Schlünde, welche durch Neubildung oder lokalisierter Sohlund-1 ä h in u n g zur D i v o r t i k e 1 b i 1 d u n g führt, wolle in den betreffenden Abschnitten nachgelesen werden. Das Sitzenbleiben übermässig grosser Bissen von Nahrung scheint beim Binde seltener zu sein wie beim Pferde. Bubenstücke, Kartoffeln, Apfel bleiben aber oft stecken. Ich habe Mitteilungen hierüber vor mir von Hahn, Waltrup, Hannen, Suth, Bayron, Grosswendt u. a. Das Eingreifen gegen das Steckenbleiben von solchen Dingen gehört zu den häufigen Vorkommnissen in der tierärztlichen Binderpraxis. Dass bei Bindern Pillen oder Pillen-stöcke oder eingegebene Eier stecken geblieben wären, wie dies bei Pferden angegeben ist, ist mir nicht bekannt geworden. Welcher Art die Gegenstände sind, die von Bindern abgeschluckt worden und die gelegentlich stecken bleiben, geht aus Eolgendem hervor: Schlog beobachtete, dass ein Theelöfi'elstiel im Schlünde stecken geblieben war. Drosse, ein Stück von einem Artilloriegeschoss. Hering, ein Stück Tuch 23U Ellen lang. Falke, eine dreizinkige Gabel. Grimm, einen grossen Glassplitter von einem Lampencylinder. Mübius, einen 13 cm. langen Drahtnagol. Uhse, eine Feder. Gandy, einen Haarballen. Diese Liste könnte noch vervollständigt werden. In der Mehrzahl der Fälle haben die Tiere diese Gegenstände nicht durch Zufall in das Maul bekommen und abgeschluckt, sondern es hat sie ihre Fressgier zur direkten Aufnahme verführt.
Bei Schweinen sind im Schlünde stecken geblieben: Nach den Angaben von Gansauge: Gekochte und zerstampfte Kartoffeln. Nach Leisering: Ein Stück Fleisch 15 cm. lang und 4 cm. dick. Dandts, Potzold und Cartwright haben das Steckenbleiben von Kartoffeln beobachtet.
Bei Hunden bleiben hauptsächlich Knochenstiicke im Schlünde stecken, dieselben sind teils zu gross und haben ungeschickte Form oder sie sind spitz und bohren sich an oinem Teile der Schlundwand ein. Ein Sehnenstück blieb ebenfalls stecken. Wogen des leicht eintretenden Brechreizes bei Hunden kommt es ziemlich selten zum Steckenbleiben von solchen Dingen. Doch kenne ich Fälle, aufgezeichnet von: Prietsch,
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G. Fremdkörper im Schlünde.
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Leisering, Barker, Dressier, Hering, Johne, Hertwig u. a. auch aus eigener Erfahrung.
Bei der Katze sah Leisering Tod durch Steckenbleiben eines Knochenstiickchens. Geflügel hat einen ausserordentlich weiten Schlund, und durch die Kropfeinrichtung sowie die leichte Möglichkeit zu erbrechen kann nicht sobald etwas im Schlünde stecken bleiben. Ausserordentlich häufig nehmen diese Tiere aber zu grosso Stücke auf, die ihnen dann beim Abschluckon Boschwerde machen. Erkrankung des Kropfes und übermiissigo Ansammlung von Puttor oder unverdaulichen Gegenständen dortselbst, ist häufig.
Klinisches Bild: Bei Pferden: Es sind zu unterscheiden: 1) Pälle, in denen die Anfüllung des Schlundes allmählich eintritt, z.B. bei Putteranhäufung nach dem Steckenbleiben eines scharfen oder spitzen Gegenstandes. Keil schreibt z. B. über das Steckenbleiben einer Peder: Ein Pferd erhielt auf der Reise ein Bund Heu nach dessen Aufnahme sich üble Zufälle einstellten. Es fand statt: Grosse Unruhe, Husten, Schleimfluss, Rückkehr des Puttors aus der Nase, Würgen und Brechneigung. Schliesslich wurde ein Sobleimpfropf ausgebrochen, in dem sich ein Heuknäuel und in diesem eine Htlhnerfoder 3 Zoll lang mit scharfer Kante befanden. Bio Erscheinungen, die nach allmählicher Anfüllung auftreten, sind bei der Divertikelbildung boschrieben. 2) Plötzliche Verstopfung des Schlundes und rapides Auftreten heftiger Erscheinungen. Dies sind a) die Zeichen der S chlu n (1 y er stopfung und b) die des Schmerzes. Die Symptome der Schlund vor stopf ung sind immer zugegen und äussern sich in plötzlich eintretender, toil we is er oder absoluter Unmöglichkeit derNahrungs- und Getränkoauf-nahmo, llückfluss solcher Stoffe zum Teile aus der Nase und Sp eichelfluss. Es werden oft enorme Mengen, manchmal blutiger Flüssigkeit grossenteils auch durch die Nase ausgepustet, oft besteht Atemboschwerde, die sich bis zur Atemnot steigern kann. Brechreiz ist nicht selten zugegen. Steckt der Fremdkörper in der Halsportion, so kann er von ausson gefühlt werden. Die Schlundsonde geht nur bis zum festsitzenden Körper. Eine dünne Sonde könnte in seltenen Pällcn vorbei geschoben werden, deshalb ist mit einer dicken anzufangen. Die Erscheinu ngen des Schmerzes sind: Hastiges, ungebärdiges Benehmen, Trippeln, Recken des Haisos, Stöhnen, Seil w eissausbruch, gereizter Puls, hohe Atomzahl, Tom p eraturs te igorung, gerötete Binde-h ä u t e. Es mag sein , dass die Symptome der Schlundverstopfung
Hoffmann, Tioriirztliohe Chirurgto.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 23
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354nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;G. Fremdkörper im Schlünde.
schon einige Tage zugegen sind, ohne dass Schmerzäussemngen auftreten, ja es können letztere ganz ausbleiben und bei langer Dauer der Verstopfung sieh schliesslich direkt die Symptome des Zerfalles, der Septhämio anreihen.
Die Symptome, welche im Schlünde stecken gebliebene Teile beim Rinde erzeugen, sind folgende: a) Erscheinungen der Schlund-verstopfung. AHmiihlich oder, und dies ist die Regel, rasch, plötzlich eintretende Unmöglichkeit zu schlucken. Die Behinderung ist meist eine totale, kann jedoch auch nur teilweise sein, so dass noch Flüssigkeit abgo-achluckt werden kann. Versuchen die Tiere Futter aufzunehmen, so füllt sicli der Schlund oberhalb des Hindernisses an, auch das geschieht nicht immer, sondern es wird das gekaute Futter ausgeworfen, kommt zum Teil ans der Nase. 1st letzteres der Fall, so haben die Tiere Ausfiuss aus der Nase mit Futterteilen vormengt. Ist der stockende Teil fest, hart, unrogelmiissig und drückt entweder auf den Nerven oder das Luftrohr, so erfolgt Atembeschwerde oder sogar Atemnot. Das Atmen geschieht röchelnd, die Tiere treten von der Krippe zurück, atmen hastig, manchmal mit offenem Maule und gestrecktem Hals und Kopfe. Brechreiz ist nicht selten. Steckt der festsitzende Teil in der Halsportion des Schlundes, so kann er von aussen als harte Geschwulst gefühlt werden. Beim Druck auf dieselbe entsteht in der Regel Schmerz-äusserung. Die allgemeinen Selim erzäu sserungen treten nicht in allen Fällen auf, obwohl sie manchmal auch sogleich vorhanden sind oder erst später hinzutreten, Sie bestehen in Husten, Ächzen, Krümmen dos Rückens, Zurücktreten von der Krippe, Versagen jeden Versuches der Futter- oder Getränkeaufnahme. Bedeutende Schmerz-hiiftigkeit auf Berühren des festsitzenden Teiles. Nach einiger Zeit Fiebererscheinungon. Bei Fällen, in denen spitze oder schneidende den Schlund verletzende Gegenstände stecken bleiben , tritt Abscedierung, Fieber und Erscheinung der Aufnahme fauliger Stoffe in das Blut ein. Durch die Schhmdsonde ist feststellbar, an welcher Stelle der Fremdkörper sitzt und ob der Schlund teilweise oder ganz verstopft ist.
Beim Schwein ist angegeben: Husten, Würgen, Rülpsen, Neigung zum Erbrechen, kein Versuch zur Futteraufnahme.
Beim Hunde sind in der Regel, da die ateckenbleibcnden Teile sehr fest sitzen und verletzend wirken müssen, die Schmerz-erscheinungen sogleich mit der Obturation vorhanden. Die Tiere werden sehr ängstlich, keuchen, husten, haben heftige Brechanstrengung, beschwerliches Atmen, wimmern, versagen jede Fiitteraufnahmo, sie legen sicli, suchen sich zu verkriechen, kommen bald wieder hervor
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und benehmen sich sehr mitleiderregend. Es ist der Fremdkörper nach meinen Erfahrungen in der Regel hoch oben im Halse und es kann die Sonde in Einzelfällen an ihm vorbeigeführt werden, weshalb auf den entstehenden Widerstand mit dieser und eventuelle Rauhigkeit zu achten ist. Beim Schaf ist Würgen und Erbrechen beobachtet worden. Bei Geflügel ist das Steckenbleiben von zu grossen Stücken sofort mit Offenhalten des Schnabels, Schleudern mit dem Kopfe, Glucksen, peifenden und schnarrenden Tönen begleitet. Ist der Kropf zu sehr überfüllt, wurde er zu gross, dann entleert er sich nicht vollständig, hängt herab, manchmal so, dass die Tiere die Fasse voran anstossen. Betroffene werden traurig, appetitlos, magern ab, aus dem Schnabel kommt ein saurer Geruch.
Prognose: Wenn der Fall frisch und noch nichts daran gemacht ist, ziemlich günstig. Wenn das Stück in der Halsportion sitzt und auf Betasten von aussen etwas beweglich ist, sogar günstig. Ist aber der Zustand schon etwas älter, sitzt der Gegenstand tief in der Brusthöhle, sind Schmerzäusserungen und Fieber zugegen, dann ist die Prognose vorsichtig bis ungünstig zu stellen. Hat schon ein Empirikus ein Sohlundrohr, einen Peitschenstecken, einen Farrenschwanz, einen Besenoder Gabelstiel eingeführt, so denke man ja daran, dass damit der Schlund perforiert worden sein kann. Man verweigere zwar auch in solchen Fällen seine Hilfeleistung nicht, sei aber doppelt vorsichtig in der Anwendung seiner Mittel, damit nicht das Unheil, das jener angerichtet hat, vom Unrechten getragen werden muss.
Es ist beobachtet, dass der Tod eintrat durch folgende Ursachen: a) Durch Steckenbleiben im Schlünde. Beim Pferde: Steckenbleiben eines unverletzten Eies 5 cm. vor der Schlundmündung, vor demselben steckte ein 1 Fusis langer Futterbolzen. Die Schliind-sonde war durch 4 Tage täglich 2 mal erfolglos eingeführt, sie ging trotz aller Mühe nicht über das Hindernis hinab. Rabe. Strecker berichtet ebenfalls Tod eines Pferdes durch Steckenbleiben eines Eies im Schlünde. Bei der Kuh: Drosse sah Tod durch Steckenbleiben eines Stückes von einer Hohlkugel. Hering durch Steckenbleiben eines Stückes Tuch. Halm durch Steckenbleiben eines Kübonstückes im Brusttoil. Beim Schwein: Durch Steckenbleiben eines Stückes Fleisch, Leisering. Durch eine Kartoffel, Cartwright. Beim Hund: Steckenbleiben eines Wirbels vom Schafe, Hering durch das eines Selmenstückos.- - b) Der Tod ist eingetreten durch Perforation des Schlundes, infolge Einführung des Scblundrohrcs oder eines Peitschenstockes oder Gabelstieles. Es sind Beobachtungen vorhanden
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35Gnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gi Fremdkörper im Schlünde.
von Stahl, Hannen, Gurlt, Hering u. a. c) Der Tod ist erfolgt durch Steckenbleiben spitzer Fremdkörp er im Schlünde. Bei der Kuh. Schlog: Wiederholtes Einführen des Schlundrohres lässt ein Hindernis in der Tiefe erkennen, bei der Sektion fand sich ein abgebrochener Tlieolöffelatiel mit beiden Enden so eingekeilt inmitten der Bruchportion dos Schlundes, dass die eine Schlundwand durchbohrt war. Hering berichtet von einer abgebrochenen 3 Zoll langen Stopfnadel. Möbius! bei einer erkrankten Kuh ist ein Hindernis beim Einsehen mit dem Scldnndrolirc. Bei der Sektion ergab sich, dass ein Drahtstift, wie solche zum Dielen in der Scheune benutzt wurden, den Schlund in der Nähe des Magens durchbohrt hatte und festsass.
Gurlt fand eine Haarnadel, welche den Schlund eines Pferdes in der oberen Halsgegend durchstochen und auch die Carotis verletzt hatte. Der Magen war voll Blut. Das Pferd ist plützlich gestorben. Philippi fand bei einer Kuh den Schlund von einem Glassplitter kurz vor dem Magen durchschnitten und Schlog berichtet, dass eine Nadel den Schlund kurz vor der Mündung am Magen durchstochen und geschwürig entartet hat. Beim Hunde fand Prietsch im Schlünde vor dem Zwerchfell einen eckigen Knochen, der den Schlund derart durchbohrt hatte, dass er in zwei Hälften geteilt war. Leisering fand ein spitzes Knochenstück, das den Schlund in der Schlundportion durchbohrt hatte. Bei der Katze sah Leisering ebenfalls Tod infolge Steckenbleibens eines spitzen Knochenstückes im Schlünde. Bei der Gans fand Gurlt die Wand mit einer Nadel durchstochen. Über dieses Steckenbleiben spitzer Körper berichtet Harms schon 1871, dass er es nicht selbst beobachtet habe und dasselbe wiederholt er in seinem neuesten Werke.
Therapie: 1) Eine nicht geringe Anzahl von Beobachtungen beweist, dass im Schlund stecken gebliebene Fremdkörper nach einiger Zeit von selbst in den Magen wandern. Sei es aus Ursache, dass der sitzengebliebene Fremdkörper erweicht, zerfällt, eine leichter durchgängige Form annimmt, oder dass der Schlund am Anfang in einer Art Krampf sich befand, der später schwindet, oder auch dass die Schlundwand wirklich gelähmt und dadurch mehr erweitert wird, kür letzteres spricht folgender vom Johne beobachteter Fall: Ein Pferd bekam beim Kartoffelholen plötzlich Schlingbeschwerden, Becken des Halses und dergl. nach einiger Zeit blutiges Speicheln, Unvermögen zu Schlingen, zuweilen Hustenanfällo. Das Schlundrohr ergab kein Hindernis. Der Tod erfolgte nach 4 Tagen. Bei der Sektion fand sich 50 cm. über der Schlundmündung grosse parenehymatöse Entziin-
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dung des Schlundes, Hyporiimie und über dieser Stelle massige Anfüllung mit Futter. Eilert behauptet, dasa liübenstücke und Kartoffeln in 6 18 Stunden nach dem Steckenbleiben von selbst in den Magen gehen. Kaiser sagt, dass diess in einigen Tagen erfolge, v. Schmidt glaubt ebenfalls, dass einige Tage dazu nötig sind. Sogar als Kaiser 8 Tage vergeblich mittelst Sohlundrohr einen steckengebliebenen Fremdkörper hinabzustossen versucht hatte, fand er denselben am 4. Tage von selbst gewandert. Auf diese Erfahrungen hin, dass der Fremdkörper noch nach Tagen von selbst in den Magen gehen könne, ist ein bestimmtes Heilverfahren ausgebildet worden und es wird dasselbe gerühmt, weil dadurch die Gefahr der Schlundverletzung umgangen werde. #9632; Eilert empfiehlt dem Tiere einfach durch 5ö Tage das Futter zu entziehen.
nbsp; Schack: Man giesst 1 Liter Leinsamendekokt ein, treibt oder stellt das Tier bergan. .Tost: Man bindet dem Patienten den Kopf hoch und giebt weder Futter noch Wasser. Uirrenhach rät Oleingiossungen.
nbsp; nbsp;Suth will, dass dem Tiere eine Handvoll Salz in das Maul gegeben werde. Tritt der Fall ein, dass der Fremdkörper nach 12 24 Stunden nocli nicht vollends abgeschluckt wurde und dass infolge mangelnden Wiederkauens jetzt Aufblähung eintritt, so ist ein Troikart in den Pansen einzuführen und derselbe so lange liegen zu lassen, bis das Hindernis im Schlünde beseitigt ist. Dieser Methode des Zuwartens füge ich bei, dass infolge der Einführung von kaltem Wasser sich die Schlundwiinde energisch kontrahieren, somit die Einführung von solchem durch das Schlundrohr angezeigt erscheint. Dass dieses Zuwarten nicht ganz ungefährlich ist, beweisen aber die weiter oben angeführten Fälle. Immerhin wird es nach vergeblichem Bemühen, das Hindernis zu beseitigen, für kurze Zeit ein Trost sein, dass durch Zuwarten, selbst von einigen Tagen, noch Heilung zu erwarten sei. Man versäume aber ja nicht bei Nacht eine Wache zu dem Patienten zu geben, damit das Nötige eingeleitet wird, wenn Erstickungsanfäilo eintreten sollten.
2) Der Fremdkörper soll nach oben durch das Maul heraus* befördert werden: Eilert giebt an, dass im Falle der Fremdkörper hoch oben festsitzt, man ein Maulgattor einsetzt und mit der Hand eingeht um ihn zu holen. Lindenberg setzt ein weites Maulgatter ein, lässt den Kopf des Tieres weitaus gerade strecken, schiebt den Fremdkörper von unten mittelst des Daumens herauf, greift in das Maul und holt ihn. Koemele lässt noch die Zunge herausziehen und giebt dann einen kurzen kräftigen Schlag mit der Faust auf den Fremdkörper von unten her, dadurch tritt derselbe 23 Zoll höher und oft schon mit dem zweiten Schlag in die Maulhöhle, #9632; Petzold giebt unter
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358nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Qi Fremdkörper im Schlünde.
dem Fremdkörper eine Schlinge um den Hals und unter Strecken und Beugen von Kopf und Hals, sucht er mittelst der Schlinge den Fremdkörper allmählich nach oben zu rücken. Haubner ist zweifelhaft, ob die Schnur ein gewichtiges Unterstützungsmittel sei, doch hat Gross-wendt angegeben, dass es ihm gelungen sei, mittelst ihrer Hilfe noch am 2. Tage eine grosso Kartoffel heraufzubringen. Auch Courioux rühmt die Aderlnssschnur, über deren Anwendung er folgende Vorschriften giebt: Unterhalb des Fremdkörpers wird sie um den Hals gelegt und von einem Gehilfen festgehalten, während der Tierarzt selbst den Fremdkörper nach dem Schlundkopfe zu hinaufzudrängen sucht. Die Schnur rückt mit dem Körper vor und hilft derart, dass letzterer nicht mehr abwärtsgleiten kann. In kurzer Zeit gelingt es, den Fremdkörper in das Maul zu befördern, woselbst er geholt werden muss, da er sonst ein zweites Mal abgoschluckt wird. Waltrup konnte einen Apfel, der kurz vor dem Brusteingange stecken geblieben war, mit Leichtigkeit heraufschieben. Unter Beihilfe von Erbrechen den Fremdkörper nach oben zu befördern. Keil hat bei einem Pferde, welches gefahrdrohende Zufälle Würgen, Hecken, Stöhnen, Schwcissaus-brucli etc. zeigte, durch Drücken und Streichen am Schlünde Brech-bewegungen erzeugt, wodurch ein Schleimpfropf, in dem ein Heukneuel und in diesem eine Hühnerfeder war, ausgebrochen wurde. Bei Hunden wird ein Brechmittel verabfolgt. #9632; Unter Beihilfe von Erschrecken, behauptet Roemelo, werde manchmal schon der Fremdkörper nach oben ausgeworfen. Beimler führt einen zum Teil hieher gehörigen Fall an: Ein Pferd hatte eine Kartoffel im Schlünde, dieselbe steckte mitten im Halsteile und war deutlich fühlbar. Das Tier wurde eingeschirrt und an einen schwer beladenen Wagen gespannt. Unter allgemeinem Zuruf sprang das Pferd rascli in das Goschirr, konnte aber den Wagen nicht von der Stelle bringen. Wiederholt wurde es rasch hintereinander unter Geschrei angetrieben. Das Pferd zitterte am ganzen Körper stieg mehrmals in die Höhe und die Kartoffel war abgeschluckt. B. sagt, dass auch in einem zweiten Fall der Erfolg eintrat. Beförderung des Fremdkörpers nach oben nach vorheriger Zertrümmerung: Kuntz hat als alles Heraufschieben bei einer stecken gebliebenen Kartoffel fruchtlos war, dieselbe mittelst zwei Hölzern im Schlundo zerschlagen. Das erste Mal teilte sich die Kartoffel auf den ersten Schlag in zwei Stücke, ein anderes Mal musste er dreimal schlagen bis sie zerbrach. Jedesmal kam ein Stück in das Maul, ein anderes wurde abgeschluckt. Charpard und Lafosse haben vorgeschlagen, dem Fremdkörper subkutan mit einem spitzen Bistouri im Schlünde zu zerschneiden.
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G. Fromdkörper im Schlünde.
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Ich kann diesen Vorschlag nicht unterstützen. Um den Fremdkörper mittelst Instrumenten heraufbefördern zu können, haben Dolvos, Hertwig und Coculet Schlundzangen und Schlundbohrer konstruiert, mittelst welcher der Fremdkörper in der Tiefe gefasst und heraufgezogen werden soll. Die Instrumente sind ziemlich kompliziert und namentlich halte ich den Bohrer für geradezu gefährlich, die anderen aber für wenig praktisch anwendbar.
3) Der Fremdkörper soll nach abwärts in den Magen befördert werden mittelst des Schlundrohres: Monro hat die Schlundröhre zuerst angewandt, um steckengebliebene Fremdkörper mit ihr hinabzu-stossen. Das Instrument ist zu diesem Zwecke an einer Seite becherförmig gebildet. Kopf und Hals des Tieres muss festgehalten und gerade gestreckt werden. In das Maul kommt das hölzerne Mundstück damit das Rohr nicht zerbissen wird. Hering empfiehlt zuerst ca. V4 Pfd. Öl einzugiessen. Ist man auf dem Fremdkörper angelangt, so stösst man wiederholt sachte nach demselben, nach und nach etwas stärker ohne jedoch bei grösserem Wiederstande heftigere Anstrengungen zu machen. Man lasse sich ja Zeit und werde nicht aufgeregt, denn wenn die Schlundwand verletzt ist, tritt der Tod fast unausbleiblich ein. Harms schreibt: Unangenehme Erfahrungen in der externen Klinik der Tierarzneischulo zu Hannover hatten mich dahin gebracht, den Praktikanten den selbständigen Gebrauch der Sohlundröhre zu verbieten, (vgl. Schlundruptur pag. 361.) Die Anwendung von Peitschenstecken, Weidenruten, Farrenschwänzen u, dgl. zu diesem Zwecke widerrate ich in allen Fällen, höchstens kann mit einem passenden Meerrohr, welches an der Spitze mit Werg fest umwickelt ist, eingegangen werden, auch mit einem passenden biegsamen nocii widerstandsfähigen Draht kann eingegangen werden, wenn das vordere Ende goruigend verwahrt ist. Selbst bei ganz regelrechter Anwendung dos Schlundrohres oder der Schlundsonde kann ein Unheil geschehen. Lindenberg führte das Sclilundrohr ein, weil eine Aloepille bei einem Pferde stecken geblieben war. Wenige Minuten nachher erfolgte der Tod des Tieres. Er fand nachher, dass der Schlund durch ein Hämatom vorengt war, welches durch das Schlundrohr angestochen wurde, wodurch Verblutung eintrat. Auch in solchen Fällen, in denen durch diis Schlundrohr der Fremdkörper in den Magen gebracht wurde, ist noch nicht alle Gefahr vorüber. Daudt hat bei einem Schwein eine steckengebliebene Kartoffel mit dem Schlundrohr in den Magen befördert, dieselbe wurde aber dann im Dünndärme 10 Zoll vom Pförtner entfernt abermals eingeklemmt und das Tier starb. Eine grosso Anzahl von Heilungen durch passende
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360nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;G. Fremdkörper im Schlünde.
Anwendung des Schlundrolires iat jedoch verzeichnet und sind Indikationen zur Anwendung vorhanden, so wendet man das Rohr sogleich und eventuell mehrmals mehrere Tage hintereinander an und wartet nicht wie in folgendem Falle geschah: Gansauge bekam ein Schwein in Behandlung, welches mit gekochton, gestampften Kartoffeln gefüttert wurde und bei welchem am Anfange der Brustportion deutlich fühlbar ein Stück stecken geblieben war. Da das Tier hochträchtig war, getraute man sich nicht die Schlundsonde anzuwenden und liess den Pfropfen stocken, der trotz Anwendung von 01 u. dgl, nicht von der Stelle rückte. Nach 8 Tagen gebar das Tier 8 elende Junge, jetzt wurde das Sohlundrohr eingeführt, die Kartoffel hinabgestossen, worauf das Tier sogleich anfing zu fressen und sich erholte.
4) Durch den Schlundschnitt um den Fremdkörper horausbe-fördorn: Wenn derselbe in der Halsportion stockt und weder nach oben noch nach unten von der Stelle zu bringen ist, wenn namentlich entzündliche Erscheinungen oder durch Druck auf die Nerven andere gefahrdrohende Symptome eintreten, so wird durch Eröffnung von aussen der Fremdkörper entfernt. Der Schlundschnitt, Oesophago-tomie, wird am liegenden oder stehenden Tiere vorgenommen. Der fremde Körper, der fühlbar ist, giebt den Platz an, wo einzuschneiden ist. Man scheert die Haare dort ab, rasiert, seift, wäscht und trocknet mit Watte sorgsam ab, durchschneidet dann längs der Haut den Ilals-hautmuskel, lässt mit scharfen Haken die Wundränder auseinanderhalten und teilt noch eventuell den gemeinschaftlichen Muskel (m. del-toideus). Die Jugularvene muss vor dem Schnitt liegen. Sobald der Schlund mit dem Fremdkörper in die Wunde tritt, wird ersterer, soweit nötig, damit der Fremdkörper herausgenommen worden kann, nach oben und unten freigelegt, dann längs auf den Schlund eingeschnitten und der Fremdkörper hervorgezogen. Der Schlund wird nur an der Muskularia mit feinem Catgut genäht, die Hautwunde wird mit Seidenat. gut geschlossen, drainiert und verbunden oder mittelst Collodium und Watte oder künstlichem Terpentin luftdicht verschlossen. Das Tier bekommt einige Tage weder Futter noch Getränke, später Weiehfuttor. Wenn die Arbeit aseptisch gelang, so erfolgt der Vorscbluss in wenigen Tagen, eitert jedoch die Wunde, so heilt sie sehr langsam und es ist dann zweckmässig, mehr Trocken- und Rauhfutter als Mehlwassor zu verabreichen. Teske konnte bei einem Pferde durch den Schlundschnitt nahe an der Brust einen grossen Wergpfropf, der mit Schleim umgeben war, entfernen. Trotzdem starb das Tier nach 5 Tagen. Er fand, dass noch ein zweiter ähnlicher Pfropf im Schlünde stockte. Taylor hat
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H. Sclllundverlotzlmg und Ruptur.
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beim Fohlen ein steckengebliebenes Ei durch Schlundschnitt entt'ernt-und Heilung erzielt. Grimm nahm bei einer Kuh durch Schlundschnitt Futtennassen und einen grossen Glassplitter von einem Lainpen-cylinder heraus und erzielte Heilung. Backer entfernte mit Erfolg beim Hunde ein 3'/2 Zoll langes steckengebliebenes Knochenstück aus dem Schlünde mittelst Schnitt. Hering teilt mit, dass von einem Truthahn nach Eröffnung dos Kropfes 8 Pfund Körner entleert wurden und dass schlicsslich noch ein Knäuel faserigen Stoffes hervorkam, welcher den Übergang zum Magen verstopft hatte.
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H. Schliiiirtverletzimg nnd Ruptur.
Litteratur: Baudias, Sohlundwunden b, E, Qurlt u. Hartwig 1848, p, 105. Weber, Sohlundzerreiss.b.d. Kuh. Tztl, Woohsolir, 18-18,p. 208. Sanders, Sohlundzorroiss. b, d. K. The Vet. 18,50, p, 186. Der. üb. Lelst. i. Geb. (1. Thk. 1851, p. 54. Cartwright, Sohlundsierr. b. I'f. Ibd. 1851, p, 545 u. 29. Thoome, Sohlundüerreiss, b. d, K. Gerlaoh u. Leisering 1851, p. 81. Hering, Perforiit. d, Schlundes. ]!cp. XVIII, p. 113. (oll in, Schhindverletz. b, Pf. Lyon 1857, p. 154. Her. üb. Leist, i. Geb. d. Thk. 1857, i). 53. Collin, Sohlundverletz, b. R. Toni. 1859, p. 218. Ibd. 1859, p, 47. Sohaak, Sohlandzerreiss. v. Sohlundrohr, Lyon 185!), p. 112. Ibd. 1859, p. 47. D ill on, Sohlundverletz. nach Hufschi. Reo. 1800, p, 466. Ibd. 1800, p. 45. Juth, Sohlundzerreiss. b, K. Mitt. a. d, tzl.Pr. Hert-wig 1802, p. 180. Neubert, Durohstoss. d. Sohl, b, R. Säohs. Jhb. 1802, p. 105. Kaiser, Sohlundverletz, b, Fohl. Kuril. Jhh. 180204, p. 05. Dint er, Durohstoss. d. Schi. b. 11. Sachs. Jhh. 1805, p. 70. Eck, Sohlundzerreiss. b. Pf. Gnrlt u. ITcrtvvig 1805, p. 239. Gresswell, Schlundriss b. Kalbcl. The Vet. 1807, p. 101, Jhh, 1807, p, 66, Brau n, Sohlundzerreiss. b, Maultier. Gnrlt u. llertwig 1807, p. 381. Koloff, Ruptur d, Schi. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Koloff 1809, p. 151). Sohl eg, Sohlundzerreiss. b. d. K, Sachs. Jhb. 1873, p, 84. Holzend or f, Perforation d. Schi. b. Pf. Müller u, Roloff 1874, p. 112. Koch, Schluml-zerreiss. b, Pf. Mitt. a. d. tztl, Pr. RoloffU. Schütz 1870, p, 98. Schi eg. Sohlundzerreiss. b. Kuh, Säohs. Jhb, 18S1, |). 115. flora, Sohlundzerreiss, b. Pf. Mitt. d. V. d. Tztc. in Österr. 1892, p. 24. Rohm, Sohlundzerreiss. b. Fohl. Rep. 1890, lieft 6.
Die Schhuulvcrlctzungen und Rupturen teilen wir zweckmässig nach ihren Ursachen ein, in a) Verletzungen durch zufällige inccha-nische Einwirkungen, b) Verletzungen durch chi ru rgischo Eingriffe am Schlünde und o) Rupturen durch lokale Erkrankungen der Schln n dwii ndo. 1) Hei Pferden:
a) Durch zufällige mechanische Einwirkungen wird der Schlund nur selten verletzt. Dillon sah Schlund Verletzungen beim Pferde infolge eines Hufschlages und er glaubt, dass dies nur dadurch erfolgen konnte.
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[i(j2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hi Schlundvorlotzung und Ruptur.
class im Momente als der Schlag traf, ein Bissen an der Stelle vorbei ging. Kehm sah Zerreissung des Schlundes beim Fohlen infolge eines Sturzes, dasselbe beobachtete Hora. Nach dem Sturze speichelte das Pferd, nahm kein Futter mehr auf, hatte Fieber, Atemnot, war traurig und nach 2 Tagen erfolgte der Tod, der Schlund war 10 cm. vor dem Zwerchfell gerissen, in der Brusthöhle war Futter und Flüssigkeit. Ein Maultier, das seit einigen Tagen schwer erkrankt war, wurde geworfen, es trat infolge dessen der Tod ein. Der Schlund wurde an drei Stellen gerissen gefunden. Braun. Verletzungen von innen durch spitze Gegenstände vergl. Seite 35G; hier sei nur ein von Hering angeführter Fall verzeichnet: Ein Pferd hörte plötzlich auf zu fressen, bekam Kolik, iiusserte heftigen Schmerz und hatte Kontraktionen am Halse, Fieber und Tod am 4. Tage. Die Sektion ergab, dass der Schlund kurz vor der Cardia durch einen 8 Zoll langen Ptlanzenstengol durchstochen worden war.
b)nbsp; Verletzungen durch chirurgische Eingriffe. Es sind hier die auf Seite liGO angeführten Fülle zu vergleichen. Anzuführen sind hie-her gehörende Mitteilungen von Kaiser: Ein ca. 22 Wochen altes Fohlen wurde mit Brot gefüttert, fing plötzlich an zu würgen, bemühte sich zu erbrochen. Besitzer stiess nun einen getrockneten Ochsenpenis hinab, nachher goss er einige Flaschen Wasser nach, die es schluckte. Kaiser fand das Tier ziemlich munter, es führte aber die Bewegungen des Halses sehr steif aus, derselbe war in der Gegend des Kehl- und Schlundkopfes geschwollen und die Berührung verursachte grosso Schmerzen. Nach 32 Stunden verendete das Pferd. Die Sektion ergab: Quetschung des Kehl- und Schlundkopfes und der benachbarten Gebilde. Zerreissung des Schlundes ca. 'ili Fuss unter dem Schlundkopfe. Ein Loch mit gerissenen Bändern, das sich 5 Zoll in das angrenzende Zellgewebe und die Muskeln verfolgen Hess. Cartwright sah Zerreissung des Schlundes nach dem Eingeben einer Pille, der Tod erfolgte nach 3 Tagen. Der Kiss war gerade über dein Kehlkopfe. Es ging ein Kanal 8lü Zoll neben dem Schlünde in der Muskelsubstanz nach abwärts. Collie wollte einen Drusoabscess eröffnen, traf jedoch den Schlund und brachte ihm eine tliquot; lange Querwunde bei. Innerhalb 15 Tage erfolgte Heilung.
c)nbsp; Rupturen durch 1 o k a 1 e E r k r a n k u n g der S c h 1 u n d w ä n d e. Es sind verschiedene Prozesse, welche zu Rupturen des Schlundes führen können anzuführen. An den oberen Particon des Schlundes kommen nicht selten nach Druseabscessen Anschwellung, Fieber und dgl. vor. Beim Einstich entleert sich Futter, Flüssigkeit und nach Eröffnung
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II. Schlundverletzung und Ruptur.
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finden sich Taachen bis zur Faustgrösso und darüber, welche mit Futtermassen angefüllt sind. Solche Fälle sind mitgeteilt von: Holzendorf, Koch, lloloff. Eck u. a. In diesen sämtlichen angeführten Fällen ist der Tod eingetreten. Infolge von Divertikeln am Schlünde kommt es mitunter zu Rupturen, die ebenfalls sämtlich bis jetzt zum Tode führten. Das gleiche ist von den Rupturen zu berichten, die infolge von Entartung der Schlundwand durch Psorospermien etc. eintreten. (Vgl. Divertikel und Psorospermien,)
Die Prognose ist im allgemeinen ungünstig.
Therapie: Bei zufälligen Verletzungen von aussen ist eine solche sehr angezeigt, ebenso bei Verletzungen von innen. Bei Rupturen nach Entartungen der Schlundwand durch Psorospermien oder andere Erkrankungen der Wand, ist alles vergeblich. Sehr eingeengt wird noch die Therapie, weil nur die Halsportion des Schlundes der Behandlung von aussen zugängig ist. Es ist ein sehr rasches, energisches und von Kenntnis und Sorgsamkeit geleitetes Verfahren einzuschlagen. Eröffnen unter antiseptischen Kautelen, Desinfektion der Höhlen und Wundränder, sorgsames Nähen und Drainage giebt allein die Möglichkeit die Tiere zu retten. Die bisher ohne Anwendung der antiseptischen Methode Behandelten gingen fast alle zu Grunde oder es entstanden Schlundfistel, (Vergl. diese.)
2) Bei Rindern: Eine grosse Anzahl von Schlundrupturen ist verzeichnet, welche nach ungeschickter Anwendung des Schlundrohres oder anderer Dinge, welche dasselbe ersetzen sollen, entstanden. Einige der instruktivsten Krankengeschichten sollen kurz angeführt sein. Dinter: Einer Kuh war eine Kartoffel im Halse stecken geblieben, das Tier wurde stark aufgebläht. Nach dem Einstossen des Schluudrohres trat noch Emphysem am Halse dazu auf, das sich rasch verbreitete, Schlachten, Sektion: Die Kartoffel steckte kurz vor dem Magen im Schlünde fest, davor war ein Loch im Schlünde. (Das Emphysem kam zweifellos auf die von Gerlach angeführte Art durch die Mittelfelle zu stände.) Wober: Ein im Schlünde stocken gebliebener Apfel sollte bei einer Kuh hinabgostossen werden. Es trat jedoch bald noch Emphysem und Verschlimmerung auf. Schlachten. Sektion: Der Schlund war in der Brustportion vor dem Apfel durchstossen, (Auf der glatten Oberfläche des Apfels gleitet der Metiillknopf des Schlundrohres leicht ab und durchbohrt dann seitlich,) Schleg: Bei einer Kuh war ein Rübenstück im Halse stecken geblieben. Erst durch kräftige Stösse mit dem Schlundrohrc konnte man letzeres vorwärts bringen. Kurz nachher trat Anschwellung am Halse auf (sehr wahrscheinlich Kinphy-
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;5G4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I. SclilumHistel.
som). Sohlaobten am lt;gt;. Tage. Sektion: Der Schlund ist in der Brustportion fast abgerissen, das BübenstUok ist herausgefallen und im
Bindegewebe. Neubert; Der Schlund einer Kuh wurde, um eine Kartoffel weiter zu befördern, mittelst eines Peitschenstieles durchge-stossen. Emphysem. Sektion: Schlund in der Halsmitte durchg-estossen. (Die Stelle, von wo das Emphysem ausging, ist nicht mitgeteilt.) Von iilinlicher Schlundzcrreissung mit regelmässig nachfolgender Schlachtung oder von selbst eintretendem Tode berichten Thieme, Juth, Gresswell, Schaak u. a. Einen Fall in dem Heilung einer lluptur vormutet wurde, belichtet Schleg: Einer Kuh war ein Fremdkörper im Halse stecken geblieben, wogegen das Scblundrohr mit grosser Gewalt eingetrieben wurde, bald darauf erfolgte Anschwellung der ganzen unteren Halsfläche und Unmöglichkeit zum Schlucken. Schleg machte Lehm-anstrich und Hess innerlich nur Schlickermilch1' verabreichen. Die Heilung erfolgte in 14 Tagen.
Über die spontanen Schlundzerreissungen ist auf die Abschnitte Psorospermien und Divortikel zu verweisen.
I. Schlundflstel.
Litteratun Voehringor, Solilundflsteln. Bin-, üb. Leist. i. Gob. d. Thk. 1841, p, 80. Müller, Sohlundflsteln b. Pf. Tztl. Mitt. Gerlach u. Leisering 1854, p. 117. Frank, Die sog. Sohlundbeulen. Woohsohr. f. Thk. u. Vhz. 1857, p, 3;!. Meltzbaoh, Sohlundabsoess. Mitt, a. d. tztl. Pr. Gerlacli 1858, p, 161, Romant, Sohlundkopfflstel. Lyon 1862, p. 441. Ber. üb. Leist. i. Geb. il. Thk. 18G2, p, 23. Prietsoh, Sohlundabsoess b. II. Siicbs. Jhb. 1883, p. 8G. Dinter, Schlundflstel b. Pf. Ibd. 1871, p 125. Klinik. Sohlundkopfflstel. Sachs. Jbb. 1872, p. 45. Steffen, Sohlundkopfflstel b, Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Roloff u. Schütz 1876, p. 95, Siedamgrotzky, SofalundgesohwUr. Siicbs. Jlib. 1877, p. 103. Pi'oe ger, Schlundflstel b. Pf. Ibd. 1880, p. 74. M u n k e 1, Schlundflstel b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Roloff u. Schütz 1882, p. 67. Schlundflstel. Zeitschr. f. Vetk. 1889, p. 214.
Die S ch lundfi st ein, perforier ende Schlun dgeschwüre, Schi iiudabsccssc, auch Schlundbeulen, Futterabscesso genannt, treten fast nur bei Pferden auf.
Aetiologie: Nach Qberstandener Druse tritt eine faustgrosse Anschwellung links am Halse dicht neben dem Kehlkopfe auf. Munkel. Infolge von wandernder Druse. Proeger. Nach heftiger Bräune. Steffen. Nach Druse. Dinter. #9632; Nach Druse. Grimm. Nach Angina, llomant. Es können noch einige Angaben gemacht werden, dass nach Druse, Bräune oder Angina, also heftigen, fieberhaften Er-
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I. Solilumlfistel.
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3GÜ
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krankungen, mit eiterigen Prozessen oben am Halse, diese Schluml-perfbrationen mit nachfolgender FisteUuldimg eintreten. Es handelt sich also hier stets um spontane Perforationen. Zu diesen kommen noch einige aber nur sehr wenige , infolge von Perforation nach Divertikel-bildung am Schlünde. Nicht eine ist mir bekannt geworden, die nach gewaltthätiger Perforation durch das Sciilundrohr oder ähnliche Instrumente von innen entstanden wäre.
Klinisches Bild: 1) Bei einem Fohlen mit 2 Monaten erfolgte der Durohbruoh in der Nähe des Kehlkopfes, Beim Saugen tloss Milch nach aussen ab. Nach Timiponierung der Wunde Hoss die Milch zur Nase retour. Heilung in 14 Tagen, llomant. 2) Bei einem 4jiih-rigon Pferde, das mehrere Druseabscesso hatte, trat unterhalb dieser Geschwülste noch eine grössere, sehr schmerzhafte auf. Recken, Würgen, grosso Speichelabsonderung, Unmöglichkeit von Nahrung- und Getränkeaufnahme gesellten sich dazu. Nach Erweichung der Geschwulst wurde eröffnet und eine Menge
von I* utter aus einem pig.Ma, Einfache Behinderung zu starkor aeltllohet Holsbeagung, 3 Zoll langen Pistolkanal entleert. Heilung in 3 Wochen. Grimm. ;i) Ein 2Vajährigcs Pferd, das seit (i AVochon Druse und bedeutende Drüsenanschwellungen hat, bekommt eine kindskopfgrosso, fluktuierende, scharf begrenzte Geschwulst am Halse. Nach der Eröffnung kommt Eiter, Gase, Futter und Sand heraus. Heilung in 4 Wochen. Dinter. 4) Nachdem eine heftige Druse vorüber war, entstand in der Nähe der rechten Ohrspeicheldrüse eine grosso Geschwulst, aus der nach Aufbruch eine Menge festen und flüssigen Puttors entleert wurde. Heilung in 3 Wochen. Steffen. Ich habe ebenfalls mehrere Fälle beobachtet, in denen nach länger bestehender Druse, Abscessen, Öffnungen in den Schlundkopf durch die seitliche Halswand nach aussen eintraten, durch welche Luft, schaumige Flüssigkeit und Futterteile entleert wurden. Die Heilung erfolgte auch in diesen von mir beobachteten Fällen. Allein es sind auch andere Fälle veröffentlicht! Munkel sah ein 8jähriges Pferd, das nach überstandener Druse einen faustgrossen Abscess links
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36Gnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I. Schlundfistel,
(im Halse, dicht neben dem Kehlkopfe bekam. Das Schlucken war erschwert, Futter und Wasser regurgitierte durch die Nase. Nach Eröffnung entleerte sich grauer stinkender Eiter und gekautes Futter. Das Tier starb in kurzem und bei der Sektion fand man ein markstück-grosses Loch im Schlünde. Mttllor berichtet über eine Schlundfistel, die nach Druse auftrat. Es war zuerst ein grosser Abscess, der einige Hände voll gekauten Futters, Jauche und Eiter enthielt. Das Tier starb und man fand einen 3 Zoll langen Riss im Schlünde. Haubner sah ein Pferd, das seit 1012 Tagen nicht gut gefressen hatte, aber dabei noch Dienste leistete, welches die Erscheinungen der Bräune zeigte. Unten an der rechten Ohrspeicheldrüse war eine faustgrosso, sehr schmerzhafte Anschwellung, das Schlucken war sehr erschwert, ein Teil des Aufgenommenen Hess zur Nase retour. Der Husten war leicht erregbar und sclunerzhaft. Haubner stellte die Diagnose: Bräune, machte Einreibungen und Umschläge. Aber es erfolgte Verschlimmerung, weshalb an der fluktuierenden Stelle eingestochen wurde. Als sich Eiter und Eutterteilchen entleerten, wurde gespalten und eine grosso Menge Putter entfernt. Das Tier wurde nach einiger Zeit als hoffnungslos getötet.
Es sind noch die auf Schlunddivertikel entstehenden Fisteln zu berücksichtigen (vgl. Divertikel), welche, wenn sie am Halse entstehen, möglicherweise heilen können, sobald jedoch der Durchbruch in der Brustportion des Schlundes erfolgt, tritt der Tod in Kürze ein.
Wir fassen das klinische Bild folgendermassen zusammen: In der Kegel entstehen Schlundfisteln nach überstandener Druse, Angina oder Bräune. Die Anschwellungen die entstehen sind sehr schmerzhaft, gross, fluktuieren nach einiger Zeit und brechen schliesslich spontan auf. Es entleeren sich übelriechende Gase, Eiter, Jauche und Futterpartikel. Fieber ist nur anfangs vorhanden, später kann es fehlen. Einstechen mit dem Explorativtroikart lässt den Inhalt erkennen.
Prognose: Bei spontanen, kleinen Durchbrüchen, bei welchen zuvor keine grossen Anschwellungen zugegen waren, und bei denen sich durch eine kleine Öffnung aus dem Schlundkopfe hauptsächlich Luft, Flüssigkeit und Schaum entleert, ist die Prognose günstig. In Fällen, in denen grosse Abscesse entstehen und die Futterstoffe mit Eiter vermischt werden, wo Jauche und dergl. gebildet wird, tritt sehr leicht Blutvergiftung, Pyosepthämie und der Tod ein.
Therapie: Sobald verdächtige Erscheinungen auftreten, ist dringend angezeigt, mit dem Explorativtroikart einzustechen, um sich zu überzeugen, ob ein Futterabscess vorliegt; ist dies der Fall, so rate ich das
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K. Schlumk'rwGitenmg.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3(37
Tier niederzulegen, den Abscess nach Abscheeren und Rasieren breit zu spalten, sorgsamst zu entleeren, mit 5 0/oiger Carbolsiiure oder Sublimatwasser 1 : 1000 auszuwasclion und sodann, sowohl die innere Schlund-wunde als auch die Eistelwunden, sorgsam mit Catgut zu nähen, ])rai-nagen einzulegen und antisoptisch zu verbinden. Das Pferd erhält durch einige Tage bloss frisches Wasser als Getränke, kein Futter und wird hochgebunden (Fig. 55 a). Vobringer führt die von Chevalier und Boloy verlangte auch von Hering empfohlene trockene Fütterung bei Sohlundfisteln als besonders zwcckmässig an. In Fällen, wo nach Eröffnung von Druseabscessen sich eine kleine Öffnung nach innen zeigt ist sehr sorgsames Eoinigen, CocaYnisieren und Versohlusa der Öffnung mit Catgut, am stehenden Pferde anzuraten. Wird die kleine Wunde nicht genäht, so braucht sie mehrere Wochen zur Heilung.
Beim Kinde sind unter dem Namen Sohlundbeulen, Abscesse, Neubildungen etc., die in einzelnen Gegendon vorkommen, von Frank abgehandelt worden. Die oben bei Pferden geschilderten finden sicli wahrscheinlich gar nicht bei Rindern.
Beim Hunde ist von Priotsch ein Schlund abscess geschildert. Das Tier hatte rechts am Halse einen apfelgrossen Abscess, der braune Jauche enthielt. In der Tiefe fand man eine Kornähre (llordenm murinum). Das Tier hatte nachweislich vor einiger Zeit solche gefressen und auch einige wieder ausgebrochen. Eine Ähre hatte durch die Schlundwand den Weg in die Umgebung gefunden. Es trat Heilung ein.
K. Schhinderweitorung, Divortikol des Oesophagus.
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Litteratur: Stuhl, Erweiterung d. Schlundes u. Ruptur 1). Pf. Tztl. Ztg. 1840, tgt;. 117. Nilson, Sclilundorweit. b.d.K. The Vet. 1848, p. 72. laquo;er. üb. Leist. i. Geb. d, Thk. 1849, p. 11. Key, Sohlundentz. u. Erweiterung b. Pf. Journ, Med. vet. 1848, p, 14. Ibd. 1849, p. 28. Reineraann, Kutteranhäufung i. Schlünde b. Pf, PrenSS, 1858, p. 160. R e i n e m a u n, Sohlunderweiterang b, Pf, Reo. 1851, p, ,S20. Her. lib. Leist. i. Geb. d. Thk. 1851, p, 21, Gurlt, Sohlunderweiterung b, Schafe. Gurlt u, Hertwlg 1851, p, 447. H a n n e n , Schlundvorstopfung b, Pf, Tztl. Mitt. 1854, p. 77. Jessen, Schlumlerweiteruug b, Pf. Meinorabilien aus Itussland 1854, p. 144. Bornhäuser, Sohlundanfüllung b, Pf, Aroh, f. Schweiz. Tzte, 1854, p. 144. Jessen, Dilatatio oesophagi b. Pf, Meniovabil. i. d. Vetk, aus Russland 1855. Ruland, Dlvertikel u, Ruptur b, l'f. Gurlt u, Hertwlg 1858, p. 483. Schwerdtfoger, Futterahscess a, Halse b. Pf, Sachs. Jhh. 1858/69, p. 101, Lüthens, Sohlundriss b, K. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlach 1859, p. 174. Fü nfstiiok, Dlvertikel i. Schi. b. Pf. Sachs. Jlib. 1859/60, p. 21. Fünf stück, Schlunderweit. b. Esel. Belg. 1859, p. 636. Per. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1859, p. 21. Prietsoh, Schlunderweit.
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K. Scliluudenveilerung, Divertikcl des Oesophagus.
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b, Pf, Sachs. Jhb, 1859/60, p. 80. F u c h s, Schlunderwoit. Wochsehr. 18G0, p. 25. Moisaut, Scdilundverletz. b. Pf. Rec. 1800, p. 843. Ber. üb. Lcist. i. Geb. d. Thk. 1830, p. 45. Cartledge, Sehlundvorletz. b. Pf. Tlie Vet. 1861, ]gt;. 12. Ibd. 1861, p. 118. Keg el a er, Abroiss. d. Muskelh. d. Sohl. b. K. Holl. 1861, p. 68. Ibd. 1861, p. 14. Köbne, Hypertrophie u. Erweit, d. Schi. b. Ochs. Gurlt u. llertwig 1861. p. 433. Ercolani, Schlundervveit. b. Schaf. Ital. 1861, p. 20. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk.
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1862,nbsp; p. 36. Her. üb. Leist. i. Gob. d. Thk. 1862, p. 22. Gurlt, Schlund-divertikel b. Pf. Gurlt u. llertwig 1862, p. 288. Le isoring, Schlund-divertikel b. Pf. Sachs. Jhb. 1864, p. 81. Derselbe, Schlundivertikel b. d. K. Ibd. 18G4, p. 81. Eck, Schlunderweitemng b. Pf. Gurlt u. llertwig 1805, p. 230. Scholl, Sohlunderweiterung b, Pf, Mitt. a. d. Iztl. Pr. Müller u. Roloff 1806, p. 171. Roloff, Sohlundruptur b. Ochs. Ibd. 1868, p.150. Schmitt, Sohlundi'iiptur b. Pf. Ibd. 1870, p. 173. V o i g 11 ii nd o r , Sohlundruptur b. Pf. Sachs. Jhb. 1870, p. 41. Lelaerlng, Sohlundrup-fur b. Pf. Ibd. 1870, p. 18. L a U 8 o h , Schlunde-weitorung b. Pf. Mitt.
a,nbsp; d. tztl. Pr. Müller u. Roloff 1870, p. 172. Roloff, Schlunddivortikel
b,nbsp; R, Ibd. 1874, p. 161. Hartenstein, Sohlunddivertikelb. K, Sachs. Jhb. 1875, p. 104. Laser, Schlundzerreissung b. Pf. Mitt, a, d. tztl. Pr. 1871, p. 160 Müller n. Roloff, Ross, Sohlunddivertikel. Bad. tztl. Mitt. 1877, p. 154. Falko, Tötl. Schlmidaulullung I). Pf. Wochsohr. f. Thk. 1878, Ko. 32. Falko Jhb. 1870, p. 132. Jo hne #9632; MÖ b iu S , Schlunddivortikel I). Pf. Sachs. Jhb. 1878, p. 26. Habicht, Schlunddivortikel b. Fohl. Milt, a, d. tztl. Pr. Roloff u. Schütz 1878|79, p. 52. Job no, Spindelf. Erweiterung d. Sold, b, Pf, Sachs Jhb. 1879, p. 45. Falko, Schlunddivortikel. Tzt. No, 4, 1878. Falko Jhb. 1879, p. 106. Rogg, Schlund-divertikol b. Kuh. Ibd. K a m merer, Schlunddivortikel b. Kuh. Ibd. Job no, Schlunddivortikel 1). Ilundo. Sachs. Jhb. 1831, p. 59. Munkol, Sohlunddivertikel b, Pf. Mitt. a. d. tztl, Pr. Roloff u. Schütz 1882, p. 56. Sohl eg, Sohlunddivertikel b. Pf. Sachs. Jhb. 1884, p. 93. Schäfer, Sohlunddivertikel b. Pf, Berl. tztl. Arch. 387, p. 364. Meitzer, Erweiterung d. Schlundes. 1). m. W. 1888, p. 47. Albrocht, Sohlunddivertikel b. Fohl. Woohschr. 1889, p. 450.
Von den mir nilher bekannt gewordenen und hier angeführten 62 Fällen gehören 37 dem Pferde, 1 dorn Esel, 11 dein Rinde und 3 dem Schafe an. Wenn auch angenommen wird, dass die beim Pferde vorkommenden Fälle sorgsamer registriert werden, so stellt sich doch bei anderen Sohlunderkrankungen das Verhältnis anders und es wird diesem Zahlenergebnis, dass Schlunderweiterungen bei Pferden häufiger als bei anderen Tieren vorkommen, schon einigermassen /u vertrauen sein. Die Möglichkeit des leichteren Erkrankens der Pferde an Schlund-divertikel scheint mir durch den langen Hals dieser Tiere und die oft ausscrgowöhnlichen Anstrengungen derselben beim schnellen oder schweren
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Zugdienst gegeben. Harms bestätigt die Angaben St'ockfleth's: Dass beim Rinde Divertikel nur an der Brustportion des Schlunds vorkommen. Die von mir an Rindern beobachteten Fälle waren zwar nur an der Brustportion, allein trotzdem verhält sich die Sache nicht ausnahmslos so wie Stockfleth und Harms angeben, denn Hartenstein boschreibt ein Divertikel an der Halsportion des Schlundes beim Rinde tolgender-massen: Bei einer Kuh entstand, sobald sie einige Futterbissen aufgenommen hatte, starkes Speicheln und Brechreiz. Links am Halse entstand eine mannsfaustgrosse, harte, scharf begrenzte Anschwellung, drückte man auf diese, so erfolgte sofort Erbrechen. Kleie und Wasser konnten ohne Schluckbeschwerden aufgenommen werden. Was die zweite Angabo Stockfletli's betrifft: Dass beim Pferde Divertikel nur an der Halsportion des Schlundes vorkommen welche Harms des-hall) als nicht ganz richtigquot; bezeichnet, da Gurlt einmal bei einem Pferde ein Divertikel am Brustteil des Schlundes beschreibtquot; so muss hier noch etwas bestimmter widersprochen werden; denn Divertikel in der Brustportion dos Pferdeschlundes fanden und veröffentlichten darüber ausser Gurlt noch folgende Tierärzte: Stahl, Jessen, Fünfstück, Leisering, Rosenkranz, Lange, Schell, Lausch, Möbius, Habicht, Johne, Schäfer, Hering, Schleg und Kühne. Es sind sogar auch beim Pferde viel mehr Schlunddivertikel an der Brustportion als an der Halsportion gefunden worden. Der einzige mir beim Esel bekannt gewordene Schlunddivertikel ist ebenfalls an der Brustportion.
Was die Formen der Schlunderweiterung betrifft, so sind dieselben sehr verschieden:
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Die Grosse und die a na-
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tomischen Bildungen
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sind ebenfalls verschieden. Da kleinere Divertikel in V^ der Regel unschädlich sind, so werden sie nur höchst
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selten in den Sektions-
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protokollen als nebensächlicher Erfund aufgenommen. Bei Divertikeln,
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welche als solche beschrieben wurden, handelt es sich um Fülle, die auffallende Krankheitserscheinungen oder den Tod bedingten. Es sind dies somit ausgebildete, die grössten Sorten. Am häufigsten sind bei den Divertikeln in der Brusthöhle der Pferde diejenigen Formen, bei
Hoffmann, Tierärztliche ChirUTgiO.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;24
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370nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ki Schlunderweitcrung, Divertikcl des Oesopliagus.
denen die Muakularis des Schlundes auf eine g-rüssere oder geringere Strecke längs gerissen ist, zwischen welchen dann die Schleimhant sich beutelartig hervorbläht. In Einzelfällen ist dieser Znstand so alt, dass die Musknlaris bis zu einem schmalen Bande zusammengezogen und atrophisch geworden ist. Einige Fälle werden dies am besten illustrieren: Möbius fand ein Divertikcl in der Brusthöhle eines Pferdes, das vom Zwerchfell bis zum Herzbeutel reichte. Es war angefüllt mit 1890 Gramm Futter, war 33,5 cm. lang und hatte 13,5 cm. im Durchmesser. Die Muskularis bildete oben ein 10 cm. breites Band, unten war durch den Hiss nur die Schleimhaut herausgetreten, erweitert und durch Narbengewebe verdickt. Gurlt sah die Muskularis in der Brustportion gespalten und daraus die Scbleimbaut hervorgetreten, dieselbe bildete einen Beutel von der Grosse eines Menschenkopfos. Leisering: Die Brustportion des Schlundes eines Pferdes hatte einen l1/2 Fuss langen Riss durch die Muskularis, durch denselben war die Schleimhaut getreten und sehr erweitert. In einem zweiten von Lange und Fünfstüok beobachteten Falle betrug der Riss 11 Zoll Länge. Der durch die herausgetretene Schleimhaut entstandene Beutel konnte 5 Pfund Wasser fassen. Die Aussentiäche der Divertikel war mit der LungenoberHiiche verlötet. Prietsch sah Erweiterung eines Pferdeachlnndes vom Eintritt in die Brusthöhle bis zum Zwerchfell. Die Muskularis war gerissen, die Schleimhaut sehr erweitert und erstere bis auf einen zollbreiten dünnen Streifen, der an der Seite des Divertikels herablief, atrophisch. Einen ganz besonderen Fall boschreiben Leisering-Rosenkranz: Der ganze Schlund dos in Rede stehenden Pferdes war 51/si Fuss lang. 3 Fuss vom Schlundkopfe entfernt war eine beulenartigc Auftreibung wie eine doppelte Mannsfaust, dieselbe hatte 14 Zoll Umfang, die Muskularis war hier ursprünglich an der oberen AVand gerissen. Hinter dieser Erweiterung, noch 6 Zoll vor dem Zwerchfell, war eine zweite, die 9'/2 Zoll Umfang hatte. In ihr lag ein fester Futterballen. Eine zweite Form der Divertikel ist diejenige, bei der die Muskularis samt der Schleimhaut ausgedehnt wurde. Munkel sah eine 12 om. lange gleichmässige Ausdehnung. Habicht beobachtete bei einem Fohlen ein gleicbmässiges Schlunddivertikel vor der Magenmündung. Hering beschreibt eine beutelähnliche Ausbuchtung, die zwischen beiden Lungen sass und 4 Pfund Flüssigkeit fasste. Stahl: Der Schlund eines Pferdes ist in der Brusthöhle Vh Fuss lang zu 24 Zoll Durchmesser sackartig erweitert. Johne: fand 16 cm. Länge und 18 cm. Durchmesser. Zu dieser Sorte aber
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mit ganz enormer Ausdehnung gehören auch noch solche wie nachstehend angegehenen Fälle: Schell: Der Schlund eines Pferdes war von der Brust bis zur Halsmitte derart grossartig ausgedehnt, class er den Durchmesser des Luftrohres übertraf, die Muskulatur war hier verdickt, an der Einmündung in den Magen aber atrophisch #9632; Der Schlund war vom Larynx bis zur Cardia voll Futter, in der Brusthöhle armdick, dortselbst enthielt er drei 45 Zoll lange, harte Putter-pfröpfe, die Schleimhaut war an diesen Stellen in Palten gelegt. Schleg: Der Schlund war in seiner ganzen Liinge erweitert mit Putter ausgestopft, die Schleimhaut hatte zahlreiche Defekte und zudem ein mosaikartiges Aussehen. Beim Kinde sind ähnliche, aber auch noch folgende Beobachtungen gemacht. Roloff: 15 cm. voider Einmündung in den Magen ist der Schlund einer Kuh faust-gross erweitert. (Bei diesem Tiere war 17 Tage ein Bubenstück stocken geblieben, aber nach einiger Zeit entfernt worden.) Einen ganz ähnlichen Pali hat Ross beschrieben. 2'A Monate vor der Aus-bildung des Divertikels war eine Kartoffel stecken geblieben. An der entsprechenden Stelle war die erweiterte Schleimhaut geschwollen, in Palten gelegt und die Muskularis geschwunden. Im Divertikel steckten 500 Gramm festes Putter. Hering beschreibt eine Strik-tur des Schlundes an der Einmündungsstelle in den Magen und über derselben eine sackartige Erweiterung, die mit Heu und Stroh gefüllt war. Rabe fand ein faustgrosses Divertikel, 8 cm. vor dem Magen, welches hauptsächlich mit Sand gefüllt war. #9632; Kammerer sah bei einer älteren Kuh den Schlund auf eine Strecke von 15 cm. hart und knorpelähnlich entartet, vor dieser Stelle war eine sackartige Ausbuchtung, die mit Futterresten erfüllt war. Zerreissung der Muskularis und Hervorblähung der Schleimhaut ist ähnlich wie an Pferden, auch beim Rinde beobachtet und beschrieben von Nilaon. Beim Schafe und der Ziege sind Schlunddivortikelbildungen ähnlich beobachtet wie beim Kinde. Auch beim Hunde ist Schhinddivertikel aber infolge der Einwanderung von Spiroptera sanguinolenta von Johne beobachtet worden. Beim Schweine, Katzen, dem Geflügel, kenne ich keine derartige Erkrankung. #9632; Passen wir das seitdem Mitgeteilte kurz zusammen: 1) Schhinddivertikel komnien am häufigsten bei Pferden vor, dann beim Rinde, seltener bei dem Schafe und der Ziege, noch seltener beim Hunde. Bei Schweinen, Katzen und Geflügel sind Diver-tikelbildungen nicht oder nur sehr selten vorhanden. 2) Die Divertikel-bildung tritt hauptsächlich auf an der Brustportion des Schlundes und zwar bei sämtlichen Haustieren. Die Angabe, dass Pferde die grösste
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Zahl der Divertikel an der Halsportion besitzen, beruht auf Irrtum. 8) Beim Pferde ist die Mehrzahl der an der Brustportion vorkommenden Divertikel durch Einreissen der Schlundmuskulatur und Hervor-lilähung der Schleimhaut entstanden, auch beim Rinde kommen solche Bildungen vor, häufiger ist aber bei letzterem die totale Erweiterung, die entweder nach Steckenbleiben eines Fremdkörpers, der überhalb einer Striktur oder einer knorpeligen Entartung der Schlundwand entsteht. Aetiologie: Die von Harms nach Zenker angeführte Einteilung in Pulsions- und Traktionsdivertikel rührt ursprünglich von Ziemssen her. Beide erstgenannte Autoren haben übersehen, dies mitzuteilen. Ziemssen sagt: Wenn eine dem Schlund anliegende Geschwulst, z. B. eine Lymphdrüse, durch ihr Wachstum nach aussen eine Erweiterung erzeugt, so ist dies ein Traktionsdivertikel, wenn aber lediglich der Druck von einem Bissen die Erweiterung zu Stande bringt, so ist dies ein Pulsionsdive rtikel. Die beim llinde entstehenden Divertikel werden demnach in der Mehrzahl als Pulsionsdivertikol anzusehen sein. Es sind hier folgende Fälle anzuführen : Roloff: Eine Kuh zeigte beim Fressen von Hüben plötzlich Erscheinungen von Steckenbleiben eines Stückes. Das Tier blieb von da ab leidend und musste am 17. Tage nach der Einwirkung geschlachtet werden. Bei der Sektion fand sich 15 cm. vor der Schlundeinmündung ein faust-grosser Divertikel. Ross hat einen ähnlichen, weiter oben angeführten Fall mitgeteilt, wo erst nach 23 Monaten sich an der Stelle, an der eine Kartoffel stecken geblieben war, ein tötlicher Divertikel entwickelt hatte. Es ist hier eine partielle Lähmung und nachfolgende Erweiterung anzunehmen. Es sind jedoch noch andere Formen bei Tieren vorhanden: Beim Rinde solche Divertikel, die oberhalb erkrankter, verengter, verknorpelter Schlundpartien entstehen. Hier werden dieselben durch Anfüllungen und allmähliche Ausdehnungen entstehen, ferner sind Entartungen der Schleimhaut mit partiellen Lähmungen und allmählich eintretenden Erweiterungen anzuführen. Für die zahlreich, besonders beim Pferde, vorkommenden Divertikel, bei denen die Muskularis reisst und die Schleimhaut sich hervorbläht, scheint eine Erklärung Moitzers passend, nämlich, dass infolge von nervösem Verschlüsse der Cardia Stauungsdilatation im Schlünde folgen könne. Gerade der lange, oft durch gewaltige Zerrungen und Druck heftig gereizte Schlund der Pferde könnte infolge nervöser Einwirkungen diktiert und schliesslich zerrissen werden. Es kommt hier noch die enorm stark ausgebildete Ringmuskulatur an der Einmündungsstelle in den Magen in Betracht.
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Klinisches Bild: (Bei der grossen Anzahl von Angaben können hier nur einzelne charakteristische Mitteilungen erfolgen. Den im Allgemeinen gemachten Angaben liegen Beobachtungen zu Grunde von Cartledge, Lasser, Reinemann, Eck, Schwerdtfeger, Roloff, Albrecht, Rey, Munkel, Leisering u. a.).
1)nbsp; Wenn derDivertikelamHalsebei Pferden seinen Sitz hat: Grosse Anschwellung am Halse in der Richtung des Schlundes. Dieselbe tritt besonders auf nach der Futterauf-nahme. Auf Einstich fliosst Putterflüssigkeit aus. Heilung. Cartledge. 11 Tage nach der Druse ist grosse Abmagerung, Geifern und Fieber vorhanden, An der Schilddrüsengegend ist grosse Geschwulst, wie ein doppeltes Gänseei, oben breit, unten spitz zugegen. Auf Einstich erfolgt Entleerung von säuerlich riechendem Futter in halt. Tod nach 2 Tagen. Albrecht. Der Schlund ist wurstühnlich angefüllt. Derselbe wurde eröffnet, ein Teil Futter herausgenommen. Der Rest hinabgestossen. Es erfolgte Heilung. Reinemann. Bei einem vierjährigen Pferde entsteht beim Fressen eine faustgrosse Geschwulst am Halse, welche auf Druck und Streichen verschwindet, da der Inhalt nach abwärts geht. Eck. Ein Pferd nimmt Futter ohne Störungen auf, bald häuft sich aber dasselbe, besonders Heubissen im Schlünde derart an, dass der Hals ein unförmliches Aussehen bekommt, es folgen würgende Bewegungen, wodurch die Anschwellung kleiner wird. Wird das Tier gleich nach der Futteraufnahme bewegt, so treten Atembeschwordon auf. Erstickung. An der Halsportion ist ein zweifaustgrosscr Divertikel, der 14 Zoll Umfang hat. Rosenkranz. Yom Kehlkopf bis zur Halsmitte ist bei einem Pferde, nach reichlicher Aufnahme von grünem Klee, der Schlund hochgradig angeschwollen, grosso Angst, Unruhe, Aussfluss grüner Flüssigkeit aus Maul und Nase, das Atmen sehr erschwert, erfolgt zum Teil durch das Äiaul. Durch Drücken und Streichen lässt sich die Geschwulst nach ab wärts zum Verschwinden bringen. Nach Smaliger Wiederkehr dieses Zufalls erfolgt der Tod. Die Schleimhaut ist 12 cm. lang ausgedehnt. Munkel.
2)nbsp; Wenn der Divertikel in der Brustportion des Pferdes seinen Sitz hat: Ein Pferd hat schon längere Zeit periodisch Kolikanfälle, Speichelfluss und Atombeschwerde nach der Futteraufnahme. Es erfolgt Abmagerung und schliesslich der Tod. Schäfer. Ein sonst munteres Pferd bekommt bei der Getränk-aufnahme öfters Krampfanfalle, Verzerrung des Gesichts,
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Verbiegung des Halses, Zucken längs dos Schlundes, zugleich kluckonde Geräusche im Schlünde, später Kolikanfälle mit Brechbewegungen. Abmagerung und Tod nach3/4 Jahren. Prietsch. Ein 20jiihriges Pferd mit 2 faustgrossen Divertikel im Brustteil frisst periodisch schlecht. Lange. Ein 1 Ijähriger Wallach mit Schleim-hautdivertikel in der Brust, das 1890 Gramm Futterinhalt fassen kann, hatte in der letzten Zeit öfters Brechreizung, das Tier frass periodisch schlecht und magerte ab. Es hatte viel Durstund schwankte im Kreuz. Johne-Möbius. Ein lOjähriges Pferd versagte manchmal das Futter, stand im Stall, als ob es einschlafen wollte, fiel sogar um, manchmal konnte man Angst, Atembeschwerde und Unruhe beobachten. Grosse Erweiterung des Schlundes in der Brusthöhle. Plötzlicher Tod. Stahl. Feste Futterstoffe können nur ausnahmsweise und nur mit grosser Beschwerde geschluckt werden, Abmagerung, Tüten. Muskulatur in der Brustportion gespalten und kopfgrosses Hervortreten von Schleimhaut. Gurlt. Seit Vg Jahr hat ein 18 Jahr altes Pferd öfters Kolik und Erbrechen von grossen Schleimmassen und Futterstoffen, Abmagerung, Töten. Grosse Erweiterung an der Cardia, so dass man mit der Faust hindurch konnte, lliss in der Muskelhaut und grosse Erweiterung der Schleimhaut. Leisering. Bei einem '/a Jahre alten Fohlen trat nach jedem Saugen oder Futteraufnahme Erbrechen und starkes Husten ein. Der Schlund wurde allmählich von unten her angefüllt. Es fand sich ein grosser Divertikel in der Brustportion mit Futter angefüllt. Habicht.-Beim Rinde ist beobachtet: Speicheln, Brechreiz, Auf b 1 ähen, k eine R,uminati on. Abmagerung. Mit der Schi und sende kann manchmal das Hindernis festgestellt werden.
Eine Reihe von Angaben sind noch vorhanden, unter welchen Symptomen der Tod eintrat. Dieselben können eingeteilt werden in: a) Allmähliche Abmagerung und Auszehrung. Die meisten dieser Tiere werden geschlachtet, b) Erstickung. Der Divertikel drückt die Luftröhre, oder den Kohlkopf, oder (wie in einem beim Esel beobachtetem Falle) dass dasselbe die Bronchien gerade an der Teil-stelle zusammenpresst. c) Ruptur des Divertikcls und Erscheinungen wie bei der Schlundruptur pag. 362 beschrieben sind.
Im allgemeinen ist zu sagen: Die Divertikel rufen erst dann krankhafte Erscheinungen hervor, wenn sie eine gewisse Grosso erreicht haben, wenn sie einen gewissen Vorrat von dem abgeschlukten Futter aufnehmen und denselben eine Zeitlang oder dauernd festhalten können,
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Ki Schlunderweiterung, Divertikel des Oesophagus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;375
wodurch Brechreiz, mangelhafte Futteraufnahmo Schlimdentzündung, Abmagerung und Ruptur, oder Tod durch Erstickung erzeugt werden kann.
Der Verlauf ist chronisch und fieberlos, solange bis es entweder zur Entzündung oder Ruptur und zum Fieber oder zur Erstickung kommt.
Prognose: Ungünstig bis schlecht. Einer Erfolg versprechenden Behandlung können nur die an der Halsportion bestehenden Divertikel unterzogen werden.
Therapie: An der Halspartie bestehende Divertikel worden durch Streichen nach abwärts zu entleeren gesucht. Es wurde ferner von Albrecht versucht, beim Fohlen die Erweiterung zu exstirpieren, allein nach 2 Tagen erfolgte der Tod. Reinemann hat eröffnet, einen Teil des Futters zu der Wunde herausgenoimnen, den Rest hinab-gestossen und Heilung erzielt. Schwerdtfcger hat eine Schlundruptur (vergl. Seite 362), die nach Einreibung von Scharfsalbe weich wurde, nach Entleerung der Futtermassen, Reinigen, Austamponieren und Ausspritzen mit Myrrhentinktur, in 5 Wochen zur Heilung gebracht. Moisant brachte eine solche Yerletzung durch Anlegen von Kluppen zur Heilung. Alle diese bis jetzt genannten blutigen Eingriffe sind sehr gefährlich. Beim Menschen ist empfohlen, unter antisoptischon Kautelen den Divertikel freizulegen und denselben ohne Eröffnung in den Schlund einzustülpen und die Muskularis zu nähen. Ich hatte noch keine Gelegenheit diesen Yersuch machen zu können. Harms empfiehlt den Divertikel eventuell mit Wasser auszuspülen, die Tiere mit Weichfutter zu ernähren, damit keine Verstopfung eintritt, sie bald zu mästen und abzuschaffen.
laquo;
L, Sclilumlschnitt, Oesophagotomie,
Litteratur: Rehre, Sohlundwunda bei einer Kuh, (lurlt u. Hertwig 1B41, p. 222. D e 11 1 e , Oesophagotomie. Tztl. Ztg. 1844, p. 86, T e n n a n t , Schlundsohnitt b. R. The Vet. 1844, p. Hi. White, Sohlundsohnitt b. Pf. Ibd. 1847. laquo;er. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1818, p, 60. Rottaoh, Sohlundsohnitt b. K. Tztl. W. No. 28, 1840. B a u d i u s, L Ö be, li r o g -niez, Rousseau, Über Sohlundsohnitt, Ber. lib. Leist. i. Geb. d. Thk. 184'J, p. 69, Ibd. 1852, p. 04. Oh as sard, Subo. Sohlundsohnitt, Rec. 1857, p, 192, Ibd, 1867, p. B6, Werner, Sohlundsohnitt, Tztl. Woohsohr.
1857,nbsp; p, 89laquo;, Reinemann, Sohlundsohnitt b, Pf, Mitt, a, d, tztl. Pr,
1858,nbsp; p. ICO. Friek, Sehlumloperation b. Iluiule. Ad. Wochsehr. 186figt; p. 377. Richter, Sohlundsohnitt, Müllern. Holoff 1867, p, 146, de Doös, Kropfoperation b, Tauben. Hell, Ztsohr, f, Tzte. Hand XVI, Lief, 2 u. H.
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376nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;L. Schhmdsclinitt, Oesophagotomie.
F i s c li c r , Oesophagotomie b. M. D. Ztsohr. f. Chir. 1888, p. 273. (Weitere Littorahir vgl. Hering Operationslulire.)
Der Sclilund verläuft von oben lier unter der Luftröhre, erst vom 5. Halswirbel ab tritt er auf die linke Seite. Es ist daher bei nötig werdendem Schlundschnitte an den oberen Partieen auch möglich von der rechten Seite aus einzugreifen. Die Muskularis hat an der Halsportion zahlreiche kleine Blutgofässe und ist weich und locker. Der Schlundsclinitt ist indiciert hauptsächlich beim Steckenbleiben von Fremdkörpern, aber auch bei Strikturen und Diver-tikelb 11 düngen. Richter empfielilt denselben bei stocken gebliebenen Fremdkörpern auf das Angelegentlichste. Er sagt: Der Schlundschnitt ist mit grossem Unrecht für eine gefährliche Operation gehalten worden. Allein es ist derselbe viel weniger gefährlich, als wenn man ein Rübenstück in dem Schlünde stecken lassen will, bis es maceriert und von selbst hinabgehen wird. Richter näht die Schlundwunde niemals und dieselbe heilte stets ohne Zuthun innerhalb 3 Wochen. Nicht alle Angaben lauten so günstig. Von 108 Fällen, die Fischer beim Menschen feststellte, gingen 5 verloren, 3 an Verletzung der Halsarterie und infolge dessen tötlicher Blutung, einer wegen Verletzung der Schilddrüse und Erstickung und einer wegen Druckdecubitus an der Jugularis durch ein Drainrohr.Beim Pferde kenne ich 6 Fälle, wovon einer tütlich endete infolge von Shok. Der Schnitt war auf eine stecken gebliebene Pille ausgeführt, dieselbe ging leicht heraus, aber unmittelbar darauf machte das Pferd einige heftige Bewegungen und starb. Gegen einen abgeschluckton, soeben gezogen gewesenen Backzahn wurde der Schlundschnitt mit Erfolg ausgeführt. Genäht wurde der Schlund selbst einmal, aber die Nähte rissen aus, einmal wurde nur die äussere Haut, dagegen wurden die übrigen Fälle gar nicht genäht. Die Heilung erfolgte regolmässig schon in 14 Tagen. Bei Rindern sind mir 19 Fülle näher bekannt geworden. Darunter ist kein Fall, dass während oder sofort nach der Operation der Tod eingetreten wäre. Heilungen traten mehrfach ein per primam. Löble beschreibt eine solche sofortige Heilung durch Verklebung, so dass schon nach 2 Tagen die Wunden geschlossen waren. Die übrigen Heilungen erfolgten in 1425 Tagen. Vielfach war nicht genäht worden. Die Operationen waren vorgenommen a) gegen angesammelte Futtermassen 2ma], b) gegen einen stecken gebliebenen Haarballen, der beim Wiederkauen vom Magen herauf befördert und stecken geblieben war, Imalf (Tonnant.) o) Gegen stecken gebliobono Äpfel, Kartoffel oder Rübenstücke 7 mal. Bei den übrigen hier angeführten
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L. Sohlundschnitt, Oesophagotomie.
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Füllen ist die Ursache nicht angegeben. Tennant giebt an, dass in beiden Fällen, in denen er operierte, zwar die direkte Wirkung günstig gewesen sei, aber später die Tiere wegen Abmagerung getötet werden mussten, auch Dettle giebt an, dass nachher Abmagerung eingetreten sei. Ilehrs hat einen Fall, in dem das Tier bis zu 5 Tagen nach der Operation sich besserte, dann aber geschlachtet werden musste. Es war Futter ausgetreten und in der Umgebung faulig geworden. Gorade gegen diese Angaben wandte sich später Richter, dessen günstige Erfahrungen wir obenangestellt haben. Beim Hunde hat Frlck die Schlundoperation gegen ein stecken gebliebenes Knochenstück mit Erfolg ausgeführt. Bei G eflügol sind Schlundoperationen, besonders gegen Anfüllungon im Kröpfe, eigentlich ungefährlich. Ich habe schon öfters lanzettförmige Stückchen dort ausgeschnitten und ohne Ausnahme Heilungen per primam erzielt. Ich weiss auch, dass Tierbesitzer mit dem Brotmesser Stückchen ausschnitten, mit Nähnadel und Zwirn zusammennähten und die Tiere sogar diese rohen Eingriffe aushielten. Je nachdem ein Zweck erreicht werden will, wird eine Methode angewandt: 1) Subcutan, nach Lafosse und Chassard. Nach erstorem wird das Tier stehend gut befestigt, sodann ein spitzes schmales Messer auf den Fremdkörper eingestochen und derselbe nach verschiedenen Richtungen durchschnitten, jedoch so, dass das Messer nicht über den Fremdkörper hinausreicht, damit die Schleimhaut nicht vorletzt wird. Nachher wird die äussere Haut über die Wunde verschoben und der Fremdkörper in verschiedener Richtung zerdrückt. Chassard hat den Fremdkörper mittelst eines spitzen Tenotomen angespicsst, daneben ist er mit einem schmalen krummen Messer eingegangen und hat unter wiegenden Bewegungen den Fremdkörper von innen nach aussen zerschnitten und dann hinunter geschoben. 2) Offener Schnitt. Dieser ist am meisten angewandt. Den Ort, wo operiert werden muss, bezeichnet der steckende Fremdkörper. Auf demselben worden die Haare abgeschoert und rasiert, im Notfalle nach dem Scheeron nur geseift und gebürstet, die aseptischen Instrumente liegen in einem Bocken mit 5%igem Carbolwasser. Man schwellt jetzt die Jugularis und am hinteren Rande derselben wird gegen die höchste Stelle des Fremdkörpers mit geballtem Messer energisch eingeschnitten. Alan kann sich von der anderen Seite her den Hals andrücken lassen, die Erweiterung der Wunde, damit der Fremdkörper herausgeht, kann durch Schlitzen von innen nach aussen erfolgen. Die Wunde wird nur so gross gemacht, dass der Fremdkörper heraus kann. Sofort nachher wird das Blut aufgetupft und der Schlund, und zwar nur die äussere Muskelhaut des-
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378nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mi Psorospernüen im Schlünde.
selben, mit feinem Catgut genäht. Hierauf wird mit Seidenfaden die äussero Wunde mittelst Knopf- oder fortlaufender Naht verschlossen und an der tiefsten Stelle ein kurzes Drainrohr eingelegt. Jodoform-kollodium oder frisch gekochter Leim mit Watte bildet den Verschluss von aussen. Über das Ganze kommt ein fester Verband. Als Schluss vielleicht noch ein passender Futtorsack. Das Tier erhält einige Tage kein Wasser und kein Futter, wohl aber reichlich Klystiere. Vom dritten Tage an kann man etwas Mehlwasser reichen. Erfolgt die Heilung nicht per primam, sondern tiiesst aufgenommene Nahrung durch die Wunde ab, so näht man in der Kegel nicht ein zweites Mal, sondern hält die Wunde mittelst antiseptischer Lösung möglichst rein und giebt dem Tiere jetzt trockenes Futter und reines Wasser, weil dadurch die Wunden weniger verunreinigt worden als durch Mehltränke.
il. Psorospennieii im Schlünde.
Litterat.ur: Ru 1 and, Sohlundzerreissung b. Pferde olmo Kntziiudungsersch, Gurlt u. Ilcrtwig 1858, p. 483. Hahn, Schlumlruptur b. Pferde infolao fettiger Degeneration, Mtinohn.Jhb. 1862, p. 158. Renner, Dasselbe. Mitt.
ii. d. tztl. Pr. 1867, p. 155 Müller u. Poloff'. Ftirstenberg, Kiiiney'scho Köi'pei'chen I). Schafen. Ibd. 1870 , p. 180. H a r m s ; Psoi-osponmen im Schlünde der Ziegen. Gnrlt u. Hertwig 1871, p. 2GG. Klebs, Allgem. Patiiol. 1889, p. 744.
Infolge der Einwanderung von Psorospermien, welche Klebs zu den Gregnriniden rechnet, die eine Unterabteilung der Sporozoen bilden, erkrankt der Schlund, so dass er makrospisch das Bild der Verfettung darstellt und nicht selten eine Ruptjir an den erkrankton Stollen erfolgt. Es ist namentlich das Vorkommen der Psorospermien im Schlünde von Schafen durch Leiscring und in dem der Ziegen durch Harms nachgewiesen, aber auch bei anderen Tieren sind Erscheinungen, welche von Psorospermien herrühren können, mitgeteilt.
Klinisch sind dieselben vorerst nicht festzustellen, auch ist mir von einer Therapie gegen dieselben nichts bekannt. Es kämen eventuell Einspritzungen von ö0/oiger Karbollösung in Betracht.
V
Krankheiten am Thorax. A. Krnnklioiten der JJrustwand.
1. Formfehler und Defekte.
Diese Anomalien sind angeboren oder erworben. In der tierärztlichen Chirurgie spielen die ersteren nur eine ganz unbedeutende Rolle. Nur in Fällen, in denen es sich darum handelt, eine Abnormität
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Krankheiten am Thorax. A. an der Brustwand.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 379
der Seltenheit wegen eine Zeitlang' lobend zu erhalten, können chirurgische Handlungen erwünscht werden. Ich erinnere an ein Kalb, das Hering beschrieb, bei Avclchem ein Brustboindef'okt, sowie eine Herz-hernie vorhanden war. Das Herz war frei ausserhalb des Körpers, unten an der Brust, etwas hinter den Vorderbeinen gelagert. Das Tier lebte mehrere Wochen und wurde hauptsächlich zum Studium der Herzbewegung verwendet. Demselben war dadurch ein künstlicher Herzbeutel geschaffen worden, dass man das Herz mit einer passenden Tierblase umgab und letztere mit lauwarmem Wasser anfüllte. Häufiger sind erworbene Ponnfeiiler, namentlich Verkrihnnumgen infolge der Rachitis (vergl. auch Wirbelsäule).
2. Verletzungen der Brustwandungen.
Litteratur: Leblano u, Trousseau, Vers. üb. einf, u. durclidr. Brust-wundon. Gurlt u. Hertwig 1835, p. 25i). Kipp, Verletz, d. limstwand )). Pf. Tbd. 1851, p. 73. Arendt, Grosse Verletz, d. Brust b. Pf, Tztl. Mitt. Gerlach u, Leisering 1851, p. 118. Kuh! mann, Durchdringende Brustwunde b. Pf. Ibd. 1854, p. 72. K u h 1 m a n n , Durchdringende Brustwunde b. einer Kuh. Ibd. 1H54, p. 72. li ö b e r t a g , Penetrierenihi Brust-wunde b. Pf. Ourlt u. Hertwig. Suppl. 1857, p. 54. Köhno, Grosse Verletzung d. eine Wagendeichsel. Ibd. 1867, p. 2(i2. Voigtländer, Fremdkörper in einer Brustwunde. Siichs. Jhb. 1873, p, 4G. Daudt, Zerreiss. di Zwischenrippeniiiuskel b. It. Sachs. Jhb. 18G7, p. 78.
Die Wunden der Brustwandungen sind a) oberflächlich und nicht penetrierend und b) durchgehend, penetriercnd. [Es ist in der Tierheilkunde noch auf eine besondere, sehr wichtige Sorte von Brustwunden zu achten, nämlich auf die beim Binde vorkommenden penc-trierendon Brust wunden, die vo n innen nachaussen, durch Fremdkörper, die vom Magen her wandern, entstehen. (Vergl. Späteres.) Die anatomische Einrichtung der Brust, sowie die Dienstleistung, welche namentlich das Pferd zu bringen hat, bedingen, dass hier eine Reihe von Verletzungen entstellen, die zwar meistens zu den a) oberflächlichen nicht p on c trie rend en gehören, die aber dennoch von sehr grosser Bedeutung sind. Ks gehören hiehor: die Sattel- und Gr eschir rdrüoke (siehe spätere Seite). Berner: die ziemlich zahlreich vorkommenden Verletzungen der Vorderbrust durch D c i ch selstö ss e oder Aufrennen der Pferde mit der Vorder- und Unterbrust auf andere zur Verletzung und zum Eindringen geeignete Gegenstände. Sohulter-und Armverletzungen werden besonders abgehandelt. Andere nicht penetrierende Verletzungen der Brust bieten keine besonderen Eigentümlichheiten. Die durch D cichsels tösse entstehenden Wunden
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liehen entweder b) von der Yorderbrust zwischen Hippen und Schulterblatt in die Tiefe, ähnlich folgendem von Arendt beobachteten Falle: Eine Wagendeichsel stiess bei einem Pferde über der Brustspitze so auf, dass eine breite Wunde entstand. Die Tiefe der Wunde betrug ca. 40 cm. Die Wunde war sehr gross, die Ränder gerissen, man konnte den Puls der freiliegenden Carolis fühlen und das Pferd zuckte regelmässig zusammen, wenn die ebenfalls freiliegenden Nerven berührt wurden. Das Tier stöhnte laut vor Schmerzen, die linke Kopfseite und der linke obere Halsteil war in grossem Schwoisse gebadet. Der Gang war sehr gespannt wie bei allgemeinern llheumatismus. Arendt spritzte (1854!) Sublimatwasser ein und es erfolgte Heilung. loh habe zwischen Brust und Schulter eines Pferdes eine ähnliche noch tiefer reichende Verletzung gesehen, die ebenfalls heilte. Köhne beobachtete, dass eine Wagendeichsel, vom Ellbogen nach rückwärts, eine grosse, zwei Fuss tiefe Wunde verursachte, dabei waren die Hippen mehrfach eingeknickt. Es erfolgte Heilung innerhalb zweier Monate, aber es blieb ein quälender Husten. Einige Monate später trat Schüttelfrost und Schwanken im Hinterteil ein, welches nach 14 Tagen wieder verschwand. Kurz nachher entstand eine grosse Geschwulst an der linken Brustwnnd, die G8 Zoll Durchmesser besass, es entleerte sich eine grosse Menge guten Eiters und solcher auch aus der Brusthöhle selbst, in welche eine fingerdicke Öffnung führte. Es erfolgte jetzt innerhalb 3 Wochen definitive Heilung, aber das Pferd blieb dauernd kreuzsclnvacb. Voigtländer teilt folgenden Fall mit: Ein 7 Jahre altes Pferd war an die Ciiaise gespannt durchgegangen und an eine andere Equipage angerannt und gestürzt. Es bekam bie-durch eine grosse Anzahl von Verletzungen, die alle verhiiltnismässig rasch heilten, bis auf 2 Fisteln. Eine derselben war an der linken Brust in der Gegend der Verbindung der 4. Kippe mit dem Brustbeinknorpel und die andere rechts unten am Ende der letzton wahren Kippe. Diese beiden Öffnungen waren 36 cm. von einander entfernt. Kach 10 wöchentlicher vergeblicher Behandlung wurde das Pferd geworfen und die Fisteln untersucht, aber nichts Besonderes festgestellt. Das Tier wurde verkauft und kam von einem anderen Besitzer wiederholt wegen dieser Fisteln zur Behandlung. Endlich nach mehrmaligem Werfen und wiederholter Untersuchung kam man auf ein Eisenstück, das dortselbst eingewachsen war. Es war dies ein Träger an der Equipage gewesen, gegen welche dieses Pferd gerannt war. Dasselbe war 28 cm. lang und wog 2 Pfund und 6 Loth. Das Tier hatte dieses Eisenstück über ein Jahr lang dort stecken gehabt.
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Noch eine dritte Sorte von Verletzungen der Brustwand, die nicht penetrioren, ist anzutuhren: Es sind dies Zerreissungcn der Zwischen-rippenm usk ein und Ersclnitt erungen, welche durch Auflaquo; schlagen harter Gegenstände, wie durch Ilornstösse etc. erfolgen. Diese Verletzungen sind in der Kegel mit Vagusreizungen und bedeutendem Herzklopfen, eventuell auch anderen Erscheinungen gepaart. Daudt bat einen hieher gehörigen Fall heobachtet: Durch Hornstoss von einer Nachbarin waren bei einer Kuh zwischen der 9. und 10. Kippe, in der Ausdehnung von 5 Zoll, die Zwischenripponiunskcl gerissen. Die äussere Haut war nicht gerissen. Das verletzte Tier hatte Appetit, konnte aber fast nicht oder nur nach grosser Mühe schlingen. Auch das Wiederkauen bestand, aber das Abschluckon des zum zweitenmal gekauten Bissens gelang nicht mehr und nach längerem vorgeblichen Bemühen wurde er ausgeworfen, so dass sich bedeutende Menge gekautes Futter vor dem Tiere ansammelte. Vom 4. Tage ab trat Besserung und bald darauf Heilung ein.
Das Klinische Bild der nicht penetri erenden Brust-wund on ist sehr verschieden: Es sind in erster Linie zu berücksichtigen die Erscheinungen, welche die Sattel- und Geschirrdrücke hervorrufen, sodann das grosse Kapitel der Verletzungen die von innen nach aus sen entstehen durch Fremdkörper, die vom Magen ausgehen. Ferner: Nichtpenotrierendo Verletzungen durch Horn- oder Deichsel-stüsse oder andere Körper, die obertiächlich oder tiefer aber nicht durchgehend eindringen, oder nur anstossen und erschüttern. Bei den heftigen letzterwähnten Gewalten treten Erschütterungen und Verwundungen in der Hegel vergesellschaftet auf.
Prognose: Sattel- und Geschirrdriicke, von innen nach aussen entstehende Wunden sind in besonderen Abschnitten abgehandelt. Nichtpenetriereude Verletzungen durch die oben genannten heftigen Gewalten, eventuell mit Erschütterungen, sind vorsichtig zu beurteilen. Es kommen eine verhältnismässig grosse Zahl zur Heilung, allein die grossen Wunden, die zerfetzten Bänder derselben, die Nähe der Brusthöhle, die grossen Blutgefässe und Nerven etc. bedingen eine Menge von Gefahren.
Therapie: Buhe, sorgsames und langsames Entfernen von Fremdkörpern, eventuelle Blutstillung hauptsächlich durch Ausstopfen mit antiseptischer Watte. Man lasse sich durch Eile ja nicht hinreissen, nicht aseptisch gemachte Stott'o hineinzuschieben. Sorgsame Irrigation mit Sublimatwasser 1 : 1000 bis 1 : 500 später 1 : 8000. Weite Drainage-röhren mit dicken Wandungen. Bedecken der Wunde mit Tüchern,
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382nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; A. Kraukliuiten der Brustwand.
die mit antiseptischer Flüssigkeit getränkt sind, Hängegurte, tägliches sorgsames lleinigen, damit ja keine Senkungen und Stauungsabscesse vorkommen, ist notwendig. Bei Erschütterung und Vagusreizung genügt in der Regel schon ]{uhe allein zur Wiederherstellung. Einspritzen von Morphium ist zweckmässig.
b) Penetrierend e Brustwunden. Sobald eine Verletzung durch die Brustwand hindurchroicht, so treten zu den Erscheinungen der Wunde noch weitere Symptome, aus welchen die Eröffnung der Brusthöhle zu erkennen ist. Im normalen Zustande liegt die Oberfläche der Lunge der Tlioraxwand ganz dicht an. Sobald aber die Brusthöhle eröffnet ist, so tritt Luft durch die Wunde ein, die über ihre normale Elastizität ausgedehnte Lunge wird jetzt rasch zusammengedrückt, das Atmen in ihr hört auf oder ist doch sehr beschränkt und der Baum zwischen Lunge und Brustwand wird mit atmosphärischer Luft angefüllt. Die Atembewegungen an der Brustwand werden jedoch fortgesetzt und daraus entsteht bei der Inspirationsbewegung Einströmen und bei der Exspirationsbewegung Ausströmen von Luft in oder aus der Brusthöhle durch die Verletzung. Diese hier aus- und einströmende Luft wird meistens, aber nicht immer, in das nächstliegende Gewebe eingepresst, so dass dortselbst ein Emphysem entsteht. Wir bekommen also bei der penetrierenden Brustwunde, aussei' den Erscheinungen der Wunde noch folgende charakteristische Zeichen: 1) Perforation, die in der Pegel mit dem Finger oder einer Sonde nachztiweisen ist. 2) Aus- und Einströmen von Luft aus der Wunde, oft mit leicht pfeifendem oder zischendem Geräusch. 8) Wenn Sekret oder Blut vorhanden ist, so wird dasselbe durch die ein- und ausströmende Luft schaumig. 4) Die in das Gewebe eingepresste Luft bildet ein Emphysem. 5) In der Regel biegen sich die Tiere gleichsam instinktiv nach der Seite, an welcher die Verletzung ist, um die Wundränder zusammenzupressen. Als Wolstein bei einem Pferde beiderseits der Brust penetrierende Einschnitte machte, setzte das verwundete Pferd seine vorderen und hinteren Schenkel je derselben Seite näher aneinander, bog seinen Rücken, schob seinen Körper zusammen und verengerte durch diese Richtung beide Wunden um einen merklichen Grad.quot; (Hertwig.) 0) Pneumothorax. 7) Blutung, je nachdem Gefässe getroffen sind, geringer oder stärker. Bei Verwundung der Zwischenrippenarterie stossend und hellrot. 8) Bei plötzlichem Eindringen der Luft und raschem vollkommenen Zusammensinken der Lunge erfolgt in der Regel momentaner Stillstand, später rasche, erschwerte und unregelmässige Respiration. Auch das Herz
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Eippenbruche.
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wird irritiert. Es können ferner die Erscheinungen der Erschütterung dazu auftreten. 9) Vorfall von inneren Teilen, Lunge, sogar der Durchtritt eines Teiles des Mittelfelles ist schon beobachtet worden. Hei Zwerchfcllhernien kann ein Stück Darm hervorkommen.
Prognose: Vorsichtig bis ungünstig. Wenn der penetrierenden IJrustwunde baldmöglichst der Charakter einer nicht durchgehenden Drustwunde gegeben worden kann, wenn ferner keine Eiterung eintritt, so ist die Aussicht auf Herstellung vorhanden, im anderen Falle ist dies jedoch sehr zweifelhaft.
Therapie: Es werden nur die lfau])tgrundsätze angegeben: 1) Antisepsis im weitesten Sinne. Entfernung der erreichbaren Fremdkörper, geronnenen Blutes etc. Stillung der Blutung, Zurückdrängung etwa vorgefallener Lungenteile, oder falls diese alt und vertrocknet sind. Entfernen derselben. Nähen mit Seide oder Catgut, antiseptischer Verband. Bei kloinen Tieren vorwende ich Cipsverband, den ich wie einen Kürass um die ganze Brust über den antiseptischen Vorband anlege.
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Ilippcnlmiche.
L i 11 e r a t U r s Rippenbruch b, Rind. Qurlt u. Hertwig 1839, p. 03. M u y a o h 1, Bippenbrtiohe, Ibd. J843, p, 411. Hertwig, Rippenbrüohe. ibd. 1851, p. 41)3. Stock floth, Bruch d. erst. Rippe. Dan. 1858, p, 180. Kaumann, Rippenbruoh mit Vorfall. Gerlaoh u. Loisering 1850/57, p, 92. Schwarz, 1). Pf, Uor. üb. Loist. i. Gob. d. Tbk. 1855, p. 52. Zcntral-zeitung 1855, ]gt;. 42. Rippenbruoh m, Lungenverletz, Dan. 1857, p, 300. Dr. KI, Rlppenbr. b. Pf. Bor. üb, Leist. i. Geb, d. Thk. 1857, p, 26. O wies, Rippenbr. 1). Pf. mit Lungenverletz. The Vet. 1860, p. 27. Loisering, Sarkomatös. Nenbild. infolge Rippenbruoh, Säolis. Jlib. 1861/62, p. 16. Doctor, Rippenbruoh b, Hund mit Tod. liur. üb. Loist. i. Geb. d. Thk. 1862, p. 15. Ilackbartb, Rippenbr. b. Pf, Müller u. Schütz 1867, p. 143. Johne, Geheilte Rippenfraktur, Sachs. Jhb. 1885, p, 55.
Aetiologie: Haokbarth: Ein Pferd kam unter die Flügel einer Windmühle, wodurch ihm 3 Bippen in der Nähe der Wirbel ohne Haut-verlotzung gebrochen wurden. Owles: Ein Pferd stürzte auf einen Pflock, bekam einen Bruch der 8. Rippe, so dass die Luft hervordrang. Kaumann sah auf Anrennen gegen einen Querbalken Bruch der 10. Hippe mit Zerreissung der Haut, der Muskeln und Vorfall des Blinddarmes kopfgross. Stockfleth beobachtete, dass ein stätiges Pferd, das in einen Graben fiel, die 1, Rippe brach. Schwarz sah an einem Schlachtpferde, Stute, 14 Jahre alt, dass alle 3(3 Hippen, einige 23 Mal eingeknickt oder gebrochen waren, alle waren geheilt,
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einige mit grossen Exostosen, 5 waren gesplittert, einige übereinander geschoben und mit falschen Gelenken versehen. Auch noch andere Knochen waren gebrochen. (Ursache: Osteoporose ?)
Klinisches Bild: Sehr verschieden je nach den Komplikationen: Bei einfachen Brüchen ist in der Kegel nur eine Vertiefung und auf Druck Schmeizhaf'tigkoit vorhanden. In Fällen mit Verletzung der Lunge, der Baucheingeweido, bei Komplikationen mit Blutungen treten allgemeine Erscheinungen auf. Atembeschwerden, Krepitationsgeräusche, Emphyseme oder Vorfälle von Eingoweiden.
Prognose: Bei einfachen Brüchen günstig. Bei Komplikationen eventuell ungünstig bis schlecht. Hertwig sah beim Pferde nach Rip-ponbrueh Pleuritis und Tod eintreten, ich habe einen ähnlichen Fall beobachtet. Dr. Kl. beobachtete, dass ein Pferd, dessen 10. Kippe gebrochen und geheilt war, eine Vertiefung an der Stelle besass, auf deren Druck mit dem Finger Husten eintrat, das Pferd war dämpfig. Hering sah nach Rippenbruch beim Hunde in dar Brusthöhle Abscess und Tod eintreten. Grosse Vernarbung nach Bruch der 7. Rippe beim Schwein 3 Zoll breit und S1/^ Zoll lang wurde beobachtet ohne besonderen Nachteil. Dressier sah beim Rind, dass vom abgebrochenen Stück der 8. Rippe nach längerer Eiterung ein 4 Zoll langes Stück losgestossen wurde. Leisering beobachtete sarkomatöse Entartung der gebrochenen Rippen.
Therapie: Es ist sehr wonig zu machen. Um die Einrichtung zu bewerkstelligen, emptiehlt Hertwig: man lässt das Tier mit der gesunden Seite des Leibes an einen Baum stellen und es dann mit dem Vorder- und Hinterteil so viel als möglich um denselben biegen, so dass die verletzte Seite dadurch recht stark ausgedehnt wird. Hiedurch tritt das Brachende zuweilen wieder hervor und man lässt dann dem Tier allmählich wieder die gerade Stellung geben. So merkwürdig die Sache erscheinen mag, Hertwig hat ganz Recht, die Bruchendon kommen hervor, wenn man das Pferd mittelst Gurten und Teppichen fest anzieht, leider ist aber in einem meiner Versuche der Patient etwa 5 Minuten später umgefallen und an einer Ruptur una Verblutung durch die Kranzarterie gestorben. Auch geben die durch die Ausbiegung hervorge-wölbten Rippenenden nachher wieder zurück. Ich empfehle deshalb diese Sache nicht. Bei Allgemeinerscheinungen, dadurch daas grosso Blutung eintrat, oder ein gebrochenes Stück die Lunge verletzte, so dass Emphysem und Atemnot auftritt, empfiehlt sich die aseptische Eröffnung und Entfernung der kranken Teile. Bienz hat einen Haken konstruiert, mit dem man subkutan die gebrochenen Teile anziehen soll.
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Sattel- und Gescliirrdrücke, Druckschadon.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;385
Unterbindung von nach innen blutenden Gef'ässon kann lebenser-lialtend sein.
Sattel- und Gesehirrdrücke, DruckschiUlen.
Litter atur: v. Tenneker, Sattel- u. Gusohirrdriicke. H ert w i ff, Chirurgie. Bayer, Chirurgie. Hoffmann, Sattel- u. Gescliirrdrücke 1890.
Definition.
Widörrrist-, Rücken- und Gurtcndrücko worden auch die hier abzuhandelnden Krankheiten bezeichnet. Diese Bonennungon sind somit, teils nach dem beschädigenden Gegenstände: (Sattel Gfesohirr Gurte), teils nach dem Körperteil, an dorn das Leiden auftritt, Rücken und Widerrist, gewählt. Es ist nun klar, dass durch die betreffenden Gegenstände sehr yerschiedene Beschädigungen und zwar nicht nur am Widerrist und dem Bttcken, sondern auch an anderen Körperteilen erzeugt worden können, ebenso, dass am Widerrist und Kücken anatomisch sehr verschiedene Schäden und Defekte ausgebildet werden können. Mit diesen genannten Bezoiciinungen wird daher kein einheitliches Leiden verstanden, sondern sämtliche Verletzungen der Haut oder Unterhaut, der Muskulatur, selbst der Sehnen und Knochen, welche durch die drückende oder quetschende Einwirkung von Sattel- oder Goschirrtcilcn entstanden sind, gehören hierher. Durch Sattel, Geschirr oder die Gurte wird der Schaden erzeugt, ein schädigender Druckquot; ausgeübt und dieser Druckschadonquot; entsteht meistens am Widerrist und Rücken. Allein jede andere ähnlich wirkende Einwirkung kann dasselbe Leiden und zwar an jeder Körperstelle erzeugen.
Der vom Sattel oder den Geschirrteilen ausgeübte Druck wirkt verschieden: a) Nach S t ii r k o und D r u o k r i 0 ii t u n g, b) nach der Dauer der Einwirkung, o) nach der Gestalt des drückenden Teiles (rund, eckig, platt, spitz), Diese den Körper in belästigender, ihn in mehr oder weniger schädigender Weise treffenden Einwirkungen rufen je nach der W i d e r s t a n d sfähigkeit des gedrückten Teiles sehr verschiedengradige Leiden hervor. Es ist ein Unterschied, ob ein weiches Fettpolster, oder ein harter fester Muskel oder ein Knochen in derselben Stärke, Richtung und Komi dos beschädigenden Teiles gedrückt wird. Ferner entstehen dadurch Verschiedenheiten, dass dor schädigende Druck das eine Mal anhaltend auf eine sich in Buhe befindende Körperpartie trifft, das andere Mal aber periodisch und in verschiedener Stärke auf b e w e g t e T eile einwirkt. Die R e a k t i o n s f ft h i g k e i t des Körpers spielt dabei noch eine grosso Rolle. Ein an Influenza oder Typhus erkranktes Pferd er-
Hoffmann. Tierar/.tliclic ChirUFRlenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2.r)
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386nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sattel- und Gcschimlrüokc, Druckschäden.
liält schon an der Hüfte etc. tiefe, grosse Druckscliiidon, wenn es sich mir wenige Stunden niederlegt, weil seine Organteile derart verfettet, weich und schlecht ernährt sind, dass sie schon auf geringe Einwirkungen absterben. Ein trainiertos, frisch und ausgeruht aus dem Stalle kommendes Pferd hat gegen schädigende Einwirkungen eine viel grössere Widerstandskraft als ein fettes, kraftloses und namentlich ermüdetes Pferd. Die Dauer des Bestehens des Leidens bedingt ebenfalls Verschiedenheiten,
Aetiologie: Druckschäden entstehen; 1) durch unpassendes Geschirr oder unpassenden Sattel. Material, Bauart und Arbeit derselben, sowie dauernde oder vorüborgehende mangelhafte Anpassung an den Körper sind hier ursächlich. 2) Durch schlechtes Auflegen dos Geschirrs oder Sattels, zu fest, zu locker, an de n f a 1 s ohen 0 r t, E i n k 1 c in men von Prem d -körpern, Falten, Nägel, Steine etc. wird Druckschaden be-d ingt. 3) Einseitige .Beschäftigung: Schiefe Gänge, zahlreiche Wendungen , Rü 0k w ä rtsgehen, schräges Geben, etwa am Schiffsseil oder mit einem Strang zwischen den Beinen, zu lange dieselbe ermüdende Gangart, zu festes E i n 1 i e g e n in d a s G e s ch i rr bei sehr schwerem Zugdienste können Druckschäden verursachen. 4) Einseitiger Druck vom Heiter; Sehicfsitzen, Schlafen auf dem Pferd, unruhiger stossen-d c r Sitz, oder zu lauge, r u h i g an d a u e r n d e r Sitz können Druckschäden veranlassen. 6) Von sehr wesentlichem Einthisse, ob auf die genannten Einwirkungen ein Druckschäden entsteht oder nicht, ist eine besondere Disposition des Pferdekörpers zu Druckschaden. Es sind zu nennen: Besonders ungünstige Körperbildung, scharfer Widerrist, starke Knochenbildung am Schultergelenk, Ziegenoder Habiohtsbrust etc. Fernen schwankender, unegaler Gang, Schwitzen, zu grosso Fettleibigkeit oder Magerkeit. Vorübergehend wird der Körper zu Druckschaden disponiert durch die jeweilige unpassende Anfüllung des Hinterleibes, ob vor oder nach der Mahlzeit gesattelt wurde, ob das Tier bei der Arbeit irisch oder müde ist, ob es bestaubt und in der Hitze, der Kälte oder Nässe arbeiten mnss.
Klinisches Bild: Die Druckschäden werden zweckmiissig unterschieden in a) oberflächliche und b) tiefer liegende; ferner in c) fr lach entstandene und d) alte. Die Bezeichnungen gross, klein, tiefgehend, warm, kalt, hart oder weich finden zwar auch hier vielfach Anwendung, jedoch meist mir nach subjektiver Auffassung.
Die o b e r f 1 ä c h 1 i c h e n D r u c k s c h ä d c n, auch Scheuer-
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Sattel- und Geschimlriicke, Drucksohäden.
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ungenquot; genannt, sind, wenn sie frischentstandon, feucht, eventuell leicht blutend und da die Haare und die Epidermis entfernt ist offen. Sie bilden sich durch einen beweglichen gewissennassen reibenden Druck. Die Cleschirrteile reiben, scheuern, schürfen, quetschen und hobeln, hiedurch werden zunächst die Haare verwirrt, geknickt und schliesslich gebrochen, dann wird das Epithel abgerieben, auf dieses erfolgt die Abschleifung des Malpighischen Netzes und endlich kommen Vertieftingen in die Cutis, welche vollständig durchlöchert werden kann, ja sogar noch tiefer gelegene Teile, Knochen und Muskeln können durch diesen reibenden und quetschenden Druck beschädigt werden. Die losgetrennten Teile Haare, Epidermis und Gewebstrümmer, Blut und Blutwasser bilden eine verworrene zusammenbackende Masse, durch welche die Wunde selbst und die Umgebung verklebt wird. Solche ober-fliicblichen Scheuerungen sind sehr schmerzhaft, anfangs hochgerötet, nach einiger Zeit vertrocknet das auf der Oberfläche Lagernde zu einer festen, dünnen Decke, die aber schon in ca. 24 Stunden zum Teil hochgehoben wird, weil sich eine Reaktion in dor Tiefe einstellt und Serum ausschwitzt. Nach 2#9632;{ Tagen tritt Eiterung ein und die ganze Oberfläche kommt in das Stadium der eiterigen Hautentzündung. Es ist dadurch ein oberflächliches Geschwür entstanden.
Tiefsitzende Druck schaden entstehen durch Druckwirkungen, bei denen der drückende Gegenstand auf der Haut fest aufliegt, die drückende, quetschende, erschütternde Bewegung wird den oberflächlichen Schichten so ganz vollkommen harmonisch mitgeteilt, dass sich dieselben in dem Erschütterungsmodus ganz an den äussoren Teil anschmiegen, die eigentlich stosswirkende, reissende, trennende Kraft- aber in die Tiefe übertragen wird. Die Druckweiso kann durch ein sehr einfaches Experiment recht instruktiv verdeutlicht werden: Wenn eine Fingerspitze auf einen elastischen, schwellenden Körperteil, etwa den Schenkel oder den Daumenballen fest aufgesetzt wird und jetzt mit der ganzen Hand und unter wogenden Bewegungen des Armes, in die Tiefe drückende, leicht stossende Bewegungen ausgeführt werden, so wird, je nachdem die Druck- und Stosswirkung erteilt wird, senkrecht, schräg oder rotierend und je nach der Stärke, in der Tiefe die Wirkung verschieden empfunden. Bs wird hierdurch leicht verständlich, dass ein und derselbe; immer wiederkehrende Druck stets dieselbe Partie im Inneren treffen muss. Die Teile werden dadurch erschüttert, von einander etwas losgelöst, gelockert, es wird bei fortdauernder, starker Pressung das Blut gar nicht mehr in einzelne Gefässteile hinein kommen können, während es sich in der Umgebung stärker an-
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Sattel- und QesohirrJriioko, Dnicksohilden.
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sammelt. Aus dem Stauenden tritt das Blutwasser aus zwischen die gelockerten Gewebsfasern, dadurch schwillt der betroffene Teil auf und es mag jetzt sein, dass sich bei fortwirkender Erschütterung einzelne Fasern vollständig loslösen. Ganz besonders tritt das ein bei schrägem oder rotierendem Druck, wodurch Höhlen und Cystenbilduugen von verschiedener, Erbsen-, Bohnen-, Hasclnuss-, Taubenei-, Wallnuss- bis Hühnereigrüsse entstehen. Es ist charakteristisch, dass die Auflockerungen und mehr enlzündlichen Ausclnvellungon in der Regel nicht obertlächlich in der Cutis gelagert sind, weil das hier gelagerte Hautgewebe viel zu widerstandsfähig ist, um für grössere Lücken, geschweige denn Höhlen, Kaum geben zu können, aber unter der Haut findet sich das lockere Bindegewebe, welches an einzelnen Körporstollen locker und weitmiischig vorhanden ist, so z. B. an der Kimimetluge, au seitlichen Teilen des Halses und denen der Brust. Hie Haut ist hier leicht hochhcbhiir, lose und locker, etwa wie auf der Obertlächo der menschlichen Hand, oder die Haut sitzt auf wonig und straffem Unterhautgewebo und ist fest-gespannt, dick, wie am Pferderiickon, den Lenden und der Kruppe und vergleichsweise, wie in der Handfläche. Diese Beschaffenheit bedingt, dass dieselbe Qualität und Quantität des Koizes Druckböhlen von sehr verschiedenem Umfange entstehen lässt. Die gelockerten, gequetschten Cutisteilo enthalten farbloses oder gelbliches Serum, ebenso enthalten dasselbe die Hohlräume und Cysten: manchmal ist das Serum mit etwas Blut vermengt, und nur in Ausnahmefällen entstehen durch Zerreissung eines grösscren Blutgof'ässes Geschwülste, die nur Blut enthalten, sog. Hämatomo, oder durch Keissung von nur Lymphgef'ässen, solche mit nur Lympheinhalt sog. Lymphextravasate. (Diese beiden letzgenannten Sorten gehören jedoch nicht zu den eigentlichen Entzündungsgeschwülsten und entstehen nur selten auf Sattel-oder Geschirrdruck.)
Sobald auf einen solchen Druck der Sattel oder die Geschirrteile entfernt werden, so zeigt sich in der Kegel eine nur ganz geringe Anschwellung, dieselbe steigert sich jedoch sehr bald, nach einigen Minuten, bis zu einer Viertelstunde. Der Grund hiefür ist, dass der starke Druck wohl die Gewebszerstörung verursachen, sich aber die Flüssigkeit des Druckes wegen nicht in die Maschen ergiesson konnte. Sobald aber der äussere Druck entfernt wird, schiesst das Blut in die Gelasse, erweitert diese, stockt, wenn die Blutget'ässe stark beschädigt sind, oder es fliesst wohl auch etwas Blut aus denselben in die Umgebung. Aussorhalb der direkt getroffenen Grenze werden alle Gefässe strotzend mit Blut erfüllt und aus denselben erglesst sich das Blutwasser zwischen die
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Sattel- und Gcsohirrdrückc, Druckscliäden.
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natürlichen Kanüle und in die künatlieli durch den Druck entstandenen Hohlrnume. Diese dadurch entstehende Ansclnvollnng ist prall, sehr heiss und in verschiedenem Grade schmerzhaft, bei tiefer gelagerten weniger als bei den oberflächlichen, festen, harten, flach knotenförmigen Anschwellungen der Cutis. Es kommt hierbei darauf an, ob die an der Stelle gelagerten Nerven blos gedrückt, gereizt und dadurch höher empfindlich geworden, oder ob sie ertötet und dadurch reaktionslos geworden sind. Wenn nun bei derartig tiefgelagerten Druckscliäden, die ohne oder mit Hautbeschädigung bestellen können, sofort die richtige Behandlung eingeleitet wird, so können dieselben in ganz kurzer quot; Zeit wieder zum Verschwinden gebracht werden. Wird aber jetzt nichts gethan, oder gar Verkehrtes angewandt, so steigt die Ausschwitzung, die Spannung der Haut wird immer stärker, durch den jetzt von innen nach aussen geübten Druck werden die Hautgefässo abermals blutleer gemacht und das hievon auf länger wie ca. 8 Stunden betroffene Haut-stück, verliert seine Lebensfähigkeit, seine Zellen sterben aus Nahrungsmangel ab, die Oberfläche trocknet aus, das Hautstück wird hart, pergamentartig, nekrotisch, die Umgebung stösst sich los und der abgestorbene Teil wird ausgeworfen. Andernfalls aber kann die durch Druck entstandene Höhle samt Inhalt, wenn derselbe zu lang besteht, durch die Drüsenschläuche der Haut, oder durch eine unbedeutende Verletzung von Eiterkokken heimgesucht werden und dann wird der ganze Inhalt in kurzer Zeit eiterig.
Frisch entstände ne Druckschäden: Schon während der Entstehung des Druckschadens benimmt sich das Pferd anders als gewöhnlich: Das Tier zeigt sich nicht so frisch und gehlustig wie sonst, es will zurückbleiben, zieht ruckweise am Zügel, stampft wohl einmal, fährt mit dem Kopfe gegen den Boden oder die Seite, stösst mit den Hinterbeinen gegen den Bauch, bleibt plötzlich stehen, knirscht woid auch auf das Gebiss, die Wirkung auf Sporn oder Peitsche ist vorübergehend, das Tier schüttelt sich wohl auch und macht Bewegungen , als ob es aus dem Sattel herausschlüpfen wollte. Bei Oberflächen Scheuerdrücken bleibt diese Schmerzhaftigkeit und Ausscrung über die ganze Zeit. Bei den tieferliegenden Druckscliäden kann schliesslich vollständige Empfindungslosigkeit eintreten. Wenn der Sattel laquo;der das Geschirr abgenommen wird, so findet sich die getroffene Stelle heiss, schmerzhaft und in der Bogel nicht geschwollen. Bei Scheuer-driieken sind die Haare abgerieben, abgebrochen, sie liegen durclmässt und wirr oder zusammengeballt auf der Oberfläche des Druckschadens. AVill man dem Pferde mit der Hand über die gedrückte Stelle streichen,
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390nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sattel- und üeschirrdrücke, Di-ueksohaden.
so wird es aufgeregt, trippelt, springt wohl auch zur Seite oder in die Krippe oder schlügt aus. Manchmal benehmen sich sonst fromme Pferde wie toll, wenn man sie an solchen Stellen betasten will. Bei tieferliegenden Druckschäden ist oft direkt nach dem Absatteln gar keine Abnormität zu finden. Erst nach ca. '/z Stunde tritt eine Schwellung ein, die um so bedeutender ist, je umfangreicher die Quetschung war. Mit der Anschwellung steigt auch die Hitze, Röte und Schmerzhaf-tigkeit. Bei sehr tiefen Druckschäden mit vollständigem Abstorben im Zentrum, tritt inmitten der Geschwulst eine etwas kühle unschmorz-hafte, nicht angeschwollene Hautstclle ein. Dieselbe ist in der Regel rundlich und von der Grosse eines Zehnpfennig- bis Markstückes. Hier' vertrocknet die Haut, wird hart, mumienartig und giebt beim Anklopfen einen Schall wie Holz. Ein solches mumifiziertes Stück wird nach 4 bis 8 Tagen von seiner Umgebung losgestossen und es entsteht sodann ein rundliches Loch durch die Haut in die Tiefe.
Alte Druoksohäden: Die bis jetzt genannten Formen a) Scheuerungen und b) tiefe Druckschäden geben, wenn sie älter werden folgende Erscheinungen: Die Scheuer drücke werden zu eiterigen Hautentzündungen, die ganze Oberfläche sezerniert reichlich Eiter der nach den Seiten hin mit den Haaren sich verklebt, auf der Oberfläche zum Teil vertrocknet und Borken bildet. Wenn der oberflächliche Scheuerdruck die Epidermis nur multipel und in kloinen Feldern verloren hat, so erfolgt die Ausfüllung der Suhstanzenverluste und die Überwucherung durch neues Epithel sehr rasch. Wenn jedoch ein tieferer Substanzverlust eintritt, so braucht die Anfüllung und namentlich die nur vom Rande her eintretende Epithelüberwachsung sehr lange Zeit. Die tieferen Drucke ohne Substanzverlust auf der Oberfläche, können, wenn sie flach und nicht allzugross sind, in ganz kurzer Zeit, sogar in wenigen Stunden heilen. Erfolgt jedoch keine rasche Heilung, so bildet sich in der Tiefe eino Cyste, ein Lymphextra-vasat aus, welches die Tendenz hat sich zu vnrgrössern. Die entzündlichen Anschwellungen treten zurück, die Cysto vergrössert sich, die Wandung ist nicht ganz straff oder prall, sondern der Inhalt fühlt sich schwappend an, durch Infektion kann es in der Tiefe zur Eiterung kommen. Bei brandigem Absterben eines Teiles der Haut entstellt eine mehr oder minder tiefe eiternde Höhle, welche durch Fistelkanäle in die Tiefe mehrkammerig sein kann, wodurch sogar nicht nur die Muskeln sondern auch die Bänder und Knochen in eiterige Erkrankung miteingezogen werden können und dadurch die mit Recht gefürchto-ten Widerristfistein entstehen. In anderen Fällen, namentlich
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Sattel- und Goscliimlrücko, Druckscliüclen.
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wenn der Druck liingero Zeit und unterbrochen einwirkt, ein Pferd bereits einen Schaden hat und weiter benutzt wird, entsteht eine Komplikation mit Scheuerung und tiefern Drucke. Die stets neue Einwirkung ruft eine reaktive liindegcwebsentzündung und Neubildung hervor. Es entsteht dadurch Verdickung, Verfilzung der Haut und Unterhaut, knotige oft knollige Anschwellung, so dass Bindegewebs-verdickungen von der Grosse einer Erbse oder Hohne bis zu der eines Menschenkopfes entstehen können. Diese Anschwellungen werden stets wieder neu angedrückt, auf ihnen können Scheuordrücke, brandiges Absterben der Haut, in ihnen Cystenbildungen, Vereiterungen, selbst Verkäsungen und Verkalkungen entstehen. Wir werden also die Druckschäden folgendermassen einteilen:
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Oberflä chliche.
a)nbsp; Frische mit rascher Heilung unter erstem Schorfe.
b)nbsp; Alte mit Geschwürbildung ev. Fisteln.
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Tiefer liegende.
a)nbsp; Frische, mit sehr rascher Heilung durch sofortige Zerteilung.
b)nbsp; Alte mit Blut- oder Lymph-extnivasaten, Eiterung, Narben-
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bildung, Cystenbildung mit Konkrementen, Honig-, Grütz-breigeschwiilste oder teilweiser Nekrotisierung, Fisteln und Ver-grösserung.
Zu diesen eigentlichen Dmckschäden sind noch anzuführen, die Ekzeme, die Talgdrüsenentzündung, Acne, Insektenstiche, und eine Art Erythem. Diese Erkrankungen, die auch ohne die Einwirkungen des Druckes zustande kommen können, stehen nur deshalb mit den Druckschäden in ursächlichem Zusammenhange, weil durch Sattel- oder Geschirrteile die Haut eine besondere Disposition erhält in der angegebenen Weise zu erkranken.
Folgekrankheiten bei sämtlichen Druokschttden können sein: a) L y m p h g e f ä s s - und L y m p h d r ü s e n e n t z ü n d u n g. Dieselbe tritt auf, wenn reichliche Quetschungen zugegen sind und namentlich wiederholte Druckwirkungen erfolgen. In der Richtung dos Verlaufs der Lymphgefässe kommt es zu harten straugartigen Anschwellungen, die Lymphdrüsen schwellen an, es tritt Fieber ein. Erfolgt liier nicht rasch Abhilfe, treten namentlich noch Eiter- oder ,1 nu cheinfekti onen hinzu, so kommt es h) zur Pyä m i e und c) zur S epthäm ie. Ferner kann es im Verlaufe der Dmckschäden d) zur herdweisen Vereiterung der Phlegm one, e) zum Rotlauf, Wundrose oder Erysipcl und f) selbst zum Starrkrämpfe kommen.
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Sattel- und Gcsohirrdrüoke, Druokschäden.
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Prognose: In frischen Füllen bei kleiner Beschädigung günstig, da weder das Leben bedroht noch die vollständige Wiederherstellung in Frage steht. Es kommt aber noch hinzu, dass vielfach gedrückte Pferde im selben Dienste und mit demselben Sattel oder Geschirr, durch welches sie gedrückt wurden, weiter arbeiten sollen. Hier ist die Prognose vorsichtig zu stellen. In älteren und ganz alten Fällen, wenn Eiterung eingetreten ist, wenn Fistelbildung und Bindegewebsneubil-dung, vielleicht schon Narbcnkontraktur erfolgte, ist die Prognose vorsichtig bis ungünstig zu stellen. Schlecht wird die Prognose nur wenn sich allgemeine Erscheinungen und gefährliche Folgekrankheiten zeigen,
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Therapie: In erster Linie ist für Entfernung der Ursache zu sorgen. quot;Womöglich Ruhe oder eine Dienstleistung, bei welcher der Druckschaden absolut unberührt bleibt. Ein Pferd mit Kummtdruck in derSile oder als Reitpferd verwenden, ein Reitpferd als Zugpferd, ein vorher als Sattelpferd eingespanntes wird zum Handpferd gemacht und umgekehrt. Ist dies unmöglich, so wird wenigstens ein anderes Geschirr oder ),(| ,/1 anderer Sattel aufgelegt, weil diese Teile nicht auch gerade an der gedrückten Stelle am stärksten aufliegen. Sodann muss durch weitere Mittel dafür gesorgt
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werden, dass der Druckschadon während
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SdnvcIlUipsenlagc am Klimmt.
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der Arbeit nicht gedrückt wird. Es kommen Kummtleibe, sehr dicke, weiche, elastische Satteldecken, Reh-felluntorlagen u. dgl. in Anwendung. Am Geschirr wird ein sog. Schwellkissen, s. Fig. 57, ober- oder unterhalb des Druckschadens, ein Polster aus Rosshaaren und Leder mit Schnallen vorsehen eingeschnallt oder ein derartiges Polster aus mehrfach übercinandorgelegtem weichem Filz geschaifen. Im Notfälle kann ein reiner weicher grosser Schwamm in ein leinenes Säckchen gebracht und dieses eingebunden werden. Derartige Kissen können beiderseits ober- oder] unterhalb des Druckschadens angebracht werden. Auch Rchfellpolsterungen sind zweckmässig. Niemals aber darf eine am Geschirr oder Sattel gemachte Erhöhung direkt auf den Schaden kommen, auch wenn sie sehr weich ist, sondern ober-oder unterhalb desselben, damit der Druckschaden frei bleibt und
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Sattel- und GesclürrJrücke, Druckschädeu.
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möglichst gar nicht belastet wird! Bei Reitpferden wird mit dicken Unterlagen ebenfalls der Druckschaden möglichst frei von Belastung, von Reiben und Druck zu erhalten gesucht. Die Figuren 58 und 59 stellen einen schematischen Durchschnitt durch Rückenpolsterung und Sattellage dar. Es sei die Linie a die Obertliiche des Pferde
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körpers , das kloine mit
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b bezeichnete Oval der Druckschaden, das lange Rechteck c der belastende
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Sattel oder sonstiger Ge-
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schirrteil und d die künst-
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Schema der Creilegang von llruckscliädon ilurc.li (Jntortagen.
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liche Unterlage, durch welche der Druck aufgehoben werden soll. Auch auf andere Weise kann der Sattel- oder Geschirrdruck unschiidlich gemacht werden: Wenn nämlich auf dicken Filzunterlagen gerade an der betreffenden Druckstelle ein Stück herausgeschnitten wird, wie dies durch die Figuren 60, 61, 62, an denen der Kreis a, je den Druckschadon vorstellen soll, demonstriert ist. Wenn der
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' ''
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Druckschaden an der Brust von Zugpferden ist, so ist ein Kummt, an dem der drückende Teil voll
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'#9632;
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ständig herausgenommen ist, sehr zweckmässig. Den Halt giebt man dem Kummt durch Verbindung nur
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Flg, 61.
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mit einer passend gebogenen Eisen-
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stange und um das Auffällige zu vermeiden, wird ein Lederstück wie eine Art Schürze davor genäht, vgl. Fig. 63. Es sind ferner noch be
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Flg. 88,
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sondere Einrichtungen am Sattel
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konstruiert, zum Zwecke Druck-
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schädeu zu vermeiden, oder ent-
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standene heilen zu lassen. Die ingeniösen Erfindungen von Hammel
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Schema dor Froilegung von luuck-sohädon durch Aueschnoidon aus
dci Satteldecke.
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und Schmidt a) ein in Federn wiegender Sattel und b) Sattelunterlagen aus Bäuschclien, die nach Belieben entfernt werden können, sind hier zu nennen,
In der eigentlichen ärztlichen Behandlung des Druckschadens ist in erster Linie zu beachten, dass derselbe frisch entstanden eine Quetschung oder eine Quetschwunde darstellt. Alle gequetschten
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Sattel- und Geschimlriickc, Drucksohäden.
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Körperteile sind gepresst, gedehnt, gezerrt, erschüttert zum Teile gelähmt und die feinen Gewebsteile und Get'iisse zerrissen. Die dagegen auftretenden Erscheinungen sind die derEntziindung: Hitze, Kote, Geschwulst, Schmerz und gestörte Funktion. Schmerz und Hitze sind in der Kegel die am ersten zu bekämpfenden Erscheinungen, weil dadurch die Tiere sehr aufgeregt, selbst widerspenstig, sogar rücksichtslos und gefährlich werden können.
Da gerade bei Sattel- und Geschirrdrücken in der Anwendung der Mittel vielfach nicht korrekt vorgegangen wird, so soll das für diese Verhältnisse Passende eingehend berücksichsigt werden. Der Schmerz entsteht durch Verwundung und Quetschung, Druck und mangelhafte Ernährung,
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der an der betroffenen Stelle liegenden Nerven- und Nervenenden. Die Haut selbst hat am meisten feine, empfindende Nervenverzweigungen, während die Unterhaut und die noch unter dieser kommenden Teile nur sehr wenig empfindlich sind. Die lokale Hitze tritt ein, infolge von Anschoppung von Blut und Blutserum direkt in dem betroffenen Teile, während in der nächsten Umgebung heftiger Blut-zuthiss von arteriellem Blute eintritt. Hiergegen ist Anwendung von lokaler Kälte das Wirksamste ; beide, sowohl Schmerz wie Hitze werden
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Fig, (!;{. Kummt an dem der druckende Teil aus-ctoschnltton i^t.
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dadurch besänftigt. Das physikalische Gesetz, dass Kälte zusammenzieht und Wärme ausdehnt, ist zwar
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am Pferdekörper ebenso giltig wie sonst in der Natur,
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kommen doch am belebten Organismus sehr die abändernden
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Eintlüsso zur Geltung
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Wohl zieht die Kälte die Plant und ihre ge-
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samten Bestandteile energisch zusammen, somit auch die blutzuführen-den Gefässe, deren Lumen dadurch enger wird und weniger Blut in die betreffenden Teile einströmen lässt, wodurch die vermehrte Verbrennung und die Reizung der Nerven, somit Hitze und Schmerz, Verminderung erfahren. Allein die Kälte selbst wirkt wieder als Hautreiz und nach einiger Zeit erfolgt eine Erschlaffung der auf den Kältereiz zusammengezogenen Gefässe, der Bluttlnss wird wieder so gross wie zuvor und wenn der Kältereiz sehr lange fortwirkt, so tritt der Zustand ein, der als Erfrierung, als lokaler Hautbrand bekannt ist. Viel eher sind aber ältere schwache, als jüngere kräftige Tiere zu liautbrand geneigt. Es darf somit die Kälte nicht zu lange und nicht zu intensiv einwirken! Immerhin muss dabei in Betracht kommen, dass trockene K ä 1 t e bei Pferden nicht so intensiv wirkt wie
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Sattel- und Goschirrdrücko, Druckschäden.
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etwa beim Menschen, weil das Haarkleid des Pferdes ein schlechter Wärmeleiter ist. Auch spielt die individuelle Reizbarkeit des Pferdes eine Polle. Wird aber unter Berücksichtigung der notwendigen Einschränkung und des hie und da nötigen eintretenden Wechsels die Kälte sorgsam angewandt, so ist sie ein vortreffliches Mittel, um frische und kleinere Druckschäden rasch zum Verschwinden zu bringen. Sie wird mit Vorteil in folgender Weise angewandt: 1) als Eisbeutel. Die aus Kautschuk in den verschiedensten Formen hergestellton, welche sich zum Teile angefüllt den Körperformen sehr gut ansehmiegeu sind zu empfehlen. Sie eignen sich ganz besonders für Druckschäden auf dem Rücken, da sie hier sehr leicht direkt auf den leidenden Teil aufgelegt und durch Gurten und überliegende Decken vollkommen sicher und bequem befestigt werden können. Sie haben den grossen Vorteil, dass die Haare nicht durchnässt werden, somit eine Erweichung des Epithels nicht eintritt. Sie werden mit in Stückchen geschlagenem Eis gefüllt und um die Wirkung noch intensiver zu erzielen, wird etwa ein Kaffee- bis Esslöffel voll Kochsalz zugesetzt, wodurch eine Temperaturverminderung bis IG0 unter Null erzeugt werden kann. Ein solcher mit Kochsalz versetzter Eisbeutel kann ungefähr eine Stunde ruhig an einer Stelle liegen, dann ist es aber zweckmässig ihn hinweg-zunehmen, den erkrankten Teil einige Minuten zu massieren, dann etwa 10 Minuten ganz in Ituhe zu lassen und hierauf den Eisbeutel wieder aufzulegen. Je näher der Prozess der Heilung entgegengeht, um so kürzer brauchen die Eiszeiten zu sein und um so länger kann der betroffene Teil in Ruhe bleiben. Die Kautschukeisbeutel können ganz gut durch eine tierische Blase ersetzt weiden, doch ist eine solche immer nach einigen Stunden feucht und netzt die Haare. Im Notfall nimmt man eine ChampagnerHasche, füllt sie mit kleineren Eisstückchen, giebt etwas Kochsalz dazwischen und legt dieselbe unter Befestigung mit Bindfaden, Gurte und Teppich auf den leidenden Teil auf. Manchmal ist kein Eis zu haben; dies ist namentlich im Sommer und auf dem Lande der Fall. Als Ersatz und zwar als ziemlich vollkommener Ersatz sind dann die Kältomis chungen anzusehen. Diese wirken im passenden Falle ganz gut, aber sie verlangen Aufmerksamkeit! Sobald die Tiere nicht ein fortgesetztes Wohlbehagen zeigen, müssen die Umschläge ein Zeitlang herunter. Nächst dem Eisbeutel und den Kältemischungen sind als bedeutendes Abkühlungsmittel die kalten Berieselungen anzuführen. Aus einer Wasserleitung oder aus einem hochgehängten Stalloimer lässt man kaltes Wasser oder auch eine Salzlösung, bei offenem Schaden Creolin- oder Cresolinlösung 2n/o, oder Eisen-
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Sattel- und Gescliimlriicko, Druckschäden.
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vitriollÖBUDg 12% durch einen Gurninischlauch herabtliesson, das Ende des letzteren ist durch einen Kork verschlossen und das Rohr besitzt an der Seite eine Anzahl von Durchbohrungen. Die Umgobung des Druckschadens, die nicht benetzt werden soll, wird zunächst mit Fett eingerieben, die kranke Stelle mit einem Leinwandlappen bedeckt und an diesem das Gummirohr passend befestigt. Diese Berieselungen sind nach Eis und Kältemischungen das bedeutendste Kühlmittel. Sie haben aber das Unangenehme, dass die Flüssigkeit die Seiten des Leibes benetzt und somit auch Körperstellen abgekühlt werden, welche
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Fig. 04. Külil.-ipparat.
dieser Kühlung nicht bedürfen. Vor einigen Jahren habe ich eine Erfindung eines hiesigen Pferdeliebhabers gesehen, die darin bestand, dass ein breiter, grosser, lederner Trichter, der unten mit einer dünnen (iiiminiplatte verschlossen war, auf einer doppelten Gurte aufgenäht, an dem leidenden Teile aufgelegt wurde. Eig. 64.
Es kann hierein einfach kaltes Wasser gegeben werden, dasselbe mit Eisstückchen gekühlt, oder es können lauwarme Umschlüge, Kälte-mischungen, Eis oder andere Dinge damit ausgeführt werden. Allgemeine Verbreitung werden jedoch diese ziemlich teuren und komplizierten Einrichtungen nicht finden.*) Als sehr zweckmässig sind 1) die
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*) Bei etwas unruhigen Tieren muss noch ein Schweif- oder Brustriemen iingeselmallt werden.
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Sattnl- und Geschirrdriickc, Druokschiiden.
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kalten, 2) die Pri snitz'schen, 3) die i'eu cht warmen Umschlüge mittelst Tüchern ausgeführt, zu empfehlen.
1) Die kalten Umschläge werden mit brunnenfrischem Wasser oder solchem mit Eisstiickclien ausgeführt. In allen Füllen, wo es sich um Kühlungen an verletzten Stellen handelt, oder wo grosso Quetschungen vorliegen, bei denen die Sorge, dass Eiterung entstehen könnte, vorhanden ist, dürfen zwockmüssig nur desinfizierte und zugleich desinfizierende Flüssigkeiten angewandt werden. Goulnrd'sches Wasser, Crcolin-, Cresol- 1 : 3050, Carbol- 1 : 80 oder Sublimatwasser 1 :3000. Man hült zwei leinene Tücher von der Grosso eines Handtuchs, je nach dem Umfang dos Schadens etwas grosser oder kleiner, das eine bleibt im Umschlagewasser bis zum nächsten Wechsel liegen. Alle 10 Minuten wird der im Wasser liegende Lappen herausgenommen, ausgerungen, der als kühler Umschlag aufliegende jetzt unter BereithaUung dos Ersatzstückes entfernt und sogleich durch den frischen ersetzt. In dringenden Füllen, in denen diese Methode angezeigt ist, kann man überall einen Mann für diesen Dienst anstellen und zum Zwecke der regel-iniissigen Durchführung, sowie der Kontrolle, wird angeordnet, (biss jedesmal der Umschlag erneuert wird, sobald der grosse Zeiger der Uhr auf einer geraden Zahl angelangt ist, also 12 Uhr, 12,10 12,20 etc. Auch diese Umschlüge kühlen sehr energisch ab und wirken vortrefflich, aber sie dürfen nur solange fortgesetzt werden, als sie dem Pferde Linderung und Wohlbehagen verschaffen. Sobald das Pferd unruhig wird, den Rücken spannt, oder auf den frischen Umschlag den Rücken zusammenzieht und einsinken lüsst, ist es Zeit, damit auszusetzen. Zweckmüssig habe ich gefunden nach etwa 46 Stunden, je nach der Grosse des Schadens, den kalten Umschlag 12 Stunden nicht zu wechseln, dem betroffenen Teile solange vollkommen Ruhe zu geben (oder eventuell etwas anderes dazwischen anzuwenden) und dann wieder in derselben Weise weiter zu kühlen. Die Hauptwirkung muss in 24 Stunden erfolgt sein und solange kann man das Stallpersonal mit 2 bis 3 stündiger Ablösung die kalten Umschlüge alle 10 Minuten fortsetzen lassen.
2) Die Pri snitz'schen Umschlüge, bei denen heftige Abkühlung mit bedeutender Erwärmung abwechselt, werden hier fol-gendormassen ausgeführt: Die Flüssigkeit ist kaltes, bei Verletzungen stets desinfiziertes Wasser. Man lüsst ebenfalls zweckmüssig ein IJmschlagotuch in der Flüssigkeit liegen. Die Lappen werden nicht scharf ausgerungen, sondern die Umschlüge wirken zugleich noch durch bedeutende Durohnäsaung und Erweichung der Oberhaut. Das Um-
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sohlagetuoh bleibt auf der zuvor eingefetteten Haut zwei Stunden liegen. Zweckniiissig erfolgt der AV'echsel der Kontrolle wogen jedesmal so oft dor kleine Zeiger der Uhr an einer geraden Zahl steht, also 12 Ihr, 2 Ulli-, 4 Uhr etc. Nach 152(gt; Minuten wird das Umschlagotuch, das zudem noch mit einem Wollteppich überdeckt ist, warm, die Erwärmung des im Umschlag auf der Köi'poi'öberfläclie befindlichen AVassers geschieht bis zur Körperwärme, die bei entzündeten Teilen bis zu 40deg; steigen kann. Dadurch tritt eine sehr lebhafte Yerdunstung ein, die diirchfeuchtote HautoberHäche dehnt sich aus, der Blutumlauf erfolgt dortselbst rasch und bei ziemlich oberflächlich in der Hnut gelagerten Drucksehäden wirken diese erwärmenden feuchten Umschläge sehr zweckniiissig; allein da nach einiger Zeit am hosten, wie angegeben, alle 2 Stunden plötzlich wieder ein kalter Umschlag erfolgt, so entsteht durch denselben ein rasches Zusammenziehen, gewissermassen Zu-samincnschrecken der vorhin stark erwärmten und erweiterten Teile und nach einiger Zeit wieder Erwärmung. Dieser Wechsel bedingt grosse Anregung der Nervencndigungon und derjenigen Gewebsteile, die an der Grenze des Erstorbonseins sind. Ausgebreitete, tiefe Quetschungen mit grossein Schmerz und grosser Hitze erlangen aber keine Erleichterung durch Prisnitz'sohe Umschläge, sondern noch eher eine Steigerung.
8) Ecu cht war me Umschläge. Bei diesen bleibt das ziemlich voluminöse Umschlagetuch, das ebenfalls nur wenig ausgerungen wird, 6 Stunden auf dem kranken Teile liegen. Derselbe wirkt durch andauernde, grosso und feuchte Durchwärmung. Die Oberhaut wird weich und sehr heiss. Zweckmässig wird hier noch das Umschlagetuch mit einem Gummipapier und darüber mit zwei Wollteppichen überdeckt Dadurch wird das verdunstete Wasser noch möglichst zurückgehalten und wirkt in physikalischer Weise auf die Haut.
Lehm um seh lag. Gewöhnlicher Lehm oder Thon, wie er zur Ziegelbrennerei verwendet wird, wird mit Wasser zu einem steifen Brei umgerührt, die erkrankte Stelle zunächst mit Wasser befeuchtet und hierauf der Lehmbrei in etwa Vs cm. dicker Schichte mit der Hand oder einem passenden Spatel aufgestrichen. Eine Ubordcckung mit Teppich ist natürlich nicht statthaft. Es wird durch den Lehm sehr rasch eine Abkühlung eintreten. Durch die sich dagegen aufrichtenden Haare und die Körpertemperatur erhält der aufgetragene Lehmbrei eine grosse Anzahl durchgängiger Stellen, durch welche das auf der Oberfiächo verdunstende Wasser entweicht. Durch die vermehrte Wärme wird gerade an der betroffenen Druckstelle am frühesten verdunstet
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Batfeilaquo; und Gescliimlriicke, Druokschäilcn.
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und da der trockene Leliin eine andere hellere Parte besitzt als der nasse, so ist zugleich damit für die Beurteilung der Ausdehnung des erhitzten Teiles ein ziemlich gutes IVIerkmal gegeben, Allerdings muss angeführt werden, dass hierzu der Lehm ganz gleichmässig dick aufgetragen sein muss, da solbstvcrstiindlich dünnere Schichten früher austrocknen als dicke. Feuchter Lehm kühlt andauernd aber Verhältnis-miissig nur wenig, so dass eine dauernde Temperaturherabsetzung durch ihn nicht zu erwarten ist. Seine llauptwirkung, die ihn bei diesem Leiden empfiehlt, ist Erschlaffung der llaiitspannung durch die Durchleuchtung und ein gelinder Druck, zudem kommt noch eine nicht zu unterschätzende desinfizierende Wirkung, die namentlich bei kleinen, kaum sichtbaren Schürfungen vor einer Infektion schützt, aber auch bei grösseren quot;Wunden so energisch wirkt, dass eine Eiterung nicht eintritt. Allerdings werden durch den nassen Lehm, wie überhaupt durch alle quot;Wasserumschläge die Granulationen etwas schlaff und träge, so dass die Heilung tieferer 'Wunden, trotzdem eine Eiterung abgehalten wird, nur langsam erfolgt. Einen weiteren l'belstand hat der Lehm, dass er sich nur sehr schwer entfernen lässt, es muss die Haut gründlich gewaschen und gerieben werden, bis sie vollkommen rein ist, so dass bei eintretender Vertrocknung nicht einzelne Lehmkörnchen entstehen können, die ihrerseits wieder zu Druckursachen werden können.
Als kühlende Mittel sind ferner empfohlen, die A 1 k o h o 1 u in -schlage und Atherzcr s tä nbu ngen.
Bei vielen sensiblen Pferden ist die Anwendung der bis jetzt genannten Mittel aussorordentlich schwierig, weil die Tiere durch den Schmerz, den ihnen der Druckschaden bereitet, Widerstand leisten, sich aufregen und sogar sich und die Umgebung beschädigen würden. In solchen Eällen ist es zweckdienlich eine Injektion vorzunehmen von Morph. hydrochloricum 0,5 bis 0,7 g. Nach der Einspritzung ist notwendig, die Pferde ca. '/s Stunde vollkommen in Ruhe zu lassen und dann mit den Umschlägen zu beginnen.
Eine weitere Aufgabe bei der Heilung von Druckschäden ist aussei' der Bekämpfung der vermehrten Wanne und des Schmerzes noch diejenige der Verminderung des gegen den erkrankten Teil vorhandenen Blutandranges. WTir haben leider an denjenigen Stellen, an denen Sattel- und (Jeschirrdrücko vorkommen, keine Gelegenheit, die sonst in ähnlichen Fällen an den Extremitäten zur Anwendung kommenden EinWickelungen und Druckverbände, in Form von Heft-pHasterstreifen, Zirkelbinden oder Esmarch'scher Wickelung anzuwenden. Der Lage und anatomischen Einrichtung der betroffenen Teile wegen
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Sattel- und Geschimlriicke, Druckschädon.
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müssen wir auf diese Hilfsmittel verzichten und es kommen deshalb zur Verminderung des Blutandranges hauptsächlich die lokalen Blutlaquo; entziehungen in Betracht. Alterprobt aber und von jeher empfohlen sind die lokalen Bl u tent zi eh ungen an der erkrankten Stelle. Es kommt nur darauf an, dass sie in der richtigen Zeit gemacht worden. Nur für frische Fälle, in denen eine Wunde nicht besteht, sind sie zu empfehlen, Von kundiger Hand ausgeführt haben sie nie üble Folgen. Freilich bei unrichtiger Anwendimg können üble Zufälle eintreten und solche waren es auch, die die lokalen Blutent-ziehungen bei Druoksohfiden In Miaskredit brachten.Die am meisten angewandte Methode ist die Skari fik a t ion. Es wird die Haut zunächst gründlichst aber schonend mit 5 0/o Carbolwassor desinfiziert und jetzt werden eine Anzahl von Schnitten in der Richtung der Haare etwa bis zur Tiefe der Hälfte der Hautdicke ausgeführt. -Jeder Schnitt kann ca. 1 cm. lang sein und 1 cm. seitlich von ihm kann der nachbarliche angebracht worden. Hie Schnitte worden in Reihen angelegt, die folgende Reihe derart, dass der Schnitt zwischen zwei der vorigen Reihe gelegt wird. Man sucht die entstehende geringe Blutung zu unterstützen durch Auflegen von 4 lifach zusnmmengelegter Eeinwand, die in lauwarmem Wasser durchfeuchtet ist. Allein das Richtige ist auch die mit nasswarmen Tüchern längere Zeit unterhaltende Blutung aus den Skarifi-kationswinulen noch nicht. Kleinere Wunden und energischere Zugmittel für das Blut sind zweckmässiger. Durch B1 u togel, die in der Menschenheilkunde schon so lange mit Vorteil angewandt werden und die in der Tierheilkunde ziemlich unbenutzt geblieben sind, lassen sich viel bessere Verhältnisse schaffen, als wie durch die Skarifikationen, Allerdings muss die betreffende Hautstelle nicht nur geschert, sondern rasiert worden. Ein Blutegel beisst aber an auf einem Flocke, der nur so gross ist wie eine Linse. Man braucht deshalb nicht eine hand-tellergrosse Hautpartie zu rasieren, sondern man seift, wäscht, schneidet mit der Schere etwa 36 Zwanzigpfonnigstück grosso Hautstellen kahl, rasiert diese, betupft die rein gemachten Stellen mit etwas Zucker-wasser und setzt den Blutegel. Im allgemeinen sangt ein Blutegel 1520 gr. Eine Anzahl von 6 Blutegeln zieht somit ein für den Gesamtkörper fast gar nicht, wohl aber für den lokalen Teil in Betracht kommende Blutmenge heraus. Seh rö pf köpfe sind in der Tierheilkunde schon sehr lange im Gebrauche. Dieselbe verdienen keine Empfehlung, ebensowenig der sog. künstliche Blutegel. Dagegen verdient die Massage bei der Behandlung von frischen, namentlich kleinen
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Sattel- und Gcschirrdrücke, Drucksohäden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;401
tiefer sitzenden Druckschiulen, die ohne Verletzung bestehen, rühmend genannt zu werden.
Bei älteren Druckschüden, die ohne Verletzung der äusseren Hautteile bestehen, ist ableitende M o thode durch hautrütendo und hautreizende Mittel angezeigt.
Spiritus und aromatische Tinkturen, scharfes Bürsten nach vorhergehendem Benetzen mit kaltem Wasser, Terpentinöl, Salmiakgeist und Scharf salbe. Die früher üblich gewesenen Fontanelle und Haarseile worden hier nicht mehr angewandt, ebenso hat der Baunscheidtismus seinen Kredit verloren. Trockene Fomen-tationen, die Schrotsche Kur me thode sind empfehlenswert.
Frische oberflächliche S ehe uordriic k o werden nach den Regeln der Ekzem b ehandlung rasch geheilt.
Bei alten goschwürigen Druckschüden, bei tiefen Wider-ristfisteln, bei denen seihst der Knochen ergriffen sein kann, ist nur mit männlicher cliirurgisoher Therapie etwas zu erreichen.
Die Behandlung eiternder D ru c k wu n d e n, die obcrHäch-lich und ohne Fistelgänge in die Tiefe existieren, geschieht folgender-massen : Bei kleinen muldenförmigen Hautwunden die eitern, kann eine Heilung auf erste Vereinigung, eine rasche ifoilung unter dem Schorfe angestrebt werden. Es ist notwendig, die Umgebung ebenso wie die Wunde selbst, sorgsamst mit lauwarmem Wasser und Seife zu reinigen, die Haare in der Umgebung abzuscheren und dann reichliche Irrigation mit desinfizierenden Flüssigkeiten anzuwenden; hierauf wird mit dem scharfen Löffel alles Krankhafte und Weiche aus der Wunde entfernt, mit Wundwatte alles Blut sorgsam aufgetupft und jetzt die Wundoberfläohe mit einem Atzmittel verschorft. Hiezu empfehle ich: a) Höllensteinpulver 1, Amylum 8, b) Bestreuen mit Jodoform und Überfahren mit dem Höllensteinstift, c) das Glühoisen.
Ein kleiner Kolben, in für die Wunde passender Form, wird weiss-glühend in leicht drückender, bügelnder Weise darüber geführt, so dnss ein dünner festsitzender Schorf entsteht. Es giebt noch Atzmittel in grosser Anzahl: loh empfehle aber namentlich nicht die Hiissigen, weil dieselben leicht zu tief gehen und unebene WundHiichen herstellen. Der Brand-schorf muss durch einen Verband geschützt werden. Am vierten Tag wird nachgesehen, der Schorf mit dem Finger an allen Teilen betupft, leicht gedrückt, um zu sehen, ob er festsitzt und trocken ist, in diesem Falle wird sofort wieder verschlossen, sobald aber der Schorf Hisse hat und sich Eiter findet, muss sofort alles Losgelöste des Schorfes entfernt werden. Man wird einen zweiton Versuch, die Wunde unter
Ho lfm ann, Tierürztliclio Chiltirglo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;26
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402nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sattel- und Gesdiirrdrückc, Drueksohädcn.
dein Schorf direkt zu heilen, untcrhissen, und die Wunde auf zweite Vereinigung durch Eiterung heilen lassen, Zu diesem Zwecke wird nur alltäglich etwas mit lauwarmem Wasser abgewaschen, gereinigt und getrocknet; hierauf streut man etwas trocknende, zusannnenziehendo Pulver auf: a) Eichenrinde, b) Tannin, Jodoform gleiche Teile, o) Alaun, fein gepulvert, Bleizuoker, fein gepulvert oder in gleichen Teilen, d) Salpetersaures Blei, Zinkvitriol, gleiche Teile. Von Hüssigen Substanzen empfiehlt sich zur Anwendung: e) Villat'scher Liquor, eine geringe Menge in einen Topf gegeben und damit die Wunde gepinselt, oder Pinsolungen mit Jod-, Myrrhen- und Arnikatinktur.
Bei eiternden Wunden, mit tiefen röhrenförmigen Gängen und Buchten, den Fisteln und Abscessen, welche bei oder durch offene Schäden entstanden, hat die Behandlung Heilung auf erste Vereinigung, oder bei grossen breiten Höhlen mit grossen Substanz-verlnsten möglichst rasche Vereinigung durch Eiterung anzustreben. Es muss in diesen Fällen, nachdem die ersten Bedingungen mit lleinig-ung, Irrigation erfüllt sind, zunächst alles Tote und Abgestorbene entfernt werden. Damit dies gründlich geschehen kann, ist zweckmässig, die Wundkanäle mit Cocamlösung 5% auszupinseln, oder diese Flüssigkeit einzugiessen und einige Minuten stehen zu lassen. Hierauf wird mit kleinem, scharfem Löfi'el gereinigt, alles noch Festsitzende, aber Tote, mit Schere oder Messer entfernt und jetzt von der tiefsten Stelle eine Öffnung nach aussen gemacht, durch dieselbe ein Drainagerohr eingelegt, dasselbe in der Wunde festgenäht und die Wunde verschlossen und verbunden. Es kann in solchen Fällen vorkommen, class namentlich am Widerrist die Kanäle hinter dem Sehulterknorpel in die Tiefe gehen, es kann zu beiden Seiten der Dornfortsätze eine Tasche entstanden sein, welche die Zwischenverbindungen derselben loslöste und dergleichen mehr, infolge davon Schäden entstehen, so dass man mit der Hand in die Tiefe kann. Solche Wunden heilen in der Eegel nicht auf erste Vereinigung und zwar ans mehreren Gründen: Es scheint nicht möglich, hier so vollkommen desinfizieren zu können und alles Krankhafte, das etwa noch infiziert sein könnte, zu entfernen, so dass die Wunde vollkommen aseptisch wäre, selbst Unter Anwendung von Ätzmitteln nicht, zweitens ist bei so bedeutenden Höhlen eine Vereinigung der Wundränder nicht vollkommen zu erreichen, drittens ist die Drainage sehr schwierig durchzuführen, ich sage nicht, dass sie unmöglich ist, aber sie erfordert viel Geschick, Geduld und vorzügliches Material und viertens fehlt die so notwendige Ruhe für die Heilung. Wenn ein Pferd, das auch einige Tage ganz ordentlich hielt, nach und nach den
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Sattel- und Geschiridrüoke. Druckschäden.
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Juckreiz verspürt, den eine heilende Wunde ausübt, dann schüttelt es mit den gewaltigen Muskeln derart, dass nicht nur etwa eingetretene Verklebungen, beginnende Heilungen per priniam, zerrissen werden, sondern dass selbst die Nähte roissen. Ich habe gesehen, dass Drahtnähte, die mit Perlen und Platten sehr solid und tief gelegt waren, einfach abrissen. Seidenfadennähte, oder dicke geringelte Drähte, die ich so stark einlegte, dass sie unmöglich zerrissen werden konnte, schnitten in das Fleisch derartige Wundkanäle ein, dass dadurch nur geschadet wurde. Ich muss sonach erklären, dass ich grosse Druckschäden mit tiefen Fistelbildungen und reichlichem abgestorbenem Gewebe, etwa, auch nekrotischen Dornfortsätzen, in der Regel gleich von Anfang an zur Heilung auf zweite Vereinigung empfehle. Sorgsame Peinigung, Drainage, eventuell Entfernung alles Toten, bei grosser Verwundung und Hautbrückenbildung müssen oft tiefe Schnitte gemacht werden. Es ist bekannt, dass man nicht senkrecht von oben quer einschneiden darf, denn es tritt darauf ein so grosses Klaffen ein, dass die gesetzte Wunde nur schwer, vielfach gar nicht heilt. Es muss daher, wenn thunlich, in wagrechter Richtung und in der Längsaxe des Pferdes, eingeschnitten werden. Ausfüllen der Höhlen mit Werg, Watte etc., das anempfohlen wird, nützt meist nicht viel, die Bauschen werden durch Schütteln herausgedrängt, oder doch zusammengeballt, die dann als nasse, drückende Klumpen mehr schaden als nützen. Reichlicher Abfluss von der tiefsten Stelle durch weite, dickwandige Drainageröhron ist viel besser, und Haarseile, die man früher einzog, wirken ähnlich, aber viel unbedeutender. Auch das Nähen, aber meist ohne Aussicht auf erste Vereinigung, ist dann zu empfehlen, wenn die Wundränder sich dadurch näher gebracht werden können, so dass eine vollkommene Verwachsung entstehen kann. An Mitteln, die angewandt werden können und die empfohlen werden, fehlt es nicht. Wichtig ist der Wechsel und viel besser ist es, gelinde reizende, zusammenziehende, als stark ätzende zu vorwenden. Es muss bei dieser Heilung die Wunde täglich 2 bis 3 mal sorgsam und sachte vereinigt und das Wumlmittel angewandt werden.
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Chirurgische Krankheiten der Lunge.
a) Verletzung der Lunge, b) Punktion, c) Empyem, d) Fremdkörper
in der Lunge,
I.i tterut ur: Doktor, Hniststich b. Pf. Der. üb. Loist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 59. Barlow, Bruststicli b. Pf. The Vet. 1854, p. 4. Ibd. 1855, p. 56. Brust stich 1). Pf, Dan. Ztg. Ibd. 1856, p. 57, 1857, p. 56. Bobertag,
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404nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Cliirurgische Krankheiten der Lunge.
Prolaps, d. Lunge b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlach u. Loisering 1857, p. 123. Suth, Empyem b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlach 1859, p. 98. Schradcr, Lungonverlctzung u. Empyem b. R. Ibd. 1859, p. 133. Holmes, Bruststich b. Pf. m. Erfolg. The Vet. 1859, p. 25. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Th. 1859, p. 51. Leisering, Noubild. i. d. Lunge. Siiobs, Jhb. 1859/60, p. 14. Saint-Cyr, Thoracentese. Lyon 1860, p. 173, Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1860, p. 50. George, Lungenverletzung. Reo.
1861,nbsp; p. 291. Ibd. 1861, p. 55. G u r 11, Lungenvorfall. Gurlt u. Hertwig
1862,nbsp; p. 287. Kaiser, Lungenblutung b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. i. Kurh. 1862-64, p. 30. Müller, Roggonhalm i. d. Pferdelunge. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u, Koloß' 18C9, p. 154. Kater, Lungenruptur b. d. Kuh. Ibd. 1869, p. 154. Ilolzendorff, Gerstenähro i. d. Lunge b. Ferkel. Ibd. 1869, p. 154. Riedel, Schaf mit Ähre im Bronchus. Ibd. 1878, p. 125. Köner, Lungenblutsturz. Ibd. 1878, p. 91. Dint er, Pyothorax b. Pf. Sachs. Jhb. 1878, p. 86. Dinter, Roggenähre i. d. Kuhlunge. Ibd. 1878, p. 92. Textor, Empyem b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Roloff u. Schütz 1881, p. 92. Lasoh, Gefabren d. Ausspülung d. Lungenhöhle. MüucIhi. ärztl. Intellgbl. 1883, p. 40. B i o n d i e , Lungenexstirpation b. Tuberkulose. Cbl. f. Chir. 18W5, p. 95. Maas, Resektion d. Brustwand. Arch, f. kl. Chir. 1886, 2. H. Riegel, Punktion d. Plouraexsudate. Berl. kl. W. 1886, p. 890. Sehrwald, Perkutane Injektionen i. d. Lungen. D. Areh. f. kl. Med. 1880, p. 162. E r ä n t z e 1, Operative Behandl. d. Pleu-raexsud. V. Knngress f. innere Med. Wiesbad. 1886. Bunge, Resorption d. Luft b. Pneumothorax. Arch. f. Anat. u. Physiol. 1886, p. 184. Weil, Mitt. üb. Pneumothorax. Arch. f. klin. Med. 1886, Heft 1. Fräntzei, Operat. Behandl. d. Pleuritis. Berl. kl. W. 1836, p. 277. I m ra e r ra a n n , Punkt, od. operat. Behandl. pleurit. Exs. D. m. W. 1887, XIII. Sohin. Jhb. 1887, p. 30, I. E, Weil, Plötzl. Tod b. Pleuritis. Wien. m. W. 1887, No. 20. S i in m o n d , Behandl. d. eiterig. Brustfcllentz. D. m. W. 1887, No. 13, p. 257. Beräuek, Eiohlenzweig i. d. Lunge b. Ochsen. Oster. Vierteljztg. 1887, p. 197. Si odam grot z k y , Pneumothorax. Sachs. Ber. 1887, p. 21. We ill, Plötzl. Tod. b. Pleuritis. Schm. Jhrh. 1887, 1. H., p. 30. B o n o in e , Lungonbrand d. Staphylokokkns pyog. alb. I), m. W. 1886, p. 52. Cbl. f. m. Wiss. 1837, No. 23. Schreiber, Lokale Behandl. d. Krkb. d. Respiratorg. Ztsch. f. klin. Med. XIII, II. 24 u. Cbl. f. med. Wiss. 1888, No. 7. Guermoprcz, Pneumotomio. Sitz. d. Paris, med. Akad. 30. Aug. 1887. D. m. Ztg. 1887, No. 73, p. 830. Immer mann, Operat. Behandl. serös-eit. pleurit. Exsud. D. m. W, 1887, No. 9. Runc-berg, Operat. Behandl. d. Lungenkrankh. D. Areh. f. kl. Med. 1887, Heft 1, 2, p. 90. B a i 111 e , Anr. d, Atmung. D. m. Ztg. 1888, No. 11, p. 138.
Verletzungen der Lunge sind wegen der geschützten Lage dieser Organe ziemlich selten. (Ausgonoininen sind hier die Yer-letzungen durch Fremdkörper, die vom Magen her wandern.) Es gehören zu den liier zu hesprechenden Verletzungen perforierende Brust-wunden mit gleichzeitiger Verwundung der Lungen. Dabei kommen in Frage: Schusswunden der Lunge. Hertwig. führt folgende
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Clururgischo Krankheiton der Lunge. Vorlotzungen.
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Verwundung der Lunge durch eine Piatolenkugel an; Das Pferd wurde auf der linken Seite geschossen, stürzte sofort, sprang aber ängstlich wieder auf, atmete sehr kurz und zeigte einen reichlichen AusHuss von schäumendem Blute aus beiden Nasenlöchern. Das Pferd wurde geheilt und war noch einige Jahre dienstfähig. Bei der später erfolgten Sektion fand sich die damals eingedrungene Kugel in dem vorderen Ende der rechten Lunge in einer fast fingerdicken Kapsel. Ü b e r Stichverletzung der Lunge beim Pferde teilt George mit, dass durch eine Dunggabel zwischen der G. und 7. Rippe 28 Zoll tief eingestochen wurde, es erfolgte Blutung, pfeifendes und zischendes Atmen, die Umgebung der Wunde wurde emphysematös, der Puls schnell, das Atmen beschleunigt. Es trat Heilung ein in IG Tagen. Lungenv orletzung durch eine gebrochene Rippe, Einklcm-mung eines Stückes vorgefallener Lunge und Verwachsung letzterer mit der Umgebung berichtet Gui-lt. Ich kenne eine Anzahl von Lungen-Verletzungen namentlich auch bei Katzen, die durch Zimmorstutzon geschossen waren. Im allgemeinen sind alle diese Lungenverletzungen sehr gefährlich. Die angeführten Heilungen sind mehr als Ausnahmen zu nehmen. Am ehesten noch sind die Aussichten auf Erhaltung günstig, bei Schusswunden, welche durch kleines Kalibor erzeugt sind. Es ist hier eine Notiz von Krücke anzuführen: Geradezu lächerlich sind die leichten Heilungen jener Solbstmordknndidaten, welche sich mit den modernen Taschenrevolvorn in die Lunge statt in das Herz schiessen. In Leipzig wurden in einem Semester 23 solcher Fälle ins Krankenhaus gebracht und sämtliche in kurzer Zeit geheilt.quot; Die Aseptik des Geschosses lässt solche Heilungen zu, wenn aber, was bei Tieren regebuässig der Fall ist, die Kugel Haare abschlägt und selbige vor sich hertreibt und durch diese pathogene Mikroorganismen in die Wunde gelangen, so erfolgt gefährliche Erkrankung. Zur Diagnose der hier in Erage stehenden Lungenverletzung gehören a) die Erscheinungen der penetrierenden Brustwunden und b) noch dazu AusHuss von schaumigem Blute aus der Nase.
Prognose: Ich will hieher die Prognose über die Lungenver-lotzungcn des berühmtesten Arztes aller Zeiten setzen: Ilippokrates sagt in seiner bestimmten Weise: Wo schaumiges Blut ausgehustet wird, ist dies ein tätliches Zeichen.quot; Und ferner: Bei verletzter Lunge stirbt man, wenn der durch den Mund herausgehende Atem geringer ist als der, welcher durch die Wunde herausgebt.1'
Therapie: Es gilt hier dasselbe, was bei den penetrierenden Brustwunden angegeben ist: also ausgiebige Antiseptik, Entfernen des
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406nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Chirurgische Krankheiten der Lungo. Punktion.
etwa erreichbaren Fremdkörpers. Nähen der Wunde, Zurückdrängen vorgefallener Lungenteile oder Entfernung alter, mit der Umgebung festgewachsener Lungenpartioen. Dieselben werden etwas losgelöst und mit Catgut unterbunden, hierauf abgeschnitten, zurückgedrängt und nachher ein antiseptiscber Verband angelegt. Bei eintretender Pleuritis, die jetzt in der liegcl jauchig ist, empfiehlt sich die Punktion und Irrigation, eventuell die operative Behandlung wie die des Empyems (s. d.). Bayer rät so tief als möglich ein Drainrohr durchzuziehen und mittelst desselben die angesammelte Flüssigkeit zu entleeren und gleichzeitig die Pleura-höhle entsprechend zu desinfizieren.quot; Bobertag hatte ein 2jähriges Fohlen in Behandlung, welches über einen Haag aus gefloclitenen Knüppeln sprang und sich hiobei hinter dem Ellbogen derart verletzte, dass zwischen den Hippen ein 4 Zoll langes Lungenstück heraustrat. Nach zwei Tagen war dieses Stück stark angeschwollen, vertrocknet und mit der Umgebung derart verwachsen, dass es nicht mehr reponier-bar war. Bobertag schnitt es ab heftete die Wunde und hatte Heilung inncrhalbs 4 AVochen.
Punktion der Brusthöhle, Paracentese des Thorax, Th o racentesc. Wenn durch Ansammlung von Serum, Blut oder Eiter a) ein grosser Umfang der Dämpfung entsteht, welche b) abnorm lange bestehen bleibt und c) Gefahr für das Leben eintritt, so wird die Punktion vorgenommen. Zunächst wird eine Probepunktion
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emacht. Wenn eine solche aseptisch durchgeführt wird, ist sie absolut
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ungefährlich. Man kann mit einem feinen aseptischen Punktionstroikart die Lunge nach Belieben verletzen ohne zu schaden, man injiciert sogar Arzneien mit der Pravatz'schen Spritze (vgl. perkutane Injektionen in die Lunge). Wenn aber der Probetroikart zu lang, etwa fingerlang ist und, wie bei Pleuritis geschehen kann, das Herz von seiner normalen Lage verdrängt ist und vom Troikart getroffen wird, oder wenn ein grosses Grefäss, etwa die Kranzarterie angestochen wird, so kann der Tod in einigen Minuten eintreten. Es kann sein, dass die innere Mündung des Probotroikarts in die in der Brusthöhle angesammelte Flüssigkeit eindringt, und trotzdem nichts nach aussen abfliosst. In diesem Falle ist eine Flocke von Gerinsel eingetreten oder es hat der Exspirationsdruck auf die im Inneren angesammelte Flüssigkeit fast aufgehört. Flicsst aber das Exsudat in Tropfen ab, so ist der innere Druck auf dasselbe nur massig. Bei sehr hohem Exspirations-drucke entleert sich das Exsudat im Strahle. Je höher der Druck auf die Exsudatflüssigkeit in der Brusthöhle ist, um so vorteilhafter wirkt die Entleerung nach aussen auf das Atemgeschäft. Wenn einige Tropfen
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Chirnrgisolic Krankheiten dor Lunge. Paraoentese.
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Blut kommen, so ist die Lunge angestochen. Ist durch die Probe-punktion festgestellt, was und tinter welchem Drucke das Exsudat in der Brusthöhle ist, so wird uamentlicli, wenn ausser den genannten Indikationen noch hoher positiver Druck /ugegon ist, die P u n k t i o n ausgeführt. Als Troikart empfiehlt sich ein Instrument, hei dem das Stilet luftdicht zurückgezogen werden kann, mit doppeltem Ansatzrohr. Nach der Entfernung des Stilets ist mit einer luftdichten Spritze anzusaugen oder der Aspirationsapparat von Dioulafoy anzuwenden. Fig. (i5 und UG.
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Ergiebt sich hei der Ansaugung rein blutiges Exsudat, so wird dasselbe nicht weiter entfernt, weil Nachblutung im Innern erfolgt.
Die Punktionsstelle ist beim Pferde rechts unten an der Brustwand, am vorderen Rande der G., 7. oder 8. Rippe wo sich dieselbe mit dem
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Rippenknorpel verbindet oder
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Fig, 00,
l'roikiift mit (loi)|K'ltem Ans.'itzrolu- und Versclilnssliahn.
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handbreit höher über der Sporlaquo; ader. Die Wunde wird senkrecht auf die Brustwand gemacht. Das abfliessendo Exsudat wird unter Wasser aufgefangen, damit keine Luft zurück kann. Der Ausfluss darf nur langsam erfolgen, weil sonst Gefahr wegen ohninachtiihnlichen Zufällen, Ciiok eintreten kann. Die Punktion ist schon ausseiordentlich viel an Pferden gemacht worden, namentlich in den 50 er Jahren dieses Jahrhunderts, Ich will einige Angaben aus jener Zeit anführen: IFolmes entleerte auf einmal 155 Pfund Massigkeit aus der Brusthöhle eines Pferdes und auf 9 mal troikarieren 440 Pfund im ganzen. Das Tier starb nach (5 Wochen. Barlow entnahm auf das erstemal 80 Pfund, nach :5 Tagen 22*12 Pfund, nach 8 Tagen 25 Pfund. Das Pferd starb. An der Dresdner Klinik wurde 1859 die Punktion 3mal ausgeführt und alle drei Patienten starben. Saint-Cyr hatte von 12 Pferden, die er punktierte, 11 tote. Hering von 3, 2 tote. An der Wiener Klinik starben von 10 punktierten Pferde 8. Ahnliche Resultate! sind noch mehrfach zu finden. (Vergl. a. Litt, in Hering Operationsielire H AuH.) Auffallend ist jedenfalls, dass die Verluste von 75PK) Prozent damals schon schwankten. Man hat die Operation durch jene ungünstigen Erfolge teils als gefährlich mindestens als wertlos für den Verlauf der Krankheit angesehen. Geschadet wird durch die Operation, wenn durch nicht reinen Troikart.
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408nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Chirurgische Krankheiten ilor Lunge. Operative Behandlung.
das Exsudat, in dor Brusthöhle infiziert und eiterig gemacht wird; vergeblich ist die Operation, wenn der allgemeine Zustand schon derart schlecht ist, dass Hilfe überhaupt unmöglich sein kann. Ich habe schon eine ziemliche Anzahl von Plcuresion punktiert und glaube mit zufriedenstellendem Erfolge. Um sicher zu sein, dass ich aseptisch einsteche, wird an der rasierten und desinfiziorton Hautstelle, an der ich einstechen will noch mit dem Glüheisen ein kleiner Punkt gebrannt und durch den Schorf gehe ich sofort mit dem Troikart (ohne vorher in die Haut einzuschneiden) bohrend ein und nach dorn Abflüsse und der Entfernung des Troikarts, vorschiebe ich die Hautwunde und verschorfe den Strich-
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Flg, tu, Irrigation tier Brusthöhlo boim rtentc. Einflusa fuitisoptieclier envüimter Kliissiykcit unter massigem Uruckc.
kanal wieder mit dem Gliihoison. Hering giobt aus der dän. Zeitschrift 185G IV. ;i09 an: dass die Punktion bei Hunden häufiger günstig wirke, als bei Pferden, Ich besitze keine vervollständigenden Angaben hierüber, ebenso habe ich bislang keine eigenen Erfahrungen über Paracentcsc der Ernst beim Hunde sammeln können; dass bei hochgradigen Plenresion und anderen Exsudationen die Punktion angezeigt ist, ergiebt sich auch aus einer Arbeit, Weils: Über plötzlichen Tod bei Pleuresie. Er sagt: Plötzlicher Tod bei Plcuresie entsteht 1) durch Thrombosen und Embolien des Herzens und der Arteria pul-monalis. 2) Odem in dem bisher nicht erkrankten Teile der Lunge. 8) Durch Erkrankungen dos Herzgeflechtes. Es ist unentschieden, ob der plötzlich eintretende Tod, der auch bei anscheinend gutem Befinden erfolgen kann, infolge funktioneller Störungen und schweren Ohnmächten eintritt, oder wenn mechanische Momente: Verdrängung des Herzens, Torsion
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Chirurgisolio Krankheiten tier Lunge. Operative Uehandlung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;409
grosser Gefässe, Knickung solcher, oder wahrscheinlich Kapillarembolien im Gehirn, erfolgen. Bekannt ist, class namentlich auch Bewegung und Anstrengungen bei hochgradigen Pleurcsion gefahrlich sind. Gregen diese Zufälle ist aber die Therapie ziemlich ohnmächtig und als hervorragendstes ihr gegenwärtig zur Yerfügung stehendes Mittel ist die Thoracocentese zu nennen.
Die operative Behandlung eiteriger, pleu ritisch er Exsudate: Wenn in der Brusthöhle das pleuritische Exsudat eiterig oder
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Flg. (IS. Abfluss dttt'Oll oin Qummil'ohl' untet Wasser.
jauchig geworden ist, so liefert die Punktion traurige Resultate, der Patient ist trotzdem verloren. Nur in solchen seltenen Fällen in denen die Brustwand usuiiert und der giftige Inhalt sich spontan und dauernd entleert, ist Aussicht auf Heilung vorhanden. Eine solche Spontanentleerung, wie sie ab und zu beim Menschen vorkommt, tritt aber bei Haustieren gar nicht oder doch so selten ein dass icli bis jetzt noch nichts davon gehört habe. In allen solchen Fällen, in denen durch das eiterig, jauchige Exsudat Lebensgefahr besteht, ist zur Bettung nur vorhanden: a) die Ausspülung der Bru s thöhle mit antiseptischen Mitteln und b) die S c h ni tt opor a tion. Ersteres habe ich mehrmals ausgeführt und bin folgendormassen verfahren : Nachdem
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410 Ciiirurgisclie Krankheiten dor Lungo. Operative Behandlung.
duroh Punktion die Brusthöhle langsam und mit Unterbrechungen möglichst entleert ist, wird in das Schlanchende, aus welchem das Exsudat seitdem abfloss, eine Kanüle eingesteckt, welche das Austiussrohr eines Irrigators bildet. Letzterer ist mit Va 0/o iger Kochsalzlösung von 38 bis 3!l0 Temperatur gefüllt und durch einfaches Hochheben fliesst diese Lösung in die Brusthöhle ein, die nachher wieder nach aussen abttiessen kann, sobald das Rohr gesenkt wird und eventuell mit einer Spritze aspiriert wurde, Fig. 67 und G8. Sublimatlösung 1 ; 5000 und Carbol-lösung 0,ö prozentig, auch Salicyl- und Thymolwasser habe ich ebenfalls schon in der genannten Temperatur verwendet. Wegen der Giftwirkung einzelner Antiseptika und der grossen Absorptionsfähigkeit der Pleura ist die quot;Wahl des Mittels von besonderer Bedeutung.
Diese Irrigation muss mehrmals ausgeführt werden. Es soll nach derselben das Fieber sinken und das Tier sich wohler befinden. Sobald wieder die alten schlimmen Erscheinungen auftreten, muss Wiederholung der Punktion mit nachfolgender Irrigation eintreten.
In der Menschenheilkundc ist zur Irrigation noch permanente Drainage der Brusthöhle über die Krankheitsdauer gemacht worden. Ich habe dieselbe ebenfalls durchgeführt. Ein aseptischer Guimnischlauch an einer Seite gelöchert, wurde durch die Kanüle in die Brustwand ca. 10 Cmtr. lang eingeschoben und sodann die Kanüle entfernt, so dass der Schlauch in der Wunde luftdicht fest sass, welche mit Jodoformcollodium noch verstrichen wurde. Das äussere Schlauchende wurde ca. lh m. lang nach abwärts gegen die Medianlinie der Brust angedrückt und mit aseptischem Verbände festgehalten. Aliein das Tier zerstörte durch Unruhe die Anlage und der gewünschte Erfolg blieb aus. Ferner ist noch anzuführen: Die in der Menschcilkunde mit vielfachem Erfolg vorgenommene operative Behandlung dos Ernpyems. Diese Operation ist angezeigt, wenn sehr hohes Fieber vorhanden und das Exsudat gross ist, wenn sich ferner dasselbe durch die Probepunktion als eiterig oder jauchig erweist. In diesen Fällen reicht auch vielfach die Irrigation nicht aus und man hat nun ein Stück Kippe reserciert, die Brusthöhle ausgewaschen, verbunden und Heilung erzielt. Diese Operation ist gegenwärtig in der Menschenheilkunde nicht selten und sie ist sehr ausgebildet, namentlich auch dadurch, dass durch Wasserein-fluss ein Lungencollaps vermieden wird. Immelmann hatte schon 187G allein 75 operative Eingriffe gegen eiterig pleuritische Exsudate am Menschen ausgeführt. Allein ich glaube nicht, dass diese Operation gegenwärtig schon für die Tierheilkunde geeignet ist, weil der Eingriff sehr schwer ist, weil die Antiseptik ausserordentlich schwierig
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Chirurgische Krankheiten der Lunge. Injektionen.
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durchzutuhren ist. Sodann ist die Zeit der Heilung eine sehr lange, unter Umständen eine nach Monaten dauernde. Anzufügen ist noch, dassGuer-monprez beim Menschen die Brustwand mit dem Thermokauter eröffnete, mit dem Glüheisen G 7 cm. in das Lungengewebe eindrang, mit dem Finger die dort gemachten und vorhandenen Höhlen (15 grössere und kleinere Abscesshöhlen) untersuchte, dieselben mit Injektionen von Eucalyptusöl behandelte und Heilung erzielte. Ja es sind nicht nur Resektionen grosser Teile der Brustwand vorgenommen worden, sondern es ist bei Versuchstieren mehrfach nach Eröffnung der Brusthöhle ein grosser Teil der Lungen, sogar bis zur Hälfte exstirpiert und nachherige Heilung erzielt worden.
Dieser direkten Behandlung der Lungen ist noch die schon erwähnte perkutan e Injektion in die Lunge anzufügen. Durch Bonome ist nachgewiesen, dass Lungenbrand beim Menschen fast nur durch Staphylokokkus pyogenes aureus erzeugt wird und zwar haben nach Ihm die Brandherde 4 Zonen: a) die Mitte, das Zentrum ist die nokrotische Zone mit zerfallenden Loukocythen und Mikroorganismen. Ringsum diese Zone ist b) die Granulationazone, die wesentlich aus Leukocytben besteht. Um diese kommt c) eine hiimorrha-gische, und d) die iiusserste mit einer katarrhalischen Pneu-monie. Übler Geruch ist nur vorhanden, wenn diese Herde mit der Luft in Berührung kommen. Bei Haustieren kommen jedenfalls noch eine Anzahl von anderen Mikroorganismen, die ähnlich wirken, in Frage: Ich erinnere nur an die Infektionskrankheiten: Rotz, Druse und Influenza. Es ist nun vorgeschlagen in diese Herde, direkt durch die Brustwand, mit der Pravatz'schen Spritze antiseptischc Flüssigkeiten einzuspritzen, um dadurch die Kokken zu töten. Allein selbst wenn man imstande wäre eine solch kloine zur Injektion geeignete Caverne von aussei! festzustellen, so ist doch der Sitz der Tiefe derselben nicht so genau zu bestimmen, dass man wissen könnte, ob die Flüssigkeit in das Zentrum des Brandherdes gelangt oder in eine andere Zone oder in ein gesundes Gewebe. Sodann entsteht in dem Stichkanal eine kapillare Blutung, welche zur Ansiedlung weiterer Kokken Gelegenheit giebt. Bayer hält dafür, dass solche kleine Verletzungen der Lunge bei Lungenentzündung sehr wohlthätig wirken, weil sich von den Einstichstellen aus die Lösung sehr rasch verbreitet.
Fremdkörper in der Lunge. Müller teilt mit: Ein Pferd zeigte die Erscheinungen einer Pneumonic, hatte aber auffallenden, quälenden Husten. Bei der Untersuchung mit dem Maulgatter fand sich am Zungengrund ein starker harter Strohhalm, derselbe konnte
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412nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Chirurgische Krankheiten des Herzens und Herzbeutels.
unter Sträuben und linsten des Thieres hervorgezogen werden. Es war ein 41/2 Fuss langer Koggenhalm, dessen Ähre in der Lunge war, dieselbe war voll blutigen Schleims. Beranek fand in der Lunge eines Ochsen einen 10 cm. langen Fichtenzweig. Diäter in der Lunge einer Kuh eine 8 cm. lange Roggenähre mit 3 cm. langem Strohstiel, dieselbe war tief in das Lungengewehe versenkt und hatte ringsum blutige Entzündung erzeugt. Riedel fand eine Ähre im Bronchus einer Schaflunge und Ilolzendorff eine Gerstenähre im Bronchus eines Ferkels. Sämtliche dieser genannten Tiere gingen zu Grunde mit Ausnahme des Pferdes, bei dem die Ähre nocii hervorgeholt werden konnte. Andere Lungenvcrletzungon, die von abgeschluckten Gegenstände herrühren, sind in einem besonderem Abschnitt besprochen.
Chirurgische Krankheiten des Herzens und Herzbeutels.
Allgemeines.
L a g o u n d Verhältnis m ä s s i g e Grosso des Herzens sind hei unseren Haustieren verschieden. Tiere, die sehr viel und rasch gehen, grosso Anstrengungen haben, besitzen ein grösseres Herz als andere. Dies gilt, für die Kassen und die Individuen. Oortel hat über die Grosse des Herzens im Verhältnis zum Körpergewicht folgendes aufgestellt: Mann 1 : 170 Weib 1 : 183 Schwein 1 : 220 Rind 1 : 193 Schaf 1 : 163 Pferd 1 : 147 Hase 1 : 132 Reh 1 : 86, Beim erwachsenen Pferde kommen normale Herzgewichte von 4 14 Pfund vor. Rennpferde haben in der Regel hypertrophisches Herz. Die Lage des Herzens ist bei sämtlichen Haustieren dieselbe, von der 13 6 Kippe, beim Pferde kommt der linke Ventrikel direkt an die Brustwand zu liegen. (Mit Zwischenhige von Herzbeutel), Bei den anderen Tieren ist aber noch eine Lage Lunge dazwischen. Es ist deshalb der Horzstoss besonders beim Pferde noch am deutlichsten und zwar in der Gegend der 3. Kippe fühlbar. Beim Kind ist derselbe normal nicht fühlbar, in der Kegel auch dann noch nicht, wenn die Tiere bewegt wurden, selbst bei Herzentzündung kann der Herzschlag unfühlbar sein aber er wird beim Rinde fühlbar; hei grosser Schwäche, bei sehr abgemagerten Tieren, bei Herzverletzung durch Eisen oder nach grossem Aderlass, nacli heftigen Purganzen und bei nahendem Tode. (Ziller. Wahrnehmung, am Rinde 1831.) Wird mit dem Sygmograph der Herzstoss und die Pulakurven festgestellt, so bekommt man folgernde Erscheinungen, für die die nebenstehenden Termini technici eingeführt sind:
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Chirurgische Krankheiten des Herzens und Herzbeutels. Allgemeines. 413 bnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;h
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a Accessinnslinie.
b tUapponsohlusselovatlon.
c KückstoBst'levation. / d Klaslizitätselevation.
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mg. 69, Die IIoi'ztöne sind :
1) Uoi depSystolo dw Von-
trikol: dumpf, gedehnt, entstehen durch Spannung und Schwingung der Atrioventrlkularklappen.
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2) 13 o i d o r D i n s t o 1 c (1 e r V o n -
trik cl: sind sie heller, kürzer, scharf, absetzt, klappend, sie entstehen hier durch SchlussderSemllunarklappen.
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Zwischen Herzton 1 und 2 ist eine kleinere Pause, als zwischen 2 und 1. Der Rhytmus ist jambisch. Die Neben- oder Herzgeräuscho sind: 1) en do card ial: dieselben sind, wenn normal vorhanden, sehr gering, kaum zu hören, abnorm durch organische Fehler erzeugt, können sie sehr bedeutend werden. Geräusche bei dem systolischen Herzton sind summend, blasend und deuten auf Insuffizienz der Atrioventrlkularklappen. Geräusche bei dem di as toi Ischen Herz-ton sind rauschend und schwirrend und deuten auf Stenose des Aorten-und Pulmonalostiums. 2) Pericardi a 1 o H e r z g e r ä u s c h o sind Reibegeräusche, Plätschern. Es ist noch des gespaltenen Herztones zu gedenken, derselbe entsteht durch ungleichen Schluss der Semilunarklappen der Aorta und Pulmonalis. Jede Verstärkung der Herzaktion, die durch Überdruck im linken Ventrikel vermehrt wird, oder auch jede Verminderung der Herzkraft kann die Spaltung hervorrufen. Hauptsächlich ist der erste Herzton gespalten. Der Vorschlag, der gehört wird, ist verursacht durch den Schluss der Aortenklappen, der zweite durch die Piilmonalklappen. - Als Nonnengo rausche werden Nebengeräusche bezeichnet die in der Vena jugularls interna vorkommen können, sie entstehen hauptsächlich einseitig und bei jugendlichen Tieren, wenn der Kopf und Hals nach der entgegengesetzten Seite abgebogen wird. - Schon Dionys hat mitgeteilt, dass sich das Herz wie eine Schraube zusammenzieht. Aus-giessungen der Ventrikel mit erstarrender Masse beweisen dies. Das Blut wird somit wie ein Geschoss aus gezogenem Laufe mit Drall in drehender Bewegung oder wie Wasser aus einer Turbine hervorgepresst. Für die Mechanik der Herzverletzung ist diese drehende Bewegung von Bedeutung,
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414nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bildungsfehler am Herz.
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ßildungsfelikr am Herz.
Littcratur: Agrau Id, Ektopie d. Herzens b. Kalb, Hec. 1858, p. G98. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1856, p, 15. Gam gee, Passelbe. The Vet. 1850, p. 627. Ibd. 185C, p. 15. Wiedemann, Herzdislokation b. Rinde. W, 18GG, p. 1C5. Züricher Klinik, Offenbleiben d. ovalen Loches, Schweiz. Arch. f. Tzte. 1860, p. 234. Jo line, Congenitaler Defekt a. d. Herzscheidewand. Sachs. Jhb. 1881, p, 77. E i s cn b 1 ä 11 or , Foramen anormale im Septum, lierl. Arch. 1885, p. 294.
Herzdislokation ist mehrfach und bei sämtlichen angeführten Füllen beim Kiilbe beobachtet worden. Agrauld beobachtete 45 Zoll vor dem Brustbein (gegen den Hals) eine gvosse Geschwulst. Es war in derselben solir grosse Pulsation und deutliches Herzgeräusch. Auf leichten Druck wurde etwas Husten erzeugt. Das Tier wurde getötet und man fand dortselbst das Herz mit dem Herzbeutel nur von der allgemeinen Decke bedeckt. Gamgeo : Das Herz eines Kalbes hing vorn unter dem Brustbein. Seine Oberfläche war schleimhautähnlich. Die behaarte Haut hörte dicht am Herzrande auf. Das Tier starb nach 25 Stunden. Der schleimhautähnliche Überzug zeigte sich bei der Sektion als die eigentliche allgemeine Decke, war aber ohne Haare. #9632; Hering hat zwei ähnliche Fälle 1849 und 1855 boschrieben. quot;Wiedemann : Nach der Geburt eines Kalbes fand man an diesem eine bedeutende Geschwulst unter dem Ohre, in welcher zuckende Bewegungenquot; waren. Der Besitzer und der Hirt glaubten es sei dortselbst ein lebendiges Tierchenquot; eingeschlossen. Der Hirt schlug mit dem Aderlasseison ein, es kam aber nichts heraus, sondern die Bewegungen wurden stärker, bis kurz darauf der Tod eintrat. W. secierte und fand dort oben das sonst gut gebildete Herz gelagert, nur von der Haut bedeckt. Die Basis war nach abwärts gerichtet, die Gefässe waren sehr verlängert, das Brustbein fehlte, die vorderste Hippe war die längste. Defekt in der Scheidewand, Offenbleiben des ovalen Loches bei einem einjährigen Fohlen ist von der Züricher Klinik beschrieben. Bei der Bewegung wurde der Herzschlag sehr stark und unregelmiissig, die Respiration angestrengt, das Hinterteil schwankte, bei der Auskultation hörte man abnorme Herzgeräusche. Johne teilt einen Fall mit vom Rinde: dasselbe hatte einen Defekt an der Scheidewand und den Semilunarklappen. Das Tier hatte wonig Appetit, hustete, hatte beschleunigtes Atmen, Pulsaufregung beim Gehen, bald eintretende Steifigkcit in den Gliedern, es schwankte und fiel schliesslich nieder. Diese Erscheinungen waren namentlich nach dem Kalben aufgetreten.
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Ilerzliyperlrophic und Atropliiu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 415
Herzliypertrophle und Atrophie.
Littoratun Th i e r n o s s e , Hcrzhypertrophie b. einer mccklbg. Stutc. Journ. veti'T. Belg. 1842, p. 185. Ber. üb. Leist. i. Gob. d. Thk. 1842, p. 18. Straub, Herzbypertrophie b. Pf. Repertor. 1850, ]gt;. 102. 1gt; em oster. Dasselbe b, Pf. Aunales de liruxelles 1852. II a h n , Dasselbe b. Pf, Ad. WooHsohr, 1857, p. 77. Stephonson, Dasselbe b. Pf. The Vet. 1861, p. 135. Hid. 18G1, p. 16. I) y e r , Dasselbe b. Pf. Ibd. S ch m e 1 z , Atrophie d. Herzens. Rep. 1800, p. 112. Gurlt, Herzbypei-trophie b. Hund. Gurlt u. Ilertwig 1862, p. 286. Gurlt, Dasselbe b. Pf. Gurlt U. Hartwig 1862, p. 266. T h U m m 1 e r , Dasselbe b. Pf. Sachs. Jhb. 1866. K ii h I e r , Dasselbe. Sachs. Jhb. 1867, p. 92. Kühne, Dasselbe. Magaz. 1870, p. 88. Wiwart, Dasselbe. Heeuoil de mod. vet. 1879. 9 Kilo schweres Herz b. Pf. Arch. f. Thk. 1880, Heft 5G, p. 375. An n acker, Hypertrophie u. Dilatation d. II. b. Pf. Perl. Arch. 1880, p. 283. Sicdam-grotzky, Hypertrophie u. Verfettung. Sachs. Jhb. 1887, p. 20. Ger-lach, Gerichtl. Thk. Friedborger, Froh nor, Pathol. u. Th.
H e rzhy pertr opliie ist Vorgi-össerung des Herzens durch Zunahme der Hei'zmushulatur. Es giclit noch c\no. Vergrösserung durch Erweiterung der Kammern, Dilatation. Die Hypertrophie ist eine allgemeine, gleichmässige, oder bestellt nur In der Zunahme einzelner Partieen. Es ist von Stephensohn angegeben, dass er ein Pferdeherz wog, das 32 Pfund hatte. Herran (Friodberger) eines vom Ochsen mit tUi Pfund. Sohirlitz eines vom Kind 47 '/s Pfund schwer.
Mit der Hypertrophie ist in der Regel Dilatation verbunden. Noch schlimmer ist es, wenn Atrophie und Dilatation vergesellschaftet ist. Schmelz beschreibt einen solchen Fall beim Rinde, das Tier war unter den Erscheinungen grosser Schwäche verendet. 15ei der Sektion fand sich die rechte Kammerwand so dünn, dass man den Finger durchschimmern sah, von den dreizipfligen Klappen war gar nichts vorhanden. Der rechte Vorhof war kaum Vi so gross als der linke. Krankhafte Erscheinungen treten auf infolge der Hypertrophie mit gleichzeitiger Verfettung der Muskulatur und dadurch Mangelhaftigkeit in der Druckkraft, hauptsächlich aber durch Dilatation, weil dadurch die Klappen nicht mehr vollständig schlicsson.
Aetiologie: 1) Überanstrengung. Diese bedingt nach Leyden a) Sklerose der Aorta, Aneurysma, Artcriosklerose. b) Insuffizienz und Ruptur der Klappen. 2) Strömungshindernisse des Blutes geben Anlass zur Hypertrophie nnd Dilatation. 3) Klappenfehler. 4) Lungen-krankheiten , sowohl akute entzündliche, mit Exsudatbildungen und Verwachsungen zwischen Herz und Herzbeutel oder fettiger Entartung des Herzmuskels. Chronische Prozesse: Emphysem. 5) Auch
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41Gnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ilerzhypertrophio und Atrophie.
andere ehronische Prozesse mit Zirkulationshiiidei'nisson in den Nieren odor Leber können Herzhypertropliio und ovcntuoil Dilatation bedingen.
Klinisches Bild: Die in der tierärztlichen Littemtur beschriebenen Fälle sind meist sehr ausgebildete hochgradige. Gurlt teilt mit: Ein 4jähriges Pferd bekam l/ä Jahr nach üherstandener Influenza Herzhypertrophie. Es magerte ab, wurde träge, dor Herzschlag derart gross, dass bei dem Tiere der ganze Körper miterschüttert wurde und Ohr und Seh weit' deutlich mit jedem Herzschlag bewogt wurde. Thier-nesse beobachtete bei einem Pferd, dessen Herz bei nachhoriger Sektion 4,75 kl. wog, dass es sehr abmagerte trotz guten Appetits und Verdauung, und dass es trockenes, glanzloses Haar besass, einen dnmmon Plick, Mattigkeit und Ödeme an den Extremitäten und der Unterbrust bekam. Der Herzschlag war prall, der Venenpuls hochgradig. Dyer beobachtete Verminderung der Pulszahl bis auf 24 in der Minute. Das Pferd bekam Anfälle und schwankte beim Gehen. Ein von Stephcnson beobachtetes Pferd, welches ein 32 Pfund schweres Herz besass, war unfähig zur Arbeit, hatte 100 Pulse und mussto getötet werden. Köhler sah bei einem Pferde infolge Hypertrophie und Dilatation Erscheinungen wie bei dmninkollorigen Pferden, später Paroxysincn, Taumeln, Schütteln, sehr heftiges Atmen, Zittern, Umfallen. Die Anfälle waren nach 12 Minuten vorüber. Durch jede Anstrengung oder Angst konnte ein solcher Anfall erzeugt werden. Der.Herzschlag war so laut, dass er vor dem Stalle gehört werden konnte. Das Tier wurde getötet. Schir-litz hatte beim Kinde Aufblähen, Abmagerung und grosso Odembildung an der Ernst beobachtet. Gurlt sah beim Hunde sehr beschleunigten Herzschlag, periodisch kurzen, trockenen Husten und endlich Tod durch Hinfälligkeit.
Werden die Erscheinungen zusammengofasst, so können zwei Stadien unterschieden werden : a) Das der Hypertrophie mit frühzeitigem Ermüden, bald Ausseratemkommen bei der Arbeit mit rascher Erholung nach kurzer Hast. Veränderung und Unregelniässigkeit des Pulses, ab und zu dysponisohe Anfälle. Die Herztöne sind bell, kräftig, die Herz-dänipfung vergrössort. Manchmal grosso Unrcgclmässigkoit und Raschheit des Herzschlages = Delirium cord is. b) Im zweiten Stadium, dem der Dilatation, wird der Patient sehr leidend. Die Auskultation und Perkussion lässt die krankhaften Erscheinungen deutlich erkennen: grössere Dämpfung, pochender Stoss, die Herztöne folgen sich rasch mit Nebengeräuschen oft unregehnässig. Es kommt zu Störungen im Kreisläufe und der Atmung, Kurzatmigkeit, Dyspnoo, vollständigen ohn-
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Herzklappenfehler.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;417
mächtigen Anlallen mit Umsinken, grosser Hinfälligkeit, Dispepsie im Magen und Diirmo, Abmagerung und nicht selten Diarrhöe.
Prognose: Im ersten Stadium nicht gerade ungünstig, da bei passender Behandlung Besserung eintritt. Im zweiten Stadium ungünstig.
Therapie: Vermeidung aller heftigen Anstrengungen. Diät, llegelmässige goringgradige Anstrengung. Passive Massage. Innerlich: Digitalis, oft mit Salzsäure, Strophantustinktur, Squillft, Coffein, Mrgotin, Chloral, Wein, Kampfer, Alkohol.
Herzklappenfehler.
Litteratun Bagge, Klappenfehler b, Pferde u, Hunde. Dan. 1857, p, 303. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1857, p. 15. A nge n h e i s t e r , Herzklappen-fehler b. Pf. Gurlt n. Hertwig 1870, p, 104. Moder, Herzklappenfehler b. Ochsen. Mitt. a, d. tztl. Pr. 1874, p. 1859. Coen, Vaskularisation d, Herzklappen. Cbl. f. klin. Med. 1887, p. 33. Hingst, Klappenfehler im Herzen eines Pf, Sachs. Jhb. 1885, p, 205. Lustig, Zerreissung von einer ganzen Serie von Sehnenfiiden im Bereich der Mitralkluppen b. Pf. Hann. Jhb. 1884/1885, p. 70.
Für die Disposition zur Erkrankung ist die Anatomie und die physiologische Thätigkeit von hoher Bedeutung. Es mag für die Entstehung der Klappenfehler nicht unwesentlich sein, dass von Coen unter Waldeyers Leitung festgestellt wurde, dass die Seiuilunarklappen keine Gefässo besitzen, dass aber die Mitralis und Tricuspidalis etwa in der Hcälfte ihrer Länge von Capillarcn durchzogen sind. Ein von Lustig mitgeteilter Fall ist sehr instruktiv: Das Pferd war vor 5 Wochen nach Angabo des Besitzers plötzlich erkrankt und hatte sich seitdem nicht erholen können. Stat. präs. Alle Symptome chronischer fieberloser Herzerkrankung: 90 Pulse, aussetzend, irregulär, inäqual, jedoch nicht klein, die Arterie ziemlich voll. Oft fühlte man 24 Pulse in gleichen Zwischenzeiten einander folgen, die, obgleich viel frequenter als normal, doch vollständig regulär waren, dann trat häutig ein Aussetzen von 1 auch wohl 2 oder 3 Pulsen ein bis plötzlich 57 Pulse so rasch hinter einander folgten, dass man sie kaum zählen konnte. An beiden Ju-gularvenen war eine starke Pulsation zu sehen und zu fühlen. Der Herzstoss war sehr kräftig, stark pochend, nicht nur an der linken, sondern auch an der rechten in abnorm grossem Umfange fühlbar. Beide Herztöne konnte man nicht von einander unterscheiden, sondern man hörte an deren Stelle ein sogenanntes Blasebalggeränsch, dann, wenn die 5 7 einander sehr rasch folgenden llorzkontraktionen eintraten, nahm das Geräusch mehr den Charakter des Schwirrcns an und
II of t'innnn , Tiei'iu'/.f.liclie Chtrurgio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 27
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418nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Herzklappenfohler.
man konnte beim Auflegen der flachen Hand an der betreffenden Stelle der Brustwand einen Fremitus fühlen. Temp. 38,8. Im Laufe der nächsten 4 Wochen traten abnorme Erweiterungen der äusseren sichtbaren Hautvenen auf, umfangreiche Ödeme an der Brust, Bauch und Extremitäten. Im Bereiche der Gesässmnskeln machten sich pulsierende Erhebungen bcmerklich. Durch geringe Erregungen des Tieres trat oft eine Steigerung der Pulsfrequenz von von 84 auf 100 und 115 per Minute ein. Zehn Wochen nach Beginn des Leidens wurde der Patient des Morgens tot im Stalle gefunden. Sektion: Insuffizienz sämtlichel Klappen mit Ausnahme derjenigen der Pulmonalis. Ein Verschluss durch die Klappen war unmöglich. Die klinischen Erscheinungen treten nicht in allen Fällen so vollkommen auf, wie sie sich aus der eben geschilderten Lustig'schen Beobachtung ergeben. Angenheister fand bei einem 16 jährigen Pferde, das seit ca. 4 Wochen Trägheit und rascheres Atmen zeigte, im Stande der Ruhe nichts Auffallendes, der Puls weich, der Herzschlag nicht fühlbar, die Herztöne undeutlich, kein Husten, starke Füllung der Jugularen. Bei der Bewegung wurde das Pferd-ängstlich, zuweilen trat Stöhnen auf. Nach einer Minute Trab war der Puls von 45 auf 70 gestiegen, die Atmung war grossartig beschleunigt, das Blut wurde dunkel. Nach einigen Tagen fiel das Pferd um und blieb liegen. Bei der Sektion fanden sich sowohl Mitralis wie Tricuspidalis verkleinert, verdickt, unmöglich den Verschluss zwischen den beiden Kammern bilden zu können. Beim Ochsen fand Meder seit 68 Wochen zunehmende Schwäche, Abmagerung, Kurzatmigkeit, Zähneknirschen, Zuckungen mit den Extremitäten und Tod. Bei Hunden sind Klappenfehler so häufig, dass sogar die meisten alten Tiere damit behaftet sind.
Klinisches Bild: In der Regel unbemerkter Anfang und allmähliche Zunahme. In Einzelfällen sollen die Selmenladen durch über-grosso Anstrengung reissen, somit die Krankheitsorscheinungen plötzlich eintreten können. Der Puls ist in Qualität und Quantität verändert, rasch, unregelmässig aussetzend und in der Stärke ungleich. Stauungen in die Venen, besonders in die Jugularis, später auch pralle Anfüllung und Hervortreten der übrigen Hautvenen, Der Hcrzstoss ist in der Regel beiderseits fühlbar pochend, doch kommen ausnahmsweise Zustände vor, in denen der Hcrzstoss vollständig imfühlbar wird. Die Herztöne sind unrein, gespalten, oder in eins verschwommen. Es treten abnorme Geräusche auf, metallischer Klang, Schwirren. Diese schwirrenden Bewegungen können mancliiiial an der Brustwand gefühlt werden. Fremitus. Manchmal kommt heftiges laut hörbares
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Spontane Horzruptur.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;419
Herzklopfen. Ausgedehnte Zirkulationsstörungen, passive Gehirnhyperämie oder auch Anämie. Atmungstörungen, oft schon in der Ruhe beschleunigte und hochgradige Steigerung bei geringer Bewegung, sogar Dyspnoe (sog. cordiale Dämpfigkeit). Es treten im weiteren Verlaufe Störungen im Verdauungsapparate auf, ebenso chronischer Darm-katarrh, Stauungsleber, Eiweissharnen mit wassersüchtigen Zuständen.
Prognose: Ziemlich ungünstig, da in der Regel das Leiden zunimmt. Nur im Anfangsstadium ist es möglich eine Besserung zu erzielen.
Therapie: Es kommen kräftigende und anregende Mittel, sowie solche, die spezifisch auf das Herz wirken, in Anwendung, wie sie bei der Hypertrophie und Dilatation genannt sind.
Spontane Herzruptm*.
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Über die Spontanruptur dos Herzens ist im allgemeinen von Meyer, Heinike, Schütz u. a. folgendes festgestellt; Erst seit Harvey
ist die spontane Herzruptur bekannt. Die Kasuistik ist erst in diesem Jahrhundert reich geworden. Die älteren Autoren glaubten, dass grosso Drucksteigerung, physische Aufregung oder Arterienstenose ein auch sonst gesundes Herz zum Zerroissen bringen könne. Dies wird jedoch von den heutigen Path. Anatomen bestritten und Schütz sagt kurzweg:
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ein gesundes Herz zerreisst nicht.quot; Es muss das Hevzrteisch pathologisch verändert sein. Die häufigste veranlassende Ursache ist Fettherz und Myocarditis. Die letzte Ursache der Ruptur ist in der Kranzarterie zu suchen. Dortselbst bedingt eine Sklerose oder Thrombose, dass ein Teil Herzmuskulatur soldecht oder nicht ernährt wird, an dieser Stelle tritt Verfettung und Erweichung ein und ider erfolgt die Zerreissung allmählich oder plötzlich. Auch fibröse Entartung des Myocards, die Hei'zschwiolo ist ursächlich. Meist roisst (beim Menschen) der linke Ventrikel und der Riss ist dann entweder klein , kaum mit der Sonde passierbar, oder er reicht von der Basis bis zur Spitze. Nach der Ruptur tritt solange Blut in den Herzbeutel bis der Druck aussei! und innen gleiclnnässig ist und damit sind die Bewegungen des Herzens unmöglich geworden, es erfolgt Kompression des Herzmukels, Gehirnanämie, nervöse Störungen und Tod. Die mitverbundenen Erscheinungen sind; Angst, Schmerz in der Herzgegend, Atemnot (beim Menschen das Gefühl des Zerrcisscns in der Brusthöhle). Wenn die Zerreissung langsam vor sich geht, oft erst in einer Woche vollständig wird, so tritt mit jeder neuen quot;Woiterroissung ein Anfall mit den geschilderten Erscheinungen auf, oder wenn die Ruptur plötzlich erfolgt, ganz ohne Vorboten, so führt sie rasch zum Tode. Gelegenheitslirsachen sind grosso körperliche Anstrengungen, Husten, Brechreiz und sexuelle Erregung. Als weitere Ursachen der Herzruptur sind zu nennen: üloerationen vom Herzfleisoh ausgehend, eiterige Myocarditis, Neubildungen und Echinokokken. Betrachten wir auf diese allgemeinen Angaben die an Tieren gemachten Beobachtungen: a) Beim Pferde: Plötzlicher Tod, Verblutung in den Herzbeutel durch spontane Ruptur. Gurlt, Ein seit lange dämpfiges Pferd erkrankte an Kolik, hatte sich losgemacht im Stalle und galopierte 1/2 Stunde umher, nachdem es gefangen in den Stall zurückgebracht wurde, stürzte es und nach wenigen vergeblichen Versuchen sich zu erheben starb es. Sektion: Ruptur in der rechten Herzkammer, die Öffnung ca. 4 cm. weit, der Herzbeutel voll Blut. Heckmeyer. Ein seit lange hustendes Pferd ist beim Berganfabren gestürzt und plötzlich gestorben. Bei der Sektion fand sich im Herzen ein Loch von der Grosse einer irdenen Pfeife. Hübner. Langsamer Tod, ohne bekannte äussere Ursache. Im Herzen hört man Geräusche als ob eine mit Flüssigkeit halbgefüllte Blase geschüttelt würde. Bei der Sektion fand sich der rechte Ventrikel sehr erweitert, die Wand ganz dünn, die Ruptur an der Spitze der Kammer. Die Herzoberfläche zum Teil mit dem Herzbeutel verwachsen. The Vet. Bei einem alten ruhig gefahrenen Ponny wird der Puls
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Spontane Herzruptur.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;421
unfühlbar, der Kerzschlag sehr rasch, die Schleimhäute bleifarben, der Tod tritt rasch ein. Sektion: Riss von der rechten Vorkammer bis zur Hohlvene 2l/8 Zoll lang, die Herzwiinde sehr dünn. Sibbald. Ein 2Gjiihriger Deckhengst ist im Beschälakt an Herzruptur plötzlich gestorben. Hering. Ein Pferd hatte drei englische Meilen zurückgelegt, stand dann ruhig, stürzte aber plötzlich und starb sofort. Sektion: Zerroissung der linken Vorkammer 3 Zoll lang, die Wand ist dort sehr dünn. The Vet. Ein Pferd war an einen Wagen gerannt, gestürzt, konnte nicht mehr aufstehen, äusserte grosso Schmerzen und wurde getötet. Sektion: Zollanger Riss in der rechten Kammerwand. Parker. Plötzlicher Tod durch Ruptur der rechton Kammerwand, Lüthens. Ein Pferd am schweren Wagen stürzt, erhebt sich taumelnd, spi-eizt die Beine, schwitzt und wiehert. Tod nach ii Minuten. Sektion: Im Herzbeutel 4 Quart Blut, an der rechten Kammerwand ein 3 Zoll langer Riss schräg von oben nach unten, llertwig. Ein an fieberhafter Krankheit leidendes Pferd wird spazieren geführt, nach einigen Minuten schwankt es, fällt und stirbt plötzlich. Sektion: Herzruptur. Beim PHiigen tritt ein Pferd plötzlich zurück, spreizt die Beine, das Atmen wird beschleunigt, es fällt um und stirbt. Sektion: Riss an dem unteren Ende der rechten Herzwand. Köpke, b) Beim Rinde: Herzruptur beim Ochsen nach chronischem Defekte. Burmeister. Eine Kuh macht einen Sprung zur Seite stürzt und stirbt fast plötzlich. Sektion: Groschengrosse Ruptur der rechten Herzvorkammer. Die AVand ist fast vollständig geschwunden. Floth-inann. Ohne besondere Ursache plötzlicher Tod einer Kuh durch Perforation der rechten Herzkammer in der Grosse eines Achtgroschen-stückos. Die Wand ist amorph, krümlich, gelbbraun. Dresse. Eine kurzatmige Kuh starb apoplektisch. Sektion: 45 Liter Blut im Herzbeutel, in der rechten Seitenwand ist ein Riss, die Herzmuskulatur ist fettig degeneriert. ' Krakow. c) Beim Hunde sind Herzzerreis-sungen verursacht durch Spiroptercn im Herzen, bekannt gegeben, Von den hier ganz in Kürze mitgeteilten 11 Fällen vom Pferde, sind 3 unbestimmt, an welcher Stelle die Ruptur war, und von den anderen 8 Fällen kommen (5 auf die rechte Herzkammer, gar keine auf die linke Herzkammer und nur je eine auf die rechte und linke Vorkammer. Beim Rinde sind alle die drei mitgeteilten Fälle an der rechten Kammerwand eingetreten. Das Verhältnis ist somit bei Haustieren ein anderes als beim Menschen, wie oben angegeben ist, denn beim Menschen ist die Prädilektionssfello für Herzrupturen die linke Herzkammerwand, bei den grosaen Haustieren die rechte.
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422nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Spontane Herzruptur.
Prognose ist schlecht.
Therapie giebt es hier nicht.
Dass Spontanheilungen vorkommen können, ist für den Menschen behauptet worden. Der Riss kann nicht verkleben, weil der Blutdruck von innen viel zu gross ist, nur wenn an der Stelle der eintretenden Ruptur das Herz mit dem Herzbeutel verwachsen ist, kann die Verblutung verhindert werden und Heilung eintreten.
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Idiopathischc Herzentzündung und Herzbeutelentzündung.
Endo-, Myo- und Pericarditis.
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Idiopathische Herzentzündung und Herzbeutelentzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 423
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1) Idiopathische oder rheumatische Herzentzündung. Von den von mir gesammelten und in der angeführten Littoratur verzeichneten Fällen der idiopathischen Herzentzündung bei unseren Haustieren gehören 5 dem Pferde, 10 dem Rinde, 1 dem Hunde und unbestimmbare den Vögeln an.
Aetiologie: Hierüber ist in der Tierheilkunde nicht viel klinisch verwendbares Material gesammelt. Sanson hat gesehen, dass ein Pferd nach sehr starker Anstrengung im schweren Zuge, wobei noch der Brustriemen und das Geschirr schnürte, akute Herzentzündung bekam. Es ist ferner angegeben: Infektion. Die Einwanderung von Mikroorganismen , welche fieberhafte Zustände erzeugen, verursachen auch Erkrankungen der Herzmuskulatur. Die früher angenommene infolge rheumatischer Einwirkung und von Erkältung herrührende Myocarditis gehört jedenfalls zu der infektiösen Form.
Klinisches Bild: B eim Pferde: Der von Sanson durch mechanische Einwirkung entstandene Fall verlief folgendermassen: Das Pferd zeigte sich sehr krank und schwach, hatte aussetzenden Puls, derselbe doppelt vermehrt, die Ilerzschliigo ungleich, leichtes Stossen mit Erschütterung des ganzen Körpers. Das Atmen unregolmässig zitternd. Zunehmende Schwäche, Betäubung, vermehrtes Herzklopfen und Tod am dritten Tage. Bei der Sektion fand sich der Herzbeutel blutig injiziert, in demselben über 200 Gramm blutiges Serum und das Herzfleisch zahlreich mit Eccliimoscn durchsetzt. Haubner beobachtete:
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424nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Idiopathisclie Ilerzcntziindimg und Herzboutelentziindung.
Seit 14 Tilgen schlechtes Fressen, häufiger rauher Husten, Mattigkeit, Oedembildung an der Brust, dem Bauch und den Vordcrschenkeln. Der Herzschlag verstärkt, so dass er bis Va über die Brusthöhe gefühlt werden konnte, Puls aussetzend, Yenenpula bis hoch oben am Halse. Nach ;5 4 pochenden Herzstössen kamen 48 ruhige. Es erfolgte Heilung in 14 Tagen. Bossberg hat als hervorragend angeführt: Blutstauung in den Jugularen, ferner Oedein am Kehlkopf. Am 10. und 11 Tage stöhnendos Atmen, pochende Geräusche in der Brust und vom 1520. Tage einen Ton dortselbst als ob ein kleiner fester Körper aus der Höhe ins Wasser fiele. Delfrato sah zugleich Lähmung an einem Vorderbein auftreten.
Beim Rinde: Sträuben der Haare, Stöhnen, tumultuarischer, beiderseits der Brust fühlbarer verstärkter Herzschlag, grosser Venenpuls, Oedeme an der Kehle und dem Triel. Belg. Kl. Von Lindenborg wurde bei einer Kuh beobachtet: Anfangs Verdauungsstörungen, nach ca. 14 Tagen oedematöse Anschwellung an der Kehle, grosses Stöhnen, Druckschmerz an der Herzgegnnd, pochende Herztöne, welche schon auf 5 Schritte Entfernung von dem Tiere hörbar waren, beim Anlogen der Hand ergaben sich spritzend - wellenförmigequot; Bewegungen, Später Abgang von blutigem Harn, keine Futteraufnabme mehr. Tod. Üblich fand anfangs gespannten Gang, Lahmen hinten beiderseits, Schmerz in den Gelenken und dem Rücken, nach einiger Zeit Kränkeln. (Jedem am Halse und der Unterbrust. Wendenburg giebt an, dass bei Sämtlichen vorhanden sei: Matter ängstlicher Blick, matter, steifer Gang, viel Liegen, Stöhnen, schwacher Husten, verminderte Presslust, Herzschlag und Puls oft verändert, Oedeme am Triel und der Brust, Über Herzentzündung bei Vögeln schreibt Bayer, dass er nur zahme mit dieser Krankheit behaftet fand und dass sich sämtliche, besonders aber Tauber, Hähne und Erpel durch grosse Begattungslust ausgezeichnet hätten. Ich habe diese letztere Angabe sonst nicht bestätigt gefunden,
2) Die idiopathisohe oder rheumatische Herzbeutelen t z ü n d u n g, Pericarditis:
Die Atiologic ist ebenso wie bei der Herzentzündung. Es wurde von Hughes beim Pferde beobachtet: Sehr schwacher Herzschlag. Er glaubt es sei dies gerade ein charakteristisches Merkmal zur Unterscheidung von der Herzentzündung. Carlisle fand beim Rinde sehr beschwerliche Respiration, Angst, Unruhe, den Herzschlag wie ein Mühlrad, stiere Augen und lebhaft zuckende Bewegungen der Ohren und Kaumuskel. Haubner beschreibt beim Ochsen! Oedematöse An-
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Idiopathisohe Herzentzündung' und Herzbeutelentzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 425
Schwellung des Kehlganges und der Brust. Yenenpuls in den Jugularen, den Puls beschleunigt, hart, sehr bedeutendes Herzklopfen, welches sich durch Bewegung so steigerte, dass es ausserhalb des Stalles gehört werden konnte. Bei der Auskultation plätschernde Geräusche im Herzbeutel. Nothnagel giebt als charakteristische Zeichen der Pericarditis an: Schmerzen in der Herzgegend, Fieber, Exsudation im Herzbeutel und Reibungsgeräusche.
3)nbsp; Die Idiopathisohe Herz- und Herzbeutelentzündung. Eberhardt berichtet vom Binde: Das Tier war vor 14 Tagen schon krank geworden, kränkelt seitdem und zeigt jetzt: Keinen Appetit, den Kopf tief gesenkt, nach vorne gestreckt, die Hungergruben leer, geringe Peristaltik, vierzig Atemzüge, dabei jedesmal kleines Stöhnen, hundert Pulse, der Herzschlag ist links fast unfühlbar, rechts pochend, bei der Auskultation ist grosses Pochen, besonders rechts vernehmbar.
nbsp; nbsp;Neubert führt folgendos Krankheitsbild an: die Jugularvenen dick wie ein Kinderann, wurde das Blut aus denselben nach dem Herzen zu herausgestrichen, so wurde das Atmen ruhiger und das Tier selbst munterer als zuvor und Hess sich hin- und borbewogen, während es sonst unbeweglich und mit gesenktem Kopfe und Halse dastand.
4)nbsp; Endocarditis. Schütz giebt an, dieselbe sei bei Bindern derart häufig und besonders in der rechten Herzhälfte, dass es zu der Vermutung führe, es werde sich um fötale Prozesse handeln. Johne beschreibt eine Endocarditis beim Pferde: Das Tier erkrankte plötzlich unter den Erscheinungen der Herzentzündung und starb nach 24 Stunden.
Über die Atiologie der Endocarditis sind von Fränkel und Sänger Untersuchungen angestellt worden. Von 12 Fällen waren 11 granulierend, produktiv und 1 Fall ulccrös. Die bakteriologische Untersuchung ergab flmal positiven Erfolg, davon war (imal Staphylokokkus pyogones flavus, Imal dieser allein, sonst mit anderen vergesellschaftet und zwar hauptsächlich mit Staphylokokkus pyogenes albus und Staphy-lokokkus cereus albus, ausserdem mit zwei noch nicht näher bestimmten.
nbsp; Kothnagol giebt an, dass wenn man bei Kaninchen die Herzklappen verletzt und hierauf Streptokokken injiziert worden, eine Endocarditis ulcerosa entstehe. Die Verletzung vorher sei notwendig, weil ein Boden geschaffen werden müsse, auf dem die Mikroorganismen haften können. Erkältung sagt N. giebt ebenso eine Prädilektion für die Möglichkeit der Haftung der Kokken ab, wie Verwundung.
Zusammenfassung: Ea ergiebt sich aus den angeführten Mitteilungen , dass eine Unterscheidung zwischen Herz- und Herzbeutelentzündung nur in Einzelfällen und zwar durch die Reibe- oder Flüssig-
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426nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Idiopathischo Herzentzündung und Herzbeutelentzündung.
keitsgeräusche möglich wird. Alle anderen Symptome, so namentlich die Herzstösse und Herztöne, die Anfüllung der Jugularen und die Oedembildungen, hochgradiges Atmen, Angst, Abmagerung, Fieber etc. sind bei beiden Krankheiten je in verschiedenen Graden zugegen, auf Grund dieser sind keine Unterscheidungen möglich. Namentlich ist die Diagnose Herz* und Herzbeutelentzündung von einer der vorgenannten vorerst nicht mit Sicherheit zu präzisieren. Dasselbe gilt für die Endocarditis.
Prognose: Sämtliche der genannten Herzerkrankungen sind als schwere Läsionen, welche oft schon in kurzer Zeit, nach wenigen Tagen, zum Tode führen können, zu betrachten.
Therapie: Kräftigende anregende Mittel. Vorzügliche Ernährung, ficberwiflrig, innerlich Digitalis und anregend durch Reizmittel, Campherinjektionen etc., äusserlich Eisbeutel auf das Herz, kalte Berieselungen der Herzgegend, Reizmittel dortselbst, Senfumschläge. Lokale Blutentzichungen durch Blutegel sind als vortrefflichstes Mittel beim Menschen vorgeschlagen. Wenn die Haare abrasiert werden, kann man beim Hunde 36, beim Pferde 1215 Stück dort ansetzen.
Traumatische Herz- und Hcrzbeutelentzünduiig.
Litte ratur: Gurlt, 11 Herzen mit Verdick, d. Herzbeutels u. plast. Aus-schwitzung, 9 davon durch Verletz, v. d, Haube aus b. E. Gurlt u. Hertwig 1837, p. 198. Schaevon, Herzvenvundung b. K. Ibd. 1887, p. 463. Gurlt, Verwundetes Herz b. d. Ziege. Ibd. 1837, p. 198. Lindonberg, Traumat. Hcrzentz. b. R, Ibd. 1837, p. 4G6. Wilke, Traumat. Ilerzver-letz. b. R. Gurlt a. Hertwig 1841, p. 329. Walder, Traumat. Herzverletz, b. R, liep. ]8'14, p. 54. Wilke, Herzverwundung v. d. Haubo b. R. Gurlt u. Hertwig 1844, p. 326. Lindenberg, Verletzung d. Herzens b, E. Tzll. Ztg. 1845, p, 207. Zimmermann, Traumat. Herzentzünd. Ibd. 1846, p. 21. Lecouturier, Journ. de Belg. 1846. Lindenberg, Herzvcrletz, b. E. Gurlt u. Hertwig 1847, p. 454. Suhl, Hcrzverletz. v. d. Haube aus b. E. Ibd. 1847, p. 190. Zimmermann, Traumat. Herz-entz. b. E. 2 Fälle. C. Areh. f. gcs. V. W, 1848, p. 14G. Henniges, Herzvcrletz. b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1848, p. 514. Zimmermann, Ab-hajjdl. üb. traumat. Herzcntz. Tztl. Ztg. 1848, p. 71. mit Angabe älterer Litteratur, Fabry, Ilerzentz. traumat. b. E. Eelg. 1848, p. 332. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 89. Grosskopf, Traumat. Ilerzentz. Gurlt u. Hertwig 1849, p. 165. Scholl, Herzverletz, b. E. Gurlt u. Hertwig
1849,nbsp; nbsp;p. 147. Koerber Traumat. Ilerzentz. b. E. Ibd. 1850, p. 398 Fischer, Frei, B r e n n w a 1 d , K ö r b e r , Hering, Uber traumat. Herzcntz. b. E. Gurlt u. Hertwig 1850, p. 62. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk.
1850,nbsp; p. 40. Klinik Lyon, Traumat. Herzcntz. b. E. Ibd. 1852, p. 37. Meyer, Verwachs, v. Herz u. Herzbeutel b. E. Gurlt u. Hertwig 1851,
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Traumatische Herz- und llerzbeutolentzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 427
p. 86. Stick er, Herzentz. h. d. Kuh d. e. Stopfnadel. Ibd. 1852, p. 498. Rodloff, Traumat. Herzentz. b. R. Tztl, Mitt. Gcrlach u. Leisering; 1854, p. 99. Schlecht, Traumat. Herzentz. b. R. Ibd. 1854, p. 98. L c h n-hard. Dasselbe b. 2 Kühen. Ibd. 1854, p. 98. Mathleu, Eec. de Med. vet. 1854. Klinik, Herzverletz, b. Hunde. Tidskrift for Veterinärer. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1856, p. 16. F r a n z e , Traumat. Herzentz. b. R. Sachs. Jhb. 1857, p. 48. Ibd. 1857, p. 32. Schrader, Zaubern durch mit Nadeln gespickte Tierherzen. Gurlt u. Hertwig 1857, p. 16. Lipp, Fremdk. i. Herzen. Preuss. Mitt. 1868, p. 171. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 21. Nagel im Herz vom Pferd. Heo. 1858, p. 317. Ibd. 1858, p. 21. (Bericht zweifelhaft deshalb nicht weiter berücksichtigt.) Serr, Herzleiden durch mech. Verletz, b, B, Preuss. Mitt. 1858, p. 124. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 40. Schirlitz, Traumat. Herzentz. b. R. Gurlt u. Hertwig 1858, p. 355. S i p p , Herzverletz, b. d. Kuh. 2 Fälle. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlach 1858, p. 170. Weber, Traumat. Herzentz. b. R. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 91. Drosse, Traumat. Herzverletz, b. K. Mitt. a, d. tztl. Pr. Gerlach 1859, p. 135. Müller, In welcher Zeit kann traumat. Herzentz. tötl. verlaufen V Gurlt u. Hertwig 1860, p. 460. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 33. Erler, Traumat. Herzentz. b. R. Sachs. Jhb. 1861, p. 43. Lossner, Dasselbe. Ibd. 1861, p. 43. Gouloe, Nadel i. d. Herzkammer b. d. Kuh. Toul. 1861. Ber. ü. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 16. Coemoin, Herzverletz, b. R. Rec. 1861, p. 367. Ibd. 1861, p. 44. Hudson, Nadel im Herz d. R. The Vet. 1862, p. 141. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1862, p. 30. Johne, Traumat. Herz- u. Herzbeutelentz. b. R. Sachs. Jhb. 1862, p. 11, Sipp, Dasselbe b. R. Mitt. a. d. tztl. Prax. Hertwig 1863, p. 172. Perlett, 2 Fälle. Ibd. 1863, p. 174. Zündel, Journ.d. Lyon 1863. Kaiser, Traumat. Herzleiden b. R. Mitt. a. d. tztl. Pr. i. Knrhess. 1862-64, p. 51. Dan dt. Herzverletz, b. Kühen. Sachs. Jhb. 1864, p. 26. Meyor, Traumat. Herzentz. b. R. Gurlt u. Hertwig 1864, p, 272. Meyer, Heilung einer Cai-ditis traumatica 1864, p. 257. Delhaize, Traumat. Herzentz. b. R. Rec. de Med. vet. 1865, p. 353. Ber. lib. Leist. i. Geb. d. Thk. 1866, p. 38. Münster, Traumat. Herzentz. b. K. Mitt. a. d. tztl. Pr. Hertwig 1865, p. 135. Holzendorf, Traumat. Herzentz. b. R. Mitt. a. d. tztl. Prax. Müller u. Roloff 1867, p. 124. Glocke, Traumat. Herzentz. b. R, Ibd. 1867, p. 124. Johow, Traumat. Herzentz. b. R. Ibd. 1868, p. 124. Drosse, Traumat. Herzentz. b. R. Ibd. 1868, p. 107. N o u b e r t, Herz-u. Herzbeutelentz. b. R. Sachs. Jhb. 1868, p. 101. Meer, Traumat. Herzentz. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1869, p. 184. Harms, Traumat. Herz-n. Herzbeutelentz. b. R. Gurlt u. Hertwig 1871, p. 484. Strerath, Ruptur d. Kranzart. d. eine Nadel b. d. Kuh. Mitt. a. d. tzl. l'raxis. Müller u. Roloff 1872, p. 165. Drosse, Traumat. Herzverl. b, R. Müller u. Roloff 1872, p. 164. Schmidt, Traumat. Herzverletz, b. d. Ziege. Ibd. 1873, p. 162. Kaiser, Traumat. Herzverletz. b. d. Ziege. Ibd. 1874, p. 184. Kupp, Ruptur di Herzohr. b. Hunde d. Trauma. Müller u. Roloff 1874, p. 158. Johow, Verschluckter Fremdk. Ibd. 1874, p. 134. Glocke, Carditis traumatica b. R. Müller U. Boloff 1874, p, 117. Ka merer, Ruptur d. Kranzart. d. Trauma b. R. Lydtin Tztl. M. 1876, p. 100. Schmidt,
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428nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Traumatische Herz- und Herzbeutelentzündung.
Traumat. Herzentz. b. E. Mitt. a. d. tztl. Prax. 1877/78, p. 45. Lippold, Herzverletz, d, Fremdkörper i. Magen b. R. Sachs. Jhb. 1878, p. 93. Rauch, -Ilerzverletz. b. R, Mitt. a. d. tztl. Pr. Roloff u. Schütz 1878/79, p. 47. Bastin, Traumat. Carditis b. R. Revue f. Thk. 1879, No. 1. Kehm, Traumat. Carditis b. II, Rep. 1878, p. 24. Saake, Carditis traumatica b. ]J. Arch. 1880, p. 180. Sowa, Nähnadel im Herz b. E, Mitt. d. Ver. d. Tzte. in Öster. 1880, p. 13G. B a 1 d e w e i n , Traumat. Herz-beutelontz. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1881, p, 49. Weg euer, Traumat. Herz-verietz. Ibd. Roloff u. Schütz 1881, p. 49. Hau bold, Traumat. Ilerz-kaukb, Sachs. Jhb. 1884, p. 99. Pröger, Traumat. Ilerzentz. Sachs. Jhb, 1887, p. 106. Boheme, Heilung aseptischer Herzv. Cbl. f. m. W. 1888, No. 38. Utz, Traumat. Ilerzentz. b. d, Kuh. Ttzl. bad. Mitt. 1889, p. 101. Bongart z, Traumat, Pericarditis. Arch. f. Thk. 1889, p. 37C.
Aetiologie ! Von der hier zur Abhandlung kommenden Krankheit ist weitaus um /ahlreichsten das llind betroffen und von diesem wieder in ganz hervorragender Menge die Kühe. Gurlt beschreibt 1837 11 Herzen mit Verletzungen, sämtliche von Kühen. Von den mir vorliegenden 85 Fällen, wo mit Sicherheit angegeben wird, welcher Tierart und Geschlecht der Patient angehörte, sind beobachtet; G4 an Kühen, 11 an Rindern, hievon ist bei 3 angegeben, dass die Tiere 2 Jahre alt waren und 2 an Ochsen. Es sind ferner beobachtet: 3 an Ziegen, 1 am Schafe, 2 resp. 8 am Pferde und 1 beim Hunde. Es ergiebt sich hienach folgende Skala: Kühe 65, Kinder 11, Ochsen 2, Ziegen 3, ' Schafe 1, Pferde 23, Hunde 1. Fremdkörper, welche das Herz und den Herzbeutel vom Magen und Zwerchfell aus verletzen (von denen die ich mit genauer Angabe sammeln konnte) sind folgende: Nadeln: Hier sind angegeben: Stopfnadel 1(3 mal, Nähnadel 8 mal, Haarnadel 3 mal, kleine Häckolnadel Imal, Packnadel (bis 3 Zoll lang) 3 mal, Stricknadel 2mal, krummgebogene Nadel 1 mal, kleine Stricknadel 1 mal, Müllerheutelnadel 1 mal, Nadeln überhaupt ohne nähere Bezeichnung der Qualität oder GWisse oder Form 7 mal. (Als Seltenheit ist anzugehen, dass in einem Fall 9 Stück glatte Stopfnadeln in einem Herzen gefunden wurden und Schradcr teilt mit, dass durch ein Kalbsherz, welches mit 25 Nähnadeln gespickt war, Zauberei getrieben werden wollte.) Nägel: Hier sind angegeben : Drahtnagel 2 mal, Latten-nagel Imal, krummer Nagel Imal, Bretternagel Imal, Nagel 4 Zoll lang, 3 Zoll lang je 1 mal, Schindelnagel 1 mal, Nagel ohne nähere Bezeichnung 2inal. Drahtstücke: Vorn gespitzt, Stücke 2, 8, 4I/2, (i Zoll lang, Eisendraht 3 mal, Messingdraht 13/4 Zoll lang 1 mal, Draht-stüoke ohne besondere Bezeichnung 3 mal. Andere Gegenstände: Holzsplitter federkicldick l mal, Haidekrautstengel 3 Zoll lang Imal,
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Traumatische Herz- und Herzbeutelentzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;429
Brotmesser Imal, Zahn von Flachshechel 1 mal, Bohrer 1 mal. Stellt man diese, das Herz des Rindes vom Magen aus verletzende Gegenstände untereinander, so ergiobt sich folgende Skala:
Nadelnnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4^5, mit 1U Unterabteilungen in Grosse und Form.
Nägelnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10, 6nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,
Drahtstücko 10, 7nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,
Andere Gegenstände 5.
Sämtliche dieser quot;Verletzungen beim Rinde sind vom Magen aus erfolgt. Der Fremdkörper kam in den zweiten Magen, durchstach hier die vordere Wand, dann das Zwerchfell und ging gegen das Herz. Vom Pferde sind mir nur 2 traumatische Herzverletzungen bekannt, mitgeteilt von Henninger und Wegener. Im erstcron Falle durchstach eine Nähnadel den Schlund und wanderte gegen das Herz. Im anderen Fall war durch Anrennen die 7. linke Bippe gebrochen und ein 7 cm. langer Splitter von ihr verletzte das Herz auf eine Länge von 2 cm. Von der Ziege sind nur 3 Fälle bekannt. Es handelt sich um Verletzungen 1) durch eine grosse Stecknadel, 2) durch eine Stopfnadel, 3) nicht näher angegeben. Beim Schaf ist eine Herzverletzung nach Hundcbiss verzeichnet und beim Hunde eine Horzverletzung durch Troikarieren. Solche durch direkt von ansäen kommenden Traumen entstandene Herzverwundungen sind mir selbst noch mehrere bekannt. Was nun die Verwundungen betrifft, welche durch diese Fremdkörper erzengt wurden, so ist folgendes mitzuteilen : Stopfnadeln verletzten die rechte Vorkammer 3 mal, die linke Vorkammer 2 mal, die rechte Kammerwand 0 mal, die linke Kammerwand 2 mal, die Herzspitze I mal. In sämtlichen anderen Fällen ist nur angegeben, das Herz sei verletzt worden. Im Herzbeutel stecken geblieben, eingekapselt oder Abscesse dort erzeugt haben mehrere. Nähnadeln haben die Herzspitze verletzt 1 mal, das linke Herz 1 mal, freiliegend in der linken Herzkammer 1 mal, ebenso in dem Herzbeutel 1 mal, Verletzung der Kranzarterie 1 mal, sonst ist nur Ilerzverletzung oder Abscessbildung angegeben. Eine Stricknadel stockte sich tief in das Herz. Nadeln ohne Angabe von Gestalt und Grosse, vorletzten die Kranzarterie 2 mal, drangen in die linke Kammer 1 mal, in den rechten Ventrikel und hier frei mit der Spitze nach abwärts liegend 1 mal. - Mine Haarnadel drang mit beiden Armen nach vorwärts und verletzte damit das Herz, der Bogen war zurück hinter dem Zwerchfell, so dass das Herz gleichsam an das Zwerchfell angeheftet war. Rauch. Eine Häckel-nadel steckte mit dem stumpfen Teile fest und berührte die Herzspitze. Eine kleine Stecknadel stach in die Kranzarterie. Eine
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430nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Traumatisclio Herz- und Herzbeutelentzündung.
halbkreisförmig gebogene Stricknadel steckte so im Herz, dass beide spitzen Enden im Herz, der Bogen gegen das Zwerchfell war. Sipp. Eine Messingnadel war mit dem Kopfe am Zwerch-fell festsitzend, die Spitze verletzte das Herz, das gleiche ist von einer grossen Nadel mitgeteilt. Eine 2 '/a Zoll lange Packnadel war in die Mitte des linken Ventrikels eingedrungen und am rechten kam sie heraus. Ein Teil einer Haarnadel hatte das Herz verletzt. Nägel verletzton folgendermassen: Ein Lattennagel war vor 21 Tagen geschluckt und verletzte das Horz, ein krummer Nagel, ebenfalls vor 21 Tagen verschluckt, verletzte das Herz. Ein Drahtstift vor 2,/2 Monaten verschluckt, erzeugte Herzbeutelverletzung und Abscessbildung, ein Bretternagel, (ohne Zeitangabe) ebenso. Ein Drahtnagel verletzte das Herz, A und 4 Zoll lange Nägel erzeugten grosso Abscease, verletzten in der Mehrzahl nur den Herzbeutel oder reizten das Herz, welches auf der Oberfläche geschvvürig oder voll Granulationen wurde. Drahtstücke: Ein ti Zoll langes verletzte das Herz, der Kanal sowie die Herzoberfläche v iron verdickt und schwarz. Ein Drahtstück machte in die rechte Yorkammer ein 21/2 Zoll tiefes Loch. Yen anderen Gegenständen war es ein Bohrer, der vor einem Jahr verloren gegangen war. Es waren grosse Veränderungen, Abscess und schliesslich Perforation der Herzwand durch ihn entstanden. Ein Zahn von einer Flachshechel scheuerte in die Wand der rechten Yorkammer ein Loch von der Grosse eines Silbergroschens und hatte dortselbst an der inneren Wand eine ca. thalergrosse Auflagerung von plastischer Lymphe verursacht. Ein Haidekrautstengel, 3 Zoll lang, verletzte nach 24 Stunden das Herz tütlich. Ein Brotmesser war vor 5 Wochen geschluckt und verletzte das Herz, wodurch apoplektischer Tod eintrat. Ein federkieldickes Holz durchbohrte das Herz.
Wenn aus diesen Angaben nur die genau bestimmbaren Eällo ausgewählt werden, so kommen die Yerletzungen folgendermassen vor: Die rechte Yorkammer 5 mal, die linke Yorkammer 2 mal, die rechte Herzvorkammer Imal (nur von innen nach aussen), die linke Herzkammer 5 mal, die Herzspitze 2 mal, die Kranzarterien 4 mal, inmitten der Scheidewand Imal. Er eil legen d winden Nadeln in der linken Herzkammer getroffen 2 mal, in der rechten Omai, im Herzbeutel Imal.
Die Zeit, die von der Aufnahme des Gegenstandes bis zur töt-licheu Herzverletzung verstrich, ist fast nur bei grösseren Gegenständen anzugeben möglich gewesen, sie betrug am kürzesten 24 Stunden. Es ist dies der 3 Zoll lange Haidekrautstengel, sodann 2 mal 21 Tage, l mal 5 Wochen, 1 mal 21 2 Monate und 1 mal 1 Jahr (Bohrer). (Ein-
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Traumatisolio Herz- und Herzbeutelentzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 431
mal ist eine Stopfnadel, die seit ca. 8 Wochen fehlte, im Kuhherz gefunden worden.) Wenn auf die Länge des Kvankheitsverlaufes geschlossen wird, so ist mehrfach über ein Jahr Frist bis zur tätlichen Herzverletzung Yerstrichen.
Klinisches Bild: Bei der grossen Anzahl gut beobachteter Krankongeschichten ist es möglich die Erscheinungen, welche die Verwundungen der einzeln Abteilungen liefern, etwas zu trennen, was für die Prognose wertvoll ist. Zu berücksichtigen bleibt in allen Fällen, dass der vom Magen aus gegen das Herz wandernde Fremdkörper zuerst die Magenwand, sodann das Zwerchfell verletzen muss, hierauf in der Brusthöhle verschiedene Teile troffen kann, bevor er den Herzbeutel und schliesslich das Herz verletzt. Die Schnelligkeit, mit der der Fremdkörper vorwärts wandert, seine Grosso und Gestalt, der Grad der Zerstörung, den er unterwegs anrichtet, erzeugen eine Gruppe von Erscheinungen, welche der Herzbeutel- und Herzverletzung vorangehen, die in besonderem Abschnitte abgehandelt werden.
Herzbeutelverletzung: Dieselbe muss der Herzverletzung vorangehen. Es gehen Störungen der Ycrdauung und der Atmung in sehr verschiedenem Grade und Dauer voran. Wenn der Herzbeutel von dem verletzenden Gegenstande allmählich stärker werdend getroffen wird, so entsteht eine vermehrte Sekretion auf der inneren serösen Fläche und die im Herzbeutel sich ansammelnde Flüssigkeit wird vermehrt. Hiedurch wird das Herz von der Brustwand entfernt und in seinen Kontraktionen gehindert. Die Folge ist, dass der Herzstoss und die Herztöne undoutiieher und schwächer werden. Wegen der erschwerten Herzarbeit wird der Puls rascher, kleiner und härter, auch unregel-mässig. Das Exsudat in dem Herzbeutel wird durch die Herzaktionen sowie die Almungsbewegungen bewegt, die Auskultation ergiebt deshalb Fliissigkcitsgeräusche, welche als Plätschern, glucksender Ton, Gluck-Gluckgeräusche, auch (juatschond oder mit metallischem Klangequot; bezeichnet werden, oder es wurde ununterbrochen und in möglichst rhytmischer Aufeinanderfolge ein Tropfgeräusch gehört, als ob ein Wassertropfeu hoch herab auf ein Metallbecken fiele, oder als ob ein Stein in einen tiefen Brunnen fiele. Holltönendos Schwappen als ob eine Flasche mit Flüssigkeit geschwenkt würde. Je nachdem die Oberflächen der reibenden Schichten sind, entstehen auch Heibungsgeräusche. Der verletzende Fremdkörper hat nun ausser seiner rein mechanischen Wirkung noch andere Folgen: Er ist in der Regel infiziert und zwar kann er dies mit verschiedenartigen Mikroorganismen sein. Hiodurch entsteht eine Infektion, der 'Herzbeutel selbst wird entzündet und oft
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432nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Tnuimatisoho Herz- und HerzbeutelentzünJung.
um das Vielfache seines normalen Durchmessers verdickt. Das Exsudat wird je nach der stattgetundenen Einwanderung verändert Es ist beschrieben: rütüch-wässeriges, milchiges, sulzigos, chokoladefarbenes, jauchiges. In einzelnen Fällen ist dasselbe geruchlos, in anderen von grossein Gestanke. Diese verschiedenen Momente: a) Grüsse der Verletzung, b) Reichlichkeit der Exsudation und c) Charakter des Exsudates verursachen auch verschiedene Erscheinungen. Es sind noch genannt: Grosse Schmerzhaftigkeit auf Druck an die Herzgegend, Stöhnen, Abstellen der Ellbogen, Verdrängen dos Herzens nach der rechten Seite, Odeino nn der Kohle, dem Triol und der Brust. Je nach der Infektion und dem Grade ist verschieden hochgradiges Fieber zugegen.
Horzverletzungen ohne bestimmte Angaben, welcher Teil des Herzens getroffen war, sind in ziemlich reichlicher Menge aufgezeichnet. Als Symptome sind angegeben: Unregelmässiger, beschleunigter, kleiner, schwacher oder unfühlbarer Puls und Herzschlag, beschleunigtes Atmen, dasselbe stöhnend, Schmerzhaftigkeit auf Druck au die Brustwand, Anstauung des Venenblutos in den Jugularen, diese oft sehr stark verdickt. Ödeme am Kehlgange, dem Triel und der Unterbrust. Die Herzverletzungen sind oft sehr chronischer Natur, so dass das Herz und der Herzbeutel mit einander verwachsen, dass die Stichkanäle im Herzen durch die beständigen drehenden Bewegungen desselben tiefe, unregelmässige Höhlen mit gerissenen Rändern werden, dass Entartungen, eintreten, die Herzoberfläche mit Granulationen bedeckt wird, oder dass bindegewebige Narbenbildung eintritt, so dass knorpelige Entartung vorzuliegen scheint. Bei Verletzung von Herzhöhlen oder grösseren Gefässen erfolgt regelmässig der Tod plötzlich, durch Verbluten in den Herzbeutel, oft unter Brüllen.
Bei Verletzung der linken Herzkammer ist angegeben: Kopf gesenkt, Haare im Verlaufe der AVirbolsäule aufgerichtet, Puls und Herzschlag unfühlbahr, weites Abstellen der Schulter von der Brust, Ächzen, Druckschmerz an der Brust, Odembildung, konvulsivische Zuckungen, Rollen der Augen, nicht selten Brüllen, Niederstürzen und plötzlicher Tod.
Verletzung der rechten Herzkammer. Die gegen das Ende auftretenden Erscheinungen sind: Schwacher IInsten, Stöhnen, stossendes Atmen, sehr frequenter Puls und Herzschlag, unregelmässig, klein, kaum oder nicht fühlbar. Ausstrecken des Halses ist ebenfalls genannt. Wenn die Kammerwand durchbohrt wird, erfolgt in der Regel der Tod plötzlich durch Anfüllung des Herzbeutels mit Blut, allein nicht nur deswegen, sondern es ist von Drosse angegeben, dass, als eine Stopfnadel die rechte Herzwand einer Kuh durchbohrte, der Tod jäh ein-
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Traumatische Herz- und Herzbeutelentzündung-.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 433
trat, dass aber weder Entzündungserscheimingen noch Yerblutung vorhanden waren.
Verletzung der linken Vorkammer! Es ist in den mir bekannten Fällen nur plötzlicher Tod angegeben.
Verletzungen der rechten Vorkamm er: Ein von Lindenberg beobachteter Fall ist folgender: Bei einer Kuh, die schon länger krank ist, ist die Aussenteinporatur ungleich verteilt, wechselnd, die Haare gesträubt, leichtes Stöhnen, Druckschmerz an der linken Schulter, Puls doppelschlägig, nach G Tagen schon auf 2 Schritte Entfernung hörbar häufiges Niederlegen auf kurze Zeit, Ausrecken des Kopfes, Knirschen, Abbiegen dos Halses zur Seite, Recken der Extremitäten beim Liegen, nacii weiteren (i Tagen ödematöse Anschwellung am Triel und der Brust. Tod. Sektion: Im Herzbeutel 78 Maas übelriechender, rötlicher Flüssigkeit, das Herz an der Oberfläche mit war-zenförmigen Erhöhungen besetzt, so dass es das Aussehen eines Blumenkohles hatte. In die rechte Vorkammerwand hatte ein Flachshechelzahn ein Loch gescheuert von der Grosse eines Silbergrosciiens, innen an der Wand war an dieser Stelle plastische Lymphe von der Grosse eines Thalers angewachsen. Plötzlicher Tod durch Eindringen einer Stopfnadel dortselbst ist von Berteid berichtet.
Verletzung der Herzspitze lieferte zu den schon genannten Erscheinungen der Verletzungen des Zwerchfells, anderer Organe und des Herzbeutels: Anschwellung der Jugularvenen, Odem an der Kehle, Zittern an den Sclmltern, abnorme und Reibgeräusche am Herzen.
Verletzungen der Kranzarterien verursachten immer plötzlichen Tod.
Verletzungen der gem einschaf tlichen Herzwan d : Vermehrte, unregelmässige Pulse, verschärft hörbare Herztöne, Reibe-geräusche, ferner: Viel Liegen, matter Blick, Angst, gesträubtes Haar, Hüsteln.
Es wird Saciie der Zukunft sein, durch Versuche die Erscheinungen der Verletzungen an einzelnen Herzregionen näher zu präzisieren.
Wenn die Erscheinungen sämtlich zusammengefasst werden, so gilt auch für die traumatische Herz- und Herzbeutelentzündung vorerst das, was bei der rheumatischen gesagt ist: Eine scharte Trennung ist meist unmöglich, jedenfalls weil die bogleitenden Nebenumstände sehr beeinflussend auf die Erscheinungen sind. Pochender, stärkerer Herzschlag ist nur bei Verletzung der rechten Kammerwand und der Zwischenwand mitgeteilt, sonst war derselbe durchweg vermindert, unregelmässig, klein, oft unfühlbur. Vonenpuls ist vielfach bei sehr exsudatreicher
Hoffmann, Tiorärt/.Iiclie Chirargle.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;28
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434nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Traumatische Herz- und Herzbeutelentzündung.
Perioarditls zugegen, gehört aber doch mehr zur eigentlichon Herz-erkrnnkung. Sclnuerzliaftigkeir, Druckschmerz ist namentlich bei Herzverletzung, Abstellen dor Ellbogen mehr bei reichlicher Exsudation im Herzbeutel zugegen. Soviel ist zweifellos festgestellt, dass das Herz ganz grossartige Verletzungen zu ertragen vermag, welche in der Mohrzahl nur dann gefährlich werden, wenn dio Herzwand oder ein Gefäss perforiert wird.
Heilungen: In Einzelfällen gelangt der Fremdkörper an die Erustwand und wird hier von innen nach aussen hindurchgetriebon. Es bilden sich dann zu den genannten Erscheinungen der Herzbeutel-und Herzentzündung noch umschriebene entzündliche Anschwellungen an der Erustwand, dieselben abscedieren, es erfolgt Eröffnung nach aussen und es kann spontane Ausstossung des Fremdkörpers erfolgen. In den meisten ähnlichen Fällen ist jedoch nach meinen persönlichen Erfahrungen der Fremdkörper in der Tiefe fest eingekeilt und es erfordert, sogar starken Zug mit der Kornzange ihn zu entfernen. Es sind aber auch operative Eingriffe schon frühzeitiger angezeigt: In allen Fällen, in denen die Erscheinungen der Herz- und Herzbeutelentzündung vorhanden sind-, wird in auftretende entzündliche, abscedierondc Anschwellungen, die von den ödematösen ja wohl zu unterscheiden sind, eingeschnitten und mit dem Finger nach dem Fremdkörper in der Ab-scesshöhle gesucht. Es ist hiebe! Vorsicht nötig, denn ich habe mich durch unvorsichtiges Eingehen einmal am Finger nicht unbedeutend verletzt, dazu kommt, dass dio Höhle eiterig, jauchig ist. Lydtinhat gegen Pericarditis bei Bindern troikariert, den Eiter abgelassen, den Herzbeutel mit warmem antiseptischem Spülmaterial irrigiert und Heilung erzielt. Bastin ging noch viel weiter: Bei einer Kuh , welche mager war, unregelmässig beschleunigten Puls und Venenpuls besass, die hustete und dio Vordergliedmassen nach vorne stellte, diagnostizierte er traumatische Carditis, es war also nota bene keine entzündliche, absce-dierende Anschwellung vorhanden. Bastin schnitt an der linken Brust, dort wo der Herzschlag am deutlichsten war, zwischen zwei Kippen durch bis zur Pleura, mit der mit einem Eeintuch umwickelten Hand, auf welches man kalt Wasser tröpfelte, ging er in die Wunde ein und durchbohrte mit dem Zeigefinger die Pleura, riss dieselbe so weit auseinander, dass er mit der Hand in den Herzbeutel gelangen konnte, fand dortselbst einen Fremdkörper, der sich nachher als Häckelnadel erwies. Während der Operation konnte Bastin beobachten, dass bei der Herzberührung jedesmal ein Herzkrampf auftrat. Einige Tage nach der Operation hatte das Tier eine leichte Verstimmung und ödematöse Anschwellungen,
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Traumatische Herz- und Hcr/.buutelentziindung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 435
heilte aber rasch und wurde nach 3 Monaten an den Schlächter verkauft. Es ist noch eine weitere Operationsmethode vorhanden:
Meyer diagnostizierte traumatische Herzentzündung auf folgende Erscheinungen: Plötzlicher Appetitniangel, kein Wiederkauen, Aufblähen, Stöhnen, Obstipation. Zunahme der Erscheinungen, sodann abgesperrte Sclmlter, Stöhnen besonders beim Herumtreten, Auskultation und Perkussion normal, später Ödeme an der Vorderbrust, dem Trial und Kinn, und Absperren der Ellbogen. Meyer machte den Pansenschnitt, ging mit dem Arm ein, durch den Pansen tief unten in die Haube, suchte im Grunde dieser gegen das Zwerchfell und fand einen nach vorne gestochenen Draht, den er herauszog und dadurch Heilung erzielte.
Diese Operationen, namentlich die von Bastin durchgeführte, sind geradezu grossartig im Erfolge und es ist bemerkenswert, dass dieselben zur voraseptischen Zeit schon glücklich abliefen. Wenn diese Operationen unter antiseptischen Kautelen ausgeführt werden, so glaube ich, dass in vielen Fällen die Patienten gerettet werden können. Bergmann hat bei einer traumatischen Carditis beim Menschen, bei der eine Nadel im Herz und teilweise der Brustwand stockte, festgestellt, dass dieselbe bei jedem Stoss fibrierte, er zog dieselbe sehr langsam unter Pausen heraus und dennoch erfolgte leichter Chok, als die Nadel ausgezogen war.
Es ist noch anzuführen, dass in Einzelfällen sämtliche Erscheinungen der Carditis und Pericarditis vorhanden sind, dass diese krankhaften Symptome jedoch allmählich wieder verschwinden. Solcher Fälle sind einige bekannt. Es ist von Harms angenommen worden, dass hier die Fremdkörper wieder zurücktreten. Dies ist nicht nachweisbar. Vielleicht kommt aber eher die Oxydation des Eisens und dadurch das allmähliche Verschwinden eines solchen Fremdkörpers in Frage, denn thatsächlich sind mehrfache Beobachtungen vorhanden, dass man binde-gewebige Kanäle mit oxydierten Eisenspuren in der Herzgegend vorfand, die sich allmählich nach vorne verjüngten und endlich aufhörten.
Abscess im Herzen.
Litteratnr; Gurlt, Herz mit Abscess i. d, Scheidewand v. d. Kuh. (unit u, Hartwig 1837, p. 199. Bousenroth, Eiterabsoess i. d. Scheidewand d, 11. b. d. K. Ihd. 1854, p, 79. Schmelz, Absoesshildunn; i. d. Scheidewand b. Pf, C. Z. f. ges. Vet. quot;VViss. 1864, p, 130. Weiss, Abscess i. d. Herzspitze b. Pf. PreuSS, Mitt. (ieiiach n. Leiscring 1856, p, 102. ]ier. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 185G, p, 16. Knipp, Abscess a. Herz d. Kuh i. d. Scheidewand. Ibd. 1857, p. 135. Dress ler, lierzabseoss b. Pf, i. d. Seheidewand. Ibd. 1857, p. 136, Stookfleth, Abscess a. Herz b. d. Kuh a. d. linken Ventrikelwand. Dan. 1S59, p. 30. Ber. üb. Leist. i. Geb. lt;1. Thk. 1859, p. 36. Lehnhardt, Abscess i. d. Scheidewand d. Herz,
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436nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Abscess im Herzen.
b. d. Kuh. Mitt a. d. Pr. Hertwig- 1860, p. 169. S ie damgro tzk y, Herz-absccss b. R. Im Warzenmuskel d. 1. Herzk. Sachs. Jhb. 1878, p, 21.
Aetiologie: Gänzlich unbekannt. Ein Schluss könnte vielleicht gemacht werden auf die Beobachtung, dass von den angeführten 9 Fällen 6 vom llinde und nur 3 vom Pferde sind, dass mit einer einzigen Ausnahme sämtliche in der Scheidewand sitzen und dass Siedamgrotzky ähnliche Abscesso bei den Betroffenen in der Lunge vorfand.
Klinisches Bild: Beim Pferde ist durchweg angegeben, dass das Pferd gesund war und plötzlich oder doch sehr rasch starb. Die Sektionsergebnisse waren: Herzhypertrophie, dunkle Färbung der Muskulatur, an der Scheidewand oder Spitze hervorgewölbte Stelle, Fluktuation und ca. hiilmereigrosser Abscess mit gutem Eiterquot; erfüllt. In keinem Fall war Uffnung des Abscesses oder Herzruptur infolgedessen eingetreten. Beim llinde war das klinische Bild von dem beim Pferde entstehenden insofern verschieden, als der plötzliche Tod, der öfters auch beobachtet wurde, nicht so unvorbereitet eintrat, sondern Vorboten , sogar längeres Kranksein und Siechtum voranging. Plötzlich, ohne vorher krank gewesen zu sein, sah Bösenroth eine Kuh sterben, die einen Eiterabscess in der Herzscheidewand hatte, derselbe war weder aufgebrochen, noch hatte er Ruptur und Butung veranlasst. Gnrlt sah vorher Kreuzlähme an dem Tiere, Puls und Herzschlag war in Ordnung gewesen. Ripp beobachtete Erscheinungen der traumatischen Herzentzündung, In der Scheidewand war ein enteneigrosser Abscess, gefüllt mit zähflüssigem Eiter. Lehnhardt sah bei einer Kuh seit 3 Monaten Abmagerung, Hüsteln, Schiittelfröste, Atemnot und sehliesslich Tod. Der in der Scheidewand sitzende Abscess war gutartig. Siedamgrotzky beobachtete den Abscess im Warzenmuskel der linken Herzkammer und in dem länglichen Abscesse eingedickten käsigen Eiter, der eine feste Kapsel von schwieliger Yerdickung hatte, Durch was der Tod, der in der Regel apoplektisch erfolgt, eintritt, ist rätselhaft, besonders wenn in Ilücksicht gezogen wird, dass das Leiden in ähnlichem Zustande, wie im Momente wo es tötete, längere Zeit bestehen konnte, ohne die geringste Beschwerde zu veranlassen und dass in anderen Fällen durch solche Abscesse chronische Krankheit und Siechtum erzeugt wird. Möglich dass die Qualität der eitererzeugenden Mikroorganismen hiebei eine Rolle spielt, oder dass das Einschmelzen gewisser Nerventeile die Krankheit oder Gefahr bedingt. Wenn Herzabscess auch viel seltener ist als traumatische Herzentzündimg, so ist derselbe doch bei der Diagnose, besonders wenn dort operiert werden will, in Betracht zu ziehen.
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Neubildungen. Geschwülste im Herzen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 437
Neubildungen. Geschwülste im Herzen.
Litteratur: Marheinike, Sarkom im Herzen d. Kuh. Gurlt u. Hertwig 1842, p. 81. Math er, Geschwulst a. d. Valvula tricuspidalis li. Ponny. The Vot. 1842, p. 4. Ber. üb. Leist, i. Geb. d. Tbk. 1842/4;!, p. 81. Gurlt, Sarkome am Herzen b. Kühen. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 445. Curdt, Herzdegeneration b. Ochsen. Mecklbg. Ber. 1854/55, p, 28. Buchte, Herzleiden b. Ochsen. Ecp. 804. 1854. Gorving, Herzverknöoherung b. Pf. The Vet. 1856, p. 819. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1866, p. 819. Gurlt, Herzen mit Sarkom 11. plast. Ablagerung 1j. Kühen. Gurlt u. Hertwig 1856, p. 319. Adam, Carcinom im Herz b. Hunden. Wochsclir. 1860, p. 708. Furnivall, Gesebw. im Herz v. Pf. Tbc Vot. 1860, p. 708. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1860, p. 12. Anacker, Sarkom im Herz b. d. Kuh. Gurlt u. Hertwig 1862, p. 73. Daudt, Herzklopfen b. Schw. durch Neubild, im Herz. Siichs. Jhb. 1863, p. 20. Leisering, Fibrom im Pferdeherz. Ibd. 1866, p. 21. Anacker, Allg. Cachexio infolge Sarkom im Herz b. d. K. Mitt. a, d. tztl. Pr. 1870. Dietrich, Neubild, i. d. r. Herzk. Ibd. Müller u. R. 1875, p. 159. Bonnet, Mykofibroma gelatinosa im Kuhberzen. M. Jhb. 1882/83, p. 125.
Die Mehrzahl der am und im Herz vorkommenden Geachwülste findet sicli nach meinem Wissen heim Rinde, speziell der Kuh, dann heim Ochsen, meistens älteren Tieren. Beim Pferde sind auch zweijährige Tiere betroffen. Auch beim Schwein und Hund sind die in Frage stehenden Geschwülste im Herzen beobachtet worden. Was die Qeschwulstsorton betrifft, so sind hauptsächlich Sarkome, seltener Carcinome und Fibrome i'estgestcllt.
Aetiologie: Es ist hier das in der allgemeinen Geschwulst-lehro Gesagte anzuwenden.
Klinisches Bild: Beim Binde: Allmähliches Hintreten und lungsame Zunahme krankhafter Erscheinungen. Es ist genannt: Beschwerliches Atmen, Unregelmiissigkeit im Herzschlag und Puls, In der Mehrzahl der Fälle pochender Herzschlag, aber trotzdem schwacher Puls. Angst, Stöhnen, Zittern. Langsame Abmagerung, Kachexie oder in selteneren Fällen plötzlicher Tod. Bei der Sekti on ist beobachtet: An den Herzklappen sarkomatöse Auswüchse, class kaum noch Blut durch das Ostium hindurch konnte. Buchte. Ein Vs Pfund schweres Sarkom neben der Einpflanzung der Vona cava inferior. Marheinike. Beutelähnliches Sarkom in der Herzkammer. Anacker 24 Pfund schweres, durch plastische Ablagerung entstandenes Herz. Gurlt. Statt des Herzens einen (52 Pfund schweren speckähnlichen Ballen, nach dessen Spaltung ein anscheinend gesundes aber verkleinertos Herz zum Vorschein kam. Beim Pferde ist beobachtet: Allmähliche Zunahme der Symptome, Abmagerung, steife Haut, langsamer, aussetzender Puls. Mather beobachtete am 2jährigen Ponny, dass der
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438nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gasentwicklung im Blut, Herz und Herzbeutel.
Herzschlag allmählich immer langsamer wurde und schlicsslich nur noch omal in 5 Minuten gehört werden konnte, der Puls war kaum fühlbar. Krampfhaftes Stossen des Herzens sah Furnivall. Loisering beschreibt ein gänseoigrosses Fibrom in der linken Wand des Herzens. Bei Lebzeiten dos Tieres waren keine krankhaften Erscheinungen zugegen. Furnivall hatte aussei' der Änderung der Herzthätigkeit noch gesehen, dass das betroffene Tier rasch atmete, zitterte, sich ungern niederlegte und sich manchmal auf das Hinterteil setzte wie ein Hund, Die Geschwülste waren hauptsächlich Fibrome, welche in der Kammenvand oder den Klappen ansassen. Beim Schwein beobachtete Daudt seit 2 Tagen beschleunigtes Atmen, die Ohrspitzen bekamen auffallend dunkle Farbe, dann auch der Bücken, der Herzschlag war pochend, zitternd, kein Druckschmerz, Appetit und Ausscheidung gut, fioberlos. Am folgenden Tage Atemnot, Atmen mit offenem Maule, die Ohren blau, die Spitzen derselben schwarz, abgestorben, die vordere Bücken-hälfto und die Schultern blau, hier stellenweisse Bläschen, der Herzschlag pochend, zitternd. Das Tier wurde geschlachtet und bei der Sektion fand Daudt die Kommunikation zwischen der linken Herzkammer und Vorkammer fast unterbrochen, statt der Klappe eine wall-nussgrosso Neubildung, derb, fest, fibrös. Dieselbe sass am Bande des Ostium venosum und verschloss letzteres fast vollständig. Im Hundeherz ist durch Adam Carcinom diagnostiziert.
(laquo;asentwicklimg im Blut, Herz und Herzbeutel.
bi 11 er ii t ur: Schmidt, Herzbeutelentzündung u. Oasansammlnng Im Herzbeutel bei Kühen. Gurlt u. Hortwig 1801, p. 158. lier. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 18(11, p, 45. Sohuhmann, dasselbe. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1807, p, 154. Virchow, Luft im Blute. Vircb. Arch.
Bei Haustieren ist bis jetzt nur Gasentwicklung im Herzbeutel festgestellt, bei jauchigen Entzündungen dortselbst, bei denen übelriechende Gase entstehen können. Virchow teilt eine Anzahl von Fällen mit, in denen bei dor Sektion derart viel Luft in den Blutgef'ässon angesammelt war, dass dieselbe mit Geräusch und unter Hervorspritzon von Bluttoilcn entwich. Es handelte sich auch hier um Fäulnisprozesse. Luftansammlungen im Blute können durch Eindringen der Luft von verletzten Venen stattfinden. Diese sind jedoch von der erstgenannten Sorte zu trennen, mit welcher noch der Entstehung nach am ehesten die malignen (Hleme, Bauschbrand, Ähnlichkeit haben. Bei Gasansamm-hmg im Herzbeutel tritt zu den Erscheinungen der Pericarditis noch tynipanitisciior Schall an der Herzgegend auf und zwar in grossem Umfange.
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Operationen am Herz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;439
Die Prognose ist ungünstig.
Therapie: Niir Operation verspricht einige Aussicht auf Heilung. Eröffnen mit dem Troikart, Abfluss uml sorgsame Irrigation mit erwärmten antiseptischen Lösungen.
Operationen am Herz.
Litteratur: Vgl. Traunmtisclu! Herz- u, Herzbeutelontzünd, Ferner: Ij y d t i n, Punktion des Herzbeutels lici Kiilien. Tztl. Ztg. 1845, p. 77. Stotznor, Operat. am Herz. Obl, f. Chirurg. 1887, p. 44.
Lydtin diagnostizierte Pericarditis bei folgenden Erscheinungen: Stilles Hinbriitcn, gerade ausgestreckter Kopf, aufgezogenes Rückgrat, Abziehen der Schulterblätter von der Brust, blasse Schleimhäute, gros-sen Durst, heftiges Atmen, beiderseits deutlichen wellenförmigen Herzschlag, voller, weicher Puls, Ödeme an der Brust und helltönendes Schwappen, als ob eine Einsehe im Herzbeutel geschwenkt würde. Lydtin stach einen Troikart ein, Hess abtliessen, spritzte durch die Kanüle Eliissigkeit ein und liess erstere 8 Tage stecken. Er erzielte Heilungen. Es ist auf die bei der traumatischen Herzentzündung angegebenen Operationen pag. 434 hinzuweisen. Oluck hatte durch Versuche an Tieren festgestellt, dass kleine Elfenbeinklemmen tief in Arterienwunden eingesetzt werden können und dass das Herz, durch Schnitt verwundet, genäht und per primam zur Heilung gebracht werden kann.
Krniikheitcn der liauchliöhle. Brüche, Hernien.
Allgemeines.
Litteratur. Häsor, desohiohte d. Medizin. 11. p. GOli. Richter, Anfangsgründe d. Wundarzneiknnst 1801. 11 e s s c 1 b a n li , Lehre v. d. Eingeweide-brüelion. Wiirzburg 1829. Bus oh, Loliro v. d. BriieheinUlemmung. Vor-handl. d. d. Gesellseh. f. Chir, 187.r). Roiohel, Dasselbe. Cenfralbl. f, Chir. 1887, p, 249. Hanks, quot;Radikaloporat. b. Brüchen. Münoh. M, W. 1887, ]). 39. Reiche!, Lehre v. d. Bruoheinkletnniung. Stultg. Enke 1886. Sobolowski, Gaugriinöso Hernien. D. rn. VV. 1887, p, 28. K r ii-ni e 11 , Innere Danncinkleinnuing. Centralbl. f, Chir. 1887, p. 215. K in-inert, Mechanism, d. Briioheinkleminuiig. Ibd. 1887, ]). 393. C z e r n y , Einklommungen. Viroh, Arch. ,llig. C. 1., p, 524. Fuohs, Hcrniotoinio unter Cocaiuinjekt. Allg. Mod. Ceulralztg. 1887, p. 231. Weil, Hehandl. gangränös. Brüche. Prag. ID. W. 1887, Nr. 13. K o e b e r 1 e , (buigränöse. Brüche. L a u c n s t c i n , Akute Darnicinklenniuing. 1). M. W. 1888, p. 904. Carmo, Bcliandl. d. Hernien d. subj. Injekt. Allg. M. Ctlztg. 1888, p. 184.
Eingeweidebrüche, Brüche oder Hernien sind Lageveränderungen von Eingeweiden, die normal In der Bauchhöhle sein sollen. Diese
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440nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Brüche, liernien.
Eingeweide gelangen zwischen und vor die Wände der Bauchhöhle, sind aber noch von der allgemeinen Haut bedockt oder sie gelangen durch das Zwerchfell in die Brusthöhle. Dadurch, dass das zwischen der Bauchwand hervortretende Organ noch von der allgemeinen Haut bedeckt ist, unterscheidet sich die Hernie vom Vorfall oder Prolapsus, bei welch' letzterem das hervorgetretene Organ offen zu Tage liegt. Die Bezeichnung Bruch, Hernio wird auch angewendet, wenn andere innere Organtoile als Baucheingeweide unter den genannten Voraussetzungen vorhigert sind.
Es ist anzuführen, dass die Lehre von den Hernien früher wenig entwickelt war. Hippokrates, Galenus, Ileliodorus und Paulus von Aegina, Namen, an welche sich das ärztliche AVissen ihrer Zeitalter knüpft, kennen mir Nabel-, Skrotal- und Inquinalbrüchc. Alles andere ist ihnen unbekannt. Was nicht reponiorbar ist, halten sie für verwachsen, liiro Therapie war roh: die Haut mit Klommen abquetschen, oder einen Faden kreuzweise durchlegen, oder Zerstören durch Glüheisen, das waren die Haupteingrifte. Erst 1719 ist durch Wiedenmann festgestellt worden, dass bei nicht traumatischen Hernien keine Ruptur vorhanden sei und erst von da an wurden nach und nach die Hernia obturatoria, cmralis und ischiadica entdeckt. Die Zwerchfellhernie ist an Tieren zweifellos schon im Altertum gesehen worden, allein die Erkennung des inneren Bruches beim Ochsen, wie des inneren Bruches bei Pferden in das Winslow'sche Loch ist ebenfalls erst in der Neuzeit möglich geworden. Damit ein Eingeweide aus seiner Höhle hervortreten kann, ist notwendig a) dass die Ilöhlenwand reisst, und wenn durch diese künstlich durch ein Trauma entstandene Öffnung eine Hernie entsteht, so heisst sie eine traumatische oder b) dass die Eingeweide durch normal vorgebildete Offnungen oder Vertiefungen heraustreten. Diese letztere Sorte von Hernien entsteht aber nur, wenn diese anatomischen Prädispositionsstellen in etwas von ihrer normalen Minrichtung abweichen, d. h. zu weit, zu tief oder in dor Form etwas verändert sind. Diese Sorte heisst spontane und hat noch verschiedene Bezeichnungen. Die wesentlichsten Teile einer Hernie sind: a) der Bruchsack, b) der Bruchinhalt und c) die Bruchpforto oder der Bruchkanal.
a) Der Bruch sack, derjenige Teil des hervorgeblähten oder herausgedrängten Bauohfellstüokes, in welchem das Eingeweide, etwa wie ein Einger in einem Handschuh, eingeschlossen ist, oder dieses Bauchfellstiick erlangt, da es in der Kegel ausserhalb der Bruchpforte nachgezogen wird, eine Gestalt wie ein aus einer Harnblase angefertigter
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Brüche, Hornieii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;441
Tabaksbeutel, selbst die Fiiltelung am dünnsten Teile der Schnürstelle, dem sogenannten Bruchsackhalse, fehlt nicht.
Da der Bruchsaok durch verschiedene Einwirkungen gereizt wird, bald von aussen durch mechanische Einwirkungen oder Ant'iillung des vorliegenden Eingeweides oder von innen durch die poristaltische Bewegung etc., so kommt es in der Hegel am Bruchsackhalse zu entzündlichen Verdickungen. Es kann jedoch auch der ganze Bruchsack oder nur ein Teil entzündet und allmählich verdickt werden. Hierdurch wird der Bruchsack noch weiter aus der Bauchhöhle hervorgezogen. Hinter dem seitherigen Bruchsackhalso erweitert sicli der Bruchsack und es bildet sich ein neuer Hals. Solche Erweiterungen und Verengungen können mehrmals auftreten. Diese Formen lieissen ro senkranz- oder sanduhrförmig e, sie sind beim Tiere selten.
b)nbsp; Der Bru cliinhalt. Meist ist Dünndarm vorgelagert. Unter Umständen kann aber auch der Dickdarm, das Netz, der Magen, die Leber, Uterus, Eierstock oder Blase den Bruchinhalt bilden. Wenn ein sehr grosser Teil der Eingeweide hervorgetreten ist, so lieisst der Bruch Eventration, während die übrigen Brüche nnch dem Inhalte des einzelnen Teiles Enterocele, Gastrocelo etc. genannt werden. Ausser diesen vorgelagerten Teilen findet sicli regelmässig noch im Bruchsack eine Ansammlung von Serum, welches als Stauungstranssudat oder als entzündliches Exsudat \on der Innenflächo des Brucbsackes und der Oberfläche der ausgetretenen Eingeweide stammt. Es kann sogar zum Austritt von Blut kommen. Diese Flüssigkeit heisst Bruch-Avasser. Durch Zerreissungon können auch Gase oder Darminhalt einen Teil dos Bruchinlialtes bilden.
c)nbsp; Die Bruch})forte ist rundlich, länglich, spallförmig. Sie ist klein und enge, kaum mit einem Finger passierbar odor sie reicht bis zu einer Grosse dass ein grosser Teil der Bauchwand gerissen ist und die Bruchpforte eine weite Öffnung darstellt. Die Ränder sind frisch gerissen, blutig, oder sie sind älter, narbig und strahlenförmig zu-saminongezogen, oft verdickt und hart oder sie bilden Ausdehnungen normaler Offnungen für Blutgef'ässe und Nerven, oder Durchgänge für andere Teile.
Aetiologie: Schon aus der Einteilung in angeborene, erworbene, traumatische und spontane Hernien geht eine Verschiedenheit in der Entstehung hervor. Angeborene Hernien entstellen infolge von mangelhaftem Verschlnsse der Bnuchwandungen während der embrionalen Entwicklung, Erworbene Hernien sind traumatisch oder spontan. Letztere entstehen aus: 1) einer zu geringen
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442nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bi'iicho, Ilornien.
Widerstandsfähigkeit der Bauohwand und 2) einem Ersohlaffiiugszustande
des Bauchfelles. Diese beiden Bedingungen gehören zusammen. Die Hernie entsteht in der Regel langsam. Nur in Fällen, in denen der Bruchsack präformiert ist und plötzliche Wirkung der Bauchpresse eintritt, oder bei Trauma, kann rasche, fast plötzliche Entstehung eintreten.
Klinisches Bild; Geschwulst von sehr verschiedener Grosso, die mit unveränderter Haut bedeckt ist. Die Anschwellung ist weich, festweich, lu'irtlich; sie ergiebt auf Perkussion meist tympanitischen Schall und bei Auskultation lässt sich vielfach peristaltische Bewegung feststellen. Wird das Tier so gestellt oder gelegt, dass der Bruch an der höchsten Stelle ist, so lässt sich auf gelinden Druck der Inhalt in die Bauchhöhle einschieben und es entsteht dabei nicht selten ein eigen-tümliohes gurgelndes Geräusch. Nach dem Zurückdrängen des Inhalts kann der Bruchring gefühlt werden. Bei Anfiillung der Gedärme und bei Husten wird der Bruchsack grosser. In Einzelfällen lässt sich der Bruclünhalt nicht zurückschieben, der Bruch ist im Gegensatz von dem zur ückbringbar on, reponiblen, beweglichen, unbeweglich, irreponibel.
Die Unbeweglichkei t oder Irreponi bilität oder Incarceration gründet sich auf folgendo Ursachen: 1) Verwachsung des Bruchinhaltos mit dem Bruchsacke. Dies entsteht namentlich bei Nabelbrüchen und wenn Netz vorgefallen ist. Es ist auch mitgeteilt, dass die Irreponibilitüt dadurch entsteht, dass der vorgefallene Teil, nanientlich Netz mit seiner Umgebung im Bruchsacke feine fadenartige Verbindungen eingeht, so dass er nach dem Zurückbringen sogleich wieder heroingezogen wird. 2) Eine so bedeutende Weite der Bruch-pforto und Grosse des Bruchsackes, dass der Bruchinhalt gar nicht mehr Raum in der Bauchhöhle finden könnte, bei Eventrationen. 3) Bei der Einklemmung, Incarceration. Man unterscheidet eine mechanische und eine Kote in klemmung.
Die mechanische Einklemmung wird vorschieden erklärt: Man nahm früher an, dass ein Krampf der um die Bruch-pforto liegenden Muskel die Einklemmung bedinge, oder dass eine scharfe Abknickungquot; des Inhaltes die Einklemmung erzeuge. Diese einzelnen Momente reichen aber nicht aus. Es sind daher, um die mechanische Einklemmung zu erklären, verschiedene Theorien entstanden.
1) Eossen'scho Theorie: Wenn man ein biegsames, dünnwandiges Rohr schlingenförmig in ein Gefäss mit enger Öffnung einsenkt und alsbald den einen Schenkel des Rohres mit einer Flüssigkeit füllt, so übt diese Flüssigkeit einen Seitendruck in der Richtung der Gefäss-
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liriiehe, Ilornien.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 443
wände aus und verhindert gerade dadurch, dass auch der abführende Schenkel des Rohres gefüllt wird, während sich das Zuführende Immer weiter füllt, bis es an der Eingangsöffhung den abführenden vollständig zusammenpresst.quot;
2) Busch's Theorie: Es sei in Fig. 70 ein Druck in der Gegend von a wirksam, dieser wird auf seiner convcxen Fläche bbb einen Effekt ausüben, der wesentlich grosser ist als der bei a ausgeübte, ganz ebenso wie eine Kraft die auf 2 Druckstempel von verschiedener Grosso einwirkt, auf den breiteren Stempel wird ein um so gmsserer Effekt ausgeübt, je bedeutender der Unterschied der Flächeneinheiten dieser Stempel ist. Durch den grösseren seitlichen Druck bei bbb wird nun bei cnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Flg. tu. Buaoh'a Theorie, der ausführende Schenkel geschlossen.
8) Roser'sche Theorie: Die Darmfalten haben eine klappenförmige Anordnung, dadurch wird das Zurücktreten eines etwaigen .Ingestums durch den abführenden Schenkel nicht zugelassen, weil sich die Klappen ventilartig vor die Abflussöffnung legen.
4)nbsp; Kocher'sche Theorie: Durch die Dehnung des Dannrohres werden dessen Schleimhautfalten in die enge Partie des abführenden Rohres herabgezogen und dadurch diese enge Partie vollständig verschlossen.
5)nbsp; Reichel fand, dass der Vcrschluss am zuführenden und abführenden Schenkel entsteht. Die Einklemmung tritt ein, wenn zwischen Bruchpforte und Darm ein räumliches Missverhältnis erzeugt wird.
Klinisches Bild der Einklemmung, Irreponibilität oder Incarceration: Es ist zu beachten, dass die Einklcmmung zu jeder Ilernio hinzutreten kann. Es treten in der Reihenfolge an dem Teile die Erscheinungen 1) der venösen Hyperämie, 2) der Entzündung und 3) des brandigen Abstorbens der Gangränesconz auf. Im Stadium der Hyperämie erfolgt vermehrter Austritt von Rruch-wasscr, sowohl in den Brnchsack, als auch in das vorgefallene Eingeweide, dadurch Anschwellung, Härte, Unmöglichkeit der Reposition, Druckschmerz, Obstipation, Schmerz eventuell Erbrechen. Wird eröffnet, so findet sich das Eingeklemmte in gleiohmässiger oder fleckiger rotbrauner Farbe. 2) Die Entzündung hat anfangs exsudativen Charakter, die Oberfläche der eingeklemmten Teile wird mit gelben orou-pöson Massen zum Teile bedeckt, das Transsudat wird blutig, es kommt
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zum Fieber, hochgradiger Schmerzhaftigkeit, Kolik, vollständiger Verstopfung, Aufhören der Peristaltik eventuell Erbrechen. Die Entzündung nimmt wegen des Darminhaltes rasch einen septischen Charakter an. Es kommt zu kalten Schweissausbrüchen, Chok und den Erscheinungen der Sepsis. 3) Im Stadium der Gangrii nescenz, in welchem die Teile absterben und abgestorben sind, wird der Inhalt des Bruchsackes missfarbig, grau, grünlich, schwarz. Das Fieber steigt, es treten die Symptome der septhiimischen Erkrankung ein, der Schmerz liisst nach, das Benehmen ist schwerfällig, unbeholfen. Sopor, Schluchzen, Zähneknirchen, Tod, Die Dauer vom ersten Stadium der Einklemmung bis zum Tode durch septische Gangrän ist verschieden, aber im allgemeinen auf 24 Tage anzunehmen. Spontanheilung tritt höchst selten ein, sie ist jedoch dadurch möglich, dass das noch gesunde eingeklemmte Stück mit dem Bruchsack verwächst, dass der brandig abgestorbene Teil zerreisst und seinen Inhalt nach aussen entleert. Es ist also notwendig a) Verwachsung mit der Umgebung, jedoch ist dieselbe erschwert, weil das Bruchwasscr dazwischen ist, b) Durchbruch des eingeklemmten Darmes an einer solchen Stelle, dass der Inhalt nach aussen gelangen kann, c) phlogmonöse Erweichung der den Brustsack umgebenden allgemeinen Haut und Durchbruch, dass sich der Kot nach aussen zu entleeren vermag. Dadurch ist eine Kotfistel, Darmfistel, Anus prät erna tural is entstanden (s. p. 448).
Prognose de)' eingeklemmten Brüche: höchst vorsichtig, ungünstig bis schlecht.
Therapie: Im ersten Stadium ist die Zurückbringung, liepo-sition oder Taxis des eingeklemmten Bruches zu versuchen. Dieses allmähliche Zurückbringen darf nicht besonders forciert werden, weil sonst die mürbe gewordene Darmwand reissen könnte. Die Angriffspunk t e werden in grösster Nähe der Bruchpforte genommen, um hier mit den Fingerspitzen einzelne Teile des Inhaltes allmählich zurückzudrängen. Man muss nicht den ganzen Inhalt auf einmal in die Bauchhöhle zurückdrängen wollen, denn erstens wird damit in der Regel gar nichts erreicht und es besteht noch die Gefahr, dass der Bruch-inhalt samt dem einschnürenden Brucksacke in die Bauchhöhle zurück-giedrängt, dortselbst aber die Einklemmung fortbestünde. Es ist auch möglich, dass bei zu starker Einwirkung bei der Taxis der Bruchsack reisst und die Darmschlinge zwischen die Muskulatur oder zwischen Muskulatur und Peritoneum gopresst wird; die Einklemmung am Bruchringe bleibt natürlich bestehen, es kommt nach solchen Scheinreduktionen mit Sicherheit zur Gangränescenz und zum Tode. Um
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Brüche, Hernien.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;445
die Taxis zu unterstützen ist notwendig 1) passende Lagerung, Der Bruch muss oben, das Tier somit auf der gesunden Seite oder dem Rücken gelagert sein. 2) Die früher gebräuchlich gewesenen Anwendungen von Kälte oder Kataplasmen sind nicht mehr zu empfehlen, dagegen 3) die Narkose oder 4) Einspritzungen von Cocain. Wenn die Taxis nicht gelang, so ist früher die Punktion des Bruchinhnltes vorgenommen worden. Ich habe mit derselben nur ungünstige Kesultato erzielt und warne geradezu vor derselben, denn der gespannte krankhafte Darm hat nicht die Elastizität sich nachher wieder vollständig zusammenzuziehen, sondern es fliosst Darminhalt in den Bruchsack und dies ist, wenn nicht antiseptisclic Operation erfolgt, tütlich. Es bleibt daher nur das Radikalmittel: die Operation, Je früher sie gemacht wird, je lebensfähiger noch der Bruchinhalt ist, um so besser ist die Aussicht auf Erfolg, während bei eingetretener Gangränoscenz des Darmes, selbst bei bester sonstiger Durchführung der Operation das Verfahren zwecklos wäre. Die Bruchoperation hat früher in vor-asoptischer Zeit für eine der gefährlichsten gegolten. Die Resultate waren oft ungünstig. Durch die antimykotischen Eingriffe hat sich aber das Verhältnis wesentlich gebessert. Es wird das Tier wie zur Taxis gelegt und chloroformiert. Sodann die Haare in weitem Umkreise abgeschnitten, rasiert und gründlich desinfiziert, schlicsslich mit Watte abgerieben, Jodoform aufgestreut und dieses trocken gleichmässig eingerieben. Die nicht desinfizierte Umgebung ist mit antiseptischen Tüchern bedeckt. Jetzt erfolgt der Einschnitt, Es giebt zwei Methoden: a) den sogenannten äussoren Bruchschnitt. Es wird nur die Haut durchschnitten und der Bruchsack mit dem Einger freigelegt. Hierauf wird am Bruchhalse mit einem passenden krummen kleinem Messer, einem Horniotom, oder einem geknöpften Bistourie einige Male eingeschnitten, der Bruchring somit gekerbt und jetzt der Inhalt eingedrückt. Es bestehen hiebei folgende Gefahren! 1) Der Bruchsack, der mit entzündet ist, bildet, wie sich Mitschell ausspricht, einen Locus minoris resistentiae, es wird deshalb derselbe besonders zu behandeln sein. Macewell fasst daher, wenn der Darm in die Bauchhöhle zurückgebracht ist, den Bruchsack und dreht ihn zu einem möglichst festen Knäuel ähnlich einem Tabaksbeutel. Ball fasst den freien Bruchsack mit einer breiten Zange, torquiert mit mehreren Umdrehungen bis ein Gefühl von Widerstand auftritt, der torquierte Hals wird mit Catgut festgebunden und der entstandene Knäuel au der Bauchwand angenäht, hierauf die äussero Bauchwunde verschlossen. Diese Methode ist aber vollkommen erfolglos, wenn das Dannstück bereits
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nckrotisch geworden ist. b) Durch den inneren Bruclischnitt wird das Bauchfell eröffnet, Um zu erkennen, ob das Darmstück nocli lebens-fäbig ist, wird nach dem Vorschlage von Notbnagel ein Salzkrystall auf die fragwürdige Stelle gelegt. Ist die Darmwand noch irritabel, so entsteht an der Stelle l'eristaltik. Die Verletzung des Peritoneums an sich, welches allerdings hier in der liogel verdickt ist, ist ungefährlich auch das Eindringen von atmosphärischer Luft in die Bauchhöhle, es handelt sich nur darum, dnss die Operation aseptisch gemacht wird, Der Bruchsack wird nach Aufhebung einer Falte, in welche mit der Scheere eingeschnitten wird, mittelst Ilohlsonde gespalten. In manchen Fällen ist der Brucbsaok mit dem vorgefallenen Darme verwachsen. Die Lösung hat mit grösster Sorgfalt, womöglich stumpf oder unter Anwendung einer kleinen Scheere oder feinem Bistouri zu geschehen. Bei grosser Gasansammlung kann es nötig worden, mittelst Punktions-troikart einzustechen und zu entleeren. Es kann sein, dass die Darmwand sich nachher nicht mehr zusammenzieht und die Öffnung mittelst feinem Stich durch die Seröse zu nähen wäre. Bei übermässiger Kotansammlung muss sogar aufgeschnitten und eventuell Kot entfernt werden. Das Darmstück wird hervorgezogen und in warme in Carbol oder Sublimat getränkte aseptische Tücher eingehüllt. Der Teil, der angeschnitten werden soll, wird längs des Darmrohres mit Pinzetten hochgehoben und mit dem Messer oder der Scheere durchgeschnitten, sodann der Teil nach abwärts gehoben, damit der Kot möglichst nur an einer Schnittwand abHiesst, hierauf wird mit warmen antiseptischen Flüssigkeiten sorgsamst gereinigt, der Darm einige Centimeter von der Wunde durch Gehilfen zugedrückt, damit kein Kot mehr gegen die Wunde kann, endlich nach sorgsamster antiseptischer Spülung und Blutstillung die Wunde noch mit Jodoformpuder eingerieben und dann mit Jobert'schor Naht genäht. Vgl. Figur 71.
Bei diesem Kühen wird nur die Seröse und teilweise die Muskularis mit feinem Catgut gestochen und die Wundränder so vereinigt, dass Serosa an Serosa liegt. Jetzt erfolgt abermalige Ahspülung und Versenken des genähten Darmes. Das Bauchfell wird vielfach nicht genäht, sondern so versenkt, doch empfiehlt es sich, dasselbe mit Catgut zu nähen. In Einzelfällen, in denen Gangrän besteht, ist schon mit Erfolg ein Stück Darm reserciert worden. Man verfährt folgen-dormassen: Der gefüllte teilweise gangränöse Darm wird ziemlich weit hervorgezogen und mit warmen antiseptischen Tüchern umhüllt. Die Eröffnung und Entleerung geschieht wie oben genannt. Nach der Entleerung wird der Kot auf einer Seite der Wunde zurückgestreift und
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der Darm dortselbst mit einer aseptischen Schnur ninhnndon oder durch einen Gehiilfen zugedrückt, sodann folgt dieselbe Handlung auf der anderen Seite der Wunde. Jetzt wird der Darm auch im Innern sorgsamst irrigiort, mit warmen Desinf'oktionsHüssigkeiton getrocknet und das zu oxcidierende Stück mit einem oder einigen Scherenschliigen lier-ausgotrennt. You grüsstcr Bedeutung ist dabei das Grekröse, Dasselbe muss scharf au den Wtindrand herangehen und es darf ja nicht
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Flg.71. an Nadel mit Jiucli^cstochcnem
Faden. IjIi ElngOStülptet Danmvnndraiul,
so dass Sorosft an Sovosa kommt.
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Flg, 7;t. Zueinandorgf!SclinIieiic Dann-onden nach der Rosoktlon . der aufnehmende Teil eingestülpt] damit Se-rosa an Serosa lioj't.
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,'.72. Wunde nach reseziertem Dann-sturk mit angelegter Catgutnaht.
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gequetscht werden, da eine Entzündung in ihm eine mangelhafte Ernährung der Wunde und ein Misslingen der Ueilimg bedingen würde. Fig. B.
Das Zusammennähen des Darmes geschieht derart, dass das hintere Darmstiick über das vordere hereingestülpt wird und die Serosa derart umgeschlagen wird, dass dieselbe auf der vorderen liegt. Es empfiehlt sich daher, zunächst die beiden Darmenden aneinander zu stossen und durch Serosa und Muskularis mit feinein Catgut rundum zu nähen, Fig. 72, hierauf erfolgt die Umstülpung nach vorne und das wiederholte Nähen. Fig. 73.
Nach der Versenkung wird die Toilette der Wunde sehr sorgsam vorgenommen, eventuell die Ränder des Bruohringes noch mit der Schere
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.aufgefrischt und geuiilit, hierauf zuerst die Muskularis, sodann die iiussere Haut genäht, drainiert, Entspannnngsnähte, Zapfen- oder Perlnaht angelegt und sehr reichlich verbunden. Patient bekommt je nach Tierart und Grosse eine Opiumgabe und einige Tage (24) bloss Wasser. Die Kotfistol, anus prätornaturalis oder widernatürlicher After kommt gelegentlich bei sämtlichen Haustieren vor. Sie entsteht auf eingeklemmte Brüche spontan oder wird künstlich angelegt, oder sie bildet sich bei penetrierenden Bauchwunden, Fremdkörpern im Darme oder bei Abscodierungen. Man macht eine gewisse Unterscheidung in der Benennung: wenn der Kot nur teilweise zu der Bauch-wundo hcrausHiosst, der grössere Teil desselben aber durch das ab-fiihrondo Darmstiick nach hinten befördert und naturgemäss entleert wird, so bezeichnet man den Zustand als Kotfistel. Wenn jedoch sämtlicher Kot zur Wunde heraus entleert wird, so ist es der widernatürliche After. Die spontane Bildung der Kotfistel nach Incarceration erfolgt dadurch, dass das eingeklemmte Darmstiick brandig wird, abstirbt und Kot in den Bruchsack entleert, welcher aber durch spontane Perforation nach aussen Abfluss bekommt.
An der Stelle, an welcher der Darm einseitig festgewachsen und teilweise ausgestülpt ist, ist an der gegenüberstehenden Wand eine Einknickung, welche des entzündlichen Reizes wegen, Serosa an Serosa, verwächst. Wird ein solches Darmstück senkrecht auf die Ver-
FJg. 7i. Kotfistel. Anus prater-
nataralU,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;wachsung durciigesclmitten, so ergiebt sich eine
zapfenartige Hervorragung dos Sporns, wie in Fig. 74 ersichtlich wird. Es ist möglich, dass die Kotfistel spontan dadurch heilt, dass das röhrenförmige Stück Darm durch Zug des Mesenteriums und durch die Peristaltik länger gezogen wird, dadurch dünner und enger wird, schliesslich oblitoriert und zu einem fibrösen Strange wird, welcher sogar durch fortschreitende Narbenkontraktion und Atrophie schliesslich verschwinden kann. In Fällen, in denen aber der quot;Übergang von der Darmschleimhaut zur äusscren Decke verwächst, ist eine Spontanheilung unmöglich und es muss, um Heilung zu erzielen, zunächst der in Fig. 74 dargestellte Sporn entfernt werden. Dies geschieht a) durch Anlegen eines sogenannten Enterotoms, einer scherenartigen Klammer, mit deren breiten Branchen der Sporn gefasst wird und nachher werden dieselben aufeinandergeschraubt, damit der Sporn innerhalb einiger Tage abstirbt. Oder es ist auch versucht worden, das Darmrohr an der Stelle des Spornes dadurch zu erweitern, dass Gummiballons eingeschoben, in der
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Einzelne Arten der Brüche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;449
Tiefe aufgeblasen und nach einigen Stunden wieder entfernt wurden. Der Ballon soll nicht über 2 Stunden liegen bleiben, da sonst Gangrän der Darmwand entstehen könnte; wenn derselbe herausgenommen und l Stunde entfernt blieb, so class die Zirkulation wieder vollkommen eingetueten sein konnte, dann kann er wieder für 2 Stunden eingelegt werden. Dies wird so lange fortgesetzt, bis die Erweiterung eine vollständig genügende ist. Der Verschluss der Hautwunde geschieht sodann durch Auffrischen der Ränder, Ätzen mit Höllenstein und Einlegen von Stiften. AYenn dadurch die Fistel allmählich enge geworden ist, kann dieselbe schliesslich aussen noch vernäht werden.
Einzelne Arten der Brüche.
Bauchbrüche. Ventralhernien, Hernia ventralis.
Litteratur: Grove, Darmbrüulie u. Leibschadon b. Kind. Wahrnehm, 11. R, 1816, p. 57. Thomson, Incarcerierter Flankcnbr. b. R. Jhb. üb. Viehz. ö. Thk. 1834. II e r t w i g, Bauohbruch b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1836, p. 342. G e r 1 a c h , Leberbruoh b. Hunde. Bor, üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1841, p. 30. Rademacher, Bruch i. d, Bauchgeg. b. Pf. Ibd. 1841, p. 30. Kent, Tombs, Dasselbe. Ibd. Bols, Bauchverletzung mit ßruch b. Pf. Ibd. 1842, p. 514. Brogniez, Baucbbruch b. Pf. Ibd. 1843, p, 17. Benkert, Bauchbruch b. d. Hündin. Zoitschr. f. ges. Thk. 1845, p. 58. Linden-berg, Zerreiss. d. Bauchm. b. d. Kuh. Gurlt u. Hertwig 1845, IV. II. Tztl. Ztg. 1845, p. 212. Danz, Bauchbr. b. Pf. Tztl. Ztg. 184G , p. 85. Lindenberg, Zerreiss. d. Bauchm. b. Kiih. Gurlt u. Hertwig 1847, p. 477. M a i e r , Bauchbr. b. Pf. Rep. 1847, p. 293. Broad, Bauchbr. b. Pf. The Vot. 1847, p. 024. Jürgens, Bauchbr. b. Kiih. Gurlt u. Hertwig 1848, p. 491. Schmidt, Bauchbr. h. Kühen. Rep. 1850, p. 214. Straub, Ruptur d. Bauchm. b. Pf. Ibd. 1850, p. 99. Straub, Bauchbruch b. Hähnen. Ibd. p. 99. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1851, p. 50. S t o vv a r , Bauchbr. b. d. Kuh. The Vet. 1850, p. 425. Meyer, Bauchbruch b. d. Kuh. Gurlt u. Hartwig 1851, p. 88. Hannen, Zerreiss. d. Bauchm. b. d. Kuh. Tztl. Mitt. Gerl. u. L. 1854, p. 120. I m b e r t, Bauohbruch b. Mault. Rec. 1855, p. 052. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1855, p. 58. Curdt, Schiefer Bauch b. Kiih. Gurlt u. Hertwig 1850, p. 155. Gurlt, Hernicn b. d. Stute. Gurlt u. Hertwig, Suppl. 1850. Linden-berg, Bauchbr. m. Uterusinhalt. Magaz. f. ges. Thk. Gurlt u. Hertwig. XXI, p. 119. Rychnor, Bauchbr. b. R. Bujatrik 1851, p. 137. Kuhl-m a n n , Bauchbr. b. St. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerl. u. L. 1856, p, 94. 11 o 1 1 -man n, Schiefer Bauch b. Küh. Gurlt u. Hertwig 1856, p. 154. Rodet, Bauchbr. b. St. Lyon 1858, p. 289. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 56. Deidinger, Bauchbr. b. Pf. Mail. 1858, p. 40. Ibd. Series, Bauchbr. b. R. Toul. 1858, p. 75. Ibd. 56. Fünfstiick, Bauchbr. b. Pf. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 107. B a 0 r , Bruchoperation b. Füll. Ibd. 1859, p. 93. II a u b 11 c r , Bauchbr. b. Pf. Ibd. 1859/60, p, 60. B o r e 11, Grosser Hoffmann, TieriU'ztMcUc Chlrnrgio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 29
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Bauohbr. b. Pf. The Vet. 1860, p. 211. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1860, p. 47. Weihers, Ilemiotomie b. Bauchbr. v. Küh. Wochschr. 1860, p, 441. Lenglen, Bauohbr. b. Pf. Eec. 1861, p. 774. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 66. Hau b nep, Bauohbr. b. Pf. Sachs. Jhb. 1861, p. 55. S c b r a d e r , Eingeweidebr. a. Bauche b. Pf, Gurlt u. Hertwig 1861, p. 97. Strauss, Buuchbr. b. Küh. Tztl. Mitt. d. quot;Wien. Tzsch. 1862, p. 382. Münchn. Kl. Ilernie b. Pf. Mitt. d. baier. Tzsch. 1863, p. 35. IX. H. D inter, Bauchbr. b. Kalbe. Säcbs. Jhb. 1865. p. 74. Scbwan-feld, Flankenbr. b, Pf. Gurlt u. Hertwig 1865, p. 58. Fe ssler, Bruoh-sackverknöch. Woolisclir. 1865, p. 172. Haubner, Bauchbr. b. Pf. Sachs. Jhb. 1868, p. 56. Fisohbaoh, Bauchbr. b. Pf. Müller u. Roloff 1874, p. 148. Meltzbaoh, Ruptur d. Bauchm. b. St. Leis. u. Schütz 1877/78, p. 89. W oodr of fe, Doppelter Bauohbr. b. H, The Vet. 1878. Falke, Jhb. 1879, p. 117. Fiedel er. Doppelter Bauchbr. b. K. Roloff u. Seh. 1881, p. 74. B r ä ne r , Bauchbr. b. K. Sachs. Jhb. 1881, p. 116. Sheather, Bauohbr. b. d. Hündin. The Vet. 1887, p. 79. Hoffa, Operative Behandl. d. Vcntralhernien. Münchn. med. Wochsohr. 1887, p. 87. D. Mod. Ztg. 1887, ]gt;. 67. Sehr a din, üperat. eines Bauohbruches b. Fohl. Jhb. üb. Leist. a. d. Geb. d. Vet. Med. 1885, p. 79.
Bauchbrüohe, Vcntralhernien können bei sümtliclien Haustieren auftreten, sind aber hauptsächlich hei Pferden, Rindern und Hunden beohachtet. Dieselben entstehen infolge von plötzlichem oder allmählichem Auseinanderweichen der Muskulatur und in letzterem Falle sind sie an den unteren Partien des Bauches gelagert. Die Grosse schwankt zwar ganz ausserordentlich, jedoch sind Bauchbriiche diejenigen, welche am ehesten Gelegenheit zu so bedeutender Erweiterung des Bruchringes geben, dass ein grosser Teil der Eingeweide in den Bruchsack eintreten kann, eine sogenannte Eventration entsteht.
Aetiologie: Beim Pferde entstehen die meisten Bauchbrüche infolge heftiger mechanischer Einwirkung: Infolge eines D eich seist oss es sah Senglen die Hernie entstehen.Bovett durch Niederliegen auf einen Pfosten. Ilamoser teilt mit, dass ein Pferd die Gewohnheit hatte, sich beim Niederlegen einfach umfallen zu lassen, bei dieser Gelegenheit drückte es die schwache Stallwand ein und sich einen Stützpfahl derart in die Flanke, dass eine Hernie entstand. Schwanfeld sah Bauchbruch entstehen, dass ein Pferd an einem Pflocke auflief. Haubncr, dass ein Pferd in der Nacht auf eine niedere Säule aufsprang, welche dem Standhaum als Stütze diente. Baor: Ein Fohlen sprang an einer Sprossen spitze (Kipfe) eines Wagens auf. #9632; Fünfstück: Infolge Auflaufen8 auf einen Zaunpfahl. #9632; Serres: Durch Huf schlag von einem anderen Pferde. Broad: Durch Horns toss von einem Rinde. #9632; Fischbach: Während der Eisenbahnfahrt sprang ein Pferd aus
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Bauclibriiche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;451
dem Wagen. Rademacher sah Bauchbruch beim Pferde dadurch entstehen, dass es beim schweren Zuge stürzte. Schrader beobachtete allmähliche Entstehung und Vergrüsserung ohne bekannte Einwirkung. Moltzbach: Bei einer hochtragenden Stute weichen die Bauchmuskeln allmählich auseinander. Nach schwerer Geburt und infolge dieser ist die Entstehung bei Stuten mitgeteilt von Gurlt und Kuhlmann.
Beim Rinde entstehen Bauclibriiche aus folgender Einwirkung: Infolge äusserer mechanischer Einwirkung: Aufstürzen auf einen Balken, Jürgens. Hornstoss von einem anderen, Meyer. Die meisten Bauchbrüche bei Kühen entstehen aber allmählich durch langsames Auseinandenvoichen der Muskeln, namentlich während der Trächtigkeit. Es sind hier Beobachtungen vorhanden von Lindenberg, Schmid, Flicker und Hannen. Ryclmor bezeichnet die Ventralhernie bei Kühen als Waidbruchquot;. Hollmann beschreibt einen schiefen Bauchquot; bei einer Kuh, welche jahrelang so nahe an eine Wand gebunden war, dass sie nur auf eine Seite liegen konnte, das Tier war an dieser Seite flach aufgeschürzt, nach unten und die andere Seite aber unförmlicii ausgedehnt.
Beim Hunde: Infolge eines Trittes gegen den Leib, Woodroffe. Durch einen Schmiss an die Bauchseite, Gerlach. Durch t herfahren in trächtigem Zustande, Sheather. Infolge Einstürzens in einen Keller, ich beobachtete; Bonkert sail denselben nach einer schweren Geburt entstehen.
Nach der hier vorgeführten Zusammenstellung entstehen beim Pferde die Bauchbrüche in 12 Fällen 7 mal gewissennassen durch eigenes Verschulden, durch Auflaufen, Anrennen, Sprung aus dem Eisenbahnwagen und gewaltsames Niederwerfen. 3 mal durch Unglück: Deichsel- und Hornstoss, sowie Niederstürzen in schwerem Zuge. 1 mal durch Trächtigkeit und 1 mal infolge Schwergeburt. Beim Rinde sind aber die Ursachen in ganz anderem Verhältnisse: Die grosse Anzahl eigener Verschuldungen fällt hier fast ganz hinweg, denn Aufstürzen auf einen Balken kann ebenso als ein Unglück angesehen werden wie ein Hornstoss, hieven ist ja ein Fall hier mitgeteilt, dagegen findet sich 4 mal Entstehung des Bauchbrnches infolge der Trächtigkeit. Die anderen Ursachen, Waidbruciiquot; nach Rychner oder schiefer Bauchquot; nach Holl-mann sind zu unbestimmt, um sie hier zum Vergleiche verwerten zu können. Beim Hunde entsteht die Mehrzahl durch Unglück.
Klinisches Bild: Beim Pferde entsteht infolge der äusseren mechanischen Einwirkungen der Bauchbruch von 10 Fällen 8 mal an
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452nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Buuchbrüche.
der Flanke oder gegen den Unterbauch, und 1 mal hinter dem Schaufelknorpel und 1 mal hinter dem Ellbogen, Letzterer Fall ist von Schradcr mitgeteilt und verdient wegen seiner Seltenheit besonders angegeben zunbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; *
werden. Die Bruchgeschwulst sass so weit hinter dem Ellbogen, dass sie durch die Gurte nicht mehr zu erreichen wax1. Man fand, dass die 7. Rippe gespalten war, diese Öffnung den üruchring bildete, durch welchen ein Stück Dünndarm hervorgetreten war. Direkt auf die mechanische Einwirkung erfolgt die Ruptur, welche sich je nach der stattgehabten Gewalt der Widerstandsfähigkeit und dem inneren Drucke vergrössert und so einen Bruchring bildet, der vielleicht anfangs so enge ist, dass er kaum für einen Finger passierbar ist, allmählich aber eine Grosse erreichen kann, dass, wie Haubner beobachtete, durch Aufspringen auf eine Standsäule eine ()ffnung entstand, die für eine doppelte Mannsfaust passierbar war. 5 Zoll lang und 2 Zoll breit beobachtete Baer den Bruchring beim '/jjährigen Füllen, das auf einen Wagen aufgesprungen war. Nicht allein die Weite dos Bruchringes, sondern auch die Lage an dem Bauche bedingt die Grosse der Bruchgeschwulst und es ist charakteristisch für dieselbe, dass sie wächst, niemals sofort nach dem Bruche ihre volle Grosse erreicht, sondern erst in darauf folgender längerer oder kürzerer Frist. Fischbach sah nach einem Sprunge aus dem Eisenbahnwagen die Bruchgeschwulst am Unterbauche apfelgross, nach einiger Zeit hatte sie die Grosse eines Kindskopfes. Der von Schrader beobachtete Bruch, dessen Bruchring eine Rippe war, war seit Jahren gleich-gross und so unbedeutend, dass er das Pferd nicht genierte, plötzlich fing die Geschwulst an zu wachsen und wurde wie ein Menschenkopf. Es hat somit nicht die Weite des Bruchringes und die Lage desselben allein Ursache an der Grosse des Bruches, sondern durch die Peristaltik können Gedärme in grosser Menge durch ziemlich enge und höher gelagerte (Öffnungen einschlüpfen. Bei den mechanischen Verletzungen tritt in der Regel 612 Stunden nach der Einwirkung noch die Reaktion des Gewebes gegen den Insult auf, so dass die sonst nicht entzündete un-schmerzhafte Bruchgeschwulst heiss, entzündlich und schmerzhaft wird, ja in vielen Fällen entstehen entzündliche Ödeme in der Umgebung. Fieber und verschiedenartige Äusserungen des Schmerzes treten hier ein. Bei der allmählichen Durchtrennung der Bauchmuskeln durch das zu grosso Gewicht bei der Trächtigkeit fehlen die fieberhaften Erscheinungen, allein die Brucbgeschwülste erreichen hier ganz enorme Grosse. Rodet sah einen Bauchbruch bei einer trächtigen Stute infolge der Ruptur der geraden Bauchmuskel vor dem Becken, welcher bis zu den Sprunggelenken herabreichte. Das Tier atmete wie ein dämpfiges Pferd
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Bauchbriiche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 453
und hatte Beschwerden bei der Defäkation. Der Bruchaack enthielt einen Teil des Blind- und Dünndarmes und das Colon. Meltzbach beobachtete bei einer hochträchtigen Stute infolge der Kuptur der Bauchmuskeln eine grosse Geschwulst am Unterbauche vom Becken bis zum Brustbeine reichend. In derselben war eine grosse Menge Darm und der ganze trächtige Uterus. Die Geschwulst war ziemlich rasch entstanden, das Pferd unvermögend aufzustehen. Dasselbe verendete in kurzer Zeit. Beim Rinde ist ein ähnlichesYerhältnis konstatierbar: Brüche infolge äusserer mechanischer Einwirkungen erreichen nach den Angaben eine Grosse wie ein Apfel bis zu der einer Kegelkugel, einem Menschenkopf oder Hutkopfe. Nur in Fällen, in denen die Bauchwand infolge Trächtigkeit sehr stark angespannt ist, reissen auch die Bruchringe un-vorhältnismässig grosser. Strauss sah bei einer hochträchtigen Kuli infolge von Hornstoss durch eine Nachbarin, in der Plankengegend eine grosso Bruchgeschwulst, die sich innerhalb 2 Tagen noch um Bedeutendes vergrösserte. Die getroffene Stelle hatte 5 verschiedene Perforationen. Sehr wichtig sind die allmählichen spontanen Trennungen der Bauchmuskeln bei hochträchtigen Kühen. Lindenberg sah einen solchen ,,Senkbauchquot; allmählich entstehen, er wurde so gross, dass er beim Stehen des Tieres fast die Erde berührte und das Euter beinahe bis in die Mitte des Bauches vorgeschoben war. Er fand die Sehnen der geraden Bauchmuskeln jederseits am Schambeine abgerissen und die Wunde klaffte jederseits ca. 1 Quadratfuss. Durch dieselbe war der Uterus, der 2 Ctr. wog, in den Bruchsack getreten. Hannen sah Geschwulst an der rechten Unterflanke von der Grosse eines Stalleimers. Das Tier konnte nicht aufstehen, war aber sonst noch munter. Nach 4 Tagen hatte die Geschwulst derart zugenommen, dass der Bauch fast die Erde berührte und das Euter, besonders das linke, bis zur Bauchmitte vorgerückt war. Die Milch war jetzt verschwunden und grosse Spannung in demselben. Der Hinterschcnkel war bis zum Sprunggelenke geschwollen. Die Bauchmuskeln waren zerrissen IVs2 Puss weite Öffnungen waren zugegen, links grosser als rechts, an den Rändern aber keine Blutinfiltration. Im Bruchsacke lag der Uterus mit 2 Kälbern im Gesamtgewicht von 225250 Pfund. 5 Wochen vor der Geburt sah Bräuer an einer Kuh einen apfelgrossen Bauchbruch in der Nähe dor Kniefalte. Derselbe vergrösserte sich rasch, so dass bald darauf die ganze untere Bauchflächo vom Euter bis zu den Rippen einen grossen Bruchsack darstellte. In demselben waren ein Horn des Uterus und Gedärme gelagert. Piedeler sah, dass eine grossträchtige Kuh zuerst links dann auch rechts zwischen Scheide und Euter köpf-
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454nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bauchbrüche.
grosse Geschwülste erhielt. Das Tier konnte nicht mehr aufstehen. Der Bruchring wurde durch die abgerissenen geraden Bauchmuskel-wunden und das Becken gebildet, nach rückwärts entstand ein Hohlraum, in dem ein Teil des IVucbthälters lag. Beim Hunde treten oft verhiiltnismiissig sehr grosse Verletzungen auf. Dieselben sind meist an der Seite oder Flanke. Woodroffe sah in der Nähe der beiden letzten Zitzen 2 Geschwülste auftreten, die seit 3 Wochen von wechselnder Beschaffenheit waren, bald klein, weich und kühl, dann gross, lieiss und hart. Der Inhalt war aber immer tlüssig. Er punktierte und entleerte Harn. Gerlach fand in einem Bruchsacke von der Grosse eines (iroschenbrodes die ganze Leber. Das Tier war traurig. Die Geschwulst reicht bis gegen die Schulter, in ihr war ein begrenzter verschiebbarer Körper fühlbar und an der 2.3. Rippe, von hinten gezählt, ging von derselben ein Stiel in die Brusthöhle. Sheather konnte im Bruchsacke an dor Flanke einer Hündin deutlich 2 Junge durchfühlen.
Zusammenfassung: Durch äussere mechanische Einwirkungen entstandene Bauchbrüche erreichen, besonders beim Pferde, niemals dieselbe Grosse als wie diejenigen, welche infolge der Trächtigkeit spontan oder auf unbekannte äussere Erscheinungen auftreten. Hiervon ist Ursache: 1) die Stelle der, Einwirkung, 2) die Widerstandsfähigkeit der Bauchwand, 3) der Druck von innen. Die umfangreichsten Bauch-brüche entstehen bei hochträchtigen Tieren, ganz besonders bei Kühen, selten in dieser Weise beim Pferde. Bei Pferden sind die durch äussere Ursachen entstandenen Bauchbrüche die häufigsten und sie verlaufen in der Regel unter dem Bilde der Entzündung und mit Fieber, beim Rinde sind die durch Druck vom Uterus auf die Muskulatur, besonders die Muskuli rekti abdominalis, welche in der Regel vor dem Schambeine auseinander gehen, die häufigsten. Sie verlaufen unter dem Bilde der Schwäche und Hinfälligkeit und in der Regel ohne Fieber. Beim Hunde kommen die verhältnismässig grössten traumatischen Bauchbrüche, die unter dem Bilde der Entzündung mit Fieber, nicht selten Erbrechen verlaufen und je nacbdem ein Organ Leber, Magen, Milz, Uterus, Harnblase oder Dann vorgefallen ist, mit besonderen Erscheinungen kompliziert sind.-Bei Gänsen und Hähnen tritt der sogenannte Legsackquot; oder ,,Legbruchquot; ein Bauchbruch mit Darminhalt auf. Er ist in der Regel ungefährlich.
Prognose: Von 17 Fällen, die beim Pferde auf äussere Einwirkung entstanden und welche präzis genug angegeben sind um hier verwertet werden zu können, sind 18 geheilt, 2 mal innerhalb 14 Tagen,
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Bauchbrüche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;455
5mal in 3 Wochen, je 1 mal in 24 und 78 Tagen und 10 Wochen. Bei den übrigen Fällen ist die Zeit nicht angegeben. Diejenigen Fälle, die, auf Trauina entstanden zum Tode führten, endeten nach 40 Stunden nach grosser Operation, Hertwig. Nach 12 Tagen infolge Kolik durch Einklemmung, Haubner. Infolge Ruptur des Darmes im Bruchsacke. Letzterer Fall ist deshalb abnorm, weil es derjenige ist, dessen Bruchring die gespaltene Rippe bildet. Auf Grund dieser Beobachtungen wird der durch Trauma entstandene Bauohbruch des Pferdes günstig oder doch jedenfalls ziemlich günstig zu beurteilen sein. Bauclibrüche bei trächtigen Stuten durch den zu grossen Gewichtdruck vom Uterus sind gefährlich, während diejenigen, die während der Geburt entstanden, sämtlich heilten. Die verhültnismässig geringere Anzahl mir bekannt gewordener Bauchbrüche beim Rinde, welche auf äussere mechanische Einwirkung entstanden, heilten fast sämtlich in 12 Tagen, 3 oder 4 Wochen. Der Tod trat ein nach Operation und bei Einklemmung. Von den Uterusbauchbrüchen dagegen gingen von 8 mir bekannten Fällen 5 verloren. Drei dagegen gebaren ohne Hindernis und der Bruch heilte nachher. Beim Hunde ist die Prognose bei kleineren traumatischen Bauchhernien günstig, selbst bei Eventration sogar mit Vorlagerung der ganzen Leber ist Heilung erzielt worden. Auch in dem von Sheather mitgeteilten Falle, in dem der Uterus mit zwei Jungen im Bruchsacke lag, erfolgte Heilung.
Es ist also bei sämtlichen Haustieren der traumatische Bauchbruch günstig, jedenfalls ziemlich günstig zu prognostizieren. Zu fürchten ist nur a) Eiterung und b) Einklemmung. Der Bauchbruch trächtiger Haustiere dagegen ist sehr vorsichtig bis ungünstig zu prognostizieren.
Therapie: Es ist angewandt worden beim Pferde, nach möglichster Reposition:
Eine Bruchbandage. Dieselbe wird hergestellt aus Polstern, Säckchen, Bauschen, Jochkiasen, ein gebogenes Eisenblech oder Brettchen, Bleiplatte, welche auf den Bruch aufgelegt und festandrückend befestigt werden. Hierzu sind Lederriemen und Gurten verwendet worden. Fischbach liess auf ein passendes Stück Sohlleder einige Tapezierfedern aufnähen und darüber polstern. Brogniez drückte nach der Reposition einen Tampon tief ein und legte eine Bandage darüber, die er mit Pech und Terpentin verklebte. Schwanfeld legte über die Bauschen einige Säcke, die er fest anzog, oben zusammen nähte und hierauf das Ganze noch mit einer 10 Ellen langen Pfiugleine festschnürte. Je nach der Lage muss der Verband noch durch Brust- und Schweifriomen, sowie durch Gurten und reichlich einhüllende Decken gesichert werden.
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456nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bauchbrücho.
Nach meiner Meinung und Erfahrung bildet der Verband das Hauptmittel in der Therapie der traumatischen Bauchbrüche. Solange derselbe gut liegt und das Tier sich wohl befindet, lässt man ihn liegen. Sobald aber Störungen im Allgemeinbefinden eintreten, die Peristaltik verzögert wird, Zeichen von Einklemmung oder Fieber auftreten, muss der Verband sofort abgenommen und den eingetretenen Verhältnissen ange-passt, erneuert werden. Schwanfeld macht namentlich darauf aufmerksam, dass der Hinterleib der Patienten sich schon wegen der notwendigen Diät zusammenzieht, somit nachgegurtet oder nachgoschnürt werden muss.
Aussei- dem Verbände ist angewandt worden: Cantharidensalbe, Cantharidentinktur, Bestreichen mit Schwefelsäure, Salpeter und Salzsäure, Terpentinöl, Kreosotliniment, Strichfeuer. Schwefelsäure 1, Spiritus 3. Ferner feuchte Kompressen, zum Teil mit Alaun oder Bleiwasser. Baer hob die den Bruchsack bedeckende Haut hoch, fasste sie in eine Kluppe und schnürte fest zu. Es ist aufmerksam zu machen, dass auf alle diese Reizmittel in Gemeinschaft mit dem Druckverband leicht Eiterung eintritt, dass aber namentlich Klebemittel, wenn der Verband nicht gut hält, vorteilhaft sein können. Die Tiere müssen eine Zeitlang sehr diät gebalten und es muss durch Salze dafür gesorgt werden, dass keine Kotstauungen eintreten. Aderlässe, die früher regel-mässig gemacht wurden, sind jetzt obsolet. Bei EinkleinmungserBchei-nungen muss operiert werden. Beim Rinde ist schon beim gewöhnlichen traumatischen Bauchbruch viel kecker behandelt worden wie beim Pferde. Was hier riskiert werden kann, beweist ein Fall von Strauss: Eine hochträchtige Kuh hatte durch Hornstoss einen Bauchbruch bekommen. Strauss wollte sofort operieren, was jedoch nicht zugelassen wurde. Erst nach 2 Tagen, als sich der Bruch vergrössert hatte, führte er die Operation aus. Er durchschnitt den Bruchsack, löste die mit fibrinösem Gerinsel verleimten Gedärme, nähte mit Spagat und Draht und hatte in 4 quot;Wochen Heilung. Trotz dieser nicht aseptisch durchgeführten Operation und der Bandagen abortierte das Tier nicht. Stowar entleerte den eingeklemmten Darm durch einen Troikart, reponierte und erzielte Heilung. Dieter unterband die Haut über dem Bruchsacke in 3 Paketen und erzielte Heilung. Jürgens teilt 3 Fälle mit, in denen er den Bruchsack eröffnete, reponierte und nach Heftenquot; und Bandagen Heilung erzielte. Bei den Bauchbrüchen des geraden Bauchmuskels mit Uterusvordrängung ist bis jetzt nichts geschehen. Ich rate, das Tier auf den Rücken zu legen, die Reposition und Extraktion des Kalbes vorzunehmen. Ein operativer Eingriff von aussen vor der Entbindung müsste zugleich Kaiserschnitt sein von der
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Bauchbrüohe.
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Geissen Linie aus. Gelingt aber die Reposition, so könnte nachher dui'ch Binden und Bandagen nachgeholten werden. Es sind dauernd anliegende Bruchbänder für Pferde konstruiert worden. Kuhlmann beschreibt, dass er einer Stute, die nach Schwergeburt zu beiden Seiten des Euters zwei grosse Brüche bekam, durch einen breiton Lcderschutz ein Bruchband herstellte, welches die Anschwellungen unterstützte. Das Tier konnte damit arbeiten. Ähnliche Bruchbänder dürften zwecknuissig für Kühe mit oben genanntem Leiden werden. Wenn auch gesagt werden muss, dass wir mit ganz anderer Aussicht auf Erfolg operieren können, wenn aseptisch vorgegangen wird, so sind doch hier Schwierigkeiten zu überwinden, die auf anderem Gebiete als dem der zu fürchtenden Infektion liegen, die nur bei grosser Gewandtheit bewältigt werden können. Die Grosse und Stärke des Tieres, die quot;Widersetzlichkeit, die kolossalen Wunden, die gemacht werden müssen, die Unreinlichkeit im Stall, am Tiere und den meisten Gehilfen etc. Solange man bei den Bauch-brüchon grosser Haustiere nicht einschneiden muss, unterlässt man es. Hat man sich aber entschlossen und ist der Apparat, mit dem man arbeitet, vorzüglich, eben so vorzüglich, #9632;wie die eigeneLeistung seinnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Flg. w. DavotivM-band iieim Hnndo.
soll, so sind wissenschaftlich grossartige Erfolge zu erwarten. Über Bauchbrüche bei Hunden und bei Geflügel gelten dieselben Grundsätze, wie sie für grosse Haustiere entwickelt wurden. Die Verbände sind namentlich bei weiblichen Hunden sehr gut anzulegen mittelst Binden und Tüchern um den Leib, bei männlichen Tieren sind die äusseren Sexualteile hinderlich. Ich lege hier in das Priiputium ein dickes Drainagerohr ein, welches ich am Rande in die Haut einnähe und führe dasselbe durch den Verband nach ausscu, so dass die Harnentleerung trotz des Verbandes stattfinden kann. Operationen sind hier wegen der verhältnismiissigen Kleinheit der Objekte, des bequemen Auflegens auf Tische sehr schön durchführbar und erfolgreich.
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458nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Nabelbruch. Hernia umbillcalis,
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Nabelbruch. Hernia umbilicalis.
Llttepatun Lancelot, Nabelbr. b, Kälbern u. Ziegen. Lyon 1822, Kap. 5. M a n g o t., Methode mit Bleiplatton. Journ. prat. 1826, p. 295. G i r a r d, Anat. d. Nabelbr. Kee. 1828, p. 24. B e n ar d , Nabelbr. d. Fohl. Abnähen-]!ec. 1828, p. 1. Thibeaudeau, Zapfennaht gegen Nabelbr. Reo. 1881, p. 94. Hort wig, Nabelbr. 1). Fohl. Gurlt u. Hertwig 1836, p, 342. K U h n , Abnähen d. Nabolbi. Gnrlt u. Hertwig 1835. Abbild. H e r t w i g, Heilung ohne Radikalop. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1841, p. 30. Tombs, Abbinden mit durchgesteckten Nadeln. The Vet. 1841, p. 206. Kent, Scharfsalbe oder Pflaster gegen Nabelbr. Ibd. 1841. George, Nabelbr. I). Mault, mit Netzinhalt. Toni. 1842, p. 303. G a i 1 m o t , Unblutiges Vorfahren. Belg. 1845. H enk er t, Nabelbr. b. Hunden. Dietrichs Zeitschr. 1845, p. 58. Gavon, Hölzerne Kluppen b. Nabelbr. Lyon 1846, p. 72. Bordonnat, Klammer ra. Spitzen. Ibd. p. 400. D e 1 a f o n d u. Mi g-n o n , Offenbl. d. Uracbus b. Nabelbr. Rec. 1848, p. 778. H a m o n t, Nabel-brucbop. m. Bleiplatte u. Zapfennaht. Ibd. 1848, p. 856. Gemmeren, Bestreichen mit Schwefelsäure. Gurlt u. Hertwig 1849, p. 78. Legreff, Unterbindung d. Nabelbr. Rec. 1849. Lyon 1849, p. 580. Fässler, Unterbindung durch Klammern oder Ätzung. Kreutzer 1849, p. 357. Ga-ven, Nabelbr. b. Fohl. Rep. VH. p. 1. Kreutzer, Heilung d. Nabelbrüche m. Scharfsalbc u. Glüheisen. C. Areh. 1851, p. 109. Benkert, Nabelbr. junger Hunde. Zeitschr. f. gcs. Tbk. u. Viebz. XIII. p. 1. Marshall , Anwendung d. Klammern. Tbe Vet. 1850 , p. 24. D a y o t, Tetanus durch Klammern b. Nabelbr. Roc. 1850, p. 91. Ferner: 1851, p. 467. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1852, p. 62. M a z o u x, Nabelbr. m. Salpetersäure. Lyon 1850, p. 106. Ibd. 1851, p. 56. Ry ebner, Nabelbr. Bujatrik 1851, p. 134. Prange, Nabelbrüche mit Ätzmitteln behandelt. Rec. 1853. Jul. K öl ling, Nabelbrüche durch Bruchbänder. Gerlach u. Leisering 1854, p. 74. Lehn hard, Nabelbrüche durch Schwefelsäure u. Terpentinöl. Ibd. Gurlt, Grosser Nabelring mit sackart. Hervorrag. b. Stut. Gurlt u. Hertwig 1856, p. 323. Perosino u. Parose, Heilung durch Kauterisieren. Turin 1854, p. 863. Steygerwalt, Nabelbr. mit Ätzmitteln. Holl. 1857, p. 158. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1857, p. 54. M a r 101, Abnähen mit Bleiplatten. Rec. 1857. R o s e n b a u m , Abbinden m. ebir. Schlinge. Gurlt u. Hertwig 1858, p. 288. C o m b e , Eiserne Kluppe gegen Nabelbr. Echo medic. 1859, p. 195. Hertwig, Bebandeln mit Unterbind, od. Atzen. Gurlt u. Hertwig 1859. Haubner, Abnähen eines Nabelbr. b. Fohl. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 77. Marlot, Heilung mit Abnähen. Rec. 1859, p. 481. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1859, p. 49. Montoux, Nabelbr. b. Fohl. Mitt. a. d. Pr. in Kurhessen 1862 04, p. 71. Schmidt, Nabelbr. b. R. Ibd. 1862-64, p. 77. Merkt, Nabelbrüche b. Fohlen. Wocbenscbr. 1865, p. 89. Dinter, Nabelbr. b. Schw. Sachs. Jhb. 1867, p. 89. M a y r , A m m o n , Merkt, N e i d h a r d t, Adam: Verbandl. üb. d. Nabelbr. b. Fohl. Wocbenscbr. 340. Siedam-grotzky, Nabelbr. b. Fohl. Sachs. Jhb. 1879, p. 88. Esser, Elastische Ligatur gegen Nabelbr. Roloff u. Schütz 1883, p. 47. Rosor, Nabelbr.
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Nabelbruch. Hernia umbiliciilis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;459
m. Heftpflastorverb. Berl. Kl. W. 1886, Nr. 29. Olsbauson, Operative Behandl. d. Nabelbr. Arch. f. Gynäkol. 1887, p. 443. Demblon, Nabelbrüche b. Pf. Bull. Belg. 1887, p. 50. Jhb. 1887, p. 06. Siedam-S'rotzky, Nabelbruch b. Pf. Sachs. Jhb. 1887, p. 25. Cholmogorow, Die Mikroorganismen des abfallenden Nabelstranges. Ob], f. linkt, u. Para-sitenk. 1889, p. 287.
Bei Nabelbrüchen bildet der Nabelring den Bruobring. Derselbe findet sich bei sämtlichen Haustieren, am häufigsten bei Pferden und Hunden.
Aetiologie: Man unterscheidet a) N a b e 1 s c h n u r b r ü c h e. Diese entstehen durch eine Bildungshemmung dadurch, dass ein Teil der Amnion im Bruchsacke liegt. Diese Sorte ist angeboren und sehr gefährlich, b) Nabelbruch bei ganz jugendlichen Tieren. Sie entstehen hier durch unvollkommenen Verschluss des Nabelringes infolge mangelhafter Bildung von Bindegewebe, diese Sorte ist angeboren und es spielt jedenfalls die Vererbung eine grosse Rolle hiebei. Starkes Zerren und Reissen an der Nabelschnur während oder nach der Geburt. Andererseits erweitert sich der bereits geschlossene Nabelring wieder, wenn durch eintretende Krankheit Schwächung des ganzen Körpers eintritt oder ähnliches durch heftige Wirkung der Bauchpressen durch Schreien, Stösse oder Schläge, starkes Aufblähen, heftige Anstrengungen bei Diarrhöe erfolgt, c) Nabelbrüche bei erwachsenen Tieren finden sich namentlich bei Pferden. Die Ursachen sind Überdehnung bei der Trächtigkeit, aber auch bei männlichen Tieren, Hengsten ist Entstehen des Nabelbruches noch in späten Lebensaltern gesehen worden. Hier ist übermässige Fettleibigkeit und dadurch Erschlaffung mit teilwoiser Verfettung im Verein mit übermässigen Anstrengungen beschuldigt.
Der Inhalt des Nabelbruches ist je nach der Weite des Nabelringes, welcher die Neigung hat, sich beständig zu erweitern, verschieden. Hauptsächlich Dünndarm, aber auch das Colon oder ein Teil desselben wurde beobachtet. Bei Hunden ist vielfach Netz im Bruchsacke.
Klinisches Bild.: Der N a b e 1 s c h n u r b r u c h ist angeboren. Das Tier bringt eine beutelartige Aussackung mit auf die Welt, in welcher die Eingeweide liegen. Beim Nabelbruch ganz junger Tiere, der sich in der Regel 814 Tage nach der Geburt zeigt, findet sich bei Pferden eine ei- bis kopfgrosse, bei kleineren Tieren lutselnuss- bis eigrosse Anschwellung, dieselbe ist rundlich, halbkugelig, mehr oder weniger fest, elastisch, teigig, auf Druck und namentlich in Rückenlage lässt sich der Inhalt in der Regel in die Bauchhöhle drücken und der Bruchring deutlich fühlen. In Einzelfällen, wenn der Bruchinhalt mit dem Bruchsack verwachsen ist, was namentlich bei Notzbrücheu
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460nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Nabelbruch. Hernia umbiliealis.
an Hunden der Fall ist, jedoch auch bei Darmeinlagerung habe ich solche Verwachsung gesehen, kann eine Eeposition auf diese Weise nicht erfolgen. Es ist auch beobachtet, dass ein Nabelbruchsack nur Flüssigkeit enthielt. Dies ist dadurch erklärlich, dass ein Teil Colon vorgefallen war, welches sich infolge gröberer Nahrung stärker anfiUlto und nicht mehr einsinken konnte. Bei älteren Tieren ist in der Regel Dünndarm vorgefallen oder es ist ein nur mit Flüssigkeit angefüllter Bruchsack zugegen. Sämtliche Nabelbrüche zeichnen sich durch allmähliches, aber meist stetig zunehmendes Wachstum aus. Sie haben Neigung zur Einklemmung und es treten dann die im allgemeinen Teil geschilderten Erscheinungen auf.
Prognose: Nabelbrüche jugendlicher Tiere können von selbst heilen. Hegel ist jedoch, dass sie dauernd bleiben und grosser werden, schliesslich Unbrauchbarkcit und selbst den Tod bedingen.
Therapie: Es giebt kaum eine Krankheit, in welcher das therapeutische Handeln mehr ausgebildet wäre als bei dieser. Die verschiedenen Haustierarten, die verschiedenen Formen und Grossen der Brüche, der verschiedene Inhalt und die Stadien des Alters und der Einklemmung bedingen ungleichartigen Erfolg. Daher kommt es, dass bei dieser Krankheit in einzelnen Gegenden noch Sympathie im Ansehen stehen kann, weil eben eine nicht unbedeutende Zahl von Nabelbrüchen namentlich an Kälbern und jungen Schweinen spontan zur Heilung kommt. Daher kommt es auch, dass der eine den Nabelbruch auf eine leicht reizende Einreibung schon beseitigt, während ein anderer das Leiden als schwer heilbar, nur den stärksten Eingriffen weichend, sogar inkurabel fand. Über die Therapie der Nabelschnurbrüche berichtet Delafond schon im Jahre 1848 unter dem Titel: Komplikation des Nabelbruches mit Offenbleiben des Urachus. Ist die äussere Öffnung gross und trichterförmig, so bringt man einen Wergbauschen und Atzmittel in die Wunde. Delafond sah einen Fall, dass nach dem Abbinden Harn austloss.
Wir unterscheiden die angewandten Methoden in
1) Anwendung von Binden, Bandagen und Atzmitteln. Dinter giebt an, dass beim Nabelbruch der Schweine als vortreffliches Mittel die Bandage anzurühmen sei. Das Schwein wird auf den Rücken gelegt, der Bruch reponiert, mit Terpentin bestrichen, ein dicker
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rosser Wergbauschen aufgelegt und hierauf ein 4 eckiges Leder-
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st ück, gross genug, dass acht Schnallenriemen angenäht und derart um den Leib gelegt werden können, dass der erste Riemen über den Hals, die übrigen über den Rumpf geführt werden können.
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Niibelbruoh. Hernia umbilicalis.
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4G1
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Auch Marlot berichtet, (lass er eine Anzahl von Fällen nur durch Bandage geheilt habe. Kölling brachte einen Nabelbruch beim Fohlen durch, ein Bruchband in 6 Wochen zur Heilung. Von Atzmitteln sind empfohlen: Scharfsalben, Schwefelsäure pur und Schwefelsäure mit Terpentinöl, das Glüheisen. Eine Zeitlang wurde das Dayot'sche Verfahren (1848), das Atzen mit konzentrierter Salpetersäure angewandt. Es soll etwas Werg, das mit einer Pinzette gefasst oder um ein Stächen gewickelt ist, in Salpetersäure getaucht und damit die Geschwulst einmal 8 Min. lang bestrichen werden, bis leichter Schmerz, Verdickung undHautrun-zelung entsteht. DieWir-kungist: Infiltration dernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mg-lO. Lederbandoge gegen Nabolbruoh.
Haut und Unterhaut mit Serum, Druck auf den Bruchinhalt, welcher sich dadurch zurückzieht, die geätzte Haut wird nokrotisch hart, kornartig; der Schorf stösst sich durch Eiterung los und es bildet sich eine feste Narbe. Es wurde festgestellt, dass die Säure die Haut in 10 bis 15 Minuten durchdringt und dass dieselbe in ca. 3 Stunden abstirbt. Dieses Verfahren ist vielfach sehr gerühmt. Es sind aber dadurch Übelstände beobachtet worden, dass der Schorf zu frühe losging und der Darm vorfiel. Dies beobachtete Greif schon am 2. Tage nach der Atzung, übrigens hat sowohl Greif wie Paugone, dem das Gleiche vorkam , nach Reposition und Naht trotzdem Heilung gehabt. Hertwig warnt vor der zu heftigen Salpetersäure und empfiehlt als besser Atzungen mit Schwefelsäure, die allerdings 34mal in einander folgenden Tagen mit einem Glasstiibchen aufgetragen wird. (In den ersten 2 Tagen morgens und abends, am 3. und 4. Tage je einmal täglich, am 5. Tage soll 01 eingerieben werden.) Auf Einreibung von gleichen Teilen Schwefelsäure und Terpentinöl sah Lehnhard Vorfall der Gedärme entstehen. An Pferden habe ich wiederholt beobachtet, dass etwa laustgrosse Nabelbrüche nicht mehr auf Atzungen heilten.
2) Operatives Verfahren, a) Abbinden. Merkt hat bei Fohlen den Bruchsack derart unterbunden, dass er das Tier auf den Bücken legte, die Haut über die Geschwulst fest anzog und sodann nach Reposition die Hautfalte 1520 mal mittelst Bindfaden mit Kraft fest umwickelte. Legoff hat seine Ligatur in Salmiakgeist getränkt,
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462nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Nabelbruch. Hernia umbilicalis.
die ersten Touren der Schnur locker angelegt, dieselben jedoch gegen den Bauch zu immer fester angezogen, so dass ein pistillähnlicher Zapfen entstand. Auf diese Methode trat nicht selten ein Losgehen der Schnur ein und es erfolgten üble Zufälle, weshalb der Bruchsack zuerst mit Nadeln kreuzweise durchstochen wird. Rosenhaum durchstach am stehenden Tiere den Bruchsack kreuzweise und legte über den Nadeln die chirurgische Schlinge fest an. Esser hat mitgeteilt, dass er früher auf die einfache Ligatur Tetanus oder Septicämie eintreten sah, jetzt verwendet er die elastische Ligatur. Nachdem die Nadeln nach Reposition kreuzweise durch die Haut gestochen sind, wird ein Drai-nagerohr fest umgelegt und dadurch sehr schöne Erfolge erzielt, b) Ab-n ä h e n. Es wird die Schusternaht angelegt. Als Nähmaterial fester aseptischer Seidenfaden genommen. Zur Erleichterung hat Bernard eine Zange, Kühn eine besondere Nadel konstruiert. Das Tier wird niedergelegt, der Bruch reponiert, die starke lange Zange angelegt und sodann mit der Kühn'schon Nadel genäht. Die Zange hat an ihrem langen Maul seitlich 34 durchgehende Löcher, durch welche mit der Kühn'schen Nadel, die eine Art Pfriemen ist, gestochen wird und sowohl beim Durchstich wie beim Zurückziehen je ein Faden eingezogen wird. Diese Naht ist empfohlen von Bornor, Hertwig, Haubner u. a. Der Bruchsack fällt in 7 8 Tagen ab. Mangot hat schon 1826 eine Naht mit Bleiplatten empfohlen auf folgende Weise:
Die Platte hat in der Mitte ein grösseres, an den 4 Ecken je ein kleineres Loch. Das Tier wird gelegt, der Bruch reponiert, die Platte
aufgelegt und durch das grosse Loch in der Mitte der Sack hervorgezogen und sofort mit Schusternaht genäht, nachher werden 2 Stäbchen durchgesteckt, der Beutel abgeschnitten Fig. 77. Mangofsohe Naht.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; und die Bieip](attc mit Schnüren
um den Leib festgebunden, darüber ein Verband gelegt. Hamon giebt an, auf diese Weise 300 Fälle operiert und nur 34 Verluste gehabt zu haben. Er bezeichnet die Operation deshalb als ungefährlich. (Wenn mit dieser Methode die Aseptik verbunden wird, werden die Resultate noch bessere sein.) c) Abklemmen mit eiserner Klemme oder Kluppe hat Bordonnat 1845 empfohlen. Er konstruierte eine Klammer mit Schrauben, welche innen mit Spitzen besetzt ist, welche den Bruchsack durchstechen, um das Abstreifen zu verhindern.
Benkert hat den Nabelbruch junger Hunde mit einer wie eine Kluppe wirkenden Zange gefasst und über dieser mittelst einer zweiten
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Nabelbruch. Hernia umbilicalis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;463
den Bruchbeutel abgedreht. Combe hat ebenfalls eine Art eiserner Kluppe für diesen Zweck konstruiert. Rychner empfiehlt H o 1 z -kluppen, welche wie beim Kastrieren liegen bleiben sollen, bis der Beutel abfällt.
Es ist all diesen Methoden der Vorwurf zu machen, dass der Bruchring selbst an seinen Rändern nicht verwächst, dass, wenn die äussere Haut nicht mit der Unterhaut und an ihren Wundrändern nicht zeitig verwächst, dann ein Darmvorfall entsteht, oder der Bruch aufs neue gebildet wird. Als vollkommenster Verschluss ist daher anzusehen, wenn nach Reposition die Bruchränder mit dem Messer oder der Schere aufgefrischt, mit Catgut genäht und hierauf die Hautwunde verschlossen wird. Man hat diese Operation früher schon gemacht, allein wie leicht ersichtlich, hatte man Verluste. Erst Siedam-grotzky hat dieselbe antiseptisch durchgeführt und vorzügliche Resultate mitgeteilt. Ich habe selbst eine grössere Anzahl, weitaus die Mehrzahl Hunde und einige Pferde, bei denen ich mit vollkommenem Erfolge und Heilungen per primam die Radikaloperation durchführte. Das Tier wird auf den Rücken gelegt, chloroformiert, die Haut rasiert und sehr sorgsam desinfiziert, sodann eingeschnitten, durch die Haut der Bruchsack reponiert, der Nabelring mit der Schere aufgefrischt, mit Catgut genäht mit fortlaufender Naht und hierauf die äussere Haut sehr sorgsam verschlossen. Um letztere schön nähen zu können, ist die vorherige Anlegung der Unna'sehen Hautklemme sehr bequem.
Zum Verbände verwandte Siedamgrotzky nach Bepudern und Salicylwatte eine Blechplatte, die mittelst einer Gurte festgehalten wurde.
Leistenbruch. Hernia inguinalis und Hodensackbruch. Uernia scrotalis.
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464 Leistenbruch. Heraia inguinalit und Hodensaokbruobt Hernia sorotalia,
eingekl. Brüche mit 2 Verlusten. Rep. V, p. 314. Schiller, Heilung' durch Kastration u. Druckverhand. Rep. 1844, p, 289. Klinik Toul., Operationsmethoden. Toni. 1845, p. 487. Lafosse, Doppelter Skrotalbrnch. Ibd, 1816, p. 258. Hl Ida oh, Peritoneal Skrotalbruch. Gurlt u. Hertwig 1847, p. 83. Patey, Eing-eklemmter Hodensackbruch. Rec. de Med. 1847, p. 20. Bar. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1848, p. 57. Houillard, Hoden-Baokbr. b. Pf, Joum. do mod. vet. 1847, p. 315. Ibd. 1848, p. 58. Broad , 2 Fohlen mit Hüdensackbr. The Vet. 1847, p. G24. Ibd. Jessen, 39 operierte Hodensackdarnihr. 28 geheilt. Mitteil. 1847, p. 161. Meyer, Hüdensackbr. b. Schweinen. Gurlt n. Hertwig- 1849, p. 440. Grau, Ilodensack-dannbriiclio, Therapie. Tztl. W. 1849, Nr. 27. Pi 11 wax, Hodensackdarm-briichc b. Fohl. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1851, p. 57. Leather, Bruch bei der Kastration entst. Wochschr. 1850, p. 228. S e r r e s , Leisten-bruchop. Rec. 1851, p. 859. Ber. üb. Loist. i. Geb. d. Thk. 1852, p. 02. Dorrofield, Skrotalbruohop. The Vet. 1853, p. 666. Verr 1 er, Skrotalbrnch mit Mastdarmverletz. Rec. 1853, p. 577. Marshall, Operat. mit Kluppen u. Draht. The Vet. 1854, p. 84. Lange, Eingeklemmter Hodensaokdarmbruoh. Tztl. Mitt. Gerlach u. Leisering 1854, p. 123. Del-war t, Leistenbr. b. Hengst. Annal. med. Bruss. 1853, p. 252. Lafosse, Hernien bei der Kastration. Toul. 1855, p. 537. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1855, p. 58. Stock fleth, Bruchoperat. b. Pf. Tidscrift for Vet. 1855, p. 59. Ibd. 1855, p. 58. Curdt, Skrotalbr. h. Pf. Gurlt u. Hert-wig 1856. P a r a V10 i n 1, Leistenbr. b. Pf. Mail. 1856, p. 241. II e r i n g, Skrotalbruch b. Hengst, operiert. Rep. 1857, p. 177. Schutt, Leisten-u. Hodensackdarmbr. Gurlt u. Hertwig 1857, p. 101. Marshall, Loisten-u. Hodensackdarmbr. b. Hengsten in Indien. The Vet. 1857. Rep. XVIII, ]). 252. Goubaux, Leistenbr. b, Hündinnen. Rec. 1858, p. 1079. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 56. Wien. Klinik, Xetzleistenbruch bei Hengst. Wien. Kl. 1858, p. 127. Kühn, Eingckl. Hodensackdarmbruch. Mitt. a. d. tztl. Fr. 1858, p. 162. Suth, Skrotalbr. b. Hengst. Preuss. 1858, p. 162. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 60. Hering, Hodensaokdarmbruoh (m. Abbild.). Rep. 1859, p. 83. Lafosse, Doppelter Leistenbruch b. Hund. Toul. 1860, p. 445. Montens, Abscess statt Darmbruch. Jhb. 1861, p. 60. Wien. Klinik, Hodensackbr. b. Pf. Tod b. d. Op. Wien. Kl. 1860, p. 16. Haubner, Incarcerierter Hodensackdarmbr. Sachs. Jhb. 1861, p. 53. Kling au, Bandage gegen Leistenbr. b. Fohl. Wien. Mo-natsschr. 1862, p. 45. Ber. üb. Leist. i.Geb. d. Thk. 1862, p. 54. Prletsoh, Notzbrnchoperat. Sachs. Jhb. 1862, p. 108. Kaiser, Hodensackdarmbr. Mitt. a. d. tztl. Pr. Schmidt 186264, II. II., p. 71. Haubner, Hodensackdarmbr, operiert, u. geheilt. Sachs. Jhb. 1862, p. 44. Klinik Dorpat, Hodensackdarmbr. 5 Fülle. Jhb. 1862, p. 57, Dinter, Scheinb. Hodensackbr. Sachs. Jhb. 1863, p, 91, Dresdn. Klinik, Skrotalbruch b. Pferd. Sachs. Jhb. 1863, p. 144. Short on, Leisten- u. Skrotalbr. b. Wal. The Vet. 1863. Rep. XXV, p. 47. Erler, Leistenbr. b. Pf. Sachs. Jhb. 1864, p. 63. Haubner, Leistenbr. b. W. Sachs. Jhb. 1865, p. 62. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1866, p. 63. Gurlt, Hodensackdarmbr. Gurlt u. Hartwig 1872, p. 185, Friedb erger. Eingeklemmt, Darmleistenbruch. Münchn. Jhb, 1876/77, p, 96. Jansen, Eingeklemmter Hodensackbruch.
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Loistonbruch. Hernia inguinalis u. Hodensackbruch. Hernia scrotalis. 465
Roloff u. Schütz 1876, p. 106. Strecker, Hodensackbr. b. Hengst. Ibil. 1877, p. 118. S i c d a m gr o t z k y , Lcistenbruchoperat. Sachs. Jhb. 1881, p. 29. Pütz, Cbl. 1883, p. 179. G i p 8, Hodensackbr. Mitt. a. d. tztl. I'r. 1882, p. 65. Eoloff n. Schütz. L y d t i n , Heilung v. Hddensaok- u. Leistenbrüchen, llec. 1882, p. 396. Had. Mitt. 1882, p, 91. K s s o r, Hodensackbrüche b. Schw. Mitt. a. d. tztl. Pr, Eoloff u. Schütz 1883, p. 50. Lu-neau, Kongenitalo Schenkelhernie 1j. Fohl. Rec. 1887, p, 31.
Der spaltfönnige Kanal, beiderseits am vorderen Rande des Beckens durch welchen die Hoden aus der Bauchhöhle in die Beckenhühle gelangen, der Leisten- oder Bauch ring, wird durch eine Lücke gebildet, welche der Musculus obliquus externus zwischen sich lässt. Die Richtung des Leistenkanales geht von vorn und oben nach unten, etwas nach hinten und aussen. Oben an der Beckenhühle ist der Kanal am engsten, der eintretende Hoden schiebt das Bauchfell vor sich her, wodurch der Kanal damit ausgekleidet wird. Der Samenstrang ist in dem Kanal gelagert, so dass derselbe niemals ganz geschlossen und dadurch die Möglichkeit gegeben ist, dass eine Diinndarmschlinge, selten ein Stück Cöcum oder Colon, oder ein Teil des Netzes in den Leistenkanal eintritt. Ist nun das eingetretene Stück in dem Leistenkanal so ist ein Leistenbruch zugegen. Ist aber der in den Leistenkanal gelangte Teil bis nach abwärts in den Hodensack gerückt, so ist ein Hodensackbruch vorhanden. Je nach dem vorliegenden Gebilde werden diese Hernien noch in Darm- oder Netzbrüche unterschieden. An der Stelle, an welcher der Leistenkanal in die Bauchhöhle mündet, heftet sich, bei weiblichen Tieren das runde Fruchthiiltorband an. Dieses kann jedoch reissen oder es kann dasselbe in die Spalte des Leistenringes hinein ausgedehnt, ausgesackt werden, so dass die Möglichkeit eines Leistenbruches auch bei weiblichen Tieren vorliegt. Bei Kastraten wird der Leistenring mit den oberen noch in ihn hineinragenden Resten vom Samenstrang vorhanden sein, somit ist auch bei diesen Tieren die Möglichkeit eines Leistenbruches gegeben. Es können also vorkommen: a) Leistenbrüche bei männlichen, weiblichen und castrierten Tieren, b) Hodensackbr üohe nur bei männlichen. Es ist sogleich noch einer besonderen Sorte zu gedenken: Möglich ist, dass die Muskeln neben oder vor dem Leistenkanal reissen, dass in diese Spalte dann Darm oder Netz eintritt, welches nach abwärts sinkt und zwischen der allgemeinen Decke und dem Leistenkanal gelagert ist. Diese Brüche führen auch den Namen Schenkelbrüche, doch können sie zu Ilodensackbrüchen werden, nur liegen sie nicht in der Tunica vagimilis, sondern zwiachen der äusseren Schichte derselben und der allgemeinen Decke.
Hoffmann, Tiorürztlichc Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;30
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466 Leistenbruch. Ilernin inguinalis u. Ilodonsackbruoh. Hernia scrotulis.
Aetiologie: Weitaus in dei-Mehrzahl sind Hengste betroffen. Oft schon ganz junge Tiere. Sodann tritt der Bruch auf bei kurz vorher kastrierten Tieren, selten bei alten quot;Wallachen, noch seltener bei Stuten. Bei männlichen Kindern ist der Leisten- und Darm-bruch sehr selten, bei Kühen meines Wissens noch nicht beobachtet. Ebenso nicht bei Schafen. Bei männlichen Schweinen ist der Leisten- oder Hodensackbruch hiiufig. Bei Hunden ist dieser selten, doch ist er hier nicht nur bei männlichen, sondern auch bei weiblichen Tieren gesehen worden. Ursache zum Eintritt von Gedärmen oder Netz durch den Leistenring in den Leistenkanal ist in der Regel abnorme Erweiterung dieser Spalträume. Hier ist jedenfalls die Vererbung von grosser Bedeutung. Auf diese Ursache ist auch die Beobachtung Stockfieths zurückzuführen, dass in Frankreich diese Sorte von Brüchen häufiger sei, als sonstwo. Die Brüche sind manchmal angeboren: Luneau sah bei einem Fohlen eine congenitale Schen-kelhernie, in welcher das Cöcum und ein Teil des Colons lagen; die Anschwellung reichte bis zum Kniegelenk. Ich habe bei einem 4jährigen Hengst einen Hodensackbruch gesehen, welcher angeboren war und der die Grosse eines Hutkopfes hatte. Gips sah beim neugeborenen Fohlen einen grossen Hodensackdarmbruch. Curdt sah einen 4-jährigen Hengst mit angeborenem Skrotalbruoh, Niklas beschreibt einen Fall, dass bei einem Hengstfohlen bei der Geburt beiderseits Hodensackdarmbruch zugegen war, welche jedoch mit dem Herabsinken der Testikel allmählich verschwanden. Als Gelegenheitsursachen sind zu nennen: heftige Anstrengungen. Ein Pferd bekam einen Leisten-Hodensackbruch, nachdem es 2l/2 Stunden geritten war. Hildach. Heftige Pressung während des Liegens am Boden, namentlich während der Castration. Einige Wochen nach der Castration tritt Leistenbruch nicht selten auf. Es ist auch von Erler mitgeteilt, dass ein Pferd bei einer Ackerarbei t, bei welcher es sehr unbändig war, sich einen Leistenbruch holte. Haubner beobachtete, dass ein 3jähriges, seit einem Jahr kastriertes Pferd, welches in Freiheit war und heftig sprang, hiebei linkseitig einen hut-kopfgrossen Hodensackdarmbruch bekam. Prietsch schreibt, dass ein vor 14 Tagen kastriertes Pferd beim Bewegen von einem Hund angefallen wurde, heftig ausschlug und dadurch einen Leistenbruch erhielt. Lange führt den Beschälakt als ursachegebend an unter Mitteilung eines Falles. Ich sah, dass bei einem tags zuvor kastrierten Hengst, welcher heftig wieherte und dabei gestreckte Stellung einnahm, ein Leistenbruch mit nachfolgendem Prolapsus von Gedärmen eintrat. Bei
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Leistenbruch. Hernia inguinalis u. Hodensaokbruch. Hernia scrotalis. 4G7
allen diesen Gelegenheitsnrsachen ist eine gestreckte Stellung, Dehnung und Erschütterung der Bauchmuskeln vorhanden, so dass möglich wird, dass die obere oder innere Öffnung des Leisten-kanales sich jetzt erweitern und in dieselbe gerade in diesem Momente eine Darmschlinge oder ein Stück Netz eintreten kann, welches dann festgeklemmt und nach abwärts gedrückt wird. Es kommt jedoch auch vor, dass Pferde, ohne dass irgendwelche besondere Ursachen bekannt geworden wären, diese Hernien bekommen; so beschreibt Suth einen Fall, dass ein 1(5jähriger Hengst seit lange einen Darmbruch hatte, der erst seit einem Jahre stärker sich vergrüsserte und Störungen veranlasste.
Klinisches Bild: Es sind hiebei zwei Entstehungsarten zu berücksichtigen a) sehr weiter Leistenring und ganz allmähliches Eindringen der Gedärme. Hier ist es möglich, dass die in den Leistenkanal gelangten Eingeweideteile wieder anstandslos zurückkehren: Es ist somit durch längere Zeit kein lokales Schmerzgefühl erzeugt. b) Rasches, zufälliges Eintreten von Eingeweiden und plötzliches Pesthalten mit mehr oder geringgradiger sofortiger leichter Einklemmung. Bei letzterem, dem plötzlichen Entstehen, sind leichte Kolikerscheinungen zugegen, manchmal durch längere Zeit. Bei ersterem kann der Bruch sehr lange bestehen und nur durch die auftretende Anschwellung, ferner die etwas mechanische Behinderung des Gehens, dadurch dass der Schenkel steifer bewegt wird, sich äussern. Beim Befühlen ist die Anschwellung, wenn keine Einklernmung besteht: festweich, man kann die Peristaltik deutlich fühlen, beim Ansetzen eines Hörrohres hören, bei Perkussion erfolgt tympanitischer Schall; oft ist möglich, den Bruchinhalt hinaufzuschieben, mit der Hand in die Tiefe zu fühlen und einen sehr weiten Bruchring festzustellen. Ist Reizung durch be
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innende Einklemmung zugegen, so wird der Cremaster ebenfalls irri-
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tiert und es erfolgt ein zuckendes Heben und Senken der Testikel. Beim Eingehen in den Mastdarm ist der in den Leistenring eintretende Teil Darm oder Netz deutlich als harter Strang fühlbar. Manchmal ist letzterer das einzige Symptom eines Leistenbruches. Friedberger teilt einen Fall mit, in dem die Diagnose während des Lebens unmöglich war. Bei Einklemmung treten die weiter oben geschilderten Symptome, die bei jeder Bruchincarceration auftreten, ein. Jessen beschreibt eine solche Einklemmungscrscheinung folgendermassen: Das Tier steht mit horabgesenktem Kopfe und zurück von der Krippe, hebt bald ein, bald das andere Hinterbein, sieht wiederholt nach dem Hinterleibe, zuweilen wirft es sich plötzlich nieder, bleibt einige Minuten ruhig liegen.
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408 Leistenbruch. Hernia infi'uinalis u. Hodensackbruoh. Hernia scrotalis.
wälzt sich auf den Rücken, liegt so minutenlang stille, steht langsam auf. Das Skrotum ist hart, gespannt, die Testikel unbeweglich, es ist leichter Schweiss an dieser Stelle, es treten Brechbewegungen auf, das Allgemeinbefinden ist sehr gestört. Durch Eingehen mit der Hand in das Rektum ist der eingeklemmte Teil deutlich fühlbar. Vielfach ist der Brudisackinhalt wurstförmig nach einer Seite hin zusammengezogen. Wenn der eingeklemmte Bruch nicht künstlich roponiert wird, so erfolgt der Tod. Differentialdingnostisch kommt Fleisch-, Wasser- und Blutaderbruch sowie Abscess in Frage.
Prognose: In angeborenen geringgradigen Fällen kann Spontanheilung eintreten, wenn die Testikel den Raum ausfüllen. Bei alten, schon lange bestehenden, nicht eingeklemmten Brüchen, quoad vitam, zweifelhaft, weil diese Sorte von Hernien stets eingeklemmt wird und Tod zur Folge haben kann, quoad restitutionem, ziemlich ungünstig, weil zwar die Reposition in der Regel leicht gelingt, die Retention aber schwierig ist. Bei eingeklemmten Brüchen ist die Prognose ungünstig und dies um so mehr, je länger die Incarceration schon besteht und je mehr das Allgemeinbefinden schon getrübt ist. Die Reposition gelingt in den meisten Fällen nur auf sehr geschickte Eingriffe, vielfach nur nach blutiger Eröffnung. Letztore Operation ist aber bedeutungsvoll.
Therapie: Es ist ein Rat, den Hering schon erteilte, dass man alte Leisten- und Hodensackbrüche, welche nicht besondere Störungen verursachen, in Ruhe lässt. Sobald sich krankhafte Erscheinungen einstellen und das Tier in seinem Wohlbefinden oder seiner Arbeitsleistung beeinträchtigt wird, ist ein chirurgisches Vorgehen gerechtfertigt, bei Erscheinungen der Einklemmung notwendig. Wir haben verschiedene Methoden:
1) Taxis: Das mit dem Bruche behaftete Tier wird auf den Rücken gelegt, das Hinterteil höher und sodann durch Drücken und Schieben von anssen der Bruchinhalt in die Bauchhöhle zu bringen gesucht. Der Druck mit den Händen wird derart ausgeführt, dass man ganz oben in der Tiefe des Leistenkanals die einschiebenden stopfenden Bewegungen ausführt... Zugleich ist zweckmiissig, mit einer Hand durch den Mastdarm einzugehen und von dort aus den Darm oder das Netz mit ziehenden oder herausstreichenden Bewegungen nach innen zu bringen suchen. Es 1st ganz besonders grosso Sorgsamkeit auf den Mastdarm selbst zu richten, damit dieser kein Loch bekommt. Wenn nun auf diese Weise die Reposition nicht gelingt, weil eine Anfüllimg der Gedärme dies hindert, so ist von Lafosse vorgeschlagen und aus-
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Leistenbruch. Hernia inguinalis u. Hodonsackbinch. Hernia scrotalis. 469
geführt, mit feinem Troikart einzustechen, um Gase und Flüssigkeit abzulassen; allein diese Sache ist wegen Ausfluss von Darminhalt in den Bruchsaok zu gefährlich und thatsächlich hat auch Lafosse seinen Patienten verloren und andere haben ihm diese Sache nicht nachgemacht. Von Lydtin ist ein im Rec. de mod. vet. 1882 pg. 396 mitgeteiltes Verfahren, die Taxis zu erleichtern, empfohlen: der Mastdarm ist durch Ausspülen gründlich zu räumen. Das Tier wird auf den Rücken niedergelegt. In den Mastdarm wird eine Dosis Chloralhydrat gegeben. Das Skrotum wird emporgehoben, etwas angezogen, mit Watte umhüllt, hierauf ganz allmählich mit 5060 gr. Chloroform befeuchtet und festgehalten. Nach 10 Minuten trete Erschlafftmg sämtlicher Teile ein, wodurch die Reposition vom Mastdarm aus leicht gelinge. Für die Zurückhaltung ist angeraten eine Binde in Zirkeltouren über den Hoden gegen den Leistenring anzulegen, welche nach 810 Stunden abgenommen werden soll. Grau hat nach Reposition einen Wergbauschen, der mit Scharfsalbe bestrichen war, möglichst eingedrückt und mit Binden festzuhalten gesucht. Es trat hochgradige Anschwellung ein; auch nur durch Einreiben von Scharfsalbe will Grau die Retention erreicht haben. Klingau hat eine besondere Bandage mit Pelotten und Lederriemen, eine Art Mruchband, konstruiert und damit Heilung erzielt.
2) Blutiges Verfahren: a) Ohne Erweiterung des Leis-tenkanales: Das auf dem Rücken liegende, narkotisierte Pferd wird hinten hochgelegt. Jessen grub den Moden aus, um das Tier vorne niederer zu legen. Nach höchst sorgsamer Desinfektion grosser Schnitt durch die allgemeine Decke, über die höchste Wölbung dos betreffenden Testikels. Die Dartos wird frei präpariert bis ziemlich hoch nach oben; jetzt erfolgt Eröffnung der Dnrtos und Tunica vaginalis: mittelst Haken wird die Haut auseinander gehalten und mit desinfizierter Hand in der Tiefe der Darm nach innen geschoben. Um nachzuhelfen hat Kühn den Leistenkanal mit dem Einger zu erweitern gesucht, was ihm auch gelang. In der Regel gelingt die Reposition aber nur bei ganz frischen, noch nicht entzündeten oder angefüllten Teilen, sowie in alten mit sehr weitem Leistenkanal. Bei allen anderen aber, und dies ist die Mehrzahl, bei denen Einklemmung eingetreten ist, kann die Reposition nur erfolgen, wenn der Leistenkaiml erweitert wird. b) Mit Erweiterung des Leistenkanales: Die Freilegung der Dartos geschieht wie eben mitgeteilt wurde. Der weitere Vorgang gestaltet sich aber anders: Der Einschnitt bis auf den Hoden, resp. vorgefallenen Darm, geschieht an der tiefsten, im Liegen obersten Stelle
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470 Leistenbruch. Hernia inguinalis u. Hodensackbrucli. Hernia scrotalis.
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des Hodens oder auch über dem Hoden an der äusseron Wand des Leistenkanales. Der Einschnitt ist klein, nur so gross, dass ein Bistourie cache von Frere Cosme a, Bouley b oder dem von mir konstruierten c, im Notfall ein langes Knopfbistourie eingeschoben wird, mit der Spitze bis über den Leistenkanal hinauf.
Die Klinge wird hervorgodrückt und rückwärts ziehend der äussere Hand des Leistenkanals eingeschnitten. Die Keposition gelingt jetzt
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leicht. Es ist genau nachzusehen, dass es in der Tiefe nicht blutet. Wäre dies der Fall, so muss aufgeschnitten und das Bluten durch Unterbinden gestillt werden. Zum Zwecke der Retension giebt es verschiedene Methoden: a) Anlegen einer Kluppe, die gebogen sein kann, über die Dartos hoch oben und gleichzeitige Kastration a testiculo convert. Dies ist die am häufigsten angewandte Methode, b) Ligatur um den Samenstrang, Abschneiden des Hodens und Nähen der Dartos. Prietsch. c) Ligatur um Samenstrang und Dartos. Suth, Strecker. d) Unterbindung der Samenarterie, Durchziehen des Samenstranges durch einen (aseptischen) Schwamm und Hochschieben des Schwammes in dem Leistenkanale, Anlegen einer Kluppe unterhalb,
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Kijraquo;. h. Bonley, Flg, c. UofTmann. i''. 78. Ilerniotomen.
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oder Nähen. Dietrichs. #9632; e) Nach
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Kastration durch die Ligatur ist die Austamponierung des Leistenkanales, früher besonders von Wien empfohlen worden. Eine besondere, aber sofort mit Widerspruch aufgenommene Methode hat Duttenhofer angegeben: Er machte einen 3 Zoll langen Schnitt an der Bauchwand hinter den falschen Rippen und ging mit der Hand ein, um einen eingeklemmten Leistenbruch an einem vor Vlaquo; Jahre kastrierten Hengste zu reponieren. Es gelang die Reposition nicht, weil die Gedärme die Finger wie Würmer umgaben und kriechend sich in jede Fuge einschmiegten.quot; Hering führt noch eine Operation von der Flanke aus an. Bei wertvollen Hengsten
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Schenkelbruch, Hernia cruralis a. fomonilis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;471
wird selbstverstiindlich nur ein Testikel entfernt. Eine Methode mit Erhaltung des Testikels, dessen Scheidenhaut eröffnet ist, ist mir bei Pferden ausgeführt nicht bekannt. Beim Rinde ist die Operation weniger gefährlich als beim Pferde, noch weniger beim Schweine und Hunde, da diese Tiere eine grössere Immunität gegen Sepsis besitzen. Bei den kleinen Tieren ist die Operation der räumlichen Verhältnisse wegen leicht, gegenüber der am Pferde. Esser führt an, dass bei einem Wurf Schweinchen von 11 Stück alle 8 männlichen Hodensackbrüche hatten. Die Kastration wird dennoch ausgeführt, der Darm reponiert und die Wunde zugenäht. Die Operation gelingt fast immer auch im Erfolg.
Schenkelbruch, Hernia cruralis s. femoralis.
Der Bruch ist sehr selten. Den Bruchring bildet die Austritts-stelle zwischen Schambein und Poupartschen Bande, der Schenkelkanal, woselbst die Cruralarterien und Venen verlaufen. Der Bruchinhalt wäre somit nicht nur von der äusseren Haut, sondern noch von der Schenkel-binde (Fascia lata) bedeckt, weshalb die Erkennung sehr schwer ist. Über Aetiologie und klinisches Bild ist auf das oben angegebene Allgemeine zu vorweisen. Betreffs der Therapie ist von Lafosse angegeben: Hei dem auf den Rücken gelegten Tiere sucht man den Bruch durch Drücken mit der Hand zurückzubringen, ist dies gelungen, so wird die Haut eingeschnitten und das Poupart'sche Band mit den inneren Darmschenkelbeinmuskeln zusammengeheftet. Nachher kommt ein Verband mit Pelotten. Das Tier soll 8 Tage stehend erhalten werden. Hunde legt man gefesselt und zugedeckt.
Milicltlciscli- oder Dainmbruch, Hernia perinealis.
Littoratur; Bcnkert, Ilernio am After b. d. Hündin. Zeitschr. f. ges. Thk. u. Vhz. XIII, p. l. Centralaroh, f. ges. Vet.-Wiss. 1846, p, 101. Haubner, Mittelfleischbruch b. Hund. Siichs. Jhb. 1877, p. 63. Meyer, Hernia perinealis b. Schwein. Gurlt u. ITertwig 1851, p. 96.
Der Bruch ist selten. Nach den in der Litteratur bemerkten Fällen sind 2 beim Hunde, einer beim Schweine beschrieben. Stock-fleth giebt an, derselbe komme auch bei Kühen vor. Ich habe diese Hernio beim Hunde gesellen und behandelt.
Kasuistik: Benkert: Eine Hündin besitzt rechts am After, etwas nach abwärts eine faustgrosse Geschwulst, welche weich und reponier-bar ist. #9632; Meyer: Ein 1 jähriges, gut genährtes Schwein leidet seit 8 Monaten an Lähmung eines Hinterschenkels, liegt sehr viel und hat
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Mittolfleiscli- oder Dammbruch. Hernia perinealis.
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seit ca. 14 Tagen eine 2faustgrosse Geschwulst unter dem After, bei näherer Untersuchung findet sich in derselben ein Fötus und es ist feststellbar, dass ein Uterushorn abgebogen ist. Beim Hochziehen des Hinterteiles sinkt der Bruchinhalt leicht zurück, kommt jedoch wieder retour. Haubner: Ein kräftiger Hund hat seit langer Zeit eine über faustgrosse scharf begrenzte Greschwulst neben dem After, die ihn seit einigen Tagen an regelrechter Defäkation hintert Das Tier hatte sehr starkes Drängen. In dem von mir beobachteten Falle war ein kleiner Hund mit einer etwas mehr als apfelgrossen eingklemmten Inqui-nalhernie eingeliefert. Das Tier zeigte die Erscheinungen der Incarceration , ausserdem war der Bruch bei Berührung sehr schmerzhaft. Percussion ergab tyinpanitischen Schall. Bei Repositionsversuchen, bei welchen das Tier hinten hochgehoben wurde, fiel der ganze Bruchinhalt plötzlich zurück, etwa als ob ein Apfel durch den Bruchring gedrückt worden wäre. Die Symptome der Einklemmung hörten sehr bald auf, jedoch kam der Bruch wieder hervor. Was die Therapie betrifft, so hat Benkert und Meyer von der Planke aus operiert. Haubnor hat direkt eingeschnitten und die Blase verletzt.
Zusammenfassung: Die Inguinalliernie besteht darin, dass ein Stück Darm, ein Uterushorn oder die Harnblase in der Beckenhöhle neben Mastdarm und Blasenhals nach rückwärts drängt und seitlich des Afters, etwas mehr nach abwärts, eine Hervorwölbung bildet. Der Bruchinhalt kann eingeklemmt werden. Die Reposition gelang in allen Fällen leicht, wenn das Tier hinten hochgehoben und der Bruch mit den Händen bearbeitet und nach innen gedrückt wurde, allein derselbe drängte sich wieder hervor. Die von Benkert gemachte Operation beim Hunde von der Flanke aus gelang, während die von Meyer mitgeteilte, ebenfalls in der Flanke vorgenommene, zum Tode führte., Ebenso war der Fall Haubners mit direktem Einschnitte, mit letalem Ausgange. Da sich Verbände, Pelotten und dergl. nicht anbringen lassen, ich mir nicht recht klar werden konnte, was nach Reposition von der Flanke aus zu operieren sei es sei denn, dass ein Uterushorn mit Catgut angeheftet werden wollte so habe ich die Haut und das subcutane Gewebe seitlich des Afters und Blasenhalses mit langer krummer, mit Draht armierter Nadel tief eingestochen und 2 Perlnähte neben einander gelegt, in der Absicht, dadurch eine Spannung der Haut und Behinderung der Hervordrängens zu erzielen. Der Erfolg war ein vollkommen befriedigender.
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Überwurf, innerer Bruch, Hernia intorna abdominalis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;473
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ilberwurf, innerer Bruch, Hernia intcnia abdominalis.
Litteratur: Oestorlen, Innerer Bruoll 1). Ochs. TeuiFels Magaz. f. Thk. 1811, Bd. I, Heft J, p. 74. Anker, Prakt. Abhandl. u. Heil! d. Üherw. Bern 1824. Böhm, A i c li e 1 e , Eisele, Motzger, Rep. Bcl.l,V,VII. Ry ebner, Bujatrik 1835. Müller, Überwurf. Schweiz, tztl. Arch, 1843, p. 41. Frieke, Verwechselt Fruchthälterverdrohung mit IJberwurf. Zeitschr. f. ges. Thk. 1844, p. 56. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1844, p. 66. Bass u. Lepper, Innerer Bruch in England beob. The Vet. 1848, p. 3-'. Sell n eider, Operat. v. d. Flanke aus. Ctlarcb. f. gcs. vet. Wiss. 1848, p. 84. Seilnacht, Überwurf. Tztl. Ztg. 1849, p, 46. Kauf mann, Inn. Bruch b. Ochs. Schweiz. Aroh. 1851, p. 241. Hering, Inn. Bruch 1). Pf. Holl., p, 102. Ber. üb Leist. i. Geb. d. Thk. 1851, p. 33. Kohl er, Überwurf. Mitt. a. d. iztl. Pr. Qerlaoh 1868, p. 132, Qiorer, Überwurf-oporat. Rep. 1858, p. 81. Ackermann, Iherwurf geheilt. Sachs. Jhh. 1859/60, p. 88. M ey er, Unblutige Operation. Rep. 1860, p. 282, Feser, Überwurf. Münchn. Jhb. 1862, p. 169, H. 2. Kaiser, Überwurf beim Hammel. Mitt. a. d. tztl. Pr. in Knrhussen 18G264, p. 69. Schmidt, Überwurf h. R. Ibd. 1865. Friedbor ger, Überwurf b. Gobs. Jhb. d. Münchn. Tzscb. 1876/77, p. 19. Voith, Verschnüren b. R. Bad. tztl. Mitt. 1877, Nr. 9. Pisoher, Verhängen b. Ochs, Bad tztl. Mitt. 1878, p. 83. Lohrer, Überwurf b. Ochs. Ibd. 1879, p. 11. Hafner, Dasselbe. Ibd. 1885, p. 119. Vaeth, Dasselbe. Ibd, 1885, p. 124.
Verschnüren, Yerhängen, K n opi', Darmuin wie kelung, Bauchfellbruch sind Namen, welche alle denselben Zustand bezeichnen. Im allgemeinen versteht man hierunter die bei Ochsen und Stieren, in manchen Gegenden häufig vorkommende Darmeinkleinmung, welche infolge mangelhafter Kastrationsmethode entsteht. Es werden jedoch auch Zwerchf'ellsbrüche, Hernien und Löcher im Gekröse od. Wins-low'schen Loch, durchweiche eine Darmsohlinge schlüpft und festgeklemmt wird, innere Brüche genannt, gegen welche jedoch ein therapeutisches Verfahren nicht gut möglich ist, während der Überwurf durch passenden Eingriff fast in allen Fällen geheilt wird. Es sind daher Fälle wie sie mitgeteilt sind: a) Von Hering: Innerer Bruch beim Pferde infolge Eindringens einer Leerdarmschlinge in ein im Gekröse sich befindendes Loch. b) Vaeth: Innerer Bruch bei der Kuh infolge Einklemmung einer kleinen Partie Dünndarm, welche in das Seitenband der .Blase und die obliterite Nabelarterie, die durch einen Riss getrennt waren, festgehalten wurde. c) Kaiser; Überwurf beim Hammel entstanden durch Zcrreissung des Bauchfelles, in welcher Öffnung eine Dünndannschlinge incarceriert war von dem eigentlichen Überwurf dor kastrierten männlichen Binder zu trennen.
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Überwurf, innerer Bruch. Hernia interna abdominalis.
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Wir halten diese Trennung der Aetiologie und der Therapie wegen für wichtig und notwendig.
Osterlen lieferte die erste Abhandlung über Überwurf im Juhre 1811. Anker gab eine vollständigere Besclireibung und beschuldigte Osterlen, dass dieser bei Ankers Vater seine Kenntnisse geholt habe. Sicher ist, dass schon vor dieser Zeit von empirischen Helfern ,. gegen das Verschnürenquot;, das Aufschnürenquot;, die unblutige Operation vom Mastdärme aus gemacht wurde. Anker gebührt das Verdienst den Flankenschnitt zuerst gelehrt zu haben. L'ber das Wesen des Überwurfes giebt Fischer folgende Mitteilung: Oberhalb des Bruchringes teilt sich der Samenstrang, der hier seinen Namen verliert, in zwei Falten und zwar eine hintere und eine vordere. Beide sind Duplika-turen des Bauchfells. Die vordere enthält die Blutgefässc, die hintere das Samengefäss, Durch diese Falten wird die Beckenhöhle zum Teil vorhangartig geschlossen, die vordere Falte ist derber, die hintere ist bei Schlachtochsen oft eingerissen, ohne dass ein Bruch da ist.quot; Bei Bullen ist diese Falte nie gerissen. In diesen Riss kommt eine Dannschlinge und zwar regelmässig Leerdarm. Diese Darmschlinge hängt in dieser Falte wie ein zusammengelegter Sack oder ein Leintuch auf einem Trockenseil. Sie kann in diese Lage i.d.R. nur gelangen, wenn das Hinterteil des mit dem Schlitz versehenen Tiere niederer steht als das Vorderteil, also beim Bergangehen, bei sehr abschüssigem Stande im Stalle oder auch beim Aufspringen auf andere Tiere. Das Verschnüren oder Verhängen tritt ein im Alter von SU4 Jahren, meistens bei 2jährigen Tieren. Der Bruch ist in der Hegel rechts.
Aetiologie: Als Ursache dieses Einrisses ist schon 1846 von Metzger angegeben worden: Wenn Kälber im Alter von 14 Tagen bis 3 Wochen durch Abreissen der Samenstränge kastriert werden. Bass gab an, dass er den Überwurf nur bei Arbeitsochsen gesehen habe. Von Anderen sind bergige Gegenden beschuldigt worden. Seilnacht sagt 1849: Die Ursache ist rohes Kastrationsverfahren, wodurch das Bauchfell in der Gegend des Schambeines einreisst und der Samenleiter sich trennt. Feser sagt 1801 : Die Entstellungsursache ist allein die Kastrationsmethode; auch Fischer ist der Ansicht, dass nur die Kastration schuld sei. Er hat früher in seinem Bezirke den Überwurf sehr selten gesehen; durch rohe Ausführung der Kastration durch einen Pfuscher trat die Krankheit häufiger auf. Lehrer sagt: die Ursache ist nur die Kastration, wenn hiebei der Samenstrang zu weit herausgezogen und zu sehr gezerrt wird; und zwar wächst nach Lohrer der Samon-strang in der gedehnten Richtung und Lage gespannt an oder derselbe
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Überwurf, innerer Bruch. Hernia interna abdominalis.
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biegt sich im Winkel. Das Losreissen und der Einriss entstehe nicht bei der Kastration, sondern der abgerissene Stumpf wnchse an, für das Wachstum des Körpers und die Zunahme des Lumens der Beckenhöhle besitze aber der narbig entartete Stumpf nicht genügend Elastizität, reisse dadurch an seinem hinteren Teile ein und bilde dann die stramme Schnur. Hafner hat im Bezirke Donaueschingen in einem Jahre 30 Fälle gehabt und in allen war nur die rohe Kastrationsmethode, die Hoden auszureissen, schuld. Ich hatte Gelegenheit, eine Kastrations-methode, welche später Ursache zum Überwurfe gieht, weil gerade aus der Gegend und nachweislich von diesem Kastrierer operierte Tiere zahlreich erkrankten, mehrmals zu sehen. Die Methode wird nur von Empirikern ausgeführt: Nach Freilegen des Testikels wird dieser vom Nebenhodenbande getrennt und sodann der Samenstrang langsam angezogen, bis er in der Tiefe abreisst. Bayer ist der Meinung, dass der Samonstrang vermöge seiner Elastizität in die Bauchhöhle zurückspringt und class sein verletztes Ende mit dem Bauchfell an irgend einer Stelle verklebt und auf diese Weise einen Spalt bildet. Ich glaube Lehrers Theorie, dass die Entstehung mit auf das Wachstum zurückzuführen sei, hat sehr viel für sich. Versuche fehlen.
Klinisches Bild: Die Erscheinungen der eingeklemmten Brüche treten auf. Hiezu kommt, dass die Hernie am Beckeneingange und meist rechts ihren Sitz hat, dass somit bestimmte Merkmale sich' noch hiezu einstellen werden. Anfangs treten geringe Kolikorscheinungen auf: Unruhe, hastiges Benehmen, Zerren an der Kette, Herumwerfen von Futter nach der kranken Seite, als ob Fliegen dortselbst belästigen würden, Wedeln, zur Seite treten, Schlagen mit den Hinterfüssen gegen den Bauch, meist mit dem der kranken Seite. Spärlicher Abgang von Kot. Beim Liegen sind die Tiere ruhiger. Erneute heftigere Kolikanfälle und andauernder. Keine Futteraufnahme mehr, Strecken und Einbiegen, Senken des Rückens, meist nach dem Aufstehen, behutsames Rückwärtsdehnen eines Hinterbeines, deutliches Hinken au einem Hinterbein. Kotabgang aufgehoben. Es ist Schleim im Mastdarm, hie und da blutiger. Keine Rumination. Vollständig aufgehobene Poristaltik. Fieber. Mit eintretender Nekrose Ruhe bei zunehmendem Fieber und aufgehobener Hinterteilsthätigkeit. Als weitere charakteristische Symptome nennt Feser: Druckschmerz an der leidenden Stolle in der oberen Plankengegend. Anschwellung dortselbst. Straffes Emporziehen der einen Hodensackhälfte. Sichere Diagnose ist in allen Fällen durch die Exploration möglich. Mit der Hand im Rektum kann man zu allen erkrankten Stollen gelangen. Man geht mit der rechton Hand nach links und
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l berwurf, innerer Bruoh, Hernia intornii abdominalis.
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mit der linken nach rechts. Man fühlt in der Regel sofort eine stark angespannte Schnur. Hei näherer Untersuchung kann in der Tiefe die eingeklemmte Darmsohlinge oder eine empfindliche apfel- bis faustgrosse, teigige Geschwulst gefühlt werden. Es kommt vor, dass sehr reichliche Partien Darm in der Heckenhöhle lagern und eine genaue Orientierung nicht sofort möglich ist. In solchen Fällen untersucht man die Tiere in verschiedenen Stellungen, lässt sie wohl auch eine kurze Zeit bewegen und untersucht abermals. Dass der 1'berwurf fast ohne Ausnahme rechtsseitig vorkommt, rührt daher, dass links der Pansen bis zum Beokeneingango reicht und rechts die meisten Gedärme liegen. #9632; Der Tod erfolgt in 47 Tagen.
Prognose: In frischen Fällen und für die mit der Technik Wohl-vertrauten, günstig. Hei längerem Hestehen, wenn bereits Nekrose eingetreten ist, ungünstig bis schlecht. Anfänger haben die Prognose immer vorsichtig zu stellen.
Therapie: In Gegenden, in denen der l berwurf häufig vorkommt, ist die Operation dagegen von hoher Hedeutung. Nach der Geschicklichkeit, mit welcher der Tierarzt das Aufschnürenquot; besorgt, werden vielfach auch seine übrigen Handlungen beurteilt. Es giebt verschiedene Methoden:
a)nbsp; Die einfache Taxis: Mit der Hand im Rektum sucht man die hinter und um die Schnur gelegte Darmpartie hervorzubringen. Die Schlinge zu lösen. Dies geschieht durch drückende und streichende Bewegungen. Es gelingt nur bei ganz frischen Fällen, wenn noch keine Verklebung vorhanden ist.
b)nbsp; nbsp;Abreissen der Schnur: Wenn die einfache Taxis nicht gelingt oder gleichzeitig mit dieser, wird das Samenstrangrudiment unten abgerissen. Mit der linken Hand rechtsseitig, mit der rechten Hand links. Kohler sagt, dass er bei rechtsseitigem Bruche auch mit der rechten Hand operiere. Das Abreissen geschieht auf verschiedene Weise: Es ist ganz besonders zu beachten, dass der Mastdarm oft angespannt ist, derselbe die Hand fest umgiebt, so dass die Bewegungen nur geringe sein können. Fischer giebt an, man brauche eine Zug- oder Reisskraft, als ob ein Gewicht von 200500 Gramm gehoben werden wollte. Kohler giebt an, die Schnur muss nach rückwärts gelöst werden. Die Hand geht an der Schnur in die Tiefe, die Schnur wird von vorne her umfasst und ruckartig nach hinten zu abgerissen. Schenk will von vorne her den Strang auf der leicht geballten Paust fassen und rückwärts und abwärts ziehend und stossend abreissen. Andere gaben an, dass das Abreissen in der Richtung nach vorne ge-
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Überwurf, innerer Bruch, Ilerniu interna abdominulis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 477
schehen niiisse. Ich habe gefunden, dass die Richtung, in welcher die Loslüsung erfolgt, nicht von Bedeutung ist, sondern dass zunächst der Strang durch anhaltenden Druck oder Zug stark angespannt und jetzt ruckartig unten abgerissen wird. Man muss schon fest anfassen. Ackermann teilt mit, dass ihm an einem Tiere die Lösung mehrere Tage nicht gelang, als er aber fest anfasste, riss der Strang unter hörbarem Krachen ab. Nach dem Abreissen fühlt man in der Regel das Hinabgleiten des eingeklemmt gewesenen Darmes.
Der Erfolg in der Tiefe ist unverkennbar, jedoch tritt derselbe nicht sofort ein. Erst nach 1218 Stunden wird wieder Kot entleert und es stellen sich dann rasch die übrigen normalen Erscheinungen wieder ein. Man giebt sehr zweckmässig nach gelungener Lösung eine Dosis Glaubersalz. Über die Möglichkeit, den Überwurf durch diese genannte Methode zu heilen, sind die Ansichten sehr verschieden, Einige Tierärzte geben an, alle Fälle hiedurch zu heilen, andere bezeichnen diese Methode als eine sehr unsichere. Feser konnte in 13 Fällen nur 1 mal den Überwurf vom Mastdarme aus lösen. Seilnacht in 7 Fällen ] mal. Fischer hat von 21 Fällen 17 hiedurch geheilt und er meint, dass die blutige Operation verlassen werden müsse.
c)nbsp; nbsp;Veith giebt an, dass er durch Einführen grosser Mengen von lauwarmem Wasser mittelst des Schlauches in das Rektum durch 68maliges Auftreiben an eine Anhöhe und dann wieder steil bergab den Bruch von selbst geheilt habe und Kaufmann will dies durch starken Druck auf die Lenden erreicht haben.
d)nbsp; nbsp;Schmidt hat schon 1805 folgende Methode beschrieben: Er geht mit dem linken Arm, bei Hernie rechts, in das Rektum, bildet mit Daumen und Zeigefinger über dem Bruche eine Falte im Rektum, durchstüsst mit einem troikartähnlichen Instrument die untere Wand, zieht das Stilct heraus und schiebt ein knopfbistouriühnliches Messer durch die Hülse, mit welchem der Samenstrang beim Hückwärtsziehen abgeschnitten wird.
e)nbsp; nbsp;Lydtin sagte ]878: Warum wird nicht vom Hodensack aus operiert, da doch seiner Zeit dort der Samenstrangstummel von der Scheidenliaut gelöst und der freigewordene Sanienstrang vom Mastdarm aus durch den Bauchring hindurch in die Bauchhöhle hinaufgezogen, die Skrotalwfmde aber wieder geschlossen wurde.quot;
Fischer, der die oben genannten ausgezeichneten Resultate durch Lösen vom Mastdarme aus hatte, sagt: Die Reposition vom Mastdärme aus ist unmöglich, wenn bereits grosse Entzündung besteht und der Darm sehr stark angefüllt ist. Lehrer stellt die Indikation für die
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Überwurf, innerer Brucli, Hernia interna nbdoininalis.
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blutige Operation i'olgendemiassen fest: Bei Tieren, die noch kein Jahr alt sind, ist im Mastdarm und After zu wenig Raum, um dort ohne Nachteil manipulieren zu können. Der Mastdarm wird leicht beschädigt durch Ruptur oder nachherige Entzündung. Es bleibt in Einzelfällen zweifelhaft, ob der Strang gerissen ist und der Bruch kann wieder kommen. Es wird viel kostbare Zeit verloren. Es ist anzufügen, dass Hafner zwei Fälle veröffentlichte, in denen der Bruch an derselben Stelle wieder auftrat, einmal 3 Monate auch nach blutiger Operation. f) Operation von der Flanke: Anker schreibt schon 1824, dass er 44 Fälle von der Flanke, ohne Verluste gehabt zu haben,
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operierte und Feser teilt 1861 mit: Die blutige Operation ist leicht zu machen, sie ist für das Tier ohne Gefahr und sie schadet rechtzeitig ausgeführt nie! Strauss hat 110 blutige Operationen gemacht, davon sind 96 geheilt, 15 wurden bald nach der Operation geschlachtet, weil diese zu spät ausgeführt wurde. An 50 Moribunden verweigerte Strauss die Operation. Wenn Zeichen des Todes, Ächzen, Kälte, Blässe der Schleimhäute, Blähsucht, unter die Norm sinkende Temperatur, Lähmungserscheimmgen vorhanden sind, operiert man nicht mehr. Die Operation wird im Stehen ausgeführt: Das Tier kommt in eine Scheune, wird mit der linken Seite an eine Wand gestellt, mit Kette, Seilen oder Stangen gut befestigt, den Schwanz lässt man zwischen zwei
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' Kg, 79,
Anker's Messer.
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Stecken reiben, giebt eventuell CocaTneinspritzungen in die
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Operationsgegend. Die Haare an der betreffenden Planke werden geschert, die Stelle rasiert, desinfiziert. Der Schnitt wird senkrecht angelegt und so lang geschnitten, dass der desinfizierte Arm eingeführt werden kann. Man sucht die Schnur, fasst dieselbe und reisst sie ab. In manchen Fällen gelingt dies jedoch auch jetzt noch nicht (Feser), und man muss sie abschneiden. Hiezu hat Anker ein sichelförmiges Messer mit einem geknöpften Ende konstruiert. Feser hat mit gewöhnlichem, gebogenem, auch geradem geknöpften Bistourie durchgeschnitten, rühmt jedoch das Anker'sche Messer als das beste. Der Verschluss geschieht zuerst an der Muskulatur mit Catgut, an der Haut mit Seide. Schon in voraseptischer Zeit hatte man Heilungen in einigen Wochen. Bei Durchführung unter aseptischen Kauteleri kann kaum ein Misserfolg eintreten. Ich kenne Kollegen, welche wegen des rogel-mässigen Gelingens an dieser grossen Operation eine solche Freude haben, dass sie seihst dann, wenn die Möglichkeit der Lösung durch das Rektum gegeben wäre, die blutige Operation vorziehen.
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Zwerchfellbruch, Hernia diaphragmatica.
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Zwerchfellbrucli, Hernia diapliragiuatiea.
Lltteraturi A tl a m o \v i c z , Zwcrohfollbruch b. Pferd u. Ferkel. Gurlt u. Hcrtwig 1837, p, 443. Bouley, Zwcrchfellbr. b. l'f. Rec. de Med. vet. 1842, p. 3; 1849, p. 318. Her. Ul). Leist. i. Geb. d. Thk. 1842, p. 83. Prange, Zwerchfellbruch b. Pf. Ibd. 1842/43, p. 18. Kiefer, Zwerohfellbr. b. Pf. Tztl. Zeitg. 1844, p. 49. Leblanc, Zwerchfellbruch b. Pf. Rec. de Med. vet. 1846, p. 558. Ibd. p 45. Bergmann, Zwcrchfellbr. b. Pf. u. Milz-blutung. Gurlt u. Hcrtwig 1846, p. 80. Anker, Zwerchfellbruch b. Pf. Arch. f. Thk. 1845, p. 99. Faussei, Peroivall, Br6VeZ, Zwerchfellbruch b. Pf, Roj). 1846, p. 291. Lehn hard, Zwcrchfellbr. b. Rind. Gurlt u. Hertwig 1818, p. 325. Hildaoh, Zwerchfellbruch b. Kiih. Ibd. 1848, p. 110. R e n g g 1 i, Zweichfellbr. b. Pf. Schweiz. Arch. 1848, p. 213. Grove, Zwcrchfellbr. b. Pf. Zeitschr. f. gcs, Thk. 1849, p. 159. Hil-pach, Zwerchfellbruch. Gurlt u. Hertwig 1848, p. 110. Grosskopf, Z i m m c r m a n n , G o w i n g, W o o d g c r, M c n n i 11 g t o n , Zwerchfellbruch. Dietrichs Zeitsehr. f. ges. Thk. 1849, p. 56. Ry ebner, Zworch-fellentz. b. Kiih. Bujatrik 1851, p. 281. Curdt, Zwerchfellrnptur, Rec. 1851, p. 934. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1852, p. 28. Tosco, Zwerch-fellrüptar. Turin 1851, p. 85. Ibd. 1852, b. 28. K a n t z , Zwerchfellrupt. Gurlt u. Hertwig. Suppl. 1856. Wiener Klinik, Zwerchfellrnptur. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 133. Burin oister, Zwerchfellruptur. Preuss. 1859, p. 103. Ibd. 1859, p. 13. Taylor, Zwerohfellriss b. Pf. The Vet. 1860, p. 701. Ber. üb. Leist. i. Gob. d, Thk. 1860, p. 13, 47, 56. Belg. Bericht, Zwerohfellriss b. Pf. Belg. 1800, p. 113. Pohrson, Sohra-d o r , Zwerchfellriss b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1861, p. 97. Toul. 1861, p. 393. Rathke, Graeves, Zwerohfellriss b. Pf. Mag. f. Thk. Gurlt u. Hertwig 1866, p. 401. Weber, Zwerchfellriss b. Pf. Ber. lib. Vet.-Wes. in Sachs. 1877, p. 109. Weigel, Zwerchfellriss b. Pf. Sachs. Jbb. 1879, p. 136. Voigt Ian dor, Zwerohfellriss b. Pf. Ibd. 1873, p. 43. Prietsch, Zwerchfellriss b. Kiih. Ibd. 1883, p. 88. Borger, Zwerchfellriss b. Küh. Tztl. Mitt, aus Baden 188S, p. 110.
Zwerchfellruptur bei Pferden.
Aetiölogie: Ein Hengst hatte sich beim Deckakte gebäumt und überschlagen, ohne nachher besonders zu trauern, aber er war von da ab bei dem Deckgeschäfte weniger mutig und schien den Akt nicht mehr gehörig auszuführen. (Ein Jahr später verendete das Pferd an Kolik und die Ruptur fand sich dann.) Ilathke. Nach einem Sturz oder Stoss entstand an der linken Brustwand eine faustgrosse Geschwulst, die dauernd blieb. (Das Pferd starb nach 0 Jahren.) Pehrson. Nach dem Überschlagen bekam ein Pferd häufig Kolik, schliesslich nach jedem Futter. Grosskopf. Ein Pferd war nachts in die Kette gekommen und wurde leicht verletzt, anderntags stürzte es beim Reiten und starb plötzlich. Percivall. Ein stetiges Pferd bäumte sich und
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Zworolifellbruch, Hernia duiphras'malica.
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überschlug rückwärts, der Tod trat sofort ein. In einem zweiten Fall besteht die Annahme, dass der Riss schon vor 7 Jahren entstand, und jetzt durch Triichtigkeit dort Darmoinklemmung erfolgte. Curdt. Bin Pferd war mit gefülltem Magen geworfen worden, alsbald heftige Erscheinungen und Tod. 2) Ein schweres Zugpferd stürzte, es trat sofort Kolik ein und der Tod erfolgte in 4 Tagen. Bouley. An sanft ansteigender Strasse stürzte ein Pferd beim Anziehen einer Last plötzlich wie vom Blitze getroffen nieder und der Tod erfolgte in wenigen Minnton. Berger.
Klinisches Bild: Plötzlicher Tod nach der Einwirkung erfolgte in wenigen Fällen. Einzelne Tiere sind nach der gewaltsamen Einwirkung eine Zeitlang traurig und haben vorübergehende oder dauernd bestellende Anschwellungen, andere befinden sich jahrelang anscheinend gesund, der Jiissrand vernarbt, bis sich endlich ein Darmstück einlagert und eingeklemmt wird. In der Regel endet eine Kolik das Leben, oder der Erfund, dass eine Ruptur da ist, ist ganz zufällig. Bouley beobachtete, dass nach dein Sturz eines schweren Zugpferdes sofort Kolik auftrat, es erfolgte Besserung und nach 'S Tagen war links an der Brustwand durch Auskultation Darmperistaltik festzustellen, nach weiteren 4 Tagen starb es unter Kolikerscheinungen. In einem zweiten Falle traten nach der Ruptur sofort heftige Erscheinungen auf, an der rechten Seite der Brust war kein Atemgoräusch mehr, wohl aber Darmperistaltik feststellbar. Kiefer sah ca. 36 St. vor dem Tode stürmische Erscheinungen, besonders auch heftiges Atmen mit grosser Flankenbewegung. Kantz beobachtete häufig wiederkehrende Kolik und stellte die Ruptur nach dem Tode fest. Tosco: Eine ;5jährige Stute bekam Kolik am 3. Jan., am 9. Jan. und die dritte tötliche, die 2 Tage dauerte, am 9. April. Leblanc beschreibt einen Fall: Leichte Kolikschmerzen, öfteres Umsehen nach der Seite, häufiges Anstellen zum Kot und Harnentleeren mit lange fortgesetztem Drucke der Bauchmuskeln, Bewegung zum Erbrechen. Faussel: Ein kolikkrankes Pferd biss sich einigemal in die linke Flanke, an der Brustwand war gurgelndes Geräusch hörbar. Bremer: Ein schon öfters kolikkrankea Pferd setzte sich schliesslich auf das Hinterteil, der Herzschlag war derart laut, dass er mit einem gurgelnden Geräusch wie von einem Wassererguss gehört werden konnte. Grosskopf: Sofort nach dem Überschlagen bekam ein Pferd heftige Kolik die Kolik stellte sich später häufiger ein, schlieslieh jedesmal, wenn das Pferd mehr als gewöhnlich Futter
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Zwerchfellbruoli, Hernia diaphragmatica.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 481
bekam. Zimmerinanu sah bei der Kolik eines Pferdes linksseitiges Liegen, quot;Wälzen, Aufstossen, Würgen und Sitzen auf dem Hinterteil. Gowing: Ein Pferd hatte in 14 Tagen 2mal heftige Kolik, dabei quot;Wälzen auf dem Rücken, Sitzen auf dem Hinterteil. Tod. Woodger: Ein an Kolik verendetes Tier hatte schon vor 2 Monaten 1 mal heftige Kolik gehabt. Pehrson: Ein Maultier litt seit 78 Tagen an K olik und starb. Rathke: Eine Stute, die er selbst 3 Jahre lang als vorzügliches Pferd kannte, war sehr aufgeschürzt, er beobachtete besonders beim schweren Zuge grosso Atemnot, sie legte sich nie, hatte aber guten Appetit, war munter und gut im Nährzustande. Er kaufte sie und hatte sie 6 Jahre im Besitz, der Tod erfolgte rasch an Kolik. Graeves: Ein altes immer gut genährtes Pferd, das sich nie gelegt hatte, starb rasch an Kolik.
Sektion serfunde: Berger: Im fleischigen Teile des Zwercbfells war ein Riss und durch denselben ein grosser Teil der Gedärme in die Brust getreten. Bouley: Der Riss im Zwerchfell war links und oben im Heischigen Teil und ging bis zum sehnigen, durch ihn war ein 14 Fuss langes Stück Dünndarm, ferner die linke Magenhälfte, das Netz und die Milz in die Brusthöhle vorgefallen. Brogniez fand bei einer Sektion zufällig einen alten Riss. Curdt: 1) Ein Darmstück war in einem alten Loch eingeklemmt. 2) Bei einem Pferd, das sich bäumte und überschlug und bei dem der Tod sofort eintrat, war das Zwerchfell rund herum abgerissen. Kiefer: Ein Pferd starb nach 86stündiger Kolik, links war der sehnige Teil gerissen, durch denselben war Magen, Milz, Netz, Zwölffingerdarm und der ganze Leerdarm in die Brust gekommen. Kantz : Ein Teil dos Dünndarms und der Magen lagen in der Brust. Tosco: Das Loch im Zwerchfell war 3U Cmtr. lang, die Ränder waren kallös, über die Hälfte der dünnen Gedärme lag in der Brusthöhle. Tosco hält das Loch für angeboren. Faussel: Die schon lange bestehende Öffnung war nur zollquot; gross, durch sie war ein 16 Puss langes Stück Dünndarm in die Brust getreten. Percivall: Ein Pferd, das sich gestern in der Kette gefangen, gestürzt war und heute plötzlich verendete, hatte einen frischen Riss handbreit von dem Brustbein entfernt, durch den man mit der Faust hindurch konnte. Brewer: Der Riss ist im unteren Teile des Zwerchfells, 7 Zoll lang, durch densolfeen sind 3 Ellen Dünndarm in die Brusthöhle gekommen, ^i^el^en jsind eingeklemmt. Leblanc: Die Ruptur ist im muskuli^eft TeUy^eip^ T^il des Netzes, eine 14 Fuss lange Dünndarmschlinge isf, elngeluemiftt, die Teile sind an der Bruch
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stelle verwachsen.
11 o f i' in a n n . TiciJii'ztlicho
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D}otraquo;ichs: ß- Monate nach dem Überschlagen
('MrtiYjic.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'' nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 31
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ZwerohfeUbruoh) Hernia dlaphragmatioa.
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Tod, der Kiss ist unten nacii links 4 Zoll lang, 8 Zoll breit, er ist etwas vernarbt, durch ihn ist ein Stück Kolon in die Brusthöhle gewandert und dort geborsten. Zimmermann: Der Riss ist 5 Zoll lang im rechten Zwerchfellpfeiler, geht von oben nach unten zackig, die Ränder sind blutig, in die Brusthöhle sind l1/raquo; Maass Blut ergossen. Gowing: Der Riss ist 9 Zoll lang am Rande des rechten Pfeilers, fast der ganze Dünndarm liegt in der Brusthöhle und ist teilweise eingeklemmt. Woodger: Die Ruptur ist rechts unten, alt, die Riindor sind verdichtet, ein Stück Hüftdarm ist durchgedrungen, fest gewachsen und teilweise eingeklemmt. Mcnnington sah 2 Fälle, bei einem die Ruptur im sehnigen, beim anderen im fleischigen Teile. Bösonroth: Durch eine alte Ruptur ist die vordere Krümmung des Kolons getreten. Massen: Eine zweigroschonstückgrosse alte Ruptur Hess l1/2 Ellen Hüftdarm hindurch, das Netz war an der hinteren Fläche angewachsen. Taylor: Zufällig bei der Sektion fand man eine alte Zwerchfellruptur und ein 9 Euss langes Stück Hiiftdarm in der Brusthöhle. Schrader: Eine vor 6 Jahren an der linken Brustwand entstandene, faustgrosse Geschwulst, von etwas wechselnder Grosse wurde bei einer Kolik kopfgross, die 7. Rippe war hier 4 Zoll lang gespalten, diese bildete die Bruchöifnung, durch welche ein Stück Netz und Dünndarm hinausgetreten war, der Darm war durchlöchert, durch die Zwerchfellrnptur war ein Teil Netz, Milz und Blinddarm in die Brusthöhle vorgefallen. Mit diesem Defekt hatte das Pferd 6 Jahre gelebt. Von der Wiener Klinik ist von 1858 angegeben, dass von 75 tötlichen Koliken eine mit Zwerchfclhuptur sei. Eine geheilte Zwerchfellruptur, mit geheiltem Rippenbruch, beschreibt Voigtländer. Aus diesen Angaben ist bestimmt ersichtlich, dass sehr grosse Rupturen mit völliger Loslösung des Zwerchfells oder grosser Öffnung und haltlosem Hervortreten des Mageninhaltes in die Brust den Tod rasch eintreten lassen; kleine Offnungen können in seltenen Fällen, wenn kein Darm hindurch tritt, heilen. Ist eine Darmschlinge, oder auch anderes Bauciieingewcide hindurch getreten, so kann das Tier noch jahrelang existieren, bis endlich Einklemmung erfolgt. Nach grösseren Mahlzeiten erfolgt leicht Kolik. Die Ränder vernarben, die Rupturen haben keinen Jjieblingssitz; ich finde die Angabe Herings, dass dieselben meist unten im sehnigen Teile sind, nicht erwiesen, sie verteilen sich ziemlich gleichmässig rechts und links, sowohl im fleischigen als sehnigen Teile. Der von Ratbke beobachtete Fall verdient besondere Anführung: Unter der Hohlvene hatte das Zwerchfell ein Loch, dass man mit der Hand liindurchkonntc, die Ränder waren
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Zwerchfellbruch, Herniii diaiihraginatioa.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;483
geglättet, das Zwerchfell hatte keine Schlumlöffnung, Magen und Lunge waren durch ein seröses Band verbunden, die Milz war halbsogross wie normal, die Lunge links, wo die Gedärme lagen, nur halbsogross wie rechts, unelastisch, für Luft nicht zugänglich, an ihrer Überfläche war ein tiefer Eindruck, die Lagerstello des Magens. R. glaubt, dass diese Öffnung fötal sein müsse.
Zwerchfellrupturen beim Bind. Dieselben haben wegen der veränderten Anatomie, durch die 4 Mägen einen etwas veränderten Charakter, sowie durch die Benützung eine andere Bedeutung. Es kommen forner noch die sehr zahlreichen Zworehfellverlotzungen, durch vom Magen aus nach vorne dringende Fremdkörper, besonders Nadeln, Nägel etc. mit Abscessbildung und Verwachsungen in Betracht.
Ich übergehe diejenigen Eälle, in welchen das Krankheitsbild und der Sektionserfund ähnlich dem beim Pferde ist und teile einige etwas veränderte mit: Bergemann bekam eine Kuh in Behandlung, die seit einiger Zeit krank sei. Status pr.: Mager, Augen zurück in den Höhlen, Lidbindehäute bleich, das Haar rauh, Puls beschleunigt, das Atmen erschwert, 32 in der Minute, zuweilen kurzer, dumpfer Husten auf Brück an der Seite, Stöhnen, auf eben solchen am Rücken schmerzhaftes Einbiegen der Wirbelsäule. Das Tier kann kaum stehen, es setzt die Vorderbeine weit nach vorn, die Hinterbeine unter den Bauch, die Milch ist verschwunden, der Kot dunkel und stinkt. Sekt, Das Zwerchfell hat einen 0 Zoll langen alten Riss linkerseits. Die Milz ist durch diese Öffnung mit ihrem vorderen Ende (5 Zoll lang in die Brusthöhle gewandert, ist dort geklemmt und nach und nach vollständig von der hinteren Hälfte getrennt worden, der hintere Teil derselben, 2 Euss 10 Zoll lang, 10 Zoll breit und 6 Zoll dick, ist auch vom Magen getrennt und liegt frei in der Bauchhöhle, sein hinteres Ende ist aber mit den Nieren verwachsen. In den meisten verzeichneten Fällen ist die Haube durch das Zwerchfellloch in die Brusthöhle gedrückt, verwächst mit dem Herzbeutel und der Öffnung, beengt zwar die Brustorgane, aber schützt vor dem Durchtreten von Gedärmen, wenn auch nicht in allen Fällen. Es sind deshalb Einklemmungen, incarcerierte Zwerchfellshernien, beim Rinde seltener als beim Pferde.
Diesen Zusammenstellungen füge ich an, dass ich die bis jetzt mir beim Pferde zur Behandlung gekommenen, tötlich endenden Zwerchfellruiituren, alle schon während des Lebens diagnostiziert hatte. Der tympanitische Perkussionsschall, die peristaltische Bewegung und deren charakterischo Geräusche in der Brusthöhle, sind bei sorgsamer
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Zwcrchfellkranipf.
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Auskultation wenn sie gerade vorhanden sind ein so sicheres und oft lautes Merkmal, dass es nicht überhört werden kann. Nur in Füllen, in denen ein kleines Stück Darm vorgefallen, incarceriert und vollständig bewegungslos geworden ist, könnte dieses Merkmal möglicherweise fehlen. Ich habe hiefür keinen Beweis und spreche dies als Vermutung aus. Sehr lebhaft kann die Feristaltik laquo;auch in dem in die Brust vorgefallenen Uarmstücke erzeugt werden, wenn man den Tieren bei einer Mahlzeit das Wasser entzieht und sie vor der nächsten Fütterung reichlich kaltes Wasser trinken lässt.
Therapie: Eine kausale Behandlung kann ich nicht anraten, die Bruchpforte im Zwerchfell können wir nicht verschliessen, höchstens käme hei wertvollen Tieren, wenn die Erscheinungen einer incar-cerierten Zwerchfellshernie auftreten, in Betracht: die Laparotomie vorzunehmen, den Bruch zu reponieron suchen und gewärtig zu sein, dass jetzt auf kürzere oder längere Zeit sich ein solcher Zufall nicht mehr ereigne. In Fällen, in denen während des Lebens Zwerchfellbruch mit Darmvorfall in die Brust festgestellt wurde, aber ohne dass Kolik zugegen ist, rate ich den Besitzern, die Tiere sehr regelmässig zu füttern und nur konzentriertes Futter zu verabreichen. Bei eingetretener Kolik ist vorn hochstellen das einzige, was ich zu den gewöhnlich angewandten Kolikmitteln noch anzugeben wüsste. Eserin kann hier gefährlich sein.
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lit!
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Zwerchfell k ramplquot;.
Littoratur: Anker, Selmenhiipfcn a. Zwerclifell d. Pf. Arch. f. Thk. 1845,
p. 99. Brun, Zwerchfellkrampf b. Pf, Revue f. Thk. u. Tzcht. Nr. 0.
RenggH, Zwerchfellkrampf b. Pf. Schw. Aroh. 1848, p. 213. Ber. üb.
Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 45. Eyeliner, Zwerchfellentz. b. R. Bu-
jatrik 1851, p. 281. Cartwrifjht, Beeson u. a., Ber. üb. Leist. i.
Geb. d. Thk. Cadiot, Zwerchfellkrampf 1). Pf. Rec. 1887, p. 752. Jhh.
1887, p. 54.
Es treten hiebei Erscheinungen auf ähnlich denen, wie sie im Abschnitt über idiopathisches Herzklopfen boschrieben sind, aber mit dem Unterschiede, dass die Kontraktionen nicht gleichzeitig, isochron, mit dem Herzstosse stattfinden. Meistens sind nur Pferde betroffen.
Aetiologie: Cadiot führt Überanstrengung und kaltes Getränke als Ursache gebend auf. Beeson fand: Rötung am Zwerchfellnerven, Invagination des Dünndarmes, Riss im Psoastnuskel, Riss im Zwerchfell und Entzündung des Darmes. Wenn es auch als möglich erscheinen muss, dass derart heftige Reizungen Zwerchfellkrampf auslösen können, so gehören doch diese Krämpfe nicht zu den regelmässigen
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Zvvcrchfellkrampf.
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Symptomen der genannten Zustünde. Auch auf elektrische Reizungen oder Abschneiden des Zwcrchfellnerven treten solche anhaltende krampfhafte Zuckungen des Zwerchfells nicht ein.
Klinisches Bild: Booson war anfangs der 40er Jahre der erste, der das sogenannte Herz- oder Gefiissklopfen als Zwerchfellkrampf deutete. Anker hat die Trennung schärfer durchgeführt, doch glaubt er, dass Herzklopfen und Zwerchfellkrampf bei entzündlich gastrischen Leiden zusammen vorkommen können, eine Annahme, die sich bisher nicht bestätigt fand. Anker giebt als Symptome des Zwerchfellkrampfos an: Ängstlicbes, heftiges Atmen, zitternde Bewegungen der Planken, Klopfen an der Brust- und Bauchwand, besonders in der Gegend der falschen Hippen. Dieses Klopfen ist oft so bedeutend, als ob Schläge von innen nach aussen an die Bauchwand erfolgen würden, welche sichtbare Bewegungen erzeugen. Cadiot führt an: Stossweise Erschütterung , die an der Grenze des Zwerchfelles auszugehen scheint, mit exzentrischen Bewegungen der Brust- und Bauchwand. Atmen, sowie Herz- und Pulsthätigkeit ist normal. Kein Fieber. Die krampfhaften Stösse geschehen rhythmisch, ähnlich dem Pulse, aber nicht gleichzeitig und oft in anderer Zahl. llenggli giebt an: Während der Futteraufnahme fährt das Pferd manchmal wie erschreckt zusammen, zeigt Angst; in der Gegend der Anheftung des Zwerchfells entsteht unregelmässiges Zucken, dasselbe geschieht einwärts, Brust und Bauch erzittern; das Atmen ist kurz und aussetzend. Brun : An den letzten drei Rippen, (stärker jedoch links), waren eigentümlich stossende Geräusche hörbar und deren Bewegungen sichtbar. Was die Dauer des Leidens anbetrifft, so ist angegeben: Einige Stunden, einen oder mehrere Tage, und Cadiot sagt: Selten besteht die Krankheit jahrelang oder während des ganzen Lebens. Cartwright, der angiebt, 18 solche Fälle behandelt zu haben, sagt, class dasselbe meist nach 1518 St., selten erst nach 24 Tagen verschwinde.
Prognose: Günstig. In allen mir bekannten Fällen und solchen, bei denen es sich um direkte Angaben eines beobachteten Zwerchfell-krampfs handelte, trat Heilung in 448 Stunden, längstens in 2 Tagen ein.
Therapie: Dieselbe bestand früher in: Aderlass, Laxanzen, Kampfer und Opium. Am zweckmässigsten wird wohl Morphium injiziert.
Verscliluckte Fremdkörper, Magenflstel. Tranmatiscber Abscess von innen am Hinterleibe.
Litter a tuFi Grove. Schluchzen b. versohluokten Fremdkörpern. Wahrn, h. li. 1810) p. 11. Marheinike, Verschlucken angewShntichor Dinp-e bei
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486 Vereohluokte Fremdkörper) Magonfistel. Traumatischer Abscess etc.
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einer Kuh. Gurlt u. Ilertwig 1830, p, 370. II il du oh, Verschluckte Nadeln b. li. Ibd. 1842, p. 174. Cartwrig.ht) Abscessc i. Netz u. Gekröse b. Pf. The Vet. 1842/43. Der. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 80. Lindenberg, Abscess zwischen Pansen u. Baucbm. b. Ochs. Gurlt u. Hertwig 1847, p. 488. JI u r r a y , Stopfnadel an den Nieren b. Schw. The Vet. 1848, p. 271. Lewis, Fremdkörper im Hundedarm, The Vet. 1848, p, 92. Per. (lb, Leist. i. Gob. d. Thk. 1848, p, 02. Hitter, Abscess in der Beckonhöhle b. Pf. Tztl. Ztg. 1848, p. 100. Hering, 4 Falle von Fremdkörpern, die durch die Brust- und Bauchw. nach aussen kamen. Ber, üb. Leist, i. Geb. d. Thk. 1849, p. 55. Daffieno, Durchbohrung d. Magens d. Rebenzweig. Turin 1851, p. 61. Döboll, Fremdk. i. Mag. v. lt. Schw. Arch. 1854, p. 103. Gurlt, Nähnadel im Scbweinsdarm. Gurlt u. Ilertwig 1856, p. 325. Schutt, Abscess rn. Stopfnadel. Gerlach u. Leis. 1857, p. 75. Hannen, Abscess mit Stecknadel. Ibd. 1857, p. 75. Voss, Magenfistcl bei einer K. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gorlach u. L. 1850/57, p, 75. Aubry, Verschluckte Nähnadel b. d. Kuli. Rec. 1857, p. 343. Kuhlmann, Nägel u, Eisenteile im Magen. Gerlach u. Leisering 1850, p. 10. Folgenhauer, Fremdk. im Hundemagen, Gerlach u. Leisering 1858, p. 149. W e i n b e r g , Traumat, Abscess a. d. Haube. Ibd. 1853, p, 180. Westphal, Traumat. Abscess zw. Leber u. Haube. Ibd. 1858, p. 171. Rathko, Entfernung eines Troikarts a. d. Magen. Müller u. Hol. 1860, ]). 163. Koch, Abgebrochenes Schlundrohr i. d. K. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1866, p. 50. Hofer, Verschluckter Fremdk. b. Ochsen. Münchn. Jhb, 1861, p. 39. Straub, Drahtstück i. Hundedarm. Rep. 1861, p. 105. Olivoro, Schere b. Ochsen unt. a. d. Brust heraus. Turin 1861, p, 458. B are i lie, Vorfall v. Loser u. Haube. Turin 1801, p. 395. Ber. üb. Leist. i. Geb. d, Thk. 1801, p, 14, S ch w e rd t f o ge r, Verstopfung mit Strohhalmen b. Pf. Sachs. Jhb. 1862, p. 93. Rosenkranz, Magenfistel. Ibd. 1802, p. 105. Hahn, Eisen im Leibe b. R, Münchn. Jhb. 1862, p. 161. Prietsch, Abscess a, Bauche v. Hunde. Sachs. Jhb. 1803, p. 86. Berge-m a u n , i Fülle v. verschl. scharfen Körpern b, R. Gurlt u. Hertwig 1603, p, 404. Autor (?), Verschluckte Nadel b. einer K. Journ. de A'et. 1865, p, 98. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1866, p. 59. Kowalski, Fremdkörper im Magen b. K. Müller u. Roloff 1806, p. 133. II a gen, Seh rader, Münster, S o e r , O b i e h. Ibd. 1866, p. 133 ff. Streb r a t h , Darmfistel b. Fohl. 1S08, p. 144. Thoms, Traumat. Abscess a. Bauohe d. II. Müller u. Roloff 1868, p. 135. Leisering, Ilaubenfistel b. d. K. Sachs. Jhb. 1808, p. 22. Luch hau, Durchbohrung des Labmagens beim Kalb. Müller u. Roloff 1869, p. 159. Harms, Traumat. Magen-Zwerch-fellentz. Gurlt u. Hertwig 1871, p, 448, 458, 402, 493. Johne, Pansen-schnitt gegen Nähnadel. Sachs. Jhb. 1872, p. 132. I v e r s e n , Taschenmesser vom Hunde geschluckt. Müller u. Roloff 1873, p. 187. Autor (?), Traumat. Abscess b. d. K. Ibd. 1874, p. 141. Napp, Durchbohrung des Pansens b. K. Ibd. 1875, p, 146. Prietsch, Traumat. Entz. d. Haube. Sachs. Jhb. 1875, p. 105. Knese, Abscess am Schaufelkn. b. K. Müller u. Rol. 1875, p. 182. Oemlor, Abscess zwisoh, Pans. U, Bauchw. Mitt, a. d. tztl. Pr. Roloff u. Schütz 1870, p. 105. Dctte, Hauhonfistel b. K. Ibd. 1870, p. 98. Knese, Abscess im Duodenum b. K. Ibd. 1870, p. 105.
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Verschluckte l'reindkorper, Mafienfistel. Traumatischer Abscess etc. 487
E llenber ff c r , Frenulk. i. d. Haube. Ibd. 1876, p. 87. Friedberger, Abgeschl. Nähnadel b. II. Miinclm. Jhb. 1877/78, p, 96. Strecker, Ma-genporforation b. K. Rol. n. Seh. 1877, p, 117. A cril, Abgeschl. Nadel b. d. K. Wochschr. f. Thk. u. Tzt. 1877, p. 40. Falke, Jhb. 1878, p. 161. Leon hard, Durchbohr, d. Labmag. Mitt. a. d. tztl.* I'r. 1878/79, p. 62. Dint er, Grosser Abscess zwischen Haube u. Zwerchf. Sachs. Jhb. 1880, p. 70. F U n f 81 ü c k , Haubenfistel. Ibd. 1880, p. 76. B o m b a c h , Magenperforation b. Gans. Roloff u. Schütz 1881, p. 55. Johne, Haarnadel i. d. Magenw. d. Hahnes. Siichs. Jhb. 1881, p, 59. Bon net, Traumat. Darmentz. bei d. Katze. Münchn. Jhb. 1882/88, p. 122. Bauer, Magen-ruptur durch vcrschl. Schlüssel b. Pf. Mitt. a. d, tztl. Pr. Boloft' u. Soli. 1882, p. 61. Mieckley, Pillenstockhülse abgesohlnokt v. Pf. Ibd. 1882, p. 61. Morro, Siebert) Toxtor, Magenfistel b. d. Kuh. Mitt. a. d. tztl. Pr. Roloff u. Schütz 1882, p. 58. I v e r s e n , Magenporforat. durch Besenreis h. Schw. Ibd. 1882, p. 44. Kohlhcpp, Nähnadel durch den Verdaukanal b. II. Tztl. bad. Mitt. 1883, p. 217. Peschel, Chronische Trommelsucht. Sachs. Jhb. 1884, p, 98.
Es werden namentlich von Rindern, gclogcntlicli auch von anderen Tieren, im Mngen und Darme schädlich werdende Dinge aufgenommen.
Yon den von mir hier aufgezeichneten Fällen sind folgende Gegenstände mit angegebenem Erfolge aufgenommen. Hahn gab 18(52 an, dass er in der Nähe einer Nadel- und Drahtfabrik wohne, woselbst von Rindern oft solche Dinge versekluckt würden, die alle gegen das Herz gehen. Diese auf nicht genügend ausreichender Beobachtung aufgestellto Behauptung ist seither mehrfach wiederholt worden. Ich habe 10 Eälle, in denen die Nadel nicht in der Richtung gegen das Zwerchfell ging, sondern ab-, rück- oder seitwärts ging, teils im Innern unschädlich stecken blieb, teils dort Absccsso, teils Perforationen nach aussen verursachte. Es sind namentlich angegeben: Stopfnadeln 3mal, dieselben verursachten 1 mal Abscess zwischen den Nieren, 1 mal Abscess zwischen Leber und Haube und 1 mal rechts an der Rauchwand. Stecknadel 1 mal, mit Abscess zwischen Haube und Zwerchfell. Sattlernadeln JJmal (iVa Zoll lang) verursachten 2 mal Abscess unten am Schaufelknorpel, 1 mal blieb sie im Magen. Nähnadel 1 mal, Abscess 3 Finger breit hinter dem Pylorus. Packnadel l mal, durchstach den Wanst und die Rauchmuskeln hinter den falschen Rippen. Tabaknadel 1 mal mit Abscess unten am Bauche. Nadel (ohne nähere Bezeichnung) Abscess in der Gegend des Nabels. Diese Zahl wird genügen zum Reweise, dass auch Nadeln seitlich, rück- oder abwärts wandern können. In einem Falle trat eine solche schon 8 Tage nach dem Verschlucken unten am Bauche hervor. Es sind ferner angegeben: Haarnadeln .quot;l mal mit Einbohrung in die
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488 Verschluckte Fremdkörper, Magenfistel. Traumutiseher Abscess etc.
Magenwand beim Hahn und DurchLnich des Zwölffingerdarms beim Schwein. Scher enteile 2 mal, Abscess unten an der Brust verursachend. Messerklingen, 2 Stück je 4 Zoll lang, und eine Tischmesserklinge, 2 mal Abscess unten am Bauche verursachend, 1 mal 8 Mon. ohne Schaden im Magen. Gabeln, 3 und 4 zinkig, 8 Stück kamen sämtlich unten am Bauche hinter dem Schauf'elknorpel heraus.
nbsp; nbsp;1 Drahtnagel steckte sich hinter dem Pförtner, 1 Brettnagel machte ein senkrechtes Loch von der Haube abwärts und ein Pfeifenräumer durchstach die Milz. (Vgl. a. die Angaben über Herzbeutel-und Herzverletzung.) Andere Gregenstände, die Abscesse im Hinterleibe verursachen, stecken bleiben oder die Bauchwand seitlich oder unten perforieren, sind: beim Schwein ein Besenreis, das in der Nähe des Pförtners den Magen durchbohrte, seitlich in die Muskulatur eindrang und dort eingekapselt wurde. Iwersen. Beim Hunde, Aliren, welche in der Nähe des Schambeines Abscesse verursachten. Prietsch. Ein 2 Zoll langer Weissdorn, mit dem eine Wursthaut durchstochen war, verursachte beim Hunde traumatischen Abscess an der Bauchwand. Thoms. Nadeln mit eingefädeltem Faden oder nur Faden: Tod infolge verschluckter Schnur beim Hunde. Gurlt. Nach 5tägiger Krankheit Abgang eines Bindfadens, an dem eine Nähnadel hing beim Hunde. Friedberger.
nbsp; Zuckerhutschnur lli Elle lang nach mehrtägigem Kranksein durch Brechmittel entfernt, verursachte dennoch Tod. Es bestand Verdacht, dass dieselbe mit Fett getränkt, bösartig gefüttert wurde. Felgenhauer. Eine Katze hatte vor 1U Tagen einen Fadenknäuel geschluckt und starb, der Zwirn lag im Darme zickzack und hatte an verschiedenen Stellen in die Darmwand teils eingeschnitten, teils perforiert. Bonnet. #9632; Ein Hund fing bei der Futteraufnahme plötzlich zu schreien an, war 2 Tage krank unter Springen, Winseln, gekrümmtem Bücken, grosser Schmerzhaftigkoit des Bauches und schliesslich Afterzwang. Es kam jetzt ein Faden zum After heraus. Ziehen an demselben verursachte grosson Schmerz. Es hing an demselben eine Nähnadel. Der Faden voran zog dieselbe nach. Verstopfung des Leerdarmes durch einen Knoten von Strohhalmen ein paar gehäufte Hände vollquot; beim Pferde berichtet Schwerdtfeger. (Es wäre liier an die sogenannten Kleepfrüpfe, Darmsteine und Haarballcn zu erinnern). Erkrankung durch Anhäufung von Wolle infolge Wollesaugens oder Wollefressens der Lämmer1'. Infolge sogenannter Saudkoliken. Es ist bekannt, dass sich Sand, der namentlich von Weidepferden, die auf Flugsandäckorn durch Heraus-
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reissen der locker sitzenden PHanzenwurzeln viel Sand abschlucken, im Kolon und Blinddarme festsetzt. Ich habe 5 Monate nach solchen Weidegüngen noch den charakteristisclien Sand in grossen Mengen in den genannten Darmpartieen angetroffen. Auf einem Gute seien innerhalb l'/a Jahren 6 Kühe und ein Pferd hieduroh verloren gegangen. Hering. Ein Abscess an der Bauchwand entstand bei einem Kalbe, nachdem es einige Tage zuvor viel Sand gefressen hatte. Luchhau. Welche merkwürdigen Dinge von Hindern verschluckt werden, ist von Marheiniko mitgeteilt: Eine Kuh verschlang: ein Paar Strümpfe, ein Tuch in welches Brot eingewickelt war, eine Tuchweste mit Metallknüpfen, einen Kindorrock und eine Jacke. M. glaubt, dass diese wilden Gelüstequot; erst erzeugt würden, wenn die Gegenstände von Menschenhänden berührt seien. Ein Ochse frass ein 30 Fuss langes Stück Wurstdarm. Es ging ohne Beschwerde ab. Münclm. Jhb. Ein Hund hatte ein Strumpfband geschluckt. Lewis. Ein Hühnerhund sollte einen Thaler, den er apportieren sollte, geschluckt haben. Jahrelang glaubte man ab und zu Beschwerden zu beobachten. Bei der Sektion fand sich aber nichts. Ich führe den Fall an, weil er viele Tierärzte beschäftigte. Grosse Gegenstände: Abgebrochene Peitschensteck on oder Schlundrohre, Esslöffel sind schon auf natürlichem Wege abgegangen wenn sie elastisch genug waren, oder sie spitzten sich seitlich, verursachten Abscess und kamen spontan heraus, wurden künstlich entfernt oder töteten.
Besonderes Interesse erregen Fremdkörper, die Darmstoino erzeugen, ferner die Magenfistel durch Arsenik.
Klinisches Bild: Beim Pferde: Bauer beobachtete Magenruptur bei einem Pferde, welches einen 11 Cmtr. langen Schlüssel abgeschluckt hatte. Mieckley: Dass ein Pillcnstock, der 8 cm. Durchmesser hatte und von einem Pferde geschluckt wurde nach 'i'/a Jahren mit den Fäces abging. Strehrath beschreibt einen Fall, dass bei einem Fohlen hinter dem Schaufelknorpel dos Brustbeines ein faustgrosser Abscess entstand, aus welchem sich Kot entleerte. Die Ursache desselben ist jedenfalls ein quot;vom Magen aus perforierender Fremdkörper. Beim Rinde ist die Zahl ähnlicher Vorkommnisse ganz ungleich grosser, sogar um so viel mehr, dass vielfach nur über diese abgehandelt wurde.
Ich habe 21 solcher Fälle zusammengestellt, die auf direkte Veränderungen, welche der Fremdkörper nach Auswanderung aus dem Aliinontarschlaucho erzeugte, entstanden waren; hievon sind 7 tötlich verlaufen. Sämtliche sind dadurch charakterisiert, dass der Fremd-
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490 Verschluckte FremdkörpeFi Magcniistel. Traumatiselier Abscess etc.
kör per in der Bauchhöhle, Abscesse erzeugte: Lindenberg sah in der Umgebung des Pansens reichliche plastische Ausschwitzung, den Pansen auf 1 l'/jQFuss verwachsen, dortselbst 2 Maass Jauche. Knese fand einen kindskopfgrossen Abscess mit Jauche und eine Nähnadel in der Nähe des Duodenums. Eilenbergor besehreibt einen Tall, dass eine Kuli bis 2 Stunden vor ihrem Tode gesund war. Er fand bei der Sektion einen Pfeifenräumerquot;, der die Milz verletzt und dort zahlreiche Abscesse erzeugt hatte. Harms hat in einem Abscess zwischen Leber und Haube eine 3 Zoll lange Stopfnadel gefunden. Weinberg sah, dass 7 Wochen nach entstandenem Kränkeln der Tod eintrat und ein hühnereigrosser Abscess an der Haube vorhanden war, in welchem 2 Näh- und 1 Haarnadel sich befanden. Die 14 anderen Pälle sind solche, bei denen der Fremdkörper die Bauchwand durchbohrte und nach aussen abging. Alle diese führten zur Heilung. Die Erscheinungen, die durch das Durchdringen erzeugt werden, sind verschieden: 5 Tage nach der bekannten Aufnahme einer Stopfnadel trat ein Odem am Bauche auf, aus welchem die Nadel entfernt werden konnte. Bergemann. 18 Tage nach eingetretenem Unwohlsein trat eine Geschwulst an der Flanke ein, aus welcher eine Nadel entfernt wurde. 8 Tage später kam eine zweite Nadel ohne alle Beschwerden durch die Bauchwand zum Vorschein. Hering. Seit 8 Wochen hat eine Kuh eine Stopfnadel aufgenommen, jetzt erschien links vom Nabel eine faustgrosse, harte, wonig schmerz-bafte Geschwulst, die kurz nachher fluktuierte und Eiter und die Nadel entleerte. Heilung erfolgte in 14 Tagen. Müller. Seit 6 Mon. wurde eine Essgabel vermisst, bei einer Kuh entstand jetzt zwischen Schaufelknorpel und Nabel ein Abscess, aus welchem die Gabel entfernt wurde. Es erfolgt Heilung. Morro. Eine Tabaknadel fehlte seit 34 Mon. Es entstand bei einer Kuh ein Ödem am Bauche, welches nach 4 Wochen abscedierte, Jauche entleerte und aus dem, fest einsteckend, die vermisste Tabaknadel nur mit Mühe zu entfernen war. Rasche Heilung. Acril. 7 Monate nach der Aufnahme entsteht ein Abscess am Schaufelknorpel, der die vermisste 1^2 Zoll lange Stopfnadel enthält. Heilung. Knese. Vsj Jahr nacli Aufnahme einer Essgabel kommt dieselbe unter grosser Abscessbildung am Schaufelknorpel zum Vorschein. Heilung in 3 Wochen. Eine Kuh hat seit 7 Monaten eine Geschwulst unten am Bauche. Dieselbe abscediert und es entleert sich dort Futter- und Mageninhalt. Nach weiteren 4 Wochen wird eine dort sitzende 4 zinkige Gabel entfernt, worauf Heilung erfolgt. Voss. -Am Schaufelknorpel entsteht eine Fistel ohne Anschwollung der Um-
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gebung. Aus derselben entleert sich Mageninhalt. Nach l/laquo; Jahr kann ein Glassplitter entfernt werden. Dette. Ein Esslüffel wird verschluckt. Nach '/s Jahr entsteht unten am Bauche eine grosae Geschwulst, die absoediert und eine Fistel, die 1 Jahr lang bleibt. Erst nach dieser Zeit wird der Löffel dort hervorgezogen, worauf vollständige Heilung eintritt. Leisering. Aus einer Geschwulst von der Grosse einer Kegelkugel wurde Jauche und eine Essgabcl entfernt, die Heilung erfolgte in 0 Wochen. Morro. Links an der Brust zwischen 2 Kippen trat ein Abscess mit Entleerung von Mageninhalt und einer Gabel auf. Textor. Wie aus diesen Notizen hervorgeht, ist die Dauer, welche der Gegenstand von der Aufnahme an bis zum Durchbruch nach aussen braucht, sehr verschieden lang. Durchbohrt derselbe die Magenwand oben und nach hinten, so erfolgt in der Regel durch die inficierten Gegenstiinde oder zugleich mit austretender Magen-flübsigkeit Abscedierung, die in der Bauchhöhle sehr gefährlich ist. Durchbohrt der Gegenstand nach abwärts oder seitlich, so kommt er in die Bauch- oder Brustwand und erzeugt hier, selbst oder durch beifolgende Unreinlichkeit Abscosse, welche in Einzelfällen offen bleiben und Mageninhalt austreten lassen können. Ganz dünne, frische, glatte Nadeln können ohne jeden Nachteil und ohne Abscosse einfach durchtreten, grössere verursachen vorausgehend harte, feste Ödeme, später erst Abscedierung und Durchbruch. Vielfach ist um den Fremdkörper eine derartige Bindegewebswucherung eingetreten, dass dieser so fest sitzt, dass er nur mit grosser Mühe hervorgezogen werden kann und spontan nicht selbst vorher entleert wurde. Körner, Ähren, Sand bedingen in Einzelfällen Perforation nach unten und bilden dort Abscosse, deren Inhalt Jauche und die genannten Stoffe sind.
Die Erscheinungen, welche diese Vorgänge begleiten, sind folgende ; Beim Durchstochen der Magenwand erfolgt Schmerz, Stöhnen, kurze Exspiration, manchmal stossweisse, mitunter Husten, Beschwerden beim Schlucken, Rülpsen, Würgen, eventuell Erbrechen, Auswurf von Schleim, der Appetit ist vermindert, Unruhe, Angst, der Puls wird aufgeregt. Sohmerzäussorung auf Druck an die Bauchgegend ist ziemlich regehnässig vorhanden. Manchmal ist die Schmorzäusserung sehr lebhaft während die Tiere stehen, sie schieben die Beine unter den Leib, machen gekrümmten Rücken, gehen sehr langsam und zögernd, während sie beim Liegen ruhig sind, die Milchinenge wird geringer. Aufblähen, Trommelsucht, wiederholt auftretende Indigestionen, vermindertes oder unterbrochenes Wiederkauen, manchmal harter, schwarzer Kot simi zu beobachten. Ist der Fremdkörper in der Bauchhöhle und erzeugt dort-
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492 Verschluckte Fremdkörper, Magenfislcl. Traumiitischer Abscess etc.
selbst Abscess, so erfolgt Fieber, Abmagerung, struppiges Haar, Krämpfe, Zähneknirschen eventuell aufgezogener Bauch und Tod unter den Erscheinungen der Pyosepthämie. Beim Verletzen der Bauchwand nach aussen tritt mit der Abscessbildung mehr oder minder starkes Fieber auf, Schmerz bei der Atmung, wenn die Atmungsmuskeln ge-troften werden, andernfalls bei Odem am Bauche Schmerz beim Liegen, namentlich sehr seitliches Liegen, wenn der Fremdkörper nach unten sticht, Abscessbildung oft erst nachdem längere Zeit ein hartes, heisses Odem dortselbst bestanden hatte. Nach dem Durchbruche entleert sich .lauche und öfters Mageninhalt. Der Fremdkörper bleibt in der Regel in der Absccsshühle stecken und wie erwähnt oft sehr fest und lange.
Prognose: In allen Fällen, in denen der Fremdkörper nach aussen kommt, günstig. Wenn derselbe innen Ahscesse bildet, ist die Prognose ungünstig bis schlecht.
Therapie: Alle an den genannten Orten aussen auftretenden Geschwülste werden möglichst frühzeitig eröffnet, breit gespalten und nach Entleerung wird die Absccsshühle sehr sorgsam untersucht, namentlich auch in Rücksicht auf Verletzungen des sondierenden Fingers, die steckenden Fremdkörper werden mit einer Kornzange etc. gefasst und ausgezogen. Die Höhle wird nachher gründlich mit Antiseptika ausgewaschen, abgestorbenes Gewebe entfernt. Magenfisteln werden in der Tiefe mit Catgut verschlossen und unter passendem Verbände oder auch durch Atzmittel offen zur Heilung gebracht.
Dieser abwartenden Methode, der Naturheilung, gegenüber steht die Kunstheilung. Sobald vermutet wird, dass ein Fremdkörper die Wand des Magens durchbohrt, wird der Pansenschnitt gemacht, mit dem Arme tief eingegangen, nachdem ein grosser Teil des dortigen Futters entleert ist, und sodann in der Tiefe nach Fremdkörpern getastet, eventuell wird mit der Hand bis zur Haube vorgedrungen, diese ebenfalls durchsucht und aufgefundene Fremdkörper entfernt. Seer teilt mit, dass er bei solchem Pansenschnitt nach Meyer an der Pansenwand hinabging, in die Haubcnöffmmg eindrang, dort eine adhärierende Stelle fand und einen 4 Zoll langen Eisendraht entfernen konnte. Bei nochmaliger Untersuchung wurde noch ein Lattennagel entfernt. Johne hat bei einer Kuh mit chronischer Un-verdaulichkeit, bei der er einen Fremdkörper vermutete, den Pansenschnitt gemacht und eine Stecknadel aus der Haube entfernt, Die Abmagerung dauerte aber fort und das Tier musste geschlachtet werden. Es fand sich noch zwischen Haube und Zwerchfell ein Abscess. Obich nahm zuerst 8 Stalleimcr voll Futter heraus und nachdem er Baum ge-
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schaffen hatte, fand er in der Tiefe einen gekrümmten Hufstift eingestochen. Die Heilung erfolgte in 6 Wochen. Harms teilt mit, dass Obich von 13 derart operierten Tieren 0 habe schlachten müssen. Es ist nicht zu übersehen, dass diese Operation namentlich auch bei solchen Verletzungen, die gegen das Zwerchfell und das Herz gehen, vorgenommen wird, weil hier die Diagnose doch mehr Charakteristisches bietet als bei HinterleibsYerletzungen, dass somit sehr lebenswichtige Organe bereits schwer erkrankt sein können oder dass in der Umgebung des Fremdkörpers Abscesse vorhanden sind, welche auch noch nach Entfernung des Fremdkörpers das Leben bedrohen können. Da an sich der Panaenschnitt mit nachfolgender Durchsuchung der Mägen auf Fremdkörper als eine gefahrvolle Operation nicht anzusehen ist, so wird diese Methode von mir empfohlen. Beim Schafe sind mir ähnliche Erkrankungen durch Fremdkörper nicht bekannt geworden, wenn nicht die durch ,,Wollefressenquot; der Lämmer erzengten Krankheitserscheinungen, welche diejenigen der Indigestion sind, hiehcr gerechnet werden wollen. Diese Untugend lernen die Tierchen einander ab, wahrscheinlich weil die angesaugten Wollestäpelchen statt der Zitze leicht wieder gefasst werden. Es ist mir keine chirurgische Therapie dagegen bekannt. Ich rate den Pansenschnitt dagegen auszuführen. Beim Hunde kenne ich 9 Fälle aus der Litteratur und einige selbst beobachtete. Friedberger teilt mit, dass ein Pintscher seit 8 Tagen kein Futter aufnimmt, keinen Kot entleert und heftiges Drängen unter Schmerzgeheul zeigt. Nach weiteren 5 Tagen kam ein Bindfaden zum After heraus und an diesem hing eine Nadel. Kohl-hepp hat einen ähnlichen Fall bei einem Mops beobachtet, Das Tier fing beim Vorzehren des Abendfutters plötzlich an zu heulen, rannte im Zimmer umher, legte sich, sprang von Zeit zu Zeit auf und winselte, Anderntags zeigte es gekrümmten Rücken und grosso Schmcrzhaftig-koit des Bauches, Am zweiten Tage Afterzwang und Heraushängen eines Fadens. Beim Ziehen an demselben grosso Schmerzäusserung. Am Faden eingefädelt und hintennachgezogen kam eine Nähnadel. Felgenhauer, Iversen, Grerlach beobachteten auf Brechmittel ausgeworfene Schnüre. Ich sah dass ein Stein, einmal eine etwas gebogene Bleiplatte von der Grosse eines Thalers auf Brechmittel entleert wurde. Tod eines Hundes durch Steckenbleiben eines Strumpfbandes am Pförtner beobachtete Lewis. Perforation der Bauch wund durch abgeschluckte Fremdkörper sind beschrieben von Straub: Ein sehr magerer, seit längerer Zeit kranker Hund, bekam eine Geschwulst am Bauche, nach deren Öffnung sich übelriechende Luft und Jauche
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494nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ohlrurglsohe Behandlung' der jauchig-eiterigen Peritonitis,
entleerte. In der Tiefe fand sieh ein G Zoll langer Eisendraht. Prietsch fand in einem Abscesse vor dem Schambein eine Höhle, in welcher Pflanzenfragmente und Ähren steckten. Thoms: Ein Spitzer war seit einigen Tagen traurig. Durch zufälliges Bestreicholn der Bauclnvand wurde die Hand gestochen, dortsolbst stach ein 2 Zoll langer AVeissdorn heraus nach dessen Entfernung rasch Heilung erfolgte. Eine Katze hatte 10 Tage zuvor mit einem Fadenknäuel gespielt. Der Zwirn lag bei dem toten Tiere im Zickzack im Darme und hatte an verschiedenen Stellen in die Darmwand eingeschnitten.
Beim Schwein: Ein 280 Pfund schweres Tier hatte in der letzten Zeit sehr viel gestöhnt. Beim Schlachten fand sich ein 33 Ctm. langes Besenreis, welches den Magen in der Nähe des Pförtners durchbohrt hatte und -Is seiner Länge frei in der Bauchhöhle lag. Das Ende steckte tief in der Zwischenrippenmuskulatur und war eingekapselt. Iversen. Um eine Haarnadel hatte sich im Zwölffingerdarme viel Stroh gewickelt, die Spitze hatte die Wand durchbohrt, das Schwein litt an Darmentzündung. Gurlt. #9632; Eine Stopfnadel, die seit 14 Tagen fohlte, fand sich im Zellgewebe zwischen den Nieren, das Tier ächzte, nahm kein Futter auf und wurde geschlachtet. Murray.
Eine recht fette Gans erkrankte plötzlich, wurde schläfrig, schwankte, die Augenlider waren geschlossen, die Federn gesträubt und das Tier starb. Man fand nachher dicht vor dem Pförtner eine hühnerei-grosse Geschwulst und in derselben einen 8 Cmtr. langen, 3 Cmtr. dicken Drahtnagel. In der Magenwand eines Halmes fand Johne ein 2 Cmtr. langes Stück von einer Haarnadel. Der Hahn war nie krank gewesen.
Chirurgische ISehaudlung der jauchig-eiterigen Peritonitis.
L it t eratur; Schmidt, Purulentc Peritonitis b. Pf. Müller u. Schütz 1875, p. 107. Podres, Behandlung dor Peritonitis mit Laparotomie. D. Med. Ztg. 1880, Nr. 97. Krön lein, Opemt. Beliandl. der akut, diffus, eiterig-jauchigen Peritonitis. Arch. f. klin. Cliir. 1880, 2 11. Grawitz, Entsteh, d. Peritonitis. Charite-Ann. 1880, p. 70. W e g n e r , Erzeugung von Peritonitis. D. Tzt. 1887, p. 4. Jürgen sen. Peritonitis b. Hunde. D. Arch, f. klin. Med. 1867, p. 577. Harms, Bauohfellentz. b. lündc. D. Ztschr. f. Tmdzn. 1889, p. 119.
TJber Entstehung der eiterig-jauchigen Peritonitis ist auf den Abschnitt Septhämie etc. hinzuweisen.
Klinisches Bild: Fieber, Druckschmerz im Hinterleibe, Stöhnen, Gasansammlung in den oberen Partien dos Darmes, unten Flüssig-
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Chirurgische Behandlung der jauchig-eiterigen Peritonitis.
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keit in gleichmässiger Grenze, Plätschern bei Auskultation, grosse Hinfälligkeit, auf Punktion jauchige Massen.
Prognose: Schlecht. Die eiterig-jauchige Peritonitis führt regel-miissig zum Tode.
Therapie: In der Neuzeit hat man angefangen, die eiterig-jauchige Peritonitis operativ zu behandeln. Krünlein schreibt hierüber: Das Bauobfell hat aufgehört unter den Geweben des Körpers bezüglich seiner Vulnerabilität eine Ausnahmestellung einzunehmen. Die Bauchhöhle verhält sich gegen atmosphärische Luft nicht anders als alle anderen Körperhöhlen. Die Scheu vor der Verwundung des Bauchfells ist nicht mehr gerechtfertigt. Gefährlich ist nur die grosse Aufsaugungsfähigkeit und die grosse Aufsaugungsflächo. Wenn es hier zur Jauche-bildung kommt, so führt der Prozess rasch zum letalen Ausgang durch septische Intoxikation. Von 97 von Krönlein untersuchten peritonitischen Exsudaten von Menschen waren 59 eiterig, 14 jauchig und 19 faserstoffig serös. Die Exploration der Bauchhöhle, die an sich ganz ungefährlich ist, kann Gefahr in sich tragen, besonders wenn reichliches Exsudat vorhanden und durch den Troikart Infektionsstoffe in die Tiefe gelangen. In neuerer Zeit hat man die Bauchhöhle, wenn nach Operationen dortselbst fieberhafte Peritonitis auftrat, wieder eröffnet und desinfiziert mit gutem Erfolge, und man hat bei der sogenannten spontanen, idiopathischen und Porforationsperitonitis mit gutem Erfolge operiert. Ubi pus, ibi evacual* heisst jetzt die Parole. Es ist ein Eehler, bei eiterig-jauchiger Peritonitis nicht rechtzeitig zu operieren und das Individuum einfach zu Grunde gehen zu lassen so heisst es vorerst allerdings erst in der Menschenheilkunde. Als Schwierigkeiten dieser Operation bezeichnet Krönlein: 1) .Iahen hochgradigen Kollapszustand dieser Kranken. 2) Enorme Prostration der Kräfte. 3) Schwierigkeiten einer exakten Diagnose, ob Spontan- oder Perfora-tionsperitonitis zugegen ist. 4) Komplizierte Topographieverhältnisse der Bauchhöhle. 5) Verlötungen und Blähungen der Darmschlingen. G) Multiple Verteilung der Exsudatmassen. 7) Schwierigkeit eventuell Unmöglichkeit, eine vorhandene kleine Perforationsstelle zu finden und zu schliessen. Diesen Schwierigkeiten gegenüber steht die enorme Lebensgefahr. Die Eröffnung muss unter antiseptischen Kautelen erfolgen (vgl. Laparotomie), nachher erfolgt gründliche Irrigation der Bauchhöhle mit warmen Desinfektionsmitteln, namentlich Kochsalzlösungen. Podres hat zugleich vorhandene Verklebungen gelöst. Statt der wegen Shok stets gefahrvollen Auspackung der Gedärme ist von AVitzel empfohlen, die Bauchwand an mehreren Stellen zu perforieren , mit ganz
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496nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Neubildungen an und in der Baucliwand und liauchhöhlo.
kleinen Wunden durch die Öffnungen lange Drainröhren einzulegen und hierauf mit lauwarmer Kochsalzlösung zu irrigieren. Sogar Per-t'orationsperitonitis, bei welcher hiodurch nur die stinkenden Massen entfernt wurden, aber kein direkter Verschluss der Dannwunde gemacht wurde, ist auf diese Irrigation geheilt worden. Vgl, Abbildg. Nr. 67.
Neubildungen an und in der Baucliwand und Bauchhölile.
Litteratur: Graven, Grossos Sarkom i. d. Bauchhöhle b. Hunde. Gurlt u. Hertw. 1835, p. 23. T h o m m e s , Fleischgeschw. a, Leerdarm v. Pf. Ibd. 1836, p. 22G. 0 art Wright, Abscesse im Netz u. Gekröse b. Pf. The Vet. 1842, p. 43. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842, p.80. Cartwright, Lipome i. Gekröse b. Schale. Ibd. 1842, p. 3. Gurlt, Melanotisches Li-pom in der Bauchh. b. II. Gurlt u. Hartwig 1851, p. 453. Gurlt, Balg-gescliw. m, Federn a. d. Bauehh. d. Gans. Gurlt u. Ilertwig 1856, p. ;)28. Nik las, Freiliegende Lipome i. d. Bauehh. b. R. Woohsohr. 1860, p. 95. Ileckmeyer, Sarkome i. d. Bauchh. v. Pf. Holl. 1861, p. 149. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 19. Naumann, Zolliges Sarkom, 36 Pfund schwer, i. d. Bauchhöhle d. Pf. Sachs. Jhb. 1862, p. 19. Ackermann, Federbalggosehw. i. d. Bauehh. d. Gans. Sachs. Jhb. 1862, p. 19. Gurlt, Netz mit Knochenstücken v. II. Gurlt u. Ilertwig 1862, p. 89. Gelbke, Spindelzellensarkom i. d. Bauchh. d. H. Sachs. Jhb. 1864, p. 35. Leisering, Peritonealkrebs b. Pf. Sachs. Jhb. 1867, p. 29. Gurlt, Enohon-drom i. d. Bauchh. d. II. Gurlt u. Ilertwig 1867, p. 29. Gurlt, Federbalggosehw. i. d. Bauehh. d. Gans. Ibd. 1867, p. 29; 1870, p. 308. Leisering, Kolossaler Markkrebs i. d. Bauehh. b. Pf. Sachs. Jhb. 1868, p. 23. Gurlt, Knochcnnoubild. a. d. Bauchfell b. Schw. u. II. Gurlt u. Ilertwig 1870, p. 93. Siedamgrotzky, Grosses Spindelzellonsarkom im Netz v. II. Säehs. Jhb. 1877, p. 38. Schick, 70 Pfund schweres Geschw. i. d. Bauehh. d. Pf. Koloff n. Schütz 1878/79, p. 57. Köpko, Multiple Fett-goschw. i. d. Bauehh. b. d. Kuh. Ibd. 1878/79, p. 58. 8oh0Uz, Sarkome i. d. Bauchhöhle b. Pf. Ibd. 1881, p. 63. An acker, Multiples Lipom a. Dünndaringekröse. Roloff u. Schütz 1881, p. 63.
Die Neubildungen in der Bauchwand, auch E auchde ckenge-sch wülste, die aussen oder in der Muskulatur vorkommen, sind meistens Pibroide; diejenigen an der Innenwand der Bauchdecken, am Netz oder Gekröse entstehenden, meist Lipome oder Sarkome. Die meisten der hier vorkommenden Neubildungen, besonders solche der Bauchhöhle, werden zufällig bei der Sektion gefunden oder sie werden, auch wenn während des Lebens schon Erkrankung besteht, namentlich bei grossen Haustieren bei dem enormen Umfang des Bauches derselben, der grossen Eingeweide, der dicken und straff gespannten Bauchmuskulatur nicht erkannt.
Klinisches Bild: Gleschwülste auf und in den Bauchdeckon,
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Neubildungen in der Bauchwand und Bauchhöhle.
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welche nach aussen Hervorwülbungen erzeugen, sind leicht erkennbar. Die Dift'erentialdiagnoso wegen Hernien oder entzündlichen Geschwülsten verlangt sorgsames Untersuchen. Neubildungen in der Muskulatur sind je nach ihrer Genesis verschieden in der Konsistenz, in der Ecel unschmerzhaft und nicht entzündlich, namentlich fehlt die Möglichkeit sie zu reponieren und es fehlt der Bruchring. Neubildungen in der Bauchhöhle geben in der Regel erst Ursache zu Störungen, wenn sie eine gewisse Grosso erlangt haben. Ein Pferd hatte einen 42 Pfund schweren Peritonealkrebs; Leisering fand, dass es dabei stets arbeitsfähig war, aber immer mit gekrümmtem Bücken, katzenbucklig und die Hinterbeine weit unter den Leib geschoben ging. Scholz beobachtete infolge eines 6080 Pfund schweren Sarkoms in der Bauchhöhle eines Pferdes, dass das Tier bis 14 Tage vor seinem Tode gut gefressen hatte, seit dieser Zeit jedoch Störungen bekam, abmagerte, Aufblähung des Hinterleibes und Harnbeschwerden zeigte. Naumann teilt mit, dass ein mit einem 36 Pfund schweren zelligen Sarkom in der Bauchhöhle behaftetes Pferd immer gesund war, schliess-lich bei sonstiger allgemeiner Munterkeit durch schlechtes Haar auffiel; der Tod erfolgte fast plötzlich. Heckmejer konnte infolge eines 55 Pfund schweren Sarkoms in der Bauchhöhle eines Pferdes schon während des Lebens Krankheit des Tieres feststellen: Abmagerung, Empfindlichkeit am Bauche, Verzögerung der Defilkation und Odembildungen. Vom Rinde ist schon von Mklas angegeben, dass die oft freiliegenden Lipoine in der Bauchhöhle deren Entstehung auf die auch beim Pferde oft vorkommenden Gekrösanhänge zurückzuführen ist so häufig vorkommen, dass dieselben von den ^Metzgern als Taferlnquot; bezeichnet werden. Krankhafte Prozesse durch dieselben sind aber, aussei' der Ursache zu Darmumschlingungen und tötlichen Koliken, nicht bekannt. Beim Hunde ist von Golbke beobachtet: Ein Jagdhund hat seit Vs Jahre Zunahme des Leibes, ist aber sonst munter. Das Tier war 8 Stunden vor seinem Tode noch auf der Jagd, fiel später plötzlich um und war tot. Graven beobachtete beim Hunde jauchigen Zerfall eines durch die Bauchwand wuchernden Sarkoms. Ich habe bei einem Hühnerhunde ein Mediillar-Sarkom von feinfaseriger, sehr lockerer Struktur und fast schneeweisser Farbe beobachtet, welches die Bauchhöhle derart anfüllte, dass die normal dort vorhandenen Eingeweide, die jedoch bedeutend atrophisch waren, fast wie in die Geschwulst eingegossen erschienen. Das Tier war seit mehr als einem halben Jahre krank, magerte ab und hatte kranke, trockene Haare. Euttoraufnahme und Ausscheidungen waren
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Hoffmann. Tienirzflichc Ghiturgio.
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498nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Neubildungen im Magen und Darme.
verzögert, kein Fieter, leichter Ikterus, auf Perkussion überall an der Bauchwand leerer Schall, die Bauchhöhle auf Druck überall gleich-iniissig hart, unnachgiebig und etwas schmerzhaft. Auf Punktion keine Entleerung von Flüssigkeit.
Bei grossen Haustieren kann zu diesen hier als beobachtet genannten Erscheinungen noch hinzutreten, dass die Untersuchung ,per rektum' Geschwülste in der Tiefe feststellen lässt. Auch fehlt das bei der Bauchwassersucht vorhandene Symptom, dags Hunde, denen der Hinterleib hochgehobeu wird, stärker atmen.
Prognose: Vorsichtig bis ungünstig.
Therapie: Hei Geschwülsten in den Bauchdecken kann, wenn dieselben gutartig sind, eine vollständige Wiederherstellung nach den Kegeln der allgemeinen Geschwulsttherapie erfolgen. Hei Geschwülsten in der Bauchhöhle selbst ist zu bedenken, dass nur sehr hochgradig entwickelte Neubildungen krankhafte Erscheinungen liefern und dass von den sämtlichen, die oben genannt wurden, nur Sarkome, d. h. bösartige Neubildungen, Ursache zur Erkrankung waren. Wäre es nun auch möglich, die Geschwulst frühzeitiger als in den genannten Fällen festzustellen, so ist ein Erfolg doch nur auf Operation zu erhoffen, diese ist aber gerade bei bösartigen Neubildungen misslich.
Anzufügen sind noch besonders die osteoiden Entartungen, die namentlich in der Bauchmuskulatur des Schweines nach Kastration und beim Pferde ohne besonders bekannte Ursachen vorkommen. Beim Menschen finden sich infolge andauernden Reizes Knochengeschwülste in der Muskulatur, sogenannte Exerzier- oder Reitknochen. Gurlt teilt mit, dass eine 7 jährige Stute eine grosse Knochenplattc an der linken unteren Flanke besass, welche 11 Zoll lang und 7 Zoll breit zwischen dem Hautmuskel und dem äusseren schiefen Hauchmuskcl lag. Sie machte grosse Beschwerde und Gurlt fügt bei, es sei die grösste der Art, die auch zuweilen an den Schenkeln vorkomme.
Neuhildungon im Magen und Darme.
Litterat ur: Buhl, Krebs im zweiten Magen einer Kuh, Eep. 1842, p. 190. Conto, Krebs im Diinnd. b. Pf. Journ. de vet. du mid. 1843, Jan. Ber. üb. Lcist. i. Geb. d. Tbk. 1842/43, p. 79. Krieger, Magenpolyp b. Pf, Mag. Gurlt u. Ilcrtwig XII, p. 329. Gurlt, 12 Bfund sobweres Gescbwür 1. Labmag. eines Stieres. Ibd. 1849, p, 02. Ber. üb, Leist. i. Geb. d. Tbk.
1850,nbsp; p. 20. Gurlt, Knöcherne Kapsel um den Loerdarm b, Scliw. Ibd.
1851,nbsp; p. 449. Oll mann. Spontanes Abgeben von Lipomcn b. Pf. Gurlt u. Hartwig 1854, p. 877. Nik las, Careinom im Pansen d. K. AVocbsclir. 1859, p. 434. Leisering, Fibroid i. Zwölffingerd. d. Kub. Säcbs. Jbb.
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Neubildungen im Magen und Darme.
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1861/62, p. 23. Müller, Medullarsarkom i. Magen d. Kuli. Sachs. Jhb. 1861/62, p. 22. Martini, Polyp im Darme bei einer Kuh. Ital. 1862, p. 10. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1862, p. 38. T a nn o n h a u e r ,' Talggeschw. i. Dünndarm b. 11. Gurlt u. Hertwig 1862, p, 236. Leiseraquo; ring, Bindegewebsneubild. im Wantfte einer K. Sachs. Jhb. 1863, p, 26. Haubner, Magenkrebs bei Pf, Ibd. 1864, p. 29. L eise ring, Krebs am Darm und Gekröse b. Katze. Ibd. 1866, p. 23. A n a c k c r , Krebs am Pylorus. Müller u. liol. 1868, p. 158. Brennckamm, Skirrlms i. Labmagen eines Ochsen. Gurlt u. Hertwig 1866, p, 365. Leisering, Car-cinom im Dünnd. eines Pferdes. Sachs. Jhb. 1871, p. 25. Leise ring, Schleimpolyp i. Mag. eines Pf. Ibd. 1872, p. 19. Güttier, Neubild, im Oehsenmag. Mitt. a. d. tztl. Pr. Koloff u. Seh. 1878/79, p. 53. Johne, Lymphsarkom d. Gekrösdrüs. b. H. Sachs. Jhb. 1879, p, 35. Klopfen-stein, Pylorusverengung b. d. K. Mitt. d. Ver. d. Tzte. in Österr. 1880, p. 46. K o e h , Sarkoma medullare im Labmagen b. Ochs. Roloflf u. Seh. 1882, p. 58. ühlioh, Magenkr. b. Pf. Sachs. Jhb. 1885, p. 76. Kork-z in sky u, Jaworsky, Differentialdiaprn. von ülous u. Carolnoma Ven-trieuli. Dtsohe, Med.-Ztg. 1887, Nr. 49. Dieulal'oy, Magenkrebsdiagn. Allg. Med. Ctl.-Ztg. 1888, p. 305. Utz, Papillome i. d. Haut. Tztl. bad. Mitt. 1889, p. 110.
Die in vorstehender Litteraturangabe verzeichneten klinischen Fälle sind folgendermassen einzuteilen: 1) Pferde: 7 Fülle mit 2 Polypen im Magen, 2 Magenkrebs, 1 Krebs im Dünndarm und 1 Krebs im Dickdarm, ferner spontanes Abgehen von Li|iomen. 2) Kinder: 4 Geschwülste im Pansen, hievon 8 Fibrome und 1 Karcinom. 2 mal a) nicht näher bestimmte, wahrscheinlich bösartige Geschwülste in der Haube. b) 1 mal Papillom in der Haube. 3) Im Psalter 0.
nbsp; 4) Im Labmagen 5 mal, hievon 1 rnal Krebs und 2 mal Sarkome in Geschwulstknotenforrn und 2 mal diffuser Krebs am Pylorus. #9632; Im Dünndärme sind angegeben beim Rinde 2mal Lipom, 2mal Fibrom.
nbsp; Beim Schweine 2 mal knöcherne Entartung und zwar von der Kastrationswunde ausgebend. - Beim Hunde eine knäuelartige, unentwirrbare Masse infolge eines Sarkoms. Bei der Katze Karcinom.
nbsp; nbsp;Es wird auf diese kleine Statistik hin Im allgemeinen anzunehmen sein, dass der Magen dos Pferdes und der Labmagen des Rindes zu geschwulstbildenden, krebsigen Prozossen disponiert sind, dass aber auch andere Teile, am wenigsten aber der Psalter betroffen werden.
Aetiologie: Es gilt hier das in der allgemeinen Geschwulst-lehre Mitgeteilte.
Klinisches Bild: Beim Pferde ist mitgeteilt: Seit langem schlechter Appetit, Abmagerung. Leisering. Dasselbe und öfters rasch vorübergehende Koliken. Üblich. Seit längerer Zeit periodische Verdauungsbeschworden, sohliesslioh Erbrechen und Durchfall.
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50Unbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Neubildungen im Magen und Darme.
Krieger. Bei Karcinom im Dünndarm ist festgestellt,: Seit einigen Monaten Abmagerung, schwacher Appetit, langsame Putteraulhahnie, Trägheit, häufige Indigestionen, -viel Durst, öfters Diarrhöe, manchmal Erbrechen ohne besondere Anstrengung. Beim Rinde: Bei Neubildung im Pansen, welche die Ein- und Ausgänge verschloss: Chronische Bläiisuclit. Güttier. Durch grosso Geschwulst im linken Sacke des Pansen: Appetitmangel, kein Wiederkauen, unregelmässiges Atmen, Ächzen, Stöhnen, schliesslich Trommelsucht, Durchfall, Hinfälligkeit, Zähneknirschen. Lcisering. Infolge Karcinoms in der Haube mangelhafte Aufnahme von Puttor und Getränke, Durchfall, Verscblochterung dos Aussehens, rascher Zerfall. Buhl. Durch Papil-lom in der Haube, chronische Bläbsucht und schliesslich Atemnot. Utz. Die Erscheinungen, die infolge eines Karcinoms im Labmagen auftreten, sind von Brcnnckamm eingehend folgendennassen beschrieben: Ein Ochse erkrankte plötzlich an Diarrhöe. Das wohlgenährte Tier hat Pieber, liegt, hat öfters kleinen Husten, stöhnt beim Betasten des Hinterleibes, der Pansen ist ziemlich gefüllt, die Fresslust kloin, Zähneknirschen, beim Aufstehen macht das Tier einen Katzenbuckel, trippelt und entleert schwärzliche, ruhrartige Massen. Plötzliches Erkranken, Aufblähen, Putterversagen und Tod nach G Tagen bei einer Kuh, die ein 50 Pfund schweres Sarkom hauptsächlich im 3. und 4. Magen hatte, beschreibt Leisering. Seit 8 Tagen Krankheit, Abmagerung, Trommelsucht infolge krebsiger Pylorusverengung sah Klopfenstein. Beim selben Zustande sah Koch seit längerer Zeit: schlechten Appetit, grosso Überfüllung des Pansens, geringe Entleerungen, Stöhnen und viel Liegen. #9632; Indigestion, Aufstossen, steife Haltung von Kopf und Hals, Aufblähen, Tod nach 12 Tagen infolge 12 Pfund schwerer Geschwulst im Labmagen eines Stiers beschreibt Gurlt. Besondere Beachtung verdienen die von Olimann und Tannenhauer angeführten Talggeschwülste des Rindes: Eine 2jährige Kalbel ist seit 2 Tagen krank, appetitlos und hat Obstruktion. Die Maulschleimhaut ist blass, das Maul stinkt, dor Hinterleib ist stark aufgetrieben, der Rücken gekrümmt, das Tier ist traurig. Afterzwang, manchmal ist derselbe offen und im Darme liegt weissgelblicher, dicker Schleim. Tod nach 7 Tagen. Sektion: Im Dünndarm, 8 Zoll lang, eine den Darm vollkommen erfüllende Talgmasse, welche schichtenweiso Auflagerungen zeigt. Ein 3jähriger Bulle hat seit gestern Kolik, bis dahin war er gesund; der Hinterleib ist aufgetrieben, das Tier liegt viel, Druckschmerz am Bauche, keine Darmgeräusche, leerer Mastdarm, heisses Maul und geschwollene Zunge; beim Niederlegen starker Mastdarmzwang, zuckende
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Neubildungon im Magen und Darme.
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Bewegungen im Hinterschenkel. Tod nach 7 Tagen. Sektion: Der Dünndarm ist einen Puss lang durch eine feste, organische, talgähnliche Masse vollständig ausgefüllt. Infolge eines Polypes im Zwölffingerdarme und Druck auf den Ductus Choledochus beobachtete Martini grosso Gallenansammlung. Aus derselben Ursache entstand häufiges Wedeln mit dem Schwänze und viel Brummen. Leisering. ' Beim Schwein ist infolge Osteoms in dem Leerdarme beobachtet: Häufige Verstopfung, geringer Appetit und Erbrechen. Gurlt. Bei der Katze nennt Leisering die Erscheinungen eines Karcinomes an Darm und Gekröse ähnlich denen der Bauchwassersucht. (Es bezieht sich diese Angabe nur auf einige Symptome. Die Difforenzialdiagnoso ist in dem Abschnitte Neubild.quot; in der Bauchhöhle etc. angegeben.)
Es lassen sich, wie aus den Beobachtungen hervorgeht, nur wenige charakteristische, fast gar keine besonderen, nur dieser Krankheit angehörenden Symptome angeben. Festzuhalten ist, dass bei Karcinoin ein chronischer und ein akuter Vorlauf unterschieden werden muss. Mehrfach ist angegeben, dass die Erscheinungen plötzlich auftraten, fieberhaft waren und in Bälde, ca. 7 Tagen, zum Tode führten. In solchen Fällen ist Krebsdyskrasio eingetreten. In den chronischen Fällen dagegen ist der Anfang ganz langsam, schleichend und die Zunahme der Symptome allmählich. Erst wenn die Geschwülste einen gewissen Umfang erreicht haben, verursachen sie krankhafte Erscheinungen. Der Sitz der Geschwulst ist von wesentlicher Bedeutung; drückt dieselbe die Schlund- oder Magenöffnung oder die Mündung des Gallenganges zu, so entsteht, je nachdem, Unmöglichkeit der Futteraufnahme und des Wiederkauens, oder Erbrochen und Trommelsucht oder Iktorus. Der Charakter der Geschwulst übt einen Eintiuss auf die Magensäfte aus. Bei Karcinom ist die Produktion von normalem Magensafte aufgehoben. Es können somit der Natur der Sache nach die Symptome nicht gleichartige sein. Diejenigen Erscheinungen, die genannt sind, können den Verdacht einer solchen Geschwulst erzeugen und unterhalten, sorgsame Palpation der Bauchhöhle, genaue Untersuchung durch den Mastdarm kann weitere Anhaltspunkte liefern. Beim Menschen ist für Magenkrebs als diagnostisch wichtig noch angegeben: 1) hochgradiger, schleimiger Magenkatarrh, 2) keine Salzsäure im Magensaft, welcher zum Zwecke der Untersuchung ausgehebert wird, 8) die erbrochenen Massen enthalten rote Blutkörperchen, 4) der Appetit ist vermindert, 5) kein Durst, 6) Verlangen nach Säuren, 7) geringer Schmerz, 8) meist ist die Geschwulst fühlbar, 9) nur in der Hälfte der Fälle besteht Erbrochen.
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)02
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Magen-, Dannraptur-Verletzmig und Fistel.
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Prognose: Ungünstig.
Therapie: Es ist ein einziger Fall von Ollnmnn angegeben, dass nach spontanem Abgehen von Lipomen (2l/'2 3 Pfund mit schwarzrot zersetztem Blute) Heilung eintrat, nach einem halben Jahre nochmals 1/2-1 Pfund solchen blutigen Fettes entleert wurde und dann definitive Heilung eintrat. Alle anderen, oben in der Litteratur angegebenen, endeten mit Tod. Beim Menschen sind in den letzton Jahren Pylorus- und Darmrosektionen vorgenonunen worden. Erstere sind meines Wissens in tierärztlicher Praxis noch nicht gemacht worden. Letztere finden sicli im Abschnitt Fremdkörper im Darmequot; mehrfach angegeben. Eine andere, als eine operative Therapie, ist nicht besonders zu empfehlen.
Magen*, Darmraptur-Verletzung und Fistel.
Litteratun Lindenborg, Pansenruptur bei R. Qurlt u. Hertwig 1837, p 460, Kiefer, IXirmabscess u. Ruptur b. Pf. Tztl. Ztg. 1841, p. 188. Ber. üb. Lcist. i. Geb. d. Tbk. 1844, p. 29. Suhl, Verstopfung u. Zerreiss. d. Blinddarmes. Qurlt u. Hertwig 1848, p. 195. Hering, Penetrlerende Bauchw. b. Pf. Lyon 1851, p. 254. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk, 1852, p. 61. Sipp, Magenzerreiss. b. Pf. Tztl. Mitteil. Gerlaoh n. Leis. 1854, p. 79. Haussmann, Magenruptur durch Experiment. Rep. 1850, p. 98. Hering, Darmfistel b, Hunde. Mail. 1859, V. Beyer, Darmruptur rn. Abscessbildung im Inu. ohne widernatiirl. After. Diiu. 18G1, p. 132. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 15. II a u b n e r, Darmfistel b. Pferden. Sachs. Jhb. 1864, p. 48. Gurlt, Darmfistel b. Pferden. Qurlt n. Hertwig 1862, p, 90. Uhrhahn, Darmfistel b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. in Kuril. 1862 64, p. 71. H a u b n c r , Perforierende Labmagengosohwüre d. Arsenik veranlasst. Sachs. Jhb. Haubner, Magenberstung beim Schwein. Ibd. 1871, p. 141. Strecker, Darmfistel bei einer Kuh. Mitt. a. d. tztl. Pr. Roloff u. Seh 1877, p. 116. Wal trap, Magenruptur nach Trauma. Ibd. 1877, p, 59. Kater, Penetrierende Bauchwnnde b. d. Kuh. Ibd. 1877/78, p. 89. Po is son, Magenzerreiss. heim Hunde. Ilee. de med. vet. 1878, Nr. 23. Falke, Jhb. 1879, p. 135. Grimm, Durohbruch der Bauchdecke und des Labmagens durch Arsenik. Sachs. Jhb. 1882, p. 89.
Beim Pferde entstehen Magenrupturen zumeist infolge von übermässiger F u 11 e r a nh ii u f u n g oder A n s amm 1 u n g von G a s e n. Haussman hat experimentell festgestellt, dass der mit Wasser bis zum Zerspringen erfüllte Pferdcmagon stets in der Richtung von einer Magenöffnung zur anderen platze. Waltrup beobachtete Magenruptur dadurch, dass ein Pferd im Eisenbahnwagen mit grosser Heftigkeit umgeworfen wurde. Dabei sah man an demselben aussen nur kleine Verletzungen, allein es trat Fieber ein und der Tod folgte nach 3G Stunden. Bei der Sektion fand sich die Magonwand 3 cm. lang
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Magen-, Darmruptur-Verletzung und Fistel.
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durchgerissen. Darmfistel beim Pferde sah Uhrhahn durch eingeklemmten Nabelbruch entstehen. Gurit beobachtete, dass bei einem Pferde mit Bauchbruch die Spitze des Blinddarmes mit der Bauch-muskulatur verwachsen war und class auf Anwendung von Schwefel-siiure dortselbst ein Hautstück ausfiel, somit eine Kotfistol entstand, ohne dass dem Pferde ein Schaden daraus erwuchs. Hauhner berichtet von einer Darmfistel bei einem 2jährigen Pferde. Das Tier war vor kurzem gekauft und zeigte einige Tage nach der Übernahme AusHuss von Kot am Bauche. In der Nähe der Schenkel war eine längliche Öffnung in den Bauchdecken, deren Ränder gowulstet waren, innen war Verlötung der Bauchdecke mit dem Grimmdarme. Durch die Öffnung konnten die Darmposchen gefühlt und Fäkalmassen entfernt werden. Das Tier war sonst wohl. Ilaubner suchte durch Bandagen, Touchieren und reizende Einreibung einzuwirken und die Heilung gelang in 18 Wochen. (Vgl. Allgemeines über Ilernien und Kotfistel.) Über Verwachsung des Darmes mit den Bauoh-decken, Darmruptur an dieser Stelle und Abscessbildung ohne künstlichen After berichten Beyer und Suhl. Hering berichtet aus der Lyoner Zeitschrift über eine penetrierende Bauchwunde, welche sich ein Pferd dadurch zuzog, dass es in eine geöffnete Schere stürzte, welche die Bauchmitte durchbohrte, so dass Putterbrei herauslief. Die Heilung erfolgte in 10 Tagen. Kiefer hat folgendes gesehen: Ein Pferd hatte Brustentzündung durchgemacht und war nie mehr recht munter geworden, Nach einer grosson Anstrengung blieb es plötzlich stehen, wie steif, bekam harte Muskulatur, grosson Schwciss, besonders am Vorderteil und Kolikerscheinungen. Anderntags trat der Tod ein. Bei der Sektion fand Kiefer einen Abscess am Darme und Zorreissung zwischen dem Leer- und Krummdarme.
Beim Rinde ist Magen- und Darmrup t ur obonfalls aus verschiedenen Ursachen festgestellt: Es kommt namentlich die Trommelsucht des Rindes durch Gasentwicklung und Ansammlung im Pansen in Betracht, ferner Pansenruptur infolge Traumas. Lindenberg teilt folgendes mit: Eine Kuh hatte sich an übereinandergoschichteten Bäumen gescheuert, hiedurch fiel ein oberer herab, der mit einem langen Aste versehen war, und schlug ihr eine solche Verletzung, dass sogleich eine grosse Menge Futterstoff, wohl ein halber Scheffel, ausHoss. Die Kuh war aber trotzdem munter geblieben. Lindenberg fand links an der Brustgegend zwischen der G.- 8. Rippe, ca. 4 Zoll hinter dem Ellbogen, eine kopfgrosse schwappende Geschwulst, welche wohl eine halbe Motze Futter aus dem Pansen enthielt. Oberhalb dieser.
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Magen-, Darmruptur-Verlotzung und Fistel.
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zwei Zoll lang von vorn nach hinten gehend, war eine Wunde mit zackig gerissenen Rändern, durch welche man in den Pansen gelangen konnte. Nach 10 Tagen war aber schon wieder alles geheilt. Strecker beobachtete dadurch, dass eine Kuh gegen einen Thorhaken lief, Bruch von zwei Rippen und eine penetrierende Bauchwunde. Nach einiger Zeit floss aus der granulierenden Wunde Kot. Die Fistel war nahe am Ellbogen, die ausHiessendo Masse reagierte alkalisch. Nach Wasseraufnahme floss keine Flüssigkeit aus der Fistel, wohl aber nach Einführung von solchem durch den After mittelst des Schlnuches. Die Wunde heilte nach einigen Wochen. Über perforierende Labmagengeschwüre durch Arsenik berichtet Ilaubner: In der Umgebung der Freiburger Schmelzhütten entstehen Vergiftungen durch Hüttenrauch, und zwar seit Einführung der Flammöfen in zunehmender Ausdehnung. Die Leute beschuldigten Blei und Arsenik, welche Stoffe sich aus dem Rauche niederschlagen sollten oder vom Himmel fallenquot;. Fachmänner, auch Ilaubner, waren ursprünglich der Ansicht, dass es sich nicht um Arsenik oder Blei handle, sondern um Säurevergiftungen, da Schwefel- und Salzsäure in grossen Mengen auf die Pflanzen niederfielen. Als jedoch andere Einrichtungen in den Fabriken getroffen wurden, namentlich hohe Essen und Schwefelsäure-fabriken eingerichtet waren, traten unter den Tieren andere Erscheinungen auf, als seitdem, und von diesen war die Magenfistel, das perforierende Magengeschwür oder die Banchgeschwulst die auffallendste. Haubner fand bei Tieren, welche mit dem Übel behaftet waren: In der Schaufelknorpelgegend nahe der Mitte eine teller-grosso, etwas geschwollene, mit dickerem Rande umgebene Stelle, bei deren näherer Untersuclmng deutlich ein ebenso grosses Loch in den Bauchdecken ähnlich einem Bruchringe vorhanden war. Die Durchbohrung war demnach vorbereitet und es fehlte nur noch die Haut. Haubner stach dortselbst mehrfach den Troikart ein und entleerte Mageninhalt. Der vollkommene Durchbruch erfolgte aber trotzdem regelmässig nnd damit Entleerungen aus dem Labmagen. Ilaubner fand, dass ein solches Loch 8 Zoll lang und 6 Zoll breit war. Durch mehrfache Versuche wurden ähnliche Perforationen künstlich erzeugt und festgestellt, dass sich in allen Fällen der Arsenik in Substanz an der unteren Wand des Labmagens ansammelt, dort Entzündung, Anätzung und brandige Zerstörung bedingt, in allen Fällen auch Verwachsung mit der Bauchwand eintritt, welch letztere schliesslich perforiert. Allgemeinvergiftung trat in keinem Falle ein.
Beim Hunde ist Magenzerreissung durch Poisson beschrieben.
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Magenblutung.
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Das Tier sprang 4 Meter hoch aus dem Fenster auf das StrassenpHaster, blieb eine Zeitlang betäubt liegen, war sehr empfindlich am Hinterteile und hatte Erbrechen. Nach einiger Zeit stürzte es fort auf das Feld, biss dort in der Hast in einen ihm vorgehaltenen Rochen, wurde den andern Jlorgcn in einem Graben liegend gefunden, wies beim Herannahen Fremder die Zähne, kam aber zu seinem Herrn. Nach einer Stunde stürzte es von diesem fort, ging später auf Poisson mit aufgesperrtem Maule los, biss in seine Kette und liess ein heiseres, sonst der Wut charakteristisches Bellen hören. Der Tod erfolgte Bß Stunden nach dem Sturze. Die Sektion ergab Magenzerreissitng. Hering teilt aus dem Mailänder Journal mit: Fjin Arzt hatte eine Geschwulst am Bauche eines Hundes für eine Neubildung gehalten und wollte ex-stirpieron. Es war jedoch ein Bruch und es fiel ein zwei Zoll langes Darmstiick hervor, das verletzt wurde. Der Arzt vereinigte die Dann-enden und nähte dieselben mit der äusseren Bauchwunde zusammen. Es wurde eine Menge Kot aus der Fistel entleert, das Tier aber dadurch wenig alteriert, am 10. Tage war die Fistel wieder geheilt.
Beim Schweine ist M ag e n r u p t u r beobachtet nach der Aufnahme von Ackersenf (Sinapis arvensis) und von Schachtelhalm (Equi-setum arvense).
Zusammenfassung: Magenruptur entsteht bei den sämtlichen grüsseren Haustieren a) hauptsächlich durch iibermässige Anfüll-ung mit Futterstoffen oder Ansammlung von Gasen; b) durch mechanische Einwirkungen; c) durch Vergiftung mit Arsenik oder andere Scharfstoff'e. Darmruptur ist besonders gefährlich, wenn sich in der Bauchhöhle Absccsse bilden, welche nicht nach aussen entleert werden. Die Perforation der Bauchwand entsteht auf traumatische Einwirkungen, oder es erfolgt der Durchbruch allmählich von innen nach aussen.
Prognose und Therapie sind in den allgemeinen Mitteilungen über Hernien und über das Bauchfell angegeben.
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Mageiiblutung.
Litteratur: Münster, Verblutung durch Fremdkörper i. d. Haube, Mitt.
a.nbsp; d. tztl. Pr. Iloloff u. Schütz 1878, p. 47. Eggollng, Magenblutung
b.nbsp; llimlo. Ibd. 1882, p. 57. Weiss er, Magenblutmig b. Kühen infolge Fremdk. Sachs. Jlib. 1881, p. 110, S ch n o i d e m ü h 1 , Magenblutung bei Pf. Arch. 1889, p. 481.
Bei einem Pferde fand Schnoidemühl, dass dasselbe morgens etwa '/s Stalleimer voll hellroten Blutes mit Schleim, Hafer und Grünfutterteilen vermischt, ausgeworfen hatte. Das Tier Avar l/j Stunde
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50(3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Luftschlucken.
vor dem Erbrechen mit noch einem andern an einem mit 50 Ctr. belli denen Wagen gewesen. Das Tier blieb plötzlich stehen und warf Blut aus, ohne zu husten. Die Schleimhäute wurden blass. Im Laufe des Tages wiederholte sich das Blutorbrechen. Das Pferd blieb dabei ruhig, öffnete von Zeit zu Zeit das Maul und warf grössere oder kleinere Blutmengen aus. Im ganzen erfolgten 3 solcher Entleerungen, durch welche etwa 1 Stalleimer voll Blut entleert wurde. Seh. ordi-nierto: Einen nassen Sack über den Kücken und innerlich 30 g. Seeale coi'imtuni. Die eigentliche Ursache konnte nicht nachgewiesen werden. Beim 11 in de Ut Magenblutung durch Münster, Weiser, Eggoling u. a. infolge von Verwundung durch vorschluckte Fremdkörper festgestellt. Ich habe eine grosso Blutmonge im Magen einer Kuh gefunden und Tod durch Verblutung, dadurch entstanden, dass beim Eingeben von Arzneien der Kopf stark abgebogen wurde, wodurch ein grössores Blut-gefäss im Radien zerriss und das dort ansfliessende Blut sodann abgeschluckt wurde.
Besondere Angaben hinsichtlich des klinischen Bildes, sind aussei' den Erscheinungen der Verblutung, nicht zu machen. Die Prog-uoso ist ungünstig bis schlecht. Die Therapie beschränkt sich auf luililungen, iim die Gcfässc zusammenzuziehen und vom Säftestrom aus ebenfalls gefiisskontrahierend zu wirken, innerlich Secalo cornutum.
Luftsclilucken.
Einzelne Tiere, namentlich Pferde, haben die Gewohnheit, unter eigenartig gurrenden Geräuschen Luft abzuschlucken koppenquot;. In seltenen Fällen tritt dies auch bei Rindern ein. Johne teilt mit (Sachs. Jhb. 1801 p. 110), dass eine kräftige Kuh mittleren Alters seilen seit lange diese Untugend habe, sie stenmifc den Kopf fest in eine Ecke des Futtertroges und pumpt unter Beihilfe mit der Zunge unter eigentümlich klucksendem Geräusche soviel Luft in den Pansen, dass er sich hochwölbt wie beim Aufblähen, dann bleibt sie 3040 Sekunden rahig stehen, bis sie plötzlich den Kopf und Hals streckt, die Spitze der Zunge herausstreckt und nun mit einem gewissen Wohlbehagen die Luft wieder hörbar und fast in einem ununterbrochenen Strome entweichen lässt. Infolge Luftschluckens entstehen vielfach Trommelsucht, Ruktus und Flatus. Die Verdauung leidet not. Nur in seltenen Fällen ist aber notwendig dagegen Massnahmen zu treffen, bestehend in: a) der Anwendung des Schlundrohrs, b) der eines Troi-karts oder c) durch innerliche Gaben von absorbierenden Mitteln: Salmiakgeist, Kalkwasser, Kohle etc.
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II
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Schlange im Leibe.
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Schlange im Leibe.
Litter a tur: Scbkngc i. Seliwoin, aus einer Zcitungsnachr. in Adam's Woclion-Sohr. 1861, p. 43. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 15. Ackermann. Otter i. Mag. eines Ochs. Säcbs. Jlib. 1861, p. 110. Kretsch-mur, Kreuzotter im Pansen v. d. Kuh. Ibd. 1808, p. HO. G e r h u r d t , Schlange i. Leibe v. d. K. 11 medico vet. 1877, p. 250. Jbb. 1887, p. 70.
Die seit Alters her etwas merkwürdig erscheinende Sache mit der Schlange oder auch einem anderen Reptil im Leibe eines Menschen oder Tieres, welche mit der Ausbrütung von Basiliskeneiern und derart abergläubischen Dingen in Vorbindung gebracht wurde, scheint in einigen Fällen doch nicht ganz von der Hand zu weisen sein. Jedenfalls sind aber die oft wunderbar ausgosclimiiokten Erzählungen, dass ein Individuum eine Schlange, Eidechse, einen Frosch etc. jahrelang lobend im Leibe gehabt habe, kurzer Hand in das Reich der Fabeln zu verweisen, weil ja die erste Lebensbedingung, das Vorhandensein von Sauerstoff in dem Alimentarschlaucho in der für die Existenz eines Tieres in nicht genügenden Mengen zugegen ist. und irrespirable sowie giftige Gase den Tod sehr rasch bedingen müssen. Anders aber gestaltet sich die Sache durch die Frage, ob es nicht möglich ist, dass solche Tiere, namentlich Schlangen gelegentlich aufgenommen werden können, welche sodann den Wirt solange belästigen, als sie überhaupt imstande sind zu loben. Von den vorhandenen Mitteilungen hierüber ist die in der Wochenschrift aus dem Mederbayerischen Kurier entnommene Angabe: Dass ein Schwein gesclirieon und possierliche Sprünge gemacht habe, deshalb gesohlachtet worden sei und dass man in den Gedärmen eine junge Schlange gefunden habe nicht weiter verbürgt. Anders aber ist es mit den von Tierärzten mitgeteilten Fällen: Ackermann berichtet: Kin Ochse erkrankte plötzlich unter Kolikerscheinungen und Aufblähen. Am dritten Tage ging mit dem Kote eine (tote?) Schlange ah, von welcher A. der den Fall nur aus Mitteilung kennt vermutet, dass sie auf der Weide aufgenommen wurde. Kretschmar teilt mit: Eine Kuh erkrankte plötzlich nach dem Fressen von Gras und Wahlhen, welches kurz zuvor aus dem Walde geholt war. Das Tier blähte sich ungewöhnlich auf, brüllte, tobte, es Hess Blut aus dem After ab und bald stellte sicii der Tod ein. K. fand bei der Sektion eine Kreuzotter zusammengerollt im Pansen vor. Gerhardt teilt folgendes mit: Eine halbe Stunde nach der Futtoraufnahme zeigte eine Kuh grosse Bauchschmerzen mit Intervallen, anderen Tages war dieser Schmerz derartig gesteigert, dass
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Darmsteine und Haarballen.
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lt;las Tier in die Krippe sprang. Am zweiten Tage waren die Schmerzen etwas geringer. Am sechsten Tage erfolgte die Entleerung einer 76 cm. langen Schlange durch den After. Die Schlange war tot und im ersten Stadium der Verwesung. Dieselbe wurde als Viridis tiavus festgestellt. Die Kuh war nach 2 Tagen wieder gesund.
Dannsteine und Haarballen.
Dieses grosse, höchst wichtige Kapitel, welches bis jetzt aus-schliesslich im Gebiete der inneren Medizin abgehandelt wurde, wird, sobald die Chirurgie sich an die Laparotomien und die operative Entfernung von Darmstoinen etc. namentlich auch bei grossen Haustieren heranwagen darf, der Chirurgie zu überweisen sein.
Es möge daher genügen, auf die genannten Abhandlungen und noch auf das Kapitel Laparotomiequot; zu verweisen.
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Enterotomle beim Hunde wegen eingeklemmter Steine.
L i 11 o r a t u r : Leisering, Verschlucken eines Stein, v. Hunde. Sachs. Jhb. ]801/e2, p. 10, Falko, Darmsteinoperat. b. Hunde. Jhb. 1879, p, 109. S i c d a in g r o t z k y , Entfernung eines Steines a. d. Darme eines Hundes. Sachs. Jhb. 1880, p. 10. Müller, Widerstandsfähigkeit einer Katze. Ibd, 1881, p. 121.
Siodamgrotzky hat 2 Fälle veröffentlicht: a) Eine dänische Dogge hat seit 7 Tagen andauernd Erbrechen und Abmagerung, kein Fieber. In der Tiefe der Bauchhöhle war ein verschiebbarer dreikantiger Körper fühlbar, derselbe war weit entfernt vom Mastdarme. S. eröffnete die Bauchhöhle in der Linea alba, fand ein Darmstück von schwarzroter Farbe vor, schnitt ein und brachte einen Kieselstein, dreikantig von 64,7 g Gewicht und blutig, hervor. Er nähte die Wunde mit Catgut und die Heilung erfolgte in 8 Tagen. In einem zweiten Falle hatte ein Hund beim Apportieren einen Stein geschluckt, der sich im Darme einkeilte. S. eröffnete, holte den Darm hervor, machte einen Längsschnitt und entleerte den Stein. Um das Abfliessen des Danninhaltes /u verhindern, giebt S. an, dass der Druck der Hände genüge; man brauche keine elastische Ligatur anzulegen. S. versohloss die Darm-wunde mittelst englischer Nähnadel und Karbolseide. Die Stiche wurden alle 28 mm. durch die Serosa und Muskularis eingelegt. Darüber legte S. noch eine Entspannungsnaht 5 mm. je vom Wundrande und 57 mm. Entfernung. Müller berichtet über die Widerstandsfähigkeit einer Katze in einem ähnliche Falle: Dieselbe hatte seit (i
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Enterotomie beim Ilundo wegen eingeklemmter Steine.
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Tagen weder Futter noch Getränke aufgenommen und hatte Erhrecheu und Verstopfung, aber kein Fieber. Bei Exploration konnte inmitten der Bauchhöhle eine haselnussgrosse, derbe Stelle, an welcher Druckschmerz war, festgestellt werden. Dieser Zustand blieb bis zum 36ten Tage, an welchem das bis zum Skelet abgemagerte Tier, unter grossem Drängen und Pressen, einen Korkköpsel entleerte. Leisering berichtet über einen Sektionserfund, dass ein Hund an einem verschluckten scharfkantigen Stein, welcher im Leerdarm stecken blich, gestorben ist. An einer grossen Ulmerdogge, welche seit mehr als einer Woche krank war, kein Futter aufnahm, keinen Kot absetzte, sehr viel Brechreiz hatte und aufgenommenes Futter rasch wieder erbrach, konnte ich durch die Bauchwandungen einen festen, rundlichen, verschiebbaren Körper in der Bauchhöhle feststellen, etwa von der Grosse eines kleinen Hühnereies. Das Tier wurde chloroformiert, an der Linea alba eine grosse Stelle rasiert, desinfiziert und unter anti-septisclien Kautelen die Bauchhöhle eröffnet. Nach Durchtronnung des Peritoneums zog ich mit den Fingern eine Darmsohlinge hervor, welche rotbraun verfärbt und geschwollen war, weiteres Herausziehen nach einer Richtung, mit gleich darauf wieder erfolgendem Einschieben des Darmes in die Bauchhöhle, um den Darm vor Abkühlung zu schützen, Hess bald erkennen, dass die Köto und Schwellung des Darmes nach dieser Richtung abnahm, weshalb in umgekehrter ähnlicher Weise gesucht wurde. Hier zeigte sich zunehmend dunklere Röte und bald darauf ein Teil mit festumspannten), hartem Gegenstande, welch' letzterer den Darm an dieser Stelle sehr stark ausdehnte. Diese Stelle wurde festgehalten, nach rechts und links etwa vorhandener Darminhalt zurückgestreift und durch einen Gehilfen der Darm sodann zugedrückt, damit ein RückHuss des weggestreiften Kotes unmöglich war und festgehalten. Hierauf in der Längsrichtung des Darmes, gerade dem Mesonterium gegenüber eingeschnitten und ein eckiges Stück Basalt, wie solche hier als Strassenschottor verwendet werden, entfernt. Die Wunde wurde mit feiner Seide derart genäht, dass Serosa an Serosa anliegen musste, hierauf mit etwas .lodoform gepudert, der Darm versenkt und die Batichwunde zuerst mit Catgnt, dann mit Seide genäht und sorgsam verbunden. Das Tier bekam eine Opiumdosis und 3 Tage lang nur etwas Milch mit Wasser verdünnt. Es trat kein Fieber auf, die Wunde am Bauche heilte per primam und am elften Tage wurde der Hund vollkommen geheilt abgegeben.
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510nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Darmeinschiobung, Invaginatioii, Volvulus, Intussusception.
Daiiiieiiischiebung, Iinaginatioii, Aolvulus, Intussusception.
Litter a tu r; Götz, Invagination d. Dünndarms b. E. Tztl. Ztg. 1845, p. 165. Berne, Darminvagination 1). R. Gurlt u. Hartwig 1848, p. 312. Hawthorn, Darraeinklemmung. The Vet. 1848, p. 320. Bor. üb. T.oist. i. Geb. d. Thk. 184'J, p. 17. Colin, Invagination d. Blinddarmes. Rec. de Med. vet. 1840, p. 511. Meyer, DarmresAtion b. R. Zeitsehr. v. Dietrich's 1848, p. 37. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 37. Meyer, Darminvagination b. Lihnm. Gurlt u. Ilertwig 1851, p. 87. Josco, Invaginat. b. Ochs. Wien 1851, p. 171. Hering, Invaginat. d. Darmes b. Ochsen, liep. 1834, p. 17. Hering, Invagination d. Blinddarmes b. I'f. Rec. tie med. vet. 1856, p. 338. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1856, p. 17. Lehn-h a rd, Invaginat. b. Schw. Gurlt n. Ilertwig. Suppl. 1856. S t o h r e r , Invaginat. b. Pf. Rep. 1856, p. 190. Bösen roth, Einstülpung d. Blinddarmes i. d. Grimindarm b. Pf. Mitt. a. d. tztl. I'r. Gerlach u. Leisering 1856, p. 108. Schäfer, Krankheitsbericht über ein Pferd, das ein Stück Blinddarm durch den Mastdarm entleerte. Gurlt u. Hertwig 1857, p. 357. An acker, Abgang eines gross. Darmstückes b. ein. R. Gurlt u. Ilertwig 1858, p. 467. R uchte, Laparotomie b. li. b. Invagination. Rep. VIII, p. 2. Rodet, Bleikugeln gegen Invagination. Lyon 1859, p. 178. Ber. üb. l.eist. i. Geb. d. Thk. 1859, p. 2J. Gluthmann, Invagination b. R. Sachs. Jhh. 1859,60, p. 88. Schneider, Darminvagination beim Stier. quot;Wochenschr. 1860, p. 12. Hering, Darmeinschiebung b. Pf. Rep. 1861, p. 191. Hof er, Invagination d. Dünndarmes b. Hunde. Tztl. Mitteil. d. Münchn. Tzseh. 1862, p. 150. Ercolani, Darminvagination b. R. Ital.
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Dal#9632;moin8ohiobunJi#9632;, Invagination, Volvulus, Intussusception.
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Durch abgeänderte peristaltische Bewegungen, durcli Krampf-und Lähmungszustiinde wird es möglich, dass sich ein dünneres Iknn-stück in ein dickeres, weiteres, einschiebt und von letzterem festgehalten wird. Bei Einschiebungen an den dünnen Gedärmen bildet das hintere Stück gewissermassen den feststehenden Teil, in welchen das vordere dünnere Stück sich an einer bestimmten Grenze abbiegt und einschiebt. Letzterer wird, wenn die Gedärme sonst noch lebensfähig sind, bald von der äusseron, die Scheide bildenden Lage fest umschlossen, so dass das Lumen des inneren zugedrückt und die Passage für Darminhalt unmöglich wird, infolgedessen Kotverhaltung, Kopro-stase eintritt, auch treten Exsudationen zwischen den serösen Blättern auf und es folgen Verklcbungen, selbst vollkommene Verwachsungen. Es kann vorkommen, dass das eingeschobene Stück brandig abstirbt, dass sich eine Demarkationslinie bildet, das abgestorbene Stück los-gestossen und auf natürlichem Wege aus dem Körper entfernt wird, während die beiden aneinandergefügten Darmenden zusammenwachsen, so dass dadurch eine Spontanresektion von einem Darmstück geschaffen wird.
Aetiologie : Bestimmte Angaben, weshalb solche Einschiebungen erfolgen, sind nicht zu machen. Schneider giobt an, dass bei einem Stier Invagination eintrat, weil derselbe tags zuvor auf der Weide sehr gesprungen sei. Taccoen beobachtete den Eintritt kurz nach der Tränke. Ich habe einen Wurf Ulmer Doggen (5 Stück) beobachtet, welche an schweren Darmkatarrhen erkrankt waren, die aber trotzdem bei nasskaltem Herbstwetter fast immer im Freien sein nmssten, sämtliche Tiere gingen in kurzer Zeit an Invaginationen zu Grunde. Die Einschiebungen waren hier so zahlreich, dass 24 solcher und jedesmal auf eine lange Strecke, bei jedem Hunde vorhanden waren. In keinem Falle waren aber Entzündungserscbeinungen oder Verklebungen zugegen. In einem Falle habe ich operiert, 2 Invaginationen mit Leichtigkeit auseinandergezogen, jedoch einige Tage später waren dieselben wieder in noch grösserem Maase vorhanden. Sämtliche Tiere starben.
Klinisches Bild: Beim Pferde kommen Invaginationen des Dünndarmes nur sehr selten vor, dagegen sind Einschiebungen des Blinddarmes in das Kolon ziemlich häufig; Bösenroth, Prümers, Stohrer, Warneke und Hering beschrieben solche Fälle. Von Bösenroth ist angeführt, dass ein mit dieser Invagination behaftetes Pferd sehr heftige Kolikerscheinungen gehabt habe, vielfach mit dem Hinterteile wie ein Hund niedersass, während es vorne hochzuklettern suchte. Über Einschiebungen des Hüftdarmes in den Blinddarm, bei einem 3 Monate
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I)armeinsohiebung,, InvaglnatiOD) Volvulus, Intussusception.
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alten Fohlen, bei-ichtet Heinsen. Invagination des Hui'tdarmes mit Ruptur seiner Muskelhaut beschreibt Leisering und über eine Ehr Schiebung des Hiiftdannes in den Blinddarm, auf eine Länge von 8l/2 Fuss, berichtet Hering. Diese siimtlichen Fälle wurden erst bei der Sektion fostgostellt. Nur einige Heilungen durch Spontanresektion sind beobachtet und von Schäfer folgcndermassen beschrieben: Ein Pferd hatte seit mehreren Tagen Kolik, welche von Schäfer behandelt wurde, der Eigentümer brachte am dritten Tage ein Stück Dann etwa 2,/2 Fuss lang, mit der Angabe, dass dieses das Pferd entleert habe. Nähere Untersuchung ergab, dass es ein Stück Blinddarm war, welches mit seiner serösen Haut nach aussen entleert wurde, dasselbe war im Beginne der Verwesung. In seinen Poschen waren noch viele Budera von Nahrungsmitteln enthaltenquot;. Auch Nöthlichs hatte einen ähnlichen Blinddarmabgang beim Pferde beobachtet. Viel häufiger und mannigfaltiger als beim Pferde ist die Invagination beim Rind: Götz beschreibt die durch eine Invagination des Dünndarmes bei einem Kind entstandenen Erscheinungen folgcndermassen: Erster Tag. Vs Stunde nach der Fütterung traten Kolikerscheinungen auf. Schlagen mit den Hinterfüssen nach dem Bauche. Niederlegen, aber augenblicklich wieder erfolgendes Aufspringen. Abwechseln mit den Beinen im Stehen, Schlagen und Scharren, Liegen, Wälzen, Ohren und Hörner werden kalt, das Flotzmaul trocken, der Herzschlag sehr deutlich. Drängen und Abgang von wonig reichen Exkrementen. Nachmittags trat Ruhe ein und Verstopfung. Am zweiten Tage lag das Tier ganz ruhig am Boden und verendete am Abend desselben Tages. Meyer hat eine 6 Jahre alte, seit 3 Monaten trächtige Kuh, mit Invaginationserscheinungen folgender-massen beschrieben: Es trat heftige Kolik auf. Nach 6 Stunden öfteres Schlagen mit den Hinterbeinen, abwechselndes Niederlegen und Aufstehen, der Hinterleib war voll, gespannt, Darmgeräusche selten, klingende Krampftöne wurden hörbar, Kot wurde öfters in kleinen Mengen und weich abgesetzt. Der Herzschlag war klein. Durch das llektum war kurz vor dem Becken eine festere Darmpartie, ca. 1 Fuss lang und 1 Fuss breit, feststellbar, aber erst am dritten Tage, als vollständiger Appetitraangel, Verstopfung und Schleimabgang aus dem Mastdarme eingetreten war, konnte Meyer durch das Rektnm in der Bauchhöhle mit Deutlichkeit eine anndicke, feste, bewegliche Masse, die er als Volvulus diagnostizierte, feststellen. Taccoen hat an einer Kalbin folgendes Krankheitsbild aufgenommen: Kurz nach der Tränke hatte das Tier Kolikerscheinungen und sogleich gereizten Puls, es stützte sich hauptsächlich auf das Hinterteil, besonders auf das linke
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Hinterbein, schlug oft aus, auch gegen den Bauch. Es war geringer Tenesmus zugegen und Zuckungen. Grosser Druckschmerz an den Lenden, die rechte Hungergrube war vertiefter und fiel im Laufe der Krankheit noch mehr ein. Auf Druck in der rechten Flanke entstand ein Geräusch, stärkerer Druck verursachte Schmerz. Untersuchung durch das Rektum liess rechts am Pansen eine längliche, cylinder-formige, ziemlich harte Geschwulst, quot;welche auf Druck schmerzhaft war, erkennen. Am folgenden Tage waren sämtliche Erscheinungen vermehrt, grosso Mattigkeit, Fieber, Abgang von blutigem Schleim statt Kot. Taccoen behandelte das Tier 6 Tage lang vergeblich mit innerlichen Mitteln und heilte dasselbe schliesslich durch Operation. Gluthman musste ein Rind mit Invagination am dritten Tage schlachten lassen, hinter dem Labmagen war eine 5 Zoll lange Invagination. Hering liess eine Kuh wegen Invagination schlachten. Der Volvulus hatte eine Länge von 2 Fuss, die ineinander geschobenen Gedärme waren nach dem Auseinanderziehen ^10 Fuss lang. Schneider liess einen Stier mit Kolik nach einigen Tagen vergeblicher innerlicher Behandlung schlachten, fand am Dünndarme eine Goschwulst wie eine kleine Kegelkugel, dieselbe war rot, hart, der längste Durchmesser 21/2 Fuss lang. Nach dem Auseinanderziehen war der vorher eingeschobene Darm 10 Fuss lang. Heselor fand bei einem seit 2 Tagen an Kolik erkrankten Rinde vollständige Yerstopfung, Fieber; durch Untersuchung per rectum fand er unterhalb des Schambeines eine harte Darmschlinge. Abgang eines 1 Fuss langen Darmstiickes aus dem After beschreibt Mann. Dasselbe Anacker. Letzterer konnte später bei der Sektion des Tieres die Stelle feststellen, an der die Vereinigung stattgefunden hatte. Ercolani sah bei einer Kuh eine 6 Wochen lang dauernde Kolik, welche durch eine Invagination verursacht war. Das nach dieser Zeit geschlachtete Tier hatte einen sli Fuss langen Volvulus, der jedoch noch eine geringe Menge Nahrung durchlassen konnte. Ercolani kennt noch 2 ähnliche Fälle: In dem einen war das invaginierte Stück spontan abgegangen, im anderen konnte es vom Mastdarme aus entfernt werden und wurde als Kolonstück erkannt. Bei 2 drei Wochen alten Lämmern, welche bei rauhem Wetter auf die Weide gebracht waren, fand Meyer Invaginationen. Hofer hat beim Hunde bei dieser Krankheit fortwährendes Erbrechenquot; und schliesslich Tod festgestellt. Fünfstück beobachtete bei einem Hühnerhunde: Plötzliches Erkranken an heftiger Kolik. Unruhe, Winseln, Atemnot, Auftreiben des Hinterleibes, Neigung zum Erbrechen, so heftig dass der Tod nach wenigen Stunden eintrat. Bei der Sektion
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fand er den Magen ganz leer, derselbe war in dem Schlund, durch die Zwerchfelhiinfassung hindurch. In dio Urustpartie des Schlundes eingeschoben und steckte in diesem wie eine umgestülpte, ziemlich grosse Blase. Der betreffende Teil war in heftiger Entzündung. Invagi-nation des Darmes beim Schweine beobachtete Bösenroth, ebenso Lehnhard. Ilaubner beschreibt eine Paserstoffausscheidung im Darme der 11 o n n e, welche dortselbst knotige Anschwellung verursachte.
Zusammenfassung: Die Erscheinungen, welche die Invagi-nationen bedingen, sind in der Uogel die einer rasch beginnenden heftigen Kolik, welche, wenn sie durch Invagination des Blinddarmes in das Kolon beim Pferde bedingt wird, vielleicht Sitzen auf dem Hinterleibe und den Versuch vorne hochzuklettern verursachen kann. Da jedoch die verschiedenartigen Darmpartieen vom Magen bis zu den dicken Gedärmen in diese eingeschoben werden können, so sind dieser besonderen Form der Kolik keine äusaerlich wahrnehmbaren charakteristischen Symptome eigen. Der Beginn der Kolik ist in der Regel heftig, rasch, der Verlauf der Krankheit aber verschieden. In dem von Götz beschriebenen Falle erfolgte der Tod schon am anderen Tage, während Eroolani einen Fall mitteilte, in dein 6 Wochen langes Leiden durch die Invagination erzeugt wurde. Beim Pferde ist nicht mitgeteilt, dass ein Volvulus während des Lebens durch das llektum festgestellt worden ist, während dies beim Binde mehrfach und mit ziemlicher Sicherheit geschehen ist. Beim Hunde konnte ich in den oben angeführten Fällen die knotige, bewegliche Verdickung durch die Bauchdecken deutlich hindurchfühlen. Vollständige Verstopfung und Abgang von Schleim, eventuell blutigem Schleim, tritt in der Regel ein, vorher war eine Zeitlang Abgang von geringen Mengen diarrhoischen Kotes zugegen. Tenosmus ist in Einzelfällen vorhanden. Fieber und dergleichen tritt auf, wenn Entzündung und brandiges Abstorben der geklemmten Teile eintritt. Es sind hier dann in diesem Stadium dio Erscheinungen, die bei eingeklemmton Hernien näher beschrieben sind, zu beobachten. Im grossen Ganzen werden als Symptome der Invagination zu bezeichnen sein: Heftige schmerzhafte Kolik, Druckschmerz, Brechreiz, eventuell Erbrechen, Tenesmus, Abgang von Blut und Schleim per anum. Manchmal Fcststellbarkeit einer Geschwulst im Leibe, deren Grosse und Sitz veränderlich ist.
Prognose: Es ist rasche Genesung zu erwarten, wenn Aussicht vorhanden ist, den Volvulus zu lösen, im anderen Falle steht der Tod bevor. Da die Spontanresektion des Darmes zu den Selten-
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heiten gehört und der Therapeut auf das Eintreten eines so raren Naturereignisses nicht rechnen darf, so ist die Prognose wesentlich durch die Kühnheit und Geschicklichkeit des Tierarztes bedingt.
Therapie: V. Ow giebt bei Kühen, #9632;wenn er Volvulus diagnostiziert hat, 8 Gramm Kalomel mit 40 Gramm Gummi arabicum auf 4mal in einer Stunde je mit lauwarmem Wasser eingegossen. Er hat Heilungen nach 3G Stunden beobachtet. Rodet hat schon 1859 vorgeschlagen, gegen Invaginationen Bleikugeln schlucken zu lassen. Dieser Yorschlag ist in neuerer Zeit wieder aufgetaucht. Ich habe diese Methode geprüft und finde sie derart unzweckmässig, dass ich glaube, dass weder Rodet noch sein Jünger die Sache geprüft hatten. Reichliche Wasser-cinführungcn, Darmirrigationen, die namentlich bei kleinen Tieren angezeigt erscheinen und wozu 12% ige Tanninlösung Vz'Voig Plumbum aceticum 3% ig Natrium bonzoicum = 12% ige Borsäure = 0,05 quot;/o ige Resorcin 2 0/o ige Natrium salicylicum-Lüsungen oder Kalkwasser 400 zu (100 Wasser zur Verwendung vorgeschlagen sind, hatten nach meinen Erfahrungen keine direkte Wirkung auf den Volvulus. Die sonstige innere Therapie mit Arzneien, auch Massage, Bewegen etc. ist fast immer erfolglos. Als einziges in allen Fällen wirksames Mittel ist daher die Laparotomie und künstliche Lösungen, eventuell Resektion des Darmes in Vorschlag zu bringen. Beim Pferde ist dieselbe bis jetzt nicht versucht worden, beim Rinde aber ziemlich zahlreich. Ruchte und Berne haben schon in den 40 er Jahren biegegen mit Erfolg operiert. Berne hat die Methode Ruchte's, den Volvulus durch die gemachte Bauchwunde hervorzuziehen und zu lösen, nachmachen wollen, konnte jedoch, wegen Verklebung und Entzündung die invaginierten Teile unmöglich auseinander bringen, weshalb er den Volvulus herausschnitt, die abgeschnittenen Darmenden einfach ineinanderschob und heftete. Der Tod erfolgte aber schon in der folgenden Nacht. Die Operation wurde aber damals so wenig geachtet und wurde kaum mehr gemacht, dass sogar Hering selbige in seiner Oporations-lehre gar nicht mehr abhandelt, sondern sie nur als eine der Inicatio-nen des Bauchschnittes kurzweg nennt. Meyer hat in den G0 er Jahren die Operation wieder gemacht und sie ausführlich beschrieben: Er stellte die Kuh an die Wand, machte den Plankensehnitt und zog das invaginierte Dannstück heraus, es gelang ihm jedoch nicht, auch nur die kleinste Stelle von dem Volvulus zu lösen. Er schnitt deshalb das eingeschobene Darmstück mit der Schere heraus, stillte die ziemlich starke Blutung durch Unterbinden, schob die Darmstücke auf einer Papierrolle gegeneinander, das hintere umgebogen über das vor-
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516nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Darmeinsohiebung, Invagination, Volvulus, Intussusception.
dere, so dass Serosa an Serosa zu liegen kam und nähte mit doppeltem Zwirn mit Überwendlingsnaht derart, dass er nur die Serosa und Muskularis mit der Nadel fasste, dann machte er noch einen Stich durch das beiderseitige Gekröse, reinigte die Stelle mit Wasser und versenkte hierauf den betreffenden Teil wieder in die Bauchhöhle. Nach 24 Stunden trat bei dem Tiere Kotabsatz ein, nach 4 Tagen ging das umgeschlagene und genähte Darmstückchen ab, die Heilung erfolgte ziemlich rasch und das Tier, das zur Zeit der Operation 3 Monate trächtig war, gebar rechtzeitig. In einem zweiten Falle konnte Meyer, obgleich erst 40 Stunden seit der Erkrankung verflossen waren, ebenfalls den Volvulus nicht auseinander bringen, weshalb er einen 11 Zoll langen ineinandergeschobenen Darm herausnahm, der nachher auseinandergelöst 63/8 Fuss lang war. Er operierte wie vorhin, unterband namentlich auch die Darmarterien. 1l2 Stunde nach der Operation bekam das Tier Zähneknirschen, bald aber wurde dünner Kot abgesetzt. Er gab 1 Pfund Glaubersalz. Schon anderen Tages war bedeutende Besserung vorhanden und nach G Tagen war die Heilung mit Ausnahme der Bauchwunde vollkommen. Heseler operierte gegen Invagination bei einem Rinde. Er konnte den Volvulus lösen und es trat rasch Heilung ein. Perdan war bei einem erkrankten Ochsen imstande, noch am vierten Tage der Erkrankung den Volvulus zu lösen. Er wusch die Stelle mit verdünnter Arnikalösung. Die Heilung erfolgte gut. Tac-coen hat am sechsten Tage vergeblicher medikamentöser Behandlung einer Invagination bei einer Kalbin operiert: Er legte das Tier zur Seite, machte die Laparotomie in der rechten Flanke und entleerte nach Eröffnung 56 Liter gelblicher Flüssigkeit, von der jedoch eine beträchtliche Menge im Darme zurück blieb. Hierauf ging er mit der Hand ein und zog das verdickte Darmstück hervor. Es war braunrot, hatte 30 Cmtr. Durchmesser, an der einen Seite war es durch Darmgase aufgeblasen. Er suchte die Invagination zu lösen durch Zug, durch Kneten, durch Auseinanderziehen, er suchte schliesslich nur seinen Finger zwischen die Adhäsion einzubohren, aber es war alles vergeblich. Nun Hess er durch einen Gehilfen den Darm comprimieren, schnitt das ganze Stück, das aufgelöst 95 Cmtr. lang war, heraus. Es entleerten sich keine Fäkalstoffe an der Wunde. Er vereinigte die Darinenden durch Kiirschnernaht, reinigte mit lauwarmem Wasser und versenkte das Darmstück in die Bauchhöhle. Die Bauchwunde schloss er mit Zapfennaht. Innerlich gab er GO Gramm Tinct. arnic. und 150 Natr, sulf. In den ersten Tagen war leichtes Fieber zugegen, aber schon nach 5 Tagen trat Wiederkauen und Futteraufnahme ein und
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nach 8 Tagen war alles wieder normal. Die Bauchwunde heilte in 35 Tagen. Anderling hat einen 55 Cmtr. langen Volvulus, der gelöst 180 Cmtr. lang war, nach Laparotomie bei einer trächtigen Kuh herausgenommen. Es bildete sich an der Planke ein widernatürlicher After. Das Tier wurde nach l1/2 Monaten geschlachtet.
Diese Operation ist so bedeutungsvoll, dass es nötig erscheint, noch einige weitere Erfahrungen, welche für das Gelingen von Bedeutung sein können, anzufügen: Zunächst class der Bauchschnitt in der oberen rechten Flanke, als der am wenigsten gefährlichen und wenigst schwierigen Stelle zur Eröffnung des Peritonealsackes zu empfehlen und schon längst bekannt ist, weil, wenn die Operation am stehenden Tiere ausgeführt wird dortselbst, auch beim Drängen keine, oder nur wenige Gedärme aus der quot;Wunde gepresst werden können. Es ist deshalb rätlich, das zu operierende Rind stehend an einer Wand, den Patienten an dieselbe festgezogen und unterstützt, dass es nicht niederliegen kann, zu operieren. Die Haut wird geschert und rasiert, geseift, gebürstet, die Hände desinficiort, die Instrumente liegen in Karbolwasser. Der Schnitt erfolgt in der Mitte zwischen der letzten Rippe und dem Darmbeinfortsatz ca. 5 cm. unter den Lendenwirbelquerfortsätzen, senkrecht durch die Haut, auf eine Länge von 10 12 cm. Es wird die unter der Haut liegende Aponeurosc des M. obliquus externus, hierauf die lockeren Muskelbündel der oberen Portion des M. obliquus internus durchschnitten. Je näher der Schnitt am Darmbeine gemacht wird, um so eher ist Gefahr die Arteria circumflexa ilei zu treffen, welche dann unterbunden werden müsste. Nach diesem kommt die innere senkrecht verlaufende Muskelschichte des M. trans-versus abdominalis und hierauf das Bauchfell. Es ist zweckmässig mit grossen, halbscharfen Hacken jetzt die Wunde auseinanderziehon zu lassen, das Bauchfell aus der Tiefe hervorzuheben und es mit der Schere zu durchschneiden. Auch halte ich für angezeigt, jetzt das Bauchfell an die seitlichen quot;Wundränder mit je einem grossen Stich durch die ganze Wanddicke ahziinähen; denn dadurch wird vermieden, dass die Bauchfellwunde zu gross und in der Tiefe gequetscht wird. Wenn der Volvulus, den man durch die Wunde hervorzieht, gelöst werden kann, so ist dies am besten, gelingt dies jedoch nicht, so muss die Darmresektion gemacht werden, welche ausser bei Volvulus noch angezeigt ist: bei Tumoren im Darme, bei Verletzungen und Gangrän. Der Schnitt, durch welchen die kranke Darmpartie horausgetrennt wird, muss stets im gesunden Gewebe gemacht werden, or muss mit der Vorsicht ausgeführt werden, dass zuvor der Darm-
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518nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Darmeinschiebung-, Invagination, Volvulus, Intussusception.
inhalt dort hinweggostreift und der Darm sodann mittelst eines ziemlich dicken Fadens, welcher 1 cm. über der Anheftungsstelle des Mesen-teriums durch letzteres gestochen wird, gerade so fest geschnürt wird, dass kein Kot hereintreten kann. Nach doppelseitiger Schnürung oder Festhalten durch zuverlässige Gehilfen wird das Darmstück mit der Schere herausgeschnitten und die blutenden Gefässe unterbunden. Bei der Yereinigung ist für das Gelingen massgebend, class bei dem ineinandergeschobenen Darme das oben aufliegende Ende nach innen umgebogen wird, damit Serosa an Serosa aufliegt. (Vgl. pag. 447.) Das Nähen geschieht mit Catgut, welches je nach Grosse des Tieres und Stärke des Darmes etwas verschieden dick ist, die angewandte Naht ist die Kürschner- oder Überwendlingsnaht, mit welcher nur Seröse und Musku-laris durchstochen wird; die Czerny'sche Naht ist doppelreihig. Ebenso wichtig wie das Genannte ist die Schonung des Mesenteriums. Zahlreiche Versuche von Zesas beweisen dies sehr instruktiv. Erst 1881 hatte Madelung aufmerksam gemacht, dass die Loslösungen des Mesenteriums das Meiste am Misslingen bei Darmresektionen beitragen, dass überall da, wo dasselbe abgelöst sei, Gangrän am Darme eintritt. Zesas hat nun an Kaninchen Versuche gemacht und gefunden, dass der Darm, wenn er 1015 cm. lang vom Mesenterium gelöst wird, ohne dass er selbst lädiert wurde, gangränös abstirbt. Allerdings verhalten sich die verschiedenen Tierklassen je nach der mehr oder minder reichlichen Gefässversorgung des Darmes gegen Mesenteriumverletzung etwas verschieden. Wird das Mesenterium aber nur einen Centimeter über der Anheftungsstelle getrennt, so ist dies schon viel weniger gefährlich. In allen Fällen ist aber der Dickdarm empfindlicher als der Dünndarm. Bei Abschneidung der Mesenterialnerven erfolgt, wie Moreau nachwies, hochgradige paralytische Sekretion in den Darm. Nach der Versenkung des Darmstückes, welche geschieht, nachdem die seitlichen Umschnürungen gelöst und die Wunde mit etwas Sublimat irrigiert und mit Jodoform bepudert ist, erfolgt der Vcrschluss der Flankenwunde und hierauf sorgt man für möglichste Ruhe. Einige Tage giebt man gar keine Getränke oder Nahrung, dann nur etwas Wasser mit Milch und gleich zu Anfang, damit keine zu rege Peristaltik die Heilung hindert, eine grosse Gabe Opium. Es ist noch anzufügen, dass Senn festgestellt hat, dass namentlich bei kleinen Tieren nach Darmresektion Gefahr wogen späterer Obstruktion entsteht, wenn das Darmlumen um die Hälfte verengt wurde, auch will Senn, um die Wunde besser zu decken, noch ein Stück Seröse über dieselbe annähen, und dieselbe durch decalcinierte Knochenscheiben besser schützen.
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Darmeinsohiebung, Invagination, Volvulus, Intussusception.
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Nach Lembert wird die Darmschleimhant nicht durchstochen. Die Nadel wird ca. 2 3 mm vom Wundrande entfernt, durch Serosa und
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Muskularis eingestochen, zwischen Schleimund Muskelhaut eine kleine Strecke fortgeführt und wieder ausgestochen, das andere Ende über die Wunde hinweggeführt und ebenso
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gestochen. Je nach der Grosse der Wunde Fig. so. LombMt'soheDarmnftht.
...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; *nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ii -TT-jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Uuscli. DeutscheChir. Nr. 2, |).77.
ist eine Anzahl Faden einzulegen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'
Emmert bewehrt einen Faden an beiden Enden mit einer Nadel, die eine Nadel sticht er bis in die Höhle des Darmes ein und führt sie an derselben Seite wieder heraus, die zweite wird dann ebenso ein- und ausgestochen, so dass also ein Teil des Fadens parallel dem Wundrande läuft. Auf dem entgegengesetzten Wundrando geschieht dasselbe und in der ganzen Länge der Wunde werden also jederseits
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eine entsprechende Anzahl ähnlicher Fäden eingelegt. Wenn man nun die beiden Enden eines jeden Fadens gleichzeitig mit den gleichnamigen des gegenüberliegenden Fadens zusammenschnürt, so dass die entsprechenden geknotet worden, so werden die Serosae durch Umschlagen der Ränder aneinander-gedrückt.
Wenn ein Darm bis in seinen Gekrösansatz quer durchschnitten ist, so wird die Invagination des vorderen Danustückes in das hintere folgendermasson
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vorgenommen: Man krampt den cirkuläron Wund-
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81. Kinmert.'.-Danmiaht.
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rand des hinteren im ganzen Umfange einwärts wie eine Manohette, sticht dann eine Nadel einige Linien vom Wundrande entfernt durch den Wundrand des vorderen und hierauf zunächst durch den umgekrämpton Wundrand des unteren und durch diesen selbst nach aussen, das andere Ende des Fadens, welches ebenfalls eine Nadel trägt, wird dann auf dieselbe Weise durch den gedoppelten Wundrand geführt. Wenn nun der ersten Fadenschlinge gegenüber noch eine zweite oder nach Bedürfnis mehrere liindurchgefülirt sind, so zieht man mittelst dieser Fäden das vordere Ende in das hintere hinein und befestigt es hier. Natürlich liegt dann der seröse Überzug des oberen der Serosa des umgekrämpton unteren Darmendes enge an. (Vgl. Fig. 71.)
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520nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Chirurgische Krankheiten der Leber.
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(Jhlrurgischo Krankheiten der Leber.
1) Ruptur der Leber. 2) Verletzung der Leber und Leberabscess.
3) Gallenblase und Gallensteine. 4) Neubildungen in der Leber.
5) Echinococcen. 6) Chirurgische Behandlung des Ikterus.
Litteratur: Greve, Loberkrankh. d. Rindes. Wahrnehmungen a. Rindvieh 1817. Ziller, Ihd. 1831, p. 17; 1833, p. 1. Curdt, Ruptur d. Leber-Qurlt u. Hcrtwig 1835, p. 334. B i rn b au m, Gallenst. b. Pf. Ihd. 1839, p. 301. Volk, Gallensteine b. d. Kuh. Ihd. 1841, p. 344. LaNotte, Leberruptur bei ca. 15 Lämmorn. Ibd. 1841, p. 25. Spoon er, Leber-zorroiss. b. Pf. The Vet. 1842, p. 3. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842, p. 80. Taylor, Abscess i. d. L. b. Kuh. The Vet. 1843. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842, p. 3. L i n d e n b e r g, Loberrupt. b. Pf. Gurlt u. Hertw. 1841, 1847, p. 465. Wright, Dasselbe. The Vet. 1846. Rep. 1846, p. 3. Fürstonborg, Analyse d. Gallonsteine. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1847, p. 20. Busse, Lebcrruptur bei Pf. Gurlt u. Hertwig 1848, p. 29. Brenn wald, Leberfistel b. d. Kuh. Schweiz. Arch. 1851, p. 295. Le-blanc, Leberkongestion u. Leberblutung. Societe vet. 1854. Hering, Leberzerreissung b. d. Stute. Rcp. 1854, p. 318; 1857, p. 6. A grault, Leberzerroissung b. Maultier. Rec. 1858, p. 100. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 19. Rüdiger, Gallcnkongremento. Dresdn. Jhb. 1858, p. 25. V i o a t, Loberruptur bei Pf. Echo medic. 1858, p. 472. S a II e , Leburabscess m. Peitsehenschnur. Rec. 1859, p. 128. Bayer, Haferkörn, i. Gallengang. Gerlaeh. Mitt a. d, tztl. Pr. 1859, p. 177. Bauer, Abscess i. d. Leber. Sachs. Jhb. 1859/60, p. 18. Maessen, Leberruptur b. Pf. Hertwig. Mi(t. a. d. tztl. Pr. 1860, p. 172. Schöps, Entartung d. Leber bei Kiih. Sachs. Jhb. 1861, p. 19. Schmitt, Leberruptur b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1862, p. 855. Gurlt, Gallenblase m. Polyp b. Pf. u. R. Gurlt u. Hertwig 1862, p. 289. Ackermann, Gallenblase bei der Kuh. Sachs. Jhb. 1864, p. 78. Leise ring, Leberentz. u. Verblut. b. Pf. Krebs b. Pf. Ibd 1804, p. 33, 34. Leisering, Verblut. d. Loberruptur b. Pf. Ibd. 1866, p. 21. Wilke, Abscess d. Leber b. Pf. Müller u. Rol. 1867, p. 109. Haselbach, Bersten der Gallenblase b. Hunde. Gurlt u. Hertw. 1868, p. 120. Schüler, Loberruptur b. Pf. Ibd. 1869, p. 279. Haub-n er, Leberblut. b. Pf. Sachs. Jhb. 1869, p. 80. F u n k - L e i a e r i n g, Gallenst. b. Pf. Ibd. 1870, p. 19. Ackermann, Loberrupt. b. Pf. Ibd. 1870, p. 91. Leiser ing, Sarkom in der Ziegenleber. Ibd. 1872, p. 20. Polstor, Erweiter, d. Gallgang. Ibd. 1871, p. 138. Voigtländer, Ikterus b. Hunde. Ibd. 1871, p. 68. Haubner, Ikterus b. Hunde. Ibd. 1872, p. 67. Gurlt, Gallenst. b. Tieren. Gurlt u. Hertwig 1872, p. 172. Bräuer-Lungwitz, Sarkom i. d. Leber b. Kühen. Sachs. Jhb. 1873, p. 21. Dietrich, Leberzerreissung b. Pf. Müller u. Rol. 1873, p. 137. Siedamgrotzky, Ikterus b. Hunde. Sachs. Jhb. 1873, p. 60. Voigt-1 ander, Leberruptur b. Pf. Ibd. 1873, p. 44. Bruckmüllor, Pathol. Zootomie, p. 491. Adam, Wochschr. XV, p. 180. Julien, Leberstoine.
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Chirurgische Krankheiten der Leber.
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1) Ruptur der Leber. Leberapoploxie.
Wir haben, nach der Ursache, 2 verschiedene Formen zu unterscheiden : a) Die allmählich durch Krankheit veränderte Leber wird durch eine nicht aussorgowöhnliche Grewalt zerrissen oder sie reisst von selbst, spontane Ruptur. b) Die sonst gesunde Leber reisst infolge einer übermässig auf sie einwirkenden Kraft, traumatische Ruptur. Die letztere Form könnte mit der Verwundung der Leber abgehandelt werden, allein es ist dabei keine äussere Verletzung und die Symptome der Verblutung stellen sie am zweckmässigston zu den spontanen Rupturen.
Spontane Rupturen:
Aetiologie: Siedamgrotzky beschuldigt fettige Degeneration und Stauungen in der hinteren Ilohlvone als Ursache der leichten Zorreiss-barkeit. Er führt folgenden Fall als Beispiel an: Ein Pferd hat katarrhalische Pnoumonie überstanden, erkrankte plötzlich ohne äuascre Ursache unter Erscheinungen der Verblutung und stirbt an Leber-zerreissung, es ist dies, sagt er, einer der schon mohrfach beobachteten Fälle, wo an und für sich nicht erhebliche pathologische Voränderungen der Lungen, Stauungen in der hinteren Hohlvene bedingen, die dann ihrerseits in der fettig degenerierten Leber zu Blutungen führen. Erscheinungen, durch die man auf ein Leberleiden hätte schliessen können, sind während des Lebens nie aufgetretenquot;. Zündel liält die Leberapoploxie entstanden durch heftige aktive Kongestion, die mechanisch zur Zerreissung des Lebergewebes führe, er, hiilt vor-
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522nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Chirurgische Krankheiten der Leber.
herige Erkrankung nicht für nötig oder nicht massgebend. Julien glaubt, dass fettige Degeneration, Leberentzündung und Leberstoine prädisponierende Momente bilden. Roll führt namentlich den Anthrax als Ursache der Leberruptur an. Leblanc spricht schon 1854 von Leberkongestion und folgender Apoplexie, und sagt, sie sei oft rasch tötend, aber nicht immer, kompliziere sich manchmal mit Krankheiten des Darmes, der Lungen und schwarzem Staar; Gelbsucht sei aber nicht charakteristisch.
Klinisches Bild: a) Bei rasch, ohne längere Zeit bestehender Erkrankung, aber ohne besonders einwirkende Gewalt eintretend: Haarstick: Ein wolilgeniihrtes Pferd scharrt seit einem Tage häufiger, ist aber sonst in Ordnung, seit einigen' Stunden wird es schlimmer, grosse Blässe der Schleimhäute, 100 Pulse, ängstlicher Blick, Sclwanken, endlich wut ähnliche Anfälle, es biss sich derart in die Flanke, class es Stücke Fleisch herausriss, unter Gebrüll stürzte es und verendete. Sektion: Zerreissung des serösen Überzuges, die Leber ist lehmfärben, wiegt 261/a Kilo, in der Bauchhöhle sind 67 Liter Blut.
nbsp; Lindenberg: Ein Pferd, mit dem morgens in den Wald gefahren wurde, erkrankte, schwitzte, legte sich nieder, zeigt Kolikerscheinungen. Abends ist es ruhiger. Anderen Tages traten Erscheinungen auf, wie bei brandiger Darmentzündungquot; und es erfolgte der Tod noch am selben Tage. Sektion: In der Bauchhöhle sind 1012 Mass zum Teil geronnenes Blut. Der mittlere Leberlappen ist sehr gross, enthält 8 Pfund schwarzes geronnenes Blut, an der hinteren Fläche ist die Serosa geplatzt. Nach Entfernung des geronnenen Blutes waren beide Lappen von unten nach oben und von einer Seite zur anderen, wie mit scharfem Messer durchschnitten, die Stücke passten wie 2 geebnete Flächen aufeinander, die Lebersubstanz war sehr mürbe und gelblich.
nbsp; b) Mit seit kurzer Zeit oder länger bestehender Krankheit: Voigtländer: Ein 10 jähriges Pferd hatte kleine Kolik, die sich rasch besserte, aber bald reeidivierte. Die Perkussion ergab nicht scharf be-grfinzte Abgrenzung der hinteren, unteren Lungenränderquot;. Am vierten Tage erfolgte rasch Yerschlimmcrung, mittlerer Appetit, rauher Husten, grosser Schweiss, Gelbfärbungen, der alkalische Harn enthielt viel Ei-weiss. Es erfolgt Besserung und Heilung am zwölften Tage, auf Arbeit erfolgte plötzlicher Tod. Sektion: Die Leber ist doppeltsogross, mürbe, blutreich, mit dem Zwerchfell verwachsen, sie hat 4 quere Risse durch die Hinterfläche. Voigtländer sagt 1873, dass Lungonkon-gestion in der hinteren Hohlvene zur fettigen Degeneration und Ruptur führe, eine Ansicht, die Siedamgrotzky 1875 ebenfalls äussert.
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Chirurgische Krankheiten der Lebor.
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Spooner: Ein an Knieverletzung behandeltes Pferd zeigt am vierten Tage Steifigkeit in Kopf und Hals, sodass Tetanus vermutet wurde, keine Futteraufnahme, der Mist ist mit Schleim umhüllt, der Puls rasch. Es tritt Blindheit an einem Auge auf, folgenden Tags am anderen Auge, der Tod erfolgt in Kürze. Sektion: Die Leber ist erweicht, gerissen, in der Bauchhöhle 1 Stalleimer voll Blut. Schmidt: Ein 13jähriges Pferd ist seit gestern krank: Die Inspiration ist kürzer als die Exspiration, erfolgt mit kleinem Stöhnen, letzteres ist lauter, wenn der Thorax gedrückt wird. Schwanken, Knacken in den Gliedern, Nüsternaufreissen, Blässe, Starre, Tod in 5 Tagen. Sektion: Die Leber b' dunkel, gross, 3 Zoll dick geschwollen, hat zahlreiche Bhitungeraquo;laquo; im Gewebe und schnittförmige Risse. Dietrich: Ein Pferd hat seit Va Tag Kolik, es tritt K a 11 -werden auf, eigentümliches Zucken, Anschwellung dos Kopfes, Schwindel, Taumeln. Nach G Tagen Umfallen. Dasselbe lebte noch 12 Stunden am Boden liegend. Sektion: Anämie, Lebervergrössorung, in ihr ein (i Zoll langer tiefer lliss mit geronnenem Blut gefüllt, das Coagulum ist an einzelnen Stellen blassgrau und weiss. Wright: Pferd mit tiefer Respiration, grosser Blässe, der Hinterleib aufgerieben, kleiner rascher Puls. Tod am sechsten Tage. Sektion: Bauchhöhle voll schwarz geronnenein Blut, die Leber sehr gross, brüchig, der linke Lappen wie ein ungeheures, halborganisiertes Coagulum, die Sorosa gerissen. Ackermann: Seit lange bestehender, chronischer Husten, Kolik und ruscher Tod. Sektion: Die Leber ist total erweicht, lehmfarben und hat eine Ruptur. Leisering: Ein Pferd frisst seit einem Jahre nicht gut, beim Harnabsatz lässt es zuweilen Stöhnen hören, das Pferd wird jetzt schwor krank, Schleimhäute blass, Puls hoch, Aussentemperatur abnorm ungleich, Extremitäten kalt. Schwanken, röchelndes Atmen, Stürzen, Tod. Sektion: In der Bauchhöhle l'/a Stalleimcr voll Blut, die Leber ist allein krank, geborsten, doppelt vergrössert, hat zahllose Hämorrhagien, der Durchbruch ist beulenartig.
2) Verletzung der Leber und L e b e r a b s c e s s.
Wir unterscheiden die Lcberverletzung in a) Subkutane Verletzungen ohne Trennung der ä u s s e r e n B a u c h d e c k o n, bei gesundem Lebergewebe, b) Leberverletzungen mit offenen Wunden.
Aetiologie: Busse. Quetschungen, Contusionen, Stoss, Schlag, Durchgehen, grosso Sprünge, Sturz, a) Ein Pferd hat seit längerer Zeit Husten, während des Reitens erschrickt dasselbe, gebt durch lk Stunde lang, bricht dann zusammen und verendet sofort. Sektion:
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524nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Chirurgische Krankheiten der Leber.
Leberruptur und Verblutung. Leisering: Bei einem Fuhrwerk auf unebenem Boden wird ein Pferd öfters durch die Deichsel an den Bauch geschlagen, der Tod erfolgt andern Tages an Leberruptur und Verblutung. Maesscn: Nach rascher Arbeit plötzliches Erkranken, das Vorderteil ist mit kaltem Schweisse bedeckt. Wiehern. Erscheinungen der Verblutung. Tod nach Vs Stunde. Sektion: Bauchhöhle viel Blut enthaltend, Leberruptur.
Es ist sehr fraglich, ob in diesen Fällen die Leber zur Zeit des Trauma's als vollkommen gesund angesehen werden darf. Erfolgt, die innere Verblutung langsam, so kann auch dadurch das Lebergewebe noch verändert werden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I
Leberverletzung mit offnnen Wunden und Fisteln. Schuss-, Stich-, Hiebwunden geben Veranlassung von aussen, Verletzungen von innen, durch Eisenteile vom Magen aus, sind aber viel häufiger. Es tritt deshalb bei der Behandlung dieses Gegenstandes plötzlich ein Wechsel mit der Tierart ein. Während die seither abgehandelten Krankheiten fast ausschliesslich das Pferd betreffen, kommt die Leberfistel viel häufiger beim Rinde vor und bei diesem sind die mir bekannt gewordenen Fälle alle von innen entstanden. Lippold traf bei einer Kuh in der Leber einen mannskopfgrosson Abscess mit 34 Liter jauchigem Eiter, durch Fremdkörper vom Magen aus erzeugt. Leisering: Zwischen Leber und Zwerchfell ist ein Abscess, der 3/4 Kannen Eiter enthält. Taylor: Zwischen Leber und Zwerchfell ist ein 4 Quart Eiter enthaltener Abscess. Lorenzetti beobachtete ebenfalls dort grossen Leberabscess. Beim Pferde sah Wilke einen Abscess am mittleren Lappen, von der Grosse eines Kalbsherzens, die Hülle knorplich hart, mit dem Zwerchfell verwachsen, dasselbe ist perforiert und der Abscess ist in den Lungen fast ebensogross. Einen grossen Leberabscess, der mit der Rippenwand in Verbindung stand, letztere durchbohrte und seinen Eiter nach aussen entleerte, beobachtete Brennwald bei einer Kuh.
Therapie: Sowohl bei offenen, als subkutanen Leberverlctzungen, kann ich, nach Vorgängen aus der Tierheilkunde, ein chirurgisches Handeln nicht angeben. Auch in der Menschenheilkunde ist hier die Chirurgie noch gering ausgebildet (abgesehen von Abscess und besonders Echinococcus-Opcrationcn) es empfiehlt sich deshalb, ein Vorgehen von Burkhardt hier mitzuteilen: Ein Mann hatte bei Raufhän-dcln einen Stich mit dem Messer in die Leber erhalten, die Zeichen der Verblutung traten auf. Burkhardt stopfte nun den Stichkanal mit Jodoformgazestreifen aus, die Blutung stand dadurch und der Getroffene war zugleich dadurch aussei- Lebensgefahr.
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Chirurgische Krankheiten der Leber.
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Chirurgische Krankheiten der Gallenblase und Gallensteine.
Ruptur der Gallenblase. Die Gallenblase der Hinder, gelegentlich auch anderer Tiere, welche dieses Organ besitzen, erlangt mitunter eine enorme Ausdehnung und reisst. Ackermann beobachtete bei einer Kuh eine mit Galle erfüllte Gallenblase, die üVs Kilo schwer war. Kayser sah Zerreissung der Gallenblase bei einer Kuh, das Tier hatte sich nachts losgerissen und mit anderen gestossen, es bekam Kolik und lag stöhnend am Boden, nach 24 Stunden erfolgte der Tod. Bei der Sektion fand Kayser 3 Liter gelblich, schmieriger Flüssigkeit, Galle, und einige braune, röhrenförmige Konkremente in der Bauchhöhle, die Gallenblase zerrissen, die Ränder derselben geschwollen, in den Gallengängen Inkrustation. - Ilasolbach: Ein Pinscher leidet an Verstopfung, seit 24 Stunden hat er keinen Appetit, der Herzschlag ist pochend, Ikterus, bei Druck auf die Leber Schmerzäusserung, das Tier liegt viel, der Gang ist hinten gespannt steif, der Tod erfolgt nach 8 Tagen, die Gallenblase ist zerrissen, eine bestimmte Ursache, weshalb, ist nicht zu finden. Gallensteine: Gurlt sagt, dieselben seien bei Tieren seltener als bei Menschen, er hat in 3U Jahren ca. 3000 Pferde seziert und hier nur ein einzigesmal Gallensteine gefunden, desgleichen beim Hunde. Bonnet schrieb über Gallonsteine des Pferdes. Fürstenberg lieferte Analysen derselben.
Gallensteine ohne nachweisbare Ursache entstanden. Birnbaum beobachtete ein Pferd mit gastrischen Beschwerden, das sich auf Behandlung besserte, jedoch in G Wochen rückfällig wurde, es krümmte sich zur Seite, legte sich selten, der Kot war schlecht verdaut, roch wie Sclnveinekot, allmähliche Abmagerung, Gelbfärbung und Tod. Bei der Sektion fand er über 400 Gallensteine, im Ductus choledochus, dieselben hingen beim Aufschneidon zusammen.
nbsp;Volk beobachtete eine Kuli, die sehr träge, schlaff, unempfindlich war, sie hatte deutliche Gelbfärbungen, die Milch war bitter schmutzig, zäh, der Kot hellgelb, unverdaut, kein Appetit, dann und wann heftiges Zittern, Schwindel, der Puls regelmässig, die Lebergogend etwas angeschwollen. Tod. Bei der Sektion 8 grosso Steine in der Blase.
nbsp;Leisering beschreibt einen Fall folgondermassen: Ein Pferd zeigte seit 14 Tagen gestörte Hirnthätigkoit, geringe Fresslust und wurde schliess-lich wegen Tobsuchtanfiillen getötet. Die Gehirnhäute waren hyporämisch, die Leber gross, 21,5 Pfund schwer, überall hart, knotig, knorpelig, sehnenfleckig, mit dem Zwerchfell verwachsen, rechts ein grosses Blut-coagulum und in dem Lebergallengang einen hühnereigrossen Stein.
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526nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Chirurgische Krankheiten der Leber.
Gallonsteine durch Fremdkörper erz engt, die von dem Darme aus durch den Ductus choledochus einwandern : Polster sah bei einer Kuh grosse Erweiterung- der Gallenblase und dieselbe mit Putter gefüllt. Bayer sah bei einem unter Erscheinungen eines Leberleidens gestürzten Pferde, den Lebergallengang '/a Zoll lang mit zerkauten Haferkörnern vollgestopft. Riediger: Ein an Kolik verendetes Pferd hatte ein Gallenkongrement und in dessen Mitte einen 5 Zoll langen Pflanzenstengcl. Salle fand in dem erweiterten Gallengang eines Pferdes eine Peitschenschnur. Polypen in dem Gallengang sah Gurlt beim Pferde und Kinde.
Aetiologie: Als nachweisbare und wohl häufigste Ursache ist das Eindringen von Fremdkörpern anzusehen, um welche sich die Salze der Galle anlagern, bei sehr reichlicher Ausdehnung der Gallengänge und Gallonblase können aber auch Niederschläge an allen Wandteilen erfolgen, wie in dorn Kaiscr'schen Falle.
Klinisches Bild: Dyspepsie, Abmagerung, Kolikanfälle, sogar bis zu den höchsten Graden, mit Wuterscheinungen. Gelbfärbungen der Schleimhäute, heller, unverdauter, nach Schweine riechender Kot. Manchmal GallenfarbstofFc im Harn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .
Prognose: Ungünstig.
Therapie: Bis jetzt in der Tierheilkunde nur medizinisch-klinisch, hauptsächlich Karlsbader Salz. In der Menschenheilkunde ist die Chirurgie der Gallensteine und Gallenwege sehr bedeutsam und gross geworden. Man schneidet auf, nimmt die Steine heraus, näht mit Catgut, ver-schliosst aseptisch und in einigen Tagen ist der Patient nicht nur gerettet, sondern oft geheilt. Warum sollen denn wir, wenn einerseits der Tod in sicherer Aussicht ist, andererseits durch Operation Leben und Gesundheit zu erlangen ist, die Hände in den Hosentaschen behalten und nicht operieren? Dasselbe kann für die Behandlung der Leber-ogelseuche, Distomatosis gesagt werden. Das Heilen ist die Krone der Therapie, nicht das Sterbenlassen oder das Totschlagen. Operiere man auch gegen diese Krankheiten und veröffentliche die Resultate.
Neubildungen in der Leber.
Aetiologie: Es gilt hier das in der Geschwulstlehre Mitgeteilte.
Klinisches Bild: Greve sagt: Wenn ein Druck an der rechten Seite, hinter den falschen Hippen sehr empfindlich ist, so vermutet man eine Art kranke Leber. Schöps beobachtete, beim Bestehen einer grossen 50 Pfund schweren Leber, Symptome wie bei der Herzentzündung, Odem am Kehlkopf und Triel, plätscherndes Geräusch in der Brusthöhle und Schmerz bei Druck auf die Rippen. Ziller hält viel
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Chirurgische Krankheiten dor Leber.
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auf Druckschmerz hinter den Rippen, ferner ist das Wiederkauen unterdrückt und der Mist trocken und bröcklich. Brauer sah bei einer Kuh, die ein 32 Pfund schweres Spindelzellensarkom an der Leber hatte und die ausserdem in der Leborsubstanz noch 283 Stück kleine, rundliche Neubildungen besass folgende Symptome: 12 Tage nach dem Kalben hatte sie trockene Haut, war mittelgenährt, das Atmen beschleunigt, stöhnend, die Schleimhäute gelb, an den Augen zitronengelb, die Exkremente dünn, übelriechend, bei Auskultation der Bauchhöhle rechts, im grossen Urnfange leerer Schall unter den falschen Hippen, grosse Leberanschwellung. Johne beobachtete am Hunde, der eine Kreb-leber hatte, Magendarmkatarrh, Ikterus und zuletzt Ascites. Bei einem Halm mit Karcinom in der Leber, konnte nur Abmagerung festgestellt werden.
Prognose: Dieselbe ist bis jetzt auf dorn gleichen Boden, wie die der Gallensteine, allein die Gallensteine können mit Aussicht auf Erfolg operiert werden, was bei den Geschwülsten nicht der Fall ist, da ihre Natur meist bösartig ist und sie wegen Blutung oder multiplem Auftreten nur sehr schwer und unter grosser Gefahr operiert werden könnten, zudem ist eine medizinische Behandlung der Lebergeschwülste ebenso aussichtslos. Es ist deshalb die Prognose der Geschwülste und Neubildungen in der Leber noch ungünstiger, als die der Gallonsteine.
Therapie: Operation.
Echinococcen s. Allg. Teil.
Chirurgische Behandlung des Ikterus k a t a r r h a 1 i s beim Hunde.
Ikterus ist bekanntlich beim Hunde das Symptom einer schweren Erkrankung, es kommt im Verlaufe der Krankheit häufig zu Invagi-nationen und Tod. Ich habe die In vagi n at ion en bei Ikterus schon herausgenommen und gelöst, allein sie bilden sich bei schweren Erkrankungen wieder, sie entstehen zum Teil erst im Todeskampfe und sind jedenfalls in vielen Fällen nicht die eigentliche Todesursache. Ich kann daher die von Kancilla vorgeschlagene Methode, bei Ikterus des Hundes mittelgrosso Bleikugeln von einer zum Bauch-umfang passenden Grosse schlucken zu lassen, nicht empfeiden. Kancilla will, dass drei Stück Bleikugeln hintereinander eingegeben werden, je in llicinusöl getaucht und nachher noch mittelst Trichter 1520 Gramm Ricinusöl in den Magen. Rancilla will durch diese Methode, von 7 Hunden mit Ikterus, 4 gerettet haben, mir gelang es nicht bei einem durch diese Methode. Beim Menschen ist vorgeschlagen, bei Ikterus die Gallenblase zu faradisieren. Die Elektroden eines Induk-
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tionsapparates werden beiderseits der Brustwand derart angesetzt, dass der Strom wahrscheinlich durch die Leber gehen muss, ich faradisiere und massiere den ganzen Hinterleib, gebe fleissig kalte Klysmen und glaube damit in einigen Fällen Erfolg gehabt zu haben.
Chirurgische Krankheiten der Milz.
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Die Erkrankungen der Milz werden in der Tierheilkunde nui' in seltenen Fällen Gegenstand chirurgischen Eingriffes. Abgesehen von dem Milzstich, der vor einigen Jahren empirisch gegen Milzbrand empfohlen wurde, den aber schon die indischen Arzte bei chronischem Milztmnor anwandton, indem sie glühende Nadeln in das Parenchym einstachen haben wir in der Tierheilkunde bis jetzt nichts Chirurgisches gegen Milzerkrankungon unternommen, während in der Menschenheilkunde die Splenotomien nicht selten ausgeführt werden. Aus diesem Grunde wollen wir die Milzerkrankungen etwas weniger stiefmütterlich behandeln, als dies seitdem der Fall war.
Wir haben verschiedene Formen zu berücksichtigen;
1) Den c h r o n i s c h e n M i 1 z t u m o r, M i 1 z h y p e r p 1 a s i e, Leukämie. 2) Milz tumor durch Neubildungen, hauptsächlich S a r k o m e. 3) M i 1 z a b s c c s s e und j a u c h i g - o i t e -rige Entartung. 4) Verletzungen der Milz. 5) Milz-r u p t u r e n.
1) Chronischer Milztumor, Leukämie und Hypprplasio.
Aetiologie: Bei fast allen schweren Infektionskrankheiten kommt es zur akuten Milzanschwcllung. Bei periodisch wiederkehrenden, z. B. durch Malariafieber, entsteht allmählich Hyperplasie. Bei chronischem Milzreiz wie bei der Leukämie, ist die Ursache jedenfalls eine ähnliche.
Klinisches Bild: Dasselbe ist sehr wechselnd : Frühncr bezeichnet im allgemeinen Mattigkeit, leichte Ermüdung, Atembeschwerden, leichtes Schwitzen nach geringen Anstrengungen, zuweilen Schwindel anfalle, Blässe der Schleimhäute, in der Regel beschleunigton, kleinen auch unregehnässigon Puls, hie und da symmetrische Lymphdrüsenvergröss erung. Die Entwicklung erfolgt immer langsam und ohne nachweisbare Ursache. Der Leib es umfang wird grosser, doch fällt dies in der Regel nicht auf wegen der Massigkeit der grossen Haustiere. Hautwassersucht kann in hochgradigen Fällen noch dazu kommen, unsicher sind die Palp at ion, und cv. peritoneales Reiben bei der Auskultation. Nach grüsserer Futteraufnahme gestörte Verdauung, Stöhnen, allmähliche Abmagerung manchmal bis zum Skelet, trotzdem die Futteraufnahme gut ist. Vom Roktum aus ist von Drewien beim Pferde mit Milz-vergrösserung während des Lebens in dessen linker Flanke eine grosso geschwulstartige Masse erkannt worden. Beim Hund sah Siedamgrotzky infolge Hyperplasie in der Milz das klinische Bild der Gehirnblutung auftreten, Symptome des Gehirndrucks mit blutig infiltrierter Conjunktivis. Chronischen Milztmnor mit Hämorr-
Jlolfmann, Tierärztliche Clilrurglo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;34
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hagie in der linken Niere und periodischen Anfüllen von Blutungen aus der Harnröhre beobachtete Johne beim Pferde. Leisoring beschreibt einen Fall, dass eine Kuh seit langer Zeit an Krii mpfen litt, die man für Epilepsie hielt, beim Schlachten sich jedoch eine 20 Pfund schwere, dunkle Milz vorfand, welche als ursächlich für die Krämpfe gelten kann, da auch Siedamgrotzky Gehirnerscheinungen durch Milztumor beobachtete. De Meestre sah bei einer Kuh, die 56 mal zu grosse Milz hatte, die Erscheinungen der Lungenseuche. Es ist somit eine Anzahl von allgemeinen Symptomen, die bei Milzverletzungen und bei der Echinococcenkrankheit noch um einige vermehrt werden, aber es entwickelt sich auch chronischer Milztumor, ohne dass krankhafte Erscheinungen irgend welcher Art an dem Tiere beobachtet wurden. Hering teilt mit, dass bei einem Hauptbeschäler vom quot;Wurtt. Landgestüt, der während des Lebens nie krankhafte Erscheinungen zeigte, eine 62 Pfund schwere Milz gefunden wurde. Da es infolge des chronischen Milztumors nicht selten zur Ruptur kommt, so treten noch die Erscheinungen der Verblutung mit hinzu. Die mikroskopische Blutuntersuchung kann, wenn Poikilocytose vorhanden ist, die Diagnose noch befestigen. Riegel beschrieb aber einen ausgesprochenen Fall, bei dem diese Erscheinung fehlte, nur waren sehr viel weisse Blutkörperchen zugegen. Blutuntersuchung mit Eleischl's H ä m o m e t e r ist ebenfalls nützlich, da der Mangel an roten Blutkörperchen sogar bis zu 50 0/o Verlust Hämoglobin entstehen lässt.
Die Prognose ist ungünstig bei der jetzigen Behandlung.
Therapie: Bis jetzt nur medizinisch. Hahn hat allerdings eine Reihe von Versuchen vorgenommen, den M i 1 z s t i c h an Rindern geübt und dessen Anwendung gegen Milzbrand empfohlen, da aber die Erfolge ausblieben und auch das Brennen mit glühenden Nadeln gegen Milztumor des Menschen schon lange als zwecklos verlassen worden ist, so werden wir diesen Milzstich nicht weiter berücksichtigen. Dagegen kommt die Milzexstirpation, Splenotomie in Frage. Schon Fugger schreibt 1681 über dieselbe, wenn auch in ungläubiger AVeise: Ich habe von ehrlichen, ansehnlichen Personen gehört, dass man den Rossen das Milz in der Jugend könne nehmen und dass solche Ross um viel desto besser sein und sonderlich sollen sie gute AVett-läufer abgebenquot;. Allerdings ist das, was von Fugger als Milzexstirpation mitgeteilt wurde, nämlich den Fohlen bei der Geburt das Milz bei der Zunge abzustreifenquot;, derart, dass er mit Recht anfügt ich glaub derartiges nitquot;. Die Splenotomie kann fast gefahrlos am Hunde durch-
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geführt werden und bei der jetzigen aseptischen Chirurgie dürften Versuche auch an grossen kranken Haustieren angezeigt sein, zumal in der Menschenheilkunde befriedigende Erfolge damit erzielt wurden. Von Kostine wurde sogar beobachtet, dass beim Hunde 12 Monate nach der Milzexstirpation infolge einer grossen Neubildung, eine andere Neubildung entstanden war, die mikroskopisch den Charakter der normalen Milz besass.
2) Milz tumor durch Neubildung, gleichförmig oder in knotiger Form, ist zahlreich beobachtet worden, besonders Sarkom. Die Erscheinungen waren, allmähliche Abmagerung, trockene staubige Haut, schlechte Verdauung, zunehmende Mattigkeit, ein Pferd konnte nach 2 Monaten nicht mehr arbeiten, schwankte, hatte struppige Haare, der Puls war 7U^74, der Herzschlag beiderseits fühlbar, die Exkremente gingen verzögert ab, waren sehr dunkel, das Pferd trat manchmal plötzlich von der Krippe zurück, verhielt sich wie schlafend und hustete matt. Das Tier wurde getötet und man fand die Milz voll haselnussgrosser Fi-broide. In 5 Monaten sah Johne ein Pferd an Marasmus zu Grunde geben, das eine 40,2 Kilo schwere, durch medullares Sarkom entartete Milz hatte. Schmidt beobachtete an einem Pferd mit 21 Pfund schwerer, fester, höckeriger Milz, grosse Abmagerung und öfters Kolik.
Die Prognose ist schlecht, da medizinische Behandlung nichts helfen wird. Therapeutisch ist nur durch die Splenotomie vielleicht ein günstiger Ausgang zu erzielen.
8) M ilzabsces se. Schütz teilt mit, reine Milzabscesse sind selten und bleiben meist klein. Häufiger kommen dort in Rückbildung begriffene hämorrhagische Infarkte oder chronische Splenitis mit Mortifikation vorquot;. Jost sah beim Pferd einen Fall, den er fol-gendermassen beschreibt: Ein 6jähriges Pferd, stets gesund, hat vor 8 Wochen Katarrh bekommen, plötzlich Hess das Pferd vom Futter ab, bekam 80 Pulse, 40 Atemzüge mit grosser Anstrengung, Auf-reissen der NasenHiigel und grosser Arbeit der Bauchmuskel, es trat Gelbfärbung der Schleimhäute auf und der Tod erfolgte nach 4 Tagen. Bei der Sektion war die Milz 30 Pfund schwer und hatte unzählige meist kleine Eiterknoten. Eberhard sah infolge eines grossen, durch Sektion festgestellten Abscesses bei einer Kuh, folgende Erscheinungen: Das Tier sei früher einigemal kreuzlahm gewesen und plötzlich erkrankt, es hatte Fieber, gesträubte Haare, keinen Appetit, kein Wiederkauen, es lag teilnahmslos am Boden und der Kopf lag Avie beim Kalbe fi eher seitlieh der Brust, wurde derselbe gerade gestreckt, so schlug er sofort nach dem Loslassen wieder zurück, schliess-
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lieh trat grosso Unrulio und Brüllen ein. (Es scheint, dass hier eine Toxinevergiftung hinzutrat.) Verjauchungen, chronische Splenitis mit Mortifikation sind häufiger. Leisering teilt mit, dass ein Pferd seit 12 Jahre immer nach Anstrengungen die Erscheinungen der chronischen Leberentzündung, Gelbfärbungen der Schleimhäute zeigte. Man fand bei der Sektion die Milz angefüllt mit einer dicken Bluse, die 8 10 Quart bräunlich übelriechender Flüssigkeit enthielt, ähnliche Erscheinungen, also auch Gelbfärbungen wurden bei einem zweiien Pferde beobachtet) das in seiner stark vergrössorten Milz in der Mitte ein nekrotisches Stück hatte. Seiffert sah beim Pferde, das eine 23 Kilo schwere, mürbe, dunkclrote Milz mit kindskopfgrossem Abscess besass, kleines Fieber, gelbliche Schleimhäute, klein geballten dunklen Kot, dunklen Harn, später Auftreibung des Bauches, Ödeme dortselbst, grosse Atemnot und Tod nach 14tiigiger Krankheit. An einer jungen Kuh beobachtete Schell seit 3 Monaten ab und zu Aufblühen, wechselnde Fresslust und Wiederkauen, allmähliche Abmagerung, gefüllten Wanst, beim Zurückgehen Stöhnen und Angst. Bei der Sektion fand sich die Milz sehr vergrössert mit grossen missfarbigen Flecken und chokoladefarbene Flüssigkeit enthaltend. Wir können sonach Grelbfär bu ngen der Schleimhäute verbunden mit den genannten übrigen Erscheinungen der Milzkrankheiten vorerst beim Pferde als pathognomisch für chronische Splenitis mit Mortifikation und Jauchebildung ansehen.
Die Prognose ist bis jetzt schlecht. Die Therapie beschränkt sich auf medikamentale Behandlung, die vergeblich sein wird. Es kommt also auch hier die Splenotomie als einziges Rettungsmittel in Frage.
4) Verletzungen der Milz.
Aetiologie: Nach Adam legte sich ein Pferd auf die zapfenähnliche Handhabe eines Kübels, verletzte die Bauchwand und bekam Symptome einer Peritonitis. Nach 8 Tagen floss dort eine braunröt-licho, übelriechende Masse aus. Bei der Sektion fand sich eine Milzfistel, Anwachsung der Milz an der getroffenen Stelle, Vergrösserung und Milzabscess. Rossberg sah an einer Kuh, die auf der Weide gestürzt war, dass sie bald darauf in der Futteraufnahme wählerisch wurde, nach 12 Tagen war sie so mager und erschöpft, dass sie geschlachtet werden musste. Die Sektion ergab sehr grosse Milz und jauchigen Zerfall, Verwachsung mit dem Magen und Fistelbildung in dem Magen. Seer: Eine Kuh wurde von einem Wagen umgeworfen, der Stoss traf die falschen Rippen, das Tier blieb 1 Minute
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liegen, hatte nachher andauernd grosse Atombeschwerden, Schluchzen, zeitweilig krampfhaftes Zusammenziehen der Bauchmuskeln, am dritten Tage trat plötzlich der Tod ein. Bei der Sektion fand man die Milz 3 Fuss lang, dick und hart, sie hatte einen tiefen Einschnitt und enthielt eine grosso Menge Blutcoagulum. Säger beobachtete, class ein 3jähriges Pferd auf einen Hornstoss mager wurde, andauernd hustete, übelriechenden NasenausHuss bekam und nach 1 Jahr verendete. Bei der Sektion fand sich die Milz 5 Kilo schwer. Milzverletzungen von der Haube durch durchbohrende Nägel etc. ausgehend sind bei Rindern keine Seltenheit. Es zeigen sich die Erscheinungen der Milzerkrankung kompliziert mit denen der Magenvcrletzung.
5) Milzruptur. Wir führen zunächst die durch Trauma entstandenen llupturen vor: Sperl beobachtete, dass ein schwer bepacktes Pferd einen 20 Meter tiefen Abhang hinabstürzte. Nachher ging es noch 45 Kilometer ohne besondere Beschwerde. Erst 4 Tage später wurde es traurig, nahm sein Futter nicht mehr auf, wurde an den iinsser-sten Extremitätenteilen kalt, grosso Schwäche trat ein, das Tier schien fortwährend zu schlafen und konnte schliesslich nicht mehr aufstehen. Der Tod erfolgte am 9. Tage nach dem Sturze. Sektion: In der Bauchhöhle grosso Masse geronnenen Blutes, die Milz gross, durchweg schwappend, grosso Blutgerinsel auch auf ihrer Oberfäche mit einem 4 cm. langen Hiss. Prümer. Ein Pferd musste über einen 5 Fuss breiten Graben springen. Nach lU Stunde wurde es schwach im Hinterteil, zitterte, der Kopf wurde gesenkt, der Bauch aufgezogen, Schweiss, der Puls klein, sehr frequent, die Temperatur sank, Schleimhäute blnss. Der Tod trat nach 2 Stunden ein. Sektion: Die Bauchhöhle voll Blut. Die Milz, in der Mitte eingerissen, stellte einen von der Milzkapsel umschlossenen kugelförmigen Körper dar, der mit Blut angefüllt war. Nach einem Hufschlag an den Bauch trat 112 Stunde später bei einem Pferde der Tod ein. Bahr secierte und fand am vorderen Rande der Milz einen 3 Zoll langen Riss, die Blutung aber nicht sehr bedeutend, er hält deshalb den Tod veranlasst wegen der besonderen Gefahr der Milzverletzungen. (Es wird in diesem Falle Chok in Frage kommen. II.) Nach reichlicher Futteraufnahme musste ein 15 Jahre altes Pferd rasche Trabbewegungen ausführen, auf welche Kolik und bald Tod erfolgte, Möbius fand bei der Sektion an der Milz eine 20 cm. lange Ruptur, an der Stelle, an welcher sie am Magen aufliegt. Bei Rindern ist eine noch höhere Anzahl von ähnlichen, rasch verlaufenden Todesfällen durch Milzrupturen bekannt gegeben: Bahr sah beim Ochsen nach 6stündigcr Arbeit Stürzen und plötzlichen Tod eintreten.
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Bei der Sektion fand sich die Bauchhöhle voll Blut, welches aus zwei Kissen, die am hinteren Milzbrandrand gelegen waren, stammte. Heseler beobachtete an y Kühen Milzruptur und bestehenden Milztmnor. Dralle sah beim Ochsen, der im Liegen plötzlich erkrankte und starb, dass die Milz an der Innenfläche quer durchrissen war. Linde-mann sah eine Kuh, die 2 Stunden, nachdem sie im besten Wohlsein von der Weide gekommen war, plötzlich aufhörte zu fressen, zu stürzen drohte und notgeschlachtet wurde, er fand bei der Sektion die Milz 1,5 Meter lang, 3235 cm. breit, und ebensodick, dieselbe war in ihrer Mitte geborsten. Cruzel: Ein Ochse hatte eine grosse Menge Weizenkolben gefressen, musste dann eine grosse Tour von 1012 Stunden machen, fiel dann plötzlich um und starb bald. Bei der Sektion fanden sich mehrere Quart Blut in der Bauchhöhle, die Milz war am Rande gerissen. Durch einen Hornstoss wurde eine Kuh an der linken Brustwand verletzt, es traten sofort kramphafte Zusammenziehungen dortselbst auf, sowie Schluchzen und Erstickungsnot. Innerhalb 2 Tagen besserte sich der Zustand etwas, am 8. erfolgte plötzlich der Tod. Bei der Sektion war grosser Bluterguss in das Parenchym der Milz. Weitere Milzrupturen nach vorausgegangener längerer oder kürzerer Krankheit sind folgende: Siedamgrotzky beschreibt einen Fall, dass ein Pferd, das gut genährt war, plötzlich umstand. Die Milz war aber, trotzdem gar keine Krankheitserscheinungen nach aussen traten, OG cm. lang, 35 cm. breit, 7 cm. dick, weich und sehr blutreich. Im Knochenmark in der Mitte des Oberschenkelbeines war ein 10 cm. langer, blutiger Herd. Cneigham beobachtete an einem 30 Jahre alten Pferd, das immer gesund war, aber plötzlich starb, bei der Sektion eine grosse Milz mit Ruptur, dieselbe wog 92 Pfund. Ein immer gesundes Maultier starb plötzlich. Sauvage fand bei der Sektion 20 Liter Blut in der Bauchhöhle und die vergrösserte Milz hatte 4 Risse je 2 i cm. tief. Von Siedamgrotzky sind noch folgende Fälle mitgeteilt: 1) Eine 5jährige Oldenburger Kuh hat seit 8 Tagen in der Milchabsonderung nachgelassen trotz sonstigem gutem Befinden, es trat Beschleunigung des Atems auf und bald folgten beängstigende Symptome. Das Tier wurde notgeschlachtet. Bei der Sektion fanden sich lI/2 Stalleimer voll blutähnlicher Masse in der Bauchhöhle, teils geronnen, beim Abstechen war fast gar kein Blut geflossen, das Fleisch war gut. Die Milz war durch mehrfache unregelmässige Risse geborsten, 88 cm. lang, 24 cm. breit, 10 cm. dick und 8,000 Gramm schwer. Mikroskopisch konnte vielfach der Untergang der Intima an den Blutgefässen und Durchbruch gegen die Pulpa festgestellt werden.
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Durch diese Hämorrhagien riss schliesslich die Hülle der Pulpa. 2) Eine Kuh seit lk Jahr stark abmagernd, erkrankte plötzlich und wurde notgeschlachtet. Die Milz war 57 cm. lang, 20 cm. breit und 6 cm. dick, 2700 Gramm schwer und hatte einen Längsriss mit Blutgerinseln, .das Verhältnis der roten zu den weissen Blutkörperchen war 30 : 1. 3) Eine hochtragende Kuh, kräftig, gut genährt, seit einigen Monaten kurzatmig, litt seit 6 Tagen an Unverdaulichkeit, erkrankte plötzlich heftig, starb und wurde begraben. Die Milz hatte 83 cm. Länge, 12 cm. Dicke und 30 cm. Breite, sie wog 4,5 Kilo. Haubner behandelte ein Pferd, das seit 1/4 Jahr an llotlauf am Hinterschenkel erkrankt war, das Tier besserte sich in ca. 4 Wochen, wurde dann wieder schlimmer, bekam Ödeme am Bauche, Husten, tiefen Atem und starb rasch. Bei der Sektion fand sich die Milz 110 cm. lang, 58 cm. breit und 45 Pfund schwer, sie war knotig und ihr Inhalt war reines coaguliertes Blut. Ein Pferd, das stets mager war und plötzlich starb, beobachtete Keiper, er fand bei der Sektion 33 Pfund schwere Milz, diese geborsten und den Riss 9 Zoll lang. Dinter: Ein 26jähriges Pferd, seit 56 Tagen dämpfig, starb unvermutet, die Sektion ergab: Breiig erweichte Milz, 8l/2 Kilo schwer, Ruptur derselben, sonst alles gesund, #9632; Sonach haben wir a) Milzrupturen bei sonst gesunder Milz , infolge von Trauma: Sturz, Sprünge, Hufschläge, Hornstösse, rasche und anhaltende Bewegung nach überreichlicher Fütterung, auch ohne solche, während oder nach grösserer Anstrengung. Nach dem Trauma folgt die quot;Wirkung der Ruptur oder diese selbst in verschieden langer Zeit, an der Verletzung selbst trat in mehreren Eällen krampfhafte Zusammenziehung auf, später kommen die Erscheinungen der Verblutung und der Tod tritt durch diese ein oder er erfolgte schon früher durch Chok. b) Milzrupturen, die nach vorausgegangener Krankheit der Milz auftreten : bei einer Anzahl derselben sind die Erscheinungen der Milzerkrankung zugegen, aber in nicht wenigen Fällen ist diagnostiziert, class das Tier vorher vollkommen gesund und niemals krank war und dennoch fanden sich hochgradige Milzveränderungen, chronischer Tumor, wie er in dem Falle Haubner mit dem chronischen Erysipel in näherer Beziehung zu stehen scheint, oder Entartung der Milzgefässe, wie sie Siedamgrotzky in einem Falle nachwies. Die Prognose ist schlecht. Selbst in Fällen, in denen durch vorangegangene Symptome und nach Punktion der Bauchhöhle als blutendes Organ die Milz diagnostiziert werden könnte, wäre eine Therapie deshalb zu aussichtslos, weil die Blutung in die Milzkapsel ja so reichlich erfolgt sein kann, dass ein operativer Eingriff unter
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536nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Pankreaskrankheiten.
Narkose zu gefährlich ist. Dass aber unter günstigen Umständen, durch rasches, energisches, operatives Handeln mit Laparotomie und Milz-exstirpation mit sorgsamer Unterbindung nicht ab und zu ein Tier gerettet werden könnte, ist nicht gesagt.
Faukreaskrnnkheiteu.
Litteratun Sprengel, Geschichte d. Medizin. L e m o i g n e , Vereiterung d. Pankreas b. Pf. Mail. II Vet. 185'1. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1859, p. 19. Weissbach, Oirrhose d. Pankreas b. Pf. Ibd. 1878, p. 30.
Die Pankreas ist ein verhältnismässig kleines, nicht sehr bedeutendes Organ. Erkrankungen haben daher keine konstanten Erscheinungen. In der Menschenheilkunde ist gesagt, dass bei Erkrankungen der Pankreas ein häufiges, aber nicht konstantes Symptom die fettigenquot; Defäkationen seien. Es fehle bei ihnen Tyrosin, Leucin und Jadol, im Urin sei Maltose und es fehlen ferner im Kot die fettsauren Salze.
Die von Lemoigne angegebene Vereiterung der Pankreas beim Pferde glaubte schon Hering auf Lymphdrüsenveroiterung zurückführen zu müssen. Weissbach beschreibt einen Fall von Pankreascirrhose beim Pferde folgendermassen : Ein 4 jähriger Wallach erkrankte im Januar an ödematöser Anschwellung des Schlauches und Bauches. Dieselbe verlor sich innerhalb 8 Tagen. Nach einiger Zeit, trat nässender Ausschlag an den Beinen, später am ganzen Körper auf, zugleich heftiger Juckreiz über den ganzen Körper, das Tier scheuerte und biss, wo es nur möglich war, dabei war immer stärkere Abmagerung und endlich Ausfall sämtlicher Deckhaare. Die Kronen der Hufe wurden wund. Ganz allmählich trat Besserung von dem nicht parasitären Leiden ein, 9 Wochen nach der Erkrankung erfolgte die Heilung. Das Tier war munter, hatte Appetit, kein Fieber, die sichtbaren Schleimhäute waren aber blass, die Blutuntersucbung ergab zahlreiche weisse Blutzellen und endlich starb das Tier haarlos an Entkräftung. Die Sektion ergab, dass die Lymphdrüsen des Bauches und die Pankreas vergrössert und verhärtet waren.
Krankheiten des Mastdarmes.
Allgemeines.
Krankheiten des Mastdarmes sind bei sämtlichen Haustieren niciit selten. Zahlreiche Leiden, welche vielleicht durch längere Zeit medi-kamental behandelt wurden, haben hier ihren Sitz und sie wären vielleicht geheilt worden, wenn der behandelnde Tierarzt sich nicht gescheut hätte, hier sorgsam zu untersuchen. Vielfach genügt schon zur Unter-
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Krankheiten des Mastdarmes. {Allgemeines.)
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suchung, dass bei grösseren Tieren der Schweif zur Seite gehoben und der After besichtigt wird, wenn aber das Leiden in der Tiefe seinen Sitz hat, so ist die Betastung oder Besichtigung dortsclbst notwendig. Zur Untersuchung der Mastdarmschleimhaut wird bei grossen Haustieren mit der ganzen Hand eingegangen. Es muss zu diesem Zwecke der Arm bis zur Schulter entblösst und mit Borvaselin, Salicylsalbe oder Karbolöl eingefettet werden. Da in der Regel die hintere Partie des Mastdarmes mit Kotmassen angefüllt ist, so sind diese vor dem Eingehen zu entleeren. Glycerinklystiere sind hiezu sehr geeignet; in Einzelfällen genügt es schon, den After etwas zu kitzeln. Manchmal wird aber die Entleerung nicht erfolgen, weshalb nötig wird, den Mastdarm mit der Hand auszuräumen. Zum Eingehen mit der Hand wird dieselbe spitz gemacht, der Daumen zwischen Mittel- und ßingfinger angelegt und drückend und bohrend die Hand eingepresst. Kleine Tiere legt man auf einen Tisch. Oft sind die den After umgebenden Teile mit Kot besudelt, die Haare verklebt und das Ganze bietet einen ekelhaften Anblick, zu welchem noch ein höchst übler Geruch kommt. Hier muss der stark gereizte Ekel bezwungen werden. Durch Bespülen mit einer Lösung von übermangansaurem Kalium oder Creolin verschwindet der Geruch sofort; mittelst Worgbauschen und Irrigation wird anklebender Kot entfernt und die zusammengeklebten Haare werden mit der Schere abgeschnitten. Bei kleineren Tieren geht man nur mit dem wohl eingefetteten Pinger in die Tiefe. In Fällen, in denen durch diese Palpation eine sichere Diagnose nicht zu stellen ist, wird der After und Mastdarm durch ein S p e k u 1 u tn erweitert und durch dasselbe entweder bei Tageslicht oder bei künstlicher Beleuchtung die Besichtigung vorgenommen. Diese Spekula sind entweder röhrenförmig oder spangenförmig. Die in der Tierheilkunde gebräuchlichen sind denen in der Menschenheilkunde angewandten, für die Grössenverhältnisse der Tiere passend, nachkonstruiert. Für grosso Hunde, zum Teil auch für Pferde und Binder sind die für Menschen konstruierten zu gebrauchen.
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Angeborene Missbildung des Mastdarmes. Kloakenbildung.
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Atresia ani und
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Litteratun Mercer, Künstlicher After b. Schw. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 25. Wie de mann, Afterverschluss b. Fohl. Tztl. Zig. 1845, p. 20. Groth, Kunst!. Afterbildung bei Fohl. Dietrich's Zeitschr. f. Thk. 1845, Heft 2. Stuter, Atresie b. Kalbe. Gurlt U. Hertwig 1848, p. 121. Burmeistor, Verwachsung des Afters b. Ferkel. Ibd. 1855i p. 248. Ry ebner, Atresia ani b. R. Bujatrik 1851, p. 52, Waltrup,
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Angeborene Missbildung- des Mastdarmes. Atresia ani etc.
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Atresia ani b. Ferkel. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlach u. Leis. 1857, p. 105. G1 u t h m a n n , Atresia ani b. Lamm. Sachs. Jhb. 1857/58, p. 87. E i s e I e, Angeborener verschloss. After b. Kalb. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlach 185'J, p. 70. Suth, Cajori, Meer, Schlicht, Dasselbe, sowie b. Ferkeln U. Lamm. Ibd. Eosenbaum, Kloakenbildung bei der Stute. Gurlt u. Hertwig 1860, p. 222. Grimm, Atresia dos Mastdarmes b. Fohl. Sachs. Jhb. 18G2, ]gt;. 108. Suth, Fehlen d. Afters b. Fohl. Mitt. a. d. tztl. Pr. Hertwig 1805, p. 165. S p ä t h e , Fehlen d. Afters b. Kalbe. Ibd. Müller u. Roloff 1869, p. 170. Bräu er, Aftermangel. Sachs. Jhb. 1871, p. 141. Schubert, Verwachs, dos Afters b. Schw. Sachs. Jhb. K n e s e n e r, Fehlen des Afters b. Schw. Müller u. Rol. 1872, p. 170. Dinter, An-geborner Afterverschluss b. Schw. Sachs. Jhb. 1873, p. 87. Koch, Fehl, d. Afters bei 2 Ferkeln. Müller u. Rol. 1875, p. 181. II a r ling, After-verschl. Ibd. 1877/78, p. ÖL S c h üt z , Atresia ani. Ibd. 1877/78, p. 64. S c h 1 o 11 e r e r , Aftersporre. Imperforatio ani. Tztl. Mitt. Lydtin 1878, p. 92. Möbius, Künstl. After. Sachs. Jhb, 1879, p. 140. Lippold, Mastdarmverschl. h. Kalb. Ibd. 1880, p. 77. Hesse, Atresia ani b. Lamm. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1888, p. 52. F r i c k, Hypospadie n. Kloakenbild. b. Hde. Archiv 1885, p. 460. Es mar oh, Krankh. d. Mastd. u. Afters. 1887.
Die angeborene quot;Verschliessung oder Verwachsung ist bei folgenden Haussäugetieren: Pferd, Kind, Schaf, Schwein und Hund, am meisten beim Schwein, beobachtet worden. Dieser Bildungsfehler wird verständlich, wenn die embrionale Entwicklung in Betracht gezogen wird, Beim Fötus erhält das hinterste Darmende eine bedeutende Erweiterung, die Kloake
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(Schwanzdarm), in die anfangs auch die Ausgänge von den Wolff-sehen Körpern, der Mül-ler'sche Gang und später die Harnblase münden. An der Stelle, wo später der After entsteht, ist eine Einstülpung in Form einer Spalte, die sich immer mehr vertieft , dem Darmende entgegenwächst und mit
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ihm in Kommunikation
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Fif.', S2, Alastilarm mit Atterversohliessnng, Atresia ani.
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tritt. Erst nach dieser Vereinigung trennt sich die anfangs gemeinsame Öffnung in Darm, Harn- und Geschlechtsüffnungen. Wenn nun diese äussere Einstülpung ausbleibt oder ungenügend ist, so entsteht ein Mangel in der Bildung
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laquo;les Darmeudes und eventuell auch der übrigen Teile. Diese hier entstehenden Missbildungen werden folgendermassen unterschieden:
1)nbsp; Es fehlt die Afterbildung (Fig.82). Die Einsenkung, durch welche der After entstehen soll, ist nur angedeutet oder fehlt ganz. Der Mastdarm ist bis gegen das hintere Ende gebildet, er endet aber hier und es fehlt die Öffnung. Schlotterer hat diese Porin beim Kalbe beobachtet. An der Stelle, wo der After sitzen sollte, war eine dichte Behaarung und die Haut dunkler. Auch beim Schwein ist dieselbe mehrfach gesehen worden.
2)nbsp; Es fohlt der After und der Mastdarm vollständig (Fig. 83)1 Statt des Mastdarmes ist ein bindegewebiger Strang vorhanden und das Colon endet als blinder Sack. An Stelle des Afters kann die Haut glatt aufliegen oder es kommen sogar Erhebungen, AViilsto oder Leisten
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dortselbstvor. Lippold beobachtete an einem Kalbe eine derartige Form: An der Aftcr-stelle hing ein 3 cm. dicker und 78 cm. langer massiver Zapfen hervor. Der Darm reichte nur bis zur Beckenhöhle. Eyeliner beobachtete beim Kalbe, dass der Darm konisch zugestutzt war
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und in eine 21/2 Zoll
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lange bandähnliche
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Fif.'. 83. Verscliluys des Ma-tilarmcs. 1. Sackartige Kcwditorung
desselhen. 2. Ifhuleyewetisstreiicn au Stelle lies Mastdarmes.
:t. Harnblase.
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Masse überging.Späthe sah jedoch beim Kalbe eine magenähnliche Erweiterung des Mastdarmes bei fehlendem After.
3)nbsp; Es ist nur der Mastdarm verschlossen und die Afterbildung zugegen. In diesen Fällen gehen also zwei Blindsäcke einander entgegen. Die Brücke zwischen ihnen kann ein solider Binde-gewebsstrang sein oder es können der Mastdarm und After so nahe zusammen kommen, dass nur eine häutige Lage die Kommunikation verhindert. Fig. 84. Grimm hat bei einem Fohlen beobachtet, dass nur ein häutiges Gebilde den Verschluss herstellte und dass nach Durchstossung desselben sofort grosse Entleerung und Heilung eintrat. Es kann sogar eintreten, d.iss die fortschreitende Mastdarm- und Aftorbildung unter-
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Angeborene Missbildung dos Mastdarmes. Atresia ani etc.
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broclien wurde als bereits eine geringe Kommunikation eingetreten war, so dass man mit der Sonde oder einem Finger den Weg verfolgen konnte. Bei derartigen Fällen erfolgt entweder keine oder mehr oder minder mangelhafte Kotentleerung. Letztere Fälle werden in der Regel unter dem Titel Angeborene Strikturen des Mastdarmesquot; abgehandelt.
4) Verschluss des Afters mit abnormer Ausmündung des Mastdarmes. Kloakenbildung, Cloaca congenita. Der Mastdarm mündet in die Harnblase, die Scheide, die Harnröhre oder bildet einen besonderen Kanal neben der Harnröhre bis zur Eichel. Fig, 85. Rosenbaum beobachtete Kloakenbildung zwischen Mastdarm und
Scheide, trotzdem bei dem
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Tiere der After vorhanden war. Erst bei einer Geburt wurde der Kopf des Jungen durch die Öffnung in den Mastdarm gedrängt und kam zum After heraus. Eine Mastdarmscheidenfistel beim Fehlen des Afters beobachtete Kühner beim Schwein. Es konnte nur wenig Kot und unter grossemDrängen durch die Scheide entleert werden.
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Dasselbe ist beim Lamm
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Fig, st. Vciscliluss des Maatdarmes. Atresia rcHi.
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gesehen worden von Gluth-mann, Hesse u. A. Bei einem Vli Jahre alten Hunde hat Frick einen Fall mit Hypospadie und Kloakenbildung gesehen. Das Tier war fortwährend geschlechtlich erregt.
Klinisches Bild: Wenn vollkommener Verschluss vorhanden ist, so kann nach der Geburt eine Entleerung des Mekoniums nicht stattfinden. Es treten daher einige Zeit nach der Geburt die Zeichen der Kotverhaltung auf. Gasentwicklung, trommelartiges Auftreiben des Hinterleibes, Spannung der Bauchmuskeln, tympanitischcr Schall, Vorpressen des Zwerchfelles, Atemnot, Ächzen, Stöhnen, Verhinderung der Blutzirkulation, Anhäufung von Kohlensäure dortselbst, Krämpfe, Kollaps und Tod. Beim Pferde beobachtete Grimm grosse Traurigkeit und Meteorismus. Suth sah eine fluktuierende erhobene Geschwulst an der Afterstelle und grossartiges Drängen. Beim Rinde ist von
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Rychner noch Erbrechen beobachtet. Beim Schwein: Appetitmangel, grosser Schmerz, bei Mastdarmscheidenfistel mehr oder minder Kotabsatz durch die Scheide. Beim Lamm ist Ansammlung des Kotes in der Scheide beobachtet worden. Friok sah grosse geschlechtliche Erregung infolge der Kloakenbildung.
Die Zeit des Auftretens krankhafter Erscheinungen nach der Geburt ist verschieden, je nachdem vollständiger oder nur teilweiser Vcrschluss zugegen ist. Viel später treten krankhafte Erscheinungen auf, wenn auch nur die Darmgase durch eine enge Öffnung zu entweichen vermögen. Beim Fohlen ist bei vollstiindigom Verschlüsse erst 3 Wochen nach der Geburt tierärztliche Hilfe verlangt worden. Grimm.
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Beim Kalbe ist am 5. Tage Erbrechen gesehen von Eychncr.
nbsp; nbsp;Bei Eerkeln ist bei vollkommenem Vorschhisse der Eintritt krankhafter Erscheinungen ausserordentlich spät eingetreten.
nbsp;Harling beobachtete, dass erst 3 Wochen nach der Geburt das betroffene Tier aufhörte zu saugen und Trommelsucht bekam. Petzold hat ein 22 Tage altes Schweinchen, welches 8 Pfund wog, mit vollkommener Atresia
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Fig. 85. Maslcttmaveraohluss mit
Mttndung in die Scheide. (Klo-
akenbilduDg,)
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ani gesehen. Mercer ein 3 Wochen altes, welches seit 2 Tagen schlechter frass. Brauer hat sogar erst 9 Wochen nach der Geburt das Leiden entdeckt. Wenn Kloakenbildung besteht und möglich ist, dass der gesamte Kot, wenn auch
unter Mühe entleert wird, so können die Tiere dabei alt werden. __
Knesner sah bei einem 6 Wochen alten Ferkel Tod eintreten, weil nur sehr geringe Mengen Kot durch die Mastdarmschcidonfistel abgesetzt wurden. Ähnliches ist von Meer berichtet. Beobachtungen, wie sie in der Menschenheilkunde gemacht wurden, dass bei vollständiger Atresic der Darmkanal sich aus der Unterleibshöhle wieder durch die Brusthöhle hinauf wendete, neben dem Schlünde verlaufend, in der Mundhöhle mündete, so dass der Kot durch diese entleert werden konnte, fehlen in der Tierheilkunde.
Prognose: In leichten Fällen bei Atresia ani, in welchen der Mastdarm bis an die fehlende Aftermündung heranreicht, sogar die Haut hervorwölbt, ist die Prognose günstig. Bei toilweisem Fohlen des Mast-
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Angeljorene Missbildung des Mastdarmes. Atresia ani etc.
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dannes und Fehlen des Afters kann die Wiederherstellung möglich sein, bei vollständigem Mastdarmmangel ist die Prognose ungünstig. Wenn After und Rektum bis auf eine kleine Stelle vereinigt sind, so kann möglicherweise nach einfacher Durchbohrung der häutigen Membran schon geholfen sein, während in anderen Fällen, in denen längere, bindegowebige Zwischenlagen vorhanden sind, die Heilung schwer, bis unmöglich wird. Das gleiche gilt von den Strikturen und Kloakenbildungen. Es ist somit die Prognose, je nach dem vorliegenden Falle, günstig bis schlecht, weshalb die Diagnose jedesmal genau zu stellen ist.
Therapie: Ton Hertwig ist die Nelaton'sche Methode empfohlen worden; Bei Atresie ist die Haut mit einem Häkchen oder einer Pincette faltig hochzuheben und mit der Schere ein Stück herauszuschneiden, so dass ein kleines Loch in der Haut entsteht, sodann den Darm durch Kreuzschnitt zu eröffnen oder, falls er tiefer liegt, mit einem Troikart anzubohren und mittelst Klysmen und geölten Bougies den Kanal offen zu halten. Es ist meines Wissens bis jetzt in der Tierheilkunde noch nicht anders operiert worden. Vielfach erfolgte blos ein Einstich oder ein Kreuzstich oder Schnitt und die Sache wurde sich überlassen. Oft mit günstigem Erfolge, namentlich wenn nur ein dünnes Hüutchen den quot;Verschluss bildete, auch bei etwas dickerer Lage tritt, wenn gut operiert ist, vollständige Herstellung der normalen Verhältnisse ein. Es ist aber auch eine Anzahl von Fällen mitgeteilt von Schlotterer, Eisele, Lippold u, A., dass nach der Operation die Defäkation eine Zeitlang regelmässig war, dass nach einigen Wochen Verengung eintrat, die den Tod des betreffenden Tieres bedingte. Dies rührt allemal von mangelhafter Operation her, denn nur durch die Umsäumung der Wundränder der Haut mit Mastdarmschleimhaut wird die nachträgliche Verengung vermieden. Stuter hat schon 1848 geraten, wenn die Atresie sofort nach der Geburt entdeckt wird, nicht sogleich, sondern erst nach 1824 Stunden zu operieren, weil erst dann der Mastdarm angefüllt ist, was für die Operation bedeutungsvoll ist. Auch rät Stuter, die Tiere zur Operation vorn höher zu legen, damit die Darmanfüllung stärker eintritt. Die seither in der Tierheilkunde gebräuchliche Methode der Einschnitte oder Einbohrens, die Proktotomie, muss als ungenügend bezeichnet und die Lippennaht Proktoplastik empfohlen werden. Dieselbe ist von Dieffenbach erfunden und in der Neuzeit weiter ausgebildet. Das betreffende Tier wird niedergelegt und ohne Narkose fixiert, weil die Pressungen des Mastdarmes vorteilhaft sind. Man macht genau in der Mittellinie einen Längsschnitt und dringt mit vorsichtigen
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Künstlich gebildeter After.
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Messerzügon, die stets in derselben Richtung geführt werden, in die Tiefe, bis auf den Blindsack des Mastdarmes, den man blau hindurchschimmern sieht. Mit Hilfe eines Skalpelstieles oder einer Sonde sucht man das Zellgewebe rings um den Blindsack soweit zu lösen, dass letzterer in Ge
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stalt einer dunkelblauen Blase die klaffende Wunde erfüllt. Dieselbe wird zunächst in beiden Wundwinkeln mittelst feiner seidener Fäden fixiert und dann der Länge nach gespalten. Der Schnitt im Darme darf nicht so lang sein, als der Hautschnitt. Aus derDarmöffnung stürzt sofort der Darminhalt hervor und nachher wird der Darm durch
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Spritze oder Schlauch, schliesslich mit Bor od. Sublimatwasser gründlich ausgespült. Hier
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Fig. 8(i. Operation gegon Atresia aui.
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auf wird der angeheftete Darm mit Häkchen etwas hervorgezogen und die Ränder mit feinster Seide sehr sorgsam mit den Hautwundrändern genäht. Fig. 86 U. 87.
Viel schwieriger wird die Operation, wenn der After zugegen, aber
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der Mastdarm in der Tiefe blindsackförmig endet. Nur wenn ein dünnes Häutchen zugegen ist, das mit dem Finger oder leichtem Druck mit einem stumpfen Instrument durchbohrt werden kann, ist diese Methode statthaft. Mit einem Troikart oder Messer die Kommunikation herzustellen führt zu nichts, weil die Wunde -verunreinigt wird und eine Heilung mit dauernder Herstellung eines Kanales nicht erreicht
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wird. Es muss daher die hintere Schleimhautpartie
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exstirpiert, der Blindsack frei präpariert, hervor-
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S7. Operation Atresia anl.
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gezogen, angeheftet und dann erst eröffnet werden. Im übrigen besteht die Operation, wie schon angegeben ist, im Annähen des Darmes an die Darmwunde.
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Künstlich gebildeter After.
L i 11 c r a t u r ; Tierarzneischule Lyon. Kotfistel b. Maultier. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 14. Grote, Kotfistol b. ein. Kuh. Ibd. 1842/43, p. 14. 15 e tinger, Anus präternaturalis. Tztl. Ztg. 184C, p. 80. Mö-bius. Künstlicher After bei Pf. Siichs. Jhb. 1879, p. 140. Taccoen, Wideinatürl. After bei d. Kuh. Annal. de raed, vet. 18S2, Mai. Spontane Bildung eines künstlichen Afters. Centlbl. f. Chir. 1886, p. 31. Du ret, Anlegung eines künstlichen Afters. Ilaser, Geschichte II, p. C94.
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544nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Entzündung des Mastdarmes, Proctitis.
In der Menschenheilkuncle erfolgt in solchen Fällen, in welchen die Anlegung eines künstlichen Afters an der naturgemässen laquo;Stelle des Darmes nicht erfolgen kann, dieselbe an der Bauchwand. Es wird das Colon in eine Bauchwundo gezogen, dort angenäht und nachdem es verwachsen ist oder wenn Gefahr ist auch schon früher, mit den Wundrändern vernäht und geöffnet. In der Tierheilkunde ist die Bildung eines künstlichen Afters an der Bauchwand, zum Zwecke der Erhaltung des Lebens eines Tieres, meines Wissens noch nicht ausgeführt worden. Was derartiges vorlag, war Bildung auf spontanem Wege, also Kotfistel, welche allerdings in nicht seltenen Fällen durch längere Zeit bestanden und Heilung des Patienten ermöglicht hatte. Es sind Fälle beim Pferde, Maultier und Rinde beobachtet. Bei wertvollen jungen Tieren dürfte sich in bestimmten Einzelfällen die Bildung eines künstlichen Afters an der Bauchhöhle zum Versuch empfehlen.
EutziiiKlmig des Mastdarmes, Proctitis.
Man unterscheidet: akute und chronische, primäre und sekundäre, umschriebene und diffuse Mastdarmentzündung. Je nach der Ursache entstehen diese verschiedenen Prozesse. Verletzungen, Fremdkörper, werden meistens umschriebene akut verlaufende Entzündungen erzeugen, während die diffusen, primären, durch heftige Reize, etwa zu heisse oder scharfe Klystiere, die sekundären aber infolge von Krankheitspro-dukten, Ruhr, Kotstrang und dergleichen entstehen.
Klinisches Bild: Unbehagen, Unruhe, verminderter Appetit, Verstopfung oder Diarrhöe, Afterzwang, Tenesmus, Hervordrängung einer roten Mastdarmwulst, die jedocii nach dem Pressen wieder zurückweicht und ndt der beim Pferde nach der Defalcation sich bildenden sogenannten Rosequot; Ähnlichkeit hat = Ectropium recti. Der After ist meistens fest krampfhaft verschlossen und Berührung desselben, oder Eingehen mit dem Finger oder der Hand ist schmerzhaft. Wird ein Spekulum eingeführt, so findet man durch dasselbe die Mastdarmschleimhaut hochgerötet, bräunlich, etwas geschwollen, in Einzelfällen sind faserstoffige Massen anklebend, oder es können kleine Substanzverluste dort auftreten. In späteren Stadien kann es zu Blutungen oder stark katarrhalischer eiterähnlicher Sekretion kommen, welches Produkt in mehr oder weniger reichlichen Mengen mit den Kotmassen oder allein ausgeschieden wird. Fieber tritt erst in höhergradigen Fällen auf.
Prognose: In der Regel ist dieselbegünstig. Nur in Fällen in
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Entzündung d. Umgeb. d. Mastdarmes, Poriproctitis. Abscesse etc. 545
denen sehr heftige Zerstörungen vorliegen, namentlich Perforationen eintraten, ist dieselbe ungünstiger.
Therapie: Entfernung von Schädlichkeiten, zu denen unter Umständen auch Schmarotzer gehören, welche mittelst Seifenklystieren oder Irrigationen (0,5(Voer Lösung) zur Auswanderung veranlasst werden. Ruhe, quot;Wärme dos Bauches, schleimige Mittel, Abführmittel unterstützen die lokale Behandlung, welche in Einspritzungen von leichten Zinkvitriollösungen (0,5l0/oig), Alaun 13'Voig besteht. In hartnäckigen Fällen wirken reizende Stuhlzäpfchen, Suppositorien (die ähnlich den Pfefferpillen bei Händlerpferden eingeschoben werden) ganz gut.
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Entzündung der Umgebung des Mastdarmes, Periproctitis. Abscesse im Mastdarm.
Littcratur: Horsburg, Abscess i. Mastdarm b. Pf. Ber. üb. Leist. i. Geb d. Thk. 1842, p. 12. Sohaak, Abscess im Mastdarm bei Pf. Journ. de Med. vet. 1845, p. 569. Ibd. 1840, p. 62. Rouggli, Abscess im Mast darm b. Pf, Ibd. II i o r h o 1 z e r , Wasserblase im Mastdarm b. Pf. Tzt! Ztg. 18(6, p. 126. Seh mid. Abscess i. Mastdarm b. Pf. Dietrich's Zeit sehr. f. ges. Thk. XIII, p. 150. Nonggli, Abscess in der Lendengegend mit Entleerung in den Mastdarm b. Pf. Schweiz. Arch. f. Thk. 1846, II. 2. Schmidt, Mastdarmabscess b. Pferd. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1857, p. 141. Krüger, Mastdarmabscess b. Pf. Ibd. 1857, p. 125. Sturm, Mastdarmabscess b. Pf. Ibd. 1859, p. 108. W i 1 k e , Mastdarmiibscoss b. Pf. Ibd. 1868, p. 144. Roloff, Abscess in der Muskolliaut des Mastdarmes. Ibd. Müller u. Roloff 1371, p. 174. Siedamgrotzky, Cyste im Mastdarm b. Pf. Sachs. Jhb. 1879, p. 8G.
Diese Krankheit scheint hauptsächlich beim Pferdegeschlocht vorzukommen. Es entstehen Abscesse in der Mastdarmwand von ganz beträchtlicher Grosse. Roloff konnte einen solchen zwischen der Muskularis des Mastdarmes in der Richtung des Uterus feststellen. Die Ursache des Leidens ist ganz unbekannt.
Klinisches Bild: Kolikerscheinungon, besonders wenn Kot entleert werden soll, Hin- und Ilertrippeln, Verstopfung, Appetitlosigkeit, Aufblähen, Drängen, Schinerz bei Druck auf die Lendengegend, gespannter steifer Gang. Beim Eingehen mit der Hand iiussern die Tiere lebhaften Schmerz. Ziemlich in der Tiefe findet sich eine fluktuierende Geschwulst, welche den Mastdarm einengt. Krüger fand dieselbe faust-gross, Schmidt konnte sie kaum mit 2 Händen decken, Siedamgrotzky fand die Geschwulst faustgross und prall angefüllt.
Prognose: Vorsichtig. In 2 von 10 Fällen trat der Tod ein.
Therapie: In mehreren Fällen ist es gelungen, bei der Unter-
Hoffmann, Tierärztlidie Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;85
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546nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Strikturen dos Mastdarmes.
suchung mit dem Finger zu perforieren, in den anderen Fällen wurde mit einem Messer oder dicken Troikart die Geschwulst angestochen und nachher durch Ausspülungen gereinigt. Auch Jodtinktur ist durch die Kanüle eingespritzt worden. Es sind entleert worden: Grosse Mengen Eiterquot; lt; 2 Mass Eiterquot; viel Eiterquot; ca. 2 Pfund gelbliche, reine, geschmacklose Flüssigkeitquot;, die Cyste füllte sich in diesem Falle in ca. 4 AVochen wieder, wurde abermals entleert, ohne sich wieder zu füllen. Iliorholzer. Auch Horshurg mussto einen dort entleerten Ahscoss nach lü Tagen abermals entleeren, dann erfolgte Heilung, (Vgl. Mastdarmabscess.)
Strikturen des Mastdarmes.
Litte ratur: Gurlt, Striktur d. Mastdarmes b. Fohl. Gurlt u. ITertw. 1801, p. 449. Meyer, Striktur d. Mastdarm, b. Pf. Ibd. 1851, p. 88. Mcltz-bach, Mastdarrasfriktur b. Ileng-st. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlach u. Leis. 1857, p. 141. Hon is eh, Striktur d. Mastdarm, b. Pf. Ibd. 1858, p. 172. Johne, Striktur dos Mastdarmes b. Schweinen. Sachs. Jhb. 1877, p. 71. K ö p k e, Strangulation d. Mastdarm, b. Pf. Roloff u. Schütz 1881, p. 58. Johne, Striktur des Mastdarmes lgt;. R, Sachs. Jhb. 1881, p. 60.
Man vorsteht unter Strikturen des Mastdarmes nur solche Verengungen, welche durch Veränderung der Mastdarmwand selbst bedingt sind, somit a) solche, die durch entzündliche Schwellung derselben entstanden, oder b) solche, welche durch Karbenhildung und Schriunpfung dortsolbst erzeugt wurden. Erstere entstehen durch ent-ziindlioho Prozesse, welche hauptsächlich mit Suhstanzverlust an der Schloimhaut verlaufen, oder durch Operationen am Mastdarme selbst, oder in dessen Umgebung, zum Beispiel, der Kastration von Stuten oder Kühen von der Scheide aus.
Kasuistik : Gurlt beobachtete bei einem Fohlen eine wahrscheinlich angeborene Mastdarmstriktur, bei welcher das Lumen des Mastdarmes so verengt war, dass man kaum mit einer Gänsefeder hindurch konnte. Meyer sah bei einem 3 jährigen Flerdc im Mastdarme, zwei Fuss vor dem After, eine solche Verengung, dass dieselbe kaum noch mit 2 Fingern passierbar war. Meltzbach beschreibt eine Mastdarmstriktur bei einem Hengst, welcher seit einigen Wochen nur mit grosser Anstrengung Kot absetzen konnte und jedesmal stille stand, wenn dies während des Gehens geschah. Allmählich traten kleine Koliken auf und schliesslich vollständige Obstruktion. Das Tier starb und bei der Sektion fand sich das Bcckcnstück des Mastdarmes sehr verengt, die Schleimhaut bedeutend geschwollen, die Muskularis auf 3 Zoll Dicke
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Strikturen des Mastdarmes.
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hypertrophisch, hlassgelb, narbig kontrahiert, fast knorplich. Ein ähnliches Präparat habe ich von Möltor am Schlachthofe in München von einem Pferde erhalten. Hönisch teilt mit, dass er bei einem Pferde, welches nur unter grosser Anstrengung harte, kleine Kotballen entleeren konnte, und kein Futter, aber viel Wasser aufnahm, Tod unter Kolikerschcimingen beobachtete. Bei der Sektion wurde festgestellt: Die Häute des Mastdarmes sind auf eine Strecke von etwa 40 cm. bedeutend verdickt und der Durchgang so verengt, dass nur wallnuas-grosso Ballen hindurchkonnten. Köpke beobachtete bei einem Pferde, das wiederholt Ivolikerscheinungen gezeigt hatte und starb, bei der Sektion desselben, Umschnürung dos Mastdarmes durch den Stiel einer Cyste, welche vom Eierstocke ausging und Entartung der Maatdarmwand bedingte. Ich habe Mastdarmstriktur bei einer Stute nach der Kastration und infolge dieser gesehen. Das Tier starb am 19, Tage nach der Operation. Die Entzündung der Mastdarmwand war erzeugt durch einen Abscess, der sich zwischen Mastdarm und Scheidongewölbe gebildet hatte. Johne hat einen Fall beim Rinde gesehen. Das Tier hatte seit 6 Wochen Kolikschmerzen und entleerte Kot von nur Bleistiftdicke. Es wurde geschlachtet. Bei der Sektion fand man 50 cm. vor dem After eine Ringnarbe von 2 cm. Dicke und 30 cm. Länge. Das Lumen Wcir so verengt, dass man nur noch mit einem Bleistifte hindurchkonnto. Beim Schwein hat ebenfalls Johne Mastdarmstriktur und zwar nach einer Mastdarmvorfalloperation vollständigen Verschluss beobachtet.
Klinisches Bild: Am häufigsten scheint das Pferd betroffen zu werden. Die Strikturen sind angeboren oder sie entstehen später aus bekannten oder unbekannten Ursachen. Die Länge und der Sitz der Strikturen sind wechselnd. Die anatomischen Veränderungen können sein: a) Angeborene: Faltenbildungen der Schleimhaut mit oder ohne Hypertrophie der Muskularis. b) Erworbene; Entartung der Mastdarmwand durch Neubildung, Hypertrophie der Muskularis, spasmotische Strikturen des Bindegewebes und Narbenkontraktion. Das Haupt-symptom ist die Kotverhaltung oder Entleerung von kleinen, harten Ballen oder bandartigen Massen, die viel dünner sind, als die normalen Entleerungen, dazu kommon Kolikerscheinungen. Die Untersuchung dos Mastdarmes mit dem Finger bei kleinen Tieren, mit der Hand bei grösseren, giebt sichere Anhaltspunkte. Nach Bell wird eine kleine, auf einer biegsamen Sonde sitzende Kugel eingeführt, gelingt es mit dieser die Striktur zu passieren, so hat man plötzlich das Gefühl eines überwundenen Widerstandes und beim Rückwärtsziehen ist wieder der
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548nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mastdarmfisteln.
gleiche Widerstand zu überwinden. Wenn die Striktur weit hinten sitzt,, ist dieselbe nach Erweiterung mit dem Spekulum deutlicher zu erkennen.
Prognose: Ungünstig bis schlecht. Es ist mir kein Fall in der Tierheilkunde bekannt, dass eine Mastdarmstriktur erfolgreich behandelt worden wäre. Auch in der Menschenheilkunde handelt es sich nur um Besserung.
Therapie: Allmähliche Erweiterung des Mastdarmes mittelst elastischer Bougies. Mit ganz massiger, rasch vorübergehender, nicht zu häufig angewandter Dehnung alle 24 Tage wird am meisten erreicht. Überdelmungen schaden. Es ist auch versucht worden in die Strikturen einzuschneiden. Wegen der grossen Gefahr die Mast-darmwfind durchzuschneiden und dadurch Kotinfiltration in der Umgebung und Septhämie zu erzeugen, ist dies nicht zu empfehlen. Mittelst galvanischer Schlinge durchzubrennen scheint weniger gefährlich. Gewaltsame Erweiterung des Mastdarmes mittelst besonderer Instrumente hält Esmarch nicht für zulässig. Wisemann, Dieflfenbach u. A. haben nur die oberflächlichen Stellen der Striktur eingekerbt, d. h. mit einem Bistourie, oder besonderen Instrumente, die Palten der Schleimhaut durchschnitten. Nachher sollen Jodoformsalben eingestrichen werden, die mittelst spritzenähnlicher Instrumente eingedrückt werden.
Mastdarmfisteln.
Litteratur: Munkel, Kotfistol a. d. unt. Schwanzfläoho b. Ochs. Gurlt u. Hertw. 1850, p. 04. Toul. Klinik, Mastdarmfistel b. Pf, Toul. 1858, p. 217. Ber. üb. Loist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 55. Lange, Mastdarmfisteln. Cbl. f. Cbir. 1887, p. 73. Grcl'frath, Operation d. Mastdarmfistcl. D. Zeit-BOhr. f. Chir. 1887, p. 18.
llöhrenförmige, eiternde Kanäle neben dem Mastdarme heissen Mastdarmfisteln. Es sind davon abzutrennen, weil in besonderen Abschnitten behandelt: a) die Vereiterungen der Analdrüsen bei Hunden und b) die Mastdarmabscesse, Periproctitis. Wenn die Pisteln neben dem Mastdärme sind und nicht mit demselben kommunizieren, so heissen sie unvollständige, andernfalls vollständige. Pig. 88, 89, 90.
Aetiologie: An der Toul. Klinik wurde bei einem Pferde dadurch eine Mastdarinfistel erzeugt gefunden, dass Kinder dem Pferde Holzstiicke in den After geschoben hatten. Beim Ochsen sah Munkel eine Mastdarinfistel, dadurch entstanden, dass ein anderer Ochse mit seinem Horn in den After des Patienten eindrang und von innen nach aussen und oben hindurchstiess.
Klinisches Bild: Schmerz, Verstopfung, eventuell Fieber. Bei
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Mastdarmfisteln.
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vollkommenen Fisteln manchmal Entleerung von Kot durch den Fistelkanal. Abfluss von Eiter oder Eiterverhaltung, Abscessbildung in der Umgebung des Afters.
Prognose: Ziemlich günstig.
Therapie: Es sind sehr verschiedene Methoden zur Heilung vorhanden :
1)nbsp; nbsp;Herbeiführung von Yerüdung oder Verwachsung der Fistel-giinge, ohne Spaltung derselben, durch a) Kauterisation, b) Kompression, c) Injektion von ätzenden Substanzen oder Einschieben von Atzstiften.
2)nbsp; Durch Trennung der Wand zwischen der Fistel und dem Mastdärme, durch a) Einschneiden = Incission, b) durch Hindurchziehen
M a s td u rm f i s t c 1 n.
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Fig. 88. UnvolUtandige üusserc, nach innen blinde, Fistel.
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Fig. 89. Unvollständige innere, nach ausaen blinde, Fistel.
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ÜO. Feilte oder komplottQ Masfdarmiistel.
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eines Fadens = Ligatur, c) durch Hindurchziehen der Ecraseurkcttc und Abquetschen des Zwischenteiles mittelst Ecrascur, d) durch Hindurchziehen der galvanischen Schlinge und Durchbrennen mit dem Thermokauter Galvanokaustik. Figuren 91, 92 u. 93.
Schon Hippokrates heilte die Mastdnrmfisteln dadurch, dass er durch eine Sonde einen Faden zur Fistel hinein- und zum Mastdärme herauszog, diesen dann zusammenschnürte, um so durch Ligatur zu heilen. Die Inder vorwendeten durch ein doppelt gefenstertes Spckulum den Schnitt oder Ätzmittel. Die Araber machten den Schnitt nur dann, wenn die Fistel mit dem Darmrohre in Verbindung stand. Galen hat die von Hippokrates empfohlene Methode verworfen und die Exstirpation der ganzen Fistel empfohlen. Allmählich ist man dahin gekommen, die Fistel nur für heilbar zu halten, wenn alles Krankhafte entfernt würde. Hiedurcb hatte man in vorantiseptischer Zeit zahlreiche Misserfolge und
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Mastdarmfisteln.
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so kam es, dass im 17. Jahrhundert die Heilung der Mastdarmfisteln für eine äusserst schwierige Sache und die Operation dagegen für höchst gefährlich galt. 1687 wurde ein besonderes Sondenmesser von Felix für die Mastdarmfistoloperation konstruiert.
Im vorigen Jahrhundert lernte man erst kennen, dass eine einfache Incission in die Fistel genüge, um Heilung zu erzeugen, dass
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Fig. 91 Ltgatm iler Mast-darmlistel.
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Fig. 'J2. Durchschneidung dor Wastdarmfistel mit dem Messer.
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somit die kallösen Ränder nicht entfernt werden müssten. Angewandte Kompressen sind auch in der Menschenhcilkunde ohne Erfolg und in der Tierheilkunde nicht zu verwerten. Injektion von
ätzenden Stoffen in die Fistel, namentlich Jodtinktur, hat in der Regel keinen günstigen Erfolg und ist durchaus nicht zu empfehlen. Die einfachste und rascheste Methode ist die Spaltung, und ich rate, die bei der Analdrüsenentzündung angeführte Methode zu verwenden. Es ist allerdings anzuführen, dass diese Art nur ratsam ist, wenn man die Öffnung von
l-'ig. 03. Anlegen einer Ligatur durch die Fistel {[er Fistel Zlim Mastdarm Verfolgen mittelst Zinnsondc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;T,,. , ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;n laquo; i. i #9632;
kann. Für aurchaus vertehlt ist es aber anzusehen, einen frischen Kanal zu bohren, denn durch die alte, oft feine innere Fistelöffnurig erfolgt weiterer Eintritt von Fäkal-stoffen und ein Erfolg ist dadurch ausgeschlossen. Esmarch rät daher,.
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Mastdarmvorfall, Prolapsus recti et ani.
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ganz weiche Zinnsonden einzuführen.- Gelingt es auch mit diesen nicht, die innere Öffnung zu finden, so wird ein Spekulum in den Mastdarm eingeschoben und in die Fistel Milch eingespritzt. Wenn eine Öffnung vorhanden ist, so kann dadurch ein feiner Strahl in dem Mastdarmlumen beobachtet werden. Ist die innere Öffnung gefunden und der Knopf der Zinnsondo hindurchgoschoben, so wird das vordere Ende der Sonde im Mastdarm umgebogen zum Mastdarm herausgeführt, die Sonde möglichst gerade gestreckt und die Brücke mit dem Knopfbistourie hindurchgeschnitten, Fig. 92. Besondere Instrumente sind hiezu nicht nötig. Sind mehrere Fisteln vorhanden, so müssen sämtliche aufgeschnitten werden. Die dadurch entstehenden spitzen Hautlappen werden mit der Schere entfernt. #9632; Bayer hat die Ligatur mit elastischer Schlinge empfohlen. Die beiden Enden dos Kautschukfadens werden zweckmässig durch einen Zinnring gezogen und dieser mit einer Zange znsammengequetscht. Dieselbe kann, wenn Blutverlust zu fürchten ist, angewandt werden. Die Heilungen erfolgen jedoch auf Ligaturen langsamer wie auf Spaltung. Von grösserer Beliebtheit ist die galvanische Schlinge geworden. Mit schwach erhitztem Drahte wird so lange hin-und hergezogen, bis durchgeschnitten ist.
Die Heilung erfolgt unter gewöhnlichen VorsichtHiiiassrogeln in der Regel ziemlich rasch. Nur in solchen Fällen, in denen der After mehrmals und schräg durchschnitten wurde, kann es dortselbst zur Lähmung und unwillkürlichem Abgange von Kot kommen.
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Mastdarinvorfall, Prolapsus recti et ani.
Litteraturs Volk, Mastdarmvorfall b. Sohw. Magaz. XI, p, 3. Ccntralarch. d. gcs. Vot.-Wiss. IS-lö, p. 364. Elouet, Vorfall d. Roclum b. Pf. Bcr. üb. Leist. i. Gab. d. Thk. 1841, p. 81. Hon dort, Mastdarmvorfall bei einer Stute. Ibd. 1842/43, p. 79. S ebne! der, Mastdarmvorfall b. Sebw. Ibd. 1842/43, p, 18. Bolk, Mastdarmvorfall b. Schw. Magaz, Gurlt u. Hertwig 1845, p. 329. Voll mar, Mastdarmvorf. b. Pf. Tztl. Ztg, 1846, p, 48. Maurer, Mastdarmvorfall b. Schw. Schweiz. Arch. 1847, p, 228. Frey, Prolapsus ani b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1849, p, 320. Haubner, Mastdarmvorfälle b. Schw. Ibd. 1848, p. 241. Collins, AftcrvoiT. b. Pf. Tbc Vet. 1848, p. 330. Haubner, Mastdarmvorfall. Der. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1849, p. 62. in i g g e n s t o r f e r, Mastdarmvorfall b. Schw. Gurlt u. Hertwig 1850, p. 68. Jacob, Mastdarmvorfall b. Fohl. Kec. do Med. vet. 1850, p. 196. De Block, Mastdarmvorf. b. Schw. Hell. 1852. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1852, p. 63. 0 w 1 e s, Aftervorfall b. Pf. The Vet. 1856, p. 80. Bruhm, Aftervorfall b. Pf. Ibd. 1856, p. 80. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 185G, p. 55. Erler, Mastdarmvorfall beim Hunde. Sachs. Jhb. 1857/53, p. 49. Walrarens, Vorfall der Scheide und des
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Mastdarmvorfall, Prolapsus recti et ani.
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Mastdarmes. Belfr. 1857, p. 134. Deigormann, Mastdarmvorfall b. Pf. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1857, p. 54. II a u b n o r, Mastdarmvorfall b. Hunden. Säclis. Jhb. 1858/59, p. 46. Udor, Mastdarmvorfall b. Scliw. Ibd. 1859/60, p. 93. Voll mar, Mastdarmvorfall bei Pf. Tztl. Ztg. III, p. 12. Eroolani, Mastdarmvorf. Ital. 1860, p. 5. Gerhardt, Mastdarmvorfall b. Hunde. Belg. 1860, p. 42. G 1 u t h m a n n, Mastdarmvorf. b. Pf. Sachs. Jhb. 1862, p. 107. Fabricius, Mastdar nvorfall b. Schw. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Hol. I86G, p. 164. Voi^tländer, Mastdarmvorfall beim Biesenhirscli. Sachs. Jhb. 1868, p. 60. Ackermann, Mastdarmvorf. b. Pf. Ibd. 1869, p. 81. Jossen, Mastdarmvorfall b. Pf. Ibd. 1871, p. 125. Dresdn. Klinik, Mastdarmvorfall b, d. Katze. Ibd. 1872, p. 67. Paulicki, Mastdarmvorfall beim Ilundepavian. Gurlt u. Hertw. 1872^3.67. Morten, Mastdarmvorf. b.Küh. Ibd. 1872, p. 382. Fünf-stück, Mastdarmvorfall b. Schw. Sachs. Jhb. 1873, p. 87. Groll, Mastdarmvorfall b. Schw. Müller n. Rol. 1874, p. 145. Del ens, Mastdarmvorfall. Lydtin. Kec. do Mod. vet., C.Serie, 7. Bd., Nr. 19. C oll mann, Mastdarmvorfall b. Fork. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Rol. 1882, p. 60. Gückol, Prolapsus recti b. Pf. Ibd. 1883, p. 52. Koch, Dasselbe. Ibd. 1883, p. 52. Bö ekel, Mastdarmvorfall. Centralbl. f. Chir. 1885, p. 744. Kühne, Reposition eines Prolapsus recti b. M. Woohenschr. med. Wiss. 1887, Heft 4. Mikulicz, Mastdarmvorfall. D. Med. Ztg. 1888, p. 32.
Eine Hervorstiilpung dos Mastdarmes durch den After heisst Mast-darmvorfall. Es ist bei der Bourteilunlaquo; die Anatomie der betreffenden
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l-'ig. Od. Mastdarmvorfall. Per Dann iKt aufgesohnltten, um lt;lic Um- und Ausstülpung su-htbai- zu inachen (halbscliematisch).
Teile stets zu berücksichtigen. Die Schleimhaut des Mastdarmes ist unmittelbar vor dem After mit der Muskularis nicht sehr innig verbunden, es ist eine Schichte submuköses Bindegewebe vorhanden. Wenn nun diese Schleimhautpartie durch den After horvorgedrängt wird, so bildet diese sogenannte Ektropionierung den ersten, leichtesten Grad des Mastdarmvorfalles. Der zweite höhere Grad besteht darin, dass
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Mastdarmvorfall, Prolapsus rcoti et ani.
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der Mastdarm in toto vorfällt, sich am After derart umstülpt, class die Schleimhaut nach aussen kommt und Serosa an Serosa liegt.
Der dritte Grad ist der Vorfall eines invaginierten Dickdarinstückes in den Mastdarm durch den Anus. Diese Krankheit findet sich bei sämtlichen Haustieren, am häufigsten beim Pferde, Schwein und Hund, seltener bei der Katze; bei Ziegen und Schafen ist mir Mastdarravorfall nicht bekannt geworden, dagegen bei einigen in zoologischen Gärten gehaltenen Tieren: einem lliescnhirsch und Himdepavian.
Aetiologie: Die häufigste Ursache ist ein sehr heftiges anhaltendes Drängen, wie dies infolge von Mastdarmerkrankungon eintritt.
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Es ist jedoch für die Bildung eines Mastdarmvorfalles zudem noch nötig, dass das den Mastdarm in seiner Lage erhaltende Bindegewebe erschlafft und wenig widerstandsfähig ist; deshalb leiden hauptsächlich junge Tiere u. solche, die durch Krankhcitsprozcsse mager und schwach geworden sind, daran.
Klinisches Bild: Der Anfang besteht bei sämtlichen Tieren meist darin, dass sich von Zeit zu Zeit, besonders bei und nach der Dofäkation, eine Schleimhautfalte hervorstülpt, die eine kreisförmige, rundliche Wulst um den After bildet, aber in der Hegel von selbst wieder zurückgeht. Da die entzündlichen Reize dadurch gesteigert
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werden, schwillt die Schleimbaut etwas
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!);'). Maatdarmvorfall mit gofalietor tosottartlgev Hoivordrtingung.
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an, sie wird allmählich hochgerötet, es treten immer grössero Partien des Darmes hervor und so entstehen mehrfache Lagen, \volche gewiasormassen eine Rosette um den After bilden, in dessen Mitte eine vertiefte Öffnung in den Mastdarm führt. Fig. 95. Das Ganze ist sehr schmerzhaft und geht von selbst nicht nichr zurück. Erst wenn die Schleimhaut wieder abgesclnvollen und durch den andauernden Druck der After sehr weit geworden ist, geht die Keposition leicht, jedoch tritt der Vorfall auch wieder ebenso leicht zu Tage. Es kann somit ein akutes, schmerzhaftes, entzündliches Stadium und ein chronisches, weniger entzündliches und geringer schmerzhaftes unterschieden werden. Allerdings ist zu bemerken, dass das chronische jederzeit akut, schmerzhaft und entzündlich worden kann. Wenn der vor-
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Mastdarmvorfall, Prolapsus reoti et ani.
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gefallene Teil lungere Zeit aus dem Mastdärme hervorhängt, so entsteht in ihm ödomatöso Ansohwellung und Anstauung des Vcnenblutos, er wird missfarbig, und die Obertiiicho wird durch den Schweif, durch Eeibon und Drücken, Wälzen im Stroh etc. verletzt und bald geschwürig.
Beim Pferde: Ackermann beschreibt, dass bei einem Wallachen, ohne besondere Ursache, ein zweifaustgrosser Vorfall entstand: das Tier wurde sehr unruhig, prcsste, suchte sich an der Wand zu reiben, zorriss die Schleimhaut und quetschte dieselbe. Absetzen von Kot war unmöglich. Gluthmann beobachtete bei einem 4jährigen Pferde, ebenfalls ohne besondere Ursache, einen kindskoyifgrossen, hochrot
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goschwürigon .Mastdarmvorfall. Fig.96. Gückel sah bei einem 3jährigen Pferde einen bis zur Scheide herabroiehenden Mastdarmvorfall. Frey beobachtete einen solchen, der seit '/s Jahre bestand. Derselbe wurde akut, weil Verstopfung eintrat. Die obere Wand trat jetzt in Grosse einer Männerfaust hervor, war kirschrot, fest, knotig geschwollen, so dass die Verengung so bedeutend wurde, dass man kaum mit 2 Fingern in den Mastdarm gelangen konnte. Hondert beobachtete einen kopfgrossen Mastdarmvorfall heim Pferde, derselbe war 1 Fuss breit, S'/a Zoll dick, hatte eine kugelartige Eildung, war oben und zur Seite rot und unten blass. In der Mitte
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stdarmvotiaJl mit kugelartlgoc
Schwellung.
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war eine 6 Zoll breite dunkle Stelle,
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aus der eine Flüssigkeit ausschwitzte. Fig. 96. Bei einem sehr mageren Pferde beobachtete Bruhm, dass der Darm 21/iä Ellen lang herabhing. Deigermann teilt mit, dass ein Pferd schon seit G Wochen einen Mastdarmvorfall besass, der über 2 Fuss lang hervorhing. Fig. 97.
Über das Rind bin ich hier nicht in der Lage, solch eingehende Mitteilungen anzuführen.
Beim Schwein beobachtete Fünfstück, dass innerhalb 12 Tagen bei 6 Stück 3^4 Monate alten Schweinchen, und zwar nur bei den weiblichen, infolge Hochkletterns mit dem Vorderteil am Stallgitter Mastdarmvorfall auftrat. Collmann sah, dass sich bei einem Ferkel seit acht Wochen regelmässig ein Mastdarmvorfall von der Grosse eines Hühnereies einstellte, der schlicsslich verdickt wurde und nicht mehr
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Mastdarmvorfall, Prolapsus recti et ani.
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von selbst zurückging, sondern Kotverhaltung und die Ersclicinungen der Obstruktion erzeugte. Schneider beschreibt, dass ein 4 Zoll langes Stück vorfiel. Volk sah bei einem 3/'4 Jahre alten Schwein einen Mastdarmvorfall 3/4 Ellen heraushängen, derselbe war zum Teil brandig geworden. Ahnliches berichtet 'Hliggenstorfer.
Beim Ilundo sind Mastdarmvorfälle in sehr verschiedener Grössö beobachtet: Hcrtwig beschreibt sie als cylindrischo Geschwülste, 3 bis 4 Zoll lang. Ich habe solche zahlreich gesehen, und zwar akute, entzündliche, rosottförmigo Ilcrvordriingungon und chronische, zum Toi! gangränös absterbende, lange, cylindrischo Vorfälle.
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Fig. U7. Maytdarmvorfiill mit Köln- auegedohntoc Inolnandorolnecblebung.
Über Vorfall bei der Katze ist von der Dresdener Klinik Mitteilung gemacht. Ich habe bei diesen Tieren ebenfalls schon einige Mastdarinvorfälle beobachtet. Beim Riesenhirsch, Corvus canadonsia, 3U Jahr alt, hat Voigtländer einen Mastdarmvorfall gesehen, dass sich eine Zeitlang eine Schleimhautfalto hervordrängte, die allmählich etwas grosser wurde und plötzlich 28 cm. lang vorlag. Beim II und c-pavian ist von Paulioki ein apfelgrosscr Vorfall beschrieben.
Prognose: Beim Pferde günstig. Von den sämtlichen hier mitgeteilten Fällen ist kein einziger letal ausgegangen. Nur in Fällen, in denen es sich um sehr bedeutende Entartungen handeln würde, könnte Gefahr eintreten, Bei Schweinen ist die Prognose ebenso günstig. Es ist zu verwundern, was diese Tiere an diesem Teile aus-
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JSIastdarmvorfall, Prolapsus rccti ct ani.
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halten können. Bei Hunden ist diö Prognose viel vorsichtiger zu stellen. Haubner teilt sogar mit, dass solche, die schon längere Zeit bestehen, bei denen nur Abbinden oder Abnähen noch angewandt werden könne, stets mit Tod enden.
Therapie: Beim Pferde sind folgende Mittel in Anwendunggekommen: Durch Vollmar wurden kalte Umschläge 24 Stunden fortgesetzt, hierauf die Reposition vorgenommen. Die Heilung erfolgte in 12 Tagen. Deigermann machte Umschläge mit Adstrin-gentien, Alaun- und Kupfervitriollösungen, nach einigen Tagen war die Reposition möglich, er nähte den After durch Drahtnaht und betupfte die Umgebung mit dem Glüheisen. Gegen den ersten Grad des Mastdarmvorfalles ist von Jacob, Haubner, Lecou-turicr u, a., mit der Schere rund um den After, die hervorgeblähte Schleimhaut abgetragen worden, die Heilung erfolgte in allen Fällen. Koch ätzte den h er vorhängenden Darm mit Höllenstein. Eleouet, Glutlimann u. a. führten Skarifikationen aus und rcponierten nachher. Haubner rät, wenn der reponierte Darm nicht zurückbleiben will, Eisstückchen dort einzuschieben. Prey hat den hervorhängendon Mastdarm eines Pferdes teilweise abgeschnitten, teilweise unterbunden. Hondort machte in den vorgefallenen Teil einen Einschnitt durch die Wände, konnte dadurch ein hülmereigrosses Stück erdiger Masse entfernen, es erfolgte sehr heftige Blutung, aber trotzdem Heilung in 22 Tagen. Jessen nähte einen grossen, alten, geätzten Yorfall durch 6 Stiche ab und es erfolgte Heilung in 8 Tagen. Bruhm schnitt ein IVlaquo; Ellen lang hervorhängendes Stück einfach hinwog, hierauf musste 10 Tage lang der Kot aus dem Mastdarme entfernt werden. Es erfolgte aber vollkommene Heilung innerhalb 3 Wochen. Frey nähte den Darm im gesunden Teile ab, schnitt das hervorstehende Kranke hinweg und hatte Heilung. Dasselbe berichtet Ackermann. Beim Schwein hat Fünfstück reponiert und einige Hefte angelegt. Collmann trug die Schleimhaut bis zur Muskularis ab, worauf die Reposition leicht gelang, er schob jetzt einen in Öl eingetauchten Bauschen ein und die Heilung erfolgte rasch, Schneider stülpte den vorgefallenen Mastdarm an der Grenze der änsscren Haut auf den Finger, nähte den Darm mit 5 Heften ab, schnitt den Teil mit der Schere hinweg und hatte Heilung in 14 Tagen. Volk machte in einem aU Ellen lang hervorhängenden, zum Teil brandig gewordenen Mastdarm, einige Kreuzschnitte in die Tiefe, so dass die dort verhaltenen Gase und Kot abgehen konnten, entfernte hierauf
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Mastdarravorfall, Prolapsus recti ct ani.
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die 4 Läppchen, strich Leinöl auf und bekam Heilung in 14 Tagen. Bolk beobachtete, dass ein vorgefallenes Mastdarmstück spontan brandig abfiel, dass später am After eine Kontraktion mit Ver-schluss eintrat, welche er durch Kreuzschnitte heilte, (Jedenfalls nur eine Zeitlang; vgl. Aftermangel.) Maurer band den Vorfall eines Schweines auf einer Röhre ab, die Amputation erfolgte gut, aber es entstand später Verengung am After. Da ihm dies mehrmals vorkam, schnitt er bei 4 Stück den Teil, der über 1 Fuss lang hervorstand, ab und schob den Stumpf zurück, ohne ihn vorher zu heften. Er bekam hierauf Heilungen. Aber auch in solchen Fällen, in denen er gar nichts that, fand schliesslich spontan brandiges Absterben des Vorfalles und Heilung statt. Do Elock rcponiorte einen Vorfall mehrmals, immer aber fiel der Teil beim Husten des Tieres wieder hervor, endlich wurde der vorgefallene Teil brandig und fiel schliesslich als schwarzer Hing von selbst ab. Auch Groll beobachtete, dass bei einem halbjährigen Schwein ein sich selbst üborlassncr Vorfall innerhalb 20 Tagen abfiel. Das Tier war die ganze Zeit munter geblieben; ähnliches berichtet Bliggonstorfer. Haubner teilt mit, dass das Abbinden auf einem Hollundorrohr zuerst im Ilepcrtorium von Hering genannt wurde, er selbst verwandte eine Metallröhro. AVal-ravens empfiehlt den Darm, 1 Zoll vom After entfernt, mit der Schusternaht abzunähen. Delens hat den vorgefallenen Teil mit rauchender Salpetersäure bestrichen, sofort reponiert und einen Tampon ein-gefübrt. Bei Hunden sind durch Abbinden und Abnähen zum Teil üble Erfahrungen gemacht worden. Gerard hat rogelmässig Verengung am After eintreten sehen und Haubner sagt, dass durch Abbinden und Abnähen und zwar in versebiedener Weise ausgeführt, immer ungünstige Erfolge erzielt werden. Er empfiehlt deshalb zuerst innerlich erweichende Mittel, Fette und Laxanzen zu geben, dann eine Falte von der Schleim-baut auszuschneiden und mit dem Gliihoisen zu betupfen. Hertwig hat gefunden, dass die lleposition vielfach unnütz sei, dass ebenso das Aufblasen eines Darmstückes im Mastdarm und Anwendung von Ad-stringention vergeblich sei, weshalb errät, mit 8 12 Heften den Darm abzunähen.
Zusammenfassung: In allen Fällen wird in erster Linie gegen die Ursache vorgegangen, sodann der vorgefallene Darm zunächst gründlich gereinigt und mit Sublimat oder Borvaseline bestrichen, hierauf zurückgeschoben. Es ist zweckmässig am After die nächstliegenden Partien zuerst einzuschieben, das Tier hiebei hinten höher zu stellen resp. zu hoben. Schweine werden an den Hinterbeinen angeseilt und über
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Mastdarmvorfall, l'rolupsus rccti ot ani.
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oinon Quorbitlken liochR'ezogon. Wenn dies wegen Anschwellung und heftigem Pressen unmöglich ist, so wird der vorgefallene Teil mit dem Höllensteinstift in Streifen geätzt, oder es wird die ganze Schleimhaut mit rauchender Salpetersäure bopinsolt, nachdem man zuvor cocainisiert und abgetrocknet hatte; diese Atzung wird solange fortgesetzt, bis sich ein leichter, trockener, gründlicher Schorf gebildet hat. Bei der Reposition ist notwendig, class der Mastdarm in der Tiefe ganz glatt liegt und keine Falten hat, weil diese neuen Reiz zum Drängen geben. Es wird nun zwockmässig ein dickes Drainagerohr, entsprechend mit Gaze Utnwiokdlt und mit Jodoformsalbe bestrichen, eingeführt und der After mit einem Kreuzstich, mit der Nadel tief gefasst und zugestochen. Man giebt innerlich Opium oder spritzt Morphium ein und giobt einige Tage fast kein Futter. Gelingt es auf diese Weise nicht, den Mastdarm zurückzuhalten, oder ist der Vorfall alt, geschwiirig, zum Teil gangränös, so muss derselbe operativ entfernt werden. Das einfache Abschneiden muss als gefährlich bezeichnet werden, wegen zu fürchtender Sepsis. Das Abbinden auf einem Metallrohr hat Schwierigkeiten und ich kann seine Anwendung beim- Hund nicht empfehlen. Da die Einführung der Röhre durch ein enges Lumen nicht gelingt, so habe ich in dieselbe einen Stopfen konstruiert, welcher vorne etwas heraussieht und dort abgerundet ist, derselbe hat am anderen Ende einen Handgriff, wodurch die Einführung leicht ist. Um ein Hin- und Hergleiten des Rohres zu vermeiden, habe Ich an demselben eine Rinne anbringen lassen, damit an dieser die schnürende Ligatur einen festen Halt besitzt, und um bei eintrocknendem Vorfall und dadurch Lockerwerden das Rohr noch festzuhalten, besitzt dasselbe am äusseren Rande einige Löcher, durch welche ein Enden gezogen und mit der Ligatur zusammengeknotet wird.
Bei kleineren, stets wiederkehrenden Vorfällen kann die ganze vorliegende Sehleiinhautflächo energisch mit dem flachen, weissglühenden Eisen geätzt und sodann der Vorfall hineingeschoben werden; durch die, auf grosso Brandwunden entstehende Narbonkontraktion, soll der Teil zurückgehalteni werden, was auch gelingt; ungefährlich ist diese Methode jedoch nicht. Die vollständige Abtragung des Darmes, welche in einigen Fällen notwendig wird, wird folgendermassen vorgenommen: Hunde werden chloroformiert, bei grössoren Tieren wird mit CocaVn bepinselt. Kun wird ein langes, dickes Kautschuckrohr eingeschoben und der Darm etwa fingerbreit bei kleineren Tieren, bei grösseren etwas weiter aussen mit einer Ligatur fest umschnürt, um keine Blutung bei der Operation zu haben. Man durchtrennt jetzt
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Hämorrhoiden.
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schichtenweise den Darm und schneidet ihn vollständig ab. Die sichtbaren Gefässe werden dann sorgsam unterbunden und hierauf die aneinanderliegondon Serösen mit feinem Catgut sorgsam genäht. Nachdem dies fertig ist, wird die Ligatur gelöst, um etwaige Blutungen zu sehen und zu stillen, dabei muss man den Stumpf mit stumpfen Zangen halten lassen, damit er nicht zu früh hinoinschlüpft. Nach der Blutstillung erfolgt das Nähen der Muskularis und Mukosa ebenfalls mit zahlreichen, feinen Catgutknopfnähten, sodann wird mit Jodoform gepudert, der Stumpf eingeschoben und das Tier durch Opium und Diät einige Tage ruhig gehalten.
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Hiiniorrhoitleii.
Litteratur; Dolabero Blain, Hlltnorrhoiden b, II. Krankh. der Hundo. 1820, p. 121. Eisclo, Krankh. d. II. Der. üb. Lcist. i. Gel), d. Vot.-W. 1841, p. 17. Hortwig, Krankh. d, II. 1853, p. 108. Holloway, Hämorrhoiden b. Penny. Tbo Vot. 1850, p, 510. Wo 11s, Hftmorrh. b. Pf. The Vet. 1851, p. 139. Kam in er er, Mastdarmblutung b, d. Kuh Bad. tztl. Milt. 187C, p. 1H7. Kelsey, Karbolinjekt. roi?. Hämorrhoiden, Cbl. f. tnod. AViss. 1880, p. 731. Lange, Hämorrboldenbebandlung. D. Mcd. Woobschr. 1887, Nr. Öl. Sonne u bürg, Hämorrhoidalknoten ra. Karbolsäure injiziert. Berl. klin. Woohsobr. 18!)7, Nr. 44. Hunt, Gegen innere Hämorrhoiden. D. med. Ztg. 1888, Nr. 88.
Hämorrhoiden sind beim Menschen eine sehr häuiig vorkommende Krankheit. Bei Haustieren sind dieselben, wenn sie überhaupt vorkommen, jedenfalls sehr selten. Mir ist es noch nicht gelungen, solche zu entdecken und ich habe schon sohl' vielfach, auch mit Hilfe des Spekulums nachgesucht. Der Unterschied in der Disposition liegt jedenfalls in der anatomischen Einrichtung begründet. Beim Menschen steigt der Mastdarm ziemlich gerade, deshalb Rektum* in die Höhe. Beim Tiere liegt derselbe horizontal, ja in der vorderen Bockenpartie neigt er nach abwärts und ein Teil liegt in der Bauchhöhle. Hiedurch ist ein wesentlicher Unterschied für Anstauungen im Darme zu Ungunsten des Menschen vorhanden. Es kommt ferner in Betracht, dass die Tiere in der Regel viel naturgemässer ernährt sind, wie der Mensch, somit die Entleerungen auch regolmässigor erfolgen können. Ein Haupt-moment bildet aber noch, dass die Tiere die Defäkation jederzeit und an jedem Orte vornehmen können, während der Mensch an gewisse Orte und Zeiten gebunden ist, weshalb die Entleerung oft nicht rechtzeitig geschieht. Nur der Hund und teilweise die Katze sind diesen einschränkenden Yerbältnissen zum Teil unterworfen.
quot;Was über Hämorrhoiden in der Tierheilkunde mitgeteilt ist, sind
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560nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ilümorrhoiden.
meistens allgemeine Angaben. Einzelfälle sind sehr wenig beschrieben und die meisten derselben können auf andere Ursachen zurückgeführt werden. Beim Hunde 1st jedenfalls die Entzündung der Analbeutel sehr zahlreich mit Hämorrhoiden verwechselt worden. Bayer in Wien hat deshalb in seiner Chirurgie diese Krankheit einfach weggelassen und gar nicht besprochen. Hier soll eine kurze Beschreibung dessen, was man in der Menschenheilkundo unter Hämorrhoiden versteht, stattfinden. Krüche sagt: Hämorrhoiden sind variköse, von verdicktem Gewebe umgebene Knoten, die leicht zur entzündlichen Schwollung und zur Blutung neigen, von der Grosse einer Erbse, bis zu der einer Wall-nuss, bald am Analrand sitzend, bald innerhalb des Darmes und denselben nach ausseh überragend, sodass der Sphinktcr den Knoten einklemmt und ihm die grösstmöglichste Eüllung mit Blut giebt. Dieser Umstand bedingt die oft profusen Blutungen und die häufigen Ulcera-tionsprozosso, Eissuren etc.quot; Esmarch sagt über die Entstehung und Anlage: 1) Da die Yena hämorrhoidalis des Mastdarmes wie das ganze Pfortadersystom klappcnlos ist, so fällt der ganze Blutdruck dieses Systems auf die Mastdarmvenen zurück. 2) Die sehr dehnbare Mast-dannschleimhaut und das lockere Zellgewebe, in welchem die Venen liegen, unterstützen die Venonwendungen nur sehr ungenügend. 3) Der Rückfiuss des Venenblutes ist erschwert durch die abhängige Lage dos Mastdarmes und durch die Anatomie der Vena hämorrh. sup. 4) Die abwärts rückenden Kotmassen üben einen starken Druck auf die Blutsäule der Venen aus. Die Wandungen dieser werden dadurch gedehnt, erweitert. Hiedurch entsteht Hyperämie der Schleimhaut und des Zellgewebes, die Earbo wird dunkelblau, die Venenwurzeln sind stärker geschlängelt, es kommt zu mehr oder weniger zahlreichen Phlebektasien. Diese Knoten werden grosser und fester, oder die Venenwand weicht nur an einer Seite dem Drucke. Die Wandungen nehmen schliosslich eine schwammige Beschaffenheit an, ähnlich dem cavornösen Gewebe, sie verwachsen miteinander und an den Verwachsungsstollen können dieselben mit einander communizieren. Was die Behandlung betrifft, so ist anzugeben, dass die Entfernung der Ursachen in oberster Linie steht, dass namentlich die Stauungen des Mastdarmes aufgehoben werden müssen. Qui beno purgat, bene curat.quot; Bei Blutungen und Knotcnbildung muss eine chirurgische Behandlung eingeleitet werden. Die Knoten werden aus dem Anus dadurch hervorgezogen, dass man ein Schwämmchen an einer Schnur in das Rektum einschiebt und damit die Knoten herausbefördert. Mittelst Zangen werden die einzelnen Knoten fixiert und durch Ätzmittel,
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Neubildungen im Mastdarm.
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Salpetersäure, Bleiessig, Tannin oder mit dein Thonnokauter geätzt. Excission mit dem Messer oder Ecraseur wird weniger angewandt wie die galvanische Schlinge. Abbinden mit Catgut und Abschneiden der Knoten ist neuerdings vielfach angewandt worden. Eine neue, weil von Amerika gekommene Methode amerikanischquot; genannt, besteht in der Einspritzung von Karbolglycerin in diejenigen Knoten, welche am After hervorstehen. Acidum carbolicum 1, Glyccrimmi 4, wird mit Pravaz'scher Spritze, die gebogene Nadel hat, je 24 Tropfen in joden Knoten eingeführt. Anfangs entsteht dadurch Schmerz, aber kein Nachteil. Nach 24 Tagen ist der Knoten welk. Als sehr interessante Thatsache wie lange die Menschheit schon an Ilämorrhoitlen leidet und wie ausgebildet die Methoden schon im Altertum waren, sei die Be-handlungsweise der Hämorrhoiden durch Hippokrates angeführt. Er sagt: Man zieht einen sehr dicken Eaden von schmieriger Wolle durch die Nadel und bindet damit den Knoten ab.quot; Ferner brannte er dieselben mit weissglühendem Eisen, schnitt sie ab, ätzte mit Kupferlösungen, drehte die Knoten ab, und führte ein Rohr in den Mastdarm und in dieses ein glühendes Eisen, um dadurch stark zu erhitzen und Heilung zu erzielen. Auch verwandte er zürn Eingehen oder Einblick in das llektum Erwoiterungszangen. Trotz aller dieser Mittel, die er angiobt und verwendet, giebt er doch an: Alkippos hatte die Hüinorrhoiden und war vor der Heilung gewarnt worden, als er davon geheilt war, wurde er rasend.quot;
Noubilduugen im Mastdarm.
Litteratur: Widolink, Mastdarm poly pen b. Pf. Journ. med. Bolg. 1812, p. 401. Bcr. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 17. Ellers brock. Grosser Mastdarmpolyp. Ibd. 1845, p. 47. Kcmpf, Mastdarmpolyp. Tztl. Ztg. III, p. 64 Ibd. 184G, p. 61. DIetr 1 oh, Mastdarmkrebs, Central-Arch, f. Vet.-Wiss. 1852, p. 112. Erler, Mastdarmpolyp b. Ochs, Sachs. Jhb. 1857/58, p. 49. Dresdner Klinik, Mastdarmpolyp b. Ochs. Ibd. 1853, p. 54. Menge, Mastdarmborstung d. Melanoson bei Pf. Ibd. 1858/59, p. 19. Meyncr, Lipom a. Mastdarm b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Hertwig 1860, p. 175. Ilouba, Polyp im Mastdarm. Belg. 1860, p. 403. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 18G0, p. 44. Ackermann, Polyp im Mastdarm. Sachs. Jhb. 1802, p. 108. Köhne, Mastdarmpolyp b. Pf. Gurlt u. Hertwig 186G, p. 60. Immel.mann, Mastdarmgesohwulst b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1868, p. 145. F r i o d b or go r , Geschwulst im Mastdarm b. Pf, Mttnohn. Jhb, 1870/77, p. 99. S i o d am gr o tz k y , Ilyperplasie des musc. sphinkter ani interims b. Kalb. Sachs, Jhb. Schröter, Gesdiwiilsto im Maatdarm b. Pf. Roloff U. Schütz 1877/78, p, 66. Ripko, Melanosarkom im After. Ibd. 1877/78, p. 05. Eberhard t, Dasselbe. Ibd. II aase, Polyp im Mastd. b. Pf, Ibd. 1883, p. 52. Koch, Carcinoma recti. Cbl. Hoffmann, Ticnirztiidio CMrurgicnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 86
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5(52nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Neublldungeu im Mastdarm.
f. mcJ. Wiss. 1880, p. 782. Krasko, Exstirpation des Mastdarmkrebses. Wien. mod. Woclischr. 1868, Nr. 13.
Neubildungen im Mastdarm finden sich nach den vorhandenen Mitteilungen weitaus in der Mehrzahl der Fülle beim Pferde. Beim Rinde sind sie schon viel seltener, oder werden doch viel seltener Gegenstand tierärztlicher Behandlung Bei Schafen, Schweinen und Ziegen sind mir keine hiehergohörigen Erkrankungen bekannt geworden. Bei Hunden sind Neubildungen im Mastdarm beobachtet und behandelt) bei der Katze und dem Geflügel kenne ich ebenfalls keine Spozialmitteilungen.
Die Mehrzahl der beim Pferde genannten Neubildungen werden als Polypen bezeichnet und in Anbetracht, dass Polypen gutartige Neubildungen sind, welche auf die freie Oberfläche der Schleimhaut hinauswuchorn, aber nicht in die Tiefe greifen, ist auch die Mehrzahl der hier vorkommenden Geschwülste als gutartige Neubildung aufzufassen. Melanosarkome sind aber auch namentlich bei alten Schimmeln nicht selten. Carcinom habo ich gesehen. Ein hülmereigrosses Lipom ist von Meyner beschrieben. Beim Rinde hat Siedam-grotzky ein Myom nachgewiesen, weiches er selbst als Unikum bezeichnet. Carcinom ist von Dinter dortselbst gefunden worden. Beim Hunde ist von Eriedborger ein Polyp gefunden worden. Es ergiebt sich aus dieser kleinen Zusammenstellung, dass gutartige und bösartige Neubildungen dortselbst vorkommen.
Klinisches Bild: Beim Pferde sind an einem 13 Monate alten Füllen die Erscheinungen der Verstopfungskolik beobachtet worden. Beim Eingehen in den Mastdarm, 08 Zoll tief, fand 'Widelink mehrere im Ring gestellte Polypen. Bei einem anderen bestand seit längerer Zeit beschwerlicher Kotabsatz und jedesmal längeres Pressen. Beim Eingeben fand man 3 4 Zoll vom After entfernt einen apfclgrossen gestielten Polypen. Kühne. Behinderung der Dofäkation und Verstopfung sah Meyner infolge eines Lipoms an der oberen Mastdarmwand. An einem 2 Jahr alten Pferde beobachtete Immolmann seit längerer Zeit Mastdarmleiden. An der oberen Wand des Rektums fand sich eine feste, derbe Masse, welche 4 Zoll Durchmesser hatte und mit der Umgebung verwachsen war. Von Schröter ist mitgeteilt, dass an einem Pferde, welches seit einigen Tagen heftige Verstopfungskolik hatte, im Mastdarme eine grosso gestielte Geschwulst sass, welche im After so fest eingeklemmt war, dass man kaum mit dem Pinger hindurchdringen konnte. Haase beobachtete, dass beim Pferde eine kopfgrosse Geschwulst aus dem After hervorging, während
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Neubildungen im Mastdarm.
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Ackermann in der Tiefe eine billardkugelgrosso Neubildung fand. Die Melanosarkome treten ebenfalls meist in Geschwulstform auf und zwar manchmal in grosser Menge; Eberhardt beobachtete an einem Rappen, dass die Knoten um den After und in demselben so dicht sassen, dass der Kot kaum mehr entleert werden konnte. Menge sah sogar Mast-darmberstung infolge dort anfüllender Melanosen. Bei Carcinomen treten ebenfalls Störungen in der Defäkation auf; unch besteht die Verengung des llektums, aber meistens ist hier eine diffuse Verbreitung vorhanden, so dass die Mastdarmwand oft um das Vielfache verdickt und entartet ist. Beim E, i n d e sind gestielte Polypen beobachtet worden, ebenfalls, wie schon erwähnt, Carcinom. Der von Siedam-grotzky beschriebene Fall ist folgender: Bei einem 'AU Jahre alten Kalbe, dessen Leiden schon vor 8 Monaten begonnen hatte, mit allmählich zunehmender Anschwellung des Afters und Herauspressen der Schleimhaut, schliesslich handbreit, trat noch Schmerz ein beim Liegen, Unruhe, heftige Kolikzufälle, Diarrhöe und Schwierigkeit in der Kot-cntlecrung. Das Tier wurde geschlachtet und bei der Sektion fand man den After kugelig hervorgowölbt, die Haut darüber gespannt, sonst aber normal. Der Ringmuskel unter derselben war in eine körnige, weisslich rötliche Masse verwandelt und verdickt, 1 1 cm. lang und ca. 5 cm. dick. Die Hypertrophie war durch ein Myom erzeugt. Beim Hunde ist von Friedberger beobachtet: Öfters Mastdarmblutungen, in der oberen Wand eine l'/ä cm. lange, pilzälmliche Geschwulst, welche auf schmaler Basis ca. 2 cm. in die Tiefe reichte.
Im allgemeinen ist noch anzugeben, dass diese Neubildungen anfangs und auch bei schon beträchtlichem Wachstum bestehen können, ohne wesentliche Störungen zu erzeugen. Durch das Anfüllen des Rektums mit Fiicalstoffen werden die Polypen dort eingebettet und mit nach rückwärts gedrängt; dies ist die Hauptursache, dass die meisten Mastdarmneubildungen gestielt sind. Je nach Sitz und Länge des Stieles drängen sich die Polypen allmählich bis an oder in den Sphinkter, werden bei jeder Kotentleerung unbequem, dringen schliesslich dort ein, werden geklemmt, verursachen Schmerzen, gehen aber wieder zurück; später bleiben sie im After festsitzen, gelangen sogar nach aussen und können nicht mehr zurück. Je nach dem Grade verursachen sie mehr oder weniger Störung in der Kotentleerung, bis zum vollständigen Verschlüsse, womit dann Kolik und selbst Lebensgefahr eintreten kann. Je nach der Struktur der Neubildung und der mechanischen Einwirkung tritt Blutung ein, wodurch der Kot mit vermischt wird oder mehr oder weniger rein abfliesst.
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564nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Miistdarmverletzvmgcn und Mastdnmrupturen.
Prognose: Gestielte, kleine Polypen gutartigen Charakters, welche entfernt werden können, sind günstig zu prognostizieren. Bösartige, diffuse Geschwülste, Sarkomelanome und Carcinome dagegen mit grosser Vorsicht. Bei eintretendem Allgorneinleiden, Abmagerung und Fieber, sogar schlecht.
Therapie: Die meiste bis jetzt in der praktischen Tierheilkunde geübte ist die Unterbindung: Es ist auch die rationellste. Köhno, Widelink, Ilaase, Kempt' u. a. legten mit Erfolg Ligaturen an. Für den Fall, dass der Polyp hoch oben sitzt, wird er mit einer passenden Zange gefasst, etwas herabgezogen und unterbunden. Ist der Stiel zu dick, so wird derselbe mit einer Nadel mit doppeltem Faden durchstochen und nach zwei Seiten hin unterbunden. Schröter schälte, nach Auseinanderhalten des Afters mit Sperrhackon, einen Polyp in der Tiefe mit dem Messer heraus und hatte Heilung, während Immelmann auf einen Einschnitt das Tier verlor. Mit dem Ecrasour sind mehrfach Polypen entfernt worden, auch mit einer Drahtschlinge. Wenn eine Seide- oder Oatgutligatur angelegt wird, so wird nachher die Geschwulst über ihr abgeschnitten, der Stumpf heilt von selbst, die Ligatur stösst sich nach einiger Zeit, ca. 8 Tagen, ab. In einigen Fällen ist der Stiel so weich, dass er mit der Ligatur durchgeschnurt werden kann, weshalb der Zug nicht zu straff sein darf. Mittelst der galvanischen Schlinge sind namentlich in der Menschenheilkundo zahlreiche Polypen entfernt worden. Bei bösartigen Neubildungen, besonders bei Pferden, den Molanosarkomen, kann ich nur raten, solche unberührt zu lassen. Carcinome können operiert werden und es sind zahlreiche beim Menschen mit Erfolg entfernt und dauernde Heilung erzielt worden. Hier ist aber in der Pegel blosse Excission nicht genügend, sondern es muss der Anus von der Umgebung lospräpariert, der Darm bis zum oberen Ende der Geschwulst freigelegt und herabgezogen, sodann unter Blutstillung losgelöst und der Stumpf mit dem Hautrande vereinigt werden. Diese Operation ist in der, Menschenheilkunde sehr gut ausgebildet und beschrieben. (Vgl. Esmarch, Krankheiten des Mastdarmes, 1887.)
Mastdarniverletziiiigen und Mastdarmrupturen.
Litte ratur: Woadger, Ruptur d. Mastd. b. Pf. Bor. üb. Loist. i. Geb. d. Tlik. 1844, it. 29. Crönlein, Verlotzung' des Afters u. Schweifes. Ibd. 1844, p, 61. Kirchner, Mastdarmverletzung. Gurlt u. Hertwig 1840, p. 78. Augner, Mastdarmzerreissung b. Pf, Gurlt u. Hcrtw. 1847, p. 29. Gross köpf, Verletzung von After und Mittelfleisch. Ibd. 1850, p. 130. Meyer, Mastdarmzerreissung bei 2 Stuten. Ibd. 1851, p. 89. Meyer,
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Mastdarmvcrlotzungen und MaBtdamrupturen.
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Ruptur des Rektums durch Indigestion b, Pf. Wochenschr. 1857, p, 443. R e m y , Spontane Mastdarmzerreis^ung b. Pf. Bolg. 1857, p. 513. Linde n b e r g , Mastdarinverletzung b. Oohs. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerluch u. Leis. 1857, p. 125. Berner, Mastdarmverletzung b. Pf. Gurlt u. Hert-wig 1858, p. 402. Fun f s t ii ck , Mastdannzerrcissung b. Stuten. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 107. Toul. Klinik-, Zerroissung des Rektums. Toul. 1861, p. 69. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 16. Alb enger, Zerreiss. di Rektums. Ibd. 1862, p. 146. Tannenhauor, Mastdarinruptur b. Pf. Gurlt u. llertwig 1802, p. 376. K i a 1 a s , Mastdarmverletzung b. Ochsen. Toul. 1862, p. 53. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1862, p, 53. R o s s b e r g , Mastdarmverletzung b. Pf. Sachs. Jhb. 1861, p. 118. Schell, Mastdarm-ruptur b. Pf. Müller u. Roloffl871, p. 174. Waltrup, Mastdarmriss b. Pf. Ibd. 1870, p. 163. Mob i us, Abgerissener Mastdarm b. Pf. Sachs. Jhb. 1873, p. 16. Fr ick, Mastdarmverletzung b. 13 Pferden, Schweinen U.Geflügel. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Roloff 1875, p. 187. Munkol, Perforation des Mastdarmes. Ibd. Roloff u. Schütz 1881, p. 58. Stre-rath, Mastdarmruptur. Ibd. 1882, p. 60. Martin, Mastdarmschleim-hautpcrforation. Münolm. Jhb. 1884/85, p. 53. Dint er, Verletzung der Mastdarmschleimhaut b. d. Kuh. Sachs. Jhb. 1880, p. 76. Hengst, Mast-darmrupluren b. Pf. Ibd. 1885, p. 77. Peahody, Mastdarmzerreissung entstanden durch die Klystierspritze. Annal. vet. 1887, p. 222.
Mastdarmverletzungen und Rupturen sind ziemlich häufige und namentlich letztere gefilhrliche Erkrankungen, die meistens bei Pferden, seltener am Rinde und kleineren Haustieren beobachtet werden.
Aetiologie: Die Ursachen sind sehr verschieden: Crönlein beobachtete, dass durch das Aneinanderkoppeln der Fohlen, da immer dem folgenden der Kopf mittelst eines Strickes an das vorhergehende angebunden wird, einem Fohlen die Schwoif'riibe, sowie der After so hochgradig gezerrt und verletzt wurde, class nachher Knochenteile ab-gestosson wurden. Kirchner sowie Peabody haben beschrieben, dass einem an Kolik erkrankten Pferde mit der Klystierspritze ein Loch durch den Mastdarm gebohrt und das Klystier in die Bauchhöhle gespritzt wurde. Krieger sah, dass ein Pferd, welches im Walde eine grosso Menge Tannennadeln gefressen hatte, eine derartige Mastdarmblutung durch die Verletzungen der Nadeln bekam, dass es zu verbluten drohte. Krieger machte folgende Ycrsuchc: Er auchte den Tannennadeln den reizenden, chemischen Stoft' dadurch zu nehmen, dass er iVs Motzen mit Weingeist anfeuchtete und 2 Tage lang ma-cerierte, hierauf kochte er die Nadeln 4 Stunden lang im Wasser und fütterte dieselben. Es stellte sich einigemal öfters Harnen ein, sonst aber keine Beschwerde. Nun trocknete er ähnlich zubereitete Nadeln, vermengte dieselben mit Mehl zur Pille und gab eine ähnliche Menge in 2 Tagen. Nach 2 Tagen kamen die ersten Nadeln mit dem Kote,
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566nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mastdarmverletzungen und Mastdarmrupturen.
dabei war der Kot blutig und je mehr Nadeln auftraten, um so blutiger wurde der Kot. Es erscheint daher zweifellos, dass die Nadeln durch ihre Härte und Spitzigkeit schadeten, als sie im Mastdärme in die feston Kotballen eingeschlossen und hier in den Poschen weiterbefördert wurden, weil der einzelne Kotballen ein stechapfelähnliches Aussehen erhielt, während zuvor in dem Colon etc. die Nadeln in der grossen Futtermasse ausweichen konnten, im Dünndärme aber mit zahlreichen anderen FuttorstofFcn rasch und langgelegt durch den Darm befördert werden konnten. Grosskopf teilt mit, dass beim Bergabfahren die Wagendeichsel brach und der Deichselstumpf tief eindrang. Der Kreis-muskel des Afters war zerrissen, die Haut lappig abgetrennt, die Wunde ging 910 Zoll lang gegen das Skrotum, so dass das Harnrohr und die Schenkelmuskela zum Teil frei lagen. Zwischen Hodensack und Harnrohr waren tiefe Taschen eingerissen, der Mastdarm war 4 Zoll lang an seiner unteren Wand eingerissen. Meyer beschreibt zwei Fälle, dass ein Hengst beim Deckakte mit der Brunstrute in den Mastdarm eindrang und beidemal die obere Mastdarmwand durchstiess, ca. 6 Zoll in dor Tiefe einen Querriss von ca. 3 Zoll erzeugte. Der Tod trat nach 4 5 Tagen ein.
Fünfstück, Tannenhauer, Hengst, Franze haben dasselbe beobachtet. Tannenliauor hat gesehen, dass die Stute beim Deckakte einen sehr starken Angstschrei gethan hat, den Rücken ungewöhnlich einbog, niederzufallen drohte und nachher eine grosse Kotmenge absetzte. In allen diesen Fällen erfolgte der Tod. Im Fall Fünfstück kam die Angelegenheit zum Prozess, indem der Besitzer behauptete, er habe gesehen, dass der Hengst mit der Hute in den After eindrang, was der Hengstknecht läugnete. (Eine Untersuchung auf Spermatozoen wurde nicht vorgenommen.)
Durch Perforation des Mastdarmes durch ein Kly stier röhr ist mehrfach der Tod bei Pferden erzeugt worden. Ich habe beobachtet, dass ein tierärztlicher Pfuscher bei 2 Pferden, die er an Kolik behandelte und bei denen er mit der Hand in das Rektum einging und auch klystiorte die Mastdarmwand durchstiess. Kirchner sah, dass durch ein Weinrohr, das zum Zwecke des Klystierens in den Rheingegendon oft benützt wird, der Mastdarm bei einem Pferde durchstossen wurde. Rossberg teilt folgendos mit: Eine 15jährige kitzliche Stute springt mit dem Schwanz peitschend von einer Seite des Standes zur anderen, entreisst hiebei dem Knecht, der eben im Abmisten begriffen ist mit dem Schwänze die Dunggabel, klemmt den Gabelstiel unter dem Schwänze fest, setzt sich darauf und drückt das Hintorteil tief abwärtraquo;
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MastdarmverleUmigen und Mastdarmrupturen.
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und sich den Stiel in den After. In einer Tiefe von 84 Zoll war ein 221/2 Zoll langer Eiss durch die Wand entstanden. Es traten zwar krampfhafte Afterzusammenziehungen ein, es erfolgte Anschwellung, Kotstauung, Harnbeschworden, Fieber, aber das Tier wurde trotzdem geheilt. .Berner kennt einen ähnlichen Fall, mit Verletzung durch einen Gabelstiel und erfolgender Heilung. Waltmp und Martin haben ebenfalls Mastdarmrupturen beim Pferde beobachtet mit dem Ausgang in Heilung. Frick beschreibt, class ein 17 Jahre alter Knecht aus Hache bei 13 Pferden, Schweinen und Geflügel, Mastdarmverletzungen, zum Teil Rupturen dadurch erzeugte, class er einen Vj m. langen Besenstiel in den Mastdarm einführte und dann nach dem llücken zustiess. (Er wurde zu Gmonatlicher einsamer Kerkerhaft, lüOO dulden Buse und 10monatlicher Gefängnisstrafe verurteilt.) Mir wurde mitgeteilt, dass Pferde aus Hache dadurch getötet worden seien, dass denselben die Mündung eines nur mit Pulver geladenen Terzerols in den Mastdarm eingeführt und die Waffe dort abgefeuert worden sei. Mastlaquo; darmzerreissungen ohne äussere mechanische Einwirkungen sind beim Pferde zahlreich beobachtet infolge von Koliken, Indigestion oder ohne bekannte Ursache von: Strerath, Möbius, Angner, Remy, Schell u.a. Beim Hindo sind die Mastdarmzerreissungen viel seltener beobachtet worden. Dinter sah eine solche Verletzung bei einer Kuh infolge des Klystierens. Es erfolgte Heilung. Vialas beobachtete beim Ochsen dieselbe Verletzung durch Hornstoss, es erfolgte ebenfalls Heilung. Ein ähnlicher Fall ist im Kapitel über Mastdarmfisteln mitgeteilt. Lindenberg beschreibt eine tötliche Mastdarinverletzung, die wahrscheinlich mit einem Stocke eingestossen war. Verletzungen des Mastdarmes bei kleineren Haustieren tritt manchmal ein durch Päderastio. Der mikroskopische Nachweis von Spermatozoon stellt diese Fälle absolut sicher.
Klinisches Bild: Verwundung des Afters, diese kann auch fehlen, blutiger Kot, Entleerung von reinen, ungeronnenon, hellroten Blutmassen oder Blutgerinseln eventuellen Erscheinungen der Verblutung, Bauchschmerzen. Einige Tage nach der Verwundung tritt in der Hegel durch AusHuss von Kotwasscr in die Bauchöhle, Bauchfellentzündung ein, die in kurzer Zeit tötlicb wird. In dem von Pcad-body beobachteten Falle, dass ein Klysticr durch die perforierte Darmwand in die Bauchhöhle gespritzt wurde, lebte das Pferd noch 29 Tage. Beim Eingehen mit der Hand in das Hektnm ist das Loch zu fühlen. In Fällen, in denen eine Perforation vermutet wird, gehe man nicht ohne weiteres und sorglos mit der Hand in den Mastdarm ein. Es
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508nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mastdiirmverlofzungen und Mastdarmrupturen.
könnte sein, dass durch den Gegner nachher gesagt wird, man habe selbst die Verletzung erzeugt. Wenn das Loch frisch eingestossen wird, so wird die Hand hellrot blutig, es fliesst manchmal etwas Blut aus dem After. Ist das Loch älter, so wird die Blutung bereits aufgehört haben, ein Teil des Blutes geht mit dem Kote ab und beim Eingehen bringt man einige Blut- und eventuell auch Faserstoftgerinsel heraus. Es entspricht der quot;Wichtigkeit der Sache ein Spekulum einzulegen und die Darmwand zu beleuchten.
Prognose: Ziemlich ungünstig bis schlecht. Weitaus die Mehrzahl der grösseren und tief gelagerten Mastdarmverletzungen enden letal. Die vom Anus aus entstehenden Bisse sind günstig zu beurteilen. Die bestehende Gefahr ist: 1) Yerblutung, Phlebites und Thrombose. 2) Peritonitis, Eiterung, Kachexio. 3) Nach der Heilung eintretende Striktur.
Therapie: Eine Heilung per primam ist nur bei äusseren, durch den Anus gehenden Wunden zu erwarten, welche vollständig rein gehalten und mit der blutigen Naht verschlossen werden können. Auch bei Verletzungen in der Tiefe ist lediglich nur unter Beobachtung der Asoptik etwas zu erreichen. Die Gefahr der Infektion der Wunde ist in den ersten Tagen nach der Verwundung am grössten, sobald Granulation vorhanden ist, ist eine solche weniger zu fürchten; nächst-dom ist der Austritt von Kot in die Bauchhöhle gefährlich. Man wird, um beides zu vermeiden, in erster Linie den Mastdarm hoch hinauf mit dein Schlauche gründlich irrigieren, bis das Wasser klar abfliosst, hierauf mit Sublimat nachspülen und eine Dosis Opium verabreichen. Damit keine Kotanstauung im Rektum entsteht, ist zu empfehlen, den Sphinktor des Anus nach abwärts zu durchschneiden; da dieser Schnitt aber zu rasch verklebt, so wird nach Esmarch ein dickes Drainrohr eingelegt. Wegen der grossen Gefahr der Blutungen ist es die Pflicht der Chirurgen in solchen Fällen mit rücksichtsloser Energie zu Werke zu gehenquot;. Jedes blutende Gefäss muss mit feinem Catgut unterbunden werden, aus diesem Grunde ist auch die Anwendung des Ecraseurs oder der galvanischen Schlinge für die Exstirpation von Geschwülsten im Mastdarm nicht zu empfohlen. Zur Blutstillung dienen auch Compressionen mit Watte oder die Einschiebung eines Darmstückes, welches in der Tiefe aufgeblasen wird. Esmarch nennt diese Hilfsmittel unzuverlässig und rät sofort zu chloroformieren, den Sphinkter nach oben zu spalten, ein Spekulum einzuführen und alle sichtbar werdenden blutenden Gefässc zu unterbinden. Anlegen von Eisbeutel auf den After, Ruhe des Tieres, Einstellen in eine Hänge-
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Fremdkörper im Mastdarm.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5G9
matte; kleinere Tiere werden in einen Korb oder Kiste gelegt, damit sie ruhig bleiben müssen.
Fremdkörper Im Mastdarm.
Dieselben entstammen der Aufnahme in den Magen, haben die Gedärme durchwandert, und sammeln sich im Mastdarme an oder bleiben dortselbst stecken, oder sie sind von ausson direkt in den Mastdarm eingedrungen. Bei der grossen Weite des Maatdarmes bei grossen Haustieren, zu der vorhältnismüssigen Enge dos Schlundes und des Dünndarmes, sowie verschiedener stenosenähnlicher Einrichtungen, kommt es nur sehr selten vor, dnss Fremdkörper, die geschluckt waren, im Mastdarme stocken bleiben. Einzelne Fälle, die hierher gehören, z.H. abgebrochene Schlundröhren oder eingefädelte Nadeln, die stecken geblieben, sind im Abschnitte ^Fremdkörper im Magen und Darmequot; angeführt. Ansammlung von harten spitzen Knochenteilon und Kot kommt namentlich häufig bei Hunden vor und ist unter dem Namen Kotstrang'' allgemein bekannt. Fremdkörper von aussen direkt in den Mastdarm eingeführt, sind eine Seltenheit, wenn man von dem im Pferdehandel allgemein üblichen Pfeffernquot;, welches aber keine tierärztliche Hilfe verursacht, absieht.
Allgemeine Regeln bei der Entfernung von Fremdkörpern dortselbst sind: den Sphinkter durch Narkose zu orschlatfen, zu erweitern, stachelige Gegenstände in der Tiefe mit Zangen zu fassen eventuell zusammenzudrücken oder sie mit einer Hülse umgeben, damit sie heim Herausziehen nicht verletzen. Kotstrang bei Hunden ist von aussen deutlich durchzufühlen, die Tiere sind traurig, gehen mit gekrümmtem Bücken, suchen unter Schmerzäusserungcn vergeblich Kot abzusetzen, nehmen kein Futter auf, haben eventuell Brechreiz. Später kommt Fieber und Hinfälligkeit. Beim Einführen einer Sonde in den Mastdarm stösst man auf Widerstand,
Die Prognose ist günstig.
Therapie: Das Tier wird auf einen Tisch gelogt und unter gleichzeitiger Anwendung von passenden Zangen, Irrigation und Erweiterung des Afters werden die Kotmassen entfernt, und der Darm sorgsam ausgespült. Im Veterinarian 1861 , p. 147 ist ein Fall mitgeteilt, dass bei einem Pferde, welches Hinken gezeigt hatte und keinen Kot absetzen konnte, im Mastdarm eino grosso Anzahl von Fremdkörpern angesammelt war: Kieselsteine, Eisenstücke, Nägel, Nadeln, Haken und drgl.
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570 Entzündung der Analdriisen beim Hunde und der Biirzeldrüsen etc.
Entziimluiig der Antlldrüseu boini Hunde und der Bürzeldrüseu
bei Gleflttgelt
Littöratur; Hortwig, Afterdrüscnentzünduiig. Krankh. d. II. 1853, p. 203. S i ed am gr o t z k y , Über die am After einiger Haustiere vorkommenden Drüsen. Arcli. 1875, p. 438. Joseph, Bümddriison bei Enten. Cbl. f. Physiol. 1887, p. 1.
Von siimtlu'hen Haustieren besitzen nur Hunde und Katzen Analdriisen oder Analboutel. Dieselben sind annähernd kugelige Säcke, welche zu beiden Seiten des Afters liegen. Sie grenzen innen an die organische Muskulatur des Afters, aussen werden sie vom aniinalen Schliessmuskel des Afters überzogen. Nach hinten und aussen führt ein ca. 10 nun. langer Gang-, welcher je zur Seite des Afters etwas unter der horizontalen Mittellinie und 1,5 nun. neben der Schleimhautgrenze mündet. Je nach der Grosse des Hundes wechselt der Durchmesser. Das Mittel beträgt 2025 mm. Die Innenwand ist mit Pflasterepithel ausgekleidet. An der Aussenwand liegen zahlreiche eigen-tümlicb schlauchförmigo Drüsen in länglichen Gruppen. Es ist zweifellos, dass diese Analdrüsen ein Sekret produzieren, welches namentlich im Geschlechtsleben dieser Tiere von Eodeutung ist. Durch Vorschluss der Mündung dieser Drüsen bildet sich eine sogenannte Retensions-cyste, deren Inhalt grau, dünnflüssig, mit krüminlichen Massen vermischt ist, oder welcher braun, dicklich und breiartig ist. Der Geruch dieses Inhaltes ist, solange or dünn ist, im höchsten Grad scharf und übel. Später, eingedickt, hat er Konsistenz und Farbe wie Kot des Menschen, Der Geruch ist dann weniger scblecht. Infolge der Zurückhaltung des Inhaltes entsteht eine hochgradige Empfindlichkeit in der Drüsenwand und Druck in der Umgegend. Die Tiere fangen an zu reiben und zu scheuern, so dass der After in seiner Umgebung manchmal entzündet wird. Die Kotentleerung wird schmerzbaft und mühsam, die Tiere werden traurig, versagen das Futter, und es entsteht Fieber. In Einzelfällen wird die Anfüllung so heftig, dass die Drüse sich wie ein Knoten nach hinten hervorwölbt, ja dass die Haut auf eine kleine Strecke brandig abstirbt. Wird ein solches Tier näher untersucht, so findet man die Umgebung des Afters schmerzhaft und beim Eingehen mit dem Finger in den After äussorn die Tiere lebhafte Schmerzen. Auf Druck, der mit einem Finger vorn Mastdarme aus und mit dem Daumen von aussen derart ausgeübt wird, dass der Inhalt von der Tiefe nach der Mündung zugepresst wird, entleert sich derselbe im Strahle, und besudelt den Unachtsamen.
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Erkrankungen der Wirbolsäule.
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Die Prognose ist günstig, weil das Leben des Tieres direkt nicht bedroht ist, aber sie ist vorsichtig zu stellen, weil das Leiden leicht wiederkehrt.
Therapie: Man hat früher die Drüse wiederholt ausgepresst und die Umgebung mit Salben eingerieben. Da sich die Drüse jedoch immer wieder füllt, so kann eine solche Methode nicht genügen. Ich habe die Drüse zu veröden gesucht, indem ich nach sorgsamem Auspressen Jodtinktur einspritzte. Der Erfolg war nicht hinreichend. Seit einigen Jahren operiere ich in folgender Weise : In das Rekturn wird ein offenes Spekulum eingeführt. In die Drüse eine Hohlsonde bis zum Grunde. Die raquo;Spitze der Hohlsonde wird gegen das Spekulum gestellt und mit einer stark gekrümmten Ilagedornnadel der Hohlsonde entlang und dem After heraus eine Drahtschlinge eingeführt.
Der Draht wird nachher scharf zusammengedreht und kurz abgeschnitten; diese schnürende Schiingo bleibt 28 Tage liegen, hierauf wird sie mit einer Kornzange gefasst und die jetzt abgestorbene Hautbrücke ausgerissen, so dass die Analdriiso in den Mastdarm geöffnet ist. Diese Operation habe ich in zahlreichen Fällen ausgeführt und empfehle dieselbe.
Die Bürzeldrüsenentzündung bei Vögeln ist im wesentlichen dasselbe, wie die eben geschilderte Analdrüsenentzündung. Die Bürzeldrüse ist eine vergrösserte Talgdrüse; mit ihrem Inhalte, welchen die Vögel mit dem Schnabel auspressen, ölen dieselben das Gefieder ein. Durch Verschluss der Mündung kommt es zur Retention des Inhaltes, zur Entzündung der Umgebung, die sehr schmerzhaft ist und mit Fieber verläuft. Ich habe schon häufig den Inhalt eiterig gefunden und die Umgebung hochgerötet gesehen.
Die Prognose ist günstig.
Therapie: Eröffnen mit feiner Lancetto oder einer scharfen Nadel und Einreiben mit Borsalbe.
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Erkrankungen der Wirbelsäule.
Litter a tur: Köpkc, Verwachsungen d. Wirbelsäule 1). Pf. Mltt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Roioff 1875, p. 152. Jansen, Enclimidrom i. d. Wirbels, d. IT. Aroh. f. Thk. 1881, p. 211. #9632; Kr ei sing, BUokenmark v. Kaninchen u. Hund. Virch. Arch. 102. Bd., 2. Heft. Tierarzt 1886, Nr. 1. Burk-hardt, Scoliose. Cbl. f. Chir. 188G, p. 371. Pütz, Verbicgungen der Wirbels, b. Haustieren. 1). Ztschr. f. Vet.-Med. 1887, p, 101. Alb recht, Ursache der Scoliose, Cbl. f. Chir. 1887, p. 41.
Bildungsanomalien und Geschwülste.
Zu ersteron Erkrankungen gehören die Spina bifida, auch Hydrorrhachis, zu den Geschwülsten die Sakralgeschwülsto
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Erkrankungen der Wirbelsäule.
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Beide Fälle sind für die tiorärztliclie Therapeutik bis jetzt bedeutungslos, so dass nur die Diagnose in Frage kommt. Die Spina bifida besteht in einer cnibrionalen Spaltung des Wirbelbogens meist in der Gegend der Lendenwirbelsiiulo. An dieser Stelle ist das llückenmark ebenfalls derart missbildet, class der lliickenmarkskanal mit dieser Spalte in den Wirbeln derart kommuniziert, dass die Rückenmarks-flÜBsigkeit zwischen derselben nach ausson treten und dortsolbst Cysten bilden kann, welch letztere auf Druck schwere Ilückenmarksorschein-ungon, auf rasche Fröffnung sofortigen Tod bedingen. Beim Menschen worden diese (Jysten sehr langsam mit feinem Troikart entleert und nnohher Jodtinktur injiziert. Da aber bei der Spina bifida in der Regel vorhandene Bildungshemrnnngen mit verbunden sind, so werden die Tiere meist nicht zur tierärztlichen Besichtigung gelangen. Als Sakral-gcschwülste werden Geschwülste von verschiedener Grosse bezeichnet, in welchen sich häufig Haare, Knorpel, Zähne etc. befinden, die sich aber von den Dermoidcysten unterscheiden. Fs wurde angenommen, dass die Sakralgosch wülste eine Art Doppelbildung seien, dass ein zweiler nicht zur Entwicklung gekommener Fötus die Geschwulst darstelle, oder dass es sich um verirrte Keimequot; wie bei den Dermoid-goschwiilston, aber mit anderer Ausbildung handle. Diese Geschwülste gehen beim Menschen in der Regel gestielt in die Tiefe.
Bedeutungsvoller als diese genannten Bildlingsfehler, welche hauptsächlich der quot;Vollständigkeit wegen angeführt wurden, sind die Wirbelgeschwülste: Carcinomo, Sarkome, Aktinomykome etc., aber auch diese sind meist weder einer Diagnose noch Therapie zugängig, weil sie in der Regel gegen die Körperhöhlen wachsen.
Verletzungen und Frakturen der Wirbelsäule (s. Seite 277 ff.).
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Verkrümmungen der Wirbelsäule,
Man unterscheidet a) eine Biegung nach oben = Kyphose, b) Einbiegung der Wirbelsäule nach unten = Lordose und c) eine Biegung zur Seite = Skoliose. Pütz giebt an, dass er alle Ter-biogungen, welche an der menschlichen Wirbelsäule vorkommen, auch an der des Sohweineskeletts gefunden habe. #9632; Albrecht teilt mit, dass die Skoliose unter allen Wirbeltieren nur bei Säugetieren und Vögeln vorkommen könne. Die Skoliose sei a) eine normale, welche durch die embrionale Lage der Blutgefässc bedingt werde. Durch die Sub-clavia, welche embrional reines arterielles Blut erhält, wird beim Säugetier die rechte Seite besser ernährt, sie entwickelt sich stärker und es
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Krankheiten des Sehweifes.
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wird deshalb die Wirbelsäule nach rechts hinübergezogen. Bei Vögeln ist das umgekehrte Verhältnis. Es besteht somit bei Säugetieren eine normale Skoliose nach rechts und bei Vögeln nach links, b) Die pathologische Skoliose sei nur eine Weiterentwicklung der normalen. Jede Biegung der Wirbelsäule an einer Stelle wird durch eine Gegenbiegung an einer anderen Stelle kompensiert. Als häufigste Ursache der pathologischen Vorkrütnmungen ist die Rachitis anzuführen. Es kann jedoch auch durch mechanischo Vorkommnisse an einzelnen Wirbeln, und durch Tumoren, eine Verkrüininung mit Einknickung, wodurch dieselbe charakteristisch schräg zulaufende Flächen erhält, eintreten. Eine Therapie gegen diese Krankheiten ist in der Tierheilkunde vorerst nicht vorhanden.
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Erankbelteu des Schweifes.
Sterzwurm.
Lltteratur: Willburg, Sterzseuche. Krankli. d, R. 1770, p. 122. Veteri-narius oder theoret.-pniltt. Unterricht etc. 1779/80. Gerike, prakt. An-leit. etc. Ryohner, Bujatrik, 1. Aufl. La ab on der, theoret.-prakt. Hdb. d. Thk. Erfurt 1803, p. 30, 415. Spohr, Veteriniirisches Ildh. Ntirnl), 1809. Tsoheulin, t^ber Bindviebseubhen. Karlsr. 1813. Rith, Kurz-gefasst. Unterricht etc. Leipzig 1822. Roblwes, AHh1. Viehar/.neibuch. Bcrl. 1822, 9. Aufl. B u s c li , System d. Tierlieilk. .Marburg 1822. Willburg, Die Krankheiten d, Rindviehs, Js'ürnb. 1823. Rover, Der Kuhhirt. Magdeb. 1824. A m m o n , Allg. Vieharzneibueh. 1822. Ziller, Sterzwurm. Krankh. d. R. 1831, p, 27. Walch, Unterricht für Schäfer. Marburg 1840. Hering, Spec. Pathol. u. Therap. Stuttg. 1849. Heusinger, Die Milzbrandkrankheit. Erlangen 1850. By ebner, Bujatrik. Bern 1851, 3. Aufl. Kreutzer, Grundriss J. gesamten Vet.-Med. 1852. K o b b e , Wasserheilkunst. Wittenb. 18G2. R a u m e i s t e r , Rueff. Stuttgart 1803. Kobbe, A'etcrinairc ä Strassbourg. A n a c k c r , Der Tierarzt. 1804, p. 258. Miinclm. Klinik. Über Sterzwurm. Jhb. d. M, TzBoll, 1850, p. 43. Kaiser, Sterzwurm. Gurlt u, Ilertwig 1805, p. 430. Sil-vast und Columandor, Sterzwurm. Gurlt u. Ilertwig 1807, p. 324. Gallon, Sterzwurm in Finnland. Ibd. 1807, p. 324.
In früheren Zeiten sprach man von einer Sterzseuchoquot;, auch Sterzquot;, Schwanzfäulequot; oder Wolf, Bezeichnungen, welche für Krankheiten verschiedensten Charakters angewandt werden. Willburg führt z.B. an: Die Sterzseuche, auch jäher Blutbissquot;, ist eine wahre Lähmung eines oder mehrerer Teile, und wenn dieses Übel den Schwanz betrifft, so heisst man es Sterzseuche. Allmählich Hess man den Begriff Seuchequot; fallen und hielt bestimmte solitäre Erkrankungen des Schwanzes der Kinder unter dem Begriffe Sterzwurmquot; zusammen.
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574nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten des Schweifes.
Silvast und Columander haben den Sterzwurm als eine caries centralis vortobrarum caudaequot; bezeichnet; sie haben aber beobachtet, dass diese Krankheit seuchenhaft auftreten könne und teilen mit, dass in den 60 er Jahren in Finnland die Krankheit ungewöhnlich viele Tiere ergriffen habe. Im Beginne derselben war verminderte Getriinko- und Futtoraufnahme, geringere Milchsokretion. l'/s2 Zoll vom Schwanzende entfernt wurde die Haut aufgelockert, empfindlich, und oft bemerkte man, nachdem die Ilaare abgeschoren waren, kleine, rote, un-rogelmässige Flecken. Der Schwanz verlor seine Spannkraft^ hing schlaff herab, die Knochen fühlten sich wie mazeriert an. In seltenen Fällen ging das Leiden höher, bis hinauf zur quot;Wurzel, hier wurde dann auch das Allgemeinleiden bedeutender. Im Münchner Jahresbericht ist aus Karlsstadt in Unterfranken mitgeteilt, dass an Sterzwurm 80 Kühe erkrankt seien ; als Symptom ist Anschwellung des Schwanzes angegeben. Kaiser hat eine bedeutende Arbeit über Sterzwurm geliefert, in welcher er denselben nach Symptomen, Ursachen, Verlauf und Dauer sowie polizeilichen IMassrogeln darstellte. Kaiser sagt, dass diese Krankheit eigentlich als die tierärztliche ,.Seeschlangcu anzusehen sei, denn ohne es eigentlich zu wollen, widerlege ein Autor den andern, und wenn jemand das geschilderte Bild malen wollte, so müsste er ein unerklärliches Kuriosum entwerfen.quot; Model, der in einer Gegend praktiziert, woselbst der Sterzwurmquot; früher sehr viel behandelt wurde, schreibt an mich: Bei den Viehbesitzern in hiesiger Gegend hat der Glaube an den Sterzwurm bedeutend abgenommen. Es ist jetzt eine Seltenheit, dass dieser Name genannt wird, während vor 15 20 Jahren jedes Stück Rindvieh meistens die Kühe , welches abmagerte, nicht leicht oder überhaupt nicht mein' aufstehen konnte, und an dem unteren Teil des Schwanzes, an der Stelle, an welcher die Quaste beginnt, eine weiche Stelle zeigte, nach der Ansicht der Eigentümer mit dem Sterzwurm behaftet war. Ich selbst musste beim Beginn meiner Praxis bei einer grossen Zahl von Kühen den Sterzwurm nehmen, habe aber in den letzten 10 Jahren die Operation nicht mehr gemacht. 1; beiden pathologisch-anatomischen Znstand vermag ich (Model) nichts Bestimmtes anzugeben, da ich das Vorhandensein der Krankheit vorerst bestreiten möchte. Speziell hier und in nächster Umgebung sei, nach der Mitteilung von einsichtsvollen Landwirten, das Leiden früher häufig aufgetreten, seitdem aber ich hier bin, verschwunden. Behauptet wird von den Leuten, dass sich in dem Schwanz schlechtes Blut ansammle, welches nach aufwärts gehe und das Ilückenmark angreife. Sollte an dem Leiden etwas sein, so müsste es mir schon oft
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Geschwülste am Schweife.
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in die Hände gekommen sein, was aber nicht der Fall ist.quot; Diesem zweifelnden Berichte, welcher mit den Ansichten Kaiser's vollständig harmoniert, füge ich meine Erfahrungen bei. Ich habe an dem unteren Dritteil des Schwanzes bei Kühen -vielfach derart weiche Stellen gefunden, dass beim seitlichen Ringeln des Schwanzes derselbe an diesem Orte eine stärkere Biegung, fast eine Knickung, erfuhr, es schien beim Betasten, als ob die Wirbelknochen dortselbst fehlen würden. Beim Einschneiden habe ich jedoch niemals eine Blutansammlung dortselbst gesellen, dagegen habe ich mehrfach an dieser Stelle Geschwülste mit eiterig-jauchigem Zerfalle und ebenfalls ganz bedeutender Erweichung der Schweifwirbel dortselbst gefunden. Es fällt mir seit einigen Jahren auf, dass alle diese Tiere mit den verdächtigen Erscheinungen an der AYand standen und dass ich hauptsächlich im Sommer Gelegenheit hatte, dieselben zu sehen. Vielleicht wäre möglich, die Ursache auf ein Trauma zurückzuführen, dass die an der Wand stehenden Tiere beim Fliegenwehren stets wieder den Schwanz dort anschlagen oder dass besonders Ungeschickte beim Niederlegen denselben unter die Beine bringen und eine Zeitlang darauf liegen. Wie allerdings damit ein seuchenhaftos Auftreten, wie das von Finnland und München geschilderte, in Verbindung zu bringen wäre, weiss ich nicht.
Therapie: Es bestand die Übung, beim Sterzwnrm an der weichen Stelle dorsal einzuschneiden, ca. 510 cm. lang, die allgemeine Decke zu trennen und den vermeintlichen Wurmquot; herauszulrennen. Dieser weisso Fadenquot; ist aber nichts anderes als einer der zahlreichen sehnigen Fortsätze des oberen Schweifmuskels. (M. levator caudac brevis.) Tierärzte machon diese Operation nicht mehr. Anders aber müsste das Urteil lauten, wenn eingeschnitten würde, um oxtravasiertes Blut oder in Zersetzung begriffene Substanzen zu entfernen.
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Geschwülste am Schweife.
Litt or at urs Her twig, Htthnereigrosse Melanose a. Schweif. Gurlt u. Hartwig 1851, p. 498. Maus, Mohinoso unt. d, Schweife. Mitt, a. d, tztl. Pr. Hertwig 1860, p. 155. II a übner, Fihroid a. d. Schweifrübe h. Pf, Sachs. Jhb. 18G1, p. 59. Wulf, Aueurysrna a. cl. Schweifarterie ein. Kuh. Mitt. a. d. tztl. Pr. 18CC, p. 181. Celchowski, Kolossales Sarkom an der SchweilVübo b, Pf. Österr. Monalsschr. 1833, Nr. 1.
Mclanosen an der Schweifrübc sind besonders bei Schimmeln keine Seltenheit. Schimmel sogenannter kaltblütiger Schläge, haben nach meinen Erfahrungen weniger Disposition an dieser Geschwulstsorte zu erkranken, als sogenannte warmblütige Rassen. In einem Stalle mit
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576nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Verletzimg des Schweifes,
40 Percheronschimmeln ist seit Jahrzehnten noch kein Molanom beobachtet worden. Derartige Geschwülste können nur durch Exstirpation entfernt werden. Es ist zu warnen, ein Melanom dortselbst exstirpieron zu wollen, wenn os nicht absolut nötig ist. Es sind Erfahrungen vorhanden und ich habe auch eine solche, dass die schwarzfärbendcn Massen die ganze Schweifinuskulatur durchsetzen, so dass die erweichten kleinen Stellen wie eingcsprengelte gröbere und kleinere Pulverlaquo; kürnor von unregelmässiger Gestalt aussahen. Von einer vollständigen und erfolgreichen Exstirpation konnte gar keine Rede sein. Celchowski sah ein grosses Sarkom an der Schweifrübe des Pferdes auf ein Trauma entstellen. Dem Pferde waren, damit es rasch und ohne Peitsche gehen sollte, die Schweifhaare an der Rübe hoch- und festgebunden worden, da man aber 3 Tage lang vergass, diese Schniinmg loszumachen, so erfolgte nach dieser Zeit Erkrankung des Schweifes und innerhalb von 2 Jahren grossartige sarkomatöse Entartung, so dass Celchowski eine 9 Pfund schwere, kindskopfgrosso, jauchige, stinkende Geschwulst samt den übrigen Schweifteilen amputierte. #9632; Ein grosses Fibroid am Schweifansatze eines Pferdes, hart, knotig, zum Teil mit jauchigen Geschwüren, sich teils in den Mastdarm fortsetzend, exstirpierte Haubncr mit dem Messer, brannte dasselbe nachher mit dem Glüheisen und erzielte Heilung in 27 Tagen. Wulf hat ein Aneurysma an der Schweifarterie einer Kuh beobachtet. Das Tier hatte seit langer Zeit einen doppelt so dicken Schwanz, als dies normal gewesen wäre. Um-fassto man denselben mit der Hand, so fühlte man eine eigentümliche #9632;wallende Bewegung dos Blutes, gleichsam als wenn kochende Flüssigkeit dortselbst gewesen wäre. Durch Schlagen gegen die Fliegen entstand eine Berstung und grosso Blutung, welche Wulf mit Schwefelsäure zu stillen suchte, was auch gelang. Das Aneurysma verschwand nachher. Wenn auch in diesem Falle das Aneurysma auf Schwefelsäure verschwand, so dürfte doch zu empfehlen sein, ein solches an dieser Stelle mit Kompression zu behandeln. Es wird eine permeable Gummibindo 4 Stunden lang fest angelegt, nach dieser Zeit abgenommen und anderntags wieder 4 Stunden angelegt. Diese Behandlung wird fortgesetzt, bis das Aneurysma schwindet. Man lasse ja die Binde nie länger als 4, höchstens 5 Stunden liegen.
Verletzung des Schweifes.
Littcratur: Grosskopf, Brand (1. Schweif, b. Pf. Gurlt u. Ilertwig 1850, p. 127. Gurlt, Verletzung d, Schweifes b, Pf. Gurlt u. Ilertwig. Suppl. 1856, p. 54. Heck, Nekrotisches Absterhen des Schwanzes b. einer Sau.
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Verletzung des Schweifes.
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Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Rolo£f 1874, p. 180. 0 emier, Ein durch Ratten angefressener Kuhschwanz. Ibd. Roloff u. Schütz 1876, p. 122. Prietsob) Benagen des Schwanzes. Sachs. Jhb. 1884, p, 105.
Gurlfc berichtet, dnss ein Pferd am Schweife von einer Dreschmaschine erfasst wurde und dass die Haare mit einem grosson ITautstück bis auf 2 Zoll Entfernung #9632;vom After losgerissen wurden. Die eintretende Blutung war nur gering. Es erfolgte Heilung, aber der Schweifstummel blieb sehr empfindlich. Grosskopf sah infolge der Verwundung durch einen S c h w e i f r i e m e n und nach-herlgor Erkältung, grosso Anschwollung am Schweife, der Umgebung des Afters und der Scheide. Es erfolgte der Eintritt von Fieber, Sopthiimie und Tod. Oraler berichtet, er habe beobachtet, dass am Schwanzstumpf einer Kuh, die ruhig lag, acht Ratten nagten, welche in kurzer Zeit die Weichteile von den Schwanzwirbeln so vollständig auffrassen, dass diese sich loslösten. Solclio abgenagten Schwanz-wirbol hat Omler schon mehrmals angetroffen. Weder Umwickeln, noch Bestreichen mit Übelriechenden Substanzen half dagegen. Endlich wurden aus festem Leder Scheiden und diese mit Bandagen angebracht. ömler fügt noch an, dass die meisten Tiere des Stalles das Benagen des Schwanzes nicht duldeten, dass aber dasselbe nicht nur bei Rindern, sondern auch an Schweinen, Kühen, Schafen und selbst Pferden beobachtet worden sei. Ich habe gesehen, dass einem Wurf junger Schweine (8 Stück) durch Ratten sämtliche Schwänzchen bis auf ganz kurze Stnmmelchen abgenagt waren. Auf dem betreffenden Gute war von jeher Schweinezucht getrieben und man konnte sich nicht erinnern, dass früher schon einmal ein ganzer Wurf so verstümmelt wurde. Ab und zu fehlte wohl einem Ferkelohen das Schwänzchen, aber derselbe konnte auch von der Kosel abgetreten worden sein. Auch bei anderen, zu gleicher Zeit und später vorhandenen Ferkelfamilien waren die Schwänzchen nicht abgefressen worden. Absterben des Schwanzes einer Sau nach dem Ferkeln, beobachtete Heck. Benagen des Schwanzes bei einer Löwin beobachtete Prietscli in einem zoologischen Garten. Das Tier nagte so heftig, dnss es schliesslich Stücke abfrass. Prietscli machte eine Amputation, aber nacii 5 Wochen fing dasselbe abermals an zu nagen, sodass nochmals amputiert werden musste. - Dnss Hunde ihren Schwanz benagten, habe ich mehrfach beobachtet. Ich habe gefunden, dass nur die Amputation dagegen zweckmässig angewandt wird.
Wundschlagen des Schwanz end es bei deutschen und dänischen Doggen ist eine der unangenehmsten Krankheiten, Ich kenne Hoffmann, Tierärztlichq Cbirurglo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;37
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,quot;,78nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krampfzustände in den Schweifmuskcln.
wertvolle Humloziiclitoreien, die wegen dieses Leidens grossen Schaden erlitten. Die Tiere schlagen den langen, wie eine Schlange beweglichen Schwanz gegen eine Wand oder dgl. derart an, dass eine leichte Verletzung entsteht, er blutet etwas und es kommt violleicht zur gering-gradigen Infektion, Anschwellung und venöser Stase, dadurch zu dauerndem duckreiz, zu immer erneutem Anschlagen, fVischcm Bluten, zu chronischen Verdickungen und okzemartigen Zuständen. Wenn das Leiden hochgradig wird, führt der Juckreiz die Tiere zum Benagen. Salben-und Pflasterverbände, die ich anfangs dagegen anwandte, sind unzweck-mässig. Bei Verdicknngen schneide ich die Ilaare ab, rasiere dortselbst und setze 2 .'! Blutegel an, nachher bepinsele ich die kahle Stelle mit Kollodium und lege eine Gazebinde bis zur Schwanzwurzel hercin-gehend, an. Bei sorgsamer Arbeit ist es möglich, die oberen Bindentouren in die Ilaare einzunähen.
Ein solcher Verband muss leicht sein, denn sobald er schwer wird und das Tier belästigt, reisst ihn dasselbe ab. Es ist namentlich mitzuteilen, dass sogenannte Led ergesch irre, welche den Tieren angemessen und mit Kiemen um den Leib derselben festgeschnallt werden und bei denen der Schwanz in eine Lederscheide gesteckt wird, ganz nn-zweckmässig sind, weil die 'Here den beweglichen Schwanz sehr leicht herausbringen.
Verletzung des Pferdeschweites durch sogenanntes Schweifjucken, Blä schenau sseiila g, Schweifrosc, entsteht, weil in der Kegel das Tier infolge von Unreinlichkcit anfängt zu scheuern, dadurch die Haare abreibt, die Haut verletzt und nachher eine Infektion mit nachfolgender, rosiger Entzündung erfolgt. Je nach dem Stadium, in welchem die Krankheit sich befindet, sind die Erscheinungen verschieden. Die Therapie besteht in gründlicher Reinigung, Trockenhalten, Anwendung antiseptischer Mittel und Verband nach den Regeln der Ekzem-und Erysipelbehandlung.
Kranipfzustäiule in den Scinveiliniiskcln.
Litter at un Grimm, Elonisoher Krampf d. Schwanzes b. ein. Kuh. Sachs. Jhb. 1863, p. 85.
Grimm beobachtete bei einer Kuh, nachdem sie etwa vor 4 Wochen zum seehstenmale gekalbt hatte, dass der Schwanz von der Wurzel nach der Spitze .,schlangenartig geringelt und horizontal nach rechts und links bewegt wurde.' Ein Anfall dauerte je ca. 5 Minuten und kehrte im Laufe des Tages mehrmals wieder. Nach der nächsten Geburt hörton die Anfälle wieder auf. (Über Ausfallen und Ab-
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Chronisohe Lähmunquot;' dos Solivvcifes etc.
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b reclion dor ILiare am Schweife verweise ich auf den allge-meinen Teil dieser Chirurgie, über Englisieren und Koupieren des Bohwoifos und Schwanzes, auf die Operationslehre.)
Ghl'Ontsohe Liilnniiii^ tics Schweifes, der Binse und des Mastdarmes.
Paralysis caudae, vosicae et recti. (Hammclschwanz ) Neuritis chronica.
L i 11 c r a t u r ; D o 1 w n r t, Liilnming der Harnblase u. d. Mastdarmes. .Tcnirn. vet. raquo;elgiqnc 1846, p. 109. Dor. üb, Leist. i. Geb. d. Thk. 1846, p. 40. 11 y c h-u c r , Sterzwiiriu, liujatrik 1851, p, 204. S e li e 11 h a s o , Blasenlähnuing b.Pferde, Mitt. a. d. tztl. l'r. 1857, ]gt;. 79. (Gorlacli u. Leisering.) Schwarz-n eck er, Lälnmmg d. Soliwoifrute b. d. Stute. Mitt. a. d. tztl. l'r. 1864, p. 225. Wolff, Sohweiflfthmungb. Pferde. Ibd. 1867, p. 148. Köhne, Läbiuung d. Schweifes b. Pferde. Ibd. 1868, p. 1291, Schmidt, Lähmung d. Schwanzes b. Kiihon. Ibd. 1860, p. 128. Leisering, Ilyperplaeio des muscul. sphinkter ani iutornus b. Rind. Sachs. Vet.-Uer. 1877, p. 1. Friod-b erg er, HarnTerhaltung resp. Blasenlfthmung u. Blasenkatarrh. Jahresb, d. Miinch. Tzsch. 1876/77, p. 116. Friedberger, Paralyse d. Mastdarmes. Ibd, 1878, p. 7S). Gabbey, Mastdarm- u. Blasenlfthmung b. Pf. Mitt. a. d. Ml. Fr, 1878, p. 93. Blasenkatarrhbehandlung. Allg. Mod. Centralztg. 1886, p. 1462. Sublimatausspülungen. Centralbl. f. Mod. 188(J, p. 910. Diookerhoff, Lehrbuch d. Pathol, U, Therapie 1888, p. 855.
Das Leiden, welches in Nachstehendem beschrieben wird, besteht in einer klinisch deutlich ausgesprochenen Lähmung der hinteren Partien des Mastdarmes, der Blase und des Schweifes. Es sind bis zu einem gewissen Grade ganz ähnliche Erscheinungen wie die von mir beobachteten in der angeführten Litteratur mitgeteilt;
Schwarznecker beobachtete eine 14 Jahr alte trächtige Stute, welche ohne bekannte Ursache den Schweif wie gelähmt herabhängen liess, während sie vorher eine gute Schweiftriigcrin war. Nach ca. 1 Monat entstanden Schwierigkeiten in der Kotentleerung, Ansammlung desselben im Mastdarm. Der Urin Hess unwillkürlich ab, besonders beim Liegen. Nach und nach trat Atrophie an der Muskulatur des Beckens auf, die Empfindlichkeit war an den betroffenen Teilen gestört. Die angewandten Mittel, Glüheisen und Strychninsalbe waren erfolglos. Die Geburt ging regelrecht von statten, das Tier wurde neu belegt, allein 4 Wochen später traten die Lähinungserscheiimngen wieder särker auf und der Tod erfolgte bald. Die Sektion ergab nur Muskelentartung, Schell-haso hat folgenden Fall mitgeteilt: Ein 6jähriger Walluch zeigte plötzlich schwankenden Gang im Hinterteil, ohne dass die Ursache bekannt geworden wäre. Eis war grosse Erschlaffung des Schweifes und Kotanhäufung im Mastdarm zu beobachten. Nach 10wöchentlicher mühevoller Behandlung trat dor Tod ein. Die Sektion lieferte das
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580nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Chronische Lühmunpr des Sohweifcs etc.
Bild grosser Ausdehnung des Mastdarmes in den hintersten Partieen von ca. 3 Fuss Länge. Die Blasenwand verdickt. Das hintere Teil des Kiickenmarkes erweicht und mit trübem Serum umgeben,quot; Meer bat bei einem Pferde , welches einen Schlag auf das Kreuz erhalten hatte, gesehen, (lass das Kreuzbein mit der Scliweii'wurzel nach abwärts gesenkt war, das Pferd ging hinten gespannt, zeigte Schmerzen und konnte nicht selbst aufstehen. Der iMastdarm wurde gelähmt, ca. 8 bis it Zoll erweitert, die Excremente blieben dort liegen, bis sie mechanisch entfernt wurden, der. After stand offen und der Urin Hess von selbst ab, wenn man den Schweif in die Höhe hob. Nach 45 Tagen war noch derselbe Zustand und das Tier wurde getötet. Ein Sektionsresultat ist nicht mitgeteilt. Kühno wurde ein Pferd zur Behandlung übergeben, welches seit 14 Tagen an schleichender Kolik litt. Er fand den Mastdarm offen, vollgepfropft mit festem Kot, ca. 4 mal so viel, als sonst auf einmal entleert wird. Nach 4 Tagen wurden Läh-mungserscheimmgen im Hinterteil beobachtet, welche zunahmen. Der Tod erfolgte am (i. Tage. Bei der Sektion fand man vom 1). Kückenwirbel bis zum ersten Schweifwirbel zwischen der Pia muter und Arach-noidca ein bedeutendes Blutextravasat, das Rückenmark derber, rötlich grau. Mechanische Verletzung war nicht auffindbar. Delwart berichtet: Eine Stute war vor ,'! Wochen in kurzer Zeit dreimal rasch hintereinander gedeckt. Es erfolgte jetzt freiwilliges Ausfiiessen des Harnes, wodurch die Schenkel beschmutzt wurden und die Haare verloren gingen. Nach weiteren 3 Wochen traten auch Anhäufungen von Kot im Mastdarm auf. Durch Klysmen erfolgte jedoch Entleerung und nach 10 Tagea trat Besserung mit baldiger Heilung ein. (Die Therapie bestand in innerlicher Anwendung von Nux vomica täglich 4 gr.) Wolff teilt mit, dass sich ein Pferd unter dem Heiter überschlug, bald darauf Fieber bekam, der Gang wurde schleppend, der Schweif nur wenig bewegt. Untersuchung durch den Mastdarm ergab kein sicheres Resultat. Tags darauf war Anschwellung an der Kruppe vorhanden. Der Gang des Pferdes blieb schleppend, der Schweif konnte nicht von selbst bewegt werden, das Tier wurde als unheilbar getötet und es fand sich bei der Sektion Bruch eines oberen Schweifwirbels. Gabhey übernahm ein Pferd zur Kur mit folgendem Vorbericht: Seit einigen Wochen bestehe erschwertes Absetzen von Kot, grosses Drängen und Stöhnen. Er fand dass der Mastdarm manuell entleert werden niusste. Nach 5 wöchentlicher Behandlung mit dem Baunscheidt-schen Lebenswecker trat Besserung ein, die aber nicht anhielt. Das Pferd starb und bei der Sektion wurden mehrere hühnoreigrosse Ab-
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Clironischc Lähmung des Schweifes etc.
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scosso in dor Niihe dos Mastdarmes gefunden. Friedbcrger nalim in die Klinik eine 15 Jahr alte Stute auf, welche erst seit einigen Tagen gekauft war, die ganze Zeit aber noch keinen Kot abgesetzt hatte. Er fand: Leichtes Fieber, grosso Trommelsucht, geringe Perllaquo; staltlk, der Appetit war verzögert. Das Tier hielt den Schweif etwas gehoben, und inachte grosso Anstrengung zur Defiikation. Der After war kegelförmig hervorgetriehen, das Eingehen mit der Hand wogen fest angestauter Kotmassen erschwert. Der in grosson Mengen entleerte Kot war hart und trocken. Die Mastdannwand links oben, rauh, höckerig, schwielig, der Mastdarm sehr ausgedehnt. Es wurde nachträglich festgestellt,, dass beim selben Pferde vor ca. 5 Monaten ein Polyp aus dem Mastdarm entfernt wurde. Es konnte keine Heilung quot;von der Paralyse erzielt werden. Bei einem zweiton Pferde wurde mitgeteilt, dass es seit 8 Tagen keinen Kot entleere. Die Kotmassen waren trocken, reichlich, wurden mechanisch entfernt. Der Harn war sehr sediinontreieh. Es trat der Tod ein. Bei der Sektion fand man I'/l' kg. Griesmasse in der Blase und die Wand derselben verdickt. Ton der Dresdener Tierarzneischule ist mitgeteilt, dass eine 3/4 Jahr alte Kalbin schon seit 8 Monaten Anschwellung des Afters besitze, dass Schmerziiusserungen beim Liegen erfolgen, Unruhe, ab und zu leichte Koliken, Schmerz beim Kotentleeren und nicht selten Diarrhöe entstehe. Der After ist kugelig hervorgedrängt, die Haut darüber gespannt, aber nicht fest verwachsen. Unter ihr geht eine körnig derbe Masse tief in die Beckenhöhle. Die Schleimhaut des Mastdarms erscheint normal. Die Geschwulst bestellt aus einer Hyperplasie des Sohliessmuskels. Bei Bindern treten noch Krankheiten auf, bei welcher einzelne Symptome mit den hier in Frage stehenden Übereinstimmen^ Über die von Kaiser so gründlich zum Tode verurteilte Sterzwurmseuche'' ist ein besonderer Abschnitt vorhanden, Von Krankheitsbildern, die unter dem Namen ,.Sterzwu-rmquot; beschrieben sind, passen einzelne Fälle ganz gut bieher. Wir verweissen auf die speziellen Schilderungen und führen statt vieler 2 Fälle an von Schmidt. Die Kühe waren anscheinend gesund; ohne bekannte Ursache wurden ihre Schwänze gelähmt. Dieselben hingen bewegungslos über dem After, mit der Hand liossen sie sich jedoch sehr leicht von der Wurzel aus nach allen Richtungen hin bewegen, Einstiche in dieselben wurden nicht gefühlt. Im weiteren Verlaufe magerten die Sitzbein- und Kreuzbeinpartien ab, so dass das Kreuzbein und die Schwanzwurzel ausser-ordentlich hoch zu liegen schienen. Auch der Gang war im Hintorteil etwas steif. Die eine der Patientinnen wurde durch scharfe Einreib-
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582nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Chronische Lähmung dus Schweifes etc.
ungen vollständig gehoilt, bei der anderen blieb sogar das Striclifeuer ohne Erfolg. Das Tier wurde gesohlaohtot und bei der Sektion fand Sobtnidt, .,dass an der cauda equiQft die einzelnen Stränge nicht zu unterseheiden waren, sondern dass die schlaffe liückenmarkshaut das Ganze locker umschloss, und dass dortselbst eine kleine Äfengo gelb-sulziger Massequot; vorhanden war. Die Wirbelkörper waren normal. Es sind absichtlich auch solche Fälle mitgeteilt, welche nur dureb ein oder einige Symptome eine gewisse Ähnlichkeit mit den hier mitzuteilenden haben, um auch in differentialdiagnostiscber Weise die in Frage stehende Krankheit zu präzisieren. Es ist mit den zu beschreibenden Fällen als identisch oder sehr ähnlich anzusehen, beim Pferde: die von Schwarz-necker Schellhase Köhne beim Kinde der Fall von Schmidt. Als nicht identisch, sondern nur durch ein oder einige Symptome ähnlich sind alle diejenigen anderen, welche durch ein Trauma, eine Neubildung, Abscess oder Hypertrophie der Muskulatur entstanden sind. Es gehören für die ausgebildete Krankheit säintlicbo Symptome: Lähmung des Schweifes, des Mastdarmes und der Blase zusammen.
Dieokerhoff beschreibt einen Fall in seiner i'hathologie und Therapie unter dem Titel: Mastdarnilähmung, Paralysis rekti,
Bei diesem von Dieckerhoff beobachteten Falle ist ein klinisches Symptom auf welches wir als diagnostisch chnrakteristisch mit den übrigen Erscheinungen hohen Wert legen - nicht genannt, näinlicb die Schweiflähnmng. Allerdings ist dieselbe nur sehr auffallend, wenn das Pferd im Schritt und Trabe vorgeführt wird.
Der Name Hammelschwanz ist für diese Krankheit sehr bezeichnend. Denn thatsächlich baumelt der Schweif eines derart erkrankten Pferdes beim Gehen im Schritt und besonders im Trabe, wie ein langer mit Wolle bewachsener Schwanz eines fetten, etwas schwerfällig gehenden Hammels.
Die Krankengeschichte, die hier mitgeteilt werden soll, ist folgende:
Am 22. November wurde hiesiger Klinik ein Pferd überbracht unter der Angabe, das Tier könne schon seit 8 Tagen weder Kot noch Harn absetzen. Der Kot müsse durch Klystier oder mit der Hand entfernt werden, der Harn tröpfle in geringen Mengen und öfters, der Schweif hänge gelähmt herab. Das Pferd war in tierärztlicher Behandlung. Status präsens: liappwallacb 6 Jahre alt, mittelstarker Normänner, gut genährt und gepflegt. Das Allgemeinbefinden scheint ungetrübt. Das Tier ist lebhaft, aufmerksam, tritt auf Zuruf zur Seite, blickt munter, Futter- und Oetränkeaufnahme sind gut. Weitere Untersuchungen der Atmungs- und Zirkulationsorgane ergeben keine nachweisbaren Veränderungen. Der Schweif ist am oberen Ende etwas
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Chronische Lähnuinff des Schweifes etc.
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aufwärts gedrückt, bei dessen Zurseitennlime drängt sich der mit Kot stark gefüllte After wie eine Halbkugel hervor, es besteht kein voll-kominenei' Verscliluss, sondern einige Kotballen sind sichtbur. Angewandtes Glycerinklystier ist erfolglos, weshalb der Mastdarm mit der Hand entleert wird. Der Kot ist sehr trocken, höchst übelriechend und es wird eine Menge, die von 45 ausgefallenen Entleerungen sich angesammelt haben mag, entfernt. Nach der Entleerung fühlt man den Mastdarm sehr weit, schlaff, faltig. Vor dor Teilungsstello der Aorta wird eine eigrosso Ausbuchtung gefühlt, (welche aber später nicht mehr beobachtet wird), Die Untersuchung der äusseren Verhältnisse an der Kruppe ergiebt etwas niedrigere Temperatur als an der Haut der Umgebung. Der Schweif ist, ohne dass der geringste Widerstand seitens des Tieres beobachtet wird, in jede beliebige Lage und Krümmung zu bringen, soweit dies die anatomischen Verhältnisse gestatten. Beim Überbiegen nach oben tritt ein leichtes Unbehagen ein, das Pferd trippelt, hobt den Kopf, ohne jedoch den Schweif selbst anziehen zu können. Die Sensibilität ist vermindert, am After und dem Schweife fast aufgehoben, in der Umgebung tritt sie allmählich ein. Entlang der Wirbel und etwas zur Seite ist die Sensibilität in geringerem Grade zugegen wie in der Umgebung. Die stark angefüllte Harnblase lässt auf Druck in unrogolmässigeni Strahle Harn ausHiessen, ein Ausschachten findet dabei nicht statt. Bei der Bewegung ist sehr deutlich wahrnehmbar, dass das Pferd jede Direktion über seineu Schweif verloren hat. Derselbe hängt gerade herab, schwankt und baumelt hin und her und namentlich im Trabe tritt dieses Schwanken so deutlich auf, dass jedesmal beim Hin- und Zurückschwingen ein Bogen concav nach aussei! gebildet wird. Eine Stelle, welche sich etwa durch eine mechanische Einwirkung verändert zeigen würde, ist nicht auffindbar.
Ordiniert werden Klysmen, Bedecken, 1 Flasche Hunjadywasser und kalte Begiessungen des Hinterteiles. Über Nacht sammelten sich so viele Kotmassen in dem Mastdarme an, dass Kolikerscheinungen auftraten. Die vielfach angewandten Glycerin-, Wasser- und Seifen-klystiere waren vollkommen erfolglos. Es mussto der Kot täglich mehrmals mit der Hand entleert und die Blase mechanisch vom Mastdarm aus oder durch Katheter entleert werden. Nach einigen Tagen glaubte man etwas Besserung zu entdecken, namentlich wurden während und kurz nach angewandten kalten Begiessungen, reichlich Gase mit Geräusch entleert, auch der Harn wurde einigemal in schwachem Strahle aber ohne dass dazu Ausschachten erfolgt wäre, abgegeben. Am 28. glaubte man, dass nach angewandten Kaltwasserinfusionen in den Darm
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Chronische Lähmungf lt;ißs Schweifes etc.
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die Kontmktionon dos Mnstdarmes etwas weiter nach hinten rücken würden. Zu einer willkürlichen Entleerung von Kot kam es aber nicht. Es inussto täglich mehrmals mit der Hand entleert werden, Am 9. Dezember ist der Harn stark f'adenziehend, dunkel, enthält Schleimflocken. Mikroskopisch sind viele Plattenepithele, Eiterzellen und eine grosse Menge von oxalsanrem Kalk nachzuweisen, Chloride und Phosphate sind in normalen Mengen, Eiweiss und Gallenf'arbstoffe gar nicht zugegen. Reaktion stark alkalisch. Ordination : Kohlensaures Lithion 'A gr. Bittersalz 20 gr. Die Untersuchungen des Harnes werden täglich fortgesetzt, ziemlich regelmässig finden sich am Tage nach den Lithiongaben keine Oxalsilurekrystalle. Die Earbo des Harnes ist sehr wechselnd. Am 19. Jan. tritt bei sonst gleichbleibendom Befinden Eiweiss im Harn auf, welches am 20. Jan. nach Esbach schon in Mengen von 15% ausgeschieden wird. Die Ordination und die Behandlung des Tieres ist zwar höchst sorgsam, es werden die gegen Lähmungen und Blasenleiden empfohlenen iMittol in passendem Wechsel angewandt. Statt Besserung tritt aber zunehmend Verschlimmerung ein. Das Tier wird traurig, hat woniger Appetit, die Kruppenmuskulatur wird auffallend magerer, das Haar glanzlos und beim Gehen fällt eine gewisse Steifigkeit des Hinterteiles mit leichtem seitlichen Schwankon zur Seite auf. Fieber trat über die ganze Zeit nicht auf. Am 10. Jan. wurde das Pferd als unheilbar an den Pferdeschlächtor verkauft und die hinteren Partieen zum Zwecke der Sektion ausbedungen, bei -welcher mit Bestimmtheit eine grobe traumatische Einwirkung ausgeschlossen werden konnte. Dagegen landen sich chronische Veränderungen an der Mastdarm- und Blasenschleimhaut, am Bückenmark und in der Muskulatur.
Diffcrentialdiagnostisch kommen in Betracht; Frakturen der Beckenknochen oder der hinteren Partie der Wirbelsäule, Abscesse in der Lendenmuskulatnr oder den Wirbeln bis zum Rückenmarke, Geschwülste, welche Mastdarmlähmung vortäuschen.
Aetiologie: Die eigentliche Ursache des Haminelsschwanzes ist. als eine Neuritis ascondens aufzufassen. Durch gewisse chronische Prozesse erkranken die Nervenstränge, deren Achsenfadon gegen das Rückenmark fortschreitend erkrankt und schliesslich das Bückenmark selbst verändert. Es erfolgt Atrophie, Narbenbildung und Narbenkontraktion. Die .Möglichkeit muss zugegeben werden, dass eine oder die andere der genannten Erscheinungen nicht vorhanden ist, so kann z. B. auf chronische Harnblasenentzündung, chronische Mastdarmerkrankung chronische Peritonitis, aber auch auf Trauma, wenn besonders etwas Schweres einwirkt, wenn es zu ausgebreiteten Quetschungen kommt,
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Krunkhciton der Harn- und Geschlechtsorgane.
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wenn ein Pferd beim Bescliiilukte niedergedrückt wird oder mit einer Stange etc, gescldngen wird, oder durch Kallusbildung, wodurch die Nerven gedrückt werden eine Neuritis acuta einsetzen, welcher eine Neuritia chronica produetiva folgt. quot;Während dieses Prozesses kommt es zu verschiedenen exsndativjßn und zelligon Bildungen und schliesa-lich zur Schrumpfung, wodurch klinisch Schwankungen im Befinden eintreten. In hochgradigen und ausgebildeten Fällen werden zwar alle Erscheinungen: Mastdarm-, Blasen- und Schwoifiiihmung eintreten, er-stere können allein auftreten, während mit Schweifli'iiimung nach meinem jetzigen Wissen rcgolmiissig Blasen- und Mastdarmlähmung vergesellschaftet ist.
Prognose: In ausgebildeten Fällen ungünstig. Im Anfangsstadium der Krankheit kann es möglich sein, den Prozess zu eoupieren. Die rasche Erkennung ist von wesentlichem Einflüsse,
Therapie: Möglichst jeden an den genannton Teilen einsetzenden Prozess rasch zur Heilung bringen. Verletzungen ohne Eiterung zu heilen suchen. Harnblasenentzündungen rasch bekämpfen, Abscesse etc. entleeren und durch die Möglichkeit des Abflusses den Beiz zur Neuritis aufheben. Vielfach wird schon durch Entfernung dieser Ursachen eine bereits bemerkbare Lähmung wieder aufgehoben werden. Aussei' einer Behandlung derjenigen Stelle, von der anzunehmen sein könnte, dass hier die Lähmung entstand, ist auf das Nervensystem und das Kückenmark direkt einzuwirken durch erregende und belebende Mittel: Anwendung hautrötender und hautreizender Mittel, Elektrizität und kalte Begiessungen. Innerlich werden nervenbelebende und erregende Mittel verabreicht.
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Krankheiten der Hain- und Oesclilechtsorgane.
Krankheiten der Vorhaut,
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Krankheiton der Harn- und OesohloohtBOrgane,
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1882, p. 180. Esser, Sarkom a. Schi. b. Pf, llololf u. Seh. 1883, p. 49. Van Wal! end ae, Paraphimoso b. ein. Pf. Bull. bclg. IV, vol. 1, p. Cl.
Bei den Erkrankungen der Vorhaut (Präputium) der Haustiere ist besonders zu berücksichtigen, dass die dorsale Flüche des Penis am Bauche entlang anliegt und nicht im Bogen nach abwärts umgeschlagen ist wie beim Menschen. Es ist daher die Vorhaut auch nicht von der allgemeinen Docke des Bauches getrennt, sondern dieselbe überzieht als eine Falte den Fenis. Nur beim lliindo ist die Trennung der allgemeinen Decke des Präputiums von der Mündung her eine kloine Strecke von der Bauchhant vorhanden. Die Folge dieser Lngo ist, dass bei Haustieren nicht nur die Eichel vom Präputium überzogen ist, sondern der Penis ist fast in seiner ganzen Länge bis gegen die Hoden hin mit Schleimhaut umgeben, somit die Präjnitialscldeimhnut in weit grösseren Flächen zugegen.
Aus diesem Grunde haben auch die Vorhauterkrankungen der Tiere eine grössere Mannigfaltigkeit und tiefere Bedeutung für den Organismus. Wir besprechen in der Reihenfolge: 1) Verletzung des Schlauches, 2) Entzündung der S ohlauoh8oh 1 eimh a u t, Tripper, Raum schlauch, 3) Smegma s t ein e, 4) Östruslarven im Schlauche, 5) Geschwülste am Schlauche, G) Neubildungen, 7) Phiiuosis und Paraphimosis.
Verletzung des Schlauches.
Aetiologie: Es ist von Haubold angegeben, dass ein Pferd, während des Ziehens einer schweren Last auf eine Blochschanfel trat, deren Stiel emporschnellte und in den Schlauch eindrang, das Tier wurde dadurch sehr unruhig, schlug und bäumte sich, drückte dadurch den Stiel immer tiefer in dor Richtung der Rute und durchsliess schliesslich noch den Schliessmuskel des Afters. An der Lyoner Tier-arznoiscliule wurde eine bedeutende Schlauchverletzung eines Pferdes durch den Hufschlag eines anderen beobachtet. Beim Ochsen sah Späthe Präputialverletzung durch das Eindringen eines Besenstieles. Absichtliche Verletzungen bei Operationen sind ziemlich häufig.
Klinisches Bild: Wenn die von den äusseren Schamarterien stammenden Schlaucharterien vorletzt werden, kann eine ziemlich starke Blutung erfolgen, welche unter Umständen zur Bhitansammlung und Gorinnung mit nachfolgender grosser Anschwellung der Vorhaut führen kann. Der Schmerz ist ziemlich bedeutend, derselbe wird verstärkt, wenn Fremdkörper eingedrungen sind und feststecken. Behinderung der Harnentleerung, Ansammlung von ilarn im ilarnrohr und der
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liSSnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiton dor Harn- und Geschlechtsorgane.
Vorhaut kann eintreten. In dein von Lyon mitgeteilten Falle war eine monströse Anschwellung nach der Verletzung eingetreten und es fanden sich daselbst 1416 Pfund geronnenes Blut angesammelt. Sjiät beobachtete zur grosseu Anschwellung noch Harnverhaltung und nach erfolgtem Einschnitte entleerte sich aus dem infiltrierten Zellgewebe der Vorhaut ca. 4 Quart Harn, auch starb in der Folge eine llautHiicho von ca. l'/s Quadratfuss ab,
Prognose: Im allgemeinen günstig, da bei einfacher Schlauch-vorlotzung das Leben kaum bedroht wird. Nur wenn grössere Zer-reiasungen mit Komplikationen zugegen sind, ist die Prognose vorsichtig zu stellen.
Therapie: Entfernung von Fremdkörpern. In dem von Hau-bokl beschriebenen Falle brach der eingedrungene Stiel beim Ausziehen ab. Erst nach 3 Tagen wurde das Tier niedergelegt und der Stumpf entfernt. Trotzdem erfolgte Heilung in einigen Wochen. Blutstillung eventuell Entfernung des angesammelten Blutes, gründliche Peinigung mit antiseptischen Lösungen, eventuell Entleerung von gestautem Harn und folgende Auswaschungen sind angezeigt. Sorge für HarnabHuss, Drainage, Nähen, Verschluss mit Jodoformkollodium und Verband ist angezeigt. Da wegen der Harnentleerung, der übrigen anatomischen Verhältnisse und der Unruhe der Tiere ein Verband Schwierigkeiten veranlasst, und namentlich, nachdem er etwas gerutscht ist, beim Harnen verunreinigt wird, so habe ich mehrfach, mit befriedigendem Erfolge, beim Hund ein dickes Drainagorohr in den Schlauch eingelegt, an der Mündung festgenäht und durch den Verband nach aussen geführt, so dass hierdurch eine Entleerung des Harnes möglich war. Das Drainagerohr muss entsprechend dick und mit sehr starker Wand versehen sein. Dasselbe wird, soweit es im Schlauche liegt, gefenstert oder es bildet dortselbst nur eine Kinne.
Entzündung der Schleimhaut des Schlauches, der Eichel und des Penis, Eicheltripper, Balanitis; Vorhauttripper.
Fast sämtliche älteren männlichen Hunde leiden an diesem Übel. Es besteht in eine)' katarrhalischen Affektion der Schleimhaut, am bedeutendsten an der Stelle, an welcher die Schleimhaut des Schlauches in diejenige des Penis übergeht. Auch andere männliche Tiere sind nicht selten mit Tripper behaftet, jedoch hat derselbe hier besondere Namen erhalten (vorgleiche Kannischltiuch). Das Trippersekret ist bei Haustieren nicht spezifischer Natur, somit nicht ansteckend. Der Tripper wird bei Haustieren auch nicht durch Coitus übertragen.
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Kranklioiten der Harn- und Gescldechtsorgane.
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Aetiologie: Das reichlich sezerniorte Sinegma wird zersetzt und reizt die Schleimhaut, ferner durch die Reizung, welche namentlich bei solchen Hunden und anderen Tieren entsteht, deren Ilaare, sogenannte Pinsel, welche um die Mündung dos Schlauches stehen und die etwas länger als die übrigen gebildet sind, durch AbflUBS des Sekretes verkleben und mangelhafte Harnentleerung verursachen, wodurch ebenfalls Reizung der Schloimhaut eintritt, sodann führt zur Erkrankung: Staub, Unreinlichkoit und Onanie, letzteres besonders bei Hunden und Affen, aber auch bei jungen Stieren.
Klinisches Bild: Das reichlicher abgesonderte Sekret ist eitrig, grünlich gelb, tliesst in dicken, die Pinsclhaare verklebenden Tropfen ab, besonders auf ausreichenden Druck von hinton her gegen die Mündung tritt das Sekret in grösscren Mengen hervor. Wird der Schlauch zurückgestroift und der l'enis bis zur Umbiegungsstelle der Schloimhaut freigelegt, so findet man namentlich in dem genannten hintersten Teile eine reichlichere Ansammlung von Sekret, die Schleimhaut ist dort etwas geschwollen, die Follikel treten hervor und verleihen der Oberfläche ein gekörntes Aussehen, Höhere Empfindlichkeit ist zugegen. An der Mündung ist in der Hegel die Schloimhaut höher gerötet. In Einzelfällen kommt es zur geschwürigen Entartung, und die ganze quot;Vorhaut schwillt an. Je nach der Höhe des Prozesses ist das Allgemoinbefindon der Tiere weniger odor mehr gestört. Es giebt auch beim Hunde recht bösartige Tripper, welche zu fanstgrossen Anschwellungen, Geschwüren und sogar tödlichem Ausgange führen. Sio-damgrotzky hat bei einem 5 Jahre alten Jagdhund beoaohtet, dass seit einigen Tagen Abnahme der Munterkeit und des Appetites eintrat, hierauf folgte Fieber, bedeutende Anschwellung am Präputium, dem Scrotum, später auch an den Leistendrüsen. Die Verschlimmerung änsserte sich durch Hinfälligkeit, Odombildnng am Bauche und Vermehrung der weissen Blutzellen. Der Tod erfolgte am 40ten Tage. Diese letal endigenden Fälle sind jedoch glüeklicherweiae eine grosso Ausnahme. Die meisten Tripper des Hundes sind einfache, ohne Komplikation bestehende.
Prognose: Tripper des Hundes ist im allgemeinen günstig zu prognostizieren. Die meisten derselben heilen von selbst, oder bestehen in geringem Grade unschädlich weiter. In Fällen, in denen tierärztliche Hilfe gewünscht wird, ist der Znstand in der Regel schon vorgeschritten und es ist die Prognose je nach dem Zustande entsprechend vorsichtig zu stellen. Die Heilung gelingt in der Regel leicht, da das Sekret auf passende Behandlung rasch vermindert wird.
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500nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Harn- und Gosohlochtsorgane.
Therapie: Reinlichkeit, Ruhe, Milchdiät sind in erster Linie zu empfehlen. Die lokale Behandlung besteht in Einspritzungen von ad-stringierontlen und desinfizierenden Mitteln: 0,5 bis 1% Höllenstcin-losiingon, Zinksulfat 180/o)-Borsäure 4%, '/2% Tanninlösung in Rotwein ist sehr wirksam. Die Einspritzungen werden derart gemacht, dass das stumpfe Kaniilenendo an die Mündung des Schlauches angesetzt, mit der Hand die passende Yoreinigung unterstützt und die Flüssigkeit möglichst erwärmt eingespritzt wird, bis der Schlauch vollkommen angefüllt ist. Jetzt wird die Spritze entfernt und der Schlauch etwas geknetet, gewalkt, so class eine vollkomnieno lieinigung im Innern entsteht, hierauf liisst man die sehr trübe gewordene Elüssigkeit langsam abfliessen und wiederholt diese Prozedur einigemal bis keine Trübung der Elüssigkeit mehr eintritt. Folgekrankheiten des Trippers, Anschwellungen, Geschwüre etc. werden, wie im folgenden Abschnitt angegeben ist, behandelt.
Vorhautentzündung, Schlauchgeschwulst, Raumschlauch,
Die Krankheit kommt nach seitherigen Litteraturmitteilungen nur beim Rind, Schaf und Schweine vor.
Es sind mehrere Prozesse unter diesen Bezeichnungen vereinigt und Rychnor hat schon eine heissc, entzündliche und eine kalte, nicht-entzündliche Form unterschieden. Er macht namentlich aufmerksam, dass vielfach die Nabelentzündung mit der Schlaucherkrankung verwechselt werde, da man in vielen Gegenden beide Teile nicht scharf trennt. Der Raumschlauch heisse in einigen Gegenden Nab eise erquot;, nach Lanotte auch Mietenquot;. Zweifellos scheint mir, dass die Anfänge dieser Krankheit in einem Vorhauttripper bestehen, welcher verschiedene Ausgänge verursacht. Beim Schafe ist sogar eine ansteckende Form beobachtet. Diese exklusiven Herdetiere haben überhaupt besondere Disposition zu Herdekrankheiten und ich erinnere nur an die bösartige Klauenseuche derselben, welche ebenfalls bei keinen anderen Klauen-trägern so vorkommt. Warum gerade Rinder, Schafe und Schweine zu diesen ganz ausscrgewölmlichon Folgen des Präputialkatarrhes neigen, scheint in der Anatomie begründet zu sein, denn ihre Yorhaut und Schleimhaut ist ziemlich lang und eng. Der Penis ist bei Kastraten his auf ein kleines Zipfelchen verschwunden, dazu kommt, dass diese enge Scheide in der Regel an der Mündung mit langen Haaren, dem Pinsel, besetzt ist und dass sich jederseits ein zitzenähtdicher Fortsatz befindet, welcher ein Driisenhäufchen enthält, das eine milchiilmliche Masse absondert. Anzuführen ist besonders, dass der mit Schleimhaut
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Krankheiten dor Harn- und Geschlechtsorgane.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 591
Uberkleidete Penis des früh kastrierten Kindes und Schafes von solcher Kleinigkeit ist, dass das Ganze nur wie eine kloine Eichel ist. Beim stärksten Ochsen nur etwa von der Grosse wie das erste Glied eines Klein-tingers, beim Schweine noch kleiner. Beim Schweine ist innerhalb der Schlauchhöhle und zwar in der Nähe der Mündung ein sackartiger doppelter Beutel, der Nabel beutel, der mit der Schlauchhöhle kommuniziert und eine talgähnliche mit Harn vermischte Masse enthält. Bei Wiederkäuern und Schweinen bildet sodann noch die Rute eine Sförmigo Biegung, welche aber hinter der Schleimhaut im lockeren Bindegewebe gelagert ist.
Aetiologie. Beim Rinde: Ziller sagt, dass der Raunischlauch entsteht, wenn das dort angesammelte Smegma sich zersetzt und reizt. Lanotte fand am Pniputium die Symptome der Entzündung und betont besonders, dass dieselbe bei Zuchttieren seltener sind als bei kastrierten. Rychner ist der Ansicht, dass durch Unreinlichkeit Entzündung entstehe, Ansammlung von Smegma und Sediment erfolge. Dietrichs beschuldigt Schrunden im Rriiputium. Gurlt fand Schlauchentzündung nach dem Eindringen einer Kornähre. Roldwes hält dafür, dass die Rute, welche infolge der Kastration ein schlaffes, elendes Ding werde, Gelegenheit zu reichlicher Ansammlung von Smegma gebe, der Haarpinsel an der Mündung des Schlauches werde beim Harnen durchnässt, verklebt und gebe Ursache, dass die im Schlauche aufgestauten Massen sich zersetzen und die Krankheit bedingen. Heller sagt: die Ursache ist mechanisch oder unbekannt. Durch sie entsteht ein Reiz an der Mündung des Schlauches, infolge dessen ein Niederschlag klebriger, stinkender Massen, Behinderung des freien Abflusses von Harn und Zersetzung und Verjauchung des Gewebes eintritt. Hering teilt aus französischen Berichten mit, dass Schlauchentzündung infolge von Gurten-druck, beim Beschlagen, im Notstande entstanden sei. Anackor fand, dass die Krankheit im Sommer mehr als im quot;Winter auftritt und dass man das Füttern von Kleeheu beschuldigte, er glaubt, dass mechanische Reize ursächlich seien, dass die Tiere nicht selten mit der Zunge den Pinsel anderer belecken, und dass die scharfe hornige Zunge den mechanischen Insult zur Entzündung ausübe.
Über die Aetiologie beim Schafe ist mitgeteilt von May, Haubner, Zwickel, dass die Krankheit, welche hier auch Mieter oder Pesarich genannt werde, in allen Heerden und zu allen Zeiten vorkommen könne und hauptsächlich Hummel, seltener Böcke betrette. Spinola war der Ansicht, dass sie beim Schafe nur infektiös sei und dass sie infolge der Klauenentzünduug oder durch Rotlauf entstehe.
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#9632;#9632;)92nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Harn- und GesoWcchtsorgfino.
] Ionisch hobt besonders den Charakter als IToordenkrnnkheit hervor. Poncot glaubt, dass die eigenartige Struktur der Rute bei Hiimmeln und Widdern die Krankheit namentlich im heisson Sommer entstehen lasse. Beim Schwein sind mir besondere Angaben über die Ätio-logie nicht bekannt geworden. Der Nabelbeutel sjuelt sicher eine Kelle.
Klinisches Bild beim Kind: Nach Lanotte ist der Anfang des Raumsohlauches Jlitze und Entzündung am Präputium, reichliche Absonderung von Smegma, welches zersetzt und übelriechend wird, Exsudation von inembranösen Massen, allmählich Ulceration der Schleimhaut am Schlauch und dem Penis mit schliesslich tiefgehender Zerstörung. Dieses anfängliche entzündliche Stadium, welches anhält, wenn es sich um mechanische Einwirkungen handelt, wie sie Gurlt beschrieb, schwindet aber beim Ramuschlauch nach einiger Zeit und es tritt eine kalte, unsclimer/.hafto, teigige Geschwulst an dessen Stelle. Rychner fand, dass die Harnentleerung behindert ist, class die Haare am Pinsel eintrocknen, das Schlauchende zieht sich nach ihm einwärts und zwar derart, dass oft der Pinsel mit in die Höhle zurückgezogen wird und dass dann die Haare dortselbst in der Jauchig stinkenden Masse liegen. Heller hat ebenfalls wie Lanotte das entzündliche Stadium als vorausgehend beobachten können. Wenn der freie Abtluss des Harnes behindert ist, die zersetzenden Massen sich im Schlauche ansammeln, so entsteht dortselbst oft grossartige Anschwellung. Hering teilt nach dänischen Berichten mit, dass die Anschwellung bis zur Kalbskopf-grösse steigen könne und dass sich im Innern Kalksalze ans den an-gesanunelten Massen niederschlagen. Hübner hat beobachtet, dass die Spannung der Flüssigkeit im Schlauche derart heftig wurde, dass die Präputialwand mit einem Knalle zerriss und eine schleimig griesartige Masse hervorgetrieben wurde. Dass schliesslich die abgestorbenen Massen in grossen Stücken im Schlauehe frei liegen, dass sogar der Penis auf eine Strecke von l'/a Fuss Länge abfault, ist von Hübner, Maier, Hering u. A. mitgeteilt worden. (Es kann sich hier jedenfalls nur um nicht kastrierte Tiere handeln, da der Ochsenpenis winzig ist.) Bei derart hochgradigen Fällen tritt in der Kegel Fieber ein und das Allgemeinbefinden wird gestört. Es tritt Appetitmangel und Magerkeit hinzu und in ganz seltenen Fällen, wenn eine Behandlung nicht stattfindet, erfolgt der Tod. Maler hat letalen Ausgang durch Verblutung gesehen, dieselbe war dadurch erzeugt, dass die abgestorbenen Massen zu gewaltthätig entfernt wurden, dieselben hingen noch mit dem gesunden 'feile zusammen; es wurde wahrscheinlich die Arterie abgerissen.
Beim Schafe: Das Krankheitsbild ist im wesentlichen das-
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selbe wie beim Rinde. Zweifellos ist hier das entzündliche Stadium vorausgehend beobachtet, allmählich wird die Schwellung grosser, der Harn fliesst nicht mehr im Strahle ab, die Wolle wird in der Umgebung der Mündung besudelt, es kommt zur Geschwürsbildung im Innern, allmählich zum nekrotischen Absterben verschiedener Teile, die Tiere bekommen Fieber, magern ab, es bilden sich Hautödeme, namentlich am Bauche, und schliesslich erfolgt der Tod. Wenn in den Anfangsstadion der Schlauch eröffnet wird, so Hiosst eine graue, sclunierigo, eiterig stinkende Masse aus. Im späteren Stadium ist der Inhnlt mehr jauchig zersetzt und es sind abgestorbene Gewebsteile, sogar der zum Teil losgelösto Penis dazwischen.
Beim Eber hat Schwertfegor am Schlauche oino kindskopfgrossn Geschwulst behandelt; dieselbe war hart und elastisch. Schwertfegor glaubt, dass sie sich nur deshalb bildete, weil bei diesem Tiere der Penis zu kurz war. Tannenhauer fand eine mannsfaustgrosse Schlauchgeschwulst von der Mündung gegen rückwärts; der Schlauch war gerötet, heiss, schmerzhaft, teigig und fluktuierend. Auf Druck konnte Harn von sehr üblem Gerüche ausgepresst werden. - Es ist somit auch hier das entzündliche und ein nachfolgendes nichtentzündliches Stadium beobachtet worden.
Prognose: Fast in allen Fällen ist die Prognose günstig zu stellen, üie wenigen Ausnahmen, die mit Tod endeton, sind nicht odor ungenügend behandelt worden.
Therapie: Eine energische Therapie ist von rasch entscheidender, günstiger Wirkung. Es gehört deshalb die Behandhing des Rauin-schlauchcs in der Pegel zu den dankbaren Kuren. Beim Rinde ist für das Anfangsstadium verwendet worden: Reinhaltung, trockene Streu, Herauspressen des Inhaltes und Einspritzungen. Dietrichs empfiehlt Eröffnung von Abscessen und Bandagen, die nicht drücken; es scheint jedoch diese Angabe weniger hioher zu passen, weil eigentliche Ab-scessc nicht beobachtet wurden. Auch Einspritzung von Höllensteinlösung und Villate'sohem Liquor ist von ihm empfohlen. Ryohner rät, sehr rein auszuwaschen, die losgestossenen Massen zu lösen und eventuell aufzuschneiden. Ziller erzielte Heilung durch floissiges Reinigen und Einspritzung von kaltem Rahm. Weitaus die Mehrzahl rät sofortiges Aufschneiden des Schlauches: Anaoker, Hering, Poglar U.A. Letzterer teilt mit, dass er vergeblich und mit Verlust die Schlauchont-zündung mit Ausspritzungen von Karbolsäure und anderen autiseptischen Mitteln behandelt, jedoch erst nach dem totalen Wegschneiden der Vorhaut rasche Heilung erzielt habe. Lanottc rät, nachdem Terpentinöl,
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Hoffmann, Tioriirztliolic Chirurglo.
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Yorl'nll dei' Rule, Paraiiliimosis.
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Holzessig und Theer vergeblich eingespritzt wurde, zur Spaltung. Die Spaltung des Schlauches heim jungkastrierten Bind, Schaf und Schwein ist eine unbedeutende Operation, weil der Penis fast gar nicht in Frage kommt. Beim Schafe ist von Hönisch als besonders wirksam gefunden, Einspritzungen von Kalk- und Sublimatwasser. ITaase hat Kreosot-und Chlorkalkwasser empfohlen, ebenso die nachherige Spaltung. May gieht an, dass in den ersten Tagen, wenn Ausdrücken, Waschen und Reinigen erfolgt, Heilung in 23 Tagen eintritt, während später, wenn ilanehe vorhanden sei, mit der Schere eröffnet worden müsse. Beim Sell we in hat Tannenhauer eine entzündliche Geschwulst, durch Ausdrücken und Einspritzung von verdünntem Essig geheilt, während Schwertfcger die kalte Geschwulst erst nach Spaltung zur Heilung brachte. Es ergiebt sich hieraus, dass anfangs mit kräftigen antisep-tisclien Mitteln und reichlichem Auswaschen, wozu ich die bei Tripper genannten Mittel empfehle, Heilung erzielt werden kann. Später, wenn die Geschwulst kalt geworden, bereits eine Menge Gewebe abgestorben ist und in Fetzen im Schlauche lagert, wenn reichliche Geschwürs-bildung und vielleicht Harnverhaltung besteht, ist nur das Spalten und teilweises Abtragen der Vorhaut zu empfehlen. Grosse Tiere müssen hiezu niodergeschnürt werden. Schweine legt man auf den Boden, Schafe auf einen Tisch. Naciiherigos sorgsames Beinhalten, namentlich Auswaschen des Nabelbeutels beim Schwein, Bepudern mit Jodoform, Pyoktanin oder anderen passenden Stoffen ist anzuraten.
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Vorfall der Kule, Paraphimosis.
Der Penis ist vorgefallen oder vorgeschoben und die Vorhaut kann nicht mehr über denselben vorgebracht werden. Es tritt dadurch Stauung und Anschwellung im Penis ein, auch das innere Blatt des Schlauches schwillt an und umschnürt den Penis. Letzterer ist oft sehr bedeutend angeschwollen und wenn die einschnürende Schleimhaut sich dazu noch angeschwollen hervorwölbt, heisst der Zustand spanisch er Kragenquot;.
Aetiologie: Weitaus am häufigsten bei Haustieren findet sich die Paraphimosis bei Pferden und aus folgenden Ursachen entstanden: Büffert teilt mit, dass ein Hengst mit erigiertem Penis über einen Zaun springen wollte, um zu einer Stute zu gelangen, jedoch mit der Rute hängen blieb und sie derart zerrte, dass der Penis nicht mehr zurückgebracht werden konnte, sondern anschwoll und nach rückwärts gerichtet war. Hering berichtet, dass ein Kastrierer bei einem Hengst,
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Vorfall der Rute, Paraphimosis.
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den er kastrieren wollte, statt eines Hodens die Eichel des Penis er-f'asste und darauf einsclinitt. Aus dieser Wunde kam später der Penis heraus und wurde dort eingeschnürt. Scholz hat beobachtet, dass einem Pferde aus Bosheit der Penis hinter der Eichel mit einem Bindfaden fest umschnürt wurde, wodurch Paraphimosis entstand. Rüdiger hat Paraphimose nach schwerer Arbeit bei kalter Witterung eintreten sehen. Tannenhauor hat Paraphimose bei einem 6jährigen Wallachen nach Typhus und bei einem 5jiihiigen dummkollerigen nach einigen Purganzen beobachtet. Bang beobachtete tötlich endende Paraphimose, veranlasst durch Thromboso in den Yenen. Lindenberg sah die Krankheit entstehen durch Pferdeschlag.
Klinisches Bild beim Pferde: Füllt der Penis infolge von Schwiichezuständen hervor, so kann er durch einige Zeit schlaff' herabhängen. Die Reposition gelingt leicht, es ist jedoch derselbe schwer und nur künstlich zurückzuhalten. Infolge der Biegung, oder namentlich wenn Sclmürung an der Schlauclimündung besteht, tritt Stauung und Schwellung ein, der Penis wird vergrössert, heias, hart, glänzend, später trocken und kühl, Eichel und Harnrohrmündung ist öfters nach rückwärts gerichtet. Lindenberg sah einen derart nach hinten und abwärts gerichteten vorgefallenen Penis, der bis zur Bicke eines Mannsschenkels angeschwollen, kalt und glänzend war und ein monströses Aussehen hatte. Glocke sah an einem derart vorgefallenen, stark angeschwollenen, hochgeröteten Penis zahlreiche, kleine, bis sechser-grosse Geschwüre entstehen und Büffert beobachtete brandiges Abstorben bis zur Hälfte. Bayer hat kleine Risse gesehen, welche auch Hering anführt. Das Allgemeinbefinden ist wenig oder mehr getrübt. Trippeln, Schwanken, in späteren Stadien Fieber.
Prognose: In der Regel günstig, weil das Leben des Tieres nur durch Brand und Septhämie bedroht werden könnte. Die Heilung erfordert jedoch längere Zeit und manchmal wird Operation, sogar Amputation des Penis notwendig.
Therapie: Entfernung der Ursachen. Als Scholz den hinter der Kichel schnürenden Bindfaden entfernt hatte, trat rasch Heilung ein. Rödiger reponierte einen schlaff vorgefallenen Penis mit Leichtigkeit, allein derselbe fiel sofort wieder vor. Rödiger legte daher nach Reposition 2 Hefte in die Vorhaut, die er 8 Tage liegen liess. Es war nachher Heilung erfolgt. Bang liess einen Hengst mit Paraphimose, der sehr widerspenstig war, täglich in kaltes Wasser reiten, worauf Heilung eintrat. Schutt erzielte bei entzündlich angeschwollenem Penis Heilung auf kalte Umschläge mit Bleiwasser. Der Penis wurde fort-
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506nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vorfall der Rute, Paraphimosis.
während befeuchtet. Nach 24 Stunden war Besserung vorhanden, nacli 48 Stunden hatte der angeschwollene Penis das Aussehen einer Wasserblase. Auf Punktion entleerte sich wenig blutiges Wasser. Hierauf erfolgten warme Bähungen und die Heilung trat in 5 Tagen ein. Bayer hat durch Anlegen von elastischen Binden Besserung erzielt, er macht jedoch aufmerksam, dass sich manche Pferde dies nicht gefallen lassen werden. Büffert hat auf Skarifikation, Massage und Auspressen Heilung erzielt. Jessen inachte Aufpuderung von Kreide, Kohle und Kampfer, skarifizierte und liess Bähungen ausführen. Glocke erzielte Heilung durch Skarifikation. Zink fand am besten wirksam Essig-umschläge, Bäder von Arnika und die Anlogung eines Suspensoriums. Tannenhauer heilte einen ziemlich schweren Fall mit Alaunbädern und Suspensorium in 3 Wochen. Schumann legte das Pferd und brachte trotz grosser Anschwellung den Penis retour, legte einige Hefte in die Vorhaut und die Heilung gelang. Krausse wandte zerteilende Mittel und Skarifikation mit Erfolg an. Schutt wandte in einem Falle, den er erst am 8. Tage des Bestehens in Behandlung bekam und bei dem die Geschwulst schon kühl und teigartig war, folgendes an: Spirituöse Einreibungen, Räucherungen durch Verbrennen von Wachholderbeeren auf glühenden Kohlen, warmes Einhüllen; als keine Besserung eintrat: Einreibung von Leberthran, Kampfer und Terpentinöl. Da der Schlauch angeschwollen und kalt blieb, machte er vergeblich Sknritikationen und rieb Kanthariden und Euphorbium ein, schliesslich wandte er sogar das Gliiheiscn an. Nach dreiwöchentlicher vergeblicher Behandlung amputierte er den Penis, der eine speckartige Masse darstellte. Die Heilung erfolgte jetzt in 14 Tagen. #9632; Lindenberg machte in den oben geschilderten, schenkeldick geschwollenen Penis tiefe Einschnitte und entleerte 16 Pfund geronnenes Blut. Die Heilung erfolgte in 6 Wochen. #9632; Büffert amputierte den Penis und da derselbe jetzt für das Harnen zu kurz war, so machte er hinter dem Hodensack eine Öffnung und zog den Stumpf dort heraus. Die Heilung erfolgte vollkommen. In den sämtlichen hier mitgeteilten Fällen handelt es sich 1) um Reposition und Zurückhaltung durch Nähte; 2) Einleitung der Abschwellung durch Bähungen oder andere Mittel; 3) Skarifikation; 4) Amputation des Penis. Hertwig führt noch an, dass man zwisciien Penis und Schlauch eine Hohlsonde einführen, auf dieser mit einem Knopfbistourie ca. Vs1 Zoll durchschneiden und hierauf den Penis reponieren soll. Ich habe dieses Verfahren nicht, durchführbar gefunden, schnitt deshalb von aussen auf den Schlauch ein, den ich eine ziemliche Strecke spaltete, Der Penis senkte sich
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Plnmosis.
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etwas tiefer und die Anschwellung ging in ca. einer Woche zurück, allein his die Wunde im Schlauche heilte, dauerte es mehrere Wochen. Die Heilung gelang aber vollkommen. Für sehr empfehlenswert halte ich das Suspensorium. Es ist dies am besten ein dreieckiges Tuch mit Bändern versehen. Ein Zipfel gebt zwischen den Schenkeln hindurch, die beiden andern je einer rechts und links vor den Hüften nach oben, woselbst die drei Bänder zusammengeknotet werden. Das Anlegen geschieht derart, dass die Eichel nicht mit hochgebunden wird, sondern darüber hinaussteht.
Paraphimosis beimHuud. Die Ursache ist entweder Schlaffheit oder mechanisches Hindernis. Bang fand um den vorgefallenen Penis eine Haarlocke gewickelt, in einem anderen Falle war ein Band hinter der Eichel festgebunden. Bei alten mit Schwächezustiinden behafteten Hunden fällt der Penis manchmal vor, trocknet allmählich ein und stirbt zum Teil brandig ab. Haubner und Ritter beschreiben solche Fälle. Ich habe an einem Wachtelhunde den Penis öfters re-poniert und mehrmals die Mündung des Schlauches mit Heften versehen, aber ohne Erfolg. Der Penis musste amputiert werden. Plötzliche Anschwellung des Penis bei gewaltsamem Hervorziehen eines Hunde* penis beobachtete Bang so stark, dass der Penis nicht mehr zurückging. Auf einige Einschnitte in die Vorhaut erfolgte jedoch leichte Keposition. Eine Katze habe ich in Behandlung gehabt, bei welcher der Penis aussen nach rückwärts umgebogen, gebrochen und vertrocknet war. Es wurde Amputation gemacht und Heilung erzielt.
Phimosis.
Mit diesem Namen bezeichnet man den Zustand, wenn der Schlauch an seiner Mündung so verengt ist, dass der Penis nicht herausgebracht werden kann. In Einzelfällen ist die Verengung so bedeutend, dass dor Harn nicht abHiessen kann, sich zurückstaut und der Baum zwischen Vorhaut und Penis aufgetrieben wird. (Vgl. Bauinscblauch.) Es kann sogar die Schlauchmündung ganz geschlossen sein. Die Phimosis ist angeboren oder erworben. Fuller hat beobachtet, daas in seiner Gegend a/3 aller neugeborenen Fohlen mit Plumose behaftet waren, manchmal so bedeutend, dass 34 Tage kein Harn entleert werden konnte und der Tod eintrat. Walther beobachtete bei 24 Stunden alten Füllen denselben Zustand. Die Tiere hatten grosso Harnbeschwerden, es trat keine Entleerung ein. Die Rute nahm beim Drängen in dem Schlauche eine schlangenfürmige Windung an und er fand die Eichel mit dem Schlauche verwachsen und verschlossen. Haubner sah bei einem Wal-
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lachen die Mündung des Schlauches so enge, dass man nicht mit dem Finger eindringen konnte. Das Tier hatte oft Kolik. Hering hat folgenden Fall beobachtet: Ein Deckhengst konnte den Penis nur durch manuelle Hilfe durch den Beschälknecht herausbringen. Im Schlauche war eine ringförmige, verengende Hautl'alte, hinter dieser lag der Penis mit zurückgebogener Eichel. Bei der Erektion schob sich derselbe knieförmig abgebogen vor. Der Hengst konnte beim Harnen nicht ausschachten und der Penis hatte durch die Hilfen zahlreiche Verletzungen. Hering durchschnitt die Hautfalte von innen. Nach der Heilung erfolgte jedoch wieder Verengung, hierauf exstirpierte er die ganze Falte, aber die Verengung erfolgte abermals. Nun spaltete Hering den Schlauch in seiner ganzen Länge und verhinderte das Zusammenwachsen
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der Wundränder, Das Pferd konnte decken und in der Ruhe hin
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der Penis auch nicht vor. Haubner hatte einen ähnlichen Fall, den er, da die totale Spaltung unterblieb, nicht zur Heilung brachte. Haubner sagt daher: Spaltung giebt nur vorübergehend Hilfe. In den von Fuller und Walthor mitgeteilten Füllen ist die Heilung stets durch Lostrennung mit dem Messer und nachherige ülbehandlung, dass die Wundränder nicht verwachsen sollten, erfolgt.
Bei Rindern ist eine Phimosis von Rossingnol beschrieben. Ich halte den Fall zum Raumschlauch gehörig und verweise auf das dort Mitgeteilte. Auch die beim Schafbock von Dietrichs mitgeteilten Fälle können dortselbst Erklärung finden.
Smegmasteine.
Eich el-Vorhaut- oder Präputialstein o, Kongremente finden sich hauptsächlich bei Pferden, nur selten bei Schweinen.
Aetiologie: Die Ursache ist reichliche Absonderung des Smeg-mas, Unreinlichkeit meistens dadurch dass die Tiere beim Harnen nicht ausschachten, so dass Niederschläge von Harnsalzen noch in das Smegma erfolgen.
Klinisches Bild: Die sich ansammelnden Massen sind von verschiedener Konsistenz, von der festweichen, schmierkäseähnlichen bis zur harten, steinähnlichen Substanz. Die Menge ist ebenfalls verschieden. Reynal fand bei einem Pferde, das öfters Kolik hatte, die Vorhaut etwas angeschwollen, gerötet, Druckschmerz. In der kahn-förmigen Grube der Eichel sassen einige Stücke Harnsteine, welche nicht ohne Mühe entfernt werden konnten. Späthe hat beim Pferde Harnbeschwerden, Kolikerscheinungen und häufiges Ausschachten, ohne dass das Pferd Harn absetzte, beobachtet. Das Smegma hatte in der Eichel
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Gosohwülsto an dor Eute, Östnislarven.
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die Harnrohrmündung verschlossen. In den Eichelgruben waren mehrere festsitzende Steine, in der Form von grossen Bohnen. Mehrfach hatte ich Gelegenheit, die grossen Massen festweicher Smeginaansammlungen im Pferdeschlauch kennen zu lernen. Dieselben kleben wie Pech an den Wandungen, oft in dicken Auflagerungen, so dass sich ganze Hände voll der zähen, pecliähnlichen, höchst übelriechenden Massen herausnehmen lassen. Smeginasteine in der Eichelgrubo sind nicht selten.
Die Prognose ist günstig.
Therapie: Mechanische Entfernung. Harte Steine worden mit Instrumenten gefassfc und da namentlich der Penis mit der Eichelgrube der Sitz derselben ist, wird der Penis dazu hervorgezogen. Die faltigen Schlauchbildungen sind von den weicheren Massen beklebt. Es ist zweckmässig, um letztere zu entfernen, zuerst sehr reichlich mit Fett einzuschmieren und hiezu eine 2 prozentige Krcolinsalbo zu gebrauchen, wodurch der üble Geruch entfernt wird. Mittelst Seife und lauwarmem AVasser kann dann nach mehrmaliger Wiederholung Reinigung erzielt werden.
Geschwülste an der Rute und dem Schlauche.
Lungwitz beobachtete beim Pferd am Schlauche ein Fibrosar-kom, welches innerhalb '/s Jahres 9 mal exstirpiert wurde. Jedesmal wurde die mikroskopische Untersuchung vorgenommen und festgestellt, dass die existierenden Teile anfangs reines Fibrom waren, später Fibro-sarkom, dass die Neubildung einen mehr bösartigen Charakter annahmquot; (1873). Sarkom am Pferdeschlauch beobachtete Esser. Er durchstach dasselbe kreuzweise mit Nadeln und legte sodann elastische Schlinge an. Carcinome und Papillome dortselbst werden von Bang angeführt. Bei einem alten Wallachen habe ich an der Skrotum-gegend sehr häufig eine reiche sarkomatöse Goschwulst entfernt. Beim Rinde sind bei einem Farren zwei hühncreigrosse und vier wnlluuss-grosse Knoten, die auf dem Rücken der Rute lagen, von Jörgensen beobachtet worden. Dieselben bestanden aus Kalkkongrementen, die in festes Gewebe eingelagert waren. Warzen und feste nuss-ähnliehe Fibrome, welch letztere in schüsselförmigon Yortiefungen der Haut steckten, habe ich wiederholt am Präputium beobachtet. Auch eine enorme Anschwellung von ca. 5 Pfund Qewicht.
Die Therapie besteht im Herausdrücken des Fibrom und Abscheren, Abbinden, oder in Exstirpation durch das Messer.
Östruslarven an der Penismünclung. Wernär beobachtete beim Wallachen G - 8 Östruslarven, welche teils in der Umgebung der Mündung des Harnrohres, teils in derselben
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600nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten des Penis und Amputation desselben.
in mehreren Nestern f'estsassen. Auch bei einem alten Schimmelwallachen, welcher zugleich noch Melanosen hatte, konnte er dasselbe feststellen.
Kiaulilioiteu des Penis und Amputation desselben.
Littoratur: Fcllonborg, Exstirpatiou des Penis a. Hund. Gurlt u. Hert-vrig 1839, p. 320. Bailey, Penisamputatiou b. Pf. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 18-12, p. 27. Bailey, Geschwulst a. Ponis d. Bullen. Ibd. 1842/43, p. 21. Kitt er, Geschwüre a. Penis d. H. Tztl. Ztg. 1846, p. 36. Galli-m ore, Amputation d. Penis b. Slier. The Vot. 1817, p. 28. Ber. üb. Leist. i. Geb. d, Tbk. 1848, p. 61. E n g o 1 m a y e r , Amputation d. Ponis b. Hengst. Woohsohr. 1860, p. 145. Her twig, Krebs a. d. Eichel. Gurlt u. Hertw. 1851, p. 495. Kowalsky, Zu kurzer Penis b. Pf. Ibd. 1851, p. 309. Glocke, Entz. d. Penis b. Pf. Ibd. 1851, p. 220. Gurlt, Sarkom a. d. Bute b. Pf. 1851, p. 451. Gurlt, Butenknochen mit querer Knochen-briieko. Ibd. 1851, p. 433. Sokoloff, Kondylome a. Penis d. Hundes. Euss. nied. Ztg. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1853, p. 47. Hering, Dasselbe aus Journ. des Veter. du Midi. Toul. 1836, p, 389. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1856, p. 389. Hering, Abfaulend. Rute b. Ochsen. Rop. 1854, p. 20. Haubner, Lähmung resp. Erschlaffung d. Penis b. Hunde. Sachs. Jhb. 1859/60, p. 46. Haubner, Epithelialkrebs a. Penis. Ibd. 1859,60, p. 47. Leisaring, Krebs a. Penis b. Pf. Ibd. 1859/60, p. 26. Haubner, Amputation d. Hute b. Hengst. Ibd. 1859/00, p. 4'J. Pyll-wax, Kondylome a. Penis b. Hunde. Wien. Vtzschr. 1862, p. 131. Becker, Apparat geg. Onanie b. Hunde. Mitt. a. d. tztl. Pr. Hertwig 1865, p. 150. Schütz, Epidermoid-Cancroid a. Penis b. Bull. Gurlt u. Hertwig 1805, p. 319. Rossberg, Entz. d. Penis b. Stier. Sachs. Jhb. 1866, p. 72. Leisering, Verknöcli. d. Hundoponis. Ibd. 1865, p. 36. Lambert, Amputation d. Rute b. Fohlen. Mitt. a. d. tztl. Pr, JMüller u. Roloff 1870, p. 158. Leisering, Verschlossene Eiehelgrubo am l'cnis d. Pf. Sachs. Jhb. 1872, p. 28. Güttier, Fibroma papillare a. Penis d. Ochs. Roloflquot; u. Schütz 1871, p. 70. Lab at, Amputation d. Penis b. Pf. Ost. Viertel-jsohr. 1882, II. Grobe, Penisruptur b. Hund. Mitt. a. d. tztl. Pr. Rol. n. Seh. 1883, p. 55. Vorster, Operat. geg. Priapismus. D. Ztg. f. Chir. 1888. Allg. Mod. Central-Ztg. 1888, p. 1825. Cavcrnitis, Entzündung d. Schwcllkörpor, Umschniirungen dos Penis, Luxation des Penis. Albert, Lehrbuch der Chir. Harrison, Amputat. of the ponis. The Vot. 1885 vol. 21. Jhb. Vet. Mcd. 1885, p. 91. Kohnhäuser, Condyloma an der Rute eines Pferdes. Öster. Vierteljschr. Bd. LXIII, p. 80. Rubenski, Amputation d. Penis b. Pferden. Charkower Vetoriniirbote. Jhb. Vet. Med. 1885, p. 91.
Wir berücksichtigen hier Yerschiodcno Krankheitszustände. Angeborene Abnormitäten, Entzündungen, Geschwüre, W u n d e n, P r i a p i s m u s, L ä h m u n g e n, Geschwülste u n d A m -pu tat ion on.
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Angeborene Abnormitäten. Entzündungen dos Penis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ß(Jl
Angeborene Abnormitäten.
Die hervorragendsten angeborenen Abnormitäten des Penis gehören in das Gebiet über Zwitterbildungen. Über einen zu kurzen Penis beim Pferde berichtet Kowalsky folgendes: Ein siebenjähriger Wallach hatte seit längerer Zeit öfters Harnbeschwerden, das Tier streckte sich zur Harnentleerung nur sehr wenig, stöhnte, der Harn floss tröpfelnd ab, die Vorhaut war derart verdickt, dass man nur mit einer Sonde eindringen konnte. Der Penis war nicht zu finden. Kowalsky spaltete die Vorhaut und fand den Penis ganz klein, ähnlich der Clitoris. Er exstirpiorte die überschüssige Haut des Schlauches, hatte hiebe! ziemliche Blutung, jedoch vollständige Heilung. Es ist anzuführen, dass Exstirpation des Schlauches unter antiseptischen Kautelen und mit Zuhilfenahme der Elutstillung mittelst Zangen eine ziemlich unbedeutende Operation ist. Leisering fand beim Hunde-penis eine vollständige Veiknöcherung der medianen fibrösen Haut und statt des erektilen Gewebes war Fett vorhanden. Von Gurlt ist eine Verknöcherung am Rutenknochen derart beobachtet worden, dass eine kleine Knochenbrücke quer über die Rinne desselben ging. In diesen Eällen ist nur auf operativem Wege Hilfe zu leisten. Eröffnung, Abkneifen der krankhaften Teile durch scharfe Zangen oder eventuell Exstirpation des ganzen erkrankten Teiles.
Entzündungen des Penis.
Abgesehen von den Entzündungen spezifischer Natur, wie sie die Reschiilseuche des Pferdes, der Bläschenausschlag des Rindes, der Rnum-schlauch und Entzündungen, durch Geschwülste verursacht, darstellen, finden sich noch spontan eintretende Entzündungen vor. Glocke beobachtete beim Wallachen Entzündung des Penis mit Bläschenbiidung. Der Pcnis schwoll an und es entstand eine Paraphimosis. Der Penia war dunkelrot ödematös und schmerzlos. Aus den Bläschen bildeten sich sechsergrosse Geschwüre und Ausfluss von gelblicher Lymphe. Das Allgemeinbefinden war nicht gestört. Durch Anwendung von Bädern mit lauwarmer Lösung aus Zinksulfat und einem Suspensorimu heilte das Leiden in 3 Wochen. Eine hochgradige Entzündung des Penis beim Stier sah Rossborg. Dieselbe entstand ohne nachweisbare Ursache, der Penis erreichte bedeutende Grosso. Es kam Schmerzhaftig-keit hinzu. Bei der Erektion gingen einige Blutstropfen aus dem Harnrohr ab. Durch Bähungen mit Essig, Bleiwasser und Arnikatinktur sowie knappe Fütterung trat Heilung ein, dieselbe war aber nach
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(302nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Venvunclung' des Penis. Satyriasis.
14 Tagen noch nicht ganz vorhanden. Als Ursache der Entzündung der Schwellkörper, Cavcrnitis, sind noch genannt, Metastasen bei schweren Infektionskrankheiten, Geschwüre der Urethra und Ahscesse. Auch kann vorangegangene Satyriasis die Ursache sein.
Die Prognose ist im allgemeinen ziemlich günstig bis vorsichtig zu stellen.
Therapie: Allgemeinbehandlung, Entfernung der Ursachen, lokal entzündungswidrig und antiseptisch, eventuell bei Anschwellung zusammenziehende Mittel. Wesentlich wird die Wirkung nnterstiizt durch das Anlegen eines Suspensoriums.
Verwundung des Penis.
In nicht seltenen Fällen treten Verwundungen des Penis auf. Beim Pferde durch Zufälligkeiten, wie sie bei der Paraphimose angegeben sind, sodann beim Begattungsakte, durch Pferdeschlag u. dgl. Beim Binde, sind der mehr goschützton Lage wegen und infolge dos selteneren Ausschachtens, Verwundungen nicht so zahlreich wie beim Pferde. Beim Hunde sah Grebe eine Verwundung dadurch entstehen, dass ein Eber denselben am Penis gepackt und eine Zerreissung verursacht hatte. Es trat grosso Blutung ein, das Tier fiel in Ohnmacht. Die Blutung hörte spontan auf. Der Penis war samt der Vorhaut quer durchrissen. Es trat Fieber und nachfolgende Eiterung ein, doch erfolgte Heilung, Die Prognose ist bei allen derartigen Verwundungen ziemlich günstig zu stellen.
Therapie: Blutstillung, antiseptische Peinigung, sehr sorgsames Nähen mit Catgut, am besten unter Narkose und Verband mit Suspensorium.
Satyriasis s. Priapismus und Lähmungen.
Satyriasis oder Priapismus ist eine längere Zeit andauernde, krankhafte Erektion des Penis, ohne entzündliche Erscheinungen dortselbst. Erst in der Folge treten die letzgenannten Erscheinungen mit hinzu und es kommt zu klinischen Erscheinungen, wie sie bei der Paraphimose geschildert wurden.
Aetiologie: Es ist von Vorster nachgewiesen, dass diese Zustände infolge von Blutungen an gewissen Stollen im Gehirn entstehen können. Gewisse Heize des Bückenmarkes erzeugen dasselbe Leiden, ebenso lokale Blutungen durch ein Trauma.
Prognose : Vorsichtig. Der Zustand geht leicht in eine Entzündung über und es werden die bei der Paraphimose geschilderten Zustände erzeugt.
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Lahmungon. Luxation dos Ponis.
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Therapie: Narkotika und lauwarme Bäder, die früher gerühmt wurden, helfen nichts. Als bestes Mittel muss die Incission angegeben werden. Später kommen die bei der Paraphimose angegebenen Mittel in Betracht.
Lähmungen des Ponis treten nicht besonders selten auf. Die Rute hängt schlaff und trocken aus dem Schlauche hervor und in vielen Fällen kommt es infolge der Insulte, welchen dieselbe dadurch ausgesetzt ist, zur Ödembildung oder Blutung in ihr, so dass Para-phimosis mit Anschwellung etc. daraus entsteht. Erschlaffung dos Penis, dass derselbe zeitweilig hervorhängt und nur auf besondere Reize angezogen wird, ist vielfach bei alten, abgemagerten Pferden zu beobachten. Beim Hunde habe ich den Zustand mehrfach gesehen, ohne dass es dadurch zur Entzündung oder Nekrose gekommen wäre. Haubner teilt mit, dass er bei einem 1 ll2 Jahre alten Hunde Erschlaffung des Penis beobachtete. Derselbe hing trocken und kühl hervor und konnte nicht zurückgezogen werden. Auch hier trat keine besondere Veränderung ein. Anwendung von heftigen Reizmitteln, Terpentinöl, Touchieren mit Kupfervitriol, Einreiben mit Wachholderöl, letzteres auch in der Kreuzgegend, erzielte innerhalb 14 Tagen Besserung. Ich habe den Penis reponiert und die Schlauchmündung mit einem senkrecht stehenden, ziemlich tief gefassten Stiche genäht und täglich etwas adstringierende Mittel eingespritzt. Die Heilung erfolgt langsam oder nicht, sobald die Ligatur gelöst ist oder der Hund sie vielleicht ausreisst, fällt der Penis wieder hervor. In schlimmen Fällen ist die Amputation anzuraten.
Luxation des Penis.
Dieser Zustand besteht darin, dass das innere Blatt der quot;Vorhaut am Übergange in den Penis rund um abreisst, dor Penis zurückschlüpft und sogar unter die Haut des Schenkels kommen kann. Bei einem kleinen Hunde wurde derselbe beobachtet. Das Tier war gewaltsam in der Begattung losgerissen worden, auch hatten noch andere Misshandlungen stattgefunden. Die Reposition gelang unschwer und die Zurückhaltung an Ort und Stolle wurde ohne weitere Hilfsmittel erreicht. Die weitere Behandlung bestand in sehr sorgsamem Reinigen mit antiseptischen Flüssigkeiten. Die Heilung erfolgte ziemlich rasch.
Geschwülste am Penis.
Bei unseren sämtlichen Haustierarten, abgesehen vom Geflügel, kommen diese Neubildungen am häutigsten beim Pferde vor. Es sind hier beobachtet: hauptsächlich Krebs und Sarkome. Ilaubner
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604nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Geschwülste am Penis und Amputation desselben.
beschreibt einen sehr instruktiven Fall, in dem der Penis sehr verdickt und geschwürig zerstört heraushing. Leisoring bestimmte diese Geschwulst als Epithelialkrebs. Eeim Kinde ist ebenfalls in der Mehrzahl an dieser Stelle Krebs gefunden worden. Schütz hat dortselbst Epidermoid-Cancroid festgestellt. Güttier fand ein Fibroma papillare. Beim Hunde sind hauptsächlich Kondylome nachgewiesen.
Klinisches Bild: Der Penis wird verdickt und es kommt zu katarrhalischen Entzündungen der Vorhaut und Penisschleimhaut. Wird der Penis ausgeschachtet, so blutet die Geschwulst nicht selten, namentlich tritt dies beim Dockakte ein. In hochgradigen Fällen kann derselbe nicht mehr zurückgezogen werden und es erfolgt Paraphimosis.
Prognose: Vorsichtig, weil meistens bösartige Geschwülste dort vorkoinmen. Kleine Geschwülste können bei radikaler Entfernung ausbleiben. Bei grösseren ist dies aber stets zweifelhaft.
Therapie: Gründliche Entfernung der Geschwulst durch direkten Eingriff', da Ätzmittel wegen der Verätzung des Schlauches und anderer Teile der Umgebung nicht anwendbar sind. Bas Messer ist unter Anwendung antiseptischer Vorsichtsmassregeln in erster Linie anzuraten. Naohherige Zerstörung dos Grundes mit weissglühendem Eisen ist bei bösartigen Geschwülsten anzuraten. In hochgradigen Fällen ist die Amputation des Penis vorzunehmen.
Amputation des Penis.
Absetzen des Penis wird am meisten notwendig bei Pferden, doch ist auch bei Hunden diese Operation mehrfach ausgeführt worden. Bie Ursachen, welche diese Operation bedingen, sind hochgradige Zerstörungen durch Wunden, Geschwüre und Neubildungen. Bie Amputation hat stets im gesunden Gewebe stattzufinden. Bie Operation ist nicht unbedeutend wegen der starken Plutgofässe, der möglichen Sepsis oder unregelmässigon Heilung infolge der Harnentleerung und nachher zu fürchtender Narbenkontraktion, welche wiederholt operativen Eingriff bedingen kann. Zur Amputation sind verschiedene Methoden vorhanden. 1) Bas am raschesten und vollkommensten wirkende Messer. An dem niedergelegten und chloroformierten Tiere wird der Penis hervorgezogen, hinter der Eichel mit einer Ligatur gefasst und festgehalten. Nach sehr sorgsamer Desinfektion erfolgt Einführung eines Metallkathoters oder kürzeren Rohres in die Harnröhre. Auf dem Kücken der Rute wird eingeschnitten, die Gelasse aufgesucht und unterbunden. Es ist zweckmässig hinter der zu amputierenden Stelle eine Esmarch'sche Schlinge umzulegen. Nach der Gef'iissunterbindung
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Amputation des Penis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(jQ5
wird das Harnrolu' l'reipriipariert und jo nach der Guusse des Tieres Vs3 cm. lang mit dem in ihm stockenden Katheter festgebunden. Nun erfolgt Durchschnitt der kavernösen Körper. Beim Hunde muss der Eutenknochen durchgesägt oder die Trennung hinter demselben vorgenommen werden. Der Stumpf wird durch Catgut oder Soiden-fäden genäht. Beim Rindo und Hunde ist die Blutung von viel kleinerer Bedeutung wie beim Pferde. 2) Das Abtrennen. Der Penis wird vorbereitet, wie beim Abschneiden angegeben wurde. Es empfiehlt sich, die Esmarch'sche blutsparende Schlinge anzulegen, die (lefässe sind an der Dorsalseite und das Harnrohr ebenso zu unterbinden, wie beim Abschneiden und sodann statt dos Messers mit dem Gliihoisen durchzuschneiden. Wenn der kavernöse Teil mit dem Messer durchschnitten und der Stumpf nachher gebrannt wird, so hat dieses Durchbrennen keinen Vorteil, wohl aber Nachteil in der Heilung wogen der Reaktion auf die grosso Hitze. Die möglichst blutleere Durch-schneidung der kavernösen Körper bietet bei der Leichtigkeit, mit der Jetzt die Gofässo gefasst und unterbunden werden können, keine nennenswerte Vorteile mehr. 8) Die Unterbindung. Auch hier wird die Vorbereitung in der oben genannten Weise gemacht. Statt einer Esmarch'schen Schlinge wird jedoch ein passend dickes, festes Gummirohr in mehreren Touren sehr fest umgelegt und der Penis in entsprechender Entfernung vor der Schlinge abgeschnitten. Man hat diese Methode auch ganz einfach derart angewandt, dass man eine Kanüle in die Harnröhre einschob und das Ganze mit dor Ligatur fasste. Wegen nachfolgender Zerrungen am Harnrohr treten leicht Anschwellungen auf. Ich empfehle deshalb auch hier das Harnrohr frei zu präparieren und dasselbe mit eingeschobener Kanüle allein zu unterbinden. Hierauf folgt die Umschnürung des gesamten Penis oder die Blutgefässe worden zuvor noch besonders umfasst. Letzteres halte ich nicht für sehr notwendig. Wenn der vordere Teil abgeschnitten ist und man den Penis in die Vorhaut zuriiekliisst, so ist auf grössto Reinlichkeit zu achten. Man hat auch um möglichst ungestörte Heilung zu erzielen, die Harnröhre unter dem Beckonauaschnitt perforiert, eine Kanüle eingelegt und den Harn bis zur Heilung des Penisstumpfes dort abfliessen lassen. Nach Unterbindung hat Rubinski die Ligatur schon nach 2 Tagen abgenommen. Es trat nur eine ganz geringe Blutung ein. Harrison hat 4 Eälle mit dem Messer operiert und jedesmal die die Schnittfläche 2 cm. überstehende Harnröhre unten gespalten und zwar auf 3 cm. Länge, sodann hat er die so erhaltenen Lappen auf die Schnittfläche des Penis heraufgelegt, die Corp. cavernos. da-
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GOGnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten des Ilodensackes.
mit bedeckt und festgenäht, somit eine grosse trichterförmige Öffnung für die Harnröhre goschnffen, wodurch Strlkturen möglichst ausgeschlossen werden. (Exstirpationcn mit dem Ecrasour werden in der Mcnschenheilkunde ihres unsicheren Erfolges wegen total verworfen. Auch Harrison sagt, dass er hei einem einzigen mit dem Ecrnseur operierten Fall letalen Ausgang gehabt habe.)
KiiinU Ihm ten des liodeusackes.
Littsratur; Hering, Wasserbruoli b. Hengst. Klinik 1825. Operatl. ISOfi, p, 2GI. Rev all, Hydrocelc durch Punktion geheilt. Rec. 1835, p. G48. Steiner, Wasserbruoh, Windbruch h. Wallach. Gurlt u, Hartwig 1830, ]), 253. Festal, Wasserbruoh b. Wlederk, Toul, 1843, p, 201. Rey, Wassorbruoh b. Hengst. Igt;yon 184G, p, 109. Gierer, Hodensiiokverletz. b, Pf. Ctl.-Aroh, f. ges. Vet.-Wiss, 1846, p. 397. Rosenbaum, Mark-soliwamin a. Hodensaok d. Ochs. Gurlt u. Hartwig 1846, p. 143. Eberhard, Zu langer Hodensack b. Bullen. Ibd. 1848, p. 381. Richter, Hydrooele hei Schafböcken. Mitt. a. d. tztl. l'r. Hertwig 1863, p. 183. Anaoker, Fneumatose des Skrotums. Tzt. 18G7, p. 38. Mitt. a. d. tztl. Pr, Müller U. Roloff 1807, p. 145. Steffen, llodensackwassersucht beim Schafhock. Ibd. 1874, p. 144. Fall er, Hodensackbruoh beim Zuchtstier. Ibd, 1877, p. 73. Marti, Operat. d. Ilydrocele, Corr.-Bl. d. Schw. Ärzte. 1887, 15. Mai. Helferich, Ilydrocele vaginalis. Tztl. Mitt. 1889, p. 97. Cbl, f. Cbir. 1889, j). 749. (ierstner, A'erletz. d. Hodensackes. Monatsschrift d. Tüte, in (ister. 1890, 15. Jan.
Krankheiten dos liodeusackes sind, wenn die absichtlichen Verletzungen bei Kastrationen aussei' Kechnung gelassen werden, ziemlich selten. Wir haben anzuführen: Zufällige Verwundungen, Dehnungen, Entzündungen, Wassersucht der Scheidenhaut, P n e u m a t o s e und Neubildungen.
Wunden des Skrotums.
Die Verletzungen sind unabsichtlich bei der Kastration, oder sie sind absichtlich, namentlich bei Hunden, um das Tier zu misshandeln, damit es einen bestimmten Ort in der Zukunft meiden soll, oder sie sind zufällig. Wegen der geschützten Lage sind zufällige Verwundungen selten. Durch Sturz und Weitergleiten auf dem Boden können Schürfungen entstehen. Infolge Eindringens von Pfählen oder abgebrochenen Deichseln entstehen oft grosse Verwundungen. Gierer sah beim Pferde, das über einen Zaun gesetzt und hängen geblieben war, dass ein Pfahl den Ilodensack aufgerissen und bis in die Nähe des Afters gedrungen war. Der rechte Testikel hing noch in der Scheidenhaut eingeschlossen hervor. Ich habe beobachtet, dass beim Bergab-
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Wunden, Dehnungen des ITodeusackes.
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fahren mit einem Geschütz die Deichsel abbrach und dnss das scharf-spitze feststehende Stück einem Pferde zwischen die Schenkel eindrang und in der Skrotalgegend eine ca. 12 cm. lange und 20 cm. tiefe lliss- und Quetschwunde erzeugte. Bei Hunden habe ich Yerlotzungon durch Bisse bei Kaufereien beobachtet.
Klinisches Bild; Blutung, Schmerz, eventuell Hervorhängen der Hoden oder franziges Hervorhängen der inneren Häute. Nach einiger Zeit Rötung der Wundränder und reichliche Sekretion von serösblutiger Flüssigkeit. Benetzung der Schenkel und YordcrHäche der Hinterbeine durch dieselbe. Nach einiger Zeit auch eventuelle Ansammlung von Flüssigkeit in die sich bildenden Taschen der Skrotal-hiiute, Anschwellung und eventuell Fieber.
Therapie: Kleinere, nicht verunreinigte Wunden heilen rasch und ohne besondere Hilfe. Bei grösseren und unreinen Wunden handelt es sich um möglichste Herstellung der normalen Arerhältnisse. Entfernung von Fremdkörpern, Antiseptik, Waschungen, mit B%iger Karbolsäure oder Sublimat 1 :1000. Herstellung glatter Wundränder eventuell bei grösserer tiefgehender Zerstörung Kastration. Die Wundon müssen an der tiefsten Stelle offen sein, damit keine Sekretstauung eintreten kann. Nähen mit Catgut innen und aussen mit feiner Seide ist sehr zu empfehlen, aber es ist auf die reichlich eintretende Sekretion bedacht zu nehmen und entweder zu drainieren oder den tiefsten Teil der Wunde offen zu lassen. Bedecken der Wunde mit Jodoform-kollodium und Watte, sowie Anlegung eines Suspensoriums ist anzuraten. Grössere Tiere stellt man in eine Gurte.
Dehnungen des Skrotums.
Abgesehen von Dehnungen, welche das Skrotum durch innere Anfüllung mit Flüssigkeiten oder festem Gewebe erfährt, kommen noch Dehnungen bei normalen inneren Verhältnissen vor. Beim Pferde und Hunde soll der Hodensack ziemlich straff angezogen sein und durch ihn die Hoden wenig beweglieli festgehalten werden, Beim Rinde ist der Hodensack schon bedeutend gedehnter und noch mehr ist dies der Fall beim Hammel. Beim Schweine sind die Hoden zwischen den Hinterbeinen herausgedrängt und gegen den After herauf gelagert. Es haben somit Binder und Schafe, auch Ziegenböcke, normal die am gedehntesten Skroti. Bei allgemeiner Erschlaffung und Abmagerung, Alter oder lokalen Nachlass des Gewebstonus dehnt sich der Hodensack mitsamt den Samensträngen und hängt manchmal tief zwischen den Schenkeln herab. Eberhardt beobachtete bei einem l'/a Jahre
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Entzündung des Ilodensackos.
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alten Bullen, dass der Hodonsack 1213 Zoll lang gedehnt war und die Hoden nur den untersten Raum ca. 44l/2 Zoll ausfüllten. Der Zustand des Tieres besserte sich und nach 1/2 Jahre war es sogar sprungfähig.
Prognose: Je nach dem Spezialfalle etwas verändert. Dehnungen durch Anfüllung sind, solang der Inhalt fortwirkt, unheilbar. Dehnungen durch Alter und Schwiicheziistünde allgemeiner Natur, werden nur nach Besserung des allgemeinen Befindens zu bessern sein, während lokale ErschlafFung bei jüngeren, sonst gesunden Tieren die günstigere Beurteilung liefert.
Therapie: Besserung des Allgemeinbefindens, Entfernung der Ursachen. Lokale Unterstützung der gedehnten Teile und dadurch Verhütung winterer Zugwirkung durch ein Suspensorium. Kalte Waschungen, Massago und leicht hautrötende Mittel, Spirituseinreiben wird noch angewandt. In hochgradigen Fällen wird man kastrieren.
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Entzündung des Skrotums.
Entzündung des Ilodonsackes tritt manchmal auf bei allgemeinen Krankheiten, Beschälseuche, Pocken, Typhus und dergl. oder durch lokale Einwirkung, Quetschungen. Namentlich hei Hunden, die infolge von Lähmungen dos Hinterteiles lange liegen müssen, treten Quetschungen und Entzündungen nicht selten auf.
Das Klinische Bild besteht in Anschwellung, Röte, Schmerz, eventuell schrundiger Auflagerung, Störung des Ganges und eventuell des Allgomeinbofindens.
Prognose: Wenn der Hodensack allein erkrankt, und die Zerstörung nicht mit brandigem Abstorben verbunden ist, ziemlich günstig. Bei Komplikationen entsprechend vorsichtiger.
Therapie: Reinigen mit antiseptischen Flüssigkeiten, Behandlung der Schrunden und Rhagaden durch erweichende Mittel: Glycerinsalben, Borsalben oder Lanolinprä parate, Anlegen eines Suspensoriums. Bei chronischen Entartungen kann passendes Komprimieren zweckmässig sein, erzeugt durch Bestreichen mit Kollodium oder Anlegung eines KompressivVerbandes mittelst Heftpflasterstreifen, Bleiwasserumschläge und passende kleine Massage können eventuell noch Anwendung finden. Bei einer chronischen Verdickung des Ilodonsackes beim Hunde wurde von mir die Kastration vorgenommen, die erkrankten Stellen mit dem Messer entfernt, genäht, drainiert, mit Jodoformkollodium verschlossen und baldige Heilung erzielt.
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Hodensackwasserbruch.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;609
Hodensackwasserbruch, Hydrocele.
Bei sämtlichen Haustieren kann infolge eines entzündlichen Zu-standes der Scheidenhaut eine reichliche Ausscheidung von Flüssigkeit in die Hodensäcke erfolgen und zwar geschieht dies nur in dem freien Räume zwischen Scheidenhaut und Hoden, welcher aber sehr erweitert werden kann. Die Scheidenhaut wird hiodurch fortwährend verdickt und es kommt oft zu schwartigen Auflagerungen. Bei allgemeinen Wassersuchtszuständon kann auch eine Ansammlung von Transsudat im Hodensack erfolgen, doch hat dieses seinen Sitz mehr in der allgemeinen Decke und unter derselben. Die Entzündung der Scheidenhaut kann sich mit Erkrankungen des Hodens und des Samenstranges vergesellschaften. Das Transsudat des Hodensakes ist ausgezeichnet durch grossen Eiweissgehalt, dasselbe ist i. d. R. klar, gelblich, selten etwas blutig.
Klinisches Bild: Es ist angegeben, dass hauptsächlich Hengste betroffen werden. Steinler hat einen Fall auch beim AVallachen beobachtet. Steffen sah beim Schafbock einen Wasserbruch, der sehr tief herabhing und beim Gehen oft die Erde streifte. Die Anschwellung des Wasserbruches ist in der Regel nur einseitig, nicht vermehrt warm, von verschiedener Grosse, die Anfüllung verschieden prall, teigig. Auf passende Palpation ist Fluktuation bemerkbar. In Einzelfällen kann bei Rückenlagen der Hydrops in die Bauchhöhle fliessen, in der Regel ist dies aber nicht der Fall, sondern die Geschwulst setzt sich am Leistenring scharf ab.
Prognose: Quoad vitam günstig, quoad restitutionem vorsichtig.
Therapie: Besserung des Allgemeinbefindens. Anwendung von harntreibenden Mitteln, Wasserentzug, um eventuell Resorption herbeizuführen. Gelingt auf diese Weise die Entfernung nicht, so ist Entleerung mittelst aseptischem Troikart und nachheriges Einspritzen von ätzenden Flüssigkeiten, durch welche eine Verwachsung zwischen Hoden und Scheidenhaut eintreten soll, empfohlen worden. Jodtinktur pur je nach der Grosse des Tieres ca. 1 10 Gramm und ndchheriges Abttiessen, wurde angewandt. Levis hat beim Menschen kleine Quantitäten pure Karbolsäure eingespritzt und rühmt die Erfolge, welche von anderen bestätigt werden, Ausserdem ist eingespritzt worden: Lugol'sche Lösung und Alkohol gleiche Teile, Zinc, chlorat. 80/o. Es erfolgt auf die Einspritzungen in der Regel eine grosso etwa 8 Tage dauernde Reizung. Rey hat beim Hengst nach Jodeinspritzung grosse Anschwellung beobachtet, es fiel ein Hautstück gangränös aus und es musste noch Kastration vorgenommen worden. Steffen hat einen Schaf-
Iloffmanii, Tioriirztliclio Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 39
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Pneumatose des Hodensackes und Geschwülste an demselben.
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bock in C Wochen 14 mal angezapft und schliosslich doch noch die Kastration vornehmen müssen. Die früher angewandte Durchziehung eines Haarseiles ist zu verwerfen. Bei wertvollen Zuchttieren kann unter antiseptischen Kautelon eingeschnitten und ein Teil der verdickten Scheidenhaut entfernt werden, man muss aber die Wunden sehr [sorgsam mit Catgut nähen, drainieren und verbinden.
Pneumatose des Hodensackes, Aeroskrotum.
Der Zustand ist unseres Wissens nur von Anacker beschrieben worden. Aeroskrotum oder Pneumatose kommt nach Anacker nur bei jüngeren kastrierten Rindern, aber hier nicht selten vor. Das Skrotum treibe sich periodisch ballonartig auf, manchmal wie ein Kindskopf, und fühle sich an, wie ein mit Luft aufgetriebener Beutel. Fluktuation oder Schwirren sei nicht bemerkbar. Auf Druck erfolge ein Zusammenklappen, weil die Luft nach den Seiten ausweiche. Druckschmerz sei nicht zugegen. Das Allgemeinbefinden der Tiere ungestört. Die Pneumatose halte sich nur ganz kurz, in der Regel nur so lange, als die Tiere angestrengt und vermehrt warm sind. Sobald der Körper kühler wird, verliere sich die Geschwulst. Nur in Einzelfällen bleibe der Hodensack etwas gedehnt und seine Häute leicht verdickt. Im Sommer sei das Leiden häufiger. Hinsichtlich der Ursache ist von Anacker angegeben, dass, da weder an Hernie noch Plüssigkeitsansamm-lung zu denken sei und Luft von aussen nicht eindringen könne, eine Exhalation von Gasen, welche von den Samenstrangrudimenten folge, anzunehmen sei. Anzufügen ist, dass Müller und Roloff annehmen, dass es sich hier trotzdem um eine Hernie handeln werde.
Geschwülste am Skrotum.
Neubildungen sind an dieser Stelle nicht häufig. Beim Pferde habe ich Fibroide und Melanosarkome gesehen und mit verschiedenem Erfolge behandelt. Rosenbaum bat ein zweifaustgrosses Carcinom am Hodensack eines Ochsen mit gleichzeitiger Kastration dauernd hinwegoperiert. Fibroide und Warzen finden sich ebenfalls beim Rinde. Die Behandlung geschieht nach allgemeinen Regeln, nur ist anzugeben, dass Ätzmittel wegen der Verunreinigung der Schenkel in der Regel hier nicht anzuwenden sind.
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Erkrankungon der Hoden.
Litteratur: Wallraff, Epizoot. vorkommende Ilodenentz. b. Pf., Rind. u. Ziegen. Hop. 1840, p. 20(i. Bert hold, Transplantation der Hoden beim Hahn. Müller, Arch. f. Anat. 1849. liar. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk, 1860,
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Erkrankungen der Hoden.
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p. 8. Mor k t, Hodenveroiterung. Tztl. WochenM. 1849, p. 29. Gurlt, Hodon in. üaekzahngeschwulst. Gurlt u. Ilertwig 1851, p. 432. Cuning-h a m , Hodenverknöcherung b. Pf. The Vet. 1854, p. 20. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1855, p. 682. Aitkcn, Knochenstück i. Hod. 1). Pf, Ibd. p. 20, Gurlt, Platter Hod. b. Pf. a. Zwerchfell. Gurlt u. Hertwig 1856, p. 826. Gurlt, Sarkom am Hoden b. Pf. Ibd. 1856, p. 326. Ackermann, Eiteransammlung im Hoden b. Pf. Sachs. Jhb. 1856, p, 54, Eo-wack, Hodenentzünd. b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gorlaeh 1858, p. 161. Eucour, Hodenfleischbruch b. Pf. Belg, 1861, p. 6. Fünfstück, Ho-dsnsarkorn b. Eber. Sachs. Jhb. 1862, p. 22. Berehtold, Sarkom am Hundehoden, Tztl. Mitt. d. Münchn. Tzsch. 1862, p. 168. Lei soring, Hodenvorknocherung. Sachs. Jlib. 1864, p, 35. Gurlt, Sclerostoma oqui-num im Hoden b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1865, p. 248. Wulf, Zahn- und Ilaarbildung im Hoden. Müller u. Hol. 1866, p. 178. Maessen, Iloden-entz. b. Hengst. Ibd. 1866, p. 160. Kühne, Hoden mit Abscessen beim Ponny. Gurlt u. Ilertwig 1807, p. 265. Gurlt, Sarkom a. Hod. b. Kalb. Gurlt u. Ilertwig 1867, p. 27. Sachs. Klinik, Medullarsarkom a. Hundehod. Sachs. Jlih. 1871, p, 78. Leiscring, Atrophischer Hoden b, Hand, Ibd. 1872, p. 27. Sied a m g r o t z k y , Myom a. Hod. b. Pf. Ibd. 1873, p. 25. Ringk, Verdickung d. Samenstränge. Pol. u. Seh. 1876, p. 80. Kaiser, Retenti d. Hoden i. d. liauchhöhle. Ibd. 1877/78, p. 72. Knese, Orchitis suppurativa. Ibd. 1877/78, p. 72. Rödigor, Entartung der Sfierhoden. Gurlt u. Hertwig 1878/79, p. 65, B o n n e t, Verkalktor Ilod. b. Gemsbock. Münchn. Jhb. 1881/82, p. i)5. Bon net, Dermoidcyste im Hoden bei Pf. Ibd. 1882/83, p. 119. Appenrodt, Hodencarcinom b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlach 1883, p. 55. Bon net, Filaria papillosa im Pferdehod. Münchn. Jhb. 1882/83, p. 122. J o h n e - M e i x n e r, Sequesterbildung im Hoden b, R. Sachs. Jhb. 1885, p. 34. Froh u er, Krebsin-er Ilodentumor 1). Pf. Rep, IV. Popow, Vergrösser. u. Entart. d. Pferdehod. Arch. f. Vet.-Med. 1881. Rail let, Sclerostomum im Pferdehodon. Bullet. 1884, p. 301. Martin, Filaria papillosa im Hodonsack. Münchner Jhb. 1884, p. 104. Popow, Behandl. d. Orchitis i. d. Praxis. Petersb. Vet.-Archiv, 1885. Trasbot, Sur le careinome de testicule. Bulletin 1885, p. 178. Hess, Periorchitis b. Ebcrferkeln. Scliw. Arch. 1889, p. 265.
Erkrankungen der Hodon finden sich bei sämtlichen iniinnlichon Haustieren. Am zahlreichsten sind dieselben am Pferde beschrieben, häufiger kommen sie jedoch beim Hunde vor. Der Grund hief'ür liegt einesteils in der Wertigkeit des Pferdes, woil da häufiger behandelt und beschrieben wird, andererseits darin, dass die meisten männlichen Pferde in der Jugend kastriert werden, während gerade männliche Hunde die Mehrzahl bilden.
Wir haben zu berücksichtigen: Angeborene Defekte und Impotenz, Hodenentzündung und Neubildungen am Hoden.
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612nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Defekte am Hoden, Impotenz.
Angeborene Defekte am Hoden und Impotenz.
Durch die physiologische Einrichtung, dass der Hoden erst nach der Geburt aus der Bauchhöhle, durch den Leistenkanal sich nach abwärts in den Hodensack senkt, ist sehr vielfach Gelegenheit gegeben, dass eine zu frühzeitige Verengung dortselbst eintritt, oder der Hoden durch zu rasches Wachstum, oder zu straffe Aufhängebünder in der Bauchhöhle zurückgehalten wird. Tiere, bei denen beide Hoden in der Bauchhöhle zurückgehalten sind, heissen Kryp torchid en, solche bei denen ein Hoden zurückblieb M o n o r c h i d e n. In der Kegel sind die in der Bauchhöhle zurückgehaltenen Testikel, kleiner, verkümmert und nicht selten an ganz andere Orte gerückt. Gurlt fand beim Pferde einen platten Hoden am Zwerchfell befestigt. Kaiser hat beim Rinde einen zurückgebliebenen Hoden in der Subcutis der Flanke gefunden, dasselbe habe ich bei einem jungen Hunde gefunden. Bekannt ist, dass bei männlichen geschlechtsreifen und geschlechtslustigen Tieren ein ganz besonderer Duft produziert wird, welcher den ganzen Körper durchströmt. Tiere, welche die Hoden in der Bauchhöhle besitzen, sind in der Regel ebenso geschlechtslustig wie solche mit den Hoden am normalen Platze. Tiere mit einem Hoden in der Bauchhöhle, die Monorchiden, zeigen die Geschlechtslust und die Duftstoffe ebenfalls noch in sehr hohem Masse, auch wenn ein aussen gelagerter Hoden entfernt wurde. Namentlich sind die Monorchideneber auch Innen- oder Spitzeber, oder Urkämpen dadurch berüchtigt, dass sie höchst ekelhaft riechendes Fleisch besitzen. Es liegen somit sehr verschiedene Gründe vor, auch die Kryptorchiden und Monorchiden zu kastrieren.
Über atro phi sehen Hoden beim Hengst und Unfruchtbarkeit desselben berichtet Leisering. Fabricius hat an einem Hengst, der früher mit Erfolg deckte, seit 2 Jahren beobachtet, dass derselbe unfruchtbar wurde, und dass vollständiger Mangel der Samenfäden, Azoospermie, zugegen war. Impotenz ist sehr vielfach bei Hengsten, namentlich während und kurze Zeit nach dem Training beobachtet worden. Wenn die Unfruchtbarkeit in gröberen anatomischen Veränderungen z. B. Atrophie der Hoden ihre Ursache bat, so ist sie in der Regel unheilbar. Wenn in mechanischer Weise durch Neubildungen oder Entzündungsprodukte dem Sperma der Weg versperrt ist, so kann nach passendem, auch operativem Heilverfahren eventuell Heilung eintreten. Bei Schwächezuständen, Nervosität, kann durch Waschungen mit kalt Wasser, Galvanotherapie, passende Massage mit
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Hodenentzündung.
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sonstiger Behandlung: Nahrung, Ruhe, Geschlechtsreiz durch brünstige Stuten etc., Besserung und Heilung erzielt werden.
Hodenentzündung, Orchitis und Periorchitis.
Die Hoden sind ausserordentlich empfindlich, reagieren auf Insulte sehr heftig, und da sie ziemlich frei und ungeschützt getragen werden, so kommen entzündliche Prozesse an ihnen nicht selten vor. Betroffen sind hauptsächlich Pferde, selten Rinder, Schafe, Ziegen, Hunde und Schweine.
Aetiologie: Die häufigsten Ursachen sind mechanische Einwirkungen, Quetschungen zwischen den Schenkeln, Andrücken beim Coitus, zufällige Einwirkungen. Merkt beobachtete Hodenentzündung bei einem Pferde dadurch, dass dasselbe auf eine Thüre geritten war. Bei der Gemse nimmt Bonnet namentlich das Rutschenquot; als Ursache an. Infolge Vorkommens von Pilaria papillosa zwischen Hoden und Nebenhoden beim Pferde ist chronische Orchitis und Periorchitis beobachtet von Owen und Schmidt. Strongylus armatus ist dort beobachtet von Raillet und Jacoulet. Es ist jedoch von Mognin aufmerksam gemacht worden, dass der Parasit auch bei normalen Hoden-verhältnissen gelegentlich bei der Kastration gefunden werden kann. Über eine enzootische Hodenentzündung berichtet Wallraff: derselbe hat beobachtet, dass in einem Jahre hauptsächlich Stierkälber im Alter von 1020 Tagen, aber auch noch Fairen bis zu 3 und 4 Jahren, sowie Pferde und Ziegen vielfach an eiteriger Hodenentzündimg erkrankten. Bekannt ist, dass infektiöse Hodenentzündung bei Rotz- oder Beschälseuche eintreten kann. Schütz hat namentlich festgestellt, dass die so zahlreichen eiternden Hodenentzündungen nicht reine eiternde Prozesse sind, sondern dass dieselben ähnlich den metastatischen Abscessen der Lunge, mortifiziertes Gewebe und Verkalkungen darstellen. Es mortiiizicrt kein Körperteil so leicht als der Hoden, sagt Schütz.
Klinisches Bild: Allmählich oder rascher zunehmende Anschwellung, grosse Schmerzhaftigkeit, steifer Gang, keine Gehlust, kein Appetit, mehr oder weniger Fieber. Maessen beobachtete bei einem 7jährigen Hengst, dass der Hoden um das 4 fache vergrössert herabhing. Lowack sah, dass die Anschwellung innerhalb 5 Tagen ihre Höhe erreichte, dass während dieser Zeit häufig noch kleine Kolikerscheinungen vorhanden waren, und daas dann Eiterung mit Abscess-bildung erfolgte. Überhaupt ist die in Eiterung übergehende Ilodon-entzündung die häufigste. Sie ist beobachtet beim Pferde von Acker-
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Hodenentzündunsr.
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mann, Lowack, Roedigor, Köhne, Merkt-, quot;Wallraff, Knese u. A. Von den vor mir liegenden 10 Füllen von Hodonentzündung beim Pferde ist überhaupt nur eine einzige, die nicht als eitrig beobachtet ist, die es aber trotzdem sein kann. Der Fall ist folgender: Maessen sah bei einem 7 jährigen Deckhengst allmiihliche Anschwellung der Hoden. Trotzdem wurde das Tier zum Deckgeschäft vorwendet. Nach lt;3 Tagen trat Verschlimmerung ein, der Hoden erlangte 4fache Gröase, hing tief herab, war sohl' schmerzhaft und es trat Fieber ein. Auf die von ihm eingeleitete Behandlung erfolgte Heilung in 8 Tagen. Als Ausgang solcher in der Mehrzahl vorkommenden eitrig-nekrotisierendon Hodenentzündungen sind folgende Erfände anzusehen. Boediger fand in der Mitte eines .r5 Pfund schweren Hoden vom Pferde einen grossen Abscess mit gelbem, -verkästem Fiter, Köhne entfernte beim Ponny-hongste einen grossen Hoden mit Abscessen, Ackermann kastrierte einen 20jährigen Hengst wegen Gehirnaffektionen und fand in beiden Hoden Eiteransammlung. Es erfolgte nachher Besserung. Beim Rinde hat Johne eine Sequesterbildung im doppelt so grossen Hoden gefunden, welcher einen hühnereigrossen Hohlraum enthielt und mit einer graugolben Masse von gnmmiähnlicher Substanz erfüllt war. Der Sequester war ein nekrotisiertes Stück entzündlich infiltrierten Hodengewebes. Cunlgham hat im Hoden eines kastrierten Fohlen eine hühncreigrosse Knochenmaaso gefunden, Aitken sogar ein zugespitztes Knochenstück und Bonnet hat einen ganz verkalkten Hoden, sog. Stein beim Gemsbock gefunden. Derselbe bestand aus reinem phosphor-saurem Kalk. Bonnet führt an, dass ihm von allen Wiederkäuern bekannt sei, dass sie Neigung zur Verkalkung bei chronischer Hoden-entzündung besitzen.
Prognose: Vorsichtig bis ungünstig.
Therapie: Frische Hodenentzündungen werden mit kühlenden zerteilenden Mitteln behandelt. Ruhe, Diät, Suspensorium. Ferner bei Pferden und Rindern Einrichtung zu dauernder Berieselung mit kaltem Wasser, indem man über dem Stande einen Eimer mit Eiswasser anbringt, oder den Gummischlauch direkt mit der Wasserleitung verbindet und zwischen den Schenkeln an das Suspensorium führt, welch letzteres mit Werg oder Watte erfüllt ist. Maessen hat in den von ihm zur Heilung gebrachten Falle zuerst graue Salbe mit Hyod-cyanusquot; eingerieben, hierauf Jodsalbe und ein Suspensorium angewandt. Bei kleinen Tieren, Hunden, habe ich mit Vorteil Kompression angewandt, derart, dass lange Heftpflasterstreifen von oben herab über den Hoden und wieder herauf gegen die Bauchwand und so reichlich
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Neubildungen am Hoden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;615
nebeneinander angelegt werden, bis die ganze Oberfläcbe bedeckt ist, hierauf erfolgt die Einhüllung mit derartigen Streifen quer und rund herum geführt, so dass der Hodensack eine feste birnförmige Gestalt bekommt, das Ganze wird in Binden und Tücher eingehüllt, der Hund sodann durch Teppiche, Maulkorbinasko und eventuell Zusammen-hinden der Füsse einige Tage in Ruhe erhalten. Wenn bereits Eiterung eingetreten ist, so nützen diese Mittel nichts mehr, und je früher der Hoden durch regelrechte Kastration entfernt wird, desto rascher tritt wieder allgemeines Wohlbefinden des Tieres ein.
Neubildungen am Hoden, Fleischbruch, Sarcocele.
Jede Neubildung, welche am Hoden besteht, heisst Fleischbruch, Sarcocele. Der Name ist nicht richtig gewühlt, doch hat man früher auch sogar die Orchitis und ihre Folgen hieher gerechnet. Es sind meistens bösartige Geschwülste, welche an den Hoden sämtlicher Haustiere vorkommen. Sarkome kommen hier von enormer Grosso vor, Lacour hat ein 9 Pfund schweres am Pferdehoden beobachtet, meistens werden ältere Tiere hieven betroffen. Appenrodt sah ein Hodensarkom bei einem 12jährigen, Gurlt beim 18jährigen Hengst. Ein 'Myom der Albuginea des Hodens, in Form mehrer haselnuss- bis wallnussgrosser Geschwülste beobachtete Siedamgrotzky. Beim Binde ist sogar schon beim 14 Tage alten Kalbe Hodensarkom von Gurlt. beobachtet worden. Fünfstück sah ein Sarkom am Eberhoden, das 10 Pfund und 9 Lot Gewicht hatte. Am Hundehoden sind dagegen meist Krebse gesehen worden. Berchtold hat dort einen Skirrhus, die sächsische Klinik ein Medullarsarkom beschrieben. Leiscring hat einen harten Krebs mit Verknücherung und Fettentartung beim Hunde beobachtet.
Klinisches Bild: Anschwellung, Schmerzhaftigkeit, später Fieber, Abmagerung, bei Druck auf das Harnrohr Behinderung der Harnentleerung. Appenrodt sah in einem Fall von Hodencarcinom beim Hengst die nachgenannten Erscheinungen in folgender Reihe auftreten: Fieber, Abmagerung, Kolikerscheimmgen, Entleerung des Harnes im kleinen Strahl. Nacii 6 Wochen Anschwellung der Hoden. An-dauer der krankhaften Symptome, Tod nach 4 Monaten. Dass die Gebraucbsfähigkeit der Tiere in verschieden hohem Grade hiedurch gestört wird, bedarf keiner besonderen Beweise.
Die Prognose ist ungünstig. Aussei1 des einen Falles von Siedam-grotzky mit einem Myom, das in kleinen multiplen Goschwülsten auftrat, sind lauter Sarkome und Carcinome, also bösartige Erscheinungen beobachtet.
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Erkrankung des Satnenstranges.
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Therapie: Möglichst frühzeitige Entfernung des erkrankten Hodens und sämtlicher mit erkrankten Teile durch Kastration und eventuell erweiterte Exstirpntion.
Wir haben noch anzufügen die sogenannten Dermoidcysten im Hoden, welche sowohl unter den angeborenen Defekten als hier bei der Abteilung Neubildung angeführt werden können. Gurlt beschrieb 1851 einen Hoden vom 3 jährigen Pferde mit mehr als 6 Pferdezähnen Inhalt. Wulf fand in einem Pferdehoden 2 Bälge, den einen mit einer backzahnähnlicher Substanz, den anderen mit einem Haarbalg. Bonnet hat im Hoden eines alten Pinzgauer Hengstes eine hühnerei-grosse, weissgelbliche, ziemlich derb anzufühlende Geschwulst gefunden, in welcher eine kolloide Substanz war mit breiig grauer Masse, welch letztere aus feinen Wollhaaren bestand. In einem anderen Falle fand Bonnet bei einem s/i Jahre alten Hengst 8 haselnussgrosse Cysten, erfüllt mit einer grauen Masse von Salbenkonsistenz und in der Wand der Cyste ein 10 cm. langes, spiralig gewundenes schwarzes Haar. Gegen derartige Anschwellungen, die ohne entzündliche Erscheinungen bestehen und die in der Regel kein oder nur ein sehr langsames Wachstum zeigen, kann, wenn dieselben genieren, nur die Exstirpation des Hodens angeraten werden. Es sind allerdings Versuche vorhanden von Maff'uki, dass man unter antiseptischen Kautelen keilförmige Stücke aus einem Hoden zu exstirpieren vermag, somit eine solche Geschwulst mit Erhaltung der sonstigen Hodensubstanz möglich wäre. Der Vorgang der Heilung solcher Keilexcission ist auch ein derartiger, dass sich nach zwei Monaten in der Narbe ein schlauchartiges hoden-substanzähnliches Gewebe entwickelt, wodurch die Erzeugung von Spermatozoen möglich wird. Es dürfte somit bei wertvollen Zuchttieren eventuell diese keilförmige antiseptische Excission in Frage kommen können. Auf eine sympathische Erkrankung der Parotis bei Hodenentzündung wird namentlich in der Menschenheilkunde Bedacht genommen.
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Erkrankung des Samtrist rankes.
LitteratUT! Gurlt, Samenstrangfistel b. Ochs. Gurlt u. Hertw. 1836, p. 439. Lord, Samenstrangfistol. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk, 1842/43, p. 15. Pet e r s , Samenstrangflsteloperat. Mecklonbg. Ber. 1848, p. 18. Meyer, Aneurysma der Samenarterie. Gurlt u. Hertwig 1818, p, 428. Schmid, Exstirpation der Sainenstrangfistel. Central-Ztg. f. Vet.-Wiss. 1851, p. IC. Perossino, Champignons a. Samonstrang. Giorn. di Vet. Turin 1856, p. 448. Ber. üb. Leist. i. Geh. d. Thk. 1856, p. 51. Tenovart, Samen-strangfistoln, Lyon 1857, p, 249. Ibd. 1857, p. 59. Schutt. Dasselbe.
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Samenstrangfistel.
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Meoklenbg. 1857, p. 20. Memorabilion d. Vet.-Med. 18Ö5, p. 25. Haub-ner, Dasselbe. Sachs. Jhb. 1859/60, p. 48 u. 1802, p. 21. G u y o ii, Champignons a. Samenstrang. Toni. 1802, p. 301. Leise ring, Samenstrang-fisteloperat. Sachs. Jhb. 1864, p. 37. S c h m e 1 z , Samenstrangverhärtung. Mitt. a. d. tztl. Pr, in Kuril. 1862-64, p. 74. Schleg, Samonstrang-fisteln. Sachs. Jhb. 1868, p. 97. Bosenbaum, Sainenstranofisteln bei Ochs. Mitt. f. gcs. Thk. XII, p. 2. Gurlt, Samenstrang m. Aneurysma. Gurlt u. Hertwig 1870, p. 308. Lei soring, Samenstrangfistel. Sachs. Jhb. 1871, p. 34. Ringk, Verdick, d. Samenstr. Roloff U, Schütz 1846, p. 80. Adam, Samenstrangfisteln. Wochonschr. 1877, Nr. 85. Johne, Zur Atiologie dor Samenstrangfisteln. Sachs. Jhb. 1885, p. 46. Fora-s a s b i , Exstirpatione de no I'ungo al cordone testioolare. Giorn. di mod. vet. 1886, p. 71. Jhb. 1886, p. 124. Hess, Hämatoeele b. Stier. Schw. Arch. 1887, p. 265.
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Samenstrangfistel.
Nach der Kastration tritt in einzelnen Fällen eine unvollständige Heilung ein, welche dadurch charakterisiert ist, dass sich der Samen-strangstumpf verdickt, mit der Umgehung zu einer festen, derben, speckigen, nicht selten mit grösseren und kleineren Abscessen durchsetzten Masse verwächst. In den meisten Fällen ist von Anfang an eine kleine Fistelöffhung nach aussen, welche eingezogene, narbige Ränder besitzt. Manchmal kann auch die Aussenfläche geschlossen sein oder die Fistel reicht nur eine kurze Strecke in die Tiefe und oberhalb oder seitlich können mehr oder minder umfangreiche, oder multiple Abscesse vorhanden sein. Diese Geschwülste erreichen mitunter in kurzer Zeit eine ganz enorme Grosse. Es sind solche beschrieben von Leisering mit 10 Pfund, von Haubner 15 Pfund, Ringk 30 Pfund und Schürer sogar 33 Pfund. Das Wachstum ist ein sehr verschieden rasches, geht aber in der Regel ziemlich schnell.
Aetiologie: In früherer Zeit hat man alle möglichen Ursachen beschuldigt, namentlich zu starke Dehnungen bei der Kastration, das Unterbinden, zu starkos Quetschen des Samenstranges. Schwab hat sogar eine Zeitlang gelehrt, den Samenstrang nur ganz locker in die Kluppe zu nehmen. Zu tiefes Herabhängen des Samenstranges nach der Kastration, das sogenannte Zapfenschiessenquot;, ist ebenso wie das Anlöten des Samenstranges beschuldet worden. Auch unbekannte Einwirkungen spielten eine grosso Rolle. Schutt berichtet (1855), dass in einem russischen Regiment von einem sachkundigen, anerkannt guten Tierarzt 22 Hengste kastriert wurden, wovon 17 Samenstrangfisteln bekamen und von diesen 8 zu Grunde gingen. Derselbe Tierarzt hatte früher im selben Regiment 100 Hengste ohne Verlust kastriert. Es
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Samenstrangfistel.
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wurde in diesem Falle beschuldigt: Erkältung in den ersten Tagen nach der Kastration, zu wenig Bewegung in dieser Zeit, Metastasen in der Blutmisohung, schlechte Stiille und Unvorsichtigkeit in der Abnahme der Kluppen. Alle diese Dingo können jedoch nach jetzigen Kenntnissen nur als Nebensache angesehen werden, denn die Hauptursache ist eine Infektion. Johne hat zuerst Aktinomyces dortselbst festgestellt. Habe, Kivolta und auch Johne haben sodann noch Dormoid konstatiert. In Einzelfällen kommt es auch zur gewöhnlichen Eiterung, wenn vom Samenstrang nachträglich Teile nekrotisch absterben. Auf motastatischem Wege kann dies geschehen, wenn kastriert wird, während der Körper an Druse erkrankt ist.
Klinisches Bild: Allmähliche Anschwellung des Samenstrangstumpfes einige Zeit nach der Kastration, welche meist begleitet ist von unvollständigem Verschlüsse der Kastrationswunde, aus welcher in verschiedenen Zeiten sich geringe Eitermeuge entleert. Iliedurch werden die Schenkel und Eiisse besudelt, welche Erscheinung in der Regel den Besitzer erst veranlasst näher nachzusehen. Das Allgemeinbefinden ist anfangs in keiner Weise gestört. Später, wenn die Geschwulst grosser wird, stört dieselbe beim Gehen, die Hinterbeine werden breit und gespreizt bewogt, der Druck kann Schmerzhaftigkeit verursachen, ebenso vermag, wie dies Lord beobachtete, das Harnrohr gedrückt und die Harnentleerung dadurch behindert werden. In vielen Fällen wird die Anschwellung seitlich noch perforiert und es können mehrere Fisteln und Abscesshöhlen zugegen sein. Fieber und Abmagerung, schwere Allgemeinerscheinungen, Pyämio und Tod können den Ausgang bilden.
Prognose: In frischen kleinen Fällen günstig, wenn zeitig genug gründliche Hilfe erfolgt. In hochgradigen Fällen ist die vollkommene Wiederherstellung fraglich und es ist das Leben des Tieres bedroht.
Therapie: Da es sich bei der Samenstrangfistel zweifellos um eine Infektion handelt und meistens um ein sogenanntes entzündliches Granulom, welches zu den bösartigen Geschwülsten zu rechnen ist, oder doch um eine Infektion mit vielleicht gewöhnlichen Eitererregern, eventuell den Mikroorganismen der Druse, so hat die ganze Therapie darauf gerichtet zu sein, den Herd der Infektionsstoffe zu entfernen und für die Heilung passende Verhältnisse herzustellen. Schon längst haben solche Mittel, welche alle organischen Krankheitserreger vernichten, oder in ihrem Wachstum behindern können, hier ein besonderes Ke-nomee. Es wurden in die Fisteln eingestrichen von Haubner: Arseniksalbe 1 : ;i, später Villate'scher Liquor eingespritzt. Schleg spritzte Sub-
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Samenstran fffistel.
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limat 7,6 in 60 Grm. Spiritus gelöst in die Fistel. Adam pinselte mit ßleiessig, Albreclit empfahl cine Salbe aus Cuprum nceticum und Fett 1:4 bis 1:2, später sei dann Karbol- und Salicylsäure anzuwenden. Tcnevart präparierte die Geschwulst von der Haut los, brannte in dieselbe eine tiefe kcsselförmigo Wunde, füllte diese mit gleichen Teilen Sublimat und Talg, und schloss die Haut über dem Stumpfe, damit die Salbe darin bleiben musste. Schutt schnitt die Geschwulst stückweise heraus und brannte jedesmal das Zurückbleibende. Meistens führte jedoch diese Behandlung nicht zum Ziele und es wird anzunehmen sein, dass nur in solchen Fällen, in denen es sich um gewöhnliche Staphylococcen und Streptococcen handelt, eine Heilung auf Spaltung und derartige angegebene Mittel eintritt, dass aber Aktinomykom und Desmoid dadurch nur selten zur Heilung gebracht werden können. Jn liücksicht auf die unsicheren Erfolge und die langwierige Behandlung mit genannten Mitteln, wurde schon längst die totale Entfernung mit dein Messer, die blutige Operation empfohlen. Zu genanntem Zwecke wird das Pferd auf den Kücken niedergelegt und chloroformiert, die Geschwulst und die ganze Partie zwischen den Schenkeln geseift, gebürstet und mit Sublimat irrigiert, hierauf ein Längsschnitt über die Haut gemacht, die Haut seitlich von der Anschwellung abgetrennt; sobald es nun in die Tiefe geht, spannt die Haut, die Taschen füllen sich mit Blut und die Operation ist ausserordentlich erschwert. Es ist deshalb sehr zweckdienlich, die oben freipräparierte Geschwulst mit sehr starker langer Nadel tief durchzustechen und ein Band oder eine starke Schnur durchzuziehen, selbige zu einer Schlinge zu knoten und sie einem Gehilfen zu reichen, welcher die Geschwulst damit sehr aus der Tiefe hochzuheben hat. Man kann diese Schnur verlängern und an der Decke über eine Rolle ziehen, damit das Herausheben um so kräftiger besorgt wird und dabei keine Störung durch die Hand des Gehilfen erfolgt. Mittelst scharfer Haken wird die seitlich abgetrennte Haut abgezogen und mit desinfiziertem Schwamm oder Watte das Blut fortwährend aufgetupft. Wegen der Unsicherheit auch noch in der Tiefe schneiden zu müssen, wo kaum oder nicht mehr gesehen werden kann, sowie wegen des oft schweren Eindringens mit dem Messer, habe ich ein halbsichelförmiges Messer konstruiert, mit welchem ich von unten nach oben schneide, ebenso habe ich eine Schere zu diesem Zwecke konstruiert, die sehr stark gebaut ist, an der schmalen gebogenen Klinge ein halbstumpfes Ende besitzt, welches in der Tiefe durch das Gewebe gedrückt und sodann letzteres rasch nach oben durchgeschnitten und so lospräpariert wird.
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(320nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Erkrankung des Samenstranges.
Hat man bis zu dem Punkte, an dem der Samenstrang wieder normal wird, lospräpariert, (was nicht in allen Fällen möglich ist, da die Geschwulst durch den Leistenring bis in die Bauchhöhle gehen kann, Ringk z. 13. beobachtete, dass im Hinterleibe eine 24 Pfund schwere, unförmige Masse lag, welche der verdickte Samenstrang war), so wird die Entfernung des kranken Teiles vorgenommen. Es ist ganz besonders aufmerksam zu machen, dass in der Tiefe von grossen Samenstranggeschwülsten ganz auffallend grosse und sehr viele neugebildete Yenen sich befinden, so dass beim Anschneiden derselben das Blut oft in dickem Strahle hervorschiesst. Ich habe, um diese grossen Gefässe in der Tiefe fassen zu können, ganz lange und sehr starke Köberle'sche Zangen anfertigen lassen. Die Loslösung des Stumpfes geschieht nach Anlegung einer Kluppe, was jedoch nur bei kleinen Samenstrangfisteln und bei oben noch normalen Verhältnissen möglich ist, andernfalls wird der Stumpf mit einer festen Schnur gefasst, sehr fest geschnürt und ca. 2 cm. darunter abgeschnitten. Nach der Absclmeidung erfolgt eine starke Zurückziehung des inneren Teiles und wenn die .Schlinge nicht sehr fest sitzt, so schlüpft der abgeschnittene Stumpf hindurch und blutet. Ich habe versucht, mit besonders hiezu passendem Instrumente einen starken Draht fest umzuschnüren.
Nach Loslösung des Stumpfes wird sorgsam mit Sublimatwasser irrigiert und sodann genäht. Es wird mit der Etagennath und Catgut in der Tiefe begonnen und so Wundrand an quot;Wundrand angelegt, ein dickes seitlich perforiertes Drainagerohr bis zum Grunde eingeführt und die Wunde sorgsamst verschlossen. In Fällen, in denen die Blutung nicht sofort so vollkommen gestillt werden kann, dass die Wundflächen nach dem Auftupfen trocken aussehen, empfiehlt es sich, die Wundhöhle mit Wattebauschen anzufüllen. Man verwendet je nach der Grosse der Höhle eine Anzahl von Bauschen, von denen jeder mit einer Schnur fest zusammen gebunden ist. Diese Schnüre lässt man aus der Wunde heraus hängen und giebt derjenigen des am tiefsten sitzenden, einen, dem folgenden zwei, dem dritten drei Knoten und so fort, wodurch die Herausnahme wesentlich besser wird, weil dadurch immer der zu äusserst gelagerte zuerst entfernt werden kann. Diese Bauschen werden mit einigen Stichen durch die Wundränder vor dem Herausfallen geschützt und am 2.-3. Tage unter Anwendung von Irrigation entfernt. Das Ausbrennen der Wunde mit einem Glüheisen oder das Brennen des abgeschnittenen Stumpfes ist sehr vielfach geübt, teils als blutstillendes Mittel, teils auch als Antiseptikum. Ich kann es nicht sonderlich cinpfehlen. Gefahr ist im allgemeinen.
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Erkrankung des Samenstranges.
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weil während der Operation oder kurz nachher durch Luftembolie oder Chok das Leben bedroht ist. Die Heilung erfolgt in der Regel ziemlich rasch, auch in Füllen, in denen eine Heilung per primam nicht eintrat. Die Tiere werden nach Sarncnstrangfisteloperation behandelt wie nach der Kastration.
Die Erfolge, welche in der Neuzeit mit der Einspritzung von Jodkaliumlösung in Aktinomykome erzielt wurden, lassen es wünschens-
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Angewachsoner Samonstrang beim Ochsen (nach llokowsky).
a. Mastdarm. lgt;. Harnblase, c. Samenstrang. d. Eingeklemmteraquo; Düiindarmstück. (Vgl. auch Übenvm-f.) S. Uei-1. tztl. Wochenschr. 181)0, Nr. B9,
wert erscheinen, class Versuche gemacht werden, ob nicht auch die Samenstrangfistela in dieser Weise zur Heilung gebracht werden könnten. Ich würde empfehlen, Lugol'scho Lösung: Jod 1, Jodkalium 5, Wasser 50, mit der Pravatz'schen Spritze an mehreren Stellen und wiederholt tief in die Anschwellung einzuspritzen.
S ame nst rang fist ein beim Ochsen sind mehrfach beobachtet und beschrieben, aber weit nicht in der Anzahl, wie beim
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G22
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Blutaderbruch, Aneurysma der Samonurterie.
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Pferd, auch erreichen die Geschwülste nicht die dort heobachtete Grosse. Schmelz giebt als Ursache der Satnenstrangfistel beim Ochsen an: Zu lockeres Liegen der Kluppen, zu schlaffen Samenstrang und Vorfall desselben nach der Kastration, Zerrung bei der Kastration und Verklebung des Samenstranges mit der Innenwand des Skrotums; also dieselben Ursachen, die früher auch beim Pferde beschuldigt worden sind. Es ist mitgeteilt, dass die Goschwulst hauptsächlich in der Ruhe, weniger bei strenger Arbeit wuchs, dass eine solche innerhalb eines Jahres nach der Kastration zwennannsfaust gross wurde, und dass sich in solchen Geschwülsten eine reichliche Menge von Eiter vorfand. Schmelz hat Heilung erzielt durch mehrmaliges Einpinseln mit purem Kreosot und liosenbaum will bei einer Samenstrangfistel beim Ochsen, die in 9 Tagen nach der Kastration schon faustgross war, durch innerliche Anwendung von täglich 2 Gramm Jodkalium, in 3 Wochen fast vollständige Itesorption, nach 1/4 Jahr vollkommene Vernarbung erzielt haben. Sehr wahrscheinlich ist, dass beim Ochsen dieselben Verhältnisse vorliegen wie beim Pferde. Schutz vor Infektion bei und nach der Kastration ist jedenfalls das beste. Nachher wenn das Leiden ausgebildet ist, werden sich dieselben Mittel empfehlen wie beim Pferde.
Blutaderbruch, Krampfaderbruch, Aneurysma der Samenarterie und
Vene, Cirsocele. Der Blutader- oder Krampfaderbruch, auch Sausebeutel oder Susebüel, ist bei unseren Haustieren bis jetzt nur an Ochsen beobachtet worden. Das Leiden besteht in einer aneurysmatischen oder varikösen Erweiterung der Arterien und Venen des Samenstranges. Meyer beschreibt im allgemeinen das Leiden folgendermassen: Der Hodensack des kastrierten Tieres hat die Grosse vom Hummel, die Haut dortselbst ist gesund, die Geschwulst ist zusammendrückbar, füllt sich aber rasch wieder, beim Berühren fühlt man ein Vibrieren des Blutstromes, die Gefässe des Samenstranges sind fingerdick erweitert. Prinz und Gurlt haben ebenfalls über das Leiden geschrieben. Ein Fall ist von Meyer folgendermassen beschrieben: Ein 9 Monate alter Ochse ist vor (i Monaten durch Abschaben kastriert worden, derselbe hat nach Angabe des Besitzers eine Geschwulst am Hodensack, in welcher es klopfe und sausse. Meyer fand den Hodensack so gross wie beim Farren, die Geschwulst pulsierte sehr stark und beim Befühlen war ein wogendes Vibrieren, besonders am unteren Teil bemerkbar. Die Geschwulst Hess sich leicht zusammendrücken, kam aber sofort wieder, sowie der Druck nachliess.
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Krankheiten des Harnrohrs.
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Prognose: Günstig, insofern das Leben des Tieres hiedurch nicht bedroht ist, auch die Gesundheit in keiner Weise belästigt wird, wenn das Tiev nicht zur Arbeit verwendet werden soll. In Fällen, in denen durch sehr bedeutende Grosse der Nutzung ein Hindernis bereitet wird, ist zu operieren.
Therapie: Nur die Operation hat einen Wert. Es wird der Hodensack ziemlich hoch oben angeschnitten, die Gefässe mit einer Schlinge umf'asst, das Blut von unten her nach oben gedrückt und die Schlinge festgeschnürt. Mayer spaltete den Hodensack breit, präparierte das Gefäss frei und legte hoch oben eine Kluppe an.
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Krankheiton des Harnrohrs.
a) Harnrohrsteine, b) Harnrohrsteinschnitt.
Litteratur a: Kirchner, Harnrohrsteine und Blasenentz. b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1844, p. 420. Gier er, Harnrohrverstopf. b. männl. Rind. Tztl. Ztg. 1845, p. 19. F ü r s t e n b e r g , Harnrohrstoine b. verseh. Haust. Mitt. f. Tlik. 1845, H. 3 u. 4. Tztl. Ztg. 1845, p. 190. Delo, Harnrohrsteine b. Pf. Reo. de Mod. vet. 1848, p. 282. Ber. üb. Leist. i. Gob. d.Thk. 1849, p. Ti. Moreau, Harnrohrst. b. Pf. Rec. 1857, p. 34. Ibd. 1857, p. 57. Dud field, Harnrohrsteine b, Schaf. Edinburg 1858, p. 35. Ibd. 1858, p. 21. Zwickel, Harnrohrsteine b. Wall. Wien. tztl. Ztg. 1858, p. 94. Giese, Harnrohrsteine b. Pf. Mitt, a d. tztl, Pr. Gerlach 1858, p. 164. Anacker, Verstopf, d. Harnrohrs b. Ochs. Ibd. 1858, p. 140. Wiener Klinik, Harnrohrst, b. Pf. Wien 1859, p. 13(i. Say er, Harnrohrst eine b. Pf. The Vot. 1859, p. 434. Dillon, Harnrohrsteinschnitt h. Pf. Rec, I860, p. 764. B.t. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1860, p. 50. Di 1 Ion, Harnrohrsteine beim Esel. The Vet. 1860, p. 216. Ibd. 1860, p. 14. Vie na, Harnrohrstein b. Ochsen. Ibd, 1865, p. 349. Ibd. 1866, p. 21. Voigtländer, Harnstein in d. Rute b. Wall. Sachs. Jhb. 1802, p. 63. May, Harnrohrst. b. Schaf. Krankh. d. Schafe. 1868, p. 303. Müller, Harnrohrst. b. Pf. Sachs. Jhb. 1871, p. 126. Haubnor, Harnrohrstein beim Ziegenbock. Ihd. 1871, p. 74. Haubner, Harnrohrstein b. Kameel. Ibd. 1872, p. 50. Gurlt, Harnrohrsteine b. d. Haust. Gurlt u. Hortwig 1872, p. 179. Schleg, Harnrohrst. b. Pf. Sachs. Jhb. 1872, p, 123. Gütt-lich, Harnrohrstein b. Wall Mitt. a. d. tztl. Pr. Roloff u. Schütz 1678, p. 118. Mathias, Harnrohrstein b. Pf. Ibd. 1878, p. 110. Rat like, Schell, Dässulbe. Ibd. 1878, p. 119 Friedrich, Harnrohrsteine. Sachs. Jhb. 1882, p. 86. Bouohet, Harnrohrsteinsohnitt b. Ochs. Revue vet. lf8S, p. 72. Jbb. 1888, p. 126.
Litteratur b : G i e 1 e n, Ilarnrohrwunde b. Pf. Gurlt u. Hert.w. 1835, p. 435. Bieohler, Harnrohrflstel b, Pf. Tztl. Ztg. Ill, p. 86. Lehn bar dt, llainrohrsteinschnitt. Gurlt u. Ilertwig 1-43, p. 473. Sohmld, Ilarn-rohrsteinschnitt b, Pf. Bolg. 1844, p. 90 Huth, Harnrohrsti'inschnitt 1). Pf. Dietrich's /tschr. f. ges. Thk. XIII, p. 327. Huth, Harnrohrstein-
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Krankheiten des Harnrolirs.
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schnitt, her. üb. Leist, i. Geb. cL Thk, 1849, p. 40. Dillon, Harnrohr-stcinschnitt b. Pf. Roc. de Med. vet. 1855, p. 232. Rossingnol, Dasselbe. Ibd. Ber. üb, Loist. i. Geb. d. Thk. 1855, p. 56. Kirn bach, Dasselbe b. Ochsen. Ibd. Turin, Dasselbe b. Ochsen. Turin 1856, p. 63. Ibd. 1856, p. 59. Bouley, Harnrohrschnitt b. Ochs. Rec. 1869, p. 359. K n i e b u s o h , Harnrohrsclmitt b, Ochs. Mitt. a. d. tzti. Pr. Gerlach u. Leisering- 1856, p. 100. Kärnbeck, Ilarnrohrschnitt b. Ochs. Ibd. 185C, p. 132. Po fold, Ilarnrohrschnitt b. Ochs. Mitt, a, d. tztl. Pr. Gerlach 1858, p. 139. Qlutlimann, Harnrohrschnitt' b. Ochs. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 103. Ilarnröhrenstein b. Ochsen. Rec. 1858, p. 18. Frank, Harnrohrschnitt b. Ochsen. Wochenschr. 1359, p, 166. Martin, Harnrohrschnitt b. Ochs. Belg. 1800, p. 631. Feser, Harnrohrschnitt b. Ochs. Münchn. Jlib. 18G3, p. 43. Carter, Harnrolirschnitt b. Fohl. The Vet. 1860, p. 700. I) u p o n t, Ilarnrohrschnitt b. Ochs. 7 Fälle. Rec. 1867, p. 28. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1867, p. 635. Funke, Ilarnrohroperation 1). Ochs. Sachs. Jhb. 1868. Seh lie ff, Ilarnrohrschnitt b. Wall. Bad. tztl. Mitt. 1878, p. 52, Uhlich, Harnrohrsteine. Sachs. Jhb. 1883, p. 86. Bouchet, Harnrohrsteinsclinitt. Jhb. 1889, p. 127.
Harnrohrsteine sind bei unseren Haustieren ziemlich zahlreich, namentlich bei Wiederkäuern und Schweinen wegen der Sfürmigen Biegung der Harnröhre und der sehr bedeutenden Länge und Enge derselben. Das Harnrohr des Pferdes ist weit und sehr elastisch. Es können deshalb ziemlich grosse Kongremente dort vorkommen. Fürstenberg hat die Harnrohrsteine zahlreich analysiert und er teilt mit, dass die des Pferdes braun, sedimentartig, die des Rindes grünlich, glänzend, weisslich, rundlich, netzförmig, gelblichweiss, auch graubraun oder schmutzig weiss, die des Schweines weiss, rauh, kreideartig sind. Nach einer Analyse von Lintner enthalten die Harnrohrsteine des Schafes: Org. Subst. 11,03, Kieselsäure 71,05, Schwefelsäure 6,24, Magnesia und Eisen, Spuren. Bei anderen Wiederkäuern hat Fürstenberg bis zu 75 0o Kieselsäure festgestellt. Scharmann fand hauptsächlich phosphor-saures Ammoniak. Beim Pferd sind Harnrohrsteine trotz der Weite des Rohres nicht gerade selten. Es sind bei männlichen Pferden schon in sehr früher Jugend Harnrohrsteine beobachtet worden, bei 10 Wochen alten Tieren, bei 1, 11/2, 2, 21/2 Jahre alten Tieren, sodann bei 8 und it Jahre alten und endlich bei ganz alten 1820jährigen Tieren. Die Grosse der Steine ist sehr verschieden, erbsengrosse sind in der Hegel mehrere beisammen, Taubenei- und Wallnussgrösse ist am meisten angegeben. Das Gewicht der Steine beträgt 10 bis gegen 200 Gramm. Die meiaten sind zwischen 4090 Gramm. Der Sitz der Steine ist entweder an der Eicholgrube, kurz hinter derselben, hauptsächlich aber in der Strecke des Perineums, in der Gegend des Beokenausschniltes und abwärts bis zum Hoden.
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Klinisches Bild: Bei Eichelsteinen ist beobachtet: Anschwellung der Hute und des Schlauches, Ausschachten, Harnstrenge und hartes Harnrohr, Spannung der Blase, Kolikerscheinungen, Schwitzen, beschleunigter Puls. Bei Steinen im Rohr selber: In der Regel langsam zunehmende Harnbeschwerde, einige Tage, selbst bis zu Wochen andauerndes unwillkürliches Harntröpfeln, Entleerung in geringem, unterbrochenem Strahle unter Beschwerden, manchmal ist der entleerte Harn trübe, gelblich weiss, schleimig. Vollständige Verstopfung der Harnröhre manchmal plötzlich, Kolikerscheinungen, grosso Unruhe, Anfüllung der Harnröhre vom Hindernis bis zur Blase, Erweiterung und Anfüllung letzterer. Das Harnrohr ist am Perineum, wenn der Stein ziemlich tief sitzt, hart, erweitert, manchmal ist der Stein als knotenförmige Erweiterung sichtbar, öfter aber, sogar regelmässig, fühlbar, au der betreffenden Stelle ist Druckschmerz. Bei Einführung des Katheters stösst man auf ein Hindernis. Wenn eine ziemlich dünne Sonde verwendet wird, ist manchmal möglich an dem Steine vorbei zu kommen. Zu empfehlen ist eine elastische Pischbeinsonde mit Metall-knopf, weil dadurch der Stein noch als rauher Körper gefühlt werden kann. In späteren Stadien kommt es zu den Erscheinungen der Blasenruptur. Bei kastrierten Ochsen, Schafen und Schweinen ist jedoch das Sondieren unmöglich.
Prognose ist, wenn rechtzeitig eingeschritten werden kann, ziemlich günstig: Spontanheilungen sind höchst selten. Das Leben des Tieres ist in nahestehender Zeit durch Blasenruptur bedroht.
Therapie: Rasche energische sachgemässe Therapie ist von Erfolg begleitet. Der Zauderer verliert hier alles. Eichelsteine sind in der Regel festgeklemmt, die Umgebung geschwollen, daher nur mit Zangen und unter ziemlichen Schwierigkeiten am stehenden Pferde zu entfernen. Der Penis wird hervorgezogen, mit einem Tuch umgeben, mit einer Hand festgehalten und mit der andern werden die Steine ge-fasst. Zwickel musste erst den vorderen Teil der Harnröhre mit dem Messer erweitern, ehe es gelang die dort festsitzenden Steine zu entfernen. Nach Wegnahme der Steine entleert sich in der Regel eine sehr grosso Harnmenge, oft spritzt dieselbe direkt mit Gewalt nach. Auf reichliche Wassorcinspritzungcn konnte Delo einen ziemlich unten sitzenden Stein losmachen, derselbe wurde nachher durch die Gewalt des Harndruckes herausgepresst. Brogniez giebt an mehrfachquot; spontanes Abgehen beobachtet zu haben. Shannann konnte mit einer Zange in das Harnrohr eingehen, dort den Stein fassen, und hervorziehen. Auch bei einem Esel wurde es möglich, die ziemlich vorne
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Hoffmann, Tierar/.tliohc Chirurgie.
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sitzenden Rohrsteine mit einer Zange zu holen, es waren aher hier zwei erbsengrosse Steine nebeneinander gekeilt gewesen. Friedrich machte einen Längsschnitt in den Penis, nahm den Stein heraus, es entleerte sich nachher ein Tränkeimer voll Harn und die Wunde war ohne Zuthun nach wenigen Tagen geheilt. Über dem Hodensack steckte ein Stein bei einem 5jährigen Wallachen, der seit mehreren Wochen Kolik veranlasste, Schlieff bremste das Tier, machte einen Längsschnitt auf den Stein und zog ihn mit Daumen und Zeigfinger heraus. Es stürzte eine grosse Harnmenge hervor. Die Hautwunde nähte er mit 8 Heften und wandte 2 Tage Eis an. Schon nach 1/2 Stunde floss Harn durch den Penis ab, 2 Tage lang waren dem Harn kleine Blutgerinsel beigemischt, 34 Tage war Anschwellung zugegen, die Heilung erfolgte aber ohne Infiltration von Harn in die Umgebung und ohne Eiterung vollkommen und in kurzer Zeit. Huth nahm zwischen den Schenkeln einen Stein heraus. Er schnitt ebenfalls längs darauf ein, musste das Hindernis in drei Stücken entfernen und die Heilung war in 3 Wochen beendet. Giose hatte ein Pferd, welches seit längerer Zeit geringe Kolik und Entleerung von verändertem Harn in geringer Menge zeigte. Überhalb des Hodensackes war der Stein fühlbar. Giese legte das Pferd, konnte auf direkten Einschnitt den Stein entfernen und Heilung erzielen, liossingnol hat inmitten des Harnrohrs 2 Steine herausgeschnitten, wovon einer ein Haferkorn enthielt. Häufiger als an den seither genannten Stellen sitzen die Steine höher, in der Nähe des Sitzbeinausschnittes, ziemlich dicht darunter oder höher. Dieser Sitz ist als ein weniger günstiger anzusehen. Der Erfolg hängt jedoch noch von Nebenumständen ab. Wenn der Stein glatt und ohne Gries festsitzt, so erfolgt die Heilung in der Regel rasch. Wenn aber das Harnrolir auf grosse Strecken entzündet ist, die Schleimhaut zum Teil abgestorben ist, oder sich Blasenerkrankung vorfindet, wodurch Harngries durch die Wunde läuft, so können Komplikationen eintreten. Der Schnitt wird ausgeführt: a) Am stehenden Tiere ohne jede Nachbehandlung. Dillon hat unter dem After einen Stein herausgeschnitten, die Wunde nicht behandelt. Dieselbe heilte in 14 Tagen. Voigtländer hat unmittelbar unter dem Sitzboinausschnitt einen wallnussgrossen Stein herausgeschnitten. Die Wunde heilte in 4 Wochen ohne Behandlung. Moreau nahm gerade an der Biegung des Harnrohrs einen tauheneigrossen Stein heraus, die Wunde heilte in 8 Tagen. Mathias hat ehondort einen ähnlichen Stein entfernt, die Wunde nicht genäht, und in 14 Tagen Heilung gesellen, b) Am stehenlt;1 en Tier mit nachfolgendem Nähen, Die meisten Tier-
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ärzte fanden nach dem Schnitt für nötig, die Wunde zu heftenquot;. N ii hen sagte man richtigerweise nicht, denn man hatte grosse klobige Nadeln und war froh, wenn man einige Hefte eingelegt hatte. Ich emnfehlo das Harnrohr mit feinem Catgut und sehr nahe gelegten, nur die Muskularis fassenden Näthen zu verschliessen, ebenfalls die Hautwunde und dies unter antiseptischen Kautelon und Anwendung der Drainage. Es sind Heilungen per primam zu erwarten, wenn die Wunden nicht durch die Operation gequetscht und verunreinigt wurden. Nicht versäumen will ich anzugeben, dass 1848 schon im Belg. Journ. ein mir unbekannt gebliebener Autor empfiehlt, beim Schnitt am Damm keine Naht, sondern anfangs nur ein breites Heftpflaster anzulegen. Erst nacli einigen Tagen, wenn die Wunde anfängt zu vernarben, rät er eine Naht anzulegen. Es ist somit die in der Neuzeit üblich gewordene Sekundärnaht in der Tierheilkunde schon lange bekannt und zum Teil angewandt gewesen. Frischer Harn schadet nicht, wenn er einmal über eine Wunde fliesst; er ist sogar desinfizierend, erst wenn er dort aufgehalten und faulig wird, wirkt er schädlich. Bei der seitherigen Methode mit Heften der AVunde wurden Heilungen in 14 Tagen bis drei Wochen erzielt, c) Am liegenden Pferde operierten Say er, Müller; Gielen hatte versucht am gebremsten und gespannten Pferde den Schnitt zu machen, musste jedoch das Tier werfen. Sayer wandte noch die Chloroformnarkose an. Es könnte erscheinen, dass das Werfen wegen der angefüllten Blase und zu fürchtender Ruptur derselben Gefahr in sich schlösse, doch ist kein diesbezüglicher Eall mitgeteilt. Gielen hat den Verschluss des Harnrohres über einer eingeführten Sonde gemacht. Schleg hat nach dem Schnitt in die Harnröhre und Entfernung des Steines ein gebogenes Messingrohr eingelegt, welches an dem oberen und unteren Wundrande eine Scheibe besass, so dass es nicht herausfallen konnte. Üble Ausgänge des Harnrolirachnittes sind an dieser Stolle beobachtet von Kirchner. Es war viel Blasengries im Harn, die Wunde schloss sich nicht, das Rohr wurde sehr entzündet und der Tod erfolgte nach 12 Tagen. Dupont sah Tod schon 2 Tage nach der Operation. Von Wien ist berichtet, dass die Entfernung des Steines nur zum Teil gelang, hierauf Harninfiltration und der Tod erfolgte. Von den mir hier vorliegenden 27 Eällon Harnrohrsteinschnitt bei Pferden heilte ein Fall in 8 Tagen, 4 in 14 Tagen, 2 in 3 Wochen, ein Eall In 4 Wochen, bei 10 Fällen ist die Heilungsdauer nicht angegeben. ;{ Fälle, somit 11)1% gingen verloren.
Harnrohrsteinschnitt beim Ochsen. Durch den langen, in Sförmiger Krümmung verlaufenden Penis mit enger Harnröhre ist
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Ursache zu häufigerer Stoinbildung gegeben als beim Pferde. l)as Rind ist gegen Operationen weit indolenter als das Pferd; dennoch erscheinen die Erfolge beim Kinde nicht so günstig wie heim Pferde.
Das klinische Bild ist dasselbe wie beim Pferde, nur ist anzuführen, class die Harnröhre nach oben nicht so voll und deutlich hervortritt und dass in vielen Fällen der Stein nicht so direkt gefühlt werden kann, weil er in der SBiegung sitzt. Frank giebt an: Unter 10mal sitzt der Stein 9mal an der Sförmigen Krümmung, dort wo sich das Aufhängeband anheftet. Die hier sitzenden Steine sind kleiner wie beim Pferde, 410 Gramm schwer, öfters sind mehrere vorhanden.
Die Prognose ist dieselbe wie sie beim Pferde angegeben ist.
Therapie: Man kennt hier nur den Schnitt. Es ist hierüber angegeben: Ich operiere gewöhnlich im Stehen. Kurz über dem Hodensacke mache ich einen 3 Zoll langen Einschnitt, ziehe den Penis hier heraus und finde dann den Stein gewöhnlich oben an der Sförmigen Krümmung, an welcher ich die Harnröhre der Länge nach einschneide und so den Stein entferne. Ist der Stein entfernt, so nähe ich gewöhnlich die Harnröhre mit einem Seidenfaden und lasse dann den Penis zurück. An der Wunde geschieht gar nichts, dieselbe heilt oft schon in 8 bis 10 Tagen zu. Es kommen so auch nie Harnfisteln vor, wie dies geschieht, wenn die Harnröhre nicht geheftet wird.quot; Körnbach empfiehlt, den Penis dortselbst hervorzuziehen, umzudrehen und von oben einzuschneiden, damit weniger Ursache zur Pistelbildung entstehe. #9632; Ich kann weder die eine noch die andere dieser Methoden empfehlen! Da richtig ist, dass der Stein meist an der Sförmigen Krümmung hinter dem Hodensack sitzt und dortselbst gefühlt werden kann, so rate ich, das Tier niederzulegen und zwar sachte niederzuschnüren, auf den Rücken zu legen, die Gegend über dem Hodensack zu seifen, bürsten, rasieren, antiseptisch bis auf das Harnrohr einzuschneiden, dieses selbst mit 2 scharfen Haken rechts und links zu fassen, dazwischen längs einzuschneiden und den Stein mit einer Zange zu entfernen. Hierauf wird die Wunde höchst sorgsam mit Catgut genäht und auch die äussere unter Anwendung von Drainagen sorgsam verschlossen. Ich warne davor, das Harnrohr mit der Hand von dem umgebenden Bindegewebe loszutrennen, es gar hervorzuziehen, oder es oben einschneiden zu wollen. Diese Zerrungen und Verunreinigungen würden sich schwer rächen. In der Regel führt der Steinschnitt zur vollkommenen Heilung. In solchen Fällen aber, in denen tiefe Erkrankungen der Nieren oder der Blase mit vergesellschaftet sind, geht natürlich dieses ursprüngliche
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Leiden seinen Gang' weiter und der Erfolg war eben nur ein momentaner. Rathke hat bei einem Ochsen 3 mal den Steinschnitt am Harn-röhr ausgeführt, dort über 10 Steine herausgenommen und später in der Blase noch über 30 Steine gefunden. Dietrichs hat 3 Steine aus der Blase entfernt und später noch 13G in der Blase gefunden. Es ist für die Beurteilung wichtig, auf die Abhandlung der Blasen- und Nieren* krankheiten hinzuweisen. Gerade wegen Nichtberücksichtigung dieser Verhältnisse wurde schon 1845 in der tierärztl. Zeitung, p. 130, der Rat erteilt, da die Operation nur momentan Hilfe leiste, die Heilung der Wunde misslich sei, die Tiere abmagerten, so sei es viel besser, dieselben sogleich zu schlachten. Derartige fatalistische Anschauungen gehören nicht in die Medizin. Wohl muss das Rechenexempel in der Tierheilkunde stimmen, aber dies tritt nur ein, wenn in allen Fällen spezialisiert und genau untersucht worden ist.
Bei Harnrohrstein bei Schafen ist mitgeteilt, dass ohne Vorboten bei den Tieren grosses Drängen entstehe. Man stellt dieselben auf trockenen ungestreuten Boden und erhält dadurch bald Gewissheit, ob Harn abtröpfelt. Die Tiere liegen viel, äussern Schmerz, sie haben stieren Blick, nehmen wenig oder kein Futter oder Getränke auf, wiederkäuen nicht. Die Harnröhre ist vom Hindernis an nach oben angefüllt, auf streichenden Druck nach abwärts kann man die Steine entdecken, es ist Sclimerz an der betreffenden Stelle. Hauptsächlich Ist der Sitz über der Sförmigen Biegung. Mittelst Katheter die Diagnose sicherer zu bekommen wie beim Pferde, ist beim Rind, Schaf und Schwoin geradezu unmöglich. Nicht einmal eine Sonde könne eingebracht werden, sagt May. Letzteres ist nun nicht richtig. Wenn die Vorhaut aufgeschnitten ist aber nur dann , so kann beim Rind ein Vs cm. dicker elastischer Katheter eine Strecke weit eingeschoben werden, beim Schaf und Schwein aber kann nur ein ganz dünner Katheter eingeführt werden. Für die Klinik fällt der Katheter für diese Tiere ganz hinweg. Dumann hat den Harnrölirenstoinschnitt bei Hammeln 11 mal durchgeführt, Der Steinschnitt hat bei Hammeln bislang noch ein weniger gutes Resultat geliefert wie beim Rinde. Ich bin überzeugt, nur der Nebenumstände wegen und rate, die Operation ebenso und aseptisch bei Hammeln durchzuführen. (Vgl. Blasenschnitt.)
Beim Ziegenbock ist ein Harnrohrstein beobachtet worden von Haubner. Das Tier hatte seit längerer Zeit langsames Entleeren des Harnes und entzündliches Ödem der Vorhaut, dasselbe starb plötzlich und bei der Sektion fand man einen 10 mm. langen Stein in der Harnröhre, quer über der Sförmigen Biegung. Die Schleimhaut und Mus-
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kularis war dortselbst brandig perforiert und die Umgebung mit Harn infiltriert. Beim Kam eel ist von der Dresdner Klinik mitgeteilt, dass dasselbe die Erscbeimingen eines Harnsteines gezeigt habe. Es wurde an zwei Stellen eingesclmitten, aber nur blutiges Gerinsel konnte entfernt werden. Das Tier starb, es hatte 9 Stück erbsengrosse Steine in der Harnblase.
Es ist noch anzuführen, dass Hering u. A. empfoblen haben, dass, für den Fall ein Stein nicht gefunden wird, das Drängen aber fortbesteht, das Harnrohr unter dem Sitzbein quer abgeschnitten und herausgeleitet werden soll und so eine künstliche Harnfistel gebildet werde, wobei die Tiere gerade noch gemästet werden können. Im Falle eraquo; zu Harninfiltrationen kommt, müssen tiefe Incisionen und Auswaschungen mit stark desinfizierenden Mitteln gemacht werden.
Andere Krankheiten der Harnröhre.
Litteraturi Cartwrinht, Entzündung d. Harnwerkzeug-e beim Kalb. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 45. Cartwright, Harnrohrstein b. Ochsen. Tztl. Ztg. 1845, p. 130. Huth, Harnverhaltung b. Pf. Gnrlt u. Hertwig 1846, p. 327. Tztl. Ztg. 1840, p. 32. l'aravicini. Künstliche Barnrohrmündung. Mail. 1856, p. 250. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. Dominik, Periodischer Harnfluss. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlaoh n. Leis. 1856, p. 68. Eletti, Harnst, b. Ochs. II veterin. publ. Mail. 1856, p. 202. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1856, p. 43. Dietrichs, Harnrohrsteine. Gurlt u. Hertwig 1856, Suppl. Haubner, Harnrohrverdickung. Sachs. Jhb. 1856, p. 29. An acker, Verstopfung des Harnrohrs. Gurlt u. Hertwig 1857 , p. 150. G u i 1 m o t, Polyp im Harnrohr b. Fohl. Bolg. 1858, p. 583. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 185860, p. 103. R i n g u e t, Harn-steinbild. b. Wiederk. Toul. 1861, p. 63. Ihd. 1861, p. 501. Causse, Harnröhre b. Ochs. Ibd. 1861, p. 149. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 18. H a u b n o r , Kroupöse Harnrohrentz. b. Pf, Sachs. Jhb. 1861, p. 55. Richter, Harnrohrst. b. Ochs. Mitt. a. d. tztl. Pr. Hertwig 1863, p. 183. Asche-Berg, Verwachs, d. Harnröhre b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1864, p. 309. R a t h k e , Steinbild, b. Ochs. Müller u. Rol. 1867, p. 129. Klinik, Harnröhrenstriktur b. Hund. Sachs. Jhb. 1872, p. 71. Schütz, Median. Harnverhalt, b. Schafböcken. Mitt. a. d. tztl. Pr, Roloff u. Seh. 1877/78, p. 09. Adam, Verletzung der Harnröhre b. Pf. Wochschr. 1878, p. 19. Lang, Kornähre i. Harnrohr. Mitt. d. Ver. d. Tzte. in Oster. 1880, p. 107. Koppitz, Harnsteinbild, h. Ochs. Ibd. 1880, p, 91. M ü 11 e r - J o h n e , Kroup.gt;dipht. Harnblase u. Harnröhre. Sachs. Jhb. 1884, p. 62. Miro, Traumat. Zerrciss. d. Harnröhre b. Pf. Revue vet. 1882, p. 53. Üblich, Harnrohrsteine. Sachs. Jhb. 1883, p. 86. li o u o h o t, Harnrohrsteinschnitt. Jhb. 1889, p. 127.
Beim Pferde sind beobachtet, Verletzungen. Adam beobachtete, dass ein Pferd, das durchgegangen war, 3 cm. unter dem Mast-
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darmo durch einen eisernen Haken derart verletzt wurde, class die Wunde in die Harnröhre drang. Es erfolgte Heilung in 14 Tagen, aber nach einiger Zeit war an der Stelle eine Striktur eingetreten, zu deren Beseitigung ein Gummikatheter eingeschoben wurde. Dieser inkrustierte nach einiger Zeit derart, dass er nicht mehr entfernt werden konnte. Nach etwa 1 Jahre, während welcher Zeit er wiederholt Beschwerde verursacht hatte, ging er spontan ab und das Pferd blieb geheilt. Harnrohrverdickung, Entzündung, Abscess. Der Sitz dieser genannten Krankheiten, die ineinander übergehen können, ist in der Regel etwas unter
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dem Eeckenausschnitt. Haubner fand, dass bei einem Pferde, das öfters Kolik hatte, an der Biegungsstelle des Beckens das Harnrohr auf mehrere Zoll verdickt und sehr schmerzhaft war. Ein Katheter konnte eingeführt werden, aber die betreffende Stelle war schmerzhaft beim
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Passieren. Auf Einrei-
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II). Knthetcrisiercn beim Hund (s
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bungen von lösenden, zerteilenden Salben erfolgte Heilung in 10 Tagen. In einem anderen Falle war das ganze Harnrohr von dem Sitzbein bis zur Eichel durch entzündliches Exsudat verengt. Die Heilung folgte auf Einreibung von Jodquecksilbersalben innerhalb 2 Mon. In der Centralzeit. f. Veteriniirwissenschaft ist 1855 angegeben, dass eine taubeneigrosse Geschwulst heisa, schmerzhaft über den Hoden auftrat, dieselbe platzte nach einem Druck auf ihre Oberfläche und es entleerte sich Eiter aus dem Harnrohr. Bicchlor hatte ein Pferd mit Harnverhaltung zu behandeln. Bei Einführung einer Sonde bekam er in einer Tiefe von ca. 15 cm. Widerstand, dann plötzliches Nachgeben und Entleerung von einer Nussschale voll Eiter. Es erfolgte hierauf grosse Anschwellung, Harninfiltration und erst auf mehnnalige tiefe Einschnitte erfolgte Heilung. Diese entzündlichen Anschwellungen mit Abscessbildungen können ihre Ursache in verschiedenartigen Reizungen der Blasensohleimhaut besitzen. Das klinische Bild ist: zu den Erscheinungen der Harnstrenge, eventuell Incontinentia urinae, tritt noch Anschwellung eventuell Schmerz der Harnröhre und Störung
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des Allgemeinbefindens. Die Prognose ist ziemlich günstig. Die T h e r a p i o besteht in der Anwendung zerteilender Mittel, Einreibung von Salben, Wärme, später Eröffnen. Bei letzterem kann vorkommen, dass die eröffnete Harnröhre sich nicht schliesst, und so hier wie auch infolge der Blasen- oder Harnrohrsteinschnitte, eine Verheilung nicht oder nur sehr langsam eintritt, wodurch dann eine sogenannte eiternde Harnfistel gebildet ist. Diese Harnrohrfisteln sind Ursache, dass die Schenkel beschmutzt werden und dass, was viel schlimmer ist, eventuell eine Infiltration des Bindegewebes entsteht. Die Fisteln können heilen, sobald kein Harn mehr hindurchfliesst und dies wird durch das Einlegen eines Verweilkatheters erreicht. Ein solcher muss aber längstens am 7. Tage heraus, sonst inkrustiert er. Es ist Sorge zu tragen, dass derselbe an der Harnrohrmündung so befestigt ist, dass er nicht in das Harnrohr hineinschlüpfen kann. Die Fistelränder selbst werden aufgefrischt, genäht, eventuell mit Metalldraht. Eine weitere Folge der Entzündung kann narbige Entartung und Kontraktion sein, infolge davon Yerengung, sogenannte Strikturen der Harnröhre. Diese Krankheiten haben beim Menschen hochgradige Bedeutung wegen der vielfachen Erkrankung durch die ansteckenden Geschlechtskrankheiten. Beim Tiere sind Harnrohrstrikturen eine Seltenheit. Beim Pferde kann in der Hegel die Harnröhre trotz teilweise bestehender Verengung noch mit dem Katheter passiert werden. Die Symptome der Striktur sind: a) verlängerte Dauer der Blasenentleerung; b) der Harnstrahl ist dünn, kurz, gesplittert, tröpfelt gegen den Schluss; c) nach der Entleerung besteht die Pressung noch eine Zeitlang fort oder es flicsst der Harn unwillkürlich, Dominik berichtet über einen Wallachen, der sich bcpisstequot;. Das Tier stellte sicli normal zum Harnen, entleerte ca. '/.i Quart normal, blieb noch einige Zeit in derselben Stellung, wobei Harn in dünnem Strahle abtioss, dann ging das Pferd in lt;lie gewöhnliche Stellung zurück, aber der Abfluss dauerte unwillkürlich fort, wohl noch Va Stunde, dadurch bcpisste sich das Tier die Schenkel beim Gehen, wohl auch die Lenden. Dominik legte das Tier, führte einen Katheter ein, stiess auf Widerstand im Harnrohr, nachher erfolgte Blutung aus demselben und nach einiger Zeit trat Heilung ein. Es scheint, dass Dominik eine gewaltsame Dilatation damit vorgenommen iiat. Von den zahlreichen Dilatatoren für Strikturen, die in der Meuschenheilkunde üblich sind, ist keiner in der Tierheilkunde eingeführt worden. Einen Polyp im Harnrohr des Pferdes fand Guilmot. Unter dem Sitzbein war eine Geschwulst des Harnrohres mit den übrigen Erscheinungen der Harnrohrsteine. Guilmot
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Krankheiten der Prostata und Samenbläschen.
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schnitt ein, fand eine liaselnussgrosse Neubildung auf der Scliloimhaut, drehte dieselbe ab, nähte über dem Katheter und erzielte Heilung in 5 Wochen. Johne hat eine totale Obliteration des Harnrohres gefunden, welche 15 cm. tief auf eine Strecke von 4 cm. vorhanden war. Auf Harnrohrschnitt erfolgte Besserung.
Beim Binde ist von Lang laquo;angegeben, dass ein Ochse allmählich zunehmende Ilarnbeschwerden hatte und schliesslich geschlachtet wurde. Bei der Sektion fand sich in der Sförmigcn Krümmung der Harnröhre eine Kornähre. Ich muss die Bichtigkeit bezweifeln. H. Bei Schafböcken ist von Schütz mitgeteilt, dass mechanische Harnverhaltung durch Umschnüren des häutigen Endes der Harnröhre mit quot;Wollhaaren eintreten könne.
Beim Hunde sind mehrfach Harnrohrstrikturen beobachtet. Haubner hat einen solchen Fall, hervorgerufen durch Prostatahypertrophic, beschrieben. Ich habe zahlreiche Strikturen beobachtet am hinteren Ende des Kutenknochens, woselbst schon normal eine geringe Verengung zugegen ist. In einem Ealle war die Striktur derart, dass bei einem Jagdhunde selbst der feinste Katheter nicht mehr hindurch ging und Harnbeschwerden bestanden. Ich operierte, indem ich an der Strikturstelle öffnete, die Harnröhre frei präparierte und das hintere Ende des Butenknochens ca. 2 cm. lang mit scharfer Zange abtrug. Trotz sorgsamster Arbeit entstand eine Harnrohrtistel, aber keine Infiltration. Das Leiden heilte hernach vollkommen.
Krankheiten der Prostata und Samcnblilschon.
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Litteratur: Dietrichs, Prostatahypertrophie b. Hund. Kreutzer, Zoitsohr. 1851, p. 35. Hertwig, Entzündung der Vorstoherdrüse. Krankh. des Hundes. 1853, p. 225. Lafosse, Degeneration d. Prostata b. Ochs. Per. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1853 , p, 20. L e b 1 a n c , Hypertrophie d. Prostata b. II. Ree. 1854, p. 559. Franz, Enorm erweiterte Simienblasen b. Pf. Ibd. 1855, p, 44. Siichs. Jhb. 1858, p. 29. Adam, Vergrösserung der Prostata b. II. Wocdischr. 1858, p. 221. Merkt, Krebsige Prostataerkrankung' b. H. Miinchn. Jhb. 1802, p, 168. Leisering, Erweiterung' d. Samenbl. b. Pf. Säehs. Jhb. 1802, p. 22. H au b n e r, Entartung der Vorsteherdrüse b. II. Ibd. 1803, p. 49. 0 u r 1 t , Prostatasteino. Gurlt u. Hertwig 1872, p, 181. Sickert, Hypertrophie der Prostata, Mltt, a. d. tztl. Pr. Roloffu, Seh. 1877/78, p. 70. Frauenholz, Prostatitia tuber-onlosae, Ibd. 1881, p, 169. Johne, Vereiterung d. Prostata. Säehs. Jhb. 1884, p. 28. Pürbrlnger, Prostataftinktionen. Perl. kl. W. 1884, p. 4, S u y k e r b u y k , Eiterige Prostatitis. Belg. Bull. Ill, p, 69. Jhb. 1880, p. 124. Cadiot et Eournier, Cancer do prostata. Rec. 1888, p. 848. Jhb. 1888, p, 129.
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634nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Prostatahypertrophie.
Prostataerkrankungen sind bei unseren Haustieren ziemlich selten. Vor mechanischen Insulten sind dieselben ihrer Lage wegen ziemlich geschützt. Durch ihre Verbindung mit dem Harnrohr, durch die ca. 18 Ausführungsgänge, kann von hier aus eine Erkrankung stattfinden. Beim Pferd und Rind ist die Drüse verhältnismässig kleiner wie beim Schwein, beim Hund ist sie noch grosser und bei der Katze ist sie am weitesten gegen die Beckenhöhle gelagert. Da die Drüse das Harnrohr mehr oder weniger umf'asst, so kann sie bei etwaiger Erkrankung die Harnentleerung beeinflussen. Die mit der Prostata in ziemlich enger Beziehung stehende Cowper'sche Drüse ist am grössten beim Schwein, dem Hunde fehlt aber diese Drüse vollständig. Die Wichtigkeit des Prostatasekrets, besonders der Prostatakrystalle, welche namentlich in der Brunstzeit auftreten, ist erst 1884 durch Pürbringer nachgcAviesen worden. Es erstarren nach ihm die Spermatozooen sofort, wenn der Prostatasaft fehlt oder verändert ist. Bei unfruchtbaren männlichen Tieren wären deshalb die Prostatadrüsen eingehend zu berücksichtigen.
Prostatahypertrophie,
Dieselbe ist klinisch festgestellt beim Pferde und Hunde. Sickert fand bei einem Pferde, welches wiederholt Kolik und Harnverhaltung mit grossem Schmerz und Drängen zeigte, bei der Untersuchung durch das Rektum eine bedeutende harte Anschwellung zwischen Harnrohr und Mastdarm. Ein Katheter konnte nur sehr schwer eingeführt werden. Das Tier starb und Sickert fand eine 2ll2 Pfund schwere Prostata. Beim Hunde ist Prostatahypertrophie mehrfach beobachtet und beschrieben von Leblanc, Adam, Dietrichs, Hertwig, Haubnor u. A. Es ist mitgeteilt, dass die Prostata sich um das 3 fache vergrössern könne.
Aetiologie: Unbekannt.
Klinisches Bild: Meist werden ältere Tiere davon betroffen. Es stellen sich allmählich zunehmende, schmerzhaft werdende Harnbeschwerden ein. Harnstrenge, die Tiere machen Katzenbuckel, sind sehr unruhig, bei der Untersuchung vom Mastdarme aus kann eine Anschwellung festgestellt werden, die mehr oder weniger schmerzhaft ist.
Prognose: Vorsichtig.
Therapie : Einführung eines Katheters. Einspritzung von kaltem Wasser in den Mastdarm, Verhinderung jeder Kotstauung dortselbst. Innerliche Behandlung mit Jodpräparaten. Einreiben von Jod = Jodkaliumsalbe in der Umgebung des Perineums. Lokal wären Einspritzungen in das Harnrohr von passenden adstringierenden Mitteln zu versuchen, auch die Exstirpation könnte vorzuschlagen sein.
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Eiterige Entzündung der Vorsteherdrüse. Neubildungen etc.
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Eiterige Entzündung der Vorsteherdrüse. (Prostatitis suppurativa.)
Die eiterige Erkrankung der Prostata findet sich hauptsächlich heim Hunde. Gallertige Entartung fand Lafosse bei einem Ochsen.
Klinisches Bild: Ähnlich dem der Hypertrophie, nur treten die Erscheinungen hier rascher auf und sind in der Regel mit Fieber verbunden. Haubner fand bei einem Hunde, der sehr unruhig war, mit gekrümmtem Rücken ging und beim Kotabsatz vor Schmerzen heulte, bei der rektalen Untersuchung die Prostata etwa hühnereigross. Druck auf dieselbe mit dem Pinger vom Mastdarm her entleerte aus dem Harnrohr dicken stinkenden Eiter.
Prognose: Ungünstig bis schlecht. Haubner sagt: Sie gehen alle zu Grunde. Dies ist jedoch nach meiner Erfahrung nicht der Fall, obwohl das Leiden als ein sehr schweres aufzufassen ist.
Therapie: Ahnlich der bei der Hypertrophie. Es kommt noch in Betracht, die Drüse vom Rektum aus zu drücken und in die Harnröhre passende antiseptische Flüssigkeiten einzuspritzen.
Neubildungen in der Prostata, Prostatasteine.
Es ist namentlich krebsige Entartung dieser Drüse beim Hunde gefunden worden. Beim Ochsen ist tuberkulöse Prostatitis bei allgemeiner Tuberkulose möglich. Frauenholz fand eine IOV2 Pfund schwere Prostata, welche zum Teil mit käsigen Massen erfüllt war. Gurlt teilt mit, dass er Prostatasteine niemals beobachtet, nur beim Schafbock zuweilen solche in den Ausführungsgängen der Cowpcr'schen Drüsen gesehen habe. Die klinischen Erscheinungen sind ähnlich denen der vorher genannten Erkrankungen, hauptsächlich bestehend in mechanischer Behinderung der Harnentleerung. Therapeutisch kann nur die Exstirpation angeführt werden.
Erweiterung der Samenblasen.
Die Erweiterung der Samenblasen ist meines Wissens nur beim Pferde beobachtet worden. Es hat dies wohl seine Ursache in der anatomischen Einrichtung, da die Samenbläschen des Rindes und Schweines eher drüsigen Organen ähnlich sind, bei Fleischfressern dieselben jedoch vollständig fehlen. Bei Erweiterung der Samenblasen ist eine Behinderung der Harnentleerung noch frühzeitiger zu beobachten, als wie bei Veränderung der Prostata, weil die Samenbläschen auf dem Blasenhalse aufsitzen. Franz beobachtete bei einem Pferde,
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raquo;336 Ilarnverhaltung-, Incontinentia s. Retontio urinae und Kathoterisation.
lt;las seit Jahren an Harnsickern litt, enorm erweiterte Samcnblasen mit schleimig grieseligem Inhalte. Auch in der Harnblase war Harngries. Leisering fand die sehr erweiterten Samenblasen eines Wallachen erfüllt mit klebriger, brauner, tischlerleimähnlicher Masse. Untersuchung von Sussdorf son. ergab, dass Harnbestandteile darin enthalten waren. Diese erweiterten Samenblasen werden zweifellos durch das Rektum tindbar sein, und es könnte vielleicht durch Auspressen derselben von hier aus eine Erleichterung geschaffen werden.
Haviiverhaltiing, Incontinentia und Retentio urinae und Katheterisation.
Litteratur: Eberhard t, Incontinentia urinae b. Pferd. Gurlt u. Hartwig 1846, p. 304. Gurlt, Harntröpfeln b. Ochs. Gurlt u. Hertw. 1851, p. 451. Fellenberg, Period,Harnbesohwerden. Ibd, 1855, p. 237. Anaoker, Urinieren der Hunde. Ibd. 1856, p. 174. Faravioini, Harnverhaltung b. Ochs. Mail. 1856, p. 247. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1856, p. 42. Lepper, Harnverhaltung b. Ochs. The Vet. 1856, p. 316. Lafosso, Harnverhaltung b. Hengst. Toul. 1857, p. 320, Ibd. Anacker, Incontinentia urinae b. Pf, Mitt. a. d. Ml. Pr. Roloff U. Schütz 1878/79, p. 62.
Harnverhaltung' ist, wie die angegebene Litteratur, welche leicht hätte vermehrt werden können, beweist, ziemlich häufig beschrieben. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Bezeichnung Harnverhaltung nur ein hervorstechendes Symptom sehr verschiedener Krankheiten der Harn- und Gesciilcehtsorgano bildet. Zu einer Diagnose, auf welcher ein Heilplnn mit violleicht energischem Vorgehen basieren soll, genügt die Beobachtung dieses einen Symptomes nicht. Immerhin ist dasselbe von solcher allgemeinen quot;Wichtigkeit, dass eine nähere Besprechung erfolgen soll:
Aetiologie: Die Bezeichnung Harnverhaltung setzt voraus, dass Harn produziert, jedoch in den harnleitcnden und abführenden Organen oder an anderen Orten festgehalten wird. Um dies zu bewerkstelligen, sind namentlich mechanische Abschlüsse, durch Anschwellungen, entzündlicher oder niohtentzündlicher Natur, oder Polypen, Ansammlungen von Blut oder Kongrernenten geeignet. Druck von aussen auf die leitenden Teile z. B. Geschwülste von der Prostata können das Rohr zusammenpressen. Die Kongremente und Steinbildungen können mechanisch das Rohr teilweise oder vollständig verschliessen, oder sie können entzündliche Prozesse, Verdickungen der Wandungen oder krampfhafte Verschlüsse der Loitungsbahnen verursachen. Es ist auch anzuführen, dass bei Zerreissungen der Harnblase, nach welcher der Harn in die
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Harnverhaltung) Incontinentiu s. Retentio urinao und Kathetunsation. 637
Bauchhöhle fliesst und sich dortselbst ansammelt, ebenfalls kein Harn mehr nach aussen entleert wird, somit Harnverhaltung, aber am falschen Orte besteht.
Klinisches Bild: Hertwig unterscheidet drei Grade: a) völlige Unterdrückung der Entleerung-Ischuria; b) zuweilen, aber gestörte unter Schmerz erfolgende Entleerung-Dysuria und c) in Tropfen erfolgenden Abgang-Stranguria. Hie Tiere bekommen infolge des Hindernisses selbst oder des angestauten Harnes, oder wegen des Reizes, welchen der durchfliessende Harn erzeugt, Unbehagen, Beschwerden oder Schmerzen und äussern dieselben in verschiedenen Graden. Bei unvollständigem Hindernis, das ohne Entzündung besteht, kann die Harnentleerung nur etwas länger dauern, der Strahl ist dünn, gespalten , oder der Harn fliesst nur in Tropfen ab, teilweise noch unwillkürlich, nachdem die Tiere die Stellung zur Entleerung schon wieder aufgaben. Bei schmerzhaften Zuständen, Wunden, Geschwüren, ka-tharrhalischen Veränderungen entsteht ein Drang zur häufigeren Entleerung, Unbehagen und der Harn erzeugt beim Durchfliessen Schmerz, die Tiere zeigen die Notwendigkeit des Gefühles der Entleerung, aber auch die Furcht vor den dadurch entstehenden Schmerzen. Blasenkatarrhe, Entzündungen, Geschwüre sind ursächlich. Die Tiere trippeln, werden aufgeregt, wedeln mit dem Schwänze, stellen sich an zum Harnen, unterbrechen die Stellung aber wieder rasch und ungeduldig, treten einige Schritte vor, Pferde schachten aus, ziehen aber sofort wieder ein, manchmal werden einige Tropfen Harn entleert unter grosser Pressung mit den Bauchmuskeln und unter Stöhnen. Dauert der Zustand länger, so können die Erscheinungen heftiger Kolik, Scharren, Schlagen, Stampfen, Niederwerfen, Schweissausbruch und gereizte Temperatur entstehen. In Fällen, in denen die Harnverhaltung eine vollkommene ist, ohne dass besonders schmerzhafte Zustände dabei bestehen, bildet sich mit der zunehmenden Anfüllung der Blase ein Gefühl des Unbehagens, eines dumpfen Wehes und schliesslich grossem ausgebreitetem Schmerze aus. Hiebei sind die Erscheinungen von viel geringerer Heftigkeit, aber anhaltend, die Tiere stehen lange gespreizt, scheuen sich gleichsam von der Stelle zu gehen, sie schachten langsam aus, die Pressungen der Bauchwand erfolgen nur geringe und zögernd, die Stellung zum Harnen wird oft erst nach langer Zeit und ganz allmählich verändert. Das Allgemeinbefinden wird schliesslich sehr gestört und es kann zu fieberhaften und depressorischon Erscheinungen kommen. Bei Hindern, Schafen und Schweinen, welche um die Mündung des Schlauches beharrt sind, entsteht an diesem sogenannten
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638nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Einführen des Katheters.
Pinselquot; totale Vcrtrocknung'. Es sind je nach den vorliegenden Ursachen noch besondere Symptome merkbar, welche durch nähere Untersuchung erst festgestellt werden können. So bei Krankheiten und Hindernissen im Harnrohr: Steine, Kongremente an der Eichel, der Vorhaut, Anschwellungen der Harnröhre, entzündlich, heiss und schmerzhaft, oder nur infolge der Anfüllung mit Harn oder durch Verstopfung. Anfüllung, Verdickung, Schrnerzhaftigkeit der Blase, Durchfühlen eines Steines dortselbst. Ganz besonders charakteristische Zeichen liefert in vielen Fällen der Harn, welcher eventuell künstlich entleert werden muss, a) durch Eingehen mit der Hand in den Mastdarm und Druck auf die Blase, oder b) durch:
Einführen des Katheters.
Beim Pferde verwendet man jetzt ausschliesslich Kautschukkatheter. Die Katheterisation kann in der Regel am stehenden Tiere vorgenommen werden. Das Tier muss gebremst und eventuell ein Hinterbein aufgehoben sein. Nur bei ganz braven, kranken oder schwachen Pferden kann hieven Umgang genommen werden. Mit einer Hand, die man aber nicht vorher einfettet, da sonst alles zu schlüpfrig wird, geht man in den Schlauch ein und sucht sachte auf dem Penis nach hinten zu drängen, bis man die Eichel in der Hand fühlt. Jetzt wird der Penis hinter der Eichel fest umfasst und gelinde angezogen. Es erfolgt durch die Kontraktion der hier in Frage kommenden Muskel, (muse, erector und musc. ejaculator), ein ruckweises, heftiges Zurückziehen des Penis, gegen welches derselbe nur fest und ruhig gehalten wird. Schon nach lli1 Minute lässt der Widerstand nach und es kann der Penis unter sanftem gleichmässigem Zuge hervorgezogen werden. Man umfasst ihn jetzt mit einem Tuche, da er dadurch viel sicherer zu halten ist. Der Katheter ist aseptisch gehalten und er wird vor dor Einführung etwa eine Spanne lang reichlich mit 01 beschmiert und sodann in die zapfenartig hervorstehende Harnröhre eingeschoben. Anfänger kommen nicht selten in die Eichelgrube. Sobald der Harn fliesst, lässt man den Penis los. Hunde können leicht kathetorisiert werden. Man legt sie auf einem Tisch auf den Kücken, die Hintorbeine in gebeugter Stellung, durch passenden Druck von der Mündung des Schlauches und vom Becken her, wird der Penis aus der Vorhaut geschoben und an seiner Spitze etwas nach unten, der Katheter eingeschoben. Sobald der Harn fliesson kann, was auf Druck auf die Bauchhöle sicher zu erfahren ist, stellt man das Tier auf die Beine. Soll ein Katheter längere Zeit liegen bleiben, ein sogenannter
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Zerreissung der Harnblase, Blasenruptur.
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Vevw oilkathet er angewandt werden, so ist zweckdienlich, die eine Wand des Katheters mit der Nadel zu durchstechen und an einer Hautfalte des Schlauches anzunähen. Andere Bef'estigungsarten habe ich nicht so zweckmiissig gefunden. Auch hier bringen Hunde den Katheter nicht selten heraus. Schlimm wäre es, wenn der Katheter in die Röhre hinein schlüpfen würde. Es müsste mit der Zange nach-
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Fig. 100. Kathctensierou ties männlichen Pferdes.
gofasst oder eventuell der Blasen- odor Ilarnrobrschnitt ausgeführt werden. Ein Verweilkatheter darf ca. 7 Tage liegen, dann aber muss er heraus wegen eintretender Inkrustation. (Vgl. Fig. 99 u. 100,)
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Zerreissung der Harnblase, Blasenruptur.
Litteratur: Gurlt, Zorreissnn^ d. Harnblase b. Hunde. (Jurlt u. Hertwig 184.', p, 821, Curdt, Harnblasenruptur bei Ochsen. Ibd. 1842, p, 71. Lindenborg, Ilarnblascnrnptur beim Rinde. Tier. üb. Loist. i. Geb. d. Tbk, 1842/43, p. 84. Bartlielmy, Harnblasenruptur b. Rinde. Rcc. de
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(340nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Zerreissung der Harnblase, Blasenruptur.
med. vet. 1842, \gt;. b. Ibd. 1842/43, p. 81. Claes, Harnblasenruptur beim Ochsen. Tztl. Ztg. 1844, p. 119. Vaos, Ruptur d. Harnblase b. Ochsen. Kreutzer's Correspoiidonzbl. 1844, p. 182. Rabe, Zerreiss. der Harnblase b. Ochs. Gurlt u. Hcrtwig 1848, p. 515. S oh mid, Berstung d. Hanibl. b. li. Dietrichs tztl. Ztschr. 1848, p. 220. Huth, Zerreiss. d. Harnblase b. Ochs. m. Heilung. Gurlt u. Hertwig 1848, p. 386. Adam, Zerreissung d. Harnbl. b. Ochs. Tztl. Wochenbl. 1849, Nr. 7. Hering, Zerreissung d. Harnbl. b. Schw. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 62. Meyer, Harnblasenruptur b. Schw. Gurlt u. Hertwig 1849, p. 439. Klinik, Zerreissung d, Harnblase b. Hund. Miinchn. Jhb. 185155, p. 16. Jacobi, Nichttödliche Zerreiss. d. Harnbl. b. Ochs. Gurlt u. Hertwig 185i, p. 217. Redloff, Geheilte Verletz, d. Harnbl. b. H. Ibd. 1861, p. 212. Lyoner Klinik, Zerreiss. d. Harnbl. b. Lamm. Lyon 1851, p. 108. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1851, p. 29. Portal, Zerreissung d. Harnbl. b. Pf. Ibd. 1851, p. 105 u. 29. Dietrichs, Blasenzerreissung b. Ochs. Tztl. Mitt. Gerlach u. Leis. 1851, p. 78. Schell, Harnverhaltung u. Zerreiss. d. Blase b. Ochs. Ibd. 1856, Suppl. Dietrichs, Blasenruptur. Mitt. a. d. tztl. Praxis. Gerlach 1856, p. 109. Einicke, Blasenruptur b. Ochsen. Mitt.
a.nbsp; nbsp;d. tztl. Pr, Gerlach 1858, p. 138. Schliepo, Blasenzerreissung b. R. u. Schw. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1859, p. 40. Ha üb n er, Blasenzerreissung b. Ochs. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 48. Sipp, Blasenruptur bei Schw. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlach 1859, p. 178. S c h 1 i e p e , Blasenrupt.
b.nbsp; nbsp;Ochs. Ibd. 1859, p. 178. Meer, Blasenruptur b. Ochsen. Ibd. 1859, p. 177. Rueff, Blasenruptur b. Hammel. Rep. 1860, p. 276. Leise-ring, Blasenrupt. b. Gemsboek. Sachs. Jhb. 1868, p. 29. Ha selb ach, Blasenruptur b. Küh. Gurlt u. Hertwig 1800, p. 208. H a u b o 1 d , Ruptur d. Harnblase b. Ochs. Sachs. Jhb. 1862, p. 21. Stöhr, Blasenzerreissung b. Ochs. Mitt. a, d. tztl. Pr. Müller u. Rol. 1867, p. 181. Ftinfstückr Sehr grosso Harnblase b. d. Ziege. Sachs. Jhb. 1809, p. 27. Leisering, Berstung d. Harnbl. b. Hund. Ibd. 1872, p. 69. Falk, Kapazität d. Harnblase b. Hund. Falke, Jhb. 1881, p. 105. Johne, Monströse Harnblase b. R. Sachs. Jhb. 1881, p. 81. Mitzkuner, Divertikel der Harnblase. Jena 1878. Tiede, Ruptur d. Harnbl. b. Pf. Roloff u. Soh. 1883, p. 54. U 11 m a n n , Blasenrupturen. Wien. med. Wochenschr. 1887, Nr. 2327. Schmied, Jhb. 1887, p. 10 u. 51.
Harnblasenzevreissung kann bei sämtlichen Haustieren vorkommen. Weitaus in der Mehrzahl der Fälle tritt die Zerreissung bei Hindern, besonders Ochsen ein. Von 40 Fällen gehören 26 dem llindo (hievon 24 dem Ochsen und nur 2 der Kuh), 3 dem Pferde, 4 dem Schweine, 4 dem Hunde, 2 dem Schafe und I der Ziege an. Auch beim Gemsbock ist eine Blasenruptur konstatiert.
Aetiologie: Einen besonderen Anteil an der Häufigkeit der Blasenruptur beim Rinde hat die normal schon sehr bedeutende Griisse der Harnblase. Es kommen ganz enorme Ausdehnungen vor. Johne fand eine Harnblase vom Rinde, die aufgeblasen 32 cm. dick und
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Zorreissung der Harnblase, Blasenruptur.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; G41
40 cm. lang war. Bei der Ziege fand Leisering eine Harnblase, die aufgeblasen längs 140, quer 180 cm. mass und 30 Liter Inhalt fassen konnte. Über die Kapazität der Harnblase beim Hunde ist von Falk festgestellt, dass auf das Kilo Körpergewicht 44,7 cm. beim männlichen und 61 cm. beim weiblichen Individuum zu rechnen sind. Ob dieses Verhältnis, dass die Blase der weiblichen bedeutend mehr fassen kann, auch anderen Tieren eigen, ist noch unbestimmt. Bei sehr grosser Ausdehnung der Blase werden die in Zügen schief um die Blase verlaufenden Muskelbiindel stark auseinandergodrängt, die Schleimhaut dazwischen bläht sich nach aussen und bei andauernder praller Füllung erfolgt endlich Ruptur. Die Zorreissung erfolgt viel früher, wenn die Blasenwand erkrankt ist. Der liiss kann von innen nach aussen oder umgekehrt erfolgen. In der Kegel erfolgt ein linearer, sehr selten ein Lochriss.
Von 17 Fällen Blasenruptur beim Ochsen sind 12 mal Steine in der Harnröhre und hier hauptsächlich an der Sförmigen Biegung sitzend, Ursache. 5mal ist angegeben, dass der Blasenhals vollgestopft war mit Sediment oder dass dort ein Stein gestockt oder die Blasenwand an der Stelle inkrustiert gewesen sei. Auch beim Schwein verursachte Harnrohrstein Blasenruptur. Nächsthäufigo Ursache (5 mal) ist eine entzündliche Entartung der Blasen* wand: Schell fand die Muskulatur dor Blasonwand speckig, derb, entartet und auf l/2 Zoll verdickt. Ilaubold beschreibt eine geborstene Blasenwand vom Ochsen mit extravasierten Pigmentierungen, gelblichen Hämatoidinkrystallen und bohnengrossen Knoten. Ulceration und schwammige Auswüchse an der Blasenwand beobachtete Claes. Ycr-dickungen, Hämorrhagien beschreibt Vaes. An der Harnblase eines Lammes, welches eine Ruptur von Foderkieldicke mit goschwürigen Rändern hatte, waren die Häute verdickt und entzündet, so dass die Meinung entstand, es werde eine äussere Gewalt eingewirkt haben. Letztere Ursache ist 1 mal bestimmt angegeben beim Pferde. Das Tier war über einen Lattenzaun gesprungen und am Bauche in der Gegend der Blase angestossen. Tiede. 3mal beim Hunde (I mal durch Überfahren, 2mal durch Bemgoa.ji) von einem anderen Hunde während dos Coitus, b) von eijreiu^ Schwein). ^Beim Schwein ebenfalls durch Überfahren. Leise/lnggt; führt gt;n, dass* namentlich die Füllung der Blase zur Zeit des Jm^fiTtes/Von grOsper Bedontung ist, je mehr gespannt, desto leichter rbisse dieaelbe. -^- Durch Entzündung des Schnepfenkopfes behn'Schwe^til, der miti seinen goschwollenen Falten das Harnrohr erfüllte,;kam ieg zur'itspur. Beim Hunde durch
Hoffmann, Ticräi-ztliclie Cliirurglo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I Ä11nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;v (nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;v #9632;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;41
Vnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I #9632;- #9632;quot;'quot;' :' -' '
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Zerrcissung der Harnblase, Blasenruptur.
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Anf'üllung des Mastdarmes mit einem Kotstrang. Ruoff fand beim Hammel eine Hydatido als Ursache der Blasenruptur und Bar-thclrny gicbt an, dass durch Knochenneubildung am Becken die Blase beim Pferde allmählich durchbohrt worden sei.
Klinisches Bild: Bei den Harnblasenrupturen, die infolge von Verstopfung der Harnröhre entstehen, gehen die Erscheinungen der Harnkolik und Harnverhaltung voraus. Sobald die Blase geplatzt ist, tritt Ruhe ein. Erst nach einiger Zeit kommen die Symptome von der Harnentleerung in die Bauchhöhle. Es ist zu berücksichtigen, dass das Bauchfell als solches sehr reichlich Flüssigkeit absorbiert, dass aber trotzdem Harnansammlungen in ganz enormen Mengen dortselbst vorkommen. Das Bind hat eine besondere Widerstandsfähigkeit gegen Harn, der in der Bauchhöhle angesammelt ist. Es ist festgestellt, dass Ochsen nach der Ruptur noch ziemlich lange lebten. Haubold teilt mit, dass erst 9 Tage nach der konstatierten Ruptur die Schlachtung vorgenommen wurde. Meer: Nach 11 Tagen wurde die Sektion vorgenommen. Schell: 14 Tage nach der Konstatierung der Ruptur.
nbsp; Huth: Nach 12 Tagen erfolgte plötzlicher Tod. Rabe hat beobachtet, dass ein Ochs 17 Tage nach der Zerreissung noch lebte und zwar ohne besondere Krankhoitssymptomo zu zeigen, und Stöhr führt an, dass ein Ochse noch 6 Wochen nach der Ruptur gelebt habe.
nbsp; Die nach der Ruptur beobachteten Erscheinungen sind: Traurigkeit, vieles Liegen, wenig Lust zum Aufstehen, tiefliegende Augen, beschleunigtes Atmen, mangelhafte Futteraufnahnie, kein Fieber, Kühlenverden, Zunahme des Bauches, die Harnblase bei der Palpation durch den Mastdarm leer. Die an sich ungefährliche Punktion der Bauchhöhle, eventuell an mehreren Stellen, mit feinem Troikart giobt zweifellosen Aufschluss. Die Harnmengen, die sich beim Ochsen in der Bauchhöhle ansammeln, können sehr gross sein. Es ist angegeben: Von Schmid und Adam grossequot;, ungeheurequot; Menge. Von Lindenberg 160 Mass, von Jacobi 110 Quart. Schliepe 9 Stalleimer voll. Meer 8 bis 10 Stalleimer voll. Curdt 1(3 grosse Stalleimer, ca. 160 Mass und von Claes 20 Stalleimer voll. Dass diese Angaben richtig sind, beweisen auch die Voränderungen, die an der Blasenwunde gefunden werden: Violett, sulzig infiltriert, fand sie Schliepe; die Ränder sehr verdickt, speckig, Schell. Ulceration und schwammige Auswüchse beobachtete Claes. Bei einer Kuh ist nach der Ruptur noch eine Zeitlang Harndrang beobachtet worden. Wenn die Harnblase nach iiusseren Einwirkungen roisst, so tritt der Tod rascher ein. Bei einem Pferde erfolgte nach Tiede bald nach der Ruptur Teilnahmlosigkeit,
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Zerreissung der Harnblase, Blasenvuptur.
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Schwitzen, Fieber, Stöhnen, cks Tier konnte ncich 3 Tagen nicht mehr taufstehen und starb. In der Bauchhöhle war 1 Stalleimer voll rötlichen Harns. Ebenso sah Barthelmy beim Pferde den Tod 3 Tage nach der Ruptur eintreten. Ähnliches habe Bouley beobachtet. Beim Schwein hat man die lluptur infolge Harnrohrstein gesehen. Das Tier verkroch sich in die Streu, hatte geringe Fresslust und wurde nach fünf Tagen geschlachtet. Ein anderes, dem infolge Üborfahrens die Blase platzte, blieb noch 8 Tage munter und starb dann plötzlich. Ein Lamm starb 3 Tage nach der Ruptur. Von Hunden sind einige ganz von anderen Verhältnissen abweichende Fälle mitgeteilt; Ein Hühnerhund wurde, während er den Coitus ausführte, von einöm anderen Hunde in den Bauch gebissen. Es erfolgte gespannter Gang, im Hinterteil Schmerz, Harntröpfcln und blutiger Harn. Nach 14 Tagen trat etwas Besserung ein, bald darauf wieder blutiger Harn, Appetitmangel, Abmagerung, Katzenbuckel, gespannter Gang. Tod 9 Monate nach dem Biss. Bei der Sektion fand sich die Bauchhöhle voll Harn, die Harnblasenwand verdickt und zwei Risse in ihr. Gurlt. Redloff teilt mit, dass ein Hund von einem Schwein gebissen wurde und einen Bauchbruch bekam. Bei der Reposition fand sich die Harnblase gerissen. Es entstand eine Fistel durch die Bauchwand, durch welche 11 Tage lang Harn abfloss, dann wurde das Tier heil.
Prognose: Ungünstig bis schlecht. Es sind nur wenige Heilungen bekannt geworden. Vielleicht ist die Ursache des schlechten Verlaufes die seither meist geübte Unthätigkeit der Chirurgen.
Therapie: Es sollen zunächst einige Fälle von Heilungen vorgeführt werden: Jncobi machte nach Blasenruptur beim Ochsen den Harnrohrsteinschnitt und liess, da die Harnblase leer war, aus der Bauchhöhle durch einen Troikart innerhalb aU Stunden 110 Quart Harn ab-fiiessen. Das Tier wurde gesund. Einen zweiton ähnlichen Fall hat Jacobi geheilt. Huth machte beim Ochsen nach Blasenruptur den ilarnrohrstoinschnitfc. Es Hoss zunächst kein Harn ab, aber nach drei Wochen war das Tier wieder vollkommen geheilt. Es ist bei kleinen Tieren die Laparotomie und Nähen der Harnblase mit feinem Catgut, so dass Serosa an Serosa anliegt, wahrscheinlich von Erfolg. Die Blasennaht ist von Billroth derart ausgeführt worden, dass die Wnndränder umstechen und mittelst des Fadens das Umstochene auf ein Knötchen zusammengezogen wurde. Ob sich ein solcher Eingriff beim Ochsen durchführen lässt, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls sind die mitgeteilten Erfolge der Harnrohrstcinoperation nacli der Ruptur sehr ermunternd, zumal schon wenige Tage nach der Ansammlung von Harn in der
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ß44nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Harnblasensteine, Blasonstoine, Blasenstich etc.
Bauchhöhle das Fleisch so vom Harngeruch durchsetzt ist, dass es nicht oder nur kaum zu geniessen ist.
Harnblasensteine, Klascnsteine, Blasenstich, rnnetio vesicae, Blasensteinschnitt, Cystotomie, Steinoperationen, Llthotomie
und Lithotripsie.
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Harnblasensteine, Blasensteine, Blasenstich etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;045
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Geschichtliches. Kaum eine andere cliirm-gische Krankheit lt;les Menschen hat seit den ältesten Zeiten das Interesse so sehr in Anspruch genomnien wie die Steinleidenquot; und die Steinoperationen1quot;. Das Interesse, das hier zu Tage tritt, hat die die Tierheilkunde Ausübenden nicht unberührt lassen können, nur sind keine oder nur geringe Aufzeichnungen darüber vorhanden. Es erscheint der bedeutenden Wichtigkeit dieser Sache entsprechend, die dort beobachteten Erscheinungen kurz anzugeben. Hippokrates hat der Steintherapiequot; grosse Aufmerksamkeit geschenkt und bereits feine Unterschiede gemacht. Er sagt: Die Symptome der Harnsteine sind 1) Schmerz. 2) Langsames Pliessen des Harns. 3) Blut im Harn. 4) Sandartiger Niederschlag im Harn, und 5) Abgang von Steinen. Bei welchen der Urin sandige Teile
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646nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Harnblasensteino, Blasensteine, Blasenstich etc.
absetzt, da leidet die Blase am Stein, wenn aber jemand im Urin Blut oder Eiter lässt, da zeigt dies auf ein Geschwür in den Nieren oder der Blase. Die am Stein Leidenden lassen einen sehr hellen Urin, weil das Dickste und Trübste sich zusammenballt.quot; Zu Hippokrates Zeit war den Ärzten verboten den Steinschnitt zu machen, weil dies eine unehrliche Handlung war, die von den Epiroten ausgeübt wurde. Diese sind heute noch wie damals Bewohner eines Felsenthales im Epirus. Sie durchziehen als Ärzte und Wundärzte das ganze Land. Jede Familie hat ihre Spezialität, die vom Vater auf den Sohn oder Verwandte oder Fremde, die schon in jungen Jahren den Unterricht beginnen, forterbt. Unter dem Rufe Halos Jatrosquot; bieten sie ihre Dienste an, zeigen dabei oft getrocknete Bruchsäcke als Zeichen ihrer Kunst. Den Steinschnitt sollen sie sehr geschickt, freilich oft auf Kosten der Zeugung, ausführen. Im Alter kehren sie zurück in die Heimat, um die oft ansehnlichen Früchte ihrer Thätigkeit zu geniessen. Ähnlich den Epiroten ziehen die kaukasischen Tierärzte in Russland umher. Die Inder kannten den Steinschnitt, aber durften ihn nur mit Erlaubnis des Rajah ausführen. Die alexandrinischen Empiriker diagnostizierten den Stein ziemlich sicher. Wenn Schmerz beim Urinlassen ist, so deutet dies noch nicht auf Stein, wenn aber durch Anstrengungen schleimiger oder blutiger Harn entsteht, dann ist sehr wahrscheinlich Stein vorhanden.quot; Ammonius, ca. 100 vor Christus, ein Alexandriner, hat zuerst die Zerstückelung eines Blasensteinsquot; vorgenommen. Bei den Römern waren die griechischen Ärzte mit ihren Kenntnissen eingewandert, und hier wurde von diesen die Operation gemacht. Die arabischen Ärzte aber machten die Operation nur ausnahmsweise, unter ihrer Herrschaft gab es in Spanien eine Klasse von AVundärztcn, die den Steinschnitt machten, aber sie waren unehrlichequot; Leute. Die Ärzte suchten damals den Stein durch Einspritzungen in die Harnröhre zu beseitigen. Die Byzantiner kannten eine rohe Art der Lithotrypsie. Im Äiittelalter war der Stoinschnitt lange geheim gehalten. Eine berühmte Familie Norsiniquot; kannte im 14. Jahrhundert den Steinschnitt, übte ihn geheim und im 15. Jahrhundert waren es Landstreicherquot;, die die Operation machten. Ein Franzose hatte von den Italienern die Operation gelernt und durfte sie 1474 mit Genehmigung des Königs Ludwig XI an einem zum Tode verurteilten Verbrecher, der an Stein litt, ausführen. Der Patient war in 14 Tagen hergestellt. Im 15. Jahrhundert veröffentlichte Mariano Santo erstmals die Methode dos Steinschnittes mit dem grossen Apparatquot;, dessen wesentlichster Teil ein kathetcrartiges Instrument, Itincrariumquot; in die
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Blase gebracht, mit konvexem Teile gegen das Peritoneum gedrängt und darauf mit einem spitzen Messer eingeschnitten wurde. Es waren bei dem grossen Apparatquot; noch eine Anzahl Instrumente zur Erweiterung der AVunde und Entfernung des Steines. 15Ü0 wurde von Pierre Franco erstmals der Schnitt vom Damme aus gemacht. Der Schnitt von der Planke ist ebenfalls von ihm ersonnen und Ilousset füllte die Blase zuerst mit quot;Wasser, um den Schnitt besser ausführen zu können. Die Furcht vor der Verletzung der Blase war sehr gross. Selbst berühmte Ärzte, wie de Vigo, überliessen den Steinschnitt, (auch Trepanation und Staaroperationcn) herumziehenden Landstreichern, gerade aus denselben Gründen, wie heute noch einzelne Tierärzte solchen die Kastrationen überlassen. Boaulieu verbesserte im 17. Jahrhundert den Steinschnitt, die Sektio latcralis. Im 18. Jahrhundert wurde der Steinschnitt die gangbarste Operation. Ein französischer Arzt hatte grossen Ruf, aber er verlor noch 45 0/o seiner Operierten. Cheselden hatte später 7,5 0/'o und Pouteau nur noch 2,5 0/o Verluste. Gchoimmittel gegen die Blasenstoine waren seit Alters im Gebrauche. Namentlich war berühmt eine Mischung von ivalkwasser und Laugensalz mit Seife. Paracelsus hatte auch hier ein Arcanum und schimpfte auf die Folterhansett, welche schneiden, brennen und nähen, nur der Steinsclmitt fand Gnade bei ihm. Noch im 19. Jahrhundert hat ein fahrender Lithotomist aus Württemberg (gestorb. 18G4), im ganzen 1074 Steinschnitte gemacht. Die alten Methoden der Eröffnung blieben und es kamen nur noch die Sektio rokto vesikalis und vagino vesikalis hinzu. Die Lithotripsie, die im 16. und 17. Jahrhundert auf rohe Art ausgeführt wurde, war im 18. Jahrhundert vergessen. Erst 1813 wurde ihre Ausführbarkeit wieder erörtert, 1819 ein Apparat zur Passung und Zertrümmerung der Steine an der Leiche probiert, welcher sich bewährte. 1824 wurde ein Steinbohrer erfunden und seitdem hat diese Operationsmethode grosso Fortschritte gemacht. Über Blasensteine der Haustiere sagt Bertram: Sie liegen frei in der Blase oder sie sind in Gewebe eingeschlossen, manchmal eingewachsen. Die Farbe ist gelb, braun, gelbgrau, weisslich, weiss. Die Obertlächo ist glatt, oft schön krystallinisch, rauh oder spitzig. Das spezifische Gewicht ist leichter als das der Nierensteine. Das Gefüge ist das einemal fest, das anderemal locker, in vielen Fällen ist eine Anzahl kleiner Steine, oft auch nur Gries oder schlammiger Niederschlag vorhanden. Fürstenberg sagt: die Ilarnblasensteine des Pferdes sind gelb-lich-weiss, braun, hart, weiss, sedimentartig, oder es ist nur Ilarngries zugegen. Die des Rindes sind weiss oder bi'iiuulich, die des Schweines
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648nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Harnbliisenstcine, Blasonslcino, Blasenstich etc.
weiss, rauh, kreidoartig oder schwarz und sedimentartig, die des Hundes gelbliclnveiss, weiss und eckig. Leisering fand bei der Katze die sehr erfüllte Harnblase -voll weissgelblicher Masse, dicklich wie dicker Schleim oder eingedickter Eiter. Es waren hier regelmässige Krystallo aus phosphorsaurer Ammoniakmagnesia, die locker nebeneinander lagen. Im Harnrohr bildeten sie erdige steinharte Körperchen. Über die chemischen Zusammensetzungen der Blasensteine bei Her-bivoren sagt Fürsienberg: Sie bestehen aus kohlensaurem Kalk, kohlensaurer Magnesia, oxalsaurem Kalk, Kieselsäure, phosphorsaurem Kalk, phosphorsaurer Ammoniakmagnesia, schwefelsaurem Kalk, kohlensaurem Eisenoxyd und Oxyden von Eisen und Mangan. Oft ist auch Hippursäure zugegen. Karn der Omnivoren und Carnivoren besteht aus phosphorsaurer Ammoniakmagnesia, phosphorsaurem Kalk, kohlensaurem Kalk, Kieselsäure, oxalsaurem Kalk und Eisenoxydul. Die Zusammensetzung scheint nach der Nahrung zu variieren. Beim Schwein hat Leisering die Blase mit phosphorsaurer Ammoniakmagnesia erfüllt gefunden.
Blasenstcino der Pferde sind am meisten beschrieben. Von 39 hieber zählbaren Krankengeschichten, die vor mir liegen, sind 22 an männlichen Tieren und 17 an Stuten gewonnen. Der Unterschied ist demnach nicht so gross, wie er behauptet wurde.
Blasenstein beim Hengst und Wallachen: Über die Ursache der Entstehung ist von Hocke angegeben, dass das Leiden 1 Jahr nach der Influenza auftrat. Die Hauptursache scheint beim Pferde individuell zu sein. Die beobachteten Erscheinungen treten a) langsam ein: Päpke kannte ein Pferd, das seit Jahren ein Hosen-pisserquot; war, schliesslich an einer Kolik starb, und einen 18 Lot schweren Stein in der Blase hatte. Schmid beobachtete ein Pferd, dessen Harn seit mehreren Jahren dick weiss, mehlartig mit reichlieliem Bodensatz war, dasselbe hatte seit .Jahren Harn-bescliwerden und war ein Hosenpisserquot;. Seit einem Jahr hat ein Pferd trüben Harn, welcher fast ununterbrochen abtröpfelt. Nach dem Tode fand man einen sehr schweren Stein in der Blase.
Es können somit bei Wallachen allmählich ganz enorme Steinbildungen in der Blase entstehen, welche nur geringgradige Symptome nach aussen zeigen. Sobald aber b) Harnvorhaltung und Entzündungs-erscheinungon hinzutreten, ändert sich das Bild: Gnerich sah bei einem 6jährigen frischgekauften Wallachen, welcher sich seit 10 Tagen öfters zum Harnen anstellte und immer n ur einige Tropfen her-
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Harnblasenstoino, Blasensteine, Blasenstich etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 049
vorbrachte, zunächst koine weiteren .Symptome, die Sonde ging leicht in die Blase und nur bei Druck auf den Blasenhals entstand geringer Schmerz. Nach weiteren 8 Tagen war Blut im Harn, das Tier stellte die Hinterbeine ungewöhnlich weit nach vorne, der Rücken wurde gekrümmt, es trat krampfhaftes Zittern am Bauche und den Lendenmuskeln ein, manchmal stand es einige Minuten ganz still und stützte den Kopf in die Krippe, bei der Untersuchung per rektum wurde jetzt ein hühneroigrossor Stein in der Blase gefühlt. Gabhey fand duroli Untersuchung per rektum bei einem Wallachen, der sehr krank und bis zum Skelett mager war, die Blase gefüllt mit einer teigigen Masse. Pagliero beobachtete Harnverhaltung und heftige Kolik, bei innerer Untersuchung fand sich die Blase gefüllt. Halm beschreibt, dass ein Wallach beim Harnen geringe Beschwerde hatte, dass das Tier aber zunehmend auf den Hinterbeinen unsicher wurde, etwas schwankte, im Trabe starkes Schwanken auftrat, schliess-lich zusammenbrach und erst nach einiger Zeit wieder aufstehen konnte. Das Tier starb und man fand die Blase zu -k gefüllt mit einem teigartigen Sediment. Field beschreibt: Blutigen Harn, Harnstrenge, Abmagerung, Fühlbarkeit des Steines durch den Mastdarm. Huth und Bonnefond geben an: Harnverhaltung, blutigen Harn, Kolik. Hertwig beobachtete, dass der blutige Harn besonders reichlich nach heftigem Traben auftrat. In diesen drei letztgenannten Fällen konnte jedesmal der Stein gefühlt werden. Hertwig konnte ihn als an der Oberfläche, auch inmitten der Blase in dicke Haut eingesenkt, fest liegend diagnostizieren. Was die Grosso und Zahl der Steine oder die Menge des Harngrioses betrifft, so ist anzugeben: Steine von der Grosse eines Tauben-und Hühnereies, 5 Lot, 8:,(4 Unzen, ll;i4 Unzen, 18 Lot, 27 Unzen, 2 Pfund 10 Lot, S'/'-i Pfund. In der Stuttgarter Sammlung ist ein Harnstein vom Pferd 73/8 Pfund schwer, in der Turiner ist einer 20 Pfund und (3 Unzen, StookHeth hat einen totalen Ausguss der Blase, Dick beobachtete zwei Steine in einer Blase, den einen 17, den andern 24 Unzen schwer. Leclerg sah bei einem Hengstfohlen mehr als hundert Blascnsteine, deren grösster wie eine Haselnuss war. Harngries wurde im Gewicht von 5, ö'/ä, ü und 25 Pfund festgestellt. Letzteres von Morton.
Die Prognose ist bei Blasonstein, wenn derselbe operierbar ist, ziemlich günstig zu stellen. Die mitgeteilten Operationen verliefen meist günstig, von 32 mir bekannt gewordenen Operationen sind nur 7 miss-
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650nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ilarnblasensteine, Blasensteino, Blasenstioh etc.
hingen. Ein Erfolg, der bei der oft nicht genauen Diagnose höchst respektabel ist. So wollte z. B. ein 61/raquo; Pfund schwerer Stein vom Perineum aus entfernt werden. Es ist auf noch grössere Steine dort eingeschnitten worden. Es ist eine Heilung von Gautier mitgeteilt, dass er sogar eine grosse Menge Harngries mit dem Löffel durch die Peri-nealwimde hervorholte und Heilung erzielte. Bei kleinen Steinen, fieberlosem Zustande und richtiger Technik ist die Hoffnung auf Gelingen der Operation und rasche Heilung sehr berechtigt. Wird nicht operiert, so gehen die Tiere zu Grunde. Es sind hier zahlreiche Beispiele zugegen. Die Steinoperation beim männlichen Pferde geht aber in der Regel nicht so leicht ab, wie sich die Operateure dachten.
In allen Fällen ist vom Perineum aus operiert worden. Das Pferd wird niedergelegt und chloroformiert, oder es wird Cocain, 2% ig, in die Blase eingespritzt, aucli in die Perinealgegend injiziert. Es
.Stoinzange nach JSoulev.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i i. i _ i j.
kann auch stenend operiert werden. Der Schnitt erfolgt auf das Harnrohr, dieses senkrocht auf dem Katheter über dem Beckenausschnitt spaltend. Die Bänder werden mit scharfen Haken auseinandergezogen, mit der Steinzange wird (eventuell erst nach Lithotripsie) eingegangen und vom Mastdarme aus durch einen Gehilfen der Stein in das Zangenmaul gedrückt. Nur in ganz wenigen Fällen kann der Stein, wenn er klein und fest ist, auf einmal herausgebracht werden. Meist zerbricht er, muss mehrmals gefasst und schliesslich nachgespült werden. Bei grossen Steinen und Harngries ist notwendig, die obere Wand des Harnrohres bis zur Blase, selbst den Blasenhals noch zu spalten. Es entsteht dadurch keine grössere Gefahr, wenn die Wund-ränder nicht misshandelt werden. Selbst grosse quetschende Eingriffe haben in kurzer Zeit zur Heilung geführt, mehrmals in 14 Tagen und in 3 Wochen. Wenn Harnfisteln und Infiltrationen entstehen, dauert die Heilung bis zu 2 Monaten und darüber. Wenn der Stein nicht auf einmal herausgenommen werden kann, so wird er mit der Zange, die zugleich Lithotriptor ist, Fig. 101, zerquetscht und die Teile nach und nach entfernt, die Blase mit warmem 30/üigen Borwasser ausgespült. Hierauf wird ein Verweilkatheter eingelegt, die Wundränder der Blase und des Rohres höchst sorgsam mit Catgut genäht, eine Drainage über derselben eingelegt und auch die übrigen Wundränder schliesslich mit Haut sehr pünktlich und antiseptisch verschlossen, das Pferd einige Tage nur mit trockenem Langfutter, etwas Heu ernährt und sehr reichlich be-
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deckt, damit die Harnproduktion eine möglichst geringe ist. Das Pferd kommt in eine Gurte, der Schweif ist zur Seite geHochtcn und die Wunde ist durch Jodoformkollodium und Watte oder dorgl. bedeckt. In einigen Fällen ist die Operation durch Einschneiden über dem Harnrohr und queres Anschneiden der Blase ausgeführt worden. Es sind auch hier günstige Erfolge verzeichnet. Fig. 102.
Blasenstein bei Stuten liefert ebenfalls oft lange Zeit nur geringe Symptome, sobald aber entzündliche Prozesse und Einklemmungen auftreten, so sind dieselben oft sehr heftiger Natur. Read sah, dass bei einer Stute, die seit
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G Monaten den Harn nicht halten konnte, beständig kleine Mengen trüben, oft blutigen Harnes unter grossen Schmerzen abgesetzt wurden. Endlich wurde das Drängen so stark, dass die Schleim-h a u t der Vagina hervor-g e p r e s s t wurde. Der Stein wurde durch den Mastdarm gefühlt. Strelilo sah Symptome, als wollte die mit Stein behaftete Stute gebären. Hertwig beobachtete, dass eine Stute scheinbar fortwährend rossig war, sie
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stellte alle 58 Min. die Hinter-
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Plg, 102. BlasenstdinoperaÜon beim WaUaohen.
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beine weit, drängte, bewegte die Schamlefzen und Clitoris, aber dabei ging kein Schleim ab, sondern einige Tropfen Harn, auch waren die Schamlef'zen nicht geschwollen oder gerötet, bei der Untersuchung durch die Scheide konnte durch das kurze Harnrohr mit dem Einger ein spitzer Stein festgestellt werden. Wagenhauser teilt mit, dass eine Stute seit 4 Monaten Harnbeschwerden, blutigen Harn hatte und endlich nicht mehr aufstehen konnte. Seit Jahren kleine Kolikenquot; sah in einem hieher gehörigen Eallo Grimm. Niedern-häuser hat gesehen, dass eine Stute alle 515 Minuten mit grossem Drängen, Pressen und Stöhnen kleine, trübe, s e d i m e n -t i e r e n d o H a r n in c n g e n in unterbrochenem Strahle absetzte, wodurch die Schenkel besudelt wurden und die Haare dort ausgingen, die Schamlippen waren geschwollen und
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652nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ilarnblasensteino, Blasonsteine, Blasenstich etc.
schlaff. Nach Trabbewegung war jedesmal Blut im Harn. Bei Untersuchung durch die Scheide konnte der Stein mit dem Finger gefühlt werden. #9632; Hafner sah durch den am Schenkel abfhessenden Harn dortselbst grosse Geschwüre entstehen. Die Prognose ist noch günstiger wie beim männlichen Pferde.
Therapie: Es sind a) mehrere Spontanheilungen beobachtet, dadurch dass die Steine von selbst abgingen: Schell teilt einen solchen Fall mit. Engel sah, class ein Blasenstein mit 1 Vo Zoll Durchmesser und 12 Unzen schwer \on einer Stute mit solcher Gewalt herausgeschleudert wurde, dass er 8 Puss vom Hinterteil entfernt erst zu Boden fiel. Glimm und Strehle haben durch innerliche Gaben von Seeale cornutum heftige Wehen und dadurch Herausdrängen von Blasensteinen bewirkt. Zwei ziemlich grosse Steine gingen nach Strehle ab und Grimm beobachtete, dass der Stein mit einem Knall herausgepresst wurde, b) Durch Eingehen mit den Fingern und schliesslich mit der ganzen Hand durch das unverletzte Harnrohr, nahm Hering einen Stein heraus. Entfernung sandiger Massen durch Ausspülen besorgte Eyss. Ich habe 1 lli Kilo groben, im innern leicht zusammenhängenden Sand mit der Zange entfernt und nachgespült. Das Pferd wurde sofort wieder verwendet, c) Entfernung von Steinen und Kongre-menten nach blutiger Erweiterung der Harnröhre. Diese Methode ist bis jetzt am häufigsten angewandt. Es sind eingehende Mitteilungen hierüber vorhanden von Bead, Hertwig, Hering, Niedern-häuser, Hafner, Schmitz, Straub, Field, Stockfleth, Schindelka u. A. Mittelst eines offenen Bistouric's oder gedeckten Messers wird die Harnrohrwand von unten nach oben aufgeschnitten. Das Spekulum von Polansky leistet hiebei vortreffliche Dienste. Der Stein oder Grics kann nachher mit der Hand, einem passenden Düffel oder zangen-förmigen Instrumenten herausgonommen worden. Die Nachspülungen mit warmen leicht antiseptischen Lösungen, Borwasser oder Creolin etc. in passenden Prozentteilen sind sehr anzuraten. Die Heilung erfogt in wenigen Tagen.
Gegen Blasenstein beim Ochsen kenne ich keine ähnliche ausgeführte Operation. Es ist auf den Abschnitt Harnrohrstein zu verweisen. Bei der Kuli ist spontanes Abgehen beobachtet von Kohn-häuser. Das Tier hatte schon in seinem 8 ten Lebensjahre öfters unterbrochenen Harnstrahl. Im 4 ten Jahre trat Besserung ein. Im 13 ten Jahre wurde das Tier heftig krank, wedelte viel mit dem Schwänze, stand aber sonst ruhig, traumartig. Der vom ihm spontan entleerte Stein wog 8U üramm.
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Andere Fremdkörper in der Harnblase,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (553
Steinkrankheiten bei Schafen treten oft multipel auf. Fürstenberg sagt: dies sei die Regel, auch Lehnert spricht von en-zootischem Auftreten von Harnkongremonton bei Schafen. Punfstück sah in einer Herde im Juni acht Bocklämmer rasch hintereinander am Harngries erkranken. Dammann hat infolge von Kongrcment-degenerationen Krampfanfälle tonisch-klonische Krämpfe, epilepsieähnliche Zustände beobachtet. Es sind bei solchem allgemeinen Auftreten auch die Nieren erkrankt und es treten nach Dammann urämische Intoxikationen hinzu. Bei solchen Allgomeinorkrankungen kann von der Operation nicht viel erwartet werden. Fürstonberg hat schon 1868 gesagt: Die Operation führt nur selten zu einer Kettung des Tieres.quot;
Blasenstoin beim männlichen Hunde ist mehrfach beobachtet und beschrieben, von Haubner, Leisering, Johne, Tannenhauer, Hertwig, Mathes u. A. Die Symptome waren grosse Harnbeschwerden, Harntröpfeln, pralle Füllung der Blase, durch den Katheter konnte etwas Grics herausgebracht werden. In einem Falle wurde der Hund wegen Wutverdacht getötet. Die Operation bei männlichen Tieren hatte stets starke Blutung im Gefolge. Von drei mitgeteilten Fällen erfolgte 2 mal letaler Ausgang.
Einen grossen Blasenstoin mit Entzündung des Blasenhalscs, der raquo;Scheide und Gebärmutter hat Leisering beim weiblichen Hunde gefunden, auch bei der Katze ist durch Leisering reichliche Ansammlung von Harngries in der Blase gefunden worden.
Der hohe S toinschnittquot; die Sektio altaquot; durch die Bauchdecken, welcher beim Menschen namentlich bei der Anwesenheit weicher Steine gemacht wird, ist in der Tierheilkunde meines Wissens nocli nicht zu Heilzwecken gemacht worden. Der Rat Mogfort's bei Wallachen vorn Mastdarme aus die Blase umzustülpen und dann aufzuschneiden hat keine Beachtung gefunden.
Guillen stellt folgende Indikationen für die Operationen am Pferde auf: 1) Der Harnrohrschnitt soll am stehenden Tier ausgeführt werden. 2) Die Zertrümmerung eines Blasensteines am Liegenden, das Becken höher gelegt. 8) Nach der Operation muss Blasenausspülung, Drainage und sorgsame Diät folgen.
Andere Fremdkörper in der Harnblase.
Langer fand in der Harnblase einer Stute, welche bei grosser Niedergeschlagenheit, Kolikerscheinungen, Stöhnen und grossen Schmerz
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Mangelnde und libertuKssig grosse Harnblase.
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zeigte, beim Eingehen in den Mastdarm, in der Tiefe eine gänseei-grosse, harte öeschwulst im Blasenhalse. Auf Eingehen in die Vagina und Spalten des Harnrohrs konnte eine grosse Menge Sediment und ein fester inkrustierter Fremdkörper entfernt werden. Die nähere Untersuchung ergab einen (3 Zoll langen Propf aus Eauimvollzeug. Sachs. Jhb. 1859/60, p. 26.
Miingcliido und Qbermftssig grosse Harnblase.
Littcratur; W o r n ä r , Hengst ohno Harnblase. Gerlaeh u. Luisering 1854, p. 87. Mcissner, Monströse Harnblase. Sachs. Jhb, 26. Jahrg. Pütz, CIjI. 1883, p. 238.
Wemär teilt mit, dass ein Hengst, der oft an Kolik litt, statt der Earnblase nur eine Erweiterung der Harnleiter vom Ursprünge an besass. An der Stelle, wo sonst die Harnblase sitzt, war nur eine länglioho Erweiterung, die sich allmählich verengte und in das Harn-rohr überging. jMeissnor berichtet über eine monströse Harnblase, dieselbe war blinddannähnlich und 40 cm. lang. (Vergl. auch Blasenruptur.) Für die Diagnostik ist die Berücksichtigung dieser seltenen Abnormitäten von Bedeutung.
Perforation der Harnblase durch Yerwaclisnug mit dem Darme.
Ein Pferd zeigt seit einiger Zeit geringe Harnbeschworden und kleine Störungen im Allgemeinbefinden, der Harn ist rotgell) und se-dimentiert. Nach 6 Tagen ist der Harn mit Blut untermischt und enthält flockige, krümlicbe Massen, sowie Eiter. Bei Druck auf die Leistengegend erfolgt Schmer/.äusserung. Fieber. Tod nach 11 Tagen. Sektion: Geronnenes Blut in der rechten Flanke, Verwachsung einiger Dünndarmschlingon unter einander und mit der Harnblase. Zwischen diesen ein Abscess. Dazwischen ein 1li cm. weiter Durchbruch zwischen Darm und Blase. Die Schleimhäute au den Stellen verdickt. An den Nieren keine Veränderung. Dieser sehr seltene Fall ist wichtig wegen der Diagnose. (Ztschr. f. Votk. 1889, p. 213.)
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Der Blasenstich, Pnnctlo vesicae.
Die an sich ungefährliche Operation wenn mit passendem dünnem Troikart und am richtigen Orte ausgeführt wird notwendig: a) Wenn kein Urin abgeht, b) kein Katheter eingeführt werden kann und c) keine Urethrotomie vorgenommen werden kann, d) Gefahr be-
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Harnblase mit ofTünem Urachus. Urinabfluss am Nabel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;655
ateht wogen Blasenruptur. e) Die Blase empfindlicli, Harndrang und fieberhafte Temperatur also beginnende Cystitis vorhanden ist. Ferner können Beckeni'rakturen und Prostatagesclnviilsto mechanische Ursache zur Punktion werden. Es werden, um die Punktion auszutuhren, drei verschiedene Methoden angewandt: 1) Der Mastdarmblasenstich mit gebogenem feinem Troikart. Letzterer wird mit zurückgezogener Spitze eingeführt und sodann durch die untere Darmwand ziemlich senkrecht auf die Blase beim Pferde etwa G cm. tief ziemlich rasch eingedrückt und das Stilet ausgezogen. 2) Vom Perineum aus. Die Haut wird unter dem After seitlich des .Harnrohres durchschnitten und rechts oder links von der Harnröhre mit geradem Troikart eingestochen und die Blase perforiert. 3) Durch die Bauchwand der hohe Blasenstich. Derselbe wird beim Schwein und Hund angewandt. Der Troikart ist dünn, lang und gebogen. Er ist aseptisch und wird in der weissen Linie oder der Flanke eingestochen.
Harnblase mit offonem Urachus. Urinabfluss am Nabel.
Litteratur; Anginiard, Austluss des Harnes J. d. Nabelschnur nach der Geburt. Eco. 1853, Jul. Burmeister, Urinabfluss d. d. Nabel b. Fohl. Gurlt u. Hertwig 1855, p. 248. Gurlt, Harnblase m. off. Urachus. Gurlt u. Hertwig 1850, p, 325. Morot, Verzögerung d, Verwachs, d. Urachus. Lyon. Journ. 1884. Jhb. 1884, p. 104.
Die Blasen- oder Harnschnur, Urachus, ist eine Fortsetzung der Harnblase, die embrional von dort dem Bauchfell entlang an den Nabelstrang und dann nach aussen tritt, sich hier trichterförmig erweitert und den Harnsack, Allantois bildet. Nach der Geburt soll der Urachus sofort ausser Funktion gesetzt worden und oblitericren. Durch Zerrungen während der Geburt oder verfrühtes Abreisson kann das Vorwachsen verzögert werden und es biesst sodann der Harn durch längere Zeit dort aus, wodurch eine Verwachsung überhaupt fraglich wird. Solche Tiere haben geschwollenen Nabel, die Haare sind dort beständig nass, verfilzen nicht selten, die alten Tiere belecken diesen Teil und es tritt Abmagerung ein. Gurlt fand bei einem zweijährigen Stier, dorn der Urachus nicht geschlossen, wohl aber der Nabel verwachsen war, dass eine enorme Menge Harn in der Bauchhühle angesammelt war.
Die Prognose ist nicht günstig.
Therapie: Burmeister heilte durch Anwendung einer Scharfsalbe. Haarabschneiden und gründliches Einreiben von 20 Gramm
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056nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ilarnblasenvorfiill und Harnblasonumstülpung.
Kantharidens.albe, verstärkt mit Euphorbium; Ligatur ist schwer anzubringen. Das Tier muss niedergelegt, mit passenden starken Pinzetten der Teil herausgezogen, eventuell vorsichtig freipräpariert und unterbunden werden. Anätzung der Wundung mit dem Glüheisen oder starken Atzmitteln, innerlich harnvermindernde Mittel, kein Wasser, sehr warm halten, eventuell Einlegen eines Verweilkatheters käme noch in Frage.
Harnblnsenvorfall, Prolapsus vesicae urinae und Harnblasen-
uinstülpuug.
Litteratun C a n u , Amputation der Harnblase. Hering, Optlehre, p. 300. C a n 11 e t, Vorfall der Blase u. Absolmeidcn derselben. Reo. 1828, p. 253. lie ch, Blasenumstülpung b. Pf. The Vet. 1842, p. 58. Lech, Blasen-Vorfall bei einer Kuli. Schw. Arch. f. Tbk. 8. Bd., p. 191. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 184G, p. 61. Crueger, Vorfall d. Harnbl. b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1848, p. 78. L e a c h, Unterbind, d. vorgef'all. Blase. The Vet. 1847, p. 425. Vanousson, Unterbind, d. vorgefall. Blase. Belg. 1848, p. 378. Hamm on, Vorfall d. Harnbl. b. Pf. Journ. Belg. 1848, p. 189. Cox, Vorfall d. Harnblase b. Pf. The Vet. 1848, p. 613. Vancussen, Ilarnblasonvorf. Belg. 1848, p. 378. Ber. üb. Lcist. i. Geb. d. Thk. 1849, p, 58, Greve, Blasenvorfall b. d. Stute. Dietrich's Ztschr. 1850, p. 156. Wiener Klinik, Vorfall d. Harnblase b. Pf. Wien 1850, p. 44. Hoogen, Blasenvorfall b, d. Stute. Holl. 1859, p. 25. Mann, Blasenvorfall bei d, Stute. Gerlach. Preuss. Mitt. 1859, p. 161. H o 1 g e n , Blasenvorf. b. d. St. Holl. 1859, p. 25. E 1 m e , Blasenvorf. b. d. St. Ber. üb. Leist. i. Geh. d. Thk. 1859, p. 50. Dan. 1859, p. 22. Mann, Blasenvorf. b. d. St. Preuss. 1859, p. 161. El me, Blasenumstülpung b. d. Stute. 1859, p. 22. Violet, Blasenvorfall b. d, Kuh. Lyon 1862, p, 371. Lönneoker, Vorfall d. Harnbl. b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1805, p. 17. Lönnecker, Vorfall d. Harnbl. h. d. Stute. Mitt. a. d. tzÜ. Pr. Müller u. Roloff 1874, p. 145, Boba, Darmciiiklemmung u. vorgcstüljito Harnbl. b. d. K. Öster. Viertel-jschr. XLVIII, p. 9, Falke, Jhb. 1879, p 108. Sauke, Prolapsus vesicae b. d. Stute. Aroh, 1880, p. 120, Schumacher, Blasenvorf, b. d. Kuh, Bad, tztl. Mitt. 1885, p. 54. S c h w an e l'e 1 d, Blasenvorf. b. Pf. Preuss. Mitt. p, 54. Allg. Jhb. 1883, p. 98. Jacobs, Umstülpung d. Blase. Bull. Belg. 1886, p. 280.
Harnblasenvorfall sowie Umstülpung entsteht nur bei weiblichen Tieren. Ersterer ist ein seltenes Vorkommnis. Ich habe nur einige Fälle vorgefunden, welche bei der Kuh auftraten. Cox hat 1848 angegeben, dass der Blasenvorfall nur bei Pferden und Schweinen vorkomme. Dies ist in verschiedene Abhandlungen übergegangen, aber jedenfalls unrichtig, weil bei Pferden meines Wissens nur Umstülpung der Blase vorkommt. Über derartige Erkrankungen beim Schweine oder anderen kleinen Haustieren ist mir bis jetzt nichts bekannt ge-
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Harnblasenvorfall und Harnbliisenumstülpung.
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C57
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worden. Es ist deshalb notwendig, genau zu unterscheiden, um was es sich in jedem Falle handelte.
a) Harnblasenvorfa 11 entsteht, wenn die untere Wand der Scheide reisst und durch den Riss die Blase hereingedrängt wird.
Dieser Zustand ist hauptsächlich bei Kühen nach dem Kalben beobachtet. Die Blase drängt sich ihre äussere seröse Haut auf der Oberflächo durch die Wunde in die Scheide, füllt sich dort mehr oder weniger mit Harn an und wird wie ein Scheidenvorfall zwischen den Schamlippen gesehen, oder kommt kugelartig heraus. Der Unterschied
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Fig. lü;i. HarablaBOnumstülpilIlg bei der Stute.
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vom Scheidenvorfall besteht darin, dass die Harnblase durch Anfüllung mit Harn fluktuiert, dass auf Punktion Harn austritt und dass in nicht seltenen Fällen durch Strangulation der Blase an dem Wundrande eine Braunfärbung erfolgt. Beim Hochhoben der Blase Hiosst in der Regel Harn aus und beim Einblick kann die Geschwulst gestielt gesehen oder durch Palpation gefühlt werden. Schumacher hat beobachtet, dass beim Blasenvorfall zugleich Lähmung des Hinterleibes bestand, jedoch auf Reposition Heilung erfolgte. Für den Fall, dass sich der Reposition wegen Anfüllung der Blase Hindernis entgegen stellen würde, ist dieselbe durch einen feinen Katheter von der Urethra aus zu entleeren oder mittelst Punktionstroikart durch die Wand anzustechen und zu entleeren gesucht worden, worauf sie von selbst zurückgeht, oder doch
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Hoffmann, Tierärztliche Chirurgie.
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658nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Harnblasenvorfall und lliirnblasenumsUilpung.
leicht zu reponieren ist. Da die Blase Lei Anfüllung und heftiges Drängen wiederholt vorfallen könnte, so ist das Einlegen einiger Nähte in die Wunde, beruhigende Mittel und Niederdrücken des Rückens anzuraten.
b) Die Um stülpung der Harnblase erfolgt durch die kurze und weite Harnröhre.
Sämtliche mitgeteilten mir bekannt gewordeneu Fälle sind mit Ausnahme eines einzigen Falles bei der Kuh, bei der Stute beohachtet worden.
Aetiologie: 4 Wochen vor der Geburt infolge eines Kolikanfalles beobachtete ihn Lönnecker. Bei einem 1 Jahr alten Stutfohlen ist Umstülpung beobachtet von Greve, Während der Geburt entstand dieselbe bei einem 2jähr. Pferde. Hammon. Bei mehreren Pferden nach der Beobachtung von Crueger, Vanoussnn. Bei einer Kuh nach den Angaben im Schweizer Archiv. Kurz nach der Geburt, einige Tage nach derselben 5 Tage nachher 8 und 5 Wochen nachher ist sie beobachtet worden von Mann, Hoegen u. A. Erweiterung des Blasonhalses ist vielfach konstatiert worden: Nach Saake konnte man mit 4 Fingern hindurch, nach Lönnecker, Crueger, Hoegen u. A. mit der Hand, bei der Kuh sogar mit der Faust. Es ist leicht begreiflich, dass bei der Geburt die Scheide und mit ihr die Mündung des Harnrohrcs sehr ausgedehnt, und dass durch die Wehen und das andringende Junge die Blase nach hinten gedrängt und durch das weite Harnrohr umgestülpt wird. Es sind aber auch andere Fälle bekannt. Saake fand, dass die eingestülpte Blase mit Dünndarm erfüllt war und von der Wiener Klinik ist berichtet, dass ein Teil des Kolons dort eingelagert war.
Klinisches Bild: Frisch vorgefallen und nicht angefüllt liegt die Blase in der Scheide, durch starkes lierausdriingen und Anfüllen mit Harn wird sie zwischen den Schamlippen herausgedrückt als kugeliche, etwas gerötete Geschwulst, oder sie hängt in Bim- oder Flaschouform am unteren Winkel hervor. Wenn der Zustand längere Zeit besteht, so erfolgt durch Strangulation Anfüllen der Blasenwand mit gestautem Blut, Hyperämie, die Blasenwand wird dicker, braunrot. Saake sah, dass sie sieh 8 Wochen nach der Geburt wie eine rote Kugel hervordrängte, die aber in der Ruhe zurückging. Zinnoberrot kugelich und sehr schmerzhaft ist die von der Wiener Klinik Beschriebene angegeben. Vancussen beobachtete sie birnförmig. Nach längerem Bestehen tritt Entzündung und Anschwellung der Blascnwände ein. Verdickt, blaurot sah sie Hoegen nachdem sie vorher 5 Wochen
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Harnblasenvorfall und Harnblasenumstulpung.
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behandelt war. Die Blasenwände vertrocknet, fast spröde, beobachtete Crueger, Es ist zu bedenken dass die Blase manchmal wochenlang hervorhängt und den Einwirkungen der Luft, den Verunreinigungen durch die Defäkation, ebenso beim Niederliegen etc., sowie den mechanischen Insulten ausgesetzt ist. Die Blase wird hier an ihren quot;Wandungen hochgradig verdickt entartet und die Schleimhaut stirbt zum Teil geschwürig ab. Fast in allen Fällen ist beobachtet, dass die Mündung der Harnleiter als zwei kleine Erhabenheiten gesehen werden können, aus welchen in kurzen Zwischenzeiten der Harn tropfenweise hervorquillt, oder in feinem bis zur Strohhalmdicke doppeltem Strahle ausgespritzt wird, durch welchen in Einzelfällen die Schenkel angeäzt werden können. Fig. 103. Lowenccker hat eine drastische Zeichnung hieven im Magazin geliefert, welche auch von anderen reproduziert wurde. Charakteristisch ist noch, dass der Blascnhals an der Durchschnittstelle stark eingeschnürt ist.
Prognose: In frischen Fällen ziemlich günstig, auch in alten Fällen mit erfolgter Entartung der Blasenwand tritt bei richtiger Behandlung Heilung ein.
Therapie: Frische Fälle und solche in denen der Blasenhals weit genug ist, lassen sich reponieren. Die Mehrzahl aller mir bekannt gewordenen Fälle konnte sofort zurückgebracht werden. Die Blase wird gereinigt und vom Grunde aus eingeschoben. Lönnecker verwandte dazu den Knopf eines Schlundrohres. Bayer empfiehlt ein mit Stoff umwickeltes Stäbchen; wenn der Blasenhals weit genug ist kann mit der Hand reponiert werden. Auch die Zurückhaltung gelang oft ohne Weiteres. Mehrmals trat aber die Blase nach Stunden oder Tagen wieder hervor. Hiegegen ist ein einfaches Mittel das Tier nach der Reposition eine Stunde umherfiihren zu lassen. Cox rät die Blase dann erst am andern Morgen wieder zurückzubringen. Haminon legte vergeblich einen äusseren Verband an. Zu empfehlen ist, durch die Ränder der Harnröhre einen Bloidraht oder eine nicht zu fest angezogene Schlinge mit krummer Nadel einzulegen. In Fällen in denen bereits eine Anschwollung und Entartung der Blasenwand besteht, die Reposition sofort unmöglich ist, wurden mit Erfolg verwendet: Warme Bähungen, Befeuchten mit schleimigen Mitteln und Drtickbandagen, Waschungen mit Adstringentien, Eichenrindenabkochung, Essig und Salmiakgeist. Mit diesen Mitteln ist bis zu 6 Tagen fortgefahren worden und hierauf die Reposition gelungen. Es ist nie zu versäumen vor dor Reposition in das Rektum einzugehen, um etwa in der Beckenhöhle lagernde Darmpartieen in die Bauhhöhle zurück zu bringen.
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(560nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Neubildungen in der Harnblase und in der Harnröhre.
Yiolet machte die Punktion und die Zurückbringung gelang sodann leicht. Eine nicht unbedeutende Zahl ist aber auch auf die Bähungen und die Punktion nicht reponierbar und in diesen Fällen empfiehlt sich die Amputation der Blase durch Ligatur; selbstverständlich hinter der Mündung der Harnleiter. Die elastische Schlinge wird sehr fest angezogen und einigemal mit Karlsbader Nadeln durchstochen, damit jedes Rutschen der Schlinge ausgeschlossen ist. Die Blase wird solange die Ligatur liegt täglich mit warmer Sublimatlösung, Kreolin-liisung etc. sehr sorgsam abgewaschen, nach dem 34 Tage abgeschnitten und der Stumpf so lange antiseptisch behandelt, bis die Ligatur abfällt. Man hüte sich zu bald abzuschneiden, da hiedurch die Verwachsung der Serösen der Blasenwand gelöst werden und ein Durchtritt von Gedärmen stattfinden könnte. Der Prozentsatz der Heilungen nach derartigen Amputationen ist sehr günstig.
Vancussen hat nach der Unterbindung der Blase den äusseren Teil sofort abgeschnitten und den Stumpf gebrannt. Unglücksfälle sind nur wenige eingetreten und diese: a) weil bei der Reposition ein Einriss entstand, b) weil die immer wieder retourkommende Blase sehr angefüllt wurde und das Tier sich infolge von Kolik niederwarf, wodurch die Blase mit einem Knall platzte und sofort eine Parthie Dünndarm hervorkam, c) weil ein Zauderer 3 Tage lang abbinden wollte, aber nicht dazu kam. d) der unterbundene Blasenteil 7 Pfund wog und Brand eintrat. Bei solcher Dicke ist zu raten, den Teil zu durchstechen und auf 2 Abteilungen abzubinden. Die Heilerfolge müssen durch die jetzt anzuwendende elastische Ligatur, sowie die täglichen Waschungen mit Antiseptika noch viel bessere werden als seitdem.
Neubildungen in der Harnblase und in der Harnröhre.
Litteratur: Tombs, Ywdicliung- d. Blasenwand b. d. Stute. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 45. Kaconnat, Polyp i. d. Harnbl. b. d. K. Rep. do Med. vöt. 1848, p. 65. Ibd. 1849, p. 65. Gurlt, Harnblase mit Sarkonion b. Ochs. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 451. Gurlt, Harnbl. mit Lipomon b. Pferd. Ibd. 1851, p. 451. Shorten, Blasenkrebs. The Vet. 1854, p. 813. Ibd. 1855, p. 20. Terenart, Blascnpolyp b. d. St. Journ. de Mod. vet. Lyon 1856, p. 356. Ibd. 1856, p. 50. Gell e , Harnblasenkrebs b. Ochsen. Eec. 1857, p. 731. Ibd. 1857, p. 41. Schell, Markschwamm i. d. Blase b. d. Stute. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1857, p. 145. Vorberg, Polypen i. d. Harnbl. b. d. K. Ibd. 1858, p. 140. Leisering, NoubilJ. i. d. Harnbl. b. Ochs. Sachs. Jhb. 1859/60, p. 24. Gurlt, Harnblase mit Polyp b. Ochsen. Gurlt u. Hertwig 1867, p. 26. Leisering, Neubild. i. d, Harnblase. Sachs. Jhb. 1868, p. 27. Holzendorf, Harnblasenkrebs. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Eoloff 1871, p. 173. Esser,
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Neubildunfjen in der Harnblase und in der Harnröhre.
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Zottengeschw. i. d. Harnbl. d. Kuh. Ibd. 1875, p. 170. Wulff, Neubild, i. d. Harnblase d. K. Ibd. 1875, p. 171. Mathias, Polyp im Harnrohr b. Pf. Ibd. 1875, p. 147. AI brecht, Epithelialkrebs d. Harnblase b. R. Münnhn. Jhb. 1870, p. 77. S i ed am gr o tz k y, Cancroid der Harnblase. Sachs. Jhb. 1877, p. 42. Johne, Spindelzellensarkom i. d. Bl. Ibd. 1878 p. 38. Grimm, Bindegewebsneubild. a. d. Harnbl. b. d. Kuh. Ibd. 1879, p. 135. We gener. Zottige Neuhild. i. d. Harnbl. b. d. Kuh. Roloff u. Schütz 1881, p. 68. Müller, Enorme Harnblasenpolypen b. d. K. Sachs. Jhb. 1884, p. 100. Johne, Myom d. Harnblase b. Pf. Ibd. 1885, p. 55. Van Wallend a e), Cysten a. d. Blasenwand d. K. Annal. belg. 1885, p. 525. Jhb. 1885, p. 89. Emmerich, Geschwulst i. d. Harnbl. Berl. Arch. 1887, p. 289. Jhb. 1887, p. 123. Mariott, Fibroms polypus in the bladder of a mare. The Vet. 1887, p. 11. Ibd. 1887, p. 123. Stolz, Krebs d. Harnbl. Berl. Arch. 1887, p. 288. Ibd. 1887, p. 123.
Neubildungen in der Harnblase kommen, nach den mitgeteilten Veröffentlichungen, beim Rinde häufiger vor wie beim Pferde. Bei letztgenanntem scheint mehr das weibliche Geschlecht, bei Rindern aber beide Geschlechter gleichmässig betroffen. Über dieses Leiden bei anderen Haustieren sind nur wenig Fälle bekannt. Von Neubildungen sind festgestellt beim Pferde: Cancer, Markschwamm, Krebs; diese Geschwülste sind meist weich, zottig, so dass von denselben einzelne Trümmer abgerissen und mit dem Harn entleert werden können. Die Sorte geht meist von der Prostata aus und die Krebse sitzen doshalb regelmässig in der Nähe des Blasenhalses. Es sind solche Fälle bekannt durch Schell, Shorten und Siedamgrotzky. Lipom in der Harnblase ist festgestellt von Gurlt, Myom von Johne. Eine Anzahl ist als Polype bezeichnet. Beim Ochsen sind bekannt: Krebs, Zottenkrebs, Sarkom und Polyp. Die hier angeführten Fälle sind beobachtet von Holzendorf, Leisering, Gelle, Gurlt und Vorberg. Bei der Kuh sind beobachtet: Epithelialkrebs durch Albrecht, Papillom von Esser, Spindelzellensarkom durch Johne. Von quot;Wulff, Müller, quot;VVegener, Raconnat u. A. sind Geschwülste angegeben : mit vielen zottigen Auswüchsen, schwammartig, an den Zottenspitzen ulcerös. Die Zotten sind an der Basis stärker und zieht man an ihrer Spitze, so lösen sie sich sehnenartig auf, auch blumenkohlartig sind sie genannt. Zahlreiche kleine Cysten und Fibrome sind ebenfalls gefunden worden. Schütz giebt an, dass Zottenkrebs bei Rindern noch nicht beobachtet sei, wohl aber Pap ill arge seh willst e.-Die Mehrzahl der Blasengeschwülste ist gestielt. Diejenigen beim Pferde sehen in der Regel blasser aus wie die beim Rinde (Gurlt). In einigen Fällen ist .auch gleichmässige Verdickung der Harnblase, sowohl beim Pferde wie beim Rinde beschrieben (Tombs und Grimm).
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Neubildungen in der Harnblase und in der Harnröhre.
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Klinisches Bild: Die Krankheitserscheinungen treten meist zäem-lich rasch ein, aber erst dann, wenn der Tumor schon eine beträchtliche Grosse erreicht hat. Blutung öfters in einigen Tropfen vor der Harnentleerung. Störungen im Harnlassen, Drang und Pressen. Bei malignen Tumoren kommen dazu: Schmerzäusserung und Stöhnen. Allmählich treten die Erscheinungen der Cystitis hinzu. Veränderung des Harns ist mehrfach beobachtet, manchmal werden Partikelchen von der Geschwulst mit entleert. Diese sind für die mikroskopische Diagnose wichtig. Es kann chokoladefarbener oder jauchiger Harn zur Entleerung kommen. Durch Untersuchung per rektum ist die Geschwulst regelmässig, manchmal ist harte, schmerzhafte, höckerige Schwellung festzustellen. Es sind Polypen in der Harnblase des Pferdes über zweifaustgrossquot;, über M23/4 Pfund schwerquot;, einfach und multipel, beim Rinde zwei-mannsfaustgrossquot;, einzeln oder bis zu 5060 einzelnen Auswüchsenquot; festgestellt. Bei erwachsenen weiblichen Pferden und Rindern kann man mit dem Finger durch die Harnröhre eindringen und direkt sondieren. Mit dem Polansky'schen Scheidenspekulum ist möglich, unter künstlicher Erweiterung der Urethra, mittelst künstlichem Licht direkt in die Blase einzublicken.
Prognose: Ziemlich ungünstig. Von allen hier vorgeführten Fällen ist nur in dem von Tenevart mitgeteilten ein Versuch zur Heilung gemacht worden. Er suchte bei einer Stute einen Teil der aus dem Harnrohr herausragonden Geschwulst mit dem Finger abzukratzen. Alle anderen Botroifenen sind gestorben oder getötet worden. Es erscheint mir zweifellos, dass eine Anzahl Tierärzte mit Erfolg Heilmittel angewandt hat, aber die Veröffentlichung unterliess.
Therapie: Bei weiblichen Tieren gründliches antiseptisches Ausspülen, Ausspannen der .Scheide, Beleuchtung mit künstlichem Licht, Erweiterung dos Blasenhalses durch Schnitt nach oben, Auskratzen mit langgestieltem, scharfen Löffel, eventuell Abschnüren mit Drahtschlingen. Die Galvanokaustik ist hier am Platze. Nachherige sorgsame Desinfektion, täglich mit warmen, passenden Irrigationen. Es ist anzuraten, um zu grosse Blutungen zu vormeiden, vor der Operation eine Dosis Sekale cornutum zu vorabreichen, bei eingetretener Blutung aber mit Jodoform-Tannin gepudertem angeschnürten Bauschen die Blase auszustopfen. Bei männlichen Tieren ist nur angegeben, dass Geschwülste, die weit unten im Harnrohr sassen, mit der Kornzange entfernt wurden. Mathias hat einen solchen Fall mitgeteilt. Geschwülste der Harnblase männlicher Haustiere sind aber bislang in der Tierheilkunde ein Rührmichnichtan gewesen. Beim Menschen wird der hohe Blasenschnitt durch
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Entzündung der Harnblase, Cystitis.
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die weisse Linie gemacht und die Blase mit grossem Erfolge operiert. Eine Reihe Chirurgen hat hierüher geschrieben und Burckhardt hat die Operationsmethode so vollkommen ausgebildet, dass dadurch nur noch ganz wenige Verluste, wohl aber bedeutende Erfolge entstehen können.
Entzündnng der Harnblase, Cystitis.
Litter a tur: Gurlt, Enorme plast. Ausschwitz. i. d. Harnröhre u. Harnblase b, Pf, Gurlt u. Hertwlg 1856, p. 325. Hortwig, Harnblasenentzündung b. Hund. Krankh. d. 11. 1853, p. 20G. Gurlt, Blasenentzünd. b. d. Kuli. Gurlt u. Hertwig 1857, p, 139. Geben, Vordiokung d. Blase u. d. Mastd. b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1858, p. 171. Schilling, Cystitis chronioa b. Pf. Säcbs. Jhb. 1861, p. 106. Kreisch mar, Harnblasenentzündung b. Ochsen. Ibd. 18C1, p. 114. Haubner, Croupöse Harnrohrontz. b. Pf. Ibd. 1862, p. 44. Haubner, Harnblasenentzttnd. b. d. Stute. Ibd. 1803, p. 47. Leiscring, llarnblasenentzünd. b. Suhafboek. Ibd, 1864, p. 37. Tannenhaucr, Akute Haniblasenentz. b. Küh. u. Schw. Gurlt u. Hertwig 18G4, p. IG. Leisering, Harnblasenerkr. b. Pf. Sachs. Jhb. 1864, p. 33. Weber, Scheiden- u. Harnrohrente, b. d. Kuh. Ibd. 1877, p. HO. Fried berger. Cystitis dironica b. Pf. Münchn. Jhb. 1877,78, p. HO. E e 1 n 0 m a n n, Blasonentz. b, Stier. Mitt. a. d. tztl. Pr. Roloff u. Schütz 1882, p. 65. P e t e r 1 e i n , Croup.-dipht. Entzünd. d. Harnbl. Sachs. Jhb. 1805, p. 62. Johne-Müller, Croup.-dipht. Harnbl. b. Pf. Sachs. Jhb. 1884, p. C2. God fry n, Über Cystitis. Belg. Bull. 1886, p. 60. L. Hoffmann (Berl.), Blasenkatarrhmittel. Mitteil. f. Dermatologie 1887, p. 224. Huguet, Blenorrhoe. Allg. M. Central-Ztg. 1389, p. 633.
Entzündung der Harnblase ist hauptsächlich an Pferden und Rindern, seltener bei anderen Haustieren beobachtet. Man unterscheidet je nach dem hauptsächlich gelieferten Produkt eine katarrhalische, eiterige, diphteritische, hämorrhagischo und hyperplastische Form. Nach der Dauer und dem Verlaufe unterscheidet man eine akute und chronische Form.
Aetiologie: Es wirken krankmachend auf die Harnblase:
a)nbsp; mechanische Einwirkungen z. B. Verletzungen durch die kurze Harnröhre hindurch beim Dockakte des Rindes, (Weber). Ferner starke Reize bei schweren Geburten. Steine und Kongremonto (s. d.),
b)nbsp; toxische Ursachen. Grosse Gaben -von Canthariden und anderen heftig wirkenden Stoffen, c) chemische und auch infektiöse, myko-tische Ursachen, durch sogenannte Harngährung. Diese letztgenannten Ursachen können Veranlassung werden, dass mehrere Tiere zugleich erkranken. Haubner hat beim Pferde 3 Fälle rasch hinter einander beobachtet, d) Fortleitung der Entzündung von Nachbarorganen.
Klinisches Bild: a) Beim Pferde. Haubner hat bei der akuten Form, bei der Stute festgestellt; Erscheinungen der Rossigkeit,
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6(34nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Entzündung der Harnblase, Cystitis.
das Tier ist kitzlich, blitzt, uriniert häufig, presst Schleim hervor, ist aber sonst munter. Beim Eingehen mit dem Finger fand sich das Hymen zerrissen, der Finger wurde blutig, (so dass die Wahrscheinlichkeit bestand, dass ein Stein spontan abging.) Die Harnblase war massig verdickt. Der Verlauf günstig. Bei Wallachen sind mehrfach ältere Pferde betroffen. Schilling fand, dass ein 15 jähriges Pferd seit einiger Zeit Harnbeschwerden zeigte, kleine Mengen schleimigmolkigen Harnes absetzte, allmählich abmagerte und schwächer wurde. Nach einem Jahre hing der Penis schlaff hervor, der Harn war schleimig, grau, molkig, lief zum Teil an den Schenkeln ab und trocknete dort zu übelriechenden Borken an. Bei der Sektion fand sich die Blasenschleimhaut fingerdick entartet. Friedbergcr beschreibt eine hämorr-hagisch-purulente Form. Dem Pferde war ein Stein entfernt worden, allein der kranke Harn blieb wie zuvor, das Tier hatte Schmerz im Hinterteil, magerte ah und starb. Es fand sich eine sehr verdickte Blase, in derselben ca. 2 Esslöffol voll chokoladfarbener dicker Harn, die Schleimhaut pigmentiert und zahlreich mit kleinen Ecchymosen durchsetzt. Leisering beschreibt eine hämorrhagische Form: Das frisch gekaufte Pferd hatte öfters Harnzwang und Abgang von Blut, keine besondere Unruhe, fieberlos. Durch Katheterentleerung kam viel geronnenes und ungeronnenes Blut zum Vorschein. Das Tier starb nach 12 Tagen. Bei der Sektion hatte es sehr verdickte Blasen wand und Nierenkrankheit. Erstores Leiden wurde von L. für das primäre gehalten. Über croupös-diphteritische Formen berichten Oeben, Gurlt, Haubner u. A. Hier sind die Erscheinungen heftiger: Koliken, Fieber, rasche Abmagerung und Schwäche, dabei bedeutende Veränderungen des Harnes. Der Tod erfolgte in 412 Tagen. Genesung ist selten. Johne fand in einem solchen chronischen, tötlich verlaufenden Falle die Blase um Vs vergrossert, die Wand derb, verdickt, graubraun, den Inhalt gelb, schmierig, penetrant, ammoniakalisch, und in der Blase drei in-einandergeschachtete Croupmembranen, welche Abgüsse von der Blase darstellten und sich in den fünffach erweiterten Blasenhals fortsetzten. Das Epithel der Schleimhaut und die Submucosa war verschwunden, die Muskularis hypertrophisch, schiefergrau. Das Harnrohr um die Hälfte verdickt, im Lumen ebenfalls 3 Croupmembranen, die äusserste davon adhiirent. Beim Pin de sind folgende Formen beobachtet: Weber: Eine junge, magere Kuh, die eben besprungon wurde, zeigt starkes Drängen, Pressen und geringe Futteraufnahme. Nach G Tagen ist der Rücken derselben stark gekrümmt, die Hinterbeine breitgestellt, sehr starkes Pressen, Entleerung von geringen Mengen normalen Harnes
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Entzündung der Harnblase, Cystitis.
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in feinem Strahl, manchmal nur Tröpfeln, geringe Koliksymptome. Bei näherer Untersuchung fand Weber einen 56 cm. langen Riss in der Nähe der Harnrohrmündnng. Heilung. Reinemann fand hei einem einjährigen Stier Schlauchentzündung, später Abscessbildung unter dem After, in der Geschwulst Harn und Gewebstrümmer. Das Tier hatte fortgesetzt grosse Harnbeschwerden, wurde geschlachtet und es zeigte sich nachher starke Verdickung und Entartung der Blasonwand. Kretsch-mar fand die Harnblase eines Ochsen, der schon lange krank war, voll Eiter und die Wandungen der Blase verdickt. Hollmann hat bei einer Kuh, deren Nachgeburt vor einiger Zeit nicht rechtzeitig abging, folgende Symptome beobachtet: Das Tier liegt, streckt alle 4 Beine von sich, das Haar ist struppig, glanzlos, die Blase angeschwollen, auf Druck schmerzhaft, es entleert sich kein Urin. Nach Katheterisation ist ein grosser hin- und herschiebbarer Klumpen in der Blase zu finden. Nach dem Schlachten findet man die Blasenwand verdickt, geschwürig, dunkel, in derselben ein gänseeigrosses Blutcoaguluin, dessen Zentrum ein wallnussgrosser, gelber, formloser Klumpen ist. Bei einem Schaf-bock, der rasch an Blasonentziindung starb, ist festgestellt, dunkel-rote, geschwollene Blase mit sehr starken Groupmembranen. Es kommen sonach sehr verschiedene Formen der Cystitis vor und die Symptome haben nichts einheitlich ganz Charakteristisches. Harnbeschwerden sind in verschiedener Heftigkeit zugegen. Der Harn ist nach mechanischen Einwirkungen anfangs nicht verändert, selten blutig. Bei Blasenblutungen wird der Harn in der Regel nicht so gloichmässig gefärbt, wie bei Niorenblutung. In allen anderen Formen zeigt der Harn bedeutende und verschiedene Veränderungen. In der Regel wird die mikroskopische Untersuchung die Cystitis durch die Abwesenheit der Harncylinder von einer Nieronerkrankung unterscheiden lassen. Es giebt aber auch Ausnahmen, dass bei letzteren keine Cylinder vorhanden sind. Von Stein- und Kongroincntbildungen wird sich gewöhnlich der Harn der Cystitis, durch weniger Salze, aber mehr organische Stoffe, Zellen und Eiweiss unterscheiden. Ein sehr wesentliches Merkmal bildet die angeschwollene, verdickte, oft schmerzhafte Blase. Die Endoscopie, welche namentlich bei weiblichen grossen Haustieren leicht durchführbar wäre, ist noch nicht eingeführt.
Prognose: Nur bei der mechanischen Form, bei der keine zu grossen Verletzungen zugegen sind, günstig, bei allen anderen Formen aber sehr vorsichtig; ja sogar ungünstig bis schlecht. Schon Hippo-krates sagte wörtlich: Wenn die Blase hurt und schmerzbaft ist, so ist dies zwar schon gefährlich und schlimm, am tötlichsten aber wird
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(366nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Harnleiter.
es, #9632;wenn dies zugleich mit einem anhaltenden Fieber sich einfindet.quot; Die Gefahr die besteht ist, class von der Blase ausgehend die Harnleiter und die Nieren erkranken, dass sich zur Cystitis, Pyelitis und Pyelonephritis gesellen und der Tod eintritt.
Therapie: Entfernung der mechanisch reizenden Teile in der Blase, zu welchen auch der Harn gehört, weshalb täglich mehrmaliges Katheterisiercn angezeigt ist. Der Katheter hat immer zuerst in antiseptischer Lösung abgewaschen und vor der Einführung geölt zu werden. Ausspülen der Blase mit passenden Lösungen, die stets warm eingebracht werden sollten. Salicylsiiure l0/oig, Karbolsäure 1/40/oig, Borsäure 20/oig. Sodann empfiehlt sich noch innerliche Behandlung mit geeigneten Mitteln : Chlorsaures Kali, Bonzin, Naphtalin, bei kleinen Tieren l'erubalsam. Sehr sorgsame Haltung, doppelte, warme Wolldecken, feuchtwarme Umschläge auf die Nierengegend ist anzuempfehlen. Täglich mehrmals kalte Begiessungen des Hinterteils habe ich, jedoch mit nicht gutem Erfolge probiert.
Krankheiten der Harnleiter.
Litter atari Lassaigne, Harnleitersteine. The Vet. 1848, p. 31. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p, 23. Ger lach, Ilarnloitererkr. b. d. Kuh. Tztl. Mitt. Gerlach u. Leisering 1854, p. 84. Seh leg, Erweiterung der Harnleiter b. Pf. Sachs. Jhb. 1858, p. 20. Gielen, Erweiterung d. Harnleiter b, Schwein. Mitt. a. d. tztl. Pr. 185ß, p. 108. Axel, Katheterisation d. Uretheren. Cbl. f. Chir. 1888, p. IG.
Mit der Erkrankung der Nieren oder Harnblase stehen die Uretheren, deren Schleimhaut in die beiden genannten Teile übergeht, in innigster Mitleidenschaft. Selbständige Erkrankungen sind jedoch selten, können aber doch auch vorkommen. Schley fand den Harnleiter erweitert bis zur Dünndarmdicko. Das Leiden war verursacht durch Nierensteinerkrankung. Das Tier hatte längere Zeit Harnbeschwerden und starb an Kolikerscheinungon. Gerlach berichtet über einen Fall, dass eine Kuh, welche die Erscheinungen der Rötequot; (also Stallrot) durch längere Zeit zeigte und schliesslich an Kolik verendete, beiderseits die Harnleiter vom Ursprung bis zur Mündung entartet, an der Blase fast zolldick angeschwollen, gänzlich verhärtet und mit gallertartiger Flüssigkeit angefüllt hatte. Gielen hat bei einem sonst gesunden Schweine zufällig bei der Schlachtung Erweiterung der Harnleiter bis zu l'/s Zoll gefunden.
Anzuführen ist, dass in der Menschenheilkunde durch elektrische Apparate, sogar beim Manne, die Uretheren der Augenuntersuchung
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Krankheiten der Scheide.
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zugänglich gemacht sind. Wie verhältnismässig leicht sich dies bei den grossen weiblichen Haustieron bewerkstelligen liesse, mit passenden Apparaten, die mit grossen Lichtquellen versehen sind, soll bloss erwähnt sein.
Therapeutisch ist mir Nichts bekannt geworden. Es wäre also, da mir persönliche Erfahrungen fehlen, vielleicht anzuraten, beim Verdacht auf ein derartiges Leiden, durch den Mastdarm zu untersuchen und eventuell eine medizinische Behandlung einzuleiten. Möglich erscheint mir, dass bei grossen weiblichen Tieren von der Blase aus oder nach Laparotomic etc. ein direkter Eingriff stattfinden könnte.
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Fig. um. Boleuohtung ilcr Soheido nach Schlock's Angaben: Einfasson mit beiden Hunden und Kinlcuohten mit gewöhnllohet Lamjic oder Kerze.
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Krankheiten laquo;1er Scheide.
Sehr zahlreich kommen chirurgische Erkrankungen der Scheide vor durch die Geschlechtskrankheiten : A p h t e n - und Beschälseuche. Da aber diese Krankheitsformen eingehende Besprechung im Gebiete der speziellen Pathologie und Therapie, ausserdem in der polizeilichen Tierheilkunde erfahren, auch keine besonderen chirurgischen Eingriffe zu berichten wären, so soll eine Abhandlung hierüber an dieser Stelle unterbleiben. Anzuführen ist noch, dass Erkrankung des Muttermundes, Scheidonkatarrh und Scheidcnvorfall, bei den entsprechenden Leiden des Fruchthälters besprochen werden.
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Untersuoliunn: der Scheide.
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Untersuchung der Scheide.
Litteratur: Schlock, Bolouoht. d. Scheide bei grosscn Tieren. Berl. tztl. Woohschr. 1889, p. 46. Polansky, Scheidenspekulum. Thcrap. Monatshefte. Frohner 1890. Bericlit d, Wiener Ausstellung. Vgl. Figuren: 104, 105, IOC.
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Fij.'. 106. Enveitemng der Scheide dureli Einlagen des Spekulums von Polansky.
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Verwachsungen der Schamlippen und der Scheide, Atresia vaginalis.
Litte ratur: Schlag, Verwachsung d. Vagina b. d. K. Sachs. Jbb. 1850/60, p. 94. Giese, Verwachsung der Sehanilippon b. Pf, Mitt. a. d. tztl. Pr. Koloff u. Schütz 1876, p. 95.
Beim Pferde hat Giese folgenden Fall beobachtet: Beim Vk Jahr alten Fohlen waren, angeboren, die Schamlippen vom oberen Winkel bis zur Clitoris verwachsen, letztere hervorgedriingt, über ihr war eine fedcrkieldicke Öffnung als Mündung zur Harnentleerung. Der Harn wurde in dünnem Strahle hervorgedrängt. Giese operierte, indem er nach oben die Verwachsung mit dem Messer trennte, unten aber die Schamlippen über dem Kitzler zusammennähte. Der Erfolg blieb aber aus, denn der obere Teil vereinigte sich wieder und unten lösten sich die Schamlippen und der Kitzler trat wieder hervor. Bei einer zum zweitenmal vorgenommenen Öffnung blieb der obere Teil zwar getrennt,
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Verletzungen Jer Scheide, Anreiten.
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die Clitoiia aber blieb dauernd voi-gefallen. Schleg beobachtete, dasa bei einer Kuh nach der Geburt die Schleimhaut der Scheide derart zusammenwuchs, dass man nur noch 5 Zoll tief eindringen konnte. Der Defekt wurde erst erkannt, als beim nächsten Deckakto Blutung dortselbst eintrat und eine Erkrankung nachfolgte. Therapeutisch ist anzuführen, dass in derartigen Fällen besonders zu beachten ist, dass nur Wundfläche an quot;Wundfläche zusammenheilt, dass aber Epitiiel auf Epithel, oder Epithel auf Wunde, nicht heilt. Es werden demnach vorgenommene Trennungen von Vorwaclisungen nur getrennt erhalten
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Fig. IOC. Erweiterung der Vagina durch Einlegen eines oder zwei gewidinlicher Spekuli.
werden können, wenn etwas dazwischen geschoben wird, etwa ein Stück Leinwand, die reichlich eingefettet und mit Naht dazwischen geheftet ist. Ist Epithel vorhanden, wie im Falle Gieso, wo die Clitoris mit den Schamlippen bedeckt werden sollte, so muss dieses zuvor entfernt sein, entweder durch Atzung oder Messerabtragung. Empfehlenswert ist, diese Operationen am liegenden Tiere unter Narkose und aseptisch zu machen, und die Wundränder joderseits mit feiner Seide zu nähen, so dass Heilungen per primam eintreten können.
Verletznngon der Scheide, Anreiten.
Litteratur: Schliemann, Verletzung d. Scheide h. Pf. Gurlt u. Hertwig 1839, p. 79. Meer, Kommunikation zwisch. Mastd. u. Scheide. Ibd. 18S9, p. 895. Hi 1 dach, Mastdarmscheidenfistel. Ibd. 1842, p. 839. Hering,
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G70
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Verletzungen dor Scheide, Anreiten.
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Kloakenbild. b. Schwein. Journ. vöt. Bclg. 1848, p. 54. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 18. Gran, Vorfall d. Gedärme i. d. Scheide. Tztl. Wochensehr. 1850, p. 5. Werniir, liei Stuten die Scheide vom Hengst durchstossen. Tztl. Mitt. Gorl. u, Leis. 1854, p. 120. Garner, Darmvorfall durch die Scheide b. Pf. The Vet. 185C, p. 440. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 185C, p. 54. Konh, Scheidenblascnwassersucht. Tztl. Mitt. Roloff u. Seh. 1856, p. ISO. Mersiva, Zerrciss. v. Mastdarm u. Scheide b. Pf. Ibd. 1857, p. 126. Dupont, Mastdarmsehoidenfistel. Eec. 1858, p. 1057. Pield, Ruptur der Scheide mit Darmaustritt b. d. Stute. The Vet. 1858, p, 361. Der. üb. Deist, i. Geb. d. Thk. 1858, p. 67. Strittmatter, Sclieidcnruptur m. Netzvorfall b. d. K. Tztl. Mitt. 1864, p. 31. l'etzold, Verletz, d. Vagina b. d. K. Sachs. Jhb. 1865, p. 73. Bauch, Scheidenschnitt b, R. Gurlt u. Hartwig 1872, p. 356. Johne, Verletzung d. Scheide u. d. Mastd. durch d. l'cnis b. d. K. Sachs. Jhb. 1875, p. 106. Pütz, Schoidenruptur b. d. St. Tztl. Mitt. Lydtin 1877, p. 111. Pfis-terer, Soheidenruptur bei der Stute. Tztl. Mitteil. Lydtin 1877, p, 111. Vogt, Verletz, d. Scheide, Anreiten. Wochschr. 1878, Nr. 48. Busch, Scheidemastdarmfistel b. d. Stute. Mitt. a. d. tztl. Prax. Rolofr u. Schütz 1882, p. 68. Abele, Perforation vaginale. Belg. Bull. 1885, p. 192. Jhb. 1885, p. 94. Baumgärtel, Durchbohrung d. Vagina b. Coitus. Sachs. Jhb. 1885, p. 78. Duranton, Einreissung d, Gebärmutter b. Bedecken b d. K. Lyon. Journ. 1886, p, 30. Jhb. 1886, p. 181. Schmidt, Verletzung d. Vagina. Tidskrift f. Vetor. 1887. Ibd. 1887, p. 127.
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Aetiologie: Es sind zu unterscheiden; a) Verletzungen der oberen Soheidenwand und Kommunikation mit dem Mastdarm, sogenannte Scheidenniastdannfistoln. Es ist hier auch auf die Krankheiten des Mastdarmes und das dort Angeführte zu verweisen, b) Verletzungen der Scheide bei der Geburt. Es sind derartige Fälle häufiger hei Stuten als bei Kühen, bei diesen häufiger als bei anderen Haustieren mitgeteilt. Dies hat seinen Grund zum Teil wohl in der Wichtigkeit der Objekte und der Mitteilungen hierüber, andererseits aber auch in der enormen Grosse der hei diesen Tieren bei der Gehurt beförderten Jungen und der Gewalt der Wehen. Es sind Fälle bekannt (Utz, Busch) dass mit der Ruptur der Scheide auch der Mastdarm verletzt wurde, somit künstlich eine Mastdarmscheidonfistel gebildet wurde. c) Verletzungen durch den Mcnschnn. Hieher sind zu rechnen die Perforationen des Scheidengewölhes bei grossen Haustieren, namentlich Kühen zum Zwecke der Kastration, ferner ähnliche Perforationen zum Zwecke der Diagnose der Perlsucht, wie dies von Hauch vorgeschlagen wurde. Sodann Verletzungen durch Päderastie und andere unreelle Absichten. Schliemann teilt mit, dass ein Stallbursche sehr bedeutende Verletzungen der Scheide hei einer Stute erzeugte durch Einführung eines Besenstielos und Einschieben von anderen Gegenständen. Anfüllen
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Verletzungen der Scheide, Anreiten.
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mit harten Gegenständen, damit das Tier den Schweif tragen müsse, ist mitgeteilt, d) Eine der wichtigen und häufigen Verletzungen ist die Perforation der Scheide beim Deckakte, welche am öftesten bei der Stute, aber nicht selten auch heim Rinde vorkommt.
Klinisches Bild: Einige Zeit nachdem der Geburtsakt vorüber ist (es sind 78 Stunden bis zu 3 Tagen genannt) treten sehr heftige AVehcn auf. Potzold beobachtete nach grosser Anschwellung der Labien, Anschwellung des Schenkels, Blutentloerung, Störung im Harnabsatze. In der Tiefe konnte or einen 3 Zoll langen Riss mit bläulich roten Bändern feststollen. Strittmatter sah class 7 bis 8 Stunden nach der Geburt plötzlich heftiges Drängen und Entleerung grosser Massen von Exkrementen, die mit Blut vermischt waren, erfolgte; 30 cm. tief in der Scheide konnte er ein Loch durch die Scheidcnwnnd und Kommunikation mit dem Darme feststellen. Utz konnte 8 Tage nach der Geburt mit Leichtigkeit mit der ganzen Hand von der Scheide in das Eektum gelangen. Verletzungen der Scheide beim Deckakto der Stuten verursachen, dass die Tiere sofort nachher geringes, aber anhaltendes Drängen und Abgang von kliiinperigem Blute zeigen. Pflsterer. Wenn die üft'nung gross und weit vorne ist, so kann Eintritt von Gedärmen erfolgen und diese zur .Scham heraushängen. Baunigärtel. Nach 34 Tagen können septische Erscheinungen auftreten, welche in 69 Tagen in der Regel zum Tode führen. Wernär giebt an, dass er sechs Fälle beobachtet habe, in denen die Scheide vom Hengst durchstossen worden sei. In allen Fällen sei aber die Stute deshalb schuld gewesen, weil der Penis im Innern Hindernisse zu beseitigen gehabt habe, also Neubildungen vorlagen. Bei dem Rind erfolgt nach der Durchstossung sofort Pressen und blutiger Austluss, die Schaiulippon schwellen nach einiger Zeit im. Johne hat gefunden, dass die Perforation, welche kurz vor dem Muttermunde stattfand, ein 1 cm. breites Loch war, und dass sie nach oben und in den Mastdarm ging. Vogt sagt über dieses Vorkommnis: Hin und wieder wird man zu einer Kalbin gerufen, die kurze Zeit vorher zum Bullen geführt und besprungen wurde, und über die der Bericht lautot, dass dieselbe nicht ruhig dastand. Der Bulle habe scharf gerittenquot; oder sie sei niedergerittenquot; worden nachher habe sie geblutet und seither mache sie einen Buckel, besonders beim Urinieren.''
Status präsens: Beschmutzung und Empfindlichkeit der Scham, stärkere Bewegung des Schwanzes, rötlicher Austluss, wehenartiges Drängen, aufwärts gekrümmten Rücken besonders bei Kotentleerung, Trippeln, Unruhe, Schlagen mit den Füssen. Futter- und Getränkauf-
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Verletzungen der Scheide, Anreiten.
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nahine ist oft alteriert, die Flanken aufgezogen. Durch die Hand in der Scheide fühlt man höhere Temperatur, nach 4 bis 8 Tagen Verdickung der Wandungen. Nach 23 Wochen aber ist der Scheidenraum nach hinten verkürzt und gegen den Muttermund abgeschlossen. Untersucht man dann den Mastdarm, so findet man oft kopfgrosse Geschwulst, die fluktuiert, aber nicht die Blase ist auf Druck keinen Harn entleert. Diese Geschwulst ist nach Vogt eine Verwachsung des Scheidenkanals vor der Ausmündung des Harnrohres, die Verletzung, besonders der Scheidenklappo bewirkte dies, und nun sammelt sich von da bis zum Muttermund oft der ganze Uterus voll, von sich zersetzenden Massen.
Bolhnaycr sagt über ein solches Präparat: An den Genitalien einer Kalbiu fand sich die Scheide, vom Ende des Vorhofos angefangen, bis zum äusseren Muttermunde in eine über mauskopfgrosse fluktuierende Geschwulst umgewandelt, die bei der Eröffnung eine eiterige, übelriechende Flüssigkeit enthielt. Dom teilweise zerfallenden Eiter waren sehr zahlreiche Spaltpilze beigemischt. Die Schleimhaut war blass, die Scheidenwand verdünnt. An der Grenze gegen den Scheiden-vorhof fanden sich die Schcidonwändo in einer Länge von (3 cm. absolut verschlossen durch narbiges, derbes, teilweis schieferig gefärbtes breites Gewebe, in dem sich eiterhaltige und käsige Fistelgänge und kleine, bis kirschkorngrossc, Abscesso vorfanden.quot;
Die Krankheit sei hauptsächlich bei der Anspacher Rasse, weil dieselbe grosso halbmond- oder kreisförmige Scheidenklappen besitze, und früh zur Zucht verwendet werde.
Koch hat einen ähnlichen Defekt als Scheiden sack Wassersucht bezeichnet.
Prognose: Im Allgemeinen bei glatten Wundrändern und nicht infizierter Wunde, günstig. Für wie unbedeutend selbst Verletzungen, von einer Grosse, dass die Hand eines Mannes hindurch kann, gehalten werden, geht schon daraus hervor, dass Hauch die Perforation der Scheide zum Zwecke der Diagnose der Perlsucht vorschlug, und dass man die Kastration von der Scheide aus, bei welcher die Wundränder doch noch gedehnt und gezerrt werden, für ungefährlich hält, obgleich in beiden Fällen die Öffnung in die Bauchhöhle führt. Verletzungen bei der Geburt, oder durch Zufall, oder beim Deckakte, sind aber doch viel vorsichtiger zu prognostizieren, weil hier in der Regel eine Infektion mit verbunden ist, namentlich sind die Durchbohrungen durch den Penis bei der Stute gefährlich. Wernär hat bei 6 von ihm beobachteten Fällen 5 mal letalen Ausgang gesehen und Baumgärtel teilt
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mit, dass ein Sprung, der scheinbar ganz regelmässig war, sofort nach dem Absteigen des Hengstes, Gedärme aus der Scheide nachkommen liess, dass das Tier hochgradig presste und der Tod 4 Stunden nachher eintrat. Bei der Sektion fand sich die obere Scheidenwand durch-raquo;tossen und ein grosses Blutkoagulum in der Bauchhöhle.
Therapie: Es ist bekannt, dass die absichtlichen Verletzungen zum Zwecke der Kastration oder zur Perlsuchtdiagnose ohne Weiteres heilen. In einem Falle von Verletzung nach einer Geburt bei der Stute, suchte Busch zu nähen, aber es gelang ihm nicht. Mosslor hat bei einer nach der Geburt entstandenen Fistel, durch welche sich 12 Stunden nach der Entstehung Kot entleerte, nach 3 Monaten noch eine Besserung festgestellt, durch welche man mit 2 Fingern bis in den Darm hindurch konnte. Bei Rindern ist gegen Perforationen angewandt worden von Petzold: lauwarme, aromatische, Einspritzungen, worauf Besserung in 8, Heilung in 10 Tagen erfolgte. Strittmatter hat das Loch, das in der Scheide nach einer Geburt entstanden war, genäht und Heilung ohne jeden Nachteil erzielt. Es ist zu berücksichtigen, dass die Scheide und der Mastdarm in der Nähe der Mündung durch lockeres Bindegewebe verbunden, weiter nach vorne aber je durch eine Serosa überkleidet sind, und von da aus eine Verletzung, eine Verbindung mit der Bauchhöhle herstellt, die jedenfalls gefährlicher ist, als diejenige, die weiter zurück liegt. Es ist anzuraten, sorgsamste Reinigung und Antiseptik, Bor-, Kreolin-, Sublimat-, Karbolwasscr-Irrigationen. Anwendung des Scheidenspiegels, um genau zu sehen. Blutstillung. Bei grossen Querwänden, Nähen mit Catgut, unter Zuhilfenahme von vorherigen Pinselungen mit CocaTn, Ruhe und tägliche Irrigationen bis zur Heilung.
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Eiitziindnngcn in der Scheide.
Litteratur; Haubner, Grosso Infiltration des Hymens J). Pf, Sachs Jhb. 1858/59, p. 48. Eberhardt, Croup i. d. Scheide d. IX. Gurlt u. Hertw. 1863, p, 430. Johne, Diffuso Diphtcritis i. d. Scheide d. K. Sachs. Jhb. 1884, p. 28.
Entzündliche Prozesse in der Scheide treten meist einige Zeit nach Geburten auf, und dieselben tragen namentlich beim Rinde den Charakter des Croups oder der Diphteritia an sich. Beim Pferde ist eine grosaartige Infiltration des Hymens beobachtet worden. Diese Fälle sind ausgezeichnet durch schmerzhafte, fieberhafte Schwellung, Anfüllung der Scheide mit plastischem Exsudate, Störung des Harn-abfiusses und Allgemeinbefindens.
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Ilol'fmann, Ticrärztlii-he CMrurgio.
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Abscesse in der Scheide.
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Die Prognose ist ziemlich günstig.
Therapeutisch wurde von Eberhardt der ganze Speckkuchen mechanisch entfernt, und nachher Zinkvitriollösung eingespritzt, Johne Hess Sublimat 1 : 1000 einspritzen und Haubner scarifizierte und machte Kaltwassereinspritzungen. In allen Fällen erfolgte Heilung.
Abscesse in der Scheide.
Litteratur: Eberhardt, Abscess a. d. oberen Wand d. Scheide u. d. Mast-darmes. Gurlt u. Hertwig 184(), Heft III. Vollmer, Multiple Abscesse i. d. Geg.. d. Geschlechtsteile b. d. Stute. Tztl. Ztg. 1845, y. 183. Puffert, Abscess i. d. Scheide b. Stuten. Jlitteil. a. d. tztl. Pr. 18Ö0, p. 89. R e in y , Abscess zwisch. Mastd. u. Scheide. Journ. de Med. vet. Belg. 186G, p. 59. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1866, p, 68. Huxel, Bösartige Ge-sclnvürsbild. b. d. Kuh. Mitt, a. d. tztl. Pr. Eoloif u. Seh. 1877/78, p. 55.
Abgesehen von den Gesclnviirsbildungcn bei den ansteckenden Geschlechtskrankheiten, sind namentlich angegeben, Abscesse, welche sich hauptsächlich zwischen der oberen Yaginalwand und dem Mastdärme im Bindegewebe entwickeln. Meist entstehen dieselben infolge einer Verletzung durch den Deckakt. Die Abscesse erreichen oft eine derartige Grosse, dass Eberhardt zwei Liter Eiter, Remy eine grosse Mengequot; Eiter und Bttffert eine grosso Mengequot; Jauche entleeren konnte. Die hiedurch beobachteten Symptome waren: Fortdauerndes Drängen wie bei der Harnentleerung, so dass die Stute für rossig gehalten wurde, ßüffert. Häufig Kolik, Harnbeschwerden und Verstopfung, Remy. Huxel sah bei einer Kuh, Geschwüre und in der Umgebung der Schamlippen kleine Abscesse. Der Tod erfolgte nach 11 Tagen. Prognostisch sind die grossen Abscesse, die einzeln auftreten, ziemlich günstig zu beurteilen. Dagegen sind die multiplen, die vielleicht durch eine Infektion entstanden, gefährlicher. Es wurde mit Erfolg die Entleerung der Abscesse und Reinhalten mit passenden antiseptischen Lösungen vorgenommen.
Neiibilduiigeu in der Scheide.
Litteratur: Leblanc, Kxstirpation v. Scirrhus li. Hund. Gurlt u. Hertwig 1835, p. 252, 2G2. Z 1pperlen, Soheidenpolyp b. einer Kalbin. Rep. Ill, p. 122. Cartw right, Soheidenpolyp b. d. Kuh. The Vet. 1850, p, 20. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1850, p, 52. Bichter, Polypen u. Vorfall i. d. Scheide b. Pf. Gerl. u. Lcis. 1856, p. 97. Sohell, Ilämatom i. d. Harnbl. b. d. K. Gurlt u. Hertwig 1857, Suppl. Zipperlen, Scheiden-polyp b. d. Kuh. Bep. VII, p. 2. Burmeistor, Krebs d. Clitoris b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerl. u. Leiser. 1857, p. 129. Iteinemann, Krebs d. Clitoris b. Pferd. Ibd. Bräuer, Soheidenpolyp. Sachs. Jhb. 1858/59,
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Neubildungen in der Scheide.
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p, 109. Franze, Exstirpation eines Polypen a. d. Scheide d. Kuh. Ibd. 1859/60, p. 103. Haubner, Scheidenpolyp b. Hund. Ibd. 1863, p. 48. Münchner Klinik, Condylome a. d. Clitoris d. Kuh. M. Jhb. 1863, IX. H., p. 32. Erl er, Polyp i. d. Scheide einer Hündin. Sachs. Jhb. 1866, p. 44. Braun, Prolapsus d. Clitoris b. d. Stut. Gurlt u. Hartwig 1867, p. 383. Ourlt, Scheidenpolyp b. 9monatl. Fohlen. Ibd. 1867, p. 28. Petzold, Unterbind, eines Scheidenpolyps b. Pf. Sachs. Jhb. 1868, p. 97. Le isoring, Angiom a. d. Schamlippe b. d. Kuh. Ibd. 1869, p. 28. Groth, Scheidenpolyp b. d. K. Müller u. Rol. 1869, p. 168. Esser, Carcinoma inelanodos i. d. Scheide b, II. Ibd. 1877/78, p. 77. Harling, Fibroma papillosum i. d. Scheide b. Kühen. Ibd. Roloff u. Schütz 1877/78, p. 76. Strebel, Fibröses Konglomerat i. d. Scheide d. K. Schweiz. Aroh. 1879, HI. Heft. Brett, Vaginaltumor in a shorting cow. The Vet. 1886, p, 89. Barrier, Krebs d. Gebärmutt. Roe. 1888. Jhb. 1888, p. 131. Wälti, Fibrom d. Scheide b. d. Kuh. Schweiz. Arch. 1888, p. 86.
Von 22 mir bekannt gewordenen Fällen gehören 11 dem Rinde, 7 dem Pferde und 4 dem Hunde an. Es sind mitgeteilt beim Pferde: Krebs, krebsartig, Hiimatom und ohne nähere Bestimmung Polypen. Beim Rinde: Fibroma polyposum, fibröses Konglomerat, Myofibroin, Angiom, Condylome, Cyston und Polypen. Beim Hunde Carcinom und Polypen.
Klinisches Bild beim Pferde: Ein vierzehn Jahr altes Pferd ist seit '/a Jahr beim Harnen gestört. Ziemlich tief in der Scheide findet sich eine groase gestielte Geschwulst, die durch mehrmaliges Abbinden entfernt wird. Petzold. Ein 9 Monate altes Stutenfohlen hat wehenartige Zufälle, ist aber sonst munter. Am oberen Rande des Muttermundes sitzt eine zwei Zoll Durch-
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messer grosse G eschwulst, welche durch Abbinden
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dauernd entfernt werden kann. Gurlt. #9632; Ein
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Fig. 107. Gestielte fibröse Neubildung auf der Sohieimtaant.
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10 jähriges Pferd hat in (i Jahren je ein Fohlen gehabt, im letzten Jahre hat die Stute trotz des Sprunges nicht aufgenommen. Im unteren Winkel der Schamspalte tritt eine beginnende wallnussgrosse Geschwulst hervor, hart, blaugrau, nicht empfindlich. Trotz Arsenikbehandlung ist die Geschwulst nach einiger Zeit wie ein Gänseei, es tritt Zerfall auf der Obertläche ein und es fliesst stinkende Jauche am Schenkel nieder. Zehrfiebor und Tod in 10 Wochen. Burmeister. Einen ähnlichen Fall hat Reinemann beobachtet: Eine 12jährige Stute hat an der Clitoris eine Geschwulst, die 5 Zoll lang und l1/laquo; Zoll dick aus der Scheide hervorragt. Dieselbe ist hart und knotig. Nach gründlicher Exstirpation mittelst Glüheison und in 4 Wochen er-
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(576nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Neubildungen in der Scheide.
l'olgter Heilung blieb das Pferd 1 Jahr lang gesund, nach dieser Zeit schwoll die Narbe seitlich an, es bildeten sich mehrere Knoten; die eine Euterhälfte entartete, wurde hart, knotig, ebenso die eine Leistendrüse. Das Pferd hinkte an dem betreffenden Bein. Letaler Ausgang nach 4 Wochen. Die Neubildung war krebsig. Beim Kinde sind Polypen genannt von Groth, Franze, Zipperlen, Cartwrigbt u. A. Es sind solche im jugendlichen Alter von ca. 2 Jahren und bei alten Tieren beobachtet. Der .Sitz derselben ist verschieden und das Gewicht reicht bis zu 14 Pfund. Über fibröses Konglomerat, Eibroma polyposum und Eibromyom berichten Strobel, Harling und Schütz. Die Geschwülste hatten Gewichte und Grosse von 120 Gramm bis zu einem Straussenei. Dieselben waren hart, knollig, gestielt und sassen in verschiedener Tiefe. Ein Condylom an und um die Clitoris war sehr gefährlich, hatte Epithelüberzug und zerfiel zum Teil in stinkenden Brei. Es wich erst auf mehrmaliges Abtragen. Ein Angiom wuchs seit 2 Jahren als grosser werdende Geschwulst aus der Scheide. Durch Aufspringen desselben trat eine grosso Blutung ein, die unstillbar war und den Tod zur Eolgo hatte. Der Basisumfang dieser Geschwulst war 23 cm., der Sitz derselben zwischen dem Mastdarm und der Scheide mit Hervordrängung zwischen der Scham und der Haut. Leisering. Über ein Myo-fibriom berichtet Koblbepp; dasselbe war gestielt, 8,5 zu 7,5 cm. breit, 2810 Gramm schwer. Die Geschwulst war vor Vb Jahre noch hühnereigross. Es erfolgte Heilung auf Exstirpation. Eine Cyste, die durch Verschluss der Bartholinischen Gänge entstand, einen zähen, dicken Schleim mit Kongrementen, ähnlich getrocknetem Gummi enthielt, beschreibt Leisering.
Beim Hunde ist von Haubner beobachtet: Dass sich das Tier oft zum Harnen stellte, Schmerz äusserte, winselte und class der Harn tropfenweise entleert wurde. Ein gestielter Polyp erfüllte die ganze Scheide, welcher dauernd exstirpiert wurde. Ein taubeneigrosses Carcinoma melanodes beobachtete Esser, welches bei der Kotentleerung zum Vorschein kam. Dasselbe sass mit breiter Basis auf und wurde seit 1 Jahr beobachtet. Es erfolgte kein Nachwachsen. Ahnliches berichtet Leblanc von einem Scirrhus der Vagina. Erler beschreibt einen Faserpolypquot; in dor Scheide des Hundes, der schon verschiedene-mal exstirpiert wurde, aber immer wieder rasch wuchs und die Schamlippen auseinander drängte. Das Tier hatte Schmerz bei der Entleerung von Kot und Urin. Es suchte sich zu scheuern, die Oberfläche der Geschwulst wurde geschwürig. Nacli Abnahme durch Schnürung und Kreosotätzung blieb sie aus.
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Neubildungen in der Scheide.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 677
Zusammenfassung: Die Geschwülste der Scheide haben ihren Sitz in versehiodener Tiefe, sie sind von verschiedener Grosse, die meisten sind gestielt. Entartungen der Clitoris beim Pferde sind als krebsig beobachtet worden. Diese sowie die Angiome sind gefährlich. Je nach dem Sitze und der Grosse belästigen sie die Tiere, behindern Harn- und Kotabsatz und erzeugen durch Zerfall auf der Oberfläche oder die Qualität ihres Gewebes, Schmerz. Drängen sie sich zwischen den Schamlippen hervor so verunstalten sie das Aussehen, werden geschwürig, ekelhaft und gefährlich. Krebse können Metastasen und Krebsdyskrasie erzeugen. Angiome sind durch Blutungen gefährlich.
Prognose: Im allgemeinen günstig, namentlich wenn dieselben nicht zu gross sind, wenn sie sich durch gestielte Bildung extirpierbar erweisen und keinen bösartigen Charakter haben. Gefährlich sind Car-cinome und Angiome. Beim Hund sind mehrfach auch Carcinome mit Erfolg und ohne nachfolgende ßecidive oxstirpiert worden.
Therapie: Burmeister hat eine Arsenikkur vergeblich eingeleitet. Müller hat gegen Pibromyome Ergotinoinspritzungen vorgenommen. Extract, sec. cornut. 0,5 Spirit, dil. Glyc. a. 5,0 täglich 1 Gnn. an beliebiger Stelle unter die Haut. Ohne irgend welche Allgemeinsymptome verkleinerte sich die Geschwulst und war nach 4 Wochen verschwunden. Ein Reoidiv wurde innerhalb 1 Jahres nicht beobachtet. Atzungen sind wegen der Nachbarschaft gefährlich. Reinemann ex-stirpierte mit gutem Erfolg eine Geschwulst mit dem Messer und brannte nacher mit dem Glüheisen, ebenso Haubnor. Mit dem Messer operierte ferner: Zipperlen, Groth u. A. Die nachher eintretende ziemlich starke Blutung wurde durch Einschieben eines in Essig und Spiritus getauchten Schwammes zu stillen gesucht. Abtragen mit lt;ler Schere und quot;Waschen mit Branntwein ist aus München berichtet. Unterbindung, Ligatur, Schniirung ist am meisten angewandt und in einzelnen Fällen erfolgte nachheriges Abschneiden und Betupfen des Stumpfes mit Kreosot. Welti und Brett verwandten den Ecraseur. Durch die Anwendung der Scheidenspanner, der gründlichen Reinigung mit antiseptischen Mitteln, des Gebrauches der elastischen Ligatur, werden die bis jetzt schon günstigen Erfolge der Exstirpation von Scheidengeschwülsten noch besser werden. Der von Müller erzielte Erfolg der Ergotineinapritzung gegen Fibromyom ist sehr zu beachten. Recidive bei bösartigen Geschwülsten werden aber nur nach sehr vollständiger Exstirpation vermieden werden können. Hiezu empfiehlt sich Narkose und das Messer.
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Vorfall der Scheide und der Gebärmutter.
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Torfall der Scheide und der Gebärmutter, Prolapsus vagiuae
et uteri.
litt cratur: Eleouet, Uterusvorfall. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1841, p. 31. Fessler, Uterusvorfälle b. Küb. Tztl. Ztg. 1849, p. 96. Bet-tinger, Vorfall d. Gebärmutter, Mitt. öster. Vet. 1844, p. 90. Gräff, Vorfall d. Uterus. Tztl. Ztg. 1845, p. 54. Brandes, Uterusvorfall b. d. Kuh. Ibd. 1845, p. 43. May hen. Gegen Uterusblutung u. -Vorfall. The Vet. 1848, p. 554. N erermann, Uterusruptur. Gurlt u. Hertwig 1848v p. 453. Crueger, Gegen Uterusvorfall. Belg. 1848, p. 75. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 03. Falke, Gobärmuttorumstülpung. Gurlt u. Hertwig 1849, p. 0. Gran, Vorfall der Gedärme durch die Scheide. Tztl. Woohschr. 1850, p, 6, Ry ebner, Schoidenvorfall. Bujatrik 1851, p. 118. H e r t w i g , Gebärmuttervorfall. Krankh. d. Hund. 1853, p. 232. Fr ick. Reposition dos Fruchth. b. Schwein. Voss, Scheidenvorfall b. Schwein. Tztl. Mitt. Gerl. u. Leis. 1854, p, 76. Bary, Schoidenvorfall b. d. Kuh. Belg. 1854, p. 226. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1865, p. 51. Stolz, Uterusvorfall b. d. Kuh. Mitteil. a. d. tztl. Pr. 1854, p. 147. Werner, Ringeln der Fruchthältervorfälle. Woohschr. 1855 , p. 46. P r z y b i 1 k a , Gebärmuttervorfall. Gurlt u. Hertwig 1855, p. 252. Dint er, Schoidenvorfall b. d. Kuh. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 94. G r o s s - C 1 a u d e, Uterusvorfall b. d. Hündin. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerl. u. Leisoring 1856, p. 101. Gross-Claude, Uterusvorfall b. d. Stut. Ibd. p. 93. Richter, Bandage geg. Vorfälle. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1856/57, p. 97. Metz, Rotention umgestülpter Gebärmutter. Ibd. 1857, p. 127. Con vet, Uterusvorfall b. Kühen. Toul. 1858, p. 382. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 57. Hahn, Prolapsus uteri. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gorlach 1859, p. 180. Walter, Prolapsus uteri b. Schw. Ibd. 1859, p. 172. Haubner, Vorfälle d. Scheide u. Gebärmuttor. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 47. Lippold, Scheidenvorfall b. Küh. Deneuburg, Fruchthältervorfall b. R. Belg. 1859, p. 229. Clauss, Gebärmuttervorf. Sachs. Jhb. 1861, p. 121. Ackermann u. Sohlog, Dasselbe. Ibd. 1857, p. 88 u. 18G1, p. 114. Hofer, Ringeln gegen Vorfall. Münchn. Jhb. 1861. Tyvarts, Uterusvorfall-Re-position. Belg. 1861, p. 27. Fünfstück, Eis b. Vorfällen. Sachs. Jhb. 1862, p. 107, 1860, p. 114 u. 1868, p. 104. Schaak, Uterusvorfall b. K. Lyon 1862, p. 24. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1862, p. 54. Strauss, Uterusruptur. Münch. Jhb. 1862, 4. II., p. 382. Colin, B o y e r , G i I i s , Uterusvorfälle. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1862, p. 54. V o i g 11 ä n -der, Fruchthältervorfall b. d. K. Saclw. Jhb. 1863, p 57. Albrecht, Vorfall d. Gebärmutter. Gurlt u. Hertwig 1803, p. 235. II a u b n e r , Vorfall d. Scheide b. Pf. Sachs. Jhb. 1864, p. 49. Helling, Ringeln. Gurlt u. Hertwig 1866, p. 109. Ackermann, Scheiden- u. Mastdarmvorfall. Sachs. Jhb. 1868, p. 102. Sau borg, Scheidenring. Gurlt u. Hertw. 1869, p. 13. Schleg, Sauberg'scher Scheidenring. Sachs. Jhb. 1870, p, 100. Lehnort, Gegen das Pressen b. Gebärmuttervorfall. Ibd. 1871, p. 139. Päpke, Sicheres Verfahren d. Gebärmuttervorfalles b. K. Gurlt u. Hertwig 1871, p, 440. Johne, Pressen d. Kühe nach d. Reposition etc. Säcli!-'. Jhb. 1872, p. 136. Ritz, Chloroformwirkung b. Muttcrvorf. M er ten,
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Saubcrg'schcr Scheidenring. Gurlt u. Ilertw. 1872, p. 377. Kaiser, Prolapsus vaginae b. Fohl. Mitt. a. d. tztl. Pr. Eoloff u. Seh. 1877/78, p. 76. Schneider, Uterusvorfall. Wochenschr. 1878, p. 2t. Falke, Jhb. 1879, p. 115. Annacker, Prolapsus vaginae b. d. Kuh. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1878, p. 120. Dornaus, Uterusruptur. Mitt. d. Tzte. in Ost. 1879, p. 69. Falke, Uterusvorfall b. St. Jhb. 1879, p. 116. Dokal, Prolapsus uteri b. Kühen. Mitt. d. Tzte. in Öster. 1880, p. 122. Stang, Uterusvorfall. Lydtin. Tztl. Mitt. 1882, p. IG. Abloitner, Fruohthiiltervorfall b. K. Wien. Vtljschr. 1882, p. 52. Isepponi, Caso di prolasso di un corno etc. La Clin 1884, p. 248. Jhb. 1884, p. 106. Johne, Diphterit. Vaginitis u. Metritis nach d. Einlegen des Sauberg'schen Soheidenringes. Sachs. Jhb. 1886, p. 20. Strebe 1, Soheidenmastdarmvorfall. Schweizer Arch. 1886, p. 200. K o h 1 h e p p , Prolapsus uteri. Tztl. Mitt. 1886, p. 104. B 1 o h m e, Prolapsus uteri. Adam's Wochenschr. 1886, p. 29. Ingersland, Über Födselstangen. En obsto tricisk. Studio. Kyobenhavn 1887, p. 167. Arno u 1 d, Vorfall d. Scheide b. Fohl. Lyon. Journ. 1888, p. 293. Brauer, Lund'scher Trachtenzwinger vergrösserti Sachs. Jhb. 1888, p. 69. B i g o -teau. Reposition d. vorgefall. Uterus. Schw. Arch. 1888, p. 233. Girar-dot, Nichtreponierbarer Uterus b. Haust. Rec. de med. vet. 1888, p. 21. Klemm, Utorusvorf. Tztl. Mitt. a. Baden. 1889, p. 188. Feld mann, Uterushornvorfall. D. Zeitsolir. f. Tmedizin, 1889, p. 130. Schücking, Vaginale Ligatur b. Gebärmuttervorfall. Med. Neuigk. 1889, p. 4.
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Vorfall der Scheide.
Vorfall der Scheide findet sich am meisten verbunden mit Gebär mutter verfall und bei sämtlichen Haustieren vorkommend. Kühe sind unstreitig am meisten betroffen. Nach den Mitteilungen kommen der Zahl nach die Pferde und hierauf erst Schweine und andere Haustiere. Der Vorfall besteht in einer Faltenbildung der Scheidenhaut, welche partiell an einer oder zwei Seiten, an der oberen oder unteren Wand, oder total durch Umstülpung der ganzen Scheidenhaut entsteht. Hiedurch entsteht eine Dehnung und Zerrung des betreffenden Vaginalhautstiickes, aber auch eventuell der Harnblase und eine Rttckwärtsdrängung des Muttermundes und des Fruchthälters.
Aetiologie: Betroffen worden meist hoch trächtige Tiere, bei denen das Leiden von Rychner als eckclhaftes Ubelquot; bezeichnet wird. Einige Zeit nach der Geburt stellt sich dasselbe ebenfalls nicht selten ein. Grosses Pressen, infolge anderer heftiger Reizzustände, Verletzungen durch den Deckakt, Krankheiten der Geschlechts- und IIarnorgane. Andauernder Geschlechtsoder Harnreiz. Aufblähungen des Darmes und Tenesmus, verursachen ebenso wie kaltes, bereiftes, besonders Rübenfutter, abschüssiger Stallbodeii, und infolgedessen zu tiefes Liegen mit
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(380nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vorfall der Scheide und der Gebärmutter.
dem Hinterteil, den Vorfall. Disponiert sind schwächliche, schlaffe Tiere mit sehr weitem Becken, die zum 3ten oder 4tenmal gebären. Die Beckenform, und eine bindegewebige, schlaffe Konstitution sind vererbt. Bei Fohlen kommt es unter scheinbar ganz normalen Verhältnissen zu .Scheidenvorfällen. Gaiguard beschreibt 3 Fälle bei Fohlen mit 12 Jahren. Grau beobachtete dies beim l1^ und 2lh Jahre alten und Kaiser bei einem l1/raquo; jährigen.
Klinisches Bild: Chirurgisch sind Faltcnbildungen und Senkungen des Muttermundes nach rückwärts, auch ohne dass ein Hervortreten zwischen der Schamspalte besteht, ebenfalls hieher gehörig. Im allgemeinen fallen aber unter diesen Begriff nur die Vorfällequot;, also ein Zutagetreten der Schleimhaut zwischen den Schamlippen. Je nach dem Sitze der Umstülpung und der Breite der umgestülpten Falte muss dieselbe eine verschiedene Grosse und Länge haben , um pro-labieren zu können. Es wird im allgemeinen eine tiefsitzende Falte der Vaginaschleimhaut nur bei ziemlicher Länge und bei besonders für dieses Verhältnis günstiger Stellung des Tieres hervortreten, namentlich beim Liegen mit vollem Leibe auf abschüssigem Boden, wenn die Bauchorgano nach hinten drücken, sich anfüllen und gleichzeitig die schlaffen Vaginalippon fast von selbst auseinanderstehen. Wenn aber die Ausstülpung der Vaginalhaut nächst des Überganges in die allgemeine Docke, somit im Scheidenvorhofe entsteht, so braucht sie nur verhältnismässig klein zu sein, um sich hervorzudrängen. Das zwischen den Schamlippen vorgefallene, prolabierte Stück ist gewöhnlich nur beim liegenden Tiere sichtbar. Es drängt sich eine wulstförmige, mit Schleimhaut überzogene, blasenartige Geschwulst, von mehr oder weniger roter Farbe, manchmal noch mit leichten Qucrrillen versehen, hervor. Ist dieselbe doppelseitig, so wird die Masse stärker, und namentlich in der Mitte gefaltet, und fällt die Scheide rundum vor, so kann eine rosettförmige Geschwulst bis zur Grosse eines Menschenkopfes vorgefallen sein, in deren Mitte oder seitlich eine Vertiefung ist, in welcher der Muttermund fühlbar wird. Es muss also in solchen Fällen die Verletzung der Scheide in einer so bedeutenden Weise vorgegangen sein, dass der Muttermund selbst bis zu den Schamlippen nach hinten rückt. Sobald das Tier aufsteht, sinkt der Vorfall In der Regel in die Tiefe der Beckenhöhle zurück. In einzelnen Fällen wird er noch eine Zeitlang aussen bleiben. Manche Tiere, die lange mit grossem Vorfall behaftet sind, stehen nach dem Aufstehen eine Zeitlang ganz stille, damit der vorgefallene Teil aussen bleiben soll. Es ist denselben wahrscheinlich das Gefühl des Ilereintretens des abgekühlten, trockenen
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Vorfall der Scheide und der Gebärmutter.
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Vorfalles unangenehm. Erst wenn die Tiere hin- und hertreten müssen oder den Rücken beugen, geht der Vorfall zurück. Wenn die Harnblase verlagert wurde und sich stark anfüllte, oder wenn durch Eintritt von Gedärmen in die Beckenhöhle das Zurückgehen mechanisch behindert ist, oder wenn andere Ursachen: Schleimcysten, Geschwülste, Steine etc. das Zurücksinken hindern, bleibt der Vorfall aussen. Bei solchen inneren Verlagerungen können gefährliche Vorgänge hinzutreten: Kaiser beobachtete, dass bei einem Fohlen, dessen Vorfall immer leicht zurückging, derselbe eines Morgens sehr bedeutend gross vorlag und auch nicht reponierbar war. Erst nach Entleerung einer grossen Harnmenge gelang dies. Nach ca. 14 Tagen
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nach diesem Vorkommnis trat eine ähnliche Einklemmung ein, dazu heftige Kolikerscheinungen und sehr starkes Drängen, plötzliche Ruptur der Scheide, Vorfall des Colons und Tod. Gran hat zwei ähnliche Fälle bei Fohlen gesehen, im ersten trat nach 24 stündigem Vorfall Zorreissung der Vaginawand, Darmvorfall und der Tod nach 'U Stunde ein. Im anderen Falle war der Prolaps hutgross, und während Gran versuchte, denselben zu reponieren, platzte die Scheidenwand mit einem Knall und es kamen ca. 5 Ellen Darm (wahrscheinlich Blind- und Leerdarm) hervor. Die Reposition gelang jedoch und es erfolgte diesmal Heilung.
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Prognose: Quoad vitam in der Re-
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gel nur gefährlich bei Fohlen durch die Zufälle der Einklemmung und Ruptur mit
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Fig. 107. Hetallrohi mit Kautsolmkblaao
zum Aufblasen in der Sclickle uiul dem
Masttlarmo.
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nachfolgendem Vorfall der Gedärme, oder
wenn sonst Verletzungen, Vertrocknungen etc. vorkommen. Quoad restitutionem in allen Fällen vorsichtig bis ungünstig, weil sich die Sache sehr leicht wiederholt.
Therapie: In frischen Fällen, bei Vorfall vom Vorhofe ausgehend, kann die Anwendung von Adstringentien, Einbringung von Eis und Einnähen mit tiefer Durchstechung der Schamlippen gegen die Scheide und die Schleimhaut derselben unter Anwendung der Perlnaht etc. wirksam sein. In chronischen Fällen ist die Anwendung von Heilmitteln in der Regel nicht verlangt, da der Vorfall zurückgeht, sobald sich
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Vorfall der Scheide und der Gebärmutter.
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(Las Tier erliebt und schon ziemlich viel verbessert ist, wenn der Stand ebener oder hinten hoch angelegt wird. Wird aber Reposition verlangt, so ist diese in der Hegel leicht, wenn etwaige Hindernisse entfernt, das Tier hinten hoch gestellt und vom Drängen abgehalten wird. Letzteres wird erreicht durch eine Morphinminjektion oder durch Niederdrücken des Rückens mittelst eines Stabes, der von zwei Mann, die rechts und links vom Tiere stehen, in der Gegend der Lenden aufgelegt und abwärts gedrückt wird oder durch Auflegen eines halbgefüllten Sackes mit Weizen, Sand oder dergl. Lässt man die Tiere an einem ihnen eckelhaften Gegenstande kauen, z. B. durch lockeres Anlegen der polnischen Bremse und Bestreichen des im Maule liegenden Teiles mit Wagenschmiere oder gewöhnlichem Fett, oder auch Ausziehen der Zunge, so kann für einige Zeit die Aufmerksamkeit abgelenkt werden und das Drängen nachlassen. Chloroform wirkt sehr schön, ebenso Chloralhydrat. Rinder, bei denen das Schlachten in Aussicht steht, werden aber durch Chloroform oder Athernarkose (bis zu ca. 48 St. vor dem Tode) fiist ungeniessbar. Bei der Reposition wird zuerst sorgsam gereinigt mit lauwarmem Wasser, nachher mit antiseptischer Lösung sodann eingefettet, hierauf langsam und ohne viel Gewalt, möglichst vom Centrum aus einwärts drängend, der Vorfall hineingeschoben. Erst wenn innen alles faltenlos liegt, der Muttermund nach vorne gedrückt, etwa hindernde Gedärme, oder die Blase oder sonstige Unregelmässig-keiten ausgeglichen sind, ist Aussicht auf Erfolg. Aber auch dann erst, wenn die Lage wieder durch längere Zeit normal war. Es ist gegen die neueintretenden Pressungen sehr dringend empfohlen worden, die Scheide mit Eisstückchen auszufüllen und die Scheidenspalte zu ver-schliessen, oder einen Bolzen, Pessarium, Födselstango, einzulegen, etwa ein vorne abgestumpftes Wotzfass mit Tuch umwickelt. Von diesen Pessarien verlangt Lippold, dass sie für das Rind 30 cm. lang und lt;3 cm. dick sein müssen, dass sie hinten durchbohrt seien, um mit einem Strick an einer Gurte um den Leib befestigt werden zu können. Letztere Massregel ist vielfach nicht nötig. Bei verschlossenem Muttermund kann der Cylinder wohl einschlüpfen, auch nach Uterusvorfall bilden sich nach der Reposition so viele Falten, dass ein zu weites Rutschen nach vorne kaum zu fürchten ist. Eine getrocknet gewesene Tierblase, die erweicht eingelegt und dann aufgeblasen wird, ist vorgeschlagen, doch sagt Richter, dass dies unzweckmässig sei. Ein Metallrohr mit Halmverschluss und passendem Gummiboutel ist zweckmässiger. Fig. 107. Um das Vorfallen der im Innern umgestülpten Teile zu verhindern, werden in einfachster Weise die Schamlippen mit der Nadel tief ge-
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#9632;;
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Vorfall der Scheide und der Gebärmutter.
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stechen und mit 24 Perl- oder Zapt'ennalitstichen genäht. Fig. 108. Sauberg hat einen sogenannten Scheidenring konstruiert. Es ist dies ein Messingstreifen, der an einem Ende sticht und eine Vorrichtung hat, dass er, nachdem er zusammengebogen, durch einfachen Verschluss ringförmig zusammenhält. Fig. 109. Es wird gewöhnlich ein, in Einzelfällen zwei solcher Ringe eingelegt. Dieselben sind sehr praktisch und mit Recht gerühmt. Allerdings wurde einmal der Vorwurf gemacht, dass man vorstechen müsse, und Johne hat auf dessen Anwendung
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Yiii. WH. Zapfennalit gegen S-clieiilenvorlall.
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Plg. 100. Anwendung des Sau-borg'eohen Scbeldenringes.
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Fig. 110. Hingein mit MoBslngdraht.
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diphteritische Entzündung der Scheide entstehen sehen. Das namentlich in Bayern eingeführte, durch Werner erfundene und von Helling und Hofer empfohlene Ringeln ist sehr praktisch. Es besteht in der Einlegung von Messingdrähten, die mittelst Drahtnadel quer durch die Schamlippen durchgestochen und nacher seitlich miteinander verbunden werden. Fig. 110.
Vorfall des Fruchthälters.
Es erscheint ziemlich zweifellos, dass Vorfälle des Fruchthälters, auch Gebärmutterumstülpung, oder Prolapsus uteri, am zahlreichsten bei Rindern vorkommen. Allein von 52 gesammelten liier genannton Fällen sind 26 nur allgemeine, lehrbuchmässige Angaben 8 sind
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Vorfall des Fruchthälters.
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Einzelbeschreibungen -von Fällen beim Pferde 15 beim Rinde, 3 beim Schweine und 2 beim Hunde. Zweifellos ist, dass die Gebärmuttervorfälle viel häufiger vorkommen, als diejenigen der Scheide und dass die ersteren auch gefährlicher sind. Das Leiden besteht in einer Einstülpung eines Uterushornes oder beider oder des Uteruskörpers und Yorfall dieser Teile durch den Muttermund und endlich durch die Scheide nach aussen. Im Grunde und chirurgisch genommen, ist es derselbe Prozess, wenn der Muttermund geschlossen und eine partielle oder ringförmige Faltenbildung oder Umstülpung des Uterushornes oder Körpers in der Tiefe stattfindet, oder ob diese Teile durch das Orifiziuni in die Scheide und endlich zu Tage treten. Quantitativ und prognostisch ist aber ein grosser Unterschied. Je mehr Teile eingestülpt und nach aussen gedrängt sind, um so stärker müssen die breiten Mutterbänder angezogen und erschlafft, schliesslich sogar abgerissen werden. Die Einstülpung erfolgt meistens am oberen abgerundeten Ende der Hörner, woselbst eine warzenartige Hervorragung ist, welche sich mit dem Eierstocke verbindet. Diese Verbindung, die Falop'sche Röhre wird getrennt und es erfolgt die Einstülpung ähnlich als ob ein Handschuhfinger von der Spitze aus eingestülpt wird. Es können aber auch ausnahmsweisse die Einstülpungen an einem anderen Teile beginnen: Es sind Fälle bekannt, dass ein Schweinsuterus in dem eingestülpten Teile noch ein Junges stecken hatte, somit die Faltenbildung zwischen dem Utcruskörper und der Lage des Fötus im Uterushorn eintreten musste. Ebenso ist mitgeteilt, dass in einem Horn noch der Fötus lag, dus andere Horn aber umgestülpt wurde und nach aussen trat, somit Grebännuttervorfall vor der Geburt erfolgte. Kaiser sah Uterusvorfall bei einem jungfräulichen Rinde.
Aetiologie: Es kann ein Uterushorn in dem Uteruskörper, ebenso ein odci- beide Hörner in die Scheide, der Uteruskörper mit den Hörnern in die Scheide oder nach aussen oder endlich samt der Scheide nach aussen vorgefallen sein. Zu heftiges Pressen bei und nach der Geburt. Es ist zur Erzeugung eines Vorfalles notwendig, dass ein nach aussen gelagerter Teil ruhiger liegt, als ein tiefer oder höher gegen das freie Ende des Homes gelagerter, wodurch letzteres in ersteren einschlüpfen kann. Sobald dies geschehen ist und damit Festhaltung, Dehnung, Strangulation erfolgt, tritt die Einschiobiing gradatim stärker auf. Durch starkes anhaltendes Ziehen an der Nachgeburt, das Anbinden eines Gewichtes an derselben, Schreck und folgendes Drängen bei grosser Schwäche kann das IJbcl entstehen.
Klinisches Bild: Aus dem Muttermund drängt sich aus dessen
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Vorfall des Fruchthalters.
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Tiefe eine rote, halbkugelf'örmige Masse, welche je nach dem Grade der Grosse und Zeitdauer die normalen oder angeschwollenen, oder bereits in der Strangulation und Abkühlung befindlichen Uterusteilo sind. Diese Gebärmutterumstülpung kann wie ein fleischiihnlichor Sack aus der Scheide hängen und sogar bis zum Sprunggelenke reichen. Von selbst geht der Uterusvorfall nicht retour. Er ist vom Scheidenvorfall, durch die Cotyledonen, leicht zu unterscheiden. Bei kleinen Vorfällen wird mit der Hand eingegangen oder beleuchtet, ob der Vorfall aus der Tiefe durch den Muttormund zu Tago tritt. Wenn die Teile längere Zeit vorgefallen sind und an der Luft sich befinden, so röten sie sich. Durch mangelhafte Blutzirkulation treten Stauungen ein. Die Teile werden heiss und braun, später erfolgt Abkühlung und Odembildung, schliesslich Brand. Von aussen sind diese zarton Gebilde den mechanischen Insulten durch Verunreinigung, Reiben mit dem Schwänze, Anschlagen an die Gliedmassen und an Stallteilo, Drücken beim Niederlegen, Drauftreten u. dgl. ausgesetzt. Das Allgemeinbefinden ist immer mehr oder weniger gestört. Anfangs Drängen, kitzeliges Benehmen, dann Harnbeschwerden, schliesslich Allgemeinstörungen, Fieber und der Tod durch Sepsis.
Prognose: In frischen Fällen bei unverletzten vorliegenden Teilen, ziemlich günstig. In alten Füllen vorsichtig bis ungünstig: Colin sagt: War der Vorfall einmal da, kommt er nach jeder Geburt wieder.
Therapie: Genaue Inspektion des vorgefallenen Teiles. Wenn derselbe frisch, gerötet, warm, nicht durch Wunden zerrissen oder mit Unrat stark verunreinigt ist, so ist die Reposition vorzunehmen. Zu diesem Zwecke wird das Tier in eine passende Stellung gebracht, hinten höher als vorne gestellt, falls nötig ist, mit Unterstützung durch Haltenlassen oder Anfertigen einer primitiven Hängegurte. Mau hat auch die Tiere nur hinten hochgehoben und vorne knieen lassen. Fessler hat die Patienten in die Scheuer gebracht, dort niedergeschnürt und sie wie zum Ausschlachten an den Hinterbeinen hochgezogen. Schweine werden regelmässig an den Hinterbeinen angeseilt und über einen Balken oder eine halbe Thür hinten hochgezogen, dabei wird durch Unterlagen passend gesorgt gegen die Druckwirkungen. Können die Tiere nicht hochgebracht werden, so ist zur Reposition die Rückenlage besser als die Seitenlage. Die Bauchlage ist die ungeeignetste. Gegen das Drängen werden die bei dem Scheidevorfall angegebenen Mittel angewandt. Der Uterus wird jetzt höchst sorgsam gereinigt, mit lauwarmen oder kalten, leicht ad-
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686nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Vorfall des Fruolithültcrs.
stringioronden und antiseptischen Flüssigkeiten. Die Reposition erfolgt vom äusserston Ende aus, die Einstülpung geschieht wie die eines Handscliuhfingers von der Spitze her. Es ist auch empfohlen, am Vaginalrande anzufangen, oder zuerst den Hauptteil an der Vagina und dann erst von der Spitze aus einzuschiehen. Die Teile müssen tief bis durch den Muttermund zurückgebracht werden, und sie müssen faltenlos liegen. Der lloposition stellen sich Schwierigkeiten entgegen: Durch Wundon, diese werden mit Catgut zuerst geniilit, nur durch Muskulaiis und Mucosa. Durch zu grosso Anschwellung der vorgefallenen Teile. Um die Schwellung zu verringern ist folgendes gemacht worden: Reichliches und anhaltendes Übergiessen mit kaltem Wasser, GräfF. Eiseinpackungen, Clauss. Alaunbad: 1 : 8540, Johne, Strauss. Einreiben Aron Tannin, Stang. Bähungen mit lauwarmem Wasser. Einpacken in ein reines Leinentuch und Kneten, Gilis. Baden in Essig, Stolz, Leise-ring. Chlonvasser, Blohnie. In Einzelfällen führen diese Mittel nicht zum Ziele, und es werden dann die gleichmässig geschwollenen Teile skarifiziert. Mit scharfem geballten Messer werden längs, vom Grunde gegen die Spitze, 1020 seichte Schnitte durch die Schleimhaut angelegt, nachher der Uterus in feuchtwarme antiseptischo Tücher eingepackt und von der Spitze gegen den Grund mit gelindem Zuge mit langen Rollbinden gewickelt. Es kommt vor, dass sich unter der Serosa blasenartig Serum oder Blut angesammelt hat, in solche fluktuierende Stellen wird eingestochen und entleert. Voigtländer entfernte auf diese Weise 3 Messkannon voll Blut. Winter hat bei einer Kuh den Elan ken schnitt aseptisch ausgeführt. Er ging dann mit der Hand in die Bauchhöhle und legte den ihm von der Vagina aus entgegengeschobenen Uterus zurecht, und zwar mit vollständigem günstigem Erfolge. Kann nach solchen erschwerten Vorbereitungen die Reposition erfolgen, so ist die Retension, die Zurückhaltung noch schwieriger, als wenn noch alles frisch war. Um diese einzuleiten ist notwendig, die Wehen und das Drängen zu mindern, oder besser ganz aufzuheben, durcli Morphium oder Opium. Letzteres rühmt Przy-bilka. Fäpke lässt die Hand drinnen, bis Ruhe eintritt. Dies sei in 2U Fällen probat gewesen. In der Regel kann die Hand nach Vs8 Stunden losgelassen werden. In Einzelfällen ist es aber bis zu 12 Stunden nötig. Sofort nach de? Reposition Umherführen, rühmen: Albrecht, Leisering, Matz u. A. Letzterer will, dass mit den Batienten, namentlich Pferden getrabt wird. Gräff lässt den Rücken des Tieres mit kaltem Wasser übergiessen. Lehnert rät:
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Einreiben des Kückens mit 01. terel). und Liq. ammon. caust. fi. Innerlich giebt er, Asa fötid. 30, und End. Valerian. 45. Er rühmt dieses Verfahren als besser wie andere. Das Auflegen eines Sackes oder mechanisches Niederdrücken des Kückens mit einem Stabe, Hintenhochstellen, ist hier wie beim Scheiden Vorfall, zweok-mässig. Einen Essig lap pen auf die Lenden verwandte Strauss. Weitaus in der Mehrzahl der Fülle ist aber aneinptbhlen; Eis-anfüllung. Clause schiebt ein grosses Stück in den Uterus ein und hält dasselbe ganz in der Tiefe. Blohme empfiehlt die Ant'üllung mit einigen grösseren Stücken, ebenso Johne u. A. Blohme gab zum Eis noch Einfüllung mit '/s prozentiger Karbolsäure. Einfüllung von kaltem Wasser, eventuell Eiswasser, ist empfohlen von Stang, Kohlhepp, Denoubourg, Mayhen, Harms, Zündel u. A. Die An-füllung geschieht mittelst des Damman'schon Schlauches oder nach dem Vorschlage von Halm u. A., einfach durch das Rohr einer Gioss-kanne. Eingiessung mehrerer Eimer voll warmen Wassers empfahl Winter, ebenso ist Zunähen der Scheidenspalte und Einfüllung von warmer Leinsamenabkochung oder Einspritzung solcher gemacht und angeraten worden. Schücking hat für den Menschen vorgeschlagen, eine Ligatur hinter dem Muttermund rund um derart anzulegen, dass sie zusammengezogen werden kann, wie die Schnur einer Tabaksbeutels. Nachher soll die Scheide mit Watte austemponiort worden. Strauss sagt: dass am Anfange häufiges Kathetcrisieren nötig sei. Es kommen ferner zur Ketension in Betracht, die beim Scheidenvorfall genannten Mittel, namentlich auch das King ein. Ausserdom besondere Bandagen: Gurten mit Schweifriemen obenüber und Kiemen am Euter vorbei unten durchgezogen, ferner der Lund'sche Trachtenzwinger. Richter hat statt des Tnichtonzwingors einen King empfohlen, der ähnlich wie das Lund'sche Instrument angelegt wird. Klomm legt eine Garnroll-Spule in die Scheide und näht dieselbe rechts und links fest, so dass der HarnabHuss nicht behindert ist. Aruss verwendete ähnlich ein Handtuch. Die Anwendung von Pessarien ist schon früher genannt worden. Die Nachbehandlung besteht in sehr sorgfältig gemachten Ausspülungen mit antiseptischen Mitteln. Die Uterusfläche ist als eine stark absorbierende Wunde anzusehen und es besteht hohe Gefahr, wegen eintretender Sepsis. In Eällen, in denen ein Uterusvorfall auf die seitherigen Angaben nicht zur Heilung gebracht werden kann, wird die Amputation vorgenommen.
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Uterusamputation.
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Uterusaniputation.
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Litteratur: Gregori u. Gardner, Exstirpation d. Uterus mit gutem Erfolg b. Schwein, Schaf u. d. Kuh. The Vet. \84i, p. 422. üer. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1844, p. 5(j. Gros, Exstirpation eines vorgefall, u. brand. Uterus ein. Hündin. Heil. Kec. 1832, p. 625. Sorres, A. d. U. bei einer Kuh. Derselbe war durch einen Hund angefressen, kam 15 Tage nach der Geburt erst heraus. Amputation u. Heilung. Toni. 1838, p. 277. Barker u. Gregory, A. d ü, b. 2 Schweinen. The Vet. 1841 u, 1844. Gardner, A. d. U. bei einer Kuh und einem Schafe. Ibd. Heil. 1! ran dos, Exstirpation d. Uterus b. Pf. u. Heil. Ztschr. f. ges. Thk. u. Viehz. 3. Bd., H, 14, 184C. M azure, 3 günst. Amputationen, eine ungünstige. Magaz. 1846, p. 394. Greswell, Ampntat. d. Fruchthälters b. d. K. The Vet.
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1847, p. 329. Arch. 1847, p. Belg. 1848, p. Gurlt, p. 100.
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E 11 e r 1 i n , Amputat. d. Fruchthälters b. Schw. Schweiz. 223. van D o m m e 1 c n, 5 günstige Amputationen b. Küh. 77. Kegelaer, Eine günst. Amput. h. einer Ziege. Ibd. utat. d. Eruchthornes b. einer Kuh. Gurlt u. llertwig 1850, kens, Amputat. d. Fruchthälters h. Schw. The Vet. 1855,
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p. 59. G r o s s - 01 a u d e , Amputation d. Fruchthornes. Gurlt u. llertwig 1856, Suppl. Schüller, Amput. d. Fruchth. b. Pf. Wien 1858, p. 17. Walt her, Prolapsus uteri n. Exstirpation b. Schw. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlach 1859, p. 172. Claverie, Amputat. d. Uterus b. d. Kuh. Toul. 1860, p. 535. I3er. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 18(10, p. 02. Gen 6 6, Dasselbe. Kec. 1800, p. 167. Ibd. Sohuller, Amput. b. ein. Stute 10 Tage nach d. Abfohl. Heilung in 14 Tagen. Wien XI, p. 17. van Hoeken, Vorgefall. Uterus b. Küh. Amput. u. Heil. Belg. 1863. Rep. XXIV, p. 330. Wal tor. Vorgefall. Uterus b. Schw. 3 Tage n. d. Wurfe. Heil. Preuss. 1857/58. Ma corps. Vorgefall. Uterus b. trächt. Hunde. Der Ut. lag in einem Baiuhbruch. Heilung in 18 Tagen. Belg. 1862. Rep. XIII, p. 239. Pütz, Amput. d. Gebärmutter. Mitt. a. d. tztl. Pr. llertwig 1865, p. 161. A 0 k e r m a n n , Amput. d. Oobärmutt. Sachs. Jhb, 1868, p. 102. Merkt, Fruchthälteramput. b. K. Mitt. d Tzte. f. Öster. 1880, p. 174. Cöst er, Uterusamput. b. Pf. Mitt. f. Tzte. Koloff u. Seh. 1883, p. 57. Staude, Totalexstirpation d. Uterus. D. M. Ztg. 1886, p, G02. Girardot, Indikationen der Uterusamputation, Rec. de med. vct. 1888, p. 21. Prink, Uterusamputat. b. d. Stute. Annal. de med. vet. 1889, avril. Asch, Uterus-resektion. Cbl. f. Cliir. 1889, p. 749.
TJterasamputationen können bei sämtlichen Haussäugetieren notwendig werden, wenn 1) der vorgefallene Uterus sehr lange Zeit her-aushiingt, oder wiederholt vorfällt, und derart geschwollen ist, dass er nicht zurückgellt, 2) wenn er vollständig kalt geworden, also zum Teil oder ganz abgestorben ist, 3) wenn- er verletzt und derart beschädigt ist, dass eine ordentliche Vereinigung unmöglich ist.
Die Amputation wird nur auf eine Methode bei sämtlichen Haustieren durchgeführt und diese besteht in der Anwendung der Ligatur.
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Grosse Haustiere operiert man am bequemsten, wenn dieselben stehen. Kleine werden aufgelegt. Vorbereitend ist gründliche lleinigung und Aseptik notwendig. Die Bopinsolung mit CocaTn, oder eine Morphium-injoktion ist anzuraten. Die Ligatur wird mit elastischem Gummirohr von passender Dicke ausgeführt. Bei sehr dick angeschwollenen Teilen wird die Schnürung auf 2 oder 3 Packete vorgenommen. Es wird der Uterus und nicht auch die Sclioide abgeschnürt. Vor der Anlegung muss untersucht werden, ob nicht Gedärme eingeschoben sind. Die Ligatur wird in 24 Touren so fest als möglich angelegt. (Mit Gummirohr macht man zum Schlüsse keinen Knoten, sondern man zieht die Enden über einander und bindet sie mit einer passenden Schnur fest zusammen.) Nach der Anlegung der Ligatur wird der Uterus nach aussen, soweit von der Schnürstolle entfernt abgeschnitten, dass sich das Gewebe nicht zwischen der Ligatur zurückziehen kann. Der Stumpf wird abgewaschen mit Sublimat, dann mit Jodoform bepudert, die Ligaturstelle ebenfalls mit Jodoform eingerieben. Mehrere Tierärzte haben den Stumpf gebrannt. Hierauf wird der Vorfallstumpf eingeschoben. Die Erfolge der Amputation sind günstig. Es sind einige Zusammenstellungen vorhanden: St. Cyr hat bei 25 Fällen, bei sämtlichen Haustieren, nur 0 mit ungünstigem Ausgange gefunden. Frank hat bei 30 Fällen 1 Stute, 17 Kühe, 8 Ziegen, 1 Schaf, 4 Schweinen, 2 Hündinnen und 2 Katzen, nur 4 inissglückte Fälle, und zwar an
2nbsp; Kühen und 2 Ziegen. Ich habe folgende kleine Statistik: Pferde G, sämtlich geheilt. Kühe 17, ein ungünstiger Verlauf, Schweine 9,
1nbsp; letal. Ziegen 1, günstig. Hunde 3, 1 letal. Gesamt: 36, davon
3nbsp; ungünstig verlaufende. Es ist dieses günstige Resultat noch um so auffallender, wenn berücksichtigt wird, unter welchen Verhältnissen und wie manchmal operiert werden musste: Schüller amputierte bei einer Stute einen Uterus, der seit 8 Tagen heraushing, und der bis zum Sprunggelenk reichte. Es trat zwar andern Tags hohes Fieber ein, allein in 14 Tagen war die Heilung vollständig. Prink hat einen Uterusvorfall beim Pferde, den ein Pfuscher für Nachgeburt gehalten, und derart an demselben gezogen hatte, dass er mehrfach grosso Risse besass, amputiert und schon nach 2 Tagen ganz bedeutende Besserung, in Kurzem Heilung erzielt. Bei einer Kuh hat Merkt die Ligatur durch eine Peitschenschnur hergestellt und dieselbe mit Knebeln zusammengeschnürt. Nach 6 Tagen wurde eine neue Ligatur nötig, trotzdem heilte das Tier. Gresswell hat einen Uterus bei einer Kuh nur auf
2nbsp;mal unterbinden können. Derselbe wog 52 Pfund, anderntags waren nochmals 22 Pfund hervorgedrängt und abermals unterbunden worden.
Hoffmann, Ticrarztliclie Chirurgie,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 44
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(jQQnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cbirurgisohe Krankheiten der Nieren.
Trotzdem erfolgte Heilung. Geneo hat mit einer Kluppe die Strangulation vorgenommen, der niclit abgosclmittcne Uterus fiel am 6. Tage ab. Die Heilung erfolgte in 20 Tagen. Wenn diese Angaben aucli die Zweckmiissigkeit der Ligatur für diese Fälle, sowie die Toleranz der Tiere gegen diesen Eingriff erweisen, so ist doch nicht zu vergessen, dass sicli in Wirklichkeit das Verhältnis vielleicht nicht ganz so günstig stellt, wie nach den oben zusammengestellten Zahlen, weil schlimme Erfahrungen bis jetzt weniger häufig mittgeteilt wurden. Auch scheinen einzelne Tiere oinpfindlicher zu sein. Ziegen und Hunde werden nach meinen persönlichen Erfahrungen hier weniger ertragen können.
Chirurgische Krankheiten der Nieren.
Eine Reihe von Nierenerkrankungen, welche beim Menschen und bei Haustieren ähnlich vorkommen, werden beim Menschen operativ behandelt. Es erfolgen dortselbst Eröffnungen der Nicrcnkelche um Steine hervorzuholen, es werden krankhafte Teile, Abscesse und dergleichen exoidiert und die Nieren genäht, und es wird unter Umständen eine Niere vollständig entfernt. Wandernieren werden festgenäht und dergleichen mehr. Bevor diese Operationen am Menschen gewagt wurden, sind sie am Tiere gemacht worden. Die Möglichkeit derartige Operationen bei Tieren durchzuführen, mit Aussicht auf Gelingen und dadurch Erhaltung des Tieres ist vorhanden. Bis jetzt ist mir von derartigen chirurgischen Eingriffen an den Nieren, zum Zweck der Heilung von Tierkrankheiten, nichts bekannt geworden. Verletzungen der Nieren sind gelegentlich der Kastration weiblicher Tiere, oder der Troikarierung gegen Tympanitis vorgekommen. Derartige zufällige Verwundungen, mit nicht aseptischen Instrumenten und ohne Blutstillung, sind gefährlich.
(iescliwülste im Uterus.
Litteraturs Stephan, üteruspolyp b, Sohw. Mitt. f. Tzte. 1836, p, 106. Linde ab erg, l1/raquo; Centner schwere Uternsjrcschw. b. d. Kuh. Gurlt u. Ilertwig 1837, p. 4G3. Gcrlach, Gebärmuttorkrebs b. St. Mag. f. Tbk. Gurlt u. Hartwig. Jahrg. 8 u. 9. Gier er, Fruchthältorpülyp b. d. Kuh. Kreutzer, Gtl.-Arcb, II, p. 329. Ber. üb. Lei?*, i. Geb. d. Tbk. 1846, p. 61. Kr om im-, Grosses Carcinom im Uterus der Kuh. Tztl. Ztg. 1848, p. 79. Fünf hau sen, Gcbiirmuttcrkrebs b. d. Hündin. Gurlt u. Ilertwig 1848, p. 19. Gurlt, Fibroid von 2 Conlnern a. d. Uterus d, Kuh. Ibd. 1857, p. 128. Baer, Gebärmutterodem b. d. Kuh. Sachs. .Uib. 1859/60, p. 95-I) o c 10 r , Uterusfibroid 1). d. K. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 18. Hahn, Utcrusoarcinom b. d. Kuh. Miinehn. Tzsch. 1862, p. 166. Leise-
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Geschwülste im Uterus.
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ring, Utorusfibrom. Sachs. Jhb. 18C8, p. 30. Paulicki, Uterusmyome. Gurlt u. Ilortwig 1872, p. 88. S i e d a m gr o t z k y , Leukäm. Infiltration
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d. Uteruswand. SäcliMitt. a. d. tztl. Pr geschw. b. d. Kuh. Mitt. a. d. tztl. Pr
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, Utorusfibrom b. d. K.
Roloff u. Schütz 1878/79, p. 63. II a u b o 1 d , Uteruslaquo;
Sachs. Jhb. 1880, p. 77. Koch, Sarcoma medullare.
1882, p. 66. Eggeling, Sarcoma tclangioctodes b.
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d, Kuh. Ibd. Esser, Dasselbe, 1323 Gr. schwer. Ibd. Kowalowsky, Exstirpatiou eines Vaginalpolypen b. d Hündin. Arch. f. Vet.-Med. 1883. Kohlhopp , Myofibrom b. einer Kuh. Bad. Mitt. 1884, p, 171. Johne, Narbige Atresie a. Muttermund b. Schafe. Sachs. Jhb. 1855, p. 34. Barrier, üteroskrebs b. d. Kuh. Rcc. 1688. Jhb. 1888, p, 131. Landau, Diagnose d. Uteruskrobses. Chl. f. Chir. 1889, p. 750.
üterusgesohwülste sind bei Haustieren ziemlich selten und bis jetzt von geringer klinischer Bedeutung. Am meisten kommen sie noch vor bei Kühen. Es sind hier festgestellt: Fibrom und Fibroid. Diese können enorme Grosso erreichen. Völlers fand eines im Gewicht von 148 Pfund und Gerlach von 2 Zentnern. Sarcoma medullare hat Koch im Gewicht von 27 Kilo gefunden. S. tclangiectodcs ist von Eggeling festgestellt. Karcinom in der Grosso, dass Uterus, Blase und Rektum nur noch eine grosse unförmliche Masse bildete, ist von Hahn berichtet. Dasselbe in einer Grüsse als ob der Uterus trächtig sei, fand Kromer. Es sind noch Goschwülste ohne nähere Bezeichnung angeführt: von Haubold. Der Uterus füllte einen grossen Tragkorb von plastisch foster Massequot; und wog ÜO Kilo. Lindenberg fand eine gelbsulzige Massequot; im Gewicht von Via Zentner. Gierer nennt eine mit breitem Grunde aufsitzende 53/.i Pfund schwere Eleischgeschwulstquot;. Louciimische Infiltration der Uteruswand, so dass der Uteruskörper 20 cm. Durchmesser bekam, beschreibt Siedamgrotzky und über ein Odem der Ge bann ut tor, derart dass die Wände 45 Zoll verdickt waren, berichtet Baor. Geschwülste durch Tuberkulose sind häufiger. Bei der Stute ist Carcinom festgestellt. Beim Schweine ist ein 72 Pfund schweres Fibrom gefunden von Leisering. Bei der Hündin wurde Carcinom gefunden und von Paulicki ist bei der Biberratte ein M y o m beschrieben. Es sind somit sehr verschiedenartige Neubildungen und zum Teil von ganz enormer Bildung festgestellt. Geschwülste, welche gestielt im Uterus aufsitzen heissen im allgemeinen Polypen. Diese werden unterschieden in Schleim- und Fibroidpolypen. Erstere bokommen leicht kolloide Entartungen mit blasenartigen Bildungen. Die Fibroidpolypen bestehen aus subumeösen Fibroiden oder Myomen, sie sitzen auf einer hypertrophischen Stelle der Muskularis und mit breiter Basis auf, sie haben selten cystenartige Hohlräume. Krebs tritt selten primär im
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Krankheiten des Eileiters bei Geflügel, Abnormitäten etc.
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Uterus auf. Er steigt meistens vom Orifizium und der Scheide nach oben und vorne.
Klinisches Bild: Anfangs und so lange die Geschwülste klein sind, treten nach aussen keine Erscheinungen auf. Mit dem Wachstum derselben stellen sich verschiedene Beschwerden ein. Je nach der Qualität der Geschwulst, oh gut oder bösartig und je nach den mitbetroffenen Teilen ist beobachtet worden: Schleimfluss aus der Scheide und der Gebärmutter, Drängen, Schmemiusserung, besonders bei der Entleerung von Exkrementen, Blutungen. Letztere sind oft mit Jauche oder abgestorbenen Goweberesten vermischt und sie können sehr reichlich sein. Bei der Untersuchung durch das Rektum wird die Geschwulst gefühlt, dieselbe ist auf Druck bei bösartiger Natur ziemlich schmerzhaft. Bei Beleuchtung der Scheide ist nicht selten ein Teil der Geschwulst durch den Muttermund in diese hereingetreten zu sehen.
Prognose: Bei gestielten Polypen, die exstirpierbar sind, günstig. Fibrome und Myome, die auf breiter Basis sitzen, sind schwerer zu entfernen und bluten nicht selten ziemlich stark. Lässt man sie schrankenlos wachsen, so hedrohen sie Gedeihen und Gesundheit, auch das Leben des Betroffenen. Krebs kann nur durch totale Exstirpation geheilt werden.
Therapie: Die meisten Eingriffe sind gelegentlich von Geburten, bei welchen die Geschwülste ein Geburtshindernis bildeten und meist in sehr primitiver AVcise gedreht, abgerissen oder mit dem Messer, zum Teil zerstückt, exstirpiert worden. Die Erfolge waren trotzdem ziemlich günstig. Die Uterusgoschwülste werden am besten von der Scheide aus operiert. Durch Eingehen mit der Hand in den Uterus, Hervorholen der gestielten Geschwülste und Abquetschen mit dem Ecraseur. Operationen mit dem Messer, sind, da man im Finstern zu schneiden hat, gefährlich. Ob sich antiseptiscb gernachte Laparotomien zum Zwecke der Totalexstirpation grosser Uterusgoschwülste empfehlen, darüber fehlen bis jetzt noch Erfahrungen.
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Krankheiten laquo;les Eileiters bei Geflügel, Abnormitäten der Ei-
bildnng, Legenot.
Von Baer unterscheidet schon am Eileiter des GeHügels vier Abteilungen. Der oberste, dem nur einfach vorhandenen Eierstock nächst* gelegene Teil, ist trichterförmig erweitert, er nimmt den am Eierstock fertig gebildeten Dotter auf und spediert ihn nach abwärts. Der Dotter
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Krankheiten des Eileiters bei Geflügel, Abnormitiiten etc.
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hängt durch eine zarte, strukturlose Membran noch mit dem Eierstock zusammen. Diese Membran reisst allmählich, sie umgiebt den Dotter, vorne glatt, ähnlich wie ein Tabaksbeutel den Inhalt, der hintere, abgerissene Teil wird nachgezogen. In der zweiten Abteilung des Eileiters sind an der Wand zahlreiche Drüsen, Avelche das Eiweiss produzieren, das den Dotter umgiebt, die Schleimhaut liegt f'altiggowunden, das nachgezogene Häutchen vom Eierstock stammend, wird gedreht und heisst jetzt Ilagelschnur. Am dritten Abschnitt des Eileiters ist eine bauchige Erweiterung, eine Art Uterus, in welchem sehr reichlich Kalksalze aus der Wand an das Ei herantreten, wodurch die Schalenbildung entsteht. Der vierte Abschnitt ist die Mündung in die Kloake. Das Ei kommt mit dem stumpfen Ende voraus. Von unten her können in diese Partieen des Eileiters verschiedene P r emd körp er eindringen, welche in der zweiten Abteilung des Eileiters, also bevor das Ei die Schalung erhält, in das Eiweiss eindringen und dadurch in die Eischale mit eingeschlossen werden. Es sind in Eiern beobachtet worden: Pundwürmer, Teile von Bandwürmern, Pedcrn, Teile von Insekten, Sandkörner etc. In einem Entenei fand sich das abgerissene Stück eines Entenpenis. Durch krankhafte Zustände der Eileiter, E n t z ü n d u n g s z u s t ä n d e oder 0 e a c h w ü 1 s t o, oder auch allgemeine Krankheiten, wird die Absonderung des Eiweisses eine mangelhafte, oder es ist die Produktion der Kalksalze abgeändert, wodurch in der Menge und Qualität des Eiweisses oder der Schalenbildung Fehler entstehen können, durch Verbiegungen, Drehungen, Geschwülste des Eileiters kann diese Ei form verändert werden. Es entstehen liiedurch Eier ohne Schale, sogenannte Fliesseier, oder solche mit ganz dünner Schale, oder auch sehr verdickter Schale. Es kann vorkommen, dass ein schon geschaltes Ei nochmals eingeschlossen wird, oder dass zwei rasch folgende Dotter in eine Schale geschlossen werden. Sogar dreifache Eier, in Bezug auf Dotter und Schalung sind beobachtet worden. Die Lege not entsteht, wenn die Eier zu gross sind, oder Schwächezustände bei dem Geflügel eintreten. Das festsitzende Ei wird durch ülklystiero an den Seiten eingefettet, der Yogel wird auf den Kücken gelegt und mit der Hand von vorne her ein sanfter anhaltender Druck auf das Ei ausgeübt. Gelingt es nicht auf diese Weise das Ei zu entfernen, so werden zwei dünne, flache, glatte, schmale llolzstäbchen oder Beinstäbchen, wie solche ähnlich zur Filetstrickerei verwendet werden, oder im Notfalle die gebogenen Enden von zwei langen Haarnadeln eingeschoben und diese als Schlitten zum Herausgleiten des Eies benützt. Derartige
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094nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten des Euters.
Hindernisse bedingen manchmal zn heftiges Pressen und Hervordrängen der Kloake und des unteren Teiles des Eileiters, Vorfall. Auch sehr reizende Nahrung, Fleisohmehl, Maikäfer, Hanfsamen können Ursache werden, dass Vorfall entsteht. Der prolabierte Teil wird bald ödematös, geschwollen, mit Kot verunreinigt, verklebt mit den Federn, und er wird auf der Schleimhautoberfläche geschwürig.
Die Prognose ist günstig, da Vögel gegen Veletzungen ausser-ordontlich tolerant sind.
Therapie; Das Huhn wird auf den Rücken gelegt und dessen Beine und Flügel von einem Gehilfen zusammengedrückt gehalten, mittelst Irrigation durch übermangansaures Kali wird der üble Geruch und die Unreinlichkeit entfernt, mit einer krummen Schere die Federn in der Umgebung abgeschnitten, der Vorfall eingefettet und hierauf reponiert. Die Zurückhaltung erfolgt durch Einlegen einer Seidennaht, welche quer durch den After und ziemlich tief eingestochen wird. Es ist zwockmässig, derart operierte Tiere einige Tage im Dunkeln zu halten. In Fällen, in denen ein brandiges Absterben des Vorfalles zum Teil erfolgte, kann nach den oben angegebenen Regeln derselbe amputiert werden.
Krankheiten des Enters.
Das Euter, mamma, ist namentlich bei Kühen ganz ausserordent-lich vielen Krankheiten unterworfen. Diese Tiere haben eine Prädisposition hier zu erkranken, weil das Euter weit über das normale Mass ausgebildet ist und die Milchproduktion, welche eigentlich nur über die Zeit der notwendigen Ernährung für das Junge vorhanden sein soll, fast andauernd ist. Es stellen sich deshalb auch bei diesen Tieren abnorme Gelüste ein unter diesen ist sehr übel das:
Selbstaustrinken oder Selbstmelken der Kühe.
Anacker hat dasselbe beschrieben. Er sagt, dass die Kühe (gewöhnlich nicht in Gegenwart des Menschen) Kopf und Hals nach einer Seite legen, einen Hinterschenkel vorstrecken, die Zunge weit ausstrecken, endlich mit grosser Anstrengung die Zitze fassen, sie in das Maul ziehen und das Euter aussaugen. Es wird dadurch die Zitze heftig gezerrt und es können Erkrankungen entstehen. Um Oewissheit zu bekommen, dass eine Kuh sich selbst aussaugt, wird die Zitze mit Kreide oder Rötel gefärbt und nachher das Maul des Tieres untersucht. Abhilfe wird geschaffen , dass man der Kuh ein Nasenband mit einem Dorn aufsetzt, welcher beim Andrücken gegen die Flanken Schmerz verursacht.
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Ausfliessenlassen der Milch. Zitzenverstopfung.
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Ausfliessenlassen der Milch.
Hübner hat beobachtet, class Tiere, welche die Maul- und Klauenseuche überstanden hatten, täglich, zu gewissen Zeiten, die Milch von selbst ausfliessen Hessen, auch wenn das Euter nicht stark angefüllt war, auch ohne diese Veranlassung ist das l'liessenlassen beobachtet worden. Andre hat gegen dieses Übel einen Ring von Eisen oder Kupfer empfohlen, oder man soll eine elastische Schnur über dem Sphinkter der Zitze so nahe als möglich an der Drüse anlegen. Während des Melkens wird der Hing abgenommen. Nach einiger Zeit höre die üble Gewohnheit des Tieres, oder eine etwaige bestehende Erschlaffung des Sphinkters auf.
Zltzenverstopfnng.
Litteratur: liarlacher, Geachwulst im Zltzonkanal b. d. Kuh. Tztl. Ztg. III. Ber. üb. Leist. i. Geh. d. Thk. 1845, p. 47. Hotter, Verwachsung der Milchcyslonmündung. Ibd. 1845, p. 36. M e y e r , Verengung d. Zitzen. Gurlt u. Hertwig 1850, p. 162. By oh n er, Feigwiirzchen im Zitzenkanal. Bujatrik 1861, p. 112. Meyer, Verwachs, d. Zitzenkanalos. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 162. Bärlocher, Exstirpation einer Goschw. i. Zitzenkanal. Arch. f. Thk. VII, p. 1. Walthor, Verwachs, d. Zitzen. Ann. de Möd. vet. Brüssel 1855, p. 505. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1855, p. 69, J e n n e s, Krankh. d. Zitzen. Holl. Ber. 1856, p. 8. Verhandl. dän. Tzte. Verstopf. d. Zitzen- Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1859, p. 54. S t o c k f 1 e t h , Verstopfung d. Zitzen. Klinik 1861, p. 911. Ibd. 1861, p. 60. Krekelor, Milchkatheter. Mitt. a. d. tztl. Fr. Müller u. Roloff 1870, p. 183.
Aetiologie: Die Zitzen, besonders die der Kühe, selten auch die der Ziegen, erleiden manchmal eine Verstopfung infolge von entzündlichen Prozessen und croupm embrau äh nlieh en Bildungen, welche unter Umständen achliesalich zu einer festen Verwachsung des Zitzenkanalos führen können. Kliipponiihnlicher Verschluss durch Bildung einer I) u p 1 i k a ( u r der S c h 1 e i in h a u t, so dass in einem Falle eine vollständige kreisförmige Falte, die mit scharfem Bande hervortrat, entstand, ist beobachtet worden, ferner sind warzenartige Neubildungen auf der Schleimhaut des Zitzen-kanales, oder Vors top fungen durch Kongremente beschrieben. Meyer hat gesehen, dass bei einer Kuh immer dieselbe Zitze nach dem Kalben eine Zeitlang verstopft war.
Klinisches Bild: Die betreffende Zitze giebt keine oder nur wenig Milch und diese wird schwer gewonnen. Byclmer sagt, die Verstopfungen können ähnlich wirken wie ein Ventil, es entsteht dem Mel-
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kenden das Gefühl
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als zöge sich
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ihm die Milch aus den Fingern zu-
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Zitzonverstopfung.
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rück. Manchmal sind Knötchen und Anschwellungen in der Tiefe zu fühlen. Entzündliche Zustände, die an der Mündung der Zitze Verstopfung verursachen, sind mit Kötc, Geschwulst und Schmerz vergesellschaftet, und oft kann der Yerschluss der Zitze von aussen gesehen werden. Ks ist möglich, dass durch energisches Zupfen und Melken Pfröpfchon hervorgebracht werden können. Hotter beobachtete , dass eine Zitze infolge Zitzenvorstopfung derart ausgedehnt wurde, dass sie fast den Boden berührte. Trotzdem war weder Verhärtung noch Entzündung vorhanden.
Prognose: Quoad vitam günstig, quoad rostitntionem vorsichtig, da zwar in vielen Fällen auf einfachen Eingriff Heilung erfolgt, aber in manchen Fällen trotz sorgsamer Behandlung der Verlust der Zitze eintritt.
Therapie: Kobouleau empfiehlt, die Milch an solchen verstopfton Zitzen durch einen Melkapparat mittelst Luftverdünnung auszusaugen. Ein Hut ähnlich einem Tabakskopf wird luftdicht auf den Strich aufgesetzt und mittelst Ansaugen durch den Mund oder einem Ballon die Milch herabgezogen. Melkröhrchen aus Bein oder Metall, mittelst welcher leichte Verschlüsse durchgedrückt werden können, wurden vielfach und besonders für diesen Zweck empfohlen von Jennes. Erweitern des Kanal es durch Einstechen mit einem feinen Troikart ist empfohlen. Rychner empfiehlt, einen Pfriem hiozu zu verwenden, Meyer und Kusenberg haben besondere Instrumente hiezu erfunden. Der durch dieselben eingeführte Milch-troikartquot; ist 3 Zoll lang, rundlich und ziemlich dick. Es sind zwei Stilette beigegeben, ein spitzes und ein stumpfes. Fraun hat nach Harms ein Instrument angegeben, das aus 4 Uhrfedern besteht, welche mit einer in der Mitte befindlichen Stange beweglich verbunden sind, Diese Federn worden vor dem Einführen angezogen und nach der Einführung auseinandergeschoben, so dass etwaige Membranen oder andere Hindernisse nach 4 Bichtungen eingeschnitten werden. Walthere rät mit einem schmalen Bistourie einzustechen, oder von aussen in das Hindernis einzuschneiden. Meyer will ein Bistourie cache dadurch herstellen, dass er ein feines Messorchen mit einem Taubenkiel überdeckt und so einführt um damit innen zu schneiden. Seitliche Eröffnung und nachheriges Brennen der Wunde mit dem Glüheisen rät Rychner. In der Hegel erfolgt nach einer Perforation reichliche Milchentleerung, allein nach einiger Zeit verschliesst sich der Kanal wieder, es ist deshalb täglich 84mal ein Melkröhrchen einzuführen oder der Ilusenberg'sche Milchtroikart mit stumpfem Stilett
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Hypertrophie des Euters. Euteratrophio.
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einzuschieben. Dagegen sträuben sich aber die Tiere bald. Es wird daher dauernde Erweiterung zu erreichen gesucht durch Einschieben von Bougie's, oder besser Darmsaiten. Letztere sind empfohlen von Jennes und Walther. Die Saiten quellen auf und erweitern so langsam. Man ersetzt sie eine Zeitlang durch dicker werdende. Kychner schob einen geölten Taubenkiel ein und liess denselben liegen. Kre-keler nahm ein passendes Strohrölirchen. In Fällen, in denen auf diese Weise nichts zu erreichen ist, wird eine Hohlsonde in die Zitze eingeschoben und die Zitze bis über das Hindernis hinauf geschlitzt. Barlacher hat dieses Verfahren mit gutem Erfolg angewandt. Er legte das Tier und nähte nachher die Wunde. In Fällen, in denen das Hindernis sehr gegen die Spitze sitzt und immer wiederkehrt, ist Wegschneiden der Spitze der Zitze mit gutem Erfolg angewandt worden. In besonders schwierigen Fällen ist von Stookfleth vorgeschlagen, die Zitze zu amputieren. Mittelst einer Klemme wird die Zitze festgehalten und dieselbe mit der Schere oder dem Messer abgeschnitten. Mit einem Gliilieiscn wird der Stumpf gebrannt.
Hypertrophie des Euters.
Littoratur: Rychner, Fleisch- oder Schwamtnentor. Bujatrik 1851, p. 65. Arnsberg, Euter b. /.. Boden b, d. Kuh. Gurlt u. Hartwig 1851, p. 100. Piopenbroeok, Kuheuter im Gew. von 52 Pfund. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Roioff 1874, p. 182.
Hypertrophie der normalen Drüscusubstanz besitzen alle guten MilohkUhe, Arnsberg beschrieb ein Euter, das bis zum Boden reichte, welches in 24 Stund. .'50 Quart Milch lieforte. Piepenbrocck sah eines, das 54 Pfund wog. Es giebt jedoch auch eine Hypertrophie des Bindegewebes auf Kosten der Drüsonsubstanz. Das Euter vergrüssert sich eben-falls sehr, aber die Milchsokretion nimmt irmuer mehr ab. Solche Euter heissen auch Fleisch- oder Schwammeuter. Das Allgemeinbefinden der Tiere ist dabei gut.
Die Prognose bezüglich der Heilung ungünstig.
Therapie: Sehr reichliches Melken und Handeln*' des Euters. Einreiben von Kampfer- und Sodasalben. Innerlich sind milchbeför-derndo Mittel zu verabreichen.
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Enteratropliie.
Litteratur: Hychner, I3uj. 1851, p. 78. Leisering, Sachs. Jhh. 1803, p. 35.
Das Euter atrophiert an einem Viertel, es wird welk und die Milchabsonderung schwindet. Leisering fand in einem solchen Falle
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G98nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Enterfisteln, Milchfisteln. Blutung im Euter.
eine Knochenkapsel im Euter. Wenn das Allgemeinbefinden ungetrübt ist, so werden die Tiere gemästet. Andernfalls wird aber nacb den Regeln der allgemeinen Chirurgie vorgegangen. (Vgl. a. Gelber Galt.)
Euterllstoln, Milchflsteln.
Litteratur: D u p o n t, Enterfisteln. Toul. 1858, p. 581. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 55. Haubner, Milohfistel. Tztl.Mitt. Gerl. u.Lois. 1854, p. 92. H arms, Milclifistcl b. (1. K. Gurlt u. Hertwig 1871, p. 147.
Milchflsteln an der Zitze sind angeboren oder erworben. Solche, die am Euter durch Abscesse entstanden und kailöse Ränder besitzen sind die schwierigsten. Es Hiesst bei letzteren beständig etwas Milch über das Geschwür, das infolgedessen üble Beschaffenheit annehmen kann. Die Zitzenfistel besteht unschädlich und nur beim .Melken spritzt ein feiner Milchstrahl seitlich aus.
Die Prognose der letzteren ist günstig.
Die Therapie besteht in der Anwendung des Glüheisens. Harms stach eine glühende Stricknadel ein, verklebte die Wunde mit Heftpflaster und legte ein Melkröhrchen ein. Die Heilung erfolgte in acht Tagen. Bosüglich der Geschwüre mit Milchabfluss am Euter ist auf Späteres zu verweisen.
Rlutniig Im Euter.
Litteratur: Harms, Blutextravasat üb. dem Euter b. R. Gurlt u. Hertwig 1871, p. 390. Lydti n , Ilämatom im Euter. Bad. tztl. Mitt, 1876, p. 204. Scholtz, Yerblut. durob Verletz, d. Arteria putcnda. Mitt. a. d. tztl. Pr. Eoloff u. Schütz 1883, p. 44.
Harms hat grosso, rasch eintretende Euteranschwcllung beobachtet, seitdem entleerte sich aus einer Zitze beim Molken Blut. Allmählich traten Entzündungserscheinungon auf, das hintere rechte Viertel wurde schmerzhaft. Unter Zunahme der Erscheinungen erfolgte der Tod innerhalb 3 Wochen. Bei der Sektion fand sich das hintere rechte Viertel um das 3fache geschwollen, derb, fibroid. In der Mitte war eine grosso Höhle und in dieser ein ganzer Eimer voll Blutcoagulum. Lydtin sah ein Ilämatom am Euter einer Kuh, dass dieses fast auf den Boden reichte. Es trat etwas Besserung ein, allein nach und nach wurde es schlechter und das Tier wurde wegen Hinfälligkeit geschlachtet. Lydtin fand bei der Sektion über dem Euter eines der Aufhängebänder gerissen und dort über 4 Liter Blut. Scholtz beobachtete, dass durch Verletzung durch einen Holzsplitter die Arteria putenda vorletzt und das ganze Euter mit Blut durchsetzt wurde. Es erfolgte letaler Ausgang durch Verbluten.
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Bromsenlarven im Kuheuter. Warzen an den Zitzen.
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Die Prognose ist ungünstig.
Therapie: Harms Hess an dem betroffenen Strich nicht melken und legte ein Suspensorium an. In Fällen, in denen die Verblutung sicher diagnostiziert werden kann, in denen durch Zunahme der Geschwulst und andere üble Erscheinungen ein schlimmer Ausgang zu befürchten ist, ist seitlich oder von der Mitte aus, von welcher Stelle riuktuation merkbar wird, einzuschneiden, unter antiseptischen Kau-telen das Coagulum zu entfernen, eventuell zu unterbinden, zu nähen und ein Suspensorium anzulegen. Die Nachbehandlung muss eine sehr sorgsame sein.
Zu unterscheiden von diesen durch Ruptur grosser Gofässe oben und in der Tiefe entstehenden Hämatoinen sind sogenannte Blutbeulen, welche infolge mecllanischel#9632; Einwirkung, in seltenen Fällen in der Drüsensubstanz entstehen.
Bremsenlarven im Kuheuter.
Bluhm teilt folgende Xrankhoitsgeschichte mit: Eine Kuh wurde beim Melken etwas unruhig. Beim zweiton Melken gab ein Strich keine 'Milch, in demselben war eine Verdickung und über dieser Anstauung von Milch. Auf heftiges Melken konnte eine Bremsenlarvo entleert werden.
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Warzen an den Zitzen.
Litter a tu r: P r e h r , Warzen an den Zitzen b. d. Kuh. Tztl. Mitteil. Gurlt u. Hertwig 1852, p. 66. L ii d d e k e , Warzen a. d. Zitzen. Adam's AVochen-sohr. 1885, p. 185.
Prehr beobachtete, dass bei 13 Kühen Warzen entstanden, seitdem eine neue Magd, welche die Hände seit, Jahren mit Warzen besetzt hatte, das Melkgeschäft übernommen hatte. Ich habe mohrfach die Zitzen mit spitzen, von dem Ende her verdorrenden Warzen besetzt gesehen. Solange die Warzen im Wachsen waren, waren sie saftig, schmerzhaft und bluteten beim Anzupfen oder Abschneiden. Nach einigen Wochen wurden sie aber trocken und Hessen sich abbrechen, wodurch anfangs eine kleine Vertiefung im Striche entstand, die sicli aber nach kurzem vollständig verwischte.
Die Prognose ist günstig.
Therapie: Lüddeke empfiehlt, die Warzen mit Monochlor-Essig-säure mittelst eines Pinsels zu betupfen. An das Euter ist aber keine Säure zu bringen.
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Neubildung im Euter.
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Neubildung im Euter.
Litteratun Hamon, Euterkrebs u, Verknooherung b. Jagdlmndc. Reo. 1848. Ber. üb. Lcist. i. Geb. d. Tbk. 1849, p, 52. G u rl t, Euter mit Encbondrom 1). d. Hündin. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 4. Doktor, Eutorkrebs b. Pf. Ibd. 1853, p. 443. Gurlt, Ilundeeutor m. Encbondrom. Ibd, 185G, p. 327. H a u b n e r , Krebs i. Hundecuter. Säcbs. Jhb. 1859/60, p. 47. D e 1 w a r t, Euterstentom b, d. Stute. lielg. 1860, p. 501. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1860, p. 52. Hof er, Mammaoaroinora b. II. Münohner Jhb. 1862, p. 154. H a u b n e r , Faserkrebs i. Euter u, d. Vagina b. d. St. Sachs. Jhb. 1862, p. 46. F ii r s t on b e rg , Adenom i. Euter d. Hündin. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Koloff 1866, p. 180. K ii r s t c n b o r g , Sarkom in d. Milchdrüse d. Kuh. Ibd. 1866, p. 181. Pauli, Carcinoma mammae b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1878,79, p. 64. Pröger, Tuberkulöse Eutorentzünd. Sachs. Jhb. 1879, ]gt;. 135. Bang, Eutertuberkulose. Ibd. 1884, p. 32.
Es sind zwei Sorten Neubildungen im Euter der Haussäugetiere von grosser Bedeutung: a) die tuberkulöse Neubildung im Euter der Kühe und b) der Krebs im Hunde- und Pferde-Euter. Tuberkulose des Euters der Milchkühe ist niclit nur gefahrvoll für das Tier, sondern auch für den Menschen, weil die Tuberkclbacillen, welche mit der Milch von dem kranken Euter ausgeschieden werden und beim Menschen oder auch bei Tieren, welche dieselbe geniesen, ansteckend wirken können. Es kann deshalb von einer chirurgischen Behandlung derartiger Neubildungen gar nicht die Rede sein. Kühe mit tuberkulösem Euter gehören vorerst geschlachtet. Krebs des Hunde- und Pferde-Euters dagegen ist, namentlich bei ersteren, eine nicht selten vorkommende Krankheit und wird Gegenstand chirurgischer Behandlung, Beim Pferde sind Krebsgeschwülste im Euter von Faustgrösse bis zu einem Gewichte von 75 Pfund beobachtet worden. Meist sind ältere Stuten betroffen. Beim Hunde treten in dem am Bauche und der Brust langegezogenen Euter die Geschwülste oft multipel auf. Es kommt eine weiche und eine harte Eorm des Krebses hier vor. Erstere wurde früher auch zum Adenom gerechnet. Gewöhnlich tritt die Neubildung in rundlichen, festen, auf der Oberfläche knorrigen Knoten auf. Es kann aber auch sein, dass der Krebs mehr in der Fläche ausgebreitet ist und kürass- oder schalenförmig einen Teil des Euters umgiebt. Es entstehen Verwachsungen mit der Haut, nicht selten Deoubitus an dieser, die regionären Lymphdrüsen schwollen an, auf Druck entsteht Schmerz und das Allgemeinbefinden ist verschiedengradig gestört.
Die Prognose ist vorsichtig zu stellen. Nur bei ungestörtem Allgemeinbefinden, bei nicht zu grosser Ausdehnung der Neubildungen und bei noch intakten Lymphdrüsen ist ein Erfolg auf einfache Ein-
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Milchsteine.
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griffe zu erwarten. Wenn nicht totale Entfernung erfolgt tritt Re-eidiv ein.
Therapie: Nur operativ, mit dem Messer lässt sich eine Heilung erreichen. Alle Schmier- und Injektionsmittel oder innerliche Behandlung mit verschiedenen Mitteln ist bis jetzt erfolglos, oder wenn je eine Verkleinerung eintreten sollte, so steht der Erfolg in keinem Verhältnis zur Mühe und den Kosten. Die Operation rate ich dann nicht, wenn bereits Allgememstörungen und Fieber zugegen sind, auch dann nicht, wenn die Krebse sehr gross sind, mehrfach auftreten, Decubitus zeigen , und die Lymphdrüsen stark und multipel angeschwollen sind. Zur Operation, die nur antisoptisch durchgeführt werden darf, sind Hunde zu chloroformieren und die Exstirpation erfolgt derart, dass lieber zu viel und von gesundem Gewebe mit herausgenommen wird, als dass etwas zurückbleibt. Sind kranke Lymphdrüssen vorhanden, so müssen diese mit herauspräpariert worden. Das Nähen erfolgt mit Etagennaht, in der Tiefe mit feinem Catgut, die Hant wird mit Seide genäht. Nachher wird die Wunde, die drainiert ist, mit Jodoformkollodium zugestrichen, mit Wundwatte bedeckt und das Tier sehr sorgsam verbunden. Die Heilung erfolgt in der Regel sehr rasch. Ich habe eine recht stattliche Zahl von Krebsen beim Hunde operiert, und seitdem ich dies antiseptisch thue, nur in solchen Fällen, in denen Störung im Allgemeinbefinden und Magerkeit zugegen waren, oder wo ich einen Teil nicht gründlich genug nahm, letalen Ausgang oder Re-eidiv beobachtet, alle anderen hatten sehr befriedigenden Verlauf. Reim Pferde sind ganz grosse Krebse aus dem Euter entfernt und ziemlich regelmässig günstiger Verlauf erzielt worden, doch beobachtete Haubner, der eine Geschwulst mit dem Messer entfernt, und mit dem Glüheisen den Grund zerstört hatte, rasches Nachwachsen, und Pauli hat bei einer faustgrossen Anschwellung im hinter eine ebensogrosse Goschwulst der Leistendrüse derselben Seite entstehen sehen.
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Mi Ich steine.
L i 11 e r a t u r: Fttrstenberg, Milchsteino. Gurlt n. Hartwig 1844, p. 461. Wild, Milehsteine b. d. Ziege. Aroh. f. Pharmacie 1854, Sept. Bauer, Milchsteine b. d. Kuh. Eep. 1855, p. 423. Smith, Steine im Milohgang b. di Kuh. Gurlt u. Hertwlg 1865, p, 42!). K ü r s t e n b o r g , Die Milchsterne. Gurlt u. Hertwig 1855, p. 20 u. 421. Gurlt, Milehsteine. Gurlt u. Hcrtwig 1872, p. 181. Harms, Rinderkrankb. 1890, p. 18G.
Pürstenberg hat drei Varietäten dieser seltenen Kongretionen unterschieden: a) wahre Steine, länglich runde oder winkliche Körper-
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702nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Euterontzimdunj!', Mustitis.
olicn, hirsekorn- bis bolmengross, von gliitter, glänzender oder muliei', unebener Oberfläche, die Farbe derselben ist weiss, gelblich oder grün. Die Auflagerungen sind zwlebelsohalenartig um einen anorganischen Kern, in der Kegel aus kohlen- oder phosphorsaurem Kalk. Die organischen Substanzen sind, Käsostoff, Eiweiss, Faserstoff und Fett, b) Die falschen Mil eh st eine sind bei der Ziege gefunden, sie bilden Anlagerungen um ein hohles Kongreinent aus anorganischer Substanz, c) Kongremente die nur in der Milchcysterne vorkommen und die nur aus anorganischen Substanzen bestehen. Die Kongremente finden sich in der Kegel bei Tieren, die mindestens schon einmal geboren hatten; Weille hat sie aber auch bei jungfräulichen gesehen.
Klinisches Bild: Je nach der Grosse des Steines oder dem zahlreichen Vorkommen derselben (Weille hat 22 Steinchen im Gewicht von 72 Gramm gefunden), oder dem Sitze, treten etwas verschiedene Erscheinungen auf. Sie sind in der Kegel als harte Körper zu fühlen, Die betreffende Zitze giebt weniger Milch. Es kann Milchstauung eintreten. Das Euter ist an der Stelle schmerzhaft. Wird der Reiz sehr stark, so erfolgt grüssere Empfindlichkeit und hyperämische Anschwellung.
Prognose: Der Verlauf ist bei richtigem Eingriff stets günstig beobachtet worden.
Therapie: Smith hat den Stein nach oben geschoben, zwischen Daumen und Zeigefinger festgedrückt, vertikal darauf eingeschnitten und den Stein aus der Wunde entfernt. Nachher floss lange anhaltend ein starker Milchstrom aus der Wunde. Als derselbe nachliess wurde die Wunde mit Heftpflaster verschlossen. Die Heilung erfolgte per priinam. Fürstenberg rät, eine Art Fingerling, der an der Spitze für die Mündung der Zitze durchbohrt ist, anzulegen. Roll empfiehlt den Vcrchluss durch Knopfnaht zu machen.
EiiterentzHiitlmig, Mastitis.
Wir unterscheiden: a) eine einfache Eut er e ntzündung, Mastitis simplex; b) eine eiterige, eventuell in Brand üb ergehende, Mastitis purulcnta et gangränosa und c) den Gelben Galt, Mastitis epizootika.
a) Mastitis simplex.
L i 11 c rii t u r : Willburg, Kninkh. des Rindviehs. 177G, p. 115. Haesor, Gcscliichto d. Medizin. I. p. 53. Spinolu, Euterentz., Kinschuss Pathol. 184042. Münchner Klinik, Eutcrentzündung durch Natternhiss. Mtinohn.
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Mastitis simplex.
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Jhb. 1842/43. Her. üb. Loist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p, 4G. G u r 11, Gegen Euterentzündung-. Gurlt u. Hortwig 184(3, j). 447. By ebner, Eutorentz. Schw. Arcli. 1850, p. 262. Ry ebner, Dasselbe. Bujatrik 1851, p. 328. S o h ä r z, Euterentziindung. Arch. Sobweiz. Tzte. 1854, p. 230. G e r 1 a c h , Eulcrentziindung. Gurlt u. Hertwig 1854, p. 299. Eberhard, Katarrh. Euterentzündung. Gurlt u. Ilertwig 1850, p. 37. Gillibert, Euterentz. b. d. Ziege. Lyon 1857, p. 497. Ber, üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1857, p. 45. Meltzbacb, Euterentz. b. Kiih. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gorl. 1860, p. 109. Schmidt, Mastitis b. d. Kub. Mitt. a. d. tztl. Pr. Kurhesson 186264, p. 52. Wallraff, Euterentz. Rindvieharzt 1663, p. 109. Schw ahn, Euterentz. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller U. Roioff 1867, p. 181. Götze, Euterentz. b. d. Kub. Sachs. Jhb, 1807, p. 02. Leise ring, Euterentz. b. d. Zioge. 1871, p. 34. Ackermann, Eutorentz, b. perlsücht, Küb. Sachs. Jhb. 1874. Falke, Jhb. 1878, p. 120. Hart maun, Euterentziind. b. Saugfüllen, Mitt. d. Tzte. in Öster. 1880, p. 155. K o 1 es sn i k o w , Patbol. Veränd. d. Kuheuters. Vircb. Arch. Bd. XL, 11. 4. Prietsch, Diphteritis nach Euterentz. b. d. Kuh. Sachs. Jhb. 1884, p. 85. Jobne, Eutcrentzünd. Ibd. 1884, p. 21). AI brecht, Bebandl. d. Euterentziind' Wocbenschr. f. Tzte. Nr. 37. Dieckcrhoff, Euterentz. Landvv. Tierz. 1884. Jhb. 1885, p. 94. Edgar, Mammitis bovis. The Vet. 1885, p. 391. Ibd. 1885, p. 94. Matthis, Parenebymatöse Euterentziindung b. d, Kub. Lyon. Journ. 1885, p. 239. Ibd. Kitt, Unters, üb. d. verscb. Formen d. Euterentz. Jhb. 1880, p. 125. Tolstouohow, Mastitis b. K. Petersb. Arch. f. Vet.-Med. Ibd. 1880, p. 125. Traebsler, Tber Euterentziind. Züricher Bauer 1885, p. 157. Volk mann, Entz. d. Brustdriis. Miinobn. uicd. Woohschr. 1886, p. 706. Reimers, Eutererkrank, b. Weidekühen. Berl, tztl. W, 1887, p. 18. Strebet, Ätiol. d. parenehymat. Euterentz. Schw. Arch. 1888, p. 12. Jhb. 1888, p. 129. Wei genth aler, Euterentziindung. Rep. 1888, p. 179.
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Die einfache Milohstauung führt nicht zur Eiterung. Wenn die Milch durch Vcrschluss der Zitze oder durch Milchsterne zurückgehalten wird, so verändert sie sich nicht. Das ganze Euterviertel kann strotzend erfüllt sein, und tagelang die Milch zurückgehalten werden. Die Stauung allein bedingt keine Veränderung der Milch, welche normal bak-terienfrei ist. Im Euter entsteht dadurch in der Kegel nur Anfüllung. Als Ursache der Euterentzündung wurde früher hauptsächlich mechanische Einwirkung oder Erkältung etc. angenommen. Willburg sagt schon 1770: die Euterentziindung wurde früher auch giftiger Tierbissquot; genannt, weil man glaubte, Spitzmäuse und Schlangen beissen in das Euter. Diese damals schon als Aberglaube bo/.eiclinete Ursache ist noch heute manchmal angenommen. Es ist jedoch eine Mitteilung aus dem Münchner Jahresbericht ]842/4;! anzuführen: Das Euter von 2 Kühen zeigte zahlreiche kleine Bisswunden, und man fand im Stalle ein Convolut von 2 grossen und 18 halbgewachsenen Hausnattern, Co-
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Mastitis simplex.
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luber austriiicus, nach deren Tötung kein ähnlicher Pall mehr eintrat. Dann wurde genannt: Schwimmen im kalten Wasser, Erkältung, Un-reinlichkeit, Stockungen der Säfte oder schlechter Milch. Rheumatismus, Einschuss. Mechanische Einwirkungen beschuldigt namentlich Rychner: Stösso, Schläge, Schmisse, Nachlässigkeiten im Melken, wenn die Milch nicht ganz ausgezogen wird, Stusse vom Kalb, Nadelstrou, auch Pürstenberg beschuldigt namentlich mangelhaftes Ausmelken. Schlösser, Frank, Johne, Harms u. A. Neuere sind aber der Ansicht, dass man dem Trauma in früherer Zeit viel zugetraut habe. Die Mehrzahl der Euterentzündungen sei infektiös. Nun sind anatomisch verschiedene Formen festgestellt: katarrhalische, parenehymatöse und interstitiello Formen. So wertwoll diese Einteilungen wissenschaftlich sind, am Patienten sind sie in der Kegel nicht zu trennen, weshalb hier zur einfachen Mastitis gerechnet sei: 1) Die äussere, das ganze Euter oder einen Teil desselben treffenden E r y t h e m e n und E r y-sipele. 2) Entzündungen des Euters durch ein Trauma hervorgerufen. 8) Erkrankungen des Euters durch innere aber nicht infektiöse Ursachen, Stauungen der Milch infolge mechanischer Behinderung, Veränderungen , welche durch Blutströmungen entstehen, und mit Odembildung verlaufen, sodann Veränderungen, welche durch Scharfstoff'e aus der Nahrung stammen, welche auch blutige oder sonst veränderte Milch erzeugen. Diese Einteilung umfasst also: a) äussere Infektionskrankheiten am Euter! Erythem, Erysipel und Wundinfektion; b) innere, nicht infektiöse Zustände, wie sie genannt wurden.
Klinisches Bild: Die äusseren Eutererkrankungen sind mit mehr oder weniger ausgebreiteten Erscheinungen der Entzündung verknüpft. Das Erythem besteht in leichter Rötung, das Euter ist wenig schmerzhaft. Das Allgemeinbefinden ist nicht gestört. Bei Kotlauf ist in der Regel ein grosser Teil, oder das ganze Euter ergriffen, der Prozess wandert von aussen nach der Tiefe, die Geschwulst wird bedeutend, der Schmerz ist sehr gross, die Röte ist gleichmässig verteilt und es entsteht Fieber. Mit dem Eintritt von Fieber ist die Milchproduktion sehr vermindert bis aufgehoben. Die erzeugte Milch ist aber wenig verändert. Bei traumatischen Einwirkungen entstehen je nach der Art der Verletzung, ob reine oder gequetschte, kleine einfache, oder grosse komplizierte Wunden vorhanden sind, verschiedene Erscheinungen, die nach den Regeln der allgemeinen Wundbehandlung zu beurteilen sind.
Prognose: Je nach dem vorliegenden Falle verschieden. Ery-theme sind günstig zu beurteilen. Rotlauf kann ein langwieriges Leiden
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Eiterige Euterentzündung, Mastitis suppurativu et gangränosa.
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werden und die Milchergiebigkeit dieser Laktationsperiode vernichten, ja es kann durch Tiefergehen des Prozesses ein Teil der Drüsensubstanz dauernd vernichtet werden. Lebensgefahr besteht in der Regel nicht. Wunden sind je nach dem vorliegenden Falle zu beurteilen, immerhin ist zu berücksichtigen, dass Eutervorletzungen, namentlich in der Laktationsperiode, schwerer heilen als Wunden, welche nicht durch solche Sekretionen gestört werden.
Therapie: Die Behandlung des Erythems und Erysipela geschieht nach allgemeinen Grundsätzen. Gleichmässig warmer Stall, Reinlichhaltung des Euters, Abwaschungen mit S'VoigöF Borsäurolösung oder Creolinlösungen, Karbolsäure, Sublimat etc., nachher sorgsames Abtrocknen mit Watte und Überpinseln des Euters mit Kollodium, Einhüllen mit Watte, welche in Flocken oder fein geschnitten auf das Kollodium geklebt wird. Überdecken mit Grlycerinsalbe oder Sublimatgelee und nachheriges Einhüllen mit Watte. Von früher her sind gerühmt Kaliseifenliniment, eine Eutersalbe aus Kampfer 1, Ammon. hydrochloric. 4, Axung. porci ,30, . Rychner hat ein Liniment von Schwefeläther, Seife und Baumöl empfohlen. Vielleicht ist auch die älteste bekannte Behandlung der Anschwellung der Mamma nicht uninteressant. Die Egypter verwandton nach dem Papyros von Berlin (1350 v. Chr.) Umschläge von Nitrum mit GetTeide(mehl)quot; oder Ochsengalle mit den Exkrementen des Vogelsquot;. Nef. Es empfiehlt sich, statt Schweinefett-, Butter- oder Ollinimenten und Salben, welche leicht ranzig werden, Lanolin zu nehmen. Das Mollin, eine überfettete Seife, ist als Salben- oder Linimentvehikel hier sehr zu empfehlen, da es mit lauwarmem Wasser abgewaschen werden kann. Die Behandlung von Entzündungen durch Traumen verursacht, erfolgt nach den Regeln der Antiseptik mit möglichster Vermeidung von Waschungen. Innere, nicht durch Infektion erzeugte Entzündung ist nach der einwirkenden Ursache zu behandeln. Mit äusserlichen Schmiermitteln u. dergl. ist hiebei nichts zu erreichen. Die Therapie ist entweder eine operative oder eine medizinische.
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Eiterige Eutereutzündung, Mastitis suppurativa et gangränosa.
Litteratur: Eben höh, Euterentz. b. Scliaf. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 40. Gurlt, Euterhrand b. d. Kuh m. Tod. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 167. Ger lach, Euterentziind. mit Ahscessen. Ibd. 1851, p. 299. Thlerne, Euterentz. b. Schaf. Tztl. Mitt. Gerb u. Leiser. 1854, p. 114. Lafosse, Euterentziind. b. Schafe. Journ. dos Vet. du Midi. Toul. 185(gt;, p. 486. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1856, p. 47. P r i o t s c h , Brandige Hoffmann, Tieriirztliclic ChirurtMO.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 45
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Eiterige Euterentzündung, Mastitis suppurativa et gangranosa.
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Euterentz. b. Seh. Sachs. Jhb. 1858/59, p. lOli. Meltzbaoh, Euterentz. b. Kiih. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1860, p. 109. l'ofeld, Brandige Euterentz. b. Schafen. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlach 1860, p. 183. Ibd. 18(51, p. ISS. Schmidt, Mastitis mit eigentüml. Verlaufe. Mitt. a. d. tztl. Pr. in Kur-hessen 186264, p. 52. Parent, Brand am Euter. Lyon 1862, p. 108. 15er. üb. LelBt, i. Geb. d. Thk. 1862, p. 314. May, Euterentz. b. Schafen. Krankh. d. Schaf. 1865, p. 351. V o i g 11 ä n d e r. Brandiges Absterben d. Euters b. d. Kuh. Sachs. Jhb. 1867, p. 54. lloloff, Eiterige Mastitis b. Schafe. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Boloff' 1809, p, 163. Leise ring Euterentz. b. d. Ziege (mit Abfcossen). Sachs. Jhb. 1871, p. 34. II art-mann, Euterentzünd. b. Saugfüllen. Mitt. d. Tzte. f. Öster. 1880, p. 155. Haase, Eiterige Mastitis und Lungenombolie. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1882. Roloff u. Schütz. Rossi, Euterentz. b. Zieg. Öster. Mitt. f. Tzte., Nr. 7. Brusasco, Ansteckende Euterentz. b. Schaf, u. Zieg. Lyon. Journ. 1885, p. 543. Dehayo, Eiterige Euterentziindung. Bull, belg., III vol., 3 Faos. Kitt, Unters, üb. versch. Formen d. Euterentzündung. Jhb. 1886, p. 125. Trachsler, Euterentzünd. Züricher Bauer 1886, p, 157. Ibd. p. 125. W e i ge n t h al er , Seuchenh. Auftreten von Euterentz. b. Küh. Adainquot;s #9632;Woobenschr. 1886, p. 173. Bossi, Eiterige Entz. d. Euters. Giorn. 1887, p. 135. Reimers, Euterentzünd. b. Weidekühon. Perl. tztl. Wochschr. 1887, p. 18. St rebel. Zur ätiol. Frage d. Euterentz. bei R. Schweizer Arch. 1887, p. 12.
Die eiterige Euterentziindung betrifft in der Regel nur eine Eutcr-abteilung. Ich nehme an, class diese Entzündung hier nur durch Infektion, durch eiterbildende Organismen entsteht und zwar, dass die gewöhnlichen eitereregenden Streptococcen und Staphylococcen einwandern, oder dass es sich um eine besondere, wie der von Kitt nachgewiesenen Sorte einer Torulaform, einem Diplococcus handelte. Es sind aussei diesen noch Euterinfektionen bekannt, welche keine Eiterung erzeugen, so z. B. die mit Tuberkulosebazillen. Auch sind Erscheinungen im Euter, wie sie Schmidt als der Lungenseuche ähnlich beschrieb, oder Mathis mit wucherndem Bindegewebe eines Euterviertels beobachtete, so dass dieses 16,2 Kg. und eine einzige Lymphdrüsse 1,38 Kg. wog, sowie der gelbe Galt auf Infektion auf bestimmte zum Teil noch nicht näher bekannte Mikroorganismen, zurückzuführen. Die Gegnerschaft, welche die Infektionstheorie hat, ist allerdings eine nicht zu unterschätzende. Schlösser hat die Ansicht ausgesprochen, dass die Euterentzündung bei Tieren durch Infektion von Wunden und Schrunden in den Zitzen entstehen, eine Ansicht, die in der Menschenheilkunde für die Mastitis suppurativa zwar vollgiltig ist, die aber, da solche Schrundenbildungcn, wie an der Mamma der Frau, bei Tieren nicht vorkommen, nicht einfach übertragen werden kann. Johne führt hiegegen an, dass, wenn die Schlösser'sche Ansicht richtig wäre, jede
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Eiterige Euterentzündung, Mastitis suppurativa et gangränosa.
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Euterentzündung von der Infektionsstelle ausgehend sei und mit einer Phlegmone oder einem Erysipel beginnen müsste. Dies sei aber niemals der Fall, sondern die Entzündung beginne primär in der Drüse. Entschiedenster Gegner der Infektion ist aber Strebel, welcher die Thatsache, dasa trocken stehende Kühe, bei denen die Leitungswege für Infektion geschlossen seien, an schwerer paromchymatüser Euter-entzündung erkranken, und dass er noch niemals Euterentzündung entstehen sah, wenn die Tiere das Euter mit den fauligen Überresten der Nachgeburt in Verbindung brachten, als Gegenteil anführt; dagegen will er bestimmte, aber noch unbekannte meteorologische Einflüsse als Ursache gelten lassen, weil nach seinen Aufzeichnungen im März und September die meisten Fälle vorkommen, auch Erkältung und Zugluft kann nach der Ansicht von Strebel die Krankheit verursachen. Der Ansicht, dass trocken stehende Kühe an Infektion nicht erkranken könnten, ist die Infektion mit Tuberkelbazillen gegenüberzustellen. (Obwohl auch hier von SchmidtMühlheim eine von aussen kommende Infektion durch die Zitze angenommen wurde.) Ferner die Infektion mit Rotz und endlich die zahlreichen metastatischen Abscesse, welche durch den Blutkreislauf und Säftestrom oder Zellenwandung entsteht. Dann ist in diesen Fällen eine Infektion von aussen durch Verletzungen nicht ausgeschlossen und ob nicht gerade der trockenequot; Milchkanal mit solchen Substanzen erfüllt ist, die einen guten Nährboden für einwandernde Mikroorganismen abgeben, wäre erst noch zu erweisen. Wichtig für die Entscheidung dieser Frage ist das Untersuchungsergebnis von Kitt: Der schon genannte, von ihm näher beschriebene Organismus, der in 5 Fällen im Euter von frischgeschlachteten Tieren fast in Reinkultur vorhanden war, wurde von Kitt über 1 Jahr in etwa 40 Generationen fortgezüchtet und damit folgende Versuche gemacht: Einer vollständig gesunden Kuh wurden 2 Platinösen von Pilzmasse in die Cysterne des rechten vorderen Striches gespritzt. Noch am Abend desselben Tages trat unter heftigem, fieberhaftem Allgemeinleiden eine ödematöae Schwellung des betreffenden Euterviertels ein, die sich am andern Tag zu einer enorm harten, heissen, sehr schmerzhaften Schwellung gegen die rechte Hälfte des Euters steigerte. In der Umgebung entwickelte sich ein handhohes teigiges Odem. Aus dem infizierten Strich entleerten sich nur 30 ccm. trübgelber, flockiger Milch. Während sich das Allgemeinleiden sowie in etwas auch das Ödem in einigen Tagen verloren, bestand die harte Infiltration und die grosse Schmerz-haftigkeit noch 10 Tage später, wo die Kuh geschlachtet wurde, unverändert fort. Ganz ähnliche Verhältnisse wurden bei drei weiteren
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708nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Eiterige Euterontzündung. Mastitis suppurativa et gangränosa.
Kühen erzielt, während eine vierte Kuh kaum bemerkbare, rasch vorübergehende Eeaktion zeigte. Ziegen widerstanden der Infektion. Infizieren mit Jauche, das Frank ausführte, verursachte ebenfalls heftige Eutererkrankung-. Sodann ist an die seuchenhaffc auftretenden Erkrankungen zu erinnern. Es ist ferner anzuführen, dass die von Strebol genannten Ursachen keine Eiterung hervorrufen können, dass Eiterung nur auf Einwanderung bestimmter Mikroorganismen, oder deren Produkten, oder nur durch einige wenige scharfe chemische Stoffe entsteht. Dass im Euter, das in einer so enormen Lebensthätigkeit und ausser-gewöhnlichen Zirkulationsverhältnissen steht, Störungen eintreten können, welche sogar ein teilweises nekrotisches Absterben einzelner Teile herbeiführen können, sei unbestritten. So hat Leisering angegeben, dass er im Euter einer Ziege einen wallnussgrossen, fluktuierenden Knoten fand, der lediglich aus geronnenem Käsestoff bestand und der eine stellenweise Entzündung des Euters bedingte. Dieser Fall, der zwar mit Absccssbildung Ähnlichkeit hat, wäre zu den nicht infektiösen zu rechnen. Frank und Kitt haben angenommen, dass die Infektion durch den an der Zitze hängenden Milchtropfen beginne, und der Mikroorganismus im Zitzenkanal emporsteige. Diese Infektionen werden nur unter bestimmten Verhältnissen stattfinden können, denn für gewöhnlich ist ja die Milch bakterienfrei. Für gewisse Migroorganismen ist auch das Euter immun, wie sich aus der obengenannten erfolglosen Injektion des Ziegeneuters mit Mikroorganismen, die für das Kuheuter zum Teil sehr heftig wirkten, ergiebt. Auch die Disposition des Tieres ist von Einfluss für die Wirksamkeit der Infektion, denn eines der geimpften Tiere blieb immun, gegen den bei drei Kühen sehr heftig wirkenden Ansteckungsstoff. Die Infektion bei der Maul- und Klauenseuche liefert eine besondere abnorme Milch, und dass es sich bei den oft mit Kalbefieber verbundenen Euterentzündungen um Infektion mit einem bestimmten Mikroorganismus handelt ist anzunehmen.
Klinisches Bild: Anschwellung eines Euterabschnittes an der Zitze, häufiger in der Tiefe beginnend. Das Euter wird hart, es bildet sich ein schmerzhafter Knoten von verschiedener Qrösse, die Verhärtung kann das ganze Viertel betreffen. Der Prozess kann übergreifen auf die anderen Viertel, welche aber nicht so heftig erkranken. Vermehrte Wärme ist ausnahmsweise zu fühlen, erhöhte Röte ist nur anfangs zugegen. Der Verlauf ist mit Fieber verbunden, das Allgemeinbefinden ist gestört. Die ganze Milchproduktion lässt nach. In dem betroffenen Teil verschwindet dieselbe fast vollständig. Anfangs kann noch etwas dickliche, leicht blutige Milch unter grossen Schmerzen des Tieres aus-
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Eiterige Euterentzündung, Mastitis suppurativa et gangränosa.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;709
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gemolken werden, welche gegen den Schluss des Melkens normaler wird. Später tritt geronnene, klümperige, serös-gelbliche Exsudation an deren Stelle. Der Milcliknoten führt entweder zur Zerteilung oder er gelit in Eiterung über. Im letzteren Falle erfolgt der Durchbruch und zwar meist nach Innen und der Eiter wird durch die Zitze nach aussen entleert, oder der ziemlich oberflächlich gelegene Abscess entleert sich nach aussen und es entsteht eine Euter- oder Milchfistel. In Einzelfällen sterben grössere Stücke brandig ab. Parent hat bei einer Stute gesehen, dass die linke Euterhälfte brandig abfiel und Gurlt berichtet über den Tod durch Euterbrand bei einer Kuh, ebenso Meltzbach. Letzterer hat abzedierende in Brand übergehende Euterentzündungen bei Kühen in 2 Kreisen derart häufig gesehen, dass er von fast en-zootischem Auftretenquot; spricht. Von 30 von ihm Behandelten starben 2 an Euterbrand. Schmidt hat über mehrere Fälle berichtet, in denen Euterentzündung unter den Erscheinungen des Kalbefiebers zum Tode führte. Dabei fand sich das Euter aussehend wie eine marmorierte Lungequot;. Nach einer grösseren Euterentzündung sah Yoigtländer eine ganze Euterhälfte absterben und llaase beobachtete zahlreiche, liasel-nussgrosse Abscesse im Euter, und nachher auch in der Lunge. Ähnlich verlaufen die Prozesse bei der Ziege. Rossi hat zahlreich kloine und grössere Abscesse im Drüsenparenchym auftreten sehen, und er hat von dort einen sehr kleinen Diplococcus, der oscillierend aber nicht impfbar ist, gezüchtet. Ich habe mehrfach grosso Abscesse am Ziegen-Euter nach aussen durchbrechen sehen und geheilt.
Anstecken deEutcrentzündung beobachteteSiedamgrotzky und es ist wahrscheinlich, dass dies dieselbe Krankheit war, von der auch Dieckerhoff und Türe berichteten. Siedamgrotzky konnte Eiter und fettig degenerierte Drüsenzellcn, sowie lange Mycothrixfädcn und eine grosse Zahl von Mikroorganismen nachweisen; auch die Übertragung gelang. Dinter berichtet über eine Seuche, dass bei 40 Kühen in einem Stalle fast bei allen ein Euterbeulenausschlag auftrat, der mit 34 haselnussgrossen, tiefsitzenden Knötchen begann, am 5. 6. Tage Abscesse daraus geworden waren, bis zur Grosse einer Wallnuss, die zapfenartig über die Oberfläche kamen, sich selbst entleerten und heilten. Johne berichtet über eine Furunkulose des Euters bei den Kühen einer Milchkuranstalt, bei der fast alle Kühe erkrankten und auch in einigen Fällen die Schamlippen und Schwanzwurzel ergriffen war. Beim Schafe ist die eiterige Muterontzündung von hervorragender Wichtigkeit. Thieme sagt, dass sie in einzelnen Herden fast seuchenartigquot; auftritt, vielfach in Brand übergeht, und den Tod der Tiere
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710nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Eiterige Euterentziindung-, Mastitis snppurativa et gangränosa.
bringen kann. Roloff hat bei Schalen eiterige Mastitis vielfach den Tod bedingen sehen. Lafosse betont schon, dass die Euterentzündung der Schafe mit grosser Heftigkeit verlaufe und leicht Brand und Tod bedinge. Pritsch hat sogar durch brandige Euterentzündung beim Schafe von 15 Stück 14 sterben sehen.
Prognose und Therapie: Die ansteckende eiterige Euterentziindung ist vorsichtig bis ungünstig zu beurteilen, sie veiläuft noch am besten bei Kühen, schlimmer bei Ziegen und am schwersten bei Schafen. Es sind vorgeschlagen: Einreibungen von Campferliniment. Einreibungen von Jod- und Quecksilbersalbe, Wärme, Bähungen. Tolstoncliow erzielte Heilungen bei Kühen durch Anwendung von Po-inentationen mit Leinsamen und Einreiben eines Liniments aus Olivenöl und Jodtinktur aa. Ebenhiih hat bei Schafen mit gutem Erfolge kalte Umschläge angewandt. Eggeling hat lU'i s prozentige Sublimatlösung mittelst einer Gummikanüle in die Milchcysterne eingespritzt, diese Lösung durch sanftes Drückea im Euter möglichst gleichmässig verteilt und nach 1015 Minuten wieder abgemolken. Albrecht hat Kreolin 5, Lanolin 80, täglich 2 mal einreiben lassen, Massage ausgeführt und alle 2 Stunden ausmelkon lassen; er hat ferner Injektionen in das Euter vorgenommen von Sublimat, Borsäure und Kreolin, aber mit den Injektionen durchweg Verschlimmerung erzielt. Edger hat 0,01 Atropin in die Milchcysterne gespritzt. DieckerhofF will Desinfektion des Euters und des Stalles um weitere Ansteckung zu vermeiden. Beim Schafe ist schon längst anerkannt, dass nur ein energisches Eingreifen nutzbar ist. Frühe Skarifikationonquot; sind gerühmt. Prietsch verlor keine Patienten mehr als er Skarifikationen und Lohbäder mit Essig anwandte. Das Bestreben, die Euter durch Zerteilung eines drohenden Abscesses zu erhalten, ist gerechtfertigt, aber zu langes Zaudern ist verwerflich. Ilationell ist: Verminderung der Milcksekretion durch Salben und innerliche Mittel, Suspension des Euters durch ein passendes Tuch, das untergebunden wird und gelinde Kompression durch Gummibindon, die oben über den Bücken gebunden werden. Gelingt es nicht, den Abscess zu zerteilen, so werden tiefe Incissionen auf den Knoten vorgenommen und nachher die Wunden mit antiseptischen Mitteln rein gehalten. Die Heilung erfolgt auch bei sorgsamer Behandlung noch etwas langsamer als wie bei einer Wunde ohne so reichliche Sekretion, aber der Verschluss kann in einer bis einigen Wochen erreicht sein. In schweren Pällen ist die Exstirpation vorzunehmen.
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Gelber Galt, kontagiöse Euterontziindung, Mastitis epizootika.
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Gelber Galt, kontagiöse Entereutzümlung, Mastitis epizootika.
Litt er a tun Brennwald, Gelber Galt. Scliw. Arcli. 1848, p. 44. Vin-ceti, .jiästhesia mammarum (Gelber Galt). Münchn. Jhb. 1863/64, IX. II., p, 83. Jocard et Molle rau, Sur la mammiti'contagieuse. Bull. 1886, p, 437. No card, Mammite contagieuse. Ibd. 1885, p. 296. Hess n. Borgeaud, Kontagiöse Kuterenlz., Gelber Galt, Mastitis katarrhalis in-fectiosa. Schw. Arob. 1888, p. 157.
Brennwald hat 1848 über den gelben Galtquot; folgendes berichtet: Schweizer Tierärzte beschreiben darunter eine Krankheit, welche im Aufhüren der Milch oder wässeriger Beschaffenheit bestehen soll, während die Tiere gut fressen und saufen. Das Euter soll bald schlaff, bald knotig, baid verhärtet, bald schmerzhaft sein. Nocard und Mol-lereau haben die Krankheit als contagiöse Euterontziindung boschrieben und untersucht: In einem Falle waren von 17 Kühen 6 erkrankt. Sie fanden die Milchdrüsen äussorlich ganz normal, es bestand nur eine Differenz im Yol'imen zwischen den gesunden und kranken Viertöln. Die ersteren waren durch abgesonderte Milch voll und ausgedehnt, die letzteren erschienen schlaff und fast, leer. Die ein wenig gerunzelte Haut zeigte normale Farbe und Temperatur. Die Drüsenläppchen über dem Strich waren hart sklerosiert. Die indurierte Partie hatte die Grosse einer Nusa bis zu der eines kleinen Apfels und war hart und unempfindlich. Die erkrankten Euter sonderten Milch von graugelber Farbe und saurer Reaktion ab. Der Beginn der Erkrankung war: Leicht entzündliche Euterentzündung mit Anschwellung, Temperatursteigung bis 3!),4 und nach einigen Tagen Übergang in die Induration. Versuche mit der Milch angestellt bewiesen, dass dieselbe unschädlich genossen werden kann, dass aber die Einspritzung derselben im gesunden Euter ansteckend wirkt. Hess und Borgeaud haben dieselbe Krankheit, die bei Kühen, Ziegen und Schafenquot; auftritt, näher untersucht und gefunden, dass die infektiöse Mastitis von einem Tier derselben Gattung auf ein anderes übergeht und in 4 5 Monaten zu Sistierting der Milchsekretion und Atrophie der Milchdrüse führt. Es ist von ihnen ein Streptococcus gefunden worden, der über die Krankheitsdauer vorhanden ist und der sich sonst nicht findet. Die Veränderung der Milch ist eingehend studiert, sie ist anfangs wässeriger, bläulicher, um die Hälfte vermindert, manchmal rosarot bis bräunlich, meist aber gelblich, sie enthält viele CaseYnflocken und gerinnt vorzeitig. In einigen Tagen oder Wochen nimmt sie ein molkenähnliches Aussehen an, wird schleimig, klebrig, riesolig, stark fadenziehend, der Geschmack stark und salzig, der Geruch bleibt aber normal.
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712nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Exstirpation des Euters.
Die Prognose ist ungünstig, da die Milchproduktior zunehmend schlechter wird in Qualität und Quantität und schliesslich Atrophie des Euters eintritt.
Therapie: Nooard und Mollereau haben geglaubt, durch Injektionen in die Zitzen von 4% Borsäure das Leiden zu heilen, während Hess und Borgeaud eine Behandlung für erfolglos halten, dagegen sofortige Separierung der Erkrankten vorschlagen und die Plände der Melker mit 30oigem Karbol zu desinfizieren anraten.
Exstirpation des Euters.
Litteratiir: Gare 111, Euterexstirpation bei der Stute. Turin 1861. p. 476. Siedamgrotzky, Exstirpation einer Euterlüilfte b. Pferd. Sachs. Jhb. 1884, p. 23. Moncourt, Flandrin, Fromage, Hertwig, Hering, Dillon, Sempastour, Lemoigne, Exstirpation des Euters bei Pferd, Rind, Schaf, Ziege, Schwein und Hund. Vgl. Hering, Operationslehre, p. 217.
Euterexstirpation wird meistens notwendig bei brandiger Euterentzündung, bei Neubildungen und bei schlaffem Euter von Hündinnen. Das Tier wird chloroformiert, das Euter an der Oberfläche desinfiziert, ein Kreisschnitt vorgenommen und die Drüse unter sorgsamer Unterbindung der Blutgofässe mit dem Messer entfernt. Schon Hering stellt die Bedingung auf, dass die Aponeurose des geraden Bauchmuskels die Grundfläche der Wunde bilden solle. Nach der Entfernung wird derart genäht, dass Wundrand an Wundrand liegt, es werden Drainagen eingelegt und nachher verbunden. Die Heilung soll per primam erfolgen. Partielle Exstirpation des Euters beim Jagdhunde habe ich in strengen Wintern, in welchen Erfrierungen dortselbst eintraten, mehrfach vorgenommen.
Laliinlieil, Claudicatio.
Litferat, ur: Möller, Klin. Diagnostik, Hoffmann, Exterieur.
Lahmen, Lahmheit, Krummgehen, Lahmgehen, Hinken, heisst jede Störung des regelmässigen Gebrauches eines oder mehrerer Extremitäten bei den Haustieren. Es ist sehr wohl zu beachten, dass diese Bezeichnung mit Lähmungquot; Paralysis nicht verwechselt werden darf. Der ungleiche, unegale Schritt, Schrägtritt, Zügellahmheit'' ist nur ein unregelinässiges Gehen, welches vorübergehend auftritt, oder auf falsche Anspannung oder eigenartige Zügelwirkung entsteht und nachher wieder verschwindet. Leichtes Lahmgehen wird wohl auch als Schonen, blödes Auftreten, Zucken oder Nachziehenquot; etc. bezeichnet. Hochgradiges Lahmen wird als stocklahmquot; oder Hüpfen
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Lahmheit. Claudicatio.
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auf drei Beinenquot; etc. benannt. Die Erkennung der Lahmlieit schliesst noch keine Diagnose in sich, sondern die Lahmheit ist nur ein Symptom von a) einer schmerzhaften Erkrankung, b) einem mechanischen Hindernis oder c) einer wirklichen Lähmung. Wenn die Lahmheit nach ihrem Sitze erkannt ist und dieser mitbezeichnet wird: z. B. bug-, hüft- oder huflahmquot;, so ist man schon viel mehr in der Diagnose vorgeschritten, aber auch diese Bezeichnung ist noch eine generelle und es haben jetzt erst die Feststellungen der anatomischen Veränderungen z. B. Verletzung, Myositis, Ruptur, Thrombose, Überbein, Lähmung, Gallen etc. und die Einteilungen dieser zu folgen.
Peststellung der Lahmheit: a) Im Stande der Ruhe. Im Stalle belastet das Tier das leidende Bein in der Regel weniger. Bei hochgradig schmerzhaften Zuständen stützt es nur mit der Zehe, oder schiebt, um das kranke Bein nur an den Ballen belasten zu können, dasselbe weit nach vorne, oder stellt es wie zum Ausruhen etwas vor, schildertquot;, oder es setzt dasselbe im höchsten Schmerze gar nicht auf, sondern hält es frei in der Luft, mit leicht zuckenden) Hin-und Herbewegon es schreibt-'. Zur genauen Peststellung muss das Pferd aus dem Stande genommen werden, hiebe! achtot man wie es sich dreht oder rückwärts geht und nun erfolgt die U n t c r-suchung im Preien, oder bei genügender Helle in einer langen, ,,breiten Stallgassequot;. Bei starken, schweren oder grossen, auch tiefen Lahmheiten, die graduell am meisten ausgeprägten, bei denen ein Bein nicht oder sehr wenig benützt wird, ist die Erkennung leicht, schwierig kann sie aber bei geringgradigem Lahmgehen werden. Das Vorführen geschieht im Schritt und im Trab. (Durch andere Gangarten ist eine Lahmheit sogar zu verdecken.) Man stellt sich seitlich und lässt das Pferd an sich vorüberführen, In nächster Nähe achtet man auf die Hufspuren, ob das Pferd mit den Hinterbeinen in der gleichen Entfernung an oder in die Hufspuren der Vorderbeine tritt. Hierauf lässt man das Pferd direkt von sich und nachher direkt gegen sich am langen Zügel vorführen. Ist es vorne lahm, so nickt es mit dem Kopfe gegen die gesunde Seite um das kranke Bein zu entlasten, deshalb ist wichtig, die Ohren des Pferdes anzusehen. Lahmt es hinten, so wird auch da das gesunde Bein stärker belastet. Das Pferd sinkt mit der gesunden Kruppenhälfte tiefer als mit der kranken. Dies beobachtet man am besten beim Blick über den Rücken des in gerader Linie fortgeführten Pferdes, vorteilhaft ist, wenn man sich längs der Wirbelsäule eine Linie bis zum Widerrist
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Lahmheit, Clauclicatio.
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(lenkt und diese quer durch eine über die höchste Stelle der Kruppe gedachten kreuzen liisst. Starke Lahmheit eines Vorder- oder Hinterbeines bedingt ein ungleiches Gehen auch an dem in der Diagonale entgegengesetzten Beine. Sind zwei Vorderbeine oder zwei Hinterbeine liilim, so gciien die Pferde klammquot; oder wie auf Nadelnquot;, sie schleudernquot; oder zuckenquot;, weil sie das belastete Bein möglichst rasch wieder entlasten wollen. Lahmheit bei zwei diagonal gestellten Beinen ist schwierig durch das Vorführen zu erkennen; hier muss die Lokaluntersuchung nachhelfen. Manche Lahmheiten sind am stärksten sofort nach dem Herausführen aus dem Stalle. Es ist dies z. B. der Pali beim Spat. Andere bleiben sich über die ganze Dauer der Bewegung gleich, z. B. beim Hahnentritt, oder sie werden durch die Bewegung stärker, z. B. durch eine Thrombose. Wenn die Pferde auf weichem Boden bewegt werden, namentlich wenn sie ziendich tief einsinken, werden Lahmheiten z. B. durch Schmerz in den Streckmuskeln stärker, andere, z. B. Huflahmheiten, werden deutlicher durch Gehen auf dem Pflaster. In vielen Fällen ist das Lahmen erst im Trabgehen zu erkennen. Bewegung im Kreise, namentlich unter dem Itei-
Fig. 111. Normal.Abhebenu.Vor8ohwingen ter, fördert die Möglichkeit der Erkennung des Beines. Das von der Schulter nach ab- j T #9632;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i u i tt i .
waits geblld.Dreieck ist gleichschenklig, des Lahmens sehr merklich. Hiebet ist
zu berücksichtigen, dass das innere Bein stärker zu stützen, das äussere einen grösscren quot;Weg zu machen hat. Es wird deshalb bei der Kreisbewegung z. B. eine Lahmheit des Hufes stärker auftreten, wenn das kranke Bein innen, und z. B. eine Schultei'lahmheit oder Lahmheit durch mangelhafte Funktion der Streckmuskeln stärker auftreten, wenn das kranke Bein aussen ist. Bei einzelnen Lahmheiten sind noch besondere Hilfsmittel zur Erkennung in der Bewegung vorhanden, z. B. beim Spat lässt man das verdächtige Bein eine Zeitlang aufhalten und das Pferd von der Stelle weg im Trabe gehen, dadurch tritt das Lahmen in der Hegel deutlicher auf. Durch dieses Vorführen wird festgestellt, welches Bein lahm ist. Es ist aber bei der Beobachtung des Gehens auch möglich, zugleich auf den Sitz des Leidens zu schlicssen. Wenn die Thätigkeit eines Beines unterschieden wird in 1) eine stützende und 2) eine vorschwingende, so sind für die Thätigkeit 1) das Stützen fünf verschiedene Neigungen
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Lahmheit, Claudicatio.
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des Beines vorhanden. Zwei ganz schiefe Linien, 1 und 5, die erste mit der Neigung- von hinten nach vorne und die letztere mit der Neigung von vorne nach hinten. Eine senkrechte (3) in der Mitte und zwischen dieser und den genannten (2 und 4) zwei massig schiefe. Je rascher die Gangart ist, desto schiefer sind die äussersten Linien und umgekehrt. Das Bein greift schief und gestreckt von hinten ein und setzt den Huf auf den Boden. Es wird steif gehalten und mit Ühernahme der Last hebt es sich herauf und trägt senkrecht. Nachher schiebt es.
2) Bei der vor seh wing enden Thätigkeit des Beines sind ebenfalls fünf verschiedene Neigungen vorhanden. Die äussersten Linien stellen die Anschlüsse an die oben geschilderte Bewegung vor. Das vom Boden abgehobene Bein wird angezogennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; a
und in seinen Winkeln um so mehr gebeugt, je rascher die Gangart ist. Dieses Yor-schwingen darf nicht mit einer Pendelschwingung vorglichen werden, wie dies von den Gebr. Weber behauptet wurde, denn das senkrechte Pendel wäre hier am längsten, das vorschwingende Bein ist aber in der senkrechten Linie am kürzesten. Das Bein wird nicht durch Pendelschwingung, sondern durch Muskelaktion nach vorne gebracht. Beim regelrechten Gehen ist jeder
, ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; . Fig. 112. Mangelhaftes Vorschwingen dcr-
der genannton Akte, sowohl beim iragenwie Beines. ,)as V{erd tritt m kurzmll dem
beim Schwingen gleich lang und die Beuge-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;kranken üein.
und Streckvorhältnisse vollziehen sich gleichmässig auch in der Zeit. Sobald aber Lahmheit eintritt, wird entweder die Thätigkeit des vorschwingenden Beines abgekürzt und die stützende verlängert oder umgekehrt. Auch die Zeiten, in welchen die einzelnen Neigungslinien einander folgen, sind dadurch verändert. Es wird das Pferd mit dem lahmen Bein nicht genügend nachschieben, es zu bald vom Boden emporhebenraquo; dasselbe beim Vorschwingen nicht genügend in den Winkeln beugen und es nicht so weit nach vorne strecken wie das andere, somit kürzere Schritte machen. Der Winkel nach rückwärts wird grosser als der nach vorwärts. Fig. 112. Das Pferd kommt vorne nicht herausquot;, es geht schleppendquot;. Da nun diese Thätigkeit durch die Muskulatur, hauptsächlich durch die Streckmuskeln und die oberen Gelenke veranlasst wird, so ist bei einer derartigen Lahmheit auf einen schmerzhaften Zustand in diesen Teilen zu schliessen, aber nicht aus-schliesslich, denn auch andere krankhafte Zustände können diese Art
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Lalimheif, Claudicatio.
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Lahmheit bedingen. Der andere Akt ist das Auffangen, Übernehmen, Tragen oder Stützen und Nachschieben der Last. Derselbe wird hauptsiichlich geleistet durch die Knochen und Bänder, bei ziemlich gleichmiissig angestrengten Streck- und Beugemuskeln. Es wird daher eine mangelhafte Durchführung in der Eegelmässigkeit der Bildung der Neigungslinien des stützenden Beines, hauptsächlich auf Er-
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Flg.UB. l-iOclcrtiisclie z. Aulimhiiie dei-abgeblld.Instram. mit Hicmen #9632;/,. I'm-Rchnallen. Ganzes Gewicht ca. 700 Grm., 20 cm. lang u. ll MD. breit. Inhalt: Zange, Rinnmesser und Haukllnge.
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Fig. 114. Zusamincnleghare
Hufooncllerzange, mit der laquo;He
grnsstenIlufe gefaast werden
können.
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Flg, 116. Zusammengelegte Iluf'zange.
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Fig. li6i tlaukllngenähnllohos
zusaimnenlegltareH Messer.
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l^ig. 117. Kinnmesser in der gebogenen Taschenabteilung.
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krankung des Hufes, der Knochen, der Bänder und Sehnen und besonders der unteren Gelenke hinweisen. (Möller nennt die Störungen in der Vorsciiwingung des Beines Lahmheiten des Hangbeinesquot; und diejenigen des tragenden Beines Lahmheiten des Stützbeinesquot;.) Nachdem auf diese Besichtigung im Gehen das leidende Bein und die Wahrscheinlichkeit des Sitzes des Leidens festgestellt ist, folgt die nähere Untersuchung am stehenden Pferde, durch nahes Besichtigen, Betasten und Anwendung von Hilfsmitteln. Man stellt sich von vorne, seitlich und von hinten, und be-
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Lahmheit, Claudicatio.
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trachtet die einzelnen Teile vergleichend mit dem anderen Bein, betastet sodann unter gleichzeitiger Beachtung mit dem Gesicht die Entzündungserscheinungen, Hitze, Röte, Geschwulst und Schmerz. Manche Erkrankungen, z. B. die des oberen Gleichbeinbandes, lassen nur bei aufgehobenem Puss Druckschmerz erkennen. Andere Lahmheiten, namentlich die des Hufes, müssen durch besonders konstruierte Sondierzangen festgestellt werden. Eig. 113 117. Die Temperatur wird in der Regel durch Betasten und Auflegen der Finger festgestellt. Leider fehlt uns ein feiner Hautthermometer. Die dafür konstruierten elektrischen Instrumente sind zu teuer und sehr zerbrechlich. Sehncnschciden-knistern, sowie Krepitation bei Frakturen ist zu fühlen. Der Puls an den Schienbeinarterien ist für gewöhnlich nicht, wohl aber bei entzündlichen Erkrankungen unterhalb, namentlich bei entzündlichen Krankheiten der Hufe zu fühlen. An den Hufen kommt ausser der Besichtigung, dem Betasten und Drücken mit Zangen noch das Ausschneiden und Anklopfen zur Erkennung von Lahmheiten in Betracht. Bei Erkrankungen Oben muss unter Umstünden noch eine Untersuchung per rektum vorgenommen werden. Die Feststellung der Lahmheiten anderer Haustiere erfolgt im grossen Ganzen nach denselben Prinzipien. Für die Rindorpraxis gehört, dass man sich besonderes Geschick erwirbt. Wenn auch hier gar keine Gefahr da ist, dass man gebissen, und nur geringe, dass man bedeutend geschlagen wird, so ist doch zu beachten, dass Rinder mit den Hinterbeinen nicht nach hinten, sondern seitlich oder nach vorne ausschlagen, dass sie stossen und sehr gerne den von Jauche triefenden Schwanz herüberschlagen. Zum Aufheben gehört in der Regel mehr Kraft als beim Pferde, weshalb meist besondere Einrichtungen nötig sind. Hunde und Katzen legt man nach dem Vorführen auf einen Tisch, lässt sich dieselben halten und untersucht in aller Bequemlichkeit. Schafe lässt man sich fangen, legt sie auf den Rücken, klemmt das Vorderteil derselben zwischen seine Beine und untersucht die geduldig liegenden Tiere ganz angenehm. Schweine lässt man heraustreiben. Es handelt sich bei diesen hauptsächlich um beiderseitige Lähmungen, Rheumatismen, Klauenseuche etc. In der Regel genügt hier die Besichtigung. Muss der Tastsinn zu Hilfe genommen werden, so müssen die Tiere in der Regel niedergelegt werden, was nur unter grossem Geschrei seitens der erzürnten Sau vorgenommen werden kann. Geflügel lässt man sich fangen und festhalten.
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718nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sohultcrlahmheit,
Sehnlterlahiuheitlaquo;
Litteratur; Klinik Alfort, Buglähme b. Pf. Alforl 1842. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842, p. 19. Gorko, Chronische Schulterlahme. Gurlt u, Ilertwig 1842, p, 220. Dietrichs, Buglähme, Ansichten über dieselbe seit Absyrtus. Schw. Arch. 1845, p, 266. Hey, Bug- u. HiiftUlhme. Eep. IV, p. 152. Schutt, SclmlU'rlahmheit b. Pf. Memorabilien d. Vot.-Med. 1855, p. 3. Perosino, Kalt Wasser geg. Uuglähme. Turin 1857, p. 4!)quot;. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1857, p. 51. Wiener Klinik, Von 476 aui-genoram. Pferden G2 buglahm, davon 43 geheilt. Bor. 1857. 0 a m g e e , Schultorlahmheit, Muskelentz, Edinburg 1858, p. 41. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 36. Niki as, Rheumat. Schulter!. Wochsohr. 1861, p. 81. II a u b n e r, Bei Schulterlahmhoit b. Pf. führt Geduld noch oft zum Ziele. Sachs. Jhb. 1861, p. 56. Bücbner, Heil. d. Buglähme. Gurlt u. Hartwig 1863, p. 400. Jacob y, Bug- u. Brustlahmheit. D. Krk. Pf. 1863, p. 10. Her teil, Geg. chron. Schulterlahme Strychnin. Gurlt u. Hartwig 1869, p. 101. Steffen, Acupunktur gegen Schultorlahmheit b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1870, p. 164. Utz, Rheumat. Sohultorl. b, Pf. Mitt, bad. Tzto. 1877, p. 45 u. 99. Sohwarzmaier, Sohulterl. b. Pf. Adam 1886, p. 3. v. H a m i n , Heil, eines buglahm. Pf. d. Änderung d. Zugstränge. Landw. Pr. 1888, Nr. 97.
Die Schulterlahmheit ist ein sehr gefürchtetes, manchmal auch milde beurteiltes Übel. Es ist ebenso oft ausgesprochen, dass das Leiden nur sehr langsam oder gar nicht, wie dass es rasch heile. Die Ursache hievon ist, dass die Bezeichnung Schulterlahmheit nicht einen bestimmten, anatomischen Zustand, nicht eine und dieselbe an der Schulter vorkommende Ursache zu Grunde legt, sondern dass sich diese Bezeichnung nur auf ein klinisches Symptom bezieht. Schulterlahmheitquot; ist somit eine Benennung für eine grössere Zahl von krankhaften Zuständen an der Schulter, welche Lahmheit bedingen. Das Wort Schulterlahmheitquot; schliesst keine volle Diagnose in sich, sondern es ist nur die Nennung der auffälligsten klinischen Erscheinung, welche sicli jedem darbietet und nach welcher auch der Laie seine Bezeichnungen wählt.
Es werden folgende Krankheiten, die das Symptom Schulterlahm-heit erzeugen können, hier zu berücksichtigen sein:
1) Kheumatismus der Schultermuskeln. 2) Traumatische Muskel-entziindung. 3) Muskel- und Nervenlähmung. Atrophie. 4) Wunden. 5) Neubildungen, echte, wahre und Infektionsgoschwülste, besonders die Bugbeule. 6) Erysipelas. 7) Geiasserkrankungen, Obliteration. 8) Drüsenerkrankungen, Adenome, oder entzündliche, infektiöse Schwellung der Schulterlymphdrüsen. 9) Knochenerkrankungen, Frakturen, Fissuren, Ostitis. 10) Gelenkloidcn. 11) Luxation, Osteophyten, Sub-luxation und Nekrose. 12) Erkrankung der Kapseln, Gallen.
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Allgemeine Angaben über die Therapie der Schulterlahine.
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Es ist selbstverständlich, dass je nach dem Vorhandensein einer der genannten Ursachen das klinische Bild sich etwas abändern muss, dass die Prognose verschieden ist und die Therapie dem Falle ange-passt averden mnss. Das genioinsamo Symptom, die Schulterlahmheitquot;, ist dadurch charakterisiert, das das Bein nicht weit genug vorgreift, dass es mehr oder weniger schleppend nachgezogen wird, dass der Schritt, den senkrechten Stand des Beines beim Stützen als Mitte der Schrittlänge genommen, nach rückwärts zum Nachschieben länger ist als nach vorne heraus zum Schwingen, dass somit nach Möller's Bezeichnung eine Lahmheit des Hangbeines besteht.
Allgemeine Angaben über die Therapie der Schulterlähme,
I) Oberflächlich angewandte und ableitend wirkende Mittel.
a) Die quot;Wasserbehandlung. Sie eignet sich in frischen Fällen, bei vermehrter Wärme, Anschwellung und Schmerz. Die Anwendung geschieht folgendermasson:
1)nbsp; nbsp;Als kalte Berieselungen. Von der Wasserleitung oder aus einem hochangebrachten Wassereimer lässt man durch einen Gummi-schlauch auf ein leinenes Tuch, das über die Schultor gebunden ist, durch 24 oder 2 gt;lt; 24 St. kaltes Wasser rieseln. Es ist nötig, dass täglich 3 mal die Temperatur des Pferdes gemessen wird. Sobald dieselbe steigt, oder ein Frieren beobachtet wird, oder das Pferd das Futter versagt, so muss mit den Berieselungen sofort aufgehört werden. Wenn nach 2 X 24 Stunden eine Besserung nicht eingetreten ist, rate ich, die Berieselungen auszusetzen, einen Tag das Pferd warm bedeckt zu halten und im Falle es noch nicht genesen, ein anderes Mittel zu verwenden.
2)nbsp; Die DouChen und Begiessungen. 1) Mit einer Gartenoder Handfeuerspritze wird die Schulter in ziemlich kräftiger Weise durch 58 Minuten bespritzt, hierauf wird kräftig frottiert mit Strohwischen, das nassgewordene Bein von unten herauf mit Flanell eingewickelt und dem Pferde zwei Wolldecken aufgelegt; es tritt eine bodeutende Wärnieproduktion ein. Diese Douchen werden täglich 2 mal ausgeführt. 2) Die Begiessungen werden mittelst Giesskanne, Brause, durch 1 2 Minuten durchgeführt. Auch von dor Wasserleitung aus könnten mit ganz schwachem Strahl aus dem Guinmiachlauche, der ja nicht anschlagen, sondern nur benetzen soll, diese Giessungon vorgenommen werden. Es folgt auf dieselben keine Trocknung oder Abreibung, sondern das Pferd wird sofort nach der Begiessung, noch trie-
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Allgemeine Angabfn über die Therapie der Schulterliihrne.
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fend, mit quot;WolUoppich zugedeckt und 10 Minuten bis lU Stunde langsam bewegt. Bei rauhem, kaltem Wetter, wo Bewegung unzulässig erscheint, werden zwei Wollteppicbe aufgedeckt. Die Giessungen wei'den täglich 2 mal ausgeführt. Haben dieselben nach zweimal 24 Stunden eine Besserung nicht erzielt, rate ich andere Mittel anzuwenden oder zu kombinieren.
8) Die Wasseraufschläge, a) kalt und b) wechselnd. Ein dicker Sack, Hofer in München empfahl, stets einen Salzsack zu nehmen, wird in kalt Wasser getaucht, ziemlich ausgerungen und aufgebunden. Alle halbe Stunde wird kalt Wasser aufgegossen. Dieses
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Aufgiessen erreicht aber nicht eine vollkommene Abkühlung. Die häufigeAbnahme des Sackes zum Wechsel ist jedoch umständlich. In Verhältnissen, in denen genügend Wartepersonal verfügbar ist, kann man den Sack alle 10 Minuten mit einem anderen, die Zeit im kalten Wasser liegenden vertauschen lassen. Ich rate, die Aufschläge bis etwa abends 10 Uhr fortzusetzen. quot; Dann Leute und Pferd in Ruhe zu lassen, bis zum andern Morgen G Uhr.
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118. Kalte Anfsohlftge an der Schulter mittelst Salzsackes umi Wasser.
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Zweimal 24 St. diese kalten
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Umschläge fortgesetzt, erfordert 1 Tag Pause. Die Wirkung ist manchmal, in frischen Fällen, sehr schön. Lässt man den Sack liegen und giesst nur Wasser darüber, so muss derselbe täglich einmal abgenommen und ausgewaschen werden, es ist nachzusehen, ob nirgends ein Druckschaden entsteht durch die Bänder und Schnüre. 46 Tage diese Sackbehandlung fortgesetzt ist genügend. 4) L ehmauf schlage. Lehm wird mit Wasser zum steifen Brei angerührt, die Haare zuvor mit dem Schwamm benetzt und dann der Brei dick aufgetragen. Derselbe rnuss nass erhalten werden. Circa 4 Tage fortgesetzt, genügt.
Die Hertwig'schen Spritzhäder. Auf die leidende Stelle wird ein Gemenge von: Salmiakgeist, Terpentinöl je 30 Gramm, Kamphersprit und Seifengeist je 15 Gramm, reichlich und stark eingerieben, so dass daselbst Schaum entsteht. Dabei wird das Tier sehr
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Allgemoino Angaben über die Thonipie der Schulterlähme.
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unruhig und gewöhnlich schwillt die Haut sogleich etwas an, wird faltig, hoiss und schmerzhaft. Gleich nach dem Einreiben lässt man das Pferd so lange massig stark reiten, oder an einer Longe herumtreiben, bis es in gelinde Transspiration gekommen ist. Letzteres kann man befördern, wenn man das Tier mit wollenen doppelten Decken bedeckt laufen lässt; indess ist dies nur da zu empfehlen, wo der Stall rocht warm ist. Das Pferd wird nun in den Stall zuriickgebmcht, hoch und kurz angebunden und ihm auf die vorher eingeriebene Stelle ein in recht kaltes Wasser eingeweichter, dann wieder massig ausgedrückter 3 bis 4 fach zusammengelegter Sack gelegt, derselbe wird mit den Händen recht gleichmässig an den Körper gedrückt und mit Stroh-bündern oder mit Stricken in der Lage erhalten. Hierauf wird der Hals und der ganze Körper mit wollenen Decken bedeckt. Nach zwei bis drei Stunden findet man die Haut unter dem Sacke sehr hoiss, und ersetzt ihn durch einen andern in kaltes Wasser getauchten Sack und wiederholt dies alle zwei Stunden, im ganzen 56mal. Der zuletzt aufgelegte Sack bleibt G 8 Stunden (gewöhnlich über Nacht) bis er ganz trocken geworden ist, und nachdem er entfernt worden, bleibt der betreffende Teil noch 2 3 Tage mit Decken bekleidet, um die verstärkte Transpiration daselbst sanft zu erhalten, wenigstens Erkältung zu vermeiden. Die meisten Pferde schwitzen bei dieser Prozedur und man muss deshalb während derselben jode Erkältung, Zugluft im Stalle u. s. w. vermeiden und den Tieren nur überschlagenes Getränke geben. An den eingeriebenen Stellen entsteht Ausschwitzung und später Ab-schuppung der Haut. Die Praktiker sind darüber verschiedener Ansicht, ob man die zu dieser Zeit bestehende Spannung der Haut durch Aufstreichen von ül oder Fett mildern soll. Ich halte letzteres für zweckmässig. Nach 4 Tagen werden die Pferde zuerst nur während einer halben Stunde im Schritt, später allmählich länger und auch im Trabe bewegt. In manchen Fällen ist nach einer einmaligen Anwendung dieses Verfahrens der Rheumatismus beseitigt, in andern muss dasselbe nach 28 Wochen wiederholt werden.quot;
b) Behandlung mit Reizmitteln, auf die Haut. 1) Einreibungen mit Spirituosen Mischungen. Schwarzmaier rühmt: Chloroform und Hyoscyamusöl gleiche Teile, täglich 3mal einreiben. Nach Gebrauch derselben, 814 Tage lang, treten oft überraschende Erfolge ein. Von der Toulcr Tierarzneischule wurde IBöO die Jodtinktur als ein Mittel empfohlen, welches noch half, als andere Mittel erfolglos waren. Schutt fand als bestes, nachdem er ein Pferd 8 Monate lang vorgeblich mit allem Möglichen behandelt hatte,
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II ot'i'm unn, TieriU'ztiifhe Cliimryie.
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4G
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722nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Allgemeine Angaben über die Therapie der Schulterlähme.
eine Mischung aus grauer Quecksilbersalbe mit Kali hydro-jodici eingerieben. Schon nach 14 Tagen war Heilung eingetreten. Scharfsalbe, Cantharid ensalbe ist \on einer grösseren Anzahl empfohlen. Von Hertwig, wenn die obengenannte Kur nicht hilft, von Haubner, von Doctor u. A. Empfohlen waren früher .auch die Moxen und das Glüheisen. (Ichthyoleinreibungen.)
II) Behandlung mit Reizmitteln, unter die Haut gebracht.
In sehr grossem Ansehen standen früher Haarseile und Fontanelle. Dieselben können, da sie Narben hinterlassen, nur bei Atrophieen noch Empfehlung finden. Ebenso ist es mit der subcutanen Verwendung metallischer Atzmittel. Von der Tierarzneischule Alfort wurde 1842/43 bekannt gegeben, dass 115 Fälle I3ug- oder Schulterlähme geheilt wurden, durch Quecksilbersublimat. Es wurde an der leidenden Stelle eine Hauttasche geschnitten, dort ein Stück Sublimat eingeschoben und dasselbe nach einer Stunde wieder entfernt. Der Erfolg war jedesmal grosse Anschwellung, die aber nie bedenklich wurde. Ähnlich ist Arsenik verwendet worden. Ganz zu verwerfen ist das eine Zeitlang geübte Lufteinblasen unter die Haut. Es kommt dadurch in der Regel zum Abscess und Hautbrand. Dass bei solchen gewaltigen Reizen Heilung erzielt werden kann ist wohl erklärlich, allein man hat die Wirkung in ihrer Ausdehnung gar nicht in der Hand, und es entstehen Narben. Von Niklas, Hertel, Hahn u. A. sind Strychnininjektionen empfohlen, auch Veratrininjektionen 0,05 täglich, 5 Tage lang, 10 quot;/o Kochsalzinjektionen 10 Gramm, tief in die Muskulatur, wurde ebenfalls gerühmt. Die Morphiumanwendung 0,5 als Pulver mit Amylum, nachdem eine Scharfsalbe die Epidermis losgehoben hat, kann hieher gezählt werden. Auf Kochsalzinjektionen habe ich, selbst bei sorgsamer Desinfektion der Spritze, manchmal Abscesse entstehen sehen. Interessant ist noch mitzuteilen, dass gerade solche Fälle mit grossen Abscedierungen verhältnismässig rasch und vollkommen geheilt sind. Aus diesem Grunde habe ich die Anwendung von Ätzmitteln unter die Haut hier nicht so zurückgestellt, wie dies sonst zu geschehen pflegt. Das sub-cut a n angewandte G1 ü h e i s e n kann ich aber als sicherer empfehlen. An der leidenden Stelle wird eine Cocainlösung 5 Gramm, 5'Vo eingespritzt. Nach 10 Minuten senkrecht ein Hautschnitt gemacht, 6 bis 7 cm. lang. Die Haut vom subcutanen Gewebe 67 cm. beiderseits losgeschnitten, rechts und links durch Kornzangen mit Federschluss hochgehoben und jetzt mit weissglühendem, kirschgrossen, knopfförmigen
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Wunden der Schulter.
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Eisen tief eingebrannt. Das Pferd muss Ruhe haben bis zur Heilung. Die sich bildende Narbe wird ganz klein. (S. a. Hüftlahme.)
Es kommen noch in Betracht: Elektrizität und Massage. Von beiden habe ich schon sehr schöne Erfolge gesehen und rate daher zu deren Anwendung bei allen wertvollen Tieren, wo es sich lohnt, täglich Besuch zu machen und täglich die Übungen selbst vorzunehmen. Man kann aber die Ausführung nicht dem Personal überlassen, es #9632;wird nicht recht gemacht, oder es geschieht gar nicht, es wird die Krankheit nicht gebessert, sondern verschlimmert und die Verantwortung und Undank bleiben dem Tierarzt. Es empfiehlt sich zu diesen beiden noch Ichthyoleinreibungen 60/oig zu machen.
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Wunden der Schulter.
L i t to r a t ur : Hauhner, Scliulterwunde b. Pferd. Sachs. Jlib. 1859/60, p. 48. Lyon. Tzsch., Verletz, d. Schulterg-elenkes. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1861, p 55. Leisering, Vernachlässigtes Hoblgcschwür a. d. Schulter. Sachs. Jhh. 1869, p. 40.
Oberflächliche und durch die Haut in die Muskularis dringende Wunden an der Schulter zeichnen sich durch nichts Besonderes aus. Es tritt in der Regel ziemlich starkes Klaffen ein. Die Blutung ist verschieden stark je nachdem Gefässe getroffen sind. Tiefgehende Wunden mit Verletzung des Knochens, oder Eindringen der Wunde am hinteren Rande des Schulterblattes heilen sehr schwer, wegen der fast beständig stattfindenden Bewegung und der leichten Versenkung von Wundsekret in dem lockeren Bindegewebe unter der Schulter.
Aetiologie: Oberflächliche Verwundungen der Schulter kommen zahlreich vor durch Geschirreinwirkungen. Tiefgehende sind selten. Es gehören dazu grosse Gewalten: Anrennen, Niederstürzen in heftigen Gangarten und auf hervorragende mehr oder minder spitze Gegenstände. Haubner sah eine grosse Schulterwunde durch Anstossen an einen Wagen. Ich habe eine geschwürige, tiefe Schulterwunde behandelt, welche infolge des Auftreffons eines stürzenden Baumastes entstanden war. Schultergelenkverletzung wurde in Lyon beobachtet durch Eindringen eines 10 cm. langen Nagels.
Klinisches Bild: Je nach der Tiefe der Verletzung, der Art und Zahl der verletzten Teile, sowie dem Alter und der seitherigen Pflege der Wunde verschieden. Das Lahmgehen kann geringgradig sein oder es ist dasselbe stark, namentlich bei Knochenverletzung. In dem von Haubner beobachteten Falle konnte mit der Hand eingegangen und Knochensplitter entfernt werden. Leisering hat ein Hohlgeschwür
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724nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Euptur der Schultermuskeln.
unter der Schulter beobachtet, welches durch Vernachlässigung entstand und das vom 2., 3. und 4. Dornfortsatz an der unteren Fläche der Schulter sich weiter erstreckte. Dasselbe war angefüllt mit Jauche von aashaftem Geruch. Es erfolgte der Tod. Bei dem in das Gelenk eingedrungenen Nagel tloss eine Zeitlang Synovia. Ich habe beim Pferde in das Schultergolenk mit einem Troikart eingestochen, eine Drainage-röhre eingeführt und dadurch keine Lahmheit erzeugt. Zugleich ein Beweis, dass die Weber'sche Theorie, dass der Luftdruck die Gelenke aneinandorhalto und die Muskulatur eigentlich wenig leiste, weil sich die Extremitäten durch Pendelschwingung bewegen sollen #9632; hier nicht richtig ist.
Prognose: -le nach dem verletzten Teile, dein Grade und Alter der Verletzung ist die Prognose verschieden. Splitterungen der Schulter, Perforationen derselben; geschwürige Kanäle hinter der Schulter, Ab-scesse daselbst sind sehr vorsichtig zu beurteilen, weil manchmal durch Fieber und Sepsis das Leben bedroht ist, oder dort die Heilung sehr lange Zeit in Anspruch nimmt und unter Umständen nicht vollkommen geschieht.
Therapie: Breites, tiefes, rücksichtsloses Spalten, damit keine Versenkungen entstehen können, ist notwendig. Entfernen der Fremdkörper. Frische Wunden werden antiseptisch mit Berieselungen, Drai-nagen, eventuell Anlegung passender Nähte, behandelt. Alte geschwürige Wunden werden mit Adstringentien, besonders von metallischen Präparaten, Vitriolen, Jod u. dgl. behandelt. Es ist in dem Kapitel Geschwüre, Helkologie das Allgemeine weiter angegeben. Schultergelenks-wunden sind in 7 Tagen durch Sublimatpasten 1 : 5U gebeilt worden. Ruhe und Hängegurte ist zweckmässig.
lluptur der Schultermuskelii.
Litteratnr: B 0 U1 e y , Bnglähme b. Pf, Kec. 1865, Mai. Q ü n t h e r, Topograph. Myologie d. Pf'., p. 273. Voigt län dor, Muskelzerroissung b. Pf. Sachs. Jhb. 1871, p. 52. Nasso, Zerroissung verschied. Sohultermuskeln b. Pf. La Clin. Bd, VI, p. 43. Jhb. 1888, p. 109. Möller, Klinische Diagnostik.
Aetiologie: Es gehören sehr bedeutende Einwirkungen dazu, nm die starken und meist noch geschützt gelagerten Schultormuskeln zu zerreissen. Da in der Regel nur das Pferd durch enorme Kraftleistungen in die Lage kommt, diese Muskeln zu zerreissen, so finden sich die spärlich vorhandenen Angaben über derartige Erkrankungen auch nur über Muskelzerreissungcn beim Pferde.
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Ruptur der Schultermuskeln.
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Klinisches Bild: Yoigtländer fand bei einem Reitpferde, welches seit 8 Tagen vorne rechts sehr stark lahm ist und dies plötzlich beim Wenden geworden sei, dass die Lahmheit durch die Bewegung stärker wurde und class der Vorderschenkel nur sehr mühsam und dabei kreuzend vorwärts bewegt wurde. An der Schulter am Ellbogenstrecker war an einer Stelle eine kleine Einsenkung, darunter eine Anschwellung und sehr grosse vermehrte Wärme. Bouloy hält die Ruptur der Seimen des hinteren Grätenmuskcls (M. infraspinatus) als die häufigste Ursache der Schulterlahmheit. Er hat denselben abgeschnitten und dadurch eigentümliche Lahmheit, beim Belasten einen sehr stark nach aussen vortretenden Winkel am Buggelenkquot; beobachtet. Günther sagt über die Quetschungen der Endsehne des M. infraspinatus: Das Pferd wird dadurch tief lahm, jedoch hat die Haltung des Vorder-sclienkels etwas ganz Charakteristisches: das Tier setzt den Schenkel stets mit dem Eusse nach aussen, nimmt dann die volle Last auf, vermeidet aber mit grosser Ängstlichkeit die Entfernung des Buggelenkes vom Rumpfe. Möller fügt noch bei; Solange beide Schenkel gleich-massig belastet sind, treten in der Regel keine Abweichungen hervor. Sobald aber beim Gehen der von der Lahmheit betroffene Schenkel allein die Last aufgenommen hat und senkrecht unter dem Rumpfe steht, weicht das Schultergelenk, zuweilen auch das Ellbogengelenk plötzlich vom Rumpfe ab, so dass sich zwischen Brust- und Armbein zuweilen ein handbreiter Raum findet. Nach einiger Zeit tritt Atrophie in den beiden Grätenmuskeln, sowie im M. deltoideus und tores minor auf. Nasso hat durch Gegenrennen gegen einen Baum Zerreissung des M, serratus anticus major, des subscapularis und des pectoralis gesehen, beim Aufstützen rückte das Schultergelenk vom Rumpfe ab, so dass eine Höhlung zwischen beiden entstand. Möller ist der Ansicht, dass In diesem Falle noch dazu eine La Innung des Nervus supra-scapularis vorlag.
Prognose: Ungünstig. Auch in dem Falle Voigtländer musste das Tier wegen Unheilbarkeit getötet worden. Wenn mit der Muskelruptur nocli Nervenzerreissungen und Lähmungen verbunden sind, wird die Prognose quoad restitutionem noch übler,
Therapie: Bei entzündlichen Zuständen kommt der antiphlo-gistische Apparat in Anwendung. Kalte Berieselungen, Aufschläge, Lehm mit Eis, später reizende Einreibungen, Massage, Elektrizität, Injektionen von 5lO'Voigem Kochsalz, Ruhe und Hängegurte.
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726nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kontraktion in der Anconäengruppe.
Kontraktion in der Anconiiengrnppe.
Litter a tur: Kitt, Interstitielle Myositis fibrosa d. Oberarmmuskulatur b. Pf. M. Jhb. 1884/85. Möller, Kontraktur d. Anconäengruppe. Kl. Diagnostik.
Möller hat über nachstehenden Fall berichtet: Ein Pferd hat vorne und zwar nur links eine hochgradig vorbiegige Stellung im Fessel, die jedoch bei aul'gehobcneni rechten Vorderfusse fast vollständig verschwindet. Die Anconäengruppe ist stark angespannt und verdickt, die Muskeln sind ungewöhnlich hart und fest, auch im nichtkontrahierten Zustande. Schmerzen sind weder bei der Belastung noch bei Druck auf die Muskeln vorhanden. Das Ellbogengelenk ist abnorm weit offen, der Gang unsicher, der Schritt verkürzt, das Pferd ist jedoch im schweren Zuge brauchbar. Kitt beschreibt eine interstitielle Myositis fibrosa in der Oberarmmuskulatur, welche von Möller hieher gerechnet wird.
Die Prognose ist ungünstig.
Therapie: Peuchtwarme Einpackungen mit nachfolgenden kalten Douchen, energische Frottationen mit Reisbürsten. Bayer hat Veratrin-injektionen subkutan angewandt, anfangs 0,05 und allmählich ansteigend bis auf 0,1. Auf diese Injektionen tritt lokaler Schweissausbruch ein, die Tiere werden sehr unruhig, weshalb sie beaufsichtigt oder umhergeführt werden müssen. Ich habe auf Veratrininjektionen grosso Anschwellungen ohne Abscessbildung gesehen.
#9632;
Kriinipfe der Anconäengruppe.
Litteratur: Siedamgrotzky, Krankhafte Bewegung d. Vorderschenkels b. Pf. Sachs. Jhb. 1875, p. 48. Möller, Abnorme Streckung des Ellbogengel. Diagnostik, p. 172.
Siedamgrotzky teilt folgende Beobachtung mit: Ein schon längere Zeit dummes Pferd habe seit Jahresfrist ab und zu seit 46 Wochen Krämpfe gezeigt, wie jetzt, welche wieder verschwanden. Das Tier zeigt in der Ruhe die Erscheinungen des Kollers, sobald man es zum Gehen veranlasst so zieht es das vordere linke Bein krampfhaft in die Höhe, schiebt es nach vorne und setzt es tappend nieder. Es geht als ob es über einen hohen Gegenstand treten sollte. Diese hohe Bewegung kommt viel rascher und intensiver, wenn das Pferd rasch und kurz mit dem Vorderteil gedreht wird. Es ist keine Abnormität festzustellen. Siedamgrotzky diagnostizierte Erkrankung des Armgeflechtes, verordnete Morphiuminjektionen, worauf anfangs Milderung, später Verschlimmerung eintrat, auch Veratrin 0,0G wurde vergeblich angewandt. Später zeigten sich noch Krämpfe am Kopfe, den Ohren, Lippen, der
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Atrophie der Grätenmuskel.
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Krampf in dem vorderen linken Beine wurde so heftig, dasa das Tier schliesslich auf 3 Beinen hüpfte. Es ging ungeheilt ab. Möller sagt, dass diese Kontrakturen in geringen Graden bei allen struppierten Pferden mit vorbiegiger Stellung vorhanden sei, er hat auch Schütteikrämpfequot; in der Anconäengruppe beim Pferde gesehen. Im Stande der Ruhe trete bei hochgradiger Kontraktur eine starke Plexion des Ellbogens ein.
Die Prognose ist ungünstig.
Therapie: Siedamgrotzky hat vergeblich Morphium- und Veratrininjektionen angewandt. Von Möller ist keine Therapie angegeben. Ich habe ein sehr edles Pferd mit Krampf der Anconäengruppe, welches schon vor mir zwei Tierärzte vergeblich behandelt hatten, einige Monate mit sehr verschiedenen Mitteln behandelt, ohne nennenswerte Besserung erzielen zu können. Es war bei diesem Pferde noch einseitig eine Beugesehnenentzündung und beiderseits Zwanghufbildung zugegen. Diese Übel wurden wesentlich gebessert, die zuckende Bewegung war aber an dem Beine ohne Sehnenentzündung stärker und konnte nur geringgradig gebessert werden.
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Atrophie dor Orätenmuskel.
Litteratur: Vilatte, Buglähme durch blasse geschwundene Muskel. Rec. 1854, p. 78. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1855, p. 48. Günther, Muskelatrophio der beiden Grätenmuskel. Gurlt u. Ilertwig 1865, p. 221. Roloff, Atrophie d. hint. Grätenmuskel. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müll. u. Rol. 1874, p. 137. Siedamgrotzky, Atrophie der Schulterm. Sachs. Jhb. 1878, p. 59. Biet, Idiopathische Atrophie d. Schulterm. Arch. 1884, p. 281.
Infolge von mangelnder Bewegung und geringer Ernährung verschwindet ein Teil der kontraktilen Muskelsubstanz, ein Zustand, welcher als Inaktivitätsatrophio bezeichnet wird. Durch eine Reihe lokaler Einflüsse, Geschwülste, Nervenkrankheiten etc. kann ebenfalls Atrophie entstehen. Es kommt jedoch, ohne dass derartige Ursachen bekannt wurden, bei Pferden zu einer derartigen hochgradigen sogenannten idiopathischen Atrophie eines oder der beiden Grätenmuskel einer Seite, dass dortselbst bei sonst wohlgenährten Tieren tiefe, breite Furchen gebildet werden. Siedamgrotzky teilt von einem Falle mit: dass ein 6jähriges Reitpferd seit 23 Monaten schulterlahm war, tiefe, lange Gruben an dem rechten Schulterblatte besass, so dass man die Härte dpa Schulterblattes hindurchfühlen konnte. Roloff hat Atrophie infolge übermässiger Anstrengung gesehen. Ich habe mehrere Fälle bei Zugpferden beobachtet, in denen die Atrophie ganz
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728nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Neuritis und Lähmungen an der Schulter.
allmählich eintrat, ohne dass eine bekannte Ursache eingewirkt hätte. Die Zeit welche Günther und Koloff angeben, ca. 0 Monate, reicht Yollständig zur Entstehung des Leidens aus. Siedamgrotzky hat dasselbe nach 23 Monaten entstehen sehen.
Klinisches Bild: Zu den genannten anatomischen Veränderungen treten noch liewegungsstörungon. Die Pferde geiien gebundenquot;, das Bein wird nicht soweit vorgeführt wie das gesunde und wird während des Vorschwingens nicht so hoch erhoben. Im Trabe tritt zunehmend Btftrker werdende Lähmung auf, auch die Stützfähigkeit des Beines wird beeinträchtigt.
Prognose: Quoad vitam günstig, quoad restitutionem ungünstig.
Therapie: Siedamgrotzky hat, da das Pferd gegen Elektrizität zu empfindlich war, tiefe Skarifikationen und Einreibungen von 01. thereb. 30, Llq. Ammon. 60, Splr, oamph. und saponat, aa. 100, vorgenommen. Es bekam dadurch Wundfleber und Eiterung. Durch den entstandenen Abscess wurde ein Haarseil in der ganzen Grubenlänge gelegt. Nach 18 Tagen war die derart gereizte Schultergräton-grube fast ausgefüllt, aber das Pferd lahmte so stark wie zuvor. Durch ein zweites Haarseil durch die vordere Schultergrube, wurde auch diese in 14 Tagen ausgefüllt, ohne Erfolg auf die Gangart zu haben. Das Pferd ging ungoheilt ab. Bruijn wandte ebenfalls Hautreize, Eiterbänder und das Glüheisen an. Da die atrophischen Teile nach Vil-late blass und trockenquot; aussehen, so ist eine reizende Behandlung um Blut- und Säftezufuhr, für bessere Ernährung und Innervation zweifellos angezeigt. Dies wird auch erreicht werden durch feuchte Wärme mit wechselnden kalten Douchen, Injektionen von Veratrin 0,050,1 oder Kochsalz 510% ig, der Hcrtwig'schon Kur und vielleicht konstanter Ströme. Massage durch systematisches Klopfen mit passenden Holzhämmern und Walken mittelst Gummiwalzen, wie letztere von Bayer konstuiert wurden, erscheint angezeigt. Ich habe in einem Ealle diese letztgenannten Mittel angewandt, ebenfalls eine verbesserte An-füllung der Grätenrinne, aber kein besseres Gehen erreicht.
Neuritis und Lälimungeu an der Schulter.
Litteratur: II oll m a n n , Kontusion des Plexus braoliialis. Gurlt u. Ilertwig1 18Q0, p. 284. Klinik Alfort, Vollständige Paralyse eines Vorderbeines durch zu langes Liegen im gefesselten Zustande b. Pf. Pec. 1802, p. 05. Ber. üb. Leist. i. Geb. d, Thk. 1862, p. 35. B o u 1 e y , Tntermitt. Schwäche der Vorderfüsse b. Pferd. Ihd. Günther, Atrophie der Oberschulternerven. Gurlt u. Ilertwig 1865, p. 215. Hühner, Neurasthenie der vord. Gliod-massen. Sachs. Jhb. 1884, p. 92.
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Neuritis und Lähmungen an der Schulter.
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Günthei1 hat den Oberschulternerven durclisclinitteu und Lahmheiten mit Atrophie erzeugt. Derart operierte Tiere zeigton, solange die Last auf den Vordersclienkeln n'leichrniissig- getragen wurde, keine abnormen Erscheinungen, sobald aber das Pferd seine Stellung änderte, so wichen die unteren Enden des Schulterblattes des Bugbeinos und Ellbogens vom Brustkasten ab und nach aussen. Das Bnggelenk trat im starken Winkel nach aussen und vorne, so dass zwischen Brust und Ellbogen ein handbreiter Baum entstand. Bei der Bewegung im Schritt wurden die Schenkel wenig weit nach vorne gebracht, beim Stützen wich das Buggelenk plötzlich vom Rumpfe ab nach aussen, die Körperlast kam so rasch nach vorne über, dass der Huf nach innen über die Medianlinie stützte. Bug- und Ellbogengelenk standen dabei weit von der Schulter ab. Günther glaubt, dass Erkrankungen mit solchen Polgen auftreten können durch mechanische Einwirkung auf den Nerven: Anstossen im raschen Laufe an einen Baum oder Pfeiler mit der Schulter, dem Bug oder quot;Widerrist, oder durch grosso Anstrengungen beim Werfen. Hollmann hat folgenden Fall: ein Pferd ist durchgegangen und sehr gejagt worden, vielleicht auch ausgeglitten, gestürzt oder angerannt. Es konnte das rechte Vorderbein nicht mehr gebrauchen. Hollmann fand, dass es dasselbe senkrocht stellte und den Boden nur leise berührte. Beim Vorführen konnte es dasselbe nicht hochheben, stiess mit der Vordertläche gegen eine Schwelle, das Bein sank willenlos und nur nach seiner Schwere nieder und die Schenkel wurden geschleppt. Die lokale Untersuchung ergab keine Abnormität, nur beim Abbiegen nach aussen entstand Schmerz. Das Tier wurde nach einiger Zeit getötet und man fand mehrere Nerven zwischen dem AchselgeHecht, gegenüber der zweiten Rippe, teils höher injiciert, teils gelblich und etwas Exsudat dazwischen. Die Muskeln waren gesund. An der Klinik zu Alfort wurde beobachtet, dass ein Pferd, welches an Leist gebratint wurde und lange am Boden lag, nach dem Aufstehen eine vollständige und unheilbare Paralyse an dem einen Vorderbein bekommen hatte. Man fand bei der Sektion eine Knochengeschwulst an der zweiten Kippe, welche im Liegen das Nervengeflecht gedrückt hatte. Ausserdem war Thrombose in der Armarterie. Hühner hat Eolgendes mitgeteilt: Ein Pferd war ohne bekannte Ursache im Stalle gestürzt und konnte sich nicht mehr erheben. Nachdem das Tier aufgehoben Avar stand es ruhig und ganz normal. Beim Umdrohen ging das Pferd sehr langsam. Sollte das Pferd vorwärts bewegt werden, so blieben die Extremitäten in Bengestellung, und das Pferd fiel nieder. Zog man ihm die Beine gerade, so konnte
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730nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Neubildungen an der Schulter.
es sich erheben und stehen. Müller sagt über die Lähmung des Armgeflechtes namentlich des N. axillaris und der N. pectorales: Der Schenkel wird nachgeschleppt oder ist überhaupt unfähig auszuschreiten. Bei Pferden sind Paralysen des ganzen Armgeflechts bisher mit Sicherheit nicht nachgewiesen, wenn man von zentralen Lähmungen, die meist beiderseitig auftreten, absieht.quot; (Bei Hunden hat aber Möller öfters derartige Lähmungen beobachtet). Die stützende Funktion des Schenkels ist hiebei nicht ausgeschlossen, sondern kann erfolgen sobald der Schenkel in die erforderliche Lage gebracht wird, das heisst, wenn durch Senkung der Fessel nach unten die Beugesehnen in Spannung gebracht werden.
Prognose: Vorsichtig bis ungünstig.
Therapie: Das Einzige was Erfolg verspricht ist die beharrliche Anwendung der Elektrizität odor sehr heftig reizend wirkende Injektionen und Hautreize.
Neubildungen an der Schulter.
Litteratur: Harrison, Fungus hämatodes a. d. Schulter b. Pf. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1841, p. 32. S i e d a m g r o t z k y , Teleangiektatisches Hämatom a. d. Schulter. Sachs. Jhb. 1873, p. 63.
Abgesehen von den Neubildungen an der Schulter, welche durch Psorospermien veranlasst werden, den sogenannten Schulterbeulen u. a. sind noch besonders zu nennen die Blutgeschwülste, Hä,matonie. Harrison fand einen sogenannten Blutschwamm, Fungus hämatodes von der Grosse eines Gänseeies an der Schulter. Die Geschwulst war hart und beweglich und konnte durch Exstirpation geheilt werden. Siedam-grotzky fand über dem Schultergelenk eine Geschwulst, die innerhalb acht Wochen die Grosse eines ü Pfund schweren Brodlaibes erreichte, sie war massig umschrieben, starkwandig, fluktuierend und wenig vermehrt warm. Auf Punktion entleerte sich schwarzes Blut. Siedamgrotzky machte 4 Tage Essigwaschungen und stach dann ein, entfernte massenhaft angehäuftes Blutgcrinsel, bekam jedoch eine so grosso Blutung, dass dasselbe halbarmstark hervorschoss und ein Stalleimer in kurzer Zeit angefüllt war. Die Höhle wurde ausgefüllt mit Essigtampons und durch 3U Stunden kalte Douchen angewandt. Das Tier wurde sehr schwach, zitterte und verschmähte das Futter. Als andern Tags einige Tampons entfernt wurden, trat wieder Blutung ein, die gestillt wurde. Nach 8 Tagen erfolgte Eiterung. Das Tier starb unter Erscheinungen der Sepsis. Mikroskopisch wurde eine Kapillarwucherung, somit teleangiektatisches Hämatom, festgestellt.
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Verrenkungen am Schultorgolenk.
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Yerrenkungen am Schultergelenk.
Litteraturt Delwart, Schultergelcnkverronkung b. Pf. Bei-, üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 16. Delorme, Verstauchung d. Sohultergelenks. Reo. 1854, p. 161. IbcL 1855, p. 48. Abraham, On scapulo-humeral. dislocation in the horse. The Vet. 1884, p. 889. Jhb. 1884, p. 109. Smith, Luxation de l'epaule. L'echo bolg. 1888, p. 169. Ibd. 1888, p. 138. Rod-loff, Luxat. d. Schultergel. b. Pf. Ilertwig, Chir. p. 556. Madhorez, Luxat. d. Schultergel. b. Pf. Ibd. Matheron, Luxat. d. Schultorgel. b. Kalbe. Ibd. H e rtw i g , Luxat. d. SchnUergel. b. Pf. u. Ilund. Ibd.
Aetiologie und klinisches Bild: Die Fälle von wirklicher Verrenkung, Luxation im Schultergelenk, sind sehr selten. Theoretisch liisst sich alles Mögliche konstruieren. Beim Menschen bilden die Luxationen des Schultergelenks 52 0/o aller Luxationen. Abraham hat einen Fall beobachtet beim Pferde. Es war mit der Luxation zugleich eine Fraktur des Schulterblattes zugegen. Das Tier wurde nicht geheilt. Delorme hat beobachtet: Auswiirtsstellen des kranken Beines, Mähen bei der Vorwärtsbewegung, Schleppen beim Zurücktreten. Sie-damgrotzky und Bayer erwähnen die Luxation der Schulter gar nicht, ebenso nicht, Möller. Hertwig sagt: Die Verrenkung entstehe durch Überspringen von Gräben mit steif gehaltenen Vorderbeinen und dabei Anstossen, Stürzen in Gräben mit unter die Brust gelegten Fiissen, Steckenbleiben in zähem Boden und zu grosser Anstrengung um herauszukommen. Als Erscheinungen sind von Hertwig angeführt: Plötzliche Steifigkeit des Beines, dasselbe erscheint verkürzt, die Formation des Gelenkes ist verändert, Bewegungen verursachen grossen Schmerz.
Prognose: Wenig günstig, aber nicht absolut schlecht. Rodloff' und Mathorez haben beim Pferde Heilungen erzielt. Die weiteren von Hertwig angeführten Fälle sind nicht näher angegeben.
Therapie: 1) Reposition und 2) Rctension. Hertwig sagt: Das Pferd soll niedergelegt und das kranke Bein durch 28 Mann in der Richtung angezogen werden, dass zunächst eine Dehnung und hierauf ein Einschnappen erfolgen kann. Letzteres geschehe mit lautem Ruck. Die genannten und beschriebenen Verbände, hosenähnliche Bandagenquot;, können die Retension nicht erzielen. Es wird daher zu empfehlen sein, nach der Reposition das Pferd in eine Hängegurte zu stellen und eine Scharfsalbe einzureiben.
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Unvollständige Verrenkung, Subliixation des Schultergelenkes.
Dieses Leiden, welches wahrscheinlich häufig sein wird, besteht unter den Erscheinungen, die gewöhnlich als Buglähme, Buggelenkslähmequot;
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Entzündlichlaquo; Erkrankung des Schultervorarmbeinmuskels oto.
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vorgeführt werden. Mangelhafte Bewegung des Hangbeines, also verminderte Aktion im Vorführen des Beines; dasselbe greift nicht weit genug vor, wird nicht hoch genug vom Boden erhoben und das Stützen ist mangelhaft, es wird somit auch der Akt des Stützbeines unvollkommen ausgeführt. Dazu kommt Anschwellung, Hitze und Schmerz am Schultergelenke. Die Prognose ist vorsichtig zu stellen. Die Therapie ist unter Schult erlahme genannt.
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Entzümllicho l'lrkraiikung des Sclmltervorarmbeinmuskels, Langer Strecker des Yorarnies. M. biceps brachi.
In mehreren Füllen habe ich eine ganz deutlich ausgesprochene Lahmheit durch entzündliche Erkrankung genannten Muskels beobachtet. Aetiologie: Übermftssige Anstrengung.
Klinisches Bild: Die Pferde gehen nach längerer Zeit Trabbewegung lahm. Bis jetzt habe ich das Leiden nur bei Einspännern,
die übermässige Trableistungon auf
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bergigem Torrain zu hringen hatten, beobachtet. Anfangs, wenn die Tiere ausgeruht ans dem Stalle kommen, lahmen sie nicht oder nur wenig. Durch den Gebrauch tritt die Lahmheit stärker auf. Bei näherer Untersuchung des kranken Beines sind alle übrigen Teile in Ordnung, an dem zum Vorarm führenden Muskel unter der Schulter ist deutlich vermehrte quot;Wärme zu konstatieren und auf Druck mit der Hand
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von vorne her auf den Muskelbauch
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Fig. 119. Griff zur Diagnose illaquo; Etktaaknn des Musk, biceps brachii.
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ausgeübt, entsteht deutliche, sogar hef-
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tige Schmerziiusserung. Die Lahmheit selbst ist dadurch ausgezeichnet, dass das Bein beim Vorschwingen niciit so hochgehoben und nicht so weit vorgeführt wird wie das andere. Es wird schleppend bewegt, es besteht somit eine Lahmheit des Hangbeines. Prognose: Günstig. Die mir bis jetzt vorgekommenen Fälle heilten nach 14 Tagen bis 8 Wochen vollkommen.
Therapie: Massage und Ichthyoleinreibungen. Ich kenne wonig Lahmheiten, die so prompt auf die Massage besser werden. Wenn das Pferd stark lahm geht und es wird in passender Weise massiert, so geht es vom Platze hinweg viel besser als zuvor. Auch erfolgt die
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Dislokation des Musk, biceps brachii.
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Besserung andauernd und täglich auf die Massage. Die 5 %igen Ich-thyoleinreibungen werden zweckmässig vor der Massage vorgenomnicn. Ohne diese Behandlung heilt das Leiden nicht oder jedenfalls nur sehr langsam. Ich habe mehrere Fälle in kurzer Zeit geheilt, die vorher lange vergeblich behandelt waren.
Dislokation des Musk, biceps brachii.
Litterafcur: Dominik, Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerhicb u. Leiser. 1856, p, 00.
Ein Pferd war mit dem Wagen durchgegangen und hatte sich schliesslich im Stangenholz festgefahren. Nach 4 Stunden wurde es aufgefunden. Es stand gloichmässig auf allen 4 Beinen, das rechte Buggelcnk bedeutend angeschwollen: Das Schulterblatt lag oben zurück und war unten vorgeschoben, so dass ein spitzer Winkel gebildet wurde. Die ganze Sohulterpartle erschien wie geschwunden. Bei Bewegungen, die mit dem passiven Bein ausgeführt wurden, war nur geringer Schmerz. Das Tier schleppte beim Gehen das Bein und setzte es in der Streckung gerade nieder. Nach Vi Jahr wurde, weil keine Besserung eintrat, das Tier getötet, und oben genannter Befund bei der Sektion festgestellt.
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LiiInnung der EUbogeiistrccker, lladialisläliimmg.
Litteratur: Leblanc, Übordelmung' d. äuss. Seliulterollljogenmuskel. Hull, de l'Acad. 1850, p. 740. Der. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1850, p. 53. Möller, liähmung der Ellbogenstreokci1, Radiiilisliüiimuig'. Aroh, 1875, p. 147. Kl. Diagnostik 181)0, p. 158 ü'. Munkcl, Lähmung des Nervus radialis. Roloff u. Schütz 1883, p. 34.
Leblanc berichtet, dass ein Pferd nach sehr schwerem Zuge plötzlich lahm wurde und Symptome zeigte, die zur Verwechslung mit Beinbruch führen konnten. Das Pferd konnte nicht auf das vordere linke Bein aufstehen, dasolbe wurde gebeugt gehalten, der Ellbogen war herabgesunken, die Zehenwand berührte den Boden. Bei der Bewegung wurde das Bein in einer Zickzacklinie wie loblos nach vorne getragen und es konnte sich damit nicht stützen. Nach 30 Tagen vergeblicher Behandlung wurde das Tier getötet. Leblanc fand die Muskeln an genannter Stolle sehr gedehnt, schlaff und entfärbt, sonst aber keine Veränderung. Möller teilt die Radialislähmung ein in a) vollständige und b) unvollständige. Bei a) verharrt das Bein dauernd in Flexionsstellung. Das Schultergelenk ist stark gestreckt, das Ellen-
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734nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Zerreissung-en der Muskeln und Sehnen am Arm und Vorarm.
bogengelenk liegt tiefer als normal, alle anderen Gelenke sind in Beugestellung. Der Schenkel ist unfähig diejenige Streckstellung anzunehmen, welcher zur Belastung erforderlich ist, und bei dem Yersuche, mit demselben aufzutreten, bleiben die Gelenke in Beugestellung, so dass das Tier nur mühsam wenige Schritte machen kann. Bei der unvollkommenen Lähmung besteht nach Möller namentlich die Funktion des äusseren Vorarmstreckers fort, man sieht bei der Aktion dessen Anspannung ganz deutlich, während die übrigen Muskeln wie eine schlaffe Wulst bewegt werden. Möller ist ebenfalls der Ansicht, dass das Leiden durch besonders schweren Zug, mechanische Läsionen entstehen kann. Bis jetzt unbekannte Einflüsse müssen aber auch noch angenommen werden, da Möller in einem Jahre keinen Fall, im folgenden 7 solche innerhalb 6 Wochen gesehen hat. Bayer hat zwei Fälle beobachtet. Ich habe beim Pferde bis jetzt noch keinen gesehen. Beim Hunde hat Möller ebenfalls ähnliche Lähmungen gesehen. Die Erscheinungen waren im allgemeinen dieselben wie beim Pferde, bei doppelseitiger Lähmung rutschen die Tiere zuweilen auf den stark flektierten Carpalgelenken. Einseitige Lähmung mit den genannten Erscheinungen habe ich bei Hunden mehrmals beobachtet.
Prognose: Quoad vitam günstig, quoad restitutionem ungünstig.
Therapie: Bayer giebt an, dass den Besitzern die Geduld ausging. Möller hat keine Behandlung mitgeteilt. Es werden somit die allgemeinen Regeln gegen Lähmungen Qiltigkeit haben: Massage, Elektrizität, Reizmittel, Injektionen von Veratrin 0,06 Kochsalz 10% ig. Feuchtwarme Einpackungen und kalte Douchen und Begiessungen.
Zerreissungen der Muskeln und Sehnen am Arm und Yorarm.
Ijitteratur; Knoll, Zi;rreissung d. vord. Strecker d. Phalangen b. Pf. Rep. 1854, p. 217. Hertel, Totale Zcrreissung sämtlicher sich am Ellbogen anheftenden Muskel beim AVerfen. Lange Zeit vergebl. Behandlung u. Tod. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Roloff 1872, p. 158. Sussdorf, Sehnen-zorreissung beim Fohlen. Ztschr. f. Tm. 1887/83.
Muskelzerreissungen an den oben genannten Partieen sind mir aussei1 den genannten nicht bekannt geworden. Knoll beobachtete ein 2 Tage altes Fohlen, welches sich nicht auf den Beinen erhalten konnte, trotzdem nichts Abnormes nachzuweisen war. Das Tier wurde getötet und bei der Sektion fand man am rechten Beine eine vollkommene Ruptur des Muskelbauches des vorderen Streckers der Phalangen (M. digitorum communis). Die Muskelköpfe waren schwarz mit Blut infiltriert. Am linken Beine war die Zerreissung desselben Mus-
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Angeborene Muskelatonie bei jungen Tieren.
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kels 7 cm. über dem Vorderknio nur unvollständiger. Der Muskelbauch war mit Ecchymosen durchsetzt. Sussdorf hat eine ähnliche Zerreissung beim 3tägigen Fohlen beobachtet, welches ebenfalls getötet war. Derselbe Muskel war beiderseits aber etwas tiefer gerissen. Sussdorf glaubt, dass eine starke Sehnen- und Muskelkontraktur, eine Sehnenentzündung und Produktion von Granulation schon intra uteri die Zerreissung bedingte. (Vgl. später Sehnenzerreissungen.)
Angeborene Muskelatonie bei jungen Tieren.
Litter a tur; Armatage, Observations on certain malformations of the limbs of young animals. Edinburg. Vet. 1867. Leisoring, Thk. 1867, p. 636.
Die jungen Tiere stehen unsicher und scheuen sich die Stellung zu verändern. In der grössten Zahl der Fälle leiden die Vorderfüsse, selten die hinteren, immer aber die gleichnamigen Gliedmassen gleichzeitig, niemals eine einzelne, oder eine vordere und eine hintere Ex-tremität. Die Krankheit könnte mit Rheumatismus, Sohnenkontrak-turen oder Anchylosis verwechselt werden, doch fehlt jeder Schmerz beim Druck, jede Verdickung etc. Die eigentliche Natur der Krankheit sucht Armatage in einer ungleichen Verteilung der Muskelkraft. An den Vorderbeinen sind es vorzugsweise der Extensor metacarpi magnus und der Extensor pedis sowie Plexor metatarsi, die sich in einem weichen und welken Zustande befinden, und überhaupt dünner und schwächlich entwickelt sind. Eine Therapie ist bis jetzt unbekannt.
Erkrankung der Lymphdrüsen der vorderen Oliedmasscn.
Bei Infektionskrankheiten, namentlich bei Rotz, kommt es nicht selten zu einer entzündlichen Affektion der Armdrüsen. (Gland, bra-chialis inferior). Dieselben schwellen an, sind schmerzhaft und bedingen chronische Lahmheit. Diese ist viel öfters links wie rechts. Schütz glaubt, dass die Einmündung des Milchbrustganges (Ductus thoracicus) in die linke Achsolvene ursächlich sein könnte. Möller giebt an, dass dadurch eine Verkürzung und Verlangsamung der ausschreitenden Bewegung entsteht. Bei näherer Untersuchung findet man die angeschwollenen, harten, vielleicht schmerzhaften Drüsen an der inneren Seite des Armbeines, etwas über dem Ellbogengelenke.
Die Prognose ist ungünstig bis schlecht.
Therapie: Eine solche wird bei Rotzvordacht vorerst hier zu Lande nicht eingeleitet, sondern Anzeige an die Polizei erstattet und das Tier getötet.
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736nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Stollbeule, Stollbcutel, Stollschwamm, Ellbogenbeule.
Slollbeule, Stollbeutel, Stollsclnvamm, Ellbogeiibeule.
Litterutur: S o h r a d e r, Abbinden der Stollsohwämme. Gurlt u. Hörtwig 1842, p, 213. Youatt, Krebs a. Eilbog. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43,11.22. B e 0 k , Stollbeulen. Eep. 1848, p. 171. P fist crer, Stollbeulen, 29 Pfund schwer. Tztl. Zeitsohr. 1850, p. 88. Hartwig, Stoll-beulen. Gurlt u. llertwig 1851, p, 500. Heckmejer, Stollbeulen. lier. Uli. Leist. i. Geb. d. Thk. 1852, p. 58. G r e v e , Frische Stollbeulen. 1858/59. Arnsberg, Abscess am Ellbogen b. Rind. Mitt. a. d. tztl. Fr. Gerhich 1800, p, 145. Seh rader, Traumatischer Abscess a. Eilbog. Ihd. p. 146. A m m o n , Über Stollbeulen. Der Pferdearzt 18G2, p. 58. Schmelz, Über Stollbeulen. Mitt. a. d. tztl. Fr. i. Kurh. 186264, p. 67. Becker, Über Stollbeulen. Mitt. a. d. tztl. Pr. Hertwig 1865, p. 159. Di ockerhoff. Über Stollbeulen. Mitt. a. d. tztl. Pr. Rolofif u, Schütz 1877/78, p. 92.
Geschwülste die ihren Sitz am hinteren Bande des Ellbogens besitzen, bezeichnet man als Stollbeulen oder Stollschwämme. Dieselben haben verschiedene Grosse und Form. Haselnussgross bis zu solchen, die nach der Exstirpation 29 Pfund wogen, wie von Pfistor eine entfernt wurde. Der Inhalt derselben ist verschieden, je nach demselben werden auch die klinischen Erscheinungen in etwas abgeändert, und es erfolgen weitere für die Prognose und Therapie nicht unwesont liehe Einteilungen, a) Die Anschwellung ist rein entzündlich und geht nicht selten herdweise in Eiterung und Yerjauohung über, b) Die Geschwulst ist gleichmiissig hart und fest, an manchen Stellen knorpelig, sogar knochenhart, und c) die Goschwulst enthält Flüssigkeit in einem sackartigen Beutel, welch letzterer verschieden dicke Wand besitzt.
Aetiologie: In erster Linie ist eine besondere Disposition an dieser Stelle durch reichlich sehniges Gewebe und Schleimbeutel, und in zweiter ist dieselbe, besonders beim Liegen der Tiere, Insulten ausgesetzt, durch Druck vom Boden her, wenn das StallpHaster schlecht und holperig ist, die Tiere namentlich auf der Unterbrust ausruhen, wie dies Pferde thun müssen, die zu kurz angebunden sind, oder wie es dämpfige Tiere ausführen, weil sie das seitliche Liegen nicht aushalten können. Durch diese Lagerung, das eigentlich mehr ein Sitzen mit etwas erhobenem Kopfe ist, welches auch viele Pferde aus Gewohnheit annehmen, werden die Vorderbeine im Carpalgelenk abgebogen, er sitzt mit untergeschlagenen Beinenquot;, wird gerade das Stollonende der Hufeisen gegen die disponierte Stelle am Ellbogen gedrückt, daher auch der Name Stollbeulequot;. Sind nun die Stollen geschärft, wie im Winter, so entstellen leicht Verletzungen der Haut, die Wunde wird infiziert und es kommt zur Stollbeule, die unter a) genannt ist, Entzündung, Eiterung und bei keiner oder schlechter Behandlung auch
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Stollbeule, Stollbeutel, Stollschwamm, Ellbogonbeule.
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Verjauchung. Sind die Stollen aber stumpf, oder entsteht der Druck durch schlechtes Pflaster, so entstehen breite Quetschungen in verschiedener Tiefe, welche partioll vereitern können, meist aber zur Entzündung und beutelähnlicher Ausdehnung des Schloimbeutels führen, dessen Inhalt eingedickt und dessen Wandungen durch bindegewebige Neubildungen sehr verdickt werden können. Bayer fand bei einem Hygrom am Persenbeinhöcker die Synovialhaut bedeutend verdickt und an einer Stelle hervorgedrängt durch bohnengrosse, flachgedrückte, derbe Hindegewebsneubildungen, die gestielt in die Höhle
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hineinragten. (Vgl. Bayer Chir. Fig. 15, p. 237.)
Klinisches Bild: Anschwollung an der hinteren Seite und auf der Spitze des Ellbogens. Dieselbe ist entzündlich vermehrt warm, schmerzhaft, und zeigt an verschiedenen Stellen kleine Abscesse, oder sie ist beutelfönnig mit fluktuierendem schwappendem Inhalte, oder sie ist hart, fest, derb und unschmerzhaft. Bei der entzündlichen Form, welche sogar in Verjauchung übergehen kann, ist das Allgemeinbefinden verschiedengradig gestört. Fieber ist in solchen Fällen zugegen. Bei alten, harten, nicht entzündlichen und lokal unschmerzhaften Geschwülsten kann die Oberfläche durch Dekubitus etwas entartet sein. Der Gang ist gestört, a) durch
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die mechanische Behinderung und b) durch lokale Schmerzhaftigkeit. Es werden somit entzündliche,
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Fig. 120. Sehnenstelzfuss
mit F.ntartung des Hufes
(Nacli der Natur.)
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schmerzhafte, grosso Geschwülste bedeutendes Labmgehen verursachen, dagegen kloine, unschmerzhafte Geschwülste wenig hindernd sein.
Prognose: Ziemlich günstig nur in wenigen frischen Fällen bei nicht grossen Entartungen. In alten Fällen und grossen Geschwülsten vorsichtig bis ungünstig. Es kann das Leben des Tieres bedroht sein. Die vollständige Wiederherstellung ist oft schwierig, manchmal nicht zu bewerkstelligen.
Therapie: Bei jeder Behandlungsweise ist dafür zu sorgen, dass die veranlassende Ursache nicht weiter wirkt. Es ist empfohlen, starke Polsterringe um den Fessel oder über dem Vorderknie anzulegen. Fig. 121. Stachelkränze sind zu verwerfen, da sich die Tiere damit beschädigen können und sich nachher durch längere Zeit nicht mehr legen. Ferner ist ein Beschlag ohne Stollen und ein Lager mit viel Streu zu besorgen.
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Hoffmann, Tierärztliche Chirurgie.
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Stollbeule, Stollbeutel, Stollschwamm, Ellbogenbeule.
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Die direkte Behandlung der Stollbeulen ist in frischen kleinen Fällen a) entzündungswidrig. Kalte Aufschläge von Lehm, welche durch mehrere Tage und Nächte fortgesetzt werden, wirken sehr gut. Die Anwendung von nassen Umschlägen mittelst Tüchern und Berieselungen erfordert grosse Vorsicht wegen etwaiger Schnürung. Es ist ferner Gefahr bei undesinfiziertem Wasser dass eine Infektion entsteht. Ich kann die Wasserbehandlung hier nicht empfehlen. Die Geschwulst kommt in frischen Fällen zur Zerteilung durch die Anwendung passender Salben. Beck und Schmelz empfehlen eine solche aus Herb. Sa-bin. pulv. 15, infund. c. Spirit, vin. 30, admisce Axung. porci 30, S. morgens und abends bohnengross einzureiben.
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(Statt Schweinefett wäre Lanolin zu empfehlen.) Diese Salbe ist in frischen Fällen, wenn keine Eiterung und keine Cysten bestehen, von sehr guter Wirkung.
Wenn zur frischen Entzündung, Hautreiz und oberflächliche oder tiefer gehende Eiterung tritt, so ist gründliche Antiseptik, Reinigen, Haare abscheren, Abwaschen mit stark antiseptischen Mitteln, Auftragen einer Sublimatsalbe 1 :100, Einhüllen mit Karbolwatte und passender Verband anzuraten. Zur Zerteilung können auch noch kalte schwammige Stollbeulen welche keine Cysten enthalten gebracht werden durch stark reizende Mittel. Einpinseln mit Jodtinktur, Injektionen mit Lugol'scher Lösung (1 zu
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Fig. 121. Lodervcrbaml b
Stollbeulenoiierationen u.
l''esselrin{; aus Leder und
Ilossliaaren gogdn Stollquot;
beulen.
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5 zu 50). Eine Reihe von reizenden und zerteilenden Mitteln wurden hier empfohlen: Lorbeeröl, Terpentin, Ammoniumlinimente, Kalipräparate. Hertwig hat
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ein kräftiges Liniment, welches aber die Haare nicht zerstört, empfohlen: Kaliseif'e 50, Salmiak 20, Erdöl und Kan-tharidentinktur aa. 15,. Die Geschwulst wird hiemit täglich durch mehrere Wochen eingerieben. Die Arsenik- und Sublimatätzungen, die durch Einstechen und Einlegen eines Stückchens genannter Mittel ausgeführt wurden, halte ich nicht mehr für berechtigt.
Das Hertwig'sche Mittel besteht in einer Mischung aus Sublimat 4, Kanthariden- und Euphorbiumpulver aa. 8, mit Zusatz von Salpetersäure 12 und Schwefelsäure 24; von diesem Gemisch soll öfters aufgestrichen werden. Die früher damit erzielten und gerühmten Erfolge sind auch auf andere Mittel zu erreichen. Gegen Stollbeulcn mit flüssigem Inhalte, Cystenbildungcn, ist eingestochen und entleert,
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Stollbeule, Stollbeutel, Stollschwarum, Ellbogenbeule.
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ferner Jodtinktur eingespritzt oder ein Haarseil durchgezogen worden. Ich finde das Einstechen in der Regel wirkungslos, (nur wenn es durch Drainagen und Einreibungen unterstützt wird, kann es etwas nützen). Einspritzen von Jodtinktur oder ein Haarseil kann zu heftige Gegenwirkung erzeugen, die wegen der Brustnähe nicht ungefährlich ist.
Gegen Stollschwämme, die gestielt sind, ist das Abbinden ein längst bekanntes und bewährtes Mittel. Schrader sagt schon 1842, dass er durch Tradition früher etwas darüber gehört habe und dass er mit Glück seit 20 Jahren diese Methode übe. Er nahm einen Messingdraht von der Dicke einer Klaviersaite und umschnürte damit die Geschwulst. Nach einigen Tagen wurde mit einem gewachsten Faden nachgoschnürt, dieser 1012 Tage täglich neu angezogen. Nach dieser Zeit wurde die Geschwulst mit dem Messer vollends entfernt und der Stumpf mit dem Glüheisen gebrannt. Die Heilung trat ein in 3040 Tagen. Eine Reihe von Tierärzten, in der Neuzeit auch Dieckerhoft', haben dieses quot;Verfahren empfohlen. Dasselbe ist durch die elastische Schlinge noch viel sicherer und einfacher geworden, weil Nachschnürungen entbehrlich sind. Ist die Geschwulst am Grunde zu dick um sie auf einmal schnüren zu können, so wird sie durchstochen und in 2 oder 3 Packetchen mit Gummirohr geschnürt.
Die blutige Operation ist von Bayer folgendermassen angegeben: Ich spalte die rasierte Haut, präpariere die Geschwulst aus, unterbinde spritzende Gefässe, desinfiziere, führe ein Drainrohr ein und lege eine tiefgreifende Knopfnaht mit antiseptischem Material an. Dem Durchschneiden derselben wird durch mehrere Entspannungsnähte vorgebeugt, durch welche gleichzeitig die quot;VVundtlächen der Haut in grösse-rer Ausdehnung mit einander in Berührung und zur Verklebung gebracht werden. Über die Nahtstellen streiche icli carbolisierten Gummischleim, oder lege Jodoformgaze darüber, die durch Unterschieben unter die Entspannungsnaht in der Lage erhalten wird. Das Pferd wird zwischen zwei Standsäulen angebunden und bleibt stehen bis die Heilung beendet ist.quot; Die Knopfnaht wird nicht vor einer Woche entfernt. Bayer warnt davor ein halbmondförmiges Hautstück zu entfernen wenn auch die Geschwulst gross ist. Ich kann diese Angaben in allen Teilen empfehlen, mache aber .aufmerksam, dass auch bei sorgsamer Antiseptik noch Gefahr besteht, weil das Pferd beim Aufstehen die Nähte zerreissen kann. Aus diesem Grunde nähe ich die Wunde erst wenn das Pferd in den Stall zurückgebracht ist. Sehr unruhige Pferde verderben die schönste Naht und es zieht sich Luft
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740nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Obliteration der Gefässe der Vorderextremitaten.
zwischen den Nähten in die Tiefe, so dass ich Emphyseme bis zur Brustwand beobachtet habe. Auch stelle ich die Tiere in eine Gurte und suche den Verband durch eine Lederhülle oder mit einer eisernen Stelze zu sichern. Fig. 121 u. 122. Zweckmässig ist die Auftragung von Jodoformkollodium und Watte; ein reichlicher Bindenverband mit Touren um die Brust wirkt bei ruhigen Tieren sehr günstig. Die Heilung einer derartigen Wunde kann schon in 1014 Tagen beendet sein. Wegen der genannten Schwierigkeiten tritt sie aber auch bei tadellos durchgeführter Technik nicht in allen Fällen ein. Ohne Antiseptik eine Stollbeule blutig zu operieren ist ein Fehler. Es finden sich znhlreich Fälle, dass nach blutiger Operation der von der Haut entblössto Ellbogen zwischen der Wunde herausragte und monatelang zur Heilung brauchte, oder dass sogar Jauchebildung und der Tod erfolgte.
Stollbeulen des Rindes lassen sich nach Greve in der Hegel durch stark reizende Einreibungen zerteilen. Alte, verhärtete mussten aber operiert werden. Stollbeulen beim Hunde sind nicht selten. Ich finde, dass die angegebene Therapie sich übertragen lässt. Anzuführen ist, dass bei diesen Tieren auch bösartige Neubildungen hier vorkommen, so dass nach Operationen Recidive entstehen können.
Obliteration der Gefässe der Vorderextreniitiiten.
Litteratur: Hering, Obliteration d. Centl.-Armarterie b. Pf. Rec. p. 934. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1851, p. 27. Zangger, Obliteration oder Epilepsie. Schw. Arch. 1851, p. 301. Hartwig, Obliteration der Armarterie b. Pf. Gurlt u. Ilertwig 1859, p. 224. George, Obliteration der Armarterie b. Pf. Reo. 18G2, p. 976. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1862, p. 14. Steffen, Obliteration d. Arteria axillaris. Mitt. a. d. tztl. Prax. 1872, p. 156.
Obliterationen der Gefässe der Vorderextremitäten sind viel seltener als diejenigen der Hinterextremitäten. Die Nähe des Herzens mag von Einfluss sein. Es sind die Obliterationen oder Thrombosen der Gefässe der Vorderextremitäten nur bei Pferden und hier nur in den oberen arteriellen Partieen der Achselarterie (Arteria axillaris) und der Armartcrie (Arteria brachialis) beobachtet.
Aetiologie: Über die Entstehung der Thrombosen und Embolien ist auf den allgemeinen Teil zu verweisen.
Klinisches Bild: Als allgemeines Charakteristikum ist anzugeben, dass durch den Thrombus das Gefäss teilweise oder ganz verschlossen wird, dass dadurch die Ernährung notleidet, und dass sich
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Obliteration der Gefässe der Vorderextremitäten.
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bei raschem Verbrauch der vorhandenen Spannkräfte und Ansammlung von Verbrennungsprodukten in den arbeitenden Teilen rasch Ermüdung einstellt, welche sich bis zur vollständigen Gebrauchslosigkeit steigern kann. Gefässperipher vom Thrombus ist der Puls nur noch sehr schwach oder ganz unterdrückt, die von dem betreffenden Arteriensystem zu versorgenden Organteile werden kühl und es tritt bei heftiger Anstrengung am übrigen Körper Schwoiss ein, an diesen Stellen nicht. Bei längerem Bestände der Thrombosen bilden sich sehr bedeutende Kollateralgefässe, so dass thatsächlich wesentliche Besserung eintreten kann. Im Stande der lluhe genügt auch geringes Ernährungsmaterial, um keine besonders krankhaften Erscheinungen auftreten zu lassen. Bei der Bewegung ist anfangs keine Abnormität vorhanden, jedoch stellt sich nach einiger Zeit etwas schleppender Gang, dann Lahmen zunehmend stärker werdend ein und schliesslich bleiben die Tiere stehen oder fallen wohl auch um. Nach einiger Zeit erheben sie sich wieder. Mit der Zunahme der Thrombose verschlimmert sich das Leiden, mit Eintritt von reichlichen Kollateralkrcisbildungen wird es wieder besser. Steffen beobachtete bei einer Obliteration der linken Achselarterie beim 20 jährigen Pferd, dass bei dem Tiere, welches seit einigen Wochen nach einiger Arbeit lahm ging, sich in der letzten Zeit dieses Leiden so steigerte, dass man dasselbe schon nach kurzer Arbeit kaum mehr in den Stall bringen konnte. Anfangs wurde das Bein regelrecht bewegt, dann immer mehr geschleppt, die Zehe über dem Boden geschleift, schliesslich das Bein ganz unthätig. Am ganzen Körper, mit Ausnahme des linken Vorderschenkels, Schweissausbruch und grosse Atombeschwerde. Die Erscheinungen waren nach 1520 Minuten vorüber und das Pferd ging wieder normal. Nach 8 Wochen vergeblicher Behandlung wurde das Pferd getötet und man fand bei der Sektion: die Wandung der Arteria axillaris um das Vierfache verdickt, die Weite des Gefässes um das Zehnfache vermehrt, das Lumen aber durch einen festen wandständigen Thrombus verschlossen. Nur central hatte derselbe einen durchgängigen Kanal, dass eine Stopfnadel durchschiebbar war. Auch an der rechten Achselarterie war ein geringer Thrombus. Hering teilt mit, dass ein Pferd, das vorne links eine Thrombose in der Armarterie hatte, im Schritt ganz gute Dienste leisten konnte, im Trabe jedoch bald anfing zu hinken, sich aber bald wieder erholte. Bei Anstrengungen fiel es zu Boden und benahm sich wie ein kolikkrankes Pferd. Vom Stalle weg ging es regelmässig gut, bald trat aber vorne links Schwäche ein, das Bein wurde nachgeschleppt, das Pferd stützte schliesslich nicht mehr und fiel zu Boden. Das Tier schwitzte dann am ganzen Körper
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742nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Obliteration der Gefässe der Vordercxtremitäten.
bis auf den botreffenden Fus?, der kalt blieb. Mehrere Tierärzte hatten (1851) diesen Fall für Epilepsie erklärt. Bei der Sektion fand sich der Stamm der linken Achselarterie auf 2 Zoll Durchmesser verdickt und enthielt festes Gerinsel, das aber das Lumen nicht ganz erfüllte. Ahnliche Thrombosen zeigten einige von hier abgehende Zweige. George teilt mit, dass ein 14 jähriges Pferd nach 10 Minuten Bewegung auf beiden Vorderfüssen schwach und unsicher wurde, am ganzen Körper schwitzte, die Vorderfüsso ausgenommen, dabei am Hals und Kopf Zuckungen zeigte. Nach einer Viertelstunde Ruhe war alles vorbei. George sagt, dass nach einiger Zeit das Pferd an einem epileptischen Anfalle gestorben sei.quot; Bei der Sektion fand man in beiden Armarterien feste Thromben. Das Gerinsel je ca. 1 Fuss lang und derart verstopfend, dass keine Passage von Blut möglich war. Hertwig hat zwei Fälle von Obliteration der Armarterie beobachtet, und er giebt an, dass jedesmal die Krankheit mit Rheumatismusquot; begonnen habe. Zangger sagt: dass es ihm in einem Falle zweifelhaft blieb, ob es sich um Obliteration oder Epilepsie handelte. Es ist anzugeben, dass diese Verwechslungen mit Epilepsie, Rheumatismus und anderen Leiden heutzutage nicht mehr vorkommen dürfen, da die Thrombose das Charakteristische hat, dass die zunehmende Lahmheit jederzeit und beliebig bis zu dem vorliegenden höchsten Grade erzeugt werden kann und dass die Erholung ebenfalls nur ganz bestimmte kurze Fristen bedarf. Ausserdem sind die obengenannten in der Reihenfolge auftretenden Erscheinungen so charakteristisch, dass eine Verwechslung bei einigermassen ausgebildetem Grade nicht möglich ist.
Prognose: Quoad vitain ziemlich günstig. Es kann jedoch in hochgradigen Fällen bei heftiger Anstrengung der Tod eintreten. Quoad restitutionem ungünstig. Es sind zwar einzelne Heilungen bekannt gegeben, (vgl. Obliteration an der Hinterextremität) dieselben beruhen jedenfalls auf Eintritt von Kollateralkreislauf. Die Meinung, dass ein fester Thrombus durch Medikation zur Resorption gebracht werden könne, entbehrt jedes sicheren Nachweises.
Therapie: Es sind zahlreiche Mittel vorgeschlagen worden, namentlich innerlich: Jod, Jodkalium, Kalikarbonat etc. Ausserlich Scharfsalben und das Glüheisen. Es sind Methoden zur Behandlung ausgebildet worden, allein diese Behandlung wurde viel öfter vergeblich angewandt, als von günstigem Erfolge begleitet. Es fragt sich ob der Prozess überhaupt beeinflusst werden kann. Namentlich da es sich hier um eine Thrombose in den grossen arteriellen Gefässen mit Veränderungen der Gefässwände und Aneurysmen handelt. Möglich wäre,
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Zerreissungen der Achselartcrie und Achselvene.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 743
(lass energische Reizmittel peripher der Obliteration gelegen, die Bildung eines ausgiebigen Kollaterallaufes begünstigen. (Vgl. a. Thrombose an den Hinterextremitäten.)
Zerreissungen der Achselarterie und Achselvene.
Litte r a tu r: Thienomann, Zerreiss. d. Achselvene b. Pf. Sachs. Jhb. 1862, p. 108. Hübnor, Zerreiss.d. Achselart. b. Pf. Ibd. 1879, p. 131. Schrulle, Verblutung durch Zerreiss. d. Art. axillaris b. Pf. Berl. Arch. 1887, p. 162.
Aetiologie: Infolge von Aneurysmen oder Varicen an diesen Grefässen können bei heftigen Anstrengungen Rupturen entstehen. Häutiger ist, dass durch ein Trauma ein an sich gesundes Gefäss zerreisst.
Klinisches Bild: Hiibner beobachtete, dass ein Pferd, welches bei einer Attake stürzte, eine Geschwulst vor der rechten Schulter erhielt, welche rasch am Halse emporstieg, aber auch sich nach rückwärts an der ünterrippenwand erstreckte. Das Tier starb 45 Minuten nach dem Sturze unter Erscheinungen der Verblutung. Bei der Sektion fand Hübner ein kolossales Blutcoagulum an der rechten Seite von der Mitte und unten am Halse bis zur Lende. Dasselbe war teilweise 12 cm. dick, die Muskulatur teilweise durchtränkt. Die Achselarterie war 1 cm. von der Rippe entfernt quer durchrissen bis auf einen Zusammenhang von 3 mm. Die Gefässwand war ohne Veränderung. In der Brusthöhle kein Blut. Thienemann sah Zerreissung der Achselvene infolge eines Pferdeschlages mit scharfem Stollen 3 Zoll unter dem Ellbogen. Auf den Schlag war eine Fleischwunde entstanden. Nach 4 Tagen trat in der Umgebung eine grosso Anschwellung ein und 2 Tage später erfolgte der Tod. Bei der Sektion fand sich eine gelbe Infiltration in der Umgebung der Wunde, über derselben und teilweise in der Brusthöhle 10 Pfund geronnenes Blut. Die Achselvene war gerissen. Thienemann glaubt, dass durch die grosse Anschwellung der Schenkel von der Brustwand abgesperrt und die Vene gestreckt, ge-zerrt wurde und dass dann beim ungeschickten Legen oder Aufstehen das Gefäss zerrissen sei. Jedenfalls kommt infolge dieser infizierten Wunde auch eine Gefässwandveränderung noch mit in Betracht.
Die Prognose ist ungünstig.
Therapie: Es kommt in erster Linie nur die Blutstillung in Frage. Es wäre möglich, dass durch indirekte Kompression, durch festes Anpressen des Schenkels an die Brustwand etwas erreicht werden könnte. Aber wenn auch selbst eine Blutstillung eintreten würde, so müssten infolge der sich einstellenden Thrombose an dem zerrissenen grossen Gefässe schwere Störungen erfolgen.
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744nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Frakturen des Schulterblattes und Exostosen an demselben.
Frakturen des Schulterblattes und Exostosen an demselben.
Litteraturt Gurlt, Zwei Schulterblätter mit Brucli b. Pferde nicht geheilt. Gurltu. Hertw. 1837, p. 1C4. Hering, Geheilt. Schulterblattbrueh h. Pf. Rep. 1845, p. 352. Falke, Schulterblattbrueh b. Pf. Centl.-Arch. 1846, p. G2 u. 98. Mii hl michel, Fraktur d. Schulterbl. b. R, Centl.-Ztg. f. Vet.-Wiss. 1852, p. 82. Gurlt, Knochcnneubild. a. unt. Ende d. Schulterblattes b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1862, p. 369. Gurlt, Nekrot. Schulterblatt. Ibd. 1862, p. 270. L e i s e r i n g , Schulterblattbrueh b. Pf. Sachs. Jhb. 1863, p. 35. Textor, Schulterblattbrueh b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. in Kurh. 1862G4, p. 70, 2. H. Gurlt, Schulterbl. mit Exostosen b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1867, p. 10. Bräuer, Schulterblattbrueh b. Pf. Sachs. Jhb. 1868, p. 97. Bräu er, Sequestration d. Schulterbl. b. Pf. Ibd. 1880, p. 31.
Aetiologie: Schulterblattbrueh entstand dureli folgende Ursachen: Ein Pferd war in einen tiefen Graben gefallen. Hering. Durch Schlag von einem andern Pferde wurde das Schulterblatt zertrümmert. Die Haut war unverletzt, Bräuer. Ein Pferd ist beim Rennen gestürtzt. Leisering. Durch Stürzen über einen Gartenmauer. Bräuer. Es ist noch angeführt: Anrennen an Bäume, Stösse mit der Deichsel und plötzliches gewaltsames Parieren auf hartem Boden.
Klinisches Bild: Bei totaler Fraktur ist die Diagnose leicht: Gar kein Stützen mit dem Bein, Hüpfen auf 3 Beinen, Nachschleppen desselben, grosser Schmerz an der Bruchstelle. Erschlaffung unter derselben. Deutliche Krepitation. Textor. Neigung der Bruohenden nach innen fand Brauer. Bei unvollständiger Fraktur ist die Diagnose oft unsicher. Ein Pferd konnte nach einem Sturze 8 Tage lang nicht auftreten, die Schulter war sehr geschwollen, es entstand nach 14 Tagen dortselbst ein Abscess. Die Diagnose konnte nicht sicher gestellt werden. Bei der Sektion ca. 4 Wochen nach dem Sturze fand man einen Bruch über dem Gelenke und grossartige Osteophytbildung. Letzteres ist in der Regel der Fall bei Schulterbruchheilungen. Leisering lies ein Pferd mit Schulterbruch nach 8wöchentlicher Behandlung töten, fand den Gelenkkopf in der vorderen Hälfte gebrochen und mit sehr viel fibrösem Gewebe umgeben. Gurlt fand das ganze Gelenk mit Knochenneubildung derart umgeben, dass alle Bewegung unmöglich war. In einem anderen Falle steckte das nekrotische Schulterblatt in einer Schale von Callus. Auch Bräuer fand den abgesprungenen Gelenkflächenteil in einer Knochenlade von Callus stecken. Yollständige Heilungen sind jedoch auch berichtet: Hering hat in zwei Monaten Heilung erzielt bei einem Querbruch über dem Schultergelenk, ohne Verband, nur durch Anwendung von Scharfsalben. Textor hat einen
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Frakturen des Schulterblattes und Exostosen an demselben.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 745
Bruch des Halses des Schulterblattes in 6 Monaten geheilt durch einen quot;Verband, der in Form einer Hose um beide Vorderbeine und den Widerrist ging. An der kranken Stelle war reichliche Polsterung. #9632; Beim Ilind ist ein Bruch dos Schulterblattes schief fast winklich geheilt. Der Callus war so reichlich, dass das Schulterblatt eine kculen-
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Btg. laa. Iliaijiegui'tc oder Scbwebeapparat mit Flaeohenzug. Modifizierte Bluz'sohe Stelze und Kühlvomchtuug.
artige Form wie aus Tropfstein gebildeter Masse erhielt. Bayer bildete ein Schulterblatt von einem Pferde ab, welches grossartige Callus-bihlungen besitzt. In hiesiger Sammlung ist eine nicht unbedeutende Anzahl lauter schlecht geheilter Schulterbrüche.
Prognose: Das Leben des Tieres ist nicht bedroht. Die Herstellung zum Reit- oder Wagendienst ist aber sehr fraglich. Bei Hin-
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74Gnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Frakturen des Armbeines.
(lern und kleinen Tieren, die zu anderen Zwecken gehalten werden, ist die Prognose günstiger.
Therapie: Binz hat seine Stelzmaschine mit Lederriemen und Kissen empfohlen. Ich habe dieselbe für diesen und verschiedene andere Zwecke etwas abgeändert anfertigen lassen. Fig. 122. Der Verband in Form einer Hose um beide Vorderbeine, die Seitenplatten oben am Widerrist zusaminengeschnallt, an der kranken Schulterpartie ausgestopft, ist jedenfalls sehr einfach. Vgl. a. den Frank'schen Verband (Fig. 124). Am wenigsten Mühe verursacht aber eine scharfe Einreibung und auf eine solche ist auch Heilung erzielt worden.
Frakturen des Arnibeines.
Litteratnr: 6Ur 11, Boschreibunpf von fünf gebroch. Armbeinen b. Fohlen, der Kuh, einem Reh u. einer Katze; sämtliche sind bis auf die b. Pf, geh. Gurlt u. Hertwig 1837, p. 164. Donnariex, Bruch d. Armbeines b. Pf. Ber. üb. Loist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 17. Muyschcl, Fraktur beid. Armheine b. Spitzhund. Gurlt u. Hertwig 1843, p. 418. Derselbe, Arm-beinbr. b. l'f. Ibd. 1843, p. 117. Drosse, Abbrechen der äuss. ob. Er-habenh. d. Armb. b. Pf, Tztl. Mitt. Gerl. u. Leis. 1854, p. 76. Ernes, Abbrechen beider Armb. b. Hengst. Rec. 1854, p. 555. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1855, p. 52. S e w e 11, Bruch d. Armb. b. Pf. The Vet. 1854, ]). 188. Ibd. p. 52. Lodezzano, Luxat. d. Armb. b. Kühen. Giern, de Vet. 1854, p. 449. Ibd. 1855, p. 48. Sipp, Fissur a. Armb. b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerlach 1859, p. 164. Hering, Bruch a. Oberarmb. b. Pf. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1860, p. 48. Dasselbe b. Fohlen. Field, Bruch d. Oberarmb. b. Pf. The Vet. I860, p. 48. Ibd. 1860, p. 48. Gurlt, Geheilter Oberarmbr. b. Hasen. Gurlt u. Hertwig 1862, p. 268. Gurlt, Geheilte Oberarmbr. b. Rind u. Schwein. Ibd. p. 268. Philippi, Armbeinbrüche b. Pf. Sachs. Jhb. 1888, p. 65.
Das Arm- oder Oberarmbein (Os humeri s. brachi) bricht Verhältnis-massig selten. Die meisten Veröffentlichungen betreffen das Pferd. Von 19 Füllen kommen ] 1 auf das Pferd, 3 auf das Rind. Die übrigen auf die anderen Haustiere. Auch beim Reh und Hasen sind geheilte Armbeinbrüche beobachtet.
Aetiologie: Brüche des Armbeines entstehen bei verhältnismiissig geringen Gewalten. Es gehört zum Bruche eine ganz bestimmte Wirkung, sonst hält der Knochen durch die sehr geschützte Lage und die gelenkigen Verbindungen den 8toss aus. Wenn eine besondere Disposition der Knochen zum Brechen vorhanden ist, z. B. bei Rachitis, Osteo-myelytis etc., so kann das Armbein ohne besondere Einwirkung brechen. In anderen Fällen, namentlich bei alten Tieren, erfolgt der Bruch auf
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Frakturen des Armbeines.
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geringe Schädlichkeiten. Hering beobachtete, class ein Pferd vor einem Wagen in eine leichte Vertiefung des Strassenpflasters trat und ohne zu fallen das Annbein brach. Field sah, dass ein Pferd auf ebener Strasse stolperte und das Armbein brach ohne zu fallen. Ernes beschreibt dass ein alter Hengst am Omnibus zusammenbrach und beide Armbeino frakturierte. Heftige Einwirkungen können allerdings auch bei normalen Tieren den Bruch veranlassen: Muyschel sah ihn entstehen auf Sturz gegen eine Schlittendeichsol. Mehrfach ist beobachtet, dass auf das Trauma der Bruch nicht sofort erfolgte, sondern erst nach einiger Zeit. Sipp sah, dass ein Pferd vorne links sehr stark lahmte, das Bein nachschleppte und eine Wunde am Arme hatte, die bis auf den Knochen ging. Dieselbe heilte und das Tier konnte nach einer Woche arbeiten, aber nach 14 Tagen brach das Armbein während schweren Zuges ab. Drosse beobachtete, dass auf einen Pfcrdeschlag am Arme eine eiternde Wunde entstand und ein Stückchen Knochen vom Armbein exfoliirt wurde. Das Tier wurde geheilt und arbeitete, aber nach 07 Wochen strauchelte es beim Pflügen, stürzte und brach den betreffenden Knochen. Donnairex hat 13 Tage nach einem Hufschlage auf den Arm den Knochen an dieser Stelle brechen sehen, bei der Sektion fand man einen sehr schiefen Bruch und die Grenze zwischen den alten und neuen Frakturrändern war sehr deutlich erkennbar. Philippi hat bei einem Fohlen o Tage nach einem Sturze Armbeinbruch entstehen sehen.
Klinisches Bild: Wenn das Armbein auf verhältnismässig geringe Einwirkung bricht, wie in den von Hering und Field angeführten Fällen, so ist nicht nötig, dass die Tiere im Akte des Brechens oder nachher niederstürzen. Meist geschieht dies aber. Die Tiere können sich jedoch wieder erheben, wenn nicht wie in dem von Ernes beobachteten Fall beide Armbeine zugleich brechen. Das betroffene Bein ist absolut unbrauchbar geworden. Sewell sagt: Das Tier stellte das Bein bloss mit der Zehe auf, der Schenkel ist nicht vorwärts zu bringen. Sipp giebt an: Der Schenkel wird nachgeschleppt. Hertwig führt an: Der Fuss hängt schlaff herab, der Fessel ist zurückgebogen. Durch Verschiebung der Knochenenden sowie durch Reaktion entsteht eine grosse, derbe, entzündliche, schmerzhafte Geschwulst. Philippi fand in derselben 1 Liter Blut. Bei näherer Untersuchung, Bewegung, fand Sewell eine so laute Krcpitation, dass er sie als Krachenquot; bezeichnete. Muyschel hörte keine Krepitation, ebenso nicht Field. Grosso Beweglichkeit des Schenkels ist meistens beobachtet, doch hat auch hier Philippi in einem Falle nur geringe Beweglichkeit gefunden. Bei Htm-
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748nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fraktur des Ellbogenheines (Ulna) beim Pferde.
den wird die Vorderextremität schlaff herabhängend getragen und die Tiere bleiben meist in sitzender Stellung. Die Feststellung bei näherer Untersuchung hat hier gar keine Schwierigkeiten. Wenn der Knochen oben und unten fixiert und leichte Heugungsbewegungen an demselben ausgeführt werden.
Prognose: Schlecht. Die meisten Fälle sind sofort der Therapie entzogen worden. Hering, Sowell, Muyschel u. A. machten Heilversuche. Es gelang auch in der Regel nach langer Zeit, den Knochenbruch durch hochgradigen Callus zur Verwachsung zu bringen, aber in allen mir bekannt gewordenen Fällen ist beim Pferde Verkürzung des Armes um 3,4 Zoll, 3 Zoll, lk der Länge etc. eingetreten, zudem hat der hochgradige Callus schon an sich jede normale Bewegung ausgeschlossen. Es ist daher unheilbare Lahmheit eingetreten. Begreiflich wird dieses ungünstige Resultat durch die Querlage dieses Knochens. Man kann bis jetzt die Pferde nicht derart verbinden, dass ein Aufstehen des Beines über die ganze Heildauer ausgeschlossen ist. Jeder Druck verschiebt aber die Bruchränder, wodurch die hochgradige Callus-bildung und Verkürzung der Knochen eintritt. Bei anderen Haustieren, bei denen eine Dienstleistung durch rasches und tadelloses Gehen oder Ziehen nicht verlangt wird, kann es zweckmässig sein, eine Kur einzuleiten.
Therapie wie bei den Schulterfrakturen.
Fraktur des Ellbogcnbeines (Ulna) beim Pferde.
Litter at Urs Straub, Bruch d. Ellbogenb. b. Pf. Rep. 1848, p. 169. De-c r o i x , Luxation d. Ellbogenb. b. Pf. Kec. 1868, p. 437. Ber. üb. Leist i. Geb. d. Thk. 1858, p. 56. Pernaud, Bruch d. Ellbogenb. b. Pf. Bec. 1860, p. 590. Ibd. 1860, p. 48. K ü h n e , Bruch d. Ellbogenb. b. Pf. Sachs. Jhb. 1862, p. 109. Castor, Bruch d. Ellbogenb. b, Pf. Gurlt u. Hertw. 1863, p. 235. Lungwitz, Ellbogenbeinbruoh. Sachs. Jhb. 1873, p. 31. Birrenbach, Ellbogenbeinbruch. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Boloff 1875, p. 148. Jansen, Fraktur d. Ellbogens b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1878, p. 117. Ad air, Fracture of the radius b. Stut. Americ. vet. rev. Vol. XI, p. 547. Jhb. 1888, p. 138.
Es handelt sich hier nur um Frakturen des Ellbogenhökers (Ole-cranon) beim Pferde.
Aetiologie: Durch Pferde schlag sind mehrere Fälle entstanden und über dieselben berichtet von Jansen und Hering. Durch einen Schlag mit der Dunggabel sah Straub Abbrechen der Ulna, ebenso Pernaud. Beim Durchgehen stürzte eines der Pferde, wurde geschleift, und brach hiebei den in Frage stehenden Knochen. Jansen. Durch Einspringen in einen 20 Fuss tiefen Graben und Sturz auf die
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Fraktur des Vorarmbeines (Radius).
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linke Seite brach das an dieser Stelle gelegene ab. Durch Ausgleiten entstanden, beobachtete diese Fraktur Decroix. In der Nacht auf unbekannte Ursache gebildet, haben Castor und Kühne den Bruch entstehen sehen.
Klinisches Bild: Das Bein hängt vollständig direktionslos am Leibe, ist nach vorne gebeugt, der Zehenteil berührt nur leicht den Boden, beim Gehen wird es geschleift, beim Versuche aufzutreten, weichen Fessel und Vorderkniegelenk nach vorne aus, das Schulterblatt wird tiefer gehalten, das Armbein bildet mit dem Radius einen kleinen Winkel. Der abgebrochene Knochenteil wird von seinem normalen Platze durch den Armvorarnibeinmuskel des Hufbeines, tiefer Zehenbeuger (M. flexor digitorum profundus), nach abwärts oder durch die An-conäcn nach oben gezogen. Einige Zeit nach der Fraktur treten Entzündungserscheinungen auf, Geschwulst und Schmerz. Bei der Betastung ist der Defekt deutlich feststellbar. Krepitation findet sich in der Regel nicht, weil die Knochenbruchränder von einander entfernt sind.
Prognose: Ungünstig. Die Mehrzahl der Tiere wurde nach langer vergeblicher Behandlung als unheilbar und unbrauchbar getötet, von den anderen ist mitgeteilt, dass sie nur zum langsamen oder beschränkten Dienste brauchbar wurden. Es ist dies erklärlich dadurch, weil das abgebrochene Stück seither nie mehr in seine Lage zurückgebracht und dortselbst dauernd bis zur Heilung festgehalten werden konnte.
Therapie: Wenn das Olecranon tief in der Nähe des Gelenkes oder in demselben abgebrochen ist, so ist nicht zu empfehlen, das Pferd zu behandeln, weil eine vollständige Wiederherstellung nicht zu erwarten ist. Bei dem Abbrechen eines kleineren Stückes von oben ist in der Neuzeit die Amputation ausgeführt worden. Gewöhnliche Verbände und Versuche den abgebrochenen und dislocierten Teil an seine Stelle zu drücken und zu erhalten sind vergeblich. Es könnte sich nur bei passenden Füllen empfehlen dortselbst antiseptisch zu öffnen, den abgebrochenen Teil mit Drahtnaht aufzunähen und Verband anzulegen.
Fraktur des Vorannbeines (Radius).
Litteratur: Gurlt, Beschreibung von 0 Frakturen am Vorarme. Gurlt u, Hcrtwig 1837, p. 104. Fesslcr, Bohandl. d. Schenkel- u. Vorarmbrücho b. Wiederk. Tztl. Ztg. 1844, p. i)5. Gurlt, Zwei in der Mitte gebroch. Vorarme von 2 Hengsten. Gurlt u. Hcrtwig 184(!, p, 17. Gurlt, Hasselbe b. Schaf geheilt. Ibd. 1851, p. 427. Foelen, Vorarmbruch b. Pf. Belg. 1854, p. 15. quot;Wien. Klinik, Vorarmbruch b. Pf. Per. üb. Leist. i. Geh. d. Thk. 1858, p, 57. F ranze, Unterarinbrueh b. Fohl. Sachs. Jhb. 1859/60,
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Fraktur dos Vorarmbeines (Radius).
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p, 83. P riet seh, Fissur am Vorarmbein b. Pferd. Ibd. 1861, p. 119. Schmied, Bruch d. Vorarms. Tztl. Mitt. d. bayer. Tzsoh. 1862, p, 159. Voigtländer, Bruch d.Vorarms b d. Gazelle. Sachs. Jhb. 1864, p. 67. Eletti, Bruch d. Vorarms b. d. Kuh. Turin 1861, yt. 4. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 57. L e i s e r i n g, Splitterbruch d. Vorarms b. Pf. Sachs. Jhb. 1871, p. 34. Johne, Geheilte Vorarmfraktur b Pf. Ibd. 1885, p. 55. Frank, Heilung einer Fraktur d. Radius u. d. Ulna. Adam 1885, p. 137. Sbafer, Fracture of tlie forearm-recorery. Am. vet. rev. 1882, p. 19. Jhb. 1882, p. 87.
Von den hier mitgeteilten 20 Fällen aus der Litteratur gehören 15 dem Pferde, 2 dem Rind, 1 dem Schaf, 1 dem Hund und 1 der Gazolle an.
Aetiologie: Die anatomische Einrichtung ist bei den Haustieren verschieden. Beim Pferde ist die Ulna mit dem Radius verwachsen,
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__bei anderen Tieren ist dies weniger oder nicht
der Fall. Beim Pferde sind Frakturen beobachtet worden meistens nach Hufschlägen, aber auch durch Stürzen oder i'ücksichtsloses Niederwerfen bei Koliken. Mehrfach ist nach der mechanischen Einwirkung bei Pferden der Knochen nicht sofort gebrochen, sondern das Tier ist noch eine Zeitlang mehr oder weniger gesund gewesen und erst nach Tagen oder Wochen erfolgte die Fraktur. An der Wiener Klinik wurde beobachtet, dass ein Pferd an die innere Seite des Knochens geschlagen wurde und erst nach 18 Tagen brach derselbe entzwei. Prietsch sah, dass ein Pferd nach einem Schlag vom Nachbarpferde noch 10 Tage im schweren Zug arbeitete, dass dann aber plötzlich sehr starkes Lahmgehen, grosser Schmerz und hierauf Callusbildung erfolgte. Beim Fohlen wurde der Knochen durch die
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Kig. 123. RinnmaRchine n. Bin-/. Dieselbe ist aus Jiolz gefdrtigf und hat bei Vorarmbriicheu oben gegen die rnterbrust noch eine Verlängerung.
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Stute abgeticten.
Klinisches Bild: Je nach der Stelle, ob oben in das Gelenk oder zwischen Radius
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und Ulna, oder in der Mitte, so dass beide Rührenknochen oder der einzige beim Pferde quer oder schräg abbrechen, wird das klinische Bild etwas verschieden. Hochgradige Lahmheit bis zur totalen Gebrauchsstörung ist vorhanden, die oberen Partien der Gliedmasse werden bewegt, die von der Fraktur abwärts hängen
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Fraktur des Vorarmbeines (Radius).
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sind mehr oder weniger direktionslos und bei vollständiger Trennung fast baumelnd am Leibe. Ein leises Auftreten findet möglicherweise und mit der ganzen Sohlenfläcbe statt, aber kein Stützen.
Prognose: Nicht die Hälfte der Vorarmbrüche wird zur günstigen Heilung gebracht. Es gelingen zur vollkommenen Wiederherstellung nur äusserst wenige Fälle. Schmied beobachtete nach 5 wöchentlicher Kur Heilung, aber einen schleudernden Gang. Frunze nach (gt; Wochen, dass das Pferd mit krummem Knie ging. Bayer bildet einen etwas schräg mit stacheligem Callus geheilten Vorarm ab. Heilversuche sind häufig miss-lungen, namentlich wenn der Bruch hoch oben ist und in das Gelenk geht, wenn reichliche Splitterung vorhanden ist und übermässige Oallusbildung erfolgt. Bei anderen Tieren ist die Prognose viel günstiger, namentlich sind bei Kühen und anderen Wiederkäuern meist Heilungen erfolgt. Bei Hunden hatte ich selbst schon öfters Gelegenheit, solche Brüche zur Heilung zu bringen.
Therapie: Binz hat seine Stelz- und ßinnmaschine vorgeschlagen. Fig. 122. Frank hat einen besonderen Verband mit Gypsbinden, Fassreifen und Binden konstruiert. Fig. 124. Prietsch hat ein Pferd Flg. J84. Verband nach Frank mit
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mit Fissur an der Ulna in die Hangegurte st,,u.ke,,,,, L,eimraiuUlimlen;oll, gestellt und nach 4 Wochen deutlichen Callus- kkk und u. nie ZwUohenlüoken
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ring sich bilden sehen. Schmied hat emnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;binden ausneltuu
Pferd mit Vorarmbruch ohne jegliches
Hilfsmittel in einen Laufstand gestellt und nach 5 Wochen Heilung erzielt. Das Tier erhielt aber einen schleudernden Gang. Eletti hat bei einer Kuh einen Verband mit eisernen Schienen konstruiert, mit dem das Tier gehen und sich niederlegen konnte. Tröster heilte denselben Bruch durch einen Gyps v e r b a n d. Bei Hunden habe ich teils plastischen Filz, teils Gyps oder Tripolyth angewandt. Ein grosser Übelstand ist, dass die Tiere, und dies ist ganz besonders bei Pferden, durch das Anlegen der Vorbände hochgradig unruhig worden. Man vermeide ja die Pferde zwingen zu wollen. Ich habe damit schlimme Erfahrungen gemacht. Nach der Fraktur beruhigen sich die Tiere bald und lassen das Bein, das ihnen bei jeder Bewegung Schmerz verursacht, in der Jtegel ganz ruhig
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752nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Frakturen an dem Vorderfusswurzolknochon.
stehen. Es macht gar nichts, wenn der Verband erst nach 2 4 Tagen angelegt wird. Vorteilhaft ist es, die Tiere in eine Gurte zu stellen und zu sorgen, dass das gebrochene Bein gerade steht. Im übrigen lasse man das Tier unbehelligt. Erst wenn nach einigen Tagen das Pferd sich in seine Lage fand, wird der Verband angelegt. Sehr sachte und sorgsam die Bruchenden unter Assistenz in die gehörige Lage gedrückt, mit Binden das Bein umwickelt und mit Holz- oder Blechschienen, Gyps oder plastischem Filz ein Verband angelegt. Werners hat Pechverband empfohlen. Auf diesen kommen die besonderen Befestigungen um die Schulter oder die llinnmaschine, die eiserne Stelze (Fig. 127) u. dergl. Kleinen Tieren legt man den festen Verband wie einen Kiirass um die Brust und lässt dieselben gehen.
Frakturen an den Vorderfusswurzelknochcn.
Litter at ur: Wiener Wochonschrift, Bruch des kahnf. Deines b. Pferd. 1856, Bd. VII. T r e 1 u t, Bruch der Vorderkniekn. Ber. üb, Leist. i. Geb. d. 'i'hk. 186G, p, 61. Petzold, Bruch ein. Vorderfusswurzelkn. Sachs. Jhb. 1868, p. US.
Es handelt sich hier nicht um solche Brüche, welche gleichzeitig mit Eröffnung des Gelenkes bei den häufigen Verletzungen der Vorderfläche des Carpalgelenkes durch Niederstürzen entstehen, sondern um Frakturen bei denen diese die Hauptsache bilden die Komplikation mit der Wunde nicht besteht. Diese Frakturen sind sehr selten und stehen in üblem Rufe. Trelut beobachtete, dass ein Beschälhengst, der wegen grosser Aufregung umhergeführt wurde und der ausschlug, sich niedersetzte und dergleichen Unfug trieb, plötzlich das eine Vor-derknio nicht mehr nach rückwärts biegen konnte und bald auch nicht mehr im stände war zu stehen. Am Gelenk war grosse Schmerzhaftig-keit, Anschwellung und Crepitation, Das Tier wurde getötet und man fand die sämtlichen Knochen des Carpalgelenks mehrfach gebrochen, so class 36 Stücke entstanden waren. Petzold sah ein Pferd, das beim Anziehen auf Eisenbahnschienen mehrmals niederfiel, auffallend steifen Gang und anfangs kleine Entzündungserscheinungen bekam. Nach einigen Tagen erfolgte der Durchbruch an einer Stelle des Carpalgelenks und Ausfluss von Synovia. Das Gelenk war frei und das halbmondförmige Bein gebrochen. Nach 10 Tagen hörte der Ausfluss auf aber die Entzündung v.ergrösserte sich. Besserung trat erst ein nach der fünften Woche und die Heilung erfolgte in der elften Woche. Hertwig schlägt Ruhe, Gurte und eventuell die Binz'sche Rinnmaschiene vor. Die eiserne Stelze ist hier und bei Immobilisierung vom Knie abwärts zweckmässig.
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Aufgefallene Vorderkniee. Wunden des Carpalgelenkes.
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Aufgefallene Vorderkniee. Wunden des Carpalgelenkes.
Litt era tur; Haubner, Gelenkvenvundung. Ber. üb. Vet.-Wes. i. Sachsen. 18G2, p. 50. Rosonbaum, Vorderkniewunde m. Verletz, d. Sehnenscheide. Gurlt u. Hertwig 18SC, p. 152.
Eine der luiufigsten Verletzungen, #9632;welche auch unter der Rubrik: Sehnenscheiden- und Gelenksverletzungquot; im allgemeinen abgehandelt ist, wahrscheinlich wegen ihres häufigen Vorkommens jedoch weniger speziell beschrieben wurde. (Es ist anzuführen, dass die Bezeichnung Vor der knie unrichtig ist, weil es sich ja um die Vorderfusswurzel, Carpalgelenk handelt. Allein in der Praxis ist diese Bezeichnung vorerst unentbehrlich und es ist schon etwas gewonnen, wenn durch die Benennung Vorderkniequot; eine Verwechslung mit dem eigentlichen Knie ausgeschlossen wird.)
Aetiologie: Niederfallen auf die Vorderkniee. Je nach der Gangart, dem Terrain und Boden werden diese Verletzungen ausfallen. Alte, müde Pferde, bockbeinige, riickbiegige oder durch sonstige Veränderungen oder mangelhafte Funktionen schwache Pferde, brechen leicht vorne zusammen. Namentlich im Schritt bergab unter dem Reiter, auf sonst ebener Strasse. quot;Wenn Ross und Reiter etwas müde sind. Im Trabe, bergab, oder auf unebenem Wege. Bei einem plötzlich in den Weg kommenden Hindernis kann das beste Pferd stürzen. Bergauf gleiten namentlich Zugpferde, die übermässig schwere Lasten zu überwinden haben, oder der Boden glatt ist, wenn sich die Tiere mit den Zehen mit aller Gewalt einklammernquot; oder einkrallenquot; wollen, nach rückwärts aus und fallen auf die Vorderkniee. Je nach der Schnelligkeit mit der der Körper vorwärts bewegt wird stürzt er bei dem plötzlichen Mangel der Unterstützung auf den Boden nieder und je nach der Härte und Rauhigkeit des Bodens werden die Verwundungen grosser oder kleiner. Bei raschem, gewaltsamen Stürzen wird in der Regel noch das Maul aufgeschlagen und es wird die Lippenschleimhaut an die Zähne gequetscht dass sie blutet, oder das Tier beisst in die Zunge oder atösst sich einen oder einige Schneidezähne ein.
Klinisches Bild: In gering r ad igen Fällen werden nur die Ilaare abgostossen und abgerieben und die Epidermis mehr oder weniger verletzt. Es tritt nur Ausschwitzung von Serum ein oder es erfolgt leichtes Bluten. Das Pferd lahmt nicht oder wenig. In höheren Graden wird die Cutis durchgeschlagen. Es entsteht ein mehr oder weniger rundliches Loch von der Grosse eines Markstückes bis zu der einer Handfläche i welches von oben nach unten abgeschrägte fostauf-
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Hoffmann, Tierar/.tliohc Chirurgie.
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754nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Aufgefallene Vorderkniee. Wunden des Carpalgolenkes.
sitzende Wundriinder hat. Am unteren AVundrande ist in der Eegel eine Tasche nach abwärts gebildet und diese ist durch Strassenstaub, Steinchen und dergleichen verunreinigt. Es kommt vor, dass diese Taschenbildung, die geringgradig in jedem Falle vorhanden ist, derart bedeutend wird, dass die subkutane Verwundung viel grosser ist als die offene und die Anfüllung mit Fremdkörpern bis zur Anstopfung gediehen ist. Wenn der Sturz gewaltsam auf harten Boden oder Steine erfolgte, in rascher Gangart eintrat und das Pferd nachher noch fortrutschte, so werden diese Taschenbiklungen am grüssesten und hier kommen auch Verletzungen der Sehnenscheiden und Sehnen der an der Vorderfläohe des Vorderkniees verlaufenden Sehnen vor, namentlich sind es die des Armschienbeinmuskels, Schienbeinstreckers. (Muse, extensor carpi radialis), sowie des Vorarmschionbeinmuskels, schiefen Streckers. (Muse, abductor pollicis longus) und die des Annbeinmuskels des Fessel-, Krön- und Hufbeins, längerer gemeinschaftlicher Zehenstrecker. (Muse, extensor digitorum communis.) In den bedeutendsten Fällen wird auch das Kapselband eröffnet und es kommt zu Fissuren sogar Frakturen der nach vorne gelagerten Vorderfusswurzelknochen. Bei tiefen Verletzungen sind Lahmheiten verschiedenen Grades vorhanden, namentlich hochgradig wenn die Sehnen verletzt, das Kapselband eröffnet und die Knochen beschädigt sind. Dieselben sind nach einem oder einigen Tagen stärker wie anfangs. Ausfluss von Synovia und zerfetzte Gowebstrümmer sind in solchen Fällen zugegen.
Prognose: Je nach der Schwere der Verletzung verschieden. Die erste Frage die zur Beantwortung gestellt wird lautet in der Regel: kommen die Haare wieder? Die zweite: wie lange dauert es bis zur Heilung? Im allgemeinen sind hier folgende Regeln aufzustellen: Der Besitzer kann sich nicht sofort mit dem Gedanken vertraut machen, dass in diesem kurzen Augenblick, durch das momentane Stürzen, namentlich wenn sich das Pferd sofort wieder erhob und weiter ging, wenn er dazu selbst noch ein gewisses Schuldbcwusstsein hat, wegen lose gehaltener Zügel etc. dass der Schaden so gross sein könne. Es ist daher das Urteil erst nach ganz genauer Untersuchung abzugeben. quot;Wenn die Haare abgestossen sind, die Epidermis hinweggescheuort ist, die Verletzung der Cutis nicht durchdringend ist, so kommen die Haare wieder, aber es ist möglich, dass weisse Haare wachsen. Wenn die Cutis durchgesclilagon ist, die Subcutis frei liegt, so erfolgt die Heilung unter Narbenbildung und je nach der Grosse der Verletzung, sowie der Raschheit der Heilung, werden die Narben breit und dick sein. Dünne, rasch entstandene frische Narben bis zur Grosse eines Thalers, ju noch
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umfangreichere werden innerhalb eines halben Jahres bis anderthalb und zwei Jahren durch Narbenkontraktion derart klein, dass sie von den Haaren dortselbst überdeckt werden, so dass die Narben nur bei genauer Besichtigung gesehen werden können. Bei dickem Narbengewebe entstehen von den Rändern her Haarwirbelbildungen. Die Heildauer ist bei geringgradigen Verletzungen kurz. Wenn nur die Haare abgestossen sind, das Epithel und die Oberfläche der Cutis verletzt sind, so können die Pferde mit dem Schaden arbeiten. AVenn die Cutis durchgeschlagen ist, ist es nicht nur vorteilhaft, sondern zur raschen Heilung Bedingung, dass das Pferd vollständige Ruhe bekommt. In 8 Tagen können markstückgrosse nicht durchdringende Wunden geheilt sein. Durchdringende Wunden, ohne Taschenbildung nach abwärts, brauchen immer, günstigen Verlauf vorausgesetzt, 14 Tage. Durchdringende Wunden mit Taschenbildungen, Einfüllungen von Fremdkörpern, Verletzungen der Sehnenscheiden brauchen hei bester Behandlung mehrere Wochen. Sehnenverletzungen, Fissuren und Frakturen sind vorsichtig bis ungünstig zu beurteilen, da in ersterem Falle dauernde Lahmheit, im letzteren dasselbe und sogar Unheilbarkeit zu fürchten ist. In Einzelfällen wird selbst das Leben bedroht, wie in einem von Haubner berichteten Falle: Ein Pferd war gestzürzt und hatte die Vorderfläche des Vorderkniees bis .auf den Knochen durchgeschlagen. Es trat Verjauchung und Abstossung von Gewebe in grosson Fetzen ein, der Ausfluss von Synovia war nicht zu hemmen und es erfolgte der Tod.
Therapie; Geringgradige Fälle werden gereinigt und mit Jodoformkollodium bedeckt. Die gelbe Farbe kann nachher mit Tinte geschwärzt werden. Eine Salbe aus Holzkohle 1 und Lanolin 10 ist ebenfalls anzuraten. In Fällen in denen die Cutis durchgeschlagen ist, ist gründliche Reinigung, Irrigation in die Tiefe, Herausschneiden von solchen Gewebsfotzon die mit Staub und dergleichen durchdrungen sind anzuwenden. Bei Taschenbildung ist notwendig: Die Haut an der tiefsten Stelle von innen nach aussen mit einer scharfen Haarseilnadel zu durch-stossen und dort eine Drainageröhre einzulegen. Es kann sein, dass vorne, aussen und innen Drainagcn gelegt werden müssen. Die Wundränder oben werden aseptisch mit Catgut genäht. Wenn alles vorher reichlich mit 5ü/o CocaTn behandelt ist, so hat diese Manipulation in der Regel keine Schwierigkeit. Nachher erfolgt antiseptisclier Verband, reichliches Bopudern mit Pyoktannin. Bedecken der Wunde mit Jodoform-kollodium oder künstlichem Terpentin etc. Reichliches Einhüllen mit Gazebinden. Über diese kommen Leinen- oder Flanellbinden. Das
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ganze Bein wird dann noch yoiu Fessel bis fast zum Ellbogen eingewickelt. Über diese Binden kommen Stroh- oder Holzschienen, auch plastischer Filz ist sehr zu empfehlen, so dass das Bein vollständig immobilisiert ist. Das Pferd wird umgekehrt, womöglich in einer Hängegurte in den Stand gestellt. Die Binz'sche Rinnmaschiene oder die von mir konstruierte Stelze habe ich zur vollstiindigen Immobilisierung hier sehr von Vorteil gefunden. Das Pferd erhält keinen Haber, sondern nur Kleienfutter. Das Allgemeinbefinden, namentlich Temperaturmessungen geben die Zeit an, wenn der Verband gewechselt werden muss. Sobald eine Steigerung der Temperatur oder des Pulses eintritt wird der Verband gewechselt. Andernfalls lässt man ihn erstmals nur 4^ Tage liegen. Wenn dann nach der Abnahme keine Eiterung vorhanden ist so wird antiseptisch gereinigt, womöglich nur mit Wundwatte alles trocken abgerieben, mit Jodoform bestäubt und wie das erstemal verbunden. Ich habe auf diese Weise tiefe Verletzungen mit Eröffnung der Sehnenscheiden in kurzer Zeit zur Heilung gebracht und fast ohne sichtbare Narbenbildung. Offene Wundbehandlung, wie sie früher hier allgemein angewandt wurde, braucht zu solchen Verletzungen viele Wochen Zeit und erzielt dazu noch dicke Narben mit bedeutender Entstellung. Wenn Eiterung entstanden ist, so ist diese energisch zu bekämpfen. Die Anwendung von Sublimatlösung 1:5001000, Sublimatsalben 1:100, Sublimatgelee 1:50 oder dergl. mit gründlicher Einpackung und Immobilisierungsverbänden sind hier bei täglichen Verbänden zu gebrauchen. In Fällen in denen bereits alt gewordene kailöse Gelenkfisteln in Behandlung kommen, werden die Wundränder aufgefrischt, in der Tiefe durch 10 prozentige Karbolsäure, aussen durch den scharfen Löffel und nachher ein Verband angelegt, wie eben geschildert wurde, (Vgl. auch Gelenkswunden.)
Kmeschwanini.
Littcratur: Gurlt, Knieschwamm b. Rind. Gurlt u. Hortwig 1837, p. 171. Rychncr, Knieschwamm. Buj. 1851, p. 30O. Ribbe, Knieschwamm. Arch. f. Schw. Tzte. Bd. V, p. 171. Gurlt, Sehnenscheidenwassers, h. R. Gurlt u. Ilertwig 1851, p. 344. II a u h n e r, Knieheule, Knieschwamm. Ibd. 1855, p. 414. Rosenbaum, Vorderkniegalle. Ibd. 1854, p. 215. Ber. üb. Leist. i. Geh. d. Thk. 1855, p. 47. Hollmann, Sehnenscheidenwassers, a. Mittelfussstrecker d. R. Gurlt u. Hertwig 1855, p. 115. Gurlt, Sehnen-scheidenwassersueht a. Vorderknie b. R. Ibd. 1856, p. 327. Dietrichs, Verletz, u. Gesohw. a. Vorderkn. d, Pf. Ibd. 1856, p. 109. R o s e n b a u m , Wassers, a. d. Sehnensch. d. Mittelfussstreckers. Ibd. 1856, p. 341. Lohmann, Knieschwamm. Mitt. a. d. tztl. Pr, Gerlach u. Leis. 1857, p. 132.
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Knioschwamm.
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Lafosse, Knieschwamm b. E. Toul. 1800, p. 289. Ber. lib. Loist. i. Geb (1. Thk. 1800, p. 52. Mat he, Yorderkniegeschwulst eines R. Sachs. Jhb 1801/62, p. 30. Krotschmar, Knieschwamm b. R. Ibd. 1803, p. 93 Fii nf st ii ck-Lei serin g , Knieschwamm. Ibd. 1860, p. 34. Wil helm-Johne, Knieschwamm b. Rind. Ibd. 1879, p, 61. P es eh el Johne, Zwei sog. Kniesohw. b. R, Ibd. 1880, p. 50. Dotter, Vorderkniegalle b. Pf. Bad. Mitt. 1887, p 111.
Die Kniebeule, Kniescliwamin, Schwiele, Callositas, kommt hauptsächlich beim Kinde, sehr selten bei Pferden vor. Es sind zwei Sorten: a) eine weiche Form, welche nach Gurlt als eine Er-
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Fig. 186. Knieschwaiiiiu b. Bind (n. Onrlt).
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Knieschwamm beim Pferde (n. Guvlt).
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Weiterung der Sehnenscheide des Zehenstreckers des Mittelfusscs (Muse, extern, carpi radialis) aufzufassen ist. Hollmann fügt noch an, dasa die fortgesetzten Schichten des Ligament carpi capsularis ebenfalls ausgedehnt und mit Flüssigkeit angefüllt werden, weshalb auch die Bezeichnung Kniegalle, Kniewasser richtig sei. Lafossc nannte dieselben Cysten. llosenbaum sagt, dass er 21 Fälle von Sehnenscheidengallen, wie solche von Gurlt genannt sind, behandelt habe. Haubnor trat hie-gegen auf und erklärte, die Sehnenscheidenwassersucht bilde die Ausnahme. Es handle sich dort um eine Balggeschwulst, deren Wandung verhärte. Auch könne er die Angabe llychner's, dass es sich um eine Bursitis handle, ähnlich der Stollbeule, nicht zugeben, da normal kein Schlcimbeutel am Knie vorhanden sei. Leisering hat in zwei Fällen
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758nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Knieschwamm.
festgestellt, dass die Goscliwulst durch Ausstülpung der Gelenkskapseln entstanden war und Johne fand dortselbst eine halbkugelige leicht isolierbare Geschwulst mit flüssigem Inhalt, eine Dermoidcyste. b) Die harte Form: Eyeliner und Haubner waren der Ansicht, dass es sich bei dieser um Verdickung der Wand eines Schleimbeutels oder eine Balggeschwulst handle. Durch Johne ist festgestellt, dass hier eine harte Geschwulst sich bilden kann vom Charakter des Tumor albusquot;, dieselbe sei aus einer Periarthritis hervorgegangen, stelle eine fibröse Induration mit schiefrig verfärbtem Bindegewebe dar, welche verwachsen ist mit dem Kapsolband, den Sehnenscheiden und dem Periost und sogar zu Osteophytbildungen Anlass giebt. Leisering hat eine bindegewebige fibroide Masse von grosser Ausdehnung gefunden, über welcher die Haut teilweise mit drei Zoll dicker Hornschicht, bestehend aus Blättchen von 1-2 Zoll Länge und 24 Linie Breite gespannt war.
Aetiologie: Die weiche Kniegeschwulst hat ihre Ursache hauptsächlich in mechanischen Einwirkungen und es ist ganz besonders ungenügende Streu und schlecht gepflasterter Stallboden zu beschuldigen. Es kommt das Aufstehen des Rindes, zuerst mit dem Hinterteil hoch und Verlegen des ganzen Gewichts auf die Vorderkniee welch' letztere dadurch rutschend auf dein unebenen Pflaster gequetscht werden in Betracht. Es kann auch nicht Wunder nehmen, wenn eine derartige Galle allmählich sehr verdickte Wände bekommt, oder wenn nicht nur die früher gemeinte Sehnenscheide, sondern auch das Kapselband oder eine Dermoid-cyste wassersuchtähnliche Zustände und Wandverdickungen bekommt. Die harte Kniegeschwu 1st, der Knieschwamm, ist aber eine solide feste fibröse Geschwulst, Tumor albusquot;, dessen wahrscheinlich infektiöse Ursache vorerst noch nicht nachgewiesen ist. Es ist jedoch anzunehmen, dass die meisten soliden Geschwülste an dieser Stelle durch Einwanderung vielleicht von Aktinomyces oder Desmoid etc. entstehen werden, da es an Gelegenheit zur Hautverletzung und Pforten zum Eingang für diese Mikroorganismen nicht fehlt. Dass auch gelegentlich andere Neubildungen gut- oder bösartigen Charakters dort zur Entwicklung gelangen und durch die aussergewöhnliche Reizung grössere Zerstörungen als sonstwo verursachen, kann nicht Wunder nehmen.
Klinisches Bild: Die Kniegeschwülste erreichen mitunter ganz enorme Grosse. Leisering hat bei einem 20 jährigen Pferde das im 8. Jahre eine hühnereigrosse Geschwulst an der VorderHäche des Carpal-gelenks besass eine Geschwulst festgestellt, 28 cm. lang und 12'/a cm. quer. Eine andere beim Rind, 9'/2 cm. lang und 8l/2 cm. breit. Jode
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Knieschwumm.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 759
hatte ca. 600 Grm. Inhalt. Johne hatte eine Geschwulst 22,400 Grm. schwer mit 960 Grm. klarserösem Inhalte. Bei den genannten Sehnenscheidengallen ist die Geschwulst anfangs dünnwandig, zeigt sehr deutliche Fluktuation und hängt allmählich beutelartig herunter. Die anderen Geschwülste sind mehr oder weniger fest, sogar derb. Der Inhalt ist hell, gelb, serös, oder er ist schlohnig-honigähnlich, oder trüb-eitrig. Manchmal ist nur in der Tiefe eine kleine Erweichungscystc, deren Existenz nach aussen keine Fluktuation giebt. Oder es sind mehrere Cysten in einer Geschwulst. In hochgradigen Fällen, bei derben und bösartigen Neubildungen, kann die normale anatomische Einrichtung zerstört werden, oder es bildet sich infolge des andauernden Reizes Knochenneubildung und Wucherung in die Geschwulst aus, so dass diese knorpelig, ja knochenhart werden kann. Bei jeder Sorte von Anschwellung und zu jeder Zeit kann es zu einer entzündlichen Affektion kommen, welche nach einiger Zeit wieder vorübergeht. Grosse harte Neubildungen sind solchen Schädlichkeiten am meisten ausgesetzt. Lahmgehen ist nicht oder in sehr verschiedenen Graden vorhanden.
Prognose: Kleine, weiche nicht entzündliche Geschwülste sind günstig zu prognostizieren. Kleine feste mit umschriebener loser Basis ebenfalls. Dagegen sind grosse Kniebculcn mit verschiedenen fluktuierenden Stellen, breiter Basis und Entartungen in die Tiefe quoad vitam ziemlich günstig; quoad restitutionem ungünstig zu beurteilen.
Therapie: Seimenscheidencysten an dieser Stelle, also weiche, beutelartige Geschwülste, werden nach Rosenbaum, Hollmann u. A. an der tiefsten Stelle aufgestochen. Dann sollen sie von selbst heilen. Ich empfehle diese Eröffnung aseptisch zu machen. Die entleerte Geschwulst mit 10 0/o iger Karbolsäure einmal auszuspritzen und das Kniegelenk zu verbinden. Gegen die harten Geschwülste ist empfohlen, mit sehr scharfen Mitteln vorzugehen. Hertwig heilte bei zwei Pferden durch Scharfsalbe. Bei Rindern empfiehlt er ein Liniment: Sapo virid. Liq. ammon. caust. 01 animal, fötid. Tinct. Canth. aa. 50, damit täglich eingerieben. Die Geschwulst schwindet allmählich. Lafosse hat zuerst Scharfsalben, dann Rabel'sches Wasser angewandt. Lehmann hat die Haut über die Geschwulst gespalten, zu beiden Seiten abpräpariert, die Masse umschnitten und herausgenommen, den Grund leicht gebrannt und heilen lassen. Es trat Heilung ein. #9632; Es dürfte sich empfehlen, Injektionen von Karbolsäure 3 % ig oder von Jodjodkaliumlösung 1 : 5 : 50 vorzunehmen. Die Exstirpation ist nur anzuraten, wenn die Geschwulst noch keine Entartungen an und in der Gelenkskapsel erzeugt hat.
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760nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Luxation des Vorderkniegelenks.
Luxation des Torderkuiegelenks.
Litt era tun Kohlhepp, Tztl. Ztg. 1848, p. 142.
Ein Fohlen lag nm Morgen um Boden, unvermögend sicli zu erheben. Es hatte sicli mit beiden linken Füssen in der Kette gefangen, auch nach deren Entfernung blieb es liegen. Vorne links war das Bein steif und etwas gebogen. Das Schienbein war von den Knieknochen nach vorne abgewichen, nahezu einen Zoll hervorstehend. Die GelenkHächen durch die Haut deutlich fühlbar. Die Einrichtung gelang lange nicht. Erst nachdem das Bein in natürlicher Richtung stark gebeugt war bis herauf zum Ellbogen gelang es. Das Gelenk wurde rasch und mit Gewalt knallend eingeklappf, das Tier hinkte. Kohlhepp legte einen Verband um. In 8 Tagen erfolgte Heilung.
Frakturen des Schienbeins und der Grittelbeine. (Metacarpus
und Fibula.)
Litteratur: Gurlt, Vier gebrochene Mittelfussknochen, Schienbeine v. Pf. Gurlt u. Hertwig 1837, p. 1(J4. Kamm er er, Schienbeinbruch b. Pferd. Tztl. Ztg. 184550, p. 110. Del wart, Scbienbeinbruch b. Pf. Ber. üb. Lcist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 50. Gurlt, Geheilter Scbienboinbr. Gurlt u. Hertwig 1861, p. 427. Eletti, Geheilte Sohicnbeinbrüche. Mail. 1856, III, p. 132. Ber. üb. Loist. i. Geb. d. Thk. 1856, p. 55. D e p e t r i s , Schien-beinbr. b. ein. Kuh. Turin 1858, p, 15. Ibd. 1858, p. 58. Stevenaert, Schionbeinbruch b. Pf. Belg. 18G0, p. 58. Ibd. 1860, p. 48. Luatti, Scbienbeinbruch b. Pf. Turin 1861, p. 469. Ibd. 1861, p. 57. Prietsch, Scbienbeinbruch b. Pf. Sachs. Jhb. 1862, p. 110. Johne, Schicnbeinbr. b. Kalbe. Ibd. 1863, p. 90. Götze, Scbienbeinbruch b. Pf. Ibd. 1863, p. 89. Voigtländer, Sohienbcinbruch b. d. Gazelle. Ibd. 1864, p. 67. Perdan, Schienbeinbruch b. Pf. Mitteil. d. Ver. d. Tzte. in Öster. 1880, p. 164. B o n n e t, Schienbeinfissur. Münchn. Jhb. 1880'81, p. 113. Haubold, Schienbeinfraktur b. Fohlen. Sachs. Jhb. 1887, p. 104. Müller, Griffelbeinbrüclie. Wien 1859, p. 17.
Aetiologie: Die Ursachen sind sehr zahlreich und verschieden. Diese Knochen brechen manchmal erst bei ganz gewaltthätiger Einwirkung, z. B. beim Stürzen im raschen Laufe, oder auch schon auf ganz kleine Gewichtsverschiebungen. Bonnet hat gesehen, dass ein Pferd nur durch Zurseiteschieben auf der Schmiede das Schienbein brach. Kammerer hat beobachtet, dass ein Pferd an das Schienbein geschlagen wurde, es entstand dadurch eine kleine Wunde, weshalb das Pferd stehen blieb und an der Stelle gekühlt wurde. Das Tier lahmte nicht, aber am 5. Tage lag es mit an dieser Stelle gebrochenem Schienbein im Stalle.
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Frakturen des Schienbeins und der Griffelbeine.
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Klinisches Bild: Die Erkennung ist leicht. Die Tiere berühren mit der Zehe oder der ganzen Huffläclic den Boden. Ein Stützen ist absolut undenkbar. Die Gelenke werden in gebeugter Stellung gehalten. Man sieht die lose Yorbindung, den schlotterigen Zusammenhang mit den oberen Partien beim Vorführen. Bei der Betastung ist abnorme Beweglichkeit und nach Kurzem die Erscheinungen der Entzündung, aber in geringem Grade vorhanden.
Prognose: Vorsichtig bis ziemlich günstig. Eine grosse Anzahl von Schienbeinbrüchen ist geheilt worden. Viel mehr als Brüche von den oberhalb gelegenen Knochen. Nur wenn Komplikationen vorhanden sind,
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wenn mit dem Bruch eine offene Wunde zugegen ist oder starke Splitterung bestellt, ist der Bruch ungünstig zu beurteilen. Bei Klaucntriigern ist die Prognose noch günstiger als bei Pferden und noch bosser ist sie bei Krallcnträgern. Frakturen der Schienbeine am Hinterfuss sind ungünstiger zu prognostizieren.
Therapie: Für die Einrichtung gilt das bereits Erwähnte. Pferde kommen in eine Gurte und bleiben einen oder mehrere Tage, je nach dem Charakter des Tieres, gänzlich unberührt an der gebrochenen Stelle, Die Verbände sind mit sehr verschiedenen Materialien erfolgreich durchgeführt worden : Perdan umhüllte das Bein dicht mit Watte und legte eine Eichenrindenhülle darüber. Damit
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konnte das Pferd gehen und liegen und der Bruch
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heilte in 96 Tagen. Götze vorwandte Holzschienen mit Harzvorband. Es erfolgte Heilung in 7 Wochen. An der Lyoner Klinik wurden Gypsschienen
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Fiy. 127. Kiserne Stelze. Dicsellie kann vorlängei't und verUür/.t worden. Die Sfhienon sind an der Ilut-
platte bewoglioh.
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verwendet. Haubold nahm Gyps mit Altliäa und Holzschienen. Die Heilung trat nach 5 Wochen ein, so dass der Verband wegbleiben konnte, aber bis zur Gebrauchsfälligkeit dauerte es noch mehrere Monate. Depretis wandte Schienen mit Pech-pflaster verbunden an. Priotsch nahm Eisenblechschicnen. Johne beim Kalbe Papp- und Strohschienen. Voigtländer und Delwart legten nur eine einfache Binde um und erzielten Heilung. Stevenaert Hess den Boden unter dem kranken Pusse ausgraben und hielt das Pferd in der Gurte. Binz hat einen Stelz fuss konstruiert. Alle diese Verbände können zum Ziele führen, aber sie haben den Nachteil, dass sie dem Tiere gestatten aufzutreten, dadurch entsteht Schmerz, Unruhe und zu reichliche Callusbildung. Ich habe die Binz'sche
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Entzündung tier Beugesehnen.
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Stelz- und Rinnmaschinen etwas modifiziert angefertigt. Dieselben sind gut, aber nicbt vollkommen. Sie sind zu schwer, man braucht sehr viel Binden und Riemen, sie rutschen leicht seitlich und das Bein wird an der Bruchstelle gedreht oder sie setzen das Bein in eine abnorme Lage, so dass leicht Versteifungen nachfolgen. Ich habe nach Besprechung mit H. Hessing in Göggingen, der mir in liebenswürdigster Weise an die Hand ging, eine Stelze konstruiert, mit welcher es möglich ist. das Bein fast freischwebend zu erhalten. Die Maschine ist rechts und links anwendbar, indem der obere Teil verstellbar ist.
KiilziiiKlunir der Beugesehnon.
Litteratur: Gurlt, Knochenkongroniente i. d. Sehno d. langen Vorarmbcu-gers. Gurlt u. Ilertwig 1837, p. 172. Gurlt, Vorknöchorte Beugesehnen von 4 Pf. Ibd. G of faux, Alaun u. Eiwoiss gegen Sehnenklapp. Journ. vet. Bclg. 1847, p. 189. Der. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1847, p. 57. Del-wart, Wiederh. Scliarfsalbe geg. Sehnonklapp. Ibd. 1849, p. 05. Hartwig, Selinenklapp. Gurlt n, Hartwig 1851, p. 503. Wiener Klinik, Entz. d. Beugpsehnon. Wien VII, p. 8. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1856, p. 53. Toul. Klinik, Entz. d, Hufbeinbeugesehn. Toul. 1859, p. 322. Ibd. 1859, p. 25. Delwart, Sehnenentz. Bolg. 1861, p. 505. Ibd. 1861, p. 22. Grimm, Sehnenentz. b. Pf. Sachs. Jhb. 1869, p. 90. Pflug, Sehnenklapp. Gurlt u. Hartwig 1871, p. 161. Johne, Narbenkeloid a. d. Beuges. Sachs. Jhb. 1882, p. 57. Lydtin, Alte Sehnenentzünd. Tztl. Mitt. 1882, p. 141. Pine gin, Heilung veralt. Sehnenverdick. Petersb. Arch. 1886. Weiskopf, Behandl. d. Beugosehnenentz. Ad. Wochschr. 1880, p. 117.
Die Beugesehnen, namentlich der Vorderfüsse, die Sehnen des Krön- und Hufbeinbeugers und das Aufhängeband, sind von der Vor-derfusswurzel bis zum Fessel zahlreichen Erkrankungen ausgesetzt. In der Litteratur sind diese gewöhnlichen Fälle weniger berücksichtigt und es sind viel mehr generelle Abhandlungen als wie Aufzeichnungen von Einzelfällen vorhanden.
Aetiologie: Disponiert sind Pferde mit weichem Eessel und fehlerhaften Stellungen, solche denen die Trachten zu nieder geschnitten, solche die durch schlechte Hufpflege Zwanghufe erhielten, und solche denen zu kurze Eisen aufgelegt sind. Die Entzündungen entstehen durch sehr rasche Gangarten; Überspringen von Hindernissen, Überanstrengungen und zwar derart, dass in den höchsten Graden Zer-reissungen entstehen. Andauernd tiefes Eintreten in weichen Boden, wenn noch dazu möglichste Schnelligkeit oder Zuganstrengung verlangt wird, kann die Entzündung erzeugen. Auch direkte mechanische Einwirkungen, Einhauen in die Halfterkette oder durch die Hinter-füsse, Fehltritte, Ausgleiten und dgl. In den verdickten Gleichbein-
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Entzündung der Bongeselinen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;763
bändern wurde auch Filaria Cincinnati gefunden. Ein besondere Sorte bilden die nach Influenza und Druse entstandenen oft recht schweren sogenannten metastatischon Sehnenentzündungen, sowie die sogenannten rheumatischen, welche nach Erkältungen auftreten sollen.
Klinisches Bild: Am hiiufigston wird die Hufbeinbeugesehne betroffen und zwar an ihrer oberen Hälfte in der Nähe des Carpal-gelenkes unter dem Kniering. Diese Lahmheiten werden ausserordent-lich schmerzhaft, weil der angeschwollene schmerzhafte Teil für das Durchgleiten im Kniering zu voluminös geworden ist und dadurch noch gedrückt wird. Die tiefer gelegenen Sehnen werden seltener allein betroffen, häufiger noch das Gleichbeinband wie die mittlere Sehne. In hochgradigen Fällen erkranken alle zusammen.
Sehnenklapp heisst jede alte verhärtete Sehnonentzündung. Siedamgrotzky will, dass hauptsächlich diejenige Sorte, die am oberen Dritteile der Sehnen vorkommt und bei der das Sehnenverstärkungs-band vornehmlich beteiligt ist, mit diesem Namen bezeichnet wird. Am-mon giebt an, der Name Sehnenklnpp kommt davon, dass das Pferd an die Stelle einen Schlag Schlappe, oder Klappequot; bekommen hat. Durch die Sehnenentzündungen entstellen Lahmheiten in verschieden hohen Graden. In der Ruhe schildern die Pferde und halten die Beine leicht gebeugt. Bei der Bewegung scheuen sie im Fessel durchzutreten und manchmal lassen sie die Kote nach vorne überschiossenquot; kippelnquot;. Möller sagt hierüber: Da infolge der Sehnenbelastung bei entzündlichen Zuständen Schmerzen entstehen so vormeidet das Pferd die Belastung und es nehmen die Phalangen eine steile Stellung an. Währt dieser schmerzhafte Zustand längere Zeit, so gesellt sich Kontraktur In den Beugemuskeln und Verkürzung In den Sehnen hinzu. Möller unterscheidet: a) Die schmerzhafte Erkrankung der Sohne. Dieselbe hält nur kurze Zeit an und ist nicht hochgradig. In diesem Falle besteht auch der steile Fessel nur während des schmerzhaften Zustandes und verschwindet mit demselben wieder vollständig, b) Die Sehnenontzün-dung besteht längere Zeit mit grösserer Schmerzhaftigkeit, so dass der Schenkel dauernd in Flexionsstellung verharrt, dadurch kommt es zu Kontraktur der Beugemuskeln und infolge dessen zu einer dauernden steilen Fessellage, verbunden mit vorbiegiger Stellung in den Vorder-fusswurzeln. c) Infolge hochgradiger Veränderung der Seimen, verbunden mit Ketraktion des Narbengewebes tritt Verkürzung der Sehnen dortselbst ein und die Folge ist andauernd steiler Fesselstand, und wenn das Unterstütznngsband unter der Vorderfusswurzel mit ergriffen ist auch Vorbiegigkeit des Vorderkniees. Dies ist in hochgradigen
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764nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Entzündung' der Bougesohnen.
Fällen der Sehnenstelzi'uss. Es kann sogar zur Vorknöcherung der Sehnen kommen. Es kann zu Hautsklerosierungen kommen. Pflug hat einen solchen Fall heschrieben und Johne fand ein Narben-keloid an den Beugesohnen, an der Ilinterfläche des Metatarsus 27 cm. lang, 17 hoch und 18 breit. Die Haut war damit fest verwachsen, teilweise haarlos und borkig. Bei näherer Untersuchung, beim Darüberstreichen fühlt man eine diffuse oder mehr abgegrenzte, knotige Anschwellung in sehr verschiedener Ausdehnung, dieselbe ist sehr vermehrt warm, oder wenn sie alt ist von normaler Temperatur. Auf Druck entsteht lebhafte Schmerzäusserung.
Prognose: In frischen Fällen, wenn der von Möller unter a) kurz angegebene Zustand vorhanden ist, günstig. In älteren Fällen, wenn die Entzündung schon längere Zeit besteht, bereits Kontraktur der Beugemuskel vorhanden ist und harte knotige Anschwellungen bestehen, vorsichtig. Das Leiden weicht nur sehr allmählich. Wenn in frischen niodergradigen Fällen die Kur in einer Woche beendet sein kann, ist zu ausgedehnten älteren Prozessen immer eine Zeit von mehreren Wochen in Aussicht zu nehmen. Auch ist nie zu vergessen, dass leicht ßecidive eintreten. In ganz alten Zuständen mit ausgebildetem Stelzfuss oder sich diesen nähernden Zuständen, bei Yer-knocherungen der Sehnen, ungünstig, ja, was Wiederherstellung betrifft, schlecht.
Therapie: Erste Bedingung ist Ruhe. Am besten ist es wenn die Pferde in einen Laufstand gebracht werden können, so dass sie sich ganz nach Bedürfnis etwas bewegen können. Viel Bewegung ist aber nachteilig, doshalb kann diese Freiheit nur braven, ruhigen Tieren gewährt werden. Die nächste Bedingung ist eine geordnete Hufpflege. Abbrechen der Eisen, Ausschneiden der Sohle, Erweichen des Hufhornes, eventuell Auflegen eines Defay'schen Hufeisens und allmähliche Erweiterung der hinteren Hufteile, trägt sehr zum günstigen Verlaufe bei. Ebene, stollenlose Hufeisen, in der Länge für diese Hufe passend geschnittene Trachten gehören dazu. Wenn diese genannten Vorbedingungen richtig erfüllt werden, so heilen leichte Fälle von selbst. Diese Thatsache wird desshalb hier besonders vorgeführt, um die Wichtigkeit der genannten Vorbedingungen zu beweisen. Entzündliche frische Fälle werden antiphlogistisch behandelt. Kalte Umschläge, Eisumschläge, kalte Berieselungen, permanente Bäder, sind die ersten Tage, um die Hitze zu mindern, angezeigt. Auf diese folgt, wenn noch Anschwellungen vorhanden sind, die Anwendung der feuchten Wärme in der Form von Priesnitz'schen Umschlägen, oder nach etwas
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Entzündung der Beugesehnen.
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wechselndem Modus. Bedeutende Erwärmung und dadurch Ausdehnung mit reichlicher Blutzufuhr mit folgendern plötzlichem Abschrecken durch einen kalt aufgelegten Umschlag oder durch kalte Abwaschung oder Begiesung wird eine Zeitlang fortgesetzt. Herhvig empfiehlt warme Pottaschebäder. Es ist aufmerksam zu machen, class diese Behandlung Mühe und Sorgsamkeit erfordert und es ist zweckmässig anzuführen, dass die Wasserbehandlung nicht so in die Tiefe reicht, wie viele andere Mittel und dass diese Methode nur dann zweckmässig durchgeführt werden kann, wenn genügend Personal kostenlos zur Verfügung steht. In der Landpraxis, bei Kutschern und Fuhrleuten ist diese Behandlung nicht anzuwenden. Solche Entzündungen, welche selbst nach wochenlanger mühevoller Wasserbehandlung nicht zum Weichen gebracht werden, können mit passenden, reizenden und zerteilende n E i n r e i b u n g e n und trockenem w a r m e n V e r b a n d e mit Wollbinden, oder auf eine Scharfsalbe ohne grosse Mühe, mit geringeren Kosten, rascher und auf angenehmere Weise für Pferd und Mensch geheilt werden. Eine bedeutende Wirkung ist auch hier durch die Massage zu erzielen. Täglich 1 bis 2mal wird die Anschwellung streichend und drückend in der Richtung gegen das Herz massiert, nachher ein leichter Druckverband angelegt. Lydtin rühmt Immobilisierungsverbände aus Gyps oder Wasserglas. Durch die Anwendung der resorbierenden Arzneimittel wird die Heilung wesentlich gefördert, unter Umständen einzig ermöglicht. Delwart empfiehlt Einreibungen von Leberthran. Durch denselben werde Schmerz und Anschwellung vermindert, es bilde sich eine Kruste und die Haare fallen aus, aber sie kommen wieder. Lydtin rühmt in alten Fällen die Einreibung -von Hydrarg. oxydul. nigr. 4, Sapon. virid. 80, Überdecken mit Watte und nachher den obengenannten Verband. Empfehlenswerte Einreibungen gegen alte Anschwellungen sind noch: Jod 0,5 Jodkalium 2,5 Lanolin 30, täglich einmal zu gebrauchen. Rotes Jodquecksilher 1, Lanolin 20. Zu diesen Salbenbehandlungon empfiehlt sich noch warme Behandlung. Einhüllungen mit Watte oder Wolle und Binden. Scharfe Mittel, sind die offizinelle Scharfsalbo, die 23 mal eingerieben wird. Es werden auch scharfe Mittel, die zugleich losend in die Tiefe dringen, angewandt und hiezu gehören besonders die B1 ü s t e r. Jede scharfe Einreibung, bei der ein starker Schorf entsteht, die Haare zwar ausfallen aber sofort wieder nachwachsen, heisst Blüsternquot;. Ein sogenannter ungarischer1' Blüster besteht aus: Scharfsalbe 10, Rotes Jodquecksilber 5. Pinegia fand am besten: Abwaschen der kranken Sehne täglich 2mal mit Scifenwassor, Abtrocknen
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70Gnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Schnenzcrreissungen am Vorderbein.
n.ach lU Stunde, Frottation mit einer Bürste oder einem Tuchlappen und Einreibung von Ungt. hydrarg. bijodat. Die Heilung erfolgt in lI/24 Monaten. In alten Fällen, in denen die bis jetzt genannten Mittel versagen, kann noch das G1 ü h e i s e n von günstiger Wirkung sein. Zum Brennen wird das Pferd niedergelegt, eine sogenannte Manchette mit zahlreichen Querstrichen mittelst schwarzwarmem Eisen aufgebrannt. Nach dem Brennen ist empfohlen Lorbeeröl einzureiben, um die Wirkung auch auf der Oberfläche gleichmässig zu verteilen. Auf Brennen bleiben die Haare aus an den Strichen. Bei Gleichbeinlahm-heit ist schon mit Erfolg mit spitzem Eisen in die Tiefe gebrannt worden. Bei Sehnenstelzfuss kommt der Sehnenschnitt in Betracht.
Selinenzerreissungen am Vorderbein.
Littcratur: Plouquet, Zerreissung d. Sehnen b. Pf. Schab. Rossarzt 1780, p, 207. Fuller, Verletzung d. Ueugesehnen. Jhb. v. Kuers. Berl. 1835. Träger, Selinondurchschnoidung. Gurlt u. Hertwig 1837, p. 448. Stephan, Sehnendurchsohnoidung b, Pferd. Ibd. 1839, p. 458. G oll now, Durchschneidnng d. Beugesehnen. Ibd. 1841, p. 482. Be im ler, Sehnenwunden bi Pf. Tztl. Ztg. 1844, p. 143. Flothmann, Ausdehnung der Schionboinfesselmuskel. Gurlt u. Hertwig XIII, p. 109. Hollraann, Verwundung d. Fesselbeinstreckers. Ibd. 1852, p. 234. E e y , Ruptur d. Beuges, Journ. de med. vet. 1854, Jan. Gor lach. Verletz, d. Krön- u. Ilufbein-beugers b. d. Kuh. Gurlt u. Hertwig 1854, p. 304. Serres, Erweich, u. Zerreiss. d. Beuges. Toul. 1857, p. 313. Chaintre, Zerreiss. d. Strecksehnen b. Pferd. Lyon 1857, p. 16. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1857, p. 54. Johne, Sehnenverwundung b. d. Kuh. Sachs. Jhb. 1861, p. 119. Ramoser, Zerreissung d. Hufboinb. Miinchn. Jhb. 1862, Heft 1, p. 52. T r o 1 u s, Luxation d. Hufbeinbouges. Journ. de A'et. 1805, p. 483. L e i -sering. Zerstör, d. Huf beinbeuges. Sachs. Jhb. 1867, p. 34. B r ä u e r , Bärentatzigkeit. Ibd. 1867, p. 83. Fass, Verletz, d. Beuges. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Roloff 1873, p. 176. Witze 1, Sehnenverletz. Samml. kl. Vortr. 1880, Nr. 291. Nocard-Siedamgrotzky, Gangränöse Huf-beinbeuges. Arch. 1881, p. 129. Sehr ami, Ausreissen d. Hufbeinbeuge-sehne. Öster. Ztschr. f. Vetk. 1888, Bd. II, p. 113.
Sehnenzerroissungen sind folgendennassen einzuteilen:
1)nbsp; Primäre, durch gewaltsame Einwirkungen, a) Offene, mit Verletzungen der Haut, durch Instrumente oder sonst gewaltsame Einwirkungen, b) Subkutane Zerreissungen durch grosso Anstrengungen, Überspringert von Hindernissen etc.
2)nbsp; nbsp;Sekundäre Zerreissungen durch Entzündung und Erweichung der Sehnen, bei langwierigen Entzündungsprozessen und andauernder liberanstrengung, z. B. wochonlanges Stehen auf einem Bein.
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Sehnenzerreissunsen am Vorderbein.
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Aetiologie: 1) Offene primäre Verletzungen. Einem Pferde ist der Krön- und Hufbeinbeuger durch Durchstossen mit einer Stallschippe verletzt worden. Gerlach. Ein Pferd stürzte am Wagen, bekam eine grosse Hautwunde und gänzliche Ahreissung beider Beugesehnen. Beimler. Beim Setzen flog dem Reiter der Säbel aus der Scheide und schnitt vorne links den Huf beinbeuger vollkommen durch. Stephan. Es ist noch anzuführen, dass früher die Sehnen-durchschneidungen gegen Verkürzungen der Sehnen mit offenem Schnitt gemacht wurden, 2) Subkutane primäre Zorreissungen. Ein Pferd hinkt nach heftiger Anstrengung plötzlich, zeigt grosses Lahmgehen und Druckschmerz an der Hinterfläche des Vorderbeines, dabei ist grosse Pulsation der Pesselarterlen. Nähere Untersuchung ergiebt eine Zerreissung des Muse, interosseus medius. Flothmann. #9632; b) Sekundäre Zerreissung. Serres: Eine Erweichung und Zerreissung der Beugesehnen entstand beim Pferde dadurch, dass das Tier gezwungen wurde, längere Zeit auf einem Beine zu stehen. Ich habe einen ähnlichen Fall beobachtet. Bräuer: Bei zwei erwachsenen Pferden, welche schwere innere Krankheiten durchgemacht hatten, stellte sich Bärentatzigkeit ein. Ramosor: Ein Pferd ist seit 3 Tagen lahm, stellt den Fuss an der Zehenspitze auf, an der Sohle ist eine kleine eiternde Öffnung. Der Hufbeinbeuger ist von der Insertionsstelle bis herauf schräg durchrissen, das Kapselband offen. Leisering berichtet die Zerstörung einer Huf beinbeugesehne, Nocard-Siodamgrotzky berichten ebenfalls über Zerreissung der Hufbeinbeugesehne. Schraml: Ein 6jähriger Wallach war vor 5 Wochen lahm, heilte und wurde wieder lahm. Am 5. Tage trat das Pferd nicht mehr an der Sohlenfläche und aucli nicht bloss bärentatzig auf, sondern derart auf das untere Schienbeinende, dass die Sohle des Hufes von vorne zu sehen war. Bei der Sektion fand man die. Hufbeinbcugesehno in ihrer ganzen Breite an der Insertionsstelle herausgerissen, so dass die äusserste Knochenlamello noch an der Sehne dos Hufbcincs haftete. Ray teilt mit, dass ein Reitpferd plötzlich an einem Bein lahm wurde. Nach 5 Tagen wurde es an einem zweiton Bein lahm. Das Tier legte sich und bei einem Versuche sich zu erheben, trat Ruptur an den Beugesehnen von drei Beinen ein, so dass das Tier je mit den Fesselgclenkeu aufstand. Bei der Sektion fanden sich auch die Gleicbboinbämler und Seitenbänder gerissen.
Klinisches Bild: Je nach der Zerreissung einer Sehne erfolgt ein mehr oder minder, in der Regel aber sehr hochgradiges, verändertes Stehen, so dass entweder die Winkelbildung an einem Gelenke ganz
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768nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Sohnonzerreissungen am Vorderbein.
anders wird und das Pferd zudem nicht mehr auf der Sohlenfh'iche, sondern auf den Seiten- oder Trachtenteilen auftritt. Dabei ist eventuell Verwundung, Schmerzhaftigkeit und beim Gehen Schleudern des Beines an der gerissenen Stelle. Bei näherer Untersuchung finden sich die Lücken oder auch die abgeschnittenen zu Tage liegenden Teile, bei Zerreissung in der Tiefe treten die Enden je nach der Fussstellung 50 cm. auseinander. Der Fessel hängt lose am Fusse, als ob er nur noch durch die Haut verbuiiden wäre, mit dem oberen Teil zusammenhinge. Er wird nicht gebeugt, oder wenn er in der Bewegung niedergesetzt wird, so tritt er stark durch, der Huf wird nach auf- und vorwärts gedrückt und bildet mit dem Schienbein einen spitzen Winkel. Hey.
Prognose: Bei Verletzungen durch plötzliche mechanische Einwirkung ziemlich günstig. Glatte, quere Durchschneidungen können in 6 Wochen bis 2 Monaten heilen. Schiefes Durchschneiden mit Quetschungen führt bei eintretender Eiterung zu langwierigen Prozessen, bei denen oft derartige Neubildungen an den Sehnenenden entstehen, dass sie wie ein Blumenkohl hervorwuchern. Baimlor erzielte bei Zerreissung beider Beugemuskeln und Zerfetzung der Ränder Heilung nach fast 5 Monaten. Johne nach Verletzung beider Beugesehnen Heilung in 2 Monaten. Fay in einem solchen Fall in 3 Monaten. Stephan in 4 Monaten. Gollnow hatte ein Fohlen, dem beide Sehnen durchschnitten waren, 3li Jahre lahm, aber dann wurde es vollkommen gut und leistungsfähig. Bei einer Kuh, bei der die Krön- und Hufbein-beuger durchstossen waren, trat Heilung in 3 Monaten ein. Unter zwei Monaten ist mir bis jetzt keine Heilung solcher Verletzung bekannt geworden. Die sekundären Zerreissungen sind ungünstiger zu beurteilen. Fast alle mir bekannt gewordenen Fälle endeten tödlich. Allerdings sind einige dabei, in denen lang andauernde Heilversuche gemacht und in Genesung übergeführt wurden. Bräuer hat 2 Pferde, die nach schweren inneren Krankheiten bärentatzig wurden, nach 4 und 5 Monaten geheilt.
Therapie: Bei der Heilung von offenen Selinonzerreissungen sagt Plouquet schon 1780: Man soll suchen, die Bänder durch Verband einander zu nähern, Heften der zerrissenen Sehnen hilft nichts. Dies trifft allerdings zu, wenn Eiterung eintritt. Es besteht aber die Möglichkeit, dass Sehnen und die Hautwunden in ganz kurzer Zeit per primam heilen. Es ist anzuraten, den Versuch zu machen, die Anti-septik sorgsamst durchzuführen, die Wunden zu cocaVnisieren, in gebeugter Stellung die Sehnenenden des verletzten Beines mittelst festem Catgut sehr innig einander zu nähern durch eine grössere Anzahl von
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Stelzfuss und Sohnenschnitt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7Ü9
Nähten, die neben- und übereinander angelegt werden. Ebenso wird noch die Haut genäht und eine Drainage eingelegt. Das Bein wird in gebeugter Stellung erhalten bis die Heilung erfolgt ist. Hiezu eignet sich die Binz'sche Stelze sobr gut. Wenn Eiterung eintritt, so ist durch die bekannten Heihnittol der Prozess etwas zu beschleunigen. Bei subkutanen Eupturen, bei denen keine Eiterung besteht, wird das Bein ebenfalls gebeugt in einen Inimobilisierungsverband gebracht und das Tier in Ruhe erhalten. Bei eiterigen Zerreissungen der Hufbein-beugesehnen ist durch Nocard vorgeschlagen, dortselbst zu eröffnen, die Gewebsfetzen am halbmondförmigen Ausschnitt an der Untortläche des Hufbeines zu entfernen, die nekrotischen Knochenteile durch Meisscl und Hammer hinwegzunebmen und nachher antiseptisch zu verbinden. Nocard hat auf diese Weise in 4 Wochen Heilung erzielt, in 6 Wochen war das Tier gebrauchsfähig.
Stelzfuss und Sehnenschnitt.
Litte r a tu r: Gohior, Abaclmeiden d. M. perforans, Lyon 1814. R a i n a r d, Tüuotomie gegen Überköten, Ibd. 1S21. Miquol, Bouissy, Sohnenschnitt gegen Stelzfuss offen, Rec. 1830, p. 346. Dick, Sehr ad er, Sehnenschnitt. Zeitsclir. v. Busch, III, 2. Heft, 1831, p. 81. Del a fond, Offener Sehnensclmitt. Ree. 1832, p, 5. Hering, Tenotomio a. d. Sehne des perforans, Schnitt von 1 Zoll Länge, trotzdem Heilung- ohne Eiterung. Operatlchre., p. 320. Cop in, 4 Fälle von Tcnotomie. Rec. 1835, p. 225. Hertvvig, Offener Sohnenschnitt b. Pf. Gurlt u. Ilertwig 1830, p. 344. Stephan, 2 Fälle von zuf. Verletz, d. Beuges. Gurlt u. Hortwig 1831), p. 45G. Erdt, Tenotomio b. Pf, Gurlt u. Hertwig 1841, p. 212. Daws, Heilung von Sehncnstolzfuss in 6 AVocli. durch otf. Schnitt. The Vet. 1842. Rep. HI u, V. Prinz, Stelzfuss u. s. Heil. d. Sehnensclmitt. M. 4 Tfln. Dresden 1841. Eichbaum, Stelzfuss durch Schnnbcleison geheilt. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p, 19. Wilke, Durchsclmeidung der Beugesehnen. Gurlt u. Hertwig 1842, p. 433. Hering, Subkut. Durchschneiden beider Sehnen. Rep. 1842, p. 112, Heft IV. Miquel, Subkut. Durchschneidung. Memoir, de la Societe 1841, p. 42. Matz, Vollkommene Heilung zweier Stelzfüsse. Ibd. 1844, p. 21G. Erdt, Sehuendurchschneid. hinten beiders. b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1844, p. 209. Kaiser, Heilung eines Stelzfussos durch Tenotomie. Tztl. Ztg. 1846, p. 21. Prudhome, Offener u. subkut. Schnitt. Rec. 1845. Lafosse, Subkut. Tenotomie d. Aufhängebandes. Toul. 1846, p. 486. Roy, Tenot. b. Beugesehnen. Lyon 1847, p. 171. Gaven, Dasselbe. Ibd. 1850. Meyer, Abschneiden des Hurbeinheugers. Schweiz. Arch. 1851, p. 365. II e r t w i g , Stelzfuss b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 506. Brächet, Offener Sehneuschnitt b. Fohl. Lyon 1853, p. 145. Ber. üb. Leist. i. Geh. d. Thk. 1858, p. 63. Gour-don, Cauvet, Didot, Del wart, Mitteil. üb. Sehnenschnitte. Belg. 1857, p. 66. Ber. üb. Leist. i. Geh. d. Thk. 1857, p. 61. Burmeister, IIo ll'man n , Ticriii-ztliclie Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 49
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770nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Überbeine am Schienbein.
Subkutanes Durcbsclineiden. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1858, p, 167. Mai er, Sehnenschnitt b. Pf. Rep. 18GO, p. 28G. Prietsoh, Subk. Sehnenschnitt, Sachs. Jhb. 1860. Münchner Tzsch., 5mal Sehnenschnitt. Tztl. Mitteil. d. bayer. Tzsch. 1863, IX. Heft, p, 39.
Stelzf'uss ist 1) Sohnonstelzfuss, entstanden durch Verkürzung der Beugesehnen. 2) Knochenstclzt'uss, entstanden durch Knochenneuhildung in der Umgebung der Gelenke des Unterfusses. Der Sehnenstelzfuss geht aus der hochgradigen Sehnenentzündung hervor, wie sie unter h) auf Seite 763 geschildert ist. Wenn der Zustand derart ist, dass die dort angegebenen Mittel nicht mehr helfen können, so kommen in Betracht: Hufeisen mit Verlängerung nach vornen, so dass rlas auf den Zehen auftretende Pferd doch einen sicheren Auftritt bekommt, ferner der Sehnenschnitt. Es ist Bedingung, dass am Hufe noch keine hochgradigen Veränderungen existieren und dass es sich nicht um Verknöcherungen handelt. Die Durchschneidung der Sehnen wurde anfangs immer offen gemacht, quer in die Haut eingeschnitten und eine oder beide Sehnen durchschnitten. Später hat man gelernt subeutan abzuschneiden, wodurch die Heilungen viel rascher vor sich gingen. Die Wirkung ist auch regehnässig eine Zeitlang eine sehr schöne namentlich wenn bei nicht hochgradigem Stelzf'uss nur der Hufbeinbeuger durchschnitten wird. Bayer hat bei einem Versuche festgestellt: Winkel zwischen Schienbein und Fessel 120quot;. Nach dem Durchschneiden der Kronbeinbeugesehne 120quot;. Nach dem Durchschneiden der Hufbeinbeugesehne oberhalb des sechsten Kopfes 115quot; und endlich nach dem Durchschneiden des sechsten Kopfes 110quot;. Allein nach einiger Zeit wachsen die Sehnen wieder zusammen und der Stelzf'uss entsteht wieder. Dadurch ist die Operation allmählich in Verruf gekommen, so dass sie jetzt nur noch ausnahmsweise gemacht wird. Zweifellos verdient aber die Operation nicht, ganz vergessen zu werden. Bei geeigneter Nachbehandlung und passendem Beschlag werden sich auch die Resultate in Bezug auf Bccidive bessern. Die Tenotomie an den Armhakenbeinmuskeln am Biceps sind aber mit Rocht verlassen worden. (Vgl. a. Fig. 120,)
Überbeine am Schienbein.
Litteratur: Ruini, Von allen Krankheiten u, Gebrechen d. Pf. 1603, p. 264. Ilaubncr, Überbeine, Qurlt u. Ilertwif; 1837, p, 252. Sohrader, Querdurchm. d. Überb, Ibd. 1839, p. 95. Pecker, Invcteriertc Lahmheiten. Tztl. Ztg. 1845, p, 133. Mould en, Beinhautschnitt. Rec. 1848, p. 284. Per. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 184:raquo;, p. 61. Gurlt, Exostosen an allen 4 Beinen b. II. Gurlt u, Hertwig 1851, p. 428. Ilortwig, Über-
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beinbehandlung. Ibd. 1851, p. 504, Ercolani, Über Überbeine. Giorn. du Vet. 1855, p. 4G. Ijowack, Kalte Knochenauftreibungen. Mitt. a. d. tztl. Pr. Qerlaoh u. Leiser. 1854, p. 148. König, Knoebenauftreibungen. Ibd. 1858, p. 17C. Scbrader, Knoobenablagcrungen. Gurlt u. Ilertwig 1860, p. 14. Ilertwig, Boinhautentziindung b. Oohs. Ibd. 1861, p. 190. A mm on, Überbein operativ entfernt. Ztschr. f. Pferdeärzte 1862, p. 189. Müller, Knochen- u. Beinhautentz. Mitt. a. d. teil. Pr. Ilertwig 1865, p. 154. Perdan, Behandl. d. Knoohenneubild. Mitt. d. Ver. d. Tzte. in Öster. 1880, p. 167. Schütz, Exostosis multiplex. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1881, p. 84. Ollmann, Multiple Kxostosen b. Füll, Ibd. 1882, p. 70.
Überbeine, Exostoscn, sind Auswüchse an den Knochen. Am meisten wird betroffen das Vorderschienbein (Metacarpus) des Pferdes, hauptsächlich die mediale Seite. Von 1104 Knochenkrankheiten, die 1886 in der preussischen Armee vorkamen, (Lahmheiten erzeugten) waren 570 Überbeine. Die Überbeine hat man früher als Auswüchse vom Knochen selbst angesehen. Ilertwig sagt z. B.: Die Überbeine sind mit der Beinhaut bedeckt, sie entstellen durch entzündliche Ausschwitzung von zuerst flüssiger Knochenmaterie, die allmählich dichter und die bald schneller, bald langsamer knochenhart wird. Ercolani, der auch die Ansichten von Absyrtus, Vegezius, lluffus, Kusus und Ruini über diesen Gegenstand mitteilt, sagt: Das Überbein ist entstanden a) durch fortgesetzten Reiz um Periost und b) durch Wucherung vom Knochen selbst. Wenn die Nachweise über multiple Exostosis von v. Nathusius beim Schaf, Gurlt beim Hund, sowie die von Schütz und Bergmann berücksichtigt werden, dass knöcherne Auswüchse am Skelet in grosser Zahl an allen möglichen Knochen entstehen können wenn die Ossifikation in der Jugend mangelhaft und Knorpelreste liegen bleiben, so wird erklärlich, dass eine grosse Zahl von Überbeinen bei jugendlichen Tieren durch Ostitis entsteht. Andererseits erscheint, wegen der Ursachen und des Beweises der anatomischen Beschaffenheit vieler Überbeine, dass jedenfalls die Mehrzahl nicht durch Ostitis, sondern durch Periostitis, also Entzündung jener reichlichen Schicht lockeren Zellengowebes, das von zahlreichen Qefässen durchzogen, als weissglänzende, derbe Schicht den Knochen umgiebt. Diese anatomischen Verschiedenheiten sind für die Praxis sehr bedeutsam: Die Periostitis ist ein rein entzündlicher Vorgang, sie beginnt in akuten Fällen mit Fieber, grossem Schmerz, und rascher Anschwellung. Sie kann zur Resorption, selten zur Ossifikation oder zur Nekroae führen. Die chronische Periostitis verläuft in der Regel ohne Fieber und mit nur massigem Schmerz, sie erzeugt a) aus dem Periost eine dicke fibröse, derbe Schwarte, die mit den Knochen innig
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77l2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Überbeino am Schienbein.
ziisainmonhängt, oder sie bildet b) Ivnocbengowebo, Osteopbyten, in welohom Falle es eine Parostitis ist, ähnlich wie sie bei der Callus-bildung vorhanden ist, oder es entstellt Eiterung. Die Ostitis selbst ist aber kein eigentlicher Entziindungsprozess und es kommt hier besonders die kondensierende Form derselben, die Osteosklerose in Betracht.
Aetiologie: Überbeine entstehen beim Pferde an den genannten Stellen: a) wenn dieselben durch Ostitis, also zurückgebliebene e m-brionale Zellen sich entwickeln; b) durch gewisse Veränderungen in der Ernährung. Hort wig hat beobachtet, dass in einem Stalle, der mit sechs Ochsen bestellt war, die Überbeine seit Jahren an den Beinen derselben erzeugt wurden, trotzdem veränderte Fütterung ein-got'ührt wurde. Lowak hat zahlreiche schmerzlose Knochenauftreibungen nach der Fohlenlähme beobachtet. Es ist ferner längst darauf hingewiesen, class eine gewisse V ererbung bei der Entstehung mitspiele. Mechanische Ursachen sind namentlich beschuldigt worden. Besonders Pferde mit unregelinässiger Stellung an den Vorderbeinen, welche sich anschlagen oder streifen erkranken häufiger als andere. Die Beobachtung, dass namentlich strenger Dienst, z. B. bei Militär-pferden die grosso Exerzierperiode, zahlreich Überbeine enstehen lässt, so dass z. B. von den oben genannten 570 Überbeinen 217 auf das III. Quartal und nur 83 auf das IV. kommen, sucht man dadurch zu erklären, dass die Pferde hier am meisten Gelegenheit haben, sich anzuschlagen. Andererseits fiel auf, dass vielfach ja meist Überbeine bei Pferden entstehen, bei denen eine äussere mechanische Ursache, wie sie auf Streifen etc. entsteht, Haarabstossen, Wunden etc. nicht vorhanden waren, und dass gerade der Rcithausdienst mit den vielen kurzen Wendungen, woselbst die Gelegenheit zum Anschlagen noch häutiger ist, nur wenig Überbeine entstehen lässt. Dieckerhotf hat die anatomische Einrichtung zur Erklärung der Entstehung der Überbeine, ohne solche ausseien Einwirkungen und ohne die oben genannten, herbeigezogen. Er sagt: Die Vorderarmfascie erstreckt sich an der hinteren Fläche bis unter das Carpalgelenk, hier teilt sie sich in einen äussoren und inneren Schenkel, wovon jeder an das Griffelbein geht, dieses teils überzieht, teils es mit dem Schienbein verbindet und dieses ebenfalls überzieht. Hauptsächlich wirken diese Fascicn als Heinmnngs-bänder und bei jedem Tritt entsteht dort eine Anspannung. Es werden daher anhaltende, übermässigo Anstrengungen, sowie momentan heftige Zerrungen durch Fehltritte, Ernährungstörungen entstehen lassen, die hier stets einen fibrösen ossifizierenden Charakter haben. Da der mediale Fascienschenkel am meisten belastet ist, so entsteht hier der
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Überbeine am Sohienboin.
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Prozess am häufigsten. Die Entstehung der Überbeine auf diese Weise nennt Diockerhoff' spontanquot;.
Klinisches Bild: Der Sitz derselben ist beim Pferde liauptsäch-lich am vorderen Schienbein, Metakarpus, speziell dessen oberer Hälfte, medial, zwischen Schien- und Griffelbein. Doch kommen sie selten auch aussen und an anderen Stellen des Schienbeins vor, Sie sind Erhabenheiten von länglicher, rundlicher oder knopfähnliclier Form, manchmal haben sie eine oder mehrere spitze Hervorragungen. Die Erkennung bestehender Überbeine ist leicht, wenn man sich vor die Tiere stellt und die Seitenflächen des Schienbeins genau betrachtet; beim Darüberstreichen fühlt man die Erhöhung. Es ist aufmerksam zu machon, dass das untere Ende des Griffelbeines manchmal ein starkes Knopfchen bildet, welches aber auf Druck ein leichtes Federn erkennen lässt. Auch der Sitz schützt schon meist vor Verwechslung. Je nachdem eine Sorte von Überbein entsteht, sind verschiedene Erscheinungen mit verbunden. Bei Ossifikationsprozesscn entsteht das Überbein sogleich hart und in der Regel von Anfang an schmerzlos. Bei akuter Periostitis ist hochgradige Schmerzhaftigkeit und Fieber zugegen. Bei der chronischen, fibrösen Form ist das Überbein anfangs ziemlich weich, weniger schmerzhaft und erst allmählich fest werdend. Chronische ossifizierende Periostitis verläuft mit massigem Schmerze und bei der suppurativen Form kommt es nach einiger Zeit der bestehenden Anschwellung zum Durchbruch. iMöller macht ganz besonders aufmerksam, dass Überbeine nur dann mit Lahmheit in Verbindung gebracht werden dürfen, wenn sich durch Palpation Schmerzäusserung erzeugen lässt, oder wenn die Knochenauftreibung derart gross wäre, dass eine mechanische Behinderung der freien Bewegung des Carpal-gelonkes entstünde. Pferde die schmerzhafte Überbeine zwischon dem inneren Griffelbein und dem Schienbein haben, pflogen den Fuss im Stande der Ruhe seitlich zu setzen und bei der Bewegung ist das Ausschreiten verkürzt, ebenso das Stützen vermindert. Manchmal ist schon eine Lahmheit vorhanden bevor das Überbein zur Ausbildung kam. Es zeigt sich die genannte Stellung und der betreffende Gang und man kann in Einzelfällen an der prädisponierten Stelle vermehrte Wärme fühlen und durch Druck Schmerz erzeugen. Das Überbein wird dann in der Regel in einer oder einigen Wochen sichtbar werden. Es ist mit dieser Voransdiagnostizierung, dass ein Überbein kommt, vorsichtig umzugehen.
Prognose: Es sind zwei Dinge aus einander zu halten; 1) die Lahmheit. Diese kann geheilt werden. 2) Die Exostose, das Überbein selbst. Je nach dem vorliegenden anatomischen Zustande
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774nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Überbeine am Schienbein.
ist möglich das Überbein zu beeinflussen oder nicht, ft) Reine Sklerosen, die ohne Entzündung entstehen, bleiben unter allen Umständen und in derselben Grosso. Nur durch Meissel und Hamnier sind sie zu verkleinern, b) Überbeine durch chronische Periostitis, welche mit den Callusbildungen Ahnlickeit haben, werden durch Retraktion des Bindegewebes, nachdem der Entzündungsprozess vorüber ist, eine Zeitlang kleiner, nachher sind sie dauernd, c) Die fibröse Form und die weiche Auflagerung bei den suppurativeu Prozessen können zum Verschwinden gebracht werden.
Therapie: Überbeine worden in der Regel nur behandelt wenn Lahmheit besteht. Hieb ei handelt es sich in erster Linie um Milderung der Eutzündungserschcinungen und Aufhebung des Schmerzes. Dies wird erreicht durch Ruhe, Anwendung von kalten, später Pries-nitz'scheu und t'euchtwarmen Umschlägen. Becker empfiehlt Elussbäder. Permanente Bäder sind ebenfalls anzuraten. Die Einreibung von milden antipldogistischen Mitteln, Lanolin, Salben, Ülcn, leichte Massage, sowie schwache konstante elektrische Ströme unterstützen dieses Verfahren. Chronische, ossifizierendc mit andauernden Schmerzen verlaufende Entzündungen weichen aber dieser Behandlung nicht. Hier haben Reizmittel an deren Stolle zu treten, und zwar sehr energische. König empfiehlt Einreibung von Sublimat 1, Alkohol 4. Perdan: Kai. bi-chrom. G, Lanolin 40. Die betreffende Stelle wird zuerst frottiert, dann leicht mit der Salbe eingerieben und letzteres nach 56 Tagen wiederholt. Ollmann und Lowack haben Jodtinktur aufgetragen, empfehlenswerter ist die Lugol'sche Salbe: Jod 1, Jodkali 5, Lanolin 20. Von den Genannten sind auch innerliche Gaben von Jodkalium empfohlen. Die als Spezifikum empfohlene Tinktur Prange's besteht aus Tinct. Canth. 50, Lavendelöl 00, Schwefelsäure 3. Hertwig hat die Cantharidensalbe und hauptsächlich das Glüheisen angewandt. Sewell hat 1835 vorgeschlagen, die Beinhaut über dem Überbein zu durchschneiden, und Haubner, welcher dieses Verfahren häufig anwandte, sagt über dasselbe: Der stete Erfolg ist Beseitigung des Lahmens.quot; Die Heilung erfolgt in 814 Tagen. Haubner operiert folgendermassen: Das Pferd wird geworfen, unter dem Überbein eine 2 cm. lange Öffnung senkrecht geschnitten, eine kleine Haarseilnadel wird über das Überbein hinweg-goschoben, in diese Tasche nachher das Sewell'sche Messer gebracht und von oben nach abwärts unter starkem Druck möglichst tief in das Überbein eingeschnitten. Antiseptische Durchführung ist jetzt Bedingung für diese an sich ganz ungefährliche Operation. In Fällen von fibrinöser Entzündung ist möglich, durch Druck verb and eine Verklei-
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Schionbeinlahmheit durch das Trainieren bei jungen Pferden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;775
nerung zu erzeugen. Es ist vorgeschlagen, Mctallplatten, Geldstücke in Leder einzuschieben und aufzubinden. Die Greschwulst mit einem Löffelstiel oder einem runden Holz oder Knochen zu massieren. Es ist Vorsicht nötig, weil dieser Druck energisch sein muss, aber nicht die Haut sehr treffen darf, so dass diese nicht stark irritiert wird. Den Druck passend in die Tiefe zu bringen, ist hiebei die Geschicklichkeit. Eiterige Periostitis ist zu öffnen und antiseptisch zu behandeln.
Scliienboiiilahinhcit durch das Trainieren bei jungen Pferden.
Littoraturt C a g n y , Boiterio des jeuncs animaux. Bull, 1885, p. 278. E i n h -bäum (Referat liier wiedergegeben), Jahrb. üb. d. Leist. a. d. Geb. d. Vet.-Med. 1885, p. 104.
Cagny bespricht eine Lahmheit die von den Engländern Sore-Shin genannt wird, welche nur die jungen Rennpferde betrifft und infolge der Anstrengung in der Trainieranstalt entsteht. Das junge Tier kann sich nur mit Mühe von der Stelle bewegen; der Gang ist geniert, die' Gliedmassen streifen den Boden, die Vordortiäche der Schienbeine des Vorderbeines erscheint heiss, bei Druck empfindlich und ein wenig geschwollen. Nach einigen Minuten Bewegung verschwindet die Steifigkeit. Appliziovt man in dieser Zeit eine Bijodat-salbe und wird das Tier geschont, so vorschwinden die Erscheinungen sehr schnell ohne eine Spur zu hinterlassen. Wenn dagegen das Trainieren fortgesetzt wird, so vermehren sich die Symptome. Es tritt auf der vorderen Fläche aller vier Schienbeine eine harte, sehr heisse und schmerzhafte Geschwulst auf; das Pferd ist kaum im stände sich zu bewegen, nur mit Mühe kann dasselbe einige Schritte machen, die Gliedrnassen sind vollständig steif und unbiegsam, die Hufe vorlassen nicht den Boden und entfernen sich nur einige Centimeter von der früheren Stelle. Heilung folgt auch in solchem Falle sehr schnell, der Tumor verschwindet indes niemals vollständig und widersteht allen Kauterisationen. Haben die Tiere ein Alter von zwei Jahren überschritten, so kommt diese Lahmheit seltener zur Beobachtung, im Alter von vier Jahren ist dieselbe noch niemals konstatiert.
Zerreissang der Seltenbilnder am Fesselgelenk.
Littoratur: Schellhaso, Zerroiss. d. Seitenbänd. d. Fesselgel. Mitt. a. d. tztl. l'r. Gerl. 1869, p. 1G3. Erler, Bruch d. Sesambeine b. Pf. Sachs. Jhb. 1861, p. 2'J. Jost, Zorreiss. d. inn. Seiten!), a. Fesselgel. Ibd. Müll, u. Hol. 1870, p. 165. Schmidt, Dasselbe. Ibd. 1873, p. 177. Rolof f, Zerreiss. d. Band. d. Fesselgel. Ibd. Rol, n. Seh. 1877, p. 119. Zimmermann, Kapsel- u. Seitenbandzerreiss. Jlitt. d. V. d. Tzte. in Ost. 1880, p. 66.
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776nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Zorroissung tk-r Seitcnbäiuler am Fosselgelenk.
Aetiologie: Beim führen über einen Graben trat das Pferd auf einen dort im Sande liegenden Stein, glitt aus und stürzte so heftig, dass es sich beinahe überschlug. Zimmermann. Durch A.nrennen an ein Hans fanden multiple Biinderzorreissungen statt. Roloff. Durch Stürzen auf Glatteis und dabei Unterschlagen der Beine. Schmidt. Ein Pferd trat bei hartgefrorenem Boden in ein Wagengelois, wurde eingeklemmt, befreite sich aber gewaltsam und rasch. Jost.
Klinisches Bild: Bei Zerreissung der Seitenbänder ist angegeben: Sofort nach der Einwirkung grosse Lahmheit und Schmerz. Die Tiere hüpfen auf drei Beinen. Der betroffene Puss wird schleudernd'' oder schlenkerndquot; bewegt und tappend niedergesetzt. Das Auftreten ist in Einzelfällen ziemlich gut, in anderen findet es gar nicht statt und die Tiere halten das Bein frei in der Luft. Bei näherer Untersuchung wurde gefunden von Schellhase: Grosser Schweiss, das Fesselgelenk stand weit nach hinten und konnte wie ein lahmes Taschenmesserquot; bewegt werden. Deutliche Krepitation. Nach einiger Zeit trat eine Gelenkfistel ein und es erfolgte der Tod. Es war ein Seiten- und ein Kapselband gerissen. In einem zweiten von Schellhase beobachteten Falle konnte das Fesselbein zum Schienbein seitlich in einen rechten Winkel gestellt werden und bei unverletzter Haut konnte man einen Finger zwischen die Gelenkflächen drücken. Diesmal erfolgte Heilung.
nbsp; nbsp;Jost fand tags nach der Zerreissung an der Innenfläche Anschwellung und Druckschmerz, aber nicht besonders stark, beim Drehen des Fesseis von innen nach aussen, auffallende Beweglichkeit. Es erfolgte Heilung. Schmidt beobachtete, dass einige Tage nach der Entstehung grosse Anschwellung erfolgte, die abnorme Beweglichkeit war derart gross, dass der Fessel fast rechtwinklich nach aussen gestellt wurde. Krepitation war deutlich. Bei der Sektion fand man das innere Seitenband gerissen, ebenso dort das Kapselband, auch waren die Gelenkenden in falscher Artikulation. Bei dem von Roloff' beobachten Fidle hatte man einen Beinbruch vermutet und das Tier getötet. Es waren die Seitenbänder am Fesselgelonk und das Seitenband der Sesambeine gerissen, das Schienbein über das Fesselboin hinausgeschoben, das Perlest an ersterem bis zur Mitte abgeschält und das Griffelboin gebrochen.
nbsp; Zimmermann hat ebenfalls eine Zeit nachher grosse Anschwellung, Hitze und Schmerz beobachtet. Das Fesselbein war seitlich luxiert and bei der versuchten Bewegung trat deutliches Knacken ein. Bei der Sektion fand man grosse Blutung im Zellgewebe, das innere Seiten-hand, sowie das Kapselband von der Streck- bis zur Beugeseime gerissen, das untere Schienbeinende trat dazwischen. Schmidt sagt:
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Erkrankungen der Gleiclibeinbändcr und der Sesambeino.
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Wiilirend eines Rennens knickte ein Pferd vorne rechts zusammen, machte noch 34 Sprünge und stürzte zusammen. Der Fessel war nach allen Seiten beweglich. Aussen war eine 4 cm. lange quere Wunde durch die Haut. Die Gelenkkapsel war gerissen und die Gleichbeine fühlbar. Nach ;j Tagen trat Fieber und der Tod ein. Bei der Sektion fand man das äussere Seitengleichbein gerissen und beide Gloichbeine vertikal gespalten.
Prognose: Ungünstig bis schlecht. Es sind nur wenige Heilungen mitgeteilt und diese betreffen Fälle, in denen die Haut unverletzt blieb und keine Luxation zugegen war. Pis ein Seitenband reisst, müssen auch die Nachbarorgane, namentlich das Kapselband, Gefiisse und Nerven derart betroffen werden, dass sie grösstenteils ihren Zusammenhang verlieren. Die Anschwellungen, die regelnn'issig nachher sehr stark auftreten, sind nicht als reine reaktive Erscheinungen aufzufassen, sondern auch als Austritt von Synovia und Blut. Wenn in diesen Teilen eine Infektion erfolgt, so ist dieselbe kaum zu bewältigen. Auch in günstigen Fällen dauert die Heilung Monate lang und es ist unter den hier mitgeteilten keiner, bei dem das Pferd vollkommen gebrauchsfähig wurde.
Therapie: Bei unverletzter Haut anfangs kalte Berieselungen bis die Entzündungserscheinungen verschwunden sind, sodann Anlegung eines Immobilisierungsverbandes, wie er bei den Beinbrüchen angegeben ist. In Fällen, in denen die Haut verletzt und noch Luxation zugegen ist, erfolgt vielleicht zweckmässig die ersten Tage das Einstellen des kranken Beines in ein permanentes antiseptisches Bad, nachher unter Cocainwirkung die Reposition und Yerschluss der Wunden. Der Reten-tionsverband könnte mit Eisenschienen derart hergestellt worden, dass die antiseptischen Bäder fortgebraucht werden können. Erst nachdem mit Sicherheit erhofft werden kann, dass die Wunde ohne Eiterung heilt, kann ein trockener, antiseptischcr und fester Verband angelegt werden.
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Erkrankungen der Glelclibelnbtlnder und dor Sesambolne.
Litteratur: Chorry, JMotacarpitis u. Metatarsitis. Tlio Vet. XIX, )). 130. Ber. üb. Lcist. i. Geb. d. Tbk. 1H46, p. 43. Flotbmann, Lahmheit d. Gleichbeine b. Pf. Gurlt u. Ilertwig 1847, p, 109. Mars eher, Erkrank. der beiden Sesambeine. Ibd. 1855, ]). 300. Cox, Erkrankung d. Sesamb. u. d. Auf hängebandes The Vet. 1856, ji. 73. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1850, p. 53. Heckmeyer, Erkr. d. Gleicbbeinbandes. Hell. 1860, p. 8!). Ibd. 1800, p. 46. Scbmiodgen, Zerreiss. d. Sesambeine u. d. Gleioli-beinband. Sachs. Jhb. 1877, p. 104. Williams, The Vet. 1884, p. 124.
Von den Erkrankungen der zahlreichen Glcichbeinbändern, oberes, unteres, äusseres, inneres, sowie dem Quer- und Kreuzband ist anzu-
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778nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Erkrankungen dor Gleichbeinbimder um! dor Sesambeino.
nehmen, class sie mehr oder weniger von einem Teile auf den andern übergehen können, es sind jedoch ineist nur die Erkrankungen des oberen Gleichbeinbandes (Lig. volare rectum sesamoideorum superius) als mit charackteristischen Erscheinungen versehen mitgeteilt. Allerdings sind hier, je nachdem die obere oder untere Partie dieses Bandes betroffen ist, die Erscheinungen verschieden. Nach Bayers Mitteilungen erfolgt nach dem Durchschneiden genannten Bandes starkes Durchtreten. Nach go wait sa men Zerreis sung en, die namentlich in der Gegend der Sesambeine erfolgen, ist aber nach den mehrfachen Beobachtungen von Sohmidgen's nicht ein zu starkes Durchtreten, wie man annehmen könnte, und auch Ilertwig angiebt, vorhanden, sondern das Pferd tritt nur mit der Zehenspitze auf. William beschreibt einen Fall von horizontaler Fraktur der Sosainbeine, wodurch {Erscheinungen erzeugt wurden, wie bei der Zerreissung eines Pessolbeinbeugcrs. Es macht sich hiebei nach Möller an der hinteren Fläche des Eessel-gelenks eine Lücke mit Anschwellung in der Umgebung bemerkbar und die DorsalHexion (Rückbiegigkeit) wird nicht selten so hochgradig, dass die Fessel mit dem Vordermittelfuss einen nach vorne offenen rechten Winkel bilden.quot; (Es werden also wohl Zorreissungen in der Längsrichtung eine (Vorbiegigkeit) Volar-, solche in querer llichtung eine Dorsalflexion erzeugen. Bei Entziindungsprozesscn, die rasch eintreten können, oder sich infolge von einer einmaligen Einwirkung langsam unter allmählichem nekrotischem Zerfall ausbilden, ist das klinische Bild etwas verschieden.
Cheny teilt schon 184G mit, dass bei Metacarpitis und Metatar-sitis namentlich Verknöchung des Aufhängebandes an seinem Ursprung am Vorderknie stattfinde, und dass hiebei ein charakteristisches Vor-wärtsbiegon des Vordorknio e s, (steht im Kniequot;) aber nicht auch ein Überköten stattfindet. Diese Erscheinung wird nach Cherry augenscheinlich nicht durch Verkürzen der Beugesehne erzeugt und sie ist noch verbunden mit einer gewissen Vollequot; (Vollheit) des Schienbeins, namentlich nach innen. Möller sagt, dass diese Volar-tlexion der Vorderfusswurzel die sogenannte vorbiegige Stellung auch bei allen Kontrakturen der Zehenbeuger, welche oberhalb der Unterstützungsbänder ihren Sitz haben, erzeugt werde. Bayer führt an, dass die Erkrankung des Stiitzbandes, welches an der hinteren Fläche der Fusswurzelknochen entspringt (auch sechsten Kopfes) ungemein häufig ist. Bei Erkrankung der unteren, gegen den Fessel gehenden, zum Teil schon gespaltenen Teil des Gleichbeinbandes, treten starke Lahmheiten auf, ohne bedeutende Schwellung und es ist charakteristisch.
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Erkrankungen der Gleiclibeinbänder und der Sesambeine.
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dass ein ausgeübter Druck nur bei aufgehobenem Beine Bchmerzäussemng erzeugt. Plothmann teilt mit, dass ein Pferd nach einer halben Stunde Trabgehen plötzlich lahm wurde und zwar derart, dass man anfangs glaubte, es sei ein Stein im Hufe. In der Kühe stellte das Pferd das nach vorn gebeugte Bein vorwärts, es schritt mit demselben weniger nach vorne aus als mit dem anderen, die Schienbeinarterien zeigten deutliche Pulsation und auf Druck mit der Zange konnte nur leichtes Zucken erzeugt werden. Erst nach wiederholter Untersuchung konnte Flothmann den Schmerz an dem Aufhiingeband dadurch entdecken, dass er bei starker Biegung im Vorderknie und Fessel auf die genannte Stelle einen Druck erzeugte, wodurch sehr hochgradige Schmerz-äusserung erfolgte. Dieckerhoff hat ebenfalls besonders aid' diese Methode der Untersuchung am aufgehobenen Fasse aufmerksam gemacht. Cox hat infolge der Entzündung des Gleichbeinbandes an dieser Stolle mehrmonatliche Lahmheit gesehen, allmählich schwoll auch das Fesselgelenk an, es trat Verdickung zwischen dem Schienbein und Aufhänge-band ein und bei der Sektion fand man Verknöchening im Gleichbeinbande, Exostosen am Schienbein und Verwachsungen beider Teile. Mascher hat chronische, unheilbare Lahmheit durch Erkrankung des oberen Gleichbeinbandes und der Sesambeine gesehen. Es waren Veränderungen an dem Gleichbeinbande wie sie bei der Huf lähme an der Hufbeinbeugesehne auftreten. Es sind also chronische, ossifizierende und nekrotisieronde Prozesse dortselbst gefunden worden,
Erkrankungen des unteren Gleichbeinbandes treten nach meinem jetzigen Wissen weniger zahlreich auf als die des oberen. Mohrfach sind Zerreissungen beobachtet worden: Schollhaso hat gesehen, dass ein Pferd nach beschwerlichem Marsche auf Glatteis, ohne Schärfung, nach dem Rückmärsche so angegriffen war, dass es kaum geben und stehen konnte. Es nahm kein Futter auf und die Fesselarterien sämtlicher vier Beine pulsierten sehr stark. Aid' längere Zeit angewandte kalte Umschläge verlor sich das Hinken, aber der Gang blieb gespannt, nach einiger Zeit fing das Pferd an zu stolpern, es trat sehr heftig durch, legte sich nieder und blieb liegen. Das Tier stöhnte vor Schmerz. Nach einiger Zeit konnte es allein aufstellen, legte sicli aber bald wieder und es trat Anschwellung an den Vorderfüssen ein. Das Tier wurde getötet und man fand bei der Sektion das rechte untere Gleichbeinband mit einigen von den Sesambeinen losgelösten Knochenteilchen abgerissen, das linke untere Gleichbeinband war tief eingerissen. Möller hat ebenfalls hier eine Zerreissung beobachtet: Ein Vollblutpferd war auf der Kennbahn plötzlich lahm geworden. Acht
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780nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Angeborene abnorme Beugostellung- des Fcssels bei Folilen.
Wochen nach dem Vorfall sah es Möller. Es trat sehr stark durch, die Sesanibeine lagen höher über dein Fcsselgelenk und waren stark verdickt. Die Yerdickung setzte sich nach unten bis in die Ballengrube fort. Bei passiver Bewegung und Streckung des Fesselgclenkes wurde Crepitation bemerkt. Die Sektion ergab: Zerreissung des unteren Aufhiingebandes und Arthritis chronica deformans an der vorderen Fläche der Sesambeine und ihrer Artikulation mit dem Schienbein.
Prognose und Therapie: Zerreissungen der Gleichbeinbänder und der Sesambeine sind ungünstig bis schlecht zu prognostizieren, ebenso die chronischen, nokrotisierenden Prozesse. In frischen Fällen werden die Erkrankungen der Gleichbeinbänder, die wegen der Tiefe des Sitzes nur sehr schwer erreichbar sind, am besten mit vollständiger Ruhestellung, Immobilisierungsvorband und Einstellung in die Binz'sche .Rinnmaschine behandelt. Einreibungen der bei der chronischen Sehnenentzündung mitgeteilten Mittel ist anempfohlen. Seitliches Einbrennen mit spitzen Eisen, so daslaquo; die Ränder des Aufhängebandes direkt gebrannt werden, ist angeraten. Ich habe schon die Haut durchschnitten, die Wundlaquo; rändor mit scharfen Haken auseinander gehalten und zwischen Schienbein und Gleichbeinband die vordere Fläche des letzteren mit einem rabenkieldicken, weissgliihenden Eisen gebrannt. Es ist aufmerksam zu machen, dass der Terschluss der Wunde aseptisch zu geschehen hat, weil eventuell die Sehnenscheiden mit eröffnet werden.
Angeborene, abnorme Beugestellimg des Fesseis bei Fohlen.
Litter a tur; B a u m b a o h , Freiwill. I berköton b. Fohlen. Gurlt u. Hortwig 1840, p. 124. Münclm. Klinik, Überköten b. Pf. Münchn. Jhb. 1863, H. IX, p. 41. J o b n o , Angeborene abnorme Beugestellung b. Fohl. Sachs. Jhb. Htibner, Abnorme Beugestellung' d. unt. Fussgelenke. Ibd. 1884, p. 94. (Vgl. a. Litt. Stelzfuss.)
Aetiologie: 1) Bei neugeborenen Fohlen ist manchmal eine derartige Kontraktion der Beugesehnen beider Vorderbeine vorhanden, dass die Hufe die Ellbogen berühren und die Tiere nicht stehen können, sondern auf den Vorderknieen rutschen. Brächet hat einen solchen Fall mitgeteilt. Hübner hat beobachtet, dass die Kontraktion der Beugesehnen beider Vordorfüsse bei einem Ponnyfohlen derart war, dass die Zehen im rechten Winkel zum Schienbein standen, so dass sich das Tierchen auf die Fesselgelenke stützte und sich derart fortbewegte. Johne hat bei einem 6 Wochen alten Saugfohlen eine derartige angeborene Kontraktur gesehen, dass das Tier nach vorne bedeutend überkippte, dass es oft mit der Zehe und der Krone auftrat.
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Angeborene abnorme Bougestellung des Fossels bei Fohlen.
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2) Im Münchner Jahresbericht ist mitgeteilt, dass ein Saugtbhlon besonders vorne rechts derart überkötete, dass es mit dem Schienbein den Boden berührte. Es war aber, wie ausdrücklich bemerkt wird, die Ursache nicht Kontrakhir der Sehnen, sondern nur Schwäche. 8) Frank führt in seiner Geburtshilfe an, dass er bei Fohlen vielfach kongenitale fehlerhafte Stellungen an den unteren Fussgolonken gesehen habe, die aber nicht einfache Muskelkontraktionen, sondern abnorme Bildungen der Gelenke waren. 4) Baumbach giebt an, dass bei vielen Fohlen eine angeborene zu steile Stellung sei, welche erst nach und nach vom 1; bis 3. Jahre zum Uberküten führe, dass die Tiere Schmerzen und Entzündungsorscheinungen in den Fesschi zeigen und besonders auf hartem Boden lahm gehen.
Klinisches Bild: Je nach der Ursache verschieden. Bei Tieren mit starken Kontraktionen, welche nicht imstande sind, normal zu stehen, ist das Allgemeinbefiiulen in der Regel sonst nicht gestört, die Tierchen sind lebhaft und suchen sich, wenn auch mühsam, vorwärts zu bewegen, namentlich machen sie Anstrengungen zum Saugen hoch zu kommen. Wenn man ein solches verkrümmtes Bein fasst, so kann man es unter mehr oder weniger starker Gewalt gerade strecken, die Richtung bleibt normal und es ist durch Palpation an den stark angespannten Sehnen festzustellen, dass nur diese das Hindernis bilden. Bei Tieren mit Veränderung in den Gelenken kann ein Geradestrecken nicht erfolgen, oder wenn dies möglich wird, so ist die Richtung des Unterfusses eine abnorme. Bei Uberköten durch Schwächezustände können die Beine nach Belieben gebeugt und gestreckt werden. Bei den unter 4) angegebenen, allmählich wirkenden Vorkürzungen sind entzündliche Erscheinungen mit verknüpft. Fig.tas.ElsanaoWen-
Anschwellungen derFossolgelenke und zunehmende Bock- quot;tquot;1,1' an '', hi'lt-Dnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fläche angelegt
beinigkeit mit Veränderung der Hufform. Es bilden
sich zu hohe Trachten, kurze Zehen und es entstehen Ringbildungen
an den Hufen.
Prognose: 1) Bei massigen Verkürzungen der Sehnen ziemlich günstig. 2) Bei Gelonkontartung ungünstig bis schlecht. 3) Bei Schwäche-zuständon je nach dem Grade und der Ursache etwas verschieden. 4) Bei der allmählich zunehmenden Bockboinigkeit vorsichtig bis ungünstig.
Therapie: Goringgradige Fälle von Sehuenkontrakturen können durch Geradestrocken und Anlegen von passenden Verbänden geheilt
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Angeborene abnorme Beugcstellung' des Fessels bei Fohlen.
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werden. Johne legte einen Gypsverband an, welcher durch seitliche Schienen verstärkt war und gab dem Fohlen viel Bewegung im Freien. Nach acht Tagen war schon Besserung eingetreten. Jetzt wurde die Trachtenwand niederer geschnitten und erneuter Gypsverband angelegt. Die Heilung erfolgte nach weiteren 10 Tagen. Hühner sagt, dass öypsverbände sich bald lockern, schlecht worden und drücken, weshalb er eine gepolsterte Eisenschiene konstruierte und diese mittelst drei Kiemen auf der Yordertläche befestigte, welche, ohne dass sie Wund-
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sein erzeugt, 4 Wochen liegen bleiben kann.
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Fig.
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132.
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In hochgradigen Fällen, in denen die Kontraktur so heftig, dass eine Goradcstreckung nicht erfolgen kann, ist der Sehenschnitt zu em-
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Fif;. 12!raquo;. Lodei'Bttefol gOg. i'berküten der
Fohlen bei Schwuclie/.ustiimlen n. Gross.
Mit Hnlzleist für die Anfertigung.
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Fig. 180. Apparat gegen
tjborköten dei* Fohlen
n. Frieliel.
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Fig. 181. Hufeisen mit Schiene gegen ('berküt. n.Meyer.
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pfehlen. Brächet hat denselben sogar offen ausgeführt, zuerst an einem, dann auch am andern Bein und Heilung erzielt, so dass nur eine kleine fehlerhafte Stellung blieb. Hei Uberköten durch Schwächezustände ist aussei' den Hegeln der Diät vielfach mit Vorteil angewandt worden: Strohschienen und nnmentlich nach Gross Stiefel aus Sohlleder. Fig. 129. Letztere haben die nötige Steifigkeit, liegen sehr gut und drücken nicht. Bei allmählich zunehmender Steilwerdung der Fessel mit entzündlichen Erscheinungen dortselbst und wie Bombach angiebt, Ringbildung an den Hufen, ist nicht zu übersehen, dass solche länger dauernde fehlerhafte Stellung auch Veränderungen an den Gelenkflächen, Kapseln und Bändern erzeugt. Matz hat nach verschiedenen vergeblichen Versuchen mit Bandagen etc. nur Verschlimmerung erzielt. Das Fohlen konnte
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Fesselgelenksverstauchung, Distorsion.
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endlich nur noch mit der Zehe auftreten, das Krongelenk hatte kleine unschmerzhafte Gallen. Auf Einreibung von Scharf salben beiderseits an die Sehnen erfolgte Heilung. Eichbaum hat ein 2jähriges Füllen durch ein Schnabeleisen gezwungen durchzutreten und Heilung erzielt. Bombach sagt, dass alle ineciianischen Heilmittel nichts helfen. Die Meyer'sche Hufeisenfesselschiene (Fig. 131) kann am Eisen angeschraubt und am Fessel anliegend sein. Sie ist oben mit einem Lederrosshaarpolsterchen unterlegt. Die Verbände aus starkem ]gt;lastischen Filz oder die neuen Hobelspanheinschienen, welche sich den Hufformon genau anschmiegen, dabei widerstandsfähig und etwas elastisch sind, wären ebenfalls zu probieren.
Fesselgelenksverstauchuiig, Distorsion.
Litteratnr! Boloff, Verstauch, d.Fesselgel. Gurlt u. Ilertwig 1868, p. 217. Foohringor, Kontüntivverb. geg. Fesselverstauoh. W. f. Thk. 1888, Nr. 8.
Eine der häutigsten Ursachen' der Lahmheiten des Pferdes, speziell des Reitpferdes, ist die Fesselgelenksverstauclmng, auch Vertretung, ümknickung, Überköten, Distorsion und Kontusion. Es sind dies subkutane Verletzungen der Fesselgelenkstcile in verschieden hohem Grade. Das Fesselgelenk des Pferdes ist für die an dasselbe gestellten Anforderungen vielfach nicht solid genug gebildet. Die flachen Gelenk Vertiefungen am oberen Gelenkende des Fesselbeines, in welche der walzenförmige Gelenkfortsatz mit seinem niederen Kamme vom unteren Gelenkende des Metacarpus eingeführt ist, bilden gegenüber den tiefen Einschnitten, welche z. B. an derselben Stelle beim Reh oder der Gemse vorhanden sind, eine beim Pferde vorhältnismässig schwache und sehr verletzbare Einrichtung. Ferner stehen der komplizierten Einrichtung mit den an die Hinterfläche des Fesselgelenks herantretenden Sesambeinen, dem zahlreichen Bänderapparat, der die Stusse, welche durch die Winkelstellung dos Fesselgelenks entstehen, auszuhalten hat, seitlich nur zwei verliältnismässig schwache Seitenbänder entgegen. Bei den grossartigen Kraftanstrengungen, welche an dieses Gelenk gestellt werden, z.B. heim Reitpferde auf hartem, unebenen Boden, in rascher Gangart und unter schwerem Gewichte, oder hei raschen, kurzen, drehenden Wendungen auf der Reitbahn, wenn der Huf nocii fest im Boden eingedrückt steht, oder im schworen Zuge des Karrengaules auf unebenem Pflaster und schlechten Wegen oder bei Glatteis, ferner bei tiefem Eintreten in Ackerboden, schweren Fuhren von Getreide und Heu aus nassen durchweichten Feldein oder Wiesen. Bei andauerndem Trabe bergauf und bergab bei Postpferden, wo sieh die
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Fessolffclenkswunden.
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ganze Last vom Pferd und die des aufgehaltenen Wagens in den Fesseln wirksam machen muss, da kann es nicht Wunder nehmen, dass die Kontusionen und Distorsionen des Fesselgelenks sehr zahlreich sind.
Es ist nicht möglich, hier dio Kontusionon, welche durch Trauma in der Regel eine Blutung in oder um das Gelenk entstehen lassen, von der Uistorsion, die in einer vorübergehenden Vorschiebung der trelenkendon bestellt, in allen Fällen zu unterscheiden.
Klinisches Bild: Plötzliches Labmgehon, welches zunehmend stärker wird, ziemlich rasche Anschwellung des Gelenks rundum, vermehrte Wärme, steiler Stand im Fessel, sogar Überköten, Kippeln. Bei der Bewegung wird das Bein etwas zögernd nach vorne geführt und das Stützen und Nachschieben ist mangelhaft.
Prognose: In frischen Fällen günstig. Wenn die Heilungen aber nicht bald erfolgen, so treten Entartungen an der Gclenkskapsel
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oder der Umgebung ein und es kommt zur entzündlichen Neubildung, hauptsächlich zu Ossifikationsprozessen.
Therapie: Ruhe, Kühlungen. Kalte Umschläge werden von vielen Pferden an dieser Stelle nicht ertragen. Es empfiehlt sich daher die Anwendung von Priesnitz'schen und feuchtwarmon. Pöhringer hat Kon-tentivverbände vorgeschlagen. Er sagt: Da Guttapercha, Gyps etc. zu teuer sind und auch zu plumpe Verbände entstehen, so ist folgender Eisenschienverband der zweck-^ massigste: Eine 710 cm. breite Eisenschiene, gerundet, ausgehöhlt geschmiedet, ist mit Scharnier oder Zapfen
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gelenk am Hufeisen verbunden, dieselbe ist gepolstert
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Flg. 182. llubnor'sche Eisensohione !-fc^en Selinenkontraktllr
bei Fohlen.
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und liegt am Schienbein fest an. Durch einen breiten Riemen ist sie unter dem Carpalgelenk festgeschnallt,
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durch allmähliches Anziehen des Riemens kann der Fessel allmählich zurückgedrängt werden. Dieser Verband ist leicht abnehmbar. Das Gelenk täglich 12 mal zu massieren, ist namentlich von Kaufmann empfohlen worden. In sehr schwierigen Fällen, in denen auf diese Methode eine Heilung nicht erzielt wird, kommen weitere Immobilisierungsver-bändo (vgl. p. 78^), sowie Scharfsalben und das Glüheisen in Betracht.
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Fesselgelenkswunden.
Lltteratnr; Young, Gelenkseröffnung b. d, Kuh. Ber. üb. Leist. i. Geb. cU Thk. 1842/43, p. 12. Gansaugo, Gelenkswunde am Fessel b. Pf. Saohs. Jhb. 1858/59, p. 107. Ackermann, Fesselgelonkwunde b. Pf. Ibd. 1868, p. 96. Soh leg, Fesselgelcnkwundo b. Pf. Ibd. 1872, p. 126.
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Fesselbeinbrüche und Luxationcn im Fessolgelenk.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;785
Aetiologie: Es sind Verletzungen des Pesselgelenkes beobachtet worden: durch einen Gabelstich (Schleg). Durch Verletzungen mit dem AVirkmesser an der Beschlagbrücke (Ackermann). Durch Schlag mit scharfem Stollen (Gansauge). Die Zerreissungen der Bänder und Ruptur von innen nach aussen bei heftigen Anstrengungen ist ebenfalls anzuführen, jedoch anders zu beurteilen.
Klinisches Bild: Je nach Grosse und Alter der Wunde verschieden. Anschwellung, Schmerz, Ausfluss von Synovia ist regelmässig zugegen. Lahmheit bis zur vollständigen Gobrauchsunfähigkoit kann vorhanden sein.
Prognose: Vorsichtig. Es sind jedoch die oben genannten Fälle, trotzdem eine Gelenkverletzung vorliegt, alle geheilt.
Therapie: Gansauge wandte vergeblich Scharfsalbe, Gliiheisen, Kollodium, Kreosot und Liq. Villat. an. Auf Anlegen eines Druckverbandes minderte sich der Ausfluss schon nach zwei Tagen und die Wunde heilte in acht Tagen. Schleg beobachtete, dass vom siebten Tage an wesentliche Verschlimmerung und grosser SyuoviaausHuss eintrat. Durch Scharfsalbe und Injektion von Kreosot (5 % ig) hörte der Ausfluss nach G Tagen auf, die Gclonkentziindung dauerte aber noch eine Zeitlang fort. Ackermann brachte den Verschluss der Wunde in 23 Tagen fertig, durch Anwendung des Glüheisens und Einspritzen von Liq. Villat. Young heilte bei einem Kinde die Wunde rasch durch einen Eisenschienenverband, der mit einem Klaucnoisen in Verbindung stand. Die Anlegung eines antiseptisch wirkenden Druck Verbandes ist in erster Linie zu empfehlen. (Vgl. auch Gelenkwunden).
Fesselbeiubrüchlaquo; und Luxatioiien im Fesselgelcnk.
Litteratur; Plouquot, Kurable Beinbrüche b. Pf, sind die Fosscllmicbe. Schwab. Rossarzt 1780, p. 207. Gurlt, 8 zerbr. Fessclb. v. Pf. Gurlt u. Hertwig 1837, p. 164. Hering-, Fesselbr. b. Pf. Stuttg-. Klinik 1846/40. Henrich, Fesselbr. b. Pf. Tztl. Ztg. 1840, p. 54. Hering, Luxation (1. Fessel b. Pferd. The Vet. 1847, p. 319. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1848, p. 59. Wilkinson, Fesselbr. b. Pf. Ibd. 1849, p. 22, Hertwig, Verrenktes Fesselbein. Gurlt u. Hertwig 1851, p, 508. Castor, Fesselbr. b. Pf. Mitt. a. d, tztl. Pr. Gerlaeh u. Leis. 1854, p, 90. Haider, Fesselbr. b. Pf. Rep. 1858, p. 37. T h i e n e m a n n , Fesselbruch b. Kalb. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 101. Hö p fn o r , Fesselbr. b. Pf. Mitt, a. d. .tztl. Pr. Gerlach 1859, p. 104. II au bn er, Fesselbr. b. Pf. m. Muske!-zerroiss. Sachs. Jhb. 1859/00, p. 53. Suth, Fesselbr. b. Pf, Mitt. a. d. tztl. Pr. Hertwig 1860, p. 161. Haubner, Fesselbr. b. Pf. Sachs. Jhb. 1861, p. 58. Ha üb old, Fcsselbruch b. Pf. Ibd. 1801, p. 120. ßlbra, Bruch d. Fesselb. b. Pf. The Vet. 1801, p. 328. Haubner, Fessclbruth Hoffmann, Tierihztliche Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 50
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786nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fesselbeinbrüche und Luxationen im Fosselgelenk.
1). Pf. Sachs. Jhb. 18G2, p. 53. T e x t o r, Fcsselbruch b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. in Kuril, 18G264, II. II, p. 70. A m m o n , Beinbr. b. Pf. Ilandb. f. Pferdeärzte 1802, p, 150. Dressler, Fesselbrucb b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Rol. 1867, p. 153. Ilaubnor, Fesselbr. b. Pf. Sachs. Jhb. 1863, p. 50. Götze, Fosselbruch b. Pf. Ibd. 18G3, p. 89. Leise-ring, Fesselbr. b. Pf. Sachs. Jhb. 1868, p. 35. Johne, Fesselbr. b. Pf. Ibd. 1871, p. 128. Rümler, Luxat. d. Fesselgcl. Mitt, f. Tzte. in Öster. 1879, p. 177. Uhlich, Fesselbr. b. Pf. Sachs. Jhb. 1881, p. 115. Peters, Die Fissuren d. Fesselb. Vorträpfo f. Tzte. 1881, Heft 1. Kreto-wioz, Fosselbeinquorbr. Östcr. Monatsschr. 1882, Nr. 12. Wilhelm, Fcsselbeinbr. b. Pf. Siichs. Jhb. 1882, p. 86. Hartenstein, Geheilter Fesselbeinhruch. Sachs. Jhb. 1884, p. 93.
Aetiologie; Fesselbeinbrüche sind bei Pferden die häufigsten. Es kommen hier zu den Ursachen welche seitdem bei den Frakturen genannt wurden, noch die Frakturen infolge von Überanstrengung in raschen Gangarten, bei sehr heftigem, vielleicht drohenden Auftreten auf ebenem Boden. Peters hat das Verdienst diese Sorte von Frakturen eingehend besprochen und zwei Fälle näher beschrieben zu haben. Nach ihm geht der Riss in der Regel von der Grube der oberen Ge-lenktiäche parallel mit derselben schräg nach unten und aussen, um in der Diaphyse oder der unteren Epiphyse zu enden. Die Ursache hiezu liegt nach ihm im Mechanismus der Bewegung dortselbst begründet. Es ist in der Litteratur eine Reihe von Fällen angegeben in denen Frakturen ohne besondere äusserc Einwirkungen enstanden: In der Zeitschrift Veterinary ist 1847 angegeben, dass bei drei Fessel-beinbrüchen die Frakturlinie nach aussen verlief. Haubner teilt mit, dass ein Pferd auf harter Strasse galoppiert wurde, und ohne dass es stürzte beide Fesselbeine brach. Günther teilt einen ähnlichen Fall mit, nur war hier das Pferd auf glatteisigem Wege geführt, Bibra teilt mit: Eine Stute wurde 10 englische Meilen weit geritten, dann wurde sie vorne links lahm. Es wurde aber weiter geritten und nach weiteren zwei Meilen war das Lahmgehen verschwunden. Nach einer Stunde Ruhe wurde wieder geritten und nach 3 Meilen Wegs wurde das Pferd so heftig lahm, dass es nicht mehr fortzubringen war. Bei diesen mühsamen Versuchen hörte man plötzlich ein Knacken und bald nachher stachen die gebrochenen Knochenstücke vom Fesselbein durch die Haut. Nach ganz kurzer Zeit trat derselbe Zustand auch an dem anderen Fesselbeine ein, so dass das Pferd jetzt auf beiden unteren Enden der Schienbeine stand. Bei der chemischen Untersuchung der Knochen seien TVa'Vo zu wenig Kalksalze gefunden worden. Kretowicz; Eine 4I/2jährige Stute blieb beim Parieren aus kurzem Galopp plötzlich auf 3 Beinen stehen, das linke Hinterbein
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Fesselbeinbrüche und Luxalionen im Fesselg'olenk.
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in die Höhe haltend. Das Fosselbein desselben war gebrochen. Haubner: Ein Pferd, das wegen Lahmheit 7 Tage lang im Stalle stand, wurde herausgeführt, war sehr lustig, schlug aus, machte einen Sprung und brach das Eesselbein. Auf hiesigem Rennplatze hat ein Pferd beim Sprung über ein Hindernis beide Vorderfesselbcino gebrochen. Hering. Ich habe gesehen, dass ein fünfjähriges Pferd im sechsspännigen Zuge an einem Geschütz während eines Galopps in gerader Linie auf hartem ebenem Ackerboden beim Aufspringen das Pessel-boin brach, nachher noch einen verzweifelten Satz machte und dann zu Boden gerissen wurde. Auch beim Kind sind Brüche aus ähnlicher Ursache gesehen worden: Thieneman sah, class ein Kalb, das über einen Düngerhaufen sprang, vorne links beide Fosselbeine brach. Wilkinson hat noch mitgeteilt, dass im tiefen Sande der Reiter plötzlich ein Krachen hörte und wie sich nachher ergab, das Pferd das Fesselbein in 37 Stücke gebrochen hatte. Auf dem Rennplatz brach ein Pferd das Fesselbein in 10 Stücke, Dressler. Henrich sah einen Fesselbeinbruch beim Pferde dadurch entstehen, dass das scheue Tier an einer engen Bretterdohle stürzte. Leisering teilt mit, dass eine sehr unleidliche Stute bei der Bewegung ansprang und sich mit dem Hinterbein derart an das Vorderbein anschlug, dass das Fesselbein in 9 Stücke brach. Rumler beobachtete, dass ein Pferd bei einer Attake plötzlich stehen blieb und nicht mehr von der Stelle zu bringen war, das Tier trat hinten beiderseits so durch, dass das hintere Schionbeinende den Boden berührte. Bei der Sektion fand man beide Kapselbändcr der Pesselgelenke derart gerissen, dass nach Abnahme der Haut beide Schienbeinenden hervorragten. Der Fall ist hier mitgeteilt, weil er für den Beweis der Ähnlichkeit der Entstehung von Frakturen und Kapselbandzerreissungen am Hinterbeine Bedeutung hat.
Klinisches Bild: Bei den Fissuren die Peters eingehend beschrieb , findet sich eine Risslinie in genannter Richtung durch den Knochen. Das Fesselbein ist in 2 ungleiche Stücke gebrochen. Der Zusammenhalt ist aber gewahrt, es findet keine besondere Dislokation statt und die Erscheinungen der darauf eintretenden grossen Lahmheit werden nur erklärt, wenn sich nach einiger Zeit an der Fissurlinie eine Auflagerung von Callus bildet. In Füllen, in denen das Pessel-bein in mehrere Stücke gebrochen ist, erfolgt entweder kein Auftreten oder dasselbe doch nur sehr leicht und mit der Zehe des Hufes, beim Vorführen hüpft das Pferd auf drei Beinen, und es kann eventuell ein Baumeln des unteren Teiles gesehen werden. Bei näherer Untersuchung ist abnorme Beweglichkeit und Krepitation festzustellen. Wenn beide
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788nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fesselbeinbrücho und Luxationen im Fosselgelenk.
Fesselbeinc gebrochen sind, so liegt das Pferd am Boden, oder es steht auf den unteren Enden der Schienbeine und die Hufe sind seitlich oder nach vorne in abnorme Richtung gedrückt. Die Reaktion ist in der Regel bedeutend. Es entsteht leichtes Fieber, Schwoissaus-bruch, Appetitlosigkeit und grosse Aufregung.
Prognose: Von sämtlichen Knochenbrüchen an den Extremitäten der Pferde ist die Fraktur eines Vorderfesseis am günstigsten zu prognostizieren. Von 27 Fällen sind IG geheilt. raquo;Selbst wenn beide Vorderfesselbeine zugleich abbrachen, wurden in einzelnen Fällen Heilungen erzielt. Frakturen an den Hinterfesseln sind etwas ungünstiger zu beurteilen, aber das Verhältnis ist doch günstiger als bei den hinteren Schienbeinen.
Therapie: In erster Linie ist auch liier aufmerksam zu machen, dass die Einrichtungsversucho nicht zu früh vorgenommen werden. Das Pferd muss erst seine Lage kennen gelernt haben. Nicht einmal eine einfache Binde ertragen aufgeregte Tiere. Hochgradig aufgeregte Tiere, die sich wie tobsüchtig benehmen, durch Gewalt oder narkotische Mittel beruhigen zu wollen, ist mir noch keinmal geglückt. Man lasse sie ganz unberührt, allein, am besten in einem Laufstand angebunden und gehe sehr schonend mit ihnen um. Johne hat ein Pferd mit Fesselbeinbruch 14 Tage ohne Verband gelassen und nachher Heilung erzielt. Haubner machte die Beobachtung, dass nicht alle Pferde die Binz-sche Stelze dulden. Wichtig ist genau zu untersuchen ob nicht die Plant vorletzt ist, damit ein streng antiseptischer Verband zuerst angelegt wird. Reichliches Bepudern mit Jodoform und Amylum, Auflegen einer Watteschichte und über diese einige Gazebinden. Über dieses kommt der Immobilisierungsverband: Gypsbinden derart präpariert, dass Gazebinden aufgelegt, sehr reichlich mit Gyps belegt, und dieser dann eingerollt wird. Die Binde wird zuerst eine Zeitlang in Wasser gelegt und sodann wie eine gewöhnliche Zirkelbinde umgelegt. Tripolyth ist vielfach statt Gyps gebraucht. Ich nehme denselben lieber, weil er rascher trocknet. Nächst diesen kommt plastischer Filz, der ganz vortrefflich ist. Derselbe ist mit Schellack getränkt und wird in Schienenbreite abgeschnitten, in heiss Wasser getaucht, wodurch er ganz weich wird. Nun wird er umgelegt und mit Binden angedrückt. Er erhärtet rasch. Gummi und die Pricker'sche Masse sind etwas teurer und umständlicher anzulegen, in der Wirkung aber eben so schön. Papp- und Strohschienen wurden mit Erfolg angewandt. H a r z v e r b ä n d e sind gerühmt von Götze und Haubner. Castor und Textor Hessen über einen Gypsverband oder über Binden eine lederne Gamaschequot; oder Stiefel-
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Frakturen des Kronbeines,
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schaftähnlichenquot; Yerband anfertigen. Mehrfach ist der Verband unter-stüzt durch ein Hufeisen mit einer nach oben angeschmiedeten Stange. Dieselbe kann hinten am Fessel oder vorne empor gehen. Die Binz-sche Stelze oder Rinnmaschiene, oder meine Stelzmascbiene, dazu eine Gurte eventuell Ausgraben des Stande3 unterstützen sehr wesentlich. Heilungen sind erfolgt: Beim Kalb unter Holzschienenverband in drei Wochen. Ein Pferd blieb 14 Tage ohne Verband, nach -weiteren 14 Tagen war es geheilt. Hartenstein. Unter Pappverband und Binz'scher Maschine in 5 Wochen. Haubner. Derselbe zwei weitere Fälle in fünf und sechs Wochen. Haubold in sechs Wochen, Suth, Götze, Üblich in sieben Wochen. Hering, Johno, Wilhelm, Kretowicz u. A, in acht Wochen. Höpfner in 21h Monaten. In der Regel ist nach der Abnahme des Verbandes die Kallusbildung viel zu reichlich. Henrich rät dagegen täglich dreimaliges Baden mit Aschenlaugc und Einreiben von Spiritus. Kretowicz hat Jodofonnsalbe und Massage angewandt. Pferde mit beiderseitigen Brüchen müssen auf dem Boden liegend erhalten werden. Von Luxationen des Fesselbcines kenne ich vorerst ausseiquot; dem oben angegebenen Falle Runiler nur die xVngabe Hertwigs, dass er bei einem verrenkten Fesselbein die Reposition nur durch eiserne Schienen und Riemen bewerkstelligen konnte. Es kam aber wieder heraus und erst nach einigen Tagen konnte es dauernd zurückgehalten werden. Die Heilung erfolgte in acht Tagen.
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Frakturen des Kroubciues.
Litteratur: Gurlt, Zwei ungcheilte gebroch. Kronb. v. Pf. Gurlt u. Hcrtwig' 1837, p. IC4. Andre, KronbeinLruch grlieilt. Lyon 1848, p. 32. lier. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 50. Gurlt, Nicht geheilter Kronbein-brueh b. Pf. Gurlt u. Hortwig 1851, p. 428. Voigtländor, Kronbeinbruch. Sachs. Jhb. 1873, p. 30. Lungwitz, Kronbeinbruoh b. Pf. Ibd. 1873, p. 52. PetrasoowiO) Kronbeinbruoh b. Pf. Woohsohr. d. Ver. d. TztO. in Öster. 1879, p. 78.
Aetiologie: Durch Sturz brach ein Pferd das Kronbein, Andre.
nbsp; Im Trabe stürzte ein Pferd und brach das Kronbein, Petrascowic.
nbsp; Ein Kunstreiterpferd brach den Knochen in zehn Stücke und riss die Beugesehnen fast noch durch. Lungwitz. Ein Pferd lahmt seit acht Tagen unbedeutend, kann plötzlich nicht mehr auftreten, legte sich und stand nicht mehr auf. Schrebcr fand ein Kronboin in zwanzig Stücke gebrochen. Ich beobachtete, dass ein Pferd mit dem hinteren Eisenstollen zwischen die Pferdebahnschienen kam, stürzte und das Kronbein in ca. sieben Stücke brach.
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Leist, Schale, Ringboin.
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Klinisches Bild : Je nach der Zertrümmerung verschieden. Gro-gaier fand ein Pferd das nur wenig- hinkte, dessen Kronbein einen alten Bruch zeigte, der es in zwei Teile zerlegte. Heron sah ein Pferd, dessen Kronbeine aller vier Püsse gebrochen waren. Das am wenigsten gesplitterte war in vier Stücke gebrochen. In hochgradigen Zertrümmerungen können die Tiere nur mangelhaft oder nicht auftreten. Ich sah, dass der Huf seitlich gedrückt wurde. In geringgradigen Fällen ist aber das Auftreten nur vermindert. Die Pferde hinken mehr oder weniger bedeutend. Lafosse glaubte, dass in allen Fällen, in denen das Kronbciii in mehrere Stücke gebrochen ist, auch die Huf beinbeugesehne zerrissen wird. Bei näherer Untersuchung ist meist kein Schmerz durch Druck oder Bewegung zu erzeugen. Krepitation kann vorhanden sein. Abnorme Bewegung zur Seite halte ich für das sicherste Merkmal.
Prognose: Vorsichtig, weil kein regelrechtes Einrichten wie am Fessel erfolgen kann und ein angelegter Verband auch nicht so vollkommen schützt wie dort.
Therapie: Es ist angeraten nur zu kühlen, die Pferde in Gurten zu stellen und ihnen Ruhe zu lassen. Scharfe Einreibungen sind nicht zu empfehlen, weil auf sie zu reichliche Callusbildung erfolgt.
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Leist, Schale, Ringbein. Periostitis chronica ossificans.
Litterat ur: Hort wig, Neurotomie gegen Schale. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 502 u. 1871, p, 91. Delorme, Leist. Journ. de med. vet. 1854, Juli bis Dez. S ehr ade r. Schale. Gurlt u. Hertwig 1860, p. 137. liouloy, Akute ßcinhautentzünd. d. Phalangen. Rec. 1856, p. 51. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1856, p. 52. Sing, Vererbung erworbener Ringbeinc. Mitt. d. Ver. d. Tzte. in Öster. 1880, p. 154.
Das Leiden besteht in einer schleichenden Periostitis mit Knoohen-neubildung, welche hauptsächlich in der Umgebung der Krongelenko ihren Sitz hat. Je nach der Grosse der aufgelagerten Knocheninasson, welche nach der Preparation ein rauhes, zerklüftetes, poröses Aussehen haben, ähnlich einer Zusammonhäufimg kleiner unregelmässiger Perlen, bezeichnet man den Zustand: Wenn die Neubildung sich wallartig in der Fläche erstreckt als Leist, wenn sie einen Teil der Knochen oder Gelenke umgiebt als Schale und wenn sie den Knochen oder das Gelenk ringsum oinschliesst als Ringbein. Diese Bezeichnungen beziehen sich somit nur auf die Grosse und sie werden deshalb nicht mit scharf getrennten Begriffen verbunden. Das Leiden ist in der Regel an der Vorderfläohe oder seitlich, selten an der Hinterfläche.
Aetiologie: Fs ist mehrfach angeführt worden, dass die einhei-
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Leist, Schale, Ringbein.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 791
I I mische Pferderasse, die sogenannten gemeinen odor kaltblütigen Pferde, eine besondere Disposition hätten, an diesem Leiden zu erkranken. Ich habe ontgogengesetzto Erfahrungen gemacht. Sogenannte edle und veredelte Pferde sind in meiner Praxis prozentuell öfters betroffen gewesen. Fehlorhafte Stellung in den unteren Gelenken erzeuge eine Disposition zu dieser Erkrankung. Eine in der Sache wichtige Mitteilung ist von Sing gegeben worden: Ein englischer Vollbluthengst Mayboy bekam eine traumatische Sehnenontzündung an drei Beinen und wurde deshalb als Landbeschäler verwendet. Er dockte 5 Jahre und erzeugte eine grosso Zahl vortrefflicher Fohlen. Nach dieser Periode bekam er Ilauttyphus und in der Folge vorne links ein llingbein. Nachdom er geheilt war, wurde er wieder und zwar noch zwei Jahre ids Deckhengst verwendet. Alle in dieser zweiten Periode erzeugten Fohlen waren schlecht. Viele kamen schon mit so grossen Ringbeinen zur Welt, dass sie sofort getötet wurden. Eins hatte dreijährig an drei Beinen Hingbeine. Zahlreiche Fohlen, die in der ersten Zeit gesund waren, bekamen im zweiten bis vierton Jahre llingbeine. Es sind mechanische von aussen einwirkende Insulte, Schlag, Stoss etc. als direkt diese Erkrankung voranlassend beschuldet worden. Ein direkter Nachweis ist mir nicht bekannt geworden. Der Sitz des Leidens und die zu beobachtenden Formen der Neubildung sprechen mehr für eine spontanequot; Entstehung, etwa in dem Sinne gemeint, wie Dieckerhoif diese Bezeichnung für die Entstehung der Überbeine gebraucht.
Klinisches Bild: Anfangs periodisches, namentlich wenn die Tiere aus dem Stalle kommen, geringgradiges Lahmgehen, welches sich nach einiger Zeit Bewegung verliert. Mit der Zunahme der Periostitis wird die Behinderung der Gangart andauernder, namentlich auf hartem Boden stärker, es erfolgt mangelhaftes Durchtreten, im Stalle wird das Bein etwas vorgestellt. Der Sitz des Leidens kann die Bewegung der Gelenke auch mechanisch behindern. Betasten, passive Bewegung erzeugen in der Kegel anfangs keine Schmerzen. In entwickelten Fällen, in denen auch mechanische Behinderung der Gelenke eintrat, bleibt das Lahmen andauernd und es kann sogar mit der Bewegung zunolimon. In diesem Falle entsteht auch auf Druck, namentlich drehende Bewegungen in dem betreffenden Gelenke Schmorzäusserung, die aber oft undeutlich ist. Vermehrte Wärme kann da sein oder fehlen. Die bis jetzt genannten Symptome haben somit nichts was nur diesem Leiden zukommt. Sicheres dingnostisches Merkmal ist nur die Anschwellung. Man streicht die Haare glatt, eventuell nach vorheriger Benetzung, stellt sich dann 1l1 2 Meter vor das Pferd und vergleicht
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792nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Amputationen der Vordergliedmassen.
beide Vorderbeine genau, Messen mit einem Bandmass, aber vorsichtig, dass man das Band genau an die entsprechenden Partieen anlegt und gleichstark anzieht, ist sehr zu empfehlen.
Prognose: Quoad vitam günstig, quoad restitutionem ungünstig bis schlecht.
Therapie: Wenn im Anfangsstadium der Leist diagnostizierbar ist, wenn sich namentlich auch vermehrte Wärme zeigt, so empfehle ich anhaltend, eventuell eine Woche kalte Umschläge. Die Hoffnung, die bereits gebildete Knochenmasse zum Rückgang zu bringen, ist eitel. Leichte Druckverbändo und Immobilisierung durch Gyps, Schienen, plastischen Filz u. dergl. sind anzuraten. Die Anwendung von Reizmitteln, Scharf'salben, Glüheisen, erzeugt, wenn dieselben nur geringgradig wirken, Vergrösserung der Neubildung. Es ist daher anzuraten, diese letztgenannten Dingo entweder hinwegzulassen oder dieselben nur sehr stark wirkend zu gebrauchen. Delorme hat schon in den 50ger Jahren angeraten, tief und in die Neubildung selbst eindringend zu brennen. Ich empfehle, wenn gebrannt werden soll, mit weissglühend gemachten Stricknadeln 520mal einzustechen, und zwar bis tief in den nouge-bildeten Knochentoil. Die Hautbrücken zwischen den einzelnen Stichstellen müssen genügend gross gelassen werden, das Gelenk oder Sehnenscheiden sollen nicht verletzt werden. Nach dem Brennen wird sofort eine Kanthariden-Scharfsalbe 1520 Grm. eingerieben. In sehr hartnäckigen Fällen ist die Neurotomio vorzunehmen.
Ampulaliorien der Yordergliedmassen.
Hering sagt über die Amputationen im allgemeinen: ^Obgleich die Amputationen an den Gliedmassen unserer Haustiere wohl ausführbar sind und bei sonst kräftigen Tieren sogar die Heilung der Wunde bald erfolgt, beeinträchtigt diese Operation doch die Benützung der Tiere in solchem Grade, dass man nur in denjenigen Fällen dazu schreitet, wo die Erhaltung des Lebens für eine beschränkte Zeit beabsichtigt wird, z.B. bei hochträchtigen Tieren, auf deren Junge ein besonderer Wert gelegt wird. Beim Rindvieh, dessen Nutzen nicht wie beim Pferde auf der Fähigkeit zu gehen beruht, ist die Entfernung brandiger Zehen und Klauen öfters ausgeführt worden.quot; Es ist eine Reihe von Amputationen der EKtremitäten bekannt gegeben worden: Beim Pferde Fesselamputationen bei trächtigen Stuten und Beschäl-hengsten. Müller hat einer Stute nach der Heilung einen Holzschuh mit Polster mittelst Riemen oberhalb der Vorderfusswurzel angeschnallt.
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Gallen an den Vorcloroxtromitaten.
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Das Tier bewegte sich damit, konnte aber nicht von selbst aufstehen. Swethlow berichtet über eine Selbstamputation beider Vorderphalangen beim Pferde. Er fand das Pferd auf der Pferdeschlächtcrei, dem Tartarenschlachthofe1' bei Moskau. Es fiel ihm unter einer Pferdeherde ein Tier auf, das mit sehr niedrigem Vorderteil auf auffallend kurzen spitz zulaufenden Vorderfüssen sich fortbewegte. Es erwies sich, dass an beiden Füssen die Phalangen fehlten und das Tier nur auf dem entblösten unteren Ende der Metacarpalknochen stand; die Haut und die übrigen Woichteile reichten bis zum Gelenkkopf dieser Knochen und waren hier mit Granulationen bedeckt, dass Tier frass mit sichtbarem Appetit und bewegte sich, wie es schien, ohne besondere Schinerz-empfindung. Temper. i. rckt. 38,ü. Ursache der Verstümmelung ist nach Angabe der Tartaren; Das Pferd sei an einem Abhang rasch herabgelaufen, dadurch seien die Dorsalflächen beider Fesselgelenke durchgerissen und die Metacarpalknochen hervorgetreten, die Phalangen seien nach 2 Tagen dann abgefallen. Celchowsky berichtet über eine ähnliche selbstgeheilte Spontanamputation beim Pferde. Beim Rinde sind viel zahlreicher Amputationen an d.en Vorderextremitäten vorgenommen worden. Gurlt berichtet über Abfallen der Kronen- und Hufbeine am Vorderschenkel mit Spontanheilung bei einer Kuh. Der Stumpf war abgerundet, haarlos, verdickt und zeigte sehr grosso Callus-bildung. (Abbild, s. Gurlt u. Hertwig 1852, p. 478.) Bei Schafen lind Ziegen ist die Amputation häufig vorgenommen worden. Harms hat dieselbe auf einfache Weise mit Erfolg bei einem Hirsch durchgeführt. Bei Hunden und Katzen wird die Leistung meist nicht beeinträchtigt. Eine Anzahl bei diesen Tieren von mir durchgeführter Amputationen hatte stets erwünschten Erfolg. Die meiste Bedeutung hat die Klauenamputation, welcher an passender Stelle besonders bedacht wird.
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Gallen an den YorderextnMiiitäten.
Krankheiten der Synovialhaute der Gelenke, Sehnenscheiden und Schleimbeutel. Hydarthros, Vaginitis und Bursitis,
Es ist zweckmüssig diese Erkrankungen nicht je bei der Besprechung des betreffenden Körperteiles an dem die Galle, auch Flussgalle genannt, vorkommt, abzuhandeln, sondern gleich dio sämtlichen an der Vorderextremität auftretenden in der Reihenfolge zu besprechen, weil dadurch Wiederholungen vermieden werden. Besondere Verhältnisse werden jedoch auch hier extra berücksichtigt werden müssen, so ist
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794nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gallen an den Vordoroxtivmitäten.
z. B. die Vorderknicgelenksgalle bei dem sogenannten Knieschwamm beschrieben etc. Die Abhandlung über die Gallen an der Hinter-extremitüt ist bei den Krankheiten derselben eingereiht.
Es ist eine der auffälligsten Erscheinungen in unserer Litteratur, dass gerade das den Tierarzt sozusagen täglich Beschäftigende, die am häufigston eintretenden Erkrankungen weniger beschrieben sind, als ganz seltene Dinge. So haben wir z. B. eine ganz stattliche Litteratur über Krankheiten des Mastdarmes und der Harn- und Geschlechtsorgane, während gerade über die hier in Frage stehende Erkrankung nur sehr wenig Erfahrungen und Einzelfälle mitgeteilt sind. Aus diesem Grunde haben diese vorliegenden Mitteilungen auch den Charakter des Allgemoinen. Bei sämtlichen Gallen handelt es sich um eine Erkrankung der fibrösen Kapsel, welche an den Gelenken als Gelenkkapsel, in der Umgebung der Sehnen als Sehnenscheiden und sonst als geschlossener Sack als Sehnen- oder Hautschleimbeutel vorkommt. In fast allen Füllen ist die Erkrankung der inneren Schichte derselben, der Synovialbaut, welche der Einrichtung der serösen Häute ähnlieh ist, das Primäre und Wichtigste. Diese ganze innere Fläche, welche die Synovia produziert, reicht aber bei Gelenkkapseln nur bis an die knorpeligen Überzüge der Gelenke heran und den Übergang bildet das Ptiasterepithel. Es ist somit die Synovialis der Gclenkskapsel kein gleichmässiger Überzug des Hohlraumes und es ist nicht notwendig, dass bei ihrer Erkrankung auch der Gelenkknorpel erkrankt. Gerade aber an den Stellen, an denen die Synovialis in den Knorpel übergeht, ist sie sehr empfindlich und in grossen Gelenken finden sich auf ihrer Oberfläche zottige Fortsätze, die namentlich an den tiefsten Stellen reichlich vorhanden sind. Schneidcmühl sagt, dass die Gelenkzotten zwar an allen Stellen der Intirna vorkommen und als Ausstülpungen derselben zu betrachten sind, aber am reichlichsten da sitzen, wo die Intirna lose mit den das Gelenk begrenzenden oder in denselben befindlichen Organen verbunden ist, also an den Übergängen auf die Gelenkknorpel, die Patella, die Zwischonknorpel und die intraartiku-lären Bänder. Bei den Sehnenscheiden ist an deren innerer Scbichto eine solche Unterbrechung nicht vorhanden, hier bildet die Synovialis einen geschlossenen Sack und nur die äussere fibröse Schichte schwankt in der Dicke. Das Einzige, was jedoch die Einrichtung der Sehnenscheide etwas komplizierter macht, ist der Überzug der Synovialis auch über die Sehne, so dass eigentlich eine Scheide in der andern steckt. Die Schleimbeutel haben die einfachste Bildung, indem sie nur einfache, geschlossene Säcke darstellen.
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Gallen an den Vordorextremitiiten.
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Diese anatomische Verschiedenheit übt auf den Verlauf aller dort #9632;vorkommenden Krankheiten grossen Einfluss ai;s. Die Erkrankung der Gelenksgallen ist die schwerste, die der Sehnenscheiden bedeutsamer als die der Schlcimbeutel. Selbstverständlich ist die Art der Erkrankung, der Charakter, die Ausdehnung und Miterkrankung anderer Teile ebenfalls von Bedeutung. liier ist zu unterscheiden: a) eine seröse, h) eine fibrinöse, c) eine eiterige, d) eine granulierende und e) eine nekrotisierende Form. In der Praxis hat man seit lange folgende Einteilung: a) hcisse, b) kalte und c) verhärtete Gallen.
Die an der Vorderextremität Yorkommorulen Gallen sind: 1) Auf dem Ellbogenhöker eine Bursitis, manclimal die Stollbeule darstellend. 2) Die Kniebogengallo, eine Sehnonscheidengalle am Unterstützungsband der Hufbeinbeugcschne. 3) Sehnenscheidengallen auf der Vorderfläche des Carpalgelenkes, die Strecksehnengallen a) des Armschienbeinmuskels oder Schienbeinstreckors (M. extensor carpi radialis longus); b) des Armbeinmuskels des Fessel-, Krön- und Huf beines oder des längeren gemeinschaftlichen Streckers (M. extensor digitorum communis) und e) des daneben liegenden (M. extensor digit, minimi). Sehr selten ist noch eine Galle diclit über dem Carpalgelenk an der Sehnenscheide des Armbeingrift'ohnuskels (M. flexor carpi radialis). d) An der lateralen Seite habe ich auch hinter der Sehne des gemeinschaftlichen Streckers eine Schleimbeutclontziindung gesehen. Diese sämtlichen Gallen am Carpalgelenk sind in der Regel von geringer Grosse und nicht besonderer Bedeutung. Wenn sämtliche Streck-sehnenschoidon bei gewissen Prozessen mitorkranken, so entstehen Erscheinungen, wie sie beim Knieschwammquot; beschrieben sind. 4) Die Vorkniegelenksgalle besteht in einer Erweiterung der Gelenkskapsel zwischen Vorarm und erster Bcihe der Kniegelenksknochen. Sie ist auf der Vorderfläche in der Form einer abgerundeten Qnerwulst (Siedamgrotzky) oder sie ist eine länglichrunde elastische Erhabenheit (Hertwig). An der äusseren Seite trete sie als gänseeigrosso, rundliche Anschwellung hinter der Speiche auf. 5) Die Fesselgallcn. a) Die Fesselgelenkgalle, auch runde Fesselgallc, ist eine Erweiterung der Gelenkskapsel, welche als wallnuasgrosso, rundliche Anschwellung zwischen Schienbein und Eesselboinbciiger auftritt. Hertwig sagt, sie sei bald innen, bald aussen, bald rund um das Gelenk, b) Die Strecksehn engalle ist eine Erweiterung des Schlciinbeutols, der auf der Vorderfläche über dem Eesselgelenk zwischen Solme und dem Knochen gelagert ist. Die am häufigsten vorkommende ist c) die Sehnen-fesselgallc, auch Flussgalle, Kötenga 11 c, welche in einer Ver-
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Gallen an den Vordorextremitäten.
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grössemng der Sehnenscheide der Huf- und Kronheinbeugesehne an der Hintorfläche des Fesselgelenks und von diesem bis etwa zur Mitte dos Schienheins besteht.
Klinisches Bild: Je nachdem eine Art von Erkrankung der Synovialis vorliegt, je nachdem eine Gelenk- oder Sehnenacheide oder Bursa betroffen ist, sowie je nach dem Grade der Erkrankung verschieden. Allen gemeinsam ist die Anschwellung. Die Anl'üllung über
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die normale Grenze und zwar a) mit entzündlichen Erscheinungen, Schmerz, Lahmen, selbst Fieber, oder b) ohne Entzündung, ohne besondere Schmcrz-haftigkeit und ohne Lahmen bei ganz ungestörtem Allgemeinbefinden. Die ersteren sind die heissen, akuten, entzündlichen, harten Formen, die mit mehr oder minder starkem Lahmen und Störung dos Allgemeinbefindens verlaufen. Dem Charakter nach sind sie meist fibrinös. Sie entsteht meist rasch. Es ist bei dieser Form ein flbrinöser Beschlag auf der Serosa; in dem geröteten Transsudat, welches so reichlich abgesondert wird dass die Kapsolwand straff angespannt, hart und fest wird, findet sich reichlich fibrinöses Ge-rinsol. In Einzolfällon soviel, class auf Druck ein Krepitationsgoräusch, das sogenannte Schneeballen knistern entsteht. Auch schlügt sich
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1.nbsp; Stnllliouie.
2.nbsp; Sehnensrhcidengalle des Armbein^rifTclmuskels.
3.nbsp; nbsp;Strcckselinengallen.
4.nbsp; Vorderlcntagolonksgallo.
5.nbsp; Knlebogengalle.
(!. StreokselmenKalle.
7.nbsp; Vordere I-'csselgalle.
8.nbsp; Fesselgelenks^alle.
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manchmal dieses Fibrin als rundliche, schrotähnliche, oder linsen- bis gurkenkernälmliche, glänzende Körperchen nieder, die Bayer als Corpora ory-zoidca bezeichnet. Dieser fibrinös entzündlichen Form der Gallen steht die seröse, wassersüchtige, kalte Galle entgegen. Diese entsteht langsamer.
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Die Anfüllung des Transsudates erreicht nicht den hohen Grad wie bei der vorigen, die Galle bleibt weicher, kann aber allmählich sehr umfangreich worden. Diese Form entsteht meistens bei alten oder strapazierten Pferden und sie kann sich aber auch noch erhalten, wenn andere Formen vorübergehend vorhanden waren. Sie ist die häufigst vorkommende Form. Die eiterige Form habe ich bis jetzt nur auf Trauma, in seltenen Fällen bei der Fohlenlähme und noch seltener nach der Druse entstehen sehen. Es sind hier die Erscheinungen einer sehr heftigen, akuten, entzündlichen, fieberhaften, harten Galle mit grossein Lahmgehen vorhanden. Bald aber tritt hinzu, dass
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die Anschwellung an einer Stelle weich wird, durchbricht und sich der Eiter nach aussen entleert. Die granulierende Form, die in einer übermässigen Bildung der Zotten besteht, welche 35 cm. lang werden und die ganze Gelenkhühle ausfüllen können, entwickelt sich aus der tibrinösen, häufiger aber aus der eiterigen Form. Die nekrotisiorendo Form ist eigentlich nur bei Gelenkkapseln, in welchen die Knorpel und Knochen nekrotisch absterben, vorhanden. Grossartige Schmerz-haftigkeit, Perforation, Jauchebildung, Fieber und chronischer Verlauf zeichnet dieselbe aus.
Prognose: Bezüglich der vollkommenen Heilung sind die heissen, entzündlichen, rasch entstandenen Gallen, sofern sie klein und noch frisch sind, am günstigsten zu beurteilen. Die kalten, serösen Formen, die langsam heranwachsen, grossen Umfang erreichen, zwar kein Lahm-gohen, aber doch etwas behinderten Gang bedingen und hässlich aussehen, die sind zwar nicht gefährlich, aber sie sind nur schwor, zum Teil gar nicht kurabel und wenn auch eine Zeitlang dio Galle verschwand, so stellt sie sich nur zu leicht wieder ein. Die eiterige Form ist lebensgefährlich. Es kann zur Pyämie kommen. In Fällen, in denen dies nicht geschieht, ist meist eine granulierende Entzündung die Folge. Die ganze Höhle wird mit den entzündeten braunen Zottenmassen vollgestopft und eine vollkommene Heilung, so dass tadelloser Gebrauch eintreten könnte, steht kaum in Aussicht. Bei der nekrotisierenden Form ist eine Heilung bis zum Dienstgebräuche unmöglich. Höchstens heilt die Sache mit einer Gelenkversteifung.
Therapie: Die entzündliche Form ist die dankbarste wenn die Behandlung richtig in die Hand genommen wird. Frische, entzündliche, kleine Gallen heilen manchmal ohne jegliches Zutluin, wenn den Tieren Ruhe gelassen wird. Meistens aber werden sie bei dieser Behandlung oder vielmehr Nichtbohandlung etwas grosser und bekommen allmählich serösen Charakter. Es ist deshalb sogleich eine energische Behandlung dringend anzuraten. Ruhe, magere Diät ist sehr wünschenswert. Die Ruhe sollte so vollkommen sein, dass das betroft'ono Gelenk gar nicht bewegt wird. Es empfiehlt sich daher, in allen bedeutsamen Fällen und bei wertvollen Pferden sofort einen Immobilisierungsverband anzulegen. Gyps, Tripolith, plastischer Filz, Holz-schienen, die Binz'sche Rinnmaschine oder die von mir konstruierte Stelze sind anzuwenden.
Bei grosser Hitze empfehlen sich Kühlungen. Es ist das Allgemeine über Wasserbehandlung bei den Sattel- und Geschirrdrücken angeführt. Hier sei nur noch mitgeteilt, dass kalte Bäder bei
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798nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gallen an den Vorderextromitaten.
.Fesselgallen oder namentlich kalte Berieselungen am Anfange durch einige Tage fortgesetzt sehr wirksam sind, hieraufkommen Priess-nitz'sche und feucht war me Umschläge mit kalten Begiessungen an die Reihe. Höchst wirksam und zu empfehlen sind Druck verbau de mit Gummibinden. Aber diese dürfen nur mit Vorsicht angewendet werden. Die Gummibinde kann sehr fest umgelegt werden, jedoch nacii ca. zwei Stunden muss sie herunter und durch eine locker angelegte, warme Flanellbinde ersetzt werden. (Esmarch hat festgestellt, dass die Blutleere durch eine Gummibinde erzeugt, 6 Stunden ohne Schaden ertragen wird, dann aber wird der betreffende Teil an einzelnen Stellen nokrotiscli). Zu den Wasserbehandlungen eignet sich besonders die nachherigo oder gleichzeitige Anlegung eines Im-mobilisierungsverbandes aus plastischem Filz. Das Weichwerden der Galle geht hier der Heilung voran. Bei grossen Gallen bringt man es manchmal nicht über dieses Stadium hinaus. Ein seit alten Zeiten mit allem Hecht in Hochachtung stehendes Mittel, ist gegen frische, kleine Gallen eine Cantharidensalbe. Durch eine solche kann in 14 Tagen bis 8 Wochen eine Galle zum Vorschwinden gebracht werden, die auf die vorher genannten Mittel langsamer oder nicht weicht. Bei sehr grossen alten Gallen, welche seit lange bestehen, und wiederholt in ein entzündliches Stadium verfallen sind, nützt die seitdem genannte Behandlung nicht, weil es sich sehr bald um chronische Entartung der Kapselwand handelt. Die seröse, kalte, wassersüchtige Galle wird nie so hart und fest wie die entzündliche und sie erzeugt nur dann Lahmgehen, wenn ein entzündlicher Prozess hinzu tritt. Bei der serösen Form ist die Kapselwand blass, bleich, schlaff, erweitert, will man diese Sorte heilen, so muss Thätigkeit in diese erschlafften Wände gebracht und sie müssen zur Kontraktion angeregt werden. Es ist also hier eine reizende Entzündung erzeugende Therapie mit der resorbierenden Methode zu verbinden. Zuerst die Flüssigkeit fort und sodann die Wand kontrahieren. Hiezu gehört gute, kräftige Nahrung, aber wenig Getränk, Bandagen, Massage, unterstützt von feuchtwarmen AYickeln mit nachfolgendem kaltem Abschrecken, sodann reizende Einreibungen, wenn die Galle klein geworden ist und Restitiitionstluid : 01 tereb. Liq. ammon caust. Spir. camphor ana. täglich 2 mal zu gebrauchen. Llnimente: Liquor ammon. caustic, und 01. Olivar ana. täglich Imal. Aromatischen Tinkturen: Arnika etc. Auch andere hautrötende und hautreizende Flüssigkeiten: Opodeldok, Expeller u. dgl. Dinge eignen sich. In vielen Fällen, bei grossen alten Gallen, reicht aber auch diese Behandlung nicht aus und jetzt kommen die scharfen Mittel in Anwendung:
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quot;Wiederholte Einreibung mit Seh arfsalbe, Brennen mit Strichfeuer, Haars eil. Letzteres bei einer Sehnenscheide zwischen Haut und Kapsehvand durchgezogen, bei einer Bursa mitten durch dieselbe. Bei Gelenkskapseln darf das Haarsoil nicht in Anwendung kommen. Einspritzung von Jodtinktur. Es wird die Galle angestochen mit dem Explorativtroikart und entleert. Besser mit einem Aspirator ausgesaugt. Selbstverständlich nur unter antiaeptischen Kautelen. Hierauf werden 510 Gramm Jodtinktur in die Kapsel eingespritzt, innerhalb verteilt durch Druck von aussen und sodann wieder ein Teil durch die Wunde herauszudrücken gesucht. Dieses Yerfahren darf als ungefährlich empfohlen werden. Bei passender Form der Bursitis, bei Sehnenscheiden kann man diese Behandlung zwar noch riskieren, sie wirkt manchmal sehr schön. Hei Gelenksgallen ist sie aber als zu gefährlich nicht anzuraten. Eröffnung der Gallen kann mit Vorteil an Schloimbeuteln und Sehnenscheiden vorgenommen werden Golenks-gallen sind ebenfalls gefährlicher. Das Tier wird niedergelegt, chloroformiert, die Stelle rasiert, desinfiziert und eroft'net durch Schnitt. Sodann mittelst Sublimatirrigation die Höhle sorgsam ausgespült, eine Drainage eingelegt, zugenäht und antisoptisch verbunden, darüber kommt noch ein Immobilisierungsverband und das Pferd wird in die Gurte gestellt. Gallen, die hiezu geeignet sind, die monatelang jeglicher Behandlung trotzten, können auf diese Weise in 814 Tagen zur Heilung gebracht werden. Wer aber die Antiseptik nicht beherrscht, lasse die Hand davon.
Bei eiterigen Gallen wird eröffnet und die Behandlung wie bei einem Abscess durchgeführt. Es ist anzuführen, dass selbst eiterige Gelenksgallen nur nach gründlicher Drainienmg ohne jede Anwendung von Antiseptik geheilt sind. Es wurden an den tiefsten Stellen weite Rohre nach aussen geführt und die Höhle tiiglifh einigemal ausgespritzt. In der Mehrzahl der Fälle führt aber die eiterige Galle zur granulierenden, harten, chronischen Form und hier sind die lösenden Mittel: Jodjodkalium 1:5 :50 Lanolin, Hydrargyrum oxydat. 5 zu 30 Lanolin, rotes Jodquecksilber 1:20 Lanolin, täglich 2rnal eingerieben, unter Beihilfe von Priessnitz'schen und feuchtwarmen Umschlägen und festen Binden anzuraten. Tiefes B renn en mit feine n Nad ein, besonders Stricknadeln, 4000 Punkte durch die Haut und die Gallenkapsel hindurch bis in die Höhle hinein, ist vielfach sehr schön wirksam bei dieser Form; nur rate ich nicht, wie angegeben, diese Methode auch bei Gelenken anzuwenden und in Gelenkhöhlen hinein zu brennen. Nach diesem Nadel- oder Stiftbrennen wird zweckmässig
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800nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kreuzlahme, Kreuzlähmung, Kreuzschwächo etc.
die Haut sofort mit einer Scharfsalbo eingerieben. Hei der nekrotisie-renden Form der Gallen, bei der eine Öffnung und Jauchebildung vorhanden ist, sind die Aussichten auf Heilung- ziemlich ungünstig, bei komplizierten Gelenken sogar schlecht. Es gehört zur Behandlung: Niederlegen des Patienten, Eröffnung, so dass der AbHuss ganz ungehindert erfolgen kann, gründliches Auswaschen mit kräftigen, antimykotischen Mitteln, namentlich Sublimat 1: 500, vielleicht einmal Chlorzinklösung 1:15 und nachher die Anwendung der antiseptischen Mitteln unter passendem Verband. Es kann hier auch die permanente Irrigation mit gleichzeitiger Inimobilisierung durch plastischen Filz in Anwendung kommen.
Was nun spezioll die einzelnen, an der Vordercxtremität vorkommenden Gallen betrifft, so ist anzugeben, dass die wichtigsten, die am Ellbogen vorkommenden, unter Stollbeule, die am Karpalgelenk vorkommenden unter Knieschwamm abgehandelt sind. Am besten zugänglich ist die Fesselgolenks- oder Kötengalle und namentlich sind hier ßandagon mit Massage und Wasserbehandlung wegen der anatomischen Einrichtung sehr zwockmassig. Dass sich jedoch, wie Haubner aussprach: alle Gallen hinwegwickoln lassenquot; ist auch hier nicht zutreffend, sondern es müssen je nach der vorliegenden Form die passen-Mittel gewählt und sachgemäss angewendet werden.
Kreuzlahme, Krcuzliihiming, Kreuzschwsiche, Lälimuug des Hinterteils, Kreuzschmerz, Lendenweh, Parese, Paralyse uiul Lumbago.
Litteratur: Blaino, Lendenweh, Rlieumatism. b. II. Krankh. d. H. 1820, p. 05. Wal dor, Lähmung il. Hinterteils b. Ferkeln. Sohw. Arch. 1818, p, 305. Lindenborg, Lähmung d. Hinlert. b. Pf. C.-Areh. f. Vet.-\V. 18lt;18, p. 159. Suokow, Gegen Rheumatismus. Gurlt u. Ilortwig 1848, p. 30. Cartw right, Lähm. d. Hintert. b. Schw. The Vet. 1848, p. 9, Ber. üb. Loist. i. Geb.-d. Thk. 1849, p. 6t. Ry ebner, Kreuzweh, Kreuzlähme, Lendenweh, Lumbago b. R. liujatrik 1851, p. 013. Dominik, Lähmung d. Hintert. b. d. Kuh. Gurlt u. Hertwig 1857, Suppl. Weib, Atrophie u. Paralyse d. Hinterteils b. einer Stute. The Vet. 1858, p. 027. Haubner, Kreuzlälimung b. einer K. Sachs. Jhb. 1858;59, p. 52. Derselbe, Lähmung d. Kreuznerven. Ibd. 1801, p. 01. Rossberg, Londen-rheum. b. Pf. Ibd. 1802, p. 104. 1) inter, Halbs. Lähmung b. Pf. Ibd. 1804, p. 08. Napp, Kreuzlähmebehandl. b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müll, u. Rol. 18GC, p. 185. S i e d a m gr o t z k y , Lähmung d. Hintert. b. Papageien. Sachs. Jhb. 1871, p. 91. Hagen, Lähmung d. Hintorteils b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1872, p. 381. S i e d a m g r o t z k y , Paralyse b. H. Sachs. Jhb. 1873, p. 57. Johne, Paralyse d. Hintert. Ibd. 1879, p. 15. Lip-pold, Kreuzlahme. Ibd. 1884, p. 78. A Ihr echt, Lendenweh b. Hund. Adam's Wochschr. 1886, p. 338.
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Kreuzlähme, Kreuzlähmung, Kreuzschwäche etc.
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Eine Reihe von Erkrankungen, bei denen eine bestimmte anatomische Diagnose nicht möglich war, ist hier eingereiht. Mit den genannten Namen wird nur ein Symptom einer Krankheit, aber nicht diese selbst bezeichnet. Verschiedene Gruppen sind ausgeschieden und als besondere Krankheiten mit bestimmten Namen festgestellt worden, z. B. die schwarze Harnwinde, der Hammelschwanz etc. Krankheiten, die infektiösen, rlieuniatischen und traumatischen Charakter haben, sind hier noch zusammengestellt. Wegen der hier sehr problematischen Diagnosen wandte man sich früher hauptsächlich dem Suchen nach Mitteln zu, welche jede Form der Kreuzlähme heilen sollten.
Hauptsächlich sind zwei verschiedene Formen zu verzeichnen: a) Diejenige mit Reizung, Schmerz und Empfindlichkeit der Lenden- und Kreuzgegend, entstehend durch Rheumatismus, Überdehnung der dortigen Muskeln und Sehnen und direkter Reizung des Rückenmarks, sogenannter Wirbelschmerz. Die Krankheit tritt rasch, sogar plötzlich ein. Die Tiere gehen gespannt, steif, sind schwach im Hinterteil, machen kurze Schritte, überköten. Eine Reihe von Angaben, welche beim Pferde hieher zählten, sind als Hümoglobinämie ausgeschieden. Die durch Trauma entstandenen Prozesse werden, wenn sie erkennbar sind, nach dem anatomischen Charakter benannt. Beim Rinde ist ebenfalls durch die Feststellung, dass Hümoglobinämie, das sogenannte Stallrotquot; vorkommt, ein grosser Teil Krankheiten, die früher als Kreuzlähme oder Lendenlahme bezeichnet waren, hier eingereiht. Von Lean ist angegeben, dass er den Wirbolschmerzquot; als traumatische Kreuzlähme bei einem Kalbe fand, welches andauernd hohes Fieber, die genannton Erscheinungen und Hyperämie des vierten Lendenwirbels hatte. Beim Schwein und Hund sind die genannten Reizerscheinungen ebenfalls beobachtet und beschrieben. Die Prognose ist ziemlich günstig, der Verlauf meistens akut und in Pleilung übergehend. Therapie: Wärme, Ruho und Anwendung hautrötender und hautreizender Mittel. Bei fieberhaften Zuständen, die auf eine Infektion schliessen lassen, noch innerliche Anwendung fieberwidriger Mittel und der Salicylsilure.
Viel häufiger sind b) die Lähmungen, welche zum Teil direkt eintreten, manchmal dem vorgenannten Reizzustande folgen. Die Ursachen sind verschieden: Erkrankung der Knochen, Neubildungen, Wirbclbriichc, Blutungen, Erkrankuijfg/das Rückenmarks und seiner Häute lassen sie entstehen. Das Gebiet deV Neuritis, welches im allgemeinen Teil besprochen witd^fst jn^r von Bedeutung. Johne hat
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einen Fall mit plötzlicliei' Lälimung beim Pferdoy, ohne äussere
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Hol'fmann, Tieriirztlii'lie Ohjfül-gio. ''#9632;'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;51
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802nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kreuzlahme, Kreuzlähmung, Kreuzschwäche etc.
letzung entstanden, durch quere Zerreissung des Kückenmarks und einen zweiten, wo durch tjberschlagen llückenmarksenveichung eintrat. Ein von Hagen angeführter Fall ist von besonderer Bedeutung: Ein 20 Jahr alter Wallach wurde durch den erstmaligen Anblick einer Dampfmaschine derart in Furcht gesetzt, dass er zusammensank und l/s St. liegen blieb. Nachher war er am Hinterteil gelähmt. Die Heilung erfolgte in 8 Tagen. Es ist durch Schreck wahrscheinlich eine Anämie der Nervenzentren eingetreten, welche ähnliche Wirkung erzeugte wie eine Gehirnerschütterung. Dass die Lähmung in 8 Tagen wieder vorüber war, beweist, dass keine grossen Störungen eingetreten sein konnten. Beim Kinde hat Dominik gesehen, dass eine hochtragende Kuh auf der Weide ohne bekannte Ursache hinten gelähmt wurde, so dass sie nach Hause gefahren werden musste. Das Tier besserte sich etwas, konnte aber nur an den Sprunggelenken auftreten und damit ebenso rasch gehen wie eine gesunde.quot; Bei der Sektion konnte nichts Besonderes festgestellt werden. Haubner beschreibt einen Fall, dass eine Kuh nach dem Einstürzen in einen Wasserpfuhl nach einigen Tagen unvermögend war zu stehen. Sie machte einen Katzenbuckel, überkötete mit den Hinterbeinen beim Aufrichten, hatte Fieber, der Schwanz hing schlaff herab und wurde auch bei Kotentleerung nicht gehoben. Sensibilität war aber vorhanden. Das Tier war in einigen Wochen geheilt. Beim Schweine sind namentlich bei Ferkeln die Lähmungen des Hinterteiles von Bedeutung. Oartwright schreibt: Vsjährige Schweine werden oft steif und träge, treten vorne stark durch, gehen hinten sehr gespannt und steif. Allmählich werden die Tiere hinten so total gelähmt, dass sie das Hinterteil nachziehen. Von C. Walder und Hering ist angegeben, dass in den von ihnen untersuchten Fällen stets aufgetriebene, zum Teil sehr weiche mit dem Messer schneidbare Knochen vorhanden waren. In diesen Fällen handelte es sich jedenfalls um Rachitis. Dass aber auch Neuritisformen, wie sie beim Hammelschwanz beschrieben sind und namentlich auch beim Hunde beobachtet werden können, diesen Zustand hervorrufen können, ist zweifellos. Beim Hunde ist Paralyse des Hinterteils eine häufige Krankheit meistens nach traumatischen Einwirkungen, aber auch ohne solche. Es ist ganz das beim Hammelschwanz mitgeteilte klinische Bild zugegen, das auch auf Neuritis angewendet entstehen kann. Johne fand bei zwei Fällen gelbe Erwoichungsherdo im Rückenmark, in einem dritten eine hämorrhagische Entzündung dortselbst. Siedam-grotzky fand bei einem grossen Zughunde, dass er von hinten bis zum Halse derart gelähmt war, dass er nicht den Kopf selbst aufrichten
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Psoasaljscess.
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konnte. Atmung, Zirkulation, Verdauung, Kotabsatz war aber normal, das Tier frass, wenn man ihm Nahrung vorhielt, ganz gut, war im Kopfe lebhaft, munter und zeigte keine Spur von äussorer Gewalt. In 4 Wochen wurde es von vorne nach hinten fortschreitend besser und wieder gebrauchsfähig. Bei Papageien hat Siedaingrotzky drei Heilungen von Lähmungen des Hinterteiles mitgeteilt. Ich habe bei Papageien Lähmungszustände durch Tuberkulose entstehen sehen.
Die Prognose ist vorsichtig bis ungünstig zu stellen. In der Mehrzahl erfolgt die Lähmung fortschreitend zunehmend. Als ein günstiges Zeichen ist es zu betrachten, wenn die Nerven des Mastdarmes und der Blase noch funktionieren, so dass bei grossen Haustieren ein regelrechter Absatz von Exkrementen erfolgt und bei Hunden namentlich kein Harntröpfeln entsteht.
Therapie: Es sind mechanische Eingriffe vorzunehmen, wenn es sich um Ansammlungen von Exkrementen im Darme oder der Blase handelt. Die Nerven werden durch heftige Reize zur Leitung zu veranlassen gesucht. Es sind empfohlen: Einreibungen von Linimentum volatile von Siedamgrotzky, Kalilaugcwaschungen, Schwitzkuren nach Gaben von Tart. stib. 4, Ammon. muriat. 150, auf 3mal mit Kamillen. Kantharidensalbe mit Crotonocl, Napp. Suckow empfahl, die erkrankton Teile einzureiben mit einer Mischung von 01. tereb. Liq. ammon. c. Kampfersprit Spir. saponat. ana. Sodann alle Stunden einen Sack mit kaltem Wasser um den Leib, Senftoig, Elektrizität. Injektionen von Kochsalz 100/oig, Voratrin oder Strychnin in passenden Gaben wurde angewendet. Passive Massage sowie innerliche Gaben von Colchicum, kalte Douchon, Haarseile, Skarifikationen sind gebraucht worden. Das reichliche Aufzählen von Mitteln, die alle ohne besondere Yorschriften für den Fall angewandt werden können, ist immer ein Zeichen von der Unsicherheit der Diagnose und der Schwere des Leidens.
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Tsoasabscess,
Litteratur: Ring, Psoasubscess b. Pf. The Vet. 1842. Der. üb. Loist. i. Geb. d. Tbk. 1842/43, p, 85. Kreutzer, Abscess i. d. RUokcnmark, Wiener Vtjschr. 1853, III. Ctl-Ztg. f. Vet.-Wiss. 1854, p. 100. Macorps, Psoas-absecss b. Pf. Annal. do Med. vet. Brüssel 1854, p. 650. Ber. üb. Loist. i. Gob d. Tbk. 1855, p. 47. Matz, Psoasabscoss b. Pf. Gurlt u. Ilortwig
1856,nbsp; Suppl. Ibd. 1856, p. 19. Sticker, Entz. u. Anschwoll, d. 1. Rücken-muskols. Gerl. u. Leis. 1857, p. 89. Frey, Fistel i. Psoasni. b. Pf. Ibd.
1857,nbsp; p. 147. Bor. üb. Loist. i. Geb. d. Tbk. 1857, p. 50. Gans äuge, Abscess i. d. Beckonhöhlc b. d. K. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 108. Schmidt, Psoasabscoss b. Bullen. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Hol. 1872, p. 158.
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804nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Psoasabsoess.
Derselbe, Entz. d. langen lUickenmuskelsb. Pf. Ibd. 1877, p. 11G. Boiu-b ach, Psoasabsoess b. d. K. Mitt. a. d. tztl. Pr. Hol. u. Schütz 1877/78, p. 91. Roloff, Psoasabsoess b. d. St. Ibd. Eol. u. Schütz 1888, p. 63. Harms, Psoasabsoess b. d. K. Jhb. A. Tzsch. Hannover 1874 u. Rinder-krankh. 1890.
Von den hier verzeichneten Fällen kommen 11 auf das Pferd und 5 auf das Rind. Geschlecht und Alter betreffend ist anzuführen, class beim Pferde alle Lebensalter, Fohlen mit l'/s Jahren, meistens aber ältere Tiere, Stuten, Wallachen und Hengste betroffen werden. Vom Rind sind nur bekannt betroffen 2 Bullen und 8 Kühe.
Aetiologie: Beim Pferde ist der Psoasabsoess beobachtet worden von Roloff: 14 Tage nach dem Deckakte. Schmidt giebt an, dass der Psoasabscess infolge des Niederlegens der Pferde zum Zwecke einer Operation entstehe, wenn die Tiere die Rückenmuskel zu sehr anspannen, sich vielleicht noch Steine unter der Streu befinden. Matz sah den Psoasabscess nach einer grossen Tour entstehen. Das Tier war durch diese hinten links lahm geworden, konnte sich 2 Tage später kaum mehr von der Stelle schleppen und starb am 6. Tage infolge grossen Abscesses im linken Psoasmuskel. Infolge der Influenza beobachtete ihn Matz und Sticker giebt an, dass der Psoasabscess sich zur Aderfistel geselle. Schmidt hat angegeben, dass der Abscess bei einem Bullen durch einen weiten Transport des Tieres entstand. Dasselbe war während des Marsches einigemal gefallen und stand nach der Ankunft sofort mit gekrümmtem Rücken. Bombach hält dafür, dass ein Psoasabscess bei einer Kuh wahrscheinlich durch ungeschicktes Troikarieren entstand. In den übrigen Fällen ist eine Ursache nicht angegeben. Bayer glaubt, dass Aktinomy-kose die häufigste Ursache abgebe. #9632; In den hier vorgeführten Mitteilungen der Beobachter ist meistens eine direkte mechanische Schädigung angenommen. Überanstrengungen, Quetschung, der Deckakt, aber auch direkte Verletzung durch einen Troikart. Ferner meta-statischc Ursache: Influenza und Aderfistel. Die Ansicht Bayers wegen Infektion durch Aktinomykoso ist mutmasslich ausgesprochen. Anzuführen ist, dass sich unter den Beschreibungen von Psoasabscess auch zweifellos solche befinden, die zur Lymphorrhagie gehören, so z. B. der Fall von Frey, bei welchem noch der Schenkel von Gängen durchzogen war, in welchen sich rötlich-gelbliche Flüssigkeit vorfand.
Klinisches Bild: Roloff teilt mit, dass eine vor 14 Tagen gedeckte Stute seitdem steif und schleppend ging, wenig Appetit und etwas Fieber hatte. Am 5. Tage schwoll die linke Euterhälfte und
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Psoasabscoss.
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es bildete sich dort ein Abscess, der 5 Liter Eiter enthielt. Am 14. Te konnte man durch den Mastdarm in der Lendengegend eine grosse fluktuierende Geschwulst, die später durch den After Abfluss erhielt, entdecken. Matz hat nach grosser Tour, bei der das Pferd lahm geworden war, Verschlimmerung nach 2 Tagen, mühsames Fortschleppen, grosscn Schmerz auf Druck innen am Backbein, am Euter und der Leistengegend beobachtet. Dortselbst war Geschwulst und unter Zunahme der Erscheinungen starb das Tier nach 6 Tagen. Bei der Sektion fand sich ein grosser Abscess im linken Psoasmuskel. Ring teilt mit, dass ein vor 14 Tagen erkauftes Pferd krank wurde. Es bekam beiderseits an den Lenden Anschwellung. Dortselbst waren aber auch alte Narben. Nach einigen Wochen war dort unter Zunahme der Schwellung auch noch Fluktuation und nach Eröffnung entleerte sich eine ungeheurequot; Menge Eiter. Man Rennte von dort laquo;aus zwischen die Lendenmuskel gelangen. Das Tier wurde getötet und man fand noch drei grosse Abscesse in den Psoasmuskeln, die alle mit den äusseren in Verbindung standen. Macorps hat bei einem Pferde schwankenden Gang und leichtes Hinken mit einem Hinterbein beobachtet. 2 Fingerbreite von der Lende war Empfindlichkeit auf Fingerdruck. Bei näherer Untersuchung fand man unter einer Kruste einen kleinen abgestorbenen Fleischpfropf und nach dem Einführen einer Sonde, die 5 Zoll tief eingebracht werden konnte, entleerte sich Eiter. Vom Mastdarm aus konnte ebenfalls ein Abscess entdeckt werden und von dort wurde eine Haselrute eingebohrt, welche seitlich an der Lende herausgeführt wurde. Macorps zog ein Haarseil hindurch. 10 Tage lang wurde jedesmal bei Kotentleerung auch Eiter mit abgesetzt. Nach dieser Zeit hörte diese Erscheinung auf und das Tier heilte in 3 Wochen. Bei einem von Schmidt beschriebenen Falle war der lange Rückenmuskel in grosser Ausdehnung von Abscessen durchsetzt, es entstanden Durchbrüche und jauchige Zerstörungen bis auf die Rippen. (Es kann zweifelhaft bleiben, ob es sich nicht ebenfalls um Lymphor-rhagie handelt.) Beim Rinde ist von Harms folgender Fall vorgeführt : Im Bereiche der Querfortsätze der Lendenwirbel fand sich bei einer Kuh eine kopfgrosse Geschwulst. Auf Einstich entleerte sich Eiter in grossen Mengen. Die Öffnung wurde erweitert und es konnte mit der Hand eine Abscesshöhle vom ungefähren Umfange eines Fünf-litermasses festgestellt werden. Die Höhle erstreckte sich bis über die Mitte der Wirbelsäule. Die Heilung erfolgte auf Karbolbericselungen in einigen Wochen. Gansauge fand bei einer Kuh, die hinten rechts lahmte und den Schenkel nachschleppte, dass nach einigen Tagen vor
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80Gnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fsoasabscoss.
der Kruppe rechts eine Ansclnvellung erfolgte. Das Tier hatte Fieber. Auf Untersucliung per roktum fand sich rechts unten am Beckenrande eine länglichrunde grosse Geschwulst, die über dem Schambein in die Bauchhöhle ragte, ebenso links oben gegen den Mastdarm eine faust-grosse schmerzhafte Geschwulst. Gansauge eröffnete mit dem Troikart und entleerte 2[\ Kannen übelriechenden Eiter. Das Tier starb nach 12 Stunden. (Haubnor fügt dieser Mitteilung an, mehrere solcher Fälle beim Pferde zu kennen.) Schmidt hat bei einem Bullen, der weit transportiert und noch ausgeglitten und gefallen war, nach Ankunft beobachtet: Gekrümmten Bücken, keine Futteraufnahme. Nach einigen Tagen Anschwellung am Hinterteil bis zum Sprunggelenk herab, Schwankungen mit dem Hinterteil. Bei der Untersuchung per rektum fand er grosso schmerzhafte Geschwulst in der Nierengegond und bei der Sektion wurde ein grosser Abscess im Psoasmuskel gefunden.
Zusammenfassung: Aetiologisch ist Verschiedenes wirksam. Jedenfalls kommt zu dem Obengenannten noch, class einige Abscesso von aussen nach innen entstehen können, also Senkungsabscosse sind, welche nach innen und hinton durch die sehnige Beschaffenheit der Psoasmuskel aufgehalten werden. Einzelne sind zweifellos metastatisch. Klinisch ist das Bild ebenfalls etwas Yerschieden, weil die Erkrankung nicht nur den oder die Psoasmuskel allein, sondern auch noch andere Teile betreffen kann, z.B. dass das eine Mal der Abscess mehr nach aussen zu seinen Sitz hat, ein anderes Mal mehr in der Tiefe ist. Der Verlauf ist bei derart umfangreichen Abscessen immer fieberhaft. Schmerz-äusserungen, Lahmgchen sind je nach dem betroffenen Teile etwas Yerschieden.
Prognose: Ziemlich ungünstig. Nur in denjenigen Fällen, in denen eine Entleerung nach aussen möglich ist, ist Heilung zu erwarten, wenn nicht in der Tiefe noch mehrere Abscesse sitzen.
Therapie: Den Abscess wenn möglich von aussen öffnen und zwar derart, dass der Abfluss ungehindert stattfinden kann. Tägliche Ausspülungen mit antiseptischen Lösungen, Karbol 5 0/o ig, Sublimat 1:1000 etc. ist anzuwenden. Dabei sehr sorgsame Pflege und reichliche Fütterung. Bei Abscessen, bei denen eine Eröffnung nach aussen unmöglich ist, kann eine Entleerung in den Mastdarm und Heilung erfolgen. Dies gelingt aber nur, wenn die obere Wand des Abscesses mit der äusseren Mastdnrmwand verwachsen ist. Im anderen Falle tliesst der Eiter in dio Bauchhöhle und es erfolgt eiterige Peritonitis und Tod. Die Eröffnung solch tiefsitzender Abscesse wird daher am besten sich selbst überlassen oder erfolgt von innen nur ganz spät.
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Einstich mit einem Troikart kann zweckmiissig sein. Die Spitze eines solchen wird mit einem Korke bedeckt eingeführt. Bei Verwachsungen ist Erweiterung der Perforationsstelle, damit der Eiter gut abfliessen kann, angezeigt. Eine Durchziehung eines Haarseiles, wie dies von Macorps geschah, kann nur bei doppeltem Durchbruch des Abscesses a) nach aussen und b) nach dem Mastdarme erfolgen. Derartige Vorkommnisse gehören jedenfalls zu den grössten Seltenheiten, weil die Spannung in der Abscesshühle nach einem Durchbrucho aufgehört hat. Der von Macorps angeführte Fall ging in Heilung über.
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Thrombosen, Obliterationen.
Der Zwockmässigkeit wegen, werden die siimtlichen für die Chirurgie wichtigen Thrombosen grüsserer Gefiisse in der Reihenfolge hier abgehandelt. Teils werden dadurch Wiederholungen erspart und die mitzuteilenden Krankbeitsbilder werden sich instruktiver aneinander reihen.
Obliteration lt;ier hinteren Aorta.
Litteratur: Hebkmaler, Obliteration dor hint. Aorta u. d. Bcckongofasse. Qurlt U. Hertwig 1842, p. 434. Sommer, R a dorn a eher, Bot her, Dasselbe. Gurlt u. Hertwig 1843, p. 451. Ztscbr. f. ges. Thk. 1839, p. 426. Hering, Rep. 1840, p. 114. Goubaux, Aortenoblitcration. Rec. de M6d. vet. 1846, Jul. Rep. VII, p. 4. Ctl.-Arcli. f. ges. Vet.-Med. 1848, p. 159-Werner, Oblit. d. Aorta, Becken- u. Schenkelart. Tztl. Mitt. Gerl. u. Leis. 1854, p. 86. Roynal, Oblit. d. Bauehaorta. Kl. Alfort. C.-Ztg. f. Vet.-Wisd. 1854, p. 77. Mauclere, Oblit. d. Aorta. Lyon 1856, p. 849. Ber, üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1856, p. 16. Prud komme. Dasselbe. Rec. 1857, p. 213. Goubaux, Oblit. d. hint. Aorta. Pillon, Vatel, Meyer, Dasselbe. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1866, p. 20. S tre lira th, Oblit. d. Aorta deso. Mitt. a. d, tztl. I'r. Müller u. Roloff 1872, p. 121. Prie t seb, Oblit. d. hint. Aorta. Sachs. Jhb. 1878, p. 85. Willi c 1 m , Aortenerkr. b. d. Kuh. Ibd. 1881, p. 117. Hingst, Aortenstenose b. Pf. Endaortitis chronica deformans m. Stenose. Mitt. a. d. tztl. Prax. Roloff u. Seh. 1883, p. 42. Johne, Thromb. d. hint. Aorta u. Beckenart. Sachs. Jhb. 1881, p. 47. P i r 1, Oblit. d. Aorta posterior b. Pf. Arch. 1885, p. 468. Ho in ike, Stenosis aortae Blutungen 1885, p. 8.
Thrombose der Gefiisse besteht in einer vollkommenen oder unvollkommenen Verstopfung derselben durch einen Pfropf von verschiedener Länge und Art. Die Thromben entstehen durch Krankhoits-gifte, Styptika, Hitze und Kälte, Fremdkörper, Traumen, Kompression, Gefässerweiterung und durch Veränderung der Gefässwand durch das Alter (marantische), sie entstehen am Orte der Gefässerkrankung haupt-
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sächlich wenn dortselbst Entzündungsprozesse vorhanden sind oder sie bilden sich von einem Embolus. Durch das häufige Vorkommen des Wurmaneurysmas kann vielleicht ein Teil der Thrombosen der hinteren Gefässpartieen embolisch erzeugt werden. Der Thrombus kann eiterig zerfallen oder durch Einlagerung von Kalksalzen eine kreidige Metamorphose eingehen, sogenannte Gefässsteine bilden, er kann sich in eine fettige oder bindegewebige Masse umwandeln oder er kann jauchig zerfallen.
Klinisches Bild: Golibaux teilt 1851 mit: Ein Pferd wurde heim Gehen schweratmig, schwitzte, fing an zu hinken, stürzte endlich zu Boden, erholte sich aber nach einiger Ruhe von selbst. Der Eigentümer hielt das Leiden für Epilepsie, ein Tierarzt für Koller, ein anderer für Entzündung des Samenstranges, weshalb das Tier kastriert wurde; da aber alles nichts half, wurde das Pferd getötet und hei der Sektion fand man die hintere Aorta an ihrer Teilungsatelle verstopft und von hier sich die Verstopfung bis in die Crural- und Verstopfungsarterien fortsetzen. Sommer teilt mit: Ein 12jähriges Pferd hat seit längerer Zeit periodischelaquo;, hinten beiderseits abwechselndes Lahmgehen, welches sich stets von selbst verlor. Nach einem Vierteljahr traten die Erscheinungen schon nach kurzer Bewegung und stärker auf. Nach fünf Minuten Bewegung war noch keine Veränderung, nach zehn Minuten aber hinten beiderseits Ziehen und Schleppen der Beine, als oh dortselbst schwere Gewichte anhingen, der Gang wurde fast hahnentrittartig, bei etwas Ruhe folgte krampfhaftes Anziehen der Beine an den Bauch, es war grosso Angst zugegen, Puls und Atem etwas vermehrt, Schweissausbruch am Rumpfe bis zu den Hüften, weiter nach hinten trocken und nicht vermehrt warm. Bei fortgesetzter Bewegung wurden die Beine steif, das Pferd ging langsam und schwerfällig kurz Galopp. Nach zehn Minuten konnte man es nicht mehr von der Stelle bringen. Nach drei Stunden hatte es sich erholt. Diese Erscheinungen traten an mehreren Untcrauchungstagen regelmässig ein. Da eine Ursache nicht gefunden wurde, wurde Rheumatismus und Spat diagnostiziert, die Sektion lieferte: Obliteration der Aorta der Becken und Schenkelarterien. Schutt beschreibt einen Fall, der das klinische Bild der Obliteration der Aorta liefert, welchen er für eine Kniesche ih en v e rr enkung erklärt. Es sind die früheren Fehler in der Diagnose obenan gestellt, zum Beweise, class bis vor verhältnis-mässig kurzer Zeit die Symptome dieser Erkrankung noch nicht als einheitliches Krankheitsbild zusammengefasst waren, und dass deshalb Verwechslungen mit Epilepsie, Koller, Samenstrangentzündung,
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Obliteration der hinteren Aorta.
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Rheumatismus, Spat, Kniescheibonverrenkung etc. vorkamen. Mayer hat einen Fall für Kolik, Prietsch für Dampf, Prudhomme für Lähmungserscheinungen, Pirl für Ohnmachtserschein-ungen, Strehrath für Kreuzschwächo gehalten. Noch ärgere diagnostische Fehler werden nicht veröffentlicht worden sein. Es sind weiter folgende Erscheinungen angegeben: Mauclure: Nach einiger Bewegung wurde ein Pferd hinten links lahm, es trat bald nur noch mit der Zehe auf, schleppte das Bein derart, dass es Furchen in den Boden machte, es senkte die Hüfte nach der Seite und stürzte schliess-lich vollkommen erschöpft. In kurzer Zeit schwanden alle Symptome. Bei der Sektion fand sich der Thrombus in der Aorta inmitten der Lendenwirbel. Johne beobachtete bei einer 20jährigen Stute seit drei Wochen die bekannten Erscheinungen und schliesslich nach der Bewegung vollständige Lähmung. Er fand bei der Sektion einen grossen derben Thrombus in der Aorta der Schenkel- und Beckenarterien, der jedenfalls viel älter war als die klinischen Erscheinungen sich gezeigt hatten. Eine Anzahl von Fällen endeten mit plötzlichem Tode. Prudhomme: Ein Pferd, das seit längerer Zeit Lähmungscrschoimingen'1 zeigte und bei dem die Hintergliedmassen abgemagert waren, fiel beim Spazierenfahren um, die Hinterbeine waren kalt und der Tod erfolgte. Bei der Sektion war die hintere Aorta obliteriert. Pirl sah, dass ein Pferd, nachdem es ca. 10 Kilometer zurückgelegt hatte, unter Ohnmachtserscheinungen starb. Dasselbe hatte bedeutende Herzhypertrophie. Die hintere Aorta war 20 cm. vom Herz entfernt in einen undurchdringlichen, sehnigen Strang verwandelt, der nicht einmal eine Sonde hindurchliess. Die Grefiisse vor dieser Stolle zeigten grosso Unregelmässigkeit und Erweiterung. Hingst fand hei einem Pferde, das den Dienst versagte, stürzte und starb: Die Aorta hinter dem Zwerchfell auf eine Strecke von 12 cm. so verengt, dass man nicht mit einem Kleinfinger hindurch konnte. Die Wand war verdickt, verknöchert, aber kein Thrombus dort, die Nierenarterien ossifiziert und verengt, die Leber 21 Pfund schwer und höckerig. Prietsch: Bei einem Pferd, welches seit einiger Zeit Störungen in der Bewegung zeigte, wurde der Verdacht auf D am])f erhalten. Nach einigen Monaten fiel es bei der Bewegung um und war tot. Die Sektion zeigte grosso Thromben in der hinteren Aorta. Strehrath: Ein 12jähriges Pferd war 13 Tage auf dem Marsche gewesen und kam mit den Erscheinungen eines Rheumatismus zurück. Es zeigte nach kurzer Arbeit hinten grosso Schwäche, grossen Schweissausbruch, stürzte in einem solchen Fall und blieb tot am Platze. Bei der Sektion fand sich die hintere
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810nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Thrombose der Hohlveiie.
Aorta vor ihrer Teilungsstelle etwas aufgetrieben, beim Einschneiden fand Strehrath die Wände so verdickt, dass durch das Lumen kaum ein Gänsekiel hindurchging. Die Organe der Brust sowie das Gehirn waren strotzend voll Blut. Heckmaier beobachtete, dass ein 5 jähriger Wallach nach überstandencr Influenza allmählich träger und schwerer beweglich wurde, oft lange auf der rechten Seite liegen blieb, alle Fasse von sich streckte und stöhnte. Der Harn war ölig, dick, das Tier starb im Stalle apoplektisch. Bei der Sektion wurde die hintere Aorta obliteriert gefunden, teilweise auch die Nierenarterie. Werner: Ein liSjähnges Pferd mit Obliteration der hinteren Aorta brach nach einer Yiortelstunde Gehen zusammen und starb auf der Stelle.
Die hier genannten Fälle sind sämtlich am Pferde beobachtet und es ist mir nur der folgende von Wilhelm beobachtete, beim Rind, bekannt geworden: Eine Kuh wird allmählich sehr mager, die Milch lässt sehr nach, das Atmen wird hie und da sehr beschleunigt. Ohne dass eine Diagnose gestellt war, wurde das Tier geschlachtet und Wilhelm fand, dass die Aorta vom Zwerchfell bis zur Niere graugelbsulzig entartet war, eine verdickte Wand besass, die zum Teil geschwürig entartet war.
Thrombose der Holilvene.
L i 11 e r a t u r : B o u 1 e y u. R e y n a u 11, Versuche über Unterbind, der Venen. Journ. L'Experience. Gurlt o. Ilertwig 1837, p. 502. Berghnig, Oblit. d. hint. Ilohlvene b. Pf. Hell. 1861, p. 43. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1*61, p. 17. Pesohel-Johne, Thrombose d. hint. Ilohlvene. Sachs. Jhb. 1879, p. 22. Lehmann, Oblit. d. hint. Hohlvene b. d. Kuh. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Roloff 1872, p. 168. B u r g e r, Verengung der Mund. d. Ilohlvene b. d. K. Tztl. Mitt. 1881, p. 39. Harms, Thrombus i. d. hint. Ilohlvene b. d. Kuh. I). Ztsohr. f. Tm. 1888, p. 6. Junger S, Polyp i. d. vord. Hohlvene b. d. Kuh. Tzt. 1887, p. 38.
Es tritt die sehr bemerkenswerte Erscheinung auf, dass die Ob-literationcn der hinteren Aorta fast alle beim Pferde beobachtet wurden, dass dagegen die hier verzeichneten Obliterationon der hinteren Hohlvene bis auf einen Fall beim Pferde sämtlich beim Rind, speziell der Kuh vorkommen. Es genüge hier auf diese Sache hingewiesen zu haben. Über die Erscheinungen teilt Burger mit: Eine 0jährige sonst gesunde Kuh, die täglich ',) Liter Milch gab, lief Gefahr zu ersticken, sobald sie veranlassfc wurde 10 Schritte zu gehen, die Halsadern liefen auf und waren in Wallung, sie wurden so dick wie ein Kinderarm und zeigten wellenförmige, rückläufige Bewegungen, auch die Bug- und Brustvenen waren sehr stark angefüllt, Der Herzschlag
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Obliterationen der Becken- und Sohonkelgefasse.
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beiderseits fühlbar, das Tier zitterte. Bei der Sektion fand er die vordere Hohlvene, den Löwer'schen Sack bis zur Einmündung in das Herz verdickt und derart verengt, dass das Lumen nur noch federkieldick war. - Lehman sah bei einer Kuli, die seit längerer Zeit kränkelt, seit 5 Wochen abmagerte, in den letzten Tagen wenig frass und abortierte, Stöhnen und gekrümmten Rücken, Das Tier wurde geschlachtet, und Lehmann fand an der hinteren Hohlveno vom Zwerchfell rückwärts Auflagerung von gelbsulzigem Exsudat, die quot;Wände sehr stark verdickt, rötlich und dortselbst einen festen Thrombus, welcher die Vene fast vollständig verschloss. Durch eine Obliteration infolge eines 340 Gramm schweren Polypen in der vorderen Hohlveno sah Jungers plötzliche Agonie eintreten. Peschel-Johne sah bei einer Kuh mit Thrombose der hinteren Hohlvene Phlebitis und Stenose dortselbst: seit einigen Tagen schlechten Appetit, beschleunigtes Atmen und Schwanken im Hinterteil. Über eine Obliteration der hinteren Hohlvene beim Pferde sagt Berghnig, dass sie mit den gewöhnlichen Erscheinungen der Thrombose bestand.
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Obliterationen der Becken- und Schenkelget'iisse.
Litteratur: R a dem a eher, Oblit. d. Schenkelart. b, Pf. Gurlt U. Hertwig 1837, p. 455. Hess, Thrombose d. Bockenartorie b, Pf. Ibd. 1843, H. 4. Sommer, Dasselbe. Ibd. p. 221. Percivall, Thrombose i. d. Beckenarteric b. Pf. The Vet. 1844, p. 85. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1844, p. 31. Wetzel, Oblit. d. Cruralarterie b. Pf. Rep. 1846, p. 21. Bou-ley, Intermittierendes Hinken b. Pf. Ilec. 18IG, p. 744. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1847, p. 23. Hartwig, Oblit. d. Beckenarterie. Gurlt u. Ilertwig 1851, p. 224. Hering, Verstopf, d. Cruralart., spontane Oblit. b. Pf. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1852, p. 20. Schutt, Obliteration d. Schenkelarterie b. Pf. Memorabil. d. Vet.-Med. Petersburg 1855, p. 23. Lange, Schutt, Adamkowitcz. Gurlt u. Ilertwig 1854, Suppl. Memorabil. 1834, p. 10. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1855, p. 18, Schutt, Oblit. d. Schenkelart. Memorabil. i. d. Vct.-Med. 1855, p. 21. Hering, Basselbe. Rep. 1856, p. 288, Lange, Obstruktion d. Sohenkolart. Tztl, Mitt. Gerl. u. Leiser. 1856, p. 126. Dresdn, Klinik, Oblit, d. Schenkelart. b. Pf, Sachs. Jhb. 1857, p. 16, 28. Ulrich, Dasselbe. Gerl. u. Leiser. 1866, p. 04. Würz, Oblit. d. Crural- u. Beckenarterie. Rep. 1858, p. 2C9. Burmeister, Oblit. d. Schenkelvenc. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerl. 1858, p, 166, Ab leitner, Gefässoblit, u. Hinken b. Pf, Wschr. 1860, p. 176, Prietsch, Oblit. d. Schenkelarterie. Sachs. Jhb. 1861, p. 100. Gurlt, Oblit. di Schenkel- u, Beckenarterie, 1862, p. 286, Hahn, Obliteration d. Cruralart, Tztl. M. d. K. bayer. Tzsch. 1863, H.H., p. 100. Sehr a ml, Thromboso d. Schenkel-u, Beckenart. Ost. Ztschr. f. Vet.-Med. 1887, p, 167. Haubner, Obliteration der Schenkclart. b, Pf, Sachs. Jbb. 1864, p. 49.
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812nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Obliterationen der Becken- und Schenkelgefässe.
P r 1618 0 b, Dasselbe. Ibd. 1867, p. 82. G u r 11, Oblit. d. Beckengefasso b. Hengst. Gurlt u. Hortw. 1867, p. 152. Bayer, Thrombosis d. Scbenkel-artcrie. Ost. Monatsschr. 1883, Nr. 2.
Hering schreibt 1851, class unter 65 Pferden 69 Aneurysma derGe-krösarterien hatten und Bruckmüller sagt in seinem Buche: Thrombosen in der Schenkelarterie bei intermittierendem Hinken hat zuerst Hering nachgewiesen. Es ist anzugeben, dass Bouley 1831 einen Fall ein Vierteljahr lang beobachtet und genau beschrieben hat, auch hat Bruckmüller die Sektion eines Tieres gemacht, die Thrombosen gefunden, beschrieben und als ursächlich bezeichnet. Hering hat aber erstmals eine grössere Anzahl (gegen 30 Fälle) zusammengestellt und das Leiden beschrieben. Ammon hat vorgeschlagen, die Krankheit unter die Hauptmängel aufzunehmen. Der Unterscheidung in Thrombosen der Aorta, der Beckenarterie und Schenkolgefässe, die sicli nach den Mitteilungen ergiobt, kann der praktische Wert beigemessen werden, dass bei ersteren das ganze Hinterteil, oder beide Hinterbeine gleichzeitig oder wechselnd betroffen sind, während bei der Thrombose der Cruralis immer dasselbe Bein sich als leidend ergiebt. Ätiologisch gilt hier genau dasselbe was bereits mitgeteilt ist. Es ist nur im Sitz und der Ausdehnung ein Unterschied. In allen hieher gehörigen Füllen besteht nur ein quantitativer, kein qualitativer Unterschied.
In den meisten Fällen treten die Erscheinungen auf, ohne dass über Entstehung und Zeit Angaben zu machen sind. Mehrere Fälle sind jedoch auch nach dieser Richtung genauer beobachtet: Würz glaubt nachgewiesen zu haben, dass der Thrombus in einem Fall in 22 Tagen, in einem anderen in 35 Tagen gebildet wurde. Hess sah die Thrombose entstehen 20 Tage nach einer grossen Anschwellung am Hinterbein, welche sich das Pferd durch Reiten auf einer Latierstange zugezogen hatte. Gurlt teilt mit, dass ein Pferd am 26. Juni erstmals hinten rechts lahm war, am 11. Juli war das Leiden aber schon sehr auffallend, am 27. Juli konnte das Pferd kaum 2 Minuten bewegt werden und das Tier starb noch an diesem Tage infolge der Thrombose. Ulrich ist der Ansicht, dass ein Pferd eine Obliteration der Schenkelarterie dadurch bekam, weil es sehr erhizt in das Wasser gekommen war. Das Tier wurde zunächst buglahm und hierauf bekam es die Obliteration.
Dass die Erscheinungen erzeugt werden wogen mangelhafter Versorgung der Muskulatur mit arteriellem Blute ist zweifellos. Es ist daher das klinische Bild lediglich auf die noch mehr oder minder vorhandene Durchgängigkeit der betreffenden Gofässe zurückzuführen.
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Obliterationen der Becken- und Schenkeigefasse.
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Bei langem Bestehen kann sich ein sehr ausgiebiger Collateralkreislauf bilden, so dass dadurch wieder Besserung eintritt. Boley hat einen solchen Fall beschrieben, dass ein Pferd schon vor 2 Jahren charakteristisch das intermittierende Hinkenquot; gezeigt habe, welches wieder eine Zeitlang fast vollkommen hergestellt wurde.
Die ersten Erscheinungen sind in der Regel Lahmgehen während eines längeren Marsches, auf welches dann die Tiere meist einige Zeit geschont werden. Von jetzt ab tritt auf eine gewisse Zahl von Bewegungen das Lahmen so regelmässig ein, dass mit der Uhr in der Hand bestimmt werden kann, nach wie viel Minuten Bewegung in einer bestimmten Gangart die Erscheinungen einen bezeichneten Höhegrad erreicht haben werden. Manchmal ist vor dem Lalungehcn beobachtet, dass die Tiere mit dem betreffenden Bein stampfen, als ob dasselbe eingeschlafen wäre, dass sie nach der Flanke sich umsehen, sogar dort zu beissen suchen. Schutt hat die Ratlosigkeit, die entsteht, wenn die Erscheinungen der Obliteration nicht bekannt sind, geschildert: Ein Pferd wurde beim Reiten lahm ohne bekannte Ursache, im Stalle scharrte das Pferd mit den Yorderboinen und sah sich nach der Flanke um, weshalb die Diagnose Kolik gestellt wurde. Nach der vermeintlichen Heilung wurde das Pferd geritten und schon nach 5 Minuten war es wieder lahm, diesmal wurde das Bein nicht krampfhaft an den Leib gezogen wie das erstemal, sondern hinten ausgestreckt, weshalb Kniescheibenverrenkung diagnostiziert wurde. Nach 4wöchentlicher Behandlung mit Scharfsalben etc. schien das Pferd geheilt, wurde bewegt und als es wieder lahmte, wurde die Diagnose II u f-lähme gestellt.
Das klinische Bild ist im allgemeinen l'olgendormassen zusammenzufassen: Im Stalle und vollkommen ausgeruhten Zustand ist in der Regel keine Abnormität merkbar. In Einzelfällen stossen die Pferde mit dem betroffenen Beine, fahren nach demselben mit dem Maule, als ob es eingeschlafen wäre. Bei der Bewegung tritt je nach dem Grade des Leidens entweder schon im Schritt in 12 Minuten oder erst im Trabe nach 520 Minuten Bewegung Lahingehen ein. In geringeren Graden wird der betroffene Schenkel zunehmend steif und er wird schleppend bewegt, nachgezogen, bald darauf erfolgt deutliches Lahmgehen, hierauf wird das Bein angezogen, krampfhaft hochgeschnellt, das Tier sucht das Niedertreten zu vermeiden und hüpft einige Schritte auf drei Beinen.
Schwanken mit dem Hinterteil, Niedersinkon und Niederfallen, letzteres stets auf die kranke Seite. Das Zusammensinken hat den
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Oblitorntionon dor Beckon- und Schenkolgefiisse.
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Anschein der quot;Willkiirlichkeit;. Pferde die schon lunger mit dem Leiden behaftet sind, die Erfahrung haben über das, was kommt, legen sich zweifellos schon nieder, bevor der höchste Grad Schwäche eingetreten ist. Bis dieser Zustand erreicht wird, kommt das Pferd in hochgradigen Schweiss über den ganzen Körper, nur der betroffene Schenkel schwitzt in der Hegel nicht, in Einzelfällen ist er deutlich kühler als die übrigen Teile. Bei Aortenobliteration können beide Hinterbeine derart betroffen sein. Während dieses Vorganges steigt die Atmung bis auf 40 in der Minute, vielleicht noch höher, sie ist stöhnend, die Schleim-häuto des Kopfes werden injiziert, der Puls ist manchmal hart oder un-fiihlbar. Es sind 100 Schläge gezählt, der Herzschlag ist prall. Muskelzittern eventuell Zuckungen. Wenn das Tier 510 Minuten liegt, beruhigt es sich, macht allmählich mit dem kranken Schenkel einige Bewegungen und steht auf. Je nach dem Grade der Obliteration erfolgt die vollkommene Erholung in 510 Minuten oder erst in einer halben Stunde.
Wenn mit der Hand in den Mastdarm eingegangen wird, so kann meistens eine Ungleichheit der Stärke der Puls welle zwischen den beiden Beckenarterien festgestellt werden. Manchmal ist der Puls an der Stelle noch schwach fühlbar, eine kurze Strecke davor oder an der anderen Seite aber kräftig, auch kann es gelingen den Thrombus durchzufühlen. Yon den zahlreich mitgeteilten Krankengeschichten sei eine, von Hahn beobachtet, mitgeteilt: Das Pferd war der Münchner Klinik zugeführt worden. Der Transport war derart von statten gegangen, dass man nach je einer Viertelstunde Schrittbewegung das Pferd einige Minuten ruhen Hess. Im Stande der Ruhe war die Bauchaorta einige Zoll vor dem Abgang der Darmbeinarterien eine derbe, unelastische gefüllte ßöhre als cylinJrischer Strang, der sich in die Beckenarterien und abwärts fortsetzt feststellbar, dabei war die Pulswelle wenig fühlbar, das Tier sonst munter und normal. Bei der Bewegung ist das Tier anfangs ganz normal, nach 8 Minuten Trab wird ein Hinterbein schleppend bewegt, nach 9 Minuten ist deutliches Lahmen, Nachziehen vorhanden, dann Schwanken, das Pferd geht kurz Galopp, das Bein zuckt krampfhaft, das Hinterteil schwankt willenlos hin und her. Nach 11 Minuten Zusammensinken, zuerst hinten und Nachsinken der Vorderhand. Die Respiration ist jetzt auf 40, der Puls 160, der Herzschlag prall. Im Mastdarm an den Arterien keine Pulsation, aber erhöhte Spannung, die allgemeine Decke, mit Ausnahme des Hinterteiles, ist in Schweiss, die Temperatur des Hinterteils nicht erhöht, vorne aber sehr bedeutend. Nach V/s2 Minuten konnte das
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Angeborene Beckendeformität.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;815
Pferd mit Unterstützung aufstehen, es schleppte dann das Bein nach, wechselte eine Zeitlang beim Stehen, scharrte, legte sich um bald wieder aufzustehen. Jetzt trat Muskelzittem und auch Schwitzen an der Hinterhand ein. Nach 810 Minuten Ruhe wurde das Pferd ruhig und zeigte ein geregeltes, gesundes Benehmen. Das bei dorn Pferde vorgenommene Englisieren führte nach 2 Tagen zur Nekrose an der Wunde. Die Sektion ergab von der Teilstclle der Aorta in die Darmbein- und Beckengefiisso lose Faserpfröpfe auf grosse Strecken, welche fast das ganze Lumen derselben verstopften.
Prognose: Ungünstig, das Leiden führt namentlich in hochgradigen Fällen nicht selten apoplektisch zum Tode, Vorsohliininerung bis zur Unbrauchbarkeit ist die Regel.
Therapie: In einigen wenigen Fällen ist Besserung beobachtet. Bouley, Schutt, Bayer haben hierüber berichtet. Es ist anzunehmen, class sich ein Collateralkreislauf bildete, oder dass die Tliromben kleiner wurden. Schutt giebt an, dass er durch längere Zeit fortgesetzte Gaben von Laxanzen, Aderlässe, Cantharidensalbo und Haarscile mehrmals Heilungen erzielt habe. Proben nach diesen Angaben führten aber zu keinem Resultat. Auch anderes: Calomel, Jod etc. innerlich war erfolglos. Desgleichen das Glüheisen. Colin und Bouley haben methodische Bewegung der Tiere dagegen vorgeschlagen. Diese sind aber ebenfalls vergeblich versucht worden. Bayer hat in einem Fall Massage vom Mastdarm aus direkt auf die obliteriertcn Gefässe angewandt. Nachdem dies 8 Tage fortgesetzt war, war thatsächlich eine solche Besserung eingetreten, dass das Lahmgehen nicht oder doch nur für den Geübten erkennbar war, die Pfropfe waren aber nachher wie zuvor. Bayer glaubt daher, dass ein Collateralkreislauf eingetreten war, ob aber hiezu die Massage vorteilhaft wirkt ist erst noch zu erproben.
Angeborene BeckeiidelVn-miiiit.
Litteratur: Hock maier, Pferdohintorn der Kälber. IIoll. Vorgad. 1864, p. Glaquo;. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1855, p. 11. Walther, Farren, der Monstrositäten produziert. Sachs. Jhb. 1HÜ9/00, p. 110. Lcisering1, Bockendeformität b. Schafen. Ibd. 1S61/G2, p. 29. Kaiser, Üb. d, sog. doppcllondigen Binder. Landw. Jhb. 1888, p. 387.
Es ist in erster Linie auf die sogenannte Dopp ellendigkeit, auch Pferde hintern bei Kälbern aufmerksam zu machen. Kaiser definiert dieselbe als abnorm starke Muskelausbildung und abweichende Skelettbildung, besonders des Hinterteils, dessen Keulen unförmlich gross sind.quot; Hcckmaier sagt: es sind Kälber, deren Hinterteil eine
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Muskelzerroissungen am Hintersohenkel.
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grosse Pleischmasse ausmacht, an dem man keine Hüfte fühlen kann und bei denen der Schwanzansatz eingestochenquot; gebildet ist. Über die Ursachen ist vermutet von Kaiser: Vermischung mit Shortonvieh und unvollkommene Verschmelzung abweichender Eigenschaften der beiden Elterntiere bei ihren Nachkommen. Aus diesem Grunde werden Kreuzungsprodukte differenter Eltern diese Missbildung am häufigsten zeigen. Walther hat beobachtet, class diese Deformität in seinem Bezirke in einem Jahre viermal auftrat. Dreimal konnte er den Eötus mit Erfolg bei der Geburt zerstückeln und das Muttertier retten, in dem vierten Fall starb auch die Kuh. Alle diese Mütter waren vom selben Fairen besprungen. Zwei vor dieser Zeit von Heckmaier beobachtete Fälle hatten mit den genannten vier noch das übereinstimmende, dass sämtliche sechs Mütter Erstlingskalbeln und alle Monstrositätenquot; weiblichen Geschlechts waren. #9632; Leisering beschreibt eine Beckendeformität beim Schaf-Fötus, welche nach seiner Ansicht in früherer Epoche des Embrionallebens durch Bruch oder Knickungquot; entstand. Die Mutter ging bei der Geburt verloren. Wenn aber diese Halbmon-strositätenquot; wie sie auch genannt wurden, einmal lebend auf der Welt sind, so geben sie keinen Grund mehr zur tierärztlichen Behandlung, weil diese Tiere gedeihen und von den Schlächtern gerne gekauft werden.
Muskelzerreissungen am Uinterschenkel.
Je nach der Funktion des betroffenen Muskels und der Bedeutung desselben für die Bewegung treten Erscheinungen auf. Manchmal werden ganze Gruppen mit einheitlicher Wirkung beschädigt. Wenn Muskeln von verschiedener Wirkung zugleich verletzt werden, so wird das Krankheitsbild unklar. Die Prognose ist verschieden. Wenn die Wundränder nahe beisammen sind, keine Infektion vorhanden ist, die gebildeten Sekrete kein Hindernis für die Vereinigung bilden, so erfolgt dieselbe sehr rasch. Meist werden aber bei vollkommener Zer-reissung durch die Kontraktur die Enden voneinander abgezogen, es tritt Blut und Sekret dazwischen und auch bei subkutanen Wunden erfolgt die Heilung langsam, vielleicht gar nicht. Heilung tritt ein durch eine Zwischenlage von Bindegowebe. Es entsteht eine Narbe, die als Sehneneinschreibung'' bezeichnet wird,
Zerrelssnng der Lendenmuskel.
Litteratur; Anacker, Gurlt u. Ilertwig 1806, p. 172.
Ein seit mehreren Wochen hinten rechts lahmes Pferd gebraucht das betreffende Bein nur sehr ungerne, schleppt dasselbe bei der Bewegung
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Hüftlahmhoit.
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förmlich nach, auf Druck ist es sehr empfindlich. Niederlegen und Aufstehen geschah sehr mühsam und mit Schmorzäusserungen. Die Lahmheit nahm zu und der Tod erfolgte nach (5 quot;Wochen. Bei der Sektion fand Anackcr das hintere rechte Bein bis zur Kruppe unförmlich geschwollen. In dem Lendenmuskel der rechten Seite ist ein drei Zoll langer Querriss, die Wundränder sind vernarbt und von dort aus erstreckt sich eine Fistel in das Becken und die Bauchhöhle. Der freie Baum ist mit Jauche erfüllt.
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Hüftlahiulieit.
Littoratur: 11 o for, Mittel geg. ä. Hüftlilhmo. Münchn. Jhb. 1861. Vin-cenzo, Htiftlahmheit. Lyon. Bor. üb. Leist. i. Gob. lt;l. Tbk. 1841, p. 27. König, Chronische Bug- u, Hüftlahiulieit. Mitt. a.-d. tztl, Pr. Gerlach u. Leisering 1856, III. Her twig, Hüftlähmo rosp. Malum coxae senile. Gurlt u, Hartwig 1857, p. 78. Bonnot, Versuche b. d. Hüftlähmo. Hüter, Chir. 1889, II. Bd., p. 159.
Die Bezeichnung hüftlahmquot; schliosst eine Lahmheit in sich, welche in der Hüftequot; ihren Sitz hat. Das Wort Hüfte ist oft auch als Hankequot; oder sogar als Lendequot; oder Kruppequot; genommen worden. In dieser Gegend kann eine grosso Menge #9632;von Prozessen eintreten, welche Lahmheit zur Folge haben und um nun dieses früher bestehende Chaos der Anschauungen etwas zu klären, hat man nur solche Lahmheiten, welche im Hüftgelenk oder dessen nächster Umgebung iiiren Sitz haben, als Hüftlähmequot; bezeichnen wollen. Bayer sagt: Der Sitz ist die Hüftgegend*'. Hertwig definiert: Hüft- oder Lendenlahmheit ist wie die Buglahmheit ein Kollektivname für verschiedene, von Lahmgehen oder Hinken in dem oberen Teile der hinteren Gliodniassen begleitete krankhafte Zustände. Siodamgrotzky will Entzündungen der Muskeln, Sehnen, Sohleimbeutel, dos Hüftgelenks, der Knochen und Nerven dortselbst, als Ursachen der Hüftlahmhcit gelten lassen. Die Bezeichnung Hüftlahmhoitquot; deckt somit kein Krankheitsbild mit einheitlicher anatomischer Veränderung, sondern es können Erkrankungen der verschiedensten G ewebssorten, die in dieser Hüftgegend gelagert sind, Lahmheiten erzeugen, welche kurzweg Hüftlahmheiten genannt werden. Je weniger die Bezeichnung Hüftlahmhoit gebraucht wird, um so vollkommener ist der Diagnostiker. Aber es giebt Eiillo, in denen nicht einmal zweifellos unterschieden werden kann, ob es sich um eine Sprunggelenks- oder Hüftlahmheit handelt. Je eingehender das Gebiet der Lahmheiten studiert wird, um so deutlicher treten die Schwierigkeiten zur Erlangung einer jeweiligen anatomischen Diagnose
Hoffmann, Tiorili'ztliclie Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;52
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818nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ilüftlahmheit.
hervor. Namentlich gilt dies für die gewaltigen Verhältnisse der Pferdekruppe und der verhiiltnismiissig einfachen Leistung derselben. Z. B. an einer Hand des Menschen kann, wenn in der ausserordentlich feinen Ausbildung der Fingorbeweglichkeit und sonstiger üewcgungsmüglich-keiten ein Defekt entsteht, mit grosser Genauigkeit Sitz und Art des Leidens festgestellt worden, während ein Pferdebein unten in einer einfachen dicken Hornkapscl steckt und als Bewegung fast nur die geraden Vor- und Rüokwärtsbowegungen und geringe Seitenbewegungen ausführen kann. Das ganze Gewundene, die Möglichkeit der feinen Kreisbewegungen etc. fällt hier hinweg. Statt diesem aber ist eine grossartige Kraft- und Schnelligkcitsentfaltung möglich und wenn nach dieser einen Richtung hin eine Störung eintritt, so wird diese sehr merkbar. Dass eine Lahmheit zugegen ist, wird jeder erkennen, aber welcher Teil von den vielen, die alle zu einem einheitlichen Zweck zusammenwirken, der erkrankte ist, ist oft schwer zu erkennen. Namentlich im Anfangsstadium, wenn die Erscheinungen noch nicht ausgesprochen sind, wenn das Schmerzgefühl des Tieres noch nicht an eine bestimmte Stelle projiziert ist, sondern dasselbe auf grössere Flächen vorteilt wird, kann auch für den Geübten eine sofortige richtige anatomische Diagnose unmöglich sein. Ich gebe gerne zu, dass die Diagnose Ilüftlahmheitquot; nur als Notbehelf gebraucht werden sollte, aber in der Not ist der eiserne Bestand, der in Zeiten des Überflusses nicht viel geachtet wird, höchst wertvoll. Es ist zweckmässig, liier festzustellen, dass wir überhaupt noch sehr weit davon entfernt sind, alle pathologischen Zustände am Hintorschenkel auch nur an der Leiche, viel weniger nach ihren Funktionsstörungen zu kennen. Z. B. die klinische Diagnose Zuckfussquot; stellt heute fast jeder, der den Zuck-fuss einmal gesehen und den Namen einmal gehört hat, fast so gut wie ein Fachmann*.
Im allgemeinen wird die Diagnose Ilüftlahmheit nur dann zu stellen sein, wenn kein anderer Ausweg bleibt, wenn die Erscheinungen so undeutlich ausgesprochen sind, dass eine anatomische Diagnose nicht gestellt werden kann, der Sitz des Leidens aber in der Gegend der Hüfte sein muss.
Ursachen: Äussere Gewaltthätigkeiten, z.B. Schläge, Stösse, Niederfallen, Anrennen, Ausgleiten, kurze ungeschickte quot;Wendungen, unvorsichtiges Parieren, Steckenbleiben mit dem Fasse etc. Bayer führt namentlich noch eine Entzündung jenes Schleimbeutels an, welcher
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* Dies glaubte ich als Gründe anführen zu sollen, weil die llü ft lahm-ho itquot; noch besonders abgehandelt ist.
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Hüftlahmheit.
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auf dem mittleren Umdreher an der unteren Endsolino des mittleren Ge-siissmuskels vorkommt und Hortwig noch Rheumatismus, Rückemnarks-ersohütterung, Quetschungen, das Malum coxae senile u. A.
Klinisches Bild: Lahmheit. Als charakteristisch ist angeführt von Siedamgrotzky: 1) Das Tier greift mit dem Schenkel nicht so weit vor, es tritt kürzer. 2) Die ganze Gliodmasso wird weniger emporgehoben, gebeugt und weniger schnell und exakt vorgesetzt, sondern mehr schleppend nachgezogen, in höherem Grade etwas mähend nach aussen bewogt. 3) Oft gehen die Tiere schief, mit dem Hinterteil wiegend und schwankend. 4) Das Lahmen tritt am stärksten hervor bei kurzen Wendungen nach der kranken Seite. Die Lahmheit wird am besten wahrgenommen, wenn man dem Tiere nach vorausgegangener Anstrengung einige Stunden Buhe gönnt und dann die Untersuchung vornimmt. In der Hube wird meist der Schenkel (aussor bei heftigen Gelenksentzündungen) zum Stützen benutzt wie der gesunde, das Rückwärtsgeben ist erschwert. Alle diese von Siedamgrotzky angegebenen Symptome gehören in diejenige Gruppe, welche Möller als Hangbein-lahmheiten zusammenstellt: Vcrlangsamung und Verkürzung des Schrittes nach vorn, der sogenannte schleppende Gang, welcher in erster Linie erzeugt wird durch Erkranken der aktiven Bewegungsorgane der Muskeln, aber auch durch Krankheitszustände der Gelenke, Sehnenscheiden und anderer Teile. Örtlich ist zugegen nach Siedamgrotzky bei Muskelentzündung Anschwellung und vermehrte Wärme, auch wohl Schmerz beim Druck; bei Gelenksentzündungen Schmerzen bei Bewegungen im Hüftgelenk. Im weiteren Verlaufe Atrophie.
Prognose: Bei Muskelentzündungen meist günstig; bei Gelenksentzündungen zweifelhaft oder in hohen Graden ungünstig.
Therapie: Hofer, der die Hüftlahmheit in eine traumatische und in eine rheumatische Form unterschied, empfahl für die niederen Grade ersterer Sorte Buhe, in etwas höherem Grade Anwendung der Kälte und zwar nachhaltig 68 Wochen lang, mit Douchen oder Einstellen in kaltes Wasser, Lehmanstriche. Bei der rheumatischen Form schade aber die Kälte. Hier müssen nach Hofer Ilcizinittel angewandt werden: Terpentinöl m i t A r n i k a t i n k t u r, dann das Prototyp für die Praxisquot;, die Scharf sal be mit Nachdruck und wiederholt eingerieben, dazu anhaltende Ruhe 3 bis 4 bis 5 Wochen. König hat kalte Douchen mit einer Spritze angewandt, gerühmt. Vincenzo machte eine kleine Wunde in die Haut und legte nachher zwei Stückchen arsenige Säure oder Sublimat hinein, welche er bis zum andern Tage liegen Hess. Hiedurch entsteht zwar grosso Entzündung, die
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Verrenkung des Hüftgelenkes, Luxatio coxao.
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sich aber bald verliert und ihre Folge ist kurze Eiterung. Von 53 veralteten Lahmheiten will er dadurch 30 geheilt iiaben. Ahnlich in der Wirkung nur ungit'tig, ist das subkutan angewandte Grlüh eisen. Ein Schnitt, ca. 0 cm. lang, durch die Haut, dieselbe beiderseits lospräparieren, mit Zangen zur Seite halten und mit stark eicheiförmigen weissglüheuJcn Eisen energisch in die Tiefe brennen, aber ohne eine
Tasche nach abwärts zu bilden. Sub-
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kutane oder richtiger intraparenchy-matöse Einspritzungen von Vera-t r i n oder Kochsalz 5 10 0/o ig sind gerühmt worden. Ich habe bei sorgsamster Dosinfektion der Spritze manchmal schon auf niedere Kochsalzlüsungen grosse Ab-scesse bekommen, während sie bei höherem Salzgehalt ausblieben. Der Grad der Widerstandsfähigkeit der Muskulatur gegen den Reiz mag Ursache der Verschiedenheit sein. Auf einen grossen Abscess, der nach Injektion entstand, trat bei einem Pferde, das chronisch hüftlahm war und bereits bedeutende Atrophie der Schenkelmuskel hatte, vollkommene und dauernde Heilung ein. Auch auf starke Massage, mit hölzernen Massierhämmern an der
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Hüfte ausgeübt, habe ich grosse Abscesso
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Fi^'. 131. Einhüftlgkolt und Muskel-echwnnd an der rechten Bockenhftlfte
und dem Schenkel infolge Becken* brnohs.
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entstehen sehen. Kegelmässig war nach Heilung des Abscesses, ebenso wie nach
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der offenen Eiterung durch subkutanes Brennen oder Einlegen von Atzmitteln Besserung oder Heilung zugegen. Haarseile rechts und links vom Hüftgelenk durch die Muskulatur tief eingestochen, bewirken dasselbe. Die Heilerfolge werden hauptsächlich bei Muskelerkrankungen und Rheumatismus eintreten. Grobe anatomische Störungen an Knochen und Gelenken, Gofässen etc. werden dadurch nicht ausgeglichen.
Verrenkung des Hüftgelenkes, Luxatio coxae.
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Litteraturi Lavoeat, Brach der Gelenkskapsel d. Baokb. b. Pf. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p, 19, Edelmann, Luxat, d. Hiiftgclcnkos b. Pf. Arch. f. Tbk. VII, p. 1, Ctl.-Arch. f. ges. Vet.-Wiss. 1845, p. 304. Rosenbanm, Obcrsohenkelverrenkung b. d. K. Gurlt u. Hartwig 1848,
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p, 121. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1845, p, 40. So ho mann, Hiift-golcnksvorrenkung, als malum coxae senile b. Pf. C.-Arch. f. gea. Yet.-AViss. 1851, III. Kreutzer, Oberschenkelverrenk, b. Oehs. Ibd. 1851, p. 108. La fosse, Ausrenkung d. Kopfes v. Oberschenkel 1). Pf. Toni. 1851. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1852, p. 59. Vogel, Verrenk, d. Baekb. Tztl. Mitt. Gerl. u. Leiser. 1854, p. 75. Bosetto, Luxat. v. Bug- u. Hiiftgel, b. Kuh. Giern. 1854, p. 121. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1855, p. 49. B obertag, Zerreiss. d, runden Bandes b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerl. U, Leiser. 1854, p. 143. Eilort, Vollk. Luxat. d. Gelenkkopfes d. Backb. b. Pf. Gurlt u. Hcrtwig 1850, p, 253. E b e r li ar d , Zerreiss. d. Lig. teres b. Ochs. Ibd. 1856, p, 42. Ausrenkung d. Schenkelknoohens. Turin 185G, Nr. 317. Falke, Pfannengelenksausrenkg. Ibd. 1857, p. G4, 75 u. 1858,. p. 378. (Falke hat eine grössere Abhandlung in. Litteraturangabo gegeben.) Dietrichs, Backbeinverrenkungen. Gurlt u. Ilertvvig 1857, p. 200. (Kritik vorgenannter Arbeit Falke's.) Leisering, Knoehenneubild. um d. Hüftgelenk b. Ochs. Sachs. Jhb. 1863, p. 37. Frey, Luxat. d. llüftgel. h. R. Wien. Vierteljscbr. f. w. Thk. XIV, p. 128. Ber. ill). Leist. i. Geb. d. Thk. 18G6, p. CO. Harms, Kompl. Luxat. d. llüftgel. h. II. Gurlt u. Hertwig 1871, p. 141. Vogler, Verrenk, d. Obersch. b. Pf. Mitt. a. d. tztl, Pr. Müller u. Roloff 1872, p, 160. Schirlitz, Dasselbe b. Ochs. Ibd. 1877, p. 87. Fiedler, Rupt. d. Lig. teres. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1877/78, p 87. Harms, Inkompl. Luxat. d. llüftgel. b. R. Jhb. d. Tzsch. Hann. 1879/80, p. 77. Pr lets oh, Luxation d. Obersch. b. Pf. Sachs. Jhb. 1884, p. 83. Laurent, Beiderseit. Luxat. im Hüftgel. b. d. Kuh. Bull I88G, p. 402. Jhb. d. Vet.-Med. 188G, p. 139.
Im allgemeinen wird bei Verrenkungen derjenige Knochen, welcher vom Stamm entfernter liegt, als der luxierte bezeichnet. Es ist daher die Benennung: Luxation des Backbeines die richtigere. Häufiger angewandt wird aber die obengenannte.
Es ist zu unterscheiden 1) vollkommene Luxation a) mit Fraktur, b) ohne Fraktur; 2) unvollkommene Luxation und 3) Zerre issung des runden Bandes.
Die Verrenkungen des Hüftgelenks mit Fraktur in der Gelonks-pfanne sind bei den Frakturen nachzusehen. Es treten zu den dort genannten Erscheinungen noch die nachstehend bezeichneten. Über die Gelenkspfannenausrenkung beim Pferde hat Falke Versuche angestellt: An einem enthäuteten Pferdekadaver, an dem die üeckcnnms-kulatur entfernt war, hing er an dem betreffenden 'Hinterbein nach und nach 8 Zentner Gewicht an. Hierauf erfolgte Exartikulation mit Zerroissung des runden Bandes in dessen ]\litte, aber ohne Bruch des Golonkkopfes. Hoi einem lebenden in der Gurte gehaltenen Pferde hing er in der Narkose desselben, 16 Zentner an ein Bein, ohne dass dadurch Luxation erfolgte. Später nach Enthiintung des Schenkels hing er nach und nach 32 Zentner Gewicht an das betreffende Bein.
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Erst nachdem das Bein dieses Gewicht 12 Minuten getragen hatte erfolgte jählings das Ausgleiten des Gelenkkopfes sowie Abreissen des runden Bandes und der Gelenkskapsel. Der Gelenkkopf brach auch hier nicht. Es handelt sich in diesen Versuchen um eine Ausrenkung des Gelenkkopfes nach unten. Der Grelenkskopf kann aber auch nach oben und vorne ausweichen. Anatomisch ist das Hüftgelenk des Pferdes fester konstruiert als das des Rindes. Harms giebt an: Beim Pferde ist die Gelenkspfanne tief, das runde Band stark und die Endsehne vom geraden Bauchmuskel unterstutzt das runde Band. Beim Rinde dagegen ist die Gelcnkspfanne flach, und das runde Band schwach, und die Unterstützung vom geraden Bauchmuskel fehlt.quot; Ich finde die ganzen Yorhältnisse beim Pferde stärker. Das Ausweichen des Gelenkkopfos wird an denjenigen Stellen, an denen der Pfannenrand am niedrigsten ist, am ehesten erfolgen. Je an der Vereinigungsstelle von Darmbein und Schambein, diesem und dem Sitzbein ist der Pfannenrand am entwickeisten. Es bleiben daher als beste Gelegenheit zum Ausrenkon dos Gelenkkopfes die flacheren Stellen des Pfannenrandes nach oben, unten und vorne. Bei Ausrenkung nach unten hat der Gelenkkopf noch Gelegenheit mehr nach innen in das ovale Loch, oder mehr nach vorne gegen das Schambein zu gleiten. Letzteres wird selten sein. Dagegen kann der Gelenkkopf nach vorn unter das Darmbein gleiten. In diesen beiden Fällen wird das Backbein mehr nach innen zu weichen, aber es stützt das Becken unter Druck und Einreibung eines falschen Gelenkes. Bei der Ausrenkung nach oben wird der obere Pfannenrand nach oben erweitert werden oder es bildet sich dort unter Hüherstellung des oberen Umdrehers ebenfalls ein falsches Gelenk. Eine Ausrenkung ohne Zerreissung des runden Bandes ist nicht denkbar. Es kann sogar zur Zerreissung des runden Bandes ohne Ausrenkung kommen. Beachtenswert ist ferner, dass bei der Ausrenkung ebenfalls das Kapsolband reissen muss. Dies kann derart erfolgen dadurch, dass in der Richtung, nach welcher der Gelenkkopf ausweicht, ein Schlitz in dasselbe entsteht und der Gelenkkopf dort liinausschlüpft. Regel wird aber sein, dass das Kapselband auf eine grüssere Strecke am Pfannenrande reisst. Bei Ausweichung nach oben ist jedenfalls auch das Ergänzungsband (Lig. cotyloidoum), welches besonders beim Rinde sehr entwickelt ist, gerissen.
Vollständige Verrenkung des Hüftgelenkes ohne gleichzeitige Fraktur. Falke unterscheidet zwei Stadien a) das primäre: Wenn der Golonkkopf aus der Pfanne ausweicht und eine Zeitlang an dem Rande stehen bleibt, nach einiger Zeit aber b) weiter gleitet
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und einen dauernden Stand einnimmt, die sekundäre Verrenkung. Letztere tritt nach ihm regelmiissig- ein, wenn der Gelenkkopf nach unten ausweicht und erst nach einiger Zeit in das ovale Loch gleitet. Falke hat angegeben und er führt Fälle an von Bonn, Bernstein und Olivier, dass der Gelenkkopf, wenn keine Fraktur da ist, stets nach unten ausweiche. Diese Angabo ist aber nicht zutreffend, denn es sind Verrenkungen nach oben mitgeteilt von Fiedler, Eilert und Gurlt. Von den mir zu Gebot stehenden Beschreibungen solcher Fälle gehören 14 dem Pferde und 5 dem Kinde an. Dass aber hiedurch das richtige Verhältnis angegeben ist, bezweifle ich selbst. Harms führt z. B. an: Während ich beim Pferde diesen Zustand (komplete Luxation) bis auf den heutigen Tag (März 1890) erst einmal sah, beobachteto ich denselben beim Rind sehr häufig.quot; Allerdings führt Harms an: den Kopf des Oberschenkelbeines fand ich rcgelmässig in der Pfanne.quot; Diese Fälle glaube ich aber zweckmässiger nicht zu den komploton Luxationen zu rechnen wie dies Harms gethan hat, sondern will sie besonders unter Zerreissung des runden Bandesquot; besprechen.
Aetiologie: Forcierte Beugung allein soll keine Luxation zu stände bringen können, sondern es gehört dazu noch Einwärts- oder Auswärtsrollung. Es ist als direkte Ursache genannt: Fangen in der Kette mit einem Hinterbeine und Stürzen. Stürzen und Einzwängen mit den Hörnern unter der Krippe bei einer Kuh. Niederstürzen mit unter den Leib rutschenden oder gespreizten Hinterbeinen, Übertreten über eine Deichsel oder Standbäume, Sturz in eine Tiefe und bei kleinen Tieren Stusse oder Schlüge. Kroutzor führt folgende Aussorung des Hippokrates an: Den Ochsen tritt der Oberschenkel leicht aus der Gelenkhühle, sobald sie sehr mager geworden sind, sie magern aber besonders gegen Ende des Winters ab und verrenken sich ihre Glieder am meisten zu dieser Zeit.quot;
Klinisches Bild: Je nachdem der Gelenkkopf nach einer Richtung ausgetreten ist, sind die Erscheinungen etwas vorschieden: Beim Ausweichen nach unten und Eingleiten des Backboingolenkkopfes in das ovale Loch ist von Dietrichs angegeben: Sehr starkes Hinken, das Tier kann nur mit grosser Mühe über eine hohe Stallsehwello kommen, beim Vorführen wird das kranke Bein auswärts geschleudert. Durch Untersuchung per roktum ist der Gclonkkopf deutlich im eirunden Loche zu fühlen. Es ist noch anzugeben, dass auch im Stande der lluhe ein solches Bein anfangs gar nicht, später mangelhaft stützt, dass hauptsächlich das gesunde Bein das Gewicht zu tragen hat, somit das Becken schräg gestellt wird, dass die Form am Hüftgelenk vorändert.
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hauptsächlich flacher wird. Hertwig giebt noch an, die Zehe werde nach einwärts gerichtet gehalten und Falke sagt: das betroffene Bein erscheint um Vs-1 Zoll länger, es sind an demselben alle Muskeln gespannt und es ist wohl Beugung aber nicht auch Streckung des betroffenen Beines möglich. Rossi beobachtete eine Kuh, bei der ein Beckenbruch vermutet war, man hörte deutliches Krachen dortselbst, das Tier wurde nach 12 Tagen geschlachtet und man fand das Kapselband zu 3/4 zerrissen, Blut in der Pfanne, der Hals des Backbeins hatte sich am Sitzbeinast gestützt und schon eine Vertiefung eingerieben.
Bei der Luxation nach vorne, unter das Darmbein, tritt bedeutende Beugung ein. Die Beweglichkeit des betroffenen Beines ist passiv, nach der Seite bedeutender als normal, es ist möglich, dass Knarren gehört wird. Bei Luxation nach oben wird das Bein verkürzt, nur die Zoho berührt den Boden, es hängt ziemlich lose und wird mit nach aussen mähenden Bewegungen nach vorn gebracht, das Stützen ist mangelhaft, die Zehe wird nach aussen gerichtet, das Sprungbein nach innen. Am Becken ist Formveränderung wahrzunehmen. Das Backbein steht höher und mehr nach hinten. Es ist für alle genannten Fälle eine gewisse Abweichung in Betracht zu ziehen, weil die Art der Zcrroissung des Kapselbandes, sowie diejenige des Ergänzungsbandes von Einfluss ist. Dass eine vollkommene Luxation des Hüftgelenks ohne Zorreissung des runden Bandes möglich ist, wird nicht annehmbar sein können, wäre dies der Fall, so müsste dieses Band noch sehr beeinflussend auf die Beinstellung einwirken.
Im späteren Stadium, wenn die Luxation nicht mehr mit Ent-zündungsorscheinungon verknüpft ist, erfolgt das Stützen und Gehen etwas besser, da sich regelmässig auch eine künstliche Gelenkpfanne bildet. Aber das Hinken ist ein sehr bedeutendes und es tritt Atrophie der Schenkelimiskulatur ein, oft schon nach Schwinden der Entzündung in 8 Tagen.
Prognose: Quoad vitam günstig, quoad restitutionem ungünstig.
Therapie: Edelmann giebt an, einen Fall beobachtet zu haben, bei welchem bei einer Verrenkung nach aussen und hinten (oben) nach vergeblichem Kepositionsversuche und 25tägiger Behandlung des Pferdes, durch Wälzen auf dem Boden eine Selbsteinriohtung* entstanden sei. Diese Angabc erweckte aber sogleich Zweifel und ist von Kreutzer auf Täuschung zurückzuführen gesucht worden. Falke hat bei einem 3jährigen Pferde, das den rechten Hinterschenkel weit vor- und auswärts stellte, und denselben bei der Bewegung nur mühsam -vorwärts brachte und sich auf dem sich umlegenden Fessel und dem unteren Ende des Schien-
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beins stützte, durch Bewegungen am Sclienkol des liegenden Pferdes Einrenkungen erreicht, welche er als dumpfen Schall11 hören konnte. Frey hat bei Kindern folgendes Einrichtungsverfahren: Am liegenden Tier wird zwischen den Hinterbeinen ein Balken durchgezogen und durch passenden Druck und Zug die Verrenkung einzurichten versucht. Hertwig boschreibt ein Yerfahren, das liegende Tier mittelst Balken, Stricken und Säcken so zu behandeln, dass die Reposition erfolgen könne. #9632; Es ist darauf aufmerksam zu machen, dass nur verhiiltnis-mässig frische Luxationen reponiert werden können, weil bei alten eine künstliche Gelenkpfanne entsteht, welche ein Zurückbringen dosSchonkel-kopfes unmöglich macht. Aber auch bei frischen gehört die Einrichtung einer Hüftgelenksverrenkung mit zu den schwersten Aufgaben des Tierarztes. Ohne Narkose ist eine solche wohl nicht möglich. Der Muskelzug, der dagegen wirkt, kann in dieser Situation wohl nicht überwunden werden. Es ist somit bei jedem Versuche zuerst vollkommen zu narkotisieren, Bei dem auf dem Rücken liegenden Tiere muss das Bein derart dirigiert worden, dass der Gelenkkopf auf demselben Wege, auf dem er herausgetreten ist, wieder zurückgloitet. Hiegegen können aber noch die in den Weg tretenden gerissenen Bänder einwirken. Es ist in der Menschcnheilknnde als Prinzip angenommen, dass die Bewegungen um den Baokbeinkopf zurückzubringen nur bei gebeugtem Beine ausgeführt worden müssen. Meine Versuche an kleinen Tieren bestätigen dieses. Uberhebeln, Auswärtsrollen mit passenden Vor- und Rückwärtsbewegungen können zum Erfolge führen. Dabei ist aber nötig, dass der Chirurg eine Hand an der inneren, die andere an der äusseren Seite des Gelenkes hat, um die Bewegungen, welche von Gehilfen unter Anwendung von Seilen und Riomon ausgeführt worden, zu kommandieren. Einfache Gegenausdehnung, das heisst Anbinden dos Beines und Strecken desselben, führt nicht zum Erfolge. Das Einschnappen des Gelcnkkopfos in die Gelenkhöhle kann gehört werden. Wenn das Kapselband nur teilweise abgerissen ist, oder gar nur einen Schlitz hat, durch welchen der Schonkolkopf heraustrat, dann ist die Reposition unmöglich. Nachdem diese gelungen ist, giebt man auf die betroffene Stolle eine Scharfsalbe und stellt die Tiere durch ca. 34 Wochen in eine Hängegurte, Bei kleinen Tieren wird ein Gypsverband angelegt.
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Unvollständige Luxation des Hüftgelenkes,
Beim Pferde. Prietsch teilt folgenden Fall mit: Das Tier ist im Zuge am Pferdebahnwagen gefallen und der Wagen auf das Kreuz
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Unvollständige Luxation des Hüftgelenkes.
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gestossen. Es war keine Wunde entstanden, aber der rechte Hinter-schenkol war nur noch schleppend hewegbar. In Kreuzhöhe war eine grosse Anschwollung bis zum Kniegelenk und jede Bewegung ver-ursachto grosson Schmerz. Priotsch gab das Pferd in eine Hänge-gurte. Nach zwei Monaten war die Geschwulst etwas kleiner, die Schmerzhat'tigkeit bei der Bewegung war aber gleich geblieben. Allmählich blieb am Hüftgelenk eine harte, mehr als taustgrosse Geschwulst. Das kranke Hein wurde geschleift, das Sprunggelenk war steif wie ein Stock, die Bewegung sehr schmerzhaft. Bei der Sektion fand man grosse Anschwellung durch verdicktes Sehnenfasergewebequot; um das Hüftgelenk, die Kugel in der Pfanne, aber den Pfannenrand 45 cm. lang abgebrochen, das Kapselband in den bindegewobigen Massen zu Grunde gegangen und teilweise Kallusbildung. Ilavemann teilt einen ähnlichen Fall mit, dass bei einem Pferde der Fuss auswärts stand, kürzer war und am Gelenk bedeutende Verdickung bestand. Man fand bei der Sektion die Knorpel vom Gelenkkopf und der Pfanne abgerieben, das runde Hand zerrissen und den Pfannenrand abgescheuert. Schirmer hat ebenfalls einen zum Tode führenden Fall beim Pferde, in dem das Backbein den Rand der Pfanne nicht vollständig passiert hatte. In einem von Falke beschriebenen Falle ist die Pfanne nach hinten erweitert und die Bänder sehr bedeutend gedehnt.
Beim Binde. In der Litteratur ist diese Krankheit eigentlich unbekannt, in den letzten Jahren aber mehrfach von Hanns beobachtet worden. (Harms, Jahrbuch der K. Tierarzneisch. Hannover 1879/80, pag. 77.)
Symptome: Die Tiere gehen in verschiedenem, meistens jedoch in ziemlich bedeutendem Grade lahm. Der kranke Schenkel wird im Stande der Ruhe nicht normal belastet und während des Gehens in ungleicher Weise, also regellos bewegt. Der Trochanter ragt stärker hervor als unter normalen Verhältnissen, ist aber nicht dislociort. Zwischen dem Trochanter und dem Sitzbeinhöcker fand Harms einmal eine schmerzlose fluktuierende Geschwulst, aus welcher auf einen Einstich eine klare gelbe Flüssigkeit zum Vorschein kam. (Lymphextra-vasat Ilft'n.) Diese Erscheinung hat Harms bei der kompleten Luxation des Hüftgelenks niemals beobachtet. Bei der vor- und rückwärts, sowie auch aus- und einwärts gerichteten Bewegung des Schenkels im Pfannengelcnke äussert das Tier Schmerzen und konstatiert das aufliegende Ohr mitunter ein leichtes Rcibungsgeräusch.
Die wesentlichen Erscheinungen sind nach Harms 1) Die regellosen Bewegungen des Schenkels, diese sind immer vorhanden, aber sogar
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Zerreissung dos runden Bandes im Hüftgelenk etc.
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#9632;vom geübten Auge nicht immer leicht zu konstatieren. 2) Das Kre-pitationsgeräusch, dies ist nicht immer vorhanden und kann vorgetäuscht werden. 3) Das stärkere Vorliegen des Trochanters. Dieses Symptom darf nur hei vollkommen gleichmässigor Belastung der Schenkel aufgenommen werden. Sektion: Stets partielle Lösung des runden Bandes aus der Bandgrube der Pfanne. Dasselbe ist rot, selbst granulierend. Der Schonkelkopf rauh. Manchmal ist die Kapsel gerissen.
Die Prognose ist nicht günstig.
Die Ursache: Zu starkes Anspannen des runden Bandes, es kann die Ruptur besonders beim Aufspringen auf andere Tiere erfolgen.
Therapie: Ruhe, Hängegurte, bei Rindern ist am besten sofortiges Schlachten.
Zerreissung des runden Bandes im Hüftgelenk. Ruptur des Ligamentum teres.
Bobertag hat beim Pferde beobachtet, dass das Tier während der Reise plötzlich anfing zu lahmen. Dieser Zustand nahm zu und endlich fiel das Pferd um und konnte nicht mehr aufstehen. Nach einigen Tagen wurde das Tier getütet und man fand das runde Band sowie das Kapselband gerissen, den Bnckboingelenkkopf aber in seiner Lage, die Pfanne voll geronnenen Blutes. In einem anderen Fall beim Pferde zeigte das Tier nur Schmerz beim Auftreten und beim An- und Abziehen des betreffenden Ilinterschenkols. Nach einiger Zeit erfolgte Atrophie. Bei der Sektion fand man das runde Band an der Inser-tionsstelle in der Pfanne abgerissen und einige Knocbenlamellen mitgenommen. Die vom geraden Bauchmuskol stammende Portion war gut geblieben, ebenso das Kapselband. Letzteres war stärker angefüllt mit Synovia. Beim Ochsen hat Eberhardt die Zerreissung dos runden Bandes dadurch eintreten sehen, dass das Tier beim Düngerfahren auf dem Eis fortwährend ausglitt, schliesslich fiel und nicht mehr aufstellen konnte. Es war mit auseinandergespreizton Schenkeln gefallen. Man konnte das betroffene Bein nach jeder Richtung drohen und bewegen wie bei einem Bruch, dabei hörte man im Pfannengelonk deutliches Knacken. Bei der Sektion fand man das runde Band gerissen und die Golenk-Hächen gerötet. Harms, welcher diesen Zustund als komplete Luxationquot; angiebt, führt noch als Symptome an: Erschwertes Aufstehen, besonders wenn die Tiere auf dem kranken Schenkel liegen, im Stehen die Zehe nach vorn und aussen gerichtet, der Gang charak-toristisch schwankend, mähend, schleudernd, bei der Belastung Zusammenknicken. Die lockere Verbindung mit dem Becken ist sichtbar,
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Ilüftgelonkentzündung, Coxitis, Coxarthrocace etc.
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der grosse Umclreher ragt stärker hervor und liegt mehr nach ab- und rückwärts als der der gesunden Seite, Druckschmerz, manchmal knarrendes und sägendes Geräusch beim Bewegen. Allmählich Muskel-atrophie. Die Stellung nach aus- und abwärts ist auch von Schirlitz beim Fohlen mit Zerreissung des runden Bandes beobachtet worden. Dieselbe entsteht nach Yersuchen von Bonnet und Busch durch das in der Gelenkhöhle angesammelte Exsudat.
Prognose: Das Leben ist nicht bedroht. Heilung tritt aber nicht ein.
Therapie: Stallvieh kann eine Zeitlang hingehalten werden. Am zweckmässigsten ist Mästen und Schlachten.
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Hüftgelenkentzündung, Coxitis, Coxarthrocace und Malum coxae senile.
Die Hüftgelenkentzündung ist beim Menschen meist tuberkulöser Natur. Diese Prozesse sind beim Hind und Schwein noch zu studieren. Sie zeichnen sich dort aus durch Hyperämie und Schwellung der Sy-novialis, besonders am Ursprung des Lig. teros, welches ebenfalls hyperämisch ist. Die Synovia ist trübe, in der Hegel vermehrt, später stellt sich warzige, wuchernde Neubildung (fungöse Gelenkentzündung) ein, die Gelenkhöhle wird trocken oder voll Eiter, der knorplige Überzug geht allmählich verloren und es bilden sich Abschleifungen. In der Umgebung entstehen Ostcophytbildungen.
Das Malum coxae senile ist von Schümann als beim Pferde vorkommend beschrieben. Er teilt folgenden Fall mit: Ein altes Post-pferd ist seit Jahren lahm und hat eine harte feste Anschwellung an dein Hüftgelenk, dabei ist das leidende Bein verkürzt. Bei der Sektion fand sich: der Schenkelkopf zu 2/3 geschwunden, die kugelige Wölbung total abgeschliffen, die Oberfläche porös aussehend. In der Umgebung Knochonneubildung. In der Pfanne Elfenbeinschliff. Am Schenkelhals reichliche üsteophyten, am Becken sehr bedeutende Knochenneubildnng, die Pfanne um das dreifache vergrössert und die dort aufgelagerten üsteophyten von knollig-zackiger Form. Leisering berichtet über eine Knochenneubildung um das Hüftgelenk des Pferdes. Das Tier zog bis 8 Tage vor seinem Tode noch schwere Lasten. Beiderseits am Hüftgelenk, besonders rechts waren sehr starke Yerdickungen mit Zacken und Spitzen, welche die Pfanne urnfnsston. Falke beschreibt einige Präparate von Pferden, bei denen das runde Band geschwunden und die Insertionsstelle mit Knochonmasso ausgefüllt war. Bestimmte klinische Erscheinungen können vorerst nicht angegeben werden,
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Frakturen der Bcokenknochen und Trennung'on etc.
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Die Prognose ist ungünstig.
Therapie: Ruhe und das Glüheison. Es wird die Haut durchschnitten, die Wundränder rechts und links etwas frei präpariert und mit Zangen hochgehoben, sodann mit knopffönnigeni weissglühendein Eisen in die Tiefe gegen das Gelenk gebrannt.
Resektionen des Hüftgelenkes, respektive Abnahme des Backbeinkopfes, könnte bei kleinen Lieblingslioren, eventuell bei Stall-und Masttieren in Frage kommen.
Frakturen der Beckenknocheii und Trennungen normaler Ver-bindungen doHsclbst.
Litter a tur: Körbor, läcckenbrueh b. Pf. Gurlt u. Hartwig 1837, p. 439. Wilko, Beokenbrtlohe b. Pf, Ibd. p. 442. Muysoliel, Dasselbe. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 17. Gurlt u. Ilortwig- 1843, p, 411. G a s s en s cb m i e (1, Darnibeiiibr. b. (1. Kuh. Tztl. Ztg. 1846, p, (J u. 35. Hofmann, Beckenbruch b. Pf. llxl. 184G, p. 129. Hering, Beckenbrüche b. B. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 55. Przybilka, Geheilter Beckenbruch. Gurlt u. Hcrtwig 18B2, p. 495. Fürstenborg, Eitiseit. Lostrenn, d. Darmbeines vom Kreuzbein 1). Pf, Tztl, Mitt. Gerlach u. Loiscring 1854, p. 125. Gurlt, Geheilter Beckenbruch b. Pf. Gurlt u, Hertwig 1850, p. 304. Lowack, Lostrenn. d. Krenzb. v. Becken. Tztl. Mitt. 1850, p. 125. Adam, Darmbembrnoh b. Pf. Adam, VVocbschr, 1857, p. 257. Soh motz, Beckenbr. m. Zorreiss. d. Cruralartorien. Bep. 1857, p. 184. Leb! a no, Beokenbr, b. Pf, Reo. 1858, p, 235. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 57. Gil is, Trennung d. Krcuzdarnibeingelenkes. Toni. 1858, p. 478. Ibd. 1858, p. 20. Forster, Beckenbruch b. Pferd. Wien 1858, p. 124. liaubner, Knochenbriiche. Sachs. Jahrb. 1859/00, p. 52. Priotsch, Trennung der Sohaniheinfuge. Ibd. 1859/00, p, 91.
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bruch b. Pf. Sachs. Jhb. 1859/00, p, 28. Sohrader, Dasselbe. Mitt. a. d. tztl. Prax. 1800, p. 161, Doktor, Dasselbe. Sachs. Jhb. 1860, p. 11. Götze, Dasselbe. Ibd. 1801, p. 114. V 0 1 g 11 ander, Bruch sämtlich. Beckenkn. b. Pf. u. Beckenbruch b. d. Kuh. Ibd, 1862, p. 62; ferner 1803, p, 55 u, 1871, p. 51. Hahn, Darmbeinbrnch b. d, Kuh. Mitt. d. bayer. Tzsch. 1802, p. 10(). A m m o n , Darmbeiuwinkelbrucb. Haiulb. f. Pferde-raquo;rate 1802, p. 155. Halm, Beckenbr. b. Pf, Tztl. Mitt. d. bayer. Central-Tzsch. 1862, p. 100. Petzold, Beokflnbr, b. Pf. Sachs. Jhb. 1803, p. 90. Leisering, Beckenbr. m. Perforat. d. Blase h. Hund. Ibd, 1804, p. 40. Derselbe, Beckenbruch m. Verblut. Ibd. 1864, p. 40. S cb w a b e n b er g , Zweimal Bcckenbrucb b, einem Pferde. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müll, u. Hol. 1867, p. 105. Koch u. Fürstenberg, Trennung d. Beckens v, Kreuzbein, Ibd. 1872, p. 158. Koloff, Frakt. d. Darmbeinwinkcls, Ibd. 1874, p, 139. Sasser, Schambeinbr. b, Pf, Ibd. 1877, p, 119; 1878/79, p, 73. Eckhardt, Beckenbr. m. Verblutung. Sachs. Jhb. 1879, p, 02. Sing, Darmbeinbrnch b. Pf. Mitt. d. Ver. d. Tzte. in Öster. 1879, p. 18. Hen-
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830nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Frakturen der Bcckenknochen und Trennungen etc.
ningor, Trennung d. Beckenfuge b. d. K. Bad. tztl. Mitt. 1880, p, 151. Anacker, Fissur am Becken. Mitt. a. d. tztl. Pr. Roloff u. Seh. 1882, p. 71. Johne, Fraktur am Bocken. Sachs. Jhb. 1885, p. 22. Hora, Beckenbr. b. d. Kuh. Monatsschr. f. Tztc. in Üster. 1889, p. 187.
Frakturen der Bockonknochcn sind ziemlich häufig. Meistens sind mehrere Knochen zugleich gohroclien. Am häufigsten tritt dies ein an der Stelle, wo Darm-, Schani- und Sitzbein zusammenstossen, im Pfannengelenk. Erscheinungen ähnlich denen der Frakturen, bieten auch die Trennungen zwischen dor Innontiäche dos Dannboinos und den Querfortsätzen des Kreuzbeins, dem Kreuzdarmbeingelenk, sowie die Trennungen der Sitz- und Schambein fuge, weshalb diese hier mit abgehandelt werden.
Lostrennung der Wirbelsäule vom Darmbein durch Trennung des Krouzdarmgclenkos ist selten beobachtet, öfters noch beim Rinde wie beim Pferd. Fiirstonberg beobachtete es bei einem Pferd nach dem Überspringen eines Grabens. Es war nur eine Seite losgetrennt, das Tier hinkte anfangs sehr stark, heilte jedoch in drei Wochen. Lowak sah beim Pferde beiderseitige Trennung an dieser Stelle dadurch entstehen, dass das Pferd unter einen Wagen kam. Der Gang des Tieres war unregelmiissig, schleppend, das Becken war in seiner llichtung verschoben und stand wagrechter. Die eingeleitete Behandlung war erfolglos. Beim Bind ist diese Lostronnung häufiger gesehen. Fürstenberg teilt mit, dass er bei Kühen drei Fälle beobachtet habe. Namentlich im Winter soll, wenn die Tiere auf beeisten Wegen gehen, ausgleiten und fallen, das Übel eintreten und sich dadurch charakterisieren, dass das Kreuzbein und der Schwanzansatz viel tiefer steht als normal ist, weil gewissennassen diese Teile jetzt in den Beckengürtel einsinken können. Ob auch hier das von Lowak beim Pferde beobachtete Wagrechtstellen des Beckens eintritt, habe ich bis jetzt nicht erfahren können. In den meisten Fällen müssen die Tiere geschlachtet werden, nur bei einseitiger Trennung kann nach Fürstenberg in 6 8 Wochen Heilung erfolgen. Trennung der Sitz- und Schambeinfuge ist beim Pferde, hauptsächlich aber beim Rinde beobachtet. Przybilka sah sie eintreten bei einem Pferde, das auf glatter Strasse gestürzt war. Das Tier ging sehr stark lahm. Man hörte knarrende Geräusche und konnte bei der Untersuchung per rektum das Auseinandergewichensein feststellen. Nach 8 Wochen erfolgte Heilung. Prietsch teilt mit, dass bei einer Kuh durch Ausgleiten auf glattem Pflaster die Schambeinfuge auseinanderwich, aber nicht gebrochen war. Henninger teilt einen Fall sehr instruktiv mit; Eine
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Kalbin konnte nach Sclnvergeburt nicht mehr aufstehen. Sie bildete liegend mit den Hinterbeinen eine Krätschequot;, streckte beide Hinterbeine rechts und links und sass derart auf dem Boden, dass die Innenfläche der Schenkel den Boden berührten und die Beine fast im rechten Winkel zur Wirbelsäule standen. Wurde das Tier erhoben, so schwankte es und stürzte, sobald es losgelassen wurde und zwar immer wieder in die Krätschequot;. Wurde die Hand in den Mastdarm gebracht, so fühlte man die Sciiaraboinfngc ca. 2 cm. auseinander stehend. Beim Stehen des Tieres konnte ein wcchsolwoises Hoben und Senken der unteren Beckenwand festgestellt werden. Das Tier wurde täglich einige Stunden in einen Hängeapparat gebracht und dabei der Hinterleib mit Tuch ziemlich fest zusammengebunden. Nach 10 Tagen konnte die Kalbin allein aufstehen und nach 3 Wochen war sie vollkommen geheilt. Gilis sah bei einem Kalbe bei einer solchen Trennung, dass sich beim Gehen und auf Druck die beiden Beckenhälfton verschoben und dass der Tiefendurchmesser des Beckens kleiner, der Breitendurchmesser aber grosser wurde. Fig. 134.
Darmbeinbruch. Meist bricht der äussere Darmbeinwinkel ah. Müller in Wien sagt, dass er bei Anatomiepferden denselben häufig gebrochen und herabgezogen fand. Die Ursachen sind heftige traumatische Einwirkungen: Auf Stürzen und Schleifen vom Nachbarpferde sah Voigtländer ein grosses Stück abbrechen. Durch Anrennen an die Stallthürpfosten sollen diese Brüche dos Darmbeinwinkels namentlich in Gestüten bei Fohlen die dort durchdrängen, schon so häufig beobachtet worden sein, dass man senkrechte sich drehende Walzen dort angebracht hat, damit durch die Drehung dieser der Widerstand geringer werde. Durch Schläge mit einem schweren plumpen Gegenstand kann das Übel veranlasst worden. Das klinische B ild ist je nach der Grosse des abgebrochenen Stückes verschieden. Abgesehen davon, dass der Bruch mit einer offenen Wunde kompliziert sein kann, wird das abgebrochene Knochonstück durch die sicli dort anheftenden Muskeln herabgezogen und das Pferd erscheint einhüftig. Diese Einhüftig-keit ist in ganz geringem Grade ziemlich unschädlich, mehr ein Schön-heits- als ein Gebrauchsfchler. Wenn aber grössere Partien losgetrennt sind, so erfolgt eine Beeinträchtigung des Gehens. Boloff beobachtete nach Lostrennung eines grossen Stückes, dass der botreffende Schenkel schon im Stande der Kühe und auch bei der Bewegung im Knie stark nach aussen gedreht wurde und vom Rumpfe abstand. Der Gang war schleppend, schleudernd und das botreffende Bein wurde nur wonig, viel zu kurz nach vorne geführt. Eine Therapie ist gegen dieses
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832nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Frakturen der Beckonknochen und Tronnung-en etc.
Abbrechen des Hiiftbückers bis jetzt nicht durchgeführt, ausser wenn es sich uni Eiterung und Abscessbildung handelte. Voigtländer schnitt in einem solchen Falle ein, entt'ornto ein hühneroigrosses Knochenstück mit noch daranhängenden zum Teil nekrotischen Wcichtcilcn und heilte die Wunde. Nach längerer Zeit trat eine Besserung des Zustandes ein. Ammon, welcher schon früher die Ansicht aussprach, dass ein einhüftiges Bein nicht schwächer sei, klagt, dass man nichts daran machen könne. Es ist nun anzugeben, dass eine frische Knochenflächo auf einer ebensolchen, wenn die innige Vereinigung aseptisch erfolgt, in sehr kurzer Zeit schon heilt. Es erscheint deshalb möglich, dass ein Ileraufnehmen des frakturierten Stückes eventuell nach Durchschneidung eines Teiles der niederziehenden Muskeln, sowie Annähen der Bruchränder nach Durchbohrung des Knochens, die Wiederherstellung in Bälde eintreten lässt. Brüche des Darmbeines in querer Richtung, so dass dadurch der Beckongürtcl eine Fissur bekommt, sind mehrfach beobachtet und beschrieben. Beim Pferde von Schmolz, lloloif, Schwa-benberg, bei Kühen von Hahn, Gassenschmied u. A. Die Ursache war beim Pferde: 1) Kurze Wendung und Stürzen, 2) Überschlagen unter dem Reiter und 8) ruhige PHugarboit. Bei der Kuh entstand dieser Bruch 1) durch Schlag mit einem Prügel und 2) während der Geburt. Das klinische Bild ist hier wechselnd: Das durch zu kurze Wendung gestürzte Pferd ging sofort sehr stark lahm, es trat grosser Schweissausbruch ein, Kolikerscheinungen, Schmerz und keine Futteraufnahmo. Die Diagnose Beckenbruch konnte gestellt werden. Der Tod erfolgte am nächsten Tage und es fand sich sehr grosso Blutung in der Bauchhöhle und Darmbeinbruoh. In dem von Schmelz beobachteten Falle, in dem sich das Pferd unter dem Roitor überschlug, ging das Tier nachher noch IVa Stunden weiter, fing dann plötzlich an zu lahmen und der Tod erfolgte nach wenigen Minuten. Bei der Sektion fand sich, dass das Darmbein gebrochen, an dieser Stolle die Arterie gerissen und sehr grosser Bluterguss in die Bauchhöhle eingetreten war. In dem Falle, in dem das Pferd bei ruhiger Pflugarbeit das Darmbein brach, war der Knochen derart weich, dass er beim Zerhauen nicht splitterte. Die bei den Kühen beobachteten Fälle führten zur Heilung. Prognose: Beim Pferd ist der hier gemeinte Darm-beinbruch quer durch den Beckengürtel führend, numeutlich gefährlich wegen der Verletzung der dort sehr starken und zahlreichen arteriellen Blutgcfässe. Eine besonders für diese Fälle passende Therapie ist nicht anzugeben, sondern es ist auf die im allgemeinen bei der Therapie der Beckenknochen angegebene hinzuweisen. Schrader hat bei
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Frakturen der lieckenknochen und Trennungen etc.
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einem 4jährigen Pferde einen Darmbeinbmch, der handbreit vor dem Hüftgelenke war, in vier Wochen vollkommen heilen sehen. Sing bei einem Deckhengste einen aolchen so vollkommen, dass der Hengst nachher wieder deckte. J3ei einer Kuli hat Hahn eine Heilung beobachtet. Alan Hess das Tier ruhig liegen. Am 36. Tage stand es von selbst auf. Die Callusbiklung war aber eine sehr grosse.
Brüche dos Schambeines entstehen, ohne dass andere Beckenknochen mit brechen, sehr selten. Beim Pferde beobachtete Voigtländer Fraktur des queren Scbambeinastcs ohne bekannte Ursache. Das Tier zeigte aussen koino Abnormität, der öang war aber sehr unsicher und schwankend. Nach 2 Monaten trat ein grosser Abscess auf unter dem Spanner der Schonkelbinde, so dass l'/a Kannen Eiter entleert werden konnten. Die Bruchstelle war von hier aus feststellbar. Die Heilung erfolgte sehr langsam. Bei Kühen sind einige Fälle beobachtet und beschrieben von Haubner, Nur in einem Falle gelang die Heilung unter Anwendung von Gurten. Auch Voigth'indor hatte hier auf Bruch des vorderen Astes des Sitzbeines, ohne Verlagerung der Frakturenden, bei einfacher Stallruhe in 0 Wochen Heilung. Bei den übrigen Fällen trat aber starke Verschiebung der Bruchenden ein und der Tod erfolgte.
Brüche des Sitzbeines sind meines Wissens nur beim Pferde beobachtet. Petzold sah, dass auf Sturz das linke Sitzbein quer abbrach. Bei jeder Bewegung entstand ein knarrendosquot; Geräusch. Erst nach zwei Monaten wurde dieses undeutlich und die vollständige Gebrauchsfähigkeit erfolgte nach 20 Wochen. Gurlt hat einen zum Teil geheilten Sitzbeinbruch beschrieben. Der innere Ast war durch Callus mit dem anderen Sitzbein verbunden, der äussere Ast aber blieb getrennt. Anacker sah infolge einer alten Fissur durch das Sitzbein, die sich durch das ovale Loch erstreckte, eigentümliches Lahmgehen, besonders wenn das Pferd aus dem Stalle ging, schleifte es mimchmal das Bein derart, dass es mit dem Fessel den Boden berührte. Das Tier brach plötzlich am Wagen zusammen und starb andern Tags durch Verblutung in die Bauchhöhle.
Brüche m e b r e r e r K n o c h e n des Beckens sind namentlich beim Pferde beobachtet: Körber teilt mit, dass ein Pferd beim Durchgehen an einen Baum anprallte und in einen Teich stürzte. Nach dem Herausziehen war ein Hinterbein gelähmt. Körber konnte wohl einen Beckenbruch konstatieren, aber nicht welcher Teil Knochen gebrochen war. Nach (i Wochen wurde das Tier getötet. Es konnte zu dieser Zeit VI2 Stunden mangelhaft gehen. Bei der Sektion ergab
Hoffmann, Ticrärztlidie Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 53
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sich: 1) class am inneren Damibeinwinkel ein Stück abgebrochen war; 2) ilass vom äusseren Dannbcinwinkel ein Stück 4 Zoll lang und 1 Zoll breit und dass 8) das Darmbein 5 Zoll vor der Gelenkspfanne quer abgebrochen war. Adam berichtet: Ein Pferd glitt am leichten Wagen aus. Es entstand sogleich grosser Schmerz an einem Bein, das Tier trat, nicht aid' und war schwer in den Stall zu bringen. Bei der Untersuchung fand sicli grosso Krepitation am Becken. Das Tier hielt sich ohne Gurte ruhig, legte sich zuweilen und nach 4 AVochen konnte es gehen. Es war aber eine Abfiachung am Schenkel eingetreten. Am 3i). Tage konnte es nicht aufstellen und musste getötet worden. Man fand die Bruchenden weit auseinandergowichen und grosso Zerstörungen. Die Erscheinungen, die auf derartige Brüche entstellen, sind sehr mannigfaltig. Leisering teilt mit, dass ein Pferd nach einem Sturze sich nicht mehr erheben konnte und bei dem Versuche, es in die Gurte zu bringen, starb. Das Schambein war mehrfach gebrochen, das Becken in der Pfannengegend in 9 Stücke gesplittert, die Becken-gefässo durch die Splitter zerschnitten und die Bauchhöhle voll Blut.
nbsp; Durch Stürzen auf eine Säule beobachtete Voigtländor Bruch des Darm-, Scham- und Sitzbeines, bedeutende Lagovcränderung und Tod.
nbsp; nbsp;Laser hat gesehen, dass ein Pford, das beim Holzfahren ausglitt, aber den Schlitten noch drei Meilen weit zog, acht Tage lang verhältnismässig ruhig stand und nur beim Hin- und Hertreten steif war. Am 9. Tage fiel es um und starb. Bei der Sektion fand sich das Schambein gebrochen und die Harnblase dortselbst eingeklemmt.
nbsp; nbsp;Hofmann hatte ein Pferd zu untersuchen, das vor 1U Jahr in sehr fettem Zustand gekauft war. Man sah beim Kaufe nur eine leichte Einbiegung an der Kruppe. Diese Formveränderung hatte aber zugenommen, es erfolgte Schwäche und der Tod. Bei der Sektion fand man 1) Trennung der Sitz- und Schambeinfuge, 2) Trennung nach der Seite in das Darmhein und 3) Abgobrochonsoin des inneren Darmbeinwinkels. Bei einem vielfachen Bruch des Beckens, der vor 'U Jahr eingetreten war, fand Muyschcl, dass das Pferd kreuzlahm war, dass es breit stand, nicht allein aufstehen konnte, dass der Beckengürtel sehr beweglich war und namentlich von oben und unten verengt war.
nbsp; nbsp;Bei einer 4jährigen trächtigen Kuli hat Hora beobachtet, dass sie auch beim Füttern nicht mehr aufstand, aber Futter zu sich nahm, nach dem Aufheben stand sie eine Weile. Das Aufstehen wurde aber zunehmend schlechter. Während des Liegens konnte keine Diagnose gestellt werden. Nachdem sie aufgehoben war, knickte sie hinten zusammen. Bei Bewegungen war sehr grosse Krepitation feststellbar.
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Frakturen der Beokenknochen und Trennungen etc.
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Man fand dio Beckenpfanne in drei, die Darmbeinsäule in zwei Stücke gebrochen und zwischen den Bruchteilen grössere Mengen geronnenen Blutes. Beim Hunde ist von Leisering ebenfalls Einklemmung der Harnblase zwischen die Bruclienden und rasch eintretender Tod beobachtet worden.
Über Beckenbrüche mit der Frakt u r linie durch die G e-lenkspfanne hat Wilke einige Fälle mitgeteilt: Ein Pferd sprang mit beiden Hinterbeinen über den Latierbaum, fiel, sprang zwar sogleich wieder auf, war aber sehr stark lahm und stand auf drei Beinen. Ein Hinterbein stützte, wie durch eigene Schwere niedergedrückt. Das Pferd konnte dieses Bein regelmässig, obwohl sehr langsam emporheben, aber nicht vorsetzen und es sank zurück in die vorige Stellung. An der Kruppe war eine faustgrosse Geschwulst, der Darmbeinwinkel war etwas verschoben. Beim Aufheben dos Beines war grosso Beweglichkeit und Kropitation. Das Pferd stöhnte beim Aufheben des Beines, konnte sich aber nicht dagegen wehren. Es war nicht möglich, etwas Positives festzustellen. Bei der Sektion fand sich das Sitzbein gesplittert und der untere Rand der Gelenkspfanne abgebrochen. 2) Ein Pferd stürzte unter dem Reiter, sprang wieder auf, war aber auf der Stelle sehr lahm. Im Stalle fand es quot;Wilke auf den Beinen stehend, das hintere linke nach vorne und auswärts gehalten, ohne damit zu stützen. Das Bein hing wie durch eigene Schwere herab. Eigene Bewegung war aufgehoben, wurde es bewegt, so war Beweglichkeit dieses Beines grosser als normal, dabei hörte man Krepitation und ein knappendes Geräuschquot;. Gegen die dadurch entstehenden Schmerzen konnte das Pferd nur stöhnen und mit der Kruppe herabsinken. Im ruhenden Stande konnte es das Bein ab und zu regelmässig, aber langsam anziehen, jedoch sank es kraftlos wieder zu Boden. Durch das llektum konnte festgestellt werden, dass das linke Schambein fingerbreit tiefer stand wie das rechte. Bei der Sektion fand man das Schambein längs und quer gebrochen, dicht hinter der Gelenkspfanne ging die Fissurlinie seitlich.
Zusammenfassung: Ätiologisch sind sehr starke mechanische Einwirkungen die Ursache. Nur bei Knochenkrankheiten ist dies nicht
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nötig, aber
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Die Erscheinungen treten meist sofort und heftig auf, nehmen wegen der erst nachher eintretenden Verschiebung manchmal
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erst nach Standen oder Tagen, selbst nach quot;Wochen einen anderen Charakter an. Die Möglichkeit, in allen Fällen feststellen zu können, welcher Knochen gebrochen ist, ist nicht vorhanden. Zur Diagnose ist bedeutsam die Angabe über Entstehung, ferner Vcrgloichung der äussereu
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Bruch des Backbeines, Fraotura femoris.
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Formen, Bewegen des erkrankten Beines und Horchen, ob Krepitation eintritt. Sorgsame Beachtung der Bewegungsfähigkeit des Beines. Eingehen mit der Hand in das Rektum. Untersuchung der Scham- und Sitzbeinfuge, sowie der übrigen Knochenteile. Man legt die Hand oder Finger an einer Stelle ruhig an und lässt das Bein bewegen. Ein Hervor- oder Höhcrstehen eines Teiles ist oft ein wichtiges diagnostisches Zeichen. Durch undeutliche Bewegungen sind Täuschungen möglich, wie folgender Fall beweist: Ein Pferd war abends nach grösserer Tour nach Hause gekommen, nahm kein Futter auf und hatte geringes Fieber. Nach einiger Zeit schwankte es im Hinterteil, es waren Depressionserscheinungen zugegen. Der Besitzer glaubte, das Pferd bekomme schwarze Harnwinde. Andern Tags 39,5 Temp. An der Unterlippe war eine Wunde, als ob das Pferd das Maul bei einem Sturze aufgeschlagen hätte. Perkussion und Auskultationsergebnisse waren normal. Beim Herausführen schwankte das Tier so hochgradig mit dem Hinterteil, dass es zu stürzen drohte. Bewegung mit einem Hinterbein ergab deutlich hörbares Knacken im Hüftgelenk. Bei der Untersuchung durch den Mastdarm wurde rechts am Darmbein eine grössero Beweglichkeit walirgonommen. Diagnose: Beckenbruch. Bei der einige Zeit später stattfindenden Sektion wurde das Becken ganz normal gefunden ! Der Tod war durch eine andere Krankheit eingetreten.
Die Prognose ist sehr vorsichtig bis ungünstig zu stellen. Es sind Heilungen mit vollkommenem Erfolg beobachtet, aber dieses nur, wenn die Bruchonden nicht zu weit auseinanderweichen. Zunehmende abnorme Krupponform, die von Verschiebung der Bruchenden herrührt, ist ein schlimmes Zeichen.
Therapie: Einstellen in eine Gurte, eventuell noch Zusammenhalten der Beine durch Tücher. Wenn nach einiger Zeit die Verschiebungen der Bruchenden stärker werden, ist es nicht anzuraten, bei Pferden mit der Behandlung fortzufahren.
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Bruch des Backbeincs, Fractura femoris.
Litterat. ur: Gurlt, Zwei gebrooh. Obemhenkolb. b. Pf., andere beim Reh, Hund und Huhn. Gurlt u. Hertwig 1837, p. 165. Schrader, Schenkel-halsbruoh b. Pf, Tztl. Ztg. 1847, p. 186. Jounghousband, Schenkel-halsbruoh b. Ponny u. einer Kuh. The Vet. 1848, p. 499. Per. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 56. Lichte, Backbeinbr. b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 309. Godfroid, Bruch d. Backbeincs. Belg. 1856, p. 402. Ibd. 1856, p. 56. Dietrichs, Bruch d. Kopfes v. Backb. Gurlt u. Hertwig 1856, p. 402. S c h w e rd t f o ge r, Bruch d. Schenkelhalses. Sachs. Jhb. 1861, p. 123. Schwarz, Fraktur d. Backb. b. Pf. Tztl. Mitt. d. bayer.
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Bruch des Backbeines, Fractura femoris.
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C.-Tzsch. M, 1862, p. 163. B o a u t i 1 s , Bruch d. Oborsch. b. Schaf u. Ziege. Rcc. 1862, p. 177. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1862, p. 56. P r i et s c h , Oberschenkelbr. b. Jagdh. Sachs. Jlib. 1863, p. 90. Drosse, Fissur am Oberschenkel. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müller u. Rol. 1857, p. 152. Gurlt, Geheilter Oberschenkelbr. b. Pf. Gurlt u. Hartwig 1867, p. 10. Weber, Obersthenkelbruch b. Pf. Sachs. Jhb. 1872, p. 125. Hanzo, Fraktur d. Oberschenkelb. Mitt. a. d. tztl. Pr. Rol. u. Seh. 1878, p. 118. Johne, Geheilte Oberschenkelfraktur b. R. -Sachs. Jhb. 1885, p. 55. Brauer, Bruch d. Femur b. Fohl. Ihd. 1887, p. 101. Schreiber, Fractura cruris geh. durch Einschraub. ein. Zinnnagels. Münchn. m. Wochschr. 1887, p. 7.
Es ist zu unterscheiden a) der Bruch des Kopfes deaBaok-Leines, Fr. colli f. und b) der Bruch des übrigen Teiles, Fr. f. Brüche des Backbeinkopfes sind mir nur beim Pferde bekannt geworden. Es sind aber verhiiltnismässig wenige Fülle. Dietrichs berichtet und giebt eine Abbildung über folgenden Fall: Ein 4jähriges Pferd, das ohne Stollen auf nassem Pflaster ging, stürzte borgab am schworen AVagen und wurde von diesem gedrückt. Es konnte nicht mehr aufstehen. Nach einiger Zeit wieherte es, nahm Futter auf, kam vorne hoch aber hinton nicht. Ausserlich war keine Abnormität festzustellen, namentlich war kein Knarren bei der Schenkelbowegung. Lag das Pferd auf der Seite, so hing das obere Bein schlaff herab. Bei der Sektion fand man beide Gelenkköpfo zur Hälfte abgebrochen, die runden Bänder zerrissen, die Gelenkküpfe in der Höhle zurückgehalten. In den Gelenken war Blut. Hie Muskulatur in der Umgebung mit Blut unterlaufen. Godfroid fand bei einem Pferde, das seit mehreren Tagen hinten links hinkte, ein Ödem am Schenkel und Steifheit im Sprunggelenke. Am 11. Tage stürzte es und starb bald darauf. Bei der Sektion war der Backbeinhals gebrochen, der Gelonkkopf war in der Pfanne geblieben. Schwerdtfcger teilt mit, dass ein Pferd nach Ausgleiten und Stürzen kaum mehr gehen konnte, der Schenkel stand auswärts, erschien kürzer und an der Bruchstelle beweglicher. Keine Krepitation. Es trat Heilung ein, aber mangelhaft, mit nach auswärts gestelltem Bein. Das Pferd konnte Feldarbeit verrichten. Nach einem halben Jahr wurde es getötet. Bei der Sektion fand sich der Kopf des Backbeins gebrochen, grosso Kallusbildung in der Umgebung, das Bruchendo stand neben der Pfanne und hatte eine Vertiefung eingerieben. Schrader teilt mit, dass er ein Präparat besitzt vom Pferd, bei dem der gebrochen gewesene Golenkkopf des Back-beinos wieder angewachsen ist, allerdings unter grosser Kallusbildung. Es sind noch Angaben von Younghousband über Backbcinhalsbrüche beim Ponny und einer Kuh vorhanden, welche geheilt seien. Da aber
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Bruch des Backbeines, Fi-aotura femoris.
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ein Beweis hiefür nicht erbracht ist, sind sie nicht weiter verwertbar. Aus den angeführten Fällen scheint bestimmt werden zu können, dass die Fraktur des Grolenkkopf'es intra- oder extrakapsulär erfolgen kann. Hiedurch, sowie durch die Komplikation, ob das runde Band mit gerissen ist oder nicht, werden die Erscheinungen wesentlich verschieden. Bei der intrakapsulären Fraktur dieses Teiles ist beim Menschen festgestellt: Geringo Geschwulst, keine Sugillationen. Geringer Schmerz, anfangs geringe, später eine Zeitlang zunehmende Verkürzung. Krepi-tation entsteht nur wenn das Glied seine normale Lage hat, die Rotation ist geringer als normal und der Trochanter erscheint eingedrückt. Bei der extrakapsuläron Fraktur ist grosse Quetschung um den Trochanter, weit verbreiteter grosser Schmerz, sofort eintretende ziemliche Beinverkiiming, geringe Krcpitation, der Trochanter dreht sich nur um die Längsachse des Knochens und springt stärker hervor. Wenn auch die anatomischen Verhältnisse bei den Pferden wesentlich anders liegen, so halte ich diese den Chirurgien für Menschen entnommenen Angaben doch in Einzelfällen für so wertvoll, dass ich sie hier nicht missen wollte.
Die Prognose ist ungünstig. Therapie: Kühe. Hängegurte.
Bruch der übrigen Teile des Backbeines kommt nach der Litteratur ziemlich häufiger vor als der des Kopfes dortselbst und zwar bei verschiedenen Haustierarten.
Aetiologie: Es ist genannt beim Pferde: Plötzliches Abbrechen beim Werfen zum Zwecke der Kastration, das Tier machte am Boden liegend plötzlich einen grossen Ruck, wobei ein Krachen gehört wurde. Es ist somit die Fraktur durch die Kontraktion der Muskel entstanden, Weber. Durch einen Pferdeschlag auf die innere Fläche entstand Lahmgehen. Das Tier wurde 8 Tage in Ruhe gehalten, als es aber hierauf zur Arbeit verwendet wurde, brach der Knochen entzwei. Diese Fälle dos Eintritts einer Fissur und erst nachfolgendem Abbrechen treten namentlich an der Tibia auf. Auch der hier von Drosso angegebene Fall ist vielleicht die Tibia botreffend. Nach Hertwigs Angabe fand Greve diesen Knochen bei einer Kuh in 85 Stücke gesplittert. Die weiteren Ursachen sind nach Hort wig Schläge und Stösse mit dicken Knitteln etc., Stürzen oder Ausschlagen.
Klinisches Bild: Bei der Umgebung durch die enorme Muskulatur ist die Verschiebung der Bruchenden sehr bedeutend, der untere abgebrochene Teil wird zur Seite gerückt und je nach der Bruchrichtung erhält das Bein eine mehr oder minder starke Verkürzung und Rieh-
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Erkrankung' des grossen Darmbeinumdreliers etc.
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tung. Grosse Beweglichkeit, Krepitation, absolute Unmöglielikeit zu stützen ist bei vollkommenen Brüchen vorhanden. Die Erscheinungen, die bei Längs- und Condylenbrüchen eintreten, sind meines Wissens nicht besonders unterschieden.
Prognose: Sehr vorsichtig, ungünstig bis schlecht. Die Mehrzahl der Patienten geht verloren; bei denen, die einer Kur unterzogen werden und die heilen, tritt vielfach mangelhafte Vereinigung ein. Beim Pferde sind Heilungen nur beim Fohlen beobachtet.
Therapie: Bräuer hat beim drei Monate alten Fohlen, hei dem sich noch ein Abscess bildete und ein Stück vom Umdroher heraus eiterte, in zwei Monaten vollkommene Heilung erzielt, ohne Yerband nur durch Einstellen in die Gurte. Hanzo wollte ein 15 Monate altes Fohlen mit einem solchen Bruch in der Gurte halten, als aber solches nicht gelang, Hess er das Tierchen frei laufen und erzielte in zehn Wochen vollkommene Heilung, üurlt beschreibt ein mit Fraktur sehr gutquot; geheiltes Backbein von einem jungen Pferd, das nur etwas verkürzt war. Schwarz fand hei einem von dem oberen Umdreher durch das Mittelstück gehenden Bruch Verschiebung der Bruchränder, sehr grosso Kallusbildung, aber keine Heilung. Über geheilten Baokbeinbruch heim Rinde berichtet Johne, Beautiles hat heim Schaf und der Ziege Backbeinbruchheilungen erzielt durch Anlegung von Pechpflasterverband. Prietsch hat bei einem Jagdhund mit einfachem Querhruch des Backbeines einen Kleistervorband angelegt, den Hund in einen Kasten gebracht, in welchem das Tier nur liegen, aber nicht aufstehen, sich nicht einmal drehen konnte. Früh und abends wurde er heraus gehoben zur Defäkation. Nach 14 Tagen wurde der Verband entfernt, weil er sich gelockert hatte, es war jetzt deutliche Kallusbildung wahrnehmbar. Bei Fortsetzung der Behandlung heilte das Tier in vier Wochen. Es ist noch anzuführen, dass Schreiber beim Menschen, um die Verschiebungen durch Muskelzug zu hindern, bei bereits eingetretener Pseudarthrose den Knochen durchbohrte, einen Zinnnagel durchsteckte, mit Schrauben befestigte und dann sehr rasche Heilung erzielte,
Erkrankung des grossen Darmbeinumdreliers, grossen Gesiiss-imiskcls, gt;1. glutaeus niedins.
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Eigentliche Zerreissungen dieses griisston und dicksten Muskels des Hinterschenkels sind niciit bekannt, dagegen sind rberdchnungen und Quetschungen der sehnigen Anheftung sowohl oben wie unten
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Erkrankung des grossen Darmheinumdrehers etc.
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bekannt gegeben. Als Ursachen sind angegeben: Hängenbleiben des Hinterf'essels in der Halfterkette, Ausgleiten und Fallen, hastiges Parieren oder direkt durch Ilufschlägo.
Klinisches Bild: In frischen Fällen geringe Erscheinungen, etwas Schwollung, vermehrte Wärme, wenig Druckschmerz; in Entwickelteren Atrophie, Anschwellung der Selmo und der Umgebung des Gelenkes. Beim Gehen Schleppen der Hufzehe an der Erde, der Gang ist ge-
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Fig. 186. Stellung! bei Erkrankung oder Zerrcissung des M. glutacus medius.
spannt, die leidende Seite steht tiefer. Im Trabe entsteht unregol-mässigos Fortschleppen, ohne eigentliche Lahmheit, besonders im schweren Zuge deutliches Hervortreten, Kurztreten mit dem kranken und hauptsüchlichcs Schieben mit dem gesunden Bein. Das gesunde wird infolge der Überanstrengung struppiert, die kranke Hufzehe wird abgeschliffen.
Die Prognose ist vorsichtig zu stellen,
Therapie: Ruhe, Massage, subkutanes Brennen, Kochsalzinjektionen, Haarseile.
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Lähmung des grossen Gesiissmuskels etc.
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LiUiimiiig des grossen Gesässmuskels, iiusseren Darnibein-niiHlrehers, 31. glutaeus inaxhmis.
Litteratur; Roloff, Lähmung d. grossen Gcsiissmuskols b. Pf, Mitt. a. d. tztl. Tr. Müller u. Roloff 1874, p. 138.
Der Muskel endet seimig am unteren Umdreher des Backlieines, welches er streckt und nach aussen dreht. Koloff heohachtote Liih-
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F)g. 188. Stellung bei Zerroisenng oilei' Erkrankung des M. glutacua muximus.
mung dieses Muskels, plötzlich und ohne bekannte Ursache entstanden. Das Pferd trat mit dem kranken Bein weit mehr nach vorne als mit dem gesunden, der Huf war aber einwärts gedreht und der Schritt in der Richtung der Diagonale zum gegenüberstehenden Vorderfuss, die Kruppe war auf die andere Seite gedrängt, das Bein konnte nach rückwärts wenig gestreckt weiden, das Gehen war sehr schwer und dabei schleifte das Bein am Boden. Schmerzänsserungen fehlten. Allmählich trat Atrophie des Muskels und muldenförmige Vertiefung dortselbst ein. Keine Heilung.
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Zcrroissung des äusseren Darmschenkelbeinmuskels etc.
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Zerreissmig des äusseren Dannsfheukelbeinimiskels, Spanners der SclienkelMmle, 31. tensor fasciae latae.
Littoratur; Del wart, Belg-. 1862, p, 248. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1802, p. 53.
Der Muskel spannt die Schcnkolbinde und hilft den Unterschenkel nach vorne und auswärts ziehen. Dolwarfc sah Ruptur infolge Aus-gloitens und Stürzens. Das kranke Bein knickte beim Auftreten zu-
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Fig. 1^7. Stellung bei Erkrankung oder Xei-ms^ung (.(es M. tensoL1 fasciae latae.
sammen, das Hinterbein senkte sich und das Fcsselgelenk berührte den Boden. Im Verlaufe des Muskels war hie und da eine Lücke bemerkbar. Das Tier zitterte, hatte Fieber und starb. Bei der Sektion fand man die Muskelbiindel gezerrt, aufgelöst und die angrenzenden Par-tieen blass und wie gekocht aussehend. In einem zweiten Falle hat Dclwart Heilung beobachtet.
Lähnuing der Fasele dieses Muskels giebt ähnliche Erscheinungen. In einem von mir beobachteten Falle trat keine Ileihing ein, trotzdem mit Injektionen von Kochsalz, Massage und Elektrizität, Einreibungen, Haarseil und subkutanem Brennen behandelt wurde.
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Erkrankung der Sehne und Sehnenseheido des M. glutaeus medius. 843
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Erkrankung der Seltne und Sehnenscheide des M. glutaeus medius.
Litterat ur: Günther, Topogr. Myol. d. Pf., p. 201. Ronner, Gurlt u. Hortwig. Bd. XXXVI, p. 470. Moll. p. 191.
Günther sagt; Dio Pferde gehen lüeboi schief (wie die Hunde) nach der gesunden Seite hin und führen den Hintorsdicnkel wenig und um die Spannung zu vermeiden mit möglichst nach innen gerichtetem Kniegelenk vor. Möller giebt an, dass auch bei anderen Leiden ähnliche Bewegungen des Schenkels beobachtet worden können.
Ausgleiten der Aponeurose des iiusseren Kreuzsitzbeininuskels, Auswiirtszielier des Schenkels, M. biceps fenioris.
L i 11 e r a t u r: Hering, Ausweichen d. äuss. Krcuzsitzbeinm. b. R. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1849, p. G8. (S. a. dessen Optlehre. u. Litteraturang.) Meyer, Verschiebung des Auswärtszichers d. Sehenkelb. b. R. Gurlt u. Hertwig 1850, p. 7G. Kroutzor, Durohsohneidung d. äuss. Kreuzsitzbm. d. Scb. b. Ochs. C.-Ztg. f. Vet.-Wiss. 1855, p, 44. S 6. r r e 8, Abschncid. d. äuss. Kreuzsitzheinm. Toul. 1857, p. 51. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk.
1857,nbsp; p. 60. Eletti, Ausgleiten d. äusser. Kreuzsitzbeiniu. b. Pf, Mail,
1858,nbsp; p. 262. Ibd. 1858, p. 56.
Die Anatomie des genannten Muskels ist beim Rinde wesentlich von der beim Pferde verscliiedcn. Aus diesem Grunde weist auch schon Hering die Angabe Elotti's, dass ein Pferd mit der hier in Frage kommenden Abnormität behaftet war, zurück. Der betreffende Muskel hat auf den Umdrehcrn des Backbeines einen grossen Schleimbeutcl, die ihn überziehende Aponeuroso ist an dieser Stelle locker. Es ist dadurch möglich, dass sich diese Partie hinter dein Umdroher festhakt. Magere Tiere mit spitzigem Hintorteil und abschüssiger Kruppe sind disponiert.
Klinisches Bild: Vielfach ist schon bei noch gosundon Tieren bei jedem Tritt ein Hin- und Horschnnppen der Aponeuroso bemerkbar. Sobald der Teil aber total gefangen ist, entsteht ein eigentümliches Hinken, das Bein bleibt zurück und wird steif, mühend, nach ausson und vorwärts bewegt, dio Spitze der Klaue schleift auf dem Boden und zieht dortsclbst Furchen. Das Tier vermag nur schwer über eine Schwelle zu steigen. An der betroffenen Stelle ist eine Vertiefung, und eine strangartige Härte verläuft von dem Hüftgelenk nach der Kniescheibe.
Prognose: In nicht seltenen Fallen erfolgt ein spontanes Rückgehen der gefangen gewesenen Aponeurose. Weitaus in der Mehrzahl
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Dislokation der mittleren Portion des oberen vorderen Astes etc.
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tritt dies aber nicht ein. Die Heilung ist auf einfache Operation leicht zu erreichen.
Therapie: Subkutanes Durchschneiden der betreffenden Partie. Das erkrankte Tier wird stehend operiert und mittelst eines Seiles oder mit Hilfe einiger Mann an eine Wand gestellt. Circa 5 cm. unter und etwas vor dem Trochanter wird die Haut auf der gespannten Stelle einige Quadratcentimeter rasiert und desinfiziert, sodann mit einem starken, spitzen, gebogenen Tenotom eingestochen und der ange-spannto Strang quer vollständig durchgeschnitten. Die Wunde wird genäht und mit Jodoformkollodium verschlossen. Man hat auch eine Hohlsonde unterschoben und auf dieser durchgeschnitten oder das Messer eingestochen und das Tier dann einige Schritte machen lassen. Diese Künsteleien sind aber überfliissm'.
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Dislolüit ion der mittleren Portion des oberen vorderen Astes des
Kreuzsitzbeinmuskels des Selieukels. (Langer Auswärtszieher des
Unterschenkolbeines.) Muse, biceps femoris.
L it t e r a t u r : Strcbol, Schweiz. Areh. 1891, p. 1.
Diesen sehr seltenen Zustand beschreibt Strebel folgendermassen: Ein 4 jähriges Pferd wurde morgens im Stalle derart lahm angetroffen, dass es keinen Schritt machen konnte, so dass der Besitzer glaubte, es sei ein Bein gebrochen. Strebel untersuchte nach ca. 7 Stunden. Das Pferd stellte das rechte Hinterbein kaum auf den Boden und hielt dasselbe auffällig nach rück- und leicht nach abwärts. Aussen am Schenkel etwas über der Mitte des Backbeines war eine plattrundliche Goschwulst, dieselbe war straff, knorpelhart, aber nicht heiss oder schmerzhaft und hatte Ähnlichkeit mit einem Knochenstück. Der Knochen war aber deutlich unverletzt. Drückte man mit der Hand die Geschwulst etwas energisch nach hinten und einwärts, so konnte man dieselbe fast bis zum Oberschenkelbein zurückstossen, aber sobald der Gegendruck nachliess, schnellte auch fast gleichzeitig die Geschwulst wie von Federkraft getrieben wieder in die vorherige abnorme Lage. Dieses dislocierte, wie Strebel glaubt, krampfhaft kontrahierte Stück war die mittlere Portion des oben genannten Muskels. Das Pferd war nicht im Stande, vorwärts oder seitlich zu schreiten, konnte aber einen Schritt nach rückwärts machen. Solange Strebel die dislocierte Partie mit der Hand an die normale Stolle drückte, konnte das Pferd auch vorwärts gehen, sobald er losliess, schnellte die Partie an die falsche Stelle, und das Pferd konnte nicht weiter. Nach längcrem
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Zerroissung des äussoren dicken Schenkelmuskels etc.
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Drücken und gleichzeitigem Bewegen Hess der Krampf allmählich nach, die Muskelpartie ging langsamer an die falsche Stelle, nicht mehr schnellend, das Pferd konnte allmählich traben, die betreffende Muskelpartie blieb dann auch im Schritt 3040 Schritte an ihrer normalen Stelle und wich dann erst wieder aus, um aber von selbst wieder zurückzukehren. Strebel Hess nun auf diesen ersten Erfolg das Pferd häufig und rasch bewegen und den Schenkel frottieren. Die Heilung erfolgte in 5 Tagen.
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Fifj. ns. Stollang bei Erkrankung oder Zerreissang delaquo; M. vastas externus.
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Zerreissung des iiussemi, dicken Schenkelmuskels, Backschenkellaquo; beinmuskels, M. vastus externus.
Litteratur; Koloff, Mitf. a, d, tztl. Pr. Müller Ü. Roloff 1S74. p, 138.
Aetiologie: Ein Pferd ist auf gefrorenem Boden in ein tiefes Geleise eingetreten und derart festgeklemmt worden, dass das Bein mit der Axt ausgehauen werden musste.
Klinisches Bild; Sofort grosses Lahmgehen, das linke Hinterbein wird Hektiert gehalten und bei jedem Schritt knickt im Momente der Gewichtsaufnahme das Bein zusammen, besonders im Knie und Sprunggelenk. Bei passiver Bewegung und auf Druck sind Schmerz-äusserungen zugegen. Nach einigen Tagen erfolgte 8 Zoll tiefe Ein-
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Akute Atrophie, Myositis der Auswärtszieliergruppe.
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Senkung an der Rupturstelle. Das Tier lag in den ersten Tagen sehr viel, so dass muldenförmige Einsenkung entstand. Das Bein wurde am Boden geschleift, die Kruppe war auf die andere .Seite gedrängt, der Rumpf hauptsächlich mit den zwei in der Diagonale stehenden Beinen getragen. Nach 3 Wochen versuchte das Pferd das Bein etwas zu gebrauchen, nach 2 Monaten konnte es etwas stützen, nach 3 Monaten war es geheilt. (Ich habe hiebei Stellung gesellen, wie in Fig. 138 angegeben ist.)
Therapie: Ruhe, wie im vorigen Falle.
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Akute Atrophie, Myositis der Auswiirtsziehergruppe.
Muse, biceps femoris.
Littoratur: Wilhelm, Sachs. Jhb. 1881, p. 114.
Ohne bekannte Ursache beobachtete Wilhelm rechtsseitige Erkrankung dieser voluminösen Muskelgruppe beim Pferde. Massiges Fieber, krampfhafte Empfindlichkeit an der Kruppe rechtsseitig. Reiben, Stampfen, selbst anhaltendes Schlagen, öfteres Niederlegen, Beissen an der betreffenden Stelle, periodisches Zittern und etwas vermehrte Wärme. Nach 8 Tagen wurde das Pferd ruhiger, aber die Muskulatur wurde schlaff und schon nach 14 Tagen war auffällige Atrophie vorhanden. Die Bewegung war nur wenig gestört. Nach 3 Monaten war Heilung eingetreten. (S. p. 843 u. 844.)
Therapie: Intraparenchymatöse Reizungen durch Injektionen, reizende Stoffe, Haarseile, Glüheisen oder Ätzmittel.
Entzündung oder Zerreissung lt;ler Kniescheibeiimuskcln und der
geraden Bänder.
Littoratur; Moyer, Zerreissung sämtlich. Knicsohaibennuiskeln u. d. Unter-sohonkelstreoker! Muse, rectus fumoris, vastus externus et internus b. R. Gurlt u. Ilertwig 1851, p. 7G. Ilollmann, Zerreiss. d. M, rectus femoris b. 11. Gurlt u. Ilertwig 1855, p. 203. Haubner, Grosse Verletzung d. äuss. gerad. Solicnkolm. M. rect. fern. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 5G. Voigt-lander, Zerreissung d. geraden Kniescheibenbänder b. Ochs. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 57. V o i g 11 ä n d e r , Dasselbe b. ein. Ochs. Ibd. 1863, p. 66. Lees, Entzündung d. Muse, quadrioeps f'etn. b. Pf. The vet. 1888, p. 390. Jhb. 1888, p. 139.
Haubner teilt mit, dass bei einem Pferde, welches durch Gabelstich dortselbst eine Verwundung erhalten hatte, zu starke Beugung zwischen Back- und Schenkelbein eintrat, das Becken war herabgeneigt und knickte bei der Bewegung ein. Das Tier konnte aber eingespannt
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Entzündung oder Zorreissung- der Kiuesoheibcnmuskel etc.
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zu leichtem Dienst vorwendet werden und heilte allmählich. Lees beohachteto Entzündung dos Muse, quadriceps, wodurch das Pferd nicht rückwärts treten konnte. Beim llinde sind viel hedeutendere Erscheinungen beobachtet worden: llollmann teilt mit, dass bei einer Kuh durch einen Hornstoss von einer anderen die sämtlichen Unter-schenkelstrecker (M, rectus femoris, vastus externus et intornus) rissen. Das Tier war gänzlich unvermögend den Schenkel und das Knie zu strecken, an der betroffenen Stelle war eine über (i Zoll lange tiefe Lücke fühlbar. Ilollniann beobachtete nllmähliches Zorreissen des M. rectus femoris durch vorangehende Myositis. Eine Kuh war seit mehreren Tagen lahm, sie hielt den Rücken gekrümmt und konnte nur mit Mühe über eine Schwelle steigen. Es war nirgends Schmerz oder Anschwellung. Nach 3 Wochen erfolgte beim Aufheben des Beines ein vollständiges Geradestellen des Beines nach hinten und die Achillessehne wurde gefaltet (ähnlich wie bei der Zorreissung des Tibialis). Nach einigen Monaton wurde das Tier geschlachtet und llollmann fand am genannten Muskel zwei grosso Stollen mit krankem Gewebe, der Muskel war verfettet, schlaff und atrophisch.
ITher Z e r r e i s s u n g c n der geraden Kniescheiben-b an der berichtet Voigtländer: Ein Ochse war gefallen und unvermögend aufzustehen, es trat grosso Entzündung am Kniegelenk ein, das Bein wurde gebogen gehalten und es war unmöglich, dasselbe zu strecken. Die geraden Bänder der Kniescheibe waren locker. Das Tier wurde geschlachtet und die Diagnose bestätigt. Ein zweiter Fall betrifft eine Kuh, welche beim Aufspringen auf eine andere plötzlich erlahmte, Es war seit 14 Tagen fast gar kein Gebrauch des Beines möglich, der Schenkel wurde nach vorwärts gestreckt gehalten, am Knie war eine grosso schmerzhafte Geschwulst und in dessen Tiefe ein harter beweglicher Gegenstand, der auf Druck Schmerz verursachte. Auch dieses Tier wurde geschlachtet und man fand die Knieseheibe nach aussen gewichen und das innere und mittlere gerade, sowie das innere Seitenband abgerissen.
Prognose: In gcringgradigeu Fällen kann bei sofortiger zweck-mässiger Behandlung Heilung eintreten.
Therapie: Möglichst absolute Buhe durch Einstellen in eine Gurte, sorgsame Behandlung event, vorhandener Wundon. Da Inimobilisierungsverbände an dieser Stelle nicht anzubringen sind, so empfiehlt es sich, intraparenehymatöso Kochsalzinjoktionon 10%ig, subkutanes Feuer, Ätzmittel oder Haarseile anzuwenden. Bei Ruptur der geraden Muskeln ist keine Aussicht auf AViederherstelhini;.
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848nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Lähmung dor Kniesciheibomnuskoln.
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Lilhniuiig der Knicscheibenmnskcln.
Litterat laquo;r: Roloff, Lähmung der 4 Muskeln, die an die Kniescheibe gehen. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müll. u. Rol. 1871, p, 155. Haclcbarth, Dasselbe. Ibd. 1877,78, p. 28. Möller, Arch. f. wiss. u. pr. Thk. Bd. II, p. 804 u. klin. Diagnostik. IF. Aufl, p. 200.
Möller ist dor Ansicht, dass dieses Leiden sowohl von der betreffenden Muskulatur wie vom Nerv, cruralis ausgehen könne.
Aetiologie: Es sind Lokalerkrankungen an einem Bein beobachtet, lloloff sah das Leiden an einem Bein auftreten, nachdem das Pferd drei Stunden an einem leichten Wagen gegangen war. Ilack-barth beobachtete, dass ein Pferd durch Arbeit in einem Göpel an diesem Leiden beiderseits erkrankte und heilte, aber später durch dieselbe Thätigkeit nur an einem Hintorbein das Leiden bekam. Möller führt an, dass namentlich die Iläinoglobinämie auch diesen Zustand erzeugt.
Klinisches Bild: Der Schenkel ist ausser Stand die Kürperlast zu stützen. Beim Versuche, den Fuss zu belasten, bricht derselbe im Hüft-, Knie- und Sprunggelenke zusammen. Knie- und Sprunggelenk sind stark gebeugt und der Fessel tiberkötet. Möller. In dem von Boloff beobachteten Falle konnte das Pferd plötzlich nicht mehr gehen und nur mit Mühe machte es noch 200 Schritte in einen Stall, Das Pferd war hochgradig aufgeregt, ängstlich, aber fieberlos, nach einiger Zeit bekam es Appetit. Es konnte den betroffenen Fuas nicht vorsetzen, zog ihn im Gange mühsam nach und schleifte die Zehe über dem Boden. Knie- und Sprunggelenk knickte sofort zusammen, wenn sich das Pferd zu stützen suchte, so dass auf den ersten Blick die Meinung entstehen konnte, der Knochen sei gebrochen. Schon nach 12 Stunden war aber Besserung und in 24 Stunden vollständige Heilung eingetreten. Hackbarth teilt mit, dass der Patient nach 20 Minuten bereits am Güpel zusammenbrach und auf einer Schleife in den Stall gebracht werden musste. Nach 35 Stunden konnte das Pferd aufstehen und nach 10 Tagen war es so hergestellt, dass es arbeiten konnte. quot;Wieder im Güpel verwendet ging es nach einem halben Tag hinten links hochgradig lahm und bald war es dort total gelähmt. Sobald das Pferd stützen wollte, knickte es in allen Gelenken zusammen, dabei war in der Gegend des Kniees grosse Anschwellung und Wärme. Dieser Zustand blieb und nach 10 Wochen war eine derartige Atrophie der Kniescheibenmuskel eingetreten, dass an Stelle derselben nur noch eine
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Lähmung der Kniescheibenmuskeln.
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Hautfalte war. Das Pferd sollte getötet werden. Auf sogleich mitzuteilende Mittel erholte sich das Pferd jedoch in Bälde.
Prognose: Dieselbe ist vorsichtig zu stellen. Es ist möglich, daas das Leiden in kurzer Zeit, sogar schon nach Stunden in Heilung übergeht, aber auch dass es chronisch wird mit Atrophie der Muskeln.
Therapie: Die Muskeln müssen womöglich zur Thätigkeit angeregt werden. Einstellen in eine Gurte. Anwendung von entleerenden und schweisstreibenden Mitteln. Erzeugung besserer Ernährungsverhältnisse. Hautreize, Einreibungen, Maaeage, Elektrizität. Anfangs Injektion von Pilocarpin und Eserin. In dem chronischen Falle mit Muskelschwund wandte Hackbarth Injektionen an von Strychnin nitr. 1, Glyc. 5, Spir. vini. 25, täglich einmal eine Spritze voll. Es entstanden zahlreiche kleine Abscesse. Schon nach 8 Tagen war Besserung und nach 4 Wochen Heilung eingetreten. Durch Erkrankung des Gleichbeines soll Stelzfuss entstehen, welcher durch Abschneiden des Aufhängebandes geheilt werden könne.
Möller weist namentlich darauf hin, dass hauptsächlich bei Hämo-globinämie die Lähmung des M. quadriceps oder dessen Nerven, des N. tibialis, die bekannte oft als erstes Symptom auftretende Erscheinung oder die als Nachkrankheit bekannte Lähmung erzeuge. Müller sagt: Mit dem Nachlassen der Thätigkeit des Quadriceps femoiis nimmt das Kniegelenk eine Beugestellung ein. Die Verkleinerung des Kniewinkels hat eine Beugung im Sprunggelenk und damit Plantarflexion der Phalangen notwendig zur Folge. Der sogenannte knickende Fesselstand tritt als erste auffällige Erscheinung der in Hede stehenden Krankheit hervor, während das Unvermögen der Muskeln sich zu kontrahieren die Unfähigkeit der Tiere, sich vom Boden zu erheben erzengt. Ferner erklärt Müller, dass durch Lähmung des Nerv, crural, dieselben Erscheinungen erzeugt wurden. Die Erkrankung dieses Nerven könne aber nicht befremden, weil derselbe durch die erkrankten Muskeln hindurchgehe und somit zur seeundären Erkrankung dadurch hinreichend Gelegenheit sei. Die Erklärung Möllers, die in der bestimmten Form vorgetragen gewiss sehr viel Bestechendes hat, scheint mir aber deshalb nicht ganz einwandsfrei, weil es sich bei der Lähmung um einen Erschlaffungszustand handelt. Bei der Hämoglobinämie sind jedoch einzelne Muskelpartieen bretthart. Dieselben sind krampfartig kontrahiert. Auch sind nach meinen Beobachtungen die Erscheinungen des Anfangs der Hämoglobinämie mit der gebeugten im Fessel knickenden Stellung, wie sie in Fig. 139 wiedergegeben sind, anders als bei den später auftretenden allgemeinen Lähmungszuständen, denn in letzterem
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Hoff mann, Tienirztlichc Chirurgie.
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Lähmung der Knieschcibenmuskeln.
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Falle sind die Extremitäten nicht in Beugestellung, sondern sie hängen beim hochgezogenen Pferde einfach herab. Lähmungszustünde können auch nicht so rasch geheilt werden wie Krampfzustände. Bei den leichteren Graden der Hämoglobinnmie kann in ein- bis zweimal 24 Stunden alles vorüber sein, während Lähmungen als schwer heilbare chronische Übel bekannt sind.
Therapeutisch verwende ich seit längerer Zeit in den Anfangsstadien der Hämoglobinämie die seither gebräuchlichen drastischen
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Fig. 180. Pferd mit Hiimoglobiniimie. Liilmiung der Knicsclieiben- oder Krampf der Ileugenmskcln
Entleerungmittel: Escrin, Aloe- und Hunjadywassereingiisse. Frot-tationen und Hautreize lasse ich aber vollständig hinweg, bedecke dagegen mit feuchtwarmen doppelten Wolldecken und gebe Morphiuminjektionen. Die Erfolge sind bis jetzt ganz befriedigend. Dass im späteren Stadium, wie Möller sage, als Nachkrankheitquot; die Hämoglobinämie in Lähmung übergeht, bleibt unbestritten. Die SchwierigkeU eine derartige Lähmungquot; zu heilen, ist aber auch allgemein bekannt. Es handelt sich bei einer solchen in der Regel um beiderseitige Erkrankungen der Hinterextremitäten, somit um centrale Störungen am Rückenmark. Über die Behandlung derselben ist auf die spezielle Therapie zu verweisen.
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Zerreiss. d. Unterschenkel- u. Wadenbeinzwischenknochenbandes.
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Zerreissnng des Unterschenkel- und Wadenbeinzwischenknochen-bandes. Lig, interosseum tibiae et fibulae.
Litteratur: Behnke, Gurlt u. Hertwig 1846, p. 82.
Aetiologie: Ein Pferd war aus Widerspenstigkeit mit dem Reiter über einen Zaun gesetzt und plötzlich stocklahm geworden, so dass es auf 3 Beinen hüpfte. Nach 3 Tagen war der Zustand noch ebenso, das Tier konnte nicht aufstehen und erhoben trat es nicht auf das Bein, die Muskeln des Unterschenkels waren geschwollen, vermehrt warm, schmerzhaft, im Hüftgelenk nach allen Seiten beweglich, die Extremität sonst steif. Das Tier wurde getötet und man fand das genannte Band in der ganzen Länge gerissen, die Fibula bildete einen zpitzen Winkel mit der Tibia, stach in die Muskeln und um sie war eine grosse Menge gelbsulziger Masse.
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Chronische Kniegelenkentzttndung beim Pferde.
Litteratur; Seh rader, Gurlt u. Hertwig 1860, p. 145. Cajory, Kniegelenkwassersucht. Mitt. a. d. tetl. Pr. Müller u. Iloloff 1867, p. 149.
Schrader beschreibt das Leiden folgendermassen: Steifere Haltung des Beines im Stehen, Unbeweglichkeit des Gelenkes beim Gehen. Das Pferd ist fast nicht im Stande über eine Schwelle zu gehen. Beim Zurseitetreten entstehen zuckende Bewegungen wie beim Spat, aber beiderseitig. Bei Aufheben, namentlich Beugung nach innen, tritt grosse Schmerzhaftigkeit auf, das Leiden führt schliesslich zur granulierenden Gelenksentzündung, Cajory giebt an, dass im Glatzer Gebirge bei jungen nicht über vier Jahre alten Pferden die Krankheit häufig auftrete. Am Anfange sind die Erscheinungen nur gering, am Knie entsteht eine weiche rundliche Geschwulst ohne Entzündung, es ist kein oder nur wenig Druckschmerz zugegen, der Gang ist etwas gespannt, die Tiere liegen viel und treten ungerne hin und her, sie berühren nur allmählich den Boden mit dem Huf, ähnlich als ob ein Beinbruch vorhanden wäre, das Bein schlottert hin und her und zuletzt können die Tiere nicht mehr gehen. Lokal ist der Schmerz gering. In der Regel tritt das Leiden beiderseitig auf. Cajory sah es oft plötzlich nach der Druse entstehen.
Die Prognose ist misslich.
Therapie: Bähungen, Einreibungen, Eröffnungen sind zwecklos. Am besten wirkt noch eine kräftige Scharfsalbe.
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852nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Verrenkung der Kniescheibe.
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Verrenkung der Kniescheibe, Luxatio patellae.
Litteratur: Godwin, Spontane Kniescheibenluxation b. Pf. The Vet. 1844. C.-Aroh. f. ges. Vet.-Wiss. 1845, p. 494. Gloag, Luxat. der Kniescheibe b. Pf. The Vet. 1848, p. 194. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 69. Lafosse, Ramm, Kampf, Krampf. Journ. vet. du Midi 1848, p. 481. Ibd. 1849, p. 68. Richter, Kniesoheibenverrenkung b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 304. Meyer, Ramm u. Luxation. Ibd. 1851, p. 313. So hl eg, Rampf. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 90. Doctor, Luxat. a. Hinterknie. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk, 1860, p. 11. Schutt, Kniescheibenverrenkung b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1860, p. 46. Beranaud, Luxat. d. Kniescheibe b. Pferd. Toul. 1861, p. 253. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 55. H a u b n e r , Kniescheibenverrenkung. Sachs. Jhb. 1862, p. 45. A m m on, Kniescheibenvorronk. b. Pf. Hdb. f. Pferdeärzte 18G2, p. 128. Kohl er, Verrenk, d. Kniescheibe b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1863, p. 240. Seh leg, Verrenkung d. Kniescheibe b. Pf. Sachs. Jhb. 1863, p. 39. Roloff, Verrenkung d. Kniescheibe. Mitt. a. d. tztl. Pr. Rol. u. Schütz 1870, p. 154. Voigtländer, Verrenk, d. Kniescheibe b. Pf. Sachs. Jhb. 1873, p. 63. Harms, Dislokat. d. Kniescheibe b. d. K. Jhb. d. K. Tzsch. Hann. 1874. Moeus, Unvollst. Luxat. d. Kniescheibe. Bull. belg. Jhb. 1886, p. 137. Ryder, Luxat. d. Kniescheibe b. Pf. The Vet. 1885, p. 446. Jhb. 1885, p. 103, 107. Violet, Ramm b. Küh. Lyon. Journ. 1885, p. 1, 57, 281. Jhb. 1885, p. 103, 107.
Die Verrenkung der Kniescheibe ist beim Pferde ein nicht seltenes Leiden. Auch beim Rinde kommt die Krankheit, aber jedenfalls sehr selten, vor. Violet behauptet zwar, aber ohne einen einzigen Spezial-fall als Beweis anzuführen, dass bei trächtigen Kühen, die fortwährend im Stalle gehalten sind, die Verrenkung häufig vorkomme. In der Litteratur habe ich nur einen Fall gefunden, mitgeteilt von Harms. Die oben angeführten Angaben von Doctor und Prietsch, Luxation der Kniescheibe bei der Kuh, sind Luxationen der Tibia. Selbst habe ich ebenfalls beim Rinde noch keine Kniescheibenluxation gesehen. Bei Schafen, Schweinen, Hunden und Katzen ist die Luxatio patellae aus anatomischen Gründen unmöglich, weil von den geraden Bändern nur das mittlere vorhanden und zudem die Kniescheibe verhältnismässig sehr klein ist.
Da Sektionen selten sind, Versuche sehr schwer durchführbar wären und über diese Sorte der Verrenkung meines Wissens fehlen, so ist der Vermutung und den sogenannten akademischen Erklärungenquot; das Feld ziemlich unbestritten überlassen worden.
Man nimmt an: Dass die Kniescheibenverrenkung stattfinden kann: a) nach aussen, b) nach innen, und c) nach oben. Letztere Verrenkung heisst auch Ramm, Rampf oder Krampf. Meyer hat
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1852 über Ramm und Kniescheibenverrenkung eine grosse Abhandlung geschrieben und er kommt hiebei zu der Behauptung, class schon Ve-getius den Ramm beschrieben habe, ebenso Bürger 1830, dass Vatel 1829 den Ramm mit der Verrenkung verwechsle, Gurlt jedoch einen Unterschied zwischen Ramm und Verrenkung gar nicht kenne, Dietrichs ein mangelhaftes Verständnis für die Sache besitze, bei Hering grosse Unklarheit herrsche, Vix zwar wohl etwas besser sei, auch Hertwig, doch sei auch letzterem die Sache noch unklar. Meyer entwickelt dann: Ramm ist eine Verrenkung nach oben, er ist keine vollkommene Verrenkung, sondern ein Festhaken der Kniescheibe auf dem inneren Rollhügel des Femur. Knie- und Sprunggelenk sind gestreckt und stehen so fest, dass sie durch Menschenhand nicht gebeugt werden können. Die Angaben Meyers sind mit Fällen belegt, #9632;welche aber seine Ansichten nicht stützen. Was hier als Ramm vorgeführt ist und seitdem unbestritten in die Lehrbücher überging, erinnert sehr an die sogenannte vertikale Stellung der Patella beim Menschen, indem dieselbe auf einen Rand des Condylus kommt, ihre Flächen statt nach vorn und hinten nach innen und aussen kehrt, zuweilen sogar umkippt, so dass die Gelenkfläche nach vorne sieht. Die anatomische Einrichtung ist beim Pferde auch derart, dass ein Festhaken innerhalb des Gelenks auf der inneren Kniescheibenrolle kaum denkbar ist. Meine persönlichen Erfahrungen stimmen auch nicht damit überein, dass bei den als Ramm bezeichneten Erscheinungen die Kniescheibe nach innen und oben verrenkt ist, sondern ich habe sie bei diesem Feststellen des Beines mehrmals aussen gefunden.
Nach dem thatsächlich Beobachteten ist folgendes zu unterscheiden: 1) Die sogenannte freiwillige, idiopathische oder spontane Kniescheibenverrenkung. Schleg teilt folgendes mit: Bei einem zweijährigen Pferde waren ohne bekannte Ursache eines Morgens an beiden Hinterbeinen die Kniescheiben verrenkt. Bei jedem Tritt, den das Pferd machte, schnappte beim Aufheben des Beines die Kniescheibe heraus, beim Niedersetzen wieder ein. Dies war jedoch nur am Anfange der Bewegung der Fall, war das Pferd 510 Min. bewegt, so hörte das Herausschnappen auf, war jedoch .andern Tages wieder vorhanden. Das Leiden bestand über ein halbes Jahr. Haubner hat bei einem 4jährigen Hengt beobachtet, der wegen eines Hodensackdarmbruches operiert war und 10 Tage lang zwischen engen Latier-bäumen stand, damit er sich nicht niederlege, dabei aber von einer Gurte nicht gestützt wurde, dass nach dem Herausnehmen bei jedem Schritt und an jedem Hinterbein die Kniescheibe freiwillig heraustrat.
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854nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Verrenkung der Knieseheibe.
aber nicht festhakte, sondern sofort wieder einschnappte. Es trat wieder vollkommene Heilung ein. Es sind hier zwei Fälle, in denen die sogenannte freiwillige oder idiopathische Verrenkung beiderseitig durch längei-e Zeit bestehend beobachtet ist, ohne dass ein Steifwerden des Beines eintrat. Es sind aber auch andere Fälle vorhanden: Eoloff hat bei einem 6 jährigen Pferde beiderseitige Kniescheibenverrenkung beobachtet. Dieselbe trat zuerst links dann auch rechts auf. Das Tier fing mit dem Hinterteil an zu schwanken und konnte den Schenkel plötzlich nicht mehr beugen. Diese Erscheinung trat bald links, bald rechts auf oder beiderseitig zugleich, oft im Tage mehrmals, besonders wenn das Pferd zur Seite gedrängt oder umgekehrt werden wollte. Die Einrenkung der Kniescheibe trat während des Gehens stets von selbst ein und im Ruhezustand war manchmal deutlich sichtbar, dass die Kniescheibe nur infolge krampfhafter Kontraktur durch den inneren und äusseren dicken, geraden Schenkelmuskel in die Höhe gezogen und dann mit ihrem unteren Rande über der inneren Rollenerliabenheit des Femur festhakte. Wollte man künstlich einrenken, so trat krampfartige Bewegung des steifen Schenkels nach hinten ein und das Tier wurde dabei so unruhig, dass es zu fallen drohte. Subkutane Morphiuminjektionen besserten den Zustand in den nächsten 8 Tagen und allmählich erfolgte Heilung. Voigtländer teilt über ein 4jähriges Pferd mit, dass dasselbe schon längere Zeit hinten auffälligen Gang besitze. Nach einigen Schritten ganz regelrechter Bewegung erfolgt plötzlich eine steife Haltung und eben solche Führung des einen oder anderen oder beider Hinterbeine. Bei dem mit solchen gestreckten Beinen nach rückwärts gehenden Tiere konnte man das Ein- und Ausschnappen der Kniescheibe deutlich sehen. Die Kniescheibe ging in der Ruhe stets von selbst zurück, wollte man das Bein aufheben um sie zu reponieren, so erfolgte stets grosse Steifigkeit des Beines.
Hier sind zwei Fälle mit idiopathischer, beiderseitiger Kniescheibenverrenkung mit Krampfzuständen, also mit Steifwerden des oder der betroffenen Beine.
2) Die durch Trauma entstandene Luxation der Kniescheibe, welche nur einseitig vorkommt. Es ist mitgeteilt, dass dies beim Überschreiten eines Grabens geschah. Die Erscheinungen, die hierauf eintreten, sind ähnlich den genannten, a) entweder mit einem Krampfzustande der Kniescheibenmuskel verknüpft oder b) die Kniescheibe ist verrenkt und das Tier geht mit mehr oder weniger Störung. In der Regel wird das Bein nicht so weit nach vorne geführt wie das
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Verrenkung der Kniescheibe.
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gesunde, es wird nicht so hoch erhoben, die Beugung des Knie- und Sprunggelenks ist vermindert, der Huf wird etwas tappend aufgesetzt, die Form des Kniees ist abgeändert, die Kniescheibe kann zur Seite sitzend gefühlt werden und es ist eine Spannung des Muse, vastus externus zugegen, auch der Spanner der Schenkelbinde ist stark zusammengezogen. Verrenkungen der Kniescheibe über die innere Rolle ist von Kohler und Pasturean beschrieben.
Die Prognose ist vorsichtig zu stellen. Sie ist bei beiderseitiger spontaner Luxation, gleichviel ob sie mit einem Krampfzustande verknüpft ist oder nicht, ziemlich günstig, weil das Leiden nach einiger Zeit (Monaten) regelmässig geheilt ist. , Die Prognose ist bei einseitiger Luxation mit Krampfzustand ebenfalls ziemlich günstig; denn sobald sie gehoben ist, hört auch der Krampf auf. Luxationen, die ohne Krampf bestehen, sind in der Regel älter. Hier ist der Zustand habituell geworden und wenn auch eine Reposition erfolgt, die Luxation tritt doch wieder sofort ein und das Tier ist unheilbar und bleibt nur für beschränkten langsamen Dienst verwendbar.
Therapie; Die spontane beiderseitige Luxation der Kniescheibe bedarf keiner mechanischen Hilfe, das Einrichten erfolgt immer von selbst, für die Retention erscheint zweckmässig, Scharfsalben an der Umgegend der Kniescheibe aufzutragen und die Betroffenen einige Wochen in eine Gurte zu stellen. In Krampfzuständen, hei denen das Bein steif gestellt ist, erfolgt nach dem Nachlassen des Krampfes die Einrichtung entweder von selbst oder sie geschieht dann sehr leicht. Injektionen von Morphium sind hiegegen anzuraten, von Richter ist vorgeschlagen, Einreibung von Terpentinöl zu machen und das Tier einige Tage ruhig stehen zu lassen. Für die direkte Reposition der Kniescheibe ist angeraten, dieselbe mit der Hand einzudrücken. Anderseits besteht die Behauptung, dass bei steif gestelltem Bein die menschliche Kraft nicht ausreiche, um die Kniescheibe einzurenken. Ich muss dem widersprechen, denn es ist mir einmal gelungen, ohne jedes Hilfsmittel eine aussen sitzende Kniescheibe am steif gestellton Bein zu reponieren und augenblickliche Beweglichkeit, sowie dauernde Retention zu erzielen. Auch Richter beschreibt, wie man sich dabei anzustellen habe: Ist es der linke Hinterfuss, so wird der Fessel mit der rechten Hand ergriffen, mit der linken Hand gegen das Kniegelenk gestützt, dann mit der rechten Hand das Bein so hoch wie möglich gehoben und nach vorne gezogen und das Tier durch einen Gehilfen zum Vorwärtsgehen oder Springen veranlasst. Geht es auf diese quot;Weise nicht, so wird das betreffende Bein mit einem Seil, eventuell Pflugleine am Fessel angeseilt.
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856nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bruch der Kniescheibe.
das Bein mittelst des Seiles nach vorne und oben gezogen, das Seil um den Hals gezogen und jetzt das Pferd zum Springen event. Gehen veranlasst. Das Tier strengt sich krampfhaft an und die Kniescheibe klappt in das Gelenk ein. Richter sagt, dass man zum Festhalten des Seiles lederne Handschuhe anziehen müsse. Ammon giebt an: man legt die Tiere auf den Boden, richtet dort ein und lässt sie dann mit Vorsicht wieder aufstehen. Ich habe letzteres in chronischen Fällen mehrmals .ausgeführt, auch die Kniescheibe mit Leichtigkeit in die Tiefe gedrückt, wenn das Bein nach vorne und unten gestreckt wurde, aber dieselbe trat sofort wieder zurück, sobald der Druck nachliess. Besserung trat in solchen Fällen regelmässig ein, wenn der Muse, vastus ex-ternus durchschnitten wurde.
Bruch der Kniescheibe, Fractura patellae.
Litteratun Renault, Bruch beid. Kniescheiben b. Pf. Rec. 1854, p. 555. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1855. Jenkins, Kniescheibennaht. Annal. of Surgery. Vol. VIII, p. 186. Renelt, Fraktur der Kniescheibe b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Prax. Hertwig 1860, p. 151. Münchner Klinik, Bruch der Kniescheibe b. Pf. Jhb. 1856, p. 18. Bühl er, Dasselbe. Wochenschr. 186], p. 83. Andrieux, Dasselbe. Alf. Arch. 1883, p. 603. Bogda-mik, Naht der gebroch. Kniescheibe. Wien. med. Presse 1885, p. 51, 52. C e c c i, Patellafrakturen. Ztschr. f. Chir. XIII, p. 286. Cbl. f. med. Wiss. 1887, p. 40.
Kniescheibenbrüche sind mir nur beim Pferde bekannt geworden.
Aetiologie: Infolge eines Sturzes. Bühler. Gestürzt und unter einen quot;Wagen gekommen. Münchn. Kl. Durch Pferdeschlag, llenelt. Ein Pferd wurde durch einen Bauchriemen in die Höhe gehoben und brach in der Luft beide Kniescheiben. Renault.
Klinisches Bild: Verwundung an der betreffenden Stelle, mehr oder minder bedeutend, eventuell Ausfluss von Synovia, Anschwellung. Hertwig giebt an, dass die Tiere bei ruhigem Stehen den Boden nur mit der Zehe berühren, beim Gehen aber das Bein schleppen. Die Kniescheibe ist in dem von Bühler mitgeteilten Falle längs nach unten gespalten gewesen, in dem von der Münchner Klinik berichteten Falle ist Vs der Kniescheibe abgebrochen. Im Allgemeinen werden Quer-, Längs- und komminutive Brüche unterschieden. Wenn der Bruch durch Knochen, Periost und Fasergewebe geht, so werden die Stücke auseinandergezogen, es entsteht ein Klaffen, welches sehr bedeutend werden kann. Hieven ist der höhere oder mindere Grad der Störung der Lo-komotion zum grossen Teile abhängig.
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Kniescheibengeschwülste.
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Prognose: Von 4 Fällen sind 3 geheilt. Die Heildauer ist auf mehrere Monate zu rechnen. Bei Brüchen, in denen die Knochenränder weit klaffen, erfolgt ohne künstliche Vereinigung keine Heilung.
Therapie: Ruhe, Gurte, antiseptische Behandlung. Es wurden mit Vorliehe Scharfsalben angewandt. In Fällen, in denen die Bruchränder klaffen, wäre vielleicht nachstehendes, in der Menschenheilkunde angewandte Verfahren von Cecci zu probieren.
Mit einem Stichbohrer, welcher aus einem Cylinderstahlstab 2 mm. dick und 78 cm. lang mit raspatoriumähnlicher Spitze und an dieser mit einer Öse versehen, gebildet wird, durchbohrt man (während ein Assistent die Patellafragmente koaptiert) vertikal die Haut, indem man den Bohrer z. B. gegen die innere untere Ecke der Kniescheibe richtet. Wenn man auf Knochen gelangt, wird die Kniescheibe in diagonaler Richtung durchbohrt, sobald die Spitze des Instruments oben und innen durch die Haut tritt, wird ein Silberfaden in die Öse gefädelt und dann der Bohrer zurückgezogen. Hierauf verfährt man in der anderen Diagonale der Kniescheibe in gleicher quot;Weise, hat aber vorher von der unteren äusseren Seite den Bohrer subkutan nach der ersten Einstichstelle an der unteren Seite geführt, diese Einstichstelle noch einmal von innen nach aussen durchbohrt, den Silberf'aden dann in die Öse aufgenommen und schliesslich diesen zur Ausstichöffnung herausgeführt. Die Fäden werden aussen geknüpft.quot;
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Kniesclieibengeschmilste.
Litteratur: Ryohner, Kniescheibeng-oschwiilste b. 11. Ztschr. f. Hindvich-heilk. 1844, p. 138. I5er. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1844, p. 50. Rick, Dasselbe. Gurlt u. Ilertwig 18G3, p, 241.
Rychner teilt mit, dass beim Rinde an dem Kniegelenk heisse, entzündliche Anschwellungen rasch auftreten können, welche unter leicht fieberhaftem Zustand heftiges Hinken bedingen, allmählich chronisch werden und schliesslich in Verhärtung und sogar Verknöcherung übergehen. Die Umgehung des Gelenkes, besonders am unteren Ende des Backbeines, sei anfangs mit Exsudat, später mit Knochenneubildung umgeben. Rick hat den Zustand chronisch an einer Kuh gesehen. An beiden Hinterschenkeln waren grosse Kniescheibengeschwülste, dabei war aber der Appetit und Nährzustand des Tieres ein guter. Rychner giebt an, dass die Behandlung im Anfange der Krankheit gute Resultate erziele, man verwende zweckmässig Kälte, Einreibungen von Merkurialsalbe, Hyoscyamus, Jodsalbe und Strichfeuer.
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858nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zerreissung der Zwillingsmuskeln etc.
Beim Pferde habe ich mehrfach Kniegelenksgeschwülste angetroffen und mehrmals diffuses Lipom diagnostizieren können. In einem Falle war die Geschwulst nur in der Beugestellung des Beines erkennbar, indem sie sich hier wie eine etwa faustgrosse Anschwellung plötzlich hervordrängte und ebenso rasch wieder verschwand. Das Tier war im Gehen nicht gestört. Meist ist das Lipom als eine gleichmässige, festweiche, nicht vermehrt warme Anschwellung zugegen, welche auf Druck nicht schmerzhaft ist und das Gehen nur mechanisch behindert. Auf Einstich mit dem Explorativtroikart entleert sich keine Flüssigkeit. Ich habe dagegen operiert, habe jedoch keine solchen Erfolge, dass ich die Operation zur Zeit empfehlen könnte. Eine wirksame Therapie vermag ich daher nicht anzugeben.
Zerreissung der Zwillingsmuskeln, Oastrocnemii und der
Achillessehne.
Litter a tur: Tombs, Zerreiss. d. äuss. Gastroc. b. Pf. The Vet. 1839, Sept. Mag. f. Thk. 1839, Bd. VI, p. 350. B a r c 1 e y , Sehnenzerreiss. b. R. Ibd. 1844. C.-Arch. f. Vet.-Wiss. 1845, p. 494. Schrader, Zerreiss. beider Gastrocnemii. Gurlt u. Hertwig 1848, p. 303. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 68. Lyon. Tzsch, Zerreiss. d. Aohilless. b. Pf. Rec. 1850, p. 397. Ibd. 1851, p. 55. Hey, Ruptur d. Achilless. b. d. Ziege. Journ. de mcd. vet. 1854, p. 92. Ibd. St. Cyr, Verletz, d. Backfersenbeinmuskel b. Pf. Ibd. Delorme, Verletzung d. Achilless. Lyon 1856, p. 145. Ibd. 1856, p. 54. D inter. Verwund. d. Achilless. b. Pf. Sachs. Jhb. 1863, p. 87. Völlers, Zerreiss. d. Aohilless. b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Rol. u. Seh. 1878/79, p. 75. Martens, Archiv f. w. u. prakt. Thk. Bd. XII, p. 489. Straberger, Zerreiss. d. zweit, bauchig. Sprunggelenksstreckers b. Pf. Mitt. d. Ver. d. Tzte. in Öster. 1880, p. 39. S i e d a m gr o t zky, Sachs. Jhb. 1882, p. 19. Uhlich, Abreissung d. Zwillingsm. b. Pf. Sachs. Jhb. 1888, p. 66. Sachs. Klinik, Zerreiss. d. Achilless. b. Pf. Ibd. 1882, p. 19. Martens, Heil, einer durchschnitt. Achilless. b. Pf. Arch. 1886, p. 439.
Die Zerreissung genannter Muskeln erfolgt total oder einseitig, dieselbe ist entweder im Muskelbauche selbst oder in der sehnigen Partie.
Aetiologie: Beim Pferde ist die Zerreissung beobachtet infolge Durchgehens und wiederholten Ausrutschens bei Glatteis. Straberger. Durch Anschlagen einer Eisenstange. Lyon. Tzsch. Infolge Umwerfens eines Wagens und mechanische Verletzung durch diesen. Delorme. Durch ein Trauma. St. Cyr, Ein am Boden liegendes Pferd wurde von einem anderen auf die Achillessehne getreten, in der Folge schlug das Pferd gegen die Wand und die Achillessehne wurde dadurch abgerissen. Völlers. Bei einem seit längerer Zeit an Rheumatismus leidenden Pferde fand sich das Leiden eines Morgens vor.
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Zerreissung der Zwillingsmuskeln etc.
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Ebenso sah Uhlich dasselbe plötzlich entstanden nach überstandener Influenza. Hertwig führt an, dasa die Zerreissung namentlich noch entsteht, wenn die Pferde im Notstand mit den Hinterbeinen hoch-und festgebunden sind, oder zum Zwecke einer Operation am Boden liegen und sich dabei sehr heftig wehren.
Beim Rinde sah Barcley und Schrader die Zerreissung letzterer infolge Steckenbleibens in einer Mergelgrube. Bei einer Ziege infolge Herabspringens vom dritten Stockwerk, Hey. Beim Hunde nach Hertwig infolge Einklemmens zwischen eine Thüre. Ich sah Durchschneidung der Achillessehnen bei einem grossen Hunde infolge eines AYurfes mit einem Beil. In der Mehrzahl der Fälle erfolgt somit die Zerreissung durch Einwirkung einer von aussen kommenden mechanischen Gewalt.
Klinisches Bild: Die Zerreissung erfolgte in fast allen Fällen plötzlich und ebenso tritt auch in der Regel die Lahmheit auf. Das Lahmgehen ist hochgradig. Das Tier ist nicht im Stande, das Sprunggelenk zu belasten, dasselbe knickt tei jedem derartigen Versuche zusammen. Siedamgrotzky teilt mit, dass bei dem Patienten der Fuss nach hinten gehalten wurde und dass bei nach rückwärts gebeugtem Hufe das Tier mit dem Fesselgelenk auf dem Boden ruhte. Der ganze Schenkel hing unter starker Öffnung der quot;Winkel im Knie- und Sprunggelenk herunter. Der Sprunggelenkswinkel konnte abnorm verkleinert und vergrössert werden. Martin fand nach absichtlicher Durchtrennung völlige Beugestellung, so dass die vordere Wand des Hufes den Boden berührte. Die Achillessehne ist schlaff, weich, bildet Falten, an der Rupturstelle sah Dclorme ein Auseinanderweichen 'd4 cm. Delorme sah das betreffende Bein willenlos pendeln und das Tier trat nur mit der Zehe auf. Wurde das Bein im Sprunggelenk gehoben, so baumelte der untere Teil. Uhlich giebt an, dass der Fuss in Ruhe gebeugt gehalten wurde und beim Belasten eine plötzliche Einsinkung am Sprunggelenk zeigte. Bayer fand eine grosso Geschwulst. Bei Verwundung kommen noch die Erscheinungen der Wunde hinzu. Beim Rinde sah Barcley den betroffenden Fuss nach vorne unter den Bauch gezogen. Schrader beobachtete an einer Kuh, bei welcher an beiden Hinterbeinen eine Zerreissung erfolgt war, dass das Tier mit unter den Leib gezogenen Hinterbeinen auf den Sprunggelenken auf-sass, mit dem Vorderteile lief und das Hinterteil schleppend nachzog. Vom Sprunggelenk abwärts war grosso Beweglichkeit. Martens beobachtete, dass einem Pferde durch ein Pflugeisen die Achillessehne und die Sehne des Kronbeinbeugers völlig durchschnitten wurden. Die
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860nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zerreissung des Schienbeinbeugers, Backschienbeinmuskels.
Wunde war 45 cm. über dem Fersenbein und klaffte 9 cm. breit. Die oberen Sehnenenden waren zurückgezogen. Das Bein war in vollkommener Beugestellung, so dass die Zehenwand auf dem Boden aufstand. Das Tier wurde mit antiseptischen Mitteln verbunden, ohne es in die Gurte zu stellen. Nach 3 Wochen war die Wunde geschlossen und nach 2 Monaten das Pferd vollkommen gebrauchsfähig. Dinter sah, dass die Achillessehne mittelst einer Pflugreite durch den Knecht durchgeschlagen wurde. Das Tier knickte bei jedem Schritt tief ein. Die Wunde war klaffend. Heilung erfolgte in 21/s M., das Sprunggelenk wurde dauernd stärker durchgebogen, doch hinderte dies nicht am Gebrauche.
Prognose: Ziemlich ungünstig bis schlecht, Heilungen wurden beobachtet nach absichtlicher Durchschneidung, wo es sich also um reine Wundflächen handelte. Delorme sah eine Heilung mit offener Wunde in 3 Monaten und Straberger eine solche in 2 Monaten. In den übrigen hier angeführten Fällen gingen die Tiere zu Grunde. Die von Schrader beobachtete Kuh mit beiderseitiger Trennung konnte sich nach 6 Tagen ziemlich aufrichten, wurde jedoch nach 14 Tagen geschlachtet und man fand dort gelbsulzige Masse und teilweise Vereinigung. Bei der Ziege ist Heilung in 6 Wochen eingetreten. Beim Hunde ist nach den Angaben von St. Cyr und Hertwig die Prognose günstiger, die Heilung erfolge in 45 Wochen. Der von mir behandelte brauchte über 2 Monate zur Heilung.
Therapie: Bei offenen Wunden antiseptische Behandlung und womöglich Znsammennähen mit Catgut. Barcley hat nur die äussere Wunde genäht. Die Sehnennaht habe ich bei dem Hunde angelegt, jedoch ohne besonders grossen Erfolg. Einstellen in Gurten, Anlegen von Immobilisierungsverbänden und Einreibungen von Reizmitteln, Geduld und lange Zeit gehören dazu.
Zerreissung des Schienbeinbeugers, Backscliienbeininusliels,
Muse, tibialis.
Litterat u r; Bouley, Zerreissung d. Schienbeinbeugers b. Pf. Rec. de Med. vöt. Juni 1840. Eep. VII, p. 3. Hertwig, Zerreissung d. Muse, tibialis anticus b. Pf. 9 Fälle mit Abbild. Jbb. 1846^. 62. Fürstenberg, Dasselbe. Tztl. Mitt. Gerl. u. L. 1854, p. 75. Hey, Zerreiss. d. Scliion-beinb. Journ. de Mod. vet. Jan. bis Juni. 1854. (28 Fälle.) Hollmann, Zerreiss. d. Schienbeinb. b. d. K. Gurlt u. Hertwig 1857, p. 135. Stock-fletb, Zerreiss. d. Backschienbm. Dan. 1858, p. 185. Ber. (ib. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1858, p, 54. Prietscb, Zerreiss. d. Scliienbb. b. Pf. Sachs. Jbb. 1859/GO, p. 81. B obertag, Zerreiss. d. Scliienbb, b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1860, p. 150. Albreolit, Zerreiss. d. Scliienbb. b. Pf. Ibd. 1863, p. 243.
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Zerroissung des Sotiienbeinbeugers, Backschienbeinmuskels.
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Die Zerreissung des Muse, tibialis ist in der Tierheilkunde den Symptomen nach schon lange bekannt. Solleysel giebt dieselben schon an, aber das Wesen der Krankheit blieb unbekannt, bis Bouley und ßigot die Krankheit experimentell durch Abschneiden erzeugten. Es sind von diesem Zeitpunkte an einzelne Fälle bekannt gegeben worden bis Hertwig 1848 eine eingehende Arbeit darüber lieferte und mitteilte, dass er in 20 Jahren bei der Behandlung von ca. 40,000 Pferden 9 Fälle gesehen habe.
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Fig. 110. Zerreissung des iJacKscliienlR'inmuskels, Muse, tibialis.
Aetiologie: Die Ursache ist immer gewaltsame Streckung dos Hinterbeines. Stockfleth sah die Zerreissung eintreten durch plötzliches Ausrutschen nach hinten; Fürstenberg infolge eines Sprunges über einen Graben. Key giebt an. dass durch Überschlagen über die Deichsel oder einen Latierbaum, durch Anstrengungen beim Werfen oder im Notstand die Zerreissung entstehen könne. Sogar durch heftiges Ausschlagen oder durch Gegenfahren mit einem Wagenrad sei der Muskel gerissen.
Über die Art der Zerroissung ist von Hertwig angegeben: dass man den vorderen Schienbeinmuskel und den dritten AVadenbeinmuskel (Schenkelbein mit dem Fessel-, Krön- und Hufbein M. peroneus tertiua s. longus) einzeln oder beide zugleich quer oder schief gerissen finde.
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862nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zerreissung des Schienbeinbeugers, Backschionbeinmuskels.
Hertwig giebt zu, dass auch schon eine Überdehnung ähnliche Zustände erzeugen könne. A.uch die Bänder an der Vorderfläche des Sprunggelenkes Lig. tarsi laterale. Lig. deltoideum, astragali obliquum und selbst das Kapselband seien überdehnt.
Klinisches Bild: Das Leiden ist charakteristisch und mit keinem anderen verwechselbar. Auf den ersten Blick erscheint es, wie Albrecht sagt, als ob ein Knochen gebrochen wäre. Allein das Bein wird belastet. Bei ruhigem Stehen setzt das Pferd den ganzen Huf gleich-massig fest auf den Boden und tritt im Fessel auch gut durch. Der Sprunggelonkswinkel ist viel stumpfer als normal, Tibia und Metatarsus stehen fast senkrecht übereinander, dagegen ist das Backbein mehr schief gestellt. Die Achillessehne ist ganz erschlafft, manchmal wie gefaltet, gekräuselt. Beim Gehen wird das Sprunggelenk und Schienbein nicht gebeugt, sondern letzteres hängt schlaff, schlotterig vom Sprunggelenk herab und wird wie ein gebrochener Knochen nach vorne geführt und der Huf tappend mit der ganzen Sohlenfläche niedergesetzt. Bei erhobenem Bein tritt die Erschlaffung der Achillessehne noch deutlicher hervor. Beim Hochheben des Beines kann das Schienbein mit dem Sprunggelenk fast horizontal nach hinten ausgestreckt werden, so dass vom Knie bis zum Fessel fast eine gerade Linie gebildet wird. In geringgradigoren Zerreissungen ist die Rückwärtsstreckung weniger vorhanden, ebenso ist die Kräuselung der Achillessehne dann unbedeutender. An der Rupturstelle ist öfters Schmerz und Anschwellung. Prietsch sah sogar dort eine faustgrosse Geschwulst erweichen und Eiter entleeren. Hertwig sagt jedoch, Schmerz und Geschwulst fehlt in der Regel. Beim Rind hat man ganz ähnliche Erscheinungen gesehen, llollmann teilt mit, dass eine Kuh auf der Weide vom Bullen besprungen wurde und gestürzt sei, der Kuhhirt habe ein Knacken gehört und geglaubt es sei ein Knochen entzwei. Das Tier lag mit dem kranken Schenkel nach oben, stand nur zögernd auf und stand eine kurze Zeit fest auf beiden Hinterschenkeln, dann schilderte es das kranke Bein. Bei der Bewegung wurde der Schenkel wenig gehoben, es entstand eine Falte an der Achillessehne und der Huf wurde platt aufgesetzt. Beim Auflieben des Beines nach hinten konnte man es gerade aus biegen, so dass das Sprungbein an die Tibia stiess und die Achillessehne eine grosse Falte bildete.
Die Prognose ist günstig. Alle bis jetzt bekannten Fälle sind geheilt in 25 Tagen bis 2 Monaten, beim Rind sogar in 21 Tagen.
Therapie: Ruhe. Bei Anschwellungen kann einige Tage ein Lehmanstrich aufgelegt werden. Um die Bewegungen des Beines zu
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Lähmung des Nervus ischiadicus, tibialis et cruralis.
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beschränken, wurden Scharfsalben eingeriehen, oder das Tier in eine Gurte gestellt. Diese Mittel können jedoch alle unangewandt bleiben.
Lähmung des Nervus ischiadicus, tibialis et cruralis.
Möller sagt hierüber: Lähmung des N. ischiadicus kommt bei Pferden einseitig auftretend selten vor. Bei Hunden tritt sie auf infolge apoplektischer Herde, sowie im Verlaufe der Staupe, Rückenmarks-leiden, Wirbelbrüchen. Der Schenkel ist hiebei zur selbständigen Bewegung unfähig und wird beim Gehen nachgeschleppt. Bringt man ihn jedoch in stützende Stellung, so nimmt er diese Funktion auf.
Lähmung des N. tibialis hat Möller auf folgende Symptome in einem Falle festgestellt. Er charakterisiert das Leiden folgender-massen: Beim Ausschreiten wird hiebei der Fuss vornehmlich durch die Thätigkeit des Biopsoas und dos Spanners der breiten Schcnkel-binde unter abnormer Beugung und Supinationsstellung ungewöhnlich hoch gehoben und hierauf in ungeschickter Weise niedergesetzt, der untere Teil des Schenkels scheint dabei wie eine tote Masse herabzufallen. Diese Abnormität, die Ähnlichkeit mit dem Hahnentritt hat, unterscheidet sich hievon nur durch die schlaffe Haltung des Schenkels und die Plantarflexion der Phalangen.
Hahnentritt, Zuckfuss.
Li11eraturi Sohrader, Gurlt u, Hartwig 1839, p. 293. Sohmld, Ztsohr von Dietrichs, 1848, p. 58. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1819, p, 58 II au bn er, Hahnentr. nach Bruch d. Hüfthökerlaquo;, 1859, p. 57. Ibd. 1859 p. 48. Hering, Hep. 185G, p. 10. Operatl. Del wart, Ann. de Med vet. Bolg. 1865, p. 31. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1800, p. 64. Sie d a m gr ot z k y , Sachs. Jlib. 1875, p. 50. Dieckerhoff, Hcobacht. üb d. Hahnentr. d. Pf. Adam's Woohsohr. 1883, Nr. 41. Bassi, Jlib. 1885 Raymond, Durchscbnoid. d. seit). Zehenstreckers wegen Hahnentritt ohne Erfolg. The Vet. 1886, p. 247. Jhb. 1880, p. 143. C e 1 c h o w s k y , Hahnen tritt wegen enger Hufe. Hufschmied 1886, Nr. 5. Humbert, Bchandl d. Hahnentr. Bec. 1888. Jhb. 1888, p. 84. Santini, La 01, vet. Zeit sohrift f. Vetk. 1890, p. 430.
Hahnentritt oder Zuckfuss heisst eine eigentiindich zuckende Bewegung, wobei ein oder beide Hinterbeine beim Abheben vom Boden sehr stark und in zuckender Bewegung gebeugt werden. Der Gang des damit Betroffenen erhält etwas Lächerliches, Affektiertes, an die Grandezza eines Hahnes Erinnerndes. Es ist ein jedesmaliges Schnappen im Sprunggelenke nach oben, ähnlich wie an einem Storchenbein oder
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864nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hahnentritt, ZuckfusB.
wie an einem Taschenmesser, das eröffnet wird, das zuerst schwer aufgellt, von einem gewissen Punkt ab aber vollends von selbst aufschnappt. Frank hat die Wirkung der Sprunggelenksbänder beim Pferde festgestellt und hier ein ähnliches Schnappen dieses Gelenkes konstatiert. Bei dem Hahnentritt ist nun von Bedeutung festzustellen, dass die zuckende Bewegung a) in verschieden hohen Graden und b) in verschiedener Dauer ausgeführt wird. Es giebt einen Zuckfuss, welcher nur am Anfange der Bewegung auftritt, die ersten fünf oder zehn oder hundert Schritte oder die erste Viertelstunde, sobald aber das Tier weiter geht, namentlich wenn es etwas warm ist, so hört dieses Zucken auf. Ein derartiges Zucken ist beobachtet beim Spat, Hasenhake, Schaale, bei Erkrankung der unteren Gelenke, Mauke, Kronen- und Nageltritt, sowie beim Hufkrebs und Zwanghuf. Mit dem Spat ist der Zuckfuss oder Hahnentritt so oft verbunden, dass die sogenannte Spatprobequot; hierauf beruht und dieser am Anfange durch Spat erzeugte Zuckfuss als Hahnenspatquot; bezeichnet wird. Um Klarheit zu schaffen, hat Dieckerhoff alle diese periodisch und nur am Anfange auftretenden Zuckfüsse als unechte und falsche bezeichnet. Der echte, wahre Zuckfuss hat sein Charakteristikum darin, dass er über die ganze Dauer der Bewegung auftritt. Das Pferd kommt oben so zuckend wieder nach Hause wie es beim Abgang gewesen ist. Aetiologie: Es ist eine ganze Ileihe von Ursachen angeführt: Schrumpfung, beziehungsweise Steifheit der sehnigen A p one u rose, welche von der vorderen Fläche des-Unterschenkels und dem Sprunggelenke herabgeht und sich mit der Sehne des langen Zehenstreckers am Schienbein verbindet. Durch die Verkürzung soll die Beugung des Unterfusses beim Aufheben verhindert werden und der Schenkel deshalb durch stärkere Beugung und Anspannung der Beugcsehnen dies auszugleichen suchen. Haubner sah Hahnentritt nach dem Abbrechen eines Hü ft winkeis entstehen. Hertwig beschuldigt den Strecker der Schenkelbinde (m. tensor fasc. lat.). Renner fand den Nerv, ischiadicus entzündet, sowie die Bursa mueosa auf dem Trochanter sehr entwickelt. Auch stellte er fest, dass das Abschneiden des Schenkelnerven (N. cruralis anterior) Hahnentritt erzeugt; eine Beobachtung, die Santonini neuerdings bestätigt. Letzterer führt an, dass bei Nervenlähmung die Ant-agonisten der vom gelähmten Nerv versorgten Muskel das Übergewicht bekommen und daraus der Zuckfuss entstehe. Villate glaubte, eine zu starke Gräte der Tibia sei die Ursache. Von Boccar und Brogniez ist ein Krampf zu st and des mittleren Zehenstreckers
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Hahnentritt, Zuckfuss.
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(m. peroneus tertius) angenommen worden. Brogniez hat zum Beweise, dass es dieser Muskel ist, die Sehne vorn am Sprunggelenk freigelegt, unter dieselbe einen Zapfen (Pfropf, Kork) geschoben, worauf das Pferd sofort nach dem Aufstehen den Hahnentritt zeigte. Pasturo und in der Neuzeit nach ihm Bassi suchten als Ursache ein Hängenbleiben des inneren Bandes der Kniescheibe. Lafosso war der Ansicht, class der Znckfuss durch einen Krampfzustand desBeugo-muskels des Schienbeins (m. tibialis antic.) erzeugt werde. Foehlen hat den Schenkelbeinmuskel des Fessel-, Krön- und Hufbeins (M. peroneus longus) ursiichlich gehalten. Günther glaubt, dass krampfige Zusammenzielmngon des halbsehnigen Mnskels, Krcuzsitz-beinmuskel des Schenkels (M. semitondinosus) den Zuckfuss erzeugen. Hering fand bei einem Pferde, das sehr lange am Zuckfuss litt, dass an der Oberfläche des Rollbeines im Yergleiche zum Unter schenk elbein sehr oberflächliche Rinnen waren. Er glaubt aber nicht, dass dies ursächlich für den Zuckfuss sein könnte. Hering kannte die oben angeführte Bänderthätigkeit der Seitenbänder des Sprunggelenkes noch nicht, ich lege aber für den echten Zuckfuss bedeutenden Wert hierauf. Dietrichs hat Zerstörung der Go-lenkknorpel zwischen Schenkelboin und Rolle als ursächlich bezeichnet. Schliesslich ist noch anzugeben, dass Sicdamgrotzky sagte: dass beim Hahnentritt die Störung der Gesamtbewegung des Schenkels nicht von einzelnen Muskeln oder Nerven, sondern vom Rückenmark ausgelöst wird, ist zweifellos.1'
Klinisches Bild: Die zuckenden Bewegungen bei dem durch verschiedene bekannte Reizzustände erzeugten Hahnentritt und diejenigen bei dem dauernd bestehenden sind nur quantitativ verschieden. Bei ersteren ist infolge des Reizes ein Krampf, der auf reflektorische Weise ausgelöst wird, sobald das Tier angehen soll, annehmbar. Sobald der betreffende Muskel ermüdet und durch fortgesetzte Bewegung die Spannung an dem entzündeten Teile sich vormindert, lässt der Zuckfuss nach und hört schliesslich ganz auf. Bei dem dauernd in gleicher Stärke vorhandenen können derartige Reiz-, Krampf- oder Lähmungs-zustände einiger Partien nach meinem Dafürhalten nicht angenommen werden, sondern hiezu gehört eine Abnormität in der Gelenkrolle, wie sie thatsächlich von Hering und Dietrichs beobachtet wurde. Die seither durch Frank bekannt gegebene Bänderthätigkeit am Sprunggelenke erklärt dies auch.
Prognose: Der periodische Znckfuss, der infolge von den verschiedenen genannten Reizzuständen erzeugt wird, ist heilbar, sobald
Hoffmann, Tierärztliche Cliirurgic.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 55
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die Reizzustände entfernt werden, wiihrend der permanent bestehende Zucki'nss, wie er nach meiner Ansicht in einer Abnormität der Gelenk-tiüchen zwischen Tibia und Rollbein ursächlich ist, unheilbar ist.
Therapie: Auf Grund oben genannter Ansicht kann ein bestimmtes Verfahren von mir nicht empfohlen werden. Alle Heilungen, welche durch Abschneiden dieses oder jenes Muskels, Sehne, Pascie oder auf andere Eingriffe erzielt wurden, konnten nur den periodischen, gerade an dieser oder jener Stelle Sitz habenden Zuckfuss heilen. Deshalb ist auch keine Methode für alle diese vorübergehenden Hahnentritte nutzbar. Gegen dauernden echten Zuckfuss mit Entartung des Gelenkes nützt gar kein Eingriff.
Dieckerhoff hat nach Jioccar die Endsehne des mittleren Zehenstreckers (M. peronens tertius), sowie die Schonkelfascio durchschnitten und folgendes Verfahren angegeben: An dem mit einer Eussbremse oder einem Gummischlauch blutleer gemachten und desinfizierten Unterschenkel wird unter massiger Chloiofonnnarkose des Tieres die Haut dicht unter dem Sprunggelenk auf der Sohne des mittleren Zehenstreckers durchstochen und durch ein in die Wunde eingeführtes langes, vorn abgerundetes Tenotom der Fascienschenkel durchschnitten, worauf ein spitzes Tenotom unter die Sehne des mittleren Zehenstreckers geschoben und dieselbe quer durchschnitten wird, alsdann ein Verband angelegt und das Tier ruhig im Stalle während der Dauer von 34 Wochen belassen wird. Die Heilung tritt gewöhnlich 48 Wochen nach der Operation ein. Von 19 auf diese Weise operierten Pferden wurden 14 vollständig geheilt, 5 mehr oder weniger gebessert. Die von Dieckerhoff' versuchsweise vorgenommene, von Hertwig u. A. gegen Hahnentritt empfohlene subkutane Durchschneidung des Spanners der breiton Schenkelbinde erwies sich als nutzlos und nicht ungefährlich. Bassi sagt, dass er durch D urchschneidung des medialen Seitenbandes der Kniescheibe dieses Leiden in zahlreichen Fällen geheilt habe. Das Tier wird dazu niedergelegt. Die Operation sei leicht ausführbar und habe in der Regel sofortige und dauernde Heilung zur Eolge. Humbert hat in mehreren Eällen mit Erfolg die Sehne des seitlichen Zehen st reck era, Muse, peroneus tertius, durchschnitten. Er führte die Operation aus in der Mitte zwischen Vereinigung genannter Sehne mit der des langen Zehenstreckers und in der Mitte des Sprunggelenkes, machte einen Hautschnitt in der Richtung der Haare und schnitt 12 cm. von der Sehne heraus. Dass periodisch entstehender Zuckfuss z. li. auf Spat, Strahlkrebs oder, wie Celchowsky beobachtete, auf Zwanghufe u. dgl. aufhört, wenn das Leiden geheilt ist, ist zugegeben.
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Streukrampf, Krampfziehen, auch falscher Zuckfuss.
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Streukrampf, Krampfziehen, auch falscher Zuckfuss.
Streukrampf' ist nach DiockerhofF eine Bewegungsanomalie, bei der die Pferde nach liingerem Stoben einen Hintert'uss hoch aufheben und dann wieder langsam aufsetzen. Als Krampfziehenquot; bezeichnet Dieckerhoff ein maximales Aufziehen des Sprunggelenkes, infolge dessen die Pferde sehr leicht bei der Arbeit ermüden. Möller giebt an; S t r e u k r a m p f o d e r f a 1 s c h e r Z u c k f u s s ist eine zuckende Bewegung des Hinterbeines mit Beugung aller Gelenke, aber ohne entzündliche Erkrankung und periodisch auftretend, wenn die Pferde ver-anlasst werden, im Stande herumzutreten. Sie heben das Bein manchmal eine Minute lang in die Höhe, bei sohr starker krampfhafter Beugung aller Gelenke. Bayer ist der Ansicht, dass dieser Zustand durch eine Ketraktion der Unterschenkelfascie mit vorwaltender Beteiligung der üusseren Seite derselben entstehe. Möller bezweifelt dies und ist der Ansicht, dass ein schmerzhafter Zustand, wenn auch oft nicht nachweisbar, vorhanden sei.
Der falsche Zuckfuss hat nach Bassi seine Ursache in einer ßetraktion des M. tens. fasc. lat. oder des M. extensor digitorum pcd. quist. brev. oder einer gewissen Starrheit und Verkürzung der Unterschenkelfascie, die mit dem M. ext. digit, ped. comm. sich verbindet. Dieckerhoff sagt ebenfalls, dass eine Hetraktion der Unterschenkelfascie in der oberen medialen Partie, welche die Breitstellung der Hintor-gliedmasscn, endlich die allgemeine Hetraktion der Unterschenkelfascie mit vorwaltender Beteiligung der äusseren Seite den Streu krampt' bedinge. Über eine Kontraktur der gesamten Schenkol-muskulatur infolge chronischer Erkrankung oder durch zu angestrengte Arbeit ist von Möller angegeben, dass sie Ursache zu Lahmheiten mit Yerlangsamung und Verkürzung des Schrittes nach vorne, den sogenannten schleppenden Gangquot;, ferner zu bodenwoitem Gehen und Steiflgkeit Anlass giebt. Hiebei ist zum Unterschiede von ähnlichem Gang durch andere Leiden erzeugt senkrechte Eesselstellung und Üborköten.
In Einzelfällen, so z. B. von Rossignol (Bclg. 1848) und Prietsch (Sachs. Jhb. 1858/59 p. 90) ist bei Krampf, Wadenkrampf etc. zweifellos der Hamm oder Hampf gemeint.
Prognose: Der Streukrampf, falscher Zuckfuss oder Krampfziehen, ist als vorübergehender Heiz, ähnlich wie er beim echten Zuckfuss vorhanden ist, anzusehen, nur ist er hier weit geringgradigor zugegen und durch Anspannen der Antagonisten vermag das Pferd ent-
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8(58nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kiiochenbruch am Unterschenkel, Fraktur dor Tibia.
gegenzmvirken. Bei jugendlichen Tieren ist, nach meiner über den Streukrampf gebildeten Ansicht, der Zustand ein vorübergehender, bei Alten, bei denen Kontrakturen und solche Steifigkeiten zugegen sind, class sich die Tiere nicht mehr niederlegen, oder falls sie dieses thun, nicht mehr aufstehen können, ist die Prognose ungünstig.
Therapie: Abwechslung zwischen Ruhe und Bewegung, sorgsame Pflege der Hufe, Frottationen der Schenkel.
Knochenbriich am Unterschenkel, Fraktur der Tibia.
Litteratnri Gurlt, Drei gebroch. Untorschenkelb. b. Pf. nicht geheilt, vom Hund u. d. Katzo geheilt. Gurlt u. Ilcrtwig 1837, p. 165. VI try, Bruch d. Tibia b. Pf. Der. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 17. Donna-ricx, Sohenkelbr. b. Pf, Ibd. 1842/43, p. 7. Stolz, Gebroch. Schenkel-knochoii. Tztl. Ztg. 1846, p. 32. Bettin gor, Schenkel- u. Vorannbr. Tztl. Ztg. 1840, p. 32. Stolz, Heilung gebrochen. Sehenkelkn. Gurlt u. Hartwig 1816, p. 329. Fes S ler, Methode d. Behandlung d. Sehenkelkn. Korr.-Bl. d. Vot.-Med. II. Jhg., p. 89. Tridant, Schenkelboinbr. b. Pf. Tztl. Ztg. 1849/50, p. ö6. Rossignol, Bruch d. Tibia b. Schw., Schaf U. Fohlen. Lyon. Journ. 1849, p. 415. Bor. üb. Loist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 69. Hering, Fissur a. Schenkelb, m. nachfolgend. Bruch. Rep. 1847, p. 352. Robert, Schiefhr. d. Untersch. b. Pf. Turin 1851, p. 20. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1852, p. 63. Riiffert, Fissur a. Oberschenkel (Tibia). Tztl. Mitt. Gerl. u. Leis. 1854, p. 125. Gurlt, Gebroch. Unterschenkel. Gurlt u. Hertwig 1856, p, 306. Wiener Klinik, Schenkelbruch b. St. Wien. Vierteljschr. 1856, VII, p. 68. Eberhard, Unterschonkelb. b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1856, p. 42. Seche, Frakt. d. Untersch. b. Pf. Toul. 1857, p. 529. 15er. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1857, p. 55. R i v o 11 a , Fraktur d. Untorsch. b. Küh. Ibd. p. 396. Ibd. p. 55. S c h m i d, Unter-schenkelbr. b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1858, p. 319, Poisson, Bruch des linken Unterschenkels b. Ochs. Rec. 1860, p. 172. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1860, p. 48. Fessler, Schenkelbruch hei zwei Pferden u. einer Kuh. Mag. f. gcs. Thk. XII, p. 3. Gurlt, Fraktur der linken Tibia b. Pf.; gross. Callus, nicht geheilt. Gurlt u. Hertwig 1862, p. 269. Gurlt, Vier absiohtl. gebrochene Unterschenkelb. v. Kalb u. Kaninchen. Gurlt u. Hertwig 1862, p. 269. Molina, üntersohenkelbr. b. Fohlen. Ilal. 1862, p. 514. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1862, p. 56. Ry er, Unterschenkol-bruch b. Ff. The Vet. Ibd. 1862, p. 56. Gurlt, Fissur d. Tibia b. Pf. geheilt. Gurlt u. Hertwig 1862, p. 268. Derselbe, Tibia mit Osteomalacic b Affen. Ibd. 1862, p. 270. Walt her, Schenkelbruch b. Pf. Ibd. 1863, p. 337. Castor, Unterschenkelbr. b. R. Ibd. 1863, p. 337. Albrocht, Fissur u. naehfolg. Frakt. a. Untersch. b. Pf. Ibd. 1863, p. 239. Ei selbes oh, Frakt. d. Tibia. Ibd. 1863, p. 239. Kretschinar, Fissur am Unterschenkel, Sachs. Jhb. 1866, p. 69. Derselbe, Frakt. a. Unterschenkel b. Pf. Ibd. 1866, p. 69. V o i g 11 ä n d e r , Knochcnfissur b. Pf. a. Unterschenkel. Ibd. 1866, p. 48. Leisering, Zwei Unterschenkelbr. b. Pf. Ibd. 1872, p. 30. Roloff, Fissur u. Fraktur a. Untersch. b. Pf. Mitt. a.
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Knochonbruch am Unterschenkel, Fraktur der Tibia.
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d. tzt). Pr. Eol. u. Seh. 1878/79, p. 78. Friebcl, Fissur d. Tibia b. Pf. Ibd. 1881, p, 86. Bauer, Unterschenkel frakt. b. Schw. Ibd. 1882, p. 72. T r a s t o t, Sciiriigbruch einer Tibia b. Pf. Rec. de mod. vet. 1888, 18. Dez. Jhb. 1883, p. 105.
Von den in vorstehender Litteratur angegebenen Pällon gehören 29 dem Pferde, (i dem Rinde, 1 dem Schaf, 1 dem Schwein, 1 dein Schwan, 1 dem Affen und 4 dem Kaninchen an.
Aetiologie: Beim Pferde ist 12 mal nachweislich der Knochenbruch durch Schlag vom Nachbarpfordo entstanden, 6 mal ist dabei angegeben, dass die Tibia an der Innenfläche getroffen wurde, einigemal ist angegeben : an der bekannten Stelle. Diese bekannte Stelle ist die innere Fläche der Tibia, welche nur von der allgoineinen Decke umgeben ist. Dei Schlägereien kann ein Pferd unter dem Bauche des Nachbarpfordes durchschlagen und gerade diese Stelle mit dem Hufeisen treffen. Es kann auch sein, dass der Schlag gerade trifft, wenn das gegenüberstehende Bein erhoben ist. Der verletzende Hufschlag trifft das stehende Hein der anderen Seite an der inneren Fläche. Ferner brach die Tibia einmal durch Niederlogen beim Kastrieren, einmal durch Stürzen am Wagen, einmal durch Ausgleiten, einmal durch Sclmss mit einer Flintenkugel. In den übrigen Fällen ist die Ursache nicht angegeben, oder angeführt, dass sie unbekannt geblieben sei. Dei den übrigen Tieren ist in der Litteratur auf Angabe der Ursache wonig Gewicht gelegt worden, nur llossignol giebt an, dass bei 2 Schweinen der Bruch der Tibia dadurch entstand, dass der Knochen von einem anderen Schweine abgebissen worden sei. In 21 verwendbaren Fällen ist die Tibia nur dreimal sofort gebrochen, in 18 Fällen hat der Knochen nur eine Fissur bekommen und erst nach verschieden langer Zeit, trat der Bruch mit Auseinanderweichen der Knochen ein. Die Zeit die zwischen der Einwirkung der Bildung der Fissur bis zu der Auseinanderweichung der Teile der Fraktur verstreicht, ist verschieden lang. Da gerade hier Behauptungen entstanden, dass die Fraktur zu einer bestimmten Zeit nach dem Fintritt der Fissur erfolge, so sollen einige Beobachtungen folgen : Ein Pferd ist am Wagen gestürzt und hat dabei ein Hinterbein nach hinten ausgestrekt, nacli dem Aufstehen hatte es eine kleine Wunde an der inneren Seite des Unterschenkels. Es ging sehr stark lahm, machte aber noch einen Weg von acht Meilen. Im Stalle angekommen, blieb es unter Ausserungen grossen Schmerzes stehen bis zur Nacht, dann fiel es um und die Tibia brach in Stücke. Albrecht. Ein Pferd ist vor einigen Tagen geschlagen worden und sciüen seitdem hüftlahm zu sein, machte am Wagen
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Knoohonbruch am Untorschenkel, Fraktur der Tibia.
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hinkend einen Weg von l'/z Meilen zum Tierarzt. Am 5. Tage nach dem Schlage brach die Tibia, während das Pferd aus dem Stalle geführt werden sollte. Rüffert. Ein Pferd wurde nach einem Schlag an die Innenfläche des Schenkels, auf den es grossen Schmerz äusserte, sofort in die Gurte gebracht. Nach 8 Tagen Kühlung trat es mit dem betroffenen Beine etwas auf. Nach Wegnahme der Gurte fiel das Pferd und der Knochen ging entzwei. Yoigtländer. Donnariex sah das Brechen am 9. Tage nach dem Schlage. Am 10. Tage, als ein Pferd nach einem Schlage nicht mehr lahmte und eingespannt wurde, auch Va Stunde ging, wurde es lahm; zurückgebracht in den Stall zeigte es grossen Schmerz, legte sich und brach das Bein beim Versuche wieder aufzustehen. Roloff. Ein Pferd wurde wegen Verletzung der Tibia an der gefährlichen Stelle 10 Tage lang hochgebunden, die Wunde war geheilt und das Pferd wurde am 12. Tage im Trabe vorgeführt, wobei es nicht lahm war. In der Nacht trat die Fraktur ein. Priebel, Der Bruch ist an der getroffenen Stelle 16 Tage nach der Einwirkung entstanden. Robert. Nach 19 Tagen. Hering. #9632; 4 Wochen wurde ein Pferd wegen Furcht vor Fraktur nach Pferdeschlag stehend erhalten und eines Morgens lag es mit an der getrott'enen Stelle gebrochener Tibia im Stalle. Eickelbosch. Ein Pferd mit kleiner Wunde an der Tibia, die auf Pferdeschlag entstanden war, wurde 4 Wochen in Ruhe gehalten. Es war dortselbst kleine Auftreibung durch Callus, aber das Pferd lahmte noch. Durch einen ungeschickten Tritt glitt das Pferd aus, utiirzte und die Tibia brach an der betroffenen Stelle ab. Kretsch-mar. Vor 5 Wochen wurde das Unterschenkelbein verletzt und das Tier die ganze Zeit stehend erhalten. Bei der erstmaligen Freigabe legte sich das Pferd und brach den Knochen an der Stelle beim Aufstehen ab. Schmid. Vitry hat beobachtet, class die Tibia ti Monate nach einer Verletzung durch eine Flintenkugel erst vollständig abbrach. Es sind mehrere Fälle angegeben, dass bei der Sektion die Bruchstelle sich als eine alte Fissur erwies, ohne dass die Zeit der Verletzung angegeben werden konnte. Rechnet man den aussergewöhnlichen Fall mit der Flintenkugel, die erst sechs Monate nach der Einwirkung die Fraktur mit veranlasste, ab, so sind fünf Wochen nach der Einwirkung keine solchen Erscheinungen mehr gesehen worden. #9632; Bei anderen Tieren sind mir ähnliche Verhältnisse nicht bekannt geworden. Bei dem Schweine, dem Hund und der Katze ist die Fibula derart entwickelt, dass der Unterschenkel eine doppelte Knochonstütze hat.
Klinisches Bild: Frakturen mit auseinander gewichenen Knochenrändern sind von jedem erkennbar. Der untere Teil hängt schlaff.
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Knochenbruch am Untcrsclienkel, Fraktur der Tibia.
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schlotternfl herab, der Huf steht platt auf dem Boden, an der Bruchstelle ist eine Knickung der liichtung, die Haut bildet dort eine Palte. Wird das Bein hoobgebobon, so baumelt der untere Toil, Komplikationen sind Wunden und Durchstechen von Knochensplittern oder scharfen Teilen bei Schiefbrüchen durch die Haut. Bei Fissuren oder Frakturen ohne Auseinanderweichen der Bruchränder besteht in der Regel mehr oder minder heftige Lahmheit, die je nach den an der betroffenen Stelle einsetzenden Prozessen kürzere oder längere Zeit andauert. Komplikation mit Wunden führt in der Hegel erst zum Verdacht, dass eine Fissur vorliegt. Die mit einer Wunde an der betroffenen Stolle der Tibia bestehende Lahmheit ist sehr bedeutsam. Sobald dieselbe unverhältnismiissig hochgradig ist, wenn mit der Sonde auf den Knochen gefühlt werden kann, aber auch ohne letzteres bei nachgerissener Verletzung und sehr starkem Lahmen ist die Diagnose Fissur gerechtfertigt. Wenn an der Wunde Eiterung eintritt, welche anhält, wenn Knocheneitcr abgeschieden wird, so besteht dringender Verdacht, dass Knoohennokroso eintreten wird, was bei dem grossen Knochen mit der enormen Höhle und reichlichem Knochenmark sehr ungünstig ist.
Prognose: In allen mir bekannten Fällen, in welchen Fraktur mit Auseinanderweichen der Bruchondon eintrat, ist beim Pferde der Tod eingetreten. Die wenigen bekannten Heilungen betreffen Fissuren oder Frakturen, bei welchen die Bruchenden gar nicht auseinander gewichen waren. Leisering hat zwei solcher Unterschenkelbeine vom Pferde beschrieben. Bei sämtlichen, die nach einiger Zeit auseinander gewichen sind, war mehr oder weniger Callusbildung vorhanden. Am 16. Tage war es Bobert möglich, den Callus von aussen zu diagnostizieren. Diese Bildung sichert die anfangs auf Fissurverdacht gestellte Diagnose und veranlasst, das Tier ca. 6 Wochen in der Gurte zu halten. Bei anderen Tieren ist die Prognose wesentlich günstiger: Einer 4jährigen Kuh mit einer schief von aussen und unten nach oben und innen gehenden Tibialisfiaktur legte Fessler einen Harz-Schienenverband an, das Tier legte sich und stand damit auf. In (i Wochen war die Heilung ohne grossen Callus vollkommen. Castor hat bei einem Kalb in 4 Wochen einen Querbruch der Tibia durch Gypsverband geheilt. Beim Schaf heilte ein solcher Bruch in 5 Wochen. Bei vier absichtlich gebrochenen Unterschenk olknochen von Kaninchen war schon nach 10 Tagen die Heilung eingetreten.
Therapie: Um Einrichtung des Unterschonkelbeinos wird es sich beim Pferde nicht wohl handeln können. Die Fälle, die ich beobachtete waren derart, dass das Bein wohl in die normale Lage gebracht.
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872nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Wunden am Sprunggelenk.
aber unmöglich hätte so erhalten worden können. Bei Heilungen ohne Verschiebung der Bruchränder ist ein Einrichten überhaupt nicht nötig. Tritt jedoch eine solche Notwendigkeit ein, so ist vorgeschlagen von Hertwig: Das Tier wird in eine Hiingegurte oder Standmaschine gestellt. Die Einrichtung macht man durch Ausdehnung vermittelst Handtücher, welche man um das untoro Ende des Unterschenkels unmittelbar über dem Sprunggelenk fest angebunden hat. Binz lässt einen breiten Kiemen mit Handhaben anschnallen, mit dem man das Glied in seiner natürlichen Richtung nach unten und hinten zieht. Als Verband ist von Fessler vorgeschlagen: Starke leinene Binden, dazwischen Lagen aus 2 Teilen Harz und 1 Teil Wachs und 34 Holzschienen, liivolta verwandte bei der Kuh einen Schiouenverband. Bauer beim Schwan einen .Kleisterverband. Bei Hunden und Katzen habe ich mehrfach Gypsbinden derart angelegt, dass dieselben über der Kruppe einen breiten Hing bildeten, so class ein Abrutschen unmöglich wurde. Besondere Maschinen zur Immobilisierung, wie für die Vorderbeine giebt es für die Hinterbeine der Pferde bis jetzt noch nicht.
Wuiulcu am Sprtingguleiik.
Littcratur: Linden borg, Ber. üb. Loist. i. Geb. d. Tbk. 1842/43, p. 12. Olivier, Ibd. 1851, p. 55. Kirchner, Gurlt u. Hertwig 1852, p. 342. Hey, J. de Med. vet. 1854, Juli bis Dez. Sessona, Turin 1858, p. 65. Ber. üb. Loist. i. Geb. d. Tbk. 1858, p. 51 L e i s e ri n g , Sachs. Jahrb. 1867, p, 34. Brauer, Ibd. 1870, p. 94. Leisering, Ibd. 1872, p. 29. Lungwitz, Ibd. 1873, p. 31. Roibort, Wunden a. Sprunggel. b. R. Bad. tztl. Mitt. 1889, p. 367.
Spmnggelenksverletzungen verdienen wegen des relativ häufigen Vorkommens derselben und der Anatomie des Gelenkes ganz besondere Berücksichtigung.
Aetiologie: Pfcrdeschlag (Lungwitz und Bräuer), Stichkaniile (Leisering), .Striktur durch den Halfterstrick (Sessona), Stichwunden (Kirchner), Eindringen eines Eggezahnes (Lindenberg).
Klinisches Bild: Schmerz und Entzündung ist am Anfang massig, ebenso das Lahmgehen. Erst etwa vom 3. Tage ab treten diese Erscheinungen hochgradig auf, oft derart, dass die Tiere nicht mehr auf dem Beine stehen, dasselbe nach vorne hoch halten, achreiben, oder es nur an der Zehe aufsetzen. Der Ausfluss von Synovia ist in der Regel reichlich. Wenn Eiterung in der Tiefe eintritt, so erfolgt, Zerstörung der Knorpel und diese heilen nicht mehr normal. Es kommt zur Eiterausacheidung, zur bedeutenden Anschwellung und granulierenden Gelenkentzündung.
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Die Prognose ist vorsichtig zu stellen.
Therapie: Gründliche Desinfektion, Nähen in der Tiefe mit Catgut, fiussen mit Seide, fester Immohilisieruiifrsverband. Schon Hey hat 1854 die Naht hiegegen empfohlen. Wenn die Wundriinder infiziert, kallös sind, nützt die Naht nichts, höchstens könnte eine vorherige gründliche Abtragung mit dem Messer und nachfolgendos Atzen Aussicht auf Heilung per primam geben, doch empfiehlt es sich, nicht derart vorzugehen. Wenn reichlicher Synoviaausfluss und kallöse Bänder vorhanden sind, ist die Stillung schwer. Wenn Eiterung in der Tiefe ist, müssen Draiuagen eingelegt und so allmählich Heilung erzielt werden. Im Falle aber das Gelenk selbst noch rein ist und Synovia ausfliesst, wird der Ausfluss am ehesten durch einen Immobilisie rungs verband und Anlegen von 5 % iger Karbolwatte gestillt. Bräuer hat durch Auflegen von frischem Kartoffelmehl und Verband in 10 Wochen Heilung erzielt. Lindenberg machte eine Salbe aus Ungt. Canth., 01. Lauri, Pudv. Euphorb. aa. 4. Hvdrg. bichlor. 0,5 und erzielte dadurch Heilung in 21 Tagen. Kirchner verwirft idle Scharfsalben als zwecklos, er erzielte durch Tag und Nacht fortgesetzte kalte Umschläge
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Heilung in
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Diagnostik etc. Berlin 1830. Schwab, Anleitung zur nusseren Pferdekenntnis. Zürich 1831. 3. Aufl. 1836. Dietrichs, Veterinär-Chirurgie. Berlin 1822. 5. Aufl. 1850. Goodwin, The Veterinarian, 1830, p. 165. Hering, Vorlesung f. Pfordeliebhab. Stuttg. 1834, p. 154. Carlisle, The Veterinarian. 1830. Vol. Ill, p. 155. Youatt, Das Pferd. Deutsch von Hering. Stuttg. 1837, p. 285. Traeger, Über Spat. Ztschr. von Gurlt u. Hertwig 1839, p. 205. Sehr ad er, Über Spat. Ibd. Heft 1. Eyeliner, Ilippiatrik. 1. Bd. Bern 1842, p. 454. Bartels, Über Spat. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1842/43, p. 11. King sen, Blutspat. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842, p. 19. Baumeister, Kenntnis d. äusser. Pferdes. Stuttg. 1845. Strauss, Veterinär-Chirurgie. Wien 1845. Boc-c a r , Tenotomie der Schenkelmuskel gegen Hahnonspat. C.-Arch. f. Vet.-Wiss. 1848, p. 83. H i n te r m o y o r , Spatschnitt. C.-Arch. v. Kreutzer, 1848, p. 374. W. Percivall, Lameness in the horse. London 1849. G i 11 m e i s t e r, Spat. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. Gurlt u. Hertwig 1841, p. 90. Boccar, Tenotomie gegen Hahnenspat. Bclg. 1847, p. 1. Anonymus, Über Spatschnitt. Tztl. Wochschr. 1849, Nr. 21. M ü h 1-miohel, Beschreib, v. Spatpräparaten. C.-Ztg. f. Gesamtleist. a. d. Geb. d. Vet.-Med. 1852, ]). 8ö. Kreutzer, Grundriss d. gesamten Veterinärmedizin. Erl. 1853. Gurlt jun , Beiträge z. vergleich, pathol. Anatomie d. Gelenkkrankh. Berlin 1853, p. 023. E 1 o 11 i, Über Jilutspat. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 185G, p. 61. Gros-Claude, Spat. Ibd. 1856, p. 61. Eletti, über Spat. Mail. Zeitg. 185G, p. 133. Lafossc, Spatschnitt. Toul. 1858, p. 525. War die, Spatbehandlung. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1841, p. 27. Hansen, Spat- u. Ringbeintberapie. Dan. Ber. 1857, p. 832. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1857, p, 50. Viereck, Spatschnitt, Mecklenb. Bericht 1857, p. 10. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1857, p. 01. Mitteilung über zu tiefes Spatbronnen. Lyon. Ber. 1857, p, 300. Bor. üb. Leist, i. Geb. d. Thk. 1857, p. 55. Fr. u. Karl Günther, Die Beurtei-lungslobre d. Pferdes. Hann. 1859. S o h r a d o r , Über Spat. Magaz. v. Gurlt u. Hertwig 1800, p. 14S. 0. F. W. Sehr ad er. Üb. ohron. Gelenkkrankheiten. Magazin v. Gurlt u. Hertwig 1800, p. 15. An acker, Der Tierarzt. 1864, p. 283. Rossberg, Spat u. Gallen. Ber. üb. Vet.-Wesen 1800, i).74. Hol off, Virchow's Archiv 1800, p. 479. Postulka, Spat-u. Überbeinsalbe. Mitt. a, d. tztl. Pr. MUH. u. Hol, 1867, p, 153. Schütz, Arthritis deformans. Virch. Arch. 1869, p. 883. S took fle th, vgl. Rep. 18G9, p. 202. Harms, Vorsicht b. Stiftbrennen. Mag. v. Gurlt u. Hertwig 1871, p. 895. Ungcfrohrn, Spatoperation. Wochenschrift 1800, p. 14. Ammon, Blutspat. Handbuch f. Pferdeärzte 1802, p. 179. Williams, The principles and practice of veterniary sugery. Edinburgh 1872. Leise ring, Spatbrennen. Bor. üb. Leist. i. Veterinärwesen i. Sachsen 187^, p. 28. Römer, Mittel gegen Spat. Mitt. a, d. tztl. Pr. Müller u. Rol. 1875, p. 175. Fiedler, Spatbehandlung. Ibd. 1878/79, p. 73. B r ä u e r , Spatbehandl. m. Gypsverhand. Ber. üb. Vet.-Wes. in Sachsen 1879, p. 142. Möller, Die Sprunggelenke b. engl. Vollblutpferde. Arch. 1880, p. 182. Dieck erhoff, Die Pathol. u, Therapie des Spat d. Pferde. Borl. 1875. Sohle g. Geg. Spat, Gallen etc. Her. üb. Vet.-Wes. i. Sachs. 1880, p. 88. Lustig, Üb. Spatschnitt. Jahresber. d. K. Tierarzneisch. i. Hann. 1879/80, p. 7
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Spat (Allgemeines).
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Allgemeines.
Spat ist schon im Altertum gekannt, genaue Unterscheidungen von anderen, an derselben Körperstelle vorkommenden Leiden oder von Krankheiten, bei denen die Pferde ähnlich lahm gehen, fanden aber nicht statt. Man verwandte verschiedene Mittel dagegen, hauptsächlich das Glüheisen. Kuffus (1250) beschreibt den Spat. Eine Beschreibung giobt Fugger (1578): Die Spattcn widerfahren einem Ross, an den hindern Schenkien, inwendig des Beins, nachendt bei dem Ellenbogen, bey dem Geäder, wirdt ein hartte Beulen darvon ein Pferd gar fast, bis mans ein weyl reutt, dass der Spatt erwärmet, so lasst alsdann das Hincken nach.quot; Ruini hat über die Sprunggelenksfehler, oinschliess-lich des Spats, ätiologische, diagnostische und tliorapoutische Beschreibung gegeben. An seine Darstellungen halten sich nach Dieckerhoff's Angaben Valentin Trichter fast wörtlich, Solleysel dagegen nur in der Einteilung in trockenen und Ochsenspat, ersterer ist als Zuckfuss aufzufassen. Die Trennung des Zuckfusses, Hahnentritts vom Spat ist überhaupt erst in neuester Zeit vollständig durchgeführt. Eine Unterscheidung in trockenen, fetten und Ochsenspat rührt von lt;T. de Saunier her. Zchenter hat einen unsichtbaren a) starken, b) schwachen und einen Lendenspat unterschieden. Für die französischen Tierärzte sind seit lange die Angaben von Bourgclat und Lafossc giltig gewesen. Der Spat wird dort eingeteilt in trockenen, kallösen und Ochsenspat. Von den deutschen Tierärzten sagt Kersting, dass sie fünferlei Spat, Ochsen-, trockenen, Blut-, Lenden- und Hahnenspat unterschieden, während er seihst nur eine Sorte, welche bald feucht oder trocken sein könne, annehme. Rohlwes giebt als Sitz des Spates an die Knochon-erhabenheit, medial am oberen Ende des Schienbeins, am kleinen und grossen schiff'förmigcn und Pyramidenbein. Die Erkennung der Erkrankung der Gelenktlächen beim Spat stammt von llavemann. Er legt die Ursache der Lähmung nur an diese Stelle. Die Bezeichnung Untersatzquot; macht sich erstmals bei Hochstotter bemerklich. Schwab glaubt, dass die innere Seite des Sprunggelenkes schwächer gebaut sei, dass die Knochenentzündung durch Erschütterung entstehe und dass die Verwachsung der Knochen untereinander das Wesentliche des echten Spates darstelle. Hering stimmt den Ansichten Schwab's bei, er glaubt, dass namentlich scharfer Gebrauch, schiefe Tritte etc. solche Entzündungen veranlassen können und nnmentlich da, wo eine Sehne oder Gelenkband an die Beinhaut befestigt ist. Entzündung und Schmerz hält er begründet in der durch die Exostose emporgehobenen Spannung der
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Bänder und Seimen. Schrader hält das Cariöswerden der Knorpel und Knochen für das Primäre, aus welchem die Verwachsung hervorginge. Die Exostose mache den Schluss des ganzen Prozesses. Die Gelenksbänder sollen nach Rychner zuerst leiden und von diesen aus die Entzündung in die Tiefe gehen. Hertwig hat jeden Knochenauswuchs an der Innenseite dos Sprunggelenks als Spat angesehen und sowohl eine akute, wie chronische und traumatische Entzündung dafür angenommen. Günther unterschied die zuckenden Bewegungen bei Halinen-tritt von der Spatlahmheit und führte die Bezeichnung Hahnenspatquot; ein. Roloff glaubt, class die Entzündung von aussen nach innen fortschreitet, in der llegol von der lusertionsstelle der Bänder aus. Heftige Prellungen, Ausgleiten u. dorgl. führen zur Periostitis und nach-heriger Hyperostosenbildung. Schütz erblickt die Ursache in einer Gelenksentzündung, welche mit Hyperostosenbildung endet. Gerade an denjenigen Stellen, an welchen Knochen, Beinhaut, Knorpel, Bänder oder Sehnen zusammenstossen, sei die Prädilektionsstelle, hier entstehe auf schädliche Einwirkung am ehesten eine Entzündung, die sich ausbreitet, einen deformierenden Charakter besitzt und deshalb Arthritis defonnans genannt wird.
Über die Bezeichnung finden wir altdeutsch: Spaat, Spatt, Späth, Spaten, Spathen und Spatten. Almlich klingende Namen iinden sich fast in allen Sprachen: Ijateinisch spavanus oder spavenius; schwedisch Spatt; dänisch Spat; italienisch spavano etc., für Hahnentritt spa-vento; englisch spavin; französisch eparvin, auch esparvin etc. und spanisch esparavan. Hering hat (und ihm wird von Dieckerhoff und auch mir zugestimmt) das von Kuffus gebrauchte, lateinische Wort spaveniusquot; als ursprünglich für das genannte jetzige bezeichnet, er glaubt, dass dieses mit dem griechischen spasisquot;, das Zucken oder Ziehen, oder mit spas-mos, spasmaquot;, der Krampf, die Zuckung, zusammenhängt, und dies scheint sehr wahrscheinlich. Ich habe gerade hierüber mit einem jetzigen griechischen Tierarzte der hier studierte gesprochen und mit Interesse gehört, dass man bei ihnen Spat gewöhnlicii als spasquot;, ebenso wie auch einen plötzlichen Krampf im Beine bezeichne. Die im vorige?i Jahrhundert aufgetauchte Meinung, dass Spat von Verspätungquot;, er kommt zu spätquot;, d. h. zu spät zum Auftreten mit dem kranken Beine, welcher auch Gerlach und Rueff noch beipflichteten, ist sicher unrichtig.
Pathologisch-anatomisch entwickelt Dieckerhoff folgendes: Es lassen sich verschiedene Gruppen trennen.
1) quot;Veränderung der Bursa des fächerförmigen Insertionsschenkels vom Schienbeinbeuger. Diese ist beständig übermässig gespannt und
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Spat.
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wird gezerrt, wodurch fortwährende Friktion am unterliegenden Teile und dadurch, je nach individuoller Disposition, eine Reizung oder Entzündung entsteht. Dass nur die innere Wand des Schleirnbeutels gereizt wird, hat seine Ursache im anatomischen Bau. Die laterale Wand steht nicht mit diesem überdehnten Sehnenast in Verbindung. Die auf den Reiz entstehende Entzündung ist in fast allen Fällen eine trockene. Nur ausnahmsweise tritt eine Verdickung der medialen Bursawand auf, gleichzeitig mit Ausscheidung von zähflüssiger Synovia und Ansammlung derselben, einem Hygrom. Dieckerhoff sagt, er habe 3 Fälle von letzterem gesehen und er glaubt, dass darunter Kersting's seröser Spat, feuchter Spat oder Spat
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galle,quot; Baumeister's weicher Spatquot; und Stock-fleth's Zellgewebsspatquot; zu vorstehen sei. Die Entzündung des Schleimbeutels beginnt an einem kleineren Abschnitt der medialen Wand, es entsteht Durchfeuchtimg, zollige Infiltration, zuweilen Verfettung, oder es entsteht neues Bindegewebe. Die Synovialis ist leicht injiziert, serös durchfeuchtet, verdickt sich allmählich und erscheint wie eine schwielige Haut. In Einzelfällen setzt sich die Entzündung fort auf das mediale Blatt, es entsteht bedeutende Verdickung, sogenannter fibröser Spatquot;, auch Ocbsenspatquot;.
2) Die Entzündung des fächerförmigen Seimenschenkels geht in den meisten Fällen in die Tiefe,
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sie hat indurierendo Tendenz, verbreitet sich daher
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im Kapselband und in den unteren Artikulationen und auf das Periost. Durch Entzündung im Kapselband , Verdickung, wird dasselbe verkürzt und es ist Ursache zu lange fortgesetztem Beiz gegeben.
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Fig, 111. Knochenncu-blldung iioi sehr ausgebildetem Spat.
Eine direkte Ent-
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Zündungsübertragung von der Kapsel auf das Periost erfolgt vielfach. Schon in wenigen Wochen ist das Periost verdickt. Nur selten dauert es drei bis sechs Monate, bis die Exostosc zur Ausbildung kommt, solche Fülle könnte man zum unsichtbaren Spatquot; rechnen. Die Periostitis muss demnach zunächst an denjenigen Stellen eintreten, die unmittelbar unter dem affiziorten Teile ihre Lage haben und thatsäch-lich ist auch das Periost am oberen Ende des Röhrenbeines, ausser-dem nur am Köpfchen des medialen Gritfeibeines, am Pyrnmiden-bein und an den beiden schifffönnigen Beinen erkrankt. Selten geht die Entzündung über den Bereich der Bursa hinaus. Der Charakter
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878nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Spat.
ist ossifizierend, nicht überall gleichmässig, die neugebildeten Knoehen-massen sind in den ersten Monaten begrenzt, flach, anfangs weich, ,,0steophytenquot;, später verknöchert, ,,Exostoaenquot; und bei grosser Ausdehnung llyp er os tosenquot;. Diese Knochenvermehrungen sind nie eine kompakte. Masse, sondern bestehen aus einzelnen, perlenartigen , kolbigen, verschieden grossen Vorsprüngen. Solche umfang-reiclie Knochenneubildungen überbrücken oft einen Teil der Zwischenräume der Knochen, parostealo Neubildungenquot;, und fallen bei der Maceration als freie Knochenstückclien ab. Das Sohnenstück selbst, das den ganzen Handel anrichtet, verfällt selten mit in den Prozess.
3) Durch Weiterkriechen des entzündlichen Prozesses von aussen nach innen und durch Erkrankung der Synovia und Durchfeuchtung und Auf'quellung der Gelenksknorpel erkranken Knochen und Knorpel am lokalen Decubitus, erhalten ein wurmstichiges Aussehen, die Knochen verwachsen auf der Oberfläche, während der Knorpel usuriert und der Knochen später mit dem gegenüberstehenden vollständig verschmelzen kann. Allerdings ist eine Prädisposition zwischen beiden schiffförmigen Knochen zugegen wegen der Dünne ihrer Knorpolüberzüge. An den Knochen selbst gehen folgende Prozesse vor sich: a) Eine ossifizierende Entzündung des Markgewebes, Sclerose oderOstitis; sie ist besonders zugegen am Röhrbein und dem Griffelbeinköpf'chen. b) Es entsteht eine entzündliche Wucherung des Markgewebes mit Einschmclzung der Kno-chenbälkchen und dadurch Vergrösserung der Hohlräume, besonders sind dies die beiden schiffförmigen Beine = entzündliche Osteoporose.
Als Komplikation fand Dieckerhoft'a) Sprunggelenksgallen, b) Sehnengallen, c) Rehbein und Hasenhacke, auch Hasenspat, d) Verkürzung der Fascien, der Subcutis-Hahnenspat, e) in der unteren Artikulation tritt in Einzelfällen Eiterung in dem Knochengewebe auf. Osteomyelitis purulenta oder Arthritis fungosa. Letztere Form führt in der Kegel zum Tode.
Der wichtigste Teil des Spatprozesses ist die Arthritis deformans oder sicca, da aber die Exostosenbildung nicht mit in diesen Begriff absolut eingeschlossen ist, diese jedoch zum praktischen Begriff notwendig ist, so hat Dieckerhoff folgende Einteilungen vorgenommen:
1.nbsp; nbsp;Bein spat, Knochenspat, periosteale Neubildungen, Exostosen und kleine fibröse Verdichtungen.
2.nbsp; nbsp;Seröser Spat, Spatgalle, feuchter oder weicher Spat, es ist hier neben kleinen Exostosen, Ansammlung von Synovia im Schloimbeutel und Schienbeinbeuger.
8. Fibröser Zellgewebes pat, derselbe hat neben kleinen
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Exostosen bindegewebige Vei^clickung, besonders an dor lateralen Wand des Schleimbeutels.
4. Traumatischer Spat, durch Wunden, künstliche Eröffnung etc. bedingt.
Aetiologie: 1. An den Knochenhebeln des Sprunggelenkes sind als Muskelschleit'e, in deren AVinkel die Last hin- und herbalanciert, die Achillessehnen und ihre Muskeln, sowie der Backschionbeinnmskel, M. tibialis, anzusehen. Diese wirken als Antagonisten. Bei allen heftigen IJewegungon mit gebeugtem Sprunggelenke muss ganz besonders der muscul. tibialis angestrengt werden und es erfolgt dadurch seine drückende, quetschende Wirkung auf die bekannte Spatstelle. Dies würde fast für alle Fälle die direkte Ursache zur Spatentstehung abgeben. 2. Eine mangelhafte Einrichtung des Sprunggelenkes und dadurch besondere Neigung, an Spat zu erkranken. Bekannt ist, dass besonders englische Vollblutpferde Sprunggelenke besitzen, die sehr oft einen sogenannten Untersatz, ein spatiges Aussehen besitzen. Auffallend ist auch bei den Rennpferden eine sehr gerade Winkelstellung im Sprunggelenke. Dadurch ist der botreffende Muskel schon in gewöhnlichen Verhältnissen in grosser Spannung, im Carriere wird er leicht so gedehnt und gereizt, dass Spat entsteht. Dann ist bekannt, dass ein spatkrankes Elterntier, männlich oder weiblich, die Neigung, an Spat zu erkranken, auf seine Nachkommen überträgt. Die Ähnlichkeit vererbt sich durchweg; hat das eine der Eltern ein schlechtes Sprunggelenk, so wird auch das Junge sehr wahrscheinlich ein solches bekommen und dadurch erhöhte Neigung besitzen, auf die einwirkenden Schädlichkeiten an Spat zu erkranken. Spat ist ein Erbfehler, aber nicht der Spat selbst wird vererbt, sondern nur die Neigung ihn früher und leichter zu bekommen, auch vielleicht noch, ihn grosser und schmorzhaftor zu bekommen. 3. Das jugendliche Alter macht leichter an Spat erkranken. Die meisten Spate entstehen, bevor die Pferde sechs Jahre alt sind, das Gewebe ist nach dieser Zeit viel stärker und widerstandsfähiger. Sobald aber ein Pferd ausgebildet ist, erhält es nicht mit weiter zunehmendem Alter erhöhte Widerstandskraft. Ein 7jähriges Pferd erkrankt weniger leicht an Spat wie eines von 6 Jahren, ein 17jähriges aber ebensoleicht wie ein 7jähriges. 4. Die Einrichtung des Sprunggelenkes, ob fein und trocken oder grob und schlaff, fehlerhafte Stellung, rückständig, kuhhösig, zu gerade, säbelbeinig, Hach und schmal, oder kurz und rund, oder ausgeschnitten, sowie mangelhafter Bau im Kniegelenk oder im ganzen Hinterteil, wodurch schwierigere Bewegung mit besonderer Anstrengung des Musculus tibialis stattfindet, dies alles
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giebt eine Neigung, leichter an Spat zu erkranken. 5. Sehr lebhaftes, heftiges Temperament, wodurch die Pferde zu ungeeigneten Sprüngen, übergrossen Anstrengungen, seitlichem Ausschlagen, Einspringen beim Anziehen etc. veranlasst werden, giebt Ursache. G. Der Gebrauch, über-mässige Arbeit, Galopreiten, besonders kurzer Galop, Wendungen auf dem Hinterteil, Ziehen im tiefen, weichen Boden in rascher Gangart, etwa das Ausfahren eines überladenen Getreidewagens aus dem Acker, oder das Einfahren eines Geschützes in die Position bergan im Galop, und bei durchweichtem Boden, das Ausfahren des Bodens auf Bauplätzen, Ausgleiten auf Strassenptlaster und im Stall beim Aufspringen. Andauernde Belastung eines Hinterbeines, bei erkranktem gegenüberstehenden Fusse. Manchmal entsteht der Spat, ohne dass nachweisbar eine besondere Anstrengung vorausgegangen wäre, und meist wird dieselbe nicht beobachtet oder will nicht gesehen sein, so dass man bei der Anamnese nur selten auf die eigentliche Ursache geleitet wird. Dies hat Veranlassung gegeben, in früherer Zeit auch eine rheumatische oder gichtische Schärfequot; als Ursache anzunehmen.
Klinisches Bild: Wir unterscheiden zweckmässig a) die Spatgeschwulst und b) die Spatlahmheit, a) An der Innenfläche des Sprunggelenkes, vom Metatarsus und Griffelbeinköpfchen aufwärts gegen und über das schifförmige und Pyramidenbein, ist der Sitz des Spates, liei stark ausgebildeten Sprunggelenken und dünnen Schienbeinen, wenn die Linie sehr gebogen, ausgeschnitten verläuft, spricht man von Untersatzquot; man meint damit nicht eine Spatneubildung, sondern eine Sprunggolenksbildung, die Ähnlichkeit mit Spat haben könnte; besonders englische Pferde, aber auch gewöhnliche, zeigen oft diese Bildung. Charakteristisch ist, dass diese Bildung beiderseitig gleichmässig vorhanden ist. Um das Sprunggelenk an dieser Stelle genau mit dorn gegenüberstehenden vergleichen zu können, ist notwendig, dass man von vorne durch die Vorderbeine des Pferdes hindurchsioht, dann von hinten, indem man den Schweif zur Seite zieht und sodann noch von der Seite, von rechts und links, die beiden betreffenden Stellen der Sprunggelenke vergleicht. Bei Pferden mit langem Wintorhaar ist der Vergleich schwerer. Sodann lässt man das Pferd im Schritt von sich weg-, nachher auf sich zuführen und vergleicht die betreffenden Stellen. Ein Betaston hat einen Wert, um Ungleichheiten zu fühlen und namentlich, ob die Stelle etwas vermehrt warm und schmerzhaft, hart oder weich ist. b) Die Spatlahmheit. Im geringen Grad schonen die Pferde das Bein in der Ruhe, stellen es vor, überköten zuweilen, spannen die Muskulatur möglichst ab. Sobald sie sich von der Stelle bewegen
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sollen, zeigen sie Schmerzen, besonders wenn sie mit dem kranken Bein auftreten und die Last auf die andere Seite schieben müssen. Im Schritt tritt die Spatlahmheit nicht besonders deutlich hervor, am deutlichsten im Trab und fast gar nicht im Galopp. Wenn die Tiere eine Zeitlang gegangen sind, so hört in der Regel das Lahmen für die ganze Dauer der ununterbrochenen Bewegung auf, sobald jedoch das Pferd wieder eine Zeitlang steht und wieder angeht, so ist das Lahmen wieder je nach dem Grad auf kurze Zeit vorhanden. Diese Art Lahmheit ist schon lange erkannt, und der sicher und geschwind heilende Pferdearztquot; vom vorigen Jahrhundert sagt darüber: Solcher (der Spat) entsteht vom Überreiten oder Ziehen, befindet sich an den hinteren Füssen,
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absonderlich unter den Knieen, inwendig, allwo sich ein harter Höcker greifen lässt, bei einigen gross, bei anderen aber klein, dass man es bei manchen kaum erkennen kann. Am allerbesten ist er zu erkennen, so man dergleichen aus dem Stall führt, so sind ihnen die hinteren Füsse ganz starr, gehen jederzeit aus dem Stall lahm; wenn aber dieselben eine Weile gegangen, so verliert sich nach und nach die Lähmung.quot; Die Spatlahmheit selbst ist charakteristisch durch ein gewisses Ziehenquot; im Sprunggelenk (in frischen Füllen auch ein gewisses Zuckenquot;). Für die Untersuchung ist es zweckmässig, wenn Zweifel bestehen, dass dem Pferde eine Minute lang das betreffende Hinterbein hochgehoben, das Sprunggelenk sehr stark gebeugt, deshalb der Huf unter den Leib gehalten wird, die Spatpro boquot;. Nach 1 Minute lüsst man das Pferd los und von der Stelle hinweg im Trabe gehen. Manchmal lüsst sich hiedurch das charakteristische Lahmen schon feststellen , bevor eine Spaterhöhung nachweisbar ist, der sogenannte
Hoffmann, Tieriifztliclie Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 56
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882nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Spat.
verborgene oder unsichtbare Spatquot;. Das Lahmgehen tritt auf gepflastertem Boden, wenn das Pferd lang am Zügel geführt wird, am deutlichsten hervor. Hochgradiger Spat den man, wie im gewöhnlichen Loben gesagt wird, hinwegschiessenquot; kann, ist leicht zu erkennen. Charakteristisch ist, dass die Stärke der Lahmheit in gar keinem Verhältnisse steht zur Grosse der Spatgeschwulst. Es kann, bei noch fast unsichtbarem Spat, sehr starke, andauernde Lahmheit vorhanden sein, so dass das Pferd gar nicht zu gebrauchen ist; es kann dieselbe Lahmheit, in jedem Grade der Spatgeschwulst auftreten. Es kann auch in jedem Grade der Entwicklung des Spates, das Lahmen vollkommen fehlen. Regel ist, dass das Lahmgehen wechselt, stärker auftritt, nach heftigen Anstrengungen anfangs zugegen ist, nach einiger Zeit aber vorschwindet. Bei jedem Spatleidenden kann die heftige Lahmheit, die bis zur Unbrauchbarkeit führen kann, jederzeit auftreten. Im schlimmen Fall führt es zur Atrophie der Schenkelmuskeln und zur vollständigen Gobrauchsunfähigkeit, Dazu hat es aber in der Regel lange Zeit. Ich kenne momentan ein Müller- und ein Bauernpferd; beide Tiere müssen täglich schwere Arbeit verrichten und beide haben so hochgradig Spatlahm-heit seit Jahren, dass sie im Stalle mit derart überkötetem Fessel stehen, dass sie den Fuss auf der Zehenwand aufstützen. Beide gehen beim Herausnehmen aus dem Stalle fast auf drei Beinen, anfangs am Wagen stark lahmend, allmählich aber besser und schliesslich ganz gut, so dass sie grosso Lasten weiterbefürdern helfen. Dies dauert schon mehrere Jahre bei jedem, dabei sind die Pferde fett und rund, allerdings an dem betreffendem Schenkel etwas geschwunden; auch werden sie früher zu Grunde gehen.
Die Frage: Warum die Lahmheit nur am Anfange vorhanden ist und sich beim Gebrauche verliert, ist von jeher als interessant ventiliert worden; es hat dieselbe aber auch noch einen hohen praktischen Wert, wegen der Behandlung. Die anatomische Störung kann gross oder klein sein, alt oder jung, sie bildet keinen Masstab für das Lahmen. Früher glaubte man, die wachsende Exostose drücke gegen die Beinhaut, davon der Schmerz. Ebenso glaubte man, die rauhe Oberfläche des Spates reibe und scheuere, allein am lebenden Tiere ist dieselbe gar nicht rauh. Havemann hielt die Schmerzen entstehend durch das Aneinanderreihen der rauhen Gelenkflächen, allein es finden sich solche Gelenksveränderungen auch an anderen Gelenken, ohne dieselbe Erscheinung zu erzeugen. Schwab nahm die Neuheit des Prozesses und eine gesamte Erkrankung von Knochen und Gelenken zur Erklärung in Anspruch. Hering glaubt, dass wegen der Emporhebung der Seimen und
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Spat.
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Bänder, durch den Prozess, Spannung entsteht; allein es treten Osteo-phyten sonst an den Knochen auf, ohne diese Erscheinungen, und die Lahmheit kann auch nach dem Aufhören des Spatwachstuma fortbestehen. Dieckerhoff sagt: Es kann a) der Schleimbeutel, b) die Gelenkskapsel und c) der Knochen schmerzhaft sein. Die individuelle Empfindlichkeit spielt dabei eine Rolle. Nur so lange das mediale Blatt der Bursa entzündet ist, ist Schmerzhaftigkeit vorhanden. Die Bursitis bedingt das Lahmgehen.
Im Stande der Ruhe werden die Rücken-, Becken-, Lenden- und Bauchmuskeln derart angezogen, das Hinterbein in eine solche Stellung gebracht, dass die sämtlichen erkrankten Teile vollkommen entlastet sind; sobald das Pferd angehen muss, tritt plötzlich der Druck und Zug ein, die mit Blut überfüllten Teile werden gedrückt, gequetscht und schmerzhaft empfunden; nach kurzer Bewegung erst wird das allgemeine Bewegungsverhältnis derart, dass die Teile dann wieder weniger heftig gedrückt werden; auch das in ihnen angesammelt gewesene Blut ist verteilt, wodurch sowohl der empfindende Teil weniger empfindsam, der drückende weniger drückend geworden ist.
Prognose: Die Spatneubildung, die Exostose, kann durch Heilmittel nicht entfernt werden, höchstens verkleinert, oft dieses nicht einmal. Es ist somit die Heilung des Spates als Spatgeschwulst nicht möglich, er ist inkurabel, unheilbar, die Prognose ungünstig. Anders verhält es sich mit der Spatlahmheit. Diese ist durch geeignete Mittel zu mildern, teilweise, in Einzelfällen vollständig zum Verschwinden zu bringen. Die Prognose der Spatlahmheit ist deshalb: ziemlich günstigquot;, vorsichtigquot;, aber nie günstigquot; zu stellen. Anders ist die Beurteilung eines Pferdes mit Spat für den Gebrauch und beim Kaufe. Spatlahmheit ist ungünstiger zu beurteilen als Spatneubildung. Es giebt Pferde mit grossem Spat, die mehr als ein Jahrzehnt nie gelahmt und in jeder Thätigkeit gut waren; es giebt Pferde mit grossem und kleinem Spat, die sehr viel labmgehen und viel gebrauchsunfähig sind. Unter allen Umständen wird der Wert des Tieres bedeutend vermindert und die Gebrauchsfähigkeit mehr in Frage gestellt, als wenn kein Spat da wäre. Das alte Sprichwort: Wer scheut Spat und Gall', hat nie ein gutes Pferd im Stallquot;, kann nur auf Pferde mit sonst tadelloser Bauart und vortrefflichem Charakter etc., wenn noch bekannt ist, dass das Pferd an diesem Spat noch nie lahmte, einigermasson Bezug haben.
Therapie: Ruhe 1st eines der besten Mittel; man übernehme nie eine Spatbehandlung, ohne wenigstens 914 Tage, je nach der ein-
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Spat.
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zuschlagenden Methode auch 34 Wochen Zeit beansprucht zu haben. Je stärker die Lahmheit, je länger sie andauerte, desto mehr wird es zweckmässig, einen längeren Zeitraum für die Heilung zu bedingen. Die Exostose kann nicht mit den gewöhnlichen Mitteln hinwegkuriert werden; dieselbe mit Meissel und Hammer zu entfernen, ist bis jetzt noch nicht empfohlen worden. Die Spatlahmheit kann nicht mit Sicherheit entfernt werden. In der Regel wird sie besser, sie kann auch ganz verschwinden! quot;Wer sich bei unserem jetzigen Heilapparat präziser ausspricht, ist unvorsichtig, wer aber mehr verspricht um ein Mittel, eine Methode oder sich selbst anzupreisen, ist unehrlich. Die zur Anwendung empfohlenen Mittel sind: Für leichte Grade neun Tage Ruhe, kühlende antiphlogistische Mittel: a) Kaltwasserbehandlung, b) ein Aufstrich von Bolus 30,ü mit Essig zu einem steifen Brei angerührt und feucht erhalten, täglich abgewaschen und erneuert oder Lehmanstrlcli in derselben Weise durchgeführt. Für schwerere Fälle kommt c) die Salbenbehandlung mit 84 Wochen Ruhe. Es ist die gewöhnliche Scharfsalbe, Unguentum cantharidum 30, d. h. die Cantha-riden zerstossen und mit Fett zerrieben, ganz vortrefflich. Es wird, nachdem die Haare abgeschert sind, die Hälfte aufgetragen und eingerieben, nach ö Stunden die andere Hälfte; bis zum anderen Tage soll eine gleichmässige, gelbfibrinöse Schichte das Epithel hochgehoben haben. Es wird dann nichts weiter an der Sache gethan. Die Borken müssen von selbst abfallen. Ähnlich wirkend ist das Crotonol. Dasselbe ist von vielen Tierärzten hervorragend gerühmt, auch als Spe-zifikum gegen Spat verkauft worden. Rossberg empfiehlt: Mit einer Gänsefeder, die in Crotonol getaucht ist, 3 Striche gegen die Haare über den Spat zu bilden, hierauf die Hand mit einer Rind- oder Schwoina-blase umgeben und leicht einzureiben. Nach 24 Stunden springe dann die Haut auf, es erfolge Ausschwitzung, und nach einigen Tagen gehe die Sache zurück und Patient sei geheilt. Roemer will das Crotonol mit einem Zeichonpinsel in 24 Längsstrichen, die je circa 2 cm. von einander entfernt sind, auftragen und mit einer mit Lederhandschuh bedeckten Hand gelinde einreiben. Nach 24 Stunden sei grosse Anschwellung über die ganze Gliedinasso, die in circa 8 Tagen erst wieder verschwinde. Es bleiben nur feine strichförmige Narben. Eine einmalige Anwendung genüge für gewöhnlich, werde das Crotonol wiederholt angewandt, so dürfe es nicht auf die alten Narben. Die P os tulka'sche Spat salbe besteht aus: Cantharidenpulver und Euphorbium je 4 gr, Quecksilbersublimat 2 gr. und Schweinefett 2430 gr. Die Salbe wird täglich zweimal, je morgens und
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abends bis Ausschwitzung erfolgt, eingerieben. Die ausgehenden Haare sollen wieder wachsen. Jedenfalls darf nie mehr als bohnengross auf einmal verwendet werden. Schley empfiehlt eine Salbe aus rotem Jod-quecksilber 5 gr., Cantharidensalbe 75 gr. und Crotonöl 0,5 gr. Die Salbe wird ebenfalls allmählich eingerieben, bei ßindern erzeuge sie Vergiftung. Fiedler giebt an, dass er durch Kalium bichromi-cum salbe von in Spatlahmen 18 geheilt habe und bei dem einen sei nur geringe Lahmheit zurückgeblieben. Sehr gerühmt ist auch
d)nbsp; nbsp;das Haar seil, früher war es auch das Pont anell. Letzteres wird vorerst nicht mehr empfohlen. Das Haarseil wird mit krummer, passender scharfer Nadel über die Exostose hinweggeführt. Namentlich in England wurde früher das Haarseil viel angewandt. 1840 heilte Gillen-meistcr an der Tierarzneischule in London 6 Pferde mit Haarseil vom Spat. Gros-Claude sagt, er habe bei 12 Pferden gegen Spat gebrannt und bei 12 Haarseil gezogen; die Resultate beim Harscil seien besser.
e)nbsp; Atzpasten unter die Haut wurden ebenfalls angewandt, sind aber bald wieder verlassen worden, f) Spatbehandlung mitGypsver-band empfiehlt Bräuer folgendermassen: Zunächst begann die Behandlung mit umfänglichem Kühlen während dreier Tage an dem betreffenden Sprunggelenke, dann wurden schmale Gypsbinden so über-einandergelegt, dass das Gelenk vollständig unbeweglich geworden war. Die Pferde blieben 4 Wochen in sehr weiten Ständen, die mit Sägespänen fest belegt waren. Die Bandagen lagen nach Verlauf eines Monats noch völlig fest, sie wurden nach reichlich 4 Wochen entfernt. Es wurde danach Ungt. Jodoform. 1 : 30 eingerieben und beide Pferde zunächst im Schritt bewegt, später zu leichter Feldarbeit verwendet. Das Lahmen der Tiere hatte sich gänzlich verloren, die Exostosen waren wesentlich zurückgegangen.quot;
Eines der ältesten Mittel gegen Spat ist das F e u e r. Hippokrates hat gesagt: Wo die Arznei nicht mehr hilft, da hilft das Messer, wo das Messer nicht mehr hilft, hilft das Feuer und wo das Feuer nicht hilft, hilft nichts.quot; Früher war das Feuer die letzte Hoffnung, das letzte Mittel, nach ihm hörte es auf. Es ist noch jetzt vortrefflich, auch gegen Spat. Man brennt mit Punkt- und Striebfeuer. Bei Tieren, die wenig Wert haben, wo man grosso Narben nicht scheut, kann man die alten Brennkolben nehmen und am stehenden Pferde einige Striche nebeneinander über die Exostosen längs dos Beines brennen oder man brennt circa 610 Punkte in hübscher Anordnung. In beiden Fällen soll das rotwarme Eisen die Haut etwa zur Hälfte durchdringen. Das Stiftbrennen ist hauptsächlich gegen Spat empfohlen worden. Es
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wurde durch die Haut, das subkutane Gewebe, die Kapsel und tief in das Gelenk oder auf den Knochen gebrannt. Leisering, Harms warnen schon vor zu tiefem Bronnen, da sie üblen Ausgang sahen; von der Tierarzneischule in Lyon wurde ein Fall gemeldet, dass ein Tierarzt wegen Kunstfehler verklagt wurde, weil er zu tief gebrannt habe und das Pferd gestorben sei. Auch ich habe einen Fall gesehen, in dem ein Pferd auf Stiftbrennen gegen Spat an jauchiger Gelenksentzündung zu Grunde ging. Trotzdem darf das Kind nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden. Das Stiftbrennen wirkt sehr schön, wenn es mit sehr feinen Stiften ausgeführt wird. Ich nehme dünne Stricknadeln, zerbreche dieselben in der Mitte, glühe sie auf Kohlenfeuer, lasse mir die Nadeln mit einer Zange reichen, fasse sie mit einem einfachen Nadelhalter und drücke sie tief ein; man kommt in der Regel nicht auf das erstemal durch die Haut, deshalb zeichne ich alle Punkte gegen Spat, circa 20 vor und stocke dann die Nadeln fest ein bis auf den Knochen. Es ist mir damit noch nie etwas Unangenehmes passiert. Aber ich halte für wesentlich, sogleich eine Sublimatsalbe 1 : 2U einzureiben oder auch eine gewöhnliche Spatsalbe nachzureiben. Sehr schöne Arbeit lässt sich auch ausführen mit dem Benzinbrenner. Bei beiden letzten Methoden muss das Pferd liegen. Nach dem Brennen, auch beim Stehen, wird in der Regel Lorbeeröl eingerieben, 15 gr. auf einmal, die Entzündung wird dadurch gleichmässiger verteilt. Hansen empfahl, den betreffenden Teil mit Terpentinöl einzureiben, dann mit rotglühendem Eisen dasselbe derart zu erhitzen, dass es aufflammt und hintennach noch wie gewöhnlich zu brennen. Das ist eine Art M o x e, die aber nicht mehr empfohlen wird. Eine Operation gegen Spat, der sogenannte S p a t s c h n i 11 ist schon lange angewandt. In Nr. 21 der Tierärztlichen Wochenschrift von 1849, findet sich die Operation Seite 83 genau beschrieben und gerühmt. Der ungenannte Verfasser will sie in England gesehen haben. Es ist ein Beinhautschnitt. La-fosse verlangt 1850 man soll den Sehnenast der eingebettet ist, 3 bis 5 cm. von innen nach aussen durchschneidenquot;. Ungefrohrn will 18ÖU, dass auf die Exostose eingeschnitten, die Haut lospräpariert und sodann ein Instrument mit stumpfer Spitze auf die Exostose eingedrückt werde. Hintermeyer will, dass auf der Exostose das Periost mit 35 strahlenförmig angelegten Schnitten durchtrennt werde. Die operative Öffnung der Bursa am fächerförmigen Insertionsschenkel des Schienbeinbeugers empfiehlt Dieckerhoff. Das Pferd wird gelegt oder ein ruhiges kann auch im Stehen operiert werden. Mit geballtem Bistourie wird der mediale Sehnenast des Musculus tibialis quer abge-
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schnitten oder auch nur der Schleimbeutel eröffnet. Lustig hat noch einen schmalen Streifen der Bursawand herausgenommen, wodurch der Erfolg besser geworden sei. Der von Dieckerhoff neuerdings empfohlene operative Eingriff ist geringer als bei der früheren Methode, dem sogenannten Beinhautschnitt, welchen besonders Wardie empfahl. Ein Beinhautschnitt war auch die Viereck'sche Methode, durch welche Peters jun. von 17 Fällen 11 geheilt, 2 gebessert und 2 ungeheilt erhielt, während Peters sen. auch hier sofort noch eine Scbarfsalbe anwandte. Marcus hatte aber mit dem Viereck'schen Spatschnitt keine Heilung, sondern nur Besserung zu Stande gebracht. Auch der Dieckerhoff'sche Spatschnitt, der übrigens durch die Nähe der Vena saphena doch mit grosser Sorgsamkeit ausgeführt werden muss, ist ebenso wenig ein Universalheilmittel wie die übrigen. Klemm hat die Dieckerhoff'sche Operation noch dadurch umgeändert, dass er die untere fleischige Partie des Muse, tibialis, von welcher der mediale Sehnenast ausgeht, subkutan durchschneidet. Die Operation ist nur am liegenden Pferde zu machen, wenn der ganze Muskel durchschnitten wird, treten die Erscheinungen ein, wie sie bei Ruptur dieses Muskels beschrieben sind; ist aber die Heilung auch bei regelrechter Operation erfolgt, so wird der alte Zug wieder entstehen müssen. Immerhin hat Klemm einige sehr schöne Resultate mit dieser Methode erzielt. Es fehlt auch nicht an solchen Propheten, welche wie Bartels gegen Spat gar nichts anwenden wollen als 3 4 Wochen Ruhe, höhere Stollen an das Eisen und sodann noch 12 Monate massige Arbeit. Trotz dieser vielen Mittel besteht doch ein altes Sprichwort fort, welches heisst: Gegen Rotz und Spat ist kein sicherer Rat.quot; Nun, wir haben gegen Rotz sicheren Rat gefunden, gegen Spat ist es etwas besser wie früher, sehr viel aber nicht, und wahrscheinlich bleibt die Sache noch lange so bestehen.
Die eiterige Sprunggelenksentzttndang bei Pferden und Kindern, und Arthritis fnngosa.
Litter atur: Billroth-Dieckerhoff, Die Pathologie und Therapie des Spat der Pferde 1875, p. 112.
Die sonst gesunden Pferde zeigen sich nach einer Anstrengung, namentlich wenn sie auf glattem Boden oder unter anderen ungünstigen Verhältnissen benutzt wurden, 1012 Stunden später auf einem Hinter-fusse mit einer heftigen Lahmheit behaftet und durchaus unfähig, den kranken Hinterfuss zu belasten. Bis zum nächsten Tage steigern sich die Schmerzen, so dass die Tiere die kranke Gliedmasse in die Höhe
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Die eiterige Sprunggelenksentzundutig bei Pferden und Rindern.
ziehen, auch wohl abwechselnd -wieder herabgleiten lassen, ohne aber mit derselben aufzutreten. Häufiges Liegen. Mangelhafte Futteraufnahme. Pulsbeschleunigung bis zu CO Schlügen in der Minute. Fre-quentes Atmen, 20 mal und häufiger in der Minute. Aufgezogene Bauchdecke. Am Sprunggelenk selbst finden sich um diese Zeit noch keine wahrnehmbaren Symptome. In den nächsten Tagen ängstlicher Blick. Häufige Bewegungen mit dem kranken Hinterfusse. Kratzen mit den Vorderfüssen. Anhaltendes Liegen. Erschwertes Aufstehen oder auch vollständige Unfähigkeit sich zu erheben. Selbstredend ist die Erhebung vom Boden schwieriger, wenn das Pferd auf der erkrankten Gliedmasse ruht, als wenn es auf der andern Seite liegend den Körper sofort mit dem gesunden Hinterbein unterstützen kann. Gegen den 3.7. Tag der Erkrankung stellt sich am Sprunggelenk und nach dem Mittelfuss sich fortsetzend eine flache und ödematöse Schwellung ein, die aber nicht bedeutend ist. Durch Druck mit den Händen oder Fingern gegen das Sprunggelenk, sowie durch drehende Bewegungen derselben werden Schmerzen hervorgebracht. Die Pferde dokumentieren in ihrem Habitus die Schwere der Affektion. Die Temperatur des Körpers steigt, aber nur um etwa 1deg; C. Die Zahl der Pulse vermehrt sich bis zu 80 und mehr in der Minute. Im weiteren Verlaufe bleibt die Futteraufnahme unvollständig. Das betreftende Pferd liegt viel und meistens flach auf der Seite. Bei mangelhafter Aufsicht und selbst trotz der besten Pflege tritt an verschiedenen Stellen des Körpers Decubitus ein. Der Bauch erscheint ganz aufgezogen. Es stellt sich eine grosse und allmählich zunehmende Abmagerung des ganzen Körpers ein. Einzelne Pferde scheuen es, sich niederzulegen. Sie bleiben aber längere Zeit auf drei Füssen stehen und sind auch durch kein Mittel zum Niederlegen zu bringen. Infolge davon tritt auf dem gesunden Hinterfusse eine Anschwellung ein, die besonders das Sprunggelenk betrifft. Kommen diese Pferde später dazu, sich niederzulegen, so können sie gewöhnlich nicht wieder emporgerichtet werden und der Tod erfolgt dann schon in einigen Tagen nachher. Wenn die Pferde aber zeitweise aufstehen, so schleppen sie sich bei entsprechender Pflege bis in die dritte Woche, bevor sie zu Grunde gehen. Ich sah ein Pferd 27 Tage an dieser Krankheit leiden, zwei starben aber schon nach 10 bezw. 12 Tagen. Ein Aufbrechen des Gelenks mit Entleerung von Eiter und Bildung eines fistulösen Geschwürs habe ich bei dieser Krankheit nicht beobachtet, offenbar aus dem Grunde, weil die betreffenden Pferde schon früher zu Grunde gingen oder als unheilbar getötet wurden. Die Diagnose ist während der ersten Tage oft sehr schwierig. In beiden Fällen, die
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Abrücken oder Abweichen der Sehne des Kronbein beugors etc.
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mir zuerst begegneten, glaubte ich eine Fraktur oder Ruptur im Sprunggelenk vor mir zu haben. Mit dem Eintritt der Schwellung und sobald sich Schmerzen beim Druck gegen das Sprunggelenk feststellen lassen, ist die Krankheit mit ziemlicher Sicherheit zu erkennen. (Es sind aber noch zwei Krankheitszustände zu beachten: eine akute Entzündung der Gelenkkapsel des Tibio-Astragalgelenks, die zuweilen plötzlich und hochgradig einsetzt, und eine heftige (purulento) Entzündung der oberen Sehnenscheide des Hufboinbeugers.) Eine Behandlung hält Diecker-hoff für ganz aussichtslos.
Von ähnlichen Sprunggelenksentzündungen mit tödlichem Ausgange und ähnlichem Verlaufe habe ich 2 Fälle erlebt. Der erste war beim Trainbataillon Nr. 13. Das Pferd war wochenlang an einer durch unbekannte Ursache entstandenen gleichmässigen Anschwellung des rechten Sprunggelenks behandelt und hing in der Gurte. Die Schmerzhaftig-keit war sehr gross, die Abmagerung bedeutend, das Fieber gering, das Tier stützte nicht nur nicht mit dem kranken Bein, sondern berührte damit kaum den Boden und hob es meist frei in der Luft. Die Überanstrengung an dem anderen gesunden Hinterbeine war derart, dass eine Dehnung der Sehnen erfolgte und das Pferd schliesslich hochgradig bärentatzigen Stand hatte. Es erfolgte Tötung. Bei der Sektion fand sich namentlich in den unteren Gelenkpartien eiterige Infiltration der Knochen, citerig-fibrinöse Auflagerungen, die Knorpel zum Teil missfarbig in einzelnen kleinen Stückchen losgelöst, der Knochen wie zernagt. Die Gelenkkapsel an der Innenfläche verdickt und mit sehr reichlichen rotbraunen Granulationen versehen. Ein zweiter Fall war beim Ritterwirt Harrer in Höfen. Das ganze Krankheitsbild und der Verlauf stimmten mit dem vorgenannten überein, das Pferd ging etwa in der 4. quot;Woche zu Grunde. Eine Sektion konnte nicht vorgenommen werden. Bei Rindern und besonders Jungrindern habe ich mehrfach ähnliche Prozesse, die sich ebenfalls durch bösartigen Verlauf auszeichneten, gesehen. Dieselben sind hier häufiger.
Abrücken oder Abweichen der Sehne des Kronbeinbengers und ßackkronbeinmuskels vom Sprunggelenkshöcker.
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Litteratur: Vogler, Abrücken d, Kronbeinbougers v. Sprunggelenkshöcker. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müll. u. Hol. 1872, p. 160. Ilagen, Abweichen der Sehne d. Kronbeinbeugers vom Sprnngbeinhöcker b. Pf. Ibd. 1867, p. 151.
Vogler teilt mit, dass bei einem Pferde plötzlich während sehr starker Arbeit die Sehne nach aussen abwich. Dieselbe liess sich
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890nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Zerreissung der Seitenbändor des Sprunggelenks.
leicht wieder zurückschieben, glitt aber sofort wieder ab. Bei der Schenkelbewegung geschah dieses Auf- und Niedergleiten ruckartig. In den ersten Tagen war grosser Schmerz vorhanden. Das Pferd ging bedeutend lahm und durch das beständige Gnubsen,, der Sehne wurde das Thier hochgradig irritiert. Es enstand eine grosse Anschwellung dortselbst, die sich nach circa 8 Tagen verlor; das Pferd wurde ruhiger und es wurden mehrere Scharfsalben nacheinander angewandt. Nach 4 Wochen war die Sehne an der äusseren Fläche des Sprungbeines festgewachsen und das Pferd diensttauglich. Hagen beobachtete, dass ein 10 jähriges Pferd durch einen Schlag vom Nachbarpferde auf die Sprunggelenksgegend eine grosse Anschwellung erhielt; nach einiger Zeit und nach Anwendung von Scharfsalbe verschwand die Geschwulst, aber bei nur geringem Schieftreten rutschte, glitt die Sehne von dem Sprungbeine ab und zwar ebenfalls nach aussen. Sofort hielt dann das Pferd das Bein steif und hüpfte so lange auf den drei anderen, bis die Sehne wieder auf dem Sprunggelenkshöcker nach oben zurück war. Dies geschah zuweilen von selbst, meist wurde es durch Beihilfe gemacht. Das Aus- und Eingleiten der Sehne erfolgte jedesmal mit hörbarem Puck. Ein angelegter Verband war vergeblich. Auf eine Scharfsalbe wurde das Tier ruhig und die Heilung erfolgte in 14 Tagen.
Zerreissung der Seitenbäuder des Sprunggelenks.
Litterat ur: Puffert, Zerreiss. d. Seitenb. d. Sprunggelenks b. Pf. Tztl. Mitt, Gerl. u. Leis. 1854, p. 75. Lei so ring, Zerreiss. d. Seitenbänder d. Sprunggelenks b. Pf. Sachs. Jhb. 1859/GO, p. 29. Ha üb n er, Zerreiss. d, Seitenb. d. Sprunggelenks. Ibd. 1859/C0, p. 54.
Aetiologie; Ein Pferd war durch eine hölzerne Brücke getreten und sofort sehr stark lahm geworden, so dass es mit dem Wagen transportiert werden musste. Haubner fand das Sprunggelenk nach abwärts sehr beweglich und das Schienbein konnte nach vorne gezogen werden, so dass an der Stelle, an der sonst die Hasenhacke sitzt, eine Vertiefung entstand. Das Tier wurde lange vergeblich behandelt und man fand bei der Sektion die Bänder, welche das Schienbein mit dem Sprunggelenke verbinden, zerrissen. Ruffert sagt: Die Symptome hatten sehr viel Ähnlichkeit mit Knochenbruch am Gelenke, grosse Beweglichkeit, sogar Knarren; das Bein war im Fessel übermässig gebeugt und das Tier trat nur mit der Zehenspitze auf. Nach vergeblicher Behandlung wurde das Pferd getötet und man fand die Seitenbänder und einige kleine Bänder zerrissen.
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Knie- und Sprunggelonksentzündung bei Rindern,
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Knie- und Sprunggelonksentzündung bei Bindern.
Litteratur: Rychner, Kniegelenksontzünd. b. Küh. Der. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1851, p. 52. Roloff, Eigontüml. Fussentz. b. Küh. Mitt a. d. tztl. Pr. Müll. u. Rol. 1867, p. 154. Heu, Arthritis d. Hintorknies b. K. Rec. de Med. vet. 1865, p. 978. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1866, p. 48. Krebs, vgl. tztl. Mitt. 1876, p. 25. Andrieux, Rheum. Gelenksentz. b. K. Rec. 1887, p. 136. Jhb. 1887, p. 83. Rolbert, Sprunggelenks-entz. b. R. Bad. tztl. W. 1889, p. 367.
Krebs hat 48 Fälle behandelt und unterscheidet a) eine akute und b) eine chronische Form. (Bei einem Drittel war vor der Erkrankung Frühgeburt vorgekommen, auch coneipieren die meisten der erkrankt gewesenen erst nach mehrmaliger Begattung oder nicht.) Bei der akuten Form tritt meist plötzlich an einer oder an zwei Gliedmassen heisse, sehr schmerzhafte Geschwulst, gewöhnlich am Tarsul- oder Carpal-gelenke auf. Hohes Fieber. Letzteres lässt in der Regel nach 48 Stunden nach. Das Leiden geht in die chronische Form über und reci-diviert nicht selten im Frühjahr oder Herbst. Bei der chronischen Form treten ähnliche Erscheinungen auf, aber erst allmählich und mit geringem Fieber. In Eiterung ging die Anschwellung nie über. Die Heilung gelang bei der akuten Form meist in einigen Wochen, bei der chronischen erst nach 28 Monaten. Die Therapie bestand in innerlicher Behandlung mit Salicyl; lokale Einreibung von warmem Essig und Wergeinhüllung, später scharfe Stoffe. Andrieux bespricht ebenfalls eine rheumatische Gelenksentzündung, Synovitis, beim Rinde, die 56 Tage nach dem Kalben entsteht, mit hochgradigen Schmerzen und Hitze in den Gelenken, aber ohne Schwellung in 814 Tagen verläuft. Seine Therapie bestand in Aderlass, Purgantien, lokalen Einreibungen und innerlich salicylsaures Natrium.
Rychner beschreibt eine Kniegelenksentzündung bei Kühen als Eutergelenksentzündungquot;. Von Heu ist angegeben, dass diese Arthritis namentlich bei solchen Kühen auftrat, die das zweite Kalb abortiert haben, weil da in der Regel die Nachgeburt zurückbleibe, welche durch fortwährenden Reiz zur Entleerung Anlass zur Abmagerung und Kniegelenksentzündung gebe. Der akute Zustand beginne 23 Wochen nach dem Abortus, werde aber oft übersehen. Im chronischen Yer-laufe entstehe oft eine grosse schmerzlose Geschwulst am Hinterknie und in der Umgebung. Das Tier magere ab, hinke und werde deshalb oft geschlachtet. Heu rät dagegen mit Unguentum Hydrargyri nitri zu behandeln. Nach 23 Wochen falle ein harter, runder Schorf ab und die Sache sei geheilt. In den Tierärztlichen Mitteilungen von
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802nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Eigentümliche Fussentziindung bei Kühen nach dem Kalben.
1876 ist angegeben, dass das Hinterkniegelenksleiden bei Hindern aus-schliesslich bei im Stall gehaltenen Tieren auftrete, namentlich wenn die Tiere wenig Raum haben und sich ungeschickt legen müssen. Das Leiden beginne sehr langsam, es trete später allgemeine Abmagerung, lokale Atrophie, Fieber, Hinken, Anschwellung, Stöhnen und viel Liegen ein. Die Therapie bestehe in Unterstützung durch zwei leicht gefüllte Hopfensäcke und Anwendung einer Salbe aus: Tart. stib. 4, Ölcroton 1, Axung. porc. 30, auf einmal. Nach 14 Tagen falle der Schorf ab und es trete Heilung ein.
Ilolbort giebt an, dass das Sprunggelenk meist zuerst aussen und wenig anschwelle, kleine Schorfe dort entstehen und Fieber auftrete. Nach 1012 Tagen bilde sich ein Abszess mit wirklichem Eiter und Abstossung von Gewebsfetzen. Nach circa 3 Wochen erfolge in der Kegel Heihmg. In seltenen Fällen kommt es zur tödlichen, eiterigen Arthritis. Rolbert glaubt, es seien Abschürfungen und Infection die Ursache. (Vgl. Osteomyelitis.)
Eigentümliche Fussentzünduiig hei Kühen nach dem Kalben.
Litteratun Roloff, Mitt, a. d. tztl. Pr. Müll. u. Hol. 1807, p. 154.
Wir hätten das nachstehend geschilderte Krankheitsbild zum Pana-ritium gestellt, wenn nicht der Autor Roloff diese in Frage stehende Krankheit davon getrennt und als eigentümlichquot; bezeichnet hätte. Das Leiden tritt nach ihm nur auf bei Kühen und nur nach dem Kalben.
Klinisches Bild: Die Klauenspaltcn werden gerötet, angeschwollen, feucht, die Geschwulst reicht allmählich bis über die Ballen und Kronen. Durch sehr bedeutende Anschwellung stehen die Klauen weit auseinander. Die Haut wird verdickt, die Haare fallen aus. In Einzelfällen entstehen tiefe Abszesse, Abmagerung, Fieber und selbst Tod. In der Regel ist nur ein Hinterbein betroffen. Als wahrscheinliche Ursache bezeichnet Roloff die scharfen Flüssigkeiten, die nach der Geburt auf den Boden kommen, so dass die Sache infektiös ist. Die von Roloff angewandten Mittel waren ziemlich erfolglos. Prophylaktisch wirksam war sorgsame Entfernung der Flüssigkeiten nach der Geburt etc., wonach kein solcher Fall mehr auftrat.
Tuberkulöse Gelenkentzündung.
Litteratur: Harms, Rinderkrankh. p, 205.
Die Krankheit kommt nach Harms beim Rinde nicht so selten vor. Die Tiere seien zuweilen inunter, öfters jedoch leidend. Die
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Piephacken.
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Lahmheit ist verschieden stark, die Gelenksanschwellung ist bedeutend, schmerzhaft, es entleert sich auf Einstich graugelbe Masse. Jede schmerzhafte Gelenksentzündung, welche energischer Behandlung nicht weicht, vielleicht sogar schlimmer wird, auf Einstich genannte Masse entleert, ist verdächtig, namentlich wenn noch Fieber dabei besteht. Tuberkelbacillen konnte Harms nicht nachweisen. Meyer habe jedoch solche festgestellt.
Die Prognose ist ungünstig.
Therapie: Tuberkulöse Haustiere behandelt man zweckmässig nicht, sondern lässt dieselben schlachten. Die Gefahr der Infektion auf Menschen und Tiere macht dies notwendig. Beim Menschen ist gegen tuberkulöse Gelenkschwellung von Bruns Jodoformäther injiciert worden. Das operative Verfahren ist sehr ausgebildet.
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Fiephacken.
Litter a tur: Ruini, Von all. Krankh. u. Gebr. d. Pf. 1608, p. 251. Plou-quet, Piep- oder Scheisshacken. Schwab. Eossarzt 1780, p, 40. Hert-wig, Gurlt u. Hertwig 1851, p. 499. Ackermann, Piephackon b. Zugochsen. Sachs. Jhb. 1859/60, p. 91. Klemm, Tztl. Mitteil. 1882, p. 59. Neubarth, Zeitschr. f. Vetk. 1890, p. G4.
Eine Anschwellung auf der höchsten hinteren Stelle des Sprunggelenks heisst Piephacke. Fig. 144. In der Regel handelt es sich um eine Anschwellung der Haut, manchmal um eine bedeutende Infiltration des Unterhautgewebes, ferner nach Hertwig um Erkrankung des dort gelagerten Schleimbeutels oder Erkrankung der Scheide der Achillessehne.
Aetiologie: Plouquet, Ammon, Klemm u. A. geben an, dass die Piephacken nur auf mechanische Einwirkung entstehen. Hertwig will auch eine innere Anlage und das Überstehen von fieberhaften Krankheiten gelten lassen. Stuten sind nach ihm mehr betroffen als Wallachen. Ich habe die Piephacke nur nach Traumen entstellen sehen, Schlagen gegen das JNachbarpford bei futterneidigen Tieren oder auf Quetschungen im Eisenbahnwagen etc.
Klinisches Bild: Die Geschwulst ist klein, kühl oder gross, heiss, diffus, empfindlich und das Pferd geht gespannt bis lahm, oder die Anschwellung ist mehr abgegrenzt, manchmal faustgross, auf Druck fühlt man Flüssigkeitsbewegung, jedoch nicht wie in einer Blase, sondern mehr verteilt; es kommt manchmal zum leichten Knirschen, sogenannter falscher Krepitation.
Prognose: In frischen Fällen bei diffuser kleiner Anschwollung günstig, in alten Fällen bei bedeutender Entartung quoad vitam günstig, quoad restitutionein vorsichtig bis ungünstig.
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Hasenhacke, Hahnenspat.
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Therapie: Ein grosser Teil des Arzneischatzes ist gegen dieses Leiden angewandt worden. Frische, kleine noch entzündliche Piephacken weichen, wenn man den Tieren keine Ursache zu neuen Quetschungen an dieser Stelle giebt. Verstellen der Pferde, so dass sie nicht mehr schlagen oder Polstern der Wände des Standes, damit das Schlagen unschädlich wird, ist sehr zu empfehlen. Aufstreichen von Lehm oder Bolus heilt solche entzündliche Piephacken. Alte, mit Cysten in der Tiefe und Gewebsneubildungen, heilen schwer oder nicht. Scharfsalben nützen in der Regel nichts. Aussaugen mit einer Spritze und Druck-#9632;verband ist sehr zweckmässig, aber nur unter antiseptischen Cautelen. Ich habe ein Pferd sterben sehen, weil die Spritze nicht aseptisch war. Auflegen von Pflastern, Linimenten, Durchziehen von Haarseilen zwischen der Haut und dem etwa vergrösserten Schleimbeutel, Brennen mit dem Glüheisen, das alles wurde schon gemacht, ist aber nicht zu empfehlen. Neubarth behandelt die Piephaeke mit Druckverband. In den Vertiefungen zwischen dem Gelenk werden Wergbauschen gelegt und eine angefeuchtete Leinwandbinde, das ganze Bein umwickelnd, fest angelegt. Nach 5 Stunden wird die Binde entfernt. Nach einer Stunde Pause wird der Verband wieder ähnlich angelegt. In 3 Tagen, sagt Neubarth, heile die Piephacke. Man muss vorsichtig sein. Ich habe diese Verbände sogar mit Gummibinden und länger fortgesetzt, ohne Heilung zu bekommen. Manchmal heilt scharfe Arbeit und mageres Putter.
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Hasonhacke, Hahnenspat.
Mit dieser Bezeichnung verband man lange den Begriff, dass Knochenneubildung und entzündliche, dem Spat ähnliche Prozesse an der hinteren Fläche des Sprunggelenkes vorkommen. Dies scheint mir jedoch nicht richtig zu sein. Ich habe noch nicht Gelegenheit gehabt, klinisch eine dem Spat ähnliche Knochenneubildung nur an der Hinterfläche des Sprunggelenks zu beobachten. Auch die präparierten oder macerierten Sprunggelenke der hiesigen Sammlung zeigen diese Abnormität nicht. Es kommen allerdings Sprunggelenke vor, bei welchen die Osteophyten sich auch reichlich an der hinteren Fläche befinden, aber immer ist dann die Ursache von der Vorderfläche ausgehend nachweisbar, oder es handelt sich um Brüche des Fersenbeines. Jedenfalls hat ein dorn Spat ähnlich sein sollender nur am Knochen der hinteren Sprunggelenksfläche vorkommender Prozess gegenwärtig klinisch keine solche Bedeutung, dass er besondere Berücksichtigung an dieser Stelle verdient. Die sogenannte weiche Hasenhacke, welche entzünd-
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Luxation der Sprunggelenksknochen.
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liehe Ansehwellungen der an der hinteren Sprunggelenksfliiche gelagerten Teile darstellt, ist nach den allgemeinen Grundsätzen der Entzündung zu beurteilen und zu behandeln.
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Luxation der Sprunggeleiiksknochen.
Litteratur: Hey, Luxat. d. Sprunggelenksknochen b. Pf. Lyon 1857, p. 193. Mar kl ott. Luxation d. Sprunggelcnksknochen b. Pf, Wien 1858, p. 89. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 56.
Marklott teilt mit: Ein Pferd wurde bergab durch einen in Schuss gekommenen Holzschlitten überfahren. An der äusseren Gelenkseite entstand eine l1/2 Zoll lange quot;Wunde, das Fesselbein war nach innen abgewichen und war in jeder Richtung beweglich. Zur Einrichtung reichte die Kraft von drei Männern nicht aus, sondern es musste dazu eine Roll winde benutzt werden. Die Heilung gelang vollkommen. Rey sah Luxation im Sprunggelenk dadurch entstehen, dass ein Pferd zwischen zwei Eisenbahnschienen mit dem Hufe festgeklemmt und vom nachrollenden Wagen umgeworfen wurde. Das Tier wurde getötet, die Luxation war zwischen dem grossen Kahn- und Würfelbein. Letzteres war in drei Stücke gebrochen.
Frakturen der Sprunggelenksknochen.
Litteratur: Gurlt, Gebrooh. Rollbein b. Pf. Gurlt u. Hertwig 1837, p. 165. Rosenkranz, Splitterbr. d. Sprungb, b. Pf. Sachs. Jhb. 1858/59, p. 101. Haase, Splitterbr. d. Calcanous. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müll. u. Rol. 1868, p. 149. Bräuer, Bruch d. Sprungb. b. Ochs. Sachs. Jhb. 1871, p. 140.
Von den Sprunggelenksknochen ist das Sprungbein (Calcaneus) am meisten bedroht. Rosenkranz sah dasselbe gesplittert durch einen Schlag, den der Schmied beim Beschlagen mit seinem Schmiedshammer ausführte, Haase infolge von Hufschlag. Die Erscheinungen waren grosser Schmerz, Krepitation. Stehen auf drei Beinen. Wenn die Fraktur so vollkommen ist, dass die sich dort anheftenden Sehnen zur Seite treten und erschlaffen, so erfolgt eine Erschlaffung der Achillessehnen und des ganzen Beines, die Tiere treten mit der Zehenwand auf.
Prognose: Sehr vorsichtig. Haase giebt an, dass in dem von ihm beobachteten Falle, in dem sogar Knochenstücke losgestossen wurden, die Heilung in 14 Tagen erfolgte. Bräuer hat Heilung bei einem Ochsen in 4 Wochen gesehen. Rosenkranz musste seinen Patienten nach drei Wochen wegen jauchiger Vereiterung töten lassen und Gurlt teilt mit, dass ein gebrochenes Rollbein vom Pferde nicht heilte.
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Therapie: Offene quot;Wunde höchst sorgsam antiseptisch behandeln. Entfernen aller losen Teile, nähen, drainieren, Immobilisierungsverbände aus Gyps, Holzschienen, plastischem Filz etc. und Einstellen in eine Gurte.
Mauke.
Litteratur: Pradal, Mittel gegen Mauke. Jhb. üb. Viehz. u. Thk. 1834. AV i 11 m a n n s, Mauke m. Caries u. Tod. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 326. Leblanc, Annt.-pathol. Untersuch, d. M. Ibd. 1851, p. 238. Parra-vicini, Ätiologie der Mauke. Mail. 1858, p. 115. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 35. Serres, Brandmauke. Toul. 1869, p. 277. Ibd. 1860, p. 48. G a b b e y , Brandmauke b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Hol. u. Soh. 1878/79, p. 70. Malze ff, Ätiologie der Mauke. Öster. Zeitschr. f. Vet.-Wiss. 1889, p. 148. Möller, Mauke und Straubfuss. Mitt. f. prakt. Tzte. 1889, p. 49.
Die einfache Mauke heisst auch Schutz- oder Schrundenmauke. Die Bezeichnung Schutzmauke wurde für die Pferdepocken gebraucht und ist deshalb unrichtig. Im allgemeinen heisst jede Ausschlagskrankheit, die in der Fesselbeuge des Pferdes vorkommt, Mauke. Veränderungen, die sich bei der chronischen Form einstellen, führen zu verschiedenen Ausgängen: a) zum nekrotischen Zerfall = Brand-mauke oder b) zur hypertrophischen mehr oder weniger diffusen Neubildung, dem Straubfuss. Es kommt c) noch eine lokale Hypertrophie in der Fesselbeuge, aber nur nach traumatischer Mauke vor, welche ein Narbenkeloi d darstellt.
Aetiologie: Die Ursache ist verschieden: Die Mehrzahl der betreffenden Erkrankungen entsteht auf ein Trauma. Fangen in der Kette und dadurch Quetschen sind vielfach ursächlich. Sodann kommen Prozesse vor, welche die Erscheinungen des chronischen Ekzems sehr ausgesprochen zeigen. Auch die zum Ausbruche disponierenden Ursachen sprechen für ein solches, z. B. lange Behaarung am Fessel, Unreinlich-keit, Arbeiten im heissen Torfmoor, nachdem dasselbe gebrannt wurde. Einwirkung von Nässe und Kälte, Eeibeu und Scheuern. Man hat gefunden, dass manchmal mehrere Füsso zugleich, sogar alle 4 Füsse betroffen werden. Übertragung auf andere Pferde wurde aber nicht beobachtet. Günther nimmt an, dass die Krankheit vererbt werde und will die Betroffenen von der Zucht ansschliessen, während Möller nur eine vererbte Prädisposition und deshalb Neigung zu Eecidiven annimmt. Möller führt noch an: Wenn eine Hautstelle wiederholt mit grüner .Seife eingerieben wird, so entsteht ein Prozess, wie der bei der Mauke. Dem entgegen hat aber Malzeff mitgeteilt, dass er in
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Mauke.
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10 Fällen Kulturen angelegt habe und regelmässig den 8treptokokkus Erysipelatis Fehleisen gefunden habe, dass er ferner mit den aus der Mauke erzüchteten Mikroorganismen bei Kaninchen Erysipel erzeugen und durch Riickimpfung mit Reinkulturen auf das Pferd wieder Mauke erzielen konnte. Es ist sehr bedeutsam, dass Möller in 10 Fällen aus-schliesslich dasselbe Resultat bekam. Klinisch sind aber Unterschiede vorhanden.
Klinisches Bild: Bei der traumatischen Mauke ist eine Quetschwunde in der Fesselbeuge zugegen. Kleinere subkutane Blutungen, raquo;Suffusionen und Hugillationen und Zertrümmerung von Gewebsteilen. Die Haut ist abgescheuert, es können Risse vorhanden sein wie bei Schnittwunden, manchmal ist die Haut abgehoben, losgerissen, zerfetzt, öfters aber ist nur das subkutane Grewebe gerissen und die Haut in einem oder einigen breiten unregehnässigen Bändern oder Lappen unterminiert. Blutung ist in der Regel keine an der Oberfläche. Es ist Schmerz und Lahmen zugegen. Nach einigen Tagen stellen sich die bekannten Reaktionen, zuerst seröse, dann trübe, dann eiterige Absonderung ein. Das Allgemeinbefinden ist nicht oder nur wenig gestört. Bei dieser Form kommt es nicht selten zur Hypertrophie der Narbe mit reichlicher, zottig vertrockneter Auflagerung, dem Narbenkeloid. Bei der anderen Form, welche wir seitdem als ekzematöse bezeichneten, sind zwar fast alle Erscheinungen des chronischen Ekzems zu beobachten, jedoch ist anzugeben, dass das auf die Oberfläche abgesonderte Produkt eine graue, schmierige, stinkende Materie ist, welche sich sonst weder bei Ekzem noch bei Erysipel vorfindet. Es treten oberflächliche Risse und Schrunden ein, welche spiralige bandförmige Streifen bilden. Die Haut schwillt diffus an, aber nur in der Fesselbeuge und um den Fessel. Fieber, Appetitstörung ist in der Regel nicht zugegen. Es fehlt das rasche Verbreiten, wie es sonst beim Rotlauf ist, bei dem ein Hinterbein in wenigen Tagen bis zum Kniegelenk hochgradig anschwillt. Der Gang ist in der Regel nur wenig gestört, er ist gespannt oder es ist anfangs etwas Lahmen zugegen. In einigen Fällen kommt es nach einigem Bestände dieser Mauke zum nekrotischen Zerfall, Brandmauke, so dass sogar, wie Willmann bei einem 1 Jahr alten Fohlen beobachtete, nicht nur die Haut in der Fesselbeuge und am Pessel brandig ausfiel, sondern auch noch die Gelenke und Knochen ergriffen wurden. Es ist aber hier noch anzuführen, dass es eine Sorte von Brandmauke giebt, bei welcher unregelmässige, handtellergrosse Stücke mehr seitlich an der Krone als in der Fessclbeuge eintrocknen, sieb-förmig durchlöchert, fetzig von der Umgebung losgelöst, durch Eiter
Hoffmann, Tioiärztlirlie Chirurgie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;57
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898nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mauke.
allmählich losgehoben werden. Dabei kann dieser Prozess vor sich gehen, ohne dass die Tiere Unbehagen zeigen oder lahm gehen. In der Kegel wird das Leiden erst entdeckt, Avenn es schon in der Heilung ist. Hier fehlt sicher der infektiöse Charakter, sowohl nach Aussehen wie nach Verlauf. Da diese Sorte von mir nur im Winter beobachtet wurde und auch von Siedamgrotzky angegeben ist, dass die Brandmauke am häufigsten im Winter entstehe, so halte ich dafür, dass sie durch Erfrierung entsteht. In einzelnen Fällen geht die Älauke über in Strauboder Igelfuss (vgl. d.).
Prognose: Es ist zu berüchsichtigen, dass es sich um sehr verschiedene Prozesse und um verschieden hochgradig entwickelte Leiden handelt, a) Die traumatische Form ist je nach dem Grade der Ausdehnung der Quetschung und dem Alter verschieden, aber im allgemeinen günstig zu beurteilen, b) Die ekzematöse oder erysipclatüse Form ist verschieden heilbar. Sicher ist, dass es eine Anzahl von nichttraumatischen Mauken giebt, welche auf passende Mittel rasch heilbar sind, während andere, welche sich mikroskopisch von dieser Form nicht unterscheiden lassen, jeder Behandlung trotzen. Die Brandmauke, welche auf die Erfrierungen entsteht, ist trotz der grossen Zerstörungen ziemlich günstig zu beurteilen.
Therapie: a) Die traumatische Form heilt rasch auf sorgsam durchgeführte antiseptische Behandlung. Haare ausschneiden, gründlichste Reinigung mit Seifenwassor, Irrigation mit Sublimatwasser, Abtrocknen mit Wundwatte, Einpudern mit Jodoform und Verband mit Watte und Binden führt rasch zum Ziele, b) Die ekzematöse Form, welche vorerst noch anzunehmen klinisch von Bedeutung ist, heilt auf folgende Behandlung ziemlich rasch und sicher; Die Reinigung wird wie oben genannt durchgeführt, es wird aber jetzt mit trocknenden
(
Mitteln, wie sie die Ekzembehandlung überhaupt vorschreibt, vorgegangen. Ganz besonders empfehlen sich Bleipräparate, Bleikarbonat, -acetat oder -tannin, AVismut mit Amylum als Pulver dick aufgetragen oder mit Lanolin als Salbe, besonders auch die Diacbylonsalbo mit nachfolgendem warmen Watteverband wirken am besten, c) Die rot-laufartige Form, welche sich von der vorigen nur durch die schwere Heilbarkeit unterscheidet, da sie auf die genannten Mittel selbst bei sorgsamer sachgemässer Behandlung nicht heilt, vorlangt eine andere energische Rotlaufbchandlung. Nach der Reinigung leichte Lösungen 50/oiger Milchsäure. (Es ist daher verständlich, dass die früher gerühmten und vielfach angewandten Hinschlage mit Sauerkraut wirksam sind.) Siinson verwandte Chlorkalk und Kohlonpulvcr. Karbol-
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Chronischer Abscess am Hinterschenkel beim Kinde. Ausschuhen. 899
säure 1 : 100, Holzessig 1:20, Kupfervitriol 5 % ig, Creolin 5100/oig in feuchtwarmen Umschlügen angewandt, sind zu empfehlen, d) Die brandige Form, welche durch Erfrieren entsteht, wird wie die traumatische behandelt. Die erstmalige Reinigung erstreckt sich auch auf Entfernen sämtlichen abgestorbenen und krankhaften Gewebes mittelst Schere und Pinzette, eventuell unter CocaTnanästhesie. e) Das Nar-benkeloid kann mit dem scharfen Lüil'el abgeschabt werden, ohne dass die Tiere dabei Empfindung zeigen oder es sind nur die von mir bis jetzt behandelten Formen diesen Charakters gewesen. Nachher kommt ein Verband mit leichten Ätzmitteln. Es empfehlen sich Pinselungen mit Säuren und nachheriger Verband.
Chronischer Abscess am Hintcrschenkel beim Kinde. Ausschuhen.
Litteratur: Rudovsky, Zwei Fälle von ehren. Abscess b. R. Monatsschr. d. Ver. d. Tzte. in Öster. 1890, p. 176.
Ein l'/d Jahr alter Stier (Bulle) wurde an einem sehr warmen Tage über steinige Bergstrasson getrieben. Nach 7 Stunden Marsch konnte er nicht mehr weiter, lahmte derart am rechten Hintorbein, dass er eingestellt werden musste. Anderntags stand er nicht mehr auf das betreifende Bein. Nach einigen Tagen löste sich, trotzdem kalte Umschläge gemacht waren, der innere Klauenschuh los. Unter Anwendung von antiseptischen Mitteln und einem Lederschuh erneute sich der Hornschuh innerhalb zweier Monate. Circa 2 Monate später trat am selben Schenkel ohne bekannte Ursache, etwas unter und vor dem Hüftgelenk, eine derbe Anschwellung in der Tiefe auf, welche durch 5 Monate mit den verschiedensten Mitteln erfolglos behandelt und endlich sich über den ganzen Schenkel verbreitete, so dass derselbe durch Anschwellung den Schwanz zur Seite drängte, 25 cm. im Umfango zunahm und die Geschwulst bis zum Sprunggelenk reichte. Auf Einstich entleerten sich mit. Kraft circa 5 Liter dicker, weisser, nicht übelriechender Eiter. Die Heilung erfolgte ziemlich rasch. Einen zweiten ähnlichen Fall hat Rudovsky gesehen, ohne jedoch über die Entstehung etwas erfahren zu können. Auch hier erfolgte die Heilung auf Creolin-ausspritzung ziemlich rasch.
Straubfuss, Igel- oder Elefantenfnss. Dermatitis chronica, verrueosa (Möller).
Litteratur: Lösch, Straubfuss. Tztl. Ztg. 1840, p. 78. Keller, Elephantiasis b. Pferd an einem Bein. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1849, p. 54. Klintman, Elephantiasis h. Pf, an einem Bein. Stockholm 18G2. Ibd.
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900nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Straubfuss, Igel- oder Elefantenfuss.
1862, p. 34. Barmeister, Elefantenfuss b, Pf. Mitt. a. d. tztl, Prax. 18ß5, p. 170. Siedamgrotzky, Elefantenfuss b. Pf. Sachs. Jhb. 1877, p. 46. Schütz, Elefantenfuss b. Pf. Mitt. a. d. tztl. Pr. Rol. u. Schütz 1881, p. 79. W ey den, Elephantiasis arabum. Ibd. 1881, p. 79. Holfe-rich, Operative Behandl. d. Elephantiasis. D. med. Wochschr. 1888, p. 2. Gussenbauer, Bebandl. d. Elephantiasis. Prag. med. Wochschr. 1886, p. 311. M ö 11 e r, Straubfuss. Mitt. f. prakt. Tbk. 1889, p. 40. (Auch bei Mauke angegeben.)
Es ist eine allgemeine und eine lokale Form der Elephantiasis zu unterscheiden. Die erstere erstreckt sich über grosse Hautpartieen am Rumpfe und den Extremitäten und wurde beim Pferde und dem Rinde beobachtet. Man hat sie eine Zeitlang identificiert mit der Elephantiasis glabra und Arabum des Menschen. Die erstere Form ergreift in der Regel nur ein Bein, meist ein Hinterbein des Pferdes. Schütz sagt über das Leiden: Im Beginne sind entzündliche Erscheinungen vorhanden an einer oder mehreren Stellen mit allmählicher Ausbreitung nach Art der Erysipele oder Phlegmonen, dabei sind die regionären Lymphdrüsen geschwollen. Die leidenden Teile sind ödematös geschwollen, in der Unterhaut ist eine gallartige lymphatische Flüssigkeit. Oft schwindet der Reizvorgang nach einiger Zeit, hinterlässt aber einen gewissen Grad von Anschwellung und Derbheit der Teile. Nach einiger Zeit stellt sich die Entzündung wieder ein. Allmählich bleiben Yer-dickungen und Verdichtungen der Unterhaut. quot;Wenn mehr die Papillar-schichte betroffen ist, so ist die Oberfläche geschwollen, uneben, warzig, Elephantiasis verrueosa. Sind aber mehr die tieferen Teile befallen, so ist die Oberfläche glatt und diese Form heisst E. glabra. Hoben sich jedoch einzelne Hautpartieen stärker hervor, werden sie höckerig, so benennt man diese Form als E. tuberosa. Bei sämtlichen Formen ist eine progressive Vermehrung des Bindegewebes, welches klare Flüssigkeit und Rundzellen enthält. In solchen Fällen, in denen die Indurationen durch äussere Einwirkung oder durch innere Erweichung ulcerieren, nennt man den Prozess: Nässenden Straubfuss = E. ulcerosa.
Möller hat gefunden, dass im rete Malpighi die zclligen Elemente in grossartiger Wucherung sind, dass dadurch auf die Oberfläche ein Exsudat gesetzt wird, welches eine schmierige, höchst übelriechende Masse bildet, namentlich deshalb, weil die zerfallenden Rundzellen der Malpighischen Schicht besonders übel riechen. Das Exsudat der Ober-fläclie besteht aus serös-eiterigem und solchem aus Zerfallsprodukten. Bei lebhafter Wucherung ist die Oberfläche feucht, bei dem langsamen Vorgange ist sie trocken. Die Unterscheidung in trockenen und
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Straubfuss, Igel- oder Elefantenfuss.
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feuchten Straubfuss, ist also ohne Bedeutung. Da der Wuchemngs-prozess hauptsächlich auf dem Papillarkörper stattfindet, so entstehen durch Verlängerung der Papillen die warzigen Erhebungen auf der Cutis, weshalb auch diese Bildungen früher als Feigwarzen bezeichnet wurden. Durch Veränderung der Haarbälge werden die Haare gesträubt, sie stehen empor wie Igolstacheln, deshalb auch Igelfuss und fallen schlicsslich aus. Möller sagt: Patho
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logisch-anatomisch hat der Prozess die grössto Ähnlichkeit mit Hufkrebs.
Aetiologie: Die Kegel ist, dass der Straubfuss allmählich infolge einer rotlaufigen Infektion entsteht. Es ist schon längst angegeben, dass er namentlich nach der Mauke entstehen kann. Der Nachweis von Malzeff (vgl. Mauke), daslaquo; jedenfalls weitaus die Mehrzahl der Mauken durch rotlaufige Infektion entsteht, bestätigt die frühere Annahme. Ein grosser Teil von Straub-fiissen entsteht aber nach den bekannten charakteristischen, erysipelatös-phlogmonüscn Prozessen, die namentlich an den Hinterbeinen auftreten, auch spricht hiefür, wie auch Schütz besonders hervorhebt, die Ausbreitung sowie die Anordnung wie beim Rotlauf.
Klinisches Bild: Dasselbe ist grossenteils im Eingange dieses Kapitels geschildert. Es ist nur noch anzuführen, dass in der Regel die Haut
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oberfläche andauernd feucht ist, die Haare ver-
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Flg. 115. Lokallslotte Rlc-plmithisis taborosa.
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klebt sind und sich die genannte übelriechende
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Masse vorfindet. Nach Reinigung findet sich die
Haut exkoriiert und wird sie rein abgewischt, so ist in kurzer Zeit wieder dieselbe trübe Masse auf die Oberfläche ausgeschwitzt, welche nach und nach alle Fugen der Oberfläche ausfüllt und den ganzen Stallraum mit Gestank verpestet. Der Umfang eines derart erkrankten Beines kann ganz enorm werden. Burmeister beschreibt einen, der 95 Pfund wog. Siedamgrotzky teilt über einen solchen mit, dass er am Sprunggelenk 75 cm., oberhalb desselben ü5 cm. und am Fessel 75 cm. Umfang be-sass. Derartige Ungetüme, wie sie aus früherer Zeit vielfach aufgehoben und gezeichnet zu finden sind, kommen gegenwärtig nicht mehr vor. Siedamgrotzky schiebt die Ursache auf reichlicheren Grenuss von Pferdefleisch. Zweckmässigere Behandlung spielt jedenfalls mit.
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902nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Schlompenmauke des Rindes.
Prognose: Ungünstig. Der Verlauf ist stets chronisch, gegen Behandlung hartnäckig, widerstrehend. Spontanheilung tritt niemals ein. Die Zunahme erfolgt mit verschiedener Schnelligkeit. Je rascher die Yerbreitung stattfindet, um so bösartiger ist der Fall. Bei langsamem Wachstum, das sich über Monate erstreckt, wenn die Oberhaut ziemlich trocken ist, ist der Erfolg etwas besser. Möller sagt: Die Bebaiul-lung ist immer undankbar.
Therapie: Stark antiseptisch in die Tiefe dringende Mittel. Einschmieren des ganzen Beins mit Sublimatsalbe 1:100. Priessnitz'sche Umscliliigo von Carbolsiiure 5 0'raquo; ig, Druckverband, der alle 6 Stunden gewechselt wird. Injektionen von 30/oiger Carbolsiiure nach Hüter (vgl. a. Erysipel-Behandlung). Bei der warzenartigen Form werden die Knoten mit der Scheere abgeschnitten und nachher mit genannten Mitteln behandelt. Nach einigen Tagen kommt eine trockene adstringierende Behandlung, wie sie bei der Mauke angegeben ist, wechselnd mit der Salben- und Umschlagtherapie an die Reihe. Eotes Jodquecksilber mit Terpentin wird gerühmt. Ich habe künstlichen Terpentin in Aether 1:10 mit 1 Sublimat versetzt aufgetragen und mit Watte und Gummi-binden verbunden. Innerlich Purgantien und Wasserentzug wirken begünstigend. Auf diese Behandlung sinkt der Umfang in der Regel einige Tage rasch, dann bleibt aber die Anschwellung hartnäckig bestehen und auch in solchen Fällen, in denen man recht gute Erfolge hatte, stellen sich nachher leicht Recidive ein. Die Krankheit kann wahrscheinlich erst mit vollem Erfolg behandelt werden, wenn Injektionen, hergestellt aus dem Produkt des Erysipelpilzes möglich sind.
Sclilenipeinnanke des Rindes.
Litteratur: K o h 1 s t a e d t, Sclilempenmauke, Träberausschlag. Zeitsolir. f. ges. Thk. u. Vhzcht. 1844, p. 135. Castor, Sohlempenanssohlag, Mitt. a. d. tztl. Pr. 1859, p. 146. Asch ermann, Schlempenausschlag. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerl. 1859, p. 148. Eich bäum, Schlempenmauke. Preuss. 1860, p. 111. Per. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1800, p. 37. Dietrich, Traberausschlag b. R. Ibd. 1860, p. HO. Bräuer, SchlempenauBschlag. J. d. deutsch. Tzte. 1866, p. 79. raquo;er. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1866, p. 46. Rosenkranz, Schlemponmauke. Säclis. Jahrb. 1873, p. 85. Johne, Ursache der Schlempenmaukc. Ibd. 1877, p. 148. (S. a. Litt, dortselbst.) Proegor, Schlempenmauke. Ibd. 1877, p. 113. Rabe, Schlempenmauke h, R. Woohsohr, 1877, Nr. 16. Weber, Schlempenmauke. Sachs. Jhb. 1878, p. 93. Roloff, Ursache der Schlempenmauke. Arch. 1879, p. 70. V. Ow, Mauke d. Rindviehs. Lydtin. Tztl. Mitt. 1881, p. 168. Egge-ling, Schlompenmauke. Mitt. a. d. tztl. Pr. Rol. U, Schütz 1883, p. 58, B a r a n s k i, Üb. Schlempenmaukc. uoch'a Revue 1836, Kr. 56. Bolle,
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Sehlempenmauke des Itindes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 903
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Naphthalin b. Schlempenmauke. Berl. Arch. 1880, p. 295. Henning, Übertrag, d. Schlemponmauko a. d. Mensch. Bad. Mitt. 1886, Nr. 24. Wege-n e r, Schlompenmauke geheilt d. Futterentzug. Berl. Arch. 186G, Nr. 292. Eggeling und Moro, Schleinpeiimauke. 1885, p. 303. Hoinzel-mann, Über d. Sehlempenmauke. Landw. Tzcht, 1885. Tztl. Bundschau 1885, Nr. 6.
Die Sehlempenmauke (auch Schliimpo), Schlomp enaus-s cli lag, früher auch Fussgrind oder Trüb era ass ch lag genannt, ist eine ekzemartige Erkrankung mit chronischem Charakter, manchmal zur Nekroso führend, hauptsächlich an den Hinterextremitäten, manchmal auch vorne und an den unteren Partiecn des Leibes bei solchen Rindern, die mit Kartoftelschlempo gefüttert werden. Die Krankheit kommt mehr oder weniger multipel vor, meist nur bei Fütterung von Kartoffelschlompe, sehr selten auch bei dem Verfüttern von rohen Kartoffeln oder Kartoffelkraut. Die Krankheit tritt meist in grossen raquo;Ställen auf. Männliche Tiere werden mehr betroffen als weibliche, Milchkühe leisten am meisten Widerstand. Eggeling beobachtete, dass von hundert Tieren 30 erkrankten. Castor sah 36 Rinder durch Verfüttern von Kartoffelkraut an der Mauke erkranken. Henning beschreibt einen Fall, in dem die Krankheit auf den Menschen überging.
Aetiologie: Kohlstaedt hat 1844 das in der Kartoffelschlompe vorhandene Solan in als Ursache beschuldigt. Castor, der die Krankheit nach dem Verfüttern von Kartoffelkraut auftreten sah, beschuldigte Pilze, welche auf diesem sein sollten. Harms sah die Krankheit eintreten durch reichliches Füttern von Kartoffelsclialcn. Kuhlmann glaubt, dass Schlempe, die von gekeimton Kartoffeln stammt, die Krankheit erzeuge. Dasselbe beobachtete Rosenkranz. Bräuer hat gesehen, dass die Schlempenkrankheit aufhörte, als ein Entfuselapparat angebracht wurde, so dass die Schlempe frei von Fuselöl gefüttert werden konnte. Rabe fand bei schlempokranken Rindern eine Milbe Der-matophagus Horis. Eggeling glaubt, dass der Ausfall der Kartoffelernte, die Art des Einmaischens und Vergährens, das heisse und reichliche Verfüttern von Schlempe Ursache sei. Eggeling fand, dass auf Gütern mit regelmässigem geordnetem Betrieb und bei guter Abkühlung der Schlempe vor dem Verfüttern, keine Erkrankung auftrat. Es ist, um die Aetiologie der Krankheit zu ergründen, eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten gemacht worden: Züin glaubt, dass die auch mit den Excrcmenten abgehenden Hefezellen die Ursache seien. Säuren und übermäsaiger Gehalt von Kalisalzen sind ebenfalls beschuldet worden. Siedamgrotzky weist namentlich darauf hin, dass nach Korn-und Melasseschlempo niemals die Sehlempenmauke ausbricht; er hält
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904nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Schlompcnmauke dos Rindes.
deshalb dafür, dass das beim Keimen gebildete Solanin und dessen Spaltprodukt, das Solanidin, in spezifischer Weise die Krankheit erzeuge.
Klinisches Bild: Weber hat beobachtet, dass die Krankheit erst auftrat, als schon 14 Tage keine Schlempe mehr aufgenommen wurde. Die ersten Erscheinungen sind die einer rosigen Entzündung. Anschwellung bis über die Sprunggelenke, bald darauf auch an den Vorderbeinen. Die Anschwellung ist heiss, schmerzhaft. Es besteht Fieber. Die Tiere trippeln hin und her oder suchen sich anzureiben. In hochgradigen Fällen entsteht Hochheben und Zucken mit den Beinen. Nach 23 Tagen bilden sich Bläschen, die anfangs eine klare, dann gelbliche Flüssigkeit enthalten; diese platzen, entleeren eine klebrige, eigentümlich riechende (nach Siedamgrotzky auch ätzende) Lymphe, Diese trocknet ein zu Borken, welche durch Schrunden zerklüftet sind. In diesem Stadium ist grosse Schmerzhaftigkeit zugegen. Zahlreiche kleine Knütchen finden sich über den Körper zerstreut, welche nicht zur Bildung von Bläschen kommen, aber doch sehr heftigen Juckreiz erzeugen. Bei weiblichen Tieren findet sich der Prozess auch ausgebildet am Euter, bei männlichen am Skrotum. Bei einfachem Verlauf ist das Allgemeinbefinden nur wenig gestört und nach der Bläscheneruption, also im normalen Ekzemverlaufe, Stadium papel, vesikel und crustosum geht der Prozess der Heilung entgegen, so dass die Krankheit in 14 20 Tagen abgeschlossen sein kann. Wenn jedoch der Verlauf gestört wird, so bildet sich aus dem einfachen Ekzem ein bösartiger, nekrotisirender Prozess, der namentlich zu jauchigen Klauengeschwüren im Klauenspalt, am Saum und der Krone, sowie der Zwischenklauenhaut führen kann. In anderen Fällen entsteht schon wenige Tage nach den ersten Erscheinungen heftige Diarrhöe und bedeutende Schwäche. Das Fieber ist gering. Es kann vorkommen, dass sich der Ausschlag auch am Bauche und dem Bumpfe entlang erstreckt und dass tiefe eiternde und verjauchende Prozesse sich bis tief in das Becken hinein fortsetzen. Schliesslich bleiben die Tiere am Boden liegen, die Futteraufnahme wird sistirt, es erfolgt Durchliegen, Schwäche und manchmal der Tod.
Prognose: Der Verlauf ist verschieden. Bedingung für günstige Erfolge ist, dass die Schlompenfütterung abgestellt wird. Fälle, die noch im ersten oder noch im Ekzemstadium sind, können spontan heilen, wenn die Fütterung eingestellt wird, hochgradigere Veränderungen müssen behandelt werden. Eggeling fand, dass von 30 Erkrankten 12 geschlachtet werden mussten und bei 5 Klauenamputation nötig wurde. Dietrich hält dafür, dass 4 bis 80;'ü Verluste entstehen.
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Amputationen an don Hmtcrextremitäton.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 91)5
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Iloloff fand, dass die Krankheit bei grosser Hitze plötzlich -uel bösartiger wurde.
Therapie: Zur erfolgreichen Behandlung ist in erster Linie auf einen Futterwechsel zu dringen. Wenn die Krankheit bereits ausge-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i
brechen ist, ist ein solcher notwendig. In Fällen, in denen es sich mehr um quot;Vorbeugung handelt, kann die ungünstige Schlompewirkung vermindert werden durch Beigabe von Rauhfutter, Leinkuchen, Roggenkleie, oder es wird '/a Mais zugebrannt. Auf 50 Liter Schlempe kommen 30100 Gramm Kalk oder per Kopf täglich 23 Liter Kalkmilch. Die medikamentöse Behandlung besteht ferner in der Anwendung von Natriumkarbonat oder Borax pro Tag 3060, Gerlach. Schwefelsäure im Trinkwasser empfahl Ilosenkranz. Weisse Kreide rühmt Weber. Die lokale Behandlung richtet sich je nach dem vorliegenden Stadium der Erkrankung. Deshalb sind auch so verschiedene Angaben über die Wirksamkeit der Mittel bei dieser Krankheit vorhanden. Im Anfangsstadium, solange noch ein ekzemartiger Charakter vorhanden ist, ist die Anwendung trockener antiseptischer, adstringierender Mittel anzuraten: Boraxpulver, Alaun, Karbol, Creolin, Naphtol, Benzol, Petroleum, Salicylsäure, Ichthyol, die Yitriolsalze etc. mit passenden Mischungen in Pulverform täglich ein- oder mehroremale einzupudern und einzureiben. In Fällen, in denen es zu nekrotischen Zerstörungen kommt, namentlich auch Klauenerkrankung eintritt, ist empfohlen: 01 mit Bleizucker und Creosot (Ackermann), Waschungen mit Kalkwasser (Ilosenkranz). Bähungen mit schleimigen mit Bleiessig versetzten Mitteln, später Waschungen mit Kupfervitriollösungen (v. Ow.). Leinöl und Terpentinöl (Dietrich). Jodoform- und Theerverband ev. Klauenampu-tation (Eggeling). In Fällen, in welchen es sich noch um eine Ansteckung mit Milben handelt, müssen die milbentödtenden Mittel, wie bei der Räudebehandlung, angewandt werden.
Aniputationen au den Hiutercxtreiiiitilteu.
Litteratur: Chabort, Amputation eines Ilinterb. b. Soliafe. Hering, Optl. Hering, Amputation eines Ilinterb. b. IIuiul. Ibd. Storry, Amputat. am Schienbein einer Kuh. The Vct. 1810. Steiner, Amputation eines Hinterbeines b. d. K. Gurlt u. Hertwig 1841, p. 468. Rec. de med. vet. 1841. p. 289. Roller, Amputation eines Hintcrsoh. bei einer Kuli. Rep. 1845, p 194. Anacker, Amputation eines Schienbeins b. einer Kuh. Gurlt u. Hertwig 1858, p. 466.
Amputationen an den Hinterextremitäton sind, wenn die Klauenamputationen hier ausgeschlossen werden, recht selten. Die selir ge-
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Amputationen an den Hinterextremitäten.
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fäbrliohen Schenkelamputationeu werden fast gar nicht vorgenommen. Exartikulation in der Pfanne des Hüftgelenks ist meines quot;Wissens an Tieren zu Heilzwecken noch gar nicht ausgeführt worden und es ist vor dieser Operation, auch wenn sie unter Befolgung aseptischer Vorschriften gemacht werden wollte, zu warnen. Schenkelamputationen sind erfolgreich am Hunde ausgeführt worden.
Steiner hat das rechte Hinterbein einer Kuh amputiert und dem Tiere einen künstlichen Fuss gemacht, mit dem es ganz gut ging. (S. Fig, 146.) Roller hat den Hinterschenkel einer Kuh am Sprung
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gelenk amputiert. Das Tier lebte nachher noch 10 Monate, gab reichlich Milch und wurde fett. Amputationen am Sprunggelenke wurden schon häufiger gemacht. Es ist anzugeben, dass alle Exartiku-lationen langsamer heilen, als wie Durchtrennungen der Knochen, weil bei ersterer der über die Wunde gezogene Hautlappen mit dem Knorpel nicht verwächst, somit erst ein allmähliches Absterben des Knorpels, mit Bildung einer Demarkationslinie in der Epiphyse eintreten muss. Heilungen per primam sind
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daher auf Exartikulationen nicht zu
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Flg. uii. Stolzfuss für das Hinterbein bei
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erwarten. Durchtrennung der hin-
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teren Schienbeine (Metatarsalkno-chen) mit Absetzung der unteren Teile sind ziemlich am häufigsten. Wenn die Tiere sonst kräftig genug sind, dass sie sich auf drei Beinen stehend erhalten können, so kann bei solchen, die durch Milch und Eleischproduk-tion nützen, die Amputation sehr günstige Resultate geben. Namentlich ist anzuführen, dass die Heilungen in Kurzem und glatter erfolgen, wenn die Wunde schön gehalten wird, da ja bei andauerndem Stehen während des Heilprozesses dieselbe weder mit dem Boden noch einem anderen Gegenstände in Berührung kommt. Damit dies erreicht werden kann, muss das Tier in eine Gurte und der Schwanz zur Seite gebunden oder die Schweifhaare geschnitten werden. Kleineren Tieren wird man einen widerstandsfähigen Verband um das ganze Bein und die Kruppe anlegen. Zur Ausführung wird das Tier niedergelegt, chloroformiert, die betreffende Stelle im weiten Umkreise rasiert, eine Esmarch'sche
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Absterben der Hinterbeine, Gliederbrand, Nekroso eto.
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blutstillende Binde entsprechend hoch angelegt, dann desinficiert, im gesunden Teile ein Zirkelschnitt gemacht, die Haut wie eine Manschette zurückpräpariert oder ein Lappenschnitt gebildet, hierauf der freigelegte Teil so hoch oben, dass er nachher mit dem Lappen bedeckt werden kann, mit scharfem Messer rundum bis auf den Knochen rasch durchgeschnitten, diese Teile mittelst aseptischem Tuche nach Oben zurückgehalten und mit sehr scharfer Säge der Knochen abgetrennt. Sodann erfolgt Berieselung zur Reinigung von Knochenteilchen etc. und höchst sorgsame Unterbindung der Gefässe, nachher Nähen des Hautlappens, Drainage und sicherer, antiseptischer Jodoformverband. Die Esmarch'sche Binde kann nach der Operation noch 2 Stunden liegen bleiben.
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Absterben der Hinterbeine, Gliederbrand, Nekrose, Eintrocknung der Hinterextreinitäten, Mumifikation, Autoamputation an den
Hinterextreinitäten.
Litteratur: Randall-Youatt, Gliederbrand b. Rindv. Tztl. Ztg. 1844, p. 138. Beoh stein, Eintrocknung u. Ablösung eines ganzen Hinterbeines b. Schw. Rep. XV, H. 14. Knese, Absterben beider Hintcrb. b. d. K. Mitt. a. d. tztl. Pr. Rol. u. Seh. 1876, p. 100.
Es handelt sich liier um selten beobachtete'und in ihrem Wesen noch nicht festgestellte Prozesse, welche zum Absterben und nach-herigem nekrotischem Zerfall, unter den Erscheinungen des trockenen Brandesquot;, Gangräna siccaquot; einer oder beider Hinterglied-massen führen. Infolge Trauma's sind einige Sclbstamputationon an den Vorderbeinen beobachtet worden (vgl. S. 792). Derartige Ursachen scheinen bei den hier zu besprechenden Krankheiten ausgeschlossen. Anfangs dachte ich, class vielleicht vollkommene Obliterationen der arteriellen Gefässe, welche die in Frage stehenden Teile zu versorgen haben, ein solches Absterben bedingen könnten, allein der Vergleich mit den zahlreich vorhandenen Krankhcitsbildern, die bei der Thrombose der Gefässe der Hinterhand auftreten, schliesst diese Meinung aus, weil der dort eintretende Collateralkreislauf immer noch soweit hinreichend ist, die Teile vor allgemeinem nokrobiotisehen Zerfalle zu schützen. Knese berichtet über das Absterben beider Hinterbeine bei einer Kuh. Dieselbe litt an Blutharnen und war sehr horabgekommen. Es erfolgte Besserung durch einen Zeitraum von zwölf Tagen, dann bekam das Tier Anschwellung der Hinterbeine und es trippelte hin und her. Diese Erscheinungen nahmen rasch zu und 4 Tage später konnte die Kuh nicht mehr aufstehen. Die Geschwülste wurden sehr gross und waren kalt. Bei Druck auf das Röhrbein (Metacarpus) war ziemlich
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908nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;liildungsfehler an Hufen und Klauen.
bodeutende Schmerziiussorung, an der Krone bestand aber schon vollkommene Unempfindliclikcit. Am 21. Tage schwitzte an der Krone und dem Fessel eine gelbliche Flüssigkeit aus, nach weiteren 9 Tagen war das linke Schienbein dicht über dem Fcsselbein durchgebrochen und nur noch durch die Haut mit den oberen Teilen verbunden, auch rechts wurde die Haut bis zur Mitte des Schienbeines pergamentartig und es entstand deutlich eine Demarkationslinie. Nach einigen Tagen war das linke Schienbein ganz abgetrennt. In der ganzen Zeit blieb die Kuh munter, f'rass, und wenn sie unterstützt wurde, stand sie auf und stellte sich auf die Stümpfe. Das Tier zehrte aber immer mehr ab und wurde deshalb schliessljjjh geschlachtet. Beckstein teilt mit, dass bei einem acht Tage alten ochweine Eintrocknung und Ablösung eines ganzen Hinterbeines eintrat. Das Tier kam aber leicht darüber hinweg und wurde alt und fett. Randall Youatt schreibt: Seit einigen Jahren zeigt sich im Winter unter dem Rindvieh in mehr oder weniger grossen Distrikten eine sehr bedenkliche Krankheit. Die ersten Symptome bestehen in einer mit Spannung verbundenen geringen Anschwellung der unteren Teile der Gliedmassen und nur selten nimmt sie den Ausgang in Eiterung. Diesem ersten wenig belästigenden Stadium folgt ein zweites: Trockener Brand, welcher die Kronen der Klauen oder auch die in diesen eingeschlossenen Weichgebilde ergreift. Selten steigt der Brand bis zum Kötengelenk, nie mehr als zwei bis drei Finger breit über dasselbe. Die ergriffenen Teile werden schwärzlich, hart, pergamentartig, unempfindlich. Einschnitte bewirken nur geringfügige Aussickerung schwarzen Blutes.
Prognose: Im Allgemeinen ungünstig. Dass Einzelfälle nicht tödtlich enden, sondern mit Abstossung einer ganzen Extremität enden, gehört zu den Ausnahmen.
Therapie: So lange die Ursachen nicht genau bekannt sind, ist ein lokales, antiseptisches Verfahren einzuschlagen.
Itildungsfehler an Hufen und Klauen.
Litteratur: Gurlt, Überzählige Zehe a. d. Vorderhufen. Gurlt 1837, p. 403. Delaböre-Blaine, Afterklauen b. Hunden. Krankh. d. Hunde 1820. K ü h n , Exartikulation einer überzahl. Zehe b. Fohlen. Gurlt u. Hertwig 1835, p. 4G1. G u rl t, Amputation einer überzahl. Zehe b. Fohl. Ibd. 1851, p. 427. Gurlt, Dasselbe. Ibd. Gurlt, 4 Fälle v. überzähl. Zeh. b. Pf. 1854, p, 360. (Mit Abbildung.) II a u b n e r, Hornzapfen a. d. Fleischkrone. Sachs. Jhb. 18G2, p. 58. Eberhard, Überzählige Zehen b. Huhn. Gurlt u. Hertwig 1863, p. 424. Armatage, l'berzähligo Zehe b. Fohl. Edinb. Vet. 1865, p. 71. Benjamin, Pferd mit Bidaktylie. Falko, Jhb. 1879,
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Bildungsfohler an Hufen und Klauen.
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p. 86. Haupt, Überzahl. Zehe b. Fohl. Rol. u. Seh. 1878/79, p. 74. Derselbe, Mehrzellige u. mehrhuf. Pferde. Falke, Jhb. 1881, p. 57. L a c o v a t, Spaltung d. Pferdehufes. Ibd. 1881, p. 290. Ritt, Polydaktylie b. Pferd. Münchner Jhb. 1884/85, p. 57. Müller, Afterhufe b. Pf. Öster. Ztg. f. Vetk. 1888, Bd. II, p. 26.
Missbildungen spielton früher eine sehr grosse Rolle, sogar im Völkerleben waren sie bedeutsam. In der menschenärztlichen Chirurgie nehmen sie eine hervorragende Stellung ein. Die Yerkrümmungen der Knochen, nicht vollständige Verschlüsse von Körporhöhlen oder mangelhafte Bildung, wie z, B. Hasenscharten, quot;Wolfsrachen u. dergl. mehr werden mit sehr sorgsam ausgebildeten Operationsmethoden wieder hergestellt. In der Tierheilkunde giebt man wegen derartigen Dingen in der Regel kein Geld aus, einzelne Fälle ausgenommen. Zu diesen letzteren gehört aber gerade die Polydaktylie bei Pferden, ferner die sogar zahlreichen Operationen gegen überzählige Zehen an einzelnen Hunderassen oder die quot;Wegnahme zu lang gewachsener Klauen oder Sporne bei Greflügel.
Die Mohrzehigkeit oder Mehrhufigkeit, Polydaktylie bei Pferden ist in alten Zeiten als etwas Hochbodeutsames angesehen worden. Nach der nordischen Göttersage hat Sleipnir, der Schimmel Odin's, 8 Füsse, zahlreiche mythische Pferde besitzen Mehrhufigkeit. Aldrovande bildet 1G73 ein Pferd mit 8 Füssen ab. Das Wunder hat sich von diesem Gegenstände abgewandt, denn man ist jetzt geneigt, diese Bildungen mehr als atavistischen Vorgang anzusehen. Falke sagt: Seitdem ich darauf achte, finde ich, dass Polydaktylie beim Pferde nichts so Seltenes ist. Arloing beschrieb 1867 einen Fall, in dem der Daumen angedeutet war, 'Wehenkel hat 1873 einen ähnlichen. Lacovat beobachtete die Entwicklung der zweiton und vierton Zehe 1 mal am Pferde und 1 mal am Esel. Nicht nur mit 2 Hufen, sondern mit mehreren ist ein Fall von Marsh beobachtet und beschrieben. 1878 tauchte in Neu-Orleans ein lOjähriges Pferd auf, welches an sämtlichen vier Extremitäten eine an der Innenfläche des normalen Hufes gelegene Zehe mit 1 Huf besass. Die überzählige Zehe war kaum halbsogross wie die normale, reichte kaum zum Boden, besass jedoch gut entwickelte, am distalen Ende nicht mit den Hautknochon verschmolzene Ossa metacarpi und metatarsi. Falke kennt ferner Imal an einem Vorderbein des Pferdes 3, am gegenüberstehenden 2 Zehen. In einem anderen Falle an den Vorderextremitäten je 8 Hufe und je 2 an den Hinterhufen, Gurlt beschreibt 1837 ein Pferd mit überzähligen Zehen an den Vorderhufen, dieselben sind an der Innenfläche von den Griffelbeinen ausgehend. 1854 beschreibt er 4 Fälle und giebt Abbildungen. Anna-
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910nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bildungsfehler an Hufen und Klauen.
tage teilt 2 Fülle mit: a) An der Innenfläche des Yorderschienbeines war ein rudimentärer Mittelhandknochen mit drei kleinen Phalangen. Adam hat einen cliirurgischen hieher gehörigen Fall beschrieben, die überzählige Zehe besass Fessel-, Krön- und Hufbein. Das Griffelbein werde nie gebildet, allein seine Gelenkfläche war hier vorhanden. Kulm hat einen Fall beim Pferde. Vorne links war eine überzählige Zehe. Beide Zehen waren vorn im Fessel, Krone und Huf vollkommen getrennt, beide waren gut ausgebildet, nur war der innere an seiner inneren Seite etwas kürzer. Müller beschreibt von einem zweijährigen Pferde: An beiden Vorderfüssen war noch je ein Vs kleinerer Huf vorhanden. Das oben etwas breitere Schienbein spaltete sich im unteren Dritteil, an dessen innerem kleinerem Teile der kleine Huf sass. Dieser hatte Seimen, Streck- und Beugesehnen, Gefässe und Nerven, die vom Normalen abzweigten. Haubner fand einen Hornzapfen der Fleischkrone beim Pferde.
Diese kleine Sammlung ergiebt, dass an sämtlichen Extremitäten der Pferde, nach mehrfachen Mitteilungen häufiger an den vorderen, als an den hinteren überzählige Hufe auftreten können. Sie sind meistens innen, können auch aussen vorkommen und haben sehr verschiedene Grosse. Ganz klein, wie in dem Falle Haubner, dass nur die letzte Phalanx mit Hornbildung entsteht, oder, dass sogar noch der Metacarpus, wie in dem Falle Müller, in zwei Teile getrennt ist.
Für die chirurgische Prognose spielt die Zahl und namentlich die Grosse eine Rollo. Kleine Bildungen können ohne Gefahr und leicht entfernt werden, bei grösseren muss ein regelrechter Lappensclmitt und Exartikulation gemacht werden. Hering sagt von Robertson: 1764, als er eben nach Landsberg gekommen war, operierte er ein 6 Wochen altes Füllen, welches am rechten Hinterfusse an der inwendigen Seite des Fesseis einen fünften Fuss hatte; er nahm ihn ab und das Tier war bald geheiltquot; wie hoch aber selbst Hering diesen Eingriff anschlug, folgt aus dem Zusätze: eine ähnliche Operation, wie sie Yialde M. Bei fast 30 Jahre später in London an einem Pferde vornahm.quot; Der oben mitgeteilte Kulm'scho Fall wurde operiert, ebenso die beiden von Armatage. Sämtliche nur gut geheilt. In einem vom Letztgenannten blieb eine längliche Narbe.
Therapie: Da ich noch nicht Gelegenheit hatte, Polydaktylie beim Pferde zu operieren, auch joder Fall je nach der Grosse etc. modificiert sein muss, sehr reichlich aber die Exstirpation der Afterklauen bei Hunden, besonders Ulmer Doggen vornahm, so will ich diese kurz anführen. Vorbemerkt sei, dass diese After-
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Bildungsfehler an Kufen und Klauen.
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klauen entweder nur an der Haut hängen oder durch einen, selbst zwei Phalangenknochen mit dem Metacarpus in Verbindung stehen. Entsprechend dieser Ausbildung haben sie auch Gefässe und namentlich an der dorsalen Seite liegen tief einige, Schlingen bildende Venen, welche bei sorgsamer Operation unangeschnitten bleiben können. An dem auf den Tisch gelegten Tiere wird an dem entsprechenden Beine hinter den Ballen der drei mittleren Klauen eine Bandschlinge gelegt, dieselbe geknotet und damit unter Beihilfe von oben das Bein gerade gestreckt. Die Stelle wird rasiert, sorgsam mit Seife gebürstet und irrigiert. Der Schnitt wird mit Hautsparung von oben rechts und links um die Afterklaue geführt, so dass die Haut oben am wenigsten Sub-stanzverlust hat; derselbe nimmt zu im zweiten, noch mehr im dritten Viertel und vermindert sich wieder im vierton. Jetzt wird die Kralle etwas hochgezogen und mit dem Messer unter möglichster Schonung der Gefiisse oder sofortiger Blutstillung exstirpiert. Schwierigkeit macht manchesmal die Exartikulation und, wenn der stehen bleibende Stumpf zu bedeutend ist, so entsteht an der ihn nachher überspannenden Haut während der Heilung leicht Nekrose. Es ist deshalb empfehlenswert, mit der Knochenzange die Teile sehr schön glatt zu schneiden. Sehr sorgsames Nähen und antiseptischer Vorband sichert in der Hegel Heilung per primam.
Andere Abnormitäten, welche den Tierarzt hier in ähnlicher Weise beschäftigen können, sind zu lang gewachsene Klauen, beim Hunde besonders Aftorklauen, welche in stark gekrümmter Richtung wachsen, auf die Haut troffen, dortselbst einbohren und chronische Geschwüre mit bedeutender Zerstörung und Belästigung hervorrufen, wenn nicht frühzeitig Abhilfe geschieht. Abkneifen mit einer scharfen Zange scheint das einfachste, allein nicht selten drückt sich dabei die Klaue breit und es entsteht eine Quetschung. Ich empfehle daher das Absägen. Bei GeHügel wächst die Kralle ebenfalls oft zu lang, am häufigsten wird Abhilfe verlangt, wenn Stubenvögel die Krallen so lange bekommen, dass sie sich an den Sitzstangen kaum mehr setzen oder loslassen können. Diese zarten Erallen schneidet man mit der Schoere ab. Es ist zweekmässig, die hornbildenden AVcichteile nicht zu verletzen. Beim deutschen Hahn habe ich schon Sporne abgesägt, welche 5 cm. lang und durch gegenseitiges AVetzen an den Spitzen sehr scharf und spitz waren. Ich habe dieselben nur Va cm. von dem Beine abgesägt, es drückte sich kaum etwas Blut aus dem hornbildenden Kein. Durch Glüheisen rundete ich die Bänder und vorschloss die Wunde. Es trat gar keine merkbare allgemeine Reaktion auf.
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912nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Klauenerkrankung bei der Maul- und Klauenseuche.
Klaneiierkrankiing bei der Maul- und Klaueuseuche.
Litterat ur: Dieselbe ist in Friedberger's und Froehner's Pathologie vollständig angegeben.
Da die Krankheit nur durch Ansteckung verbreitet wird und spontane Entstehung ausgeschlossen ist, bei ihrem Auftreten polizeiliche Massregeln sofort in Anwendung kommen, die Krankheit daher eingehend in den Werken für innere Medizin und denjenigen für Seuchen abgehandelt wird, so beschränke ich mich auf den für die Chirurgie wichtigen Teil. Betroffen werden hauptsächlich: Rind, Schwein, Schaf und Ziege, seltener Pferd, Hund, Katze, Geflügel, das Wild und der Mensch.
Klinisches Bild: Fieber. Schmerzen im Maule, dasselbe wird verschlossen gehalten, ßöte der Maulschleimhaut, beginnender Spoichel-fluss. Nach 12 24 Stunden beginnen sich im Maule Bläschen und Blasen zu bilden. Die ganze Dicke der Schleimhaut wird hochgehoben. Je nach der Tierart sind die Blasen verschieden gross. Beim Rind länglich, von der Grosse einer Bohne bis zu der eines Markstückes. Der Inhalt ist anfangs klar, bald trübe, zähflüssig. Die Blasen bersten schon nach 1224 St. Besonders an der Oberlippenschleimhaut des Rindes ist der Lieblingssitz, aber auch seitlich der Zunge, auf derselben und dem Backen können sie auftreten. Nach der Berstung sind die Ränder zerfetzt, es hängen unregelmässig geformte blasse Schleimhautfetzen im Umkreise. Die entblösste Stelle ist hochrot, sehr schmerzhaft. Es bilden sich rasch Granulationen, die betroffene Stelle wird blass und sie wird in 35 Wochen mit Epithel vollständig überdeckt. Es ist Regel, diese Erosionen nicht zu behandeln, weil nur sehr selten Geschwürsbildungen oder Verjauchungen entstehen. Die Ursache hievon beruht in der desinficierenden Wirkung des Speichels. Aber wenn auch Spontanheilung entsteht, so erfolgt dieselbe doch sehr langsam, wogegen eine passende Behandlung den Krankheitsverlauf abkürzt und somit auch das Freigeben beschleunigt. Ich empfehle deshalb auch die Maulseuche zu behandeln. Wichtiger ist allerdings die Klauenseuche. Gleichzeitig oder etwas nach dem Auftreten des Maulwehes, treten cie Erkrankungen der Krone und der Klauenspalten auf. Anschwellung, vermehrte Wärme, Röte und grosso Schmerzhaftigkeit sind die ersten Erscheinungen. Nach 1224 Stunden entstehen im Klauenspalt, an der Krone und höher herauf Blasen von der Grosse einer Erbse, Bohne, bis zu einer Haselnuss und darüber. Dieselben sind anfangs mit klarer, später trüber, zäher Flüssigkeit erfüllt. Sie platzen, fliessen an den
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Klauenerkrankung bei der Maul- und Klauenseuche.
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Rändern ineinander über, so dass besonders im Klauenspalt oft eine einzige, wunde, hochgeröteto Fläche entsteht. Die Schmerzhaftigkeit ist hiebei hochgradig. Die Tiere liegen sehr viel, stehen, je nachdem 2 oder 4 Heine betroffen sind derart, dass sie die schmerzhaftesten zu entlasten suchen, gehen sehr zaghaft und heben die Beine rasch vom Boden und in zuckender Welse ab. Die Klauenseuche trifft Schweine und Schafe ausgiebiger als die Maulseuche. Der Prozess an den Extremitäten ist derselbe wie im Maule, allein für die Heilung sind an den Klauen ungleich ungünstigere Verhältnisse. Hier fehlt die desin-ficierende Kraft des Speichels und die Verunreinigung vom Stallboden macht oft jauchige Geschwüre. Das üble Sekret derselben dringt tief zwischen die Klauen und Fleischwand, besonders an den Ballen, nachdem das Snumband losgelöst ist; es kommt zu Zerstörungen der Weichteile, Sehnen und Bänder, die Gelenke werden getroffen, die Knochen nekrotisch, so dass in Einzelfällen nicht nur ein grosser Teil der Klauen jauchig unterminiert, zerfressen und Ausschuhen vorkommt, sondern sogar Autoamputationen, Abfallen und Abfaulen der untersten Extremitätenknochen erfolgt. Jede Klauenseuche sollte behandelt werden.
Therapie: Virgil, der römische Dichter, geb. 70 v. Christus, hat folgendes, von Voss ins Deutsche übertragene Verschen über die Klauenseuche geschrieben: Nahrung gewinnt und lebt im Verborgenen das Übel; weil der Wunde zu nahen mit heilender Hand, sich der Schäfer sträubet und faul dasitzend, die Götter um Besserung anfleht.quot; Für die Behandlung der Maulseuche ist vorgeschlagen, mit kühlenden, säuerlichen Mitteln, Essigwasser u. dergl. das Maul zu reinigen. Für den Anfang mag dies genügen, sobald jedoch die Geschwüre anfangen blass zu werden, die Granulationen geringe sind, so ist die Heilung durch Verunreinigung mit Futter u. dergl. sehr verzögert; in diesem Stadium und nur in diesem rate ich, die atonischen blassen Geschwüre zu reizen, sie mit feuchtem Tuche gründlich zu reinigen, zu reiben, die Oberfläche mit Salicylpulver (100/o), Borsäure (100/o) oder Zinkvitriol (5 %) mit Amylum zu bestreuen und das Pulver mit dem Finger einzureiben. Reizungen mit Höllenstein oder anderen Atzstiften treffen nur die Oberfläche und gehen nicht so in die Tiefe, wie dies bei der Pulverbehandlung erreicht wird. Alaunwaschungen und Pyoktanin sind in der Neuzeit empfohlen. Die Behandlung der Klauenseuche geschieht anfangs nach den Regeln der Ekzembehandlung. Trockene, leicht adstringierende, desinfizierende Mittel kommen in Anwendung. Reichliche trockene Streu, Einpudern nach Reinigung mit Zinkvitriol 5, Mehl 95, oder Kupfervitriolpulver 510%, ebenfalls mit Mehl, darüber
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Hoffmann, Tierärztliche Chirurgie.
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lt;)14nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Klauen- und KlauenspaUentziindung beim Schafe etc.
ein Wergbauschon und Verband. Bei Unterminierung Entfernung sämtlichen losen Homes, reinlichstes Abwaschen mit 10 0/o iger Kupferlösung und Verband. Es ist selbstverständlich, dass neben den genannten auch alle übrigen Mittel, welche die passenden Eigenschaften besitzen, angewandt worden können, jedoch ist es der Billigkeit wegen am zweck-mässigsten, die Behandlung mit den von mir genannten durchzuführen.
Klauen- und Klaueiispaltenlzümlung b. Schafe, Klaucngeschwiir, Krümmo, Krürnpe, Moderliinke, Hinke, Klaiiensackgeschwulst, Klaueuwurin, bösartige Klauenseuche, auch cliroulsche, französische oder spanische Klauenseuche.
Littoratur: Albert, Bösartige Klauenseuclie. 1818. G e r o 1 d , Bösartige Klauenseoclie d. Schafe. Halle 1842. G ro 11, Klauenseuche d. Seh. Ztschr. f. gcs. Thk. u. Viohz. 1844, p. 20. G e r 1 u c h , Bösart. Klauenseuche. Mitt. a, d. tztl. Fr. 1868, p, 72. II e r t w i g , Bösartiges Klauenwoh. Gurlt u. Hertwig 1801, p. 189. Boma, Bösartige Klauenseuche d. Scb. Ber. üb. Vet.-Wiss. in Sachsen 1802, p. 88. R o s s b e r g , Bösartige Klauenseuche. Ibd. 1804, p. 03. May, Fussentz. d. Fcbafe. 1805. Derselbe, Bösartige Klauenseuche b. Seh. Ber. üb. Vct.-W. i. S. 1808, p. 80. Ibd. 1880, p. 72. S c h I e g, Dasselbe. Ibd, 1879, p. 120. S i e d a m g r o t z k y , Übertragungsversuche in. bösartiger Klauens. d. Seh. Ibd. 1880, p. 20. Tannon-hauer, Ibd. 1882, p. 82. Ibd. 1884, p. 88. Wilhelm, Eine eigenart. Krankh. d. Küssenden d. Schafes. Sachs. Bericht 1885, p. 05. Holzen-dorf, Die infektiöse Moderhinke. Berl. Arch. 1884, p. 305. Kaiser, Klauenübel b. Schaf. Berl. Arch. 1884, p. 305. Prümers, Moderhinke. Ibd. 1884, p. 305.
Es handelt sich bei diesen Klaucniibeln des Schafes um mehrere verschiedene Prozesse, welche teils nur spontan und gutartig oder bösartig, teils ansteckend und gutartig oder bösartig auftreten.
Wir werden deshalb folgende Einteilungen vornehmen: 1) Nicht Ansteckende, a) Klaiiensackgeschwulst, b) Panaritium, c) Klauengeschwür. 2) Ansteckende, d) Maul-und Klauenseuche = gutartig, e) bösartige Klauenseuche.
Es ist selbstverständlich, dass die in früherer Zeit gebrauchten Namen, welche oben angegeben sind, nicht gleichmiissig für die verschiedenen Prozesse verwendet wurden; wir werden sie, da sie mehr oder weniger eingebürgert sind, beizubehalten suchen, indem wir die Einteilung llaubner's, welche auch Siedamgrotzky beibehielt, nach Thun-lichkeit verwenden.
1) Nicht ansteckende Krankheiten.
a) Die Klauensackgeschwulst, auch Klauen wurm ist eine nur spontan auftretende Erkrankung und besteht in einer Retentions-
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Klauen- und KlauenspaUcntzündung beim Schafe etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 915
goschwulst, indem das Klauonsäckchcn (Sinus cutaneus ungulanim), welches in der Zehenspalte in der Höhe des Krongelenkes eine Hauteinstülpung bildet, welche im Innern Härchen, Talg- und Schweiss-drüsen enthält, an seiner Mündung verstopft wird, so dass sich der Inhalt ansammelt, vermehrt, umgeändert wird, dadurch reizt, Schmerz und Lahmgehen verursacht. Sperrt man die Klauen auseinander, drückt von den Ballen her gegen das Klauensäckchon, führt gelind reibende Bewegungen aus, so kann die smegmaartige Masse, welche dicklich, grauweiss ist, hervoigedrückt werden. Da dieselbe eine zähe Konsistenz hat, so drängt sie sich hervor in der Form eines Wurmes oder einer Madequot;. (Klauenwurm der Alten.)
Die Prognose ist günstig, nur in Fällen, in welchen die Haut entzündet oder bei eingetrocknetem Sekret sogar teilweise gangränös wäre, ist dieselbe vorsichtiger zu stellen.
Therapie: Bei einfacher Zurückhaltung des Inhaltes des Klauen-säckchens genügt ein sorgsames Ausdrücken, bei bereits eingetretener Entzündung oder Geschwürsbildung ist Eröffnen mit der Schere, gründliches Entfernen des Abgestorbenen, Aufpudern von antiseptischen und adstringierenden Mitteln und Verband anzuraten.
b) Das Panaritium. Wir nehmen das Panaritium als eine nach Trauma oder spontan entstandene Infektion der Haut an, an der Krone und der Zwischenklauenhaut mit Geschwürsbiklung, halten es für identisch mit der sogenannten Klauenspaltentzündung, auch Krümme oder Moderhinke und verweisen bezüglich des Näheren auf das Kapitel Panaritium.
Von der Klauenspaltentzündung trennen wir aber das Klauon-geschwür, welches an der Sohle vorkommt.
Aetiologie: In der Regel werden in einer Schafherde, in der das Panaritium auftritt, mehrere, selbst viele Tiere betroffen. Das Leiden entsteht vorzugsweise durch Nässe und Feuchtigkeit, auf nassen Weiden, wenn zugleich noch morastige Schäferoihöfe und Mangel an Streu mitwirken.
Ein spezifischer Ansteckungsstoff ist nicht anzunehmen. Ist aber eine grösserc Anzahl von Tieren erkrankt, so werden, besonders bei mangelhafter Behandlung, durch die Geschwüre, jauchige Zersetzungsprodukte , auf andere Betroffene übertragen und dadurch den Verlauf ungünstiger gestaltet.
Das klinische Bild ist, je nachdem das Panaritium oberflächlich oder tiefer auftritt, verschieden: a) Hinken, Entzündung, Geschwulst, Röte, Auseinanderpressung der Klauen. Nach einigen Tagen Absterben
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916nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Klauen- und Klauenspaltontzündung beim Schafe etc.
der Haut, Blässe derselben, Zerfetzung. In der Tiefe geringe Eilor-bildung, Gewebsdetritus, Eröffnung der Sehnenscheiden, Gelenkskapseln, Absterben von Sehnentcilen und selbst Freilagerung der Knochen mit Eröffnung der Gelenke. Anfangs ist noch gar keine Granulation zugegen! Erst wenn nach mehreren Tagen reichliche Eiterung und Bildung einer histogenen Schichte entsteht, kann es bei Nichtbehandlung oder auch bei tiefem Eindringen in den Klauenschuh zur Eiterversenkung von der Krone aus kommen. Selten aber tritt Ausschuhen ein. Beweis, dass der Prozess eben an der Krone und deren Umgebung verläuft,
Die Prognose ist bei oberflächlichem Panaritium günstiger als bei tiefem, auch bei letzterem noch ziemlich günstig.
Therapie: Dieselbe ist im Kapitel Panaritium eingehend angeführt. Hier kommt noch speziell in Betracht, dass die Tiere in trockene Bodenverhältnisse gebracht werden müssen, dass jedes einzelne erkrankte Stück auf einen Tisch gelegt, sorgsamst aseptisch verbunden werden muss. Früher empfohlene Mittel: blauer Vitriol, Kalkwasser, Kupfervitriol mit Terpentinöl, Grünspan mit Leinöl sind ätzend und desinfizierend. Wird mit Messer und Schere und scharfem Löffel sorgsam entfernt und genäht, so sind Atzmittel nicht mehr angezeigt, den Tieren wird grosse Qual erspart und die Heilung erfolgt mit quot;Wundmitteln : Jodoform mit Tannin, Jodoformkollodium, Wismut, Borsäure etc., rascher. In geeigneter Verdünnung sind auch die obengenannten gut.
c) Klauenge schwur. Dasselbe ist nur eine spontan auftretende Erkrankung und betrifft die Weichteile der Sohle, hauptsächlich der medialen Klauenseite der Vorderbeine. Am Ballenteile der Sohle tritt eine Art Steingalle auf, welche zur Bildung von Exsudat, zum Durchbruche und zur Eiterung führt. Häufig ist mit trockenem, harten, heissen Boden im Hochsommer noch Austrocknung der Klaue, sehr langge-waebsenes und nach innen umgebogenes Klauenhorn gemeinsame Ursache. Die Schmerzhaftigkeit ist am Anfang sehr heftig, später geringer.
Die Prognose ist günstig.
Therapie: Sorgsames Ausschneiden, gründliches Entfernen sämtlichen losen Homes, Aufstreuen fein pulverisierter Holzkohle, Kaffeepulver mit Jodoform und Verband ist sehr zweckmässig. Das Aufstreuen von Kupfervitriol ist höchst schmerzhaft, die Oberfläche wird geätzt, aber es ist dadurch Gelegenheit gegeben, dass die Heilung auch ohne Verband eintritt. Letzterer ist immer anzuraten.
2) Ansteckende Erkrankungen.
a) Als gutartig haben wir die Maul- und Klauenseuche
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Klauen- und Klauenspalteutzündung beim Schafe etc.
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beim Schafe bezeichnet. Es hat nicht gefehlt, dass von Einzelnen, z.B. Gerlach, Holzendorf u. A., auch die infektiöse Moderhinkequot;, die bösartige Klauenseuche, hieher gerechnet wurde. Die Unterschiede sind sehr bedeutend: Bei Maul- und Klauenseuche ist zugleich Erkrankung des Maules vorhanden, die Krankheit an den Klauen beginnt mit Aph-then, später treten Pusteln und oberfläcldichc Geschwüre auf. Nur bei vollkommener Ycrnachlässigung kann es zur Jauchebildung, Ansammlung und Zerstörung tieferer Teile kommen.
Bei der Maul- und Klauenseuche treten polizeiliche Vorschriften in Kraft. In der Regel werden die erkrankten Tiere gar nicht behandelt. Es ist jedoch zweckmässig, dieselben täglich Stück für Stück auf einen Tisch zu legen, genau an sämtlichen Beinen zu untersuchen und da, wo es nötig ist, mit antiseptischen und adstringierenden Mitteln zu verbinden. Kaffeopulver, Holzkohlepulver, Trockenhalten und Verband führt rasch zur Heilung. Bei Geschwüren wird nach den Grundsätzen der Helkologie verfahren. Gründlichste Reinigung, Sorge für Abfluss des Sekrets, Desinfektion mit schärferen Mitteln: Kupfer-vitriolpulver, quot;Wismut, Borsäure und Alaun sind unter einem Wergoder Watteverband anzubringen.
e) Bösartige Klauenseuche der Schafe. Nur bei Schafen ist diese Erkrankung beobachtet. Sie ist ansteckend, das Huf horn wird erweicht, zwischen ihm und den Weichtcilen bildet sich eine wässerige, schmierige, übelriechende Masse, welche zur Trennung, besonders der inneren Klauenwand und Loslösung des Hornsaumos führt. Dieser Prozess kriecht weiter, so dass es zur Loslösung des Horn-schuhes kommt. Damit ist jedoch der Prozess nicht abgeschlossen, sondern es bildet sich ein neuer unförmlicher, ringlicher, knolliger Horn-schuh, welcher nicht selten wiederholt abgestossen wird. Durch Entkräftung führt die Krankheit häufig zum Tode. In einzelnen Herden kann die Krankheit jahrelang fortbestehen. Dieselbe ist jedoch viel seltener geworden als früher. Jedenfalls infolge besserer tierärztlicher Behandlung. Wir haben Angaben von früher, dass ganze Herden schwer geschädigt wurden und grosse Verluste entstanden. Im sächs. Veterinär-beriebt 1880 ist angegeben, dass von 042 Stück 314 erkrankten, von denen der grösste Teil geschlachtet wurde, dortselbst 18Ö8, dass eine ganze Herde, 74 Lammschafe und 5G Lämmer, erkrankte, 5 davon starben, die anderen seuchten durch innerhalb 4 Monaten. Schleg teilt mit, dass von 400 Stück 99 = '/* der Herde erkrankte. G wurden bievon geschlachtet, 5, die sehr schwer erkrankt waren, heilten noch. Rossberg sah die Seuche in einer Masthammelherde von 42 Stück auf-
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918nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Klauen- und Klauenspaltentzündung beim Schafe etc.
treten, die erkrankten Tiere wurden sofort an den Metzger verkauft. Schleg beobachtete 1882 in einer erkrankten Herde von 121 Stück 71 Todesfälle und in einer von 95 Stück 25 Todesfälle. Die Tiere wurden jedenfalls ziemlich frühzeitig geschlachtet. Albert hat im August 1858, 9 erkrankte Tiere unter eine gesunde Herde gebracht, Mitte Oktober hinkte eine grössere Anzahl, drei Wochen später war die Krankheit sehr rasch weiter verbreitet. Ton 600 Stück starben 32. Albert berechnet den übrigen Schaden nach: Die Erhaltenen gaben 9 Steine weniger Wolle, es wurden für 22 Thaler Vitriol, 60 Thaler Belohnung für den Operateur und andere Leute, und für 160 Thaler mehr Futter gebraucht. Der Gesamtschaden beläuft sich in diesem Falle auf 600 Thaler.
Aetiologie: Die Krankheit ist erst seit der Einführung feiner Schafe aus Spanien und Frankreich bekannt geworden, deshalb auch die Namen: französische oder spanische Klauenseuche. Dass ein ansteckender Krankheitskeim vorhanden sein muss, ergeben schon obige Zahlen über die Yerbreitung, wenn es sich in allen Fällen um dieselbe Krankheit handelte. Es sind aber auch Übertragimgsversucho gemacht worden, früher und zuletzt 1880 von Siedaragrotzky. Letztgenannter, in seinen Angaben höchst zuverlässige Autor sagt: Schon am 2. Tage nach der Impfung war höhere llöte, am 8. Tage dünnflüssiges Sekret, das am Saumband eiterig wurde, vorhanden. Es trat zunehmendes Hinken auf. 22 Tage nach der Impfung erfolgte Trennung dos Wandlaquo; homes von den mit schmieriger Masse bedeckten Weichteilen bis zur Sohle und an einigen Klauen bis zur Zehenspitze. Am 28. Tage war die Hornwand abhebbar, so dass Ballen, Sohle und innere Seitenwand entblöst waren. (Das Impfresultat mit Maul- und Klauenseuche war ein ganz anderes und die Tiere bereits am 16. Tage geheilt.) Welcher Sorte der Ansteckungsstoff ist, ist noch nicht vollkommen festgestellt. Sehr wichtig ist aber eine Mitteilung von Prümcrs: Er beobachtete in 4 Kreisen seines Regierungsbezirks eine ansteckende Klauen-fäulequot;. Bei den davon betroffenen Schafen traten zuerst linsengrosse, schwarzbraune Flecken, nicht aber wie bei der Klauenseuche lymphatische Anschwellungen auf. Diese Flecken erreichten nach 10 bis 12 Tagen die Grosse eines Zelmpfonnigstückes, an denselben platzte die oberflächliche Hornschichte und man entdeckte dann im Horngewebe einen Fäulnisprozess, welcher rasche Fortschritte machte. Derselbe dringt unter Umständen bis in die Fleischteile vor und bedingt dann Ulceration. Die Krankheit ging stets von der Sohlenfläche aus, auch wenn sie an der inneren Klauenwand zuerst beobachtet wurde. Prümors hat in den frisch von der Fäulnis ergriffenen Hornteilchen sehr kleine, erst
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bei GOOfacher Vorgrösserung deutlich erkennbare Fadenwür-nier, die einen hufeisenfürmigen Mund haben und deren Männchen grosser als die Weibchen sind, aufgefunden. Ob diese Padenwürmer als Ursache dieser Erkrankung oder sämtlicher Erkrankungen an bösartiger Klauenseuche anzusehen sind, ist noch nicht festgestellt.
Klinisches Bild: Gewöhnlich wird zuerst das Hinken entdeckt und zwar nur an einem Fusse. Bei Untersuchung findet sich die kranke Klaue vermehrt warm, schmerzhaft, die Klauenspalte etwas höher gerötet. Nach wenigen (23) Tagen kommt es zur Ausschwitzung nächst dem Ilornsaume, besonders gegen die Ballon. Das Sekret ist wässerig, schmierig, übelriechend, wird bald jauchig. Es erfolgen Trennungen der Weichteile von dem Hornsaume, später besonders an der inneren Wand, manchmal bis zur Zehe. In Einzelfällen erfolgt Ausschuhen. Allmählich werden sämtliche 4 Füsso betroffen, die Krankheit verbreitet sich in der Schafberde. In heftigen und ungepflegten Fällen tritt Zerstörung der Weichteile, Sehnen und selbst Knochen ein. Das neu-gebildete Horn wird, wenn derProzess noch nicht abgelaufen ist, knollig, ringelig, unförmlich und es wird oft aufs neue abgestossen. Tiere, die an sämtlichen 4 Beinen oder den 2 Vorder- oder Hinterbeinen betroffen sind, liegen fast die ganze Zeit und bewegen sich nur rutschend von der Stelle. Abmagerung und Tod tritt in Einzelfällen ein.
Therapie: Albert sagt schon 1818: Die kranken Klauen wurden mit dorn Messer rein ausgeschnitten, mit etwas Kienöl (01 tcreb.) begossen und dann mit blauem Vitriol bestreut. Olmgeachtet dessen, dass die Tiere hieboi unendlich an Schmerz litten und oft in den ersten Tagen kein Futter zu sich nahmen, so lehrte doch der Erfolg, dass die Hei-lungsmelhode nicht ohne die gewünschte Wirkung blieb. Nach 14 Tagen hinkten von 100 Stück kaum noch 8 aber kaum 14 Tage befreit, begannen sie von Neuem zu hinken. Sie wurden zum zweitenmal ausgeschnitten und heilten auch bald wieder. Innerhalb 7 Wochen erkrankten sie zum drittenmale. Gerold schlug 1842 die Heilung auf elektrolytischem Wege vor, folgendermassen: Eine Mass gekochtes erkaltetes Wasser wird in eine irdene Schüssel gegossen, nachdem 6 bis 8 Stücke Zinkblech von der Grosse eines Pfennigs und 46 Kupferpfennige in dieselbe gelegt waren. Iliezu thut man ein Lot Nordhäuser Schwefelsäure, In einem Eimer Flusswassor werden die kranken Klauen erst von Schmutz gereinigt, dann 35 Minuten in die Lösung gehalten.quot; Täglich dieses Verfahren wiederholt, heilen dieKlauon nach einigen Tagen. Siedamgrotzky hat nach gründlichem Ausschneidon mit Anwendung einer Lösung von Kupfervitriol rasche Heilung erzielt. Chlorkalkbrei ist mit
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920nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;A'erknöcherung des Hufknorpels.
gutem Erfolge angewandt wovdon. Groll empfiehlt Plumbum tannicuin. Heftige desinfizierondo und ätzende Mittel, mit gründlicher Reinigung und Wegschneiden des kranken Hornes sind durchweg empfohlen. Man wird bei Erkrankung einer grösseren Anzahl gut thun, einen Tisch herzurichten, daneben steht ein Zuber mit lauwarmem Wasser, in letzterem werden durch Gehilfen die kranken Klauen sorgsamst mit Bürste und Schabeisen gereinigt, hierauf die Tiere aufgelegt, der kranke Teil mit 5%iger Karbolsiiure oder 1 pro Mille Sublimat irrigiert, dann erfolgt das Ausschneiden und zwar so sorgsam, dass nirgends auch nicht das kleinste Eckchen unterminiertes Horn sitzen bleibt. Mit einer konzentrierton Lösung Kupfervitriol wird jetzt die ganze entblöstc Stolle, aber auch beide Klaiionoborflächen und der Zwischenklauenspalt reichlich bepinselt oder das Bein einige Minuten in eine solche Lösung eingo-tauebt. Ein desinfizierendes Pulver, Kaffee mit Jodoform oder Kupfervitriol 100/oig mit Amylum, Wismut, Borsäure und Alaun gleiche Teile wird reichlich aufgestreut, ein Wergbauschon hüllt das Ganze ein und darüber kommt ein Vorband, welchem durch Leim, Gelatine oder Gyps cine grössore Haltbarkeit gegeben wird. Nach ca. 4 Tagen ist es zwecklaquo; massig, den Vorband zu wechseln.
Verkiiöclieruiig des Hntknoipels.
Litteratur: Magnie, Vergrösserung u. Verknöoherung- eines Seitonknorpels b. Hufe d. Pferdes. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1841, p. 32. G owing, Verletz, d. Hufknorpels. The Vet. 1848, p. 549. Ibd. 1849, p. 56. Schra-ilcr, Verknöoherung d. Huf knorpels. Gurlt u. Ilertwig 1869. Smith. Verknöch. d. Ilufknorpels. The Vet. 1887. I). Ztschr. f. Tm. 1889, p. 132.
a) Verknöoherung, Der Verknöcherungsprozess der Knorpel ist im Körper sehr verbreitet. Im hohen Alter verknöchern die Hufknorpel an den Verbindungsstellen mit den Hufbeinen regelmässig, auch entfernter vom letztgenannten treten Knocheninseln nicht selten auf. In krankhafter Weise tritt jedoch der Vorknöcherungsprocess in früher Jugend und in sehr ausgedehnter Weise auf, so dass nicht selten der ganze Hufknorpel in Knochen umgewandelt und zudem noch in Form und Grosse verändert ist.
Aetiologie l Mechanische Einwirkungen, insbesondere Erschütterungen vom StrasscnpHaster herrührend, wie sie bei schworen Zugpferden besonders auftreten, sind ursächlich. Dies erklärt auch die Erscheinung, dass gewöhnlich nur schwere Pferde betroffen werden, die anstrengend auf StrasscnpHaster zu ziehen haben, dass ferner hauptsächlich die Vorderhufc und besonders die äusseren Knorpel erkranken, weil diese
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Verknöcherung des Hufknorpels.
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Teile in hervorragender Weise erschüttert werden. Bei Tieren mit Voll- und Platthufen ist eine Diaposition für diese Krankheit vorhanden.
Klinisches Bild: Bei Altersverknücherung leidet die Form und Grosse des Knorpels in der Regel nicht. Bei Verknücherung durch die genannten mechanischen Ursachen entsteht meist noch eine Verdickung, welche das 34 fache dos Normalen erreichen kann. Der Knorpel wird in solchen Fällen iilmlich einem lockeren Markschwnmm, oder maceriert erhält er ein weitmaschiges oder engeres, himsstein-ähnliches Gefüge. Lahmheit ist selten vorhanden, aber doch ein blödes Gehen. In Einzelfällen bricht ein Teil des verknöcherten Knorpels ab und dann erfolgt ein sehr starkes anhaltendes Lahmen. Der Llödo zaghafte Gang oder die Lahmheit treten stärker auf im Trabe und auf dem Pflaster und Verschlimmerung erfolgt durch Austrocknung der Hufe. Die jugendliche entzündliche Verknöcherung, die mit einer Verdickung des Knorpels auftritt, bedingt eine seitliche Hervordrängung der Trachtonteile. Dieselben werden steiler, die Krone verdickt, manchmal ist Ringelbildung an der Aussontläclie der Hornwand vorhanden. Bei der Palpation lässt sich, wenn die Verknücherung schon bis zum oberen Rande reicht, der verknöcherte Rand sehr deutlich feststellen. Vermehrte Pulsation der Fesselarterien 1st von Schroeder beobachtet.
Die Prognose ist quoad vitam günstig, quoad restitutionem ungünstig. Die Krankheit wurde für unheilbar gehalten, doch sind in der Therapie Fortschritte gemacht worden.
Therapie: In erster Linie ist durch den Beschlag einzuwirken, solange das Pferd noch gebraucht werden kann. Nach ausson verbreiterte Hufeisenschenkel, welche bis zur senkrechten Linie mit der Auftreibung an der Krone hervorstehen sind empfohlen; der Tragrand darf am Trachtenteile der erkrankten Seite nicht das Eisen berühren. Bei Lahmheit ist von Smith folgendes Verfahren vorgeschlagen: Mit Kreide wird das vordere und hintere Ende des Hufknorpels auf der Hufkapsel angezeichnet. Linien werden jetzt senkrecht nach abwärts geführt und in diesen die Hornwand bis zur Blättchenschicht durchschnitten oder gesägt bis zur weissen Linie, bis Blut kommt. Das Hornstück muss nach allen Seiten so vollkommen gelöst sein, dass es leicht beweglich ist auf Druck mit dem Finger. Diese Fugen werden dann mit Wachs oder harter Seite ausgefüllt. Anfangs nach 12 Tagen erfolgt ein stärkeres Lahmgehen, bald aber, besonders bei Ruhe, bebeutende Besserung und Smith sah, dass auf dieses Verfahren die Trachtenpartie sich bedeutend ausdehnte. Vollkommene Heilung hat Mangio schon in den 40 gor Jahren durch Exstirpation dos Knorpels
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Kronentritt beim Pferde.
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erzielt Man wird jetzt nicht mehr, wie dies der sonst so resolute Schrader gethan hat, Pferde an diesem Leiden sterhen lassen, sondern operieren, je bälder desto besser (vgl. Javartoperation).
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Krouentritt beim Pferde.
Yorwundungen der Krone durch Tritte eines anderen Hufes mit dem Hufeisen, namentlich den Stollen und Griffen in geschürftem Zustande. Heinrichs (Ad. Wochensclir. 1884, p. 249) weist darauf hin, dass an den Hinterbeinen eine Prädisposition bestehe und dass die anatomische Einrichtung die Verletzungen an dieser Stelle schwieriger mache als sonstwo. Es kommt in Betracht: die Knochenunterlage, der Gefässreichtum, zahlreich elastische Fasern, Druck der Ilornwand, ferner innige Verbindung zwischen der Fleischkrone und den tiefer gelegenen Teilen, den Hufknorpoln, Strahlpolster etc.
Aetiologie: Der tretende Huf kommt in der Regel gleitend von oben herab, denn es findet sich oft ein Streifen oder eine haarlose Pinne, welche den Weg bezeichnet, den der Stollen auf dem Fessel gemacht hat. Der Kronenrand des Hufhornes bildet Widerstand und je nach der Gewalt des Trittes bricht die Krone dort ein, das Gewebe wird zerquetscht, teilweise zertrümmert und durchlöchert.
Klinisches Bild: Quetschung und Verletzung in verschiedener Tiefe und Ausbreitung, mit Tascbenbildung zwischen Horn und Woich-teilen, je nach der einwirkenden Gewalt. Nachfolgende leichte Blutung. Verklebung der Haare, Lahmgehon in verschiedenem Grade. In der Pegel, hauptsächlich bei nicht ganz scharfen Stollen, werden die Haare an der Durchbruchstelle mit abgerissen und in die Wunde eingedrückt. Pei starker Verletzung kann Missbildung des Wandbornos eintreten.
Prognose: Je nach Tiefe und Ausdehnung etwas verschieden. Immer ist der Kronentritt deshalb vorsichtig zu beurteilen, weil er eine infizierte Quetschwunde darstellt. Nur in den seltenen Fidlen, wenn ein scharfer Stollen nur einen messorförmigen Piss ausführt, kann eine Infektion durch die Haare oder den Stollen ausgeschlossen sein.
Therapie: Abscheeron der Haare, bei grosser Schmerzbaftigkeit Cocai'nisieren, höchst sorgsames Ausräumen der Höhle, besonders von den eingedrückten Haaren mit der Pinzette, gründliche Desinfektion mit 780/oiger Carbolsäure oder Sublimat 1:100. Verdünnen der Hornwand mit der halbrunden Hornraspol, eventuell Wegschneiden dos losgewordenen Hufhornes. Verband mit Jodoform. Leichten Druck. Nässe, Bäder, Salben und all die hundert aus alter Zeit empfohlenen
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Dinge sind in der Regel entbehrlich. Nur in Fällen, in denen es nachträglich zu nekrotischem Absterben kommt, müssen weitere Eingriffe stattfinden und es empfiehlt sich dann die beim Panaritium angegebene Therapie. Durch zweckmässigen Beschlag kann in der Hegel das Pferd sehr bald wieder in Dienst genommen worden.
Primäres, Kronen-, Klanen- und Zwischenklauengeschwiir,
Panaritium
Litteratur: Eberhardt, Panaritium d. Pferdes. Gurlt u. Hartwig 1841, p. 346. Derselbe, Panaritium des Pferdes. lier. üb. Lcist. i. Geb. d. Thk. 1844, p. 33. Ilaubner, Panaritium d. Pferdes. Mag. f. Thk. Gurlt u. llortwig 1855, p. 385. Lafossc, Panaritium d. Pferdes. Journ. du vet. du Midi 1856, p. 49. Der. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. Hg. 1856, p. 32. Cherry, Entzünd. d. Hufkrone b. Pf. Arch. f. Vot.-Wiss. 1848, p. 168, Braun, Panaritium b. Pf. 1861. Per. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 40. KuU-bach, Panaritium b. Hunde. Gurlt u. llortwig 1803, p. 243. A 1 b r e c h t. Über Panaritium. Adam's Wochschr. 1876, p. 309. S i c d a m g r o t y k y , Über Panaritium. Bor. üb. Lcist. i. Vet -Wos. i. Sachs. 1870, p. 92. Harms, Panaritium d. R. Hannöv. Jahresber. D. Ztschr. f. Tradzn. 1875, p. 135. Froehner, Panaritium d. Tierro, insbes. d. Hunde. Adam's Wonhschr. 1885, p. 337. Strebcl, Fuss- u. Klauengesohwiire. Archiv 1880, p. 18. E hier s, Entzünd. d. Haut d, Klauenspaltos. Kundschau ]880, p. 192.
Das Panaritium ist eine heftige Entzündung mit teilweise brandigem Absterben und Eiterung an der Hufkrone der Pferde, der Klauenkrone und der Haut zwischen den Klauen beim Rinde und dem Klauenbeet der Hunde. Das Panaritium ist ein weit tiefer gellenderer Prozess als die Erkrankungen an den genannten Stellen, die durch Maul- und Klauenseuche hervorgerufen werden. Das Panaritium betrifft 1) die Haut und die Unterhaut und heisst in diesem Falle oberflächliches P. superficiale oder nach den betroffenen Teilen P. cutanoum und subeutanoum oder 2) das Panaritium geht tiefer, ergreift die Sehnenscheiden und Sehnen, so dass einzelne Sehnenteile absterben und dann wird es als tiefes, P. profundum oder wieder nach den betroffenen Teilen P. tendinosum oder poriostale bezeichnet. Ein kleines Schema wird dies deutlicher darstellen:
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a) superficiale.
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b) profundum.
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cutaneum, subeutaneum.
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tendinosum, poriostale.
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Aetiologie: Die Ursache muss in einer mehr oder minder tiefen
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eftigor Vcrbällung, auf welche nekrotisches Absterben der
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924 Primäres, Kronen-, Klauen- u. Zwischenklauengeschwiir, Panaritium.
betroffenen Teile erfolgt, gesucht werden. Es ist namentlich das sogenannte Kronen- etc. geschwür zu trennen, welches durch Traumen, Kronontritte etc. entsteht. Eberhardt hat diese Trennung erstmals durchgeführt beim Pferde. Eine nachtriigliche Infektion ist fast in allen Fällen vorhanden und sie tritt jedesmal ein, wenn nicht zuvor rationell chirurgisch eingeschritten wurde. Bernchello hat auch eine ento-zootische phlegmonöse Kronenentzündungquot; beim Pferde beschrieben. 37 Fohlen erkrankten im Monat Juli auf einer Weide unter den Erscheinungen des Panaritiums. Ich bin allerdings geneigt, diese Fälle nicht für echtes Panaritium anzunehmen, sondern diese eher etwa für eine der Klauenseuche des Schafes ähnliche Erkrankung zu halten. Für die oben mitgeteilte Ansicht, dass eine Verbüllung und Quetschung die primäre Ursache ist, spricht besonders die Beobachtung von Haubner! Er beobachtete ein Pferd, welches ganz eigentümlich lahm ging. Der Fuss wurde gewöhnlich in die Höhe gehoben, wenig vorgesetzt, dann im Fessel gebeugt, so dass die Sohlcnfläche des Hufes sichtbar wurde; die ganze Eewegung war derart, als wenn die Strecker abgespannt wären und die Beuger die Kraft nicht hätten. Die Untersuchung ergab schlechterdings keinen Anhaltspunkt, bis nach einigen Tagen das Panaritium begann. Ich hatte einen ähnlichen Fall beobachtet, nur dass bei der starken Lahmheit am Hinterbein schon eine vermehrte Wärme an der Krone konstatierbar war; nach wenigen Tagen starb ein mehr als silbernes fünfmarkstückgrosses Hautstück ab, wurde kalt, war aber mit der Umgebung noch fest verwachsen. Ein Beweis, dass der Prozess so rasche Fortschritte machte, dass sich nicht einmal eine Demarkationslinie zwischen Gesundem und Krankem bilden konnte, bis letzteres unterminiert, kalt und tot geworden war.
Das klinische Bild werden wir zweckmiissig trennen und als für Pferd, Rind und Hund gesondert abhandeln.
Beim Pferde. Fischer giebt an, dass das Panaritium beim Pferde in den alten hippokratischen Büchern als Horn wurmquot; bezeichnet werde; er selbst nennt es: Du Panaris chez le chevalquot; und sagt, es sei bei Pferden ziemlich selten, bilde eine phlegmonöse Entzündung an der Krone, immer nur an einem Fusse, es erstrecke sich oft bis zur dritten Phalanx, manchmal bis zum Carpus, schwere Pferde und Vorderbeine sind disponiert. Fischer glaubt, dass ursprünglich eine Periostitis mit nachfolgender Entzündung, selten aber Eiterung, das Charakteristische darstelle. Eberhard hat das Panaritium ebenfalls hauptsächlich an den Vorderbeinen gesehen. Das Tier ging lahm, hatte Anschwellung an der Krone, nach 78 Tagen erfolgte Abscessbildung.
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Primäres, Kronen-, Klauen- u. Zwischcnklauongeschwiir, Panaritium. 925
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Lafosse hat Anschwellung beobachtet vom Hufe bis zum Vorderknio oder Sprunggelenke, grosse Venenerweiterung und brandiges Absterben der Haut. Mit Nekrosc tieferer Teile und Gelenksverletzung sah Sie-damgrotzky dasselbe verlaufen. Auf Grund des Angegebenen und eigener Erfahrung wird das klinische Bild beim Pferde folgendermasson zusammenzustellen sein: Lahmgehen, besonders vorne, aber auch hinten, dasselbe zeichnet sich aus, dass das Bein in möglichster Floxions-stellung gehalten wird. Lokaler Schmerz, bei Palpation massig, später wenn bereits nekrotisches Absterben erfolgte, ist eine Zeitlang gar kein Druckschmerz vorhanden. Anschwellung in sehr verschiedenem Grade. Kaltwerden eines Hautstückes von verschiedener Grosse, nokrotische Loslösung. In Einzelfällen Infektion und Abscessbildung schon vor der Loslösung des Hautstückes. Je nachdem es sich um oberHiichliches oder tiefes Panaritium handelt, ist nur die Haut und Unterhaut oder auch Sehnenscheiden, Sehnen, seihst Knochen und Gelenke ergriffen.
Beim Rinde ist die ergriffene Stelle hauptsächlich zwischen den Klauen; die Anschwellung ist anfangs derart (da auch hier besonders die Vorderbeine befallen werden und die innere Klaue prädisponiert ist), dass die Klauen weitauseinander gesperrt werden, Abscessbildung und nekrotisches Hautabsterben ebenfalls auftritt und bei P. profundum das Gelenk ergriffen wird, worauf vielfach die mediale Klaue nekrotisch abstirbt.
Beim Hunde tritt das Panaritium am häufigsten auf und ist in seinen Erscheinungen dem des Menschen am ähnlichsten, da die anatomischen Verhältnisse der Klaue der Hand des Menschen am meisten entsprechen und durch die physiologische Leistung noch mehr Ursache zur Erkrankung vorliegt. Die Erscheinungen sind hier nach Eröhner schmerzhafte, heisse Anschwellung an einer Zehe. Die Haut ist dort höher gerötet, gespannt, besonders am Grunde bläulich, die Kralle glanzlos, spröde, bei Berührung schmerzhaft, zuweilen abnorm in der Richtung und Beweglichkeit. Ich habe gesehen, dass die Kralle durch den unter ihr liegenden Prozess plattgedrückt wurde und vollständig einem Fingernagel ähnlicii wurde. Manchmal wird sie abge-stossen. Auf Einschnitt fliesst dickes schwarzrotos Blut, seltener Eiter ab. In Einzelfällen, in denen Sehnen und Knochen ergriffen sind, befinden sich Teile von diesen in dem Gewebsdetritus der entleert wird. Kutzbach beobachtete, dass in einer Koppel von Hunden das Panaritium sehr zahlreich auftrat und oft, wenn ein Bein an einem Tiere geheilt war, ein anderes ergriffen wurde.
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Ü26 Primäres, Kronen-, Klanen- u. Zwischenklauengeschwür, Panaritium.
Die Prognose ist je nacli Tierart verschieden: Beim Pferde ist sie vorsichtig bis ungünstig, beim Rinde ziemlich günstig, beim Hunde günstig.
Therapie: Beim Pferde empfiehlt sich a) die ausgiebige Anwendung von Schere und scharfem Löffel. Alles Krankhafte muss sorgsamst entfernt werden, b) Atzung des Grundes: bei oberflächlichem, mit weissglühendem Eisen, bei tieferem, Ätzung mit 100/oiger Carbol-säure. Hierauf reichliches Bepudern mit Jodoform und Tannin zu gleichen Teilen. Jodoformpulvcr und sofortiges Überfahren mit dem Höllensteinstifte ist ebenfalls bei oberflächlichem angezeigt. Bäder in 100/oigem Creolin habe ich ebenfalls mit Nutzen angewandt. Antiseptischer Verband mit etwas reizenden Mitteln, Jodtinktur empfiehlt sich für später.
Bei Rindern empfiehlt Harms zuerst reichliches Einfetten; sobald sich Abscesse gebildet haben, ist Eröffnung und gründliche Desinfektion, wie dies beim Pferde genannt ist, durchzuführen; da beim Rinde das Gelenk nach innen ziemlich oberflächlich gelagert ist, somit leicht in den Prozess eingezogen wird, so ist als zweckmässigstes die Exartile ul a ti o n und zwar frühzeitig vorzunehmen. Ein antiseptischer Dauerverband : Jodoform, Watte, hierauf Leim- oder Gypsverband wird angelegt (vgl. a. Hufgelenksentzündung der Rinder).
Beim Hunde, bei dem wir bei Panaritium die Prognose günstig stellen, heilt dasselbe von selbst ebenfalls nur in langer Dauer, meist nicht oder nur mit Vorlust von grösseren Partieen. Nur bei richtiger Therapie gilt die günstige Prognose. Die alten Arzte haben beim Panaritium folgendes durchgeführt: Rasi, ein Araber 000 n. Chr., riet, das erkrankte Glied bis zur Schmerzbetäubung in Schnee zu stecken und nachher Umschläge aus Grünspan und Essig zu machen. De Vigo im 16. Jahrhundert rät, das Glüheisen ausgiebig anzuwenden. Jetzt gilt nur vollkommen antiseptische Behandlung. Soliden rät, nachdem Incision gemacht ist, das erkrankte Glied in antiseptischer Flüssigkeit, die bis auf 40deg; erwärmt ist, zu baden, hierauf die quot;Wunde mit Arnika-tinktur, die sehr schmerzlindernd wirke, zu bestreichen, mit einer Salbe von Vaselin mit l0/o Kalium sulfuricum oder Borsalbe zu verbinden, Gummitaffet darüber zu geben und einen grossen Kataplasma über das Ganze. Die von Fröhner angegebene Therapie bestätige ich als richtig in allen Teilen: Anfangs ausgiebige Incission (nachdem gebadet, die Haare sorgsam abgeschnitten und lokal rasiert ist), reichliches Ausblutenlassen, indem der erkrankte Teil in lauwarme antiseptische Flüssigkeit eingetaucht wird, Entfernung aller nekrotischen Teile, Sehnenfetzen mit der Schere, Knochenteile tief hinein mit der Luer'schen
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Hufknoriiülfistel. Ulcus cliondropathicum.
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Knoclienzange abkneifen, Drainage, Nähen und antiseptischer Verband. Die Heilung erfolgt, wenn alles richtig durchgführt ist, per priinam in circa 8 Tagen.
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Hufknorpelfistel. Ulcus cliondropathicum.
Litteratur: Prinz, Knorpolfistel. Berl. Jahrb. üb. Fortschr. d. Tbk. 183t. Hort wig, Knorpelfisteln. Gurlt u. Hertwig 1836, p. 352. Mai Hat, Heilung d.Hufknorpe]flsteln. Mitt. f. prakt. Thk. 1886, p, 266. Lindenlaquo; berg, Knorpolfisteln ohne Operation zu heilen. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/48, p. 16. Kreutzer, Hufknorpollistolbeilung ohne Operation. C.-Aroh. f. Vet.-Wiss. 1851, p. 21. Ineginger, Ilufknorpelfisteln. Tztl. Woohenbl. 1849, Nr. 13. H e r t wi g, HufImorpelflsteln durch Villate'sohen Liquor geheilt. 1851, p. 491. König, Ilufknorpelfisteln. Ibd. 1854, p. 94. Din tor, Ilufknorpelfisteln. Per. üb. Vet-Wes. in Sachs. 1859/60, p. 85. S c h u 1 e r, Ilufknorpelfisteln. Gurlt u. Hortwig 1809, p. 20. Fttnfstttok, Ilufknorpelfisteln. Ber. üb. Vet.-Wes. i. Sachs. 1871, p, 28. Yoigtlän-der, Ilufknorpelfisteln. Ibd. 1873, p. 54. Schmidt, Javart-Operation. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1875, p. 161. S i e d a m g r o t z k y, Über Ilufknorpelfisteln. Sachs. Jhb. 1875, p. 88. Froehnnr, Operative Bebandl. d. Huf-knorpelfistel. D. Ztschr. f. Tmedizin. 1882, Heft 2 u. 3. Pütz, Dasselbe. Ctlbl. 1883, p. 85. Frick, Dasselbe. Archiv 1888, p. 64. Pambaoh, Hufknorpelfistel. Hufschmied 1889, Nr. 7. Brydon, Hufknorpelfistel. The Vet. 1885, Nr. 4. Engel, Hufknorpelfistel. Jahrb. üb. Vct.-Med. 1887, p. 143. Hess, Hufkrankh. u. ihre Behandl. 1891, p. 28.
Die Ilufknorpelfisteln kommen jetzt viel seltener vor als früher, jedenfalls durch den besseren Beschlagquot; sagte Haubner schon 1859. Seitdem sind in der Verbreitung eines guten llufbcschhigs bedeutende Fortschritte gemacht und es ist abermals eine Vorminderung zu verzeichnen. Eiterige Prozesse, welche in der Umgebung des Hufknorpels auftreten, gehen sehr leicht auf diesen über. Eiterige Knorpel-zerstorung führt immer zur chronischen Fistelbildung.
Aetiologie: Die Ursachen sind traumatisch. Mechanische Einwirkung und Infektion! Was an den Vorderpartieen der Zehe und den Seitenteilen des Hufes zum Panaritium profundum führt, führt an den hinteren zur Knorpelfistel. Aber nicht blos diese von oben, von der Krone oder höher einwirkenden Processe erzeugen diese Krankheit, sondern auch Verwundungen dortselbst, Kronentritte, Streifwunden, Eiterungen, welche unten oder hinten im Hufe entstehen, können sich auf den Knorpel fortsetzen und Fisteln bedingen. Der Erfahrung Stöller's, dass die Knorpelfisteln fast ausnahmslos an den hinteren Partieen des Knorpels entstehen, weshalb er die eigentümlichen Druckverhältnisse am Hufe bei der Belastung und dem Verlaufe der Lymphbahnen mit
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als Ursache ansieht, kann ich nicht viel bestätigendes Material beifügen, weil ich die Mehrzahl der mit Sicherheit nachweisbar beginnenden oder noch kleinen Knorpelfisteln, und zwar am herausgenommenen Knorpel ziemlich in der Mitte beobachtet habe. Wegen der geringen Zahl von Ernährungsgefässen wird der Hufknorpel leicht nekrotisch.
Klinisches Bild: Da der Knorpel selbst unempfindlich ist, so kann er in hochgradiger Weise erkranken, bevor das Tier durch Schmerz-äusserung auf sein Leiden hinweist. Schmerzhafte Gefühle werden erzeugt durch Irritation der Umgebung. Es beginnt daher die Krankheit öfters mit einem Lahmgohen, erzeugt durch einen entzündlichen Pro-zess in der Haut oder dem Hufe. Hier läuft die Erkrankung aber vielleicht rasch ab und nach einiger Zeit beobachtet man, ohne dass das Pferd besondere Schmerzen beim Gehen, Lahmgehen, gezeigt hätte, aufgetriebene, verdickte, harte Krone, gesträubte Haare, eine kleine Öffnung, aus der eine jauchige, zuweilen grünliche Masse füesst, welche sogar schon mit kleinen abgestossenen, gelben Knorpelstückchen vermischt sein kann. Manchesmal entsteht ein Abscess, nach dessen Durchbruch die Knorpelfistel gebildet ist. Mit der Sonde kommt man auf die Knorpeloberfiäche und umtastot dortselbst eine mehr oder minder grosse Stelle, sehr oft ist ein Loch, durch den Knorpel gebildet und an der hinteren KnorpelHäche macht der Prozess Fortschritte, hier ist in der Regel zugleich Schmerzhaitigkeit vorhanden, aber nicht immer. Bei längerem Bestehen der Fistel geht der Knorpel in immer grösseren Partieen, schliesslicli vollständig zu Grunde, die Deformitäten in der Umgebung durch Bindegewebsneubildung und Narbenkontraktur mehren sich, die Krone wird grosser, verdickt, schrundig, die Hornbildung leidet Not, es entstehen Zwangimf formen, auch liingbildung (Hess will aus der Länge der Ringbildung die Dauer des Leidens berechnen, unter der Voraussetzung, dass das Hufhorn monatlich 8 mm wächst), endlich aber, wenn allmählich der ganze Knorpel herausgeoitert ist und unterdessen nicht eine Blutvergiftung, Gelenkserkrankung oder Ahnliches das Tier ruinierte, kann eine Spontanheilung erfolgen.
Prognose: Vorsichtig bis ungünstig. Die Eigenschaft des Knorpels, gar kein nennenswertes Reaktions- und Restitutionsvermögen zu besitzen, sondern einfach nekrotisch zu zerfallen, wenn einmal ein eiteriger Prozess eingesetzt hat, erschwert jeden Erfolg eines Heilversuches. Die Krankheit stand namentlich früher in sehr üblem Rufe, als sie noch häufiger vorkam und man eine weniger ausgebildete Therapie besass. Es sind aber durch die Möglichkeit, durch scharfe antiseptische Stoffe den nicht sehr ausgebildeten Eiterungsprozess aufzuhalten, durch
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Hufknorpclfistel. UIcus chondropathicum.
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die antiseptischen Operationen wesentlich bessere Erfolge in der Heilung zu verzeichnen, deshalb ist die Prognose auch besser.
Therapie: In früherer Zeit, -vor Gründung der Tierarzneischulen, war nur eine medikamentöse oder unblutig chirurgische Therapie üblich. Namentlich hat Solleysel zahlreiche Mittel angegeben. Lafosse pcre hat 1754 das Ausschneiden des erkrankten Seitenknorpels empfohlen und die Operation beschrieben. Lafosse fils hat 1775 dieselbe wiederholt angeraten. Die Prinzipien, die Maillot 183G für die Operation aufstellte, lauten; 1) Das chirurgische Verfahren hat gute Erfolge. 2) Das gänzliche Ausschneiden ist unbedingt nötig. 3) Es ist schwer, den ganzen Knorpel herauszulösen, ohne die Hornwand zu entfernen. 4) Die Krone muss erhalten bleiben. Hertwig giebt nach Lafosse folgende Methode an: a) indem man den Knorpel zugleich mit der Krone und einem halbmondförmigen Stück Wand hinwegnimmt, b) indem man die Krone und die Haut schont, aber die Hornwand wegnimmt und den Knorpel nach Durchschneidung der Pleischwand exstirpiert, c) indem man die Hornwand nur verdünnt, durchschneidet und die Auslösung des Knorpels hienach bewirkt oder d) indem die Hornwand abgenommen und möglichst verdünnt, die Fleischwand quer durchgespalten und die Haut an der Krone senkrecht bis zum oberen Rande des Knorpels gespalten und abgelöst wird. Eine bedeutende Anzahl von Tierärzten hat die Operation vorgenommen und es sind viele günstige Erfolge berichtet, allein die unreinliche Art der früheren Operationen und die Ungeübtheit vieler Tierärzte im Operieren, wodurch nicht selten das Gelenk eröffnet wurde, die grosse Schmerzhaftigkeit, da die Operation ohne jegliche allgemeine oder lokale Narkose ausgeführt wurde, licssen dieselbe allmählich in Misskredit kommen. Man bekam einige besser wirkende Medikamente, als sie früher vorhanden waren und 1851 berichtet Hertwig, unter Empfehlung der Anwendung des Liquor Villatii, dass er seit mehr als 10 Jahren keinen Huf knorpel mehr herausschneide. Die Operation erschien veraltet und wurde in meiner tierärztlichen Jugendzeit als grausam und unnütz bezeichnet. Die Hufknorpelfisteln sollten namentlich geheilt werden durch den schon genannten Villate'schen Liquor. Bayer empfiehlt statt dessen die Gamge'-sche Lösung (Quecksilbersublimat 17,5 Weingeist 140, Salzsäure 4,3 Bleiessig 3,5) täglich einzuspritzen. König schob Bindfäden, die durch ein Gemenge von Kalomel und Gummi inkrustiert waren, in die Fistel. Fünfstück empfahl Kreosot und Myrthentinktur 1 :4. Junginger drainierte schon 1849 mit Federkielen, spritzte Aloötinktur ein und verwendete Sublimatpulver. Kurs wollte mit erweichenden Umschlägen und Aus-
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lloffmann, Tierilrztliclic Chirurgie.
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brennen der Fistel heilen, Lande! mit teilweisem Entfernen der Horn-wand und Einspritzen von Chinatinktur, Lindenberg mit Wundtinktur und Höllenstein. Dinter riet, unbekümmert um die bestehende Pistel-öffnung, Scharfsalbe in 4 quot;Wochen dreimal wiederholt einzureiben, bestehend aus Quecksilbersublimat 2, Canthariden und Euphorbium je 4, und Fett 15. Es gicbt wohl kein hervorragendes chirurgisches Arzneimittel in der vorantiseptischen Zeit, dass nicht gegen Hufknorpelfistel angewandt worden wäre. Namentlich spielte auch das Glüheisen, dem so viel nachgerühmt ist, hier eine grosse Rolle. Mit Eintritt der antiseptischen Heilmethode änderte sich allmählich auch die Ansicht über die Hufknorpelfisteloperation. Es haben namentlich in empfehlender Weise über dieselbe geschrieben Fröhner, Frick u. A. Das meiste Material hat jedoch Siodamgrotzky veröffentlicht:
1875.nbsp; nbsp; nbsp;ü Fälle operiert. 4 geheilt in 31, 35, 47, 80 Tagen.
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1876.nbsp; nbsp; nbsp;4 nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
1877.nbsp; nbsp; nbsp;4 nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
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37, 43, 60, 71 37, 43, 60, 71
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1878.nbsp; nbsp; nbsp;3 nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8 27, 32, 47
1879 giebt Siedamgrotzky über 14 Hufknorpelfisteloperationen folgende Erfahrungen: 1) Bei partieller Exstirpation bei 2 Stück wurde eine durchaus reine Wunde durch Carbolspray hergestellt, aber trotzdem blieb die Übcrhoilung der Knorpelobertiäche aus, sie wurde nekrotisch und veranlasste Eiterung. 2) Totalexstirpation mit teilweiser Antiseptik hatte zweifelhaftes Resultat. 3) Totalexstirpation und Spray, Verbandwechsel nach 24 Stunden, Anwendung des Tourniquets, Desinfektion, Lederschuh. Es blieb zwar das Wundfieber aus, an dem Kronenwulst war Heilung in 58 Tagen, aber es trat mangelhafte Hornbildung auf. Siedamgrotzky glaubt, dass der Sprayapparat zur Schrumpfung der Hornzotten geführt habe.
1880. 10 Fälle operiert. 9 geheilt in 33 (2), 37, 38, 48, 50, 53, 68, 123 Tg. 1882. 4 nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4 36, 38, 48, 51 Tagen.
1884. 3 nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3 45, 24, 32 Tg. (1 Fall 2mal operiert.)
1887. 7 nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7 20, 24, 28, 34, 36, 37, 39 Tagen.
Gesammtsumme der Operierten 41, der Geheilten 88. Die Durchschnittszeit der Heilungsdauer war folgende:
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ago, der
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Durchschnitt 44,8 Tage.
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Nicht geheilt wurden 3.
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Es ist ersichtlich, dass die letzten Jahre der Statistik niederere Ziffern zeigen für die Heildauer.
Die Ope ration selbst muss vollkommen antiseptisch durchgeführt werden. Ich lasse den Huf Tags zuvor gründlich reinigen, Eisen abbrechen und ausschneiden, die Haare abscheren und den Huf, sowie Krone und Fessel, reichlich mit Sublimatsalbe 1 : 100 Vaselin einfetten, hierauf kommt ein mit Creolin beniisster Kleienumschlag um den Huf. Mit diesem Verbände wird das Pferd anderen Tags niedergelegt, nach Anlegung der Esmarch'schen Binde und unter Narkotisierung gründlich geseift, gebürstet, rasiert und irrigiert. Die früher bestehende Meinung, dass die Huf krone nicht verletzt werden dürfe, ist irrig. Bevor ich vom Hörne etwas entferne, führe ich jetzt die Hohlsonde ein, erweitere den Kanal und lege den Knorpel etwas bloss. Mit dem scharfen Löffel werden jetzt alle kranken Teile entfernt und gelingt dies vollkommen, so schneide ich nicht weiter, sondern verbinde antiseptisch. Ist jedoch der Knorpel durchlöchert, so nehme ich denselben stets ganz, nicht bloss den erkrankten Teil heraus. Ich verdünne die Hornwand von der Krone nach abwärts so weit wie nötig, mache an der Grenze zwischen Horn und Fleischkrone am Saume einen Schnitt in der Richtung des Saumes auf den Knorpel, senkrecht durch die Krone einen zweiten, mit starken, scharfen Haken ziehe ich die beiden dreieckigen Lappen hoch und zur Seite und präpariere den Knorpel möglichst frei. Umschneide ihn jetzt mit dem gebogenen lorbeerblattförmigen Messer an der oberen Grenze, ziehe den Knorpel mit Haken hoch, löse ihn los von seiner Unterlage unter ganz besonderer Sorgfalt, um am vorderen Ende nicht das darunterliegende Gelenk zu verletzen, und schneide von der unteren Grenze von dem dünngefeilten Horn soviel los, als nötig ist. Nach erfolgter reichlicher Sublimatbespülung lege ich dio beiden Lappen herab, nähe sie auch auf ihre Unterlage, schiebe wenn nötig ein Drainagcrohr ein, pudere mit Jodoform, gebe Jodoformgaze darüber, lege quot;Watte und antiseptische Binden, hierauf Werg- und Zwilch verb and um und bringe das Pferd dann in eine Gurte, Die Esmarch'sche Binde lasse ich in der Regel noch 12 Stunden liegen. Der Verband wird am dritten Tage gewechselt, er ist durchblutet von der an sich jedoch unbedeutenden Nachblutung, die nach Lösung der Gummibinde eintritt. Am G.8. Tage muss der Verband wieder gewechselt werden. Bei erfolgter reaktionsloser Heilung wird der antisoptischo Verband fortgesetzt bis zur Heilung, bei Eiterung aber nur noch mit Werg verbunden und die Geschwürsbehandlung durchgoführt.
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932nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hornspalten.
Hornspalten.
Wir unterscheiden die Trennungen in der Richtung der Hornfaser 1) nach dem Vorkommen an der Wand: Zehen-, Seiten-, Trachten- und Eckstrebenspalten. Ferner Kronen- und Tragrandspalten. Spaltungen von oben bis unten heissen durchlaufende. Oberflächliche oder unvollständige reichen nicht bis zur Pleischwand, diejenigen aber, die bis dahin gerissen sind, werden als durchdringende oder vollständige bezeichnet.
Aetiologie: Prädisposition durch fehlerhafte Stellung, besonders enge, schiefe Hufe, durch sprödes Huf horn und geringe Wandstärke. Direkt veranlassende Ursachen sind: Austrocknung, schwere Dienste auf hartem Boden, namentlich Pflaster und schlechtes Beschlag.
Klinisches Bild: Bei frischen durchdringenden Spalten schmaler scharfer Riss, der bei aufgehobenem Hufe kaum sichtbar ist, beim Niedertreten etwas klafft und leicht blutet; bei derartigen Spalten besteht oft hochgradige Lahmheit. Alte Spalten sind etwas erweitert und leicht erkenntlich, in seltenen Fällen eiterig.
Prognose: Nach Sitz, Grosse und Tiefe verschieden. Oberflächliche Tragrandspalten sind am günstigsten, durchdringende Zehenspalten mit bestehender Lahmheit am ungünstigsten zu beurteilen.
Therapie: a) Verhinderung von weiterem Reissen des Hornes und b) Schutz des nachwachsenden Hornes. Das Eisen wird abgenommen, ein anderes passendes derart aufgelegt, dass die betreffende Horn-schicht entlastet und zum Auseinanderweichen keine Gelegenheit mehr hat. Die Spalten selbst werden durch quer durch die Wand geschlagene Hufnägel oder Klammern, Nieten, Agraffen, zusammengezogen und aneinander gehalten oder es wird derselbe Erfolg zu erreichen gesucht durch ein festes Leinwandband, welches mit Harz und Wachs bestrichen und mit welchem der Huf fest umwickelt und festgebunden wird. Querschnitte sind empfohlen, um die Entlastung und das ungestörte Nachwachsen zu sichern, folgendermassen: a) An durchgehendem Kronenspalt eine Querrinne bis zur Blättchenschichte. Die Ränder des Spaltes werden mit der Raspel verdünnt, b) Schräge Rinne zum römischen V nach rückwärts von der Tragrandspalte, das lose Dreieck wird ebenfalls verdünnt, c) Bei durchdringenden vollständigen Spalten sollen nach Castaudet zwei seitliche Rinnen in der Richtung eines römischen V geschnitten werden, oben an der Spalte wird mit dem Glüheisen ein Punkt gebrannt. Mit der Spalte bestehende Entzündungen oder Eiterungen müssen durch kalte Bäder, Eiswasser oder warme desinfizierende
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Strahlfäule und Strahlaeschwür.
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Bäder und antiseptische oder gegen die Eiterung gerichtete Behandlung bekämpft werden.
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Strahlfäule und Stralilgeschwür.
Die Strahlfäule besteht in einer fauligen Auflösung des Strahl-hornes von aussen nach innen. Das Strahlgeschwür ist die Folge der Strahlfäule. Wenn durch Strahlfäule das ganze Horn hinweg-maceriert und der Fleischstrahl blos und gesclnvürig zu Tage liegt, so wird dieses Geschwür, welches von Strahlkrebs scharf gesondert zu halten ist, als Strahlgeschwür bezeichnet.
Aetiologie: Fäulnis durch von aussen eindringende Ursachen. Das Huf horn wird in eine grauweisse, schmierige, höchst übel, aber charakteristisch riechende Masse verwandelt. Ahwochslung von Feuchte und Trockene befördert die Zerstörung. Es erscheint mir zweifellos, dass ein Pilz oder einige, vielleicht eine Mischinfektion, die Zerstörung bedingt. Daraus erklärte sich auch, dass auf Matratzenstreu, auf der die untere Huffläche voll Mist wird, durch das Feucht- und Warmhalten in der Tiefe des Strahles, die beste Kulturstätte für Strahlfäule entsteht.
Klinisches Bild: Der Hauptsitz und der Beginn des Übels ist die Strahlfurche, von hier aus bahnt sich der Fäulnis- und Zerstörungs-prozess verschiedene Gänge seitlich in das Strahlhorn. Dieselben werden mit Flüssigkeit, zum Teil Stalljauche nachher erfüllt, es kommt dadurch zu Stauungen und Flüssigkeitsansammlungen, die Gänge kommunizieren, das oberflächliche Horn spaltet sich, zerklüftet und aus allen Fugen dringt die mit dem eigentlichen grauen Zerstörungsprodukt des Hornes vermischte Jauche. Der Geruch ist ein höchst übler. Schliesslich entsteht durch vollkommenes fauliges Zerstören das Strahlgeschwür. Dauern die Ursachen fort, so kommt es zur Atrophie des Strahles und zur Zwanghufbildung mit Deformität der Stellung.
Prognose: In allen Stadien günstig, wenn die Ursache entfernt werden kann und noch keine Zwanghufbildung und deren Folge bestehen.
Therapie: Bei Strahlfäule wird a) alles lose Horn höchst sorgsam entfernt, b) Die Huffläche mit der Bürste und warmem Wasser abgewaschen, c) Die Strahlfurche durch ein zu einer kleinfingerdicken Wicke gedrehtes Werg ausgerioben. d) Desinfiziert. Letzteres sehr zweck-mässig mit Teer.
Der ganze Witz, ob man Erfolg hat oder nicht, besteht darin, dass in dem obersten Winkel der Strahlfurche die bedeutendsten Zerstür-ungsursachen ihren Sitz haben, dortselbst müssen sie teils mechanisch
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934nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Nageltritt.
durch die Wergwicke entfernt, abgerieben, teils durch Antisepticis zerstört werden. Sicherer als Teer zerstört das Einpinseln einer konzentrierten Kupfervitriollösung die Strahlfäuleursache. Das Strahlgeschwür heilt rasch, wenn es rein gemacht und antiseptisch gehalten wird. Ich behandle es ebenfalls mit Kupfervitriollösung und nachfolgendem Werg-und Splintverband.
Nageltritt.
Verletzungen des Hufes oder der Klauen durch vom Boden aus eindringende Nägel oder andere spitze Gegenstände. Möller behauptet, dass gegenwärtig die Nageltritte seltener wären als früher, weil die früher als Radnägel verwendeten breitköpfigen kurzen Nägel nicht mehr im Gebrauche sind. Aber wenn auch diese Nagelsorte verschwunden ist, auf der anderen Seite sind hundert Gefahren entstanden, welche früher nicht vorhanden waren. Das Eisen wurde früher sorgsam aufgehoben, es war teuer und geschätzt, jetzt werden Drahtstifte und Holzschrauben, Blechabschnitte und viele solche Dinge aus Kisten und Kasten einfacli weggeworfen. Von allen den Millionen Drahtstiften, die aus den Versandkisten gezogen werden, wird nur ein kleiner Teil wieder geradegeklopft und nochmals verwendet, dns Zeug kostet ja fast nichts. Damit hält man sich nicht mehr auf, also weg damit! Es liegen heute vielmal mehr Nägel und andere zum Eindringen in Hufe geeignete Gegenstände auf dem Boden als früher. Das Eindringen der Nägel etc. in die Hufe kann nur in bestimmter Richtung und nur bei ganz bestimmten Verhältnissen stattfinden. Von feststehenden Gegenständen, zum Beispiel von einem mit scharfen Kanten versehenen Flaschenboden, kann ein Pferd direkt darauf tretend, Teile in den Huf bekommen. Anders ist es beim Eintreten in einen Nagel: Ein solcher, meist sind es Drahtstifte, Holzschrauben, aber auch Eggezähne und Holzsplitter, muss so am Boden liegen, dass die Spitze nach oben und gegen die auftretende Sohle gerichtet ist, oder es kann der Nagel etc. platt auf dem Boden liegen und der Kopf wird durch den Zehenteil des Eisens so niedergedrückt, dass sich die Spitze aufrichtet und eindringt. Die Nagelspitze kann nun an der gewölbförmig nach oben laufenden Sohlen-ttäche nicht einstechen, sie gleitet darüber hinweg und erhält Stützpunkt und Wiederhalt durch die fast im rechten Winkel auf den fremden Körper stehenden Flächen des Strahles, dort spreizt sich derselbe und er wird durch den darauffolgenden Tritt nun entweder krumm gebogen, sitzt somit nur im Horn, oder das Pferd drückt oder stösst den Nagel durch das Horn, es erhält im Moment des Niedertretens plötz-
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Nageltritt.
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lieh den Stich, fährt zuckend in die Höhe und der Nagel wird beim nächsten Versuche, den Huf niederzusetzen, immer tiefer eingedrückt. Auch ein teilweise krummgebogener Nagel kann noch tiefer eingetreten werden. Zu dieser Einrichtung kommt noch, dass das Sohlenhorn viel widerstandsfähiger ist, als das Strahlhorn. Es dringen nicht nur spitze, sondern sogar recht stumpfe Gegenstände in den Huf. Aus dieser Ursache wird durch Nageltritt der Fleischstrahl und das Strahlpolster in verschiedener Tiefe und je nach der Dicke und Form des verletzenden Gegenstandes, sowie nach dessen Eeinheit, auch verschieden gefährlich betroffen. Rinder besitzen an der Hufsohio diese Einrichtung nicht und haben deshalb auch höchst selten Nageltritte. Kommt es dennoch zum Nageltritte, so ist der Sitz in der Hegel an der medialen Seite der Sohle nach hinten. Dort ist aber auch die gefährlichste Stelle, weil die Sehnen ziemlich oberflächlich liegen. Das Eintreten eines Eggezahnes in den Huf beobachtete Jost. Derselbe kam am Fessel hinten zum Durchbruche und wurde erst am 0. Tage gefunden. Ein Stück Wachholderholz sah Schüler, von der Strahlf'urche hinten hinauf, bis zum Fesselbein eindringen. Meist ist aber der eindringende Gegenstand ein Drahtstift, der entweder nur die Flcischsohle oder den Strahl oder auch das Strahlpolster oder, was am gefährlichsten ist, das Hufgelenk und die dortigen Teile verletzt.
Klinisches Bild: In der Regel erfolgt mit der Verletzung Lahmgehen. Dasselbe veranlasst, dass der Huf hochgehoben und das Übel erkannt wird. Bei allmählichem Eindringen erfolgt aber das Lahmgehen nur gering und langsam zunehmend. Die Erkennung kann sehr schwierig werden, wenn der verletzende Gegenstand vollkommen in den Huf eingedrungen ist, wie dies von Nadeln oder Nägeln ohne Kopf, Drahtstücken oder Holzsplittern möglich ist. Zunehmende Schmorzhaftigkeit, grosses Lahmen, sehr vermehrte Temperatur, Pulsation der Schienboin-arterien; lebhaftes Zucken auf Druck mit der Zange, selbst mit dem Finger führen auf die Spur. Das Ausschneiden der Sohle und des Strahles lässt in der Regel den Fremdkörper sehr bald finden.
Prognose: Je nach Gegend und Tiefe ist dieselbe verschieden. Nageltritte nur in die Hornteilo bedeuten fast gar nichts. Solche in die Fleischsohle, selbst mit Ycrletzung der Knochen, sind, obwohl eine Zeitlang sehr schmerzhaft, aber meist heilbar. Nagcltritte in den Zollstrahl heilen ebenfalls, aber Verletzungen der Hufboinbeugesehne, Verletzungen des Schleimbeutels, des Strahlbeinos und Hufgelenkes, sind sehr gefährlich und führen nicht selten zur Nekrosc und zum Tode.
Therapie: Von grösster Bedeutung ist es, den verletzenden Nagel
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936nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Verlust der Hufe und Klauen, Ausschuhen.
oder anderen Gegenstand zu sehen. Ist die eingedrungene Spitze glatt, glänzend, aseptisch? Oder ist sie rostig, uneben, splitterig? Ist ein Teil von ihr stecken geblieben oder hat sie Verunreinigung, Infektion neben der Verwundung erzeugt? quot;Wenn die Spitze glatt ist und so aussieht, als ob sie nichts zurücklassen hätte können, so empfiehlt sich in frischen Fällen den Stichkanal fest zu verschliessen, damit nicht eine nachträgliche Infektion erfolge. Zukleben mit Terpentin, Wachs, oder besser Verschliessen mit dem Glüheisen ist zu empfehlen. Kalte Umschläge, Berieselungen, werden in einigen Tagen Besserung bewirken. Wenn die Spitze aussieht, als ob ein Teil von ihr zurückgeblieben wäre, so ist mit sehr feiner Sonde nachzuspüren, ob ein Fremdkörper drinnen steckt oder es ist event, nachzuschneiden. Ist die Wunde verunreinigt, infiziert, so erfolgt am 8.4. Tage Entzündung, Ausschwitzung eventuell Eiterung. Bei Stichen nur in die Fleischwand erfolgt die Bildung von reichlichen Exsudatmassen mit Auflösung des Pigmentes, sogenanntes schwarzes Wasserquot;. Wird hier eingeschnitten, so kann dasselbe im Strahle und bis zu einer Menge von etwa 1520 gr hervorkommen. Ist die Wunde jedoch im Strahlpolster, so kann Eiterung erfolgen. Bei Verletzung der Sehnen und des Strahlbeines erfolgt oft lange hochgradiger Schmerz, ohne dass es zu besonderen Entzündungs-produkten kommt. Durch andauerndes heftiges Kühlen erfolgt in letztgenannten Fällen oft in 814 Tagen, manchmal erst später Besserung. Tritt aus dem Stichkanal Eiter oder übelriechende Flüssigkeit, so muss eröffnet, ausgeräumt und antiseptisch verbunden werden.
Nocard hat 1879 zuerst im Archiv voter, folgende Operation beschrieben :
Bei Nekrose der Ilufbeinbeugesehne, Strahlbeines etc. nicht nur nekrotische Stellen freizulegen, sondern in das Niveau des vorderen Randes des Strahlbeins einen Einschnitt zu machen quer durch die ganze Dicke der Ilufbeinbeugesehne, so dass zu beiden Seiten nur noch ein schmales Stück erhalten bleibt. Alte nekrotische Teile der Sehne entfernen, ebenso vom Gesunden den Sehnenstumpf am halbmondförmigen Ausschnitt des Hufbeines loszutrennen und den Knochenkamm zu schaben. Kapselbandverletzung ist zu vermeiden. Antiseptik. Heilung erfolgt in ca. sechs Wochen.
Verlust der Hufe und Klnucn, Ausschuhen.
Littoratur: Columella, Magerstodt, Klauenentz. m. Verlust, p. 81. Lanot te, Caries u. Nekrose d. llufboines. Gurlt u. Hertwig 1841, p. 30. Mar lot, Dasselbe. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1841, p. 30. Dela-
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Verlust der Hufe und Klauen, Ausschuhen.
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fond, Dasselbe. Ibd. M a t h e r, Huf bruch. Il)d. 1842/43, p, 17. S c h r a -dor, Verlust d. Huf beines. Tztl. Ztg. 1847, p. 1G5. R ych n e r , Abfallen u. Abfaulen d. Klauen b. Rinde. Bujatrik 1851, p, 202. Gerlaoh, Ex-artikulation einer Klaue. Gurlt u. Hertwig 1854, p, 305. Stanley, Ablösung- d. Hornschuhes b. Pf. The Vet. 1856, p. 13. Gillmeyer, Ausschuhen b. Pf. Wochschr. 1856, p, 36. Voss, Amputation d. Huf beines b, R. Mitt. a. d. tztl. Pr. Gerl. u. Leis. 1856, p. 99. Signol, Karies a. Strahlbein. 1857, p. 478. Cartledge, Ausschuhen b. Pferde. The Vet.
1859,nbsp; p. 493. Hufvorlust b. Pferd. Belg. 1860, p. 146. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1860, p. 46. Verlust des Klauenbeines b. Ochsen. Wochschr.
1860,nbsp; nbsp;p. 86. Richardi, Verlust des Hornschuhes b. Esel. Ital. 1861. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1861, p. 55. Konord, Klauenamputation b. d. Kuh. Tidtscrift 1865, p. 189. Jansen, Amputal. d. Klaue. Mitt. a. d. tztl. Pr. Müll. u. Rol. 1873. Piepe nbroeck. Absterben d. Enden boid. Hinterfüsse b. d. Kuh. Ibd. 1874, p. 151. Schmidt, Abroissen d. Hufkapsel b. Pferde. Ibd. 1875, p. 145. Hau bold. Gewaltsames Ausschuhen b. Pf. Ber. üb. Vet.-W. 1875, p. 100. P r i e t s c h , Grosso Ballenverletzung b. Pferde. Ibd. 1877, p. 105. Bräuer, Hufverlotzung b. Pf. Ibd. 1877, p. 105. Johne, Nekroso d. Hufbeines. Ber. üb. Vet.-Wes. in Sachs. 1878, p. 40. G ribble, Ausschuhen b. Pferde. Jahrb. 1887, p. 91, Wakefiel d, Grosse Vorl. a. Hinterhufc. Amerik. vet. rev. 1887, p. 219. Ibd. 1887, p. 91. Stesarewski, Ausschuhen u. Zertrümmerung d. Hufbeines b. Pf. mit Heilung. Ibd. 1887, p. 112.
Es ist zwocknuissig a) vollkommenen und b) teilweisen Yerlust der Hornkapsel gesondert zu besprechen.
a) Vollkomme nor Verlust einer Hornkapsel ist beim Pferde verliältnismässig selten, bei Rindern, Schweinen und Schafen häufiger.
Aetiologie: 1) Mechanische. Die Einwirkung, um den Horn-schuh abzureissen, muss beim Pferde eine sehr grosso sein, da die Ter-bindung zwischen Horn- und Pleischwand ganz ausserordentlich solide ist. Nach Fambach beträgt die Zahl der Plättchen 600600. Im Mittel 554. An der Zehe stehen sie dichter, besonders bei grossen, spitzwinkligen Hufen. Seitlich und nach rückwärts stehen die Plättchen etwas weiter und es findet auch eine Höhenabnahme statt. Haubold hat gesehen, dass ein 15 Jahre altes Pferd zwischen die Decksteine einer Brücke kam und sich beim Niederfallen den Hornschuh von den Weichteilen gerissen hat. Stanley sah Ablösung des Hufes infolge sehr heftigen Schiagens gegen eine Wand (3 Tage nach der Einwirkung). Richardi sah Ausschuhen beim Esel, welchem ein Wagenrad über den Huf gegangen war. In einer Mitteilung aus Belgien ist es dieselbe Ursache beim Pferde; der Huf wurde hier mit solcher Gewalt abgedrückt, dass er 10 Schritte weit fortgeschleudert wurde. Schmidt
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938nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Verlust der Hufe und Klauen, Ausschuhen.
sah, class ein 4jähriges Pferd beim Ziehen an einem Güpelwerk mit dem Pusse so unter das Triebwerk kam, dass der Huf in einigen Sekunden abgedrückt war.
Bei Rindern und klauentragendem Kleinvieh geniigen viel geringere mechanische Einwirkungen, um die Kapsel vollkommen und plötzlich zu lösen; dass sogar durch einen Pusstritt von einem Manne bei einem halbgewachsenen Schwein eine Klaue ausgetreten wurde, habe ich beobachtet.
Ich habe Versuche gemacht, in welcher Richtung der Huf oder die Klaue gepresst werden muss, bis die Kapsel abgestossen wird und fand, dass ein sehr starker seitlicher Druck und Druck von oben und hinton, so dass zuerst die Trachten- und Eallenteile sich loslösen, einwirken muss. In diesem Falle kann die Kapsel ohne bedeutende Verletzung der Weichteile und ohne Zertrümmerung der Knochen gelöst werden. Beim Ablösen der Hufe und Klauen durch Einwirkung grosser Gewalten auf die Zehenwand, kam es aber regelmässig zur Quetschung und teils zum Bruch des Hufbeines, auch zur Zertrümmerung der Sohle.
2) Ablösung der Kapsel durch Krankheitsprozesse im Hufe: Gribble sah Ausschuhen bei einein sehr schlecht genährten Pferde, dessen Haut vom Carpus abwärts verändert wurde und allmählich brandig abstarb. Gillmayer sah beim Pferde infolge heftiger Hufentzündung beide Vorderhufe am 2(3. und 27. Tage der Krankheit ausschuhen. Exartikulation einer Klaue beim Rind beobachtete Gerlach infolge Maul-und Klauenseuche. Rychner spricht von Abfallen und Abfaulen der Klauen beim Rinde infolge des Transportes oder Eiter- und Jauchebildung infolge der Klauenseuche. Bei den vielfachen Klauenerkrankungen der Schafe ist Ausschuhen nicht selten. Ich habe bei einem Pferde, welches an Rehe sehr heftig erkrankt war, Ausschuhen an einem Vorderhufe beobachtet. Beim Rind habe ich nach grossem Marsche auf heisser, harter Landstrasse, Ausschuhen einer vorderen medialen Klaue gesehen.
b) Teilweiser Verlust der Hornkapsel mit Blosslegung der Weichteile tritt häufiger auf wie totaler. Prietsch beobachtete, dass ein Rennpferd beim Nehmen eines Hindernisses mit dem Reiter stürzte, sich das Eisen vom Hufe riss und zugleich den äusseren Ballen von innen nach vorn und aussen einige Zoll tief bis in die Krone zerschnitt, dergestalt, dass der Huf knorpel mit durchschnitten war und ein Stück desselben hervorragte. Wakefield sah, dass ein Pferd mit einem Fusse unter den Göpel kam, infolge kam es zu ausgebreiteter Gangrän der Weichteile, Verlust der Sohle und des Strahles. Durch Nageltritte und Bildung von Exsudatmassen innerhalb der Kapsel geht oft die Sohle
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Verlust der Hufe und Klauen, Ausschuhen.
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grosaenteils verloren; seitliches Abreissen der Wand samt dem Hufeisen durch Überfahren oder Tritt vom Nebenpferde bei Wendungen habe ich beobachtet.
Klinisches Bild: Je nach der Ursache und dem Grade verschieden. Bei vollkommener, durch mechanische Gewalt plötzlicher Loslösung des Hornschuhes tritt nachher mehr oder weniger heftige Blutung ein, die losgelösten Teile röten sich werden braun, das Blut gerinnt zu fetzigem Coagulum, die Zerstörung der Weichteile, Zertrümmerung oder Fissur an den Knochen ist verschieden gross. Bei nur teilweiser gewaltsamer Zerstörung der Hufkapsel und Freiliegen von Weichteilen ist die Blutung geringer; bedeutender ist dieselbe in der Nähe der Krone als in der Nähe der Bodenfläche. Beim Ausschuhen infolge entzündlicher Prozesse im Hufe erfolgt keine Blutung, ausser dass nach der Ausschuhung eine Verletzung eintrat. Das entzündliche Exsudat hat die Weichteile von dem Hornschuh vollkommen losgelöst, es ist in ersteren sogar bedeutende Anämie und Blässe, die zur Ne-krose führen kann, eingetreten. Die Schmerzhaftigkeit ist nach Traumen eine Zeitlang ganz furchtbar. Bei Loslösung durch Entzündung ist die Schmerzhaftigkeit vor dem Akte des Ausschuhens höher. Hier ist auch stets Fieber und Störung des Allgemeinbefindens vorher zugegen. Nach dem Ausschuhen massigen sich dann die Schmerzen. Im weiteren Verlaufe treten die Hornneubildungen ein; je weniger die Weichteile verletzt sind, um so vollkommener.
Prognose: Am günstigsten ist die Prognose, wenn der Hornschuh mechanisch, rasch und ohne grössere Verletzung der Weichteile abgerissen wurde. Bei Ausschuhen durch Entzündungsprozesse tritt in der Hegel bedeutende Zerstörung der Weichteile durch Gangrän ein. Wenn aber bei mechanischer Ursache Zertrümmerung und Zermalmung von Weichteilen, selbst Knochen erfolgte, so kann die Prognose sogar schlecht sein und es kann, wenn bei entzündlicher Loslösung keine Gangrän eintritt, ziemlich rascher Ersatz folgen. Gillmayer hat beobachtet, dass in dem angeführten Fall, wo beide Vorderhufe entfernt waren, die neue Hufbildung sehr rasch und vollkommen schön erfolgte. In dem Falle Schmidt war Wand und Strahl glatt, wie macoriert, nur an der Sohle waren einige Partieen hängen geblieben. Es trat Fieber ein. Nach 10 Wochen war die neue Huf kapsei um die ganze Krone Vh Zoll nach abwärts gewachsen; sie machte den Eindruck, als ob ein festgebundener Gummicylinder über Fleischwand und Ballen und Strahl gezogen wäre. Bis aber zwischen Wand und Sohlenhorn eine feste Vereinigung eintrat, brauchte es ein Jahr Zeit; die neue Horn-
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040nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Strahlkrobs, Hufkrebs.
kapsel war dann etwas grosser als die alte, das neue Horn heller und ungemein zähe. In den Fällen von Stanley, Haubold, ebenso in meinem, erfolgte der Tod durch Tüten des Tieres. Der Huf eines Esels war nach
2nbsp; Monaten teilweise ersetzt und nach 5 Monaten konnte an dem wenig veränderten neuen Hufe ein Beschlag angewandt werden. In dem von Belgien mitgeteilton Falle ist der Wiederersatz des Pferdehufes nach
3nbsp; Monaten schon ziemlich vorgeschritten gewesen.
Bei Bindern erfolgt der Ersatz einer Klaue, wenn die Matrix nicht oder unbedeutend verletzt ist, nach Gerlachs Angaben in 59 Wochen. Partieller Verlust ist günstiger zu prognostizieren. Klauen bei Kleinvieh ersetzen sich in 6 Wochen bis 8 Monaten.
Therapie: Bei traumatischer Lösung der Hornkapsel sind Bäder mit Eiswasser, 3 Tage lang fortgesetzt, empfohlen. Hierauf kommen A'crbände mit Wachssalben, später Chlorkalk mit Arnikatinktur, Bäder mit Wein und Wasser, Höllensteinlösungen. Beim Rinde wurde angewandt : Verband, nachdem die Blutung durch das Glüheisen gestillt war, durch eine erhärtende Masse von Pech, Fett und Schwefel und Wolle. Tieren, die auf die Weide gehen, wird ein Lederstiefel angefertigt. Für die erste Zeit ist blutstillendes, schmerzlinderndes und antiseptisches Verfahren angezeigt; ich empfehle 5% Carbolsäurebäder. Pinselungen mit CocaVn. Da die Hornproduktion sich rasch einstellt, so sind antiseptische und die Hornproduktion fördernde Mittel angezeigt: Resorin 5n/o mit Amylum, Ichthyol 100/o, Borsäure 50/o. Trockener Pulververband mit Werg ist feuchtem Verbände vorzuziehen. Klebverbände: Innen, auf die befettete mit Watte umhüllte Fläche, einige leichte Gazebinden und über diese einen Harzverband aus Colophonium, Terpentin und Fett zu gleichen Teilen; Wasserglas- oder Collodium-verbände sind ebenfalls angezeigt. Über das Ganze einen Lcderstiefel.
Stralilkrebs, Hufkrebs.
Litteratur: Krause, Stralilkrebs. Gurlt u. Ilortwig 1839, p. 217. Tin-dal, Stralilkrebs. I3er. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 21. Ger-1 a c li, Stralilkrebs. Gurlt u. Hertwig 1342, p. 19 Fuchs, Strahlkreblaquo;. Eep. 1845, Heft 1. Hering, Strahlkrebs. Ibd. 1845, p. 177. Tztl. Ztg.
1845,nbsp; p. 177. Gerlach, Strahlkrebs. Mag. f. ges. Tbk. Gurlt u. Hertw. 3hg. 8 u. 9. Tuns chert, Strahlkrebs. Ibd. XII, p. 3. C.-Arch. f. Thk.
1846,nbsp; p. 406. D a n z , Strahlkrebs. Tztl. Ztg. 1846, p. 81. E i c h b a u m , liösartigo Strahlfäule. Gurlt n. Hertwig 1846, p. 272. ü e 1 w a r t, Strahlkrebs. Journ. de Med. vet. 1847, p. 176. Ber. üb. Loist. i. Geb. d. Thk. 1848, p. 64. Bouley, Strahlfäule u. Stralilkrebs. Rec. 1851. Ibd. 1851, p. 36. Kirchner, Stralilkrebs. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 223. Sipp,
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Strahlkrebs, Hufkrebs.
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Gegen Strahlkrebs. Tztl. Mitt. 1854, p. 91. Busse, Strahlkrebs. Memo-rabilien 1855, p. 55. 11 a u b n e r, Strahlkrobs. Gurlt u. Hertw. 1855, p. 90. Derselbe, Strahlkrebs. Gurlt u. Hertwig- 1854, p. 50. Dietrichs, Strahlkrobs. Gurlt u. Hertwig 1856, p. 129. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 186G, p. 32. Newes, Strahlkrebs. Gurlt u. Hertwig 1857, p. 133. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1857, p. 63. Gleisberg, Strahlkrebs. Ibd. 1858, p. 471. Ibd. 1858, p. 16. Ja v art, Brandiges Hufgeschwür. Lyon 1858, p. 352. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1858, p. 56. E r 1 e r, Strahlkrebs. Ber. üb. Vet.-Wesen in Sachsen 1858/59, p. 50. S o h i n d le r, B r äu e r, Schilling, Strahlkrebs. Ibd. 1859/60, p. 85. Kreta eh mar, Strahlkrebs. Ibd. 1869/60, p. 111. Loisering, Strahlkrebs, Ibd. 1861, p. 32. Böttger, Behandl. d. Strahlkrebses. 1861, p. 110. Leisering, Strahlkrebs. Ibd. 1862, p. 32. II a u b n o r , Strahlkrebs. Ibd. 1862, p. 66. Werner, Strahlkrebs. Mitt. a. d. tztl.Pr. Müll. u. Hol. 1867, p. 157. Hack-barth, Strahlkrebs. Ibd. 1868, p. 145. Kutzbach, Entz. u. Entart. des Hufstrahles. Ibd. 1871, p. 237. Spürke, Strahlkrebs. Ibd. 1871, p. 239. Immelmann, Strahlkrobs. Ibd. 1872, p, 159. Johne, Strahlkrebs. Bor. üb, Vet.-Wes. in Sachs. 1872, p. 127. Siedamgrotzky, Strahlkrebs. Ibd. 1875, p. 64. Schmidt, Strahlkrebs. Wochsohr. f. Thk. 1877, p. 32. Bell, Hufkrebs. Tztl. Mitt. 1881, p. 103. S cb 1 e g, Strahlkrebs. Sachs. Jhb. 1880, p. 82. Pütz, Behandl. d. Strahlkrebses. Arch. 1881, p. 79. Perdan, Behandl. d. Strahlkrebses. Mitt. d. Vor. d. Tzte. in Öster. 1882, p. 85. Schilling, Hufkrebs. Tztl. Mitteil, 1882, p. 58. Schleg, Strahlkrobs. Ibd. 1882, p. 11. Gips, Behandl. d, Hufkrebses. Arch. 1882, p. 230. Siedamgrotzky, Strahlkrebs ohne Stiahlerkrank. Ber. üb. Vet.-Wes. i. Sachs. 1884, p. 25. R i b b e , Strahlkrebs, Kröte, beim Schafvieh. 1884, p. 252. Schleg, Chron. Hufgeschwür. Ber. üb. Vet.-Wesen i. Sachs. 1885, p. 80. Höhne, Hackbarth, Bluhm, Kind, Schmidt, Strahlkrebsbehandl. Adam's Wochsohr. 1885, p. 397. Topper, Strahlkrebsbehandlung. Ibd. 1886, p. 289. Schleg, Strahlkrebs. Ber. üb. Vet.-Wes. i. Sachs. 1886, p. 74. N o o a r d , Strahlkrobsbehandlg. Rec. de med. vot. 1886, p. 12. I). Tzt. 1886, p. 9 u. 209. Bell, Strahl-krebsbehandlung. Tztl. Mitt. 1887, p. 139. Möller, Hufkrebs, vgl. auch Straubfuss. Mitt. f. d. pr. Thk. 1889, p. 53. Do v ige, Hufkrebs. Jahrb. 1886, p. 148. Gillibert, Hufkrebs. Ibd. 1887, p. 109.
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Strahlfäule und Strahlkrobs des Pferdes wurden für identisch gehalten. Letzterer sollte den höheren Grad des bösartig gewordenen Leidens darstellen. Da der Prozess welcher nicht ansteckend ist, aber nicht nur am Strahle vorkommt, sondern an allen Pleischteilen des Hufes auftreten kann, so wird jetzt mehr der Name Hufkrebs gebraucht. Eichbaum beschreibt das Leiden 1846 als Krebs, aber weil es nicht Cancer sei, deshalb der Name Strahlkrebs = Ulceratio speeifica cor-poris triangularis. Gleisberg hält das Leiden für K r e b s, Cancroid, ebenso Gerlach. Dietrichs hält das Leiden ebenfalls für Carcinom. Gerlach hob hervor, das Leiden sei von Carcinom verschieden.
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942nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Strahlkrebs, Huf krebs.
Bouley schrieb 1851 dine Abhandlung, in der er sagte, dass Strahlfäule und Strahlkrebs in Frankreich denselben Namen Crapaudquot; führen. Er beschreibt das Übel von seiner Entstehung an als Strahlfäule, bis es Strahlkrebs wird, er bestreitet aber die krebsige Beschaffenheit und sagt, dass die faserigen Auswüchse von der kranken Fläche der Sohle oder dem Strahl erzeugt werden und dass diese lediglich ver-grösserte, verklebte Zotten des Fleischstrahles seien. Hering spricht sich für diese Ansicht aus. Haubner sagte 1854, dass Strahlkrebs kein Krebs sei, dass das Leiden mit Strahlfäule in Verbindung stehe, er bezeichnet den ersten Grad .als Hufschwamm, das zweite Stadium als Feigwarzen, Condylern. 1855 wendet sich Haubner gegen Eichbaum und sagt, dass Strahlkrebs und -Fäule verschiedene Prozesse seien, dass Strahlkrebs nicht ein Geschwür, sondern Feigwarze sei. Gips nannte das Leiden 1882 ein Papillom, das statt zu verhornen faulig werde. Möller sagt: Die häufigste Art des Leidens ist eine einfache Hyperplasie der Sohle oder die Blätter der Wand wuchern zu einer oft bedeutenden Grosse heran, so dass man dieselben sehr leicht mit biosein Auge sehen kann. Diese Neubildungen, welche nur die normalen Bestandteile jener Organe zu Grunde haben, stellen demnach ein Papillom oder ein Fibroma papillare oder Warze dar.quot; Pütz wendet sich gegen Möller, er rechnet den Strahlkrebs zu den Geschwüren. Leisering giebt einen genauen anatomisch-mikroskopischen Erfund: Ich hatte Gelegenheit, schreibt er, den Hinterfuss eines Pferdes, welches durch längere Zeit an hochgradigem Strahlkrebs behandelt und auch operiert war, zu untersuchen. Durch Operation waren Hornsohle und Strahl und beide Trachtenwände bereits entfernt worden, so dass vom ganzen Hufe nur noch die Zehenwand und beide Seitenwiinde vorhanden und mit dem Fusse in Verbindung waren. Alle hornerzeugenden Teile des Fusses waren mit in den Krankheitsprozess hineingezogen und nur an der Fleischkrone hafteten noch die vorhandenen Hufreste.quot; Ferner: Die Fleisch wand war stark hypertrophiert, jedes Blättchen fast eine Linie dick, die im Leben freigelegenen degeneriert, zerfallend, das Hufbein nach, unten gedrückt wie beim Knollhufe. Das Strahlkissen ausserordentlic i gross, fast doppelt wie bei gesunden und zwar durch gelblich gelatin ö s e M a s s e, die zwischen dem fibrösen u n d e 1 a s t i s c h e n Strahl infiltriert war, dadurch Hervortreten der Ballen während des Lebens. Das neugebildete Hufhorn besteht nach ihm aus einer schmierigen Masse, die leicht isolirbaren Hornzellen sind in grosser Verfettung. An den Hornblättchen waren nicht nur die nor-
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Strahlkrebs, Hufkrebs.
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malen Hornzellen länger, sondern auch zahlreiche Hornröhr-chen, die man im gesunden Zustande nicht wahrnimmt, lagen fast wie ein Spiralgefäss. Ähnliche Hornrührchen hatte Leisering zuerst am Blätterhorn des Rehhufes beobachtet. Es müssen also Papillen an d en Fleischblättchen entstehen, wie dies auch schon Brauell nachgewiesen hat. Diese neuen Papillen wuchern und sie sind von Haubner als federbartähnlichquot; bezeichnet worden. Leonhard hat darauf hingewiesen, class die Blutgefässe verändert seien und er beschuldigt dieselben. Möller macht aufmerksam, dass Strahlkrebs ähnliche Veränderungen an der Sohle erzeugen könne, wie die Rhehe, auch auf die manchmal erfolgende Erkrankung des Hufbeines weist Möller hin. Ganz glatt und klar ist somit die Ansicht über das Wesen dos Strahlkrebses noch lange nicht. Von praktischer quot;Wichtigkeit ist es, zu berücksichtigen, dass nicht nur die Papillen und die Fleischblättchen erkrankt sind, sondern dass namentlich auch der Mutt erb öden der hornerzcugenden Teile schwer erkrankt ist. Gerade dieser ist aber bei nur örtlicher Behandlung vernachlässigt.
Aetiologie: Mewes, Anginiard u. A. behaupten, dass eine erbliche Disposition vorhanden sei und Ersterer führt als Beweis an, dass ein halbjähriges Fohlen je an einem Fusse vorn und hinten an Strahlkrebs erkrankte, dessen Mutter au sämtlichen 4 Hufen erkrankt war. Dietrichs, auch Falke u. A. beschuldigen dyskrasische Verhältnisse. Kretschmar sagt, der faule Strahl stecke sich selbst an, dadurch entstehe Strahlkrebs. Kutzbach beschuldigt die Matratzenstreu. Siedam-grotzky sah den Strahlkrebs auf mechanische Ursache entstehen. Der Fall ist folgender: Einem Pferde ist vor 3 quot;Wochen ein Rad über den Huf gegangen; es trat grosso Lahmheit und eiternde Steingalle auf. Nach Eröffnung an der weisson Linie im hinteren Dritteil der äusseren Wand entleerte sich dort eine dicke, schmierige, weisslicho Flüssigkeit. Der Kanal reichte bis zur Krone und unter die Sohle. Nach Wegnahme des Hornes fanden sich federbartähnliche Wucherungen wie beim Strahlkrebs. Möller nimmt an, dass bei einzelnen Tieren eine gewisse Prädisposition bestehe. Leonhard beschuldigt die Circula t i on s ve rhäl tnisse des Hufes. Nocard hat sich für Spezifität ausgesprochen, aber bis jetzt fehlt die Begründung dieser Ansicht.
Klinisches Bild: Die Anfänge des Strnhlkrebses kommen in der Regel nicht zur Beobachtung. Obwohl ich nicht im Stande bin, aus eigener Erfahrung entscheiden zu können, trete ich der Ansicht, dass der Strahlkrebs nicht aus Strahlfäule entsteht, vorerst bei. Ger-
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944nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Strahlkrebs, Ilufkrebs.
lach sagt: .,Der Strahlkrebs beginne immer zuerst an den Eckstreben, dort werde es etwas geschwollen und schmerzhaft, das Horn schneide sich wie Faserknorpel und durch Zerstörung des Mutterbodens erfolge Wucherung und Verbreitung. Der Strahl werde erst nach circa zwei Wochen, manchmal erst nach Monaten ergriffen. Manchmal beginne das Leiden zugleich an mehreren Stellen.quot; Früher wurde angenommen, das Leiden beginne hauptsächlich nm Strahle an dessen Spitze oder in einer Furche. Möller verlegt den Sitz des Ursprungs auch an diese Stelle, sagt, dass zuerst kleine Erhabenheiten, deren Spitzen beweglich und trocken, deren Basis aber eine grauweisse übelriechende Feuchtigkeit enthält, auftreten. Hertwig sagt: Das Leiden beginnt mit Erweichung schmutziggelber oder rötlicher Färbung einer kleinen Stelle, des Hornes, an oder neben dem Strahl, an den Eckstreben. Dieselbe bricht bald auf und es drängen sich aus der Öffnung einzelne dunkelrote Fleischwärzchen, welche eine gelbliche, sehr stinkende Flüssigkeit aussickern lassen. Charakteristisch für den Prozess ist, dass er an der Grenze weiter wuchert. Die in üppigstem Wachstum begriffenen Pa-pillen liefern auf ihrer Oberfläche eine ausserordentliche Menge von Epithelzellen, welche aber ebenso rapid fettig zerfallen. Dadurch entsteht zwischen den Papillen der Sohle und des Strahles eine weissgraue, dickliche, übelriechende Masse, die früher als Krebsmilch angesprochen wurde. Das freie Ende der einzelnen Papille vertrocknet und verhornt. Der Vorgang an der Papillenwucherung kann in Wochen oder erst in Monaten die ganze Sohle ergreifen, aber der Prozess geht auch auf die Fleischwand über und hier entstehen auf den erkrankten Fleischblätt-chen ebenfalls papillose Wucherungen, welche sich jedoch sehr oft noch verzweigen und verästeln. In der Tiefe, hauptsächlich am Strahlkissen, entstehen entzündliche Prozesse, Anschwellungen, die Ballen werden verdickt und vergrössert, ebenso der Strahl. Das Hufhorn der Sohle, des Strahles geht zum Teil verloren, in seltenen Fällen geht auch fast das ganze Hufhorn der Wand verloren. Die Papillen wachsen bis zu einer gewissen Länge und hierauf erfolgt die Verfetturg und Jauchebildimg zwischen ihnen die so bedeutend werden kann, dass der dadurch entwickelte Geruch von jedem Geübten als von Strahlkrebs herrührend entdeckt werden kann. Schmerz ist nur gering vorhanden, Lahmheit besteht meistens nicht. Eine sehr scheine Statistik über 60 Fälle hat Bell mitgeteilt und es ist wichtig genug, seine Einteilung hier anzuführen. Er unterscheidet zwei Formen: a) mit Bildungsarmut und Verkäsung der Oberfläche, b) mit üppigem Bildungstrieb und Verkäsung dazwischen. Möller giebt an: Man findet auch zuweilen
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Strahlkrebs, Hufkrebs.
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eine mehr zusammenhängende Neubildung, an welcher die papilläre Natur fast ganz und gar vermisst wird, auch tritt die Desquamation oft in den Hintergrund, die Transsudation ist ebenfalls bald sehr leb-hnft, bald nur gering. Der Huf krebs tritt nur an einem Hufe oder an mehreren, manchmal an allen 4 Hufen zugleich auf. Geheilt hat er Neigung zu llecidiven und bei grosser Ausdehnung wuchern auch Wunden am Fusse in ähnlicher Weise wie die Strahlkrobspapillen.
Prognose: Ungünstig. Der Verlauf ist stets chronisch. Das Leiden ist schwer heilbar, in einzelnen Fällen unheilbar. Sehr rasche und grosso Ausbreitung, Erkrankung an mehreren Hufen, übermiissige lange Wucherungen, langes Bestehen des Übels, Ergriffensein der Wand, machen die Prognose ungünstiger. Ist nur ein Huf erkrankt, beschränkt sich das Leiden auf eine kleine Strecke, fühlen sich die Neubildungen mehr derb an, ist die gewucherte Stelle leicht rückiitzbar, haben die Papillen nicht die Tendenz über Nacht sehr hoch zu wachsen, ist das Pferd noch jung und kräftig, so ist die Prognose etwas besser. Die Behauptung, man könne jeden Strahlkrebs heilen, beruht auf Unerfahrenheit oder Unwahrheit. Die meisten sind heilbar, manche sogar ziemlich leicht, andere sehr schwer, es kommt zu llecidiven, und einzelne heilen überhaupt nie #9632;vollkommen. Hering beobachtete an einem 4 jiihrigen Hengst, der Strahlkrebs an allen 4 Hufen hatte. Obliteration der Jugularis und Erblindung.
Therapie: Nirgends giebt es mehr Heilmittel und Goheinimittel als bei der Strahlkrebsbehandlung. Es ist immer ein schlimmes Zeichen, wenn es so viele Mittel giebt, wenn für eine Sache so zahlreich Vortreffliches empfohlen wird. Es beweist dies das emsige Suchen nach neuen Mitteln und das häufige Fehlschlagen der vorherigen.
Es ist eine allgemeine und eine lokale Behandlung empfohlen. Erstere ist in Misskredit gekommen. Die Verabreichung von Arsenik in grossen Gaben innerlich, glaube ich auf Grund meiner Erfahrung empfehlen zu sollen. Die Wirkung ist nicht vor der sechsten Woche zu erwarten. Die lokale Behandlung muss dabei ebenso sorgsam sein. Letztere besteht in a) Operativen Eingriffen: 1) dem Glüheisen; dasselbe ist jedoch nicht zu empfehlen, da es den erkrankten Mutterboden reizt und zu überreichlichen Wucherungen Anlass giebt; 2) dem Messer. Die Papillen bluten, wenn durchschnitten, ganz auaserordentlich stark; die Meinung, dass da, wo Strahlkrebsblut hinHiesse, die Krankheit entstehe, ist irrig. Die reichliche Anwendung des Messers kann aber auch nicht empfohlen worden, da ebenfalls die abgeschnittenen Papillen wieder rasch emporwuchern. 3) Das Schabeisen, ein lorbeerblatt-förmiges, stumpfes Messer, mit dem die käsigen Massen täglich abge-
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llolfmann, Ticrärztliclie Chlrarglo.
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lt;)46nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Strahlkrebs, Hufkrebs,
schabt werden. Sanfte, damit es nicht blutet, aber sehr Heissige Anwendung täglich, bis alles rein ist, ist sehr zu empfehlen. 4) Das Hufmessor, Raspel, um alles lose Horn zu entfernen, ist täglich zu gebrauchen; nur bei ganz offenem Zutageliegen, (namentlich an den Rundem ja nicht unterminieren lassen), ist Hoffnung auf Heilung. 5) Passender Hufbeschlag, Rund- oder Deckeleisen, Druck-#9632;verband, Irrigationen, sind unentbehrlich, b) Medikamente in äusserlicher Anwendung. Dies sind hauptsächlich sehr starke Ätzmittel um die Granulationen zu zerstören, anämisch zu machen und dadurch das Wachstum zu behindern. Einige haben unbestimmte Wirkung auf den Mutterboden. Ich werde die mir bekannnten Heil-ergebnisse, die Mittel und Methoden, die angewandt und empfohlen sind, aneinanderreihen: Krause (183!)) erzielte bei einem Pferde, das an allen vier Hufen seit 13 Monaten erkrankt war, Heilung in 3 Monaten durch fieissiges Abtragen mit dem Messer und Kreosot 1:30. Tindal (1842) gab innerlich ein Laxans, nachher Spiessglanz, führte einen Polsterverband aus und ätzte mit Salzsäure und Spiessglanzbutter. (Heilung.) Fuchs (1845) heilte mit der Wiener Ätzpaste. Die Babolnaer Krebstinktur war lange berühmt. Danz (1846): Ausschneiden, Kalilösung, Chlorkalk. Eichbaum: Mit dem Messer das Faule fortnehmen. Anwendung einer Krebstinktur (täglich 3mal) aus: Arsenik 1 gr., Atzstein 4, Wasser 60. Delwart (1847) empfiehlt, das ganze Strahlpolster zu entfernen. (Solleysel hat Purgantien gegeben und Haar seile durchgezogen.) Kirchner (1851): Innerlich Seeale cornutum und Aloepurgans. Lokal: konzentrierte Aschenlauge und heisse Chlorkalklösu ng. Hon ley (1851) empfiehlt Entfernung des Losgelösten, möglichst ohne Blutung, Deckeleisen, Teerverband, gelinde Ätzmittel, die mit Adstringentien im Wechsel gebraucht werden sollen. Piasso (1851): Schwefelsäure 1525 auf 100 Wasser und Teig aus Alaun und Kupfervitriol. Marel (1851): R ab el wasser, Alkohol, Ägyptiak salbe, Druckverband. Wells (1851): Aderlass 1214mal aus dem Hufe, nach dem Ausschneiden Glüheisen, Chlorkalk mit Spiessglanz, Salpeters ä u r e. (Heilung in 7 Mon.) S i p p (1854): W e i s s o Seife und gelöschter Kalk (ana). Javart (1858): Paste aus 2 Tin. Sublimat und 3 Tin. Stärkemehl. Erler (1858): Paste aus Chlorzink mit Stärkemehl 1 : 4. G e r 1 a c h warnt vor dem Brennen. Cosmo'sches Pulver, Arsenik und Kohle aa. im Wechsel mit Creosot. Letzteres täglich 34mal. Lang-
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Strahlkrebs, Plufkrebs.
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b a c h e r (1855): Zuerst mit dem Messer alles Krankhafte entfernen, die Blutung mit dem G 1 ü h e i s e n stillen, Verband mit Aloe- und Myrrhentinktur. Dietrichs (1855): Alles Krankhafte mit dem Messer wegnehmen bis auf das Huf bein, die Arterien unterbinden, mit Holzkeil einen Druckverband, Verbandeisen, Kupfervitriol, Chlorkalk. Eichbaum (1855): Unblutige Entfernung des Krankhaften, Chlorkalkbrei, Haarseile durch den Strahl, Laxantien. Strand (1855) hält am meisten auf innerliche Gaben von K a 1 o m e 1, Verband mit Arsenik und Zinkvitriol. #9632; Plasse (1855): Verband, alle sechs Tage wechselnd mit a) Alaun und Kupfervitriol, b) Schwefelsäure und Alaun. Gross (1855): Kur eis on, Verband mit Salzsäure, wechselnd mit einer Salbe aus Aloe und Arsenik. Kirchner (1855): Chlorkalk und Holzasche. Eck (1855): Seeale cornutum innerlich, äusserlich Kreosot. #9632; Schindler (1860); Bin-streuen von Cantharidenpulver im Wechsel mit Eisenvitriol.
nbsp; Schilling (1860): Paste von Zinc, chlorat. 1 zu 4 Mehl; 24 St. liegen lassen. Bräuer (18G0): Druckverband, Kreosot 1:3 Chlorkalk. Haubner (18(52): Nachdem alles Mögliche vorgeblich angewandt war, noch Unterbinden der Schienbeinarterien. Tod. Schleg (1800): Mit dem Messer von 8 zu 8 Tagen alles Krankhafte entfernen, Druckverband, Vitriol. Werner (1867): Karbolsäure. Hackbarth (1868): Wechseln mit a) Kreosot, Kohle, Kupfervitriol (ana); b) Aloetinktur 2, Kreosot 1. Spürk (1871): Magere Diät, Umschläge von essigsaurem Blei.
nbsp; Kutzbach (1871) heilt alle mit Vitriol. Imelmann (1872): Messer, Druckverband, trocknende Mittel, Spiessglanz-butter. Siedamgr otz k v (1875) hat 8 Stück geheilt in 16, 57, 102, 71, 88 und 26 Tagen. Schmidt (1877): Druck v e rb an d, Eisenvitriol mit Teer, Chromsäurc 1:15. #9632; Schleg (1880): Sali cy Isä u re und Torrn en till h. Bell (1881): Alles Lose entfernen, Druckverband täglich neu, Wechsel von lO'Voiger Karbolsäure und C h 1 o r z i n k b u 11 e r. #9632; Schilling (1882): Dru ck v e rb and, Terpentinöl. Gips (1882): Beseitigung alles Losgelösten, Luft abhalten, Druck, antiseptische Mittel, trocken halten. Per dan (1882): Wechselnd mit H ö 11 e n s t e i n 1 0/o, Aloe und M y r r h e n t i n k t u r aa. P e r u b a 1 -aam und Terpentinöl aa. Schleg (1882): Entfernung alles Losen, Wechsel mit Jodtinktur, S a 1 i c y 1 s ä u r e und T o r m e n -till. Vorband. S i e d a m g r o t z k y (1884): Kureisen, Entfernung
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948nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hornsäulen, Keratopbylokele.
des Abgestorbenen, Wechsel mit Salicylsäuro und Tor men till ft. und nach 7 Tagen Plumbum nitricum. Höhne (1885): Pferde in Lehm stand 4 Zoll tief einstellen tagüber. Nachts in einen Stall mit Sägemehl. H a d* b a r t h (1885): A b m a g e r u n g sei Hauptsache, lediglich trockenes Strohfiittern führe ohne alles Weitere zur Heilung. #9632; Rind (1885): Druck verband ist Hauptsache. Auskitten mit Bleiglä tto und Alaun, nachdem zuvor mit Schwefelsäure und Alaun geätzt ist. Der Kitt bleibt 15 4 Tage liegen. S chmid t (1885) empfiehlt H erau sreissen eines fingerbroi-tenHornstreifens vomTragrand bis zur Krone, man soll dann das Brenneisen und styp tische Mittel (aber nicht ätzende) anwenden. Toepper (188G) hat das von Zürn als Universalmittel gegen Strahlkrebs empfohlene Plumbum nitricum vergeblich angewandt, dann durch L e hmb eh an dl u n g (ähnlich Höhne) Heilung erzielt. No card (1880): Irrigation mit Sublimat 1:1000, mit grosser Gewalt ausspritzen, Bestäubung mit .1 o d o f o r m ä t h e r 10 Minuten, dann Eisen mit frischem Vorband. Innerlich in 8 Tagen 40 gr. Solutio arsenicalis. (Wunderbares Resultat.) Er will dadurch Heilung eines ü Monate vergeblich behandelten Strahlkrebses in 10 Tagen erzielt haben. Zürn giebt zu, dass seine Plumbum nitricum-Behandlung ihn Imal im Stiche gelassen, dass er aber hier auch die Nocard'sche Behandlung vorgeblich anwandte. Bell (1887) hat von 00 Pferden mit Strahlkrebs 41 = 67,1 quot;o geheilt, 0,6 0;'o gebessert, 16% ungeheilt. Er sagt und ich habe diosolboAnsicht: Die GeschwürsHäche muss immer zu Tage liegen, grosso Desinfektion, besonders mit Chlorkalk, Verband alle paar Tage und Wechsel der Mittel ist am besten.
Hornsäulen, Keratophjiokele.
Litteratun Froehner, Hornsäule. D. Ztsohr. f. Tm. 1885, p. 63. Buyer, Dasselbe. Ibd. Bd. 4, p. 272. Lohrb. d. Chir. 1890. Kohnhäuser, Öster. Vtljsohr. LXIII, Ht. 1, p, 158. G u t e n ii c k e r , Dasselbe. Mitt. f. pr. Thk. 1889, p. 2. Föhrlnger, Der Hui'scbmied 1890, p.'132. Möller, Hufkrankh. 1890, p. 144.
Hornsäule, auch Hornbruch, Hornblättchenbruch, ist eine Hervoquot;-ragung des Horncs an der inneren Wand des Hornschuhes. Weitaus die meisten finden sich an der Zehe und in geringem Grade sind sie sehr häufig und unschädlich bei sonst normalen Hufen am Zehenteil in der Gegend des Tragrandcs bei gleichzeitiger geringgradiger Einkerbung des Huf beines an der entsprechenden Stelle vorhanden. Hier sind diese kleinen Hornsäulen als Atavismus aufzufassen. In den Eällen, in denen
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Hornsäulen, Keratophylokole.
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die Hornsäule am Seitenteile sitzt, kann es sich aber sieber nicht um Vererbung handeln, sondern hier entstellen diese Bildungen auch in anderer Form sicher nur auf schädliche Einwirkungen, deren Natur noch unbekannt ist, Infektiöser Natur können dieselben wohl kaum sein, da der Prozess zu lokal und anhaltend ist; class er traumatischer Art sei, ist angenommen von Guteniicker und Klemm. Der Prozess hat aber auch Ähnlichkeit mit den Neubildungen überhaupt. Es ist eine falsche Regulation der Ernährung zugegen und es ist möglich, dass der eigentliche und ursprüngliche Sitz des Leidens in einem Nervenzentrum zu suchen wäre. In einem hochgradigen Falle von Hornsäule habe ich bei sonst normalen Verhältnissen noch Facialislähmung auftreten sehen. In höheren Graden ist die Hornsäule nachteilig. Gutenäcker hat eine eingehende Studie hierüber veröffentlicht. Unter dreitausend von ihm untersuchten Hufen fand er 28 Hornsäulen. Von diesen waren 22 an der Zehe und G an der Seitenwand. Ein Huf hatte 2 Hornsäulen, 15 begannen unter der Krone und 13 erstreckten sich bis in die Kronenrinne. Letztere war 16mal normal, 12mal verbreitert, gebuchtet, narbig. Die äussere Fläche derartiger Hufe ist von den 28 Fällen an der Stelle, wo innen die Hornsäule ist, 15 mal normal, 4 mal ist dort eine Hornkluft, 4 mal Hornspalt und 4 mal ist Narbenborn zugegen. An sämtlichen Hornsäulen ist an der entsprechenden Stelle des Hufbeinos eine Atrophie. Mikroskopisch besteht die Hornsäule aus Röhrchen, die Blättchen sind atrophisch und haben Nebenblättchen und Papillen wie beim Rehhufe.
Aetiologisch sind Entzündungsprozesse angenommen, wodurch der physiologische Druck an der betroffenen Stelle eine Zeitlang aufgehoben wird. Die neugebildete Hornscbichto wird nach unten dicker und es schwindet dadurch das Hufbein.
Klinisches Bild: Chronische Lahmheil, aber oft nur im Trabe merkbar. Veränderungen auf der Hufoberfiäche können vorhanden sein laquo;der fehlen. Die Hauptmerkmale treten erst auf, wenn das Eisen abgebrochen und der Huf ausgeschnitten ist. Man findet dann an der weissen Linie eine halbrunde Verbreiterung der Wand. Vielfach geht von hier ein Eiterkanal in die Tiefe, einige Centimeter, eventuell bis fast zur Krone hinauf. Ich habe gefunden, dass ein Fall lange als Kronentritt behandelt wurde und beim Nachschneiden von oben beständig den eiterigen Fistelkanal in die Tiefe gebend zeigte, bis endlich auch von unten nachgesehen und dann die Durchgängigkeit festgestellt wurde. In einem anderen Falle war bei einem alten mehr als 10 Jahre im Pferdebahndienst verwendeten Pferde zuerst das Leiden als Schulter-
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Hufrehe, Rehe, Verschlag, Verfangen etc.
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lähme, dann als Hufgelenkslähme behandelt worden. Die Hornsäule sass in letzterem Falle mehr am medialen Seitenteile und war mächtig entwickelt. Guteniioker empfiehlt, in Zweifelfiillen mit dem Hufbohrer senkrecht auf die Wand einzubohren, um die Dicke festzustellen. Bei heftiger Entzündung und Lahmgehen ist Pulsation der Feasolarterien vorhanden.
Prognose: Ziemlich ungünstig. Es sind zwar Heilungen mitgeteilt, ob aber dieselben dauernd Bestand hatten, ist nicht berichtet. Bayer hält es für unmöglich, weil die veränderten Zustände der Huf lederhaut bleiben und eine neue Hornsäule produzieren. Nach meinen jetzigen Erfahrungen sind die Heilungen auf Operation in der Regel keine dauernden. Spontanheilungen können nach Bayer eintreten, wenn das Huf bein an der entsprechenden Stelle atrophisch ist und kein Druck mehr ausgeübt wird.
Therapie: Herausnahme des betroffenen Wandstückes. Das Pferd wird niedergelegt, mit dem llinnmesser rechts und links von der Hornsäule die AYand bis auf die Blättchenschichte von der Krone zum Tragrand von unten durchschnitten, hinter der weissen Linie resp. der Fistel durchgeschnitten und sodann das Hornstück mit der Zange herausgebrochen. Ich habe die Fleischblättchen nachher gescheitelt wie ein aufgeschlagenes Buch angetroffen. Nach der Herausnahme erfolgt Jodoformverband. Die Heilung erfolgt rasch und mit passendem Eisen geht das Pferd in ca. 'S Wochen wieder. Mit der Verdickung und Neubildung des Homes an der Stelle kommen aber wieder Übelstände.
Hufrehc, Rehe, Verschlag, Verfangen, Futter- oder Stallrehe. Rheumatische Hnfeutzünduiig.
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Litte ratur: Ruini schreibt 1603 über die Rohe. Greve, Krankheiten J. Haust. 1818. Fellenberg, Merkwürdiger Krankheitsfall eines verschlag. Pferdes. Gurlt u. Hertwig 1837, p. 448. F riedberge r u. Fröhner, Hufrehe, Rehe, Verschlag. Pathol. u. Therap. Knol), Entsteh, d. Knollhufes. Persch, Rehe. Taschonb. d. pfurdeärztl. Pr. 1840. Mercier, Hufrehe bei Herzentzündung. Her. üb. Lcist. i. Geb. d. Tbk. 1841, p. 16. Tisserant, Hufenlzünd. b. mehreren Stut. n. d. Verwerfen od. Schwergeburt. Ibd. 1848, p. 64. B e r n o , Entwickl. u. Heil. d. Knollhufes. Gurlt u. Hertwig 1848, p. 295. Ascheberg, Rehe. Tztl. Ztg. 1848, p. 12Ö. Bee son, Hufentz. n. Haberfütterung. The Vet. 1865. Ber. üb. Fortsein1, i. Geb. d. Thk. 1863, p. 32. Benedikt, Aderlass a. Hufe b. Rehe. Bor. üb. Vet.-Wes. i. Sachs. 1872, p. 139. Siodamgrotzky, Über Entsteh. d. Rehhufes. Ibd. 1872, p. 156. Möbius, Rheumat. Hufentz. Ibd. 1878, p. 86. Schneider, Hufrehe. Rec. de med. vet. 1889, Nr. 12. Rehe n. d. Geburt. Jahrcsber. üb. d. Leist. a. d. Geb. d. Vet.-Mcd. Jahrg. 1886, p. 134. Rehe d. Rinder. Ibd. p. 112. Rohhuf. Ibd. p. 144. Ehlors, Rehe 60 St. n. d, Geburt. Ibd. 1887, p. 91. Gross, Entsteh, u. Heilung des Knollhufes.
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Ilufrehe, Rehe, Verschlag, Verfangen etc.
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In älteren Werken ist die Hnfrehe \ielfach mit der sogenannten Kreuz- oder Win drehe verwechselt worden. Letztere ist jetzt als schwarze Harnwindequot; gesondert gehalten. Die Hufrehe ist eine dem Pferde eigentümliche Krankheit. Es sind zwar Angaben vorhanden, dass auch beim Rind und kleineren Klauenträgern Ilufrehe vorkomme, allein die aufgezählten Fälle zeigen nicht das Charakteristische
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Fig, 147
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Fig. MH.
Dnrchsphnitte durch Hehhufe. 1) Hornwaud. 2) NeugcbildctG breite
lilattchenschichte. 8) CJesenktes Ilutbein, bei Flg. HS entnrtet, mit
Lücken in der Substanz.
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der Hufrehe des Pferdes. Letztere tritt in der Regel plötzlich auf, sie überfällt das Pferd und besteht in einer obodiächlichen Entzündung der fleischigen Zehonwand, sowie der angrenzenden Partieen der Fleischscitcntcile. Zwischen Horn- und Fleischblättchen erfolgt eine Ausschwitzung und Wucherung an den Fleischblättchen, es tritt Lockerung zwischen beiden ein. Durch den von oben stattfindenden
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Hufrehe, Rehe, Vorschlag, Verfangen etc.
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Druck sinkt das Hufbein tiefer und zwar derart, dass es sich gleichzeitig hinten etwas aufrichtet. Die Hufkrono sinkt ein. Der vordere Kand dos Hufbeines drückt gegen die Sohle, etwas vor der Strahlspitze, hieduroh erfolgt ein Flaoherwerden der Sohle, endlich ein Horvorwölben derselben, sogar vollkornmenor Durchbruch. Die Flciscli-und Hornblättchen verbreitern sich, die Hufhorn-bildung wird verändert und es entsteht der Ring-, später Knolloder Reh hu f. Die Krankheit befällt in der Regel die beiden Yorder-hufe, selten alle vier zugleich, oder nur die beiden Hinterhufo. Dass nur ein Huf von der Rehe betroffen würde, ist mir nicht bekannt. Der Verlauf ist in der Hegel akut und in 514 Tagen, oder er wird durch
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141raquo;. Ausgoblldoiei Reh- odor Knollhuf.
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Fig. 151). Durch Hufi'chc entartetes Hufhcin (von vorne).
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dauernde Deformität beendet. Chronische Fälle, die sich auf Monate hinziehen, hinterlassen Deformität und Neigung zur Neuerkrankung.
Aetiologie: Man beschuldigt alles Mögliche: Erkältung, über-mässig nahrhaftes Futter, besonders Gerste, Koggen etc., frisches Heu. Zu langes Stehen im Stalle, Schwemmen im kalten Wasser. Mechanische Einwirkung, mangelhafter Beschlag. Nach Früh- und Schwergeburt ist die Rehe öfters beobachtet worden. Mercier sah sie bei bestehender Herzentzündung auftreten. Dieckerhoff' führt an, dass sie sich manchmal bei der Pferdostaupe, am 3.5. Tage des Bestehens derselben, entwickelt. Infektion ist wahrscheinlich.
Klinisches Bild: Die Krankheit beginnt mit Fieber (3941deg; 0.), der Puls ist hart, schnell, besonders Pulsation der Schienbein- und Fessolarterien. Vielfach sind Kolikerscheinungen mit Fieber die Einlaquo;
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Ilufrehe, Relie, Verschlag, Verfangen etc.
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Icitung. Es erfolgt grosso Erwärmung dor betroffenen Hufe und hoch-gradigo Scliinorzlmftigkeit derselben. Je nachdem nun die Vorder- oder Hinterbeine oder alle vier Füssc betroffen sind, wird der Stand und Gang des Tieres verändert. In allen Fällen besteht das Bestroben, die schmerzhaften Zehentoile zu entlasten. Leiden nur die Vorderbeine, so werden diese ziemlich weit nach vorne und nebeneinander gestellt, gestreckt, so dass die Last möglichst nur mit den Ballen getragen werden kann. Um die Vorderbeine noch zu entlasten, werden die Hinterbeine weit unter den Leib gestellt. Wird das Tier zum Gehen veranlasst, so ist der Gang blöde, klammerig, kläglichquot;. Die Schritte worden sehr kurz gemacht, die Hinterbeine folgen ganz rasch und übernehmen die Last weit
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unter dem Leibe. Das Abheben der kranken Beine erfolgt rasch, zuckend, mit Vorschleudern der Ballon, so dass von vorne die Sohle gesehen werden kann, dabei krümmt das Tier den Rücken und wird es gezwungen, rascher zu gehen, so erfolgt ein unregol-mässiges, hüpfendes Vorwärts-
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bewegen. Futtoraufnahmo und Trinken besteht in der Regel in den ersten Tagen noch fort, auch
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Fig. 151. Deckelelsen zum Aufschrauben, um die
Sohle durch Urackeinlaj-'en nach oben zu pi-easen.
Hornausschnitt an der Zehe. Elaenspange, um die
Zellenwand anzupressen.
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später wird es nur periodisch unterdrückt. Leiden die Hinterbeine, so erfolgt Stehen und Gehen mit weit unter den Leib gestellten Vorderbeinen, Kopf und Hals wird tief gesenkt gehalten, die Hinterbeine sind zwar ebenfalls mehr unter den Leib geschoben, aber mit dem Bestreben, mit dem Ballen zu stützen.
Untersuchung mit der Zange ruft, besonders an dem Zehenteil, gewaltige Schmerzäusscrungen hervor, während an den Seiten- und Trachtcnteilon kein Schmerz konstntiorbar ist.
Schon nach zwei, manchmal erst nach fünf Tagen oder später sinkt die Hufkrone ein. Statt des dort vorhandenen Wulstes ist eine tiefe, schmale Rinne, mit scharf hervortretendem Kronenrande entstanden. Gleichzeitig erfolgt die Senkung des Hufbeines, Flacherwerden der Sohle und später Ilorvonvölbung derselben.
Die Tiere zittern jetzt und legen sich. Anfänglich stehen sie manchmal auf, in späteren Stadien verweigern sie dies. Dabei magern sie ab und es ist Neigung zur Decubitusbildung, besonders an den
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Hufrehe, Rehe, Verschlag, Verfangen etc.
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Hüften, vorhanden. Tritt Heilung ein, so erfolgt dieselbe rasch. Schon nach 35 Tagen erfolgt Verminderung der Schmerzen und in etwa 14 Tagen kann dieselbe soweit vorgeschritten sein, dass die Pferde gut stehen und gehen können, beim Trabe werden jedoch die Hufe noch in der charakteristischen quot;Weise vorgeschleudert. Wird die Krankheit chronisch, so erfolgt veränderte Hornbildung. Es entsteht der Ringoder Rehhuf, welcher deutliche Querrinnen, die an der Zehe schmal und an den Trachten breit sind, besitzt. Fig. 149. An der Zehenwand erfolgt Einknickung, die Sohle bricht in manchen Fällen in der Mitte vor der Strahlspitze durch und das Strahlbein kommt zu Tage. Die Trennung zwischen Fleischzehenwand und Zehenhornwand ist in solchen
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Fällen 37 cm. an den untersten breitesten Stellen, dieselben trocknen auf ihren Oberflächen vollkommen aus, so dass eine hohle Wand bis fast herauf zur Krone über die ganze Breite des Zehenteiles und noch in die Seitenteile herein entstanden ist. Kommt es jedoch nicht zum Durchbruche, so erfolgt die Hornbildung an der Zehe vermindert mit nach abwärts verbreiterten Fleischblätt-chen und häufig geknicktem Verlaufe der
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Fig. 152. Ledcrschuh mit eisernem Bodenquot; zum Hut'verband.
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Hornfäserchen, die weisso Linie kann an
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der Zehe von l bis zu 5 Centimeter und darüber verbreitert werden, während das Wachstum an den hinteren Seiten- und Trachtentoilen übermässig wird. Hicdurch entsteht die Knollhufform. Der Tod erfolgt durch Gangrän und Sepsis oder durch dazutretende Lungenentzündung. Heilung nach längerem Bestehen des Leidens ist fast nie vollständig, die Neigung zu Recidiven bleibt bestehen.
Prognose: Anfangs sehr vorsichtig bis ungünstig. Treten die Erscheinungen nach etwa 3ä Tagen zurück, so kann die Prognose günstiger, aber nie sogleich günstig gestellt werden, da Recidive möglich sind. Wird das Leiden chronisch, so wird die Prognose ungünstig bis schlecht, weil dann die Krankheit lange dauert, vollkommene Heilung in den meisten Fällen nicht zu erwarten ist und der Tod eintreten kann. Therapie : Gleich zu Anfang energisches Handeln ist oft von den schönsten Erfolgen gekrönt. Aderlass an der Jugularis, 58 Liter je nach Grosse und Konstitution des Pferdes. Sofort nach dem Aderlass Injektion von Pilocarpin 0,b-0,8 oder Eserin 0,1 in 10 Wasser.
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Hintere Hufgelenksentzündung, Fussrollenentzündung etc.
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Bedecken, Eis umschlüge um die erkrankten Hufe, 500 gr. Glaubersalz ins Trinkwasser, tags darauf 12 Flaschen Hunyadiwasser. Brecli-#9632;weinstein G gr. mit 15^20 Kalisalpeter in Wasser gelöst, oder Aloe 30 gr. in einer Pille ist ebenfalls zu empfehlen. Es besteht Meinungsverschiedenheit, ob die Eisen liegen bleiben oder abgenommen werden sollen. Ich rate sie zu entfernen. Straub hat empfohlen, sogleich die Zehen- und Scitenwände mit der Raspel bis auf die weisse Schicht zu verdünnen und dann erst Umschlüge auszuführen. Eugger rät schon im 16. Jahrhundert, einen Stein unter die Sohle zu binden, um die Senkung des Huf beines zu verhindern. Diese Idee, durch Gegendruck die fatale Senkung zu verhindern, ist vielfach modifiziert in der Anwendung. Möller rät, einen sehr weichen Boden
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aus Lohe, Sägespänen, Erde oder Sand herzustellen und die Tiere ohne Eisen darauf gehen zu lassen. Peters polstert die Trachtenteile hoch auf. Schneider hat ein Hufeisen mit doppeltem Deckel konstruiert, welches bei jedem Tritt gegen die Sohle drückt. Hingst konstruierte ein geschlossenes Eisen mit Strebestange gegen die Zehe, um letztere durch eine Schraube dem sich senkenden Hufbein nach
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zupressen. Es sind Eisen verschiedener Konstruktion zu diesem Zweck vorhanden. Es soll an der
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. 153. Hufeisen, dessen mittlere Spange naeli oben
gewölbt ist.
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Zehenwand rechts und links eine Kinne bis zu der weissen Blättchenschichte geschnitten werden, allein um dieses Stück anpressen zu können, muss auch noch an der Sohle eine entsprechende Trennung stattfinden. Fig. 151. Dietrichs hat empfohlen, die ganze Sohle zu entfernen. Ist bereits Rehhuf entstanden, so nützen die genannten Dinge nicht mehr auffallend und ich empfehle die Anlegung einer Querrinne durch das Zehenhorn nach Gross. Dieselbe wächst mit herab und wirkt ganz gut. Reizende erregende Mittel sind jetzt zu Einreibungen an der Krone empfohlen. Das Hufhorn wächst nach-gewiesenermassen dadurch nicht rascher. Sorgsamer Beschlag mit Deckeleisen und sehr kurzes Halten der Zehenwand, Verdünnung derselben ist am besten.
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Hintere Hufgelenksentzündung, Fussrolli'nentzümlung, Hufgelenk-liilmie, Strahlbeinlähine, Podotrocliililis.
Litteratur: Her twig, Hufgelenksontzündung. Mitt. f. Tzte. 1836, p, 134. Lanotto, Caries u. Nekrose d. Hufbeines. Gurlt u. Hertwig 1841, p. 80. Del a fond, Caries a. Hufbeiii. Ber. üb. Leist. i. Geb. d, Thk. 1841, p. 80.
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950nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hintere Hufgelenksentziindung, Fussrollenentzündung etc.
Urauell, Chronisclie Fussrollenentziindung. C'.-Arch. 1845, p. 368. Derselbe, Mag. f. ges. Thk. XI, p. 1, Gurlt u. Hartwig 1842, p, 17. Mather, Hufbruch. Her. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1842/43, p. 17. Sehr ad er, Verlust d. Hufboines. Tztl. Ztg. 1847, p. 1G5. Matz, Chron. Hufgelenkslaquo; entz. Gurlt u. Ilertwig 1847, p. 364. C oh n , Hufontzündung. Tztl. Ztg. 1848, p. 26. Her twig, Chron. Hufgelenkslahinheif. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 491. Gurlt, Karies am Hufbein. Gurlt u. Hertwig 1851, p. 452. Signol, Karies am Strahlbein, Rec. 1857, p. 478. Der. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1857, p. 18. Sylvestri, Nervenschnitt pfcgon Hufgelenkslähine. Ibd. 1861, p. 60. Hertwig, Hufgelenkslähme. Ibd. 1859, p. 56. II o-loff, Chron. Fussentzündung b. Rind. Mitt. a. d. tztl. Pr. 1870, p. 138. P riet seh, Heilung von Rallenwunden. Rer. üb. Leist. i. Geb. d. Thk. 1877, p. 105. Rräuer, Hufverletzung. Bericht üb. Leistungen i. Sachs. 1877, p. 105. Johne, Nekroso d. Hufbeines. Ibd. 1878, p. 40. Smith, The pathology of navieular disease. The Vet. 1886. Jahresber. 1886, p. 145. Stesarcwsky, Zertrümmerung d. Hufboines. Jahresber. 1886, p. 112. Smith, Fussrollenentzündg. Ibd. 1887, p. 147. Fambach, Fussrollenentzündung. Ztschr. f. Tmedizin. lid. 12, H. 4 u. 5. Derselbe, Fussrollenentzündung, Hufsehniiod Xr. 5, 1888.
Die Krankheit ist erst durch Braueil in allen Teilen näher bekannt geworden, das bei weitem Vollständigste hat Smith geliefert. Turner hat sie schon 1829 als besondere Krankheit beschrieben, Lafosse, Sewell, Hertwig, Hering u. A. haben sich mit ihr beschäftigt.
Die Krankheit besteht in einer gleich \on Anfang an schleichend einsetzenden Erkrankung der Schleimbeutel des Strahlbeines, der dort gelagerten Bänder und Sehnen, sowie des Strahlbeines. Die weichen Teile sind anfangs gerötet, dann senis durchtränkt. Die Huf beinbeuge-sohne erscheint an der Insertionsstelle wie von beiden Seiten zusammengeschoben, faserig, durchfeuchtet, durchsichtig, weich, reissbar. Der Strahlbcinknorpel wird gelblich, dicker, lockerer, der Knochen blutreicher, seine Kanäle weiter; endlich löst sich der Knorpel auf, wird rauh, höckerig. Die Zerstörung von Sehnen und Bändern kann soweit gehen, dass sich die Huf beinbeugesehne vollständig an ihrer Insertionsstelle loslöst und das zerstörte Strahlbein zerbricht.
Aetiologie: Pferde mit trockener Faser, besonders Reitpferde mit schmalen oder Zwanghufen, sind disponiert. Smith beschuldigt namentlich Druck von Seite der Hufbeinbeugesehne, schwachen Bau des Strah.1-beines, mangelhaften und unzureichenden Blutzutluss zum Strahlbein, senile Atrophie, erbliche Anlage und Quetschungen des Strahlbeines.
Klinisches Bild: Nach grossen Anstrengungen, starken Bitten entsteht das IJbel, selten rasch unter grossem Hinken, meist aber setzt es ganz sachte ein. Da die Vorderbeine und besonders das linke öfters betroffen werden, so sind folgende Erscheinungen von besonderer Wich-
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Hintere Hufgelenksentzürulung', Fussrollenontzündiing etc.
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tigkoit. Das erkrankte Bein wird nacli vorn und aussen gesetzt, das Pesselgelenk nicht durcligcdrückt, die Gelenke werden mit Vorliebe ganz lose gehalten. Bei der Bewegung wird die Trachte geschont, das Pferd tritt mehr mit der Zehe auf, In hochgradigen alten Fällen kann es zur Kronenverdickung kommen. Das Lahmgehen ist sehr verschieden hochgradig, vom Schonen bis zum stärksten Lahmen. Immer bleibt aber das Bestreben, die Zehe zu belasten, die Trachten möglichst zu schonen. Nach einiger Bewegung wird das Lahmen in der Hegel etwas besser, aber dasselbe nimmt in der Regel auf Anstrengung wieder zu. Sind beide Vorderbeine betroffen, so stützt sich das Pferd öfters mit beiderseits kothenschüssiger Stellung, geht gebunden, klammerig. Dabei besteht die Schwierigkeit, dass im Hufe nur geringe Entzündungserscheinungen vorhanden sind, geringe vermehrte Wärme, geringer Schmerz, Pulsation an den Fesselarterien ist zugegen oder kann fehlen. Druck mit der Sondierzange liefert nur an einer einzigen Stelle Schmerz-iiuaserung! Wenn an der Übergangsstelle vom Seiten- zum Trachtenteile der ganze Huf in das Zangenmaul gefasst wird und von beiden Seiten der Hornwand jetzt zusammengedrückt wird in der Art, als ob das Strahlbein an seinen beiden Enden gefasst und gebogen, gedrückt werden sollte, so entsteht in der Kegel Schmorzäusserung, aber manchmal auch nur massig, doch ist deutlich erhöhte Empfindlichkeit hier zu constatieren, gegenüber anderen Stellen des Hufes. Zuweilen, wenn die Bänder und Weichteile mehr als das Strahlbein betroffen sind, entsteht Schmerzäusserung auf Druck zwischen die Ballen. Allmählich tritt Atrophie des ganzen Hufes ein, die Trachten- und Seitenwändo werden parallel, es entstehen flache gloichbreite Kinnen im Horn, der Huf wird kleiner, schmaler, die Trachten worden zusammengezogen. Die Schulternmuskulatur schwindet. Inaktivitätsatrophie.
Die Prognose ist ungünstig. Das Leiden dauert Jahr und Tag. Turner behauptet, diese Krankheit bilde den Fluch über gutes Pferdefleisch.quot; Es sollen zur besseren Übersicht einige Krankheitsgeschichten im Auszuge mitgeteilt sein. Matz beobachtete, dass ein sechsjähriger Wallach, der beim Einkauf schon etwas leicht lahmte, nach einem Marsche von circa 12 Meilen stark lahmte. Es trat wenig vermehrte Wärme am Hufe auf, Schmerz auf Zangendruck war sehr klein, an der Schienbeinarterie war Pulsation nachweisbar, das Pferd lahmte auf Pflaster mehr als auf weichem Boden, die Hufe waren leicht Zwanghufe; sonst alles normal. Nach ca. '/laquo; Jahre waren die Hufe kleiner, schmaler, die Trachten zusammengezogen, die Schienbeinarterie pulsierend, das Pferd ging die ganze Zeit lahm, besonders auf Pflaster, an den Beuge-
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Hintere nufgeloiiksontzüncluiig', Fussrollenentzündung etc.
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sehnen trat etwas Anschwellung auf, aber ohne Schmerz. Nach viermonatlichem Halten in der Koppel war Besserung vorhanden, aber auf Pflaster lahmte das Pferd. Nach '/laquo; Jahr trat wieder grosse Lahmheit auf, die nach 7 wöchentlicher Behandlung sich besserte. Abermalige Yerschlimmerung wurde auf 21/2 monatliche Behandlung besser. Im Ganzen wurde das Pferd durch 4V2 Jahre in dieser wechselweisen stärkeren oder schwächeren Lahmheit gehalten. Fambach beobachtete ein Pferd, das seit 8/4 Jahren gleichbleibend hinten rechts lahm geht. Der Fesselwinkel war am kranken Fusse um einige Grade stumpfer, in der Ballengrubo war leichte Schwellung, auf seitlichen Druck geringe, aber regel-mässige Schmerzäusscrung. Der kranke Fuss wurde geschildert: das Auftreten erfolgte mit der ganzen Sohle im Stehen, im Gehen aber deutlich auf der Zehe. Der Schritt war kurz, zuckend, der Fessel wurde beim Vorschwingen des Beines stark gebeugt. Bei der Sektion fand man Zerstörung der Knorpel am Strahlbein, teilweise Verwachsung mit der Sehne, letztere war dünn. Die Knochen waren entartet und enthielten eine schwärzliche, jaucheähnliche Flüssigkeit. DifFerentialdiagnostisch ist der Unterschied zwischen der Ilufrehe ganz charakteristisch (vgl. diese). Bruch des Hufbeines ist mit grösseren Schmerzen verknüpft. Ruptur der Sehne hat grüssere Lähmung, schmerzhafte Anschwellung an der betroffenen Stelle zur Folge, auch die Pulsation ist hier grosser. Schale Buglähme ist noch besser unterscheidbar. Die Einteilung in eine vordere, wirkliche Hufgelenkslähme und in eine hintere, die Fussrollen-entzündung, stammt von Braueil. Hartwig hat dieselbe beibehalten und sorgsamer ausgebildet, ihm folgt Bayer in seinen Angaben. Braueil hat für beide folgende Unterschiede, die ich gegenüberstellen will, angegeben :
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A. Wirkliche oder vordere Hufgelenksentzündung.
1.nbsp; nbsp;Tritt besonders am vorderen Gelenkrande auf, es werden mehr die Hinterbeine betroffen.
2.nbsp; nbsp;Die Zehe wird mehr belastet, in alten Fällen nur die Zehe.
3.nbsp; nbsp;Auf Zangendruck ist Unempfind-lichkeit.
4.nbsp; nbsp;Bewegung des Hufgelenkes bei aufgehobenem Huf kann Schmerz I verursachen.
5.nbsp; Es treten später Knochenauf treibungen auf.
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B
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Hintere oder Pussrollen-e n t z ü n d u n g.
1.nbsp; nbsp;Ist öfters an den Vorderbeinen. Reitpferde und das vordere linke Bein sind prädisponiert.
2.nbsp; Die Zehenbelastung tritt in der Ruhe weniger auf wie im Gange
?. Auf seitlichen Zangendruck erfolgt leichte Schmcrzäusserung.
1. Bei aufgehobenem Hufe ist durch Bewegung kein Schmerz erzeugbar.
5. Es kann Schnonanschwellung erfolgen.
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Eiterige Phlegmonc und Nekrose der Hufbeinbeugesehne.
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Therapie; Früher wurden Aderlässe aus der Plantararterie empfohlen. Hufeisen mit sehr hohen Stollen oder verdickten Armen, die Nägel nur an die Zehe und den vorderen Seitenteilen geschlagen. Verdünnung der Sohle, geschlossenes Eisen. Goodwied empfahl Leinsamenumschläge und Blasenptiaster an der Krone. Matz hat seinen Patienten durch Kühe, circa 2 Monate Waidegang, scharfe Einreibung an der Krone und Haars eil durch den Strahl regelmässig gebessert; er legte schliesslich 3 Haarseile nebeneinander durch den Strahl. Cohn hat von Fussbädern bis zum Knie Erfolge gesehen. Ilertwig empfiehlt dieselbe Behandlung wie Matz. Sylvestri unterband die Fesselartericn. Sewell hat schon 1802 den Nervenscbnitt gegen das Übel in Vorschlag gebracht. Die Operation ist in der Neuzeit wieder viel häufiger ausgeführt worden und sie wird von mir als einzig empfehlenswerte Therapie gegen die Fussrollcnentzündung angeführt.
Eiterige Phlegmono uiul Nekrose der Hufbeinbeugesehne.
Litters, tur: Jalircsbcr. d. Tierarzneischule llaimover. 188082, p. 96.
Lustig hat hierüber folgendos Verfahren mitgeteilt: Ein Pferd war vor 3 Tagen in einen Iladnagel getreten; dieser durchbohrte das Strahlpolster sehr tief. Die Schmerzäusserungen waren ausserordontlich, der betroffene Huf wurde nicht aufgesetzt.
Die Therapie bestand in Erweiterung des Stichkanalos, der Erfolg war aber nicht günstig, die Schmerzen bestanden fort. Nach zwölf Tagen nahm Lustig unter Chloroformnarkose den Strahl und das Strahlpolster, beiderseits die Eck strebenwand bis zur Sohne und dem Hufbeine hinweg! Die Ballen wurden bis zur halben Höhe des Fesseis gespalten. Nach Freilegung war in der Gegend der Hufbeinbeugesehne circa 1 Deciliter Eiter. Unter antiseptischem Verband heilte die Wunde in circa G Wochen. Einen zweiten Fall hat Lustig ähnlich operiert und in 74 Tagen Heilung erzielt.
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Erkrankung der Hiifknorpelt'esselbeinbrimler.
Litteratur: Kambach, Krankhaffe Yerändernng der IlufknoqielfeBselbein-bänder b. Pferde als Ursache v. Lahmheiten. Der llufscbmiod 1887, p. 131. Guten iicker. Ibd. (Jahresber. lib, d. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1887, p. 91.)
Gutenäckcr fand an 100 Präparaten 43 mit Osteophyten an den Ansatzstellen der Hufknorpelfesselbeinbünder am Hufbein.
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960nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Luxation im Hufgelenk.
Klinisches Bild: Blöde- oder Lahmgehen, bei schviiggestelltem Hufe und steilem Fessel. Die sonstige Untersuchung liefert negatives Resultat, nur die Ansatzstelle der genannten Bänder ist auf Druck schmerzhaft.
Die Prognose ist ziemlich günstig.
Therapie: Durch Beschneiden des Hufes und passendos Hufeisen muss die Stellung so verbessert werden, class die Gelenke gleichmässig in allen Teilen belastet werden. Lokal wird Massage und Einreibung von Lugol'soher Salbe und Bäder zu empfehlen sein.
Luxation im Hufgclcnk.
Litteratnn Johne-Hartenstein. Sachs. Jhb. 1884, p. 68.
Über einen von Genannten beobachteten Fall berichteten dieselben : Ein altes Pferd steht seit längerer Zeit hochgradig bärentatzig. Die Krön- und Fesselbeine stehen aber senkrecht aufeinander, der Huf steht derart spitz, class die Trachtenteile im Winkel von 25 Grad zum Boden stehen. Das Tier wurde getötet und es fand sich nach senkrechtem Durchschnitt das Ilufbein so bedeutend luxiert, class es mit seiner Gelenktläche über diejenige des Kronbeines nach vorne und oben geglitten war, wodurch das Kronbein in vollständig senkrechte Stellung kam und seinen Stützpunkt nur noch an der Hufbeinbeugesehno und dem Strahlpolster fand. Der vordere Teil der Hufgelonkskapsel war in eine starke fibröse Hasse verwandelt, ausgedehnt, innen dick mit faserigem, sehr gefässreichem gerötetem Bindegewebe gewuchert und verdickt, mit Synovialzotten erfüllt, welche die entstandenen Hohlräume erfüllten. Nach hinten war die Gelenkkapsel gerissen, blutig infiltriert und mit Faserstoffgerinnseln belegt. Ein ähnlicher Belag war an dem Krön- und Hufbeinbeuger. Die Hufbeinbeugesehno war gedehnt, um das Doppelte hypertrophisch, serös, blutig infiltriert und nach innen gefasert.
Hufbeinbrnch, Strahlbeinbnich, Karies und Nekrose des Hufbeius.
Littoratur: Wüstefcld, Hufbeinbruoh b. Pferde. Gurlt u. Ilortwig 18311, p. 289. Mather, Ilufhruch. Bor. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk, 1842, p. 17. Benedikt, Bruch d. Klauenbeinos. Ber. üb. Vet.-Wesen i. Sachs. 1862, p. 20. K o p p i t z , Klauenbeinbruch b. Ochs. Mitteil. d. Ver. d. Tzto. in öster. 1880, p. 77. Seh rader, Verlust d. Hufbeins. Tztl. Zeitg. 1847, p. 165. Johne, Nekrose d. Hufbeins. Ber. üb. Vot.-Wes. i. Sachs. 1878, p. 40. Derselbe, Luxat. d. Hufgelenkes. Ihd. 1884. Rossignol, Bruch des Hufbeines. Journ. Lyon. Ber. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1848, p. 69.
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Hufbeinbruch, Strahlbeinbruch, Karies und Xekrose des Hufboins. 961
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Lanotte, Karies u. Nekroso d, IIiifl)eino9. Gurlt u. Ilertwig 1841, p, 30. Mar lot, Dasselbe. Der. üb. Leist. i. Geb. d. Tbk. 1841, p, 30. Poch, Dislokat. d. Strahlbeines. The Vet. 1856, p, 573. I'etrascovic, Bruch d. Krön- u. Strahlbeins. Monatsschr. d. Ver. d. Tzto. in üster. 1870, p. 178. Bow les , Strahlbeinbruch. The Yct. Eeo. 1818, p. 322. Brown, Bruch d. Strahlbeines. Ibd. 18Ö8, p. 652. U h 1 i c h , Strahlbeinbruch. Ber. üb. Vet.-Wos. i. Sachs. 1872, p. 25. S t e s a r e w s k i, Bruch d. Hufbeins. Jhb. 1885, p. 112. Maier, Hufbeinfissur. Jhd. 1887, p, 90.
Brüche des Hilf- und Strahlboines, sowie Karies tliesei' Teile, stelle ich der Praxis wegen hier zusammen, da die Difforentialdiagnose von quot;Wichtigkeit ist.
Hufb einbruch ist wegen der geschützten Lage des Knochen ziemlich selten. Der Bruch erfolgt meist längs von oben nach unten und durch die Gelenktlächen, in Einzelfällen bricht es in mehrere Stücke.
Aetiologie: AVüstefeld beobachtete Bruch des Hufbeinos bei einem Pferde, das durchgegangen und gestürzt war. Maier nach einem Sprung des Pferdes. Benedikt bei einem Ochsen, der beim Bauholzfahren in ein Loch getreten war. Stesarewski beim Pferde, das auf einer schadhaften Brücke mit seinem zu grossen Eisen eintrat, den Huf abriss und zugleich das Hufbein zertrümmerte. Hufbeinbruch mit Zer-quetschung der inneren Teile entsteht auch auf t)herfahren. Koppitz sah Bruch des Hufbeines beim Ochsen von links an der äusseren Klaue entstehen im gewöhnlichen Zuge. Rossingol nach Nageltritt und zu frühe Ingebrauchnahme.
Klinisches Bild: Sofort grosse Lahmheit, grosse Schmerziiusse-rung, der Huf wird gar nicht auf den Boden gesetzt; ei'st nach einigen Tagen erfolgt, nachdem das Tier einige Zeit bewogt, wobei es auf 3 Beinen hüpfte, sehr geringes Aufsetzen mit der Zehe. Der Huf und die Krone ist vermehrt warm, letztere manchmal oinpfindlich und geschwollen. Auf Zangendruck konnte Wüstefeld keine Sclimerzäusserung erzeugen, aber er beobachtete bedeutende Erweiterung der Hautvenen an Fessel und Knöchel und etwas höher hinauf. Nach einiger Zeit wird das Horn der Hufsohle blutig oder russfarbig durchtränkt, ähnlich wie bei Steingallen, nur in verschiedener Grosse und Form.
Die Prognose ist ungünstig. Maier beobachtete Besserung nach 6 Wochen; durch eine Kolik starb das Pferd; bei der Sektion fand er einen 2 cm. tiefen Sprung vom KjAftfej^satz über die Krön- und Sohlen-
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9(52 Ilufboinbruch, Stralilbeinbruoli, Karies und Nekrose des Ilufbeins.
eines Knochenstückes, 3 cm. lang und 1 cm. dick, hieratif Heilung. Mather's Fall endete nach 8 Monaten mit Tod. Wüstefeld fand seinen Patienten noch nach 8 Wochen lahmgchend wie am Anfang, schickte ihn jetzt auf die Weide, da auch Atrophie der Becken- und Schenkel-muskoln auftrat. Nach 5 Monaton trat Besserung ein. Im 7. Monate erfolgte quot;Vergrössorung dos Hufes, in 10 Mon. war Heilung eingetreten. Nach 2 Jahren starb das Pferd an Kolik; die Sektion ergab, dass das Huf bein in 3 Stücke gebrochen war, welche durch Callus vereinigt waren, aber nicht ganz regelmässig. Rossignol fand, dass Bruch des Huf beines erfolgte nach Nageltritt und folgender Überanstrengung, legte dasselbe bloss, schabte die untere Flüche und beobachtete Heilung nach 2 Mon.
Therapie: Bei offenen Brüchen sind Bilder und antiseptischer Verband, bei Eiterung und Granulationen die Geschwürsbehandlung, namentlich auch Entfernung etwaiger Knoclienteile, nötig. Andernfalls heilt die Zeit; Scharfsalben die an die Krone eingerieben wurden, werden nicht viel helfen, llinnmaschienen, passender Huf beschlag, um die Beweglichkeit des Ilufhornes zu verkleinern, den von oben kommenden Druck, welcher die Knochenspalte bewegt und erweitert, zu vermindern, sind anzuraten.
Strahlbeinfissur und -Fraktur.
Aetiologie: Das Leiden entsteht a) plötzlich durch mechanische Einwirkung. Uhlich hat beobachtet, dass ein Pferd beim Passieren eines bergigen, ausgefahrenen Weges plötzlich einen Strahlbeinbruch bekam; Pech sah das Leiden entstehen durch Ausglitschen, während des Springens und Stürzens, auch Petrascovic beobachtete den Bruch infolge Stürzens im Trabe, b) Durch mechanische Einwirkungen, Verletzungen, durch Nageltritt oder auch bei der Fussrollenentzündung kann Karies eintreten, die schliesslich Fraktur zur Folge hat, so zwar, dass das Strahlbein an einer Stelle vollkommen durchusuriert oder das erkrankte, fast getrennte Strahlbein, vollends auf eine geringe Einwirkung zerbricht.
Klinisches Bild: Bei a) plötzliche, hochgradige Lahmheit, grosser Schmerz bei der Berührung und bei Bewegung des Gelenkes. Das Bein wird in allen Gelenkon gebeugt gehalten. Bei b) treten die Schmerzäusserungen nicht so hochgradig auf, dies rührt jedenfalls zum Teil mit davon her, dass bei dem sehr gewaltsamen Bruch im gesunden Hufe nachher noch eine Dislokation der gebrochenen Teile in der Hegel erfolgt, was bei der zweiten Sorte nicht der Fall zu sein braucht. Schmerz auf Druck in die Strahlgegend, eventuell Blutung dortselbst, sind beobachtet worden.
Die Prognose ist bei dem gewaltsamen Bruche ungünstig. Es
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Hufbeinbruoh, Strahlbeinbrucli, Karies und Nekroso des Hufbeins. 9G3
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ist ein sicherer Fall von Heilung einer Strahlbeinfralctur von Bowles nachgewiesen. Ein Pferd hinkte seit 2 Jahren; bei der Sektion fand sich ein alter Bruch mitten durch das Strahlbein, der aber durch Callus fest vereinigt war; das Lahmen war entstanden durch zu reichliche Callusbildung an der unteren Gleittlüche des Knochens. Fälle, in denen durch Nekrose das teilweise zerstörte und gebrochene Strahlbein heilte, sind mehrere bekannt. Sande berichtet über einen Fall, der ähnlich einem von Humbert beobachteten ist: Ein Nagel war senkrecht an der Strahlspitze in den Huf gedrungen, das Tier lahmte stark und magerte ab, lag viel am Boden. Nach einiger Zeit operierte Sande. Es wurde die Aponeurose plantaris cxcidiort, wobei die untere Fläche des Strahlbeines vollkommen entbleist und gegen die Mitte des vorderen Bandes in einem Umfange von einem Quadratcentimeter kariös erschien, es wurde diese Stelle entfernt und verbunden. 4 Monate später trat Heilung ein, allein es erfolgte metastatische Eiterung oben, die den Tod des Tieres bedingte. Üblich hat seinen Fall nach 21 Tagen töten lassen. Auf Einschnitt erfolgte grosso Blutung, das Strahlbein war in 3 Stücke gebrochen. Pech fand bei der Sektion Zerreissung der Bänder und vollständige Dislokation des Strahlbcincs. Petrascovic liess das Pferd nach 10 Tagen töten und fand das Strahlbein in ;? Stücke gebrochen, aber es war schon beginnender Callus vorhanden.
Therapie: In frischen Fällen energisches Kühlen. Da Extension der Bruchenden den Schmerz lindern muss, rate ich, mit Defay'schem Hufeisen die Erweiterung der hinteren Partieen des Hufes vorzunehmen. Eingypsen der unteren Partieen bis über das Fesselgelenk dürfte versucht werden. Bei offenen Frakturen und Fissuren kann eine Heilung nach Ausräumen mit Schabeisen, scharfem Löffel, oder Meisel und Hammer und folgendem antiseptischem Verband zu Stande kommen.
Karies und Nekrose am Hufbein, vollständiger Yer-lust desselben.
Aetiologie: Lanotte beobachtete beim 5jährigen Pferde, hinten beiderseits nekrotisierende Hufentzündung, nach grosser Anstrengung und bedeutender Abnützung desHufhornes, da das Tier einen Wagen 20 Meilen weit ohne Beschlag gezogen hatte. Mariot dasselbe nach Hufcntzündung. Delafond und Mariot nach Beleidigung des Nervus plantaris. Johne nach Vernagelung. Letztere Ursache ist die häufigste. Solleysel und Schrader haben vollkommenen Verlust des Hufbeines und Ersatz desselben bis zur Dienstfähigkeit beschrieben. Solleysel ist 100 Jahre später von Vitet in London beschuldigt worden, dass er aufschneide und Benkert in Würzburg hat Schrader's Angaben ebenfalls für unmöglich erklärt.
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964 Hufbeinbruch, Strahlbeinbruch, Karies und Nekrose des Hufbeins.
Klinisches Bild: Lanotte sah 8 Tage nach Überanstrengung und Ablaufen des Hufes zunehmende Verschlinnnerung, Fieber, Anschwellung bis zum Sprunggelenke, die Hornsohle wurde mürbe und eindrückbar, an vielen Stellen lag die Plcischsohle frei. Übler Geruch. Freiliegen eines Teiles des Hufbeines. Schrader's Fall betraf ein Pferd, welches im Januar eine grosse Strecke auf hart gefrorenem Boden zu gehen hatte, das Pferd wurde schon unterwegs hinten rechts lahm, lag nachher auf der Streu und äusserte hochgradige Schmerzen. Das Tier wurde durch einen Pfuscher behandelt und Schrader sah es nach einigen Monaten.
Status präsens: Pleischsohlo von Horn entblöst, der vordere Rand des Hufbeines scharf hervorstehend, ganz entblöst und trocken, dabei noch zwischen Horn und Fleischwand Eiterung, der Huf wurde gar nicht aufgesetzt. Nach einigen Monaten weiteren, Mitte Mai, stand das Hufbein noch immer hervor, allein die Hornwand hatte sich gut konserviert und das Pferd setzte beim Gehen die Zehe auf den Hoden. Das Pferd kam auf die Weide. Im August teilte der Besitzer Schrader mit, dass dem Pferde ein Knochen aus dem Hufe entfernt werden konnte und Schrader fand, dass dies das ganze Hufbein war, dessen scharfer Rand jedoch fehlte. Ende Oktober kam das Pferd von der Weide, hatte an dem Hufe aussei- rauhem und etwas unregelmässigem Strahl und Sohle nichts Fehlerhaftes, bekam ein gewöhnliches Eisen und ging nur in geringem Grade lahm, wie ein Pferd mit Schale. Die Krone war verdickt. Solleysel's Angabe lautet: Ich kann auch versichern, dass dieses Hufbein, welches vom Hufe umgeben ist, zuweilen in 2 oder 3malen herausgefallen ist, wenn es durch einen Nageltritt, der es durchbohrt hatte, in Stücke gespalten war. Am Ende sind alle Stücke ausgefallen und es ist nichts vom Hufbein übrig geblieben, ja sogar ist es bei zwei Pferden nach Nageltritt ganz heil ausgefallen, welche zwar endlich geheilt sind, aber aus Mangel des Hufbeines beständig hinkten und bloss zum Ackerbau gebraucht werden konnten.quot;
Prognose; Ungünstig. Es ist das Leben des Tieres bedroht durch Septhämie und die AViederherstellung bleibt fraglich, vielfach ist sie unmöglich. In Einzelfällen ist sie ohne dauernde Störung vollkommen gelungen. Die Zeit der Heilung muss nach Monaten berechnet werden.
Therapie: Es wurden angewandt: Fussbäder, harzige Tinkturen, Aloe, Terpentinöl, rotes Quecksilberoxyd, Kampfer und Kohle. Nach jetzigen Kenntnissen sollten unter Narkose und Esmarch'scher Blutleere die kranken Teile mit Meisel und Hammer entfernt, aseptisch verbunden und das Pferd in eine Rinnmaschine gebracht werden.
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Abfrieren der Ballen boim Pferde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;965
Abfrieren der Ballen beim Pferde
beobachtete Jewsejenko im Winter 1877/78 im russisch-türkischen Feldzuge. Pferde, welche auf Vorposten bei strenger Kälte und scharfem quot;Winde ohne Bewegung lange stehen mussten, bekamen erfrorene Ballen. Anfangs trat Schwellung und Gefühllosigkeit ein, darauf häufte sich Exsudat unter der Haut, es bildeten sich Risse und Schorfe, ganze Stücke der Haut fielen brandig aus und es entstanden Geschwüre, die oft bis auf den Knorpel reichten. Meist erfolgte bei passender Behandlung in 34 Wochen Genesung. Die Kur bestand in Anwendung einer Salbe aus Karbolsäure und Fett. (Referat, Jahresber. 1885.)
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Wundlaufen und Ballenentziindun^ der Hunde.
Besonders Jagdhunde werden betroffen, wenn sie auf trockenem steinigem Boden und in grosser Hitze, oder in Stoppelfeldern oder auf gefrorenem Schnee oder Eis anhaltend gebraucht werden. Die Ballen werden dadurch rot, entzündet, es tritt oberflächliche Eiterung ein. Anschwellung, Schmerzhaftigkeit ist in vorschieden hohem Grade zugegen. Manchmal sind die Tiere gar nicht mehr im Stande zu stehen und in solchen hochgradigen Fällen ist auch Fieber und Störung des Allgemeinbefindens zugegen. Brandiges Absterben erfolgt manchmal an einzelnen Teilen.
Die Prognose ist, je nach der Schwere der Erscheinungen, im allgemeinen günstig zu stellen.
Die Therapie besteht in gründlicher Reinigung, Ruhe, kaltem Bad oder Cocai'nsalbe, bei Verwundung, Karbolsalbe 5 0/o ig und Priess-nitz'schen Umschlägen.
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Register.
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A.
AbMeven ilor liallen ÜCö. Abrelssen der Zunge 97. ',)!). Absterben der Hinterbeine U07.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Schwanzes 57(!. Abscess, traunmtiselier am Bancll 485.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; an der Brust 42(i.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; im Herzen 435.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ohronlsoher a, Hinterschenk. 899,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; um .Mastdarm 545.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; in der Scheide 074.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; am Soblnnd iJ04. Accessorlsoher Kropf 327. Aocomodatlon 1!(4. Aohlllessehnenzerrelssung 858. Achselarterlenzerrelssong 74;i. Aderlistel 258. Aeroskrotam 610, Aetherzerstttubnng 899, After, künstlich gebildet 543.
widernatürliclier 448. Alkoholuinsohlag 899, Altersstar 222. 223. Amuurosis 235. Amblyople 235. Amputation des Ponls 600. (i04.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Uterus 088.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Vordergliedmassen 792.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; llinterextremitäten 905, Analdrttsenentzttndung 570. Analdrttsenoperatlon 570. Alienrysma der Samenarterie 022. Anconttenkrampf 720.
Anreiten 669,
Anus prftternaturalls 444. 448.
Iloffmanu, Tierärztliche Chirurgie,
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Aortaobliteratlon 807.
Aortathrombose 807.
Aphakla 217.
Aphonie 284.
Aphthensenohe 007.
Aponeurose, Ausgleiten a, Schenkel 843.
Armbelnfraktnr 740.
Armdrlisonkrankhelt 735.
Aryknorpelexstlrpatlon 299.
Aspirationsapparat 407,
Asthma und Nasenlelden 71,
Astigmatismus 191,
Atrosla anl 537.
vaglnalls 008. Atrophie der (iriitenmusUel 727. Atropln 200. Aufschläge 720. Aufschnüren 470. Augapfelexstirpatlon 185. Angapfelerkranknng 191.
Augapfclform 192. Augapfclgriisse 192. Angajifelvorfall 183. Augen, künstliche 180. Augcnhogcnlinich 39. Augenent/.iiuilung, periodische 228.
bei der Influenza 233. Angenfell 205.
Augentleck 208. Augenhohlencoiiuriis 179. Augenlldansstttlpnng 160, Augenlideinstülpung 157. Angenllderverwaohsnng 153. Augenlidwunden 154. Augenmuskelerkrankung 173. 175.
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llegistov.
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Augenmuskelknimpf 175. AugenMntorgi'nnd 302. Augenkrankheiten 163, Augenlldentztlndang 155. Augenlidererkiaiikiing 168, Augenlidkrampf 150. Augenseuohe des Rindes 161, Augenspiegel 109, 800, Augentransplantation 187. Augennntersuobung 191, 105. 197. Ainschulicu 899. (raquo;36. Ausspülung der Brusthöhle 408, Antoampatatlon am Hinterhein '.M)7. Axlallaristhroiubose 740. Assoospertnie 'il-.
B.
Backheinbruch KW. Baokkronhelninnskel. Abrttoken des'
selb. 889, Backzähne, verirrte 61, Balniiitis 588.
Balggesch'wttlsto am Halse 272. Ballenabfrleren !gt;igt;5. Ballenontztlndung beim Humlo 965, Basalfraktnren 86. Basedow'sche Krankheit 3:53. Bauohhrtlohe 449, Bauohdeokengoschwttlste 40G. Bauohfellbruoh 473. Bauchhöhle 489, Bauchwandneubildungen 496, Bauolnvandperforation 403. Banchwunde 503. Beokenartorlonthrombose 811. Beckenbruch 829,
Bookendeformitttt, angeborene 815. Heinspat 878.
Benagen des Schwanzes 577. Berieselungen, kalte 896, Beschälseuche 1)67. Bougesehnenentzündung 702. Bengestellnng der Fessel 78ii. Heule am Schlund 3(i4. Bentelstar 221. Bildungsfehler am Herz 414. nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;an Hufen 908.
Blasen 293.
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Blasenruptur laquo;39. Blasenstelne 644. 647,
Blasensteinsohnltt t)44. Blasenstich lt;'gt;44. Blasenwunn 519. Blendung 242. Blepharitis 155. Blepliarospasums 166, Blinzhauterkrankung 188. Blinzknorpelkrankheiten 179, Blutaderbruch 022. Blutbiss, jäher 573. Blutegel 400.
künstliche 400,
. im Auge bei Gänsen 179. Blntentziehung, lokale 400. Blutohr beim Hunde 58. Breohanstrengnngen 335. Bremseularven im Euter 099. Brillen für Pferde 194. Bruoharten 449. Brüche des Fesselbeins 785. Bruch der Kniescheibe 850.
dos Sitzbeins 833. Bruchbandage 455, 461, Brucheinklemmung 442. 443. Bruchinhalt 441. Bruchoperation 445.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 454. 460. 409.
Bruchpforte 441. Bruchsack 440, Bruobsackhals 441, Bruobschnitt 445, Bruchtherapie 454, 400. 409. Brüche 439. Brummen 293. Brustbenle 272. Brustdrainage 410. BrnsthöhlenausspUlung 408. Brusthöhlenirrigation 408. Brusthöhlenpunktion 408, Brustkrankheiton 378. Brustwandverletzungen 379, Brustwunden 379, 882. Buglähme 719,
Biiplitlialmos 245, Bursitis 798, Bürzeblrüseiu'utziiudniig 570,
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Ciichexia piidiydci'inioa '(33.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;striuiiiprivii 333. Oallosltas 757.
Ciii'ies dor Zähne 118. ('arotisverletzungen 200. (,'atariikta 219.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;spui'ia 221.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;vu ra 221. Catariiktexti-aktion 228. Oliorioidltia 22'J. (Ui'socclo 1122. Claudloatio 712. Cloaka oongenlta öiO. Colloidkropf 320. Ooloboma 247. Commotio oerebi'l 12. Condylome im Kundemaul 88. Cor^)unktivalhyperttmio 105. (lünjunktivalkrankliüiten 161. ('onjunktiviilparasitoii 176. Conjanktivitls 100.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;blennorrholoa 10'J.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;dlphtherltloa 170.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; epldemloa 161. follioularls 171.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;katarrhalls 166,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; puvnlenta ion,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;simplex 166,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;suppnratlva 169, Conti'alisBurcn 34.
Contasio oercbri 15. Ciimirus cerobralls 24.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;in der Augenhühle bei Fttllen L79,
Goraealerkrankung 203. Cornealgefftssbildang 211, Coruealsohwarzfttrbon 200. Coxarthrooaoe 828.
Cuxitis 828.
Cyklltis 220.
Gysten sabllngaale 107.
nbsp; nbsp; nbsp; am Hnndehalse 272.
nbsp; nbsp; nbsp; kropf 320. Cystome beim Hand 107. (Vstotomic 044. Cystitis 003.
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Daoryondenltis Is1.).
Danunbruoli 471.
Dampf 293.
Dämpfigkeit 293.
Dannbcinbruch 831.
Dai'mbeiniuiuli'ebem'krankung 839.
Darmboin-Kreu/.beingelonk 284.
Darmbrnoh 405.
Darnieinschlebnng 510.
Darmfistel 444. 448.
Darmnaht 619.
Darmreaektlon 446, 517.
Darmi'aptur 602,
Darmstoine 508.
Darnuunwioklnng 473.
Deokajttvei'letzung der .Scheide 071.
Defekte an der Brustwand 378.
Deichselstiisse 379.
Dermatitis ohronloa verrueosa 899.
Dormoidcysten 61.
Disolslon 220.
Distorsion des Fesscls 783.
Dislokation des M, biceps 733,
Dlvertlkel 303. 307.
Doppellendigkeit 815.
Dralnago, permanente 410,
Drehkrankheit 24.
Drehwurm 24.
Drnokscliäden 385. Dyspnoe 207.
E.
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ibildang, abnorme 092. lohelsteino 598.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 025.
Icheltrippei' 588.
ileilcrkrankheit (!92.
linfiibrcn des Katheters G3S.
älnhttftigkelt 880,
älnklenunnng 442. 443.
iisbentel 305.
Ilsen, geschlnektes 420. 485,
älsensohienenvorband am Fessel 781. 784,
iktreplnm 160,
älefantenfusa 899,
ilepliantiasis tnberosa 901.
illbogonb'einftaktnr 748.
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Kllbogenbeiilc 7!i(). Kllbogonstrcckcrliiliiimiiji; 7153. Eillbogenvei'band 7;i8. Kiiunert'sche Nu lit 511). Bminetrople 104. Kmpliysom 1582. Kinpyem 4t)3. Endokarditis 422. 425. Entei'ooelo 441. Entorotomie üti8. Kntropiuin 157. Entropiumoperatlonon 158. Enosphalltis olroumsoiipta 18, Entzttndnng dor Blarnblase ßois.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hoden 818,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Hüftgelenks 828.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;dor Seheide G72. des Schlundes 886,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Tliriinendrüse 189, Episkleritis 217.
Erblindung, plOtzliehe 235. 240. Erkrank, d, M. tensor fuse, latae 842. Kilter in. Larven 699, Kuteratrupliie 697, Euterblutnngen f)!)8. Enterentztindimg 7ü2.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ansteckende 709.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; küiititgüise 711. Kiiterexstirputiüii 712. Enterflsteln 098. KiiterfurunUulose 709. Euterhypertrophle 0i)7. Euterkrankheiten 094. Eutefneubildung 700. Eventration 441.
Kxustoso 773. 71)0. Kxostosen am Si-lmlterlilutt 744. Sprunggelenk 878. Exstlrpation des A.ryknorpels 290. Augapfels 1^5.
F.
Kuserki'opt' ;i2G. Feifelgesohwulst 130. Fesselbänderzerreissung 775. Kesselbeinliriiehe 785. Pesselbeugung der Pohlenfessel 780. Fesseleisonsohlenenverband 781.
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Fesselgelenkslnxatlon 785.
Fesselgelenksvsi'stauohung 783.
Fesselgelenkswunden 784.
Fesselverbflnde 782.
Fibelgeschwnlst 130.
Filarla laorlmalla im Thrflnenkanal 170
papillosa im Aiiffe 170179. Fistel des Mastdarmes 548.
am Schlund 304. Fissur der Tibiu 8(19. Flamme 208. Flaminenbildohon 218. Flasohenzug 745. Fleischbruch 015. Flttgelfe)! 205. Flussgallen 795. Fohlenfesselbeugung 780. Follikulärer Kropf 320. Formfehler an der Brust 378. Fraktur der Angesiohtsknoohen 140.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Ärmbeines 740,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Augenbogens 39.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Beckenknochen 829.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Backbeins 830.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;am Carpalgelenk 752.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Darmbeines 832.
nbsp; Ellbogonbeins 748.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fesselboins 785.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Gaiuneiig-ewölbes 142.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Halswirbel 274.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des llinterldefers 144.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Hornzapfen 44.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Kiefers 140.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Kniescheibe 850.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Kreuzbeins 283.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kronbeins 789.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Lendenwirbel 280.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Nasenbeine 141.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Oberkieferbeine 142.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kippen 383.
nbsp; nbsp;Rtlokenwlrbel 277.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Schädels 32.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Schambeins 833.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der .Schienbeine vorne 7C0.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Schulterblattes 744.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Sprnnggolenksknochen 895.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Tibia 809.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Stirnbeins 38.
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Regis tor.
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971
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Fraktur des Untersojienkols 869,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Vuranues 74!l.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;iler Wirbelrtiiule 21'.).
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Zungonbelna lquot;i*. Frt'imlkorpor in del' ICiirnblaso G5;i.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Luftrohfo 305. 811. Longs 4015.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;im Mastdarm 5(14.
i (1. Maul- ii. Ruclionh. 98,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; in der Nasenhöhle 77. im Sohlnnde B49,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;verschluckte 485. Kruseli^osi'liwillst 92. if'ussentzUndnng bei Kühen 8i)2. Pnssgvlnd 908. Fussrollonentztlndung 965, Flitterrebe 960,
G.
Oallcn 7115.
nbsp; nbsp; nbsp; an den Vm'ilerextreiiiiliiteii 7915. (iiilleiibluseiisteino 620. 525. Gallensteine 520.
Gallertkropf )i2(i.
Galt, Gelber 711.
Gasentwicklung im Blut 4i!8,
Gastrocele 441.
Ganmensegelerkrankung 90,
Gaumensegelwunde 90,
Ciehimiiiittervortull (178.
Gefässkropf B2('gt;.
Gefässnoublldung an der Cornea 211.
Gefässobliterat, a, d.Vorderextremittlt 740.
Gefässzerrelssnng an der Schulter 743.
Gehirnabscess 18.
Geliirnanämle 15. Gehirnblasenwunn 24. Geliirnbruoh 8. Gelilrndurohsuohor 24. Gehirnkompresslon 16, Geliirnerkrankungen 1. Gehirnerschütterung 12. Gehlrnfnnktlonen 1, Gelilrnhyperftmle 15.
(ieliiriii(iiese 24.
Qehlrnquetsohung 15. Gehirntuberkol 7. Gehirnvenenthrombose 28,
|
Gehlrnverkiiöoherung 8, Gehlrnverletznng 8.
Gehörgangsentülindung, üusscre 52. Qehörnbruoh 42.
Gelbsuchtbehandlnng, Chirurg. 520. 5 Gelenkspfannonbruoh 8;!5. Geniokbeule 861. (icnieklistel 2(11.
(iesassinuskelerkraiikiiiiK 839. 841. Qesohlrrdrttoke 385. Gesclüeohtsorgano 585. (lesehwiilste am Hinterkiefer 138.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; im Kohlkopf 312.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; in der Kieferhöhle 134.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; an der Knieseheihe 857 im Luftrohr 312.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; in der Orbita 181. an der Rute 599.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; um Sohlanohe 599.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; am Schweife 575.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;um Skrotum 610.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; im Uterus 690.
(iesiebtskrunkbeiteii 79.
Gesichtsmaske 289. Gesiohtsmissbildnng 82. öeslohtsmuskelltthraung 81. tieweihkranklicit 42. 49. (iluskürperkruiiklieiten 234. Glaskörportrtibung 230. 284. Glaskttrperverilllssignng 234. Glaucoma 244.
Gleiohbeinbanderkrankung 777, Gliederbrand 9ii7. Glossitis 96, 103. (lriitenniiiskeliitro|)liie 727. Grauer Star 219. Griffelbeinbrnoh 760. Grüner Star 244.
II.
lluiirbihlnng an der Corneu 203.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zunge 106, Haarballen 508, Hahnenspat 864, 894. Hahnentritt 868. Hulskiementistel 231. Ilulsmiiskeldelminig 2(15.
Halsverband 2(17. 208. 870,
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972
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Register.
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Halsvevbicgnng 866, Halsvenlrehung 205. Halsverknimmung; 2(i5. Ilalswirbelbriiclie 274. Hiilswirbellnxation 269. H.iiumelsi'lnvaiiz 570. HSmorrlioideii 55'J. Hangbelnlahmhelt 71 (i. 810, Hängegurto 745.
Harn und (resclilcelirsoi'ganc 585. HamabHuss am Nabel f)55. Harnblase, mangelnde 054.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;offene 055.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;iiltergrosso 054. Harnblasenentzündung (ioi!. Hai'nblasenfremdkörpev 05ii. Harnblasenneuliililiing GOO. Harnblascnsteine (')44. Harnblaseiimnstülpnng 666, Harnblasonvcrwaclisung 054. Harnblasen Vorfall 050. Harnblasenzerreissnng 680, 054. Harntistel 682, HarnleitererkranUmig 000. Harnwimle, schwarze 860. Hanmilirabscess 681, Harnrolirentziindnng OiJI. TlarnrolirkranUbeitun 02J). Harn rob rneubi 111 ung 660, llarnrolirsclinitt 02li. (527. Harnrolirstein 828, Harnrolirstriktur 682. llarnrolirvenliekiing 681. Hariii'olirvorlct/.iiiigeii OHO. Harnverhaltung 886, Hasenhacke laquo;ii4. Hasenscharte 82. Hanthörner am Ohr 66, Heiserkeit 290,
Hernlen 489, Hernia cruralis 471.
nbsp; nbsp; nbsp; dlaphragmatica 479.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;t'ümoialis 471.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; iii([iiinalis 40.'i.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;interna abdoinlnalls 478,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;perincalis 471.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;skrotalis 468, nbsp; nbsp; nbsp; iiinbiliealis 458,
|
Hernia ventralis 449. Herniotome 470. Hertwig'sche .Spritzbäiler 720. Herzabscess 4M5. Herzbeutelkrankheiten 412. Herzbeutelentzündung 422. 420. Herzbentelverletzung 4;il. Herzblldnngsfeliler 414. Herzentzündung, idopatbische 424.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;422. 424.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;rheumatische 424.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; traumatische 420. Herzhypertrophie 415. Herzklappenfeliler 417. Ilerzkraukheiten, chirurgische 412. Herzneubildungen 4i!7. Herzoperation 489.
Herzrnptur 419. Herzverletznng 4ii2. lleulauge 100. Hinke 914. Hinken 712.
Hlnterextremltätonamputationen 905. Hlnterkleferfraktnren 144, Hlnterkiefergesohwülste 18s. Hinterkieferkrankheiten 186. Hinterbeinabsterben 907. Hodendefekte, angeborene 012. Hodenentzttndung 618, Hodenerkranknng 610, Hodenneublldungon 616, Hodensaokbruch 40'!. Hodensaokdehnnngen 007. Hodensaokkrankheiten 806,
Ifodensackpncuniatosc filO. Hodensack Wassersucht 609, 1 [odensaokwnnden 606, Hohlvenenthrombose 810. Holzznnge 108, lloinatropin 200. Hornblättohenbrhob 948, Ilornbruch 42. Ilornliautabseess 210. 216,
Hornhautbrnch 215. Hornhautdermold 20ii.
Horn ha ut cnt ziindung 209. IIornlinutcrkrankung 202.
Homhautflstel 210.
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Rogistor.
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97.3
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llovnluiutgetassncnliildung 211. HornliaatgegchwUr 210. Sornhanthaarblldung MM. Hornhanttrttbnng 210,
IToriiliautwunilen 207. Uonisäulen i)4H.
Eornspalten (J'i2. Jlufbcinbnicli 960, Hufbcincaries 9(10. Hnfbeinnekrose 060, Hufblldttng, fehlerhafte 008. Eufentzilndung, rheutnatisohe 961, Hufgelenklnxatlon igt;(;(). Hutgelenkshihme 955. Huflionibrnuh 948,
llufknorpeUessellieinbäiiilcrerknmkg. 959. Hnfknorpelflstel 927, HnfknorpelverknOohernng 020, Hufkrebs 940.
Hnfboinbeugesehnenerkrankung 959. HutVelio 950. Hufverlust 986, Httftgelenksontzilndniig K28. 955.
Iliiftgelenkslahinliuit 817. Hüftgelenkspfuimcnbriich 8;i5. Hüftgelenks Verrenkung 820. SUftgelenksvei'stanohnng 825. Hllftlahmheit 817.
llnt'niitei'sni'luingsinstrnineiite 7Id, lliipl'eii 712. Hyalitis 284, Hydavthvos 798. Qydrenoephalooele 11. Hydrooelo 609. HydrorrhaoMs 671. Hydrophtbahnos 241. Hyperilmie der Conjunktiva fti5.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Retina 248.
Hypernietroplo 194.
Hypei'OStOSen am Sprunggelenk 848.
Hypertrophie am Herz 415.
dai'ch Triinbenkürner 248. Hypopyon 215.
I.
Igelfass 899,
Iktei'iislieliaiullnng. ohimi'gisohe 520, 527.
Impotenz 618.
Inaktivitiitsatropbie 727.
|
Inearecration 442. 44.-!. Ineontinentia urinae iV.W). Inneneber 012. Intlnenzaaugenleiden 288. Innenohrerkrankling 66, Innerer Urncli 47ii. Intugsnsoeption 510. Invagination 510. [ridektomle 250. 216. Iriilis 247.
Ii'ldoohoi'loidttis 228. Iridotoinio 249. Iriskrankheiten 247. Irisvorfall 207. 214. Iritis 229. 249.
nbsp; nbsp; idiopathioa 249.
nbsp; nbsp; reoldlva 249.
nbsp; nbsp; nbsp;symptomatiea 249.
nbsp; nbsp; traiunatloa 249. Irreponibilitiit v. Hernien 442. irrigation der Brusthöhle 408. Jngnlarisverletziingen 250.
K.
Kaltebehamlhmg ;!94. Kälteniiseliimgen 40, 806. Kapselstar 221. Katarakta 219. Kataraktextraktion 220 228, Katheterlsation lt;i;!t'). Kat/.eniieter 180. Kaniniiskclkraniple 186. Kanimiskelsidiwuinl 1IS7. Keblkopl'geselnviilstc 1112. Kehlkopf krankheiten 28 I. Kclilkopl'mnskelkrampt' 201.
Kehlkopfoperatloi) 299, Kelilkopfpfeil'en 208, Keimung auf der Zunge 106, Keratitls 209,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; parenobymatosa 218,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;plilyktännlosa 211,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;pimktata 218,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;supcrtieialis 212,
Keratokele 216,
Keratokonns 21(1.
Keratopliylooele 948. Keratoskople 198,
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1)74
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BegUter,
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KicfcrlKunl)räche I4S?. Kiefcrgcleiikserk rank linken 140. Klefergelonkswnnden l-li). KlefergesolnrnlBt 13igt;. KieferhOlilenentzUndung 188, Kleferbdblenerkrankung 188, Kieferhühlengoaohwtllate 134. Kippeln quot;(iii.
Kliiuenbililiing, t'elilerhut'te ItOH. Klanenerkrankung !*12. Klauengosohwftr 914, i)23.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;primäres '.'23. Klanensaokgesohwulst '.114. Klanonfäule 918, Klaiienseuehe D13,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; bösartige i)14.
ElaaenspaltentzUndung 014. Klauenverliist 986, Klaiienwiinn 914,
Rloakenbildnng 537. Kniebenle 757. Kniebogengalle 79S, Eniegalle 757.
Kniegelenksentzttndnng liei Rindern 891, obronlsohe, 1). Pferde H51. Eniegesobwolat, harte 75laquo;.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;welche 75h. Knlesohelbenbänderzerrelssang S47. Knlesohelbenbrnoh 85*i. Knlesoheibengeaohwlilste 857. Kniesoheibenmuskelerkrankung H4G. Eniesoheibenlälimung 848. Kniesobeibenverrenkung 852. Kiiieschwaniiu 750. 705. Kniewiisser 757.
Knollhnf 062,
Knopf 473.
Knoobenwurni 189,
Kopfkappe für Augen 167,
Kotelnklenunung 442.
KotEstel 448.
Etftbengallen 71)5.
Krampl'aderbrucli ()22.
Krampf der Kolilkopfiniiskeln 291,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Scliliindes 3;i8.
nbsp; nbsp; nbsp; der Soli'welfmnskelri 578. Erampfzieben 897, Kretinismus 32laquo;.
|
Rreuzbeinbi'Qobe 283.
Kreuzbeingelenk 284.
Krenzsit/.beiniiiiiskelorkrankung 843.
Kronbeinbeuger, Abrücken desselben 88',raquo;.
Eronenentzflndnng, phlegmonöse 824.
Kronongcsebwür 1)23.
Kronentritt 1)22.
Kropf 323.
Eropfformen 32(gt;.
Kropfoperationen 332.
Kropftherapie 881,
Krümme igt;14.
Krummgehen 712.
Kühlvorrichtung 745.
Burzsichtltkeit 191, 104.
Kyphose 572.
Ii.
Ladendnick 94. Lahmen 712. Labmgehen 712. Lahmholt 712. Lähmung 712.
des Ncrvus tlblalis 81)3.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Isohiadions 8(i3.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;radlalis 733.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Selilundes 338.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Unterkiefers 137. Laryngoskopie 284. Leberapoplexie 521. Leberkrankheiten 521). Leberneubildungen 620, Leberrnptur 520, 521. Leberverletznng 520. 523. Legebruoh 454.
Legenot 692, Legcsaek 454. Lehmumsohlag 308. Leist 700.
Loistenbrnoh 468, 405. Lembert'sche Naht 519, Lendenmuskelzerrelssung 817. Lenden wirbelbrttohe 280, Leukämie 520. Lonkomo 210.
Liohtbroohungsabänderang 108, Linsenextraktion 220. Linsenlnxation 217.
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Begister,
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97tr
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Linsenmangel 21^.
[iinsengtar 881,
IjinsciisuWuxation 'ilT.
hiiiscnsystemorki'iiiiliungen 217.
Linsentrübung 221.
Lippen caroinom 84.
Lippengrind ö().
Lippenkrampf x',\.
Lippenkrankheiten 88,
LlppenWliniung 86,
LlppenAvunden 8,i.
Lithotomie 044.
Llthotrlpsle igt;44.
Loobbi'ttohe ii2.
Lordose 572.
Lostrennung v, Wirbelsäule u. Becken 880,
Luftrolir mit Fremdkörpern BOB, 811,
Luftrolu'deformatlon iiöö.
Luftrohrgesohwttlste in2.
Luftrohrkrankholten 284.
Luftsaokkrankhelten 251.
Luftsohinoken 5igt;().
Lunge mit Fremdkörpern 401!. 411.
Lungenkrankheiten, chirnrgisoho 4()lgt;.
Lnngenmagennervenverletzung 360.
Lungenverletznng 4(t;!.
liiixntio cuxuc H2i).
patellae 852. Luxation des Fesselgelenks 785.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Halswirbel 269,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Hufgelenks 960,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;d. Hüftgelenks, unvollstttnd, 825.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;dos Sprunggelenks 8,J5.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Vorderknies 7r)(). Lymphdrüsen d. vord, Extremitäten 7l!5.
m.
Macula 210. Magenblutung 506. Magenflstel 485. Magengeschwülsto 498. Magengeschwür 5( t4. Magenrnptur 602. Magenverletzung 502. Malum eoxae senilo 828. Masseteratrophlo 187, Mastdarm mit Fremdkörpern 500. Mastdarambsoess 545.
|
Mastdarmentziiniliins 544. Mastdarmflstel 548. MastdarmUninklieiten 686. Mastdarmmissbildung 5ii7. Mastdarmneubildungen 661, Mastdarmrupturen 664. Mastdarmstrlkturen 540. Mastdarm Verletzung 504. Mastdarmvorfall 551. Mastitis eplzootloa 711,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;gangränöse 705. simplex 702.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;suppuratlva 706. Manko 896,
Manl- und Klaiicnsenclic (112. Maulsohleimhauterkranknng 87. Maulsohlelmhautvertttzung 87. Maulwurfsgesohwulst 261.
Medulla oblongata. Blutung 150.
Melanosen am Schweif 575. Membrana nlotitaris 188.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; pupillarls perseverans 240. Metacarpltls 778.
Motatarsitis 778. Mieten 690, Mllohflateln 698, Milohfllessenlassen 005. Milohsteine 701, Milzabscesse 520. 681, Milzliyporplasie 520. Milzkrankheiten, chirurgische 528. Milzrnptur 520. 688, Milztumiir, ohronisohev 529. 681. Milzverletzungen 520. 5l!2. Missbildung iles Qeslchts 82.
am Mastdarm 51(7. nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; der Zunge 96,
Mittelflelschbrnoh 471. Moderhinke 014. 916. Mondblindheit 228.
Monocle beim Hund l(')8.
Monorohldeneber lt;! 12.
Mumps 180.
Muse, biceps femorls, Erkrankung desselben
848. 844. 840.
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Muse, bleeps, Krkrankg. dessolb.
nbsp; nbsp; nbsp;gastrocneinilnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
nbsp; nbsp; nbsp;glntäns med.
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7:1;!.
raquo;58. 841. 842.
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976
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Kegister.
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Muse, glutiius mod., Erki'. desselb. 841.
nbsp; nbsp; nbsp;tensiii' t'asciac latao, Erkr. dess. 842.
nbsp; nbsp; nbsp;tiliialis, Erkrankung desselben 860,
nbsp; nbsp; nbsp;vastus externus, Erkr. desselb. 845. Muskelatonie 7ii5.
Mnskelentzündung an der Schulter quot;32. Muskelerkrankung am Hinterbein 842. Miiskelriiptureu 724. Muskelzerrelssung a. Arm u. Verarm Till.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; am Halse 2(15,
Mnskelzerreissungen a. Sintersohenk. 8i('), Mydrlatloa 199. Myokarditis 422, Myopie 194, Myxiidem lilW.
If.
Nabelbeutel Ö90.
Nabelbruch 458.
Nabelscliiinrbruch 450.
Kabeleeer 5i(ü.
Nachtblindheit 286, 242.
Nachziehen 712,
Naokenbandflstel 261.
Nackenbandzerrelssung 2('gt;4,
Nagelsohnelden 205,
Nageltrltt 984,
Narbenkelold 897.
Narbenkeratltla 210.
Narbonpteryglum 206,
Nasenbelnvorbiegnng 77.
Nasenbluten 71.
NasenflUgolerwelterer 81.
Nasenkrankheiten 69.
Nasenleiden und Asthma 71.
Nasenlöcheranfschlltzen 299.
Nasenmnschelvei'dloknng 78.
Nasenpolypen 75.
Nasensoheidenwandverblegung 77.
Nasentamponade 74.
Nasenwnnden 69.
Nebelfleck 208.
Nekrose der Hufbelnbeugosohne 9B9.
Nervenltlhmnng 725.
Nervus Isohladlous 80!}.
Netzbrttohe 405.
Netzhantablösung 2 in.
Nenblldungeii an der Bauohwand 400.
|
Neubildungen an der Cornea 906, Neubildung im Euter 700, Neubildungen im Oelnrn 5. Neubildung am Halse 272,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;in der Harnblase 660.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;im Herz 41)7,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;am Hoden 015.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;im Kehlkopf 312.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;in der Luftröhre 312.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;im Magen 498.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;im Mastdarm 501,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;in der Milz 520.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;in der Nase 75.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Selieide 074.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;im Sohlnndo 342.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;an der Schulter 730.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zunge 108. 107. Neuritis 728.
elironica 570. Nickhauterkrankung 188. Nierenkraukbeiteu, chirurgische 690. Nubeonlae 210. Nyktalopla 235.
o.
Obliterationen 807.
Obliteration dertiel'iisso a. Vorderbein 740. Ochsenauge 245, Oohsenspat 877, Odontome 110, 112. Odontolithen 114. Oesophagotomle 375. nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;860,
üestruslarven am l'enis 599. Obrenkranklieitcn 40.
Ohrabsoess 58,
Obrenabsterlien, brandiges 81, Obraueurysma 65, Ohrflstel 61, 62, Ohrfurnnkel 58.
Ohrkappen 49,
Ohrenpolyp 86,
Uhrenbypertropliio 04. Ohrspeioheldrttsonentzftndnng 180, Ohrtttoher 49. Ohrverbände 4'.)51. Ohrwurm 55, Operation am Herz 489,
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Register.
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1)77
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Operation gegen Pfolfordarapf 899. Ojihthalsmnskopie 201, Orbitaabscesse 180. Orhitafraktnren 180. Orliitageseliwiilste 181. Orbitakrankheiten 180. Orbitawnmien 180. Orchitis 618.
Osteophyten am Sprunggelenk 878. Ostitla 771. 790, Otliiiinatniir 58. Otitis externa 52.
nbsp; nbsp; nbsp;intema 66.
nbsp; nbsp; nbsp;media 00.
nbsp; nbsp; nbsp;suppurativa 66.
P.
Panariümn 014. 023.
Vanelektroskop 285. l'ankreuski'ankheitcn 530. Panophthalmltis 208. l'ansensclinitt, 192. FapiUome im Enndemanl 88. Paraoentese der Thorax 406, Paralysis oaudae 679.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;reeti 57it.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;vosieae 679. Pavaphimosis 594. Parotitis 180. PenisabiiDniütäten 001. Penisamputation 600. 604. Penisentzünilnng 801, l'enisgeselwviilste 608, l'eniskrankheitcn 000. Pemslähimnig 002. Penislnxiition 608, Penismtindnng mit Larven 500. Penisverwniidnng 002. Perforation iler Brnstwand 382.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Harnblase 054.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Seheide 071.
Pericarditis 422.
l'eriodiselie Aiigeneiit/.iindnng 228. 288,
Periorohitls 618,
Periostitis 771. 790.
Periproktltis 545.
Peritonitis 404.
Perflokengeweih 40.
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Pesariek 590. I'essarien 087. Pfeifen 293. Pfeiferdarapf 292. Pfeiferdampfoperatlon 290, Pferdehintorn 815. IMümosis 597. Phthisis bulbl 232.
247. l'iephaekcn 803. Pliirrange 160, l'soasabscess 803. Plombieren der Ziiline 120. Pnenmatose des Hodensaoks 610. l'nenmothornx 382. l'odotrochilitis 055. Polydaktylie 909. Polypen in der Nase. 75.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;im .Mastdarm 661,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;in der Scheide 075. Prapntialsteine 598. Prlapisrana 602. Priessnitz'sohe Umsehliigc 307. Probepnnktion 400. Proktitis 544.
Prulapsus ani 551.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;bulhi 183.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;reeti 661,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nteri 078. 083.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;vaginae 078.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;vesieae 050. Prostatahypertrophie 034. Prostatakrankheiten 033. Prostataiienhildnng 035. Prostatasteine 035. Psm'ospermien im Schlünde 378. Pterygium 206,
Ptosis 150. Punotio vesieae 044. Punktion der Brusthöhlo 408, Pnpillenerweitornng 199. Puplllarsporre 248. Pupillarverschlnss 218.
lt.
Itaehenaktinomyeoin 321. Itadiiilislilhiming 733. Uanmsililaiieli 590.
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I'egUter.
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Ranula 08,
lictVaktion r.l4. ItctVaktidiisimoiiiiilii'ii 191. liehe 960,
RehUuf '.'52.
ftohhufbesohlag 968,
Iteklinatiou 826,
Resektion lies Darmes 4411.
iietentiü nrinae 686,
Retinaei'kranknng 2c!5.
RetlnahypertUnlo 243.
Retinitis 2;(4. 848.
Rhlnoskople 284.
Ringbeln T'JO.
Uiiininaseliine 75(1.
Rippenbrttolie 888,
Rohren 80B,
Rflckenwlrbelbi'liolie 277.
Hundes Band, Zorrelssung desselben 82
Rn])tnt ties Herzens 41!).
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Lcboi' 020.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Llg, tores 827. Raptaren des Mastdarmes 504. Ruptnr des Schlundes I!lt;i2. 374.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Scludtermnskeln 724. Jiute, Wandsohlagen derselben 577.
Butenvorfall B94,
S.
Sakralgesohwülste 571. Samenblttsohenkrankhelten 888, Samenblasenerwolterung 635. Samenstrang, angewaohsener 021. Samenstrangftstel HI7. Samenatrangkrankhelten 016. ISareocele 015.
Sattel- und Gesdiirrdrüeke 385. Sanberg'soher Ring 083. Sausebentel 022. Satyrlasls 602. Sohaale 760. Sohttdelfrakturen 32. Schttdelwandon 81, Schambelnbruch 833. SohamllppenTerwaolisnngen 0lt;')8. Scheerengeblss 117. Sclieideabsces.se 074. Scheidekatarrh 007.
|
Soheldsontzttndung 073. Soheldeerkranknng 007. Soheideneublldungen 074. Soheldeoperation 070. Soheldensaokwaasersuoht 072. Solieideuntersnohung 008, Sohoideverletzungen 669, Scheidevorfall 078. Schcidevorfallnähte 083. Sohelnrodnktion 444. Sehenkelbruch 471. Sohenkelbrttohe 405. Soheuleder 194.
Scliienbeinbßugerzerrolssung 800. Sohienboinurnch, vorne 760. Schienbeimahmhelt 775. Schienbointtberbein 770.
Schielen 173.
Schilddrüse, aecessoriseho 327. Sohilddrttsensohwellnng 323. Schildern 713. Schlange im Leibe 507. Schlanohgeschwnlst BOG. Sohlauohgeschwülste üiiy. Sohlauoliontzündung 588. Schlauch Verletzung 587. Schlempenausschlag 903. Schlempcumauke 002, Schlund mit Fremdkörpern 34'J. Sohlnndabsoess 364. Sohlundbenle 30)4. Schlundholiror 35(,(. Solilundentzttndung 335. Schlunddivortikel 307. 869, Schlunderweiterung 307. Scldandlistel 304. Sohlundgesohwilr 364. Schlnndkrampf 337. Schiundkrankheiten 334. Scldnndlähmung 338. Schi and psorospermieu 378. Schlnndrohr 859, Sohlundrnptur 861. 302. 374. Sohlundsolmltt 860. 375. Schlundstenose 347. Schlandstriktur 342. Schlund Verätzung 338. Schlund Verengung 342.
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Schi und vcrlct/.nng 861, Sohlundzangen üiVJ. Sohlundzerrelssnng 861, Schonen 712. Schünbliiulhcit 23quot;). Schi'äg-tritt 712. Schreiben 71JS. Schritt, angleichei 712. Sohröpfköpfe 400, Sohalterblattexostosen 744. Schulterblattftaktur 744. Sohalterbraoh 744. Sohnltorgelenkverrenkung 781. Sclmlterliihnie 71ii. Sohalterlahmholt 718. Sohaltermuskelatonie 735. Schaltermnskolkrampf 720. Sohnlterneahlldnngen 7i!0. Sohulternervenlähmnng 725. 728. Schulterverband 751. Schultervorarmmuskelentzttndnng 782, Sohulterwunden 721!. Schwäimnchen 81). Sohwanzfäule 571!. Schwebeai)!);!!1:^ 745. Sohwolfabfallen 577. Sohweifbenagen 577. Schwelfcoupleren 578. Schweffgesohwtttste 575. Schweiflfthmung 57ii. Sohwelftnnskelkranipf 578. Schweifrose 578. Schweifverletzung 577. Schwiele 757. Scoliose 572.
Sehen, normales 101. IQB. Sehprobe 106. Sehschärfe 102, Sesambelnerkranknng 777. Sehnenentziindung, 702. Sehnenklapp 768, Sehnenschnitt 70i). Sehnenstelzfass 7i!7. 704. Sehnenzerreissung 7lt;io. Seitenbttnderzerreissnng lt;lcs Kessels 775. nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (1. Sprunggelenks 81)0.
Selbstanstrinken 694, Sclbstmelken 0i)4.
|
Sltzbeinbruoh 83i!. Skariflkation 400, Sklerltis 217. Skleraerkrankungen 217. Sklerawnnden 217. Skrotumdehnungen 607, Skrotunientzündang 0U8. Skrotnmgesohwttlste 610, Skrotumwnnden COti. Smegmastelne 5!)8. Spaltbriicbe 32. Spasmus glossitis 891, Spat 873. Spatsohnitt 88(5. Spatbehandlung 884. Spatbrennen 880. Spatprobe 8hi. Speichellistel 123. Speichelsteine 128, Sphygmograph 412. Spiegelrohr 284. Spina biflda 571,
ventosa 189. Spitzeber 612, Splitterbrttche 32. Splenotomie 681, Spornabnehmen Dl l. SpritzbAder 720.
Sprnnggelenksbänderzerreissnng 890. SprnnggclenUsent/.ilniliing, 8iH.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; eiterige 887.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; tuberkulöse K!)2. Sprnnggelenksknoohenbruch 8i)5. Sprnnggelenkslnxatlon 895, Sprunggelenks wunden 872.
Stallrehe 960, Staphylom 215. Star, falscher 221.
nbsp; nbsp; nbsp;griiuer 21'.).
nbsp; nbsp; nbsp;grüner 244.
nbsp; nbsp; schwarzer 235.
nbsp; nbsp; wahrer 221. Stararten 221. Starentwioklnng 224. Starnadel 227. Staroperation 220. 227. Starpunkte 223. Stanungspapille 243.
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Register.
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steine, eingeklemmte 600, Steinhirnpapille 8. Steinoperationen 044. 050. Steinzange lt;gt;5u. Stelze, eiserne 761. StelzfnsB 769.
für das Hinterbein 906, Stelziniiscliine 745. Stenuse des Sehlundes 1144. ;i47. Sterz 57;!, Storzseuolie 57.'). Sterzwurm 57i5. 581. Sterzwiirmsemdie 581. Stimmbandleiden 284. Stirnbeinfraktaren 38. Stooklalim 712. .Stulll)eiile 786. Stollbenlenrlng 7l'gt;8. Stollbeutel 788, Stollsohwamm 786, Stomatitis 89. Stiinr, s. Star. Strabisnms 17ii.
Straklbeinbraoh itfiu.
Stralilbeinliilinic 1155. Strahlfiiale \)Xi. Strahlgesohwür OSli. Strahlkrebs 940. Straubfuss SlM. Streokseluiengalle 7ii5. Streukrampf 8()7. Stridor 2117. Strikturen der Harnröhre 0152.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des .Mastdarms 540. Striktnr des Soblandes i!42. Struma ii2ii.
Stttokbrilche il2. Stupor 14.
Sttttzbelnlahmheit 716. Snbluxation am Halse 205.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Httftgelenks 825.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Sohultergelenks 781. Susebiiel 022.
Suspensorium 5!raquo;7. Syneohie, hintere 2i)2.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;vordere 2it7.
|
T.
Tagblindheit 235. 242.
Tapetum 201.
Tätowieren der Cornea 206,
Talpa 201.
Taubheit 00.
Taubstummheit 284. 290,
Taxis 408. 470.
Teleskopangen 194.
Tensionen des Auges 196,
Thrtlnendrtisenentzttndung 189.
Thränentistel 190.
Thränenorgane löü.
Thränensaokerkranknng 190.
ThoraxUrankheiten '578.
Thoraxparaeentese 406.
Thrombosen 807.
Thrombose der Beckenarterien 811.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Eohlvene 810.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;an den Vorderbeinen 74U. Tollwurra 108.
Tonsillitis 91.
Tonsillenerkrankung 90, 01. Torpor 14.
Trttberausschlag 908. Traoheadefekte 806. Traoheotomiefolgen ii22. Traohtenzwinger 087. Transplantation von Tieraugen 187.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zahnen 121.
Trauma tische Herzbeutelentzündung 420.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Herzentzündung 420.
Traubenkörnerhypertrophie 248. Treppengeblss 117. Tripper 588. Tuberkulöse Gelcnksentzündung 8112.
IJ.
l.'eberbein am Schienbein 770, üebersohiessen 70ii. üeberwurf 473. Umschlag von Alkohol 899.
l'msehläge, feuchtttarme 'MH.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; kalte 897.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l'ricssnitz'sche 3117. Unterkiefergesohwfllste 138.
I fnterkieferlähmnng 137. Untersatz 875.
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Register,
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981
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Unteraohenkelbi'ueli 868,
Vrachus, ott'en 055,
(Ji'kämpe C12.
l'torusiimimtation ()laquo;7. 688, UterusgesobwUlste 690, rtorusvorfall C8i).
V.
Viiginitis T'JSi. Vontralliernlen 44(,t. Verätzung dos Maulos IST.
Sohhmdes 338. Verfangen 060, Verhängen 473.
Verkriiianuiiig der Wirbelsäule 572. Verletzungen an der lirustwaud 37(J. 382. Verletzung des Gaumensegels igt;0,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Leber 520.
der Luftröhre 305. 309.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Longen 408,
der Lungeninagonnerven 2üo.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Magens 502.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Mastdarmes 5li4.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; des Schweifes 676, Verrenkung des Fesselgelenks 785.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Hüftgelenks 820. der Kniesehelbe 852.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Schulter 731. Verschlag 050.
Verschluckte Fremdkörper 485. Verschnüren 473. Verwachsung der Augenlider 153. Verweilkatheter 032.
Volvulus 510. Vorarmheinlirurh 749, Vorderbeinnervenlithmung 724, Vorderextremittttonamputation 7',i2, Vorderf'usswurzelbriiehe 752. Vorderkieferbrüche 143. Vorderknie, aufgefallene 753. Vorderkniegalle 705, Vorderknieknochenlirueh 752. A'orderknieluxatiou 7(10. Vorfall dos Augapfels 183.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Harnblase t!57.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Mastdarmes 551.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Rute 594,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Scheide l!78.
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Vorführen 713, Vürhautentzündung 500. Vorhautkrankheiten 585. Vorhautsteine 508. Vorhanttripper 588. Vorschwingen 713.
W.
Warzen im Maul heim Hunde 88.
#9632; an den Zitzen 000. Wasseraufsohläge 720. Weitsichtigkeil 101. Winddorn 189, Wlrbelbrüolie 273. #9632; Wirbelsäuleerkrankungen 571. Wirbelsäulevorkrttmmung 572.
Wülfsrachen 82,
Wollefressen 403, Wunden an der Brust 382.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Gesichts 70,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Nase O'J.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der Sklera 217,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;am Sprunggelenk 872.
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;der iiuss, Schiidolweiclitoilo 31. Wondlaufen bei Hunden 005. Wnndschlagon der Hute 577, Würmer im Auge 170.
X.
Zahnabsoess 118, 119.
Zaliuausstem polling 122.
Zaliubildnug, fehlerhafte 111,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;mangelhafte III,
nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;üboi'ziihligo 111, Zahnciiries der Zähne 118, Zahncvsteu 81, 68,
Zahnextraktion 116, 122, Zalinflstel 119,
Zalinlleisclieutziindimg 113.
Zahnflelsoherkrankung 113.
Zalmgesehuiir 118, Zalinkraukhoiten 1 10, Zahne, kttnstlioho 121.
nbsp; nbsp; nbsp; lose 110,
Zahnneubildnng 112. Zalmplombieren 120. Zahnschmerzen 115, Zahnspitzen I It).
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982
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Kegister.
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ZahnsteinWldungen H4.
JJühntvansplantation 120.
Zapfensdiiessen 617.
Zentren, motorische 3.
Zerreissung des Lig. inteross. tibiae et
fibulae 851. Zerreissung des runden Bundes 827. nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Schienbeinbeugers 860,
des Spanners dor Sohenkel-bimle 842. Ziegenpeter 130. Zitzen mit Warzen 699, Zitzenvorstopfung 095. Zucken 712. 881. Znckfuss 803.
falscher 807. Ziigellahmlicit 712. Znngenabreissen 0799. Zungenabscess 9G. Zungenabsterben 97. Zungenbeinbrnch 109,
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Zungenbeinkrankheit 97. Zungenblöcker 104, Zungenbürsto 106. Zungendegeneration 103. Zungenentziindnng, chronische 103.
_nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 96.
Znngeninduration, ringförmige 100. Ziingonkcimiing 106. Zungenkrampf 104. Zungenkrankbciten 95. Ziingenliilimnng .104. Zungenmuskelatrophio 105. Zungenneubildungen 103. Zimgensarkomatuso 103. Zungenstrecker 104. Zungentuborkuloso 103. Zungen Verletzung 97. 98. Zwillingsniuskelzerreissung 859. Zwerchfellbruch 479. Zworcbtellkrampf 484. Zwerchfellruptur 479.
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