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quot;W........Mi.,,..lill.lM..Ml,U.lli :
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LEHRBUCH
DEB
CHIRURGIE
FÜR
THIERÄRZTE.
VON
Professor Dr. II. MÖLLER,
DIRIGEKX DEP CHIRDRölSOHEN KLINIK AN DER THlEElRZTL, HOCHSCHULE IN BERU1C.
Z W E I H A A J) 1J. 8PECIELLE CHIRURGIE.
-*••'*-
STUTTGART. VE KLAG VON FERDINAND ENKE.
180;;.
BIBLIOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT 2911 520 5
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LEHRBUCH
DEJ{
SPEOIELLEN CHIKURGIE
PUB
THIERÄRZTE.
VON
Professor Dr. II. MÖLLER,
DIIUOEMT HEli CHIliriUUSCHKN KLINIK AN HEU TIllKJi.UiZTL. IIOCUSCUULE IN liEJUJN
MIT 142 IN DEN TEXT GEDRUCKTEN ABBILDUNGEN.
ZWEITE, VERMEHBTE UND VERBESSERTE AUFLAUF..
1
STUTTGART. V E R LAG VON F E R I) I N A N D E N K E.
181raquo;;?.
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Druck ilci1 Union Doutscho Verlagsgescllsohaft In Stuttgart,
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Vorwort zur ersten Auflage.
In dem Werke, welches liiermit lt;l('r Oeffentlichkeit übergeben wird, IuiIk1 ich versucbt, eine wenn auch gedrängte so doch abge­rundete Darstellung der äusseren Ki'ankheiten der Hausthiere vom Standpunkte unserer gegenwärtigen Kenntnisse und bisherigen Er­fahrungen zu liefern. Als Lehrbuch für Studirende und als Kulli-geber für den praktischen Thierarzt bestimmt, kam es darauf an, unter Ausscheidung alles Nebensächlichen und Zweifelhaften die für die thierärztliche Praxis wichtigeren Thatsachen zu sammeln, sie von dem heutigen Standpunkte der Wissenschaft aus y,u beleuchten und mit ihm in Einklang zu setzen. Niiehst den eigenen Beobachtungen mussten hierbei in erster Linie Mi Uli eil im gen aus der Praxis der Neuzeit verwerthet werden. Auch die ältere Fachliteratur enthält ein so überaus reiches und werthvolles Material, dass es ungerecht­fertigt gewesen wäre, es unberücksichtigt zu lassen. In Anbetracht der Qbergrossen Fülle *des Gebotenen musste ich mich aber darauf beschränken, die wichtigeren Beobachtungen aus der deutschen und ausländiselien Literatur, soweit sie mir ZU Gebote standen, ZU sammeln und für die Bearbeitung des Werkes nach Möglichkeit zu verwerthen. Für diejenigen, welche den behandelten Gegenständen ein eingehen­deres Studium widmen wollen, sind -— abgesehen von den bekannten Lehrbüchern die literarischen Quellen den einzelnen Kapiteln vor­angestellt worden.
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VI
Vorwort /.tir ersten AuflagO.
Der SchwerpunW der Veterinär-Chirurgie liegt unleugbar in deraquo; Krankheiten des Pferdes. In Betreff derselben, sowie bezllglich der kleineren Hausthiere glaube ich über ein ausreichendes eigenes Beob-nchtungsmaterial /u verfügen. Für die Bearbeitung der Krankheiten der Wiederkäuer und des Schweines hat mein Freund Professor Dr. Esser in Qöttingen die Güte gehabt, mir seine reichen Erfah­rungen bereitwilligst zur Verfügung zu stellen und die betreffenden Abschnitte der Arbeit zum Theil einer Durchsicht zu unterziehen, so dass icli hoffen darf, auch nach dieser Richtung etwas Abgerundetes ZU liefern.
Besonders eingehende Behandlung haben die bisher vernach­lässigten Lahmheiten der Pferde, welche unzweifelhaft einen der wich­tigsten Abschnitte der Veterinär-Chirurgie bilden, unter Zugrunde­legung der in meiner „Diagnostik der äusseren Knuikheiten* aufge­stellten Lehrsätze erfahren. Dagegen mussten die Augenkrankheiten, welche man bisher regelmässig in der Veterinär-Chirurgie abhandelte, von der Besprechung ausgeschlossen werden. Abgesehen davon, dass dieselben bereits an anderer Stelle eine eingehende Bearbeitung durch mich erfahren haben, hat sieh die Lehre von den Augenkrankheiten auch in der Thierheilkunde neuerdings mehr und mehr zu einem Specialfache ausgebildet. Ebenso wurden die Hufkrankheiten mit Rücksicht auf die bereits von mir veröffentlichte Specialarbeit nur in gedrängter Form wiedergegeben und ihnen die Krankheiten der Klauen und Krallen angeschlossen.
Die dem Text eingefügten Abbildungen sind /um Theil nach Photographien angefertigt, welche in der hiesigen Klinik nach der Natur aufgenommen wurden. Die Figuren 36 und 39 verdanke ich der Güte Professor I gt;r. Essers, andere sind bekannten Lehrbüchern und Zeitschriften entnommen, wahrend die Abbildungen der Instru­mente grösstentheils von Herrn Hauptner, Specialist in der Herstel­lung thierärztlicher Instrumente hierselbst freundlichst zur Verfügung gestellt wurden, daher mit den im Verzeichnisse der genannten Fabrik aufgeführten übereinstimmen.
Durch ein ausführliches Inhaltsverzeichniss und Sachregister
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Vorwort zuv ersten Auflage.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; VII
glaube it'li dem Loser des Werkes das Auffinden des Gfesuchten nach Möjflichkeit erleichtert zu haben.
Die Krankheiten sind nach den einzelnen Körpertheilen abge­handelt; es bedarf wohl keiner näheren Begründung, dass diese An­ordnung des Stoffes nicht nur das Studium desselben erleichtert, son­dern auch dem praktischen Bedürfnisse am meisten entspricht.
Berlin im Oktober 1891.
H. Möller.
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Vorwort zur zweiten Auflage.
\i ider Ei'warten schnell ist die /weite Auflage des vorliegen­den V\ erkes nuthweiulig geworden. Dies beifällige Urtheil der Fueli-genossen war für mich hinreichender Ornnd. die /.weite Auflage in demselben Sinne /.u bearbeiten. Min/eine Kapitel, /.. H. die Zahn-kranklieiten wurden indess mit Rücksicht auf die literarischen Er­scheinungen der beiden letzten Jahre einer Umarbeitung unterzogen, andere mit Ergänzungen und Zuslltzeu versehen. Auch habe ich dem mehrfach ge'dusserten Wunsch, die acuten Krankheiten der Milcii-drttsen aufzunehmen, entsprochen.
Xiich dem .Erscheinen der Allgemeinen Chirurgie — des ersten Alischnittes dieses Werkes — wurden in dem speciellen Theile an verschiedenen Stellen Kürzungen zulässig, und auf diese Weise sowie durch Anwendung von Kleindruck mannigfaltige Vervollständigungen möglich, ohne den Umfang degt; Buches erheblich zu vergrössern. Auch die Zahl der Abbildungen hat eine beträchtliche Vermehrung erfahren.
li lt;?rl i n im Oktober IS'.)'.':.
H. Möller.
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Inhaltsverzeichniss.
I. Die Krankheiten dos Kopfes.
Seite
1,nbsp; nbsp;D ioquot; K r ank he i t en der Lippen und Wangen.
ii) Wunden und Quetschungen...............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
ti) Entzündung der Lippen und Wangen...........nbsp; nbsp; nbsp; ;!
c)nbsp; Tumoren der Lippen und Wangen............nbsp; nbsp; nbsp; 5
d)nbsp; Lähmung der Lippen. Fneialisliihmuug . #9632;.........nbsp; nbsp; nbsp; 7
2.nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Maulhöhle,
a) Fremdkörper in der Maulhöhle.............nbsp; nbsp; nbsp;13
))) Krankheiten der ZungO................nbsp; nbsp; nbsp;16
a)nbsp; Verletzungen...................nbsp; nbsp; nbsp;1t!
b)nbsp; nbsp;Aeute Entzündung.................nbsp; nbsp; nbsp;18
e) Chronische Knt/.üiiduiit,'...............nbsp; nbsp; 20
d)nbsp; nbsp;Lähmung der Zunge................nbsp; nbsp; 23
e)nbsp; nbsp;Froschgeschwulst.................nbsp; nbsp; nbsp;2-1
f)nbsp; Fractur des Zungenbeines..............nbsp; nbsp; 2quot;i
c)nbsp; nbsp;Brüche der Zwisohenkieferbeine.............nbsp; nbsp; nbsp;26
d)nbsp; nbsp;Verletzungen der Laden. Ladendruok...........nbsp; nbsp; nbsp;27
e)nbsp; nbsp;Krankheiten der Zähne................nbsp; nbsp; 30
A.nbsp; nbsp;ünregelmässigkeiten in der Entwickelung,
1.nbsp; nbsp;üeberzählige Zähne...............nbsp; nbsp; :'r2
2.nbsp; nbsp;Ünregelmässigkeiten im Zahnwechsel.........nbsp; nbsp; nbsp;)'gt;;!
3.nbsp; nbsp;Fehlerhafte Stellung der Zähne...........nbsp; nbsp; 33
B.nbsp; nbsp;ünregelmässigkeiten in der Abreibung.
1.nbsp; nbsp;Das scharfö oder kantige (iebiss...........nbsp; nbsp; :J7
2.nbsp; nbsp;Das Scherengebiss............. . .nbsp; nbsp; 40
8. Das wellenförmige Gebiss.............nbsp; nbsp; 42
4.nbsp; nbsp;Das Treppengebiss................nbsp; nbsp; nbsp;4.quot;gt;
.quot;). Vorzeitige Abnutzung des Uebisses.........nbsp; nbsp; 45
(gt;. Das glatte tJchiss................nbsp; nbsp; nbsp;U'i
C.nbsp; nbsp;Krankheiton der Substanz der Zähne.
1.nbsp; Zahnearies. Caries dontium............nbsp; nbsp; 47
2.nbsp; nbsp;Spaltung und Zersplitterung der Zähne........nbsp; nbsp; 50
3.nbsp; Zahnstein, Weinstein...............nbsp; nbsp; 51
D.nbsp; nbsp;Erkrankungen der Zahnalveolen,
1.nbsp; nbsp;Periostitis alveolaris...............nbsp; nbsp; nbsp;#9632;i'-'gt;
a)nbsp; nbsp;Bei den Pflanzenfressern............nbsp; nbsp; 53
b)nbsp; nbsp;13ei den Fleischfressern.............nbsp; nbsp; nbsp;(irgt;
2.nbsp; nbsp;Zahnfistel...................nbsp; nbsp; 07
;gt;. Neubildungen vom Zahnfleisch oder den Alveolen ausgehendnbsp; nbsp; nbsp;70
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\
InhaltsverzeichnisSi
Seit,.
8. Die
h ö li
a)
b) c)
(1)
K rankbeiten
#9632; r N use, N a i
i uli 1 o und ihrer Nobe
len.
Verletzungen dor Nasenflügel.......
Brüche der Nasenbeine.........
Fremdkörper und Tumoren in der Naseuhöblo Küipvom der iStini- und Oberkieferhöhle . . Die Trepaniition der Obcikiefcr- und Stirnhöhle,
Nekrose der Nasenmuscheln.......
Nasenbluten.............
71 72 78 77 79 86 80
-I. Die Krankheiton der Speicheldrüsen.
a) Verwundungen und Verletzungen.....
li) Entzündung der (Spcicluddriison......
c)nbsp; nbsp;Abscedirung der subparotidealen Lymphdrüsen
d)nbsp; nbsp;Speiohelsteine............
c) Speichelflstel.............
f)nbsp; nbsp;Tumoren der Speicheldrüsen.......
g)nbsp; Äktinomycesgeschwülste.........
89 98
96 9ö
Os
100
5. D iu Krankheiten des G csich t es und Unterkiefers.
a)
I.)
Fracturen der Gesichtsknochen.............
Fracturen des Unterkiefers...............
106
108 111 118 IM 116 117 118 121
0 1
fl
g)
hl
Luxation dos Unterkiefers...............
Kntzündung des Kieforgolonkos.............
Lähmung des Unterkiefers...............
Periostitis und Kxostoson am Unterkiefer.........
Tumoren am Unterkiefer...............
Aktinomykose der Kieferknochen............
Entzündung und Neubildungen in den submaxillaren Lymphdrüsen
ti. D i o K rn nkheiten
Ohren und Lnftsilcke.
n) Verletzungen dos llusseren Ohres
h) Das Blutohr...........
c) Entzündung des Kasseren Gehörganges . tl) Uhrllstol, llalskiemenlistol, Zahnbalgoyste e) Chronischer Katarrh dos Lnftsackes f'l Tympanitis dos Luftsackes......
7. Die Krankheiten dos S 0 h B. d e 1 s.
12'2 124 126
12! 1
130
188
Fracturen und Verletzungen der Sohädelknochen
Gehirnerschütterung...........
Brüche der Stirnbeine..........
Ablösung dei Hörner..........
Wunden und Verletzungen am Schädel . . . . Trepanation und Trokarirung der Schtldelhöhle .
141 144
145 117 14s 149
II. Die Krankheiten laquo;los Halses.
1.nbsp; nbsp;Wunden und Quetschungen der Weicht heile des Halses.nbsp; nbsp; 15(J
2.nbsp; Fracturen der Halswirbel..............nbsp; nbsp;1(30
:!. Verkrümmung des Halses..............nbsp; nbsp; 168
4.nbsp; nbsp;Der Kropf......................nbsp; nbsp; 171
5.nbsp; Die Genickbeule...................nbsp; nbsp; 178
ö. Die Aderfistel....................nbsp; nbsp; 182
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Iiiliiiltavi'rzi'irhnisn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; XI
Seite
7.nbsp; Die Krankheiten des Pharynx und Ooaophagua.....nbsp; nbsp; nbsp;186
a)nbsp; Fremdkörper in der Bachenhöhle und im Schlünde......nbsp; nbsp; I8(J
A.nbsp; Jiüim Pferde.................nbsp; nbsp; nbsp;1laquo;raquo;
B.nbsp; nbsp;Heim Binde...................nbsp; nbsp; nbsp;190
C.nbsp; Heim Schwtniu'.................nbsp; nbsp; nbsp;l'1'
D.nbsp; Bei Pleisohfresseru................nbsp; nbsp; nbsp;198
E.nbsp; Verstopfung dtlaquo; Kropfes buim Qeflttgel.........nbsp; nbsp; nbsp;199
b)nbsp; Verletzungen des Pharynx und Schlundes, Sohlundflsteln....nbsp; nbsp; 200
c)nbsp; Elotasien, Divertikel und Zerreissung des Schlundes......nbsp; nbsp; '202
d)nbsp; Verengerung und Compression dos Schlundes........nbsp; nbsp; 207
e)nbsp; nbsp;Ldhmung des Schlundkopfes und Schlundes .... . .nbsp; nbsp; 208
f)nbsp; Tumoren in der Bachenhöhlo und im Schlünde.......nbsp; nbsp; 210
8.nbsp; Krankheiten des Kohlkopfes und der Luftröhre,
a)nbsp; Verletzungen, Entzündung und 'rumoren am Kehlkopfe . . . •nbsp; nbsp; 211
b)nbsp; Neurosen des Kehlkopfes..............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 221
c)nbsp; nbsp;Fracturen, Deformitäten und Stenosen der Luftröhre.....nbsp; nbsp; 224
il) Fremdkörper und Parasiten in der Luftröhre........nbsp; nbsp; 229
e)nbsp; Die Tracheotomie................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;quot;32
f)nbsp; Laryngotomie und Laryngoflssur.............nbsp; nbsp; 244
III. Die Krankheiten der Brust.
I. Rippenbrttche...................nbsp; nbsp; 251
'2. Rippenfisteln...............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ....nbsp; nbsp; 254
3.nbsp; Brustbeinfisteln...................nbsp; nbsp; 856
4.nbsp; Wunden und Quetschungen der Weichtheile........nbsp; nbsp; 259
a) Nicht perforirende................nbsp; nbsp; 259
h) Perforirende...................nbsp; nbsp; 261
5.nbsp; Die Brustbeule...................nbsp; nbsp; '^67
ti. Der Sattel- und (ieschirrdruck.............nbsp; nbsp; 274
A.nbsp; Satteldruck bei Pferden......_........nbsp; nbsp; 275
B.nbsp; Quetschungen durch Kummet und Geschirr.......nbsp; nbsp; 287
7.nbsp; Tumoren an der Brust................nbsp; nbsp; -89
8.nbsp; Der Bruststich...................nbsp; nbsp; 290
IV. Die Krankheiten des Bauches.
1.nbsp; Quetschungen der Bauchdecken.............nbsp; nbsp; 298
2.nbsp; Bauchwunden...................nbsp; nbsp; 800
3.nbsp; Darm- oder Kothflstel................nbsp; nbsp; 310
4.nbsp; Der Bauohstich...................nbsp; nbsp; 312
5.nbsp; Eingeweidebrtiche..................nbsp; nbsp; 815
(i. Nabelbruch ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;..............nbsp; nbsp; 328
7.nbsp; Leistenbruch....................nbsp; nbsp; 888
a)nbsp; Bei Pferden...................nbsp; nbsp; 888
b)nbsp; nbsp;Der falsche Leistenbruch..............nbsp; nbsp; 352
c)nbsp; nbsp;Leistenbruch hei Wiederkäuern...........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 855
d)nbsp; Beim Schweine..................nbsp; nbsp; B56
e)nbsp; nbsp;Bei Hunden...................nbsp; nbsp; 858
8.nbsp; Schenkelbruch...................nbsp; nbsp; MO
S). Mittelfleischbruch..................nbsp; nbsp; 361
10.nbsp; Bauchbrüche....................nbsp; nbsp; nbsp;'#9632;raquo;gt;*
11.nbsp; Innerer Bauch- und Bauchfellbruch...........nbsp; nbsp; ^8
12.nbsp; Zwerchfellbruch ..................nbsp; nbsp; 371
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XII
[nlmltsvem'ichmss.
V. Die ohll'Ul'glscheil Krankheitlaquo;'raquo; laquo;los Magens uiul Dannkaiiales.
Seito
1.nbsp; nbsp;PremdkQrpei' ira Verdauangstractus...........nbsp; nbsp; 878
2.nbsp; nbsp;Darmstioh beim Pferde................nbsp; nbsp; 379
;!. Der Pansenstioh und Pansenscbnitt ...........nbsp; nbsp; USD
4.nbsp; nbsp;Darminvagination..................nbsp; nbsp; 390
5.nbsp; nbsp;Achsendrehung lies Qrimmdarmes beim Pferde.......nbsp; nbsp; 393
VI. Dilaquo;' Krankhelteu der hinteren Abschnitte des Mast-laquo;larmes sowie des Afters.
I. Fehlen des Afters und Kloakenbildung..........nbsp; nbsp; 398
-'. V'orletzun^on des Mastdarmes und der Analgegend......nbsp; nbsp; 402
3.nbsp; nbsp;Entzündung der Mastdarmschleimbaut und des Afters.....nbsp; nbsp; 405
4.nbsp; nbsp;fhlegmone des Bindegewebes am Mastdarm......., .nbsp; nbsp; 407
5.nbsp; nbsp;Vorfall des Mastdarmes und Afters...........nbsp; nbsp; 409
H. Krwe'itorunir, X'erongerung und Lähmung des Mastdarmes ...nbsp; nbsp; 417
7. Afterflstel und Aftersoheidenflstel............nbsp; nbsp; 422
v. Tumoren am After und Mastdarm............nbsp; nbsp; 423
VII. Die Krankheiten der Harnorgane.
1.nbsp; nbsp;Angeborene Formfehler................nbsp; nbsp; 426
a)nbsp; Spaltung der mllnnlichen Harnröhre. Hypospadie und ISpispadienbsp; nbsp; 426
b)nbsp; nbsp;Offenbleiben des ürachus.....' ........nbsp; nbsp; 427
2.nbsp; nbsp;Harnsteine....................nbsp; nbsp; 427
A)nbsp; nbsp;Beim Pferde..................nbsp; nbsp; 428
B)nbsp; Hei Wiederktluern...............nbsp; nbsp; 435
C)nbsp; nbsp;Beim Schweine.................nbsp; nbsp; 441
D)nbsp; Bei Hunden...................nbsp; nbsp; 442
3.nbsp; nbsp;Der Handdasenstieh.................nbsp; nbsp; 444
4.nbsp; nbsp;Verletzungen, Entzündung und Strictnren der Hanu'öhre .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 446
.quot;gt;. Lähmung der Harnblase...............nbsp; nbsp; 450
•i. Entzündung der Harnblase..............nbsp; nbsp; 452
7. Vorfall und UmstUlpung der Harnblase..........nbsp; nbsp; 4r)4
v. Tumoren in der Harnröhre und lilase..........nbsp; nbsp; 459
VIII. Dilaquo;' Krankheiten der inäiinlielien Geschlechtsorgane.
1.nbsp; Entzündung der Vorhaut...............nbsp; nbsp; 403
A) Heim Pferde..................nbsp; nbsp; 403
l!i Beim Kinde............ ....nbsp; nbsp; 465
(') Beim Schweine.................nbsp; nbsp; 408
D) Bei Fleischfressern................nbsp; nbsp; 408
2.nbsp; nbsp;Phimosis und Paraphimosis, Lähmung der Rufche und Verletzungen
des Penis.....................nbsp; nbsp; 469
3.nbsp; Tumoren am Schlauche und Penis, Ämpatatio penis.....nbsp; nbsp; 474
4.nbsp; Krankheiten der Prostata...............nbsp; nbsp; 47.s
5.nbsp; Krankheiten des Sorotums...............nbsp; nbsp; 480
6.nbsp; nbsp;Krankheiten der Hoden. Castration der Cryptorchiden ....nbsp; nbsp; 488
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[nhaltsverzeicliniss,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;XIII
Salts
a) Angeborsna Dsfocte und Retention dav Hoden......483
1)) EntssUndung der Hoden und Nebenhoden. Orohitigi feriorohi-
ti,s. Kpidiilymitis.................490
' o) Tumoren der Hoden (Saroocele) und Nebenhoden.....49]
7.nbsp; nbsp;Wasserbruoh, Blutbruch und [Crampfaderbruch, HydrocelOj Hftma-tocele und Varicocele................193
8.nbsp; nbsp;Entzündung des Satnenstranges, Samenstrangfistel......196
IX. Die Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorgane.
1.nbsp; nbsp;Verletzungen uml Entzündung der Scham, Scheide und Gebär-
mutter ......................nbsp; nbsp; nbsp;quot;iO:;
2.nbsp; nbsp;Vorfall der Scheide.................nbsp; nbsp; 507
:!. Vorfall der Gebärmutter...............nbsp; nbsp; nbsp;509
4.nbsp; nbsp;Tumoren der Vagina und des Uterus...........nbsp; nbsp; nbsp;513
5.nbsp; nbsp;Die Krankheiten der Milchdrüsen............nbsp; nbsp; nbsp;MT
1.nbsp; nbsp;Wunden und Quetschungen.............nbsp; nbsp; nbsp;quot;gt;lv
2.nbsp; nbsp;Acute Entzündung des Euters, Mastitis acuta.......nbsp; nbsp; nbsp;ö'20
a)nbsp; Traumatische Entzündung............nbsp; nbsp; nbsp;524
b)nbsp; nbsp;Phlegmonöse Entzündung............nbsp; nbsp; nbsp;quot;)'_'4
c)nbsp; nbsp; Parenchymatöse Entzündung...........nbsp; nbsp; 527
a)nbsp; nbsp;Euterkatarrb................nbsp; nbsp; nbsp; •quot;)#9632;_gt;;
b)nbsp; nbsp;Eiterige oder abscedirende Entzündung des Euters . .nbsp; nbsp; 530 e) Brandige Euterentzündung...........nbsp; nbsp; 5lJu
3.nbsp; nbsp;Verengerung und Versohluss des Zitzenkanals......nbsp; nbsp; nbsp;h'M
4.nbsp; nbsp;Chronische Entzünduna und Tumoren des Euters.....nbsp; nbsp; nbsp;quot;xlc
X. Die Krankheiten der Etilckemvlrbelsilnle nnd des Beckens.
1. Praoturen der Rücken- und Lendenwirbel. Luxation und Diastase
derselben. Commotio spinalis.............nbsp; nbsp; nbsp;545
'_'. Practuren des Kreuzbeines und der Schwanzwirbel......nbsp; nbsp; nbsp;562
8. Verkrümmungen der Wirbelsäule............nbsp; nbsp; nbsp;quot;iiH
4.nbsp; nbsp;Practuren der Beckeuknochen.............nbsp; nbsp; nbsp;'gt;bl
5.nbsp; nbsp;Diastase s. Luxation dos Kreuzdarmbeingelenkes.......nbsp; nbsp; nbsp;367
(i. Luxation der Symphysis osaium pubig...........nbsp; nbsp; nbsp;570
7.nbsp; nbsp;Kreuzlähmung...................nbsp; nbsp; nbsp;TiTiraquo;
8.nbsp; nbsp;Krankheiten des Schweifes...............nbsp; nbsp; nbsp;579
9.nbsp; nbsp;Nekrose der Rttckenfascie...............nbsp; nbsp; nbsp;583
XI. Die Krankheiten der VordergUedmossen.
A. Krankheiten der Schultergegend.
1.nbsp; Practuren des Schulterblattes..............nbsp; nbsp; ri84
2.nbsp; nbsp;Praoturen des Armbeinoa...............nbsp; nbsp; 580
8. Krankheitszustände des Schultergelenkes....... . .nbsp; nbsp; 589
4.nbsp; nbsp;Entzündung der Bursa des hingen Vorarmbeugera......nbsp; nbsp; nbsp;•'quot;)94
5.nbsp; nbsp;Entzündung der Sehne des hinteren (iriiteninuskels......nbsp; nbsp; .quot;gt;,,)7
(;. Lähmung des oberen Schultornerven...........nbsp; nbsp; nbsp;598
7. Lähmung des Speichennorven.............nbsp; nbsp; nbsp;602
s. Lähmung des Armgeflechtes..............nbsp; nbsp; nbsp;iHgt;7
!). Schulterlahmheit..................nbsp; nbsp; nbsp;609
ocr page 18
XIV
Inhalteverzeichniss.
B. Krauklieiten des Ellbogens und Vorarmes.
Seite 61(gt; 618 619 620 628 627
1.nbsp; Knu-turen (lea EUlboKonbeineii.....
2,nbsp; Froctureu der Speione.......
:;. Luxation des ISllbogengelonkes .... #9632;t. EnUttndung dee Bllbogengelenkos . . .
.quot;gt;. Die Stollboule..........
ii. Wunden mul Quetschungen am Vorarm .
C. Kraukheiteu der Vordertnsswurzel.
1,nbsp; Fracturen der Knochen der Vorderfusswurzel.....
2.nbsp; nbsp;Verletzungen an der vorderen Fläche der Vorderfusswurzel
A)nbsp; Bei Pferden • #9632; •.......
B)nbsp; üio Kniebenlo des Kindes......
:l, Chronische Entzündung der Vorderfusswurzel
I. Entzündung delaquo; sog. Kniebogens ....
681
682 686 640 642 644 644 laquo;44 045
rschenke
quot;), Die Gelenk- und Sehnenscheidengallen am Vorde
A)nbsp; Qelenkgallennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;. . .....
B)nbsp; Sehnenacheidengallen im Beugeapparate
C)nbsp; Strecksehnenscheidengallen.....
D. Krankheiten des Vordermittelfusses.
1.nbsp; Knoehenlirücho..............
2.nbsp; Wunden............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ...
;{. Zerreissung der Beugesehnen.........
4. Entzündung der Beugesehnen.........
Tenotomie . . ............
.quot;). Der Stelzfuss bei Fohlen..........
ti. Die Ueberbeine am Metacarpus bei Pferden . . .
852 654 667 662
072 075 679
E. Krankheiten der Phalangen.
1.nbsp; nbsp;Luxation der Phalangen.........
2.nbsp; Diatorsion der Zellengelenke........
:5.nbsp; Knochenbrllche an den Zehengliedern.....
4.nbsp; Die Schale..............
5.nbsp; Die Entzündung der hinteren Hiinder des Kronenge
6.nbsp; nbsp;Fracturen der Sesambeine.........
7.nbsp; Die Qloichbeinlähme...........
8.nbsp; Brüche des Strahlbeines..........
9.nbsp; nbsp;Die Strahlbeinlahmheit..........
10.nbsp; Die Mauke der Pferde..........
Mikes
088 689 091 TOI 710 712 714 718 720 784
XII. Die Krankhelteii der Hintergliedmassen.
A. Krankheiten des Oberschenkels.
1.nbsp; Verletzungen der Weichtheile am Oberschenkel ....
2.nbsp; nbsp;Brüche des Oberschenkels............
;i. Verrenkung des Hüftgelenkes...........
740 748
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Inlialtsvt'i'zeichniss.
Entzündung des Hüftgelenkes ....
dos M. clutaeus raed.
XV
Seite 757 7,Mi 76] 762 7f!•_, 762
765 768
7ii,.i 77'2 quot;r,
Entzündung der Sehne und Sehnenscheide
NerTeDlähmungen am Binterschenkel...........
A) Ltthmungen im Qebiete des N. iscfaiadicus........
a)nbsp; nbsp;LRhinung des N. peroncus............
b)nbsp; nbsp;Lähmung des N. tiliiulis.............
15) Liilunung des N. oruralis und des M. quadriceps femoris, Zer-
reissung der Kniescheibentnuskeln und Hirer Händer . . . .
Cl Lähmung des N. obturatorius............
Thrombose der hinteren Aorta und ihrer Aeste.......
Luxation dos M. biceps Petnoris..........
lüifthdnnheit...................
B. Kraukheiteu des Kuiegeleukes.
1. Luxation und Distorsion des Kniegelenkes . .
'2. Verrenkung der Kniescheibe.......
8. Zerreissung der geraden BUnder der Knieseheibi
#9632;1. I-Viieturen der Kniescheibo........
5. Verletzungen und Entzündung des Kniegelenkes Q, Chronische IHntzündung des Kniegelenkes . . 7. Bursitis praepatellaris.........
781 782 78!) 781) 791 792 795
C. Kraukheiten des Unterscheukels.
1,nbsp; nbsp;Wunden und Verletzungen..............nbsp; nbsp; nbsp;7!Jfgt;
2.nbsp; nbsp;Fracturen des ünterschenkelbeines............nbsp; nbsp; nbsp;798
8. Zerreissung des Zwischenknochenbandes..........nbsp; nbsp; 80!'
•I. Zerreissung des M. tibialis antieus............nbsp; nbsp; nbsp;808
5. Continuittltstrennungen in der Achillessebne und den Wadenmuskelnnbsp; nbsp; 807
D. Krankheiten des Sprunggelenkes.
1.nbsp; Fracturen der Sprunggelenksknochen...........nbsp; nbsp; 811
2.nbsp; nbsp;Luxationen und Distorsionen am Sprunggelenk.......nbsp; nbsp; nbsp;818
;5. Verwundungen und acute Entzündung des Sprunggelenkes . . .nbsp; nbsp; nbsp;814
•I. Die Sprunggelenkgalle................nbsp; nbsp; nbsp;816
5. Chronische Entzündung des Sprunggelenkes. Spat......nbsp; nbsp; nbsp;818
(i. Rehbein.....................nbsp; nbsp; nbsp;841
7.nbsp; nbsp;llasenlmeke. Courbe.................nbsp; nbsp; nbsp;842
8.nbsp; Fiephaoke............... .....nbsp; nbsp; nbsp;845
9.nbsp; nbsp;Luxation des Kronbeinbeugers '.............nbsp; nbsp; nbsp;84s
E. Krankheiten des Metatarsus.
1.nbsp; nbsp;Erkrankungen der Seimen und Sehnonscheiden .
2.nbsp; Dor Hahnentritt. Zuokfuas........
:i. Die Verletzungen durch Streichen. Einsclmss.
849
858 864
F. Krankheiten des Hufes.
A) Die acute Entzündung der Huf 1 ed erbaut, Pododerma-titisaoutn.....................870
1.nbsp; nbsp;Vernagelung...............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;. ls7()
2.nbsp; NtigeltriU.....................878
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XVInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; InhoUsvsi'zoiohniss.
Seitlaquo;
8. Ki'oiu'iiti-itt....................nbsp; nbsp; ggg
4.nbsp; nbsp;Stcingallc.....................nbsp; nbsp; ,S89
5.nbsp; nbsp;llufkiioriiellistel...................nbsp; nbsp; ggg
6.nbsp; nbsp;Rehe.......................nbsp; nbsp; 900
I3i Die diroii isrlii' Entzündung der Uuflederhaut. I'odo-
dermatitis ohrouica................nbsp; nbsp; 007
1, llornsiiuli'u....................nbsp; nbsp; 907
'2. Chronische Kntziinduni? dor l-'loiscliwand..........nbsp; nbsp; OOit
i!. Hufkreba.....................nbsp; nbsp; Oil
G. Krankheiten der Klauen.
1,nbsp; nbsp;Quetschung der Ballen................nbsp; nbsp; 1)21
2.nbsp; nbsp;Verletzungen der Klauen...............nbsp; nbsp; 1)22
quot;.. I'aiiiiritiiiiu....................nbsp; nbsp; 1)23
#9632;1. Amputation der Klauen................nbsp; nbsp; ()2S
5, Klauengeschwttr der Schafe..............nbsp; nbsp; 981
H. Krauklieiten der Krallen.
1.nbsp; nbsp;Das Einwachsen der Krallen (Incarnatio unguis). Luxation der Krallen. Chronische Entzündung des Krallenbettes. Abfallen der Krallen......................nbsp; nbsp; 984
2.nbsp; nbsp;Quetschungen und Verwundungen der Sohlen- und Zehenballen .nbsp; nbsp; 987
Sachregister......................nbsp; nbsp; 939
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I. Die Krankheiten des Kopfes.
1. Die Krankheiten (ler Lippen und Wangen.
a) Wunden und Quetschungen.
Verwundungen der Lippen kommen nni [läufigsten bei Pferden durch gegenseitiges Beissen und Schlagen, durch Gegenrennen und Niederstürzen auf festem Hoden, sowie durch scharfe Gegenstünde am Geschirr (Hnken, Schnallen) oder Nägel und Baken an der Raufe oder Krippe zu Stunde. Quetschungen entstehen hier unter ähn­lichen Umständen, dann aber auch durch gewaltsame und oft wieder­holte Anwendung der Bremse. An den Maulwinkeln fühi-en scharfe oder schleckt liegende Gebisse namentlich bei jungen und unempfind­lichen (gehirnkranken, hartmäuligen) Pferden zu Verletzungen, wilh-rend die Wangen durch Hufschläge, Bornstösse und scharfe Backen­zähne Continuitätstrennungen erfahren.
Es handelt sieh also fast immer um Quetschungen oder Quetsch­wunden, deren Beilung durch die grosse Beweglichkeit der verletzten Theile, sowie durch Verunreinigung bei der Futteraufnahrae ungünstig beeinflusst werden muss, Andererseits wird der Beüungsprocess durch den Reichthum an Blutgefdssen und lockerem Bindegewebe begünstigt, und ist in diesen Wunden Heilung per primam intehtionem selbst da noch möglich, wo dieselben mit erheblicher Quetschung verbunden, ihre Ränder bereits eingetrocknet sind, und die Wundlappeu in grösserem umfange losgetrennt erscheinen. Die grössten Schwierigkeiten bereiten tiefere Wunden um Mnulwinkel, wohei zugleich die Miuilsehleimluiut getrennt, die Maulspalte verlängert wird. Auch perforirende Wunden der Wangen heilen weniger leicht und können Kistolhildung zur Folge hnben. Ver­letzungen der gmssen Venennetze nn der Wange rufen zuweilen MOllor, Speciella Ohirnrgle fttr Tbierüme. #9632;gt;. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I
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Qnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kiatikhciton des Kopfes.
profuse Blutungen hervor, welche jedoch selten gefährlich werden.
Dagegen führen Trennungen des Stenson'sclien Ganges wohl ZU Speichelflsteln. 1gt;hs bei Wangenwunden zuweilen am Kopfe auftretende Emphysem verdient keine besondere Beachtung, es verliert sich bald von selbst, Durch Absterben grösserer Wundlappen können an den Lippen und Wangen Defeete entstehen, weiche nicht nur das Aussehen der Thiere, sondern auch die Futter- und (Jetränkaufnahme stören; dies gilt namentlich von Wunden am Maulwinkel, die zuweilen eine erhebliche Verlängerung der Maulspalte (Makrostomie) zur Folge haben.
Behandlung. Bei oberflächlichen Verletzungen werden kleine Hautlappen mit der Schere entfernt, worauf regelmässig bald Heilung erfolgt. Zur Vermeidung von Deformitäten muss bei ausgedehnten Verletzungen Heilung per primam intentionem angestrebt werden, so­bald diese in Aussicht steht. Nach Entfernung der losen Fetzen wird die Wunde, welche in der Kegel ausgetrocknet ist, angefrisebt, d. h. ihre Oberfläche mit der Schere abgetragen, um die für die unmittel­bare Vereinigung nothwendigen regenerationsfähigen Flächen zu er­zielen; Blutung und feuchte Beschaffenheit der Schnittfläche spricht für diese Eigenschaft. Darauf reinigt man die Wunde und ihre Umgebung, entfernt die etwa vorhandenen langen Ilaare, spült die Wunde mit einer Desinfectionsflüssigkeit (Sublimat-, Carbol- oder Creolinwasser) ab und heftet dieselbe so. dass ihre Bänder möglichst vollkommen und gleich-massig einander berühren und fest liegen. Bei der grossen Beweg­lichkeit dieser Theile. namentlich der Lippen empfiehlt sich die um­schlungene Naht. Man lege die Nadeln tief und eng, in Zwischen­räumen von etwa 1—'2 cm und umschlinge sie wiederholt mit einem fortlaufenden, nicht zu dünnen Faden. Unter Umständen können einige Bntspannungsnähte zweckmässig werden. Zur weiteren Fixirung der Wundränder bedecke man dieselben mit Collodiinn oder Wundgelatine1) und etwas Werg oder Jute oder ein paar lt;lt;azestreifen.
') Als „Wundgelatinequot; benutze ich eine .Masse, welche im .Stolle des Occlusmerbandes gute Dienste leistet. Sie wurde von Prick (Arch, für pmot. u. wiss. Thierheilkunde IWi. S. 397) als „Sublitnatglyoeringelatine' be­gehrieben. Zur Herstellung derselben weiche man gewöhnliche Speisegelatine in inugliclist wenig 1 % Sublimatwasser auf; aaohdem der [lest des letzteren abge­gossen ist, wird die Gelatine geschmolzen und ihr 10gt; (der trockenen Gelatine) (llyecrin Imr/.ngefiigt. Ilierdureli erlangt die Masse eine elastische Beschaffenheit und kann auf leichtem Feuer geschmolzen mit einem Pinsel auf die Wunde ge­bracht werden, wo sie in wenigen Augenblicken erstarrt und eine schützende Decke bildet, welche sieh auch einer feuchten Oberflllohe fest anlegt. Darin liegt
J
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Knt/.ümliiiii,' dor Lippen und Wangon,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;{
Besondere Sorgfalt verlangen tiefere Wunden am Maulwinkel und an der Wange. Hier musis die Knopfnaht gewählt und die niclit zu schwachen Heftfäden müssen quer durch die Wange gelegt werden.
Auch Blei- oder Messingdraht eignet sich hier/u.
Dureli Anbinden /.wischen zwei Pfeilern wird das Scheuern der Wunde verhindert. Wo auf Heilung per prim. int. Gewicht gelegt wird, lasse man in den ersten 24 Stunden nur reines Wasser, in den nächsten Tagen Mehl- oder Kleientränke verabreichen. Nach etwa 6—8 Tagen können an den Lippen die Hefte entfernt werden, am Maulwinkel sowie an der Wange bleiben dieselben womöglich ein paar Tage länger liegen; auch entferne man hier nicht alle Hefte auf einmal.
Bei Fisteln an der Wang
r-''
leistet nach Entfernu
mg der eiUldsen
Ränder derselben durch Aet/.niittcl oder das GHüheisen die Schnür­naht vorzügliche Dienste. An den vorderen Abschnitten der Wange gelingt zuweilen die Anlegung eines Heftes durch die Schleimhaut, um die innere Oefihuhg der Fistel zum Verschluss zu brinffen.
b) Entzündung der Lippen und Waugeu.
Aussei- den durch Verwundung und Quetschung entstandenen kommen acut entzündliche Processe an den Lippen unserer Hausthiere vornehmlich durch Abwischen von Scharfsalben mit dem Maule, durch den Genuss von scharf reizenden Beimischungen der Futterstoffe (Raupen), sowie bei Infeetionskranklieiten vor (Aplithenseuelie, Stoma­titis pustlllosa). Die letzteren werden in den Lehrbüchern der inneren Krankheiten abgehandelt. Bei Hunden beobachtet man phlegmonöse Erkrankungen der Ober- und Unterlippe selbst nach geringfügigen Verletzungen, was nicht überraschen kann, denn Gelegenheit zur In­fection ist bei diesen Thieren hinreichend gegeben, Wiederholt sah ich Hautkrankheiten in Folge des Beleckens der erkrankten Stellen auf die Lippen Übergeben (Ekzeme, b'äude etc.). die sich mit Vorliebe auf den Nasenrücken fortpflanzen und in Gestalt einer Dermatitis chronica apostematosa der Behandlung grosse Schwierigkeiten bereiten, wenn ihre Ausbreitung nicht gestattet, die erkrankte Haut mit Messer und Schere tmnz fortzunehmen.
namentlich ein Vortheil dem Collodintn gegenüber. Dringt man vor dein Er-stiirren etwas Werg oder einen Streifen (laze iiuf die Masse, so wird ihre Festig­keit noch erhöht.
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Inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kiunkheiten dee Kopfes.
Bei Hundou und liindem komml spontane Gangränbildung der Wange vor, älmlicli dem sog. Wasserkrebs iNonm) der Kinder. Das Leid.mi setzt bei Hunden am Maulwinkel mit Bildung eines un­scheinbaren Brandschorfes ein; die gleichzeitig bestehende erhebliche Anschwellung der Nachbarschafl lilsst den Zustand vermuthen; die Gangran schreitel sciinelJ Fort, erreich! in wenigen Tagen die Grosse eines Thalers und darüber. Die ilussere Haut erscheinl weich, grau­braun und liisst sich leichi ablösen; die submaxillaren Lymphdrüsen zeiccn sieb geschwollen, auch besteh! Fieber und starke Salivation. Bei Hunden leommi der Process in der Regel erst zum Abschluss, nachdem ein grosser Theil der Wange verloren gegangen ist. Das Auftreten von Granulation und Eiterung an der Grenze kennzeichnet die beginnende Heilung. Nach Ablösung des brandigen Stückes liegen die Backzähne oft frei zu Tage, so dass die Aufnahme flüssi­ger Nahrungsmittel durch den Delect gestört wird, indes.- erfolgt meist eine so vollständige Vernarbung, dass jene Störungen ver­schwinden und auch das Aussehen des Thieres nicht erheblich leidet.
üeber die Ursachen diesernbsp; nbsp;bei Hunden seltenen Erkrankung
ist ebensowenig bekannt wie tlbernbsp; die der Nimm des Menschen, Die
Annahme, dass es sieh um einenbsp; nbsp;Infection mil speeifischen Mikro­organismen handelt, liegt nahe.
Die Therapie besteht in recht frühzeitiger Deainfection, am zu­verlässigsten mit dem Qlüheisen. Der Paquelin'sche Brennapparat leistet hier gute Dienste. Wo diese Behandlung nicht durchführbar, wende man Bähungen von Kalium permanganicum oder Carbolwasser, Sublimat oder Creolin an. Dabei ist dünnflüssige Nahrung zu verab­reichen, welche dem Thiere zweckmässig eingeflösst wird. Sobald die Aufnahme derselben durch den Defect an der Wane-,, gestört er­scheint, muss dies geschehen, oder man lässt festweiche Nahrungs­mittel (Fleisch etc.) geben.
Stock fiel h beschreibt ein ähnliches Leiden als Folge von Ver­letzungen bei Rindern, doch erlang! dasselbe nicht die Ausbreitung wie heim Hunde und führt nicht so regelmässig zur Nekrose der Wange.
Meist ko.....it es inn- zur Abscessbildung in der Backe, worauf sich
die 'l'liiere in wenigen 'fugen erholen.
Bei den übrigen entzündlichen Processeu muss die Therapie nach der Art derselben eingeleitet werden, Man beseitige die Ursache und sorge dafür, dass die erkrankten Theile weder durch Reiben, noch aueb
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Tumoren der Lippen and Wangen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,quot;,
durcb Beweguugeii des Kaueus mehr als unumgänglicl) tiothwendig gereizt werden, und fcreft'e dementsprechende Mussregeln bei der Aus­wahl der Futterstoffe wie der Pflege der Thiere. Im Qbrigen werden diese Zustände nach den allgemeinen Grundsätzen der Chirurgie be­handelt. Bei der apostematösen Hautentzündung zögere man nicht, zum Messer zu greifen und die krankhaft m'ilnderten Theile zu ent­fernen.
c) Tumoren der Lippen und Wangpu. Lit: Garcia, Annal, belgique. I88(i. Klepzow, .lahrb. 1802. S. iji).
li Warzen. Bei Hunden und Pferden bilden die Lippen nichi selten Sitz einer grösseren Anzahl kleiner, gestielter Warzen. Sowohl an der äusseren Haut wie auch Schleimhaul Hnden sich dich! ge­drängt derartige Neubildungen von Stecknadelkopf- bis Linsenkorn-grösse. Oft tehli der Bedeckung derselben das Pigment, in Folge dessen die Neubildungen an ihrer Oberfläche roth gefiirbi ei-scheinen und von Laien wohl für Parasiten gehalten werden. Sie finden sich fasf nur bei jungen Thieren, ohne besonderen Nachtheil hervorzurufen, und verschwinden in der Regel von seihst, oft sehen nach kurzer Zeit. üebertragungsversuche blieben erfolglos (Garcia). Wo sie Störungen bei der Futteraufnahme hervorrufen, entferne man sie mit der Schere. Wenn auf die Gegenwar-i solcher Bildungen kein Gewicht gelegl wird, warte man das Abfallen derselben ruhig ab.
2) Balggeschwülste linden sich nichl selten an den Lippen der Pferde; sie liegen dicht unter der Schleimhaul . erreichen die Grosse eines Tauheneies und enthalten eine dickflüssige, iionigähnlicho Masse. Sie stellen Retentionsgeschwülste (Meliceres) durch Ver­stopfung von Ausführungsgängen der Schleimdrüsen dar. Solange diese Bildungen nicht eine erhebliche Grosso erlangen oder Sitz ent­zündlicher Vorgänge werden, bleiben sie meist verborgen. Zur Pest­stellung derselben lege man den Daumen auf die äussere Haut, die übrigen Finger auf die Schleimhaut der Lippe und lasse dieselbe langsam durch die Finger gleiten. Erkranken diese Neubildungen entzündlich, so stellt sich Anschwellung der submaxillaren Lymph­drüsen ein. Die entzündliche Schwelhmg hat Schiefstellung der Lippe zur Folge, wodurch der Zustand eine gewisse Aehnlichkeil mit der Facialisparalyse erlangt. Sobald die Geschwulst das Kauen erschwert, oder im Falllaquo;, sie entzündlich erkrankt, muss die Behantllunff ein-
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Krankheiten des Kopfes,
Bre
ifen.
der Regel genügt Spaltung der Balggeschwulst und
A.etzung ihrer [nnenwand
Huldiiiiiitlösiuig oder 1quot;quot;, erzielen.
mit Höllenstein, Cuprum sulfurioum, 2
Chloranklösunff, um Heilui
iß zu
Kino zweite typische Geschwulst entwickelt sich bei Pferden übet-dem Grunde des falschen Nasenloches. Die Balggeschwulst mit grütze-ähnlichem Inhalte (Atherom). hervorgegangen aus einer Talgdrüse, bildet einen allmählich die Grosse eines Hühnereies erreichenden, runden schmerz' lesen und leicht verschiebbaren Tumor, welcher unmittelbar über dem falschen Nasenloche liegt, durch den in dasselbe eingeführten Pinger deut­lieh gefühlt, aber auch von aussen direct erkannt werden kann (Tig. 1). Störungen in der Respiration werden durch die Neubildung nicht hervor­gerufen.
Ich fand den Zustand am häufigsten bei jungen Thieren (Fohlen) und konnte die Geschwulst auf operativem Wege leicht entfernen. Zu dem
Zwecke wird am liegenden Pferde — Wig. 1.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; bei ruhigen Thieren lilsst sich die
Operation auch im Stehen ausführen ein llautsehnilt gemacht, der in der Längsrichtung des Kopfes liegt, so­dann mit einer Pincette der Balg er-fasst und von seiner Umgebung los­gelöst: dabei vermeide man denselben anzuschneiden, weil dadurch die Ex-stirpation erschwert wird. Die Ent­leerung des grauen, grützeähnlichen Inhaltes und die schwarze Farbe der Innenwand des Balges weisen auf eine Verletzung desselben hin, die sich leicht umgehen lässt. Dagegen findet häufiger eine Verletzung der mit der Geschwulst fest verwachsenen Schleim­haut der Nase statt. Uns Auftreten
Athorora am falschen Nasenloch
von Schaum in der Wunde lässt hier-
über kaum Zweilcd, docli ist diese Verletzung bedeutungslos: ich glaube sogar zweokmässig, weil alsdann der Abiluss des Wundsecrctes durch die Nase ermöglicht wird. Gerade da, wo die Schleimhaut verletzt war. kennte ich regelmiissig Heilung per primam erzielen. Man heftet die Wunde alsbald und bedeckt sie eventuell mit etwas Jodoformcollodiura oder Wundgelatine,
Aussor den erwähnten werden Neubildungen an den Lippen und Wangen der Hausthiere nur sedton angctrottVn, Die veriiiiltnissnmssig derbe Sciileiinliaul mit ihrem dicken Bpithelbelag bildet ein wirksames Schutzmittel gegen das Eindringen speeifischer Schädlichkeiten, doch kommen hier Carcinome, Sarkome, sowie Äktinomyces- und Botryo-tnyceserkrankungen vor. Hei Pferden und Rindern habe ich mehrere Fälle der letzteren Art beobachtet. Es bilden sich mit Vorliebe da, wo die änssere lluul mit der Scbleimhaul der Lippe zusammenstösst,
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Lamp;bmung lt;ler Lippen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
moist in der Nähe des Maulwinkels, bindegewebige, in der Kegel sclmrf umsobriebene, an der Oberfläche oft ulcerirende Knoten his zur Grosso einer Faust und darüber, welche sich leiohl mil dem Messer entfernen lassen und in laquo;ler Regel nicht recidiviren.
Klepzow (Moskau) fand unter 2000 untersuchten Ochsen bei 0jo Lippenaktinomycose. Unter der Schleimhaut der Unterlippe waren eriisen- bis nussgrosse Goscliwiilsto von grosser Härte und Be­weglichkeit; ihr eiteriger Inhalt Hess Aktinoniyces nachweisen.
Bei Sunden werden Corcinome der Oberlippe ebenfalls mit Er­folg operativ behandelt. Häufiger noch kommen diese Tumoren an der Wange vor. Hei den Wiederkäuern gehören geschwulstbildende Processe, veranlasst durch Aktinoniyces, zu den gewöhnlichen Er­scheinungen, Dieselben gehen jedoch meist von der Maulschleimhaut aus und sollen an anderer Stelle berücksichtig! werden (vgl. Seite 106),
Die Behandlung besteht in sorgfältiger Entfernung der Neubil­dungen, die in der Hegel auf leeine grösseren Schwierigkeiten stösst, wenn das Messer richtiff angewendet -wird.
d) Lähmung der Lippen, Faoialislälimung. Paralysis N. facialis.
Lit.! Trofim ow, Zeitschrift für vergl. Augenlieilk, 1883. S. 158. Götze, Di Ber.l861.S. 10.r). Zahn, Oesterr.Vierteljahressohrift. 1865. S.79. Günth
VSlI.
r,
Vix u. Nebel, 3d. 1. S. 325. Ellenberger, Archiv für wisaensebaftl. u. pract. Thiei'heilkunde. Bd. VII.S. 811. Sohöneberger, Schweizer Archiv, 1883. S. 181, Solingen, Thierftrztl, Mittblg^ 1874. S, 136. Degive, Roc. de ineil. vet. Bd. XXXII. S. 2. Lydtin, Jahresbericht. 1881. S. Tu. Grebe, Jahrb. 1884. S. 81. Thomassenu. Eamburger, Jahrb. 1889. S. 88. Voigtlli nder. Dresd. Ber. 1860. S. 51.
Der N. facialis ist motorisclier Nerv für die Muskeln des Ohres, der Augenlider, Nase, Lippen und der Backen. Naeli seinem Ursprung an der Vorbrücke der Medulla oblougata tritt er mit dem N. acusticus in den inneren Gehörgang, liiut't durch den Fallopischen Kanal und das Griftelzitzenloch nach aussen, perforirt die Parotis und tritt nun über den hinteren Rand des Unterkiefers, um sich an der Aussonllilcbo desselben zu theilen. Nach dem Ursprungsorte seiner Acste lassen sich drei Abschnitte unterscheiden: I. Im Fallopischen Kanal entspringen:
1.nbsp; ein Nerv für den Muskel des Steigbügels,
2,nbsp; ein Nerv für die Chorda tympnni,
II. Am Griffelzitzenloch:
1,nbsp; der hintere Ohr nerv, welcher Aeste für den Auswiirtszieher, langen und mittleren Heber des Obres liefert,
2,nbsp; der innere Olirnerv für die Haut an der Innenfläche der Ohr­muschel.
III. 15 is zur 1'm s ebl a g ste 11 e :
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8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;[Crankheiten des Kopfes.
I, der Griffeln er v, ein motorisoher Zweig für den Orifi'elkinnbaoken-, Qriffelzungenbein- und den zweibtluobigen Muskel.
J. Der JoousohltlfennerV) dieser giebt ab: a) den vorderen Ohrnerven,
1p) Käsern für den Seh 1 ilfon mn s kel, e) Fasern für den K reism uskel der Augenlider and den ilusseron lieber des oberen Augenlides. :!. Her Halsliiiutnerv. Von ihm gehen motorische Aeste an den Niederzieher des Ohres und den Halshautmuskel; darnach tritt er un die Aussenfläche des Unterkiefers, um sieh als motorischer Nerv in den Muskeln der Nuse, läppen und Wangen zu verbreiten.
Lähmungen des N. facialis kommen aamenthch bei Pferden ziemlich huufig vor. Meist bandeil es sieh um einseitige Unterbrechung der Leitung, die zuweilen auf den Ast ftir die Oberlippe beschränkt bleibt, daher nur wenig Störungen nach sich ziehi und in Folge dessen ed't übersehen wird. Doppelseitige Lähmungen behindern die Putter-aufnahme so bedeutend, dass bei Jüngerer Dauer des Leidens die wu-thschaftliehe Ausnutzung der Arbeitskraft des Thieres in der Regel ausgeschlossen wird, zumal auch die Respiration in Folge mangelhafter Erweiterung der Nüstern gestört isl (S. I).
Ursachen und Erscheinungen. Es bandeil sich meisl um traumatische Einwirkungen, welche eine Unterbrechung der Leitung in dem Nerven zur Folffe haben. Daher wird die Lilhmunc häufig bei lahmen und kranken Pferden beobachtet, die in Folge ihres Leidens (Kolik, Verschlag) viel liegen. Siedamgrotzky bat zuerst darauf aufmerksam gemachi , dass hierbei der Nerv au der UniHchlag-stelle auf den Unterkiefer gequetscht wird. Die Backenriemen der Halfter und besonders die auf der linken Seite beliudliclie Schnalle vennittelt während des Liegens der Pferde leicht eine Quetschung des Nerven an der linse hlagstelle. Auch die von Grebe beobach­tete doppelseitige Facialisparalyse gehört offenbar hierher und kann wohl nicht, wie es von 0. geschah, als sog. Reflexlähmung aufgefassl werden. Früher gaben auch Verletzungen und entzündhebe Processe, hervorgerufen durch Eaarseile, die gegen Augenleiden an der Hacke applicirt wurden, zu Paralysen des Facialis Veranlassung. Im Ver­laufe schwerer [nfectionskrankheiten, Brustseuche, Petechialfleber u.s.w. wurde das Leiden beobachtet; auch muss zugegeben werden, dass noch andere Einflüsse, z. B, Erkältung wie bei Menschen so auch bei Thieren Lähmungszustände im Facialis erzeugen können.
Die Lähmung beschränkt sich in der Regel auf die Hesichts-muskeln und (ritt durch Schiefstellung der Lippen und Verengerung
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LUbmung der Lippen.
9
ilcs Nasenloches borvor; bald zeigt sich nur die Oberlippe, meisl auch die Unterlippe nach der gesunden Seite verzogen. Durch Be­trachtung des Kopfes von vorn erkennt man diesen Zustand; bei doppelseitiger Llihmung (Diplegia facialis) hängen die Lippen schlaff herunter, was sich am deutlichsten an der Unterlippe bemerk­bar macht. Dabei ist sowohl das Kressen wie das Trinken erheblich
gestört, weil das Futter nur .....jh mit den Zähnen erfassi werden
kann, und beim Trinken das Maul bis über den Maulwinkel hinan-'
Fiff. 2.
m^S
Doppelseitige periphero Paciallslälimung
l!ivlitsscitij;o ci'iiliale FciriulMa mutig, (Daa Vorstreoken der Zunge bildeceinezufElllige, nicht zur Kacialis-lähmung gehörige Erscheinung.)
ins Wasser gesteckt werden muss, tun das Zurücklaufen desselben /.u verhindern. Die Folge davon ist, dass selbsl bei sorgfältiger Pflege die Pferde in ihrem Nährzustande bald zurückgehen, zumal nament­lich die Aufnahme dos Kurzfutters behindert und das Zerkleinern des­selben durch gleichzeitige Lähmung der Backen erheblich gestört wird. Die Hissen bleiben /.wischen Wangen und Backzähnen stecken. Aul' diese Erscheinungen beschränkt sich das Bild, wenn die Unterbrechung der Leitung etwa da stattgefunden hat, wo der Nerv auf den Unter­kiefer tritt. War zugleich der oberflächliche Schläfennerv (Ast des V. Nerven) mit betroffen, so lässt sich zugleich Anästhesie in der ausseien Haut der betreffenden Seile nachweisen.
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10
Krankheiten dos Kopfes.
Nicht nur m'sohieden in den Ersoheiaungen, sondern auch be-denklicliei' in den Folgen sind die central auftretenden Facialis-iBJxmungon. Findet dilt;' Unterbrechung der Leitung soweit oentral-wärts statt, dass auch der Jochschläfennerv (N. zygomatioo-temporalis) mit betroffen ist, so tritt zu den oben beschriebenen Erscheinungen noch Lähmung einer Anzahl Ohrmushein und des äusseren Hebers des oberen Augenlides hinzu. Das obere Augenlid steht tiefer als normal (Ptosis). während der Kreismuskel nicht im Stande ist, das Auge regel-miissig zu schliessen, und das Ohr der leidenden Seite schlaff herab­hängt (Fig. 2). /ahn fand den Bulbus der kranken Seite kleiner und die Cornea getrübt, auch konnten Störungen des Gehörs nach­gewiesen werden.
Die Frsaehen dieser Faeialisläbinungen sind verschieden: ich fand wiederholt raelanotische Tumoren, die sieh in und unter der Parotis entwickelt halten, auf den Nerven drückten und dadurch das oben geschilderte Krankheitsbild lier vor riefen. Ferner können Schwel­lungen im Fallopischen Kanal hierzu Anlass geben. Selten sind diese Lähmungen centralen Ursprungs. So wurde in hiesiger Klinik bei der Section eines Pferdes, welches an Diplegia facialis gelitten halte. Sarkombildung am Pons vorgefunden. Götze sah nach der Influenza Lähmung der Lippen und Obren eines Pferdes auftreten und laud bei der Section einen Abscess im Kleinhirn. Lydtin beobachtete bei Paralyse des N. facialis am Felsenbein Sarkombildung, welche vom Hinterlappen des Grosshirns bis zu den strickförmigen Körpern der Medulla reichte. Thomaasen und Hamburger fanden eine Hämorrhagie im Facialiskern.
Ob auch bei Thieren rheumatische Paralysen des N. facialis vor­kommen wie beim Menschen, lässt sich schwer entscheiden. Jeden­falls isi die Mehrzahl traumatischen Ursprungs. Krankheiten des Mittelohres sind bei Pferden seilen, können daher nicht oft Ursache der Lähmung werden. Trotzdem solche bei Hunden häufiger vor­kommen, habe ich doch niemals eine Lähmung des N. facialis bei diesen Thieren gefunden. Dagegen sah Trofimow bei einer Hündin Facialislähmung, die in Folge von Erkältung einseitig auftrat, mit Lähmung des oberen Augenlides verbunden war und in - Monaten heilte. Später soll ein Recidiv eingetreten sein.
Dass Hinder selten an Facialisparalvse leiden, mag in dein Um­stände seine Erklärung linden, dass der Nerv durch die Hörner vor mechanischen Verletzungen geschützt wird.
Bei doppelseitiger Facialisparalyse sind beide Nasenlöcher ver-
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Läbraung d6r Lippen.
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engt, doch genügt in der Regel die Weite derselben für das Athmungs-bedürftuss im Stande der ßuhe. Sobald aber das Atbmen durch irgend welche umstände (Aufregung oder Körperbewegung) beschleu­nigt wird, stellt sitli während der inspiration ein schniebendes öe-räuscli ein. Da das Pferd nur dui'cb die Nase athmel , so genügt die Weile der Nasenlöcher nielit mehr, um eine grössere Menge Luft aufzunehmen, der [nspirationsstrom drückt die Nasenränder in die Nasenhöhlen hinein, und so entsteht eine inspiratorische Dyspnoe. Dass hierdurch jedoch nicht immer Erstickungsgefahr veranlasst wird, wie Claude Bernard behauptete, wurde durch die Versuche Gün­thers und Ellenbergers festgestellt. Meine Beobachtungen stim­men mit den Hrgebnissen der Versuche BUenhorgers Uberein, doch muss zugegehon werden, dass, wie auch der von Schöneberger mitgetheilte Fall beweist, in Folge Aufregung oder gewaltsamen An-trcibens mit derartiger Lähmung hehaftete Pferde an dyspnoischen Zufällen leiden und selbst zu Grunde gehen können. In einer von mir beobachteten doppelseitigen peripheren Pacialislähraung trat seihst, im Stande der Kühe ein schniebendes Atbmen hervor, wobei sich die Nüstern stark verengten und die Gegend der Falschen Nasenh'udier einsenkten (Fig. 4).
Die Erkennung der centralen Pacialis-paralyse bietet keine Schwierigkeit, wohl aber die Ermittelung der Ursache und des Ortes ihrer Einwirkung. Ausschliessliche fjäh-mung einer oder beider Lippen beweisl eine periphere Paralyse; leiden zugleich die Muskeln des Auges und Ohres, so muss die Ursache der Lähmung ober­halb der ümschlagstelle gesucht werden
Centl'ale Lähmung giebt sich zuweilennbsp; Stellung dar Nasenflugoluud dor
igt; iinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; squot;^ vveichon Nase liri doppel' dui'ch das S Ol'tbestehen der lieilexer-nbsp; sottlgor (perlphorer) FaolallslftU-. . -. m i •nbsp; nbsp; mung (nach einer Photographle). regbarkeil m den gelähmten 1 hei­len zu erkennen: dies beweist nämlich, dassnbsp; die Leitung im Pacialis nicht unterbrochen ist.
Prognose. Die Mehrzahl der peripheren Facialislähmungen ver­liert sich in #9632;!—ti Wochen. Wiederkehr der faradischen Erregbar­keit lässi baldiffe Heilung erwarten: diese tritt in der Kegel nicht
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12nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kraukhoiteu des Kopfes.
Iilöl/Iidi. sondern nach und nach ein. Man beobachtet /uniu-hst, doss die Lippe, wenn das Thior ruhig sfcelifc, alhnilhlich in ihre normale Lage rückt, sobald es sich aber aufregt, wird die characteristischs Schiefstellung wieder sichtbar. Daher beurtheile man den Zustand, wenn das ThiiT ohne jede Elrregung im Stalle steht, [ncomplete Paralysen heilen L'egelmässig; wenig Aussichl auf Heilung besteht aber bei Mitleidenschaft des Auges uiul Ohres; unheilbar erweist sich der Zustand, weun Geschwülste (z. 1!. Melanosen bei Schimmeln) als Ur-sachen der Lähmung nachzuweisen sind. Elbenso muss die Prognose schlecht ausfallen, wenn die Lähmung länger als 2—S Monate an­dauert. Im allgemeinen sind doppelseitige Lähmungen ungünstiger als einseitige, zumal die Ernährung und Arbeitsfahigkeil der Thiere darunter leidet. Noch bedenklicher sind sie, wenn auf centralen Ur­sprung derselben geschlossen werden muss.
Behandlung. Bei einseitiger, incompleter Facialisparalyse lasse man nach jedesmaligem Fressen die Bachen von den Futterstoffen reinigen, wenn solche liier liegen bleiben; weiteres ist nicht erforder­lich. Bei vollständiger Lähmung einer Seile gebe man weiches, leicht zu kauendes {•'ntfer und verordne Einreibungen mit zertheilenden Mit­teln (Ugt. einer.), welche an der Umschlagstelle des Nerven am oberen liande des Unterkiefers applicirl werden. Sie dienen einerseits zur Beruhigung des Besitzers, andererseits wirkt die mit ihrer Appli­cation verbundene Massage fördernd auf die Z'ertheiluug des entzünd­lichen Processes. l'ie vielfach empfohlenen Veratrininjectionen an der Backe haben nach meinen Erfahrungen keinen Nutzen. während die Anwendung von Electricitäi durch die grosse Empfindlichkeit der Pferde gegen diese ausgeschlossen wird. Bei doppelseitiger Facialis­paralyse bleibt Regelung der Ernährung die Hauptsache; Kleie- und -Mehltränke, weiches Rauhfutter wird in der Krippe verabreicht. Körner gebe man in geschrotenem Zustande und in dicken Lagen, so dass die Thiere das Futter leichter mit den /.ahnen erlassen können (Ellen-berger). Zur Beseitigung der Athemnoth licss Schöneberger durch beide Nasenflügel einen Messingdraht ziehen und auf dem Nasenrücken zusammenbinden. Aehnlich verfuhr Söhngen schon 1874. Auch die Tracheotomie kann hierbei nützlich werden.
Voigtlttnder beobachtete beim Pferde im Bereiche des N. facialis periodisch auftretende Krämpfe; „Auf dor rechten Seite begann das obere Augenlid zu zwinkern, ein leises Beben lief gleich einem Schatten ülior den Masseter bis zur Lippe, und nun begannen die ungeffthr 5 .Minuten an­dauernden, heftigen Zuckungen, welche die rechte Hälfte der Oberlippe naoli
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l'niiii|liöi|M'l' in der Miniiliulilrnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;|;;
oben und aussec zogen und die ganze Hftlfte des Kopfes vom Auge ab­wärts in Bewegung setzten.1' Nach Intervallen von •quot;gt; Minuten erneuerte sieb der Anfall, der sellisl während der Putteraufnahtne hervortrat, Das Leiden soll nach den Angaben des Besitzers mehrere Jahre bestanden haben.
Dogive beschreibt bei Pfei'den Lähmung der Zunge und Lippen, ein Leiden, das in Flandern öfter vorkommen soll und mit der progres­siven Bulbärparalyse des Menschen eine gewisse Aehnlichkeit hatte. Es trat eine allmählieli fortselireitende Liilniuin^ der Bulbärnerven, besonders des Hypoglossus und Pacialis mit Speichelfluss, Lähmung und Atrophie der Zungen-, Lippen und Kaumuskeln ein und in Folge dessen Störungen der Putteraufnahme. Ein Theil des Putters fiel aus dem Maule, zuweilen ge­sellte sieh Lähmung des Gaumensegels und Schlundkopfes hinzu, wodurch auch der Schluckact gestört wurde. Das Leiden endete stets mit dem Tode und zwar meist in 8—0 Monaten, zuweilen erst später. Bei der Section wurde nelien gangränöser Pneumonie (Schluckpneumonie), Atrophie der Wurzeln der Bulbärnerven (Hypoglossus, Vagus und Pacialis) und Degene­ration in den Muskeln der Zunge und Backe gefunden.
Offenbar liegen dem Zustande Krankheitsprocesse in der Medulla oblongata zu Grunde, welche zur Degeneration und Atrophie der hier be­findlichen motorischen Kerne des Hypoglossus, Pacialis und Vagus fiihron, in Deutschland ist das Leiden meines Wissens lgt;ei Thieren bisher nichl lieobaehtet worden.
'2. Die Krankholteii der Maulhöhle.
al Fremdkörper In der Maulliölile.
['it.: Lindenberg, -Mau-, v, Gurll a. Hertwig, Bd. 13, S, 486, Kirchner, daselbst, Bd. 18. S. 839, Barrier, Bulletin, 188.quot;.. S, 193, Carrucci, l.a Clinica vet, 1885, S, 458, Kitt, Berl. Th, Woch, 1890, S, •_,!(:;,
Bei allen Hausthiereu, insbesondere heim Hund und Rind, werden nicht selten Fremdkörper im Maule angetroffefa, die mit dem Futter oder aus Spielerei aufgenommen und heim Kauen an irgend einer Stelle stecken bleiben. Am lülufigsten ftndel man bei Hunden Knochen und Nadeln, bei Hindern Bolzstücke zwischen den Zähnen oder zwischen Wange und Zahnreihe; Nadeln stecken nicht selten in der Zunge, wo sie mehr oder weniger Störungen verursachen. Die Thiere spei­cheln, kauen oft, ohne Futter im Maule zu haben; manche schütteln mit dem Kopfe und machen vorsichtige Schluckbewegungen. Wird der Fremdkörper nicht entfernt, so magern die Thiere in Folge un­zureichender Putteraufnahme ab. Wo ühnliche Symptome angetroffen werden, versäume man niemals, das Maul der Thiere genauer zu mitersuchen. Oft handelt es sich um kleine (legenstände. wie Nadeln oder Holzsplitter, daher untersuche man recht sorgfältig. Befinden sich feste Körper zwischen den Zahnreihen, SO llt;;imi das Maul weder
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Krankheiten dos Kopfes,
iictiv noch imssiv rollständig geschlossen werden. Bei Sunden und Katzen trifft man im Grunde der Zunge oft Nähnadeln an.
Abgesehen von den Störungen in der Futteraufnahme und Er-aälirung rufen solche Fremdkörper weitere Krankheitserscheinungen hervor. Mir begegnete ein Fall, in welchem das Pferd durch Ver­blutung aus der Gaumenarterie zu Grunde ging, welche durch eine in der Zunge steckenden Nadel veranlasst war. Aueli entfernte ich mehr­mals Knochenstücke zwischen den Backzähnen von Hunden, die nicht im Stande waren, das .Maul zu schliessen und desshalb für wuth-verdächtig gehalten wurden. Lindenberg beobachtete epileptiforme Krämpfe lgt;ei einer Kuh in Folge Verletzung der Zunge durch einen scharfen Backzahn; sobald das Thier zu kauen versuchte, trat ein Krampfanfall ein.
Zvu1 Entfernung des Fremdkörpers lasse man das Maul des Thieres weit öffnen und suche denselben entweder mit der Hand, oder mit Hülfe einer Kornzange oder Pincette zu lassen. Nadeln, besonders Nähnadeln bohren sieh regelmässig von hinten nach vorn in die Zunge ein, weil dieselben bei dem Versuche der Thiere, durch Würgen oder mit der Zunge die Nadeln zu entfernen, in dieser Richtung eindringen, /.um Zwecke der Extraction muss man also die Nadel aus der stark hervorgezogenen Zunge zuerst nach hinten gegen die Rachenhöhle bewegen; daher bleiben auch die Versuche der Besitzer, Nähnadeln an dem noch vorhandenen Faden herauszuziehen, regelmässig erfolglos.
Besondere Beachtung verdienen Verletzungen des harten Gau­mens, welche zuweilen mit starker Blutung verbunden sind. Durch die Bewegungen der Zunge wird die Bildung eines Thrombus ver­hindert, daher verbluten die Thiere sein' leicht bei Verletzungen der Gaurn enarterie.
Bei Blutungen aus venösen Gefässen genügt in der Regel fol­gendes Verfahren: Man bedeckt die Oberfläche der Zunge mit einer tingerdicken Schicht Mehl, binde! darauf das Maul sofort, mit einer Schlinge zu und iässt das Pferd damit 6- 8 Stunden ohne Futter stehen (Hertwig), Bei stärkeren arteriellen Blutungen muss das Thier niedergelegt werden, worauf man nach Einsetzung eines Maul-gattera womöglich das blutende Gefäss unterbindet, was oft erst mit­telst Unisteclning gedingt. An den vorderen Abschnitten des Gaumens kann unter Umständen auch Compression versucht werden. Nachdem auf die blutende Stelle ein fester Werg- oder Jutebausch (ev. mit Ferr. sesquichloratum getränkt) gelegt ist, wird eine Binde, im Noth-fall ein Handtuch zur Uefesligung desselben um den Oberkiefer ge-
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Fremdkörper in der MaulhOhle
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legt und auf dem Nasonrticken zugebunden, Durcb ein Stück dickes Leder oder ein Bretteben, welches auf den Tampon gelegt oder zwi­schen die Ziilmreilien gescboben wird, iiis.st sieb dit' feste Luge des Verbundes noch weiter sichern, welcher I- Stunden liegen bleiben muss. Unter Umständen kann auch durch Brennen mit einem knopf-förmigen Eisen die Stillung der Blutung erzielt werden; im allge­meinen aber ist die Wirkung desselben tüchi zuverlässig: meist hört die Blutung nur vorübei'gehend auf und beginn! nach wenigen Se-eunden von neuem: daher suche man diese Zeit auszunutzen, um einen Verband anzulegen. Auf jeden Fall muss dem Thiere in den nächsten 2-1 Stunden feste Nahrung entzogen werden.
Die durch die Fremdkörper hervorgerufenen Verletzungen heilen nach Entfernung derselben im allgemeinen sicher und schnell, Wo tiefere Verwundungen bestehen, lasse man das Maul nach jeder Futter-aufnahme reinigen und durch einen Maulkorb oder durch Hochbinden verhindern, dass die Thiere in der Zwischenzeit durcb Futtermassen die Wunde verunreinigen. Trotz des ühlen Geruchs aus der Maul­höhle gehen die Heilungsvorgänge meist ungestört von statten.
Eigenartig gestalten sich zuweilen Verletzungen der Zunge bei Einschnürung vermittelst fremder (Gegenstände. Mir sind solche Fälle bei Pferden und Hunden wiederholt vorgekommen, Theils ans .Bosheit, inn den Besitzer zu schädigen, theils um das Pferd zum Stillstehen beim Putzen zu zwingen, oder das Herausstrecken der Zunge zu ver­hindern, wird eine Bindfadenschlinge um dieselbe gelegt. Kirchner stellte bei einer Kuh eine solche Einschnürung fest, die merkwürdiger Weise durch Fressen eines Bindfadens herlieigetuhrl war. Bei Hun­den und Katzen werden Querschnitte von Blutgefässen oder Gummi­ringe um die Zunge liegend gefunden. In einem der beiden von Barrier beschriebenen Falle hatte sieh ein Querschnitt der Aorta über die Zunge gestreift und diese nekrotisirt. Carrucci berichtet aber einen gleichen fall, bei dem die Zunge his auf das Vierfache ihres normalen Volumens geschwollen war. Kitt (München) fand bei der Section einer Ziege einen eisernen Bing von 1,5 cm Breite und 7 cm Umfang fest um die Zunge liegend. Das Thier hatte Stö­rungen heim Fressen gezeigt und war schliesslich getödtet worden.
Ein solcher Znstand giebt sich auf den ersten Blick durch starke Anschwellung und eine Idaurothe Färbung der Zunge zu erkennen, die hinten scharf begrenzt erscheint, also an einen nicht, erkrankten Abschnitt stösst, der dem Zungengrunde bald mehr, bald weniger nahe liegt: bei näherer Untersuchung tindet man hier den
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pinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiton dea Kopfes.
eiiiscbuUreuduu Gegenstand, der jedocli durcli die Anschwellung zu­weilen verdeckt wird.
Ks liandell gt;ieli also um eine Strangulation, die, wenn sie nicht gehoben wird, nothwendig zum Absterben der Zunge führen muss, weil Circulation und Brn'dhrung in ihr gestört sind, doch tritt die Xekrose nicht so schnell ein. Man sieht lt;d't da noch Eeilung ein­treten, wo die Zunge bereits uaempfindlicli und kalt erscheint und eine fast blauschwarze l^arbe zeigt. Die Oberfläche der Schleimhaut wird daffee'en häufle uekrotiscli und PälH später ab,
Behandlung. Erste Aufgabe derselben ist nattirlicli die Be­seitigung des Fremdkörpers; zuweilen genUgi dieses schon, aber nicht immer. — lgt;a die Schleimhaut der Zunge verhältnissinässig derb und fest ist, kann sie sich nicht in dem Masse ausdehnen, wie es die starken Stauungen und Anschwellungen in der Zunge selbst erfordern, und diese komm! daher in die Gefahr abzusterben. In solchem Falle werden mit Vbrtheil Skarificationen angewandt, d. h. man legt mit dem Bistouri Schnitte illiei' die gaiiKe Anschwellung, in der Längsrichtung und Ins etwa zur halben Tiefe der Zunge; tiefere Schnitte verletzen die (Jnterzungenarterie und können durch profuse Blutungen gefährlich werden. Oft lallt die Geschwulst liiernach schnell, zuweilen verschwindet sie aber erst in einigen Tagen, Waschungen mit Alaun befördern den Vorgang und halten faulige Zersetzungen zurück. So lange die Zunge stark- geschwollen ist. muss dem Thiere flüssige Nahrung gereicht werden. Kleinen Thieren (Hunden und Katzeni lässi man solche einflössen.
b) Krankheiten der Zunge,
a) Verletzungen,
hit.: Osborne, The Vuterinarian. L841, Steffen, Ad, Wach, 15,8.13. Oraf, Zeitschr. für Vet, Kunde 1892. S. 359, Lfldecke, das. S, 304,
Aussei- den vorhin besprochenen Verwundungen durch Fremd­körper kommen Verletzungen der Zunge am häutigsten heim Pferde vor; schon die Anwendung des Gebisses bringt Gefahren für die Zunge mit sich. Man sieht ferner häutig, class Pferdepfleger, um unruhige und kitzlige Pferde heim Putzen zum Stillstehen zu zwingen, den Thieren einen Strick oder Bindfaden als Schlinge durch das Maul und über die Zunge legen. Durch heftiges Ziehen an solchen wird
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Verletzungen der Zunge,
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dk' Zunge eingeschnitten, und awar um so leichter, je düi.....r der
Bindfaden ist. Dieselbe nachtheilige Wirkung tlbl nicht selten eine Strickt reuse aus, besonders wenn sie dünn ist. Fernor kommen Ver­letzungen der Zunge bei Pferden und Wiederktluern durch scharfe Zfthno und fehlerhafte Stellungen derselben zu Stande. Bei Pferden beobachtol man nicht selten Einreissen des Zungeubändchens mit dar­auffolgender Eiterung, Abscess- und Pistelbildung; beim Rinde Ver­letzungen auf dem Zungenrücken durch Putterstoffe (S. 22). Steifen sah die Zungenspitze heim Pohlen brandig absterben, nachdem die­selbe bei einer Zahuoperation heftig gezerrl war. Nach den Mitthei­lungen S.'s scheint eine Gefässzerreissung eingetreten zu sein.
Die Erkennung solcher Verletzungen bietel keine Schwierig­keit. Nachdem man durch Speicheln, Nichtfressen oder langsames, vorsichtiges Kauen auf die öegenwarl eines Reizzustandes in der Maulhöhle aufmerksam gemaclil ist. lässl sich die Verletzung in ihrer A.usdehnung leicht ermitteln.
Im allgemeinen Indien solche Verwundungen sicher und schnell, doch bleiben bei Quertrennungen der Zunge zuweilen tiefe Einschnitte zurück. Aher auch diese haben in der Regel keine grössere Bedeu­tung und sind nur iusofer......chtheilig, als .lie Thiere beim Fressen
Putter verstreuen, sowie dadurch, dass die Zunge an dieser Stelle leicht abreisst, z. B, heim Festhalten derselben zum Zwecke der Unter­suchung der Maulhöhle. Fine vollständige Quertrennung kann aber sowohl direct bei der Verwundung, als aucli erst später eintreten. Der so entstandene Defecl wird bei der Putteraufnahme nachtheilig, sobald derselbe llber das Zungenbändchen hin ausreicht. Dass Pferde ohne Nachthei] ein B I Zoll langes Stück von der Zunge entbehren können, hat schon die Amputation zur Beilung des Zungenstreckens ergehen. (Jeht dagegen mehr verloren, sei sind die Thiere meist aussei-Stande, das Putter zwischen die Backzahnreiheu zu bringen. Zuweilen benehmen sich die Pferde hierbei wie die Hühner beim Trinken, d. h. sie halten das Maul in die Höhe, damit das Futter/.wischen die Back­zähne fällt. Dabin wird allerdings Futter verstreut: auch nimmt die Putteraufnahme längere Zeit in Anspruch.
Graf beobachtete bei einem Pferde, welches die Zungenspitze ver­loren hatte, eine starke Anschwellung des zurückgebliebenen Theiles, Speicheln, Unvermögen Putter aufzunehmen; nur KleientrAnke wurden ge­nommen. Nachdem die Wunde vernarbt war, überragte der Stumpf etwa um '2 cm die ersten Hackzälme. Nach etwa -i Wochen war das Pferd wieder im Stande, sein Putter regelmässig aufzunehmen; doch dauerte dies Möller, SpaclBlIe Ohlrarglo für TliiorÄrzte, 3, Anfl,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -
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Krankheiten des KopfOS.
dreimal so lange als bei gesunden Pferden. Einen ähnlichen Fall beschreibt Lüdeckei die Zunge des Pferdes war bis zum Zungenbiindchen vollstilndig abgetrennt, trotzdem konnte das Pferd wieder regelmiissig fressen.
Bei Bunden stören Zungendefecte besonders die Aufnahme von
Wasser, das /.um Tlieil wieder znrttckfliessfc. Doch lernen sowohl Pferde wie Hunde mit der Zeit bei solchen Defecten regelmftssig zu fressen und zu trinken. Solange die Arteria linguae profunda nicht mit durchtrennt wurde, und das ist nur selten der Fall, stösst die Er­nährung- des vorderen Zuugenstüclces auf keine Schwierigkeitenj wo dagegen die genannte Arterie mit verletzt wird, kann es zur Nekrose der Zungenspitze kommen. Starke Blutung bei der Verletzung bildet daher eine ungünstige Erscheinung.
Die Behandlung besteht in sorgfältiger Reinigung der Maul­höhle nach jeder Futleraufnahme. Auch liisst man das Pferd hoch­binden, oder einen Maulkorb anlegen, damit, nicht durch Fressen von Streu neue Verunreinigungen eintreten. Keines Wasser muss dagegen dem Thiere stets zur Verfügung stehen. Tiefe, d. h. etwa bis zur Mitte reichende Wunden werden mit Vortheil geheftet. Man benutzt dazu recht starke Seide und legt die Hefte tief und eng zusammen; andernfalls reissen sie aus. Zuweilen gelingt es auf diese Weise so­gar Heilung per prim. int. zu erreichen. Wo bei Querwunden das Ende der Zunge bereits abgestorben ist. muss Amputation desselben erfolgen. Man übereile sieii damit jedoch nicht, sondern warte ab, bis in dem abgetrennten Theile sichere Anzeichen der Nekrose auf­getreten sind, denn nicht selten bleibt das Ende auch da noch erhal­ten, wo die Trennung über 81 der Zungendicke reicht. Bei der Am­putation entsteh! häutig stärkere Blutung aus der Unter/.ungenarterie. die indess am liegenden Thiere mit der ühterbindungspincette leicht erfasst und durch eine Ligatur geschlossen werden kann. Zur Ver­meidung der nach dem Finreissen des Zungenhändehens auftretenden Fistelbildung ist häutige Reinigung von Futterstoffen und Spalten der hierdurch etwa entstandenen Ahseesse erforderlich.
b) Acute Entzündung der Zunge.
Lit.: Ollmann, Th, Mitth. 1880. Singard, The Veterinarian, 1888, S, 840. Gresswell, The vet. journal. 1886. ^ 321. Rehrs, Mag. v. Ghirlt a. Hertwig. 1841. S. 'JfM. Anleitg. /. Verbannung und Heilung lt;l. Zungen­krebses, Detmold 1787, Kolb, Adams Wooh, 1886. Fürstenberg, Th,
MiU. 18(17. S. 168.
Abgesehen von den durch äussere Verletzungen entstandenen Bnt-
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Aiutc Knt/.ümhmp der Zim^'i'.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(lt;(
Zündungen werden ucut entzündliche Processe in der Zunge nur selten beobachtet. Doch hat die Erfahrung gelehrt, dass auf dem Wege der liifeelion speciflsche Entzündungen der Zunge namentlich beim Binde und Pferde vorkommen. Der sog. GHossanthrax, früher als eine Milzbrandform betrachtet, findet sieh auch bei der Wildseuche. Infectionen werden besonders durch hartes, stachliges Futter be­günstigt. Hinder und Pferde leiden daher am häufigsten an acuter Glossitis (Phlegmone der Zunge) und zwar nicht selten in enzootischer Verbreitung (Thölke, Ollmann); offenbar handelt es sieh um das Eindringen pathogener Mikroorganismen. Dass phlegmonöse und septische Processe vom Kehlgange aus auf die Zunge übergreifen und die gleichen Veränderungen hervorrufen können, beweist die von Fürstonberg mitgetheilte Beobachtung beim Schafe.
Die Zunge schwillt an einer bestimmten Stelle an, zeigt sich hart und schmerzhaft. In dem Masse die Anschwellung zunimmt, wird die Putteraufnahme erschwert. Bald stellt sich Speichel-fluss ein. Heim Rinde bemerkt man frühzeitig starkes Oedem im Kehlgange; auch die Lymphdrüsen daselbst zeigen sieh angeschwollen.
Singard beobachtete beim Jungvieh ein solches Leiden, das zur Nekrose der Zunge führte. luden brandigen Theilen will Singard Bacillen gefunden haben, welche durch mehrere Generationen noch mit Erfolg ver-irapft werden konnten. Gresswell stellte bei Kindern eine enzootisch auftretende Glossitis mit Ausgang in Nekrose fest und will als Ursache des Leidens Bacillen gefunden haben, welche mit denen des malignen Oedems identisch waren. Auch Stockl'leth beschreibt eine brandige Glossitis der Binder und Pferde. Schon im Jahre 1787 erliess die Regierung zu Detmold eine Verordnung zur Bekämpfung einer Zungenkrankheit beim Hornvieh und bei Pferden, welche nach der beigefügten Beschreibung einen nekrotisirenden, höchst acut verlaufenden Process darstellte. Die Thiere sollen oft schon in 24 Stunden an dem Leiden zu Grunde gegangen sein; in der Verordnung waren Skarilieatioiien empfohlen. Kolb beobachtete beim Kinde eine mit starkem Speichelflnss und Oedein im Kehlgange, so­wie mit tauben- bis hühnereigrossen, schmerzhaften Knoten am Zungen-händchen verbundene Entzündung der Zunge, deren Heilung durch Skari-ficationen der Knoten in kurzer Zeit erzielt wurde; unterblieben diese, so gingen die Knoten in jauchige Geschwüre über. Rehrs berichtet über ähnliche Processe hei Pferden.
Die Beurtheihmg und Behandlung richtet sich nach der Art und der Ausbreitung der Krankheit. Im allgemeinen sind auch hier Skariflcationen angezeigt, um die schädlichen Substanzen bald zur Ent­leerung zu bringen und Nekrose fernzuhalten. Zeigt sich Fluctua­tion, so zögere man nicht mit der Anwendung des Messers.
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Krankheiten des Kopfes.
c) Clirouisclu1 Entzündung der Zunge und Neubildungen in derselben, Mals rogloasie.
Lii,; Gerlach, Mag, v. Quvll u, Hertwig, Bd, XX. S, '297. Hollmann, das, Bd, Will. s. in, May, das, Bd. XXIV. S. 324. Rborhardt, dos, Bd. XXlX. S. 447 u. 449. Sohleg, Dresd. lilt;-r, 1884. S. 97. Siedam-grotzky, des. 1875. S, 24, Johne, Deutsch, Zeitseh. für Thiermed. 188-!. s. 169, Bellinger, Ad. W. 1877. Thomassen u. Streb el, Schweizer Archiv. 1890. S. 16. Lesbre, Reo. de nidd. vol. 1888. S. 606. Bass, 'l'li. Rundschau. [I. 36. Pürthmeyer, Monatsoh. d. Vereins österr, Th, 1887. Pflug, Deutsche Zeitschrift für Thiermed. 1890, S. 190, Imminger, Deutsch. Zeitschr, für Thiermed, 1888. S. 123. Ostertag, Monatshefte f. p. Thierh, IS9S. S, 208. Truelsen, B, T.W. 1898. S. 89. Henschel u, Falke, Zeitschr. für Fleisch- u. Milchhygiene 1892, 8. 167.
Mit dun Namen: Zungentuberculose, Zungendegeneratiou, Holzzunge, chronische Entzündung der Zunge wurden verschieden­artige, seit langer Zeit bekannte Krankheitsprocesse der Zunge belegt, welche das öemeinsame haben, dass sich hierbei die Zunge allmählich vergrössert, verdickl und schliesslich zu Störungen der Futteraufnahme und Atliinung führt,
Deber die Natur dieser Processe war man indesa bis vor kurzer Zeit im Unklaren; da die Suction häufig zahlreiche Herde in Gestall von Knoten in der Zunge ergab, so lag es nach der damaligen Auf­fassung nahe, das Leiden als Tuliereulose x.u bezeichnen. Nachdem schon ls7ö Siedamgrotzky auf Grund des pathologisch-anatomi­schen Befundes die Vermuthung ausgesprochen halte, dass es sich um die Wirkung eines von aussen eingedrungenen Reizes handle. wurde i......uerer Zeit dieser Zustand genauer untersuchl und fest­gestellt, dass hierbei verschiedenartige Leiden vorkommen. Häufig wurden Mikroorganismen (Aktinomyces — Bollinger) und Botryo-mvees. in selteneren Fällen Psorospermien (Siedamgrotzky) fest­gestellt; dass die letzteren jedoch nichl immer als die I rsnche der Erkrankung angesehen werden können, geht schon daraus hervor, dass sie sich zuweilen gleichzeitig in den nicht erkrankten Abschnitten tier Zunge finden (Siedamgrotzky), Oft lassen sich Uberhaupl keine ursächlichen Momente für die chronische Entzündung nach­weisen, bei der das Bindegewebe der Zunge auf Kosten der Musku­latur wuchert. Wahrscheinlich kommen auch maligne Neubildungen in der Zunge in Betrachl ; bei dem Mangel genauerer Untersuchungen liisst sich jedoch hierüber bisher nichts Bestimmtes sagen. Jedenfalls sind 'rumoren bei Thieren vied seltener als heim Menschen, wo (quot;ar-
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Clnoiiisilie Kntziiiidiing iler ZungBinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 21
cinotne und Syphilis zu höchst bedenklichen Zungonleiden ttlhren. Am liäuflgsten leidet das Kind und zwar an Aktinomykomen oiler Botryomykomeu der Zunge, seltener die übrigen Hausthierarten. Pflug betonte indess, dass die chronische, indurirende Glossitis nicht immer auf aktinomykotischer Infection beruhe, sondern oft in einer binde-gewebigen Hyperplasie der Muskulatur bestelle. Damit, stimml muh die Beobachtung [tnmingers tiberein, welcher bei dieser Zungen­erkrankung nur in I—8 0/o der Fälle Akt inomvkose land. W'alu-scheinlich kommen hier auch Botryorayces und Staphylokokken in Beteacht. Truelsen stellte Aktinomykose In der Zunge eines Pferdes Test.
Erschoinungen und Verlauf. Die Zunge verdick! und ver-grössert sich allmählich, namentlich an ihrem (irunde. Iliordui'eli ent­stellen mit der Zeit Störungen heim Fressen, weil die Zunge steif und weniger beweglich wird; heim Schlucken wird der Kopf und Hals abnorm gestreckt. Die Thiere halten das Maul in das Futter, können dasselbe aber nieht autneliiiicii ; um besten wird noeli flltssiffe Nahrunsr genommen. Auf der Weide sieh zu ernähren ist ihnen unmöglich. Oft besteht Speicheln aus dem Maule (Salivation) und später stellen sieh Alliembeseh#9632;werden (du. die besonders während des Fressens her­vorzutreten ptlegeu. Die Kespiration wird hörbar, pfeifend, röchelnd. Diese Störungen uehmen allmählich zu und veranlassen zur Unter­suchung des Maules. wobei mau die Zunge verdickt, an ihrem Grunde ungewöhnlich derb und fest findet (Holzzunge). Die venösen Gefässe zeigen sich abnorm erweitert, wodurch die Zunge (due dunkle, bläu­liche Färbung und eine gewisse Aehnlielikeil mit der Strangulation der Zunge erlangt. Uei genauer Untersuchung zeigt sieh jedoch, class iieut-eutzündlielie Erscheinungen (Schmerz, Oedem) fehlen: dafür lassen sieh erbsen- bis taubeneigrosse Knoten in der Zunge nachweisen und am leichtesten erkennen, wenn man die Zunge durch die Hand gleiten lässt. Nach Zschokke sitzen die durch Aktinomyces bedingten Knöt-chen dicht unter der Schleimhaut, besonders an den Seitenabschnitten der Zunge, wo sie sich durch das Gefühl leicht ermitteln lassen. Nicht selten treten diese Knötchen und Knoten von gelblicher Farbe schon sichtbar hervor. Unter Umständen schwillt die Zunge mehr gleichmässig an. Im Kehlgange stellt sich mit der Zeit Anschwellung der Lymphdrüsen und in späteren Stadien des Leidens Oedem ein. Mit Zunahme der S( hlingbescinverden magern die Thiere allmählich ab; oft können sie nur noch flüssjo-e Nabrunc aufnehmen.
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Krankheiten dos Kopfei
Heiischt'l und Palk beobachteten auf dem Berliner Sohlaohtviehhof
Zungen-Aktinomykosi' beim Binde, welche in Gestalt von stocknadolkopt'- bis bohnengrosser, derber treisser oder gelblicher Knoten auftrat, die bald in der Sohleimbaut, bald im Zungengewebe lagen. Das Leiden ging stets von einer bestinimten Stelle aus, nämlich von der unteren (vorderen) Grenze des Rücken wulstes der Zunge. House hei und 1'a 1 k glauben dieses Auf­treten mit der eigenartigen Futteraufnahme in Verbindung bringen zu müssen. Bei der zum Ergreifen des Futters nothvvendigen Seitwärtsbe­wegung (und Rotation) der Zunge kommen gerade hier leicht Verletzungen zu Staude, welche den Ausgangspunkt der Aktinomykose bilden und oft zum Eindringen von Futtornuissen und Eitemngsprocessou Veranlassung geben. U,!0/!) der geschlachteten Kinder zeigten solche Excoriationen und 7,2 quot;,gt; waren mit Aktinomyces-Erkrankung verbunden.
Prognose und Behandlung. Die erstere ist selbstverständlicli zweifelhaft; wo es sich um schlachtbare Thiere bandelt, suche man sie, auf diese Weise bald auszunützen; unter Umständen erscheint Mästung uiit flüssigen Nahrungsmitteln geboten. Im allgemeinen galt das Leiden bisher für unheilbar. Neuerdings wollen ver­schiedene Praktiker durch Skariflcationen und Anwendung von Jod (Strebel, Ostertag) .Heilung erzielt haben. Thomassen, Bass, Ostertag u. a, empfehlen Jodkalium innerlich (ö lü.o g in einem Liter Wasser 6 Tage liinter einander gegeben). Dabei sollen aber [ntoxicationen vorgekommen sein. Auch lässt sich durch tiefe Skariflcation und Einpinselung von Jodtinctur nicht nur eine Be­schränkung in der Entwickelung, sondern auch Heilung des Processes namentlich da erzielen, wo Aktinomykose vorliegt (Thomassen, Ostertag u. a.). Strebe! behauptet in 100 Fällen von Aktinomy­kose etwa 'Z3 quot;'i* Skariflcation und Jodeinpinselung vollständig ge­heilt und andere soweit hergestellt zu haben, dass sie mit Erfolg gemästet werden konnten: nur die Hälfte soll nach ihm unheilbar sein. Dahin gehören besonders die vorgeschrittenen und die Fälle, in denen die Zungenwurzel hauptsächlich leidet. Bei Erkrankung der Spitze und des mittleren Abschnittes der Zunge soll sich die Prognose bei weitem günstiger gestalten, zumal hier tiefere Incisionen ohne Gefahr vorgenommen werden können. Die Bepinselung mit Jodtinctur wird täglich nach dem Fressen vorgenommen. Ostertag legt jedoch das Hauptgewicht auf eine sorgfältige Anwendimg des Mittels: er applicirt die Jodtinctur eigenhändig mittelst eines starken Haarpinsels alle 8 Tage einmal gründlich und legt vorher einen Kreuzscluiitt durch die Geschwulst an. ILiss beobachtete nach Jodpinselung ein Recidiv.
Nach den neueren Beobachtungen von Thomassen, No card, Osteri ag n. a. mUSS allerdings Jod und zwar als Tiuctnr zu Kinpinsehingen
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liiihmuniraquo; der Zunge.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2-{
wie als .lodkiilium innerlich bei Zungenaktinomykose empfohlen werden (yergl. S. 105), Die Mast soloher Thiere erfolgt am leichtesten in Bren­nereien und Brauereien, weil liier an die ECauthätigkeit derselben nur crerinjore Anforderunffen gestellt werden (Easei').
d) Lühmung der Zunge. Glossoplegie.
Lit.; Qerke, Gurll u. Hertwig. 5. S. 93. Jürgens, daselbst. 12. S. 356. Kater, Tliiei-;irztl. Mittli. 1870. S. 171, Hallander, Monatschr. für Tli. III. S, 517.
Säinratliche Muskeln der Zunge und die meisten des Zungen­beines werden vom N. hypoglossus mit motorischen Pasern verseilen. Abgesehen von den durch entzündliche Veränderungen in der Zunge an diesem Organe veranlassteil Bewegiingsstörimgen, gehen Lähmungen der Zunge von dem genannten Nerven, bezw. seiner ürsprungsstelle an der ventralen Fläche des verlängerten Markes aus. Verletzungen, Geschwülste oder entzündliche Processe können den Nerven auf seiner Hahn treffen und ölossoplegie bewirken. Kater sah halbseitige Zuiigeiiläluming heim Pferderaquo;, einem Fohlen, welches -quot;i Monate vor­her mit dem Wirkmesser im Kehlgange verletzt worden war. An der linken (Seite zeigten sich die Muskeln der Zunge so vollständig geschwunden, da.ss sieh an der Spitze derselben die Schleimhaut gegen­seitig berührte. II all an der stellte bei der Section eines Pferdes, welches zuerst an linksseitiger Zungenlähmung, später an allgemeiner Lähmung gelitten hatte, an der linken Seite der Medulla oblongata ein Sarcom fest, das vom Luftsack ausgegangen war. Diese Lähmung wurde ferner im Verlaufe schwerer Infectionskrankheiten beobachtet, z. B. nach der Brustseuche. Bei centraler Lähmung leiden meist beide Nerven, also auch beide Zungenhälften, weil beide1 Hypoglossi dicht neben einander entspringen. Daher stellt sieh Zungenlähmung zu­weilen bei acuter Meningitis und IIydroeephalus acutus des Pferdes ein; doch sind nicht alle llypoglossuslähimnigen centraler Natur, Bei Pferden beobachtet man Diplegien des Hypoglossus auch nach heftigen /errungen der Zunge, wobei natürlich Dehnungen in beiden Nerven leicht vorkommen. Bei Hunden wird doppelseitige Zungenlähmung regelmässig bei der Wuth beobachtet, kommt bei diesen Thieren je­doch auch ohne jene Krankheit vor: zuweilen in Verbindung mit mastikatorischer Gesichtslähmung (S. 102), Wahrscheinlich handelt es sich hier um centrale Ursachen der Lähmung.
Ein grosser Theil der in der thierärztlichen Literatur als Zungen-
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Krankheiten des Ko|iftlaquo;.
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lilhixiung tuitgetheilten Beobaohtungeu beruht auf Verwechselungen mit entzündlichen Erkrankungen der Zunge (Jürgens), doch tmh ich aus einer acutcu Elntzündung der Zunge Lähmung derselben hervor­gehen.
Die Erscheinungen einseitiger Lälimung bestehen in Schief­stellung der Zunge, langsamen] Kauen und Beschwerden heim Schlucken, Bei doppelseitiger Lähmung wird beides unmöglich, aa-
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itlich dos Schlucken. Mcis
dabei die Zunffe zum Mauh
heraus. Werden die Thiere längere Zeit erhalten, so stcdlt. sieb in der Zunge Atrophie ein, die bei einseitiger Lähmung auf die be­treffende iliiirte derselben beschränkt bleibt.
Das Leiden darf nicht mit dem sog. Zungenstrecken, einer Untugend verwechselt werden, wobei die Thiere, namentlicli Pferde ihre Zunge freiwillig aus dem Maule hängen lassen. Unvermögen dieselbe zurückzuziehen oder Schiefstellung beweist erst die Lähmung.
Die Prognose gestaltet sieb meist ungünstig, besonders bei doppelseitiger Lähmung, weil solche Thiere ausser Stande sind, sieb in dem Masse zu ernähren, wie es die wirthschiiftliche Ausnutzung derselben erfordert. Sobald das Leiden bereits einige Zeit besteht, thut man im allgemeinen besser, die Thiere schlachten zu lassen. Kann sieb das Tbier bei einseiliger /.ungenläliiinmg ausreichend er­nähren, so stört das Leiden nur wenig.
Die Behandlung vermag nicht viel zu leisten. Sollten äussere Verletzungen als Ursache vorliegen, so würden diese nach den all­gemeinen Regeln zu behandeln sein: im übrigen lieisst es: entweder abwarten oder schlachten. Bei gemästeten Thieren ist letzteres in der Regel vorzuziehen, weil dieselben bei dem in Kode stehenden Leiden in ihrem Xähr/.nstande schnell zurückgehen.
el Proschgeschwulst (Ranula). Lit.: Hohenleitner, B. T, W. 1892. S. 346.
Dieser Zustand stellt sich am häufigsten bei Hunden und Itin-
di-ni ein. Inter dem vorderen Knde der Zunge, am Zungenbändchen entwickelt sich langsam eine länglichrunde Anschwellung bis zur Dicke
eines Tauben-, selbst Hühnereies. Dieselbe isi in der li'egel graugelb-licb. ohne entzündliche Erscheinungen und weich. Auf Einstich ent-
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Praotur des Zungenbeins,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 25
leert sich eine gelbliche, schleimige PlUssigkeifc, worauf die dünnen Wandungen der Geschwulst zusammenfallen. Erlangt die Geschwulst eine bedeutende Grosse, so entstehen Störungen beim Kauen, verbunden mit Salivation, Heim Menschen nimml die Stimme hierbei einen quakenden Ton an; daher auch der Name „Ranula*.
ITeher die patliolo^ische Onuidlii^v dieses Leidens ist man selbst beim Menschen mich nicht einie-, Früher wurde eine Verstopfung des Wharton'schen Ganges angenommen, der nachweislich jedoch bei diesem Leiden in der Regel frei ist. Neuerdings lässt man den Zu­stand aus einer Verstopfung von Schleimdrüsen hervorgehen (Reten-tmnslt;gt;'esclnvulst). Auch heim Hunde liegen hierüber keine näheren Untersuchungen vor.
Die Beurtheihmg gestaltet sich günstig, Bin einfacher Ein­stich genügt indeslaquo; zur Heilung nicht, weil sich hiernach die Geschwulst stets von neuem füllt. Dagegen führt das Ausschneiden der dünnen Wand in der Hegel zum Ziele, was sich mittelst Schere und Pincette leicht bewirken lässt.
Stockfleth beschreibt als Ranula beim Kinde einen Zustand, der jedoch einen durchaus verschiedenen, weniger gutartigen Vorlaut' nimmt und wahrscheinlich als eine bösartige Entzündung der ünterkieferdrüse be­trachtet werden muss (vgl, diese). Höhenleitner will zwei Fälle von Ranula beim Kinde durch Aktinomyces veranlasst gesehen haben. Der Zustand verschwand nach Jodeinpinselungen, doch blieb die sog. Holzzunge zurück,
f) Fractur des Zungenbeines.
Lit.; Schade, Gurlt u, Hertwig, 6. S. 316, Herraud, The Vet, 1853. Rupp-rocht, Berl. Th, Woch. 1890. S. 329. Zipperlen, Rev. vöt. 1880. S. 380. Holle, Th. Mittb. 1881. S, 86, Siedamgrotzky, Dresd, Her. 1875. S. 26,
lu Folge der geschiit/ten Lage des Zungenbeines sind Brüche desselben selten, doch hat man solche bei Pferden, Rindern und Hunden beobachtet. Bei letzteren geben Strangulationen, wie sie beim Einfangen der Thiere üblich snul, bei Rindern und Pferden Horn-stösse und Hufschläge, zuweilen auch heftiges Reissen an der Zunge hierzu Veranlassung.
Erscheinungen. Speicheln, Hervorhängen der Zunge, Beschwer­den bei der Putteraufnahme, besonders heim Schlucken, Anhäufung von Futterstoffen im Maule, Anschwellunjr im ECeblcansre; bei com-
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Krankheiten des Kopfes.
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plicirtor Fnictur (indei IMutung ins Maul, unter Umständen starker Blutausfluss statt. Selten winl Crepitatioii bei Bewegungen dor Zunge beobachtet.
Verlauf. Bei subcutanen BrUclien erfolgt meist Eleilung in I Wochen, uiohl selten aber perforiren die Bruchstücke die Schleim­baut, es entwickelt; sich eine heftige Phlegmone, an welcher die Thiere zu Grunde gehen können (Herraud), oder es entstellen hochgradige Störungen des Kauens und Schluckens, so dass die Thiere an Inanition sterben, wenn sie nicht früher geschlachtet werden (Zipperlen). Siedamgrotzky beobachtete Luftsackerkrankung in Folge einer Zungenbeinfractur. Auch können durch Verletzung von Blutgefässen seitens der Bruchstücke tödtlich verlaufende Blutungen zu Stande kommen. Rupprecht berichtel über einen Fall heim Pferde, in dem das gebrochene Zungenbein den Luftsack perforirt und durch Ver­letzung eines grösseren Gefiisses Verblutung herbeigeführt hatte. Auch Bolle sah ein Pferd in Folge der Blutung an Erstickung zu (raquo;runde gehen; das Blut halte sich in den Kehlkopf und die Luftröhre ergossen. Dass andererseits auch complicirte Fracturen des Zungenheines in
6-.....8 Wochen heilen können, selbst mit Exfoliation grösserer Stücke
desselben, beweist die Mittheilung Schades.
Die Behandlung kann sich bei einfacher Fractur auf Regelung der Diät beschränken; man gehe weiches Futter, das wenig Kauen ver­langt und leichtverdaulich ist. Wenn die Schluckbeschwerden sehr gross sein sollten, kann Wasser/.ufuhr durch den Mastdarm angezeigt sein: im Nothfalle lässt sich von hier aus auch künstliche Ernährung einleiten.
Bei complicirten Brüchen muss die Perforationsstelle öfter ge­reinigt, werden. Sollte die Perforation ausnahmsweise die äussere Haut betreifen, so würde man mit antiseptischen Massregeln vorgehen. Die sich loslösenden Knochensplitter werden entfernt.
o) Brüche der Zwischeukieferbeiue.
Durch Niederstürzen. Laufen gegen feste Gegenstände, bei Pfer­den durch Bufschlag, bei Hunden Schläge mit einem dicken Stocke kommen Brüche der Zwischenkieferbeine zu Stande. Bald bricht nur der Nasenfortsatz, bald der Zahnhöhlenrand mit einem oder mehreren Schneidezähnen, nichl selten kommen Querbrüche des Körpers ladder Knochen vor.
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Ladendruok!
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Die Erkennung orgiebl sich aus der schmerzhaften Anschwel­lung und genauen Untersuchung lies ziemlich frei liegenden Knochens, QuerbrUche am Körper desselben führen zu ähnlichen Veränderungen wie Querbrüche am Körper des Unterkiefers; die oberen Schneide­zähne zeigen sich mit dein Alveolarrand des Knochens beweglich, oder sie sind mehr oder weniger gegen die Maulhöhle verschoben. igt;ie Oberlippe steht bei diesen Brüchen oft schief, so dass der Zustand bei oberflächlicher Betrachtung wohl mit Facialislähmung verwechselt werden kann.
Beschränkt sich ein suboutaner Bruch auf den Alveolarrand oder den Nasenfortsatz, so heilt der Zustand vollständig und schnell. Quer­brüche des Körpers bieten dagegen grössere Schwierigkeiten, namentlich wenn sich der Zahnhöhlenrand mit den Schneidezähnen beweglich zeigt, oder eine complicirte Fractur vorliegt. Hier erscheint nur bei werth-vollen und Lieblingsthieren eine Behandlung angezeigt. Sieht der freie Eland fest, so lässt sich die Heilung bei weitem leichter erreichen.
Die Behandlung hat neben Regelung der Diät die reponirten Kuochenstücke möglichst zu fixiren, was durch Draht in ähnlicher Weise geschehen kann, wie bei den Brüchen des Unterkiefers (S. 108). Bei complicirten Brüchen tritt die Antisepsis in ihre Rechte. Die gegen die Maulhöhle disloeirten Schneidezähne können zuweilen erst mit einiger (Jewait und muh längerer Zeit in die normale Lage zu­rückgedrängt werden. Sobald dieselben mit den Zähnen des Unter­kiefers in Reibung getreten sind, geht die Reduction unter der Wir­kung des Kauens von selbst vor sich.
Bei Pferder sah ich wiederholt Querbrüche der Zwiscbenkieferbeine
unmittelbar hinter den Alveolarfortsätzen; einmal waren durch Fallen aul das Maul sämmtliche Schneidezähne des Oberkiefers aus ihrer Lage nach unten und hinten gegen die Zunge gedrängt. Die Reposition gelang selbst bei einem bereits mehrere Tage alten Bruche mit Hülfe eines dünnen liammor.stiels. Zuweilen reicht ein kräftiger Druck mit dem Daumen dazu aus.
d) Verletzuugeu der Laden. Ladeudruck.
Lit.; (i reiner. Oesterr. Monatsohrifl für Tliierh. Isilü. S. H71.
Als .Bade* wird derjenige zahnlose Abschnitt, des Unterkiefers bezeichnet, welcher zwischen dem Eck- bezw. Hakenzahn und dem ersten Backzahn liegt. Der Knochen ist hier mit einem mehr oder weniger scharfen Bande versehen und wird vom Periost und von einer
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Krankheiten ill's Kopfes,
starken, derben Schleirahaui bedeckt. lici Pfeifen haben die Laden das Gebiss aufzunebmen. liulii dieses zwar für gewöhnlich auf der Zunge und den Elfindern der Lippen, so wird es doch durch die Wir­kung der Zügel gegen die Laden gepresst und ruf! hier tmmentlich bei Reitpferden nichi selten Verletzungen hervor. Je Schürfer das (iehiss, hui so leichter geschieht dies: bei hohen und scharfen Laden. dünner Zunge und schlaffen Lippen kommen solche Verletzungen eher zu Stande als unter den entgegengesetzten Verhältnissen; auch be­günstigt eine tiefe Lage des Gebisses solche. Ferner giebt eine sog. „schwerequot; oder „harte Faustquot; und das „Bücken ins Maulquot;, wie es in der Reitersprache heisst, zum Ladendruck oft Anlass.
Wesen und Verlauf. Die hierbei auftretenden, krankhaften Veränderungen sind verschiedener Art. Nach dem Grade der Ver­letzung lassen sich folgende drei Arien unterscheiden:
1. Die leichteste Läsion besteht in einer Erosion der Schleim-iiaut der Laden; durch die Bewegungen des Gebisses wird das Schleim-hautepithel abgerieben. Dieser Zustand macht empfindliche Reitpferde zuweilen störrisch, heilt jedoch bei entsprechender Schonung des Thieres in wenigen Tagen.
-. Wirkt das Gebiss mit grösserer Gewalt ein, so kommt es nichi selten zur Quetschung oder Verwundung der Schleitn-haut der Laden. Einfache Quetschungen ohne Continuitätstrennungen enden ebenfalls meist, mit Zertheilung; tiefer gehende Verwundungen der Schleimhaul führen jedoch leicht zu eiteriger Periostitis mit ihren
Folgeil ( Xekrose).
'#9632;''#9632; Bei sein- heftiger Wirkung scharfer Gebisse ensteht Ladeu-druck mit Erkrankung des Periostea bezw. des Knochens. Bald ent-wickelt sich eine Periostitis ossificans, welche zur Bildung von Bxostosen führl (am Skelett älterer Reitpferde findet man solche häufig), bald entsteht eine Periostitis purulenta, welche regel-mässig eintritt, wenn die Continuitätstrennung his auf den Knochen reicht. In solchem Lalle kommt es zur Bildung von Knochennekrose, und diese führt weiter zur eiterigen Erkrankung des Knochenmarkes (Osteomyelitis suppurativa). Später erfolgt am unteren Rande des I nterkiefers Durchbruch, und es entleeren sich hier nekrotische Knochenstticke bis zur Grosse eines Fingers. Der letzlere Vorgang nimmt natürlich lungere Zeit,, oft mehrere Monate zur Heilung in Anspruch, doch wird diese stets ohne nachtheilige Folgen für das betreffende Pferd erreicht.
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Lndendmrli.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 29
Erscheinungen. Aul' die Gegenwart einer Erosion der Schleim­haut wird man oft ersi durch die Unruhe ck-s Pferdes beim Gebrauche der ZUgel aufmerksam; die Localuntersuchung gieht näheren Aul-schluss. Quetschungen der Schleimhaut geben sich durch Anschwel­lung, Schmerz und Röthung dei'selben zu erkennen; Verwundungen hissen sich direct nachweisen. Am zweckmilssigsten erfolg! dii- Unter­suchung zunächst mit dem Zeigefinger, den man von der Seite in das Maul einrührt und über die Lade gleiten lässt. Entdeckt derselbe Veränderungen, namentlich Schmerz, Anschwellung oder Con-tinuit'dtstrennungen, so wird durch Inspection die Untersuchung vervollständigt. Zur Ermittelung der Periostitis ossißcans ist die Pal­pation geradezu unentbehrlich; daher bleibt dieser Zustand oft un­bemerkt, zumal man das widerstrebende Verhalten des Pferdes gegen den Zügel der Unruhe des Thieres oder dem Reiter zuschreibt. Ein massiger Druck mit dem Finger auf die betreffende Jaule ruft bei Periostitis erhebliche Schmerzensäusserungen hervor. Directe Ver­letzungen oder Nekrose des Knochens lassen sich ebenfalls mit dein Pinger nachweisen, der oft den blossgelegten Knochen fühlt. Ist die Trennung in der Schleimhaut nur klein, so eignet sich eine Metallsonde zur Untersuchung. Die Osteomyelitis gieht sich durch Knochenauf-treibung zu erkennen, welche in der Kegel vom oberen bis zum unteren Rande des Unterkiefers reicht, später perforirt, wobei eine blutig eiterige Flüssigkeit und nekrotische Knoclieustiu ke entleert werden.
Der dem Knocheneiter eigenthümliche unangenehme Geruch wird auch liier nicht vermisst. Oft dringt die Sonde vom unteren Kieferrande Ins in die Maulhöhle des Pferdes.
Störungen beim Kauen und Speicheln ans dem Maule gehören zwar nicht zu den ständigen Erscheinungen des Leidens, kommen aber dabei vor.
Die Behandlung muss sich in erster Linie nach den anatomischen Veränderungen richten. Besteht nur Erosion, so genügt Schonung des Pferdes oder Anwendung einer Trense bezw. eines Nasenzügels, bis der Epithelersatz erfolgt ist; zuweilen empfiehlt sieh, das Gebiss höher zu legen. Bei Verletzungen der Schleimhaut ist Schonung und Vermeidung eines Stangengebisses erst recht geboten. Igt;ie Wunden müssen nach Jedem Fressen sorgfältig gereinigt, und um Verunreini­gungen zu vermeiden, lasse man dein Pferde bis zum nächsten Futter im Stalle einen Maulkorb auflegen: oder man bindet das Pferd hoch, so dass es keine Streu fressen kann. Im iibrmvn ist die Wunde nach
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Krankheiten des Kopfes,
ihrer Beschaffenheit zu behandeln. Sobald der Knochen oder das Periosi mitleidet, tuuss das Gebiss vermieden werden; nur wenn da­durch keine Verletzungen entstehen, ist die Anwendung der Trense zulässig. Bei Periostitis ossifleans genügt in der Regel diese Behand­lung, um das Pferd in einigen Wochen wieder arbeitsfähig zu haben; eiterige Erkrankung des Periosts und Knochenmarks macht die Ent­fernung der nekrotischen Knochenstücke unbedingt erforderlich. Zu­weilen lässl sich dies von der Maulhöhle aus mit Hülfe einer guten Kornzange ausführen, wo nicht, muss es nach erfolgtem Durchbruch durch die iiussere Haut geschahen. Die Wunde sowie die Oeffnung im Knochen ist soweit als möglieb rein zu halten; Ausspritzungen mit Desinflcientien, Carbol, Creolin, verdünnter Salz- oder Schwefelsäure finden geeignete Anwendung, öreiner empfiehl! bei Caries oin Unter­kiefer Milchsäure, die er concentrirl in die Pistelkanäle spritzen liisst, worauf mit der Säure getränkte Tampons eingeführt werden. Ihe ßeinigung soll nach jeder Putteraufhahme geschehen und zur Rein-erhaltung der Wunde wie oben angegeben verfahren werden. Auch die Anwendung des Glüheisens in Gestalt eines Löschspiesses ist zu­weilen angezeigt (Desinfection),
Eine sorgfältige Vbrbauung ist von grossem VVerthe; leider werden derartige Verletzungen oft erst entdeckt, wenn sich bereits
Anschwellung des Kiefers eingestellt hat. In der Armee kommt Ladeu-druek bei grösseren Debungen, /.. B. Manövern häufiger vor, weil die Mannschaften alsdann oft ohne Aufsicht reiten. Regelmässige Revisionen der Laden sind hier ebenso am Platze wie solche auf Satteldruck. Die Anwendung von Gebissen aus Gummi oder Lederbekleidung empfehlen sich bei empfindlichen Pferden und sind geeignet, derartige Ver­letzungen zu hindern: auch werden sie mit Nutzen nach dem Abheilen des Ladendruckes benutzt. Solange aber Verletzungen bestehen, nützen sie wenig, bei Erosionen der Schleimhaut wirken sie sogar nacht heilitr.
e) Kraukheitei! der Zähne.
in diesem Kapitel sollen nicht allein die an den Ziihnon auftretenden pathologischen Processe, sondern alle ünregelmttssiakeiten des Gebisses Be-rücksiclitiguiif,' linden, welche mit Störungen dos Kanens verbunden sind. Hierdurch erlangen die Zalinfehler bei den Nutzthieren erst ihre volle Be­deutung; auch wird bei allen diesen Zuständen der Rath des Sachver­ständigen in Anspruch genommen, welcher ohno eine genaue Keimtniss derselben kaum im Stande ist, eine zuverlässige Diagnose zu stellen.
Bei den Herbivoren kommen vornehmlich die Kranheitszustände der
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Kiitwirkclunfjsiuiormilicn der Ziilim
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Backzähne in Betracht, während die laquo;lor Schneidezähne bei weitem nicht so
wichtig sind. Den ersteren dienen die Schneidezähne mir zum Abreisson von (Jras auf der Weide, während die Zerkleinerung des Futters ausschliesslich den Backzähnen zufällt, Es sollen daher auch 'zunächst die Krankheiten der Zähne bei den Pflanzenfressern berücksichtigt werden.
Im übrigen verweise ich auf die vortreffliche Arbeit K'itts über Zahnanomalien in Frühners Monatsschrift für praktische Thierheilkunde 1802. Heft 8, 9, 10,
Die klinischen Erscheinungen /eigen zwar bei den einzelnen Krank-heitszuständeu einige Verschiedenheiten, doch besteht im ganzen eine grosso üebereinstiniinung. Beim Pferde, welches hier hauptsächlich in Betracht kommt, weisen folgende Symptome auf die in Rode stehenden Leiden hin:
1.nbsp; nbsp;Langsames Fressen, vorsichtige Kaubewegungen, „das Thier kaut nicht durchquot;, zuweilen erfolgen plötzliche Unterbrechung des Kauens und Wühlen mit der Zunge, wobei der Kopf schief gehalten wird.
2.nbsp; nbsp;Fallenlassen des Futters ans dem Maule; oft findet man zusammengeballte Heumassen in der Krippe, die Thiere -priemenquot;, wie es im Volke heisst.
3.nbsp; nbsp;Eine #9632;wichtige Erscheinung bildet die Gegenwart von Futter im Maule, ohne dass die Thiere unmittelbar TOrher gefressen haben; man trifft Futterreste in den Jiackeutascheu an. Ebenso sprechen Kaubewegungen ohne Futteraufnahme für kranke Zähne.
4.nbsp; nbsp;Hierzu gesellt sich später Abmagerung und Abnahme der Kräfte. Hei Kindern wurden epileptiforme Krämpfe in Folge von Zahnleiden be­obachtet (S. 14); bei Hunden fordert Salivation zur Futei'suchung der Manlhi'ihle und besonders der Zähne auf.
5.nbsp; nbsp;Die häufigste Zahnkrankheit bei den Thieren bildet die Alveolar-periostitis, sie ist mit einem penetrant üblen Geruch ans dem Maule ver-bunden.
Sobald derartige Erscheinungen bestehen, versäume man niemals, das Maul und insbesondere die Zähne genauer zu untersuchen. Zuweilen lassen sich bei Pferden schon durch Palliation der Wangen ünregolmässigkeiten am Gebiss nachweisen. Auftreibungen der Knochen und Fistelbildung be­gleiten ebenfalls solche häufig. Ueber die Beschaffenheit der Schneidezähne verschafft man sich durch Inspection leicht Gewissheit, die Untersuchung der Backzähne setzt bei den verschiedenen Thierarten besondere Vorkehrungen voraus, welche in meiner Diagnostik näher boschrieben sind. Abweichungen der Zähne aus ihrer Stellung und aus der Reihe der übrigen beweist eben­falls Erkrankung derselben.
Vom klinischen Standpunkte lassen sich die Zahnleiden in folgende vier Gruppen bringen;
A.nbsp; Ünregelmässigkeiten in der Entwickelung der Zähne,
B.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;, ., Abnutzung der Zähne,
C.nbsp; Erkrankungen der Zähne selbst,
D.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;des Alveolarperiostes.
A. U
i'c Im ä ss i g-keifen in der Entwickelung der /üb no.
Lit,; Roll. Wien. Vierteljahrschrift, Bd, III. S. 102. Walther, Drescl, Ber. 18X9, s. To. Günther, Exterieur des Pferdes. Kitt, Monatssohr, f. p, Thicrli. 1892. 8, 861. Dieckerhoff, Spec, Path. u. Ther. S. 166.
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Krankheiten des Kopfes.
1. CTeberzillilige Zilhne (Polyodontie, Hyperdentifcion).
Xiu-h K o i I in a n n (Kit l) sollen lioim Menschen träbrend des Embryo­nallebens zuweilen mehr Schmelzkeime angelegt werden, als für die normale Zahl der Zilhne notbwendig ist, und auf diese Weise die Bildung über­zähliger Zähne zu Stande kommen. Kitt fasst die Polyodontie als eine zum Theil al a vi s t iscli e Erscheinung auf, und weist darauf hin, ilass die vorzeitigen Säuger mein- /ahne hatten als die heutigen: so erklär! sieh namentlich das Auftreten einer vierten Prämolare beim Pferde, dessen Vor­fahren (Hipparion u. s, w.) regelmässig vier Prämolaren hatten.
Als atypische Polyodontie bezeichnet Kitt eine gewissermassen planlose Vielztthnigkeit und citiri als Beispiel eine Beobachtung (Ion-
beaux's; das Pferd hatte die doppelte Anzahl
Fi
Schneideziihne. Günther, Stock l'l et h a. a.
beobachteten überzählige Backzähne; am häufig­sten scheint ein siebenter Backzahn, hinter der M. 8 vorzukommen, Aber auch neben der nor­malen Zahnreihe finden sich solche, bald an der Backen- bald an der Zungenseite stehend. Zu­weilen bandelt es sich nur um Milchzähne, die von den Ersatzzähnen eingeklemmt stehen geblie­ben sind.
Nachtheilige Polgen ergeben sich in der
Jf Regel aus der Polyodontie erst, wenn der liber-i zählige Zahn nicht abgerieben, also zu lang wird und schliesslich die Weichtheile und selbst die Knochen verletzt. Ein überzähliger Backzahn im Unterkiefer kann sieii schliesslich in das Gaumen­bein einbohren, dieses selbst perforiren, wie Roll und Dieckerhoff beobachteten. Der Zahn bricht zuweilen in die Nasenhöhle ein und erzeugt ver­dächtigen Nasenausfluss (Dieckerhoff). Auch von mir wurde ein derartiger Zustand in zwei
fällen beobachtet. Die medial von der Backzahn­reihe auftretende Polyodontie veranlasst Verletzungen der Zunge und Störungen bei der Putteraufnahrae; die lateral befindlichen verletzen oft die Schleimhaut der Hacken.
Walther beschreibl zwei überzählige Backzähne beim Pferde, welche sich medial von den dritten Backzähnen im Oberkiefer fanden. Ibis Pferd wurde durch dieselben beim Kauen gestört, leb selbst beobachtete an der medialen Seite des vierten oberen Backzahnes in zwei Fällen einen überzähligen Ziilm (Fig. #9632;quot;'). welcher zugleicb mit seinen Nachbarn an Alveolarperiosfcitis litt. Diese hatte zum Durch-bruch in die Oberkieferhöhle und zu chronischem Nasenausfluss geführt.
In einem anderen Falle slaml der überzählige Zahn medial (znngeit-wärts) neben der Prämolare 3 nml störte die Putteraufnahme.
Die Behandlung besteht in der Entfernung oder Verkürzung des zu langen Zahnes. Die Extraction stössl oft und namentlich da
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fehler im Zalmweohsel und in iler Stelluntt iIit Zfthne.
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auf gi'osse Schwierigkeiten, wo der ttberztlhlige Zahn neben einem anderen Backzahn steht, und in Folge dessen schwer zu lassen ist. In solchem Falle beschränke man sich auf die Verkürzung des Zahnes (8. 44) oder entferne den /ahn mil Hülfe des Stempels (S. 57), Mir gelang es in solchem Falle mit einer Zange, welche ein dünnes Maul hatte, allmählich zwischen die beiden Zähne zu gelangen und dieselben einzeln zu extrahiren (Fig. 5). Am ersten Backzahn liisst sich dieses aus einander Drängen mit einem starken Meissel be­wirken.
2. Ij nregel mäss igkeit fii im /ah n Wechsel.
Zuweilen beobachtet man bei Pferden, dass die Milchzähne
sitzen bleiben, und die Krsatzziihne in Folge dessen eine fehlerhafte Stellung annehmen, in solchen Fällen müssen die betreffenden Milch­zähne entfernt werden, wozu man sich mit Vortheil der Zange von Günther bedient (Fig. 28); oft genügt eine einfache Kneifzange. Man achte darauf, dass der vordere stets der Milchzahn, der hinter demselben stehende der Ersatzzahn ist. Heim Ausziehen des erstereu soll sich der über dem Maul der Zange befindliche Fortsatz auf den Frsafzzahn legen.
Au den Hackzähnen werden nur selten Störungen bei der Denti­tion beobachtet; doch zeigen die Pferde während des regelmässigen Wechsels oft erhebliche Schmerzen beim Kauen: in solchen Fällen ist weiches Futter zn empfehlen.
3. Fehlerhafte Stellung der Zähne.
Lit.! Sohrader, Gurlt u. Bertwig. 17. S. \0'l. Dose, das. Bd, 28. S, 92, Kitt, Monatesch, für pr, Thierh, 1802. S. ;i.H. Leisering, Dresd, Her. 1868, 8, 16,
An den Hackzähnen kommen Abweichungen von der normalen Lage in Folge Erkrankung des Alveolarperiostes mit Lockerung des Zahnes in seiner Alveole vor. welche S. #9632;gt;'#9632;'lt; besprochen sind. Hier sollen nur diejenigen Abweichungen Herücksichtigung finden, welche als Fehler in der Fntwiekelung auftreten.
So beobaelitet man zuweilen, dass sich der eine oder andere der Ersatzschneidezähne nicht unter dem Milchzahn, sondern weiter nach hinten entwickelt und nach dem Durcbbruch die Zunge verletzt.
Stockfleth theilt eine solche Beobachtung von Höyer mit.
Bei Pferden trifft mau Schneidezähne, die um ihre Achse gedreht
Möller, Speciolle Ohlmrgie tllr Tlilerilrüto, a. Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;)'gt;
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Krankheiten des Kopfes.
sind (Torsion), der convexe Bogen gegen die MaulhOhle gerichtet; oder ein Zahn steht wagereobt und wächst sohliesslioh zum Maule hinaus, wodurch das Aussehen der Thiere leiden kann (Günther). Auch die Backzähne werden in falscher Stellung angetroffen. Kitt berichtet über ein Gebiss vom Pferde, an dem der erste Backzahn mit seiner Krone l)uc( iilwärts neben dem zweiten und vierten lag, während seine Wurzel liuguahvärts ;! 1 cm unter dem Alveolarrande aus dem Kiefer hervortrat,
Kitt nimmt an. dass solche Stcllungsanomalieu der Zähne zum Theil auf temporären oder absoluten Raummangel, der sich 'beim Durchbruch des Zahnes geltend macht, theils auf abnorme Biss- oder Druckverbältnisse jener Zeit zurückzuführen sind. So kann ein Milch­zahn dem in der Entwickelung begriffenen Ersatzzahn eine falsche Rich­tung geben; auch vermag eine falsche embryonale Lagerung der Zähne zu einander solche Unregelmässigkeiten des Gebisses zu veranlassen.
Hierher lassen sich auch die Abweichungen in der Stellung der Zähne rechnen, welche auf Missliildungen im Bau der Kiefer beruhen. Dahin gehören Missverhältnisse in der Länge beider Kiefer. Ist der Oberkiefer zu lang (l'rognat hin superior) oder der Unterkiefer zu kurz f Bra eh vgnathia inferior), so entsteht das sog. „Karpfen­maulquot;, während man bei entgegengesetzter Bildung von einem .Hecbtmaulquot; spricht. Offenbar handelt es sich hierbei um con-genitale Missliildungen, welche häutig mit Abweichungen an den Backzähnen verbunden sind, indem beim llechtmaul die Backzähne des Unterkiefers zu weit nach vorn liegen, so dass der erste Back­zahn über den des Oberkiefers aach vorn hinausragt, während der letzte Backzahn des Oberkiefers von dem gleichen im Unterkiefer nicht mein- erreicht wird. Beim Karpfenmaul liegen die Verhältnisse umgekehrt. Die Folge hiervon ist eine mangelhafte oder Überhaupt fehlende Abreibung des einen oder anderen Zahnes, Zulangwerden desselben und Störungen beim Kauen.
Ebenso kommen Verkrümmungen des Xasentheils oder des ganzen Kopfes vor. die eine falsche Stellung der Zähne zur Folge haben. Dahin gehört der von Gurlt als ('ainpvlorhinus bezeichnete Zustand (Fig. 111. Leisering hatte Gelegenheit, einen solchen am lebenden Pferde zu beobachten.
Eine eigenartige Abweichung beobachtete Dose bei einer Kuh. Die Schneidezähne derselben standen paarweise hinter einander. Obgleich das 'finer 3 Jahre alt war, hatte dor Zuhnwechsel noch nicht begonnen. Gleich­zeitig fand sich der Unterkiefer missgestaltet, was (Snrlt als die primäre und die eistentliche Ursache der Abnormität des Gebisses betrachtete.
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Fehlerhafte Stellung der Zähne.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;35
Beurtheilung. Solange derartige Abweichungen des Gebisses gerlnggradig sind, rufen sw keine erheblichen Störungen liervor; höhere örade haben jedoch Nachtheile in verschiedener Richtung zur Folge. Einina] wird das örasen erschwert, indem namentlich bei niedrigem Grase das Abreissen desselben behindert ist; erhebliche Abnormitäten an den Schneidezähnen können selbst bei der Aufnahme des Rauh* und Kurzfutters stören und das Kauen erschweren. Die Backzähne werden in Folge der Abweichungen nicht regelmftssig ab­gerieben, wachsen über die ivaiiHäebeu der Nachbarn hinaus und ver­letzen sohliesslich das Zahnfleisch oder den Gaumen, wodurch das Kauen orlieblieb beeinträchtigt wird.
Schrader fand bei einem Pferde im Oberkiefer den ersten Backzahn linkerseits dicht hinter dem Hakeuzabn, den zweiten an der medialen Seite des dritten, so dass zwischen den letzten beiden und dem ersten ein '2 /oll grosser /wisehenrauni bestand. In diesen waren die beiden ersten Back­zähne des Unterkiefers hineingewachsen, und hatten beide den harten Gaumen perforirt, so dass beim Trinken das Wasser in die Nasenhöhlen eindrang und durch das Nasenloch ablioss. Das Pferd war sehr abgemagert und wurde getödtet.
Fehlerhaft und zugleich nachtheilig ist die zu weite Stellung (.Diastase, Kitt) namentlich der Backzähne. Die Kronen derselben (Approximaltl'äclien, Kitt) sollen dicht an einander liegen, damit die Zähne fest stehen und das Eindringen von Futter /.wischen dieselben verhindert wird; „das Gebiss soll gut geschlossen sein''. Finden sieh Lücken /wischen den Backzähnen, so wird bei dem mangelhaften Widerstand der Zähne das Kauen behindert, und in die Zwischenräume dringen Futtermassen ein, welche sich sohliesslich bis in die Alveolen vorschieben und eine entzündliche Erkrankung derselben (Alveolar-periostitis) herbeiführen; bei .jungen Thieren die häufigste Ursache dieses Leidens (S. 53),
Die Behandlung besteht in der Verkürzung oder Entfernung der störenden Zähne, Bei jungen Thieren schneide mau jedoch nicht so viel auf einmal ab, weil sonst die Zahnhöhle freigelegt, und die Gefahr einer Alveolarperiostitis herbeigeführt wird.
Der zu weite Stand der Zähne lässt sich nicht verbessern, des­halb ist man auf eine Palliativbehandlung angewiesen, welche in der Verabreichung weicher Futterstoffe bestellt: das Kauen muss dem Thiere möglichsl erleichtert oder überHüssig gemacht werden, indem man Schrot. Mehl n. s. w. verabreichen lässt.
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Kianklii'iti'n dos Kopfes.
15. U
ilmtlssisckoiben in der Ä-brelbunix der Zii
Im IJutcrkieler des Pferdes bilden die Baokzahnreiben zwei last gerade und schwacli divorgirend nacli hinten, igt;ezw. oben verlaufende Linien, in­dem die ersten beiden Backzähne bei mittelgrossen Thieren etwa'), die letzten
10nbsp; cm von einander liegen. Im Oberkiefer gestaltet siob der Kaum zwi­schen den beiden Zalinreihen, welche in einem lateral convexen Bogen ver­laufen, erheblich weiter, die beiden dritten l'ri'unolaren (ersten Backzähne) des Oberkiefers stehen etwa, 8, die gleichen Molaren (letzten Backzähne) 10 bis
11nbsp; nbsp;cm von einander entfernt. An der Grenze zwischen Molaren und Prä-molaren betrügt die Entfernung der Zalinreihen im Oberkiefer ca. 1 I bi--
12nbsp; nbsp;cm, im Unterkiefer etwa 8 cm. Hieraus ergiebt sich, dass während der lluhestellung des Kiefers die Rcibediiehen der entsprechenden Backzähne
Fig. (5.
1
N'oniinlcv Stiiml iIit l!ii( Uziihne beim Pferde.
nicht einander decken, dass vielmehr der laterale Rand der Unterkiefer-backzäbne von dem des Oberkiefers seitwärts überragt wird, wilbrend andererseits der mediale Zahnrand der Unterkieferbackzähne die der Ober­kieferzähne medianwärts überragt (Fig. 6). — Ferner kommt in Betracht, dass am normalen Oiebiss die Keibeflächen der Backzähne schräg liegen, indem (bei horizontaler Haltung des Kopfes) der laterale Hand sowohl im Unter- wie Oberkiefer um 0,5—1,0 cm tiefer (ventral) steht als der mediale. Die Verlängerungen der Beibefläohen würden sich also medianwärts in einem stumpfen Winkel unter dem (räumen treffen (Fig. 6).
Nach Baume nehmen die Hackzähne des Pferdes eine Mittelstellung zwischen den immer wachsenden, aus offenen Pulpen producirten Zähnen und den Zähnen mit abgeschlossenem Wurzelwachsthum (Mensch und Fleisch­fresser) ein (Kitt).
Die cegelmllssige Abreibung der Zähm' (Abrasio), welche bei den Pflanzenfressern erheblich ist. an den Schneidezähnen nach (i ü n th e r jähr­lich etwa #9632;-' mm beträgt, setzt voraus, dass die Heibetlächen des Ober- und Unterkiefers, namentlich des letzteren, durch ausgiebige Bewegungen beim Kauen gleichmässig in Berührung gelangen. Geschieht dies nicht, so bleiben nicht nur einzelne Abschnitte der Ueibclläche stehen, während andere ab­norm schnell abgerieben werden, sondern diese wachsen sogar, begünstigt durch das Aufhören des Gegendrucks (Entlastungshypertrophie) in die Lücke
;i
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.Scharfes oder kantiges (.iebiss.
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hinein (Exsuperantia dentis) (Kitt). Daraus geben zwei Abnormitttten
hervor, iiämüch: 1. Das kantige oder scharfe Gebias und 2, das Se.h e reu gebi ss. Folgen unregelniiissigor Abreibung bilden 3. das wellenförmige und I. das Treppe n geh is s.
1. Das scharfe oder kantige Gebiss, die sog. Schieferzähne,
Lit.i Jessen, Gurll u, Hartwig. 86. S. 401. Lorga, Her. Rep. 31. .s. 46. Günther, Exterieur des Pferdes, Kitt. Monatssch. für pr. Thiei'h. 1^1)2. s. 848.
Unter normalen V^erhiÜtnissen und heim regehuässigen Kauen wird die ganze Reibefläche der Backzähne gleichmässig abgenutzt. Wo die Reibung beim Kauen an irgend einer Stelle ausfüllt, muss der Zahn mit der Zeit zu lang werden. Die engere Stellung der Backzahn-ivilieu im Unterkiefer (Fig. 6) bringt es mit sich, class an diesen der mediale, an den Zähnen des Oberkiefers der laterale Rand stehen bleibt. Das kann sowohl an einzelnen Zähnen wie auch an der ganzen Reihe und selbsi an mehreren Zahnreihen eintreten. Solche Hervorraffunffen der Reihefläche der Backzähne werden als „Schieferzähnequot; oder als scharfes Gebiss bezeichnet.
Schliesst die eine Zahnreihe nicht in gleicher Höhe vom und Junten (oral und kranial) mit ihrer Gegenreihe ab, sondern steh! bei­spielsweise oral der Praeni. 3 des Oberkiefers und kranial der M. :gt; des Unterkiefers (oder umgekehrt) über den gleichnamigen Gegenzahn etwas vor, so wird der nicht in Reibung kommende Theil als Haken stehen bleiben (Hakenbildung). Derselbe kann nach und nach so lang werden, class er das Zahnfleisch verletzt (Kitt).
Ursachen. Veranlassung zur Bildung dieser Abweichung giebt, wie schon Dei'av (Jessen) erkannte und später von (Uintiier u. a. bestätigt wurde, meist eine zu enge Stellung der Unterkieferäste. Unterstützt wird die Wirkung dieser Bildung durch Einschränkung der Kaubewegungen, welche nach Lorge auf einer unvollständigen Entwickelung der Kaumuskeln beruhen soll. Sobald sich erst scharfe Kanten am Gebiss gebildet haben, rufen sie beim Kauen Verletzungen an der Wange hervor, und die Folge davon ist, dass das Thier diese liewegungen freiwillig einschränkt, wodurch wiederum die Ausbildung scharfer Zahnkanten unterstützt wird. So begünstigt das Leiden selbsi seine fortschreitende Entwickedung.
Die Beurtheilung fällt insofern günstig aus, als es leicht ist. die scharfen Kanten und Spitzen von den Zähnen zu entfernen: da
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i
;lt;8
Krankhsiton dos Kopfes.
jedooh lias Grundleiden damit nicht beseitigt wird, so muss dieses nach einiger Zeit vriedei'holt worden. Die durch das scharfe Gebiss hervorgerufenen Störungen des Kauens liegen in Verletzungen tlieils der Zunge. Hieils der Wangen begründet. Die erstere wird von den scharfen Rändern der ünterkieferzilhne, die letztere von denen des Oberkiefers betroffen. Nach längerem .Bestehen dieser Störungen kann sogar Abmagerung und Abnahme der Kräfte eintreten. Am häufigsten wird der Zustand bei älteren Pferden, selten bei den übrigen Thieren beobachtet.
*
Erscheinungen. Schlechtes Fressen, langsames, vorsichtiges,
oft nnterhroelienes Kauen mil Schiefhalten des Kopfes machen auf den Zustand aufmerksam. Häutig lassen die Thiere die Bissen aus dem Manie fallen, welche sieh dann in der Krippe finden. Auch bleiben Futterreste zwischen den Backen tmd den Zahnreihen liegen, weil die Thiere ausgiebigere Bewegungen der Kaumuskeln wie auch der Zunge vermeiden. Verletzungen der Maulschleimhaut rufen leb­hafte (Salivation hervor.
Während man früher, wie schon Jessen beklagte, diesen Zustand oft übersah, wird die Bedeutung der sog. Schieferzähne beut zu Tage nicht selten Überschätzt; sie dienen häutig als Lückenbüsser bei unsicherer Diagnose. Mau halte den Grundsatz fest, die vorhandenen Spitzen der Zähne nur da als Ursache der Störungen in der Futteraufnabme anzusehen, wo sich Verletzungen an der Zunge oder an den Wange): nachweisen lassen: häufig veranlassen sie keinerlei Beschwerden. Bei jüngeren Pferden und nur massiger Ausbildung lege man diesem Zu­stande als Ursache der gestörten Futteraufnabme nicht so gross)1 Be-dentung bei.
Behandlung. Die Beseitigung der Spitzen und scharfen Kanten erfolgt entweder mit der Raspel (Fig. 7) oder mit dem Hobel oder Meissel (Fig. 8, 9 n. 10), Diese zu dem Zwecke besonders constriiirten Instminente können im Notbfalle durch eine einfache Huf ras pel ersetzt werden. Oft zeigen Pferde instinetiv eine Neigung, die Spitzen der Zähm' abzustossen, indem sie freiwillig fest auf die /wischen die Zalmreiheii geschobene Raspel beissen. Stärkere Hervorragungen werden mit Meissel und EOopfschlägel oder dem Hammer abgesprengt. An den hinteren Backzähnen wende man den Meissel mit Vorsicht an und vermeide Verletzungen der Weichtheile. Der mit dem Hammer oder Klopfschläge] geführte Schlag muss energisch, aber kurz ausfallen;
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Scharfes odor kiintiffe.s Qebiss.
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auch lüsst sich das zu weite Voniriiiü.en des Meissois durch eine sorg­fältige Handhabung desselben vermeiden, indem die linke Hand den Meissel so erfasst, dass sie sieh während des Schlages gegen die Sohneidezähne stützt; die in Form von Knöpfen neben der Sohneide des Meisseis angebrachten Vorrichtungen sind für den GtaUbten daher entbehrlich. Dasselbe gilt von dem von Brogniez construirfcen Odontriteur, ein Meissel, an dem der Schlag des Hammers durch
FiK. 7.
Fig. 10.
Fig. 8 u. 9.
Ziihnraspol.
Zaliimieissi'l.
ZalmhobBl
die Bewegung eines mit jenem verbundenen und beweglichen Eisen­bolzens ersetzt wird.
Ohne Zweifel ist die mit dieser Operation zuweilen verbundene Lockerung einzelner Zähne und daraus resultirende Störung der Putter-aufhahme nicht selten das Mittel, um Erkrankungen des Magens zu heilen und so indirect nützlich zu werden.
Die Abnutzung der Schneidezähne zeigt sich bei älteren Pferden durch einseitiges Kauen oft in der Weise gestört, dass die eine Seite mehr verkürzt ist als die andere. Diese von Günther als Schief­in au I bezeichnete Abnormität besteht meist ohne Nachtheil, ist jedoch
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Krankheiten dea ECopfes,
nicht selten mit unregelmtlssiger Abnutzung an laquo;Ion Backzähnen ver­bunden uiirt insofern beachtenswerth.
2. 1)iis Sehereagei)ias.
lit.-. Qttnther, Exterieur. S. 584. Esser, Thier. Mitth. 1877. Kitt, Monatssoh. für pr, Tbierh. 1892. S. 348.
Eine abnorme Steigerung der Schräglage der Backzahnreibefläche bezeichnet man als Scherengebiss. Bei ihm steht der laterale IüiihI der ReibefTächen am Unter- wie Oberkiefer zu tief, der mediale zu hoch, so dasraquo;, die Verl'flngerungen derselben sicdi in einem mehr
'U'. 11.
iK. I'-
Linkageitiges Sclierengebisa. Nach einer Fbotographie
RelbefläclK
heiin Scherengebiss. lieim normalen Qebiss.
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oder weniger spitzen Winkel Über dem Gaumen treffen würden, Mit andern Worten, die Reibeflächen der Backzähne liegen beim Scheren­gebiss nicht über, sondern aeben einander, so dass sich das Gebiss wie bei Fleischfressern verhält (Fig. II u. i2b). Die Reibeflächen dor Backzähne können daher nichi mahlend wirken, sondern sie treffen sieh wie die Schenke] einer Schere, indem die Beibefläche am Unter­kiefer gleichsam den medialen, die des Oberkiefers den lateralen Scherenschenke] bildet.
Auf einzelne Zähne beschränkt ßndet sich diese Abweichung am häuiigsten am vierten Backenzahnpaare, weil diese am meisten seitlieh von einander abweichen; in der Kegel bereitet sich jedoch der Zustand auf eine ganze Zahnreihe ans (einfaches Scherengebiss), seltener kommt die' Abnormität an beiden Seilen zur Ausbildung (doppeltes Scherenlaquo; irebiss).
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Soherengebiss.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 41
Der fehlerhafte Zustand entsteht dadurch, dass an den Back­zähnen des Unterkiefers der mediale, an denen des Oberkiefers der laterale Rand nicht abgerieben wird; beide wachsen zu weit vor, bis enducb der erstere gegen den Gaumen, der letztere gegen laquo;las Zahn­fleisch des Unterkiefers stowst. Abgesehen von den Störungen beim Kauen (das Mahlen der Futterstoffe hört auf, und das öebiss wirkl schneidend), halten die Verletzungen der Weichtheile das Thier von der Futteraufnahme und vom Hauen ab. Die zu langen Zahn-dinder bohren sich zuweilen bis in die gegenüberliegenden ECnocheu lt;-in; ich sah auf diese Weise Perforationen des harten Gaumens zu Stande kommen. Durch die in seitlicher Richtung stattfindende Kraftwirkung auf die /ahne entstehen Lockerungen derselben, während Verletzungen des Zahnfleisches entzündliche Processe am Mveolar-periost hervorrufen. Am Scherengebiss haben daher namentlich bei älteren Thiereu die Zähne selten einen testen Sitz und zeigen häufie' Eürscheinungen der Älveolarperiostitis,
Ursachen. Dieselben umstände, welche das kantige Gebiss ver­anlassen, liegen auch diesem Fehler zu Grunde. Zu enge Stellung der Zahnreihen des Unterkiefers und Beschränkung in der freien Kieferbewegung durch irgend welche Einflüsse geben zur Entstehung des Scherengebisses Veranlassung. Ob auch hier, wie Lorge an­nimmt, zuweilen eine unvollständige Entwickelung der Kaumuskeln vorliegt, mag dahingestellt bleiben; ebenso die Behauptung Günthers, dass eine ungleiche Härte in den Backzähnen Ursache des Fehlers sei. Esser beobachtete Scherengebisse durch Verletzung eines Kiefer­gelenks; die dadurch bedingte Verkürzung der einseitigen Kaubewe­gungen hatte eine ungleiche Abreibung der Zähne veranlasst.
Die Beurtheilung richtet sich nach dem Grade der Ausbildung, dem Zustande der Zähne und nach den bestehenden Complicationen. In den ersten Stadien der Entwickelung ruft das Scherengebiss keine erheblichen Störungen hervor, wird daher in dieser Zeit nur selten erkannt. Erst wenn das Kauen erschwert ist, überzeugt man sich von der Gegenwart, des Leidens. Solange die Zähne noch gesund sind und fest sitzen, lilsst sich wenigstens zeitweise Abhülfe schaffen; wo aber bereits Lockerung derselben oder gar Alveolarperiostitis eingetreten ist, da wird die Aussicht auf Wiederherstellung des Kauvermögens schlecht. Dass der Felder bei jungen Pferden bedenklicher ist als bei älteren, liegt auf der Hand. Man vergesse dabei nicht, dass sich
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Krankheiten des Kopfes,
31
der Zustand mit der Zeil verschlimtuert, dass liierzu der Grund in ihm seihst liegt, und dass eine dauernde Seilung unmöglich ist.
Behandlung. Früher beschränkte man sich darauf, die scharfen
Knuten mit der Raspel oder dem Meissel ub/ustosseu und durch weiches Futter demThiere das Kauen zu erleichtern. Wenn die Zähne noch nicht gelockert sind, sowie bei massiger Entwickelung des Scherengehisses kann man sieh hierauf unter Umständen beschränken. Handelt es sieh jedoch um werthvollere und jüngere Thiere. sitzen die Zähne noch fest, und sind ihre Wur/.elu nicht erkrankt. SO lässt sieh durch Abschneiden der Hervorragungen mit der Zahnschere wenigstens für einige Zeit Abhülfe schalten. Ich Labe mehrfach Scherengebisse bei Pferden auf diese Weise beseitigt und gefunden, dass die Thiere von Stunde an regelmässig ihr Kutter aufnahmen und normal kauten. Die Operation ist nicht schwierig, doch muss am liegenden Thier operirt werden, sobald es sich um die Verkürzung mehrerer Zähne handelt. Wiederholt verkürzte ich auf diese Weise doppelte Scheren-
rebisst
i—'2 Stunde und beobachtete die günstigsten Kolgen
danach, üebe
Anw
eiulung de
r Schere vffl. S. 44.
.
3, Das wellenförmige Gebiss,
Unter normalen Umständen liegt die Reibefläche der Backzahn-reihen in einer Ebene, indem die Kronen der einzelnen Zähne eine gleiche Länge besitzen. Wechselt diese, indem die Länge der einzelnen Zähne allmählich ab- und wieder zunimmt, so entsteht das sogen. wellenförmige Gebiss, Der Zustund kommt meist beiderseitig vor und zwar so, dass der vierte Backzahn im Unterkiefer die kürzeste, im Oberkiefer die längste Krone hat. Die Prämolaren und hinteren beiden Molaren nehmen dagegen an Länge zu bezw. ab; im Unterkiefer sind diese ZU lang, im Oberkiefer zu kurz; zuweilen zeigt sich das um­gekehrte Verbal tniss.
Diese Abnormität wird durch ungleiche Widerstandsfähigkeit der einzelnen Zähne, zuweilen auch durch Erkrankung der Alveolen der Backzähne hervorgerufen.
Solange der Zustand in geringem Grade besteht, sind erhebliche Störungen mit demselben nicht verbunden; bei hochgradiger Entwicke­lung und bei Erkrankung der Zahnalveolen behindert derselbe das Kauen in hohem Masse, wozu die an den hervorragenden Zähnen oft vorkommenden scharten Spitzen und Kanten noch beitragen. Werden einzelne Zähne endlich bis auf das Zahnfleisch abgenutzt, so stossen
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Treppengeblas.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 43
die gegenüberliegenden, abnorm Langen gegen dieses, wodurch dem Thiere beim Kauen erheblicbe Schmerzen bereitet werden. Im jugend­lichen Alter ist der Zustand um so bedenklicher, uls er sieh mit der Zeit mehr und mehr ausbildet.
Behandlung. Die scharfen Kanten und Spitzen werden entfernt. Durch Verabreichung von Quetschfutter und Mehltränken sucht man den Thieren das Kauen zu erleichtern. Abnorm lange Zähne, weiche die Weichtheile verletzen, müssen verkürzt oder ausgezogen werden.
4. Das Treppengebiss.
Mit dem vorigen nahe verwandt ist das treppenförmige (Jehiss. Zwischen beiden bestellt nur ein Unterschied in der Form, indem beim Treppengebiss die ungleiche Länge der Backzahnkronen nicht allmäh­lich, sondern plötzlich wechselt, SO dass auf einen kurzen ein langer Zahn folgt und umgekehrt. Auch hier muss als Ursache eine ungleiche Festigkeit in der Zahnmasse vorausgesetzt werden. Vielleicht geht dieselbe aus nicht näher bekannten constitutionellen Störungen hervor, wofür das gleichmässige Vorkommen auf beiden Seiten spricht. Nicht selten führen Zahnverluste, also Lücken in der Zahnreihe zu dieser Abnormität.
Die Beurtheilung hängt vom Grade und der Ausbreitung des Zustandes ab. Im allgemeinen wird das Kauen durch diese Ab­weichung in höherein Grade gestört als durch das wellenförmige Ge-biss, weil die Seitwärtsbewegungen des Kiefers dureti das Treppen­gebiss noch mehr behindert werden. Am bedenklichsten erweist sich das Leiden bei jüngeren Thieren und da, wo bereits mehrere Zähne
verloren
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ngen oder die Weichtheile verletzt sind.
Die Behandlung bleib! auch hier auf Palliativmassregeln be­schränkt. Abnorm lange Zähne werden verkürzt oder ausgezogen; durch weiches Futter sucht mau dem Thiere das Kauen zu erleichtern.
Zuweilen beschränkt sich der Zustand auf einzelne Zähne, deren Kronen zu lang geworden sind, weil ihr Partner fehlt. Hierdurch wird die freie Kieferbewegung ebenfalls mehr oder weniger gestört. Auch kann durch die zu langen Zähne das Zahnfleisch verletzt und das Kauen zugleich schmerzhaft werden. Der Zustand ist indess weniger bedenklich, namentlich da, wo eine Zahnscliere zur Verfügung steht, um die zu lanyvn Kronen zu verkürzen. Das Ausziehen solcher Zähne
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Krankheiten dos Kopfes,
u
stOsst dagegen wegen Mangel au JJiuiiu (S. (ij) zuweilen uut grosse Schwierigkeiten, während das Absprengen mittelst Feile und Moissel eine zeitraubende und mühsame Arbeit bildet. Sclimid berichtete über einen solchen Versuch, der jedoch am ersten Tage aufgegeben wurde, weil die drei Operateure ermüdet waren.
Die von mir construlrte Schere (Fig. 13) hat mehrfache Ä.enderangen, nach meiner üeberzeugung iiber keine erheblichen Verbesseningen erfahren. Die in der Mitte zwischen den Sehenkelenden liejrende Schraube gestattet
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Fig, 11.
Zahnsclimv
/almsrliraul
eine kräftige Anwendung, ohne die Lage des Instrumentes zu stören. Die Schere muss recht stark und aus bestem Stahl soigfVdtig angefertigt sein, weil sie sonst bei der gewaltigen Kraftwirkung der Sehraube leicht zerbricht oder sich vorbiegt.
Hei ruhigen Pferden kann die Verkürzung der einen oder anderen Prämolare am stehenden Thiere vorgenommen werden; unruhige und em-ptindliche Thiere liisst man hierzu besser niederlegen: dies ist an/.urathen, wenn mehrere Zähne oder die letzten Molaren abgeschnitten worden sollen: das Niederlegen erfolgt bei Pferden ebenso wie zur Extraction von Zähnen,
Nachdem ein recht breites Maulgatter angelegt, und die Zunge nach der entgegengesetzten Seite hervorgezogen ist, legt man das geöffnete Maul
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Vur/.ritu'i- Abnutzuns der Zfthi
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der Sobere mi den zu verkürzenden Zahn und scbliessl lt; 2 (iehülfeu gehaltene Instrument mittelst der Schraube, Die
werden so lange und womöglich sclinell fortgesetzt, bis der Zahn mit einem lauten Knall abspringt. In diesem Moment macht das Thier eine Bewegung mit dem Kopie, die aber ohne Bedeutung ist, weil die Schere nunmehr frei geworden. Ich habe zahlreiche und starke Oberkieferzäbne mit der Schere abgeschnitten und niemals einen Unfall hierbei be­obachtet. Der Zahn springt glatt ab. Bei allen Pferden kommt es vor, dass sich der Zahn durch die Kopfbewegung des Thieres lockert und selbst mit der Schere ausgezogen wird; damit wird aber dieselbe Wirkung erzielt.
Schwierigkeiten bietet die Anwendung der Schere zu­weilen an den letzten Backenzähnen oder wo die Seiten-llächon des Zahnes schräg abgerieben sind. Im ersteren Falle muss das Maulgatter recht breit sein, um mit der geöffneten Schere weit genug vordringen zu können. Wenn das Instrument von den Seitenllilchen des Zahnes abgleitet, kann die „Zahnsobranbequot; vortbeilbaft angewendet werden, welche von mir für derartige Fälle construirt wurde (Fig. 1*1). An diesem Instrumente wird die Kraft durch den directen Druck der Schraube auf den beweglichen Scherenschonkel erzielt. Die oberen beiden Arme dienen zur Fixirung dos Instrumentes, welches im Ganzen ebenso wie die Schere benutzt wird und gute Dienste leistet.
Von Meznik wurde eine Zahnschere (Pig, 15) con­struirt, welche durch ihre Hebelwirkung es ermöglicht, ohne Schraubenvorrichtung den Zahn durch Armeskraft zu durch-trennen. Ich habe mich neuerdings von der Brauchbarkeit des Instrumentes überzeugt: erwünscht scheint an dem­selben eine geringere Breite und grössere Beweglichkeit der Scherensohenkel; selbst bei Anwendung doppelter Backen zeigt sich dieselbe für dicke Zähne zuweilen zu eng und für diume zu weit.
las von se Bewej
1 oder
lungen
Fisr. 15,
Ö. Vorzeitige Ahmil/ung des Gebisses.
Lit.: Dralle, Tliierärzd. Mittb. 1875/76. I'allin. The vet. jour. 24. Schmid, Jahrb. 1860. S. 49.
Mangelhafte Widerstandsfähigkeit and hartes Futter veranlassen zuweilen eine vorzeitige Abnutzung' der Zähne, so dass schliesslich das Gebiss nicht mehr genügt das Futter regelmässig zu zerkleinern. Der Zustand wird bei Pflanzenfressern, selten bei Fleischfressern angetroffen. Dralle fand bei einem \2 Jahre alten Pferde sämmtliche Backzähne verbraucht und lose, so dass man sie zum Theil mit den Fingern aus den Alveolen liehen konnte. Wohl mit ünrechl bezeichnete Pallin den Zustand bei einem 30 Jahre alten Pferde als Periodontitis; hier dürfte es sich um den naturgemäs.sen Verbrauch des Gebisses gehandelt haben. Nur ausnahmsweise limlet man schon in den mittleren Lehens-
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Krankheiten des Kopfe
Julin-n die Backzähne bis auf die Wurzel abgenutzt und in Folge (lesson this Kauen erschwert. Diesem Zustande lie^'t offenbar eine individuelle Disposition, bestehend in mangelhafter Festigkeit des Schmelzes und der Zahnsuhstim/. zu Grunde. Je früher diese abnorme Abnutzung auftritt, um so erheblicher werden die Beschränkungen in der wirthschaftlichen Ausnutzung der Thiere.
Das einzige, was bei der Behandlung zu leisten ist, besteht in der Verabreichung von weichem Futter, um das Kauen zu erleichtern. Durch Quetschfutter oder Mehltränke suche man die Thiere so lange als inöfflich arbeitsfilhiff zu erhalten.
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6. Das glal fce öebiss.
In Folge der ungleichen Widerstandsfähigkeit des Schmelzes und der Zahnsubstanz widersteh! der erstere längere Zeit der Abreibung und bildet auf der Reibefläche faltenförmige Erhabenheiten. Dadurch erhält sich die zum Zermahlen der Futterstoffe erforderliche rauhe Beschaffenheit der Reibefläche der Zähne. Wird aber der Schmelz mit der Zahnsubstanz zugleich abgenutzt, so erscheint die Oberfläche glatt und eben. Im höheren Alter findet dies regelmiissig statt, weil in den tieferen, der Wurzel näher gelegenen Zahnschichten die Schmelz­masse abnimmt. Zuweilen beobachtet man diesen Zustand aber schon bei jüngeren Pferden und zwar wahrscheinlich in Folge unzureichen­der Festigkeit des Schmelzes oder angeborener Defecte desselben i Fro s i 0 n).
Das glatte Gebiss verhält sich beim Kauen wie ein unbehauener Mühlstein beim Mahlen, Die faltenartige Zusammensetzung der Back­zähne aus zwei Substanzen, deren Festigkeit verschieden ist, ersetzt das am Mühlstein von Zeit zu Zeit nöthige Bebauen; und wie der unbehauene Mühlstein schlecht mahlt, so zeigt sich die glatte Reibe­fläche der Backzähne ungeeignet zum Kauen.
Deshalb ist das glatte Gebiss bei jungen Pferden von grösserer Bedeutung als bei alten : ebenso wird das Kauen weniger beeinträchtigt, wenn nur einzelne Zähne leiden, als wo das ganze Uebiss diese Be­schaffenheit besitzt.
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Die Behandlung beschränkt sich auf Palliativmittel; durch weiches, gequetschtes oder gemahlenes Futter, durch Mehl- oder Kleie­tränke muss dem Thiere das Kauen erleichtert, ausserdem die zum Fressen nöthiffe läncere Zeil gewährt werden.
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Zaliniiirif*.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 17
Die entgegengesetzte Bildung bezeichnet man beim IMorde als Wiederkftuergebiss. Die Reibeüttchen zeigen sich tlbermö-ssig uneben. Dieser Zustand ist normal, .solange der Backzahn noch nicht in Reibung getreten ist. Später wird er nur selten angetroffen und ist last immer ohne Nachtheil.
('. Krankheiten der Substanz der Zähne.
1. Zahncaries. Caries dentiuni.
Lit.: (lüntlier, Meurtlieilungslelire. Lafüsse. Her. Hep. 26. S. 328. Varnell, The Vet, 180(1. Wulff, Gurlt u, Hertwig. 19. s. 437. Stockfleth, Chirurgie, S, 154. Kitt, Monatsheft für pr, Thierh, 1802. S, 114.
Als ..Cariesquot; der Zähne bezeichnet man eine allmählich fort­schreitende Zerstörung der Cement- und Dentinsubstanz derselben, während der Schmelz von dem Vorgange nicht betroffen wird, in der Thierheilkunde ist diese Bezeichnung vielfach mit der Entzün­dung des Alveolarperiosts verwechselt worden. Wenn das Vor­kommen von Caries bei Thieren früher von mir in Zweifel gezogen wurde, so niuss ich nach den Mittheilungen Kitts und eigenen Be­obachtungen aus der Neuzeit diese Ansicht aufgeben. Auch ich habe mich von dem Auftreten der Caries an den Backzähnen des Pferdes neuerdings überzeugt. Wie Kitt betont, verläuft dieses Leiden bei Thieren als eine trockene chronische Caries, die von Baume auch bei Wiederkäuern und Hunden festgestellt wurde. Nach dem­selben beginnt der Process an den Backzähnen entweder im Cement der Schmelzfalten oder in der Mitte einer Dentininsel. Stockfleth und Kitt lassen die Caries an den Backzähnen des Pferdes von den Besten der Osteocementpulpa, jenem Gewebe ausgehen, welches im Embryo das Cement bildet. Auf der Schnittfläche eines mit der Schere durchtrennten Zahnes erkennt man diese Masse hezw. die durch Schrumpfung derselben entstandenen spaltförmigen Hohlräume, welche dicht unter der Keibetliiche beginnend, bis zur tiefsten Stelle der Schmelzeinstülpung reichen (Kitt). Unter Umständen setzen sich dieselben bis an die Reibefläche des Zahnes fort und bieten nun Ge­legenheit zum Eindringen von Futtertheilchen, welche als ein schwarzes Pulver die Höhle ausfüllen, in Folge der Zersetzung dieser Massen und unter Beihülfe von Mikroben wird das umliegende Cement und Dentin zerstört (cariös), so dass eine allmählich an Grosse zunehmende Höhle im Zahne entsteht (Fig. lö); der Process nimmt daher in der Begel an der Beibetläche des Zahnes seinen Anfang
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KiiniklioiU'ii des Kontos.
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mul zerstört zuuUchst lt;lit' Krono, kumi spätär aber l)is auf den Gvund der Einaillitililf und nach Caries der tiefen Solinielzeinstülpung his
zur l'ulpu vordringen, so dass selblaquo;! die Ptdpaböhle mit Futter voll­gepfropft erscheint (Stookfleth) und eine eiterige Alveolarperiostitis mit ihren Folgen (S. 'gt;'#9632;'gt;) entsteht. Der Zahn selbst nimmt, bei der Caries eine dunklere Farbe an und verliert seine Festigkeit; nielit selten wird er in diesem Zustande beim Kauen der Länge nacb ge­spalten (spontane Fractur), oder es blättern Stücke des Zahnes ab (Kitt).
Erscheinungen und Verlauf, Die Anfänge des Leidens werden aus nnheliegenden örtlnden bei Thieren selten erkannt, be-
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Oeutrale trockene Carios eines Oberkiefpmhnea 'quot;'iiii Pferda miich Kill
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stehen in unscheinbarer Schwarzfdrbung des einen oder anderen Zahnes und zwar in der Kegel an seiner Reibefläche, liier bildet sieb eine immer grosser werdende Höhle (Fig, 16), deren Wan­dungen (Dentinreste) schwai'zbraun gefärbt erscheinen. Nur selten werden diese Zustände bei Thieren erkannt; erst wenn sieh der Zahn gespalten und Splitter das Kauen stören, oder wenn Alveolarperi­ostitis eingetreten ist, wird man zur I'litersiichung des Gebisses vei-anlasst und entdeckt das Leiden. Bei dem Versuche, den Zahn zu extrahiren, zeigt sich derselbe morsch und zerbrich! leicht.
Der Process währt regelmässig über Jahr und Tag und führt schliesslich ZU einer mehr oder weniger vollständigen Zerstörung des Zahnes. Meist aber giebt die Zersplitterung des Zahnes oder die Alvco-. larperiostitis verlier zur Fxtraetion desselben Veranlassung. An dem
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Znbiicaries.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4igt;
ausgezogenen Zahne zeigen sich mehr oder weniger in die Tiefe ireichende Lücken.
Nucli Stockfloth soll sidi das Leiden zuweilen schon bei (i—7. häufiger hv\ 0—10 Jahre alten Pferden an den Backzälmen bemerkbar machen; im höheren Aller scheini dasselbe seltener auf­zutreten.
Ursachen. Beim Menschen bilden Umsetzungen der Muml-ÜUssigkeit, Siluerung der Speisenreste, welche zwischen den Zähnen .stocken bleiben, Ursache zur 1lt;;lltstelllllle#9632; von Caries. Ohne Zweifel wirken dabei Mikroorganismen, vielleicht auch Lepthotrix buccalis mit; auch linden üebertragungen des Processes auf die Nachbav-zähne statt.
Äehnlich liegen die ursächlichen Verhältnisse zweifellos bei Thieren, doch ist das Vorkommen der ''aides gegenüber der allge­meinen Verbreitung beim Menschen ausseronlentlich sedten. Oh hier­bei die schnelle Abnutzung der Zähne unserer Thiere, oder die Be­schaffenheit der Maulflüssigkeit eine Rolle spielt, mag dahingestellt bleiben. Dass eine Anlage zur Caries vererbt wird, giebt Stockfleth auch für Thiere zu.
Die Beurtheüung des Zustandes hängt ausschliesslich von seiner Ausbreitung ab. Beim Menschen lilsst sich durch Plombiren des cariösen Zahnes dem Processe eine Schranke setzen. Zu dein Zwecke wird die Höhle des Zahnes ausgebohrt und gereinigt-, d. h. alle von der Caries erfassten Massen entfernt, die Höhle desinflcil't, sodann mit einer Masse ausgefüllt, welche die noch erhaltenen Theile des Zahnes gegen die Erreger der Cariea schützt. Diese „Plombequot; besteht entweder aus Metall (Gold. Amalgam) oder einer anderen festen Masse (Cement). Wohl selten dürfte es gelingen, bei Thieren und namentlich bei Pferden eine solche Plombe anzubringen; daher erscheint die Erhaltimg des einmal cariösen Zahnes hier ausgeschlossen und zwar um so mein', als man auf den Zustand erst aufmerksam wird, wenn der /ahn bereits umfangreiche Zerstörungen erfahren hat. Ms hängt deshalb die Prognose davon ab, ob die Thiere nach der Ex­traction der cariösen Zähne mit den ihnen noch bleibenden Zähnen rcgelmässig ihr Putter zu kauen im Stande sind. Meist ist dies der Fall, da die Caries bei Pferden in der Kegel nur au einzelnen Zähnen auftritt.
V am eil will bei Pferden eine Plombe aus Guttapercha, Wulff M'iiior, Speclellc Ohlrurglfl fllv Thterllrüte. 'J. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1
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Krankheiten laquo;llaquo; Kopfes,
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eine solche aus Harz angewendet bähen. Heide Fälle sind jedoch so weni;,' genau hoschriohen, dass nicht mit Sicherheit zu erkennen ist, oh es sich wirk­lich um Caries gehandelt hat. Möglicherweise diente die Plombe zum Er­satz eines Zahnes. zu welchem Zwecke sie allerdings angewendet werden kann (vgl. 8. 64),
Die Behandlung besteh! in rechtzeitiger Extraction des cariösen Zahnes; dabei ist indess Vorsicht geboten, damit die morsche Krone desselben nicht abbricht. Namentlich schraube man die üniversal-zange (S, lt;i(M nicht zu fest und verfahre bei der Lockei'ung des Zahnes vorsichtig. Am besten geling! die Extraction, wenn bereits eiterige Alveolarperiostitis eingetreten ist. oder eine Splitterung des Zahnes stattgefunden hat, in weichem Falle die Q-tinther'sche Schnabelzange zuweilen zur Entfernung des Zahnes gamp;ntigt,
2. Spaltung und Zersplitterung der Zilhne.
Trennungen im Zusammenhange der Zähne werden am bäufigsten bei Backzähnen von Pferden beobachtet. Meist ist der vierte /.ahn davon betroffen, welcher in der Mitte der fächerförmig angeordneten Zahn­reihe stellt und unter den heftigen Druckwirkungen der ßeibeflächen auf einander am meisten y.n leiden hat. Ohne Zweifel trägt eine mangelhafte Festigkeit des Zahnes, namentlich durch Zahncaries ver-anlasst, zum Auftreten solcher Spaltungen wesentlich bei; auch mögen unter Umständen noch andere Einflüsse die Widerstandsfähigkeit eines Zahnes herabsetzen; vielleicht spielt die Entwickelung hierbei eine Holle; der Umstand, class nicht selten beiderseits die gleichen Zähne zersplittert angetroffen werden . spricht dafür. Auch mögen harte Gegenstände, die mit dem Futter gelegentlich zwischen das (iebiss gelangen, Ursache zu sedchen Trennungen werden, namentlich bei Thieren, die energisch kauen.
Zuweilen bricht nur ein Stück von der Zahnkrone ab, oft aber reicht die Splitterung bis zur Zahnwurzel; nicht selten ist ein Zahn in mehrere Stücke zersprengt, welche aus einander weichen, die Zunge oder Backen verletzen und so das Kaugeschäft schmerzhaft machen. [leicht der Hiss his in die Alveole des Zahnes, so gelangen Futter­stoffe und MaulflUssigkeii in die Lücke und rufen eine Entzündung des Alveolarperiostes hervor (S. 53).
Bleibt die Trennung auf die Kronen einzelner Zähne beschränkt, so ist der Zustand von keiner besonderen Bedeutung; wo aber Al­veolarperiostitis hinzutritt. machen sich die nachtheiligen Folgen geltend, Welche mil jenem Leiden verbunden sind.
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Zahnstein.
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Die Behandlung bestellt in Entfernung des zei'sprungenen Zalinesi was in der Elege] mit grösseren Schwierigkeiten nicht verbunden ist. Sollten sicli die Stücke zu klein zeigen, nin sie mit der Zahnzange zufassen, so benutzt man die Gllnther'sche Schnabelzanffe CFic. 21),
:!. Zahnstein, Weinstein. Cremor dentium,
Lit.; Pürstenberg, Qurlt u. Hartwig, 12. .-;. 120. Bertwig, Qurlt u, Hertwig. 40. S. 345. Kitt, Mount, f, pr, Th, 1892, S. 458.
Bei Thieren schlagen sieb ebenso wie beim Menschen aus den Flüssigkeiten der Mundhöhle Substanzen an den Zähnen nieder und bilden einen graugelben Belag, welcher mit dem Namen Zahnstein belegt wird. Am häufigsten findet man ihn bei Hunden, aber auch bei Pflanzenfressern, sein- selten indess bei der Katze: Stubenhunde leiden häufiger daran als andere. Nach den Untersuchungen Pürsten-bergs besteht der Zahnstein bei Pferden und Hunden vornehmlich aus Calciumcarbonat und -phosphat, aus Magnesiumcarbonat und or­ganischen Substanzen, Die mikroskopische Untersuchung ergiebt, dass die Massen zum grössten Tbeil aus Pflanzenfragmenten, ver­schiedenen Bakterien, aus Epithelien der Maulhöhle und verschie­denen Kalksalzen bestehen, welche durch Speichelschleim mit einander verbunden sind (Kitt).
Der Niederschlag erfolgt vornehmlich an der äusseren, der Backe zugewendeten Seite der Zahnkrone, beginn! in der Nähe des Zahn­fleisches und setzt sieb von liier aus allmählich nach oben und unten fort. Sowohl Schneide- wie Backzähne werden betroffen, die letzteren mehr als die ersteren; bei Pferden am häufigsten die Hakenzähne.
Erscheinungen und Verlauf. Eine graugelbe, oder grünbraune, kreideartige. an der Oberfläche raube Masse bedeckt zunächst die unteren, dem Zahnfleisch zunächst gelegenen Abschnitte der Zahn­krone. Von dem bellen Weiss des Hundezahnes hebt sieb diese Masse deutlich ab. Bei den Wiederkäuern zeigt sieb der Zahnstein häufig metallisch glänzend, oft broncefarben; nach Wedl (Kitt) besteht dieser Belag aus scharf geschiedenen Schichten verkalkter Bakterien und nekrotischer Epithelien, während der Glanz eine [nterferenzerscheinung darstellt, welche durch die Schichtung ungemein dünner, verkitteter Blättchen Über einander bedingt wird. Nach Hertwig erscheint bei Ziegen der Zahnstein durch Beimischung von Eisenoxyd schwarz und metallisch glänzend.
Die Ablagerung setzt sich vom Rande des Zahnfleisches nach
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Krankheiten des Kopfes,
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oben wie nach imtiii fort. Niich oben kann es zu siner vollstän­digen Einkap'selung der Zahnkrone kommen; nach nuten bewirkt der allmählich sich ausbreitende Niederschlag Atrophie und Nekrose des
/aiinfleisches und darin liegt die Gefahr. Sobald nämlich die Zalin-alveole auf diese Weise freigelegt ist. ruft die Maulflüssigkeit am Periost derselben eine Entzündung hervor. Bei Hunden ist diese Ursache der Alveolarperioslitis die bei weitem häufigste, .überhaupt ein bei Stubenhunden sein- verbreitetes Leiden (S. (iö).
Durch Zerset/.ung der Massen in der Alveole macht sieb ein eigentbiindicIuT. penetranter Geruch bemerkbar. Derselbe ist ge­bunden an eine graue, schleimige Masse, welche sich in der frei­gelegten Alveole anhäuft und auf Druck zum Theil entleert werden kann. Das Zahnfleisch erscheint mehr oder weniger bläulich geröthet, geschwollen und blutet selbst bei leichter Berührung; zuweilen bilden sieb kleine öeschwüre an demselben. Dieser Erscheinung verdankt das Leiden die Bezeichnung .Skorbutquot; (Hertwig). Andererseits wurde dasselbe wegen des widrigen Geruches auch wohl Maul faule ge­nannt (vgl. S. (i(i).
Mit der Zahnsteinbildimg ist nicht jene Schwarzfärbung der Zähne zu verwechseln, welche bei Pflanzenfressern nach der Fütterung mit Trabern oder Schlampe beobachtet wird. Diese Färbung betrifit nur die oberflächlichen Schichten der Zahnkrone; ihre Ursache ist bisher unbekannt.
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Die Bedeutung des Zahnsteins liegt in der Anregung zur Al-veolenerkrankung. Solange diese nicht eingetreten ist. kann durch Entfernung der abgelagerten Massen Heilung erzielt werden. Ilaben sich jedoch die Zähne bereits erheblich gelockert, so bleibt nur das Ausziehen derselben übrig. Durch den intensiv üblen Geruch wird der Hund für seine Umgebung oft unerträglich.
Behandlung. Man stössl den Zahnstein mit einem stumpfen Messer oder ähnlichen Instrumente unter möglichster Schonung des Zahnfleisches und der Alveole ab und befreit den Zahn nach Möglich­keit von den Resten des Niederschlages. Zu diesem Zwecke lasse ich bei Hunden die Zähne längere Zeil mit Bimstein putzen. Da es sich meist mn Schosshündchen handelt, so pflegen solche Anordnungen in der Regel ebenso sorgfältig wie pünktlich ausgeführt zu werden. Das Zahnfleisch schont man beim Abstossen durch Ansetzen des Instru­mentes in dessen Nähe und Bewegung desselben gegen das Ende der
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Periostitis aivi'olaris.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;53
Ki'diio. Die erkrankten Alveoleu werden nach den S, Ö(inbsp; nbsp;gegebenen
A.ndeutungen behandelt. Sobald der Zahn lose gewordennbsp; nbsp;ist, bleibt nui' die Extraction desselben Ubricr.
1). Erkrankungen der Zahnalveolen, 1. Periostil is a I veo I avis.
Dieser Zustand bildet bei Tbieren die bei weitem lüluflgste Er-krankungsforni der Zähne und /.war sowohl bei den Herbivoren als auch bei den Fleischfressern, aamentlich Hunden, in dem Auftreten wie auch in den Erschciiiuiig'en und l'rsaehen /.cigt das Leiden jedoch bei den verschiedenen Thierarten mancherlei Abweichungen, so dass es sich empfiehlt, diese Zustände hier gesondert /.n betrachten.
a) Die Entzündung' des Alveohirperiostes hei den Pflanzenfressern.
Lit.! Günther, Nebel a, Vix. 1. S. 380 u. Beurtheilungslelire. Bouloy, liec. de Mied. vtH. 1848. Haubner, Gurlt u. Hertwig. quot;25. S. 3(12. Schindler, Das. 28. S. 252. Plasse, Rec. de ra6d. vet. 1882. S. 30. Garengeot, Herings Operationslehre, S. 147. Lafosse, Her. Rep, Ui. S. :i2:!. Heuloy, Rec. de mod. vet. prat, 185. Suth, Thierfij-ztl. Mitth. 1866. S. 139. N. N. Her. Rep. 13. S. 17s'. Degive, A.n. de metl. viH. Bruxelles 1887, Voigt­länder, Dresd, Ber, 1890, S. 89. Prick, Ad. Woch. 1891, S. 409.
Anatomie. Die Zahnwurzeln werden durch das Alveolarperiost
oder die Alvnolderitalinembran im Zalmfaeh (Alveole) befestigt. Mit seiner äusseron Fläche kleidet das Periost die Alveolen aus und uiu-sohliesst mit seiner inneren die Zahnwurzeln. Da wo dasselbe auf die Aussenfliiche der Kieferknochen übertritt, legt sich das Zahnfleisch an, welches das Einschieben von Fremdkörpern (Futter und anderen Stoffen) in die Alveole verhindert.
Ursachen. Als Alveolarperiostitis bezeichnet man die Ent­zündung des die Alveole auskleidenden Periostes. Eingeleitet wird der Process am häufigsten durch Verletzung des Zahnfleisches oder Abtrennung desselben vom Zahne; seltener geben Spaltungen des Zahnes bis auf seine Wurzel, Caries dentium und Freilegung des Wurzelkanals zu diesem Leiden Veranlassung. Bei der harten Be­schaffenheit des Futters (besonders Häcksel) triff leicht der Fall ein, dass sich Bestandtheile desselben zwischen Zahn und Zahnfleisch ein­schieben und hier stecken bleiben, da die Bewegungen der Zunge und der Wangen nicht ausreichen diese Massen ZU entfernen. Der Fremd­körper ruft alsbald eine eiterige Periostitis mit LoslOsung des Periost vom Zahn hervor. In die so vergrösserte Lücke (Iriujjen neue Massen
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Kninklioitcn ilcs Kopfes.
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ein und führen /.ti einer weiteren Trennuug des Pexüost vom Zahn be/.w. von der Alveolarwand, So breitet sich die einmal eingeleitete, entzündliche Erkrankung des Periost allmiihlicli aus. bald schneller, bald langsamer. In folge der Loslösung vom Periost verliert der Zahn seinen festen Sitz in der Alveole und weicht, dem Drucke seines Partners nachgehend aus der Reihe der übrigen. Scliliesslich kann diese Trennung so weit gehen, doss die Zahnwurzel von der Alveolen-wand vollständig losgelöst wird, und der Zahn mit den Fingern aus der Alveole gehoben werden kann. Ein SO extrahirter Zahn erscheint an seiner Wurzel vom Periost vollständig enthlösst und von Kiter um-spült, Derselbe Process kann auch durch das Eindringen von Futter­massen zwischen die Zähne eingeleitet werden, und zwar geschieht dies namentlich dann. wenn die Zahnkronen nicht dicht an einander (geschlossen) stehen (S. 35).
Hei Pferden und Hunden sah ich wiederholt Alveolarperiostitis durch Epulisbildung entstehen, indem die Geschwulst (Carcinom oder Sarkomraquo; den Zahn gelockert und zum Eintritt von Puttermassen in die Alveole Gelegenheit gegeben hatte.
Schneller entwickelt sich die Alveolarperiostitis, wenn der Zahn gespalten war und auf diese Weise der Eintritt von Futterstoffen oder Maulllüssigkeil in die Alveole zu Stande kommt, oder wenn complicirte Practuren der Kieferknochen bis in die Zahnalveolen reichen.
Seltener gehl das Leiden vom Wurzelkanal aus. Bei der regel-mässigen Abreibung der Zähne schhesst sich der Kanal durch Aus­füllung mit Cementmasse. Erfolgt aber die Abreibung so schnell, dass diese Füllung mit ihr nicht gleichen Schritt hält, so wird der Wurzel-kaual mil der Zahnpulpa an der Reibfläche des Zahnes freigelegt, und es können nun Futterstoffe oder zersetzte Maulflüssigkeit in diesen eindringen, eine eiterige Entzündung der Zahnpulpa (Pulpitis purulenta) erzeugen, welche sich nach nuten bis auf den Grund der Alveole sowie an das Alveohnperiost fortsetzt und eine eiterige Ent­zündung derselben herbeiführt. Nach Kitt kommt dieses häufig bei alten Pferden durch eine Destruction der Backzähne vor. indem bei der fehlenden Schmelzeinstülpung das Centrum der Reibefläche hohl geschliffen wird (perforirende senile Excavation): nachdem die Pulpa­kammer freigelegt ist, dringt Putter in dieselbe ein und ruft eine Pulpitis hervor, welche sich auf das Alveolarperiost fortsetzt.
An den Prämolaren des Unterkiefers können auch ilussere Ver­letzungen am unteren Rande der Mandibula Anlass zur Bildung einer
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IVriostitis alveoluris bei Pflauzenfressern.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .#9632;#9632;);quot;)
AIveolErpei'iostifcis geben, welche jedoch in der Elegel local beschränkt bleibt,
Kino Disposition zur Alveolarperiostitis besitzen fehlerhafte Ge­bisse; solche mil weitem Stande der Zähne und nainentlich Scheren­gebisse werden oft davon betroffen. Die geringere Stärke und Festig­keit der Backzähne des Unterkiefers erklärt es, dass diese öfter leiden als die Zähne im Oberkiefer. Am häufigsten erkrankt der dritte und vierte Backzahn, was Günther darauf zurückfährt, dass sieh dieselben in der Mitte des fächerförmig gestellten Gebisses be-flnden and von vom wie von hinten heftigen Druckwirkungen aus­gesetzt sind (Fig. 25).
An den Schneidezähnen der Pferde und Wiederkäuer wird eiterige Alveolarperiostitis selten und fast nur als Secundärleiden bei Laden­druck oder complicirten Practuren der Alveolarfortsätzo beobachtet,
Oft erkrankt nur ein Zahn, nicht selten aber mehrere und zwar sehr häufig die correspondirenden Zähne, /.. B, die beiden ersten Mo­laren des Unterkiefers. Wodurch dies Zusammentreffen bedingt wird, lässt sich nicht sagen; möglicherweise veranlasst die Entwickelungs-periode der Zähne eine Disposition, Zeigen sich die Alveolen meh­rerer, neben einander stehender Zähne krank, so achte man auf Neu­bildungen; namentlich liegt dieser Verdacht vor. wenn sich die Zähne ungewöhnlich lose zeigen.
Verlauf und Ausgang. In vielen Fällen bleibt die Alveolar­periostitis auf die Alveole beschränkt. Der Zahn lockert sich, in dem Masse als die Verbindung mit der Alveole gelöst wird, und kann schliesslich ausfallen. Zuweilen aber greift die Entzündung auf jene dünne Cnochenplatte über, welche die Wand der Alveole bildet, und setzt sieh von hier auf das Knochenmark fort. So entsteht eine Osteomyelitis purulenta, welche ihrerseits an der Aussenfläche des Knochens eine Periostitis ossificaus anregt, wodurch der Knochen auftreibt; schliesslich durchbricht die Eiterung den Knochen, und so entsteht eine Zahnfistel. Nach Entleerung des Kiters kommt es zwar zur regelmässigen Granulationsbildung, aber es bleibt an der Perforntionsstelle ein enger Kanal zurück. der zur Wurzel des er­krankten Zahnes führt (vgl. Zahnfistel). An den Molaren im Ober­kiefer tritt zuweilen Perforation der Oberkieferhöhle und Empyem derselben ein (S. 77). Von den Prämolaren aus kann Perforation der Nasenhöhle erfolgen und chronischer Nasenauslluss erzeugt werden; schon P. Günther hat derartige Fälle bei Pferden beobachtet.
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Knmkluiitcn
Kopfes.
Seltener koinint, es im Verlaufe des Leidens zu Nekrose der Alveulen-waud und aus^edelmter Periostitis in der Umgebaug. Pig. 17 zeigt, wie weit hierbei die Dislocation des Zahnes erfolgen kann; ein fast hühnerei-grosses Stück nekrotischcn Knochens liegt unter dem horizontal gerichteten letzten Backenzahn,
Erscheinungen. Langsames, oft unterbrochenes, oder einseitiges Kauen; die Thiere .kauen nicht durchquot;, wie es wohl heisst und wühlen mit der Zunge LmMaule; Speicheln und Fallenlassen von Futter­massen in die Krippe (Priemen) weisen auf die Gegenwart des Leidens hin. Die Localuntersuchung ergiebt Folgendes:
Nicht selten iiisst sich schon von aussei! eine miregelmässigf
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Nekrose der Zohnalveole mit Dlglocation ili's letzten Baokenzabua und anagebreiteter PeriosUtia
am rntoikii'fiT eines Pferdes.
Stellung des einen oder anderen Zahnes nachweisen; in den Hacken-taschen linden sich Futtermassen. Die in die Maulhöhle eingeführte Hand stellt Abweichungen im Stande der Zähne lest. Besonders cha­rakteristisch für Alveolarperiustitis ist der eigeiitliüinlich widerliche, sog. cariöse Geruch, der namentlich den im Maule befindlichen Futter­massen anhaftet. Audi bei Hunden deutet ein sehr übler Geruch, der aber wesentlich verschieden von dem beim Pferde ist, auf das Leiden hin. Bei näherer Untersuchung der Zähne ergiebt sich, dass von dem einen oder anderen Zahn das Zahnfleisch abgelöst und der Zahn lose ist, so dass man ihn zuweilen schon mit den Fingern bewegen kann. Der Zahn ist in der Regel aus der Reihe der übrigen gewichen, oder er steht tiefer als seine Nachbarn. Die Hackzähne des Oberkiefers weichen meist gegen die Hacke, die des Unterkiefers
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Alveolarpenostitia bei den Pflanzenfressern.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
gegen die Zunge aus der Reihe der Übrigen, was sich aus der Lage der h'eiln'flilclic crklärl. Beim Rinde wurden in Folge derartiger /almleiden epileptif'orme Kriiiupt'e beobachtet. Nach längerem ße-stehen des Leidens magern die Thiere ab. An der AussenflUobe des Unterkiefers weisen Knochenauftreibungen und Fistelliiiduiig zuweilen auf den Sitz des Leidens hin. Bietet sieh Gelegenheit, mit Hülfe eines Spiegels oder Reflectors die Maulhöhle zu heloucliten, so können die Veränderungen an den Zähnen sowie am Zahnfleische direct be­obachtet werden.
Die Beurtheilung hängt vor allem davon ab, ob die Zähne aus den erkrankten Alveolen zu entfernen sind, denn die Extraction bildet, das einzige aber auch sichere Heilmittel gegen Alveolarperiostitis. Bei Pflanzenfressern stOsst die Entfernung eines Zahnes besonders im ju-gendiicheu Alter oft auf erhebliche Schwierigkeiten ; bei älteren Thieren ist sie viel leichter. Noch schwieriger wird die Entfernung des Zahnes, wenn die Krone desselben aligebrochen ist, wie es nicht selten vor­kommt. Oft leiden mehrere Zähne zu gleicher Zeit oder bald nach einander. Dass hierdurch die Prognose! sich weniger günstig gestaltet, liegt auf der Hand. Es kommt darauf an, ob das Thier mit den ihm bleibenden Zähnen noch genügend kauen kann, was bei Pflanzen­fressern oft, nicht der Fall ist.
Behandlung. Das einzige Mittel bei grösseren Thieren eine Al­veolarperiostitis zu heilen, bildet die Extraction des Zahnes. Verlangt diese Operation schon bei kleinen Thieren und dem Menschen erheb­lichen Kraftaufwand, so ist dies in bei weitem höheren Masse bei den grossen Pflanzenfressern, namentlich beim Pferde der Fall. Es gehört nicht zu den geringsten Verdiensten der beiden Günther, für die Zahnoperation an Pferden brauchbare Instrumente construirt und all­gemein gültige Gesichtspunkte für die Anwendung derselben aufgestellt zu haben. In früherer Zeit trieb man den kranken Zahn mit einem gegen die Wurzel desselben gesetzten Stempel aus. der gegenwärtig nur da noch Anwendung findet, wo die Application der Zange un-niöglich geworden ist, Z. B. beim Fehlen der Zahnkrone. Das Ver­fahren besteht in Folgendem:
Der betrefl'ende Kieferknochen muss mögliehst genau der Zahn­wurzel gegenüber, bei den Molaren des Oberkiefers die Highmorshöhle trepanirt werden. Von der richtigen Lage der Trepanationsstelle hängt das Gelingen der Operation in erster Linie ab. Am Oberkiefer richtet
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KniiiUlii'ilcu das ECopfos,
• •
man sich nacli dem imk'ivn Kiule der Jocbleiste, welches an der (Jrcu/e zwischen dem dritten und vierten Backenzahn liegt. Mit der in das Maul eingeführten Hand sind in der Kegel an dem erkrankten /ahn oder dessen Zahnfleisch Veränderungen nachzuweisen; abweichende Stellung und Lockerung eines Zahnes lassen über die Erkrankung desselben keinen Zweifel.
Ein runder, etwa 1,5—2,0 cm dicker Stempel mil abgeplatteten Mnden wird nunmehr durch die TrepanationsöfFnung auf die Wurzel des kranken Zahnes gesetzt und zwar so, dass sich der Stempel möglichst genau in der Richtung des Zahnes befindet. Binige kräftige Schläge mil nichl zu leichtem Hammer auf den Stempel treiben den Zahn aus der Alveole in die IVIaulhöhle. Die Schmerzhaftigkeit der Operation macht die Anwendung der Karkose wünschenswerth; manche Thiere reagiren selbst in tiefer Narkose auf die Hammerschläge.
Das Ausstempeln gedingt nur an den Prämolaren und den ersten beiden Molaren des Oberkiefers, während die letzte Molare mil ihrer Wurzel in den hintersten Abschnitten der Oberkieferhöhle steckt und mit dem Stempel nicht zu erreichen ist. Dasselbe gilt von den Mo­laren des Unterkiefers, welche vom unteren Rande dieses Knochens zu weit abliegen.
Man suche beim Ansatz des Stempels nur den kranken Zahn zu treuen, was zuweilen nicht gelingt und zu Zersplitterungen des einen oder anderen N'achbarzahnes oder auch wohl zu Fracturen des Ober­kieferbeines führt.
Während des Ausstemmens ist ein Maulgatter anzulegen, um den gelockerten Zahn von einem Gehülfen mit der Hand in Empfang nehmen zu lassen und so das Abscblucken desselben zu verhindern. Bouley und Stock t'leth konnten den verschluckten /ahn durch den Schlund­schnitt entfernen; in einem anderen Falle bewirkte derselbe Perforation des Blinddarmes und Tod. Am Oberkiefer sind ferner Verletzungen des siebenten, am Unterkiefer des fünften Hirnnerven zu vermeiden. Nach Entfernung des Zahnes verstopft man die Alveole mit einem Werg­oder Jutebausch, der womöglich täglich erneuert wird. Die ent­standene Oeffhung schliessl sich in 3—6 Wochen, zuweilen erst später oder überhaupt nicht, so dass eine Fistel zurückbleibt. Wenn der be­treffende Zahn gut getroffen wird. sind jedoch nachtheilige Folge?! mit dem Verfahren nur selten verbunden. Durch Zersplitterung des Zahnes und der Kieferknochen können bedenkliche Blutungen und Eliterungen veranlasst werden.
i)em beschriebenen Verfahren ist die Anwendum'' einer Zahnzanffe
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Zahnoxtraction bei Pferden.
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cntscliicdcii vorzuziehen, welche allerdings die Berücksichtigung vieler umstände, einige Hebung und Kmlt verlangt, sich dann aber ein­facher und weniger schmerzhaft gestaltet, als die Entfernung mil dem
Stumprl. Bei älteren Thieren stellen sich der Anwendung der Zange bei weitem nicht die Schwierigkeiten entgegen wie bei jüngeren, deren
Fig, 18.
Filaquo;. 19.
#9632;iquot;-. 20.
Filaquo;. 21.
U
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üaUnzauKOütirEx-
braotion der Mola-
reu deaOberkiefora
Miicli Otlntlier,
Zubnzange zur Kx-
traotion uer tlolaren
des Unterkiefers
nac.li Qttnther.
Exporteur naoU Otlntlier.
BcUnabolzaugo nach Qttnthot'
Backenzähne noch wenig abgenutzt, also sehr lang sind; bei ihnen
müssen daher namentlich folgende Grundsätze berücksichtigt werden.
1. Wahl der Zange. Die von F, und K. Günther constrairten and in ihrem .Exterieur dos Pferdes' naher beschriebenen Zangen gehören ZU den besten. Die Zalin/.ange muss recht stark sein, so dass sie im'-wenig federt; sie darf aber im Maul nicht zu dick sein, um leicht ange­legt zu werden. Ferner kommt es auf die Zugrichtung an, und da die Backzähne des Pferdes nicht parallel zu einander stehen, so construirte Günther für die einzelnen Zähne besondere Zangen.
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KnuiUliiMten iles Kopfes.
Man unterscheidet mnäohst Zangen mit einarmigem und solche mir zweiarmigem Hebel, d. h. die Zange wirkt entweder als einarmiger oder als zweiarmiger Hebel. Bei den letzteren befindet sieh das Maul am Ende der Zange (Pig, IS u. 19), bei den ersteren in einiger Entfernung vom End.' derselben (Fig. 22 u. 23), Da die liackziiline des Pferdes ITieber-
Kiy. 24.
#9632;v,;
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Kahnzauge zur Ex traction iler l'riinm-
lairn deraquo; Unter­kiefers nacb(ctintb( i
/iilm/.iiii^c fiir Prätno.
laven dea Oberkiefers
nach Gflnther.
Kahnzange nacb Priok und
Haupliior.
tonnig stehen, so zwar, dass die Prämolaren mit ihrer Krone nach hinten, die Molaren naeli vorn gerichtet sind, und da es besonders darauf an­kommt, class der Zug (I'üb rungsli n ie (rüntbers) in der Richtung des Zahnes erfolgt, so liegt es auf der Hand, dass sieb für die Prämolaren Zangen mit einarmigem, für die Molaren solebe mit zweiarmigem Hebel eignen. Pur die Prftmolaren des Oberkiefers muss die Zange gekröpft d. b. dicht vor dem Maul etwas gebogen sein, damit beim Ziehen die Schenkel derselben nicht gegen die Schneidezähne des Unterkiefers stossen (Fig. 28). Für die Backenzähne des Oberkiefers bedarf es einer Zange
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/lalmextiaction bei Pferden.
(il
mit weiterem Maul oder mit verstellbarem Gelenke; für die Molaren müssen
die Sclienkel der Zanlt;,'e rocht lutif,' sein.
Bei Anwendung dieser Zangen hat der Operateur eine doppelte Krafi zu entwickeln, einmal um den Zahn mit der Zange zu erfassen, sodann um denselben aus seiner Alveole hervorzuziehen. Es ist daher mehrfach ver­sucht, die eine oder andere dieser beiden Leistungen durch Vorrichtungen an der Zange zu ersetzen. Den einfachsten Ersatz bietet ein S-förmiger Ilaken, der jedoch stets in sehr verschiedenen Qrössen vorrilthig sein muss und schon deshalb nicht praktisch ist. Wendenburg Hess an dem einen Zangensohenkel eine eiserne Kette anbringen, deren einzelne Glieder Löcher hatten, so dass sie nach Anlegung der Zange auf den anderen Schenkel geschoben werden konnte. Go wing construirte einen Querstab mit Schraube, ähnlich Piasso. Diese Vorrichtungen sind jedoch zu complicirt und lassen sich schwer bandhaben.
Pill wax versuchte die zum Ausziehen des Zahnes erforderliche Kraft
djr
durch Vorrichtungen an der Zange zu erleichtern: aber schon llaubner erklärte die Einrichtung für unbrauchbar, Ein gleiches Schicksal hatte die Schin dler'sche Zange, welche ebenso wie die von Trautwetter zu complicirt gebaut war. Hoffentlich wird noch eine Vorrichtung erfunden, um durch Hebelwirkung an der Zange die Zugkraft zu ersetzen oder doch zu unterstützen: bisher aber müssen alle diesem Zwecke dienenden Erfindungen als unpraktisch bezeichnet werden.
Dagegen haben neuerdings Prick und Hauptner eine Zange con-struirt, an welcher die zum Festhalten des Zahnes erforderliche Kraft durch eine Schraube ersetzt wird. Diese Zange hat noch den Vorzug, dass sie sowohl als ein- wie als zweiarmige Hobelzange gebraucht werden kann. Aus der Fig. 24 ergiebt sich ihre Einrichtung. Durch die am Ende ihrer Schenkel angebrachte Schraube wird der eine /angenschenkel um seine Ijilngsachse gedreht, und so das Maul der Zange geschlossen.
Die Anwendung der zweihobeligen Zangen erfordert Unterlagon von verschiedener Stärke (Pig. 27). Da bei Jungen Pferden die Prämolaren mit ihrer Krone nach rückwärts, die Molaren nach vorn gerichtet sind und zwar die/weite und dritte mehr als die erste, so muss bei der Application
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Kiiinklu'itcn des Kopfe:
• #9632; ,
der Zange, sowie bei der Wahl der Unterlage hierauf Rücksicht genommen werden. Die Zugriohtung (Ptthrungslinie) muss in der Verlänge­rung des Zahnes liegen. Wie ans Pig, 2.r), welche Pig. 26.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;den Stand der Zähne eines Pferdes in mittleren Lebens-
Jahren zeigt, zu ersehen ist, sind die Wurzeln der l'riiniolaren mehr oder weniger nach vorn gerichtet, während die Molaren eine entgegengesetzte Stellung ein­nehmen, Desshalb fasse man die Prämolaren recht tief und wühle eine dicke Unterlage, verfahre aber umgekehrt bei den .Molaren: die letzteren sind dicht unter ihrer Reibefläche zu fassen-, die Unterlage soll dünn sein; besser noch zieht man sie mit einhebeliger Zunge. Bei älteren und ruhigen Pferden kann der Zahn im .Stehen gezogen werden, Junge and unruhige Pferde werden besser hingelegt und zwar auf die linke Seite, so dass möglichst viel Licht in das Maul fällt. Dem nur mit Halfter versehenen Pferde wird zunächst ein Maulgatter aufgelegt. Ein Wärter setzt sich auf den Hals des Thieres und richtet den Kopf mit dem Maule in schräger Richtung nach oben gegen das Licht; ein anderer unter­stützt denselben mit Hülfe eines Strickes, welcher um
Jf i
ü
i #9632;
Zi
hnstochei nacli Oünther.
den zahnlosen Thoil des Oberkiefers geschlungen, nach hinten und oben gezogen wird.
Nachdem sich der Operateur von dem Zu-
f'ig. 27
stande des Gebisses überzeugt hat, und mit der
entsprechenden Zange, event, auch einigen Unter-
lagen versehen ist, erfolgt das Ausziehen in vier Acten, nämlich:
a) Ansetzen der Zange; Dies geschieht
mit Rücksicht auf das soeben Besprochene. Hierbei stösst man oft schon auf Schwierig­
#9632; #9632; #9632;
keiten : bald fehlt es an Raum /.wischen Packe und Zahn, weil entweder das Maul der Zange ZU stark ist. oder weil sich Putter zwischen Zahn und Backe angehäuft hat, oder endlich, weil die Zahnkrone gegen die Backe gerückt ist. Im ersteren Falle wechselt man die Zange, im zweiten wird mit einem Zahnstocher (Pig. 26) das Putter entfernt; im letzten suche man den Zahn womöglich zurückzuschieben, oder man lässt das Maulgatter enger schrauben and den Unterkiefer in der Richtung der Dislocation des Zahnes seitwärts bewegen. Zuweilen fehlt es an Raum zwischen den beiden Zahn reihen des (raquo;bei-- und Unterkiefers. Ist das dicke Maul der Zange schuld daran, so vertausche man diese; zeigt sich der dem auszuziehenden gegenüber­stehende Zahn zu lang, so muss dieser zunächst abgeschnitten oder entfernt werden. Beim An­legen der Zange ist darauf Rücksicht ZU
#9632;
Zahn
er-
nehmen, dass nur der kranke tJnterlagon,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;fassl wird. An den Prämolaren
die eingeführte Band von der Lag*
kann sich der Zange
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/.iilinrxiviictkiii bei Pferden.
Uberzeuffen, Oft erleichtert die veränderte Stellung des Zahnes das An­legen der Zange und die Benrtheilnng ihrer Lage. Bei der Friek-11 anpt iier'sclien Zange (Fig. 24) /iihlt man nach Anlegung derselben die vor dem /.angenmaul befindlichen Zähne ab und kann sich auf diese Weise von der richtigen Lage der Zange überzeugen.
b)nbsp; Lockern des Zahnes. Sitzi der /.u ziehende Zahn noch sehr fest, so kann derselbe durch leichte Seitwärtsbewegungen mit den Zangen­schenkeln gelockert werden. .Man muss hierbei aber langsam und vor­sichtig zu Werke gehen, weil sonst die Krone des Zahnes abbricht, ja selbst Fracturen der Kieferknochen entstehen können.
c)nbsp; nbsp;Anlegen der Unterlage, Wie bereits erwähnt, innss bei Anwendung einer zweihebeligen Zange mit Rücksicht auf die Führungs-linie die Auswahl der Unterlage getroffen werden ; auch empfiehlt sich, diese dem kranken Zahn möglichst zu nähern . um einen recht langen Hebelarm der Kraft zu erhalten.
d)nbsp; Nunmehr folgt die Extraction des Zahnes. Dazu nimmt der Operateur eine recht breitbeinige Stellung an, legt die Ellbogen an den Leib, und auf das Commando raquo;Festhalten' oder ..Kopf festquot; übt er einen gleicbmässigen, aber kräftigen Zug mit der Zange aus, indem er den einen oder anderen .Fuss streckt. Die zum Ausziehen erforderliche Kraft wird also beim Zahnziehen am liegenden Pferde mit Hülfe der Schenkelmusku­latur entwickelt, die Kraft der Armmuskeln würde hierzu meist nicht aus­reichen. Die Anne bezw, Hände haben durch kräftigen Druck auf die Zangenschenke] den Zahn festzuhalten.
War der Versuch von Erfolg, so fühlt man, dass der Zahn nachgiebt; zuweilen macht sich durch das Einströmen von Luft in die Alveole ein laut hörbares, zischendes Geräusch bemerkbar. In diesem Falle lässt man einen Augenblick mit dem Ziehen nach, hält jedoch den Zahn mit der Zange fest. Nachdem hierauf eine stärkere Unterlage angebracht ist, ge­nügt meist ein leichter Zug, um den Zahn vollständig aus der Alveole zu heben. Bei den längeren Zähnen junger Thiere muss der Operateur den Zahn wohl zum zweiten .Male und zwar tiefer fassen. Kürzere Zähne wer­den sogleich mit der Zange vorgebracht, bei längeren gelingt dies oft erst mit der Hand oder mit einem sog. Exporteur (Fig. 20). Zuweilen er­schwert die gegenüberliegende Zahn reihe das Hervorholen des Zahnes. In solchem Falle muss man entweder durch weiteres Oeffnen des Maul­gatters Platz zu gewinnen suchen, oder man lässt das Maulgatter schliessen und schiebt den Unterkiefer bei Seite, so dass die Zahnreihen des Unter-und Oberkiefers sich nicht gegenüberliegen, Auch hierbei darf die Zunge nicht losgelassen werden, damit, wenn der Zahn in das Maul fallen sollte, das Verschlucken desselben verhütet wird (S. 58).
Sollte das Pferd während des Auszieliens heftige Bewegungen mit dem Kopfe machen , so unterbricht man das Ziehen und folgt mit der Zange den Bewegungen. Diese Vorsicht ist besonders am stehenden Pferde zu beobachten. Hält man nämlich in solchem Augenblicke die Zange fest, so kommen durch die eigenen Bewegungen des Thieres leicht Fracturcn der Kieferknochen zu Stande.
Zuweilen gleitet die Zange vom Zahne ab. namentlich wenn dieselbe nicht festgehalten wurde: dann muss das Instrument von neuem angelegt werden. Wiederholt sich das Abgleiten, und erfolgt auf energische Kraft-anwendniig keine Lockerung des Zahnes, so suche man zunächst festzu­stellen, wodurch der Misserfolg bedingt ist. Unrichtiges Erfassen (falsche Fühnuitrslinie, Fassen mehrerer Zähne) bildet meist die Ursache, Oft er-
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IvninkhcilcM ill's Ko|it'us
weist sidi ein Wechsel der Zange oder der Unterlage vortbeilbaft. Man bedenke stets, dass, je weniger die Pührungslinie der Richtung des Zahnes entspricht, um so mehr Kraft, durch die Reibung des zu ziehenden Zahnes an seinen Nachbarn verloren geht. In einzelnen Fällen, namentlich bei Zahnfisteln, linden sich in der Alveole oder am Zahn Exostosen, welche die Zahnextraction sehr erschweren, selbst unrnOglich machen können iS. luS),
Von Plasse, Q-illmeister, Delafond, öarengeot n. A. wurde zur Extraction der Backzähne des Pferdes ein aus der Zahnbeilkunde ent­lehnter Schlüssel empfohlen, (iauv, mit Recht hat aber schon Lafosse auf die CTnzweckmtlssigkeit dieses [nstrumentes aufmerksam gemacht und erklärt, dass nur die kurzen Zähne alter Pferde mit demselben zu extra-hiren sind.
An dem extrabirten Zahne selbst lassen sich nunmehr in der Kegel verschiedene pathologische Veränderungen nachweisen. Da wo eiterige Periostitis bestanden. zeigt sich die Wurzel vom Periost entblösst und rauh. An der übrigen Oberfläche der Wurzel hängen die Fetzen des Al-veolarperiostes; zuweilen lassen sich hier Exostosen nachweisen.
Fine Nachbehandlung ist in der Regel nicht erforderlich, Soli in­desraquo; etwas geschehen, so kann nach Reinigung der Alveole ein mit Desin-ficientien getränkter Werg- oder Jutebauscb in dieselbe eingeführt und event. täglicb erneuert werden; bei Zahnlisteln ist dies namentlich zu empfehlen,
Sollen mehrere Zähne bei demselhen Thiere gezogen werden, so lie-ginnt man mit den am meisten unten und hinten stehenden, damit die weiteren Handhabungen nicht durch die .Blutung gestört werden. Fälle von ungewöhnlich grossen Zähnen sind in der Literatur rnitgetheilt. Degive zog einen solchen heim Pferde von 475 Gr,
Auch tindet sich eine Mittheilung über Transplantation eines Zahnes: bei dein Mangel näherer Angaben dürfte der Bericht vorsichtig aufzufassen sein. South will L886 den cariösen dritten Backzahn eines Pferdes durch den gleichen von einem gestorbenen Pferde ersetzt haben, Wie lange der­selbe hier verblieben ist, wird nicht gesagt.
In hiesiger Klinik wurde im Jahre Lss7 bei einem Wagenpferde die erste Molare von der Oberkieferhöhle aus mittelst des Stempels entfernt,, weil die Zahnkroni' bereits abgebrochen war. Im Jahre 1890 wurde das Pferd wiederum vorgeführt. weil es nach dem Vorberichte seit längerer Zeit an einem übelriechenden Nasenausflnss litt. Die Untersuchung ergab, dass die linke Nasenhöhle mit Futterstoffen vollgepfropft; war. welche sich durch eine Oeffnung in der Alveole des früher entfernten Zahnes in die Nasenhöhle geschoben hatten. Die Oeffnung war so gross, dass mau einen kleinen Pinger in dieselbe einführen konnte. Die Ober-kieferböhle zeigte sich nach erfolgter Trepanation frei von krankhaften Ver­änderungen.
Nachdem alle Futtermassen sorgfältig aus der Nasenhöhle entfernt waren, und die zu lange erste Molare des Unterkiefers mit der Schere ver­kürzt war. legte ich in die ebenfalls vorher gereinigte, leere Zahnalveole ein entsprechend grosses Stück Guttapercha, Dasselbe wurde in warmem Wasser aufgeweicht und in die Alveoh' geknetet. I'm den Sitz desselben zu sichern, hatte ich vorher mit einer Feile ein paar Hinnen in den be­nachbarten Backenzähnen angebracht. Nach dieser Operation hörte der Nasenanslluss auf, und ich konnte mich nach mehreren Monaten üheiv.eugen. dass die Guttapercha noch in der Alveole lag und ihren Zweck erfüllte. Das Kauen erschien nicht im geringsten gestört, auch blieb das Pferd
noch mehrere Jahre erhalten, ohne dass sich Störungen des Kauens einquot;
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AlvcoLirpüridsliiilaquo; bei •''leisclifrcHsern.
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stellten. Einen ähnlichen Kali heschreibt VoigtliliK Pferd getödtet worden.
Als Curiosuin mag endlich noch eine Mitthe wähnt werden, wonach einem Blephanten iler Stoss-/ahn ausgezogen wurde. Zuerst sägte man den 1',,. Pil­len langen /ahn ab, dann wurde die 18 Pfund (?) schwere Wurzel mit Zangen gezogen, worauf der Ele­phant zwar verstimmt, aber von seiner Hypochondrie geheilt gewesen sein soll (Her. Rep. Bd. 13. S. 178).
Zum Ausziehen von Schneidezähnen liegt nur selten Grund vor: dagegen wird diese Operation häufig von Laien vorgenommen, um bei jungen Pferden den Zahnweohsel zu beschleunigen und den Thieren den Anschein eines vorgeschrittenen Alters zu gehen. Aucdi bleiben die Milcbscbneidezäbne zuweilen zwi­schen den Ersatzzähnen eingeklemmt stehen, so dass ihre Entfernung wünsobenswerth erschein!. Endlich wird die Extraction von Schneidezähnen nothwendig, wenn ihre Alveolen bei Brüchen der Zwischenkief'er-beine oder des Unterkiefers blossgelegt sind.
Iraquo;ie Extraction derselben erfolgt am leichtesten mit der von Günther construirten Zange (Pig. 28). Die dicht vor dem Maule derselben liegende Wulst dient als Unterlage und soll sich auf einen benachbarten Zahn stützen. Im übrigen ergiebt sich die Anwen­
dung des Instrumentes von selbst. Auch lässt sich die Entfernung der Schneidezähne mit einer gewöhn­lichen Zahnzange bewirken, die etwas grosser und
Schneide-
Schnei
zalmzange
zahnzai
nach
Oilnthei*.
starker gearbeitet ist, als die beim Menseben übliche (Fig. 29). Dieselbe kann auch als Exporteur verwendet werden
b) Die Alveolarperiostitis bei Fleisclifressern,
Von den Fleischfressern leiden am häufigsten Bunde, besonders Stubenhunde an Alveolarperiostitis. Bei ihnen verläufl das Leiden anders als bei den Pflanzenfressern, auch zeigt sich die Art der Ent­stehung verschieden. Meist erkrankt eine grössere Anzahl Zahne, zuweilen fast alle und zwar sowohl Schneide- wie auch Backen­zähne. Aeltere Hunde werden durch das Leiden nicht selten voli-stilndig zahnlos.
Erscheinungen. Die Rilnder des Zahnfleisches zeigen sieh ge­schwollen, mehr oder weniger geröthet und bluten selbst bei leichter Berührung. Da, wohin die Zunge nicht reicht, namentlich an den lateralen liändern erscheint das Zahnfleisch mit einer grauen, schmie­rigen, eigenartig penetrant riechenden Flüssigkeit bedeckt. Die Zahn­kronen sind zum Tbeil mit einer grauen, kalkartigen Masse (Zahn-MHHer, Speclelte rüilrorgie fdr Thlerärzte. 8. Anflnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.quot;i
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Krankheiten des KopU
i #9632;
stein) belegt, welche sieh lgt;is unter laquo;las erkrankte Zahnfleisoh in die Alveolen fortsetzt. Bald lockert sich der Zahn und fällt schliesslich ans. Bei grösserer Ausbreitung des Leidens speicheln die Thiero aus dem Manie, fressen schlecht, vermeiden namentlich Knochen zu kauen oder winseln zuweilen bei dem Versuche und verbreiten einen höchst llblen (ieruch, der für die Umgehung unerträglich wird.
Der Zustand wurde früher wohl als ein Allgemeinleiden betrachtet und mit verschiedenen Namen, wie Scorbut, Maulfaule u. s. w. belegt, Dass es sich jedoch nur um ein Zahnleiden handelt, beweist am besten, dass keine allgemeinen Störungen (Fieber u. s. w.) damit
verbunden sind, und Heilung eintritt, sobald
#9632;ilt;f. 30.
'ig. 31.
alle erKran
kten Zähl
#9632;seitiyt werden.
Die nächste Ursache derAlveolarperio-stitis bei Hunden besteht in der Bildung von Zahnstein. Durch Ablagerung desselben (S. öl) und Portsetzung bis auf das Zahn­fleisch tritt an letzterem Entzündung und Nekrose ein, wodurch die Alveole freigelegt und den Fiiulnisserregern der Maulllüssig-keit zugänglich wird, welche hier die ent­zündlichen Vorgänge unterhalten. Die Unter­suchung der grauen, stinkenden Masse, die sich aus der Alveole durch Druck ent­
'
#9632;
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leeren lässt. ergiebt, dass sie fast nur aus
Gebogene und gerade Zahnzange Fäuliiissbakterien besteht. Eine Im Hunde.
Anlage zur
Bildung von Zahnstein tindet sich bei ge­wissen, namentlich kleineren liacen, besonders Stubenhunden, Möglicher- ' weise hängt dies zum Tlieil mit der Ernährung der Thiere zusammen.
Behandlung. In präservativer Hinsicht muss die Bildung von Zahnstein verhindert werden. Man kratzt denselben rechtzeitig, d. h. bevor die Alveolenerkrankung eingetreten ist. in der S, •gt;- beschriebe­nen Weise ab. Die bereits erkrankten Stellen des Zahnfleisches werden
zweckmässig mit einer -—50/oigen Alaun- oder Kaliuinpermanganat-lösung täglich bepinselt; letzteres Mittel empfiehlt sich besonders zur Beseitigung des üblen Geruches,
Die bereits geloekerten Zähne müssen unter allen umständen, und zwar sämiutlicb extrahirt werden; ohne diese Massregel gelangt man nie zum Ziele.
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Zabnfistel.
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Bei Hunden stösst man hierbei auf keine Schwierigkeiten, doch muss Jemand den Sund gehörig festhalten. Es können hier dieselben Zangen verwendet werden, welche beim Menschen in Gebrauch sind (Fig. 30 n. -'11). Man erfasst die Zahnkrone mil einer der Grosse derselben entsprechenden Zange und mach! mil dem [nstrumente eine ziemlich schnelle, drehende Bewegung, in der Regel gegen die Zunge, an der linken Seite also nach rechts, an der rechten Seite nach links. l*n bei diesen Tiiieren die Krone des Zahnes in der Regel erhalten, die Wurzel aber gelocdceH ist: laquo;#9632;•olingt das Ziehen hier leicht und kann auch mittelst (dues Zahnschlüssels geschehen, der jedoch ent­behrlich ist.
2. Zahnfistel.
Lit.; Heul, Aniial. de Belg. 1885. S. 61, Hartwig, Guritu. Hertwig. 25. S. 510. Greiner, Oestr, Monatschr. 1890,
Ais Zahnfistel bezeichnet man einen röhrenförmigen Kanal, welcher
von einer Zahnalveole oder Zahnwurzel ausgeht. Das Leiden ent­wickelt sich fast immer aus einer Alveolarperiostitis, indem der Ent-zündungsprocess auf die Umgebung Übergreift, eine Osteomyelitis purulenta erzeugt, welche schliesslich zur Perforation nach aussen führt. Diese Processe lassen die Alveolarperiostitis und einen engen Kanal zurück . der mit der Zahnalveole in Verbindung steht, und ein wenig Eiter entleert. Am häufigsten trill'l man Zahnflsteln bei jüngeren Pferden und zwar meist an der ersten und zweiten, selten an der dritten Prämolare des Unterkiefers, weniger oft an den gleichen Zähnen des Oberkiefers. An den Molaren kommen Zahnflsteln höchst sel­ten vor, weil die Wurzeln derselben im Unterkiefer von dicken Muskel­massen bedeckt sind, wahrend die der oberen Backzähne in der Ober­kieferhöhle stecken. Doch können sich beim Pferde Zahnflsteln nach der Oberkiefer- hezw. Nasenhöhle bilden; in solchen Fällen entsteht ein Empyem der Oberkieferhöhle mit chronischem Nasenausfluss, der den eigenartig llblen Geruch der AlTeolarperiostitis zeigt; in ähnlicher Weise äussert sich die Perforation in die Nasenhöhle (S. 70).
Bei Hunden entwickeln sich Zahnfisteln am häufigsten von den Backzähnen des Oberkiefers uns. Die äussere Oeflhung derselben liegt in der Regel nicht weit vom unteren Augenlide entfernt, so dass man das Leiden wohl für eine Thränenfistel halten kann. Die Unter­suchung mit der Sonde ergiebt jedoch, dass der Fistelkanal mit einem Backzahn in Verbindung sieht.
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Krankheiten des Kopfes.
Ursachen. Meist geht die Zahuflstel uns einer Alveolarperiostitis hervor; ausnahmsweise können auch flussere Verletzungen, namentlioli complich'te Fracturen der Kieferknochen oder Knochenwunden hierzu Veranlassung geben. Hertwig glaubt das häufige Vorkommen von Zahnflsteln an den Prämolaren des Unterkiefers auf zu enge und scharfkantige Krippen zurückführen zu können, indem (lurch diese ge­rade hier leicht Verletzungen veranlassi werden. Damit stehen auch meine Beobachtungen in Uebereinstimmung, wonach hei den Zahn-
. -
Fig, 82
tistein. die von den i'räinolaren ausgehen, oft
keine diffuse Entzündung der Alveolen besteht;
#9632;
sie gehen aus äusseren Verletzungen am hinteren Hände des Unterkiefers hervor und sind nicht selten mit Verdickungen an der Zahnwurzel verbunden, l*ic von wucherndem Granulations-geAvebe umgebene Zahnwurzel bedeckt sich mit neuem Cement, es entsteht, eine Periostitis al-veolaris ossificans, mit Bildung einer Hyper-ostosis radicis (Fig. 32), ein Zustand, der die Extraction des Zahnes wesentlich erschwert, unter umständen unmöglich macht.
Erscheinungen. An der äusseren Haut zeigt sich eine kleine trichterförmige Einstül­pung, welche entweder in der Nähe des unteren Randes vom Unterkiefer, oder am Oberkiefer in der Höhe der Zahnwurzeln der Prämolaren liegt. Mit einer leinen Sonde gelangt man 5 Idem
J *
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M
weit in die Tiefe und stösst hier auf einen periostitis alveolarts ossillcans , ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i ,r/ .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; , i- i \ i
am dritton Backüatm elnoa harten degenstand (/.ahn oder Knoclien). In
der Umgebung der äusseren Oeffnung und im Verlaufe des Kanals /('igen sieh die Kieferknochen aufgetrieben. Störungen heim Kauen veranlasst die Fistel an sich nicht, und fehlen daher, sofern nicht der Zustand des kranken Zahnes selbst diese zur Folge lud. Igt;ei der Untersuchung des Maules lässt sich näm­lich au dem betreffenden Zahne in der Regel eine Alveolarperiostitis nachweisen; zuweilen besitzt der Fistelkanal um Zahnfleisch eine /weife Oeffnunfl,
' ''V ' ;
B(
Beurtbeilung der Zahnflsteln kommt in Betracht,
dass die lleilune- von der Entfernung des kranken Zahnes abhängii
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Zahnflstel
60
ist. Herfcwig will /.war eine /ahnfisicl durch das GlUholsen und Auspinseln mil Aloötinctur gebeilt haben, doch geboren solche Erfolge uu den Ausnabmen. An den Prftmolaren des Unterkiefers kommt allerdings zuweilen auch ebne Entfernung des Zahnes Heilung zu Stande, namentbeb wenn äussere Verletzungen das Leiden erzeuatt batten; doch bildet aueb hier die cariöse Zahnwurzel bei dem Mangel an Regenerationsvermögen zur Dissection des nekrotiseben Materials nicht selten ein llinderniss für den Ahschluss des Eitei'UHgS-processes. Qerade dieser Zustand ist in Bezug auf Heilung lun so ungünstiger zu beurtbeilen, weil die Extraction des Zahnes in Folge der Hyperostosenbildung an seiner Wurzel ofl auf Schwierigkeiten stösst. Am Oberkiefer ist. ein solcher Heilvorgang als ausgeschlossen zu betrachten. Die Beurtbeilung muss sich daher nach den umständen richten, die mit der Entfernung des Zahnes verbunden sind, sowie noch den Störungen, welche der erkrankte Zahn zur Folge bat. Wo die letzteren gering sind, kann es bei Arbeitspferden gerathen er­scheinen, von einer Behandlung überhaupt, almisehen. y.umal Störungen des Kanons in der Regel nicht bestehen. Mündel dagegen die Piste] in die Oberkiefer- oder Nasenhöhle, so wird die Entfernung des Zahnes nothwendig. zugleich aber die Trepanation der Oberkieferböhle. Führte die Perforation in die Nasenhöhle und zur Nekrose der Nasen-
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iscbeln, so gestaltet
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i'ojjnose sehn
cbt. Derartiffe F
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habe ich wiederholt beobachtet. Der Nasenausfluss hört alsdann nach Entfernung des Zahnes nicht auf und zeigt, auch fernerhin den eigentbUmUchen Geruch des Knocheneiters. Nach einiger Zeit lösen sich einzelne Blätter der Nasenmuscheln ab und werden mit dem Ausfluss entleert (S. 85).
Wo dagegen die Perforation der Nasenhöhle mit diesen Ver­änderungen nicht verbunden ist, tritt nach der Extraction des Zahnes meist in kurzer Zeit Heilung ein. Diese Frage lässt sich oft nicht, sogleich entscheiden, sondern muss sich aus dem weitern Verlauf des Leidens ergehen. Zum Nachweis der Perforation in die Nasenhöhle verwendet mau zweckmässig den ötintber'scben Luftsackkatbeter, der in den unteren Nasengang eingeführt wird. Dn wo die Fistel mündet, stösst man mit dem Instrumente auf eine Unebenheit und Erhabenheit (S. 70).
Behandlung. Ist die Zahnflstel nachweislich durch äussere Ver­letzungen entstanden, d. h. zeigt sich die betreffende Zahnkrone ohm krankhafte Verändeningcn, und bereitet die Zahnfistel sonst keine Tu-
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Krankheiten des Kopfe.
#9632; #9632;(
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bequemlichkeiten, so kann die Heilung mit Erhaltung des Zahnes versucht werden, Spalten des Kanals, soweit dies möfflicb ist, Aus-kratzen desselben mit dem scharfen Löffel, Ausbrennen mit dem Löschspiess oder Ausreiben mit Aetzmitteln, Zinc, chlorat. (1:10) und Behandlung mich den allgemeinen Grundsätzen der Chirurgie, Von (laquo;reiner wurden injeetionen von Milchsiiure enipl'olilen. Ist die Zahn-alveole ki'ank, so entferne mau den Zahn; die Fistel heilt alsdann von selbst. Zur Beschleunigung der Heilung kann ttlglicb ein Werg-bauscb mil einem Desinficiens geti'änkt in die Alveole eingefülirt wer­den. Weniger geeignet ist hierzu, wie Lulosse empfohlen, ein Kork.
,'{. Neubildungen vom Zahnfleisch oder von den Alveolen
ausgeiiend. Epulis,
Eertwig, 81. S, 290. Boloff, das. Bd.34, Keiner,
1,11,: I
) a m m a ii n , (iiul das. S3. S, 53.
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Mit dem Namen „Epulis1quot; werden alle vom Zahnfleisch oder den Alveolen ausgebende Tumoren bezeichnet. Die Natur der Neu­bildung wird als Adjeetiv hinzu gelugt, #9632;/.. B, Epulis sarcomatosa, carcinomatosa. Dammann laud beim Pferde ein Cancroid, welches von den Schneidezähnen ausging; Knoten von beträchtlicher (raquo;rosse wucherten am örunde der Zahnkrone, Roloff hat eine Epulis sar­comatosa beim Pferde und Kinde beschrieben; ich habe sovvobl beim Pferde wie bei Hunden solche wiederholt gesehen.
Mit diesen Neubildungen nahe verwandt sind die bei i'tlanzen-fresseru, namentlich beim Pferd und Bind durch Aktinomyces und Botryomyces am Zahnfleisch oder an der benachbarten Schleimhaut dos Maules veranlassten öescbwulstbildungen. Ich hatte mehrmals (ielelt;i'enbeit solche beim Pferde zu beobachten.
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#9632;
Die Erkennung der Epulis gestaltet sich im allgemeinen nicht schwierig. Die Neubildung kann schliesslicb eine Ausdehnung an­nehmen, dass das Kauen durch sie behindert wird; denn an der be-tretfenden Stelle werden die Zähne gelockert und fallen später unter den Erscheinungen der Mveolarperiostitis aus. Findet nuui bei Pflanzen­fressern mehrere neben einander stehende Zähne gelockert, so liegt der Verdacht vor. dass es sieb um eine Mpnlisbildung handelt.
Keiper beobachtete in Folge eines Unterkieferbruchs beim Fohlen eine sehnoll wachsende Neubildung, welche nach der Beschreibung als Sarkom aut'znfassen war: sie erreichte in 14 Tagen die (iriisse eines Kindskopfes,
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Verletzungen der Nasenflügel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;71
sass in der Gogond der Schneide/.Uhne und störte das Kauen. |)a sie nach der Exstirpation recidivirto, wurde das Fohlen getödtet.
Die Beurtheilung füllt im allgemeinen wenig günstig mis. Sobald die Neubildung von der Alveoliraquo; ausgeht, stösst die vollständige Entfernung derselben auf grosse Schwierigkeiten. Meist bleiben Reste zurück, von denen aus sieh die Geschwulst regenerirt.
Behandlung. Hier kann nur vollständige Entfernung des Tumors helfen, die aber bei der Lage desselben auf Schwierigkeiten stösst. Da die Operation recht schmerzhaft ist. so narkotisire man das Thier und suche mit Messer und scharfem Löffel so viel als möglich auch die Reste der Geschwulst herauszubringen; oder man zerstöre diese durch Glühhitze; hierzu eignet sich besonders der Paquelin'sche Brennapparat.
;}. Krankheiten der Nase, Nasenhöhle und ihrer Nebenhöhlen.
Lit,: Günther, Nebel u. Vix, Zeitsch, Bd, I. S. 821. Dusseau, Her. |{. 13. S. 344.
a) Verletzungen der Nasenflügel.
Sie kommen am häufigsten bei Pferden vor und zwar bei schnellen Bewegungen mit dem Kopte durch Aufreissen des Nasen­loches an stumpfen Gegenständen, wie Ilaken, Nägeln etc.; zuweilen auch durch gegenseitiges Beissen. Bei wilden Völkerschaften schlitzt man den Pferden wohl das falsche Nasenloch in dem Glauben auf. die Athmung zu erleichtern. Seltener sind Verletzungen der Nase bei den übrigen Thieren. Sie stellen also meist Risswunden dar, deren Heilung trotzdem regelmässig und in kurzer Zeit einzutreten pflegt, indem das lockere Bindegewebe diesen Vorgang fördert. So­bald aber die knorpeligen Bestandtheile der Nase mitverletzt sind, ent­stehen für den lleilungsvorgang Schwierigkeiten. Es kommt dann leicht zu Knorpelnekrose. wedelte zu chronischer Entzündung und Verdickung führt. Auf diese Weist' entstehen sogar unter Umständen Verenge­rungen der Nasenöll'uungen. welche die Athmung beeinträchtigen, wie ein von F. Günther mitgetbeilter Fall beweist.
Die Behandlung besteht bei frischen Wunden in Massnahmen,
welche zum Herbeiführen einer prim int. Heilung geeignet sind: be-
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1;!
72
Krankheiten raquo;los Kopfes.
sonders wichtig ist raquo;iit's bei Verletzungen der Naseuknorpel. Iteinigen, Anfrischen der Wundrttnder, Desinfection und Beften mit umschlungener Nullt, die den W'uiidriuidcrn eine feste Lage ,n'i(d)t. üeber die Naht-streiche man Collodium oder Wundgelatine und lasse das Pferd so anbinden, dass es die Wunde uichi scheuem kann, am besten zwischen zwei Pfeilern, Bei Arbeitspferden schneidet man kleinere Hautlappen einfach fort. Die Vernarbung pflegt so ^Tmstlgquot; zu verlaufen, dass weder eine bedenkliche Verkleinerung des Nasenloches und Athem-beschwerden, noch auch eine auffällige Entstellung in dem Aussehen des Thieres entsteht.
b) Brüche der Nasenbeine.
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Brüche der Nasenbeine ereignen sich am Läufigsten beim Durch­gehen der Pferde durch Gegenrennen, Auch durch Niederstürzen oder beftigen Schlag (Hufschlag) können solche hervorgerufen werden. Seltener linden sich diese Brüche bei den übrigen Thieren. Sie kommen sowohl ein- wie beiderseitig, als Längs- liezw. lt;Juerl)riiclie, suljcntane und complicirte Fracturen vor. Igt;ie Knochenfragmente können sowohl die tlussere Haut, wie auch die Schleimhaut der Nasenhöhle perforiren uud den Bruch zu einem complicirten machen.
Die Erkennung ist nicht schwer und stützt sich auf die Defor­mitäten an der Nase und den Nebenhöhlen, Nasenbluten, unter Umständen Athembeschwerden durch Verengerung der Nasenhöhle oder Blutanhäufung in derselben. Besteht Verletzung des Thränenkanals, so erscheinen blutige Thränen und Ekchymosen im inneren Augen­winkel. Nur bei starker Anschwellung kann die Diagnose auf Schwierig­keiten stossen.
Die Prognose ist im allgemeinen nicht ungünstig. Solange der Bruch suhcutan ist, und keine zu starke Verschiebung der Fragmente besteht, wird vollständige Heilung erreicht. Bei starker Verschiebung und besonders wenn beide Nasenheine f'ractnriii sind, bleibt zuweilen durch Verengerung der Nasengänge ein Asthma nasale zurück. Zu complicirten Brüchen gesellt, sich auch wohl Caries der Nasenmuscheln.
Behandlung. Bei subcutanen Brüchen ohne erhebliche Dislocation gehe quot;man dem Thiere etliche Tage Buhe: weiteres ist nicht nöthig. Complicirte Brüche werden, so gut es geht, antiseptisch behandelt.
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•'ivimlköi-pi'r uml 'rumorrii in del' Nasenliühlr.
7:5
lo.sc Splittex' entfernt, die dislocirten reponirt. Bei den nach innen ver­lagerten Fragmenten stössl, die Reposition auf laquo;lie meisten Schwierig­keiten, doch kann sie bei grösseren Thieren dadurch erreicht werden, dass mau mit einem Stock, dessen Bnde mil einem Lappen oder mit Werg umwickelt ist, in die Nase eingeht und die KnochcnstUckc nach aussen y.u drängen sucht. Dies gelingt indess nur in der unteren iliill'le der Nasenhöhle, weil in der oberen die obere Nasenmuschel sieh gegen das Nasenbein legt und bei diesen bfanipulationen leicht verletz! wird uml so zu cariösen Processen an derselben Veranlassung gegeben wird (S. 85), Aueli hüte man sieh hierbei, durch Verletzung der Nasen-schleimhuut die subeutane Practur zu einer complicirten zu machen, unter Umständen kann es sieh empfehlen, in die Nasenhöhle dislocirte Fragmente mil der Knochenschraube anzubohren und bervorzuziehen. Man vergesse ferner nicht, dass durch die erst allmählich eintretende Schwellung der Nasenschleirahaut Aihembeschwerden hervorgerufen werden können, und sei daher in den ersten IS Stunden auf die even­tuelle Nothwendigkeit der Tracheotomie gefasst. Mit Rücksicht hier­auf versehe man den Besitzer mit Anweisungen, namentlieli wenn der Patient sich an einem vom Wohnsitze des Arztes entfernten Orte be­findet. Unter Umständen kann es sogar zweckmftssig erscheinen, als­bald die Tracheotomie vorzunehmen.
c) Fremdkörper und Tumoren in der Nasenhöhle.
hit.! P. Günthor, Nebel 11. Vix, Zeitechr, Bd. i, S. 338. Hamburger, Vir-chow's Archiv. Bd. 117. S. 429. Dusseau, Her. Rep. Bd. XIII. S. :ill-Lammers Tb. Mitth. 1881. S. 40. Kitt, Kochs Rev. 1887. S. 118. Ercolani, Her. Rep. 16. S. 177. Strerath, Th. Mitth. 1876. S. 101. Jaoobi, I). T. W. 1892. S. 187. Strebol. laquo;eliweiz. Ardi. :!:',. Zeitscln-. f. Vet.-Kunde 1890. .lt;. 80.
In die Nasenhöhlen des Pferdes und Rindes gelangen zuweilen Fremdkörper und bleiben hier längere Zeit liegen. Bhemals führte man wohl absichtlich Schwämme oder ähnliche Gegenstände in die Nase von llamlels|derdeii ein, um den bestehenden Anstlnss (Potz) zu verdecken. Herrmann fand einen Strohwisch, Körner ein Stück Band in der Nase des Pferdes. Bei einem von mir behandelten Pferde zeigte sieh der untere Nasengang mit Futterstoffen vollgepfropft. welche durch die Alveole (dues Molarzahnes hineingelangt waren (vgl. S. 64).
Dusseau traf bei der Section eines Pferdes 10 bohnenähnliche.
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1
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J4
Krankheiten des Kopfes,
harte, weisse Körper in den Nasenhöhlen au; sie bestanden aus ein­getrocknetem Schleim und Epithelien^ Dusseau glaubte, doss die­selben uns den Luftsäoken stammten.
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Neubildungen treten meist in Form von Polypen in der Nasen-hölile auf. Nach Ercolani waren schon Gate und Absyrtus Nasen­polypen bekannt und 1781 soll hart einen Xasenpolvpen von :i i Kilo beim Pferde entfernt haben. In der Regel sind es Fibrome und Myxome, aber auch Lipome und Carcinome (Roll) hat man in der Nasenhöhle beobachtet. Oft geht die Neubildung von der Siebbein­platte oder von der lateralen Nasenwand aus. Zuweilen wuchern Neubildungen aus der Stirn- und Oberkiet'erliühle in die Nasenhöhle hinein.
Gurlt sah solche von der Nasenscheidewand, Eizot von den Nasen-tnnscheln sich entwickeln. Hamburger stellte ein weit verbreitetes Myxo-tibrom der knorpeligen Nasenscheidewand eines Pferdes lost, wahrend Lammers in der verdickten Schleimhaut beim Pferde HöhlenbUdung an­traf, die zahlreiche Exemplare von Strongylus armatus enthielten. Kitt beobachtete ein Sarkom in der Nasenhöhle des Hundes.
Strerath stellte bei der Section eines Kalbes, das bei der Aufnahme von Futter und Getränk Atliembeschwerdcn gezeigt und mit offenem Maule geatbmet hatte, wobei sich ein schnaubender Ton bemerkbar machte, Tuberculose der Nasenschleimhaut fest. Dieselbe war mit zahlreichen Ivm'itchen von Sandkorn- bis Erbsengrösse besetzt, die vielfach Conglome­rate bildeten und ein speckiges Aussehen hatten. Strebel beschreibt eine Cyste, welche sieh bei einem Ochsen entwickelt hatte und ein Knochonstiick enthielt, das nach Ansieht S.'s vom Siebbein stammte.
Erscheinungen. Fremdkörper sowohl wie auch Tumoren der Nasenhöhle rufen schleimig-eiterigen Nasenausfluss hervor, der meist einseitig auftritt und oft mit Blutungen verbunden ist. Die Kehl-gangsdrüsen pflegen dabei anzuschwellen. Der Luftstrom aus dem betreffenden Nasenloch wird abgeschwächt, und nicht selten stellt sich ein lautes Atbimmgsgeräuseh ein (Asthma nasale). Durch Compres­sion des Thriinenkanals entsteht A.ugenthränen. Im weiteren Ver­lauf des Leidens bildet sieb an den Nasenbeinen eine Knochenauf-treibung, Die Untersuchung mit Spiegelbeleuchtung, mit dem Pinger oder einer Sonde giebt über den Sitz und die Beschaffenheit der Ab­normität näheren Aufschluss. Polypen wachsen zuweilen bis zum Nasenloche hinaus: geht die Neubildung von den oberen Abschnitten der Nasenhöhle aus, so entsteht frühzeitig, d. h. längere Zeit, bevor die Geschwulst an der Nasenhöhle sichtbar wird, ein Asthma nasale und Auftreibung der Nasenbeine. Hilden dag'g'n die unteren Ab-
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ITremdkörpsc und Tumoren in dar NaseuhOhlo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7%
theüiiugen den Ausgangspunkt des Tumors, so erscheint derselbe bald luicb dem Auftreten der Dyspnoe in der Niibe des Nasenloches, wo er sowohl gesehen wie auch mit dem eingeführten Finger gefühU werden kann. Hier gehl der Tumor häufig dielii über dem Grunde des falschen Nasenloches von dor luterab'ii W und der Xuscnhöblr ;uigt;. Für die Prognose sowohl wie auch für die Therapie bleibt dieser Punkt beach tens werth.
Behandlung. Die Heilung liiingl von der Entfernung der Fremd­körper beziohontlicli der Neubildungen ab, sodann von dem Umstände. ob bereits Folgezustände bestehen, deren Beseitigung gelingt oder nicht, z. H. Nekrose der Nasenmuscheln.
Fremdkörper können in der Kegel mit der Kornzange oder einem ähnlichen Instrumente hervorgeholt und entfernt werden. Unter Um­ständen genügt das Ausspülen der Nase mit einem kräftigen Wasser­strahl. Beim Menschen werden Fremdkörper durch Einblasen in das andere Nasenloch entfernt.
Gehen die Neubildungen von den unteren Abtheilungen der Nasenhöhle aus, so lassen sie sich mit Hülfe einer sog. Polypenzange nusreissen. Zu demselben Zwecke dienen auch die Levrett'schen h'öhrchen. Die etwas höher, namentlich der lateralen Wand auf­sitzenden Polypen lassen sieh heim Pferde in der Weise entfernen, dass man da, wo Nasen- und Zwischenkieferbein zusammeiistossen. medianwärts vom falschen Nasenloche und in der Richtung der Nasen­beine einen Einschnitt macht, mit dem Finger in die Nasenhöhle ein­dringt, um sich zunächst über den Sitz und die Ausdehnung des Polypen zu überzeugen. Sodann gelingt es mit Hülfe dieses Fingers. die Schlinge eines Levrett'schen Röhrchens oder eines Ecraseurs, im Nothfalle eine einfache Drahtschlinge über die Neubildung zu schieben und dieselbe auszureissen. Sitzen die Polypen weiter oben, so muss die Trepanation der Nasenhöhle vorangehen. Oft wird die Ermitte-lung der Stelle, von wo die Neubildung ausgeht, schwierig: zuweilen gelingt dies mit einer laugen Sonde oder dem Güuther'schen Luft-sackkatheter. Schreitet man zur Trepanation, so führe man diese (dier etwas zu hoch als zu niedrig aus und suche die Neubildung durch Abreissen oder Unterbindung zu entfernen. Bei breiter Basis der Neubildung leistet ein scharfer Löffel gute Dienste. Die Haupt­sache bleibt, die Geschwulst möglichst vollständig zu entfernen, Bei starker Blutung operire man am hängenden Kopfe oder verstopfe durch die Trepanationsöffnung die oberen Abschnitte der Nasenhöhle bezw,
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Crankhoiten des Kopfos.
• #9632;
Choaneii mil Werg oder #9632;lutt1, um das Einfliesseu von Blut in den Larynx zu verhindern, befestige aber ililt;' Tampons an einem festen Bande, damit sie tüchi in die Rachenhöhle liinabfallen und EQrstickungs-gefahr hervorrufen, unter Umständen empfiehlt sich die Tracheotomie mit Anwendung einer TamponkanUle. In einem von mir operirten Falle von Nasenpolyp ging das Pferd an Gehirnentzündung zu Grunde, die sieb durch Fortpflanzung des entzündlichen Processes von der Operationsstelle aus entwickeli hatte,
Mit dem Xiiuhmi „Rhinosolsroiriquot; wurde nsuerdings beim Mcnsrlien eine Erkrankung der Nase belegt, welche meist im Anschluss an Nasen-
katarrh zu einer allmählichen Anschwellung
:
#9632;.
Fig. 33.
sowohl der Nasenschleimhaut wie auch der
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tlusseren Haut führt, Die Anschwellung ist durch Harte ausgezeichnet, daher der Name, und kann eine Ausdehnung anneh­men, dass die Nasenlöcher vollständig ver­legt werden. Die Schleimhaut erscheint dabei livid gefärbt.
Anatomisch handelt, es sich um eine elephantiastische Verdickung der iiusseren Haut und der Schleimhaut, die nach den neueren Untersuchungen durch Infection veranlasst werden soll. Man hat näm­lich in der Neubildung einen dem Fried-1 ä n der'schen Pneumoniekokkus ähnlichen Mikroben gefunden.
Bei Thieren ist dieses Leiden noch nicht mit Sicherheit nachgewiesen. Die bisher tnitgetheilten Fälle zeigten Eligen-thtimlichkeiten, welche auf eine andere Natur der Neubildungen hinweisen. Diese Bedenken scheinen mir auch einem von Jacobi tnitgetheilten Falle gegenüber be­rechtigt zu sein, in dem durch parenchyma-tose Injcetionen von Lugol'scher Lösung
#9632;
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Ueden dpa Kopfea nach Verlotzuni
Heilung erzielt wurde. Ein gleiches dürfte
für die in der Zeitschrift für Veterinär­kunde veröffentlichte Beobachtung gelten. Im übrigen soll das Vor­kommen elephantiastischer Wucherungen auf der Nasenscnleitnhaut sowie an den Nüstern nicht geleugnet werden; oh aber solche als Rhinosclerom auf­zufassen sind, lässt sich bei der l'nkenntniss über das Wesen des Leidens nicht entscheiden. Beim Rotz der Pferde kommen Verdickungen an der Nase vor. die mit Hhinosclerom verwechselt werden können. Es muss weiteren Beobachtungen überlassen bleiben zu entscheiden, ob dieses Leiden auch bei Thieren auftritt.
Dagegen stellt sich hei l'ferden zuweilen umfangreiches Oedem am Kopfe ein, wie beim Petechialtieber, der Pferdestaupe, beim Kinde im Ver­laufe des bösartigen Katarrhalflebers. Bei Pferden und Hunden sah ich wiederhol! ein bedeutendes Oedem am Kopfe, namentlich an dessen unteren Abschnitten nach Verletzungen am Halse auftreten. Wenn die Thiere in
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bhnpyera dör Stirn- und OborkiefQi'höhle
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Kol^o Quetschung oder Dehnung der Halsmuskulatur oder Bcbtuerzhafter Erkrankung der aalswirbelsäule den Kopf dauernd gesenkt halten, und an diesem selbst etwa noeh Quetschungen oder Verwundungen bestehen, so kann sich nn demselben ein bedeutendes Oedein entwickeln, wodurch das Aussehen des Thieres unförmlich erscheint: durch Schwellungen in der Nasensobleimhaut und der Qmgebung der Nasenöffnungen entstehen zuweilen Athembeschwnrden. Pig. IS-'i ist nach der I'liutogmjihie eines Kopielaquo; in diesem Zustünde entworfen.
Der Zustand verdient um so mehr Beachtung, als er bei oberflächlicher Untersuchung wohl zu Verwechselung mit den oben genannten infectiösen Leiden führen kann. Da derselbe oft von Fieber begleitet ist, so kommen solche Verwechselungen leicht vor, wenn man nicbf auf die Anamnese and den Zustand der Halsmuskulatur be/.w. der Wirbelsäule Rücksicht nimmt.
Erhebliche Athemstörungen können die Tracheotomie erforderlich machen; im übrigen sorge man dafür, dass sobald wie möglich der Kopf höher getragen wird, unterstütze denselben durch Hochbinden des Thieres. Die Wirkung ist zuweilen überraschend ; in wenigen Stunden verschwindet oft eine bedeutende Anschwellung dieser Art. Auch Massage unterstüzt die üesurption der in die Gewebe ergossenen Flüssigkeit.
d) Empyem der Stirn- und Oberkieferhöhle.
Lit.: Fürstenberg, Th. Mitih. 1869/70. Ourlt, üurlt-Hertwig. I. S. 508. Voigtlttnder, Dresd. ßer. 04. S. 60. Probstmayor, Ad. W. 9. S.201. Deupser, B. f. W, 1891. Sand, Monatsh. f. pr. Thierh. 1893. S. 193.
Mit den Nasenhöhlen stellen die Stirn- und Oberkieferhöhlen in director Verbindung; die Schleimhaui setzt sieh aus der Nasenhölile unmittelbar in jene fort, ist, in den letzteren beiden Höhlen dünn, lest mit dein Knochen verbunden, stellt zugleich das Periost derselben dar und enthält viele kleine acinöse Schleimdrüsen. Bei der geschützten Lage der Bohlen erklärt es sich, dass ihre Schleimhautauskleidung nur selten Erkrankungen ausgesetzt ist. Wenn aber einmal an ihr Katarrh oder Entzündung eintritt, so wird das Leiden leicht clu-o-uiscli, weil das Secret, keinen regelinllssigen Ahfluss findet, vielmehr in der Höhle liegen bleibt , sieh /.ersetzt und die Sclileimiumt reizt. Die Ohronicität erklärt sich zuweilen auch aus den Eigeuthümlich-keiten der Ursachen.
Die Oberkieferböhle erkrankt nicht selten in Folge eiteriger Al-veolarperiostitis an den Molaren des Oberkiefers mil Durelihrnch in diese Höhle. Ferner geben Neubildungen und Fremdkörper in der­selben die Ursache zu diesem Leiden nb.
Stockfleth fand bei einem Pferde in der Oberkieferhöhle ein Knochenstück, von einer Trepanation herrührend, Stenersen Exemplare einer Carexart, welche in Folge Erkrankung der Zahnalveolen in dieOber-
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IU
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KiMiiklicitcn des Kopfes.
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kieferhöble gedrungen waren, Nicht selten gelangen zersetzte Putter-mossen durch die Zahnalveolen in die Oberkieferhöhle. Auch können coraphcirfce Fracturen der Stirn- und Oberkieferbeine hierzu Veran­lassung geben; so beobachtete Voigtlllnder in der Stirnhöhle einer Kuli eiterige Erkrankung, welche bereits am Grunde des Hornfort-sut/.es zur Perforation geführt hatte und durch Verletzung des Homes entstanden war. Heim Pferde wurden rotzige Erkrankungen hier fest­gestellt; bei Rindern geht die Erkrankung zuweilen von Brüchen des Homfortsatzes aus. Die Schleimhaut der Höhle erscheint verdickt, stark vascularisirt, an ihrer Oberfläche rauh, nicht selten mit Wucherungen oder geschwürigen Veränderungen bedeckt. Der Inhall besteht aus Biter mit Schleim vermischt. Nicht selten zeigt ,mc1i die Bohle ver­engt, indem die als Periosi dienende untere Fläche der Schleimhaut unter chronischer Wucherung Knochen auf lagerungen hervorgebracht hat, so dass die Höhle von dieser Neubildung mein- oder weniger aus-getiillt wird. Die seltene Beobachtung eines Hydrops der Obei'kiefer-höhle machten K ü rst enherg und Deupser. Pürstenberg laud beim Fohlen die Oberkieferhöhle mit einer serösen Flüssigkeit an­gefüllt; die Schleimhaut war nicht erkrankt. Sand hält den Zustand für cystische Degeneration irgend einer geschwulstartigen Neubildung, wie sie auch beim Menschen beobachtet wird. Dagegen gehör! die Bildung umfangreicher Hyperostosen namentlich in der Stirnhöhle des Kindes und Schales, sowie in der Oberkieferhöhle des Pferdes zu den nicht seltenen Vorkommnissen. Gurlt hat mehrere Fälle der Art beschrieben. Die linke Oberkieferhöhle und ein Theil der Stirnhöhle war mit einer ca. 18 cm Langen und 11' ein hohen Knochennias.se angefüllt, welche inarmorhart. auf der Oberfläche glatt erschien und im Inneren kleine Höhlen enthielt. Nasenmuschel und Siebbein waren verdrängt, das Stirnbein und Nasenbein atrophisch und von der Wucherung fast perforirt. (Fig. 61 d. allg. Chirurgie.i Probstmeyer stellte bei einer Lljährigen Stute Cancroid der Highmorshöhle fest.
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1
Erscheinungen. Der Nachweis dieser Leiden gelingt oft erst auf dem Wege der Ausschliessung. Einseitiger, schleimig-eiteriger, zuweilen tlbelriechender Ausfluss ans der Nase bildet die erste Er­scheinung. Wurde das Leiden durch Alveolarperiostitis eingeleitet, so zeigt der Nasenauslluss den eigenthnmlichen Geruch des kranken Zahnes; bald schwellen die Kehlgangsdrüsen derselben Seite an, so dass selbst ßotzverdachi auftreten kann. Später treiben die jene Höhlen bildenden Knochen aut', und bei der Percussion entdeckt mini an der
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Trepanation dor Oberkiefer- und Stirnhöhle
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erkrankten Seite einen weniger hellen, vollen Ton als an der gesunden Seite. Doch hüte niiui sich vor Täuschungen, achte stets darauf, dass bei der Percussion die gleichen Stellen getroffen werden, und dass dns Maul geschlossen ist. Man percutirt mit dem nicht Gummi tra­genden l'lnde des Percussionshammers oder mit einem starken Schlüssel die beiden Höhlen abwechselnd am stehenden Thiflr,
Behandlung. Der localen Behandlung muss selbstverstllndlich die Trepanation vorangehen, Man spüle den Inhalt aus. lasse sodann eine Desinfectionsflüssigkeit folgen, wie Carbolwasser, Sublimat, Creolin oder Alaun und verschHesse die Trepanationsöffhung mit einem Werg-oder .lutepi'ropr. Das Ausspülen muss täglich wiederholt werden, Ins der Nasenausfluss sich verloren hat. Die Trepanationswunde verächliesst sich später vollständig. (Vgl. S. 84.)
Die Trepanation der Oberkiefer- und Stirnhöhle.
Versuche, die Kopfhöhlen bei Thieren anzuhohren und sei einer directen Behandlung zugänglich zu machen, sind bereits frühzeitig ge­macht worden. Beim Pferde gab ehemals die Absicht, den Rotz zu heilen hierzu Veranlassung. Gegenwärtig dient die Trepanation zur Behandlung localer Processe in der Stirn- oder Kieferhöhle, wie chro­nischer Katarrhe, zur Kntferuung von Tumoren und Fremdkörpern aus denselben, zum Ausstempeln kranker Backenzähne und endlich zu dia­gnostischen Zwecken, namentlich bei Rotzverdacht. Ha ulmer hat die Operation zu dem letztgenannten Zwecke warm empfohlen. Kann sie auch nicht in jedem Falle zuverlässige Auskunft über die Natur der vorliegenden Krankheit gehen, so empfiehlt sich die Operation doch in zweifelhaften Fällen. Bald gieht sie eine ausreichende Er­klärung für den verdächtigen Nasenausfluss, bald wird durch die Ah-wesenheit von Krankheitsprocessen in diesen Höhlen der Rotzverdacht unterstützt. Oft lassen sich auch aus der Art der Erkrankung der Schleimhaut dieser Höhlen auf die Natur des Processes Schlüsse ziehen, Beim Rotz gieht sich Neigung zu Knötclienhildung und ge-schwürigen Zerstörungen zu erkennen, während die hier vorgefundenen Neubildungen den Hotzverdacht ausschliessen lassen.
Zum Anbohren der knöchernen Kopfhöhlen dienen folgende Instrumente:
1. her Trepan, eine kreisförmige Säge, welche entweder an einem Bogen, ähnlich dem Tischlerbobrer I Bogen trepan, Fig. 34) oder an einem HandgrifV befestigt ist (II an d t re pa n oder Trephine,
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1 ;' '
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Krauklu'itcii dos [Copfe
Fig, 35). Gegenwärtig wird nur noch die einfachere, letztere Art benutzt. Die raquo;Krone*, ein Staliloylinder von verschiedener Grosse, welcher die Stlge darstellt, ist an ihrer Aussenfläche raquo;i'liitt: früher be­nutzte man zuweilen conische, weshalb (li(^ Aussenfläche mit scharfen Schneiden versehen war, uin das weitere Eindringen derselben in den Knochen zu ermöglichen. Im Centrum der oylindrischen Krone steht die „Pyramidequot;, ein Stahlstück, welches .sich mittelst einer Schraube
Fig, 34.
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Bogcntrppan.
Hancllrepan.
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feststellen liissl und etwas iiher den Znlinnnid der Krone hervor-geschoben werden kann.
'_'. Die Knochenschraube (Tirefond, Pig, 36) trügl an einem Ende einen Ring zur bequemen Handhabung des [nstrumentes; das andere l'lnde liiut't in ein conisches Schraubengewinde aus. welches in den Knochen eingeschraubt werden kann, um das losgebohrte Stück zu entfernen, unter Umstünden dient der Knochenbohrer auch dazu, dislocirte Knochenfragraente in ihre frühere Lage zu bringen (S. 7;!).
3. I las Linsenmesser (Fig. 38), Mit demselben werden die
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'l'it'iianatioii.
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scharfen Kanten an der Trepauationsöffnung entfernt. um den zum Zweckt' der Untersuchung eingefüln'ten Finger nicht zu verletzen,
4. Der sogen. Beinhautschaher (Fig. 39) dient zum Abtrennen des Periostes an der Operationsstelle, kann aber durch ein stumpfes Messer oder ein ähnliches Instrument ersetzt werden.
Ausserdem entliiilt das Trepanationsbesteck in der Eegel noch einen Meissel (Fig, •gt;quot;), iini Knoclienstücke z. 15. zwischen zwei Trepa-nationsöfiiiungeu zu entfernen und so eine grössere Oefihung zu er­langen.
[ti Ei'mangelung eines Trepans kann die Eröffnung der Kopf-
Fig.
iquot;ia. io.
Fig. 41.
IT
#9632;quot;ii;-. 36. Fig. 37.
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r.inson-
messrr.
Belnhaut-schaber.
Exfoliativ-tvopau.
Perfoiutlv-trepan,
bohlen mit einem einfachen Centrumbohrer (Exfoliativtrepan) be­wirkt werden (Fig. 40). Handelt es sidi bloss darum, eine kleine Oeffnung in den Knochen zu bohren, so findet der „Perforativ-trepanquot; (Fig. 41) Anwendung. Die zuletzt genannten Instrumente sind Jedoch meist entbehrlich.
Um eine Stirnhöhle zu öffnen, trepanirt man in der Höhe des Augenbogens, 2—3 cm von der Mittellinie entfernt, das Stirnbein. Hier legt sich die Haut unmittelbar auf das Periosl des Knochens.
Die Oberkieferhöhle wird beim Pferde durch eine dünne Knochenplatte in eine obere grössere und untere kleinere Abtheilung getrennt. Diese Platte, welche nach Lanzilotti in 71 Fällen 52raal vorhanden war. liegt etwa in der Mitte eines Rechteckes, dessen längere Seiten durch die Crista, zvgomatica und eine mit dieser parallelen Möller, Speclelle Clitrurgle fUr Thierürüte. 9 Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ti
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82nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten des Kopfes.
[jinii' vom medialen Ä.ugenwiivke] ausgehend, dessen schmale Seiten durch den Orbitalrand und eine senkrechl zum unteren Ende laquo;Irr
Jochleiste gezogene Linie gebildet
ilg. 42
wird. Beim Esel fehlt das Sep-
•laquo;#9632;#9632;
tum nach Lanzilotti regelmtlssig, häufig auch beim Maulthier. Wenn man etwa 3 cm über dein unteren Ende der .lochleiste und 2—3 cm von dieser entfernt, trepanirt, so triiftnum in der Regel diese Scheide­wand bezw. Weide Abtheilungen der Oberkieferhöhle. Sollte man nur Ifl eine laquo;reöifnet lialien. so kann die Scheidewand durchgestossen wer­den. Beim Fohlen operire man etwas weiter von der Jochleiste entfernt, um die Wurzeln des vierten und [Unften Backzahnes nicht zil verletzen, welche in der unteren Abtheilung der Obei'kiefer-höhle liegen.
A m b ei| u ernsten I repan i rt man am liegenden Thiere; bei phlegmatischen kann die Operation, auch im Stehen ausgeführt werden. Nachdem die Haare in einer Aus­dehnung von 5—6 ein abgeschnit­ten sind, wird zun'dchst ein ebenso^ langer I lautselinit.t gemacht und zwar bei Eröffnung der Stirnhöhle parallel mit der Mittellinie und etwa 2—3 cm von dieser entfernt: bei der Trepanation der Oberkieferhöhle
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Kopf eines Pferdes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;= Grenzen der Stirn
höhle; mmm Grenzen der Nasenljöldo; #9632;—.-Grenzen der i itjerkiefcrliöhle.
wird der Schnitt parallel mit der Jochleiste und 2—3 cm von dieser
entfernt angelegt. Früher wurde empfohlen, einen T- oder V-förmigen Hautschnitt zu führen; doch machte schon Qerlach mit Recht darauf aufmerksam, dass dies nicht zweckm'dssig sei. weil der losgetrennte Hautlappen sich retrahirt und zu stHrkerer Narbenbildung Veranlassung giebt.
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TrriiaiKition.
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In der Mitte der beiden Wundrilnder wird je ein lieft laden an­gelegt, inn dieselben auseinander halten zu können. Nunmehr trennt man mit dem Messer die Haut von ihrer Unterlage, so class die Tx'epan-krone zwischen beiden Wundründern Platz Bndet. Sofern an der Ober­kieferhöhle etwas höher operirt wird, stösst man auf den Muskelbauch lies 1 feliers der Oberlippe, der bei Seite geschoben werden muss.
Hierauf setzt man die Trepankrone auf den Knochen und imi-schneidet dieselbe mit einem geballten Bistouri, ura das zu entfernende Periost von dem zu erhaltenden mit dem Knocheiiseiialier oder einem stumpfen Messer leichter trennen zu können.
Auf das nun freiliegende Knochenstüek setzt mau den Trepan mit vorgeschobener Pyramide, so dass diese zuerst den Knochen trifft. Indem man kurze, drehende Bewegungen mit der Trephine macht, bohrt sieh zunächst die Pyramide in den Knochen ein. Bald greifen auch die Zähne der Krone denselben an. und indem man mit dem Bohren fortfährt, dringt die Krone des Trepans, flxirt durch die Pyramide, im Nothfalle von dem Daumen und Zeigefinger der linken Hand des Operateurs unterstützt, in den Knochen ein. Ohne tiefer einzubohren, greift man zunächst zur Knochenschraube, um dieselbe, so lange das Knochenstück noch in fester Verbindung mit seiner Nachbarschafl steht, in dasselbe, einzuschrauben, was später nicht mehr gelingen würde. Alsdann wird der Trepan von neuem angesetzt und in derselben Weise bewegt, bis der Knochen perforirt ist. Sind dicke Knochenplatten zu durchbohren, so wird von Zeit zu Zeit die Reini­gung der Zähne des Trepans mit einer Bürste uotliwemlig. Allmählich macht sich eine grössere Nachgiebigkeit unter dem Trepan bemerkbar, worauf man mit der Druckwirkung der Hand nachlässt. Glaubt man den Knochen durchbohrt zu haben, so setze man wiederum die Knochen­schraube an und suche das Stück herauszuheben. Gelingt dies nicht, so wird der Trepan abermals benutzt und nun das runde Knochen­stück mit der Schraube entfernt. Gewöhnlich reisst die zu demselben gehörige Schleimhaut mit los. oder sie bleibt in Petzen an dem nach­barlichen Knochen hängen.
Nachdem hierauf mit dem Linsenmesser die scharfen Ränder der Oeffnung geglättet sind, kann der Finger in die Höhle eindringen, um dieselbe zu untersuchen, Die bei der Operation auftretende Blu­tung ist meist gering. Sollte dieselbe den Einblick in die Höhle er­schweren, so spült man das Blut mit etwas Wasser, event, unter Be­nutzung einer Spritze, ab. tupft die Höhle mit einem kleinen Schwamm aus, worauf die Schleirahnut derselben näher beurtheilt werden kann.
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Krankheiten des Kopfes.
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Beim Empyem quillt der Eiter gewöhnlich sogleich aus der OeffllUng hervor, oder er kann ebenfalls durch Spülen entfernt werden. Ebenso werden etwa bestehende Neubildungen womöglich gleich be­seitigt. Hierauf wird die Oell'nung mit einem Werg- oder .liitetain|ion geschlossen.
Die Nachbehandlung muss mit ßUcksicht auf die Natur des Krankheitsprocesses erfolgen, (regen chronische Katarrhe empfelilen sich tägliche Ausspülungen der betreifenden Höhle, und zwar zu­nächst mit Carbolwasser (-quot;quot;). bei starken Zersetzungsprocessen mit Kaliumpermanganatlösung (3deg; i); sodann werden adstringirende Mittel (Alaun 2n/n, Tannin 3n/o) in Anwendung gebracht. Nach erfolgter Application derselben lasse man die Oeffnung von neuem mit einem Tam­pon verschliessen, damit die Schleimhaut der Höhle nicht dauernd der directen Einwirkung der Luft ausgesetzi ist. Diese Behandlung wird so lange fortgesetzt, bis sich der Nasenausfluss verloren hat. Dann lasse man die Wunde heilen, indem nur weiche Tampons in die Trepanationsöffnung eingeführt werden. In etwa 3—I Wochen sohliesst sich dieselbe, und nach 2- -3 Monaten ist oft kaum noch eine Spur von der Operation vorhanden. Sind grössere Tumoren aus der Stirn- oder Oberkieferhöhle zu entfernen, so genügt hiiulig eine Trepan-ütfnung nicht, in solchem Falle bohrt man neben der ersten eine zweite und enlfernl die vorstehenden Knochentheile mir Hülfe von Meissel (Fig. 37) und Hammer.
Ich habe mehrfach Gelegenheil gehabt, in derselben Weise die Nasenhöhle zu trepaniren, um Tumoren oder nekrotische Theile der Nasenmuscheln ans derselben zu entfernen. Hier kann auch eine Säge (Stichsägei zur Erweiterung der Trepanationsöffnung in Anwendung kommen.
Bei den Wiederkäuern kommen ähnliche Erkrankungen der Stirn­höhle vor, doch sind sie hier seltener als beim Pferde. Dagegen kann die Oeffnung der Stirn- und Kieferhöhle beim Schafe zur Entfernung der Schafbremse (Oestrus ovis) erforderlich werden (Bremsen­schwindel). Hier trepanirl man in der Mittellinie, um die Höhlen beider Seilen gleichzeitig zu öffnen und durch zweckentsprechende Einspritzungen in dieselben die Parasiten zu entfernen.
Dn bei Wiederkäuern die Stirnhöhlen mit den Hornfortsätzen in Verbindung stellen, so lässt sieb die Eröffnung derselben auch durch Absägen der Homer bewirken. Diese Operation ist jedoch nicht allein schmerzhafter, sondern auch mit grösseren Blutungen verbunden, die bei schon geschwächten Thieren leicht nachtheilig werden können.
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Nekrose der Naseumugcbelii,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hquot;)
e) Nekrose der Naseiiiiiusclielii.
Lit.; Jessen, Doipat. Klinik. Ihhmü. Hcriii^. Ojienitionslclirc. llaubner, Dresd. Bericht 1861. Stookfletb, Chirurgie. Lanzilotti, Jahrb, 1883. S. 14.ri. öund, Berl. Arch. 1891. Sand, Monatshefte f. pr. Thierh. 1898. S. 193.
Nachdem -lessen zuerst auf eine eigentLtimlicbe, mit chronischer Verdickung verbundene Erkrankung der oberen Nasenmuschel bei Pferden aufmerksam gemacht hatte, theilten Stockfleth, Haubner, Höyer u. a. gleiche Erfahrungen mit. Im ganzen ist ilas Leiden in Norddeutschland nicht häufig und wird meist nach Ablauf der Druse beobachtet. Sund fand bei der Section eines alten Pferdes, das übel-riechenden Nasenausfluss gezeigt hatte, die Nasenschleimhaut verdickt und Nekrose am Siehbeinlabyrinth; die Knochenlamellen waren zu einer schmierig grauen Masse zerfallen. Mir selbst sind ein paar Fälle von Caries der Nasenmuscheln vorgekommen, welche durch Erkrankungen der olieren Backenzähne veranlasst war.
Eine eigenthümliche Erkrankung der Nasenmuscheln und der nachbar­lichen Knochen beschreibt Sund beim l'fcrde und bezeichnet sie als Scbleimdegeneration der Nasenmuscheln. Das Leiden wurde vor­nehmlich bei Fohlen beobachtet und gab sich neben Athembeschwerden durch Auftreibnng der Gesichtsknochen und schleimig-serösen Nasenausfluss zu erkennen. Hei der Section zeigten sich die (lesichtsknochen bedeutend verdünnt, zum Theil jicrfbrirt, die Kopfböblen erheblich erweitert. Die Nasenmuscheln Hessen nur mit dem Mikroskope noch Knochenreste nach­weisen; dieselben waren zum grössten Theil in ein schleimiges Gewebe um­gewandelt. Dieselbe Veränderung zeigten die Wandungen der Oberkiefer-und Stirnhöhle, wodurch dieselben bedeutend erweitert waren. In den­selben traf man theils schleimig-seröse, theils eiterige Flüssigkeit.
Erscheinungen. Einseitiger, stinkender Nasenausfluss, ver­bunden mit schnarchendem Athmen und Abschwächimg des Luft­stromes ans dem betreffenden Nasenloche deutet zunächst auf das Leiden hin. Später folgt Auftreibung der Nasenbeine, und nicht selten lässt sich die Verdickung der Muscheln direct sehen oder selbst mit dem Finger fühlen. Dn auch hierbei Anschwellung der Kehlgangs­drüsen einzutreten pflegt, so gestaltet sich die Trennung des Zustandes von Nasenpolypen zuweilen schwierig und kann oft erst nach voll­zogener Trepanation eine bestimmte Diagnose gestellt werden.
Höyer entfernte bei Nekrose der Nasenmuschel die erkrankte Partie mit Hülfe eines Muskelhakens und erzielte Heilung. Die von .Jossen mitgetheilten Fülle wurden mittelst Resection der erkrankten Muschel durch
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Krankheiten des Kopfes.
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ciuo Trepanationsöffnung ebenfalls geheilt;. Hering und Jessen empfehlen, neben der Mittellinie einen Hautsc-lmitt zu führen, welcher die ganze Länge des Nasenbeines einnimmt, Dann soll um oberen Ende dieses Schnittes trepanirt und von dieser Oeffnung ein 2—8 cm breites Stüek mittelst Stiohsäge aus dem Nasenbein entfernt werden. Durch diesen Spalt be­fördert man sodann die erkrankte Nasennmschel nach anssen. Eine von mir in dieser Weise behandelte Caries der Nasenmuscheln war nach 8 Wochen noch nicht geheilt. Die vollständige Ueseetion der Nasenmusoheln stösst auf nicht geringe Schwierigkeiten, ihre Kesto geben leicht zur Portsetzung des Processes Veranlassung.
Bei der Schleimdegeneration der Nasenmusclieln empfiehlt Sand
rechtzeitige Trepanation und eventuell Drainage mit naclilolgeiideu antiseptischen Ausspülungen, wodurch in der Kegel die Entwickelung des Leidens aufzuhalten und dauernd zu heilen sei.
Im August 1888 wurde dem Spitale eine -1' j Jahre alle Stute zur Behandlung überwiesen mit dem Vorberichte, dass sie seit einigen Wochen einen übelriechenden Nasenausfluss zeige.
Das gutgenährte Pferd war frei von den Erscheinungen innerlicher Leiden, Aus laquo;lein linken Nasenloche entleerte sich ein unangenehm , mich Knocheneiter riechender, schleimig-eiteriger Ausfluss in massiger Menge. Eehlgangsdrtisen linkerseits etwas angeschwollen. Eoi Application des Gtin ther'schen Katheters entdeckt man auf dem Boden des linken unteren Nasenganges in der Höhe des dritten Backzahnes eine geringe Unebenheit und Erhabenheit. Die hierauf angestellte Untersuchung der Maulhöhle ergiebt, dass im Oberkiefer dem dritten Haekzalm linkerseits die Krone fehlt, und dass an demselben alle Erscheinungen einer eiterigen Alveolarperiostitis bestehen. Am Stirn- und Oberkieferbeine der linken Seite zeigen sieh die Narben von früher ausgeführten Trepanationen dieser Höhle.
Nachdem der kranke Zahn mit Hülfe des Stempels entfernt war, heilte die Operationswunde regelmässig, aber der Nasenausfluss Hess nicht nach. Nunmehr wurde zur Trepanation der Nasenhöhle geschritten, worauf sicli zeigte, dass die Nasenmuscheln an mehreren Stellen von ihrer Schleim­haut entblösst und nekrotisch waren. Diese Stellen wurden zu entfernen versucht, worauf indess keine Heilung eintrat. Bei dem verhältnissmässig geringen Werthe des Pferdes ontschloss sich der Besitzer zur Tödtung desselben.
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fl Nasenbluten. Epistaxis.
Lit..: Schindelka, Wiener Viertelj, 1886. S, 121, Bigoteau, Jahrb. 1886, S. 102, Söhngen, Th. Mitth. 1882. S, 50. Jost, Th. Mitth. 1868. S. 91. Doigendesch, Her, llep. 4:!. S, '208.
In der Schleimhaut der Nasenhöhle, besonders der Scheidewand linden sich beim Pferde weite Venennetze (Centrum venosum), deren Verletzung zu erheblichen Blutungen führen kann. Bei diesen Thieren wird Nasenbluten auch am häufigsten beobachtet. Bald gehen äussere Verletzungen dazu Veranlassung, wie ungeschicktes Auswischen
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Nasenbluton.
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der Nase Jiüt eiuein raulien Lappen^ oder Fracturen dev Nasenbeine mit Dislocation der Fragmente nach innen; bald sind zufällige Ver­letzungen die Ursache; so beobachtete Schindelkti einen Bruch der Scheidewand. In anderen Fällen werden Fremdkörper und Tumoren in der Nasenhöhle angetroffen. Deigendescb fand bei einem 15 Jahre alten Pferde, welches seit lo Jahren an periodischem Nasenbluten ge­litten hatte, das besonders nach starken Anstrengungen hervorgetreten war, ein Angiom der Nasenscheidewand, welches zu ülcerationon ge­führt hatte. Zuweilen veranlassen heftige Anstrengungen, /.. B. auf der Rennbahn, sowie staubige, reizende Futterstoife Nasenbluten. Bigoteau beobachtete dieses bei einer grösseren Zahl von Pferden, welche mit staubiger Esparsette gefüttert wurden waren.
Beachtenswerth bleibt ferner, dass auch geschwürige Verände­rungen an der Nasenschleimhaut, wie heim Rotz, zu wiederholtem und jirofusem Naseulduten führen können. Ist daher bei Pferden Nasenbluten ohne nachweisbare Ursache stets bedenklich, so erweckt wiederholtes Auftreten ganz besonders Ver­dacht, namentlich bei solchen, die der Ansteckung durch Potz ausgesetzt waren.
J)ie Menge des abtliessemlen quot;Hlutes und die Dauer der Blutung zeigt sieh ausserordentlich verschieden, Es können namentlich heim Potz und anderen ulcei'ösen Processen so starke Blutungen auftreten, dass die Gefahr einer Verblutunff entsteht.
Behandlung. Sobald die Blutung ein therapeutisches Eingreifen erfordert, lasse man zunächst kalte Umschläge auf den hoch gehaltenen Kopf machen und die leidende Seite der Nase mit kaltem Wasser aus­spritzen oder mit dein Irrigator ausspülen, dem zweckmilssig etwas Tannin oder Essig zugesetzt wird. Bei Blutungen ans den unteren Abschnitten empfiehlt sieh unter Umständen Tamponade der Nasenhöhle, doch lasse mau den Patienten hierauf sorgfältig beobachten und die Tampons entfernen, sobald Athembeschwerden auftreten. Oder man führt zu­nächst die Tracheotomie ans. legt womöglich eine Tamponkanüle ein und kann nun selbst beide Nasenhöhlen tamponiren, aber auch damit nicht in allen Fällen die drohende Verblutung verhindern. Einblasen von fein gepulvertem Alaun in die Nasenhöhle wurde empfohlen und dürfte bei Blutungen aus den unteren Absehnitten zu versuchen sein. Wo Verblutung droht, sollte mau auch Seeale eornutuin versuchen. Söhngen sah nach subeutauer Injection vom Extr. Secal. cornut, ('•.Tö) beim Pferde Erfolg. Im übrigen muss sich die Behandlung
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Krankheiten
Kopfes
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den ursiichlifluMi Momenten anpassen. Die von verschiedenen Seiten
empfolileiieii Essi^diiinpi'e sind von anderen als unwirksam erklärt worden. Verblutung aus der Nase wurde zwar bei Pferden wieder­holt beobachtet (Jos t u.a.), meist hört Jedoch die Blutung auf, wenn man dem Thiere Ruhe giebt, und der Blutdruck nach grösserem Blut­verluste allmiililich gesunken ist. Man lasse den Kopf des Thieres dauernd hoch halten.
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4. Krankheiten dor Speicheldrüsen.
a) Verwundungen und Verletzungen der Speiclieldrüsen. Litt.; Ilassi, 11 med. vot. Turin 187:i.
Die Lage der l'arotis bi'ingt es mit sich, dass sie häufiger von äusseren Verletzungen betroffen wird, als die ührigeu Speicheldrüsen. So lange nicht grössere Blutgefässe oder Nerven mitverletzt sind, haben die Verwundungen derselben keine besondere Bedeutung. Seihst die Gefahr, dass eine Speichelfistel zurückbleibt, ist nicht gross, sobald rechtzeitig eine sacligeiniisse Behandlung eintritt. Am meisten sind solche zu befürchten, wenn ein Ausfllhrungsgang der Drüsen, besonders der Ductus Stenonianus verletzt ist. Bei Schafen und Hunden ver­läuft der Stenson'sche Gang quer üher die Hacke und wird hier leichter von äusserenVerletzungen betroffen als heim Pferde und Rinde, bei denen er im Kehlgange eine geschützte Lage hat.
Meist handelt es sich um zufällige Verletzungen durch scharfe Gegenstände; früher gab das sog. Feifeibrechen hierzu oft Anlass. Sie gehen sieh durch die Lage der Wunde und durch den Auslluss von Speichel, einer klaren Flüssigkeit zu erkennen, deren Absonderung beim Fressen und selbst heim Anblick von Futter gesteigert wird.
In vielen Fällen heilen diese Wunden regehnässig, in anderen bis auf eine kleine Oeffnung, aus der sieh Speichel entleert (Speichel­fistel). Um diesen Ausgang zu vermeiden, ist, die Heilung auf dem ersten Wege anzustreben, also nach der Blutstillung und Reinigung der Wunde sorgfältiges Heften derselben zu empfehlen. Auch lasse mau das Thier in den ersten quot;_'I—48 Stunden nicht füttern und stelle es allein, damit nicht durch das Pressen anderer Thiere die Speichelsecretion angeregt wird: diese soll auf ein Minimum herab­gesetzt und so die Heilung der Wunde erleichtert werden. Zu dem Zwecke empfiehlt sich eine kleine Dosis Atropin, welches auch bei
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Entzündung der Speicheldrüsen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8!gt;
suboutanor Anwendung die Speichelsecretion beschränkt oder seihst auf­hebt. Im übrigen erfolgt die Behandlung nach den allgemeinen Regehi der Chirurgie.
b) Entzündung der Speicheldrüsen. Parotitis.
Lit,! Bettinger.Her.Eep. 1. S. 306. Thiernesse, Annal. de mM. vöt. 1858. Meyer, Oesterreich. Vierteljahrsschrift. 1856. S. 87.
Die Speicheldrllsen bilden nicht selten Sitz entzündlicher Pro-cesse. Am häufigsten leidet, die Parotis, doch wird auch die Unter­kiefer- und Unterzungendrüse zuweilen betroffen. Fremdkörper, welche in die Ausführungsgänge der Drüsen gelangen, können entzündliche Reizungen dex'selben veranlassen. Meist sind es indess nicht näher bekannte Ursachen, wahrsoheinlicb Infeotionsstoffe, welche entweder von den Ausführungsgängen ans oder durch die Blutbahn reizend auf die Drüsen einwirken. Beim Menschen wie bei Thieren zeigt sich eine endemische Parotitis; die des Menschen ist erwiesenermassen an­steckender Natur und wird vulgär als „Ziegenpeter, Mumps, Bauernwenzelquot; bezeichnet. Bei Thieren. besonders bei Hunden wird ähnliches beobachtet. Nicht selten stellt sich Parotitis symptomatisch im Verlauf der Druse, Brustseuche der Pferde und Staupe der Hunde ein. Auch bei Katzen habe ich das Leiden wiederholt gesehen.
Die Entzündung geht vom Parenchym der Drüse aus; das Organ schwillt an; die Drüsenläppchen erscheinen dunkelroth und ihre Epitlielien körnig getrübt. Bald greift der Process auf das Binde­gewebe der Drüsen über, welches nach kurzer Zeit plastisch inflltrirt erscheint. Schliesslich kommt es hier sowohl wie in den Alveolen der Drüse zur Eiterung. Durch Zusammenfliessen kleinerer Herde bilden sich grössere Abscesse, die unter Zerstörung (Nekrose) zahlreicher Drüsenläppcheu und des umliegenden Bindegewebes schliesslich nach aussen perforiren, wobei nicht selten ein grösseres Hantstück brandig abstirbt. Der Inhalt solcher Abscesse zeigt, neben Eiter uekrotische Fetzen und besitzt einen höchst üblen Geruch.
Erscheinungen und Verlauf. Die acute Parotitis, die häufigste Art, dieser Leiden, gieht sich durch eine ziemlich schnell eintretende, diffuse Anschwellung in der Parotisgegend zu erkennen; die Parotis erscheint hart, heiss. schmerzhaft. Die Thiere halten den Kopf ge­streckt und schief, nach der gesunden Seite. Dabei besteht oft Spei-chelfluas; Fieber fehlt ebenfalls im Anfange des Leidens selten. Bei sehr starker Anschwellung kommen wohl Dyspnoe, Kau- und Schling-
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Kranklu'iti'ii des Kopfes.
bosoliwerden hinzu; auch beobachtet man zuweilen FacialislUhmung
(lurfh Di-iR'k oder LTebi'i'tgt;'roilV'ii des outzündlichen Processes auf diesen Nerven, Allm'dhlich wird die Anschwellung auf der Höhe fluctuirend, und wenn nicht ein Einstich gemacht wird, so entleert: sich alsbald in grösserer Menge eine übelriechende, mit nekrotischen Gewebsfetzen vermischte graurötlüiche Flüssigkeit. Selten bildet si(di die Geschwulst zurück, indem Zertheilung eintritt; meist erfolgt di(gt; Abscedirung in 8 — l*1 Tilgen, worauf in etwa II Tagen bis :gt; Wochen vollständige Heilung erzielt wird. Der Ausgang in Genesung ist die Regel, Septi-känüe und l'viimie mit tödtlichem Ausgang selten. Durch hohes Fieber und Störungen bei der Futterauf nähme gehen die Thiere in ihrem Xiihr/.ustande erheblich zurück: auch leidet die Milchsecretion, Nur selten werden Speichelfisteln oder Paralysen des N, facialis als Folgezustände beobachtet. In einem von mir behandelten Falle hatte der Process sich auf den N. opticus fortgesetzt, und es Idieh bei dorn Pferde einfache Sehnervenatrophie mit Amaurosis zurück, offenbar die Folge einer retrobulbären Neuritis, die durch den Uebertritt der Ent­zündung in die Orbita entstanden war. In Folge von Eiterversen­kungen kann auch wohl ein tödtlicher Auscanc eintreten.
Differentialdiagnose. Zu Verwechselungen geben namentlich im Anfange des Leidens Schwellungen der subparotidealen Lymph­drüsen leicht Veranlassung, wobei indess die Geschwulst nicht auf die regio parotidea beschränkt bleibt, sondern mehr diffus auftritt. Von einer Aiifiilliing des Lul'tsackes unterscheidet sich die Parotitis durch die entzündlichen Erscheinungen, welche bei der Luftsackerkrankung fehlen; dagegen ist letztere mit eiterigem Nasenausfluss verbunden, welche bei Parotitis nur ausnahmsweise vorkommt. Den Tumoren in der Parolisgegend fehlen ebenfalls die entzündlichen Erscheinungen: sie entwickeln sich stets langsam, niemals so schnell, wie dieraquo; An­schwellung bei der Parotitis.
In ähnlicher Weise, aber seltener erkranken bei Thieren die Unterkiefer- und ünterzungendrüsen. Auch hier bilden die Ausfuhrungsgänge der Drüsen meist den Ausgangspunkt des Leidens, welches oft mit katarrhalischer Erkrankung der Maulschleinihant auftritt. Bei Pferden will man euzootisches Herrschen der Krankheit beobachtet hahen. Neben Salivation stellt sich im Kehlgange eine Bache, läng­liche Anschwellung ein, welche bis unter die Parotis nach oben reicht. Die AusmUndungsstelle des Wharton'schen Ganges erscheint am Zungenlaquo; bändchen zuweilen verstopft. Tritt Abscessbildung ein, so ergiesst
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Parotitis.
sich der Eiter meist in die Maulhöhle, in 8-11 Tagen regelmässig Genesung
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seltener nach atisäen, worauf folgt.
Bei Kiihon iitit Stookfleth unter dem Namen „Ranulaquot; einen ICrankheitszustand bescbi'ieben, welcher allem Anscheine nach eine bösartige Entzündung dor ünterkieferdrüse darstellte, Das Leiden begann mit Oedem im Kehlgange, und wenn man die Maulhöhle untersuchte, so zeigte sich am Prenulum eine bühnereigrosse Geschwulst von elastischer Beschaffenheit. Wurde diese rechtzeitig durch Incision geöffnet, so verloren sich die Krank­heitserscheinungen bald, Wenn dies nicht geschah, nahmen dieselben, namentlich Anschwellung des Kopfes und Halses bedeutend zu, es entstanden Schling- und Athembescbwerden, an denen dieThiere oi't in wenigen Tagen zu Grunde gingen.
Audi worden Entzündungen und Abscedirungen der Ausführungs­gänge der Speicheldrüsen, besonders dos Stenkon'scben und Wharton-schen Ganges, buobaelitet. .Mover laud im Ductus Stononianus des Pferdes eine Aehre von Timotheegras. Ebenso können Concremente entzündliche Erkrankungen dor Ausfuhrungsgänge veranlassen, welche abscodirou und dann nicht selten Speichelfisteln hinterlassen.
Chronisch entzündliche Processe werden in der Parotis bei Kindern beobachtet, besonders in Niederungsgegenden. Stookfleth glaubt, dass ungünstige Weiden die Veranlassung bilden. Nach der Beschreibung Stockfleths handelt es sich wahrscheinlich um Aktinomyces oder andere mykofibromatöse Zustände,
1)1(3 entzündlichen Erscheinungen entwickeln sich hierbei langsam. In den Vordergrund derselben tritt die anfangs harte, feste, wenig schmerz­hafte und kaum vermehrt warme Anschwellung, welche später wiederholt abscedirt und einen dickflüssigen Eiter entleert. Meist schwellen auch die regionären Lymphdrüsen hierbei an und tragen dazu bei, dass schliesslich bedeutende Atheni- und Schlingbeschwerden zu Stande kommen. Dabei gelien die Thiere in ihrem Nährzustande schnell zurück und werden nicht seiton noch durch die sich bildenden Speicheltlsteln entstellt,
Wenn auch zuweilen mit dem Eintritt besserer Ernährungsverhält-nisse, mit dem Besuche vortheilhafter Weideplätze sich Besserung einstellte, so blieb doch die vollständige Heilung in der Regel aus, so dass es sich empfiehlt, die Thiere rechtzeitig zur Schlachtbank vorzubereiten.
Ein ähnliches Leiden der Parotis beobachtete Thiernesse beim Hunde. Da dasselbe allen Heilversuchen Widerstand leistete, so nahm Thiernesse die Exstirpation der Parolis vor.
Mir sind gleiche Erkrankungen vom Pferde bekannt, die nur durch totale Exstirpation der Drüse geheilt werden konnten. Ebenso beobachtete ich eine chronische Entzündung der Ünterkieferdrüse beim Pferde. Die langsam aufgetretene Anschwellung im Kehlgange hatte zur Perforation geführt, worauf eine Fistel zurückgeblieben war. Ich fand eine längliche. schmerzhafte, harte Anschwellung, welche sich im Vorlauf der ünterkiefer­drüse nach oben erstreckte, sowie unten im Kehlgango eine Fistelöffnung, welche durch einen grosseii Theil der Anschwellung nach oben ging. Nach­dem mit Hülfe einer Haarseilnadol oben eine Gegenöffnung gemacht und ein Drainrohr applicirt war, heilte der Znstand,
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Krankheiten des Kopfes.
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Behandlung. Bei dem infectiösen Charakter der acuten Par­otitis ist Kälte im allgemeinen nicht iingezeigt. Mit Vortheil wird dagegen von W'iirnic. in Form von l'riossnitz'sdien Umschlägen, Oel-einreibungen und wannen ümhllllungen Gebrauch geraaebt. Die Wärme fördert entweder die Zertheilung oder laquo;lie Abscedirung, beschleunigt alsn auf jeden Fall den Kranldieitsverlaut'.
Wenn deutliche Fluctuation eingetreten ist, empfiehlt sich ein Ein­schnitt; soliald sicdi zugleich bedrohliche Äihemnoth einstellt, muss dieser alsbald erfolgen oder die Tracheotomie gemacht werden. Honst liisst man es zur deutlichen Fluctuation kommen, um sowohl die mit der Incision verbundene Gefahr der Verletzung grösserer Qefäss- und Nervenstämme zu umgehen, als auch um Speichelfisteln zu vermeiden. Man führt die Schnitte parallel mit den grösseren Gelassen und Nerven und geht hierbei in gleicher Weise vor, wie bei Eröffnung subparo-tidealer Abscesse (S. 94), Vorsicht verlangt die Anwendung des hierzu wohl empfohlenen Trokarts, denn Gefässverletzungen und be-
1 -
denkliche Blutuneen sind di
nicht ausgeschlossen und lassen sich
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auch durch vorsichtige Anwendung des Instrumentes nicht mit Sicher­heit vermeiden.
Da der Abscessinhalt oft unter hohem Drucke steht und sich im Bogen entleert, so empfahl Stockfleth, um sich selbst zu schützen, die Eröffnung von der anderen Seite, und zwar auf einem Klotze stehend, vorzunehmen. Ich ziehe das S. !M beschriebene Verfahren vor.
Gegen die chronische Parotitis ist wenig zu leisten. IJindcr lasse man für die Schlachtbank vorbereiten und zögere damit nicht, weil später oft Athem- und Schlingbeschwerden hinzutreten, wodurch die Mästung unmöglich wird, Die Abscesse werden geöffnet und ihre Höhlen mit Chlorzink (10 n/o) oder einem ähnlich wirkenden Desinflciens ausgewischt und ausgespült. Bei werthvollen Thieren oder solchen, die keinen Schlachtwerth liabcn, kann die totale Exstirpation der Par-otis Heilung bringen (S, 99),
Bei acuten Entzündungen der ühterkieferdrüse wird man ebenso verfahren, bei chronischen Erkrankungen kann die Exstirpation der Drüsen nolhwendig werden, die aber namentlich bei Wiederkäuern mit grösseren Schwierigkeiten verknüpft ist (S, 99),
Entzündliche Erkrankungen der Ausführungsgänge dieser Drüsen werden nach Art des Zustandes behandelt. Zunächst versuche man die Ausmündung des Ganges freizulegen, so dass der Inhalt Abfluss lindet. i\iil diese Weise können Abscedirungen sowohl wie auch die Bildung Von Fisteln vermieden werden.
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Die Abscedirung dev sabparotidealdn Lympbdrüssu.
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c) Die Abscedimng der subparotidealen Lymphdrüsen.
Die unter der Parotis gelegenen Lymphdrüsen erkranken nicW
selten, besonders bei Pferden im Verlaufe der Druse, Bräune und lin­derer Leiden, indem sich in ihnen eine phlegmonöse Entzündung ent­wickelt, welche regelmftssig zur Abscedirung führt.
Erscheinungen. In der Parotisgegend stellt sich, bald dicht unter dorn Ohre, häufiger jedoch in der Nähe des unteren, hinteren Randes der Drüse eine Anschwellung ein und breitet sich in der Regel auf die oberen Abschnitte des Halses aus. In dem Masse die Ge­schwulst /.unimint. ruft sie Athein- und Schlingbeschwerden hervor; der Kopf wird gestreckt und iiiich der gesunden Seite gehalten. Die Athemheschwcrde, vornehmlich inspiratorische Dyspnoe, nimmt oft einen so hohen Grad an, dass Erstickung droht und zur Tracheotomie geseliritten werden nmss; dies pflegt namentlich der Fall zu sein, #9632;wenn beide Seiten leiden. Mit den Schlingbeschwerden verbindet sich die Gefahr der Schluckpneumonie. In der Kegel besteht auch leichtes Fieber.
Die Geschwulst erscheint anfangs hart und fest, schmerzhaft bei Druck auf dieselbe; allmählich wölbt sich die Mitte derselben hervor und in 8—1lt;I Tagen zeigt sich undeutliche Fluctuation in der Tiefe. Erfolgt nicht künstliche Eröffnung, so tritt in einigen Tagen Per­foration ein. In der Hegel erfolgt diese nach aussei!, doch finde! zuweilen ein Durchbruch in die Eachenhöhle statt, wobei die Gefahr entstellt, duss der flüssige Theil des Abscesses in die Trachea und Bronchien fliesst und eine tödtlich verlaufende Pueumonie ver­anlasse lu seltenen Fällen findet der Durchbruch nach innen und aussen statt ; dann entleeren sich ans der äusseren Wunde neben Eiter mit nekrotischem Material, Speichel, Futterpartikel und Wasser, und es kann zur l{ihlmllt;gt;• einer Schi und kopff'is fei kommen.
Differentialdiagnose. Die grösste Aehnlichkeil hat das Leiden demnach mit der Parotitis und Anfülliing des Luftsackes. Von ersterer unterscheidet es sich durch die nicht auf die Ohrspeicheldrüse be­schränkte, sondern mehr diffuse Anschwellung: von der Luftsack-crkrankimg durch den Verlauf, das Fieber und die Abwesenheil der sonstigen Ericheinungeu jenes Leidens (S, 131).
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Krauldieiti'n dos Kopfes.
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Behandlung. Aus dem gesagten golit iiervor, duss eino rcclit baldige EröfiFnung dea Abscesses anzustreben ist, aber sowohl die aus der Porotisverletzung liervorgehenden Speichelfisteln wie auch die mit der Verletzung grösserer Blutgefässe verbundene Gefahr der Verblutung lassen die Anwendung scharfer [nstnunente zu diesem Zwecke ungeeignet erscheinen. Daher machte schon Viborg auf ein ebenso einfaches wie gefahrloses Verfahren aufmerksam, welches sich hierzu besonders eignet. Es besteht darin, dass man auf der Höhe der Geschwulst, womöglich gegen das untere Ende der Parotis, nach vorangegangener Reinigung und Desinfection der äusseren Haut, diese und die darunter liegende Fascie mit einem Bistouri auf '#9632;gt;#9632;-—\ cm spaltet, was am gut gebremsten Pferde auf keine Schwierigkeiten stösst. Nunmehr bahnt ein Finger den weiteren Weg durch das lockere Bindegewebe, event, durch die Ohrspeicheldrtlse bis zu dem Abscesse. Hierzu bedarf es oft einiger Gewalt, und wenn man mit der anderen Hand gleichzeitig stossweise einen Druck auf die Geschwulst ausübt, unterscheidet der eingeführte Finger zuweilen an der Fluctuati.....lie Stelle, wo der Ab­scess seinen Sitz hat. Auf einen neuen kräftigen Vorstoss entleert sieh der rahmartige, dickflüssige Eiter meist im hohen Bogen, so dass nicht nur der Operateur, sondern auch die Nachbarschaft auf 3 bis 4 Meter in die Gefahr kommt, von demselben getroffen zu werden. Sich seihst schützt man am sichersten, indem man seinen Stand an der Seite des Halses nicht verlässt. Es kann UÖthig werden, die
Perforation in dieser Weise an beiden Seiten zu bewirken,
Mit der Entleerung des Abscesses fallen sowohl die Athem-und Schlingbeschwerden wie auch das Fieberi die Heilung erfolgt in 8 1 l Tagen, zuweilen dauert der vollständige Abschluss derselben 3—6 Wochen, Durch feuchte Wärme (Priessnitz'sche Umschläge) lässt sich die Zertheilung der Geschwulst und Abschwellung fördern. Während dieser Zeit sucht man täglich den etwa stagnirenden Eiter durch Drücken und Ausspülen mitCarbol- oder Sublimatwasser zu ent­fernen. Eine weitere Behandlunff ist in der Resel nicht erforderlich.
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Obiges Vorgehen verdient um so mehr den Vorzug vor der Anwen­dung scharfer Instrumente, namentlich des zu dem Zwecke empfohlenen Trokarts, als es bei der bestehenden Anschwellung unmöglich ist, sich anatomisch so genau zu orientiren, um Verletzungen grösserer Blutgefässe zu vermeiden, da die Lage derselben durch die Entztindungsgeschwulst oft erheblich verändert ist.
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Speiohelsteine,
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dl Speiclielsteine.
Lit,; Duschaneck, Monatsschrift für östr. Th. liv87. S. 126. Kleuch, Ahmt. rev. 1882. S, 859. Portal, Journ. ik' mid, vdd. I8quot;i'2. Schumann, Qurlt u. Hertwig. 1. S. 'Jti. Bayei1, Oestr. Zeitschr. f. wiss. Vctli. 1802. S, 207.
In den Ausführungsgiingen der Speicheldrüsen, namentlicb der Pai'otis bilden sich zuweilen Niederschlüge in Gestalt von kleineren oder grösseren Steinen, welche beim Pferde und Rinde den Umfang eines (tiinseeios erreichen können. Am häufigsten trifft man solche bei den Pflanzenfressern (Pferd, Esel, Rind und Schaf). Schumann fand einen Speichelstein beim Pferde, der 225,0 g wog, Stockfleth einen solchen von 405,0 g, Nicht selten bilden sich mehrere zu gleicher Zeit; die (iestiilt derselben ist Lünglichrund, wo mehrere vorhanden sind, zeigen sie Flächen; ihre Farbe ist graugelb, ihre Oberfläche glatt, selten uneben, Bei den Pflanzenfressern besteben sie nach Lasaigne aus Calciumcarhonat 80—900/o, Calciumphosphat 30/o und organischer Substanz 9—I00/o. Beim Menschen und Fleischfressern enthalten sie vornehmlich Calciumphosphat.
Die nächste Veranlassung zur Bildung von Speichelsteinen werden oft Fremdkörper, welche von der Mündung oder durch die verletzte Schleimhaut in den Speichelgang gelangten. Man findet oft auf dem Durchschnitt der Concremente, welche einen geschichteten Bau zeigen, Aehren, Grannen, Strohpartikel u. dgl. Durch Entkalkung gewinnt man die organische Substanz, welche grösstentheils aus Speichelkör-perchen und Bakterien bestellt.
Erscheinungen. Erst mich Erlangung einer gewissen örösse wird das Concrement bemerkt. Es giebt sieh als eine harte, scharf begrenzte, wenig verschiebbare öeschwxilst zu erkennen, welche meist an der Aussentiiiche des Unterkiefers, dicht vor der Mündung des Ductus Stenonianus liegt. Zuweilen trifft man den Stein in der Nähe des hinteren Kandes des l'nterkiefers. Der Speichelgang pflegt hinter der Geschwulst ausgedehnt ZU sein: wenn zugleich der Abfluss des Speichels aus der Drüse abgesperrt wird, zeigt sich diese angeschwollen. Hutzüudliche Erscheimuigen fohlen meist, doch kommen solche vor und können selbst zur Abscedirung führen.
Die Behandlung besteht in operativer Beseitigung der Concre­mente, Kleinere lassen sich zuweilen durch den Ausftihrungsgang
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Knmklieiten des Kopfes.
drängen, der nöthigenfalls etwas gespalten wird. Q-rössere entfernt ziiiin durch einen Einschnitt in den Gamp;ng. Hierzu empfiehlt sidi ein Querschnitt, welcher schneller heilt und nicht so leicht zu Speichel-
flsteln t'ülirt wie ein Längsschnitt, Durch sorgfältiges Heften der Wunde und Entziehung von Futter während der nächsten 24—48 Stunden wird die Heilung begünstigt. Bayer spaltete beim Pferde den Gang mit einem Längsschnitt und heftete nach Entfernung des Steines mit Lemherfseher Xnlit den S|ieiclielgiing und darüber die iiussere Haut; es trat Heilung per prim. int. ein,
e) Speichelfistel.
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Lit.: Reynal, Her, Itop, II. S, 382, F.Günther, Hau. Her. 1872. S. 88. Harms, das. 1878. S. 74. Siedamgrotzky, Dresd. Her. 1874. S. 68. Wiistefeld. (iurlt u. Hartwig. 1. S. 263. Lindenberg, das. S. 471. Haul.ner. das. Bd. 16. S. 248. Wannowiua, das. Bd. 28. S. 286. Delamotte in l,a Imt. Hcv. vet. 1887. S. 257, Brissot, Reoueil 1887. S. 487. Andre. Journ. de med. vot. 1gt;gt;quot;)1. Diekens, The Veterinarian. 1852. lianas. Her. Eep. 1891. S. 1. Lafosse, Jahrb. 1800. S. 49. Hanns. Hm-. Hep. 1891. S. 1 u. H. T. \V. 1892. S. 481. Bergeron, Le progr^s Is'.i'j.
Verletzungen der Speicheldrüsen und deren A.usführung8gänge heilen oft imTollständig, indem der continuh'lich ausfliesseude Speichel die Granulation uns einander drangt und SO den Abschluss der Heilung verhindert, Schliesslich verwächsl das Drüsenepithel mit dem der üusseren Haut und aus der so gebildeten Oeffnung flieast dauernd Speichel ab (Speichelfistel),
Man muss Speicheldrüsen- und Speichelgangfistelu unter­scheiden; die letzteren gehen meist vom Ductus Stenonianus aus. Wunden und andere Verletzungen, sowie.' A.bscedirungen geben zur Bildung dieser Leiden Veranlassung. Für den Gesundheitszustand der Thiere bleiben sie ohne Bedeutung; der namentlich beim Fressen reich-lieber ausfliessende Speichel geht für den Zweck der Verdauung ver­loren, verklebt die Haare und bringt sie zum Ausfall, wodurch ein Schönheitsfehler entsteht. Für den Gesundheitszustand der Thiere ist die Fistel mit. Nachtheilen nicht verbunden; dagegen stössl die Heilung auf Schwierigkeiten; Speicheldrüsenfisteln heilen leichter als Speicholgangflsteln, zuweilen ohne jedes Zuthun.
Behandlung. I'm Verwachsung herheizuführen, ätzl man die Fistel mit Höllenstein. Salpetersäure, cone Carbolsäure (Brissot), oder
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Speiohelflstel.
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man applicirt das Glülieieen. Der dadurcli liervorgorufene Schorf sol] den Speichelabfluss so lange verhindern, bis laquo;lie Qranulation und \'vr~ narbung zum Abschluss gekommen ist. Bisweilen gelingt (Ins Verfahren nicht mit dem ersten Versuche und muss wiederholt, event, von einer Schnürnaht unterstützt werden.
Weniger leicht gestaltet sich die Behandlung derSpeichelgang-* fisteln; Vorbedingung für die Seilung bildet die Gegenwart des nor­malen Abflussweges für den Speichel, Oft besteht Verwachsung des Kanals zwischen der Fistel und seiner natürlichen Oeffiumg. Hat man sieh hiervon durch Anwendung einer Sonde überzeugt, so versuche man zunächst die Durchgängigkeit desselben wieder herzustellen. Lindenberg gelang dies durch Einführen einer starken Sonde. Nachdem so der Kanal freigelegt ist, sucht man die Fistelwand durch Aet/.mittel oder das Glülieisen aii/.ufrischeu. Die hierauf folgende entzündliche Schwellung kann nunmehr einen definitiven Verschluss herbeiführen. Noch mehr gesichert wird die Heilung durch Anlegung einer Naht. Hierzu empfiehlt sich die sog. Schnürnaht. Mit der stark gekrümmten Nadel wird ein Faden rund um die Fistelöffnung durch die äussere Haut geführt, und unter Anziehen desselben die Oeffnung zum Verschluss gebracht.
Gelingt die Preilegung des natürlichen Ausführungsganges zur Maulhöhle nicht, so muss ein künstlicher Abfluss hergestellt werden. Stockfleth empfiehlt hierzu, den Speichelgang hinter der Fistel frei zu präpariren, dann mit einem Trokart die Wange in schräger Rich­tung zu durchstossen. In diesen Kanal wird das losgelöste Stück des Speichelganges eingeschoben und mit Nadel und Faden hier be­festigt. La fosse und Hering legten mit Hülfe des Trokarts durch den Speichelgang und die Wange eine Schnur, deren Enden am Maulwinkel zusammengebunden wurden. Nachdem die Schnur einige Wochen gelegen, entfernten sie dieselbe und verschlossen die Fistel­öffnung durch, eine Naht. Heim Menschen hat man (Kaufmann) in ähnlicher Weise ein dünnes Drainrohr oder einen Bleidraht benutzt. Labat hielt die künstliche Oeffnung beim Pferde mit einem kleinen \\ ergbausch frei und erzielte so die Heilung.
Gelingt der Verschluss auf diesem Wege nicht, so bleibt für die Therapie nur die Vernichtung der DrUsenthätigkeit übrig. Dazu dienen folgende Methoden:
I. Die Unterbindung des Speichelganges oberhall) der Fistel (Viborg). Zwischen Fistel und Drüse sucht man den Aus-führungsgang auf und unterbindet denselben mit einem nicht zu dünnen Möller, Spodolle Chirurgie fltr Tliioiürzto. i, Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7
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Krankheiten des Kopfes.
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Faden. Das Thier inuss hierauf 24—IB Stunden fasten und erhält
dann /.unächst flüssige Nahrung. Es entstellt bald nach der Unter­bindung eine Anschwellung (Tumor salvialis), worauf die Drüse atrophirt. Nicht sollen aber zerreisst die Unterbindungsstelle, wess-halb kein zu dünner Faden gewählt werden darf.
2. Durchschneidung des Speichelganges in seiner Quer­richtung. Nachdem schon Eleynal und F. Günther dieses Verfah­ren erprobt hatten, wurde es von Gerlach von neuem empfohlen. Auch Siedamgrotzky konnte die günstige Wirkung desselben ex-perimentel bestätigen; Harms dagegen bestreitet- dies in seinen neueren Aeusserungen. Sie beruht darauf, dass der offen stehende Gang durch die entzündlichen Processe zum Verschluss gebracht wird, worauf die Drüse atrophirt. Zuweilen lässt jedoch auch diese Methode im Stich, wie ich in ich llberzeuffen musste.
Ganz, zutretl'end hat bereits Harms diirauf hingewiesen, dass das Er-gebniss dieser Versuche an gesunden Thieren noch keineswegs die Wirksam­keit des Verfahrens an kranken beweise. Schon Beynal konnte mittelst Durchschneidung bei letzteren nicht immer Verwachsung des Ganges er­zielen. Es darf hierbei nämlich nicht aussei- Acht gelassen werden, dass bei der Speichelgangfistel die Ausmündung des Ganges meist verschlossen ist.
Der Verschluss des Ganges führt allmählich zur Atrophie der Parotis. Ich sah ein Pferd, dessen rechter Stenson'sclier Gang bis Daumendicke er­weitert und ohne Mündung war; die Drüse erschien vollständig geschwunden, indem die Eegio parotidea eine auffällige Vertiefung zeigte.
3. injection scharf reizender Flüssigkeiten in die Drüse.. Haubner empfiehlt hierzu Liquor Anun. caust. 10—15,0. Später wurde Tinct. Jodi, Creosot, Höllenstein u. s, w. benutzt. Bassi in-jicirte 30,0 Alkohol, Labat folgende Mischung: 20,0—40,0 Jodtinctur, 1,0 Jodkalium und 60,0 Wasser, I gt;e lumotte 50,0 Tinct. Jodi, Bergeron eine 200/o Milchsäurelösung. Conccntrirte Jodtinctur be­wirkt in der Hegel eine heftige Entzündimg der Drüse, zuweilen mit Ausgang in Nekrose; deshalb sind verdünnte Lösungen (Labat) des Mittels in Jodkalium vorzuziehen. Die Injection kann erforderlichen Falles wiederholt werden, Abscedirungen folgen auch hierbei Läufig, •stören indess den Erfolg in keiner Weise.
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f) Tumoren der Speicheldrüsen.
üeber die Natur d(
bei
Thieren in den Speicheldrüsen auf-
tretenden Neubildungen liegen bisher nur spärliche und wenig genaue Untersuchungen vor. Heim Menschen überwiegen die bindegewebigen
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'rumoren der Speioheldrttsen,
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Tumoren, besonders Sarkome, Fibrome und Eneliondroine. Die bei Schimmeln hier nicht selten vorkommenden ,Melanomeu stellen nieist Melanosarkome dar. Beim Kinde treten hier am häufigsten Aktino-mykome auf.
Ueber die Ursachen dieser Neubildungen vveiss man bisher ebenso wenig wie über die l'lntstehung der Tumoren Überhaupt. Die Entwickelung der Enohondrome wurde von Cohnheim auf Partikel von den knorpeligen Abschnitten des Kiemeubogvns zurückgeführt. Die aktiiiomykotischen Neubildungen beruhen auf Infection (S. 101).
Erscheinungen. Eine schart' begrenzte Beschaffenheit, das Fehlen entzündlicher Erscheinungen und die langsame Entwickelung lassen nur selten Zweifel über die Diagnose „Tumorquot; aufkommen. Die Natur desselben wird erst in der Regel durch die mikroskopische Untersuchung bestimmt. Heber Aktinomykome vgl. S. 101,
Die Behandlung kann selbstverständlich nur eine operative sein. Kleinere, scharf umschriebene Geschwülste beseitigt man in einfacher Weise mit Messer und Schere. Durch sorgfältiges Metten und zweckmässige Wundbehandlung können Speichelfisteln vermieden werden.
Grössere und ausgebreitete Tumoren lassen sich nur mit der ganzen Drüse entfernen. Die totale Exstirpation der l'arotis erfolgt jedoch nicht ohne Schwierigkeiten, daher entschliesst mau sich zu derselben nur im Xothfaüe, namentlich wenn Athombeschwerden durch den Tumor hervorgerufen werden, oder wenn es sich um be­sonders werthvolle und nicht schlachtbare Thiere handelt. Leblanc soll die Operation zuerst ausgeführt haben, und zwar sowohl zur Be­seitigung von Tumoren als auch zur Heilung von Speichelfisteln. Die Schwierigkeiten liegen in der Nähe grösserer Gefässe und Nerven. Sowohl die Carotis wie auch die Jugularis mit ihren Aesten und die grösseren Nervenstännne (N. facialis) müssen bei der Operation um­gangen werden. Mau sorge daher für die nöthigen Instrumente zur Unterbindung sowie für genügendes Licht. Dass man ferner nach den allgemeinen hegein der Antisepsis vorgeht, versteht sich von selbst. Zunächst wird ein Hautschnitt vom oberen bis zum unteren Ende der Parotis geführt. Bei grösseren Thieren empfiehlt sich, senkrecht zu diesem und etwa von der Mitte desselben ausgehend einen zweiten Ilautschnitt nach hinten zu führen. Soweit die äussere Haut mit der Geschwulst verwachsen ist, nimmt mau sie mit fort.
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Krankheiten lt;los Hopfes.
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Hierauf spaltet man die unter der llusseren Haut gelegene Fasoie und präparirt dieselbe, so gut es geht, von der Parotis ab. Nacbdem auf ilieso Weise laquo;lie Drüse freigelegt ist, lieginnt die fjostreimung der­selben von ihrer Unterlage an ihrem unteren Ende, um in der Lage zu sein, etwaige Blutungen aus grösseren öefässen leichter zu stillen. Es wird empfohlen, /.u diesem Zweck einen Faden um die ('arotis zu legen, der im Nothfalle zur Unterbindung dieses Gefässes dient. Wo 2—3 Schieberpincetten zur Hund sind, erscheint diese Vorsichtsmassregel überflüssig. Schon mit Elticksicht auf die hierbei leicht eintretende Verletzung des Nervus recurrens .sucht man die Freilegung der Carotis bei werthvollen Pferden zu vermeiden. Soweit möglich, erfolg! die Lostrennung der Drüse mit stumpfen Instrumen­ten (Schere) unter Beihülfe des Fingers. Die freigelegten Gefiisse werden unterbunden, die grösseren doppelt, sodann durchschnitten. Auf diese Weise und unier Anwendung von Schwämmen oder Tupfern behält man einen Idaren üeberblick über das Operationsfeld und kann die Drüse ohne gefährliche Blutung entfernen. Die Wunde wird mit antiseptischen Flüssigkeiten gereinigt, etwas Jodoform aufgestreut, mit einem Jute- oder 1 lol/wollWattebausch bedeckt und geheftet. Nach 24—48 Stunden löst man die Hefte, nimmt den Verband fort, spült die Wunde ab, bestreut sie mit .Jodoform und Tannin und leitet offene Wundbehandlung ein. welche in •'! I Wochen zur Heilung führt. Fm der äusseren Luft möglichst freien Zutritt zu der ganzen Wundoberfläche zu gewähren, lege man erforderlichen Falls mit Hülfe von einigen Heften die Wundlappen zurück; in etwa vorhandene Ver­tiefungen bringe man IlolzwolTwatte, welche laquo;las Wnndsecret schnell aufsaugt. Die äussere Haut muss so weit gespalten werden, laquo;lass der Abtluss des Wnndsecrets leicht erfolgt; auch kann die Anwendung eines Drainrohrs nützlich werden. Erscheinen in den nächsten Tagen einzelne Stellen der Wundlaquo;! feucht, so betupfe man sie mit Watte und bepudere sie mit Jodoform und Tannin (l:o). Wo sich ein trockener Schorf gebildet hat, lasse man die Wunde unberührt; trockene, der Unterlage fest aufliegende Schorfe dürfen niemals ent­fernt werden.
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g) Aktiuoiuycesgeschwülste. Aktiuomykome.
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Lit.; Bellinger, Deutsch, Zeitschr. f. Thiermed. 3. S. 884. Johne, laquo;las. 7. S. 141. Bang, das. 10, S. 249. Claus, laquo;las, 18. S. 200. Dunker, das. S, 286. Siedamgrotzky, Dresd. Her. 1877. S. 28. Esser, Berl, Th.
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Alitinoiuykomo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 101
Wooh, 1880, S. 307, Prousae, das, 1890. S. 17. Imminger, Adams Woohenschr, 1888, S, 148. Grawitz, Fortschv. d. Med. 1801. S. 176. Fischer, lias. Stienon, Annal. de mdd. veter. 1890. Hohenleitner, Zimmer, Hermann, Ad. Woch, 1892. Thomassen, The journ, of camp, pathol, 1892. Ziegler, Munch, med. Wocb. 1892, Ostertag, Momitsh. f. pr. Th. 1898, S, 208. Porinni, Oestr, Monatsh, 1898.S.168. Iterson, La Semaine mod. 1898. Nr. 04.
Beim Rinde, seltener bei Pferden, Schweinen und Fleischfressern kommen an verschiedenen Körperstellen, besonders am Kopfe und den oberen Abschnitten des Halses Geschwülste vor, deren infectiöse Natur erst in neuerer Zeit festgestellt wurde. Nachdem Bollinger 1877 zuerst auf diese Krankheit aufmerksam gemacht und den raquo;Strahlen­pilz* (Aktinomyces) als Infectionserreger bezeichnet hatte, fand seine Annahme bald allseitige Bestätigung und eingebende Begründung. Johne, Siedamgrotzky, Bang, Esser, Preusse u. A. haben sich um die Lösung dieser Frage besondere Verdienste erworben. Xacli Johne werden diese Geschwülste gegenwärtig allgemein als Aktino-mykonie bezeichnet.
Lieblingssitz bildet der Kopf des Rindes, Hier waren bereits zwei Stellen durch ihre typische Erkrankung bekannt, nämlich die hintere Wand der Hachenhölile mit den sog. Rachenlymphomen und der Ober- wie Unterkiefer bei dem sog. Winddorn. Dazu kommt als drifte die Zunge mit ihrer chronischen Entzündung (Holzzunge, Makroglossie). Schliesslich wurde die Aufmerksam­keit auf die in der Parotisgegend heim Binde häufig auftretende Geschwulstbildung gelenkt, welche sich ebenfalls als ein Aktinomykom erwiesen hat. In der Zunge finden sich auch andere Ursachen für die Entstehung des genannten Leidens (S. 20). Am meisten Interesse besitzen die parolidealen und refropharvngealen Aktinomykome, da sie einer operativen Behandlung zugänglich sind, was bei den gleich­artigen Erkrankungen des Kieferknochens aus naheliegenden Gründen nicht der Fall ist.
In den genannten Weichtheilen entwickeln sich langsam, aber gleicliinässig fortschreitend nach Art der .'rumorenquot; zunächst scharf begrenzte Anschwellungen, welche muh einiger Zeit an verschiedenen Stellen Fluctuation zeigen, aufbrechen und eine eiterähnliche Flüssig­keit entleeren, in welcher sich bei genauer Betrachtung sandkorn-grosse, schwefelgelbe, iiarte Körnchen linden. Die Geschwulstmasse besteht grösstentheils aus derbem Bindegewebe; seltener zeigt sie eine zellenreiche Beschaflenheit. Auf ihrer Schnittfläche lassen sich zahlreiche bis erbsengrosse Herde nachweisen, die eine schmierige,
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Krankheiten des Kopfes.
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eiterähnliche Flüssigkeit enthalton, in welcher sich diu erwiilmten Kiinulicn linden. Zuweilen conllniren diese Herde und bilden etwa wallnussgrosse Abscesse, Durch Ausspülen entleert sich der Inhalt, und die Geschwulst zeigt den charakteristischen spongiösen Bau (Bellinger). Unter dem Mikroskope erkennt man, dass die gelben Körnchen aus einem Conglomerate von Aktinomyces bestehen, welche durch ihren strahlenförmigen Bau ausgezeichnet sind, woher auch ihr Name stammt.
Ohne Zweifel handelt es sich bei diesen Neubildungen um eine Infection mit dem genannten Parasiten, der wahrscheinlich mit dem
Futter aufgenommen wird und
iir. 4;).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;durch zufällige oder durch die
stachelige Beschaffenheit der Futterstoffe bedingte Verletzungen einen Eingang in die Schleimhaut und tiefer liegende Gewebe findet. Schon der Umstand, dass vornehm­lich Pflanzenfresser an dem Len­den erkranken, spricht dafür, dass auf diesem Wege die Infection erfolgt, .lohne hat auch l'tlanzen-stoffe mit Aktinomyces besetzt in den Tonsilleu des Schweines direct nachgewiesen; Grawitz fand im Unterkiefer eines Kalbes mehrere Grannen einer Kornähre, welche
Aktynnmykoin dsr Parottagegencl beim Ocliscn nach einer Photogrftpme (Esser),
von Granulationsgewebe umgeben waren. Bang stellte die Krank­
ti
heit in grosser Verbreitung fest, WO viel Gerstenspreu gefüttert wurde. Ebenso berichtet Fischer Über einen Mann, der sich heim Kauen eines Gerstenkornes die Zunge verletzt hatte; in dem so entstandenen Abscesse wurden Strahlen­pilzrasen gefunden; auch das entleerte Grannenfragment war mit soleheu bedeckt. Nach Imminger sollen Aphthenseucheepizootien die Infection begünstigen, denn er fand, dass hiernach die Aktino-mykose in grösserer Verbreitung auftrat.
Neuere Beobachtungen haben auch das Vorkommen des Leidens bei Pferden und Schweinen sicher gestellt. Bei letzteren fand man (Dunker u. a.) die Muskulatur mit Aktinomyces durchsetzt. Bei
Pferden wurde das beiden in den Lymphdrüsen des Kopfes sowie
HH
...
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Aktinoinykoinu.
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.uucli in der ilusseren Hunt constatirt. Ich seihst sab bei Pferden Akfinoiuvkome von den Zalinalvculcn ausgehen, also eine Epulist'orm darstellen.
Findet sieh die Krankheit auch in ganz Deutschland, so tritt die­selbe doch in gewissen Gegenden in grösserer Verbreitung auf. Nach Preusse leiden die Rindviehbestände in den Marienburger und Elbinger Niederungen besonders stark; über 200/o der Tliiere waren mit der Krankheit behaftet. Man verinuthet, dass namentlich durch Ueber-scbweinmungen mit Meerwasser die Verbreitung unterstützt wird. Stienon beobachtete in einem grösseren Viehbestände seit 5 Jahren häuligere Erkrankungen an Aktinoinvkose am Kiefer und Grunde der Ohren sowie in den Speicheldrüsen, Desinfection des Stalles (?) hatte eine Abnahme der Erkrankungen zur Folge. Auch Zimmer fand das Leiden an gewisse Oortlichkeiten gebunden; indem vielfach fast siinimtlicbe Tliiere eines Stalles mit demselben behaftet waren, wäh­rend andere Ställe vollständig verschont blieben. Von 73 Geschwül­sten, die Zimmer in einem Jahre beobachtete, erwiesen sich 54 als Aktinoniykonie; von diesen betrafen 31 die Lymphdrüsen und 23 die Kieferknochen; 14 Fälle wurden als unheilbar erklärt, 40 behandelt und 30 vollständig geheilt.
Erscheinungen. In der Parotisgegend zeigt sich eine kleine, anfangs scharf begrenzte, schmerzhafte, mehr oder weniger harte Geschwulst, von der aus sich in der Hegel eine strangförniige Ver­dickung in die Tiefe fortsetzt. Nachdem dieselbe allmählich grosser geworden, stellt sich an der einen oder anderen Stelle Fluctuation ein, welche namentlich an pigmentloser Haut den gelblichen Inhalt durchschimmern lässt. Auf Einstieb entleert sich eine dickflüssige, schleimige! Eitermasse, die bei genauer Untersuchung die oben be­schriebenen gelben Körner nachweisen lässt. Wenn diese Eröffnung nicht erfolgt, so perforirt die Geschwulst von selbst und ergiesst ihren Inhalt. Gerade diese Neigung spontan aufzubrechen soll nach Bang dein Leiden cigenthümlich. daher für die Diagnose wichtig sein.
Sehr selten erfolgt hierauf unter narbiger Schrumpfung Heilung; in der Kegel schreitet die Wucherung fort, um, je nach ihrem Sitz früher oder später functionelle Störungen, Schlingbeschwerden, Athem-noth zu veranlassen und unter fortschreitender Abmagerung schliess-lich zum Tode zu führen.
(Jeher die mit den Kachenaktinomykomen verbundenen Störungen vergleiche man S. 211, bezüglich der Zunge S. T.*, des Kiefers S. 118.
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Krankheiten (los Kopfes.
Tu der Parotisgegend können die Geschwülste einen erheblichen, bis kindskopfgrossen Umfang erreichen. Darüber vergehen indess in der Reffel mehrere Monate.
Dio Beurtheilimg des Leidens hängt vornehmlich davon ab, ob es gelingt, die Neubildung und ihre Erreger vollständig zu be-
seitigen: im allgemeinen gestaltete sich die
bisher unsün
stig, weil dieses meist nicht möglich war. Bei Erkrankung der äussereu Haut oder der Subentis gelingt die Beseitigung leichter als bei den Aktinonivkomen in der Tiefe, im Pharynx oder in der Zunge. Am wenigsten Aussicht bieten die Erkrankungen des Knochens, des ünter-oder Oberkiefers, welche nach Esser u. A. von den ersten Backen­zähnen ausgehen.
In Bezug auf die Aktinomykome der Parotisgegend sind die Praktiker darüber einig, dass nur bei Irischer Erkrankung mit Sicher­heit von operativen Eingriffen etwas zu erwarten ist. Esser, dem ausgedehnte Erfahrungen auf diesem Gebiete zur Seite stehen, spricht sich ziemlich skeptisch aus, während Preusse bei 45 Thieren #9632;11 Heilungen gesehen haben will. Es kommt vor allem darauf an, frühzeitig, so lange die Geschwulst nicht erhebliche Ausdehnung ge­wonnen hat, nicht über handgross geworden und noch eireuniscript ist, operativ einzugreifen: später treten selbst nach sorgfältiger Ent­fernung des Tumors regelmassig Recidive auf, die sich fast immer als unheilbar erweisen.
In neuerer Zeit lauten die Resultate der Jodbehandlung bei der Aktinomykose überraschend günstig, und wenn sich die Mittheiluugen verschiedener Praktiker bestätigen sollten, so würde die Prognose bei diesem Leiden um vieles günstiger ausfallen müssen als bisher.
Behandlung. In präservativer Hinsicht würde Vermeidung von verdächtigen Futterst ollen anzuempfehlen sein, deren Durchführung jedoch nichl nur den wirthschaflliehen [nteressen widerspricht, son­dern geradezu unmöglich ist, weil mau die schädlichen, d. h. mit Aktinomyces verunreinigten Stoffe nicht kennt. Dagegen muss dafür Sorge getragen werden, dass die aus den Geschwülsten entleerten Massen und diese selbst nicht mit dem Futter der Thiere in Berührung kommen und dass der Infectionsstoff im Stolle verschleppt wird. Dem Operateur dürfte auch für seine Person Vorsicht anzurathen sein; obgleich ein sicherer Nachweis derartiger Lehertragungen bisher nicht erbracht ist, so wurde doch das Vorkommen aktinomykotischer Erkrankungen
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Aktinouiykoimgt;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;\{)'t
beim Menschen von vielen Seiten festgestellt. Auch will Meyer eine üebertragung der Aktinomykose des Rindes auf den Menschen constatirt haben; der Sohn eines Bauern pflegte die mit dem Leiden behafteten Kühe und erkrankte selbst an Kieferaktinomykose. Darauf würde auch der Besitzer und das Wiirterpersonal aufmerksam zu machen sein.
Seitdem Nooard und Tliomasseii 188quot;gt; die innerliche Anwendung von .lodkalium empfohlen haben, ist auch von anderer Seite dem Mittel vielfach das Wort geredet worden. Binder erhalten täglich 6,0 in 0,5 Liter Wasser gelöst. Nach etwa 9 Tagen soll sich bereits eine Besserung be-merkbar machen, worauf die Dosis auf 5,0 bezw. 4,0 herabgesetzt wird; in 4 Wochen will man Heilung gesehen haben. Die von Thomassen be­handelten HO Fälle sollen sänmitlich geheilt sein.
Auch Ostertag ist neuerdings für die Jodbehnndlung der Aktino-raykome eingetreten. Sowohl die Ohrspeicheldrüsen wie Kehlkopf- und Racbenaktinomykome werden von Ostertag mit Jodkalivun innerlich be­handelt. Kinder erhalten täglich 2iiial 5,0 Kai, jodat. in einem Liter Wasser gelöst, und zwar 14 Tage lang, worauf in der Kegel Heilung er­zielt war. Wo die Aktinomykonie der directen llehandlung zugänglich sind, z. 15. in der Zunge, spaltet Ostertag dieselben mit einem Kreuzschnitt und pinselt alle 8 Tage Tinct. Jodi ein. Ostertag bezeichnet das Jod als ein Specificum gegen Aktinomyces. Auch heim Menschen hat sich Jod-kaliuni bewährt (Itorson).
Die Versuche mit Injection von Jod oder Carbolsüure in die Geschwulst luibcn bisher kein vertrauenerweckendes Resultat ergeben (Esser). Preusse will einmal nach intraparenehymatöser Anwendung
von .lodtinetur Heilung gesellen haben.
Ilobenloitner empfiehlt intraparenehymatöse Injectionen von 0,l0/o Subliinatlösung oder .lodtinetur, welche in Zwischenzeiten von mehreren Tagen einige Male wiederholt werden sollen. Zimmer sticht die Ge­schwulst mit einer Hohlnadel an, sucht durch Einspritzungen von lau­warmem Wasser den eiterigen Inhalt nach Möglichkeit zu entfernen. So­dann wird Aet/.kalilauge unter kräftigem Druck injicirt, wodurch eine heftige Entzündung entsteht, die das Aktinomykom in 0 — 8 Tagen isolirt, so dass man dasselbe mit Leichtigkeit durch einen Einschnitt entleeren kann. Die Wunde heilt in 2-—;} Wochen. Das Verfahren scheint allerdings Vertrauen zu verdienen, doch dürfte Vorsicht geboten sein, um bedenkliche Compli-cationen zu vermeiden,
Uebor die Wirkung der Lugol'schen Lösung gegen dieses Leiden geben die Ansichten sehr aus einander. Nach Stienon soll auch Jodsalbe in vielen Füllen Stillstand des Wachstliums der Geschwulst herbeigeführt haben (?). lieim Menschen sind neuerdings lleilversuche mit subeutanen In­jectionen von Tuberculin und dorn Prote'i'n von Staphylokokkus pyogenes aureus (Ziegler) angestellt worden. Nach Ziegler trat an den erkrankten Hacken nach jeder Einspritzung eine geringe Reaction auf. Auf 25 Injec­tionen will man Heilung gesehen haben. Vielleicht dürfte das Mittel auch bei Thieren zu versuchen sein.
Zum Zwecke der Operation liisst Esser das Thier in der be­kannten Weise niederlegen, in der Seitenlage den Kopf auf die Urinier
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Krunldieiten (Im Kopfes.
stellen und die Nase fest herunterdrücken. Beim Ausschälen sucht, Esser stets im gesunden öewebe vorzugehen und die Geschwulst mit den Fingern unter Beihült'e von Messer und Schere möglichst vollstiindig zu entfernen. Dabei sind grössere Blutungen leicht zu vermeiden; die Gefilsse eventuell zu unterbinden. Zur Stillung paren-chyinntöser Blutungen empfehlen Esser und Preusse das GUttheisen und mit ßecht, weil mit demselben zugleich etwa zurückgebliebene Infectionsstoffe /erstört werden. Nach Ausspülung der Wunde mit Oarbolwasser wird die Höhle mit einem aseptischen Stoff (Salieyl-watte, Esser) ausgefüllt und die Haut geheftet. Nachdem am fol­genden Tage die Hefte entfernt sind, besteht die Nachbehandlung in Ausspülung der Wunde mit Oarbolwasser oder Bestreuen mit Garbo pulveratus (Esser), also in offener Wundbehandlung. Wo sich Recidive zeigen, erscheint die Wiederholung der Operation meist nutzlos.
6. Krankheiton des Gesichts und Unterkiefers.
Unter Gesicht soll hier jener Abschnitt des Kopfes aufgefasst werden, welchem der Oberkiefer, das Jochbein und Thränenbein als Grundlage dienen.
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a) Fracturen der Gesichtsknocheu.
Brüche der Oberkieferbeine kommen bei der geschützten Lage derselben selten vor. Am häufigsten entstehen sie bei Zalm-operationen (Pferd); bei Hunden in Folge heftigen Beissens, seltener durch Einwirkung äusserer Gewalten, wie Hufschläge oder Gegen-rennen. Bei Zahuextractionen geben plötzliche Bewegungen des Thieres hierzu Veranlassung, namentlich wenn am stehenden Thier ein Oberkieferbackzahn gezogen wird, und der Operateur den heftigen Bewegungen des Kopfes mit der angelegten Zange nicht folgt. Auch kann unvorsichtiges Lockern (S. lt;)•quot;gt;) des Zahnes mit der Zange zu Brüchen des Oberkieferbeines führen.
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Erscheinungen. Anschwellung, Speicheln, mangelhafte Futter-nufnahme und Sehmerzen beim Kauen weisen zunächst auf einen solchen Bruch hin. Bei genauer Untersuchung linden sich einzelne Backenzähne gelockert und das Zahnlleiseh verletzt. Zuweilen lilsst sich auch Crepitation nachweisen.
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Fracturcn der (iesiclitsknochcn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ]()7
Die Beurtheilung hängt In erster J^iaie davon ab, ob die Fraotur eine subcutane laquo;der compliclrt;e ist. Jiei ersterer tritt regel-mftssig in 3 Wochen Heilung ein, bei letzterer bleibt diese zwar ebenfalls nicht aus, erfordert jedoch erheblich längere Zeit. Compliclrt wird der Bruch nicht allein durch eine Verletzung der äusseren Haut, sondern auch der Schleimhaut des Maules und des Zahn­fleisches,
Die Behandlung subcutaner Brüche verlangt nur Regelung der
Diät, weiches Futter, um dem Thiere das Kauen zu ersparen, bezw. zu erleichtern. Gelockerte Zähne hüte man sich gleich auszuziehen, weil dadurch Leicht aus dem einfachen ein complicirter Bruch wird. Wenn das Zahnfleisch erhalten und die Wurzeln nicht freigelegt sind, werden sie wieder fest. Brüche der Oberkieferbeine, welche durch Verletzungen der äusseren Haut complicirt sind, müssen mit den [Hilfsmitteln der Antisepsis behandelt werden. Ist bereits Eiterung vorhanden, so suche man die Wunden so gut als möglich rein zu halten und entferne die losen Knochensplitter. Gleiches orfordern die durch Verletzung des Zahnfleisches complicirten Brüche. Auch hei weichem Futter gehen die Thiere in ihrem Ernährungszustande bald zurück, deshalb lassen ökonomische Rücksichten bei schlachtbaren Thieren die Tödtung oft der Heilung vorziehen.
Brüche der Jochbeine verhalten sieh nach ihrem Sitze ver­schieden; am Jochbogen haben sie dieselbe Bedeutung wie Fracturen am Augenbogenfortsatz des Stirnbeines und Jochfortsatz des Schläfen­beines (vergl. diese). An den übrigen Abschnitten des Jochbeines werden dieselben dadurch bedenklich, class sie die Anheftungsstellen der Kaumuskeln ablösen oder die Oberkieferhöhle öffnen. In letzterer Beziehung gilt von ihnen das vom Stirnbein, als Decke der Stirn­höhle gesagte. Durch Lostrennung der Insertion der Kaumuskeln entstehen nicht nur Störungen in der Futteraufnahme, sondern die abgetrennten Fragmente werden durch den Zug dieser Muskeln dis-locirt und hissen sich nicht reponiren, wodurch die Heilung er­schwert wird.
Erscheinungen. Die Erkennung der durch äussere Gewalten, llufschlag etc. entstandenen Fracturen des Jochbeines bietet nur dann Schwierigkeiten, wenn bereits starke Anschwellung besteht. Sobald diese nicht pblegmonöser Natur oder nachweislich durch Neubildungen oder Erkrankung der Oberkieferhöhle bedingt ist, muss dieselbe stets
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Krankheiten des Kopien.
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den Verdacht auf einen Bruch erwecken; erhebliche Kaubeschwerden
unterstützen den Verdacht, [st die Oberldeferhöhle freigelegt oder die Jochleiste verletzt, so kann über die Gegenwart des Bruches kein Zweifel bestehen, Verletzungen der Alveolon der obersten Backen­zähne, sowie nini'angreiche Lostreiinung der Insertion der Kaumuskeln geben zu Störungen in der Fiilteraui'nalune Anlass.
Subcutane Fracturen des Jochbeines, die allerdings nicht oft vorkommen, heilen regelmässig und schnell. Auch die complicirten Brüche dieses Knochens bieten der Heilung nur dann grössere Schwierigkeiten, wenn Zahnalveolcn freigelegt sind, und eiterige Al-veolarperiostitis eintritt.
Die Behandlung der subeutanen Brüche erfordert nur Regelung der Diät. Complicirte heilen am schnellsten unter antiseptischem Vorgehen, aber auch ohne dieses. 15ei eiteriger Alveolarperiostitis müssen die betreffenden Zähne entfernt werden. Zur Reposition der durch den Zug dos Kaumuskels dislocirten Bruchstücke wurde em­pfohlen, die Mvotomie des Muskels vorausgehen zu lassen; dabei kommt jedoch nicht viel heraus. Denn bei subeutanem Bruche läuft man hierdurch Gefahr, den Bruch zu einem complicirten zu machon; war derselbe aber bereits complicirt, so pflegt auch nach erfolgter Mvotomie das betreffende Knochenstück exfoliirt zu werden. Im übrigen ist die Behandlung nach den allgemeinen Grundsätzen zu leiten. In Bezug auf die Oberkieferhöhle gilt dasselbe, was bezüg­lich dor Brüche des Stirnbeines zur Stirnhöhle gesagt werden wird (S. 145),
Die Erkrankungen der Oberkieferhöhle haben bereits bei den Leiden der Nasenhöhle Berücksichtigung getuudeii (S. 77).
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b) Fractureu des Unterkiefers,
Lit; dielen, (lurll u. IFertwi^. 24. S, :!7quot;). Vormeng, ibis. 8. S. 1. Mador, The Veterinarian. 1844. Hering, Her, liep. 15,8,4, Passerini, Jahres­bericht, 188:!. S, 10'.raquo;. Popow, das, 1884. S. 112. Delamotte, das. 1887. 8. 84, Littlewood, das. 1891. 8. 125, Grün, B. T. W. 1803. S, 7.
Von den Kopfknochen ist der Unterkiefer am häufigsten Practu-rirungen ausgesetzi und zwar bei allen Thierarton, am meisten aber beim Pferde. Aeussore Gewalten, Ilul'schläge. Niederstürzen n. s. w. geben hierzu Anlass; doch sah man diese Brüche auch durch heftige Wirkung der Kaumuskeln entstehen; 80 namentlich, wenn bei gehirn-
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FmcUirun dos Unterkiefers.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; [QQ
knuikcii Pferden diis Maulgatter angewendet wurde, oder bei ^'ic'1-zeitiger Ä.pplication von Maulgatter und Bremse. Hertwig meint, dass mitor diesen Umständen die Tliicro aussei- Stande sind, die mit den Kaumuskeln ausgeübte Gewalt richtig zu schätzen. Hering be­obachtete einen Bruch des Unterkiefers beim Pferde durch unge­schicktes Ahstossen der Zähne. Hei Zahnoperationen können ünter-kieferbrüche unter denselben Umständen entstehen, wie an den Ober­kieferbeinen (S, 100). Grün sah einen Querbruch am corpusmandibulae heim Kalbe in Folge gewaltsamer Hülfeleistung bei der Gehurt entstehen.
Bei Hirtonhunden kommen Brüche des Unterkiefers dadurch zu Stande, dass grössere Thiere in dem Moment ausschlagen, wenn der Hund das Hinterbein derselben erfasst.
Bald ist der Bruch subeutan und auf einen Ast des Unterkiefers beschränkt; nicht selten aber brechen beide Aeste am zahnlosen Halse des Knochens. Vor meng beobachtete eine Trennung derselben in der Mittellinie (Unterkieferfuge), ein Bruch, der bei Fohlen häufiger vorkommt als bei älteren Pferden. Auch sind Brüche am Schneide­zahnrande des Unterkiefers nicht selten und können sowohl durch heftiges Beissen wie auch durch I lutschläge, Niederstürzen oder Gegenrennen veranlasst werden. Weniger häufig kommen am Ge­lenk- oder Kronenfortsatz Brüche vor. doch wurden auch solche be­obachtet.
Erscheinungen. Bei Querbrüchen am Körper des Knochens
hängt das Kinn mit den Schneidezähnen des Unterkiefers schlaff her­unter (Fig. 11), zeigt sich abnorm beweglich und lässt Crepitation nachweisen. Brüche am Kronen- und Gelenkfortsatze oder in deren Nähe behindern das Kauen oft in hohem Grade und können mit Entzündung des Unterkiefergelenkes verwechselt werden. Die vom Kronen Fortsätze abgetrennten Fragmente werden durch den Schläfen-niuskel nach oben dislocirt und lassen sich hier durch Palpation nachweisen.
Beurtheilung. Brüche in der Medianlinie heilen regelmässig und vollständig in ;i .quot;) Wochen, ebenso snbeutane Brüche eines Astes. Doppelseitige Brüche bieten der Behandlung grössere Schwierigkeiten, auch stören sie das Kauen nicht selten, so dass die Thiere während der Heilung in ihrem Xährzustande erheblich leiden, was bei schlacht-baren Thieren wohl zu erwägen ist. Querbl'Uche des Körpers lassen sich schwer tixireu und führen zuweilen zur Bildung eines Callus
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Krankheiton ties Kopfe.s.
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fibrosus mitSenkung des Zahnhöhlenrandes und Servorbßngen dor Zunge
(Fig.-U). Grün heilte den crwiiliiiten Querbruch beim Kalbe durch einen zweckmässigen Verband und Erniliining mittelst einer Sclilund-sonde (Gummiscblaucb) in kurzer Zeit. Am bedenklichsten sind Prac-turen am Gelenkfortsatz oder in dessen Nähe, Brüche des Kronen­fortsatzes heilen, wenn auch mit Bildung eines Cullus fibrosus.
Die Behandlung erfordert bei einfachen und einseitigen Brüchen nur weiches Futter für das Thier. Dislocirte Bruchstücke müssen reponirt werden. Solange der Bruch auf einen Ast des Knochens besehriinkt bleibt, verlangt die Retention meist keine besonderen llülf's-
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L'iivüllkoinnicii gehellte Fraotur am Körper des Unterkiefers (nach einer PliotOgraphle).
mittel. um 80 schwieriger gestaltet sieh diese bei doppelseitigem Bruch. Prinz empfahl eine keilförmige Schiene aus Holz, welche genau in den Kehlgang des Tbieres passt, mit Hiemen am Halse und Kopfe zu befestigen. Bei kleinen und werthvollen grüsseren Thieren lilsst man solche aus Guttapercha herstellen, welche in aufgeweichtem Zustande in den Kehlgang gepresst wird, und so einen genauen Ab­druck desselben bildet. Das hintere, breitere Ende dieser Schiene muss sich gegen den Hals des Thieres stützen. Mine ähnliche Vor­richtung stammt von Maz/.a. Uirard construirte einen Apparat, der aus zwei, im spitzen Winkel — der Richtung des hinteren Randes des Unterkiefers entsprechenden — verbundenen Eisenstiiben besteht und an der Vereinigungsstelle eine löffelförmige Verbreiterung zur
Aulhahmc des Kinnes trägt. Die entgegengesetzten Enden sind mit
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Luxation des üntorkiefors.
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Rängen versehen, durch welche der Apparat an der Balfter oder einem Ealsriemen befestigt wird. Etwa in der Mitte desselben liegt ein Riemen, welcher über die Nase des Thieres geführt wird, um dem unteren Tlieile der Schiene eine teste Lage ZU geben.
Statt der Eisenstäbe benutzte Marrel eine aus Eisenblech her­gestellte, rinnenförmige Schiene, welche sich dem hinteren Kunde des Unterkiefers genau anpasst. An jeder Seite befinden sich vier Ringe zur Befestigung des Apparates an der Halfter sowie auf der Nase und Stirn des Thieres.
Brüche am zahnlosen Tlieile des Unterkiefers lassen sich zu­weilen mit Hülfe der Zähne iixiren, indem man um diese einen Draht legt. Delamotte bohrte zu dem Zwecke ein Loch zwischen den ersten und zweiten Backenzahn, um von hier den Draht um die Schneidezähne ZU führen. Nachdem der Draht S'/si Monate gelegen hatte, war der Splitterbruch geheilt.
Bei Brüchen in der Höhe der ersten Backenzähne hat Ohlsen eine eiserne Schiene, in der Gestalt eines gewöhnlichen Magneten, von vorn nach hinten über die Backenzähne geschoben und hierdurch die Retention bewirkt. Die Lockerung der Zähne bildet leider oft ein I findern iss für diese Methode.
Bei Brüchen in der Nähe des öelenkfortsatzes lässt sich wenig ausrichten. Unter Regelung der Diät (weiches Futter) müssen die Heilungsvorgänge abgewartet werden. Daher ist, bei schlachtbaren Thieren Vorsicht zu empfehlen; meist verdient baldiges Schlachten einem unsicheren Heilverfahren gegenüber den Vorzug. Dass bei allen complicirten Brüchen auch hier nach den allgemeinen Regeln der Antisepsis zu verfahren ist, bedarf kaum der Erwähnung.
Littlewood beobachtete einen doppelton Bruch des Unterkiefers beim Pferde; einer befand sich in der Niiho der Symphyse, der zweite zwischen dem zweiten und dritten Schneidezahn. Nach Reposition in der Narkose wurden die Knochenstücke durchbohrt und nutteist eines Drahtes im einander befestigt, der einheilte und dem Thiero keine Unbequemlich­keiten bereitete.
c) Luxation des Unterkiefers.
Verrenkungen des Unterkiefers kommen nur bei Fleischfressern vor, weil der lange Kronenfortsatz und die weniger ausgiebige Be­weglichkeit im Kiefergelenk bei den Pflanzenfressern solche unmöglich machen. Am häufigsten werden Hirten-, Jagd- und Schlächterhnnde von dem Leiden betroffen; die ersteren beim Ergreifen und Apportiren
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Kiimklii'iten des Kopfes,
1 :
des Wildes, die letzteren (lurch einen Schlug gegen den Unterkiefer in dem Moment, wenn der Hund einen Hinterfuss der Thiere erfasst. Nicht selten ist die Verrenkung mit Knochenbruoh complicirfc. Bold besclirUnkt sich dieselbe auf eine Seite, docli kommen auch doppel­seitige Luxidioueu des Unterkiefers vor, die beim Menschen sogar die Reffe! bilden.
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Erscheinungen und Verlauf, Das Maul steht offen und kann weder durch den Willen des Thieres noch auch durch Druck von aussen geschlossen werden. Dazu gesellt sich Speichellluss, Hervor-hängen der Zunge und Unvermögen Nahrung aufzunehmen. Zuweilen wird durch den Druck des dislocirteii Kroncni'ortsat/.es der Augapfel hervorgedrilngt (Kxophthalnius). 15ei einseitiger Verrenkung pflegt der Unterkiefer nach der gesunden Seite gerichtel zu stehen.
Die Luxation kann mit Lähmung des Unterkiefers und Fremdkörpern im Maule, besonders /.wischen den Zähnen ver­wechselt werden. Von ersterem Zustande unterscheidet sie sich da­durch, dass bei Lähmung der Unterkiefer passiv beweglich ist, ilas Maul also durch einen Druck von aussen leicht geschlossen werden kann, was hierbei nicht möglich ist. üeber die Gegenwart von Fremdkörpern /.wischen den Zähnen giebt die Localuntersuchung Auf­schi uss.
Das Leiden verläuft günstig, wenn rechtzeitig Hülfe gebracht wird und keine Complicationen bestehen: doch kommen leicht Kecidive vor. weshalb die Thiere einige Zeit hindurch vor der Einwirkung der ursächlichen Einflüsse geschützt werden müssen. Ilaben stärkere Blutungen in der Orbita stattgefunden, so kann die Exposition des vorgefallenen Auges auf Schwierigkeiten stossen.
Behandlung. Die Reduction geschieht am einfachsten in der
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Weise, dass man zunächst einen 1
#9632;m dicken Stock ilem Thiere quer
durch das Maul und zwar recht weit nach hinten legt. Sodann erfasst der Operatem- das vordere finde der beiden Kiefer mid drückt diese zu­sammen. Indem der Stock als Hvpomochlion des zweiarmigen Hebels dient, wird durch diesen Druck der öelenkfortsatz des Unterkiefers vom Oberkiefer abgedrängt und kann mm in seine normale Lage zurück­treten, sobald man den seitwärts dislocirtonlaquo;Kiefer gegen die Mittel­linie drängt. Bei kleinen Thieren gelingt die Reduction auch dadurch, dass die beiden Kiefer mit den Händen erfasst und der nach vorn dis-locirte Kronenfortsatz zuerst nach unten, dann nach hinten bewegt wird.
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Entzündung des Kiefergelenkes.
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Miiu muss sich hierbei gegen Baissen schützen, was oft nicht loiclit ist; schon deshalb verdient die erste Methode Jen Vorzug,
Durch weiches Futter, Vermeidung von Knochen und Anlegen eines Maulkorbes hissen sich Beeidire verhüten.
d) Entzündung des Kiefergeleukes.
Lit,: Bösenroth, Gurlt u, Hartwig, 28, S, :!4:!. Gurlt, das. S, 350. Siedam-grotzky, Dresd, Bericht 1874. 8. 43.; das. 1879. 8. 85. Weiss, Ad. Woch. 3. 8. 118. Delamotte, Rov. vdtör. 1891. S. 465.
Ih'i seiner exponirten Lage wird das Kiefergelenk nicht selten durch einen Schlag oder Tritt verletzt und kann auf diese Weise eine eiterige Entzündung desselben entstehen. Auch greifen Phleg-monen der Nachbarschaft zuweilen auf das Gelenk über; gelegentlich erkrankt dasselbe bei Pferden im Verlaufe von schwerem Decubitus. Bei einer Ziege fand Gurlt das Kiefergelenk durch starke Exostosenbildung immobilisirt; der Zustand war durch eine heftige Quetschung entstanden.
Erscheinungen und Verlauf. Störungen beim Kauen bilden die unausbleiblichen und wichtigsten Folgen dieses Leidens. Das Maul lässt sich nicht regehniissig öffnen (Kieferklemme), weshalb der Znstand wohl mit Trismus verwechselt werden kann. Die Anschwel­lung an dem einen oder anderen, selten an beiden Kiefergelenken bestätigt die Diagnose; auch steht der Unterkiefer meist etwas seit­wärts, so dass die Reibeflächen der Zähne nicht genau auf einander passen und allmählich ein Scherengebiss entsteht (Esser). Dabei magern die Thiere natürlich mit der Zeit in hohem Grade ab. Die Be­hinderung in der Futteraufnahme kann so hochgradig werden, dass die Thiere nicht einmal im Stande sind, das Erhaltungsfutter aufzunehmen.
Bösenroth beobachtete den Zustand beim Pferde und hat auch die Ergebnisse der Section beschrieben. Mir sind ebenfalls bei Pferden mehrere Pillle dieser Art begegnet. Bei einem Hunde, welcher an Kieferklemme litt und mit hochgradiger Atrophie der Kaumuskeln behaftet war, fand ich an beiden Kiefergelenken Synostosenbildung, durch eine Arthritis chronica veranlasst. Einen ähnlichen Fall hat Siedarngrot/.ky raitgetheilt.
Das Leiden erscheint äusserst bedenklich, besonders bei Thieren, die ein Productionsfutter zu verzehren haben, wie Arbeitspferde, Milch­kühe. Fälle wie ein von Weiss mitgetheilter, dass ein Pferd selbst nach Abstossung des Zwischenknorpels wieder regelmässig ZU kauen im Stande war, gehören zu den seltenen Ausnahmen; vielleicht hat dem erwähnten Falle ein Irrthum in der Diagnose zu Grunde gelegen.
Möller, Specidle CbtTIU'gle fiii' Tliioriirztc. 2. Aull.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 8
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Krankhoiteii
Kopfes.
Bei der Behandlung muss der Schwerpunkt auf Prftservativ-massregeln sowie auf Regelung der Diät gelegt werden. Sorgfältige Behandlung der Wunden und entzündlichen Processe in der Nähe des Gelenkes und Schutz gegen Decubitus kommen besonders in Be­tracht, So lange keine eiterige Arthritis besteht, ist Heilung nicht ausgeschlossen, wie eine von Siedamgrotzky beschriebene Be­obachtung zeigt. Delaraotte empfiehlt zu dem Zwecke Einspritz­ungen von Carbol- oder Sublimatlösung in Verbindung mit Beschrän­kung der Bewegung des Unterkiefers durch festes Anziehen eines gepolsterten Nasenriemens. Die Ernährung soll mit Tränken be­wirkt werden.
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e) Die sog. LähmuDg des Unterkiefers. KaunmskellähinuDg. Mastikatorische Gesichtslährauug.
[-it.: Roll, Spec Path. u. Th, II. Bd. S. 70. Lydtin, Bad. Mitth. 1881. S.20. Körber, Gurlt u. Bertwig. I. S, 463. Wali rup, Th. Mitth. 1867, S. 147. Fröhner, MonatsheftQ für pr. Th. lx(J3. S. 310.
Als Lähmung des Unterkiefers hat man bei Thieren einen Zustand bezeichnet, wobei in Folge doppelseitiger Lähmung der Kaumuskeln das Maul nicht geschlossen werden kann. Richtiger ist die Bezeich­nung ,,Kaumuskellähmung'' oder „mastikatorische Gesichts­lähmungquot;, wie der Zustand bei Menschen genannt wird. Man hat das Leiden bisher fast nur bei Hunden und Katzen beobachtet. Roll, Waltrup und Lydtin sahen es auch bei Pferden.
Die Masseteren sowie die Schläfenmuskeln werden vom dritten Asteraquo; des V. Hirnnerven mit motorischen Käsern versorgt, welcher am Pens Varolii entspringt. Einseitige Lähmungen dieser Nerven werden bei Thieren noch seltener als doppelseitige beobachtet, entziehen sich aber auch leicht der Erkennung; dagegen wurden bei Munden und Katzen wiederholt doppelseitige Paralysen gesehen. Regelmttssig zeigt sich das Leiden im Verlaufe der Wuthkrankheit, seltener wird es ohne diese angetroffen, so dass die Lähmung zunächst den Verdacht auf Jene Krankheit erwecken muss, tier lach behauptete sogar, dass sie als ein sicheres Zeichen der W'uth gelten müsse; ich habe jedoch wiederholt Munde und Katzen mit dieser Lähmung be­haftet gefunden, die nicht wuthkrauk waren. Mehrfach genasen die Thiere vollständig, der sicherste Beweis gegen die W'uth. Gleiches
beobachteten K ö r b e r und I'quot; r ö h n e r bei Munden.
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lüuimiiHk cl Ulli m iiiii'
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lieber die iuintomiselien Vertlnderungen, welche dem Leiden zu Grunde liegen, ist bisher nichts bekannt. Wahrscheinlich handelt es sich inn Krankheitsprocesse an der Varolsbrücke. Da an diesem öehirn-abschnitt eine grössere Anzahl Nervencentren liegen, so kann es nicht auffallen, dass sich dus Leiden oft mit anderen nervösen Stü-ruugen verbindet; in dem von Körber beschriebenen falle gesellte sich Lähmung des Schlundes, der Mals- und Brustmuskeln zu dem­selben. Alier auch isolirte Lähmungen dieser motorischen Fasern mit Ausgang in Heilung kommen vor, wie folgende Fälle beweisen.
Am 1, Februar 1883 wurde dein hifisigen Spital ein grauer Pintsoher übergeben, welcher eine Parese des in Bede stellenden Nerven zeigte. Nach dem Vorberiohte hatte sieh der Hund einige Tage vorher dem Biergenuss im Uebermass hingegeben und in Folge dessen lange geschlafen. Als der­selbe am nächsten Tage erwachte, bemerkte die Besitzerin, dass die Zunge ans dem Maule hing und der Hund das Maul nicht sobliessen konnte. Meine Untersuchung bestätigte diese Angaben. Das Thier zeigte sich träge, die Psyche eingenommen; der Unterkiefer hing schiall' herab und fiel in diese Lage zurück, wenn man denselben gegen den Oberkiefer gedrängt hatte. Die Zunge erschien trocken und hing aus dem Maule heraus. Futter konnte nicht aufgenommen werden, die auf den Grund der Zunge ge­brachten Pleischstücko wurden mit grossem Appetit verschluckt.
In den nächsten Tagen zeigte sich der Hund vollkommen ruhig, etwas apathisch und lag dauernd in der Ecke des Käfigs. Am (gt;. Februar war das Leiden bei exspeetativer Behandlung bereits soweit geheilt, dass das Thier wieder regelmässig Nahrung aufnehmen konnte.
Ein ähnlicher Fall, der sieh aber als unheilbar erwies, wurde von mir im .Fahre 1884 beobachtet. Ein ;',!i Jahr alter Ziehhund zeigte die Er­scheinungen einer completion Paralyse des Nerven. Das Thier konnte die Zunge in das dauernd offenstehende Maul nichi zurückziehen, und um flüssige Nahrung oder Wasser aufzunehmen , steckte es den Kopf bis an die Augen in die Flüssigkeit. Die Kaumuskeln, namentlich die Mm. tempo­rales zeigten bereits auffallende Atrophie. Zunge, sowie Maulscldeimbaut erwiesen sich gegen Verletzungen unempflndlioh. Zugleich bestanden in den Ruinpf'muskeln Zuckungen, wie solche nicht selten nach der Staupe zurückbleiben. Nach längerer Beobachtung und Faradisation trat keine Besserung ein. Leider konnte die Section nicht ausgeführt werden, weil der Besitzer sich der vorgeschlagenen Tödtung des Thieres widersetzte.
Einseitige Trigomin us läh m un g beobachteten Roll und Lydtin beim Pferde, liiill will sämmtliche drei Aeste gelähmt gefunden haben: Haut und Schleimhäute der entsprechenden Kopfhälfte zeigten sich unem­pfindlich, ebenso die Cornea: es bestand Salivation, Störung des Kauens; das Futter sammelte sieh zwischen Backen und Zähnen an. Die Schleim­haut der Nase, des Maules sowie die Conjunctiva war hyperämisch. Im weiteren Verlaufe bildeten sich Hornhautgeschwüre aus, sobald das Auge nicht durch einen zweckmässigen Verband geschützt wurde, weil der Lid-schluss unmöglich und das Auge unempfindlich war. Heilung wurde nicht erzielt; bei der Section fand sich fettige Degeneration an den Wurzeln des Nerven und an der Gehirnbasis Meningitis.
Lydtin beobachtete das Leiden bei einem alten Pferde. Seit 10 Jahren
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Krankheiten dos Kopfes.
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hatte sieh ein auffälliger Schwund dos Masseter und Temporaiis der rechten Seite entwickelt. Das Schlucken war erschwert, auch bestund Salivation. Die Backenzähne zeigten ein partielles Soherengebiss.
Mci der Section des als unheilbar getödteten Pferdes fanden sich Masseter, Temporaiis und die Fltlgelmuskeln vollständig atrophisoh; das Gewicht derselben betrug nur l/a des der gesunden Seite. Auf der Basis der Felsenbeiupyrainide', an Stelle des Qasser'schen Knotens la^' ein Pibro-sarkom von dor Grosse des Kleinhirns, das demnach als Ursache der Läh­mung betrachtet werden musste.
Pröhner glaubte in einem Falle Erkältung als Ursache der Lähmung betrachten zu müssen.
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Erscheinungen. Unftlhigkeit das Maul freiwillig zu schliessen,
also auch zu kauen und Nahrung aufzunehmen, Salivation, Hervor-hängen der an ihrer Oberfläche oft trockenen Zunge kennzeichnen das Leiden, welches sich von der Verrenkung des Unterkiefers, sowie von dem durch Fremdkörper zwischen den Backzähnen bedingten Zustande dadurch unterscheidet, dass das Maul durch einen Druck gegen den Unterkiefer leicht geschlossen werden kann. Beachtens-werth bleibt, tlnss diese Lähmung beim Hunde als ein con-stantes Symptom der W'uth auftritt.
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Die Beurtheilung der idiopathischen Kaumuskellähmung muss sich nach allgemeinen Grundsätzen richten. Besteht das Leiden erst kürzere Zeit, und ist die Lähmung unvollständig, so darf man den Patienten nicht aufgehen; im entgegengesetzten Falle erscheint jede Behandlung nutzlos, namentlich bei hochgradiger Muskelatrophie und Hervortreten der Kntartungsreaction (vergl. Allg. Chir. S. 2:50). Bei dem von Waltrup beobachteten Pferde trat allmählich Besserung ein. Ebenso heilte die von Pröhner beobachtete Lähmung beim Hunde.
Die Therapie verlangt zunächst eine zweckmässige Ernährung, eventuell unter Anwendung der Schlundsonde. In der Hegel genügt indess, den Tbieren die Nahrungsmittel bis auf den Grund der Zunge bringen ZU lassen. Sodann dürfte die Anwendung von Elektricität in Form des Inductions- oder des constanten Stromes ZU versuchen sein, der auf die Kaumuskeln und die Mm. temporales zu appliciren ist.
f) Periostitis und Exostoseu am unteren Rande des Unterkiefers.
Bei Pferden entwickelt sich am unteren Rande des Unterkiefers, in der Höhe des ersten Backenzahns, zuweilen eine umschriebene Peri­ostitis, welche zur Bilduns von Bxostosen führt. Aenssere Reize, be-
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Tumoren um L'nteikii'fVr.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1 ] 7
sonders das Stossen beim Kressen aus dngen Krippen geben meist die Venmlassimg zu diesem Leiden ab. Die Periostitis stört in der Kegel wenig, zuweilen äussern die Thiere Schmerzen durch langsames Kauen, meist wird aber die fertige Exostose erst Gegenstand der Behandlung.
Erscheinungen. Am unteren Rande des Unterkiefers zeigt sieb eine harte, scharf begrenzte, runde, nicht selten gestielte, schmerz­lose Geschwulst, die mit dem Knochen fest verbunden ist. Zuweilen tritt die Anschwellung mehr flach auf und kann alsdann mit ent-zündlicben Processen in Folge von Alvcolarperiostitis verwechselt werden. Die letztere kennzeichnet sieb jedoch dadurch, dass die Knochenauftreihung auf die Seitenflächen des Unterkiefers nach oben ausgebreitet ist, während die durch äussere Einwirkungen entstandene Periostitis auf den unteren Rand desselben beschränkt bleibt.
Die Beurtheilung gestaltet sich günstig, die fertige Exostose stellt einen wenig auffallenden Schönheitsfehler dar.
Die Behandlung muss gegen die Periostitis nach allgemeinen Grundsätzen erfolgen; gestielte Exostosen lassen sieb mit einem Meissel absprengen oder absägen. Man legt zunächst einen kreis­förmigen Schnitt durch die Haut und das Periost und lässt dann den Meissel oder die Säge wirken. Flache Auftreibungen des Knochens werden in der Kegel nicht behandelt.
g) Tumoren am Unterkiefer.
Lit.: Keiper, Gurlt u. Uoitwig. ÜJ?. S. #9632;quot;gt;:).
Theils von den Zabnalveolen ausgebend (S. 7lt;M, tlieils vom zahnlosen Abschnitte des Unterkielers aus entwickeln sich bei den grösseren wie bei den kleineren Thieren zuweilen gescbwulstartige Neu­bildungen. Keiper sah beim Pferde an dein zwischen Schneide- und Ilakenzahn gebrochenen Unterkiefer ein Osteosarkom (#9632;'), welches nach der Exstirpation schnell reeidivierte und in 22 Tagen eine Höhe von 6 und eine Breite von l Zoll erlangte. Bei Pferden hatte ich mehrmals Gelegenheit, ähnliche Bildungen zu exstirpieren, die sich bei der näheren Untersuchung als Mvkolibrome zu erkennen gaben (Pig. 118). Sie entwickeln sich meist von der Scbleimhaut der Maul-böhle aus und besitzen oft eine gestielte Beschaffenheit, wodurch ihre
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Krankheiten des Kopie
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Exstirpation erleichtert wird. Bezüglich dor Prognose ist es wichtig, dass man diese Zustände nicht mit Jenen Neubildungen verwechselt, welche von den Zahnalveolen ausgehen (Epulis) und bei weitein nn-günstiger zu beurtheilen sind (vgl. S. 70). Es kommt also darauf an, wo der Tumor entspringt und oh bereits Anschwellung der Kehl­gangsdrüsen vorliegt. Von der Schleimhaut ausgehende Tumoren
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Mikoflbrom am l'ntcrkiofor.
lassen sieh leiclit entfernen; grössere Schwierigkeiten bieten die in den Knochen sich entwickelnden. Dahin gehört namentlich:
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h) Aktinomykose der Kieferknoclieu. Spina ventosa. Winddorn.
Lit.: Pilz, Zeitschr. f. Vet.-K.....le. 1893. S. 12.
Bei Wiederkäuern, vornehmlich dem Kinde, aber auch bei Ziegen erfolgen vom verletzten Zahnfleisch bezw. den Zahnalveolen aus In-fectionen mit Aktinoinvces, wodurch eine Osteomyelitis und rarefi-cirendo Ostitis der Kiefer, meist des Unterkiefers, zuweilen gleich­zeitig des Oberkiefers angeregt wird. In der Regel geht das Leiden von der einen oder anderen Pr'ämolare aus. Pilz fand ein hühnerei-grosses Aktinomykom heim Pferde, welches in der Gegend der ersten und zweiten IViiniolare am Unterkiefer sich entwickelt hatte und vier FistelöffilUngen zeigte, aus denen sich ein gelblicher Eiter entleerte.
Erscheinungen. Am Unterkiefer entwickelt sich eine harte, derbe, anfanors weniff schmerzhafte Ueschwulst, die sich bei genauer
I #9632;
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#9632;'
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Aktiuoniykose dor Kielürknüclien.
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Untersuchung als eine difiuse Knoohenauftreibung erweist. Die An­schwellung breitet sick allinillilicli aus und nimmt an Grüsse zu, während die Thiere bald Störungen zeigen; sie kauen langsam, kalten dabei den Kopf zeitweise schief und lassen auch wohl Futtermassen aus dem Maule lallen, Die nähere Untersuchung ergiebt eine eiterige Alveolarperiüstitis an einem oder mehreren Backenzähnen und zwar da. wo äusserlich die Geschwulst liegt. Die kranken Zähne stehen abnorm tief, oder sie sind aus der Reihe der übrigen gewichen. Die an denselben eingekauten Futterstoffe besitzen den eigenthümlich pene-
Fig. 4G.
Siiiua ventosa (Aktlnomykosls) der Kop(kuochon beim Ochsen (Esser).
tränten, üblen Geruch, wie er bei Alveolarperiostitis der Pflanzen­fresser stets beobachtet wird. Mit der Zeit verdickt sich auch die äussero Haut und verwächst allmählich mit der Geschwulst; später erfolgen an verschiedenen Stellen Perforationen mit Entleerung eines dickflüssigen, gelben Eiters, in dem sick Aktinoinvcesrascn leicht feststellen lassen (S. 102). An den Perforationsstellen bilden sick Granulationen, die leicht bluten. Mit der Sonde gelangt man bis tief in den Knochen, dessen dünne Bälkchen dem Drucke derselben leicht nachgeben. In dem Masse das Kaugeschäft gestört ist, stellt sich
auch Abinaamp;terung des Thieres ein.
Prognose und Verlauf, In der Natur und dem Sitze des Krankheitsprocesses liegt es begründet, dass die Behandlung desselben wenig Aussichten bietet. Zeigt sieh der Aktinomvces als soldier schon widerstandsfähig, so ist dem Parasiten innerhalb des Knochens
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120nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten des Kopfes.
kaum beizukonmu'ii; daher nuiss das Leiden für gewöhnlich als un­heilbar betrachtet werden; Pilz u. a. wollen indess mit Jodkalium innerlich und Jodtinctur äusserlich Elrfolg erzielt haben. Die Prognose •#9632;(nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;hftnfft vornehmlich von dem Grade der Kaustörungen und dem Um-
stände ab, ol) sieh das Thier noch wirthschaftheh verwerthen liisst. Ist das Kauen noch wenig behindert, so empfiehlt sieh selmelle Mästung. Sobald die Ernährung anfängt ZU leiden, lasse man die Thiere schlachten. Bei der Section finden sieh die Kiei'erknoeben mit Granulationsmasson und Eiterhöhlen durchsetzt, maeerirt zeigen sie den als Osieoporose bezeichneten Zustand (Fig. 4(')) 1).
Da die Behandlung selbst in den Anfängen des Leidens wenig Aussicht bietet, so kann sie nur als Versuch gelten. Die losen Zähne müssen unter allen Umständen entfernt werden, worauf man die Alveolen mit einer Desinfectiünslliissigkeit ausspülen und einen Tampon mit Jodtinctur getränkt einführen kann. Wo bereits Perforationen der äusseren Haut vorliegen, können Ausspritzungen mit den gleichen Mitteln versucht werden; Jodtinctur scheint indess bei diesem Leiden den Vorzug zu verdienen (S, 105). Wichtiger als diese Heilversuche bleibt möglichst baldige Ausnutzung der Thiere durch Mästung, wozu sich besonders Brennereien und Brauereien eignen, weil die als Mast­futter dort verwendeten Rückstände die Kautliätigkeit der Thiere wenig in Anspruch nehmen (Esser).
Pil z gab bei dorn 1 'fsjährigen Fohlen täglichl5—20,0 Jodkalium inner­lich und Hess die Geschwulst täglich mit Tinot.-Jodi ausspritzen, worauf sich nach 5 Wochen Yergiftungserscheinungen, Appetitverlust, Abmagerung, trockenes, aufgebürstetes Haar, Oedeme an den Gliedmassen und l'ulsbo-schleunigung einstellten, sich aber wieder verloren, als mit der Verab­reichung des Mittels 14 Tage aufgehört worden war. Nachdem hierauf nochmals 14 Tage hindurch Jodkalium gegeben war, so dass im ganzen 1 k Jodkalium innerlich und 0,5 k Jodtinctur ftusserlioh verbraucht worden war, gleichzeitig eine Localbehandlung, in Ausspülungen mit verschiedenen Mitteln bestehend, stattgefunden hatte, war eine erhebliche Besserung eingetreten. Da das Fohlen verkauft wurde, Hess sich das Endresultat der Behandlung nicht feststellen.
') Die Zeichnung ist nach einer Photographie angefertigt, die mir I'rof. Esser freundlichst Überlassen hat.
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Entzündung um) Neubildungen in den submazillaren Lymphdrilseni 121
i) Entzündung und Neubildungen in den submaxillaren Lymphdrüsen. Litt: Siedamgrotzky, Berl, Äroh, 1891, S, 300.
Sobald sicli iui'ectiöso Processe an den Lippen, Wangen, der Nase oder in der Nasenhöhle entwickeln, pflegen die Kehlgangslymphdrüsen anzuschwellen. Beim Rotz, bei der Druse und linderen inneren Krank­heiten ist dies bekannt, aber auch bei phlegmonösen Processen und gewissen malignen Neubildungen (Carcinom) am Kopfe stellt .sich in der Kegel Anschwellung dieser Lymphdrüsen ein; ein Gleiches wird bei Mykofibromen, Aktinoraykomen beobachtet. Hei den zuletzt ge-minnten Leiden bildet sich nicht selten eine chronische Lymphadenitis aus, welche mit bedeutender Anschwellung, Eiterung und Uicerationen verbunden ist.
Erscheinungen. Die wenig schmerzhafte, massig feste An­schwellung tritt bald in Gestalt umschriebener Neubildungen, bald als diffuse Vergrösserung ein/einer Abschnitte oder der silmmtlichen Drüsen-haufen auf, entwickelt sich langsam und führt ZU wiederholten Per­lbrationen: bei Anschwellung einzelner Abtheilungen der Drüsen lässt der Sitz derselben zuweilen auf den Ausgangspunkt ihrer Erkran­kung schliessen (Siedamgrotzky). Bei Perforationen entleeren sich die strahlenförmigen Pilzrasen des Aktinomyces oder die bekannten Botryomycesformen, und es kann auf diese Weise die Natur der Erkrankung festgestellt werden, ich fand wiederholt chronische Er­krankung dieser Lymphdrüsen beim Pferde mit ülceration der äusseren Haut und multipler Abscessbildung in den Drüsen ohne die oben genannten Parasiten; dagegen wurden Eiterkokken (Stapbylokokkus) in denselben angetroffen.
Behandlung. Nur die Exstirpation bietet bei diesen Leiden sicheren Erfolg, während die Anwendung von zertheilenden oder des-inlicirenden Mitteln niemals zum Ziele führt, so dass, wenn überhaupt gegen das Leiden eingeschritten werden soll, nur die Exstirpation der erkrankten Drüsenpartien übrig bleibt, leb hatte mehrmals Gelegen­heit sihnnitlicbe Kelilgangslymphdrüsen einer Seite beim Pferde zu entfernen, aueb einen Tbeil der Sublingualis mit fortzunehmen, und empfehle folgendes Verfahren! #9632;
An dem in der Kückenlage befindlichen, womöglich cblorofor-mirteu Pferde wird die äussere Haut an der Grenze ihrer Verwachsung mit der Unterlage durchschnitten. Nunmehr sucht man das lockere
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Krankheiten itos Kopfes.
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BipdegeAvebe auf, welches die Drüsen unig'iebt, und trennt in diesem mit den Fingern, unter BeiliUlfe von Hellere und Messer die (lescliwulstinnssc los; dabei hüte man sieh, die ilussero Oesiclitsarterio und Vene, sowie den Steuson'schen Gang zu verletzen; WO dies nicht zu vermeiden ist, unterbinde man sie vorher. Wenn irgend möglich, beginne man mit dem Lospräpariren an den hinteren Partien, um die etwa verletzten arteriellen Gefiisse leichter unterbinden zu können. Zeigt sich die Unterzungendrüse mit erkrankt, so wird sie ebenfalls fortgenommen, Naob Entfernung der erkrankten Organe spült man das Operations­feld ab, bepudert die Oberfläche mit Jodoformtannin und heftet einen starken Werg- oder Jutebausch zur Stillung etwaiger .Blutung in der
Wunde fest. Dieser wird nach 24-.....18 Stunden entfernt, sodann offene
Wundbehandlung eingeleitet, worauf regelnlässige Heilung erfolgt. Das Auftreten von blutigem Speichel nach der Operation ist ebenso unbedenklich wie der Speichelabfluss aus der Wunde. Beide verlieren sich mit dem Erscheinen der Granulation.
0. Die Krankheiten der Ohren und Luftsiicke.
a) Verletzungen des äussereu Ohres.
Lit.: I.
indenberg, (iurlt u. Hertwig. 13. S. 212. Pofold, Thierllrztl. Mitl.li.
1885, S. 139.
Verletzungen derOhrmuschel kommen am häufigsten beiHunden,
aber
auch bei anderen Thieren vor. Absichtlich werden solche heim
Beschneiden des Ohrs veranlasst; ferner beobachtet man liier Biss­wunden oder Verletzungen durch Schütteln (bei Strafen), durch das häutige Schleudern mit dem Kopfe bei langohrigen Hunden; ebenso ziehen sich grössere Thiere Verwundungen am äusseren Ohre durch heftige Bewegungen des Kopfes gegen Nägel, Ilaken u, s. w. zu. Die früher häutiger als jetzt benutzte Ohrbremse gab ebenfalls An-lass zu solchen Verletzungen.
Uli
Beurtheilung. Sofern die Verwundung nur die ilussero Haut betrifft, hat sie keine besondere Bedeutung; bei der festen Verbin­dung derselben mit der Ohrmuschel leidet der Knorpel jedoch häufig mit und kann in verschiedener Richtung und Ausdehnung Trennungen erfahren. Bei Pferden sah ich eine vom Grunde bis zur Ohrspitze reichende Hisswunde, welche das Ohr genau in zwei gleiche Hälften getheilt hatte. Zuweilen findet man Querwunden, oder es werden Stücke
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Yorletzungen dos iiussercn Ohres.
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der Olirmuscliol vollstamp;ndig abgetrennt, Don Ohrknorpel erkennt man in der Wunde leicht an seiner weissen Farbe, Bei ilanden mit lim^'em Behänge reicht der Knorpel jedoch nicht bis zur Spitze des Ohres, sondern läuft in eine fascienartige Membran aus.
Die Heilung dieser Wunden wird zuweilen durch die Unrulie der Thiere (Reiben, Scheuern, SchüttelnI gestört; im übrigen erfolgt sie leicht. Längswunden heilen besser als Quenvunden.
Bei den durch Schütteln mit dem Kopfe in der Nähe der Ohr­spitze hervorgerufenen Verletzungen wird die Heilung dadurch er­schwert, dass die Thiere immer von neuem die Wunden reizen. Es entsteht 7nit der Zeit in der Umgebung der Wunde eine Verdickung; an der Wundfläche bildet sich geschwüriger Zerfall, wodurch der Knorpel blossgelegt und exfoliirt wird: die Oberfläche erscheint mit einer braunen Kruste bedeckt und blutet leicht. Dieser Zustand, als „äusserer Ohrwurmquot; bezeichnet, stellt ein chronisches Leiden und in der Hegel einen Folgezustaud der Otitis externa dar (S. 125).
Behandlung. Wo es auf das äussere Aussehen der Thiere nicht ankommt, werden lose Theile mit der Schere entfernt: bei sorgsamer Behandlung heilen jedoch solche wieder an. Zu diesem Zwecke hefte man die Wunde unter Anwendung antiseptischer Grundsätze, Nach­dem die Oberfläche der Wundränder gereinigt, eventuell mit der Schere geglättet (angefrischt), die blossgelegten und vorstellenden Knorpel­ränder so weit als möglich abgetragen sind, legt man eine umschlungene Naht an, und zwar womöglich sowohl an der äusseren wie auch an der inneren Ohrlläche. Es genügt, die Naht nur durch die äussere Haut zu legen, doch kann es sich gelegentlieh empfehlen, einzelne Hefte als Knopfnaht durch die Ohrmuschel zu führen, Mach nochmaliger Reinigung bedeckt man die Wunde mit Gelatine und Watte und sucht bei grösseren Thieren einen Verband um das Ohr zu appliciren; Hunden bindet mau die Ohren zweckmässig auf dem Kopfe zusammen; bei Pferden kann das Scheuern durch Anbinden zwischen zwei Pfeilern verhindert werden. Bleibt der Verband trocken, so lasse man ihn etwa 8 Tage liegen.
Bei ulcerösen l'rocessen an der Ohrmuschel muss vor allem das Schütteln mit dem Kopfe bezw. Schleudern mit den Ohren verhindert werden. Das erreicht man zwar durch Festbinden der Ohren auf dem Kopfe, sicherer aber durch gleichzeitige Behandlung der Entzün­dung des äusseren Oehörganges, welche hierzu meist Veranlassung giebt (S. 126).
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Krankheiten des Kopfes.
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Die wunden Stellen werden im ttbrigen nach dun allgemeinen GrmulsiU/.en der Chirurgie behandelt. Oft empfiehlt es sieh, die ent­arteten Hautabschnitte fortzuschneiden.
Eine seltene Beobachtung von Nekrose der Ohren machte Lindenraquo; borg. Boi einem Schweine, welches mehrere Tage an „gastrischem Fieber'' verbunden mit Verstopfung gelitten hatte, trat M Tage später Nekrose der Ohren ein. Die Ohrspitzen zeigten sich trocken und schwarz, Nach 3—1 Tagen hatte sich der Zustand bis '/a Zoll vom Grunde der Olir-musehel fortgesetzt. In den ersten Tagen fühlten sieh die Ohren wie Per­gament an, später wie hartes Leder, Dann begann die Dissection, welche am ti. Tage vollendet war, worauf in wenigen Tagen Vernarbung eintrat (Vergiftung mit Secalo cornutum?),
Pofeld beobachtete bei einer Kuh septische Phlegmone beider Ohren, wodurch ein grösserer Theil derselben verloren ging.
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h) Das Blutohr der Hunde. Othaematoma.
Durch Beissen an den Ohren, sowie beim gegenseitigen Beissen, häufiger aber noch durch gewaltsames Schleudern mit den Ohren in Folge von JuckgefUhl in denselben (Otitis) entstellen namentlich bei Hunden mit langem Behang häufig Blutgefässzerreissungen am Ohr und ein Bluterguss zwischen Ohrmuschel und die sie bedeckende äussere Haut. In der Regel erfolgt die Zerreissung unter dem Peri-chondriutn der Ohrmuschel, Das sogen. Blutohr der Hunde besteht demnach in einem subperichondraion Bluterguss, welcher meist an der inneren Ohr fläche auftritt, seltener an der äusseren, zu­weilen an beiden. Die Resorption erfolgt sehr langsam und bleibt meist unvollständig, was bei der Lage des Blutes auf dem Knorpel natürlich erscheint. Oft zeigt sieh das Blut lange Zeit liüssig; nicht selten trill't man nur noch eine seröse Flüssigkeit und Faserstoff in der Geschwulst. Wahrscheinlich wurde Hoffmann hierdurch zu der Annahme veranlasst, dass es sieh um Lymphextravasate handele; ich habe solche nie gefunden.
Erscheinungen und Verlauf. Wird man durch die schiefe Kopfhaltung auf ein Ohreideiden bei dem Hunde aufmerksam, so zeigt sich bei näherer Untersuchung an der Innenfläche der Ohr­muschel eine scharf begrenzte, bohnen- bis taubeneigrosse, runde oder längliche, lluetuirende, wenig schmerzhafte Geschwulst. Auf Ein­schnitte entleert sich flüssiges oder geronnenes Blut, worauf die gelb-weisse Oberfläche der Ohrmuschel deutlich hervortritt, die sich jedoch bei entsprechender Behandlung später mit Granulationsgewebe bedeckt. Letzteres entwickelt sieh zunächst in Form kleiner, einzeln stehender
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Entzündungen des iiu.s.soron Gehörgimgpa.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;125
rother Flecke, die sich allmählich über die ganze freigelegte Fläche aus­breiten. Darüber vergehen aber mehrere Wochen; die Heilung dauert daher längere Zeit. A.uch bleibt regelmässig eine Verdickung am Ohre zurück. Spaltet, man die Blutgeschwulst nicht,, so kann dieselbe Jahr und Tag bestehen und fuhrt zu grösseren Verunstaltungen des Ohres.
Behandlung. Nur bei kleinen lliimaloiuen kann Resorption unter Anwendung von Massage angestrebt werden; meist empfiehlt sich baldige Spaltung und zwar in der Längsrichtung des Ohres. Nach Entleerung des Inhaltes legt man einen kleinen Werg- oder Jutebauseh in die Wunde, um die Wiedervereinigung der Maut zu verhindern. Geschieht dies nicht, so heilt die Hautwunde oft per prim, int., und die Höhle füllt sich mit einer blutig-serösen Flüssigkeit oder mit Eiter. und man ist gezwungen, von neuem zu spalten. Zu dem gleichen Zweck und zur Reinhaltung der Wundfläche empfiehlt sich Bepinse-lung mit Jodtinctur und Einstreuen von Jodoform, um die Heilung zu beschleunigen; ebenso fördert das Festbinden des Ohres auf dem Kopfe mit Hülfe eines Netzes oder einer breiten Binde den Heilungsvorgang.
In präservativer Hinsicht kommt bei dieser Krankheit folgendes Linden in Betracht:
c) Die Entzündung des äusseren Geliörganges. Otitis externa.
Lit.: Nocard, Reo, de med. vetcr. 1891. Ostertag, Jahrb. 1890. S, (.)•_,. Schütz, Virchow's Arch. Bd. 60. Siedamgrotzky, Dresd. Her. 1878. S. 11. Bufcel, Her. hV|i. 1893.
In der Tbierheilkunde nennt man dieses Leiden auch ,iiineren Ohrwurm'', im Gegensatze zu den geschwungen oder chronisch entzünd­lichen Processen an der Ohrmuschel, welche als ..iiusserer Ohrwurmquot; bezeichnet werden. Es dürfte sieh zur Vermeidung von Verwechselungen empfehlen, diese Bezeichnungen fallen zu bissen, und zwar um so mehr, als sie der Otitis externa und interna gegenüber immer von neuem zu Ver­wechselungen führen.
Der dussere Gehörgang, vom Ohreingang bis zum Trommelfell reichend, hat aussen eine knorpelige Grundlage (Ohrmuschel), seine innere Abtheilung eine knöcherne. Ausgekleidet wird er von der äusseren Haut, welche, reich an grossen knäuelförmigen Talgdrüsen ist (Ohrenschmalzdrüsen).
Ursachen und quot;Verlauf. Das in Rede stehende Leiden kommt am häufigsten bei Hunden mit langem Behänge, seltener bei anderen Thieren vor. Unter dem Einflüsse des durch den Behang erfolgten Luftabschlusses, der höheren Temperatur und der mangelnden Ver­dunstung treten an dorn Ohrenschmalz Zersetzungen ein, deren Pro-
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Kninkhüilou des Kopfes.
1
duete die Hussere Haut des Gehörganges reizen. Seltener wird die Entzündung durch Fremdkörper im äusseren Gehörgange veranlasst;
docli will lli'ring Milben (Sarcoptos cynotis, heute Dermatophagus cania genannt) als Ursache des Leidens angetroffen haben. Obgleich viele Hunde mit OtitLs externa hierauf von mir geprüft wurden, so habe ich doch niemals eine Milbe im äusseren Gehörgange derselben ge­funden. Dagegen beobachtete ich das Leiden bei Lapins, durch Dertuatocoptes euniculi veranlasst: nach Zürn soll Dermatophagus euniculi dasselbe bewirken. Ostertiig fand im äusseren Gehörgange einer Kuh, welche heftiges Schütteln mit dem Kopfe gezeigt hatte, Vogelmilben ((Jamasus aurisl.
Bei Hunden greifen Ekzeme des Kopfes zuweilen auf den äusseren Gehörgang über; doch kann auch umgekehrt die Otorrhoe Ekzem nuten am Ohr hervorrufen,
Es giebt eine acute und eine chronische Form der Otitis externa.
Die acute Otitis entwickell sich beim Hunde meist in Folge eines Ekzems der Nachbarschaft oder dadurch, dasa bei Verletzungen in der Nähe des Ohreinganges das Wundsecret in das Ohr Qiesst, Man findet alsdann im äusseren Gehörgiinge lebhafte Secretion; ein gelbbraunes, meist eiteriges Secret bedeckt die lluutoberlläcln', lliesst aus dem Ohre ab und erzeugt unterhalb des Ohres in der Hegel ein Ekzem, Wird das Leiden vernachlässigt, so entwickelt sieh aus dem­selben eine chroniache Otitis; bei entsprechender Behandlung wird aber in 8—11 Tagen vollständige Heilung erzielt.
Die chronische Otitis lässt sich in eine superficiel 1 e und eine profunde trennen. Die erstere ist die häufigste Art der Otitis bei Hunden und entsteht durch die reizende Wirkung des zersetzten Ohrsecrets. Anfangs zeigt sich nur abnormes JuckgefUhl, die pigment­freie Haut des Gehörganges erscheint etwas geröthet und ist mit einer schwarzbraunen, schmierigen Alasse bedeckt, Leichter Druck auf den Grund der Ohrmuschel ruft ein angenehmes Gefühl hervor, welches die Thiore durch Anlehnen und Schiefbalten des Kopfes zu erkennen geben. In der IJegel entsteht hierbei durch den flüssigen Inhalt des Ohres ein „quatschendesquot; Geräusch, Nach einiger Zeit trifft man in der äusseren Abtheilung des Gehörganges ein gelbbraunes Secret und exeoriirte Stellen an.
Bei der profunden Form bestellt eiteriger Ausfluss (Otorrhoe): auf der Oberfläche des erkrankten Oehörganges zeigt sich Granu­lation, zuweilen mit Caries am Felsenbein verbunden. Bald überwiegt Eiterung, bald die Granulationsbildung: durch die letztere kann der
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Knt/.iimlunK des iius.scren QebOrgaugOS.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;127
ilussero Qehörgang vollsttlndig verlegt werden. Selten wird Perforation des Trommelfells und Otitis media beobaclitet.
Während lgt;ei dor ohronisch-superficiellen Perm das JuckgefUhl in den Vordergrund der Erscheinungen tritt, pHe^t die profunde Form mit grösseren Schmerzen verbunden zu sein. Fröhner beobachtete in Folge derselben bei Hunden Erbrechen und führt diese Erscheinung auf eine Reizung des Eamus auricularis vom Nervua vagus zurück. Nach dem üebergreifen auf das Mittelohr ho/.w. Gehirn kommen eben­falls Krämpfe und andere cerebrale Störungen zur Ausbildung, im VerlmUniss zu dem so häufigen Auftreten dieses Ohrenleidens bei Bunden werden derartige Complicationen jedoch nur selten beobachtet.
Um einen grösseren Abschnitt dos äusseren Gehörganges übersehen zu können, macht man, din Ohrmuschel mit beiden Händen ergreifend, eine Snpinationsbewegung, wobei der seitwärts gelegene Obreingang etwas nach vorn gezogen wird. Die Anwendung des Ohrenspiegels gewährt bei Hunden keinen sonderlichen Vort-hcil, zumal das Trommelfell mit demselben nicht sichtbar wird. Auch stört die Unruhe der Thiere sowohl das Einführen des Instrumentes wie auch die Untersuchung mit demselben.
Beurthoilung. Die acute Otitis gehört zu den leicht heilbaren Leiden, während die chronische Otitis externa der Therapie grössere, zuweilen unüberwindliche Schwierigkeiten bereitet. Hei der superflciellen Form führt Sorgfalt und Ausdauer meist, zum Ziele; die profunde Form aber pflegt unheilbar zu sein; je profuser die Eiterung, desto geringer ist die Aussiebt auf Heilung.
Behandlung. Hei der acuten Otitis genügt in dir Regel wieder­holte Reinigung des Gehörganges und Anwendung milder Adstrin-gentien. Ein kleiner, weicher Schwamm, an einem Stöckchen befestigt (Ohrenschwamm), wird mit lauwarmem Wasser oder Bleiwasser
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etränkt, ausgedrückt und in den (ieliörgaug eingeführt. Fnler lang-
samen Drehbewegungen entfernt man mit demselben die Secrete aus dem Ohr. Nach dieser Reinigung lasse man den Gehörgang mil Bleiwasser ausspritzen, sorge iudoss dafür, dass die Flüssigkeit mit dem Schwamm möglichst vollständig wieder entfernt wird. Excoria-tionen bepinselt man mil Höllensteinlösung (2 quot;/n). Bei hochgradigen Schmerzen leistet lauwarmes Hilsenkraulöl ins Ohr geträufelt, gute Dienste. Diese Behandlung muss täglich mindestens einmal und so lange wiederholt werden, bis die Absonderung vollständig ver­schwunden ist.
Gegen die chronisch-superficielle Otitis empfiehlt sich zunächst sorgfältige Reinigung des Gehörganges mit lauwarmem Seifen-
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Kninkliriton dt!a Kopfes.
wasser und dem Ohrensclvwamui, dann Auswischen des G'ebOrganges mit einer Lösung von Acid, tannic. und Acid, salicylic, in Spiritus (5 : 100). Auch leistet Alkohol gute Dienste. Butel empfiehlt eine (gt; quot;o alkoholische Lösung von Borsäure. Diese Behandlung muss jedoch täglich, und wenn das Leiden nachgelassen hat, wöchentlich einige Male wiederholt werden, um Recidive y,u verhüten. Man sorge dafür, dass keine Flüssigkeit im Ohre zurückbleibt. i5ei grösseren Schmerzen findet auch hier Bilsenkrautöl nützliche Anwendung.
Bayer liisst nach dem Weinigen Jiorsäure einstäuben; ebenso ist Resorcin, Jodoform und (due Reihe anderer Mittel empfohlen, doch kommt es weniger auf das Mittel als auf eine recht sorgfältige An­wendung desselben an. Nocard empfiehl! morgens wie abends eine Salbe aus Acid, salicyl. 10,0, Vaselin 100,0, der man auch 20 Tropfen Benzoetinctur hinzufügen kann, in etwa llaselnussgrösse in das kranke Ohr zu bringen.
Grössere Wucherungen werden mit dem scharfen Löffel fortge­nommen; ihre gestielte Beschaffenheit erleichtert oft die Abtrennung.
Die Entzündung des Mittelohres, d. h. der Paukenhöhle, bezeichnet man als Otitis media, die des Labyrinths als Otitis in-terna. Heide Leiden sind bei Thieren selten Gegenstand der Be­handlung, weil sie in der Regel intra vitain nicht erkannt werden: doch kommen solche vor, und zwar in Folge Ausbreitung der Ent­zündung vom äussereu Gehörgange aus, sowie durch eingedrungene Fremdkörper. Beim Rinde wurden durch Milben (Dermanyssus avium) im Mittelohr tobsüchtige Erscheinungen beobachtet (Stadler, Schu­macher). Schütz und Siedamgrotzky stellten Tuberculose des Mittelohres bei Schweinen fest. Vereiterungen im Mittelohr (Kaninchen) erzeugen epileptiforme Krämpfe. Ich seihst beobachtete oerebrale Störungen bei Lupins durch Dermatocoptes im Gehörgange und Mittel­ohre; die Thiere machten theils drehende, theils rollende Bewegungen; Manegebewegungen wurden auch bei Tuberculose des Mittelohres der Schweine beobachtet.
Ein Pferd zeigte heftige krampfhafte Bewegungen, sobald mau den Pinger in das eine oder andere Ohr einführte. Nach dem Bindringen des­selben in das linke Ohr näherte das Thier zunächst anscheinend willkürlich den linken llinterl'uss so weit als möglich dem Ohre, worauf sich zuckende Bewegungen in den Muskeln des Hinterfusses und Halses einstellten. Durch Druck am Grunde des Ohres konnten diese krampfartigen Bewegungen ebenfalls ausgelöst werden. Dasselbe erfolgte an der rechten Seite. Da auch der Druck des Geschirrs diese Erscheinungen hervorrief, so war das Pferd zur Arbeit unbrauchbar. Die Untersuchung des Gehörgangs ergab keine Veränderungen. Das Gehör war ungestört. Leider hot sich nicht
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Ohrflstel,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;12!raquo;
Gelegenheit dio Beotion zu machen; während dos Lebens konnte ich an den Obren nicht die fferinasten Yertlnderanoren nachweisen.
(1) Die Ohrflstel. Halskiemenfistel. Zalmbalgcyste.
Lit.: Verwey, Jahrb. 1886. S, 88, Kitt. Monatsoh, f. prakt. Thiorhk. 1892. S. 401,
Bei Pferden wird zuweilen am Grunde der Ohrmuschel, in der Mühe ihrer vorderen Fläche, eine nach unten zum Schläfenbein sich er­streckende, 2—4 cm hinge Fistel angetroflen, aus der sich für gewöhnlich nur eine geringe Menge seröser Flüssigkeit entleert. Die eingeführte Sonde stösst am Grunde des Kanals auf einen harten Körper, welcher sich nach Spaltung der Fistel als ein Zahn erweist; zu weilen finden sich mehrere kleine Zähne in der Geschwulst. Genau genommen stellt der Zustand keine Fisttd vor, sondern bildet den Kcst der nicht vollständig zum Verschluss gelangten Kiemenspalte. Deshalb cornniu-nicirt die Fistel zuweilen auch mit dem Luftsacke.
Der Zustand mass auf die Anwesenheit embryonaler Kiemenbogen und Ifiemenforohen zurückgeführt worden. Während das Einreissen der Verschlussplatte dieser Visceraltaschen und das Stehenbleiben dieses Zu-standes zur Spaltbildung am Ohre, Bachen, Schlund und Halse Veran­lassung giebt (Fistula auris et colii congenita), führt partielle Persistenz der nicht dnrehrissenen einfachen Furchen daselbst zur Bildung von Blind­säcken und Dermoidcysten. Die Zahngebilde, welche in diesen üeber-bleibseln embryonaler Apparate auftreten, entstammen einer Primitivzahn­falte des Mundliiihlenepitliels, das hier ebenso wie am Kiefer Schmelz-organe liefern kann, wahrscheinlich aber durch Dissemination einer Anzahl Organzellen der Nachbarschaft hierbei unterstützt wird (Kitt). Sitz des Zahnes bildet meist der Schuppentheil des Schläfenbeins; nicht selten tinden sich mehrere (2—t) vom Bau der Backenzähne. Zuweilen beschränkt sich der Zustand auf die Gystenbildung, und der Zahn fehlt.
Derartige abnorme Zahnbildungen werden auch an anderen Stellen angetroffen, z. B. im Gaumen, am Oberkieferbein, im Hoden und Eierstock.
Am Schläfenbein bleibt der Zustand oft lange Zeil hindurch un­bemerkt, bis entweder durch eine acute Entzündung der Balggoschwillst stärkere Anschwellung und Absonderung entsteht, oder bis zufällig dio Aufmerksamkeit auf die Fistelöll'nung gerichtet wird. Bei genauer Unter­suchung von aussen findet sich eine harte Geschwulst, welche mit dem Schläfenbein fest verbunden ist, und auf der die äussere Haut verschiebbar ist. Zuweilen entwickelt sich hier eine phlogmonöse Ent­zündung mit Abscedirung, wodurch das Bild wesentlich verändert wird. Erhebliche Störungen ruft das Leiden im übrigen nicht hervor, daher Möller, Spedelto Cbtrnrgte für Thtertlrzte, gt;, Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 9
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Kranklu'ili'H des Kopfes.
„I
wird bei minderwerthigen Thieren von einer Entfernung des Zahnes hlluflg Abstand genommen.
Bohandlung. Soll der Zustand behandelt worden, so spalte man die Fistel liis auf ihren Grund, entferne den /ahn. ätze die Aus-klcidung der (Icseliwnlst mit Zinc, chloral, oder Chromsäure (1 ! lquot;gt;, worauf die Heilung in 4—6 Wochen einzutreten pflegt. Gefässunter-bindung wird hierbei nur ausnahmsweise nöthig.
Bei den übrigen Thieren wird das Leiden selten angetroffen, Verwey fand eine Ziihncvste am Felsenbein des Hundes, welcher in Foloe dessen an Otitis externo lilt.
e) Chrouisclier Katarrh des Luftsackes.
Lit.; Kiviii. The Veterinarian 1872. Rosenkilde, Ekemann, Stockfletli Chirurgie. Günther,Nebel a. Vix. 1. S. 889. üblich, Dresd. Bar. 1881. S. 56. Degive, Jahresbericht. 83. S, 84. Weber, Berlin. thierHrztl. Wochenschrift. 1890. S. 75. Halm, Ad. Woch. 21. S. 157. Schlampp, das. 28. S. 21. Savareae, Jahrb. 1889 S. 97, Hallander, das. s. 86. Thomassen, Annal. ilc1 mdd. viStör. 1891. Johow, Thiertlrztl. Mitth, 1870. S. 109.
Die Schleimhaut der Luftsäcke des Pferdes, eine Fortsetzung der Rachenhöhlenschleimhaut und der Tuba Eustachii ist circa 0,3 mm dick. reich an acinösen Schleimdrüsen und mit Flimmerepithel be­kleidet. Sie besitzt eine grosso Dehnbarkeit und ist durch reichliche .Mengen .Bindegewebe mit ihrer Umgebung verbunden. Entzündliche Erkrankungen derselben kommen bei der geschützten Lage selten vor. wenn solche aber angeregt werden. nehmen sie regelmässig einen chronischen Verlauf. Das entzündliche Secret stagnirt, zersetzt sich und reizt seinerseits die Schleimhaut. Die flüssigen ßestandtheile des­selben worden zum grössten Theil resorbirt, während die testen durch die Bewegungen des Luftsackes zu kastanienähnlichen Körpern zu­sammengeballt werden, welche zuweilen die Grosse eines Eühnereies erlangen, an der Oberfläche gelbbraun, im Innern gelblich erscheinenraquo; und ihrer knorpelartigen Härte wegen als „Chondroidequot; bezeichnet worden. Ich fand eine grössere Menge derselben im Luftsack eines Pferdes, üblich zählte 317 Stück kleiner Chondroide im öesammt-gewicht, von 540,0 gr. Savarese entfernte 240 Stück im Gewicht von 0,8 — T.quot; g nach der Vi b O rg'schen Methode. In anderen Fällen bildet eine trübe, grützeähnliehe, d. h. mit vielen, grauweissen Gerinn-
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lüibu-rli des Luftsaokos,
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sein versehene Flüssigkeit den Inhalt des erkrankten Luftsackes; zu­weilen werden FuttorsfoHV in demselben angetroffen. Thomassen beschreibt einen Hydrops des Luftsackes bei einem - Monate alten Fohlen; Johow fand den Luftsack mit dickem Schleim angefüllt; der Zugang zur Rachenhöhle war durch die Anschwellung verlegt. Die Schleimhaut, durch den abnormen Inhalt ausgedehnt, drängt den Kehlkopf und die Luftröhre bei Seile, und nicht selten entstehen auf diese WeiseAthmungsbeschwerden. An derOberfläche der Schleimhaut linden sieh zuweilen Verdiokungen oder polypenartige Neubildungen. Meist leidet der Luftsaek einer Seite, seilen beide.
Ursachen. Hervorgerufen wird das Leiden durch Fortsetzung entzündlicher Processe von der Rachenhöhlenschleimhaut durch die Tuba lüistaehii bei der Bräune, Druse u. s, w. Auch können Fremd­körper, Futterstoffe in den Luftsaek gelangen und Erkrankung des­selben veranlassen (Kivitt, Kosenkilde. Dkeinann). Ob in solchen Fällen angeborene Bildungsfehler au der Tuba Kustaehii bestanden (Seh lam])])), geht aus den Mittheilungen der Berichterstatter nicht hervor. Möglicherweiso können Schwellungszustande am Eingänge der Eustachischen Röhre zu dem Fintritt von Futtermassen in den Luftsack Veranlassung geben. Schlamp]) fand 8(38,0 gr Futterbrei im Luftsack eines Pferdes, Rupprecht (S. 26) beobachtete Verletzung und Ent­zündung des Luftsackes durch ein nekrotisches Knochenstück, welches von einer Zungenbeinfractur herrührte. Hering und Hahn stellten bei rotzigen Pferden Narben, Knötchen und Geschwüre in der Schleim­haut des Luftsackes und Füllung desselben mit schleimartigen Secreten fest. Hal lander fand in dem katarrhalisch erkrankten Luftsacko ein Sarkom, welches in den Wirbelkanal eingebrochen war und Hemi-plegie veranlasst hatte.
Erscheinungen. 1. Der einseitige, schleimig-eiterige Nasen-ausfluss, meist ohne üblen Geruch, tritt periodisch stärker hervor und kann vorübergehend ganz verschwinden. Druck auf den Luftsack, wie solcher beim Kauen und durch Beizäunnmg einwirkt.
steigert den Ausfluss; ebenso gesenkte Hai
des Kopfes.
2. Die Anschwellung ist bald unbedeutend, bald aber auf­fällig: bei einem Pferde, dessen rechter Fuftsack mein- als ein Kilo Chondroide enthielt, war üusserlich von Anschwellung kaum etwas zu bemerken. In anderen Fällen tritt die Anschwellung in der Parotis-gegend auffällig und namentlich bei gesenktem Kopf deutlich hervor.
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KninkliiMtdi dea Kopt't-'s.
U;
Niclit selten verbreitet sieb die Geschwulst his auf ilio andere Suite und kann den Verdacbl erwecken, dass diese ebenfalls erkrankt sei. Je stärker die Ä.nschwollung, um so mein- tritt die fluetuirende Bescbaffen-iirit derselben hervor, öleicbzeitigos Auftreten von Gasen im er­krankten Luftsacke raaebt sieh bei den Kopfbewegungen des Pferdes zeitweise durch ein klatschendes Geräusch bemerkbar, und es lässt sieh durch Percussion die Grenze zwischen Flüssigkeit und Gasen ziemlich genau feststellen. Beim Fressen von der Erde sowie heim lu'iten und Fahren entleert sich ein Theil des Inhaltes, wodurch die An­schwellung zuweilen sichtlich abnimmt.
•'!. Bei starker Ausdehnung des Luftsackes eidstehen durch Com­pression des Larynx, der Trachea und des Schlundes Athem- und Schlingbeschwerden. Zunächst pflegl bei der [nspiration ein chiemendes Geräusch hervorzutreten, später wird auch die Rxspiration laut, l'er scheinbare Widerspruch zwischen den klinischen Beobachtungen und den Untersuchungen Günthers, wonach die Anfüllung der Luftsäcke mit einer Gipsmasse keine Athembeschwerden hervorrief, erklärt sieh daraus, dass nicht die Anfüllung des Luftsackes die Athembe­schwerden erzeugt, sondern die Ausdehnung und der Druck dos erweiterten Luftsackes auf Larynx und Trachea. Die Anfüllung der Luftsäcke mit grösseren Mengen Flüssigkeiten oder Gasen pflegt mit Athembeschwerden verbunden zu sein, während feste Massen (Chondroide) solche in der Rege] nicht veranlassen, in den von mir beobachteten Fällen traf dies zu; auch steht diese Beobachtung mit den Angaben der Literatur in üebereinstimmung.
I. J5ei stärkerer Anfüllung des Luftsackes zeigen die Thiere Neigung, den Kopf nach der gesunden Seite zu halten, was sich be­sonders heim Reitpferde in auffälliger Weise bemerkbar macht.
.quot;(. Absolute Gewissheit Über die Gegenwart des Leidens giebt der G ü nth er'sche Luftsackkatheter.
i
Differentialdiagnose. Nicht selten wird das Leiden mit An­schwellungen in l'arolis oder der suhparotidealeu Lymphdrüsen ver­wechselt ; hierbei tritt die Geschwulst jedoch weniger schart be­grenzt hervor. Aehnlicheu Ausfluss können ulcerative Processe in der Rachenhöhlc erzeugen. In zweifelhaften Fällen muss der Günther­sehe Katheter entscheiden, dessen Application bei einiger Uebung auch am stehenden Pferde nicht schwer fällt.
Die Beurtheilung des Leidens gestaltet sich im ganzen uu-
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Katarrh des Luftsackes,
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günstigi Meist wird der Zustand erst erkannt, wenn die Schleimhaut des Luftsackes bereits erhebliche anatomische Verilnde-rungen erfahren hamp;i und mit seiner L^iu^ebuiiii; verwachsen ^' isl. in Folge dessen alle Mittel ohne Erfolg bleiben. In ^k anderen F'dllen wird durch sachgemässo Behandlung Heilungnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;n
erzielt. Spontane Heilung tritt selten ein; Günther be­schreibt jedoch einen solchen Fall.
Behandlung. Die mehrfach empfohlenen Dunstbäder sind werthlos, wie schon Haubner betont hat; [rrthtimer in der Diagnose haben ihren Ruf begründet. Heilung wird nur durch vollständige Elntleeruug des Inhaltes und directe Einwirkung auf die Sclüeimhaut des Luftsackes erzielt. Der Zugang zum Luftsack kann durch die Tuba Eustachii erreicht werden (Günther), oder man stellt einen solchen auf operativem Wege her. Die erste Methode führt selten zum Ziele, denn sie gewährt in der Kegel keinen genügenden Äbfluss für den Inhalt des Luftsackes; wo sich Chondroide gebildet haben, bleibt dieselbe ganz un­wirksam. Der Günther'sche Katheter kommt daher we­niger für die Therapie als für die Diagnose der l.nl't-sackerkrankung in Betracht.
Derselbe bestellt aus einer etwa 50 cm langen Messing­röhre; (las eine Ende derselben 1st geschlossen, aber mit zwei Seitenöffnangen vorsehen und etwas gebogen. Das andere Ende nimmt den Zapfen eines eisernen Griffes auf. welcher gleichfalls schwach gebogen ist und einen Längsspalt zur Auf­nahme dos sog. Zeigers besitzt.
Der Zeiger bildet eine circa 20 cm lange Peder und dient zur Feststellung der Entfernung der Eustachischen Rühre vom Naseneingang. Indem man die Entfernung des lateralen Augen­winkels, welcher in gleicher Höhe mit dem Eingang zur Tuba Eustachii liegt, vom Naseneingange mit der Feder niarkirt, er­kennt man nach Einführung des Instrumentes, wann das obere Ende desselben bis zur Tuba Eustachii vorgedrungen ist. Die Application des Katheters geschieht bei massig gestrecktem Kopfe. Nachdem die Feder gestellt und eine Bremse aufgesetzt ist, führt man die Bohre, das gebogene Ende gegen den harten Gaumen gerichtet, in den unteren Nasengang ein, bis der Zeiger andeutet, dass das Ende des Instrumentes am Hingänge der Tuba Eustachii angelangt ist. Sodann wird mit dem Griff des Instrumentes eine Viertelwendung gemacht, so dass die Spitze desselben lateralwärts gerichtet wird. Darauf sucht Der OUnther-man, den Griff des Katheters gegen die Nasenscheidewand ge- Katheter drückt, unter sondirenden Bewegungen das Instrument in den
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Krankliciten dos Kopl'e.s.
Luftsaok /n schieben, Das unbehinderte Vordringen desselben ohne zu-rüokgedrtlngt zu werden, beweist, tlass es im Lut'tsacke angelangt ist. Nunmehr wird dor Griff abgenommen, und der dünnflüssige [nhalt kann sieh durch die Bohre entleeren, Auch lassen sich Flüssigkeiten durch dip Röhre in den Luftsack .spritzen. Soll der Katheter um liegenden Thier eingeführt worden, so lagere man das Maul etwas hüfaer, um durch eine Bewegung des Handgriffs gegen dio Nasenscheidewand die gebogene Spitze des Katheters lateralwärts in die Tuba Kustachii zu dirigiren.
Zur blutigen Eröffnung des Luftsackes sind verschiedene Methoden empfohlen, welche alle gewisse Vorzüge und Naohtheile haben.
Bei ruhigen Pferden kann die Operation zwar am stellenden Thiere ausgeführt werden: doch ziehe ich vor, in der Seitenlago zu operiren, Bestellt hochgradige Athembeschwerde, so kann das Nieder­legen wegen der Erstickungsgofahr bedenklieh werden ; man halte deshalb alle Instrumente zur Tracheotomie bereit. Diese Operation vorher auszuführen, wie Lehlanc u. a. empfohlen haben, halte ich mit Her twig nicht für nothwendig, wenn nur alles vorbereitet ist, um im Nothfalle sofort die Luftröhre öffnen zu können.
1, Das iilteste Verfahren der „Hyovertebrotomiequot; .stammt von Chabert (1779), welcher durch den Griffelkinnbackenmuskel in den Luftsack vordrang. Man verfährt dabei wie folgt: Nachdem vor dem Flügelfortsatze des Atlas die Haare in einer Ausdehnung von 5—10 cm abgeschoren sind, macht man etwa 1 cm vor dem vor­deren Hände des Flügelfortsatzes und parallel mit demselben einen llautschnitt. Unmittelbar vor dem Flügelfortsatze liegt der vom zweiten Halsnerven stammende Ohrnerv, den man so nicht verletzt. Nachdem mit leichten Schnitten auch die Subcutis getrennt ist, er­kennt man an ihrem gelblichen Aussehen die Parotis, die nach vorn gelegt wird. Sodann stösst man auf eine von den Halsmuskeln stam­mende dünne Pascie, die ebenfalls in der Richtung und Ausdehnung des Hautschnittes mit dem Messer getrennt wird. Der nun zu Tage tretende (Jrilfelkinnbackenmuskel wird mit einem spitzen Bistouri oder Skalpell durchstossen, und zwar so, dass der Rücken des Messers gegen den Flügelfortsatz des Atlas gerichtet, und das Heft des­selben ein wenig gegen diesen geneigt ist. Auf diese Weise dringt die Spitze des Messers in den Winkel ein, welcher vom !'. und 10, Hirnnerven mit der inneren Kopfarterie gebildet wird, ohne diese zu verletzen. Nach dem Zurückziehen des Messers schiebt man sofort einen Finger in den Luftsack.
Abgesehen von der Gefahr für die genannten Nerven und Ge­lasse kann diese Operation auch deshalb nicht empfohlen Werden,
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Hyovertubrotomio.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 136
wei] die Oeffnung tucht gross genug wird, um festen Inlmlt. (Chon-droide) aus dem Luftsaoke zu enbfernen,
2.nbsp; Derselbe Vorwurf trifft in nocli höherem Grade die Methode von Lecocq, welcher durch den öriffelzungenbeinmushel in den Luf't-sack einzudringen empfahl. Das Verfahren gestaltet sich im ganzen
wie bei dem (' li ab er t'sclien, nur wird der Schnitt etwas höher gelegt, Bei diesem Operationsverfahren kommt indess nicht nur die ilnssere und innere Kopfarterie (unten und rückwärts), sondern auch der Angesichts- und Zungennerv (oben, bezw. unten) in Gefahr, Gegen diese beiden Methoden fällt ferner ins Gewicht, dass bei starker An­schwellung des Luftsackes oftmals eine bedeutende Verschiebung in der anatomischen Anordnung der Tbeile eingetreten ist, und die Ge­fahr der Verletzung der genannten Gefässe und Nerven um so grosser wird. Bei den OperatiousUbuugen, besonders am Cadaver lassen sich diese Methoden dagegen leicht ausführen.
3,nbsp; nbsp;Viborg empfahl die Eröffnung des Luftsackes von unten, und zwar von dem Dreieck aus, welches durch die Sehne des Brust-kinnbackenmnskels und durch die äussere Kinnbackenvene mit dem hinteren bezw. oberen Rande des Unterkiefers gebildet wird. In der Mitte dieses Dreiecks und parallel mit dem genannten Muskel macht man einen 5—10 cm langen Hautschnitt, der bis zum Kunde des Unterkiefers reicht, Nach Spaltung des Halshautmuskels und Tren­nung des Bindegewebes gelangt man auf den Luftsack, der nach Viborg zunächst mit dem Trokart angestochen werden soll; die Oeffnung kann sodann mit dem Kinger erweitert werden. Diese Me­thode hat den Vor!heil, dass die Oeffnung an der tiefsten Stelle des Luftsackes liegt, der Abfluss daher erleichtert wird; auch lassen sich feste Inhaltsmassen durch dieselbe entfernen.
Bei starker Ausdehnung des Luftsackes gelingt die Oeffnung desselben nach dieser Methode ziemlich leicht, doch ist die Operation nicht so einfach, wie sie vielfach von Praktikern geschildert wird. Offenbar wurden, in dem Glauben, die Hyovertebrotomie ausgeführt zu haben, oftmals nur i'arotisabscesse geöffnet; schon Hering machte hierauf aufmerksam
#9632;I. Für die Praxis eignet sich nach meinen Erfahrungen am meisten die Methode von Dieterichs. Hierbei wird zunächst ebenso vorgegangen wie bei dem Chabert'schen Verfahren, der Haut­schnitt jedoch ein wenig tiefer gelegt, so dass derselbe über das untere Ende des Flügelfortsatzes hinausreicht. Man präparirt ebenso
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Knmklieiti'u dos KoptV.s.
wie dort tue Parotis bei Seite, durohsolmeidet die Kascie cl(gt;r llals-muskelii und gelang! so an den lünteren Rand des Griffelkinnbackon* muskels. Ohne den Luf'tsack von der medialen Fläche dieses Muskels abzustossen, fj,'eiif man mil den Zeigefingern beider Hände prilparirend vor, schiebt das Bindegewebe bei Seite und sucht den Winkel ayf, welcher durch den Abgang der Qinterhauptsarterie von der Carotis gebildet wird; die [mlsirenden öefiisse lassen sich leicht fühlen. In­dem man den Zeigefinger der Linken Hand so in den öefässwinkel bringt, dass die VblarflUche desselben gegen die Theilungsstelle K1'-richtet ist, schiebt man an der Dorsalfläche des Pingers entlang ein spitzes Bistouri in den Luftsack ein. Ohne die linke Hand zu ent­fernen, geht man sodann mit dem rechten /eigelmger in den Lul'tsaek ein und lässt den linken folgen, um erforderlichenfalls die Oeffnung im Luftsack durch Aut'reissen desselben zu vergrössern.
Soll ein Haarsei] oder Drainrohr durch den Luftsack gelegt werden, so stellt man in dem Viborg'schen Dreieck eine Qegen-öffnung her. Dieterichs benutzte hierzu emen gekrümmten Trokart, doch gelingt die Application des Haarseils ebenso einfach, wenn man mit einer stumpfen Haarseilnadel vom Lul'tsaek aus einen Druck gegen dieses Dreieck ausübt und hier den Einschnitt nach der Vi-borg'schen Vorschrift bewirkt.
Ohne Zweifel verdient die Methode von Dioterichs den Vor­zug. Sie vermindert die Gefahr, grössere öefässe oder Nerven zu verletzen, giebt eine grosse Oeffnung, um den Lul'tsaek- vollständig zu entleeren und gewährt einen günstigen Abfluss für das Seeret. Wo bei starker Anfüllung des Luftsackes das Aufsuchen der Blutgefässe aid' Schwierigkeiten stossen sollte, führt: man eine stumpfe Haarseil­nadel im der Theilungsstelle der Gefässe in den Luftsack ein.
Bei dem Dieterichs'schen Verfahren gelang es mir, mit der ganzen Hand in den Luftsack einzudringen und von hier aus die Tuba Eustachii zu untersuchen, Die Nachbehandlung besteht in Ausspülung des Luftsackes mil Desinflcientien, Adstringentien und anderen dem Krankheitszustande der Schleimhaut angepassten Mitteln. Leim Aus­spülen des Luftsackes hüte man sich jedoch, grosse Mengen Flüssig­keit, einzuführen, welche durch die Tuba Eustachii in die Rachen­höhle, Luftröhre und Lungen gelangen können. Degive verlor ein Pferd, dem Kalilauge auf diesem Wege in die Lungen geflossen war, an Pneumonic.
Casuistik: Am 11. März 1886 wurde dem Spitale eine ältere Schiminolstute we^en einer Anschwellung am Halse überwiesen, Das dem
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Hyovertebrotomie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 137
gewOhnliohen Arbeitssohlage angebürige Pferd zeigte sich frei von all­gemeinen Krankbeitsersobeinungen, Der Kopf wurde gestreckt gebalteu, Seitwärtsbewegungeii mit demselbeii vermieden. Ans der Nase entleerte sich oino dickflüssige, gelblich-weisse, schaumige Flüssigkeit, welche bei tiefer Kopfhaltung vermehrt, dickflüssig, eitertthnlicb wurde, Schon im Stande der Uulie konnte ein sehniobondes Inspirationsgeräusch bemerkt worden, das bei der geringsten Erregung und Bewegung des Tbieres auch bei der Exspiration hörbar wurde. Das Schlucken machte dem Tbiere sichtlich Beschwerden, und von dem aufgenommenen Wasser lloss ein Theil durch die Nase zurück, in der Parotisgegond befand sich an beiden Seiten eine Anschwellung, welche rechterseits am stärksten hervortrat, hier eine birnenförmige Gestalt besass, das schmälere Ende am Grunde des Ohres liegend, das untere breitere Ende den vorderen Halsrand um 5 cm über­ragend und sich bis in den Kehlgang erstreckend, Die Länge der Ge­schwulst betrug 35 cm, ihre grösste Breite 29 cm. An der linken Seite besass die Geschwulst eine mehr rundliche Gestalt, war hier von geringer Grüsse und weniger scharfer Begrenzung; ihre Länge betrug 1-, ihre grösste Breite 15 cm, lgt;ie äussere Haut zeigte an beiden Seiten des Halses Spuren scharfer Einreibung. An der Anschwellung Hess sich deutliche Fluctuation erkennen. Die Percussion ergab an der rechten Seite in den unteren Abschnitten einen leeren, in den oberen einen tympanitischen Ton. Links war der Percussionston überall leer. Bei Bewegungen des Kopfes und schnellem Druck auf die Geschwulst hörte man an beiden Seiten ein deutliches Plätschern, In der Mitte des Halses befand sich eine Tracheo-tomie-Narbe. Der Kehlkopf schien seine normale Lage beibehalten zu haben, dagegen machte die Trachea unter der Anschwellung einen nach links ge-krümmten Logen.
Bezüglich der Diagnose konnte in diesem Falle kein Zweifel bostehen, weshalb zur Operation geschritten wurde, und zwar nach der Methode von Dietericbs mit der Modification, dass der Einstich mit einer Haarseilnadel erfolgte; bei der starken Anschwellung und Verschiebung der Organe war es unmöglich, die Theilungsstelle der Arterion aufzufinden, Auf den Ein­stich entleerte sich sofort eine Menge unangenehm riechender Gase. Xach-dem in dem Viborg'schen Dreieck eine Gegenöffnnng hergestellt war, er­gossen sich etwa 2,5 Liter trübe, weisse Klümpchen enthaltende Flüssigkeit, Der Lnftsack wurde ausgespült und ein dickes Drainrohr durch denselben gelegt.
Nach dem Aufstehen war die Geschwulst an beiden Seiten verschwunden, das Athmcn regelmässig; auch konnte das Futter jetzt ohne Störung auf­genommen werden.
Vom l:gt;gt;. Mttrz ab wurde der Lnftsack täglich einmal ausgespült und zwar abwechselnd mit einer #9632;'!quot;.,igen Acidiim tnnnieum- und einer Kalium perraanganioum• Lösung von gleicher Concentration. Danach nahm der Ausfluss aus der Nase erheblich ab, aus der unteren Operationswunde ent­leerte sich schleimiger Eiter. So hielt sieh der Zustand längere Zeit, auch als eine Lösung von Alum, aceticum zum Ausspülen des Lnftsackes benutzt wurde. -- Nach Entfernung des Drainrohrs schlössen sich die Wunden, mussteu aber am 22, April wiederhergestellt werden, weil der Luftsack sich von neuem füllte. Die hierauf angewandten Ausspülungen von Kai. permangan,. Alum, acetic, Sublimat lquot;n blieben ohne Erfolg. Der Aus-lluss bestand in beschränktem Masse fort.
Am !•. Juni wurde Patient niedergelegt, und die Operationswunden, namentlich die oberen so erweitert, dass man mit der Hand in den Luft-
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Krankheiten des Kopfes.
liv.'
stiok gelangen und die Pingor in die Tuba Eustaohii einführen konnte. Die Finger der durch dio MaulbOhle eingeführten linkpn Hand konnten eben­falls in die Tuba Eustaohii vordringen, so dass sich beide Hände bier bo-rührten. Die Tuba erschien reichlich weit, doch wurde dio mediale Wand derselben nach den Empfehlungen Bassi's und Niebuhr's mit einem ge-knöpften Tenotom gespalten. Das Ausspülen des Luftsaokes wurde hierauf fortgesetzt; auch fanden von Zeit /.u Zeit Auspinsolungen mit einer 20/oigen Sublimatlösung statt, Alle diese Mittel blieben jedoch ohne Folge, dio Ab­sonderung bestand fort, in der Schleimhaut trat keine erhebliche Sobrumpfung ein, so dass der Luftsack seine abnorme Grosse beibehielt.
Nachdem am 1''. Juni festgestellt worden war, dass das Pferd auch bei der Bewegung keine Atbembeschwerden zeigte, wurde die Behandlung aufgegeben und Patient zunächst auf die AVeide geschickt. — Im Dezember 188G war das Pferd vollständig arbeitsfähig, die Operationswunde indess noch nicht geschlossen: dieselbe hatte sich abgegliittet. Die Secretion war gering, und der Luftsack erheblich verkleinert.
Dieser Fall beweist, wie hartnäckig sich das Leiden gestalten kann, was besonders da zu erwarten sein durfte, wo der Zustand bereits längere Zeit bestellt, und der Luftsack eine starke Aus­dehnung erfahren hat. In fester Verbindung mit seiner Umgebung kann derselbe nicht leicht auf sein normales Volumen zusammen­schrumpfen.
Möglicherweise bietet, auch die durch den andauernden Auslluss bewirkte Ausdehnung der Tuba Eustaohii ein Hinderniss für das Zu­standekommen der Heilung.
Der von Thomassen beobachtete llydrops des Luftsackes war eben­falls mit Anschwellung, leichter, inspiratorischer Dyspnoe und Dysphagie verbunden. Mittelst Probeeinstich wurden 2 Liter eines bernsteinfarbigen Serums entfernt, sodann ein Drainrohr durch den Luftsack gelegt, worauf in 8 Monaten Heilung eintrat.
ii
f) Tympanitis dos Luftsackes.
Lit.: Niebuhr, Her. Rep. 21. S. 74. Bassi, Her. Hep. 23. S, 347. Friebel ii. Kühnert, Thier, Mitth. 1882. S. 52. Stockt'le tb , Chirurgie. Tho-niassen, Annal. de möd. vetör. 1891. Gerlach, Topogr. Myologie des Pferdes v. Günther S. 75, Perosino, Her. Hep. 15.8. 169, Prince, daa. 16. S. 58.
Nachdem von französischen Autoren, namentlich Vatel und (iobior auf ein als „Tympanito gutturale* beschriebenes Leiden aufmerksam gemacht worden war. ist dasselbe wiederholtauch anderswo beobachtet worden (Bassi, Niebuhr, Friebel, Degive, Möller). Priebel und Kühnert fanden den Zustand bei Füllen bald nach der Geburt. Es handelt sieh um Anhäufunof einer abnormen Menge Luft
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Tympimitis des Luftsiickos.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1;{9
oder Gase in den Luftsäcken, welche hierdurch in einem Masse aus­gedehnt werden, duss hochgradige Athembeschwerde eintritt. In der Parotisgegend maelit sich eine Geschwulst bemerkbar, welche bei der IVrcussion einen tvni|ianitisclieii Ton giebt. Ein kräftiger Druck aui die Geschwulst ruft in Folge Entweichens der Ijiii't durch die Tuba Eustachii zuweilen ein pfeifendes Geräusch hervor.
Meist handelt es sieh um junge Thiere, Fohlen (Niebuhr, Stoekfleth, Friebel), und in der Kegel waren beide Lullsiicke betroffen. Wenn der Luftsack auf operativem Wege geöffnet wird, entleeren sich die Gase, häufen sich jedoch wieder an, sobald sich die Oeffnung schliesst.
Prüft man die in der Literatur mitgetheilteu Fälle genauer, so ergiebt sich, dass es sich bei diesem Leiden um zwei Zustünde handeln kann, nämlich :
1. um das Eindringen von atmosphärischer Luft durch die Tuba Kustachii und allmähliche Anhäufung derselben im Luftsucke. Wahrscheinlich erfolgt dies beim Schluckact, veranlosst durch Defor­mitäten an der Tuba, wodurch diese, als Ventil wirkend, den Eintritt der Luft begünstigt, ihren Austritt aber nicht gestattet, Der Luftaus­tritt scheint auch bei normaler Bildung erschwert zu sein.
Degive Hess am Cadaver durch einen Trokart Luft in den Luft-sack eintreten und konnte beobachten, dass diese längere Zeit darin verblieb, (lerlach führte den Zustand auf eine Lähmung der lieber des Ganmensegeis zurück, welches nach ihm die Tuba Eustachii ver-schliesseii soll, weil in einem von Gerlach beobachteten Falle sich diese Muskeln an der kranken Seite atrophisch zeigten, Auch K. Günther giebt ZU, dass auf diese Weise eine Anfülhmg des Luftsackes mit Luft erfolgen könne. Die so in den Luftsack ein­gedrungene Luft soll, wie Gerlach annahm, nicht zurücktreten können, weil die Tuba den Luftsack gleichsam ventilartig versclilicsst. Ein Verschluss durch das Gaumensegel dürfte allerdings beim Schluckact erfolgen, und der Lufteintritt dadurch vcranlasst werden, dass das Gaumensegel die Mündung der Eustaclii'schen Röhre nicht gehörig deckt.
lieber die physiologische Bedeutung der Luftsäoke gehen die An­sichten aus einander, Pranck hält sie für „Sicherheitsröhrenquot;, bestimmt, den Luftdruck in der Paukenhöhle auszugleichen und eine abnorme Span­nung des Paukenfells durch Abänderung des Luftdruckes zu verhindern. 'Weniger zutreffend erscheint die Annahme, dass sie an der Stimmbildung einen Antheil haben, oder dass die Bespirationsluft durch den Aufenthalt in den Luftsäcken erwärmt werde, Peru si no stellte durch Versnclie fest, dass sieh die Luftsiicke bei jeder Exspiration füllen, bei der Inspiration dagegen zusammenfallen. Durch einen in den Luftsack eingeführten Trokart
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Kninkhi'itrii ilcgt;s Kopl'e.s
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Bobob Perosino eine mit etwas Alkohol versehene Röhre und konnte be­obachten, (lass bni joder Exspinition ein Aufsteigen, bei jodor Inspiration ein Sinken der Flüssigkeit eintrat. Heftiges Athmen brachte diese Er­scheinung in versttlrkteni Masse hervor. Perosino glaubte deshalb, dass die Luftsäcke bestimmt seien, die Strömung der [nspirationsluft bei heftigen Anstrengungen zu massigen, Prince dagegen schliesst sich der von Prange zuerst gettusserten Ansicht, an, wonach den Luftsäcken die Auf­gabe zufällt, die liewegungen des Kopfes zu erleichtern, indem sie gleich­sam als elastische Kissen wirken.
Nach Perosino sollen sich bei Thieren, die in Folge Verstopfung der Nasenlöcher ersticken, die Luftsäcke enorm erweitert zeigen.
'2. Andere der veröffentlichten Beobachtungeu lassen erkennen, dass es sich um Öasentwickelung in dem katarrhalisch erkrankten Luftsack handelt (Bassi, Degive, Müller). Diese Fälle, mit Er­krankung der Schleimhaut und Anhäufung von flüssigem Secret ver­bunden, müssen nach den S. 130 mitgetheilten Grundsätzen beurtheilt mul behandelt werden.
Behandlung. Wo es sich um die Anhäufung atmosphärischer Luft handelt, dürfte zunächst die Application des Günther'schen Ka­theters zu empfehlen und. falls die Anhäufung von neuem eintritt, die Oeffnung des Luftsackes mit Anlegung- eines Baarseiles oder Drain­rohres zu versuchen sein. Stockfleth erzielte auf diese Weise Heilung, Friebel durch Trokarirung des Luftsackes mit darauf folgen­der Anwendung von Adstringeniien (Zinc. sulf. in 20/(i Lösung). Wo das Verfahren erfolglos bleibt, empfiehlt es sich, die Tuba Eustachii zu spalten, wie es von Xiehnhr mil Erfolg geschah; möglicher­weise wird hierdurch die venfcilartige Wirkung der Tuba aufgehoben. Thomassen empfiehlt, den .Luftsack am hinteren Rande des Unter­kiefers zu ötfnen, mit dem eingeführten Zeigefinger die Oeffnung zu erweitern, sodann den Luftsack mit einer antiseptischen Flüssigkeit auszuspülen. Bezüglich der mit diesem Leiden verbundenen Atliein-beschwerden gilt dasselbe, was bereits bei Besprechung des Luftsack­katarrhs gesagt worden ist.
lt;. Krankheiten des Schädels.
Bei den Thieren bat das Q-ehirn und der als Schädel bezeichnetcopy; Abschnitt des Kopfes eine erheblich geringere Ausdehnung als beim Menschen. Ein Theil der Schädelhöhle wird von der Stirnhöhle be­deckt, namentlich bei den Wiederkäuern, Verletzungen dieser Kopf-
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Knu-tinvu und Verletzungen der Sobädelknochen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;141
gegend erlangen daher bei weitem nicht die bohe Bedeutung wie
heim Menschen.
a) Fracturen und Verletzungen der Schädelknochen.
Lit.: Meyer, Qurli u. Hartwig. 17. S. 178. Becker, das. 1. s. 261. Curdt, das. 17. S. 300. üebelen, Her. Bep. 38. S. 597, Fiöhn, Th, Mitth, 187'.). S. (,)7. Mn riot, Quaterly journ. of vet, seien, in India. 1887. Textor, Vot. Sanit.-Beriohto 1877/78. Gröning, Zeitscbr, für Veterinär-künde. II, S, 8, Conti, Rec, de med, völör, 1892. Pflug, Deut. Zeit-sehr, f, Thiermed. 1893.
Zur Bildung der Schädelhöhle tragen die Scheitelbeine, Schlafen­beine, das Hinterhauptshein und die oberen Abschnitte der Stirnbeine bei: an der unteren Fläche das Keilbein, vorn das Siebbein.
Niederstürzen, Ueberschlagen, Gfegenrennen, Hufschläge, Horn-stösse, bei Fleischfressern Hisse von anderen Thieren, Schläge und älm-liche Verletzungen, welche mit grösserer Gewalt einwirken, können Brüche der Schädelknochen veranlassen. Das Keilbein bricht zuweilen heim Niederstürzen durch öegenstoss. Zwar kommen subeutane Brüche an den genannten Knochen vor. meist aber bandelt es sich um com-plicirte Fracturen. In vielen Fällen besteh! zugleich Erschütterung laquo;der Verletzung des (Jeliirns bezw. des verlängerten Markes durch dislocirte Bruchstücke.
Die Beurtheilung gestaltet sich hiernach verschieden. Solange nur die äussere Platte der Schädelknochen verletzt ist, verläuft der Zustand günstig, sofern keine gefährlichen Cotnplicationen vorliegen, ist; zugleich die innere Knochenplatte getrennt, so wird der Zustand höchst bedenklich, insbesondere da. wo ein complicirter Bruch be­stellt. Aller auch in solchen Fällen wird noch Heilung beobachtet. Uebelen sah einen Mund und Meyer eine Kuh genesen, bei denen das Uehirn freigelegt und verletzt war. Ich habe mehrfach sowohl bei Pferden wie auch bei Hunden Verletzungen der Schädelknochen gesehen, die bis auf das Gehirn reichten und heilten. Bei einem Hunde blieb Taubheit zurück, auch ging aus seinem Benehmen hervor, dass sensorielle Störungen bestanden. Nach dem einige Jahre später erfolgten Tode ergab die Section einen bedeutenden Defect am Schläfen­bein sowie an den betretfenden Abschnitten der Hemisphäre des Grross-hirns. Erfolgt Infection der Wunde, so gehen die Thiere in der Regel an eiteriger Meningitis zu Grunde (Fischer).
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Krankheiten dee Kopfes.
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Jk'i Pferden beliandelfce ich wiederholt Verletzungen der Scheitel­beine, welche sich die Thiere durch Hennen gegen scharfe Gegenstände zugezogen hallen; in einem Falle lu^' die Dura mater frei zu Tage, Da die Patienten bald nach stattgehabter Verletzung zur Behandlung kamen, su gelang es, Heilung per priraam int. zu erreichen. Ohne jedwede Stiirmi^' im Allgemeinbefinden und ohne einen Tropfen Kiter heilten die Verletzungen in 3- 4 Weichen. Durch eine sorgfältig durchgeführte Antisepsis liisst sich hier vieles erreichen, doch ver­spreche man nicht zu viel und sei namentlich bei der Prognose vor­sichtig, sobald Hirnsymptome zugegen sind. Doppelt bedenklich wird die Prognose, wenn diese längere Zeit (mehrere Tage) anhalten, oder erst nach dieser Zeit auftreten. Die Beobachtung dieser allgemeinen Regel ist um so wichtiger, als die Ermittelung der Ausdehnung der durch den Bruch bedingten Vcrlelzung oft unmöglich wird.
Ein günstiger Ausgang steht in sicherer Aussicht, wenn sieh in den ersten 8 'lugen nach dem Eintritt des Bruches keine Zeichen eines Gehirnleidens (Eingenommenheit, Tobsucht, Krämpfe u. s. w.) bemerkbar gemacht haben. Innerhalb dieser Zeil bleibt aber die Prognose auf jeden Fall zweifelhaft.
Gröning beobachtete beim Pferde durch üeberschlagen einen Bruch des linken Scheitelbeines. Nachdem einige Tage hindurch eine leichte Besserung eingetreten war, zeigte sich das Pferd periodisch aufgeregt und schreckhaft| das Pressen wurde oft unterbrochen, Am 6, Tage stellten sich Kram plan lalle ein, und am 7. starb das Pferd. Bei der Section fand mau Blutgerinnsel in der Schädelhöhle, in den Hirnkammern 44,0 gr einer klaren, hellrothen Flüssigkeit und im linken Scheitelbeine einen (i cm langen Spaltbruch,
Conti sah eine Schftdelfractnr durch Niederwerfen entstohei;. Dieraquo; Stute blieb kurze Zeit regungslos liegen, schlug dann heftig mit den Glied-massen. Nachdem das Pferd am -I. Tage darauf eingegangen war, fand man bei der Section von der rechten Seite des Hinterhauptsbeins ausgehend 8 Bruchlinien. Die eine verlief vom linken Condylus zum gerissenen Loch, die /.weite reichte bis zum Grunde des rechten Condylus, wahrend die dritte das Hinterhauptsbein vom Schläfenbein trennte. Ausserdem zeigte sich der Körper des Hinterhaupts- und Keilbeins mehrfach gebrochen,
Pflug beobachtete eine Scbildolfractur beim Pferde durch l'eber-schlagen, welches auf der Stelle verendete. Bei der Section fand sich das K'opfskeletl quer durchbrochen, so dass dasselbe zwei vollständig ge­trennte Theile bildete; gleichzeitig war die Medulla vom Gehirn ab­gerissen .
Brüche des Keilbeines, in der Regel auch die des Hinter­hauptbeines, führen in kurzer Zeit, zuweilen schon nach wenigen Augenblicken den Tod herbei. Ebenso Practuren an den übrigen Schädelknochen, sofern sie mil erheblicher Blutunff in der Schädel-
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FractuR'n und Ysrletzungon der Sohädolknoobon.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1.43
hülilo rerbunden sind. Mariot sah ein Pferd unter Bewusstlosig-keit und zunehmender Atherubeschwerde plötzlich sterilen, nachdem es sieh überschlagen hatte. Kecker theilt eine Beobachtung mit, wonach ein Pferd, welches mit dem Kopfe gegen eine Wand ge­schlagen hatte, momentan verendete. Die Section ergab einen Splitter-brueb des Hinterhauptbeines mit starkem Bluterguss auf der Medulla oblongata,
Behandlung. Bei subeutanen Brüchen ohne erbebliche Dis­location ist Idoss Kühe erforderlich, Durch kalte ürnschlöge, Ab­führmittel und magere Diät beugt man den Hirnerscheinungen vor. Wenn die Dislocation der Fragmente hei eiiif'achein Bruch nur gering ist, und keine Störungen in der llirnl'nnction vorhegen, beschränkt mau sich auf das gleiche Verfahren, Erscheint die Reposition (dine Her­stellung einer äusseren Verletzung, also ohne Get'iUirdung des asep­tischen Verlaufs möglich, so muss sie versucht, werden. Vorsicht ist namentlich da geboten, wo die äusseren Umstände der Durchführung einer strengen Antisepsis ungünstig sind. Bei complicirten Schädel­brüchen nmss diese in strengster Form eingeleitet werden, sofern die Verletzung noch frisch, d. h. nicht über 2\ Stunden alt ist. Nach dem Abscheren oder Kasiren der Haare wird die Wunde mit desinlicirteii Fingern untersucht, Knochensplitter und Fremdkörper soweit möglich entfernt, sodann sorgfältig ausgespült. Man spare nicht mit der des-inlicirenden Flüssigkeit und lasse diese womöglich in starkem Strahl einwirken. Es schadet durchaus nicht, wenn sich hierbei in dem Binde­gewebe durch Eindringen der Flüssigkeit, ein ödematöser Zustand bildet. Losgelöste Gewebsfetzen werden mit der Schere entfernt. Dann hefte man die Wunde mit stcrilisirtem Material (Catgut. Seide) und lege einen Occlusivverband an, was namentlich beim Pferde mit Hülfe der Halfter, an der die Bindentouren befestigt werden, recht gut gelingt. Das Pferd wird sodann zwischen zwei Pfeilern angebunden, damit es den Verband nicht abreissen kann: nur selten besteht hierzu be­sondere Xeigung. In den ersten 48 Stunden sollte man den Patienten nicht aus dein Auge verlieren und den etwa auftretenden Gehirn-störungen gegenüber Massnahmen treffen, Ruhe, magere Diäl und event. Abführmittel sind auch hier zu empfehlen.
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Kiankliciten des Kopfes.
b) Gelünierscliüttenuig. Commotio cerebri.
Lit: Wilhelm, Dread, Bericht. 1887. S. (17.
Bei Pferden werden Gehirnerschütterungen durch üeberschlageu, Niederstürzen oder Gegenrennen beim Durchgehen, seltener durch Huf-schlllge beobachtet. Wilhelm stellte den Zustand bei einer Kuh fest, welche von einer l.-quot;) m hohen Mauer gestürzt war. Bei llmi-deii und Katzen zeigen sieh die Ei'scheiaungen der Gehirnerschütte­rung nach dem Stur/ aus einem Fenster, durch Schlag auf den Schilde! u. s. W.
Erscheinungen. Eingenommenheit des Bewusstseins, Unver­mögen aufzustehen und zu gehen, zuweilen blasse Färbung der Schleim­häute des Kopfes und ein kleiner, retordirter Puls deuten auf den Zustand hin; bei Fleischfressern beobachtet man auch wohl Er­brechen. Die Respiration wird zuweilen unregelmässig.
üeber die hierbei am Gehirn bestehenden Veränderungen gehen die Ansichten noch aus einander: die Annahme molecuhirer Verschie­bungen genügt kaum, um den Zustand zu erklären; auch haben die neuen Versuche von Koch und Filehne eine vollständige Klar­legung der Vorgänge nicht erzielt.
Verlauf. Sofern die Erschütterung mit weiteren Verletzungen (Schädelbrüchen, Blutungen in der Schädelhöhle) nicht verbunden ist, verlieren sich die Krankheitserscheinungen meist in kurzer Zeit) oft schon nach wenigen Stunden, spätestens in einigen Tagen. Zuweilen folgt ein sog. ßeactionsstadium, d. h. die Schleimhäute röthen sich, der Puls wird beschleunigt und gespannt: ein Zustand, der als fieber­hafte Erkrankung aufgefassl wird.
Behandlung. Mine medicamentöse Behandlung erscheint meist nicht erforderlich, würde im übrigen eine symptomatische sein müssen, llierhei kommen namentlich Excitantien, besonders die Berzthätigkeit anregende Mittel in Betracht. Man gehe den Thieren absolute Ruhe und leicht verdauliche Nahrungsmittel in massigen Quantitäten. Auch in dem von Wilhelm mitgetheilten Falle trat nach zwei Tagen voll­ständige Wiederherstelluna des Thiores ein.
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Brüche der Stirnbeine.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 145
o Briiolie der Stirnbeine.
Lit.: Hendriokx, Annal. de m6d. v6t6r. 1890. S. 245. Hulford-Haslomere, The vet. rec. 1893.
Soweit diese an dem oberen Absclinitte derselben (Facies cei*e-lirali.s) bestehen, verlangen sie dieselbe Beurtheilung und Behandlung wie Schädelbrliehe. Anders, wo diese die Stirnhöhle bilden, oder der Bruch nur die ftussere Platte des Knochens einnimmt; hier haben Fracturen je nach dem Sitze eine verschiedene Bedeutung,
Brüche des Augenbogenfortsatzes bringen ebenso wie Fracturen am .1 oc li fo rtsa tz des Hehltlfenbeins das Auamp;re in (let'ahr, indem bald der disloeirte Knochen, bald die mit der Fractur vorbuiulene ISIntun^' einen Druck auf den Bulbus ausübt und Ex-ophthalmus erzeugt. Bei complicirten Brüchen an dieser Stelle kommt noch die Gefahr hinzu, dass die Phlegmone der Orbita unter Um­ständen auf den Opticus übergreift nnd durch Sehnervenatrophie (Amaurosis) zur Erblindung führt. Auch das ünterkiefergelenk kann bei diesen Brüchen gefährdet werden (S. 118).
Die Erkennung dieser Brüche fällt nicht schwer. Dislocation ties fracturirten Knochenfortsatzes, Anschwellung, oft zugleich der Bindehaut des Auges geben hinlänglichen Aufschluss. Nur bei starker Anschwellung kann die Diagnose zweifelhaft bleiben.
Die Behandlung subeutaner Brüche des Augenbogenfortsatzes ohne erhebliche Dislocation verlangt ein kühlendes Verfahren, um die Blutung und die damit für das Auge verbundene Gefahr mög-licbst zu beschränken. Aus dem gleichen Grunde lasse man dem Thiere in den ersten 24 Stunden kein Kutter geben, um Kaubewegungen, #9632;welche nicht nur schmerzhaft sind, sondern auch die Blutung anregen, möglichst zu vermeiden.
Bestellt eine erhebliche Dislocation, so versuche man diese zu beseitigen; bei complicirten Brüchen event, mit Hülfe der Knocben-schraube oder der Trepanation, wie Henclrickx empfiehlt. Bei f'ri-schen Fracturen muss die Antisepsis in ihre Rechte treten, doch ist bei dei- Auswahl der Flüssigkeiten Rücksicht auf die Cornea geboten; man wähle Mischungen, welche diese nicht schädigen. Sodann wird ein Occiusivverband angelegt.
Müller, Speoielle Chlnirglo für Thlerilrzte. s. Aufl,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10
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KrankheiU'ii des Kopfes.
Bei Wiederkftuern sind Fracturen des Hornfortsatzes nicht selten; abnorme Beweglichkeit dos Bornes und Anschwellung event. auch Crepitation kennzeichnen dieselben. Kidstanden durch heftiges Stossen raquo;der Festsitzen mit den Hörnern, verlaufen diese Brüche meist, günstig; sofern der Bruch subcutan bleibt, tritt regelmässig Wieder­vereinigung ein: oft erfolgt diese selbst bei oomplicirten Brüchen,
Via. 48.
Verband beim Bruch dos Hornfortsatzes.
namentlich wenn sie noch frisch sind, so dass Asepsis erlangt wird. Anderenfalls empfiehlt sich oft, den Hornfortsatz ganz zu entfernen. Zuweilen werden nach Jiriiclien des Hornfortsatzes bei Kühen be­denkliche Polgen beobachtet. Textor berichtet über eine Kuh, welche
Fig, 48 a,
Schiene zu obigem Verbände.
nach Heilung eines solchen Bruches an epileptiformen Krämpfen litt, die alier beseitigt wurden, als man durch Trepanation den blutig­eiterigen Inhalt aus der Stirnhöhle entfernte. Ein Bulle war nach Heilung dieses Bruches ausseiquot; Stande, Kühe zu decken; obgleich regelin'assige Krectionen eintraten, so fiel das Thier beim Versuche zu springen stets auf die kranke Seite und wurde dadurch zur Zucht unbrauchbar. Bei coinplicirten Brüchen wird unter umständen eine
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Ablösung der llönicr.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;147
Ausbreitung des Eiterungsprooesses his auf das Gehirn und Tod unter den Erscheinungen von Meningitis beobachtet.
Die Behandlung verlangt bei subcutanen Brüchen Fixation des Qornfortsatzes, was durch Anlegen eines Verbandes mit BUlfo eines passenden EolzstUckes, das über beide Hörner reicht, gelingt (i''i^. 48). Hautverletzungen müssen vorher desinfleirt worden. Dann lasse man das Thier so anbinden, dass das Horn nicht aus seiner Lage gedrängt werden kann.
Erfolgt die Abtrennung des Hornfortsatzes so vollständig, dass eine Wiedervereinigung nicht zu erwarten steht, so nimmt man den­selben mit einer Säife fort und legt darauf einen Verband an.
Fracturen an den Abschnitten der Stirnbeine, welche die Stirnhöhle bedecken, sind oft mit Dislocation der Knochenstücke und Verletzung der Schleimhaut der Stirnhöhle verbunden. Anschwellung, Eindruck an der Stirn, anfangs blutiger, später eiteriger Nosen-ausfluss kennzeichnen diese Brüche, welche meist ohne weitere Stü-rungeii heilen, zuweilen aber eine chronische eiterige Erkrankung der Stirnhöhle zur Folge haben (vgl. diese).
Sobald der Knochenbruch subeutan bleibt, und kein blutiger Ausfluss aus der Nase besteht, erfolgt die Heilung ohne besondere Hülfe. Complicirte Brüche sind auch hier antiseptisch zu behandeln. Sofern die Complication auf Verletzung der äusseren Haut beruht, erlangt man wohl vollständige Asepsis: zeigt indess blutiger Nasen-auslluss idne Verletzung der Schleimhaut der Stirnhöhle an, so darf auf aseptischen Verlauf nicht gerechnet werden. Aber auch hier wird regelmässig Heilung erzielt, und können die Thiere schon vor dem Abschluss derselben zur Arbeit verwendet werden.
Starke Dislocation nach innen lässt sich durch Anwendung der Knochenschraube oder mit Hülfe der Trepanation beseitigen. Die letztere findet auch da Anwendung, wenn nach Heilung des Bruches der Nasenausfluss nicht aufhört, im übrigen kommen die allgemeinen Grundsätze der Chirurgie, in Anwendung.
d) Ablösung der Hörner.
Unter denselben umständen wie Brüche des Hornfortsatzes kommt beim Rinde nicht selten Loslösung dos einen oder anderen Hornes vor. Bald ist die Verbindung zwischen Horn und Hornfortsatz nur gelockert, bald wird das Horn von letzterem vollständig getrennt. Das Horn kann sich zwar wieder regenoriren, doch erlangt das neugebildete nie die natür-
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Wm
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Krankheiten des Kopfes,
Hohe Foriri, es entsteht immet' ein Schönheitsfehler, Auf den sonstigen Zustand des Tbieres übt der Verlust des Homes keinen nachtheiligen Ein-lluss ans.
Ist die Trennung unvollständig, so lasse man das Horn gründlich reinigen und lege sodann einen Verband an. Hierzu eignen sieh besonders Bindetouren, die mit Theer bestrichen werden. Ebenso verfahre man bei vollständiger Ablösung nach Entfernung des Hornes,
Hulford berichtet über die Wiedervereinigung des Hornes mit dem fracturirten Hornfortsatze bei einer Shorthornkuh, Nach sorgfältigem llei-nigen und Bestreichen mit Carbolöl wurde das 10 Stunden vorher ab­getrennte Horn auf den Stirnfortsatz gesehoben und durch einen Verband befestigt, in 15 Tagen soll eine völlige (?) Wiedervereinigung eingetreten sein.
e) Wunden und Verletzungen am Schädel.
Sofern Wunden und Verletzungen am Schilde] nicht mil Prac-tiircn verbunden sind, verlangen sie keine besondere Behandlung, Allerdings kann durch Einwirkung grober Gewalten eine öehirn-erschütterung hervorgerufen werden, welche sich durch Betäubung, Zwangsbewegungen und dumnikollerilhnlicho Erscheinungen zu er­kennen giebt (S. 111). Da sieb dummkollerige Pferde nichl selten Verletzungen am Kopfe zuziehen, so kann unter Umständen wohl ein Zweifel darüber entstehen, welches Leiden das primäre ist, die Hirn­erkrankung oder die Verletzung.
Wo Störungen der Himfunction fehlen, erlangen Verletzungen am Schädel nur ausnahmsweise eine besondere Bedeutung.
Beim Pferde verdient eine Verletzung besondere Beachtung, niimlieli die Ablösung des Schopfes. Durch plötzliche, unge­schickte Bewegungen des Kopfes gegen feste Gegenstände reisst zu­weilen die den Schopf tragende Haut von ihrer Unterlage von nuten nach oben ab, und bietet die Wiedervereinigung derselben niclil geringe Schwierigkeit. Krfolgt diese niimlieli nicht auf dem ersten Wege, so schrumpft der abgelöste Hautlappen und zieht sich mehr und mehr zurück, wodurch Luxuspferde entstellt und entwerthet werden.
Bei Hunden habe ich zu wiederholten Malen chronische Life­rungen in den Schläfenmuskeln beobachtet, welche durch Fremdkörper unterhalten wurden. Bei einem Jagdhunde zog ich einen Holzsplitter von 8 cm Länge aus dem Muskel, der nachweislich ;l i Jahr in demselben gesteckt und immer neue Abscedirungen ver-anlasst hatte.
Die beim Kinde durch das Stirnjoch veranlassten Verletzungen sollen bei den Lruckscliäden besprochen werden.
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Tispancitios der Sohädelliöhle,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 11 (J
Die Beurtheilung wie Behandlung dieser Zustände gestaltet sidi im ganzen einfach. Dass auf die etwa vorhandene Gehirn­erschütterung Rücksicht zu nehmen ist, verstellt sich von selbst; Ruhe, Kühlen und Ahführmitte] kommen hier in Betracht, A.b-lösungen des Schopfes müssen mit Hülfe der Antisepsis womöglicli zur directen Wiedervereinigung gebracht werden; man hefte nach sorgfllltiger Desinfection der Wunde die Hautlappen mit enger Knopf­naht, event, unter Zuhülfenahme von Entspannungsuähten und applicire einen Occlusivverband. Aueli da. wo liereifs Eiterung eingetreten ist. suche man durch gut angelegte, nicht zu dünne Hefte der Retraction des Hautlappens entgegen zu wirken. Die bei Hunden in den Schläfen­muskeln voi'kommenden Eiterungen verlangen eine genauere Unter­suchung, um etwa vorhandene Premdkörper, Schrotkörner u. s. w.
zu entfernen.
f) Die Trepanation und Trokarlrung der Schädelhölüe beim Scliafe
und Rinde.
Lit.; Möller, Piltz, Zoitsohrift. 1877. S. 65. Nooard, Jahresbericht 1886. S. 85. Zürn, Thierisohe Parasiten. Stöhr, Th. Mitth. 1868. S, 119. Kühl-mann, das. S. 122. Scholz, das. 1871. S. 147. Dammaun, Quvlt u. Herfcwig. 180!). S. 18. Fürstenberg, Thierarzt. 1866. S. 8. Cooper, Jahrb. 1805. S. 152. Bertlioldt, Coinpt, rend, de recole d'Alfort ou de Oyon. 1885. Hartenstein. Jahrb. 1887. S. 52.
Im Gehirn des Schafes, seltener des Rindes und anderer Thiere entwickelt sich die Finne des im Hunde parasitirenden Bandwurms, Taenia coenurus, oft bis zur Grosse eines Enteneies, so dass die Thiere an den Kolgezuständen zu Grunde gehen. Die sog. Drehwnrni-krankheit oder Drehkrankheit pflegt mit auffälligen und signili-canten Erscheinungen und zwar fast nur in den ersten landen Lebens­jahren bei Schafen aufzutreten, so dass über die Natur derselben in der Regel kein Zweifel besteht. In Bezug auf die Erscheinungen dieses Leidens muss auf die Lehrbücher der speciellen Pathologie verwiesen werden. Ich beschränke mich auf eine kurze Darstellung der dia­gnostischen Anhaltspunkte bezüglich des Sitzes des Parasiten. Lassen unsere Kenntnisse über diese Frage.' auch manches ZU wünschen übrig, so gelingt es doch in der Regel, aus den äusseren Lrscbeinungen so weit zuverlässige Schlussfolgerungen zu ziehen, um auf operativem Wege die Heilung des Leidens versuchen zu können. Zwar stösst auch diese in vielen Lallen auf irrosse Schwieriffkeiten, so dass nur
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Krankheiten des Kopfes.
#9632;
ausnulinisweise ein wirklicher Nutzen mit (lor Operation er/iolt wird, wie i(.'li bereits an anderer Stelle zu begründen versuclit luilie. Da jedoch alle ttbrigen Mittel, welche gegen dieses Leiden in Anwen­dung gebracht sind, z. 15. Pikrinsäure und andere Chemikalien, das Brennen (Neirac) sowie auch das neuerdings zuerst in England empfohlene Abkühlen des Schädels mit Eis (das unter Umständen drei Wochen lang erfolgen soll), sich unwirksam gezeigt haben, so bleibt als einziges Mittel die Trepanation oder Trokarirung des Schä­dels übrig. Schon im vorigen Jahrhundert wurde diese Operation von Laien in primitiver Weise mit dem Taschenmesser versucht, doch konnte zuerst einiger Erfolg erzielt werden, als man im Besitze zweckmässigerer Instrumente war; diese bestehen in einem kleinen, J cm breiten Trepan (Hue ff) oder in einein besonderen Trokari-rungsbesteck, welches zuletzt von Zehden vervollkommnet wurde.
Selbstverständlich handelt es sich zunächst um genaue Fest­stellung des Sitzes der Blase, welche sich in der Hegel in der Nähe der Oberfläche einer Grosshirn-Hemisphäre findet. Zuweilen giebt sich die betreifende Stelle durch grössere Weichheit, Nachgiebigkeit der Schädelknochen bei kräftigem Druck auf dieselbe zu erkennen; bei der Percussion zeigt sieh der Ton an der betreifenden Stelle weniger laut, gedämpft; eine Erscheinung, auf welche bereits im vorigen Jahrhundert Willburg aufmerksam gemacht hat. Häufig aber fehlen diese Zeichen, und es kann nur aus den Locomotionsstörungen mit einiger Wahrscheinlichkeit der Sitz des Parasiten vermuthet werden. Hierüber ist Folgendes zu bemerken:
1. Bei ausgesprochener Neigung zu Drehbewegungen pflegt die Blase an der Oberfläche einer G rosshirn-liemisphäre zu liegen, und zwar an der Seite, nach welcher gedreht wird; dieses Symptom ist nach meinen Erfahrungen von allen noch das zuver­lässigste. Ausnahmen von der Hegel kommen namentlich bei grossen Blasen vor. welche zugleich auf die tiefer gelegenen Gehirnabschnitte einen Druck ausüben.
-. Drehungen des Vorderkörpers um das I lintertbeil (Zeiger-bewegung) lassen die Blase in der Tiefe oder auf der Hemi­sphäre derselben Seite oder auf dem Boden des entgegen-ffesotzteil Ventrikels vermuthen.
:i. Gesenkte Haltung des Kopfes und Neigung zur Trab­bewegung und auffälliges Heben der Vorderbeine spricht für den Sitz am vorderen Ende der Hemisphäre oder in der Tiefe auf dem Corpus striatum.
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Trepanation der Sobädelböhle.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;15]
4,nbsp; nbsp;Taumeln, Unsicherheit des öangea lilsst dos Kleiohirn oder die hinteren Lappen dos Grosshirns als Sitz der Blase vermuthen.
5.nbsp; nbsp;Beim Niederstürzen mit rollenden Bewegungen um die Längsachse des Körpers bildet die Basis des Kleinhirns oder die Varolshrücke oder die Medulla oblongata den Sitz des Parasiten.
(i. Stolpern und Stürzen bei einem Gange mit hoch ge­hobenem Kopfe (Segler) spricht für den Sitz der Blase zwischen dem Gross- und Kleinhirn.
Hieraus ergiebt sieh - so wenig zuverlässig auch die Schlüsse sind —, dass vornehmlich bei der ersten Gruppe, den wirklichen Drehern auf operativem Wege etwas zu erreichen in Aussicht steht, und ferner, dass die Schädeldecke über den Hemisphären zur Aus­führung der Operation in der Regel gewählt werden muss. Der grössere Umfang der Blase erleichtert das Auffinden derselben.
Die Mehrzahl der Operateure hat sich dafür ausgesprochen, dass — sofern die Schädeldecke selbst keine Anzeichen für den Sitz der Blase erkennen lässt - bei Böcken die Stelle, welche etwa 1 cm hinter dem inneren Bande des Homes liegt, bei weiblichen 1—2 cm hinter dem II oru fortsatzc die meiste Aussicht bietet, die Blase anzutreffen. Etwa 2 cm von der Mittellinie entfernt, trifft mau hier das Centrum des llinterlappens (Dammann). Auf keinen Fall darf die Operationsstelle sich der Mittellinie über O.o cm nähern, um Verletzungen des Sinus longitudinalis zu vermeiden.
Die Oeffnung der Schädelhöhle mit einem dünnen Trepan wird nach den allgemeinen Kegeln, jedoch unter möglichster Wahrung der Asepsis ausgeführt. Nachdem die Schädeldecke perforirt ist. spalte man die meist verdünnte und sich vorwölbende Dura, mater und suche die unter ihr gelegene Blase mit Hülfe der Pincette zu entfernen. Die Hautwunde wird hierauf durch eine Gatgut- oder Seidennaht ge­schlossen, mit Jodoform bestreut und mit Terpentin oder Theer be­deckt. Auch würde sieh hierzu Wundgelatine eignen (S. 2).
Meine Erfahrungen mit dem Trepan waren nicht günstig, und ich bin der Meinung, dass der Trokart den Vorzug verdient. Bei der Anwendung desselben verfährt man wie folgt:
An dem auf einem Tische in der Seitenlage befindlichen Thiere wird an der Oberfläche des Schädels die Wolle abgeschoren und die Haut desinlicirt. Die bei stark gehörnten Böcken edler Hacen be­stehende Neigung der Haut zur Faltenbildung erschwert die Des-infection des Operationsfeldes. Hierauf versieht mau den Trokart mit
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l\'niukln.'iU'ii des Kopfes.
seiner Hülse, die der Dicke des Scliädels entspricht, d. li, bei welchem sieh die runde Scheibe nicht, erheblich weiter vom Ende der Hülse be­findet, als die Dicke der Scheitelbeine beträgt, damit das [nstrument nicht zu tief in das Gehirn eindringt (Fig, 50), Bei einiger üebung und Vorsicht bedarf es jedoch dieser Vorrichtungen nicht. Auch kommt in Betracht, dass die Dicke des Schlldels erheblich schwankt; bei weiblichen Lilmmern zeigt er sich nur wenige Millimeter, bei stark gehörnten Böcken oft über 1 cm dick. Die Spitze des sorgfältig event, durch Kochen in Wasser desinficirten Trokarts etwas median-
wärts und nach hinten gerichtet, wird mit Fig- t11-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;einigen leichten Hammerschlägen durch das
Schädeldach getrieben.
Hiernach zieht man das Stilet zurück,
und sofern die Blase getrotl'en ist, entleert sieh der aus klarem Serum bestehende In­halt derselben, Nachdem der freiwillige I Ahlhiss desselben aufgehört hat, geht mau | mit der leeren Spritze (Fig. 49) durch die Hülse in die Schädelhöhle ein, um durch Anziehen des Kolbens das Wasser aus dei Blase zu eul leeren.
Nun wird die Hülse entfernt, doch lasse mau durch einen Hehülfeu die Haut
Spritze njirli Zehden,
Trokart nach Zehden.
in der Umgebung der Wunde fixiren, damit man bei dem späteren Eingehen mit der Spritze die Oeffnung im Knochen leicht wieder findet; gebraucht man diese Vor­sieht nicht, so dauert das Suchen nach der Trokart-Oeffnung oft unerwartet lange. Die
Spritze wird mit der rechten Hund so er-
fasst, dass sieh der Daumen im hinge des Stempels befindet, während die übrigen Finger das [nstrument umfassen. Nachdem dasselbe etwa ebensoweit wie der Trokart eingeführi ist, sucht mau durch eine langsame Bewegung des Daumens den Kolben der leeren Spritze so zu bewegen . wie es zur Füllung derselben geschieht. Findet sich noch Wasser au der betreffenden Stelle, so tritt dies in die Spritze ein und wird entfernt, das Instrument aber in derselben Weise wieder eingeführt, hegt sich beim Anziehen des Kolbens ein Theil der Coenurusblase gegen die Oeffiiung der Spritze. so zeigt sich beim Heben des Stempels ein Widerstand. Während
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Trepanation der SohtldelhOblo,
durch weiteres Heben des Kolbens die Blase festgehalteu wird, zieht man die raquo;Spritze limgsimi zurück, um so den Parasiten Ins durch die Hautwunde hervorzubewegen. Sobald er sirh hier zeigt, erfasst man ihn mit. der in der linken Hand bereit gehaltenen Pincette, legt soforl die Spritze bei Seite und nimmt auch mit der fechten Hand eine Pincette, um nun mit diesen beiden die Blase allniillilieli und vorsichtig durch die Trokart-Oeffnung hervorzuziehen, was in der Regel selbsl dann leicht erfolgt, wenn die Blase einen grösseren umfang hat. 1st der noch zurückgebliebene Theil der Blase mit Serum gefüllt, so liisst sie sich nicht ohne weiteres durch die Trokart-Oeffnung befördern. Sobald ein grösserer Widerstand beim Extrahiren hierauf hindeutet, schiebe man eine dünne Stahlsonde neben der Blase in die Tiefe und suche dieselbe zu durchstossen und so der Flüssigkeit Abfluss zu schaffen. Die meiste Schwierigkeit pflegt mit dem Ansaugen und Her­vorziehen der Blase verbunden zu sein; doch gelingt dies bei einiger üebung stets.
Nach Entfernung des Parasiten wird die Hautwunde nochmals desinficirt und mit- Terpentin, Theer oder Collodium bedeckt; die Heilung derselben erfolgt regelmüssig per prim. int. Dagegen stellen sicdi dem Heilerfolge der Operation nicht selten andere Hindernisse entgegen. Bald gehen die anscheinend glücklich operirten Thiere nach wenigen Stunden ein, und hei der Section zeigt sich eine Ge­hirnblutung, veranlasst durch zufällige Verletzung eines grösseren Gefässes der Meningen. Wurde dicht sorgfältige Antisepsis an­gewendet, so entstehen auch wohl entzündliche Processe im Gehirn; besonders gefährlich zeigt sich in dieser Beziehung die Verletzung eines Seiten Ventrikels, worauf leicht ein Hydrocephalus purulentus mit tödtlichem Ausgange folgt. Die Thiere hissen in den nächsten Tagen die zunehmenden Symptome des Hydrocephalus bezw. Meningitis er­kennen.
Ein weitere?; Hinderniss für den Erfolg liegt, in der Gegenwarl mehrerer Parasiten an verschiedenen Stellen des Gehirns; sie finden sich nicht selten im Kleinhirn, wo ihre Beseitigung unmöglich er­scheint.
Endlich kommt auch der Pali vor. das.- man die Blase nicht an der vermutheten Stelle antrifft: muh Entfernung des Stilefs findet dann kein Abfluss von Flüssigkeit statt. In diesem Falle bleibt zu überlegen, ob der Trokart tiefer eindringen, oder ob an einer anderen Stelle die Operation wiederholt werden soll. Wenn antiseptisch vor­gegangen wurde, hat die Wunde in der Regel keine besondere Be-
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Krankheiten des Kopi'e.-i.
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deutung, und es steht der Wiederholung lt;los Versuches an einer nu-deren Stelle nichts entgegen. Zuweilen liegt der Parasit in der Tiefe, wo ilim auf operativem Wege überhaupt nicht beizukommen ist; auch mit Hülle des zuerst von Störig construirten, später von Leh­mann verbesserten Hirndurchsuchers lässt sieh in solchen Fällen selten etwas erreichen. Dass die Verletzungen, welche mit der Anwendung dieses Instrumentes verbunden sind, keine so grosse Gefahr ein-schliessen, wie man früher wohl glaubte, haben die Versuche mit demselben ergeben. Auch kann der 1 lirndnrehsucher nicht, wie es von Köll geschehen, als eine Quälerei, aber ebensowenig als ein nütz­liches Instrument bezeichnet werden, denn es lilsst sich mit demselben die Blase nur anstechen, was jedoch nicht genügt.
Die grössten Schwierigkeiten bieten Bücke mit starkem Gehörn: bei ihnen besitzen die Stirnhöhlen eine grosse Ausdehnung, bedecken einen er­heblichen Tiieil dos Schädels, so dass man nur die hinteren Lappen des Grosshirns direct von aussen erreichen kann. Ich habe in solchen Fällen ver­sucht, zunächst die Stirnhöhle zu tropaniren und von hier aus das Schädel­dach mit dem Trokart zu öffnen. Es fällt jedoch schwer, die Stirnhöhle zu desinficiren, zumal grössere Wassermengen beim Ausspülen derselben in die Nasenhöhle abäiessen und Athembeschwerden herbeiführen können; man muss daher am hängenden Kopfe Operiren, was aber mit nicht geringen Unbequemlichkeiten verbunden ist. Dazu kommt, dass die dünne Schleim­haut der Stirnhöhle kaum aseptisch zu erhalten ist, und daher von hier aus entzündliche Processe in die Schädelhöhle fortgeleitet worden. Am leichtesten operirt es sich bei weiblichen Schafen mit dünnem Schädeldache und nicht zu dicker Haut auf demselben.
Im ganzen waren die Erfolge bisher keineswegs so, dass man durch die Operation grössere Verluste in einer Herde abwenden konnte. Meist werden nur an 10quot;,., gerettet, von denen einzelne später noch an den folgen des Leidens eingehen. Die Operation hat daher vornehmlich dio Aufgabe, bei besonders werlhvollen Thioren den Versuch zur Erhaltung derselben zu machen. Dabei handelt es sieh aber vorzugsweise um Docke, bei welchen die Aussieht auf Erfolg leider am geringsten ist. Einige Operateure wollen zwar günstigenlaquo; Resultate aufzuweisen haben, andere dagegen noch schlechtere. (Engelhard 60/o, Stöhr 15%, Scholz 250/o, Dammann SS0/raquo;, Beboul, der in primitiver Weise mit Schusterpfriemen und Pederpose operirte, will 500/o, Sutner sogar TOquot;!laquo; gerottet haben. Audi Kuhlmann giebt die Zahl der Geheilten auf '/i bis '/a der Operirten an, wobei diejenigen nicht mit-geroclmet wurden, bei denen eine Blase überhaupt nicht entfernt wurde.)
Die abweichenden Resultate hängen gewiss zum Theil von Zufällig­keiten ab. Mag die Geschicklichkeit des Operateurs dabei zum Ausdruck kommen, soviel steht aber fest, dass heute in der Regel so günstige Er­folge nicht mehr zu erzielen sind, was zum grossen Theil in den Schwierig­keiten begründet liegt, welche bei dem Schädelbau und der Beschaffenheit der Kopfhaut der modernen Schafracen erheblieh grosser sind als bei dem früheren bandsehaf. Auch darf nicht Übersehen werden, dass manche Operateure die Entfernung der Blase nicht für nothwendig gehalten und daher unterlassen haben; damit wird nur vorübergehende Besserung, aber keine dauernde Heilung erzielt. Diese Verhältnisse und der Umstand,
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Tri'punation der 8chiilt;lelhölile.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; löS
lt;lass man sich bei df3n houli^rm Fleisobpreisen auf derartige ansicbere Ver-sacbe nicht einlUsst, erklären es, duss din Operation nur seiton von Tiiier-ürzten, dagegen zuweilen von Laien nocb ausgeführt wird.
Die Beaufsiobtigung der Hunde, Behandlung derselben mit Bandwurm-tuitteln, mehr aber noon die Einführung der Stallfiltterung für Lämmer und Jährlinge liefern bei weitem bessere Resultate als die Operation. Oft liegt es im Interesse des Besitzers, sobald sieh die Erscheinungen der Ein­wanderung der Brut ZU erkennen geben, die jungen Thiere der Herde für die Seblaclitbank vorzubereiten.
Beim Kinde ist die Drehkrankheit im nördlichen Deutschland selten, häufiger kommt das Leiden im Süden vor. Im Schlachthause zu Salzburg wurden bei einer grösseren Anzahl Binder Goliirublasen angetroffen, Auch in Steiermark und Kiirnten sowie in Tirol, in der Bukowina und in Dalmatien soll die Binder-Drohkrankheit nicht selten sein. Abweichend vom Schaf, bei dem die Krankheit fast mir in den ersten beiden Lebensjahren auftritt, sieht man auch ältere Binder leiden. Die Erscheinungen sind im wesent­lichen dieselben wie beim Schafe. Eine eigenthümliebe Haltung des Kopfes, Erweiterung einer oder beider Pupillen und ähnliche Bewegungsstörungen wie bei dem Schafe deuten auf den Zustand hin.
Für etwaige operative Eingriffe bleibt zu beachten, dass eine erheb­liche Verschiedenheit im Schädelbau beider Thiere besteht. Beim liinde reichen die Stirnhöhlen bis über den grössten Theil des Schädels hinweg, so dass man erst durch die Stirnhöhle auf die knöcherne Bedeckung der Grosshirnhcmlsphäro gelangt. Daher stösst nicht nur die Diagnose, sondern auch die Operation auf ähnliche Schwierigkeiten wie bei stark gehörnten Schafböcken. Weichheit des Schädels kann selbstverständlich hier nicht vorkommen, dagegen soll din Percussion zuweilen ein positives Resultat ergeben, weil nämlich die innere Stirnbeinplatte, welche das Gehirn deckt, sich so stark vorwölbt, dass sie mit der äusseren Knochenplatte in Be­rührung tritt, Man benutzt, wie an den Stirn- und Oberkieferhöhlen, das metallene Ende des Percussionshammers, um den Sitz des Parasiten näher zu bestimmen.
Bietet die Untersuchung über diesen Punkt, anscheinend zuverlässige Anhaltspunkte, so kann die Operation versucht werden. Dazu bedarf es zunächst der Trepanation der Stirnhöhle. Erst nachdem diese geöffnet ist, lässt sich die Schädeldecke auf die Gegenwart einer weicheren Stelle prüfen, um die Trepanation oder Trokarirung derselben nach den vorhin beschrie­benen Kegeln vorzunehmen.
Die Krankheit nimmt jedoch beim Binde häufig einen acuten Ver­lauf, so dass die Operation zu spät kommt. Sicheren Erfolg verspricht dieselbe auch hier nicht, und es hängt viel von Zufälligkeiten ab, welchen Verlauf sie nimmt. Zwar liegen Mittheilungen vor, wonach die Operation von Erfolg war (Cooper, Bertholet u. a.): aber auch an Berichten über ungünstige Ausgänge fehlt es nicht. Bei den gegenwärtigen hohen Fleisob­preisen erscheint es meist rationeller, das Thier bald zu schlachten, als sich auf eine Operation einzulassen, deren Ausgang stets zweifelhaft ist. Bei besonders werthvollen Zuchtthieren kann von dem Verfahren Gebrauch ge­macht worden.
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JJ. Die Krankheiten des Halses.
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Anatomie. Die sieben bei den Hansthieren verhttltnissmftssig langen Halswirbel werden von einer starken Muskulatur umgeben und auf diese Weise vor directen Verletzungen geschützt, Vor, bezw. unter der Hals-wirbelsilule liegen Luftröhre und Schlund, Jugularis und Carotis mit den grossen Nervenstämmen; Vagus und Symjdmticns, liinter ilerselben das zur Anheftung der zahlreichen Halsmuskeln dienende Nackenband, welches in einen, den oberen Halsrand bildenden runden und einen platten Tbeil zerfällt, und in der Medianebene derselben liegend, von dem ersteren zur llals-wirbelsäule sieh erstreckt. Die gesammte Halsmuskulatur wird von zwei Sehnenplatten (Aponeurosen), der sog. Nackenbinde, umgeben, die sich als ein inneres und äusseres Widerrist-Schnlterband auf Widerrist und Rücken fortsetzt und mit dem runden Tbeil des Nackenbandes in Verbindung tritt.
Beim Rinde findet sieb am vorderen (unteren) Halsrande die als Triel bezeichnete Hautduplicatur,
1. Wunden und Quetschungen der Welchthelle des Halses.
Oberflächliche Verwundungen, das heissl solche, die sich auf die ilussere Haut beschrünken, schliessen keine' besondere Gefahr ein; tiefer reichende Verletzungen können wichtige Organe treffen; dahin gehören:
I. Quetschungen und Verwundungen der Halsfascien und des Nackenbnndes. Solange hierbei Heilung per prim. int. erfolgt, bleiben auch sie bedeutungslos; tritt aber Eiterung ein, so sterben in der Regel die sehnigen Apparate (Fascien, Nackenband) ab, die Dissection der nekrotisclieii Massen nimmt lilngere Zeit in Anspruch, und während derselben kommt es zu Eiterverscukungen und Bildung neuer Nekrose. Auf diese Weise zieht sieb die Heilung derartiger Verletzungen in die Länge und bietet selbst einer sorg­fältigen Behandlung grosse Schwierigkeiten, In erster Linie gilt dies von Verletzungen am Nackenbandc oder in der Nähe desselben, welche
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Wundön uiul Quetsohungen.
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oft chronische Eiterungsprocassc mit Fistelbildung zur Folge haben, die :ils Halsfiste] oder Nackenbandfistel bezeichnet werden. Nicht selten geht der Process vom Widerrist aus, rückt von liier auf das Nackonband und die Halsmuskulatur vor; diese Zustände sollen bei der Betrachtung der Krankheiten des Rückens berücksichtigt werden (vergl. Drucksch'dden). Hier sei nur bemerkt, dass in allen Fällen, wo die Fascien des Halses oder Theile des Nackenbandes ver­letzt sind, der Wundbehandlung die Aufgabe zufällt, soweit möglich Retention und Versenkungen von Wundsecret zu verhindern: am sichersten wird durch Asepsis dies erreicht.
quot;J. Verletzungen der grösseren Blutgefilsse des Halses (Carotis und Jugularis). Carotisverletzungen durch Säbelhiebe, Lan­zenstich oder andere scharfe Gegenstände, sowie heim Aderlass aus der Jugularis müssen stets als lebensgefährlich angesehen werden, indem nicht nur Verblutung, sondern auch Erstickung droht. Weniger bedenklich sind Verletzungen der Vena jugularis; vollständige Durch­trennung derselben kann indess zur Verblutung führen; hierzu kommt noch die Gefahr des Lufteintritts in die Blutbahn. Sowohl durch den negativen Blutdruck- iu diesem Gei'ässe, wie auch durch seine teste Verbindung mit der Nachbarschaft und das hierdurch veranlasste Klaffen des Gefösses wird der Eintritt von Luft in die Vene begünstigt.
Austlnss eines dunkel gefärbten Blutes in gleich massigem Strahl l'asst eine Verletzung der Vena jugularis vermuthen und fordert bei Querwunden, namentlich bei vollständiger Durchtrennung des (iefässes zur Unterbindung desselben auf. Diese muss doppelt er­folgen, peripher, um die Blutung zu stillen, central, um zugleich den Lufteintritt in die Blutbahn zu verhindern.
Stossweise Entleerung hellrothen Blutes in starkem Strahle beweist Verletzung der Carotis, bezw. einer anderen grösseren Arterie. Hier muss sogleich und auf jeden Fall zur Unterbindung des bluten­den Gofässes geschritten werden. Der Verschluss einer nur kleinen Hautwunde beseitigt keineswegs die Gefahr, weil das unter der Haut \nu\ in dem lockereu Bindegewebe des liaises sieh anhäufende Blut durch Druck auf die hintere Fläche der Trachea Erstickung herbei­führen kann. Man zögere daher nicht die Carotis zu unterbinden. Zu dem Zweck wird an der Stelle der Blutung ein li 8 cm langer llaut-schnitt. parallel und dicht hinter der Jugularvene gemacht. Mit den Zeigefingern drängt man hierauf das lockere Bindegewebe bei Seite und sucht das an seiner deutlichen Pulsation leicht erkennbare Gefäss auf, zieht es hervor, löst den Vagus, Sympathicus und Recurrens ab, unter-
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Krnnklieiteii di^s lluli*
bindet nun doppolt und durchschneidet laquo;las Gefiiss zwischen beiden Ligaturen, Die periphere Ligatur wird durch ililt;; Oollateralverbindung mit den Atorien ilcr amleren lliilsscitc (Hinterhaupts- und tiefe Nacken­arterie) erforderlich; die Durchschneidung soll das Abreissen an der [Jnterbindungsstelle verhüten, was durch die natürliche Spannung der Carotis begünstigt würde.
Bemerkt sei, dass auch bni Oarotisvei'letzungen das .15hit gleich massig (nicht stossweisc) abfliessen kann. Dies ist der Pali, sobald sich das Blut nicht direct nach aiissen, sondern zunächst unter die äussere Haut oder in Gewebslücken (Extravasatrttume) ergiesst. Die rothe Farbe und der krttftige Strahl lassen stets eine Verletzung der Carotis venuuthen.
.'!. Von grösseren Nervenstämmen können Vagus, Sym-pathicus und Recurrens verletzt werden. Da einseitige Vagus-durchschneidung, eventuell auch des Syinpatlueus und Recurrens noch keine Lebensgefahr einschliesst, so kommt nur die mit der Recurrens-verlet/.ung verbundene halbseitige Kehlkopflahmung in Betrachi; ich sah wiederholt hierdurch bei Pferden Roaren entstehen. Wo eine Nervenverletzung besteht oder vermuthet wird, erscheint mit Rück­sicht auf den genannten Ausgang strenge Durchführung der Antisepsis geboten, um eine Ausbreitung des entzündlichen Processes auf die genannten Nerven zu verhindern oder eine möglichst, rege!massige Vereinigung der Nervenenden zu erzielen.
I. Nicht selten sind 11 ulswundoii mit ('out in ui t iitstren-nungen der Luftröhre complicirt, welche an sich zwar in der Regel nicht, lebensgefährlich sind, aber durch den Eintritt von Blut in die Trachea und Lunge Erstickungstod herbeiführen können. Auch bildet das nach der Luftröhrenverletzung am Halse sich entwickelnde Emphysem eine unangenehme, wenn auch nicht gefährliche Com­plication. Die Luftröhrenverletzung giebt sich durch blutigen Nasen-austlnss, schaumige Beschaffenheit des Wundsecrets, bezw. des aus der Wunde sich entleerenden Blutes, sowie durch Emphysem in der Umgebung der Wunde /.u erkennen. Blutausfluss aus der Nase. Husten, Röcheln und Athembeschwerden hissen den Eintritt grösserer Mengen Blutes in die Trachea befürchten. Wo diese Erscheinungen auftreten, muss sofortige Unterbindung der blutenden Gefiisse erfolgen. Patienten mit Verletzungen der Luftröhre oder in der Nähe derselben müssen daher unter Aufsicht bleiben, zumal auch Extnivasate am Halse zu Compression der Luftröhre und zur Erstickung führen können. Wo solche droht, wird die Tracbeotomie nothwendig, welche sich auch da empfiehlt, WO Erscheinungen von Bluteintritt in die Lunge be-
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Verletzungen des Schlundes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; IT)!)
merkbar werden. Miin lege eine Tamponkanüle im, oder tumponire die Trachea oberhalb der Kanüle, um das weitere Einfliessen von iJlut in die Lunge zu verhindern. Ihiss in solchen Füllen der Tracheo-tubus besonders sorgfältig befestigl werden muss, um das Herabfallen der Tampons in die Trachea zu verhindern, versteht sieb von selbst. Zu dem Zwecke und um den Tampon leichter entfernen zu können, empfiehlt sich, denselben mit einem Bande zu versehen, welches um den Hals befestigt wird. Im übrigen vergleiche man das über Tracheo-tomie gesagte,
5. Seltener kommen bei Halswunden Verletzungen des Schlundes vor, am leichtesten im unteren Dritttheil der linken Seite des Halses. Das Auftreten von Futterstoffen oder Speiche] in der Wunde beweist die Schlundverletzung, welche zwar nicht lebens­gefährlich ist, deren Heilung aber längere Zeit und besondere Vor­kehrungen in Anspruch nimmt, Ueber die Behandlung derselben vergleiche man S. 195.
(i. Durch Gegenfahren mit der Deichsel oder Hennen gegen ähnliche Gegenstände kommen an den unteren Halsabschnitten und zwar meist von vorn nach hinten verlaufende Verwundungen vor; oft dringen die Gegenstände 20—30 cm tief zwischen Schulterblatt und Thorax ein und veranlassen zugleich umfangreiche Zermalmungen in der Muskulatur der Schulter und Brust. Noch bedenklicher werden diese Verletzungen, wenn sie sich bis auf die ersten Rippen oder den Brusteingang erstrecken: wiederholt sah ich hierbei com-plicirte Rippenbrüche.
Solange die Verletzung auf die Muskulatur beschränkt bleibt, erlangt sie keine besondere Bedeutung, doch kann Eiterversenkung oder Septikämie mit tödtlichem Ausgange eintreten. Oft gelingt es nicht sogleich, die Ausdehnung derartiger Verletzungen genau zu ermitteln, deshalb sei man namentlich in den ersten Tagen bei der Beurtheilung vorsichtig und leite, wenn irgend möglich, recht bald permanente Irrigation ein. Wo zugleich Verletzungen der Kippen vorliegen, lässt sich die eiterige Pleuritis und der Tod in der Regel nicht zurückhalten. Bei nicht, schlachtbaren Thieren versuche man permanente Irrigation, eventuell mit Erweiterung der Haut- und Muskelwunde und unter Anwendung von Drains, um regelnlässigen Abflugs des Wundsecrets ZU erzielen. Bin gleiches Verfahren muss eingeleitet werden, wo die Verletzung bis in die Brustmuskulatur oder unter die Schulter reicht. Auch hier werden Gegenöffnungen mit Amvcndunlaquo;' von Drainröhren erforderlich: im llbriffen heilen diese
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Krankheiten des Halses.
Verletzungen regelmtlssig, sobald eine Retention vom Wundsecrol ver-liindort werden kann.
Bodenklich werden Wunden, die l)is auf das Bi'ustbein oder in (lessen Nähe reichen; sie rufen liilufig durch Nekroso an iliescin Knochen die sog. Brustbeinfistel hervor, deren Heilung moist un­möglich ist (vgl. Brustbeinflstel).
Zur Vermeidung dieser Complication dien! sorgfältige Reinigung der Wunde sowie die Anwendung permanenter Irrigation oder iiäulig wiederholte Ausspülung; auch Drains oder Haarseite linden hier vor-theilhafte A.nwendunff.
2. Fi'acturen der Halswirbel.
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Lit: Schumann, Thiertlrztl, Mitth. 1869. S. 148 (1. Hplswirbel). Köhne, (iurll n. Hertwig. 27, S. 431 (1. Halswirbel), Hering, Her. Rep. 14. S, 11 (3. und 1. Halswirbel). Percival, das. 14. S, 828 (2. Halswirbel), Adenot, das, 15. S. 58 (3. Halswirbel), Armbrecht, Müller-Röll 5. S, 68 (2. Hals­wirbel). Vivrs. Her. Rep. 16, S, 58 (Luxation?), Rabe, Ad, Woch, 1879. S, 1. Niklas, Mönch, Her. 1855, S. 29. Wilhelm. Dresd, Der. 1890. S, 88, Lahat, Rev, veter. 188!). S. 105.
Fraehiren der Halswirbel gehören namentlich bei Pferden nicht zu den seltensten Vorkommnissen. Man beobachtet Brüche des Atlas und der Knopt'lortsiit/e des Hinterhauptsbeins, wie auch der folgenden Halswirbel bald einzeln, bald hreehen mehrere /ugleieh. Unglück­liches Niederstürzen, lleberschlagen oder üeberfahrenwerden giebt meist die Veranlassung dazu ab; daher bilden Halswirbelbrüche (Ge-nickbrtiche) auf der Rennbahn, besonders bei Hindernissrennen kein seltenes Hreigniss. Auch werden solche durch Anlegen eines Strickes oder einer Kette um den Hals widerspenstiger Pferde veranlagst, indem an diese ein anderes Pferd gespannt wird, um das statische zum Ziehen zu bewegen. Bei Reitpferden, welche die Neigung haben zu bocken, führt Niederstürzen mit unter den lUinipf gebogenem Kopie leicht zu Halswirbelbrüchen. Wenn die Vordorfüsse hierbei nicht rechtzeitig aufgesetzt werden, um das Vorderlheil zu stützen, so lallen die Thiere mit dem Maule zunächst auf die Erde. Die hiermit verbundene ex­cessive Beugung des Halses verursacht leicht eine Fractur des dritten oder vierten Halswirbels. Ich sah wiederholt bei Reitpferden auf diese Weise die in Rede stehende Fractur auftreten. Unter solchen Umständen kann selbst heim Pal] in weichem Saude ein Halswirbel­bruch entstehen. Unter denselben Umständen will Hertwig Brüche
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l-'nu'trnvn ilrr lliilswii-bol.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ilj]
am Zulini'ortsiitzo dos zweiten Halswirbels beobachtet haben, die jedoch im ganzen selten sind. Nur ausnahmsweise gehen Aufschläge oder Gegenfahreu mit der Deichsel Veranlassung zu Halswirbelbrlloheni Bei kleinen Thieren ontstelien sie beim Versuch durcli enae OvlY-nungen zu kriechen, indem die Thiere in denselben stecken bleiben und sieb frei zu machen bemiiben: bei ihnen geben auch wohl Schlamp;ge mit schweren Stöcken die Ursache ab. Kinder können sieb lluls-#9632;wirbelbrüche durch heftiges Stossen zuziehen.
Erscheinungen. Bei Pferden erfolgt in der Kegel augenblicklich der Tod unter Stillstund der Respiration und der Herzth'dtigkeit, was bei dem Ursprünge des Nervus phrenicus und der übrigen Respira-fcionsnerven erklärlich erscheint. Bei Practuren des ersten sowie der letzten beiden Hillswirbel leben die Thiere zuweilen noch einige Zeit fort. Doch haben Fracturen der letzten beiden Halswirbel liiiulig Lähmung der Vor- und Nachhand zur Folge. Brüche der schiefen Fortsätze der Halswirbel erzeugen Torticollis (S. 165).
Ein Reitpferd, welches sich durch Fallen einen Bruch dos sechsten Hals­wirbels zugezogen hatte, konnte noch oine Stunde weit geritten werden, ging aber 4 Tage später ein, worauf durch die Section diesraquo; Fractur festgestellt wurde (0. R. Scharfenberg miindl. Mittheilung). Ein Pferd fiel, nach­dem es gegen eine Thür gerannt war, nieder, stand bald wieder auf und arbeitete noch 3 Stunden. Am nilchston Tage stellten sich jedoch Lälunungs-erscheinungon und am dritten der Tod ein. Bei der Section zeigte sich der Körper des zweiten Halswirbels quer gebrochen (Niklas). Ein von Rabe secirtes Pferd hatte sich am 21. August durch Fallen eine Fractur dos ersten Halswirbels zugezogen und zeigte steife Haltung des Kopfes, Anschwel­lung in der Gegend des Atlas und drohte niederzustürzen, sobald man den Kopf zu heben versuchte. Nachdem es bis zum 8. September ruhig im Stalle gestanden hatte, wurde es bewegt, worauf sich bald eine Verschlimmerung einstellte, in Folge dessen alsbald die Tödtung erfolgte. Ein Rind konnte uoch laufen, nachdem es im Kampf mit einem anderen niedergestürzt war; im Stalle abor stellte sich bald Lähmung ein und bei der Section wurde der zweite Halswirbel in viele Stücke zersplittert gefunden.
Köbne beobachtete beim Pferde einen Bruch beider Flügelfortsät/.e des Atlas durch Ueberscblagen. Am folgenden Tage fand sich angestrengte Respiration, schwankender Gang und auffällige Steifheit des Genickes; bei Berührung des Genickes stellten sich Zuckungen in den Muskeln des Halses und hochgradige Schmerzen ein. Diese Erscheinungen bestanden auch an den folgenden Tagen fort, und als das Pferd sich am 22. Tage der Erkrankung abermals überschlug, konnte es sich nicht wieder erheben : es starb am 2.quot;gt;, Tage nach dem ersten Unfall. Bei der Section zeigte sieh an den abgebrochenen Flügolfortsiitzen bereits Callusbildung; an den Meningen der Medulla oblongata bestanden entzündliche Erscheinungen.
Eine Kuh, welche mit den Hörnern in einer eisernen Kaufe fest­geklemmt gewesen war. konnte nicht aufstehen, den Kopf nicht be­wegen, auch kein Futter aufnehmen. Nach dem Schlachten fand sich Höllor, Speoielle Chinirgle für TblerUrzte. -'. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;11
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Kraukliritcu ilea liaises.
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ein Bruch des /weiten Halswirbels mit Blutungen im Büokenmarkksnal
(Wilh el ml.
In der preussischen Armee wurden im Jahre 1891 JiO Halswirbel-, G Kücken- und 7 Lendenwirbelbrüehe beobachtet.
Beim Menschen pflegen Verletzungen des Holsinarkes mit ab­normer Temperatursteigerung (43 11quot; C.) verbunden zu sein; bei Thieren liegen hierüber keine Beobachtungen vor.
Der quot;Verlauf gestaltet sieb also ähnlich wie beim Menschen, wo der Tod sogar meist noch später eintritt, weil die Medulla, oblon-otata bezw. das Rückenmark Imufiff nicht sofort mitverletzt wird; durch Verschiebung der Knochenstücke, Blutung in den Wirbelkanal oder entzündliche Processe wird aber in der Rege] die Function des Rückenmarkes später gestört und der Tod lierbeigefährt, Bei Brüchen des dritten bis vierten Halswirbels pflcgl der Tod sofort unter Er­scheinungen der Suffocation einzutreten. Da der Zwerchfellnerv aus dem fünften, sechsten und siebenten Halsnerven zusammengesetzt ist, so wird die Function desselben bei Brüchen dieser Halswirbel sofort vernichtet, wodurch nothwendig alsbald Erstickung eintreten muss. Wo sich der Bruch auf den einen oder anderen Fortsatz be­schränkt, können die Thiere noch länger fortleben, unter Umständen sogar genesen.
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Behaudlung. i5ei Brüchen am Körper der Halswirbel ist in der Regel von Behandlung keine Rede, weil der Tod fast unmittel­bar der Fractur folgt. Anderenfalls sowie bei nicht schlachtbaren Thieren ist vor allem Sorge zu fragen, dass Verschiebungen der Bruchstücke verhütet werden. Man gelte also, wo ein solcher Bruch vermutliet wird, dem Thiere absolute Ruhe und treffe Vorrichtungen, dass Bewegungen des Kopfes und Halses möglichst vermieden wer­den. Ebenso muss bei Brüchen an den Wirbelfortsätzen dem Thiere möglichste Ruhe gegeben und die Heilung abgewartet werden. Liegen gleichzeitig Verletzungen der Weichtheile vor, so ist ein antiseptisches Verfahren einzuleiten, um den Eintritt von Eiterung und Nekrose sowie die Ausbreitung entzündlicher Processe zu verhüten.
Den Brüchen der Halswirbelkörper gleich zu erachten sind voll­ständige Verrenkungen derselben, wie sie bei Pferden vorkommen sollen. Auch sie rufen fast augenblicklich den Tod hervor, so dass während des Lebens eine genaue Diagnose kaum zu stellen ist. Den in der Literatur als Luxationen der Halswirbel beschriebenen Beob-
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Tortioollig.
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achtungen haben jedoch zweifellos hlluflg Practuren der Halswirbel zu Gründe gelegen,
Einen derartigen Fall beschreibt Vives, Das Maulthier, welchey sich im Freien befand, wurde, nachdem es nocb unmittelbar voi'her munter umhergesprungen war, mit gesenktem und ausgestrecktem Kopfe unbeweg­lich angetroffen. Vives fand lebhaften Schmerz beim Vefsuche den Kopf zu hehen, Anschwellung im (ioniok und Schiefstellung des Hinterhauptes; der Kopf wurde nach links gehalten. Der rechte Flügel dos Atlas ragte mehr hervor, der linke war nicht, fühlbar. Am nächsten Tage war starke Anschwellung des Kopfes (S, 7(i| eingetreten und am '#9632;''#9632;'gt;. Tage der /u-stand im wesentlichen derselbe.
3. Verkrümmung dos Halses. Schiefhals. Torticollis. Caput obstipum.
Lit.: 1 m in e I m a n n , ThierHrztl. Mittli. 1873. S. 172. Pambaoh, Dresd. Ber. 1889. S. 71. Sohrader, Zeitsobr, von Busch. Bd. 111. S. 30. Youatl. The Veterinarian. 1839. Lebel, Rec. de mdd. vdtcr, S. 391. Hurtrel d'Arboval, Dictionnaire, deutsch von Renner. Bd. III. S, 108. Qohier, Mömoires et observations, lid. II. S. Km!. Amraon, Handbuch für an­gehende Thierihv.te. 2. Aull. S. L'ü. Auszug aus den Rapporten der Armee. 1887. I.Quartal. S. 24. Guitaud, Journal de Vdtörinaires du midi, XXXI. Hering, Her. Rep. 29, 8. 211. Qerlach, Gurlt u. Hertwig, 20. S. 20:3. Stöhr, 'l'li. Millli. 187(1. 8, i),r., Spooner, The Vet. 1838. .Ions. Ibidem. 1839. Hasse, (iailt u. Hertwig. 15. S. 14. Kiench, Jahresb. 1884. S. 112. (Jebele, Her. Hep. 43. 8. 194. Pambach, Dresd. Ber. 1890. S. 71.
Heise ring, das. 1868. 8. Kl. Wilden. Zeitschr. f. Vet.-Kunde. 1892. 8. 260. Lanzilotti, Clin. vet. 14. S. 74 (ref, Jahrb. 1891. S. 128). Labert, Rev, veter. 188t). 8. 105.
In der humanen Medicin kommt seit alter Zeit der Sammelname „Schiefhalsquot;, „TortiGollisquot; oder „Caput obstipumquot; für verschie­dene, oft erst bei genauer Untersuchung, nicht selten Überhaupt nicht, näher erkennbare Leiden in Anwendung. Audi bei Thieren linden sieh zuweilen Verdrehungen des Halses, von denen es zweifelhaft bleibt, welche anatoinisclieu Veränderungen denselben zu Grunde Liegen. Deshalb erscheint es durchaus berechtigt, die obige Be­zeichnung zu aeeeptiren, wenn auch in jedem Falle die Natur des Leidens nach Möglichkeit ermittelt werden muss. Derartige Ver­krümmungen oder Verdrehungen des Halses können veranlasst werden:
1. Durch Krämpfe oder Conl ract uren in den Hals-muskeln. Heim Menschen kommen Hier in erster Linie der M, sfcemo-cleido-mastoideus in Betracht, Die Verkürzung desselben ist oft an­geboren, oder sie entwickelt sich durch Darbenbildende Vorgänge erst
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Kvauklieiti'ii lies ]I;il,ses.
micli rllt;T Geburt, Bei Thieren wurden solche Zustände hishor nicht beobachtet. Dagegen hcriditot liebele Über ein 8 Tage altes Fohlen, welches in kurzen Zwischenzeiten Krilmpfe der linksseitigen Hals­muskeln zeigte, so ilass der Kopf nach links gezogen wurde. Wenn das Thier nichi unterstützt wurde, fiel es zu Boden. Der Zustand verlor sich in 1 I Tagen.
Ich sah wiederholt bei Pferden vorübergehende Schiefstellung des Kopfes und Halses in Folge rheumatischer Affectionen in dem gemeinschaftlichen und anderen Halsmuskeln; die Zustände waren oft mit einer ausgesprochenen Hangbeinlahmheil verbunden,
Auch bei Hunden treten ähnliche, rheumatische Contraotionen in den Halsmuskeln auf und zwar meist beiderseits; sie geben sieh durch grosse Schmerzhaftigkeii und eine scheinbare Anschwellung des Halses ZU erkennen. Das Leiden währt oft nur wenige Stunden: ich fand es namentlich bei Möpsen, oft mit Neigung zu Recidiven verbunden.
2.nbsp; nbsp;Durch Lähmungen der Halsmuskeln. Während die vor­hin genannten Leiden an der coneaven Seite des verflogenen Halses zu suchen sind, liegt die Ursache des paralytischen Torticollis an der convexen Seite und wird bei Hunden und Kaninchen im Verlaufe von Mittelohrerkrankungen beobachtet. Bei Pferden stellt sich Torticollis als Theilerscheinung allgemeiner Lähmung bei Meningitis cerebralis ein; ebenso bei Erkrankungen der Medulla ohlongata und spinalis am Halse.
Wilden berichtet llber ein Pferd, das im Verlaufe einnr acuten Ge-hirnerkrankung an Torticollis litt, der sich mit dein Verschwinden des Gtehirnleidens verlor. Leisering fand bei Hunden, die an Torticollis, zum 'i'heil gleichzeitig an Heruiplegie und Lähmung des Ohres bezw, Auges litten, Erweichung des Hirnknotens, des verlängerten Markos und Kleinhirns.
Beim Qeflügel (Hühnern, Enten) sah ich mehrfach in Folge von Gehirn-leiden und Leuchtgas-Intoxicationen halbe Umdrehungen des Halses, so dass der Schnabel nach hinten gerichtet war. Aehnliches beobachtet man hei Kanarienvögeln. In den Rapporten der Armee wird über ein Pferd be­richtet, hei dem durch Neuhildungen (Sarkom) am Felsenbeine Lähmung der Muskeln und Schiefhalsbildung eingetreten war.
3,nbsp; nbsp;Durch entzündliche Erkrankungen der Weichtheile, nninentlich der llalsmuskulatur in Folge heftiger Dehnungen, ver­bunden mit Zerreissungen. Bei Pferden werden solche Zustände durch
Niederstürzen hervorgerufen und vielfach als Suhlu.xationen der llals-wirhel gedeutet. Famiiach beobachtete bei einem Pferde durcli Hänffenbleibon in der Halfterkette Zerreissung des runden Theils des
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Torticollis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; {{')',
Nackenbandes unmittelbar hinter dem Occiput. Es trat Eiterung und Nekrose ein, woran das Pferd zu Grunde ging.
•I. Sulil uxaI inncn und Fracturen der Halswirbel. Voll­ständige Luxationen und Fracturen der Halswirbelkörper führen, wie oben beschrieben, meist alsbald den Tod herbei. Dagegen können Subluxationen derselben ohne Verletzung dos Rückenmarkes vorkom­men und mit Verdrehung des Halses verbunden sein. In Frankreich bezeichnet man den Zustand als raquo;Ülntorse vertebro-cervicale1*. Ks handelt sich hierbei um Fracturen oder Subluxationen der schiefen Fortsätze. Da die Wirbelkörper durch Faserknorpel mil einander verbunden sind, so würde ihre Trennuno- genauer als Diastase be­zeichnet werden, ein Zustand, der aber nicht selten mit Fracturen an den schiefen Fortsätzen der Halswirbel oomplicirt ist.
Nach don Angaben Schraders hat schon Hippokrates erklärt, dass es sich bei den als Halswirbelverrenkungen bezeicnneten Krankheiten
vielfach um .Muskelleiden handele, und in demselben Sinne soll sich Ab-syrtus bereits goäussert haben, indem er an seinen Zeitgenossen ,,llisto-ricusquot; schrieb: sed to nolo Intere, non Inxationeni esse sed perversionem (Seh r ad o r). AuchLebel, Hurtrel dArbo val und andere bestritten die Möglichkeit der Halswirbelverrenkung und stützten sich namentlich auf die Beobachtung spontaner Heilungen. VonHertwig wurde jedoch durch die Section nachgewiesen, dass unier Zerreissung der Bänder der schiefen Fortsätze Verschiebungen der Holswirbelkörper eintreten können. \V i 1-1 i a ms fand Erweichungsprocesse in dem die Halswirbel verbindenden Faser­knorpel.
In anderen Fällen liegen dein Zustande Fracturen der schiefen Fortsätze zn Grunde, (inituud und andere konnten deutliche Crepita­tion bei dem Leiden feststellen: Busse will den abgebrochenen schiefen Fortsatz dos Halswirbels direct gefühlt haben. Ich hatte Gelegenheit, diese Fractur bei der Seidion nachzuweisen.
Im Jahre 1802 wurde von mir ein Pferd behandelt, welches eines Morgens liegend und unvermögend aufzustehen im Stalle angetroffen worden war; alle versuche, dasselbe aufzurichten, misslangen, Erst am folgenden Tage konnte man das Pferd aufrichten, worauf es die unzweideutigsten Er­scheinungen eines Torticollis zeigte. Der Hals wurde in seiner Jlitte ziemlich scharf nach der rechten Seite und unten gerichtet. Der Kopf des Thieros Hess sich zwar rnit Gewalt nach links zurück bewegen, wobei sich Crepitation bemerkbar machte, doch fiel derselbe in die abnorme Lage zurück, sobald die Unterstützung aufhörte. Bei der Section zeigten sich die schielen Fortsätze am vierten und fünften Halswirbel fracturirt und ihre Umgebung infiltrirt. Die Wirbelkörper waren intact, ebenso das Bückenmark und seine Häute; auch fehlten Blutungen im Wirbelkanale. Offenbar war nicht die Fractur allein Ursache dos Torticollis, sondern auch dio aus den Hämorrhagien hervorgegangene Lähmung der llalsnerven. Eine ähnliche Beobachtung machte Lab at.
Ferner wurde mir im vorigen Jahre ein Vollblutpferd zur Unter-
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Kninklieiti'ii lt;k's llalsiv.
Buchung überwiesen, welches sich durch Fallen lt;'ine Yerbiegung dos Hsvlses in der Höhe dos zweiten und dritten Wirbels zugezogen hatte. Die nach dein Vorberichte ursprünglich bedeutende Geschwulst war grösstentheils
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Pilaquo;. 51.
Subluxatioi] des dritten LUtlswirbela von dor Unken Sfite gesehen.
verschwunden. Die Haiswirbnlsiinlo zeigte an dor Grenze zwischen dem zweiten und dritten Halswirbel eine deutliche Ausbuchtung nach der linken Seite (Fig. 51), während sich an derselben Stelle der rechten Halsseite eine
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Sublaxatfon des dritten Halswirbels von der rechten Seite gesehen.
Vertiefung bemerkbar machte, welche bequem zwei flache Hände auf­nehmen konnte (Fig. 52). Zweifellos lag dem Zustande eine Subluxation zwischen dem /.weiten und dritten Halswirbel zu (irunde.
Diesen Thatsaclien gegenüber kann dor von Uoriiilaquo;^ angestellte Versuch, den Zustand beim Pferde Idlnstlich herbeizuführen, die Möglich-
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Tortioollis.
16'
keit solcher Subluxationen und Fracturen niclit widerlegen. Aus den lic-obaehtungen Herings golit nur hervor, dass auch einfache Muskel­verletzungen ähnliche Abweichungen in der Stellung des Salses herbei­zuführen im Stunde sind. Gerlach beobachtete das Leiden bei Hüben wie auch Pferden und bezeichnete es als Distorsion der Halswirbel, Bei Subluxationen der Halswirbel wird der Kopf bald nach einer Seite gerichtel (Abductionsluxation), bald erfährt der Ifals eine mehr oiler weniger ausgesprochene Drehung (Rotationsluxation). Genau genommen entspricht nur die letztere in ihren Erscheinungen dein Torticollis. Man beobachtet den Zustand am häutigsten bei Pferden, die heim Versuche, sich mit dem Hinterfuss am Kopfe zu kratzen, mit dem Fasse in der Halfter hängen bleiben und niederstürzen, oder bei widerspenstigen Pferden, denen ein Strick oder eine Kette um den Hals gelegt wird, um dieselben durch Vorspannen eines anderen Pferdes zum Ziehen ZU veranlassen.
Diagnose. Es liegt auf der Hand, dass die beschriebenen Krankheitazustilnde selbst bei sorgfältiger Untersuchung nicht immer genau von einander zu (rennen sind; allerdings wird man hierbei nicht nur die Symptome sondern auch die umstände, unter denen das Leiden aufgetreten war, berücksichtigen. Bei dem durch Muskelleiden ver-anlassten Schiefhals lassen sich in der Regel Schmerzen, Schwellung und andere entzündliche Veränderungen nachweisen; auch gedingt es oft, den Hals in seine normale Lage zu bringen; derselbe fällt aber nach dem Aufhören dieser Unterstützung in die fehlerhafte Stellung zurück. Fehlen unter solchen Umständen entzündliche Lrsclieinungen. so erscheint die Annahme einer Lähmung berechtigt, namentlich wo Narbenretractionen als Ursache des Zustandes ausgeschlossen werden können; die Lähmung ist an der convexen Halsseite zu suchen. Fracturen und Subluxationen der Halswirbel geben sich zu­weilen durch Crepitation zu erkennen. Der durch sie hervorgerufene Schiefhals besitzt ferner die Eigenthümlichkeit, dass er nicht leicht in die normale Lage zurückgebracht werden kann; sobald dies aber erfolgt ist, verharrt der Hals in derselben, wodurch sich die Fractur in der Kegel, wenn auch nicht immer, wie die oben mitgetheilte Beobachtung zeigt, von den beschriebenen Muskelleiden unterscheidet. Viele Beobachter wollen bei Subluxationen eine abnorme Beweglich­keit des Halses gefunden haben; wahrscheinlich ist damit die über-miissige Bewegungsfreiheit nach einzelnen Richtungen gemeint; im allgemeinen pflegt die Beweglichkeit bei allen diesen Leiden ein-
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Wl, •
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Kranklu'iti'ii des Halsos,
geschränkt zu sein.
Qggeling glaubt eine habituelle Luxation der
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Halswirbel beobachtet zu haben, wobei das Pferd sogar geritten werden
konnte (mündliche Mittheilung).
Geringfügige Verbiegungen des Halses rufen in der Regel keine weiteren Störungen hervor; stärkere Verlagerungen des Kopfes pflegen aber mit auffälligen Locomotionsstörungen verbunden zu sein. Die Thiere sind zuweilen unvermögend sich aufzurichten und zu stehen. Sobald jedoch der Kopf in seiner normalen Lage unterstützt wird, gelingt beides. Andere machen Manegebewegungen und /.war nach der Seite, wohin der Hais verbogen ist. Erreicht die Verdrehung des Halses einen hohen Grad, wie es bei Hunden und Kaninchen niebi selten der Fall ist, so stürzen die Thiere bei jedem Versuche sich aufzurichten nieder und machen rollende Bewegungen des Körpers um seine Längsachse; ich sah diese häufig bei Hunden in Folge Er­krankung des Mittelohrs, auch bei Kaninchen, welche mit der Ohrräude behaftet waren.
Zuweilen wird der Kopf tief getragen oder stark gesenkt; so bei Pferden, welche sicdi eine stärkere Dehnung der gesammten ilals-muskulatur zugezogen hatten. Die Folge dor andauernden Senkung ist eine bedeutende ödematöse Anschwellung des Kopfes, wodurch der­selbe dem eines Nilpferdes ähnlich werden kanulS. 7(gt;). Zerreissungen des oberen Theils des Nackenbandes lassen sich direct erkennen und sind oft mit stark gesenkter Haltung des Kopfes verbunden. Dieselbe Erscheinung stellt sich bei Erkrankung der oberen Halswirbel und deren Gelenke ein. Ich sub den Zustand bid eiteriger Arthritis zwischen dem ersten und zweiten Halswirbel, veranlasst durch den Einbruch eines retrophamigealen Abscesses. Das Leiden war noch dadurch ausgezeichnet, dass das Pferd den Kopf und Hals steif hielt; machte man den Versuch, den Kopf in die Höhe zu lieben, so drohte der Patient niederzustürzen. Während bei einer purulenten Arthritis meist Fieber besteht, fehlt dieses bei den auf mechanischem Wege ent­standenen Muskelleiden in der Regel.
Verlauf und Beurtheilung. Der auf rheumatischer Erkrankung der Muskeln beruhende Schiefhals verliert sich meist in einigen Tagen: bei Hunden dauert der Zustand oft nur wenige Stunden, reeidivirt aber zuweilen und wird auf diese Weise für den Patienten und den Besitzer üusserst lästig, da die Thiere während des Anfalls oft er­hebliche Schmerzen äussern, dauernd winseln oder schreien. Das durch Paralysen veranlasste ('aput obstipum kann ebenfalls bald verschwin-
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Torticollis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; [QQ
den, abor auch längore Zeit audauern und selbst unheilbar sein. Böi der Prognose koininf es darauf an, die Ursachen der Lähmung zu ermitteln; gegen die im Verlauft' von Olirlcidcn iiui'gt'tretenen Lähmungen zeigten sicli in den von mir beobachteten Füllen alle Beilversuche erfolglos; lt;lie Thiere wurden getödtet. Lilhmungen, durch rheumatische oder traumatische Einflüsse hervorgerufen, welche erst kurze Zeit bestellen und plötzlich entstanden sind, lassen eher Heilung erwarten, als die langsam ausgebildeten, auf centraler Er­krankung beruhenden, bei denen die Prognose stets zweifelhaft er­scheint, Bei Complication mit Krämpfen nimmt der Zustand einen noch bedenklicheren Charakter an. Durch Muskelüberdehnungen ent­standene Verbiegungen des Halses heilen dagegen in Zeit von 8—14 Tagen, of) schon früher. Ilertwig betont mit Recht, dass man bei der Diagnose in den ersten Tagen Vorsicht walten lassen soll; dass auch der Grad des Leidens einen Massstab für die Beurtheilung nicht ab­geben kann, indem oft schwere Störungen in kurzer Zeit verschwinden, während anscheinend leichte Fälle einen ungünstigen Verlauf nehmen.
In der Kegel hinterlassen die durch Muskelleiden veranlassten Zustände keine bleibenden Folgen, doch geben sich umfangreiche Zerreissuugen selbst später noch durch Vertiefungen (Narben) zu er­kennen: Schrader fand bei einem dreijährigen Füllen eine Grube am Halse, in welche man eine Faust legen konnte. Nach Luxationen bezw. Fracturen worden durch Callusbildung Verdickungen beobachtet, llavemann stellte solche bei Pferden an der concaven Seite des er­krankten Halses fest.
Wichtig für die Prognose bleibt der Umstand, ob die Thiere im Stande sind, sich auf den Beinen zu erhalten und Futter aufzunehmen; wenn dieses längere Zeit hindurch gestört ist, gehen sie an Decubitus ZU Grunde oder verlieren derartig im Nährzustande, dass ihr W'erth erhebliche Einbusse erleidet. Bei schlachtbaren Thieren sei man da­her in der Beurtheilung des Leidens besonders vorsichtig: wenn in den nächsten Tagen keine erhebliche Besserung eintritt, lässt man sie schlachten, Noch ungünstiger gestaltet sich die Prognose da. wo eiterige Erkrankung des einen oder anderen Gelenkes namentlich zwischen dem Occiput und dem ersten Halswirbel vermuthet wer­den muss.
Behandlung. Gegen rheumatischen Torticollis linden warme Einhüllungen, Einreibungen mit iliiehtig erregenden Mitteln und inner­lich Salicylsäure, Ä.ntipyrin und ähnliche Mittel Anwendung. Ver-
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Kraiilihi'iU'u dos Ihilsi'S.
biegungen des liaises duroli Dehnungen der Muskulatur sowie Er­krankungen der Halswirbels'dule tnaclien es in erster Linie wünsclxens-werfch, die Thiere aufreclit zu erhalten. Zuweilen gentlgt dazu die Anlegung eines Gurtes, Spannstockes oder eines schmalen Brettes, welche den Hals gerade halten. Man befestigt diese mit dein Hrust-gui'l und einer starken Halfter an der convexen Halsseite. Zuweilen reicht einfaches Hochanhinden dazu ans.
Liegt eine SuNuxatimi vor. so innss die Reposition versucht werden. Bei grossen Pferden wird die Contraextension durch das Körpergewichi erzielt, wo nicht, lasse man mit Hülfe eines Kummetes oder Sielengeschirrs den Körper lixiren. Mittelst einer starken, lcuI; passenden Halfter erfolgt die Extension durch mehrere kräftige Qe-hülfen oder mit Hülfe eines Flaschenzuges; (iodine will auf diese Weise eine Verlängerung des Pferdchalses um 8 cm erzielt haben. Im in elm a im legte einen starken Hopfensack um den Kopf des Pferdes und Hess lö Personen an demselben ziehen. Während der Extension sucht der Operateur au der Stelle der Verbiegung durch Druck bezw. Drehung des Halses die Reduction zu unterstützen, die in der Pegel gelingt und sich dadurch zu erkennen giebt, dass die Verdrehung des Halses beseitigt wird. Busse legte das Pferd mit der concaven Halsseite auf eine Vertiefung des Bodens und liess mit Hülfe eines Brettes auf die convexe Stelle einen starken Druck aus­üben. Häufig ist die Reduction jedoch nicht von Hauer, indem sich beim Aufstehen des Thieres die krankhafte Verschiebung von neuem einstellt. In solchem falle lieg! meist eine Fractnr an den schiefen Fortsätzen vor, und wird die Anlegung eines Verbandes nothwendig.
Schon Hertwig machte hierauf aufmerksam und empfahl zwei Schienen von Holz oder Blech, welche den Seitenflächen des Halses genau angepasst, von der Schulter bis zum hinteren Rande des Unter­kiefers reichen und am oberen und unteren Halsende durch Skncke und Bänder fest mit einander verbunden werden, Stock f'leth emplielilt eine von Knudsen constrnirle, eiserne Schiene (Fig. 58); es ist klar, dass durch ihre Biegsamkeit die Anpassung erleichtert wird. Da wo die Schiene sich an der convexen Seile fest gegen den Hals legt, muss zur Vermeidung von Quetschung eine Unterlage von Werg oder Watte angebracht werden. Beim Aufstehen muss das Pferd von öehülfen am Kopfe unterstützt, sodann an einer Wand hoch angebunden werden. Unter Umständen zeigt sich die Anwendung eines Hängegurts zweckmässig. Bei Rindern verführ! man in der­selben Weise. Der Verband bleibt etwa S II Tage, zuweilen noch
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Kropf.
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änÄer liegen. Wahrend der Zeib acht.
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bitus entsteht und polstere die Schienen-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;üen ,,#9632;„, ^nWendung
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Naseneingänge bei Pferden Eespirationsbeschwerden zur g
Fig. 5:!.
Schiene bei HalswlrbelvemnUnnlaquo; nooU ünuason
i. NothfaUe wird alsdann die W—e^^^^ des Kopfes, Stützen gelben mxt H^ e^ lüsst sich die Anschwellung inhurzei Zeil zum
Dureli lieben
i. Der Kropf. Struma.
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Revue, izai.o.vo. •.....-#9632;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; . ,,, laquo;r 1392,0
bei.g.Deutech.Med. Zeit. 1892.
Die ScWW*. bflde.....i raquo;-- H-^rdentU.
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Krankheiten des Halses.
unbekannt, doch bcobaclitet man vorübergehende Schwellungen der Drüse ohne entzündliche Erscheinungen bei Pferden und Hunden im Verlaufe katarrhalischer Ä.ffectionen der Rachenhöhle; mit dem Ab­laufe dieser Leiden verschwindet zugleich die Anschwellung.
Häufiger treten bei Thieren Neubildungen in der Schilddrüse
auf, welche in ihrem Wesen oft nicht näher erkannt werden; iiueh
kommen liyperplastische Processe in der Drüse vor. Die letzteren
werden seil alter Zeil mil dem Namen Struma belegt; doch lassen sich in den Organen auftretende Neubildungen von dieser Art Er­krankung oft kaum trennen und lallen daher klinisch meist unter den Begriff laquo;Kropfquot;. Es sind daher folgende Kropfnrten zu unterscheiden:
1.nbsp; nbsp;Der eigen 11 i el: e Kropf, beruhend auf einer FTyperplasie der Schilddrüsenfollikel mil colloider Metamorphose ihres grössten-theils aus Eiweisssubstanzen bestehenden [nhaltes, Geht die An­schwellung vornehmlich aus den stark vergrösserten Follikeln hervor, so spricht man von einer Struma follicularis. Meist erstreckt sich diese Veränderung über das ganze Organ oder doch eine Hälfte desselben; seltener bleibt sie auf einzelne Abschnitte beschränkt.
2,nbsp; nbsp;Als „F as er kr o p fquot; bezeichnet man eine Bildung, wobei namentlich das Bindegewebe in der Schilddrüse vermehrt ist, ihre Pollikel dagegen in den Hintergrund treten. Diese Form findet sich häufig auf einzelne Abschnitte der Drüse beschränkt und scheint mehr entzündlichen Ursprungs zu sein.
•'i. Bei dem grossen Reichthum der Schilddrüse an Blutgefässen kann es niclil auffallen, duss diese gelegentlich eine starke Ausdehnung erfahren. Dies gilt besonders von den Venen, welche zuweilen eine bedeutende Erweiterung erleiden und so zur Bildung der Kropf-geschwulst beitragen, ein Zustand, der als ,(lt; ei'iisskropfquot; (Struma varicosa) bezeichnet wird.
4. Nicht selten tritt die Ausdehnung einzelner Follikel in den Vordergrund, wodurch der sogen. „Balgkropf (Struma cystica) entsteht.
\ ou den speeifischen Neubildungen in der Schilddrüse ist das Carcinom zu nennen, welches Bruckmüller, Zschokke u. a. bei Hunden heohachtelen. Nach Zschokke leiden mindestens 30- 400/o aller „alten* Hunde an Kropf. Während derselbe bei jungen Hunden in der Kegel eine einfache flvpcrplasie der Drüse darstellt, soll der Kropf älterer Hunde nach Zschokke regelmiissig krehsiger Natur wein, und in der Neubildung häufig Zerfall, verbunden mit Blutungen auftreten. Gerlach fand beim Pferde Sarkom der Schilddrüse. Von
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Struma.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 17.'}
Hruckinüllit u. a. wurden bei ßindeni fcuberculöse Wucherungen in (Ut Scliilddrüsc iin^ctroircn. Johne hat lt;'iii Schilddrüsen-Car-cinom mit secundärem Carcinom dor Lungen beim Pferde genauer boschrieben; ebenso Honert ein Sarkom der Schilddrüse des Pferdes.
Ursachen. So wenig wie die Ursachen dor 'rumoren überhaupt sind auch diu des eigentlichen Kropfes bekannt. Endemische Verbreitung will miLii ebenso wie beim Menschen auch bei Thieren gesehen babea (Baillanger beim Maulthier, Wörz beim Rinde). Von französischen Veterinären wurde ferner behauptet, dass in den Gegenden, wo der Kropf beim Menschen häufig auftrete, dasselbe auch bei Thieren der fall sei. l)ass Hodenverliältnisse hierbei eine Rolle spielen, steht fest, allein über die nächste Veranlassung des Leidens herrscht noch volles Dunkel. Ob die Gegenwart magnesiahaltigen Bodens oder Mangel an Jod und Brom hierbei von Einfluss ist, wie behauptet wird, bleibt vorläufig unentschieden. Ebensowenig ist über den Zusammenhang des Kropfes mit Cretinismus Näheres bekannt; bei Thieren liegen hierüber keine Beobachtungen vor.
Aueli bei Thieren, namentlich Fleischfressern, entsteht der Kropf vornehmlich in jüngeren Lebensjahren; ohne Zweifel wird das Leiden unter Umständen vererbt; ich sah mehrfach fast sämmtliche Hunde eines Wurfes am Kropf leiden. Lydtin berichtet über einen Hengst, der den Kropf auf fünf seiner Nachkommen vererbte, .lohne be­obachtete erblichen Kropf beim Dromedar. Nach Haubner trat in einzelnen Jahren Kropfbildung bei Kümmern derselben Herde en-zootisch auf: in einem Jahre waren (gt;, im folgenden 10 neugeborene Lämmer mit Kropf behaftet; Ilaubner glaubte, dass die Vererbung durch den Hock erfolgt sei. Aehnlicbe Beobachtungen machte Gurlt bei Ziegen. Beachtenswerth ist jedoch die Thatsache. duss die (laquo;rosse der Schilddrüse bei den einzelnen Thieren. namentlich l'ferden er­heblich schwankt. Nicht selten nehmen ihre Kappen, die beim Pferde und Rinde von Kastaniengrösse sind, den Umfang eines Enteneies an, während die ('oniinissur schwach entwickelt bleibt. Diese Eigen-thümlichkeit zeigt sich bei einzelnen Familien in grösserer Verbrei­tung und scheint in gewissem Grade erblich ZU sein. Als Kropf kann der Zustand wohl nicht bezeichnet werden, da eine Aenderung, namentlich ein fortschreitendes Wachsen der Geschwulst nicht erfolgt. Auf diese Erscheinung sind offenbar verschiedene Mittheilungen der Literatur über Vererbung und enzootisohe Verbreitung des Kropfes bei Thieren zu rück zuführen.
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Kraiikliciti'u (lus lliilsus.
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Symptome. Die auffälligste Erscheinung beim Kröpfe bildet die Anschwellung dicht unter dem Kehlkopfe zur Seite der Liil'tröhre. Bei Pferden tritt die normale Drüse zu jeder Seite als ein etwa kastaniengrosses Organ hervor, das hierbei den Umfang einer Doppel­faust erreichen kann; bei Bunden nimmt Jeder Drüsenlappen zuweilen die örösse einer starken Mannesfaust an. In dem Masse als das Organ grosser und schwerer wird, pflegt es sich zu senken und dadurch öoch deutlicher hervorzutreten. Bald leidet nur eine Seite, bald beide.
Bei Hunden besteht eine grössere Beweglichkeit des'rumors, in Folge lt;lessen das zunehmende Gewicht zur Senkuno' desselben führt: die Drüse steigt liier nicht selten his zum unteren Halsende herab und liegt unmittelbar vor der Brust. Entzündungserselieiiunigen, Selunerz, vermehrte Wärme u. s. w. fehlen.
So lange die Schilddrüse nicht erheblich vergrössert ist, bildet die Struma bei Thieren in der Regel nur einen Schönheitsfehler. Massot und Truelsen sahen jedoch heim Pferde durch den Druck des Kropfes auf die Luftröhre Athembeschwerde entstehen. I fäuliger ist dieses bei Hunden der Fall. Ich babe wiederholt Hunde gesehen, die in Folge starker Kropfbildung unfähig waren, sich niederzulegen, weil heim Liegen durch den Druck der Geschwulst auf die Trachea Aihemnoth entstand. Die Thiere halten sich nur dadurch noch einige Zeit am Leben, dass sie fortdauernd mit den Vorderfüssen eine stehende Haltung annehmen, bis sie schliesslich durch Tödtung von dem un­glücklichen Zustand befreit werden. Hie Luftröhre nimmt, dabei eine säbelscheidenartige Form an. Zschokke fand mehrfach, dass die Krebsgeschwulst bei Hunden um die Trachea und den Schlund ge­wachsen war und nicht nur Hvspnoe sondern auch Schlnckbescliwer­den erzeugt hatte. .Inline berichtet über ein Dromedarkalb, welches schon während der Geburt durch eine 6600 g schwere Kropfgeschwulst an Erstickung zu Grunde ging. Heim Pferde führte ein Sarkom der Schilddrüse, welches sich in 1'/raquo; Jahren über den Kehlkopf fortgesetzt hatte, schliesslich durch Suffocation zum Tode (Honert).
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Beurtheilung. Aus dem angeführten ergiebt sich, dass die Struma bei Thieren nicht, bloss einen Schönheitsfehler darstellt: dies gilt, namentlich für Hunde im jugendlichen Alter. Die Be­deutung des Leidens liäiifi;t zwar in erster Linie von dem Grade der Vergrösserung der Drüse ab, doch darf nicht vergessen werden, dass diese allmählich zuzunehmen pflegt. Hs kommen aber namentlich bei Pferden auch Kröpfe vor, welche niemals Störungen veranlassen.
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Strumn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;[7.'gt;
f)iu Prognose wird boi der Strunifi um .so boclenklichev, als dieThorapio keineswegs sichere Aussicht auf llrilun^ gewährt; ilit- Bxstirpatioii der d-eschwulst ist niidit nur wegen der Gefahr grösserer Blutungen bedenklich, sondern es entwickeln sicli nach totaler Eüxstirpatiou der Schilddrüse häufig eigenthtlmliche Erankheitsersclieinungen, die man als Cachexia strumiprivo bezeichnet hat. Wir sehen dieses Leiden an) meisten bei jungen Hunden nach Entfernung der Drüse auftreten. ECinige Wochen nach der Operation stellt sich ein auffälliger Schwäche-zustand, verbunden mit Anämie und Abmagerung ein, an dem die Thiere schliesslich zu Grunde gehen, wenn sie nicht früher getödtet worden. Im Verlauf des Leidens wurde beim Menschen an verschie­denen Körperstellen Oedem (Mvxödem) beohachtet,
v. Eiseisberg beobachtete das .Leidoii bei Lämmern, Bereits 2 Monate nach Exstirpation des Kropfes zeigten sich Wachsthumsstörungen; die Thiere blieben bedeutend kleiner und schwächer; ihr Gewicht blieb erheblich gegen das der Controlthiere zurück; der Vorkopf wurde kürzer, der Hinterkopf zeigte sich aufgetrieben, der Bauch weit, die Hoden wurden atrophisch; das Vlies war schlecht entwickelt. Eines der Schafe litt an Lungenkatarrh, den v. Eiseisberg für eine vioariirende Erscheinung lullt. Die Temperatur stand bei den Schafen 1,5 — 2quot; unter der Norm.
Aebnliche Erscheinungen will v. Eiseisberg bei einer Ziege beob­achtet haben, der im Alter von G Wochen die Schilddrüse entfernt wurde.
lieber die Beziehung dieser Krankheit, die beim Menschen mit senso-riellen Störungen |Cretinismus) verbunden ist. zu der Entfernung der Schild­drüse fehlt zur Zeit noch eine nähere Aufklärung. Früher glaubte man, dass die Schilddrüse ein seeretorisches Organ sei, dessen Function für das Leben nicht entbehrt werden könne. Durch Grützner wurde darauf hingewiesen, dass die arteriellen Gelasse der Schilddrüse ebenso gross sind wie die dos Gehirns, welches an 20mal umfangreicher ist als die Schilddrüse: daraus hat man auf eine secretorischo Function derselben geschlossen. Auch Hörsley sprach sich neuerdings für diese Ansicht aus, die noch durch die Thatsache anscheinend gestützt wird, dass das Leiden nicht eintritt, wenn eine Hälfte oder auch nur Theile der Drüse dem Körper erhalten bleiben. Andere (Munkl glauben, dass die nach der Schilddrüsenexstirpation be-obachteten Störungen einfache Folgen des ungünstigen Wundverlaufs bilden. Nachdem Mnnk auf den Nachtheil der Fleischnahrung nach der Exstir­pation der Schilddrüsen aufmerksam gemacht hatte, prüfte Breisacher dieso Frage durch eine Reihe von Versuchen an Hunden und fand, dass bei fortgesetzter Milchdiät die strumipriven Symptome, namentlich die kloni-schen und tonischon Zuckungen sowie die respiratorischen Krämpfe wieder zurückgingen. Gab man den Thieren darauf Fleisch und Bouillon, so traten dio Erscheinungen von neuem hervor: gekochtes Fleisch erwies sich jedoch unschädlich,
Rechnet man hinzu, dass die Exstirpation der Drüse mit Ge­fahren für den N, recurrens bezw, vagus verbunden ist, auch erhebliche Blutungen dabei vorkommen können, so erscheint das Leiden immer­hin bedenklich, sobald eine Operation nothwendig wird. Dass jedoch
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Kriinkhi'iteu des Halses,
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die Hofftiung auf Heilung nicht ausgeschlossen ist, beweisen ver­schiedene Beobachtungen; Massot entfernte die Schilddrüse bei zwei Pferden ohne solche Nachtheile; die durch die Anschwellung hei dem einen derselben hervorgerufene Athembeschwerde verschwand hiernach. leb selbst habe einmal die Operation beim Pferde ohne die beschrie­benen Folgen vorgenommen, bei Hunden jedoch wiederholt Caohexia strumipriva beobachtet. Die Entfernung eines Lappens der Schild­drüse ist dagegen unbedenklich. Haubner berichtet, class die mit Kropf behafteten Lilmmer theils todt geboren wurden, theils bald nach der Geburt starben, Ein von II. operirtes Lamm blieb gesund, wie lange, ist jedoch nicht gesagt. igt;ie Struma carcinomatosa giobt sich durch unebene, knotige Beschaffenheit der Oberflilche der Geschwulst zu erkennen und erscheint doppelt bedenklich.
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Behandlung. Innerliche Mittel bleiben meist ohne Erfolg; doch kann Jodkalium versucht werden: ein gleiches gilt von Einreibungen. Mau bat hierzu Jodkaliumsalbe oder Einpinselungen von Jodtinctur empfohlen. Augenscheinlichen Nutzen habe ich hiervon nur dann gesehen, wenn es sich um eine acute Schwellung der Schilddrüse bei Erkrankungen der Rachenhöhlenschleimhaut handelte. Gegen diese wurden von Sie damgr o t zky Einreibungen von Jodoform mit üngt. cinereum empfohlen. Truelsen Hess 3mal täglich eine Salbe ans Jod. pur. 1,0, Kalium jodatmn 5,0, Sapo virid. 30,0 einreiben und verordnete innerlich Kalium jodatum und Kalium nitric, ää quot;J.o pro die. Nach :'gt; Wochen war eine erhebliche Verkleinerung erzielt und die Dyspnoe beseitigt. Wirksamer erweisen sich beim Kröpfe intraparenehymatöse Injectionen von Tinct. Jodi, welche man mittelst der Pravaz'schen Spritze applicirt. Die Nadel wird bis in das Gewehe der Drüse eingeführt, sodann lässt man etwa 5 —15 Tropfen Jodtinctur in diese fliessen. In der Kegel entwickeln sieh hiernach entzündliche Erscheinungen, welche in etwa 8 11 Tagen ablaufen; alsdann kann die Application des Mittels in derselben Weise und so mehrmals wiederholt werden. In einem Falle hatte ich beim Hunde günstigen Erfolg von der intraparenchvmatösen Injection einer wäs­serigen Papayotinlösung (1: 10); 48 Stunden nach der Injection war die Kropfgeschwulst vollständig erweicht, und auf den Einslich ent­leerte sieh das verdaute Parenchym der Drüse als eine niilehäbnliche Flüssigkeit. Wurde hierdurch auch die Geschwulst nicht ganz be­seitigt, so erfuhr sie doch eine erhebliche Verkleinerung: auch Hessen die Atliembeschwerden nach. Die Ineidirnng der bei Hunden ZU-
^M
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Struma,
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weilen einen Ä-bsoess vortHuscheuden Cystenbildung im Kröpfe ist naeli Zschokke zu witlerratlien, weil sie meist zu einem tödtlichen Aus­gange fuhrt;,
ünlttngst versuchte Rydygier lioim .Nronschen von neuem die Unter­blndung der zuführenden Arterien, Nur bei den parenehymatösen ICröpfen hatte die gleichzeitige Unterbindung aller Arterien gutenquot; Erfolg. Hol der Struma tibmsa und cystica zeigte sich die Operation wirkungslos.
Zur Exstirpation der Schilddrüse benutzte Schmidt beim Pferde den Ecraseur. AI as sot legte die Drüse frei, zog sie mit den Fingern hervor und machte mit derselben einige Torsionen, um alsdann eine Ligatur anzulegen. Ich prftparire nach Spaltung der ilussoren Haut die Drüse mit den Fingern frei und unterbinde die nun sichtbar werdenden (lefilsse; seliliesslieli wird noch eine stärkere Ligatur angelegt und über derselben die Drüse abgeschnitten. Mau hüte sieh, dass die Abtrennung zu knapp auslallt, und die Ligatur abgleitet, lasse lieber etwas Drüsen­gewebe sitzen, um der Ligatur einen festen Sitz zu geben. Lanzilotti entfernte auf operativem Wege beim Pferde eine kindskopfgrosse Kropf­geschwulst, welche sich in (J Monaten entwickelt hatte. Der rechte, etwa kartoffelgrosse Drtisenlappen wurde erhallen, und konnte das Pferd nach Monatsfrist aus der Behandlung entlassen werden. Die Untersuchung der Geschwulst ergab ein einfaches Adenom.
Die Nachbehandlung erfolgt mich allgemeinen Gesichtspunkten. Nach den Munk-Breisachersehen Untersuchungen würde sich .Milchdiät, em­pfehlen. Wo nur eine Seife der Schilddrüse erkrankt ist, kann die Ent­fernung dieses Abschnittes ohne Bedenken erfolgen.
Beim Menschen wird ICropfbildung zuweiten von der sog. Basedow­schen Krankheit begleitet, welche Jewsejenko und Cadlot auch bei Thieren (Hund und Pferd) beobachteten, Line 3 Jahre alte Mops­hündin verfiel plötzlich in einen epileptischen Anfall, zeigte auffällige Pulsbeschleunigung und Verdauungsstörungen, Dazu gesellten sich An­schwellung der Schilddrüse, Exophthalmus und Olceration der Cornea. Die Behandlung der Augen bestand in Waschungen mit, Sublimatlösung, Ein-träufeiung von Eserin und Anwendung von l'ompressen, angefeuchtet mit 20/oiger Borsäure, In die Schilddrüse wurde Tinct. Jodi (8 Tropfen pro dosi) eingespritzt und innerlieb Jodkalium verabreicht; nach 0 Wochen erfolgte Besserung und Genesung.
Jewsjsenko berichtet, ferner über eine 4jälmgo englische Vollblut­stute, welche nach einem Wettrennen den Appetit verlor,quot; starken Durst, Schwäche, Herzklopfen und Pulsbeschleunigung zeigte. Es gesellten sich hierzu Schwellung der Schilddrüse und Augenlider, sowie Röthung der Conjunctiva. II Tage später stellte sieh Exophthalmus ein; die Schild­drüse zeigte Pulsation. Das Pferd ging unter Erscheinungen von Anämie und Erschöpfung nach etwa 4 Wochen zu Grunde. Ob hier eine Sym-pathicusläbmung, welche als Grundlage der Basedo w'schen Krankheit beim Menschen vermuthet wird, vorgelegen hat, mag dahingestellt bleiben.
Cadioi fand das lquot;gt; Jahre alte l'ferd stark abgemagert, entkräftet, ein Vordeii'uss war schmerzhaft geschwollen; auch zeigten sieh ödematöse Anschwellungen an verschiedenen Körperstellen; die linke Hälfte der Schild­drüse war stark vergrössert. An den oberflächlich gelegenen Arterien stellte siidi eine starke rhythmische Bewegung ein, z. B, nn der Ca-rotis, der hinteren Ohrarterie und Schenkelarterie, Pulsfrequenz 70 bis 80 p. M. In der Herzgegend machten sich dem Gefühl pochende Schläge Mnlirr. Spooiolla Chirarsle filr Tlilevllrzto. s, Aiifl,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 12
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Kranklieik'H des Halses.
bomerklmr, wobei ilor Thorax zuweilen erzitterte. Die Blutuntersuchung* gab keinen Anhalt für Loukilmie. Am ii. Tage ging Patient ein, ohne class Exopbtbnlinus eingetreten war. Bei der Section zeigte das Her/ ein Ge­wicht von II Pfund. Der Durchmesser der grosseu Gefiisse betrug das Doppelte des normalen,
Brisot beobachtete bei einer zweijährigen Kuh eine bedeutende-Vergrösserung der Thymusdrüse. Die Geschwulst erstreckte sich vom 3. Luftröhrenringe bis zum Brustbein und von der Jugularis einer Seite zu der der anderen; sie war hart, schmerzlos und wog beim Schlachten des Thieves 0 kg.
6. Dio Genickbeule. iffiaulTvurfgesclnvulst. Talpa. Mal de nuqno.
Lit.: Lafosse, Her. Rep. 16, S, 823. Vincent, das. 9. S. IG4.
Der sti'angfömiige Theil des Nackenbandes bildet auf dem Kamme
des /.weilen Halswirbels beim Pl'erde eine Uursn niucosn, Welche nor­mal die Grosse eines Apfels erreicht und zu beiden Seiten des Nacken­bandes von den dureblloeiiteiien Muskeln (Muse, complex!) bedeckt wird. während lockeres Bindegowebe die modialon Fliieben dieser Muskeln mil dem Schleimbeute] verbindet. Die entzündlichen Processe dieser Bursa weiden seil alter Zeil mil dein Xanien (i on i c k lieu le. (ieniek-fistel oder Maulwurfsgeschwulst (Talpa) belogt, weil die An­schwollung in Grösse und Form einem Maulwürfe nicht unähnlich erscheint. Es handelt sich also um eine Bursitis, die meist acut, selten chronisch auftritt, in der liege] aber einen chronischen Ver­lauf nimmt.
Veranlassung zu dem Leiden geben Quetschungen; seltener führen metastatische Entzündungen (Druse) zur Entstehung desselben. Ein beftiger Stoss gegen die unmittelbar über der Krippe liegende Raufe oder gegen die Einfassung einer zu niedrigen Thür, üeber-schlagen oder ein Schlag mit einem schweren Peitschenstocls rufen solche Quetschungen hervor. Soltoner besteht die Ursache im Druck der llalfler odor, wie llortwig glaubt, in gewaltsamer Beugung des Halses beim 1 lerannobmen des Kopfes der Reitpferde. Auch bei Weidepferden dürften äussere Verletzungen mehr in Betracht kommen, als die Anstrengungen der Halsmuskeln beim Grasen.
Erscheinungen und Verlauf. Kino etwa 10—lö cm lange, länglich runde Anschwellung auf den ersten beiden Halswirbeln un­mittelbar neben der Mittellinie, bezw. dem runden Theil dos Nacken­bandes mil entzündlichen Erscheinungen verbunden, kennzeichnet das Leiden, Paid zeigt es sich nur an einer Seite, bald an beiden. Die
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Qeuickboulo.
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Anschwellung ersebsint /unäclisi fluctuivend und scharf begrenzt, so raquo;lass sie in Form und Gfrösse einem Maulwurf gleicht; später greift die Entzündung auf die umliegenden Weichthoile Über, wodurch die Anschwellung eine diffuse und zugleich feste, derbe Beschaffenheit annimmt. Anfangs besteht ein Blrguss v(}ii entzündlichem Exsudat oder Blut in den Schleimbeutel, später bildet sidi eine Parabursitis uns, wodurch die Anschwellung ihre scharfe Begrenzung verliert, Die mit dem Leiden verbundenen Schmerzen veranlassen das Thier, den Kopf meist gestreckt, gesenkt und steif /u halten; zuweilen stellen sich Gehirnsymptome, dummkoller'rthnliche Erscheinungen ein, Leichtes Ficdicr begleite! den Zustund von Anfang an oder findet sich im wei­teren Verlaufe desselben häufig ein.
Der Verlauf des Leidens hängt in erster Linie davon ab, ob der Zustand aseptisch bleibt, oder ob [nfection eintritt: letzteres bildet dieRegel und wird häufig durch Verletzungen der äusseren Haut, welche gleichzeitig mit der Quetschung der Bursa veranlasst wurden, ein­geleitet. Bei aseptischem Verlauf kann, durch zweckmässige Behand­lung unterstützt, Resorption der in die Bursa ergossenen .Massen ein­treten, und in einigen Wochen Eeilung erfolgen. Nicht selten aber stellt sich eine chronische Entzündung der Bursa mit Verdickung ihrer Wund und Uiiig'ebuno'ein. Wueiierunevn an der Oberfläche der Bursa fallen mit der Zeit ab, und so kann sieh dieselbe mil einer grossen Zahl reisförmiger Körper lullen, ieh hatte wiederholt Gelegenheit, grosse Mengen dieser Corpora oryzoidea uns der Bursa zu entfernen, die Vincent irrtliimilieli für Entozoen hielt. Durch die chronische Entzündung wird eine vollständige Heilung vorläufig ausgeschlossen, die Arbeitsfähigkeil des Pferdes dennoch nicht erheblich gestört. Die Geschwulst bleibt alsdann mehr beschränkt und wird mit der Zeit härter und fester.
In der Mehrzahl der Fälle kommt es zu infectiöser Entzündung der Bursa. Die entzündliche Anschwellung nimml allmählich zu, greift auf das um die Bursa gelegene Bindegewebe und die durch-flochtenen Muskeln tlber (Parabursitis) und führt unter Zunahme der Schmerzen und des Fiebers endlich zur Abscedirung und Perfo­ration. Der in die Abscesshöhle bezw. Bursa eingeführte Finger stellt Nekrose dos Nackenbandes und Vereiterung der Bursa lest. So kann sieh das Leiden monatelang hinziehen, und gelingt es selbst einer rationellen Behandlung nicht immer, diesen Verlauf eiheblich abzu­kürzen, Zeitweise treten die entzündlichen Erscheinuniren zurück, liissi
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ISO
Knuildieiti'ii dos Qalses,
'
#9632;
uiuiu'iitlich die Eiterung nach, aber aus der kleinen Pistelöffuung ent­leert sich eine eiterige, mit Synovia gemischte Flüssigkeit (Genick­fistel). Dieser chronische Verlauf wird theils durch die Nackenband-nekrose, theils durch die infectiöse Entzündung der Bursa und ihrer Umgebung bedingt, Die Nekrose kann sich auf die tiefer gelegenen Theile des Nackenbandes Fortsetzen und zu intermuskulllrer Phlegmone am Halse führen; zuweilen stallt sich auch Nekrose am Kamm des zweiten Halswirbels ein. In den meisten Fällen kommt Eeilung zu Stande, allerdings oft erst nach längerer Zeit, namentlich wenn keine sorgfältige Behandlung eingeleitet wird. Auf die Bewegung des Halses übt die zurückbleibende Vcrdickung einen nachtheiligen Kinlluss nicht aus; nur ausnahmsweise wurde durch Verwachsung der Halswirbel dauernde Steiflgkeit des Halses veranlagst (Lafosse). Aucb hat man tödtlichen Ausgang beobachtet, und /.war entweder durch Embolio (Pyämie) oder durch die andauernde Wirkung des Fiebers oder endlich dadurch, dass Eiterversenkungen zu einem Einbruch in den Wirbel­kanal führten. In dem letzteren Falle tritt der Tod plötzlich unter allgemeinen Lahmunffserscheinuniren und Krämpfen ein.
Der Verlauf richtet sich in erster Linie darnach, ob der Zustand aseptisch hleibt oder nicht. im ersten Falle darf auf Heilung in #9632; I—(i Wochen gerechnet werden: ist bereits Infection eingetreten, so lässt sich nur selten der chronische Verlauf des Leidens mit den oben beschriebenen Complicationen fernhalten; die Prognose wird dann zweifelhaft. Desondere Vorsicht ist geboten, wenn die Eiterung und Anschwellung stark und die Schmerzen erheblicb werden. Bei tiefer greifenden Eiterversenkungen und Nekrose an den unteren Abtheilungen des Nackenbandes kann bei minderwerthigen Pferden die Tödtung anaezeifft erscheinen.
Behandlung. Bei frisch entstandener, aseptischer Erkrankung der Bursa muss zunächst die Entzündung durch kalte Umschläge be­kämpft werden. Den hierzu verwendeten Flüssigkeiten werden zweck-mässig Desinfectionsmittel hinzugefügt, um [nfectionen zu verhüten. Auch wirkt ein gelinder, gleichmässiger Druck günstig auf die Resorption der in die Bursa ergossenen Massen: daher bedient man sich zu diesen Umschlägen mit Vortheil eines mehrfach zusammengelegten Tuches, das an der Mähne befestigt wird. Die Halfter muss entfernt, das 'l'hier womöglich unangebunden in einer Boxe gehalten und mil Arbeit verschont quot;werden. Wo eine Doxe nicht zu Gebote steht, lasse
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Gtenickflstel.
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niiiii ein Halsband anlogen. SoImM die acut entzündlichen Erschei­nungen einigermassen nachgelassen lialjun, lindci i'iuc scliuri'i' Ein­reibung vortheilhafte Anwendung, Um zugleich der Infeotionsgefahr entgegen zu treten, wllhle man eine Salbe aus Sublimat mil Fett oder Vaselin (I : 10). Die hierdurch erzeugte Anschwellung der Haut iilit einen gleichinUssigen und andauernden Druck auf die mil Entzün-dungsproducten gefüllte Bursa aus und begünstigt die Resorption ihres Inhaltes. Unter l'nisti'mdeii kann die Einreibung nach einiger Zeit wiederholt werden. Zu demselben Zweck wurde auch das (ilüli-eisen empfohlen.
Sobald durch Abscessbildung die Infection aussei' Zweifel gestellt ist, empfiehlt sieh, den Eiter möglichst bald zur Entleerung zu bringen, doch vermeide man hierbei die Art. occipitalis zu verletzen. Die mit Durchschneidung derselben oder ihrer Aeste verbundene Blutung' lilsst, sieh iudess durch Unterbindung oder Tamponade in der Regel stillen. Man mache die Incision weit und tief genug, damit der Eiter freien Abiluss findet; unter Umständen können öegenöffnungen und llaarseilo oder Drainröhren angewendet werden. In der liege! bestellt zugleich Nekrose des Nackenbandes, wobei die Durchschnei­dung des runden Theiles desselben stets angezeigt erscheint und mit, Hülfe eines Tenotoms selbst am stehenden Pferde nicht schwer fällt. Die nekrotischen Massen werden entfernt und der Kiter durch Aus­spülen der Abscesso sowie der Bursa täglich 1 — 2 mal entleert. Zu der von Lafosse empfohlenen subeutanen Durchschneidung des Nackonbandes kann so lange nicht gerathen werden, als noch Aussicht. auf aseptischen Verlauf besteht. Wo über bereits Eiterung eingetreten ist, sollte die Operation nicht mehr subeutan ausgeführt werden. Man vermeide iudess auf jeden fall, gleichzeitig die äussere Haut in der Querrichtung des Halses zu durchschneiden; dadurch entstehen immer schwer heilende Wunden. An der Seite dos Halses dagegen muss das Messer in ausgiebiger Weise gehand­habt werden; insbesondere spalte man die Fistelkan'dle womöglich bis auf den Grund. Dasselbe1 gilt, von Eiterversenkungen zwischen den Halsmuskeln: auch hier erzielt nur der rücksichtslose (lebrauch des Messers Erfolg.
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Krankheiten des Halses.
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laquo;gt;. Die Aderflstel odor Aderlassflstel. Bntzttndang der Drossel* vone. Plüebltls venae jngalarls.
Lit.! Peters, Gurll u. Hertwig. 6, S. 818. Sohleg, Dresd, Her. 1800. S, 74.
Bei Pferden wie auch ))ei Rindern bsobaclitote man namentlich in früherer Zeit, als die Venaesectio hüuflger ausgeftthri wurde, öfter einen Folgezustand dieser Operation an der Vt'iia jugularis, der als Ader-fistel bezeiclinel wird, üeber die Natur des Leidens herrschten lange Zeit liindurch unklare Vorstellungen. Obgleich schon Lafosse und II unl er auf die sich liierb.ei einstellende Throrabosirung der Vene auf­merksam gemacht hatten, war man doch über die Beziehung dieser Blutgerinnung zu dem in Rede stehenden Leiden nicht einig. Erst die Untersuchungen Virchows haben auch hier Klarheit verschafft.
Bei iiorinaleiii Verlauf schliesst sieh nach dem Aderlass die Venenwunde, begünstigt durch den negativen Blutdruck in der Venn jugularis. durch Verwachsung der Wundränder, ohne nachweisbare Veränderungen an dem Gefässe zu hinterlassen. Die durch um­schlungene Naht zum Verseliluss gebrachte Hautwunde heilt ehenfalls per priinani intentionem. Die Grundlage zur Entstehung der Ader­flstel bilden:
1.nbsp; nbsp;öerinnung des Blutes in der Vene und
2.nbsp; nbsp;eiterige Einschmelzung oder jauchige Erweichung des Thrombus.
Alle umstände, welche die Thrombosirung des Gefiisses begün­stigen, können daher zur Entstehung des in Rede .stellenden Leidens führen. Dazu gehört vor allem:
I. ünregelmässige Beschaffenheit der Venenwunde, wie sie durch mangelhafte (stumpfequot;) Instrumente (Fliete, Lancette) erzeug! wird. Ist die Wand des Gtefdsses nicht glatt getrennt, son­dern zerrissen, so gielit die raulie Oberfläche der Wnndriinder leicht zur Gerinnung des Blutes an denselben Veranlassung, welche zur voll­ständigen Thrombosirung des Gefässes rührt. Dasselbe tritt ein, wenn die Wunde nicld genau in der Längsrichtung der Vene, sondern schräg zu derselben liegt, oder wenn durch wiederholte Anwendung des In­strumentes eine doppelte Wunde in der Gelasswand entstanden war. Auch muss zugegeben werden, dass die Verletzung einer Venenklappe die Gerinnung des Blutes einleiten kann; doch erklärte mit Hecht schon Hertwig, dass die hierdurch veranlasste Gefahr nicht gross sei.
'2. Zu Aderlistdn können ferner alle umstände Veranlassung
.
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Aderfistel
IS:!
geben, welche die regelmilssige Lagerung dor Wundrllnder
in der Venenwand stören, Dahin gehören vor allem grössere Blutungen unter der äusseren Baut; das Extravasat bewirkt eine Verschiebung der Wuudrtliider des Gefdsses, und die Gerinnung des unter die Haut ergossenen Blutes setzt sieh leicht durcb die offene Venenwunde bis in das Gofäss fort. Gerade dieser umstand bildet die lüluflgste Veranlassung zur Entstehung der Aderflstel. Durch das Abziehen der äusseren Haut beim Anlegen der Naht, durch Druck des Geschirrs (Kummet wie Sielen) in den ersten 24 Stunden nach dem Aderlass, ferner durch das Anlehnen gehirnkranker Pferde gegen die Krippe oder durch andauerndes Liegen rehekranker Thiere wird daher nicht selten der Anlass zur Entstehung des Leidens gegeben, weil alle diese Momente die Bildung umfangreicher Extravasate an der Ader­lassstelle begünstigen, Grössere Trennungen in der Venenwand, wie sie früher namentlich zum Zweck der Infusion von Arzneimitteln mit Hülfe des Trichters hergestellt wurden, gehen häufig die Ursache zu Extravasaten und diesem Leiden ab, 1'aller fand Viborg, welcher sich mit der Application von Arzneimitteln (Tinct. Veratri) mittelst eines Trichters in die Vene viel beschäftigte, Gelegenheit zu ausgedehnten Beobachtungen über diese Krankheit. Dass unreine Instrumente die Entstehung des Leidens begünstigen können, liisst sich nicht ab­leugnen, doch kann diesem Umstände nicht die hohe Bedeutung bei­gelegt werden, wie es wohl geschehen ist.
Welche Veranlassung auch zur Enstehung der Thrombose in der Vene heim Aderlass geführt hat, regolmässig tritt eiterige Schmel­zung oder jauchige Erweichung des Thrombus ein, und hierdurch wird zunächst an der Intima des Gefässes eine Entzündung hervor­gerufen, welche sieh bald auf Media und Adventitia fortsetzt und nicht nur an der Wand des Gefässes, sondern auch an verschiedenen Stellen der äusscren Haut zu Perforationen führt, wobei sich der eiterig-jauchige Inhalt zum Theil entleert.
Sehr selten kommt es bloss zur Gerinnung und Organisation, nicht aber zum Zerfall des Thrombus. Dadurch wird zwar die Vene ebenfalls für immer obturirt, aber der Process dauert nur kürzere Zeit, Leider wird dieser Ausgang recht selten beobachtet. Ohne Aderlasswunde tritt das Leiden fast niemals auf; doch muss zu­gegeben werden, dass ein Entzündungsprocess von aussen auf die Venenwand übergreifen kann; ein solcher Fall wurde von Peters beschrieben.
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KninklieiUm des daises,
Erscheinungen. Beim Entfernen der Nudel erscheint die Ader­lasswunde nicht, wie es gewöhnlicli der Fall ist, verklebt und trocken, sondern angeschwollen, und aus der Hautwunde entleert sieh etwas dunkles, flüssiges Blut: zuweilen treten diese Erscheinungen erst, einige Tage nach dem A.derlass bervor. Die Umgebung der Wunde schwillt in den nächsten Tagen noch mehr an, und bei genauer Untersuchung liisst. sich feststellen, dass die Vene einen rundlichen, derben, festen Strung bildet, der sieh von der Aderlasswunde verschieden weil nach oben und unten erstreckt. Die letztere Erscheinung beweist die Gegen­wart einer Thrombose und stellt eine Aderfistel in sichere Aussicht. Der Abfluss des Blutes kann auch durch ein Extravasat unter der Haut bedingt sein, deshalb Ist die Untersuchung der Vene wichtig. An- und Abschwellung derselben auf Druck schliesst andererseits die Gegenwart der Thrombose aus. Die Anwendung einer Sonde zur Feststellung des Leidens ist nicht nur Überflüssig, sondern auch ge­fährlich, weil dadurch Blutgerinnung veranlasst und Embolio der Lungen begünstigt werden kann.
In den nächsten Tagen entleert sich zerfallenes Blut aus der Aderlasswunde, dein sich buhl Blutgerinnsel und Eiter beimischen. Nach dem Kopfe zu pflegt die Anschwellung noch zuzunehmen, und nicht seiton treten in der nächsten Zeit, namentlich beim Fressen, mehr oder weniger starke Blutungen auf. Durch Behinderung des Blutabflusses stellen sich zuweilen Störungen der GelurnfniK tionen, dummkollerähnliche Erscheinungen ein; so namentlich, wenn der Venenverschluss durch den Thrombus schnell erfolgte.
Die Endophlebitis septica greift buhl auf die übrigen Venenhäute und das umliegende Bindegewebe über, wodurch Abseesse entstehen, die sich nach uussen entleeren. Wenn auch zugegeben werden muss, dass die faulige Zersetzung des Venenthrombus zur Pyämie oder Septikämie führen kann, so kommt diese Complication doch nur selten vor, was nicht auffallen kann, wenn man bedenkt, dass die Gerinnung des Blutes in dem Gcfüsse meist, schnell erfolgt, so dass die Vene bereits vollständig verschlossen ist, bevor eine faulige Zersetzung des Thrombus eintritt; es findet sich daher keine Q-elegen-heit, abgetrennte Blutgerinnsed dem Herzen und weiter den Lungen zuzuführen, um Embolie zu erzeugen. Doch wurde im Verlaufe des Leidens wiederholt embolische l'ncunionie beobachtet, woran die Thiere stets zu Grunde gingen.
Wo diese Complication nicht hinzutritt, nimmt das Leiden meist einen fftinstitren Verlauf. Der Thrombus wird durch eiterige oder
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Adcrllsti'l.
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faulige Zorsetzung eingesclimolzen, die Verdickimg der NCnciiwiiiid führt sclilifsslich zu einer vollstllndigen Obturation bezw. Obliteration derselben. Hierüber vergehen :gt;—I Monate, sodann aber hören die entzündlicben Procosse, namontlicb die wiederholten Abscedirungen im Verlaufe der Vene auf, l'ic Circulationsstörungen verlieren sich, indem dureb bedeutende Erweiterung der Vasa vasorum ein Col-lateralkreislauf zu Stande kommt; man findet zuweilen Hautvenen von der Stärke eines Fingers, welche die durchgilngig gebliebeneu Ab­schnitte des Get'iiisses verbinden,
Benrtheilung. In Bezug auf das Leben des Thieres gestaltet sich die Prognose im allgemeinen günstig, weil sieb nur selten bedenk­liche Folgen an das Leiden knüpfen. Wo Erscheinungen der Lungen-embolie (Athembeschwerden, hohes Fieber u, s. w.l auftreten, wird die Prognose allerdings schlecht. Mit Rücksicht auf die Erhaltung des Gelasses ist die Prognose ungünstig, doeb pflegen mit der Ob-turirung desselben keine dauernd nachtheiligen Folgen verbunden zu sein; dagegen muss berücksichtigt werden, dass das Tliier während des Leidens zu erheblichen Arbeitsleistungen nicht herangezogen werden darf.
Behandlung. In prüservativer Hinsicht ist muh gemachtem Aderlass Ruhe und Vermeidung jeden Druckes auf die Neue, beson­ders unterhall) der Aderlassstelle erforderlich; daher darf auch in den ersten 24 Stunden kein Geschirr aufgelegt werden. Ferner vermeide man alles, wodurch die Entstehung eines Extravasates an der Aderlassstelle begünstigt wird, namentlich das Abziehen der Haut bei Anlegung der Nadel, und beachte die Regel der Operationslehre! an derselben Stelle die Anwendung der Fliete oder Lnncette niemals zu wiederholen.
Zeigt sich bei Entfernung der Nadel die Hautwunde nicht ge­schlossen, so desinfleire man dieselbe durch Waschungen mit Sublimat­oder Carbolwasser, um den Zerfall des ergossenen Blutes zu ver­hindern, Die einmal thrombosirte Vene ist nicht wieder frei zu legen: auch gelingt es nur selten die faulige Zersetzung des Thrombus zu verhindern; dies kann indess versucht werden, indem man die Haut­wunde und das Extravasat soweit möglich mit den genannten oder ähnlich wirkenden Mitteln wiederholt desiniieirt. Solid' die ent­zündliche Reaction, namentlich die Anschwellung sehr heftig werden, so können feuebtwarme Umschläge die Spannung und Schmerzen her-
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Krankbeiten dos Halses.
absetzen, auch Einreibungen von Ungfc. cinoreum Anwendung finden. Man vermeide indess dun-li starkes Drücken und KVilu'ii bei der Application der Salben ili-n Thrombus zu zerstückeln und so Embolien zu begünstigen. Abscesse werden gespalten, dem Wundsecreto wenn orforderlicli durcli Erweiterung der Hautwunde freier Abfluss ver-seliail't; in Prankreich legt man ein Haarseil durch die Vene, Unier umständen, namentlich wo wiederholt bedenkliche Blutungen auf­treten, empfiehli sieh die Unterbindung des QefUsses oberhalb des thrombosirten Gebietes, und wenn der Thrombus nicht zu weit nach unten reicht, auch untoi'halb desselben, Die Operation erfolgt nach den allgemeinen Kegeln, worauf das öefilss an den Dnterbindungs-stellen durchschnitten wird. Hat in gleicher Weise unterhalb der er­krankten Stelle eine Unterbindung stattgefunden, so kann der iso-lirte Abschnitt der Vene gespalten, oder nach dem Vorschlage fran­zösischer Thierärzte ausgeschält werden. Schley empfiehlt Durch­spülung der Vene mil Sublimatlösung, Nach der Unterbindung der
(ud'itsse gehe man dem
liere einige Tage Ruhe und nur flüssige
Nahrung um Blutunffen zu vermeiden.
Das Ausschälen der erkrankten Vene darf erst nach erfolger Unter­bindung oberhalb und inderhalb des zu entfernenden Gefässgebietes ge­schehen. Nachdem diese erfolgt, wird die Vene unter der oberen ünter-bindungsstelie quer durchschnitten, dann aufgeschlitzt und von ihrer Um­gebung lospriiparirt. Bei sorgfältiger Nachbehandlung der Operations­wunde (offene Wundbehandlung) ist eine Gefahr hiermit nicht verbunden. Man hüte sieh jedoch dio Carotis hierbei /.u verletzen, und zwar am sicher­sten dadurch, dass von dem Messer möglichst wenig Gebrauch gemacht wird, indem man das Gefäss mit, den Fingern oder mit Hülfe der ge­schlossenen Schere isolirt, unter Umständen durch einen massigen Zug an demselben dio Loslösung der Vene von ihrer Umgehung bewirkt.
'raquo;. Die Krankheiten des Pharynx und Oesophagus.
a) Fremdkörper in der Racheuliöhle und im Schlünde.
Lit.i Dandrioux, Journal de möd, vdt. 1870. Molleroau, Jahrb. 1882. S, 10, 1 in m e I m a a a , Heil.'I'll Woch, 1890, S, 125, Tainturier, Lyon, Journ, 1880, S, 88. Philippi, Dresd, Her. 1886. S. 103. Lette, Thier, Mitth, 1875. S. lit. Schmidt, Vorträge für Thierärzte, I. Serie. Heft 5, Wal-fcher, Dresd. Her. 1888. S. 7ö. Hinter, das. 1879, S, 182. L, W.Semmer, Die Sehlundmuskeln der Hausthicre, Inaug.-Diss. 1865. Rubeli, ücber den Oesophagus der Menschen and verschiedonei'Hausthicre, lnaug,-Di8S, Bern 1800. hot lies. Beiträge zur Anal, u, Physiol, des Schlundkopfes vom Schweine, Berl, Th, Woch. 1890, Schäfer, Berl, Arch, 12, S, 280, Wal-
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FiTindkörpcr in ilur Kaulii'nliölilu und im Schlünde.
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ther, Dread. Der. 1890. S 72. Miohalski. li. T. W. 18ir2. S. 211. Graf, Zeitsoh. f. Vet.-Kuncle 1802. S. 211. Strebol, Schweiz. Arch. 33. Mauri, Rev. vötdr. 1879, S. 278. Willach, Iraquo;. T. \V. 1898. S, 39.
In der ßacbenhölile werden Fremdkörpeiquot; am häufigsten bei den Fleischfressern angetroffen; Knochen, Fischgräten, Nudeln. Holz-stücke, die sich im Futter landen, oder dem Thiere zum Spielen dien­ten, bleiben beim Schlucken zuweilen in der Liachenhöhle stecken. Hei Hunden und Katzen werden im Grunde der Zunge, dicht vor dem Kehl­deckel liiiulie' Nähnadeln angetroffen, In der dem Schweine eigen-thümlichon Rachentasche können Kartoffel- und Rübenstücke stecken bleiben (F r a n t k , Lothes). .I5ei Pflanzenfressern bohren sich ge­legentlich Holz- oder Knochenstücke, Baarnadeln u. dgl. in die Schleim­baut der Kachenhühle ein, häufiger aber noch linden sich im Schlünde derselben Fremdkörper; bei Wiederkäuern, besonders Rindern Stücke von Knollengewächsen ( Kartoffeln, Obst, Rüben), beim Pferde Leinkuchen oder Heu, seilen ein beim Ausziehen verschluckter Zahn, ein Hühnerei oder Pille, Auch können grobstengelige Pflanzen, Holz- oder Knochen­stücke sieh hier festsetzen.
Grimm fand im Schlünde einer Kuh ein Stück Lampencylinder, M ölii us einen 13 cm langen Dornstengel; ich selbst hatte Gelegenheit einen nahezu meterlangen Peitschenstock aus dem Schlünde eines Pferdes zu entfernen. Dandrieux behauptet, eine 10 Zoll lange Schlange aus dem Schlundlaquo; einer Kuh gezogen zu haben. Im Schlünde eines Rindes fund [worsen einen Haarball.
Die Fremdkörper bleiben stecken entweder weil sie scharf sind und sich in die Schleimhaut einbohren, oder weil sie zu gross sind, um die engen Stellen des Schlundes zu passiren, oder endlich weil der Schlund Veränderungen erfuhren hat, die den Durchtritl derselben verhindern. Bei Pferden kommen in Folge Anschwellung der Bron­chialdrüsen oder Tumoren (Melanosarkome) Compressionen und Ver­stopfungen des Schlundes mit Heu zu Stande. Auch wird zuweilen von diesen Thioren sub linem vitae Futter aufgenommen, welches im Schlünde stecken bleibt und grössere Abschnitte desselben verstopfen kann. Ob unter umständen auch Lähmung des Schlundes vorkommt, muss fraglich erscheinen (S. 208). Zu eng für den Durchtritt grösserer Körper erweist sich oft am häufigsten:
1. der Anlangst heil (bvs Schlundes gleich hinter dem Schlund-kopfe, 2. die unteren Abschnitte des Schlundes am Halse und -'5. die Durchtrittstelle durch das Zwerchfell,
Sofern krankhafte Veränderungen des Schlundes zur Verstopfung desselben führen, sollen diese an anderer Stelle besprochen werden.
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Knmklu'iU'U des tlalses.
lücr könuen nur die ersten beiden der oben genannten Ursachen Belaquo; rücksiclitigung litulen. Die verschiedenartige Bedeutung des Zustandes bei den einzelnen 'l'hierarten niaclit eine gesonderte Betrachtung des­selben wllnschenswerl li.
Man unterscheidet a) .verletzendequot; Fremdkörper, d. b. solcheraquo; die sieb in Folge ihrer rauhen Oberflilche in die Schleimhaut ein­bohren und stecken bleiben, und b) ,ohturirendequot; Fremdkörper, d. b. solche, die ihrer Grosse wegen den Schlund nicht passiren können. Erstere finden sich am häufigsten in der Rachenhöhle, die letzteren vornehmlich im Schlünde, docli kommen auch in ihm ver­letzende Fremdkörper vor.
Nach den üntersnehungen Rub eil s erstrecken sich die boini Menschen auf die ersten - i des Schlundes besohrtlnkten quergestreiften Muskel­fasern bei Tbieren fast ausuabmelos bis gegen den Magen. Bei Wieder­käuern besitzt der Oesophagus überhaupt keine glatten Muskelfasern; diese treten erst am Pansen auf. Die Rclileimbanl trägt bei allen '{'liieren starkes Pflasterepithel, welches die isahlreichon Papillen bedeckt. Neben Schleim­drüsen enthält die Mucosa Lynipbfollikel,
Die Weite des Schlundrohres stellt nach Hubeli im umgekehrten Verhaltnisse zur Stärke seiner Muskulatur, Mit Ausnahme des Rindes und Hundes kommt bei allen Hanstbieren eine Verdickung bezw, Verengerung in der Xälio der Cardia vor.
Der Oesophagus des Pferdes ist absolut und relativ der längste, aber auch engste. Nach Pranok beträgt seine Lilnge 121 cm; Rubeli fand in situ 125—180 cm, bei grösseren Pferden sogar 140—150 cm. Die Wandstärke ist bedeutend und nimmt vom Zwerchfell bis zur Cardia so be-trllchtlich zu, dass das Lumen fast vollständig schwindet, ein Umstand, der zugleich das häutige Vorkommen von Divertikeln, Stenosen und Verstopfungen des Schlundes an dieser Stelle erklärt.
Der Schlund der Wiederkäuer und F' Ischfresser hat eine mehr cylindrische Gestalt. Am unteren Ende des oberen Drittheils tritt beim Kinde eine Verengerung' ein, während er von hier aus nach unten an Weite zunimmt. Die Wand des Schlundes ist verhältnissmässig dünn und ver­liert von oben nach unten an Stärke.
Auch beim Schaf nimmt die Wandstärke von oben nach unten ab und ist im Verhältniss zur Scldeimhantoborflücho sehr dünn. Eine Verengung fehlt, welche sich bei der Ziege dagegen in der Mitte des Schlundes be-merklich macht.
Der Schlund dos Schweines besitzt ebenfalls in der Mitte eine Verengerung; nach oben wie nach unten erweitert sich das Schlundrohr.
Beim Hunde liegt die engste Stelle in der Höhe des unteren Randes des Ringknorpels (ca. 4,5 cm). Das Scblundrohr erweitert sich von hier aut 7 cm; verengt sich dann wieder auf 5 cm; erweitert sieh zum zweiten Male, um etwa 15 cm hinter dem Schlundkopf einen Umfang von 7,2 cm zu erreichen. Die darauf folgende Verengung, 0 cm vor der Cardia, misst 5,.rgt; cm. Von hier ab erweitert sich der Schlund trichterförmig bis zur Ein­mündung in den Magen. (Die Zahlen deuten dir' Breite der Schleimhaut an.)
Bei der Katze machen sieh ebenfalls zwei Verengerungen bemerk­bar; die obere liegt 2 cm hinter dem Schlnndkopfe, die zweite an der Durch-
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Fromdkörpov im Schlunds d(?s Pferdes.
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trittstelle duroh das Zwerchfell) iliü letztere ist noch deutlicher als die erste; der Umfang des Sohlundluiueus beträgt hier nur 0,55 om.
Uohor den Meohanismos des Schluckens pollen die Anscliauuii^nn noch auseinander, Während man früher den Bissen TOrnehmlich durch peri-staltische Bewegungen des Schlundes nach unten befördern liess, haben Kroneoker und Meltzer den Pharynxrauskeln, namentlich den breiten Zungenbeinmuskelu diese Leistung zugeschrieben, wobei flüssige und weiche Futterstoffe gleichsam in den Magen gespritzt werden; feste Substanzen, sowie Beste, die in der Rachenhöhle zurückgeblieben, werden durch die Oonstrictoren nachgeschickt, Der Vorgang soll einen vom N, laryngeus superior ausgehenden, vom N, glossopharyngeus gehemmten Reflex-act bilden, (Wasilieff.)
A. Fremdkörper in dor Rnclienliöhle urnl im Schlünde
der Pferde.
im Pharynx bleiben bei Pferden nur seilen Fremdkörper stecken; liäufiger im Schlünde. Meist sind es obturirende Oelkuchenstücke, Kartoffeln, Eier, Pillen. Heu oder Gras. Gierige Fresser leiden öfter daran, besonders wenn weiches Heu verabreicht wird. Zuweilen ver­stopf! sieh hierbei ein grösserer Abschnitt dos Schlundes; auch wieder-hoil sich der Zustand nicht selten bei demselben Thiere in kurzen Zwischenzeiten; Mollereau beobachtete denselben innerhalb 14 Tagen molirere Male hei demselben Pferde. Graf land den Schlund in seiner ganzen Länge mit Heu verstopft. .Meist ist die Prustportion oder das untere Ende des Halses Sitz der Verstopfung (vgl. S. 190), Walther beobachtete Schlundverstopfung beim Pferde, welche durch Verschlucken einer sog. Sicherheitsnadel veranlassi war: dieselbe hatte lt;len Sehlund in seiner Querrichtunff durchbohrt.
Erscheinungen. Die Thiere treten vom l'ntter zurück, speicheln aus dem Maule, /.eigen WUrgbewegungen, entleeren zuweilen Futter aus der Nase; das etwa aufgenommene Getränk, sowie der verschluckte Speichel lliesst aus der Naso zurück; Husten mit stierem, iingstlichem Blick und gestreckter Haltung des Halses. Bei Anhäufung grösserer Mengen Futterstoffe in der Brustportion können durch den Druck derselben auf die Trachea Athembeschwerden entstehen. In der Hals-portion geben sich Fremdkörper zuweilen durch Ä.nschwellung zu er­kennen und können durch Palpation hier nachgewiesen werden.
Der Zustand ist bei Pferden nur seilen mit Gefahr verbunden; meist weichen die Massen im Schlünde allmählich auf und gleiten hinunter; so namentlich Pillen und Oelkuchenstücke; auch Heu und Gras wird auf diese Weise meist ohne Hülfe beseitigt. Bedenklicher wird der Zustand, wenn Feste Gegenstände in der Brustportion stecken
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Krankheiten dos Halses.
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bleiben, z. 15. Eier, Pillen oder Bolzstüoke; wiederholt sah man Pferde hi.Tan zu Grunde gehen. Die Gefahr besteht theils in dem Drucke des Fremdkörpers auf die Trachea und dadurch veranlasster Erstickung, theils in dem Auftreten von Schluckpneumonie; beim Versuche, Futter oder Getrftnk aufzunehmen, kehren diese durch i-tlckliluflge Bewegung im Schlünde zur Rachenhöhle zurück und gelangen nun leicht in die Luftwege,
Die Behandlung muss hierauf Rücksicht nehmen. Man ent­ziehe dem Pferde das Fuller und wenn nach einiger Zeit versucht werden soll, ob das Tliier im Stande ist zu schlucken, so lasse man reines Wasser reichen, Fremdkörper, die in dein oberen Ab­schnitte des Schlundes sleeken, können direct entfernt werden, indem man sie mit dem Finger in die Rachenhöhle zurückzuschieben sucht, Immelmann beseitigte einen Fremdkörper aus dem Schlünde des Pferdes .lurch Anwendung von Pilocnrpin, Die starke Speichelsecretion machte den Schlund sowie den Fremdkörper schlüpfrig und bewirkte, dass er abgeschlucki wurde. Man vergesse jedoch nicht, dusa biorbei die Gefuhr einer Fremdkörperpneumonie gesteigert wird, und sei nament­lich hei der Dosirung des Mittels vorsichtig, Im übrigen verfährt mau ebenso wie heim Kinde, bei dem dieser Zustand öfter vorkommt; deshalb mag auf das dort beschriebene Verfahren verwiesen werden. Auch die Schlundröhre kann bei Pferden ohne Bedenken angewendet werden; wenngleich ihre Application mil el was grösseren Schwierig­keiten verbunden ist als beim Rinde, so gelingt sie bei ruhigen Thieren selbst im Stehen, Wall her entfernte mit Hülfe derselben eine Kartoffel aus dem Schlünde; Heu leistet der Sonde oft so erheb­lichen Widerstand, dass gewaltsame Anwendung derselben hierbei nach­theilig werden kann. Abgesehen von Verletzungen des Schlundes wird sein Inliali durch die Sonde noch fesler zusammengeballt. Man warte daher 24—48 Stunden ruhig ab; in der Regel gleiten die Massen bis dahin von selbst hinunter,
B, Fremdkörper im Schlünde des Rindes,
Bäuflger als heim Pferde werden im Schlünde des Rindes Fremd­körper angetroffen, welche zu gross sind, um denselben zu passiren. in der Regel linden sie sich dicht hinter dem Schlundkopf, nicht selten aher auch im Ilalslheil oder in der Brustportion. Das häufigere
Vorkommen des Zustandes heim Kinde liegt theils in der Art der Ernährung desselben, theils in dem umstände begründet, dass bei
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Kirmilkih-pcr im ßohlunde dos Rindes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;]()[
diesen Thioren der Schlund vom Schlundkopfe bis gegen das untere Halsende erhetlich ongor wird.
Die Erscheinungen sind im allgemeinen dieselhen wie beim Pferde: Speicheln, Unvermögen zu schlucken, Würg- und Brechbewegungen u. s, ww dazu komml aber bei den Wieder­käuern als bedenklichstes Symptom noch die Ä.uf b 1 ähun g. Diese Thiere sind darauf angewiesen, einen Theil der in den ersten Mägen entwickelten Gase durch den Schlund zu entleeren (Rülpsen). Sobald ein Fremdkörper von grösserer Ausdehnung im Schlünde auf­tritt, hört die Möglichkeit des Rtllpsens auf, die (läse häufen sieh im Magen und Darm an, und so entsteht bald eine gefährliche Tym­panitis; denn in dem Masse diese zunimmt, wird die Respiration beengt, und schliesslich gehen die 'Thiere an Suffocation zu Grunde, weil durch den Druck des stark ausgedehnten Magens die Respiration unzureichend wird. Dies .Alles kann sich sugar in wenigen Stunden vollziehen, desshalh muss unter allen Umständen recht bald eine ent­sprechende Behandlung eingeleitet werden. Durch Verschlucken der Nachgeburt hat man (Schäfer) wiederholt bei Rindern plötzlichen Tod beohnchtet, der in der Regel durch Erstickung eintritt, indem ein Theil der Masse im Schlünde sowie in der Rachenhöhle stecken bleibt und Verschluss des Kehlkopfes veranlasst.
Behandlung. Folgende Hülfsmittel stehen hierbei zu Gebote: I. Zur ück beför derung des Fremdkörpers in die Rachenhöhle. Diese gelingt in der Regel bei Knollengewächsen, welche dicht unter dem Schlundkopf stecken. Ich kann zu dem Zwecke folgendes Verfahren empfehlen: Mau trete an die linke Hals­seite des Thieres, lege den reihten Arm über den Hals desselben und suche nun mit beiden Händen (am besten mit den Daumen) in der Schhmdrinne drückend den Fremdkörper nach oben zu schieben. Es gedingt dieses nieist ohne grosse Schwierigkeit, wenn der Kopf des Thieres frei gelassen, d. b. nicht festgehalten wird. In dem Momente, in welchem der Fremdkörper in den Schlundkopf ein­tritt, wird nämlich das Thier unruhig und streckt den Kopf. Lässt man in diesem Augenblicke aber den Kopf festhalten, so widersetzt sich das Thier, wodurch die Weiterbeförderung des Fremdkörpers gestört wird; bleibt dagegen der Kopf frei, so streckt ihn das Thier. während ein kräftiger Druck' beider Hände in der Regel genügt, das Kartoffel- oder liübenstiiek in den Schlundkopf zu schieben, von
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Ki'aakheitan dos Halses.
wo e. ausgebrochen wird. Gelingt der erste Ersuch dchfc, so ^der-holi man denselben und bei emigem Geschick meist mit Erfolg
Aus der Rachenhöble oder dvm Sohlundkopfe lassen sioli bei Rindern Fremdkörper von der Maulhöhle aus mit der Hand erreichen laquo;ml entfernen. Dazu muss der Kopf des Thieres sorgföltig befestigt quot;nl em Maulgatt^ angelegt laquo;erden. Schnelles und energisches Ein-gehe,, „ut der land, ehe .um Schütze gegen scharfe Zähne eventuell nni einem Handschuh, am besten ohne Finger, .ersehen ist, sichert hier namentheh den Erfolg, Die Hand darf siel, nicht Zu langein der Rachenhöhle aufhalten, weil sonst durch Schluss der Stimmritee Athembeschwerde und Unruhe entsteht.
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is daumensegel die Hand nicht pas
enge Stellung der Backzähne oder d
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•en lassen Doch kann auch hei ihneV;;^ eT d^Hand b^quot; in ffn hluadkopf vordmgen; man mache den Versuch aber nir am liegenquot;
-. Zerkleinerung der Fremdkörper in, Schlünde. Gekochte Knollengewächse (Kartoffeln) lassen siel, in der llalsportion des Schlundes zuweilen von aussen zerkleinern; man versuche dieses zunächst mit einem kräftigen Drnek beider Hände. Auch Oelkuchen, Pülen oder Heumassen können so beweglich gemacht und zum Binab-glejten ,n den Magen gebracht werden. Es wurde empfohlen, einen Holzklotz gegen ehe eine Seite des Halses zu legen, und mit einen, 7mme1' 7quot;gt; der anderen Seite schlagend den Fremdkörper zu m-Weine™ Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, damit nicht Verletzungen des Schlundes oder der Luftröhre zu Stande kommen
r., /'•, HinabstosSei.....s Fremdkörpers in den Magen,
quot;iquot;'l,/.',:;s eine oder das a^ere der beschriebenen Verfahre,, nicht ^quot;m Ziele, so empfiehlt sieh, den Fremdkörper in den Magen zu befördern, d. h, sofern die Beschaffenheit desselben Aussicht auf Er-tolg gewahrt, was allerdings nur für Fremdkörper mit glatter Obei-öaehe oder weicher Beschaffenheit, ,. B, Knollengewächse. Oelkuchen 'leu us. w zutrifft, nichl aber für scharfe Gegenstände, wie Knochen. . 1,r,m Rlnde mi11 Pferde dient hierzu die Monroe'sche Schlund-sende; m Ermangelung einer solchen wählt man einen biegsamen Stock (Peitschenstock), umwickelt das dünne Ende desselben sonr-laquo;lt.g mit einem Lappen, damit Verletzungen mit demselben vermieden
Werquot;- tr kn......iquot; Shquot;'kquot;1'- voAe^ingeölter oder diuch Einlegen
'quot; teltes Wasser (Strebet) steif gemachter Strick (Wagenseil) hierzu Verwendung linden. An, leichtesten gelingt die Application dieser
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t'x'omdköi'pßx' im Sohlonde tlus ßindss.
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Instrumente beim Eiinde; doch habe ich mich wiederholt davon überzeugt, dass sie sich auch bei Pferden am stehenden Thiere anwenden lassen. Man legt ein Maulgatter an; beim Kinde genügt hierzu ein ein­faches Stück Holz, das in der Mitte ein Loch besitzt (Fig. #9632;quot;)1). In Ermangelung •derartiger Hillfsniittel lässt man die Zunge durch einen Gehülfen (am besten mittelst eines Tuches) erfassen und möglichst weit zur Seite ziehen (Esser). Der Kopf des Thieres wird mit Hülfe eines um die Hör­ner geschlungenen und über einen Quer­balken geführten Strickes (Esser) möglichst —-- ; stark gestreckt und bei Pferden eine Bremse angelegt. Sodann schiebe man die Schlund­sonde über den Grund der Zunge in die Rachenhöhle und von hier in den Schlund­kopf und Schlund. Es besteht hierbei die Gefahr, dass das Instrument in den Kehl­kopf und die Trachea geräth, was sich durch Husten und Atliembeschwerden zu erkennen giebt; sobald solche eintreten, #9632;ziehe man die Sonde zurück und wieder­hole den Versuch, bis das Instrument, ohne diese Erscheinungen hervorzurufen, in die Tiefe gelangt und an der linken Baisseite in der Drosselrinne fühlbar wird, ein Beweis, dass die Sonde sich im Schlünde befindet. Selbstverständlich muss die Einführung ohne grösseren Kraftaufwand erfolgen, um Ver­letzungen in der Rachenhöhle zu vermei­den. Wenn man die Ueberzeugung ge­wonnen hat, dass die Sonde in den Schlund eingetreten ist, schiebt man sie langsam vor, bis der Fremdkörper erreicht ist. Der­
selbe giebt sich durch den grösseren Wider-
Schlundsoude mit Mautl
Kiiulcr.
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stand zu erkennen, welcher sich dem weite­ren Einführen des Instrumentes entgegenstellt. Nun suche man den Gegenstand vorsichtig, d. h. weder gewaltsam noch auch ruckweise Möller, Speolelle Cbimrgle filr ThlerftrztB. 2. Aufl,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;13
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Kriinklioitcn do3 liaises.
• hinabzudrHngen. Sobald das Ende der Sonde in den Magen ge­langt, Mt das demselben entgegenstehende Hinderniss fort; auch giebt die Länge des eingeführten Abschnittes der Sonde hierüber Auskunft. Zuweilen erscheint der Fremdkörper (Heu beim Pferde) so fest eingepfropft, dass auch mit diesen [nstruraenteu die Porthewegung desselben nicht gelingt (yergl, S, 192).
•I. Extraction der Fremdkörper mit Hülle von Instrumenten, ffierzu dienen verschiedene Instrumente, u. a. die Meyer'sche Drahtschlinge. Ein 3 t nun dicker Messing­oder Kupferdraht doppelt gelegt und mit seinen Enden au einen Griff befestigt soll etwa wirken, wie die Bindfadenschlinge zur Entfernung des Pfropfens aus einer Flasche. Sie wird wie die Schlundsonde eingeführt, bis hinter den Fremdkörper ge­schoben, welcher unter Drehung und Anziehen des Instrumentes in den Schlundkopf bewegt werden soll. Die Methode gelingt meist nur bei Fremdkörpern in den oberen Baisabschnitten und bei einer Beschaffenheit, welche das Abgleiten der Schlinge verhindert. In solchem Falle rühren aber die oben beschriebe­nen einfacheren Verfahren meisl sicherer und schneller zum Ziele. Die Schlinge hat daher in der Praxis wenig Anwendung gefunden.
Aehnliches gilt von dem sog. Schlundbohrer, welcher eine korkzieh er ähnliche Einrichtung hat und vielleicht bei Kartoffel- oder Rübenstücken mit Erfolg angewendet, im ganzen aber entbehrt werden kann. Brauchbarer noch erweist sich die von Delves und Hertwig construirte S'chlundzange (Pig. 55), die mit geschlossenen Lippen eingeführi wird. Sobald man mit derselben den Fremdkörper fühlt, öffnet mau das Maul der Zange durch Drehen an der Schraube, schiebt die Zange sodann etwas vor, um den Fremdkörper zu umfassen, und nach-llrl11 (!llt;' Lippen derselben wieder geschlossen sind, wird der Fremdkörper mil der Zange hervorgezogen.
Alle diese [nstrumente haben einen beschränkten Werth, weil sie sich nur unter gewissen Umständen brauchbar zeigen ' Bei Fremdkörpern in der Brustportion des Schlundes, die sich nicht in den Magen hinabstossen lassen, bilden sie allerdings das einzigste llullsmittel zur Beseitigung derselben, lassen aber nicht selten im Stich; dazu kommt, dass die Krümmung des Schlundes am Brust-emgange namentlich bei Pferden die Application der Instrumente erschwert. Immerhin kann im Nothfalle das eine oder andere der­selben versucht werden.
Di n ter spricht, sich gegen die foreirte Anwendung der Schlund-
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SohluncUohnitt.
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soncle aus. Wenn die Applioation resultatlos bleibt, führt D i n ter den Pansen­stich aus und wartet nun ab, bis in •i—8 Standen der Fremdkörper von selbst hinuntergleitet, was mit wenigen Ausnahmen der Pal] sein soll, In demselben Sinne tlussert sich Strebel; nur einmal rausste S. auf das Hinabgleiten 48 Sunden warten. Er empfiehlt zugleich das Eingeben kleiner Dosen Ool. Auch von Willach wurde neuerdings diese abwartende .Me­thode empfohlen.
5. Der Schlundschnitt, Oesophagotomiö. Die Operation liisst sich natürlich nur an der Baisportion des Schlundes ausführen und kommt dn in Anwendung, wo die oben besprochenen ETülfsmittel im Stiche hissen; dies pflegt namentlich bei scharfen Gegenständen (Knochen u. s. w.) der Fall zu sein. Bier bleibt als ultima ratio nur der Schlundschnitt Übrig,
.Man öflPnet den Schlund da, wo der Fremdkörper steckt, jeden­falls nicht höher, eher etwas tiefer. Die mit der Operation verbun­denen Schwierigkeiten und Gefahren werden meist Uberschützti ihre Ausführung ist weder schwierig noch auch lebensgefährlich und nur selten mit nachtheiligen Folgen verbunden. Bei ruhigen Thieren, namentlich Rindern liisst sich der Schlundschnitt am stehenden Thiere ausfuhren. Nachdem die Baare an der Stelle der linken Halsseite abgeschoren sind, wo der Fremdkörper steckt, wird am vorderen bezw. unteren Rande der Vena jugularis und zwar parallel mit dem Geftlss ein Hautschnitt von etwa 10 cm Länge gemacht. Nachdem auch der Balshautmuskel bezw. dessen Fascie durchtrennt ist, gelangt man in lockeres Bindegewebe, durch welches sich die beiden Zeigefinger einen Weg in die Tiefe bahnen, Bier sucht man zumlchsl die Carotis auf, welche sich durch ihr Pulsiren bald bemerklich macht; sodann gehen die Finger weiter in der Richtung zur hinteren Fläche der Luftröhre vor, wo man den Schlund leicht auffindet, sobald ein Fremd­körper in demselben steckt; man zieht den Schlund hervor und spaltet seine beiden Häute, aber nur soweit nothwendig, um den Fremdkörper zu eulfernen.
Wie schon Dette richtig bemerkte, empfiehlt sich, den Baut-schnitt nicht, wie vielfach angegeben wird, über, sondern unter der Vena jugularis anzulegen, um den Abfluss dos Wundsecretes mög­lichst zu erleichtern; ferner soll der Schlund nicht mehr als noth­wendig von seiner Umgebung getrennt und die Schlundwunde nichl grosser gemacht werden, als durchaus noting ist. Unter Umständen lässt sich die Kartoffel oder Rübe im Schlünde zerkleinern, und können die Stücke durch eine kleinere Wunde entfernt werden.
Hierauf hefte man womöglich mit Gatgut zuerst die Schleim-
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[Cmnkbeiten des Halses,
Haul, sodium die Muscularis; die Eautwunde bleibt am besten un­geheftet, da eine Heilung derselben per prim. int. doch nicht zu er­warten steht. Die Catguthefte werden resorbirfc, brauchen daher nicht entfernt zu werden. Die Wunde behandle man nach den allgemeinen Grundsätzen. In den ersten :M Stunden wird dem Thiere Futter und Getränk ganz entzogen; wenn nöthig, gebe man reines Wasser, in den^ nächsten Tagen weiche Nahrung, eventuell auch Heu. Tain-turier liess beim Rinde ausschliesslich Heu und reines Wasser creben
das andere Mal nach 25 T
und sah einmal nach
ieilm
erfolgen.
Nachtheilige Polgen werden nach dem Schlundschnitt nur aus­nahmsweise beobachtet; allerdings kommen die Thiere in der Ernäh­rung etwas zurück. Die von Lafosse empfohlene subeutane Zer­stückelung der Fremdkörper kann schon wegen der damit verbundenen Gefahr der Gefässverletzung kaum empfohlen werden. Auch hat die Operation meist Eiterung im Gefolge, welche weiteres Spalten der Wunde nothwendig macht. Mauri ist indess neuerdings für diese Methode eingetreten.
Es wurde bereits hervorgehoben, dass die beim Binde auftretende Tympanitis beachtet werden müsse. Stellen sich daher der Ent­fernung des Fremdkörpers Schwierigkeiten entgegen, oder verzögert sich diese, und tritt die Tympanitis in bedenklichem Grade hervor, so muss zunächst die Punktion des Pansens vorgenommen werden, um die drohende Erstickungsgefahr zu beseitigen. Hiernach kann die Entfernung des Fremdkörpers aus dem Schlünde bewirkt werden.
Lässt sich der Fremdkörper nach den beschriebenen Verfahren nicht entfernen, wie es namentlich beim Sitze desselben in der Brust­portion zuweilen der Fall ist, so können, wenn keine A thembeschwerden bestehen, Eingüsse von schleimig-öligen Mitteln versucht werden, um das Hinabgleiten des Fremdkörpers zu erleichtern, Vorsicht ist hier­bei indess geboten, damit die Flüssigkeit nicht in die Trachea fliesst und Fremdkörperpneumonie veranlasst. Man lasse stets nur kleine Mengen auf einmal geben und beobachte dabei das Verhalten des Thieres; sobald Husten entstellt, höre man mit der Application auf. Im Nothfalle kann auch die subeutane Anwendung von Apo-morphin versucht werden, um durch Erbrechen den Fremdkörper zu beseitigen, doch wirkt dieses Mittel beim Rinde nur ausnahmsweise brechenerregend. Michalski erzielte dagegen bei einem Bullen mit einer subeutanen Injection von 0,1 Veratrin in 10,0 Spiritus gelöst m 15 Minuten heftiges Würgen und plötzliches Verschwinden der
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Premdkörpei' im Sohlunde des Schweines,
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Sobluckbeschwerden. Audi (#9632;iiij)fiLgt;lilt. sich in solchem Falle nacli vollzogener Punktion dex Pansens 24 Stunden zu warten, bis eine Erweichung und Lockerung des Fremdkörpers eingetreten ist (vergl. S. l'.1quot;)). Nach den Mittheilungen im nie im a uns kann auch l'ilu-carpiii in subcutaner Anwendung nützlich werden (S. 192).
C. Fremdkörper im Schlünde cl
es Schweines.
Bei der in Deutschland üblichen StallfUtterung werden Knollen­gewächse, besonders Kartoffeln meist nur im gekochten Zustande oder sorgfältig zerkleinert an Schweine verabreicht, so class dieselben selten im Pharynx oder Schlünde dieser Thiere stecken bleiben, zumal beim Schwein in der Regel halbflüssige Nahrung gegeben wird. Wo die Schweine dagegen noch in grösseren Herden gehalten und mit rohen Kartoffeln oder anderen Knollengewächsen gefüttert werden, bleiben zuweilen Stücke derselben sowohl in der Rachentasche wie auch im Schlünde stecken und erzeugen die gleichen Störungen wie bei den übrigen Thieren. In der Eiachentasche des Schweines rufen Fremd­körper nach Lothes Schluckbeschwerden, Speichelfiuss und eine eigen-thümliche Veränderung der Stimme hervor; statt des Grunzens lassen die Thiere einen hellen, gellenden Ton vernehmen; bei mageren Schweinen soll der Fremdkörper durch Palpation hier nachzuweisen sein. Oft stellt sich bei Fremdkörpern im Schlünde Würgen ein, und findet auf diese Weise Entleerung derselben statt. Bleibt aber ein obturirender Fremdkörper längere Zeit im Schlünde des Schweines stecken, so entstellt: ebenfalls Tympanitis, au der die Thiere in kurzer Zeit durch Erstickung zu Grunde gehen können. Schnelle Hülfe ist daher auch beim Schweine erforderlich.
Manuell lässt sich beim Schweine wenig ausrichten. Bei der Gegenwart von Fremdkörpern in der Rachentasche würde allerdings der Versuch zur Entleerung derselben zu machen sein. Zu dem Zwecke ist direct über dem Kehlkopfe von beiden Seiten zugleich ein Druck auszuüben, um den Inhalt der Rachentasche nach oben in die Rachenhöhle zu entleeren. Steckt der Fremdkörper im Schlundkopf oder dicht unter demselben, so mag es, wie Stockfl eth angiebt, zu­weilen gelingen, an dem auf einen Tisch gelegten Schwein den Fremd­körper mittelst eines stumpfen Hakens hervorzuziehen, oder aber, wenn derselbe tiefer sitzt, mit einem biegsamen Stock hinabzustossen. Wo diese Mittel bei Mastschweinen nicht bald zum Ziele führen, liisst man die Thiere alsbald der Schlachtbank überleben. Bei mageren
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Krankheiten des Halses.
Schweinen kiimi auch der Schlundschniti versucht werden, ilcr sicli hier kaum schwieriger und gefährlicher gestaltet, als bei den übrigen Thieren. Bering berichtet über zwei Fälle, in welchen der Schlund­schniti beim Schweine mit Erfolg Anwendung fand; die Wunde heilte, ohne treheftet zu werden.
1). Fremdkörper in der Rachenhöhle und im Schlünde
d e r Fleischfresser.
üeber das Vorkommen und die Behandlung der Fremdkörper in der Rachenhöhle beim Hunde und der Katze ist bereits S. 18 die Rede gewesen. Sie finden sich meist am Gfrunde der Zunge, oft dicht vor dem Kehldeckel, zuweilen aber auch hinter dein Gaumensegel, in der hinleren oder einer Seitenwand der liachenhöhle. Die Entfernung derselben nmss nach den oben angegebenen Vorschriften erfolgen.
Nicht selten gelangen die Fremdkörper bis in den Schlund der Fleischfresser, und bleiben Knochen, namentlich Wirbel vom Gellügel und Wild, auch Fischgräten, Nadeln und andere scharfe Gegenstände dicht hinter dem Schlundkopfe, zuweilen aber unmittelbar vor der Cardia stecken.
Unruhe, Angst, Speicheln aus dem .Maule (meist lliessl faden-ziehender Speichel ab), Würgen und Erbrechen, Verschmähen der Nahrung und des Getränkes; namentlich aber lässt die Salivation auch hier die Gegenwart von Fremdkörpern vermuthen. Beim Druck' auf den Schlund giebf das Thier zuweilen Schmerzen zu erkennen.
Hat ein scharfer Gegenstand den Schlund in der Halsportion perforirt, so stellt sich Anschwellung mit entzündlichen Erscheinungen ein; bei Perforation der Brustportion Pleuritis mit schnellem, tödt-iichem Verlauf.
Da es sich fast immer um scharfe, spitze Gegenstände handelt, so gedingt die directe Extraction in der ßegel nur aus der Rachen­höhle, wobei man wie S. lfgt; beschrieben, verfährt. Beim Sitz des Fremdkörpers in den unteren Abschnitten des Schlundes versuche man, denselben mit Hülfe eines biegsamen Katheters hinunter zu stossen. Gelingt dies nicht, so hillt zuweilen noch ein Brechmittel (Apomorphin, subeutan), und wo auch dies im Stiche lässt, muss zum Schlund­schnitt geschritten werden, der bei Hunden ebenfalls ohne besondere Gefahr und in derselben Weise auszuführen ist, wie bei den übrigen Thieren, Ich habe die Operation wiederhol! mit gutem Erfolg in Anwendung gebracht. In einem Falle zeigte sich der Schlund durch
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Verstopfung des Kropfes Krim Qeflügellt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 199
den rromdkörper bereits an zwei Stellen durchbohrt, trotzdem gelang nicht nur die Entfei'nung des KnochenstUckes, sondern es heilten auch die Schlundveiietzungen ohne Hinterlassung von Stricturen und anderen luuditlieil igen Folgen.
E. Die Verstopfung des Kropfes beim Geflügel.
Lit.: Friedbergor u. Fröhner, Spec. Path, 11. Aufl. 8, 41. Zürn, Krank­heiten des Hausgeflügels.
her Kropf stellt ein physiologisches Divertikel des Schlundes dar, in welchem die Futterstoffe, ühnlioh wie im Pansen der Wiederkäuer, für die Verdauung vorbereite) werden. Verstopfungen desselben er­folgen durch übermässige Anfüllung mit schwer verdaulichen, nament­lich trockenen Nahrungsmitteln oder mit unverdaulichen Fremdkörpern. Unter Umständen soll die Verstopfung des Schlundes bei Lungen­erkrankungen durch Compression veranlasst werden.
Die Erscheinungen des Leidens bestehen in erster Linie in starker Anfüllung und Ausdehnung des Kropfes, wobei sich derselbe hart und fest anfühlt, in Appetitlosigkeit und nicht selten in Ausfluss einer ülielriechenden Flüssigkeit ans dem nieist, eilen gehalteneu Schnabel. Nach längerem Bestehen oder öfterer Wiederkehr des Zu-standes stellt sich eine erhebliche Ausdehnung des Kropfes ein (Hänge­kropf), Dabei magern die Thiere allmählich ab und können an dem Leiden zu Grunde gehen. Der Znstand wird sowohl bei Hühnern, Enten und Gänsen wie ancli bei Tauben beobachtet und nimmt durch Recidive zuweilen einen chronischen Verlauf.
Die Behandlung besteht zunächst in Massage. Durch Drücken und Kneten suche man den Kropf zu entleeren oder den verhärteten In­halt zu zerdrücken. Von Zürn ist Salzsäure empfohlen worden. Wo diese Mittel ohne Erfolg bleiben, wie es nntnentlicb bei der Anfüllung mit Fremdkörpern (Sand, Steinen) oft der Fall ist, muss der Kropf auf operativem Wege entleert werden, ein Verfahren, das von den meisten Thieren mit Ausnahme der Tauben (Zürn) leicht ertragen wird. Nach Entfernung der Federn spalte man den Kropf in der Richtung des Halses so weit, dass man mit einem Finger eindringen und den Inhalt entfernen kann. Die gereinigte Wunde wird geheftet und heilt in der Kegel per primam int. 'rauben ertragen die Operation namentlich in der Brunstzeit nach Zürn nicht gut, weil die den Kropf aus­kleidende Schleimhaut alsdann sehr blutreich und geschwollen ist.
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Krankheiten des Halses.
b) Verletzungen des Plmrynx und Sclilundes. Sclilimdflstelu.
Lit.! Guilmot, Her. Rep. Bei. IG. S. 72. Braun, Qurlt u. Hartwig. 3;!. S. 381. Laser, Th, Mitth. 1874. S. 160. Haubold, Dresd. Bericht, 1*7. S. 02 h. 63. Slam in, Th. Mitth. 1882. S. 57. Graf, Zeitsch. f. Vet.-Kunde 1892. S. 211.
An der Pharynxwand kommen bei grösseren Thieren, nament­lich Pferden Verletzungen beim GlUtten der Zähne vor; wenn der Meissel oder die Raspel nicht vorsichtig gehandhabt wird, können mit diesen Instrumenten sogar schwere Verletzungen der Eiacheivwand veranlusst werden, welche unter umstünden durch Verblutung oder entzündliche Processe zum Tode führen. Dasselbe gilt von dein Ein­geben von Pillen mit einem Stocke, oder von der ungeschickten Ap­plication von Schlundinstrumenten, Sonden. Zangen u. s, w. Ferner werden sowohl bei grossen wie kleinen Thieren Verletzungen des Pharynx durch scharfe Fremdkörper reranlasst; Fleischfresser werden am häutigsten davon betroffen, doch hat man solche auch bei grossen Thieren beobachtet. Merkl fand eine Haarnadel im Schlundkopfe des Pferdes.
Im Schlünde werden Verletzungen last ausschliesslich durch scharfe Fremdkörper, Schlundinstrumente oder durch den Versuch, Fremdkörper im Schlünde zu zerkleinern, veranlasst; directe Ver­letzungen von aussen sind selten (S. 159). Graf sah eine Verletzung des Schlundes beim Pferde, welche durch einen Hufschlag während des Reitens entstanden war. Braun fand den Schlund eines Pferdes an drei Stellen zerrissen und vermutliet die gleiche Ursache (?). Diese Zustände können sehr verschieden verlaufen, je nachdem sich die Ver­letzungen gestalten. Wie bereits erwähnt, kommen Verblutungen vor, oder es tritt durch Einfliesaen des Blutes in die Trachea Er­stickung ein. Bleiben die entzündlichen Processe oberflächlich, und wird der Fremdkörper entfernt, so tritt meist Heilung ein; doch kann sich an solche Verletzungen phlegmonöse Erkrankung der Pliaryngeal-schleimhaut und ihrer Nachbarschaft (Angina phlegmonosa) anschliessen und hierdurch Erstickungsgefahr entstehen. In der Rachenhöhle unil im Schlünde perforiren Fremdkörper nicht, selten die Schleim-Laut sowie ihre Unterlage und rufen eine eiterige Phlegniono mit Ahscessbilduug hervor. Der Abscess bricht entweder nach aussen durch, und es kommt zur Bildung einer Schlundlistcl, oder die Per­foration erfolfft vom Schlünde in die Brust- oder Bauchhöhle. In
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Verletzungen dos Pharynx und Schlundes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-jOl
letzterem Falle führt eine septische Pleuritis oder Peritonitis stets und in kurzer Zeit zum Tode. Einen seltenen Fall doppelter Zerreissung des Schlundes beobachtete Laser bei einem Reraontepforde, welches an den Folgen derselben zu Grunde H'n'K'; l'ni quot;iss bestand an der Halsportion, ein /weiter in der Brusthöhle, Hie Perforation nach aussen tritt am häufigsten am oberen Ende des Schlundes, dicht unter dem l'hamix ein. Ich sah den Vorgang mehrmals bei Pferden. Nach Entleerung des Abscesses, welcher oft Eutlerstoll'e, stets aber ausserordentlich übelriechende Eitennassen enthält, gelangen beim Schlucken Speichel, Wasser und Futter durch die Oeffnung, woran der Schlund bezw. die Rachenhöhle als Ausgangspunkt des Leidens sicher erkannt, wird. Die Perforationswunde heilt zwar rcgeliniissig, doch bleibt meist ein kleiner Fistelkanal zurück, aus welchem sich Trinkwasser und Speichel entleert, und dessen Heilung mit grossen Schwierigkeiten verbunden ist. Man bezeichnet den Zustand als Seh lundfistel.
Während des entzündlichen Processes und in Folge der hiermit verbundenen Schwellung entstehen Schluckbeschwerden, nicht selten auch fieberhafte Erkrankung (Angina). Die an der linken Halsseite sich entwickelnde Anschwellung nimmt allmählich y.u, wird weich und bricht endlich auf; damit verlieren sich die Schluckbeschwerden und Fiebererscheinungen.
Abscedirung in das Lumen dos Schlundes mit Heilttng wurde von Gnilmot bei einem Kalbe beobachtet, welches an Schluckbeschwordon. Erbrechen und Tympanitis litt. Als man sich entschloss, die Schlnndsonde einzuführen, entleerte sich mit derselben etwa 1 Liter Eiter, und nach einigen Tagen verschwanden die Krankheitserscheinungen. Haubold sah beim Pferde eine Schlundtistel durch Abscedirung der rotropharyngealon Lymphlaquo; drüsen in den Schlund entstellen, welche in drei Wochen heilte; Stamm machte im Verlaufe der Druso eine gleiche Beobachtung.
Verletzungen der Rachenhöhlenwand durch Pillenstöcke oder Zahniustrumente heilen, wenn sie nicht durch Blutungen oder Ent­zündung einen tödtlichen Verlauf nehmen. Salivation und Störungen beim Schlucken lassen solche veriiuifhen. Bei kleinen Thieren giebt
die Inspection genaue Auskunft über den Sitz und die Ausdehnung der Verletzungen.
Behandlung. Vorsicht bei der Anwendung der genannten Schlund- und Zahninstrumente und Vermeidung scharfer Pillenstöcke ist in präservativer Hinsicht zu beachten. Entwickelt sich ein Abscess am Halse, so kann durch rechtzeitige, aber vorsichtige Oeffnung des-
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202nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten des Halses.
selben die Elrkmnkung abgekürzt werden. Man spült den Abscess hier­auf ans uiul sorgl für regelmässigen Abfluss des Inhaltes sowie des Speichels und der Entzündungsproducte.
Schwierigkeiten bieten dagegen die Schlundflsfceln, Gelingtquot;, es auch häufig, durch Eünführung eines Sublimatfadens oder des (Jluh-eisens definitiven Verschluss herbeizuführen, so ist dies jedoch keines­wegs immer der Fall, Ich hatte Gelegenheit, alle diese und andere Mittel bei einem Pferde vergeblich anzuwenden: erst die Erweiterung der Fistel und Heften ihrer Schlundöfihung führte zum Ziele, ein Verfahren, das jedoch keineswegs leicht, auch nicht in allen Fällen von Erfolg ist.
c) Eotasien, Divertikel und Zerrelssung des Schlundes.
Lit.: Langrehr, Bari. Archiv. 1886. S. 2S.ri. Boloff, Th. Mitth. 1874. S. 161. Reiche], Gurlt u, Hei-twig. ill. S. 806, Schwordtfeger, Dresd. Her. 1808. S. 100. Beinemann, Th. Mitth. 1858. S. 160. Moisant, Jahrb. 1869. S. 45, Laurent, Jahresbericht, 1880. 8. 109. Dr. S, und Fuchs, das. 1800. 8. 11. llaitenst ein, Dresd. Her. 187'). 8, 104, Kelnu, Herl. Thier, Woch, 89. 8. 11. Harms, Hau. Her. 1870. S. 57. Schleg, Dresd. Her. 1889. 8. 75 u, 1891. 8. 89, Leisering, Dresd. Her. 1861. 8. 21, Schafer, Berl, Airhiv. 1887. 8. 364, Munkel, Th, Mitth, 1882. S. 56. Graf, Zeitach, f. Vet.-Kunde 1892. 8. 211. Wagner, H. T. W. 1892. S. 326. Qrünwald, block. Monatsschrift. 1888. Schellenberg, Schw. Arch. 1891.
Als Eotasien sollen diejenigen Erweiterungen des Schlund­rohres bezeichnet werden, wobei beide liäule, Muscularis und Mucosn, eine Ausdehnung erfahren haben. Sie bilden zuweilen eine Folge von Stricturon des Schlundes und entwickeln sich alsdann wie diese meist langsam. Solche Ectasien, auch Pulsionsdivertikel genannt, linden sich sowohl bei grösseren Thieren wie auch bei Fleischfressern.
Langrehr beobachtete eine Kuh, welche 3 Monate lang jodos Mal nach dor Putteraufnahme Erbrechen zeigte; dies trat sofort ein, wenn dem Thier gleich nach dem Kressen (lotriink gegeben wurde, lieim Schlachten der stark abgcinagcrten Kuh fand sich unmittelbar vor dem Zwerchfell eine Erweiterung des Schlundes, welche etwa il Liter Flüssigkeit aufnehmen konnte und durch Ausdehnung aller seiner Häute entstanden war,
Wagner fand eine bedeutende Erweiterung des Schlundes in der Gegend des vierten Halswirbels und dicht vor dem Durchtritt desselben durch das Zwerchfell bei einem Pferde, welches in Folge des Zustandos an Fremd-körperpneuinonie einging.
Bald erscheinen die Kclasien sinndcH'ormig, bald scharf ab-
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Kotasieni Divortikel und Zerreissung des Schlundes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 203
^üsol/.t. I5(M erheblicher Ausbildung rufen dieselben Störungen dos Schlingens und später auch der Ernährung hervor.
Als .Divertikeiquot; sollen hier Ausdehnungen des Schlundrohres bezeichnet werden, welche dadurch zu Stande kommen, dass die MiKseularis zerreisst, und die elastische Mucosa durch die so ent­standene Oeffnung der Muskelhaul tritt. Dieser Zustand, auch Oeso­phagus ventriculosus oder Schlundbruch (Oesophagocele) genannt, wird am häufigsten bei Pferden und Rindern beobachtet. Ich sali ihn mehrfach durch gieriges Fressen grobstengeligen Klees entstehen, ebenso Munke 1. Es handelt sich also um eine Zerreissung der Museularis, wobei die Mucosa zunächst intact blieb, später aber nicht selten gleichfalls zerreisst. Die grössere Elasticität der Schleim­haut gegenüber der Muskelhaut erklärt die Entstehung des Zustandes in Folge Dehnung durch übergrosse Bissen. Das Divertikei bildet sieh zuweilen in der Halsportion, kommt aber häufiger noch dicht vor der Einpflanzung in den Magen vor (Schäfer).
Es können auf diese Weise auch beide Häute des Schlundes zerreissen, oder ein Schlunddivertikel erst später zur Zerreissung der Mucosa führen. Zahlreiche -Beispiele für das in Rede stellende Leiden linden sich in der Literatur.
Fuchs stellte bei einem Pferde, das in Folge einer Schlunderweite­rung verendet war, eine ausgedehnte Vergrösserung des Lumens des Schlun­des fest. Die Halsportion hatte einen Umfang von -4 cm, die Brustportion von 32 cm, und vor dem Durchtritt durch das Zwerchfell hatte sich ein Divertikei von ~gt;'2 cm umfang gebildet.
Dr. S. beschreibt ein Divertikei beim Pferde, welches sich durch einen 11 Zoll langen liiss der Musoularis in der Brustportion gebildet hatte; der durch dasselbe hervorgetretene Scbleimhautsock fosste 2,5 Liter Wasser. Das Pferd zeigte Symptome der DämpQgkeit.
Schellenberg beobachtete ein Tractionsdivertikel beim Hunde. Nachdem dor Schlund durch einen Hiss verletzt und Abscessbildung (gt;ingo-treten war, fand sich 6 Monate später bei der Section ein faustgrosses Di­vertikei, welches durch Narbenstrictur entstanden war.
1! ii land fand den Schlund dicht vor seinem Durchtritt durch das Zwerchfell bei einem Pferde zerrissen, welches an Kolik und starken liroch-anstrengungen gelitten hatte. II arms. Hartenstein und Roloff beob­achteten Schlunddivertikel bei Kühen: das von Harms beschriebene befand sich 6 cm vor dem Pansen. Leisering beschreibt ein Divertikei beim Pferde, welches auf einem Transporte an Erstickung zu Grunde gegangen war: 3 fuss vom Sohlundkopfe entfernt zeigte der aufgeblasene Schlund einen Umfang von ca. '10 cm : 20 cm hinter dieser Stelle betrug der l'm-fang noch ca. MO cm : 36 cm vor derselben 3:! cm. Dicht vor der Cardia bestand ein zweites Divertikei.
In 2() von linbeli znsaininengestellten Fallen fand sich bei Pferden das Divertikei llmal dicht vor dem Zwerchfell, 7mal in der Brustportion, 8mal am Halse und zwar meist im unteren Theile desselben; dies Ver-
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204nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten des Halses.
lialtcu erklärt sich aus dem aiuitumiseheu Bau (los Oosopliagus beim Pfercta (S. 190).
(irünwald i'aiul bei einem Pferde, welches plötzlich angefangen hatte ssu zittern und schnell zu athmen und am nächsten Tage starb, in der Brust-höhle eine trübe Pltissigkeit mit Futtei'partikelchen gemischt. Dm-Schlund zeigte dicht vor dem Zwerchfell einen 11 cm langen Hiss ; vor dieser Stelle war derselbe auf eine Strecke von 41) cm bis zu 15 cm Umfang erweitert, und seine Wandung 1,5 cm dick. An der Eissstelle befand sich im Scblundo eine hühnereigrosse Höhle, deren Wandung nur aus Schleimhaut bestand, und welche mit dem Hiss communicirto. G. glaubt, dass zunächst ein Abscess in der Schlundwand bestanden und zu dem Hiss Veranlassung ge­geben habe. Vielleicht handelte es sich auch hier um ein Divertikel,
Erscheinungen und Verlauf. Die Erscheinungen dieser Krank-heitszusttlnde /.eigen eine grosso üobereinstimmung, doch übt auch der Sitz hierbei einen Ginfluss aus. Kelasion und Divertikel lassen sich an der Halsportion dos Schlundes zuweilen direct als Anschwellungen nachweisen, welche frei von entzündlichen Erscheinungen, oft mit Salivation. Würgen und Erbrechen verbunden sind und während der Futteraufnahme auftreten und bald darauf (1—L* Stunden) wieder verschwinden. Durch Druck auf die Geschwulst wird häufig Würgen und selbst Erbrechen hervorgerufen. In den Brustpartien des Schlundes lassen sich diese Zustände an dem regelmässigen Auftreten von Würgen oder Erbrechen während oder bald nach dein Fressen vonnuthen; gesellen sich liiorzu Atlioinbescliwerden, welche sieh namentlich bemerkbar machen, wenn das Thier bald nach der Futteraufnahme bewegt wird, so kann mit grosser Wahrscheinlichkeit auf den einen oder anderen dieser Zustände ge­schlossen worden. Dom Drucke der gefüllten Ausbuchtung dos Schlun­des auf die Luftröhre verdankt diese Erscheinung ihre Entstellung.
In dem oben von Leisering beschriebenen Falle zeigte das Pferd, sobald os in der ersten halben Stunde nach dem Fressen, be­sonders von Heu bewegt wurde, Athembeschwerden und Husten, Erscheinungen, die später verschwanden. Das Thier ging an Er­stickung zu Grunde, lieber einen ähnlichen Fall wird im Jahresbericht 1860, S. 11 berichtet.
Diese Zustände können lange Zeit bestehen, ohne class der Gesund­heitszustand der Thiere durch dieselben erheblich leidet; in vielen Fällen beobachtet man Jedoch verlangsamte Futteraufnahme und Störungen in der Ernährung der Thiere. Die mit den Leiden zuweilen ver­bundenen Athembeschwerden können sich bis zur Erstickung steigern, wie Beobachtungen von Leisering, Fuchs u, a. gezeigt haben. End­lich nehmen diese Leiden auch wohl durch Fremdkörperpneumonie,
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Zorraissung lt;le.s Schlundes,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2t)-quot;)
vcranlossi durch die Störungen beim Schlucken, einen tödtlichen Aus­gang, wie der Fall Wagener beweist.
Anders gestalten sich die Zufälle bei vollständiger Zerreissung des Schlundes; hier treten dieselben Erscheinungen wie bei Ver­letzungen des Schlundes hervor, Sofern die Halsportion Sitz der Zer­reissung ist, entwickelt sich unter Emphysembildung am Hülse ein Abscess, der nach einiger Zeit perforirt und mit Futterstoffen ver­mischte Eitermassen entleert. Der Zustand kann wie eine Schlund­wunde heilen, aber auch durch erhebliche Eiterversenkungen und Sepsis zum Tode führen, wie die von Laurent und Graf mitgetheilten Beobachtungen beweisen. Bei dem von Graf behandelten Pferde war der Schlundriss am Halse während des Reitens durch einen Bufschlag veranhisst. Dass selbst spontane lleihmj^ möglich ist, zeigt die von #9830;Schieß bei einer Kuh gemachte Beobachtung,
/erreisst der Schhiud in der Brust- oder Bauchhöhle, so tritt in Folge septischer Pleuritis oder Peritonitis bald der Tod ein; Keliin und Grünwald berichten über einen solchen Fall bei Pferden, in der Pegel wird dieser Zustand jedoch erst bei der Section erkannt. Der Oesophagus ventriculosus kann den gleichen Ausgang nehmen, sofern nämlich die Anhäufung der Futterstoffe in dem Ventrikel ent­zündliche Processe an der Schleimhaut mit Zerstörung derselben zur Folge hat. wie es namentlich in der ersten Zeit zu befürchten steht, während die allmählich sich ausbildende Verdickung der Schleimhaut dem Schlünde eine grössere Widerstandsfähigkeit verleiht.
Die Beurtheilung dieser Zustände gestaltet sich im allgemeinen ungünstig. Puten die Eetasien auch nicht immer lebensgefährliche Folgen hervor, so stören sie doch die Ernährung und wirthschaftliche Verwerthung des Thieres im hohen Grade, und da eine Heilung für gewöhnlich ausgeschlossen erscheint, so müssen diese Zustände un­günstig beurtheilt werden. Durch entsprechende Regelung der Diät .suche man die Thiere so gut es geht arbeitsfähig ZU erhalten, Mast-thiere für die Schlachtbank vorzubereiten. Unter Umständen kann das Leiden mit vollständiger ünbrauohbarkeit und selbst tödtlichem Ausgange verbunden sein, wie die oben mitgetheilten Beobachtungen beweisen.
Behandlung. Während bei Eetasien, die über grössere Strecken verbreitet sind, therapeutische Eingriffe kaum Frfolg versprechen, lässt sich bei Divertikeln in der Halsportion des Schlundes auf ope-
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Krankheiten des liaises.
rativem Wege wohl etwas crrciilirii, w'w schon die Beobachtungen vmi Kcincniimn. Sohwerdtfeger, Moisant, Eleiclie] u. a, bei Pferden und Rindern ergeben boben. Ks würde darauf ankommen, die Ausstülpung der Mucosa entweder zu reponiren oder ganz zu entfernen, und den Rjss in der Muscularis durch Heften zum Ver-schluss zu bringen. Reposition der Mucosa und Heften der Muscularis tnüsste demnach als n'ächster Ucl;' zur Eeilung bezeichnet werden, dor auch beim Menschen eingeschlagen wird, Man vergesse jedoch nicht, dass dies leichter zu beschreiben als auszuführen ist, aament-lieli, wenn der Zustand bereits lUngere Zeit besteht, die Ruptur der Muscularis schon vernarbt und mit reichhaltigem Narbengewebe der Umgebung tixirt wird. |)ie Operation könnte indess immerhin ver­sucht werden, zuina] dieselbe uiigefÜhrlich ist, wenn dabei einiger-massen antiseptisch vorgegangen wird.
Man würde zimi'udist wie heim Schlundschnitt vorgehen (S. 195), Sollton sieh die (Jmsfdnde zum Midien der Muscularis günstig zeigen, so kann dies nach erfolgter Reposition der Mucosa erfolgen und zwar
it Catgut oder Seide und
enß laquo;'#9632;eii
igten Ligaturen; das Aufreissen
der Hefte zieht zuweilen Misserfolg nach sieh. Gelingt dies nicht, so wird das Divertikel geöffnet, ein Stück der abnorm ausgedehnten Schleimhaut ezeidirt, sodann mit der Muscularis in derselben Weise geheftet. Moisant legte zu demselben Zwecke während der Putter­und Getränkaufnahme einen Apparat nach Art einer Kluppe an, und erzielte damii sowohl heim Pferde wie auch später bei zwei Klilien günstigen Erfolg. Sorgfilltiges Horten der Schleimhaut event, auch der Muscularis würde sich Jedoch nicht nur einfacher gestalten, son­dern auch denselben Erfolg haben, wie der Fall Reinemann zeigt, obgleich die Hefte in Folge unzweckmässiger Fütterung zwei Tage später ausrissen. Die Granulation bewirkt unter solchen umständen den Verschluss ebenso wie nach dem Schlundschnitt. Reichel führte die Operation heim Ochsen im Stehen aus. Man würde allerdings in den nächsten 24 Stunden nur reines Wasser, in den folgenden Tagen flüssige Nahrungsmittel gehen lassen, um das Ausreissen der
TS'aht zu verhindern.
Bei vollständiger Zerreissung in der llalsportion des Schlundes findet dieselbe Behandlung statt, wie bei Verletzungen desselben durch scharfe Gegenstände. Die in der Brust- und Bauchhöhle erfolgenden Zerreissungen sind der Therapie unzugänglich.
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Verongerung und Comprsssion tits Schlundes,
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d) Verengerung und Compression des Sclilundes.
Lit.! A-nclersen, Sfcockfletli Chirurgie. S, 802. Friedenreioh, Mag, v. Qurlt u. Hertwig, 10, S, 282, .lohne, Dregd, Ber, I88G, 8,56, Köhue, Mag, v. Gurli n. Hertwig, 26, S, 424. Bailliet, Jahresbericht, 1886, S, 110, Fell sei.. Adams W. 1883, S, 845,
Verengerung (Stenose) des Sclilundes kann durch chroniscli entzündliche Processe in seiner Wandung entstehen. Andersen tlicill einen solchen Fall vom Pferde mit, welches während 4 Monaten wieder­holt an Schlundverstopfung crclitten Imtte, Bei der Section fand sich etwa 8 Zoll unter dem l'hannx eine ringförmige Einschnürung des Sclilundes: die Über dieser Stelle gelegene Abtheilung des Schlundes war erweitert, eetatisch. Dem von Köhne als Schlundstrictur beschrie­benen Zustand scheint ein Divertikel zu Grunde gelegen zu haben.
Einen eigenthtimliohen fall beschreibt Priedenreich von einem Pferde, welches längere Zeit an Schlingbeschwerden gelitten hatte und schliesslich am Hungertode starb. Bei der Section fand sich in der Rachen­höhle eine Scbleimhautduplicatur, welche von der oberen Pharynxwand ausging und sieh so auf den Schlundkopf legte, dass derselbe bis auf zwei Drittel geschlossen wurde ; die Sohleimhautfalte erschien nichl krankhaft ver­ändert.
Compressionen des Schlundes werden durch Tumoren in der Brusthöhle oder durch Anschwellung der bronchialen Lymphdrüsen veranlasst (Compressionsstenose). .lohne u. a, berichten über der­artige Beobachtungen heim Binde, in denen tuberculöa entartete Bron-chialdrüsen zur Compression des Schlundes mit Störung des Schluckens und der EmUhrung geführt hatten.
Schlundstenosen durch Schrumpfung der Schleimhaui in Folge Anätzung, welche beim Menschen häufiger sind, kommen bei Thiereii selten vor; ebenso die soo-. Obturationsstenosen, d.h. Verengerungen des Linnens durch Tumoren oder Parasiten (Spiroptern sanguino-lenta i a. s. w, in demselben.
Klinisch bieten diese Zustände um so weniger Interesse, als sie in der Begel nicht, mit Sicherheit zu dingiiosticiren sind. Durch ihren chronischen Verlauf unterscheiden sie sich von den Störungen, die durch Fremdkörper oder Divertikel des Schlundes hervorgerufen wer­den. Rinder zeigen bei diesen Leiden oft Erscheinungen der chroni­schen Tympanitis, Verbindet sich hiermit Husten und Abmagerung, so liegt Verdacht auf Tuberculose vor.
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2Iraquo;8
Krankbeiten ilcs Halses,
Für die Therapie bieten sieh nur selten Angriffspunkte, zumal die Diagnose erst bei der Section genau festzustellen ist. Die Keunt-niss dieser Zustände Imt jedoch in differentialdiagnostischer Beziehunaf Interesse.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .
e) Lähmung des SoMundkopfes und Schlundes.
Lit.: Anaoker, Guvlt u. Hartwig. 19. .s. 47.^. Cadeac, Jahrosbor, 1888 S 113 Straub Her, Rep. 1841. S. 17!). Priedbergsr u. Fröhner, Spec! 1 ath. II. Aufl. 8. 89. Wassilleff, Mitth. aus dor naturforsch. Gesellsohaft in Bern. 1888. S. 170. Puschmann, Thierarzt. 1869. S. 210 Dieoker hoff, Spec. Path. .8. 805. lironecker u. MolUor, Dubois-Reymond's Archiv. 1888. Schmidt, Berl. Tl.. Wooh, 188!). ,8. 145. Leitonstern Forsch, d. Med. 1891. S. 7fi{;.
Die Muskeln des Schlundkopfes wie die Muscularis der oberen zwei Drittel des Schlundes empfangen ihre motorischen Nerven vom neunten, der letzte Drittheil vom zehnten Nervenpaar. (Ueber den Schluckact und seine Innervation vgl. S. 191.) Es muss zugegeben werden, dass hier Punctionsstörungen durch Nervenlähmung hervor­gerufen werden können; auch enthält die Literatur zahlreiche Mit­theilungen über „Lähmung des Schlundesquot;, ohne jedoch einen stricten Beweis für die Gegenwart dieses Leidens zu liefern. Noch fehlt es an zuverlässigen und eingehenden Beschreibungen der so bezeichneten Krankheitsfälle. Ein Theil der bezüglichen Mittheilungen lässt Lähmung des Schlundkopfes vermuthen, anderen lagen anato­mische Yeränderungen oder Fremdkörper im Oesophagus zu Grunde. Eine strenge Trennung zwischen Pharynx- und Schlundlähmung wird sich überhaupt kaum durchführen lassen: bisher wenigstens fehlen genaue Unterscheidungsmerkmale. Daher müssen auch viele als Schlundlähmung aufgefasste Krankheifcszustände in die Rachenhöhle verlegt werden. Ob eine Lähmung der Rachenmuskulatur, namentlich der Rachenschnürer Schlingbeschwerden und welcher Art bedingen kann, ist bisher nicht bekannt.
Bei schworen Erkrankungen, namentlich öehirnleiden und Wuth-krankheit, sowie sub linem vitae leidet häutig die Innervation des Schluckactes, in Folge dessen die aufgenommenen Futterstoffe im Schlünde stecken bleiben. Dafür spricht ein bei Pferden nicht seltener Befund: man trifft nämlich bei der Section dieser Thiere den Schlund zuweilen mit Futterstoffen angefüllt, ohne dass ein Eindernisa im Schlünde nachzuweisen ist. Diese Fälle haben jedoch klinisch kein weiteres Interesse.
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Ltlhmung lies Sohlundkopfea und Schlundes.
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Von mir wurde ein Pferd Itttigere Zeit behandelt, welches dauernd Sclüingbesoliwei'den zeigte, obgleich hierfür eine Ursache nicht aufzufinden war, und anderweitige Krankheitsersoheinungen fehlten i auch die Section ergab nichts Abnormes. In einem anderen Falle zeigte ein Pferd nach einer bereits abgebeilten Verletzung im Kehlgange Sobluckbeschwerden; das Futter wurde regelmassig gekaut, dann aber kein Versuch zu schlucken gemacht: das Pferd Hess vielmehr das zerkaute Putter anscheinend freiwillig aus dem Maule fallen. An der Zange waren weder Bewegungsstörungen noch auch anatomische Veränderungen nachweisbar. Es muss daher /.u-gegeben werden, dass hier eine Lähmung des Pharynx vorgelegen hat, doch fehlte ebenfalls der stricte Beweis für die Gegenwart derselben. Gleiche Sobluckbeschwerden sah ich einige Male nach dor Resection dos Aryknorpels; in einem Falle waren dieselben durch starke Wucherung des Bindegewebes um den Kehlkopf und Schlundkopf bedingt. In einem anderen Falle verschwanden die Erscheinungen nach einigen Wochen voll­ständig; möglicherweise waren entzündliche Schwellungen in der Rachen­höhle die Veranlassung, doch Hessen sich anderweitige Störungen bei dem Thiere nicht nachweisen. Aehnliches sah Dieckerhoff beim Pferde. Pu seh mann belichtet über eine Beobachtung, die indess vermuthen lässt, dass eine Schlundverstopfung die Ursache des Unvermögens zu schlucken bildete: 2 Zoll vor seiner Einmündung in den Magen war der Schlund mit zerkautem Heu vollgepfropft, Auch die von Oadeao u. a. als Schlund­krampf beschi'iebenen Störungen dürften entweder auf eine Verstopfung oder auf ein anderes llinderniss für den Durchtritt des Futters (Diver-tikel, Verengerung u. s. W.) zurückzuführen sein. Mit der vollständigen Verstopfung des Schlundes hört selbstverständlich das Schluckvermögen auf; dies erklärt sieh namentlich, wenn man mit Kronecker und Meltzer annimmt, dass der Bissen vom Sohlundkopfe gleichsam in den Magen ge­spritzt wird.
Dagegen hat Schmidt neuerdings einen Befund geliefert, welcher auf einseitige Paralyse des Rachens und Schlundes schliessen lässt. Mine ältere Stute' zeigte linksseitigen Nasenausfluss; die linke Nasen­höhle war mit Futterstoffen angefüllt und beim Trinken floss der ffrösste Tlioil dos Wassers durch die Xase zurück. Das Pferd laquo;raquo;•iiisr ein und bei der Section fand sich neben Schluckpneumonie die linke Oberkieferhöhle mit Futterstoffen angefüllt; die linke Hälfte des (ia.umensegels war atropiiiscli (.nur noch rudimentär vorhandenquot;), die Rachenwand linkerseits beuteiförmig ausgedehnt. Auch unter den Armeepferden (Zeitschr. f. Veter.-K. 1889, S. 21 li wurde ein Fall von Schlundkopflähmung beobachtet, der in 8 Tagen unter Anwendung von Strychnin heilte.
Ebenso räthselhaft erscheinen die Mittheilungen über Unvermögen Wasser aufzunehmen. Die Thiere (Pferde) können Futterstoffe reael-
massig erfassen, kauen und verTrinkbewegungen zu machen.
, gen sind sie aussei- Stande Sie gehen gierig an das Wasser, machen
schnappende Bewegungen mit den Lippen, auch die Zunge wird hin und her bewegt, ohne dass sie einen Schluck Wasser aufnehmen. Friedberger und Pröhner glauben einen angeborenen Defect in den nervösen Centrol
Mölli
Aufl.
Speclalle Chicargte für Thterürzl
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210
Krimkliritcn di's llalsi'.-
organcn (Saugeoentrcun) annebmen /.quot; müssen. AufMlig lilcibt, dass die Thieve dabei so alt geworden waren. In dem Friedborger und Fröhner-schon Falle hatte das Pferd ein Alter von 8 Jahren erreicht.
Feim Menschen will Leitenstern einen chronisch auftretenden Krampf der Cnrdia beobachtet haben. Bei Personen , welche regelmässig die verschluckton Speisen (ohne Magensäure) ausgebrochen hatten, wurde durch die Section eine abnorme Erweiterung des ganzen Schlundes fest­gestellt, ohne dass sich in demselben ein mechanisches Hinderniss fand.
Erscheinungen. Ihurli rnvorniögeu zu schlucken, zuweilen in Verbindung mit Verstopfung des Schlundes durch Futterstoffe, giebt sich der Zustand zu erkennen. Bei tollwuthkranken Hunden beobachtet man nicht selten, dass die Thiere slcli bemühen. Getränt aufzunehmen, ohne dass die Menge desselben in dem Trinkgeftlsse abnimmt, ein Beweis, dass wenig oder gar nichts verschluckt wurde. Olraquo; hier die masticatorische Gesichtslähmung (S. IM) das Un­vermögen zu schlucken veranlosst, oder ob zugleich eine Lähmung des Schlundes vorliegt, lässt sich klinisch schwerlich entscheiden.
Bei der Behandlung der unter den beschriebenen Erscheinungen auftretenden Leiden würde es sich zunächst durum handeln, gegen die Beseitigung der etwa bestehenden Verstopfung vorzugehen: hierzu dient vor allem die Schlumlsomle. Ferner muss die Diät dein Zu­stande entsprechend eingerichtet werden, wenn das Thier erhalten werden soll. Von innerlichen Mitteln dürfte kaum erheblicher Nutzen
zu erwarten. Stn creffen die dem 1
chnin vielleicht- ZU versuchen sein: dagegen innss eiden etwa zu Grunde liegenden allgemeinen Er­
krankungen therapeutisch eingeschritten werden, sobald diese be­kannt sind.
f) Tumoren in der Rachenhöhle und im Schlünde.
bit.: Fesslev, Deutsche Zeitsohr. für Thiermed. 1886. S. 87. Harns, Th. Mittli. 1877. S. 181. Beel, Jahrosber. 1888. S. 118. Zürn, Parasiten. II. Aufl. Degive, Jahresber. 1881. S.56. Schütz, Berl. Arch. 187quot;). S. 66. PrietBch, Dresd. Bor, 1888. 8. 70. Esaer, B. T. W. 1889. 8. 807. boren/,. Zeitsohr. für Vet. ls'.io. s. 4.15, Dieriex, Her, Rep. 16. S. 7:!, Moeni, Rev. vrtcr, 1892, babat, Kooh's Monataschr. 1892. S. 9.
Seit langer Zeit kennt man Neubildungen in der Rachenhöhle des Rindes, die bezüglich ihrer Natur verschieden beurtheilt wurden. Roloff hielt sie für Ecteiitionsgeseliwülste, welche von den Schleim­drüsen der Rachenhöhle ausgehen; Hanns erklärte sie für Lvinphoinc,
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Tumoren in Baohenhöhle uikI Schlund.
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Neuerdings ist man mehr und mehr zu der üeberzeugung gelangt, dass es sich hierbei in der Regel um A-ktinomykome handelt. Die Q-esohwlllste entwickeln sich meist solitär an der hinteren oberen flachenhöhlen wand, unter dem Keilbein, oder Über dem Kehlkopfe. Harms nennt die ersferen, welche in der Regel die Grosse eines Borsdorfer Apfels erlangen, „vordere11, die letzteren, meist von er­heblicherer Grosse, „hintere Rachenaktinomykomequot;,
Bei den im ganzen häufigen Aktinomyceserkrankungen des Rindes kann es nicht auffallen, dass sich gerade hier die Infection mit den dem Futter anhaftenden Aktinorayceskeimen häutig vollzieht. Die verhaltnissmässig dünne, zarte Schleirahaul erleidet heim Passiren des harten und scharfen Bissens leicht Verletzungen, welche die Eingangs­pforte für die Infection abgeben. Erst wenn die Wucherungen eine gewisse Grosse erreicht haben, rufen sie Krankheitserscheinungen hervor.
Erscheinungen. I. Athembeschwerden. Die Respiration wird schnarchend, röchelnd, begleitet von Hustenreiz: dies tritt nament­lich während des Fressens hervor: zuweilen stellt sich bei jedem Schluckakt linsten ein. Bei gebeugtem Kopfe werden diese Störungen deutlicher, ein Umstand, der für die Diagnose verwerthbar ist.
#9632;J. Schlingbeschwerden, Sobald die Geschwulst grosser ge­worden, muss sie selbstverständlich den Schluckakt stören. Die Thiere strecken heim Schlucken den Kopf stark nach vorne, während Futter-stoffe, die in den Kehlkopf gelangen, oft einen llustenanfall hervorrufen.
J!. Zuweilen lässf sich hei der Palpation von aussen eine grössere Fülltraquo; der Gegend über dem Kehlkopf nachweisen. Bei dieser l'rü-t'ung wird der Kopf möglichst gestreckt und beide Hände Über den Kehlkopf nach oben geführt. Harms fand einmal eine Dislokation des Kehlkopfes, Die in die Uachenhöhle eingeführte Hand kann sich Über das Vorhandensein, sowie über Grosse, Gestalt mal sitz der Neu­bildung genau überzeugen,
Diese Untersuchung erscheint nothwendig, weil Erkrankungen der Zunge, namentlich die Makroglossie, ähnliche Störungen veranlassen können. Dasselbe gilt von Anschwellungen der retropharyngealen Lymphdrüsen, welche zwar nicht so häufig sind, indess beim Rinde wiederholt beobachtet wurden. Prietsch beschreibt einen solchen Fall; bei einein gut genährten Rinde stellte sieh 1—5 Monate nach dem ersten Kalben allmählich ein sebnaufend-sohnarohendes Athmen ein, welches namentlich während des Heufressens hervortrat und bisweilen so stark wurde, dass die Kuh das Kauen unterbrach und die Zunge herausstreekte, wobei der Kopf gestreckt gehalten wurde. Bei der Untersuchung zeigte sich der Kehlkopf gesohwollen.
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Krankheiten
Ihilsos.
vergvösseit. l'io Sectitm ergab Lungoiitubcrt-ulosa sowie tuberouh'ise Ver-tlnderaugen der retropharyngealen Ljmphdrüsen,
Nach Harms enthalten die vorderen ßaohenaktinomykome grauröth-lidie, zuweilen verkalkte Massen, die im Innern Aktinoinyoesrasen nach­weisen hissen: die hinteren bestellen nach ihm aus einer glatten, fibrösen, derben Hülle mit grüner Zerfallsmasse als Inhalt. Die Entwickelang dieser Neubildungen erfolgt langsam: wie Harms constatirto, kann die Qesohwulst länger als •quot;gt; Monate bestehen ohne Erstickungsgefahr herbeizuführen: doch pflegen die Krankheitserscheinungeu, namentlicn die Respirationsstörungen zuzunehmen. An den hinteren Kaclienaktiiioniykoinen kann nach Harms auch ein Stillstand in der Bildung eintreten, so dass auch die klinischen Erscheinungen nicht zunehmen.
Die Bourtheilung lillll in Bezug auf vollstilndige Boilung un­günstig aus, doch kann durch operatives Eingreifen eine Erleichterung für längere Zeil erzielt und so die wirthschaftliche Ausnutzung des Thieres zuweilen noch ermöfflichi werden.
Behandlung. Harms lässi das Thier niederlegen, stellt den Kopf auf das Gtenicllt; und raachl unter dem Kehlkopfe in der Mittellinie einen Längsschnitt, durch welchen die Hand eingeführt wird um das Bindegewebe zur Seile des Kehlkopfes zu trennen; auf diese Weise dringt die Hand bis zum Tumor vor und entfernt denselben durch Ahreissen.
Meier operirt in der rechten Seitenlage von der Maulhöhle aus. den Kopf des Thieres auf das Genick gestellt. Nachdem ein Maul­gatter angelegt ist. gehl die rechte Hand des Operateurs, ihre Volar-lliiche gegen den harten Gaumen gerichtet, in die Maul- und Rachen­höhle ein. Igt;ie vorderen Rachenaktinomykome werden mit der Eland erfassi und abgerissen: an den hinteren gestattet die derbe Binde-gewehshülle dies nicht; hier beschränkt Meier sich darauf, diese mit dem Finger anzubohren und ihren Inhalt zu entleeren. Harms zieht die erstere dieser beiden Methoden der eigenen vor. die letztere da­gegen nicht, weil sie schwerer ausführbar sei und auch die Athem-beschwerdo nicht immer beseitige.
Meines Krachteiis sollte liier der Kcraseur in seine Rechte treten, mit dem man ohne Zweifel auch unter Umständen den Balg /.u be­seitigen im Stande sein wird. K s s e r gelangt nach seinen ausge­dehnten Brfahl'ungen zu dem Schluss, dass nur selten eine dauernde Heilung durch die Operation erzielt wird. Auch hier dürfte Jodkalium zu versuchen sein |S. 105).
Tumoren in der Rachen höhle bei Pferden bilden im all­gemeinen seltene Ereignisse. Heber ihre Natur ist bisher wenig bekannt. Die Erscheinungen werden dieselben sein wio beim Rinde, auch würde man
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Tuinorou in Rachenhöhle und Schlund,
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raquo;un gleiches Verfahren /u ihrer Beseitigung einschlagen können. Doch nicht immer gelingt es, die Hand in die Bachenhöhle einzuführen (S, 194).
Degive stellte bei einem Pferde, welches wiederholt an plötzlich aul­tretenden Athemboschwerden, die sich bis zur Grstickungsgefahr steigerten, gelitten hatte, bei der Section am unteren Theil des Pharynx, dicht vor der Epiglottis, eine htihnereigrosse cystoide Geschwulst fest,
Labat land bei einem Pferde, welches an Nasenbluten, Schling- und Atbembeselnverden litt, nach Spaltung des weichen Gaumens oberhalb des Kehlkopfes einen apfelgrossen Tumor, der nach vorangegangener Laryngo-lissur mit Hülfe des Ecraseurs entfernt wurde und sieb als ein gelapptes ECpitheliotn erwies. (Uober das Vorkommen von 'rumoren am Kehlkopfe vergl, 8. 217.)
Ebenso linden sich im Schlundkopfe der Fleischfresser nur selten Tumoren, Diericx entfernte mit Hülfe einer Schlinge ans dem Schlund­kopfe des Ihuides einen zweilnppigen, 5 cm langen Polypen, der sieh bei der mikroskopischen Untersuchung als ein Fibrom erwies. Trotz ausge­dehnter Erfahrungen sind mir ähnliche Erkrankungen bei Hunden nioht vorgekommen.
Im Schlünde werden am häiiligsten bei Wiederkäuern, namentlich beim Kinde, Geschwülste angetroffen, und zwar sowohl Aktinomykome (Siedamgrotzky, de .long) wie auch Papillome (Schütz). Die ersteren treten meist solitär, die letzteren multipel auf, Kessler beschreibt einen Fall von multiplem l'apillom im Schlünde des Kindes. Uie ganze Ober­fläche der Schlundschleimhaut war mit warzigen und pinseHormigen Aus­wüchsen besetzt, welche in der Nähe des Pharynx nur gerstenkorngross, in der Glitte des Schlundes bohnengross waren und borstenförmige Büschel bildeten; nach unten nahm die Zahl derselben wieder ab. Jedes PapiUom bildete einen Borstenhaufen, welcher pinseiförmig auf einer konischen Basis wucherte. Die Zahl der Fäden betrug über 30,
Bei der mikroskopischen Untersuchung ergab sich Folgendes;
Die Propria mueosao enthält unter dem Papillom förmliche (lefiiss-knäuel, in denen die Venen grosse, cavernöse Bäume darstellen. In jedes Papillom gebt ein solider, mit Gefässschlingen versehener Zapfen, von dem aus bindegewebige Züge in die Fäden und Horsten ziehen; um das Binde­gewebe sitzt ein Epithelmantel, Ebenso beobachtete Beel multiples Pa­pillom im Schlünde des Rindes, Schlingbeschwerden, Anschwellung an der linken Halsseite, ein llinderniss beim Einführen der Schlundsonde und chroni­sche Aufblähung bezeichneten das Heiden, wodurch das Thier in seinem Näbrzustando erheblich litt. Die Section ergab eine , iutraoesnphageale Stenosequot; mit Krweiterung vor der Stelle; die gleichmässige Dilatation be­gann unter dem Schlundkopf, endete in der Höhe der zweiten Kippe und hatte eine Länge von 17 cm. Der grösste Umfang betrug 21 cm, die Dicke der Muscularis 8 mm. Die Schleimhaut war mit einer grossen Zahl kleinerer und gl'ÖSSerer Tumoren besetzt, die wie Warzen aussahen; ihre Grösse wechselte zwischen einem Stecknadelkopfe und einer Hoselnuss; man zählte 45 von 2—3 cm Hänge. In der Höhe der zweiten Rippe war eine Abschnürung des Schlundes zu bemerken, welche indess die Sonde passiren Hess. Beel glaubt, dass die l'eriodicität i?i dem Auftreten der Erschei­nungen des Leidens durch zeitweise Verstopfung dieser Stelle durch Futter­massen veranlasst sei. Die mikroskopische Untersuchung ergab einen ähn­lichen Befund, wie F essler ihn beschrieben.
Bei Ziegen und Schafen wurden wiederholt l'sorospe rm ie n in der Schlundwand angetroffen; nachtheiligo Folgen für das Schlucken scheinen
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Krankheiten des Halses.
indess mil dem Zustande niuht verbunden zu sein. Möglicherweise sind einige iler als Sohlundlähmung beschriebenen Beobachtungen auf solche Parasiten zurückzuführen. Koch fand tuberoulöse Abscesse in dor Schlundwand bei Kühen, [n tropischen Gegenden (Java) hut man in dor Schlundwand bei Hunden Cysten beobachtet, welche mit Spiroptera sanguinolenta angefüllt waren und den Schlund obturirt hatten, Harms fand während der Elerbstmonate im Schlünde bei Schafen unter dem Epithel ITilarien weiblichen Geschlechts, welche von Zürn als mit Spiroptero scutata oesophagea bovis identisch erklärt wurden. Hei Hunden kommt Spiroptera sanguinolenta im Schlünde vor.
Je nach der Grosso und Gestalt dieser Neubildungen rufen dieselben mein' oder weniger Schlingbeschwerden hervor. Oft können nur flüssige Stoffe mit Gewalt geschluckt werden, wobei sich Würgen und Erbrechen einstellen; Abmagerung bildet eine regelmässige Folge dieser Zustände, Die Heilung hängt gleichfalls von der Beschaffenheit und Zahl derselben, sowie von dem Umstände ab, ob man die Bildungen erreichen kann.
Zuweilen zeigen sich Polypen stark gestielt und können unter Um­ständen durch heftiges Erbrechen abgerissen und entleert worden. Bei Fleischfressern ist dies um so mehr zu vorsuchen, als bei diesen Thieren die Polypen ähnlich wie beim Menschen '/umeist im Sohlundkopfe oder dicht unter demselben sitzen. Durch Erbrechen Iritt der gestielte Tumor /.n-weilen in die Eachenhöhle und lässt sich dann entfernen; auch in dem Fall Diericx gelang dies. Sollte sich die Geschwulst äusserlich an dor Hals­portion dos Schlundes nach weisen lassen, was jodoeb nur selten der Fall ist, so erscheint der Schlundschnitt angezeigt. Her Mangel einer sicheren Diagnose intra vitain verhindert in der Regel eine rationelle Behandlung. Lorenz sah ein Pferd an Pleuritis eingehen und fand ein Carcinom des Schlundes, welches zur Zerreissung desselben Veranlassung gegeben hatte. Moeni konnte bei einer Kuh, die nach joder Futteraufnahme Meteorismus zeigte, in der linken Drosselrinne eine Geschwulst nachweisen, welche als Kropf gedeutet wurde.
s. Krankheiten laquo;Irs Kohlkopfes und dor Luftröhre.
a) Verletzungen, Entzündung und Tuiuoreu am Kehlkopfe. — Laryngitis. - Perilaryngitis.
II nt chi nson,
Jahresber, 1888. S. 103, quot;hierärztl. Mitth. 187(i.
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Gurlt, QurK u, Hertwig. 17. S. 446. Werner,
S. 102. Lee, Jahresber. 1889, S, 98. Hecke, Gurlt u. Bertwig. 5, S. 258.
Meer, Thierärztl. Mitth, 1860, S, 168. Khrliardl, das. 1860. S. 168.
Gurlt, Gurlt u, llertwig. 88, S. 28
Posch el, Dresd, Per. lS8.r). S. 56. S. )'. Ko W I a n d,
Johne, das. 1880, S, 48. Di eck, The Wler. 1842.
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Jahrb. 1885. S. 75. Degivo, das. 1886, 8. 102. Giittler, Th, Mitth,
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,8. 98. B e nj h in i n . das. S. 18. Lee, Jahrb. 1890
1802. S. Iii8.
Dresd. Her. 1873. S. 13, Hink, Jahresber. 1880. 188;,!. S. 83. Leisering, Dresd. Ber. 1863. S. 08. Lehnhard, Zeitschr, für Vet.-Kund,
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Krankheiten des Kehlkopfes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 215
Einleitung. Nur bei den Pleisohfressern ist, der Kehlkopf der direoten Untei'soohung durch [nspection zugänglich. Wird bei diesen Thieren di(^ Zunge hervorgezogen und der Grund derselben mit einem stumpfen Instru­mente (Schere) herabgedrliokt, so gewinnt man einen direoten Einbliok in den Kehlkopf, wie es für die klinische [Jntersuohung in der Kegel ausreicht. Der von Nawratil und Seh midi hierzu in Anwendung gebrachte Kehl­kopfspiegel liisst sich bei der Widersetzlichkeit dieser Thiere für die Praxis kaum verwerthen, da derselbe nur ausnahmsweise ohne Narkose zu be­nutzen ist. Bei den grösseren Thieren erschien die Inspection des Kehl­kopfes bis in neuerer Zeit, unmöglich. Polansky und Sohindelka ge­bührt indess das Verdienst, auch beim Pferde den Kehlkopf dieser Unter­suchung zugänglich gemacht zu haben, Mit Unterstützung des genialen Wiener Options Leiter haben dieselben unter anderen zur Untersuchung der KopfhOhlen dienenden Instrumenten das Rhino-Laryngoskop con-struirt, welches in die Rachenhöhle und den Kehlkopf des Pferdes einen Einblick gestattet und nicht nur klare, sondern auch übersichtliche Bilder dieser Tbcile liefert. Selbstverständlich konnte dies nur mit Hülfe eines coraplioirten Apparates und des elektrischen Lichtes geschehen, weshalb die Ausnutzung dieser Erfindung für die thierärztliche Praxis bisher eine be­schränkte geblieben ist und schon aus diesem Grunde hier nicht eingehend besprochen werden kann. Dagegen eignet sich der Apparat vorzüglich für klinische Zwecke, wie ich mich oft überzeugt habe; er leistet namentlich für den Unterricht ausserordentlich gute Dienste. Die Beschreibung dieser Instrumente findet sich in der österreichischen Zeitschrift für wissenschaft­liche Voterinärkundo, 11. Bd., S. 295.
Hei der geschützten Lage zwischen den Unterkiel'eräsleu kom­men Verletzungen des Kehlkopfes von aussen nur selten vor. Da­gegen können scharfe Fremdkörper, welche mil der Nahrung aufge­nommen werden, in die Schleimhaut desselben eindringen und hier entzündliche Processe hervorrufen, Rowland entfernte aus der Rachenhöhle des Pferdes einen Angelhaken, welcher sich am Kehl­kopfe eingebohrt hatte. Obgleich hier Verletzungen seltener beob­achtet werden als am Sclilundkopl'e, so kommen solche doch zweifellos häufiger vor, als sie festgestellt werden, und führen entweder zu einer aenten Laryngitis, oder sie veranlassen chronisch-entzündliche Processe am Kehlkopfe. Fälle der ersteren Art werden klinisch der neuten Laryngitis zugezählt, deren Betrachtung den Lehrbüchern der speeiellen Pathologie und Therapie zufällt, während die chronisch-entzündlichen Processe entweder Wucherungen des Bindegewebes in der Umgebung der Kehlkopfknorpel (Perilaryngitis ebronica flbrosa) oder Eiterung und Abscessbildung veranlassen.
Kühnert beobachtete eine l'erichondritis suppurativa laryngea beim Schwein; am rechten Aryknorpol hatte sich in der Subnmcosa ein Abscess gebildet, und die Stimmritze erheblich verengt, wodurch Athemnoth ent­standen war, welche zum Schlachten des Tlüeres Veranlassung gegeben hatte. Leise ring stellte bei einem Hunde, welcher an heftigem Husten
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lildnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ITvaukheiten lt;li,s llnlses.
gelittm liatlo, Schwellung dor StiinmbKndei' and der Schleimhaut der Kehl­kopftaschen fest, Qutchinson beiüohtet ttber ein tlhnliches Leiden l)eim Schwein, das wegen Athemnoth geschlachtet worden war; hier zeigte sich Nekrose des Bingknorpels.
Die Perilaryngitis chronien t'il)riisii wurde am htluflgsten beim Pferde gesehen. Es koniuit hierbei zu einer fortschreitenden Wucherung des Bindegewebes, welches zuweilen verknöchert. Auf jeden Fall stell) sieh Retraction der geAvuchorten Massen ein, wodurch die Aryknorpel fixirt werden, die Stimmritze sich verengt, und so ent­stehen mehr oder weniger starke Athembeschwerden. (hirlt berichte! üliiT einen derartigen Befund beim Pferde, das an Pfeiferdampf ge­litten hatte; der Kehlkopf wurde verknöchert angetroffen. Werner beschreibt eine Neubildung am Kehlkopfe beim Ochsen, welcher bereits über ein Jahr au einer allmählich zunehmenden Athembeschwerde litt. Die Wucherung hatte sich bis in die Luftröhre fortgesetzt, leb habe wiederholt (lelcgenbeit gehabt, chronische Perilaryngitis beim Pferde zu beobachten. In I Fällen Hess sieb eine Ursache derselben nicht nachweisen, in anderen trat das Leiden nach der Resection des Ary-knorpels auf und wurde Ursache des Misserfolges der Operation.
Chronisch-entzündliche Erkrankungen der Schleimhaut des Kehlkopfes gehören gleichfalls nicht zu den Seltenheiten. Hei Kühen treten hierselbst tuberculöse IVoeesse auf (tiititler). Bei Pferden wie Hunden werden nicht selten chronische Katarrhe des Kehlkopfes beobachtet, doch selten Gegenstand chirurgischer Behand­lung. Dagegen kommen chronische Reizungen in den tiefen Schieliten der Schleimhaut mil Verdickung und Wucherung derselben und /war am häufigsten an den Stimmbändern vor. leb habe diese wiederholt bei Pferden knotig verdickl angetroffen. Lee fand beim Pferde beide Stimmbänder mit knorpelartigen Auswüchsen besetzt.
Erscheinungen. Die chronische Laryngitis und Perilaryngitis giebt sieb zunächst durch Athembeschwerden zu erkennen, welche bei eiterigen Processen schneller, bei den bindegewebigen Erkrankungen laugsam, in der Kegel ganz allmählich entstehen. Anfangs macht sieb nur eine inspiratorische, später auch eine exspiratorische Dyspnoe bemerkbar. So lange ersteres der Fall, lässt sich das Leiden von den durch Lähmung des N, recurrens bedingten Athembeschwerden oft nicht trennen und fällt somit klinisch unter den Begriff der llart-schnaufigkeit bezw. des Kehlkopfpfeifens.
Nur selten gelingt es von aussen am Kehlkopfe Veränderungen
nachzuweisen; wenn der Process jedoch bis au die AussenHäcbe des
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Laryngitis, Pcrilaryngitis iiml Tuuoi'en raquo;111 Kohlkopfe^
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li'in^'- und Schildlcnorpels vorgedrungen ist, i'iillt eine abnorme Stärke des Kehlkopfes auf, wilhrend seine Formen verschwommen erscheinen; '/erknöcherung giebl sich dui'ch eine ungewölmliche Eltlrte und Wider-standsfilhigkeii beim Zusammendrücken des Kehlkopfes, \\i(' es bei grösseren Thieren um Husten zu erregen Üblich ist, zu erkennen,
Laryngitis chronien mit Verdickung der Schleimlmul ruft ebenfalls mil der Zeit Athembeschwerden hervor. Auch hier stellt sich Kchlkopfpfeifen, zuweilen in hohem Grade, ein, welches entweder von dem durch Recurronslilhmung bedingten durch nichts zu unter­scheiden ist; zuweilen tritt es zugleich bei der Exspiration hervor, Ein weiteres Merkmal dieser Art Erkrankung der Stimmbänder ist auffallende Heiserkeit, oder Stimmlosigkeit (Aphonie).
Tumoren wurden am hiluflgsten heim Rinde, aber auch bei Pferden und anderen Thieren am Kehlkopfe angetroffen, üeber ihre Natur liegen bisher nur wenig genaue Untersuchungen vor. Mine grosse Zahl wurde als „Breigoschwülstequot; (Atherome) beschrieben (Mecke, Meer). Schon ihr Lieblingssitz an der Basis des Kehldeckels liisst: vormuthen, dass manche derselben aktinomykotischer Natur sind. Vielleicht gilt das Gleiche von den als Balggeschwülste beschriebenen Neubildungen am Kehlkopfe (Ehrbardt), Gnrlt bezeichnet die Mehrzahl der Geschwülste am Kehlkopfe als „Polj'penquot;. Auch sie dürften zum Theil mykotischen Ursprunges sein, namentlich die mit Eiterung verbundenen. Mine von l'eschcl bcini Rinde gefundene Kehlkopfgeschwulsl wurde von .lohne als Seh le imdrüseiiadenom bestimmt.
Log entfernte auf operativem Wege bei einem Pferde, das mit dem Pfeiferdampf behaftet und vollständig stimmlos war, knorpelige Auswüchse der Stimmhi'mder und erzielte in (i Wochen Heilung.
Hos 11 a rd verlor eine ßjftbrige Stute an Erstickung, welche durch einen wallnnssgrossen, gestielten Cystenpolypen veranlasst war. der am Grunde des Kehldeckels sass. Derselbe hatte während des Fressens Schlingbeschwerden mit Hustenanfällen und hochgradige Dyspnoe veranlasst. Degive glaubt, dass die „Apnoequot; dadurch entstehe, dass der Kehldeckel heim Schluckakte durch die (ieschwulst in die Kehlkopfshöhle gedrängt werde, nicht aber durch ,, Verschluckenquot;, wie Hesnard meint.
Lehnhard fand bei einem Pferde, welches unter Erstickungserschei-nungen plötzlich zu Grunde gegangen war, eine htihnereigrosse, mit klarer Flüssigkeit gefüllte Cyste, die der vorderen fläche des Kehldeckels aufsoss und eine Uefentionsgeschwulst bildete.
Beim Rinde beobachtete man wiederholt Kehlkopftuberculose. Mögen auch hier Verwechselungen mit Aktinomykose vorgekommen
sein, so wurde doch von .lohne eine Neubildung im Kehlkopfe beim Rinde als fcuberculös erkannt: .lohne machte bereits auf die Aehn-
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liohkeit mit Aid
Krankheiten dos Halses,
cinomykose nufraorksam. Prietsch u. a. stellten bei Kühen Kelükopftuberculose durch die Section fest,
Symptome und Verlauf. Die ersten Stadion in der Entwicke-lung der Neubildungen entziehen sich natürlich der klinischen Beob­achtung. Erst nachdem dieselben eine gewisse Grosse erlangt haben, rufen sie Athem-, unter umständen auch Schlingbeschwerden hervor. Am Kehldeckel können die Neubildungen eine erhebliche Grosse er­reichen, bevor sie auffilllige Störungen veranlassen; dann aber pflegen sowohl Schluck- nls Athembeschwerden mit ihnen verbunden zu sein. Oft stellen sieh die Athembeschwerden vornehmlich bei der Putter-auftmhme ein, ähnlich wie bei Zungenerkrankungen (S. 19) und den sog. Rachenlymphomen (S. 211). Zuweilen zeigen beide Störungen auffälligen Wechsel in ihrem Auftreten, wie Pricker und Dieck beim Pferde beobachteten. Die Section ergab in solchen Fällen gestielte Ge­schwülste auf dem Zungengrunde, die sieh bis auf den Kehlkopf ver­lagern können und dann plötzlich die Erscheinungen einer heftigen in-spiratorischen Dyspnoe hervorrufen, wobei die Thiere unter Umständen niederstürzen und an Erstickung zu Grunde gehen. Das plötzliche Auftreten der Dyspnoe ohne Piebererscheinungcn und sonstige Allge­meinstörungen spricht für die Gegenwart solcher Tumoren. Am leich­testen kann der Zustand mit Glottiskrampf oder Oedem verwechselt werden.
An der Aussenseite des Kehlkopfes lassen sich in der Regel keine Veränderungen nachweisen; nur da, wo die Neubildung auf die Aussenfläche desselben übergegriffen oder in der Wand der Trachea zu erheblichen Veränderungen geführt hat, zeigt, .sich die Kehlkopf­gegend voller und tritt Anschwellung hervor. Prietsch fand dies auch bei Kühen, die an Kehlkopftuberculose litten.
Oft giebt die Untersuchung durch die Maulhöhle Auskunft. Bei Fleischfressern erlangt man nach kräftigem Vorziehen der Zunge (mit einem Tuch) und gleichzeitigem llerabdrücken des Zungeiigrundes mit einer Schere oder einem Löffelstiel einen Einblick in den Kehlkopf. lim sich von der (legenwart von Tumoren am Eingange desselben zu überzeugen. Bei Pferden gelingt dies mittelst des von l'olansky und Schindelka construirten Laryngoskopes (S. 215). Wo diese instniinente nicht zur Hand sind, kann am liegenden Pferde die Eachenhöhle zuweilen mil der Hand untersucht werden, d. h. wenn die Stellung der Backzähne und des Gaumensegels den Durchtritt derselben gestatten. Nicht immer ist dies möglich und hängt von der
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Tumoren ana Koblkopfo.
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Stärke der Band und der Bildung jener Theile ab (S. 194), Leichter gelingt diese manuelle Untersuchung beim Rinde; hier sogar am stellenden Tliiore, wenn der Kopf gehörig befestigt ist.
In zweifelhaften Fällen kann die Laryngoflssur (S. 221) benutzl werden, um einen Einblick in die Kehlkopfhöhle zu erlangen oder mit Hülfe der Palpation sich von dem Zustande derselben zu üher-zeugen (S, 224), Die Operation ist durchaus ungefährlich und sollte stets in Anwendung kommen, wo ein besonderes Interesse vorliegt, solche Zweifel zu heben.
Die Prognose gestaltet sich im allgemeinen ungünstig. Mit Eiterung verbundene Erkrankungen des Kehlkopfes rufen die Gefahr einer Pneumonie hervor, indem sieb der Ähscessinhali in die Trachea ergiesst. Bei chronischer Laryngitis mit Verdickung der Schleimhaut kann nur an den Stimmbändern auf operativem Wege etwas geleistet werden und zwar durch Resection derselben. An den übrigen Ab-theilungen des Kehlkopfes hängt, die Beurtheilung dieser Zustände, ebenso wie bei der Perilaryngitis fibrosa von den Störungen der Re­spiration ab, welche mit dem Leiden verbunden sind: hier kann aller­dings die Tracheotomie Linderung verschaffen.
Bei Tumoren am Kehlkopf fällt die Beurtheilung nach den bisherigen Erfahrungen ebenfalls ungünstig aus, doch lassen sieb ge­stielte, im Kehlkopfe selbst sitzende Neubildungen nach Spaltung des Ringknorpels und der ersten Tracheairinge zuweilen entfernen, Wo dies nicht gelingt, können die Thiere durch die Tracheotomie für einige Zeit brauchbar erhallen werden.
Behandlung. Beim Rinde sowie auch beim Hunde gedingt zuweilen die Entfernung des Tumors vom Kehldeckel (ähnlich wie bei Rachen-tumoren, S, 212) durch Abreissen mit der Hand (Kind) oder mit Hülfe von Instrumenten l Hund). Dieck will mittelst eines hierzu besonders construirten hakenförmigen Messers eine hühnereigrosse Geschwulst vom Kehldeckel eines Pferdes entfernt haben,
Verdickungen und Geschwulsthildungen an den Stimmbändern können durch Resection beseitigt werden. Hier muss natürlich die Spaltung des Ringknorpels, des Ligamentuni conoideum und der ersten Tracheairinge vorangehen. Man bringt das Thier zu dem Zwecke in die Rückenlage; unruhige Pferde werden narkotisirt.
Nachdem die Haare unter dem Kehlkopfe abrasirt sind, reinige man das Operationsfehl und führe in der Mittellinie einen Schnitt, der vom
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Krnnkhsiten des Halses.
Schildknorpel bis Über die eraten 2 :! Ti'achealriuge reicht, Nach Unterbindung der etwa blutenden Hautgeftlsse erfolgt der /weite Schnitt, welcher die Brustzungenbein- und Brustschildmuskeln genau in der Mittellinie trennt. Sodann lieg! der liingknorpe] und die Tracheo frei, welche gleichfalls gespalten werden. Die Wundrllnder lüsst mau mittelst breiter Wundhaken oder mit dein Spannhaken aus­einander halten, Wo eine Tamponkanüle (Fig. 50) zur Hand ist. schiebf
Filaquo;, 5Ü,
man diese in die Trachea, um die durch den
Eintritt; des Blutes in dieselbe bedingte Er-
stickungsgefahr zu beseitigen.
Der in den Kehlkopf eingeführte Finger untersucht die Stimmbänder, und wenn sieh an ihnen die (dien beschriebenen Verände­rungen vorfinden, resecire mau dieselben. Zu dem Zwecke wird das Stimmband zu­nächst mit einer Schieberpincette oder einer arretirbaren Zange erfasst; wo diese [nstru-mente nicht zur Hand sind, lege man mittelst einer gekrümmten Nadel eine Ligatur in der Nähe des unteren, vorderen Endes durch das Stimmband. Mit Hülfe der einen oder
''quot;# ' $$$nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;anderen dieser Vorrichtungen wird das
li ^(^g*/nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Stimmband angespannt und mit der Schere
abgeschnitten. Die dabei auftretende Blu­tung bleibt, wie ich mich wiederhol! über­zeugte, gering und ohne jede Bedeutung, sobald eine Tamponkanüle angelegt worden kann. Die Blutung lässt sieb alsdann durch Tamponade ties Kehlkopfes (S. 2-18) leicht stillen. Beide, Tamponkantile wie Tampons, dürfen am nächsten Tage wieder
Tamponkauüle.
entfernt werden, doch lässt man der Sicher-
hoit wegen die Kanüle noch einige Tage liegen. Dies ist namentlich zu empfehlen, wenn man den Patienten nicht unter Aufsicht behalt, /war kommt es nur selten zu erheblicher Anschwellung der Schleimhaut und Athembeschwerden nach dieser Operation, allein die Möglichkeit, dass sieb solche entwickeln, bleibt nicht ausgeschlossen, Wenn man sich der festen [jage eines ge­wöhnlichen Tracheotubus vergewissert hat, genügt auch dieser. Leo beseitigte auf solche Weise die stark verdickten Stimmbänder.
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Xi'urosi;ii dea Kohlkopfes,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^Jl
eines Pferdes und erzielte damil rollständige Heilung der Atliem-beschwerde. Auch icli habe die Operation wiederholt mit gloichem Erfolge ausgeführt.
.Der Beseitigung von Tumoren uns der Kehlkopfhöhle muss ehenfalls die Laryngofissur vorangehen. Nachdeiu hiei'auf der Sitz und laquo;lie Gestall des Tumors nilher festgestellt ist, kann dilaquo; UV-section namentlich der gestielten Tumoren mit der Schere oder mil [Illlfe des Ecraseurs erfolgen. Wichtig ist die vollstilndigo Entfernung der Neuhildung; unter Umständen leistet hierzu der Paquelin'sche Brenner gute Dienste und unterstützl zugleich die Blutstillung. Be­stehen erhebliche Athembeschwerden, oder treten diese periodisch hervor, so muss entweder vor dem Werfen des Thieres die Tracheotomie gemacht und eine Kanüle angelegt werden, oder man halte alle Instru­mente bereit, um im Nothfalle am liegenden Thiere die Luftröhre schnell öffnen zu können.
Gegen Perilaryngitis chronicn fibrosa, sowie gegen Neu­bildungen im Kehlkopfe mit breiter Basis bleibt nur die Tracheotomie zur Beseitigung der Athembeschwerden tlbrig (S. 2'-i'2).
Sobald die Gegenwart eines Tumors in der Luftröhre festgestellt ist oiler als wahrscheinhch gilt, sollte ebenfalls die Tracheotomie aus­geführt werden, um entweder die Geschwulst direct zu entfernen oder durch Application eines Traeheolubus unterliulb derselben die Athem-beschwenlen zu beseitigen.
b) Neurosen des Kehlkopfes. Der Stimmritzenkrampf. Spasmus glottidls. Laryaglsmus stridulus, Laryngospasmus. Hemlplegia et
Diplegia laryugis.
Lit.: libinger, Berl, Arch, 1886. S, 281, Neumann, Th, Mitth, 1877. S, 80, Holzondorf, das. 1876, S, 102, Esser, das, 1883, S, 37. Günther, D, T. W, 180;!. s. 145,
Als „Stimmritzenkrampfquot; bezeichnet man klinisch alle meist periodisch auftretenden, anscheinend durch krampfhaften Vorschluss der Stimmritze veranlassten Athembeschwerden. in der Liege! zeigt sich eine hochgradige insjüratorische Dyspnoe, die in höhei'em Grade zur „Apnoe* wird. d. h. die Inspiration ist vollständig unter­brochen.
Die Ursachen dieses Zustandes bestehen entweder in einer directen Reizung der Kehlkopfschleimhaut oder in i'eflectorischer
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KnmkliciU'ii des Ifiilscs.
Eleizung dev dio Verengerer des Kehlkopfes beherrschenden Nerven (Vagus, Recux'rens).
Unsere Literatur euthtilt /.war über derartige Athmungsstörungen mehrere Beobachtungen, (Inch fehlen genauere Angaben Über Ent­stehung und Verlauf derselben, um ein bestimmtes ürtheil über die Natur der den beobachteten Zustünden zu Grunde gelegenen Ursachen zu gewinnen. Ohne Zweifel haben in vielen Fällen peracut verlaufene, entzündliche Veränderungen, Katarrhe, Glottisödetn oder Fremdkörper (Futterstoffe) in den oberen Luftwegen vorgelegen; in anderen ergab die Section Tumoren in der Rachenhöhle, im Kehlkopfe oder in der Luftröhre (S. 21li). Dass jedoch auch bei Thieren Neurosen des Kehl­kopfes vorkommen, beweist eine von Ebi nger mitgetheilte Beobachtung.
Ein Pferd wurde plötzlich von einer heftigen, bis zur Erstiokungs-gefahr sieh steigernden und mit Kehlkopfpfeifen verbundenen Athemnotb
befallen, welclio sieb bei der geringsten Arbeit einstellte. Im Stande der Ruhe war das Athmen normal, auch zeigton sich sonst keinerlei Störungen der Gesundheit an dein 'fhiere. Uobte man jedoch mit der Hand einen gelinden Druck auf den Kehlkopf oder bis zur Glitte des Halses in der Drosselrinne ans, so trat sofort heftige Athembesclnverde mit starkem Kehl-kopfpfeifen ein, welches während der nächsten 8—10 Athemzüge anhielt, dann wieder verschwand; durch leisen Druck Hess sich die Störung sofort wieder hervorrufen. Nach subeutaner Anwendung von Morphium acet. verschwanden die Erscheinungen in 8 Tagen. Die Annahme Ebinger's, dass es sich hierbei um eine Neurose der N. recurrens gehandelt habe, erscheint nicht unbegründet, dagegen dürften die von Holzendorf und Neu mann als „Kehlkopfkr ttmpf e, be/.w. Krampf der Glottis-muskelnquot;, beschriebenen Erscheinungen auf anderweitige Zustände zurück­zuführen sein. In dem von Holzen dort' beobachteten Falle lag offenbar (.'ine entzündliche Erkrankung des Kehlkopfes vor; während die längere Zeit andauernde Dyspnoe bei dem von Neumann behandelten Pferde gleichfalls als eine neuropathische Störung schwerlich aufzufassen sein dürfte.
Wenn Erstickungsgefahr mit diesen Zustünden verbunden ist. muss die Tracheotomie zunächst Hülfe bringen (S. 2:12). Ka bleibt ferner beiicldenswertli, dass die inspiratorische Dyspnoe durch die mit derselben verbundene Angst und Unruhe gesteigert wird. Mail suche daher jede Aufregung der Thiere zu vermeiden und ihnen einen ruhigen Stall mit reiner, entsprechend temperirter Luft zu geben. Mit Mor-phiutn sei man in der Dosirung vorsichtig: grüssere Gaben (über 0,5) rufen bei Pferden oft Unruhe und Aufregung hervor; daher ver­dienen Clystiere von Chloralhydrat den Vorzug. Um den Hals und Kehlkopf werden Priessnitz'sche Umschläge applicirt, doch dürfen diese nicht schwer sein : unter Umständen können trockene Einhül-lunffen vortheilhafter erscheinen.
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Paralysen des Kehlkopfes.
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Myopathische Paralysen einzelner Muskeln oder Muskelgruppen des Kehlkopfes sind bei Tbieren niebt bekannt, obgleicb solche auch liier vorkommen mögen. Um so häufiger beobachtet man bei Pferden eine neuropathische Lähmung der siliniutlichen Muskeln einer Seite des Kehlkopfes (Hemiplegia laryngis). -igt;h' Mehrzahl, wenn nicht alle Muskeln des Kehlkopfes, welche auf die Stellung der Stimm­bänder einen Einfluss ausüben, werden vom N. recurrens innervirt, Neuerdings wurde von Exner ein zweiter Ast dos Vagus als tnoto-risclier Nerv dos Kehlkopfes nachgewiesen, doch lilsst sich noch nicht übersehen, wie weit der Einfluss derselben auf die Muskelthätigkeit des Kehlkopfes reicht.
Im Hau des Kehlkopfes als ein nach aussen sich öffnendes Ventil liegt es begründet, dass bei gleichzeitiger Lähmung der Erweiterer und Verengerer die Respirationsstörung bei dor Inspiration hervortreten muss. Nur durch Krampf in den Verengerern erscheint eine exspi-ratorische (neuropathische) Dyspnoe möglichi sie kommt alier höchst selten vor, weil die Kraft der Exspirationsmuskeln (event, unterstützt von der Bauchpresse) so gross ist. dass ihr gegenüber die Wirkung jener Muskeln dos Kehlkopfes sich zu schwach zeigt, um den Austritt der Luft ans dem Kehlkopf zu verhindern; die Exapirationslufi würde den Kohlkopf in diesem Zustande mit Gewalt öffnen. Anders liegt es heim Einathmen. Von der Inspirationsluft werden die Aryknorpel in den Aditus ad laryngem gepresst, sobald die Erweiterer des Kehl­kopfes nicht im Stande sind, dies zu vorhindern: es entsteht Kehl­kopfpfeifen, dem mit seltenen Ausnahmen eine Lähmung dos N. recur­rens zu örunde liegt, ein Leiden, das in den Lehrbüchern der speciellen Pathologie sowie der gerichtlichen Thierarzneikunde besprochen wird, auch von mir an anderer Stolle abgehandelt worden ist. Hier soll des­halb auf diese Fragen nicht näher eingegangen, sondern nur bemerkt worden, dass die Lähmung sich in der Regel unheilbar erweist. Zur Beseitigung der mit derselben verbundenen Atbembeschwerden kann daher nur die chirurgische Behandlung mit Erfolg eintreten, indem entweder der in das Lumen des Kehlkopfes herabsinkende Arvknorpel entfernt wird, oder mit Hülfe der Tracheotomie (S. 232) unterhalb des Kehlkopfes der Luft ein director Zugang zu den Lungen verschafft wird. Beide Operationen linden sich union naher be­schrieben (S. 232 n. 244).
Erwähnt sei noch, dass in seltenen Fällen das Kehlkopfpfeifeu auch bei anderen Thierarten beobachtet wurde; IM/, und Ollmann landen es bei Kühen. Esser hat eine liecurreuslähnumg beim
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I
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Krankheiten ilcs Uidse.s.
j ffl
Hunde beobachtet; ich habe das Leiden bei zwei Hunden fest­gestellt,
In mehreren Fällen wurde von mir bei Pferden und Hunden eine doppelseitige Kehlkopflfthmung (Diplegia laryngis) beobachtet, Die hierbei auftretende Athembeschwerde (inspiratorische Dyspnoe) zeigt sich besonders hochgradig, so class die Thiere schon nach kurzer Bewegung im Schritt lautes Pfeifen oder Schnarchen zu erkennen geben. Bei dem ebenfalls meist chronistdien Verlaufe kann das Leiden mit chronischen Entzündungen und Neubildungen im Kehl­kopfe leicht verwechselt werden,
Diagnose. Füllt auch die Besprechung der Hülfsmitte] zum Nachweise der Kehlkopflähmung in das Gebiet der specielleu Patho­logie, so möge bezüglich der doppelseitigen Lähmung des Kehlkopfes liier doch erwähnt werden, dass die Feststellung dieses Leidens bei Pferden, namentlich die Trennung desselben von Neubildungen und chronischen Entzündungen sowohl mit Hülfe des Rhino-Laryngoskopes (S. 215) als auch auf operativem Wege erfolgen kann. Bei der An­wendung des genannten Instrumentes erkennt man deutlich, wie im Momente der Inspiration beide Arvknorpel in den Kehlkopf hinab­sinken und namentlich bei forcirter Inspiration soweit medianwilrts treten können, dass sie sich gegenseitig berühren und Stimmritzen-schluss eintritt. Stellt dieses lliilfsmittel der Diagnose nicht zu Ge­bote, so spalte man. bei ruhigen Pferden am stehenden Thiere, den Hingknorpel und das Ligamentnm conoideum. führe den Zeigefinger durch diese Oeffnung in den Kehlkopf ein und untersuche die Arv-knorpel. Während dieselben an dem regelmässig funetionirenden Kehlkopfe, namentlich bei forcirter Inspiration, deutlich fühlbare Be­wegungen machen, zeigt sich bei Diplegia laryngis, dass sie während der Inspiration herabsinken. Auf diese Weise gelingt der Nachweis einer doppelseitigen Kehlkopflähmung bei Pferden leicht und sicher. Für die Therapie ist derselbe aber wichtig, indem bei diesem Leiden nur noch durch die Tracheotomie die Arbeitsfähigkeit der Thiere er­halten werden kann.
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!#9632;
o Fraoturen, Deformitäten und Stenosen der Luftröhre.
Lit.: Lafoase, Her, Rep. II. s. 237, ('ajöry, Th, Mitth. 1874. S. 184, Schwanefeld, das, 1876. S, 160, v. Bockum-Dolffs, das, S, 166, Gturlt, Gurlt u, Rtortwig, 83, S, 23, Harms, Th. Mitth. 1879, S. 41,
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Knu-turcn, DefonUlttlten und Stenosen der Lnfti'iilire.
9gt;ri
Hagon, das, 1806, S, 132 u. 169. Johno, Dresd. Der, 1881, S, 57, Bartonstein, das, 1885. S. 33, Johne, Dresd, Ber, 188S, S. 85, Riohol-son, The Veter, 1889. 7igozzi, Jahrb. 1882, S, 68, lim, das, 1891, S. 88. Tiede, Th. Mitth, 1881, S, 42, Dietrich, Th, Mitfch, 1866,
Nachdem Verletzungen der Luftröbre als Complication bei Ver­wundungen um Halse bereits S. 158 Besprechung gefunden haben, erübrigt hier noch die Betrachtung der subcutanen Ccmtinuitäts-trennungen der Trachea, welche, soweit sie die Knorpe] betreffen, als Fracturen der Luftröhre bezeichnet werden. Sie entstehen durch Einwirkung stumpfer Körper auf die Luftröhre, bei Pferden durch öegenfahren mit der Deichsel oder Laufen gegen hervorragende Gegenstände. Auch beim Niederstürzen des mit einer festen Halfter angebundenen Pferdes sowie heim Einfangen der Hunde mittelst einer Drahtschlinge können Brüche der Luftröhrenringe oder Zerreissung des sie verbindenden Ligamentum interannulare veranlasst werden.
Bru beobachtete bei einem Maulthier Zerreissung dor Baader nwi-sohen dem Kingknorpel in den ersten drei Luftröhrenringen.
Cajöry fand die Luftröhre bei einem Pferde, welches im Stalle nach plötzlich aufgetretener Athemnoth verendet war. fast vollständig vom Kehlkopfe abgerissen, v. Bockum-Dolffs sah oiu Pferd, welches heim Durchgehen gegen die Deichsel eines anderen Wagens gerannt war, an heftiger Athemnoth leiden; am Halse hatte sich ein starkes Emphysem gebildet. Durch die Trachootomie wurde die Athombesebwerdc gehoben, und das Thier auch zur Arbeit wieder brauchbar.
Nicht immer gelangen solche Verletzungen zur Behandlung; auch können sieh trotz derselben Deformitäten der Trachea entwickeln, die, wenn sie eine grössero „Narbenstenosequot; der Trachea zur folge haben, mit Atlieinbesoliwordon verbunden sind. Schwanefeld be­schreibt die Trachea eines Pferdes, welche iu der Mitte dos Halses kahnförmig eingebuchtet und erheblich verengt war; das Thier ging an Erstickung zu Gründe, als es Im Stalle durch einen Hengst auf­geregt worden war.
Nicht alle Deformitäten der Trachea stammen von solchen Ver­letzungen; ein Theil derselben stellt offenbar angeborene Anomalien dar. Mehl selten zeigen sieh die Tracheairinge mit ihrem hinteren Ende nach innen umgebogen, oder sie sind abgeplattet, so dass das Linnen der Luftröhre einen spaltförmigen Raum bildet (säbelschoiden-fönnige Trachea).
Qurlt fand eine starke Abplattung der Luftröhre beim llundo;
ähnliches beobachteten Harms und Hagen bei Kühen. Eine über 60 om
Länge ausgedehnte Deformität beschreibt .lohne beim Pferde; älmlieh
gestaltete sich die von Hartenstein gefundene Luftröhre vom Pferde
Möllor, Spsoiello Chirurgie für Thlerftrzts. i, Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;15
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Kraiiklii'iU'U ilcs Hiilso.s.
und eine zweite ebenfalls von .loh no besobriebene, Vegezzi fmul die dorsale Flüche der Lvtfti'öbre eines Pferdes durch ümbiegung der Knorpel­enden und Zerreissung des Ligamentum interannulare mit einer Binne versehen, In welcher Schlund, Carotideu, VagUS und Sjiupatbious lagen,
hie intacte Bescliafifeuheit der Scldeiiulnuit, und die Ausbreitung der Verilnderung auf eine erhebliche Länge der Trachea spricht für die angeborene Natur des Leidens.
Compressionen mit Verengerung der Trachea können durch Kropfbildung (namentlich bei Hunden) und stark vergrösserte Bron-chialdrlisen sowie dmch geschwulstbildeude Processe entstellen. Johne theilte solchen Fall von einer Giraife mit, und Dietrich machte die Section eines Fohlens, welches unter suffocatorischen Erscheinungen eingegangen war: /.wischen dem ersten Rippenpaar bestand eine ..Drüsenvcrlinrtung'quot;, welche die Trachea zusammengepresst und Erstickung veranlasst batte.
Stenosen der Luftröhre bilden endlich nicht seltenFolgezustilnde der Tracheotomie; am häufigsten bei Fohlen, oder wenn der Tubus längere Zeil liegen bleibt und der Halsform nicht sorgfältig angepasst oder sonstwie unzweckmässig gebaut ist (S. 208). Durch dauernde Reizung entstellt eine chronische Perichomlritis mit Bildung von Narbengewebe, welches das Lumen der Trachea sowohl durch seine Masse als auch spätere Retraction erhebüch verkleinern kann; häutig erscheinen die Wucherungen verknöchert. Tiede fand hierdurch die Trachea bis auf einen kaum mehr als gänsekielweiten Kaum verengt: ebenso Lafosse, Nicht in jedem Falle bandelt es sich um Missgriffe bei der Ausführung der Tracheotomie oder bei der Auswahl der Kanüle; mehrmals sah ich bei denselben Pferden, als die Tracheotomie unter­halb der ersten Operationsstelle wegen Stenosenbildung wiederholt wurde, den gleichen Folgezustand auftreten, so dass eine Disposition zu derartigen Wucherungsprocessen angenommen werden musste.
Erscheinungen und Verlauf. Verletzungen (Fracturen) der
Trachea rufen Alhembeschwerde und Emphysembildung am Halse hervor; dazu gesellen sich entzündliche Erscheinungen, An­schwellung, Schmer/, u. s. w. an der verletzten Stelle. Die Respira­tionsstörung steht im graden Verhältnisse zur Verengerung, welche das .Lumen der Trachea durch die Hämorrhagie, Dislocation der Luftröhrenknorpel oder durch die entzündliche Schwellung erfuhren hat. Sie kann so gross werden, dass Erstickung eintritt (Cajörv. Bru)i Die dyspnoischen (Jeräusche gehen sich in der Hegel sowohl'
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Vevletzunffon und Defonuitilten der Luftröhn
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wiihrciul der In- wie Elxspiration zu erkennen; nur bei gering­fügigen V^eränderungen der Trachea fehlen sie. Zuweilen wird dui'ch Drücken auf eine bestimmte Stelle der Trachea das Geräusch ver­stärkt bez. abgeschwächt. Auch liissi sich beim Anlegen des Ohres an die Lul'li'ölirc uuier Uinstiinden der Sitz der Stenose genauer be­stimmen; Täuschungen sind hierbei indess nicht ausgeschlossen. Das Emphysem verbreitet sich, namentlich wenn Husten besteht, in den nächsten Tagen oft über den Körper, doch verliert sich dasselbe in der Regel ohne nachtheilige Folgen.
Vom umfange der Verletzung und der dabei auftretenden Blu­tung hängt der Verlauf ab; entweder kommt es zur Wiederherstellung der vollen Q-ebrauchsfähigkeit der Thiere, oft aber bleiben Respira-fcionsbeschwerden zurück (Asthma traoheale). Der Ausgang hängt in erster Linie von dem örade der Verengerung, welche die Trachea erfährt, dann ahn- aurli von der Gobrauchsart tier Thiere ab. Bei Pferden bleibt aus naheliegenden Gründen häufiger eine störende Athembeschwerde zurück als bei den übrigen Thieren.
Deformationen der Trachea erlangen ebenfalls eine verschiedene Bedeutung und können, wie der von Schwanefeld beobachtete Fall beweist, zum Tode des Tliieres führen. Eäufiger fehlen trotz auf­fälliger Pormabweichung der Luftröhre Athembeschwerden; in an­deren Fällen rufen anscheinend geringfügige Deformitäten erhebliche Störungen der Respiration hervor. Diese Verschiedenheit erklärt sieb dadurch, class nicht die an der Aussenfläche der Trachea wahrnehm­bare Deformität, sondern der Grad der Stenosirung über die Athembeschwerde entscheidet. Zur Henrtlieiluntgt;' der iiedeutung dieser Zustände dient daher in erster Linie die Beobachtung der Respiration bei angestrengter Arbeit. Die hierbei hervortretenden Störungen geben zuverlässigeren Aufschluss über die Bedeutung derselben als die sorgfältigste Untersuchung der Trachea. Hierbei kommt aller­dings in Betracht, dass Störungen durch Stenosen an den oberen Ab­schnitten der Trachea durch die Tracheotomie gehohen werden können, was an den unteren llalsabsebnitten sowie in der Brusthöhle ausge­schlossen ist. Audi darf nicht aussei* Acht gelassen werden, dass solche Zustände mit der Zeit oft eine Verschlimmerung erfahren.
Behandlung. Sobald sich bei frischen Verletzungen der Luft­röhre erhebliche Athembeschwerden einstellen, ist die Tracheotomie
anffezeifft
Mit Hülfe der Tamponkanüle kann sowohl die drohende
EürstickunasGrefahr beseitigt als auch das Einfliessen von Blut in die
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Kranlihciten di's IhiLses.
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Trachea verhinderl werden. Beides gelingt; sicher, sobald eine Tam-ponkanüle zur Sand ist; doch kann dieselbe im Nothfalle dureb sorg-ftlltige ürawickelung der Röhre eines Barthölemy'sohenTracheotubus mit Binden, Werg, Watte oder einem Badeschwamm ersetzt werden; doch sorge man dafür, laquo;lass diese Massen nicht von der Röhre ab­gleiten und in die Trachea fallen,
Aneh hochgradiges Emphysem kann zur Tracheotomie Veran­lassung geben; obgleich dasselbe in der Regel keine lebensgefährliche Complication darstellt, so empflehH sieh dennoeb häutig, die weitere Entwickelung desselben durch diese Operation zu verhindern.
Stenosen der Trachea bilden nur selten Gegenstand directer Behandlung. Beim Menschen gelingt es, durch elastische Röhren, welche vom Kehlkopfe aus eingeführt werden, die Luftröhre zu er­weitern (Tubage der Luftröhre). Abgesehen von den Schwierig­keiten, die mit der Application der Röhren verbunden sind, dürfte hier wohl selten bei der Durchführung der Methode die Aus­dauer gefunden werden . welche zu den Heilerfolgen derselben uoth-wendig ist, zumal nicht nur die Narbe, sondern auch die Tracheal-ringe un der Stelle liäutig ossitieirt. sind. Uns steht hier nur ein Mittel zu Gebote, um die Äthembeschwerden zu beseitigen, nämlich die Tracheotomie. und es hängt in erster Linie von dem Sitze und der Ausdehnung der Stenose ab, ob diese anwendbar und von Eiquot;folg sein wird: dies ist der Fall, sobald die Tracheotomie unterhalb der stenosirten Stelle ausgeführt werden kann. Richolson gelang es, durch Entfernung des dislocirten Knorpelstückos die Äthembeschwerden dauernd zu beseitigen; ein Fall, der sich wohl nicht häufig wieder­holen dürfte.
I)a.ss jefbich auch bei Thieivn die Tuha.yo der Luftröhre möglich und mit Erfolg durebzuführen ist, beweist eine schon von Lafosse stammende Beobachtung, sowie dio Mittheilnng Stickers. Lafosse spaltete unter­halb der in Folge von Tracheotomie verengten Stolle die Luftröhre mit Hülfe eines Binnmessers, schob einen mit Werg umwickelten Cylinder aus Korkholz in die Trachea und befestigte denselben mit einem Bande. Nach 10 Tagen Konnte der Cylinder durch eine Rohre ersetzt werden, welche (gt; Wochen liegen blieb, worauf die Trachea soweit erweitert war, dass dos Pferd später ohne Trachealkanüle wieder regelmässig athmete.
Sticker erzielte die Erweiterung der Luftröhre und des Kehlkopfes beim Pferde mit Hülfe einer metallenen Spirale, welche dauernd liegen blieb und schliesslich eingeheilt sein soll.
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Fienulliörper, TuuRinn und Parasiten in der Luftröhre^
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il) Fremdkörper, Tumoren und Parasiten in der Luftröhre.
Lit.! Henderson, Jahresber. 1862. S. 57. Paulicki, Qurlt u. Hartwig. :)gt;;. S.43. Grüll, (bis. 10. S. 117. Werner u. Leisering, Th. Mitth. 1857. S. 139. Kost, Dresd. I3er. 1888. S. 70. Hink, Jahresber. 1889. S. 98. Gerlaoh, öurlt u. Hertwig. Mag. 20. S, 306.
Nur selten gelangen Fremdkörper während des Lebens in die Luftröhre; denn bei der hochgradigen Empfindlichkeit dn- Kehlkopf­schleimhaut erregen solche sofort, linsten iiml werden dadurch zurück­geworfen. Dennoch wurden bei Kindern und Pferden wiederholt Puttermassen in der Trachea beobachtet. Zuweilen begünstigen Tu­moren in der Rachenhöhle, die das Schlucken stören, besonders beim Rinde den Mintrili von Futterstoffen in die Luftröhre. Bei Pferden gelangen Qüssige Arzneistoffe durch unzweckra'dssiges Eingeben in die Trachea und Bronchien. Besonders gefährlich erweisen sich in dieser Hinsicht die fetten Oele. Das Eingeben von Leinöl war frühe)' eine nicht seltene Medication, deren Folgen zu der Vennuthung Anlass gaben, dass das Leinöl eine speoiflsche Wirkung auf die Lunge besitze, indem es eine Entzündung derselben veranlasse (Leinöl-Lungenentzündung). Ursache derselben war Jedoch ausschliesslich das FiinHiessen des Oelea in die Bronchien und Lungen. Staubförmige Körper werden namentlich bei schwerkranken Pferden, die dauernd am Boden liegen, mit der [nspirationsluft durch die Trachea in die Lungen geführt und erzeugen gleichfalls Fremdkörperpneumonien. Abscesse in der Wand der Rachenhöhle oder Luftröhre, welche die Schleimhaut perforiren, ergiessen ihren Inhalt in die Luftwege und erzeugen so tödtlicbe Pneumonien; Kost sah in Folge dessen eine Kuh an Suffocation plötzlich zu Grunde gehen. Bei Tetanuskranken Siessen nicht selten grössere Mengen Speichel und Getränk in die Athmungswege und haben eine gleiche Wirkung. Ebenso finde! bei Wunden und Mut igen Operationen an den Luftwegen oder im Maule, sowie bei Halswunden mit Verletzung der Trachea (Aderlass aus der Jugularis) zuweilen Einfliessen von i5lut in die Trachea und Bron­chien statt, welches durch Gerinnung eine Verstopfung derselben und Erstickung veranlassen kann.
Endlich wurde beobachtet, dass Stücke defector Tracheotuben in die Luftröhre Helen; so namentlich bei der Bu rtbelem v'scben Kanüle, wenn die Röhre nicht fest mit dem Schilde verlöthet war; Henderson berichtet über einen solchen Fall. Aneb kann bei der
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Kniuklunton des Hiilses,
Tracheotomie das abgetrennte Knorpelstüok leicht in die Luftröhre fallen, wenn dabei nichi vorsichtig zu Werke gegangen wird (S. 2'M].
Tu in ore n in der Tracheo kommen aicht häufig vor, doch wurden solche bei verschiedenen Thierarten, am meisten beim Binde beobachtet. Sie besitzen in der Regel eine gestielte Beschaffenheit, welche offenbar eine Folge der Bewegung des Tumors durcb die Respirationsluft bildet, (iurlt. Gerlueli, llinku. u. iauden J'olvpeii in der Luftrühre von Rindern, Rieck und Hink Sarkome; Siedam-grotzky beschreibt eine Colloidcyste in der Luftröhre des Pferdes, welche dicht unter dem Ringknorpel in losem Bindegewebe einge­bettet war. Benjamin stellte heim Pferde an der vorderen Luft-röhrenwand einen Tumor fest, der sieh im Anschluss an Bräune ent­wickelt und zu Athmungsbeschwerden Veranlassung gegeben hatte.
Abgesehen von den bei Wiederkäuern und Schweinen meist in grosser An/ahl in den Bronchien vorkommenden Strongylusarten, welche jedoch kein chirurgisches Interesse haben, wurden Milben in der Luftröhre beobachtet; Paul ick i fand solche bei einer Meerkatze.
Erscheinungen und Verlauf. Die mit diesen Zustünden ver­bundenen krankhaften Erscheinungen /.eigen sich sehr verschieden. Durch Aspiration staubförmiger Substanzen oder durch die heim Ver­schlucken in die feineren Bronchien gelangten Flüssigkeiten entstehen Fremdkörperpneumonien mit regelmässig tödtlichem Ausgange. Die Lungenentzündung tritt hierbei natürlich in den Vordergrund der Erscheinungen. Qrössere Gegenstände bleiben in der Trachea oder den Bronchien stecken und können durch Erstickung /.um Tode führen. Einen Fall derart beschreibt örüll von einer Kuh. die his dahin völlig gesund gewesen und plötzlich im Stalle unter Symptomen der Suffocation verendel war; bei der Section fanden sich die Bronchien mit Futter verstopft. Aehnliche Beobachtungen wurden wiederholt gemacht, doch hat schon Leisering darauf hingewiesen, dass bei 'fhieren mil unvollständigem Verschluss der Cardia (und dazu ge­hören die Wiederkäuer) oft erst nach dem Tode das Futter in die Luftwege gelangt. Veranlassl durch den Transport der Cadaver oder durch (lährnngeu im Wagen kann ein Theil seines Inhaltes durch den Schlund in die Rachenhöhle und von hier in die Trachea und Bronchien gedrängt werden, so dass diese unter Umständen vollständig verstopft erscheinen. Ein von Werner beschriebener Fall gehört offenbar hier­her. Das Fehlen einer entzündlichen Reaktion und die vollständige Verstopfung der Luftwege weist auf diesen Vorgang hin; denn wäre
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FroTndkörper, Tumoren und l'arasiti.'n in dar Luftröhro
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der Eintritt wülimul des Lehens erfolgt, SO würden die Thiere früher verendet, sein, bevor eine so vollständige Änfüllung erfolgte.
Athenibeschwerdon müssen stets eintreten, sobald durcli Fremd­körper oder Tumoren die Wegsamkoil der Luftwege erheblich ein­geengt wird. Zuweilen können die Bewegungen des Fremdkörpers in der Trachea von nassen gehört oder gefühlt werden. Bei der geringeren Weite der Stimmritze gelangen sie nicht so leicht wieder nach ansseii, und wenn die Mittheilung Hendersons richtig sein sollte, dass das Bohl' einer Tniclieiilkaniile durch das Maul des Tlheres wieder ausgeworfen wurde, so gehört der Fall entschieden ZU den grüssten Seltenheiten.
Ein Tumor macht sich in der Trachea erst bemerklich, wenn er eine gewisse Grosso erlangt, hat, so dass das Lumen der Luftröhre durcli ihn verengt, wird, und Athembeschwerden entstellen, weiche regehnässig mit einem lauten dyspnoischen Geräusche verbunden sind, und zwar sowohl beim Ein- wie A usatlnn en. Zuweilen zeigt, sich das Geräusch nur bei einem der Akte, und als besonders charakteristisch für Trachealtumoren gilt das ausschliessliche oder doch vornehmliche Auftreten eines dyspnoischen Geräusches während der Exspiration. Die Lage und Gestalt der Neubildung erklärt, diese Ligenthüinlichkeit, ihre langsame Vergrösserung die all­mähliche Steigerung der Athembeschwerden, die schliesslich zu Suffo­cation führen können. — Nur da, wo der Tumor zugleich an der Aussenfläche der Trachea auftritt, wie es bei malignen Neubildungen zuweilen der Fall ist, #9632;welche die Trachealwand durchbrechen, lässt sich die Gegenwarl t'ines Tumors direct nachweisen. Im ührigeii giebt die Palpation der Luftröhre nur selten Aufschluss über den Sitz eines Tumors; doch kommt es vor, dass durch Druck an einer ganz bestimmten Stelle der Luftröhre die Athembeschwerden und das Geräusch gesteigert oder vermindert wird: eine Erscheinung, die auf die Gegenwart eines Tumors schliessen lässt.
Die Behandlung verlangt aus präservativen Rücksichten heim Eingeben von Flüssigkeiten Vorsicht, namentlich bei Pferden und Hunden, gun/, besonders wenn die Thiere sich hierbei unruhig zeigen. Der Kopf derselben darf nicht in eine ungewöhnliche Lage ge­bracht, weder ZU sehr in die Höhe gezogen, noch auch verdreht worden. Welche Bedeutung solche Kopfstellung hat, davon kann man sich selbst überzeugen, wenn man versucht, bei stark' nach links oder rechts o-edrehtem Halse zu schlucken. Weniger gefährlich ist
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Krankheiten des Halses.
dies beim Rinde, Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die Arzneien koine vollständigen Lösungen darstellen, fette Oele oder schai'f reizende Substanzen enthalten. Sobald ein Thier heim Einceben von Plössiff-keiten llusion zei^l-, soll man zunächst damit aufliören. Aus diesem' Grunde muss auch laquo;las Streichen am Halse beim Hingeben von Flüssigkeiten nicht nur als eine nutzlose, sondern sogar gefährliche Manipulation bezeichnet werden, indem gerade dadurch leicht Husten erregt wird.
Bei blutigen Operationen, welche Gelegenheit zum Einfliessen von Blut in die Luftwege geben können, wende man eine Tampon-kaniile (Fig. 50) an, oder operire am hängenden Kopfe. Die Uni'uhe der Thiere macht das letztere Verfahren weniger zuverlässig,
Grössere, feste Gegenstände lassen sich in der Regel erst nach erfolgter Tracheotomie aus den Luftwegen entfernen; wenn erforder­lich, kann die Spaltung der Luftröhre verlängert werden. Mil Hülfe einer passenden Zange oder einer Kinderhand gelingt es zuweilen, den Fremdkörper zu beseitigen; oft genügt dazu die Eröffnung der Trachen allein schon, indem der Fremdkörper durch den Exspirations-sti'om entleert wird (Henderson), 'rumoren können unter Umständen nach erfolgter Tracheotomie auf operativem Wege entfernt werden.
e) Die Traclieotouiie.
Lit.i Günther, Myologie. S. 88 u, 91. Lafosse, Dictioimaire d'hip. 177'j S. 161. Damoiseau, Rec. de möd. vet. 1828. S. lgt;b'gt;. Brogniez, Chir. vet. 'rein. 111. S. 246 u. 264. Leblanc, Journal de mdd. vr(. 1888. S. 65. Dieteriohs, BeitrBgo. 1844. S. 100, Renault, Rec, de nu'il. vet. is is. S. 884. Ilihner, Zeitschrift von Vix u. NeOcl. isi:i. S. #9632;_':;:;. Degive, Annal, de mdd. vet. 1871, S, :!7ii. Vaohet, Peuch u,Toussaint. II. Aufl. s. iT:i. Peuch, das, S. 475. Strauss, Chirurgie. S. 114. Krieshaber, Acad, de Mdd, vdt,, sdance. 29,/10. 1878. Wohlthat, Gurli u, Heriwig, 89, S, III. Schuemacher, Thiertlrztl, Wochenschr, 1890,
Stellen sich in den oberen Luftwegen (Nase. Kehlkopf, oberer Abschnitt der Luftröhre) Hindernisse für den Durchtritt der Luft ein, so kann durch Eröffnung der Trachea der Lufl ein directer Zugang zur Lunge verschafft werden. Diese Operation, Tracheotomie, früher fälschlich auch .. liro n c h oto in iequot; genannt, wurde heim Menschen Schon in den ältesten Zeiten (Asclepias) ausgeführt, gerieth indess wiederholt, in Vergessenheit und fand erst in neuerer Zeit heim Menschen wie bei Thieren hantiger Anwendung: Viborg namentlich machte zuerst auf die Gefahrlosiffkeit derselhen aufmerksam.
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Traobeotomic
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Die Tracheotomio besteht in der operativen Eröifuung der Trachea, woljc'i in der Hegel eine Röhre (Tracheotubus, Trachealkanüle) eingelegt wird, die den Luftverkehr durch diese Oeffnung vermittelt. Die Operation ßndet Anwendung: 1. Iraquo;ii Blrstickungsgefahr, welche durch entzündliche Schwellung der Nasenschleimhaut, des Kohlkopfes oder durch Mildere Hindernisse für den Luftwechsel in den oberen Luftwegen veranlasst wird (Angina, Druse u. s.w.); '_'. um bei chronischen, durch Verengerung der Luftwege entstandenen Athem-he.scdiwerden die A rlieit sl'ii li ij^'keit der Thiero wieder herzu­stellen; dahin gehört namentlich die Hemiplegia laryngis; 3. um Fremdkörper aus der Luftröhre zu entfernen und den Eintritt von Blut oder EntzUndungsproducten in dieselbe zu verhindern, i. In seltenen Fällen bezweckt die Operation eine directe Behandlung der Kehlkopf- und Tracheaischleimhaut oder die Entfernung von Neu­bildungen aus den oberen Luftwegen.
Die Tracheotomie kommt fast nur bei Pferden in Anwendung, bei denen derartige Atherabeschwerden am häufigsten auftreten. Bei Wiederkäuern sind diese seltener, und wo solche vorkommen, werden die Thiere meist geschlachtet. An dem verhältnissmässig langen Halse und bei der oberflächlichen Lage der Trachea des Pferdes gestaltet sieh die Operation hier bei weitem leichter als an der vom Triel bedeckten Luftröhre des Rindes. Dazu kommt, dass der Isthmus der Schild­drüse heim Pferde so schwach entwickelt ist, dass man auf denselben keine Rücksicht zu nehmen braucht. Beim Menschen unterscheidet man dagegen, je nachdem die Operation oberhalb oder unterhalb des tsthmus oder durch denselben ausgeführt wird, eine Tracheo-tomia superior, inferior und media.
Bei den Thieren, namentlich heim Pferde, bietet sich daher ein weites Operationsfeld, nämlich vom edieren Ende der Luftröhre bis zum Eintritt derselben in die Brusthöhle. An ihrem oberen Drittheil wird die Trachea vom Halshautmuskel, Brustzungonbein- und Brustschild­muskel sowie vom Schulterzungeubeinmuskel bedeckt. Da der letztere an der unteren Grenze des oberen Drittlieils des Halses laterul-wiirts läuft, so liegen von hier an nur die zuerst genannten Muskeln auf der vorderen Wand der Trachea. Günther will deshalb diese Grenze für die Operation benutzen, doch kann dieselbe ohne Nach­theil auch höher oder tiefer ausgeführt werden. Lafosse operirte zwischen dem dritten und vierten Luftröhrenringe, K ries baber zwischen Kehlkopf und Luftröhre (S. 242). In der Regel benutzt man jedoch die Grenze zwischen dem oberen und mittleren Drittheil des Halses,
:H
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Krankheiten des Halses.
tlu'ils weil sie für die Ä-usführung der Operation bequem Liegt, tlioils (im das Aussehen des Thieros weniger zu schädigen und endlich, um, falls sich an der Operationsstelle Stenosen der Trachea bilden sollten, #9632;dk' Operation weiter unten wiederholen zu können.
Das aus der Menschenheilkunde stammende Vorurtheil, die Tracheotomie als eine lebensgefährliche Operation zu betrachten, liat zu einer Reihe von Modiflcationen derselben geiülirt, die jedocli fast alle uii])raktiscli sind. Dahin gehören die verschiedenen Tracheo-tome oder Bronchotome, d. h. [nstrumente, wei­che zur Eröfiiiung der Luftwege besonders construirt sind (Brogniez, Marty, Thompson u. a.). Be­stimmt, die Operation zu vereinfachen und zu er­leichtern, bewirkl ihre comjjlicirte Zusammensetzung für den nicht Geübten gerade das Q-egentheil. Da sie für den geübten Operateur entbehrlich sind, so erklärt sich, dass alle diese Instrumente wenig Be­achtung gefunden haben.
Man unterscheidet l. den „Luftröhrenstichquot; und -. den „Luftröhrenschnittquot;. Der Luft­röhrenstich wurde von Pilger, Gowing, Hayne u. a. empfohlen. Am meisten Anwendung hat noch die von Hayne vorgeschlagene Methode gefunden, welche darin besteht, dass mau die mit Seitenölf-nungen versehene Hülse eines Trokarts (Fig. 57) quer durch die Trachea legt. Die Application des Instnnneutes verlangt bei Pferden mit starkem Halse Geschicklichkeit und Vorsicht, denn es entsteht, die Gefahr, die grossen Halsgefilsse (Jugularis und Ca-rotis) zu verletzen. Dazu kommt, dass seihst der ZU diesem Zwecke vergrösserte Trokurt für schwer urhei-Luftrölirentrokarl nach tellde Pferde nicht genügend Luft ziliulirt. Nur un­berechtigte Scheu vor der Anwendung des Messers konnte das Verfahren empfehlen, welches nicht einmal den Vortheil schneller Ausführung gewährt. Dasselbe gilt von dem Thompson-schen Tracheotom und ähnlichen [nstrumenten.
;i. Der Luftröhrenschnitt, gegenwärtig fast nur noch benutzt. kann mit und ohne Substanzverlust ausgeführt werden, indem die Luftröhre entweder nur gespalten, oder ein Stück aus derselben excidirl wird. Die erstere Methode erschwert das Einführen der Kanüle, führt
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Trarlicotoniie.
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aber nicht so leicht zu Deformitäten und Stenosen der Trachea, verdient daher den Vorzug, wo die Kanüle nur kurze Zeit liegen bleibl und wird vornehmlicli bei acutei] [Crankheitszustiluden (Angina, Druse u. s, w.i, sowie bei Fohlen und Rennpferden angewendet, bei denen selbst geringfügige Stenosen der Trachea zu Athembeschwerdeu führen. Hei chronischen Krankheitszustilnden (Lilhmungen oder Ver­engerungen des Kehlkopfes, der Nase oder Luftröhre) operirf man hesser mit; Substanzverlust, um bei dem häufigen Wechsel der Kantlle die Einführung derselben zu erleichtern. Mit Unrecht wurde meines Erachtens dieser Operation ein erheblicher Antheü an der Entstehung von Trachealstenosen zugeschrieben (S, 211).
Die Ausführung gestaltet sieh bei beiden Methoden nicht wesent­lich verschieden. Man oporirt in der Regel am stehenden Thiere, weil dies nicht allein bequemer ist, sondern das Niederlegen derselben bei der Gegenwart von Athemhesehwerden un/ulüssig erscheint, ihis Thier wird so hingestellt, dass die vordere Halsfläche gut beleuchtet ist. Zeigt sieh das gebremste Pferd noch unruhig, so lasse mau es von zwei kräftigen Männern an den Ohren festhalten. Bei massig gehobenem Kopfe bezeichne man sieh die Operationsstelle, indem man genau in der Mittellinie des liaises in form (dues 8—10 cm langen schmalen Streifens die Haare abschert. Mit, der linken Hand und unterstützt von einem (ieliülfcn bildet mau hierauf eine 3-—I cm hohe Hautfalte, welche genau in der Querrichtuug des Halses hegt und von dem geschorenen Strich in zwei Hälften gethoilt wird, sodass man bei der Durehselineidung derselben an dieser Stelle genau die Mittellinie des Halses trifft. Versueht man den Hautschnitt ohne diese Palten-bildung zu machen, so fällt derselbe in Folge plötzlicher Streckung des Halses oft erheblich grosser aus, als beabsichtigt wurde. Bei ruhigen, schwerkranken oder mit hochgradiger Atheranoth behafteten Thieren ist dies weniger zu befürchten, und steht der einfachen Schnittführung nichts entgegen. Die etwa blutenden Gefässe werden unterbunden.
Nachdem hiermit der schmerzhafteste Abschnitt der Operation vollendet ist, werden Halshautmuskel und die unter demselben ge­legenen Muskelpaare genau in der Mittellinie, welche sieh durch ihre hellere Farbe (Bindegewebe) leicht zu erkennen giebt, getrennt. Trifft mau genau die Mitte, so kommt fast gai: keine Blutung zu Stande, und die Luftröhre lieg! frei zu Tage. Bei mageren Pferden mit leichtem Halse gestaltet sich die Blosslegung einfach; mit etwas mehr Schwierigkeiten ist dieselbe zwar bei fetten und diekhalsigen
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23G
Krankheiten ilus Halses.
Thieren verbunden, doch bleibt sie auch hiev durchaus einfach und gefahrlos. Die Wundrllnder werden mil ein Paar breiten Wundhaken oder mit lliillV der Finger der linken Hand oder eines sog. „Spann­hak ons* auseinander gehalten. Bis dahin ist das Vorgehen bei
beiden Methoden dasselbe.
]gt;ei der Operation ohne Substanzvorlust spaltet man nun­mehr die Trachea, und /.war entweder senkrecht durch 3—4 Luft­röhrenringe, oder man macht einen horizontalen Schnitt und trennt das Lig. interaimulare zwischen zwei ßingen. Die letztere Methode o'iebt /.war am wenigsten Raum für die Trachealkanüle, bietet anderer­seits alier die grösste Garantie, dass keine Stenosen der Trachea ent-
Ficr. 58,
Traoheotomlo; ai mit Substauzverlust in ijuadnitronn, b) mit Spaltung dor Trachea, o) mit Substanüverlnsi in ovaler Form (naoli Hering).
stehen. Sie ist dalier namentlich bei Ndllblutt'ohlen vorzuziehen, wenn es sich darum handelt, eine vorübergehende Erstickungsgefahr ZU be­seitigen. Mehr Raum gewährt der verticale Schnitt, wobei das Messer am unteren Wundwinkel mit der Schneide nach oben in die Luftröhre gestossen und der Schnitt durch 3—4 Tracheairinge mich oben ver­längert wird (Fig.586). Bei entgegengesetzter Haltung des Messers läuft man, ebenso wie bei dem 1 lautschnitt Gefahr, eine unerwünscht lange Wunde zu erhalten. Nunmehr werden die Wundhaken in die Trachea gelegt, oder man hält mit dem in die Luftröhre eingeführten Zöige-und Mittelfinger der linken lland die VVinidränder auseinander und setzt die Trachealkanüle ein, Bei der erheblichen örösse der Trachea des Pferdes stösst man hierbei kaum auf Hindernisse, Die Luftröhre
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Tniclu'otoniir,
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älterer Thiore zeigt: sich zuweilen starr, doch gelingt dem Operateur die Application der Kanüle aucli hier ohne Schwierigkeiten, Anders gestaltet sidi diese A.ufgahe für den Laien. Wenn der Tubus daher längere Zeil liegen bleiben soll, so verdient ilas /weile Verfahren den Vorzug, bei dem ein viereckiges oder ovales, selten rundes Stück tins der vorderen Luftröhrenwand entfernt wird.
Viborg empfahl zuerst die Quadratform der Oeffnung (Fig, 58a), Zur Herstellung derselben durchsticht man die Trachea /wischen zwei Knorpeln, und zwar in der Nähe des unteren Wund winkeis, erweitert den Schnitt, sodass er reichlich -i cm lang und von der Mittellinie des Halses halbirt wird: dann wendet man die Schneide des Messers nach oben und durchschneidet, von beiden Enden des Querschnittes ausgehend, - Luftröhrenknorpel. Das losgetrennte Stück der Trachea, weh lies nur noch durch das Zwischenringband mit dem nächstfolgenden Ringe nach oben in Verbindung steht, wird mit einer Pincette oder einer Zange erfasst und abgeschnitten. Man liüle sich, dasselbe in die Luftröhre fallen ZU hissen. Sodann wird die Tracheal-kantile applicirt.
Lafosse, Brogniez und Günther liaben sich für eine ovale Oeffnung in der Trachea ausgesprochen, die dadurch hergestellt wird, dass man zunächst ein Zwischenringbaud treiml, sodann aus den ober­halb und unterhalb desselben gelegenen Knorpeln ein halbrundes Stück excidirt, ohne diese jedoch ganz zu durchtrennen (Fig. 58c), Dadurch sollen Verbiegmigen der Tracheairinge und Stenosen der Luftröhre verhütet werden, welche durch Verkrümmung der vollständig durch­schnittenen Luftröhrenknorpel entstehen.
Das von Brogniez construirte Bronchotom liefert ebenfalls einen ovalen Schnitt, lässt sich jedoch leicht und ohne Xacblheil durch ein von geschickler Hand geführtes Bistouri ersetzen. Dasselbe gilt von dem Marty'sehen Tracheotom, weiches einem Trepan ähnlich ist und ein rundes Stück aus zwei Knorpelringen schneidet, sowie von ähnlichen Instrumenten. Für sie alle trifft das oben gesagte zu.
Die Tracheotomie gehört bei Pferden zu den einfacheren Ope­rationen, welche sich bei einiger Sorgfalt leicht ausführen lassen. Ihr Erfolg hängt zunächst von der Richtigkeit der Diagnose, sodann von den an der Operationsstelle auftretenden Veränderungen ab. Hier entstehen nicht selten Wucherungen mit Stenosen der Trachea, doch giebt dazu weniger das Operationsverfahren als vielmehr die in Anwendung kommende Trachealk an üle Veranlassung. Letztere verdient daher auch besondere Beaclitunff,
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Kniuklii'iti'ii
Halses.
Eine grosse Anzahl von Modellen wurde im Laufe der Zeit empfohlen, i denen einige nur in Verbindung mit den zugehörigen Traoheototnen
angewendet, daher nach dem oben ,
Zu den
sagten hier Übergängen worden können, ifehrilueldiehsten Traehcalkanülon ge­
hören folgende:
1. Das älteste Modell von Jiarthelemy besteht aus ninem 10—20 cm langen .Metallrohr von 2,5—3,0 ein Weite, das an einem Ende gebogen ist und eine Platte (Schild) trägt, wodurch das Hineingleiten in die Luftröhre verhindert wird. Die Ränder des Schildes und namentlich das untere Ende der Bohre sollen gut abgerundet sein, damit sie nicht die Haut be/w. Schleimhaut verletzen. Ferner muss die Krümmung der Röhre auf das obere Ende derselben beschränkt und der Stärke der Weiohtheile angepasst sein, welche zwischen äusserer Haut und vorderer Wand der Trachea liegen. Die Röhre der Kanüle soll möglichst frei im Trachealraume liegen, ohne auf die Schleim­haut einen Druck auszuüben; auch dürfen die Weichtheile am Halse nicht gequetscht werden.
Traohealkanül
Ist die Krümmung ZU schwach, d. h. das zum Schilde sich umbiegende Stück der Röhre zu kurz, so finden nicht nur Quetschungen der ausseien Haut und Muskulatur statt, sondern es stösst auch das untere Ende der Röhre gegen die hintere Wand der Luftröhre und unterhält hier entzündliche Processo mit Wuche-
Lage des Tvncheotubus, a) Konnale, Im bei zu starker Krttmmnng, lt;•) bei zu schwacher KrUmmtuig,
rungen, die schliesslich zur Stenosenbildung führen (Fig. bOc). Ist jener Abschnitt der Röhre zu lang, so legt sich der Schild der äusseren Haut nicht an. und wenn es durch Bänder oder Riemen gegen diese gedrängt wird, so quetscht das obere Ende der Röhre die hintere, ihr unteres Ende die vor­dere Wand der Trachea , und so entstehen an zwei Stellen Verengungen der Luftröhre (Fig. 60b),
#9632;#9632;•,'#9632; V..
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Tracbeotomie,
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Früher wurden die Tracheotubon aus MisonMcc-h lioi-i'ftstellt, besser
sind laquo;lio ffesenwärti/z ans Neusilber gearbeiteten. Da
as von
Vatel
e wö v-
n
ilio Barth41 emy'sohe Kanüle ausgesprochene Bedenken, dasa sie Inieht herausfalle, liisst sich durch gut angepasste Bänder oder Kiemen umgehen, die, in den Oeson des Schildes befestigt, um den Hais des Thieves gelegt und hier zusammengebunden, resp. zusammengescbnaUt werden. Sie müssen in der Querrichtung über den Hals gelegt, dürfen jedenfalls nicht nach vorn /.quot;in Genick geführt werden, wodurch heim Husten oder bei heftigen Exspirationsbewegungen das Herausfallen der Kanüle begünstigt wird.
Qebelstünde, die mit der Anwendung des Bartbölemy'schen Tracheo-tubus verbunden sind, bestehen darin, dass das Aussehen des Thieres ent­stellt, die Expectoration von Schleim, Eiter, Blut u. s, w, erschwert und eine sorgfältige Anpassung an die Halsform nothwendig wird, um bei längerem Liegen derselben verdickuncen und Verengerungen der Luftröhre zu
61.
TraolioalkantUe nach Leblanc
vermeiden. Ist die Krümmung zu lang,
so stösst dieselbe gegen die hintere.
d
(
E
las unvero r^nue ues ruous gegen die vordere wand der L/Uitröttre Pig, 60 ö); ist dieselbe zu schwach und zu kurz, so lachtet sich das untere 'Jnde gegen die hintere Wand der Trachea (Fig. 60 c). Das Bohr soll frei
,, ,i„.. t ,,ri..quot;i___ i;„,.„., n,';.. ßfi .A
in der Luftröhre liegen (Fig. 80 a).
Uni diesen Uobelstiinden zu begegnen, wurde eine
Reih
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inderer l am
M
nut-teiLt; ein|)nujitjM v 17 a um i s e it u , i^iuluiiliis, igt; ru L,rii 1 e/,, ije
lertwig, Renault, Hilmar, Degive, Vachetta, Trasbot, l'euch u.a.).
Kirch Vermeidung eines Riemens wird das Aussehen des Thieres weniger geschädigt, ohne den festen Sitz der Kanüle zu stören; Quetschungen und Reizungen sollen vermieden, die Trachea nach oben zum Kehlkopfe frei erhalten und endlich das Reinigen der Kanüle möglichst erleichtert werden. Leblano sachte für die verschiedenen Halsformen einen und denselben Tubus zu benutzen. Dies wurde mit der von ihm construirten Kanüle (Fig. (il u. ü2) allerdings erreicht, dagegen läuft man bei Anwendung der­selben Gefahr, dass Theile desselben in die Trachea fallen.
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Kr: in klic it en ill's Halses.
Nauh nioiiioii Erfahrungen gehören die von Degive, Vachotta, Peuch uml Trasbot construirten Tracheotuben, welche im Princip tibereinstimmen, au den empfehlenswerthesten (Fig. 68). Sio bestehen aus zwei Bfcttcken, die einzeln angelegt werden, indem man zunächst das weitere Köln- in die Trachea schiebt, darauf das engere, so dass die Fortsätze derselben, welche
K
62.
TraoliealkontUe naoh Leblano,
tbeils offene Röhren, theils in gut abgerundete Kinnen auslaufen, nach oben und unten in das Lumen der Luftröhre hineinragen, ohne gegen die Schleim­haut desselben zu drücken. Der von Vachotta construirte Tubus hat die längsten, der von Degive und Peuch die kürzesten Fortsätze; ich gebe
Traol
11
der letzteren Fonn den Vorzug, weil sie die Einführung der Kanüle erleichtert, ohne ihren festen Bitz zu gefährden, sofern die Tracbealwunde eine passende (!rosse besitzt.
Wiederholt sah ich Pferde mehrere Jahre hindurch diesen Tubus tragen, ohne dass sich Schwierigkeiten bei der Application noch auch Stenosen in der Trachea eingestellt haften. Natürlich muss die Länge der
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Traoheotomie
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Kaiiiilo, d. b. die Entfornung zwisobon dein Schilds und der Ki'ttnunung derselben dor Dicke der vorderen Halswand ent-.sprechoii. Hauptner hat neuerdings don von Trasbot construlrten Tubus etwas modifloirti das innen liegende Stück desselben wird schwächer gearbeitet und liisst sieb deshalb bequemer einführen ; dagegen findet es keine so breite Unterlage und führt daher leichtev zu Wucherungen der Schleim­haut der Luftröhre,
Das Einführen dieser, meist aus Neusilber gearbeiteten Kanülen wird noch dadurch erleichtert, dass man das erste Stürk unter Leitung dos in ihm liegenden Zeigefingers in die Luftröhre schiebt, und zwar entweder nach oben oder unten; am besten dahin, wo sieh der Einführung die grössten Schwierigkeiten entgegenstellen, welche mit Hülfe dos Fingers alsdann loiehtor überwunden werden: dann liisst man dio zweite Hillfte folgen.
Die Kanülen sollen leicht, ihre Ränder gut abgerundet sein. Da indess an die Widerstandsfähigkeit derselben immerhin einige Anforderungen gestellt werden müssen, so bleibt die Herstellung derselben aus einem leichteren Metall sehr zu wünschen übrig. Vielleicht wird das Alumi­nium ein Material bilden, d. h, sobald der Preis desselben zurückgegangen sein wird. Ich sah bereits Tracheallianüb'ii von diesem Metall nach dorn .Modell Peucb, die sich selbst bei Rennpferden vorzüglich bewährten.
Handelt es sich um Beseitigung der bei, vielen, namentlich bei In-fectionskrankheiten auftretenden Erstickungsgefahr, so verdient bei der Aus­wahl der Kanüle ein längeres Format den Vorzug, damit jede Quetschung der hierbei meist stärker anschwellenden Weiohtheile in der Umgebung der Operationsstelle vermieden wird. Um zunächst, d. h. so lange diese An­schwellung noch nicht eingetreten ist, die Kanüle dein Halse anzupassen, legt man eine odor mehrere Lederscheiben unter das Schild derselben, odor umwickelt den etwa vorstehenden Thoil der Röhre mit Jute oder Werg.
Durch das Secret der Schleimhaut sowohl wie der Operationswunde wird die Kanüle allmählich verstopft; deshalb muss dieselbe öfters, in der ersten Zeit sogar täglich gereinigt werden. Bei längerem Liegen liisst dio Absonderung mit der Zeit nach, doch muss auch hier die Reinigung alle :i—4 Tage erfolgen. Es emptiehlt sich daher, zwei gleiche Kanülen vor-l'äthig zu halten; während die eine in der Trachea liegt, kann die andere gereinigt werden , damit beim Wechsel kein Zeitverlust stattfindet. Dies ist schon deshalb nothwendig, weil sich die Wunde ohne Kanüle sehr schnell, in einer Nacht soweit verengern kann, dass die Einführung der Kanüle erschwert oder unmöglich wird. Im Stalle kann die Oeffnung der Kanüle mit einem Korkpfropfen verstopft werden, wodurch die Secretion und Ver­unreinigung derselben etwas zurückgehalten wird.
Um den Wechsel der Kanüle ganz zu umgehen, hat man eine Doppel­röhre empfohlen, wie sie beim Menschen üblich ist (Fig. 64), Während die äussere Röhre In der Trachea liegen bleibt, wird die innere von Zeit zu Zeit gereinigt. Diese in Fig. tgt;4 dargestellte Form des Tubus muss jedoch als mangelhaft bezeichnet, werden, weil dio Krümmung an der oberen Abtheilung der Röhre zu schwach, an der unteren zu stark ist: die letzte Abtheilung sollte vollständig gerade sein. Weil bei den Doppelröhren diese gloielimassige Krümmung nicht zu umgehen ist, müssen dieselben als un-zweekinässig bezeichnet werden; sie können nur bei sehr oberllächlicher Lage der Luftröhre Anwendung linden. Auch besitzt das Modell noch den Fehler, dass die Mündung des Rohres an der Seite liegt: damit sollen aller­dings Verletzungen durch den unteren Rand dos Rohres vermieden werden, Müller, spi'cicUi- Chirurgie (tlr Tblerärzto, 9, Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10
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2-12
Krankheiten des Halses.
aber beim Aiilej,'f'ii der seitlichen Mündung ini die Soblelmhaut der Trachea tritt eine Störung der Luftbeweguug dureh die Röhre und damit auch beim Athmen ein. I'm die Anwendung einer Traehealkanüle i'iberllüssig ZU maohen, empfahl Strauss, die Schleimhaut der Luftröhre mit der äusseren Haut zu verniihen. Nachdem unter Schonung dor Schleimhaut ein ovales Stück aus der Trachea ausgeschnitten ist, soll erstere mit der ilusseren Maut zusammengeheftet werden. Doch hat Hering schon bezweifelt, dass dieses Verfahren mit Erfolg auszuführen sei, und ich kann nach meinen Beobach­tungen dem nur zustimmen,
Zum Ersatz dor Traehealkanüle hat man auch Ilaken construirt, die zu beiden Seilen in die Trachealvvundo gelegt und durch ein um den Hals des Thieres geschlungenes Hand soweit angezogen werden, dass die Traeheal-wunde offen steht. Im Nothfalle lassen sich diese Vorrichtungen benutzen und in einfacher Weise durch ein Paar umgebogene starke Drähte oder Löffelstiele ersetzen. Audi kann in Ermangelung einer Trachealröhra der
Tracbealkanüle, DoppelrOto
abgeschlagene Hals einer steinernen Kruke odor Flasche eingesetzt und so die drohende Erstiokungsgefahr beseitigt werden.
Unter rmständen fehlt es auch wohl an Zeit, um dio Tracheotomic vorsfhriftsniässig auszuführen; oft bleibt, kaum soviel Zeit, um mit dem Bistouri den Einschnitt direct bis in dio Luftröhre zu machen, wobei man so gut es geht die Mittellinie dos Halses zu treffen sucht. Ich hatte wiederholt Gelegenheit, auf diese Weise in vollstilndig dunklem Stalle die Traoheotomie bei Pferden auszuführen, um dio Thiere vom drohenden Erstickungstode zu retten. Der Verlauf der Heilung war nicht minder günstig wie bei regelrechter Operation.
Unter der Bezeichnung; Truclieotoinie sous erieoidienne hat Kricshiiber eine Operationsmethode empfohlen, wobei die Er­öffnung der Trachea iinniittellmr unter dem ßingkuorpel erfolgt, indem das etwa 2—3 cm breite ßingknorpel-Luftröhrenbcind in der Mittel­linie des Halses gespalten, und durch die so entstandene Oeffiiung
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Truoboototnie.
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cine doppelarmige Kuuiilc (nach Vachetta, Pouch, Dogive) einge­führt wird. Die Lagt' dieses Bundes liisst sieh durch das Gefühl leicht feststellet), namentlich bei Pferden mit nicht, zu starker Halsbildung. Obgleich weniger bequem, SO liisst sich die Operation bei stark ge­strecktem Kopte und ruhigem Thiero doch ohne grosse Schwierig­keiten ausführen, wie ich micii wiederholt überzeugte. Die Vorzüge dieses Verfahrens seilen darin hestehen, duss das Aussehen des Pferdes weniger leidet; ferner class es die Möglichkeit gewährt, den Kehlkopf direct y,u untersuchen und zu behandeln; auch soll durch den Tracheo-tubus der Larynx allmählich erweitert werden. \\ ie mir von anderer Seite mitgetbeilt wurde, verschwindet zuweilen nach längerem Tragen der Kanüle das Kehlkopfpfeifen, eine Wirkung, die vielleicht auf die [ieizungsprocesse und damit verbundene Peststellung des Arvknorpels der gelähmten Seite zurückgeführt werden kann. Ob die Befürchtung l!ouley's begründet ist, dass bei Pferden, welche nach diesem Ver­fahren operil't sind, durch gewaltsame Beugung des Kopfes Ver­letzungen im Kehlkopfe veranlasst werden können, vermag ich aus eigener Erfahrung nicht zu beurtheilen, möchte es aber bezweifeln, sofern die Kanüle dem Halsraquo;.' gut angepasst ist.
Zu den nachtheiligen folgen der Tracheotomie gehören: 1. Fremdkörperpneumon ien durch Aspiration entzündlicher Secrete bei infectiösen Erkrankungen (IVtechialtieher, maligner Angina u. s. w.) oder durch den Einbruch von Abscessen in die Rachenhöhle oder Luftröhre. Zur Vermeidung dieser Complication empfiehlt sieh die Tamponkanüle nach dem beim Mensehen von Trendelenburg und Hahn angegebenen Muster. Die erstere trägt einen (iummi-ballon, welcher mit Hülfe eines öebläses mich erfolgter Application aufgeblasen wird (Fig. 5(3). Finden sieh bereits derartige Massen in der Trachea, so suche mau dieselben mit Hülfe einer Feder, weichen Flaschenbürste oder eines Schwammes, der vorsichtig an einem Draht befestigt ist, soweit möglich zu entfernen, wobei man ohne Bedenken bis zur Theilungsstelle der Trachea vordringen kann. Sodann wird die Tamponkanüle eingesetzt und massig aufgeblasen, d. h. nur soweit, dass der Ballon das Lumen der Trachea ausfüllt, ohne einen erheb-lichen Druck auf die Sehleiiuhauf auszuüben und Nekrose derselben
Die Hahn'sche Tamponkanüle trägt einen Pressschwamm. Im Xothfalle liisst sieh eine solche durch Umwickelung des unteren Endes der Barthölemy'schen Traohealkanüle mit Werg, Jute oder einem Schwamm herstellen. Diese Gegenstände müssen jedoch mit
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Knmkliciti.'n des Halses.
,
Hülfe eines Bindfadens so befüstigt worden, dass sie nicht von der Kanüle abgleiten und in die Luftröhre lallen.
#9632;_'. Wucherungen und Verdickung der Schleimhaut mit Ver­engerung des Lumens der Luftröhre (Tracheostenoso); seltener
stellen sich sclerosirende Entzündungen in der ilussereu Hunt und der unter ihr gelegenen Weichthoile ein. Während die letzteren meist den Ausgang einer Phlegraone bilden, entstehen stenosirende Wuche­rungen in der Trachea vornehmlich durch fehlerhafte Beschaffenheit der Kanüle, indem diese zu schwer oder nicht gut gearbeitet ist, oder aber zur Halsform des Thieres nicht passt; zu lange, zu enge, zu wenig oder zu stark gebogene Höhren (S. 238); auch eine zu grosse Oeffaung in der Luftröhre kann die gute Lage der Kanüle verhindern. Zuweilen zeigt sich eine entschieden krankhafte Neigung zu derartigen Wucherungen, wie ich sie wiederholt, namentlich bei schweren Pferden, beobachtete. Nach jeder Wiederholung der Operation an einer tieferen Stelle fanden sich solche Wucherungen von neuem ein, auch wenn die Kanüle durchaus tadellos war. Bei Stenosen der Trachea wird das Einführen des Tnlnis dem Besitzer des Pferdes allmählich schwieriger und schliesslich unmöglich, Die Trachealöffnung muss alsdann er­weitert werden, was durch die bereits eingetretene Ossification der neugebildeten Massen oft erschwert wird. Gewährt der Hals unter­halb der Oeffnung noch Baum, so kann unter Uinstiinden die Wieder­holung der Operation an einer lieferen Stelle zweckmässig werden, Schon aus diesem (irunde ist die Ausführung der Tracheotomie be­sonders bei Jungen Thieren an den oberen Abtheilungen des Halses zu empfehlen,
f) Die Laryugotoinie. Laryngofissur.
l.il.: Günthor, Myologie des Pferdes u, D. T. W. 1898, S. 145. Stockfleth, Chirurgie. Möller, Das Kehlkopfpfoifen der Pferde. Stuttgart (Enke) 1888. Fleming, Roaring in horses, Cadiot, Traitement chir. du Cornage ehren. 1891. Siedamgrotzky, Dread, Ber. 1892. S. 17. Labat, Bev, voter, 1892. S. 129, Butler, Jahrb. 1892. S, 92,
Die Eröffnung des Kehlkopfes zum Zwecke operativer Eingriffe wurde neuerdings beim Menschen vielfach, und zwar namentlich zur Beseitigung von 'rumoren aus demselben in Anwendung gebracht. Bei Thieren kommen, wie bereits S. 217 erwähnt, geschwulstbildende Pro-cesse im Kehlkopfe nur selten vor. Die Eröffnung desselben Ist hier namentlich zur Behandlung der halbseitigen Kehlkopflähmung bei Pferden in Anwendung gebracht worden.
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Laryngotomie
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K, Günther, der sich zuei'amp;t mit dieser Frage bescbttftigte, trug Bedenken, den Bingknoi'pel des Kehlkopfs zu durchschneiden, weil er Ver­engerungen desselben bettirchtete, und operirte deshalb von der Luftröhre aus. Spiitw empfahl Stookfleth, den Ringknorpel zu spalten, und damit wurde die Laryngotomie in die Thierheilkunde eingeführt. Man unter­scheidet in der Chirurgie eine Thyreotomie und Cricotom ie; bei ersterer wird dor Sohildknorpel, bei letzterer der Bingknorpol in der Mittellinie durchschnitten; folgt darauf eine Trennung der oberen Luftröhrenringe, so spricht man von einer (,'r i eo-T ra e h e o t o m i e; (Jrico-Thyreotomie nennt man die Trennung des Hing- und Schildknorpels mit dem beide verbindenden Ligamentum cricothyreoideuni s. conoideum, Heim operativen Vorgehen gegen die Hemiplegia laiyngis erfolgt die Crioo-Tracheotomie, wie sie in Folgendem unter Hinweis auf die von mir veröffentlichte Broschüre in Kürze beschrieben werden soll.
Am cliloroforinirtcn und in der ßückenlage befindlichen Pferde kniet der Operateur zur rechten Seite des Halses und rasirt zunächst unter dem Kehlkopfe sowie auf der oberen Abtheilung der Trachea die Haare ab. Durch Palpation Überzeugt man sich leicht von der Lage des Ringknorpels und seiner Nachbarsehnft. Nach Desinfection des Operationsfeldes wird genau in der Mittellinie ein Hautscbnitt ge­führt, welcher vom Körper des Schildknorpels, über das Ligamentum cricothyreoideuni, den Ringknorpel, das Ligamentum cricotracheale bis llber die ersten 2 —3 Luftröhrenringe reicht. Nachdem die etwa bluten­den Sautgefdsse unterbunden sind, trennt ein /weiter Schnitt die unter der Haut gelegenen Muskeln ebenfalls genau in der Mittellinie. Auf diese Weise wird die Luftröhre und der Ringknorpel fast ohne jede Blutung freigelegt; sollten einige (iefiisse spritzen, so werden sie als-liald unterbunden.
Nachdem man sich nunmehr einer, mit dem Gehläse armirten Tamponkanüle versichert hat, macht man mit dem spitzen Bistouri, die Schneide desselben nach dem Kopfe des Thieres gewendet, einen Kin­dich durch die ersten beiden Luftröhrenringe und erweitert die Oeffnung, indem man das Messin- nach vorn führt und die Trennung his zum Schild­knorpel fortsetzt. Sollten hiernach einige Qefässe bluten, so lege man zunächst die Tamponkanüle ein, und erst nachdem dieselbe, wie S. 243 erklärt, aufgeblasen ist, gehe man an die Unterbindung der Gefdsse. Das Einfliessen von Blut in die Trachea muss auf jeden Fall verhindert werden. Durch ein paar stumpfe Wundhaken oder den „Spannhakenquot; lässt man die Wunde ollen hallen und gewinnt nach Entfernung des etwa angesammelten Blutes nunmehr einen Eünblick in den Kehlkopf.
Sollten 'rumoren zu entfernen sein, so gelingt dies meist ohne grosso Schwierigkeit, sofern sie nicht mit sehr breiter Basis aufsitzen. Die Resection der Stimmhänder wurde bereits S. 220 beschrieben. Hau-
n!
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2 IC)
Krankheiten des Halses.
ildt es sich um einseitige RecurrenslUhmuiig, so muss der Aryknorpel der gelähmten Seite ontfemi werden. Nachdem Günther und Stock-fleth die partielle Resection angewendet hatten, wurde von mir die totale in Vorschlag gebracht. Audi heute muss ich diese der ersteren vorziehen. Mau vei'föhrt dabei wie folgt:
Mit einem für diesen Zweck besonders construirten Skalpell (Fig. 65) wird an der Peripherie des Aryknorpels die Schleimhaut
Fig. 65.
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:\lt;j. 60
Skalpell zurnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kehlkopf vom Pferde von
Resection dosnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; unten gefiffnet.
Aryknorpeis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; S.k. Schildknorpel. — ü.S.B.
RingscMldband, — S.b, Stimm-band. — s.bf. Stimmbandfort-sn,tz. — R.k. ßingknorpel. — L.O.k. Linker Olessamp;aunenknor-pel. - Mt. I. II 111. 1, 8. 8. LuftrShrenring.
durchtrennt. Man beginnt an der Vereinigungsstelle der Aryknorpel, am sog. Schnäuzchen derselben, führt das Messer dicht neben der Mittellinie durch die Schleimhaut und das Ligamentum interarytaenoi-deuin nach hinten und folgt nun dem hinteren Rande des Arvknorpels nach oben his zum Stimmbandansatze (Fig. 57. Die punktirte Linie zeigt den Verlauf des Schnittes an).
Nunmehr wird das Stiramband an seiner Ansatzstelle vom Ary­knorpel mil der Schere abgetrennt, und der Knorpel mit Hülfe des Fingers, der Schere oder des Skalpells von den seine Aussentlilcbo be-
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LüryngotomiL'.
17
deckenden Weichtheilen (Muskeln) abgelöst. Hält man .sich hierbei dicht am Knorpel, so bleib) die Blutung unbedeutend. Sodann wird auch am vorderen oberen Rande des A-ryknorpels die Schleimhaut ab­getrennt, und zwar unter möglichster Schonung derselben, Zu dem Zwecke führt man den Zeigefinger der linken Hand in die Stimmtasche und schneidet mil der Schere die Schleimhaut dicht am Rande des Knorpels ah; man muss sieh hierbei in erster Linie von dem Gefühl der linken Hand leiten lassen. Bierauf wird mit laquo;lern Skalpell der Arvknorpel möglichst nahe an seinem (Jo-
t'ig. 67
Fig. (18.
lenkfortsatze durchsclmitten, so dass nur
eine dünne Knorpelscheibe zurückbleibt. Dieser Akt ist, der schwierigste, indem sich namentlich bei älteren Pferden der Gelenk-tbrtsatz des Aryknorpels oft verknöchert zeigt. Man setze das Messer innen und unten an und schneide mich oben und aussen. Da oft eine erhebliche Gewalt zur Trennung des Knorpels erforderlich ist, so bedarf es der Vorsicht, dass man nicht un­erwartet mit dem Messer abgleitet. Mir begegnete jedoch hierbei trotz zahlreicher Operationen dieser Art niemals ein Xachtheil.
Sobald der Arvknorpel durchtronnt ist. verliert derselbe seinen Halt und lässt sich mit Hülfe einer langen und stark­gekrümmten Schere leicht von den ihn umgebenden Weichtheilen befreien und herausnehmen. Auch hierbei folgt man genau den Rändern des Knorpels, welcher
ZangG zum Erfassen clc's Aryknorpels.
von einer arretirharen Zange (Fig. 67) gehalten wird.
Während dieses Vorgehens lässt, man durch einen Gehülfen den Kehlkopf mittelst kleiner Schwämme, die an dünnen Stöcken befestigt sind, vom Blut befreien und ebenso nach Entfernung des Aryknorpels zunächst das Operationsfeld wieder frei machen. In der Kegel ist die Blutung gering, nur ausnahmsweise land ich Veranlassung, ein spritzen­des Gei'äss mit der Arterienklemme durch Torsion zu versehliessen. Nachdem die Blutung einigermassen gestillt ist, betupft man die Wundflflohe mit I00/o Chlorzinklösung, welche mit einem von dem Mittel durchtränkten Schwamm auf dieselbe gebracht wird. Darauf folgt Bepuderu der Wunde mit, #9632;lodoform-Tannin ( 1 ; 3).
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Krankheiten des Halses.
In den letzten Jahren habe idi hierauf die Schleimhaut zu heften versucht, was mit Hülfe einer gestielten krummen Nadel (Fig. 68) bei einiger Geschicklichkeit und reining gelingt. Die Nadel, mit einem Catgutfaden versehen, wird zuerst durch die vordere Schleim­hautfalte geführt, welche man sodann nach unten zieht und an dem unteren Wundrand befestigt. Man vermeide hierzu Seide, die, ohne resorbirt zu werden, monatelang im Kehlkopfe liegen bleibt, Drei Hefte genügen in der Regel, die Schleimhaut in der Weise zu flxiren, um die Vernarbung zu begünstigen und zu verhüten, dass die schlaffe Plica aryepiglottica muh erfolgler Heilung die Athmung stört, Das gleichzeitige Abtragen der Stimmbänder (Fleming) halte ich Für nachtheilig.
Nunmehr wird ein der örösse des Kehlkopfes entsprechender Tampon oder Qazebcutel eingeführt und unmittelbar auf die Opera­tionsstelle gcdegt, sodann die iiussere Haut mit ein paar provisorischen Heften versehen, um das Herausfallen des Tampons und Tubus zu verhindern. Beide linden durch zwei um den Hals gelegte Bänder eine weitere Befestigung.
Das auf die Seite gelegte und entfesselte Pferd lasse; man so lange liegen, his es von seihst aufsieht, sorge aller dafür, dass durch die Trachealkanüle nicht Fremdkörper (Stroh etc.) nspirirt werden. Zu dem Zwecke wird eine reine Decke unter den Hals und die Ope-ratIonssteile gelegt.
In eine Boxe geführt, kann dein Pferd unmittelbar nach der Operation weiches Heu und Wasser gegeben werden; das Anbinden ist allerdings zu vermeiden. Während ich früher die Trachealkanüle nach 24 Stunden mit dem Tampon herausnahm und erstere wechselte, habe ich mich später davon überzeugt, dass auch dies nicht nölhig ist. Beide können ohne Bedenken 3—4 Tage liegen bleiben, so­fern kein erhebliches Fieber eintritt. Ich glaube, dass dies Verfahren dem Wechsel der Kanüle sogar vorzuziehen ist. Wenn in dieser Zeit etwas Wundsecrefc ahlliesst, so lasse man es mit. einem reinen Schwamm, Watte oder Holzwollwatte abtupfen und die Wunde mit Carbolwasser anfeuchten. Letzteres empfiehlt sich auch, wenn dieselbe trocken bleiben sollte. Das Oelräidc wird dem Thier in dieser Zeit aus einem nicht, zu hoch stehenden Eimer nach Delieben ver­abreicht, ebenso weiches Heu und kleine Kationen Hafer mit Kleie.
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Am I. Tage werden nach sorfffUltiffer Eeini
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die Hefte der äusseren Haut gelöst, darauf zunächst der Tampon entfernt und der Kehlkopf mittelst Stockschwiimme und Oarbol-
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Luryugotomie.
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wiisscr gereinigt, wobei man darauf achtet;, class die Sckwttnirae jj.'ul ausgedrückt sind, damit nicht Flüssigkeit in grösserer Menge in die Trachea fliesst, Audi die Uber dem Tubus etwa befindlichen Secrete und Blut müsseii mit dem Schwamm sorgföltig abgetupft werden. Sodann wird auch die Kanüle entfernt, wobei man den Kopf des Thieres recht hocli heben (strecken) lässt. Nach abermaliger Reinigung des Kehlkoiifes und der Tmcliea wird ilein Pferde ans einem etwa 50—70 cm hoch gehaltenen Eimer reines Wasser gereicht und darauf geachtet, ob viel Wasser aus der Nase zurückfiiesst. 1st, dies nicht der Fall, d. h. entleert sich beim Trinken von ',i Eimer nicht mehr als etwa 'i idler durch die Nase, so kann der Tubus fortbleiben, andernfalls, oder wenn sieh nach dem Herausnehmen Athembeschwerden einstellen sollten, muss ein neuer Tracheotubus eingelegt werden.
Die Hautwunde muss in der nilchsten Zeit täglich von Secreten gereinigt werden; sobald sieh ein trockener Schorf einstellt, hört-mau auch damit auf und liisst, die Hautwunde wie auch die des Kehlkopfes ohne Behandlung, falls keine besonderen Zuflille (Fieber, Athemnoth) eintreten.
In der Regel wird die Behandlung der Wunde nach etwa 8Tagen überflüssig. Man hält das Pferd jedoch im Stalle mit guter, reiner Luft und lässt leicht verdauliches Entler verabreichen.
In etwa :gt;—I Wochen pflegt sich die tiussere Wunde vollständig zu schliessen; sie hinterlässt eine Narbe, welche in 5—6 Monaten oft soweit schrumpft, dass der Nachweis derselben selbst dem Sachver­ständigen schwer fällt, Etwa I Wochen nach der Operation kann der Patient bei mildem Wetter täglich an die Luft geführt werden, doch bedarf derselbe auch während der folgenden I Wochen noch der Schonung von jeglicher Arbeit. Nach dieser Zeit kann das Pferd so lange geritten bezw. gefahren werden, his lauter Athem eintritt; man vermeide jedoch, darüber hinaus zu gehen, weil durch das gewaltsame Einströmen der Luft Dehnung des Narbengewebes veranlasst und da­mit der Erfolg der Operation in Frage gestellt wird. Gerade in diesem Punkte schaden sich die Besitzer leider zu oft und tragen durch vorzeitige! Verwendung des Thieres zur Arbeit zu Misserfolgen bei. Im Sommer empfiehlt sich für die Operirten ein 6- Swöchent-licher Weidegang.
Die Athembeschwerden sind zuweilen schon etwa S Wochen nach der Operation verschwunden, nicht selten aber nimmt der Vernarhungs-process längere Zeit in Anspruch; wiederholt beobachtete ich, dass das Uoaren erst 1 — •gt; Monate nach der Operation sistirte.
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Krankheiten des Hulses.
Ein endgültiges Urtbeil über don Erlblj,' der Operation zu geben, bin ich zur Zeit noch nicht in der Lage, hoffe indess die Statistik bald so weit vervollsttlndigt zu haben, am auch diese Frage zu beantworten. Es kann sieli hierbei allerdings nur darum handeln, die durch das Leiden in ihrer Gebrauehsl'ilhigkeit erheblie.h beointriiehtigten Pfordo wieder arbeitsl'iihig ZU machen. Dass dies nicht nur möglich ist, sondern auch bei der Mehr­zahl derselben erreicht wird, davon habe ich mich über/engt. Eine grössere Anzahl der von mir operirten Pferde dient auch heute noch, nachdem mehrere Jahre nach der Operation verflossen sind, zum Ueitdienst und selbst als Bennpferde, Ein 1891 operirtes Rennpferd brachte im nllohsten Jahre liber :iO0O0 Mark an Rennpreisen ein; das Roareu desselben ist vollständig ver­schwunden. Wenn in Betracht gezogen wird, dass, abgesehen von der mit vielen Unbequemlichkeiten verbundenen, für manche Gebrauchszwecke ab­solut unzulässigen Anwendung einer Trachealkanüle, kein Mittel bekannt ist, die Arbeitsfähigkeit solcher Pferde wieder herzustellen, so liisst sich der Operation ihre Berechtigung nicht absprechen. Dagegen muss zugegeben werden, dass dieselbe nicht geeignet ist,, die Beseitigung des lauten Athmens zu gewährleisten; dieser Anforderung gegenüber bietet sie nicht ausreichende Sicherheit.
Cadiot, der eine grössere Anzahl Pferde nach dieser Methode operirte, bezeichnet den Erfolg als sehr ormuthigend. In den glücklich verlaufenen Fällen erzielte Cadiot nicht nur vollständige, sondern auch dauernde Heilung. Siedamgro tzky führte die Operation bei einem Pferde mit vollem Heilerfolge aus, die übrigen drei Pferde wurden durch dieselbe wieder arbeitsfähig. La bat operirte nach meinem Verfahren fünf Pferde; die ersten beiden gingen ein; von den übrigen drei wurden zwei vollständig geheilt und eines erheblich gebessert.
Auf die neulich von Günther erfolgten Einwendungen hier ein­zugehen, verbietet mir die Rücksicht auf den liauin, sowie auf den
Zweck des Werkes. Ich werde an finden, auf diese zurückzukommen.
einer anderen Stelle Gelegenheit
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III. Die Krankheiten der Brust.
1. Rippenbrttche. Practnrae costarum.
J,it.; Stockfleth, Her, Rep, 15, S, 266, Charpentier u, Lafourcado.
.lahresber, 1884. S. 110. Kühne. Gurlt u. Hertwig, 83. 8. 262. dross-wend, Berl. Thierilrztl, Woohenschr. 1889, S, 9,
Bei grösseren Haustliieren werden Rippenbrüche iiicist durch Gewalteinwirkungen von aussen veranlasst, /. B. durch Öegenfahren mit der Deichsel, durch Hufschlag, Niederstürzen auf unebenem, hartem Boden, ungowliiddcs WiTi'en, bei durchgehenden Pferden durch Rennen gegen Bäume u. s, w. Bei Wiederhäuern geben Horn-stösse, Ijei kleineren Thieren Fusstritte oder Herabstürzen aus erheb­licher Hölic, #9632;/.. B. uns dem Peuster, hierzu Vei'anlassung. Es han­delt sirli also in der Rege] um Contusionsfractureu; selten erfolgt der Bnudi durcli licf'tigc Muskelwirkung. Stockfleth hat indess einige Fälle beobachtet, in denen sich Thiere während des Ziehens schwerer Lasten eine Practur der ersten Rippen zuzogen. Am häufigsten scheinen Rippenfracturen heim Schweine vorzukommen, doch werden sie hier meist erst nach dem Schlachten festgestellt. Charpentier und Lafourcade landen 15 0/o aller geschlachteten Schweine mit mehr oder weniger vollständig verheilten Rippenbrüchen behaftet.
In der Mehrzahl der Fülle handelt es sich um einfache Quer-brtiche, zuweilen um Infractionen, wobei die concave Flüche eine Ein-knickung erführt und das Periost zuweilen unverletzt bleibt (subperi-ostealer Bruch).
Complicirte Rippenbrüche sind seltener und verdanken ebenfalls meist director Einwirkung heftiger Gewalten ihre Entstehung, in­dem die fraefcurirende Gewalt zugleich eine Verletzung der änsseren Haut veranlasst; doch kann die Perforation der Haut auch von dis-
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Knmlilicitoii
Brusl
locii'tcn Knochenstllcken herbeigeführt werden. Rippenbrüche können endlich dadurch zu complicirten werden, dass die Pleura und Lunge bezw. das Peritoneum und Eingeweide der Bauchhöhle tnitverletzt sind. Grosswend stellte beim Pferde einen Bruch der lotztenRippe fest, deren Fragmente das Netz und den Magen gleichsam aufge-spiesst hatten.
Verlauf. Dass bei solchen Verschiedenheiten der Verlauf der Eippenbrüche sehr verachieden ausMllt, liegt auf der Hand, Günstig
gestaltet er sich im allgemeinen bei allen Infractionen und einfachen (subcutanen) Brüchen. Sie heilen in der Regel ohne erhebliche Krank­heitserscheinungen an den vorderen Rippen meist vollständig; an den hinteren stört die grössere Beweglichkeit die Heilung, und kommt es oft zur Bildung eines Callus fihrosus oder einer l'send a rt h rose. Doch bleiben auch diese Ausgiinge meist ohne nachtheiligen Einfluss auf den Gesundheitszustand des betreffenden Thieres und werden in der Kegel erst nach dem Tode desselben erkannt.
Anders gestalten sicli die complicirten Fracturen. War die äussere Haut perforirt, so tritt in der Regel Eiterung mit Knochennekrose ein; doch kommt die Heilung, wenn auch erst nach längerer Zeit, zu Stande. Werden die Sequester nicht entfernt, so entwickelt sich wohl eine Rippenflstel (S. 254). Noch bedenklicher zeigt sieh die Compli­cation durch Verletzung der Pleura, der Lungen oder der Peritonealhöhle; die der letzteren rühren regelmässig durch Peritonitis zum Tode, die der Brusthöhle verlauten günstiger, indem die so entstandene Lungen­verletzung nicht selten noch Heilung zulässt. Die aus der Lunge in den Pleurasack getretene Luft wird in der Kegel ebenso schnell resorbirt wie das Emphysem, welches hierbei unter der äusseren Haut auf der Rippenwandung entsteht. Dies erklärt sich aus dem Um­stände, dass die Luft als Träger von Int'eet ionsstoH'en nicht so gefähr­lich ist, wie mau früher annahm, und dass ein Theil der in derselben enthaltenen Schädlichkeilen an der Oberfläche der Itespirationsscbleim-haut niedergeschlagen wird. Die Prognose fällt daher in solchen Fällen nicht sogleich schlecht aus, namentlich da nicht, wo keine Verletzung der äusseren Haut besteht; hier tritt bei Menschen und bei Thieren oft ein unerwartet günstiger Ausgang ein. Zuweilen führt Neu­ritis und Pneumonie oder bei Verletzung von Blutgefässen (Aa. inter-costales et thoracicae intermie) eine Verblutung in die Brusthöhle zum Tode. Besonders gefährlich zeigen sich in dieser Hinsicht Brüche der ersten Rippen, zumal von liier aus noch andere grössere Gefässe
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ßippenbrüohe.
t)vgt;
leicht verletzt werden. In einem von mir beobachtoten Falle starb das Pferd, welches beim Durchgehen gegen einen Baum gelaufen war und mcIi mehrere Rippen gebrochen liatte, in wenigen .Minuten. Bei der Section zeigten sich nicht nur die grösseren Blutgefdsso an der vorderen Brustapertur zerrissen, sondern auch das Her/, von den Bruch­stücken verletzt; ähnliches kann durch Gegenfahreu mit der Deichsel gegen die Brust entstehen.
I\ ii li n e beobachtete beim Pferde einen complicirten Eippenbrnch, welcher durch Gegenfahreu mit der Deichsel veranlasst war, und wobei gleichzeitig eine grössere Wunde in der iinssereu Haut bestand, Der Bruch heilte in 2 Monaten, und schloss sich in dieser Zeit auch die Haut­wunde. 6 Monate später bildete sich jedoch an der Bruchstelle eine neue Anschwellung, welche perforirte und eine grosse Menge Eiter entleerte. Köhne gelangte mit dem Finger zwischen der neunten und zehnten Bippe in den Brastraura und konnte hier eine grössere Höhle feststellen, aus welcher sich Eiter entleerte. Das Thier gonns, wurde ahm' später von einem chronischen Husten geplagt.
In vereinzelten Fällen werden Verletzungen des Zwerchfelles und Zwerchfellsbrüche als Complication von Eippenfracturen beob­achtet.
Erscheinungen. Bei Infractionen und subeut
inen hiiiin
snbrüchen
zeigen die Thierc etwas beschleunigten Atlieni ohne weitere Störungen; zuweilen liisst sich beim Athmen Crepitation als einzig zuverlässiges Zeichen für die Rippenfractur nachweisen, Verletzungen der Pleura geben sieh durch Hustenreiz und grössere Athemfrequenz, solche der Lunge durch Hustenreiz und blutigen Ausfluss aus der Nase oder dem Maule zu erkennen; bei Lungenverletzung entwickelt sich auch wohl ein Emphysem Lintcr der nusseren Haut.
Nur die Fracturen an den ersten Rippen, welche den Schenkel-und Respirationsmuskeln als Anheftungspunkt dienen, pflegen mit auf-l'iilligen Bewegungsstörungen an den Vordergliedmassen und erheb­lichen Athembeschwerden verbunden zu sein. Bei Perforation der äusseren Haut lassen sieh die Bruchstücke direct nachweisen.
Auffälligere Störungen flndel man in der Regel bei Hunden mit multiplen Rippenbrüchen, und zwar um so mehr, je grosser die Zahl der gebrochenen Rippen und die Verschiehung der Bruchstücke ist.
Behandlung. Bei einfachen Brüchen und Infractionen genügt es dem Thiere Ruhe zu geben, namentlich mit Arbeit und Bewegung zu verschonen. Ein weiteres ist auch bei gleichzeitiger Verletzung der Pleura und Lungen (complicirten Brüchen) meist nicht noting; die
#9632;m
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2rgt;.[
Krankheiten dev limst.
deduction fill
mer scuwor,
Hertwig empfahl, grössere Thiere
mit der gesunden Seite gegen einen Baun
zu stellen und durch
Biegung des KunipiVs gegen diese Hvite die Heposition v.w bewirken. Bestehen gleichzeitig Verletzungen der äusseren Haut, so können von hier aus unter Umständen die nncli innen dislocirteu Bruchstücke reducirt werden, indem mau einen Finger oder Haken unter die Kippe schiebt und den Knochen in seine normale Lage ZU ziehen sucht. Man gehe hierbei womöglich um den vorderen Rand der Rippe, damit die am hinteren Hunde verlaufenden Gefdsse und Nerven ver­schont bleiben, beachte ferner die Grundsätze der Antisepsis und suche auch die Wunde durch Anlegung eines Verbandes vor nachträglicher [nfection zu schützen. Da durch gleichzeitige Verletzung der äusseren Haut die Gefahr erheblich gesteigert wird, so lasse man sich nicht darauf ein. für die /wecke der Reposition erst nachträglich hier eine Wunde herzustellen; in solchen Fällen ist Abwarten vorzuziehen.
Charpentier u. L. fanden von 100 geschlachteten Schweinen fünf­zehn mit geheilten Rippenbrüchen behaftet, und zwar 100|o ohne weitere Störungen; bei ö0/laquo; bestanden Adhäsionen der Lunge, bei 30/o nur pleuri-tisclie Schwarten. Selten war nur eine Kippe gebrochen, meist betraf die Practur zwei bis drei Rippen. In der Kegel lag der Bruch in der Mitte der Rippe oder in ihrer unteren Abtheilung. Nur die ersten Rippen brechen nach Stock fleth öfter am oberen Ende.
2. Blppenflsteln.
Lit.: Her. Hep. 5. S. 373. Sohwalenberg, Guvlt u. Herhvig. 35. 8.41!). Fer­guson, das, 'gt;. S. 373.
Am häutigsten treten beim Pferde, seltener bei den übrigen Thieren chronisch entzündliche Processe mit Fistelbildung an der Rippenwand auf. In der Regel liegt dem Zustand Nekrose einer oder mehrerer Hippen zu Grunde, die bald durch directe Verletzung, bald durch phlegmonöse Entzündung in der Brustwand veranlassi wird. Zuweilen bildet der Zustand eine Folge von Eiterversenkungen im Anschluss an Widerristfisteln; selten leiten spontane Abscessbildung (Druse) oder rotzige Frkrankungen das Leiden ein, doch wurden mehrere Fälle dieser Art von mir beobachtet.
K noche n n e k rose bildet die Grundlage des Leidens. Indem der hier entstandene Sequester liegen bleibt, ruft derselbe eine chronische Entzündung mit Eiterung und Verdickung der Hippe wie ihrer Um­gebung hervor, die Monate, seihst Jahre lang fortbestehen kann. Nur ausnahmsweise führt der Znstand durch Pleuritis zum Tode: die
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Rippenflstoln.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 255
Fascia ('iidotlioracica und Pleura verdicken sich an der betreffenden Stelle allmählich und verhindern diese Complication.
Erscheinungen. Mine mehr oder weniger ausgehreitete, in der Regel nicht scharf begrenzte, harte, derbe Anschwellung ohne acut entzündliche Erscheinungen bildet das am meisten in die Augen fallende Symptom des Leidens. In der .Mitte der Geschwulst findet sich eine enge Oeffnung, durch welche die Sonde Ins auf einen harten, rauhen Gegenstand (Kippe) vordringt. Allgemeine Störungen werden in der Regel vermisst; nur selten stellen sich Erscheinungen der Pleu­ritis, damit aber auch regelmilssig der Tod ein.
Igt;ie Beurtheilung des Zustandes fällt zweifelhaft aus, da die Heilung von der Entfernung des Knochensequesters abhängt; ob diese gelingt, hängt theils von der örösse des nekrotischen Stückes, theils von der Lage desselben ab; eine genaue Untersuchung kann hierüber oft erst nach operativem Eingreifen Ä.ufschluss gehen. Wo sich der Process auf die äussere Fläche der Rippe beschränkt, ge­staltet sich die Prognose günstiger: geht derselbe aber auf die innere Fläche derselben über, so muss man auf die Entwickelung einer Pleu­ritis, zum mindesten aber auf einen chronischen Verlauf gefasst sein; Athembeschwerden nnd eine im Verhältniss zur Anschwellung grosso Menge Eiter weisen auf den Zustund hin. Wo sich der Process auf die Rippenwand beschränkt, können die Thiere mit diesem Leiden oft noch Jahr und Tag zur Arbeit brauchbar bleiben.
Behandlung. Zunächst rauss die Richtung und Ausdehnung der Fistel ermittelt werden: dabei lässt sich von vornherein annehmen, dass der Mittelpunkt der Anschwellung die Stelle bildet, wo in der Tiefe die hauptsächlichsten Veränderungen bestellen. Die Fisteln spalte man soweit möglich, namentlich, wenn sie sich nach unten erstrecken; hierbei ist; auf die Hlutgetässe, besonders auf die Vena und Arteria thoracica externa, Rücksicht zu nehmen. Die etwa freiliegende Kippe kratze man mit dem scharfen Löffel ab, entferne das nekrotische Knoclienstück und suche die ifeilvorgänge nach allgemeinen örund-sät/.en y.n leiten.
Bei Fisteln, die ihrer Lage wegen nicht zu spalten sind, finden Haarseile vortheilhiifte Anwendung, oder man spritze sie mit anti­septischen und adstringirenden Mitteln aus (Liquor Villati, t'arbol-oder Sublimatlösung). Diese Behandlung kann auch eintreten, wenn sich die Fistel auf die mediale Rippenfläche fortsetzt, doch wähle
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Krankheiten der Brust.
man in solchem Falle nicht scharf Htzende Substanzen, Nach Ent­fernung grösserer Knochenstücke bleiben oft tiefe Narben auf der Brustwand zurück.
unter Umständen kann vielleicht auch die Resection eines Rippen­stückes nothwendig werden; dass diese Operation beim Pferde mög-lich ist, liaben die schon vor 50 Jahren angestellten Versuche Fer­gusons bewiesen. Doch dürfte die Operation nicht leicht und mit grosser Vorsicht auszuführen sein, um die Pleura nicht /.u perforiren.
',]. Die Brustboinflstel und Fractura sterni.
Lit; Marcoux, Hering R,ep. II. S. 828. bamlel, das. 16, S. 211. Bril, Jahresber. 1886. S. 186, Dette, Thierilrztl. Mitth, 1876. S. 98. Lari, Reo. de Mod. vetör. 1892. S. 65. Hand, Deutsche Zeitschr. für Thiermed. 1898.
Die Brustbeinfistel wird fast nur beim Pferde beobachtet, kommt hier aber nicht so selten vor und besteht in einer chronischen, mil Pistelbildung verbundenen Eiterung, welche durch partielle Nekrose des Brustbeins unterhalten wird.
Das Brustbein bestellt aus einer schwammigen Knochenmasse und ist namentlich beim Pferde vielfachen Verletzungen ausgesetzt:. Niederstürzen auf unebenem, hartem Boden oder auf geschärfte Stollen eines Vordereisens geben oft die Veranlassung zur Entstehung des Leidens. Audi Verwundungen durch die Deichselstange oder ähn­liche Gegenstände können eine Brustbeinfistel hervorrufen, indem die Verletzung entweder direct bis auf das Brustbein reicht und durch Erzeugung einer eiterigen Periostitis Nekrose dieses Knochens hervor­ruft, oder aber eine phlegmonöse Entzündung in der Nähe derselben erzeugt, welche auf das Brustbein übergreift und hier Knochennekrose veranlasst.
Der Zustand verläuft stets chronisch, weil die Entfernung der nekrotischen Knochenstttcke bei der dicken Muskelbedeckimg des Brustbeins auf grosse, meist, sogar unüberwindliche Schwierigkeifen sfcösst, auf jeden Fall aber längere Zeit in Anspruch nimmt,, unter­dessen hat sich in der Liege! (due neue Phlegmone mit Eiterversenkung und ein neuer nekrotischer Herd gebildet. So dauert der Process regeImassig Monate, nicht selten Jahr und Tag. Von Zeit zu Zeit stellt sich acute Phlegmone ein, die nach erfolgter Perforation zwar verschwindet, aber dazu beiträgt, die unter der Brust auftretende Verdickunfl zu verffrössern.
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Brustbeinflstel.
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_ Bril beobachtete bei einem 2',. Jahre alten Fohlen eine Fistula storm welche unter der Brust zwei, an den Seilen und zwar in der Höhe der Itippenknorpel noch drei Oeffnungen zeigte,
In seltenen Fällen wird ein ähnlicher Zustand beim Rinde beobachtet Mae Kuh hatte omen Fremdkörper (Glassplitter) verschluckt, der den Pansen und die Brustwand in der Nähe des Sternum perforirt und hier einen Abscess erzeugt hatte, der zur Pistelbildung führte. Nach Entfernuna des Glassplitters trat jedoch in 5 Monaten Heilung ein (Delle).
Erscheinungen. Zwischen beiden Vorderbeinen finde! sich eine festweiclie, wenig sclimerzlmfte Anschwellung, die bald an einer, bald an mehreren Stellen Fistelöffnnngen zeigt, in welclien die Sonde his nur die rauh,. Oberfläche der nekrotischen Brustbeinpartie vordringen kann. Ans der Fistelöffnung entleert sich eine geringe Menge llbel-rjechenden Eiters CKnocheneiter). Lahmheil pflegt mit dem Zustand sich erst zu verbinden, wenn durcb eine stark,. Anschwellung die Be­wegung der Vorderschenke] behindert wird: die Thiere gehen alsdann auffallend breitbeinig. Während dor acuten Phlegmone besteht wohl Fieber, und erscheint die Bewegung in derselben Weis,., ofl in noch höherem Masse eestört.
Der Verlauf des Leidens ist .slots chronisch und Beilung in der Regel nicht zu erwarten. Schon Günther machte auf die Unheilbar-Kcil des Leidens aufmerksam. Auch ich habe mich nach wiederholten und mühevollen Versuchen, durch Spaltung, Abkratzen der nekrotischen Theile des Brustbeins und sorgfältiges Spülen mit Anwendung von Jodoform und anderen Mitteln zum Ziele zu gelangen, vender ünheil-barkeit des Zustandes mehrfacli überzeugen müssen. Damit soll nichl behauptet werden, dass nicht in vereinzelten Fällen Heilung zu Stande Ifommen kann: solche Fälle sind aber so selten, dass es sich nicht lohnt, eine zeitraubende, mühevolle und kostspielige Behandlung ein-
zuleitelaquo;' Dass eine He.....ig nicht ausgeschlossen ist, beweisen
einige Mittheilungen der Literatur. So berichtel Marcous tlber einen Zustand, dor nach längerer, erfolgloser Behandlung mil Liquor Villati and Glüheisen durch Anwendung von Opodeldoc geheilt wurde; wahr­scheinlich wäre die Heilung muh ohne dieses Mitte] eingetreten Lande] versuchte dasselbe Mittel andauernd, doch ohne Erfolg, er-'quot;eiclite aber durch wiederholte Anwendung des Glüheisens Heilung; ein Löschspiess, wie er in der Schmiede bcnutzl wird, wurde weiss-
glühend in die Pistelgänge eingeführt und diese sod....., mil Brunnen-
wasser öfter ausgespült. Ob die Heilung eine dauernde gewesen isi geht ans dor Mittheilung Landeis nichl hervor.
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•v. Speolelle CliirurgiG fltr TMerBrzlo. 8. Aufl.
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Krankheiten laquo;Irr Bvust,
Lari beobaclitete dagegen nach längerem Bestehen der Fistel üebergreifen der entzündlichen Processe auf die Plura und das Peri­cardium,
Die Prognose muss daher im allgemeinen schlecht ausfallen. Wenn eine Behandlung eingeleitel werden soll, kann sie nur als Versuch betrachtet und nacb den allgemeinen Grundsätzen geleitet werden. Oft beschränkt man sieh auf die Behandlung der von Zeit zu Zeit auftretenden Phlegmoue.
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Behandlung. Man suche dein eiterigen Seeret soweit möglich regelmässigen Abfluss zu ei'halten und Eiterretentionen zu verhindern Ijezw. zu beseitigen. Wo Spaltungen der PistelöfFnungen nothwendig werden, iniissen diese möglichst in der Längsrichtung des Körpers er­folgen. Ausspritzungen mil Desinficientien können den Eeilungsvor-gang fördern. Womöglicb kratze man die erkrankten Stellen des Knochens mil dem scharfen Löfiel ab, was oft erst am liegenden Thiere gelingt. Audi kann das GHüheisen unter Umständen iiüt/.licli werden, wie die Miltlieilungeii Landeis zeigen. Hat sich eine acute Phlegmone eingestellt, so spalte man recht bald die auftretenden Abscesse.
Im allgemeinen empfiehlt sich, die Behandlung auf die acute Phlegmone zu beschränken, und in der übrigen Zeit die Thiere arbeiten zu lassen, so lauge dies möglich ist. Während des acuten Phlegmone-anfalles wird durch die Bewegungsstörungen die Arbeitsfähigkeit aus­geschlossen; in dieser Zeit kann feuchte Wärme den Ablauf' des Pro­cesses beschleunigen und die Verdickung beschränken, die mil jedem Anfall von Phlegmone verbunden zu sein pflegt.
Sand machte bei einem Pferde die seltene Beobachtung einer Fraetnr des Prustbeins, has Pferd war beim Durchgehen auf das Pflaster gefallen. Nachdem es hierauf noch 400 m vor dem Wagen gegangen war, brach es zusammen und starb alsbald. Die Seelion ergab als Todesursache Verblutung ans der Arter. thorac. int., welche durch die P.niehstücke des Hrustlieins verletzt worden war, Sand glaubt, dass das Pferd nur ein Hufeisen gefallen sei.
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Verletzungen der Brustwancl,
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i, Verwumlungeii und Qaetsohungeu der Welchtholle an Her
Brustwand.
Lit.: Thionemann, Dresd, Bor. 1862. S. 108. Hübnor, das, 1879, S. 131.
a) Wunden der Brustwand oliue Perforation derselben.
Die an der unteren Brustflache mit Verletzung des Brustbeins verbimdenen Wunden sind bereits erwäbni worden; ebenso sollen die durcb Geschirrdruck veranlassten Erkrankungen besonders abge­handelt werden. Hier bleiben also nur die Verwundungen der Weich-theile zu besprechen, welche am häufigsten bei gx'össeren Thieren (Pferd, Rind), seltener bei den übrigen vorkommen. Beim Pferde werden derartige Verletzungen durch Gegenfnhren mit der Deichsel­stange oder öegenrennen, in der Armee durch Lanzenstiche veranlasst. An den Seiten kommen solche durcb Niederstürzen auf unebenem, hartem Hoden. Fallen auf dem Sporn des Reiters und unter ähnlichen umständen vor.
Bald lindet die Verletzung an der vorderen Brustfläche statt, wobei durch Vordringen gegen die Mittellinie sowohl die Trachea, die hier gelegenen grösseren öefässe und die ersten Rippen in Gefahr kommen. Richtet sieb der verletzende Körper imcli der einen oder anderen Seite, so linden oll umfangreiche Trennungen in den Brust-und Schultermuskeln statt; nichi seilen bahnt sicli derselbe einen Weg zwischen Brustwand und Schulterblatt bezw. Annliein. wo er unter umständen an den grösseren Gefdss- und Nervenstämmen be­denkliche Zerstörungen anrichten kann.
Thienemann fand bei einem Pferde, welches siidi dicht über dem Ellenbogen eine Wunde zugezogen hatte und nach zwei Tagen gestorben war, die Acbselvene zerrissen, während Hü hu er nach dem Stur/ eines Pferdes und dorn -15 Minuten später eingetretenen Tode die Achselarterie zerrissen antraf. Gleich nach dem Fallen hatte sieh eine fluetuirende, allmählieh wachsende Anschwellung eingestellt, welche sieh über den Hals and die limst des Thieres ausbreitete.
Die Beurtheilung häng! in erster Linie von dem Sitze und der Ausdehnung der Verletzung ab, Oberflächliche Verwundungen, d, h. solche, die nur die Haut und oberflächlichen Mhskellagen betreifen, halien in der Regel kenne besondere Bedeutung und heilen im all­gemeinen gut, namentlich wenn sie für den Ahlluss des Wundsecretes günstig liegen. Bedenklich werden tiefer reichende Verletzungen am
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Krankheiten der Brust,
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unteren llalsniinle. In dem lockei'en Bindegowebe, welelies die ^'rossen Halsgefässe sowie die Luftröhre und den Schlund unigiebt, koimnen Versenkungen des Wundsecrefces his zur vorderen Brustapertur und durch diese bis an die Pleuvn vor. wodurch die Gefahr septischer Pleuritis eintritt. NamenÜicli werden Wunden, die mit Practuren der ersten Rippen complicirt sind, leichl Ursache des gleichen Aus­ganges,
Endlich können die grossen Halsgefiisse und Nervenstilmme (Vagus) betroffen sein, womit ili^' Gefahr einer Verblutung oder Keiil-kopfliihmung eintritt (S, 222),
Die von der Seite vordringenden groben Gewalten veranlassen zuweilen durch Verletzung der Achsclgefässe und Nerven Lähmung der Gliedmassen und damit einen ofl unheilbaren Zustand; ebenso verlaufen die in Fracturen am Schultorblatt und Armbein bestehenden Compli-cationen bei Thieren meist tödtlich. Killte und Lähmung des be­treffenden (üiedes lassen anf Verletzungen und Thrombosirung der Gefässe schlieasen, während [/dhmmig allein auf eine Verletzung der Nervenstämme hinweist.
Im allgemeinen ist die mit solchen Verletzungen verbundene Gefahr jedoch nicht sehr gross, indem die starken Fascien am Thorax einen Schutz gewähren, und so kommt es liier niehl selten zu aus­gedehnten Muskelwunden, ohne dass jene Theile raitbetroffen werden. in solchen Fällen pfleg] hochgradige Lahmheit zu fehlen, der Fuss wird wenigstens belastet, wenn auch die Bewegung erheblich gestört ist (Hangboinlahmhoit), Sofern nichl eine Verletzung des Schulter­gelenkes vorliegt, heilen derartige Muskelwunden oft wider Erwarten gut. Seihst da, wo der verletzende Körper unter die Schulter hin­durch an den Änconüen eine Gegenöffnung bewirkt hat. komm! nieist Heilung ohne Hinterlassung von Störungen in der Bewegung der Gliedmasse zu Stande.
Bei der Prognoso ist, besonderes Gewicht auf die Lahmheit zu legen; so lange diese nicht erheblich ist, und keine schweren Fieber­erscheinungen bestehen, darf mau die Hoffnung auf Heilung selbst da nicht aufgeben, wo umfangreiche Verletzungen der Muskulatur vorliegen. Die Gefahr einer Pleuritis tritt hierbei in den Hintergrund,
Auch lasse man sich bei diesen Verletzungen durch das Auf­treten von Emphysem in der Nachbarschafl nicht verleiten, auf die Gegenwart einer perforirendon Brustwunde zu schliessen; dasselbe verdankt lliinli,n, seine Entstehung dem Abschluss von Lufl in der
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Verletzunjren der Brust,
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gi'ossen Wundhöhle, Ebenso beweist eine massige Athemfrequenz bei .solchen V^ei'letzungen noch keine Pleuritis, weil diese auch durch Läsionen der accessorischen Athnuingsiuuskeln veranlasst werden kann.
Behandlung. Nach vollzogener Blutstillung untersuche man die Wunde genau bezüglich ihrer Ausdehnung und namentlich auf die Gegenwart von Fremdkörpern, die sorgfältig entfernt werden müssen, unter Umständen erscheint auch die Untersuchung des verletzenden Gegenstandes angezeigt, um zu seilen, ob Stücke desselben abgebrochen und in der Wunde stecken geblieben sind.
Ganz besondere Sorgfalt ist auf den Abfluss des Wundsecretes bei tiefen Verletzungen an der vorderen Brustfläche zu verwenden, die sich gegen die Mittellinie erstrecken, um der Entstehung einer Brust-beinflstel vorzubeugen. Spaltung der etwa bestehenden Taschen oder Gegenöffnungen und Application von Drains oder Haarseilen sind nach sorgfältiger Reinigung und Blutstillung angezeigt. Wo grössere Ge-l'iissstiiiume, besonders Venen freigelegt sind, muss man auf eine Nach­blutung gefasst sein, die gewöhnlich in den ersten drei Tagen, selten später eintritt. Man treffe Vorkehrungen, um diesem Ereignisse wirk­sam begegnen zu können (Unterhiudunp', Tamponade); hei werthvollen Thieren erscheint, zuweilen eine dauernde üeberwachung angezeigt. Daneben wird, wenn irgend möglich, permanente Irrigation mit verdünnten antiseptischen Mitteln (Sublimat 1 :3000, Garbolsäure, Creolin etc.) eingeleitet. Man wähle jedoch eine kalte Lösimg dieser Mittel nur so lauge, als noch Blutung besteht; vom nächsten Tage ab sind lauwarme Irrigationen vorzuziehen, hassen sich diese nicht an­wenden, so muss die Wunde alle 1 2 Stunden mit einem Desinficiens sorgfältig ausgespült werden.
Bezüglich der Untersuchung und Blutstillung gilt das von den Brustwunden gesagte, die sich unter die Schulter erstrecken. Auch hier suche man die Wunde so zu gestalten, dass das Secret leichten und möglichst vollständigen Abfluss findet; Spaltungen, Gegenöff­nungen, Drains u. s. w. linden auch hier in Verbindung mit perma­nenter [rrication vortheilhafte Anwenduntr.
b) Verwundungen der Pleura und Brusthöhle.
bit.: Perosino, Her, Rep, 15, S. 169, Wiesner, Zeitschr, für Vet, 1890. 8.50^.
Zu penetrirenden Brustwunden geben vornehmlich Verletzungen Anlass, welche die Seitenwandiingen des Urustkastens
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Krankheiten der Brust,
treffen; Bajonett-, Lanzen- oder SUbelstiche, Eggenziuken, Stürzen anl den Sporn des Reiters, Ilornstössc heim lüiulc, llol/splitter, compli-cirte Rippenbrüche u, s, \\. können Wunden er/engen, die durch die l'leurii eostiilis reiclien, unter Umständen selbst die Organe der Brust-oder Bauchliöhle verletzen; im Kriege rufen Geschosse derartige Ver­letzungen hervor. Audi wird heim Hrnslsticli zur Entleerung von Flüssigkeiten aus den Pleurasilcken eine penetrirende Brustwunde erzeugt,
Zu den Gefahren, welche mit jeder erheblichen Verletzung der Weicht heile verhunden sind (Blutung, Infection), gesellen sich hier noch: Pneumothorax, Hämothorax, Pleuritis und Pneumonie.
1. Pneumothorax. Lufteintritt in den Pleurasack kann so­wohl von aussen durch die Brustwand als auch von den Lungen ans erfolgen. Sobald eine grösserc Wunde his in den Thorax, also dureb die I'leura costalis reichi und offen steht, pflegt die ausgedehnte, elastische Lunge zu collabiren und so gleichsam die Luft durch die Oeffnung in den Pleurasack einzusaugen, in Folge dessen die Atlnnung in dem betreffenden Lungenabschnitt aufhört. Da aber die Brustwand ihre Athmungsbewegungen fortsetzt, so muss heim Ausathmen die Luft aus der Brusthöhle wieder nach aussen strömen, um bei der nllchsten Inspiration von neuein in die Brusthöhle zu treten. Wird die Oeffnung in der Thoraxwand während der Elxspiration theilweise oder ganz geschlossen, so entstellt ein Emphysem, indem die Luft in das lockere Bindegewebe der Umgebung der Wunde gedrängt wird.
Der Pneumothorax kann aber auch durch Verletzung der Lunge, bezw. eines Bronchus entstehen. Allerdings ist die Verletzung dieser Theile in der Regel mit stärkerei' Blutung verhunden, so dass gleichzeitig Hämothorax eintritt. Auch in diesem Falle collabirt der betreffende Lungenflügel in dem Masse, als sich Luft oder Blut im i'leurasacke anhäuft.
An sich bildet die Gegenwart von Luft im I'leurasacke noch kein tödtliches Moment, sobald nicht beide Lungeiillügel collabiren, wo­durch selbstverständlich Erstickung entstehen muss.
Die im Pleurasack befindliche Luft kann nämlich in verhältniss-mässig kurzer Zeit resorhirt werden, wie man sieh häufig heim Menschen klinisch überzeugte, wie aber auch die Versuche von Trousseau, Leblanc und Perosino bei Pferden ergeben haben. Perosino öffnete bei Pferden zwistdien der 10. und 11. Rippe den Pleura­sack, Hess durch eine Röhre Luft in denselben einströmen, bis hef­tige Störungen der Ivespiration eintraten und Erstickungstod drohte;
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Hmstwmiili'ii.
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.schon iim Abend desselben Tages waren alle Eh'scbeinungen ver­schwunden, Dennocli stellt der Pneumothorax einen höchsl bedenk­lieben Zustand dar, weil mit der Luft [nfectionsstoffe in den Pleurasaclc gelangen und hier eine .schwere Entzündung hervorrufen können. Be­sonders gefllhrlicb zeigt sich in dieser Hinsichl die durch die Tborax-wand eingetretene, weniger die von der Lunge ans eingedrungene Luft; offenbar werden die in der Atbmungsluft befindlichen Infections-stoffe zum Theil an der Oberflilche der Respirationsschleimhaul nieder­geschlagen, die Luft auf diese Weise ähnlich wie dureb den Watte­pfropf einer Flasche gleichsarn Sltrirt. Die grösste Q-efahr beim Ein­tritt der Lufi von aussen durch die Wunde liegl jedoch darin begründet, dass sie inlicirles Wundsecret in den i'lenrasack verschleppt. Das in der Umgebung solcher Verwundungen auftretende Emphysem bleibt in der Regel eine bedeutungslose Erscheinung.
2,nbsp; nbsp;Der Hämothorax, eine Blutung in den Pleurasaclc, gebt entweder von den getrennten Gefässen der Brustwand (Intercostales) oder der verletzten Lunge bezw, dem lieiv.cn ans. Grössere Blut­ansammlung in der Brusthöhle kann durch Compression der Lunge Erstickung hervorrufenj doch auch geringere Mengen Blut werden liier gefährlich, weil die in demselben auftretende Fäulniss zu einer septischen Pleuritis führt. Andererseits bleibt zu beachten, dass aus dem freien Brustraum Hint leicht resorbiri wird: daher hängt aueb hier die Gefahr vornehmlich von dem gleichzeitigen Eindringen von Fäulnisserregern oder anderen [nfectionsstoffen ab. Da diese hier vor­nehmlich mit der Lufl von aussen hinein gelangen, so gestaltet sich die Prognose hei gleichzeitigem Bestehen von Hämothorax und Pneumo-thorax doppelt bedenklich.
3.nbsp; nbsp;Die Pleuritis hängt ebenfalls nicht unmittelbar von der Verletzung, sondern von der Infection der Wunde ab; daher ist die Gefahr derselben um so grosser, je geringer die Aussicht antquot; einen aseptischen Wundverlauf; sie tritt also von zwei Seiten heran, sobald gleichzeitig die ilussere Haut und die Lunge verletzt ist. Dass die Pleuritis durch das Zurückbleiben von Fremdkörpern in der \\ unde begünstigt wird, liegl auf der Hand. Pneumonie entsteht nur da, wo die Lunge mit verletzt wurde, wie es bei complicirten Kippenl'ractureii zuweilen der Fall ist (S. 2.M).
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Erscheinungen, Zur Hutscheidung der Krage, ob eine pene-trirende Brustwunde vorliegt, greife mau nicht sogleich zur Sonde, auch vermeide man mit dein nicht desinfleirten Finge)' sofort einzu-
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Krankheiten der Jinist,
gehen. Ä.bgesehen davon, dasa mit der Sonde leicht eine Perforation der noch intacten Pleura costalis herbeigeführt werden kann. Qndet beim Sondiren der nicht sorgfältig gereinigten Wunde Verschleppung von [nfectionsstoffen in die Brusthöhle statt. .Man suche daher zunächst aus den übrigen Erscheinungen ein ürtheil über diese Frage zu er­langen : dazu dienl ;
I. Berücksichtigung des Sitzes und dor Beschaffenheit der Wunde, sowie der Art und Wirkung des verletzenden Körpers; nichi selten lässt sieb hieran schon die Gegenwart oder Abwesenheit einer penetrirenden Brustwunde erkennen.
#9632;_'. Das A ilimen. Athembeschwerden können hierbei durch Pneumo-, Bäniotlmrax und l'leuritis, unter Uinstiinden aber auch durch Verletzung der ßespirationsmuskeln entstellen; im letzten Falle treten dieselben jedoch meist nur in geringem Grade hervor. Die septische Pleuritis verbindet sich alsbald mil liohem Fieber; die Percussion lässt sowohl den Pneumothorax, wie aueb die Gegenwart des Häraothorax erkennen und beide leicht von einander trennen.
#9632;quot;gt;. Blutiger Ausfluss aus Nase oder Maul spricht für Ver­letzung der Lunge: das Fehlen desselben beweist jedoch nichl das Gegentheil.
I. Ein- und Ausströmen von Luft in der Wunde beim Atluuen lässt in der Regel keinen /weitet über das Bestehen einer penetrirenden Brustwunde; docli bleibt zu beachten, dass bei grossen Höhlenwunden die Lull auch aus diesen stammen kann. Dasselbe gut vom Emphysem in der Umgebung der Wunde.
#9632; gt;. Igt;ei grösseren Oeffnungen in der Tboraxwancl tritt zuweilen ein Prolapsus pulmonum ein; ein kleines oder grösseres Stück Lunge erscheint in der Wunde und wird liier durch Stauungsschwellung bald incarcerirt und nekrotisch.
6. Wenn unter Berücksichtigung der genannten Umstände die Frage nichl zu entscheiden ist, ob die Wunde penetrirt, so kann die Localuntersuchung mit dem Pinger oder der Sonde angezeigt erscheinen. Ehe man zu derselben schreitet, überlege man, ob es sich überhaupt empflehll eine Entscheidung der Frage herbeizuführen, oder ob es nicht vorzuziehen ist, sie ollen zu lassen und die Behandlung so ein­zuleiten, wie wenn eine penetrirende Wunde vorliegt. Im ersten Falle desinticire man zunächst sowohl die Wunde wie auch den einzuführen­den Gegenstand (Finger, (Sonde), um eine Verschleppung von [nfections­stoffen in den Pleurasack zu vermeiden. Auch zur Unterbindung etwa noch blutender (nd'ilssc kann die Kdiauere ühtersiichunff der Wunde
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Brustwunden.
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erforderlich wen I en; ebenso zur Reposition der Fragmente gebrochener Rippen, wobei selbstverständlich dieselben V^orsiclitsmassregeln An­wendung finden.
Bemerkt sei noch, class Thiere mil penetrirenden Brustwunden zuweilen instinctiv den fliunpf nach der verletzten Seite krümmen, um das Klaffen der Wunde zu vermindern (Viborg, Hertwig),
Beurtheilung. Obgleich jede penetrirende Brustwunde als eine lebensgeftlhrlicbe Verletzung angesehen werden muss, so lehr! doch die Erfahrung, dass auch bei Thieren keineswegs in jedem Falle ein tödtUcher Verlauf eintritt. Die Prognose htingl vor allem davon ab, ob Pneumo- bezw. Bttmothorax vorhanden ist, und eine Pleuritis in Aussicht .stellt. Hierbei komm! in Betracht;
1. Die Beschaffeuheii der Wunde. Jede Wunde, die per primam intentionem zur Heilung zu bringen ist, bietet Aussicht auf Erhaltung des Thieres; anderenfalls gebt dasselbe oft schon in - Ins #9632; 'gt; Tagen zu Grunde. Schnittwunden durch Sensen, Lanzen etc, heilen leichter als die durch Mistgabeln und Eggenzinken veranlassten, ge­quetschten und inficirten Stichwunden,
'2. Bei Pferden ist erfnhrungsgeniäss die Gefahr der Pleuritis im allgemeinen nm grössteu; weniger bedenklich zeigen sieh diese Verletzungen beim Rinde, noch weniger bei den Fleisch­fressern,
:gt;. Weiterhin bängi die Prognose von den etwa schon bestehen­den CompUcationen ab, Beachtenswertb bleibt, dass massiges Fieber auch direct von der Wundinfection abhängen kann, also eine Heilung noch nicht ausschliesst, während Symptome der Pleuritis regelmilssig rinen letalen Ausgang erwarten lassen,
Dass sülehc Verletzungen auch bei Thieren einen wider Erwarten günstigen Verlauf nehmen können, beweisen zahlreiche Mittheilungen aus der Praxis, So sah Jacobin heim Pferde in kurzer Zeit eine penetri­rende Brustwunde heilen, welche durch einen Sporn erzeugt war, der nicht nur die Thoraxwand perforirt sondern auch eine Kippe verletzt hatte, Mir sind aus eigener Erfahrung Fälle bekannt, in denen der untersuchende Pinger bis in die Brusthöhle gelangte und die Bewegungen der Lunge fühlen konnte, und dennoch Genesung eintrat, Umgekehrt verlauten aber zuweilen anscheinend weniger bedenkliche Brustwunden in kurzer Zeit tödtlich. Dies gilt besonders von nnselieinbareii Stielnvunden, namentlich mit Mistgabeln, Am grössten isi die Gefahr der Infection in den ersten 3—4 Tagen; sobald Eiterung eingetreten ist, gestaltet sieh die Prognose bei weitem günstiger, wenn bis dahin koine bedrohlichen Symptome auf-getreten sind.
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Krankheiten der linist.
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Behandlung. Aus dem oben gesagteu ergeben sich die Grund-siltze für die Behandlung von selbst; die erste und wichtigste Aul-gabe derselben bilde! die Antisepsis. Nach erfolgter Blutstillung, womöglich durch Unterbindung mit sterilisirtem Material, und nach sorgfältiger Desinfection der Wunde suche man, wo tieilung per primam nichl ausgeschlossen erscheint, die Wunde unter Beobachtung anti­septischer Massnahmen möglichsi bald und sorgfältig zu heften. Sind Ansammlungen von Wundsecret zu erwarten, so werden Drains an­gelegt, event. Spaltungen oder Gegeuöffnungen hergestellt. Sodann appliciro man einen Occlusivverband, der sicdi auch lgt;ei Thieren meist anbringen liigt;st; bei grösseren Thieren eigne! sich hier/u besonders Moospappe; in Ermangelung solcher lasse man eine Strohmatte her­stellen, welche Über die Verbandstoffe gelegt und durch Gurte befestig! wird; auch leistet eine mehrfach zusammengelegte Decke diesen Dienst. Bei kleinen Thieren erreich! man dasselbe mittels! Binden. Der Ver­band muss erforderlichen Falles (Durchtränkung mil Wundsecret, hohes Fieber etc.) in den nächsten Tagen erneuert werden.
liiisst sieh ein solcher Verband ans irgend welchen Gründen nicht herstellen, so empfiehl! sieh permanente Irrigation mit Desinfi-cientien. Man sei liiermi! jedoch vorsichtig, sobald die penetrirende Wunde ollen und Lufteintritt in den Pleurasack zu befürchten steht. Zuweilen können beide Methoden der Behandlung verbunden werden; man legt zunächsl einen Occlusivverband an und liisst durch die ein­gefügten Drains desinficirende Flüssigkeiten laufen. Auch öfter wieder-lioltes Anfeuchten des Occlusivverbandes mit diesen Mitteln leistet zur Erhaltung der Antisepsis gute Dienste.
(legen Pneumothorax ist in der Regel nichts auszurichten; ebenso bietet der lliimothorax der Behandlung meist keine besonderen An­griffspunkte, .da die Entleerung des Blutes auf Schwierigkeiten stösst, zumal dasselbe in der Regel bereits geronnen ist. Bei Pleuritis sep-tica führt seihst das Ausspülen des Tlmrav sehr häutig nichtquot; zum Ziele, doch kann dies im Nothfalle als ultima ratio versucht werden. Dazu würde man heim Pferde und Fleischfressern stark verdünnte Sublimat­lösung (1 ! 3000) benutzen können; bei Wiederkäuern Borsäure (I : 700) oder eine gleiche Lösung von Alum, aceticum. Die von Wiesner mit lquot;'i Salicylsäurelösung bei zwei Pferden angestellten Versuche, um die in Folge Verwundung entstandene septische Pleuritis zu heilen, Helen orfolfflos aus.
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.quot;gt;. JMc Brnstbeule oder Schulterbeulo.
Lit.; Schimmol, Oesterr. Monatschr. 1888. S. 135, Schmidt, Berl. Thierllrztl, Wocbenschr. 1890. .s. IT u. 1891. S, 105. Neuso, Zeitschr. für Vet.-Kundo 1. Schmidt, Berl, Anh. n. S. 105, Schilling, B, T, W. 1891. S, 319. Block, daa. 18'.i2. S. 255. Essor, Ber. Über die Naturforscherversamra-lung in Halle, ref. in Zeitschr, für Vot.-Kunde. 1892. S, 77. Günther, I!. T. W. 1893. S. 61. Siedamgrotzky, Drosd. Ber. 1889. S. 21.
Schon seit niter Zeit werden mit dieser Bezeichnung verschiedene, durch Quetschungen veranlasste A.iischwellungen an der vorderen Brust­flüche belegt. Hertwig unterschied zwei Arien: eine oberfläch­liche Brustbeule, bestehend in entzündlicher Erkrankung der Subcutis oder in Bildung von Tumoren, und eine tiefer sitzende oder Brust­beule im engeren Sinne iles Wortes. Ich bin der Ansicht, dass die ersteren hier ganz auszuscheiden sind, weil sie sich in ihrem Verlauf, sowie auch in der Behandlung von den gleichen Krankheitszuständen an anderen Körperstellen nicht unterscheiden; dagegen stellt die zueile Form ein Leiden eigener Art dar. einen Zustand, der nur beim Pferde vorkommt und kaum ein Analogen findet.
Erschemungen und Verlauf. Dichl über dem Schultergelenke entsteht bei Pferden, und /war fast ausschliesslich bei solchen, die im Zugdienst Verwendung finden, plötzlich eine bis kindskopfgrosse, schart begrenzte, harte, wonig schmerzhafte Anschwellung, welche in oder unter dein gemeinschaftlichen Kopf-Hals-Armmuskel liegt; aber auch in letzterem Falle greift dieselbe stets auf den genannten Muskel über. Die iiussere Haut /.eio;t sich nicht mit erkrankt und ist auf der Ge­schwulst verschiebbar. Nicht selten werden die Thiere trotz dieses Zustandes zur Arbeil benutzt; Lahmheil besteh! hierbei last niemals; iloeh will Günther solche beobachtet haben.
Auffällige Veränderungen pflegen auch in der nächsten Zeil an der Geschwulst nicht aufzutreten; zuweilen nimmt sie ein wenig an Umfang zu. So kann dieselbe Wochen und Monate lang fortbestehen. Mit der Zeil — oft erst nach einigen Monaten erscheint aal der Höhe der Geschwulsl Fluctuation, und auf Einstich entleert sich dick­flüssiger Eiter.
Charakteristisch für das Leiden und seine Entstehung ist die Thatsache, dass sieh gleich nach dem Auftreten im Centrum der Ge­schwulst ein kleine)- Eiterherd findet. Dieser vergrösserl sieh mit der
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Kiaiil;h('iten clei' lirust.
Zeit, doch köunen viele Monate darüber vergehen, bis spontaner Durchbruch erfolgt. Wird der Abscess bald nach dein Auftreten der Brustbeule gespalten und entleert, so füllt die Anschwellung in kurzer Zeil mid verschwindet; je früher die Function vorgenommen wird, desto schneller verliert sich der Zustand, Geschah dies erst nach einigen Monaten, so verschwindet die Geschwulst überhaupt nicht mehr vollstilndig, sondern es bleibt eine Verdickung zurück, die nur auf operativem Wege zu entfernen ist.
Wesen und Verlauf. Die besprochenen Thatsachen werfen ein eigenthümliches Licht auf die Natur und Entstehung des Zu-standes. Francis glaubte, dass die Bugdrüsen den Ausgangspunkt des Leidens bilden; Viborg fasste die Brustbeule als Metastase der Druse auf; Hertwig iiess sie dagegen aus dem andauernden Druck schlecht passender Kummete oder Sielengeschirre bervorgehen; auch Esser spricht sieh für diese Ansieht aus.
J);iss die Entstehung des Leidens mit der V\ irkuug des Zug­geschirrs in Verbindung steht, geht schon daraus hervor, dass sie fast nur bei Zugpferden und meist bei schweren Lastpferden beobachtet wird. In hiesiger Klinik werden alljährlich viele Patienten mit Brust­beulen behandelt, trotzdem habe ich dieselbe nur zweimal bei Reit­pferden gesellen. Dem gegenüber kann ein einzelner Fall, wie auch Stockfletb einen solchen mittheilt, nur als Ausnahme von dieser Hegel gelten. Stockfletb beobachtete nämlich eine Binastbeule beim Pferde, welches mehrere Monate wegen Lahmheit im Stalle gestan­den hatte.
Beachtenswerth bleibt ferner die Thatsache, dass sich in der Brustbeule, und zwar vom ersten Tage ihrer Entstehung an, stets Eiter findet, der immer Eiterkokken enthält. Die zahlreichen, in hiesiger Klinik während der letzten Jahre geöffneten Brustbeulen Hessen diese in jedem Falle nachweisen; meist fanden sieh Staphylo-kokken, aber auch Streptokokken wurden in dem Hiter angetroffen.
Hieraus ergiebt sich, dass nicht laquo;lie mechanische Wirkung des Geschirrs die alleinige Ursache des Leidens bildet, sondern dass dem­selben eine infection zu Grunde liegt. Bei dem tiefen Sitze der Abscesse und der vollständig intacten Beschaffenheit der ihn bedecken­den äusseren Hunt und [Jnterhaut muss eine Infection durch diese als ausgeschlossen betrachtet werden, Schimmel glaubt daher, dass die infection von den unteren Theilen der Gliedmassen durch die Lymphbahnen zu Stande komme, und theilt zum Beweise hierfür einen
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Brustboule
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Fall mil. in dem sich bei einem Pferde, welches an einer eiternden Bornspalte litt, eine Brustbeule entwiclcelte, nachdem durch einen Verband der Eiterabfluss am Hufe behindert war.
Zweifellos wirken bei der Entstehung des Leidens in der Regel zwei Momente neben einander, nämlich Quetschung und Enfbction, Pass ilk' erstere last immer vom Geschirr ausgeht, unterlieg! keinem Zweifel: weniger klar erscheini der [nfectionsweg. Zunächst muss zugegeben werden, class die mit der Quetschung verbundene Zermal-raung von Weichtheilen, sei es im gemeinschaftlichen Kopf-Hals-Arm-muskel oder in den Lymphdrüsen unter demselben, die Entwickelung lie/.w. Vermehrung der [nfectionserreger begünstigt und geeignet er­scheint, als Nährboden für die Vegetation derselben zu dienen, Mög­licherweise gelangen die Mikroorganismen gelegentlich mit dem Lymphstrome in die so veränderten Lymphdrüsen und finden hier Ge­legenheit zu ihrer Vermehrung. Nicht ausgeschlossen erscheint aber auch die Annahme, dass sie mit dem Blute hierher gelangen, bezw. aus den zerrissenen Blutgefässen in den durch Quetschung entstandenen Krankheitsherd ergossen werden.
Pur einen derartigen Entwickelungsgang sprechen auch Beobachtungen auf anderen Gebieten. So berichtet Schmidt von einem Rinde, welches mit Kitt'scber Rauschbrandlympho geimpft war. dass an der Stolle sieh Rauscb-branderkrankung einstellte, wo es mit einem Stock geschlagen worden war. während alle übrigen Thiere keine [jocalei'scheiiiungen zeigten.
Rosenliaeh zerbrach Kaninchen, bei denen vorher eine Bacterien-eultur in die Blutbahn gespritzt war, die Tibin und beobachtete hieraut schwere Infectionen an der Stelle des subeutnnen Bruches (vgl. Allg. Chirurgie S. 35).
Endlich bleibt die Möglichkeit bestehen, dass die [nfectionsstofie ui den Lymphdrüsen zu entzündlichen Veränderungen führen, welche die Grundlage zur Brustbeule abgeben; auch kann die geschwollene Drüse nunmehr den Anstoss zu Quetschungen abgeben. In mehreren
von mir bei.....delten Fällen bildeten die unteren Luftröhrendrüscn den
Ausgangspunkt der Erkrankung, und stellte das Leiden eine Lymph­adenitis chronien suppurativa dar. Die Geschwulst zeigt sich alsdann etwas medianwärts vom gemeinschaftlichen Kopf-Hals-Arnunuskel.
So interessant die Entscheidung dieser Fragen in wissenschaft­licher Beziehung auch sein mag, so bat sie doch in praktische!' Hin­sicht keine besondere Bedeutung.
Nach meinem Erachten gehl der Process also entweder vom ge­meinschaftlichen Kopf-Hals-Armmuskel aus und stellt eine Myositis apostematosn dar, oder es bilden die unter demselben gelegenen
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Krankheiten der Brust
Lyraphdrüsen den Ausgangspunkt des Leidens, welches in diesena Falle uls Lymphadenitis chronics suppurativo zu bezeichnen ist; (Inch liiinn von liier ühs die Eintzündung auf den genannten Mus­kel übergreifen und eine Myosltls chronica flhrosa erzeugen.
Es soll nicht geleugnet werden, dass auch liier Ausnahmen von der Regel vorkommen. So beobachtet man gelegentlich Neubildungen an dieser Stelle; ich sah Melanosarkome IjoI Schimmeln, die man für Brustbeulen gehalten hatte; auch Günther berichtet über einen solchen Fall. Die langsame, allmähliche Entwlckelung des 'rumors bietet indess genügenden Anhalt, um solche Zustände von der Brustbeule y.n trennen.
Der Verlauf des Leidens gestaltet sieh chronisch, namentlich wenn keine entsprechende Behandlung eintritt, und zwar in der Regel mit dem Ausgang in Ahscedirung. Dass einmal (due Resorption des Eiters im Muskel erfolgen kann, seil nicht geleugnet werden; dieser Ausgang in Zertheilung bildet aber eine seltene Ausnahme.
Beurthellung. im allgemeinen gestaltet sich die Prognose gUnstig, und /.war um so mehr, je früher eine zweckentsprechende Behandlung eingreift. Je länger der Process ohne diese besteht, tun so mehr bildet sich eine chronische Entzündung mit Production von derben Blndegewebsmassen aus, und um so schwieriger wird die Ifei-lung, Hut das Leiden bereits Monate lang bestanden, so bleibt nur noch die stets schwierige Exstirpation der Geschwulsi übrig; andern­falls Führt die Geschwulst unter dem Einflüsse neuer Quetschungen durch das Geschirr zu weiteren entzündlichen Verdickungen. Je früher der Eiter durch Incision entleert wird, um so sicherer und schneller steht vollständige Zertheilung zu erwarten. Bei chronischer Lymph­adenitis suppurativa Führt nur die Exstirpation der erkrankten Lymph­drüsen zum Ziele,
Behandlung. Früher wurde von verschiedenen Seiten empfolileu, die Behandlung mit einer Scharfsalbe einzuleiten, und nach etwa 8 his in Tagen die Punction der Geschwulst vorzunehmen: Stockt'leth benutzte hierzu das Brenneisen . welches nach Spaltung der äusseren Haul in die Abscesshöhle eingefühlt wurde. Auch andere wollenden Abscess erst reifen lassen. Block hat hierzu neuerdings Folgende Composition empfohlen; üngt. Cartharid. ofF. 30, Tinct. Cantharid. und Tinct. Euphorb. ää 15 (auf die Hälfte eingedampft), 01. Croton. 1,20, Hydrarg. bijod. I. Butyr. insnls. 30. Nach Application der
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I
Brustbeule.
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Salbt' auf die geschorene Ilaut liissf Block von einem rothglUhenden Bisen Hitze einströmen und das Thier ;i Tage lang hoch anbinden. Nach meinen Erfahrungen kann ich nur empfehlen, sofort zur Spaltung der Geschwulst und zur Entleerung des Biters /. u schreiten, Oft liegt der Abscess allerdings bis 10 cm tief unter der Oberfläche, doch lasse man sich dadurch von der Anwendung des Messers nicht abhalten. Dirigirt man dasselbe gegen das Centrum der Geschwulst, so wird eine gefährliche Blutung vermieden und der Abscess sicher getroffen. Man hüte sich jedoch, zu weit gegen die Mittellinie des Körpers vorzudringen, und die hier liegenden grösseren Gtefässe zu verletzen.
Xaidi Entfernung der Haare und Reinigung der Hautoberfläche tiberzeugt man sich nochmals durch Palpation von der Lage der Ge­schwulst; dann wird am stehenden, event, gebremsten Pferde das spitze Bistouri, die Schneide nach oben gerichtet, etwa 5 bis 7 cm lie! eingeführt; in der Regel fliesst alsdann der Eiter ab. Sollte dies nicht der Fall sein, so gehe man mit dem Finger ein und suche zu er­mitteln, wo Fluctuation besteht, um in der Richtung, entweder mit dem Finger oder mit dem Messer, die ^ and des Abscesses zu perfonren. Nachdem der Eiter zum Vorschein gekommen, llberzeugl man sich mit dem Finger von der Lage und Ausdehnung des Abscesses, sowie der Geschwulst, Die letztere wird nun womöglich in ihrer ganzen Länge und zwar in senkrechter Richtung gespalten, so class die Abscesshöhle vollständig freigelegt ist. Die hierbei auf­tretende BluUing liisst sich mittelst Tamponade stillen: einzelne Gef'ässe können auch unterbunden werden. Durch feuchtwarme Umschläge erreicht man alsdann in 8—11 Tagen Zertheilung der Anschwellung, d. h. sofern in den ersten Wochen nach Entstehung des Leidens ein­geschritten wurde. Die Umschläge werden in einfacher Weise mittelst eines zwei- bis dreifach zusammengelegten Tuches applicirt, welches man mit einer Binde um den Hals des Thieres befestigen und von Zeit zu Zeit mit warmem Wasser anfeuchten iässt.
Von Sehmidl wurde unlängst die Injection einer concentril'tcn Kochsalzlösung in die Geschwulsl empfohlen, worauf bald lebhafte Eiterung und Perforation eintreten soll, Ein von Schilling in der \\ eise behandeltes Pferd ging jedoch bald darauf an Gangränbildung zu ('runde. Ms unterliegt keinem Zweifel, dass durch eine Kochsalzinjection die i'lite-rung gefördert werden kann, namentlich wenn keine stenhsirtc Lösung dazu verwendet wird, und mag auf diese Weist' unter 1 inständen die Spaltung des Abscesses für den ungeübten oder niesserseheueii er-
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272nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Dnist.
leichtert werden; do alter mit diesem Verfahren, wie auch der von Schilling mitgetheilte Fall beweist, stets die Gefahr einer schweren [nfection verbunden ist, so will es mir doch sachgeinässer und vor-theilhafter erscheinen, sogleich zur operativen Eröffnung des Abscesses
ZU schreiten.
Hestelit die Brustbeule bereits mehrere Wochen, und findet sich keine grössere Abscesshöhle in derselben, so wird zur vollständigen Entfernung derselben die Exstirpation nothwendig. Diese kann par­tiell oder total erfolgen, Nach meiner Ansicht verdient, die letztere im allgemeinen den Vorzug. Partielle Exstirpalion hat oft nicht den erwünschten Effect; meist bleibl zu viel von der Geschwulst zurück, namentlich wenn es sich um Erkrankung der Lymphdrüsen handelt. Die nicht exstirpirten Abschnitte derselben, an welchen [nfection und Eiterung fortbesteht, führen leicht zur Bildung von Recidiven. Auch können bei der partiellen Exstirpation bedrohliche Blutungen auftreten, Ich benutze die Methode nur da, wo sich keine scharfe Begrenzung der Geschwulst bemerkUch macht, und in Folge dessen die totale Exstirpation auf grössere Schwierigkeiten stösst. Sofern dies nicht der Fall ist. und das Alter der Geschwulst eine Resorption nach der Spaltung derselben kaum erwarten lässt, ziehe ich die gänzliche Aus­schälung des Tumors vor.
Zur Zerstörung der gespaltenen Geschwulst hat Neuse wieder­holtes Aetzen der Schnittfläche mit Salpetersäure empfohlen; sobald sich der Aetzschorf gelöst hat, wird von neuem die Säure aufgetragen, bis die Geschwulst beseitigt ist. Ich habe bisher von diesem Ver­fahren nur seifen Gebrauch gemacht, doch leuchtet ein, dass dasselbe bei vorsichtiger Anwendung /.um Ziele führen kann.
Die totale Exstirpation erfolgt am liegenden Thiere; vielleicht gelingt sie unter Umständen, namentlich bei kaltblütigen Pferden, auch im Stehen, Alan ist indess niemals sicher, dass die Ruhe des Pferdes bis zur Beendigung der Operation vorhält und erforderlichen Falles die Stillung gefährlicher Blutungen gestattet.
Einige (Jnterbindungspincetten müssen zur Stelle sein, womöglich auch eine arretirbare ünterbindungszange. ferner sind dünnere und stärkere ünterbindungsfäden und einige Wergbäusche erforderlich. Nachdem das Thier an einem hellen Orte und auf die gesunde Seite uiedergelegt worden ist, schere man die Haare auf der Geschwulst ab und lege den Eautschnitt mitten über die Geschwulst und zwar in der Richtung des Halses. Dann wird an der Oberfläche der Ge­schwulst die Haut nach beiden Seiten zurückgelegt, was bei der
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Hmstbeulc.
gt;?:!
lockeren Beschaffenheit der Suhcufcis keine Schwierigkeiten bereitet. Sollte sich ein Theil der Haut mit der Geschwulst verwachsen /.eigen, so wird dieser mit i'ortgeiiommen. Nachdem ein Band durch die Ge­schwulst gelegt ist, um dieselbe hervorziehen zu können, suche man auch fernerhin die Lostrennung stets in dem umgebenden lockeren Bindegewebe vorzunehmen, und beginne damit an der unteren und inneren Seite, um die Carotis und ihre Aeste zu umgehen, oder, im Falle eine Verletzung derselben eintreten sollte, diese unter­binden zu können; am oberen Ende der Geschwulst kann dies unter umständen unmöglich werden und so eine bedenkliche Blutung entstehen. Die gleiche Gefahr trill ein, wenn der Operateur nicht die Grenzen der Geschwulst beachtet, sondern Theile derselben zurücklässt. Die durchschnittenen Gefässe ziehen sich zuweilen in die Goschwulstmasse zurück, so ilass ihre Unterbindung unausführbar wird, und da auch das Glüheisen seine styplische Wirkung bei arteriellen Blutungen oft versagt, so kann unter den Augen des Operateurs Verblutung eintreten. Vermieden wird diese Gefahr, wenn man in dem lockeren Bindege­webe mit Hülfe von Finger und Schere operirl und die frei werdenden Gefässe sofort und zwar doppelt unterbindet. Der Rest der Geschwulst liisst. sich, wenn noting, mit einer starken Schlinge unterbinden, so­dann abschneiden. Nachdem hierauf die Höhle mit einer Desinfections-llüssigkeit ausgespült und etwa noch blutende Gefässe unterbunden sind, bepudere mau die Wundfläche mit Jodofonntannin M : 3), stopfe die Höhle mit Oai'boljute aus. hefte darüber die Haut und lasse das Pferd aufstehen.
Nach 21 Stunden werden die Hefte gelöst, das Material aus der Wunde entfernt, diese wird mit Sublimatwasser ausgespült und nun offene Wundbehandlung eingeleitet.
Zu dem Zweck finden zuweilen ein paar Hefte Anwendung, welche zu beiden Seiten durch die Wundränder gelegt und am Gurt oder der Mähne befestigt werden, um die äussere Haut zurückzulegen und der Luft überall freien Zutritt zur Wundfläche zu verschaffen. Die letztere bepndere man mit .lodoi'ormtannin.
|)as Anbinden kann in gewöhnlicher Weise geschehen, weil nur selten Neigung besteht, die Wunde zu scheuern. Sollte dies jedoch der Fall sein, so lasse man das Pferd zwiseben zwei Pfeilern an­binden oder lege einen Spannstocli in der bekannten Weise an Gurt und Halfter.
An den folgenden Tagen erscheint die Wundfläche grösstentheils mit einem trockenen, schwarz gefärbten Schorf bedeckt. Nur an
Möller, Speolelle Chirurgie für nüorärzte. 2. Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;18
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271nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Brust.
den Stellen, wo sirli die Wunclrilnclei' gegenseitig bei'ühren, tritl wohl eine geringere Menge Wundsecrei auf, welches mit etwas Watte oder Ilol/.wollc abgetupft wird, worauf diese Stelleu von neuem mit Jodoformtannin bepuderl werden. Lösi sich der trockene Schorf au einzelnen Stellen los, so nimmt man ihn fori und pudert die Ober­fläche mil demselben Mittel. Weiteres geschiehl an der Wunde nicht. In den ersten 6 Tagen zeigl das Aussehen der Wunde bei dieser Behandlung keine besonderen Veränderungen; dann aber verkleinerl sich die Wundfläche; von Tag zu Tag tritt dieses auffälliger hervor, und in etwa :i Wochen ist die kopfgrosse Wundhöhle vollständig ausgefüllt.
Eine am 16. Juli exstirpirte Brustbeule hinterliess eine Höhle von 18 ein Länge, 1lt;i cm Breite und 7 cm Tiefe, lüs zum 22. Juli war keine erhebliche Vertlnderung hierin eingetreten, an den folgenden Tagen gestalteten sich die Verhältnisse wie folgt:
Tag:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Länge:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Breite:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tiefe:
•23nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;16,5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,6
24nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 16,2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7,8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,8
25nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;15,5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7,2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,0
26nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 12,5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5,0
27nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;12,(1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6,8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,8
30nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 9,9nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1.7nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4,3
31nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9,4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4,5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4,2
Die offene Wundbehandlung bildet hier nicht nur den kürzesten, sondern auch den bequemsten Weg der Heilung. Wenn es gelingt, üherall einen trockenen Wundschorf zu erreichen, so ist überhaupt nichts weiter nöthig. Nach dem vollständigen Verheilen kann das Pferd wieder in Arbeit genommen werden.
Das Umlegen der Wundränder nach aussen mittelst der Ligatur hat nehen Erzielung der Heilung unter dem Schorf noch einen anderen Nutzen, öeschieht dies nämlich nicht, so tritt durch Xarhenretraction an der Wundoberfläche leicht ein Qmkrempen der Hautränder gegen die Wundfläche ein, wodurch die Heilunff eine Störuna; erleidet.
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(raquo;. Der Siittcl- und Goschlrrdmck. DruckschMen.
Lit.; Peters, Berl, Arch. 2, S. 237.
Sowohl beim Ziehen von Lasten. wie auch unter dem Reiter wird auf den Körper der Thiere ein bedeutender Druck ausgeübt, der zu Verletzungen der äusseren Haut und der unter ihr gelegenen Theile führen kann. Meist liamlelt es sich hierbei um Quetschungen, selten um scheuernde Wirkung des Geschirrs und Excoriationen
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Sattel- und Qesohimlruck.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;275
der iiusscivn limit. Das grösste [nteresse haben die Verletzungen bei Reitpferden dureli den Sattel, die mit dem Namen Satteldruck belegt werden und liier zunächsl besprochen werden sollen.
A i Verletzungen durch den Sattel bei Reitpferden,
Sat teldruck.
I'm den erheblichen Druck, der vom Sattel, Gepttcls und Reiter auf den Rücken des Pferdes ausgeübl wird, nnscbUdlich zu machen, muss;
1,nbsp; nbsp;die Druckwirkung auf eine recht grosse Fläche und möglichst gleichmässig vertheill werden;
2,nbsp; nbsp;dürfen nur solche Ahsclmitte des Körpers belaste) werden, welche diesen Druck ohne Nachtheil ertragen;
3,nbsp; nbsp;die Theile des Sattels, welche mit dem Körper in Berührung kommen, müssen gepolstert oder mil weichen Unterlagen, hecken etc, ver­sehen werden. Diesem Grundsiltzen entspricht die Construction der ver­schiedenen Sättel,
Im allgemeinen gilt der Grundsatz, dass nur solche Abschnitte des Rumpfes ohne Iv'achtlieil den Druck ertragen, wo die ftussere Haut eine weiche Unterlage (Muskeln, Pett) hat, Wo dagegen eine knöcherne Unter­lage vorhanden ist, erzeugt der Druck leicht Quetschung, Das erstere ist zu beiden Seiten der Wirbelsäule der Fall, in der sog. Sattellage, Inder Mittellinie des Rückens, sowie am Widerrüsl entstellt auf jeden erheblichen Druck Quetschung; dies zu vermeiden, dient die Sattelkammer, die also in ihrer llnhe und Form Jemen Theilen entsprechen muss.
Um eine gleichmassige Uebertragung des Drucks auf eine möglichst grosse Pläche der Sattellage zu erzielen, dienen beim Bocksattel die mit dem Vorder-und Hinterzwiesel verlmndenen „Trachtenquot;, deren Perm der Oberfläche des Pforderückens entsprechen muss. Am deutschen Sattel erfüllen diesen Zweck din Stege, welche vom Vorder- und [-Untergestell getrauen werden. Die Polsterung erfolgt endlich heim Bocksattel durch den Woilach, heim deutschen und englischen Sattel durch die mit Kuh­haaren gefüllten Sattelkissen und Decken als Unterlage.
Anatomie. Der Abschnitt des Rumpfes, der heim Pferde den Sattel trägt, besitzt folgende Einrichtung (Fig. 69):
A)nbsp; nbsp;In der Mittellinie (Widerrüst und Rücken) liegt unter der straff angespannten ausseren Hanf (a) die Pascie des Schulter-Haut-mnskels (Widerrtistbinde, Pranck) (b), unter dieser die ftussere Schult er bin de (Schulter arm bei a fascie, Prn nck), welche sich un­mittelbar auf die mit den Ausläufern des Nackenbandes bedeckten Dorn­fortsätze der Rückenwirbel (fünften Ins zehnten) legt (d). Ein weiches Muskelpolster fehlt hier.
B)nbsp; nbsp;In der Sattellage, also zu beiden Seiten neben der Mittellinie, bedeckt die äussere Haut-, mit einer stark entwickelten Subcutis versehen, die Fascie des Schulterbautmuskels (b), welche durch lockeres Binde­gewebe mit der Scbulterarmbeinfuseie oder ausseren Schulter­binde (c) verbunden ist. Unter dieser liegt ein Muskelpolster, an dessen Bildung namentlich betheiligt sind: die Mm. latissimus und longissimua dorsi, der lange Stachelmuskel (M. spinalis und semispinalis dorsi), der
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Krauklu.'ituu der Brunt.
M. ououlai'is, rbomboidoas inferior, sowie der M. ilio-costalis (gomeiiischafl-licher Bippenmuskel).
Dor Kürze halber soll in Folgendem die erste Partie als Wider-rüst, die letztere als Satt ell age bezeichuet werden, Namen, die aus dem Exterieur bekannt sind.
iuili
fCÜ
gstcii in di'r
Sattellaae dur
Drucksohäden kommen am lii
ungleiche Druckwirkung namentlich dann vor, wenn diese sicii längere Zeit geltend macht. Der Uberra'dssige Druck führt zunächst zur Com­pression der Blutgefftsse in der äusseren Haut, sodann zur Dehnung und Zerreissung derselben. Solange der Druck fortbesteht, kann eine erhebliche Extravasation nicht eintreten, sobald dieser jedoch aufhört (der Sattel abgenommen wird), findet ein Austritt von Blut, eventuell
Fig. 69.
(Juersohnltt duroli ilou Thorax des Pferdes (Halbsohomatlsoli nach Pranok).
id Aeussere Haut, b) fasde des Sobulterhautmuskels. o) Scbnlterarmbeinfasaie. lt;1) Jlusiü-l
lagen, e) Aeussere VVlderrÜst-Schultorbinde. D Muskellagen. s) Innere Sdralterblnde.
auch von Lymphe aus den zerrissenen öefdssen, und zwar vornehmlich in die perivasculären Räume, statt. Es entsteht eine, hämorrhagische Infiltration, und wenn die Haut nicht pigmentirt ware, würde man, wie bei anderen Quetschungen, eine Ifothfärbung der Maut erkennen. Mit der Störung der Circulation verbindet sich allmählich Exsudation; in den Lücken des Gewebes der äusseren Haut sammelt sich zunächst eine seröse Flüssigkeit an, später finden sich mehr und mehr Rund­zellen ein (seröse und plastische Enfiltration),
War die Läsion erheblich , so kommt es auch zur Zerreissung der Gewebe mit Anhäufung von Flüssigkeit der plasmatischen Cir­culation und Blut in den so entstandenen Räumen.
Wir haben also ein Quetschung der äusseren Haut vor uns, ein Zustand, der sich in der Regel erst, einige Zeit nach dem Abnehmen
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Satteldruok.
#9632;in
des Sattels als cine eit'cuniscriptc, zietnlicli derbe Anschwellung zu erkennen giebt, die einer ürticariabenle nicht unähnlich erscheint und In einer durch Extravasation und [nfiltration bedingten Schwel­lung der Cutia besteht.
Seltener kommt es in der Sattellage zu grösseren Blut- oder Lyxnphergüssen in die lockere Subcutis, wodurch eine nicht schart' begrenzte, weichere, zuweilen fluetuirende Anschwellung entsteht. Entwickelt sich dieser Zustand unter den Pascien, so erscheint die Geschwulst noch weniger scharf begrenzt und mehr gespannt.
Da am Widerrüst die weiche Unterlage fehlt, so erträgt die äussere Haut hier einen einigermassen erheblichen Druck überhaupt nicht : seihst der andauernde Druck der weichen Sattelunterlagen (Decke) wird an dieser Stelle nachtheilig, weil die ilussere Haut bezw. unterbaut dureb die Dornfortsätze der Rückenwirbel vim unten gequetscht wird. Ist dies geschehen, so entsteht ein Eörguss von Hint oder Lymphe in die Subcutis und eine Anschwellung, die nicht so scharf begrenzt erscheint, mehr ausgebreitet auftritt und oft Fluctua­tion zeigt. Was also in der Sattellage Ausnahme ist, bilde! hier die Regel; dort finden sich meist cutane Läsionen, liier subeutane. Gerade in der unterbaut kommen leicht grössere Lymphergllsse zu Stande (Lymphextravasate). Ausnahmsweise entstehen aucli am Wider­rüst cutane Schwellungen.
Erhebliche Schmerzen sind mit diesen Zuständen anfangs nicht verbunden, später treten solche hinzu, namentlich am Widerrüst, wenn die Dornfortsätze der Rückenwirbel mit verletzt sind.
Neben diesen cutanen und subeutanen Schwellungen kommen in der Gurt- und der Übrigen Geschirrlage sog. „Scheuerstellenquot; vor: durch fortdauernde Bewegung des Geschirrs an der Oberfläche der äusseren Haut werden Ilaare und Epidermis allmählich abgescheuert; es entsteht eine Excoriation. Die Hard erscheint alsdann blutrünstig und von Maaren entblösst. Hatte gleichzeitig eine Quetschung statt­gefunden, so entsteht, an der exeoriirten Stelle zugleich eine cutane Schwellung; meist fehlt diese jedoch,
Hs handelt sich also um cutane oder subciitane Quetschun­gen, welche bald nur in Zerreissungen des Gewebes und kleiner (icl'iisse bestehen, seltener mit Trennungen von grösseren Gefässen und Extravasatbildunsr verbunden sind.
Erscheinungen. Die Untersuchung auf die Gegenwart von Druckschäden erfolgt am besten Vraquo;- -1 Stunde nach dem Absatteln,
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L'Trt
Kniukheiti'ii der Brust.
weil iiiimcntlicli die cutaneii Schwellungen ßrsi in diesev Zeit sicli nuszubilden pflegen. Diese erscheinen als derhe, wenig schmerzhafte, vermehrt warme und scharf begrenzte An­schwellungen von der Grosse eines Fünfpfennig- Ins Füni-markstückes und darüber; die grösseren sind stets flach.
Waii-ii die Haare in der Sattellage durchfeuchtet, so trocknen diese Stellen an der Druckstelle zuerst, so class liier eine kleine trockene Insel hervortritt. Nicht seilen flussern die Thiere ;m der verletzten Stelle Juckgefühl, kneifen oder scheuern dieselbe.
Quetschungen der Subcutis treten als diffuse, bald ödematöse, bald fluctuirende Anschwellungen hervor und pflegen schmerzhafter zu sein, namentlich gegen Druck von aussen, Die Constatirung der Druckschäden erfolgl daher am besten mil der Hand, die man tlber den llüekeii und durch die Sattellage des Pferdes gleiten lässt. liehen sieh die cutanen Schwellungen durcb grössere Derbheil der Llusseren Ilnnl zu erkennen, so tiussern die Thiere durch Einbiegen des Rückens oder Ausweichen Schmerzen, wenn die subcutanen Schwellungen von der Hand berühr! werden. Diese Erscheinung isl am Widerrüst be­sonders wichtig, wo der Nachweiss solcher Schwellungen sons! nicht leicht fällt, und namentlich heim Befühlen sich nil keine grosse Ver-schiedenheii bemerklich macht.
Miterkrankung des Nackenbandes giebt sich durch stärkere An-schwellung (Phlegmone) und profuse Eiterung zu erkennen; Anschwel­lungen der Lymphgefässe in der Umgebung der erkrankten Stelle, nicht selten auch an der Schulter und der Rippenwandung lassen stets auf Eiterungsprocesse in der Tiefe schliessen. üeppige, schlaffe, dunkelroth gefärbte und leicht blutende Granulationsmassen deuten ebenfalls auf Eiterung und Nekrose in der Tiefe hin. während die Mitleidenschaft der Dornfortsätze von grosser Schmerzhaftigkeit begleitet zu sein pflegt. Nekrose der Dornfortsätze bezw. der Knorpellage auf der Spitze derselben lilsst sich häufig durch Palpation direct nachweisen.
Der üebergang cutaner Schwellungen in Hautnekrose zeigl sich durch eine harte, lederartige Beschaffenheil der Haut; auch pflegen die Ilaare an der betreffenden Stelle gesträubt zu stehen: auf joden Fall liegen sie der Oberfläche nicht so glatt an, wie im normalen Zustande. Die durch Scheuem auftretenden Excoritttionen können kaum übersehen werden.
Verlauf. Der regelmässige Ausgang dieser Leiden ist der in El es elation. Die Zertheiluna kommt namentlich bei cutanen
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Satteldruok.
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Schwellungon ofl schnei] uncl stets zu Stande, sofern keine grösseron Extravasationen entstanden sind. Die in die öewebslücken der lt;'utis ergossenen Flüssigkeiten (Blut, Sei'um, Lymphe) werden resorbirt; auch die sich hier angesammelten Leukocyten gelangen in die Circulation zurück, während die zerrissenen Gewebe repariri werden; damil ist der Slat us quo a nie wiederhergestellt. Durch zweckm'ässige Behandlung lässt sich eine derartige Schwellung schon in wenigen Stunden beseitigen; in der Elegel vei^schwindet sie in 24 Stunden, selten (lauert der Vorgang mehrere Tage. Da das anfangs uns Blut bezw, Serum be­stehende Infiltrat allmählich durch Einwanderung von zelligeu Ele­menten ersetzl wird, so erklärt sich, dass die Resorption der cutanen Schwellungen um so langsamer von Statten geht, je lungere Zeit sie bestanden haben.
i5ei subcutanen Blutergüssen und Lymphextravasatio-iii'ii vollzieht sich die Resolution nicht so schnell, dauert zuweilen S—11 Tage und länger. Je grosser die fluctuirende Geschwulst, um so längere Zeit pflegt die Resorption derselben in Anspruch zu neh­men. Noch langsamer vollzieh! sicdi die Resorption solcher Er­güsse unter den Fasrien. Daher währt aiieh die Beseitigung der .Schwellungen am Widerrüst stets längere Zeit als bei solchen in der Sattellage.
i5ei den cutanen Schwellungen kommt es nicht selten zur Nekrose der äusseren Haut. Durch andauernde heftige Druck­wirkung kann die Circulation der Cutis in dem Masse leiden, dass die Haut abstirbt. Dies pflogt vornehmlieh einzutreten, wenn bei bereits vorhandenen Schwellungen das Pferd von neuem geritten wird. Die kranke Stelle erfährt dann eine besondere starke Druckwirkung, und es tritt Mumification ein. Der trockene Brand erklärt sich aus dem Umstände, dass heim Sistiren der Lehensvorgänge die Flüssigkeit grösstentheils aus den Geweben und Gefässen herausgepresst war. Nekrose pflegt gern an alten Narben in der Haut aufzutreten; die mangelhafte Ernährung derselben erklärt dieses.
Sobald Mumification erfolgt ist . dauert der Krankheitszustand längere Zeit; die Demarcation nimmt regelmässig 1 I Tage bis 3 Wochen, zuweilen noch längere Zeit in Anspruch. Der Vor­gang vollzieht sieh zunächst in der lockeren Subcutis, später im Corium.
Ein dritter Ausgang ist der in i'literung. Bei den cutanen Schwellungen kommt diese jedoch fast niemals vor, wohl aber bei subcutanen. namentlich wenn sio mit grösseren Extravasationen ver-
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280nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Brust.
bunden iraren. Gleichzeitige Verletzungen der Hautoberflftche (Excoria-tionen) begünstigon diesen Ausgang, aicfat selten auch die unzweok-mässige Anwendung dlt;'s Messers bei der Behandlung. Wer hier Fluctuation üls Zeichen von Abscedirung betrachtet und incidirt, wird diesen namentlich am Widerrüst bedenklichen Ausgang liiiulie; IxhiI)-achten. Bedenklich wird der Vorgang dadurch, dass die Eiterung zur Nekrose der hier gelegenen Pascien, des Nackenbandes und selbst der Domfortsfttze t'iilirt. wodurch ein Zustund entsteht, der unter der Bezeichnung Widerrüstfistel bekannt ist. Die hierbei leicht auf­tretenden Eiterversenkungen führen zur Phlegmone und diese wieder zu Eiterretentionen, so dass ein Circulus vitiosus geschaffen ist, und die Heilung selbst bei alier Sorgfalt der Behandlung oft lange Zeit auf sieh warten lässt, Hühner beobachtete im Verlaute eines solchen Processes an 250 Abscesse von Erbsen- bis Kindskopfgrösse am Kainui iles Halses und au der Schulter eines Pferdes.
Hei schweren Verletzungen, Zertrümmerungen der Dornfort­sätze, Zerraalmung der Haut und Weichtheile kommt %s wohl zu Verjauchung und ähnlichen, noch bedenklicheren Zustilnden. Dieser Ausgang ist jedoch im ganzen nicht biluflg.
Als Complicationen treten bei den verschiedenen Zuständen nicht selten ausgebreitete Phlegmone und Lymphangitis auf, die sich bald in der Snhcntis, nicht selten aber unter den Fascien ausbreiten. Auch kommt Nekrose am Nackenbande, den Dornfortsätzen und seihst an den tiefer gelegenen Theilen der Wirbel, ausnahmsweise an den Hippen und an dem Schulterblatte zur Ausbildung,
In einem von nur beobachteten Falle halte sieh die Phlegmone nicht bloss im Verlaufe der Rtickenfascie bis zum Darmbein fortgesetzt und Nekrose dieser Fascie herbeigeführt, sondern auch die untere Flüche des langen Kückenmuskels erfasst, diesen zum grossen Theil vom Rippenkörper gelöst und an einigen Bippen Nekrose hervorgerufen. Auch bildeten sich Eiter-Versenkungen unter dem M. serratns anticns major.
Die Beurtheilung dieser Heiden tnuss hiernach ausserordenthch verschieden ausfallen; sie richtet sich:
1.nbsp; nbsp;Nach dem Sitze: Alle cutanen Schwellungen sind günstiger zu beurtheilen als die subcutanen, namentlich am Widerrüst. Diese alte Erfahrung erklär! sich aus dem oben Besprochenen.
2.nbsp; nbsp;Nach dem Alter: Je länger die cutane Schwellung besteht, um so härter, derber erseheint sie, um so mehr ist plastische In­filtration eingetreten, tun so langsamer gebt die K'esolution vor sich, um so weniger Aussicht ist, auf baldige Beseitigung der Schwellung
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Satteldruck.
#9632;2H\
s'ovliiindcn. Audi bei älteren Widerrttstfisteln bildeti lllngeres Bestehen im allgemeinen ein ungünstiges Zeichen,
.'!, Sobald sich Phlegmone oder Lymphangitis liinzugosellt, uuiss (ins Leiden für bedenklich erklärt werden. Am günstigsten gestalten i-ieh noch die Verhältnisse lgt;ei aseptischem Verlaufe; die Complication mit Eiterung ist unangenehm und doppeli bedenklich am Widerrüst.
I. Bei der Beurtheilung der sog. Widerrüstfiste] achte man besondei's auf den Grad der Anschwellung, die Menge des Eiters und Schmerzhaftigkeit. Starke Anschwellung und profuse Biterung deuten auf ausgebreitete phlegmonöse Processe; die An­schwellung liisst namentlich Eitervorsehkungen vermuthen, besonders wenn die Entleerung des Eiters erst auf Druck von aussen oder während der Bewegung des Thieres erfolgt. Hochgradige Schmerz­haftigkeit deutet auf Mitleidenschaft der Dornfortsätze und erschein! daher doppelt bedenklich.
Ursachen. Bekanntlich leiden einzelne Pferde häufiger an Druckschäden als andere. Diese Prädisposition liegt bald in einer grösseren Vulnerabilität der äusseren Haut, theils begünstigen Narben, Schorfe, geringfügige Knötchen in der Sattel läge die Entstehung von Quetschungen. Bei Pferden, die stark schwitzen, sowie bei Regen­wetter treten Druckschäden häufiger auf als unter den entgegen­gesetzten umständen. Ferner werden solche durch alle Eigenthttm-lichkeiten im Bau der Thiere begünstigt, welche die regelnülssige Lage des Sattels stören (schlechte Sattelinge). Dazu rechnet man ein ab­norm Indies oder niedriges, kurzes Widerrüst, Plachrippigkeit, eine keilförmige Brust und kurzes Brustbein, Eeubauch, Grasbauch, wobei der (Juri leicht nach vorn oder hinten gleitet. Aeltere Pferde zeigen zuweilen Schwund der Muskeln in der Sattellage und werden deshalb leicht von Druckschäden betroffen. Krippensetzer und unruhige Pferde, die sieh nicht sorgfältig satteln lassen, erleiden oft solche Ver­letzungen. Auch begünstigen imregelmässige Gangarten, Unruhe, Lahmheit die Entstehung dieser Leiden. Lahme Pferde werden nicht selten schon beim Führen nn der Hand durch den unbelasteten Sattel, und zwar nicht selten am Widerrüst schwer verletzt, weil bei dem ungleichen Auffallen der Körperlast der Sattel sich nach der Seite des gesunden Fusses verschiebt.
Die äusseren Ursachen lassen sich in drei Gruppen bringen:
1. Fehlerhafte Besch a (Te nh ei t des Salteis: Das beste Präservativmittel gegen Druckschäden ist ein geschickter und sorg-
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Kiankhoiteii der Brust.
fttltiger Sattirr. Dt-n Druck gleioluntlssig auf eine taögllclist gi'osse, mit weichem Muskelpolster ausgestattete Pltlche zu Übertragen, er­scheint im Princip zwar einfach, um so schwieriger ist die Ausfuhrung, Der Sattel darf weder zu eng noch zu weit sein; daher sind Ä.ende-rungen im N'ährzustande der Thiere woh] zu beachten. Ein zu weiter Sattel bringt den Widerrüst in Gefahr, der zu enge quetscht mit der äusseron Kante seiner Trachten den Bippenkörper. Die vordere Sattel­kammer muss der tlöhe des WiderrUstes angepasst sein: ist sie /.u niedrig, so entstehen schwere Verletzungen am Widerrüst. Brüche und Verbiegungen der Trachten, /wiesei, des Sattelbaumes, schlecht gepolsterte Kissen, wiederholte Durchnilssung derselben führen leicht zu Druckschäden,
Theile des Sattels oder Geschirrs, die dem Körper nicht fest anliegen, erzeugen leicht Excoriationen der Haut.
~. Fehler heim Satteln oder Anschirren: Palten, Fremd­körper iu der Decke, und seien sie auch noch so klein, geben oft zu Quetschungen Anlass. Wird die Decke nicht gehörig in die Kam­mer gezogen, so entstehen schwere Widerrüsterkrankungen. Mit Recht ist es üblich, die Unterlage (Deckel so aufzulegen, dass sie etwas von vorn nach hinten geschoben werden mnss. bevor der Sattel aufgelegt wird, damit die Ilaare in der Sattellage ihrer Richtung entsprechend gelagert, geglättet werden. Liegt der Sattel zu weit nach vorn, so wird der Widerrüst gequetscht; zu weit nach hinten gelegt, rutscht er nach vorn, wodurch der Gurt sich lockert und leicht Quetschung entsteht. Der lose Gurt sowie das spätere Nach­gurten und das ungleichmässige Anziehen der Gurtstrippen beim deut­schen Sattel giebt ebenfalls zu Druckschäden leicht Veranlassung.
3. Fehler heim Reiten: Schiefer Sitz, Schlafen zu Pferde und dauerndes Neigen muh vorn. Verschiebung des Sattels heiin Auf-sitzen und unruhiges Reiten werden oft nachtheilig.
Die Hauptsache ist, dass diese Kinflüsse längere Zeit einwirken: nach kurzen Kitten entstehen selten Druckschäden,
Behandlung. In präservativer Hinsicht empfiehlt sich, nach dem Absitzen nicht sogleich den Sattel zu entfernen, denselben vielmehr etwa V8- 1 Stunde auf dem Rücken des Pferdes liegen zu lassen. Durch vielfache Erfahrung ist diese Thatsache bestätigt worden, welche sich einfach aus dem Umstände erklärt, dass der Druck des Satteds nicht plötzlich ganz aufgehoben werden darf. Hat eine Ver­letzung stattgefunden, so sind die betreffenden Blutgefässe comprimirt
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Satteldraok,
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und blutleer. Wird nun plötzlicb der Gegendruck vollständig auf­gehoben, wo dring! das Blul aus der Nachbarschaft mit Gewali in die leeren Gefdsse ein, wodurch natürlich leichl Continuitätstrenuungen in ihren Wandungen eintreten. Bloibi dagegen der Sattel einige Zeil liegen, so kommt allmählich ein Ausgleicli ohne solche Nachtheile /n Stande. Der Umstand, dass die Schwellungen ersl uacli dem Ab­satteln erscheinen, spricht für die Richtigkeii dieser Erklärung, Bei cutanen Schwellungen kommt es zunächst darauf an, ililt;' weitere Extravasation zu verhindern, sodann die extravasirten !#9632;' 1 ii ssig-keiten zur Resorption zu bringen. Das Erste wird am wirk­samsten durch Kälte erreicht, welche die Gefasse zur Contraction bringt : die Resorption aber fördert feuchte Wärme am wirksamsten. Daher erklärt sich der Nutzen dieser so differonten Medicationen. Niuh mciiicn Kri'almm^'en verdient in frischen Fällen, d. Ii. gleich nach dem Auftreten der Schwellung die Kältewirkung, nach 12—24 Stunden dagegen feuchte Wärme den Vorzug. Wo ferner die Anwendung der Kälte nicht sorgfältig durchgeführt wird, kann von vornherein dem 1'Hessn it/.quot;sehen Umschlag der Vorzug gegeben werden. Die Kältewirkung liissl sich zweckmässig mit einem gleich-massigen gelinden Druck oder besser noch mit Massage verbinden. Ein mehrmals zusammengelegtes Tuch oder ein mit kleinen Ims-sttickchen aiigel'üilter Beutel ist hei l'riscdien/aistäuden sehr empfehlens-werth. Das früher vielfach geühle Aul'schniiren von Steinen oder Erde (Rasenstücke) kann nicht empfohlen werden; erstere erzeugen leicht Nekrose der Haut, durch letztere wird der Rücken verunreinigt, und so der Grund zu neuen Quetschungen gelegt. Die gleichzeitige Anwendung von Massage in Form gelinden Streichens mit den Fingern beschleunigt die Resorption in noch höherem Masse als einfacher Druck, Durch Kälte, in Verbindung mit Massage lassen sich die meisten cutanen Schwellungen innerhalb [2—24 Stunden beseitigen, sofern die Behandlung bald nach dein Auftreten in Anwendung kommt. Nach dieser Zeit verdient die feuchte Wärme in Form Priessnitz'scher Umschläge den Vorzug, die ebenfalls durch Mas­sago unterstützt werden kann. Sofern nicht Nekrose eintritt, führt diese Behandlung stets /.um Ziele. Der Zusatz von Arnicatinctur, ein Mittel, das früher zu diesem Zwecke viel benutzt wurde, übt keine iienneiiswerthe Wirkung aus, zumal die antiseptische Eigen­schaft hei der meist angewendeten hohen Verdünnung nicht in Be­tracht kommt.
Bei Nekrose muss die Demarcation zu beschleuniffen ffesucht
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Krankheiten der Brust.
worden. Audi dazu dient in erster Linie feuchte Wärme in Form Priessnitz'scher Umschläge oder warmer Catapläsmen von Lein-samenraehl. Sobald sich einzelne Abschnitte der nekroiäscheti Haut, loslösen, versuche man durch einen kräftigen Zug, event, unter An-wendung der Kornzange das Hautstück zu entfernen. Gelingt dies nicht, so wird die Behandlung fortgesetzt; das Ausschälen des tnumi-ficirten HautstUckes fördert den Heilungsvorgang nicht erheblich, weil dabei die Grenze zwischen dem lebenden und todten Gewebe selten getroffen wird. Nach Entfernung des HautstUckes muss der Defect durch Granulation gedeckt werden. Die IJeliandluu^ erfolgt daher genau nach den fttr die Wundheilung geltenden Grundsätzen. Be­merkt sei, dass, sobald sieh ein trockener Schorf gebildet hat, Nichts-fhini das beste Heilmittel bildet,
Ist die Ausfüllung des Defectes, V^ernarbung und Abschwellung der Umgebung eingetreten, so kann unter Anweiuluug von Schutz­vorrichtungen der Sattel wieder aufgelegt werden. Diese bestehen in dor Application eines sog. Talglappena oder hesser eines Stückes glatter Wachsleinwand, welche da in die Decke genäht werden, wo diese auf die kranke Stelle zu liegen kommt. Hierdurch sollen Ver­letzungen, soll namentlich das Scheuern der noch von Ilaaren enthlössten und mit einer dünnen Epidermis bedeckten Haut verhütet werden.
Anders gestaltet sich die Behandlung der Widerrüstdruckschäden, besonders der nur Suffusionen und Extravasationen in die Subcutis beruhenden Anschwellungen. Handelt es sich auch hier um Beschrän­kung weiterer Extravasation und Förderung der ergossenen Massen, so verlangt ihre Therapie doch besondere Rücksichten,
lu frischen Fällen findet auch hier Kälte, aber ohne Druck und ohne Massage Anwendung. Die letztere würde weitere Hln-tungen in die Unterhaut begünstigen; auch pflegen die Zustände zu schmerzhaft zu sein, um einen erheblichen Druck ertragen zu können. Nach 24 Stunden muss feuchte Wärme vorgezogen werden. Um Infection und Eiterung zu verhüten, kann ein Antisepticum den Um­schlägen hinzugefügt werden. Man lässt z. B. Priessnitz'sche Um­schläge mit 0,l0/o Sublimatwassev herstellen. Bei geringerer Schmerz-liaftigkoit und grossen Hämatomen kann hier die Massage später vortheilhaft eingreifen. Auch empfiehlt sich zuweilen die künst­liche Entleerung des Inhaltes mittels! einer Pravaz'schen Spritze (Peters), doch imiss hierbei streng antiseptisch vorgegangen werden. Mau desinfleire vorsichtig sowohl die äussere Haut als auch das [n-strument und lasse nach der Entleerung des Mxtravasats (nicht selten
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Satteldruok,
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liViiiphcxtmviisiit) (lurcli den Umschlag ('inen massigen Druck auf die betreffeude Stelle ausübeta, um die Wiederfüllung zu verhindern. Be­sondere Vorsicht ist bei AuweiHluiig des Messers geboten : Man spalte Huctiürende Hcliwelluiigen erst, nachdem man sich bestimmt überzeugt hat, dnss ein Aliscess vorliegt. Vortheilhafter zeigt sich in zweifel­haften Fällen eine scharfe Einreihung (Canthariden, Sublimat, Hvdr. hijodut.), indem die damit hervorgerufene Anschwellung einen gleich-massigen Druck auf die ergossenen Massen ausübt und ihre Resorp­tion fördert,
Besondere Schwierigkeiten bieten Eiterungsprocesse am Wider-rüst. Beseitigung der Eiterretentionen und nekrotischen Massen, .sowie Verhütung des Auftretens von Phlegmone und Xckrose bildet hier die Grundlage der Behandlung. Oft muss in ausgiebiger Weise vom Messer Gebrauch gemacht werden. Fisteln sind womöglich bis auf den Grund zu spalten, alle Versenkungen freizulegen, die nekrotischen Theilc des Nackenbandes, der Fascien und Dornfortsfttze möglichst bald zu entfernen. Zur Förderung des Abflusses und Verhütung neuer Eiterversenkung dienen llaarseile und Drainröhren. Geht die Eiter-versenkung unter die Muskeln, so werden diese ebenfalls gespalten. Man hüte sich jedoch, die Spaltung der Haut quer über die Mittellinie des Kückens vorzunehmen; dadurcli entstehen schwer heilbare Trennungen, indem die Wundränder sich nach innen umlegen.
Zuweilen setzt sich der Process auf die Halsmuskulatur fort, die alsdann ebenfalls gespalten wird, meist zugleich mit dem Nacken­bande, welches in solchen Füllen, ebenso wie bei der Genickbeule, quer durchschnitten werden muss.
Die grösslen Schwierigkeiten für die Heilung ergeben sich aus der Nekrose der Dornfortsätze der Bückenwirbel. Die Dissection nimmt längere Zeil in Anspruch, während welcher meist neue Eiter­versenkungen und neue Nekrose auftreten. Werden die nekrotischen Spitzen der Dornforts'atze mit dem scharfen Löffel fortgenommen, so kommt es an der Oberfläche der Knochen leicht von neuem zur Nekrose, .so dass mit dieser Operation nichts erreicht wird. Nur da, wo nach Entfernung der Domfortsätze durch permanente Irrigation Asepsis erlangt werden kann, zeigt sich die Resection der Dornfort-sätze überraschend günstig und führt schnell zur Heilung; leider bildet die l'hlegmone und Eiterung häufig ein llinderniss für diese; auf Erfolg darf daher nur da gerechnet werden. wo die Kiterung fast ganz verschwunden ist und keine erhebliche Anschwellung mehr besteht.
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M)
Krankheitön der Brust.
Noch bedenklichei' als diese gestalten sich Eiterversenkungen unter das Schulterblatt; bierbei tritt sii\vlt;ilil am Schulterblatt wie auch an dessen Knorpel leicht Nekrose ein, Besondere Schwierig­keiten biete! bierbei die tlerstellung eines regehuässigen Abflusses für den Eiter. I lurch Fortpflanzung der Eiterung und Nekrose auf das innere Widerrüst-Schulterband greift der Process leicht auf die mediale Fläche des Schulterblattes llber und entzieh! sieh gomii einer directen Behandlung immer mein-, liier Ideihl luir norli der Vcrsueh iiliri^', am hinteren Rande des Schulterblattes eine Gegeuöffnung zu machen um! ein Drainrohr einzulegen. Of! führ! aucli diese Therapie nich!
ZUin Ziele.
Bei Quetschungen am Widerrüst komm! es nicht seifen zu ent­zündlicher Erkrankung der auf den Dornforts'ätzen der •'gt; 7 Rücken­wirbel gelegenen Bursa mueosa, unter gleichzeitiger Füllung und \'ei--jrrösserunc derselben, Alsdann erschein! am Widerrüst, neben der Mittellinie bald an einer, bald an beiden Seiten eine reichlich hand-tellergrosse, flache, fluetuirende Anschwellung, begleitet von massigen Entzündungserscheinungen. Der Zustand stellt eine Bursitis mil serösem oder blutigem Erguss (Hydrops oder Hilmatom der Bursa) dar, der mit einem Extravasal oder Abscess leicht verwechselt wer­den kann. Das langsame und beiderseitige Auftreten lilssl ihn jedoch von den meist schnell sich entwickelnden Lymph- und Blutextra-vasaten trennen. Leichter und zugleich bedenklicher wird die Ver­wechselung mit. einem Abscess, weil die Incision regelmässig eine Phlegmonc zur Folge hat, die aber vermieden werden muss. Die durch plastische [nfiltration harte ümgcdning (diarakterisirt, auch hier den Abscess gegenüber der meist weichen Umgebung der Bursitis. Entstehen Schwierigkeiten bei der Diagnose, so kann die unter anti­septischen Cautelen ausgeführte Probepunction entscheiden. Nach sorgfältiger Desinfection der äusseren Hau! macht man mit sterili-sirter Nadel oder einem Probetrokart den Einstich. Entleert sich nur Serum oder Blut, so besteht eine Bursitis, bezw. ein Extra-vasat. Nach Entfernung des Inhalts werden Compressen angewendet, um einen massigen Druck auf die erkrankte Stelle auszuüben und die Erneuerung des Ergusses zu verhindern. Zur Vermeidung von Infection benutz! man Desinficientien bei der Herstellung der Um­schläge. Wo diese nicht anwendhar sind, lindet eine schinde Ein­reihung mit Sublimatsalbe (1,: 8) vortheilhafte Anwendung.
Excoriationen dor Haut werden sorgfältig gereinigt, sodann die Oberfläche mit einem deckenden Mittel bepudert (Jodoformtanftin,
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I ic'srllilTlIl'ürk.
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Stärkemehl) oder tail eiuem indifferenten Fett oder einer Salbe be­strichen ilrgi. Vascliiiii. Letztere verdienen den Vorzug, wenn die excoriirte Stelle zugleich Schwellung zeigt; es liisst sich alsdann nach A|i|ilicatioii des Fettes, he/.w. der Salbe entweder Kälte oder ein Priessnitz'scher Umschlag anwenden. Nach der Abheilung solcher Stellen muss das Geschü'r mit einem weichen Polster (Hasenfell) oder glatten Wachstuch als Schutzdecke versehen werden.
Bin 1 linderniss für die Heilung oberflächlicher, d, li. auf die oberen daseien beschränkter Processe bildet zuweilen die lebhafte Bewegung des Hautmuskels, namentlich im Sommer zur Ä.bhaltung von Fliegen; auch bierbei leistet eine schai'feEinreibung in der Um­gebung der leidenden Stelle vorzügliche Dienste.
lli Quetschungen durch das Kummet oder andere Uesch irrtheiJ e.
Am Kummet der Pferde unterscheidet man den Deckel, die holden Federn, welche moist- ans Eisen hergestellt sind, das Kummetkissen, sowie eine obere und untere Kammer.
Das Kummet soll parallel mit dem Schulterblatt liegen, ohne das­selbe zu berühren; letzteres findet statt, wenn es zu weit ist, und es ent­stellen dann leicht Excoriationen der Haut auf dem Schulterblatt. Am häufigsten wirkt die obere Kainmor naclittieilk;': ist diese zu eng, so kommt es zu Quetschungen, ist sie zu weit, zum Scheuern der Haul am Qalskamme. Als liegcl gilt, duss bei angezogenen Zugsträngen die flache Hand zwischen Kummet und Halskamm Platz findet. Das Kummet muss ferner so breit sein, dass es bequem über den Kopf des Pferdes geschoben worden kann, aber der Schulter fest anliegt, d.h. sich weder nach links noch nach rechts verschiebt.
Die Kummetverletzungen gestalten sieh ähnlich wie der Sattel-druck; am oberen Halskamme Indien sie dieselbe Bedeutung wie Wider­rüstdruckschäden, werden indess erst bedenklich, wenn die Subcutis mit leidet. Solange die Schwellung verschiebbar und scharf begrenzt bleibt, leidet nur die Cutis. Bei diffusen Ä.nschwellungen greift die Eiterung leichi auf das Nackenband über, erzeug! liier Phlegmone mit Nekrose und führt zur Eiterversenkung /.wischenden Halswirbeln, ein Zustand, der bei der Behandlung grosse Schwierigkeiten bietet. Dies gilt namentlich von der Nackenbandnekrose, die auf den glatten Theil desselben übergreift. Solche Leiden sind stets hartnäckig, zu­weilen unheilbar, indem die zwischen die Halsmuskeln sich fortsetzende Phlegmone zur Abscedirung rührt und die Herstellung einer (legen-öffnung für den Ablluss des .Kiters unmöglich wird. Umfang-
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Krankheiten laquo;lur Brust.
rcMclic Anschwellung und profuse Eiterung hier zu den bedenklichen Syinj)toni6n,
genöreo ttucn
Die Behandlung dieser ZustÄnde muss nach denselben Gruncl-.siitzen erfolgen, wclclic hei der W'iclerrüstfiste] bereits besprochen wurden. Auch hier vermeide man, die Haut quer Über den Kiiiniu des Halses zu spalten; die SeitenflS.chen desselhen schone man jedoch nicht; die von der Eiterung unterminirten Muskeln müssen gespalten werden, soweit, sie getrennt sind und die l'lit.erung reicht.
Gutaue Schwellungen durch Kummetdruck sind wie die gleichen Veränderungen heim Satteldmok zu beurtheilen und zu be­handeln.
Verletzungen durch Zugstriiuge, den Schwanzriemen, llm-gang- und Bauchriemen bestehen in der Hegel in Excoriationen der Haut. Sie werden dadurch veranlasst, dasa diese Geschirrtheile nicht festliegen, sondern sich wahrend der Arbeit der Thiere fort­dauernd an der Oberfläche der Haut bewegen und so Haar und Epi­dermis abscheuern. Harte und rauhe Beschaffenheit derselben be­günstigt natürlich solche Verletzungen, deren Behandlung nach den­selben Grundsätzen erfolgen muss, welche beim Satteldruck besprochen wurden. Zum Schuf/, der verletzten Stellen werden die betreffenden Geschirrtheile mit einem glatten Stück Wachsleinwand Uberkleidet. Dieses Material zeigt sieh vortheilhafter als Pelle von Hasen oder Kaninchen, die im übrigen ebenfalls brauchbar sind.
Keim Kinde entstehen durch das Kümmel, he/.w. „Jochquot; ähnliche Verletzungen am oberen Halsende wie bei Pferden, Ihre Beurtheilung und Behandlung gestaltet sich ebenso, wie dort angegeben. Auch bei diesem Thiere kommen am Halskamme tiefer greifende Eiterungen vor. welche gleichfalls ZU interinuskulürer Khlegmone und schwer heilbaren Zuständen führen können.
Durch das Stirnjoch des Kindes werden endlich Quetschungen am Kopfe der Thiere hervorgerufen, namentlich wenn die Hörn er tief angesetzt sind, oder die Stirn eine stark gewölbte Form besitzt. Der entzündliche Process greift hier leicht auf das Periost über und erzeugt Nekrose am Stirnbein, die sich auf den Hornfortsatz ausbreitet und zur Lockerung und Abfall der Homer führen kann. Schwellung, vermehrte Wärme und Sehmerz stellen sich in verschiedenem Umfange und Grade ein. Die Beurtheilung bleibt jedoch meist günstig, wenn auch die Arheitsfiihigkeit der Thiere auf einige Zeit eine Unter-
brechunff erfährt. K
ei cier
Behandlunff dieser Zustände müssen di
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Tumoron nu der Brust,
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(raquo;rumlsilt/.e dor allgeiueinen Ghirui'gie Plamp;bz greifen, Nekrotisohe Kiiochi'iithoik' sowie vollstilndig gelöste Eörner sind zu entferoen, und durch Anwendung relativen- Antisepsis ist die Ausbreitung der entzünd-
lichen
'rocesse zu vermudern.
7. TimioiTii an der Brust.
Lit.; Wilhelm, Dresd. Her. 1883. S. 84. 1891. S. 293.
'flugf, Oesten*. Monatsgchr. für Th.
In und unter der äusseren Haut bilden sich namentlich bei Zug­pferden in der Geschirrlage Tumoren, welche bald vereinzelt, bald alier multipel auftreten und eine bedeutende örösse erlangen können. Bei Schimmeln trifft mau hier elie bekaimteu melanotischen Geschwülste an, aber auch bei andern Pferden werden liier geschwulstbildende Pro-eesse beobachtet, die sicli bei näherer Untersuchung als Mykofibrome erweisen, also auf Infection mit Botryomyces, Staphylococcus und anderen Eiterkokken beruhen.
Wilhelm fand in den unter der äusseren Haut der Brust auf­tretenden Knoten, welche vergebUch mit Jod und Quecksilberpräparaten behandelt waren, regelmässig einen kleinen Eiterherd.
Von Pflug wurden neuerdings krankhafte Geschwulstbildungen der Haut in der Eummetlage als .Tvlomataquot; beschrieben, welche ebenfalls hierher gehören dürften. Bei frischen Erkrankungen zeigt sich die Schnittfläche der Geschwülste oft ödematös, so dass mau sie wohl bei oberflächlicher Betrachtung für myxomatöse Bildungen halten könnte: die älteren .sind derb und hart (Tvlomata flbrosa, Pflug). Audi kann es nicht auffallen, wenn die Neubildung bald von der Cutis, bald von der Subeutis ausgeht. Gelegenheit zur infection ist gerade hier liinlänglieb gegeben, indem unter dem Kummet die Epi­dermis maeerirt und nicht selten verletzt wird.
lu einzelnen Fällen sah man i'ferde desselben Stalles in grösserer Zahl an diesem Zustande leiden, der namentlich dann Störungen ver-anlasst, wenn die 'rumoren in der Geschirrlage auftreten und durch Quetschung von Seiten des Kummets oder des Seitengeschirrs zu ent­zündlichen Schwellungen Veranlassung geben.
In der Gesehirrlage entwickeln sich bei Pferden nicht selten, von den Saarbälgen und Talgdrüsen ausgebend, local beschi'änkteEnt­zündungsherde, welche kleine Knoten (Akne) bilden und namentlich iu heisser Jahreszeit beobachtet werden. Werden diese nicht berück­sichtigt, die Tliiere trotzdem weiter zur Arbeit verwendet, so greift Möller, Spodelle Ohlrargle für Tblertasto. s, Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1!'
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Krankheiten der Bmst.
der Entzündungsprocess zuweilen um sich, uml es entstehen aoute eiterige Erkrankungen mit Äbsceesbildung (Furunkeln).
Ehre Beurtheilung und Behandlung hängt von der Ausdeh­nung und dem Sitze ab, Kommen sie rechtzeitig zur Behandlung, so führt die Exstirpation in der Regel zur vollständigen Heilung. Wird der Zustund jedoch vernachlässigt, und erlangt die Geschwulst einen grüsseren Umfang, so kann die Beseitigung auf Behwierigkeiteii stossen, welche im (ihrigen nach den allgemein gültigen Grundsätzen erfolgen muss. Bei kleineren und noch frischen Knoten führt die Spaltung derselben zuweilen zum Ziele, doch stellen sieb liiernach nicht selten Uecidive ein. Das einzig zuverlässige Mittel Lüdet die Exstirpalion, die bei kleinen Geschwülsten mit der Schere, bei grös-seren mit Hülfe des Messers erfolgt, Erheblichere Schwierigkeiten entstellen durch grösseren Umfang der Neubildungen, durch eine breite Basis derselben oder durch Uebergreifen der Wucherung auf die Bug-drüsen. Ich habe wiederholt mit diesen Neubildungen, welche von der Cutis ausgegangen waren, die Bugdrüsen zugleich exstirpirt und mich von der Mitleidenschaft derselben überzeugt; durch genaue Pal­pation lässt sieh diese Complication durch eine in die Tiefe gehende Fortsetzung der Geschwulst meist erkennen. Bei einiger Vorsicht ge­lingt die Entfernung derselben sowie der bereits veränderten Lymph­drüsen ohne besondere Mühe und Gefahr.
Die in der Geschirrlage auftretenden llilzknötehen (Akne) ver­langen entweder Schonung des Pferdes oder Schutz gegen Druck durch Polsterung der Geschirrtheile, Feuchte Wärme begünstigt ihre Zertheilung; in Eiterung übergegangene sowie Furunkeln werden recht bald gespalten.
8. Der Uriiststicli. Thoracocentesls.
Lit.: Bibaud, Eeo. de möd. vcUt. 1892. ref. B. T, W, 1892. S. 272.
Diese seit den ältesten Zeiten beim Menschen ausgeführte Ope­ration soll in der Thierheilkunde zuerst von Lafosse (17721 gemacht worden sein. Sie bezweckt Flüssigkeiten, namentlich pleuritische Er­güsse aus der Brusthöhle zu entfernen, selten bandelt es sich um Beseitigung von Luft aus derselben (Pneumothorax). Die Entfernung pleuritischer Exsudate ist zuweilen erforderlich, um drohende Lebens­gefahr zu beseitigen, indem die Flüssigkeit einen starken Druck auf die Lungen und das Zwerchfell ausübt und die Atlnnungsheweguiigen
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Bruststich,
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in hohem Grade stört. Audi können
)hliohe Circulationsstörunffen.
welche durch den Druck der Flüssigkeit auf das Herz und die Gtafässe entstanden sind, durch diese Operation beseitig! werden.
Eine weitere Indieution l'iir die Thoracocentese bestehi in der Entfernung nicht resorbirharer Exsudate, um die Lunge wieder frei zu machen. Obgleich die Bedingungen zur Resorption mil der Pleura äusserst günstige sind, so bleibt diese doch zuweilen längere Zeit aus, his durch Beseitigung, wenn auch nur eines Theiles der Plüssigkeii die Circulationsverhältnisse verbessert und die Resorptionsvorgänge erleichtert werden.
Bei eiterigem oder septischem Enbalte kann die baldige Ent­fernung desselben nicht nur auf den Ablauf des localen Entzündungs-processes, sondern auch auf das Allgeineinbefinden einen günstigen Ein-llnss ausüben, namentlich wenn der Pleurasack zugleich mit einer Desinfeetionsllüssigkeit ausgespült wird. So klar diese Frage hei theo­retischer Betrachtung erscheint, so hat die Operation für solclie Fälle bei Thieren bisher doch wenig praktischen Werth erlangt.
Dass man mit derselben die drohende Erstickungsgefahr abwen­den kann, steht fest, aber damit ist dein Besitzer des Thieres meist wenig gedient, [hm kommt es darauf an, dass es zugleich für die wirthschaftliche Ausnützung wieder geeignet, d. h. vollkommen geheilt wird. Das lässt sich aber häufig nicht erreichen und hängt von einer Reihe von Bedingungen ah, die sich einer genauen Beurtheilung oft entziehen; daher mnss die Operation nicht selten als Versuch betrachtet werden. Dass dieselbe indess auch hei Pferden nicht nur ausnaliins-weise, sondern regelmässig mit günstigem Erfolge verbunden sein kann, beweisen die Mittheilungen der Literatur, neuerdings auch die Ribauds, Am wonigsten leistet die Function der Pleurahöhle bei chronischem livdrothorax, welcher aus Circulationsstörungeii oder Veränderungen in der Hlutinisclnuig hervorgegangen ist; hier trägt die Entleerung lies Inhaltes der Brusthöhle in der Regel nur zur Beschleunigung des tödtlichen Ausganges bei.
Auch mit Entfernung von Blut aus der Pleurahöhle ist selten ein dauernder Erfolg verbunden. Sofern die Pleura nichl schwer er­krankt ist, wird dieses selbst In grösserer Menge leicht und schnell resorbirt. Vielleicht lässt sich, unter Umständen bei perforirenden Brustwunden das in Zersetzung begriffene Blul der Brusthöhle auf diese Weise unschädlich machen; in der Regel kommt die Operation jedoch ZU spät.
Bezüglich der Diasrnose dieser Zustände muss auf die Lehrbücher
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21raquo; 2
Kmiiklu'itcn der Hnist.
dor speciellen Pathologie und Therapie verwiesen werden. Bemerkt sei nur, dnss die Gegenwart eines llydrutliorax in der Regel aucli ohne E'robepunction festgestellt werden kann. Die Anwendung des l'robetrokarts kann dagegen beim Enipvern zuweilen angezeigt er­scheinen.
1. Die Punotiou der Brusthöhle bei serösem, pleuriti-schem Exsudat. Man verwendet hierzu Trokarts, die nach der Qrösse der Thierart eine verschiedene Stärke besitzen. Der für grössere Thiere hat einen Dui'chraesser von etwa 4—5 mm; kleinkalibrige sind im allgemeinen vorzuziehen; Seitenöfihungen an der Hülse erscheinen auch hier nicht zweckmässig. Man sorge dafür, dass:
1. Instrument sowie Operationsstelle sorgfältig des-inficirt sind, damit nicht durch Infection des pleuritischen Ergusses der Znstand noch verschlechtert wird,
#9632;_'. dass kein Lufteintritt in die Brusthöhle stattfindet, und
:!. dass durch langsame Entleerung des Inhaltes die Aen-derung der Circulationsverhältnisse in der Brusthöhle ohne nachtheilige Folgen bleibt.
Die Thoracocentesis wird regelmössig am stehenden Thiere aus­geführt; das Niederlegen würde nicht nur die Ausführung derselben erschweren, sondern auch bedenkliche Störungen der Athnmng zur Folge haben; dies gilt auch von kleineren Thieren. namentlich wenn erhebliche Respirationsbeschwerden bestehen. Ich hatte einmal Ge­legenheit, diese nachtbeilige Wirkung kennen zu lernen; der zu
operirenae
Mund ging in weniffen Minuten an Erstickuna zu Grunde.
Die früher empfohlene Ausführung der Operation an der unteren Brust-, bezw. Bauchfläche kommt mit L'echt nicht mehr zur Anwen­dung. Man applicirte den Trokart zwischen Schaufelknorpel des Brust­beines und dem Knorpel der letzten Kippe. Dabei niusste der Trokart die Bauchhöhle passiren, wodurch zu den unvermeidlichen Gefahren noch die einer Peritonitis und Darm Verletzung kam. Auch die früher zu Gunsten dieser Methode angeführte vollständige Entleerung des Pleurasackes erscheint nach dem oben gesagten nicht nur bedeutungs­los, sondern sogar nachtheilig.
Man wählt gegenwärtig bei allen Thieren die Seitenwand des Brustkastens in der Höhe der Vena thoracica externa und operirt etwas unter oder über derselben; um die unterhalb der genannten Vene liegenden starken Brustmuskeln zu umgehen, meist über derselben. Sind beide Pleurasäcke gefüllt, so wird die Operation an der rechten Seite vorgenommen, um Verletzunffen des Herzens zu vermeiden. Die
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Hniststicli.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 293
verticalo Grenze für die Punotion liegt beim Pferde ZAvischen der fünften bis achten Rippe, beim Kinde zwischen der sechsten bis neunten, beim Schwein von der siebenten bis neunten und bei Fleischfressern zwischen der fünften und neunten Kippe.
An der Operationsstelle werden zunächst die Haare, um besten mit dem Rasiermesser abgeschoren, die äussere Haut abgeseift, mit Aether abgerieben und sohliesslich mit einer Desmfections-(Sublimat-) Flüssigkeit abgespült. Ebenso grosse Sorgfalt ist auf die Desinfection des Trokarta zu legen. Man erreicht diese in der Privatpraxis am einfachsten und .sicherstem durch Kochen desselben in Wasser oder durch Einlegen in 3—50/oiges Carbolwasser,
Um das Eindringen des Instrumentes, was namentlich hei Thieren mit dicker Haut oft schwer fallt, zu erleichtern, macht man zunächst mit dem spitzen Bistouri oder der Lancette einen Einstich. Alsdann wird der Trokart so erfasst, dass das Heft desselben in der hohlen, rechten Hand liegt. Mit dem Daumen und den übrigen Fingern um-fasst man das Instrument, während der Zeigefinger, mehr oder weniger ausgestreckt, da auf der Hülse liegt, bis wohin der Trokart eindringen soll. Dieses richtet sich nach der Dicke der Brustwand und schwankt bei grösseren Thieren /.wischen 3—6 cm.
Zeigt sieh die äussero Haut auf ihrer Unterlage verschiebbar, so suche man diese etwas nach oben zu drängen und stosse mm mit einer leichten Drehbewegung der Hand den senkrecht zur Krustwand gerichteten Trokart in der Nähe des vorderen Randes einer Kippe bis an den Zeigefinger in die Brustwand ein.
Hierauf wird mit der rechten Hand das Stilet zurückgezogen, während die linke die Hülse des Trokarts festhält, und der linke Zeige­finger bereit ist, die Ausllussötrmmg der Hülse zu verschliessen, sobald sich die Gefahr des Lufteintrittes bemerkbar macht: diese tritt erst ein, wenn der Abfluss der Flüssigkeit aufhört, wie es bei heftiger Inspiration, Husten u. s. w. der Fall ist.
Solche Unterbrechung kann jedoch auch durch Verstopfung der Hülse mit Faserstoff- oder Blutgerinnsel oder durch Anlagerung der Lunge veranlagst werden. Man mache, sobald der Abfluss sistirt, einige leichte Seitwärtsbewegungen mit dem vorstehenden Theil der Hülse, schiebe das Stilet oder eine sorgfältig desinficirte Sonde in die­selbe ein, um etwaige; Verstopfung durch Gerinnsel zu beseitigen. Während dieser Operation muss der Zeigefinger der linken Hand stets bereit sein, die Oeifnung der Hülse zu verschliessen, sobald Luft­eintritt erfolsct.
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Krankluati'n der Brust.
Tin diese Gefahr zu umgehen und zugleicli den Abfluss der Flüssigkeit zu fördern, hat man verschiedene Vorrichtungen getroffen. die lgt;ei Anwendung der oben beschriebenen Massregeln /.war entbehrt werden können, immerhin aber geeignet sind, die Operation zu er­leichtern. Dahin gehören:
1. Der Trokart naeli Schuh, welcher an dem äusseren Ende einen Behälter (Trog oder Bad) trägt, so dass sich die Ausftussöfiuung unter dem Niveau der entleerten Flüssigkeit be­
findet. Diese Vorrichtung ist nicht, zuverlässig und wird wenig benutzt.
2. Der sog. Aspirator (Fig. 70), eine mit Ghimmischlauch, Hohlnadel und einem Halm versehene grössere Spritze. Nachdem die Hohl­nadel eingeführt ist, wird durch Zurückziehen des Kolbens die Spritze mit dem Inhalt der Brusthöhle gefüllt und nach Verschluss mittelst des Halms entleert, um sodann von neuem ge­füllt zu werden. In der Thierheilkunde hat der Aspirator wenig Anwendung gefunden.
Einfacher erreicht man denselben Zweck, wenn man Über das Ende der Hülse ein passen­des Gummirohr schiebt, dessen zweites Ende sich unter Wasser belindet. Durch diese Vorrichtung wird zugleich der Abfluss gefördert, indem die herabfallende Fliissigkeitssilule eine ihrer Länge
Aspirator nach Dleulafoy.
entsprechende Saugkraft auf den Inhalt des
Thorax ausübt. Sie hat allerdings den Nach­theil, dass man den Abfluss nicht genau controlliren kann: auch können durch die forcirte Entleerung Zerreissungen pleuraler Gefässe begünstigt werden.
Wenn der Operateur bei Anwendung des einfachen Trokarts den Zeigefinger der linken Hand in der oben erwähnten Weise aufmerk­sam gebraucht und namentlich bei etwa eintretender Unruhe, heftigen Athmungsbewegungen und iiusten die Hülse verschliesst, so kommt man mit demselben vollständig aus und kann den Eintritt von Luft in die Brusthöhle verhindern.
Es kommt ferner darauf an. dass die Entleerung des Inhaltes nicht ZU schnell erfolgt. Schon aus diesem Grunde sind dünnere Trokarts vorzuziehen. Hasche Entleerung grösserer Flüssigkeitsmengen führt zu plötzlicher Aenderuna des intrathoracischen Druckes und kann
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Brust stU'li.
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bedenkliebe Kreislaufsstörungen berbeifübren, welche geeignet .sind. niebt nur zu neuen Ergüssen, sondern auch zu Blutungen in den Lungen, zu Ohnmächten und selbst plötzlichem Tode Veranlassung zu geben. Am grössten ist diese Gefahr bei linksseitigen Ergüssen. dureb welche das Herz nacli der rechten Seite verschoben wird. Bei Pferden und Rindern empfiehlt sieb deshalb, zunäebst nur #9632;'!—6 Liter und nach einigen Stunden oder am folgenden Tage weitere Mengen zu entleeren.
Betont sei nochmals, dass es nicht darauf ankommt, eine voll­kommene Entleerung des Pleurasaokes zu erzielen, wie dies bei der Lage der Operationsstelle auch niebt möglich ist; in der Regel findet bald wieder neue Füllung statt. Der Nutzen der l'unction ninss viel­mehr auf die Veränderung des intrathoraciseben Druckes, auf die Aus­dehnung der Lungen und die so erzielten besseren Itesorptionsverbillt-nisse zurückgeführt werden.
Glaubt man eine genügende Menge Flüssigkeit entleert zu haben. so wird das Stilot (vorher gereinigt) wieder eingeführt, und nun der Trokart vorsichtig entfernt, die äusscre Wunde mit einem Desiniicicns abgespült, mit .Jodoform bestreut und mit Wundgelatine oder Collo-dium geschlossen. Im Nothfalle genügt ein Theeranstrich. Bietet sich die Gelegenheit, so kann ein lieft angelegt werden. Auch das Glübeisen wurde hierzu empfohlen (Hoffmann).
2. Bei eiterigen oder jauchigen Ergüssen in die Brust­höhle sowie bei Abscessen in der Lunge kommt die Thoraco-centese für Thiere nur selten in Anwendung, und hat noch seltener einen günstigen Erfolg, Sollte sich indess hierzu Gelegenheit bieten, sn würde man in derselben Weise vorgeben, namentlich auch die gleichen antiseptischen Massnabmen treffen. Da hier die Diagnose unter Umständen auf Schwierigkeiten stossen kann, so erscheint die Probepunction event, gerechtfertigt, doch lasse man auch hierbei die Grundsätze der Antisepsis niemals aussei- Acht.
Nacb mögliebst vollständiger Lnlleerung des Inbaltes kann bier-bei das Ausspülen der Brusthöhle bezw. des Abscesses zwischen den Pleurablät tern oder in der Lunge angezeigt erscheinen. Schon L a-fosse bat Ausspülungen der Brusthöhle mit aromatischen Flüssig­keiten versuebt. Gegenwärtig würde man hierzu selbstverständlich nur Desinflcientien benutzen. Hoffmann lässt durch das zum Abfluss der Flüssigkeit benutzte Schlauchende mit Hülfe eines Trichters Koch­salz (0,5 quot;quot;), Sublimat (1 : 5000), (Karbolsäure (0,5 raquo; oder concentrirtes Salicyl- oder Thymolwasser von etwa Bluttemperatur in den Thorax
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Krankheiten der Brust,
einfliessen. Welche Erfolge damit erzielt wurden, ist nicht angegeben. In der Menselienlieilkunde greift man unter solclien Umständen zur Incision der Brust (Thoracotoinie), ovent. mit Eesection eines Rippen­stückes, und lilsst permanente Irrigation des IMeurasuckes anwenden. Meines Wissens sind bei Tliiereu derartige Versuche bisher nicht ge­macht worden, und dürften solche schwerlich in der Praxis hilulig An­wendung linden. Handelt es sich doch bei ihnen nicht bloss um die Erhaltung des Lebens, sondern meist auch um die nutzbare Verwen­dung zu den wirthschaftiiehen Zwecken, oft sogar um Arbeitsfähigkeit. liier müssen also ändert; Forderungen im die Operation gestellt werden, welche sie meist nicht erfüllt, zumal ihre exaete Durch­führung in der Privatpraxis auf Schwierigkeiten stösst.
Dasselbe gilt, vorläufig von der neuerdings beim Menschen in Angriff genommenen .Lungenchirurgiequot;, der directen operativen .Behandlung von Krankheitsprocessen in diesen und anderen Organen der Brusthöhle.
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IV. Die Krankheiten des Bauches.
Einleitung. Die Bauchhöhle wird von der elastisch weichen Bauch­decke umgeben, die ans den Bauchmuskeln, der äusseren Haut und dem Bauchfelle besteht. Die Fasern der Bauchmuskeln kreuzen sieh vielfach, während sie von sehnigem Gewebe durchsetzt werden. Dieses sowohl wie die jene Muskeln bekleidende gelbe Bauchhaut, welche bei den Pflanzenfressern besonders stark entwickelt ist, unterstützen die Bauchmuskeln beim Tragen der schweren Bauoheingeweide. Bei den Pflanzenfressern erscheinen daher die Bauchdecken immer stärker gespannt. Dieser Bau wie auch ihre er­hebliche Dicke macht die Untersuchung der Baucheingeweide durch diese fast unmöglich. Von aussen bedeckt die mit starker Subcutis versehene, daher leicht verschiebbare iiussero Haut die Bauchdecken, während das Peritoneum ihre Innenfläche, die Bauchhöhle auskleidet und die in ihr liegenden Organe überzieht. So lange das Peritoneum intact ist, er­scheint seine Oberfläche glänzend und glatt, wodurch die Bewegungen der Baucheingeweide in der Peritonealhöhle erleichtert werden. Bei entzünd­lichen Erkrankungen kommt es aber schnell zu Exsudationen an die Ober­fläche und zur Verklebung und später zur Verwachsung der Blätter mit einander oder mit anderen Organen.
Die grössere Derbheit der Bauchdecken bei Pflanzenfressern erklärt ferner, dass Verletzungen der Baucheingeweide fast nur bei penetrirenden Wunden des Bauches vorkommen, doch hat man ausnahmsweise auch solche ohne Verwundung der .Bauchdecke in Folge heftiger Quetschung gesehen. Voulton (Stock fleth) beobachtete bei einem Ochsen Zerreissung des l'ansens durch einen Tritt vom Pferde. Das Thier ging bald darauf an Peritonitis ein. Bei Pferden wurden Buptnren der Milz beobachtet.
Die Bauchdecken empfangen ihr Blut von zwei Seiten; die Lenden­arterien, welche zwischen den Lendenmuskeln hervortreten, laufen quer über den Bauch, zwischen dem äusseren und inneren schiefen Bauchmuskel sowie /.wischen letzterem und dem Querbauchmuskel. Diese (Jefässe cominuniciren vielfach mit den Banchdeckengefässen. Die Arteria epigastrica superior stammt aus der Arteria thoracica interna und läuft von vorn nach hinten; die Arteria epigastrica inferior, aus der Oberschenkelarterie stammend, läuft dicht unter dem Peritoneum, medial am inneren Bauchring vorbei nach vorn und verbindet sich mit der superior sowie mit den Art. lumbales.
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2 (raquo;8
Krankheiten
BmucIk's.
l. Qaetsohungen der Banchdecken.
Lit.: Cui-dt, Gurll u. Hertwig, 3. S. 456.
Quetsoliungen der Bauchclecke kommen bei den llausthierun uiclit selten vor: Eufschlöge, Hornstösse, Fusstritte, Gegen laufen oder Gegenfahren gehen hierzu Veranlassung. Von der Beschaffenheit des verletzenden Körpers und der Gewalt seiner Einwirkung hängt es in erster Linie uh. welche Art von Verletzungen entstehen. Bald zerreisst die Bauclidecke, während die mit grösserer Elasticität ausgestattete Uussere .Haut intact bleibt; es entsteht ein Bruch, ein Zustand, der an anderer Stelle eingebende Besprechimg linden wird. Schärfere Gegenstände erzeugen Verwundungen, die bald auf die Oberfläche beschränkt bleiben, bald die Bauchdecke perforiren und selbst die Baucheingeweide treffen können. Auch sie werden an anderer Stelle Gegenstand der Betrachtung sein. Hier sollen nur diejenigen Zustände besprochen werden, wobei nur eine Quetscbung in den Wciehtbeilon der Bauchdecke besteht.
Wie überall charakterisirt sieb auch hier die Quetschung durch suhcutane Continuitätstrenuungen der Gelasse und Gewebe. Bei der straff angespannten Beschaffenheit der Bauchdecken der Pflanzenfresser komnien diese gerade bei ihnen vor. Bald sind nur kleine Blutget'ässe neben den Geweben durch die quetschende Gewalt zum zerreissen gebracht; es entsteht eine mehr oder weniger harte, derbe Entzündungs­geschwulst. Zerreissungen grösserer Gefässc rufen Hämatome hervor, welche durch ihre fluctuirende Beschaffenheit grosso Aehnlichkeit mit Hernien erlangen; umfangreiche Extravasate entwickeln sich bei den grösseren Thieren vorzugsweise in der Subcutis oder unter dem Bauch-hautmuskel, während solche unter der wenig elastischen gelben Bauch-baut selten sind.
Unter Umständen zeigt sich die gelbe Bauchhaut ebenfalls getrennt, und der liiss in derselben kann wohl für die Pforte eines Bruches erklärt werden. Diese Verwechselung ist jedoch weniger bedenklich, als wenn umgekehrt eine llornie für ein E.vtmvasat ge­halten und dem entsprechend operativ behandelt wird.
Verlauf. Eünfache BntzunduugsgeschwUlste werden selbstver­ständlich leichter resorbirl als grössere Hämatome; obgleich die Lage derselben auf der gelben Bauchhaut diesen Vorgang erschwert,, so
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Queteohungen der Bauohcleoken.
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beobachtet man diesen Ausgang, iiiunentlich bei massigen Anschwel­lungen doeh nicht selten, und kann damit vollständige Heilung ein­treten. I'js kommt aber auch vor, dass mit dem Verschwinden der Geschwulst an ihrer Stelle sich eine Hernie zeigt. Die Baucheingeweide können, so hinge eine Geschwulst besteht, verhindert werden aus der Peritonealhöhle hervorzutreten; mit dem Verschwinden derselben ge­langen sie unter die äussere Haut. Der Umstand ist um so mehr beachtenswerth, ids die Entwickelung der fluetuirenden Beschaffenheit der Gescliwulst leichi zu der in ihren Folgen bedenklichen Annahme eines Abscesses fuhren kann. Abscedirungen kommen /war in solchen Quetschgeschwülsten ebenfalls vor, da die Oberhaut häufig mitverletzt ist, und die Infectionsstoffe Zutritt zu den entzündlicb erkrankten Oewehen linden. Die so entstehende fluetuirende Geschwulst zeigt jedoch in ihrer Peripherie stets einen mehr oder weniger deutlich ausgebildeten, derben Ring, welcher durch eiterige Infiltration der Gewehe entsteht, den Hernien zwar in der Kegel fehlt, aber auch hier vorkommt, so lange diese noch frisch sind.
Nach Spaltung solcher Abscesse tritt meist bald lleihmg ein; findet dies nicht statt, so jierforirt der Abscess regelmässig nach aussen, selten findet eine Entleerung in die Bauchhöhle bezw. in den Darm-kaual statt. Da mit dem Vordringen des entzündlichen Processes das Peritoneum verdickt und in der Hegel mit dem Danntractus ver­wächst, so erfolgt der Durchbruch meist in letzteren (vgl. Anus praeter-naturalis), wie Curdt beim Pferde beobachtete.
Ein gleiches Schicksal zeigen Hämatome, nur dass die Aussicht auf Resorption grosser ist. Bei ihrer Spaltung oder Perforation mich aussen entleert sich oft eine stinkende, zuweilen Gas enthaltende Flttssigkeit.
Beim Rinde, seltener bei den Ubrigen Hausthieren, kommen in den Bauchdecken sog. .kalte Abscessequot; vor, die sich meist aus gleichen Läsionen entwickeln. Die Verletzung bleibt oft unbekannt, und so machen die nur langsam auftretenden Eiterungen in der Bauch­decke den Bindruck einer spontanen Erkrankung; letztere kommen hier unter Umständen vor, wie bei der Druse und anderen Leiden, und entstellen auf metastatischem Wege.
Die killten Abscesse können in ihrer weiteren Entwickelung, die oft Monufe lanu' in Anspruch nimmt, zu aeufeu Entzündunffsvor-
änüvn führen. Heim Rinde wird nich
ten nach
angerem
Be-
stehen plötzlich eine Aenderung in ihrem Verhalten beobachtet. Die Anschwellung nimint schnell zu. wird schmerzhaft, zeigt zuweilen Gas-
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Krankheiten den Bauches,
i
i:
entwiokelung und l'illirt zu erheblichem Fieber, worauf die Perforation bald fol^t, wenn nicht die Oeffnung des Abscesses auf operativem Weffe vorafenomraen wird.
Erscheinungen. Das hervorragendste Symptom bildet die An­schwellung, die sich, wie aus dem Gesagten hervorgeht, verschieden verhalten kann; bald ist sio derb, fest, schmerzhaft, bald zeigt sie eine fluetuirende Beschaffenheit, Frisch entstandene sind in der Umgebung, namentlich an den tiefer gelegenen Stellen mit Oedem verbunden, das zuweilen in grosser Ausbreitung unter dem Bauche auftritt. Schwierigkeiten bietet zuweilen die Unterscheidung von einer llernie. Man halte als Hegel fest, dass nicht eher operativ vorge­gangen werden darf, als bis die Gegenwart eines Bruches mit Be­stimmtheit ausgeschlossen werden kann. Die (,'ompressibilit'at, d. h. die Möglichkeit, durch Druck die ganze Geschwulst zu verkleinern, kennzeichnet zwar die llernie, doch können hierbei Täuschungen vor­kommen. In zweifelhaften Fällen mache man unter antiseptischen Cautelen eine Probepunction,
Behandlung. Frisch entstandene Anschwellungen werden zu­nächst gekühlt, um weitere Extravasatiouen zu verhindern; sodann wendet man zur Förderung der Zertheilung feuchte Wärme in Forin Priessnitz'scher Umschläge an. Durch Zusatz von Desinfec-tionsmitteln zu der hierbei verwandten Flüssigkeit kann unter Um­ständen die Infection und Eiterung verhindert werden. Ist letztere eingetreten, so empfiehlt sich baldige Spaltung; je früher diese ge­macht wird, desto schneller verschwindet die Anschwellung; doch sei man vorsichtig.
Auch die sog. kalten Abscesse werden am besten gespalten, so­bald man sich überzeugt hat, dass kein Bruch vorliegt, und die Spal­tung ohne Gefahr erheblicher Blutunffen erfolffen kann.
2. Banchwnnden.
Lit.: Rodloff, Qurlt u. Hertwig, 18, S. 212. Purkos, Königs Chirurgie. II. s. 125. (V, Aufl,). Kleinpaul, Berl, Arch. 1890, S. 221. Kaden, Zeitschr, für Vet. 1890. S. 868, Drolshagen, Tli. Mittli. 1854, S. 78. Humbert, Rec, de M6A. v6i. 1885. S, 64, Popow, Jahrb. 1884, S. 96. Herbet, das. S, 96, Jewsejenko, das. 1884, S, 95, Richter, Qurlt u, Hertwig. 20. S. 841. Chaput, Arch, gönamp;ul, de Mid, 1892, Walthard, Oentralbl. für Bakter, u, Paras, 12. ref, in Zeitsohr, für Vet,-Kund, 1892, S, 411.
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Bauobwunden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;i()l
Die an den Bftuohdecken vorkomnieuden Wunden lassen sidi vom klinischen Standpunkte trennen in:
a)nbsp; obcrf'liicliliche. il. h. solche, die nicht duroli die Bauch-deoken reichen,
b)nbsp; nbsp;jieneh'irenile oder perforirende, ililaquo;' dus parietale IMatt des l'eritoneum.s getrennt haben,
c)nbsp; Unlieb wunden mit Vorfall der Baucheingewoide,
d)nbsp; nbsp;Bauch wunden mit Verletzung von Bauche in-
g e \v e i d e 11.
a)nbsp; nbsp;Wunden der ersten Gruppe haben keine besondere Bedeu­tung, sobald sie nicht sehr gross sind, und ein Zenvissen der noch erhaltenen Lagen der Bauchdecke befürchten lassen. Man behandeil sie naeh den ailgemein gültigen Qrundsätzen, sorgt für Reinerhaltuug, damit nicht phlegmonöse Erkrankungen eintreten, wodurch Leiden entstehen, wie sie vorhin besprochen wurden.
Da die Anlegung von Verbänden am Bauche mit Schwierig­keiten verknüpft und hierbei meist entbehrlich ist, so kann an Stelle derselben die Wunde nach sorgfältiger Reinigung mit einem Theer-anstrieb versehen werden. Man sorge für reine Streu und lasse, wenn Anhäufung von grösseren Mengen Wuudsecrel in Aussieht steht, die Wunde öfters mit desinfleirenden Flüssigkeiten reinigen. Bei um­fangreichen Unterminirungen können Gegenöfihungen, Drains oder Haarseile noting werden.
Haben ausgedehntere Trennungen der Bauchdecke stattgefunden, so dass die Gefahr der Zerreissung der nocli erhaltenen Lagen zu befürchten steht, so muss die Wunde sorgfältig geheftet und mit einem Verbände versehen werden, Man lege starke Hefte recht tief an; unter Umständen tindet die Zapfen- oder [Ctagennaht zweckmässige Anwendung; auch wird in solchen Fällen streng!1 Ruhe für das Thier erforderlich.
Zuweilen bilden sich zwischen den Bauchmuskeln Eiterversen­kungen, die man recht bald zur Entleerung zu bringen sucht. Die hier ebenso wie an der Brustwand vorkommenden Fistelbildtingen sind nach den oben (S. 255) beschriebenen Grundsätzen zu behandeln.
b)nbsp; nbsp;Peuetrirende Munch wunden entstehen bei Thieren mei­stens durch Homstösse, Stiche mit scharfen Instrumenten, wie Mist-und Heugabeln, Lanzen, Säbel. Bajonett, Messer, Scheren. Ge­schosse, oder dadurch, dass die Thiere heim Springen über Hecken oder Zäune sich Holzsplitter in die Bauchwand treiben oder beim Niederstürzen auf scharfe Gegenstände, wie Eggenzinken, Sporne u. s. w.
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Krankheiten des Bauohesi
fallen. Bei Hunden können auch Bisswunden bis in die Bauchhöhle reichen.
Die perforirende Eügenschaft der Wunde kann zuweilen schon aus der Beschaffenheit dos verletzenden Körpers erkannt oder doch vermuthet werden. Wo dies nicht der Kali ist, vermeide man, sofort zum Sondiren der Wunde zu schreiten und dadurch die Gefahr der Peritonitis noch zu vergrössern, indem man hierbei [nfectionsstoffe bis in die Bauchhöhle verschleppt. Dazu kommt, dass die Abwesen­heit einer penetrirenden Bauchwunde auch mit Hülfe der Sonde oft nicht festgestellt werden kann, indem sich die verschiedenen Muskel­lagen übereinander schieben; dies gilt namentlich von Stichwunden. Wo der Verdacht einer Perforation vorliegt, treffe man die­selben Massnahmeii, als wenn diese nachgewiesen wäre.
Im weiteren Verlauf hissen die Erscheinungen der Peritonitis keinen Zweifel über die Diagnose: der kleine, schwache, frequento l'uls, die Blässe oder schmutzigrothe Beschaffenheit der sichtbaren Schleimhäute, leichte, aber andauernde Kolikerscheinungen, bei Fleisch­fressern auch Erbrechen. Durch das Fehlen dieser Symptome wird indess nur die Abwesenheit der Peritonitis, nicht aber der Perforation der Bauchdecken bewiesen. Vorfall von Baucheingeweiden oder Aus­tritt von Darminhalt lassen über die perforirende Eigenschaft der Wunde keinen Zweifel.
Beurtheilung und Verlauf. Jede penetrirende Bauchwunde muss als lebensgefährlich betrachtet werden, doch hängt es von der Beschaffenbeit der Wunde ab, wie gross diese Gefahr ist. Dass nicht jede perforirende Bauchwunde tödtlich verlaufen muss, beweisen schon die zu operativen Zwecken absichtlich herbeigeführten Verletzungen (Dannstich. Bauchstich, Pansenstich, namentlich aber die Castration der weiblichen Thiere sowie der Cryptorchiden).
Aber auch zufällige Verletzungen mit Perforation der Bauch­decken heilen oft, wie zahlreiche Beispiele der Literatur beweisen, selbst dann noch, wenn die Umstände der Heilung nicht günstig er­scheinen. Stockfleth berichtet über einen Hund, der mit einer Heu­gabel quer durch den Bauch gestochen war; die Heilung ging trotz­dem ohne Eiterung von statten.
Humbert sah bei einer Stute eine Bauchwunde heilen, welche 1quot; cm hinter dem l'rocessus xyphoides lag, •quot;gt; cm lang und mit einem Netzvorfall von 50 cm Länge verbunden war; über einen ähnlichen fall berichtet Kaden. Bei einer Kuh heilte Popow
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liaucliwiiiiden.
eine 15 cm lange, penetrirende Bauchwund( EUppeu.
tunter
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#9632;t/1 on
Derselbe beobachtete beim Fohlen eine
cm lanffe Wunde
zwischen Nabel und Euter neben der Linea iillja. Das Peritoneum ragte hervor, war heschmutzt, brandig, ein Tlicil davon war vorge­fallen und eingeklemmt; trotzdem erfolgte die Eeilung in I Wochen. Ich seihst habe wiederholt solche Verletzungen mit Darm- oder Xetz-vorfall geheilt; auch hat die Literatur zahlreiche Fälle der Art auf­zuweisen. Meist war die untere Bauchwand verletzt und nicht selten der Grimm- oder Blinddarm vorffefallen.
Die Benrtheilung hängt vor allem davon ab, ob ein Vorfall des Darmes und Peritonitis verhindert werden kann, Ersteres stösst bei Thieren, die nicht wie der Mensch längere Zeit auf dem Kücken liegen können, auf Schwierigkeiten, namentlich bei grösseren Wunden, Die Peritonitis wird mit Hülfe antiseptisclier Behandlung der Wunde ferngehalten, und sobald Asepsis in Aussicht steht, darf man die Hoffnung auf Erhaltung des Thieres nicht, aufgeben. Aber auch da, wo Eiterung auftritt, ist diese nicht ausgeschlossen; es kommt nur darauf an, dass sich die entzündliche Erkrankung nicht auf das Peritoneum fortpflanzt; Anlass dazu gieht vornehmlich Eletentiou von Wundsecret und Eindringen desselben in die Bauchhöhle. Je wirk­samer dieser Complication entgegengetreten werden kann, um so gün­stiger gestaltet sieb die Prognose.
Endlich kommt in Betracht, dass sich das Bauchfell der ver­schiedenen Thierarten nicht gleich empfindlich zeigt, Am ehesten überstellen Fleischfresser und Wiederkäuer solche Verletzungen, we­niger leicht das Pferd, bei dem die Gfefahr der Peritonitis stets grosser ist. Stichwunden, besonders mit unreinen Instrunienien (Mistgabel) ausgeführt, müssen stets mit besonderer Vorsicht beurlheilt werden; sie führen oft wider Erwarten zu einem tödtlichen Ausgange.
Dass anderweitige Complicationen bei der Prognose in Betracht gezogen werden müssen, liegt auf der Hand.
Behandlung. Antisepsis und Verhinderung eines Vor­falles bilden die llauptiiulicationen. Erslere besieht in sorgfältiger Reinigung und Desinfection der Wunde sowie ihrer Umgebung. Nach Stillung der etwa noch fortbestehenden Blutung, wobei nach Möglich­keit durch Enterbindung eine Ansammlung von Blut in der Wunde zu vermeiden gesucht, daher nur im N'othfalle zur Tamponade gegriffen
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Krankheiten des Bauohesi
wird, enfcferni man die etwa noch vorliandenen Fremdkörper aus der Wunde sowie die Losgetrenntelt Fetzen der Weiohtheile, deren A))-sterben in Aussicht steht. Darauf spüle man möglichst sorgfältig- die Wunde mit Desinflcientien aus, nach meinen Erfahrungen am hesten mit Sublimatwasser.
Sodann folgt die Naht mit sterilisirter Beide; Oatgut zeigt sich hier zu wenig haltbar. Man hefte, wenn es gelingt, die Bauchmuskeln und äussere Haut tief und jede für sich, um später nur die äussere Naht lösen zu brauchen, wenn eine erneute Ausspülung der Wunde iiothweudig erscheinen sollte. 15ei der grossen Widerstandsfähigkeit, laquo;•eiche die Naht namentlich bei Pflanzenfressern besitzen muss, em-piiehlt sich zur Vereinigung der Bauchdecke die Zapfen- oder Etagennaht. Steht die Anhäufung griisserer Menge Wundsecretes in Aussicht, so müssen Drains angewendet werden, Nach nochmaliger Abspülung mit der Desinfoctionsflüssigkeit wird ein Occlusiwerband angelegt. Das sterilisirte Material (Watte, Holzwolle, Jute u. s. w.) lässt man bei grösseren Thieren mit Hülfe von Moospappe oder einer Strohmatte durch darüber gelegte Gurte tragen: im Nothlalle leistet ein Sack oder eine wollene Decke diesen Dienst. Bei kleinen Thieren wird mittelst Binden ein Occlusiwerband angelegt, doch versäume man nicht, denselben über die ganze Hrust- und liauchtläche auszu­dehnen, denn nur so kann verhindert werden, dass der Verband bei den Athmuugsbewegungen nach hinten gleitet. Eine in der Längsrichtung des Körpers in den Verband eingefügte Binde, welche zwischen beide Vorderbeine und über den Hals des Thieres geführt wird, sichert die feste Lage des Verbandes.
Müssen grössere Thiere zur Anlegung der Naht und des Ver­bandes niedergelegt werden, so ist Vorsieht geboten, um einen Vorfall zu vermeiden und die beim Werten vorfallenden Theile zu schützen: hierzu kann die Anlegung eines provisorischen Verbandes nothweudig werden. Unter Umständen erleichtert die Narkose diese lliilfe-leistungen. Nach Anlegung des Verbandes muss dein Thiere mög­lichst Ruhe gegeben werden. Hunde, die sieh unruhig zeigen und den Verband abzureissen suchen, müssen unter dauernder Aufsicht verbleiben, oder man giebt ihnen eine starke Dosis Morphium, um sie womöglich mehrere Stunden schlafend zu erhalten; Pferde können unter Umständen in einen Hängegurt gebracht werden.
Das Futter wird in der nächsten Zeit soweit möglich entzogen, und Getränk nur in massiger Menge gereicht. Man beobachte in den folgenden Tagen das Fieber; wenn dieses nicht in erheblichem Grade
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Bauch wunden.
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eintritt, auch Kolikerscheinungen fehlen, so darf man auf einen i^iin-^igvn Ausgang hoffen und den Verband liegen lassen, vorausgesetzt, dass er mcht von Wundsecret durchtränkt ist. Im anderen Falle wird derselbe unter antiseptischen Cautelen erneuert und die Wunde abermals gereinigt.
Gestatten die Uniständc keinen Verband, SO lasse man nach sorgfältiger Reinigung und Heften der Wunde permanente Irrigation mil antiseptischen Flüssigkeiten einleiten. Auch kann namentlieli bei verunreinigten Wunden wiederholtes Anfeuchten des Verbandes mit solchen Mitteln uül/.licli werden.
In den ersten drei Tagen ist die Gefahr am grössten; sie min­dert sich erheblich, wenn diese Zeit ohne Hinzutreten von Erschei­nungen der Peritonitis überstanden ist; doch beobachte und behandele man auch nach dieser Zeil die Wunde in gloicliei- Weise und soro-e namentlich dafür, dass keine Retention von Wundsecret eintritt: Steigerung des Fiebers deutet darauf hin und fordert daher zur näheren Untersuchung der Wunde resp. zum Verbandwechsel auf.
c) Bauchwunden mit Vorfall von Eingeweideu. Der Vor­fall von Netz- oder Darmtheilen, des Uterus oder anderer Organe der Bauchhöhle bildel eine Complication der penetrirenden Bauch­wunden, welche die Gefahr erheblich steigert, Doch nicht der Vor­fall an sich, sondern die Schwierigkeiten, denselben zurückzuhalten, und die Verunreinigung und Verletzung der vorgefallenen Theile ist es, wodurch die Gefahr der Verschleppung von InfectionsstolVeu in die Bauchhöhle gesteigert und das Eintreten der Peritonitis hegiinstigt wird, Walt hard wies durch Versuche an Hunden und Katzen nach, dass der schädliche Einfluss der iiusseren Luft auf die Serosa. also auch auf das l'eritoneum. auf dem mit dem Eintrocknen verbundenen Absterben des Endothels und nicht auf der chemischen Wirkung der Gase beruht. Recht haldige Keposilion bildet daher die Eauptsache,
Am wenigsten bedenklich zeigt sich ein Netzvorfall, weil selbst ein grösseres Stück Netz ohne Nachtheil entfernt werden kann, also nicht in die Peritonealhöhle zurückgebracht werden braucht, Den besten Beweis hierfür liefern die Erfahrungen bei der Castration männlicher Thiere. wobei ein Netzvorfall nicht selten vorkommt, aber den Praktiker nicht in Verlegenheit bringt, weil er weiss. dass ein­faches Abschneiden des vorgefallenen Stückes unbedenklich ist; das gilt auch von Hauchwuuden mil Netzvorlall. Handelt es sich um ein grosses Stück mit stärkeren Blutgefässen, so kann eine Ligatur mit sterilisirtem Material angewendet werden: nacli dem Abschneiden
Möller, Spedelle Chirurgie fllr TUlsrärüte. 9. Aufl,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 20
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Krankheiten des Bauches.
schiebt man den Stumpf in die Peritonealböhle zurück, oder, was in der Hegel noch besser ist, nur bis in die Bauchwunde, wo der Stumpf verklebt, später verwächst und so nicht nur den Vorfall von anderen Eingeweiden sondern auch den Eintritt von Lnflcirtem Wundsecret in die Bauchhöhle verhindert. Das Netz besitzt, keine grosse Nei­gung, entzündliche l'rocesse t'ortzuleiten, daher ist das Liegenbleiben desselben in der Wunde unbedenklich.
Die Reposition der vorgefallenen Netztheile muss unter allen Um­ständen vermieden werden, sobald dieselben beschmutzt oder gar ab­gestorben sind, weil dadurch die Peritonitis begünstigt würde. Die Praktiker haben dieses bei Thieren schon längst erkannt. Alle empfehlen, zunächst das vorgefallene Netz noch etwas weiter hervor­zuziehen und dann abzuschneiden. Es liegt auf der Sand, dass hier­durch die Verschleppung von [nfectionsstofFen in die Bauchhöhle am sichersten vermieden wird.
Ich habe wiederhoil bei Fleischfressern (Hunden und Katzen) Bauchwunden angetroffen. bei denen das vorgefallene Netz durch Verunreinigung zu einer schwarzen, schmierigen, stinkenden Masse umgewandelt war. Durch Anwendung der oben empfohlenen Mass­regel ging die Heilung ohne Störungen von statten.
ungünstiger zeigen sich Dannvorfälle. weil sie in die Bauch­höhle zurückgebracht werden müssen. Aus dein oben Gesagten er-giebt sich ihre Beurtheilung und Behandlung von selbst. Gelingt es, die vorgefallenen Tlieile vollständig zu reinigen und alsbald zu repo-niren. sowie einen neuen Vorfall zu verhindern, so heilen auch solche Wunden, wie Beobachtungen bei allen Thierarten bewiesen haben. Kommt es doch darauf an, dass die Reposition erfolgt, bevor das Endothel der Serosa durch die Einwirkung der atmosphärischen Luft eingetrocknet (nekrotisirt) ist. Die Debertragung einzelner organischer Keime ist ungefährlich, weil sie durch die Reaction des normalen Gewehes vernichtet werden; in den Zerfallsproducten der abgestorbenen Gewebselemente linden dieselben jedoch die Bedingungen zu einer lebhaften Vermehrung, und dadurch werden sie schädlich.
Am günstigsten gestalten sich Vorfälle des Dickdarmes, bei Pferden meist des Grimmdarmes oder Blinddarmes in folge Ver­letzungen an der unteren Bauchwand, einestheils, weil diese sich leichter zurückbringen und zurückhalten lassen, dann aber auch, weil jene Darmtheile eine festere Lage haben und nicht, wie der Dünn­darm, die ihnen anhaftenden Infectionsstoffe durch die Bauchhöhle verschleppen.
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Bauchwunden.
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Drolshageu behandelte oin Fohlen, das sich durch don Homstoss einer Kuh eine Banohwunde mit Netz- und Dai'mvorfall zageüogen hatte. Der- vorgetretene Darmkanal hatte den Umfang eines Bienenkorbes, „er­schwerte dem Thiere das Laufen und zwang es, sich oft niederzulegen,quot; Nach sorgfältiger Reinigung wurde es operirt; ein Theil des Netzes algt;-gesohnitten, die Wunde geheftet und ein Verband angelegt. Nach einigen leichten Kolikanfällen erschien das Pferd in 3 Wochen hergestellt, ging jedoch 4 Monate später zu Grunde. Bei der Section fand sich der Dünn­darm von einem Itiss im Gekröse eingeschnürt.
Kleinpaul fand bei einer Stute in der Nabelgegend eine penetrirende Bauchwunde, die 12 Stunden vorher durch Verletzung an einem Eggen-/ahn entstanden war; ein faustgrosses Stück ödematös geschwollenen Dünn­darmes war vorgefallen. Nach Reposition desselben wurde ein „Jodoform­verband* angelegt, 4 Tage hindurch dem Thiere das Futter entzogen, worauf vollständige Heilung eintrat. 14 Tage später gebar die Stute ein Füllen in normaler Weise.
Behandlung. Beim Vorfall von Darmtheilen oder anderen Baucheingeweiden, /.. B, des Uterus, ist zunächst dafür zu sorgen, dass diese nichi verletzt und verunreinigt werden. Hierzu wird unter Umständen, namentlich, wenn grössere Thiere niedergelegt werden müssen, ein NoUiverlmnd erforderlich. Ein breites Tuch, womöglich mit einer Desinfectionsflüssigkeit getränkt, wird um den Leib des Tbieres gelegt. Sodann reinige man die Wunde und ihre Umgebung sowie die vorgefallenen Theiic sorgfältig mit einer lauwarmen Des­infectionsflüssigkeit (Ciirbol-, Salicvl- oder Sublimatwasser) und suche nunmehr die Reposition zu bewirken. Darauf wird die Wunde noch­mals gereinigt, etwa zurückgebliebene Fremdkörper (Haare) sorg­fältig entfernt, sodann geheftet. Die weitere Behandlung erfolgt ebenso, wie oben bei den penetrirenden Bauchwunden beschrieben wurde. Zeigt sieh der vorgefallene Darm bereits nekrotisch. so ist meist jede Aussicht auf Heilung ausgeschlossen, Hier könnte nur die Resection desselben unter umständen versucht werden (vgl. Fremd­körper im Darine),
d) In noch liöherein Masse bedenklich werden Bauchwunden mit Verletzung von Bauchorganen, Am häufigsten wird hiervon der Dickdarm bei Pflanzenfressern betroffen, und zwar theils seines grossen Umfanges, theils seiner Anfüllung mit festen Futterstoffen und der lixirten Lage wegen. Der beweglichere, meist mit flüssigem Inhalt versehene Dünndarm weicht den verletzenden Gegenständen leichter aus. Daher können, wie Versuche erwiesen haben, spitze Instru­mente tief in die Bauchhöhle eindringen, ohne Verletzungen des Darmes zu erzeugen: selbst Geschossen weichen diese Darmabschnitte oft aus. Der oben erwähnte Fall von Verletzung eines Hundes er-
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[(rnnkhoiten des Bauobes,
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Verletzungen des Grimm- und Blinddarmes mit günstigem Ausgange beobachtet.
(iiiilhohn (Stockfleth) fand bei einem Pferde 18 om vor dem Nabel eine ilmvli Hornstoss entstandene Wunde, durch welche die untere Lage des Grimmdarmes in der Qrösse eines Menschenkopfes hervorgefallen war; ans demselben entleerten sieh Futtermassen, Die s cm lange Darm-wunde wurde genäht, der Darm gereinigt und reponirt; ebenso heftete man die Wunde der Bauchdecke und legte einen Verband an. Trotz bedeuten­der Anschwellung kam in 25 Tagen Heilung zu .stände.
Herbet stellte in dieser Frage beim Schwein Versuche an. Er duroh-stiess absichtlieh heim l'astriren eines weibliehen Sebweines den Grimmdarm mit dem finger, zog die verletzte Stelle in die Hautwunde und beftete sie, mit gewachstem Faden. Das Thier erhielt einige Tage kein Putter und genas.
Wie weit die Naturheilung unter Umständen gehen kann, beweist eine von Richter mitgetbeilte Beobachtung, Heim Versuche, ein Haarseil unter dem Bauche eines Pferdes anzulegen, wurde das Thier unruhig, und da der zur Ablösung der Haut eingeführte Finger dieses nicht bewirken konnte, das geballte Bistouri angewendet, die Haut mit einer liaarseilnadel abgetrennt und das Fonianell applicirt. Gleich nach Vollendung dieser Opera­tion lloss eine „gelbe Brühequot; aus der Wunde, die Richter als Futter­stoffe erkannte. Die Untersuchung mit dem Finger ergab, dass der Blind­darm in einer Länge von ::.i Zoll von vorn nach hinten durchtrennt war. Es flössen bald nach der Operation 6—7 Quart Flüssigkeit ab, da das Pferd in den letzten Tagen nur Schrottränke erhalten hatte. Auf die Bemerkung Richters, das Pferd würde zu Grunde gehen, hatte sich der Besitzer entschlossen , dasselbe wenigstens noch so lange als möglich auszunützen. Er spannte das Pferd in einen Düngerwagen und Hess es schwere Arbeit verrichten. Als Richter S Tage darauf zu dem Besitzer kam. fand er das Pferd im Pfluge arbeitend und durchaus wohl. Zwanzig Tage später wurde das Pontanell entfernt, und das Pferd blieb dauernd gesund.
Ein so glticklicker Verlauf bildet leider die Ausnahme; in der Kegel gehen die Thiere an derartigen Verletzungen zu Grunde. Man sieht indess, dass die Hoffnung nicht gleich aufzugeben ist und ein Versuch gemacht werden kann das Thier zu erhalten.
Die Behandlung bestellt in zweckmässiger Heftung des verletzten Darmes bezw. der Gebärmutter rail sterilisirtem Catgut oder Seide; über die Methoden vergleiche man „Darmnahtquot;. Hierauf liisst mau eine möglichst sorgfältige Reinigung und Desinfection der verletzten Eingeweide, der Wunde und ihrer Umgebung folgen. Unter Um-#9632;dihnleii gelingt es auch, das Peritoneum mittelst einer Desinfections-llüssigkeif, zu reinigen, Bei weiterer Verunreinigung der Bauchhöhle könnte Ausspülen mit lauwarmem Salievlwasser oder Sublimatwasser (1;5000) versucht werden. Im übrigen verfährt man ebenso, wie oben beschrieben wurde.
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Bauchwundeu.
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Bedenklicher noch als Verletzungen des Dunnes und der Ge-liiimmtitT sind diejenigen des Magens; bei Fleischfressern rufen sie Erbrechen hervor. Verletzungen des Pansen der Wiederkäuer ge­stalten sieh bekanntlich unter Umständen (Trokart, Pansenschnitt) ungefährlich. Dass auch beim Pferde nichl Jede Magenverletzung tödtlich verläuft, beweist die Anwendung des Hayne'schen Magen-trokarts. Auch von den Fleischfressern werden Magenverletzungen zuweilen leicht Überstanden.
Sollte eine Magenverletzung Gegenstand der Behandlung wer­den, so müsste mau ebenso verfahren wie bei Darm wunden,
Bauchwunden mit Verletzung der Nieren complicirt geben sich durch Bluthamen zu erkennen und sind meist auch mit Para­plegic verbunden, Rechtzeitiges Schlachten der Thiere würde hier dem wirthschai'tliclien Interesse entschieden am meisten entsprechen.
Blasenverletzungen führen zum Austritt von Harn in die Bauchhöhle und geben sich durch Anurie zuerkennen; zuweilen Qiesst auch aus der Bauchwunde l'rin ab. Sie verlaufen fasl ausnahmslos tödtlich und werden daher kaum Gegenstand der Behandlung. Dass Jedoch namentlich bei Fleischfressern die Seilung nicht ausgeschlossen ist, beweist eine Mittheilung von Rodloff, Bei einem Hunde war die penetrirende Hauchwunde mit Vorfall des Darmes verbunden und nach Reposition desselben von einem Laien geheftel worden. Ks blieb aber ein Bruch zurück, und bei der Operation desselben wurde die Harnblase angeschnitten. Nachdem dieselbe genäht, und um den Bruchsack eine Ligatur gelegt war, heilten beide.
Verletzungen der Leber sind, wie die neuen Versuche von Ponfik ergeben haben, keineswegs absolut tödtlich, 'loch nimmt die Mehrzahl derselben einen letalen Ausgang.
Stockfletli hat eine Statistik des Verlaufes der Bauchwunden mit Vorfall des Darmes gesammelt. Uei 27 Bauchwunden wurde 15mal Darm­vorfall beobachtet. Von 14 Pferden, 2 Maulthieren, 2 Kühen and 1 Bunde starben -1 (2 Pferde, 1 Kuh, 1 Maulthier). Diese Zusammenstellung giebt indess kein klare.'- Bild über die Bedeutung der Bauchwunden, weil mit Vorliebe die günstig verlaufenen Fälle veröffentlicht werden. Im allgemeinen gestaltet sich der Verlauf /.weifellos erheblich ungünstiger.
Jewsejenko beobachtete im russisch• türkischen Kriege ;il Bauch-wunden bei Pferden. Am bedenklichsten erwiesen sich die durch grössere •iesehosse : je kleiner diese, desto geriuijer die (iefahr. Acht, Schusswunden waren mit Verletzung des Darmes verbunden, von denen fünf mit Peri­tonitis tödtlich verliefen, drei heilten, nachdem die Wunde geheftet war. Zwei .Magenwunden durch Granatsplitter führten zum Tode. Eine Kugel­wunde des Magens wurde geheftet und heilte.
Von vier Leberwunden endeten drei mit dem Tode, eine mit Genesung,
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Ji
310nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten des Bftuobes.
von drei Kugelwanden dor Milz zwei tödtlioh, eine mit Qenesuug, naoh-
dem das Gesclioss mit dor Kornzange entfernt war (?).
Zuweilen gehen Thiere wie Menschen bei peuetrirenden Bauch­wunden unter Collapserscheinungen in kurzer Zeit zu Gtrunde. Früher glaubte man in diesem peracuten Verlaut' die Wirkung- des Shock er­blicken zu können; neuerdings hat sich jedoch mein- und mehr ge­zeigt, dass profuse Blutungen in die Bauchhöhle die Ursache bilden. Man muss daher bei irischer Verletzung auf solche gel'asst sein und deshalb nicht unterlassen, die Schleimhäute und den Puls zu untersuchen, ehe man sich zu einem eingreifenden Heilverfahren an­schickt, das eventuell von dein Besitzer des Tliieres als die Ursache des unerwarteten Verlaufes angesehen wird.
Parkes stellte Uoi 37 Hunden Versuche an, um die Wirkung der Verletzung durch Pistolenkugeln zu studiren. Drei Hunde starben nach dem Si-huss in die Hauchhöhle sofort an Verblutung aus der Aorta bezw. Nieren- oder Milzarterie. Zwölf lebten einen Tag und starben ebenfalls an Verblutung unter den Erscheinungen dos Shock. Die übrigen lebten langer, doch liess sich bei fast allen Austritt von Darininhnlt in die Bauchhöhle, aber nicht in die Hautwunde feststellen. Von den 21 Hunden, welche nicht sogleich erlagen, starben noch zwei an Peritonitis; von quot;21 durch Laparo-tomie behandelten starben zehn in drei Tagen bis drei Wochen, neun wur­den geheilt.
Ebenso stellte Ohaput Versuche mit penetrironden Bauohwunden, die mit Verletzung von Eingeweiden verbunden sind, bei llumlou an: bei exspeetativer Behandlung genasen SSquot;/raquo;, bei sofortigem Eingreifen 100 quot;o. Ohaput empfiehlt, alsbald die Laparotomie in der Mittellinie des Bauches zu machen, den vorliegenden Barm vorzuziobon und mittelst einer durch das Gekröse desselben geführten Sonde zu tixiren, welche quer über der Hautwunde liegt. Nun wird die verletzte Stelle aufgesucht und geheftet.
;5. J)i(' Bann- oder KotiifisU'l. Anns pmeteriintaralls.
Lit.; Howard, The vet. journal. Vol. 27. S. 329. Körber, Qurll u. Hertwig, 2. S. 82 u. IJSO. Arndt, das. :',. S. Höo. Lindenberg, das. 8, S, -Vi, Dammaun, Adams Wochensobr. 1877. S. ;30'.gt;. ITttrstenberg, Rindvieh­zucht, li. Anil. Bd, I. S, 140. Urban, Busohs Thierheilkunde. lid. I. Heft 3. S. 12.s. Haubner, lieber Magenverdaunng der Wiederkäuer. 1837. Haycr, Müller Roll. 1885. S. 27. Napp, Tli. Mitth. 1876. S, 146. Strecker, Tli. Mitth. 1877, S, 117. Curdt, Gurlt u. Hertwig. :}. S. 456.
Als Darm- oder Ko th l'istel bezeichnet man eine directo Com­munication zwischen dem Darmlumen mit der äusseren Luft und zwar durch die Darmwand. Die in die Fistel eingeführte Sonde gelangt durch die Bauchdecke direct in den Darm. Der Zustand kann sich an den verschiedensten Stellen des Bauches bilden, findet sich jedoch
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Darmfistel.
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bei Tbieren am häufigsten im der unteren Fläche desselben oder in deren Nähe, bei Pferden meist dicht hinter der letzten Rippe. Zu physiologischen Zwecken werden nicht selten absichtlich Dann- bezw. Cdagenfisteln angelegt. Hie können aber auch durch zufällige Ver­letzungen und Quetschungen der Bauebdecken entstellen; Fülle der Art bat (,'urdt vom Pferde und Rinde mitgetbeilt. Howard legte bei einem Ferkel, welches mit Atresia ani behaftet war, eine Gtrimm-darmfistel an, um das Tbier zu retten. Wenn bei penetrirenden Baucbwunden der Dunn mitverletzt ist, so kann es vorkommen, dass die Wundränder des Darmes mit denen der Bauebdecke und der iiusseren Haut verwachsen; es entsteht auf diese Weise eine Darmfistel. Arndt, Lindenberg, Dammann u. a. haben solche Beobachtungen bei Pferden und Rindern beschrieben. Die Verletzung kann aber auch von der Magen- oder Darmschleimbaut ausgehen. Die Serosa ver­klebt und verwächst, in Folge der Entzündung mit dem Bauchfell, und wenn nun Abscedirung eintritt, so findet unter Umständen Per­foration der Hauchdecke statt; die Folge davon ist eine Darmfistel. Körber beobachtete diese Bntwickelung bei eimn Pferde im Anschluss an Kolik; es hatte eine Perforation der .Hauchdecke neben der Mittel­linie, hinter dem Nabel stattgefunden. Urban Iheilt eine ähnliche Beobacbtung beim Füllen mit; hier war ein Nabelbruch angeschnitten worden, in Folge dessen sich die Darmfistel entwickelte. Auch Bayer sah nach der Behandlung eines Nabelbruches mit Salpetersäure den Zustand entstehen. Fürstenberg beschreibt eine Labmagenfistel bei der Kuh; 7—lil Minuten nach der Getränkaufnahme wurde aus der am Pförtner gelegenen Fistelöffnung Flüssigkeit mit Futterstoffen ge­mischt in einem mehrere Fuss weit reichenden Strahle hervorge-scbleudert. Pansen- und Haubenfisteln wurden schon von Flourens (Haubner) zur Erforschung dos Wiederkauens bei Hindern und Schafen künstlich angelegt. Haubner sah bei Schafen Magenfisteln
durch Verabreichung von Arsenik in Stücken entsteh'
Auch die
vom Binde verschluckten Fremdkörper perforiren zuweilen die Bauch­wand und erzeugen Magenfisteln, die jedoch regelmässig heilen (Napp und eigene Beobachtung); Strecker fand in dem Abscess einen Scberenschenkel. Meist findet hierbei die Perforation an der vorderen Abtheilung der Brustvvand, etwas hinter dem Ellbogen statt.
In einem von Da nun a im mitgetheilten Falle, welcher eine neunjährige Stute betraf, bestand als Complication eine ilernie; der Zustand war durch eine Verletzung von aussei! entstanden.
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Knuilihi'itrn des Jiiuiclifs.
Erscheiuungen und Vorlauf. Mit einer Darmfistel kann das Thier längere Zeit leben, und wenn der durch den Ausfluss aus der Fistel eintretende Verlust an Nährstoffen und VerdauungsfiUssigkeit ersetzt wird, so erhält sich das Thier in gutem Nährzustande. Dieses findel jedoch nicht immer statt; auch wird das Aussehen des Thieres durch die andauernde Ähsonderung aus dem Fistelkanal mehr oder weniger entstellt. Urban beobachtete das Fohlen quot;-! Jahre hindurch; trotz guter Fütterung blieb es mager und wurde schiiesslich getödtet. In anderen Fällen (Körber) wurde Heilung erzielt.
Behandlung. Die Heilung der Magen- bezw. Darmfistel wird vornehmlich durch den Ausfluss von Darminhalt aus der Oeffhung verhindert; diesen aufzuheben bildet also die Grundlage der Therapie. Körber erzielte durch Anwendung des (JJüheisens Heilung; ein glühender Draht wurde in die Fistel eingeführt, worauf in 12 Tagen Vernarbung eintrat. Lindenberg empfiehlt eine Schnürnaht an­zulegen. Man muss dieselbe womöglich so tief zu legen suchen, dass der innere Mund der Fistel, d. Ii. die Oeffnung in der Darmwand, zum Verschluss gebracht wird; ein Verschluss der änsseren Fistel-öfi'nung (lurch Zusammenschnüren der Haut würde nicht genügen, sondern neue Abscedirungen veranlassen. Dammann beobachtete, class nach dem Heften Kolikanfälle eintraten und die Ligaturen zer­rissen; der Erfolg blieb aus und nach 5 Monate langer Behandlung wurde das Thier als unheilbar getödtet. Bei enger Oeffnung ver­suche man zunächst durch Aet/.ung mit einem scharfen Mittel oder dem Glüheisen eine Schwellung und dadurch den Verschluss und die Verwachsung des Pistelganges zu erreichen. Wo dies nicht gelingt, kann ein starkes Heft durch die Bauchmuskulatur gelegt werden. In dem zweiten Falle erzielte Dammann hei einer Kuh durch An­wendung von Liquor Villati, welcher mit einem Wergbausch appli-cirt und durch einen Verband getragen wurde, in 2 Monaten Heilung.
4. Der Itaiichsticli. Punctlo s. Pnraceiitesls abdominls.
Indication zum Bauchstich bildet die Ansammlung seröser Flüssig­keit im IVritonealsacke (llydrops ascites). wie sie nach chronisch ent­zündlichen Proccssen am Peritoneum, häutiger aber in Folge von Nieren­leiden oder Circulationsstömugen entsteht. Das Bauchfell besitzt zwar. wie die Versuche von Wegner gezeigt haben, die Fähigkeit, . in
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Bauchstich.
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kurzer Zeit grössere Mengen Flüssigkeit; zu resorbireu, bezw. in die Circulation llberzuführen; dem entspricht auch die klinische Brfuhrung mid die Auffassung die Bauchhöhle als einen grossen Lymphraum zu betrachten. Wenn also Flüssigkeiten in der Peritonealhöhle lUngere Zeit zurückgehalten werden, so müssen dazu besondere Ursachen gegeben sein, und da mil der Entfernung derselben nur operativem Wege das (inmdleiden in der Ue^el nield ^eheül wird, so kehrt meist die Ansamm­lung von Flüssigkeit bald zurtlck. Die Operation hat daher in der Hegel nur eine symptomatische Bedeutung; sie kann unter Uiusti'mden die durch den Druck der Flüssigkeit auf das Zwerchfell entstandene Erstickungsgefahr beseitigen und dem Thiere Linderung seiner Athem-beschwerden vei'schaffen; eine dauernde Heilwirkung Übt sie dagegen nur selten aus. Heim llydrops ascites erscheint ihre Wiederholung häufig mich kurzer Zeil uothwendig, und da hierbei dem schon ge­schwächten Organismus immer mehr Eiweisssubstanzen entzogen wer­den, so trägt die Operation meist, nur zur Beschleunigung eines tödt-lichen Ausganges der Krankheit bei.
Die Diagnose des Ascites stösst in der Regel auf keine Schwie­rigkeiten, sobald so grosse Mengen Flüssigkeit sich hier vorfinden, dass man zur Function schreiten kann. Am häufigsten trifft man der­artige Leiden heim Munde, dessen weiche Hauchdeckeu zugleich eine genauere Untersuchung der Organe der Bauchhöhle durch Palpation gestatten. Diese Untersuchung ist aber um so wichtiger, als sie zuweilen auch über die Ursachen der Wassersucht Auskunft giebt. Man findet hierbei oft chronische Veränderungen (Tumoren u. s. w.) in der Leber, wodurch die Aussicht, auf einen dauernden Erfolg der Operation höchst ungünstig wird. Dasselbe gilt von den bei Bunden nicht selten vor­kommenden Herzleiden.
Bei diesen Thieren zeigt der Bauch oll eine bedeutende und auf­fällige Ausdehnung, welche zuweilen mit Athenibeschwerden verbunden ist. Am stehenden Thiere lässt sich die Wellenbewegung der Flüssig­keit durch einen leichten Schlag an der einen Seile des Bauches an der anderen Seite mit der Hand meist deutlich fühlen. Diese als ..Sucussio Hippocratisquot; bezeichnete Erscheinung stellt das zuverlässigste Symptom der Bauchwassersucht dar.
Die Entleerung des flüssigen Inhaltes des Peritonealsackes, eine Operation, die an sich sein- einfach ist, geschieht mit Hülfe eines Trokart von derselben Stärke, wie er beim Darmstich angewendet wird (vergl. diesen). Da man jedoch hierbei nicht wie beim Darmstich Ge­fahr läuft, vom Darm ans eine Infection herbeizuführen, an der äusseren
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Krankheiten des Bauohei
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Haut aber für Asepsis sorgen kann, so erscheint die Operation bei vorsichtiger Ä-usführung durchaus unbedenklich und ungefährlich in Bezug auf die Entstehung von Peritonitis. Selbst früher, als man strenge Antisepsis noch nicht kannte, wurde die Operation in der Hegel ohne jede Gefahr vorgenommen,
Zur Ausführung des Bauchstiches benutzte man ehemals ver­schiedene Stellen, von denen die durch den Mastdarm und die Scheide bald verlassen wurden, weil hierbei niemals eine sichere Garantie für Asepsis besteht. Gegenwärtig wird die Operation entweder in der Nähe des Nabels, unmittelbar neben der Linea alba, oder an der einen oder andern Seitenfläche der Bauchwand vorgenommen. Bei kleinen Thieren wählt man in der Kegel die erste Stelle, bei grösseren, die im Stehen operirt werden, die letztere, weil bei ihnen die Operation an der unteren Fläche des Bauches unbequem ist. Heim Rinde operirt man an der rechten Seite, um den links liegenden Pansen nicht ZU verletzen; beim Pferde an der linken Seite, weil rechts der Blinddarm gefährdet ist.
Da beim Hydrops ascites die zum Theil mit Gasen angefüllten Gedärme auf dem Wasser schwimmen, so hält sich die Flüssigkeit in den untersten Abschnitten der Bauchhöhle auf; deshalb werden auch diese zur Function gewählt. Um sicher zu gehen, percutirt man die Stelle, wo man zu operiren gedenkt. Damit heile geben sich durch tympanitischen, Flüssigkeit durch einen absolut leeren Schall zu erkennen. Bei grösseren Thieren gestaltet sich das Operationsverfahren wie folgt: Nachdem die Haare an der Operationsstelle abrasirt sind, und diese desintieirt (abgeseift und mit einem Desinflciens abgespült) ist, kann mit dem spitzen Bistouri oder der Lancette ein Hautstich gemacht werden, was namentlich bei unruhigen Thieren und bei dicker Haut zu empfehlen ist, um die Einführung des Trokarts zu erleichtern und in derselben Weise erfolgt, wie bei der Punction der Brusthöhle. Das Heft des sorgfältig desinficirten Trokarts liegt in der rechten hohlen Hand des Operateurs und der Zeigefinger da auf der Hülse. bis wohin das Instrument eindringen soll. Es richtet sich dies nach der Thierart und der Stärke der Bauchwandung. Im allgemeinen rechnet man bei grösseren Thieren auf 3—5 cm, bei kleinen auf 2—3 cm. Hierauf wird das Stilet zurückgezogen und die Flüssigkeit abgelassen. Findet eine Unterbrechung des Abflusses statt, so bewege man die Hülse des Trokarts nach verschiedenen Seiten und halte sie so, dass die Entleerung recht lebhaft erfolgt. Zuweilen wird es nöthig, Gerinnsel mit Hülfe des Stilets oder einer Sonde aus der Hülse zu entfernen.
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Ejingoweiddbrllohe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;31 ö
Nachdem die Flüssigkeit entleert ist, wobei hier nicht die Vor-siohtsmassregeln wie beim Bruststich erforderlich sind, entfern! man den Trokart in derselben Weise wie dort und bebandelt auch die Wunde ebenso wie oben angegeben (S. 295).
Bei Hunden wird mit Vortheil um liegenden Thiere operirt, und zwar in der Seitenlage; in der Rückenlage sammeln sich an der un­teren Bauchwand Darmtheile an, daher ist die Seitenlage vorzuziehen. Grössere Hunde, die sich ruhig verhalten, können auch im Stehen operirt werden. Welche Stelle neben der Mittellinie gewühlt wird, ist gleichgültig; gewöhnlich zieht man die hintere Abtheilung des Bauches vor, operirt zwischen Nabel und dein vorderen Elande der Schambeine, weil man in den vorderen Abschnitten eher Uel'ahr Innren würde, Ver­letzungen des Magens oder der krankhafl vergrösserten Leber herbei­zuführen. Bier wird die untere Bauchfläche ebenso wie oben be­schrieben desinlicirt und in derselben Weise vorgegangen.
Nach der Operation kann versucht werden, durch Binden und Bandagen den Hinterleib zusammenzuschnüren, um durch Steigerung des intraabdominiden Druckes die Ä.hscheidung neuer Flüssigkeit zu verhindern. Leider liegen solche Verbände heim Hunde sehr selten lest, sondern gleiten nach hinten, selbst wenn man dieses durch einige über die Brust (rezocene Bindentouren zu verhindern sucht.
Um die Wirkung des Bauchstiches zu sichern, die Wiederkehr des Ascites zu verhindern, wurde empfohlen, nach Entleerung der Flüssigkeit Jodlösung oder Spiritus in den Peritonealsack zu injiciren. Man hat sich jedoch schon beim Menschen nicht allein von der Nutz­losigkeit sondern auch von der Gefährlichkeit dieses Verfahrens über­zeugt, und wendet es jetzt kaum noch an. Nicht selten wird die AViederholung der Function auch bei Thieren erforderlich.
quot;). Kiimnvndcbi'mlic. Horniae.
Als „Bruchquot; (Hernia) bezeichnet man den Zustand, wobei Baucheingeweide durch die Bauchdecken unter die iiussere Haut ge­treten sind; gelangen sie' auch durch die iiussere Haut, so spricht man von „Vorfall* (Prolapsus). Nach einem älteren Sprachge­brauch wird auch der Austritt von Baucheingeweiden durch das Zwerch­fell in die Brusthöhle als Bruch bezeichnet (Zwerchfellsbruch) und ebenso beim Rinde die Binklemmung des Darmes im Samenstrange als „inneren B au c.b h r n c hquot;. Zustände, die hier besprochen werden
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Ki.iiikliriU'u ill's Bauches,
sollen, obgleiob sie deu BrUcheu im eigentlichen Sinne des Wortes weniger entsprechen als den Iiuareeriitiouen.
Die Ursachen der Hernien bestellen theils in iiugehoreneii Abnorruitilten, wie /. B, in zu weitem Leistenringe oder einem offenen Nabel; solche Brüche sind daher entweder angeboren oder sie entwickeln sich bald mich der Geburt. Steigerung des intraabdominalen Druckes, Läufiger Husten. Athembeschwerden, bel'tige Hauchpresse, Gasenfwicke-luug im Darm (Tympanitis) fördern ihre Entstehung, Andererseits geben Zerreissungen der Bauchdecken die Veranlassung zu Brüchen ab, wie solche beim Gelniren. bei heftiger Anstreim'uns'. starker Bauch-presse, aber auch durch gewaltsame Einwirkung stumpfer Körper auf die Bauchwand hervorgerufen werden. Beim Menschen können Ein­flüsse, die von missen auf die Bauchdeckeu einwirken, z. I!. der Zug Lipomatöser Neubildungen, Ausbuchtungen der Bauchhöhle erzeugen, und so Brüche entstehen: bei Thiercu ist diese Ursache meines Wissens bisher nicht beobachtet worden.
Wesentliche Theile eines Bruches bilden;
I. Die Bruchöffnung oder Bruchpforte, d. h. ein Loch in der Bauchdecke, durch welches die Eingeweide ans der Bauchhöhle getreten sind. Dieselbe besteht entweder in inner natürlichen, aber ab­norm weiten Oeffnung, wie der Nabelring oder der Leistenkanal, oder sie stellt eine krankhafte Trennung in der Bauchdecke dar, welche in der Kegel durch Zerreissung der Bauchmuskulatur ohne Continuitäts-trennung in der äusseren Maut entstanden ist,
Die Begrenzung der Bruchpforte wird „Bruchringquot; genannt. [n Bezug auf Grosso und Form zeigt die Bruchpforte bezw. der Bruch­ring grosse Verschiedenheiten; bald umfasst der Bruchring nur einen Kaum in der Grosse eines kleinen fingers; er kann aber, namentlich bei grösseren Thieren, den Umfang einer Mannesfaust annehmen. Bald zeigt sich die Bruchpforte rund, bald länglich oder schlitzförmig. Bei den Nabel- und Leistenbrüchen ist der Bruchring vom Peritoneum ausgekleidet) bei frischen Bauchbrüchen stellen die Ränder des Kisses in der Banehdecke den Bruchring dar.
#9632;J. Die „Bruchgeschwulstquot;, deren Grosse zwischen einerHasel-nuss und einem Menschenkopf schwankt und zuweilen noch umfang­reicher wird, besteht aus den hervorgetretenen Baucheingeweiden, dem „Bruchinhaltquot; und seiner Umhüllung, dem „Bruchsack*. An letz­terem unterscheidet man einen „Halsquot; und einen „Grundquot;. Der Bruchsack besteht aus der äusseren Haut und der meist, verdickten Unterhaut, zuweilen ans Latten von .Muskeln und Fascien der Bancli-
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Bintreweidebrüche.
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decken: unter Umständen kommen hierzu noch andere Bedeckungen, wie z. .H. bei Leistenbrüchen die Tunicn vaginalis communis und der Iloilonsiiek. Solche besondere Bedeckungen werden als „accessori-sehe Hüllenquot; des Bruches bezeichnet.
Bei Brüchen. deren Pforte abnorm erweiterte physiologische Oeffnungen der Bauchwand darstellen, wie lgt;ei Nahel-, Leisten- und Schenkelbrüchen, wird auch der Bruchsack vom Peritoneum ausgekleidet. Bei den durch Zerreissungen in den Bauchdecken entstandenen Bauoh-brüchen wird in der Regel zugleich das Peritoneum getrennt; die Ein­geweide treten alsdann of'l Ins in die Unterliaul und sind nur von dieser sowie' der äusseren Haul bedeckt.
Der „Bruchinhaltquot; besteh! entweder aus Darmschlingen oder Netz; dementsprechend bezeichnet man den Bruch als „Enterocelequot; oder „Epiplocelequot;, Sehr selten linden sich andere Baucheingeweide, wie Magen (Q-astrocele) oder Leber im Bruchsack. Zuweilen eidhält der Bruchsack eine seröse Flüssigkeit (Bruchwasser).
Bei beweglichen Brüchen liegl der Bruchinhali frei im Bruch­sack, so dass man denselben in die Bauchhöhle zurückbringen kann (Reposition, Taxis); bald sind Bruchinhalt und Bruchsack mitein­ander verwachsen, in diesem Falle gelingt die vollständige Reposition erst nach Loslösuug der Verbindung; man spricht alsdann von einem unbeweglichen Bruch. Die ühbeweglichkeit kann aber auch dnroli Binklemmung und andere umstände, z. B. durch starke Ä.nfüllung der hervore'eireteneu Darmtheile mit festen Päcalmassen entstehen.
Diagnose. Die Erkennung eines Bruches bietet in der Hegel keine Schwierigkeiten, so lange derselbe reponibel ist; er charakterisirt sich als eine Geschwulst mit folgenden Eigenschaften;
a)nbsp; frei von entzündlichen Erscheinungen (besonders Schmer/,) elastisch, weich und compressibel, d. h. auf Druck liisst sich die Geschwulst verkleinern:
b)nbsp; nbsp;ihre (raquo;rosse pflegt zeitweise /.u wechseln; durch Husten, starke Körperanstrengung, während der Wirkung der Bauchpresse wird die Bruchgeschwulst grosser und verkleinert sich nach dem Aufhören dieser intraabdominalen 1 h'ueksteigerung;
c)nbsp; nbsp;ihre Reponibilität, d. h. die Möglichkeit, bei entsprechen­der Lage des Thieres oder auf Druck von ausseu ganz zu verschwin­den, aber nach Aufhebung des Druckes und Aenderung der Lage von neuem hervorzutreten.
d)nbsp; nbsp;Absolute Sicherheit erlangt die Diagnose erst durch den
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ins
Kmnklieiton des Biiuches
direoten Nachweis der Oeffnung in der Bauchdeoke, der Bruoh-
pforte, die sit-li bei den incisk'ii Hrüclu'ii l'iililcn lilsst, wenn man einen oder zwei Pinger in die Tiefe des Bruolisaokes schiebt, oder nuciideni man den Brucbinhalt reponirt hat.
Dass bei Aufstellung der l)iao-nose Vorsicht, geboten und nament­lich die Verwechslung eines Bruches mit einem Abscess oder iläimitom bedenklich werden kann, wurde bereits bei Besprechung der Quetschungen des Bauches erwähnt (S. •2lt;.)8).
Beurtheilung. An sieh bildet der Bruch keinen lebensgefähr­lichen Zustand; sobald aber Einklemmung eintritt, wird derselbe höchst. bedenklich. Die Beurtheilung hängt daher in erster Linie von dem Grade der Gefahr der Binklemmung ab, welche bei den verschiedenen Brüchen besprochen werden soll. Die Gefahr der Einklemmung isl um so grosser, jo kleiner die Bruchpforte zur Grosse des Bruchsackes sich gestaltet. Besteht der Bruchinhalt aus Dünndarm, so erfolgt die Einklemmung leichter, als wenn sich Dickdarm oder Netz im Bruch­sack befinden. Ferner kommt bei der Beurtheilung die Grosse des Bruches und die Verwendung des Thieres in Betracht. Bei Arbeits-thieren tritt, leichter Einklemmung ein; grössere Brüche stören zuweilen die Arbeitsfähigkeit der Thiere.
Manche, namentlich kleine Nabel- und Leistenbrüche, heilen bei jungen Thieren von selbst, andere bestehen das ganze lieben hindurch, ohne einen directen Nachtheil in der wirthschaftlichen Ausnutzung der Thiere zu veranlassen.
[rreponible Eernien sind ungünstiger zu beurtheilen als mobile, frisch entstandene bedenklicher als ältere, weil die Gefahr der Incarceration bei ersteren grosser ist. NetzbrUche erscheinen weniger bedenklich als Darmbrüche, weil an ihnen selten Incarceration vorkommt. Das Nähere hierüber soll bei den einzelnen Brüchen besprochen werden.
Als „Brucheinklemmungquot; (Incarceratio) bezeichnet, man den Zustand, wobei der Bruchring auf den Bruchinhalt einen Druck aus­übt, so dass die regelmässige Circulation des Blutes und des Darminhaltes im Bruchsacke gestört wird, Ms besteht also eine Einschnürung des Bruchinhalts durch den Bruchring, wodurch im Bruchsacke nicht nur Fiicalstase sondern auch Störungen der Blutcirculation und der Er­nährung eintreten. Durch die Einschnürung des Bruchinhaltes seitens des Bruchringes wird zunächst in den venösen Gefässen der Hücklluss des Blutes behindert: in ihnen ist de)' Blutdruck- geringer, ihre Wandungen sind schwächer, und es kann daher die Circulation leichter
M,
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EuifreweidebrUohe.
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gestört werden nls in den arteriellen Gefässen, deren stärkere Wan­dungen und höherer Blutdruck der Compression grösseren Widerstand leisten. Durch die arteriellen Gfefässe wird daher bei der Einklem-mung zunächst noch Blut /u^LdTdirl, und die Füllung der (Jefilssc mit Blut immer grosser. Die uilcliste Folgt; bildet also eine starke venöse Stauung, welche mit mehr oder weniger Zerreissungen von kleinen Ge­wissen und Hämorrhagien verbunden zu sein pflegt, Eine laquo;eitere Folge der Circulationsstörung bildet die Elxsudation von blutigem Serumj das Bruchwasser vermehrl sich und nimmt in Folge von Blut­beimischung eine rothe Farbe an. Der Bruebinhalt, namentlich die Serosa des Darmes, erscheint dunkelroth bis schwarz, eine Färbung, welche sich von der meist ringförmigen, grauen, anämischen Compres-sionsstellc deutlich und schart' abhebt, weil liier der Druck /u Anämie geführt hat. Sowohl diese Anämie wie auch die venöse Stauung veranlassen Störung der Ernährung in den eingeschnürten Theilen, welche schliesslich nekrotisch werden.
Zu den hierdurch veranlassten Störungen trägt die Fäcalstase bei, indem die Zersetzungsprodukte des stauenden Darminhaltes reizend auf die Schleimhaut einwirken und unter der Mitwirkung der behinderten Circulation Nekrose der Schleimhaut (Diphtherie) hervorrufen; viel­leicht spielen auch int'ectionsstolVe und ihre Producte hierbei eine Holle.
Die Nekrose stellt sich zuerst an zwei Stellen ein: einmal an den tiefsten Abschnitten des Bruchinhaltes, wo die Circulation am meisten leidet, sodann an der Einschnürungsstelle, Klinisch ist wohl zu beachten, dass die Schwarzfärbung noch nicht als Zeichen des Brandes angesehen werden kann. Letzterer giebt sich gewöhnlich durch graue, schiefrige Punkte oder Flecke an der Oberfläche des Peri-toneums zu erkennen, oder es bilden sich geschwürige Zerstörungen am Brnchinhalte aus. Der zuführende, d. h. vom tragen kom­mende Dannabschnitl zeigt sich von Inhaltsmassen stark angefüllt und erweitert, während die abführende Darmschlinge leer und enger als normal erscheint,
Beurtheilung. Die Finklemnmng eines Bruches führt meist in kurzer Zeit, nicht seilen innerhalb -I Stunden zum Tode. Daher muss auch der Zustand als gefährlich angesehen werden, und zwar um so mehr, als die Reposition oft schwer fällt oder zu spät kommt, d, h. erst erfolgt, wenn bereits Nekrose eingetreten ist.
Spontane Lösung der Incarceration kommt höchst selten vor. Dies erklärt sich theils aus dem [Jmstande, dass die bedingenden
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Krankheiten des Bauches,
Monu'ntr. namentlich die Anhäufung von Päcalstoffen im Bi'uchsacke, mit der Zeil zunehmen; ferner kommt in Betracht, diiss der einlaquo; geschnürte Darmabschnitt in Folge der mangelhaften Blutzufuhr bald gelilhmt wird und dann erst recht nicht im Stande ist, sich .seines abnormen Inhaltes zu entledigen, auch wenn die Ursachen der Incar­ceration beseitigt werden.
Die Diagnose der Incarceration gestaltet sieh meist nicht schwer. In der Hegel wird der Zustand durch Kolikerscheinungen angekündigt, bei Fleischfressern zuweilen durch Erbrechen. Die Kolik pflegt sich mit gleichmässigen, andauernden Schmerzen zu aussern. Als Grundsatz muss daher gelten, bei jedem mit einem Bruch behaf­teten Thiere, welches an Kolik erkrankt, den Bruchsack zu unter­suchen. Besteht Binklemmung, so hat der Bruch an Umfang ge­wöhnlich zugenommen, zeigt sich schnier/.lmi't, härter und gespannter als vorher. Bald gesellen sich Symptome der Peritonitis hinzu, unter denen die Thiere schnell zu Grunde gehen, wenn die Reposition nicht bald erfolgt. Das Auftreten von Albuminurie bei Brucheinklemmung ist /.war wissenschaftlich Interessant, klinisch Jedoch ohne Bedeutung.
Als Ursachen der Incarceration nahm mau früher eine krampfhafte Contraction des Bruchringes an, wodurch eine Verengung der Bruchpforte entstehen sollte. Abgesehen davon, dass bei den meisten Brüchen eine solche Verkleinerung kaum denkbar ist, lässt sich auch nicht annehmen, dass cine active Verengerung des Bruch-rhmvs so lance anhalten würde. Man liess daher diese Ansicht lallen und macht gegenwärtig in erster Linie den Bruchinhalt hierfür ver­antwortlich. Ks muss zwar zugeireben werden, dass ausnahmsweise einmal eine entzündliche Schwellung in der Umgebung des Bruchsack-halses [ncarceration veranlassen kann, doch sind derartige Fälle ausser-ordentlich selten. Den ersten Anstoss zur 1 ncarceration ptlegt eine Zunahme des Bruchinhaltes abzugeben, wie solche /.. B. durch Ein­treten weiterer Darm- oder Netztheile in den Bruchsack entsteht und in der Kegel durch Steigerung des iutraahdoniinalen Druckes veranlasst wird. Die Bruchpforte wird alsdann für den Bruchinhalt zu eng und schnürt diesen ein; ein gleiches kann durch Anhäufung grösserer Mengen Darminhalt (Fäcalstase) entstehen, doch bildet umgekehrt die Incarceration zuweilen erst eine Folge dieser Vermehrung. Denken wir uns Folgendes: Ein Pferd, mit einem Bruch behaftet, erkrankt an Tympanitis: der gesteigerte intraabdominale Druck drängt eine
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Biintrewsidebruche.
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grosse Menge Darm und Netz aus der Baucbliöble in den Bruchsaok; mit der Zunahme des Bruchinhaltes wird der Bauchring zu eng, er drückt auf den vergrösserten Inhalt und störl die Circulation in den von ihm umschlossenen Theilen, es entsteht Incarceration (Fig. 71). Oder stellen wir uns vor: In dem abführenden, d. h. demjenigen Darm­rohr, durch welches der Darminhalt aus dem Bruchsack in die Bauch­höhle zurückkehrt, trete ein llinderniss ein, wodurch Fäcalstase be­dingt würde. Nothwendigenveise muss sich der Bruchsack allmählich mehr und mehr mit Darminhalt füllen, welcher vom zuführenden Darmrohr hineingelangt. Diese Füllung kann emilich so gross werden. dass der Bruchring den Hals des Bruchsackes einschnürt, und so entsteht ebenfalls Incarceration. Derartige Stauungen in der Fort­bewegung des Darminhaltes können durch verschiedene Umstände ver-
Fkr. 71.
Schematlscbe Darstellung des Incarcerationstnechanlsin a) Abführende, z zuführende Damischllnge,
anlasst werden. So kommt es nicht selten vor. dass das abführende Darmrohr entweder im Bruchsacke oder in der Bauchhöhle, nament­lich an seiner Austrittsstelle ans dein Bruchringe eine Knickung erfährt, indem dasselbe z. B. durch andere Darmtheile im rechton
Winked von seinem Verlauf
im
Bau
cnnnff nDweicni
(Fi.
i).
Dieser Zustand, der ähnlich wie die Ä.bknickung eines Gumm Schlauches wirkt, erzeugt Fäcalstase im Hruchsacke und Incarceration (Busch). Ebenso kann eine allmähliche Anfüllung des im Bruch-sacke liegenden Darmes durch Verschiebung oder Compression des abführenden Darmrohres Fäcalstase und Incarceration bewirken; durch Gasanhäufung kann /.. B. diese Wirkung entstehen. Nach Hose sollen unter Umständen Schleimhautfalten in dem abführenden Darmrohre die Passago stören und so die gleiche Wirkimg ausüben. Heim Menschen sind über die Frage des „Einkl einmungs-M echa-Ubller, Speolelle Olilrnrgle fttr Thleiärzto, #9632;gt;. alaquo;ii,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 21
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Krankheiten des Banohea.
nismusquot; Statistiken aufgestellt! auch liafc man dieselben auf dem Wege lt;li's Experimentes bei Thieren zu lösen gesuohti doch jjfolit mis allem hervor, dass die nftchste Ursache der Incarceration verschieden sein kann. Ebenso liegen die Verhältnisse jedenfalls bei Thieren. Erwähnt sei noch, ilass sich der [ncarcerations-Mecbanismus klinisch in der Rege] nicht genauer nachweisen liisst; deshalb hat diese Frage hier keine grössere Bedeutung.
Ebenso bestehen noch Meiunngsverschiodenhoiten über Netzeinklem-mong. Von einigen (Hose) wurde das Vorkommen überlmupt in Zweifel gezogen, und diese Annahme durch Versuche mittelst Unterbindung des Netzes zu stützen gesucht. Von anderen wird ihr Auftreten zugegeben und behauptet, dass auch die Erscheinungen die gleichen sind, wie bei Darnieiiiklennnnngen; doch sollen die Symptome wenigen' heftig sein, was sich aus dem Umstand erklärt, dass hier nur Störungen. der Biuteirculation, nicht aber die der Fäcalstase in Betracht kommen. Soviel steht fest, dass Netzbrüche viel seltener incarceriren als Darmbrüche.
Die Behandlung nicht incaroerirter Brüche. In vielen Fällen, namentlich bei kleinen Brüchen jüngerer Thiere sieht man oft von jeder Behandlung ab, weil spontane Heilung zu erwarten, und Eiuklennnuug nicht zu befürchten ist, Die Einzelheiten der thera­peutischen Eingriffe sollen bei den einzelnen Brüchen genauer be­schrieben werden, daher beschränke ich mich hier auf eine allgemeine Darstellung derselben. Man unterscheidet eine Palliativcur und eine Radicalcur; bei der ersteren wird diequot; allmähliche Verkleine­rung des Bruchsackes angestrebt, die Radicalcur besteht in dem Ver-schluss der Bruchpforte.
Zur Palliativcur dienen neben entsprechendem diätetischem Verfahren: nicht voluminöse und leicht verdauliche Nahrungsmittel, verschollen mit schwerer Arbeit, bei grössereu Thieren zweckmässige Aufstellung, d. b. so, dass beim Stehen im Stalle die Bauclieingewcide möglichst von der Stelle des Bruches entfernt werden, folgende Flülfs-mittel:
1. Das Bruchband. Dieses bei Menschen namentlich zur Ver­hinderung von Einklemmung vielfach benutzte Mittel kann bei ilaus-thieren selbstverständlich nicht; in demselben Masse Anwendung linden. Bei Leistenbrüchen erscheint die Application eines Bruchbandes für Thiere geradezu ausgeschlossen; auch bei den meisten Bauchbrüchen liisst sich ein solches nicht dauernd in Anwendung bringen. Da­gegen hat mau beim Nabelbruch der Fohlen von Bruchbändern Ge­brauch gemacht. Im hiesigen zoologischen Garten trug sogar das
männliche Nilpferd
a n quot;-ere
Zeit
hnulnrcn ein
solches Brneliband.
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Bingeweidebrüohei
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Diese Vorriohtungen sollen bei Besprechung der Nabelbrüche näher beschrieben worden.
2. Verkleinerung des Bruchsackes durch Zurückdrängen des Bruchinhaltes in die Bauchhöhle mit Hülfe von entzündlichen und narbenbildenden Processen in der äusseren Haut des Bruchsackes.
Hierzu dienen Einreibun)
mit Schwefel-, Salpeter- oder
Chromsäure und die Application des GUtiheisens. Auch sub-cutane Injectionen von Kochsalz, Alkohol u. s. w. sind zu dem gleichen Zwecke empfohlen worden. Die artificielle Entzündung, verbunden mit Schwellung in der äusseren Haut und Unterbaut, .soll den Bruch-inhalt allmählich in die Bauchhöhle zurückdrängen. J)io scharfen Mittel erzeugen zugleich Narbenretraction in der Cutis und können so eine Verkleinerung des Bruchsackes und selbst der Bruchpforte bewirken. Denselben Eintlnss hat das neuerdings von Nusshaum auch beim Menschen empfohlene ölüheisen.
Die Radicalheilung besteht in der Entfernung des Bruoh-sackes mit Verschluss der Bruchpforte. Sie kann dadurch erreicht worden, dass man den Bruchring oder den Bruchsackhals zur Ver­wachsung oder in anderer Weise zum Verschluss bringt, ein Ver­fahren, das bei Thieren erheblich grössere Schwierigkeiten bietet als beim Menschen. Einmal ist man niemals sicher, Asepsis zu er­langen; ferner kann das Thier nicht so wie der Mensch mich der Operation in der oft nothwendigen Rückenlage erhalten werden. I Heran knüpft sich eine Reihe von Gefahren, welche von einer der­artigen Behandlung oft Abstand nehmen lassen.
Zur Radicalcur kommen folgende Methoden in Anwendung:
1. Unterbindung des Bruchsackes. Diese liisst sich nur bei gestielter Form in toto anwenden. Um das Abgleiten der Unterbindungsschnur zu verhindern, hat man empfohlen, Nadeln quer durch den Bruchsackhals zu sleeken und über denselben die Ligatur anzulegen. Es versteht sich von selbst, dass man zunächst den Bruchinhalt reponiren muss, bevor dieses Verfahren einge­leitet wird.
-. Bei Brüchen mit breiter Basis empfiehlt sich Abnähen. Nach Reposition des Bruches legt, man mittelst Durchstechung des Bruchsackes in der Nähe seines Halses, und zwar möglichst nahe der Bruchpforte, starke Heftfäden von sterilisirter Seide oder Zwirn um die einzelnen Abschnitte des Bruchsackes. Das Verfahren besteht demnach in multipler Unterbindung. Die äussere Haut des Bruchsackes kann auch zunächst gespalten und von ihrer Unterlage abpräparirt, sodann
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lu-aiiklicit™ lt;li.'s Bauobes.
n!
die übrigen Hüllen des Bruchsaokes abgenölit, und darüber laquo;lie ttussere Haut geheftet werden. Dieses bei Nabelbrüchen vielfach angewendete Verfahren gestattet in der Kegel Heilung per primam intentionem,
wodurch der Krt'olg gesichert wird. Zuweilen gelingt es auch, den Bruchsack nach Ablösung der Cutis mittelst einer Schnürnaht am Halse desselben zum Verschlusa zu bringen.
Ferner kann der Bruchsack geöffnet und nach Vernähung seines Halses abgeschnitten werden, worauf die ilussere Haut, wie vorhin beschrieben, durch die Vereinigungsnaht geheftet wird; auch hierbei erlangt mau oft Heilung ohne Eiterung.
Das Heften des Bruchringes bietet bei grösseren Thieren, namentlich Pflanzenfressern meist unüberwindliche Schwierigkeiten, weil die Bauchdecke zu derb und widerstandsfähig ist, um eine Ver­einigung und Verwachsung zu gestatten. Bei Bauchbrüchen mit spaltfürmiger Bruchpforte stösst das Verfahren oft auf ein anderes Hinderniss, nämlich auf Verwachsung des Bruchinhaltes mit dem Bauchsacke, deren Lösung nicht nur mit grossen Schwierigkeiten, sondern auch mit Gefahren verknüpft ist. Nach Lospräpari-rung des Darmes, bezw. nach dem Abschneiden des Netzes, wenn nöthig mit Unterbindung desselben, wird der Bauchinhalt in die Bauchhöhle zurückgedrängt und der Bauchring geheftet. Um die Verwachsung der vernarbten Ränder des Bruchringes zu erleichtern, schabt man die Oberfläche der Bruchpforte mit dem Messer oder de)' Schere ab, oder mau macht hier dichtstehende, oberflächliche Ein­schnitte. Beim Heften muss die linke Hand die Eingeweide zurück­halten und vor Verletzungen durch die Nadel schützen. Mittelst starker, sorgfältig sterilisirter Seide sucht man die Ränder des Bruch­ringes einander zu nähern, so dass die Bruchpforte möglichst, voll­ständig verschlossen wird. Bei grosser Spannung kann die Etagen­naht zweckmässige Anwendung (luden. Nach Anlegung dieser Naht wird die äussero Haut für sich ebenfalls mit festem Material, engen und tiefen Stichen geheftet.
Es braucht kaum erwähnt zu werden, dass hierbei strengste Antisepsis beobachtet werden muss. Wo diese nicht erreicht wird, tritt die Gefahr einer Peritonitis ein: auch erfolgt der Yerschluss bei weitem nicht so schnell und sicher wie bei aseptischem Wundverlauf, lieber die Einzelheiten dieses Verfahrens soll bei den verschiedenen Brüchen die Rede sein.
EndUch kann durch Anlegung einer Kluppe um den Hals dos Bruchsackes Heilung erzielt werden, ein Verfahren, das nament-
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Binffeweidebrüchi
:i2.r
lieh bei Nabelbrüchen oft Anwendung findet und dort beschrieben werden soll.
Behandlung incarcerirter Brüche,
Dass bei Incarceration st(,'ts Gefahr im Verzüge ist, daher die Behandlung sofort eingeleitet werden muss, wurde bereits erwähnt. Letztore besteht in der Beseitigung der Incarceration, und zwar zunächst durch den Versuch, den Bruch zu reponiren. Zu dem Zwecke wird das Thier so gelagert, dass sich der Brucli möglichst hoch oben he-findei, damit der Bruchinhalt durch seine Schwere in die Bauchhöhle zurückzutreten neigt. Ein wesentliches Einderniss für die Reposition bildet die Unruhe des Thieres und die Neigung, in gefesseltem 7m-stande die Bauchpresse wirken zu hissen: zur Verhinderung derselben dient die Narkose, ohne welche bei grösseren Thieren die Reposition in der Regel nicht erreicht wird. Bei Pferden wende ich Chloroform, bei Hunden Morphium an. Bei schlachtbaren Thieren tuuss stets überlegt werden, ob es nicht vortheilhafter erscheint, das Schlacht­messer in seine Rechte treten zu hissen; durch die Anwendung von Chloroform und Aether kann das Fleisch ungeniessbar werden.
Es ist stets zu beachten, dass das Hinderniss in der Nähe der Bruchpforte zu liegen pflegt. Von hier aus muss daher auch die llülfeleistung ausgehen, dagegen als fehlerhaft bezeichnet werden, wenn man diese am Grunde des Hrnchsackes durch Druck gegen denselben eintreten liisst; damit erreicht man niemals laquo;lie Reposition. Bei grösseren Brüchen umfasst man den Bruchsack mit beiden Händen, so dass die Fingerspitzen in der Nähe der Bruchpforte liegen. Mit diesen sucht man den dicht über der Bruchpforte befindlichen Inhalt durch gleich-massigen Druck zu verkleinern oder zu verschieben und auf diese Weise das Hinderniss für die Fortbewegung des Darminhaltea zu lösen.
Da, WO eine I hmnabknickung an der abdominalen Seite des Bruchringes vermuthet wird, empfiehlt sich, den Bruchsack seitwärts zu bewegen, um die Knickung zu heben und den Dann Inhalt frei zu machen. Natürlich nuiss dies ebenfalls langsam, aber andauernd und nach verschiedenen Richtungen erfolgen, weil man nicht wissen kann, wo das Hinderniss liegt. Zuweilen stellt sich hierbei ein gurrendes Geräusch ein, welches auf Entleerung des Im Bruchsack gelegenen Darmrohres schliessen liisst; noch günstiger erscheint eine Verklei­nerung dos Bruclisaekes unter den Fingern, Stollungen, bei denen diese Erscheinungen auftreten, suche man daher wiederzuerlangen und länaer einzunehmen.
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Krankheiten des Bauches,
Gelingt es auf diene Weise nicht, innerhalb einer halben Stunde die Taxis /.u bewirken, so kann in der Uelt;fel nur noch der Bruch­schnitt etwas leisten, der unter Umständen von vornherein Anwen­dung findet, Wenn man nihnlich annehmen musa, dass der vorge­fallene Dann bereits mürbe oder im Bruchsacke zerrissen ist, so darf cine Reposition nicht eintreten, weil in beiden Fällen Peritonitis zu befürchten sieht. Je länger daher die Einklemmung besteht, desto vorsichtiger müssen die Manipulationen bei den Repositionsversuchen ausfallen. Entzündung des Bruchsackes, Emphysem unter der äusseren Haut desselben, lassen auf bereits erfolgte Zerreissung sohliessen, ein Zustand, der bei Thieren im allgemeinen als unheilbar geltem kann.
Der Bruchschnitt (Herniotomie) bezweckt die Einklemmung zu lösen und kann in verschiedener Weise ausgeführt werden. In der Menschenheilkunde unterscheidet man einen Bruchschnitt ohne Hr-ött'nuug der Bauchhöhle, den sog. äusseren Bruchschnitt, und einen solchen mit Durchschneidung des Peritoneums, also mil Eröffnung der Peritonealhöhle (Herniotomia interna), Der erstere fand früher häufigere Anwendung als heute, weil man bei Amveudung der Anti­sepsis die Peritonitis gegenwärtig nicht mehr in dem Masse zu fürchten hat; das gleiche gilt für Thiere, Da aber auch hier strenge Anti­sepsis durchführbar ist, und der äussere Bruchschnitt im allgemeinen grössere Schwierigkeiten bietet, so wird derselbe weniger angewendet als früher. Das Verfahren beim äusseren Bruchschnitt ist folgendes:
Nach sorgfältiger Desinfection des Operationsfeldes und zweck-mässiger Lagerung des narkotisirten Thieres wird ein Hautschnitt in der Längsrichtung über die Bruchgeschwulst geführt; derselbe muss sieb über den ganzen Bruchsack erstrecken. Nachdem auch der Hautmuskel in der gleichen Ausdehnung durchtrennt ist, stosst man beide von der Bruchgeschwulst ab und sucht möglichst nahe bis an den Bruchring zu gelangen. Grössere Gefässe werden unterbunden, .um ein klares Operationsfeld zu bewahren, derbe Hindegewebsstränge mittelst Schere und Messer getrennt. Die nun in die Tiefe vorge­schobenen Finger können in der Regel die engste, also strangulirte Htello ermitteln, welche alsdann mit einem llerniotom oder Tenotom erweitert wird, doch ohne das Peritoneum zu verletzen. Sobald diese Trennung erfolgt ist, gelingt die Taxis leicht, und muss die Wunde nunmehr sorgfältig gereinigt und geheftet werden.
Der innere Bruchschnitt verlangt dieselbe Vorbereitung. Der ilautschnitt wird in gleicher Weise angelegt, und die unter der Haut befindlichen Hüllen des Brncbsackes bis auf das Peritoneum
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hmyi'-wrmi
ibrüohe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;[',21
mit dem Messer gespalten. Alsdann bebt man von letzterem mit der Pincette am Grunde ilcs Bruchsackes eine kleine Palte in die Höhe und schneidet diese mit horizontal gehaltenem Messer dicht unter der Pincette so ein, doss eine kleine Oeffnung entsteht. Mittelst einer geknöpften Schere lässt sicli diese Oeffnung erweitern, so dasa der Zeigefinger in den Bruchsack geschoben werden kann, auf welchem man mit der Schere das Bauchfell Ids an den Bruchsackhals spaltet. Der Finger muss den Bruchinhali zurückdrängen und vor Verletzungen schützen. Nunmehr kann derselbe bis zur Bruchpforte vordringen. An dem Finger führt man das Herniotom ein und spaltet den Bruchring bezw. den Hais des Bruchsackes da, wo sich die Einschnürung zeigt. Ein leichter Einschnitt genügt, um den Inhalt des Bruches in die Bauchhöhle zurückzubringen, sofern der Bruch nicht verwachsen ist.
Bei Nabel- und Bauchbrüchen ersetzt ein geknöpftes Tenotom das Bruchmesser, welches in verschiedener Gestalt construirt worden ist. Nur heim Leistenbruch des Pferdes kann ein besonderes Hernio­tom nothwemlig werden (vgl. S. ^iöl).
Der innere Bruchschnitt hat vor dem äusseren den Vorzug, dass man sich von der Beschaffenheil des eingeklemmten Darmes überzeugt, um, falls derselbe bereits nekrotisch ist, entweder auf eine weitere Behandlung zu verzichten, oder zur Resection des bran­digen Stückes zu schreiten; die Reposition desselben würde jede Hoffnung auf Heilung ausschliessen. Man beachte hierbei, dass die schwarze Farbe noch nicht die Gegenwart von Nekrose beweist (S. 319).
Man entscheide sich in solchen Fällen, ob man die Resection des nekrotischen Darmes versuchen soll, welche bei Fleischfressern allerdings eine grössere Aussieht auf Erfolg verspricht als bei Pflanzen­fressern, immentlich bei Pferden, doch gestaltet sich auch bei Jenen die Prognose ungünstig. Incarcerirte Netztheile, die jedoch selten an­getroffen werden, würde man nach Unterbindung mit aseptischem Material abschneiden und die Wunde wie vorhin beschrieben behan­deln; in erster Linie kommt es darauf an, Asepsis zu erreichen, und einen Darniverfall zu verhüten. Peinlichkeit sichert die erstere, eine sorgfältig augelegte Etagennaht führt zu einer festen Vereinigung der Wundränder.
Soll die Resection eines nekrotischen Darmstückes versucht wer­den, so kommt es vor allem darauf an, Verunreinigungen der Bauch­höhle mit Darminhalt zu vermeiden, und eine sorgfältige Vereinigung der Darmenden ZU erzielen. Man ziehe den Darm soweit nöfhig
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Krankheiten des ßuurhes.
hervor und schütze denselben durch Unterlagen von Tüchern, die mit einer wannen Desinfeotionsflüssigkeit getränkt sind.
Nachdem mittelst der Schere das brandige Stück abgetrennt ist, spüle man die Enden mit Carbol- oder Sublimatwasser aus und suche ihren Inhalt soweit möglich zu entfernen, ohne die Wunde zu ver­unreinigen. Das Nachdringen von Darminhalt aus dem vorderen Ende kann durch Digitalconipression von einem öehülfen verhindert werden. Der Darm muss so zusammengelegt werden, dass sich die Serosa berührt. Dazu krempt man die Ränder des hinteren Stückes nach innen um, schiebt das vordere Darmende in dieses hinein und nähe beide mit engen Stichen zusammen. Nach abermaliger sorgfältiger Reinigung wird der Dann versenkt, die Wunde gereinigt und die Naht wie oben beschrieben angelegt. Dass unter Umständen, nament­lich beim Rinde, Darmresectionen Aussicht auf Erfolg haben, beweisen die bei Invagination schon vor vielen Jahren mit einfachen llüll's-mitteln angestellten Versuche. Mau vergleiche Darmnaht.
(i. Der Niibclhnicli. Heruia uinbllicalls. Omphnlocelo. Exomphalos.
Lit.i Kaiser, Vet. Sa. tier. 1876/77. Kölling, Th. Mittli. 18.M. S, 71. Kssev, das. 1883, 8. -IT. Hupe, Vet. San. Her. 1875/76. Dagot, Eec. de med. vet. 1848. Storry, The Voter. 1889. Roche-Lubin u. Weber, Rec. de med. vet. 184i). Marbot, das. 18quot;)T. S. 681. Maugot, Journal pract. 1826. [mminger, Deutsche Zeitschr. für Thiermed. 1890. S. 298 and Zeitschr. für Vet.-Kund. 1891. S. 11. Sanson, Heo. de med. vel. Bd. 10. Siedanagrotzky, Dresd. Her. 1879. S. 86 u. 1886. S. 25. Wiesner, B. T. W. 1890. S. 177. Hendrickx, Annul, de med. vet. belg. 1890. .S. :i(i7. Dogivc, Her. Kep. Bd. 40. S. 69. Pröhner, Adams Woohenschr. 1884. 8. 105. Cagny, Jahresber. 1886. 8. 111. rat/,, Oesterr. Zeitsohr. für wiss. Vet. 1891. S. 65. Luoet, B. T. W. 1892. 8. 164. Pathe, Bad. th. Mitth. 1892.
Durch Vereinigung der Visceralplatteu in der Linea alba schliesst sich während des intrautemien Lebens die Bauchhöhle bis auf den Anulus umbilicalis, welcher für den Nabelstrang offen bleibt und durch Obliteration seiner Gefässe nach der Geburt verödet, vernarbt. Nicht selten zeigt sich bei neugeborenen Thieren der Nabelring abnorm weit, so dass er von dem Nabelstrang nicht vollständig ausgefüllt wird, in Folge dessen giebt die äussere Saut und das Peritoneum entweder sogleich oder in den ersten Wochen nach der Geburt dem Drucke der Baucheinffeweide nach und lassen diese durch den abnorm
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NabelbvuoU.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 329
weiten Nabelring unter die iinssn-e Haut treten, Man nennt diesen Zustand, der bei den verschiedenen Thierarten, am meisten beim Pferde, Kinde und Hunde beobachtet wird, Nabelbruch, und unter­scheidet demnach „angeborenequot; Nabelbrüche und solche, die in den ersten Wochen nach der Gehurt entstehen (erworbene).
In der Eegel findet sieh eine Abtheilung des Colons oder Cöcums, zuweilen auch Netz in dem von der Cutis und dem Perito­neum gebildeten Bruchsacke, dessen Qrösse von der einer Hasel-uuss bis /.u der eines Menschenkoid'es seliwankl. Pathe beobach­tete bei einem Kalbe einen Nabelbruch, in dem der Labmagen sieh befand.
Die beim Menschen übliche Trennung zwischen „Nabelbrüchenquot; and „Nabelschnurbrüchenquot; hat bei Thieren bisher noch kein praktisches Interesse erlangt. Bemerkt sei jedoch, dass bei den letzteren die Eingeweide in einer Erweiterung der Nabelschnur liegen und nur zum Tlieil oder überhaupt nicht von der ftusseren Haut: bedeckt worden. Daraus ergiebt sich, dass die Beurtheilung dieses Zustandes bei weitem ungünstiger ans­tauen muss als heim Nabelbruch; die ausgebildeten Fidle kommen wahr­scheinlich nicht zur Behandlung, denn sie führen selbst beim Menschen in der' Regel zum Tode.
Erscheinungen. Der Nabelbruch giebt sich durch eine Ge­schwulst von der angegebenen Qrösse zu erkennen. die unter dem Nabelringe liegt, frei von entzündlichen Erscheinungen, elastisch, weich und scharf begrenzt ist. Meist besitzt sie die Gestalt einer grösseren oder kleineren Balbkugel, selten ist sie gestielt. Schiebt man mit einem oder zwei Fingern die Bruchgeschwulst nach (dien, so fühlt man in der Tiefe den Bruchring (Nabelring), in den oft kaum ein Finger, bei grösseren Thieren zuweilen die Hand eingeschoben werden kann. In der EUlckenlage verschwindet die Geschwulst: auch liisst sich dieselbe meist durch Druck mit der flachen Hand zum Ver­schwinden bringen.
Eine Verwechselung kann nur bei jungen Thieren mit entzünd­licher Erkrankung des Mabels vorkommen, Man sei daher mil der Anwendung des Messers hier vorsichtig; in der Absicht, einen Abscess zu öffnen, wurde schon öfter ein Nabelbruch angeschnitten. Sobald man den Nahelring nicht fühlen und sich von dem Verschlnss des­selben nicht überzeugen kann, muss jede lluet uirende Anschwellung
merselbst den Verdacht auf einen Nabelbruch erwecken,
Ursachen. Eine abnorme Weite des Nabelringes bildet stets die Grundlage des Leidens; je grosser dieser, um so leichter entsteht
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Kninklu'itrii (1
es buunios.
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der Bruch. Hiernach erklärt sich auch ilii1 Erblichkeit des Nahel­bruches, wie Viborg, 131($onet bei Pferden und lienkert bei llun-deii beobachteten (Stockfleth); hvl angeborenen Nabelbrüchen sind die Baucheingeweide überhaupt nicht in die Bauchhöhle eingetreten, indem sie von den Visceralplatten nicht umschlossen wurden. Nach der Geburt wird die Entstehung der Nabelbrüche einerseits durcli heftige Dehnungen der äusseren Haut am Nabel, /.. B, durch gewalt­sames Abreissen der Nabelschnur ohne Pixirung derselben am Nabel begünstigt; andererseits kann in dieser Zeit ein Nabelbruch durch alle Umstände veranlasst werden, welche mit einer Steigerung des iutraahdoniinalen Druckes verbunden sind: Tympanitis, heftige Wir­kung der Bauchpresse bei Verstopfung (z. ß. Atresia ani), Anstrengung in schwerem Zuge, andauernder Husten führen oft zur Ausbildung eines Nabelbruches, und /.war um SO leichter, je grosser der Nabel­ring und je schlaffer die äussere Haut ist. Sehr selten bildet sich bei alleren Thieren ein Nabelbruch aus.
Eeurtheilung. Nur ausnahmsweise entsteht am Nahelbruch Incarceration, wahrscheinlich weil Dickdarm und Netz in der luge! den Bruchinhalt bilden.
Aus dem gleichen Grunde tritt häufig spontane Heilung ein. und zwar um so leichter, je kleiner der Bruch, je enger der Bruch-ring und je jünger das Thier ist. Bei Pflanzenfressern verschwinden kleine Nabelbrüche regelmässig, sobald die Thiere feste Nahrung (Rauhfutter) aufnehmen, womit nicht nur eine Ausdehnung des Dick­darmes und Füllung desselben mit testen Futterst orten herbeigeführt wird, sondern auch eine Ausdehnung der Bauchwand mit Anspannung des Peritoneums wie der äusseren Haut stattfindet, wodurch der Bruch­inhalt in die Bauchhöhle gedrängt wird. Es liegt auf der Hand, dass dieser Vorgang vornehmlich in der ersten Zeit nach der Geburt wirkt; bei Fohlen und Kälbern erfolgt daher spontane Heilung meist in den ersten ti Lebensmonaten, oft auch noch in der /.weiten Hälfte des ersten Lebensjahres. Nach dieser Zeit sieht man höchst selten spontane Heilung eines Nabelbruches eintreten.
Die Beurtheilung ist also in erster Linie von dem Alter des Tlueres, sodann von der Grosse des Bruc.hsackes und Nabelringes abhängig; denn auch für den Heilerfolg kommt es hierauf besonders an. Incarceration wird nur ausnahmsweise bei Thieren beobachtet, welche an Tympanitis erkranken, bei gierigen Fressern und solchen, die zu Verdauunffsstörunofen mit Aufblähunor neisen, Bei Pferden
il
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Nabelbruch.
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können hci'tigo AusfcreugungoTi in schwerem Zuge zur Entwickelun^ von [ncarcerationen wie Becidiven Veranlassung geben.
Behandlung. Zahlreiche und in ihrer Wirkung sein- verschie­denartige Mittel sind gegen Nabelbrüche empfohlen worden; die meisten derselben verdanken jedoch der spontanen Heilung ihren Ruf. Dahin gehört z. B. die Application von Adstringentien auf die äussere Haut (Jacobs) oder Koehsal/.iösung in subcutaner Anwendung. Diese Mittel halien meist nur da Erfolg, WO die Heilung ohne sie eingetreten wäre, wie es bei kleinen Brüchen Jüngerer Thiere, namentlich bei Pflanzen­fressern in der Hegel der Fall ist.
Zu den gebräuchlichsten Palliativverfahren gehören;
1.nbsp; nbsp;Die Anwendung von Bruchbilndern. Fleischfresser und Schweine dulden solche in der Regel nicht, daher kommen sie fast nur für Pflanzenfresser und namentlich für das Pferd in Betracht. Man legt; einen Wergbausch auf den reponirten Bruch und lässt diesen durch einen (iuii: tragen, der um den Rumpf geschnallt wird. Dm die feste Lage des Wergbausches zu sichern, bestreicht man denselben mit dickem Terpentin. Soiling heilte auf diese Weise Nabelbrüche bei Fohlen in 6 Wochen. Maiioot will durch Bandagen 10 derartige Fälle in 32 Tagen geheilt haben.
Als Ersatzmittel für das Bruchband können Heft- oder Pech­pflaster sowie Bepinselungen des Bruchsaokes mit Collodium dienen, Mittel, die nach erfolgter Reposition des Bruches applicirt werden. Ihre Wirkung ist jedoch nicht zuverlässig, namentlich auf der sehr dehnbaren Haut des Hundes; auch bleiben die Pflaster in der Regel zu kurze Zeit liegen, um einen dauernden Frfolg zu haben.
2.nbsp; nbsp;Bei grösseren Thieren (Pferd, Kind) ist von sehr vielen Prak­tikern die Application scharfei-, ätzender Substanzen auf den Bruchsack empfohlen worden, Man reibt den Bruchsack mit Cantlia-L'idensalbe ein, oder bepinsell denselben mit anorganischen Säuren, Schwefel- oder Salpetersäure. In Frankreich wurde die Salpetersäure 1818 zuerst von Dagoi empfohlen; um dieselbe Zeit kam sie neben der Schwefelsäure in Deutschland in Gebrauch. Die letztere wird meist mit 3—5 Theilen Wasser oder Spiritus verdünn! und 5—8 Tage liin-durch täglich 2mal auf dem Bruchsacke eingerieben. Concentrirte Schwefel- oder Salpetersäure appliciri man mit einem Glnssiab in Sirichform. Die Striche müssen mindestens 1 2 cm von einander entfernt liegen: auch darf die Anwendung der Säure in der Hegel nur --'mal erfolyen. Andere lassen die concentrirte Salpetersäure mit einem
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Krankheiten des Bauches.
Pinsel oder Wergbausch 2mal auf die ganze Bruch sackfläche streichen, wobei man an der Peripherie beginnt und dafUr sorg!;, dass der ab­hängig gelegene Grund des Bruchsackes nicht zu viel Säure bekommt. Besondere Vorsicht verlangt die Anwendung der ooncentrirten Salpeter­säure; man gebe sie nie dem Besitzer zur Benützung in die Hand, sondern applicire sie selbst. Wird nilmlicli die iitzende Wirkung zu heftig, so wirkt die starke Anschwellung in hohem Grade spannend auf die äussere Haut, und so kann diese leicht zerreissen oder nekro-tisiren, bevor eine Verwachsung am Bruchsaokhalse zu Stande ge­kommen ist. Dann tritt ein Darmvorfall ein, wie Kaiser und Weber bei Fohlen, Roche-Lubin auch beim Hunde beobachteten. Je dünner der Bruchsack, namentlich die äussere Haut desselben, um so vor­sichtiger sei man mit der Anwendung der ooncentrirten Säuren. Duriaux und Oagny haben neuerdings die Anwendung eines Sina-pismus an Stelle der Säuren empl'olilen; der Senf soll dieselbe Wir­kung haben, aber weniger gefährlich sein. Im übrigen eignen sich gerade Säuren für diesen Zweck, weil sie das Gel'üge der Haut nicht, in dem Masse lockern wie Alkalien; sie geben einen festen Schorf, Alkalien einen weichen. Salpetersäure wirkt noch heftiger als Schwefelsäure; ihre Anwendung 1st daher auch schmerzhafter und gefährlicher. Dasselbe gilt von der Chromsäure und dein Kaliuni-bichromat (1 : •gt;), welche leicht zu tief wirken. Mau beobachte stets die Anschwellung, welche nach der Application eingetreten ist; sobald diese genügend erscheint, höre man mit der weiteren Application des Mittels auf.
Auch das Glüheisen ist zu dem gleichen Zwecke empfohlen und in Strichform angewendet worden. In Frankreich und Belffien hat. man gleichzeitig Bruchbänder und Schorfsalben benutzt.
Degive omptiehlt ein von -.Martin constrnirtes Bruchband für Pferde, welches eine 35 cm lange und 10 cm breite Blechplatte trägt, deren Forin sich der unteren Bauchtliiche gut anschmiegt, und welche mit zwei Deckgurton befestigt wird. Au der Bauchseite besitzt die Platte eine kuppeiförmige Erhabenheit von 5—li cm Höhe, welche in den Bruchring gedrückt wird und den Bruchinhalt zurückhält. In dieser Lage soll das Bruchband 4—S Tage getragen werden, bis eine Anschwellung im Bruchringe entstellt. Nach Abnahme des Verbandes wartet man ab, oh der Bruch wieder hervortritt. In diesem Falle soll derselbe in seiner ganzen Ausdehnung ent­weder mit verdünnter Salpetersäure bestrichen oder gebrannt werden. Hier­nach legt man eine zweite Bandage an, deren Gurte eine starke. 85 cm lange und 22 cm breite Blechplatte tragen, auf welcher eine gotheerte Leinwand­compresse liegt. Brei Tage später reibt Martin Cantliaridenöl ein, um die Abstossung des Schorfes zu befördern, was nach 8 Tagen erfolgen soll. Hiernach werden die Gurte etwas gelockert und, nachdem der Bruch mit
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Nabelbruch,
Tlioer bostrichen, wieder angelegt. Auf diese Weise will Martin Nabel­brüche innerhalb 20 Tagen zur Seilung bringen,
Ohne Zweifel wirkt der Druck dos Verbandes auf den entzündeten Bruobsaok fördernd auf die Reposition des Inhaltes wie auch auf die Scbrampfting des Bruobsackes, doch sei man vorsichtig, damit nicht zu früh am Bruchsacke Nekrose entsteht; der Verband muss deshalb öfter untersucht werden.
Imminger empfiehlt bei Pferden eine I.V'„ Kochsalzlösung, von der :!0 -40,0 g 2—3 cm vor und hinter dem Bruch subcutan applicirt werden, lie! kleinen Brüchen soll die einmalige Einspritzung, bei grösseren :i—4malige Wiederholung derselben genügen, um innerhalb 4—ti Wochen den Bruch zu heilen. Es bleibt /.war eine Verdickung für längere Zeil zurück, die aber die Bruchpforte verlegen soll. Auch Lucet injicirt an ver­schiedenen Stellen in der Umgehung des Bruches 50—20U g Kochsalzlösung.
Alle diese Mittel sollen durch die Anschwellung, welche sie er­zeugen, den ßnicliinlialt in die Bauchhöhle zurückdrängen; eine gleiche Wirkung ist später mit der Schrumpfung in der äusseren Haut ver­bunden, welche durch die Narhenstriktur veranlasst wird. Ohne Zweifel verdienen daher die Säuren auch den Vorzug vor den Scharfsalben, wie z, B, den spanischen Fliegen. Hupe behauptet, bei Fohlen in den ersten li Lebensmonaten durch Bestreichen rait Acid, sulfur, angl. Nabelbrüche sicher zu heilen.
Nur kleinere Brüche bei jüngeren Thieren eignen sich zu dieser Behandlung: bei grösseren gewährt sie keine Aussicht auf Heilung, Degive will sio auf solche Nabelbrüche beschränkt wissen, bei denen man nicht mehr als zwei Finger in die Bruchpforte schieben kann und der Bruchsuck nicht grosser als ein Hühnerei ist. Die vergebliche Anwendung der scharfen Mittel führt leicht zu Verwachsungen des Bruchinhaltes mit dein Bruchsacke, woraus sich später Schwierigkeiten für operative Eingriffe ergeben.
;i. Als K a d i k a 1 v e r l'a h r e n haben sich folgende Methoden bewährt:
a) Das Abbinden oder Abnähen des Bruchsackes. Bei Brüchen mit nicht zu breiter Basis wird nach sorgfältiger Reposition (in der Rückenlage mit gebeugten Ilinterschenkeln) um den Hais des Bruch­sackes eine Ligatur gelegt; Esser empliehlt hierzu die elastische Ligatur. Wenn diese nach 10 —12 'ragen mit dem Bruchsack abfällt, ist die von ihr zusammengeschnürte Stelle; des Bruchsackes verwachsen, so class ein Darmvorfall vermieden wird. Die elastische Ligatur ziehe man indess nicht zu lest an, weil sie sonst zu schnell den Bruchsack durchschneidet. Um das Abgleiten der Ligatur zu verhindern, kann eine starke Nadel oder ein Drahtnagel unterhalb derselben durch den Bruchsack srestocheu worden.
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Knmkhcitcii (Ins BaucliCB
Degive rath, so viel Haut als möglich in die Ligatur ZU nulimcn und diese recht fest anzuziehen. Die Methode soll nach ihm bei JJriicheu, deren l'forte nicht über Dannien.stilrke weit ist, sicheren Erfolg haben. Bei breitem Halse gleitet die Ligatur leicht ab, daher ist hier das Abnähen vorzuziehen, welches gleichsam nur eine Unter­bindung in Abschnitten darstellt. Ich habe bei Fohlen und älteren Pferden von dem Verfahren häufig in folgender Weise mit gutem Erfolge (iebrauch gemacht:
An dem mit gespreizten und gebeugten Hinterbeinen auf dem Rücken liegenden Thier werden die Haare auf dem Bruchsacke ab-rasirt, dieser abgeseift und mit einer Desinfectionsllüssigkeit gewaschen. Nach vollzogener Taxis durchsticht man mit einer schwach gekrümmten Nadel, welche mit einem starken sterilisirten Zwirn- oder Seiden­faden (doppelt gelegt) verseilen ist, den in seiner Längsrichtung zu­sammengelegten Bruchsack dicht über der Bauchwand. Her Faden wird alsdann in der Nähe der Nadel durchschnitten, und die eine Hälfte desselben zusammengebunden, während man den Bruchsack ein wenig (nicht zu stark) anziehen lässt. Hanach sticht man die Nadel mit der zweiten Fadenhälfte etwa, - cm von der ersten Einstichstelle entfernt abermals durch den Bruchsack und unterbindet diesen Abschnitt in gleicher Weise. So fährt man fort, bis der ganze Bruchsack unterbunden ist. Wenn das Thier sich sträubt, lege man beim Durchstechen der Nadel die Finger der linken Hand auf den Nabelring, um das Hervortreten und Annähen des Darines zu ver­meiden, oder man warte, bis Beruhigung eingetreten ist. Alsdann spült man den ganzen Bruchsack nochmals mit Sublimat-oder Carbol-wasser ab und bestreut die Naht an beiden Seiten des Bruchsackes mit einer Mischung von Jodoform und Tannin (1 ; 3); auch kann der ganze Bruchsack' nunmehr mit Wundgelatine bepinselt und mit Watte bedeckt werden. Darauf lässt man das Thier aufstehen und in einen Stall mit reiner, guter Streu bringen. Wird hierbei wie beschrieben vorgegangen, so erlangt man meist aseptischen Wundverlauf. In etwa 10—14 Tagen fällt der abgenähte Bruchsack ab, auch die Wunde zeigt sich alsdann geheilt. An der Brüsseler Anstalt wird in ähnlicher Weise operirt; man verwendet starke und gewachste Zwirn­oder Hanffäden (Hendrickx). LTm die Unterbindung zu erleichtern. wurde von französichen Veterinären (Hamont, Bernard u. a.) eine eiserne Klammer empfohlen, die man über den leeren Bruclisack, und zwar dicht an der Bauchwantl des Thieres anlegte. Sie ver­hindert, dass Danntheile, welche bei dem Drängen des Thieres durch
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Nabölbrui
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ilen Nabelring gelangen .sollten, von der Nadel erfasst werden. Durch die Narkose oder mittelst des oben erwähnten Verfahrens liisst sich dies indess ebenso sicher verhindern.
Um einen Vorfall der Baucheingeweide beim Abnähen zu ver­hüten, wandte Mangot eine läniflich viereckige Bleiplatte an, welche in der Mitte eine Oeffnung hatte, durch welche der leere Bruohsack gezogen und nun abgenäht wurde. Hierauf stiess man zwei hölzerne
73.
! I ! I I
Brnchklappe nach Bordonnat,
Stifte unterhalb der Naht durch die Haut; der Bruch­sack wurde abgeschnitten, und die Bleiplatte mit Hülfe von vier Riemen, die durch vier, an den Ecken der Platte vorhandene Löcher gezogen, auf dem Rücken des Thieres befestigt. Neuerdings ist Imminger für dieses Vorfahren bei Fohlen eingetreten. Derselbe
i
wendet jedoch Silberdraht zum Abnähen an. Wenn die Ligaturfäden nicht zu dünn sind und nicht zu stark anaezoscen werden, tritt ein Darmvorfall nicht ein.
b) Absohnürung des Bruchsackes mittelst einer Kluppe. Die Wirkung der Kluppe ist dem Ab­nähen ähnlich und empfiehlt sich besonders bei Brttchen mit breiter Basis. Das Verfahren gestaltet, sich noch
einfacher als das Abnähen, schliessf jedoch in der Kegel
Bruclikluppo nach Gambe,
die Heilung per priinam int. aus. Mine weitere Schwie­rigkeit bei der Anwendung der Kluppe besteht darin, dnss dieselbe von demBruohaack leicht abgleitet. Um dieses zu verhindern, werden unter­halb der Kluppe Stifte durch den Brucbsack gestochen oder eine Kluppe angewendet, welche seihst, den Hruchsack durchsticht. Bordonnat construirte zu diesem Zwecke die in Fig. TM abgebildete, eiserne Kluppe. Zu dem gleichen Zwecke liess Combe die Kluppe durchlöchern (Fig. 71), welche dadurch sowohl die Durchführung von Ligaturen wie auch starker Nadeln gestattet. Nach Reponirung des Bruchinhaltes wird die Kluppe am Bruchsackhalse, möglichst nahe der unteren Bauch-
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Krankheiten des Bauches!
fläche in der Richtung der Linea alba, angelegt und mittelst Schrauben (Bordoiuiat und ('ombo) odor wie lgt;ei der Castration durch einen Bindfaden befestigt. Die unterhalb der Kluppe befindliche Abtheilung des Bruchsaelces kann abgeschnitten werden, oder sie bleibt rait dor Kluppe liegen, bis diese abfällt, was nach 10—12 Tagen erfolgt, lgt;iis letztere ist entschieden da vorzuziehen, wo das Abgleiten der Kluppe zu befürchten steht. In dor ersten Zeit zeigen sich die Thiere nach Anlegung dor Kluppe wohl unruhig, doch verliert sich dieses in den nächsten 'ragen. Bei sehr weitem Nahelringe sah man auch nach Anwendung der Kluppe den Bruch von neuem auftreten (Sanson).
Hauptsache bei der Anwendung von Kluppen ist genügend Haut zu fassen und die Kluppe fest und glolchmiissig anzulegen. Hölzerne Kluppen mit Bindfäden befestigt eignen sich hierzu woniger als eiserne mit Schrauben, weil sie sich bei der einseitigen Zuschnürung nicht so gloiolnniissig anlegen.
Bei Benutzung hölzerner Kluppen hat man auch wohl zwei über einander gelegt, um das Abfallen derselben zu verhindern. Degive empfiehlt dieses Verfahren besonders bei grossen Brüchen, wobei die obere Kluppe eine Länge von 30 cm haben soll, während die untere um in cm kürzer sein kann. Die obere wird so dicht als möglich gegen den Hauch gelegt, so dass nach dem Aufstehen dos Thioros der Hruchsack vorscliwundon erscheint, was mit zwei Kluppen sicherer erreicht wird als mit einer; seihst kopfgrosse ilornion sollen bei dieser Behandlung völlig geboilt worden. Demesse will auf diese Weise sogar oinoii Hruoh geheilt hahon, hei dem der Nabelring so gross war, dass man mit beiden Händen zugleich eindringen konnte. Reicht bei männlichen Thieron der Schlauch SO weit nach vorn, dass er von der Kluppe berührt wird, so kann die Kluppe auch in dor Querrich­tung dos Rumpfes angelegt werden.
c) Der Bruchschnitt. Wo die oben genannten Methoden im Stich lassen, w'iv es bei sehr grossen Brüchen wohl vorkommt, kann das Heften des Bruchringes unter Umständen noch Heilung be­wirken. Die Operation erfolgt nach dem oben näher beschriebenen Verfahren unter Anwendung antiseptischer Massnahmon. An dem narkotisirten und auf dorn Hucken liegenden Thior -wird der ganze Bruchsack rasirt, sorgfältig abgeseift und desinfleirt. Darauf spaltel man die iuissore Haut in der Längsrichtung dos Bruches bezw, des Bruchringes, Die weitere Operation kann mit oder ohne Oeffnung der Bauchhöhle erfolgen. Siedamgrotzkj zieht den letzteren Weg vor und präparirt zunächst die äussere Haut vom Bruchsack ab, welcher
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Nabelbruch,
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godann in die Bruclipforte eingestülpi wird. Die nufgefriscliten Rilnder des Nabölringes heftet man mit .starken Catgut- oder Seidenfäden und darüber ebenso die entsprechend verkürzten Eautlappen, Lässi man den Occlusivvcrljand dur(di liaiidugen oder einige Nähte tragen, so erfolgl die Heilung in 20—80 Tagen vollständig.
Aehnlich ging auch Starry vor. Er heftete den Bruchsack, naelidem die lluut von demselben abgetrennt war. mit einem Streifen weissen Leders, schnitt denselben dann ab und vernähte schliesslicli die äussere Haut.
Dieses Verfahren verdient der mit Eröffnung des Peritonealsackes verbundenen Herniotomin interna gegenüber den Vorzug, und zwar einmal, weil die Gefahr der Peritonitis geringer ist, und die Operation nicht durch Vorfall von harm- und Netztheilen gefährdet wird.
Dass jedoch auch das Peritoneum ohne Nachtheil durchschnitten werden kann, haben verschiedene Beobachtungen bewiesen: auch De-give operiri auf diese Weise: neuerdings berichte! Wiesner llber einen so operirten Fall, doch geht aus den Mittheilungen desselben hervor, dass der Heilungsprocess nicht so einfach verlief, wie bei der von Siedamgrotzky angewendeten Methode, lgt;;is operirte Fohlen zeigte sich in den nächsten Tagen erheblich krank, während bei der Herniotomin externa kaum eine fieberhafte Erkrankung eintrat. Fröh-ner operirte unter strenger Antisepsis, heftete die Bauchwunde und erzielte Heilung per primam intentionem in l11 Tagen. Beim Durch­schneiden des Peritoneums gehe man nach den Angaben auf S, -:17 vor.
Zeigt sirb der Nabelbruch verwachsen, wie es nicht selten aacli Anwendung von Säuren oder anderen scharfen Mitteln vorkommt, so verdient die Methode ohne Oefihung der Bauchhöhle entschieden den Vorzug. Degive (Hendrickx) verfährt in solchen Fällen wie folgt: Unter antiseptischen Cautelen wird der Bi-uclisack geöffnet; auch das Peritoneum soweit, durchschnitten, dass ein Finger eindringen kann. um die verwachsene Stelle eventuell mit Hülle der Sebere zu lösen. Darauf wird der Bruchsack wie oben beschrieben abgenäht.
Die blutige Operation eigne! sieh nicht für Brüche mit sehr weitem, namentlich rundem Bruchring, weil die Vereini­gung des Nabelringes hierbei schwer fällt und selbsl unmöglich werden kann. In solchem Falle ist die Anwendung scharfer Mittel, eventuell unter Mitwirkung von Bandagen vorzuziehen.
Bei allen diesen operativen Vorgehen, namentlich aber bei der blutigen Operation sollte das Thier diätetiseh vorbereitet werden. Ent­ziehung voluminöser Nahrung und Abführmittel, um den Darm mög-Möller, Speololle Chirurgie ftlr Tliierärzte, a. Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;22
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Krankheiten laquo;los Bauches.
liehst zu entleeren, bilden Massnahmen, welche der Operation einige Tage vorangehen; nuch ilor-scDjen setze mun das Tliier für einige Tage auf halbe Kation und gehe leieht verdauliehe Nahrungsmittel. Dass für gute, reine Streu Sorge zu tragen ist, versteht sieh von selbst: auch empfiehlt es sieh, Pferde womöglich einige Tage hochgebunden stehen zu lassen.
Bei kleineren Thieren (Hunden) können scharte Mittel wegen des Beleekens nicht angewendet werden. Die operativen Eingriffe gestalten sich hier /war leichter, doch vergesse man nicht, dass manche Thiere Bandagen, Kluppen, Hefte u. s. w. nicht dulden, sondern alsbald ahreissen. ich ziehe daher bei diesen die Radikalope­ration vor und zwar soweit möglich, ohne Oell'nung der l'eritoneal-höhle. Um die Thiere ZU beruhigen, gebe man Hunden eine kräftige Morphiumdosis, wonach die meisten 24 Stunden schlafen: mit dieser Zeit verschwinden auch die grössteu Schinerzen. Unter Umständen ist eine dauernde Bewachung des Thieres erforderlich.
7. Der Leistenbruch, Ilodensackbrudi. Ilerniii mguinalis
s. scrotalls.
Treten Baucheingeweide durch den inneren Hauchring in den Processus vaginal is, so nennt man den Zustand einen Leistenbruch. und gelangen sie bis in das Scrotum. so spricht man von einem Hodensackbruch. Da nur bei männlichen Thieren und Hündinnen der innere Bauchriug offen bleibt, so kann der Leistenbruch auch nur bei diesen vorkommen. Die horizontale Lage des Rumpfes unserer Thiere ist der Entstehung des Leistenbruches weniger günstig als die senkrechte des Menschen. Am häufigsten tritt derselbe bei Pferden und Schweinen, seltener bei Wiederkäuern und Hunden auf. Meist findet sich Darm, seltener Netz im Bruehsacke. Der Leistenbruch zeigt bei den verschiedenen Thierarton manche Eigenthümlichkeiten; daher soll derselbe auch hier einzeln besprochen werden.
a) Per Leistenbruch bei Pferden.
Lit.: II. Bouley, Dictionaüv. S. '224 u. ['euch-Toussaint, Chirurgie vel. S. 493. Degive, An. de mdd, vrt. 1890. S. 129. Berdoz, Encyclopaed. S. 419. Vogel, Bering's Operafcionslehre. S. 463. öerlaoh, Geriohtliohe Thier-heilkunde. 11. Aull. S. 705. Lafosse, Journ, de Mdd. vet. de Midi IBM. Gross, Her. Rep. 48. S. 101. .lessen, Qarll u. Hertwig. 8. s, 20, 210 u, 400. Kruckow, Berl, Arch. 1886. S. 285. Lindquist, Jahresber. 1886.
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liC'istcnbrurli bei Pferden.
339
S. 88, Lörensen, Stookfleth Chirurgie. S. 428. Klingan, Müller Roll. IS. S. 46. Reiser, Her. Rep. :i(,). S. 284. Colaon, Annol. de möd. vöt. belg. 18811. Sieger, Pouch-Toussoint Chirurgie vöfc. S. 494. Strecker, Thirnii/tl. Mittli. 1877. S. 119. Brirahall, Jahresb. 1890. S. 108. Mauri, 'las. 1891. S. 109. Unrtquist, das. 1892. S. 88. II a in me rsr h in id, Oesterr./eitsrhr. für wiss. Vet. 1^1)2. 8. 195. Iluinauii. Ali. Wochenschr. 1891. 8. 341'.
Heim Hengst und Wallach stellt der Leistenkanal einen oa, 10 om langen, platten Trichter dar, dessen obere, enge Oeffnung, der „Bauch­ringquot; (Annulns abdoniinis), einen unter normalen Verhältnissen 2—4 cm, nicht seiton aber orhehlieh weiteren Spalt bildet, welcher in schräger liiehtung von hinton und innen nach aussen und vorn, #9632;!—ö em von dorn Querast des Schambeines und 10—15 om von der Linea alba entlernt liegt. Vorn und innen wird der Bauohring vom hinteren Rande des inneren schiefen .Bauchnmskels, hinten und aussen vom Cremaster bezw. Satuen-strang begrenzt. Ca. 2 cm vom hinteren Winkel entfernt verlaufen an seiner medialen Seite die hinteren Bauchdeckengefässe, Der Leiste n ri ng (oder il u s s e r o li au c h r i n g), A n nulus i n g u i n a 1 i s, stellt einen Spalt zwischen dem medialen und lateralen Sehnenschenkel des äusseren schiefen Baucbmuskels dar, dessen hinlerer, medialer Winkel U cm vor dem Scham-beinaste und etwas weiter von der Medianlinie dos Hauches liegt. Er ist normal ca. 10 cm lang, läuft ebenfalls nach vorn und aussen und öffnet sich namentlich bei rückwärts gerichteter und abducirter Schenkel­stellung. Die vordere mediale Wand des Leistenkanals wird zum grössten Theil vom inneren schiefen Hauchmuskel, die laterale vom Schenkelbogen gebildet.
Ursachen. Bei Bangsten, seltener bei Wallachen findet ein Austritt von Dünndarm odor Netz in den Leistenkanal statt, sofern der Bauchring abnorm weit ist. Nach Bordez, Vogel, Stockfloth ii. a. liegt dem Zustande stets eine abnorme Weite des An. abdomi-nalis zu Grunde, während Lafosse, II. Bouley und Gerlacb be­haupteten, dass auch hei normaler Weile desselben ein Leistenhrucb entstehen könne. Sollte letzteres prinoipiell auch zugegeben werden müssen, so steht doch soviel fest, dass in der hei weitem grössten Mehrzahl der Fälle eine abnorme Weite des Bauchringcs die Ursache zur Entstehung des Bruches abgiebt. Der Annulus abdominalis kann unter Umständen eine Oeffnung von 10 15 cm darstellen. leb sah alier auch Leistenbrüche bei Pferden, bei denen der innere Bauchring kaum zwei Finger einführen Hess, während in der Regel zwei neben dem Samenstrange bineingelangen, oft aber mir ein einziger. Es fällt daher schwer, die normale Weite zu bestimmen und diese Frage zu entscheiden. Dazu gehören zahlreiche Messungen bei verschiedenen üacen. Siemach erklärt sich, dass Leistenbrüche meist angeboren sind oder mit dem Deseensns der Tesfikel auftreten, und die Anlage
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Kranldiritoii des Bauches.
dazu von den Eltern auf dlv Niieiikoiumcn vererbl werden kann (Viborg), Begünstigend wirken auf die Entstehung der Leisteubrticlie alle Umstände, welche mit andauernder Steigerung des intraabdomi-mden Druckes verbunden sind, wie Tympanitis (Kolik), starke An­strengung, besonders im schweren Zuge auf weichem Boden, wobei die Muskelwirkung zum lieben der Püsse mit einer Erweiterung des Bauchringes verbunden 1st; ferner liei'tiy wirkende Haiulipresse sowie
Fiji
-; // •'/
llrrniM inguinalin incomplota. (Die Fig. zoigt ilie Lage
ilrs inneren Bauchriuges und den Verlauf der Art. pu-
di'iul. extema.J
UiTiiiii Ingninaiia vom Pferd maili Soring).
auch Sträuben in den Fesseln bei Operationen, Dass aucb Schwer­geburten, und zwar während das Fohlen mit dem Rumpfe in den Ge­burtswegen steht, bei diesem zur Bildung eines Leistenbruches führen können, beweist ein von Hammerschmid beobachteter Fall; das 3 Tage alte Fohlen zeigte einen kindskopfgrossen Leistenbruch. Ebenso können alle Bewegungen, welche eine Erweiterung dos Bauchringes veranlassen, wie heftiges Ausschlagen und Ausgleiten besonders nach aussen und rückwärts zur Entstehung eines Leistenbruches führen. Dahin gehört aueh Zerrung des Samenstranges beim Castriren, der
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liC'istcnliriK'h bei Pferden.
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Zug schwerer Kluppen, sowie den stark entwickelten Hoden älterer Elengste. Bei letzteren gidit der Deckakt zuweilen den Anstoss zur Bildung eines Leistenbruches, indem durch die aufrechte Stellung die * Baucheingeweide gegen die Beckenhöhle und in den Leistenkanal ge­drängt werden, dieser aber in Folge der gespreizten Schenkelstellung eine Erweiterung erfährt.
Bei Wallachen zeigt sich der Zustand seltener, weil it bei drv Kastration entweder geheilt wird, oder zum Tode des Thieres führt, sehr seifen aber erst; später eine Enveitennifi' des Bauchringes entsteht. Je früher der Hengst Ciistrirt wird, desto kleiner wird der innere Bauchring; er ist daher bei den meisten Wallachen von geringer Weite; doch wird auch bei diesen zuweilen ein Leistenbruch angetroffen, der nicht selten bald nach der Castration hervortritt, indem die mit der Schwellung des Satnenstranges verbundene Dehnung und Erweiterung des inneren Bauchringes begünstigend auf die Ausbildung des Bruches wirkt; meist handelt es sieh hierbei um Netztheile, aber auch Darm-brüche kommen bei Wallachen vor, welche bei Hengsten die Kegel bilden. Zuweilen findet sich Darm und Netz zugleich im Bruchsacke, der vom Processus vugiualis, der Tunica dartos und der äusseren
1nbsp;laut gebildet wird.
Unklar erscheint eine Mittheilung Mauris; derselbe will in
2nbsp; Fällen Incarceration der Moden im Leistenkanal beobachtet haben. Der eine Fall soll durch Peritonitis tödtlich geendet haben, im zweiten durch eine schnell ausgeführte Castration Heilung erzielt sein.
Verlauf. Bei Fohlen tritt oft spontane Heilung ein (Gtirard, Stockfleth, Hermann u. a.l, meist Jedoch nur im ersten Lebensjahre, selten später, Gross glaubt, dass leräftige Ernährung diesen Vorgang begünstige, indem die Gewebe dadurch eine grösscre Straffheil er­langen; dabei wirkt offenbar die Füllung des Darmes mit festerem Inhalt mit. Oft zeigt sieh umgekehrt eine allmähliche Vergrösserung iles Bruches, besonders bei angestrengter Arbeit und voluminösem Futter, und nicht selten wird auch Incarceration an demselben beob­achtet. Zu den grössten Seltenheiten gehört offenbar eine Beobach­tung Brinhalls; bei einem 3jährigen Hengste trat plötzlich ein Hodensackdarmbruch und 2 Wochen später Nekrose am Bruchsacke mit Perforation und Bildung einer Darmfistel auf. welche indess in i Wochen ohne besondere Hülfe heilte. Man könnte an die Folgen einer lucitrceration denken, allein der Ausgang müsste alsdann Über­raschen.
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Krankheiten des Bauches.
Ausnahmsweise entstehen bei älteren Thieren Leistenbrüche (Hernies inguinales r^centes im Gegensätze zu den II. ing. anciennes ts, chroniques der Franzosen), welche regelmässig bald incarceriren. Niclit selten dürfte es sich hierbei nur um die Ausbildung eines Leisten­bruches zum Hodensackbrucb handeln, indem der erstere übersehen wurde. Bei Hengsten können Hodensackbrüche einen bedeutenden Umfang imnehmen und sogar die Bewegung der Hinterschenkel stören, oder durch diese verletzt werden, und dadurch neue Gefahren herbei­führen. Da endlich die Heilung des Leidens immerhin mit Schwierig­keiten und Gefahren für das Leben der Thiere verbunden ist, so liegt es auf der Hand, dass der Leistenbruch stets einen bedenklichen Zu­stand darstellt.
Erscheinungen. Treten Baucheingeweide in den Processus vagi-nalis und bis in den Hodensack, so muss dieser an Umfang zunehmen; die Grosse des Bruchsackes zeigt sich indess sehr verschieden. Bald liisst sich der Bruch mir bei genauer Untersuchung nachweisen, bald reicht die Bruchgeschwulst bis über die Sprunggelenke nach unten und erlangt die Grosse eines Zuckerhutes. Degive beobachtete einen Bruchsack, der in senkrechter Richtung 40, in horizontaler 20 cm mass und 12 Liter Flüssigkeit zu fassen im Stande war; ähnliche Grossen sah auch ich beim Pferde.
Die Geschwulst besitzt die allgemeinen Eigenschaften eines Bruches, ist elastisch, weich, bei Netzbrüchen etwas fester, teigig; sie lässt sich comprimiren und verschwindet auf Druck sowie in der Rückenlage bis auf den Hoden, der bei älteren Leistenbrüchen ge­wöhnlich atrophisch und schlaff erscheint. Zuweilen lässt sich eine Darmschlinge im Hodensacke nachweisen, welche nach Bouley stets an der medialen Seite des Samenstrangs liegt. Durch angestrengtes Ziehen, während der Wirkung der Bauchpresse und durch Husten wird die Geschwulst grosser. Kollern und tvmpanitischen Ton bei der Percussion giebt die Gegenwart von Luft oder Gasen zu er­kennen. Bei Wallachen besitzt die Bruchgeschwulst am Halse eine grössero Breite und erscheint in Folge der Einlagerung von Netz derber.
Grössere Schwierigkeit bietet die Feststellung des sog. unvoll­ständigen Leistenbruches. Hier zeigt sich der Samenstrang meist ab­norm stark, und zwar entweder durch Oedem, eine Folge des Druckes des Bruchiuhaltes auf die Gefässe des Samenstranges, oder durch hypertrophische Zustünde am ('remaster, als Ergebuiss vermehrter
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Leistenbruch bei Pferden.
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Arbeit; ersfcere Erscheinung findet sich also bei frischen, letztere bei älteren Leistenbrüchen.
In zweifelhaften Fällen giebt die Untersuchung per anuin sichere
Auskunft,
Bei frisch entstandenen Leistenbrüchen beobachtet man in der Kegel einen steifen, schleppenden, gespreizten Gang, beschleunigtes Atimien, häufiges Strecken, leichte Kolik und öfteres Anziehen des Hodens der betreffenden (Seite; die letztere Elrscheinung wird von Gfirard geradezu als pathognomisch bezeichnet. Diese Zufälle ver­schwinden entweder in einigen Tagen, oder es gesellen sich zu ihnen die Symptome der Brucheinklemmung.
Die Incarceration zeigt sich hier in ähnlicher Weise wie hei anderen Brüchen; meist wird man bei Pferden durch Kolik auf die­selbe zuerst aufmerksam. Daher gilt die praktische Hegel, wenn bei Hengsten Kolik auftritt, stets den llodensaek auf die Gegenwart eines Leistenbruches zu untersuchen. Die Pferde pflegen hierbei eine gestreckte Stellung einzunehmen, oder sie setzen sich wie die Hunde auf das Hintertheil. Jessen beobachtete auch beim Pferde Erbrechen, das jedoch in der Etegel erst auftritt, wenn eine iMagenzerreissung stattgefunden hat, welche sich hierbei nicht selten ereignet.
Eine zweite Gruppe von Erscheinungen der Incarceration bilden die Veränderungen am 1 lodensacke. Die Bruchgeschwulst wird grosser, härter, gespannt und schmerzhaft; auch gelingt die Compression und das Reponiren derselben nicht mehr. Mir fiel in solchen Fällen mehr­fach das deutliche Hervortreten der Cauda epididymidis in der Nähe des Hodens auf. Der Gang der Thiere zeigt sich beim frischen Bruch steif, schleppend mit Abductionsstellung des Schenkels der leidenden Seite,
Die Diagnose: Leisten- oder Hodensaekhruch, sowie die Er­kennung einer Incarceration bietet daher in der Pegel keine Schwierig­keiten. Am leichtesten kommen Verwechslungen vor:
l. mit dem sog, interstitiellen Leistenbruch: auf dieses Leiden soll später eingegangen werden (S. liö-);
'2. mit einer krankhaften Vergrösserung des Hodens, der sog, Sarcocele, die grössere Härte der ganzen Geschwulst lässt hier nicht leicht einen Irrthum zu:
:!. mit Hydrocele, Eine Ansammlung von Serum im Processus vaginalis kennzeichnet sich durch die leichte Verschiebbarkeit; auch beschränkt sich die abnorme Füllung mehr auf den unteren Abschnitt des Hodensackes, Hvdrops des Sameiistranges lässt sich durch grössere
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Krankheiten des liauch
Derbheit und Uuvcrsdiiohbarkcit leicht erkennen und nur mit einem incarcei'irien Bnuh verwecliseln.
I. 11 ä mal ocelc. d. h. Füllung des Ifodon.saekes bezw. der Tunic, vaginalis mit Blut, gestaltet sich wie der Hydrops, ist aber oft mit Oedem der ftusseren Flaut des Hodensackes verbunden.
•quot;gt;. Entzündung der äusseren Haut des Scrotums; diese kann unter Umständen den Nachweis der Abwesenheit eines Leistenbruches erschweren, daher muss in allen zweifelhaften Fällen die Untersuchung per anum entscheiden, wobei man sich zugleich von der Grosse des Bauchringes und der Beschaffenheit der in denselben eingetretenen Eingeweide überzeugt.
(gt;. Beim Wallach können Samenstrangfisteln oder andere krankhafte Vergrösserungen des Samenstranges kaum zu Verwechs­lungen fuhren; die eüiigermasseu sorgfältige Untersuchung lässt diese Leiden sicher erkennen.
Beurtheilung. Der Leistenbruch bildet stets einen bedenklichen Zustand, weil die Heilung schwierig und nicht ohne Gefahr ist und durch incarceration leicht eine tödtlicbe Complication eintreten kann. Das Alter der Tliiere, Grosse und Beschaffenheit des Bruches bieten die wichtigsten Anhaltspunkte für die Prognose.
Kann bei jungen Fohlen spontane Heilung eintreten, so bildet diese doch eine Ausnahme (Stockfleth). Bei der Castration des Fohlens aber entstehen bereits Schwierigkeiten, indem diese, sonst unbedenkliche Operation gefährlich wird. Der frische Leistenbruch älterer Tliiere ist doppelt bedenklich, weil an ihm häufig Incarceration eintritt. Umfangreiche Brüche, namentlich solche mit weiter Bruch­pforte, entstellen nicht nur das Aussehen der Tliiere, sondern können auch beim Gebrauche derselben hinderlich werden: sie bieten zugleich bei der Behandlung die grössten Schwierigkeiten.
Netzbrüohe zeigen sich im allgemeinen weniger bedenklich als Harmbrüche; schon deshalb sind Leistenbrüche bei Wallachen günstiger zu beurtheilen, doch kommen bei ihnen auch Darmbrüche vor, welche incarceriren. Ich reponirte bei einem Wallach in Zeit von (i Wochen #9632;Imal den incarcerirten Leistenbruch. Bedenklicher erscheinen auch verwachsene Brüche, weil sie bei der Operation grössere Schwierig­keiten bereiten. Bemerkt sei schliesslich, dasa das Eintreten der In­carceration nicht von der Grosse des Bruches abhängig ist; kleine und unvollständige Leistenbrüche werden häufiger eingeklemmt als umfangreiche Brüche mit weitem Bauchrinire.
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Behandlung. Die Länge der Bruchpforte (Leistenkanal) sowie die Lugo des Bruches bieten dem Heilverfahren besondere Schwierig­keiten. Mit Kecht luil schon Hering betont, dass man bei Thieren, die keine Beschwerden in Folge des Zustandes zeigen, am besten von einer Therapie Uherhaupt absieht. Diese wird aber zur Nothwendig-keit, wenn der Hengst costrirt werden soll; auch gieht die Incarceration nicht selten Anlass zum therapeutischen Eingreifen, welche sieh anders gestaltet uls die Operation nicht incarcerirter Brüche; deshalb soll die Therapie der letzteren zunächst besprochen werden.
1. Behandlung nicht incarcerirter Leistenhrüche.
Verschiedene Methoden sind in Vorschlag gebracht: zu den wichtigsten gehören:
1. Verschluss des inneren Bauchl'inges durch entzünd­liche Schwellung des Samenstranges und Verwachsung mit. demselben. Wird nach erfolgter Reposition des Bruchinhaltes der Samenstrang künstlich in einen Schwellungszustand versetzt, so kann er den Bauchring ausfüllen oder denselben doch soweit verkleinern, dass ein Durchtritt von Darm oder Xetz sich nicht wiederholt. Dieses wird erreicht:
a)nbsp; nbsp;Nach den Mittheilungen Stockfleth'a in Spanien durch an­dauerndes .Reiben des Hodensackes und Samenstranges. Nachdem der Hengst 2—3 Tage gehungert hat, und der Mastdarm durch Klystiere entleert ist, wird das Pferd aid' den Rücken gelegt und das Hinter-theil hochgezogen. Während nun die eine Hand den Hoden hervor­zieht, reibt die andere zwischen Daumen. Zeige- und Mittelfinger den Samenstrang, bis eine deutliche Anschwellung desselben eingetreten ist. Nach dem vorsichtigen Aufstehen wird das Pferd in den ersten '#9632;'gt; Tagen sparsam gefüttert und nur im Schritt bewegt, in 12 Tagen soll das Pferd geheilt sein; die Möglichkeit wird man zugehen können, aber an Misserfolgen wird es gewiss hierbei nicht fehlen.
b)nbsp; nbsp;Aehnlich gestaltet sieh das von Bagge empfohlene Verfahren. Nach der Reposition des Bruchinhaltes wird ein wollenes Band in der Nähe des Leistenringes um den Hodensack geschnürt und bleibt hier 8 Stunden liegen. In dieser Zeit hat, sich eine Anschwellung ein­gestellt, worauf das Rand entfernt wird. Die Heilung soll in ß bis
8nbsp; nbsp;Tagen erfolgen. Auf diese Weise will Bagge an einem Tage
9nbsp; nbsp;Hengste geheilt haben (?).
Hier mag iiuc-li eine Beohachtang Kruokow'a mitgetheilt werden,
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wenngleich das Verfahren für gewöhnlich niclit ausführbar sein dürfte. Boi einem frischen Leistenbruche schob K. die vorgefallene Damsohlinge mit dem Hoden in die Bauchhöhle zurück, worauf sieh der Brach nicht wieder oinstellto; der llodonsack wurde mit verdünnter Schwefelsäure ein-gerieben. Diese Mitthoilung muss nach zweiBichtungen Bedenken erregen: einmal gelingt es docii nur ausnahmsweise, den Hoden durch den Leisten-kanal in die Bauchhöhle zu schieben; wenn dies aber möglich war, so musste die Entfernung des Samenstranges aus dem Bauohringe erst recht den Eintritt eines neuen Bruches begünstigen.
i*. Eeilung durch Verengerung oder Verschluss des Processus vagiaalis.
a)nbsp; nbsp;Analog der Behandlung des Nabelbruches hat Foelen eine scharfe Einreibung in der Nähe des Leistenringes auf den Hodensack empfohlen. Die Salbe besteht aus 1 Theil Canthariden, 1,5 Grünspan, 2,5 Eupliorbiuni und \'gt; Thoilen Fett: ihre Application geschieht am stehenden Thiere, indem man den linden nach unten zieht, so dass die Haut des Hodensackes gespannt wird, und zwar täglich einmal, bis die Oberhaut sich ablöst, was nach 8—10 Tagen der Fall ist. Dann wird die Stelle mit lauwarmem Wasser abgewaschen, und wenn die Entzündung abgelaufen ist, beginnt man mit der Einreibung von neuem, bis der Bruch in 4 — ö Wochen verschwindet. Auch Degive hat diese Methode empfohlen; die Hauptsache wird dabei sein, dass man sie wie Foelen bei 4—6 Monate alten Füllen in Anwendung bringt. Muss auch zugegeben werden, dass die so erzeugte Schwellung des Hodensackes einen günstigen Eintluss auf den Rücktritt der Haueh­eingeweide in die Bauchhöhle auszuüben vermag, so dürfte bei älteren Thicren doch nicht viel von dem Verfahren zu erwarten sein.
b)nbsp; nbsp;Anlegung von Kluppen. Sie bildet die am meisten beliebte Methode und besteht in einem ähnlichen Verfahren wie bei der Castration mit bedeckter Scheidenhaut. Die Kluppe wird möglichsi hoch, d. h. dem Leistenringe so nahe als möglich über die Scheiden­haut und den Samenstrang gelegt, nachdem der Bruchinhalt reponirt ist. Um die Kluppe recht hoch legen zu können, hat man wohl eine gekrümmte Form derselben empfohlen, doch ist diese unzweckmässig. weil das auf der Scheidenhaut liegende Mittelstück nicht fest genug drückt. Einen Verschluss der Scheidenhaut über die Kluppe hinaus nach oben erreicht man dagegen in einfacherer und wirksamerer Weise durch eine halbe, event, auch ganze Umdrehung der Scheiden­haut und des Samenstranges vor Anlegung der Kluppe. Meines Wissens ist dieses Verfahren zuerst von einem Pfuscher ausgeführt und von Curdt 1856 beschrieben worden; später hat Hering das-
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selbe wann empfohlen, in Belgien soheinl dies Vorgehen erst, später bekannt geworden zu sein, denn Degive schreibt im Jahre 1890 diesen neuen „procödö ingönieuxquot; einem französischen Veterinllr zu,
Durcli V'erscliluss dos Processus vaginahs soll das Hervortreten der Baucheingeweide verhindert werden. Dies gelingt um so sicherer und leichter, je kleiner der Bauchring ist; denn bei grösserer Weite desselben drücken die Eingeweide wirksamer auf den Verschluss, und es kommt dahei leicht zur Zerreissung des Processus vaginalia. Diese Gefahr wird allerdings durch das Umdrehen des Processus vaginalis vermindert, aber nicht aufgehoben; deshalb habe icb neuerdings das Verfahren etwas ahgeändert. Das hauptsächlichste Hinderniss für das Hochlegen der Kluppe bilden nämlich die äussere Haut' und die von ihr bedeckten Weichtheile; ich nehme deshalb eine kürzere, aber sorgfältig desinficirte Kluppe, Bei der in Narkose vollzogenen Ope­ration wird antiseptisch vorgegangen und der Hautschnitt so gross gemacht, class die Kluppe bis auf den örund der Wunde gebracht, also dicht unter dem Leistenringe angelegt werden kann. Alsdann wird die äussere Haut über dieselbe gezogen und geheftet, so dass die Kluppe in der Wunde eingeschlossen liegt und von der Haut getragen wird. Wo sterilisirtes Material (Werg, Jute, Watte) zur Verfügung steht, kann durch eine antiseptische Tamponade die Kluppe weiter tixirt werden. Wenn sich in den nächsten Tagen weder Fieber noch anderweitige Störungen zeigen, und nur unbedeutende Anschwellung eintritt, lasse ich die Kluppe 8 Tage liegen. Bei der Abnahme der­selben zeigte sich regolmässig überall gute Granulationsbiidung ohne Eiterung, also aseptische Wundheilung, deren Vollendung nur kurze Zeit in Anspruch nahm,
Aehnlich verfuhr J. P. Stockfleth. Er zog die Hautlappen mittelst einer SchnUrnaht über die Kluppe, löste dieselbe aber am nächsten Tage und legte dann eine Ligatur um den Processus vaginalis oberhalb der Kluppe. Wo das eine oder andere dieser Verfahren nicht eingeschlagen werden kann, empfiehlt sich, die Kluppe mittelst einer Ligatur von der benachbarten Haul trugen zu lassen.
Wichtig bleibt, die Kluppe nichl zu früh abzunehmen; je länger sie liegt, desto grosser die (lewisshoit, dass die Blätter des Processus vaginalis miteinander verwachsen oder doch so fest verklebt sind, dass sie von dem Andrängen der Baucheingeweide nicht wieder gelöst werden; Jessen fand 3 Tage zu kurz und Hess die Kluppe später •quot;gt; Tage liegen. Verfährt man wie oben beschrieben, so kann dieselbe noch länger ohne irgend wehdien Nachtheil liegen bleiben. Infer
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Uiustäiulcu. namentlich wenn kein Fiebev eintritt, darf laquo;lies auch bei nicht aseptischem Wundverlauf geschehen; ein Verfahren, ilas ich nur empfehlen kann. Auf jeden Fall -sollte man die Kluppe nicht vor dem I. eder •quot;). Tage abnehmen, Auch ein wie bei der Castration der Cryptorchiden (vergl. diese) angelegter Verband hilft die Kluppe trugen und verhindert die Zerreissung der Scheidenhaut, welche nament­lich bei grossen Brüchen zu befürchten ist und von Lindequist beobachtet wurde.
I'm den Verschluss des Processus vag. möglichst hoch zu erzielen, empfahl Diet er Ichs, einen Badeschwamm anzuwenden. Er ötfnote die Scheidenhaut, unterband die Samenarterie und schob alsdann einen in der Mitte mit einem Loch versehenen Schwamm über den Samenstrang möglichst weit nach oben, um den Baachring gleichsam zu verstopfen. Dana wird auf den bedeckten Samenstrang die Kluppe gelegt, aber schon nach 24 Stunden wieder abgenommen, während der Schwamm liegen bleibt, bis er von selbst abfüllt. Wenn der Schwamm nicht sorgfältig storilisirt war, was bekanntlich sehr schwer ist, tritt bei diesem Verfahren leicht Peritonitis ein, wovon sich Bassi u. a. über/engen mnssten. Es kann daher das Verfahren nicht empfohlen werden; jedenfalls ist das oben beschriebene vorzuziehen.
Sörensen (Stockfleth) u. a. legen v.u demselben Zwecke ober­halb der Kluppe eine Ligatur an. Während die erstere am nächsten Tage abgenommen wird, lässt man die Ligatur liegen, bis sie abfällt; man will indess hiernach wiederholt Tetanus beobachtet haben.
c)nbsp; Die Unterbindung der Scheidenhaul mit dem Samen­strange; sie wurde nur vereinzelt empfohlen (Reiser, Jessen) und hat wenige Anhänger gefunden, Es liegt auf der Hand, dass die Ligatur keinen so sicheren Verschluss abgiebt wie die Kluppe. Viel­leicht liesse sich mit aseptischem Material (Seide) die Unterbindung des Processus noch höher im Leistenkanal bewirken.
d)nbsp; Verwerflich scheint dagegen das Verfahren Bouissy's, welches in einfachem Abnähen des Hodensackes bestellt, schon deshalb, weil man nie sicher ist, dass nicht ein Dannstück mit gefasst wird. Um dies zu vermeiden, wollen andere auch beim Anlegen der Kluppe den Processus vaginalis zuerst anschneiden und sich mit dem in denselben eingeführten Finger überzeugen, dass kein Darm in ihm liegt. In zweifelhaften Fällen würde man dazu rathen müssen; meist kann diese Sicherheil jedoch schon durch die Untersuchung des Processus von aussen erlangt werden.
•quot;gt;. Verschluss des Bauch- bezw. Leistenringes, Mehr­fach ist behauptet worden, dass man den inneren Bauchring geheftet habe (Verrier, Colson, Hammerschmidt u. a.). Da jedoch der
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Modus procedendi niemals so genau beschrieben wurde, um daraus die ßiclitigkeii jener Angaben zu erkennen, so muss icli nach meinen Be­obachtungen über die LagenverhiUtuisse jener Theile mil Degive und EEendrickx die Richtigkeii dieser Behauptungen in Zweifel ziehen. IJci tllteren Beugsten liegt die engste Stelle des Leistenkanals 2 '#9632;'gt; cm unterhalb des inneren Bauchringes, und schon dadurcli entstehl ein kaum zu tiberwindendes Hinderniss. Sollte es einmal möglieb gewesen sein, den (inneren) Bauchring zu heften, so baben offenbar abnorme Verliiillnisse vorgelegen. Dagegen muss zugegeben werden, dass die Lage des Leisteuringes ein Heften desselben wohl zulassen würde, doch dürfte die Herstellung eines Verschlusses der starren Ränder desselben (Sehnenschenke] der Ms. obliq. extern.) heim Pferde kaum möglich sein. Jedenfalls erziel! man liiermit nichl die Wirkung wie lgt;ei dem oben beschriebenen Verfahren; daher erklärt sich auch die vereinzelte Empfehlung dieser Methode.
Heim Wallach ist das operative Einschreiten etwas zu modi-ticiren; hier muss/nnäehst der l'roeessns vaginalis aufgesucht werden. Hammerschmidt will nach dem Vernähen des Leisteuringes den Bauchhautmuske] lospräparirl und auf dem Leistenringe zusammen­genäht haben, um so ein natürliches Bruchband zu erzielen. Am ein­fachsten geschieht dies in folgender Weise: An dem in der Rücken­lage und Narkose befindlichen Pferde führt man um die Castrations-narbe einen elliptischen Hautschnitt, so dass die mit dem Grunde des Processus bezw. dem Ende des Samenstranges verwachsene äussere Haut mittelst eines dm'ch dieselbe gelegten schmalen Bandes mit ihrer Unterlage in die Höhe gezogen werden kann. Alsdann präparirt man wie bei der Samenstrangfistel auf den l'roeessns vaginalis los und legt ihn auf eine grössere Strecke nach oben frei. Nunmehr kann die Kluppe in gleicher Weise, wie oben beschrieben, über die Scheidenhaut und den Sameustrang applicirt werden, sobald man sieh überzeugt hat, dass kein Darm in der Scheidenhaut liegt. Beim Wallach muss man indess hierauf stets gel'asst sein, weil der Bruchinhalt regelmiissig mit dem Processus verwachsen ist. Wo auch nur der geringste Zweifel besteht, öffne man den Processus vaginalis und überzeuge sich durch den eingeführten Finger von der Abwesenheit von Darm oder Netz. Das Lospräpariren des Darmes muss mit grösster Sorgfalt geschehen, um Verletzungen desselben zu vermeiden. Ich benutze dazu mit Vorliebe die Schere iind suche soweit möglich die Grenzen des verwachsenen Darmes auf. Wo diese undeutlich hervortreten, lasse ich Theile des Processus auf der Darmoberfläche sitzen and
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reponire sie mit demselben. Netztheile werden mit sterilisirtera Material unterbunden und abgeschnitten; dieselben würden indess ohne Bedenken mit in die Kluppe genommen werden können. Audi hier empfiehlt sich, den Processus vaginalis ',.! — Iniiil mnzudrelien oder eine kleine Kluppe möglichst hoch innerhalb der Wunde anzulegen und sie von der äiissereu Haut tragen zu lassen.
Strecker bediente sieh bei der Operation eines Wallachs der Ligatur zum Verschliessen des Processus vaffinalis.
il.
oena iiaiiiii!gt;
des incarcerirteu Leistenbruches.
Dieselbe muss nach den allgemeinen Regeln (S, ;gt;-5). und /.war möglichst bald erfolgen. Das Pferd wird vorsichtig niedergelegt, narkotisirt und in die Rückenlage gebracht, so class das Hintertheil höher liegt als das Vordertheil, was nach dein Vorschlage .lessen's am einfachsten durch Eingraben des Vbrdertheils erreicht werden kann. Die Hinterf'üsse lässt man in Beugestellung und wenn möglich den der kranken Seite nach aussen und hinten halten. Sodann .suche, man zunächst durch Druck auf den Hals des Bruchsackes, durch Ziehen und Drehen desselben, wie oben (S. 325) näher beschrieben, die Taxis zu bewirken; der llode wird dabei hervorgezogen. Vom Mastdarm aus kann durch einen vorsichtigen Zug auf die in den Leistenkanal getretenen Theile die Reposition nnterstützt werden; gleiche Vorsicht muss bei den Manipulationen am Bruchsacke geübt werden, und zwar um so mehr, je länger die Einklemmung bereits bestellt.
Nach vollzogener Taxis wird das Thier auf die gesunde Seite gewälzt, in dieser Lage die Fesseln gelöst, und wenn sich der Patient ruhig verhält, bleibt er eine viertel bis halbe Stunde liegen; doch darf das Aufstehen nicht mit Gewalt verhindert werden.
Erreicht man die Taxis in einer halben Stunde nicht, so bleibt meist nur die Serniotomie übrig. Dazu lasse man die Narkose wiederholen oder vervollständigen, die Hufe der riinterfüsse sorgfältig reinigen und mit einem angefeuchteten Lappen umwickeln, ebenso die Ilaare an dem unteren Theile der Püsse anfeuchten, um das Herab­fallen von Staub auf das Operationsfeld zu verhindern. Nachdem dieses gereinigt, desinticirt ist, und alle übrigen Massregeln der Antisepsis getroffen sind, durchschneide man vorsichtig die äussere Haut und Tunica dartos auf dem Grunde dos Hodensackes und präparire mit den Fingern, event, unter Boihülfe der Schere diese vom Processus
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raginalis los, und zwar woinöylicl: lraquo;is zu der Stelle, wo sich ilcr liuls des Bruchsackes am stärksten eingeschnürt zeigt, Diese Stelle liegt im Leistenkanal ciiii^' Centimeter unter dem Bauchringe, wie schon Earing und französische Veterinäre beobachteten. Mit dem einen oder anderen in den Leistenkanal eingeführten Finger gelingt zuweilen die Taxis durch Drücken und Kneten '''S- quot;#9632;
an dieser Stelle, naineiitlich wenn ein (ieliüll'e oder die
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zweite Hand des Operateurs dieses vom Mastdarm aus unterstützt. Ich zitdie, es vor, diese Hülfe selbst zu leisten, wobei es darauf ankommt, class man nur auf den im Leistenkauale befindlichen Dann einen langsamen und gleichmässigen Zug ausübt. nicht aber zugleich den Samenstrang' erfasst, wodurch diese Htllfeleistung eine Abselnviiclumg erfährt, indem der Samenstraug der Zug­bewegung gegenüber Widerstand leistet. Bei einiger üebung lassen sich diese Theile vom Mastdarm aus leicht unterscheiden. Zeigt die Incarceration bei diesen Ver­suchen grösseren Widerstand, so bleibt nur noch die Herniotomia interna, die Spaltung des Processus vaginalis event, auch des Bauchringes übrig. Die Stelle, wo die Incarceration erfolgt ist, lässt sich hierbei in der Regel ['üblen, und diese spalte man.
Nach meinen Beobachtungen liegt diese Stolle bei älteren Hengsten regelmiissig 2—:i cm unterhalb dos inneren Bauchringes; bei Wallachen fand ich dagegen ineist don An-nulus abdominalis am engsten, Möglicherweise übt der dauernde Zug schwerer Hoden auf den in dor Bauchhöhle sich fächerförmig ausbreitenden Samenstvang einen Einfluss auf die trichterförmige, oder, wie man sie in Frankreich nennt, ,sandnhriormigequot; Erweiterung dos Processus vaginalis aus, welche dieser am inneren Bauohring zeigt. Der dauernde Zug kann ohne Zweifel eine derartig erweiternde Wirkung ausüben, wodurch sich zugleich die grössore Disposition älterer Henaste zu Darmvorfftllen bei der Castration erklärt.
(rinird construirte zu dieser Operation ein Paar
Hcniiotom,
hing'e Bruclimesser in (icstalt eines bedeutend vergrösserten geraden und eines gekrümmten Tonotoms. Man kann auch das ge­wöhnliche Herniotom (Fig. 77), im Nothfalle ein geknöpftes Bistouri verwenden. Die Spaltung des Bauchringes muss in der Nähe seines vorderen Winkels, und zwar nach aussei! erfolgen. Medial und in der Nähe des hinteren Winkels liegen die Hauchdeckou-gefiisse; die Verlänuerung des vorderen Winkels würde leicht mit einer
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Krankheiten dos Bauches.
weiteren Spaltung im inneren schiefen Bauolunuskel verbunden sein. Bu-Imld dif [ncarcerationsstelle auch nur um wenige Millimeter eingeschnitten wird, gelingt die Reposition leicht und erfolgt meist durch den Zug der Baucheingeweide von selbst. Paty eraflehlt, 90—100,0 Bella­donna- und Opiumeztracl in OA gedöst in den Processus vaginalis zu giessen. Dass dadurch der Bruchinhalt schlüpfrig gemacht und die Reposition erleichtert werden kann, ist nicht zu leugnen; einfaches, aber durch Kochen sterilisirtes Ool würde denselben Dienst leisten. Hierauf wird ebenso verfahren, wie beim Dicht incarcerirten Bruch, sofern es sieh um einen Mengst handeil, iiln'r Samenstrang und Selieideiilmut (einmal um ihre Längsachse gedreht) eine Kluppe mög­lichst hoch ungelegt.
Wd es darauf ankommt, den Eoden zu erhalten, kann das von II. Bouley als suheutane Bruchoperation empfohlene Verfahren Anwendung linden; doch gehe man streng anti septise h vor. Hoden-sack und Scheidenhaut werden hierbei an ihrer lateralen Seite, und /war in der Nähe des Leistenringes vorsichtig gespalten, so dass eine Hohlsonde in die engste Stelle des Processus vaginalis eingeführt, dieser aber mit dem Bruchmesser gespalten werden kann. Ändere (Siegen) bedienen sieh des Pingers an Stelle der Hohlsoncle und führen an diesem das Bruchmesser zum Spalten des Bruchringes ein. Siegen will nach diesem Verfahren ein Pferd in 1- Tagen wieder arbeitsfähig gesehen hallen. Die Haut wunde wird geheftet und die Asepsis durch einen zweckmässigen Verband gesichert. Wo man mit der Durchführung der Antisepsis nicht, sicher ist, dürfte diese Methode bedenklich erscheinen, wie auch Peuch hervorhebt.
Im üebrigen zeigt sich die Operation des Leistenbruchs nicht so gefährlich; Boulej will nach 24 Stunden andauernder Einklem­mung noch Heilung erzielt haben. Stockfleth starben von 55 Pfer­den nach Erweiterung des Biiuchringes 1.3. in Allort von 20 8 Stück; Benjamin verlor von liS nur 5,
Mittludlungen über Anwendung von Bruchbändern sind selten. Klingan will beim Fohlen durch einen complicirten Verband Heilung erzielt haben; offenbar hat die Natur hierbei wesentlich mitgewirkt.
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lgt;l Her falsche Leistenbruch. Hernia inguinalis interstitialis.
Lit.! Bildaeh, toult a. Hertwig. 13. S. 83. Stockfleth, Chirurgie.
Hiermit bezeichnet man Leisten- bezw. Eodensackbrüche, bei denen der Bruchinhalt ausserhalb des Processus vaginalis liegt.
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Falscher Leistenbruch,
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Dünn- oder Miistdurm, seiteuer Netztlieile ^#9632;(#9632;liiiiH'laquo;,ii hierbei durch eine pathologische Oeflünung, welche meist dicht vor dem inneren Bauch­ringe Hegt, in den Leistenkanal bezw, Hodeusack. An dieser Stelle befindet sich nämlich eine Lücke in der Bauohmuskulatur dos Pferdes, welche von Bindegewebe ausgefülU und daher weniger widerstands­fähig ist; der vom Peritoneum überzogene Abschnitt der Bauchdecke wird von Fraiick als Sehnenhaut des Querbauchmuskels aufgefasst; Schmaltz nennt ihn „Leistenrinff''.
Fig. 78.
Perltoneal-Sorotalbrnoli (nach Hering).
Dui'ch einen l{iss im .l'eritoneiun und diesem Bindegewebe ge­langt Dann oder Netz ausserltalh des Processus vaginalis in den Leistenkanal, ein Zustand, der auch als Peritoneal-Scrotal-bruch bezeichnet wird (Fig. 78).
Es liegt auf der Hand, dass der Zustand grosse Aehnlichkeii mit dem echten Leistenbruch besitzt; die Bruchgeschwulsl dehnt sich je­doch bei dem in iiede stellenden Leiden mehr in den oberen Äbthei-lungen, dicht unter dem Leistenringe ans. weil der Bruchinlialt nicht vom Processus vaginalis eingeengt wird; infolge dessen erscheinl der Möller, Spedelle Ohirnrgie tttr Thleränste, !, Ami,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; •_':!
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Krankheiten des Baaohes.
(innul des Bruchsiukes mehr zugespitzt und kann der Bruch die Gestalt, einer Zipfelmütze erlangen (Hildach). Die Taxis ist hier schwieriger
als bei jenem Bruch. In zweifelhaften Füllen muss die Untersuchung per anum über die Bruchnatur der Anschwellung Auskunft geben.
Der Zustand wurde von Hildach bei einem Hengste durch die Section festgestellt, in Frankreich von H. Bouley als Hernie extra­vaginale beschrieben. Zuweilen erkannte man ihn erst bei der Ope­ration des Leistenbruches, indem nach Durchschneidung der Scrotal-haut und der Tunica dartos nicht die Scheidenhaut, sondern der Bruch­inhalt zum Vorschein kam. Stockfleth beobachtete den Zustand beim männlichen Schwein: bei den übrigen Thieren ist derselbe un­bekannt.
Die nächste Ursache des Leidens besteht in einer Zerreissung der oben bezeichneten Stelle der Bauchdecke, welche durch abnorme Steigerung des intraabdominalen Druckes, vielleicht auch durch heftige Bewegung der Schenkel entstehen dürfte; Hildach sah den Bruch plötzlich nach dem Kelten auftreten.
Die Beurtheilung gestaltet, sich noch ungünstiger als beim echten Leistenbruch, weil die Gefahr der Incarceration grosser ist, und die Heilung auf erheblichere Schwierigkeiten stösst, indem der Processus vaginalis zum Verschluss der Bruchpforte nicht herangezogen wer­den kann.
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Behandlung. Sofern keine Einklemmung des interstitiellen
Leistenbruches besteht, lasse man sich auf eine eingreifende Behand­lung nicht ein. Die Reposition des incarcerirten Bruches kann am stehen­den Thiere versucht werden, gelingt fiber meist nicht, auch wenn dieselbe vom Mastdarm aus unterstützt wird. Und doch muss unter allen Umständen zunächst die Taxis ohne operatives Eingreifen an­gestrebt werden, wobei man sich derselben Hülfsmittel (Rückenlage, Narkose) bedient wie beim echten Leistenbruch. 1st die Hemiotomie nicht zu umgehen, so verfahre man wie folgt:
Unter Anwendung antiseptischer Massnahmen wird der Hoden­sack vorsichtig geöffnet. Nach Durchschneidung der äusseren Haut und Tunica dartos tritt der Bruchinhalt zu Tage, den man zunächst durch reine, mit einer lauwarmen Dcsinfectionsllüssigkeit getränkte Tücher vor Verunreinigung schützt, dann sucht man mit dem Zeige­finger die Bruchpforte auf: der Finger muss dabei vor dem Processus und vom Bruchinhalte geleitet vordringen.
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Leistenbruch bei Wiederkäuern,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;i,r),r)
Gelingt es nicht, mit dem Finger den Brucbring zu erweitern und den Darm in die Bauohböhle zurückzubringen, so nmss die Bruchpforto mit dein Serniotom erweitert werden, wonach die 'J'uxis bald erfolgt. Man versuche alsdann, den Bruehring mit sterilisirtem Catgut oder
Seide zu heften, und sehlie.sse die i'm.ssere liant durch eng angelegte Knopfniihte. Sodunn wird die Umgebung der Wunde gereinigt, .lodo-form aufgestreut und ein Verband angelegt, wie hei der ('astrution der CryptorcHden, Dass eine derartige Naht im Leistenkanal auszu­führen ist, davon lial)C! icli mich überzeugt (S. 489),
L u n d operirte einen interstitiellen Leistenbruch mit Erfolg (Stockfleth), Hering beobachtete nach der Operation Darmvorfall mit tödtliehein AiLstninquot;'.
[') Der Leistenlirucli hei den W
led er kauern.
Lit.; Löble, Her. Rep. 15. 8.221. Youafct, Stockfleth's Chir, Hess, Schweiz. Anh. 1892,
Bei Wiederkäuern gehören Leistenbrüche zu den Seltenbeiten. Nur wenige Fälle linden sich in der Literatur verzeichnet; Youatt sah einen heim Stierkalh, Löble hei Oclusen, Hess bei einem Sfcierkalbe.
Die Erscheinungen und der Verlauf des Leidens gestallen sich ähnlich wie beim Pferde, doch erlangt der Zustand hier bei weitem nicht die Bedeutung wie dort, weil die Verwertliung der Thiere durch den Bruch nicht in dem gleichen Masse beschränkt wird: im Nothfalle würde seihst hei Incarceration eines Bruches rechtzeitiges .Schlachten nicht mit so grossen Verlusten verbunden sein wie heim Pferde.
Bei der Behandlung müssen dieselben öesichtspunkte leiten und die gleichen IfüHsinittel in Anwendung kommen, welche oben beschrieben sind. Bei Incarcerationen kann die blutige Operation auch von der rechtem Flanke ans ausgeführt werden, wie es von Löble geschah. Er liess den Ochsen an eine Wand drängen, machte unter dem iiussern Darmbeinwinke] einen Einschnitt durch Haut und Mus­keln, drang mit der Hand in die Bauchhöhle ein. wo er eine doppelte Darmschlinge im linken Leistenkanal eingeklemmt antraf. Diese frei zu machen, gelang jedoch nicht sogleich, ebensowenig das Einführen eines Fingers in den Leistenkanal, weshalb Löble ein gerades Bistouri, die Spitze mit einem Heftpflasterstreifen verklebt, zwistdien Zeigefinger und Daumen haltend, einführte und hiermit den Bauchring erweiterte.
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Krankheiten dos Bauches,
(Kin Tcnotom würde sich lüer empfehlen, welches man, wie auch liöblr das Bistouri an einem Bindfaden befestigt, um es in der Bauchhöhle nitlit zu verlieren.) Xaclidem der Darm frei gemacht war, wurde die Bauchwunde geheftet, worauf in 6 Wochen Eeilung eintrat.
Man vergesse indess nicht, dass unter Umständen die Reposition des Bruches durch einen vom Mastdarm aus auf den Darm bezw, das Netz ausgeübten Zug möglich ist, von der Peritonealhöhle aus aber unausführbar werden kann.
d) Der Leistenbruch heim Schwein.
Lit.: Stookfleth, Chirurgie. Gerlaoh, Qurll u, Bertwig. 20. S. 307. Eber-hardt, das. 17. S. 266. Meyer, .las. 15. s. 410. Degive, Her, Eep. 38. S. 177. Storch, Oesterr. Zeitschr. f. Wt-Wiss. 188!). S. 161.
Eber sowohl wie Oastraten leiden nicht selten an Leistenbrüchen; man spricht von einem „Brucheherquot; oder „Bruchferkelquot;. Der Inhalt des meist einseitigen, zuweilen doppelseitigen Bruches besteht in der Regel aus Darmlheilen und zeigt sich bei ('astraten häufig mit dem Bruchsacke verwachsen; Netzhriiche sind seltener. Auch bei Schweinen bildet 'der Leistenbruch in der Kegel einen angeborenen und vererbten Kehler, oder er entwickelt sich in den ersten Lebens­wochen, selten später.
Erscheinungen und Verlauf. Die Bruchgeschwulst kann bei Ferkeln die Grosse eines Gänseeies erreichen. Auf dem Grunde dos in Folge der dünnen und nachgiebigen Beschaffenheit der äusseren Haut, vergrösserten Scrotums liegt der Bode. Durch /Vufheben der Thiere an den Vorderbeinen findet eine Vergrösserung, an den Hinter­beinen eine Verkleinerung der Geschwulst statt, die in der Tiefe den erweiterten Bauchring erkennen liisst. Zuweilen ist der Bruch so klein, dass er erst bei der Castration entdeckt wird. Die Thiere bleiben in der Entwickelung zurück', während der Bruch allmählich an Grosse zunimmt; doch kommt bei Ferkeln auch spontane Heilung vor. Incarcerationen sind nicht häutig, aber sowohl hei Ehern wie Castraten beobachtet worden und mit denselben Erscheinungen ver­bunden wie bei den übrigen Thieren: Leibschmerzen, Anschwellung des Bruches, gi'össere Härte und Schmerzhaftigkeit desselben sowie Schwierigkeiten beim Versuche, den Bruch zu reponiren.
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Leistenbrucli bei Sohweinsiiinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 857
Die Beurtheilung gestaltet sich beim Schwein günstiger als heim Pferde, da die Empflndliobkeit des Peritoneums nicht so gross ist wie bei jenem, operative Eingriffe bei Schweinen leichter ertragen werden, linmeriiin verlangt die Castration eines Bruchebers besondere Rücksichten und bietet nicht die Sicherheit eines günstigen Ausganges wie bei gesunden Thieren.
Behandlung. Zur Castration eines Bruchferkels lasse man das­selbe einige Tage hindurch mager füttern und 10—12 Stunden voi­der Operation fasten. Alsdann wird die Castration mil bedeckter Scheidenhaut und mittelst Unterbindung ausgeführt, wobei die Ligatur möglichst hoch anzulegen ist. Auch empfiehlt es sich, den nicht zu dünnen Faden massig fest anzuziehen, um zu vermeiden, das.s die Scheidenhaut durchschnitten, und die Gefahr eines Darmvorf'aJIes herbeigeführt wird. Stockfleth heftete die ilussere Haut, während Gerlach eine Entspannungsnaht anlegte, um einen Darmvurfall zu verhüten.
Verwachsungen des Bruchinhaltes mit dem Processus vaginalis müssen vorsichtig getrennt, und Verletzungen des Darines hierbei ver­mieden werden. I)ass aber selbst das Anschneiden des Darmes bei diesen Thieren nicht, immer tödtlich verläuft, beweist eine Beobachtung Eberhardt's. Meyer Hess bei der Ablösung- der Verwachsung ein Stück vom Processus vaginalis am Darm sitzen und erzielte gleich­falls einen günstigen Verlauf. Wegen der regelmiissig bestehen­den Venvaehsnng gestaltet sich die Bruchoperation bei Castraten schwieriger als bei Ebern. Der zweite Hoden kann gleich darauf ent­fernt werden, doch empfiehlt Stockfleth den Bauchring zuerst zu unter­suchen; wenn derselbe nicht so gross ist, (lass man mil einem Finger hineingelangt, kann die Castration in der gewöhnlichen Weise vorge­nommen werden: anderenfalls muss sie auch hier mit bedeckter Scheiden­haut erfolgen. Bei doppelseitigem Leistenbruch der Ferkel können beide Hoden in derselben Weise und zu gleicher Zeit entfernt werden.
Aeltere Brucheber eastrirt man mit bedeckter Scheidenhaut und Kluppen, welche liegen bleiben, bis sie von selbsl abfallen, was in 1—2 Wochen erfolgt; in dieser Zeit können dieselben auch ab­genommen werden. Man lege die nicht zu grosse Kluppe möglichst liocli an und nehme den zweiten Hoden in gleicher Weise, auch wenn hier kein Bruch bestehen sollte. Degive öffnet den Processus vagi­nalis. um sich von der vollständigen Reposition des Bruchinhaltes zu überzeugen, und legt die Kluppe ebenfalls recht hoch an.
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Kriinklieiti'ii des liauchcs.
Xiidi der Operabion gebe man dem Thiere einen besonderen, mit reiner Streu versehenen, trockenen Stall, und lasse es in der ersten Zeit dürftig ernähren. Eine Localbehandlung ist nicht erforder­lich, wegen der damit verbundenen Aufregung des Thieres nicht ein­mal zweckmässig.
Stockfleth beobaohtete beim Eber einen Peritoiieal-Serotalbrueh; bei der Operation wurden die Darmtheile ansserlialb des Proeessus vagiualis gefunden. S. erweiterte deshalb die Hautwunde, rcpoairte dc^ii Bruchiidialt, unterband die aus derbem Bindegewebe bestellende innere Hülle des Bruches zugleich mit der Scheidenliaut und erzielte Heilung. Der Pull beweist, dass beim Eröffnen des Bruchsackes auch hier Vorsicht geboten ist, um Ver­letzungen des Darms zu vermeiden, falls ein solcher Bruch bestehen sollte. Storch beschreibt einen Gebiirmutter-Eierstocksbrucli beim Schwein; die Leistenhernie stellte einen kindskopfgrossen. länglich-ovalen Tumor dar und enthielt das Tragesaekhorn nebst dem Eileiter und dem Ovarinni.
Der Leistenbruch 1)
li und en
Männliche Hunde leiden höchst selten an Leistenbrüchen, häufiger dagegen Hündinnen, bei denen der Bauchring offen bleibt, durch welchen das von der „Peritonealscheide' umgebene runde Mutter­band tritt. Der Bruchinhalt bestellt meist aus der Gebärmutter, /.u-weilen im trächtigem Zustande; Stockfleth fand vier ausgewachsene .hinge in derselben. Man trifft jedoch zuweilen auch Dann- oder Netztheile und selbst die Barnblase und Milz in dem Bruchsacke, der vom Peritoneum, dem Euter und der ilusseren Haut ge­bildet wird.
Der Leistenbruch kommt nur bei Hündinnen vor, welche bereits geboren haben. Dies erklärt sich aus der mit der Trächtigkeit und dem Gebärakte verbundenen Verlängerung des runden Mutterbandes, der Erweiterung des Bauchringes und der Wirkung der Wehen beim Gebärakte.
Erscheinungen und Verlauf. Die Bruchgeschwulst erscheint bei Hündinnen in Folge ihrer Bedeckung vom Euter weniger charak­teristisch; sie ist nicht so scharf begrenzt und weich wie bei männ­lichen Thieren; die reichlich faustgrosse Geschwulst liegt an den hinteren Aldheilungen des Euters und erscheint auch bei doppel­seitiger Hernie als eine gleichtnässige, diffuse Anschwellung. Bei mageren Thieren und schwach entwickeltem Euter lässt sich der Uterus zuweilen in der Tiefe fühlen; bei fetten und starker Mamma wird die Diagnose oft schwer. Die Reponirbarkeit, das Verschwinden
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Leistenliruch böi Huiiden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ß.'ü
oder die Verkleinerung der Geschwulst während der Rückenlage bleibt das diagnostisch wichtigste Merkmal,
Mit Tumoren im Euter kann nur eine oberflächliche Unter­suchung den Zustand verwechseln, zumal Tumoren fast niemals so tief liegen wie die Bruchgeschwulst. Schwieriger ist. es. den Brucb von einem verdickten runden Mutterbande zu trennen, welches sich jedoch als ein barter Strang zu erkennen giebt, der mit dem vorderen Rande des Schambeines in Verbindung steht.
In zweifelhaften Fällen untersuche man die Scheide. Liegt die Gebärmutter im Bruchsacke, so zeigt sich die Scheide verlängert, verengt und nach der kranken Seite oder nach unten verzogen: oft kann kaum ein Finger in dieselbe eindringen. Auch finden sich die vorderen Scheidenabschnitte weniger beweglich als unter normalen Umständen.
Incarcerationen und sonstige Nachtheile für das Lehen der Thiere knüpfen sich nur selten an den Bruch: seihst der Gehiirakt pflegt trotz des Bruches ohne Störung zu verlaufen (Stockfleth). Sollte einmal Incarceration vorkommen, so würde sich dieselbe durch die gleichen Erscheinungen wie bei den übrigen Thieren zeigen und unter Umständen mit Lrhrechen verbunden sein.
Behandlung. In der Hegel beschränkt man sich auf Regelung der Ernährung und wartet ab, his Incarceration eintritt, auf deren Erscheinungen der Besitzer aufmerksam zu machen ist. In Frankreich wurden ehemals Jodinjectionen versucht, doch machte schon Lafosse trübe Erfahrungen mit denselben; es folgten schwere Entzündungspro-cesse mit tödtlichem Ausgange. Wenn Überhaupt operativ vorgegangen werden soll, so empfiehlt sich die Kadikaioperation, die hier aber noch schwieriger ausfällt als bei männlichen Thieren. Sie besteht in der Unterbindimg des Bruchsackes, bezw. seiner inneren Hüllen, des l'eri-toneums und des umliegenden Bindegewebes und muss in der Narkose und unter antiseptischen Cautelen erfolgen. Zunächst wird ein Schnitt durch Haut und Euter geführt; sodann präparirt man die inneren Bruchhüllen frei und unterbindet dieselben möglichst nahe am Bruchringe. Sollte die Reposition nicht gelingen, so kann der Uterus amputirt werden. Zu vermeiden ist die Operation während der Träch­tigkeit und bald nach dem Gebären sowie auch während der Brunst­zeit; man wartet ab, bis diese Vorgänge abgelaufen sind.
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Krankheiten des Bauohes.
S. Der Scliciikolliriicli. Ilcrnia cniralis.
Lit.i Girard, Ai'ch. general de imM. vöt, 111. S, 07. Tiedholm, StoukfloÜii Chirurgie. Lafosse, fours d'hip. 1112, Lafond, Journ. de mod. vdt. 1828. S. 41. Dandrieux, Reo. de Möd. vöt. 1827. S. 594.
Der Sclienkelbruch gehört zu den Seltenheiten, so dass Girard sein Vorkommen bei Thieren bezweifelte; trotz ausgedehnter Er-fahrung ist mir der Zustand ebenfalls noch nicht begegnet. Doch behauptete schon Lafosse, mehrmals Gelegenheit gefunden zu haben, den Schenkelbruch zu operireii; am nieistun will man denselben bei Pferden und Hunden gesehen haben.
Der Scheu kc 1 kau al (Canalis ovuralisl bildet einen dreieckigen Kaum zwischen dem breiten und langen Einwärts/.ioher dos Oberschenkels und dem P 0 up ar t'schen Bande, liegt dicht hinter und etwas medianwärts vom inneren Bauch ringe, ist für gewöhnlich von der Arterie und Vena cruralis, von Lymphdrüsen und Bindegewebe ausgefüllt und vom lateralen Sehneuschenkel dos inneren schiefen Bauchmnskels sowie dem Peritoneum bedeckt, wodurch der Eintritt von liaueheingeweiden in den Kanal verhindert wird. Stülpt sich aber diese Decke aus, und treten Darm-oder Netztheile in den Kanal, so entsteht ein Schenkelbruch. Derselbe bildet somit einen liauchbruch, zu dessen Hüllen noch die Fascia cruris kommt: zuweilen findet sich in der Fascie ein Schlitz, durch welchen der Bruchinhalt getreten ist.
Erscheinungen. Die meist nur htihnereigrosse, Hache Bruch­geschwulst befindet sich an der Innenfläche dos Oberschenkels, da wo die Vena saphena in die Tiefe tritt. Sie veranlasst oft einen ge­spreizten Gang, bei Incarcerationcn auch Lahmheit, Kolik u. s. w. und ist reponirbar in Rückenlage. Die Untersuchung per annin giebt über die Gesrenwart des Bruches zuverlässige Auskunft.
Ursachen und Verlauf. Der Zustand soll entweder angeboren sein oder während der Geburt entstehen, wenn das Hintertheil des düngen längere Zeit in den Qeburtswegen steht, und der Bauch des­selben heftig gepresst wird. Im späteren Leben kann Ausgleiten, Ziehen schwerer Lasten, grosse Heftigkeit der Wehen u. s. w. die Ursache zur Entstehung des Leidens abgeben. Dandrieux sail den Schenkelbruch bei einer Kuh während des Gebarens entstehen.
Spontane Heilungen dürften kaum vorkommen, dagegen sind Incarcerationen nicht selten, welche mit denselben Störungen wie andere Hrüche verbunden sind: daher wird der Schenkelbruch min­destens ebenso bedenklich wie der Leistenbruch.
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Sohonkelbruoh. Mittalfleieohbruch.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,'J(J1
Behandlung. Bei Pferden will Lafosse in der Ellckenlage die Taxis versuchen und, wenn diese nicht: gdinj^t, bei [ncarcerationen den Bruohschuitt ausführen, i'Ls soll über den Bruchsack ein Schnitt ge­führt werden, gross genug, um nach erfolgter Reposition d;is Liga­ment, Poupart. mit dem \I. sartorius zusammenheften zu können.
Mehrfach wurden bei nichi incarcerirtem Bruch scharfe Ein­reibungen (Cautliaridonsiiibcl empColilen. Nach Anwendung derselben gt;(ill das Thier 's Tage steilen bleiben und nach 14 Tagen bewegt werden.
Tidhorn öffnete beim Fohlen den incarcerirten Bruch, reponirte die bereits verklebten Dünndarmschlingen und bettete die Wunde: das Thier ging indess zu (iriinde. Lal'nml will bei Eselstuten Schenkelbrüche mittelst der Kluppe geheilt haben. In Deutschland ist. das Leiden selten; ob die Ernährung der kaltblütigen Pferde oder die Arbeit im schweren Zuge eine Ursache des häufigeren Vorkom­mens desselben in Prankreich abffiebfc, bleibt unentschieden.
U. Mlttelflelschbvnch. Hernia perinealis.
Lit.: Siedamgrotzky, Dresd, Ber, 1877. S. 63.
Die hintere Wand der Beckenhöhle besitzt bei männlichen Thieren nur eine Aussaekuug, nämlich die Exenvatin recto-vesicalis, bei weiblichen dagegen zwei, eine obere, die Excavatio recto-uterina, und eine untere, die Excavatio vesico-nt erina. Die krankhafte Ausdehnung der einen oder anderen dieser Begrenzungen der Becken­höhle und Eintritt von Baucheingeweiden in die so entstandenen Bäume bezeichnet man als Mittelfleischbruch,
Am häufigsten wird das Leiden beim männlichen Hunde, sel­tener bei der Kuh. dem Mutterschafe und der Hündin 1.....bachtet,
wo es sich in der lieget um eine Ausdehnung der Excavatio vesico-uterina handelt, welche durch ihre tiefere Lage dazu prädestinirt ist. Bei männlichen Thieren findet sich entweder Darm oder die Harn­blase in der Excavatio recto-vesicalis: bei weiblichen Thieren enthält der Bruch meist Dünndarmschlingen.
Erscheinungen. In der Regel leidet nur eine Seite, daher macht sich beim Hunde neben der Sc h wa nz wu r/.el. unmittelbar über dem Sitzbeinhöeker, eine mannesl'anst- bis kindskopfgrosse (ie-
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Krankheiten des Hauches.
weiblichen Schaf erscheint eine etwa gänseeigrosse Brucbgeschwulst lu'hon tier \'ul\a, bei der Kuh eine bis kopfgrosse Geschwulsi von rundlicher Gestalt unmittelbar unter der Scham, wobei die Labien derselben mit vorgedrängt werden. Durch Druck von aussen, Aufrichten ile.s Hintertheils sowie Bergabgehen lässt sich der Bruch reponiren und die Geschwulst zum Verschwinden bringen, dagegen wird die Anschwellung durch Heben des Vordertheils und alle Um­stände vergrössert, welche mit Steigerung des intraabdominalen Druckes verbunden sind. Incarcerationen kommen bei der #9632;raquo;veiten .Bruchpf'ortc dieser Mernien höchst selten vor, doch beobachtete Siedamgrotzky beim Hunde eine Einklemmung der Harnblase.
Ursachen und Verlauf. Obgleich zugegeben werden muss, dass andauernde Wirkung der Bauchpresse, schwere Geburten, Arbeit im schweren Zuge, Gehen auf den Hinterbeinen (Hund), tiefer Stand mit dem Hintertheil (Rind) die Entstehung dieses Leidens begün­stigen, so ist doch näheres hierüber nicht, bekannt.
Der Mittelfleischbruch kann ohne Nachtheil Jahr und Tag be­stehen, da Incarcerationen bei der grossen Weite der Bruchpforte selten sind; doch soll nach Stockfleth der Bruch beim Schafe den Gebärakt stören, weil die Scheide durch die Wehen geknickt und in den Brucbsack gedrängt wird. Von der Zucht würden auch Külic mit, diesem Leiden auszuschliessen sein.
Behandlung, in präservativer Minsicht empfiehlt sich, Kühe mit dem Vordertheil nicht höher zu stellen als mit dem Hintertheil. So lange keine Incarceration eintritt, sieht man von jeder Behand­lung ab; die beim Gebären auftretenden Beschwerden werden durch Streckung der Scheide zu beseitigen gesucht. Zu operativem Ein­greifen entschliesst man sich um so weniger leicht, als der Bruch­inhalt häufig mit dem Bruchsacke verwachsen ist; starkes Einsinken des letzteren beim Hochheben des Hintertheiles lässt dieses vermnthen. Sollte in Folge von Incarceration die Operation nothwendig oder vom Besitzer verlangt werden, so würde man in der Narkose und unter antiseptischen Massnahmen den Bruchschnitt ausführen, die äussere Haut spalten, den Bruchsack direct abnähen, wenn eine Verwachsung des Inhaltes ausgeschlossen erscheint; im anderen Falle sind auch die inneren Bruchhüllen vorsichtig zu trennen, der Darm resp. die Blase frei zu präpariren, sodann der Bruchsack mit einigen Liga­turen zu schliessen, und ebenso die äussere Haut nach entsprechendcopy;!'
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Bauohbrüohe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;QCAi
Verkürzung zu heften. Igt;iiss dabei selbst unter augUustigen Ini-stiinden Heilung erzielt werden kium, lieweisl ein in der Dresdener Klinik behandelter Fall; es wurde die Harnblase angeschnitten, aber alsbald geheftet, worauf Genesung eintrat. Auch kann die Schntimaht hierbei unter CTinständen zweckmässige Anwendung linden (Siedam-grotzky).
10. Baaclibrttche. Hernlae ventrales.
Lit.! H ad ein ache r, Gurll u, Hertwig, 7. 8. 17ii. Jürgens, das. 14. S. 404. Meyer, dfw. 17. S. 88. Gerlaoh, das. 7. S. 211. Schmiele, das. 15. S. 324, Noaok, Dresd. Her. 1890. laquo;.83. Deffke, Monateschr. f. Th. 1891. S. 65. Quitard, Le Progröa vdtöv, 1891.
W'iihrend hei den bisher besprochenen Brüchen natürliche Oeff-nungcn in den Bauchdocken die Bruchpforte bilden, bezeichnet man als Bauchbrüche alle übrigen, durch Continuitätstrennungen in den Bauchdecken entstandenen Hernien. Ihre Qrundlage bildet also eine pathologische Oeffnung in der Bauchwand mit Erhaltung der Con-tinuitilt in der iiu.s.seren Haut. Derartige Trennungen verdanken ihre Entstehung entweder der Einwirkung stumpfer Körper von aussen (Hufschlag, Fusstritt, Hornstoss, G-egenfahren mit der Deichsel. Hängenbleiben mit dem Bauch auf Pfählen, Niederstürzen auf einen stumpfen Gegenstand) oder Zerreissungen in der Bauchdecke durch heftige Muskeluirkung, z. B. beim Gebärakte. Die Trennung nimmt zuweilen (.'inen bedeutenden umfang an, wie Eberhard und Dette sahen und auch ich bei Stuten beobachtete (Fig. 7!gt;). Hert­wig glaubt, dass zuweilen angeborene Spaltbildungen in den Bauch­decken Anlass zur Entstehung von Bauchbrüchen gehen. Deffke sah nach der Castration eines Hahns einen Bruch entstehen.
In der Kegel besteht der Bruchsack bloss aus der äusseren Haut und dem Hautmuskel, indem die Baucheingeweide (Dann, Netz) durch die Lücke in den Bauchmuskeln bis unter diese treten und daher oft mit denselben verwachsen sind, selten wird derselbe vom Peritoneum ausgekleidet.
Der Bruchinhalt besteht für gewöhnlich aus Darmabschnitten; Noack beobachtete indess bei zwei Kühen Bauchbrtiche über dem Euter, welche Theile des Uterus enthielten. Ein von Guitard ope-rirter Bruch in der rechten Flanke einer Kuh enthielt den Labmagen (Gastrocele), Gerlach und Schmiele stellten Leberbrüche fest.
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8 ' ; #9632;•
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Ki'anklu'iti.'ii des Bauches.
Erscheinungen. Frisch entstandene BauchbrUcbe /.eigen neben den allgemeinen Kennzeichen einer Hernie die Folgen der Zerreissung bezw. Quetschung; diese können unter Umständen sogar in den Vordergrund treten und den Bruch verdecken. Ventralliernien linden sieh am häufigsten in der Nähe der letzten Rippen, beim Binde vor­nehmlich rechts, beim Pferde links. Die Geschwulst zeigt zunächst
Fig. 7laquo;
Hernia vc-ntrnlis liuim l'fri-dc (iiacli einer Fhotographle).
die Erscheinungen einer acuten Entzündung, ist schmerzhaft, in Folge Oedembildung mehr oder weniger fest oder teigig, zuweilen durch Blutergüsse tluctuirend. Bei älteren Hernien fehlen .solche Erschei­nungen; sie geben sich durch Compressibilität, Fluctuation, Weich­heit, wechselnde Grosse u. s. w. (S. -317) zu erkennen. Meist lüsst sicli bei ihnen in der Tiefe eine Bruchpforte von runder oder läng­licher Gestalt direct fühlen.
Die Grosse der Bruchgeschwulst zeigt sich ausserordentlich ver-
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BauohbrUohe,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;5tir)
schiöden; bei kleinen Thieren erreicht sic of) nur die eines Tauben­eies, während Bauchbrüche bei Pferden und Rindern den umfang eines Zuckerhutes erlangen können, Ein von mir bei der Stute beohach-teter Bruch ist nach einer Phofcographie in Fig. 79 dargestellt. In der Kegel beschränkt sieh jedoch auch hier die Bruchgeschwulst auf die Grosse einer Doppelfaust bis Menschenkopfes,
Nach dem Sitze unterscheidet man Serniae lineae albae, Flan­kenbrüche (II. iliacae); in der Niilie des Nabels nennt man sie Jl. par-umbilicales.
Differentialdiagnose. Nur bei frisch entstandenen Bauch­brüchen kann über die Diagnose Zweifel bestehen, und eine Ver­wechselung mit entzündlichen Anschwellungen und Hämatomen in der Bauchdecke vorkommen; bei älteren Brüchen liisst sich die Bruch­pforte stets durch Palpation nachweisen, sofern nicht zufällig ent­zündliche Processe in der Nähe des Eriichsuckes bestehen. Das plötz­liche Hervortreten der Geschwulst, ihre, wenn auch nur undeutliche Compressibilität muss den Verdacht auf einen Bruch erwecken. Auf jeden Fall ist bei operativen Eingriffen Vorsicht und der Grundsatz geboten, in zweifelhaften Fällen die Abwesenheit des Bruches nach­zuweisen, bevor man mit scharfen [nstrutnenten vorgeht. Zuweilen Kanu die Untersuchung per umun Auskunft geben: im Nothfalle muss die unter antiseptischen (quot;aiiteleu ausgeführte Function mit dem Trokart entscheiden.
Besondere Vorsicht ist bei der (iegenwari von Kolik geboten, die durch Incarceration, bei Irischen Verletzungen aber auch durch die mit der Bauchfellentzündung verbundenen Schmerzen veranlasst werden kann: letzteres ist jedoch Ausnahme, ersteres die Flegel.
Im allgemeinen incarceriren Bauchbrüche nicht hänlig; Woll­stein leugnete sogar das Vorkommen derselben; doch habe ich mich ebenso wie Hertwig wiederholt Überzeugt, dass Bauchbrüche, und zwar nicht bloss frische, sondern auch ältere incarceriren können. Je kleiner die Bruchpforte und je grosser der Bruchsack, desto leichter tritt Incarceration ein, welche durch schwere Arbeil. Auftreibung, Kolik und den Gobärakt bemiastiift wird. Düimdanu wird leichter eingeklemmt als Dickdarm. Die Gefahr der Incarceration gestaltet sich bei Bauchbrüchen geringer als bei Nabel- und besonders bei Leisten­brüchen; die Erscheinungen sind dieselben wie S. :!^(i beschrieben. Kleine Bauchbrüche heilen unter Umständen spontan, auch wird bei grösseren eine allmähliche Verkleinerung beobachtet.
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Krankheiten laquo;les Bauohos.
llicnius ergiebt sich, dass Bauchbrüche im allgemeineu günstiger zu beurtlu'ilcn sind iils Leistenbrüche, lt;lurli können auch sie die Arbeitsfähigkeit, namentlich zu anstrengenden Dienstleistungen erheb­lich stören und bei etwaiger Erkrankung an Kolik, ,rgt;-iiii)anitis oder beim Gebärakt gefährlich werden. Von der Zucht sind weibliche Thiere mit Bauchbrüchen daher auszuschliessen.
Behandlung. Bei friseli entstandenen ßauchbrüchen beschväukt man sich, sofern keine Incarceration vorliegt, auf Bekämpfung der entzündlichen Erscheinungen. Unter Umständen lässt sich durch vor­sichtige Anbringung eines Compressivverbandes der Bruchinhalt zurück­drängen bezw. das weitere Vordringen desselben verhüten. Man ver­gesse jedoch nicht, dass ein andauernder, heftiger'Druck Nekrose der Haut veranlagst und der Entstehung eines Prolapsus Vorschub leistet. Aeltere Bauchbrüche gedangen in der liege! nur dann zur Behandlung, wenn sie die wirthscbai'tliehe Ausnutzung der Thiere stören. In solchen Fällen tinden dieselben HüHsmittel Anweiulung, welche bereits (S. 022) besprochen wurden. Da Bruchbänder auch hier nur selten anwendbar sind, so beschränkt sich die Therapie auf folgende Mittel;
1.nbsp; nbsp;Applikation scharfer Einreibungen oder anorgani­scher Säuren. Hierbei gehen dieselben Grundsätze, die beim Nabel­bruch besprochen wurden (8. •'Sol). Rademacher empfahl Schwefel­säure.
2.nbsp; nbsp;Unterbindung, Abnähen oder Kluppen. Diese Be­handlungsmethoden setzen voraus, dass keine Verwachsung des Bruchinhaltes besteht, die aber, wie bereits erwähnt, nicht
liest. Die einfache ünterbiudunff gelinirt bei der grösseren
selten vor
slfc
Basis des Bruches nur ausnahmsweise, daher muss entweder zum Ab­nähen oder zur Kluppe gegriffen werden, wenn man sich von der Abwesenheit einer Verwachsung (Leere des Bruchsackes nach er­folgter Reposition) überzeugt hat. Es können sowohl hölzerne (Castrir-kluppen) wie auch die S. JWö beschriebenen eisernen Kluppen Anwen­dung linden, wobei man ebenso verfährt wie beim Nabelbruch.
3. Die Herniotomie. Dieselbe verspricht am ehesten bei Spalt förmiger Bruchpforte Erfolg, wenn es gelingt, diese zu heften. Jürgens theilte mehrere Beobachtungen der Art mit: in einem Falle kalbte die Kuli bald nach der Operation ohne jede Störung. Meyer heftete den frisch entstandenen Bauchbruch bei einer Kuh in der Nähe des Hüters, nachdem bereits Erscheinungen der incarceration hervorgetreten waren. Es wurde der Grimmdarm und ein Corivolut
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Dauclibrüche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;307
IMimuliinn reponirti und sowohl der Bauchring wie auch die ilussere Haut geheftet, Man vergesse jedoch nicht, dass das Heften der von Hint und Entzündungsproducten durchtränkten Gewebe oft auf Schwie­rigkeiten stösst, und dass Pferde derartige Eingriffe bei weitem nicht so gut; ertragen wie Hinder und Fleischfresser, Ik'i der Operation älterer BauchbrUche bieten die oft umfangreichen Verwachsungen des Bruchinhaltes mit dem Bruchsacke grosse Schwierigkeiten, Jedenfalls muss man auf solche gefasst sein, und die Trennung mit der grössten Vorsicht zu bewirken suchen.
Bei älteren BauchbrUchen gelingt zuweilen der äussere Bruch­schnitt, wobei im allgemeinon nach denselben Vorschriften vorge­gangen wird, die S. 32(i beschrieben worden sind. Nicht selten bleibt der Erfolg indess unvollkommen: die mittelst der Schnürnaht in die Bruchpforte eingestülpte innere Bruchhülle verwächst nicht, und der Bruch kommt, nach der Operation wieder zum Vorschein. Je grosser die Bruchpforte, desto geringer ist die Aussicht auf Erfolg.
Incarcerationen hissen sich zuweilen durch einen gleichmässigen Druck von aussen lösen , und kann selbst der Laie mit, dem Ver­fahren vertraut gemacht werden. An den hinteren Abschnitten des Bauches sollte bei grösseren Thieren die in den Mastdarm eingeführte Hand die Reposition unterstützen.
Gerlach und Schmiele operirten beim Hunde Leberhernien, com-plicirt mit Bippenbrüchen. Wan fand eine plötzlich entstandene, harte Geschwulst in der linken Dnterrippenge^end, die fast man nesfaustgross war und sich zusammendrücken liess. Nach Spaltung des Bruchsaokes wurde der zwischen den Rippen eingeklemmte Leberlappen reponirt, die Wunde ge­heftet und Heilung erzielt.
Bei der in Fig. 79 dargestellten Stute, welche trotz des umfangreichen Bruches regelmässig und ohne jede Hülfe abfohlte (wobei sich das Tlncr instinktiv auf den Bauch legte), dann aber getiidtet wurde, ergab die Section, dass der gerade Bauchmuskel eine Handbreit vor dorn Schambein quer durchrissen und eine Lücke entstanden war, die einen Mediandurch­messer von 50, einen Frontaldurchmesser von (gt;() cm zeigte. Aussordom waren sowohl die beiden schiefen wie auch der Querbauchmuskel zerrissen. In dem Hisse lag ein grosser Thoil des Blinddarmes, dessen Spitze nach hinten gerichtet war. 1'ehern 11 hatte sich in grossen Mengen Bindegewebe gebildet; auch zeigten sich die Fascien an beiden Hinterschenkeln bis zum Sprunggelenk bedeutend verdickt; Lahmheit hatte nicht bestanden.
Guitard schob durch einen Flankenschnitt den Labmagen in die Bauchhöhle zurück, heftete die Muskelwände mittelst der Kürschnernaht, legte mit Hülfe eines Sackes einen Compressionsverhand an und erzielte Iloilunff.
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Krankheiten des Bauches,
II. Dor tniiero Bauch- und BauchfeUbnioh^ üeberwurf, Verschnüren, Knopf. Hernia Interna abdomlnalls.
Lit.! Oesterlon, Teuifels Mag. 1. Eisele, Her. Rep. 1. S. 217. Linden­berg, Qurll u, Hertwig. 18, S, 413. Reioherter, Her. Rep. 86, S, 30. Gierer, Th, Woohenbl, 1855, Schenk, das. 1854. Anker, Prakt. A1jIuiu.11. 1824, Lebreoht, B. T. W. 1802. S. 147.
Das in Rede stehende Leiden kommt um ineisten in Gebirgs­gegenden vor und wird vornehmlich in dor Schweiz, aber auch in England und Dänemark beobachtet. Von Oesterlen zuerst beschrie­ben, hat Anker den Zustand und seine Entstehung klargelegt. Der­selbe wird fast nur bei 2—Sjährigen Ochsen und zwar an der rechten Seite beobachtet. Er entsteht dadurch, dass ein Tlieil des Grimm­darmes, seltener Dünndarm oder Ket/, vom Gekröse des Samenstranges eingeschnürt wird (Üeberwurf). Meist werden diese Theile in der Nähe dos Kreuzbeines von einem Loch im Gekröse des Samenstranges aufgenommen und incarcerirt, doch kann auch das in die Bauchhöhle zurückgeschnellte Ende des Samenstranges in der Nähe des Bauch-rinffes Darmahschnitte einschnüren (Verschnüren, Eisele).
Ursachen und Verlauf. Vorbedingung zur Entstehung des Zustandes bildet also eine Continuitätstrennung im Samenstranggekröse oder eine Verlagerung des Samenstrangstumpfes in die Bauchhöhle; ersteres ist die Regel, letzteres Ausnahme. Beide Zustände werden durch
unzweckmilssige Castration der Thiere, namentlich durch heftige Deh­nungen des Samenstranges ohne Fixirung desselben beim gewalt­samen Abreissen der Hoden veranlasst, wie es in südlichen Gegenden vielfach noch üblich sein soll.
Für den sog. üeberwurf bildet schwere Arbeil in hügeligem Gelände ein begünstigendes Moment. Beim Ersteigen von Anhöhen werden die Baucheingeweide nach hinten gedrängt, treten leicht durch den im Samenstranggekröse bestellenden Kiss, können möglicherweise denselben auch erzeugen und werden hier incarcerirt. Da der links gelegene Pansen wegen seiner Grosse weniger gefährdet ist, so er­klärt sich das häufige Vorkommen des Zustandes an der rechten Seite. Wenn nicht rechtzeitig Hülfe geleistet wird, gehen die Thiere in I 8 Tagen an den Folgen der Incarceration, an Darmzerreissung und Peritonitis zu Grunde. Nur in den ersten Tagen des Bestehens gestaltet sich die Prognose günstig. So lange noch keine Krschei-
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[nnerar Bauobbruob.
nungen der Peritonitis aufgetreten sind, führi ein zweckentsprechen­des Heilverfahren sogar in den meisten Fällen zum Ziele,
Erscheinungen. Der Zustand kündet sich durch Kolik an (Appetitlosigkeit, Unruhe, Schlagen imi den Füssen gegen den Bauch, öfteres Niederlegen, plötzliches Aufspringen, Hin- und Her­trippeln). Bei reichheher örünfütterung wird wohl Tympanitis be­obachtet.
Nach 12 Stunden pflogt eine scheinbare Besserung in dem lie-lindeii der Thiere einzutreten; sie werden ruhig, kauen wieder und nehmen auch wohl etwas Fuller auf, In den nächsten Tagen aber macht sich eine Verschlimmerung bemerkbar; die Kolik tritt von neuem auf, oft stellen sich blutige Darmentleerungen und Athem-hoschwerden ein: der Puls wird klein und frequent. Sobald sich diese Zeichen der Peritonitis bemerklich machen, erscheint der Zustand höchst bedenklich.
In der rechten Flanke iiussern die Thiere zuweilen auf Druck Schmerzen, und hei der Untersuchune- per animi zeigt sich dicht vor dem Beckeneingange an der Seitenwand der Bauchhöhle eine etwa kopfgrosse, schmerzhafte, teigige, anfangs weiche, später derbere Ge­schwulst, welche medianwärts von einem straff angespannten Strang begrenzt wird. Heim raquo;Verschnürenquot; liisst sich eine ähnliche Ge­schwulst auf der unteren Bauchwand in der Nähe des Bauchringes nachweisen.
Diese Erscheinungen lassen über die Natur des Leidens in der Regel keinen Zweifel bestehen, Zu verwechseln ist dasselbe mit Darminvagination (vergleiche diese;) oder anderweitigen [ncarceratio-nen; eine solche fand Anker einmal durch ein Loch im runden Mutterhande bedingt, Lindenberg will ähnliche Erscheinungen bei Mastdarmverstopfungen beobachtet baben. Die Untersuchung per anum, wobei man besonders auf den rechten Samenstrang und die untere Bauchwand zu achten hat, giebt stets die nöthige Auskunft,
Behandlung. In frischen Fällen kann versucht werden, durch Hochstellen des Hintertheils oder Bergabfllhren die Reposition zu
bewirken, doch verliere man damit nicht viel Zeit, zumal die Taxis um so schwieriger und gefährlicher wird, je länger das Leiden bestellt.
Müller, Spocii'llo i'liirurgio für ThiiTürzle. 3. Aufl,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'_M
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Knuildieiten dos Bauches.
1.nbsp; nbsp;Von licichcrt lm' u, u. wurde empfohlen, die Taxis vom Mastdarm aus vorzunehmen. Sobald der incarcerirte Darmtheil nicht zu stark angefüllt ist, gelingt dies wohl, andernfalls jedoch nicht. Während lieicherter auf diese Weise 16 Thiere geheilt haben will, wurde von anderer Seite die Zweckmässigkeit bezw. Anst'ührliarkeif dos Verfahrens bestritten. Zur A.usführung derselben soll man das Thier mit dem Vordertheil niedriger stellen lassen, durch Druck auf die Lendenpartie eine Einbiegung des llückens bewirken, um mm mit der in den Mastdarm eingeführten Hand den eingeschnürten Darm iiacli vorn zu schieben und ihn so aus der Einschnürung ZU be­freien. I'm das Niederlegen des Thieres während der Operation zu verhindern, liisst Lobrecht zwischen die Vorder- und Hinterbeine desselben je einen Sack legen und das Thier von kräftigen Männern aufrecht; halten; ältere Thiere worden zu demselben /weck mittelst eines Leiterbaumes gegen eine Wand gedrängt.
2.nbsp; nbsp;Eisele, Metzger, Schenk u. a, empfehlen, durch Zer-reissung dos Samenstrauges vom Mastdarm aus die Incarceration zu lösen. Schenk will den Strang mit der linken (lachen Hand um­fassen und so lange nach hinten ziehen, bis er zerreisst. Andere empfehlen, den Daumen gegen den einschnürenden Strang zu setzen und durch Drängen nach vorn die Zerreissung zu bewirken. Auf jeden Fall kommt es darauf an, den Mastdarm zu schonen; das dürfte durch die breitere Unterlage bei den) Schenk'schen Verfahren am sichersten erreicht werden.
3.nbsp; nbsp;Während Anker behauptete, mit diesem Verfahren stets zum Ziele gekommen zu sein, gedang anderen die Zerreissung zuweilen nicht; sie schritten deshalb zur Eröffnung der Bauchhöhle. Hierzu wird in der rechten Flanke ein 10- 12 cm langer Hautsclmitt, und zwar in der Richtung dos äussoron schiefen Bauchmuskels an­gelegt. Nachdem in derselben Ausdehnung die Bauchmuskeln durch-fcrennt sind, durchstösst man das Peritoneum. Die nunmehr in die Bauchhöhle eingeführte Hand perforirt das Netz und sucht den in-carcerirenden Satnenstraug auf, welcher mit einem Bistouri cache oder einem zu dem Zwecke construirten hakenförmigen Messer durch­schnitten wird. Nachdem sich der Operateur überzeugt hat. class an der anderen Seite ein gleicher Zustand nicht void legt, wird die Wunde geheftet und nach den allgemeinen Grundsätzen behandelt. Recht­zeitig ausgeführt, soll die Operation ungefährlich sein. Strauss verlor von 11quot; nur 11 Stück.
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Zwerohfdlbruch.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;[571
12. Der ZArevchfellbruoh. Hernia diaphragmatica.
Lit.; l.i'li nh ii id t. Gurlt u, Hertwig, 15. S. ;!'J.ri. Schraer, das. 27. S, 97,
Bei Pferden, seltener bei Hunden, Rindern und den anderen Tliieren entsteht zuweilen durch plötzliches Niederstürzen, üeber-schlogen, .starke Tympanitis, ausnahmsweise als Coraplication bei Rippenfractmen ein Riss im Zwerchfell, durch den Organe der Bauch­höhle in die Brusthöhle übertreten, ein Zustand, der als Zwerch­fellbruch bezeichnet wird: Lehnhardt beobachtete das Leiden bei einer Kuh; die Haube fand sich in der Brusthöhle. So lange der Darm in dieser Oeffnung nicht incarcerirt wird, übt der Zustund nur Störungen auf die Respiration aus; mit dem Auftreten der incar­ceration verläuft das Leiden stets tödtlicli.
Erscheinungen und Verlauf. Wenn grosse Mengen Bauch­eingeweide in die Brusthöhle gelangen, so veranlassen sie durch Compression der Lungen zuweilen plötzlichen Erstickungstod, in-carcerationen geben sich durch die gleichen Erscheinungen zu er­kennen, wie andere Brüche, und führen bei der Unmöglichkeit, der Taxis ebenfalls bald zum Tode. Sofern beides nicht ein­tritt, äussern die Thiere zuweilen Athembeschwerden, zeigen sich dämpfig; bei Wiederkäuern werden auch Verdauungsstörungen be­obachtet.
Man sollte meinen, dass der Zustand durch Auscultation sicher nachzuweisen sei, doch ist das nur selten der Fall. Ob das peristal-tische Geräusch aus der Bauch- oder Brusthöhle stammt, lässt sich selten mit Sicherheit entscheiden; daher gelangen Anfänger leicht zur irrthümlichen Annahme eines Zwerchfellbruches. Auch das Auf­treten eines tynipanitisclien IVrcnssiouslones kann nichi als Beweis für die Gegenwart des Leidens gelten, weil derselbe eine Reihe von Veränderungen in der Lunge begleitet. Absolute Sicherheit der Diagnose bietet daher die klinische Untersuchung in der Regel nicht. Ans dem Auftreten und dem Verlauf der Krankhcilserscheinungen sowie ans der Abwesenheit von Fieber kann immer nur mit mehr oder weniger Wahrscheinlichkeit auf die Gegenwart des Zustandes geschlossen werden.
Die Prognose ist immer schlecht und die Therapie ohnmächtig. Wenn auch die Reposition bewirkt werden könnte, würde sich der
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a? a
Krankheiten dea Bauches,
Zustand bald von neuem eiustellen, dn die Oeffnung im Zwerchfell zum Verschluss zu bringen unmöglich erscheint.
Eine seltene Complication beobachtete Sohrader beim Pferde. Das Fragment der gebrochenen 7. Rippe hatte eine Perforation des Zwerchfells bewirkt, and durch die so entstandene Oeffnung war Dann, Netz und die Milz in die Brusthöhle und durch die Brustwand unter die ftussere Haut getreten, wodurch sieh über dem linken Ellenbogen eine kopfgrosse Hernie övldhlet halte. Trotzdera lebte das Pferd noch mehrere Jahre, ging spttter iedoch an den Folgen einer Incarceration des Bruches zu Grunde.
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V. Die chirurgischen Krankheiten des Magens und
Darmkanales.
1. Fremdkörper im Vordnnungstrnctns.
Lit.: Hahn, Adams VVochenschr, 1874. [wersen, Thierllrztl, Mitth. 1871/72. s. 187. Berger, Bad, Mitth. 1888. S. 94. Movit. GuvH u. Hertwig, 30. S. 257. Obioh, Müllei- Roll. 20. S. 157. Eppele u. Seloz, Stook-fleth. S. 496, Siedamgrotzky, Dresd. Ber. 1887,8,62. Nichoux, Her. Rep. S. 101. Adam, Ad. VVoch. 20. S. 364. Avi-il. das. 21. 8.409. Fröhner, Monatshefte f. pr. Thierh. 1892. S. 481. Marquardt, Bad. Mitth. 1892.
Vom Rinde, weniger vom Schare und clev Ziege werden zuweilen inifc dem Futter scharfe Gegenstiiiule. wie Nadeln, Di'alit. Xiij^el u. s. w. aufgenommen, welche nichl nur zu Verletzungen des Verdauungs-schlauches, sondern auch anderer Organe, wie des Herzbeutels und Herzens Veranlassung geben. Seltener verscblucken Pferde solche Fremdkörper; doch wurden im Colon eines Pferdes zahlreiche Nilgel, Knöpfe und Schrauben vorgefunden, deren abgeglättete Beschaffenheit zt'igte, dass sie liier bereits lungere Zeit gelegen halten (The Vet. Ist,'.. S, 508).
Von Kunden werden nicht selten Steine, Pfropfen, Kugeln, Münzen u. s. w. heim Spielen oder heim Apportin-n derartiger Gegen­stände verschluckt; gelangen diese nämlich bis auf den Grund der /.tinge, so erfolgt das 1 lerahschluckon derselben unwillkürlich. Bei Rindern und Pferden traf man Stücke von Schlundsonden oder Pillon-stücke im Magen.
Bei der Section eines Pferdes fand IIaIm in einem Milz-Abscess einen Stock von 88 cm LUnge vuul 1,5 cm Dicke, Von einem Schwein wird berichtet, dass es ein 10 cm langes Oastrirmesser verschluckt hatte,
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Krankheiten des Magens und Dannkiinulos.
welches zwei Monate im Magen liegon blieb, uline orliebliche Störungen ZU veranlassen, Eine Uhnlicbe Beobaohtung theilt I worsen vom Hunde mit; ein Jagdhund hatte beim Apportiren ein Taschonmesser vorscliluckt, welches nach lil Tagen durch Erbrechen wieder entleert wurde.
Bei einem Neufundländer Hunde wurden 7 Kieselsteine im Gesammt-gewicht von 025 gr im Magen gefunden. Der Magen erschien bedeutend erweitert, seine Schleimhaut verdickt und mit warzeni'ürmigen Verlänge­rungen versehen. Der Hund, welcher die Neigung gehabt hatte, mit Steinen zu spielen, diese in die Höhe zu werfen und mit dem Maule wieder aufzufangen, war an dieser Spielerei zu Grunde gegangen, denn in der lliocücalklappe hatte ein Stück Steinkohle den Darin verlegt und den Tod des Thieres herbeigeführt.
Von einer Katze war eine 12 cm lange Haarnadel mit Glasknopf ver­schluckt, deren Kopf in den Magen gelangt war, während das Nadelende im Schlünde stecken geblieben, schliesslicb zu Perforation desselben und auf diese Weise zum Tode geführt hatte.
Die hiermit verbundene Gefahr ist eine doppelte: Scharfe Fremd­körper, wie Nadeln, Niigel u. s. w. führen durch Perforation der Magen- oder Darmwand zu einer tödtlich verlaufenden Peritonitis, oder sie durchbohren, wie es beim Rinde von der Haube ans Regel ist, dns Zwerchfell und rufen eine eiterige oder septische Pericarditis herbei. Zuweilen kommt es zur Verwachsung des Magen- und Darm­kanals sowie der Bauchwand und zur Perforation nach aussen mit Entlee­rung des Fremdkörpers. Beim Kinde sah man wiederholt Nilgel, Haar­nadeln, Drahtstücke und zwar meist an der linken Seite dicht hinter dem Ellbogen oder am Schaufelknorpel des Brustbeins durchbrechen. Avril entfernte von hier aus eine Tabaksnadel, welche 6 Monate im Pansen des Rindes gelegen hatte, Marquardt einen 65 cm langen Schwarzdornstock, In der Regel tritt darauf Heilung ein, nur selten kommt es zur Bildung einer Magen- oder Darmfistel (S. 310). Zu­weilen dringen die Fremdkörper in ein anderes Organ, z. B. die Milz, und erzengen Abscesse in denselben, welche durch Bauchfellentzündung zum Tode zu führen pflegen. Seltener werden von Schafen und Ziegen derartige Fremdkörper verschluckt, doch sah man auch bei diesen Thieren durch Nadeln, Nägel u. s. W. Perforation der Bauchdecke mit tötltlicher Bauchfellentzündung entstehen.
An ihrer Oberfläche glatte Fremdkörper bleiben entweder in Folge der Schwere oder ihrer Grosse im Magen oder Darmkanale liegen; schwere Fremdkörper, wie Metallkugeln, Messer u. s. w. ge­langen oft nicht über den Magen hinaus. Bald ruft ihre Gegenwart im Magen keinen Nachtheil hervor, bald stellen sich Verdauungsstörungen ein. Eine Kartätschenkugel erzengte im Magen eines Hundes keine Krankheitsersclieinungen. Ein anderer Hund beherbergte 1-! Jahre
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Fremdkörper im Verdauungstractuiinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;875
hindurch in seiuem Mugon i'in silbernes 5 Frankstück und einen grossen Sou ohne jede nachweisbare Störung (Nichoux),
Weniger schwereFi'emdkörper gelangen in den Dann und bleiben' ofl an der [liocöcalklappe stecken; besonders gefährlich siml in dieser Hinsicht Korkpfropfen, welche im Durine aufquellen,
Erscheinungen und Verlauf. Nur ausnahmsweise wird das Verschlucken der Fremdkörper direct beobachtet; meist giebl sich ihre Gegenwart im Verdauungstractus erst durch Verdauungsstörungen zu erkennen, Vom Magen des Rindes ausgehende Verletzungen rufen zunächst und zwar plötzlich, ohne nachweisbare Ursachen solche her­vor. Die Thiere zeigen periodisch auftretende Kolik mit Tympanitis; dazu gesellen sich später in Folge Verletzung des Zwerchfells und der Lunge Athonilieschwenlen, sodann Unregelmässigkeit in der iierz-action; der Herzschlag wird pochend, aussetzend; bei der Auscultation treten pericardiale Geräusche hervor, während die Herztöne selbst vorläufig noch normal erscheinen. Häufig machen sich Reibegeräusche, wie Schaljen oder Schwirren, Knirschen und Flüssigkeitsgeräusche: Gurren, Quatschen am Herzen bemerkbar. Hierzu gesellen sich Stö­rungen der Blutcirculation, in Gestalt von Oedem unter der Brust und am Triel, von Venenpuls an den Jugularvenen. Auch lassen sich wohl bei der Palpation des Bauches links neben dem Schaufelknorpel (Haube) und in der Herzgegend Schmerzen nachweisen.
Durch Fremdkörper veranlasste Obturation des Darmes giebt sich bei Hunden durch vollständige Appetitlosigkeit und Er­brechen zu erkennen; die Thiere brechen jede Nahrung, selbst reines Wasser bald nach der Aufnahme wieder ans. Dabei fehlen .schwere fieberhafte Erscheinungen, welche entzündliche Erkrankungen der Magendiinnschleimliaut regelnlässig begleiten. Inter Beachtung dieses Uinstandes bleibt die Diagnose nur seilen zweifelhaft,
I5ei der Palpation des Darmkanals lässt sich der Fremdkörper direct fühlen. Zu dem Zwecke stelle man den Hund aul'recht hin, umfasse den Leib desselben von oben und lasse die Haucheingeweide durch die Finger der beiden Hände gleiten, indem man diese streichend von der unteren Bauchwand gegen die Wirbelsäule bewegt, eine Mani­pulation, die zuweilen öfter wiederholt werden muss, um den Fremd­körper zu entdecken. (H't gedingt der Nachweis nicht beim ersten Versuche, wohl aber, wenn man ihn nach kurzer Zeit, z. 15. nach einer Stunde wiederholt; der Fremdkörper tritt zeitweise soweit nach vorn, gegen
das Zwerchfell unter die Rippen, (lass er sich der Palpation entzieht.
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Kiankliciti'n des Mogeiu und Darmkanaloi),
V^erwechselungen mit Kofchballeti im Mastilarm sowie mit: den Nieren oder mil Tumoren in der Bauchhöhle sind leicht zu vermeiden. Die ersteren geben siidi als längere, wurstförmige Strilnge von weicherer, teigiger Beschaffenheit zu erkennen. Von den Nieren unterscheidet sieh ein Fremdkörper dadurch, dass man den Gegenstand gegen die untere Bauchwand drängen kann, was mit diesen Organen nicht gelingt. Am schwierigsten wird die Unterscheidung von einem Tninor: bei dem so seltenen Vorkommen derselben in der Bauchhöhle lässt sieh ein solcher von vorn herein als ausgeschlossen betrachten.
Hunde gehen an den Folgen der Darmobturation regelm'dssig in 8—10 Tagen unter den Erscheinungen hochgradiger Schwäche zu Grunde; auch Rinder sterben nach einem verschieden langen Krank­heitsverlauf fast immer an den Verletzungen der Bauch- oder Brust­organe. Nur da, wo der Fremdkörper die Bauchdecke perforirt, tritt in der llee'el Heilunts ein,
Die Behandlung kommt meist zu spät, Bei Rindern wurden wiederholt Versuche gemacht, scharfe Fremdkörper durch den Pansen­schnitt zu entfernen. Obicb erzielte in 13 Fällen Imal Heilung; •''imal bildeten sich Abscesse, und ömal kam die Hülfe zu spät; auch Meyer hat hier mit Erfolg operirt. Nachdem in der üblichen Weise der Pansenschniti gemacht ist, gebt der Operateur mit dem Arm in den Pansen ein und zwar in der Richtung nach vorn und abwärts, um die rechts gelegene Haube aufzusuchen, diese genauer abzutasten und eventuell den Fremdkörper zu entfernen.
Die Schwierigkeit liegt vor allem in der sicheren und recht­zeitigen Diagnose. Ho lange der Fremdkörper das Zwerchfell und den Herzbeutel noch nicht verletzt hat, fällt seine Gegenwart über­haupt nicht auf. Selbst die mit der Verletzung der Magenwatid und des Zwerchfells verbundenen Verdauungs- und Aihmungsstörungen bieten für die Diagnose zu wenig sichere Anhaltspunkte, als dass man sieh zu einem derartig eingreifenden Verfahren entschliesst. Ist aber das Pericardium bereits verletzt, so bringt auch die Operation kaum noch Heilung: die Schlachtung ist dann meist vorzuziehen. Meyer will allerdings bei bereits eingetretener Herzbeutelentzündung noch günstigen Krfolg erzielt haben. Eppele und Seloz entfernten mittelst Pausenschnittes ein Stück Schlundrohr und Handschuhe aus dem Magen einer Kuh. Ueher die Operation seihst, vergleiche man 8. 383.
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Fremdkörper im Vei'dtiuungstraotus.
#9632;Ml
Bei Hunden wird das Verschluckeu oines Fremdkörpers zuweilen direcl beobaolitet. In solchem Falle versuche man zmiächsi ein Brech­mittel und /war bei vollem Magen. Man lasse den Hund zunilchst eine grössere Mienge fester Nahrungsmittel (Fleisch) aufnehmen und gebe darauf das Mittel. Bereits eingetretene Fäcalstase ist liiiiii- üm-stilnden durcli Abführmittel zu lösen, und der Fremdkörper durch Infusionen von lauwarmem Wasser in den Mastdarm zu entfernen; man lasse möglichst viel Flüssigkeit einfliessen, um den Darm aus­zudehnen, uinl die Passage für den Fremdkörper freizumachen. Zu­weilen wirk! auch Eserin günstig, indem es eine heftige Peristaltik liervorruft; dagegen bleiben die per os gegebenen Abführmittel un­wirksam, weil sie regelmässig wieder ausgebrochen werden.
AU letztes Mittel kann die Laparotoraie versucht werden, doch kommt auch sie in der Regel zu spät, indem der Kräftezustand des Thieres schon in hohem Grade gelitten hat, bevor man sich zur Ope­ration enlseliliesst. Siedauiurot zky und Fröhner führten dieselbe jedoch bei Hunden mit Erfolg aus. Adam entfernte eine Kartätschen­kugel mittelst Gastrotomie aus dem Magen und erzielte gleichfalls Heilung. Strenge Antiseptik ist hierbei jedoch dringend zu empfehlen. Xaelidem derllund durcli Morphium eventuell mit Unterstützung von Aether narkotisirt ist. wird zunächst die unlere Bauchfläche zwischen Nabel und Schlauch bezw. Sitzbein rasirt und desiuficirt. Sodann durchschneide! man die äussere Haul neben der Linea alba und trennt ebenso die Muskulatur in einer Ausdehnung von 5 8 cm. Das Pe­ritoneum wird hierauf nach dem S. #9632;'i'2~ vorgeschriebenen Verfahren durchschnitten, und auf dem in die Bauchhöhle eingeführten Finger (der die Verletzung des Darmes verhindern soll) das Bauclifol] nahezu in derselben Ausdehnung getrennt, wie die Bauchdecke. Nunmehr geht man mit einem oder zwei Fingern in die Bauchhöhle ein und sucht den Fremdkörper auf. I'm bei etwa eintretender Bauchpresse einen Darmvorfall zu verhindern, legt man die linke Hand auf die Wunde, oder man lienutzl hierzu mit Vorllieil ein mit einer Des-infectionsilUssigkeit getränktes Tuch, welches um die eingeführten Finger gelegt wird.
Da das Auffinden des betreffenden Darmabschnittes oft einige Zeil in Anspruch nimmt, so darf man hierbei nicht die Geduld und Ruhe verlieren. Sobald man den Fremdkörper fühlt, sucht man den Darmabschnitt durch die Bauchwunde hervorzuziehen. An seiner stärkeren Füllung erkennt man alsbald das vom Magen kommende (zuführende) Darmrohr, welches womöglich von einem Gehülfen durch
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;j7S
Krankheiten des Matrens und Darmkanalei
Digitalcompi'ession geschlossen gebalten wird. Man durclisclineidel nun unmittelbar auf dem Fremdkörper den Darm in seiner LJlngs-ricbtung soweit, als zur lüntfernung des ersteren erforderlich erscheint. Nach dem Hervorziehen des Fremdkörpers wird die Wunde in der Darm­wand gereinigt, während das /.uführende Rohr sorgfältig geschlossen gehalten wird, damit nicht der nachdringende Darminlmlt die Wunde von neuem verunreinigt; im Nothfalle kann dies durch eine proviso­rische Ligatur erzielt werden, die iudess nur lose angelegt werden dart. Schliesslich wird die Darmwunde mit Hülfe einer Darmnaht (Fig. 80 bis 82) geschlossen, wobei es darauf ankommt, die Serosa in gegen-
Pic. 80.
FiH. 81,
Fig. 82.
l)anmi!iiii nach öely,
Darmaalit uacl) Lembert.
Datmnaki nach Wölflev.
seitige Berührung zu bringen, und einen möglichst dichten Verschluss herzustellen, ohne die ganze Darmwand zu dmchbohren, wodurch die Gefahr der Infection der Peritonealhöhle herbeigeführt würde. Hierzu dienen die von öely, Lembert und Wölfler empfohlenen Ver­fahren, welche sich aus obigen Abbildungen von selbst ergeben. Nach nochmaliger Reinigung der Darmoberflilche wie der Wunde wird die Baucbmuskulatur und schliesslich auch die ilussere Haut mit sterili-sirtem Material geheftet, und ein Occlusivverband angelegt, der bei gehöriger Narkose in der Kegel liegen bleibt. Handelt es sich um ein besonders werthvolles Thier, so empfiehlt sich, durch eine dauernde Bewachung zu verhindern, dass der Verband sich verschiebt oder vom Patienten abgerissen wird. Ein von mir operirter Hund entfernte nicht nur den Verband sondern löste auch die Naht, worauf Darm-vorfall eintrat und der Tod des Thieres unabwendbar wurde.
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Darnutich.
2. Der Dai'instloli beim IMVnlo. Panctio intestini.
Lit.: Bourgelat, [nstvuct, et Observ. von Barrier u. HeiTouard. 17^0. V. S. 321. Rainard, Lyoner Klinik. 1831. Schaak, Journ. des V6t. du Midi. 1889. S, 2.'5;5. Friedberger, Kolik der Pferde. Kö h ringer, Ad, Wochonschr. 1880. S, 31. Peters, das, 1888. .lt;. 443. Brogniez, TraiW de ehir. vol. 111. S. 82. Emminger, Ad. Woch. 1890. Nr. 41.
Unter Erscheinungen von Kolik tritt bei Pferden nicht selten eine lebhafte Q-asentwickelung im Dickdarm, namentlich im Blind-und örimmdarm auf, wodurch das Zwerchfell nach vorn gedrängt, und die Bespiration zugleich durch Ausdehnung und Feststellung der hinteren Rippen in dem Masse gestört werden kann, dass Erstickung droht. Auch können die mit der starken Ausdehnung der Baucheingeweide verbundenen Störungen der Bluteirenliition lebensgefAhrlich werden. Von der Entleerung der Q-ase hängt also die Erhaltung des Thieres ah. Die Gefahr ist um so grosser, je auffälliger die Respirations­störungen hervortreten, je oberflächlicher mid frequenter die Athmung wird. Schliesslich stellt sieb Schwanken und Taumeln ein, die Tliiere stürzen nieder und verenden in wenigen Augenblicken, Aehnliche Erscheinungen, wenn auch nicht in dem Grade, stellen sich bei Krippen­setzern ein, die grössere Mengen Luft verschluckt bähen: doch nur selten geben die Tliiere an den Folgen dieser Untugend ein, während die durch Gährungsvorgänge im Darmkanal entstandene Windkolik hantig einen tödtbehen Verlaut' nimmt. Dies erklärt sieh, wenn man bedenkt, dass beim Krippensetzer das Luftschlucken aufhört, sobald dem Tliiere ünbequemliehkeit, hezw. Schmerzen daraus erwachsen, während bei Gährungsprocessen die Qasentwickelung seihst bei erheb­licher Steigerung des Druckes ibrtsehreitet.
Die zur Absorption der Darmgase empfohlenen innerliehen Mittel wirken zu langsam; sie gelangen ebenso wie die gahrungswidrigen zu spilt in den Dickdarm, wo sie ihre Wirkung entfalten sollen. Da ferner die Entleerung der Gase durch die natürlichen Oeffnungen, namentlich den Mastdarm häufig in Folge starker Füllung dieser Darmabschnitte verhindert ist, so bleibt zur Beseitigung der Er­stickungsgefahr oll nur der Dartustich, d. h. die Entleerung der Gase mit Hülfe eines Trokarts übrig.
Die Operation bezweckt dasselbe wie die Function des Pansens heim Binde; sie unterscheidet sich indess von ihr dadurch, dass sie nicht in dem Masse als ungefährlich bezeichnet werden kann wie jene.
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Krankheiten dos Macrens und Danukanales.
Der Dormstich bildet bei Werden einen bedenklicheren Eingriff als der Pansensticli beim Rinde, doch baben die neueren Erfahrungen nament­lich Friedbergers gezeigt;, dass diese Gefahr durch sorgfältige Be­achtung der Regeln der Antiseptils erhehlich abgeschwächt werden kann. Diese besteht in der ileu Verletzungen des Bauchfelles bei Pferden oft folsrenden Peritonitis. Worin die erössere Vulnerabilitilt
des l'ei
#9632;itoneums beim
'i'erd.
del. ist, entzieht sich auch heute
Fig. 8S
noch einer näheren Henntniss; soviel stellt aber fest, dass die Peritonitis nur allein durch Deberfcragung von Infections-stoffen in den Peritonealsach veranlasst wird. Diese Ueber-tragung mit dem Trokart von missen durch die Bauch­decken zu vermeiden, bildet eine wichtige A.ufgabe der Operation und kann meist erfüllt werden. Dagegen bleibt die (iet'ahr nicht ausgeschlossen, dass die Infection von dem aus dem Dann zurückgezogenen Trokart bewirkt wird. I'm iliese Gefahr nach Miöglichkeit zu umgehen, muss ein kleinkalibiiges Instrument gewählt werden, ein Trokart, das nicht grosser ist, als zur schnellen Entleerung der Gase genügt. Der von Friedberger für diesen Zweck construirte hat sich überall bewährt (Fig. 88); zu ver­meiden sind ilüLsen mit Seitenöffnungen, welche [nfectionen
4** -isaraquo;raquo;quot;
des Peritonealsackes begünstigen.
Man halte daran fest, dass der Darnisticii beim Pferde niemals als nnget'äbrlieli bezeichnet werden kann, dalier aucli nur da Anwendung finden darf, wo eine dringende Veranlassung dazu vorliegt, und diese bestellt in Abwen­dung der durch die Respirationsstörung bedingten Lebens­gefahr.
Der Grimmdarm des Pferdes liegt zum grossen Theil
nicht direct der Bauchwand auf, sondern ist von Dünn-darmschlingen bedeckt. Er lässt sich daher am stehen­den Thiere — und an solchem wird die Function des Darmes in der Regel nur vorgenommen, weil die Thiere in diesem Zustande liegend bald an Erstickung eingehen — nicht bequem erreichen: auch kommt in Betracht, dass die unteren Ab­schnitte der Dickdärme meist feste Futterstoffe enthalten, während die Gase sieb in den oberen Partien anhäufen, von wo also ihre Entleerung mit dem Trokart nicht nur erleichtert, sondern auch weniger gefährlich wird, Deshalb eignet sich für den Danustich beim Pferde in erster Linie der Blinddarm, zumal dessen (irund in der
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Dormstioh,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;381
Ilülie des i'cclitcn ilusseren DarmbeinwinkGls angoheftet ist, also mit dem Trokavt siclier getroffen werden kann. Amii isi hier ein weiter Spielraum für die Auswahl der Operafcionssfcelle gegeben, n'dmlicb jenes Dreieck, welches oben von den Querfortsiltzen der Lendenwirbel, vnni von dem hinteren Rande der letzten Rippe und unten von einer Linie begrenz! wird, die man sieb von der Mitte der letzten Rippe gezogen denkt. In diesem Dreieck wähle man 'eine Stelle aus, die stark hervorgewölbt erscheint und beim Percutiren einen tympaniti-scboii Ton giebt. Sollten diese Erscheinungen hier ausnahmsweise fehlen, aber an einer anderen Stelle deutlicher hervortreten, so kann auch die letztere ohne Bedenken gewähli werden. Ms kommt nur darauf an, eine mit Oasen gefüllte Darmschlinge zu treffen; je grosser diese ist, um so besser,
her Selnverpunkt bei der Ausführung liegt auch hier in sorg­fältiger Anwendung der Grundsätze der Antisepsis; deshalb muss nieht nur der Trokart, sondern auch die Operationsstelle zunächst vorsichtig desinfleirt werden, sobald der Zustand des Thieres die hiermit, ver­bundene Versäuniuiss an Zeit gestattet. Das instrinnent lasse man •V 10 Minuten in Wasser oder Natronlauge kochen; die Ilaare werden mit dem Rasirmesser abgeschoren, darauf die Haut abgeseift und mit einem Desinficiens (Sublimatwasser) abgewaschen. Wo Zeit und öe-iegenheit es gestatten, empfiehlt sich, die Operationsstelle mit Aether oder Spiritus abzureiben, sodann Waschungen mit einem Desinficiens folgen zu lassen.
So vorbereitet wird der Trokart an der (dien bezeichneten Stelle durch die Bauchdecke in den Darm gestossen. ütn das Eindringen des Instrumentes zu erleichtern, wird wohl mit der Pincette oder einem spitzen Bistouri zunächst ein I laufst ich gemacht. Wenn es die Span­nung der Haut gestattet, sucht man dieselbe auf ihrer Unterlage etwas zu verschieben und führl nun den Stich aus, damit die W unde der Bauch-decko durch die äussere Haut bedeck! wird; oft gelingt dies wegen der durch die Auftreibung bedingten Anspannung der Maul nicht. Das [nstrument wird heim Einstich senkrecht zur Oberfläche der Bauchwand etwa auf den linken Ellbogen zu gerichte! und soweit eingeführt, dass man sicher den Darm perforir! hat; es hängt dies also namentlich von der Dicke der Bauchdecke ab. In der Regel kann der Trokart ohne Gefahr 8 —10 cm und seihst noch tiefer ein­dringen. Das Stilet wird nunmehr entfernt, worauf die Darmgase sich mit pfeifendem Tone durch die Hülse des Trokarts entleeren, welche so lange liegen bleibt, bis die Aui'treihung beseitigt, und die
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Krankheiten des iMngons und Darmkcmales,
öasöntwickeluiig nicht von neuem eintritt. Lim letzteres zu prüfen, verstopft man die Etllse mit einem Kork; tritt hierauf die Tymimnitis nicht wieder auf, und zeigt das Thier keine Unruhe mehr, so kann die Jlüisc entfernt werden. Man verführt dabei ebenso wie heim Pansenstiche.
Die Wunde wird abermals gereinigt, desinfleirt, mit Jodoform bestreut und mit einem Heftpflaster oder mit Collodium geschlossen. So lange die Hülse in der Bauchdeoke liegt, muss das Herausfallen desselben sowie Wälzen des Thieres durch Bewachung verhindert werden.
Haut- und Darmwunde schliesst sieh per prim, int., wenn die Grundsätze der Antiseptik sorgfältige Anwendung gefunden hatten.
Um das Zurückweichen des Darmes von der Hülse des Trokarts und den Eintritt von Darminhalt in den l'eritonealsack zu verhindern, hat Brogniez das sog. Enterotom constrairt. Es besteht, uns einem Tro-kart. dessen Hülse mit ein Paar Flügeln versehen ist, die nach dem Einführen des Instrumentes durch einen Druck von anssen g'eöfl'net werden können. Mit Recht hat schon Hortwig darauf hingewiesen, dass das Instrument entbehrlich ist; ein Zurückweichen der Darmwand ist mir da­durch möglich, dass andere Darmpartien oder Gase zwischen den punetirten Darm und die Bauchdecke treten, was namentlich an der Operationsstelle kaum vorkommen kann, wenn man nach Entfernung des Stilets die Hülse tief genug durch die Bauchdeoke schiebt. Da das Brogniez'sche Enterotom einen grösseren Umfang besitzt, und seine Oberfläche nicht so glatt und eben ist, wie am Darmtrokart, so verdient das Instrument nicht bloss keine Empfehlung, sondern es ist geradezu als unzweckmässig zu bezeichnen : durch seine unebene Oberfläche wird eine Verschleppung von Darminhalt in die Wunde und i'eritonealhdlile begünstigt, und die Gefahr der Operation gesteigert. Auch ist es vorgekommen, dass die Klappen des Trokarts nicht funetionirten, in Folge dessen die Entfernung des Instrumentes aus der Bauchhöhle mit grossen Schwierigkeiten verknüpft war (Gartier).
Ebensowenig empfehlenswerth erscheint das schon von Bourgelat, (Jhabert u. a. vorgeschlagene, neuerdings von Föhringerund Imminger von neuem empfohlene Verfahren, den Darmstich vom Mastdarm aus vor­zunehmen. Hierbei findet natürlich leicht eine Infection der Wunde von der Darmschleimhaut aus statt, eine Gefahr, die auch durch antiseptische Massnahmen nicht ganz beseitigt werden kann.
In dem von Imminger beschriebenen Falle hatte vielleicht eine Axendrehung des Colon vorgelegen, die sich nach Entleerung der Gase spontan reponirte. Hier würden indess Repositionsversuche zunächst zu machen sein (S. 896), und wo diese nicht zum Ziele führen sollton, könnte vielleicht die Function des Colons angezeigt erscheinen; doch würde ich auch hier die Bauehdecken dein Mastdarm vorziehen , zumal man sich in solchem Falle vom Mastdarm aus über die Lage des Grimmdarmes ver­gewissern kann.
Sollte man jedoch aus irgend einoin Grunde zur function vom Mast­darm aus schreiten , so muss derselbe möglichst vollständig entleert und mit Sublimatwasser sorgfältig ausgespült werden, wie es auch Imminger empfiehlt. Sodann geht die linke Hand in den Mastdarm ein, während die
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Darm.sticli. ransonstich.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;#9632;'58.'J
reclite den Ti'okai't mit znruokgezogenem Stilet einführt and, geleitet von der linken Hand, auf die mit Gasen angefllllto Beckenflexur das Griinm-darmes setzt. Mit einem kurzen Stoss wird alsdann das Stilet vorgeschoben, und der Trokart in den Grimmdarm hineingetrieben, Hierzu ist allerdings ein längerer und gebogener Trokart erforderlich; der von [mminger be­nutzte hatte eine Länge von 'JO cm, eine StUrke von S'/a nun, entspricht also dem Flourant'sohen Instrumente, nur dass er weniger stark ist als dieses. Im übrigen wird ebenso wie bei der Function durch die Bauob-deoken verfahren.
Zuweilen stellt sieb an der Operationsstelle Eiterung ein, wodurch die Gefahr der Peritonitis vergrössert und die Heilung verlangsamt, aber aioht ausgeschlossen wird. Etainard und Schaak sahen im Verlaute der­selben Eiterversenkungen bis zum Hodensack eintreten. Brogniez beob­achtete bei der Entorotomio eines Pferdes Verblutung aus einer verletzten Arterie des Coecums.
Auch heute noch gehen die Ansichten der Autoren über die Zweck-miissigkeit des Darmstiches auseinander; ohne Zweifel hat din Operation zuweilen deshalb keinen Erfolg, weil das Grundleiden nicht gehoben werden kann. In der Lyoner Klinik machte man mit dem Darmstich schlechte Erfahrungen; dass diese jedoch nicht der Operation zur Last, fielen, ergab sich schon daraus, dass die 25 versuchsweise operirten Pferde den Eingriff leicht überstanden. Zuweilen kommt an der Operationsstelle eine locale Peritonitis mit Abscessbildung zu Stande, an welchen die Thiere erst nach mehreren Wochen zu Grunde gehen (Peters).
3. Der Panseiistich und Pansenschnltl bei den Wiederkiluern.
Lit.: Brauer, Dresd. Her. 1879. S. 132 u. 1889. S. 75. Reiset. Thiemrzt, 1868. 8. 112. Boche-Lubin, Rec. 1849. S. 921. Obich, Müller Roll. 20. S. 157. Meyer, Gurlt u, llcrtwig. HO. S, 257. Ilayne, Oesterr. ined. Jahrb. 1889. Fischer, li. T. \V. 1892, 8, 111. I.ungwitz, Berl. Arch. 1892.
Bei Schafen sowie bei Rindern kommt es nicht selten zu lebhafter Gasentwickolunlt;gt;- im Pansen, wodurch der Einterleib eine so gewaltige A.usdehnung erfahren kann, dass durch Druck auf das Zwerchfell und Behinderung der Respirationsbewegungen das Leben der Thiere ge­fährdet wird. Meist handelt es sich um die Aufnahme grösserer Mengen zu (nihnnig neigender Futterstoffe; Grünfutter, namentlich rother Klee, welcher in frisch bethautem oder welkem, oder erhitztem Zustande von den Thieren aufgenommen wurde: üppig gewachsenes, saftiges Gri'mfutter, daher erweist sich das auf schwerem Boden go-wachsene besonders gefilhrlich. Aber auch anderes, leicht gährendes Futter wie Traber, Schlempe, Knollengewächse u. s. w. können zu lebhafter Gasentwickelung und Auftreibung des Magens Veranlassung geben. Einen häufigen Grund zur Entstellung der Tvmpnnitis bildet die Gegenwart, von obturirenden l'Veindkörpcrn im Schlünde, welche
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Krankheiten des Matrens und Dai'inkanales.
die regelmilssige Entleerung der im Pansen sich entwickelnden Gase verhindern (S. l'.1'!). Diese bestehen nach den Untersuchungen von lleiset bei Rindern, die durcl Kleegenusa aufgetrieben waren, aus 740/o Kohlensäure, 24 0/o Kohlenwasserstoff und 29/o Stickstoff; bei Bammeln fanden sich 76 0/o Kohlensäure, Lungwitz fand an 800/o Kohlensftiu'e, ferner Sumpfgas, Stickstoff, Sauerstoff und Spuren von Schwefelwasserstoff, Nach L. übt jedoch nichi nur das Futter sondern auch der Zeitpunkt der Verdauung einen Einfluss auf die Zusammensetzung der (läse ans; im Anlange derselben wurde mehr Kohlensäure gefunden; im Magen hungernder.Thiere bestand die ge­ringe Menge (laquo;as vornehmlich aus Sumpfgas mit etwas Stickstoff und Sauerstoff, enthielt dagegen wenig Kohlensäure.
Die Erscheinungen der acuten Tympanitis sind sehr auffallend. Eine mehr oder weniger plötzlich auftretende Vergrösserung des Leibes, namentlich in der linken Flanke, welche unter TTmständen llber den Rücken hinaus nach oben reicht, liisst Über die Gfegenwarl der Tympanitis keinen Zweifel. Die Bauchdecken sind oft aufs äusserste gespannt und gehen hei der Percussion einen tympaniti-schen Ten. Dabei hört die Futteraufnahme auf, die Thiere werden unruhig, zeigen Kolik, und in dem Masse die Auftreibung zunimmt, steigert sich die Athemheschwerde; die Respiration wird oberfläch­licher, und nicht selten tritt Suffocation ein. Der Blick erscheint ängstlich, die Venen am Kopfe, Halse und Bauche (Milchvenen) sind stark angefüllt; der Puls wird immer frequenter und kleiner, der Eerz-schlag pochend, und unter taumelnden Bewegungen stürzen die Thiere nieder, um alsbald zu Grunde zu gehen.
Der Verlauf des Leidens ist acnl : der Tod kann innerhalb einer Stunde eintreten; bald dauerl der Zustand wohl 12—24 Stunden, seilen länger. Je schneller die Entwickelung der Tympanitis, um so grosser die Gefahr. Bedenklich wird der Zustand, wenn zugleich die rechte Flanke aufgetrieben erscheint, ein Zeichen, dass auch der Dickdarm mil (lasen angefüllt ist. Leichte Fälle gehen wohl ohne besondere Hülfe in Genesung über, schwere führen i'egel-mässig zum Tode, wenn nicht bald Hülfe gebracht wird. Nicht selten erkrank! eine grössere Anzahl, wenn nämlich die Thiere dcnselhen schädlichen Linllüssen ausgesetzt waren,
Behandlung. Zur Absorption der (läse und zur Verhütung weiterer Entwickelung derselben sind innerliche Mittel empfohlen
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I'llUSl'Ustirll.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 386
worden; so imnicnHidi Ivalkwasscr, Salmiakgeist, Terpentinöl, Petro­leum, Kalinin ohloricum, unterschwefligsaures Natron u, a. Lung-vvitz empflelilt auf Grund seiner Laboratorienversuche Magnesia usta in Iquot;h Suspension, KalkmiloL und 2 0/o Salmiakgeist, im Nothfalle Seifenwasser, im ganzen leisten diese Mittel nichlquot; viel und linden mir bei weniger acut verlaufender Tympanitis Anwendung.
Ferner ist empfohlen, die Gase durch den Schlund zur Entleerung zu bringen, indem man die Thiere zu rülpsen veranlagst, oder die Schlundsonde applicirt. Ersteres wird dadurch erzielt, dass man dem Thiere ein Strohseil durch das Maul legt, welches eventuell mit Theer bestrichen wird; auch stäi'keres Hervorziehen der Zunge soll die Ent­leerung der Gase durch den Schlund fördern.
Wirksamer noch ist ein kräftiger Druck auf die linke Flanken­gegend; hierdurch können die Gase direct entleert, und die Wanst­bewegungen zugleich angeregt, werden.
Zeigen sich diese Mittel auch in leichten Fällen ausreichend, so ist es hei schwerer Erkrankung bedenklich mit ihrer Anwendung viel Zeit zu verlieren; sobald die Athenmoth einen liöheren Grad er­reicht, halte man sich mit ihnen nicht lange auf, sondern greife bald zur Schlundröhre oder zum Trokart.
Die Schlundröhre für Kinder besteht meist aus einer Stahl­spirale, welche mit einem Lcderbezug versehen ist (Fig. 54); auch die einfache Stahlspirale wird dazu verwendet (Frauenholz). Bei .Schafen bildet der Harnröhrenkatheter für Pferde eine brauchbare Schlundsonde. Die Apphcation muss am stehenden Thiere erfolgen, was bei stärkerer Athenmoth wegen der Unruhe desselben oft nicht leicht ist; beim Kinde gelingt die Einführung ohne grössere Schwierig­keiten.
Vtu dem liislrnmente die entsprechende Richtung zu sichern, legt man in das Maul zunächst ein Stück Holz (Maulholz), welches in der Mitte mit einer Oefihung versehen ist. durch welche die Röhre geschoben wird; sodann wird der Kopf des'IMiieres gestreckt, und das abgerundete Ende der Schlundröhre am Gaumen entlang in die Rachen­höhle geschoben, wo es von der hinteren Rachenhöhlenwand in den Schlund gleitet. Man hüte sich mit dem Instrumente in den Kehl­kopf und die Trachea einzudringen; heftiger Hustenreiz. Unruhe und Athenmoth gehen diese falsche Richtung zu erkennen; in solchem Falle muss die Röhre sofort zurückgezogen werden. Wurde der Schlund getroffen, so gleitet die Schlundröhre leicht und ohne diese Zufälle hinunter und ist an der linken Seite des Halses zu fühlen. Möller, Speoielle Clihnugle für Thlstärzts. ;.'. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;•_,•#9632;^
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KniiikheiU'u des Magnus uml Darmkanule.s.
Naohdem das Ende den Mugen erreicht hat, wird dio Sonde ans der Röhre entfernt, um den im Magen beflndlioben Gasen den Durohtritt durch die Soblundsonde zu gestatten. Dotdi nicht immer tritt dieses ein: bald verstopft sich das Bohr, und es nmss die Sonde von neuem eingeführt werden; häutig linden sich nämlich die Gase nicht frei an der Oberfläche des Panseninhaltes, sondern sie sind mit den gährenden Futterstoffen vermischt. Daraus erklärt sich, dass selbst die Schlund­röhre nicht immer den erwünschten Erfolg hat.
Ein zweites Mittel bildet der Pansensticb, Mit einem Trokart wird in der linken Flanke die Bauchdecke und der Pansen durch­stochen, um den in letzterem befindlichen Gasen Abfluss zu verschallen. Die Operation ist sehr einfach und wird häufig von Laien ausgeführt, wenn Erstickungsgefahr droht. Wo kein Trokart zur 11 and ist, kann bei Kühen und Schafen selbst ein Taschenmesser angewendet werden.
Mit Recht sind zur Zeit fast nur noch runde Trokarts ohne Seitenölfnungen ander liülse im Gehrauch; zum Pansenstich bei Rin­dern dienen die grössten Formen 5—8 mm Durchmesser, für Schafe verwendet mau etwas kleinere (•!—5 mm).
Die Operation wird in der Mitte der Flanke ausgeführt, welche sich an dem aufgetriebenen Thiere stark hervorgewölbt. Zur ge­nauen Bestimmung der Stelle denke man sich vom äusseren Darmbein-winkel aus eine Linie nach vorn gezogen, welche! mit der Wirbelsäule parallel läuft. In dieser Linie und zwar beim Kinde etwa 10—1quot;), bei Schafen 5—(i cm vor dem äusseren Darmbeinwinkel wird der Tro­kart applicirt. Da nicht selten Gefahr im Verzüge ist, so bleibt oft keine Zeit übrig, um erst eine Reinigung dos Operationsfeldes eintreten zu lassen, wie es bei Operationen mit Eröffnung der Peritoneal höhle sonst geboten erscheint. Bei dicker Haut empfiehlt sich, zunächst einen Stich oder kurzen Schnitt mit dem Bistouri durch dieselbe zu machen; ältere Praktiker bedienten sich hierzu der Aderlassfliete. Hierauf wird der Trokart angefeuchtet und unter kräftigem Druck mit einer leichten Drehbewegung nach rechts etwa senkrecht durch die Bauchdecke und die Pansenwand gestossen. Wenn der Operateur klein ist, gelingt dies zuweilen leichter durch einen kräftigen Schlag mit der hohlen Hand auf das Instrument. Bei der Grosse und Ausdeh­nung des Pansens kommt es nicht darauf an, wie weit man den Trokart. vorschiebt; Verletzungen können dadurch kaum entstehen, daher lässt man denselben meist bis zur Endplatte in den Pansen eindringen.
Nach Entfernung des Stilots strömen durch die offene Hülse Gase aus, zuweilen unter hohem Drucke und mit Futterpartikeln ver-
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Pansensobnittinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 387
rnisclit, welche die Hülse nicht selten verstopfen; mit dem Sfcilet oder einem anderen Gegenstände wird dieselbe wieder frei geraacht.
Die Hülse bleibt liegen, bis mit dem Nachlassen der Gährung die Erskiokungsgefahr aufhört; uni sich davon zu überzeugen, verstopfe man die Hülse mit einem Kork oder ähnlichem Gegenstande und achte darauf, ob die Tympanitis von neuem hervortritt; geschieht dies nicht, so kann die Hülse entfernt werden. Zu dem Zwecke führt man das Stilet wieder ein und zieht, unter Fixirung der äussereu Haut mit den Fingern der linken Hand, den Trokart langsam heraus. Durch das vorherige Hinführen des Stilets wird eine Verschleppung von Futter­massen in die Bauchhöhle verhütet.
Eine besondere Behandlung verlangt die Hautwunde nicht; doch empfiehlt sich, dieselbe reinigen zu lassen, mit einem Pechpflaster zu versehen oder mit (.'oliodium bezw. Theer zu bestreichen. Wenn Zeit gegeben ist, muss auch die Desinfection der äusseren Haut wie des Trokarts vor seiner Application empfohlen werden.
Nachtheilige Folgen kommen beim Rinde durch Anwendung des Trokarts nur selten vor; zuweilen werden durch Verwachsung des Pansens mit der Bauchwand Verdauungsstörungen veranlasst.
Weniger ungefährlich ist die Operation bei Schafen, doch muss sie auch hier empfohlen werden, sobald Erstickungsgefahr eintritt; lang gewachsene Wolle wird natürlich zuerst abgeschoren, sofern dazu Zeit übrig bleibt.
Wurde die Function des Pansens mit einem Messer iiusgoführt, so kann als Hülse für den Abfluss der Gase dienend ein dünnes Rohr (Hollunder) neben der Messerklinge in den Pansen eingeführt werden; im Nothfalle linden hierzu ein paar starke Strohhalme Anwendung. So lange diese oder die Hülse des Trokarts in der Bauchwand liegt, muss das Thier bewacht werden, um das Herausfallen der Instrumente durch die Pansenbewegungen zu verhindern.
Pansenschnitt, [st der Pansen mil von Gasen durchsetzten, gährenden Futterstoffen angefüllt, so kann auch der Trokart keine Hülfe bringen, und es bleibt nur noch der Pause n s c b n i t t übrig. Bei der grosseii Widerstandsfähigkeit des Rindes gegen derartige Fingritfe bildet auch diese Operation keineswegs einen lebensgefähr­lichen EingrilF.
Das Thier wird mit der rechten Seite an eine Wand oder Mauer gestellt und kurz angebunden; eine vor dem linken liinterfusse desselben in schräger Hichtung gehaltene Stange oder in die Erde
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Krankheiten des Magens und Darmkanales.
gestampfter Pfahl schützt den Operateur gegen Verletzungen mit
diesem Kusse.
Hierauf wird in der linken Flanke das liaur abgeschoren mnl die Haut- gereinigt; sodann stösst man nacli Hertwig ein starkes Bistouri, dessen Rücken nach der Wirbelsäule des Thieres gerichtet ist, da ein, wo der Pansenstich gemacht wird; die Klinge des Messers soll dabei his an das lieft in die Flanke eindringen. Nun wird mit kräftigem Zuge die Wunde nach unten erweitert, und zwar heim Kinde auf 10- -15, beim Schafe auf 3—H' ein. Um den Eintritt von Futter­stoffen in den Peritonealsack zu verhindern, achte man darauf, dass die Hautwunde nicht kleiner ausfällt, als die Trennung in der Pansenwand,
Die Operation liisst- sich auch in der Weise ausführen, dass man an der bezeichneten Stelle zunächst einen Hautschnitt macht, darauf die Muskeln der Bauchwand durchtrennt, endlich das Peritoneum und die Pansenwand durchschneidet.
Sobald der Pausen geölfnet ist, strömen nicht nur Gase aus, son­dern es quellen auch gährende Futtermassen oft mit grosser Gewalt aus der Wunde hervor. Nach Entleerung des Pansens fallen seine Wan­dungen zusammen, wodurch die Gefahr entsteht, dass Futterstoffe in die Bauchhöhle gelangen. Um dieses zu verhüten wird ein Tuch (Handtuch, Serviette) so placirt, dass die eine Hälfte desselben vom unteren Wundwinke] in den Pansen reicht, die andere auf der Aussen-lläche der Hauchwand liegt; llorsburgh heftete zu dem Zwecke den Pansen an die Bauchdecke; ähnlich verfährt Roche-Lubin: etwas über der Stelle, wo der Trokart applicirt wird, durchsticht Roche-Lubin wie Hertwig mit einem Bistouri die Bauchdecke und Pansenwand, Nachdem hierauf Luft und einige Futtermassen entwichen sind, wird der Schnitt auf etwa 10 cm nach unten ver­längert. Nun zieht man an beiden Seiten, etwa 3 cm vom Wund­ende entfernt mit einer gekrümmten Nadel von innen nach aussei) durch Bauchdecke und Pansenwand ein Band, welches an einem Ende einen Wergbausch gleichsam als Knoten trägt. Werden nini die freien Milden dieser Bänder noch hervorgezogen, so ötlhet sich die Wunde, während der Pansen nicht zurückweichen kann.
Nachdem die eine oder andere dieser Slcherheitsniiissregeln an­gewandt ist, entleert man den Pansen soweit möglich mit der Hand oder mittelst einer Zange. Es soll dies nur allmählich geschehen, weil sonst Ohnmachtsanfälle eintreten, wobei die Thiere niederstürzen und wieder aufgerichtet werden müssen. Einige Gaben Kxcitanlien
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Pansenscbnitt.
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(Wein, Branntwein) wirken in solchem Falle günstig; mau liisst durch die Pansenöfftmng 2—3 Liter Wein oder entsprechencle Dosen Aether, Alkohol u. s. w. eingiessen,
Niichdeiu die Entleerung vollendet, die Wunde' gereinigi und Sorge getragen ist, dass keine Futterstoffe in die Peritonealhöhle gelangt, event, aus derselben wieder entfernt sind, heftet man zunächst die Pansenwunde mit Catgut und Heidi;, und zwar mittelst Knopfnaht. Die Hefte werden so eng gelegt, dass keine
•quot;if,'. 84.
Futterstoffe durchtreten können; auch achtet man darauf, dass sich die Wundränder gut an ein­ander logen. Die Bauclnnuskehvunde wird in gleicher Weise geheftet; dagegen kann die Haut­wunde ohne Bedenken ollen bleiben (Haübner); wo indess Aussicht auf Heilung per prim. Int. besteht, würde man auch diese nach den allge­meinen Hegeln heften. Zuweilen heilt die Ope­rationswunde in wenigen 'ragen; oft aber dauert, dieses Wochen und Monate: auch bleib! zuweilen eine l'ausentistel zurück.
Hülse zu ctemselbeu.
Von Oh ich wurde empfohlen, die Pansenwand an die Bauchdecke zu heften, und die Nähte erst
Pausentrokart noch Bräuer.
nach 7 — 8 Tagen zu entfernen; Meyer spricht sich dagegen aus und behauptet, dass dadurch Zerrungen
entstehen. Umfangreiche Verwachsungen des Pansens mit der Banchwand veranlassen Verdauungsstörungen.
Um die Verunreinigung der Bauchhöhle mit Futterstoffen zu ver­hindern, hatte schon \gt;gt;'-W Sajoux. (Hering) einen Trokart mit Klappen angewendet, durch welchen der Pansen an der Bauchwand tixirt werden sollte; zu derselben /.nit wurden von Brognieü drei als Gastrotome bezeichnete Instrumente construirt.
In Deutschland landen diese complicirten Apparate keine grössere Verbreitung, denn eine absolute Gewähr gegen Verunreinigungen der Bauch­höhle gehen sie nicht; dagegen verlangt die Erhaltung der Functions-iVdiigkeit derselben grosse Aufmerksamkeit und Peinlichkeit. Daher kommt es, class sie gerade da oft im Stiche lassen, wo man sie nothwendig ge­braucht,
Einfacher und praktisch brauchbarer erscheint dagegen ein von
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;;lt;)()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten des Magens und Darmkanales.
Brttuer constniirtor Trokart (Fig. 84), ilesson Hülso so weit ist, dass man durch dieselbe dir Futterstoffe mit einer Zange aus dem Pansen hervorholen kann, Der Handgriff sowie der grössere Theil des Stilets besteht aus Holz; letzteres ist abgeflacht, geht in eine Schneide über, welche durch die Ver­bindung zweier niesserfiinniger, unten in eine Spitze zusammenlaufender, stählerner Ansätze gebildet wird. Die Hülse besteht aus Eisenblech und besitzt oben ein Lumen von 12 cm Länge und 4 cm Breite, unten ein solches von 1(J cm Länge und 3,;i cm liroite (Fig. 85). Nachdem das Haar an der Operationsstelle abgeschoren, und die Haut gereinigt ist, wird das Instrument wie ein Trokart applicirt, doch erfordert das Hineintreiben des­selben in den Pansen grössere Gewalt; man bedient sich dazu erforder­lichenfalls eines massig schweren Hammers oder Klopfschlägels, wie er in der Schmiede gebraucht wird.
Nachdem ungefähr ein Drittel des Pansen Inhaltes mittelst der 6 mm breiten und 40 cm langen Löffelzange herausgenommen ist, lässt Bräuer durch einen, auf die Hülse seines Trokarts gesetzten Trichter 10 —15 Liter Salzwasser in den Pansen liiessen.
Die Nachbehandlung der Wunde beim Pansenschuitt sowie bei der Anwendung' des Bräue r'sehen lustriunentcs erfolgt nach den allgemein gültigen Grundsätzen.
Da diese Operationen vornehmlich im Sommer, also zu einer Zeit Anwendung linden, in der die Tiiiere von Fliegen geplagt werden, so empflehli es sich, die Wunde durch Auflegen einer Decke gegen Insecten sowie gegen Verletzungen und Verunreinigungen bei der Abwehr derselben mit dem Schwänze oder Maule zu schützen; auch das Bestreichen der Wunde mit Theer kann hierzu empfohlen werden.
Dass bezüglich der Diät in der ersten Zeit Massregeln getroffen werden, um Itecidive zu vermeiden, liegt auf der Hand, und muss in dieser Beziehung auf die Lehrbücher der Pathologie verwiesen werden.
Von llayue wurde llt;S;i() eine Punctio ventriculi beim Pferde empfohlen, um Gase aus dem Magen zu entfernen. Abgesohon davon, dass die Diagnose hierbei auf grössere Schwierigkeiten stösst, kommen tympani-tische Zustünde im .Magen der Pferde seltener und meist in folge von Fäcalstase im Dünndarm vor, wobei die Operation nur selten einen dauern­den Erfolg hat. Ueclmet, man hinzu, dass die Function des Pferdemagens stets eine lebensgefährliche Operation darstellt, so erklärt sich, dass sich dieselbe in die Praxis nicht einführen konnte.
4. DarmluTagiuattoii.
Meyer, Ourlt u. Hertwig. 8. S. 122. Ruchte, Her. Rep. 14. S. 312. Meyer. Gurlt u. Hertwig. 29, S. 64. Heseler, Th. Mitth. 1871!. S. 171. Siebert, Thierarzt, 1869. S. 261. Merten, Gurli u. Hertwig. 86, S. 825. Degive, Annal. de Brux. 1870. Taocoen, Jahrb. 1882. S. 79. Hübner, Dresd, Her. 1891, S. SU. H iedinger. Ad. VVoch. 1892.
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Danniuvagination.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;{!)!
Heim EUude bilden Darminvagiuationen eine der häufigsten (Jr-sachen der Kolik mit tödtlichem Verlauf. Debermässige und ungleiche Peristaltik kann veranlassen, dass sich mehrere Fuss lange Abschnitte des Dünndarmes in einander schieben (,einscheidenquot;). Das äussere („invaginirendequot;) Darmsttick schntlrt tlas innere (jinvaginirtequot;) ein und erzeugt eine hochgradige .Störung- der Blutcirculation in dem­selben. Ausserdeni wird die Portbewegung des Darminhaltes unter­brochen, so dass hierbei im ganzen ähnliche Verhältnisse bestellen. wie beim incarcerirten Bruch. Pferde gehen in kürzester Zeit an solchem Zustande zu Grunde, heim Rinde verläuft das Leiden lang­samer; in der Hegel sterben diese Thiere erst nach einer Krankheits­dauer von .quot;gt;—10 Tagen, zuweilen noch später. Ausnahmsweise will man beobachtet haben, dass das invaginirte Darmstück nekrotisirte, durch das invaginirende fortbewegt und so schliesslicb mit dem Kothe entleert wurde. Die Invagination erl'olgi meist am Mastdarm oder Dünndarm: M erten, llübner u. a. beobachteten Lndess eine Ein-schiebung des Blinddarmes in den Grimmdarm beim Pferde.
Erscheinungen. Die Erkrankung beginnt plötzlich, und zwar mit einem Kolikanfall, welcher bis 12 Stunden andauert. Darauf folgt in der Hegel Nachlassen der Schmerzen, doch zeigen die Thiere keine Fresslust, das Wiederkäuen fehlt, und fast immer stellt sich Tympa­nitis mit blutig-schleimigen Entleerungen ein, oder es folgt eine, allen Mitteln trotzende Verstopfung. Die IVristallik liegt vollständig da­nieder, der Puls wird frequent und klein, während die Temperatur keine auffällige Steigerung zeigt. Bei der Untersuchung per amun lässt sich zuweilen die invaginirte Stelle als eine strangförmige, schmerzhafte Geschwulst in der Bauchhöhle fühlen. Leichte Kolik­erscheinungen, Drängen auf K'othabsatz, wobei kleine Mengen Schleim oder Blut entleert werden, bestehen fort; Merteu will bei solchen Thieren die Neigung sich auf den Hucken zu legen beobachtet haben.
Behandlung. Die tnedicamentöse Behandlung lässt bei diesen Zuständen regelmässig im Stich; dass Abführmittel nicht im Stande sind, die Einschiehung des Darmes zu heben, liegt auf der Hand,
Siebert versuchte heim Rinde die meclianische Wirkung der im Darm entwickelten Kohlensäure zur Lösung der [nvagination. Nachdem innerlich Aloe mit Natriumsulfat in Leinsamensohleim gegeben war, Hess 8. 750,0 Natriumbicarbonat mit Wasser verrührt in den Mastdarm spritzen, der vorher mit der Band sowie durch Tabakklystiere möglichst von seinem Inhalte befreit war. Darauf wurde verdünnte Salzsäure in den Mastdarm
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Krankheiten des Mattena und Dni'mkanales.
gebracht und dor After mit der Hund soweit möglich verschlossen. Nach kurzer Zeit stellte sieh starke Auftreibung ein, zuerst an der rechten, später auch an der linken Seite. Damit verband sieh Neigung zum Drängen, wobei der Verschluss des Afters grosse Schwierigkeiten bot, aber so lange wie möglich aufrecht erhalten wurde. Sobald derselbe gelöst war, ent­leerte sich eine grosse Menge Kohlensäure und mit ihr auch Darininbalt, worauf Heilung erfolgte. Siebort will auf diese Weise eine Kuh ge­rettet haben, die bereits seit fünf Tagen an Darmeinschiebung gelitten hatte. Doppelt bedenklich erscheint es jedoch, dass Siobert in den Koth-massen die abgestossenen Darmabsobnitte gefunden liaben will. Wenn in dem erwähnten Falle eine Darmvagination bestanden hätte, wäre die Heilung nicht dem eingeschlagenen Verfahren, vielmehr der Vis naturae medicatrix zuzuschreiben gewesen, [mmerbin würde das Verfahren zu versuchen sein, wo die Operation aus irgend einem Grunde nicht zulässig ist und andere Mittel wirkungslos bleiben sollten.
Das operative Verfahren besteht in der Eröilining der Bauch­höhle und Lösung des invaginirten Darmstückes oder Resection des­selben. Ander rechten Seih' wird in der Flankengegend der Bauch­schnitt nach den allgemeinen Regeln ausgeführt. Zu dem Zwecke liisst Meyer das Tliier mit dor linken Seite an eine Bretterwand stellen und liier mit Stricken und Bäumen befestigen. Die in die Bauchhöhle eingeführte Hand entdeckt bald die erkrankte Stelle und zieht die betreffende Darmpartie hervor, um zunächst den Versuch zu machen, die [nvagination zu lösen. Häufig gelingt dies nicht, weil bereits eine feste Vcrklebung der sich berührenden Blätter der Darmserosa ein­getreten ist. Sollte die Lösung jedoch möglich sein, wie Degive be­obachtete, so würde, man damit nicht zögern und die, Bauchwuude nach den allgemeinen Regein schliessen. Oeiingt, die Trennung des in­vaginirten Darmes nicht, so bleibt nur die Resection des invaginirten Abschnittes übrig, eine Operation die Meyer beim Rinde mit Erfolg ausführte. Die beim Durchschneiden des Darmes und namentlich des Gekröses auftretenden Blutungen werden mittelst Torsion gestillt; man kann die öeiassi; auch mit sterilisirtem Material unterbinden. Besondere' Schwierigkeiten veranlassen die ans dem vorderen Darm­stück nachdrängenden [nhaltsmassen, welche immer von neuem eine Verunreinigung nicht, nur der Wunde sondern auch der Bauchhöhle herbeiführen, sofern mau den Dann nicht comprimiren lässt oder leicht unterbindet, bis die Operation vollendet ist. Nach Entfernung des invaginirten Abschnittes hefte man die Darmenden nach den all­gemeinen Regeln mittelst der Darmnaht (S. 378); die Bauchdecken und linssere Haut werden ebenfalls jede für sich geheftet, die Wunde wird antiseptisch behandelt.
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AchseHclvehung des örimindaniies.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 398
Taoooon operirte Darmvaginationen bei zwei Kühen mit Eviolg, Hei einer wurde ein 2-i r.iw langes Darmstück resecirt, olmo dass eine er-bebliohe Eeaotion eintrat. Nach 85 Tagen war auch die äussere Wunde gebeilt, und bei der Soblaobtung zeigte sicli eine regelmAssige Vernarbung der Darmwunde. In einem zweiten {''alle bildete sich ein Anus praeter-naturalis, dessen Behandlung /.war erfolglos blieb, der jedoch im (lesund-heitszustande dos Thieres keine erheblichen Störungen veranlassto.
Biedinger behandelte 1890 10 Fälle von Dannvagination beim Kinde. 7 Tlücre mussten wegen zu späten Kingreifens geschlachtet wer­den. Hei den übrigen '3 wurde die Laparotomie ausgeführt, und die In-vagination gelöst. Nach Reposition des mit O,l0/oigen Sublimatwasser gerei­nigten Darmtheils heftete K. die Wunde mittelst der Knopfnaht. Zur Nach-benandlung wurden innci'lich Abl'ührmittol gegeben. Bereits 5—lt;i Stunden nach der Operation trat Kothabsatz ein. Hei einem der Thiere machte 5 Tage nach der Operation eine Bauchfellentzündung das Schlachten noth-wendig; die anderen beiden genasen in 14 Tagen.
5. Die Achsondrehung der linken Colonlago beim Pfei'de.
Lit.: Jelkmann, Her!. Th. \V. 1890. S, 313. Müller, Monatshefte f. pr. Tluerh. 1801. S. I. Imminger, Ad. Woch, 1890, S. 41, Malkmus, Monatshefte f, pr, Tliiorh. 1891, S. 7. Jelkmann, das. 1892. S, 145,
Auf der Niituviorsclierversamnilung zu Bremen im Jahre 1890 hat Jelkmann zuerst auf die Alnglichkeit hingewiesen, die aiclit selten bei Pferden vorkommende und regehniissig /.um Tode führende Torsion des Grinnndarmes nicht nur intra vitam festzustellen, sondern auch operativ zu behandeln. Die Bedeutung dieser Frage geht schon aus dem häufigen Vorkommen des Leidens hervor. Nach dem Berichte Jelkmanns sollen in München von 192 an Kolik umgestandenen Pferden 70 an Aclisendrelumgen, bezw. Verlagerungen des Grimm-(larmes gelitten haben; von 23 KoliksoeHouen im Jahre 1887/88 Hessen ^icli 10 Achsendrehungen des Gtrimmdarmes nachweisen. Jelkmann schliesst daraus, dass das Leiden in Mittel- und Siuldeutschland hi'iu-ftger vorkomme, was vielleicht auf das Vorwalten kaltblütiger Schläge zurückgeführt werden darf. Nach den statist. Veterinär-Sanitäts-berichten über die preussische Armee Helen im Jahre 1886; 13, 1887: 27, 1888: 37 und 1889 sogar si Pferde an Verlagerung, bezw, Achsendrehung des Gfrimmdarmes. Es muss entschieden als ein Verdienst .Jelkmanns bezeichnet werden, auf diesen Punkt die Auf­merksamkeit gelenkt zu haben, und wenn seine Mittheilungen auch von einigen Seiten mit Misstrauen entgegengenommen wurden, so mag dieses zum Tbeil damit entschuldigt werden, dass man sich nicht, eingehend genug mit den anatomischen Verhältnissen, oder mit den Methoden chirurgischer Behandlung vertraut gemacht hatte. Bei 205 Kolik-
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Kninklieiti'ii des Magens uiul Dimnkuimles.
patienten fand Jelkmann I3ma] die in Rede stehende Dislocation uud erzielte durch Retroversion Heilung. Bei den Pferden dor jireus-sischen Armee wurde 1890 63-, 1891 52nia] Achsendrehuug dos Grimmdarmes beobachtet.
Die in Rede stehende Lagevei'Underung, welche uacb Jelkmann in der Regel auf einer Torsion nach rechts beruht, soll nach ihm vornehmlich durch starke Füllung dor oberen drimmdarnüage und Verlagerung derselben von dor linkon unteren Bauchwand mil gleichzeitiger Dislocation einer Anzahl Mastdarmschlingen nach dieser Stolle veranlasst werden. Wenn die Thiere ans der rechten Seiten­lage des Körpers aufstellen, so soll an dem gegen die Mittellinie dos Bauches verschobenen Darme die obere Lage nach unten gedrängl und schliesslich um ihre Längsachse gedroht werden. Diese Erklärung hat meines Erachtens viel für sieh, doch dürfte zuzugehen sein, dass auch einmal das Umgekehrte eintreten, d, h. die Torsion nach links erfolgen kann. In einem von mir beobachteten Falle bestand die Umdrehung nach der linken Seite. Auch die Sectionsprotokolle der hiesigen pathologischen Anatomie bestätigen dieses; bald zeigte sich die obere Grimmdarmlage inedianwärts, bald gegen die linke Bauch­wand verlagert. Die relative Länge des mit Puttermassen angefüllten Darmes sowie seine freie Lage erklärt das häufige Vorkommen der Achsemi roh im;'' desselben.
Die Erscheinungen dos Zustandes sind zwar nicht charakte­ristisch, doch gelingt, die Feststellung desselben ohne grosse Schwierig­keiten mittelst Untersuchung vom Mastdarm aus. Nachdem die zunächst anscheinend leichte Kolik, mit continuirhehen Schmerzen verbunden, sich von Stunde zu Stunde verschlimmert hat, das Darmgeräusch immer schwächer, der Puls schneller und kleiner geworden ist, so dass auf eine Obstipation geschlossen worden muss, giebt die in den Mast­darm eingeführte Hand nähere Auskunft über die Ursache derselben. Dicht vor dem After fühlt man hierbei den ausgedehnten Grimm-darm, der in dem erstell Moment wohl mit einer stark angefüllten Harnblase verwechselt werden kann. Untersucht man indess genauer, so erkennt mau bald, dass es sich inn die hochgradig ausgedehnte Beckenflexur des Colons handelt. Hierbei bieten namentlich die deut­lich hervortretenden Bandst reifen des Darmes nicht nur einen Anhalts­punkt dafür, dass man das Colon vor sich hat, sondern sie zeigen zugleich in welcher Richtung die Torsion erfolgt ist.
An dein rogelmässig o-elagorten Dann verlaufen diese etwa in
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Acbsencti'Ghung des GrimmdanneB.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 395
der Elicbtung des Rumpfes, während bei der Acbsendrebung der Colon-lagen eine Abänderung in dem Verlauf ihrer Bandstreifeu deutliob hervortritt; bei der Torsion nacb rechts ziehen dieselben von vorn und aussen nacb binten und innen und umgekehri bei der Drebung dos Darmes nacb der linken Seite.
Nacb Jelkmann soll sicli das Mastdarmgekröse, dessen Wurzel im den Lendenwirbeln zu fühlen ist, stark gespannt zeigen und bei Hechtsdrehuiig des Darmes nicht senkrecht nach unten, sondern nacb links verlaufen, und die Berührung derselben dem Tbiere Schmerzen bereiten. Wichtiger scheint mir für die Diagnose die genaue Beachtung des Verlaufes der Bandstreifen des Colon; sobald man diese deutlich fühlt, kann weder über die Gegenwart noch aueb über die Richtung der Torsion ein Zweifel bestehen. Man verwechsle jedoch hiermit nicht den bei stärkerer Füllung des Blinddarmes deutlich hervortretenden hinteren Bandstreifeu desselben. Dieser lässt sieb als solcher leicht erkennen, wenn man seinen Verlauf aus der Gegend des rechten äusseren Darmbeinwinkels in einem nach hinten gerichteten Bogen etwa zum linken Kniegelenk beachtet.
Ich habe mich von diesen Lagenverhtlltnissen an Versuchsthieren über­zeugen können: bei denselben wurde nach dem Tode und zwar in aufrechter Stellung das zwischen der letzten Kippe, dem iiusseren Darmbsinwinkel und den Querfortsätzen der Lendenwirbel gelegene Stück der linken Bauchwand entfernt. Damit erlangt man eine klare Uebersicht über die Lagenver-hiiltnisse der in dem hinteren Abschnitte der Bauchhöhle sowie der in der Beckenhöhle gelegenen Organe. Der (irimmdarni wird in situ stark auf­geblasen oder nach erfolgter Umwälzung mit Wasser gefüllt. Mit der vom Mastdarm aus untersuchenden Band lässt sich nunmehr leicht controlliren, und der untersuchende kann sich überzeugen, welche Theile die Band berührt. Dieser in Gegenwart der Studh'enden ausgeführte Versuch er­wies sich als ein ausserordentlich Lnstructives Demonstrationsverfahren.
Nach Ausführung einer künstlichen Umdrehung bot sich der Band (ie-legonheit, vom Mastdarm aus die veränderten Lagenverhältnisse festzustellen und die Reposition zu versuchen. Dabei habe ich mich überzeugen können, dass namentlich die Lage der Bandstreifen des Colons beaohtenswerth ist, und zwar um so mehr, als Torsionen an den hinteren Abschnitten des Colons die Gekröswurzel und die Lage des Mastdarmgekröses wenig be­einflussen. Dagegen Hess die Untersuchung der Bandstreifen des Colons über eine Lageveränderung keinen Zweifel, so dass die Diagnose auf Schwierigkeiten nicht stosson kann.
Die Beurtheilung des Zustandes, der sich wahrscheinlich höchst selten spontan verliert, vielleicht unter Umständen durch das Wälzen des Thieres beseitigt wird, kann bei rechtzeitig eingeleiteter Behand­lung als aussichtslos nicht bezeichnet werden. Zwar fehlt es noch an ausreichenden Beobachtungen, um die Frage zu entscheiden, ob die
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Krankheiten des Maaena und Dfliimkanales.
Iiösuiij4quot; cler Toi'sion in jedem Falle möglich ist, bezw, wie oft die­selbe gelingen mag, doch laquo;^eht aus den Mittlieilungen Jelkmann's hervor, dass die Reposition in vielen Fällen gelingt; class dieselbe möglioli ist, davon habe auch ich mich überzeugen können.
Diese Hülfeleistung verlangt allerdings einige Muskelkraft des Armes, unter Umständen auch Ausdauer, doch wird dieselbe bei grösserer Hebung wahrscheinlich leichter gelingen.
Die Behandlung liisst man mit der Verabreichung eines Kly-stieres von lauwarmem Wasser einleiten, um den Mastdarm möglichst vollständig zu entleeren, und für die Arbeit der in das Rectum ein­geführten Hand den nöthigen Raum zu gewinnen. Jelkmann geht mit der linken Hand ein. dringt nach der linken Bauchwand vor und sucht die linken Colonlagen mit den hier gelegenen Mastdarm­schlingen mich vorn gegen die Mitte der Bauchhöhle zu schieben, liier angelangt führt Jelkmann die Hand langsam nach oben, wo­bei die Colonlagen über die eingeführte Hand in ihre normale Lage zurückrallen; indem die nach der linken unteren Bauchwaud dis-locirten Mastdarmschlingen nach oben geschoben werden, kann das Colon in seine normale Lage zurücktreten, Nach den von mir an­gestellten Versuchen dürfte diese Erklärung zutreffen.
Ich hatte Gelegenheit, eine Drehung des Colons nach links in folgender Weise zu reponiren: Nachdem der Mastdarm ausgeräumt war, fühlte die in denselben eingeführte rechte Hand die Bandstreifen des Grimmdarmes von vorn und innen nach hinten und aussen, bezw. nach links verlaufen. Heu oben gelegenen Bandstreifen des Colons benutzte ich nun, um die Reposition zu bewirken. Während die Hand im Mastdarm eine starke Adduetionsstellnug annahm, legte ich die Volarfliuhe derselben, bezw. die Finger gegen den Bandstreifen, und nach wiederholten, mühevollen Versuchen gelang es schliesslich, den­selben so weit nach rechts zurückzuziehen, dass er seine mit der Medianlinie des Rumpfes parallele Richtung wieder erlangt hatte. Wie ich mich an Versuchspferden überzeugte, bildet bei Drehung des Colons nach links der Handstreifen der unteren Lage des Darmes diesen Angriffspunkt der lietroversion. Nachdem dieselbe gelungen war. fiel die mit (lasen angefüllte Beckenflexur des Darmes alsbald zusammen; auch hörten die Erscheinungen der Kolik auf; während sich die fast vollständig danieder liegende IVristaltik wieder einstellte; auch der kleine frequente Puls verschwand nach kurzer Zeit; eine halbe Stunde später konnte die Genesung in sichere Aussicht gestellt werden.
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Äohsendrohung des GrinnudanneB.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 397
Ohne Zweifel lassen sieh nicht alle Verlagerungen lies Urimm-darmes nacL einem und demselben Verfahren behandeln; die Ver-schiodeuartigkeiten in der Dislocation werden Modificationen erforder­lich machen. Nachdem aber einmal die A-ufmerksamkeit auf den Punkt gelenkt worden ist., werden weitere Erfahrungen auf diesem Gebiete nähere Anhaltspunkte für das chirurgische Eingreifen ge­winnen lassen. Vielleicht lässt sich durch Punction des stark auf­getriebenen Grimmdarmes die Reduction unter Umständen erleichtern (vergl, S. MSlI). Jelkmann war in 13 Fällen 5ma] gezwungen, /.u-nächst die Punction des Blinddarmes vorzunehmen, worauf die Retro­version gelang; auch die Anwendung des Trokarts veranlasste keine nachtheiligen Folgen.
Zur weiteren Bestätigung des oben Gesagten möge der von mir lie-obaohtete Fall hier folgen.
Am 8, .Juni 1890 wurde ich zu einem schweren Arbeitspferde gerufen, welches bereits seit 20 Stunden an Kolik litt. Die Untersuchung ergab: Massige aber andauernde Unruhe des Thieres; das Pferd legte sieh hiiullg, stand bald wieder auf, trat im Stande hin und her und zeigte alle Symptome einer Verstopfnngskolik, Der l'uls, 65 p. M., war klein und schwach, die Schleimhäute schmutzig gerüthot, Respiration oberflächlich, 30 JUal in der .Minute. Massige Gasauftreibung des Hinterleibes. Peristaltik nur noch an der rechten Seite in langen Zwischenpausen schwach hörbar; allgemeiner Schweissausbruch, Defäcation seit '20 Stunden unterdrückt; nur drei harte Kothballen waren entleert worden. Die Futteraufnahme war seit derselben Zeit verringert, und Getränke nur in kleinen Quantitäten genommen. Die Untersuchung per anum ergab eine starke Anfüllung der Beckenflexur des Colon mit Gasen, wodurch dieselbe bis an die hintere Beckenwand gedrängt war. An der lateralen fläche des Grimmdarmes machte sich ein stark angespannter Strang bemerkbar, der von vorn, unten und innen, nach hinten, oben und aussen verlief; ein gleicher Strang zeigte sich in derselben Richtung an der medialen fläche des Grimmdarmes. Die Blase war nur schwach gefüllt,
Die in den Mastdarm eingeführte Hand wurde in der oben beschriebenen Weise gegen den lateral gelegenen Strang gelegt, und nach verschiedenen Versuchen gelang es unter erheblicher Kraftanwendung, den Bandstreifen des Grimmdarmes nach der Mittellinie der Baixchhöhle zu bewegen. Sobald dies erfolgt war, trat lebhafte Peristaltik und Abgang von Gasen ein, dem bald teste Excremente folgton. Die Unruhe dos Thieres liess nach, hörte nach kurzer Zeit ganz auf, während der l'uls seine normale Beschaffenheit annahm: auch die Röthung der Schleimhaut verlor sich. Nach einer Stunde konnte die Kolik für beseitigt erklär! werden.
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VI. Die Krankheiten der hinteren Abschnitte des Mastdarmes sowie des Afters.
Bei don grösseren Thieren ist das hintere Ende des Mastdarmes in einer Ausdehnung von 20-30 cm, bei den kleineren auf entsprechend kürzerer Strecke nicht von Peritoneum bekleidet, sondern durch ein lockeres (paraprootales s. parareotales) Bindegewebe mit seiner Umgebung verbunden. Dieser Abschnitt liegt also ausserhalb der Peritonealhöhle und steht oben mit dem Kreuzbein, unten bei männlichen Thieren mit der Blase, bei weib­lichen mit dem Uterus in Verbindung.
.Die dünne und haarlose tlussere Haut des Afters besitzt viele Talg-und Schweissdrüsen. Bei den Fleischfressern findet sich zu jeder Seite dos Afters ein vom Schliessmuskol des Afters umgebener, etwa baselnussgrosser „Aftersackquot; oder „Afterbeutelquot;, welcher eine grüne, schmierige Flüssig­keit enthält. Neben Talgdrüsen besitzen Fleischfresser noch die flaschen-förmigen, mit gelblichem Inhalte gefüllton „Analdrüsenquot; oder Perianal-d r ü sen.
1, Angeborene Missbildungen. Fehlen des Afters und Kloaken-blldung. Atresla anl cf i*ectllt; Flstnln i'eoto-vaginalls^
Lit.; Waltrup, Thiertlrztl. Mitth. 1877. Landel, Qurlt u. Hertwig. 8. S. 252. Bull, das. 6. S. 83. Burmeister, das. 21. S. 248. Howard, The vet. journal. Vol. 27. S. 829. Johne, Dresd. Her. 1877. S. 71. Volk, Ghirli u. Hertwig. II. S. 829, Piepenbrok, Thierärztl. Mitth. 1874. S. 182. Kot tor, Oesterr. Monatsschr. 1892, Varoldi, B. T. W. 1893. S. 80.
Schon in den frühen Perioden dos intrauterinen Lebens bildet sieh der After durch lüinstülpung' der iiusseren Decke. Beim Pferde und Rinde erfolgt dies in der S., beim Schafe, der Ziege und dem Schweine in der 7. und bei den Fleischfressern in der •quot;gt;. Woche. Bei Hunden und Schweinen, seltener bei den Wiederkäuern und Pferden fällt dieser Vorgang aus; dem neugeborenen Thiere fehlt alsdann die AfterölVnung. Bald beschränkt sieh dieses Vitium priiuae fonnationis
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Atresia uui.
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auf den After (Fig. 86), zuweilen ist, auch das Endstück des Must-darmes verschlossen (Atresia recti, Fig. 87); seltener zeigt gt;ieli der
Atrfsia ani 'quot;-i der FlUiultn (halbschoniati8c]i)lt;
After ollen, ein Theil des Mastdarmes aber geschlossen. Der Schliess-muskel des Afters entwickelt, sich dabei regelmässig, und in der Mitte desselben findet sich an Stelle der Afteröffnunff eine Vertiefung.
Tia. 87.
Alvi'sia inii d recti bei ilcr lliindin (halbBObematisoli),
Bei weiblichen Thieren mündet: der Mastdarm zuweilen in die Scheide, ein /.ushmd. der als Kectnvafilial Fistel (Anus vaginalis)
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KrankluMteu di's Mastdanuü.s und ACUts.
oder Kloakenbilduug bezeichnet wird. Kotter beobaohtete den Zustand bei einem balbjährigen Sehwein, Seltener besteht eine Com-uiunication mit der Blase (Anus vesicalis). Varoldi beobachtete bei einem Kalbe Atresia recti mit Kloakenbildung und offenem ürachus.
Erscheinungen. Das Fehlen der Affceröffnuug fällt bei Thieren nur selten gleicb nach der Geburt auf; in der Bege] entdeckt man den Zustand erst, wenn sieh die Folgen der behinderten Defäcation bemerklich macdun; Der Leih der Thiere scheint aufgetrieben; diese lassen mit der Nahrungsaufnahme (Sangen) nach; bald stellen sieh EColikerscheinungen ein; die Thierchen drängen auf Kothabsatz, und wenn der After untersucht wird, so zeigt sich, dass die Oeffnung fehlt. Ist nur der After geschlossen, so wölbt sicli die äussere Hau! im Centrum des Sphincter ani hervor; zuweilen lässt sich unter der­selben der Mastdarminhalt deutlich fühlen; bei gleichzeitigem Ver-schluss des Mastdarmes pflegt diese Vorwölbung zu fehlen, und es ist bierbei entweder auch die Afterölfnung geschlossen, oder man stösst heim Einführen des Fingers bezw, einer Sonde nicht weit vom After entfernt auf ein llinderniss. Besteht eine Kectovaginallistel, so gelien die Excremente durch die Scheide ab; mit dem Finger oder einer Senile ist die Communication der oberen Scheidewand mit dein Mastdarm in der Kegel direct nachzuweisen.
Bei dem letzteren Zustande können die Thiere fortleben, sofern die Afterscheidenöffnung gross genug ist, um dem Darmiuhalt einen Ausgang zu bieten. Burmeister beobachtete bei einem (i Wochen alten Ferkel eine Afterscheidenlistel von Strohhalmstärke. Pieper-hrok fand bei einer tragenden Sau neben Verschluss des Afters eine RectovaginaMstel.
Bei Atresia ani oder recti gehen die Thiere bald zu Grunde, wenn nicht auf operativem Wege für die Entleerung der Elxcremente gesorgt wird; da die Muttermilch nur wenig Koth bildet, so leben die Thiere nicht selten mehrere Wochen. Waltrup stellte den Zu­stand bei einem 2tgt; Tage alten Ferkel fest. Ich sah Atresia ani bei einem 2G Tage alten Hunde. Wiederkäuer leben meist nicht so lange; bei ihnen treten schon nach 4—8 Tagen die bedenklichen Folgen der gestörten Defäcation hervor. In einem von Hull be­schriebenen Falle lebte ein Kalb 5 quot;Page; bei der Section desselben zeigte sich der Mastdarm in einer Ausdehnung von 5—6 Zoll ver­wachsen,
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Atresiu ani et i-ooti.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .|()|
Die Beurtheilung des Zustandes [si im ganzen niohl ungünstig; es kommt darauf an, doss nicht zu spät operativ eingegriifen wii'd. Die Prognose hängt aber namentlicb davon ab, ob bloss der After oder zugleich ein grösseres Stück Mastdarm verschlossen isl : im letzteren Falle bietet nicht nur die Freilegung des Darmlumens, sondern aucli die Offenhaltung desselben laquo;•töhswo Schwierigkeiten. Nicht selten verengt sich die künstlich bergestellte Oeffnung später so erheblich, dass von neuem Störungen in der Defdcation eintreten. Dazu kommt, dass der Mastdarm durch die starke Ausdehnung ge­lähmt wird, unter umständen selbst zerreissen kann: auch nach der Operation tritt alsdann keine Entleerung ein, Beim Menschen hat man in solchen Fällen auf Tabakrauchklystiere zurückgegriffen (Hüten, die auch bei Thieren zu versuchen sein dürften. Wo sie nicht wirken, kann Eserin Anwendung linden, doch sei man bei bereits geschwächten Individuen bezüglich der Dosirung des Mittels vorsichtig,
Behandlung. Nur auf operativem Wege lässl sich hier etwas erreichen. Man hat jedoch empfohlen, nicht gleich nach der Geburt damit vorzugehen, damit durch stärkere Füllung des Mastdarmes die Ausführung der Operation erleichtert wird. In der Regel findet der Thierarzt hierzu auch nicht früher Gelegenheit, häufiger viel später, nicht selten zu spät. Hei Atresia ani verschliesst nur eine Platte der äussern Haul den Aller, die man daher mit einer Pincette ertasst und mit der Schere einfach fortschneidet. Tritt hierauf nicht sogleich Kothentleerung ein, so suche man das Ünterhaut-Bindegewebe bei Seite zu schieben, welches zuweilen den Verschluss unterhält. Durch Bestreichen mit einem milden Fette lässl sich die Wiederverwachsung in der Regel verhindern. Zu demselben /wecke wird beim Menschen die Schleimhaui des Mastdarmes mit der äusseren Haut vereinigt, indem man von oben nach nuten quer über den After einen Längs­schnitt durch die äussere Haul führt, die ünterhaul auf dem sieh vorwölhenden Mastilarniende zu heiden Seiten trennt, dann die Schleim­baut in derselben Richtung durchschneidet und durch einige Knopf­nähte mit der äusseren I laid verbindet. Auf diese Weise sollen auch Verengerungen des Afters verhütet werden.
Schwieriger gestaltet sich die Operation der Atresia recti, nament­lich wenn ausgedehnte Verwachsung besteht. Je weniger sich der Darminhalt durch Hervorwölben des Afters bemerklioh macht, um so ungünstiger liegen diese Umstände. In solchem Falle ist auch Uöller, Spodelle Chirurgie für Tlüerärzte. #9632;.,. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 26
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Krankheiten des Mastdarmea und Afters.
die verwachsene bezw. nicht getrennte Schleimhaut zu lösen, wobei die Harnröhre und Blase männlicher Thiere, bei weiblichen die Scheide geschont werden muss. In die Harnröhre männlicher Thiere wird ein Katheter, in die Scheide der Zeigefinger der linken Hand während der Operation eingeführt. Sodann erfolg! der erste Schnitt wie oben beschrieben, indem man entweder mit der Schere ein Stück Haut fortnimmt oder eine kreuzweise Trennung der Haut Über den After vornimiul und den Pinger oder eine Sonde durch all­mähliches Vordringen in die Tiefe bis auf das Lumen des Mastdarmes schiebt. Die Lage der Sonde bezw. des Fingers liisst dabei die Rich­tung nicht leicht verfehlen.
Bei Thieren hat mau auch wohl den Trokart zum Oefihen des verschlossenen Mastdarmes empfohlen; meines Erachtens verdient aber das beschriebene Verfahren den Vorzug. Nach erfolgter Entleerung versuche man auch hier die Schleimhaut mit der äusseren Decke zu vernähen und durch öfteres Bestreichen mil Oel eine Verwachsung zu verhindern, ivlystiere können in der ersten Zeit den Kothabsatz erleichtern,
Howard legte beim Ferkel mit Atresia recti eine Grimmdarmiistol an, wie es wohl beim Menschen geschieht. Meist dürfte diese Operation jedoch nicht im wirthsehnftlichen Interesse geschehen und daher selten an­gezeigt sein, lieber die Behandlung der Recto-Vaginalfistel vergleiche man S. 422.
2, Verletzungen des Blostdnrmes und der Analgegend.
Lit! Prick, Tliierilrzli. Miltb. 1875. S. 187. Mozer, Her, Rep. 30. S. lü. Kirchner, Gurlt u, Hertwig. 16. S. 428. Wilhelm, Dresd. Ber. 1887. S. 84. Hengst, das. 1885. S, 77. Martin, Münch. Jahrb. 1884/85. S. 53. Sohwanefeld, Thieravztl. Mitth. 1877. S. 189, Jansen, das. 1874. Kirchner, öurlt u. Hertwig. 12. S. 78. Hüppe, B. T. W. 1892. S. 483.
Verletzungen des Mastdarmes kommen namentlich bei Stuten und Kühen vor und werden beim Begattungsakt durch den Penis veranlasst (Ueberspringen). Auch bei unvorsichtiger Exploration des Mastdarmes mit der Hand und den von Laien zuweilen angestellten Versuchen, aus der Schleimhaut des Mastdarmes Blut zu entleeren, um die bestehende Kolik zu heilen, werden nicht selten perforirende Verletzungen des Mastdarmes veranlasst. Ebenso kann die unvor­sichtige Anwendung der Klystierspritze gefährlich werden. Audi hat
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Verletzuntren des Mastdonnes.
mg
mim beobachtet, doss in böswilliger Absicht gegen den Besitzer, Thiere durch Verletzungen des Mastdarmes beschädigl wurden (Frick).
Seltener werden Zerreissungen des Mastdarmes durch abnorm grosse und feste Kothballen bervorgerufen (Mayer, Stockfleth). Dagegen kommt es heim Gebärakte zu Verletzungen des Mastdarmes durch den Fötus oder in Folge gewaltsamer und ungeschickter Elllfe-leistungen; bei Stuten und Kühen durchbohren die Fasse des Jungen zuweilen die obere Wand der Scheide bezw, Uterus und die untere Wand des Mastdarmes.
Endlich können sich unverdauliche, hurte Gegenstände, die mit dem Futter aufgenommen wurden, in die Schleimhaut des Mastdarmes oder Alters einbohren und eine mehr oder weniger heftige i'roctitis bervorrufen; bei Hunden werden hier Knochen und Fischgräten an­getroffen. Bei einem Pferde, welches eine grössere Menge Tannen­nadeln verzehrt hatte, fand Kirchner Entzündung des Mastdarmes, welche durch zahlreiche, in die Schleimhaut eingebohrte Nadeln be­dingt war. Stockfleth entleerte aus dem After der Katze eine Fischangel, -welche den Verdauungstractus passirt hatte, .lausen fand im Mastdarm einer Sau den Schädel eines Ferkels, der sich bei der Geburt durch die Scheide bis in den Mastdarm durchgebohrt hatte.
Am After entstehen ebenfalls während des Gebäraktes leicht Verletzungen, Zerreissung des Perineums (Dammriss), unter um­ständen zugleich des Sphincter ani; beim Rinde gehen Hornstösse hierzu wohl Veranlassung.
Der Verlauf dieser Verletzungen richtet sich in erster Linie nach ihrem Sitze und ihrer Ausdehnung. Penetrirende, d. h. mit Eröffnung der IVritoneallmiile verbundene Mastdarmwunden enden regeliniissig tödtlich; dies gilt, iiuch von den bei Stuten und Kühen durch das Bindringen des Penis entstandenen; doch sah man bei Kühen in einzelnen Füllen Heilung eintreten. Andererseits wurde zuweilen plötzlicher Tod beobachtet, den man wohl auf die Wirkung des Shock zurückgeführt hat. Stuten gehen in der Kegel innerhalb 24 Stunden an der Verletzung ein; Kühe oft erst später. Bemerkt sei imless. dass das Eindringen des Penis in den Mastdarm keines­wegs iinnier mit Verwundung desselben verbunden ist; es hängt dieses wesentlich von dem Grade der Anfüllung des Mastdarmes mit Kotli-massen ab. Verletzungen mit der Kly stier spritze verlaufen ebenfalls
meist tödtlich, namentlich wenn hierbei Arzneisubstanzen in die Peri-tonealhöhle gespritzt, wurden.
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Kninkheitcn drs Miistitarmes und Afters.
gelegenen Endstückes des Mastdarmes zeigen sich zwar nicht in dem Masse wie jene gefährlich, fllliren jedoch leicht zu septischer Phleg-mone im paraproctalen Bindegewebe, welche oft mit tödthchen Polgen verbunden ist, Dass indess selbst umfangreiche Verletzungen an dieser Stelle heilen können, beweist eine Beobachtung Süppes heim Pferde, Am wenigsten bedenklich zeigen .sieh Verletzungen von der Scheide ans; doch führen sie zuweilen zur Bildung einer Afterscheiden-listel (S. 422),
Die Erkennung bietet in der Regel keine Schwierigkeit, sofern eine Untersuchung per aiunn vorgenommen wird. Kolik, Tenesmus und blutige .Entleerungen aus dem After weisen auf solche Zustände hin: während die in den Mastdarm eingeführte Hand über den Sitz und die Ausdehnung der Wunde näheren Aufschluss giebt. Ehe man jedoch zur Constatirung des Zustandes die Hand in das Rectum ein­führt, erkundige man sich, ob nicht bereits Manipulationen in dem­selben stattgefunden haben, und mache (laquo;vent, den Besitzer auf das vermuthliche Bestehen einer tödtlichen Verletzung vorher aufmerksam, um nicht seihst in den Verdacht zu kommen, diese veranlasst ZU haben, lgt;ie Complication mit Peritonitis giebl sich durch Fieber, kleinen, frequenten Puls, leichte aber andauernde Kolik zu erkennen; sie führt bei Pferden in wenigen Tagen zum Tode, oft schon nach einigen Stunden.
Verwundungen des Afters werden erst bedenklich, wenn der Schliessmuskel oder das Perineum durchtrennt ist (Dammriss). Sofern sich im ersieren Falle keine Schwierigkeiten für den After-vcrsc.hluss einstellen, heilen derartige Wunden leicht und vollständig: nur ausnahmsweise kommt es zur Bildung einer Afterfistel (S, 422).
Grössere Schwierigkeiten bietet die Heilung der Damm­risse, welche bei Stuten zuweilen Unfruchtbarkeit zur Folge haben sollen. Bei rechtzeitiger und vorsichtiger Heftung der Wunde kommt jedoch auch hier meist vollständige Vereinigung zu Stande; unter An-frischung der Narbe lässt sich selbst später noch Heilung erzielen.
Behandlung. Bei perforirenden Mastdarmwunden lohnt sich eine Behandlung in der Regel nicht; schlachtbare Thiere werden am besten bald getödtet. Soll ein Heilversuch angestellt werden, so räume man vorsichtig den Mastdarm aus, entziehe das Futter und lasse dem Thiere nur kleine Quantitäten Wasser geben, Klystiere sind hier zu ver-
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E)ntzUnduug laquo;los Mastdarmea und Afters.
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meiden, woil sie den üebertriW von Darminlialt in die Peritoneal-hölilo. also auch die Peritonitis begünstigen. Vielleicht können Opium­gaben nützlicb werden, indem sie die Fortbewegung des Darminhaltes zu laquo;ler verletzten Stelle verlangsamen.
Anders gestalten silaquo;-li laquo;lilaquo;1 Ä.ufgaben der Therapie bei Verletzungen der Beckenportion. Die Diät würde aUerdings ebenso zu n^vln sein; man gebe nahrhafte Substanzen in kleinen Mengen (Mehltränke). Zur Reinigung der Wunde dienen hier Klystiere, welche zugleich den [nhalt des Rectums ausspülen; sodann lässt mau solche mil Desinfections-mitteln folgen (Salicylsäure, Carbolsäure, Creolin), beim Pferde ver­dünnte Sublimatlösung (1:5000).
Wunden in der Nähe des Afters können unter umständen geheftet and laquo;11laquo;' blutenden Gefässe unterbunden werden. Auch ICaltwasser-klystiere dienen zur Stillung von Blutungen, die weiter nach vorn liegen. Mau hat ferner empfohlen eine Blase oder einen Gummiballon (Colpeurynter) in den Mastdarm einzuführen und durch Ä.ufblasen nder Pullen mit Wasser eine Compression auf die blutenden Gefässe auszuführen. Ihre Anwendung wird jedoch bei Thieren dadurch beschränkt, laquo;lass sie heftiges Drängen veranlassen, und so unter Um­ständen eher gefährlich als nützlich wirken. Dasselbe gill von der Tampouadi' des Mastdarmes. Im Xotlifalle würde mau allerdings auch diese Hülfsmittel nicht unbenutzt lassen.
üeber die in Folge von Verletzung des Mastdarmes entstehenden Abscesse in der Umgehung desselben vergleiche man Seite 407.
;{. Entzündung dor Mostdarmschlelmhaul mid des Afters.
Proctitis.
Lit.: Schwanefeld, Thierärztl. Mitth. 1877. S. Hin.
Abgesehen von den durch gröbere Verletzungen veranlassten, entzündlichen Erkrankungen des Mastdarmes und Afters werden hier entzündliche Processe bei schweren Davmcatarrhon, bei der Dysenterie sowie nach andauerndem Durchfall besonders bei Jungen Schweinen und Hunden nicht selten beobachtet. Auch können zu beisse oder scharf reizende Klystiere sowie Fremdkörper, eingedickte und stag-nirende Kothmassen entzündliche Erkrankung der Mastdarmschleim­haut veranlassen. Sohwanefeld fand im Mastdarm eines Ochsen ein 20 cm langes Stück Besenstiel. Bei Hunden erzeugen Knochen und feste Kothmassen häufle Entzündunlaquo; der Mastdarmschleimhaut.
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40Ö
Krankheitoi dos Mastdarmes und Afters,
ll I
Am After der Pferde wurden mich dem Abreisseu von Bremsen-larven entzündliche Erkrankungen beobachtet, bei Fleischfressern durch Scheuern des Afters beim Pruritus uni. Bei langhaarigen Bünden verkleben zuweilen die in der Umgebung des Afters stehenden Haare mit einander, und bewirken Verschluss des Afters mit entzündlicher Reizung desselben; auch leiden diese Thiere nicht selten an ent­zündlichen Processen der Analdrüsen (Siedamgrotzky).
Erscheinungen. Entzündliche Erkrankung der Mastdarmschleim-iiuut geben sich durch Tenesmus, d. h. wiederholtes aber resultatloses Drängen auf Kotlmbsatz zu erkennen. 1 )ie Thiere stellen mit gekrümmtem h'iieken, und niclit selten führt das andauernde, heftige Drängen zum Prolapsus ani oder recti, Die Schleimhaut des Mastdarmes zeigt mehr oder weniger intensive Röthung und Schwellung.
Verletzungen am After lassen sich direct nachweisen; ebenso Verklebungen der Ilaare, welche die Defäcation erschweren oder un­möglich machen; die äussere Haut in der Umgehung des Afters er­scheint geröthet und oft excoriirt.
Die Erkrankung der Perianaldrüsen giebt sich durch ent­zündliche Anschwellung derselben zu erkennen; dabei ist der Koth­absatz schmerzhaft und wird unterdrückt. Nach einiger Zeit stellt sich Fluctuation und Perforation ein, worauf Ahschwcllung erfolgt; nicht selten finden sich Recidive ein, was bei Laien zuweilen den Ver­dacht auf Hämorrhoiden erweckt.
Grössere Bedeutung erlangen diese Erkrankungen für gewöhnlich nicht. Bei jungen Thieren können jedoch durch chronische Katarrhe des Mastdarmes Verwachsungen derselben sowie des Afters zu Stande kommen (S. 398), Verletzungen führen zuweilen zu phlegmonösen Entzündungen des perianalen und paraproctalen Bindegewebes und können dadurch bedenklich werden.
Behandlung. Gegen entzündliche Procosse der Mastdarmschleim-haut finden schleimige und ölige Klystiere Anwendung. Bei grösseren Thieren eignet sich hierzu Stärkekleister; Hunden lässt man lauwarme Oelklystiere verabreichen; gegen hochgradigen Tenesmus kann ein Zusatz von Opium nützlich werden. Fremdkörper und eingedickte [nhaltsmassen werden in schonender Weise entfernt. Die am After vorklebten, langen Haare schneide man mit der Schere fort, lasse den After reinigen, darauf mit einem deckenden Mittel bepudern; .Jodo­form mit Tannin eignet sich auch hierzu.
.... .
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IVriproctitis urnl Poraprootitis,
407
Ä-bscedirende Anschwellungen der Analdrüsen werden gespalten, der Inhalt entleert und die Wundfläche nacb erfolgter Reinigung mit Jodoformpulver bestreut. Gegen die durcb Abreissen der Bremaen-larven entstandenen, entzündlichen Processe sind lauwarme Lösungen und deckende Mittel empfohlen.
Bei allen diesen Leiden kommt es darauf an, den Kothabsatz möglichst zu erleichtern. Man debte hiernach die Nahrung ein, und lasse, wo erforderlich, durcb aufweichende Klystiere und innerliche Mittel nachhelfen.
4. Phlegmone des um den Miistdarin gelegenen Bindegewebes. Peripi'octltis s. Paraproctltls aposteinatosa.
Lit: Bachstftdt, B. T. W. 1889. S. 82. Roloff, Thiertlrztl. Mitth, 1871. S. 174, Schmidt, das. 1887. S. 141. Wilke, das. 1868. S. 144. Wilhelm, Dresd. Her. 1887. S. 64. Krüger, Thierärztl. Mitth. ls.r)7. S. 125.
J)iis Leiden gehör! zwar nicht zu den bäuflgsten Vorkommnissen, wird jedoch zuweilen bei grösseren Thieren beobachtet und kommt durch Verletzungen der hinteren Abschnitte des Mastdarmes sowie in der Niihe des Afters zu Stande, indem sich an diese eine Infection auschliesst. Auch metastatische Abscesse werden hier im Verlaufe der Druse beobachtet (Bachstädt). Bei weiblichen Thieren kann die Periproctitis bezw. Paraproctitis aus Verletzungen der Scheide her­vorgehen.
Jenes um das Endstück des Mastdarmes gelegene, lockere Binde­gewebe zeigt sich zur Entstehung einer phlegmonösen Entzündung besonders geeignet, und es hängt zunächst, von der Wirkung der infectiösen Substanzen ab, welchen Verlauf das Leiden nimmt. Im ganzen werden jedoch septische LMilegmoneii hier seltener beobachtet.
als man es erwarten sollte. Möglich
tierweise erklärt
sich dieses aus
dem Umstände, dass septische Infectionsstoffe im Verdauungstractus vernichtet werden; vielleicht liegt darin auch der Grund für das ver-liältnissmässig seltene Vorkommen des Leidens. Die in der Literatur verzeichneten und von mir beobachteten Fälle stellten einfache eiterige Phlefitmonen dar, welche zur Abscessbildung führten.
Der Verlauf des Leidens hängt in erster Linie davon ab, wohin der Abscess perforirt; erfolgt dieses in den l'critonealsack. so ist der
Tod durch eiterige
#9632;ritonitis unausbleiblich.
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•ms
Knniklu'ileii tins iMiistilimues und Afters.
öünstiger ^estaltot sicli dur Verlauf, wenn die Perforation in ilt'ii Mastdarm erfolgt, oder wenn von hier mis die Function des Abscesses bewirk) wird. Noch geringere Bedenken knüpfen sudi an tdne Perraquo; foration aeben dem After nacli ausson. W'ilko konnte von der Scheide aus die Oeffnung des Abscesses bewirken, ein Ausgang, der um so günstiger betrachtet werden muss, als hierbei nicht leicht, bedenkliche Folgen eintreten, während mit dem Durchbruch nach aussen oder in dem Mastdarm immerhin die Gefahr der Bildung einer Afterfistel verbunden ist.
Erscheinungen. Die Periproctitis zeigt sieb in der Regel erst durch die mit der Anschwellung und Abscessbildung verbundene Be­hinderung des Kothabsatzes, Die Thiere ilussern leichte, aber an­dauernde Kolikerscheinungen| dieDefäcation ist erschwert, und schmerz­haft und wird in Folge dessen unterdrückt . oder sie findet unter schmerzhaftem Stöhnen statt. Dabei besteht in der U'egel leichtes Fieber. Nur wo die Phlegmone bis dicht unter die äussere Haut sich ausdehnt, tritt Anschwellung in der Umgebung oder zur Seite des Afters hervor. Von hier aus kann alsdann Eiterversenkung im Ver­laufe der Oberschenkelmuskulatur erfolgen (Bachstädt, Wilhelm). In solchem Falle zeigt sich die Anschwellung oft emphysematös und mit Lahmheit verbunden.
Die Exploration per anum giebt näheren Aufschluss über Grosse und Sitz der Erkrankung. Den hinteren Abschnitt des Mastdarmes findet man leer, dagegen besteht vor dieser Stelle Anschwellung mit Ver­engerung des Darmlumens. In einem von mir beim Pferde beobach­teten Falle konnte an der oberen Wand des Mastdarmes, etwa 2ü cm vom After entfernt, eine fast kindskopt'grosse, fluetuirende, schmerz­hafte Anschwellung ermittelt, werden, welche das Lumen des Mast­darmes so verlegt, hatte, dass man kaum noch, mit zwei Fingern unter­halb der Geschwulst vordringen konnte. Durch das schindle Hervor­treten der Beschwerden, die weiche fluetuirende Beschaffenheit, die Schmerzhaftigkeit der Anschwellung und das massige Fieber unter­scheidet sich das Leiden von Neubildungen.
Behandlung. Da man in der Regel erst auf den Zustand auf­merksam wird, wenn sich bereits ein Abscess gebildet hat. so bleibt, der Therapie meist nur die Eröffnung desselben übrig, und es kommt darauf an. diese in möglichst schonender Weise zu bewirken. Wie bereits erwähnt, quot;#9632;(#9632;staltet sich die Perforation in die Scheide und
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VüHall dos Mastdarmes und Afters.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;KID
direct nach aussen am wenigsten bedenklich, Liegt tier Abscess daher nicht .sehr lief, d. li. nichl weit von der äusseren Haut entfernt, aeben dem After, so empfiehlt sich von hier ans die Punetion zu bewirken, welche möglichst tief gelegi wird, um günstigere Bedingungen für den Abfluss des Eiters zu erzielen, Soweii thunlich, vermeide man den Schliessmuskel des Allers zu durchschneiden. Bei weiblichen Thieren bietet- die Scheide einen bequemen und ungefährlichen Zugang zu den an der unteren Mastdannwand liegenden Abscessen. Wilke perforirte von hier aus die Abscesswand mil dem Pinger und entleerte hei einer Stute einen Abscess von der Grosse eines Strausseneies, welcher an Lid cm vom After entfernt lag.
Hei abscedirender Phlegrnone an der oberen Wand des Mast­darmes bleibt nur die Entleerung durch diesen llbrig, sofern nicht von aussen die Perforation bewirkt werden kann. Ich punktirte in dem oben erwähnten Falle den Abscess mit einem gekrümmten (Plourant-schen) Trokart und entleerte durch denselben etwa 2 Liter dickflüssi­gen, tlhelriechenden Eiter mit abgestorbenen Gfewebsfetzen. Da sich der Abscess am folgenden Tage von neuem gefüllt hatte, wurde die Oeffnung mit einem geknöpften Tenotom, welches, von der Hand ge­deckt, in den Mastdarm eingeführt war, gespalten, darauf in •quot;gt; Wochen vollständige Heilung eintrat.
Dass nach der Spaltung des Abscesses in jedem Falle die Höhle sorgfältig und mit kräftigem Strahl ausgespült wird, um die etwa in derselben befindlichen, nekrotischen Gtewebsfetzen zu entfernen, und dass für den regelmässigen Abfluss des Eiters Sorge getragen werden muss, liegt auf der Hand.
,quot;). Vorfall dos Mastdarmes und Afters. Prolapsis i'ecti et anl.
fit,: Frey, Gurlt u. Hartwig, 15, S. 820. Wells. Her. Rep. 13, S, 381, (iroll. Tliieriirztl. Mitth, 1771. S, Mr.. Weber. Dresd, Her. 1871, S. 125. Volk. Qurlt u. Hertwig, 11, S, 320, Haubner, Dresd. Her. 1858, S. 46, .Inline, das. 1877. S. 71, Tel zurr. Zeitschr, f. Vet, 1890, S, 421, Mauri u, Savourin, Jahresb, 1890, 8. 105.
Als ..Prolapsus aniquot; bezeichnet man das andauernde Her­vortreten der Schleimhaut des Mustdarmes durch den After. Da die Schleimhaut bei jeder Defäcation hervortritt, so bildet der Aftervorfall genau genommen nur ein krankhaftes Porthestehen dieser physiologischen Stellung. Am dentlicbsten zeigt sich die gefaltete Schleimhaut (Dann rose) bei Pferden, bei denen Aftervorfälle nicht
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Krankheiten des Mastdarmes und Afters
seltuii beobachtet werden; sie kommen indesa auch bei Hunden und den Übrigen Hausthieren vor.
Wenn nicht bloss Schleimhaut sondern die ganze Darmwand den After passirt hat, so spricht mau von einem „Prolapsus rectiquot;. Dabei kann nur das hintere Ende des Darmes durch den After hervor­treten, indem das periproctale Bindegewebe nachgiebt. Aber auch die vom Peritoneum umkleideten Abschnitte der Mastdarmwand gelangen zuweilen durch das Beckenstück und den After nach aussen, indem sich die ersteren in das letztere invagiiiireu; hier besteht also Pro­lapsus mit Invagination. Ks sind demnach drei Zustünde zu
Prolapsus rooti ouin luvaginatione beim lluiule (halbschomatiscb),
trennen: 1. Prolapsus ani, 2. Prolapsus recti, 3. Prolapsus recti cum invaginatione.
Sowohl der Vorfall des Afters wie auch des Mastdarmes konimt meist im Verlaufe von heftigem Durchfall zu Stande, besonders wenn dieser mit Tenesinus verbunden war. Begünstigt werden diese Leiden durch eine schwächliche oder stark geschwächte Constitution mit Er­schlaffung oder Lähmung der Sphincter ani.
Als nächste Ursache wirkt in der Hegel heftige Bauchpresse; doch kann auch entzündliche Schwellung der Mastdarmschloimhaut Aftervorfall veranlassen; nach der Application zu heisser oder reizen­der Klysticre sah man sowohl After- wie Mastdarmvorfall entstehen. Beide Leiden treten im Verlaufe von Kolik oder Obstruction, zuweilen auch bei Schwergeburten auf; beim Rinde nicht selten in Verbindung
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Vorfall des Mastdarmes uml Afters,
II
mit 8clioifleiiv(irt'all. Auch das Drängen der Pferde beim Liegen in Fesseln kann Mastdarmvorfall hervorrufen (Larsen, Mauri). In zwei von Mauri bei der Castration beobachteten Füllen trat Zer-reissung des prolabirten Mastdarmes mit Vorfall von Dünndarra-schlingen durch den Dammriss ein.
Erscheinungen. Beim Prolapsus aui erscheint eine rothe, wenig schmerzhafte, halbkugelförmige Schleimhautwulst vor dem Aller, die in der Mitte mit einer seichten Vertiefung versehen ist; zuweilen
Fig. 89,
Prolapsus reell mil Invogluatlou beim Pferde.
treten nur einige Falten an einer Seite hervor. Werden vom End­stücke des Mastdarmes Abschnitte mit vorgelagert (Prolapsus recti), so orsclieint die Geschwulst grosser und derber; aber auch in diesem Falle erlangt sie nicht die örösse wie heim Vorfall mit In-vagination, welcher meterlange Darmstücke durch den Alter her­vortreten lässt. J5ei Hunden sah ich wiederholt 30—50 cm lange Vorfalle, Durch die Anspannung des Gekröses wird dem vorgefallenen Theile bei Pferden zuweilen eine Krümmung nach oben gegeben (Fig. 89). 'v Bei derartiger Ansdehmmg kann bezüglich der Diagnose kein Zweifel bestehen; anders wenn nur wenig Darmtheile sich aussei'-
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Krankheiten des Mastdarmes und Alters.
halb des Aflers befinden. Heim einfachen Alt-er- und Mastdanuvor-l'all zei^i dio ringförmige Geschwulst in der Milto eine Oeffiiung, durch welche auch der ECothabsatz stattfindet; an der Peripherie derselben u'elin^i es nicht, mit dem Finder gegen die Becken­höhle vorzudringen. Anders beim Vorfall mit Envagination; hier gelangt man nelien dem Vorfall mit dem Pinger, bei grössereu Thieren selbst mil der Hand in das Rockenslück des Mastdarmes. Diese Untersuchung ist wichtig, weil das Ergebniss derselben beide Zustände von einander unterscheiden lässt und wichtige Anhaltspunkte für die Therapie gewährt.
Verlauf. Ein Vorfall des Afters wird gewöhnlich ohne thier-i'ir/.iliche Hülfe von Laien zurückgebracht. Kebrl das Leiden aber bald wieder, oder besteht eine icrankhafte Schwellung der Mastdarm­schleimhaut, so kann der Vorfall auch längere Zeit anhalten und wird in der Regel alsdann erst Gegenstand sachverständiger Behandlung. Frey land den Zustand bei einem Pferde, welches in Folge dessen bei der Defdcation behindert war. Andere (Wells) haben chronische Vorfälle irrthümlich für Hämorrhoiden erklärt. Selbstverständlich er­leidet die Öchleimliaut unter dauernder Kinwirkung der Luft Ver­änderungen; sie vordickt, trocknet ein, stirbt ab, und so kann selbst spontane Heilung eintreten, indem das vorgefallene Stüch abgeschnürt wird. Groll sah beim Schwein den Vorfall nach 20 Tagen von selbst abfallen, worauf Genesung erfolgte.
Dasselbe gilt vom Mastdarmvorfall mit Envagination, allein hier­mit verbindet sich in der Regel eine bedenkliche Störung der Defä-cation, da die Passage in dem invaginirten Darmstück behindert ist; die Thiere lassen die Bauchpresse heftig wirken, wobei immer mehr Darmmassen vorgedrängt werden, welche bald ödematös anschwellen; ihre Scbleimhautl'alten verstreichen, und die Oberfläche des Vorfalls erscheint in Folge dessen glatt. Allmählich trocknet die beschmutzte, nichl seilen beim Liegen oder durch Scheuern verletzte Oberfläche der prolabirten Darmtheile ein, erscheint dunkelroth bis schwarz. Schweine fressen die vorgefallenen Theilu nicht selten gegenseitig an.
Ein tödtlicher Ausgang tritt in der Kegel dadurch ein, class vollständige Obstipation bei den schon geschwächten Thieren schliess-lich zur Erschöpfung führt. Nur ausnahmsweise hat man Zerreissung des paraproctalen Bindegewebes und Vorfall anderer Darmabscbnitte beobachtet; vom Mastdarmvorfall unterscheidet sich dieser Zustand durch die seröse Bedeckung der Oberfläche des hervorgetretenen Darmes,
MM
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Vorfall dos Mastdarmes und Afters,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; II:;
Es bedarf keiner besonderen Begründung, dass ein Prolapsus :iiii weniger Gefahren einschliesst als ein Prolapsus recti, namentlicli wenn bi'i letzterem zugleicl [nvagination besteht, Konnnl auch hier zuweilen spontane Seilung durch A-bstossung des aelcrotisirten Darm-abschuittes zu Stande, so bildet ein solcher Ausgang doch eine Ausnahme. Am leichtesten heilbar sind Aftervorfälle, die ersl kurze Zeil bestehen und niclif mit erheblichen Gewebsveränderungen der vorgefallenen Schleimhaut verbunden sind. Ist der Mastdarmvorfall mit Invagination complicirt und bereits mehrere Tage alt, so wird die Reposition un­möglich, weil die sirli gegenseitig berührenden Peritonealblätter mil einander verklebt bezw. verwachsen sind.
Pflanzenfresser tiberstehen das Leiden bei weitem besser als Fleischfresser, Bei Hunden liegt nach meinen Beobachtungen regel-mässig Invagination vor; auch pflegt bei diesen das Leiden vornehm­lich schwächliche oder durch anhaltenden Durchfall (Kunze) ge­schwächte Thiere zu treffen, welche demselben fast immer erliegen, wie schon Haubner beobachtete. Leichter ertragen Schweine den Vorfall; noch seltener gehen grössere Thiere an demselben zu Grunde. Igt;ei Pferden und Rindern wird meist vollständige Heilung erzielt. Tetzner sah jedoch ein Pferd mit Maatdavmvorfall unter Erschei­nungen von Kolik /.u Grunde gehen; bei der Section Fand sich ein Leiomyom als Ursache des Vorfalls.
Behandlung. Bei frisch entsl.....lenem Aftervorfall schiebt man
nach Reinigung der etwa verletzten Oberfläche die Schleimhaut durch einen gleichmässigen und langsamen Druck der Hand, bei kleinen 'filieren eines Pingers langsam zurück. Unter Umständen muss diese Manipulation wiederholt werden, weshalb man den Besitzer oder Wärter lies Thieres damit vertraut macht : empfindlichen Personen empfehle man. sich dabei eines reinen Tuches zu bedienen. Bei Tenesmus werden EQystiere von schleimigen oder öligen Flüssigkeiten event. unter Zusatz von Opium applicirt; vielleichl liesse sieh hierbei auch Cocain vortheilhaft verwerthen. Gegen den etwa bestehenden Durchfall muss mit entsprechender Diät und innerlicher Behandlung vorgegangen werden. Zeigt sich die vorgefallene Schleimhaut angeschwollen, so wende man Scarificationen und Bähungen mit adstringirenden Mitteln (.Mann 'J -5n/n) an. wodurch die Reposition erleichtert wird. Besteht der Aftervorfall bereits längere Zeil . und ist die Schleimhaut erheb­lich verändert, so kann der vorgefallene Theil auf operativem Wege Portgenotmnen werden.
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Ill
Krankheiten des Mastdarmes und Afters
lübenso verfährt man beim einfacHen Prolapsus reoti. Grössere Schwierigkeiten bietet, dagegen Wer Prolapsus recti mit [nTaginatiou; hier muss sobald als möglieb die Reposition bewirkt laquo;erden, denn je länger der Vorfall dauert, desto grosser werden die mit derselben verbundenen Schwierigkeiten, und um .so geringer die Aussicht auf Erfolg; doch gelingt zuweilen aueb hierbei dauernde Heilung. Larsen (Stockfleth) brachte einen 80 cm langen Vorfall, der während dos Castrirens eines Pferdes entstanden war, sofort, zurück, liess durch einen Ueluilfeu den After zuhalten und vollendete die unterbrochene Operation; nach dem Aufstehen des Tbieres war der Prolapsus ver­schwunden und trat aueb nicht wieder ein. Bei der Reposition ist /.u beachten, dass zugleich die Invagination gelöst wird. Dazu genügt aber nicht, den vorgefallenen Dann durch den After zurückzuschieben, sondern das ilusserste Ende desselben muss mindestens in seiner doppelten Länge nach vorn gebracht werden, um eine vollständige Lösung der Invagination zu erzielen. Bei grös-seren Thieren gelingt dieses am besten mit dem Arm, bei kleineren Thieren (Hund) empfehle ich zu dem Zwecke ein Talglicht; Stock­fleth benutzte einen Stock, dessen Ende mit Werg umwickelt und mit Fett eingerieben war. Auch Infusionen von lauwarmem Wasser in den Mastdarm bei hochgehaltenem Hintertheil können zur Lösung der Invagination wirksam beitragen. Man lagere die Tbiere während der Keposition mit dem Hintertheil möglichst hoch; kleinere quot;werden an den Hinterbeinen aufgehoben. Gegen heftiges Drängen bleibt nur die Narkose übrig, zu der ich bei Hunden Morphium empfehlen kann; in dem heftigen Drängen der Tbiere hegt die grösste Schwierigkeit bei der Reposition und die Gefahr, dass der Vorfall von neuem her­vortritt. Grössere Thiere lässt man deshalb während einiger Stunden bewachen und. wenn sich Drängen einstellt, einen Druck auf die Lendenpartie derselben ausüben. Milde Klysfiere und Kühlen bei ent­zündlichen Erscheinungen am After und Mastdarm linden vortheil-hafte Anwendung.
Zum Zwecke der Retention wurde auch empfohlen, den After ZU heften; Strebe) legt in der Xälie des Sitzbeinhöckers durch die äussere Haut zwei Hefte aus Leder, welche sich auf dem After kreuzen: durch Unterlagen von Werlaquo;* oder Schwiinnnen soll hiermit der Darm zurückgehalten werden; bei Pferden hat man den Schweif mit ein Paar Bändern so nach vorn gebunden, dass er einen Druck auf den After ausübt. Auch die Audre'sche „Tabaksbeutel-nabtquot;, eine Schniirnaht wird empfohlen und in der Weise hergestellt.
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Vorfall des MiK-tdanucs uml Af'ti'is.
dass man etwa 1 nu vom After entfeml rund am denselben durch wiederholtes Ein- und Ausstechen ein schmales Band unter die ilussere Haut legt, welches 2-1—.'iii Stunden liegen bleibt, Tritt das Be-dürfniss zur Kothentleerung hervor, so wird die Schlinge gelockert, nachher aher wieder angezogen und verkiKilet. Diese Mittel können selbstverständlich nur da Anwendung finden, wo Keine [nvagination besteht; wo diese vorliegt, würde ihre Anwendung ganz irrationel] erscheinen, gegen das heftige Drängen dürfte Cocain zu versuchen sein.
Sobald der Vorfall mit [nvagination mehrere Tage bestanden hat, gelingt die Reposition nicht mehr; ebenso muss dieselbe bei erheblichen Structurveränderungen an dem vorgefallenen Dann als unzulässig bedachtet werden. In solchen Fällen bleibt nur noch übrig, das vorgefallene Stücli zu entfernen; dazu sind verschiedene Mittel in Vorschlag gebracht worden, nämlich :
I. Das Aetzen. .lessen liess eine Mischung von Kupfersulfat und Kohlenpulver zu gleichen Theilen täglich I — 5mal auf die vor­gefallenen Theile streuen. Hiernach tritt Entzündung und in einigen Tagen Schorfbildung (Nekrose) ein, worauf der Vorfall in S- 1 I Tagen abfallen soll. Auch in Dänemark hal mau bei grossen Thieren und Schweinen von diesem Mittel mit Erfolg Gebrauch gemacht (Stock-fleth); andere wendeten es vergebens an. Weher erzielte mit dem­selben beim Fohlen keinen Erfolg und war schliesslich zum operativen Vorgehen gezwungen, Selhstverständlicb kann diese .Behandlung nur beim Prolapsis ani et recti ohne [nvagination Anwendung linden. Abgesehen davon, dass auf spontanes Abfallen des Prolapsus nicht zu rechnen ist, kommt in Betracht, dass hiemach oft erhebliche Ver­engerungen des Afters und Störungen beim IVUstabsatz auftreten; des­halb haben sich die meisten Praktiker in solchen Fällen für die Am­putation des Vorfalls entschieden, und zwar:
'_'. durch Abbinden, Schon Viborg und Stock fleth führten diese Methode bei Schweinen, Hunden und Fohlen ans. Dabei ist zu beachten, dass der After für den Durchgang des Darminhaltes frei bleiben muss. Zu dem Zwecke liisst Stock fiel h einen Hol/ring von '2Ji—6,0 ein Weite im After einbinden; um das Abgleiten der Ligatur zu vermeiden, besitzt der Hing an seiner Oberfläche eine seichte Rinne (Fig. 90), Die Application geschieh! in folgender Weise: Man spaltet, den Vorfall bis zum After, schiebt sodann den Ring ein und leg! um diesen und den vorgefallenen Darm eine nicht zu dünne Ligatur, welche den Dann langsam durchschneidet; das über den Ring hinaus reichende Dannslück wird abgeschnitten. In der nächsten Zeil muss
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Krankheiton des Mastdarmes und Alters,
dieDefäcation durch Klvstioro unterstützt werden; auch siml voluminöse und schwer verdauhche Futtermitte] zu vermeiden. Die Röhre l'iillt: iiiieli .quot;gt; (i Tillen von selbst ab, womit in der Regel die Heilung vollendet ist. Sörensen (Stockfleth) amputirte au! diese Weise ein Darmstück beim Pferde, welches 720 g wog. Doss aber nach der Unterbindung Vei'engerung und selbst vollständiger Verschluss des Ariers eintreten kann, beweist eine Beobachtung ^, ' #9632; .1 o li n es beim Schwein.
'#9632;'lt;. Das Abnähen verlang! so lange besondere Vorsicht, als die Darmlagen noch nicht vollständig mit einander verwachsen oder doch fest verklebt sind, weil hierbei die Peritonealhöhle geöffnet wird. Mehrfach wurde die einfache Schusternaht hierzu empfohlen; dicht hinter dem Alter macht man einen Querschnitt durch die obere Hälfte des hervorgetrete­nen Harmes also bis /.in- Mitte desselben und ver-| einigt die vor dem Schnitte befindlichen Darmlagen aimll!'quot;'1™i''oTHsquot;Sn,l'''Ir|,il enS angelegte Ligaturen; dann trennt man ThioveMnach Stock- die untere Hälfte mit dem Messer und lässt die Naht folgen, bis schliesslich das vorgefallene Darmstück ganz durchtrenni und entfernt ist. Dieses gleichzeitige Vorgehen beim Abtrennen und Ileiten verhindert, dass sich die noch nicht fest ver-
•'i''. 91.
riet. 92.
Ligatur boi Prolapaus rooti.
bundenen Darmenden loslösen und in die Bauchhöhle zurückschltipfen, wodurch eine tödtliche Peritonitis herbeigeführt würde.
Ich habe bei 11 linden in solchen Fällen mehrfach folgendes Ver­fahren benützt: Das vorgefallene Darmstück wird dicht hinter dem After kreuzweise mit zwei Nadeln durchstochen, welche mit zwei
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Strioturen dos Aftors.
41'.
langen Füllen versahen sind (Fig. 91), Dann schnoidel man den Vor­fall etwa l—2 cm hinter den Fäden ab uiul ziehl aus dor Davm-öfltoung die beiden Fialen liervor. Nachdom diese in der Mitte durch­schnitten sind, bat man vier Heftfäden (Fig, 92), die vereint, vier Nähte liilden. welche in der Hegel genügen. Sollte sieh bei der Durch­schneidung zeigen, dass die Verwaelisnng noch unvollkommen ist, so kann /.wischen je zwei der Hefte nocb eins gelegl werden, so dass acht Ligaturen entstehen, welche selbst bei grösseren Thieren genügen. Savourin unterband den bereits nolcrotischen Mastdarm heim Pferde in zwei Portionen und erzielte in 12 Tagen vollkommene Heilung, Natürlich wird man sowohl bei der Auswahl der Fäden wie auch bei der Operation und ihrer Nachbehandlung soweit möglieh anti-septisch vorgehen.
I. Bei älterem Prolapsus genügt einfaches Abschneiden der vor­gefallenen Tlieile; wenn nämlich die Verwachsung zwischen den Lagen des Peritoneumseine vollständige geworden ist. so wird die Peritonealhöhle hierbei nicht geöffnet. Man hat von dem Verfahren bei Schweinen zu­weilen Gebrauch gemacht; doch sei man hiermit vorsichtig. Die Unter­bindung sowie die Naht gewähren entschieden grössere Sicherheit.
(i. lünveltorung, Vereugerung und Lähmung des Slastdariues
und Afters.
hit.: .Inline. Dresd. Her. 1877. S. 71. Volk. Gurlt u. Hortwig. 11. S. 320. Johow, Thierilrztl. Mitth. 1876. S. 146, .lohne, Dresd. Bei-, 1881. S. 62. Rogerson, Qurli u. Hertwig. 7. S. 4'.i2 n. 8. S. 482. Meyer, das, 17. S. 88. Gurlt, das. 17. S. 449. Hengst, Dresd, Her, 1886. 8, 77. Martin, Minich, Her, 1884/85. S. 53. Stockfleth, Chirurgie, Fried-berger, Adams Wochensclir. 1889. S. 198, reters. Gurll n. Hertwig. 10. 8. 7i). Schwarznecker, das. 30, S. 225. Deigendesoh, Her, Eep. 48. S. 192. Höhnisch, Thiertlrztl. Mitth, ia.r.8. S. 172. Harms, Ihm. Der. 1871. 8, 56,
Nach Operation der Atresia ani, nach Amputation des Mostdarm-oder Aftervorfalls sowie nach Verletzungen des Afters kommen zuweilen narhige Strict uren zu Stande, welche eine erhebliche Verengerung des Afters und dadurch Beschwerden bei der Defäcation zur Folge baben, I nler Umständen entwickelt sieh hieraus ein vollständiger Wieder-verschluss des Afters, wie •lohne bei einem ti Monate alten Sclnvein nach Unterbindung des prolabirten Mastdarmes beobachtete; ähnliches sah Volk heim Schwein nach spontanem Abfall des Mastdarmvorfalles, Bei diesen Thieren sowie bei llumleii kommen auch Verwachsungen Möller, Specielle Chirurgie für Tblerärzte, S, And,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 27
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Krnukheiti'n des Mastdarmes und Afters.
des Mastdarmes bei ohronischen Durchfällen namentlich im jugend-lichen Alter vor: das Epithel wird abgestossen, worauf die Schleim-hautflUchen mit einander verldeben und verwachsen.
Verengerungen des Mastdarmes können ebenso dui'ch narbige Schrumpfungen nach Verletzungen oder ulceröse Processe an seiner Schleimhaut entstehen. Neubildungen in und ausserhalb der Darm­wand verkleinern durch Compression das Lumen des Darmes.
Johow fand bei einer Kuh, die andauernd mit gekrümmtem Bücken stand und ohne Erfolg auf Mistabsatz drängte, eine ringförmige Verenge­rung dos Mastdarmes am Beokeneingange, so dass man die Stelle nur mit drei Fingern passiren konnte; vor der 1 cm breiten Steile war der Mast­darm stark ausgedehnt. Nach Durchsohneidung der Verengerung und An­wendung von Klystieren wurde Heilung erzielt. Es ist nicht genau zu entscheiden, was .lohow in dem Falle vor sieh gehabt hat.
Bogerson oonstatirte bei einer Stute und einem Füllen, die an Ver­stopfung litten, etwa 2(1 Zoll vorn After entfernt eine starke Verengerung des Mastdarmes. Hei der Section zeigte sieh der Mastdarm in grosser Aus­dehnung verdickt, knorpelhart und zum Theil verknöchert.
Aehnliche Beobachtungen machten .lohne bei einer Kuh, Meyer beim Pferde, (inrlt fand den Mastdarm eines Fohlens so eng, dass nur ein starker (Jilnsekiel durchgeführt werden konnte.
K rankhafte Erweiterung on des Beckenstttckes des Mastdarmes werden nicht selten bei Pferden angetroffen. In der Regel handelt es sich nicht um partielle Ausdehnungen, um sog. Divertikel, doch wurden auch totale beobachtet; häufiger kommen Erweiterungen des ganzen Beckenstückes des Mastdarmes vor und /.war vornehmlich bei älteren Pferden, welche andauernd voluminöse Nahrung erhalten, so­wie bei Hunden, die an habitueller Obstipation leiden, oder bei Ver-grösserung der Prostata, wodurch ebenfalls die Deftication gestört wird: Hunde zeigen diese Erweiterung auch bei der Hernia perinealis. Aeltere Pferch' leiden häutig an Erweiterung des Deckenstückes in sehr bedeutendem Umfange, ohne dass damit Störungen verbunden sind; doch kommen auch bei ihnen durch bedeutende Erweiterungen .Beschwerden beim Kotbabsatz vor. namentlich wenn diese in Ver­bindung mit Lähmung des Mastdarmes auftreten.
Hengst berichtet über ein altes l'ferd. das an Kolik litt und SO cm vor dem After eine Aussackung des Mastdarmes zeigte, welche mit Excre-menten gefüllt einen Umfang von zwei Fäusten hatte. Nach Entleerung und Ausspülen derselben trat Heilung der Kolik ein. Martin beobachtete Divertikelbildung beim Pferde nach Mastdarmverletznng; circa 10 cm vom After entfernt bestand eine 1quot;) cm lange und 5 cm breite Wunde, die mit schweren fieberhaften Erscheinungen und Kolik verbunden war; nach 1 il­lusion von liorsiiure- und Kaliunipennanganatlösung, später von Curbol-wasser trat Vernarbung ein; doch bildete sich ein faustgrosser Divertikel,
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Lähmung des Mastdarmes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ilii
ans dem der Kotfa täglich entleert werden musste. Stockfletli beschreibt einen Divertikel beim Pferde, welcher II cm vom After entfernt an der oberen Mastdarmwand lag and mit einer engen Oeffnung in das Darm-lumen mündete, Ich selbst, fand bei einem Dalmatiner Hunde an der linken Mastdarmwand, dicht vor dem After einen reichlich htihnereigrossen Diver­tikel, der sich hei der Dedication vorstülpte und mit weichen Faces ange­füllt war: möglicherweise handelte es sieh hin-um die Vergrösserung eines Aftersackes. Da der Hund nur bei Lebzeiten beobachtet wurde, Hess sich diese Frage nicht entscheiden.
Lähmungen des Mastdarmes, meisl in Verbindung mil Lähmung des Schweifes zuweilen auch der Blase und der Hinterhand werden, abgesehen von den in Begleitung neuter Kreuzlähmung in Folge von Wirbelbrücheu u. s. vv. auftretenden, am häufigsten bei Pferden, namentlich Stuten beobachtet. Harms stellte bei einer Kuh als Ursache der Lähmung einen Bruch zwischen Kreuzbein und dem ersten Schwanzwh^bel fest. Ofl können die ursächlichen Momente ge­nauer emittell werden, /.. Igt;. heftige Quetschung oder Verletzung der [Cruppe; meist aber entwickelte sich der Zustand spontan, in den Be­richten der Armee wird folgender Fall mitgetheilt: Ms bestand Lähmung des Masldannes und der Hlasc hei einer 17 jährigen Stufe mit Schwund der Kruppen- und Schenkelmuskeln. Die Section ergab Verdickung der Dura mater spinalis vom dritten Kreuzwirbel ab nach rückwärts; die graue Substanz des Rückenmarkes erschien vorfärbl und weicher als normal, /wischen den Rückenmarkshäuten fand sich eine beträcht­liche Menge einer röthlichen Flüssigkeit.
Friedhergei- sah den Zustand im Verlaufe der Brustseuchc entstehen. Mir sind wiederholt Fälle spontaner und ganz allmählich sich entwickelnder Paralysen des Mastdarmes, Schweifes und der Blase, später auch der Hinterhand vorgekommen, und zwar nur bei Stuten, die nicht trächtig waren: meist waren es gut gezogene, edle Pferde. Meines Erachtens handelt es sieh hier zunächst um Lähmung der Krcuznervcn. in Folge deren die Kothanhäufung im Mastdarme all-mälilich zur abnormen Erweiterung desselben führt.
Der Mastdarm empfängt seine Nerven von verschiedenen Seiten, l'er X. haeinorrhoidalis medius, ein Ast des Schamnerven gieht. zugleich Zweige an den Seitwftrtszieher des Schweifes und den Heber des Afters. Der N. haeinorrhoidalis posterior entspringt aus den 4, und 5. Kreuznerven und geht in das Endstück des Mastdarmes, zugleich in den Aftermthen-muskel. Aus dem ä. Kreuznerven beziehen die Niederzieher dos Schweifes ihre motorischen fasern, und aus den letzten Zweigen der Kückenmarks­nerven, dem sog. Pferdesschweif werden endlich die lieber des Schweifes versorgt. In den von mir beobachteten Fällen begann das Leiden mit Lähmung der Heber des Schweifes: erst, nach mehreren Monaten zeigte sich sine Beschränkung in den Punktionen des Mastdarmes und der Harnblase,
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[vrankheiten des Mastdarmes und A.fters,
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bis sohliesslioh dio allmählicb entstandene Paraplegia zur Tödtung der Thiere oder zur Yeräusserung derselben Anlass gab. seotionen habe ich leider nicht ausführen können, doch lilsst sich der Entwiokelung des Leidens schon entnehmen, lt;las.s es sich um eine progressive Degeneration der hinteren Abschnitte des Bückenmarkes bandelt. Auch die von anderer Seite ge­machten Beobachtungen sowie der oben erwähnte Sectionsbefund stimmen damit überein. Peters sah das Leiden hei einer Stute mit Blasenlähmung verbunden; ebenso Schwarznecker bei einer tragenden Stute, welche später an Paraplegia zu Grunde ging; die Section ergab hier ein negatives Resultat. Deigendesch berichtet über einen ähnlichen Fall bei einer Stute, welche an den Folgen einer Blasenruptur einging.
Erscheinungen. Abnorme Erweiterung des Mastdarmes macht sich zunüclisl durch die grossen Mengen Kolli bemerkbar, welche in längeren Zwischenräumen abgesetzt werden; erst wenn Lähmung ein­tritt, stellen sicli Beschwerden bei der Defilcation ein; der Mastdarm zeigt sich alsdann mil Misl angefüllt, welcher mir durch Beihülfe entleert werden kann: ich kannte Pferde, die laglich auf diese Weise unterstützt werden unissten. Zuweilen besteht in dieser Zeit schon Lähmung der Heber des Schweifes, in Folge dessen das Schweif-Imar von Irin und Kolli verunreinigt wird und heim Gehen des Thieres hin und her baumelt. Nach einiger Zeit pflegi sich auch incontiueiitiii urinae einzustellen; die Blase isl gefüllt und lässl un­ausgesetzt Harn abfliessen (Ischuria paradoxa). Hierzu gesellen sich später Symptome der Kreuzliihmnng mit Schwund der Kruppenmuskeln (vergl. Kreuzlälnmmg). Zuweilen wurde gleichzeitig Hautjucken am Hintertheil beobachtet.
Das Leiden verläuft chronisch, ohne dass die Behandlung einen nachweislichen Einfluss darauf auszuüben vermag. Wenngleich erst üher Jahr und Tag, so werden die Thiere doch regelmässig durch das Leiden unbrauchbar und können selbst daran eingehen.
Erweiterungen des Afters begegnet man am häuligsten hei Thieren, die längere Zeit an heftigem Durchfall gelitten haben oder in Folge innerlicher Krankheiten im hohen örade geschwächt sind. Ebenso bleibi muh längerem Verweilen des Annes im Mastdarm für die Zwecke der Untersuchung und Behandlung der Sphinkter ani zuweilen mehrere Tage hindurch gelähmt; der After steht offen, wäh­rend die heim Allnnen ein- und ausströmende Lufl ein lautes Ge­räusch veranlasst.
Verengerungen des Aiders sowie des Mastdarms bedingen bald Störungen heim [Cotlmbsatz und werden daran erkannt: die Localnnlersucliung niuss über Sitz, Grad und Ausdehnung des Zu-
it
jtandes nähere Auskunft geben.
iniscb beobachtete ein Pferd,
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Hlrweitenuiff) Verengeruna und Ltlhmuug des Mastdamea.
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welches bereits seit längerer Zeit Beschwerden heim Mistnbsafcze gezeigt hatte; es stellte dabei die BLinterfllsse möglichst nach vorn und ent­leerte .stets nur einzelne, kleine, harte Kolhhuilen. Die Section ergab narbige Stricturen mil Verdickung des Mastdarmes, welche etwa 12 cm weit vom After nach vorn reichte. Man sollte glauben, il;iss auch chronisch-entzündliche Processe im paraproctalen Bindegowebe zu solchen Zuständen führen können; über die Beschaffenheit desselben wurde jedoch von den Obducenten Näheres nichl berichtet.
Die Beurtheilung dieser Zustände ergiebl sich uns dem Gesagten von selbst; im allgemeinen ist die Prognose ungünstig, doch hängt, es von dem Gtrundleiden und der Verwendung des Thieres uh. oli sich aus dem Leiden erhebliche Störungen ergeben. Auf eine vollkommene und dauernde lieilnng darf man in der Regel bei keinem derselben rechnen. Die von Harms nach einem Bruch zwischen dem Kreuz-hein und dem ersten Sdnvanzwirhel einer Kuh beobachtete Mastdarm-lähnnmg ging jedoch nach I Wochen in Heilung über.
Behandlung. Narbige Stricturen am After und in den hinteren Abschnitten des Mastdarmes können zwar durch forcirte Dehnungen vorübergehend gehoben werden; heim Menschen benützt mau dazu Bougies, deren Anwendung bei Thieren jedoch auf Schwierigkeiten atossen dürfte Wenn es sich /.. 15. um einen Lieblingshund handelt, zu dessen Erhaltung alles versucht werden soll, so lassen sich diese benutzen, Es sind cylindrische, hohle oder solide Stäbe aus Hart­gummi oder ähnlichem Material, aus welchem die Harnvöhrenkatheter hergestellt werden. Natürlich ist die Application öfter zu wiederholen. Auch lassen sich Verengerungen zuweilen mil Hülfe einer Zange dehnen. Johow will die im Mastdärme eines Pferdes festgestellte, ringförmige Strictur mit dem Messer durchschnitten haben, worauf die Erweiterung mit der Hand gelang. Bei einem Schwein, dessen After mich einem Mastdarmvorfall verwachsen war, erzielte Volk durch einen Kreuzschnitt über den After und Lösung der verwachsenen Stelle Heilung.
Durch zweckmässige Diät und Anwendung von Abführmitteln bezw, Klvstieren wird der Obstipation entgegengetreten. Das gleiche Verfahren würde auch bei krankhaften Erweiterungen Anwendung linden, sobald sich Neigung zur Verstopfung einstelll : mittelst reich­licher Infusionen von lauwarmem Wasser werden die [nhaltsmassen üir die Entleerung vorbereitet. Später bleibt oft nichts iihri^'. als
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[Ciuukheiteii des Mastdarmos und Afters.
den Mastdarm bllglich 1 — -mal ausi'Huineu zu lassen. Gegen die oben beschriebene Lähmung des Mastdarmes wurden von mir die ver­schiedensten Mittel; auch der [uductionsstrom aber ohne jeden Erfolg angewendet. Ebenso versuchte Deigendescb Strychnin ohne Nutzen damit zu erzielen.
7. Afterüstol und Aftersoheldenflstel.
Lit.i Sohrader, Gurlt u. Hertwig. 3. S. 361. Meer, .las. 5. S. 395, Muukel, dalaquo;. 16. S. 64. Roupp, Re. de mod, vet. 1824. S, 261.
y\lle Fisteln in der Nähe dos Afters werden als Afterfisteln bezeichnet. Liegt eine Oeffnung derselben in der äusseren Haut, die zweite im Mastdarm, so nennt man die Fistel „vollständigquot;; endigt das eine Ende derselben alier blind, so wird die Piste] als .unvoll­ständigquot; bezeichnet. Zuweilen befindet sieh das eine Ende im Mast­darm, das andere in der Seheide (Fistula vee tn vaginal is). Die letztere ist zuweilen angeboren, kann aber auch durch Verletzungen, namentlich beim Gebären entstehen.
Verletzungen und phlegmonöse Entzündungen des paraproctaleu Bindegewebes gehen in der Rege] die Ursache zur Entstehung der Afterflsteln ab; nicht selten ist der Zustand jedoch augeboren und zuweilen mit Atresia ani verbunden. Heilung gelingt nur auf opera­tivem Wege und stösst namentlich bei den Rectovaginalflsteln häufig auf Schwierigkeiten.
Sehr ad er beobachtete eine Afterscheidenfistel bei einem ii Jahre alten Pferde circa 10 cm vor dem After mit einem Durchmesser von etwa 3 cm; .Meer fand solche ebenfalls bei einer Stute ti bis 10 cm vor dem After; sie war nach dem Gebären aufgetreten. Eine vollkommene After-fistel, welche lö cm vor dem After in den Mastdarm, mit ihrem anderen Ende an der unteren Schwanzfläohe mündete, sah Munkel beim Ochsen. Unvollkommene Afterfisteln stellt Hertwig bei Pferden fest; die eine war ::o. (ü,. andere 10 cm lany: beide waren durch Abscedirungen ent­standen.
Diagnose. Zur Feststellung des Leidens dient die Sonde, event. unter gleichzeitiger Benutzung des Fingers, um die Oeffnung der Fistel im Mastdärme zu ermitteln.
Behandlung. Wichtig ist zunächst die sachgemässe Behandlung von Wunden und Verletzungen zur Verhütung von Al'terfisteln; auch Verletzungen der Scheidenwand heim Gebären kommen hierbei in
Betracht,
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Al'terfistcl. — Tumonm lau Mastdarm und ACUt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (2:!
Nur .selten gelingt es, diu Fistel durch Einspritzungen von ützenden odor desinfleirenden Flüssigkeiten, wie Liquor Villati zur Jlei-lung zu bringen. Keiehl .sie bis in den Mastdarm hinein oder weit in das paraproctale Bindegewebe naeli vorn, so ist die Anwendung scharfer Aetzmittel nicht einmal ungefährlich, indem sie eine Perfo­ration in die l'eritonealhöiile und damit einen tödtlichen Ausgang herbeiführen kann. Man muss daher auch bei Thieren so weit mög­lich das operative Eingreifen, namentlich die vollständige Spaltung der Fistel vorziehen. Kanu dieses ohne Durchsclmeidung des Sphinkter uni erfolgen, so schone man denselben. Aber selbst die Ihirehschnei-duug dieses Muskels bleibt oft ohne dauernden Nachtheil, indem mit der Verwachsung ein regelmässiger Afterschluss wieder eintritt. AI n nie el durch schnitt den Schliessmuskel ohne nachtheilige Folgen; Hort wig schonte denselben. Soll eine vollständige Afterfistel ge­spalten werden, so führe man eine llohlsnnde in dieselbe ein, suche mit dem Zeigefinger der linken Hand das Ende der Fistel im Mast­därme auf und spalte nun auf den Finger zu, wobei die Weicbtheile möglichst geschont, und der Schnitt so gelegt wird, dass das Wund-secret leicht abfliesst. Roupp zog durch die vollständige Mastdarm­fistel einen Bleidraht, führte das eine Ende durch den After zurück und spaltete die Fistel dadurch, dass er die Enden des Drahtes tiig-lich etwa uni einen /.oll anzog.
Sofern Uecto-vaginaltisteln nur kurz sind, kann versucht werden mit Hülfe eines Haarseiles Heilung zu erzielen; grössere, in der Nähe des Sclieidemiusganges liegende lassen sich heften. Wo dieses nicht gelingt, sind sie regehnässig unheilbar.
8. Tumoren am Mastdarm inid Arier.
Lit: Frey, Gurlt u. Herfcwig. 15. S. 820. Köhne, das. 32. S. 60 u. 29. S. 372. Siedamgrotzky, Dresd. Her. 187!.). S. 86. Truelson, li. T. W. 1892. S. 241.
Bei Hunden werden nicht selten im paraproctoleu Bindegewebe Fibrome, Sarkome. Carcinome und Adenomo beobachtet: bei Pferden, namentlich Schimmeln bildet dieses häufig den Sitz von Melanosar-komen und Melanocarcinomeii, Im Mastdarme fand man ebenfalls verschiedene 'rumoren.
Erscheinungen und Verlauf. Die in der Nähe des Afters, dicht unter der äusseren Haut sitzenden Geschwülste erkennt man
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Krankheiten ilos Mastdarmes und Afters.
direct, doch wird eine sachgemtlsse Hülfe in der Regel erst in An­spruch genommen, wenn die Deftlcation durch Verengerung liezw. Verlegung des Mastdaitnes oder Afters gestört ist. I'iV in den hinteren Abschnitten des Mastdarmes entstandenen Tumoren treten zuweilen heim Kothabsatz nach aussen und werden hierbei sichtbar; nicht seihen ver­anlassen sie Prolapsus ani, Sitzen die Geschwülste weiter nach vorn, so erfährt man von ihrer Anwesenheil entweder zufällig bei einer Untersuchung des Mastdarmes, oder sie gehen sich durch andauernde und allmählii h zunehmende .Störungen Loim Eothabsatze zu erkennen.
Die manuelle Untersuchung des Mastdarmes muss über Gtrösse, Form und Sitz derselben nähere Auskunft gehen: auch Lüsst sich unter solchen Umständen von einem Masldarm- oder Sclieidenspiegel Uehrauch machen.
Verwechselungen können mit entzündlichen Schwellungen der Analdrüscn, wie sie namentlich bei Hunden vorkommen, entstehen; die Schmerzhaftigkeil unterscheidet diese jedoch von den 'rumoren. Bei den letzteren hissen sich nicht selten Secundärknoten sowie An-schwellungen der Lymphdrüsen in der Beckenhöhle nachweisen.
Die Beurtheilung hängt vornehmlich davon ab, ob die Ge­schwulst leicht oder schwer zu entfernen ist. Darüber entscheidet nicht allein die Natur der Neubildung und die Frage, ob bereits Secundärknoten oder Infection der Lymphdrüsen vorliegen, sondern auch Silz und Grosse des Tumors, in der Umgebung des Afters lassen sie sich so hinge leicht entfernen, als sie nicht mit der Schleim­haut des Mastdarmes verwachsen sind. Man versäume daher nie, durch Einführung des Fingers bezw. der Hand sich hiervon zu überzeugen. Hie im Mastdarm befindlichen Tumoren können leicht entfernt werden, sofern sie eine gestielte Beschaffenheit haben; bei breiter Basis fällt dieses schwer oder wird ganz unmöglich,
Behandlung. Warzen und andere gutartige Neubildungen, die von der äusseren Haut ausgehen, werden in einfacher Weise mit Messer oder Schere beseitigt; die aus der Unterhaut oder dem paraproctalen Bindegewebe stammenden ebenfalls, sofern sie nur klein und mit
der Schleimhaut des Mastdarmes nicht verwachsen sind. Nachdem der Hautschniti nach den allgemeinen Grundregeln angelegt ist, suche man mit Hülfe einer Schieherpincelte oder eines durch die Geschwulst gezogenen Bandes diese so weit als möglich hervorzuziehen und ohne Verletzung der Mastdarmschleimhaut auszuschälen. Im Mastdarm
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iniuiii'ii am Mastdarm und After,
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selbst kmin je mich der Gestalt und dem Sitze des Tumors entweder durch Unterbindung oder mit dem Ecrnseur die Trennung bewirkt werden. Eine erhebliche Blutung' .stellt uicld- In Aussicht uml liissi si(di event, dureb kalte Klystiere oder Tamponade stillen.
Prey will beim Pferde dicht vov dem After zwei liühnereigrosse Soi'kome (?) beobachtet babea, welche Prolapsus ani erzeugten. Köhne entfernte mittelst der Ligatur 10 bis lii cm vor dem After einen 7 cm starken Polypen aus dem Mastdarme des Pferdes; beim Mistabsatz trat das Gebilde ans dem After hervor. Hei einem zweiten Pferde wurde von Köhne ein doppelfaustgrosser Polyp etwa 40 cm vor dem After aus dem Mastdarm mit dem Ecrasenr beseitigt. Stockfleth will bei alten Bindern Krebs des Mastdarmes beobachtet haben; Siedamgrotzky stellte bei einem Wallach 15 cm vor dem After an der unteren Mastdarmwand eine faustgrosse Cyste fest, aus der sich auf Anstich mit dem Trokart eine klare Flüssigkeit entleerte. Nach Injection von Tinctura Jod. trat Heilung ein. Kinen ähnlichen Kali beschrieb Hier holz er.
Truelsen entfernte etwa zwei Handbreit vom After entfernt aus dem Mastdarm eines Fohlens mehrere Polypen, welche wiederholt zn Ver­stopfung und Kolik Veranlassung gegeben hatten. Mit Hülfe einer Tro-karhülse und eines Drahtes wurde ein Ecraseur construirt, mit dem T. die Abtrennung der Gebilde bewirkte und so Heilung erzielte.
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VII. Die Krankheiten der Harnorgane.
t. Angeborene Formfehler.
Lit.; I'riik. Beil. Arch. 1885. S. 466. Burmeister, Gurll u. Eertwig. 21. S. 248. Lancelot u. Greve, Gurlt pr. Anal. S. 218. Herbst, Kauf­mann u. Blanc. Jahrb. 1888. S. 145. Storch, Oesterr. Zeitschr, i'. wiss. Vet. 1890. S. 29. Guinard, Journ. de Med. vöter. et de zool. 1891. March, Schw. Arch. Bd. 33,
a) Spaltungen der m
iin n I ichcn ll.afii riih re Epispadie.
ypospaaie tnni
in Folge fötaler Hemmungsbildung bleibt die Harnröhre mftnnliolier Thiere in ihrem Verlauf von der Blase zur Eichel an der einen oder üh-deren Stelle /.uvveilen ofl'en und erscheint gleichsam gespalten. An der bin-teren, unteren Wund derselben nennt man den Zustand Hypospadie, an der oberen, vorderen Wand Epispadie. Beide haben bei Tinoren aus naheliegenden Gründen nicht die Bedeutung wie beim Menschen. Meist worden die mit solchen Leiden behafteten Thiere bald vernichtet, oder sie bleiben ohne Behandlung, zumal diese Missbildungen am häufigsten beim Schafe und Hunde, seltener beim Pferde vorkommen. Die abnorme Oeffnung liegt bald dicht hinter der .Eichel, bald im Verlaufe der Barnröhre zur Blase. Bei der dicht unter dem After liegenden Hypospadie werden die Thiere wohl für /witter gehalten. Nicht selten ist die Hypospadie mit Oloaken-bildung verbunden, die auch von mir bei einem Hunde beobachtet wurde, der sich dauernd geschlechtlich erregt zeigte (Frick). Guinard stellte bei einem dreijährigen Bullen Hypospadie mit doppelseitigem Cryptorohis-mus fest. Von Storch wurde neuerdings an der Hand einer Beobachtung beim Hirsch die Entwickelung der Hypospadie genau so beschrieben.
Eine Behandlung wird in der Kegel erst verlangt, wenn der Zu­stand mit Harnboschwerdon verbunden ist. Nicht selten zeigt sieb nämlich die natürliche Earnröhrenmündung hierbei geschlossen, und wenn die ab­norme Spalte für den Abfluss des Harnes nicht genügt, kann eincopy; Erweite­rung der Spaltöffnung indicirt erscheinen. Um das Wiederverwachsen zu verhindern, spalte man die Harnröhre von unten nach oben in Gestalt eines V und hefte den Hauthippon an.
—^fc'
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liarnstiint'.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;427
lgt;) Das Offenbleibeu des [Ji'acbus.
liis zur Geburt wird der Harn durch den Draobus entleert, der nun obturirt, während der Harnabfluss durch die Harnröhre orfblgt. In seltenen fällen hat man bei Thieren den Uraobus offen gefunden, so dass auch nach der Gehurt durch ihn Harn ahfloss. Burmeister stellte den Zustand bei einem drei Wochen alten Fohlen lest; beim Uriniren floss stets etwas Harn aus dem Nabel ab. Ein von Herb et beobachtetes Hengstfohlen setzte durch die Urethra nur tropfenweise Harn ab, während dieser aus der '#9632;'lt; mm weiten Nabelöffnung im Strahl abfloss, Kaufmann und Blanc landen bei einem 37 Tage alten Stierkalbe Atresia ani, eine kindskopfgrosse Hernie in der Linea alba zwischen Xabe! und Schambein und in der Nabelgegend einen 5 cm langen Spalt, in welchem sowohl die offene Harnröhre wie auch der üraebus mündeten; durch letzteren wurde der Koth entleert, welcher durch einen gänsekieldicken Kanal ans dem blind endenden Mastdarm in die Blase und den Urachus trat; letzterer nahm auch die Harn- und Samen­leiter auf. Lancelot beobachtete bei Kälbern und Ziegen eine Anschwel­lung des Nabels, die den Eindruck eines Nabelbruches machte: mehrere Thiere stürben, weil der Harn durch die Harnröhre keinen A b-f'luss fand; da der ürachus sich ebenfalls geschlossen hatte, so sammelte sich der Harn in dem erweiterten Ende desselben und unter der Haut am Nabel an. Auch Greve fand bei einem Pullen den (Jrachus offen.
Die nächste Veranlassung zu dem Leiden liegt in Behinderung des Harnabflusses durch die Urethra; man würde also bei der Behandlung auf diese zunächst seine Aufmerksamkeit richten und das Hinderniss zu be­seitigen suchen. Lässt sich ein solches nicht nachweisen, so genügt die Application einer scharfen Einreibung in der Umgebung des Nabels, um den Verschluss des Urachus zu erzielen; auch Bur meist er hatte damit Erfolg. Sollte dagegen die Harnrühre nicht frei zu legen sein, so würde man bei Thieren, die bald zur Mast gestellt werden können, den Ausfluss durch den Urachus mittelst Spaltung desselben zu unterhalten suchen. 11 er­bet erzielte durch Aufstreuen von gebranntem Alaun in 5 Tagen Heilung, March bei einem Kalbe durch Unterbindung des [Jrachus.
2. Hariisteiue.
Nur soweit Harnsteine in der Harnröhre oder Harnblase vor­kommen, haben sie ein chirurgisches Interesse. Sie entstehen durch Niederschläge aus dem Harn, die sieb mit Vorliebe an feste Gegen­stände, zufällig in die Harnwege gelangte Fremdkörper, Blutgerinnsel, Scbleimpfröpfe u. s. w, absetzen: Katarrhe oder Entzündungen der Hamwege geben daher oft den Anstoss zur Bildung derselben. Auch wird ein abnorm hoher Salzgebalt des Urins, veranlagst durch kalkreiclie Nahrung und Wasser, zuweilen auch eine speeiflsebe Neigung zu Niederschlägen und Steinbüdung (Lithiasis) als Ursache angeklagt. \ on grösserer Bedeutung ist die Tbatsacbe, dass Anstauungen und Umsetzungen des Harnes in den Haruwegen, besonders in der Blase
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Krankheiten der Harnorcrane,
leichl zu alkalischen Q-fthrungen and Steinbildung Veranlassung geben. Solche Störungen sind daher zu verhüten oder baldigst zu beseitigen, und bei Einführung von [ustrumenten (Katheter u. s, w.) in die Harn­wege ist Sorge zutragen, dass diese soweit möglich desinficirt
sind, damit uieht drnrli sie Keiine /u alkalischen Währungen und Zersetzungen in die Earnblase Ubertragen werden. Zuweilen ent­wickeln sich im Nierenbecken Niederschläge, die später in die Blase gelangen, um sieh hier zu vergrössern, oder mit dem Harn entleert, in der Harnröhre stecken zu bleiben. Daher erklärt: sieh, dass die Störungen durch Harnröhrensteine meist, plötzlich hervortreten, sieh wiederholen, und dass die Steine! regelnlässig an den engsten Stellen der Harnröhre vorgefunden werden. Selten treten Harnsteine vereinzelt auf, meist in grösserer Zahl, zuweilen als sogenannter llarngries.
Hei Pflanzenfressern bestehen die Harnsteine vornehmlich ans Tripel-ph o s[ih a t u n d Calciumcarbonat, bei Schafen werden auch solche aus Kieselsäure mit Calcium- und Magnesiumphosphat angetroffen. Nicht selten erscheinen die Harnsteine der Pflanzenfresser von Eisensalzen röthlich gefärbt; ihre Oberfläche 1st meist glatt, zuweilen aber durch Auf­lagerung von kleesaarem Kalk raub und uneben. Bei den Fleisch­fressern nntersclieidet man;
a) [Jratsteine, welche vorzüglich ans Calciumphosphat und Car-bonat sowie aus barnsaurein Ammoniak bestellen, oft eine erheb­liche Grosse erreichen und an ihrer Oberfläche glatt und weiss erscheinen; v. Riltz glaubt, dass das Auftreten von Säuren im Harn, welche die Kalksolze fallen, oder eine basische Beschaffen­heit des Haines die Ursache dieser Steinbildung abgebe; li) Oxalatstei n e, solche aus oxalsaurern und kleesaurem Ammoniak sind moist gelb gefärbt, ihre Oberfläche rauh, maulbeerförmig; Oxalate sollen nach liätz ausgeschieden werden, wenn das Futter viel kleesaure Salze enthält, sie sollen aber auch im Körper durch Zersetzung der Harnsäure gebildet werden können. Die Ausschei­dung von Oxaliinre in Folge von Krankheiten der Athirungs- und Verdauungsorgane, wie man vielfach annahm, leugnet i?. c) Cystinsteine, welche grösstentheils aus Cystin zusammenge­
setzt, gelhlich, weich
., getrocknet brüchig sind und sich lettig an-
fühlen.
Da Harnsteine bei den einzelnen Thierarten eine verschiedene Be­deutung erlangen und für die chirurgischen Eingriffe besondere Rücksichten verlangen, so mögen diese hier gesondert betrachtet werden.
A) 11 a niste ine beim Pferde.
I.it.: Landvatter, Her. Rep. 89. S. '-'.S.-). Beicherter, das. 35. S. 80. Heil w Ig, Mag. v. Qurll u. Hertwig. 25. S. 227. line rieh. das. S. 848. Krämer n. KcittiM-. (tcsteri-. Monatsschr. 18'.)2. S i cd a m gro t zky, l'.eri, Anh. 1891, S. 301. Peuch n, Toussaint, Chirurgie. II. Aufl, Schrnitz, Zeitsohr, f. Vet, 1890. S. 432, Siedamgrotzky, Dresd.Ber.
-^
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llanistciiu' bei Pferden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.12i*
1890. S. 20. Likisin, Jahrb. 1891, .v. 108. Kutzner, Zeiteohr. f. vet. Kund. 1882. S. 499. Fehsenmair, li. T, W. 1893. gt;v 39.
In den Harnleitern wie auch in der Blase des Pferdes linden sich nur selten Harnsteine; noch weniger in der Harnröhre, weil diese verhüllnissmiissio; weil ist. Nueli 15a n^; lit'trügt das Linnen derselben beim männlichen Pferde im BeckenstUck 2,5 '#9632;'','gt; cm. in der Umn li-portion 6—10 mm, hinter der Mündung \- mm. Bei Stuten bleiben in der weiten Harnröhre Steine niemals stecken, daher kommen bei ihnen nur die Blasensteine in Betracht.
Harnröhrensteine geben sieh beim Hengst und Wallach /.n-nlichst durch Harnbeschwerden zu erkennen. Die Thiere stellen sich zum (Jriniren und entleeren den Harn nur tropfenweise oder in dün­nem Strahl. Zuweilen macht sich eine abnorme Anftillung der oberen Abschnitte der Urethra bemerkbar, oder der Stein ist in der Harn­röhre seihst zu fühlen; der eingeführte Katheter stössl auf einen harten Gegenstand. Bei der Untersuchung per anuin zeigt sich die Harnblase stark- angefüllt, doch entleert sich auf Druck kein Harn oder nur tropfenweise.
Harnblasensteine rufen erst später Hambeschwerden hervor; der Harn wird häufiger, aber in kleinen Quantitäten, oft nur tropfen­weise abgesetzt; nach der Bewegung der Thiere in schnellen (fangen zeigt, sich der abgesetzte Harn blutig, indem hierbei Verletzungen der Blasenschleimhaut durch den Stein veranlasst werden. Hertwig sah bei einer Stute in Folge von Blasensteinen Kossigkeil auftreten. Die Exploration per rectum lässt den Stein in der Kegel als harten, festen Gegenstand nachweisen; bei Stuten fühlt man denselben direct mit dem durch die Harnröhre eingeführten Finger. Seltener linden sich bei Pferden amorphe Sedimente (liarngriess) in der Harnblase, doch hatte, ich einmal Gelegenheit eine grosse Menge desselben auf opera­tivem Wege zu entfernen.
Behandlung. Alle in der Absicht den Stein aufzulösen in An­wendung gebrachten innerlichen Mittel blieben erfolglos; nur opera­tive Eingriffe können hier Nutzen bringen. Aus der Harnröhre einen Stein zu entfernen bietet allerdings nichl die Schwierigkeil wie die Beseitigung eines solchen aus der Blase; immerhin gehören diese Operationen weder in ihrer Ausführung muh in ihren Folgen zu den [eichten und unbedenklichen; das gilt namentlich vom den Fleisch­fressern, während Pflanzenfresser Steinoperationen bei weitem besser ertraefen, in der Kegel sogar leicht überstehen.
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Krankheiten dor Harnoivano!
Der Blaseusteinsobnitt wurde zuerst beim Mensehon ausgeführt; in der Thierheilkunde soll derselbe von Lafosse und zwar versuchsweise beim Pferde gemacht worden sein. Ercolani behauptet, allerdings, dass schon im 14. Jahrhundert derartige Versuche angestellt worden soien. Wahr­scheinlich hat /Ai therapeutischen Zwecken Boul ey die Operation beim Pferde zum ersten Male mit Erfolg ausgeführt.
Die ehemals angewendeten Methoden sind zum Theil veraltet; dahin gehört die Cystotomia rectal is, wobei durch die untere Wand des Mastdarmes ein Einschnitt in die Harnblase gemacht, dor Stein also durch den Mastdarm und Alter entfernt wurde. Hierauf folgen oft schwere ent­zündliche l'rocesse der Blase, weshalb die Methode beim Menschen wie bei Thieren aufgegeben wurde.
Ein zweiter Zugang zur Blase liisst sich durch die unteren Abschnitte der Bauchdecke, dicht vor dem Schambein erreichen, eine Methode, die beim Menschen als Cystotomia suprapubica oder Sectio alta be­zeichnet wird und auch heute noch Anwendung findet. Für Thiere ist diese ebenfalls nicht brauchbar und zwar einmal, weil bei ihnen die l'eri-tonealhühlo hierbei geöffnet werden nmss, wodurch die Gefahr der Peri­tonitis grosser wird, dann aber auch, weil bei der horizontalen Lage und der Unmöglichkeit, die, Thiere dauernd auf dorn Bücken liegend zu er­halten, leicht Darmvorfall eintritt. Wir sind daher auf den dritten Weg, nämlich durch das Jiitteltleisch angewiesen, auf die Cystotomia pen-nealis. Der Harnröhrenschnitt (ürethrotomie) kann dagegen an ver­schiedenen Stellen im Verlaufe der Harnröhre vorgenommen werden.
Nur ausnahmsweise linden sich heim Pferde Barnröhrensteine dicht hinter der Eichel (Eichelsteine); ihre Entfernung bietet keine grösseren Schwierigkeiten; sie gelingt zuweilen sogar auf unblu­tigem Wege, indem man, an der linken Seite des Thieres stehend, den Penis lies Pferdes hervorzieht, mit Hülfe eines Tuches festhält oder durch einen (iehiilt'en halten liisst. Mit einer nicht zu starken Kornzango oder Pincette kann man oft den Stein fassen und ent­fernen: unter Umständen genüg;! dazu ein kräftiger Druck- mit der Hand auf den Penis: oder man spaltet die Harnröhrenmündung und sucht hierauf die Entfernung des Steines zu bewirken. Nach Be­seitigung des Hindernisses lliesst der Harn in grösserer Menge und dickem Strahle ab; erfolgt dies nicht, so wird ein Katheter appli-cirl . um festzustellen, ob sieb noch mehr Steine in der llamröhre vorfinden.
Landvatter entfernte beim Wallach mittelst Pincette einen 3,8 cm langen und 2 cm dicken Stein ans dem Endstück der Harnröhre und zwei Jahre spater bei demselben Thiere einen noch grösseren, welcher 10 cm vom Alter entfernt in der llarnn'ihro sass. Reicherte!' fassto einen Stein, der sich I cm vor der Harnröhrenmündung befand, mit der Kornzange und zerkleinerte denselben, worauf die Stücke mit dem Harn entleert wur­den. In einem von Kollier beobachteten falle, hatte der il cm hinter der Eichel sitzende Stein, rieeraticm der Urethra und Perforation der­selben hervorgerufen, in Folge dessen eine umfangrniche Harninflltration
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lliiriisteinc lid Pferden,
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in der Naohbarsohaft entstanden war. Das Thier ging an Zerreissung der Blase ein.
hi der Regel liegt der Stein heim Pferde in der Höhe des Sitzbeinausschnittes, wo sich die Harnröhre nach vorn und unten krümmt. Igt;ii das Niederlegen bei stark gefüllter Blase bedenklich erscheint, so operirfc man am stellenden, aber gut gebremsten Thiere, dessen llinterfüsse gespannt werden. Audi empfiehlt es sich Vor­kehrungen ZU treffen, dass sich das Thier während der Operation nichl hinlegen kann (H'dngegurt, Zwangstall), Bei sein- unruhigen Pferden muss das Werten eventuell möglichst vorsichtig, auf einem recht dicken Strohlager (Düngerhaufen) erfolgen. Am liegenden Thiere operirt man am besten in der linken Seiten- oder in der Rücken­lage; ich ziehe die letztere vor.
Nachdem der Schweif des Thieres eingeflochten, und die äussere Haut gereinigt ist, wird ein Katheter applicirt, und auf dem Sitz-beinausschniti oder da, wo man den Stein fühlt, also am Ende des Katheters ein llantschmtt von :'gt; 6 cm Länge unmittelbar auf der Harnröhre, he/.w. in der Mittellinie des Körpers gemacht, und auch die Unterhaut his auf den A fterriithenmuskel getrennt. Nahe/u in gleicher Ausdehnung durchschneidet man sodann den Afterruthen-muskel, ferner den Harnrölireumuskel. den cavernösen Körper der Harnröhre und schliesslich die Harnröhre selbst, Man lasse den Schnitt in der Tiefe allmählich kleiner werden, um dem Wundsecret und eventuell auch dem Urin möglichst freien Ahlluss zu vorschaffen. Der Schnitt der Harnröhrenwand soll nicht grosser ausfallen, als zur Entfernung des Steines erforderlich ist. Zuweilen l'ässi sich der Stein durch einfachen Fingerdruck' entfernen, wenn nicht, so hilft mau mit einer Pincette, Sonde oder dem Ende einer stumpfen Schere nach. Sobald die Urethra frei geworden ist, entleert sich Harn in grösserer Menge; geschieht das nicht, so suche mau mittelst der Sonde fest­zustellen, ob nicht etwa ein zweiter Stein oberhalb der Operations­stelle liegt.
Wo passendes Material tCatgut. Seide) zur Hand ist, kann die Harnröhrenwunde alsbald geheftet werden; dies ist jedoch nicht noting, denn die Heilung kommt erfahrungsgemamp;ss auch ohne Ligatur zu Stande.
Die Naehhehandlung gestaltet sich sehr einfach. Entweder uiierliisst man die Wunde sich ganz und gar selbst, bestreut dieselbe vielleicht mit etwas Jodoform, oder mau liisst sie täglich 1-—-mal reinigen. Die Heilung erfolgt nach der Heftung etwas schneller, aber auch ohne diese in etwa 1 1 Taffen bis 3 Wochen.
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i (!
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Kninklu'ilcn der Haiiiorgaue,
Nachfcheilige Folgen werden nur selten nach dieser Operation beobachtet, obgleich eine Heilung per priman int. in der Regel nicht erreicht wird. Bei guter Schuittführung ist auch keine ilarnmfiitra-l ion y,u befürchten; ebensowenig schwere entzündliche Processe, wenn solche nicht schon vor der Operation bestanden. Im ganzen gestaltet sich der Verlauf dieses Eingriffes günstig, Wenn genau in der Mitte des Körpers operirl wird, kommen auch keine erheblichen Blutungen vor.
Der Harnblasenschnitt kann bei ruhigen Pferden ebenfalls im Stehen ausgeführt werden, wobei man ebenso wie vorhin be­schrieben vorgeht, Viele empfehlen in der linken Seitenlage zu operiren, ich ziehe auch hier mit EL Bouley die Rückenlage vor, und wenn Irgend möglich, lasse ich das Thier chlovoforiniren. Zu-n'ächst muss die Harnröhre auf dem Sitzbeinausschnitt ebenso ge­öffnet werden wie beim Harnröhrenschnitt, I'm dieselbe im nicht angefüllten Zustande leichter aufzufinden, führt man zunächst einen elastischen Katheter ein, der his in die Blase reicht. Xaclidem die Harnröhre gespalten ist, lässi man den Katheter zurückziehen und schiebt nun eine Hohlsonde in den Blasenhals ein. Man versäume nicht in dem Moment, wo der Katheter zurückgeht, sofort eine Sonde einzuführen, weil das Auflinden der.Harnröhre Schwierigkeiten bereitet.
^ eun der in der .Blase befindliche Stein von nur geringem Um­fange ist, oder wenn es sich um Beseitigung von Harngries handeln sollte, so ist zunächst zu versuchen, mit der Steinzange den Blasen-luils zu passiren und auf unblutigem Wege den Stein zu erreichen; wenn man die Zunge im Blasenhal.se allmählich öffnet, lässt sich der­selbe ohne Nachtheil so erheblich ausdehnen, um selbst mittelgrosse Steine zu entfernen. Gelingt dieses nicht, so wird der Blasenhals gespalten, indem man mit Hülfe einer Hohlsonde ein Tenotom oder Bistouri bis in die Blase einführt und heim Zurückziehen den Blasen-lials einschneidet. Das hierzu besonders construirte Blasenschnitt-messer ist entbehrlich. In Frankreich benutzt man ein Instrument (Lithotom), welches im Bau dem Hemiotom (Fig. 77) entspricht. I m Verletzungen des Mastdarmes zu vermeiden, wird dieser vor der Operation ausgeräumt, und der Sclinitl nicht in der Mittellinie, sondern etwas nach links oder rechts geführt. Bei grosser Steinen kann der Einschnitt des Blasenhalses mich beiden Richtungen er­folgen.
Nunmehr wird die Steinzange (Fig, !••quot;laquo;! geschlossen eingeführl und der Stein mil derselben aufgesucht. Man halte die Operations­wunde hierbei zu und verhindere, dass sich die Blase entleert; bei
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Harnsteine lii^i Pferden.
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grösseren Steinen legt sidi sonst, wie ich mich seihst überzeugen musste, die Blasenwand so fest auf den Stein, dass das Erfassen des­selben die grössten Schwierigkeiten bietet, Sobald dieselbe in der Blase auf einen harten Körper stösst, öffne man die Zange und suche den Stein zu ergreifen, Vom Mastdarm aus denselben in die Zange dirigiren, wie wohl empfohlen wurde, ist in der Liege) überflüssig, Sobald der Stein erfasst ist, dreht man die Zange einmal um ihre Lüngsacbse, um sich zu überzeugen, dass nicht zugleicb
F:
die Schleimhaul sieh in der Zange befindet. Gelingt die Drehbewegung leicht, so liegt nur der Stein in der Zange, den man liervoiv.ieht. und wenn nunmehr erst die linke Hand den llarnaldluss frei lässt, so wird dadurch die Entfernung des Steines erleichtert. Man gebe nochmals mit der Zange ein. oder untersuche die Blase vom Mastdarm aus. um sich /.n überzeugen, dass nicht meh­rere Steine oder Gries in der Blase vorhanden sind, welche eventuell alsbald entferal werden; anderenfalls verfährt man ebenso wie beim Harnröhrenschnitt. Auch hier ist dus iiet'ten der Wunde nicht erforderlich, doch wird die Heilung dadurch etwas abgekürzt) unzweck-mässiges Heften d, h. Offenbleiben der Harnröhre und Verschluss der äusseren Wunde begünstigt Harn­infiltrationen, Die Heilung kommt in derselben Zeil zu Stande wie heim Harnröhrenschnitt, In der ersten Zeit wird der Urin zum Theil durch die Operationswunde entleert, später verschliesst sich diese: nur selten bleibt eine llarnröhrenlistel zurück.
Bei der Nachbehandlung ist nicht nur der Wunde,
sondern auch der 1 larnidase Aufmerksamkeit zu schenken;
Steiuznnge.
um Zersetzungen des Harnes in derselben ZU verhüten spült man dieselbe täglich einmal mit einer -'quot;igen lauwarmen Ahnnin. acetic.-Lösung und zwar mit Hülfe eines Gummischlauchea uns. Wo diese Behandlung dem Laien überlassen bleiben muss, kann die Ein­legung eines Huniniischlanches in die Blase (Siedamgrotzky) zweck-mässig erscheinen; wenn man aber selbst die Spülung bewirkt, scheint mir dieses nicht empfehlenswert]! zu sein, da hierdurch Infectionen des Blaseninhaltes begünstigt werden. Ans demselben Grunde ist- der Schlauch vor seiner Einführung zu reinigen, oder man lässl denselben in der einzuführenden Lösung aufbewahren,
Möller, Spoolelle Chirnrgle tttr TWerftrzte. i. Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'Js1
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m
Krankheiten der Harnorgane,
Zur Entfernung grösserer Steine muss dilaquo;^ Erweiterung des Blasen­halses erheblich, unter Cmstiimlen so gross werden, class man mit der ganzen Hand in die Blase des Pferdes gelangt, wie ich mich selbst bei der Entfernung eines 650 g schweren Blasensteines überzeugt habe. Fliesst dabei der Harn vollstiindig ab, so legt sich die lilaso so fest an den Stein, dass man denselben selbst mit der Hand nicht mehr ergreifen kann. In solchem Falle injicire man eine lauwarme .Flüssigkeit, /.. B, lt;Vrgt;quot;/(i Carbolwasser in die Blase, Dieses gelingt jedoch nicht immer, namentlich da nicht, wo die durch Spaltung des Blasenhalses entstandene Oell'nung sehr gross ausge­fallen war.
Es liegtauf der Hand, dass die Gefahr der Operation mit der Grosse des Steines wächst, allein auch solche von bedeu­
tendem Umfange können glücklich beseitigt wer­den. Ich enlfornte aus der Harnblase eines 9 Jahre alten Wallachs zwei Steine, von denen der eine, .s5, der zweite 650g wog. Die Heilung der Opera­tionswunde nahm drei Wochen in Anspruch, Bei einem zweiten Pferde wurde ein 650 g schwerer Stein entfernt: hier trat gangränöse Cystitis mit septischer Paraproctitis und Peritonitis ein, woran das Thier am fünften Tage nach der Operation einging.
Grosse Steine lassen sicli zuweilen zerklei­nern, doch sind die hierzu construirten instru-mente auf derartig grosse Steine nicht berech­net. Oft gelien indess die Harnsteine schon dein kräftigen Druck einer Zange nach und zerspringen: so kann namentlich die Bouley'sche Steiuzange zugleich als „lithoklastischesquot; lustrnnient mit Vortheil verwendet werden. Sie hat noch den Vorzug, dass sie sieh nach dem Erfassen des Steines feststellen liisst, wodurch die Extraction grösserer Concremente erleichtert wird. leb kann das Bouley'sche [nstrument empfehlen (Fig. it I); in den meisten Füllen genügt aller­
Stoinzange nach Bouloy,
dings die ältere „Steinznngequot; (Fig. !W|: im Motli-
l'alle eine Feuerzange (Schill it zl. Bei Stuten kommen llarnrölirensteine schwerlich vor, während Hnrnblasensteine durch die mildutig erweiterte Harnröhre bei ihnen ineisl zu entfernen sind; ich habe Steine von reichlich Hühnereigrösse auf diese Weise aus der lilnse hervorgeholt. Die Harnröhre wird zu dem /wecke mittelst der Steinzange langsam, aber unter Krnl't-anwendung erweitert, bis der Stein dieselbe passiren kann; man muss dabei Geduld haben: oft dauert die Dehnung der Harnröhre eine halbe Stunde nml darüber, so dass man sich hierbei von einem Gehülfen
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lliiriisti'inr iiL'i Wiederkftuei'ii.
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uuler.stilty.cn lassen kann. Noch unlängst beförderte ich auf diese Weise bei einer Stute einen ungef'iilir tiUhnereigrossen Stein im Gewichte von nahezu 70 g aus der Qarnblase. Hertwig spaltete die Harn­röhre bei der Stute seitwärts, k'ut/.ner die obere Wand: l'Vhsen-meir konnte nach Spaltung der Harnröhre auf 5 cm nach oben einen Stein von 227 g mit der Hand hervorziehen. EDbenso Krämer linen solchen von 500 g: die Harnröhre wurde in dem Masse er­weitert. dass Krämer den Stein mit der Hand entfernen konnte. Ileiluiiquot;!' in 28 Tagen.
I!) Harnsteine bei Wiederkäuern.
Lit.: Stöhr, Thieriirztl. Mittli. 1807. Jaoobi, Gurlt n. Hortwig, 18. S. 218. Reichle, Her. Bep. 86. S. 80. Pflug, Urankfa. der- uropoei Organ. Peueh-Tous.sai a I, (Uiirur^ie. II. Aull. S. .quot;)47. Bader, Her. Rop. ;5. S. 360. Deisinger, Stockflelh Chirurgie, h-. 588. Dammann, Her. Rep. 86. 8. 427. Road, Her. Rep. 6. S. 482. Lilthens, das. 86. S. 449. Hermann, Deutsche Zeitsohr. für Thiermed. 1890. S. 229. Schell, Thieriirztl. Mitth, 1876. 8.107. Meieel, Ad. Wooh, 1877. S. 28. Reiber, Schw. Arch. I. Esser, Th. Rundschau. 1888. S. 7. Ciani, Jahrb. 1891. S. 110.
Von alien Tliieren leidet ain Läufigsten das männliche Kind an Harnsteinen und /.war meist an Harnröhrensteinen. Ge­bildet in der Blase, pflegen sie erst Störungen hervorzurufen, wenn sie bei der Orinentleerung in die Harnröhre gelangen und hier stecken bleiben. Heim männlichen Rinde geschieht dieses um so leichter, als die Harnröhre eine verhältnissmässig geringe Weile und einen eigenartigen Verlauf besitzt (Fig. 95).
Das Beokenstück gestaltet sich wie bei den äbrigeu Thieren und be­sitzt eiuo Weite von 5—10 mm. In der Bauchportion verengt sieh die Harnröhre bis auf 8 mm, an ihrer Mündung sogar bis auf 2 mm. In der • legend des Hodensaekes macht sie mit dem Penis die sog. S-förmige Krümmung. Bei der ersten ümbiegung, in der Xiihe der vorderen Plttche des Hodensaekes (h), wendet sieb der Penis wieder nach hinten, um etwa eine IIund breit hinter und über der hinteren Pltlcbe des Hodensackes die zweite Krümmung (i) nach vorn zu machen; auf der Höhe der letzteren heftet sieh der Afterruthenmnskel (1) an, welcher beim Kinde sehr stark ist. Dieser gekrümrate Verlauf und die geringe Weite der Harnröhre ermöglichen es, dass selbst Steinchen und Concremente im Gewichte von wenigen Grammen und von kaum Erbsengrösse in der Urethra stecken bleiben und das Lumen derselben verlegen können. Hei Ochsen pflegt der Penis mit der Harnröhre noch kleiner, be/.w. enger zu sein; daher erklärt, sieh das häufige Vorkommen von Harnsteinen bei diesen Thieren. Die erste Krümmiuig (h) bildet in der Regel den Sitz des Steines, seltener die zweite oder das Ende der lUilhe.
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Krankheiten der Hamorgane,
Diagnose. Die Gegenwart eines Homröhi'ensteines giebt sicli auch hier erst zu erkennen, wenn Harnbeschwerden entstehen. Das Thier wird unruhig, tritt mit den Hinterfüssen bin und lier, stampf! mit denselben auf die Erdo, hebt öfter den Schwanz und macht mit der Schwanzwurzel häufige, kurze Seitwärtsbewegungen (Jensen); es legt sich hin, stehi alsbald wicdiu- auf und .srldägt mil den llintcr-liissi'ii gegen den Leib.
Heim männlichen Binde erwecken solche leichten Kolikerschei-uungen stets den Verdacht auf Harnsteine und fordern zur Unter­suchung der Harnblase und Harnröhre auf. hie Blase zeigt sieh im
Pia. 95,
Verlauf der Harnröhre beim [Undo (naeli Hering).
;., Harnblase, b. Harnleftev (abgeschnitten), o, Samenblase d.d. Beclcenstttcke am- Harnröhre.
i Anfang des Oorpus oav. der Buthe. g. tJmhlcgung der Harnröhre nnf den Sitübeinausgolmltt.
Ii. erste, i. zweite Krlimmung. 1; Vorderes Ende der Ruthe. 1. Afterruthenmusliel.
hohen Grade angefüllt, zuweilen auch die Urethra in ihren oberen Ah-schnitten; hier machen sich durch das Drängen des Thieres von Zeil zu Zeil stossweise Bewegungen bemerkbar, wobei wohl einige Tropfen Harn abfliessen. Streich! man mit den Fingern über die Harn­röhre ihrem Verlaufe folgend, so äussert das Thier an der Stelle, wo der Siein sitzt, Unruhe und Schmerz; nur selten lässt sich der Stein direel fühlen.
Erfolg! in den nächsten 12 — 24 Stunden kein Harnabfluss, so trit! Blasenruptur ein, und das Thier geht meist in wenigen Tagen zu Grunde, /war lassen mit dem Eintritt der Blasenzerreissung die Schmerzen nach, zuweilen nehmen die Thiere sogar wieder etwas Putter auf, allein bald stellt sich Tympanitis ein, und unter Er-
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Ilanistcine bei Wiederkäuern.
43,
scheinungen von Peritonitis und Urämie (Pulsfrequenz, Schüttelfrost, Eingenommenheit des Kopfes) tritt der Tod ein. Mau will indessen beohachtet haben, dass Ochsen mit zerrissener Bluse noch einige Wochen lebten; Stölir berichtet über einen Ochsen, der noch 6 Wochen lebte, und Jacobi \\ill sogar G-enesung beobachtel haben. In der Hegel werden die Thiere in diesem Zustande möglichsi bald ge­schlachtet, um das Fleisch noch zu venvertben, welches durch Resorp­tion des Harnes aus der Bauchhöhle einen üblen Geruch und Ge­schmack annimmt, Franck empfiehl! deshalb den Harn durch einen Trokart, der an der tiefsten Stelle der Bauchhöhle applicirl wird, zu entleeren.
Heim Rinde kommt es ebenfalls darauf an bald einzugreifen, und bei dem eigenfbümlieben Verlauf der Harnröhre giebl es nur eine Hülfe, nämlich den Harnröhrenschnitt. Mil seltenen Ausnahmen sitzt der Stein an der ersten Krümmung und würde alsdann am nächsten von der vorderen BTdche des Hodensackes aus zu erreichen sein. Da jedoch die Ausführung der Operation hier weniger bequem ist, so haben die meisten Praktiker den Schniti 1. binter und etwa eine Hand breit über dem llodensack vorgezogen. Zu dem Zwecke lässt man das Thier am besten vorsichtig niederschnüren und auf die linke Seile legen: ruhige Ochsen können auch im Sieben operirt werden. Der rechte Hinterfuss des liegenden Thieres wird mit einem Strick nach vorn gezogen, und so das Operationsfeld freigelegt.
Nachdem man sieb durch Untersuchung per anum überzeugt bat, dass nicht bereits Blasenruptur eingetreten ist (Esser), und nochmals durch Palpation den Sitz des Steines genauer festgestellt oder aber mudigewiesen bat, dass sieh derselbe an den oberflächlich gelegenen Abschnitten der Harnröhre nicht befindet, machl mau einen
Hautschnitt von 5.......10 cm Länge in der Richtung der Harnröhre
entweder da, wo sich der Harnstein durch grösserc i'lmpündlichkeit des Thieres oder durch seine Härte bemerklich macht, anderenfalls eine Hand breit hinter und über dem llodensack-. Hierauf wird der heim Kinde stärker als beim Pferde entwickelte Afterrutben-mnskel in derselben Ausdehnung getrennt. Sodann lässt sich die Harnröhre fühlen, und wenn man an der Siedle operirt, wo der Stein seinen Sitz hat, wird derselbe dem Gefühl deutlich. Nach Durch­schneidung des caveruösen Körpers der Harnröhre sowie dieser selbst ist dor Stein leiclii ZU entfernen. Sitzt derselbe jedoch in der ersten Krümmung der Harnröhre (h), so sucht man nach Trennung des After-rulbenmuskels den l'enis mit den Fingern hervorzuziehen, durch-
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Kniiikhcitcn der Earaoi'giine
sclineldot nunmehr den Muse, bulbocavernosus und die Harnröhre, um den Stein alsiliuui durch den Dnuk der Finger, erforderlichen­falls mil Hülfe einer Pincette zu entfernen. Bei rauher Beschaffen­heit liegt der Stein zuweilen in der geschwollenen Schleimhaut der l'rctlini so fest, dass eine Pincette ja selbst das Messer zu Hülfe genommen werden muss. Die Trennung in der Harnröhre soll nicht grosser als nothwendig ausfallen, um die Heilung zu erleichtern und der Bildung von Stricturen vorzubeugen. Ist, mit Entfernung des Steines das lliuderuiss für den liarmihfluss beseitigt, so tritt alsbald reichliche Entleerung und zwar theils aus der Operationswunde, theils aus der Mündung der Harnröhre ein. Auf alle Fälle untersuche man indess mit der Sonde das untere Binde der Harnröhre, um die Gegenwart weiterer Steine festzustellen und diese ebenfalls zu entfernen. lgt;ie Harnröhrenwunde braucht nicht geheftet wer­den: Keiclile und Pflug haben indess enipfohlou, einige Seiden-ligaturen anzulegen, um die Heilung zu erleichtern; Ciani empfiehlt die Urethra von der Seife anzuschneiden und mit dichter Stichlage zu heften, wodurch Haruinliltrationen vermieden werden sollen. Sodann iässt man den Penis in seine natürliche Lage zurücktreten. Die äussere Wunde wird nicht geheftet, um Harninflltrationen zu vermeiden, welche oft trotz dieser Massregel eintreten. Deshalb empfiehlt Esser, für den Abfluss dos Harnes wie des Wundsecrets durch Anlegung eines Drainrohres alsbald Sorge zu fragen, welches an den Hoden-sack vorbei nach vorn gelegt wird , so dass das vordere Ende des­selben vor dem Hodensacke liegt. Esser will auf diese Weise die, nicht nur den Heilungsprocess störenden, sondern auch für den all­gemeinen Gesundheitszustand des Thieres bedenklich werdenden Harn­inflltrationen stets vermieden haben. Die Heilung der Operationswunde kommt bei regelm'dssigem Verlauf in etwa II Tagen zu Stande.
Wo der Stein nicht aufzutinden sein sollte, empfiehlt (Hani die Urethra oberhalb des Hindernisses für den Harnabfluss quer zu durchschneiden, eine Harnröhrenfistel anzulegen, und das Thier zu mäsfen.
2. Der H arnrö hre n schni tt vor dem Hodensack. Wie bereits bemerkt, liegt der Stein fast immer in der ersten Krümmung der Harnröhre unmittelbar vor dem Hodensack, hier also der äusseren Haut am nächsten. Bei der für die Operation unbequemen Lage dieser Stelle hat man sie in Deutschland meist; nicht gewählt; in Prank­reich scheint sie gebräuchlicher zu sein. Nach Peuch-Toussaint wird hierbei das Thier auf die linke Seite gelegt, und der rechte Hinter-
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lliimstcine bt'i W'irderKiiiuirn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4i{i*
fuss nach vorn gegen die Schulter gezogen! Der Operateur geht mil
der linken Ihiiid in den Schlauch ein und zieht den Penis hervor, um die S-förmige Krümmung zu strecken. Gelingt es nunmehr den Stein zu fühlen, so macht man einen Längsschnitt in die Barnröhre, und entfernt den Stein mit Hülfe einer Pincette oder Bohlsonde. Fühlt man denselben nicht, so liegt er weiter nach hinten und oben. In (liesem Falle werden vor d e m II ode ms a c k e die Haare abgeschoren, und unter Bildung einer Querfalte Haut und Präputium gespalten. Der Operateur führt den Zeigefinger der linken Hand in die Oeffnung ein, und indem er mit gekrümmtem Finger den Penis umfasst, zieht er denselben durch die Wunde hervor, um nun wie oben beschrieben vorzugehen. Dupont (Peuch) trennt gleich nach Durchschneidung der äusseren Haut auch die Barnröhre. Wenn nach Entfernung des Steines kein reichlicher Harnabfluss eintritt, soll man die Harn­röhre sondiren und sofern erforderlich die Operation weiter oben wiederholen. Harninliltrationeu sind nach Bouloy bei diesem Ver­fahren kaum zu befürchten, und wenn sie eintreten sollten, durch tiefe Einschnitte zu heilen; die gleiche Behandlung erfahren Ahseesse, welche bei diesem Verfahren zuweilen entstellen.
.'i. Der Barnröhren schnitt am Sitzbeine, Bei der grösseren Weite der Harnröhre an dieser Stelle bleibt nur selten ein Barnstein hier stecken, und wenn heim Rinde am Sitzhehuiusschnitt operirt wird, so geschieht es meist, um schnelle Hülfe zu bringen, die drohende Blasenruptur zu verhindern; auch ist die Operation für den weniger Geübten an dieser Stelle leichter. Man lässt, nachdem dem Harn durch die Operationswunde Abfluss verschafft ist, den weiter unten sitzenden Stein liegen. Das Verfahren empfiehlt sieh daher besonders für Thiere, die bereits für die Schlachtbank reif sind, kann aber durch den Blasenstich (S. Ill) ersetzt werden.
Diese Methode kann ferner angewendet werden, wenn einmal der Stein nicht zu linden bezw. zu beseitigen sein sollte, oder wenn bereits schwere Veränderungen an der Harnröhre bestehen. welche dem Barnabflusse hinderlich werden.
Man verfährt hierbei im allgemeinen wie beim Pferde; auch die Nachbehandlung bleibt dieselbe. Will man das Thier noch einige Zeit erhalten, so muss ein Kohr in die Urethra eingelegt werden, um die Wunde offen ZU halten. Man vergesse indess nicht, dass die Wirkung dieses Hiilt'smittels selten von langer Dauer ist, indem bald entzündliche Schwellung entstellt, welche den Harnabfluss stört, Dupont (Peuch) hat deshalb empfohlen, falls sich an dieser Stelle
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Krankheiten der Harnröhre.
der Stein linden sollte, denselben in die Blase /ui'üellt;/.uscliieben, es keiner so weiten Oeffnung in der Ihirnröhre bedarf,
Bader, welcher an 100 Steinoperationen bei Ochsen ausführt den Stein last immer in der ersten (unteren) Krümmnng der llar: die meisten Thiere standen im 1, oder quot;2. Lebensjahre, einige im nur eines im 4. In den von Deisinger operirten 25 Fällen war Harnstein 24mal in der unteren Krümmung der Harnröhre ge; Diani will 300Fälle beobachtet und bei980/o derselben ilon Stein oberen Krümmung oder zwischen ihr und der unteren gefunden
n, land uröhre; :!. und de der f'unden. in der haben, Eichel.
2mal lag derselbe in der Becken portion und 5— 6mal in der Nähe der
Der Harnröhrenschnitt beim Schal'.
Die enge Harnröhre des niämdiclien Schales liegt meist in Fettge­webe eingebettet, ist daher noch schwieriger aufzufinden als heim Rinde. Steine und Sedimente kommen beim Schale nicht häutig vor, und wenn es der Fall ist, linden sie sich meist dicht vor der Ausmündung des über don Penis hinausragenden, freien und in der Hegel S-förmig ge­krümmten Endes der Harnröhre. Dammann hat mehrere Beobachtungen der Art beschrieben.
Die Erscheinungen gestalten sieh ähnlich wie beim Rinde. So­bald Harnverhaltung eintritt, zeigen die Thiere Unruhe, drängen mit gekrümmtem Rücken auf den Harn, und bei der Untersuchung per anum fühlt man die Blase stark angefüllt. Durch Zuhalten der Nase mit der Hand kann das gesunde Schaf zum üriniren veranlasst werden; der Ver­such fällt hier erfolglos ans, oder es werden nur wenige Tropfen Harn abgesetzt.
Wie in Deutschland ist es nach Peuch auch in Prankreich üblich, das freie Ende der Harnröhre abzuschneiden, sobald sich hier Steine oder Concremento linden und Harnverhaltung bewirken. Das gleiche wird in England empfohlen; Head sah hierauf 5—-b Liter Harn abtliessen.
Liegt das Hinderniss für die Harnentleerung weiter nach hinten, so empfiehlt Peuch bei werthvollen Thieren die Anwendung eines Harnröhren-katheters oder einer Sonde. An dem auf dem Hucken liegenden Schafe zieht der Operateur den Penis aus dein l'räputium hervor, um die S-förmige Krümmung der Harnröhre verstreichen zu lassen. Dann führt er eine bieg­same .Metallsonde in die Urethra ein, zu welchem Zweck dieselbe dicht hinter ihrer Mündung, am Ende des Penis in der Querrichtung gespalten wird. Mit Hülfe der Sonde soll es gelingen, die Sedimente zu zerstossen und mit dem eingeführten Katheter den Weg für den Ablluss des Harnes frei zu legen.
Andere empfehlen Spaltung der Harnröhre am Sitzbeinausschnitt, wobei auch die in der Blase befindlichen Ooncremente beseitigt werden sollen. Lüthens machte beim Schaf den Harnröhrenschnitt an der S-för­migen Krümmung wie beim Kinde; der Hock ging jedoch an weiteren Nachschüben von Steinen zu Grunde.
Complicationen der ürethrotomie bei Wiederkäuern.
1. Abgesehen von den Fällen, bei denen die Harnblase bereits vor der Operation zerrissen war oder wilhrend derselben y.erreisst,
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llanisU'int' beim Schweino.
Ill
lindet nach Eutfernung des Steines meist alsbald reichlicher llarn-abfluss statt, Zuweilen zeigt sich die Blase jedoch in Folge der üeherdehnung gelähmt; der Detrusor urinae isi wilhrend der starken AnfUllung überdehni und funktionsunfähig geworden. Man gehe in solchem Falle beim Rinde mit der Hand in den Mastdarm ein, suche durch einen langsamen Druck auf die Blase ihre Entleerung y.n bewirken und /.war möglichsl vollständig, Meise! empflehll die Thiere führen zu lassen, liiilt im übrigen den Zustand für sein- be­denklich,
2,nbsp; nbsp;Eine zweite ungünstige Complication besteht in der Ausbildung von Stricturen der Barnröhre an der Operationsstelle; diese kommen namentlich vor, wenn die Thiere nach der Operation noch längere Zeit am Leben bleiben, was beim Rinde jedoch selten der Fall ist. Do man stets ein Recidiv befürchten muss, lässl man das Thier alsbald für die Schlachtbank vorbereiten. Häufiger werden dagegen Narbenstricturen beim Pferde beobachtet. Sollen die Thiere in diesem Zustande erhallen werden, so bleibt nur die Wiederholung des llarn-L'öhrenschnittes an tuner Stelle llbrig, die der .Blase näher liegt. Mau hat zwar empfohlen, eine Metallröhre in die Urethra zu legen (Räber), allein eine dauernde Hülfe wird damit nichl erreich!, weil durch die Reizung von Seiten des Rohres ebenfalls mit der Zeit Verengerungen der Harnröhre entstehen.
3.nbsp; nbsp;Die an der Operationsstelle etwa auftretenden Ä.bscesse sind zu spalten und nach den allgemeinen Grundsätzen zu behandeln.
Harnblasensteine gehören bei den Wiederkäuern zu den Selten­heiten; die meisten trifft man hier zufällig beim Schlachten an, ohne dass sie während des Lehens Störungen veranlasst hatten; sie werden erst naohtheilig, wenn sie eine bedeutende Grosse erreicht haben; die dazu er­forderliche Zeit wird bei dem Durchschnittsalter dieser Thiere in der Hegel nicht erreicht. Dass im übrigen die Bedingungen zur Entstehung von Blasensteinen auch bei ihnen bestehen, beweist schon das häutige Vorkom­men von Harnröhrensteinen. Hermann fand in der Blase und Harnröhre eines !gt; Monate alten Kalbes mohrore Steine im (lesannntgewiclit von 20,0 g.
Die Erscheinungen gestalten sich hier ebenso wie beim Pferde, und wenn ein operatives Verfahren nothwendig werden sollte, würde man im allgemeinen nach den dort beschriebenen Grundsätzen vorgehen können,
(') Harnsteine beim Seh wein.
Heim Schwein bähen diese Leiden weniger Interesse. Wo ein­mal durch Harnsteine bedenkliche Folgen eintreten sollten, würde bei diesen Thieren das Schlachten gerathen erscheinen. Auch bei ihnen finden sich zuweilen beim Seidachten Steine und Coucremenle in der Blase. Schell
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Krankheiten der Harnorsrane.
traf bei einem l'/s Jahre alten Schwein, das stots gesund gewesen war, nach dem Schlachten weisse, erdige Conoremente im Gewichte von 52 g In der Harnblase an,
!)) JI a r n st i' i 11 e I) s i m 11 u n d e.
Die bei älteren Hunden nicht selten vorkommenden llaniröliron-steino staiumen cdjcni'alls aus der lilasc und bleiben bei der Eut,-leerung fast immer in der liinin' dos Ruthenknochens oder diclit hinter demselben stecken. Drängen auf den Harn, Entleerung von wenigen Tropfen, Unruhe u. s. \v. lassen auch hier den Zustand kaum verkennen.
Die in die Harnröhre leicht einzurührende Metallsonde giebt nicht nur Über die Gegenwart des Steines sondern auch über den Sitz des­selben genaue Auskunft. Zum Zwecke dieser Untersuchung wird der Hund auf den Hucken gelegt, so dass die linke Seite des Thieres dem Operateur zugewendet ist. Alsdann schiebt man mii dem Zeigefinger und Daumen die Vorhaut, welche etwa '#9632;!—'#9632;') cm hinter ihrem Ende er-fasst wird. Ins über die Ruthenwulst zurück, und indem man dieselbe fest gegen diesen drückt, lässt sich der Penis leicht ans der Vorhaut hervorschieben. In die jetzt sichtbare iMündung der Harnröhre wird die Sonde liis auf den Stein eingeführt, der sich durch seine Härte bald zu erkennen giebt, Lässt die linke Hand nun die Vorhaut frei, so kann das Ende der Sonde sowie auch der Stein unter der äus.seren Haut leicht geftlhli werden.
Trotzdem bietet die Operation grössere Schwierigkeiten als bei den übrigen Thieren, hat oft erhebliche Stricturen zur Folge und ist nicht selten mit tödllichcni Ausgange verbunden. Nach meinen Er­fahrungen muss ich daher empfehlen, womöglich den Stein in die Blase zurückzuschieben, was zuweilen mit Hülfe eines elastischen Katheters gelingt. Sollte in Folge der rauhen Beschaffenheit des Steines und der bereits bestehenden Schwellung der Harnröhren­schleimhaut dieses nicht gelingen, so bleibt nur die baldige Operation zur Bettung dos Thieres übrig: denn Hlasenruptnr führt bei Hunden in 24-—48 Stunden zum Tode, und diese ist. um so mehr zu fürchten, je vollständiger der Harnabsafz verhindert erscheint.
Der II a r n r ö h r e n sc h n i fcf wird beim Hunde in der oben be­schriebenen Rückenlage ausgeführt. Indem man von einem Gehülfen die in die Harnröhre eingeführte Sonde halten lässt, wird ein 2—4 cm
langer
Hautschnitt.
unmittelbar auf dem Stein,
sodann ein zweiter
Schnit
t geführt;, we
Icher denselben bereits freilegt'
doch nun erst be-
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Iliirnsli'iiic bei ITloiBchfressern.
I 18
ginnen die Schwierigkeiten, Da nämlich die Rinne im Ruthenknocben unten enger ist, also gleicbsau] ciiie nach unten gespaltene Bohre bildet, so gelingt es hiuilig nicht, den vollständig freigelegten Stein zu ent­fernen, Man muss oft zu einer starken, doch nicht breiten Pincette greifen, um denselben zunächst zu zertrümmern, und die Stücke uns der geschwollenen Harnröhre zu entfernen, wobei die letztere leicht verletzt wird. Nicht selten linden sieh hinter dem ersten noch mehrere Steine, deren Beseitigung ebenfalls auf Schwierigkeiten stösst, Nach Ent­fernung des Steines untersuche man daher stets die Harnröhre mittelst einer Sonde oder eines elastischen -Katheters, namentlich wenn nicht sofort und in reichlicher Menge Harn abfliesst.
Weitere Hedenken ergehen sich aus der hei Hunden regelmässig eintretenden Harninflltration, die fasl immer mit gangränescireuder ECntziindung verbunden ist, Eine Hauptrolle spielt hierbei vielleicht die saure Reaction des Pleischfresserharnes; möglicherweise handelt es sieh aber um Zersetzungsproduete, die durch alkalische Gährung dos Harnes entstellen. Von Simon wurde nachgewiesen, dass auch der saure menschliche Harn in die Subcutis injicirt keim1 entzündliche Veränderungen hervorruft, wohl aber der in alkalischer Gährung be­findliche, Thatsache bleibt indess, dass die Haminfiltration heim Hunde immer entzündliche Processe veranlasst, welche zu Gangrän­bildung neigen; auch habe ich hierbei mehrfach von der Einführung vegetabilischer Nahrung und der Verabreichung reichlicher Mengen kohlensaurer Alkalien bei Hunden günstige Wirkung gesehen; oft wiederholtes Waschen der Wunde mit alkalischen Lösungen (Natr, carb. 5 —10%) erweist sich gleichfalls nützlich; ebenso das Aufstreuen von einem Pulver aus Natrium bicarbonium und Jodoform, — Wird diese Complication glücklieh üherwundon, so entstehen nach einiger Zeit Narbenstricturen der Harnröhre, wodurch die Harnentleerung erheblich gestört werden kann. Im allgemeinen gehört die Operation der Harnröhrensteine bei Fleischfressern zu den wenig dankbaren Aufgaben des Therapeuten,
Bezüglich der Harnblasensteine gilt für den llnnd dasselbe, was bereits von den Wiederkäuern und Schweinen gesagt ist. Trotz aus­gedehnter Erfahrungen in der Hundepraxis habe ich noch nie Ge­legenheit gefunden, den llarnblasensteiiisehnitt bei diesen Thieren aus­zuführen, wohl aber traf ich wiederholt Blasensteine bei Sectionen an.
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III
II
luanUlu'ik'ii dvv lliinion'iuii
;5. Der lliiniltlasonstich. Punotlo ?OSicae.
I '
Das Anstechen der Harnblase mit einem Trokart, um durch die Etilse desselben den [Jriiiabfluss zu bewirken, wenn sicli der Entleerung auf dem natürlichen Wege Bindernisse entgegenstellen, Pig, 96. soll vor allem die Gefahr der Blasenruptur beseitigen, Die Operation wurde zuerst, beim Menschen und wird hier auch heute noch bei Dysurie, besonders in Folge von Prostata-Vergrösserung angewendet. Der von Flourant zu diesem Zwecke construirte Trokart wurde für Thiele vergrössert (Fig. 96). Pilger beschrieb die Operation genauer, und später ist sie hiluflger, namentlich bei Rindern, die an Harnröhrensteinen leiden, vorgenommen worden. Vor der Ausführung muss man sich durch Untersuchung per auum überzeugen, dass eine llbermässige Anfüllung der Blase besteht. Bemerkt sei, dass sich die gefüllte Harnblase beim Pferde mich unten und vorn, also nach der Bauchhöhle zu ausdehnt; bei Ochsen und Bullen erfolgt dies mein- nach den Seiten. Die untere Bauchwand erreicht die Harnblase jedoch auch beim Pferde nicht, sondern nur beim Schwein und den Fleisch­fressern, bei denen die stark angefüllte Blase zum grossen Theil in der Bauchhöhle liegt. Es bedarf kaum der Erwähnung, dass man sich ferner davon überzeugt, ob die Entleerung der Blase nicht durch einfachere Mittel, z. B. dureb Application des Katheters, mög­lich ist.
Die Harnblase lässt sich von verschiedenen Seiten mit dem Trokart erreichen, der nach dem Vorbilde des Plour aufsehen eine mässiffe Krümmuna besitzt
Flonranfscher Trokavt.
(Fu
96).
Es sind drei verschiedene Methoden des Blasen-stiches zu unterscheiden:
1. Die b
Menscht
Zeit
meisten ffebräuchliche
Punctio vesicae suprapubica lässt sieh bei Pflanzenfressern nicht ausführen, weil die untere Wand der Blase nicht mit der Bauchdecke verbunden ist; man würde beim Pferde und Rinde nur durch die Peritonealhöhle zur Blase gelangen; bei Schweinen und Hunden kann
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Hiirnliliisciisticli.
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indess die Punction der Blase von der unteren Baucbwand erfolgen iiml ist hier um so mein- angezeigt, als die für grössere Tbiere bequemere Operationsmethode durch den Mastdarm bei den kleineren Thieren auf Schwierigkeiten stösst. Hering, welcher diese Methode für Hunde empflelüt, lässt das Thier auf die Seite legen und sticht, nachdem ein Eautschnitt gemacht ist, mit einem dünnen Trokart „auf den gespanntesten Thcil der Geschwulst in der unteren Plankengegend ein*. Beim Menschen wird in der Rückenlage unmittelbar neben der Linea alba operirt, und man sollte glauben, dass sich dieses Vor­gehen auch beim Bunde empfehlen dürfte. Hering will mit seiner Methode beim Hunde dauernde Heilung erzielt haben, doch ist nicht angegeben, woranI' die Harnbeschwerden beruhten.
-. Hoi grösseren Thieren wird der Stich vom Mastdarm aus (Punctio rectalisl vorgezogen. Diese Methode ist, leichter als die folgende, und wenn es wie oft bei Ochsen nur darauf ankommt, die momentane Gefahr der Blasenruptur zu beseitigen, da die baldige Schlachtung des Thieres in Anssiclit genommen ist, so erscheint die Methode durchaus empfehlenswerth. Mit zurückgezogenem Stilel (-ge­decktquot;) wird der Flau ran t'sche Trokart von der linken Hand ge­leitet in den Mastdarm eingeführt und so dirigiri . dass er möglichst senkrecht zur Blase gerichtet ist. Man gehe dabei nicht weit über den Blasenhals hinaus, lasse den Trokart vielmehr dicht vor demselben in die Blase eindringen, um auf diese Weise eine Oeffuung des l'eri-tonealsackes zu vermeiden.
.'!. I*ie Punctio perinealis verdient bei grösseren Thieren den Vorzug, sobald dieselben noch längere Zeil am Lehen erhalten werden sollen. Hierbei drohen nicht in dem Masse wie hei der Punctio rectalis entzündliche Processe der Harnblase, welche durch Infection vom Mastdarm ans leicht eintreten. Dich! unter dem After und etwas seitwärts von der Harnröhre wird ein Hautschnitt gemacht, und von hier aus sucht man bis zum Blasenhalse vorzudringen, indem sieh der Pinger unter Beihülfe des Messers und der Schere einen Weg nach vorn bahnt. Sobald die gespannte Harnblase gefühlt wird, führt man einen geraden Trokart gedeckt his zu derselben ein, drückt das 8t,ilet vor und zugleich mit der Hülse in die Harnblase. Nachdem das Stilet zurückgezogen ist, findet die Harnentleerung durch die Hülse statt, welche man langsam nach vorn schiebt, um der Bewegung der zusammensinkenden Blasenwand zu folgen, öenügl die einmalige Entleerung, SO wird der Trokart, alsbald entfernt; das Heften der Haut­wunde ist nicht erforderlich. Hering empfiehlt, nachdem der Haut-
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Krankheiten clei' Harnoi'trane.
schnitt gemacht ist, ohne Trennung des Bindegewebes direct in der Richtung der Harnröhre mit dem Trokart zur Harnblase vorzudringen; bei starker FüUuug ist dieselbe kaum zu verfehlen,
EStwaige Verletzungen der Prostata oder der Samenblasen bleiben in der Regel ohne Bedeutung, besonders bei castrirten Thieren, Auf der anderen Seite liegt aber kein Grund vor, dem Trokart nielit so­weit möglich einen sicheren Weg zu bahnen, zumal wenn hierbei die Regeln der Antiseptik Beachtung linden. Soll das Thier nach der Operation längere Zeit erhalten bleiben, so verdient diese Methode entschieden den Vorzug, zumal die Wiederholung des Verfahrens er­forderlichen Falles erleichtert sein würde.
Die lliilso des Trokarts Kann 1—2 Tage liegen bleiben, bei Ochsen, die der Schlachtbank llbergeben werden sollen, ist dieses sogar zu empfehlen, und da der Trokart sidi hier leichter befestigen lässt, als im Mastdarm, so verdient die Methode auch noch ans diesem Grunde den Vorzug.
Bei ruhigen Thieren lassen sich diese Operationen, nachdem die Hinterftlsse gespannt sind, und eine Bremse angelegt ist, im Stehen ausführen. U vehner empflehll die RUckenlage, weil hierbei die Blase vom Mastdarme aus noch leichter zu trelfeii sein soll. Dass das Niederlegen bei stark gefüllter Blase vorsichtig erfolgen muss, wurde bereits erwähnt.
4. Verletzungen, Entzündung and Strlcturen der Harnröhre.
Lit.; A.liim, Ad. Wochensohr. 1877 u. 1888. Bluhm, Thierftrztl. Mitth. 1877. S. 139. Moussu, Jahresber. 1887. 8. 17. Fuchs, Thierftratl. Mitth. 1891.
Abgesehen von den operativen Eingriffen kommen Verletzungen der Harnröhre selten vor. Adam beschreibt eine Verwundung der Harnröhre beim Pferde durch einen eisernen Haken; die Heilung war mit Schwierigkeiten verbunden. Fuchs berichtet Über ein Pferd, das sich durch einen Sturz vor einem Pferdebahn wagen eine schwere Ver­letzung zugezogen hatte. Die Harnröhre war durch einen Haken fast vollständig aus der Kuthe gerissen, nur ein kleiner Theil derselben haftete noch an der Eüchel. Das herausgerissene Stück stand nur noch mit der Blase in Verbindung. Etwa 10 cm der Urethra wurden abge­schnitten und die Wunde desinticirt. Nachdem die einige Stunden später aus dem Corp. eavernosum der Harnröhre eintretende Blutung durch Unterbindung gestillt, und die sich einstellende starke Anschwellung nach 8 Tagen wieder verschwunden war, erfolgte in I Wochen Heilung,
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Verletzungen und Entzündungen der Harnröhre,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;| 17
so dass das Pferd seinen Dienst wieder vervichten konnte. Die Harn­röhre mündete etwas unter dem Damm,
Knl/.und lie he l'rocesse der Harnröhre könnet] durch Fremd­körper veranlasst werden, die zufällig in dieselbe gelangen oder ab­sichtlich z, B, zu Heilzwecken in diese eingeführt wurden.
Fremdkörper, wie Kornä-hren (Bluhm), die in Folge ihrer rauhen Beschaffenheit sich alhnilhlich weiter verschieben, wenn sie in eine enge OefFnung gelangen, erzeugen Verletzungen der Schleimhaul und entzündliche Processe derselben, Speciflsche Zustände, wie die Gonorrhoe des Menschen sind bei Thieren bisher nicht bekannt; nur bei männ­lichen Hunden triift man zuweilen chronisch-eiterige Katarrhe der Harnröhre an; meist, aber besteht der sog, Tripper des Hundes in eiterigem Vorhautkatarrh (S, 468).
Harnröhrenstricturen wurden am häufigsten nach operativen Eingriffen, nach dem Harnröhrenschnitt, nach Amputation der Ruthe u, s. w. beobachtet; auch können zufällige Verletzungen dazu Ver­anlassung geben (Adam).
Perforirende Wunden der Harnröhre geben sich durch Harn-ahtluss aus derselben beim Uriniren zu erkennen: oft gesellen sich hierzu Erscheinungen der Haruinfiltration, nämlich entzllndliche Pro­cesse, verbunden mit starker Schwellung und Neigung zur Gangrän­bildung. Diese entstehen am leichtesten, wenn die SchleiuihanlwLinde grosser ist als die in der äusseren Haut, oder wenn letztere ilberlumpt nicht getrennt ist (Quetschungen), Durch entzündliche Schwellung der Schleimhaut der Harnröhre kommen ähnliche Harnbeschwerden zu Stande wie bei Harnröhrensteinen (S. 429), Heim Rinde will man auch Zerreissungen der Urethra in Folge von Harnröhrensteinen be­obachtet haben.
Gleiche Erscheinungen veranlassen Fremdkörper in der Harn­röhre. Bluhm berichtet über ein Pferd, welches an Kolik litt. Harnverhaltung zeigte und die Ruthe aas dein Schlauche hervor­hängen liess; bei genauer Untersuchung fand sich ein I Zoll langer Strohhalm mit Aehre in der Harnröhre.
Strict nren kennzeichnen sich durch allmählich zunehmende Harnbeschwerden| der Absatz des ürina erfolgt in immer kleiner werdendem Strahle und dauert, in Folge dessen längere Zeit; schliess-lich kann der Harn nur noch tropfenweise entleert, werden. Der Katheter muss über den Sitz und die Ausdehnung derStnctur nähere Auskunft geben. Die durch Harnröhrensfceine erzeugten Beschwerden treten in der Regel plötzlich hervor (S. 136).
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IIS
[Crankheitsn der Earnorgane.
Eiterige Katarrhe der Schleimhaut der Harnröhre lassen sieb bei Hunden in einfacher Weise dadurch nachweisen, dass man das Thier auf den Kücken legt, die Ruthe hervorziehl (S. 442) und nun mit einer Sonde von dem Wulst^ des Penis zur Harnröhren-mündung streicht. .Besteht: Qrethritis, so entleert sich hierbei eiteriges Seeret ans der Mündung der Urethra.
Die Eeui'theüung dieser Zustände gestaltet sich sehr verschieden.
Hei Verletzungen h'dngl die Prognose davon ab, ob mit den­selben Stallungen in dem llarnabsatz verbunden sind, oder ob Harn­infiltrationen bestehen bezw, zu erwarten sind. Die ersteren können sowohl durch entzündliche Schwellung als auch durch Stricturen ver-anlasst werden. Je weniger solche zu befürchten sind, und je ge­ringer die Gefahr der Harninflltration, um so günstiger wird die Prognose. Aus diesem Grunde sind Harnröhrenverletzungen bei Fleisch­fressern bedenklicher, da sie sich leicht mit einer gangränescirenden Phlegmone verbinden (S. 443).
Intrauretrale Verletzungen durch unvorsichtige Application des Katheters zeigen sieb im allgemeinen ungefährlich; da die Wunde sich nach vorn öffnet, so kommt es nicht so leicht zur Harninflltration. Dagegen geben Verletzungen durch Fremdkörper leicht zur Harnver­haltung und entzündlichen Proecssen der Schleimhaut mit Bildung von Harnröhrensteinen Veranlassung, indem sie den Keim zu Nieder­schlägen aus dem Harn abgeben.
Höchst bedenklich sind Stricturen bei Thieren, die noch längere Zeit am Lehen erhalten werden sollen (Pferd); sie werden um so ge­fährlicher, je grosser die mit ihnen verbundenen Harnbeschwerden sind.
Behandlung. Erste Aufgabe der Therapie bei Verwundungen der Harnröhre besteht in der Verhütung von Harnbeschwerden und Haminflltrationen sowie in Begünstigung des Heilungsvorganges. Je regelmässiger und schneller die Heilung verläuft, und je weniger Narbengewebe entsteht, um so geringer die Aussicht auf Stricturen durch Narbenretraction. Die Leitung des Heilungsprocesses erfolgt nach den allgemeinen Grundsätzen; man sorge dafür, dass die Wunde möglichst ^^(|ni,^#9632; durch Harn verunreinigt wird. Glatte Wunden der Schleimhaul lassen sich mit Catgut oder Seide heften und bei Pflanzen­fressern unter Umständen selbst per primam intent, zur Heilung bringen. Noch wichtiger ist das Heften der Schleimhaut bei Fleisch­fressern, um llarmnlillrationen vorzubeugen. Aus demselben Grunde
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Ihini.-trinc bei Fleischfressern,
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bleibt laquo;lit! Hautwunde ara besten ollen, es sei denn, dass auch hier ausnahmsweise Aussicht auf Heilung per prim, int. bestände. Wo dies nicht der Pali Ist, sorge man dafür, dass die Wunde in der äusseren Haut grosser ist als in der Schleimhaui der Harnröhre, erweitere die erstere nöthigenfalls und lasse bei Fleischfressern die verletzte Stelle nt't wiederholt, (stündlich) mil einer nlljalischen Flüssigkeit waschen (Xatr. carb. 50/o)j oder man streue Jodoform mit Natr. bicarbon. (ä) auf die Wunde und verordne ausschliesslich Pfianzen-nahrung, bis die Wunde geheilt ist. Die grösste Sorgfalt ist in den ersten Tagen erforderlich; mit der Oraiiulatioiisbildimg wird die Ge­fahr der llarnintiltration geringer. Vorsichtig sei man auch bei Ver­letzungen mit dem Katheter; wenn in den ersten 24 Stunden starke Anschwellung und Harnverhaltung auftritt, kann der Harnröhrenschnitt oder die Function der Blase nothwendig werden, um Buptur derselben zu verhindern. Fremdkörper sind möglichst bald aus der Harnröhre zu entfernen, und die durch sie veranlasste Entzündung und Ver­letzungen nach den Umständen zu behandeln.
Bei Harninfiltrationen muss für den Abfluss des Urins Sorge ge­tragen werden; am sichersten erreicht man dies mit Hülfe von Haar­seilen oder besser noch von Drainröhreu: auch können Skariticationen nützlich wirken.
Stricturen der Harnröhre lassen sich zwar mittelst Katheter oder Bougies (lehnen, um so eine Erleichterung in der Harnentleerung /,ii erzielen, allein die Wirkung dieser Mittel ist meist schnell vor­übergehend; daher muss die Application derselben öfter wiederholt werden, wodurch ihre praktische Brauchbarkeit bei Thieren in Frage gestellt wird. Bei grösseren Thieren kann unter Umständen der Harnröhrenschnitt wenigstens vorläufig Harnbeschwerden beseitigen, auf die Dauer wirkt auch diese Operation nicht, weil sich in Folge derselben neue Harnröhren stricturen ausbilden. Bei Stricturen in der Nähe der 1 larnröhrenmiindung kann Spaltung derselben das Hinder-niss heben.
Heilen Verletzungen der Urethra nur unvollständig, so dass eine kleine Oefinung in ihrer Wand übrig bleibt, durch welche beim Harn­absatz Urin entleert wird, so spricht man von einer 11 am röh ren-listel. Ihre Heilung gelingt zuweilen mit Hülfe von Aetzmitteln oder des Olübeisens: der Zustand bietet aber der Therapie oft grosse Schwierigkeiten und wird noch dadurch bedenklich, dass er mit der Zeit ZU Stricturen der Harnröhre führt. Moussu beobachtete solche beim Hunde nach Verletzung der Harnröhre,
Möller, Spedelle Chtmrgio (ttr Thierärzte, a, Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 29
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Krankheiten der Hamorgune.
5. Lilhmiuig der Harnblase. Cystoplegle,
Katheterismus.
Lit.; Hiirfs, Jahresber, 1887. S. 77. Grintzcr, das, 1887. S. 77.
Durch Liilinunig des Detrusor urinae entsteht Unvermögen, den Harn aus der gefüllten Blase zu entleeren, ein Zustand, welcher bei Thieren am Utlufigsten durch üeberdehnung dieses Muskels bei liingiM' andauernder Harnverhaltung herbeigefllhrt wird, #9632;/.. \\. bei Harn­röhrensteinen. Lähmung des Sphinkter vesicae bedingt unfrei­willigen A.bfluss des Harns (Enuresis, Incontinentia urinae). Nicht selten bestehen beide Zustände nelieu einander, z. B, bei schweren inneren Leiden, Kalbefieber, Gehirnkrankheiten, HUmoglobinurie u.s. w.; auch bei Erkrankungen des Rtickenmaa'ks, Fracturen der Rücken-und Lendenwirbel kommen Blasenlilhmungen zu Stande und /.eigen si(di zuweilen in Verbindung mit LBhmung des Schweifes und Para-plegie (vergl. diese). Steine und Griess in der Harnblase können ebenfalls Lähmung derselben veranlassen.
Erscheinungen. Ist nur der Detrusor gelähmt, so füllt sich die Blase allmählich, worauf Harn iu kleinen Mengen entleert wird (Ischurie); gesellt sich Spliinkterlähinmig hinzu, so tritt unfreiwilliger Abfluss ein: die Blase fliesst ebenso wie ein gelulltes Gefäss über. Man bezeichnet den Zustand als Ischuria paradoxa. Durch Druck vom Mastdarm aus lässt sieb hierbei die Blase entleeren; ebenso werden bei der Defdcation, oder wenn aus andern Gründen die Bauch­presse wirkt, kleinere oder grossere Mengen Harn entleert. In Folge ausschliesslicher Lähmung des Sphinkter fliesst der Harn auch aus der nicht gefüllten Blase ununterbrochen ab (Enuresis); doch füllt sieb bei männlichen Thieren auch hierbei die Blase bis zu einem ge­wissen Grade.
Die Beurtheilung hängt von der Art, der Ursachen ab. Als Grundsatz gilt auch hier, dass die Prognose um so ungünstiger wird,
je länger der Zustand ob
ht liehe 1
raquo;esserung
esteht.
Behandlung. Erste Aufgabe der Therapie bildet die Beseitigung der Ursachen, fnnerlich finden Strvclniiu, ('anthariden u. s. vv. An­wendung. Bei starker Füllung in Folge Detrnsorlähmung kann die Entleerung durch Druck auf die Blase vom Mastdarm aus erfolgen; gelingt diese nicht, so muss der Katheter applicirt werden.
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Kallirtcrisimis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .);,!
l)i(' Anwendung des Katheters — Katheterisiren — verlangt naoli zwei Richtungen Vorsicht: es müssen sowohl intraurethrale Verletzungen als auch die Uebertragung vom [nfectionsstoffen und Fäulnisserregern in ili(gt; Blase vermieden werden. Die durch letztere veranlasste Zersetzung lt;lrs Harns regt nicht, nur entzündliche Processe in der Blase an, sondern führ! auch zu einer oft tödtlicben Pyelonephritis, indem sich die entzündlichen Vorgänge bis in das Nierenbecken fortsetzen. Man benutzt in Deutschland meist elastische Kautschukröhren, deren äussere Ausflussöifnung etwas er­weitert ist (T r i c h t e r oder Pavillo nj, während das entgegengesetzte Ende eine oder zwei seitliche Oefinungen (Augen oder Fenster) besitzt, durch welche der Harn in den Katheter eintreten kann. Kine passende Sonde dient zur Erleichterung der Einführung und Reinigung des Instruments.
Bei grösseren, männlichen Thieren genügt in der Regel eine Grosse, bei Hunden muss man Katheter von verschiedener Stärke vorräthig halten. Für Stuten und Kühe kann eine gerade odor schwach gebogene, an ihrem Ende gut abgerundete Röhre, im Nothfalle selbst der Zeige- oder Mittel­finger den Katheter ersetzen. Auch stösst die Einführung des Katheters bei diesen Thieren selten auf Schwierigkeiten, wenn man sich vergegen­wärtigt, dass die äussere Oeffnung der Harnröhre auf der unteren Scheiden­wand liegt, auf welcher man also das Inslrunient nach vorn und in die Harnröhre gleiten lässt. Bei Hengsten und Wallachen stellt man sich zur Application des Katheters an der linken Bauchseite des Thieres auf und zieht den Penis aus dem Schlauche hervor. Um denselben leichter hulten zu können, wird ein Tuch um den Penis geschlungen, und nun der Katheter eingeführt. Derselbe muss jedoch vorher sorgfältig gereinigt werden, um [nfectionen des Harnes in der Blase zu vermeiden, und um ihn leichter ein­führen zu können, bestreicht mau die Oberfläche mit Oel oder Wasser; — dies ist sogar nothwendig. fn den vorderen Abschnitten der Harnröhre gleitet der Katheter leicht vorwärts, wenn man das Instrument langsam schiebend vorwärts bewegt. Schwierigkeiten entstehen erst beim Fassiren der Krümmung der Harnröhre auf dem Sitzbeinausschnitt. Hier uiuss ein Gehülfe durch Druck auf das Ende des Katheters diesem die Richtung nach vorn zur Blase geben, während der Operateur das Instrument vorsichtig nachschiebt und die Sonde allmählich zurückzieht : heftige Bewegungen ver­anlassen hier leicht. Verletzungen der Harnröhre, die unter allen Umständen vermieden werden müssen.
Sobald das vordere Ende des Katheters diese Stelle passiri hat, gleitet er wieder leichter nach vorn und erreicht nun alsbald den Blasenhals, welcher der Einführung meist keinen erlieblichen Widerstand entgegensetzt. Man zieht alsdann die Sonde aus dem Katheter zurück und lässt den Urin ablliessen.
Bei Bullen und Ochsen lässt sich nur das vordere Ende der Harnröhre bis zur S-förmigen Krümmung katheterisiren, wozu jedoch nur selten Ver­anlassung gegeben ist. Dasselbe gilt von männlichen Schafen, bei denen die Einführung durch den freien Abschnitt der Harnröhre noch erschwert wird: im Nothfalle wird das Ende abgeschnitten, oder man schneidet die Harnröhre hinter dieser Stelle ein (S. 440).
Am leichtesten gestaltet sich das Katheterisiren beim Hunde, Man lässt das Thier auf einem Tisch in die Rückenlage bringen, so lt;lass die linke Seite des Thieres dem Operateur zugewendet, ist. Alsdann entblösst man den l'enis in der S. IlL' beschriebenen Weise und schiebt, nun den sorgfältig präparirten Katheter in die Harnröhre ein. Um Verletzungen der urethra an ihrer Krümmung über dem Sitzbeinausschnitt zu vermeiden,
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Knnikhi'iti-n Aqv Harnoi'tnine
zieht mau, sobald das Instrument bis zu dieser Stolle vorgedrungen ist, die Stahlsonde des Katheters in demselben Masse zurück, wie letzterer vordringt; wenn die Blase erreicht ist, entfernt man die Sonde ganz.
Durch den Katheter können unter Umständen Flüssigkeiten In die Blase eingeführt, die Schleimhaut derselben also direct behandelt, oder zer­setzter Urin u. s. w, entfernt werden. So injicirte Baer tz bei Harnzwang ein [nfusum Belladonnae mit gutem Erfolge. Grintzer will beim Kathete-risiren eines Pferdes eine krankhafte Contractur des lilasenhalses durch Olysmata von Chloralhydrat, welche in Intervallen von ' i Stunde an­gewendet wurden, beseitigt haben.
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(l. Entzttudnng lt;llt;'r Harnblase. Cystitis.
bit.: Oeben, Thieitetl. Mitth. 1858. S. 171. Siedamgrotzky, Dresd. Ber. 1886. S. 23. Friedbovger, Münch. Der. 1877/78. S. 110. Fünfstück, Dresd. Her. 18()!gt;. S. 27. Köder, das. 1891. S. 96.
Entzündliche Processe der Schleimhaut der Harnblase bilden meist die Folge von Zersetzungen des Harnes (alkalische Gährung) und Heizung durch die schädlichen Produkte derselben; oder sie entstehen durch mechanische Läsionen von Seiten harter Gegenstande (Blasensteine). .Bei weiblichen 'l'hieren setzen sich infectiöse, z. B. diphtheritisohe oder septische Entzündungen von der Gebärmutter und Scheide auf die Harnblase fort; so namentlich bald nach dem Gebären: Röder beobachtete solche bei Kühen. Endlich können reizende Substanzen durch den Harn aus dem Blute abgeschieden werden und bei ihrem längeren Aufenthalte in der Blase entzündliche Beizungen ihrer Schleimhaut veranlassen (Canthariden, Terpentinöl und andere Substanzen), Vielleicht finden auch die im Verlaufe von Infections-krankheiten auftretenden Blasenentzündungen auf diese Weise ihre Ent­stehung.
Entzündung der Aussenfläche der Blase, der sie bekleidenden Serosa (l'eri cystitis) stellt sich bei diffuser Peritonitis nach der Castration und ähnlichen Veranlassungen ein; sie kann aber auch local auftreten, indem sich chronisch entzündliche Processe von der Gebärmutter, dem Mastdarm, den Samensträngen auf die Serosa der Blase ausbreiten.
Oeben fand bei einem Pferde, welches 4 Tage lang an Kolik gelitten hatte und unter massenhafter Kothentleerung und fortgesetztem Drängen zu Grunde gegangen war. die Wand der Harnblase etwa 5 cm dick; ebenso waren Mastdarm und Schenkelarterien tingerdick in ihren Wandungen ohne Verkleinerung des Lumens; wahrscheinlich war der entzündliche Process vom Mastdarm ausgegangen.
Siedamgrotzky konnte bei einem Wallach, welcher an Eimresis paralytics litt, auf den Harn drängte, aber nur geringe Mengen stoss-weiso entleerte, während in der übrigen Zeit unfreiwilliger Ablluss erfolgte, mittelst Ausspülung der Blase eine grosso Menge Sedimente entleeren. Bas Pferd ging jedoch zu Grunde und bei der Section fand sich eiterig-diphthe­ritisohe Cystitis, Pyelonephritis und Peritonitis. Priedberger berichtet über eine cbronisch-hiiinorrhagisch-|mrulente Cystitis beim Pferde, welche durch Blasensteine veranlasst war. Katarrhalische Erkrankungen der Blasen-Schleimhaut können wahrscheinlich auch durch Erkältungen veranlasst werden.
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Entzündung iler Harnblase.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 453
Erscheinungen, Oefteres Drtlngen auf Harn und Entleerung kleiner Mengen zuweilen krankhaft vertlnderten Urins deuten auf 'las Leiden hin, Die Thiere Bchachten hiiufig ans und ziehen die Hoden in die Höhe; mttnn-liehe zeigen zuweilen Erectionen, weibliche das sog. „Blitzenquot; der Scham. Hei Druck vom Mastdarm auf die meist leero Blase iiussern die Thiere leb­hafte Schmerzen; Fleischfresser zeigen dasselbe beim Druck auf die hinteren Abtheilungen der Bauchdecken; nicht selten sind hiermit leichte Kolik-erscheinungen verbunden. Der entleerte Harn zeigt eine trübe Be­schaffenheit und liisst bei der mikroskopischen Untersuchung zahlreiche lilasenepithelien, Blut- und Eiterkörporehen, Scbleimflocken gt;inil nicht selten auch Tripelphosphatkrystalle in der bekannton Sargdeckelform nachweisen. Hei Fleischfressern nimmt der Harn hierbei alkalische Reaction an.
Reichliche Eiterbeimischung bewirkt ein gelbes .Sediment, während bei der Blasendiphtherie Croupmenbranen mit dem Harn entleert werden. Hie infectiösen Erkrankungen der Blase pflegen auch mit Fieber verbunden zu sein, dessen Höhe über die Natur und Bedeutung der Heiden Aufsohluss laquo;.riebt. Bei der Gegenwart von Blasensteinen finden die blutigen Entleerungen namentlich nach der Arbeit statt (S. 429).
Die chronische Pericystitis verläuft in der Regel ohne auf­fällige Krankheitserscheiimngen und führt zu allmählicher Verdickung der Blasenwand. Bei der Section zeigt der Zustand grosse Aehnlichkeil mir, hypertrophischen Processen der Harnblase, welche in Folge von andauernden Harnbeschwerden (Dysurie) auftreten und mit abnormer Erweiterung der Blase verbunden sind. Fünfstück land bei einer Ziege die Harnblase von enormer Grosse; sie fasste an 30 Liter Flüssigkeit.
Der Vorlauf dieser Leiden ist verschieden, während die eiterig-diphthe-ritische Cystitis entweder direct oder in Folge v/m Complication mit Pyelo­nephritis in kurzer Zeit zum Tode führt, können chronische Entzündungen durch Blasensteine oder Sedimente und ebenso Pericystitis Jahr und Tag bestehen, wenn dio Ursache der Erkrankung nicht beseitigt wird. Katarrha­lische Cystitis endigt meist in wenigen Tagen mit Heilung. Die genauere Untersuchung des Harnes in Verbindung mit den Krankheitserscheinungen muss daher vornehmlich zur Heurtheilung dos Zustandes herangezogen werden. Dieses erscheint um so mehr nothwendig, als sich aus dem Er-gebniss derselben wichtige Grundsätze für die Therapie ergeben. Zu be­achten bleibt, dass manche dieser Erkrankungen grosse Neigung zu Reci-diven besitzen.
Behandlung', Gelingt es auch durch innerliche Arzneien auf diese Blasenleiden heilend einzuwirken, indem gewisse Substanzen mit dem Harn wieder ausgeschieden werden, dabei also mit der Schleimhaut der Harnblase in Berührung kommen, so muss doch die directe Behandlung als noch wirksamer bezeichnet werden. Man hat innerlich Borsäure, Salicylsäure und borsaures Natrium, ferner Kalium chloricum, Tannin, welches als i'yrogallussäuro ausgeschieden wird, in Anwendung gebracht, und lassen sich auf diesem Wege einfache katarrhalische Entzündungen mit Erfolg bekämpfen.
Sobald sich jedoch Zersetzungsvorgänge, namentlich alkalische Gäh-rung dos Urins bemerkbar machen, muss die Localbehandlung eintreten. Ausspülungen der Blase unter Anwendung des Katheters, bei Stuten und Kühen eines Gummischlauches mit Salicylsäure (Voncentrirte wässerige Lösung), Carbolsäure (0,5 quot;/o), Sublimat (0,5 00/oo), Borsäure (2deg;/laquo;), Creolin (1—30/o), Höllenstein (0,5—l,00/o), Tannin (1—2quot;,.) linden zweckmässige
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I')!nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Flarnovganei
Anwendung, müssen aber mindestens täglich einmal applioirt worden. Diu Schwierigkeit der Therapie liegt aber darin, dass die Anwendung dieser Mitte] bei männlichen Thieren nur von Sachverständigen ausgeführt werden kann. Selbstverständlich müssen die Lösungen nahezu Bluttemperatur be­sitzen. Bei der Gegenwart von Ooncrementen und Sedimenten wendet man entweder kräftige Spülungen der Blase an, oder es erfolgt zunächst die Entfernung des krankhaften Blaseninhaltes, Die bei der Application des Ka­theters erforderlichen Vorsichtsmassregeln wurden bereits erwähnt (S, 451). Beim Menschen wendet man gegen chronische Cystitis neuerdings Salol innerlich an; durch dieses Mittel solider alkalische Harn wieder sauer und klar werden, auch seinen fauligen Geruch verlieren, Vom -Magen gut er­tragen spaltet sich Salol im Dünndarm durch die Einwirkung des Pancreas-sattes in Saliovlsäiire und Phenol,
7. Der Vorfall und die UmstlUpang (ler Uarnblase bei weiblicheraquo; Thlereu. Prolapsus et luvorsio vesicae.
Lit.: Chariot, raquo;mill path. Anatom. S. 211. Crüger, Gurlt n. Hertwig. 14. S. 78. Lonne eker, das. 31. S, 16, 11 u r z a \v a , Thierftrztl. Milth. 1874. S. 145, Leistikow, Jahrb. 1887, S. 77, Riviere, Her. Rep. 28. S. 329. Mann. Thienhv.tl. Mitth. 18S9, S, 161. Ilolgcn, Her. Operationslehre. III. Anil. S. 291. Degive, Her, Rep. 39. S. 177. Qaullet, Gurlt path, Anaioni. S. 211, Rauscher, Her. Rop, 47. S, 9,
Bei Kühen und weiblichen Schweinen, selten bei Hündinnen, kommen während des Qebäraktes Zerreissungen der unteren W and der Scheide vor, wodurch die Mögliclilceil entstellt, dass die iiarn-blasc durch diese Oeffnung in die Scheide und durch die Scham selbst bis nach ansscii tritt. (Prolapsus vesicae.) Der Zustand kenn­zeichne! sich dadurch, dass das vorgefallene Organ an seiner Ober­fläche mit der Serosa bekleidet erscheint, Durch allmählich zunehmende Ptillung der Blase vergrösserl sich die meist kugelförmig gewölbte Geschwulst, welche auf Druck' kleinere oder grössere Mengen Harn entleert. Geht imm mit der llaml oder dem Finger neben denn Pro­lapsus in die Scheide ein, so lüssi sich der Riss in der unteren Wand derselben direct nachweisen.
Die Diagnose des Vorfalls stüsst somit in der Regel auf koine Schwierigkeiten; do der Zustand jedoch beim Gebären auftritt, so kann bei oberflächlicher Untersuchung wohl eine Verwechselung mit hervortretenden Eihäuten vorkommen und bedenklich werden, wenn der ilülfeleistomle in diesem Glauben dieEarublase pei'forirt (Chariot).
Als Invorsio, l'mstül |gt; u Hg der Harnblase wird ein Zustand bezeichnet, bei dem sich die Blase durch die Harnröhre muh aussei) gestülpt hat, (dwa wie eine mngewomlete Tasche. Das Leiden wurde
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Vorfall uml (JmstUlpung der Harnblase.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;455
bisher fast mir bei Stuten zur Zeil des Gebarens beobachtet, und zwar entweder wilbrend oder bald nacb Ablauf desselben. Crüger beobachtete den Zustand bei einer Stute, welche kurz vorher eine l'elil^'eliurt überstanden und dabei einen I )iuiiinriss erlitten hatte. Lönnecker sah die (Jmsttllpung bei Stuten sowohl während der Trächtigkeit sowie aucb nach dem Gebären. Esser (mündliche Mit-thcilung) constatirte das Leiden beim Schweine ebenfalls nach dem Gebären. Ks scheint hiernach, dass um diese Zeit eine aborme Er­weiterung der Urethra besteht, welche zur Umstülpung der Blase erforderlich Ist. Mann beobachtete jedoch das Leiden bei einer Stute erst :5 Wochen nach dem Gebären. Eauscher berichtet über ein 2'/ä jähriges Fohlen, welches mit dem Leiden behaftet war. Vielleicht kann auch (.'ine forcirte Erweiterung der Harnröhre, wie sie zur Ent­fernung von Blasensteinen bei Stuten stattfindet, namentlich dann zu dem Leiden Veranlassung geben, wenn die Bauchpresse heftig wirkt. Beim Wallach habe ich wiederholt bedeutende Erweiterungen des Blasenhalses zum Zwecke der Entfernung von Blasensteinen erzielt, SO dass ich mit der ganzen Hand in die Blase gelangte (S. 434), ohne jedoch den Zustand zu beobachten.
Die'umstülpung der Harnblase giebt sich durch eine kolben­förmige Geschwulst zu erkennen, die entweder in der Scheide iie.e't, oder durch die Vulva nach aussen hervorgetreten ist (Fitf. 97). Die Geschwulst erscheint elastisch, ist von der Schleimhaut der Blase bekleidet, an der sich zwei Falten, die Einmündungen der Harn­leiter, bemerklicli machen. Durch Aufheben der Geschwulst oder Druck auf dieselbe sowie beim Gehen des Thieres entleert sich oft der Harn in hohem Bogen und doppeltem Strahle (Fig. 07).
Die Schleimhaut wird durch die andauernde Wirkung der üusseren Luft allmählich trocken, durch Schmutz und Staub verunreinigt und kann schliosslich nekrotisiren. Nach längerem Bestehen tritt auch wohl durch Verengerung der Harnröhre Abschnürung der Blase ein. die sieh durch starke Blutstauung äussert und selbst zur Zerreissung der Blase führen kann. In Folge Verletzungen des Organes fällt die Geschwulst zusammen.
Beurtheilung. Ks liegt auf der Hand, dass ein Prolapsus vesicue bedenklicher wird als die Umstülpung. Bei jener ist nämlich die Peritonealhöhle geöffnet, wodurch die Gefahr der Pentonitis ent­steht, bei dieser nicht. Nur bei frischem Vorfall, so lange die Serosa der Blase noch keine erheblichen Veränderungen erfahren hat. darf die
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Kranklu'iten der llai,noilt;':nio.
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Reposition ausgeführt werden; anderenfalls würde man hierduroli eine septisclie und regelmilssig tödtlich verlaufende Peritonitis veranlassen. Günstiger gestaltet, sich die Prognose bei der [nversio vesicae. Die Schleimhaut der Blase besitzt grösseve Widerstandsfähigkeit, und wenn auch nach erfolgter Reposition entzündliche Heizung derselben eintritt, so wird dadurch die Heilung nicht ausgeschlossen. Von dem Zustande der Schleimhaut hängt daher in erster Linie die Prognose
Fitr. 07.
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UmstlUpung der Harnblase bei einer Sinti1 (nach Ourlt),
ab, sodann von der Weite der Harnröhre; solange diese die Repo­sition gestattet, imiss dieselbe versucht werden; gelingt sie nicht, so bleibt zur Erhaltung des Thieres noch die Amputation der Blase übrig. In Bezug auf Verwechselung mit den EihÄuten gilt dasselbe, was vom Blasenvorfall gesagt wurde: auch hei der ümstülpung der Blase hat die Annahme, dass es sich um Eihäute handele, zuweilen zu fatalen Consequenzen für den Patienten und den Operateur geführt (Hang).
Behandlung. Wenn an der Serosn der prolahirten Blase keine erheblichen Veränderunofen eincetreten sind, reiniste man dieselbe soralaquo;
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Vorfiill und Umttttlpung der Harnblase.
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faltig mii Desinflcientieu, entleere den Inhalt durch Druch auf ilas Organ, oder mit Hülfe eines feinen, sorgfältig desinflcirten Trokai'ts, der an der oberen Wand in der Nähe des Blasengrundes applicirt wird, und suche, nachdem auch die Scheide gereinigt und desinficirt ist, die Bluse zu reponiren. Hierbei muss auf die Wunde in der Scheide Rücksicht genommen werden. Sofern nicht heftiges Drängen besteht, ist eine Wiederholung des Vorfalls kaum zu befürchten, der man noch durch Eünspritzeu einer lauwarmen Flüssigkeit in die repo-nirte Blase entgegentreten kann. Riviere constatirte Blasenvorfall bei einer Kuh bald nach dem öebären und zwar durch einen 8 cm langen lüss in der Scheide. Nach Entleerung des ßlaseninhfiltes wurde die Reposition mit Hülfe eines Ilollunderrohres be^virkt, und obgleich starkes Drängen bestand, trat der Vorfall nicht wieder ein; es erfolgte sogar Heilung. Sollte der Kiss in der unteren Schoidon-wand nicht weit von der Scham entfernt liegen, so würde mau den Versuch machen können, denselben zu heften, um nicht nur ein KV-cidiv, sondern auch das Einfliessen von Urin in die Bauchhöhle zu verhüten.
Auch bei der Blosenumsttilpung ist möglichst bald, bevor die Schleimhaut erhebliche Veränderungen erfahren hat, die Repo­sition zu bewirken. Nach Entleerung der Blase durch Druck und Reinigung der vorgefallenen Theile liissf man das Thier mit dem Hiutertheile hoch stellen und gehörig bremsen. Unter Umständen zeigt sich die Harnröhre so weit, dass mau die vorgelagerte Blase mit der Hand durch dieselbe reponiren kann (Mann, Lönnecker, Hurzawa). Sollte die Harnröhre zu eng sein, so wähle mau einen stumpfen Stock, der an einem Ende gut abgeglättet ist, um Ver­letzungen der Harnblase zu vermeiden; Lönnecker bediente sich hierzu einer Schlundsonde. Die Hand bezw. der Stock wird auf den Grund der Blase gesetzt und diese durch die Harnröhre geschoben. Man verfährt hierbei also umgekehrt wie bei der Reposition eines Prolapsus. Durch Einspritzung einer lauwarmen Flüssigkeit, verdünnter Alaun­lösung (1 — 5 0/o) oder Tannin (1—2deg;/deg;) lässt sich die Wiederkehr der ümstülpung verhindern und die entzündliche Reaction bekämpfen; auch wird die Verengerung der Hanwöhre durch dieses Mittel ge­fördert. Durch langsames Führen, Druck auf das Kreuz oder Be­wachung des Thieres muss event, das Drängen derselben und die abermalige Umstülpung verhindert werden.
Lönnecker heftete bei einem Recidiv die Harnröhrenmtindung mit Hülfe eines Bleidrahtes am 5, Tage nach dem Hervortreten dos Leidens.
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Kranklii'iti'ii cloi' tIagt;l'II01'gagt;n6,
Er fasste dio Schleimbaatfalte mit laquo;lor linken Hand, hob sie in die Höbe und legte einen Bleidrabt durch dieselbe, worauf Heilung erzielt wurde. Holgen will selbst 5 Wooben nacb dem Eintritt des Leidens nooh die Reposition mit Erfolg ausgefllbrt haben; wahrscheinlich hat jedooh die Blase
während dieser Zeit nicht dauernd vorgelegen. Das gleiche dürfte von dem dureli 1) ogive initgetheilten Falle gelten, in dem die Reposition, be/.w. Re­version erst nach 14 Tagen erfolgte.
Für gewölinlich erführt aber die Blasensclileimhaut in dieser Zeit so erhebliclie Veriinderungen, dnss ihre Oberfläche neki'otisirt. In solchem Falle ist die Reposition contraindicirt, und wenn das Thier erhalten werden soll, muss zur Amputation der Blase geschritten werden. Damit fehlt dem Thiere allerdings das natürliche Reservoir für den Harn, welcher daher fortdauernd abflicsst oder in kleinen Quantitäten aus der Scheide entleert wird. Do indess gewöhnliche Arbeitspferde und Kühe dadurch nicht unbrauchbar werden, kann die Amputation bei diesen Thieren angezeigt erscheinen.
Die Amputation der Blase erfolgt in der Regel mit Hülfe
der Unterbindung und zwar am besten mittelst elastischer Ligatur. Die hiermil verbundenen Schwierigkeiten bestellen darin, zu verhin­dern, dass man nicht zugleich die Harnleiter verschliesst, was um so leichter erfolgt, als auf der kolbenförmigen Q-eschwulsi die Liga­tur leicht nach vorn, über die Einmündung der Harnleiter gleitet. I in diese Verschiebung zu verhindern kommen zwei verschiedene Verfahren in Anwendung: einige empfehlen, die Blase zu durch­stechen und nach beiden Seiten zu unterbinden, also zwei Ligaturen anzulegen; damit wird aber der l'eritonealsack geöffnet, und die Ge­fahr einer Peritonitis vergrössert. Andere ziehen daher die einfache Ligatur vor, indem sie vor derselben die Blase mit einem Metall­stift durchstechen, welcher die Lage der Ligatur sichert. Bang will eine zweite Ligatur vor der ersten legen, und nachdem die Blase ab­geschnitten ist, kreuzend muh hinten führen. Noch einfacher liesse sich dieses ohne Durchstechung der Blase dadurch erreichen, dass man ein Band von hinten nach vorn über die Blase legt, von der Ligatur alslaquo; einschliessen lässt, nachher wieder nach hinten führt und hier zusammenbindet. Wenn die Harnblase nach der Unterbindung nicht alsbald amputiri wird, fällt sie nach einigen Tagen von selbst ab; doidi muss, wenn keine elastische Ligatur gewählt wurde, der Faden in den nächsten Tagen ein paar Mal angezogen werden, ein ['instand, aus dem sieh der Vorzug der elastischen Ligatur von selbst ergiebt. Besteht bereits Verklebung oder Verwachsung der sich be-
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Tumorsn der EaravOhre und Blase,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;459
rührenden Peritonealbltltter der Blase, so gcuUgt einfaches Abschneiden der Blase, wie es von öaullel bei einer Stute ausgeführi wurde. Die Blutung war unbedeutend, und es tral bald Heilung ein, Da man jedoch niemals sicher ist, dass bereits eine feste Verbindung statt­gefunden hat, so verdient die Ligatur illaquo;'!! Vorzug. Der nichl abge­schnürte Theil der Harnblase zieht sich nacli dem Abfallen des ab­gebundenen von selbst in die Scheide zurück, so dass das Aussehen des Thieres nicht erheblich yeschiiilini wird.
s, Tumoren In der Harnröhre und Blase.
Lit.i Matthias, Thiertli'ztl, Mitth. 1875. S, 147, Vorberg, das. 1858, S. 110. Pflug, Knmkh. der uropoet, Organ, S, 266. Siedamgrotzky, Dresd, Ber. 1877. S. 42, Stolz. Jahresber, 1886, S, 123, Käser, TliieiUrztl, Mitth, 1875, S, 170. Wulff, .las. S. 171. Leisering, Dresdner. 1863, S. 30. Gurlt, Path. Aunt. S, 116, Schraid, Münch, Ber, 1862, Mog-ford, The Veterinär. 1848, Schmid, Jahrb, 1862, S, 57, Heyne. 1!. T. \V. 1890. S. 896. Barnick, Zeitschr. f, Voter, 1890, S, 322, Van Tright, Jahrb, 1885. S. 105. Demeurisse, Rec, de M6d, v6tamp;v. 1892, Levens, B, T. \V. 1898, S, 113,
Neubildungen in der Harnröhre rufen frühzeitig Störungen der ürinentleerung hervor, weshalb die Thiere entweder bald geschlachtet werden, odor sie gehen an dem Zustande schnell zu Grunde. Nur selten bietet .sich Gelegenheit einen Tumor in der Harnröhi'e während des Lehens zu beobachten bezw, zu behandeln, Matthias fand indess heim Wallach einen Polypen der Harnröhre, Vorberg heim Ochsen 10—12 polypentlhnliche Wucherungen, weiche 1 •'! cm lang und an einer Stelle dicht gedrängt standen. Der von Matthias beobachtete Polyp war 15 cm lang, I cm breit und sass nicht weil von der Mün­dung der Harnröhre entfernt, so dass er mit einer Kornzange erfasst und entfernt werden konnte.
Oefter wurden in der Harnblase Neubildungen beobachtet und zwar sowohl gutartige (Fibrome, Lipome, Myxome) wie auch maligne Tumoren, namentlich Krebse.
Die Sammlung in Kopenhagen besitzt, die Harnblase von einer Kuh mit „Paserkrebs' (Bang), Pflug will bei Pferden Carcinome der Harnblase beobachtet haben, Siedamgrotzky beschreibt ein Cancroid dor Harnblase beim Pferde, welches auf das Peritoneum übergegriffen und zur Bildung von Secundärknoten am Netz geführt hatte. Derselbe fand bei Rindern leukttmisohe Infiltration der Blasenwand, des Uterus und der Mutterbäader. Esser konnte schon während des Lebens durch Unter­suchung vom Mastdarm aus in der Harnblase einer Kuh eine grosso Zotten-
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Krankheiten der Barnortrane.
geschwulst (Papillom) ermitteln, Wolff und Leisering constatirten liier Myxome, Kühe scheinen öfter von Neubildungen in der Bluse betroffen zu sein ;ils Pferde; nicht selten werden bei ihnen Careinonie gefunden; wahr­scheinlich kommen auch tuberkulöse Frocesse hier vor: tuberkulöse Ge­schwüre wurden öfter und zwar meist in der Nilhe der Harnleitermündung, im Trigonum Lieutaudii gefanden. Barniok stellte bei einem Pferde, welches unter Harnbesehwerden und Kolikerscheinungen zu Grunde gegangen war, einen 'rumor von der doppelten Grosse eines MenschenkopCes fest, welcher auf der Harnblase sass; Tright land ein Myom der Harnblase beim Hunde. Demeurisse stellte bei einer Hündin mit Oarcinom der Mamma Krebs der Blase fest, welcher sich bei der Untersuchung per anum als eine schmerzhafte Geschwulst zu erkennen gab. Nachdem das Thier in kurzer Zeit unter Abmagerung zu Grunde gegangen war, fand sich bei der Section an der oberen Blasenwand eine Perforationsstelle, durch welche der Harn in die Bauchhöhle geflossen war; in der Nähe des Blasenhalses lag eine Krebsgeschwulst, welche den Harnabfluss versperrt hatte.
Erscheinungen. In der Harnröhre gehen sieh Tumoren ähnlich wie Stricturen durch allmtlhlicb zunehmende Harnbeschwerden zu er­kennen. Heim üriniren wird der Strahl immer kleiner, bis schliess-lich der Barn nur noch tropfenweise abfliesst. Durch Verlagerung der Geschwulst, leichte Schwellung der Schleimhaut, Bildung eines Blutgerinnsels kann die Harnbeschwerde auch plötzlich hervortreten. Bei Appliciifion des Katheters stösst man auf ein mehr oder weniger weiches Hinderniss, wodurch sich die Geschwulst von dem harten Harnstein unterscheidet.
Gesell wu Isthil dung in der Harnblase bewirkt eine allmäh­liche Verkleinerung des Lumens der Blase, in Folge dessen der Harn in kurzen Zwischenzeiten abgesetzt wird. Nicht selten gehen Neu­bildung in der Blasenschleimhaut zu profuseu Blutungen Anlass; der Harn nimmt eine Mutige Beschaffenheit an; meist werden kleinere oder grössere Blutgerinnsel entleert; auch kann hier Dy.surie vor­kommen, namentlich beim Sitze des 'rumors in der Nähe des Blasen­halses. Ferner beobachtet man eiterige l'hitzündungsprocesse in Be­gleitung von Neubildungen; der CJrin zeigt, sich trübe und bildet beim Stehen einen Bodensatz. Auch bei der Gegenwart von Geschwülsten in der Blase kommt es oft zu Niederschlägen von Salzen, zu Sedi­mentbildung, weshalb die mikroskopische und chemische Untersuchung zu näherer Erkennung der Trübung erforderlieh wird. Lassen diese Symptome die Gegenwart eines Tumors in der Blase venmithen, so gelingt die genauere Feststellung derselben durch Untersuchung vom Mastdarm oder der Scheide aus. Sobald die Neubildung eine erheb­lichere Grosse erlangt hat und erst dann giebt sie zu Störungen und zu dieser Untersuchung Veranlassuno . fühlt man in der Harnblase
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'rumoren in der Harnrölm? und Blaso,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ll'il
eine weichere Masse als bei der Gegenwart von Steinen, Bei Stuten und Kühen gelingt es zuweilen die Geschwulst von der Harnröhre aus direct: zu fühlen.
Mit Tumoren zu verwechseln sind entzündliche Schwellungen der Harnröhrenschleimhaut sowie Harnsteine.
Die Beurtheilung dieser Zustände gestaltet sich im allgemeinen ungünstigi nur da wo die Neubildung in der Nähe der Harnröhren­mündung sitzt, so dass sie entfernt werden kann, erscheint die Pro­gnose güiistio-. Obgleich die Möglichkeit zugegeben werden muss, dass auch in den übrigen Abschnitten der Harnröhre Geschwülste mit Hülfe der Urethrotomie operirt werden können, so ist doch nur selten der Sitz derselben so genau zu bestimmen, und die Gegenwart des Tumors so sicher zu stellen, dass man sich zur Operation enf-schliesst, die stets mit mehr oder weniger unbequemen Folgen ver­bunden ist.
Die Beseitigung von Tumoren aus der Harnblase stösst ebenfalls auf grössere Schwierigkeiten, daher sind auch diese im ganzen un­günstig zu beurtheilen.
Behandlung. In der Nfthe der Harnröhrenmündung entfernt man gestielte Tumoren durch Abreissen mit Hülfe einer Pincette oder Kornzange. Lilsst sich der Tumor nicht fassen, so spalte man bei männlichen Thieren die untere Wand der Barnröhre, Sobald man sich von dem Sitz der Geschwulst an einer der Operation zugäng­lichen Stelle überzeugt hat, kann die Entfernung derselben unter Umständen nach Eröffnung der Harnröhre bewirkt werden. Als Pal-liativmittel findet die Urethrotomie da Anwendung, wo es gilt, die Thiere noch einige Zeit am Leben zu erhalten, um sie dann der Schlachtbank zu überliefern, oder wo der Transport oder andere Um­stände die .Beseitigung hochgradiger Harnbeschwerden erforderlich .machen. Gegen Blasengeschwülste wird selten operativ eingeschritten, weil man sie meist; zu spät erkennt und die Heilung zweifelhaft er­scheint. Schmidt und Mogford haben Jedoch empfohlen bei Stuten die Blase umzustülpen, um den Tumor zu entfernen; Schmidt will dieses beim Pferde ausgeführt und eine Geschwulstmasse von 1200,0 Ge­wicht mit günstigem Erfolge entfernt haben. Mogford erklärt die Umstülpung der Harnblase bei Pferden für (due leichte Operation. Nach Entleerung des Tumors soll die Blase ausgespült, die Concre-niente. welche sich hierbei oft einfinden, entfernt werden. Eine ge-
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Krankheiten der Harnoi'stane,
naueve Bescbi'eibuug seines Vorgehens hat Mogford indess nicht geliefert.
[mmerhin würde es sich empfehlen, hvi der Stute sowie bei Kühen den Versuch zu machen, die Harnröhre zu dehnen (S. 434),
um so entweder mit einer l'ol\peuzimge oder mit der Hand in die Bluse zu gelangen, i)ass im Falle des Gelingens mit dieser Methode Tumoren unter Umstanden entfernt, und Heilungen erzielt werden können, erscheint nicht zweifelhaft, das Verfahren gestaltet sich aber nicht, leicht. Levens entfernte auf diese Weistraquo; ein o-iinseeigrosses Fibrom aus der Blase einer Kuh; die Geschwulst sass am Eingange zum Blasenhalse, Die ümstülpung der Harnblase wird sich wahr­scheinlich bei diesen Manipulationen in derselben von selbst ergeben, wenn nicht in der Narkose operirt wird, was daher bei Pferden zu empfehlen, auch beim Kinde angezeigt sein dürfte, namentlich wenn auf baldige Schlachtung des Thieres nicht Rücksicht genommen werden braucht.
Heim Wallach entfernte Reh mid einen Blasenpolypen in der Weise, dass er am Sitzbeiiuuisschnitt die Urethrotoniie machte, die Wunde bis zum Blasenhalse erweiterte, woranl' es gelang, die gestielte Geschwulst abzu­schneiden und zu extrahiren; die Operationswunde heilte in 18 Tagen.
üeber einen seltenen Befund bei einer Kuh berichtet Hey n e; es be­stand eine Dü n n darm #9632; Harnblasenfiste 1. Der Dünndarm war mit dem Grunde der Blase verwachsen, und aus demselben führte eine 2—3 cm weite Oeffnung direct in die Harnblase. Das Thier hatte an Schwäche, mangelhaftem Appetit und Durchfall gelitten und zeigte sich bei der Section stark abgemagert..
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VIII. Die Krankheiten der männlichen Gesclilechts-
Organe.
1. Entzttndung der Vorhaut. Balanitis.
Lit.! Essor, Han. Ber, 1871, S, 126.
.Das Präputium, eine Hauptduplicatur, besitzt bei den einzelnen Thierarten eine vei'schiedene Elinrichtung, in Folge dessen auch die entzündlichen E'rocesse an demselben mancherlei Abweichungen in ihrem Auftreten, Verlauf und ihrer Bedeutung nachweisen lassen.
A, Die Vorhautentzündung beim Pferde.
Beim Pferde besitzt die Umhüllung des Penis einen eigenartigen Bun, indem sie aus einer doppelten Einstülpung der ilusseren Haut bestellt, nämlich aus der inneren Duphcatur (Vorhaut im engen Sinn des Wortes) und der ilusseren, dem sog. Schlauch. Das viscerale Blatt der ersteren bekleidet das Ende des Penis, vnnscliliesst diesen eng und liegt, am nicht erigirten Gliede in Palten, welche bei der Erection verstreichen. Das ilussere Blatt stellt eine fingerdicke Wulst dar, welche an der unteren Fläche des Gliedes mit dem inneren Blatte des Schlauches verbunden ist. Letzterer bildet eine zweite, erheblich weitere Umhüllung, die sich an dem ebenfalls geräumigen Eingange des Schlauches nach hinten umschlägt, um in die flaut des Scrotums überzugehen. Das innere Platt des Schlauches und das äussere der Vorhaut sind mit vielen Talg- und Schwcissdrüsen versehen, deren Secret mit den abgestossenen Elpidermisschuppen eine schwurzgrauo Fettmasse (Smegma praeputii) bildet.
Bei Pferden entstellen entzündliche IVocesse an der Vorhaut nicht selten dadurch, dass die Thiere beim Uriniron nicht ausschach­ten, sondern den Harn in die Vorhaut absetzen (Hosenpisser). Durch die hiermit verbundene, andauernde Heizung bilden sich Verdickungen dieser Ilautl'iilten mit Schrumpfung ihrer Gewebe, und es kann schliess-lich eine Verengerung der ilusseren Schlauchfalte entstehen, welche
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Krankheiten der miimilichcii Qescblechtsoriiane.
(Ins Ausschacliteri uumöglicli macht (Phiiuosis), lgt;ii bei diesem Zustande immer mehr Smegma augehtluft wird, so kann eudlioli auch der ürinabfluss aus dem Schlauche gestört werden. Zuweilen sammelt sich eine grössere Menge dieser Masse in der Eichelgrube an, wo­durch ein Druck auf die Harnröhre ausgeübt wird und Harnbeschwer­don entstehen; Esser Imt, einen derartigen Fall heim Wallach be-ohachtet. Alsdann tritt bald Kolik, Anftillung der Blase, erfolgloses Drängen auf Harnentleerung ein; zuweilen ßndet die Entleerung von Urin nur tropfenweise statt, In der Kegel leiden an diesem Zustande nur Wallache; wenn derselbe aber bei Hengsten auftritt und Erectionen erfolgen, so stösst der Penis zuweilen gegen die Hautfalten des Prti-putiums, wie Hering beim Pferde beobachtete.
Die Localuntersuchung ergiebt zunächst Verengerung des Schlaucheinganges und massenhafte Anhäufung von Priliiutialsuiegma.
Bei rechtzeitig eingeleiteter Behandlung kann der Zustand ge­heilt werden, anderenfalls gehen die Thiere entweder an den Folgen der Harnbeschwerden (Blasenruptur), oder an Erschöpfung zu Grunde.
In manchen (legenden lässt man den au Kolik oder liarnhe-schwerden leidenden Pferden den Penis und Schlauch mit scharf­reizenden Substanzen (Pfeffer) und zwar in dem Glauben einreihen, derartige Leiden auf diese Weise zu heilen. Danach entstehen aber oft umfangreiche Anschwellungen des Schlauches und des Penis, ver­bunden mit Schmerzen und exsudativen Vorgängen au der Oberfläche, die oft zu ulcerativen Processen führen. Wurden die Substanzen in grösserer Menge und energisch applicirt, so kann es sogar zu Ne-krotisirung der iiusseren Maut konunen. Der Penis hängt mehr oder weniger angesehwollen aus dein Schlauche hervor: au seiner Ober­fläche erscheint die Vorhautwulst oft gänseeigross, Die geschwolle­nen Theile nehmen Fingereindrücke an, zeigen sieh schmerzhaft und vermehrt warm. Wenn der Penis seihst he/.w. das ihn bedeckende Blatt der Vorhaut bedeutend geschwollen ist, können selbst durch Druck derselben auf die Urethra Harnbeschwerden entstehen. Nähere Ermittelungen gehen in der Regel Aufschluss über die Natur der angewendeten Substanz.
In der Regel lassen sich diese entzündlichen Vorgänge ohne dauernde Folgen beseitigen, doch hängt dies von dem Grade und Um­fange derselben ab. So lange keine Harnbeschwerden eingetreten sind, wird der Zustand nicht bedenklich. Ein Ausgang, der bei der Be­handlung oft viele Schwierigkeiten hereilet, wird allerdings nicht, sel­ten beobachtet, nämlich Vorfall der Ruthe (Paraphimosis). (S. 470.)
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Vorbauti'iitziinduiig boi l'ferileu und Bindern.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 405
Die Behandlung bestehi in Reinigung der Vorhaul und nament­lich der Eichelgrube, um freien Abflusa für den Urin zu schaffen. Einspritzungen von lauwarmem Seifenwasser erleichtern die Entfernung dos Smegma. In der IJegid genügt dies, um wenigstens für einige Zeit Linderung zu erreichen, und wenn die Reinigung des Schlauches durch deu Besitzer regehnilssig wiederholt wird, bissen sich nach­theilige Folgen vermeiden. Sollten bereits heftige EntztindungS-erscheinungen aufgetreten sein, so finden Einspritzungen mit schleimi­gen Mittein, Oel oder Adstringentien (Alaun) vorthellliat'te Anwendung; bei stärkerer Anschwellung des Schlauches lege man ein Suspensorium an (S. 472).
Gegen entzündliche Processe an der Vorhaut und dem Penis durch scharfe Substanzen (Pfeifer) erscheint sorgfältige Reinigung der Oberfläche der Theile sowieraquo; Bähung mit adstringirenden Flüssig­keiten, z. B. Aliiun oder Burow'scher Lösung geboten; Bedeckung der exeoriirten Stollen mit einem milden Fett, mit Zink- oder Blei­salbe oder Bepudern derselben mit Jodoformtannin, Lycopodium oder ähnlichen Mitteln ist ebenfalls zu empfehlen. Zur Beförderung der Resorption und Abschwellung lässt man ein Suspensorium (S. 472) anlegen und dem Thiere einen reinen, trockenen Stund geben.
Bei starkor Verengerung der Schlauchöffnung kann Spaltung derselben nöthig worden; diese gelingt bei ruhigen Thiereu im Stehen. I'm die Wiederverwachsung der Wundränder zu verhindern, hefte man dieselben so an die nachbarliche Haut, dass sie klaffen. Am leichtesten gelingt dieses, wenn die Spaltung an der unteren Fläche des Schlauches vorgenommen wird.
Hering spaltete beim Hengste die Hautfalte dos Prftputiums, welche bei der Erection dem Penis hinderlich war; -1 Monate später schnitt or sic ganz heraus. Nach der Vernarbung wurde der erigirte Penis durch Schrumpfang des Präputiums nach hinten gezogen ; das Decken war nun er­schwort. Nachdem die Narbe von neuem aufgetrennt und ihre Wiederver-waohsnng verhindert war. konnte das Thier zu Znchtzwecken weiter ver­wendet werden.
15. Die Vorhautentzündung beim Rinde. Raumschlauch,
N a bei gesc h w u 1 s t.
bit.i Lanotte, öurlt u. Hertwig. 7. S. 32, Gurlt, das. 22. S, 826, Pflug, Die Krankheiten der aropoet, Organe, S, 350.
Die Vorhaut des Rindes, eine einfache llautduplicatur, bildet eine lange, enge Scheide; der Eingang zu derselben ist eng, und der Schlauch hier mit einem Büschel langer, starker Haare besetzt. Das innere Blatt MBUer, Spealelte Otalrargle dir Thisrtlrzte, gt;, Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 30
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töö
Krankheiten ilor mäonliohen Qesohlecbtsorgaiii
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bestellt aus einer Sclileimhiint mit eutanom Bau, welche mit vielen Follikeln und Papillen versehen ist und in Längsfalten liegt. Durch zwei Muskeln wird das Präpatiutn bewogt um das Aus- und Einschachten zu bewirken.
Beim Kinde leiden fast nur Ochsen an entzündlichen Zuständen der Vorhaut, selten der Hülle. Ochsen pflegen beim Uriniren nicht auszuschachten, namentlich wenn die Vorlmutölfnung bereits durch entzündliche Processe schmerzhaft und enger geworden ist. Das mit dem Urin vermischte und zersetzte Smegma häuft sich mehr und mehr in der Vorhaut an, bis schliesslioh Harnbeschwerden entstehen. Zu-l'ällige Verletzungen am Schlauche können das Ausschachten ebenfalls verhindern und Anlass zu dieser Erkrankung geben; Gfurlt fand eine Kornähre in dem entzündeten Schlauch. Auch hat man wohl eine abnorme Schärfe des Urins als Ursache des in Rede stehenden Leidens angenommen.
Erscheinungen und Verlauf. Am vorderen Ende des Schlauches macht sich zuerst eine Anschwellung von länglicher Gestalt bemerk­bar, die schmerzhaft, vermehrt wann ist und sich zuweilen bis zum Hodensack erstreckt. Dabei erfolgt Drängen auf den Harn, welcher nur tropfenweise oder in feinein Strahle abgesetzt; wird. Die Vorhaut, lässt sich nicht über den Penis zurückziehen: es besteht Phimosis. Im IVäputium findet sich ein grauschwarzes, schmieriges, stinkendes Smegma, welches nur unter Schmerzen aus demselben entfernt werden kann. Die Harnblase zeigt sich bei der Untersuchung per anum stark angefüllt und auf Druck schmerzhaft. Bald tritt auch Kolik ein, die 'Filiere lassen mit dem Fressen nach und fiebern nicht selten.
Wenn der Zustand nicht, bald gehoben wird, gehen die Thiere an den Folgen desselben zu (laquo;runde. Zunächst liegt die Gefahr vor, dass Nekrose an der Vorhaut und dem Penis eintritt: mehrfach wurde Absterben selbst grösserer Stücke der Rnthe beobachtet. Dazu kom­men die ans den liarnintiltralionen im Unterhantgewebe entstehenden Oelaliren: auch diese können zu septischer Fhlegmone mit Gangrän­bildung, sodann durch Resorption der entzündlichen Producte und septischen Massen zu schweren allgemeinen Störungen führen; endlich droht Blasenruptur. Der Zustand ist daher keineswegs unbedenklich und verlangt namentlich rechtzeitiges Eingreifen.
Die Behandlung wird mit einer Reinigung und Preilegung des l'riiputimns für den Urinabfluss eingeleitet. Gelingt dies nicht, weil der Schlaucheingang zu sehr verschwollen ist, so muss das Präputium
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Vorhautentzünduug l)eiiu Rinde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1(17
gespalten werden. Da die Thiere bei .jeder Berührung des Penis heftig schlagen, slt;gt; ist es nothwendig, eine Schenkelbremse anzulegen oder den Patienten in einen Zwangstall zu bringen; wo ein solcher nieiit vorhanden ist, stellt man unruhige Thiere an eine Wund und lilsst sie durch mehrere kräftige Männer in dieser Stellung festhalten (Esser); l't'lug empfiehlt unruhige Thiere niederzulegen. Bei erheb­lichen Schmerzen gelingt am stehenden Thiere oft nicht einmal die Freilegung des Schlaucheinganges. Man schneidet, zunächst den Haar­pinsel am Ende dos Schlauches fort, macht Einspritzungen von lau­warmem Oel in das Präputium und reiht auch die äussere Fläche damit ein. Wenn keine drohenden Harnbeschwerden bestehen, und sonst keine Gefahr im Verzüge ist, lässt man das Thier wieder auf­stehen, um am nächsten Tage die Entleerung der Vorhaut vorzu­nehmen (Pflug). Zur Erleichterung dieser Procedur werden nach Pflug zunächst Einspritzungen von lauwarmem Wasser, Bleiwasser oder Q-oulard'schem Wasser (Bleiessig l, Weingeist I, Aqua 45) gemacht; von anderen wurde Chlorkalkmilch empfohlen; auch kann Kalium permanganat. (3—50/o), Zinc. sulf., Acid, taunic. (3—50/o) hierzu benutzt werden. Es kommt darauf an, den Schlauch möglichst vollständig zu reinigen, die Zersetzungserreger und ihre Producte zu beseitigen oder durch Desinfectionsmitlel unschädlich zu machen und die entzündlichen Vorgänge zu bekämpfen. Lauwarme Bähungen des Schlauches oder öfteres Abwaschen seiner Aussenfläche müssen daher mich in der nächsten Zeit fortgesetzt werden. Die etwa nekrotisirten Theile werden entfernt oder die Demarkation derselben durch Bähungen mit lauwarmen aromatischen Flüssigkeiten oder häufige Waschungen mit warmem Carbolwasser unterstützt.
In den meisten Fällen lässt sich das Spalten der Vorhaut nicht umgehen (Esser). Hierzu gehe man mit einem starken geknöpften Tenotom in dieselbe ein und durchschneide das Präputium entweder nach unten oder nach einer Seite; Pflug ziedit die letztere Richtung vor, weil dabei nicht so leicht Verunreinigungen durch Urin vor­kommen sollen, welche zu neuen Strictureii führen.
({egen ilarninliltrationen des ünterhautgewebes in der Umgebung des Schlauches werden Einschnitte gemacht, der Inhalt durch Drücken zu entleeren gesucht, und die äussere Haut sowie Wunden öfter flfe-reinifft.
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Krankheiten der männliobeu Gesohleohtsorgane.
C, Du' Vorhautenfcztinduug beim Schwein.
Die Vorhaut des Schweines besteht ebenfalls aus einer Haatdaplioatur, deren inneres Blatt von einer mit vielen Lymplil'ollikehi versehenen Schleim­haut gebildet wird. An der oberen Wand des Schlauches, dicht vor seiner engen Mündung, findet sieb ein durch AussU'üpung der Schleimhaut ge­bildeter Anhang, der „Nabelbentelquot;, welcher im aufgeblasenen Zustande reichlich Hilhuereigrösse besitzt. Die denselben auskleidende Schleimhaut trägt geschichtetes Plattenepitbel und besitzt zahlreiche Talg- und Sohweiss-driisen, daher sammelt sieb liier nicht selten Smogma an. welches durch Eindickung zur Entstehung von „Vorbautsteiiien1' führen bann,
Auch beim Schwein leidet fast nur der Gastrat, selten der Eber an Entzündung der Vorhaut. Im allgemeinen \rerhalten sich die Vor­gänge ähnlich wie beim Ochsen. Anhäufung von Smegma in der Vorhaut oder im Nabelbeutel, welche namentlich durch letzteren be­günstigt wird, giebt auch hier die Ursache zu dem Leiden ab, das gewiss häutiger beobachtet würde, wenn mau die Schweine nicht früher schlachtete.
Erscheinungen. Die Vorhaut zeigt sich geschwollen, schmerz­haft, heiss, ihre Oeffnung durch die Anschwellung verengt; nicht selten bestellen Harnbeschwerden. Auf Druck entleert sich eine stinkende, schmierige Masse, welche die Vorhaut zuweilen verstopft; auch der Xabelbeute! kann mit solchen angefüllt sein und als eine runde Geschwulst über dem Ende des Penis in der Tiefe hervortreten.
Die Behandlung wird nach denselben Gesichtspunkten geleitet wie beim Kinde; Entleerung des Schlauches event, auch dos Nabel-heutels, lieinigung und I )esinfectioii. soweit diese durchführbar er­scheint. Man würde sich hierbei derselben Mittel bedienen können wie beim Kinde: auch kann die Spaltung des Schlauches unter Umständen notliwendig werden.
1). Die Vorhautentzündung bei den Fleischfressern
verhält sich anders wie bei den übrigen Thieren. Abgesehen von zufälligen Verletzungen kommen entzündliche Erkrankungen des Pril-putiums bei ihnen nur selten vor. Dagegen beobachtet man um so häufiger bei Hunden chronische Katarrhe der [nneufläche der Vorhaut (Voriiant-Tri pper); in geringem Grade leiden die meisten Hunde an demselben,
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Vorhauteutzündung bsi FleischfvsssQininbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 469
Erscheiuungen. Die Haare, welche um die Oeffnung des Schlauches stellen, erscheinen verklebt, und mis dem Präputium ent­leert sich eine eiterige Masse, wodurch Stubenhunde heim Hinlegen zu lästigen Verunreinigungen Anlass gehen. Oft /.eigen die Tliiere Neigung den Locus affectus y.n belecken; im übrigen treten keine Störungen, namentlicli keine llnrnhescliwerden liierhei liervor. Auch an der Schleimhaut der Vorhaui und an der Eichel lassen sich in der Kegel erhebliche Verinideruiigeu nicht nachweisen; deshalh wird das Leiden fast nur bei Stubenhunden Gegenstand der Behandlung. Die Ursachen sind unbekannt; die von den Besitzern oft gehegte Ver-tnuthung, dass die Erkrankung mit ähnlichen Leiden der Menschen in Beziehung stehe, erscheint unbegründet.
Die Behandlung verlangt vor allein Ausdauer. Enjectionen von Adstringentien (Zinc. sulf. oder sulfocarbolic, 1—2 0/0, Acid, tannic. ;i—T)0;!)) beschränken zwar die Secretion, doch kehrt diese wieder, sobald man mit der .Anwendung der Mittel aufhört. Auch das Be­pinseln der Innenfläche des Präputiums mit 1 -ö^oiger Höllenstein­lösung hat meist nur vorübergehenden Erfolg. Wenn also nicht von jeder Behandlung Abstand genommen werden soll, so muss der Be­sitzer oder Wärter des Thieres mit der Application der Mittel vertraut gemacht werden, und die unausgesetzte, d. h. wöchentlich 3—l mal wiederholte Anwendung derselben empfohlen werden.
2. Die IMiimosis, Paraplilmosln. Lähmung dor .Muskeln der Rathe. Verletzungen des Penls.
Lit: Cagni, Jahrb. 1885. S. 92. Haubner, Dread, Her. 1863. S. 48. Haase, li. T. W, 1890, s. 285. Bang, StockBeth Chirurgie. Kirillow, Jahrb. 1885. S. 98. llödiger, Th. Mittli. 1881. 8.69. Qrinzer, Jahrb. 1887. S. 28. Qallimore, Her. Operationslehre, III. Aufl. S. 276. Lambert, Th, Mittli. 1871. 8. 158. Kober, Her. Rep, 39. S. 286. Miller. The Journ. of comp, Pathol, 1892. Haase, B, T, W. 1890.
Als l'himosis bezeichnet mau eine abnorme Enge der Vor-liautölTnuug, wodurcli die Entblössung der Eichel bezw. des Penis behindert wird. Die Verengerimg kann schliesslich den ünnabsatz erschweren und unmöglich machen. Als angeborenes Leiden kommt die l'himosis hei Thieren nur stdten vor: meist g(dien hier entzünd­liche Schwellungen der Vorhaut oder Narbenstricturen zur Entstehung desselben Veranlassung. Mau vergleiche darüber das S. 463—466
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-17t)
Kninkliciten der maiinliclii.'ii QeaohUohtsorgElinS.
Gfesagto. Bemerkt sei nur, dass unter Umständen auob lt;lie Phimosis d:is primilri! Leiden bilden kann, in Folge dessen durch Ejindickung des sich hier ansammelnden Smegmas sog. Vorhautsteine entstellen. Miller fand bei einem Bullen Phimosis mit Verwachsung zwischen Penis und Vorhaut durch eine Schicht straffen Bindegewebes. Nach Trennung der Verwachsung zeigte sich derselbe zum Coitus unfähig.
Als Paraphimosis wird ein Zustand bezeichnet, wobei die Eichel in die Vorhaut nicht zurücktreten kann, weil die Schlauch-öfinung zu eng oder die Eichel zu gross ist. Der verschiedene Bau des Penis und der Vorhaut bei den einzelnen Thierarten bringt es mit sich, dass die Paraphimosis fast nur heiin Hunde beobachtet wird. Bei Pferden gestattet die weite Oeffnung der äusseren Schlauchfalte fast immer den Rücktritt des Penis, doch kann hier die Vorhaut­wulst in dem Masse anschwellen, dass dadurch der Rücktritt des IVnis verhindert wird, ein Zustand, den man ebenfalls als Paraphimosis oder als Lähmung des l'enis bezeichnet bat. Oh eine selbständige Lähmung der die Ruthe in die Vorhaut zurückziehenden Muskeln vorkommt, muss unentschieden bleiben. Es würde sich hierbei vor­nehmlich uni den Afterruthenmuskel handeln, der vom vierten und fünften Kreuznerven, dem N. haemorrlioidalis posterior seine motori­schen Fasern erhält. Bei Rtickenmarkleiden sehen wir daher wohl Lähmung der fraglichen Muskeln auftreten.
Wiederkäuer und Schweine leiden höchst selten an Paraphimosis, weil die Eichel beim Rinde sehr klein ist, beim Schaf und Schwein ganz fehlt.
Bei Hunden wird der Zustand nach dem Beaattunsrsakte be-
obachtet . und
Entstehung
hesomlers
durch die
'räputium
stehenden langen Eaare begünstigt; legen sich diese auf den erigirten Penis, so treten die Enden derselben leicht mit dem Penis in die Vorbaut zurück, rollen diese um, und indem das äussere Blatt sich nach innen unischlägt, wird ein weiteres Zurücktreten der Qlans penis verhindert. Hierdurch entsteht eine Anschwellung derselben, welche das Leiden begünstigt: auch Anschwellungen der Eichel durch ent­zündliche Processe oder Neubildungen Icönneii dasselbe veranlassen. Bang fand ein Hand um den l'enis eines Hundes geschnürt, welches eine starke Schwellung desselben bewirkt hatte.
Die Eichel ist entblösst und mein- oder weniger ödemat.ös ge­schwollen; sie erscheint glasig, hellroth, /.mveilen dunkelroth, oft mit Schmutz und Staub bedeckt- und nicht selten angetrocknet. Die Vor­haut liegt hinter der angeschwollenen Eichel dem l'enis fest an.
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riimiosis und ParaphimosUinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;171
schnürt diesen ein. Nacli längerem Bestellen des .Leidens kommt es ZU Verletzungen und llicei'iition der (laquo;laus. Iliiubner beobachtete einmal Nekrose der Eichel, welche mit dem ßuthenknochen amputirl
wurde; die Heilung erfolgte in II Tilgen.
Von den durch maligne Neubildungen an der Kutlie entstandenen oder mit schweren Verwundungen am Penis verbundenen Paraphimosen abgesehen, verläuft die Mehrzahl der Fälle günstig und wird in der Regel in einfacher Weise Heilung erzielt.
Behandlung. Nach erfolgter Reinigung der Eichel und Vor­haut suche man die etwa in dieselbe eingetretenen Ilaare zurückzu­ziehen oder mit der Schere abzuschneiden. Darauf lässt man einige Tropfen Oel auf die Eichel und die sie einschnürende Vorhaut fallen, erfasst mit Zeigefinger und Daumen die Vorhaut des auf dem Rücken liegenden Hundes von beiden Seiten und sucht dieselbe über die Eiche] zu ziehen. Meist gelingt dieses ohne weiteres; unter Umständen hilft man durch leichten Fingerdruck auf die Eichel nach. Sollte die de­position auf diese Weise nicht zu erreichen sein, so wird die Vorhaut an ihrer unteren Fläche gespalten, worauf der Penis von selbst zurück­tritt. Entzündliche l'rocesse, welche sich hierauf entwickeln sollten, werden durch Bähungen mit Bleiwasser, Alaunlösung u. s. w. bekämpft; in der Regel ist. dies jedoch nicht noting.
Beim Pferde wird das Unvermögen die liuthe in die Vor­haut zurückzuziehen nur selten durch Verengerung der äusseren Vorhautfalte veranlasst; ihre Weite und Einrichtung lässt eine Para-phimosis nicht leicht zu; dagegen können bei diesen Thieren An­schwellungen der inneren Vorhautfalte, namentlich der sog. Vor­hautwulst (S, iiVS) die Ursache zum Vorfall des Penis und Unver­mögen in die ilussere Schlauchfalte zurückzutreten abgeben. Solche Anschwellungen, fälschlich als Lähmung des Penis bezeichnet, kommen vorübergehend bei entzündlichen Erkrankungen des Schlauches und seiner Nachbarschaft z. B, nach der Castration der Thiere oder bei Verletzung des Penis vor; an unbedeutende Wunden schliesseu sich zuweilen phlegmonöse Entzündungen des Schlauches an, wie 11 aase #9632;/.. B. nach einem Peitschenschlag beobachtete. Ich sah diesen Zustand wiederholt nach Einreibungen des Penis und Schlauches mit scharfen Substanzen (Pfeifer S. 464); Bang constatirte denselben bei einem Wallach in Folge Thrombose der Venen des Schlauches.
Nach Ablauf der entzündlichen Erkrankungen bleibt häufig eine Anschwellung des Vorhautwulstes zurück, welche dem Eintritt des Penis
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Krankheiten der männlichen Geaohleohtsorgane.
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in (U'ii Schlauch himlcrlicli wird. l);i entzündliche Kranklu'its-Er-soheinungen hierbei fehlen, hat man das Leiden wohl fälschlich als Lilhiiiuii^' des Penis ant'gefasst. Es koniinen indess Fälle vor, in denen weder an der Uuthe noch auch an der Vorhaut krankhafte Verände­rungen nachweisbar sind, und trotzdem wird die Kulhe nicht, zurück­gezogen, oder wenn sie mit fremder Hülfe in die Vorhaut gebracht wurde, fäll! sie sofort wieder hervor; hierbei mag ein Ltlhmungs-stand in den Ä.fterruthenmuskeln bestehen. .Möglicherweise finden darin auch jene Beobachtungen eine Erklärung, wonach zuweilen schwere Int'ecHonskrankhoiten (Petechialfieber, Cagny) diesen Zustand zurücklassen: Näheres ist hierüber jedoch bisher nicht bekannt. Als Folgezustände der Lähmung treten oft Verletzungen und Dloerationen der Kuthe auf, welche soweit hervorhängen kann, dass sie heim Gehen von den Hinterfüssen getroffen und verletzt wird.
Die Lociilimtersnchung muss über die Natur dieser verschiedenen Krankheitsprocesse Auskunft geben. Finden sich keine nachweisbaren Veränderungen, und zeigt sich die Ruthe zugleich empfindungslos gegen Nadelstiche, so ist die Annahme einer Paralyse derselben berechtigt. Bei Lähmung der Afterruthenmuskeln besteh! die Sensibilität in der Ruthe natürlich fort. Besondere Aufmerksamkeit ist dem Vorhaut­wulst zu schenken; er leidet häutiger als allgemein angenommen wird.
Die Beurtheilung ergiebt sich ans der Natur des Leidens. Paralysen des Penis bezw. der Afterruthenmuskeln sind meist unheil­bar. Nur die im Verlaufe schwerer [nfectionskrankheiten aufgetretenen verschwinden in der Regel nach einiger Zeit; je länger sie indess bestehen, desto weniger Aussicht auf Heilung liegt vor. Schwellungen des Vorhautwulstes bieten der Behandkmg oft grosso Schwierigkeiten; auch hier gilt der Grundsatz, je älter sie sind, desto schwieriger ihre Heilung. Harte, derbe Anschwellungen lassen sich weniger leicht beseitigen als weiche, ödematöse.
Behandlung. Hegen entzündhehe Leiden der Vorhaut werden die S. IfJI beschriebenen Verfahren eingeschlagen; sollte einmal beim Pferde eine Verengerung des äusseren Blattes des Schlauches bestehen, so kann dieses gespalten werden (S. I'iquot;'). Zur Beschleunigung der Resorption und zur baldigen Beseitigung der Anschwellung dient ein Suspensorium, welches auch bei Schwellungen der Vorhautwulst zu empfehlen ist. -Man stell! es in einfacher Weise aus einem dreieckigen Stück Leinwand her, wie es auch zu Verbänden (Castration von Cryp-
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PhiniOBia und Poraphimosisi
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torchiden) angewendet wird. Zwei Zipfel der Leinwand liegen neben dem Penis und werden dnreli breite Bänder, die man auf dein Kiieken des Thieres zusammen bindet, befestigt, mit diesen vereinigt man den nach hinten gerichteten Zipfel ebenfalls durch ein oder zwei Bänder.
1quot;js empflehH sich mittelst Unterlagen von Werg, Jute oder Watte den Penis zu stützen, um Verletzungen (Scheuern) desselben zu verhindern: durch Urin verunreinigt, müssen diese Massen erneuert werden; von Zeit ZU Zeit ist auch die Leinwand zu reinigen oder zu erneuern. Die Unterlagen lassen sich auch zur Application von Arzneimitteln verwenden, indem mau das Werg oder die Jute mit Alaunlösung, Bleiwasser u. s, w. tränkt und von Zeit ZU Zeit mil diesen Flüssigkeiten begiesst.
.Bei älteren, schmerzlosen Anschwellungen, namentlich des Vor­hautwulstes kann ich Massage empfehlen. die mehrmals täglich 5 bis 10 Minuten lang durch Kneten der Geschwulst ausgeübt wird: vorheriges Einfetten verhindert hierbei Verletzungen. Nach Be­endigung der Procedur sucht man den Penis in den Schlauch zurück­zuschieben, und wenn derselbe nach einiger Zeit wieder vorfällt, kann er mit Hülfe von ein paar Heften zurückgehalten werden, die man durch den Schlauch leg! (Rödiger),
Aeluilich wirkt die von Ivirillow empfohlene elastische Binde, welche nacli erfolgter Beinigung in mehreren Touren, an dor Glans anfangend, um den Penis gelegt wird und hier einige Minuten liegen bleibt. Bei sehr starker Anschwellung muss das Verfahren 2—Sraal wiederholt werden, so dass es etwa 20—25 Minuten in Ansprach nimmt. Die Glans soll darauf zurückgezogen oder nach Hegiesscn des Penis mit kaltem Wasser vom Operateur in die Vorhaut zurückgeschoben werden. Ein von mir beob-achteter fall bestätigte die Angaben Kirillows.
Gelingt es auf diese Weise nicht die Anschwellung des Vorhaut­wulstes zu beseitigen, so helfen zuweilen Skarificationen und nachfolgende Bähungen mit Adstringentien (Alaun, Bleiwasser). Selbstverständlich muss auch hierbei, wie während der Massagekur ein Suspensoriuin getragen werden. Wo diese Verfahren erfolglos bleiben, empfiehlt sieb die Amputation des Vorhautwulstes, ich habe diese Operation wiederholt mit bestem Erfolg ausgeführt. An dem in der Rücken­lage befindlichen Thiere zieht man den Penis möglichst weit hervor, reinigt die Vorhaut und näht den Wulst in der bei Brüchen und .Neu­bildungen üblichen Weise mit Seidenligaturen ab, worauf der Wulst selbst mit Hülfe von Messer und Schere abgeschnitten wird : mehr­mals sah ich hiernach sofortigen Erfolg; der Penis trat nicht mehr hervor; auch blieben die entzündlichen Folgen des operativen Ein-
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Krauklii'iten
inininliclicn ässohleohtsorffone.
:
griffs so gering, dass v'mr Behandlung derselben nicht nöthig war.
Gleiche Beobachtungen machte Haase,
Gegen Lähmungszustftnde würde Massage der Afterruthenmus-
keln auch
zwischen After und Hodensack zu versuchen sein; vielleicht [njeetionen vlt;iii Veratrin, Strychnin u. a. Mitteln. Durch An-
legung des Suspensoriums äussere Verleihungen. Im
schützt man den gelälunten Penis gegen Nothfalle bleibt, noch die AmputaHon des
Penis übrig.
Verletzungen des Penis kommen bei Pferden am häufigsten im Verlaufe der oben beschriebenen Vorfälle oder durch zufällige Gewalt-einwirkungen, /,. B, Peitschenschlag, vor. Erheblichere Verwundungen werden am erigirten Penis bei Hengsten beobachtet, wenn beim Deckakt die Stute nicht gespannt war. Bei Bullen finden gleichfalls Verletzungen des erigirten Penis durch Stösse mit demselben gegen die Sitzbeine der Kuh statt, wenn die Buthe nicht in die Scheide eingeführt wurde; hierbei erfolgen zuweilen Practuren des Penis, d. h. derselbe erfahrt durch Zerreissungen seiner Corpora cavernosa und Blutungen auffällige Knickungen und Verbiegungen; auch bei Pferden hat man solche gesehen (Grinzer). Bei diesen wurden auch Verletzungen des Penis durch irrthümlich (d.h. in dem Glauben einen Hoden vor sich zu haben) vom Castrirer auf denselben gelegte Kluppe veranlasst. Lambert und Kobert berichten über solche Falle; in einem derselben lag der Hoden in der Bauchhöhle. Da sich in der folgenden Nacht Kolik bei dem Pferde einstellte und fruchtloses Drängen auf ürinabsatz bestand, so wurde die Kluppe abgenommen, worauf zwar Heilung eintrat, aber erst nach Amputation des Tonis. Bei Hunden kommen Verletzungen des Penis durch Bisse und gewaltsames Trennen der Thiere während dos Coitus zu Stunde.
Die nächsten Bedenken. welche sich hieraus orgeben, bestehen in Harnhoschworden: durch die Verletzung selbst oder die entzündliche Schwellung wird die Harnröhre coniprimirt oder verlegt, und dadurch der Harnabsatz behindert; auch gehen zuweilen Narbenstricturen aus solchen Läsionen hervor.
Practuren des Penis heilen zwar meist, d. h. die Krümmung oder Knickung verliert sich mit den entzündlichen Erscheinungen; doch hat man auch beobachtet, dass dies nicht eintrat, und das Thier in Polge dessen zur Zucht unbrauchbar wurde; Gallimore berichtet, dass das Ende des Penis später nicht mehr erigirt wurde.
Die Behandlung muss nach den allgemeinen Grundsätzen erfolgen. Zur Förderung der Circulation und Heilungsvorgänge, sowie zur Ver­meidung von Verunreinigungen der Wunden wird bei Pferden ein Suspen­sorium angelegt, welches zugleich die Application der Arzneimittel, Kälte. Bleiwasscr, Alaunlösung, Creolin u. s. w. erleichtert. Auch die zurück­bleibenden Schwellungszustände worden auf diese Weise am schnellsten beseitigt; hierzu kann ferner Massago dienlich worden.
3. Tumoren am Schlauche und L'enls. Amputatlo penis.
Lit,; Hole IT. Gurll u. Hertwig, 34 S. 18.'). Schulz, das. 82. S. 319, Vavn das. ü. S, 107. Bayer, Müll, u. Roll. 1885. S. 86, Fellenberg, Garl
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Tumoren am Sohlauoli and Psnle
47 £
u. Hertwig, #9632;quot;gt;. S. 320. Rubinski, Jahrb. 1885. S. 93. Loisering, Dresd. Bei-, 1864. S. 36. Hering, Oporationslehre. ill. Aufl. S, 126. Nooard, Jahrb. 1885. S. 92. Harrison, .lalirk lblaquo;.r). S. '.)#9632;gt;. Hause, IJ. T. W. 1890. S, 28.quot;). Güttier, Th. Mitth, 1881. 8. 70. Laureat, Jahrb. 1887. 8. 48. Piovesau, Ueu. de MM. vötör, 1802. Eber, Deutsche Zeitschr. für Thiermed. 1891. Johne, Dresd. Her. 1891. 8. 45.
Am Scliliiucli der Pferde werden Fibrome (Warzen) beobachtet; auch kommen hier Carcinome (eigene Beobachtungen), Melanosarkome
und -Carcinome (Roloff) vor. Piovesau entfernte vom Sclilauch eines Hengstes ein kindskoptgrosses Fibnisarlconi. Am i'i-ilpntinm des Hundes wie auch anderer Thiere linden sich ebenfalls Warzen, und zwar nicht selten in grösserer Anzahl; sie sit/on meist auf dem inneren Blatte, tläuflg aber zugleich am Penis. Ob es sich hierbei zuweilen um Con-dylome handelt, wie B a v er glaubt, muss ich dahingestellt sein lassen. Das gleichzeitige Vorkommen von Warzen am Maule kann die speci-lische Natur der Neubildung nicht beweisen, weil gerade auch hier Warzen häutig vorkommen. Eine „knoteulormigequot; Geschwulst am Penis des Hundes beobachtete Pellenberg; Rubinski will Krebs bei Wallachen hier gefunden haben. Laurent fand ein 25,5 kg schweres Melanom am Penis eines Pferdes. Johne und Eber stellten primäre Tuberculose am Penis von Ochsen fest.
Die Bedeutung dieser Leiden hängt zwar in erster Linie von ihrer Natur und Ausbreitung ab, doch geben sie zu verschiedenen Störungen und Unbequemlichkeiten Veranlassung, die bei der Be-urtheilung des Zustandes Beachtung verdienen. Einmal entsteht bei Tumoren am Präputium leicht Verengerung mit Phimosis oder Para-phimosis (Güttier); ferner können 'rumoren einen Druck auf die Orethra ausüben, oder sie wachsen in diese hinein und erzeugen Harnbeschwerden; maligne Tumoren führen zu Metastasen.
Behandlung. Gestielte Warzen entfernt man in einfacher Weise mit der Schere: die geringe Blutnng wird mil dein Höllensteinstift oder dem Glüheisen gestillt, und zugleich die Reproduction der Neu­bildung zurückgehalten. Grössere, gestielte 'rumoren lassen sieh unter­binden oder mit dem Ecraseur beseitigen: auch empfiehlt sich hier die elastische Ligatur. Warzen mit breiter Basis und andere gut­artige Geschwülste können, so lange sie noch klein sind, durch Aetz-mittel (Chromsäure, Salpeter- oder Schwefelsäure) zerstört werden, grössere beseitigt man mit dem Messer; namentlich Geschwülste, die den Verdacht auf Malignitäl erwecken. Hier kann selbst die Anipu-
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Krankheiten der mftnnliohen Qesohleohtsovgane.
tation des Penis tiofchwendig werden, um das Tbier zu retten oder doch einige Zeit arbeitsfähig zu erhalten.
Die Amputation des Penis, Der grösste Tbeil des Penis besteht iius den eiivornöson Körpern, welche zagleicb mit der Harnröhre und den öefässen von der derben, fibrösen Tunica albuginea umkleidet werden. An der unteren Fläche des Penis liegt in einer Kinne die Harnröhre, umgeben von ihrem cavevnösen Körper und Muskel. Die Arteria und Vena dorsalis penis bilden die grössten Blutgefässe. Bei Hunden kommt endlich noch der Ruthenknoohen bei der Operation in Betracht,
Bei der Amputation des Penis ist mit 3 Factoren zu rechnen, nämlich: 1. mit der Blutung, 2, mit der Harnröhre und ;gt;. mit der Schmerzbaftigkeit. Anlass zur Amputation können, wie oben erwähnt, sowohl Tumoren, wie aneh Paralysen und entzündliche Pro-ecsse mit Nekrose geben, Folgende Methoden sind hierzu in Vor­schlag gebracht:
1. Die Unterbindung, Sie gewährt die grösste Sicherheit gegen Blutung, ist jedoch sehr sebmerzbafi und verlangt besondere Rücksicht auf die Drethra. Die letztere muss entweder vorher zu-rtickgelegl werden, damit sie nicht verschlossen wird, oder man schiebt ein Metallrohr in dieselbe, um sie in der Ligatur offen zu erhalten. Zur Unterbindung eignet sich vorzugsweise die elastische Ligatur; bei Anwendung anderer Materialien wird das Nachziehen der Schlinge in den folgenden Tagen erforderlich, Eertwig empfiehlt eine Castrir-schhnge. Bei täglichem Nachziehen wird der Penis des Pferdes in (i — 8 Tagen durchschnitten. Muss die Ligatur hoch (dien angelegt werden, so spaltet man vorher die Vorhaut.
Unzulässig isi die Unterbindung bei Hunden, soweit der Ruthen­knochen reicht.
-. Das Glüheisen, Zur Vermeidung der Blutung wurde das messerförmige Glüheisen empfohlen : gegen dasselbe spricht dieSchmerz-haftigkeit, die sich allerdings durch Narkose umgehen lässt. Die Harnröhre wird freigelegt, sodann die Ruthe mit dem Qlüheisen durch­schnitten. Um diese hierbei bequem halten zu können, werden zwei Ligaturen angelegt und zwischen beiden die Trennung vorgenommen | besondere Vorsicht verlangen die Dorsalgefässe, Bei kleinen Thieren empfiehlt Nocard die galvanocaustische Schlinge; dazu gehört aller­dings ein kostspieliger Apparat, der oft grösseren Kliniken nicht einmal zu Gebote steht.
3, Las Abschneiden. Auch bei grösseren Thieren hal man mehrfach die Beobachtung gemacht, dass bei einfachem Abschneiden keine gefahrdrohende Blutunst eintritt. Einiffe wollen zunächst die
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Amputation das Penis,
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Dorsalgefösse unterbinden, andere durchschnitten aucli diese ohne weiteres; Bartlielemv mul Cliarlotoperirten so beim Pferde, Pellen­berg beim Hunde. Müh legt auch hierbei zwei Ligaturen an, zwischen denen die Trennung vorgenommen wird; die obere Ligatur verhindert zunächst die Blutung, l)iiss dieselbe uichl immer aöthig ist, be­weist' eine Beobachtung Huntings, welcher beim Pony den Penis einfach durchschnitt, sodann eine halbe Stunde; lang den Stumpf durch einen Gehülfen comprimiren liess, worauf eine erhebliche Blutung nicht eintrat. Wenn am liegenden Thier operirt wird, liisst sich beim Pferde das den Penis umkleidende Blatt der Vorhaut vordem Stumpf zusammenheften; Haase operirte in dieser Weise mit Catgut und will Heilung per prim, int, erzielt haben. Auch hierbei empfiehll sich, die Harnröhre freizulegen, ihre Schleimhaut zu spalten und seitwärts anzuheften, um Verengerungen derselben zu verhindern ((quot;harlot).
Nach dem Abschneiden kann am liegenden Thier im Nothfalle das Bronneisen zur Blutstillung verwendet werden. Im allgemeinen sei man mit diesem Verfahren jedoch vorsichtig und vergesse nicht, dass das, was in einem Falle gut geht, nicht in jedem anderen Falle gelingt. Es würde sich daher empfehlen, die blutenden Gtefässe nach Möglichkeit in eine isolirte Ligatur zu bringen, und beim Pferde das Präputium über den Stumpf zu ziehen und hier zu heften,
I. Der Ecraseur, Neben dem Abbrennen und der Unter­bindung dürfte diese Methode die schmerzhafteste sein, doch kann hier die Narkose um so mehr hellen, als die Operation nur von kurzer Dauer ist. Nachdem l'enis und Schlauch gereinigt sind, legt man um das Ende des ersteren eine Schlinge, um denselben bequemer halten zu können; die Harnröhre wird nun auf 3 I cm frei präpa-rirt und durchschnitten. Sodann setzt man den Ecraseur da an, wo die Trennung erfolgen soll. und lässt denselben langsam wirken. Anfangs bietet das Gewebe nur geringen Widerstand, indem die Cor­pora cavernosa leicht comprimirt und zerrissen werden. Gegen Ende der Operation macht sich ein um so grösserer Widerstand bemerkbar. wenn nämlich nur noch die Tunica albnginea in der Schlinge bezw. Kette des Bcraseurs liegt. Mir passirte es, dass hierbei die Kette gesprengt wurde: ich entschloss mich deshalb zur Unterbindung des Bestes und schnitt, das Ende des Penis ab. her Erfolg war ein vor­züglicher, indem die Heilung ohne alle Störung in kurzer Zeit zu Stande kam. Später habe ich stets so operirt und kann diese Me­thode nur empfehlen. Man schont nicht nur das Instrument, sondern vermeidet jede Blutung und erzielt schnelle Wundheilung. Igt;ie Harn-
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Krankheiten der miinnlicheu Q-eBohleobtsorsrane
röhre lässt .sich bei tlicsL'm Verfahren vortheilhaft an die durch die Ligatur flxirte Aibuginea lüften, und wenn dieses mit (sterilisirtem) Catgut oder Seide geschieht, so verwächst dieselbe hier schnell und die Gefahr späterer Stricturen gestaltet sich so am geringsten. Gerade aber diese bilden die häufigste und unangenehmste Folge der Ampu­tation des Penis, welche Methode auch in Anwendung kommt.
Die Anlegung einer Metallröhre in die Urethra schützt zwar in der ersten Zeit vor Harnbeschwerden, welche durch die entzündliche Schwellung veraulosst werden; für spätere Zeit bewirkt sie aber ge­rade das Oegentheil: um so besser also, wenn man solche Röhren vermeiden kann. Die Stricturen können selbst zur Blasenruptur führen, wie Cagny beobachtete.
Bei Hunden läset sich die Amputation entweder hinter dem Ruthehknochen mit dem Messer oder dem Ecroseur oder mittelst Durchsägen des Kntheuknocheus ausführen. Nach dem letzteren Ver­fahren kommen Stricturen und Verschluss der Harnröhre offenbar leichter zu Stande, doch habe ich sowohl die Amputation hinter dem Ruthenknochen mit Unterbindung der Blutgefdsse, Freilegung und Anheften der Urethra wie auch die Durchsägung des Ruthenknochens mit gutem Erfolge ausgeführt; ein in letzterer Weise operirter Hund tnim' ein Jahr später an einem Darmleiden zu Grunde; bei der Section zeigte sich der Stumpf regelmiissig und ohne erhebliche Strictur der Harnröhre vernarbt.
Die Nachbehandlung bleibt bei allen Methoden dieselbe und besteht in Reinerhaltung des Schlauches durch Spülen oder Ausspritzen mit desinfleirenden FlUssickeiten,
4. IHe IvianKbeilen der Proslatii.
Lit.: Johne, Dresd. Her. 188t. S. 28. Bang, Stockfleth Chirurgie. 8. 597. Haubner, Dresd. Her. 1863. 8. 49. Förster, Path. Anal. II. S. 868. Simonds, Caust. Jahrb. 1847. S, 29. Sickert, Th. Mitth. 1879. 8.70. Cadiot ii. Fournier, Jahrb, 1888. 8. 129, Prauenholz, Th. Mitth.
1881, 8. 69. Hei nein a n n. das. 1882. 8. 65.
Die Vorsteherdrüse besteht beim Pferde aus zwei Lappen, Welche gegen 8 cm hing und quot;),Ö cm breit sind. Heim Rinde und Schwein ist {las Organ sehr verkümmert, gross dagegen bei den Fleisch­fressern, deren Harnröhre von der Prostata umgeben wird.
Krkranknngen dieser Drüse sind bei Thieren viel seltener als beim Menschen, doch hat man bei Fleischfressern (Hunden) nichi nur
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Krankheiten der Prostata.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.179
aoute Bntzünduii^'sproct'.ssi' mit Abscessbildung (Johne, Bang), son­dern auch chronische Verdickungen und Neubildungen in derselben beobachtet. Die ersteren entstehen offenbar durch Fortpflanzung ent­zündlicher Processe ans der Urethra; EJaubner konnte einen Abscess dor Drüse durch die Harnwege, Reinemann aus einer unter dem After eines Stieres entstandenen Geschwulst entleeren. Hang beobachtete beim Pferde acute Prostatitis; bei Rindern wird die Prostata zuweilen Sitz der Tuberculose (Frauenholz).
Hypertrophie der Prostata, ein Leiden, das bei älteren Leuten so häufig vorkommt und in Neubildung von Drüsen- und muskulärem Zwischengewebe in der Prostata besteht, wird fast nur bei Hunden und aucb hier nicht oft gesehen; Forster hat indess mehrere Fälle der Art untersucht, Simonds will die Prostata eines Hundes lO'a Pfund schwer gefunden haben, während der ganze Mund ohne diese Geschwulst nur lö'i Pfund (?) wog. Sickert ob-ducirte ein Pferd, dessen Prostata ein Gewicht von '2] i Pfund hatte.
Auch Tumoren sind mehrfach in der Prostata beobachtet (Cadiot fand Krebs).
Bei Schafen beschreibt Gurlt sog. Prostatasteine, welche zum Theil durch Niederschläge aus dem Drüsensecret entstellen, zum Theil als Harnsteine aus der Blase stammen.
Alle diese Zustände erlangen dadurch erst Bedeutung, dass sie durch Druck auf die Urethra den Harnabsatz erschweren. Die ac.ut-entzimdlitheu l'rocesse können auf die Harnwege übergreifen, zu Er­krankungen der Harnröhre führen und durch l'velonephritis tödtlich verlaufen.
Erscheinungen und Verlauf. Hambeschwerden machen zuerst auf das Leiden aufmerksam; die Thiere drängen bald erfolglos, bald unter Entleerung des Urins in dünnem Strahl oder tropfenweise: zu­weilen besteht unwillkürlicher Harnabgang. Wird bei Hunden unter seh heu Umständen kein Hamröhrensteiu vorgefunden, so muss die Untersuchung per auum vorgenommen werden; dabei lässt sich die angeschwollene Prostata dicht hinter der Blase fühlen. Bei acut-ent-zündlichen Erkrankungen erscheint die Anschwellung weich und schmerzhaft, bei chronischen schmerzlos und hart: bei Prostatasteinen fühlt sich das Organ zuweilen wie ein Schrotbentel an. Abscesse ergiessen sieh unter umständen auf Druck in die Harnwege. Aus der hühnereigrossen Prostata eines Hundes konnte Haubner eine eiteriffe, übelriechende ITlttssiffkeit durch die Harnröhre entleeren.
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Krankheiten lt;lcr mihmlicheu Qesobleohtsorgane
worauf Heilung eintrat, willirond in dem von Keinemann beob-aclih'tru Falle der Stirr mi ('ystitis einging. ProstatahypertropMe und Tumoren rühren in der Rege] durob Störungen in der Harn­entleerung zum Tode, oder sie gehen zur Tödtung des Thieres Ver­anlassung.
Behandlung. Bei acuten Krankheitsvorgängen empfehlen sieh Abführmittel und Klystiere, um Jede Verstärkung des Druckes auf die Harnröhre, welche mit der Füllung des Mastdarmes verbunden sein würde, zu vermeiden, Mau könnte ferner den Versuch machen, vom Rectum aus eine Fntleeruug der abscedirenden Drüse vorzunehmen, Audi dürften Einspritzungen mit Eülfe des Katheters zu versuchen sein, wo/u sich Desinlicieiitien eignen.
Hei chronischen Erkrankungen bleibt nur der Versuch der Ex-stirpation übrig, eine Operation, die meines Wissens bei Thieren noch nicht ausgeführt worden ist, als aussichtslos aber auch hier nielit bezeichnet werden kann.
5. Die Kraukhelteu dos Serotums.
Lit,; Urinard n. Sciiuak, .lourn. de ined. mH. de Mid, 1889. Bang, Stock-lli'th Chirurgie, Bosenbaam, Gurlt u. llertwin-. TJ. S. l-is. Eber­hard t, das. 14. S, 881, Harms, Th, Mitth. 1868. S, 145.
a) Verletzungen, Wunden und Quetschungen des Hodensackes kommen, abgesehen von den zu operativen Zwecken (Castration) erzeugten, in Folge der geschützten Luge des Organs hei Thieren im ganzen nur selten vor; doch beobachtet man bei Hunden Bisswunden; auch kommen Verletzungen durch Glasscherben und Holz (Domen) bei missglückten Versuchen, über Hecken und Zäune zu springen, bei Thieren vor. Das Scrotum des Pferdes wird zuweilen durch die Wagendeichsel verletzt; am 1 lodensack des Hundes tritt nach längerem Liegen (Paraplegic, Staupe) leicht Dcoubitalgangriln auf.
Die Beurtheilung dieser /uistiinde hängt vornehmlieh davon ab, ob die Verletzungen penetrirend und event, mit Verletzung des Hodens verbunden sind oder nicht. Als penetrirend müssen hier alle Wunden bezeichnet werden, welche bis in den Processus vaginalis bezw, in die Peritonealhöhle reichen. So lange indess mit solchen keine diffuse Peritonitis verbunden ist, gestaltet sich auch hier die Prognose be­züglich der Erhaltung des Thieres günstig, während der Hoden jedoch meist nicht zu erhalten ist, Fs erscheint indess der Versuch, den
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Hoden uiitci- diesen [Imständeu zu erhalten, nichi unbedenklich, weil sich leicht eine infectiöse Peritonitis ansclaliesst, Als gefährlich müssen femer diejenigen Verletzungen des Scrotiuns ungesehen werden, welche mit umfangreicher Ghmgränbildung verbunden sind, wie sie nach schweren Quetschungen vorkommt. Oberflächliche Hodensackwunden heilen dagegen meist ohne nachtheilige Folgen.
Behandlung. Zunächst muss eine sorgfältige Reinigung ein­treten, alsdann untersuche man tlie Wunde genauer, um sich von ihrer Ausbreitung zu überzeugen. Liegt Aussieht vor, den Hoden zu erhalten, so leite man antiseptische Behandlung ein. Bei grösseren Thieren empfiehlt sich der S. 472 beschriebene Verband. Die Antisepsis muss namentlich bei tieferen, bis zum Processus vaginalis vordringenden Wunden, sobald der Kode erhalten werden soll, Anwendung linden, um Eiterung und Peritonitis zu verhüten. Oft erscheint die Ca­stration des Tbieres geboten; dabei spaltet man das Scrotum soweit, dass das VVundsecret möglichst: freien Abfluss findet, und treffe die­selben Massregeln, welche bei dieser Operation Anwendung linden. Oberflächliche Verletzungen des Scrotums werden nach den allge­meinen Grundsätzen behandelt.
b) Entzündungen der Scrotalhaut sah man wiederholt in nördlichen Gegenden beim Rinde durch Erfrieren eintreten (Bang); es soll dies namentlich leicht vorkommen, wenn Bullen im Schnee­gestöber transportirt werden. Nachdem die Thiere in den Stall ge­kommen, stellt sich Rötlumg und Schwellung der Scrotalhaut ein, in Folge dessen verschwinden die quot;Falten am Scrotum. Bald tritt Exsu­dation ein, und nicht selten kommt es zum oberflächlichen Absterben der Scrotalhaut.
Das Leiden verläuft fast immer günstig, obgleich zuweilen ein langwieriges Ekzem zurückbleibt, welches der Behandlung besonders zu trotzen pflegt, wenn sich profuse Absonderung einstellt. Da, wo grössere Abschnitte der Scrotalhaut abgestorben sind, stössi die Be-narbung auf Schwierigkeiten.
Ausnahmsweise entwickeln sichEntzündungsprocesse des Scrotums durch Fortsetzung von der Nachbarschaft: Rainard beobachtet solches nach dem Dnrnistich.
Bei Hunden verbreitet sich nicht selten ein acutes Ekzem über den
ganzen Hodensack, und ist mit Anschwellung, bei weisser Haut auch
mit Rötlumg, ferner mit Exsudation, Schmerz oder Jucken verbunden.
wodurch die Thiere veranlasst werden, die erkrankte Stelle fortdauernd
Möller, Spedelle Chirurgie fVr Thlerttrzte. a, Anfl,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; :ll
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482nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten dev inllnnlichen Qeschlechtsoi'gane,
zu belecken und so clie Eeilung zu stören und die Behandlung zu er­schweren. Zuweilen zeigen die Thieve in Folge steter Anschwellung einen breitbeinigen Gang,
Dir Behandlung bei Erfrierung des Scrotums besteht in An­wendung aromatischer Bähungen und (leckender Mittel. Mehlpulver, Acid, tanaic. event, mil Jodoform genügen in der Regel. Beim Ekzem empfehlen sieh Bepuderungen mit i'ulv. Lycopod., Tannin, Jodoform, wodurch die Thiere zugleich vom Belecken der erkrankten Stelle nh-gehalten werden. Wenn die Mxsndidion nicht sein- stark ist, linden Einpinselungen mit Jodoform-Collodium zuweilen vortheilhafte Anwen­dung. Vielleicht Hesse sieh auch hier unter Umständen vom Cocaüi Gebrauch macheu.
ei Neubildungen. Die Scrotalhaut ist ferner nicht selten Sitz von Neubildungen. Rosenbaura fand eine Geschwulst am Hoden­sack eines Stieres; ebenso Eberhardt bei einem l1/raquo;jährigen Bullen einen gegen 40 cm langen Tumor. Die Natur dieser Neubildungen l'dsst sich aus der Beschreibung der Berichterstatter jedoch nicht er­kennen.
Beim Hunde wurde von mir eine ausgedehnte „Varicositätquot; (diffuse Erweiterungen der Hautvenen, Varices) beobachtet, welche mit ülceration der Haut und reeidivirenden, profusen Blutungen ver­bunden war.
Welches Leiden dem von Anaeker als Pneumatose des Hoden-sackes beschriebenen Zustande bei Bullen zu Grunde gelegen hat, liisst sieh aus den Mittheilungen desselben nicht ersehen: wahrscheinlich handelte es sieh inn Hernie. Ebensowenig geben die Angaben Ebcrhardts über einen „zu langen Hodens a ck'quot; beim Bullen ein Bild von dem Krank-heitszustande desselben. Bemerkt sei jedoch, dass bei Hunden das Herab­hängen des Hodensackes und das nicht Anziehen der Hoden beim Anfassen des Scrotums als ein bedenkliches Zeichen zu betrachten Ist, welches bei letalem Ausgange .schwerer, innerlicher Leiden beobachtet wird, zuweilen auch bei den übrigen Thieren diagnostisch zu verwerthen ist.
Die Behandlung dieser Zustände ergiebt sich von selbst. Neu­bildungen lassen sich in der Kegel leicht entfernen, sobald sie keine zu grosse Basis haben und nicht bis auf die Tunica vaginalis vor­dringen; die Beweglichkeil des Tumors gitdd hierüber Aufschluss. Im Nothfalle kann imless ohne Gefahr das ganze Scrotum mit dem Hoden fortgenommen werden, wie die primitiven Methoden der Castration bei Wiederkäuern am besten zeigen.
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Krankheiten der Hoden.
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Im Hodcnsacko bezw. in der Scbeidenhanl wurden mehrfach Para­siten beobachtet, nämlich alle diejenigen, welche im Peritonealsacke vor­kommen, Sclerostomuro armatum, Pilaria papillosa u, a, (Gresswell), Sie haben keine besondere Bedeutung und werden zufällig bei der Cast-ration oder bei Sectionen angetroffen,
Craquo;, Dilaquo;' Kraukholteu der Hoden. Cast ration der Cl'yptorcllldeu.
Lit: Leisering, Dresd. Ber. 1882. S. 27 u, 1864. S. 85. Kaiser, Th. Eitth. 1879. S. 72, Cox, Gurll u. Hertwig. 10. S. 383. Olivier, eins. 7. S. 499. Gurlt, das. 22. S. 326 u. 17. S. 99 u. 0. S. 391, Preusse, Jahrb, 1878, S. HO. Wall raff. Her. Rep. 7. S. 219, Lud win-, Dresd. Ber, 1856. S, 54. Lowack, Th, Mitth, 1858, S, 161, Hess, Jahrb. 1888. S. 129. Knese, Th. Mitth. 1879. S. 72. Johne, Dresd. Her. 188.r). S. 24. Meiss-ner, das. 1885. 8. 84. Hertwig, Gurll u. Hertwig. 2-'). S. 488, Fünf-stück, Dresd. Der. 1862. 8. 12. Pambach, das. [889, 8. 78, Siedam-grotzky, das, 1871. S. 78 u. 1878. 8.25. Martin, Münch. Her, 1892/98. s. 119, Trasbot, Jahrb. 1885. 8.92 u. Rec. de MM. v^ter. 1892. S. 129. Pütz, Ad. VVoch, 1891, 8. 410. Gresswell, das. 1886, Peters, GurK a. Hertwig, 7. 8. 43. Wesche, das. 19. 8. 476. Möller, Monatshefte f. pr. Th. 1890. 8.385. Paugoue, Her, Rep. 14. S. 47. Hess. Jahrb. 1891. 8. 109. Levens, B. T. W. 1891. S. 19, tmminger. Ad, Woch, 1891. 8. 423. Cadiot, De la Castration du Cheval Cryptorchide. Paris 1893. Asselin et Houzeau, .lausen u. Koch, H. T. W. 1892. S. 308.
im
normaler Hoden: ihre Arterien waren erweitert, das Bindegewebe verdickt, der Samen wässerig, durchsichtig, enthielt nur vereinzelte Samenfilden, dagegen viele Kundzellen. Eine gleiche Beschaffenheit trilli, man .lläutil^#9632; an den in der Bauchhöhle retinirten Hoden der Pferde. Diesei' Zustand (Beten tic test is) wird nicht selten bei Hengsten, namentlich der kaltblütigen, schweren Racen, aber auch bei anderen Thieren beobachtet. Leisering und öurlt fanden bei einem Hunde die Hoden in der Bauchhöhle, ebenso l'reusse beim Schwein und Kaiser beim Bullen, [mminger will beim Rinde sogar hantiger Cryptorchismus beobachtet haben als beim Pferde; auch konnte derselbe Vererbung des Zustandes feststellen. Man spricht von einer Retentio abdominal is, wenn der Kode an der oberen Bauchwand liegt, von
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1S.I
Knmkhriti'ii dei' niiimiliilu'ii Gosclilechtsoi'gnne.
eiuor Iraquo;, iliaca, wenu ev sich in der Nähe des inneren Baucliringes, und von einer It. inguinalis, wenn sich der Hode im Leistenkanal befindet. Dieses scheinbare Fehlen eines oder beider Hoden hcisst ,Monorchismusquot; bezw. „Cryptorchismusquot;, Klopf-, Spitz-oder Urhengst, in laquo;Im ersten Lebensmonaten liegen allerdings beim Fohlen ilit1 Hoden im Leistenkanale und steigen gegen Ende raquo;les ersten Jahres in das Scrotum berab,
Eine seltene Lage des Hodens constatirte QurH heim Pferde; er fand denselben am Zwerchfell befestigt. Zuweilen liegen die Hoden ausserhalb der Bauchhöhle, aber nicht im liodensaek (Ectopie des Hodens). So fand man Hoden unter dem Bauchfell oder im Schenkel-kanal; den orsteren Zustand nennt man Ectopia abdominalis, den letzteren E. cruralis. bh land hei Hunden einen oder beide Hoden unter der Haut neben der Glans penis liegend; bei Bullen wurde ein linden in der Subcutis der Flankengegend angetroifen.
(Jeberzflhlige Hoden will man bei Pferden und Maulthieren gesellen haben. Cos fand bei einem Pferde drei Hoden und Olivier heim Maulthiere sogar vier. Gegen die Richtigkeit dieser Mittheilungen lassen sieb indess Bedenken erheben; da eine eingehende Beschreibung der iiherziihligen Organe fehlt, so liej^t der Gedanke nahe, dass es sich nin Verwechselungen mit anderen Gebilden gehandelt hat.
Die Bedeutung aller dieser Zustände ergiebt sieh von seihst. Die Anorchidie sowie die mangelhafte Ausbildung beider Hoden macht diis Thier zu Zuchtzwecken unbrauchbar. Das gilt im allgemeinen aueb vom Cryptorchismus, denn die in der Bauchhöhle retinirten Hoden /eigen sich meist ntrophiseh, sehlalT und enthalten keine oder verkümmerte Samenfäden: doch habe ich wiederholt in der Bauchhöhle des Pferdes vollkommen entwickelte Hoden mit reichlichem Gehaltan Spermatozoen angetroifen. Die Frage der Zeugungsfähigkeil der Cryptorcbiden wurde von Gurlt zur Beurtheilung der Bedeutung der Samenfäden zuerst aufgeworfen und musste nach seinen Untersuchungen vernein! werden, denn er konnte keine Spermatozoiden in den retinirten Hoden nachweisen; später ist dieselbe verschieden beantwortet worden. Peters gelangte auf Grund seiner Beobachtungen an sog. Klopf-lieugsleu zu der Ansicht, dass sie unfruchtbar seien, wohl aber den Begattungsaki ausführen könnten. Wesche dagegen will Prucht-barkeil bei Cryptorcbiden gefunden haben; er beschreibl indess einen Cryptorchismus inguinalis. Die Frage wird sich principiell kaum ent­scheiden lassen: es hällgl offenbar von der Fntwiekelung der Hoden ab, ob Zeugungsfilhigkeil besteht oder nicht. Die grosse Mehrzahl der
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Kr.midii'iti'ii der Hoden,
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retinirten Hoden zeigt sich allerdings hochgi'adig verkümnierl und enfc-liiilt keine Sperrnatozoen. Ich habe jedocli wiederholl bei Pferden Hoden aus der Bauchhöhle entfernt, welche vollstilndig entwickelt waren, zahlreiche und bewegliche Sperrnatozoen enthielten, Par-gou^ berichtet über einen Hengst, dessen Hoden beide nicht sichtbar waren, unter dessen Söhnen sirli fünf Chryptorchiden bezw. Monor-chiden befanden; danach wäre der Zustand auch vererblich.
An den retinirten Hoden kommen oft krankhafte, nichl selten maligne Neubildungen (Sarkome. Carcinome u. s, w.) vor. Beim Hunde fand Leisering den in der Bauchhöhle [legenden Hoden krebsig entartet; auch bei Pferden hat man dasselbe gesehen, Häufiger noch erkranken beim Menschen solche Hoden, so dass man sieh zur baldigen Entfernung derselben entschliesst.
Für das Pferd hat die Entfernung des retinirten Hodens diese Bedeutung nicht, dagegen wird dieselbe häufig nothwendig, weil die geschlechtliche Erregung der Thiere, namentlich im Frühjahr, die wirtlisclmftliche Verwendung derselben ofl erheblich stört; manche Klopfhengste zeigen sich so bösartig, dass der Umgang mit ihnen gefährlich wird. Bei Schweinen hat das Fleisch der Cryptorchidon (Binneneber) in der Eegel einen widerlichen Geschmack (Jansen), welcher nach Koch auch dem gepökelten Fleische anhaftet und um so intensiver ist, je mehr sich die Testikeln entwickelt zeigen.
Die Castration der Cryptorchiden verlangt einige üebung und sorgsame Beachtung der Antisepsis. Nachdem diese Operation durch Stockfleth und Nielsen in Dänemark, Degive in Belgien besonders gepflegt worden war, haben neuerdings auch Hang und Cadiot sich mit, derselben beschäftigt. Mit Hülfe der Antisepsis ist die Castration der Cryptorchiden bezw. Monorchiden bei weitem nicht mehr so gefährlich, dass mau. wie Hering vorschlägt, besser darauf verzichtet, unter antiseptischen Massnahmen gestaltet, sich die Ope-ration zu einer recht dankbaren und hat unter Umständen grosse Bedeutung.
Früher und vereinzelt auch in neuerer Zeit wurde empfohlen, die Eröfihung der Bauchhöhle von der Planke ans vorzunehmen. Fast alle mit der Operation mehr beschäftigten Operateure haben sich je­doch für den Leistenkanal als Operationsfeld ausgesprochen; auch ich muss diesen Weg empfehlen. Indem ich bezüglich der Modification der Operation auf meine allgemeine Chirurgie und Arbeit in den Monats­heften für praktische Thierheilkunde verweise, soll hier in Kürze das gegenwärtige Verfahren beschrieben werden, wie ich es ausserhalb
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Kvankheiten dev lullnnlicben Gesohlechtsoi'gane,
dei' Klinik anwende. Womöglicli operire man im Freien; das zum Niederlegen benutzte Stroh wird Abends vorher ausgestreut, um das Stauben desselben zu vermeiden, Bei Pferden, welche einige Wochen hindurch dürftig erntlhrl wurden und mager geworden sind, gelingt die Castration am leichtesten. Binige Tage vor der Operation ,n'iol)t mau (due Äloepille, um den Darm zu entleeren, und von da ab möglichst wenig, alicr concentrirtes Futter (Hafer mit wenig Heu und kein Stroh).
I gt;as so vorbereitete Pferd wird niedergelegt, so dass die zu operirende Seite oben, das Hintertheil in halber Rückenlage und etwas höher liegt als das Vbrdertheil; der obere üinterfuss wird sodann wie Ijid der gewöhnlichen Castration nach vorn ausgebunden, in Ab­ductions- und Beugestellung giduiltun. Durch Uinliüllimg der vorher gereinigten Hufe mit feuchten Tüchern und durch Anfeuchten der Haare an dem oben liegenden Hinterscheukel werden Verunreinigungen des Operationsfeldes verhütet.
Drei Schalen mil Carbolwasser (2—3n/o) sind erforderlich; die eine nimmt die [nstrumente auf, die zweite ünterbindungsfiiden und Nadeln, die dritte dient dem Operateur zum Eintauchen seiner Hände vor dem Eingehen in die Bauchhöhle. In einer vierten Schüssel werden Tupfer aus aseptischer Watte vorriithig gehalten. Zweck-massig ist endlich, ein Qefäss mit Ausguss bereit zu halten, um event. als Irrigator zu dienen.
So vorbereitet wird das Pferd chloroformirt, und während dieser Zeit das Operationsfeld gewaschen und desinflcirt (Abseifen und Spülen mit Carbol oder Sublimatwasser). Sobald die Narkose vollständig ist, stellen sich Gehülfen mit den Schalen in der Nähe des Opera­teurs auf, dessen Hände sorgfältig desinflcirt und dessen Aermel bis über das Ellenbogengelenk zurückgeschoben sind. Man nimmt die­selbe Lage ein wie bei der Castration.
Die Operation zeiiällt in folgende Akte:
1.nbsp; nbsp;Der Einschnitt. Hnmittelbar auf dem äusseren Leistenringe, vielleicht etwas mehr nach der medialen Seite und parallel mit dem­selben macht man einen (i—7 cm langen Hauteinschnitt und trennt in derselben Ausdehnung die Qnterhaut und eine hier liegende Pascie. Die etwa blutenden öefässe werden alsbald unterbunden, uml das Blut mit sterilen Tupfern entfernt.
2.nbsp; nbsp;Die Freilegung des Leistenkanals, Mit beiden Zeige­fingern, eventuell unter Zuhülfenahme der Daumen sucht man das lockere Bindegewebe im Leistenkanale bei Seite zu schieben und bahnt sich einen Weg in der Richtung zum inneren Bauchring. Sodann
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Castration der Cryptorchiden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;487
gehl man mil Zeige- und Mittelfinger der Hand, welche der oben liegenden Seite des Thieres entspricht, in den Leistenkanal ein, um sieh zu tiberzeugen, ob ein Processus vaginalis, eventuell mit Be-shmdllieileii des Suiiu'iistrane'es in demselben liee-t. Trifft man liier den Hoden an (Retentio inguinalis), so gestalte! sieh die weitere Operation sehr einfach, d. h. ebenso wie bei der gewöhnhchen Castra­tion. Zuweilen findet sieh ein mehr oder weniger verkümmerter, etwa handschuhflngergrosser Scheidenfortsatz mit dem Schweif des Neben­hodens im Leistenkanal, In solcliem Falle untersuche man den inneren Bauchring durch Einführen des Zeigefingers und Überzeuge sieh von dessen Weite. Meist ist: derselbe gleichfalls abnorm eng und gestattet selbst dem rudimentären Hoden nicht den Durchgang. Da aber die Erweiterung desselben mit Schwierigkeiten verknüpft ist, so ziehe icli in solchem Falle es vor, den Scheidenfortsatz unbeachtet zu lassen und neben demselben einen Zugang zur Bauchhöhle zu suchen. Sollte der innen' Hauchring weiter erscheinen, so würde man den Processus vag. spalten und dann ebenso wie nach Perforation der Bauchdecke vorfahren.
3, Die Perforation der Bauchdecke, Wenn die Finger etwa his zu den letzten Knöcheln in den Leistenkanal eingedrungen sind, fühlen sie in der Tiefe die Bauchdecken, Man erkennt deutlich den hinteren Rand der Querbauchmuskeln und die Fasern des M, obliquus intemus. Dicht hinter dem letzteren stösst man auf locke­res Bindegewebe; Degive nimmt hier die Perforation vor. Ich ziehe mit Bang die Perforation des inneren schieden Bauchmuskels an der inneren Wand des Leistenkanals, etwas medianwürts vom inneren Bauchringe, vor. Man erhält auf diese Weise eine „Knopf-lochwundequot;, die nichi klafft sondern sich bald wieder verschliesst und dadurch einen Darmvort'all verhindert. Ein energischer Stoss mit Zeigefinger und Mittelfinger während einer Inspiration des Pferdes führt diese bald durch die Bauchdocken in die Bauchhöhle, Man trifft indess grosse Verschiedenheiten; bei manchen Thieren ge­lingt die Perforation sehr leicht, bei anderen verhingt sie energische Ivraihuiwendung.
#9632;1. Das Aufsuchen des Hodens. Dieser Akt bietet für den weniger Geübten die grössten Schwierigkeiten, denn das Auflinden des Hodens oder Sanionstnmges zeigt sich zuweilen nicht, leicht; doch ge­lingt dieses meist mit den beiden ersten Fingern, ohne Einführung der ganzen Hand. Sobald die Bauchwand perforirt ist, sucht man mit den beiden Fingern nach allen Seiten, um den Hoden, Nebenhoden
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-ISSnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der mamp;unlicheu äesobleohtsorgane.
oder Samenstrang zu fcreifen. Her [lodc wird leicht mit einer leeren Darmschlinge verwechselt, von der er sieh durch seine Begrenzung iiiul grössere Festigkeit unterscheidet; heim Druck auf denselben werden die Thiere unruhig, Der Schweif des Nebenhodens zeigt eine eigenthümliche Beschaffenheit: in der im allgemeinen weichen Masse ftlhli man härtere, derbere Stränge. Der Samenleiter giebi sich den Fingern als ein bindfadenstarker, bai'ter Strang zu erkennen. Letzterer eignet sieh besonders zum Aufsuchen und Bervorziehen des Hodens, denn er wird an seiner geringen Grosse und fadenförmigen Härte leicht erkannt und lässt sich ohne grosse Schwierigkeit mit den Fingern hervorziehen, was heim Hoden seihst oft missglückt, zumal die Thiere bei diesem Versuche in der Eegel unruhig werden. Mau suche also nach einem möglichst kleinen Gegenstande, der iui Innern einen derben, bindfadenartigen Strang (Samen­leiter) erkennen lässt. Eine Verwechselung desselhen mit, einer grösseren Arterie des Gekröses kann vorkommen; man achte deshalb auf etwaige Pulsation. Das Auffinden des Samenstranges zeigt sieh bei weitem leichter als das Suchen des Hodens seihst; hervorffezoffen giebt sich der Samenstrang durch seine hellere Farbe ZU erkennen. Man zieht an ihm den Hoden durch die Oell'nimg nach aussen, wobei nur eine abnorme Grosse des Hodens hinderlich werden kann, die jedoch selten vorkommt,
Sobald der Hoden ausserlndb der Wunde liegt, unterbindet man den Samenstrang mit zwei, bei grosser Stärke desselben mit drei sorg­fältig desinlicirten Catgut- oder Seideni'ädcn. Darauf schneide man den Samenstrang 1 cm unterhalb der Unterbindung ab und lasse ihn in den Leistenkanal zurückgleiten. Die Wunde wird mit 5—8 Heften aus Seide oder Zwirn geschlossen. Auf diese streue ich Jodoformtannin (1:3) und bedecke die Wunde mit einem Blatt Holzwoll-oder Carbol-watte. Nur da. wo Verunreinigungen des Samenstranges bezw. der Wunde befürchtet werden, spüle mau diese mit Sublimatwasser aus.
Damit ist die Operation vollendet, und das Thier kann aufstehen. Sobald es steht, wird der Verband nach Art eines Suspensoriums an­gelegt (S. 472); bei unruhigen Thieren kann derselbe fortfallen. Das Pferd bleibt bei halber Ration I Tage hochgebunden, kann sich dann mit dem Verbände niederlegen, welcher nach (i—8 Tagen entfernt wird.
In der Regel tritt keine oder nur geringfügige Eiterung ein. Wo letzteres der Fall sein sollte, löse man das vorderste und hinterste Heft der Hautwunde und spüle diese mit Carhol-. Creolin- oder Sublimatwasser täglich einmal ans. So lange kein erhebliches Fieber
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Castnilion der Cryptorchiden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1^9
iiml Appetitlosigkeit einti'itfc, ist, eiue Nachbehandlung nicht nniliio-, und kann das Pferd nach etwa I I Tagen wieder zur Arbeit verwende! werden.
Niicli der im vorigen Jahre von mir veröffentlichten l'i. Operation huljc ich im letzten Jahre noch an '-i*1 Stück operirt, und zwar alle mit günstigem Erfolge, Die ausserhalb des Spitals vollzogenen Ope­rationen nahmen sogar den günstigeren Verlauf.
Schwierigkeiten ergeben sieh zuweilen beim Aufsuchen des Hodens; man darf dabei nicht die Gredulcl und Ruhe verlieren; im Nothfalle geht mau mit der anderen Hand in den .Mastdarm ein und sucht mit dieser den Hoden durch die Perforationsstelle zu drängen. Nachdem der Hode so entbunden ist. lege man einen Faden mn denselben, be­decke ihn mit Watte und remige nun zunächst die in den Mastdarm eingeführte Hand, worauf alles weitere wie beschrieben erfolgt.
Eine andere Schwierigkeit stellt sieh ein, wenn einmal der Samen­strang sehr kui'z ist; die Unterbindung fallt alsdann schwer. Degive (mündliche Mittheilung) benutzt in solchen Fällen den Ecraseur.
In einem Falle war der Kode nicht zu finden: ich ging deshalb mit der ganzen Hand in die Bauchhöhle ein und entdeckte einen doppelfaust-grossen, weichen Körper, den ich zunächst für die Harnblase hielt. Die weitere Untersuchung ergab jedoch, dass sich diese in der normalen Lage befand, während der weiche Körper in der Nähe dos inneren Bauchringes lag, beweglich war und an seinem Ende einen festen Körper nachweisen Hess, welcher Aehnlichkeit mit einem Hoden zeigte, üeberzeugt, dass ich es mit einem degenerirten Hoden zu thuu hatte, wurde die Oefihung in der äusseren Haut, und Bauchdecke soweit verlängert, dass der Hoden mit dem Samenstrang zu entbinden war. Nachdem der Hode entfernt und nicht nur die äussere Haut, sondern auch die Baachdecke mit starker Seide geheftet (Knopfnaht) war, ging die Heilung regelmässig von Statten.
Die nähere Untersuchung ergab, dass der Hode fast vollständig ge-schwunden und im Samenstrange eine Cyste, mit 500,0 g Serum gefüllt bestand: der Umfang der Cyste betrug 'M cm. Am unteren Ende des Samenstranges lag ein etwa enteneigrosses Lipom, welches zum Theil ver­knöchert war. Zuerst geneigt, diese Geschwulst für den degenerirten Ho­den zu halten, wurde ich jedoch durch Degive, welcher derartige Fälle bei seinen zahlreichen Cryptorchiden-C'astvationen wiederholt sah, auf die Hydrocele des Samenstrangs aufmerksam gemacht. Nach den Mittheilungen Degives lässt sich die Behandlung solcher Zustände dadurch erleichtern, dass man die Hydrocele mit einem Pingernagel so lange kratzt, bis der Inhalt in die Bauchhöhle abfliesst, wonach die Extraction des Hodens leicht erfolgt.
Bei Binnenebern dürfte die Castration in ähnlicher Weise auszu­führen sein wie heim Pferde, hier jedoch der Flankenschnitt noch eher zu empfehlen sein als dort. Lev ens (heilt einen Fall mit, in dem der Cast-rirer beim Schweine an Stelle des Hodens eine Niere entfernt hatte, wie sich beim Schlachten des Thieres ergab; die andere Niere zeigte compen-satorische Hypertrophie.
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Kvaukheitcn der mttunliohen GeschlcchUorgftne
b) Die lüntzUnclung der Hodeu und Nebenhoden. Orchitis, Periorcliitis. Epididymitis,
Entzündliche Processe des Bodens sind zwar nichl häufig, doch hat man solche bei den verschiedenen Thieron beobachtet. Entzündungen des Nebenhodens, welche beim Menschen als Folgezustand derGonorrhoe h'dufig vorliommen, siml bei Thieren selten.
Bald Führen äussere Einflüsse, Quetschungen und Verletzungen, die, wie S. 480 beschrieben, zu Stande kommen, bald entzündliche Vorgänge, welche von den Barnwegen ans auf die Samenleiter und von liier auf den Hoden übergreifen, zur Entzündung der Hoden; metastatische Entzündungen des Hodens werden bei Pyämie, Rotz u. s. w. beobachtet. VVallraff behauptet eine enzootische Orchitis mit Äbscedirung bei Pferden und Rindern gesehen zu Imben; über die Ursache wurde Näheres nicht bekannt. Ludwig land bei einem gehirnkranken Pferde in beiden Hoden Abscesse; Knese sah ähn-liches beim Schwein. Entzündliche Processe und käsige Herde werden bei der Zuchtlähme der Pferde in den Hoden angetroffen. Bess beschreibt einen Fall von Tuberkulose des Nebenhodens bei einem Zuchtbullen. Der Schweif des Nebenhodens bildete eine gänseeigrosse, durch eine kreisrunde Furche vom Hoden deutlich abgegrenzte Ge­schwulst.
Erscheinungen und Verlauf. Als erstes Symptom stellt sich Anschwellung ein, welche bald schnell, bald langsam auftritt, stets, namentlich bei acuter Entzündung recht schmerzhaft ist: der Gang wird dalier oft breitbeinig, und zuweilen veranlassen die Schmerzen Koliksymptome. Das Scrotum leidet so lange nicht mit, als der Pro-cessus vaginalis intact bleibt.; kommt aber Periorcliitis hin/u, so stellt sich Oedrin des Scrotunis ein. Infectiöse Orchitis wird regelmässig von Fieber begleitet.
Die aseptische Entzündung des Hodens, wie sie durch Quetschungen entsteht, verläuft meist günstig. Zwar kommen zuweilen Blutungen mit Bildung einer Bämatocele vor (S. 494), doch tritt auch hierbei meist Zertheilung mit Wiederherstellung normaler Funktionsfähigkeit ein. Die durch die Barnorgane vermittelte oder auf metastntischem Wege entstandene Orchitis führt dagegen oft zur Eiterung oder Nekrose. Eine Neigung zum Absterben ist gerade im Hoden sehr gross, wie man sich nach subeutaner Unterbindung des Samenstranges zum Zwecke der Castration leicht iihrrzeugen kann; bei VViederkliuem und Pferden
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KntzUuduBB und Tumoren des Hodens.
m
sah man auch Verkalkung und Verknöcherung der Hoden Diese Vorg'dnge haben jedoch fllr das Leben der Thiore niclil die Bedeu­tung wie die Eiterung; die letztere setzt sich nämlich leicht auf den Samenstrang fort uiut führt zur eiterigen Peritonitis mit tödtlichem Ausgange. Meist entsteht nur eine Periorchitis, die zur Verwachsung mit der Scheidenhaui oder schliesslich zur Perforation durch die Scrotalhaui aach aussen l'üln't (Lowack). Hess beobachtete bei einem Wurf Ferkel und einem Zuclitstier Periorchitis plastica liaemor-rhagia. Die Periorchitis t'ülirt oft zu llvdnu-ele (uler liiliiiiitucele (S. 493).
Behandlung. Zunächst ist Ruhe für das Thier nothwendig, namentlich wenn durch starke Anschwellung die Bewegung gestört wird. In solchen Fällen lasse man ein Suspensorium anlegen (S. 472); bei frischer, traumatischer Orchitis würde man damit Umschläge von kaltem Wasser oder von Hleiwasser und iilinüclien Flüssigkeiten verbinden.
In der humanen Medicin werden bei Orchitis Compressionen mit Heftpflaster angewendet, die bei grossen Thieren zu versuchen sind, bei Hunden durch Bepinselung des Scrotums mit Collodium ersetzt werden können. Die mehrfach empfohlenen Skarificationeu sind werth-los; nur ol)erlliieliii(di angewendet, bleiben sie ohne Wirkung, Ins in den Processus vaginalis reichend, würden sie aber mit der Castration identisch sein. Diese kann allerdings indicirt erscheinen, namentlich bei infectiöser Orchitis mit Miterkrankung des Samenstranges. Sobald sich Zeichen der Perforation des Scrotums bemerklich machen, spalte man dieses, und wenn schwere Zufälle (hohes Fieber u. s. w.l damit verbunden sind, erscheint die Castration angezeigt, die man in der üblichen Weise vornimmt; soweit möglich werden auch die miter­krankten Theile des Samenstranges entfernt.
Hertwig will bei spontaner Orchitis des Pferdes durch magere Diät, Blutentziehung und Laxantien Heilung gesehen haben; äusser-lich wurden Ungt. Hydrarg. ein. mit Kai. jodat. und ümschUlge von Belladonna angewendet.
c) Tumoren der Hoden (Sarcocele) und Nebenhoden.
Seit alter Zeit nennt man jede krankhafte Vergrösserung des Hodens ..Sarcocelequot; oder .!•'1 e i sc b b ru cliquot;. Derartige Zustände werden bei den verschiedenen Hausthieren beobachtet. Bei Schweinen
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I Ml'
Knmklu'iti'ii der niäiiiiliclitMi Gesobleohtsoi'gano.
und Ifiiuli'i'ii kommen tuberculöse N^eiibildungen in cleu Hoden vor (Fambachl; bei Pferden wurden Sarcome (Bang, Möller), Carci-aorae (Stocltfleth, Trasbot), Myome (Siedamgrotzky), Derraoid-cysten (Martin, Bang) mit Haaren und Zilhnen (Q-ur'lt), bei Hunden sowohl Sarcome wie Cai'cinome im Hoden angetroffen (Siedam-grotzky, Möller), Hess beobachtete Tuberculöse des Nebenhodens bei einem Stier; der Schweif desselben bildete eine gilnseeigrosse Geschwulst, die sich durch eine deutliche Furche vom Hoden absetzte.
Fitr, 98.
Carcinom des Hodens beim Pievdu (nacli einer Photographie).
Erscheinungen und Verlauf. Die Vergrösseruug des einen oder beider Hoden vollzieht sich hierbei langsam: die Anschwellimst erscheinl schmerzlos. Bald behält die Oberfläche des Hodens ihre ebene Beschaffenheit, bald erscheint sie höckerig, knotig. Die Ver-grösserung des Hodens kann bedeutend worden: in ÄJfort fand mau beim Pferde einen Hoden, der 20 Pfund wog.
Maligne Neubildungen breiten sich oft auf den Samenstrang aus. so dass aueli dieser angeschwollen, hart, uneben, oft mit Knoten versehen erscheint, Ebenso schwellen bei Carcinomen die Lymph­drüsen in der Lendengegend der Bauchhöhle an. Ich fand diese bei dem in Fig. 98 dargestellten Carcinom des Hodens so bedeutend ver-
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Tumoren der Hoden mul Nebenhoden.
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grössert, dass man kaum nocli Platz fand, m.....it der Hand in die
Bauchhölile vorzudringen,
So lange die Neubildung auf den Hoden beschränkl bleibt, kann durch Castration Heilung erzielt werden. Man zögere damit namentlicli nicht . wenn die Geschwulstbildung schnell verliiufl oder Zeichen malignen Charakters an sich trägt, wenn der Samenstrang bereits miterkrankt ist, aber die Ausführung der Ojieration noch mög­lich ei'scheint.
Behandlung. Nur die Castration kann hier Heilung bringen, welche sich auch hei den gutartigen Neubildungen empfiehlt, nament­lich wenn diese sehr gross werden. iMiin bedenke, dass die Gefilsse des Saiuensh-anges hierbei oi't nhnorni erweitert sind: daher empfiehlt sich die Castration mit Kluppen, wodurch starke Blutungen am sichersten verhindert werden. Ist der Samenstrang bereits weit nach oben miterkrankt. so wird die Anlegung der Kluppe zuweilen unmög­lich. In solchem Falle unterbinde man entweder mit Catgut, oder man lasse den Ligaturfaden zur Wunde heraushängen, um denselben nach 5—6 Tagen entfernen zu können. Wo die Wucherung bereits bis in die Bauchhöhle reicht, lässt man das Thier für die Schlacht­bank vorbereiten oder zur Arbeit verwenden, so lange es geht.
7. Der Wasserlmich, Blutbrucli nnd Krampfaderbrnch. Hydrocele, Hilmatocele und Tariocelo.
Lit.: Richter, Th, lUitth. 1863. S. 183. Steffen, das. 1874. S. Ml. Steiner, Gurlt u. Hertwig, #9632;_'. S. 253. Martin, Jahrb. 1884. S. 106. Hess. das. 1888. 8. 129. Prinz, Gurlt u. Hertwig. 2. S, 425. Meyer, .las. 15. S. 428. Gurlt, das. 39. 8. 186.
Wegen der Aehnlichkeit mit einem Leistenbruch bezeichnet man seit alter Zeit den Hydrops des Processus vaginaiis als Hydrocele. Zwischen dem parietalen und visccralen Blatte der Tunica vag. pro-pria kann sieb eine grössere Menge Serum ansammeln, wo sous! nur wenige Tropfen Flüssigkeit vorbanden sind. Der Zustand entspricht also in seinem Wesen dem Hydrops ascites nnd kann ans einer entzündlichen Erkrankung der Tunica vaginaiis propria hervorgehen. Zuweilen sammelt sich die .Flüssigkeit im Samenstrange selbst an, liegt, also zwischen der Duplicatur der Tunica vaginaiis propria, ein Zustand, der als Hydrocele des Samenstranges bezeich­net wird.
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Krankheiten der mllnnlichen öeschlechtsorstanG,
Beide Leiden wurden wiederholt bei Pferden, Bindern und Sohaf* bocken beobachtet, Steiner fand bei jungen Wallachen Hydrocele des Samenstranges; die seröse Flüssigkeit war in mehreren, kleinen „Silek-chenquot; eingeschlossen, Gleiches besehreibt Kichter bei BOcken und Pferden, Mir selbst begegnete eine Hydrocele des Samenstranges lioi der Castration eines Cryptorchiden; in einer grossen Oyste des Samenstranges waren llber 500 g röthliches Serum entlialteii. Die Operation wurde durch den Znstand erheblich erschwert, gelang indess trotzdem (S. 489), Steffen beobachtete Hydrocele des Processus vag, bei einem Schafbocke.
Ursachen. Die Hydrocele kann aus entzündlichen Erkrankungen (legt; Processus vaginalis, des Hodens bezw. Samenstranges hervorgehen, daher sowohl acut wie chronisch auftreten, Hess fand bei Ferkeln iiml einem Zuchtstier nichi nur Serum sondern auch Fibrin und. Hint in der Scheidenhaut (S, 191), Dime Zweifel geben äussere Ver­letzungen (Quetschungen) zu derartigen Erkrankungen zuweilen Anlass. Führen diese im Samenstrange oder im Processus vaginalis zu starker Blutung, so spricht man von einer „Hämatocelequot;. Die Hydrocele des Processus vag. stellt sich in Verbindung mit Hydrops ascites und Hydrothoras als Theilerscheimmg allgemeiner Imlropi.scher Zustände ein. Martin glaubt aus dem Vorkommen von Pilarin papillosa in dem hydropischen Scheidenfortsatz schliessen zu können, dass diese als Ursache der Hydrocele zu betrachten seien, eine Annahme, die jedoch /weifellos unrichtig ist, weil jene Parasiten sieh noch häufiger ohne diese pathologischen Zustünde finden.
Erscheinungen. Hydrocele wie Hämatocele des Processus vagi­nalis können grosse Aehnlichkeit mit einem Leistenbruch erlangen. lgt;ie mit diesen Leiden verbundene Anschwellung, welche unter um­ständen eine bedeutende Ausdehnung erlangt (Steffen sah den Hodensack bei einem Bocke his fast zur Erde herabhängen), ist weich, elastisch, schmerzlos und frei von entzündlichen Erscheinungen, Von dem Bmeh unterscheiden sieh beide dadurch, dass die Geschwr.lst hauptsächlich den unteren Theil des Ho den sack es einnimmt; nach oben verengt sieh das Scrotum und zeigt hier keinen abnormen Inhalt, weil die Flüssigkeit leicht verdrängt wird. Wird aber der obere Theil des Hodensackes mit der Hand umspannt, so liisst sich am Grunde desselben Fluctuation feststellen.
Bei grösseren Thieren ist endlieh durch Untersuchung per anum die öegenwarl bezw. Abwesenheit eines Leistenbruches festzustellen: diese Exploration kann namentlich bei Hydrocele des Samenstranges zu einer sicheren Diagnose nothwendig werden, da sich bei diesem Zustande auch die Form der Geschwulst oft nicht von einem Bruche
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Elydrocele, HtVinatocelG und Vtiviocele
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verschieden zeigt. Im Nothfalle giebl die Probepunction des Scrotums Auskunft,
N'oii drr Sarcocele unterscheiden sich diese Leiden durch die geringere Hilrte und Festigkeit der Geschwulst sowie durch die h'('quot; ringere Grosse des fühlbaren Hodens, ilii' in der Regel sogar atro-phiscli erscheint.
Die Beurtheilung gestaltet sich in Bezug auf Erhaltung des Lebens günstig, bezüglich der Heilung mit Erhaltung des Bodens dagegen zweifelhaft. Am ehesten führt imcli die Behandlung der Eilmatocele und Hydrocele des Processus vaginalis zum Ziele. Doppelt bedenklich ist die Complication mit einem Leistenbruch.
Behandlung. Gegen die Hydrocele machte 7elpeau zuerst seine Versuche mit Jodeinspritzungen, die auch jetzt noch heim Menschen ausgeführl werden. Die einfache Punction hat nur selten Erfolg. Steffen entleerte den Scheidenfortsatz des Schafbockes 14mal, die Füllung trat stets von neuem auf. Punction mit nachfolgender Einspritzung von Lugol'scher Lösung führt ebenfalls nicht immer zum Ziele. Wenn diese jedoch z. B, bei werthvollen Zuchtthieren versuchl werden soli, muss selbstversect;tändlich antiseptisch vorgegangen werden. Mau benutze frisch bereitete Jodtinctur, spritze die Lösung nach Entleerung des Inhaltes in den Processus vag. und lasse dieselbe hier zurück. Es iole-r eine stärkere Anschwellung, die nach (i—s Tagen wieder zusammenfällt.
Zuverlässigeren Erfolg gewährt die Castration, wenn mit dem linden zugleich der erkrankte Theil des Samenstranges entfernt wird; sobald dieses zulässig ist, wird regelmässig Heilung erzielt. Man warte damit jedoch, bis die acut entzündlichen Vorgänge abgelaufen sind. Hess verlor bei der Castration von vier, mit Periorchitis und llvdroeele behafteten Ferkeln 2 Stück; auffallend war, dasa von den 5 Ferkeln eines Wurfes I Stück' an llvdroeele litten.
Als Variocele, Cirsocele oder K ra inpfaderhnich luzeiehnet, imm eine abnorme Erweiterung und Verlilngerung der Venen des Samenslranges, ein Zustand, der vornehmlich bei älteren Tliieren vor­kommt, jedoch nur ausnahmsweise in dem Masse entwickelt ist, dass er besondere Hülfe nöthig macht. Meist wird derselbe erst bei der Castration entdeckt und erlangt auch hier keine besondere Bedeutung. Prinz. Meyer und Gurlt beobachteten bei Ochsen Einmündung der Samenarterie in die Samenvene, also die Bildung eines Vanx
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Krankhoiten 'lei' tutlunlichen Oesohleohtsorganei
aneurysmaticus, Die mit der Variocele verbundene Ausdehnung des Plexus panipiniformis kann indess so gross werden, dass der Hodensaci eine ähnliche Vergrösserung erführt wie beim Leistenbruch üihI den oben beschriebenen Zuständen. Beim Varix aneurysmaticus liisst sich am Scrotum oft Pulsation nachweisen [Wagenfeld), oder niiin fühlt das Schwirren des Blutes unter der Saut, Erschehuingen, die sich verlieren, sobald der Hodensack oben comprimirt wird: Meyer konnte die Arterie direct fühlen.
Der in Rede stehende Zustand kann nur dmvh die Castration geheilt werden, wobei Sorge zu tragen ist, dass die stark erweiterten GefUsse nicht zerreissen. Die isolirte Unterbindung mit nicht zu feinem Faden würde sich hier ebenso wie die Ä.nwendung von Klup-pen empfehlen.
8. Die BntzUlldnilg des Summst ranges. Siiuu'iistijniulistcl. Fnulculitis chroulca.
hit.: Bosenbaum, Gurlt u. Hertwig, 12. gt;:. 143. .lohne, Dresd. Bor. 1884. S. 40 u. 1885. S. 41. Deutscli, Zeitschr, für rhiermed. 12. S, 78, Rabe, das. 12. ft. 137. Trianon, Jahrb. 1887. ft. 78. Ringk, Th, Mitth. 1876. ft. 80. Benninger, Bad. Mitth. 1890. Johne, Jahrb. 1891. S. 109.
Bei seiner geschützten Lage erkrankt der Samenstrang nur selten entzündlich, so lange das Scrotum nicht geöffnet wird: doch können Quetschungen und Zerrungen acut entzündlicher Processe am Samen­strange Hämatocele veranlassen. Dass chronisch-entzündliche Vor­gänge zur Bildung einer Hydrocele führen können, wurde bereits er­wähnt. Alle diese Zustände sind jedoch der sog. Samenstrangfistel, einer mit Fistelbildung verbundenen Funiculitis chrönica gegenüber selten. Das letztere Leiden kommt ziemlich häufig, aber nur bei ('astraten vor. denn es bildet .stets eine Folge der Castration.
Nachdem bei der Castration der Bode mit einem Theil des Samenstranges entfernt ist, schwillt der Rest des letzteren an, und zwar fheils in Folge der Circulationsstörungen, theils durch entzündliche Rei­zung. Dieser Schwellungszustand verliert sicli jedoch regelmässig in etwa 8—] 1 Tagen, zuweilen etwas später, in der Regel aber vollständig. Beim Pferde, selten bei den übrigen Thiei'en, •/.. 1!. Ochsen (ßosen-hanmi, erfolgt dies,. Abschwellung zuweilen nur unvollständig; es vergrössert sich vielmehr die Geschwulst allmählich, und so kann der Samenstrangstumpf den Umfang eines Menschenkopfes erlangen. Bald beschränk! sich die Anschwellunc auf das Ende, meist aber reicht
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Samenstrantrflstol.
I!t7
die Gesohwulsl weiter nacb oben, zuAveilen selbsl durcli den Leisten-kiinal bis in die Bauchböhle. Eine ungewöhnliche Ausdehnung des Processes beim Pferde beobachtete Eingk; bei der Section zeigte der linke Samenstrang ein Gewichl von quot;JI, der rechte von 30 Pfund. Dabei kommi die Heilung der Operationswunde nichi zum Abschluss; es bleibl vielmehr eine kleine Oeffnung zm'ück, uns der sieb eine gei-inge Menge Eiter entleert; mit der Sonde gelang! man dureb diese Oeflfnung oft 10 bis 20 cm tief in den Samenstrang | daher aueb der Name.
Dass der Krankheitszustand in einer chronischen Entzündunff des Samenstranges besteht, war längst bekannt, als die Ursachen der­selben neuerdings klargelegi wurden. Nachdem 1871 durch Eivolta zuerst die Vermuthung ausgesprochen war, dass es sieb liierbei um die Wirkung der Infection mit Mikroparasiten (Discomyces equi) handele, erklärte unabhängig von Rivolta Johne das Leiden für eine Funiculitis aktinomycotica; spider stellte derselbe jedoeb Mikrokokken als Ursache des Leidens fesl und bezeichnete den Zustand als Mvku-desmoid oder Mykofibrom, veranlnssi dureb die Infection mit einem Mikrococcus, den Johne als M. aseoformans, Rabe als M. botryo-genus bezeichnete.
Iliernaeli steht lest, dass es sieh um ein infectiöses Leiden handelt, welches wahrscheinlicb durch verschiedene Lnfectionsstoffe veranlasst werden kann: die in biesiger Klinik operirten Samenstrans-tisteln enthielten meisl Botryomyces und Staphylokokken, Für eine Infection spricht aueb der verschiedene Verlauf. Bald geht die Wucherung und Verdickung schnell von Statten, d. h. der Samen­strang kann in wenigen Monaten den Umfang eines Gtänseeies an­nehmen; bald besteh! der Process Jahr und Tag, dime dass sieh eine erhebliche Zunahme in der Grosse der öeschwulsl bemerkbar macht.
Die Samenstrangflstel kommt in manchen Gegenden häufiger vor; zum Tlmil weil die Bedingungen der Infection günstiger liegen, doch spiell auch die Castration liierbei eine wichtige Rolle insofern, als sie das Zustandekommen der Infection begünstigt.
Als Ursachen der Samenstrangfistel sind daher bekannt:
'• Die Entblössung des Samenstranges nach der Ca­stration, das Heraushängen desselben ans der Scheidenhaut bezw. der Hautwunde. Bald geben hierzu schwere oder zu tief angelegte Kluppen oder das Abschneiden des Nebenhodenbandes Veranlassung; öfter noch wird der Samenstrang nach dem Abnehmen der Kluppen unlit sorgfältig in den Processus vaginalis zurückgebracht; der Lufi
Möller, Speclollo Chirnrglo luv Tlilerärzte. s. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; :!•_'
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Ivnmkliciti'n der männlichen Qescblechtsorgone.
ausgesetzt, schwillt das bervorhängende Stück des Snmenstvanges an und wird von der engen Schnittwunde in der Scrotalhaut und im Processus vaginaliszuweilen eingeschnürt. Sodann beginnt das ausser-lialb der Castrationswunde liegende Stttck zu wuchern; es entsteht ein Zustand, den mau als „Champignonquot; bezeichnet bat, und welcher die Samenstrangflstel oft einleite! (Fi.n-. 99), In anderen Fällen ge-
fig. 99.
ObampignoubiUlunK beim Pferd durcli Vorfall des Samenstranges, a. Verdickter Samenstrang, b. n-ocessus vaginalis, c. Verdlokuug ansserhalb des letzteren,
langt der inficirte Samenstrang zwar in die Scheidenhaut zurück, er­krankt jedoch entzündlich und wird durch [nfection in den Wuche-rungsprocess versetzt.
Die Möglichkeit zur Entstehung einer Samenstrangflstel ist daher bei jeder nicht aseptisch verlaufenden Castration gegeben, und es erseheint unbillig, wenn Henninger den Castrirer liierfür allein verantwortlich machen will; auch .lohne ist bereits dieser Behauptung entgegen getreten.
2. Alle Einflüsse, welche die Eitcnino; in der ('nsti-fitionswuude unterhalten und die entzündlichen Vorgänge unterstützen, begünstigen die Entwickelung des in Rede stehenden Leidens. Dahin gehören
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Samensl lunarfistel,
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/u kli'iiu' oder nicht itm Grunde des Scrotiuns angelegte Castrationslaquo; wunden, welche den Abiluss des Wundsecrets erschweren. I)ie zu kleine Castrationswunde begünstigt zugleich Einschnürung des Samen-stranges und Champignonbildung; Trianon hat durch Versuche diese Beziebungen demonstrirt. Doppelt aachtheilig wirkl die Castration mittelst Ligatur, sofern sie nicht mit resorbirbarem Material, sondern mit dem ersten besten Bindfaden ausgefülii't wird. Der Faden bleibt ofl lange Zeit liegen, unterhllll die Eiterung und damit die Gefahr der Infection.
Die Entzündung greift auf die [nnenflächo des Processus vagi-naiis idier. welcher mit dem Samenstrana bald verwächst: daaeiaren wird das /.wischen Solxeidenhaut und Tunica dartos gelegene Binde­gewebe nur selten mitergriffen : zuweilen ist dies jedoch der Fall.
Erscheinungen und Verlauf. Der Samenstrang schwillt nach der Castration nicht vollständig ab, nimmt vielmehr tmler Portbestehen der Eiterung alhnilhlich an Umfang zu. Meist wird dem Zustand zu­nächst keine Beachtung geschenkt, und sachverständige Hülfe erst in Ans|irucli genommen, wenn dem Besitzer die Eiterung zu lange dauert, oder wenn sich eine acute Phlegmone binzugesellt, die von Zeit zu Zeit reeidivirt. Sobald sich die Abflussöffnung der Fistel verschliesst, nimmt die Anschwellung plötzlich zu , breitet sich auf die Nachbar­schaft, das ausserluilh des l'rucessus vaginalis gelegene Bindegewebe, oft seihst, auf den Schlauch aus, füllt aber mit dem Auftreten einer neuen Perforation wieder ab. Solche acute Phlegmonen wiederholen sich in verschiedenen Zeiträumen; sie können aber auch ganz fehlen, und das Leiden kann Jahr und Tag bestehen, ohne erhebliche Portschritte zu machen und auffällige Störungen zu veranlassen, ohne Uberhaupl er­kannt zu werden.
Die derbe, feste, wenig schmerzhafte Anschwellung bleibt zu­weilen auf das untere Ende des Samenstranges beschränkt; ofl aber setzt sich dieselbe weiter nach oben fort und kann selbst his in die Bauchhöhle reichen. Seltener bleibt das untere Ende frei, und die An­schwellung beginnt einige Centimeter über demselben. Da wo die öeschwulst bis an die aussere Haut reicht, sind beide wenigstens auf dem Grunde des Scrotums mit einander verwachsen.
Die Fistelöffnung, klein, trichterförmig eingezogen, entleert eine geringe Menge' eiteriger Flüssigkeit. Mit der Sonde gelangt, man 10 his quot;JO cm weit in dieselbe, d. h. in den Samenstrang hinein.
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Krankheiten der männlichen Geschleohtsorgane.
Beortheilung. Da Heilung in der Regel nur auf operativem Wege zu erwarten steht, so litlngt die Prognose wesentlich davon ab, nil der Zustand operabel ist. Darüber entscheidei die Ausbreitung ilt's Processes nach oben, ililt;' Frage, ob man Ins zur oberen Grenze der Erkrankung vordringen kann, Reichi die Veröndei'iing ausnahmsweise Ins in die Bauchhöhle, so ist laquo;Irr Zustand unheilbar. Die l utersucbung von aussen wie aucb vom Mastdarm ;ius giebt hierübei' Auskunft, üeber 100 von mir behandelte Fülle zeigten sich sammtlicli operabel,
Bei geringer A.usdehuung des Leidens, wo die Geschwulsi nur klein und auf die unteren Abschnitte des Samenstranges beschränkt ist, kann dureb Aetzmitte] eine Zerstörung der Neubildung und der sie verursachten [nfectionsstoffe berbeigeführt und Heilung erzielt wer­den. Grössere Schwierigkeiten bereiten diejenigen, bei denen die ent­zündliche Wucherung auf die Aussenfläche des Processus vaginalis Übergetreten ist. Verwachsung der üusseren Haul im grösseren Umfange mil der Geschwulsl und Ausdehnung der letzteren nach der Leisten­gegend, verbunden in der Regel mit Fistelbildung, deuten hierauf hin.
Behandlung. Wichtig sind die präservativen Massregeln: .Man sorge für günstige Lage und Beschaffenbeil der Kluppe, vermeide die Ligatur und bei Anwendung der Kluppen die Durchschneidung des Nebenhodenbandes. Nach dem Abnehmen der Kluppe muss der Samenstrang vollständig in den Scheidenfortsatz zurückgebracht und durch Bewegung derTbiere der Abfluss des Wundsecrets gefördert werden.
Wo die chronische Entzündung einmal eingeleitet ist, genügen selten Einspritzungen, Sublimatfäden oder die Anwendung des Glüh­eisens, doch können diese Mittel unter den (dien bezeichneten Um­ständen versucht werden. Häufigere Anwendung derselben erscheint in der Regel geboten. Nach meinen Erfahrungen verdienen Sublimat-t'äden und das (iliiheiseii den \ or/ug. Bei umfangreicher Entartung des Samenstranges kann nur noch die Resection der erkrankten Ab­schnitte desselben Indien. Man zögere damil nicht lange, wähle .jedoch eine Zeit, in der keine acute Phlegmone besteht. Die Ope­ration gestaltel sich einfach, und sofern man sich bezüglich der Blut­stillung vorsieht, auch ungefährlich.
Man lasse das Pferd auf den Rücken legen, die Füsse jeder Seile fest zusammengebunden. Darauf knie! der Operateur hinter dem Thiere, Nach Reinigung des operationsleides wird ein ovales Haut-
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Samcnstranuffiste].
iUl
stück, welches mindestens so gross sein muss, class die Geschwulsi durch die Oeflfnuag bequem liervorgeholl werden kann, mil dem Messer abgetrennt. Jedenfalls nm^s die ilussere llaut soweit mit fortgonoramen werden, als sie mit der Geschwulst verwachsen ist; man schone hier­bei nicht, um günstige Bedingungen für den Ahfluss des VVundsecrets zu erzielen.
Durch die Subcutis des isolirten Hautstllckes und die öeschwulsl wird ein Band gelegt, an welchem ein Gehlllfe den Samenstrang her­vorzieht. Der Operateur bahnt sich nun innen Weg his unmittelbar auf die Geschwulsl ; unter liorizontaler Messerftllirung durchschneidel er die Bindegewebsmasseu, welche den vom Processus vagiualis uiu-gebenen kranken Samenstrang bedecken. Die etwa blutenden Ge-t'iisso werden alsbald unterbunden. Sobald der an seiner bläulichen t'nrhc und glatten Oberfläche leicht erkennbare Scheidenfortsatz er­reicht ist. trennt man denselben von dein ihn umgebenden Binde­gewebe durch Äbstossen mil der Hand event, rail Unterstützung von Messer und Schere. Der Processus vaginalis iiuiss mindestens sowed freigelegt werden, als er sich mit dem Samenstrange verwachsen zeigt; wenn laquo;ine Kluppe über die Scheideuhaul gelegt werden soll, so er­folgt die Frcilegung his zur oberen Grenze der Erkrankung. [ch ziehe diese Methode vor und lege, sobald das obere Ende der An­schwellung erreicht ist, eine starke Kluppe über Samenstrang und Scheideuhaul und verfahre wie bei der Castration ii testicule convert. Ist eine grössere Geschwulstmasse zu entfernen, so empfiehlt sich, eine kurze Kluppe zu wählen, welche in die Operntionswunde gebracht, auf den Samenstrang gelegt und muh Entfernung des degenerirten Theiles desselben in der Wunde selbst liegen bleibt, ähnlich wie hin der Operation der Leistenbrüche (S. '#9632;gt;gt;i7).
Reicht die Erkrankung so weit mich oben, dass diese Stelle der Scheidenhaut nicht zu erreichen ist, so spalte man den Processus da, wo er sich auf der Geschwulst verschiebbar zeigt, her Samenstrang lilsst sich dann vorziehen, und der nicht erkrankte Theil desselben in die Kluppe bringen. Im anderen Falle muss zur Ligatur oder zum Ecraseur gegrifiFen werden. Ich ziehe die Ligatur vor. benütze dazu einen starken Bindfaden, dessen Enden nach möglichst fester Verschnü­rung zur Hautwunde herausragen, um den Faden ein fernen zu können, wenn die Lösung nicht von selbst erfolgen sollte. Auch die elastische Ligatur ist hier zu empfehlen. Die Anwendung des Ecraseurs schützt nicht vor Blutungen. I'm diese zu vermeiden, wird muh erfolgter Reinigung die Wunde mit Jodoformtannin bepnderl und mit Carbol-
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Krankheiten cler männlichen Geschlechtsoraane.
jute austamponirt; sodann legl mau einige Hefte an, welche dilaquo;' Tampons in der Wunde befestigen, So werden zugleich Nachblu­tungen am sichersten verhindert, welche oft mil der nach dem Auf­stehen veränderten haue der Gefdsse im Zusammenhange stehen.
Verband und Kluppe bleiben 18 Stunden liegen; nachdem sie abgenommen, wird die Wunde mit Sublimat- oder Carbolwasser aus­gespült, von neuem mit Jodoformtannin bepuderl und nun offen behandelt. Nach etwn 8 Tagen suche man die Ligatur zu entfernen, wenn sich dieselbe nicht laquo;jelüst haben sollte. Tügliche Bewegung des Thieres fördert den Abfluss des Wundsecrets. Igt;ie Heilung er­folgt regelmässig in I 1 Tagen bis i W ochen ohne jede Störung, in der beschriebenen Weise wurden über l'*11 Pferde von mir operirt und sümmtlich geheilt.
Wo die Wucherung über den Processus vaginalis hinaus vor­gedrungen ist. muss dns induriiie. mit kleinen Eiterherden durch­setzte subeutane BindegeAvebe soweit möglich mit entfernt werden. Die zum Theil etwa zurückbleibenden Eiterherde und. Fistelkanüle kratze man mit dem scharfen Löffel aus oder reibe sie mit einer con-centrirten Chlorzinklösung aus.
Die als Champignon bezeichneten Wucherungen des Samen-stranges ausserhalb des Processus vaginalis können zuweilen durch eine Ligatur mil Unterstützung von Aetzmitteln entferui werden. Nicht seilen gelingt es. die Massen mit der Ligatm' sofort zu durch­schneiden oder mit den Fingern abzukneifen, womit jedoch nicht viel erreicht wird, sofern nicht zugleich die Ursache der Wucherung, die Einschnürung des Samenstranges seitens des Scrotums bezw, der Scheidenhaul gehoben wird. Fig, 99 zeigt eine Champignonbildung, welche durch Einschnürung des vorgefallenen Samenstranges durch die Serotalwunde erzeug! war und 3 Monate nach der Castration durch l nterbindung entfernl wurde. In der Hegel empfiehlt es sich jedoch, recht bald das untere Ende des Samenstranges in der oben erwähnten Weise fortzunehmen, weil sieh fast immer eine Samenstrangfiste] aus dem Zustande entw ickelt.
Als .Torsion bornee' beschreibt Degive ein Verfahren, welches darin besteht, dass, nachdem die Kette des Ecraseurs den Samenstrang fast durchschnitten bat, durch die Oesclnvnlstnuisse ein inetallener Stift gestochen wird, mit welchem der innerhalb der Kette liegende Abschnitt laquo;los Samenstranges 1—2mal um seine Liiagsachse gedreht, sodunu mit der Kette des Ecraseurs durchschnitten wird.
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IX. Die Krankheiten der weiblichen Qesclileclits-
Organe.
Da die Mehrzah] dieser Leiden in der speciellen Pathologie und Geburtsliülfe Berücksichtigung findet, so beschränke icli mich auf eine kurze Besprechung derjenigen Krankheiten dieser Organe, welche zu
iperativen Heilverfahren Anlass geben.
1. Verletzungen und Bntzttnduugen der Scham, Sclieido und
Gebärmnttei'.
Lit,; Giese, Th, Mitth. 1876. S. 96. Buhl. Gurlt u. Sertwig. 8. S. 489. Siedamgrotzky, Dresd. Ber. 1885. S, 20. Baumgai-tel, das. S. 79. Hess, Schwelraquo;. Arch. Bd, IST. Cook u. Awde, Jahrb. 1891. S. 111. Dieckerhoff, B, T, W. 1890. Geyer u. Schmidt, Ad. Woch. 1892. I) Leckerhoff, B. T. \V. 1891. 8. 347.
Die Schamlefzen werden am häufigsten bei Kühen durch Horn-stösse, seltener bei Stuten durch 6egenfahren, bei allen Tbierarten während des öebäraktes durch gewaltsame und ungeschickte Hülfe-leistuiiycn verletzt. Hierbei ereignet sieb nicht selten ein Danini-riss. Bei Kühen führt die Anlegung des sog. Scheidenringes zum /werke der Retention der vorgefallenen Scheide oder Gebärmutter zu einer, meist unbedeutenden Verwundung der Schani; zuweilen ent­wickeln sieb jedoch hieraus schwere diphtheritische Processe, welche sieh auf die Scheide ausbreiten (Siedamgrotzky). Diese Zu­stände erlangen in der Regel keine chirurgische Bedeutung und müssen nach allgemeinen Gesichtspunkten behandelt werden. Buhl werden zur Erzielung eines besseren Abflusses für das Wundsecret Spaltungen oder Gegenöffnungen nothwendig; bald lässt sieh die Hei­lung der W'nnden durch gut angelegte Hefte fördern.
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Kiunkheiten der weiblichen öeschleohtsoraane,
Ausgedehnte Wunden und Excoriationen der Sohleinihaut der Soham-lefzen können zur Verwachsung der Scham führen; so dürfte! auch eine Beobachtung Gieses gedeutet werden: Bei einem l'/a Jahre alten Stut­fohlen bestand Verwachsung der Scham von ihrem oberen Winkel Ids in die Nähe des Kit/ders, wo nur eine gänsekielgl'OSSe Oeffnung geblieben war, aus der sich der l'rin in dünnem Strahle ontloorte. Giose spaltete die Verwachsung, doch trat dieselbe von neuem ein, wurde aber nach abermaliger Trennung dadurch verhindert, dass man täglich einmal die Hand in die Scheide einführte und die Schamöifnung zu dehnen suchte.
Geyer beobachtete Verwachsung der Scheide bei '#9632;'lt; [Calbinnen 2 bis • ! Wochen nach dem Belegen; in 2 Pullen gelang die Durchbohrang der­selben. Nach Entleerung einiger Liter röthlicher, trüber, übelriechender Flüssigkeit Hess G, die Scheide mit, l'.i Creolinlösung ausspülen, worauf Heilung eintrat, Bei der dritten Kalbin war der Mingang zur Scheide so eng, dass man nicht einmal einen Pinger einführen konnte. Das Thier wurde nach wiederholter Trokarirung der Verwachsung gemästet.
Schmidt fand bei einer Kalbin, die 8 Tage vorher besprungen war und hiernach stark geblutet hatte, dicht vor der Harnröhrenmündung die Vagina durch eine Scheidewand geschlossen, Durch die starke Ausdehnung der Scheide war der Kothabsatz erschwert. Nach Perforation der Wand mit einem Trokart, dann mit. dem Finger und schliesslich mit der Hand und unter Ausspülung mit Creolinlösung trat in 14 Tagen Heilung ein. Auch hier entleerten sich aus der Scheide 5—6 Liter einer weisslichen, übelriechenden Flüssigkeit, Wahrscheinlich hat es sich hier um ein unge­wöhnlich stark entwickeltes Hymen gehandelt.
Verwundungen der Scheide kommen am häufigsten an dem vorgefallenen Organ bei Kühen vor iS. 507); ferner giebt der Gebür-akt, namentlich bei Erstgebärenden, Iner/.u nicht selten Veran­lassung. Bald handelt es sich um oberflächliche Verletzungen oder Excoriationen der Schleimhaut, doch werden hierbei aicht seifen tiefere Gewebstrennungen und selbst perforirende Wunden der Scheide beobachtet; so namentlich bei den grösseren Thieren; Baumgärtel constatirte eine perforirende Scheidenwunde, welche der Stute beim Deckakt durch den Penis des Eengstes beigebracht war. Hierbei ist zu beachten, dass der hintere Abschnitt der Scheide von lockerem Bindegewebe umgeben ist, welches das Organ nach (dien mit (bun Mastdarm, mich unten mil den Schambeinen verbindet. Hei der Stufe reicht diese Verbindung etwa 13 cm nach vorn, unten noch etwas weiter (Pranck). Perforirende Scheidenwunden liegen also weiter nach vom und müssen stets als bedenkliche Verletzungen angesehen werden, weil sie nicht bloss die Gefahr einer Peritonitis, sondern auch noch die eines Darmvorfalles herbeiführen. Bei Pferden ist die Peritonitis am meisten zu befürchten: der Darm-vori'all wird namentlich durch das mit solchen Verletzungen fast immer verbundene Drängen der Thiere sowie durch den Eintritt von
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Verwunclungen dev Scheide und Gebtlrtuutter.
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Luft in die Bauchhöhle begünstigt, in Folge dessen kann es zu einer starken Auftreibung kommen.
Weniger bedenklich erscheint die Blutung, obgleich auch diese, besonders bei perforirenden Wunden, unter Eintriti des Blutes in den Pentonealsacls gefährlich werden kann, indem die Zersetzung des­selben zu einer jauchigen Peritonitis führt. Oberflächliche Scheiden­verletzungen erfordern nur bei gebärenden Thieren grössere Berücksichtigung, indem sie durch die Gegenwart fauliger, infec-tiöser Substanzen, wie sich solche in der Nachgeburi stets entwickeln, leicht Ausgangspunkt septischer Erkrankung werden (Puerperalfleber). Im Sommer ist diese Gefahr noch grosser als im Winter, nament­lich wenn die Nachgeburt zurückgehlieben ist. Aus demselben Grunde /eigen sieh Verwundungen an der unteren Wund der Scheide be­denklicher als an der oberen. Dass an der oberen selbst perfo-rirende Wunden meist ohne nachtheilige Polgen bellen, beweisl die Castration der Thiere nach der Methode von Charlier.
Die Behandlung nichl perforirender Scheidenwunden verlangt namentlich bei trächtigen Thieren und in der ersten Zeil nach dem Gebären besondere Sorgfalt. Igt;ie retinirte Nachgeburt nehme man womöglich bald ab, lasse die Scheide und den Uterus wiederholl mit Creolin-, Carbol- oder Alaunlösung ausspülen; bei Pferden kann dazu auch eine verdünnte Sublimatlösung (1 : 5000) benutzt werden. Ver­letzungen der Schani oder in der Nähe derselben werden mit einer Lösung von Chlorzink (1:10) ausgewischt, um durch Verschorfung die Resorptionsfähigkeii der Wundfläche herabzusetzen.
|{ei perforirenden Wunden sind Ausspülungen zu vermeiden, weil damit die Gefahr der Peritonitis nur vergrösseri würde. Soweit solche Wunden zugänglich sind, wie #9632;/,. \\. an dem prolabirten Organe, kann das Heften derselben vor der Reposition zweckmässig werden.
Verwunclungen der Gebärmutter entstehen beim Gebärakl durch Instrumente oder die Küsse des Pötus, kommen ferner an dem vorgefallenen Organe vor; auch wurden Zevreissungen der trächtigen Gebärmutter beobachtet. Ob bydropische Zustände der Eihäute hierzu Veranlassung geben können, wie man behauptet bat, möge dahin ge­stellt bleiben. Häufiger kommen Zerreissungen des Organes durch gewaltsame Hülfeleistungen bei fehlerhafter Lage oder Haltung des Pötus zu Stande.
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Krankheiten der weiblichen Qeschlechtsorffane.
Buhl fand die Gebärmutter bei einer [Calbiu während ilor Trächtig-keit vollständig von der Scheide abgerissen und mit dem Mlastdorm ver­wachsen; zwischen dorn letzteren und dem abgerissenen Uterus bestand eiiu1 Communication; in den Uterus waren Excremente getreten, während die durch Fäulniss von Weichtbeilen last vollständig entblössten Knochen des Fötus in den Mastdarm eingedrungen waren.
Eine gleiche Beobachtung stamml von Hess. Als das 3jährige Bind, welches im Februar zur Begattung zugelassen war, im November nichl kalbte, wurde es gemästet. Bei dem im März des folgenden Jahres er­folgten Selilaehten /.einte sich dn- (lebiirnnitterlials durchrissen und kegel­förmig verwachsen. Der Uterus lag mit dem Kalbe an den breiten Mutter­bändern hängend in der linken unteren Flankengegend, Kr war 50 cm lang und wog 19,5 kg. Die Haut des Fötus trug bereits Haare; auch waren die beiden Zangenzähne deutlich entwickelt. Demnach war der Fötus heim Alireissen der Gebärmutter etwa 8 Monate alt gewesen, Hess glaubt, dass eine Torsion des Uterus das Alireissen veranlasst habe.
Beatiglicb der Beurtheilung und Belmndlung gill für llehiir-muttervei'letzungen im allgemeinen das von Scheidenwunden gesagte. So lange durch den geschlossenen Muttermund Infectionen verhindert werden, nehmen Verletzungen (Zerreissungcn) des Uterus für gewöhn­lich keinen bedenklichen Verlauf. Allerdings führen sie zuweilen zur Entstehung von Bauchschwangerschaft, welche beim öebiiraki meist den Tod des TlnVres zur Folge hat. Umfangreiche Zerreissungen können aucli durch Verblutung einen tödtlichen Verlauf nehmen. Amiers gestalten sich Verletzungen zur Zeil der Geburt; hier müssen selbst oberflächliche Verwundungen des Uterus als bedenkliche Zu­stände betrachtet werden: perforirende Wunden führen namentlich bei Pferden zu dieser Zeit fasf immer zum Tode.
Verletzungen der vorgefallenen Gebärmutter werden nach ihrer A.usdehuung und sonstigen Beschaffenheit sowie nach den bestehenden allgemeinen Störungen beurtheilt und behandelt. Wo bereits Kolik, Fieber, andauerndes, heftiges Drängen besteht, bei Fleischfressern Er­brechen auftritt, da bleibt wenig zu hoffen; doch kann auch hier noch die Heilung versucht werden.
Xacli sorgfältiger Reinigung der etwa, vorgefallenen Theile müssen Blutungen selbsl da nach Möglichkeit gcstilli werden, wo eine Gefahr der Verblutung nichl besteht, denn je mehr l'lut sieb in der reponirten Gebärmutter anhäuft, desto grosser wird die mit der Zer­setzung desselben verbundene Gefahr. I'ic etwa noch zurückgebliebene Nachgeburl wird entfernt, die Wunde geheftet, sodann zur Repo­sition geschritten (S. 5111.
Entzündungen der Scheide und Gebärmutter sehliessen sieh meist an den (leliiirakt an und werden in der Geburtshülfe besprochen. Es
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Voifall der Scheide.
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konunon indcss auch bei nicht träcbtigen Thieven, namentlich bald nach dem Begattungsakte und beim Jungvieh eiterige Entzündungen dieser Organe vor, ilii! nicht selten einen chronischen Verlauf nehmen. Von englischen Veterinllren wurden solche wiederholt beschrieben (Cook, Awde), Aus­spritzungen der Rcheidn und Gelmnnultor mit, (.'arboiwnssci- oder audoren autiseptischen Flüssigkeiten sollen in solchen Pullen schnell zur Heilung führen.
Mehrfach wurde auch in Deutschland Über infectiösen Fluor albus (Vaginitis s, Kolpitis purulenta) bei Rindern berichtet (Martens, Wil­helm, Dieckerhoff). Martens beobachtete1 das Leiden in einer Gemeinde verbreitet und glaubt an eine üebertragung beim Coitus. Er empfiehlt Irrigationen der Scheide mit Liquor Alum, acet.; die Flüssigkeit soll auch als Vorbeugungsmittel gegen die üebertragung nützlich sein, und zu diesem Zwecke beim Hüllen in die Vorhaut gespritzt werden. Wilhelm Ittsst da­gegen 5,0 Acid, salicylic, mit quot; i 1 Leinsamenschleim täglich einmal inner­lich verabreichen. Am 5. oder igt;. Tage soll die Medication ausgesetzt und das Verfahren aber 2—8mal wiederholt werden.
Dieckerhoff beobachtete eine schwere infectiöse Entzündung der Scheide bei Kühen und Pferden; bei letzteren verlief das Leiden weniger heftig, doch starben auch Stuten, während die von dem Leiden (Kolpitis perniciosa D.) befallenen Kühe regelmttssig zu Grunde gingen. Die Krank­heil setzte mit Pieberei'scheinungen ein; die entzündlichen Veränderungen an der Scheide waren mit Neigung zu Blähungen und Geschwürsbildung verbunden, Hei der Section wurden in der Bauchhöhle blutige Ergüsse angetroffen. Nach kurzer Incubation ilil — 24 Stunden) erfolgt die Erkran­kung, welche in der Hege) in wenigen Tagen zum Tode führt. Die Des-infection (Ausspülen der Scheide mit Oai'bol- oder Creolinwasser) hatte keinen sichtlichen Erfolg, daher liegt auch hier der Schwerpunkt der Be-bandlnng in dem Präservativverfahren.
2. Dor Vorfall der Scheide. Prolapsus vaginae.
Lit.: Koepke, Berl. .Archiv. 1891.
Am häufigsten werden Scheidenvorfalle bei Külien und Schweinen, selten bei Pferden beobachtet; Koepke will jedoeli bei einem 3jäh-rigen Füllen einen solchen beobachtel Indien; der Vorfall entstand plötzlich, war faustgross und verschwand später von selbst. Bedingung zur Entstehung dos Leidens bildet eine Verlagerung dos l terus nach hinten unter Dehnung seiner Bänder, Zustände, die sich m der Regel als Folge wiederholter Trächtigkeit einstellen, Begünstigt wird der Prolapsus durch tympanitische Auftreibung des Bauches und an­dauernde Stallfütterung, namentlicli mit Schlempe (Bang); seilen wird das Leiden bei Weidegang beobachtet. Htarice Anftlllung des Hinterleibes, Druck des Fötus, starkes Drängen der Thiere (falsche Wehen) und namentlich ein abschüssiger Stand bilden begünstigende Momente für die Entstehung des Scheidenvorfalls. Am häufigsten wird das Leiden bei trächtigen Thieren und zwar in der letzten Zeit vor dem Gebären beobachtet; doch kommt der Scheidenvorfall auch
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Ki'iuikiii'ilcn der weiblichen Goschlechtsorffano,
n;icli clem öebilren vor. Bei träclitigen Thieren (rill die Scheide wiili-i'end des Liegens aus der Schani hervor, verschwindet aber, sobald das Thier aufsteht (habitueller Scheidenvorfall). Genau genom-iihii bildet 'las Leiden eine Ausstülpung der Scheide, wobei die obere Wand derselben am meisten verlagert ist. Gelangt die Scheide nur bis in die Schamspalte, so erschein! hier eine runde, rothe, mil Schleira-baut bekleidete Geschwulst von verschiedener Grosso (incompleter Prolapsus). Seltener stülpt sich ein grösserer Thei] der Scheide durch die Scham hervor, wobei auf der Mitte der etwn kopfgrossen Geschwulst der Muttermund sichtbar wird, während sich an der unteren Hälfte derselben die Mündung der Urethra zeigt.
Die anfangs rosaroth gefärbte Schleimhautoberflache der Ge­schwulst trocknet bei andauerndem Vorfall allmählich ein; auch finden nicht selten Verletzungen derselben beim Liegen der Thiere oder durch Treten auf die vorgefallenen Theile, zuweilen auch beim Versuche dieselben zu reponiren statt. Dabei pflegt der Patient andauernd zu drängen und in kurzen Zwischenzeiten Urin abzusetzen. Der nach dem Gebären auftretende Scheidenvorfall reponirl sich in der Rege] nicht von selbst, sondern die Scheide bleib) dauernd vorgelagert, his entsprechende Hülfeleistung eintritt.
Beurtheilung. Der unvollständige habituelle Vorfall erlangt in der Regel nur bei Zuchtthieren grössere Bedeutung, indem sich der Zustand bei jeder Trächtigkeit wiederholt und sowohl die Ernährung wie auch die Milchergiebigkeit der Thiere nachtheilig beeinflusst; auch können sich an Verletzungen des Organes entzündliche Processe auschlicssni und einen gefahrdrohenden Charakter annehmen.
Der vollständige Scheidenvorfall ist stets bedenklich, nament­lich bei tragenden Thieren, weil er fast immer den Gebärakt erheblich stört. Ebenso führl der Vorfall bei nichi trächtigen Thieren leicht zu Verletzungen und entzündlichen Processen an der Scheide, welche die Milchergiebigkeit herabsetzen und den Zuchtwerth des Thieres er­heblich beeinträchtigen.
Ungünstiger noch ids heim Rinde gestaltet sich die Prognose heim Schwein, zumal die Httlfeleistungen hierauf grössere Schwierig­keiten stossen,
Behandlung. In präservativer Hinsichi muss für eine passende Ä.ufstellung der Thiere Sorge getragen werden; man richte den Stand squot; ein, dass das Hintertheil mindestens ebenso hoch steh! wie das
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Soheiclon- mul Qebttrmuttsrvorfall,
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V^ordertheil, AJle Übrigen, dem [Cranklieitszustande entsprechenden iMassiiiilnucn collidiren in der Regel mil den wirtliscbaffclichen Inter­essen, so dass man auf ihre Durchführung imisf yei'zichton iiiiigt;s. Das zuverlässigste Mittel gegen das Leiden bildel die Ausschliessung des Thieres von der Zucht.
Zur Reposition des vollständigen Scheidenvorfalls — der unvoll­ständige reponirt sich in der Regel son selbsi wird die Kuli mit dem Vordertheil niedriger gestelH als mil dem Hintortheil. Durch Einführen des Fingers in die 1 rethni entleere mau zunächst die Blase, reinige die Theile, soweil möglich, hefte die etwa bestehenden Wunden und suche nun die Scheide durch die Scham zurückzuschieben, indem mau zunächst die Hache liaini gegen die Geschwulst leg! und diese nach vorn bewegt. Am Scheideneingauge angekommen, schhesst man laquo;lie Hand, ohne mit dem Drucke nachzulassen und drängl so die vor­gefallene Scheide in ihre normale Lage. Man benutze hierzu Peri­oden, in welchen die Bauchpresse nicht wirkt und lasse die Hand so lange in der Scheide, his das Drängen aufgehörl bat.
Zur Sicherung der Retention werden bei tragenden Thieren so­genannte Trachtenzwinger nöthig, Vorrichtungen, welche die Scham theilweise verschliessen. Zu denselben gehört auch der Sau-berg'sche Scbeidenring, ein Metallring, der durch die Sclmmlefzen geführl wird, lu Ermangelung solcher Vorrichtungen iegi man ein Paar Drahtligaturen durch die Schani: doch darf der Drahl nicht zu dünn sein, damit die Hefte weder ausreissen noch auch die vorge-drängte Scheide verletzen.
oEutterscbweine werden zum Zwecke der Reposition an den Hinterbeinen iiochgehalten. Nach Reinigung des Vorfalls sucht man in den Momenten, in denen das Tbier weder di'ängl noch schreit, den Vorfall zurückzuschieben. Die Scham kann auch hier mittelst ein Paar Drabthefte geschlossen werden.
Bei starker Anschwellung der vorgefallenen Scheide erleichtern Bähungen mil einer 2 30/oigen Alaunlösung die Reposition derselben.
Bei Hündinnen kommt ein partieller Vorfall der oberen Scheide­wand vor. welcher meist für einen Tumor gehalten wird (S. 515).
;5. Der GeMrinuttcrrorfall. Prolapsus utori.
Lit: Favereau, Rec. de MM. vrtn-. 1892. S, 16. Becker, li. T, W. 1892. S. 304. Geiger, Ad. Woch. 1890. Krautheim, das. 1890. Pranck, Bad, Alittli. 1890. S, 161. Strebel, Schweiz, Arch, lid. 33, S, -li), Bor-
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Kriinkliritru der weibliolii'ii QeschlecbtBorffane,
geaud, das. 1801, S, 115. Körnor, Ad. Woch. 1892. Wiesner, Zeitsoh. f. vet. Kund. 1892. S. 497. Neidhardt, Ad. Woch, 1892.
Das Leiden, welches ebenfalls vornehmlich bei Hüben tincl Schweinen beobachtet wird, bei den librigot] Thieren sehr selten ist, stellt eine Ä/usstülpung der Gebärmutter dar, wobei ülsd die Ober-lliiche des vorgelagerten Organes von der Schleimhaut bedecki erscheint. Der Zustand verhält sich demnach ähnlich wie die Ausstülpung der Blase, kann nur bei offenem Muttormunde vorkommen und wird daher ausschliesslich zur Zeit des öebärens beobachtet. Eine partielle Ver­lagerung des Uterus ist allerdings auch bei geschlossenem Cervix denkbar, indem sich das eine oder andere Horn gleichsam wie das Ende eines Handsclmhfingers nach innen einstülpt. Ein solcher Zu­stand liissi sich am lebenden Thiere nichi nachweisen, bildet aber wahrscheinlich den Anfang des Vorfalles; indem derselbe zum Drängen des Thieres Anlass giebt, erfährt schliesslich das ganze Organ die als Prolapsus bezeichnete Vorlagerung.
Eine derartige Invagination kann aber auch aach dem Vorfall zurltckbleiben, indem die Entfaltung des eingestülpten Uterus bei der Reposition unvollständig auslieh Bei Stuten wird der nach hinten verlagerte vordere Abschnitt des Uterus vom MJuttermunde zuweilen eingeschnürt, wodurch ein tödtlicher Zustand geschaffen ist: ähnliches beobachtete Neidhardt bei Kühen.
Auf jeden Fall setzt das Zustandekommen des Gebär­mutter-Vorfalles eine Vei'lilnu'erininquot; der Mutterlmnder voraus, wes­halb dieselben Einflüsse, welche zur Entstehung eines Scheidenvorfalls führen, prädisponirende Momente für dieses Leiden abgeben, nament­lich: abschüssiger Stand, wiederholte Trächtigkeit u. s. w,; als Ursachen wirken femer heftiges Drängen und starke Wehen. Ein Hauptmoment bildet das Zurückbleiben der Nachgeburt, und zwar, weil damit der Cervix längere Zeil offen bleibt, und das Ziehen zur Entfernung der Nachgeburt die Ausstülpung des Uterus begünstigt. Auch können srewaltsame Hülfeleistuncen heim Gebären zum Vorfall der Gebärmutter Anlnss geben. Eine zweite Bedingung für das Auftreten des Zustaudes bildet das Offenstehen des Muttermundes; daher sehen wir denselben nur kurze Zeil nach dem Gebären.
Erscheinungen. Wie bereits bemerkt, wird der unvollständige Vorfall, d. h. die Eünstülpung eines '{'heiles der Gebärmutter, in der Regel nicht direct bemerkt, doch kann der Zustand zu entzündlichen und tödtlich verlaufenden Vorgängen in dem Organe Veranlassung
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Vorfall dor QebElrniutter.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 511
geben; die in die öebärmutter eingeführte Sand würde denselben unter Umständen entdecken können,
Heim vollsttlndigen Gebäimuttervorfall zeigl sich, ilhnlicb wie beim Prolapsus vaginae ausserhalb der Scham ciiiL' von Schleimhaut bekleidete Geschwulst, die bei Kühen wie ein halbgefüllter Sack er­scheinen kann, hei Stuten eine mein- cylindrischa Form besitzt, zu­weilen aber bis zum Sprunggelenke der Thiere nach unten reicht; nicht selten bedeckt die Nachgeburt ilne Oberfläche; war diese bereits ent­fernt, so treten die Mutterkuchen, beim Rinde die knopfförmigen Co-tyledonen zu Tage. Mil der Zeit trocknet die Oberfläche ein und zeigl vielfach Verletzungen und Verunreinigungen. Bei Schweinen wird der vorgefallene Uterus von den Stallgenossen nicht selten angefressen.
Die Beurtheilung gestaltet sieh am günstigsten bei Kühen, so­lern der Uterus noch keine erheblichen Verletzungen erfahren hat. Hier ist die Reposition, wenn auch nichl leicht, so doch nieist aus­führbar, und wo dieses nicht der Fall sein sollte, lilsst sich durch Amputation des Organes das Loben der Kuh in der Kegel noch retten. IVi den i'ihrigen Thieren. iiamcntlicli Stuten verläull das Leiden weniger günstig, besonders wenn erhebliche Verletzungen des vorge­fallenen Organes bestehen. Fenn er erzielte jedoch bei einer Stute Heilung, nachdem er die ca. 9 cm lauge Wunde, welche durch die Schleimhaut und Muscularis reichte, geheftet hatte. Auch Körner araputirte bei einer Stute die Gebärmutter durch Unterhindung und mit günstigem Ausgange. Ks traten zwar stürmische Wehen und Anfälle von Tobsucht ein, welche aber nur einen Tag andauerten. Nicht selten treten Zerreissungen der Gebärmutter oder Scheide ein und geben zn Darmvorfällen Veranlassung, woran die Thiere regelmässig zu Grunde gehen, wenn nicht sofort Hülfe gebracht wird. häufig auch dann noch.
Behandlung. Zuerst isi das Organ durch Gegenhalten (dues rennen Tuches vor Verletzungen zu schützen. Sofern nicht bereits schwere Verletzungen und Gewebsveränderungen an demselben be­stehen, muss die Reposition versucht werden. Am leichtesten gedingt, diese am stehenden Thiere, namentlich wenn dasselbe mit dem Vor-dertheil tiefer gestellt werden kann: anderenfalls, d. h. wenn das Thier nicht zum Stehen zu bringen ist, wählt man zur Reposition die Rücken­lage und lässt das lliutertheil möglichst hoch lagern.
Wesentlich unterstützt wird die Reposition durch Narkose.
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Krankheiten der weiblichen Qeschlechtsorgane,
Bang empfielüi hierau Morphium (0,5—1,5 beim Rinde); ferner 25 bis 1:0,0 Chloralhydrai per os oder als Klystier. In Ermangelung dieser Mittel lasse mau der Kuh 0,5 1,0 Liter Branntwein geben. I in das starke Driingen einigermassen zu vermindern, wird ein an­haltender, kräftiger Drucllaquo; auf die Kreuzgegend ausgeübt, am stehen­den Thiere ein Sandsaeli auf den Rücken desselben gelegt (Esser). Nach sorgfältiger Reinigung des Vorfalls mil '#9632;'gt;quot;quot; Creolinwasser, bei stärkerer Anschwellung mit Alaunlösung (2 0/o) und Ablösung iIit etwa noch restirenden Nachgeburt, wobei mau sich überzeugt, dass keine tiefei'en Verletzungen des Organes bestehen, beginn! die Repo­sition mit den Theilen, welche der Scham am nächsten liegen, nament­lich dem oberen Abschnitte des Vorfalls; während die tlbrigen vor­gelagerten Massen unlei-st iit/f werden, suche man zunächst diese durch die Scham in die Schidde zu schieben, sodann das Ganze möglichsi weit mich vorn zu bringen, d. h. soweii der Arm des Operateurs reicht. I in Zerreissungen zu vermeiden, und diese Manipulation zu erleichtern, wühle man Zeiten, in denen die Bauchpresse des Thieres ruht. Ihmii Auseinanderspreizen der Finger im Uterus lässt sich die Entfaltung desselben noch vervollständigen; auch dienen [nfusionen von lauwarmem Wasser diesem Zwecke; bei Kühen können unter l nistiindeii mehrere Eimer Flüssigkeit applicirl werden.
Becker benutzt zur Reposition die Günther'sche Gebnrtskrücke. Nachdem die untersten Partien des Uterus mit der balbgeschlossenen Hand soweit in dir Scheide und Beckenhöhle gedrängt sind, als dies ohne allzu­starken Druck geschehen kann, führt Becker das vorher eingeölte, kolbige Ende der Krücke am Arm entlang bis zur Hand, und unter Pixirung der Krücke mit der andern Hand zieht er den Arm aus der Scheide zurück. Wahrend nun ein Gehülfe die Krücke festhält, ohne dieselbe weiter vorzu­schieben, bringt der Operateur rail beiden Händen die noch vorliegenden Theilc des Uterus in die Scheide, führt sodann den rechten Ann wieder
ein. zieht die Krücke zurück und siiclit den Ijerus in seine normale Lage
zurück zu bringen. Sodann muss der Gehülfe seinen linken Ann an dem rechten des Opernteui's entlang in die Scheide bezw. den Uterus einführen, die Hand daselbst schliessen, and während der Operateur seinen Arm ent­fernt, bleibt der des (lehiUen etwa noch eine Stunde in der Lage. Sodann -eil die Kuh während der nächsten In —12 stunden bewacht werden, um etwa eintretendes Drängen derselben zu verhindern, und die Hand fest gegen die Scham zu drücken. Wenn möglich soll die Kuh nach der Repo­sition stehend erhalten werden.
Zur Erleichterung der Reposition erhält das Thier vorher 30,0 Chloral-hydrat in einer Weinflasche voll Wasser gelöst.
Zur Sicherung der Retention verbleibl der Arm zunächst einige Zeil in der Scheide und wird ersl zurückgezogen, wenn das Drängen aufgehörl hat; sodann lässt man ein Lager herrichten, auf dem das
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Vorfall dor Gebärmutter.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 513
Thier mit dem Hintertheil höher liegt als mit dem Vordertheil; besser ist es allerdings, wenn dasselbe stehen und langsam bewegl werden kann. Dureli Einfüliron von einigen Stückchen Eis oder etwas kaltem Wasser werden Conti'actionen des Uterus angeregt und damit ein neuer Vorfall verhindert. Auch können dieselben Bülfsmittel wie beim Scheidenvorfall angewendet werden, z. B, der Trachtenhalter, Scheiden­ring und die Naht, aber schon Favereau macht mit Recht darauf aufmerksam, dass diese im allgemeinen wenig nutzen, Ks kommt vielmehr darauf an, dass die Reposition vollständig erfolgt, dass der ganze Uterus mit den Hörnern in seine normale Lage zu­rückgebracht wird. Der Verschluss der Scham hat nur den Nutzen, Verletzungen der vorgefallenen öeschlechtstheile zu verhindern. Der­selbe kann nach Strebe] und Borgeaud am einfachsten und sicher­sten dureb das „Ringeln* mit Messingdraht erzielt werden. Bor­geaud führt zu dem Zwecke einen dünnen Trokarf von rechts nach links durch die Schamlippen. Nachdem das Stilet zurückgezogen, wird von links naeh rechts ein an seinem Ende mit einer Lederscheibe versehener Messingdraht durch die Hülse des Trokarts gezogen, diese sodann entfernt, au das andere Ende des Drahtes ebenfalls eine Ledei-scheibe befestigt, wodurch das Ausreissen verhindert werden soll. 2—3 Hefte dieser Art genügen.
Wo die Reposition nicht, gelingt, oder wo schwere Texturver­änderungen an dem vorgefallenen Organe bestehen, da bleibt nur die A 111 p ut a t ion der Gebärmutter Übrig, eine einfache und bei Kühen wenig gefährliche Operation; nach St. Cyr starben lt;gt; von 25; Franek berichtet iilier 30 Ampufafiouen. von denen I (2 Kühe und 2 Ziegen) geschlachtet werden mussten. Soll am siehenden Thiere operirt werden, so sind Vorkehrungen zu treffen, dass es sich nicht hinlegen kann, und der Operateur gegen das Schlagen desselben ge­schützt ist. Nach erfolgter Reinigung der Oberfläche, und nachdem man sich durch genaue Palpation Überzeugt hat, dass sich kein Darm in dem umgestülpten Uterus befindet, legt man um den Hals desselben und /.war unter Schonung der Harnröhre ein festes Band oder eine starke Schnur in Form einer chirurgischen Schlinge und lässl dieselbe recht fest anziehen. Dabei muss, wie liberall, wo grosse Massen ab­gebunden werden sollen. Geduld geübt, d. h. langsam vorgegangen werden. Nach kräftigem Anziehen der Schnur mittelst Knebel warte man einige Secunden, damit, die Gewebsflüssigkeiten abfliessen können; dann ziehe man die Schnur von neuem an und fahre nanientlich bei starker Anschwellung des vorgefallenen I'terus einige Zeit so fort. Möller, Speololle Clilmrgio für Thlorttrzte, S, Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;:'.:;
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Kraiiklicitcii dov wsibliohen Gosohlechtsorgfine.
Von Ess er und Bruge] wurde die elastische Ligatur hierzu em­pfohlen. Krautheim führte die Operation bei Schweinen, Pranck bei Schafen und Schweinen mittelst elastischer Ligatur und zwar beide mit Erfolg aus. Nach Application der Ligatur wurde das Organ abgeschnitten.
Bei den grösseren Thieren sowie bei starker Anschwellung wurde auch empfohlen, die Amputation mittelst Abn'dhens zu bewirken, oder die Schleimhaut zu durchschneiden, und die Ligatur um Musculnris und Serosa zu legen. Bei dem oben beschriebenen Vorgehen dürften diese Massnahmen jedoch in der Regel keinen besonderen VbrtheiJ ctewahren. Auch Bans zieht die Lifitatur vor. Der abgebundene Thcil kann sofort abgeschnitten werden: sollte aber das Abgleiten der Ligatur bofiirclitet, oder ein weiteres Anziehen derselben noth-wendig werden, so kann die Abtrennung des Organes bis auf die nächsten Tage verschoben werden. In diesem Falle sind jedoch Vor­kehrungen zu treffen, dass der Uterus durch sein Gewicht keine Zer-reissungen veranlasst, was oft mit Schwierigkeiten verbunden ist. Hering empfiehlt, am stehenden Thiere den Vorfall auf die Kruppe des Patienten zu legen. Vorzuziehen ist zweifellos baldiges Abschneiden auch muh deshalb, um zugleich die Reposition der Scheide nach sorgfältiger Reinigung derselben bewirken zu können. Zur Entfernung der entzündlichen Producte, des Wundsecrets sowie auch des unterbundenen Stumpfes muss die Scheide in den folgenden Tagen wiederholt ausgespült werden. Bei starker Anschwellung kann die Application eines Harnröhrenkatheters nothwendig werden. Sollte durch starkes Drängen ein neuer Scheidenvorfall drohen, so lege man den Trachtenzwinger, einen Sauberg'schen Scheidenring oder einige Metallhefte durch die Scham.
Auch lgt;ei Hündinnen wurden wiederholt üterusamputationen mit Erhaltung des Thieres ausgeführt) hier kann auch die Lage des trächtigen Oi'ganes im Leistenbruch Anlass zu dieser Operation geben, In solchem Falle würde man mit den Hülfsmitteln der Antisepsis vorgehen, wie sie bei Bancliverlet/.ungen üblich, bei einem derartigen Vorfall aher nur unvollständig durchführbar sind.
]!ei kleinen Thieren besonders Ziegen reponirt Geiger Uterusvorfttlle mittelst Wasserinfusion, Zu dem Zwecke wird das Bintertheil des Thieres hoch gehalten, das kleinere Horn der (leliärmutler eingestülpt und mit lauwarmem Wasser angefüllt. Durch die Schwere des Wassers wird das Horn bezw. dor Uterus zurückgedrängt. Nachdem auch das zweite Horn in derselben Weise reponirt ist, wobei sich oft grosserlaquo; Schwierigkeiten be­merkbar machen, wird der [Items ebenso mit Wasser gefüllt, und naehdom
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Tumoron dor Vagina und dos I'terns,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 515
derselbe zurückgebracht ist, in der Horizontallage des Tbieres wieder ent­leert. Sohliesshoh heftet Geiger die Sobamhppen durch eine lockere Knopfnabt, welche :! Tage liegen bleibt.
4. Tiimorcii der Vagina und des Uterus.
Lit.; Beckmann, Her. Rep. 13. S. 835. Zipparien, das. 14. S, 118. be-blanc, Qurll u. Hertwig. I. S. 252. .Martin, Berl. Th. Wbch. 1890. S. 657. Pranck, Geburtshülfo. S. 246. Müller, Dresd. Her. 1X84. S. 36 11. ISST. S. 18. Stephan, öurlt a. Hertwig. I. S. 106, Lindenberg, das, 12. s. 84. lüggeling, Tb, Mitth. 1882. S. 07. Esser, das, S. 27. Bödor, Dresd. Ber. 1889. 8.77. Q-ratia, An. de Mlt;Sd. \6[6i: 1800. v. Bookum-Dolffs, Thiermed. Runilscluiu. Isül. 8. mc. Kckhardt, Ad, Woch. 1890. Brüller, Jahrb. 1891. S. 111. Hegelund, das. S. 114,
Im ganzen finden sich bei Thieren in diesen Organen nicht so bHuflg krankhafte Neubildungen wie beim Menschen; namentlich er­langen die Fibromyome hier bei -weitem nichl die Verbreitung wie bei Jenem, doch inil man sowohl Fibrome wie Sarkome, Carcinome und namentlich Retentionsgeschwülste in der Scheide bei Kühen wiederholt beobachtet. Auch bei Hunden kommen öfter Tumoren (Fibromyome, Müller) an diesem Organe vor, seifen bei den übrigen Thieren,
Bei Hunden bildet sich von der oberen Wand der Scheide ans zuweilen ein partieller Prolapsus mit starker Anschwellung des vorgefallenen Theiles, der meist für eine libriise Neubildung gehalten und wie ein solclies Leiden auch behandelt wird. Es erscheint bei diesen Thieren ziemlich plötzlich eine eiförmige, blassrothe Geschwulsl in der Schamspalte, welche die örösse eines Hühnereies zu erreichen pflegt und sich nicht zurückbringen lässt oder doch bald wieder hervortritt. Man beobachtet das Leiden am häufig­sten während der Brunstzeit nach vollzogenem Coitus.
II eck 111 a 1111 land in der Scheide einer Hündin einen gestielten Po­lypen, welcher der rechten Seitenwand aufsass und durch Unterbindung beseitigt werden konnte. Zipperlen beschreibt einen Polypen .1111 Cervix der Kuh. Leblnnc bei einer Hündin.
Bei Kühen werden am häufigsten Cystengesohwülste angetroffen, die im Scheidenvorhol', vornehmlich links auftreten, Sie sollen nach Müller und Rod er aus den Bartholinischen Drüsen durch Retention ihres Inhaltes hervorgehen, während die dicht hinter der Harnröhrenmündung entstehen­den nach Martin Alischniirungen der Wolff'schen Gänge bilden. Egge-ling stellte bei der Kuh ein Sarcoma telangiectodes der Scheide fest, das beim Geblirakte durch Verblutung /.um Tode führte. Hei Kühen wie Hündinnen wurden auch von mir wiederholt ulcerirende Carcinome gc-lunden; im Scheidenvorhol'e einer Kuh beobachtete Bang Careinombildung.
Abgesehen von der Tuberkulose, bildet der Uterus nur selten Sitz von Tumoren und noch seltener dieserhalb Gegenstand chirurgi­scher Behandlung, Die als Skirrhus mehrfach beschriebenen Verände-
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,quot;,1(1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten ilor nreiblicheu Gesohleohtsorgane.
rungen dürften meist Folgezust'dude oinev Endometritis chronica gewesen sein; doch kommen hier polypöse Neubildungen und zwar von bedeu­tendem Umfange vor; Budeuberg fand bei der Kuli eine Geschwulst im Uterus, die 14—15 Kilo wog; bei Hündinnen konnte ich mehrfach Carcinome und Sarkome feststellen; Esser fand bei der Kuh ein Üterus-Fibroid.
Bei einer Kuh, die an periodischen Blutungen aus ilen Q-eschlechts-theilen gelitten hatte, fand Eckhard ein Oterusfibrom im Gewicht von 22,5 Kilo. Gratia stellte bei einer Kuh ein grosses Pibromyom fest, laquo;las bereits mehrere Jahre bestanden und wiederholt profuse Blutungen voran-lasst hatte. Nach einer durch die Neubildung erschwerten Geburt wurde der Tumor durch Abbinden entfernt, doch ging das Thier an acuter Perito­nitis ein. v. Ilor k um-Dolff's beobachtete einen Fall von üterustuberculose bei einer Kuh. die man für trächtig gehalten hatte, ünini Schlachten zeigte sich nelieu allgemeiner Tuhercnloso die stark ausgedehnte Gebärmutter mit käsigen Massen angefüllt,
Erscheinungen. Geschwülste der Scheide treten zuweilen beim Urinabsatz durch die Schamspalte hervor und werden hier eingeschnürt, so dass man sie direct erkennen kann; über ihren Sitz und ihre Aus­dehnung muss die Palpation uähere Ä.uskunfl gehen. Das gleiche gilt für die im [nnern der Vagina wuchernden Neubildungen. Störungen veranlassen sie in der Kegel erst bei erheblicher Grosse, indem sie das Aussehen des Thieres schädigen, oder heim Gebärakt bezw. bei der Harnentleerung hinderlich werden. Oft rufen sie Blutungen oder einen chronischen Auslluss aus der Scheide hervor, der lgt;ei ulceriren-den Neubildungen einen jauchigen Charakter annimmt. Die bei Kühen vorkommenden Cysten ragen zuweilen in Gestalt klarer oder getrübter Wasserblasen von IInhnereign'isse aus der Scham hervor.
Gehürmuttertumoren werden in der Hegel ersi erkannt, wenn sie ein Hinderniss für den Gebiirald abgeben; oft zeigen sich die Thiere unfruchtbar. Durch Untersuchung per anum können Geschwülste des I terus bei grösseren Thieren erkannt werden, Bei der Tuberkulose zeigt das Organ zuweilen eine bedeutende Ver-grösserung, welche sich bald nur auf ein Horn derselben beschränkt, bald über grössere Abschnitte der Gebärmutter ausdehnt. Die Eileiter treten dabei oft als fingerdicke, harte, in Windungen liegende Stränge hervor.
Die Benrtheilung dieser Zustünde gestaltet sich sehr verschieden, und hängt namentlich davon ab, oh es möglich ist, die Geschwulst vollständig zu entfernen; in der Scheide gelingt dieses leichler als im
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Kninldu'itrn der Milchdl'ttsen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;•quot;gt; 1 7
Uterus. Noch bedenklicher erscheinen Tumoren am Uterus trftchfciger Thiere; geftlhrlich sind auch solche, die heftiges DrUngen veranlassen, wodurch Vorfälle begünstigt werden. Blutgefilssreichc Tumoren können zur Verblutung führen (Eggeling).
Die Behandlung besteht in der operativen Entfernung des Tumors. Dazu dinil bei gestielten die Unterbindung; auch der par­tielle Scheidenvorfall der Hündin wird durch Abnähen am einfachsten geheilt. Weiter nach vorn liegende Tumoren Können unter Umständen mit dem Ecraseur erfasst, Cysten zuweilen mit der llnml zum Platzen gebracht werden; erforderlichenfalls liisst sich dieses wiederholen und der Ausgangspunkt der Geschwulst unter Umständen ätzen.
Müller behandelte ein mit Scheiden Vorfall verbundenes Fibromyom liei einer Hündin durcli Injectionen von Ergotin (Extr. sec. corn. 0,5, Spirit. ilil. et Glycerin a 5,0). Hiervon wurde ttlglioh an beliebiger Stelle des Körpers 1,0 unter die äussere Haut gespritet, worauf bereits nach 4 Wochen eine bedeutende Verkleinerung der Geschwulst und .später vollständige lleihmu- eintrat.
5. Die Krankheiten der Milchdrüsen.
Lit.: Fürs t on 1j e r^-. li\v Milehdrüscn. 18()8. Hanfe. Stoclsfleths Chirui'gie. Docter, üurlt u. Bertwig. 19. S. 44:!. Deupser, Berl. Th, Woch, 1891. S. 107. Kunze, Dresd. Her. 1891. S. 99. Eggeling, Thierürztl. Mitth, 1891. S. 71. Schwarz, I!. T. W. 1892. S. 69. Sand, Deutsch. Zeitschr. f. th. Med. Bd, 19. Svend Larsen, Monatsschr. f. pr. Th, 1893. S. 289.
Anatomisches. Die, Milchdrüsen bestehen aus dem Parenchym und dem Gerüst. Ersteres hat einen theils alveolaren, theils tubulösen Aufbau. In der bindegewebigen Gerüstsubstanz liegen, von einer Mem-brana propria begrenzt, sehr verschieden gestaltete Bäume (Alveolen), welche (wie die Lungenalveolen in die kleinsten Bronchien) in Drüsen­schläuche münden. Heide sind mit einem niedrigen Cylinderepithel aus­gekleidet und stellen die Bildungsstätte der Milch dar, welche von hier in die Milchgänge fliesst, um entweder durch diese direct bis nach uusson zu gelangen (Mensch und Fleischfresser), oder am Grunde der Zitze in grössere Hohlräume (Milchcysternen) zu fliessen (Pflanzenfresser). Das .Euter der Wiederkäuer besitzt für jede Euterabtheilung (Zitze) nur eine Milchcysterne, am Euter des Pferdes hat jede Zitze deren zwei. Von der Milchcysterne führt der mit einer Schleimhaut von cutanem Hau ausge­kleidete Strichkanal nach anssen, von denen also hei Pferden für Jede Zitze zwei vorhanden sind, bei den Wiederkäuern nur einer. Auch heim Schwein hat jede Zitze zuweilen zwei Ausftibrungsgänge (Strichkanäle). Jede Zitze entspricht also bei den Pflanzenfressern einer besonderen Euterabtheilung, heim Rinde einem Euterviertel, bei Schafen und Ziegen einer Euterhälfte. Bei Fleischfressern steht mit jeder der 8 — 12 Ausmündungen an der Zitze
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raquo;18
Kr.mlihi'ik'ii der weibliclicii Oeschlechtsorffai
ebenfalls eine, frusserlich aber nicht so scharf begrenzte AbtheUung des Enters in Verbindung,
Das Gerüst besteht aus Bindegewebe und elastischen Fasern, welche unter der äusseren Haut eine Kapsel bilden, die das Euter umschliesst, Von dieser Kapsel setzt sieh ein Stützgerilst in das Innere der Drüse fort, lullt den Kaum zwischen den Älveolen und den Drüsenschläuchen aus. ent­spricht also dem interstitiellen Bindegewebe der Lungen. Die Menge der Gerüstsubstanz sehwankt; während der Lactation tritt dasselbe zurück, und an Stelle desselben entwickeln sich Älveolen. In dem nicht secerniren-den Euter, namentlich beim jungen Thicre, waltet das Bindegewebe vor. Zwischen den grösseren Drüsenlappen und ihren AusführungsgUngen liegen grössere Mengen Bindegewebe, welches oft elastische Fasern und Fett enthalten.
Ein doppeltes Lyraphgeftlsssystein besteht im Enter; das eine liegt oberflächlich, geht von der Kapsel aus und steht mit den Lymphgefössen der äusseren Haut in Verbindung; das andere entspringt an den Älveolen, die von feinen Lvinpligefässen umsponnen werden (peria 1 veo lii re Lymph-räume). Schon Fürstonberg unterschied zwischen den oberllächlielien, dicht unter der äusseren Haut des Euters entspringenden Eyinphgelassen, welche mii den Hauptvenenstämmen in der Tiefe verlaufen, und jenen, welche aus den im Innern der Drüse gelegenen Netzen hervorgehen und die tiefer gelegenen Venenstämme begleiten. Während der Lactation zeigen sich nach Fürstenberg die Lymphgefässe strotzend nut Lymphe angefüllt. Auch gelang es Pürstenberg diese Lymphgefässe von den Milchgängen aus mitLuft zu füllen und einen Klappenapparat an denselben zu beobachten.
Während Lymphcapillaren die Älveolen direct umspinnen, folgen auf diese erst die Capillaren der Blutgefässe, welche nach Ha über zum Tlieil in den Lymphräumen liegen, wo sie besonders während der Lactation so­wohl ihren flüssigen Inhalt wie auch Leukocyten in diese absetzen. Die weissen Blutkörperchen sollen von hier aus sogar bis in die Älveolen der Drüse gelangen. Diese innige Beziehung der Älveolen zu den Blut- und Lymphgefässen ist für die Entwickelung der Krankheitsprocesse des Euters von grosser Wichtigkeit.
Die das Enter bedeckende äussere Haut zeigt keine besonderen Eigen-thümlichkeiten; sie ist wenig oder gar nicht behaart, besitzt'dagegen stellen­weise gut entwickelte Hautdrüsen und einen starkem Papillarkörper.
Die äussere Haut der Zitzen ist beim Kinde drtisenlos und trägt zarte Ilaare. An der Zitze der Stute kommen namentlich in dor Nähe der Ausmündung des Zitzenkanals viel Drüsen vor. Heim Schaf and bei der Ziege ist die Haut der Zitze zart behaart und reich an Drüsen, besonders am unteren Ende derselben. Keim Schwein ist die Zit/.e haar- und driisen-los, dagegen finden sieh beim Hunde vereinzelte Haare und Talgdrüsen.
1. Wunden und Quetschungen
dos Futers und der Zitzen worden am htiuügsten bei Kühen, und zwar durch gegenseitiges Treten beobachtet; Thiere mit starkem, tief herabhängendem Euter treten sieb beim Aufetehen auch wohl seihst auf die Zitzen. Ferner geben Bisse von Hunden oder die Einwirkung scharfer Gegenstände, z. B. von Dornen beim Laufen durch Gestrüppe
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Kninldieiii'ii der Mllohdrüson,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;519
zu solclioii Verlotzuiigen V^eranlassuug. Huld ist die Haut duroh-ti'cnnfc, bald liuiulult es sich um Quetschungen,
Oberflächliche Wunden, d, h. solche, die weder in die DrUsensubstanz noch iu die Milchwege (Zitzenkanal) hineinreichen, haben keine besondere Bedeutung und tnUssen nach den allgemein gültigen (Gesichtspunkten beurtheilt uiul behandelt werden. Am Grunde der Zitze kommen zuweilen erhebliche Blutungen vor, Reichi die Trennung Ins in die Drüse hinein, so liegt die Gefahr vor, dass .sich eine Milchfistel bildet. Wenn aueb die Heilung solcher Wunden anscheinend regelmtlssig von Statten geht, so kommt doch die Ver­narbung derselben in Folge des fortdauernden Milchabflusses oft nicht zum Absclduss; die Wunde schliesst sich his auf eine kleine, später trichterförmig eingezogene Oefihung, ein Zustand, der als Milch­fistel bezeichnet wird. Dieser Ausgang ist also nur während der Lactationsperiode zu befürchten. An den Zitzen können Verletzungen zu Xarheiislricturm und Störungen beim Melken der Thiere führen.
Quetschungen des .Kuters erzeugen lilutungen und zwa]- ent­weder in die Drüsengänge, in Folge dessen der Milch Blut heigemischt wird, oder in das Gewebe der Drüse und in die Haut und Unterbaut. Hier kann das Hnmatom ebenso wie in anderen Weichtheilen resorbirt werden, aber auch vereitern bezw. \rerjauchen.
Behandlung. Alle tieferen Euterwunden suche man womöglich per prim, int, zur Heilung zu bringen, wodurch die Bildung einer Milchfistel am sichersten verhindert wird. Sofern die Verletzung noeli frisch und von einer Beschaffenheit ist, dass man diesen Ausgang erwarten kann, hefte man die Wundränder nach sorgfältiger Des-infection derselben. An den Zitzen kann zuweilen das Klaffen der Wunde wie auch der Milcliablluss ans denselben durch Anleffunc eines passenden, d, h. nicht zu sein' drückenden (Juinniiringes verhindert werden; an dem haarlosen oder vorher rasirten Euter dient hierzu auch Heftpflaster, Collodium oder Wundgelatine, Eertwig emjrfahl ein Liniment aus Alaun mit Eiweiss, welches er '#9632;'gt;—5 nun dick auf­tragen Hess. Während der Lactationsperiode haften jedoch alle diese Mittel in der Regel nicht, weil durch den abwechselnden Füllungs­zustand des Kuters Verschiebungen der äusseren Haut eintreten, welche sieb allerdings durch die Application eines Milebkatheters verhindern lassen. Im allgemeinen wird Jleilnug per primain int., namentlich an den Zitzen unschwer erreicht, sobald die Milch aus dem betreffenden Euterabschnitt mit dem Milchkatheter entleert werden kann.
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Krankheiten der weiblioben Qesohleohtsorgane.
Stellt die Heilung auf dem ersteren Woge nicht mein' in Aus­sicht, so muss die Behandlung nach den allgemeinen Grundsätzen er­folgen. Durch eine möglichst sorgfältig durchgeführte relative Anti­sepsis beug! man Eiterversenkungen and phlegmonösen Entzündungs-processen in der Milelidnise vor. Fisteln sucht man durch Aet/.mittel oder Anwendung des Ferrum candens zum Verschlusa zu bringen: wäh­rend der Behandlung legt man einen Milchkatheter an, Gelingt die Hei­lung nicht, so muss das Ende der Lactiitionsperiode aligewarlel werden: alsdann heilt die Fistel meist nach Anwendung von Argent, nitric.
Quetschungen, welche mit Abscheidung blutiger Milch ver­bunden sind, verlangen eine sorgfältige Reinhaltung des Euters sowie der Zitzen, um Infeclinnen zu vermeiden. Die Entleerung des Blutes
und der Milch erfolgt am besten mit dem K'ath Resorption dient feuchte Wärme In form voi
er. Zur Förderung der Umschlägen.
8. Acute Entzündung des Euters. Mastitis acuta.
Patliogenese und Eintlieiluug derselben.
Lit.: Fürstenberg, Die Milchdrüsen, Leipzig. W. Engelmann 1808. Gerlach, Gurlt u. Hertwig. 20, S, 299. Franck, öeburtshülfe, Kitt, Deutsche Zeitschr. f, Thiermed. 2, S. 21. 12, S. 1 u. Jahrb. 1890. S, 117. Schlosser, Deutsch, Zeitschr, f. Thiermed, 9, S, 2G0. Dieokerhoff, Ad. Woch, 1878 u. Jahrb, 18s.quot;., S. im. Strebel, Schweiz. Archiv. 1881 res, im Jahrb. 1882. S. 84 u. 1888. 8. 130, Johne, Dresd. Her. 1880. S. 22 u. 29, 1883. 8. 41 U. 29, 1884. 8. 107. Nocard u. Mollcreaa, .l.ibrb. 18s:,. 8.95 u. 1887. 8, 79. Weigenthalor, Ad, Woch. 1886 u. 1888. Trachsler, Jahrb. 1886, S, 126, Tolstouchow, Jahrb. 1886, S. 126. Paletti, Jahrb, Isst. 8. 79. Bossi, das. 1888. S, 131, Bang, das. 1889. 8. 121. Guillebeau, Landwirthschaftl. Jahrb, der Schweiz. 1S!)0. S. 27. Anger­stein, B. T, W. 1891, 8. II. Jouquain, Jahrb. 1892. S, 121. Zürn. Deutsch. Zeitschr, für Thiermed, ill. 8. 381. Hock, Jahrb. 1891, S. 113. Deubser, das. 8. 113, Brusasco, Jahrb, 1885. S, 91. Hess u, Bor-quot;•ciiud. Jala-li. 18ss, S. i-_gt;9. Kickliäfer. I!. T. W. 1892. 8.82. Voigt-länder, Dresd. Ber. 1867. S. 54. Enke, Berl. Arch. 1893, S. 319. Kohl, B, T. W. 1893. S, 416,
Obgleich die ursächlichen Momente für die Entstehung acuter Entzündungen im Filter nicht wesentlich verschieden sind von denen anderer Körperstellen, so zeigen sie doch gewisse Eigenthümlich-keiten, welche namentlich das Auftreten gewisser Schädlichkeiten be­günstigen. Im allgemeinen entspricht die Bildungsstätte der Milch im Verein mit den Abllussweyen derselben den Ubriffen mit der äussereii
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Äouts Entzündung (l(.'s Eutei's.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;521
Luft in directer Verbindung stohendeti lüiuincn. welche rail einer Schleimhaut ausgekleidel sind, Audi die die Mülchknnüle auskleidende Membran stellt eine Schleimhaut dar, so dass es nicht auffallen kann, wenn auch die Erkrankungen derselben eine grossc Aehuliohkcit mil den Leiden der Schleimhäute zeigen.
Eine besondere Disposition zu entzündlicher Erkrankung besitzt dus Kuter während der Lactation, daher treten gerade in dieser Periode acute Entzündungsprocesse mit Vorliebe auf, Nach Gtuillebeau fällt die Mehrzahl derselben, etwa zwei Drittel, in die ersten I Mo­nate uaeli dem Gebären, am häufigsten erkrankt der Unter bald nach diesem Akte, Gtuillebeau will auch gefunden haben, dass Binder am häufigsten im Aller von .quot;i —6 Jahren an Euterentztindungen leiden. Sehr selten erkrankt das Euter ausserhalb der Lactationsperiode, doch wurde dieses vereinzelt gesehen; ausnahmsweise werden seihst bei jungfräulichen Thieren entzündliche Processe am Euter beobachtet.
Die physiologische Thätigkeit der Milchdrüsen begünstigt die Entwickelung entzündlicher Leiden derselben in mehrfacher Beziehung. Schon die mit dem Auftreten der Lactation verbundenen Vorgänge, ins-besondere die Gongestivzustände grenzen seihst in ihren äusseren Er­scheinungen so nahe an acute Entzündungen, dass es schwer hält, hier eine scharfe Grenze zu ziehen; hierher dürfte das von Kitt als ent­zündliches, nicht infectiöses Oedem des Euters zu rechnen sein. So­wohl der Blutreichthum wie auch die mit. der Entwickelung der secretorischen Thätigkeit verbundenen Vorgänge begünstigen offenbar den Eintritt von Störungen, die unter dem Hilde einer acuten Ent­zündung verlaufen können. Sehr natürlich, dass die meisten Er­krankungen dieser Art in die Zeit des Gebarens der Thiere lallen.
Auch die anatomische Einrichtung des Euters begünstigt acut entzündliche Processe in demselben. Die Milch bildet ein vortreff­liches Nährsubstrat für Bakterienvegetationen, der Ausführungsgang der Drüsen eine bequeme Eingangspforte für diese; endlich ist die Lage des Euters bei den Thieren der üebertragung solcher [nfections-erreger ausserordentlich günstig. Dazu kommt, dass auch Verletzungen in der äusseren Haut des Euters, namentlich an den Zitzen, bei Thieren nicht selten sind und leicht den Ausgangspunkt von infec-tiösen Entzündungen abgeben.
Die Ursachen der acuten Entzündung zerfallen in nieclia-n ische, cli e m is ehe , t h e r in isc h c und sp e eifise he. 1 )ie ersteren bestehen bei Rindern in llornstössen und ähnlichen Verletzungen: Kühe mit starkem Euter werden von anderen Thieren auf dasselbe
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KniiiUlu'iti'ii dor weiblichen Qesoblechtsorgane.
getrsteu oder treten sicli selbst wohl beim Aufstehen auf das Organ, Es handeli sich also um Quetschungen und Verwundungen des OrganS) welche bereits oben besprochen wurden.
Noch seltener wirken liier chemische Entzündungsreize, ebenso thermische, doch kann die Mileb im Euter Zersetzungen erfahren, welche zur Bildung reizender Substanzen führen, die eine acute Ma­stitis anzuregen geeignet erscheinen; in dieser Beziehung sind unsere Kenntnisse noch iiusserst lückenhaft. Bei Erfrierungen leidet meist nur die tlussere Haul des Euters, dagegen muss die Möglichkeit einer Erkältung des Euters zugegeben werden. Heben wir doch an anderen Schleimhäuten Läufig durch Erkältung entzündliche Processe entstehen, warum sollte niclit am Euter ein gleiches möglich sein.
Wichtiger jedoch als alle diese sind hier zweifellos die speoi-fischen Entzündungsreize. Nachdem Franck zuerst die Aufmerksam-keil auf diesen Punkt gelenkt hatte, wurden von Kill, Bang, No-card u. a. genauere Untersuchungen aach dieser Richtung angestellt und verschiedene Bakterien als Ursache acut entzündlicher Processe im Euter nachgewiesen. Drei [nfectiouswege kommen hier in Betracht;
1.nbsp; nbsp; Die iiussere Haul, an der sieb, wie bereits bemerkt, häufig leichte Verletzungen linden, die den Ausgangspunki einer [nfection bilden können. Daher selten wir auch, dass an derartigen Leiden namentlich Kühe bältli!4#9632; erkranken, deren Zitzen beim Melken nichl nur leieiit verletzt, sondern auch inficiri werden. Die so entstandene Erkrankung breitet sieb vornehmlich im Verlauf der oberflächlichen Lymphgefässe des Euters aus, ergreift also in erster Linie die Haut und ünterhaut. Diese Art der Entwickolung (lym'phogene Ma­stitis. Kitt) tritt jedocli bei Thieren gegenüber einer zweiten in den Hintergrund, wie schon Johne mit Recht den Behauptungen Schlossers gegenüber betont hat, uäinlichi
2,nbsp; nbsp;die infection v..... Strichkanal aus. Nicht selten bleibt ein
Tröpfchen Mileb an der Mündung desselben hängen und bietet patho-genen Bakterien ein günstiges Nährsubstrat, und Gelegenheit von hier aus itt die Milchcysten und weiter in die Ausführungsgänge der be­treffenden Drüsenabtheilung zu drinnen und oacli dem tirade ihrer Virulenz eine mehr oder weniger heftige Entzündung des Euterparen-chyms hervorzurufen (galactogene Mastitis, Kitt). Ks erscheint auf den ersten Blick sogar auffallend, dass von hieraus nicht häufiger entzündliche Processe eingeleitet werden; doch erklärt sieb dies, wenn man bedenkt, dass im Strichkanal ein wirksamer Verschluss besteht itttd dass die Mileb selten längere Xeit im Euter stagnirt, sondern
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Acute Entzündung der Milohdrüssn.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.52Ji
i'egelmässig ausgemolken wird. I)ass aber andererseits von bier aus entzündliche Processe eingeleitel werden, haben zahlreiche Versuche von Fniiuli. Nocard, 1\ i i I. Bang u. a. ergeben, wobei tleinculturen von bestimmten Baktei'ien in die Milchcysten eingespritzl wurden, i\ i I i konnte 8ell)st durch Bestreichen der Zitze mil einer Reincultur Entzündung des Euters hervorrufen.
In neuerer Zeit ist vielfach darüber gestritten, ob das Nicht-abmelken Ursache einer Euterentzündung werden könne. W ährend man diesen Umstand früher allgemein als eine häufige Ursache der Mastitis betrachtete, hat man neuerdings mehrfach die Behauptung ausgesprochen, dass die [ietention der Milch allein niemals eine der­artige Erkrankung veranlassen könne. Beides ist offenbar nicht richtig. Die Retention der Milch erzeugt als solche allerdings keine Mastitis, aber sie begünstigt die Entstehung einer solchen, indem in der stagnirenden Milch leicht Zersetzungsprocesse und Bakterien­vegetationen vorkommen, welche die Entzündung hervorrufen.
Auf diese Weise erklärt sich auch, class Euterentzündungen am häufigsten bei heisser Witterung(Trachsler) vorkommen; nach Strebe! lallen die meisten in die Zeil vom März his September. Mögen hier­bei auch andere Umstände wie die Ealtung, Pflege und die Zeil des Kalbens bei Kühen mitwirken, so steht doch soviel fest, dass durch warme Witterung Zersetzungsprocesse in der Milch begünstigt, und die Vegetation von Bakterien erleichterl bezw. beschleunig! wird.
3. Endlich erscheint die Möglichkeil einer [nfection von der Blutbahn aus nicht ausgeschlossen (hämatogene Mastitis), doch dürfte diese Entwickelung wohl selten sein.
Es erscheini Ferner erklärlich, dass bei grösserer Verbreitung oder bei günstigen Bedingungen für die Uebertragung der Krankheits­erreger Euterentzündungen seuchenartig auftreten können; durch das Melken derThiere erfolgen leicht Uebertragungen des Ansteckungsstoffes.
Endlich kann es bei der verschiedenen Virulenz der pathogenen Mikroben auch nichi befremden, dass sich die Entzündungsprocesse im Euter mannigfaltig verschieden gestalten, dass bald nur eine leichte Reizung, bald eine schwere Entzündung, bald Brand eintritt.
Wir theilen die acuten Entzündungsprocesse des Euters in zwei Gruppen ein, nämlich:
A. J)ie Entzündung der Gerüstsubstanz, des inter-stitiellen Gewebes der Drüse, und bezeichnen diese als Mastitis interstitial is. Diese z e r l'ä 111
a) in eine traumatische und b) in eine phlegmonöse Form.
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524nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der weiblichen Geschloohtsorgone.
B. Die Entzündung des Drüsenparenchyms und der Auskleidung der Ä.usfülirung8gilnge dos Euters. Mastitis parencliymatosa.
Je nachdem der entzündliclie Process au der Oberfläche der Milclikantlle verläuft, sich also iilmlich verhält wie ein Katarrh an­derer Schleimhäute, oder in die Tiefe greift und zur Ahscessbildung oder Gangrän führt, lassen sich hier wiederum folgende Formen trennen:
a i .Mastitis parencliymatosa catarrhalis.
Ii) Mastitis paro n eli vmat os a aiios t e m atosa.
c) Mastitis parenchymatosa gangraenosa.
Bei dem innigen Zusammenhang zwischen Parenchym und (le-rUstsubstanz der Drüse kann es nichl auffallen, dass die acut ent­zündlichen Processe häufig von dem einen auf das andere übergreifen, dass bei Entzündungen des Parenchyms das interstitielle Bindegewebe, und bei Erkrankung der Gerüstsubstanz ilas Parenchym ofi mit leidet. Namentlich erscheint der erstere üebergang um so leichter, als die Blutgefässe des Euters ausscliliesslich in dem Stützgewebe verlauten. Lassen sich daher zwischen den Krankheiten des Drüsenparenchyms und des interstiliellen Bindegewebes keine scharfen Grenzen ziehen, so gelingt es jedoch in der Regel unter Berücksichtigung der Ent-wickehmg und des Verlaufs dieser Leiden, den Ausgangspunkt der Erkrankung festzustellen und klinisch diese Trennung durchzu­führen, welche nicht allein für die Beurtheilung, sondern auch für die Behandlung Jener Leiden iiusserst wichtige Anhaltspunkte ge­währt, daher auch in Nachstehendem berücksichtigt werden soll.
a) Die traumatische Eatzilndung des Euters. Mastitis traumatioa.
Nur oberflächliche Verletzungen beschränken sich auf das Binde­gewebe des Euters; bei jeder tiefer reichenden leidet auch das eigent­liche Drüsengewebe mit. Zu derartigen Läsionen bietet sich bei Thieren mancherlei Gelegenheit; dieselben sind jedoch bereits (dien besprochen und muss auf das S. 518 11'. gesagte hier verwiesen werden.
bi Phlegmonöse Euterentzilndung. Mastitis phlegmonosa.
Diese auch .,o h er f 1 äc hl i e h e K n t e r e n t/. ü n d u ngquot; oder „Einschussquot; genannte Erkrankung verläuft in der äusseren Haut, dem ünterhautbindegewebe und in dem interstitiellen Bindegewebe.
Sie nimmt, ihren Ausgang in der Regel von den Zitzen, welche
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FblegmonOse Eutorentzündung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 525
namentlich bei Hüben vielftlltig oberfläcblicheu Verletzungen aus­gesetzt sind. Die rauhe Band der Melker führ! leichl zu an sicli geringfügigen Trennungen in der Oberhaut, aber oichi seilen ver­mitteln diese eine Infection, welche die Phleginone im Gefolge hat, Aneh von der Streu gehen Jeiciit Verletzungen und Infectionen aus. Die [nfectionserreger gelangen zunächst in die äussere Haut und Unterbaut und rufen hier eine phlegmonöse Entzündung hervor, welche sich in der ßegel auf die Kapsel und das Drüsengerüst fortsetzt.
Der Process bleibt daher häufig nicht auf eine Drüsenabthei-lung beschränkt, sondern breitet sich auf mehrere aus und kann selbst das ganze Euter ergreifen. igt;a die Lymphgefässe der einzelnen Zitzen jedoch isolirl verlaufen, so zeigt sieh auch bei dieser Erkrankung oft eine Beschränkung auf einzelne Drüsenabschnitte. Haul oder Unterhaut sind anfangs ödematös, später plastisch inflltrirt; nichl selten kommt es da und dort zu kleinen Blutungen. Ms bandelt sieh also um eine e r v s i p e I a I öse oder phlegmonöse Erkrankung, je nachdem die äussere Haut oder das Unterhautgewebe vornehmlich den Siiz des Leidens bildet.
Erscheinungen und Verlauf. Eine plötzlicb auftretende, diffuse, meist, nicht auf bestimmte Drüsenabschnitte beschränkte Röthung und Anschwellung leitet den Zustand ein. Die äussere Haut des Euters zeigt sieb diffus geröthet, anfangs hellrolli, später zuweilen bläulich. Die Geschwulst ist anfangs weich, teigig, später wird dieselbe härter, derber, so dass nur noch mit einiger Gewalt Pingereindrücke in derselben herzustellen sind. Die äussere Haut erscheint vermehrt warm, oft intensiv heiss; der Schmerz bleibt wie bei der subeutanen Phlegmone meist gering; auch die Milchsecretion erleidet wenig Ver­änderung; die Menge der Milcb nimmt /.war ab, doch /.eigen sieb in der Qualität derselben keine auffälligen Abweichungen.
Dagegen lilsst sieh besonders im Anfange des Leidens leichtes Fieber nachweisen; auch schwellen die Lymphdrüsen des Euters wohl an, und setzt sich die Gesehwulst auf die Nachbarschaft des Hüters fort.
Der Zustund geht entweder in 4—8 Tagen in Zertheilung über, indem die Erscheinungen sieh allmählich zurückbilden, die Röthung zu­nächst verschwindet, dann auch die Geschwulst abfällt, und die normale Milchmenge wiederkehrt. In anderen Fällen kommt es zu Abscess-bildung. In oder dicht unter der äusseren Haut des Euters, seltener in den oberflächlichen Abschnitten der Drüse entwickeln sich bald einzelne bald mehrere fluetuirende Stellen, welche nach kurzer Zeil
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.(lit.
Knuikhciti'ii ilt'r weiblichen tieschlechtsoi'gane.
aufbreohen und ihren eitrigen [nhalt nach aussen entleeren. Die so entstandenen Abscesse unterscheiden sich von den im Verlaufe parenchymatöser Mastitis (S. •''):i(|) auftretenden durch ihre oltoriiiicli-liche Lage (antemammäre Ä.hscesse) und meist geringeren Umfang, Dass dieses Leiden auch ausnahmsweise den Ausgangslaquo; punkt schwerer Erkrankung, z. 15. der gangränösen Entzündung des Euters (S. 533) nehmen kann, ist nattlrlich.
Differentialdiagnose. Von den Erkrankungen des Parenchyms unterscheidet sieli dieser Zustand namentlich durch das Fehlen von Veränderungen an der Milch, dui'ch die Verbreitung über mehrere Euterabschnitte und durch die auffällige Mitleidenschafi der äusseren Haut des Euters. Leichter zu verwechseln ist derselbe mit jener Euteranschwellung (Oedera), welche sich zur Zeil des Gebarens ein­steilt, und im Süden als .Flossquot; bezeichne! wird. Letzterem Zu­stande fehlen aber so ausgesprochene entzündliche Erscheinungen, namentlich die vermehrte Wärme, die Röthung und der Schmer/,.
Ursachen. Es bandeli sich offenbar um eine Phlegmoue bezw. Erysipelas. Dem Zustande lieg! daher auch eine infection zu Grunde, welche von Verletzungen der äusseren Haut ausgeht. An derselben, besonders an den Zitzen finden sich oft genug kleine lüsse und Schrunden ein, welche der Ausgangspunkt eines sedchen Processes werden können. Wahrscheinlich handelt es sich ofl um Eiterkokken, doch können vielleicht auch andere Mikroben Veranlassung y.ur Ent­stehung des Zustandes abgeben; Kitt erzeugte denselben bei Kühen durch Lmpfung mit Bacilleu des malignen Oedems.
Die Beurtheilung hängl vornehmlich von der Virulenz der Infectionsstoffe ab, und diese können wir einostheils an der ileftig-keii beurtheilen, mit welcher sich der Process entwickelt, anderentheils an der Höhe der mit demselben verbundenen allgemeinen Störungen,
namentlich des Fiebers. Im allcemeinen
ist der Verlauf e-ünshV, be-
sonders wenn Zertheilung eintritt; durch die Bntwickelung von Ab-scessen zieht sieli das Leiden ofl in die Läncre.
Behandlung. Für die Therapie müssen dieselben Grundsätze massgebencl sein wie bei erysipelatösen und phlegmonösen Erkran­kungen an anderen Körperstellen. Kälte erschein! nicht angezeigt, dagegen linden Einreibungen mit einem milden Fett (Oel, Untier)
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l'an'nchymalüse Kutercnt/iiiulun^'.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;527
oder iiiit- Carbolöl, [Jiigtlt; cinoreutn u. s. nr. zweckmässige Anwendung. Auch W'asclmiigcn mit Lauwarmen Lösungen von Desinfoctionsmitteln, womit namentlich Verletzungen an den Zitzen zu behandeln sind, er­scheinen zweckmtlssig, Man lasse das Muter warm halten, eventuell nu( Watte bedecken, um die Zertheilung zu fördern.
In iiriiscrvativer Einsicht müssen Verletzungen am Euter, be­sonders an den Zitzen, soweit möglich rein gehalten werden. Wasch­ungen derselben mit der einen oder andern DesinfectiousflUssigkeit und bestreichen mil einem entsprechenden Mitte] z. 15. einer Borsalbe i Acid, boric, mil (Jngt. Paraffin. 1 : 10) ist zu empfehlen.
Johne beobachtete bei Kühen Furunculosis des Euters, welche in kurzer Zeit eine grössere Verbreitung in der betreifenden Herde fand und mehrere Monate hindurch anhielt, Auf der ttusseren .Haut des Euters, meist an der Basis der hinteren Zitzen entstanden hasel- bis wallnussgrosse Knoten, welche geröthet und etwas schmerzhaft waren. Ihre Umgebung zeigte sieh entzündlich geröthet, oft livid gefärbt, so dass der Krankheits­herd bald den Umfang einer Kinderfanst erreichte. Nach :! -4 Tagen spitzte sich der Knoten zu und brach auf, wobei mit dem Eiter ein nekro-tischer Pfropf entleert, wurde, in dein sich durch die mikroskopische Unter-suchung ein abgestorbener Haarbalg feststellen Hess. Nach erfolgter Per­foration trat bald Granulation und Heilung ein.
Vorbauend Hess .lohne die Euter sowie die Hände der Wärter zwei Mal tiiidich mit Carbolwasser waschen. Impfversuche blieben erfolglos.
Die parenehymatöse Euterentziimimig. Mastitis parenehymatosa.
Diese Bezeichnung ist nichi ganz richtig, denn als Parenchym können genau genommen nur die Alveolen mil ihrem Epithel aut-gef'assl werden, während wir zu dieser Gruppe auch die Erkrankungen der Ausiuliriingsgiinge des Euters (Milchgänge, Milchkanäle, Cyster-neu) rechnen. Nicht seilen beschränkl sich die Entzündung auf die Schleimhaut der Milchcysternen und der grösseren Malchg'dnge, ein Zustand, der sich mil der Bronchitis vergleichen lässl und von Ger­lach als Mastitis catarrhalis oder Euterkatarrh bezeichnet wurde. In andern Fällen greift die Entzündung auf die Alveolen und die GerUstsubstanz über und führt zu eiterigen Px'ocessen mit Bildung von Abscessen oder Gangrän. Demnach unterscheiden wir eine Mas­titis catarrhalis, apostematosa und gangraenosa.
a) Der Eutercatarrh, Mastitis catarrhalis.
Bei diesem Leiden handelt es sieb um eine oberflächliche Er-krankung der Ausführuncsffänffe der Milchdrüse, Bald leidet, nur
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Krankheiten raquo;Iit weibliohen Geschlechtsorgane
die Milchcysterne, meist nbev sind die grösseren Milchgänge mil be­troffen; der Process kann auch auf die feineren Mülchgilnge und selbst auf die Drüsenalveolen Übergreifen. Dabei wird natürlich die Milch-secretion melir oder weniger gestört; beschränkt sich dor Process auf die Milchcysterne und die grösseren Milchgänge, so leidet die Secretion der Milch nur unbedeutend, doch mischt sich derselben dus entzündliche Exsudat der erkrankten Schleimhaut bei, wodurch die Milch auffällig verändert werden kann. Je mehr der Process auf die reinen Milch-gänge und auf die Alveolen übergreift, um so mehr lliwst die Secretion nach, um so auffälliger die alterirte Beschaffenheit der aus den er­krankten Euterabschnitten entleerten Milch. Aus diesem verschiedenen Auftreten ergeben sich in den einzelnen Fällen mancherlei Eigen-thümlichkeiten der Krankheit.
Erscheinungen und Verlauf. An der Ä.ussenfläche des Eiders bestehen wenig Veränderungen; Ä.uschwollung fehll ofl ganz: auch zeigt sich nur geringe Röthung, während Schmerz auf Druck in der Titde nachweisbar ist, und sich durch eine gewisse Empfindlichkeit beim Melken bemerkbar macht. Im allgemeinen Befinden des Thieres bestehen wenig oder keine Störungen.
Die hauptsächlichsten Veränderungen zeigt bei diesem Leiden die Milch, welche kleinere und grössere Gerinsel, sowie häufig Pett-tropfen enthält. Eberhardt fand die Milch mit einer gelblichen Fettdecke versehen; zuweilen ninmd dieselbe durch Beimischung von lllul eine föthliche Farbe an; in der Reaction bestehen ofl keine Veränderungen, doch stellt sich wohl eine saure oder abnorme alka­lische lleaction derselben ein.
Mit diesen Erscheinungen setzt der Process plötzlich ein und erfasst bald nur eine, zuweilen aber mehrere Drüsenabtheilungen, In den meisten Fällen verschwindet das Leiden in wenigen Tagen unter Nachlass der Veränderungen an der Milch; zuweilen aber wird der Process chronisch, die Milch behäll ihre abweichende Beschaffenheit und zcigl wohl Beimischungen von Eiter, während die sich allmählich einstellende Verdickung der Schleimhaui der Milchcysterne als ein derber Strang bei der Untersuchung zwischen den Fingern zu erkennen ist; von der Cysterne aus setzt sich die Anschwellung in die Drüse fort. Wird der Process in den kleinen Drtisengängen chronisch, so kommen auch hier Verdickungen und auf diese Weise [ndurationen des Euters (Euterknoten) zu Stande. In anderen Fällen führl die Entzündunc /.u Verenffunsen oder Verwachsunscen der Drüsenffäncre
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Eufcerkafcarrh.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;529
mit Voriiiulci'ung des betreffenden Euterabscbnittes, wobei sich dilaquo; indurativen Vorgänge bis unter die äussere Maut: des Euters fort­setzen können, Abscessbildung wird dagegen bei diesem Leiden nicht beobachtet.
Die Beurtheilung des Zustandes liilngt also in erster Linie von dem Verlaufe ab. Je länger das Leiden anhält, um so weniger Aus­sicht besteht auf baldige Heilung; nicht selten wird in solchen Füllen die Function des Euters l'ür die betreffende Lactationsperiode voll­st iindig vernichtet. Sehr ungünstig sind umfangreiche Verdickungen und Verhärtungen des Euters. Auch kleinere Verdickungen können dadurch nachtheilig werden, dass sie bei der nächsten Lactation den Ausgangspunkt einer neuen Erkrankung bilden.
Ursachen. Ohne Zweifel können sowohl Erkältungen wie auch chemische Umsetzungen oder sonstige Veränderungen der Milch im Euter, wobei dieselbe eine reizende Beschaffenheit erlangt, das Leiden veranlassen. Der Umstand, dass der Vorgang meist auf eine Drüsen-abtheilung beschränkt bleibt, spricht für eine galactogene Entwicke-lung. Hierbei handelt, es sich häutig um die Wirkung von Infections-erregeru mit geringerer Virulenz, l'ür welche die Milch im Euter ein günstiges Nährsubstrat abgiebt. Zur üebertragung solcher Stoffe ist hinlänglich Gelegenheit gegeben: dalier wird dieses Leiden häufig in grösserer Ausbreitung beobachtet, indem Verschleppungen derselben durch Zwischenträger ( Melker) von einem Thier auf andere stattfinden. Endlich hat man auch Mikroben in dem erkrankten Euter, bezw. der Milch desselben direct nachgewiesen, und durch Injection von Rein­kulturen das Leiden künstlich erzeugen können. Kitt gelang es auf diese Weise mit verschiedenen Mikroben Euterkatarrh künstlich her­vorzurufen, und zwar mit der blauen Milch, mit Oidium lacfis, Arthro-kokkus lactis, sowie mit dem Bacillus des malignen Oedems. Zürn fand in der Milch Mikrokokken, Mycothrixfäden, Sporen von Mucor mucedo und helenartige Zellen. Nocard und Mollereau stellten Streptokokken als Ursache der Erkrankung experimentell fest; ebenso Lang Staphylokokken und verschiedene Bacillen. Hock sah die Erkrankung im Verlaufe der Aphthenseuche bei Kühen auftreten, wobei oft mehrere Abschnitte des Euters gleichzeitig litten.
Hierher muss wahrscheinlich auch die von Brusasco als Agalactia contagiosa bezeichnete Euterkrankheit gerechnet werden, welche in Italien vornehmlich bei Ziegen und Schafen, und zwar im Frühjahr beobachtet MülliT, Speolelle Chirurgie für Thlerätzte. s. Auii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 34
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Krankheiten der weiblioheu Goschleohfcsorgftno,
wird, und regelmäsaig eines ohronisohen Verlauf nimmt. Das Leiden zeii;t sich /war nicht lebensgefährlich, vernichtet jedoch die Milohsecretion in der betroffenen Euterabtheilung bis zur nächsten Lactationsperiode. Oft treten Keratitis und andere Augenleiden sowie Entzündungen des Carpal-und Tarsalgelenkes als Complication auf,
Hess und Borgeaud beschreiben bei Kühen, Ziegen und Schafen ein Leiden, das in der Schweiz als „gelber Galtquot; bezeichnet wird, chro­nisch verläuft und trotz aller Behandlung in 3—4 Monaten die Milch­seeretion vernichtet. Auch liier konnte ein Staphylokokkiis nachgewiesen worden.
Behandlung. In Bezug auf Prophylaxis ist zunilclist bei ope­rativen Eingriffen am Euter Vorsicht geboten, namentlich beim Ein­führen von Sonden. Bougies, Melkröhren n. s. w. in den Strichkanal und die Milchcysteme. Bei enzootischem Auftreten des Leidens wird mau gut tluni, eine Separation der Krankon eintreten zu lassen und dafür zu sorgen, dass die Hände der Melker nicht weitere üeher-tragungen vermitteln, Im (ihrigen wirke man auf Zertheilung des entzündlichen Processes hin. Hierzu ist vor allem ein häufiges [\\o-möglich stündliches) Ausmelken erforderlich, wobei leichte Massage des Kutors zu empfehlen 1st, um das etwa geronnebe Seeret aus den feineren Milchgängen zu entleeren. Ferner lasse man das er­krankte Euter wann halten; Einreibungen von Fett und Bedecken mit Watte muss empfohlen werden. Wo das Leiden auf Infection zurückzuführen ist , — was durch eine mikroskopische Untersuchung der Milch zu entscheiden sein würde ^ sind Einspritzungen von Des-infectionsmitteln in das Muter (vgl, S. 535) angezeigt.
hl Die eiterige oder abscedirende Entzündung dos Euters. Mastitis parenehymatosn apostematosa.
Der entzündliche Process geht bei dieser Form ebenfalls von den Milchgängen und Alveolen aus. bleibl aber auf die Oberfläche derselben nichl beschränkt, sondern greift in die Tiefe und auf das interstitiolle Bindegewebe (Iber. Neben einer eiterigen Erkrankung (Katarrh) der Oberfläche der Milchkanäle out wickelt sieh eine phlegmo-nöse Entzündung der bindegewebigen Gerüstsubstanz der Drüse, Von Krane k wurde das Leiden zuerst experiineutell durch Injection einer fauligen Fleischflüssigkeil in die Eutercysterne bei Kühen hervorge-rul'on; schon am nächsten Tage zeigte die Euterabtheilung eine heftige Entzündung; die Milch war geronnen, eiterähnlich, enthielt zahlreiche Eiterkörperchen und Mikrokokken und rief, in das Euter einer ge­sunden Kuh injicirt. dieselbe Erkrankung hervor. In ähnlicher Weise
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Absueilireiulo tSuterontzOndung,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 531
ciiislclil offenbar die eiterige Mastitis, weshalb dieselbe regelmässig auf einzelne A.btheilungen des Euters beschränkt bleibt, Kitt bat dus Leiden eingehend beschrieben. Erfand laquo;hochgradige zellige Infiltration des öesammtbindegewebes der Milchdrüse, Emigration selbst in das Drüsenlumen, Nekrose mul Losstossung des Drüsenepithels, Ektasie der Milcbgänge und Concretionen, welche aus dem in nekrobiotischer Metamorphose begriffenen Drüsen secrete und Exsudate bestanden, ferner Eyperplasie des Bindegewebes durch reichliche Fibroblastenbildung und Atrophie der Drüsentubuli,*
Erscheinungen und Verlauf. Die Krankheit setzl plötzlich mit Schinerzen und den Übrigen Erscheinungen der Mastitis ein. Die Ä.nschwellung geht /.war vom Innern des Euters aus, setzt sieli jedoch bis fiui' die äussere Haut fort, welche ebenfalls vermehrt laquo;arm und geröthei erscheint. Eierzu gesellt sich bald Punctionsstörung; die Secretion liisst nach oder verschwindet ganz, die abgeschiedene Milch zeigt sich geronnen, später durch Beimischung von Eiter gelblich oder in Folge von Blutungen rötblich gefilrbt; schliesslich kann das Secret mehr und mein- eiteriilinlicli werden, während geronnene Massen auftreten, welche die Milchgänge verstopfen.
Zu diesen Erscheinungen gesellt sich Fieber und Appetitlosig­keit, erhöhtes Durstgefühl und Abgeschlagenheit, Durch starke An-schwelhuio' des Euters können die Bewegungen des gleichseitigen Hinterfusses gestörl werden, so dass Lahmheit eintritt: zuweilen be-obachtete man Complicationen, /,. B, Paraplegie,
Bei der mikroskopischen Untersuchung finden sich zahlreiche weisse und rothe Blutkörper aeben Eiterelementen und verfetteten Drüsenzellen (Kolostrumkörperchen) in der Milch, Die chemische Prüfung ergiebt Zunahme an Albumin und Wasser, Abnahme des Milchzuckers und Käsestoffes,
Den Ausgang des Leidens bilden entweder Zertheilung oder Äbscessbildung, hu ersteren Falle lassen die Erscheinungen nach etwa I —5 Tagen, zuweilen erst später, allmählich nach, während das Drtisensecret mehr und mehr seine normale Beschaffenheit wieder­erlangt. So kann das Leiden ohne Hinterlassung dauernder Nach­theile verschwinden; in der Kegel aber kehrt für die bet reifende Lactationsperiode der volle Milchertrag aus der erkrankt gewesenen Euterabtheilung nicht wieder.
Iläulio- kommt es zur Bildunc von Äbscessen, Die im inter-
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Krankhoiten der weiblioliso Qeschlecbtsovaai
stiliclKii Bindegewebe entstandenen Eiterhöhlen perforirea entweder die Milchkanöle odei' ilii* äussere Haul:. Sie liegen meist in der Tiefe, können sich sogar in dem Bindegewebe über dein Euter ent­wickeln (retromainmäre Abscesse) und zur Sequestration einer orrösseren Drüsenabtheilunc t'übren, wie Johne bei einer Kuh be-schrieben hat. Verdickungen (Euterknoten) und Milchfistülu (S. 519) bilden nicht seltene Folgen dieser Processe.
Knotenförmige Anschwellungen des Euters können bei diesem Leiden durch Anhäufung von Gerinnseln in den Milchgängen entstellen (Milcb-knoten); diese dicken nicht selten zu gelblichen, krümlichen Massen ein und werden mit einer bindegewebigen Kapsel umgeben (Euterknoten). Letztere können alier aucli aus Abscessen hervorgehen. Solche Verdickungen bilden nicht selten in späteren Lactationsperioden 'Ion Ausgangspunkt einer Erkrankung.
Dass sich derartige Eiterungsprocesse auch hier mit bedenk­lichen Folgen verbinden, und selbst zu IVäniio oder Septikämie führen können, liegt auf der iiainl. Uaase l'and bei einer Kuh, die an diesem Euterleiden zu Grunde aeffunamp;en war. Lunffeneiubolie.
Ursachen. Es unterliegt keinem Zweifel, dass es sich hei dieser Form der Euterentzündung um die Wirkung infectiöser Substanzen handelt, welche durch den Ausführungsgang der Drüse eindringen (galactogeue Mastitis, Kitt). Nach den Untersuchungen von Lister. Robert, Meissner, Kitt. Escherich u. a. linden sich in der nor­malen Milch keine organischen Keime. Wo solche also gefunden werden, müssen sie von aussen in das Euter gelangt sein. Da sieb aber der Kranklieitsjirocess regelmässig auf eine einzelne, mit einer besonderen Ausmündung versehene Drttsennbtheilung beschränkt, so liegt die Annahme nahe, dass die [nfectiou von dem Ausführungs­gange erfolgt. Obgleich die Mögliebkeil einer infection vom Blute aus nichl in Abrede gestellt werden kann, so ist diese doch zweifellos sehr selten, (ielegenbeit zur Inlection durch den Strichkanal ist dagegen reichlich gegeben. Der beim Melken an der Zitze hängen bleibende Tropfen vermag dieselbe zu vermitteln (Franck); ferner können Milchkatheter und andere in den Strichkanal eingeführte Instrumente den Import der Intectionsstolle bewirken. Die von Franck, Kitt, Nocard, Mollereau u. a, angestellten Experimente haben diesen
Modus der Infection auf das unzweideutigste bewiesen.
Auch liegen über die Natur dieser [nfectiousstoffe bereits um­fangreiche Untersuchungen vor (Kitt, Nocard. Guillebeau, Hang u. n,). Guillebeau land 10 verschiedene Mikroben (Staphylokokken,
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Brandige Ehitereiitzttndtmg.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,quot;);i,'5
öftlaotokokken, Streptokokken und tnehrere Bacillen), deren Virulenz sich verschieden verhielt. Guillebeau glaubt, dasa die Bestandtheile der Milch, besonders der Milchzucker durch die Mikroben zersetzt werden, wobei ätzend wirkende Stoffe entstellen, von denen der Ent-zündungsreiz ausgeht.
Die Prognose Rillt also in Bezug auf die Wiederherstellung der vollen Functionsfähigkeit des Euters für die laufende Lactationsperiode ungünstig uns. Im übrigen hängl dieselbe von dem Ausgange des Leidens ab. Sobald sich Euterknoten von grösserem Umfange gebildet haben, kehrt auch in den folgenden Lactationsperioden der volle Milchertrag nicht wieder. Bei hochgradiger Erkrankung kann selbst das Leben des Thieres in Gtefahr kommen,
Ueber die Behandlung vergleiche unten 8. 534,
c) Die brandige Euterentzündung, Mastitis gangraenosa.
Bei der verschiedenen Virulenz der [nfectionsstoffe kann es nicht befremden, wenn mit dem Eindringen derselben in das Euter gan­gränöse Processe angeregt werden. Am häufigsten beobachtet man diese Form der Erkrankung bei Schafen, doch kommt dieselbe auch bei Kuben (Denbser. Kohl. Enke) und Ziegen (Voigtländer) vor: bei diesen Tliieren tritt das Leiden jedoch nicht, wie es bei Scharen Regel ist. in enzootischer Verbreitung auf.
Ueber die Natur der Lif'ectionserreger ist bisher wenig bekannt. Nocard isolirte aus einem an Mastitis gangraenosa leidenden Schaf­euter einen Mikrokokkus, dessen Reinkultur, in den Milchgang ge­sunder Schafe gespritzt, stets dieselbe Erkrankung hervorrief, bei den übrigen Thieren dagegen nur eine leichte Schwellung veranlasste.
Erscheinungen und Verlauf. Das Leiden setzt mit einer peracuten, parenehymatösen Mastitis ein. Nachdem auffällige all­gemeine Störungen, hochgradiges Fieber mit Appetitlosigkeit, grosse Schwäche, heftige Schmerzen, ein steifer, gespreizter (Jang auf die Erkrankung des Euters aufmerksam gemacht haben, zeigen sich bei der Locabmtersuchung an der Oberfläche des Euters bläuliche, vio­lette Flecke, welche bei der Palpation ungewöhnlich weich, gefühllos und oft abnorm kühl erscheinen. Diese Flecke greifen schnell um sich; zu ihnen gesellt sich bald eine entzündliche Anschwellung ihrer Umgebung, welche sich oft bis auf den Unterbauch und die Schenkel
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5;J.|nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Knmkliriton der weiblichen Gesoblecbtaorgane,
ausbreitet. Die Thiere stehen mit gekrümmtom Rücken, gesprsizten Hinterbeinen, stöhnen und zeigen aacb kurzer Zeit ausgesprocbene Erscheinungen der Septikämie. Nicht selten gehen die Thiere schon innerhalb 24 Stunden zu Grunde.
Ausnahmsweise komm! es zur Abgrenzung des Krankheitsherdes j es tritt eine dissecirendc Entzündung ein, welche die nekrotischen Euterabschnitte ablöst, woraufquot; selbst Genesung crfol^ou kann. Dieser Ausgang bildet jedoch eine seltene Ausnahme: die Mehrzahl der Thiere gehi unter septikämischen Erscheinungen ein.
Esser beobachtete die Krankheit in seuchenartiger Verbreitung bei Schafen. 12- 21 Stunden oach dem Auftreten der ersten Störungen (Schmerzen, die Mutterschafe Hessen ihre Jungen nicht saugen) stellten sich, meist über eine Euterhälfte verbreitet, die Erscheinungen des Leidens ein. Auf der dunkelroth gefärbten Euterpartie erschienen etwa linsen-grosse violette Flecke, welche rascb an Umfang zunahmen, sieh weich und kalt anfühlten. Scbliesslich wurden die betreuenden '['heile gefühllos, und die Thiere starben nach :)—1 Tagen, wenn nicht rechtzeitig eine ent­sprechende Behandlung eingeleitet wurde.
Die Prognose gestalte! sieh hier, sowohl was die Erhaltung des Kuters wie auch der Thiere betrifft, ungünstig. Sie hängt vor allem von einer i'echtzeitig eingeleiteten Behandlung ab, welche aber auch nicht immer im Stande isl die Thiere zu retten.
Behandlung der eiterigen und gangränösen Mastitis. Der Therapie dieser Leiden fällt natürlich in erster Linie die Aufgabe zu, die infection zu verhindern und die bereits bestehende zu be­kämpfen. In Bezug auf den ersten l'unkl ist vor allem bei opera­tiven Eingriffen, besonders bei der Application von Melkröhrchen, Sonden, Kathetern und anderen [nstrumenten, welche in den Milch-kanal eingeführt werden, Vorsicht geboten (S. 538).
\\ o sieh ilagt; Leiden enzootisch zeigt, muss namentlich bei der gangränösen Form die Separation der Kranken und Desinfection des Stalles empfohlen werden. Esser liess die Thiere baden und in einen anderen Stall bringen, wo sie von einem besonderen Wärter ge­pflegt wurden. Die Folge davon war, dass nicht eine einzige weitere Erkrankung vorkam. Esser betonl die Gefahr der [Jebertragung der gangränösen Form durch den Schäfer.
Auch bei der eiterigen Mastitis, welche enzootisch auftritt, sind die gleichen Massnahmen geboten. Jouquain glaubt, die Krankheit; mit aller, schlechter Streu in Znsammenhang bringen zu müssen, Dieckerhoff lässt den Stall desinfleiren, die Wände und den Fuss-
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Behandluug der parencbymatOsoii ßaterentzUuduag,
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boden mit lioisser Lauge abwasclieii und mit Kalk bestreiclion, Am-h auf lt;li(' sorgfältige Beseitigung der aus den kranken Eutern stammea-den Mildi und Reinigung der zum Auffangen derselben dienenden (lef'iisse legt Dieckerhoff mil ßechi ein besonderes Qewidit.
Eine zweite Massregel, ntlmlich häufiges Ausmolken der kranken Euterabtbeilung, erscheint ebenfalls nothwendig, denn in der Milch erfolg! hauptsächlich die Vegetation der Infectionsstoffe, Soweit die Schmerzhaftigkeit es gestattet, muss ferner Kneten und Streichen des Euters empfohlen werden, um aucli uns den feinen Milchgängen das Secret und die entzündlichen Producte nach Möglichkeit zu entleeren. Dass Milchkatheter hierzu nicht geeignet sind, weil sie durch die Gerinnsel verstopft werden, wurde mehrfach hervorgehoben.
Ferner erscheint Regelung der Diät geboten, um die Milch-secretion auf ein Minimum herabzusetzen. Dazu dienen gleichzeitig Abführmittel, bei Kühen GHaubersalz. Vielleicht kann hierzu unter Umständen auch ein Aderlass angezeigt sein.
Sodann kommt es darauf an, die im Euter befindlichen Inf'ec-tlouwstotfe soweit möglich zu vernichten oder unschädlich zu machen, und die entzündlichen Vorgänge zu bekämpfen, Ersteres kann durch Einspritzungen von Desinfectionsmitteln erreich! werden; über die Wirkung derselben gehen die Ansichten der Praktiker jedoch aus­einander. Während von einigen dieser Methode das Wort geredet wird, wollen andere von derselben keinen besondei'en Nutzen gesehen haben. Bei der gangränösen Entzündung kommen diese Mittel in der Rege] zu spät und zeigen sich wirkungslos; dagegen üben desinficirende Einspritzungen bed der eiterigen Erkrankung oft einen überaus gün­stigen Einfluss aus. Die Wirkung derselben hängt offenbar in erster .Linie davon ab, wo die Desinfection erfolgen soll. In der Milch-cvslerne und den grösseren Ausführungsgängen des Euters können diese Mittel offenbar eine wirksame Desinfection herbeiführen, nicht so in den feinen Milchgängen und den Alveolen, worauf schon Hess und Borgeaud aufmerksam machten.
Am meisten wurden Einspritzungen von 40/o Borsäure empfohlen (Nocard, Paletti); Eggeling empfiehlt lji- -1/40/o Sublimatlösung mit einer öummikanüle in die Milchcysternezu spritzen, durch sanftes Drücken möglichst zu vertheilen und nach 1quot; 15 Minuten abzumelken,
Francis wende! Alaun (2fl/o) oder Carbolsäure (2,5 0/o) an,
Kiekhäfer sah nach [njeetionen von 40/o Borsäurelösung und Waschungen des Euters mit 0,5 p. mill. Sublimatlösung guten Erfolg. Wo die cresunden Abtheiluusen des Euters reichlich Milch UeferDi
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.VIC,
Krankheiten der weililiehen äeBolÜSOhtsorgCUlÖ.
muss Carbols'dure vermieden werden, weil sie leicht die Milch unlaquo; geniessbar macht,
Zur Zertheilung der entzündlichen Ehkrankung dienen bei der eiterigen Mastitis wanne Umschläge oder Bähungen und Einhüllungen mit Watte u. s. w. Bang empflehll Umschläge von Leinsamenmehl oder Grütze, ferner von leinenen oder wollenen Lappen, die in warmes Wasser getauchl sind und durch Bedeckung mit einem Stücke Wachs­leinwand auf längere Zeit wann erhalten werden. Audi Bähungen mit verdünnten Laugen oder Seifenwasser sind mehrfach empfohlen worden. Nachdem die Spannung und der Schmerz nachgelassen, können An-striche von Mehlkleister Anwendung linden, worauf man die erkrankte Euter ab th eilung mit-Watte bedeckt. Vogel verwendet eine Mischung von 2 Esslöffeln Wasser, I Esslöffeln Stärlce, 20 Esslöffeln Glycerin, 1 Esslötlei dicken Terpentin. Erwärmt bildet das Gemenge eine kleister-ähnliche Masse, welclie sich dick auftragen lässt und etwa II Tage liegen bleihon kann. Von Zeit ZU Zeit muss die Masse indess entfernt wer­den, um die eine oder andere Einreibung appliciren zu können, wobei auf eine sorgfältige Application Gewicht zu legen ist, die zugleich als Massage wirkt Kälte wird nach dem Urtheile erfahrener Praktiker nicht gut ertragen, und kann diese Thatsache nicht überraschen, wenn man die Entwickelung des Leidens berücksichtigt. Bei sehr grosser Schmerzliat'tigkeit sollen indess Lehmanstriche im Anlange des Leidens nützlich werden. Ferner wurden Einreibungen mit einem milden Fett oder mit Lugt. Hydrarg. ein. empfohlen, .lohne wendet solche von Ungt. Hydrarg. ein. Sapo virid und Adeps ä an, Franck empfiehlt eine Salbe aus Ol. Ilvosevam. 8. Liquor A.mmon. caust, '2. Kampfer 1.
Sobald der Abscess bis unter die äusscro Haul vorgerückt ist, mache man eine Incision, reinige und desinficire die Abscesshöhle,
Die im Verlaufe der eiterigen Mastitis auftretenden Milchknoten können unter Umständen durch vorsichtige Massage zur Zertheilung gebracht werden: gegen ältere Euterknoten nützt jedoch dieses Ver­fahren wenig.
J?ei der gangränösen Mastitis ist nur von rechtzeitig ausgeführten Einschnitten in die nekrotischen Herde und nachheriger Desinfection etwas zu erwarten. Sobald der Process weitere Fortschritte gemacht hat, genügen auch diese in der Regel nicht; mehr, und kann das Leben des Thieres oft nur durch Amputation des Euters bezw. der erkrankten Partie desselben gerettet werden (vgl, S. 512).
Esser amputirte gleich bei Beginn der Krankheit bei mehreren Schafen die kranke Euterhälfte oder das ganze Organ. Nach Stillung
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VerengiTmi^cn und Vcrschluss des Zitzen- und .Mikhkanals.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.^.'{y
der Blutung wurde die Wundflllclie mit Jodoform besti'eul und mit Holztheer bestriclieu. Von den 5 auf diese Weise behandelten Schafen starb nur noch eins. Auch Nocard betont, dass alle [njeetionen bei diesem Leiden nutzlos seien; er empfiehlt Amputation und imchherige Aetzung mit Kupfervitriol.
Verengerung und Verschluss dos Zitzenkanals, Bei Kühen — und diese kommen hier fast nur in Betracht — besitzt der Zitzenkanal nur eine Mttndung, an welcher sieh die llussere Haut umschlagt, um das untere Ende des Zitzenhanals (M i I e li k anals) auszukleiden. Am oberen Ende des etwa 5—8 mm hingen Milchkanals beginnt die Schleim­haut, welche zugleich die bis In die Zitze hineinragende Müchcysterne aus­kleidet. An der Uebergangssteile der iiusseren Haut, in die Schleimhaut, also etwa 1 ein oberhalb des Zitzenendes, liegt der Schliessapparat, der ebenso wie der grüsste Theil der Zitzen aus organischen Muskolfasern besteht.
weder durch Wucherung des starken Epithelbelages seiner Aus­kleidung oder aber durch Retraction von Narbengewebe zu Stande und erzeugen das sogenannte „Hartmelken*. Der orstere dieser Zu­stände entwickelt sich oft während des Trockenstehens der Thiere, und zeigt, sich dann die Verengerung beim nächsten Kalben.
Verschluss der Zitzenöffnung ist bei Kühen zuweilen angeboren (Fürstenberg), oder der Zustand entsteht durch entzünd­liche Processe am unteren Ende der Zitze. Hautleiden, Pocken, Aph-then, Verletzungen u. s. w. können die Ursache zur Verklebung und Verwachsung der Mündung des Milchkanals wie auch seiner Wandung weiter nach oben abgeben.
In den oberen Abtheilungen des Zitzenkanals kommen geschwulst­bildende Processe vor; auch legen sich zuweilen Falten der Schleim­haut ventilartig in das Lumen des Kanals und bringen in Gestalt einer Scheidewand diesen zum Verschluss. Häufiger noch veranlassen chronisch-entzündliche Processe im Verlaufe von Mastitis Verengerung oder vollständige Verlegung des Zitzenkanals; schliesslich kann nicht nur der Milchkanal, sondern auch der untere Abschnitt der Cysterne verwachsen.
Die Erkennung dieser Zustände bietet keine Schwierigkeiten. Der angeborene Verschluss der Zitze zeigt sieh beim ersten Kalben durch starke Füllung des Euters sowie der Zitze, ohne dass heim Versuch zu melken Milch ahliiesst. An der Zitzenötl'nung wölbt sich das die Oeflhtmg verschliessende Häutchen stark hervor, und heim Versuche eine Sonde einzuführen zeig;! sich, dass die Zitzenöllnung
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Krankheiten der weiblichen GeschlecbtsorgEino.
i'cliit. Letzteres ist auch bei Verwachsungen dor Fall: doch nicht man liier eine Andeutung zur OefTuung.
Bei Verengerungen oder Verwachsungen dos Milchkanals
lässt sich entweder eine Sunde Uberhaüpt nicht einfuhren, oder es gelingt dieses nur schwer. Die Milch wird in dünnem Stral I ent­leert, wobei die Thiere durch Unruhe Schmerzen verrathen. Verenge-i'ungen durch Verdickung des Epithels oder durch Wucherungen in der Schleimhaut gehen sieh beim Befühlen (man rollt die Zitze zwischen Zeigefinger und Daumen) ids strangförmige Anschwellungen zu er­kennen. Ebenso können sog. Milchknoten in den oberen Ab­theilungen der Zitze durch das Gefühl nachgewiesen werden, während heim Verschluss der Zitze durch Schleimhautfalten die Palpation ein negatives Resultat giebl : die Sonde aber stösst hierbei in der Tiefe auf ein etwas nachgiebiges Hinderniss. Dieser ventilartige Verschluss zeichnet sich zuweilen noch dadurch aus, dass die llber demselben liegenden AMheilungeii der Cysterne sich allmählich anfüllen und in Folge dessen an Umfang zunehmen, während unter dem Einderniss die Zitze nur klein erscheint und in der liege! eine wässerige, klare Flüssigkeit enthält, welche nach i.arsen durch das Ventil gesickertos .Milehserum darstellt und regelmässig Bakterien (Kokken oder Bacillen) enthält. Von Zeit zu Zeit lässt sich dann eine kleine Quantität dieser Flüssigkeit entleeren. Zuweilen gelingt es mit der Sonde das Ventil bei Seite zu schieben und momentan freien Milchabfluss zu erzielen.
Behandlung. Der verengte Milchkanal lässt sich bei einiger Ausdauer durch wiederholte Einführung von Bougies erweitern; '2 his '#9632;lt; cm lange, starke Catgutfäden, welche an einem Ende mit einem Knoten versehen sind, damit sie nicht vollständig in den Zitzenkanal gleiten, werden ein paar Stunden vor dem Melken oder gleich nach demselben eingeführt und bleiben liier einige Stunden liegen. Das Material kann /.war wiederholt benutzt werden, allein um Infoctionon des Euters und schwere Mastitisformen /.u vermeiden, müssen die Bougies sorgfältig gereinigt und getrocknet werden, bevor man sie von neuem benutzt. Das gilt auch für andere Instrumeide, wie Milchkatheter, Sonden u, s. w.| alle diese Gegenstände sind vor ihrer Application sorgfältig zu reinigen, und wenn man absolut sicher gehen will, zu „sterilisirenquot;, Besondere Vorsicht ist in dieser Hinsicht bei entzündlichen Processen an den Zitzen (Pocken, Aphthen u. s. w.) geboten.
Wenn aus irgend einem Grunde die Erweiterung des Milchkanals
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VorengorangBB und Yorsohlusa des Zitzen- und Milchkanals.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;539
auf diese Weise nielit zu erreiclieii ist, so kann dersolbe gespalten oder das Sude der Zitze amputirt werden. Zum Spalten benutzl man ein schmales, gerades Tenotom oder die zu dem Zwecke besonders con-struirte „Milcliiiadelquot;, ein schmales, zweischneidiges Pistelmesser, Am besten gelingt die Spaltung bei gefülltem Euter. Man lässl 'las Thier gut bremsen, erfassl die Zitze mit der linken Hand und such! sie mit Milcli stark zu füllen. Darauf wird das instrument etwa 1-2 cm weit eingeftihri und der Milchkanal gespalten, Da später die Milch in schräger Richtung abfliesst, so empfiehlt Bang, an laquo;len vorderen Zitzen die Spaltung nach hinten, an den hinteren aber nach vorn vorzunehmen, um den Strahl stets nach dem Melkeimer zu dirigiren,
Das Resultat des Spaltens befriedigt oft nicht auf die Dauer, indem die Wunde wieder verwächst, uml die Verengerung womöglich noch grosser wird; auch knüpfen sieb nicht selten entzündliche Pro-cesse des Euters an diesen operativen EingrifP, welche muh Larsen durch die unter dem Verschluss im Zitzenkanal sich vorfindenden Mikroorganismen angeregt werden, daher selbst unter Beachtung der Antisepsis oft nicht zu umgehen sind. ..Man entleere und desinficire zunächst diesen Raum durch Einspritzung einer Sublimatlösung (1 : L000) und spalte das llinderniss mit einer sterilisirieii Milchnadel ( La rs e n). Am sichersten gelingt noch die Beseitigung einer angeborenen Atresie; hier genügt oft ein Kreuzschnitt, oder die Function rail einer Impfimdel oder einem ähnlichen [nstrumente.
Bang empfiehlt bei erworbener Verengerung, die sich in an­derer Weist' nicht beseitigen lässt. das untere Ende der Zitze zu amputiren und zwar unmittelbar über dem Milchkanal. wobei also die eigentliche Warze entfernt wird; da der Schliessapparal hier deut­lich v.u fühlen ist, lässt sich diese Stelle leicht bestimmen. Nachdem die 11interfiissc des Thieres gespannt sind, wird das finde der Zitze unter möglichster Schonung der äusseren Haut rail einer starken Schere abgeschnitten. In Dänemark benutzl man hierbei eine Zange (Hahn), die, ähnlich wie die Tögl'sche Castrirzange construirt, zum Fixiren der Zitze dient. Man erfasst damit die Zitze so, dass mit Hülfe eines scharfen Messers die Trennung unmittelbar unter der Zange in einem kräftigen Schnitte ausgeführt werden kann. Die Blutung bleibt unbedeutend. Man sorge indess für raöglichste Rein­lichkeit, um entzündliche Processe zu vermeiden, welche sieh in der betreffenden Euterahthoilung an die Operation leicht anschliessen. In der ersten Zeit lliesst die Milch andauernd ab, was durch Anlegen
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Kninklifitcii der weiblichen Geschleohtsorffano.
eines passenden Qummiringes verhindert werden kann. Allniählieli soll durch Narbenstrictur eine Verengerung soweit zu Stande kommen, diiss der unfreiwillige Abfluss aufhört, und das Melken wieder regel-mässig erfolgen kann.
Beim Verschlusa der oberen Abschnitte der Zitze durch Milch­knoten lilsst sieh durch einen dünnen Trokart der Ahlluss der Mihdi erzielen; die Hülse desselben kann einige Zeit liegen bleiben, um die Wiedervereinigung /.n verhüten, während der Milehahlhiss dnreli Verschluss der Hülse mittelst eines Korkes verhindert wird. Auch da wo Schleiinhatitt'alten den Ausgang verlegen, kann der Trokart nützlich werden; allerdings zeigt sich der Erfolg oft nur vorüber­gehend. Man hat ferner empfohlen, diese Hindernisse durch Spaltung mit der „Milchnadelquot; zu heseiti^en (Stockfleth, Bang); doch ist die V\ irkung hier ebenfalls nieist nicht von längerer Dauer.
3. Chronische Entzündung und Tumoren der Milchdrüsen (Mastitis chronica).
Die chronischen EntzUnduugsprocesse bilden in der Regel den Ausgang aeuter Leiden und bestehen bald in local auftretenden, indu­rativen Vorgängen (Milchknoten), bald in diffusen Wucherungen des interstitiellen Bindegewebes (Mastitis chronica interstitialis). Diese letzteren interessiren auch in chirurgiseber Beziehung; sie bilden gleichsam den üebergang zu den 'rumoren des Euters und werden in der Regel durch gewisse Infectionserreger veranlasst, namentlich durch Tuberkelbacillen, A.k t i nom yces und andere Mikro­organismen. Sand stellte im Euter einer Stute Hotn omveose fest.
Die Tuberculose des Euters limlet sich am häufigsten bei Kühen in einer der hinteren Hälften, seltener in den vorderen (Hang). Bald erfolgt die Infection vom Zitzenkanal, bald vom Blute aus. Auf jeden Fall entstehen in einer, selten in mehreren Ahtheilungen des Enteis harte, massig schmerzhafte Knoten, welche in der Ticd'e sitzen, allmählicli an Ausdehnung zunehmen, fester und derber werden. Tritt die Erkrankung in einer der hinteren Euterhälften auf, so lässt sich die Anschwellung der über derselben gelegenen Lymphdrüse meist deutlich fühlen. Anfangs zeigt die Milch keine erheblichen Abweichungen, weder in Quantität noch Qualität. Die ersten.' lässt jedoch allmählich nach; auch nimmt das Secret bald eine flockige Beschaffenheit an und bildet schliesslich eine trübe gelbliche Flüssigkeit, in welcher durch mikroskopische Untersuchung
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Chronische EJnteUudung und Tumoron des Elutonr,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;quot;i) 1
Tuberkelbacilleri naclizuweisen sind. Zu diesen Elrsclieinungeii ge­sellen .sich Abmagerung, Büsten, und wenn die Thiere nicht h'0quot; schlachtet werden, gehen sie unter hektischen Erscheinungen zu
((runde.
Von der IViasliüs chronica unterscheidet sieh die Eutertubercu-lose durch ihren niclil gleichm'dssigen, sondern mehr sprungweisen Verlauf, so dass der Zustand bald gebessert, bald verschlechteri er­seheint, bis plötzlich ein colliquativer Durchfall /.um Tode führ! (Eg-geling). Bisweilen hegleiten Erscheinungen der Lungentuberculose das Leiden, doidi können diese fehlen.
Anders gestaltet sieh die Aktinomycose des Euters, welche ebenfalls bei Kühen und Schweinen beobachtet, bei ersteren von lohne durch [mpfung erzeugt wurde. Das Euter vergrössert sich unter Bildung von Knoten, die zuweilen his unter die äussere Haut vordringen und der Euteroberfläche eine höckerige Beschaffenheit geben. Nach einiger Zeit machi sich an verschiedenen Stellen Fluc­tuation bemerkbar, und bei Eröffnung oder spontanem Durchbruch entleert sich eine schleimig eiterige Flüssigkeit, in welcher schwefel­gelbe, sandkorngrosse Körperchen sieh nachweisen lassen, welche aus Aktinomyces-Conglomeraten bestehen.
Dieser letzteren Erkrankung nicht unähnlich sind myeofibroraa-töse Leiden, die ich hei Stuten wiederholt zu sehen Gelegenheit halte, und zwar durch Botryomyces- und Staphylokokkusinfection bedingt. Die Oberfläche des Organs erscheint; unehen, höckerig, stellenweise fest, und hart., an anderen Stellen weicher, zuweilen fluetuirend; auf Einstich entleert sich dickflüssiger Eiter. Nach liingerein Bestehen des Leidens bilden sich /.ahlreiche Fisteln, welche mehr oder weniger tief in das Euter hineinreichen. Während ein/eine derselben mil Hinterlassung einer deutlichen Narbe heilen, bilden sich unter dem Ablauf einer Phlegtnone immer neue Fisteln aus.
Die Beurtheilung dieser Zustände llillt begreiflicherweise un­günstig aus; am bedenklichsten ist die Tuberculose, weil diese nicht nur am schnellsten den allgemeinen Ernährungsstand des Thieres stört und schliesslich zum Tode führt, sondern auch noch für den Menschen durch den öenuss der Milch gefährlich werden kann. Ahev auch die Aktinomycose und Botryomycose des Euters biete! wenig Aussicht auf Heilung mit Erhaltung der Milchdrüse. Dagegen kann namentlich bei werthvollen Pferden auf operativem Wege das Leben und die Arbeitskraft der Thiere erhalten werden, nämlich durch
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Krankheiten der weiblichen Gteschlechtsorffane.
Amputation der erkrankten IDuterabtlieilung, eventuell des ganzen Euters. Ich IiuIjc diese Operation wiederholt bei Pferden mii Frfolg und /war in folgender Weise ausgeführt:
In der Rückenlage, die Küsse an beiden Seiten zusammengebunden, wird das Operationsfeld gründlich gereinigt. Soweit die Haut mit ihrer Unterlage verwachsen erscheint, muss sie mit fortgenommen werden, indem man die betreffende Stelle umschneidet. Die nicht verwachsenen Abschnitte der iinsseni Haut werden vom Euter abpräparirt, und dieses selbst, bezw. die erkrankte Hälfte desselben von ihrer Anheftung an der Banchdecke losgetrennt. Es gelingt dieses leicht, wenn man die Trennung im lockeren Bindegewebe mit Hülfe der Pinger bewirkt, und die hierbei auftretenden, grösseren Geftlsse unterbindet, CJm auch in der Tiefe das Operationsfeld übersehen und die hier liegenden, starken Arterienstämme aufsuchen und unterbinden zu kümicn, mnss mau von vornherein jede stärkere Blutung durch Unterbindung stillen. Der Rest der Verbindung des Euters mit der Bauohdecke kann in eine Massenligatur gelegt, sodann durchgeschnitten werden,
Xacli Abspüluug mit Carbol- oder Suldimatwasser werden die etwa noch blutenden Gelasse unterbunden, sodann die Höhle mit Oarboljute oder einem ähnlichen, aseptischen .Material ausgefüllt und die äusscro Haut zur Fixining desselben mit einigen Ligaturen versehen. Am i'ol-genden 'Tage entfernt man die Hefte und Tampons, spült die Blutresto ab und bepuderi die Oborflilche der Wunde mit Jodoformtannin. Darauf folgt offene Wundbehandlung, d. h. nur das etwa gebildete, flüssige Wund-secret wird entfernt; oft fehlt aber auch dieses, es entsteht ein trockener Schorf, unter dem die Heilung in etwa 11 Tagen ohne alle Störung und ohne jede weitere Hülfeleistung ZU Staude kommt. Aus den günstigen Umstünden für den Abtluss des Wundsecretes erklärt es sich, dass in der Kegel nicht einmal Wundfieber beobaehtet wird. Deupser amputirte auf diese Weise das Unter einer Kuh wegen gangränöser Mastitis.
Tumoren des Euters werden bei Kühen und Hunden, seilen bei den übrigen Thieren in Gestalt von Warzen beobachtet. Meist treten solche an den Zitzen, seltener am Euter selbst auf. Sie erscheinen oft gestielt, I 15mm laug. An derEuteroherflächekommen auchgrössere mit breiter liasis vor; bei Kühen hat man selbst kopfgrosse beobachtet (Fürstenberg), ihre Oberfläche erscheint rauh, hornartig, durch Verletzungen beim Melken zuweilen feucht und entzündet, Kunze fand das Euter einer vierjährigen Kuh mit zahlreichen, 10 cm langen und 2cm dicken Warzen besetzt, so dass dasselbe einem grossen Blumenkohlgewächse glich; die Beseitigung derselben gelang durch Unterbindung und Betupfen mil Acid, sulfur, pur.
Seltener treten Warzen (Polypen) auf der Schleimhaut der Milchkanäle bezw. im /ilzenkanal auf, doch können sie hier Störungen in der regelmässigen Entleerung der Milch veranlassen.
Im Euter der Kühe werden heim Schlachten nicht selten Cvsten
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Kiiii'i'dminivii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;543
von Ilasolnuss- his HUhnoreigrösse angetroffen. Sit' stellen meist Rietentionsgeschwtllste durch Versohluss einzelner DrUsengänge dar und enthalten haM einen klaren, bald einen durch Petttnassen getrübten Inhalt. Bei Lebzeiten der Thiere werden diese Bildungen selten erkannt, da Fluctuation nur an den oberflächlich gelegenen nachweisbar ist; die in der Tiefe liegenden lassen sieli von Milch­knoten kaum unterscheiden.
Sarkome kommen nach Fürstenberg im Kuler bei Kühen vor: bei llündimien bilden sie häufige Leiden: auch Carcinoma und Enchondrome ßnden skdi im Euter der Hunde. Bei Pferden will man ebenfalls krebsartige Bildungen hier beobachtet haben (Docter). Diese malignen Tumoren treten multipel auf; Carcinome sind in der Regel mit Anschwellung der Lymphdrüsen verbunden. Bei Hündinnen wird die äussere Haut oft bedeutend gedehnt, die Geschwulst senkt sich und bildet einen Tumor pendulans; durch die so begünstigten Verletzungen kommen oft ülcerationen an den Tumoren vor.
Die Beurtheilung gestaltet sich nach der Natur, dem Sitze und der Grosse der Neubildung verschieden. Warzen an den Zitzen stören bei Kühen das Melken, indem die hiermit verbundenen Zerrungen dem Thiere Schmerzen bereiten. Auch pflegen sie nicht wie an anderen Stellen (Maul) von seihst zu verschwinden; die operative Entfernung stösst /.war mir selten auf Schwierigkeiten, allein die Thiere em­pfinden hiernach heim Melken Schmerzen und zeigen sich in Folge dessen unruhig. Man wartet daher, his die Lactation unterbrochen ist. Wo dieses nicht angeht, schneide man die gestielten Warzen mit der Schere dicht an der Haut ab, ätze die Oberfläche mit Argent, nitr., um gleichzeitig die unbedeutende Blutung zu stillen. Falls hiernach Schmerzen heim Melken entstehen sollten, muss die Milch his zum Abheilen der Wunden mit Hülfe des Katheters ent­leert werden.
An der Oberfläche des Euters sitzende Warzen werden in der LVgel nur hehandelt, wenn sie das Melken stören. Heim Ausschälen vermeide man Verletzungen der Drüsensubstanz, suche die Operation his mich der Lactationsperiode zu verschieben oder lasse auch liier die Milch mil dem Katheter entleeren, dessen Anwendung die S. ö^ besprochenen Rücksichten verlangt.
Bei Hündinnen lassen sich maligne 'rumoren meist ohne Gefähr­dung des Lehens der Thiere entfernen, auch wenn dieselhen bereits eine grosse Ausdehnung erlangt haben. Hierbei gehl mau nach den
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Kranlilu'itcn dor wsibllohsn Qsschlochtsoratine.
allgemeinen Regeln vor, operirl im lockeren Bindegewebe, entfernt soweit möglich aucb die Secundärknoten und heftet nach Tanipo-iiiiilo der ilrililc die äussere Haut. Eine üdorphiumgabe verhindert, dass das Tliicr die Hefte löst, welche am nächsten Tage entfern! werden. Hierauf Folgt offene Wundbehandlung; das Lecken des Thieres macht die Reinigung der Wunde in der Rege] tiberflüssig, und kommt die Heilung last immer ohne Störung zu Stunde, auch wenn es sich um maligne Tuniorcn handelt. /war treten häutig liecidive auf, die dann ebenfalls operiri werden können. Wird auch eine vollständige Heilung nicht erzielt, so ist der Besitzer oft zu­frieden, wenn er das Thier auf diese Weise für einige Jahre erhalten sieht, was in der Kegel gelingt.
Die Krankheit en der Eierstöcke haben bei Thieren bisher kein therapeutisches Interesse erlangt; entzüiulliehe Proeesse derselben scheinen selten zu sein, während 'rumoren meist erst beim Schlachten der Tbiere entdeckt werden. Bemerkt sei nur. dass von verschiedenen Seiten (Hege-lund. Brüller) empfohlen wurde, die bei der Nymphomanie der Rinder (Brüllerkrankheit) an den Eierstöcken zuweilen auftretenden Cysten vom .Mastdarm aus zu zerquetschen, von wo dieselben auch festgestellt werden können,
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X. Die Krankheiten der Mokenwirbelsäule und
des Beckens.
1. Fractnreu der Bttckeu- und Lendenwirbel. Lnxatlou und Diastase derselben. Commotlo splualis.
Lit; Bausohning, Gurlt u. Hertwig. 89, S. 91, Ercolani, Jahrb. 1860, S. 11, Degive, Jahrb, 1889. S, iil. Moussu, R6c, de möd, v6t. 1889, S, 78s. T hü in in ler, Dresd. Ber, 1868, S. HO, Lehnert, das, 1871, S. 126, Götze, das. 1861, S. 119, Bouley, Her, Rep. 13, S, 110. Spinola, Spec. Path, u. Ther, S. 1474 Thieme, Th. Mitth, 1881. S. 86. Trasbot, Jahi'b, 188!). S. 139. Demarbaix, Her. Eep. II. S. 325. Label, das. S, 46. Rey, das, S, 131. Vives, das, 16, S, 325. Voigt­lander, Dresd. Her. 1864. S. 66. Thieme, Th. Mitth. 1881. S. 86. Korlier, Gurlt ii. Hertwig. 16. S, 893, Dieckerhoff, Adams Wocli. 24, S, 107. Mittmann, Zeitschr, f. Vet. 1889, S. 352, Straube, Zeitschr, f, Veterimirk. 1891, S. 451. Schmaus, Arch. f. Chirurg. Bd. 42, S, 112. Hirzel, Schweiz. Arcli. 1891. S. 109.
Die Rücken- und Lendenwirbel fracturiren nicht selten bei Pferden, iiidein entweder einzelne Fortsätze abgetrennt werden, oder es bricht der Körper und Bogen des Wirbels. Die ersteren haben Keine be­sondere Bedeutung und sind auch selten; so beobachteten Boulev und Götze Fracturen der Dornfortsätze der Brustwirbel. Brüche der Quer- und schiefen Fortsätze gelungen meist nur mit solchen an den Wirbelkörpern zur Ausbildung. Die letzteren erlangen eine besondere Bedeutung dadurch. dass sie Verletzungen des Rückenmarkes oder Blutungen in den Wirbelkanal und damit schwere Drucklähmungen des Rückenmarkes zur Folge haben. Sie werden am häufigsten beim Pferde beobachtet und können durch verschiedenartige Ursachen entstellen. Oft kommen sie dureb unzweckraässig befestigte Latirbäume zu Stande, welche das Aufstehen der Thiere stören, indem sie auf dem Rücken desselben liegend nicht nachgeben. Diese Bräche können ferner durch Müllnr, Spaoifllle Cliirarglo fttr Thiertete. 3. Aminbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;:Ci
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Ernnkheiten laquo;ler RttokenwirboUtlule und dos Bookens.
öegenrennen (Eauschniug), üeberschlagen, gewaltsames Pariren oder plötzliches Wenden (Trasbot) hervorgerufen werden; Haubner sali einen Lendenwirbelbruch beim Pferde durch heftiges Ä.usschlagen
mit beiden Hiiiterlussen entstellen, Mittmann während des Laufens im Galopp, lläuiiger noeh werden durch die eigene Muskeliietion Wirbelbrllche an gefesselten Thieren veranlasst und bilden unbequeme Complicationen grösserer Operationen, [u Frankreich und Belgien be­steh! noch vielfach die Meinung, class der Brucli hierbei im Momente des Werfens und zAvar durch excessive Beugung der Wirbelsäule (Krümmung nach oben) veranlasst werde (1)ogive). Nach meiner üeberzeugung kommt jedoch die Melirzuhl dieser t'ractureii erst um liegenden Thierc während der Operation zu Stünde; auch Moussu mid Lebe! haben sich dabin ausgesprochen. Meist begleitet ein dumpfes Krachen ihren Eintritt. Zwei .Bewegungen werden in dieser Hinsicht am gefesselten Pferde besonders gefährlich und müssen daher verhindert werden: 1. Starke Krümmung des Rückens, Wird der Kopf des Thieres gegen das Brustbein bewegt, so findet eine passive Dehnung der Rückeustrecker (namentlicli der Mm, iongissimi dorsi) statt. Erfolgt nun eine energische Contraction derselben im Verein mit dem M. iliopsoas, so Kann eine so gewallige Druckwirkung entstehen, dass der eine oder andere Rücken- oder Lendenwirbel zer­malmt wird (Conquassationsfractur). Comminutivbrüche bilden daher hierbei die Regel; auch bricht fast immer der Wirbelkörper,
2. Eine /.weite Action, welche diese Fraeturen leicht veranlassl, besteht in excessiver Seitwärtsbewegung der Wirbelsäule durch einseitige Wirkung der Rückemnuskeln. Diese kommt unter Aufrichten der Kruppe vom Erdboden zu Stande und wird vielleicht durch Am hvlosirung der Wirbel bezw. Ossification der Zwischenwirbel-knorpel begünstigt. Den Kinlluss einerstarren Verbindung der Wirbel auf das Zustandekommen der Practuren am gefesselten Pferde haben schon Ercolani, Camillo, Demarbaix u. a. betont; sie bildet meines Erachtens den Grund, weshalb namentlich bei älteren Pferden auf diese Weise oft Wirbelfractmvn zu Staude kommen. Am häufig­sten ereignen sich bei Zahnoperationen und bei der Castration von Vollblutpferden diese Brüche. Zahnoperationen werden vornehmlich bei älteren Pferden ausgeführt , deren Knochen weniger widerstands­fähig sind als die junger Tbiere; beim Castriren tritt der Bruch meist in dem Momente ein. in welchem die Kluppe auf den Sanienstraug gepresst wird; hier bildet die Gewali der M uskelcontl'iiction die
Ursache der Practur, Am häufitrsteu kommen Wirbelbrüche bei
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Brtlcbe lt;lor BOokenwirbel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 547
Pferden in der Seitenlage, selten bei Operationen in der Rückenlage vor; mir selbst, ist nur einer begegnet, auch Dieckerhbff sah unter II Fällen nur einen in der ßtlckenlage entstehen.
Möglicherweise erleichtern zuweilen Krankheitszustände an der Wirbelsäule den Eintritt des Bruches, Thtlminier will bei einer zehnjährigen Stute eine abnorme EVagilität der Rippen und Wirbel gefunden haben. Lehneri berichtet über eine Wirbelfractur, die durch Caries in Folge eines Abscesses begünstigt worden war. Audi Degive nimmt eine solche Disposition an,
Mit seltenen Ausnahmen findet sieb die Practur an den letzten Rücken- oder den ersten Lendenwirbeln, Diese sind nicht nur die schwächsten, sondern liegen auch in der Mitte der biegsamen Säule, welche bei der gewaltsamen Verbiegung oder Krümmung wie ein Stock in der Mitte blicht. Durch üeberschlagen und bei anderen Gelegen­heiten Icommen auch wohl Fracturen der vorderen Rücken- oder Lenden­wirbel zu Stande.
Heim Rinde giebt der Begattungsakt zur Entstehung von Wirbel-fracturen Veranlassung, und /war bei dor Kuh durch einen zu schweren Bullen, bei letzterem durch Stürzen. Kleine Thiere erleiden solche durch üeberfahrenwerdeu, heftige Schläge oder Stösse,
Von den Wirbelbrtichen lassen sich Luxationen, d, h. Verschiebungen in den gelenkigen Verbindungen sowio Diastasen (Verschiebung der Wirbel in Folge Zerreissung der Zwischenwirbelbftnder) klinisch nicht trennen. Voigtlftnder und Gillmeister beobachteten Diastase /wischen dem letzten Kücken- und ersten Lendenwirbel bei einer Kuh. Thieme beim Pferde.
Erscheinungen und Verlauf. Fracturen der Wirbelfortsätze rufen keine auffälligen Störungen hervor; an Ort und Stelle tritt An­schwellung ein, die auter umständen zur Eiterimg führt (Götze), An den Domfortsätzen der Widerristwirbel, welche verschiedenen Mus­keln des Vorderschenkels zum Ansatz dienen, geben Fracturen zu er­heblichen Bewegungsstörungen Veranlassung, wie Hon lev beim Pferde beobachtete; Kopf und Hals wurden wie beim Starrkrampf steifgehalten; ebenso Rücken und Lenden; die Vorderfüsse nahmen eine Stellung wie bei der Rehe an: am Widerrist bestand An­schwellung, Schmerz und Crepitation. Erst nach I Wochen konnte sieb das Tbier wieder hinlegen; allmählich kehrte auch das Geh­vermögen zurück, doch wurden in der ersten Zeit die Füsse nur un­vollständig aufgehoben.
Fracturen der W i rbe I k ö r per sind in der Regel mit Verschiebung der Bruchstücke und Verletzungen des Rückenmarkes
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K'raiikliciieii der RückonwirbeUäule und des Beckens.
verbunden, oder es erfolgt eine Blutung in den Wirbelkanal, in Folge dessen Paraplegie eintritt. Die Thiere /.eigen sieb unvermögend auf-zusteben, und wenn sieh das Vordertheil erbebt, bleib! ilas Hinter-tiieil unbewegUcb am Boden liegen. Unter Umständen tritt die Ver­letzung des Rückenmarkes niclil sogleiob ein; aueb muss die Rlöglicb-keit zugegeben werden, dass Fissuren an den Wirbeln vorkommen (Spin ola). WiederboH sab man (Spinola, liauschning, Di ecke r-boff, Möller), dass sieh die Thiere mit steifer Haltung des Rückens imeli fortbewegten, und die Erscbeinungen der Paraplegie erst nacb einigen Tagen hervortraten. Spin ola glaubt beobacbtel /.u hahen, class Pferde mit einer Wirbelfissur uoeb geritten wurden und im schweren Zuge arbeiten konnten. St ran lie besebreibt einen Fall, in dem das Pferd, welches mit einer solchen Fissur oder einer Fractur ohne Verschiebung der Fragmente bebaftei war. noch als Jagdpferd zum Springen benutzt werden konnte'. Ä-Usnahmsweise können die Thiere zwar stehen, aber sie sind unvermögend zu gehen, Dieses zeigt sieh, wenn nur der X. ischiadicus, nicbl aber zugleich der N. cruralis gelähmt ist, Bombacb beobachtete den Zustand beim Brucb des /.weilen Lendenwirbels; ich selbst land Punctionsfähigkeii des N. cruralis heim Bruch des fünfzehnten Rückenwirbels erhalten.
Die Localuntersuchung ergiebt bei grösseren und gut genährten Thieren meist ein negatives Resultat; nur selten liisst sich Crepitation, Schmerzhaftigkeit oder eine Versehiehung der Dornlortsiit/e iler he-treffenden Wirbel nachweisen; am leichtesten gelingt dies bei Ideinen, mageren und muskelarmen Thieren. !\Iit der Paraplegie ist An­ästhesie des Hintertheils verbunden, welche sieh nach, vorn scharf abgrenzt; inehrl'iuh wurden hei W irhelhrllcben auch Krämpfe be­obachtet,
|)iise Schwierigkeiten für die Diagnose sind um so wichtiger, als die Prognose schlecht ausfüllt, daher die Tödtung der Thiere em­pfohlen werden muss, sobald eine Wirbelfractur nachzuweisen ist.
Verwechselungen können namentlich mit der sogen. Bämoglobin-ämie der Pferde vorkommen. Meist entscheidet hierüber jedoch schon der Vorbericht; anderenfalls muss der Harn untersucht werden, der aher bei Jenem Leiden nicbl immer verändert ist; Hlntfarhstolf oder Eiweiss In demselben würde mdess für II. sprechen. Dazu kommt, dass bei der Häraoglobinämie die Muskeln, namentlich der Kruppe abnorm hurt und lest, bei dieser Drucklähmuiig dagegen auffällig weich er­scheinen. Die sichtbaren Schleimhäute /eigen sich bei Hämoglobinämie mehr oder weniffer cceröthet, was bei Wirbelbrüchen, wenigstens in
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ii#9632;ü(•ll(, der Rückenwirbeli
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der ersten Zeit- niclii der Fall ist. Noch gi'össere Schwierigkeiten bietet oft die Diagnose, wenn bereits Decubitus und in Folge dessen Fieber eingetreten ist.
Es können ferner Obtumtionen der hinteren Aurta bezw. der Becken- oder Schenkelgefdsse äHnlicbe Erscheinungen hervorrufen; dieser Zustand pflegt jedoch bei seiner Entwickelung mil klonischen und tonischen Krilmpfen verbunden zu sein; später stellen sich erst während der Bewegung der Thiere Bewegungsstörungen und zwar allmählich ein, In zweifelhaften Füllen giebt die Untersuchung per anum Aufschluss.
Grössere Schwierigkeiten bietet die Diagnose anderweit igen Ver­letzungen des Rückenmarkes gegenüber, /.. B. durch heftig contun-dirende Gewalten; ohne dass die Wirbelsäule.' Continuitätstrennungen er­fährt . können auf diese Weise Zerreissungen im Rückenmarke oder Blutungen im Vertebralkanal, oder endlich Erschütterungen der Me­dulla, d. Ii. Läsionen derselben ohne nachweisbare anatomische Ver­änderungen entstehen. Den letzteren Zustand bezeichnet Juan klinisch als Commotio medullae spinal is. Ich habe denselben wieder­holt bei Fleischfressern (Hunden und Katzen) beobachtet, die zum Fenster hinausgefallen, überfahren oder mit einem schweren Stock ge­schlagen waren. Sofern derartige (iewiilteinwirkungen mit Continuitäts­trennungen (Zerreissungen) im Rückenmarke oder mit Hämorrhagien im Wirhelkanale verbunden sind, nehmen sie denselben Verlauf wie Wirbelbrüche und haben daher für die Diagnose keine besondere Be­deutung. Anders gestaltet sich die Prognose bei der Commotio me­dullae spinalis, welche in der Regel mit den Erscheinungen einer com-pleten Paraplegic verbunden ist, die aber meist in kurzer Zeit wieder verschwinden, zuweilen schon innerhalb weniger Stunden: daher muss die Diagnose; nicht selten offen gelassen, und der weiten1 Verlauf ab­gewartet worden. Nach meinen Beobachtungen verschwinden die durch Erschütterung des Rückenmarkes bedingten Störungen in sin's II Tagen: in dieser Zeit bleibt, also die Aussicht auf Heilung nicht ausgeschlossen. Bemerkt sei. dass derartige Erschütterungen bei Pferden selten, dagegen häufiger bei kleinen Thieren, Hunden und Katzen vorkommen.
Niich den Beobachtungen und Versuchen von Schmaus treten bei Rückenmarkserschütterungen Blutungen, Erweichung, Quellung und Dege­neration einzelner Axencylimlor ein, Fs liegt auf der Hand, dass der Ver­lauf solcliGr Läsionen von der Art und dem Grade der anatomischen Ver­änderungen abhängig ist; da sich diese Jedoch intra vitam nicht näher bestimmen lassen, so bleibt die Prognose stets zweifelhaft.
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Krankheiten der Rüokenwii'beUäule und illt;'fgt; Beokens,
Sobald vollständige Paraplegie mit dem Wirbelbruohe verbunden ist, lillll Jede Aussicht uut' Qeüung fort. Sind dio Thiere noch im Stande /.u stehen, so kann ein Heilversuoh gemacht werden, obgleich man auch hier auf einen Misserfolg gefasst sein tuuss, da sicli die Paraplegie noch einstellen kann; Kürher sah diese erst am •quot;gt;. Tage nach der Verletzung eintreten. In solchen Füllen pflegt aber die Dia­gnose keine absolute Sicherheit zu bieten, und deshalb kann hier, namentlich bei nicht schlachtbaren oder werthvolleu Zuchtthieren Ah-
Flg, 100.
Apparal von Bemadot und Butel zur Verhütung von WlrbelbvücUen boi Operationen am
Hegenden Pierde,
warten angezeigt erscheinen. Alan will auch in ein/einen Fällen Hei­lung beobachtet haben, doch lassen die bezüglichen Mittheilungen (Vives) einige Zweifel an der Richtigkeit der Beobachtung aufkommen. Muss zwar die Möglichkeit einer solchen Heilung zugegeben werden, so hängt dieselbe doch heim Pferde von so verschiedenen Bedingungen ab, ilass man nie darauf rechnen kann.
Die Behandlung beschränkt sich meist auf die Prophylaxis. Zweckmässice Befestkruna der Latirbäume, damit sie dem Pferde beim
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Bl'Qohe di'r Riickonwirbol.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 551
Aufstehen nicht hinderlich werden, Vorsicht beim Werfen der Pferde bilden die wichtigsten Punkte derselben. Das erste gehört nicht hier­her, dagegen sei in Bezug auf den /.weiten Punkt Folgendes bemerkt. Ein weiches Lager (Streu u. s. w.) ist zum Werfen grosser Thiere erforderlich, um namentlich Fracturen der Rippen und Beckenknochen zu vermeiden. Das Pferd muss beim Fallen zuerst mit der Brust auf den Boden gelangen; während des Liegens soll Kopf und Hais von einigen kräftigen Männern dauernd gestreckt gehalten werden. Ich habe zur Sicherung dieser Haltung, namentlich bei edlen Pferden mit starkem Rücken den Apparat von Bernadot und Bute] mit gutem Erfolge angewandt (Fig. 100). Derselbe besteht aus einer starken Hairier, deren Kiemen gepolstert sind, und ans einem breiten, festen Gurt nehst Schwanzriemen. Halfter und Gurt sind durch starke Leder­riemen mit einander verbunden, so dass excessive Beugebewegungen des Halses und Rückens unmöglich werden.
Hirzel benutzt zu demselben Zweck einen fest angezogenen Brust­gurt, der auf dem Bücken des Pferdes mit einem Dinge versehen ist, von dem ein Lederriemen zu der starken Halfter führt, und glaubt hiermit jede Gefahr eines Wirbelbruches ausschliessen zu können (very;!, nieine Allg. Chirurgie. S. 435).
I'm Seitwärtsbewegungen der Wirbelsäule am liegenden Pferde zu verhindern, wird die Kruppe belastet; am einfachsten dadurch, dass sich Jemand auf dieselbe setzt. Aus demselben Grunde empfiehlt sich, das Pferd so zu lagern, dass der Rumpf fiel'er liegt als die Füsse. Bei schmerzhaften Operationen (Castration) habe ich, namentlich wenn es sich um edle Pferde handelte, neuerdings die ('hloroformnarkose in Anwen­dung gebracht und seitdem hierbei keinen Wirbelbruch mehr beobachtet. Auch empfiehlt sich, ältere Vollblutpferde nicht während der b'enn-condition zu castriren, in der die Muskelkraft am bedeutendsten ist. Man gebe den Thieren zunächst S—1-1 Tage Stallruhe.
Sollte Verdacht auf eine Fissur vorliegen, so ist das Thier mit jeder Arbeit zu verschonen, das Niederlegen durch Anbringen eines Hängegurtes oder durch Hochbinden zu verhindern. Diese Behandlung würde event, etwa 1 Wochen lang fortzusetzen sein.
Bei Commotio medullae spinal is muss ein Expectativ verfahren eingeschlagen werden. Man gebe den Thieren ein möglichst weiches Lager, und lasse sie von Zeit zu Zeit umwälzen, um Decubitus zu ver­hüten. Besteht gleichzeitig Lähmimg des Mastdarmes, so müssen die Kothmassen künstlich entleert werden. Auch empfehlen sich Klystiere von lauwarmem Seifenwasser, sofern nicht Durchfall bestehen sollte.
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Krankheiten der BUckenwirbelsäule und des Beckens.
2. Practuren des Kreuzbeines und der SeliwiinzHirltel.
Lit.: Hanns. Ihm. Ber. 1871. S. 56. Pnlagi, Jahrb. 1887. S. 85. A-lbreoht, GnrH ii. Hertwig. 29. S. 285. Wie nur Klinik. .Müller u. liüll, 1858. S. 125. Vet. San. Her. der Preuss. Armee. 1891. S. 167.
Brüche des Kreuzbeines werden am häufigsten bei Kühen beob-achtet, und /.war entweder durch Einwirkung äusserer Gewalten, Auf­fallen schwerer Gegenstände oder Abstürzen von einer Anhöhe (l'a-lagi); beim Fötus entstellen sie während der Geburt durch ungeschickte, gewaltsame Hülfeleistungen. Albrecht sah beim Bespringen einer Kub Abtrennung des Kreuzbeines vom letzten Lendenwirbel entstellen. In der Wiener Klinik beobachtete man beim Pferde einen Bruch des ersten und zweiten Kreuzwirbels durch Gegenrennen. Bei einem Armeepferde trat durch Niederstürzen eine Infraction des 4. und 5. Lendenwirbels ein.
Fracturen der Schwanzwirbel ereignen sieh am häufig­sten bei Fleischfressern durch Uoberfahren, Einklemmen des Schwanzes in eine Thüre, bei grösseren Thieren durch üeberschlagen, wenn sieh der Schwanz dabei auf den Rücken des Thieres legt. Bei Kühen können solche durch gewaltsames Biegen des Schwanzes veranlasst werden, wie es zuweilen heim Transport der Thiere ge­schieht, um sie zum Vorwärtsgehen zu bewegen. An den Schwanz­wirbeln zerreissen zuweilen die Zwischenwirbelscheiben (Luxation der Wirbel), ein Zustand, der klinisch einer Fractur gleich zu er­achten ist.
Erscheinungen und Verlauf. Da der Plexus ischiadicus, wel­cher aus dem letzten Lendeiinerveii und den beiden ersten Kreuz­nerven zusammengesetzt ist, die Muskulatur der Hintergliedmassen mit motorischen Fasern versorgt, so muss eine Fractur der ersten Krouz-wirhel mit denselben Störungen verbunden sein, wie die Brüche der Lendenwirbel (Paraplegie). Her Plexus pubo-coecygeus giebt mo­torische und sensible fasern an den Mastdarm, die Ruthe (N. dorsalis penis) und an das Miltellleisch und verlässt den Wirhelkanal durch (bis dritte und vierte Kreuzbeinloch. Daraus erklärt sich, dass Fracturen am Kreuzbein regelmassig mit Lähmung des Schweifes und des Mast­darmes, zuweilen auch der Blase, sowie mit Paraplegie ver­bunden sind. Die EDrscheinungen bangen also vom Sitze der Fractur und den Veriiiidernnevii ab, welche im Verlaufe derselben auftreten.
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Hriu-lio des Kreuzlieinss und dor Scbwans'wirbel,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ö.quot;),'!
Da es bierbei oft zu Blutungen in den Wirbelkaua] kommt, so er­klärt sicli, diiss auch die weiter rückwärts, an den letzten Krouz-wirbeln bestehenden Fracturen mil ausgedehnten Störungen verbunden sein können. Die Mehrzahl der beim Rinde beobachteten Brüche des Kreuzbeines war von Schwäche im llmtertheil. manche sogar von vollständiger Lähmung desselben begleitet. Meisi bestand eine Deviation der Knochenstücke nach unten, immer aber Unvermögen den Koth, zuweilen auch den Ihmi abzusetzen. l'Viieturen der Seiiweil-wirbel rufen dagegen ünfUbigkeii den Sehwanz zu bewegen nur dann hervor, wenn die ersten Wirbel betroffen sind. Regelmnssig zeigt sich eine abnorme Beweglichkeit des Schweifes, oft auch Crepitation ; nicht selten linden Verletzungen der äusseren Haut statt (complicirte Practur); zuweilen hängt das Ende des Schweifes nur noch an we­nigen Sehnenfasern der Schweifmuskeln.
Sobald die Thiere mit einer Kreuzbeinfraetur .stehen können, ist, Heilung in Aussieht, welche dagegen bei vollständiger Paraplegic, namentlich beim Pferde als ausgeschlossen, beim Kinde und Fleisch­fressern als zweifelhaft angesehen werden muss. Lähmungen der Harn­blase lassen die Prognose ebenfalls ungünstig erscheinen, weil in Folge der gestörten Entleerung Zersetzungen des Harnes in der Blase und schwere Cystitis auftreten kann. Eine Kuh, die in Folge Ablösung des ersten Schwanzwirbels vom letzten Kreuzwirbel an Lähmung des Mastdarmes litt, genas jedoch vollständig {Harms). Fracturen der oberen Schwanzwirbel führen auch wohl zu Deformitäten und Be­schränkung in der freien Bewegung desselben. Ich sah ein Kalb, dessen Schwanz in Folge eines Braches nach einer Seite gerichtet und zum Abwehren von Ungeziefer unbrauchbar war. Complicirte Fracturen der Schweifwirbel führen leicht zum Absterben des Schweifes, was bei Zermalmung der Wirbel regelmässig eintritt: der Schwanz fühlt sich alsdann kalt an. ein Zeichen, doss die Blutgefösse ob-turirt sind. Auch bleiben oft dauernde Lähmungen des Schwanzes zurück, die um so unangenehmer werden, als Beschmutzungen des­selben durch Koth und bei weiblichen Thieren auch durch Drin statt­finden,
Hei dem Armeepferde, welches sieh cine Infraction des vierten und fünften Kreuzwirbels zugezogen hatte, entwickelte sich eine faustgrosse Anschwellung auf dein Kreuzbein, verbunden mit schwankendem öang, Lfthmung des Schweifes und erschwertem Absatz der Excremente. Nach
•quot;'wöchentlicher Ruhe im Hftngegurt ver^rössorte sich die Oeschwulst bis zur Kindskopfgrösse und verhärtete. 7 Monate später konnte das Pferd unter einem leichten Keiter bewogt werden, doeli bildete sieh allmählich
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Kniuldiritini der Rüokenwirbelsäiule vnul dss Beckens.
ohronisohe Kreuzlähmung aus, welche zur Tödtunlaquo;,' des Tbieres Anluss gab. Bei dor Set'tion land sieh ein Idndskopfgi'OSSer Callus und im Wirbelkanal eine frische Blutung.
Behandlung. Bei Kreuzbeinbrüohen mit completer Paraplegia
dürfte nur selten ein 1 leilversueli eingeleitet, event, auf Verliinde-rung von Decubitus gerichtel werden. Liegen die Tliiere in Folge completer Paraplegic andauernd, so muss das gleiche geschehen. Für die Entleerung von Koth und Harn ist Sorge zu tragen; erforder­lichen Falles müssen diese täglich mil der Hand entfernt- werden. Bei hiluflger Application des Katheters achte man auf die S. 451 empfohlenen Vorsichtsmassregeln.
Brüche der Scbweifwirbel, die mit heftiger Quetschung bezw. Zermalmung verbunden sind, machen die Amputation des Schweifes erforderlich; auch bei complicirten Fracturen bildet die Amputation meist das kürzeste Heilverfahren, Nur bei werthvollen Thieren würde man hier nach den allgemeinen Regeln vorgehen und einen antisepti­schen Verband anleffen.
;}. raquo;rkriiinimmgcii der Wirbelsäule.
bit.: Vives, Her. Bep. 16, S, 325. Gurlt, Pathol. Änat. II. S. 3(38. Pütz, Deutsch, Zeitschr, für Thiermed. 18. S. 161. ßehrs, Gurll u. Hertwig, 18. S. 805. Goubaux, Her. de mdd. vel. 1851 u. 1S8G. Vatel, Jahrb. 1882. S. 90. Preusse, Berl. Th. Woch. 1889. S. 40:!. Hess. I!. T. W. 1892, s. 53.
Die häutigste dieser Art Erkrankung bildet der sog. Senk­rücken, ein Zustand, den man nach der in der Medicin übliehen Nomenklatur als „Lordosisquot; ') bezeichnen würde. Verkrümmung der Wirbelsäule nach oben nennt man Kyphose2), nach der Seife Skoliose8). Gleichzeitige Verbiegung nach oben und nach der Seite wird als Kypho-Skoliose bezeichnet.
Die Dormale Rückenwirbelsäule macht bei allen Hausthieren eine, leichte Krümmung nach oben, während der erste Rückenwirbel etwas tiefer liegt als der letzte Lendenwirbel, Die stärkste Erhebung betrifft den letzten Rücken- oder ersten Lendenwirbel. Am meisten entwickelt zeigt sicli die Krümmung beim Schwein und den Fleischfressern, am wonigsten beim Kinde; doch machen sich auch hier Raoenverschiedenheiten bemerkbar.
2) v.'rim-;; i s) Iv.'i'lJ.tnz'.;
die Biegung. die Krümmung. die Krümmung.
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Vei'ki'tlnuuunst tier Etüokenwirbelstlul
Ein Tliuil der Abweichungen von diesem regehntlssigen Verlauf entsteht bereits während des intrauterinen Lebens; diu als Krüppel geborenen Thiere werden indes bald vernichtet. Nach der Geburt sah niiin wiederholt auffilllige Verkrümmungen der Wirbelsäule heim Schwein entstehen; Elehrs beobachtete Verkrümmungen (Buckel­bildung) im Verlauf der Hhachitis, Verkrümraungen der Wirbelsäule entstehen bei diesen Thieren aueb durch Verletzungen (gegenseitiges Treten). Pütz beschrieb Kypho-Skoliose eines l'/sjäbrigen Füllens; die lUlekenwirbelsäule war nach rechts, die Lendenwirbel nach links verbogen; auch das Becken zeigte eine unregelmässige Lage, Der von Preusse beschriebene Zustand (Kypho-Skoliose) eines Fohlens dürfte als angeborenes Leiden aufzufassen sein. Vives beobachtete heim Pferde eine fast rechtwinkelige Knickung der Lendenwirbel nach unten, in Folge dessen Brust und Bauch so tief herabhingen, dass letzterer beinahe die Erde berührte. Dem Thier war ein Baum auf den Rücken gefallen, worauf sich Erscheinungen eines Wirbelbruches (Paraplegic) eingestellt hatten. Nach einiger Zeit erhöhe sieh das­selbe, doch blieb die erwähnte Knickung der Wirbelsäule zurück,
Wenn auch die ursächlichen Momente für die Entstehung solcher Ahnormitilten keineswegs klar gelegt sind, so lassen sich doch folgende Gruppen trennen: 1. Belastungsdeformitäten, 2, Folgezustände von Fracturen und Luxationen der Wirbelsäule und #9632;!. Hha­chitis, Osteomalacie, Caries und andere locale Erkrankungen der Wirbelsäule, Am meisten Interesse besitzen die orsteren, welche sich bei Pferden in der Bildung von Senkrücken äussern. Obgleich dieser Zustand erst bei höherer Ausbildung Bedeutung erlangt und therapeutisch wenig bei demselben zu leisten ist. so hat das Leiden doch in präservativer Beziehung ein besonderes Interesse.
Die Lordose (Senkrücken) entwickelt sich oft schon in den ersten Lebensjahren, zuweilen aber erst später. Das prädisponirende Moment liegt in einer grossen Länge des Rückens und erklärt sich aus der geringen Tragfähigkeit dieser Form. Als äussere Ur­sachen wirken alle Einflüsse, welche mit einer andauernden, starken Belastung der 1! ücken w irbe Isä nie verbunden sind. Dahin gehören: das Gewicht des Leiters, starke Anfüllung des weiten Dickdarmes bei voluminöser Nahrung oder des Uterus während der Trächtigkeit: Mutterstuten, die wiederholt trächtig waren, besitzen daher regel-mässig einen Senkrücken.
Bei Fohlen wird Lordoseubildung erfahrungsgemäss durch Pressen uns liehen Krippen und Kaufen begünstigt, womit eine stärkere An-
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Kvanklioitcn der lliickonwirliclsiiuli' und des Hei'kcns.
Spannung der Btickonstreckei' und Senkung der Wirbelsöule nacli unten verbunden ist.
Die Wirkung aller dieser [Jmst'dnde bleibt dieselbe, nämliob: andauernde ECrUmmung der Wirbelsäule nach unten. Hiermit ver­bindet sieh eine Dehnung in den ventralen und eine Compression in den dorsalen Abschnitten der Rückenwirbel. An den ersteren werden besonders bei den noch im Wachsthum beg'riffeiieu Thieren die Bil-dungsvorgänge angeregt, in den letzteren durch die Drucksteige-rung gehemmt; so passi sich mit der Zeit die Form der Wirbel­säule jener Haltung mehr und mehr an. Daraus erklärt sich auch, dass die Beschäftigung heim Menschen zn Kyphosen-, bei den Thieren zu Lordosenbilduug führen muss. Dass gewisse Krankheitsprocesse, wie Khachitis. die Entstehung solcher Belastungsdeformitäten begün­stigen, liegt auf der Hand, doch ist bei den Thieren hierüber bisher wenig bekannt.
Ein zweiter Factor für das Zustandekommen von Rückgrats-verkrllmmungen liegt in dem Auftreten von localen Erkrankungen der Wirbel, wie Caries, d. h. chronischer Processe, welche mit entzünd­lichen Veränderungen verbunden sind (Osteomyelitis). Beim Menschen spielt die Tuberculose hierbei eine Hauptrolle; auch lernte man hier aktinomveotische Erkrankungen als Grundlage dieser Leaden kennen. Bei Thieren fehlt es noch an genauen Beobachtungen; doch fand Hess Kyphosenbildung bei einem Stier in Folge tuberculöser Processe zwischen dem 'J. und 3. Lendenwirbel. Ferner können Fracturen und Luxationen der Wirbel zu derartigen Verbiegungeu Anlass gehen, wieder von Vives beobachtete Fall beweist. Solche gelangen jedoch nur selten zur Anshildung. weil die Thiere in der Kegel früher getödtet werden. Endlich mögen auch Krauklieitsvorgänge in den Intervertebral-scheiben zu derartigen Abnormitäten führen. Vatel beschreibt einen Zustand beim Pferde, der auf diese Weise seine Erklärunß tinden dürfte.
Die Rückenwirbelsäule eines 25 Jahre alten Pferdes, welches von Jahr zu Jahr immer mehr senkrückig geworden war. zeigte sich Ids zum dritten Lendenwirbel stark nach unten convex. Die aneurysmatischo Aorta, deren Wandung verdünnt war, folgte diesem Verlauf, während die Gelenkverbin­dungen des letzten Lendenwirbels mit dem Kreuzbein die Veränderungen einer Arthritis zeigten. Zwischen den Lenden- und Rückenwirbeln waren die Intervertebralknorpel in der Mitte geschwunden, ihre peripheren Ab-schnitte verknöchert, bildeten Exostosen sowohl im Wirhelkanal wie auch auf der unteren Wirbelfläche, An den Dornfortsätzen der Rückenwirbel fanden sieli ebenfalls Knochenwucherungen, welche die Beweglichkeit derselben eingeschränkt button. Die Körper der Lendenwirbel waren durch Knochen­massen fest mit einander verbunden.
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Verkrümmung der Etttokeuwirbelstlule. — Praoturon des Beokcus. ')')7
Erscheinungen und Verlauf. Erst wenn die in Rede stehenden Abnormitilti'n eine grössere Aushildung erlangen, treten sie deutlich hervor. Die als Senkrücken des Pferdes hezcicluicto Lordosonliildung zeigt graduell grossc \rerscluedenheiten. Plötzlich entstanden ist sie zuweilen mit Störungen der Respiration verbunden, in der Regel entwickelt sieh das Leiden alier allmählich und erreicht nur aus­nahmsweise einen so hohen Grad, dass die Q-ebrauchsfähigkeil der Thiere darunter leidet. An der Verkrümmung nimmt die Mehr­zahl der Rücken- und Lendenwirbel regeltnässig Antheil. Wo Er­krankungen einzelner Wirbel, z. 11 Caries die Veranlassung zu der Deformität geben, bildet sieh eine Knickung der Wirbelsäule und zwar ebenfalls meist, langsam aus. während die durch Fracturirung bedingten schnell entstellen. So lässt sieh in der Regel auch Über die Natur dieser Leiden ein ürtheil abgeben,
Behandlung. Die Wiederherstellung der normalen Lage der Wirbelsäule dürfte bei Thieren nur selten gelingen. Das einzige Mittel, die Orthopädie, ist in ihrer Anwendung mit vielen Schwierig­keiten verknüpft und nimmt lange Zeit in Anspruch, so dass der damit, erzielte Nutzen dem Aufwände an Zeil und Unkosten nirlit entsprechen würde. Wichtig dagegen erscheint die präservative The­rapie, namentlich lgt;ri Fohlen. His zu einem gewissen Grrade kann der Entwickelung des Senkrückens vorgebeugt werden . inderu man die ursächlichen Momente soweit möglich fern hält. Dahin gehört, junge, namentlich langrückige Pferde mil schweren Reitern zu ver­schonen. Auch empfiehlt sieb für solche concentrirte Nahrung und die Aufnahme derselben uns niedrigen Krippen oder von der Erde, Der Weidegang, welcher die Thiere zwingt, den Rücken nach oben zu krümmen, übt: auch in dieser Hinsicht zweifellos eine vortheilhafte Wirkung aus.
4. Fracturen der Beckeuknocheu.
Lit.: Laser, Th. Miilh. 1877. S. 119. Briluer, Dresd, Ber, 1889. S. 21. Hess, Her. Rep, 78. S. 299. Ehrmann, eins. Hi. s. 171, Trasbot, Jahrb. 1888. S. 189, Noch i-d, IVurli u. Toussaint, Chir. S. 117. Savre, Jahrb. 1888. 8, 189. Prietsoh, Dresd. Her. 1888. S. 83. Noack, Dresd. Her. 1890. 8. 76.
Fracturen der Beckenknochen kommen am häufigsten bei den grossen Hausthieren, namentlich bei Pferden durch Fallen auf glattem Pflaster, durch Gegenrennen, zuweilen auch durch blosses Ausorleiteu
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Krankheiten der Rückenwirbelstlule and des Beckens
und bei plötzlichen Wendungen unter dem Reiter zu Stande. Seitdem Asphiiltpllustcr in Berlin viel Anwendung gefunden, haben Beckenbrüche bei Pferden eine bedeutende Steigerung erfahren und erfolgen häufig, ohne dass die Thiere niederstürzen. Trasbot sah einen Bruch dec Lhirmboinsiiule. der beim l{enn|it'ei'do während des Laufens entstanden war. Audi können Beckenbrüche beim Werfen der Thiere auftreten, wenn das Becken zuerst oder zugleich mit dein Ubrigen Rumpf auf harten Boden fällt; die Brust des Pferdes soll hierbei mit dem Boden zuerst in Berührung kommen. Stockfleth beobachtete einen Beckenbruch durch heftiges Sträuben in den Fesseln. Am äusseren Darmbeinwinke] giebt auch wohl ein Hufschlag oder das Herabfallen eines schweren Gegenstandes zur Fractur Veranlassung; hierbei wird die äussere Haut oft mitverletzt, es entsteht ein complicirter Bruch, während die Ubrigen Beckenbrüche mit seltenen Ausnahmen subeutan bleiben. Bei einer Stute fand ich jedoch Perforation der Vagina durch einen Knochen­splitter des Sitzbeines.
Bei Kühen werden während der Trächtigkeit sowie beim Ge­bären durch gewaltsame Hülfeleistungen Beckenbrüche veranlasst. Auch heim Begattungsakt und Niederstürzen treten solche bei diesen Thieren auf.
Während also bei grösseren Thieren die Schwere des Körper­gewichtes oder heftige Muskelactionen diese Brüche veranlassen, bil­den bei kleineren Thieren (wie beim Menschen I meist äussere (ie-walteinwirkungen, (Jeberfahren, heftige Schläge oder Klemmen in engen Durchgängen, zwischen Tbüreu die häutigste Ursache zur Ent­stehung von Beckenbrüchen. Hieraus erklärt sich zugleich, dass bei kleinen Thieren häutig multiple Fracluren des Beckens entstehen, während bei den grossen solche seltener beobachtet werden.
Mil Rücksicht auf die Diagnose und Prognose lassen sich die Beckenbrüche in zwei Gruppen trennen, nämlich in;
1. Beckenbrüche ohne Trennung des Beckengürtels (Fig. 101). Dahin gehören Brüche am lateralen (1) oder medialen (2) Darmbeinwinkel, am Tuber ischii (6), Querasi des Schambeines (4) und lateralen Ast des Sitzbeines ( lui. Am äusseren Barmbeinwinkel sind diese Brüche am baldigsten. I'js liegl auf der Hand, dass solche Trennungen nicht die Bedeutung haben, wie die folgende Gruppe, doch können z. B. Fractnren am Pfannenrande des Hüftgelenkes un­heilbare Lahmheit zur folge haben (Prietsch).
#9632;J. Beckenbrüche mil Trennung des Beckengürtels. Zu diesen zählen: Fracluren der I )arnibeiusäule (3) oder Schaufel, in
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Beokenbrüoho.
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der Q-elenkpfanne (5), durch laquo;las eirunde Loch (d. h. gleichzeitige Trennung des Querastes des Schambeines und des lateralen Astes des Sitzbeines (4 und 4quot;) und endlich Brüche parallel zur Schambeinfuge durch Sitzbein und Schambein (7). Zuweilen kommen multiple, auch SplitterbrUche an den Beckenknochen vor; mehrfach sah ich neben Fraciureu durch das eirunde Loch Brüche am Darmbein; bei einem Pferde bestand gleichzeitig ein doppelseitiger Bruch des inneren Darm-luinwinkels und eine Fructur des Oberschenkelbeines, -Ks darf jedoch
Fig. 101.
Schematiscbe Darstellung der Beckenbrüche beim Picnic
i. Am Flusseven, 2 am Inneren Darmbeinwlnltel, ;; an derBarmbefnaänle, f. ara Quernsl
ilcs Schambeines, la. am lateralen Asi des Sitzbeines, :gt; durch das Acetabulnm, 6. am
Tuber ischii, 7, neben der Symphysis pnbis,
nicht übersehen werden, dass diese multiplen Practuren nicht immer gleichzeitig auftreten, sondern ofl erst beim Transporte der Thiere entstehen. Sobald nämlich der Beckengürtel durchtrennt ist, besteht die Q-efahr, class weitere Fracturirungen bei der Belastung der kranken Seite eintreten ; am biluflgsten ist hiervon der mediale Darmbeinwinke] lietrolfen.
Erscheinungen. Die Diagnose eines Beckenbruches ist: nicht schwer, sobald Crepitation besteht, anderenfalls verlangen diese Leiden eine genaue Untersuchung, eventuell vom Mastdarm oder von der Scheide aus. Zu den wichtigsten Elrscheinunffen ffehören:
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Kraukheiten der Rttckenvirbelsäule und des Bookeus
1. Lahmheit. Sie stellt gt;icli plötzlicli eiu, fehlt bei frischen Beckenbrüchen last nie, biete! aber manche Verschiedenheiten. Hei Brüchen vor der Gelenkpfanne, namentlich am lateralen Darm­beinwinkel britl eine deutliche Hangbeinlahmheit mit Verzöge­rung der Bewegung und Verkürzung ilcs Schrittes nacb vorn ein. Dieselbe erklärt sieb aus der Anheftung der den Schenkel vorführenden Muskeln im dem lateralen Darmbeinwinkel. Eine iilui-liche Lahmheit wird jedoch aueb bei Fracturen am Tuber iscliii beob­achtet. Die Belastung der Küsse erfolgt in beiden Fällen regelmllssig. Fracturen hinter der Gelenkpfanne mit Trennung des Becken-gürtels nilcn eine ausgesprochene Stützbeinlahmheit hervor; solche in der Gelenkpfanne veranlassen eine gemischte, Ilallf4#9632;- und Stützbeinlahmheit. Brüche am Sit/.- und Schambeine sind ofi mit Neigung zu Adductionsstellung des Schenkels verbunden. In den vorgeschrittenen Stadien des Heilungsprocesses dieser Brüche, sowie bei Fracturen am Sitzbein beobachtete ich wiederholt Stützbeinlahm­heit mit Abductionsstellung des Schenkels. Bei Brüchen in der Ge­lenkpfanne, namentlich wenn diese mit Zerreissen des Ligamentum teres verbunden sind, macht sieh eine mangelhafte Festigkeil in der Haltung lies Schenkels bemerkbar; während der Fuss bei dem einen Schritt aluliu-irt wird, findet bei dem nächsten eine Adduction des­selben statt, in Folge dessen die Thiere leicht stürzen.
Stützbeinlahmheil begleitet auch Fracturen durch das Foramen ovale, sowie Trennungen des Ramus transversalis des Schambeines. In 3 Fällen beobachtete ich Fehlen der Lahmheit; einmal bei einer Fractur des Querastes des Schambeines, einmal beim Bruch durch das Scham- und Sitzbein parallel zur Schnmsitzbeinfuge und einmal beim Bruch iles lateralen Sitzbeinastes. An letzteren hidden besteht die Fractur häufig ohne Lahmheit, in Folge dessen die Knochenstücke bei den Bewegungen des Thieres im Stalle dauernd verschoben werden, und die Heilung auf Schwierigkeiten stösst . unter umständen über-liaupl nicht /.u Staude koimnt.
Kino eigenthüuiliche Lahmheit beschreibt Nocard nach einer Fractur durch das Poramen ovale. Der Puss des Pferdes wurde in steifer Haltung (tont d'iin piöce) vorgeführt, nur der Oberschenkel machte regelmässige Bewegungen, während die übrigen Abschnitte des Schenkels diesem schein­bar passiv folgten, Der Huf beschrieb dabei einen nach anssen gerichteten iintjeii, wiilireud der Schritt erheblich kürzer war. Diese Lahmheit, welche Nocard dem Drucke der Callusmassen im eirunden Loche auf die Nerven zuschreibt, zeigt eine grosse Aehnlichkeit mit der von mir als Paralyse des Nervus liliinlis beschriebeneu Bewegungsstörung, Ks kann nicht auf­fallen, dass der Nerv unter solchen Umständen Punctionsstörungen erfährt.
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Beokenbrttohe,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;561
Kino Stute war vor 6 Tagen gefallen und zeigte bei ihrer Einliefe-rung indie hiesige Klinik eine ausgesproeheno S t ü t/. lie i n I u li mhei t mit A Ijducti onsstollung. Selbst im Stande der Bube wurde der rechte lliiiterfuss abducirt gehalten, Bei der Section fand sich ein Bruch am inneren und ilusseren Ast des Sitzbeines, welcher sieh über die Symphvsis [iiibis auf die andere Seite erstreckte. Am rechten Sitzbein war der äassere Ast dicht hinter der Gelenkkapsel fracturirt, der innere vom Schambein abgetrennt, von wo aus der Bruch sich in der Richtung der Symphvsis pnbis nach vorn fortsetzte.
Bei einem Wallach stellte sich nach einem Falle geringfügige Lahm­heit mit auffällig deutlicher Crepitation ein; selbst im Trabe fiel nur die etwas steife Haltung des Rückens und schwache Abductionsstellung beider Hinterfüsse auf, Legte man aber die Hand auf die Kruppe und veranlasste die leiseste Bewegung, so trat deutliche Crepitation hervor. Die Unter­suchung per anum ergab einen Bruch parallel zur Schambeinfuge.
-. Crepitation. Sie tritt namentlicL bei Beckenfracturen mit
Trennung im BeckeugUrtel hervor und wird nicht selten mehrere Schritte weit hörbar; bei -Brüchen am Sitzbein und Schambein er­scheint die Crepitation woniger stark, zuweilen aber gerade hier sehr deutlich; bei solchen am lateralen und medialen Darmbeinwinkel fehlt sie dagegen. Zur Untersuchung- lege man die eine Hand auf den äusseren Darmbeinwinkel, die andere auf die Hinterbacke in der Gregend des Sitzbeinhöckers und suche den Rumpf von einer Seite zur anderen zu bewegen, um die Hinterfüsse abwechselnd zur Be­lastung zu bringen; oder man legt die .1 land auf den äusseren Darm­beinwinkel und lässt das Tbier führen. Bei Stuten und Kühen wird die Crepitation namentlich bei Scham- und Sitzbeinbrüchen auch vom Mastdarm und der Scheide aus gefühlt, wenn man die Hand auf den Sitzbeinausschnitt legt. Da das Geräusch von den festen Knochen besser fortgeleitet wh'd, als von den Weichtheilen, so untersucht man am besten von liier aus. Auch beim Anlegen des Ohres gegen die Kruppe wird selbst geringe Crepitation wahrnehmbar. Am liegenden Tbier tritt dieselbe zuweilen durch Druck auf den äusseren Darmbeinwinkel oder durch Bewegungen der Hinterschenke] hervor; letzteres wird namentlich bei Fracturen am Tuber ischii beobachtet.
Geht die Fractur durch die Gelenkpfanne, so hört man oft schon Crepitation am stehenden Pferde durch Anspan­nung der Kruppenmuskeln ohne Belastung des betreffenden Se henk eis. Dies erklärt sich darin, dass die Kruppeiiniuskeln tlieils vor, theils hinter der Fracturstelle angeheftet sind und bei abwechselnder Contraction Verschiebungen der Knochenstücke veran­lassen; eine Erscheinung, die diagnostisch wie prognostisch gleich werthvoll ist.
Möller, Speolelle Cblrnrgle fflr Thlerärzte. s, Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; :',('lt;
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bamp;.
Krankheiten doi' Büokenvivbelgtlule und des Beokens,
3,nbsp; nbsp;Auffdllige Deformitäten am Becken werden in der Hegel nur bei Fracturen am Darm lie in beobachtet. Bei Brüchen am äusseren Darmbeinwinke] wird das losgetrennte E£nochenstUck von den schiefen Bauchmuskeln und dem Spanner der breiten Schenkel­binde nach vorn und unten gezogen, so dass es in der Bauchdecke liegt, und der tiussere Darmbeinwinkel zu fehlen scheint (Einhüftig-keit). Man stelle sieh bei der Untersuchung hinter dem Thiere auf und beurtheile bei gleichm'ässiger Belastung beider Hinterschenkel die Lage der beiden äusseren Darmbeinwinkel, de grosser das abgebrochene KnochenstUck, um so auffälliger wird die Asymmetrie des Beckens.
Bei Fracturen der lgt;a rmbei usäule senkt sieb das Darm­bein, namentlich sein lateraler Winkel, ein Zeichen, das sieb ziemlich untrüglich erweist, wenn man den Patienten veranlassen kann, beide Füssc gleichzeitig zu belasten.
Eine eigenthümliche Formabweichung erfährt das Hecken bei Fracturen am lateralen Sitzbeinaste. Hierbei macht sich eine Ab-flachung der Hinterbacke in der Höhe des Tuber ischii, dagegen eine etwas stärkere II er v or Wölbung der Partie; des Hüftge­lenkes mit schwacher .Senkung dos Darmbeines bemerklich. Zur Feststellung dieser Erscheinungen betrachtet man das Becken einige Schritte hinter dem Thier stehend. Fracturen im Acetabulum, sowie am Schambeine pflegen mit Formabvveichungen an der Kruppe nicht verbunden zu sein. Bei Splitterbrüchen im Acetabulum zeigt sieb in der (fegend des Hüftgelenkes wohl eine leichte Einsenkung,
4.nbsp; Abnorme Beweglichkeit der Beckenknochen stellt sich last nur bei gleichzeitiger Trennung des lateralen und medialen Darm­beinwinkels, ausnahmsweise auch bei Fracturen der Darmbeinscbauf'el und .Säule ein. In solchen Fällen gieht der äussero Darmbeinwinkel einem Drucke nach, wobei zuweilen Crepitation hervortritt.
ö. Anschwellung. Bei Schambeinbrüchen stellt sich zuweilen eine ödematöse Schwellung unter dem Bauch, am Euter oder Scrotum ein; Fehlen derselben schUesst jedoch den Bruch nicht aus. Sitzbein­brüche verbinden sich oft mit Anschwellung in der Umgebung der Scheide: Enochenstücke vom Scham- und Sitzbein können die Wand der Scheide durchbohren und Blutungen aus der Scham zur Folge haben. Bei Brüchen am Tuber ischii findet sich auch wohl An­schwellung in der benachbarten Schenkelmuskulatur. Dagegen Fehlt bei Brüchen am Darmbein in der Hegel Jede Spur einer äusserlich sichtbaren Anschwellung, welche sich jedoch bei der Untersuchung per anum bemerkbar macht.
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Beckenbruchs,
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ö. Abnorme Beweglichkeit des Schenkels. Bei allen Brüchen, welche den Beckengürte] hinter der Gelenkpfanne trennen, sowie bei Brüchen im Acetabulum mit Zerreissung des Ligamen-him teres, stellt sich eine abnorme Freiheit für Abductionsbewegungen,
zuweilen auch l'ilr Adduction im dem Schenkel der leidenden Seite ein.
7.nbsp; nbsp; Die Untersuchung per an um oder per vaginara giebt näheren Aufschluss übei- Fracturen am Schambein und Darm­bein, namentlich ihrer Säule. Bier tritt Anschwellung hervor, und wenn man den Rumpf des Patienten hin und her schieben lässt, so fühlt die eingeführte Hand deutlicli die Bewegungen der Knochen­fragmente,
8,nbsp; nbsp;Fieber findet sich bei Beckenbrüchen, wie bei anderen Fracturen zuweilen im geringen Grade; durch Verletzungen grösserer Blutgefässe können endlich die Erscheinungen einer Verblutung her­vortreten; diese Gefahr bestellt immer bei Brüchen durch das ei­runde Loch,
Hiernach gestaltet sich die Diagnose bei den am häufigsten vor­kommenden Heekenbrüelieii wie folgt:
1.nbsp; nbsp;Fractur am lateralen Darmbeinwinke] (Fig. 1011): Einhttftigkeit, Hangbeinlahmheit, Fehlen der Crepitation, zuweilen Anschwellung und Schmerz auf Druck.
2.nbsp; Practur der Darmbeinsäule (3): Tiefere Lage der K rup-penseite, Hangbeinlahmheit, Crepitation bei Belastung des leidenden Fusses, Untersuchung per anum. Diese Practur wird auch bei Kühen beobachtet- und kommt hier während des Ge­barens aber auch durch unglückliches Niederstürzen zu Stande (Hess, Ehrmann),
•quot;gt;. Fractur durch das Acetabulum (5): Hochgradige Stütz- und Hangbeinlahmheit oft unter schmerzhaftem Stöhnen; Crepitation auch ohne Belastung des Schenkels und ohne Bewegungen desselben; Formabweichung gering; zuweilen Einsenkung dieser Gegend und abnorme Beweg­lichkeit im Hüftgelenke.
#9632;I. Fractur durch das eirunde Loch (I und 4a); Stiltz-beinlahmheit, Crepitation, keine Formabweichung, zu­weilen A nä in i e,
•'•. Schambeinfractur (I): Stützbeinlahmheit mit Neigung zu Add n c t, i on sstellu n g, Schmerz bei Abduc­tionsbewegungen (Rückwärts- und Seitwärtstreten). Crepi­tation bald fehlend oder sehr schwach, bald deutlich;
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Ki-aiikliciti'u dsr Kiicki'invirhelsiluUi und des Bookens.
Anschwellung unter dem Bauche, kann jedoch fehlen, Untersuchung per anum.
6. Sitzbeinfracfcur; a) am Tuber ischii (6); Hangbein-lahmheit, Anschwellung der Scheide des Mastdarmes, of| auch der Schcukelmuskeln. Nach Ablauf der Heilung bleibt zuweilen ein schleppender Gang rait Jem Fasse zurück, wobei die Hufzehe wie bei kreuzlahmen Pferden abnorm abgenutzt wird. Auch zeigt sich alsdann eine DeformitiU der Sitzbeinpartie; von hinten betrachtet erschein) dieselbe abnorm breit, von der Seite gesehen reicht sie nicht so weit nach hinten wie die gesunde Hinterbacke. Crepitation bei Bewegung des Hinterschenkols.
hi Bei Fracturen am lateralen Sitzbeinaste (4a), zuweilen Per­foration der Scheide und Blutung aus derselben. Crepita­tion bei Bewegung des II iuterst heukels nil hedeutend. (ic-ringfügige Lahmheit oder Fehlen derselben bei intactem Schambein und lebhafte Crepitation lässt auf diese Fractur schliessen, namentlich wenn die oben beschriebene Formabweichung am Becken besteht.
Unter Berücksichtigung dieser Umstände und mit Unterstützung sorgfältiger Exploration per anum bezw. per vaginara lässt sich bei o-rossen Thieivn nicht nur der Sitz, solidem auch die Ausdehnung der Beckenfracturen in der Regel genauer bestimmen. Sobald bei be­stehender Crepitation ein Bruch der Schenkelknochen ausgeschlossen werden kann, muss die Diagnose Beckenbruch als gesichert be­trachtet werden.
Die Beurthoilung gestaltel sich ausserordentlich verschieden; Sitz, Ausdehnung und Complicationen entscheiden hierüber. Die Ge­fahr nimmt etwa in folgender Reihenfolge zu:
1. Fracturon an den DarmbeinAvinkeln. Sobald am medialen Darmbeinwinkel der Bruch mil Trennung des Beckens vom Kreuzbein nicht verbunden ist, tritt keine Bewegungsstörung hervor, und die Heilung erfolgt sicher. Igt;ie Bedeutung der Brüche am late­ralen Winkel hängt von der Grosse des abgebrochenen Knochen­stückes, also von dem Grade der Deformität der Kruppe ab. Bricht nur der vordere oder hintere Höcker, so verschwinde! die Lahmheit in 3- 6 Wochen vollständig; bei Loatrennung beider oder eines grös-seren Stückes verliert sich die Lahmheil zwar oft in (3 Wochen eben­falls, kehrt niier nach grösseren Anstrengungen nicht selten wieder. Bei Fracturen, die auf die Darmbeinschaufel übergreifen, bleibt die Beweffunff zuweilen dauernd gestört, die Hangbeinlahmheit ge-
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llofkonbriirhe.
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stattet oft nur die Benutzung des Pferdes im langsamen Schritt. Complicirte, d. h. mit Verletzung dw üusseren tlaut verbundene Darmbeinbrüche heilen bei entsprechender Behandlung regelnlässig, wenn audi erst nach längerer Zeit (6—10 Wochen), Die mehrfach (Noack) als Zerreissung des M. tensor fasciae lalae beschriebenen Störungen cltirften wohl zuweilen durch Fracturen am lateralen Darm-beinwinlcel bedingt, gewesen sein.
2. Brüche der Dar mbcin silu Ie führen bei geringer Dislocation und ruhigen Thieren zur völligen Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit; unter den entgegengesetzten umstünden bleibt dauernde oder nach grüsseren Anstrengungen immer von neuem hervortretende Lahmheit zuriiek und gestattet dem Thier nur Schritt­arbeit, Da dieser Ausgang vornehmlich von dein tirade der De­viation und von der Nähe des Gelenkes abhängt, so muss die ühtersuchung per amun die nöthigen Anhaltspunkte für die Prognose liefern, welche Im allgemeinen zweifelhaft und um so ungünstiger ausfüllt, je auffälliger die Deformität der Kruppe ist, je grosser die Senkung des Darmbeines, je näher der Bruch dem Hüftgelenke liegt. Starker Muskelschwund bildet gleichfalls ein un­günstiges Zeichen. Stockfletb sah dauernde Lahmheit in Folge starker Callusbildung in der Nähe des Hüftgelenkes, wodurch die Be­wegungen des oberen Trochanters behindert wurden.
'#9632;'gt;. Fracturen am Querast des Schambeines oder lateralen Ast des Sitzheines müssen ebenfalls als bedenklich bezeichnet werden. Die Heilung erfolgt nur langsam, häufig unvoll­kommen, mit Bildung eines Callus ßbrosus, so dass namentlich bei Brüchen am Schambein oft Recidive vorkommen, wenn die Thiere bald darauf gebären. Am lateralen Sitzbeinaste bleibt die Heilung zuweilen aus, und die Thiere sind nur zu langsamen Dienstleistungen brauchbar. In einem von mir beobachteten Falle war die lebhafte Crepitation nach 8 Wochen noch nicht verschwunden, nach I Mo­naten jedoch vollständige Heilung eingetreten, so dass das Pferd selbst zu Trabrennen verwendet werden konnte. Durch die geringen Schmerzen werden hier Verschiebungen der Knochenfragmente be­günstigt, und die Heilung verzögert.
I. Brüche am Tuber ischii pflegen erst nach Monaten zu heilen und hinterlassen zuweilen einen schleppenden Gang, sowie eine heim Gehen hervortretende Verschiebung des M. biceps femoris.
5. Fracturen durch das eirunde Loch bilden in Bezug auf Lebensgefahr die bedenklichsten, weil sie leicht zu Verletzungen
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Krankheiten der Rüokenwii'bolstlulo und des Bsokens,
der grossen Blutgefässe und inneroi' V^erblutung ftlhron. In Bezug
auf Heilbarkeit zeigen sie sieh etwas günstiger als die folgenden, indem das Zustandekommen der Vereinigung mit Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit im langsamen Dienst zwar nicht ausgeschlossen, aber auch nicht wahrscheinlich ist. Viele Pferde halten die an­dauernde Belastung des anderen Fusses nicht aus und gehen an Decubitus zu (raquo;runde, wenn man sie nicht vorliee schlachten liisst.
Trennungen des Beckengürtels neben der Symphysis pulds und parallel zu derselben rufen /.war wonig auffallende Störungen hervor, heilen aber Langsam und unvollkonimen, oft üherlumpt nicht; Laser fand bei einem Pferde die Harnblase von den Knochenstttcken einge­klemmt; auch kommen hier llecidive vor, insbesondere wenn die Thiere zu früh bewegt werden sowie auch durch den Gobärakt.
6, Practuren durch das Acetabulum müssen als die un­günstigsten bezeichnei werden, zumal die Gelenkpfanne in der Regel in mehrere Stücke zersprengt wird. J)ie Prognose fällt hier stets schlecht aus.
Als unheilbar muss im allgemeinen auch die Trennung des Beckens in der Symphysis sacro iliaca betrachtet werden, zumal bei einseitiger Luxation derselben die Gefahr besteht, dass unter der Wirkung der Körperlast das .Darmbein der anderen Seite sich eben­falls vom Kreuzbein trennt, oder der innere Darmbeinwinkel bricht; dabei werden Pferde unfähig zu stehen und gehen in Folge dessen regelm'dssig an Decubitus zu Grunde. Auch die vollständige Tren­nung in oder neben der Gesäss-Schambeinfuge scheint bei Pferden unheilbar zu sein.
Behandlung. Wo ein Heilversuch gemacht werden soll, ist vor allem Ruhe erforderlich. Bei Practuren am Darmheinwinkel genügt es. die Pferde einige Zeil mit Arbeit zu verschonen. Wo den Thieren das Stehen auf dem Puss der leidenden Seite schwer fällt, lasse man einen llängegurt anbringen, Dieser wird um so mehr nothwendig, als Pferde sich beim Niederlegen leicht noch weitere Practuren oder Verschiebungen der Bruchstücke zuziehen. Besondere Vorsicht ist in dieser Hinsicht bei Brüchen durch das eirunde Loch geboten, um tödlliehe Blutungen zu vermeiden.
Nach 4—6 Wochen versuche man den Patienten etwas führen ZU lassen; zeigt sich hierbei die Belastung des Fusses noch erheblich gestört, so nuiss der llängegurt weiter in Anwendung kommen. Weniger wichtig sind Störungen der Bewegung, die zum Theil auf
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Beokeubrttohe. — Diastase des KieuzdannbeinKelonkes.
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die längere Untliätigkoit der Muskulatur zurückgeführt werden könneü und mit weiteren Gehversuchen sieh allmählich verlieren. Sofern nicht erhebliche Schmerzen bestehen, empfiehlt sieh Massage der Kruppen-und Schenkelmuskulatur, da die Atrophie um so schneller Fortschritte macht, je grosser die Lahmheit, d. h. auch die stützende Thätigkeit des Schenkels gestört ist. Durch täglich wiederholtes Klopfen werden die ErnährungsVorgänge in den Muskeln aufrecht erhalten. Mit dem Eintritt regelmässiger Muskelarbeit verliert sich auch der Muskel­schwund; denn es handelt sich nur um [nuctivitätsatrophie.
Die Anwendung kalter Umschläge ist nicht nur überflüssig son­dern sogar schädlich, weil dieselben leicht zu Verletzungen durch den Hängegurt führen, auch die Thiere beunruhigen, so dass sie nicht einmal schmerzstillend wirken.
.quot;). Diastase s. Luxation des Kreazdarmbeingolenkes.
Lit: Golis, Her. Rep. '20. S. 119, Berdez, Schweiz. Archiv. 1882, S, 188.
Albrecht, Gnrlt u. Ilertwio'. 20. S. ;',.quot;). (i ui 11 eh e a u, Schweiz. Archiv. 1887, S. 155. Stockf 1 eth, Chirurgie.
Die Verbindung zwischen Kreuzbein und Darmbein erfolgt durch ein straffes, last unbewegliches Gelenk, dessen kurzes Kapselband von der oberen flache der Flügelfortsätze des Kreuzbeines an die untere Fläche der Darm­beine geht; das untere K reii/.dannhei nlumd trägt zu dieser Vorbin­dung bei, unterstützt von den oberen und seitlichen Kreuzdarm-beinb I'm de rn.
Beim Pferde bildet dieser Bandapparat eine so feste Vereinigung beider Knochen, dass eine Trennung derselben sehr selten vorkommt; eher brechen die Darmbeine. Weniger fest zeigt sich die Verbindung beim Kinde, dein das obere Kreuzdarmbeinband zuweilen fehlt (Berdez). Daher kommt bei diesen Thiere)! eine unvollständige und eine voll­ständige Loslösung des Kreuzbeines von den Darmbeinen vor. und zwar namentlich zur Zeit des Gebarens. Stockfleth und Berdez haben über das Leiden eingehende Beobachtungen und Mittheilungen gemacht, denen ich bei der Darstellung folge, Berdez leg! bezüg­lich der Entstehung dieser Trennung besonderes Gewicht auf die zur Zeit des Gebarens eintretende Atonic der Bauchmuskeln, von denen namentlich der M. rectus abdominis gleichsam als Antagonist jenes Bandapparates wirkt. Erschlafft dieser, wie es zur Zeit des Gebarens der Fall ist, so tritt die Gefahr der Loslösung ein. Stockfleth glaubt, dass auch die Beweglichkeit in der Symphysis pubis die Ent­stehung des Leidens begünstigt. Sobald sich in derselben eine Treu-
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.'ORnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten ilor Rüokenwirbelsäule und Jos Heckcns.
nung einstellt, wird jene Verbindung gefährdet! dadurch erklärt sich das gleichzeitige Vorkommen beider Leiden, wie es von öolis beobachtet wurde. Auch ist es klar, class die Diastase an einer Seite leicht zu Trennung der Verbindung an der anderen Seite führt. Das doppelseitige Auftreten des Leidens bildet sogar die Hegel und wurde auch von Albrecht, (iuilleheau u. a. beobachtet.
Nach Stockfleth giebt das Aufliehen trächtiger Kühe am Schwänze leichl zu einer unvollständigen Luxation Veranlassung) wäh­rend die vollständige aus dieser hervorgeht aber auch durch heftige Muskelwirlcnng veranlasst wird. Der Qiopsoas und Longissinms dorsi sowie ein Tbeil der Schenkelmuskeln ziehen das Kreuzbein nach unten, während die Glutäen und andere Schenkelmuskeln den inneren Darm­beinwinkel nach anssen bewegen. Kräftige Contractionen in diesen Muskeln, wie sie beim Aufstehen der Thiere oder beim Gehen ver­anlasst werden, können eine Trennung beider Knochen von einander bewirken.
ßei der unvollständigen Luxation Bndet sich die Ver­bindung zwischen Darm- und Kreuzbein nicht vollständig gel renn!: die Muskeln sind partiell zerrissen, blutig inliltrirt, die Scheiden der grossen Nervenstämme ebenfalls blutig durchtränkt; die Länder bleiben dabei zum Theil erhalten. Bei vollständiger Luxation besteht dagegen Zerreissung des ganzen Landapparates, in Folge dessen das Kreuzbein zwischen den inneren Darmbeinwinkeln hinabsinkt, und der vordere Abschnitt des Kreuzbeines sich in die Beckenhöhle senkt, so dass die Darmfortsätze desselben zuweilen 5—10 cm tiefer stehen als die medialen Darmbeinwinkel. Hierdurch werden natürlich die Organe der Beckenhöhle comprimirt, zuweilen auch verletzt; selbst der Mist­absatz kann cestört werden.
Erschoinungen und Verlauf. Bei der unvollständigen Verrenkung zeigt, das Thier Neigung dauernd zu liegen; das Auf­stehen fällt ihm schwer, und bei Geh versuchen machen div llinter-fiisse kurze (trippelnde) Bewegungen. Bald stellt sich üeberköthen ein, eine Erscheinung, die Stockfleth als Zeichen der beginnenden Loslösung und als ein charakteristisches Symptom bezeichnet. Auf Druck zwischen den medialen Darmbeinwinkeln äussert das Thier Schinerzen; vom Mastdarm aus lässt sich die Trennung zuweilen direct fühlen.
Die complete Liixalion giebt sich durch tiefes Herabsinken des Kreuzbeines zu erkennen, in Folge dessen der vordere Band der
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üiustuso des Kreuzdanubeiuffelenkes.
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I larmbeine eine scharfe Kante bildet. Die Anscliwellung und Em­pfindlichkeit in diT Medianlinie, das Unvermögen aufzustehen und sich stehend zu erhalten, lässt keinen Zweifel Über die Diagnose auf­kommen. Bei der Untersuchung vom Mastdarm aus zeigt sich die Beckenhöhle verengt, sowohl der senkrechte wie auch derBreitendurch-messer hat abgenommen, Der Absatz der Excremente ist. in Folge der Compression des Mastdarmes zuweilen erschwert.
Bei der unvollständigen Verrenkung kann in 3- 1 Wochen Heilung eintreten, doch kommt diese namentlich bei doppelseitiger Trennung selten in der Zeit, oft überhaupt nicht zu Stande. Meist stellt sich am 2. oder 3, Krankheitstago Paraplegie ein; die Thiere zeigen sich unfähig aufzustehen, und wenn die Geburt noch erfolgen soll, so muss dabei eine kräftige Unterstützung eintreten, zumal die Wehen schwach ausfallen. Nicht selten stellt sich durch Peritonitis .in tödtlicher Ausgang ein.
Weniger bedenklich ist nach Stockfleth die vollständige Luxation. Die Thiere sollen sich von derselben unter Umstünden so weit erholen können, dass sie, wenn auch wegen des engen Beckens nicht mehr zur Zucht tauglich, zur Milchnutzung doch vorläufig weiter verwendet werden können. Unter entsprechender Ruhe kann durch Bindegewebswucherung eine Wiedervereinigung des Kreuzbeines mit den Darmbeinen erreicht werden, wodurch die Thiere sogar wieder so weit, gehen lernen, um die Weide besuchen zu können.
Die Behandlung gestaltet sich bei beiden Zuständen im wesent­lichen gleich. Bei der unvollkommenen Luxation ist vor allem Ruhe nöthig. Man gebe dem Thiere ein möglichst gutes Lager; tiefe Jaucherinnen sind zu verdecken, um das Hineintreten zu verhindern, wodurch leicht weitere Trennungen herbeigeführt werden könnten. Fällt dem Thiere das Aufstehen schwer, so muss ihm Hülfe ge­leistet werden, doch darf dies niemals am Schwänze ge­schehen. Auch beim Gebären ist das Tluer zu unterstützen.
Die complete Luxation verlangt ebenfalls andauernde Ruhe. Am besten gestaltet sich der Verlauf, wenn die Thiere andauernd liegen. Daher gebe man möglichst gute Streu und lasse erst Hülfe eintreten, wenn das Thier Anstrengungen zum Aufstehen macht. Ferner darf der Patient nicht vor Ablauf von quot;J—•'! Monaten getrieben wer­den, Dass Kühe von der Zucht auszuschliesscn sind, liegt auf der Hand. Bei gut genährten Thieren bedenke man, dass auch im Ver-
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Krankheiten deiquot; Rttckenwirbelstlule und des Beckens,
laufe der Seilung nicht selten Störungen vorkommen, an denen die Thiere sogar zu Grunde gehen können.
laquo;gt;. Luxation der S.vniph.vsis ossiuiu imbis.
Lit.; Golis, Her. Rep. 20, S, 119. frietsch, Dresd, Bei-, 1859,
Das Leiden kommt ebenfalls fast nur beim Rinde vor und ist noch seltener als das vorige. Die Trennung ereignet sicli während des Gebarens, zuweilen auch erst nach demselben. Golis land die­selbe in Verbindung mit Luxation des Kreuzbeines.
Eine s Jahre alte hochtragende Kuh wurde während der Arbeit plötz­lich lahm und konnte wenige Stunden darauf sieh weder erhoben, noch auch aufgerichtet auf den Hinterfüssen stehen. Beim Versuche zu gehen, hob und senkte sich der innere Darmbeinwinkel der betreffenden Seite. Auch konnte hierbei eine Verschiebung der Scham- und Sitzbeine in der Symphysis pubis getühlt werden. Die Kuh wurde geschlachtet, und ergab die Obduetion eine Luxation des Kreuzbeines sowie Trennung in der Scham­beinfuge.
Prietsch sah das Leiden bei einer zweijährigen Färse durch Aus­gleiten mit den Hinterbeinen auf glattem Pflaster entstehen; das Thier konnte sich nicht wieder erheben und wurde nach dem Schlachten die Scham­beinfuge in ihrer ganzen Länge getrennt angetroffen.
Beim Pferde verknöchert die Symphysis pubis vollständig; daher entstehen hier eher Practuren als Trennungen in der Schambeinfuge.
Die Diagnose lässt sich durch Untersuchung per anum absolut sicher­stellen. Bei der Unheilbarkeit des Leidens ist baldiges Schlachten zu empfehlen.
7. Ltlhmung der hinteren Extremitilten. KrenzlHIimnng.
I'araplcidc.
bit.: Axe. Jahresber, 1885. S. (ii). Com6ny, Jahresber. 1888. S. 95. Signol, Ber.Rep. 15. S, 229, Kitt, Jahresber. 1883. S. 80. Nocard, Jahresber. 1885. 8. 66. Friedberger, Zeitschr. für Vdorinänviss. 1873. 8. 121, Dieckerhoff, Spec. Path. 8.(173. Amch, Jahrb. 1889. 8.88. Hagen, Gurli u. Ilcrtwig. 39. 8. 381. Damitz, Gurlt u. Hertwig, 11. 8. 49 f. II iirl imann. Jahrb. 1888. 8. 95. Pröger, Dresd. Der. 1886. 8, 110. Vatel, Jahrb. 1882. 8, 30. Haubner, Dresd. Her, 1800. 8. 52 u. 1861. S.d. Voigtltlnder, das. S. 64. Hertwig, (bull u. Hertwig. 2. S. 854. Dieckerhoff, Ad. VVoch. 32. 8. 1. Siedamgrotzky, Dresd. Der. 1871. 8. 31 u. 1873. 8. 37. Johne, das. 1879. S. 15 a. 1885. 8. 40. Wolff, 'l'b. Mitlh. 1807. 8. 148. Kampraann, (imit u. Hertwig. 5. S. 484. Völlers, Th. Mitth. 1S7S. S. 35. .lohow, das. 8. 96. l'fisler, Sohw. Archiv. 1884. 8. 18. I'riis, Jahrb. 1888. 8. 141. Hess, B. T. W. 1802. S. 83, Harms, das. 8. 482.
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KreuzliUinuinir.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ',71
In dor Tliierheilkunde bezeichnet mau seii alter Zeit als Kreuz-liihmung niclit allein die vollständigG oder unvollstllndige Lähmung der Muskulatur beider Hinterscbenkel, sondern auch eine Reihe von Störungen in der Function derselben, deren Ursachen bisher noch wenig aufgeklärt sind. Streng genommen bedeutet Paraplegic doppel­seitige Lähmung, und gilt im allgemeinen als Ausdruck eines Rückenmarksleidens. Im übrigen vergleiche man meine Allgemeine Chirurgie S. 231. Man unterscheidet eine complete und eine in­complete Paraplegic. Die erstere wird beobachtet;
1.nbsp; nbsp;Bei Verletzungen des Rückenmarks oder Druck a ii f class e I be durch Fracturen der Wirbel in der Rücken- und Lenden­gegend einschliesslich der vorderen Abschnitte des Kreuzbeines (S. 545 a. 552). Hess beobachtete bei einem Stier Kreuzlähmung in Folge vim Caries /.wischen dein zweiten und dritten Lendenwirbel: die Wirbelsäule hatte eine Knickung nach oben, der Wirbelkanal eine Verengerung erfahren; Hess hielt die Veränderungen für tuber­kulös, da das Thier gleichzeitig an Tuberkulose des Nebenhodens litt (ri 490).
2.nbsp; Durch entzündliche Processe am Rückenmark und seinen Iliiiiten in der bezeichneten Gegend; sie bilden meist Complicationen anderer Leiden, namentlich von [nfectionskrankheiten (Kalbefieber, Brustseuche, Staupe der Pferde und Hunde).
Dagegen ist die bei der Hämoglobinflmio auftretende Lähmung der Nachhand weniger vom Rückenmark als von einer Erkrankung der Muskulatur abhilngig. Der umstand, dass sich dieses Leiden regelmässig mit Lähmung der Hinterhand verbunden zeigt, hat nicht nur zu der unrichtigen Bezeich­nung „rheumatische Kreuzlähmungquot; sondern auch zu der irrigen Anschauung geführt, dass Nierenleiden zu Kreuzlähmung Veranlassung geben, daher auch die Namen „Nierenverschlagquot;, „Rückenmarks-i) \i h usquot; u. a.
Idi o pathische En tz ü n d un gen d es Rüc k enm a rk es und seiner Haute wurden wiederholt bei Pferden beobachtet. Priedberger fand bei einem 18—20 Jahre alten Pferde, welches seit einigen Tagen mit Paraplegia incompleta behaftet war, später auch am Kopfe (Lippen, Zunge) Lähmungs­erscheinungen zeigte, etwas vor der Lendenanschwellung im Rückenmark zwei Erweichungsherde und im Arachnoidealraum daselbst eine wasser­helle Flüssigkeit. Dieckerhoff beschreibt eine Meningitis spinalis puru-lenta heim Pferde; Axo stellte bei der Section eines Pferdes, das nach überstandener Druse an Paraplegie gelitten hatte, Oedem und capilläre Hämorrhagien der Pia mater spinalis sowie Infiltration des Rückenmarkes mit Eiterkörperchen fest, während die Wirbelsäule vollständig intact war. Möglicherweise handelt, es sich in solchen füllen zuweilen raquo;im Metastasen. #9632;lohne ermittelte bei einem Pferde, welches plötzlich im Stalle an voll­ständiger Lähmung der Nachhand erkrankt war und In 24 Stunden daran zu Grunde ging, häraorrhagische Pachyineningitis und Leptomeningitis am
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572nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankhoiten tlfv Büoksnwirbelsamp;ula und des Beckens.
Lemli'iimnrk; das UiickiMimark war zwischen dem ersten und zweiten Lendenwirbel Ms über die Hlllfte quer durohgerissen, die Wii'bel zeigten sioli frei von Verletzungen, Die in der Literatur als senebenartige Kreuzläbmung bezeiobneten Leiden geboren wohl zum grössten 'rheil der Hftmoglobinttmie an: das gilt wahrscheinlich auch von dem durch Comönynllher beschriebenen Zustande, welcher in einzelnen Truppentheilen, und zwar vorzugsweise bei Stuten auftrat. Sign eil liericMet über seucdienai'tige Kreuzläbmung bei den Pferden eines Araberstammes, welche gleichfalls vorzugsweise Stuten betraf. Die Section gab über die Ursachen keinen näheren Aufschluss.
Bei Hunden, welche mit Paraplegie und Anästhesie des Hintertheils sowie Lähmung der Blase behaftet gewesen waren, fanden Kitt undStoss im Lendenwirbelkanale circumscripte Paehymeningitis externa chronica mit Bildung von Knorpeleinlagerungen, Verdickungen der Dura, telangiecta-tischen Zuständen an den Gelassen, Stauung der Spinalflüssigkeit bis zur prallen Spannung der Dura mater; am Eückenmark selbst konnten Jedoch keine Veri'mderungen nachgewiesen werden.
:i. Paraplegi.....lurch Tumoren im Wirbelkanale. I'fister
bind bei einer Kuh, welche allmtlhlich zunehmende Erscheinungen der Para­plegie gezeigt hatte, eine 8 cm lange und 3 cm dicke öesohwulst (Lipom) am vorderen Ende des Kreuzbeines im Wirbelkanal, welcher erweitert war, wäh­rend das Bückenmark sich abgeflacht zeigte. Johne stellte im Lendenmark eines Eindes Meningorayelitis tuberculosa fest, #9632;während Hertwig bei einem Pferde, welches unter den Erscheinungen von Paraplegie eingegangen war. eine melanotische Geschwulst beobachtete, die von den Lymphdrüsen der Lendengegend ausgegangen war, die letzten drei Lendenwirbel und das Kreuz­bein zum Theil zerstört hatte und in den Wirbelkanal eingedrungen war.
•1. Als Tlxeilerscbeinung begleitet die Paraplegie allgemeine Läh­mungen, wie sic (larch meningitischc Processe (#9632;lohne) und ander­weitige entzündliche Vorgänge am Gehirn, der Medulla oblongata und am Rückenmarko veranlasst werden. Dieckevhoff fand beim Pferde eine öastruslarve im Halsmarke.
VollstHndig unaufgeklilrt erscheinen die .Mittbeilungen ober psychische Paraplegie oder nervöse Apoplexie des Rückenmarks. Wenn bei der Section der an Paraplegie gestorbenen Thiere keine krankhaften Veränderungen gefunden werden, so beweist das noch keineswegs, dass solche nicht be­standen haben. In dieser Hinsicht muss auf das Zustandekommen der Paraplegie durch Erschütterung des Rückenmarkes hingewiesen werden. Aruch beschreibt •! Fülle von psychischen Paralysen bei Hunden durch Eifer­sucht und in Folge von Strafe entstanden, Hagen sah bei einem älteren Pferde durch den Anblick einer Locomobile Paraplegie entstehen, die nach 3 Tagen wieder verschwand. Wahrscheinlich handelt es sieb in diesen Fällen um andere, nicht näher aufgeklärte Ursachen, Das Gleiche dürfte von jenen Mittheilungen gelten, wonach Paraplegien in Folge der Gegen­wart von Parasiten im Darme (II nrI i niann durch Bandwürmer, Damitz durch Spulwürmer beim Pferde) aufgetreten sein sollen. Dagegen werden nach heftigen elektrischen Beizen (Blitz) complete Paraplegien bei Thieren beobachtet (P r ö g e r).
Als unvollständige, chronische Kreuzlähmung oder Kreuz-schwäche wird bei Thieren seit alter Zeit jede andauernde Beschränkung in der Funktionsfäbiffkeit beider Hinterschenkel bezeichnet, In der Kegel
-
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Kn'uzlähinuiiif.
;)(•gt;
sind diese Zustände mit eigenthümliohen CJnregelmässigkeiten in der Jie-wegnng derselben sowie mit Schwankungen des Rumpfes beim Gtehen verbunden, Als einheitliches Leiden lassen sieh dioso Erscheinungen niclit auffassen, sie können vielmehr durch verschiedene Krankheitsprocesse verlaquo; unlassi werden. Ohne Zweifel spielt hierbei das Rückenmark eine Haupt­rolle; leider haben eingehende Obduotionen bei diesen Leiden bisher nicht stattgefunden. Die Bewegungsstörungen sowie auch der Verlauf der Zu­
s
-t.iiKii-' woisfiii ancr am cnroinscim ivrnnKnensprocessQ 1111 jvi Bei Pferden zeigt sich zugleich Störung in der Coordination wie sio die Tabes dorsaüs dos iMensohen charakterisirt i bezeichnet wird. Die Funktion do in normaler Weise in einander, die Die namentlich bei Pferden tretenden Zustände können aber nicht, wie Dieekerhoff Dehnungen der Pascien zurückgeführt worden. Pur die Jilaquo; mit progressiver Lähmung dor Nachhand verbunden ist, hoff er Veränderungen am ßückenmark festofcstelll
enmarke hin,
er Bewegung,
als A taxi e
greifl nichl
fehlt,
gen hervor-
glaubt, auf iälsouelie, die n von Than-hämorrhagi-
sehe Myelitis mit Höblenbildung im Rückenmark (Syringomyelitis) und herdförmig auftretenden degenerativen Processen, Auch bei anderweitiger Kreuzlähmung wird man zweifellos öfter am Rückenmarke Veränderungen nachweisen können, sobald diese Untersuchungen in den vorgeschrittenen Stadien der Krankheil und mit Hülfe der erforderlichen Methoden ausgeführt werden. Wolff sah in Folge eines Sebweifwirlielimielios schleppenden Gang beim Pferde entstehen; offenbar handelte es sieh um Veränderungen am Rückenmark, welche sich von der Practurstelle aus entwickelt hatten. Andererseits muss zugegeben werden, dass nicht in allen Fällen eine primäre, oder im Anschluss an infectiöse Zustände (Influenza, Druse) auftretende Erkrankung dos Rückenmarkes der incompleten Paraplegie zu Grunde liegt; /.weifellos können auch Krankheitsprocesse der Wirbelsäule solche Störungen im Gefolge halien. In Frankreich liisst man die Kreuzlähmung (l'effort de reins) zumeist aus einer Läsion der Rücken- bezw. Lendenwirbelsäule ent­stehen und bezeichnet sio geradezu als eine Verrenkung,' dorselbon (Entorse tlorso-lombaire). Schon Vatel liefert einen eingoliondon Fundhorichl über die Section eines Pferdes, das mit diesem Leiden behaftet war, Mach Peuch und Toussaint zeigen sich die [ntervertebralsoheiben an den Rücken- oder Lendenwirbeln zuweilen an beiden gelbgrün, zum Theil zerstört, in vor­geschrittenem Stadium ganz geschwunden, und an den Enden der einzelnen Wirbel Iroten Granulationen auf, welche sich mit einander verbinden, ver­knöchern und so zu Synostosenbildung führen. Zuweilen bilden sich Exo-stosen im Wirbelkanale und üben einen Druck auf das Rückenmark aus. Fiese Veränderungen sollen unter Umständen mit Zerreissungen in den Muskeln verbunden sein. Rigot will im Lliopsoas Hämorrhaffien und
'i'-iiliaux Abscosse in den langen Beugern des Halses
^ol'undon bähen : anderen Leiden
allerdings scheinen hier zum Theil Verwechselungen mil vorgelegen zu haben.
Bei Pferden sah ich wiederholt incomplei
Paraplegie nach Erkältung
auftreten, aber nach kurzer Zeit wieder verschwinden; wahrscheinlich han­delt os sich in diesen Fällen um Muskelrheumatismus,
Periodische Lähmung der Nachhand wird in Folge Verstopfung der Schenkel- und Becknngefässe beobachtet (vgl. diese). Ferner können Tumoren, die sich im Wirbelkanal entwickeln oder in denselben eindringen und einen Druck auf das Rückenmark ausüben, Ursache von Paraplegie werden, In der Alforter Klinik wurde bei einem Pferde Carcinombildung
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Krankheiten cllt;'r Ruokenwirbelstlulc und des Beckens.
mit Metastasen in der Daaohliöble und Drucklähmung des Huckennun-ks ho-obacbtet; Kampmann stellte bei Fohlen Paraplegie in folge Perfoi'ation des /.weiten Lendenwirbels fest, welche von einer Balggesohwulst, die ihren inhiilt in den Wivbelkanal entleert hatte, ausgegangen war.
Heim Rinde bezeichnet man alsunvollsttlndigeKreuzläbmungaussei*' dem einen Znstand, der in den let/ten Perioden der Trächtigkeit auftritt, nach dem (ieliären aber meist, wieder verscliwindet. Hierbei bandeil es sieh um eine unzureichende Muskelkraft, die erheblich vergrösserte Last des Rumpfes zu liehen, ein Zustand, der durch höheres Alter, mangelhafte Er­nährung oder vorgeschrittenen Mastzustand und andauerndes Stehen im Stalle begünstigt wird. Aber auch Ltlsionen der Wirbelsäule und des Beckens (Fissuren), welche beim Gebärakt entstellen, veranlassen hei diesen Thieren nichi selten complete und incomplete Paraplegion. Ob hier auch so­genannte Reflexlähmungen vorkommen, wie Pranck vermutbete, muss vor­läufig unentschieden bleiben. Eine grosse Zahl der bei diesen Thieren als „Kreuzlahmequot; beschriebenen Erkrankungen bilden offenbar Verwechse­lungen mit schmerzhaften Zuständen in den liinterschenkeln und Klauen.
liei Schafen beobachtet man Kreuzlähmung durch Cönurusblasen im liückenmnrlv; Parasiten die man auch bei anderen Thieren (Kind) beob­achtet hat. in den späteren Stadien der Traberkrankheit leiden Schafe regelmftssig an allmählich zunehmender Lähmung der Nachhand mit atakti-sehen Bewegungen der Hinterfüsse,
liei Hunden wird Paraplegie theils durch Verletzungen (Erschütte­rungen) des Rückenmarkes oder Wirbelfracturen veranlagst, meist aber bildet sie einen ITolgezustand der Staupe und beruht auf chronischen Er­krankungen des Gehirns oder Kückenmarkes. Acute oder chronische Myelitis und atrophische Zustände wurden hierbei am Rückenmark festgestellt; Siedamgr otzky fand Oedem des Rückenmarks, Johne gelbe Erweicbungs-herde in domseihen.
Auch bei Schweinen werden complete und incomplete Paraplegien beobachtet; die ersteren meist bei Ferkeln durch Läsionen des Rücken­markes, wenn die Thierchen von der Mutter getreten wurden; bei älteren Schweinen können rhachitisohe Erkrankungen die Ursache zu denselben abgehen. Beim Geflügel werden ebenfalls Paraplegien beobachtet, von Siedamgrotzky bei Papageien; über die Ursache derselben ist näheres bisher nicht bekannt.
Erscheinungen und Verlauf. Ks liegt auf dor Hand, dass diese in ihren anatomischen Grundleiden so verschiedenartigen Zustände in ihren Erscheinungen nicht Qbereinstimmen können. Auch zeigt das klinische Bild dieser Leiden meist koine so scharf ausgesprochenen Eigenthümlichkeifcen, um auf Grund derselben eine genaue anatomische Diagnose stellen zu können. Es muss daher der Zukunft vorbehalten bleiben, durch eingehende Untersuchungen die Natur dieser Zustände und die mit ihnen verbundenen Störungen festzustellen, wie es beim Menschen bereits zum Tiieil gelungen ist. I)ies gilt in erster Linie von dor incompleten Paraplegic, während bei vollständiger Lähmung der Xachliand die genaue Diagnose des Grundleidona woniger interes-sirt, weil die Thicre in diesem Zustande als unheilbar tretödtel werraquo;
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Kreu/.U'iliimmg.
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den, oder an den i'oljj.vii des meist unvermeidlichen Decubitus bald zu Grunde gehen; es kommen indess auch hier Ausnahmen vor, wie /. B. bei der Commotio medullae spinalis; dor Verlauf muss daher hier oft entscheiden.
Die vollständige Lähmung der Nachhand kennzeichnet sich;
1. Durch Unvermögen zu stehen. Au der Erde liegend sind die Thiere unfähig sich zu erheben und zu gehen. Sehr selten bleibt die Funktionsfähigkeit der X.n. crurales, und damit die Fähig­keit zu stehen erhalten, während das öehen den Thieren unmöglich ist. Dies kann dadurch veranlasst sein, dass die LInterhrechung der Leitung im Rückenmark hinter dem Austritt der genannten Nerven (4.—0. Lendenwirbel) erfolgt, kommt aber auch bei Fracturen der Rückenwirbelsäule vor, wie ich mich bei Pferden (Iberzeugte. Hunde lernen zuweilen auf den Vorderfüssen zu gehen, wie Xocard be-nhachtete. Die Thiere heben durch kräftige Contractionen der Rückeu-strecker das llintertlieil in die Höhe, wie es ihnen wohl künstlich beigebracht wird.
-. Die Reflexerregbarkeit zeigt sich vollständig aufgehoben, mich macht sich passiven Bewegungen gegenüber kein Widerstand bemerklich (schlaf fe Lähmung). Dies ist stets der Fall, wenn die Ursache des Leidens im Lendenmarke oder hinter demselben ihren Sitz hat. Fand die Unterbrechung der Leiden vor dieser Stelle1, also im Bereiche der Rückenwirbel oder noch weiter nach vorn statt, so bleibt die Reflexerregbarkeit nicht nur erhalten, sondern sie ist oft sogar krankhaft gesteigert, so dass Reize der äussereu Haut, Sehnen und Knochen (leichtes Klopfen oder Nadelstiche) lebhafte Contractionen in den gelähmten Muskeln auslösen. Es können sogar andauernde Contractionen (Krämpfe) in den gelähmten Muskeln bestehen (spas-t i s c h e L ii h m u n g e n). Auch N o o a r d beobachtete bei 11 unden Steigerung der Sehnenreflexe. Vergl. meine Allgemeine Chirurgie S. 228.
3, Die Sensibilität erscheint bei erheblichen Läsionen des Rückenmarkes vollständig aufgehoben; bei Myelitis spinalis ist sie an­fangs nicht nachweisbar gestört; ihr Fortbestehen spricht für Affection der Hinterstränge und der grauen Einterhörner. Bei Drucklähmung zeigt sich zuweilen Steigerung der Sensibilität, wie es Nocard bei Hunden beobachtete; die Berührung der gelähmten Hinterhand rief lebhafte Schmerzen hervor (Paraplegia dolorosa).
Mei den grösseren Thieren stösst diese Untersuchung auf Schwierig­keiten, weil die Sensibilität bei ihnen nicht arenau zu kontroliren ist,
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570nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Rttokenwirbelatlulfl and dos Beckens.
indem Reflexbewegungen von den durch schmerzhafte Erapflndungen veranlassten Bewegungen oft schwer zu trennen sind.
I. Zu diesen Cardimilsymptoincii der Paraplegie gesellen sicii Lilhmuugserscheinungen an der Bluse, am Mastdarm, sowie Schweif-lähmung (S. 582). Ks besteht daher in der Hegel [ncontinentia urinae, während die Fäces nicht- ohne fremde Hülfe entleert werden können. Dieser Symptomoncomples hegleitet bei Thieren in der Hegel Druck­lähmung durch Fracturen der Wirbel oder des Kreuzbeines, durch Blut­ergüsse in den Wirbelkanal, seltener durch Tumoren, kommt aber auch bei Erschütterungen des Rückenmarkes vor. Die Diagnose muss sich auf die Art der Entstehung und den Verlauf der Lähmung stützen. Bei Wirbelfracturen lässt sich zuweilen Verschiebung der Fragmente oder Crepitation nachweisen.
Koch grössere Verschiedenheiten in ihren Symptomen bieten die incompleten Paralysen. Wenn auch in jedem Falle eine sichere Trennung nicht durchführbar ist. so empfiehlt sieb doch vom klini­schen Standpunkte zwei Arten zu unterscheiden, nämlich!
1. eine Paraplegia incompleta vera s. spinalis und 2, eine Bar. incompleta spuria. Die Ursachen der ersteren liegen inner­halb, die der zweiten ausserha I h des Wirhelkanales. Baraplegieu der ersten Gruppe, die durch acute oder chronische Entzündung des Kückenmarkes und seiner Häute, durch Druck und degenerative Brocesse der Medulla spinalis veranlassl werden, äussem sich durch folgende Symptome:
1. Bewegungsstörungen, die
a)nbsp; nbsp;durch Abschwächung der Kraftäusserungen,
b)nbsp; durch Unregelmässigkeit der Bewegung gekennzeichnet sind. Die Thiere zeigen Schwäche und frühzeitige Ermüdung; die Hinterschenkcl tragen zwar den Rumpf, aber fördern die Vorwärtsbewegung nur wenig und machen dabei unregelmässige, ataktische Bewegungen.
AlsAtaxio bezeichnet man Bewegungsstörungen, die auf einer mangel­haften Coordination heruhen. Die fegelinilssigo Innervation der einzelnen Mnskelgruppen ist hierbei gestört, in Folge dessen greifen ihre Actionen nicht harmonisch in einander; einzelne Gruppen arbeiten zu viel oder zu früh, andere zu wenig odor zu spät.
Solche Störungen heohachlet man hei Pferden und Hunden als Symptom der unvollständigen Kreuzlähmung, indem die 1 linterfüsse zögernd und unvollständig vom Erdboden abgehoben werden; die Zehenwand des Hutes berührt dabei den Boden und schleift sich
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Krcuzliihimiii'
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allmählich an ihrer Aussenflöche ab, Im nächstfolgenden Moment wird der Fuss plötzlich abnorm Imc-ii gehoben und ungeschicki raquo;tappend'1 niedergesetzt; oft beschreibt derselbe hierbei einen Bogen nach aussen, so dass die Filsse kreuzweise über einander gesetzt werden, während das Hintertheil nach links und rechts schwankt (raquo;wackelig im Kreuzequot;, „tour de bateauquot;). Diese ataktischen Bewegungen ti'eten besonders bei Wendungen hervor; das Rückwärtstreten liilit denThieren schwer.
2. Sensibilität und Reflexerregbarkeit bleiben meist er-lialten, letztere zeigt sich wohl erhöht, indem Sehneiu-eflexe iebhafl ausgelöst werden, im Übrigen gilt hier das von der completen Para­plegic gesagte.
'#9632;'gt;. Muskelatrophie. .Sie fehli bei spinalen Lähmungen meist oder beschränkt sich auf eine leichte, an beiden Seiten gleichmässig hervortretende [nactivitätsatrophie; degenerative Atrophie und Ent-nrtungsreaction fehlen stets.
Das Fehlen von Atrophie bei der spinalen Form der unvoll­ständigen Kreiizlälmiung beweist, dass die Ursache vor dem trophi-schen Centrum der Muskeln, also in den Hintersträngen der Medulla liegt, da die vom (Jeliirn allsgehenden Lähmungen meist als lienii-plegien auftreten. Man vergl. S. 231 der Allgemeinen Chirurgie.
Die Ursachen der Paraplegia incompleta spurin liegen ausserhalb des Kückenmarkes bezw. des Wirbelkanales und können von verschiedenen Theilen ausgehen. Bald sind Wirbelfissuren oder Krankheiten an den Entervertebralscheiben (S. 573) Veranlassung zu diesen Störungen, häutiger aber noch Muskelleiden. Bald handelt es sich um rheumatische Erkrankungen (Erkältung), bald um mechanische Einflüsse. Bei Pferden sind letztere häutiger, indem gewaltsame, passive oder active Dehnungen der Muskulatur (z. B. schwere und ungewohnte Arbeit) einen ähnlichen Zustand veranlassen, wie er jedem aus Erfahrung an sich selbst bekannt ist. Werden die Thiere an­dauernd mit, angestrengter Arbeit Uberbürdet, so stellt sich mit der Zeit eine dauernde Herabsetzung der Punktionsfähigkeit in den Mus­keln ein. indem ihre Hubhöhe eingeschränkt, Ihre Hubkraft abge­schwächt wird. Die mit diesen Zuständen verbundenen Störungen hat man wohl auf Erkrankungen der Pascien zurückgeführt; nachgewiesen wurden solche bisher nicht. Da die pathologischen Veränderungen sich hier ähnlich gestalten werden, wie in den Sehnen, also nicht so leicht wieder verschwinden, so erscheint es mir zweifelhaft, dass die Pascien eine hervorragende Holle bei diesen Störungen spielen.
Uöllor, Specielle Chirurgio fllr Thlcräratc. a. Ami,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;!7
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Krankheiten der RUckeuwirbelsaule und des Beckens.
Völlers beschreibt eine Kreuzlähmung, die sich beim Grebären einer Stute plötzlich, und zwar zugleich mit einer Einknickung dor Wirbelsäule zwischen dem 1-1. und 15, Blickenwirbol out wickelt hatte, lgt;io anfangs erheblich gestörten Bewegungen (dasThier konnte stehen, aber nur schwer gehen, wobei schwankende Bewegungen mit dem Kreuze gemacht wurden) Hessen später allmählich nach, während die Deformität der Wirbelsäule fort­bestand. Johow beobachtete ein 15 Jahre altes Pferd, welches seit einem halben Jahre an Schwäche in der Hinterhand litt, die sich namentlich Mor­gens beim Aufstehen und liei den ersten Schritten deutlich zeigte. Eines: Tages vorfiel dasselbe plötzlich in complete Paraplegie, Die Section ergab, dass der Körper dos ersten Lendenwirbels um ein Dritttheil stärker war als die anderen. Die Verdickung hatte zur Verengerung dos Wirbelkanales geführt und einen Druck auf das Bückenmark ausgeübt, welches sich um ein Drittel seiner Dicke geschwunden zeigte,
II arms cunstatirlo bei einem 4jährigen Pferde eine beiderseitige Trennung der vorderen Enden dor grossen Gesässmuskeln von den langen lUickoninuskeln. Im Stande der Ruhe war nichts auffÄlliges an dorn Thiei zu bemerken, bei dor Bewegung aber zeigte sich ein hartes Hin- und Her­schwanken des Hintertheiles. Da, wo der grosse Gesässmuskel ans dein langen Bückenmuskel entspringt, machten sich zu beiden Seiten der Wirbelsäule starke Vertiefungen, vor dem Darmbein eine Hervorragung bemerkbar. Nach der Bewegung trat das vordere Ende der grossen Gesässmuslceln in seine normale Lage zurück, wie deutlich zu sehen war. Kino Besserung hezw. Heilung des Zustaudes soll nicht eingetreten sein.
Die Prognose gestaltet sich bei der completen Paraplegie un­günstig; nur da, wo eine Commotio s|gt;iiialigt; als ürsaclie derselben zu vormuthon ist . bleibt die Möglichkeit der Heilung nicht aus­geschlossen. Bei grösseren Thieren slolll sich die Prognose noch viel Ungünstiger als hei kloiuon. weil orston; rogolmilssig bald an Docubital-gangrän zu Grunde gehen, Pferde noch schneller als Kinder.
Bei der incompleten Paraplegie hängt natürlich die Prognose vornehmlich von der Natur dos Krankheitsprocesses ab, welche der Lähmung zu Grunde liegt. Plötzlich und erst vor kurzer Zeit, nament­lich in Folge von Erkältung entstandene Lähmung bietet mehr Aussicht auf Heilung als chronisch verlaufende, denen meist unheil­bare Krankheitszustände zu Grunde liegen. Ungünstig gestalten sich toriier alle Lähmungen, die mit „Entartungsreactionquot; und hoch-flradiflfer Muskelatrophie vorlmndon sind; liier koinnit nur aiisnahni^-weise Heilung zu Stande; oft schreitet die Entwickelung des Leidens allmählich weiter und führt schliesslich zur A.rbeitsunfähigkeit, sel­tener zu vollständiger Lähmung, weil die Thiore in der Regel früher beseitigt werden. Auch kann der Zustand Jahr und Tag auf der­selben Stufe stehen bleiben und bei Pferden die Verwendung im lang­samen Dienst gestatten.
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KreuzHUmiun^. — Kranklioitcn des Schweifes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;570
Behandlung. Bei completer Paraplegie muss zunttchsl für ein passendes, weiches Lager gesorgt, und der Körper öfter umgewendet werden, um Decubitus zu vermeiden. Leicht verdauliches Futter, Entleerung des Mastdarmes mit der Hand, bei Barnverhaltung auch der Blase mittelst Katheter; unter Umständen können Ald'iilirmittel angezeigt erscheinen. Im übrigen wird die Behandlung nach der Natur des Grundleidens einzuleiten sein; Ruhe und kalte Umschläge bei mechanischen Läsionen, wenn diese oberflächlich liegen, Wo rheumatische Einflüsse vermuthet werden, Priessnitz'sche ümschläffe oder Eindeckungen mit heissem Sand oder Kleie; daneben Prottirunsren (.Massage) der Muskulatur und Einreihungen mit flüchtig erregenden Mitteln.
Bei incompleter Paraplegie muss ebenfalls die vermuth-iiche Ursache derselben die Therapie bestimmen. Wo mechanische Einflüsse mitgewirkt haben, liuhe event, unter Anwendung eines Hänge­gurtes; rheumatische Zustände sind wie oben angegeben zu behandeln. Werden entzündliche Processe des Rückenmarkes oder seiner Häute vermuthet, so linden seliarl'e Ahleitungsmittel (Senf'teig. (,'anthariden u. s. w.) Anwendung. Um die Muskelatrophie zurückzuhalten, dient leichte Bewegung, sofern diese möglich ist. und Massage in der Form fies kräftigen Klopfens (Tapotement). Ich sah bei Pferden wiederholt von der subcutanen Injection von Veratrin günstigen Erfolg.
Bei Hunden kann auch der elektrische Strom in Anwendung kommen; bei Pferden ist allerdings der faradische Strom wegen der grossen Empfindlichkeii und Widersetzlichkeit dieser Thiere kaum anzuwenden.
s. Die Krankheiten des Schweifes.
Lit.! Prietsch, Dresd. Ber. 1884. S. 105. Kaiser. Qurlt u. Hartwig. 31, S. 436. Ctunlander, das. 38. S. 829. Popow, Jahrb. 1884, S. 129, Schwarz-tiecker, Gfurlt u. Hortwig. 30. S. 22-rgt;. Peters, das, 16. S. 76. Deigen-desch, Her. Rep. 48. S, 193. Friedberger, Ad, VVoch. 1889. S. 193. Dehnhardt, Gurlt u. Hertwig. ö. S, 472. Bosenbaum, das. 27. S. 124. Gabbey, Th. Mittb. ISTlaquo;. S. 98. Block, Berl. Th. Woch. 1891. S. 215, Röder, Dresd. Her. 1891, S. 88.
1. Verletzungen des Schweifes bezw. Schwanzes kommen, abgesehen von den operativen Eingrillen, am häufigsten bei Hunden und Rindern vor. Bei ersteren durch Quetschungen, Treten, üeber-fahren, Gegcnschlagen gegen die Wand des Käfigs oder andere Gegenstände. Mangelhafte Empfindung scheint hierbei eine Rolle zu
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Krankheiten der Ruokenwirbelsilule und des Beckens,
.spielen: l'ariislliesien, d. h. abnorme subjective Empflndungen ver-anliisscn llimdo zuweilen, ihre Scliwanzspitze zu benagen, so dass seihst die Wirbel blossgelegt werden; Prietsch beobachtete dasselbe vom Löwen.
Bei Kühen geben Stockscblftge, heilige Verbiegungen des Schwanzes, um die Thiere zum Oehen anzutreiben zu Quetschungen Veranlassung; ebenso das Klemmen desselben zwischen zwei Stöcken, was zu demselben Zwecke und oft in roher Weise ausgeiülirt wird. Früher fanden Verletzungen der SclnvanzrUbe zum Zwecke der Hei­lung verschiedener Krankheiten statt, wie .solche auch heute noch beim Sehweine vielfach zur Blutentleerung üblich sind. Beim Rinde H'iebt die Impt'ung der Lungenseuche zuweilen zu schweren entzünd­lichen Processen am Schwänze Anlass, namentlich wenn hierzu nicht reines Material verwendet wurde. Verunreinigung des Schwanzes mit Mist und heftiges Schlagen mit demselben führt bei diesen Thieren zu Verletzungen mit nachfolgenden entzündlichen Processen. Werden derartige Verletzungen beim Kinde nicht rechtzeitig behandelt, so ge­sellt sich unter dem Einflüsse von Verunreinigungen (Infection) leicht eine phlegmonöse Entzündimg hinzu, oder es kommt zu ulcerativen Processen, die selbst bis auf die Schweifwirbel übergreifen und zu chronischen Leiden führen, die ehemals als eine besondere Krankheit betrachtet und mit dem Namen „Ste-rzwurm1quot; belegt, wurden. Hierbei handelte es sich bald um ulcerative und cariöse Vorgänge, bald um unter dem Einflüsse von l'hlegmone entstandene Nekrose, wobei nicht selten Abschnitte des Schwanzes abfallen. Da die ilussere Haut sich unmittelbar auf die Schweifwirbel legt, so tritt bei starker An­schwellung an der Schweifrübe genau ebenso wie an anderen Or­ganen, /,. 15. der Zunge die Gefahr der Nekrose ein; unter dem Drucke der stark gespannten Haut wird die Blutcirculation gestört und schliesslich unterbrochen; so #9632;/.. B. wenn bei Impfungen mit den Instrumenten oder der Lymphe septische Substanzen unter die Haut gebracht werden. Dass derartige Processe bei mangelhafter Pflege der Thiere leichter vorkommen, liegt auf der Hand und er­klärt zugleich, dass der „Sterzwurmquot; in einzelnen Ställen grössere Ausdehnung finden kann und früher als eine specifische Krankheit augesehen wurde. In Finnland wurden zur Zeit sogar amtlicherseits Massregeln gegen das Leiden in Anwendung gebracht (Cumlander).
Erscheinungen und Verlauf. Verlei
zuncren sinci am
Schweife
leicht nachzuweisen ; Phleflmone äussert sich durch diffuse Anschwellung
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[vrankheiten des Sohwoifos,
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welche sich oft bis auf den Rumpf ausbreitet, zu fieberhaften Er­krankungen und selbst tödtlicheni Ausgange Anlass giebt, In anderen Füllen führt die entzündliche Schwellung zum Absterben eines Schwanz­stückes oder zur JSfekrose der ilusseren Haut, worauf leichi cariöse Verilnderungen an den Schwanzwirboln eintreten.
Bei Hunden zeigt sieh oft die Schwanzspitze durch fortgesetztes Schlagen wund, bald mit Schorfen bedeckt, bald eine secernirende Fläche bildend, welche son den Thieren beleckt, auch wohl benagt und zerfressen wird, so dass die letzten Schwanzwirhel frei liegen. Man trifft den Zustand am häufigsten bei grossen, kurzhaarigen Thieren. Zuweilen tritl bei entsprechender Behandlung Heilung ein. oft aber erst nach Amputation des Schwanzendes; doch auch damit erreicht man häufig keinen Stillstand des Processes, sondern die Thiere benagen den freigelassenen Stumpf weiter, so dass wohl empfohlen wurde, den Schweif dicht hinter den Ohren zu coupiren, d. h. das Thier tödten zu lassen. Beim Löwen erzielte Prietsch nach zwei­maliger Amputation Heilung, die auch bei Hunden hiernach beob­achtet werden kann.
Behandlung. In präservativer Hinsicht muss Reinlichkeit, bei [mpfungen Antisepsis empfohlen werden. Bei phlegmonöser
Anschwellung können Skarificationen der Haut in der Längsrichtung des Schwanzes angezeigt erscheinen; daneben eine entsprechende (antiseptische) Behandlung eventuell unter Anlegung eines Verbandes. Block lässt Skarificationen bis auf die Knochenhaut machen und Kochsalz oder Terpentin einreiben.
Bei Hunden empfiehlt sich, die Wunden mit Jodoform, Collo-(liuin oder Theer zu bestreichen, oder mit einem Verband zu bedecken, um so die Thiere vom Lecken und Benagen der Schwanzspitze ab­zuhalten, (ielingt dies nicht, so bleibt meisl nur die Amputation übrig, Zuweilen zeig! sich auch Cauterisation des Stumpfes nützlich.
Hier möge noch kurz des sog. Rattenschweifes gedacht wei­den, der beim Pferde in allmählichem Ausfall der Schweifhaare be­steht. Welche Ernährungsstörungen dem Leiden zu Grunde liegen, ist bisher nicht bekannt, ebensowenig ein sicheres Alittel. den Aus-fall der Haare zu verhüten oder das Wiederanwachsen derselben zu fördern. Von Popow wurden neuerdings Skarificationen der Haut des Schweifes empfohlen, eine Mittheilung, die jedoch weiterer Be-atätiffunac bedarf.
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Krankheiten dm- Rttokenwirbelstlule und des Beckensi
2, Lähmung der Schweifmuskeln. Störungen in der freien Beweglichkeit der Schweifrübe können durch Fracturen der ICreuz-wii'bel sowie durch entzündliche Processe und Neubildungen veranlasst werden, doch kommen auch primäi'e Innervationsstörungen der Schweif­muskeln bei Pferden und Hunden vor, und zwar sowohl in Ver­bindung mit Paraplegie als auch ohne diese. Ich sah das Leiden wiederholt bei Stuten; auch die aus dor Literatur bekannten Fälle betrafen vornehmlich Stuten (Seh warznecker, Deigendesch, Fried-berger, Köder, Peters): Gabbey u. a. beobachteten den Zu­stand auch bei Wallachen. Das Leiden beginnt meist langsam: im Anfange desselben wird der Schweif nicht in regelm'dssiger Weist1 gehoben (getragen), derselbe hängt mehr oder weniger schlaff zwischen den ilinterschenkeln und baumelt beim Gehen hin und her (Hammel­schwanz). So wird er auch von Harn und Koth beschmutzt, zumal sieh nach einiger Zeit (Monaten) Lähmung der Blase und habituelle Mastdarmverstopfung hinzugesellt; es entsteht Incontinentia urinae, während zur Entleerung des sich allmählich stark erweiternden End­stückes des Mastdarmes manuelle Hülfe erforderlich wird: bleibt diese aus. so stellen sieh Kolikersclieinungen ein. Schliesslich ge­sellt sich Paraplegia incompleta mit Schwund in den Muskeln der Kruppe und der Hinterschenkel hinzu.
Die Prognose ist ungünstig, da die Therapie dem allmählich fortschreitenden Leiden gegenüber sieh bisher machtlos erwies. Sowohl erregende Mittel wie auch Strychnin und Elektricität blieben in den von mir beobachteten Fällen ohne jeden Nutzen; auch Köder wendete Strychnin ohne Erfolg an. In Folge der allmählich schwindenden Ar­beitskraft und der mit der Haltung der Thiere verbundenen Unbequem­lichkeiten entschliesst man sich in der Regel zur Tödtung derselben, in dem von Deigendesch beobachteten Falle ging die Stute an Blasenzerreissung zu Grunde.
#9632; k Tumoren treten bei Pferden. Rindern und Hunden am Schweife auf. Bei Pferden sah ich wiederholt Carcinome und Sar­kome, bei Schimmeln als sog. Melanome. Von Lehnhardt und Rosenbaum wurden heim Rinde gefdssreiche Neubildungen, sog. Blutsch wämme am Schwänze beobachtet. Bald gehen dieselben von der äusseren Haut, bald von den Schwanzwirbeln aus und führen ZU ricerationen, oder sie setzen sich auf das perianale Bindegewebe fort und veranlassen Verstopfung (S. 423).
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Krankheiten des Schweifes. — Nekrose der Rüokenfascie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;583
Die Diagnose bietet keine Schwierigkeit, um so molu' aber die Therapie. Oberflächliche, lt;1. h, in der ilusseren Haut sitzende 'ru­moren lassen sieli auf operativem Wege leichi entfernen; gehen sie
uIm !• von den W'irlielu uns. so bleibt nur die Amputation des Schweifes übrig. Diese kann an den llusseron Abschnitten nach den allgemeinen Regeln des sog. Coupirens erfolgen. Liegt der Tumor an der Schweifwurzel, so muss eine regelrechte Amputation eintreten (S, -168 der -Allgemeinen Chirurgie).
9. Nekrose der Bttckenfascie.
Lit.: Schmidt, Th. Mitth. 1877. S. 116.
Dio Rückenbinde oder Rückenlendenfascie (Fascia lumbo-dorsalis) liegt unmittelbar unter dem Hautmuskel des Rückens und um-giebt die Rtickenstrecker scheidenartig, ihr oberflächliches Blatt geht vom ilusseren Darmbeinwinke] aus, heftet sich an dio Dornfortstttze der Lenden-und Rückenwirbel und das Nackenband, geht abwärts in die Sehnenhaut des Bauohhautmuskels, vorn in die Nackenbinde (Pranck) und Schulterarmbeinbinde über. Ihr tiefes Blatt ist auf die Lenden­gegend beschrankt, verbindet die Querfortsätze der Lendenwirbel mit einander und dem äusserenDarmbeinwinkel (Darmbein-Lendenband, tiünther). Die Ifüekcnbindo dient verschiedenen Muskeln als Ansät/, (dem breiten Rückenmuskel, vorderen gezahnten u. a.) und vermittelt dio Association der Rückenstrecker mit den Muskeln der Hinterschenkel; sie ist beim Pferde am meisten entwickelt.
Eiterungsprocesse unter der äusseren Haut des Kückens, /.. B. Druck­schäden führen zuweilen zu Nekrose der Rückenbinde; auch äussere Ver­letzungen und phlegmonöse Processe können dazu Veranlassung geben. Bei der erheblichen Stärke dieser Pascie nimmt die Dissection des nekrotisirten Stückes längere Zeit in Anspruch, während dessen neue Abschnitte durch die fortschreitende Eiterung absterben. So entsteht, eine, bald langsamer, bald schneller um sich greifende Zerstörung der Rückenbinde. Ich hatte bei Pferden wiederholt Gelegenheit, diesen Vorgang zu beobachten, der wochenlang anhielt und der Behandlung erhebliche Schwierigkeiten bot. Die Heilung wurde erst, erreicht, als ich mich entschloss, das krankhaft ver­änderte Stück der Rückenbinde mit dem Messer abzutragen und durch per­manente Irrigation niit Desinficientien dem Eiterungsprocesse eine Grenze ZU setzen. Schmidt beobachtete bei einem fohlen an der Pascie jauchige Zerstörung, welche sich vom Widerrist bis zum Becken erstreckte. Aus Hinschnitten entleerten sich nekrotische Massen und übelriechender Eiter. Trotzdem der eingeführte Finger die Kippen blossgelegt fand, ei'folgte auf Anwendung von Oarbolwasser in 6 Wochen Heilung, Hoch nicht immer verlaufen derartige Processe so günstig (vergl, S. 'isii).
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XI. Die Krankheiten der Vorderffliedmassen.
A. Krankheiten der Schnltergegend.
1. Fracturon laquo;los Schulterblattes.
Lit.i Trasbot, Jahresber. 1888. S. 139. Straub, Gurlt u, Uertwig. Bd, X. S. 444. lünz, Knochenbrüohe der Hausthiore, 1824. Strauss, Vet. Chi­rurgie. 1845.
Boi der geschützten Lage und geringen Beweglichkeit des Schulter­blattes .sind Brüche desselben Ix'i Hausthieren im allgemeinen selten, doch beobachtet man solche in Folge Einwirkung stumpfer Körper (Gfegenfahreu, Hufschlag, Fusstritt), sowie durch Q-egenrennen und Niederstürzen, besonders mit untergeschlagenen oder gespreizten Beinen. Trasbot sah eine Schulfcerblattfractur beim Pferde durch Sträuben in den Fesseln; Rinder ziehen sich solche durch ungeschicktes Nieder­stürzen auf die Vorderfusswurzel zu. Heftiges Pariren auf der Vor­hand kann bei Pferden Bruch des Schulterblattes veranlassen, der meist am Collum auftritt.
Bald fracturirl der vordere oder hintere Schulterblattwinkel, bald die Gräte oder der Körper, nicht selten der Hals oder die Gelenk­pfanne. J)ie Mehrzahl dieser Brüche bleibt subeutan, selten findet eine Perforation der äusseren Haut statt (complicirter Bruch). Zu­weilen beschränkt sieh die Trennung auf eine Fissur, doch kommen auch Splitterbrüche vor. Mir begegnete ein Comminutivbruch bei einem Pferde, welches im Winter in einer Sandgrube gearbeitet hatte; das Schulterblatt war durch das Herabfallen gefrorener Erde in mehr als 80 .Stücke zersplittert.
Diagnose. Bei gut genährten Thieren, namentlich Pferden, und wo bereits stärkere Anschwellung eingetreten ist, kann die Diagnose
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lirüclm dos Schulterblattes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;585
auf Schwierigkeiten stosson, l'ie Dislocation dor Bruchstücke ist oft goring, Crepitation kann ganz fehlen. Daher gill der Grundsatz: Jede erhebliche, plötzlich entstandene Lahmheit, welche sowohl hrl der Bewegung wie auch Belastung des Fusses hervortritt, erregt den Verdacht auf Fractur des Schulterblattes, sobald eine andere Ursache für dieselbe nicht aufzufinden ist.
Nur beim Bruch der Gräte wird der Fuss zuweilen i-ogelmässig belastet, während sieb die Bewegung in hohem Grade sohmorzhafl zeigt (Hangbeinlahmheit). Bei diesem, sowie bei Brüchen am vorderen und hinteren Winkel des Schulterblattes lässt sich die Verschiebbarkeil der Fragmente auch woh] direct nachweisen. Fracturen am Collum sca­pulae sind mit abnormer Beweglichkeil des Fusses, namentlich für Ab- und Adduction, verbunden. Am schwierigsten gestaltet sich die Diagnose der Fracturen am Körper; Crepitation bei intactem A i-in bein lassen solche vermuthen.
Verlauf und Prognose. Schulterblattbrücho zeigen sieb inn so bedenklicher, je näher sie dem unteren Ende des Knochens liegen. Dieser schon von Binz aufgestellte Hat/, ist beachtensworth und erklärt; sieb ans dem Umstände, dass bei Fracturen an den oberen Abschnitten des Schulterblattes die Fragmente nicht so leicht verschoben werden, auch die Schmerzen geringer bleiben.
Am ungünstigsten gestaltet sich die Prognose bei Fracturen durch die Gelenkpfanne, namentlich bei Arbeitsthieren und besonders bei Pferden. Brüche am Collum scapulae schliessen die Wiederher­stellung der Arbeitsfähigkeit der Thiere nicht ans, namentlich dann nicht, wenn die Deviation der Fragmente Keine erhebliche ist; zu­weilen kehrt die volle Brauchbarkeit zurück. Häufiger wird dies bei Brüchen am Körper und regelmässig bei snleben an der Gräte und den oberen Abschnitten der Scapula beobachtet, sobald dieselben subeutan bleiben. Complicirte Schulterblattfracturen erweisen sich stets bedenklich, zumal unter den hier gelegenen Fascien leicht Eiterversenkungen vorkommen. Je geringer die Schmei'zcn (Lahm­heit), desto mehr Aussicht auf Heilung; sobald diese erheblich sind. lasse man Pferde und Kinder, die keinen besonderen Zuchtwerth besitzen, bald schlachten, denn während der Heilung gehen die Thiere in ihrem Näbrzustande erheblich zurück. Zwingen heftige
Schmerzen das Pferd, fortdauernd den anderen Fuss zu belasten
Sl'
tritt noch die Gefahr der Senkung des llufbeuies hinzu, namentlich wenn das Thier sich nicht niederlegt. Verstärkte Pulsation dei
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Krankheiten der Vonlei'Kliedmnsson.
Schienbeinarterie und Versuche, den Fuss zu entlasten, deuten auf diese Complication hin, ilie mit erheblichen Schmerzen verbunden, das Thier zwingt andauernd zu liegen. Meist tritt alsdann Decubitus und Tod ein, wenn die Thiere nichl früher geschlachtet werden.
Bei kleineren Thieren, namentlich Fleischfressern heilen sub-cutane Schulterblattbrüche regelmässig in 4—6 Wochen: zuweilen bleibt jedoch auch hier Lahmheit zurück.
Behandlung. Besteht eine Verschiebung der Bruchstücke, so muss zunächst die Reduction derselben so weit möglich bewirkt werden. Sie erfolgt, am besten am liegenden Thiere in der Narkose, stösst aber bei grösseren Thieren auf Schwierigkeiten, und wo sie gelingt, erweist, sieb die Retention oft unmöglich. Die hierzu empfohlenen Verbände lassen sich meist nur bei kleinen Thieren mit Nutzen ver­wenden. Bei Pferden erfüllen weder die von Hinz empfohlenen Kissen noch auch das Schenkelmieder von Strauss diesen Zweck: auch haben die von (iodine und Delwart mit. Hülfe von Harz und Pech angelegten Verbände wenig Nutzen. Wenn die Thiere nicht durch Schinerzen gezwungen werden, den kranken Fuss ruhig zu halten, und wo erhebliche Stützbeinlahmheit besteht, ist in der Kegel baldiges Schlachten zweifelhaften Heilversuchen vorzuziehen. Thieren, die sieh hinlegen, gebe man eine möglichst weiche Streu: legen .sie sich nicht, so bringe man sie in einen Hängegurt und sorge dafür, dass sie sieb möglichst ruhig verhalten. Sollen bei complicirten Brüchen Heilversuche angestellt werden, so suche man vor allem einen aseptischen Wundverlauf' zu erreichen, wozu allerdings ein \ erband unentbehrlich ist.
Hei kleinen Thieren lassen sich passende Verbände leichter an­wenden, wobei indess der Brustkorb und der untere Abschnitt des Halses mit eingelegt werden muss, wenn ein fester Sitz des Ver­bandes erreicht, werden soll.
2. Fracturen des Armbeines.
bit; I'eocli, Her. Rep. 25. S, 43. Rossignol, Rec. de med. vet. 1855. Mere­dith, The vet. journal. Vol. 27. S. 19. Drosse, Tli. Mitth. 1854. S. 70.
Auch Armbeinbrüche sind bei Thieren selten und kommen noch am 'häutigsten bei Hunden vor, indem der eine oder andere Condylus vom unteren Ende des Humerus abbricht. Peech und Rossignol be­obachteten auch bei Pferden doppelseitige Armbeinbrüche. Nach dem
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Brüche dos Armbeines,
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Sitz der Frudur gestalten sich ESi'scbeinungen und Prognose ver-Bchieclen. Drosse stellte heim Pferde eine Fractur der atlusseren ulieren Erhabenheil des A.rmbeines'' (Internier Fortsatz bezw, Seifcen-höcker) fest und entfernte das Knochenstöck, worauf in 11 Tagen Heilung eintrat; 6—7 Wochen später stolperte das Pferd und brach dabei das Armbein in der L'dugsrichtung,
Fracturen der Armbeindiaphyse werden am häufigsten beim Hindu und ihinde durch äussere Gewalten, Hufschläge, Gegenfahren, Fusstritte sowie durch unglückliches Niederstürzen veranlasst. Bei Pferden sah man solche auch während des Reitens durch plötzliche Wendungen auftreten (Ernes).
An den unteren Gelenkfortsätzen geben Fehltritte die Ursache zu Fracturen ab, namentlich heim Hunde; aber auch bei Pferden sah ich solche. Bald wird der Beuge-, bald der Streckknorren abge­sprengt, indem der belastete Fuss eine energische Rotationsbewegung macht, oder der entlastete Puss zu einer excossiven Abduction oder Adduction gezwungen wird. Bunde erleiden solchen Bruch am häu­figsten heim ungeschickten Herabspringen oder Fallen von einem Stuhl oder Tisch. Von den 26 Armbeinbrüchen, welche Stockfleth bei Hunden behandelte, Helen 7 auf die Diaphyse und 19 auf die Gelenkknorren.
Die Erkennung eines Diaphysenbruches bietet in der Regel keine Schwierigkeiten; hochgradige Schmerzen (Stütz-und Hangbein­lahmheit), Anschwellung, abnorme Beweglichkeit und Crepitation bei festgestelltem Schulterblatt und intactem Zustande der übrigen Schenkel-knochen lassen keinen Zweifel darüber bestehen. Weniger leicht ge­lingt der Nachweis eines Condylenbruches. Zuweilen zeigt sich der abgebrochene Gelenkfortsatz beweglich, seltener ist hier Crepitation nachzuweisen: am häutigsten gelingt der Nachweis noch beim Hund. Heim Pferde besteht neben Unvermögen den Fuss zu belasten hoch­gradige II angbeinl a hm lieit mit Seitwärts Stellung des Schenkels vom Ellbogengelenk abwärts, und zwar mit Adductions-stellung bei Fracturen am Streckknorreu, mit Ahduetions-stelhmg hei solchen am Beugeknorren; bei ersterer verharren die Zehengelenke in excessive!* Volarflexion, so dass die Aussentläche der Zehenwand den Fussboden berührt. Hies erklärt sich, wenn man bedenkt, dass die Streckmuskeln durch Lockerung ihres oberen In-sertionspunktes aussei- Spannung gesetzt werden. Im weiteren Ver­laufe des Heilungsprocesses verschwinden diese abnormen Stellungen
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Kiaukhciteu ilcr Voi'd$i'ffli6dnia.88on.
igt;t'( plötzlich, und wenn der Fuss wieder belastet wird, so zeigt sich bei Fracturen am Beugeknorren ahnonue Dorsalflexion der Vorder-fusswnrzel (rüokbiegige Stellung), welche besonders während der Trabhewegung im Moment der Belastung hervortritt. Verbunden mit abnormer Flexion des Ellbogengelenkes erklärt sich diese Erschei­nung aus der Entspannung der Beuger der Vorderfusswui'zel, welche mit der Lostrennung ihres oberen Insertionspunktes nothwendig verbunden ist. Bei Practuren des inneren Condylus ^'ilt dies zugleich für die Zehenbeuger, Diese Erscheinung kommt ausserdem nur noch bei Zerreissung in den Beugern, sowie bei Fracturen am Erbseubein vor und hat dulier diagnostisch eine besondere Bedeutung; bei den Fleisch­fressern fehlt sie.
Verlauf. Wenn auch mit Hinterlassung einer gewissen Be­schränkung der Beweglichkeit im Ellbogengelenk, heilen Brüche der Condylen bei Fleischfressern regelmässig in 6—8 Wochen. Stock-fleth, sowie auch ich sahen bei Hunden diesen Bruch auf beiden Püssen gleichzeitig auftreten und heilen. Ein von mir beobachteter Fall betraf einen Jagdhund, der später wieder benutzt werden konnte. Beim Pferde dauerte die Heilung in einem von mir beobachteten Falle 2—3 Monate, doch wurde vollständige Wiederherstellung der Brauch­barkeit erzielt. Williams scheint weniger günstige Erfahrungen ge­macht zu haben, denn er behauptet, dass in der Kegel eine Wieder­vereinigung des getrennten Condylus nicht eintritt, und dauernde Lahm­heit zurückbleibt.
Bei Brüchen der Diaphyse gestaltet sich die Aussicht auf Hei­lung für alle Thierarten weniger günstig, namentlich aber für Arbeits­pferde; in dei-Kegel lohnt sich hier ein Heilversuch tlberhaupl nicht. Bei werthvollen Zuchtpferden, namentlich solchen mit ruhigem Tem­perament sowie bei kleinen Tliieren gelingt die Heilung, sofern die Deviation nicht sehr erheblich ist , und der andere Puss die an­dauernde Belastung aushält, unter diesen üinständen sind mehrfach Heilungen beobachtel worden. Warnecke sah einen Armbeinbruch beim Hengste. Meredith sogar einen complicirten Längsbruch des Armbeines beim Pferde in 1lt;i Wochen keilen: es wurden mehrfach Knochensplitter entfernt und ein antiseptischer Verband angelegt. Auch Lafosso, Aubrv und Peuch berichten über ähnliche Beob­achtungen. Günstiger gestaltet sieb die Prognose bei kleinen Tliieren, namentlich wenn keine erhebliche Verschiebung der Knochenstücke vorliegt. Hier lässt sich nicht nur die Reposition leichter bewirken.
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Bruchs des Avniboinesi — Krankheiten des Schultergelenkesinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;r)8!gt;
sondei'n die Lage des Armbeines gestattet bei den Fleischfressern auch die Anlegung eines Verbandes, namentlich wenn der Bruch in der Nähe des unteren Endes besteht,
Behandlung. Beim Pferde und Rinde l'dssl sich ein zweck-miissiger Verbaud kaum in Anwendung bringen, dabei- imiss bei diesen 'Filieren der Natur die Heilung überlassen bleiben, Auch die in Frankreich mehrfach empfohlenen Verbände tragen zur Retention der Bruchstücke wenig bei. Dagegen lässt sieh das untere Ende des Humerus bei Fleischfressern bandagiren; hier gelingt es auch, den gebrochenen Condylus mit Hülfe von Binden ausreichend zu lixiren. Man lege einen Uipsverband von der Vorderfusswurzel ab soweit nach oben als möglich, und sorge dafür, dass sieb das Ellbogengelenk hierbei in massiger Heugestellung befindet, damit die Ein­schränkung seiner Bewegung weniger nachtheilig wirkt. Auch achte man darauf, dass der ünterfuss nicht bei einer abnormen Supinations-oder Pronationsstellung eingegipst wird. Nach •!—4 Wochen fangen die Thiere an, den Fuss wieder zu belasten, worauf der Verband ent­fernt werden kann. Meist zeigt sieii zunächst eine Beschränkung in der Bewegungsfreiheil des Ellbogengelenkes, welche durch passive Bewegungen allmiihlieh beseitigt oder doch erheblich vermindert werden kann.
Grössere Thiere, besonders Pferde bringe mau in einen Hänge­gurt, Sobald indess an dem andauernd belasteten Fusse Pulsation der Schienbeinarterie auftritt, muss dem Thiere Gelegenheit gegeben werden sieh hinzulegen; man sorge fin- ein mögliehst weiches Lager und einen geräumigen Stall (Boxe); legt sieb das Tliier nicht, so bleibt kaum noch Hoffnung auf Heilung.
;J. Krankheltszustftude des Sclmltergelenkes.
Lit.: Smith, The vet. journal. Mai 1887. Lodezzano, Giornale di vet. 18.V). Delorme, Rec. de med. vet. 18.Vgt;. Ilomant, Oestcrr. Vierteljahrsselir. I!d. XVII. Williams, The Princ, and Tract, of vet. surg, S, 236,
Anatomie. Das Schulter- oder Buggelenk, ein bei allen Hausthieren freies Gelenk, besitzt nur ein schlaffes Kapselhand. Seitliche Verstärkung der Kapsel durch feste Bindegewebsfasern, sowie die von beiden Seiten an­gelagerten Muskeln beschränken die Bewegungen in dem Gelenke und ge­statten neben ausgiebiger Beugung und Streckung nur schwache Abduction, Adduction und Eotution. Die Beugung im Schultergelenk wird vornehm­lich durch den Biceps, die Streckung durch die Ellbogenstrecker, Abduction durch den ünterschultermuskel, Adduction durch die Grätenmuskel gehemmt,
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l\r;mkhi;ilim der VorclQi'ffliedtnassen.
no dass das Sclinltei'gelenk hei don Haustlümm bei weitem nicht die freie Beweglichkeil liigt;sit/.t wie beim Mensoben, Die ovale, flache Gelenkgrube der Scapula ist erheblich kleiner als der Gelenkkopf des Armbeines. Beim Schwein mid den Fleischfressern wird erstere durch Knorpelsoheiben (La­brum glenoideuiii scapulae kom.) vergrössert. Bei diesen Thieren steht auch das Sohultergelenk mit der Bursa intortubercularis in Verbindung,
a) Luxation des Schulfcergelonkes. Unvollstflndige Luxa-tionen der Schulter kommen bei Thieren sehr selten vor, weil der Ge­lenkkopf auf dem scharfen Rande der öelenkgrube der Scapula nicht leichl stehen bleibt. Auch vollständige Verrenkungen werden viel seltener als beim Menschen beobachtet, kommen aber sowohl heim Pferde wie aueb bei Wiederkäuern und Hunden vor; bei Fleisch­fressern und dem Schwein sichert das Labrum gleuoideum die Lage des Caput humeri, heim Pferde der sehnige Musculus biceps femoris,
Der Luxationsmechanismus besteht meist in excessive!quot; Beugung des Gelenkes, daher erfolgt die Verrenkung des Armbeines regelmässig nach vorne und oben, so dass sieh der Gelenkkopf desselben vor und üher die Gelenkpfanne der Scapula stellt. Da der M, biceps brachii dieser Bewegung entgegenwirkt, so kann die Verrenkung nur /.u Stande kommen, wenn der genannte Muskel erschlafft ist, also nur bei gleich­zeitiger Beugung im Ellbogengelenk, Die Luxation des Schulter­gelenkes erfolgt daher um häufigsten heim Xiederstürzen mit unter­geschlagenen Beinen. Auch plötzliche Unterbrechung der Bewegung in den unteren Abschnitten des Fusses kann eine Luxation der Schulter bewirken; Hartwig und Smith sahen auf diese Weise mehrfach diese Verrenkung bei Pferden entstehen, welche während des Sprunges mit dem Hufe gegen das Hinderniss stiessen. Auch können excessive Abductionsbewegungen den Gelenkkopf des Armbeines medianwärts aus der Gelenkpfanne der Scapula gleiten lassen.
Erscheinungen, Plötzlich eintretende, hochgradige Hangbein-lahmheii mil auffälliger Einschränkung auch der passiven Bewegungen im Schultergelenk kennzeichnet das Leiden. Während Beugung und mehr noch Streckung im Schultergelenk fasl ausgeschlossen erscheint, besteht abnorme Freiheit für Abduction und Adduction; dabei er­scheint der Fuss verkürzt. So lange keine erhebliche Schwellung besteht, liisst sich die Dislocation des Gelenkkopfes auch wohl direct durch Palpation erkennen. Beim Druck auf diese Stelle üussern die Thiere Schmerz. Nicht selten hestehen Complicat hmen mit Fractureii am Schulterblatt oder Armbein,
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Luxiition des Sohultei'gQlönkes,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 591
Prognose und Verlauf. Nach oiner Reihe von Beobachtungen kann selbst die vollständige Luxation in - •quot;gt; Wochen bellen, wenn die Reposition rechtzeitig erfolgt, Als Smith iIh.n Pferd nach der in Cliloroformnarkose erfolgten Reduction führen lii'ss, zeigte dasselbe im Schritt keine erhebliche Lahmheit; 8 Tage später ging die Stute kaum noch lahm. In anderen Fällen blieb indess chronische Lahm-hril zurück, Bei Ä.rbeitsthieren wartel man nach erfolgter Reduction etwa 8—II Tage ab, und wenn in dieser Zeil keine erhebliche Besse­rung eingetreten ist, empfiehlt sich in der Regel Schlachtung des Thiores.
Du bei kleinen Thieren die Reposition leichter ist. so gestaltet sich liier dir I'mgnow günstiger.
Behandlung. Bei grossen Thieren, die sich ruhig verhalten, versuche nmn die Reposition zunächst im Stellen. Nach Siedam-grotzky hält hierbei ein Mann den Kopf des Thieres, ein anderer zieh! den Schenkel vorwärts, ein dritter drückt auf d;\* Carpalgelenk, uin den Fuss zu strecken, wiilirend der Operateur den Kopf des Arm­beines mit kräftigem Druck in die Qelenkhöhle zurückzubringen sucht. Qelingt dies nicht, so lasse man das Thier vorsichtig niederlegen und wiederhole den Versuch, Hierbei wird um den Schenke] ein Strick gelegt, an dem die Extension durch '2—.'I kräftige Männer erfolgt; die Contraextension geschieht durch einen Gurt, der um den Rumpf des Thieres geschlungen ist. her am Gelenk stehende Operateur leitet die Richtung der Extension und sucht den Gelenkkopf zu reponiren. Die erfolgte Reduction giebt sieh durch einen lauten Ruck sowie durch freie Beweglichkeit des Schenkels zu erkennen. Sollte die Re­duction auf diese Weise nicht gelingen, so würde man sie bei stark flectirtem Ellbogengelenk versuchen, und hiervon namentlich dann Er­folg erwarten dürfen, wenn der Gelenkkopf des Armbeines vor der Gelenkpfanne des Schulterblattes liegt. Die Retention erfolgt durch die Schultermuskelu, so dass ein Verband in der Regel nicht erforder­lich ist. hodey, zano liess bei einer Kuh zu diesem Zwecke die Haare abscheren, die Haut der Schulter mit einem Gemisch von Pech, Harz und Wuchs bestreichen und darüber ein festes Stück Zeug legen. Nach Erstarrung der Masse wurden neue Lagen darüber gelegt. Bei stärkerer entzündlicher Reaction wird in der bekannten Weise gekühlt. Absolute Ruhe ist unbedingt und zwar so lange erforderlich, als noch erhebliche Lahmheit besteht. Um Recidive, welche leicht beim Auf­stehen des Thieres eintreten, zu verhindern, bringe man Pferde 8 Tage
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Erankheiton dor Vorclei'jrliedinasssn.
Kindurch in einen Hüngegurt. Audi kann eine scharfe Einreibung die freien Bewegungen in der Schulter etwas einscbrUnken und die Gefahr eines Recidivs vermindern. \'nii Bourgelat wurde eine eiserne Schiene nach Art eines Kummets angewendet, um laquo;lie Retention zu bewirken. Der Apparat- ist in der Regel unnöthig, wenn das Nieder­legen verhindert worden kann.
hl Contusion und Distorsion des Schultergelenkes. Auch diese Leiden sind im ganzen liier selten, in Ermangelung eines straffen Bandapparates können Distorsiunen nicht leicht eintreten, wäh­rend die Schultermuskulatur, namentlich der Biceps das Gelenk vor Contusionen schützt. So lange der Schenkel in normaler Stellung zum Rumpfe verharrt, bleiben auch heftige Prellungen beim Einfallen der Körperlast unschädlich; die besonders an der Peripherie dos Ge­lenkkopfes starken KJnorpellagen wirken hierbei offenbar günstig. Da­gegen kann sowohl excessive Abduction als auch Adduction und Rotation, wie solche heim Ausgleiten, Niederstürzen sowie durch Ver­suche, den am Boden fixirten Fuss zu befreien vorkommen, eine Dis­torsion des Gelenkes zur Folge haben. Die Mehrzahl der unter dieser Bezeichnung beschriebenen Leiden stellte jedoch Erkrankungen im Biceps und der Bursa intertubercularis dar IS. 594),
Erscheinungen. Entzündliche Erkrankungen des Schulterge­lenkes geben sieb durch plötzlich entstandene llangheinlahinheit mit Abductionsstellung und Vermeidung der Belastung des Pusses bezw, Abkürzung der Belastung zu erkennen. Der Schritt wird nach vorn verkürzt, die Bewegung des Pusses verlangsamt: das Rückwärtstreten erfolgt, schleppend, so dass der Huf aber den Boden geschleift wird. An der Schulter linden sich entzündliche Schwellungen, vermehrte Wärme und Schmerz. Oft bleibt die Diagnose unsicher und fällt das Leiden dann unter den Begriff: Schulterlahmheit (S. 009).
Prognose und Verlauf. Der Urad und die Ausdehnung der mit der Distorsion verbundenen Verletzungen sind sehr verschieden, und doch hängt die Heilung von dem Ausgleich derselben ah. Die Prognose wird sich daher in erster Linie nach dem Grade der Lahm­heit und dem Pinfange der localen Krankheitserscheinungen sowie nach dem Aller des Leidens richten müssen. Sind die Schmerzen ge­ring, so kann in :!--l Wochen vollständige Heilung eintreten; all-mähliche Abnahme derselben in dieser Zeit liisst auf diese rechnen; dagegen bildet chronische Arthritis zuweilen die Ursache andauernder,
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EntzttucUmg des Schultergelenkes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 503
unheilbarer Bewegungsstörungen#9632; Je hochgradiger die Lahmheit, und jo länger sie besteht, desto ungünstiger die Prognose; starker Muskel­schwund im der Schulter ersoheini daher äusserst bedenklich.
Behandlung. Das Leiden verlangt zunächsi vollständige Ruhe für das Thier. So lange die entzündlichen Erscheinungen fortbestehen, lasse man in Form von Irrigation, Umschlägen oder Lehmanstrichen Kälte anwenden. Später werden scharfe Ableitungen, Scharfsalben und liaurseile nützlich.
c) Verwundung und Entzündungen des Schultergelenkes (Omarthritis). Q-elenkwunden werden an der Schulter bei der geschützten Lage des Gelenkes nur selten beobachtet. Romant be­richtet Über eine Risswunde am Schultergelenke beim Maulthier, welche unter Anwendung von Sublimat ohne Hinterlassung von Lahm­beil heilte, im allgemeinen verlangen Verletzungen des Schulter­gelenkes eine vorsichtige Beurtheilung und Behandlung,
Spontane Entzündungen des Schultergelenkes kommen heim Rinde und Bunde als rheumatische Arthritis, bei Fohlen, Kälbern und Lämmern als Complication der sog. Lähme vor. Das Schultergelenk wird jedoch von diesen Leiden nicht bevorzugt, wie Dieterichs meint; uil häufiger erkrankl hierbei das Knie- und Sprunggelenk.
Die im Verlaufe der Septikämie auftretende Omarthritis kann hier nicht berücksichtigt werden. Selten erfolgen Einbrüche eiteriger Processe aus der Umgebung der Schulter (Bugdrtlsen) in das Gelenk.
Chronische Omarthritis bildet die Folge von Distorsionen und Luxationen, kann auch rheumatischen Ursprungs sein. Williams giebt von Pferden 2 Abbildungen, welche den Hand des Gelenkes mit Lxostosen besetzt darstellen; die Synovialmembran war verdicki und zum Theil verknöchert; in dem einen Fall war sogar Synostosenhil-dung eingetreten.
Beurtheilung. Hei den grossen Verschiedenheiten in den patho­logischen Veränderungen, welche hier auftreten, lassen sich weder für die Prognose noch für die Behandlung bestimmte Grundsätze auf­stellen. Line sorgfältige Untersuchung und die Berücksichtigung dos Grades der Lahmheit sowie der Zeit des Bestehens des Leidens muss hierbei in erster Linie leitend sein. Hochgradiger Muskelschwund mil Portbestehen der Lahmheit bilden bedenkliche Zeichen.
Die Erscheinungen gestalten sich ebenso verschieden; man ver­gleiche hierüber „Schulterlahmheif.
Möller, Spedollo Chirurgie fttr Tlilerttrzte. u Aufl,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 38
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m
Kraukheiton der VordergUediuassea.
4. BntzUndang der Bursa lt;Ilt;n laugen Vorurmbeugers (Bursitis
Intortnbercularls).
I.it.; Williams, The Princ, ami Pract. of vol. surg. 1886. p. 256. Villato, Roc. de mod. vet. 1855. Dioterichs, Qurll u, Berlwig, 14. S. 15. Braueil, das, 11, S, 40. K. Günther, Myologie. Dieterichs, Vet, Chirurgie. IW'-'. Becker, Gurlt u. Hertwig. 1. S. 274. Dominik, Th. Mitth. 18rgt;!j. S. 'Jii. IDllenherger und Baum, Topograph. Anat. des Pferdes 1893. Nesbit, Am. vet. row. XV.
Anatomie. Auf den liberknorpelten Rollfortsät/.en dos Ariiilioiiielt; gleitet der sehnige Biceps brachii, eine geräumige Bursa (Bui'sa intertuber-cularis) bildend, bei der Beugung und Streckung des Schultergelenkes auf und nieder. Die Bursa schlägt wich, von dor Peripherie dor liberknorpelten seitlichen Rollfortsätze ausgehend, auf dio Sehne über, überziehl einen Theil der Oberfläche derselben, darauf die Seitenwilnde, sodann die ünterfläche (Ellenberger und Baum). Ander lateralen Seite bedecken die unteren Insertionsschenkel dos vorderen Grätenmuskels dio Bursa, welche hinten durch ein Fettpolster von der Kapsel des Scluütergelenkcs getronnt wird (Eichbaum). Heim Schwein und den Fleischfressern steht die liursa mit dorn Schultergelenk in Verbindung (Franck).
Die geräumige liursa intcrtubercularis bildet beim Pferde zu­weilen Sitz acuter wie chronischer Entzündungen, an welchen der lange Vorarmbeuger meist. Theil nimmt. Die acute Bursitis intcrtuber­cularis entstellt fast nur durch heftige Quetschungen, wie sie durch Gegenrennen odor Fahren herbeigeführt werden, wenn solche den belasteten Schenkel treffen, also ihre ganze Wirkung auf den Biceps geltend iiiaclien (S. 599). Durchgehende Pferde ziehen sich das Leiden daher nicht selten zu.
Eine chronische Bursitis, welche auch wohl an beiden Fassen zugleich auftritt, ist die Folge iindiiiicnuler, schneller (iiinge bei Zug­pferden (Pferdebahn, Omnibus). Williams laquo;ill das Leiden am häufigsten bei Ackerpferden, die andauernd im Pfluge arbeiten, be­obachtet haben, und /.war an dem in der Furche auftretenden Fusse.
Bei der acuten Bursitis stellen sich dieselben Voränderungen ein, wie bei acuter Tendovaginitis an anderen Sehnenscheiden, nämlich se­röse und fibrinöse Exsudate; bei inficirten Wunden und metastatischen Erkrankungen stellt sich eiterige Entzündung der Sehnenscheide ein. Dieterichs stellte hei einem kurz vorher erkrankten Pferde die Er­scheinungen einer acuten Entzündung, Hyperämie und Exsudation fest. Ein Fall von Carionekrose an der Bursa wurde von mir heim Pferde beobachtet.
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liursitis Intortuberoularü.
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Die ohi'onisohe Bursitis führt zu Knorpelusur, Exostosenbilduug am Humerus und Verknöcherungen im Biceps. Williams fand den Muskel fast, ganz, verknöchert; Dieterichs ebenfalls, gleichzeitig aber Verwachsung desselben mit drin Armbein. Die Gleitfiäche des Biceps erscheint nicht selten durch Reibung auf der rauhen Unterlage zer-
Fig, 102.
ää^ä-'^^s^A^iä
Lahmheit iraquo;'i liiirsiiis [ntertnbei'cularis,
fasert. Viilate traf ebenfalls Verknöchemng des Muskels mit üsur seiner öleitfläohe an.
Erscheinungen. Die acute Bursitis intertubercularis zeigt sich durch eine auffällige Eangbeinlahmheit; Beim Versuche zu gehen wird der Fuss nicht vorgeführt, sondern hleibt hinter den: der anderen Seite zurück: es macht den Eindruck, als ob der Fuss nicht vom Boden gehoben werden könnte. Zwingt man das Pferd vorwärts zu golien. so wird der lahme Fuss überhaupt nicht belastet (Fig. 102).
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59flnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kranklieiten der Vordergliedinassen.
Uns Zurücktreten erfolgt ohne erhebliche Störung! dor Fuss wird dabei auch wohl etwas gehoben. Ilaben die Schmerzen nachgelassen^ so bleibt der Fuss beim Gehen zurück, der Schritt erscheint nach vom erheblich verkürzt, Im Staude der Ruhe wird der Fuss rück­wärts gestellt und nicht selten vollständig belastet; eine Erraquo; scheinung, die Braueil und Iv. Günther auch nach Durchschneidung des Biceps beim Pferde beobachteten, Am Muskel und seiner Um-gebung machen sich zuweilen entzündliche Erscheinungen (vermehrte Wärme, Schwellung, Schmerz) bemerkbar, doch stehen diese in der Regel in keinem Verhältnisse zu der hochgradigen Lahmheit.
Bei der chronischen Bursitis intertubercularis fehlen die ent­zündlichen Erscheinungen, doch zeigt sieh eine Hangbeinlahmheit mit Verkürzung des Schrittes nach vorn. Tritt das Leiden bilateral auf, so erscheint der Gang gebunden. Zuweilen lässt sich neben Atrophie noch (Vmtractur des Muskels beobachten.
Prognose und Verlauf. Die acute Bursitis nimmt wohl einen günstigen Verlauf, wird jedoch nicht selten chronisch; bei hoch­gradiger Erkrankung gehen die Thiere an Decubitus zu Grunde; anderenfalls dauert die Heilung mehrere Monate und bleibt häufig eine chronische Lahmheit zurück, so dass Heilversuche sich nur bei werthvollen Pferden empfehlen, Treten die Localerscheinungen mit geringerer Eeftigkeit auf, wird der Fuss noch belastet, und ist die Lahmheit nicht erheblich, so kann in 6—8 Wochen Heilung erwartet werden; oft nimmt dieselbe jedoch ebenso viele Monate in Anspruch,
In Bezug auf die Prognose gestaltet sich die chronische Bursitis noch ungünstiger; allein die Pferde können oft mit dem Leiden noch längere Zeit, wenn auch im beschränkten Masse ihren Dienst ver­richten; Williams will gefunden haben, dass solche im Pfluge nicht mehr zu Gebrauchen sind.
Die Behandlung muss nach den allgemeinen Grundsätzen und mit Rücksicht auf die bestehenden Veränderungen erfolgen: Bei acuter Bursitis absolute Ruhe, in der ersten Zeit Kälte, am besten in Form von Eisumschlägen oder permanenter Irrigation mit kaltem Wasser. Nachdem die Schmerzen nachgelassen, zeigen sieh Priessnitz'sche Umschläge nützlich; später Ableitungen, Scharfsalben und eventuell Saarseile.
Von Dieter Ichs wurde behauptet, dass eine Dislocation des M. biceps brachii beim Pferde Lahmhoit erzeugen könne. Mir ist ein
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Entzündung tlei- Sehne des hinteren Qrätenmuskels.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;597
solches Leiden nio begegnet; auohHertwig beobachtete es in seiner lang* jähi'igen und ausgedehnten Praxis niemals. Nach der Beschreibung Diete-
riclis' bleibt, es auch zweifelhaft, ob der Znstand vorkommt, Dasselbe gilt von den Mittheilungen Beckers und Dominiks. Aus den Be­schreibungen der letzteren ergiebt sich, duss eine Verschiebung des Schulter­blattes bestanden hat, der wahrscheinlich jedoch Muskelzerreissungen zu Grunde lagen.
Zerreissung beider Mm. bicip. bracli. wurde hei einem l't'erde be­obachtet; der 11 Jahre alte Wallach war plötzlich lahm geworden. Die Um­gebung der Schultergelenke zeigte sich angeschwollen und schmerzhaft. Nachdem sich im Laute einiger Wochen der Zustand soweit gebessert hatte, dass das Pferd leichte Arbeit verrichten konnte, trat etwa 4 .Monate später gelegentlich einer Fahrt von 2,5 km plötzlich Verschlimmerung ein, indem das Pferd die Herrschaft über beide vordergliedmassen verloren zu haben schien, [n einen Hängegurt gebracht, magorte es allmählich ab, wobei sieh der Rumpf zwischen den Schultern senkte, so dass vier Wochen nach dem letzten Vorfall die Widei'rttsthöhe um II cm abgenommen hatte, das Brust­bein bis zur unteren Hälfte der Vorarme reichte, und die Schulterblätter fast horizontal Lagen. Heide Scbultergelenke waren stark geschwollen aber nicht mehr schmerzhaft. Der Gang des Thieres war leidlich, doch stolperte dasselbe öfter. Die Section ergab ausgedehnte Periostitis in der Umgebung der Scbultergelenke; an Stelle des Processus coraeoides fand sich eine rauhe Stelle an den Schulterblättern. Beide Mm. bic. brach, waren an ihrer [nsertionsstelle vom Schulterblatte abgerissen, und die in den Muskeln ver­laufenden Sehnen verdickt (Nesbit).
5. Entzündung der Sehne des hinteren Grtltennmskels und
ihrer Bnrstt.
Lit: K. Günther, Myologie. S. 273.
Auf dem lateralen Muskelhöcker des Armbeines über der [nser­tionsstelle des hinteren Grätenmuskels findet sich constant eine Bursa tendinea, welche mit ihrer Sehne zuweilen brim Pferde entzündlich erkrankt. K. Günther machte zuerst, auf diesen Zustand aufmerksam, der sowohl durch Quetschung (Hufschlag, Gegenfahren, Niederstürzen) als auch durch intensive Anspannung der Sehne hervorgerufen werden kann. Werden bodeneng gestellte Pferde viel in schneller Gangart, namentlich im gestreckten Trabe verwendet, so kann diese Sehne durch Abductionsbewegungen der Schulter Dehnungen erfahren, und so das
Leiden veranlasst werden; Pferde mit bodenen
#9632;,--•
r Slid lung- zeigen sich
zu demselben prädisponirt.
Erscheinungen. Die Krankheit giebt zu einer eigenthümlichen
Lahmheit Veranlassung, nämlich zu einer Stützheinlahmheit mit Ahductionsstellung des ganzen Schenkels. Der Puss wird zwar belastet, aber in möglichster Auswärtsslellung. wodurch Abduction
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Krankheiten der Vordergliedmiissen,
der Öclmlter und damit verbundene schmerzhafte Dehnung der er­krankten Sehne vermieden werden soll. Auf Druck zeigt das Pferd an der betreffenden Stelle Schmerz; auch ist nieist vermehrte Wärme und Anschwellung nachweisbar. Zuweilen iiisst sich bei der Bewe­gung durch Auflegen der Hand Crepitation nachweisen (Tendovaginitis crepitans).
Prognose und Verlauf. In der Natur des Leidens liegt es begründet, ilass die Heilung stets mehrere Wochen (4—8) in An­spruch nimmt, aber regelm'dssig eintritt, wenn dem Thieve hin­reichend Ruhe gegeben wird.
Therapie. Solange acut entzündliche Erscheinungen bestehen, wendet man Kälte an, später feuchtwarme Umschläge (l'riessn it z), und wenn damit nicht Heilung eintritt, lasse mau Scharfsalben oder Haarseile, im Xothfalle das Glüheisen folgen.
laquo;;. Lälmumg des oberen (vorderen) Schulternerveu. Paralysis N. suprascapularls. Abbiaden.
Lit.! Siedtimgrotzky, Dresd, Bor. 1878. S. M. Günther, Gurlt a. Ilertwig. 31. S. 215. Williams. The Princ. and Pract. of vet. surg. Roloff, 'l'liierar/tl. Mitth. 1874. S. 137. Hansen, Jahrb. 1889. S. 89. Müller, Her!. Arch. Bd. 11. S. 300. KaUnor, Zeitsohr. für Veterin, 1891. S. 1.
Dieses Leiden wurde schon 1785 von Bohlwes beobachtet, 1864 von Bouley als Zerreissung der Endsehne des hinteren Gräten­muskels aufgefasst und von K. Günther zuerst richtig erkannt und beschrieben; in neuerer Zeit ist dasselbe mehrfach bei Pferden fest­gestellt worden.
[raquo;er obere Schullernerv, ein starkor Ast des Plexus braohialis, stammt vornehmlich aus dem 7. Halsnerven und tritt zwischen dem vorderen Graten- und ünterschnlteramskel an die laterale Schulterblattfläohe, um sich in den beiden Griitenmnskoln und den Auswärtsziehern dos Armbeines zu verzweigen. Er versorgt also diejenigen Schultermuskeln mit motorischen Fasern, welche dem Schultergelenk als laterale Soitenbänder dienen.
Die Ursache zu Lähmungen des N. suprascapularls geben heftige Rückwärtsbewegungen der Schulter bezw. des Schenkels ab, wodurch eine Dehnung des Nerven veranlasst wird. Laufen gegen einen Baum, gegen die Krippe oder andere feste Gegenstände, oder gegen einander, wie bei Kavallerieattacken, bilden die regelmässige
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Liilimung des oboron Schulterncrveii.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 590
Ursache dieses Leidens. Man beobachtet es daher öfter bei Kavallcric-pferden sowie bei Durchgängern. Auch öegenfahren mit der Deichsel kann die Lähmung veranlassen. Hansen sah dieselbe (lurch dun Schluß einer Thtlr entstehen. Der Zustand entstehl also unter ähn­lichen umständen wie die Bursitis intortubercularis (S. quot;li'l); der Unterschied liegt nur darin, dass, wenn solche Gewalten den ent­lasteten Schenkel treffen, durch Rückwärtsbewegung der Schulter diese Lähmung veranlasst wird; an dem belasteten Schenkel rufen sie eine Contusion der Schulter hervor, weil bierbei die zur Lähmung führende Rückwärtsbewegung nicht eintreten kann. Ks liegt ferner aul der Hand, dass langsamer einwirkende und mit grösserer Ober-tliiche die Schulter treffende Gewalten eher diese Lähmung erzeugen, während durch die plötzliche Einwirkung stumpfer Körper der Biceps mit seiner Bursa in Gefahr kommt.
Die Erscheinungen des Leidens erklären sich durch den Aus­fall der Thiitigkeit der als laterale Seitenbänder des Schultergelenkes dienenden Muskeln. Während an dem unbelasteten Schenkel nichts Krankhaftes zu bemerken ist, tritt an dem holasteten eine plötzliche A hdnet ioushewegung der Schulter hervor und zwar in dem Moment, wenn der Fuss senkrecht unter dem Rumpfe steht; Schulter­blatt und Armbein schnellen alsdann mit sichtbarem Ruck von der Brustwand ab, weshalb das Leiden als „Abbladenquot; oder ,,Ab-blattenquot; bezeichnet wird. (DasSchulterblatt heisst vulgär das „Blattquot;.) .Man überzeugt sich von dieser Bewegung am besten, wenn man das Pferd in gerader Richtung und im langsamen Schritt auf sich zuführen lässt.
Also eine S t ü t z b e i n 1 a h m h e i t m i t A b d u c t i o n s s t e 1-1 n n g des S c h e n k e 1 S 11 u d r u c k w c i s e r 1) e w e g u u g d e r Schulter nach aussen im Moment senkrechter Belastung kennzeichnet das Leiden. Später tritt Atrophie in den gelähmten Muskeln ein, welche sich am deutlichsten am vorderen Grätenmuskol und den beiden Auswärtsziehern zeigt, während der hintere (iräten-muskel, welcher einige Zweige vom N. axillaris empfängt, intact bleibt. Der Muskelschwund giebt sich durch stärkeres I [ervortreten der Schulter­blattgräte zu erkennen.
Boloff beobachtete bei einem Pferde, welches sich iiu schweren Zuge plötzlich eine doppelseitige Schulterlahmheit zugezogen hatte, auffallende Atropliie der (iriitenuiuskelii. Das Pferd hatte seitdem französische Stellung angenommen, und waren die Schultergelenke vom Rumpfe abgestellt. Wahrscheinlich hat hier eine doppelseitige Lllhmung des N. suprascapularis bestanden.
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Krankheiten der Vordorffliamp;dmasseni
Dagegen dürfte dor so^. .losen Schulter' des Rindes eine Dehnung bezw, Brsohlaffung der Adduotorengruppe (Mm, sabscapularis u, teres major) •/.u Grunde liegen, Der Zustand wird bei gewissen nacen (Holsteinern) namentlich im Winter beobachtel: lieim Weidegang im Sommer verliert sieh derselbe oft.
Beurtheilung und Verlauf. Du
reu mecnaniscne
Eiiillüssi
staudene Norvenlähmungen pflegen bekanntlich weniger günstig zu verlaufen als rheumatische Paralysen) daher erklärt sich, dass auch hier die tloilung ofl ausbleibt. Im allgemeinen gestaltet sieh die Prognose bei weitem ungünstiger als bei Paralyse des N. radialis; doch kann in etwa 6—8 Wochen die tleilung zu Stande kommen. Ist dieselbe aber in dieser Zeit nichl erreicht, die Lilhmung noch eine complete, d. li. haben die Bewegungsstörungen noch nicht erheblich abgenommen, so bleibt wenig zu hoffen. Von den fünf von mir beob­achteten Fallen heilten nur drei: auch Kattner sah in i) Wochen vollständige Heilung eintreten. Die von ls7.quot;)—IS'.H) an der hiesigen Hochschule constatirten zehn Suprascapularislähmungen ergaben drei Heilungen, drei Pferde wurden als gebessert und vier als ungeheilt entlassen. Ebenso muss hochgradige Atrophie der gelähmten Muskeln als ein ungünstiges Zeichen angesehen werden. Im übrigen linden die allgemeinen Hülfsmittel zur Präcisirung der Prognose Anwendung. So ist die Wiederkehr der faradischen Erregbarkeit als sicheres Zeichen für den günstigen Ausgang zu betrachten. Während die mil dieser Lähmung behafteten Pferde in schnellen Gangarten nichl zu ver-werthen sind, wird die Brauchbarkeit derselben im langsamen Zuge nicht aufgehoben. Im Zugdienst begünstigt das Leiden jedoch das Durchziehen, weil sich die Schulter unter dem Geschirr verschiebt.
Die Behandlung muss nach allgemeinen Grundsätzen erfolgen. Auf den Ablauf der in dem Nerven bestehenden pathologischen Ver­änderungen hat man im ganzen Keinen grossen Einliuss. Wir geben dem Thiere In der ersten Zeit Ruhe und suchen durch Massage der Muskeln (Klopfen derselben täglich 1—2 Mal) die Ernährungsvorgänge in denselben aufrecht zu erhallen, d. h. Atrophie zu verhindern. Wahrscheinlich Kami die Massage auch auf die Beseitigung der in dem Nerven bestehenden anatomischen Störungen günstig einwirken. Zu demselben Zwecke empfehlen sich von Zeit- zu Zeit Injectionen von Veratrin, Man nimmt dazu am besten das in Wasser unlös­liche Veratrinum, verreibt Igt;,1 mit etwa 5,0 Wasser ohne Zusatz von Alkohol und spritzt das Gemisch auf den gelähmten Muskeln
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Liilimung ik-.s oboron Sohulternerveu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (gt;ol
unter die Haut, Flausen will von subcutaner Tcrpentinölinjectiou Erfolg gcsehon iiaben.
Die wiederholte Anwendung der Electx'icitüt, namentlich des ln-ductionsstromcs, ist bei der grossen IDnipfindlichkcii der Pferde gegen diesen meist mit so grossen Schwierigkeiten verbunden, dass man davon absehen muss. Im übrigen gehört dieser zu den wirksamsten Mitteln zur Erhaltung der Muskel- und Ncrvenerregbarkeil und kann bei werthvollen Thieron unter Umständen Anwendung linden. Wo gleichzeitig Erscheinungen einer Quetschung bestehen, findet Kälte vortheilhafte Anwendung,
Im Frühjahre 1875 wurden mir kurz nach einander ;gt; Pferde mit dieser Lahmheit zugeführt. Bei zweien Hessen sieh noch die Spuren der gewaltsamen Einwirkung auf die Schulter nachweisen, das eine war beim Durchgehen mit der betreffenden Schulter gegen einen Baum gelaufen, bei dem anderen hatte ein Gegen ein anderreiten stattgefunden. Die Erscheinungen der Lähmung waren gleich nach diesen Ereignissen bervorgetreten und sind von mir bereits näher beschrieben. Has eine der 3 Pferde wurde nach kurzer Zeit gesund; bei den beiden anderen erwies sieh die [jähmung un­heilbar. Später sah ich noch zwei Suprascapularis-Lfthmungen heilen, eine der-seliien, obgleich sie mit Muskelzerreissung an der Schulter verbunden war.
Williams beschreibt unter dem Namen „Shoulder slipquot; eine Krankheit, welche sieh bei Pferden entwickeln soll, die andauernd im Pfluge arbeiten und hierbei mit dem einen Fusse in der Furche tiefer treten als mit dem anderen. Nach den Angaben Williams scheint hierbei eine Lähmung der oberen Schulternerven zu bestellen, doch will derselbe auch pathologische Veränderungen an den Grätenrauskeln und Auswärtsziehern, sowie am Schultergelenk, namentlich Usur an der Bursa des hinteren Gräten­muskels mit Zerreissung der Sehne desselben beobachtet haben (S. 504). Dass durch Zerreissung dieser Sehne, welche auch als ein Polgezustand der Entzündung ihrer Scheide auftreten kann, dieselben Störungen in der Be-vvegung veranlagst worden, wie sie mit der Lähmung dieser Muskeln ver­bunden sind, iässt sich direct nachweisen. Dnrchschneidung der Sehne des hinteren Grätenmuskels führt namentlich bei bodeneng gestellten Pferden zu denselben Bewegungsstörungen, wie ich mich wiederholt überzeugt und meinen Zuhörern demonstrirt habe.
Es liegt auf der Hand, dass sieb das Leiden gelegentlich mit ander­weitigen Verletzungen complicirt. So hatte ich Gelegenheit bei einem Reitpferde, welches beim Durchgehen mit der Schulter gegen einen Daum gelaufen war, neben der Lähmung des X. suprascapularis eine Zerreissung im gemeinschaftlichen Kopfhalsarmmuskel, sowie im kleinen Brustmuskel zu beobachten; wahrscheinlich lagen auch Zerreissungen in noch anderen Brust­muskeln vor. 15ei dem Patienten zeichnete sich gleichzeitig eine Hautstelle aus, au welcher bald nach der Verletzung die Haare ausfielen, nachdem sieh ein starkes Ekzem daselbst gebildet hatte. Diese länglich ovale Stelle, etwa eine Handbreit unter dem Uuggelenk beginnend, erstreckte sich ziem­lich senkrecht nach oben bis fast zur Mitte des Halses. Sie war in der Mitte, dicht über dem Schultergelenk etwa 20 cm breit und verschmälerte sich sowohl nach oben wie nach unten. Das später an der Stolle neu ent­standene Haar zeichnete sich durch eine hellere Farbe aus. und sobald das
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Krankheiten der Vorclergliedraassen!
Pferd etwas erriet oder nur wenig angestrengt wurde, stellte sich hier lebhafte Sohweisssecretion ein, wahrend die ganze übrige Körperoberfltlche trooken blieb. Auch zeigte sieh diese Stelle gegen Nadelstiche unempfiod-lieh. Zweifellos liandelte es sich um gleichzeitige Paralyse des Schulter-hantncrveu (X. superlieialis scapulae), eines Zweiges vom 'i. llalsnerven. Der Zustand wurde nach längerer Zeit geheilt.
7. Lilhnuing laquo;los Spolohenuervon (Paralysis nervi radlalls).
Lit.: li.it her. Busoha deutsche Zeitschr. f. ges. Thierheilk. 2, Heft t. S.S. Hanns, Han. Ber. 1871. S.U. .Müller, Berl. Aroh, 1. S. 147. Hübnor, Dresd. Her. 1884. S. 92, Munkel, Thierilrztl. Mitth. 1883. S. 34. Lesser, Aus der Volkmannschen Klinik in Halle. 1884. Bormann, Borl, Arch. 1886. S. 293. Werner, Thieräiv.ll. Mitth. 1875. S. 148, Lustig. Hau.
Ber, 1876, S. 51. Priis, Jahrb, 1889, S, 423, Hertel, Th, Mitth, 1872. s. 157. Strauss, Vet. Chirurgie, S. 141. Brlluer, Dresd. Ber. 1890. S, 74. Liihke, Zeitschr. f, Vet.-Kuncle, 1892. S. 491.
Der Speichennerv geht aus den hinteren Abschnitten des Armgeflechtes hervor, läuft abwärts, giebt zunächst einen Zweig an den dicken Vorann-strecker ab und theilt sich sodann in zwei Aeste; der obere derselben ver­sieht sHmmtliche Vor arm Strecker mit motorischen Fasern; der untere giebt die oberen äusseren Hautnerven (N. X. cutanei ext. siip.) ab, welche an der tlusseren-vorderen Fläche des Vorarms die Haut innerviren. Der fort­laufende Stamm versorgt den kurzen Vorarrabeuger sowie die sümmtlichen Streckmuskeln am Vorarm mit motox'ischen Fasern.
Lähmungen dieses Nerven wurden schon früher beobachtet, je­doch als solche nichl erkannt. So beschreibt 1831 Böther eine Lahm­heit beim Pferde, die nur auf dieses Leiden bezogen werden kann: ebenso Strauss. Harms will die Lähmung bei einer Kuli fest­gestellt haben. Nachdem von mir dieselbe 1875 wiederhol! beim Pferde beobachtet und zuei'sl genauer beschrieben war, wurde das Leiden mehrfach bei Pferden festgestellt. Auch die von Hübjier als Neurasthenie aufgefasste Lahmheit eines Pferdes gehört, /.weilellos hierher. In den letzten Jahren hatte ich wiederholt Gelegenheit, diese Lilhnuing bei Pferden zu sehen; auch isi mir ein Fall beim Hunde begegnet.
(Jeher die Ursachen der Kadialisliihnning ist noch wenig be­kannt. Zuweilen treten die Erscheinungen derselben bei Pferden auf, die zinn /wecke von Operationen länger in Fesseln gelegen haben, namentlich wenn die Unterlage aus Sand oder Erde bestand. Es muss jedoch zweifelhaft bleiben, ob es sieh hierbei nicht vornehmlich inn eine mvupaHiiseiie Lühimnig bandelt, welche durch den andauernden
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Uihinung des SpeieluMinervon.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(J03
l)riK,k auf tue Elläubogenstrecker und die damit verbundene Störung der Blutoirculation in denselben veranlasst war: dna schnelle Ver­schwinden spricht rliifür; auch steht diese Annahme mit ühnlichen Beobachtungen am Menschen in üebereinstimnuing, Seitdem in der hiesigen Klinil; die Pferde auf eine weiche Matratze geworfen wer­den, ist mir eine solche Beolmchtung nur noeli sidten vorgekonnnen. Lustig hat dagegen nach einer Zahnoperation am liegenden Pferde eine längere Zeit anhaltende Kadialisliilminng beobachtet. Erst am 38. Tage konnte der Patient als Heconvalescent entlassen werden.
Meist entstellt die Kadialislälmmng plötzlich, während der Arbeit im schweren Zuge, so dass auf einen traumatischen Ursprung ge­schlossen werden kann. Im Summer ISST hatte ich Gelegenheit, in kurzer Zeit, eine grössere Anzahl von Pferden mit diesem Leiden zu beobachten, welches im aligemeinen selten ist. Es scheint hiernach eine speeiflsche Ursache wirksam gewesen zu sein, eine Annahme, die in den gleichzeitig bei anderen Pferden auftretenden klonischen Krampten in den Ellenbogenstreckern noch unterstützt wurde. Diese Krämpfe sistirten während der Arbeit, traten in der Ruhe aber sofort von neuem hervor und konnten durch Schnellen mit dem Finger gegen die Mus­keln hervorgerufen werden. Bormann constatirte bei zwei Pferden eine ebenfalls plötzlich eingetretene Radialisparalyse. In einem von Werner beobachteten, als Lähmung des langen Zehenstreckers be­schriebenen Falle trat die Lähmung in Folge heftiger Muskelarbeit zur Befreiung des am Boden festsitzenden Fusses ein. Bräuer sah diese Lähmung bei Pferden auftreten, welche von liegen durchnässt längere Zeit dem Zuge ausgesetzt gewesen waren. Ebenso konnte Lübke Erkältung als Ursache einer doppelseitigen, partiellen Radialis­lähmung nachweisen; das Leiden war in diesem Falle mit Fieber­erscheinungen verbunden und nahm einen tödl liehen Verlauf.
[m Jahre 1890 hatte ich Gelegenheit eine Diplegin n, radialis beim Pferde zu beobachten. Nachdem sich auf dem linken Fusse das Leiden plötzlich während einer Fahrt eingestellt, hatte, in Folge dessen das Thier viel lag, zeigte sich eines Tages auch der X. radialis am rechten Fusse gelähmt. Friis beschreibt eine Radialislähmung, welche mit Lähmung des Hinterfusses der anderen Seite verbunden war (Hemi-plegia cruciata).
Die Erscheinungen des Leidens gestalten sich je nach dem Grade und der Ausdehnung der Lähmung verschieden.
Bei vollständiger Lähmung des Speichennerven nimmt der
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Krankheitrii der Vorderjatliedmassen.
Schenkel eine älmlichc Stellung an, wie bei .sehr sehmorzlud'teii lluf-leiden. Schulter- und Ellenbogengelenk laquo;erden gestreckt, während alle Übrigen Gelenke in Volarflexion verharren, die der Phalangen oft in dem Masse, das die Vorderlläche der Zehemvand des ilnfes fast mit dem Hoden in Berührung kommt (Fig. 103); der Fuss er­scheint in Folge dessen zu lang. Beim Versuche /.u gehen werden die oberen Abschnitte des Schenkels zwar regelmässig vorgeführt, doch kann nicht als Stützbein dienen, weil ihm die Kraft fehlt, seine Ge-
Fig. 103.
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Coinpleto Paralyao des N. radlalis.
lenke in die hierzu erfordei'lichc Streckstellung zu bringen ; der Schenkel bricht bei jedem Versuche der Belastung in sämmtlichen Gelenken zusammen.
Das Leiden charakterisirt sich also durch eine: Stützbein­lahmheit mit Flexion aller Gelenke vom Ellenbogen ab­wärts, durch Unvermögen, den Fuss in die zur Belastung erforderliche Streckstelluug zu bringen; nach passiver Streckung wird die Belastung des Schenkels möglich.
Die Anconiieii erscheinen bei der Bewegung des Pferdes schlaff,
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Lähmung ile.s Speiohonusrven.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;005
ihre Contraction lallt ans, und nach einiger Zeit stellt sich Atrophie in denselben ein.
Hei incompleter Radialisltlhraung gelingt die Belastung, sobald die Muskelkraft hinreicht, die Gelenke genügend zu strecken. In lang­samer Gangart, und auf ebenem Boden fehlt daher jede auffällige Störung, die aber hervortritt, sobald man das Pferd über leichte Boden­erhebungen oder Gegenstände treten lässt. Hierbei erreicht der Fuss die nötbige Streckstellung nicht, stösst an und bricht unter der Last zusammen, wobei das Pferd zum Falle kommen kann. Je nach dem Grade der Functionsstörung in dem Nerven bezw, den Muskeln zeigt sich dieser ..stolperndequot; (Jang entweder öfter oder nur bei ein­zelnen Schritten; zuweilen stellt sich derselbe erst nach einiger An­strengung des Thieres auf weichem und unebenem Hoden ein, Lässt die Lähmung nach längerem Bestehen allmählich nach, so nehmen die Thiere instinktiv einen eigenthümlichen Gang an: sie schlendern den Fuss beim Ausschreiten mit stärkerer Action der Schulter­muskeln nach vorn, um dadurch die mangelnde Streckwirkung zu er­setzen. Charakteristik der Lahmheit; Stolpern, besonders auf unebenem Hoden, später schleudernde Bewegung des Fusses nach vorn.
Nicht selten zeigt sich die Lähmung partiell. Die Mehrzahl der im Sommer 18S7 und verschiedene der später von mir beob­achteten Fälle waren dadurch ausgezeichnet, dass die Function des äusseren Streckers (M. ancouaeus externus) sowie der am Vorarm gelegenen Strecker erhalten blieb, wie man sich leicht überzeugen konnte; während die übrigen Anconäen bei der Belastung des Fusses sich schlaff zeigten, trafen in diesem Muskel regelmässige Contractionen ein. Dadurch erlangt die Lahmheit, eine besondere Eigenthümlichkeit: während der Belastung des Schenkels erfolgt im Momente seiner senkrechten Stellung eine plötzliche Bewegung der Schulter nach vorn; Schulterblatt und Armbein verschieben sich mit sichtbarein Ruck nach vorn, wodurch das Leiden gewisse Aehnlichkeit mit der Suprascapularislähmung erlangt. Durch die Richtung dieser unwillkürlichen Bewegung nach vorn, welche sich am besten bei Betrachtung des im langsamen Schritt geführten Pferdes von der Seite zu erkennen giebt, unterscheidet sich das Leiden von jenem, welches mit einer Abductionsbewegung der Schulter verbunden ist (S, 509). Charakteristik der Lahmheit: Stützbeinlahmheit mit ruckweiser Bewegung der Schulter nach vorn im Mo­mente senkrechter Belastung des Schenkels.
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Krankheiten dor Vordergliedmassen.
Der örund, weshalb dor M. anconaeus externus zuweilen von der Lähmung verschont bleibt, muss In der Verbreitung dor Nerven gesucht werden. Von seinem Stamme ^ohm zunächst die Aestn für dnn dicken und langen Ellenbogenstrecker ab, welche verhältnissmässig kurze Pasern bilden, wfthrend dor fortlaufende Stamm, welcher sich im Anc, externus, internus sowie in den am Vorarm gelegenen Zehenstreckern verbreitet, erheblich länger ist und in Folge dessen von etwa, auftretenden Dehnungen nicht in dem Masse betroffen, bezw, geschädigt wird, wie die kurzen Fasern der übrigen Strecker. Für die Richtigkeit dieser Annahme spricht nicht nur der Umstand, dass die partielle Lähmung vorzugsweise nach mechanischen Insulten (Ausgleiten u, s, w.) auftritt, sondern auch noch der, dass in diesen Fällen die Punctionsfähigkeit in den Streckern der Vorderfusswurzel, des Vordermittelfusses und der /oho stets erhalten bleibt.
Wie bereits crwiilmt, überzeug! man sich während der Bewegung des Pferdes von der üntlmtigkeii dieser Muskelgruppe sowohl durch das Gesiciii wie auch Gefühl, Nach einiger Zeit Iritt Mmkelatrophie auf, welche nach dem Grade der Funktionsstörung sieb früher oder später und in verscliiedeiiem tirade entwickeltquot;. Zuweilen liisst sieb auch an der vorderen äusseren Fläche des Vorarms Qnth'ätigkeit der vom Ra­dialis stammenden Hautnerven nachweisen; doch nicht immer fehlt bier die Empfindlichkeit der linut.
Die Diagnose der Radialislähmung ist hiernach leicht und gelingt schon von weitem.
Differentialdiagnose. Zu Verwechselungen mit diesem Leiden können tnyopathische Lähmungen der Anconäengruppe sowie alle Zu­stände Veranlassung geben, bei denen der Einfluss dieser Muskel-gruppo auf die Bewegung des Thierea aufgehoben oder beschränkt wird. Dieses gilt namentlich von Querfracturen des Ellbogenbeines, des linieren [nsertionspunktes dieser Muskeln, sowie von Continuitäts-trennungen in den Zehenstreckern, lierlei beobachtete eine Zerreis-sung aller, an das Ellbogenbein sieh anheftenden Strecker beim Pferde; die Localuntersuchung giebt hiei'über sicheren Aufschluss.
Prognose und Verlauf. Die bisher von mir beobachteten 20 Fälle von Radialislähmungen gingen sännntlicb in Heilung über, doeb zeigte sieb die Dauer des Leidens sehr verschieden; bei den in-completen Paralysen liörtgn die Bewegungsstörungen meist schon nach II Tagen auf; bei der .Mehrzahl der completen Paralysen dauerte die Heilung 5- -6 Wochen; einzelne schwere Fälle gebrauchten 6—9 Mo­nate; doch wird selbst nach dieser Zeit noch Heilung beobachtet. In drei Fällen trat nach einigen Wochen durch inigestrengte Arbeit ein Recidiv ein, das aber gleichfalls günstig verlief. Die Prognose ist
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fjähraung das Spoioliennsrvsi] und dea Ävingofleohtes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (307
daher im allgetueinon günstig. Der Gang des Pferdes bloibl zuweilen auch nach dem Verschwinden dor Lahtuheil noch unsicher, \vras sirli jcdDch mit der Zeit ebenfalls verliert. Je iiluger der Zustand besteht, (leslcj bedenklicher wird derselbe. Eochgradige IVTuskolatrophio muss daher ids bedenkliches, Wiederkehr der faradischen Ehregbarkeii als ein gUnstiges Zeichen betrachtet werden. Auch Munke! und Brauer sahen in :! Wochen Heilung eintreten.
Behandlung.' Bei der Mehrzahl der von mir beobachteten Falle wurde eine besondere Behandlung nicht eingeleitet, reber die An­wendung der Electricität gilt das S. 60] gesagte; dagegen ist zur Erhaltung der Ernährungsvorgilnge in den Muskeln Massage dringend zu empfehlen, namentlich bei completer Lähmung. Bei incompleten zeigt sich aus demselben Grunde tägliches Führen des Patienten auf weichein Boden und im langsamen Scliritl vorthoilhaft. Wo beson­dere Umstände vorliegen, nanientlicli um zugleich das Vertrauen des Besitzers zu stärken, können subeutane Injectionen von Veratrin und Strychnin Anwendung finden. Die Application kräftiger Douchon dürfte wohl nur eine Wirkung als Massago haben. Bormann wendete Strych. nitr. 0,025—0,05 subeutan mit Erfolg an. doch nahm die Hei­lung quot;i ti Wochen in Anspruch, also eine Zeit, in der das Leiden auch dime jede Medication regelmiissig verschwindet.
Ein seltener Fall von intermittirender Radialislähmung wurde neuer­dings von inir lieoliachtet. J'^in junges Luxuswagenpferd zeigte im Stalle sowie auch im Anfange der Bewegung keinerlei Störungen. Sobald dasselbe jedoch etwa oinp halbe Stunde Trab gegangen war. stellten sieh die Er­scheinungen einer Radialisltlhmnng am rechten Vordorfussc ein. zuerst incomplete Lähmung durch Stolpern, sodann allmtthlich vollsllindige Para­lyse mit den oben beseliriebencn eliarakteristisclien Syiii|)loiiien. (lab man dem Thiere Ruhe, so verschwanden die Störungen in etwa einer halben Stunde, um aber bei jeder neuen Bewegung wieder hervorzutreten. Ich vermuthete Thrombose entweder in den die Anconäen versorgenden Arterien, oder in einem Nervenaste derselben. Obgleich die Section mit aller Sorgfalt ausgeführt wurde, konnte doch nichts von dem entdeckt werden; dieselbe hatte ein absolut negatives Resultat, so dass die Ursache dieser seltenen Störung unaufgeklärt blieb, Mnskelatrophie bestand nicht,
8. LiUnnung des Armgeflechtos (Paralysis plexus bvacliialls).
bit.: Hollmann, Gurll u. Hertwig. 17. S. 284. Trasbot, Arch, vet. d'Alfort. 1884. Wilson, The Veterinarian. 1842. A.naoker, Gurlt n. Hertwig, 0. S. 48s.
Hollmann beobachtete bei einem Pferde in Folge eines Sturzes Läh­mung der sämmtlichen Muskeln des Vordersohenkels und fand bei der Section
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Krankheiten der VorderaUednuusen.
eine starke Blutung, welche ilas Armgefiecht umgab. Ans iler Besohreibung ergiebt siu-li jedoch, duss gleichzeitig eine Zerreissung des breiten gezahnten .Muskels liestund, denn das l'l'erd war nicht nur unftthig, den Puss ZU be­wegen, sondern es sank der Rumpf bei jedem Versuche denselben zu be­lasten um mehrere Zoll /.wischen den Vorderschenkeln herab. Ausserdem war abnorme Äbduotionsstellung des Schenkels zugegen,
Eine Lfthmung des Achselgeflechts, an welche sitdi später Hemiplegle anschloss, beschreibt Trasbot, In 15 Tagen trat Heilung ein. Auch dieser Fall liegt nicht ganz klar. Wilson will Efemiplegie in Folge lieber-schlagens beim Pferde, Anacker bei einem Ferkel beobachtet haben.
Bei Hunden sind LUhmungen des Achselgeflechtes nicht so seilen und treten sowohl als periphere Paralysen wie auch als Hemiplegien auf. Bei letzteren sah Ich mehrfach spastische [iilhmungen, die sich /war an
der ganzen Schultermuskulatur
deutlichsten
in
der An
conaen-
gruppe bemei'klich machten und länger andauernde Bewegungsstöiungen zur Folge hatten.
Einige interessante Mittheilungen über Ltlhmung des Armgeflechtes linden sich in dem Auszuge aus den Rapporten der Armee vom Jahre 1887. Eine Tjöhrige Stute zeigte im December rechterseits Facialislähmung; im Januar trat linksseitige Hemiplegle ein. Die llul/.olie des linken Vorder-t'usses wurde nur mit Mühe über den Hoden geschleppt. Bald darauf trat am rechten Auge Cataractbildung ein, welche punktförmig begann und sich allmählich über die ganze Linse ausbreitete. Bei der Section fand sich zwischen dem Felsentheil des rechten Schlttfenbeines und dem Kleinhirn eine walnuss-grosse Geschwulst, welche bis auf die Varolsbrücke und die strickförmigen Körper der Medulla reichte und im Innern einen Eiterherd enthielt.
Bei einem anderen Pferde war plötzlich Lahmheit des reellteil llinter-fusses eingetreten; zwei Tage später stellte sich Lähmung des rechten Vbrder-f'usses ein. Die Obduction ergab in der rechten Hälfte des Gross- wie auch Kleinhirns htlmorrhagische Herde. Gleiche Störungen wurden bei einem anderen Pferde beobachtet, verschwanden indess nach 25 Tagen.
Die Erscheinungen, welche eine Lähmung des Achselgeflechtes be­gleiten, gestalten sich verschieden, je nachdem die Paralyse eine vollständige ist oder nicht. Complete Paralysen des ganzen Achselgeflechtes haben Un­vermögen des Schenkels für jede Art Bewegung zur Folge. Sobald aber der Fuss in die entsprechende Stellung gebracht ist, vermag derselbe (wenigstens beim Pferde und Hunde) die Lust zu stützen, aber bei der Entlastung treten seine Gelenke wieder in Beugestellung. Ist die Function im N. radialis er­halten, so gestaltet sich das Stützen sicheren-, dagegen bleibt die ausschrei­tende Bewegung gestört. Treten in den Anconäen Oontractionen ein, so verharrt der Fuss andauernd in extremer Streckstellung seiner Gelenke vom Ellenbogen abwärts und behält auch während der Bewegung diese Lage bei.
Prognose und Verlauf. gt;üir die allgemeinen Grundsätze können hier als Anhalt dienen, da unsere Erfahrungen über diese Lähmungen noch zu unvollständig sind. Die bei Hunden von mir beobachteten spastischen Lähmungen des Plexus brachialis nahmen einen ungünstigen Verlauf, wie der cerebrale Ursprung schon vermuthen Hess.
Behandlung. Es gilt hier dasselbe, was bei den übrigen Lähmungen, insbesondere über Kadialislähmung bereits gesaut worden ist, Massage der
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Sohulterlahmheit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 000
Muskeln zur Förderung ihrer Ernährung und Fernhaltung der Atrophie
leistet auch hier mehr als die Anwendung von Arzneimitteln.
9. Schulterlahudieit.
Lit.: iiouley. Her. Rep, 18. S. 135. Siedamgrotzky, Landwirthgchaftliche Tbierheilkunde u. Dresd. Her. 1874. S. 4•.,. Bassi, Her. Eep, 28, S. 347. Pütz, Virchow'a Archiv. Bd. 109. Voigtländer, Dresd, Ber, 1871. Di Nasso, Jahresb, 1883. S. 101). Rigot, Journal de m6d. vet. ]8'J7. .-;. 197. Gerke. Gurlt u. Hertwig, II. 8. 223. George, Reo. de m6d. vet. 1862. S. 976. Sc lira ml, Oesterr. Vierteljahrsschr. 1887. S, 167. Scholz, Thierilrztl. Mittli. 1881. U. Zeitsclir. für Veterk. l**'J. S. llü. von Chelehowski, Oesterr. Monatsschr. 1891. S. 412. Fambaoh, Dresd. Her. 1890. S. 88. Catani, t'lin. vet. 1891 ref. in H. T. W. 1892.'S. 332. Ilirsemann, Zeitsclir. f. Vct.-Kunde. 1892. S. 123. Qüntherberg u. Weinbeer, das. S. 122 u. 125. Nesbit, Am. vet. rew. XV. ref. in Zeitsclir. f. Vet.•Kunde. 1892. S. 181. Blenkinsop, The Vet. jouni. 1892.
Aussei- den vorhin beschriebenen Leiden kommen an der Schulter noch verschiedene Kriinkheitszustimde vor. die klinisch nicht so quot;Viuui bestimmt werden können wie jene; manche derselben entziehen sich selbst bei sorgfältigster Untersuchung einer näheren Erkennimg und Beur-theilimg. Nur die Lahmheit lässt auf die Gegenwart solcher Zustände schliessen und wird daher in Ermangelung einer klaren Einsicht in die Natur derselben als „Schulterlahmheitquot; bezeichnet. Da sich an der Schulter die hauptsächlichsten Organe für die Bewegung des Schenkels belinden, so kann es nicht auffallen, dass diese Lahmheiten in ihren Erscheinungen eine gewisse üebereinstimmung zeigen. Sie stellen fast ausschliesslich Hangbeinlahmheiten dar. d. h. die aus­schreitende Bewegung des Schenkels erscheint in erster Linie oder ausschliesslich gestört; der betreffende Fuss wird heim Gehen mir langsam und unvollständig vorgeführt. Nach dem Sitze, tier Natur und Ausbreitung dieser Leiden gestalten sich die Bewegungsstörungen indess verschieden, worauf hei der Besprechung der einzelnen Zustände eingegangen werden soll. Zu diesen gehören:
1. Krankheitsprocesse am Schultergelenk und in dessen Umgehung. In der Regel handelt es sich um chronisch entzündliche Leiden, die sich, klinisch nicht direct feststollen lassen; Arthritis chronica mit Knorpelusur und periarticulären Exostosen werden bei alten, abgetriebenen Pferden angetroffen; beim Rinde und Hunde kommen rheumatische Erkrankungen des Schultergelenkes vor, die sich oft nur durch Lahmheit bemerklich machen; zuweilen bereiten passive Bewegungen der Schulter, Heben und Senken des Fusses
Möller, Siicciellc Cliinivgio für Tliioriirzte. #9632;gt;. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 39
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#9632;quot;
()1()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten tier Vordorglieilmassi'u.
Schmerzen, und durcli Abspannung der Schulternxuskulatur tritt der ilussciT ßollhügel deutlicher hervor. Nach Iftngerem Bestehen stelH sicli Muskelschwund ein. In Bezug auf die Lahmheit ist zu be­merken, dass in der Regel auch bei der Belastung des Schenkels und namentlich bei kurzen Wendungen Schmerzen hervortreten,
Siedamgrotzky land bei einem Pferde, welches längere Zeit an Scbulterlahmheit gelitten hatte, die vordere Fläche des Gelenkes stark ver­dickt und eine chronische Entzündung der Bursa iiitertubercularis sowie des M. biceps bracbii. Die Synovialmembran dos Sobultergelenkes war schwarten­artig verdickt und mit zahlreichen, fadenförmigen Wucherungen besetzt, die Gelenküäche des Schulterblattes durch einen ringförmigen Knochen-kämm um 1- -2,5 cm vergrössert. Auf der G-elenkfläcbe fand sich ein Knorpeldefect, ebenso an der Geleiddliiclie des Armbeines.
-. K rank licitszusiilnde an der Muskulatur der Schulter sind theils traumatischen, theils rheumatischen Ursprungs. Sowohl mechanische Einwirkungen von aussen als auch heftiges l'ariren oder Niederstürzen können schmerzhafte Processe in der Schultermuskulatur hervorrufen. Gerlach und Günther verlegten diese Zustände nament­lich in den Biceps, Wenn auch nicht in Abrede zu .stellen ist, dass solche vorkommen, wie eine Beobachtung Günthers beweist (durch plötzliches Pariren war ein Stück von der Schulterblattbeule abge­brochen), so sind diese Leiden doch ausserordentlich selten. Neuer­dings hat Nesbit einen Fall mitgetheilt, in dem beide Mm. bic. brach, vom Processus coraeoides abgerissen waren (S. 597). Fast immer machen sich bei genauer Untersuchung entzündliche Erschei­nungen bemerkbar; vermehrte Wärme, Schmerz hei Druck oder Deh­nung der erkrankten Muskeln. Diese Untersuchung verlangt jedoch Sorgfalt und Umsicht, um sich nicht timschen zu lassen.
Hinein kräftigen Druck gegen die Schulter weichen die meisten Pferde aus; bei schmerzhafter Lahmheit findet dies oft nicht so regeimilssig statt, wodurch leicht die unbegründete Vermuthung auf­kommt, dass es sich um eine ungleiche Empfindlichkeit handelt. Dazu kommt, dass die leidende Seite häufig durch die Untersuchungen seitens des Besitzers wie auch wohl durch reizende Einreibungen empfindlicher geworden ist. Andererseits lässt sich jedoch nicht leugnen, dass durch Quetschungen und Dehnungen, bei jungen Pferden in Folge starkor Anstrengungen entzündliche Erkrankungen einzelner Muskeln (Kopfhalsarmmuskel I wie auch ganzer Muskelgruppen, z, B. der Brustmuskeln vorkommen, aber mir auf Grund genauer Palpation nachweisbar sind. Heim Ziehen des Fasses nach hinten äussern die Thiere Schmerzen,
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Schul terlafamheit.
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Diese Zustünde charakterisiren sich in der Regel als echte Hang-beinlahniheiten, während die stützende Thtltigkeit des Schenkels nicht nachweisbar gestört ist. Nach längerem Bestehen stellt sich Muskel­atrophie ein, welche in dem erkrankten Muskelgebiete den höch­sten (irnd erreicht.
Aehnlicb verhalten sich rheumatische Erkrankungen der Schulter­muskulatur, wie sie iim Kopfhalsarmmuskel des Pferdes auftreten. Während der Bewegung pflegen hierbei die Schmerzen nachzulassen, nach dem Schweissnushruch wohl ganz zu verschwinden, Remittirende und intermittirende Lahmheit spricht für rheumatische Erkrankung; ebenso ungewöhnliche Schmerzhaftigkeit bei leichter, plötzlicher Be­rührung der Muskeln, /. B. durch Gegenschnellen mit dem Pinger, während ein kräftiger Druck weniger schmerzhaft ist. Zuweilen laquo;'erden in einzelnen Muskeln, z. B. im gemeinschaftlichen ECopfhalsarmmuskel durch leichtes öegenschnellen eines Fingers in grosser Ausbreitung Contractionen beobachtet. Bei derartigen Erkrankungen des gemein­schaftlichen Kopflialsurmniuskels zeigt sich der Hals des Thieres nach der leidenden Seite und unten verbogen (Torticollis), der Muskel erscheint stark gespannt und springt deutlicher hervor (Bassi und eigene Beobachtungen).
Pütz sah durch Bntwickehing Miescher'scber Schläuche in den Schultermuskeln eine eigenthümlicbe Lahmheit entstehen. Die Bewegung war schwerfUllig, dagegen bekundete das Pferd bei der Untersuchung keine Scliiner/hai'tiykeil. Die Muskeln waren geschwollen, aber erschlafft, so dass der Rumpf /.wischen den Schenkeln herabsank, und das Schultergelenk vom Brustkasten abrückte. Die Section ergab eine Myositia chronico librosa, hervorgerufen durch die Anwesenheit der genannten Parasiten.
Bleu kin sop beobachtete wiederholt hei Pferden (australischen) Atrophie des M. pectoralis antiens. Es zeigte sich an der Vorderbrust eine tiefe Aushöhlung, welche namentlich bei Abductionsstellung des Schenkels von vorn leicht erkannt werden konnte. Der kranke Puss wurde beim Gehen ohne naturgemiisse Streckung vorgeführt; das Schultergelenk war nach aussen, der Sllbogen nach innen gedreht; von hier ab wurde der Puss abducirt und schleppend vorgeführt.
Mehrfach wurden auch Zerreissungen in der Schultermuskulatur bei Pferden beobachtet. Di Nasso fand nach Gtegenlaufen gegen einen Baum heim Pferde eine Zerreissung der Mm. serrat. antic, maj,, subscapularis und der pcctorales. Bei der Belastung des Fusses trat „Abbiadenquot; ein, ein Zeichen, dass zugleich eine Paralyse des N. suprascapularis vorlag. Ein ähnlicher Fall wurde bereits S. 601 beschrieben. Ebenso beobachtete ich bei Pferden dui'ch Niederstürzen oiler Ausgleiten Dehnungen und partielle Zerreissungen im oberfläch­lichen Brustmuskel verbunden mit Schulterlahmheit.
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Krankheiten iler Vonlergliedmasseu.
1raquo; if,'til fund bei mehreren Pferden Zerreissuni,' des M. SUbsoapularis dureh Ausgleiten nach aussen. In der ]{ef,'el bestand die Trennung in der Nilbe der unteren Insertion und war mit Exostosenbildung am Armbein ver­bunden. lTol)Gr Zerreissung in den Ellbogenstreckern berichtet Voigt­länder: Ein Reitpferd war während einer scharten Wendung auf der Vor­hand plötzlich auf dem rechten Fusse lahm geworden. Die Lahmheit, welche während der Bewegung zunahm, äusserto sich dadurch, dass der lahme Fuss so stark adduoirt wurde, dass er den anderen Fuss kreuzte. Das Pferd wurde 7 Wochen später als unheilbar getödtet.
Hirsemann theilt eine Beobachtung mit, nach welcher ein Pferd, das -1 Monate vorher Brustseuohe überstanden hatte, an Krämpfen in den Muskeln einer Halsseite sowie des gleichseitigen Vordersehenkels litt, welche namentlich im Stalle bei Berührung dieser Theilo hervortraten. Das Pferd machte plötzlich nickende Bewegungen mit dem Kopfe, hob sodann den betreffenden Vordevfuss in die Höhe, um denselben nach einigen Socun-den wieder auf den Doden zu setzen. Man konnte beobachten, wie sich in den Muskeln der linken Halsseito, besonders im gemeinschaftlichen Kopf-Jlalsannnuiskel oscillirende Bewegungen einstellten, welche etwa 5 Minuten anhielten. Nach wiederholter Veratrininjection verlor sich das Leiden in 3 Wochen.
Solche Fälle bieten in Bezug auf die Diagnose der Lahmbeil zwar keine Schwierigkeit, wohl aber in Bezug auf Prognose; nur unter Berücksichtigung der anatomischen Veränderungen lässt sich diese einigermassen zuverlässig aufstellen.
:!. Scbulterlahmbeiten können ferner durch Krankheits-processe am Schulterblatt und Armbein veranlagst werden. Practuren lassen sich als solche meist nachweisen (S. 584), dagegen entziehen sich die hier vorkommenden Fissuren oft der directen Er­kennung. Auch wurde am ScluilterblaH und Armbein Periostitis mit Exostosenbildung beobachtet.
(ierke fand bei der Section eines 2 Jahre lang schulterlahm ge­wesenen Pferdes an der inneren Seite vom Gelenkkopfe des Armbeines eine Exostose. Das umgebende Bindegewebe erschien verdickt und bildete mit der Exostose eine „eigonthümliche Gelenkflftchequot;. Der Speiohennerv war dünner als an dem gesunden Fxisso. Das Pferd machte beim Gehen kreis­förmige Bewegungen mit dem Pusse, konnte aber den Schenkel belasten. Die Lahmheit zeigte sieb nur im Trabe, verschwand während der Bewegung nicht. Aebnliche Beobachtungen wurden wiederholt gemacht.
I. Obturation der Brachialarterien hat eine während der Bewegung regelmässig wiederkehrende Lahmheit zur Folge und wird somit leicht erkannt ; sie gehört zwar zu den seltenen Vor­kommnissen, wurde Jedoch wiederholt hei Pferden beobachtet.
Eine altere Percheron-Stute zeigte sich bei schneller Bewegung sowie
im angestrengten Zuge lahm. Nachdem der Gang zuerst mühsam und ge­spannt, erschienen, trat nach 10 Minuten auf beiden Vorderfiissen Zittern ein. Das Thier gab durch heftige Bewegungen mit dem Kopfe und Halse
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Sohulterlahmheit.
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Ajigst zu erkennen und wusste nicht, mit welchem Fasse es den Körper stützen sollte. Bespiratiou mid Herzschlag waren beschleunigt. Bald folgte allgemeiner Schweissausbruch, wobei die Vordergliedmassen trocken blieben. Diese Erscheinungen verloren sich nach ','4—'/i Stunde Buhe, kehrten aber hei der Bewegung stets zurück. Die Section ergab Thronibosirung beider Brachialarterien, welche stark verdickt waren (George).
Einen ähnlichen Fall beobachtete ich bei einer 7jiihrigen Stute. Im Stunde der Kühe zeigte dieselbe keinerlei Abweichungen; die Untersuchung der Brustorgane ergab Herzhypertrophie, Nach 10 Minuten Trabbewegung setzte das Pferd die Vorderlusso abnorm weit nach vorn und aussen und nahm einen tastenden Gang an. Namentlich wurde der linke Vorderfuss ungenügend vorgeführt, oft stiess es mit demselben an, stolperte und brach wiederholt zusammen. Nach dem Aufstehen stand es breitbeinig: in den .Muskeln des Schenkels, namentlich den Anconften, traten zitternde Bewe­gungen ein. Nach etwa 5—10 Minuten verschwanden alle diese Symptome, kehrten aber nach jeder Anstrengung wieder.
Sehr a ml, Hun lev, Güntherberg und Wein beer hatten Ge­legenheit, ähnliche Befunde durch die Section zu bestätigen. Ein Pferd litt an Verstopfung der Schenkelarterie, zu der sich die Erscheinungen dieser Obturation gesellten, welche jedoch bei der Bewegung später hervor­traten, als die Störungen am Hinterschenkel; sie dauerten dagegen länger, bis zu einer halben Stunde. Bei der Section fanden sich in der Arteria subclavia cylindrisclie Pfropfe, welche auch in der Arteria axillaris, bra-chialis und radialis bis zu den Fesselarterien angetroffen wurden. Die Museularis der Oefässe war verdickt, die Inlima erheblich verändert (Endo-arteritis).
Martin beobachtete Thrombose der Achselarterie mit brandiger Entzündung der Muskulatur des Fusses, Hypertrophie des Herzens und Fettleber. Schwere, fieberhafte Erkrankung begleitete das plötzlich auf­getretene Leiden, welches in IS Stunden zum Tode führte. Es scheint, eine septische l'hlegmono (Malignes Oedem?) vorgelegen zu haben.
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k
#9632; V-
g
#9632;quot;gt;. Endlich können entzündliche Anschwellungen
sowie nicht chro-
m näher erkennbare Lahmheit veranlassen; so werden
n Ursachen
acute und
nische Anschwellungen der Bug- und Achseldrüsen zuwe
silen Ursache
von Schulterlahmheit, /.. B. beim Hol/,, Druse und infectiösen Local
erkrankungen an den Vordergliedmassen. Q-erke theilt mehren
der-
artige Fälle mit.
Ein Pferd, das 21/a Jahr lahm gewesen war, zeigte bei der Section eine faustgrosse Geschwulst unter dem Schulterblatte, welche das Armgeflecht eingeschlossen hatte. Bei einem anderen, welches 4 Jahre an Schulterlahm­heit gelitten hatte, fand Gerko eine Vergrösserung und Entartung der Achseldrüsen. In beiden Fällen war bereits hochgradige Atrophie, nicht nur der Muskulatur sondern auch an den Knochen und Hufen eingetreten.
Mit diesen Zuständen ist häufig Abduction des Schenkels sowohl bei der Bewegung wie auch bei der Belastung; verbunden. Mir sind wiederholt, periodisch auftretende Schulterlahmheiten begegnet, welche durch Schwellungen der Achseldrüsen veranlassf waren. Chronisch-
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(Hl
Krankboiten der Vordertrliedinassen,
entzündliche Processe rait Eitex'ung in dor äusseren lluul an der Schulter können solche Anschwellungen der Lymphdrüsen anregen. Scholz fand bei einem au metastatischer Druse leidenden und in Folge dessen lahm gewordenen Pferde einen Abscess in der Nähe der Achselarterie,
ti. Dass, ahgesehen von den oben beschriebenen Lähmungen, aervöse Leiden Schulterlahmhcit veranlassen können, liisst sieh nicht bestreiten, doch liegen zuverlftssige Beobachtungen hierüber nicht vor. Aueli die S. 1)07 erwähnte intermittirende Lahmheit dürfte nichl ohne weiteres als solche aufgefasst werden können. Ebensowenig können die von Llübner als Neurasthenie (S. 602) und von Catani als Neuralgie des Armgeflechtes bezeichneten Leiden als solche aufgefasst werden.
lgt;ie Diagnose der Schulterlahmheit muss sieh in erster Linie auf den negativen Befund bei der Localuntersuchung stützen; je sorg­faltiger duller diese, um so seltener jene. Man hüte sieh auf Grund einzelner Erscheinungen die Diagnose Schulterlahmheit zu stellen und dem Ergebniss der Palpation ein zu grosses Gewicht beizumessen, Da die ausschreitende Bewegung vornehmlich von der Schulter ausgeht, so erscheint diese uatürlicli auffällig gestört, die Seliulterlalimlieit charakterisirt sieh im allgemeinen als Hangbeinlahmbeit, Das Ausschreiten wird verkürzt und in der Kegel verzögert , der Puss mangelhaft gehoben, stössl leicht an, namentlich auf unebenem Boden und heim Ileherselireiten von Hindernissen. Heim Führen berg­auf wird die Lahmheit in der Regel auffälliger; ebenso heim Reiten im Kreise, wenn sich der lahme Fuss aussen befindet. Nicht selten wird der Fuss mil einer Abductionsbewegung vorgeführt. Die Lahm­heil pflegt auf hartem und weichem Boden gleichmässig hervorzutreten, auf letzterem zuweilen sogar stärker. Häutig linden im Trabgange lebhafte Nickbowegungen des Kopfes statt; .das Pferd geht mit den Ohren lahm'', wie man in Frankreich ZU sagen pflegt. Auch dieses Symptom ist nicht constant; es findet sieh namentlich bei Er­krankungen im gemeinschaftlichen Kopfhalsarmmuskel und in den Hebern der Schulter. Dehnungen in diesen Muskeln zu vermeiden. ist nämlich der Grund der Erscheinung.
Heim Rückwärtstreten wird der lahme Schenkel zuweilen nicht regelmässig gehoben sondern über den Hoden geschleift. Erkrankungen im Heber des Vorarms erregen bei passiven Hcwcgungen des Fusses nach vorn, hinten, innen oder aussen deutliche Schmerzen; doch ist hierbei Vorsicht geboten. Bei länger bestandenen Lahmheiten lege
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!
Sohultorlahmheit.
tn;
mail nicht so grosses Gewicht auf Atrophie der Muskeln sowie dos Hufes bezüglich der Diagnose, Beide sind oft secundäre Erschei­nungen, ohne den Sitz der Erkrankung zu bilden.
Prognose und Verlauf. In Ermangelung genauer Einsicht in das Wesen dieser Zustände bleibt die Ikmrtheilung stets unsicher: die Prognose muss sich dalier in erster Linie auf den Vorlauf des Leidens stützen. Je älter die Lahmheit, je grosser die Atrophie der Muskeln, um so bedenklicher wird der Zustand. Während entzünd­liche Krankheitszustände einzelner Muskeln im allgemeinen günstig zu beurtheilen sind, gestaltet, sich die Prognose bei den rheumatischen Erkrankungen bedenklicher. Alle Gelenkleiden bilden geringere Aus­sicht auf Heilung und zwar um so weniger, je älter sie sind. Günstiger gestalten sich Schulterlahmheiten, die bereits eine erhebliche Besse­rung erkennen lassen; wenig Aussicht auf Heilung bieten dagegen alle, die trotz längerer Ruhe und zweckmässiger Behandlung gleich-massig fortbestehen. Manche Schulterlahmheiten verlieren sich bereits in '1—8 Wochen, andere bestehen Jahr und Tag,
Behandlung. Ebenso unsicher wie die Prognose ist die Therapie. Wo acut entzündliche Erscheinungen und Zeichen llussererVerletzungen zugegen sind, empfiehlt sich Buhe und Kühlen, womöglich mit dem Irrigator, mit Lehiuanstrichou oder Umschlägen. Tritt hiernach in 8—14 Tagen keine wesentliche Besserung ein, so zeigt sich eine kräftige Douche vortheilhaft. Später greift man zu scharfen Ein­reibungen, und wo diese nicht zum Ziele führen, zu llaarseilen. Die hiermit für das Thier erzielte längere Kühe hal an der günstigen Wirkung derselben gewiss nicht geringen Antheil. Wo Gelegenheit zu sorgfältiger Ausführung von Massage gegeben ist, muss dieser nament­lich bei Leiden der Weichtheile der Vorzug gegeben werden. Sie wirkt nicht allein anregend auf die Resorption der Entzündungspro-duete sondern fordert auch die Ernährungsvorgänge in den Muskeln und hält die Atrophie zurück.
Vortheilhaft erweisen sich auch Priessnitz'sche Umschläge, und zwar sowohl bei den auf traumatischem Wege zu Stande gekommenen Entzündungen wie auch bei rheumatischen Leiden. Oft lassen sich beide Methoden mit einander verbinden. Dasselbe gilt von subeutanen Veratrininjectionen (S. 600). Die Wirkung des Vemtrins auf die Funktionsfähigkeit der Muskeln steht aussei- Zweifel; es fördert den Stoffwechsel in denselben und träfft dazu bei, nicht nur den Er-
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Krankheiten der Vordergliedmasscn.
müdimgszustand sondern auch krankliafte Eriüilirung.svorgiinge im Muskel zu beseitigen. Bei Muskelrlieumatisinus und dadurch bewirkter Schulterlahmheit liabo ich nach den Empfehlungen Gorlachs oft, ausserordentlich günstige Wirkungen vom Veratrin gesehen: ebenso Lübke. quot;Doch verdient auch hier das in Wasser unlösliche Veratrin den Vorzug, weil es nicht so schnell resorbirt wird, daher mehr ört­lich wirkt. Dagegen habe ich von der subcutanen Anwendung von Kochsalz keine besondere Wirkung beobachten können. Spi'itzt man nämlich eine reine Lösung ein, so kommt überhaupt keine sichtbare Wirkung zu Stande; war aber die Lösung verunreinigt, oder wurde dieselbe mit einer unreinen Spritze applicirt, so treten zuweilen umfang­reiche Eiterungen mit Abscessbildungen ein. Diese aber bilden m. E. das allein Wirksame der Injection, stellen gleichsam ein Pontanell dar. Dasselbe dürfte von den Terpentmöl-Aetherinjectionen gelten, die zuweilen mit heftiger localer Wirkung verbunden sind und Nekrose der Weichtheile herbeiführen, weshalb Pambach sich gegen diese ausspricht.
Wenn die Schrittlänge längere Zeit verkürzt bleibt, empfiehll v. Chelchowski das Pferd in einem kleinen Kreise zu bewegen, wobei sich der lahme Fuss aussei! befindet; derselbe soll hierdurch ifleichsam sfymnastisch geübt werden.
B. Die Krankheiten des Ellbogens und Vorarmes. I. Fracturen des Ellbogenboines.
Lit.; .lausen, Thierilrztl. Mittb. 1878. 8. 117. Birrenbach, das. 1875. S. 148. Armbreoht, Vet. Chirurgie. Percival, Lameness in the horse. 8.229. Adam. Ad, Wooh. 27, 8.133, Lungwitz, Dresd, Ber. 1873, S. 84. Kühne, das. 18G2. S. 109. Günther, Exterieur. 8.392. Salchow, Berl. Anh. 1889. S. 801. Mann, B. T. W. 1892. 8. 2G3.
Fracturen des Ellbogenbeines werden zwar bei allen Thier-arten, doch selten beobachtet, am häufigsten noch beim Pferde. Hier bricht meist der Ellbogenhöcker, bei den übrigen Thieren auch der stärker entwickelte Körper und zwar meist, veranlasst durch Gewalt-
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Frooturen tl^s Bllbogensi
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einwirkungen von aussen (Hufschlag, Fusstritt, Niedersfclh'zen). .lausen bericlitet liber drei Fälle bei Pferden, von denen einer durch Fall und Portschleifen, zwei durch Hufschläge veranlagst Maren. Ein beider­seitiger Ellbogenbruoh wurde bei einem Pferde beobachtet, welches mit den Vorderfüssen durch eine englische, d. h. in der Höhe der
Krippe gelegene Raufe getreten war. In der Regel bricht das Ole-cranon vollständig ab, wodurch die BUbogenstredker ihren unteren Insertionspunkt verlieren, und die Erscheinungen einer Badialislähraung hervortreten. Birrenbach fand einen Querbruch etwa l1- Zoll unter der Spitze. Liegt die Fractur tiefer und
fig. 104,
geht sie durch das Ellbogengelenk, was in der Regel der Fall ist, so tritt hoch­gradige Lahmheit auf, wobei auch die Be­lastung des Schenkels schmerzhaft wird. Die Verschiebung des Knochens liisst sich zuweilen direct nachweisen.
Mann beobachtete bei einem Füllen,
welches einen Schlag gegen den Ellbogen er­halten hatte, dauernde Lahmheit und ,krumme Haltung des Fusses in der Vorderfusswurzelquot; (also ebenfalls Erscheinungen der Eadialisläh-raung). Die Section ergab, dass die Ulna vom Radius vollständig abgesprengt und durch einen zweifingerbreiten Spalt getrennt war. Hier musste also eineZerreissung der Lig, trans-versa sowie des Lig. interosseum stattgefun­den haben.
Prognose und Verlauf. Heilungen ?incl bei Ellbogenbeinbrüchen sehr selten;
Bnicli des Bllbogenbelnes vom Pforäe.
die meisten Thiere werden früher oder später getödtet. Nach Günther soll bei Fohlen die Heilung leichter erfolgen. Auch beim Menschen heilen Querfracturen des Olecranons nur mit bindegewebigem Callus; man führt dies auf die durch den Muskelzug bewirkte, erhebliche Diastase der Bruchstücke, sowie auf die bei dem Mangel an Periost beschränkte Callusbildung zurück. Dagegen hat schon A. Cooper durch Versucbe an Hunden nachgewiesen, dass bei Längsfractureu des Olecranons regelnlässig Kuocliencallus ent­stellt. Der ungünstige Verlauf der Ellbogenbeinbrüclie bei Pferden muss vielmehr darauf zurückgeführt werden, dass bei den am häufig­sten auftretenden Querfracturen durch den Zug der Anconäen eine starke Dislocation eintritt, und dass die Fractur fast immer bis auf
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Krankheiten der Vonleri'liodmassen.
die GcKniklliu'lu' des Knochens reicht. Fig. 104, nach der Natur ge­zeichnet) zeigt die typische Fractur, wie ich sie mehrmals bei Pferden heoliiichtet, aber niemals heilen gesehen habe. Unter besonders günstigen Umständen kann bei Ellbogenfracturen Wiederherstellung eintreten, wie aueli Armbrecht heim Pferde beobachtete.
Behandlung. Da bei Pferden und Wiederkäuern ein wirksamer Verband an dieser Stelle nicht /.u applieireu ist, so heschräukt sieh die Therapie daraul', dem Thierc Huhe zu gehen, dasselbe eventuell in einen liängegurt zu bringen. Die Thiitigkeit in den Ellbogen­streckern stürt natürlich den lleilungsprocess, deshalb empfiehlt sieh bei Pferden das Niederlegen zu verhindern, was bei minderwerthigen Thieren in einfacher Weise durch Hochbinden, anderenfalls durch einen liängegurt erreicht wird. Bei Fleischfressern lässt sicli ein Gipsver­band anlegen, wodurch die Heilung zwar erleichtert wird, aber auch hier auf einige Schwierigkeiten stösst.
'.i. Fracturen der Speiche.
Lit.: Bringard, Rec. de M6d. veter. 1891. S, G05.
Brüche des Radius kommen bei Pferden in der Regel ohne Bruch des Ellbogenbeines vor, bei den übrigen Thieren treten sie bald mit, bald ohne diesen auf. Am häutigsten beobachte! man Frac-turen des Vorarmes bei Hunden durch Ueberfahren, Stoss, Schlag, bei den grösseron Thieren in Folge von Hufschlägen, Niederstürzen und Ausgleiten beim Aufstehen u. s. w.
Die Erkennung kann nur bei Wiederkäuern und Fleischfressern auf Schwierigkeil stossen, wenn das Ellbogenbein intact gebheben ist und Crepitation fehlt. Die genaue Untersuchung ergiebt jedoch abnorme Beweglichkeit, Crepitation, Anschwellung und Schmerz. Nichl selten jierforiren die Bruchenden die Weichtheile und äussere Haut (compheirter Bruch).
Beurtheilung und Verlauf. Subcutane Practuren des Radius bei intactem Ellbogenbein heilen bei Fleischfressern und Wieder­käuern regelmässig in li—lt;) Wochen. Ist gleichzeitig das Ellbogen­bein fracturirt, so führt bei Fleischfressern eine rechtzeitig einge­leitete Behandlung ebenfalls in 4—8 Wochen zur vollständigen Hei­lung: schwieriger ist diese bei Wiederkäuern und Schweinen, komml
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Kracturen der Spsiobe. — Luxation dos Ellbogsngelenkes
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jedoch auch hier zu Slandiraquo;. Bei l'l'crdcu müssen jedoch alle voll­ständigen VorarmbrUche als relativ unheilbar angesehen werden, namentlich in flei- Nftho der EJpiphysen des Knochens; in der Dia-pliv.se wii-d bei ruhigen Pferden wohl Eeilung erzielt (Salchow), sofera die Thiere im Staude sind, den anderen Fuss so lange aus-schliesslich zu belasten.
Bringard beobachtete einen Querbruch des Vorannes mil Zer-reissung der Bänder der Vorderfusswurzel bei einer englischen \rlt;dl-blutstute; der Zustand wurde soweit geheilt, dass das Thier als Fohlenstute verwendet werden konnte.
Complicirte Fracturen am Radius müssen bei Pferden als un-
heilbar betrachtet werden; bei kleinen Thieren gelii stünden ihre tleilunamp;r,
Iffl unter
üm-
Behandlung. Die lleduefion erfolgt nach den allgemeinen Vor­schriften und zwar am besten in der Narkose. Bevor der Gipsver­band angelegt wird, Überzeuge man sieb, dass der Fuss die normale Lage einnimmt, dass weder Suppinations- noch auch Pronations-stellung besteht, ßei Fleischt're.ssern legt man den Gipsverband un­mittelbar auf die Haut und in der Ausdehnung an, dass Ellbogen-und Vorderfusswurzelgelenlc von ihm eingeschlossen sind. Bei grösseren Thieren muss der Verband mindestens bis zur Fusswurzel nach unten reichen, um hier einen Stützpunkt zu linden und nicht herabzugleiten.
Grosse Thiere bleiben während der Heilung im Hängegurt. Die Binz'sche Rinnenschiene hat selten einen praktischen Nutzen. Dagegen benützte Saldiow mit Vortbeil einen Filzverband: bed einem schrägen Bruch wurde am S.Tage das Pferd in einen Hänge-gurt gebracht, die Reduction bewirkt, und nachdem Watte und Gaze­binden angelegt waren, wurde darüber ein angefeuchtetes Stück' Filz mit Leinwandbinden fixirt; die vollständige Heilung erfolgte in 3 Mo­naten. Complicirte Fracturen werden nach den allgemeinen (irund-sätzen behandelt.
;j. Luxation des EHlbogeiiffelonkos.
Lit.: Deoroix, Jahrb. 1858. S. 56.
Ohne Zerreissung der starken Seitenbänder ist bei grossen
Thieren eine Luxation im Ellbogengclonk nicht möglich: beim Pferde tritt in der Regel ein Bruch des Ellbogenbeines hinzu. Nach Bigot soll die Luxation während der Bougestellung eintreten und zwar durch
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Krankheiten der Vordergliedmasgen.
Qewalteinwirkungeu auf das Ellbogenbein. Jedenfalls geboren Luxu-tionen des Ellbogengelenkea bei Thieren zu den grössten Seltenbeiten.
Selbst Distorsionen werden bei dem wirksamen lleinmungs-apjiarate des (ielcnkes, bei den starken iSeitenbändcrn und dem Sclmahel des Ellbogenböckers sein- selten bei Thieren beobaebtet. Hertwig behauptet, dass bei Fleisebfresseiu sowohl vollkommene wie unvoll­kommene Verrenkungen im Ellbogengelenke nach innen wie aussen auch ohne Knochenbruch vorkommen. Ich kenne solche nur als an­geborene Zustände, die an beiden Fiissen zugleich vorkommen und mit Deformitäten nicht nur des Ellenbogen- sondern oft auch des Fusswurzelgelenkes verbunden sind. Meist werden solche Thiere als Krüppel vertilgt.
Der Nach weis einer- Verrenkung fällt nicht, schwer, zumal um­fangreiche Zerreissungen mit derselben regelmässig verbunden sind.
Beurtheilung und Verlauf. Die bei Fleischfressern beob­achteten und rechtzeitig behandelten Fälle verliefen günstig, sofern sie nicht mit Knochenbrüchen verbunden waren. Gerechten Zweifel erregt indess die Mittheiluug Decroixs, dass nach S1/raquo; Monaten noch eine Reduction beim Pferde erzielt worden sei. ungünstig müssen auch die angeborenen Luxationen im Ellbogengelenk beurtheilt werden und zwar um so mehr, je grosser die gleichzeitig bestellenden De­formitäten der Knochen sind: gedingt auch die Reposition, so zeigt sich die Retention um so schwieriger; meist wird auf eine Behand­lung verzichtet.
Behandlung. Sowohl die Reposition wie auch die Retention erfolgt nach den allgemeinen Kegeln. Bei Fleischfressern lässt sich das Gelenk auch eingipsen, was bei den grösseren Thieren in der Retrel nicht ffeUntrt.
4. Entzündung des Bllbogengelenkes.
Acute Entzündungen des Ellbogengelenkes werden bei allen Ilaustbierarleu gelegentlich beobachtet. Bald gehen hierzu Gelenk­wunden die Veranlassung ab, bald bandelt es sich um metastatische Erkrankung z. I?. bei der sog. Lähme junger Thiere. Bei Hunden wird das Gelenk zuweilen durch Hisswunden, bei Pferden durch Hufscblöge oder Stiche mit der Mistgabel geöffnet. Auch führt nicht selten eine Verletzung der mit dem Ellboaenffelenk communiciren-
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Entzündung des BUbogengelenkss.
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den Sehnenscheide (llt;-'s Muse, extensoi* carpi ulnaris zu diesem Leiden, Nach Franck .soll die genannte Sehnenscheide stets, nach Eich-haum liiinlig durch (.'inen 1,5—2 cm breiten Sjialt: mit dem EII-bogengeienk in Verbindung .stehen.
Chronische entzündliche Processe kommen an diesem Gelenke selten vor. Boloff beobachtete t'ung'öse Artliritis des Ellbogen­gelenkes beim Pferde, Dammann die Bildung eines Cystenchondromes. Im ganzen sind auch geschwulstbildende Processe an dieser Stelle nicht häufig. Die Arthritis chronica lässt sich am Ellbogen häufig nicht mit Bestimmtheit nachweisen und i'iillt daher meist in die Gruppe Schul terlahmheit.
Percival beobachtete bei oinem Pferde chronische Lahmheit, welche mit der Rehe Aelmlichkeit hatte. Die [section ergab chronische Entzündung beider Ellbogengelenke, wobei die Hiill'te der Gelenkfläche usurirt, und mit Granulationen besetzt war.
Erscheinungen. Acute Entzündungen des Ellbogengelenkes, durch öelenkwunden veranlasst, geben sich durch hochgradige Schmerzen bei der Bewegung zuerkennen. Oft nimmt der Patient die Last, noch auf, während Jede Bewegung in dem Gelenke ängst­lich vermieden wird; so namentlich im Anfange der Erkrankung, wenn bloss eine acute Synovitis besteht. Hierzu gesellt, sieh Fieber und bedeutende Anschwellung um das ganze Gelenk,
Der Verlauf gestaltet sich stets ungünstig, da die acuten Ent­zündungen dieses Gelenkes fast immer ((kitlich enden, die chronischen aber unheilbare Lahmheit zur Folpte haben.
Die Behandlung ist daher vornehmlich eine präservative und muss nach den allgemeinen Regeln geleitet werden: Sorgfältige Anti­sepsis bei Wunden, welche das Gelenk oder die genannte Sehnen­scheide getroffen haben, oder auch nur den Verdacht erwecken, dass diese verletzt sind. Besteht bereits eiterige Erkrankung des Gelenkes, so lässt sich selten noch etwas erreichen. Ausspülungen desselben stossen bei der dicken Muskulatur und dem engen Kapselbande stets auf Schwierigkeiten und haben daher meist keinen Nutzen. Am ii die von Percival beobachtete Arthritis chronica zeigte sieh unheilbar) das Pferd wurde nach längerer resultatloser Behandlung getödtet, .
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Krankheiten der Vorderglieilmiissen.
5. Die Stollbeule, der Slollscliwamin der iMVnlo.
l.it.: Hinz, Busohs Zeitaohr, Bd. 1. II. 2. S. 20. Stockfleth, Handbuoli d. tli. Chir. s. 195. Seh rader, Qurlt u. Hertwig. 8. S. 218,
Der Bursa olecrani des Menschen entsprechend findet sich heim Pferde und Hunde an der hinteren Fläche des Ellbogenhöckers zwar nicht constant, aber sehr lüiuii^' (Eichbaum) unter der Haut eine wallnuss- Ids apfelsrosse Bursa inucosa. Die entzündlichen Erkran-
it ihren Folgezust'dnden, welche in der ßegel dur
Kung(
n der
#9632;sellien in
Quetschungen seitens der Stollen des Hufeisens veruulasst werden. hat man seil aller Zeit als Stolllieule bezeichnet.
Pathologische Anatomie. An der Bura treten In Folge von Quetschung acute Entzündungsprocesse auf; bald erfolgt eine Blutung in dieselbe, bald handelt es sich um eine Bursitis sero-fibrinosa, bezw. baemorrhagica; wenn Eüterungserreger Zutritt finden, stellt sich eine B. suppurativa ein. Auf .jeden Fall aber leidet gleich­zeitig das die Bursa umgebende Bindegewebe (Purabursitis); seine Erkrankung tritt beim Pferde sogar in den Vordergrund; es besteht anfangs ödematöse Schwellung des Bindegewebes, welche später einer plastischen Infiltration Platz macht und schliesslich zu einer umfang­reichen Bindegewebsneubildung führl , die unter Umständen ver­knöchert.
Das Leiden stellt also eine Bursitis und Parabursitis ole-crani dar: die letztere bewirkt vornehmlich die Anschwellunff.
Erscheinungen. Je nach den pathologischen Veränderungen zeigen sich die klinischen Symptome etwas verschieden. Constant ist nur die Geschwulst, welche sich mehr oder weniger scharf von ihrer Umgebung abhobt. Im frischen Zustande fühlt sich dieselbe vermehrt warm an, ist von teigiger Beschaffenheit und wenig schmerzhaft. Später wird sie immer härter, in dem Masse sich nämlich die plastische Infiltration und Induration des parabursalen Gewehes ausbildet. Tritt ausnahmsweise die Füllung der Bursa in den Vordergrund, so zeig! die Geschwulst Fluctuation, und auf Einstich entleert sich blutige Flüssigkeil ; zuweilen lindet man die bis zur Grosso einer Mannesl'aust erweiterte Bursa mit Fibringerinnseln angefüllt. Wird dieselbe nicht geöffnet, so kann ihr Inhalt resorbirt werden, und während die Para­bursitis in Zertheilung übergeht, bleibt ein schlaffer Hautsack zu­rück. Lahmheit ist mit dem Leiden fast niemals verbunden, und zu
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Stollbeule)
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verwechseln ist der Zustand nur mit eiit/üudlidien VerBinderungen in der Suboutis. Diese zeigen jedoch niemals eine so scliarfe JJc-grenzung wie die Elrkrankung der Bursa.
Ursachen. Das Leiden wird durch Quetschung veranlasst, welche fast ausnahmslos von den Stollen des Hufeisens ausgeht, daher der Name. Wenn die Thiere ans irgend welchen Gründen (Schwäche, zu kurzes Anbinden, enger Stand, Athembeschwerde bei dämpfigen Pferden) mit untergeschlagenen Küssen auf dem Brustbeine ruhen, so kommt namentlich bei kaltblütigen Pferden mit kurzem Vorarm die hintere Pl'Ache des Ellbogens genau gegen das hintere Binde des Hufes zu liegen und wird von dem Stollen des Hufeisens leicht ge­quetscht. Aueh werden im Verlaufe der Druse metastatischc Erkran­kungen der Bursa beobachtet,
Verlauf. Der Zustand entwickelt sich in der Hegel schnell, ent­steht meist über Nacht. Hei sofortiger Hehamllung gelingt zuweilen die Zertheilung, häufiger aber wird das Heiden chronisch, indem sich die Hesorjitionsvorgiinge verzögern, und in dem parabursalen Gewebe Induration eintritt. Kommt nach längerem Bestehen einer stärkeren Anschwellung Zertheilung zu Stande, so bleib! als Schönheitsfehler eine schlaffe Hautfalte zurück. Die Resorptionsvorgänge werden aber nicht selten durch das Hortwirken der Ursache verhindert; indem die Thiere immer von neuem die beschriebene Hage einnehmen, die Bursa mit ihrer Umgebung verletzt wird, entwickelt sich schliesslich chronische Bindegewebswucherung im parabursalen Gewehe. welche nicht mehr resorptionsfähig ist.
War die Haut mit verletzt, so kommt es wohl zur Eiterung in der Bursa; dann stellt sich nach einiger Zeit Fluctuation und Perforation ein; bei der im Verlaufe der Druse auf metastatischem Wege ent­standenen Bursitis ist dies immer der Hall. Da das Heiden fast nie­mals Lahmheit zur Folge hat, so bleibt die Prognose bei Arbeits­pferden und in Bezug auf die Brauchbarkeil günstig. Je älter der Zustand, um so geringer ist die Aussicht auf vollständige Heilung, doch lassen sich auch ältere Stollheulen auf operativem Wege be­seitigen.
Behandlung. Frische Erkrankungen der Bursa werden gekühlt, und sofern weitere Quetschungen fern zu hallen sind, erzielt man da­mit oft vollständige Zertheilung. Unterstützt wird die Kesorntion durch
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Krankheiten tier Vordertrliedmasf
Anwendung einer Scharfsalbe. Besonders empfeblenswerth zeigt sieh wiederholte Application scharfer Einreibungen. Mögen diese auch günstig auf die Jiesoiutionsvorgiinge wirken, so ist ihr Nutzen wohl noch mehr darauf zurückzufiihren, dass sie in der Cuti.s einen sclunerz-liaflen Zustand unterhalten und die Thiere zwingen, neue Verletzungen der erkrankten Stelle heim Liegen zu vermeiden. Es empliehlt sich daher, eine massig concentrirle Queoksilberbijodatsalbe (1:10) alle 2—3 Tage zu appliciren.
Schon Hinz machte darauf aufmerksam, dass eine Incision nur hei Eiterung in der Bursa zu empfehlen sei; ist nämlich durch diese der Schleimbeutel zerstört, so kann Heilung eintreten, anderenfalls bleib! die Qxanulabionsbildung aus, weil die Bursa hierfür keinen ge­eigneten Hoden abgiebt; mau beobachtet vielmehr lebhafte Secretion einer serösen Flüssigkeit, welche die Mm der Schnittwunde stammen­den Granulationen nicht zum Ahscliluss gelangen lässt und schliesslich Fistelbildung zur Folge hat. Soll Heilung auf diesem Wege erzielt werden, so muss man nach der Incision die Bursa durch Aetzmittel zerstören.
Stock fleth empfiehlt hierzu Kalilauge (1 Theil Aetzkali auf 4 Theile Wasser, womit der Sack täglich ausgepinselt werden soll; es ist dafür zu sorgen, dass die übrigen Theile des Schenkels vor dem Aetzmittel geschützt werden. Einfacher gestaltet sich zu diesem Zwecke die Anwendung des GHüheisens. Stoekfleth benutzte das­selbe auch zum Oeffnen der erkrankten Bursa, wodurch gleichzeitig die nach der Incision zuweilen auftretende Emphysembildung verhütet wird. Man entschliessc sich zum Oeffuen der Bursa nur, wenn ent­weder bereits Eiterung in derselben besieht, oder wenn die Wand derselben sehr dünn ist. und die Anschwellung hauptsächlich durch die Füllung der Bursa bedingt wird. Zeigt die Märte der Geschwulst, dass sie vornehmlich aus indurirtem Bindegewebe besteht, so kann nur die Zerstörung oder unmittelbare Beseitigung der neugebildeten Massen zum Ziele führen. Her erstcre Weg wurde früher häutiger einge­sehlagen, indem man Aetzmittel in die Geschwulst einführte. Hert-wig empfahl dazu Arsenik, welcher in Pulverform oder in Stücken auf den Grund eines bis zur Mitte der öeschulst gemachten Einstiches gebracht wurde. Hierdurch erfolgt Mortification der Bursa und ihrer Umgebung; nach 8—14 Tagen schält sich die öeschwulst von der äusseren Haut los und fällt ab; sodann erfolgt durch Granulation die Ausfüllung des Defectes und Heilung. Hat diese Methode auch den
Vorzug, dass die Pferde
während derselben nicht nothwendig der von
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Stollbeule
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Arbeit zurückgehalten worden, so küiunun doch Leichi unwillkommene Störungen dabei vor, daher zieht mau neuerdings die Entfernung der Gteschwulsi auf mechanischem Wege vor, und zwar entweder durcli Ausschälen oder Abbinden. Das von Schrader zuei'st empfoh­lene Abbinden, die einfachere und leichtere Methode, führt fast immer /.uiu Ziele und findet nach meinen Erfahrungen liberal] da zweck-mässige Anwendung, wo das Verfahren sich ausführbar erweist, d. ii. wo der Tumor in dorn Masse gestielt erscheint, daslaquo; sieh eine Ligatur anlegen lässt. Hierzu eignet sich besonders die elastische Schlinge; ein etwa federkielstarker, dickwandiger Gummischlauch wird mich dem Abscheren der Haare und nach Reinigung der liaut um die Basis der Geschwulst gelegt und so fest als möglich angezogen. Mittelst eines um die Enden der Ligatur gelegten Fadens wird diese befestigt. Die Ligatur schneidet bald ein, und je nach der Dicke der Masse wird dieselbe in I-—10 Tagen durchschnitten und lallt dann ab. Bei grossen Stollheulen kann nach 2 oder 3 Tagen eine Erneuerung der Schlinge nothwendig werden, die in der gleichen Weise applicü-t wird. Während die Ligatur wirkt, lasse man die Wundfläche täglich reini­gen und mit Desinficientien (Sublimat, Creolin, Carbolsäurelösung) waschen; seiner desodorisirenden Wirkung wegen empfiehlt sich hierzu Kai. permanganicum. Man will zwar nach der Unterbindung Tetanus beobachtet haben; mir ist jedoch diese Complication nur einmal vorge­kommen. Da es sich heim Tetanus um eine [nfectionskrankheit handelt, so erscheint die sorgfältige Desinfection beachtenswerth, wodurch zu­gleich der mit der Fäulniss der abgestorbenen Massen verbundene Qble Geruch zurückgehalten wird. Ich empfehle die Ligatur auf die iiussere Haut zu legen, und diese nicht, vorhin- zu durchschneiden. Auf diese Weise wird die iiussere Haut zusammengezogen und die Narbenbil­dung vermindert; schon Havemann wies auf diesen Vorzug der Ligatur hin. Sollte die Anlegung einer elastischen Schlinge bei dem Mangel gestielter Besclialfenheit des Tumors auf Schwierigkeiten stossen, so versuche man zunächst einen dünnen Bindfaden anzulegen, der nicht so leicht abgleitet wie die elastische Ligatur. Nachdem hierdurch in einigen Stunden eine Anschwellung des Tumors ein­getreten ist, gelingt die Application der elastischen Ligatur leichter. Im Nothfalle kann das Abgleiten durch eine lauge Nadel verhindert werden, welche man quer durch die Geschwulst sticht.
Man hüte sich, bei der Unterbindung den Real der Geschwulst mil dem Messer oder der Schere zu durchschneiden: derselbe enthält stets die grösseren Gelasse, namentlich Arterien, und es entsteht daher Möller, SpeoloUe Chlrurgla für Thlotärzto. !. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 40
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#9632;
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Kniiikhriteii ilcr Vmdcri'lieilmassen.
leicht eine, wenn auch selten gefährliche, aber oft unbequeme Blutung. 1st, die Stollbeule mit Bindfaden oder Draht unterbunden, so wird nach tin paar Tagen Nachziehen oder die Erneuerung der Schlinge nothwendig.
Die Nachbehandlung gestaltet sich einfach. Nachdem die (Je-schwulst abgefallen ist (was durch langsame Torsion etwas beschleunigt werden kann), lilsst man die Wundfläche täglich mit Desinflcientien reinigen. Ins sieh ein trockener Schorf gebildet hat, unter dem die Heilung in 8- -11 Tagen von Statten j^'elit., und zwar ohne Hinter­lassung einer erheblichen Narbe. Die Schorfbildung wird durch Be-pudern mit Jodoform und Tannin oder Zucker (ana) beschleunigt.
Das von Eiinigen empfohlene Ausschälen der Geschwulst ge­staltet sich nicht so einlach, wie es auf den ersten Hlick erscheint. In der Regel muss das Pferd hierzu auf die Seite gelegt werden; am besten operirt man bei unruhigen Thieren in Chloroformnarkose. Nach­dem der Fuss ausgebunden, an zwei Stricken oder mittelst einer langen Stange nach vom gehalten ist, führt man eine Schlinge durch die Geschwulst, um dieselbe bequemer halten zu lassen. Die Haare werden zweckmässig schon am stellenden Thiere da entfernt, wo der Schnitt geführl werden soll; bei der Verschiebung der Haut verfehlt man sonst leicht am liegenden Thiere die richtige Schnittführung. Hierauf wird der 'rumor nach den allgemeinen Regeln lospräparirt. Man hüte sich Jedoch, die Vbrarmfascie und Muskulatur zu verletzen, wodurch leicht unangenehme Phlegmonen vemnlasst werden; auch vermeide man, den Ellbogenhöcker frei zu legen. Nach Entfernung der Ge­schwulst wird die Wunde nach den allgemeinen Hmudsätzen behandelt. Asepsis ist in der Regel nicht zu erzielen, daher beschränkt man sich darauf, nach Unterbindung der grösseren Gefässe durch Einheften eines festen Wergtampons die Blutung zu stillen. Dieser wird am nächsten Tage entfernt, und nun offene Wundbehandlung eingeleitet. Das Pferd erhält Ruhe und darf sich in den ersten 8 Tagen nicht niederlegen; deshalb empfiehl! sieh ein Hängegurt.
Prophylaktisch erscheint die Anwendung eines Kissens zweck­mässig, welches um den Huf gelegt, wird, oder eines mit Stacheln ver­sehenen, um die Fessel gelegten Lederriemens. Von letzterem liisst sich im allgemeinen nur bei kaltblütigen Pferden Gebrauch machen; bei warmblütigen schützt ein zweckmässig construirter Lederschuh. Diese lliill'sniittel linden auch während der Kehandliing der Stollbeule vor-(heilhafte Verwendung, da die sonst immer von neuem eintretenden Quetschungen ein II indem iss für die Zertheilung der Geschwulst abgeben.
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stollbi.'ule. — Wunden und Quetschungen am Vovavm.
ÜU7
Ein älinlii-hcr K'i-anklicits/.nstaiiil kommt bei Hunden vor: an dem­selben leiden namentliob grosse, schwere Hunde, welche die Neignngf haben, beim Liegen auf hartem Boden sich auf das Brustbein und den Kll-ho^eii zu stützen, Üio hierdurch bewirkte Verletzung bleibt zuweilen auf die llussere Haut beschränkt, welche eine Verdickung mit Schwielenbildung an der betreffenden Stelle zeigt. Nicht selten aber kommt es zur Er­krankung der Bursa olecrani. Von der Stollbeule des Pferdes unterscheidet sich das Leiden dadurch, dass der entzündliche Process fast immer auf die Bursa beschränkt bleibt, und höchst selten eine Parabursitis auftritt. Daher fehlt auch die Harte der Anschwellung; dieselbe erscheint Huctuirend; zu­weilen lassen sich an ihr entzündliche Erscheinungen (Wtlrme, Schmerz) nachweisen; in der Begel fehlen aber auch diese, und das Ganze beschränkt sich auf eine haselnuss- bis hühnereigrosse, fluetuirende Geschwulst von lllnglicher oder ruinier Gestalt.
Ks handelt sich beim Hunde um eine Füllung der Bursa olecrani mit Serum, welches zuweilen auch fibrin enthält (Bursitis sero-fibrinosa); nur selten trifft man lilnt in dem Schleimbeutel. Audi hier ruh das Leiden niemals Störungen bei der Bewegung hervor, sondern bildet einen Schön­heitsfehler, dessen Beseitigung jedoch auf Schwierigkeiten stösst. Zerthei-lung wird um so weniger erreicht, als die Ursache immer von neuem wieder einwirkt; Thiere, welche sich die beschriebene Lage einmal angewöhnt haben, legen sie nicht leicht wieder ab, zumal der Zustand schmerzlos ist. Daher genügt auch die einfache Function der Geschwulst und die Entfernung ihres Inhaltes nicht. Bei der mehr Ilachen Beschaffenheit desselben lässt sich auch keine Ligatur anlegen, Soll daher etwas geschehen, so muss die vergrösserte Bursa auf operativem Wege entfernt werden, was jedoch nicht, leicht ist: auch bleibt in der Regel Narbenbildung und Verdickung zurück. Man operirt am besten in Morpbiumnarkose, Nach Entfernung der Haare wird ein Hautschnitt in der Richtung der Gliedmasse über die Geschwulst geführt. Nunmehr präparirl man in dein lockeren Bindegewebe die Bursa von ihrer Umgebung los, ohne diese jedoch anzuschneiden, wo­durch die Fortsetzung der Operation wesentlich erschwert wird. Am meisten Schwierigkeit bietet die Ablösung der Bursa vom Ellbogenbein, mit welchem sie fest verbunden ist. Dabei vermeide man, den Knochen frei zu legen, wodurch die Heilung verzögert und die Narbenbildung be­schränkt wird. Gelingt die Excision, so erreicht man bei ruhigen Thieren zuweilen Asepsis und Heilung per primam int. Dahin strebend behandle und verbinde man die Operationswunde, lege eine dicke Lage Watte oder Holz­watte auf die hintere Fläche des Ellbogens, um Quetschungen desselben beim Liegen des Thieres zu verhüten. Tritt die Heilung auf dem ersten Wege ein, so ist das möglich Beste erreicht; gelingt diese nicht, so wird die Wunde nach den allgemeinen Regeln behandelt. Man sorge während der Heilung für ein weiches Lager.
Loste der Bursa, welche beim Ausschälen am Ellbogenbein zurück­geblieben sind, werden durch oberflächlich wirkende Aetzmittel (Höllenstein) zerstört, um eine gleichmässige Granulationsfläche zu erzielen.
jj
laquo;i. Wunden hihI Quotschnngeu am Vorarm.
bit.; Bassi, Her. Rep. 25. S, 17u. Ellenborgor und Baum, Topogr. Anat.
Anatomie. Der Vor arm, Unterarm (Antibrachium) hat beim Pferde die Speiche und das Ellbogenbein als Grundlage, welche von zahl-
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laquo;28
Krankheiten der Vordergliedmassen.
reichen Muskeln, Sehnen und Fasoien umgeben werden. Zur Orientirung dient eine an der lateralen Seite gegen das untere Ende des Vorarms ab­wärts verlaufende Hache Längsgrube, in deren Mitte sich bei Belastung •des Sehenkids dio Sehne des Extensor digiti minimi ([''esselhoinstrecker) be­merkbar umoht, Vor dieser (dorsalwärts) verläuft als ein 2—•'! cm breiter Strang die Sehne dos Extensor digiti com, (längerer Zehenstreoker), an welche sich eine /.weite Lftngsvortiefung anschliesst, die an der Grenze zwi­schen der lateralen und dorsalen Eliicho des Vorarms liegt. Medianwärts folgt auf diese die 3—-4 cm breite Sehne des M. extensor carp. rad. (Schien-
beinstrecker).
Rückwärts (voluri von der ersterwähnten Längsgrube liegt der M, extensor carp, ulnaris (äusserer Beuger der Vorderfusswui'zel), welcher weiter nach hinten (volarwftrts) an den M. flexor digit, prof, (langer Zehenbeuger) und den M. flexor carp, ulnar. (innerer Beuger der Vorder-fusswurzel) grenzt.
An der medialen Fläche des Vorarms macht sich ebenfalls eine Längsfurcbe bemerkbar, in welcher inun den nur von der äusseren Haul bedeckten Radius fühlt. Hinter dieser furche (aboval) liegt der M, flexor carp, radialis (Beuger des Scheinbeins), ebenfalls unter der äusseren Haut fühlhar: vor der l'urebo (dorsalwärts) wird der Knochen durch eine zweite Längsrinne gegen den M. extensor carp, rad. abgegrenzt. Zwischen beiden Furchen verläuft deutlich sichtbar die Vena cephalioa antibrachii.
Zwei Fascien überkleiden den Vorarm, nämlich:
a)nbsp; eine dünne superficiello und
b)nbsp; ein tiefer liegendes, stärkeres Blatt, die fascia antibrachialis, welche aus verschiedenen Muskeln des Armbeins und der Schulter hervor­geht, sich theils an dio freiliegenden Stellen der Speiche legt, theils mil den Sehnen der Strecker und Beuger verschmilzt, theils auf die Vorder-fusswurzel fortsetzt. Zwischen Haut und Pascie verlaufen die dünnen Haut­nerven, und zwar an der hinteren fläche des Vorarms vom N. ulnaris, an der lateralen vom N. radialis und an der vorderen (dorsalen) zum Theil vom N. medianus stammend, ferner die Hautvenen, die innere Hautvene (V, cephalica antibrachii) mit der V. salvatella.
Wunden, welche sich auf die äussere Hau! des Vorarmes be­schränken, baben keine besondere Bedeutung: horizontal verlaufende klaffen stärker als Längswunden. Sobald dieselben aseptisch bleiben oder vollständig desinficirl werden, heilen sie per primani, wenn ein Occlusivverband angelegt wird, was bei kleinen Thieren wohl ge­lingt, .seltener bei grösseren.
Ist die Vorarmfascie und Muskulatur von der \ erletzung be­troffen, so kommt es leichl zu Eiterversenkungen und anderen Stö­rungen, weshalb die Erlangung eines aseptischen Zustandes hier doppell wünschenswertli erscheint. Anderenfalls wird weiteres Spalten oder die Anlegung von Haarseilen oder Drains nothwendig. Dies gilt namentlich von Stichwunden, die bereits inficirt, mil stärkerer An­schwellung verbunden und sclinierzhal't sind. Doppelte Vorsieh! isl bei (iegenwart von Fieber geboten.
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Wunden und Quetschungen tun Vorann.
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Tiefer gehende Muskelwunden klaffen namentlich sehr stark, wenn sie in der Querriohtung des Schenkels liegen, DieThiere zeigen dabei meist eine auffällige tlangbeinlahmheit, während die Belastung des Pusses zu­weilen selbst dann niulit erheblich gestört ist, wenn die Streckmuskeln zum grössten Theil durohtrennt sind. Sowohl das Klaffen der Wunde wie auch dii! Oontraotionen in den durchtrennten Muskeln bilden aber Schwierigkeiten bei der Heilung, Dazu koimnt, dass bei grösseren Wanden die tlassere Haut sieh alsbald retrahirt, und es empfiehlt Sich daher, solche Wunden auch dann möglichst bald zu heften, worin eine Aussicht auf aseptische Heilung ausgeschlossen erscheint. Man nehme hierzu etwa 3—6 mm breites Band, Gliche namentlich die ilussere Haut zu fixiren und Retractionen derselben /.u verhüten. Werden die Ligaturen zugleich durch die Muskelkörper gelegt, so erlangen sie nicht nur grössere Festigkeit and reissen weniger leicht, uns, sondern können auch zur Befestigung eines Verbandes dienen. Man achte auf üppige Granulationen, die rechtzeitig mit Adstringentien und Aetzmitteln bekämpft werden müssen.
Quetschungen der Muskulatur und Fascie am Vorarm werden am häufigsten bei Lastpferden dureb (f egcilsclila^en der Deichselstange beobachtet; auch können Elufschlilge solche erzeugen, Schmerz, Anschwellung und Störung der Bewegung (Hangbeinlahm-lieit) lassen diese Zustünde bei sorgsamer Untersuchung leicht nach­weisen.
Meist, erfolgt in 8—II Tagen Zeiilieilun^ mil Heseili^nnL;' der Lahmheit, doch kommt, es gelegentlich zur Abscessbildung; sobald diese deutlicli hervortritt, säume mau niehl mit dem Einstich mid sorge für den regelmössigen Abfluss des Eiters. Anderenfalls bilden sich leicht Eiterversenkungen, die durch Nekrose an der Vorarmfascie der Behandlung grosse Schwierigkeiten bereiten; oft werden aus-^'icdjigo Spaltungen erforderlich, Am unteren Ende des Vorarmes kommen Verletzungen der Speiche vor, welche meist dicht über der Vorderfusswurzel erfolgen. Auch hier wird sorgfältige Ent­leerung dos Wimdsecretes nothwendig, zuweilen mit Hülfe von Spaltungen oder Drainröhren, Haarseilen u. s, w. Erhebliche Schmer­zen bei geringfügiger Anschwellung lassen die Mitleidenschaft des Knochens (Periostitis, Nekrose) vermuthen, Erst mil dem voll­ständigen Aufhören der Eiterung erscheinen diese Complicationen ausgeschlossen.
Hei Pferden beobachtet man zuweilen Verletzungen (Quetschungen) an der InnenlUicho des Ellbogengelenkes durch üebertreten über den Latirbaum, l\ber die Deichsel oder ähnliche Gegenstände. Die damit ver­bundenen Schmerzen sind oft hef'tij.', so dass die Thiore den Fuss ^'iir nicht belasten. In solchen Füllen liegt eine Quetschung des N, medianus vor, deren Wirkung bald nur wonige Minuten, unter Uniständen aber auch ein paar Tage anhalten kann, l'nenipfindliclikeit, unterhalb des Ellbogen-
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Krankhoiton
Vor
aei'jriiQüniasaon.
gelenkes, tiamentlich an laquo;Ilt hinteren Plttobe dns Schenkels, spricht fttr diesen Zustand, welcher meisl in kurzer Zeit verschwindet,
IJassi fand bei eiiinm Maulthiere Bewegungen des linken Vorder* fusses wie beim Hahnentritt. Der Vorderfusa wurde ungewöhnlich hoch gehoben, in Folge dessen stolperte das Thier häufig. Die Störung machte sich namentlich lieim Rtickwttrtstreten deutlieh bemerkbar. An der ftusseren Fläche des Vorarms dicht unter dem Ellbogen wurde eine Verdickung festgestellt, die frei von entzündlichen Erscheinungen und seit einigen Wochen durch einen Pali entstanden war; 12—11 Tage spiller hatte die Bewegungsstörung ihren Anfang genommen. Auf Durcbschneidung des äusseron Beugers der Vorderfusswurzel trat Heilung ein; die Zui'iillo kehrten nicht wieder.
C, Die Krankheiten der Vorderfusswurzel.
Anatomie. Die Vorderfusswurzel, ein complicirtes Gelenk, besteht aus ;! Abtheilungen: 1. dem Speichen-Fusswurzolgelenk (Articulatio antibrachio-carpealis), -. dem Zwischenreihengelenk (Art. inter-oarpea) und o. dem Mittelfussgelenk (Art. carpo-metacarpea), Die beiden ersten stellen unvollkommene Wechselgelenke dar. indem sie neben Beugung und Streckung schwache Seitwärtsbewegungen und in der Beuge­lage auch Drehbewegungen zulassen, welche bei Fleischfressern am ausgiebig­sten sind. Die untere Knochenreihe bildet mit dem Vordermittelfuss ein straffes Gelenk, dessen Beweglichkeit mit Ausnahme der Fleischfresser bei allen Thicren gleich N'ull ist.
Jedes dieser 3 Gelenke wird durch eine eigene Synovialmerabran ab­geschlossen, doch steht das untere mit, denn mittleren durch einen schmalen Spalt in Verbindung. Das gemeinsame Kapselband geht von den Vor­armknochen aus. legt sich an die beiden Knochenreihen und endet am Metacarpus. Zwei starke Seitenbänder verbinden den Radius mit dem Vordermittelfuss, während die einzelnen Knochen der Pusswurzel durch besondere Bänder unter einander sowie mit den Vorarm- und Vorder-mittelfussknochen verbunden sind, wodurch ihre Bewegungen in der Fuss-wurzel regulirt werden.
Die den Carpus mid Metacarpus umkleidende Fascie, eine Fortsetzung des tiefen Blattes (hu- Vorarm fascie, bildet, an der vorderen (dorsalem fluche dieses Gelenkes Scheiden fttr die Strecksehnen und steht, mit der Gelenkkapsel dos Carpus in enger Verbindung, An der lateralen Seite dos Carpus verschmilzt die Pascie mit den Gelenkbändern, mit dem Periost der lateralen Fläche des Erbsenbeins, mit der Selmo des Extensor carpi ulnaris und den Zehen Streckern, An der medialen Soito dos Carpus tritt die Fascio ebenfalls mit den Gelenkbändern, dem medialen Bandhöoker des Radius und mit dem medialen Qriffelbein in Verbindung, um von hier aus als Ligam, transversum carpi volare superflciale (Bogenband) die Sehnen #9632;dor Zehenbeuger zu bedecken und mit den Beugesehnen zu verschmolzen.
Auf der fascie liegt die äussere Maut, welche namentlich an der
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Fraotursn der Knochsn dot Vordevfusswurzel,
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dorsalen Seite dick, straff angespannt und mit einer massig entwickelten Suboutis versehen ist. Auf dem Os carpale Jli, sowie auf der unteren vorderen Badiusfläohe medianwftrts neben der Sehnenscheide des langen Zehenstreckers linden sirh zuweilen suboutane Schleimbeute] (Eichbäum),
1. Fracturen der Knochen der Vorderfusswurzel.
Der geringe Umfang und die geschützte Lage dieser Knochen lassen Fracturen nicht leicht aufkommen. Hei grösseren Thieren, namentlich Pferden erfolgen solche am häufigsten durch Nieder­stürzen auf hartem, unebenem Boden; sie sind daher ineist mit Ver­wundung und Verletzungen der Gelenke verbunden und stellen com-plicirte Brüche dar. Auch heilen sie selten, und wenn dies erfolgt, bleibt daw Gelenk in Folge Synostosenhildmig in der lieget steif, oder es wird doch in seiner freien Beweglichkeit mehr oder weniger beschränkt.
Eine Ausnahme macht in Folge seiner isolirten Lage das Erbsen-bein. Ich sah wiederholt Fracturen dieses Knochens bei Pferden. Bei einem Lastpferde stellte sich der Bruch während des schweren Zuges ein. Offenbai' war hierbei die von den Beugern der Vbrderfusswurzel
ausjren
ende Zucwirkung die nächste Ursache. Auch kommt Z
erreissung
's einen oder anderen Bandes des Erbseid
icines vor.
Erscheinungen. Unvermögen, den Fuss zu belasten, schmerz­hafte Haltung desselben in Beugestellung, ähnlich wie bei vollstän­diger liadialislähmung, deuten auf den Zustand hin. Die Palliation und namentlich der Nachweis abnormer Beweglichkeit des Erbsenbeines und der Crepitation lassen über den Bruch keinen Zweifel.
Verlauf. Die Heilung einer Erbsenbeinfractur stössl auf Schwierigkeiten. Einerseits wird der Knochen durch den Zug der sich an ihn anheftenden Muskeln nach oben gezogen; andererseits be­stehen dieselben ungünstigen Ernährungsverliältnisse, wie bei Brüchen des Ellbogenhöckers, indem die Callusbildung erschwert ist. Es eid­wickelt sich ein bindegewebiger Callus, der nicht genügende Festig­keil besitzt, und wenn das Thier ZU früh wieder in Arbeit gestellt wird, so kann ein Kecidiv eintreten. In anderen Fällen sah ich in Folge dieser Fractur starke Dorsalflexion in der Vorderfuss-wurzel (rückbiegige Stellung) eintreten. Bei günstigem Ver­lauf darf man in 2 -3 Monaten Heilung erwarten. Viele Pferde er­tragen aber die unausgesetzte Belastung des anderen Fusses nicht
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(332nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten dor Vordergliedinassen.
und müssen wegen der in Folge Senkung des Hufbeines an dem­selben auftretenden hochgradigen Scbmerzhaftigkeit getödtet werden.
Behandlung. Nach Anbringung eines Hängegurtes sucht man soweit möglich die Reposition zu bewirken; dieselbe bleibt indess meist unvollstiindig. Bei phlegmatischen Thieren mag versucht werden einen Verband anzulegen; in der Regel .scheitert die Anwendung des­selben an der Unruhe der Thiere. In solchen Fällen sorge mau für einen geräumigen Stall (Boxe) mit recht weichem Lager, damit das Thier viel liegt, wodurch Senkung des Hufbeines an dem anderen Fusse am sichersten, .jedenfalls wirksamer verhütet wird als durch Anwendung eines Hängegurtes.
'i. Verletzungen an der vorderen Fltlche dor Vorderfasswurzel.
Die vordere Fläche der Vordert'usswur/el ist in Folge der ana-tomiscli-)divsiologischen .Eigenthümlichkeiten der Gliednmssen, nament­lich bei Pferden und Wiederkäuern, Verletzungen durch Quetschung ausgesetzt. Beim Pferde entstehen solche in der Kegel durch Nieder­stürzen auf hartem, unebenem Boden, beim Rinde werden sie ausser-dem durch den andauernden Druck der Körperlast heim Liegen auf hartem Boden, sowie durch die eigenthümliche Art des Niederlegens und Aurstehens der Thiere hervorgerufen. Diese Verschiedenheit in den ursächlichen Momenten erklärt es, dass sich die Krankheits-zustiinde bei den einzelnen Thierarten verschieden gestalten, weshalb auch hier eine gesonderte Betrachtung derselben erfolcen mas,
A) Verletzungen an der Vorderfusswurzel bei Pferden.
Heim Niederstürzen während der Bewegung fallen Pferde regel-
mässig auf die Vorderfusswurzel, wodurch bald Quetschungen ent­stehen, d. h. Verletzungen ohne Trennung im Zusammenhange der äusseren Haut, aber mit Zerreissungen von Blutgefässen in der Sub-cutis und Extravasaten, welche durch Anschwellungen von fluctuireu-der Beschaffenheit leicht zu erkennen sind. Häufiger noch werden hierbei Quetschwunden veranlasst, die je nach ihrer Ausdehnung eine verschiedene Bedeutung erlangen. Pferde, die in Folge mangel­hafter Bauart, Altersveränderungen in der Muskulatur oder anderer Um­stände auf den V'orderfüssen unsicher gehen, also leicht, fallen, verletzen häufig die Vbrderfiäche der Vorderfusswurzel an einem oder an beiden
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Verletzungen iler Vorderfuuiwui'zel böl Pferden-
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Füssen. in dor Kegel l)L's(liriinld sich die Wirkung nut' eine ober­flächliche Quetschung der llaui. Etutschen lt;lilt;; Thiere beim Fallen uiilirend einer beschleunigten Gangart auf die Vordorfusswurzel ge­stutzt weiter, so linden .l'lxcoriationen der äusscren Baut statt, wobei die Haare zum Theil abgerieben werden. Diese Zustände haben keine weitere Bedeutung, werden aber bedenklicher, sobald die äussere Haut perforirt ist; der Zustand verlangt daher eine sorgsame Behandlung, namentlich Ruhe des Thieres, und trotzdem bleiben nicht selten Verdickungen und haarlose Stellen zurück,
Sobald die Weiohtheile an der vorderen Fläche des Carpal-gelenkos stärker anschwellen, erseheint, die Beugung desselben mehr oder #9632;weniger erschwert. Wird aber unter diesen Umständen die Beugung in der Vorderfusswurzel, /.. B. durch Niederstürzen, forcirt, so kommt es wohl zu Zerreissungen des entzündlich infiltrirten Gewebes der Cutis und Subcutis, zur Bildung tiefer, an der vorderen Milche des Carpal-gelenkea horizontal verlaufender Wunden, die bei der lleiiung stets grosse Schwierigkeiten bereiten.
Bedenklich erscheint auch der Znstand, wenn zugleich die Fascie verletzt oder auch nur freigelegt wurde. Die Untersuchung der Wunde ergiebt dann eine grössere Tiefe derselben: oft hissen sich Fetzen der zerrissenen Fascie in derselben wohl nachweisen.
Es liegt auf der Hand, dass hierdurch die Heilung erheblich verzögert wird, doch kommt diese in der Rege! bei entsprechender Behandlung zu Stande. Sie stösst so lange auf keine grösseren Schwierigkeiten, als die Sehnenscheiden der Strecker nicht geöffnet sind, die Anschwellung also beschränkt bleibt und die Schmerzen nicht erheblieh werden.
Sobald aber die Sehnenscheiden frei gelegt sind, erlangt das Leiden eine besondere Bedeutung. Die Anseliwellung wird alsdann stärker und breitet sich weiter nach nuten und oben aus; ans der Winnie entleert sieb Synovia oft in Gestalt geleeartiger Massen; Be­wegungen des Fusses rufen lebhafte Schmerzen hervor; das Belasten pllegt weniger schmerzhaft zu sein, so dass die Thiere beim (leben den verletzten Fuss oft nur steif halten.
Beim Niederstürzen auf scharfem Pflaster oder unebenem, har­tem Boden können die Strecksehnen, ja es kann selbst die eine oder andere Abtheilnug des Gelenkes verletzt werden. Gehört auch die Vorderfusswurzel zu den sog. indolenten Gelenken. d. h. zu denen, welche auf äussere Insulte nur wenig reagiren, so folgen doch ant solche Verletzungen schwere Störungen. Die Schmerzhaftiffkeit nimmt
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Knuikhoiton dor Voi'dergliodmasson.
y.uwi'ilcn einen sd hoben Qvad an, class der Fuss nur rorübergeliencl oder überliaupt nicbl niebr belastet wird. Die Anschwellung erstreoki sieb über das ganze Gelenk und dessen Umgebung! regehnässig ge­sollt sich auch Fieber hinzu. Oft lässt sicli der Finger oder die Sonde in dus eine oder andere Gelenk einführen, und in späteren Stadien fühlt man die rauhen, von Knorpel entblössten (lelonkHiieheii. Zuweilen wird bei passiven Bewegungen des Uelenkes Crepitation beobachtet.
Verlauf. So lange die Sehnenscheiden nicht mitbetroffen sind, heilen derartige Quetschungen in 2—li Wochen, wenn amdi häufig mit Hinterlassung von Narben. Wo aber die Sehnenscheiden vorletzt sind, dauert die Heilung länger, sofern nicht Asepsis erreicht wurde, 1 h^ 6 Wochen. Verletzungen des Gelenkes können zwar mit Bildung von Exostosen heilen, rufen aber in der Regel so schwere Störungen, an­dauernde Lahmheit und fieberhafte Erkrankung hervor, dass man sich entschliesst, die Thiere tödten zu lassen, anderenfalls gehen sie an Septikämie zu Grunde. Die Prognose ist daher in erster Linie von der Ausdehnung der Verletzung abhängig. Wird Asepsis er­reicht, so gestaltet sich die Aussicht auf Heilung seihst bei Gelenk-wunden niii vieles günstiger: in der lieget tritt alsdann Heilung ohne uachtheilige Folgen ein; leider wird nur selten ein aseptischer Zu­stand erlangt.
Behandlung. So hinge die Haut nicht perforirt ist, genügt Reinigung der Excoriationen und Bestreichen der Stelleu mit einem neutralen Fett (Vaseline, Bleisalben etc.). Reicht die Läsion durch die Haut, so muss dem Tliier vor allem Ruhe gegeben werden, um grüsserer Xarbenhildung vorzubeugen; im Übrigen behandle man die Wunden nach allgemeinen Grundsätzen. Sind die Fascien mit ver­letzt oder doch freigelegt, so suche man womöglich Asepsis zu er­reichen. Durch eine ('irkelhinde, welche ü h e r dem Gelenke fester, auf und unter demselben aber etwas lockerer angelegt, steribsirte Verbandstoffe trägt, lässl sich bei ruhigen Thieren ein Occlusiv-verband herstellen, namentlich, wenn man das Pferd in einen Hänge-gurt bringen oder hoch anbinden lässt, so dass es sich nicht hin­legt. Wo auf Asepsis nicht mehr zu rechnen ist, leite man offene Wundbehandlung ein. In den ersten Tagen zeigt sich permanente Irrigation mit lauwarmer, verdünnter Sublimat- oder Bleizucker-Alaun-lösmig vortheilbaft, namentlich, wo reichliche Secretion in der Wunde besteht. Später empfehlen sich Digestivsalben, um die Granulation
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Kiiicscliwaiiun des Rindes.
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anzurogen, doch greife man iiichl zu früh zu dioson und achte darauflaquo; diiss sich die Granulation möglichst gleichmilssig ontwickelt, Jodo­form mit Tannin oder Zucker dionl zum Zurückhalten stürkerer Wucherungen und zur Herbeiführung eines trockenen Sclxorfes, unter (lein die Heilung am schnellsten und sichersten zu Stande kommt.
Sobald das Gelenk goüifnoi ist, muss mit allen Mitteln Asepsis angestrebt worden. Sorgfältiges Waschen und Ausspülen der Wunde wie des Gelenkes mil Sublimat-, Carbol- oder Creolinwasser und An­legung eines antiseptischen Occlusivverbandos isl so lange dringend geboten, als noch keine eiterige oder septische Erkrankung des Ge­lenkes vorliegt. Wo diese besteht, e-eimu'i es nur noch seilen durch sorgfältige Reinigung und permanente Irrigation Asepsis /.ti erlangen, Dieses kann jedoch versuch! werden, anderenfalls lässt man die allge­meinen Grundsätze für die Behandlung ähnlicher Leiden eintreten. Bei minderwerthigen Thieren und bei grosser Schmerzhaftigkeit lohnt sieli die weitere Behandlung in der Regel nicht.
B) Die sog. Kuiebeule oder der Knieschwamm des Rindes,
Lit.: Lafosso, Jahrb, 1868. S, 52, Leisering, Drosd. Bor, 1861. 8.30, .lohne, das. 1879. S, 61 u, 1880, S. 50. Ilaubnor, Gurll u. Hertwig. 21, S. 414. Byohner, Buiatrik. 1841. Piosohcl, Gurlt u. Hertwig.
21.nbsp; S. 417. Gurlt, 'las. 22, S. 327, Bosonbaum, das. 21, S. 215 u.
22.nbsp; nbsp;S. 144.
Beim Rinde entstehen in Folge oft wiederholter Quetschung beim Hinlegen, Liegen und Aufstehen an der vorderen Fläche der Vorderfusswurzel chronisch entzündliche Processe, welche mil starker Anschwellung (Verdickung) verbunden sind. Diese Zustände werden seil alter Zeit als Knieschwamm oder Kniebeule bezeichnet. Ausnahmsweise entstehen durch Niederstürzen auf unebenem, harten Boden acut entzündliche Processe, welche die Bildung des Knie-schwammes einleiten.
Die Kniebeule stell! keineswegs einen einheitlichen Krankhoits-zustand dar. wie z, B, die Stollbeule, sondern sie besteh! bald in einer chronischen Entzündung und Verdickung der äusseron Haul. bezw. Unterbaut, bald in entzündlichen Vorgängen an den Sehnenscheiden der Strecker; ausnahmsweise stell! das Leiden einen Tumor albus, (1. li. eine chronische, mit fibröser Verdickung verbundene Entzündung des um das Oarpalgelenk liegenden Bindegewebes dar. Früher trennte man diese Leiden in harte und weiche K n iesch wii in in o. Ich möchte vorschlagen; a) eine cutane. b) eine synoviale und c) eine
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Krankheiten der Vorderttlieclmnssen.
articulärc bezw. periarticulRre Form derselben zu untersoheideni Ob­gleich diese Trennung klinisch nicht immer durchführbar crschoiiil, so erleichtert sie doch ilic Betrachtung der Zustimile.
Bei der cutanen Form kommt es entweder zu starker Ver­dickung der äussiTcii Haut und Unterbaut an dw vorderen Fläche des Carpalgelenkes, nicht selten in Verbindung mit lebhafter Epi-dermisbilduncan ihrerOberflilcho(Pig. Iquot;quot;)), wodurch eine harte, häufig
Kniebenle (cutane Form mil Koratose) nach StocUfleth. |
kopfgrosse Geschwulst entstellt; (Klei1 es entwickeln sieli in der Subcutis ifolilrätinie. welche mit seröser, oft Pibrinflocken enthaltender Flüssig­keit angefüllt sind. Nach diesem Befunde erklärten Rychner und Haubner das Leiden für eine Balggeschwulst und verglichen dasselbe mit der Piephackc der Pferde. Durch die von Leisering, Pieschel, .lohne u. a. gelieferten Befunde wurde festgestellt, class es sich in manchen Fällen um Cystenbildung in der Cutis und Sub­cutis handelt, wohin zuweilen eine lebhafte Wucherung der Epidermis besteht, .lohne bezeichnete diese Arl daher als „Dermoidcyste mit d i l'f'use r K era t osequot;.
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Knicschwamra des Rinclos,
037
Der sy noviulrn Foi'iu liegt oiao Tondovaglnitis clironica serosa odor Qbrosa zu Grunde, welche zuweilen die Sehnenscheiden der Zehon-strecker, häufiger noch die Scheide der M. extensor carpi radialis be­trifft. Bald besteht die Geschwulst voruehnilich aus den erweiterten, mit Serum angefüllten Sehnenscheiden (Tendovagiuitis chron. serosa), bald aus dein stark verdickten Bindegewebe der Scheide und ihrer Umgebung (Tendovag. chron. flbvosa).
Eiernach kann allerdings eine weiche und eine harte Form unter­schieden werden. Die Füllung der Sehnenscheiden nimmi oft einen bedeutenden Umfang an; Gurli land in einer solchen 17 Pfund Flüssig­keit. Dass es hierbei zuweilen zu Wucherungen an der Oberflilchc der Sehnenscheide und durch Abfallen der gewucherten Papillen derselben zur Anhäufung reiskornähnlicher Körper, d. h. zur Bildung eines Hygroma proliferum kommt, liegt nahe. Ebensowenig kann das Auftreten von Eiterung auffallen.
Die articuläre Form stellt einen echten Tumor albus, d. li. eine progressive Wucherung und Induration des peri- und paraarti-culären Bindegewebes dar und ist regelmässig mit Exostosenbildung an den Knochen der Vbrderfusswurzel, des Vorarmes und Mittelfusses verbunden. Die so entstandene Anschwellung erscheint demnach stets mehr oder weniger hart und gelit ans einer chronischen Entzündung des Carpalgelenkes hervor. In dem gewucherten Bindegewebe kommt ('s oft zur Ossification, wodurch die Härte der Geselnvulst noch zunimmt.
Erscheinungen und Verlauf. Die klinische Diagnose „Knie­beulequot; stösst auf keine Schwierigkeiten. Eine bald schnell bald langsamer entstandene, aber allmählich vergrösserte Anschwellung an der vorderen Fläche der Vorderfusswurzel bildet den IMitlelpunkl der Erscheinungen. Die Geschwulst kann einen bedeutenden Umfang (1 Meter) annehmen und bis zur Erde hinabreichen. Ihre Schmerz-haftigkeit ist verschieden, zuweilen grosser, meist aber gering. Dies hängt vornehmlich von der Entstehung des Leidens ab; durch ein­malige heftige Quetschung veranlasste Zustände sind in der ersten Zeit schmerzhaft; je langsamer das Neiden sich entwickelt, um so weniger Schmerzen treten an der Geschwulst hervor, welche sich in den späteren Stadien derb, fest, im Anlange weich, fluetuirend, nicht selten mit dicken Hommassen bedeckt zeigt. Bei der cutanen Knieheule bleibt die Geschwulst längere Zeil auf ihrer Unterlage verschiebbar; bei der svnovialen nimmt sie eine den Sehnenscheiden entsprechende
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ICrankhoiten ilcr V^oi'derffliedniBsseii.
lilngliche Gfestalt an; von den langen Zohenstreckern ausgehend breitet sich dieselbe über den Mittelfuss uns. Die articuläre Form tritt mehr diffus auf, greift auf die Seitenflächen über und zeigt sich mit ihrer Unterlage fesl verbunden. Durcli Ossification nimmt iül' Ge-schwulsl raquo;'ine ungewöhnliche Härte an und beschränkt die freie Be­wegung im Carpalgelenke mehr als die beiden ersten Formen. Im übrigen plie^'t die mit diesen Leiden verbundene Lahmheit gering zu sein; nur wenn bei acuten Processen grössere Schmerzen bestellen, oder wenn der Umfang der Geschwulst die Bewegungen des Fusses mechanisch erschwert, ftndel eine erhebliche Beschrünkung der freien Bewegung desselben statt.
Ursachen. In erster Linie kommen Insulte in Betracht, die bei dem Liegen, Hinlegen und Aufstehen auf schlechtem (hartem, unebenem) Standboden bei mangelhafter Streu erzeugt werden. Die hierdurch immer von neuem veranlassten Quetschungen können zu Blutergüssen in und unter die Haut sowie in die Sehnenscheiden oder zu chronischer Wucherung des Gewebes führen. Dass gerade hierbei oft Blutungen auftreten, beweist nicht nur die Gegenwart von Faserstoffgerinnsel in den serösen Flüssigkeiten, sondern auch die regehnässig pigmentirte Beschaffenheit des neugebildeten Binde­gewebes. Es muss auch zugegeben werden, dass vorübergehende, selbst eine einmalige heftige Quetschung durch Niederstürzen auf unebenem, hartem Boden, /. B. bei Arbeitsochsen, den Ansloss zur Entstehung des Leidens geben kann. Dass dem Tmnur albus chronische Krank-heitsprocesse des Carpalgelenkes (Tuberkulose) zu Grunde liegen, er­scheint klar, doch lässt sich ans den bisherigen Mittheilungen die Natur derselben nicht cenauer erkennen.
Behandlung. Bei der grossen Verschiedenartigkeit der dem Knieschwamm ZU Gtrunde liegenden Linden kann eine einheitliche Therapie nicht zum Ziele führen. Die Natur des Processes und die anatomischen Veränderungen müssen hierhei in erster Linie Beachtung linden.
Bei frischen Quetschungen sowie acut entzündlichen Processen (grosse Schmerzhaftigkeit u. s. w.) können kalte Umschläge, später t'euehtwarme Hedeckungen (rmlegen eines angefeuchteten Tuches) nützlich werden. Gleichzeitige Verletzung der äusseren Haut, fordert zur Untersuchung auf die Gegenwart von Fremdkörpern (Glassplitter, Steinchen u. s. W.) auf. In solchen Fällen wird man die ömschläge
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Kiiii.'stliwaniiu des Kindes.
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mit einer DesinfectionsflUssigkeit (Creolin oder Carbolwasser) an­feuchten lassen, auf jeden Fall aber für eine re ich liehe und reine Streu Sorge tragen. Ein weiches Lager (Torfstreu, Saud) ist hartem Stein­pflaster vorzuziehen.
Besteht oberflächliche Fluctuation, so ist bei den cutanon Er­krankungen Spaltung der Höhlen au der tiefsten Stelle angezeigt. Rosenbaum liisst: hierzu das Thier mil dem Kopfe an einen festen Gegenstand binden und von einem krtlftigen Manne in der Weise fest­halten, dass derselbe mit den Fingern in die Nase des Thieres Fasst. Dann wird mit einem Bistouri oder spitzem Tenotora die Geschwulst gespalten. Da das Thier hierbei den Fuss aufzuheben pflegt, muss die Schneide des Messers nach oben gerichtet bleiben, um tiefere Ver­letzungen zu vermeiden. Nachdem die Gferinnsel rail dem Finger ans der Höhle entfernt sind, liisst mau das '['hier auf weiche und reine Streu stellen und die Wunde tilglich reinigen. In 3 I Wochen tritt meist Heilung ein (Rosenbaum). Hertwig empfiehlt ein Haarseil durch die Geschwulst zu legen, welches II Tage liegen bleiben soll, worauf (due scharfe Einreibung folgt.
Obgleich auch bei der synovialen Form des Leidens diese Be­handlung ohne grosse Bedenken Anwendung linden kann, so dürfte doch, so lange ein aseptischer Zustand besteht, die Function mit dem Trokart unter antiseptischen Massnahmen event, mit nachfolgender Finspritzung von .lodjodkalumilösung (Lugol'sche Lösung) vorzuziehen bezw. zunächst zu versuchen sein (Lafosse). Führt dieses Verfahren nicht zum Ziele, oder sollte sieh eine eiterige Erkrankung der Sehnen­scheiden einstellen, so kann dm Spaltung und nachherige Reinigung nothwendig werden.
Gegen die harte Kniebeule liisst sich in der Regel nicht viel ausrichten, es sei denn, dass die Geschwulst begrenzt, in geringem Umfange und mit nicht zu breiter Basis auftritt, in welchen Fällen unter Umständen die Exstirpation gelingen mag. Doch dürfte hierbei wohl seltener Asepsis erhalten bleiben, als Hoffmann meint. Viel­leicht liesse sich ähnlich wie bei der Stollbeule durch wiederholte Application von Scharfsalben ein schmerzhafter Zustand unterhalten, der das Thier veranlasst, den kranken Fuss heim Liegen und Auf­stehen zu schonen, und so eine Zertheilung herbeiführen. Bedenklich erscheint dagegen die Einführung scharfer Aetzmittel (Sublimat, Säuren, Euphorbiura) in die Geschwulst, wodurch das Carpalgelenk in Gefahr kommt.
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Krankheiten ilor Vordorgliedmas.son.
3. Chroulsolie BntzUudung dor VorderfiisswurzeL
Lit.: Schrader, Gurlt u. Hertwig. 26. S. 183. Williams, The Principles and Practice of vet. surg. II. And.
] );i die acuten SntzUndungsprocesse dieses Gelenkes bereits be­sprochen wurden, bleibt liier nur noch die Artliritis chronic a des Carpalgelenkes zu berUclcsichtigen. Sie kommt am häufigsten bei Pferden vor und ist bereits lange bekannt. Nach Schrader hat schon Solleysel auf das Leiden aufmerksam gemacht, von Cherry aber wurde dasselbe zuerst, und zwar als .Spat am Vorderkniequot;. beschrieben. Schrader land die Gelenkflächen mehr oder weniger ,cnhuielquot;. die Knorpel usurirt und Exosbosen an den Knochen. Derselbe beschreibt auch ülceration am Gelenkknorpe] mit Caries und Elxostosen an den Knochen und Anchylose. Nach Cherry soll zuweilen nur das Os carp, primuni mit dem Kopfe des medialen Griffelbeines leiden, meist aber die Entzündung eine weitere Ausdeh-
Ursachen. Prädisponiri zeigen sich zu diesem Leiden Pferde mit kurzer, schmaler Vorderfusswurzel, kurzem Vorarm und steiler Schulter. Möglicherweise begtinstigt die diesem Hau eigenthümliche, ausgiebigere Bewegung im Carpalgelenk die Entstehung der Krank­heit. Kussische Trailer zeigen diesen Bau und Gang in hervor­ragendem Masse und leiden auch häufig an der in Rede stehenden Erkrankung. Nicht selten beobachtet man das Leiden auf beiden Füssen, bei kaltblütigen Pferden öfter als beim Vollblut (Cherry), besonders wenn die jungen Thiere frühzeitig zur Arbeit herangezogen werden. Zuweilen greifen entzündliche l'rocesse vom Periost aus auf das Gelenk über; so namentlich bei Pferden mit fehlerhaften Stellungen, die zum Streichen Veranlassung geben, wie es ebenfalls bei rus­sischen Trailern häuliu; der Fall ist.
Erscheinungen. Hauptsymptom des Leidens bildet die An­schwellung des Gelenkes, welche zuweilen so erheblich wird, dass das gauze Gelenk deformirt erscheint. Die Anschwellung zeigt sich hart Und fest und besteht vornehmlich aus Kxostosen und bindegewebigeii Wucherungen: zuweilen ist dieselbe weich und fluetuirend, indem die Sehnenscheiden an der Erkrankung tlieilneliinen und sich anfüllen; lläuflg wird auch die Bewefflichkeii des Gelenkes einaeschränkt. Im Stande
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Chronische Entzündung der Vorderfnsswurzel.
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der Ruhe nehmen die Thiere vorbiegige Stellung an, bei der Bewe­gung zeigen sie einen steifen Gang. Extreme Beugebeweguugen in der Pusswurzel bereiten entweder den Thieren Schmerzen, oder man stösst hierbei auf ein Hinderniss, indem sich das Gelenk nicht in dem Masse beugen lilsst, wie am anderen Fusse. Man achte jedoch darauf, diese Prüfung durch Vergleichung beider Püsse in derselben Stel­lungquot; dos Ellbogengelenkes vorzunehmen.
Lahmheit kann bei dem Leiden fehlen. Wenn aber Gferlacli und schon vor ihm Cole man behaupteten, dass diese Erkrankung der Vbrderfusswurzel niemals Lahmheit veranlasse, so ist das nicht lichtig; die Lahmheit kommt sogar häufiger vor. als man glaubt, und zeigt sich durch 7 erlangsam im g und Verkürzung der aus­schreitenden Bewegung mit mangelhafter Flexion im Carpal-gelenke und Abcluctionsstellung des Schenkels bei der Belastung. Leiden Leide Püsse oder beschränkt sich der Process auf die untere Gelenkabtheilung, welche heim Pferde eine geringe Beweghchkeit be­sitzt, so fehlt oft Lahmheit. Nach Cherrj soll der Reiter auf solchem Pferde die Empfindung haben, als ob die Brust aus ihrer Lage gerückt werde, bei jedem Schritt nach oben steige, Am leichtesten findet eine Verwechselung mit chronischer Eufgelenklahmheil statt. Der Schenkel raquo;ird gestreckl nach vorn gebracht mit Neigung zur Abduction; oft gelangen die Trachten zuerst auf den Hoden, daher wurde der Zu­stand in England Chest founder (Schulterverschlag) ge­nannt. Es Lesteht Neigung zu kurzem Galopp, der aber unangenehm stossend wirkt. Sehr häufig zeigt sich der Schrill des kranken Kusses nach vorn verkürzt, wodurch das Leiden eine gewisse Aehnlichkeit mit Schulterlahmheit erlangt. Der Unterschied besteht aber:
a) in der kreisförmigen Hewegung des Pusses nach vorn; b) im Auftreten zuerst mit den Trachten und c) in dem Nachweis der Schmerzen bei forcirter Beucunc des Gelenkes.
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Verlauf. Die Nato des Leidens erklärt es, dass es sich um einen chronischen und oft unheilbaren Zustund handelt, der in der Hegel l—(i Monate dauert. Es kommt daher für die Prognose vor allem darauf an, ob das Pferd trotz des Leidens noch brauchbar ist oder nicht. Je geringer die Deformationen und je weiter nach unten dieselben ihren Sitz haben, desto günstiger gestalte! sich die Prognose. Dass das Leiden Lei schweren Arbeitspferden nicht die Bedeutung besitzt wie bei Luxuspferden, liegt auf der Hand.
Möller, Spedello Chimrglo für Thiorteto, -'. Auflnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; II
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Krankheiten der Vordergliediuassen^
Die Behandlung beschränkt sich meist auf die Anwendung scliarlW' Sallicu oder des (llühciscus. In der Regel ist aber auch hiervon nicht viel zu erwarten, doch beobachtet man zuweilen in 2—3 Monaten Ä-bnahme der Lahmheit. Geht der Process vom
Periost des Metacarpus aus. so zeigt sieh auch wohl das HiU'imcn mit dem Stift wirksam. Durch Neurotomie des N. mediiimis wil'd die Lahmheit unter Umständen beseitigt; ich sah dieselbe in mehreren Fällen nach der Neurotomie verschwinden, so dass die Thiere seihst für den Luxuswagendieust vollsttlndig brauchbar wurden.
I. ButzUudnug des sog. Kniebogens.
Die an der hinteren Fläche des Carpalgelenkes gelegene, ge­räumige Sehnenscheide des Huf- und Kronbeinbeugers ist heim Pferde sowohl acuten wie chronischen Entzündungen unterworfen. Die letz­teren sind jedoch seltener als die ersteren, welche meist durch Ver­letzungen. Wunden veranlasst werden. Beim Hängenbleiben in der Kette, durch Stiche mit der Mistgabel oder anderen scharfen Gegen­ständen kann die Sehnenscheide geöffnet werden. Zuweilen greifen phlegmonöse Erkrankungen vom Metacarpus auf dieselbe über; be­sonders gefährlich zeigen sich in dieser Hinsicht Verjauchungen nach Tenotomien. Die chronische Entzündung dieser Scheide geht meist vom [JnterstUtzungsbande des Hufbeinbeugers aus und führt zur Bil­dimg einer Sehnenscheidengalle, welche sich in reichlich doppelter Handbreite nach unten und ebenso weit über das Carpalgelenk hinaus nach ohen erstreckt (S. 106). [n der Regel tritt hierbei die Anschwel­lung sowohl idier wie unter dem Carpalgelenke an der lateralen Seite,
unten auch wohl i.....lial hervor: die erstere kann die Grosse eines
kleinen Kindskopfes erreichen; am Metacarpus bleibt sie meist kleiner. Durch abwechselnden Druck auf beide lässt sich der Zusammenhang derselben leichl nachweisen.
Während die Galle durch eine liuetuirende Anschwellung im Bereiche der Sehnenscheide hervortritt, die weder mit Lahmheil noch mit Schmerzen verbunden zu sein pflegt, zeigt sich die acute Ent­zündung des Kniebogens durch folgende Hrscheinungen:
I. Hochgradige Lahmheit; der Fuss wird in steifer Haltung langsam und unvollständig vorgeführt.
'2. Durch eine vermehr! Manne, auf Druck schmerzhafte, mehr oder weniger feste, derbe Anschwellung, welche das ganze Gelenk
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Kntzündung des Kniebogeng.
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umgiebt und sieh auf die Nachbarschaft ausbreitet. Eiterige Er­krankungen führen zur Bildung von periarticulftren Abscessen.
.'!. Ans der etwa noch offenen Wunde entleeren sieh grosse Mengen Synovia, die später mit Biter vermischt sind und in Folge dessen strohgelb erscheinen; aueb finden sieh in dem Ausfluss zuweilen uekrotische Fetzen der Beugesehnen,
I. In der Regel bestellt Fieber, bei septischer Erkrankung er­reicht dasselbe sogar einen Indien Grad.
Verlauf. Die acuten Entzündungen nehmen selten einen gün­stigen Verlauf; besonders gefährlich zeigen sieh die durch den Ein-brueb septischer Phlegmonen oder durch Verwundungen entstandenen; liier ist in der Kegel nichts zu erreichen, und Tödtung des Thieres das vortheilhafteste. Fieberhafte Erkrankung im Verlauf des Leidens bildet daher stets ein übles /eichen. Günstiger sind die entzünd­lichen Erkrankungen ohne Verwundung zu beurtheilen, wobei in der Kegel Heilung erzielt wird, wenn auch mit Hinterlassung einer Galle,
Die chronische Entzündung, verbunden mil Gallenbildung bietet der Therapie zwar grossen Widerstand, stört indess die Gebrauchs­fähigkeit bei Arbeitspferden in der Hegel nicht.
Behandlung. Gegen die chronische Erkrankung sind Scharf-salben wie auch das Glüheisen zu versuchen; viel wird biermit indess nicht erreicht. Auch methodische Compression und Massage bringen meist mir geringen Nutzen; die erstere erzielt man durch über und unter dem Gelenke fest angelegte Binden, die von Zeit zu Zeit er­neuert werden müssen.
Bei Verwundungen der Sehnenscheide suche .....n mit allen zu
• iebote stehenden Mitteln Asepsis zu erreichen und lege event, nach dem Heften der Wunde einen Occlusiwerband an (S, b-'M). Besteht bereits eiterige Synovitis, so führen Ausspülungen der Scheide nur noch selten zum Ziele; doch kann man sie versuchen. Dasa Pferde hierbei in einen ilängegurt gebracht werden müssen, bedarf kaum der ErwHhnung. Wo ein Verband nicht zu appliciren ist, empfiehlt sich permanente Irrigation mit abgekochtem Wasser oder antisepti­schen Flüssigkeiten. Die vorsichtige Punktirung und Entleerung des Inhaltes der Sehnenscheidengalle ist zwar nicht gefährlich, meist aber ohne besonderen Nutzen, Man hüte sich hierbei vor Incisionen, denn wo nicht Asepsis erlangt wird, führen diese in der Regel durch eiterige Synovitis zu tödtlich verlaufenden Zuständen.
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(Ill
Ki'iiiililiciiL'ii der Vordersfliedniasssn.
5, Dlo Gelenk- und Sehneuscheidengallen am Vordevschenkel.
Lit.; Eichbaum, Berl. Arcli. !). S. 7(i. Siedamgrotzky, Landwirth, Thierb. S, quot;iKt. Günther, BeurtheilnngslGhre. Gerlaoh, Han. Her. 1869. s. im. Günther, (Ins. 18?;!. S. 77. Boffmann, Her. Rep. 1892.
Am Vordersohenkel haben mehrere Gelenke und Sebnensoheiden eine Lage, dasa hydropisohe Zustände an denselben ßusserlicb nicht hervortreten; so ilas Schulter- und Ellbogengelenk, Dagegen werden andere Gelenke, Sehnenscheiden und Schleimbeutel namentlich bei Arbeits­pferden Dicht selten Sitz sekretorischer Processe mit Ausscheidung von Flüssigkeit, in den freien Kaum derselben, d. h, mit Qallenbildung, Die wichtigsten derselben sollen liier im Zusammenhange betrachtet, werden. um Wiederholungen zu vermeiden. Es empfiehlt sich 3 Gruppen zu bilden, nämlich: A) Gelenkgallen, B) Sehnonscheidengallen im Beuge­apparat und C) solche der Strecksehnen.
A. Goleu k n'a 11 e n.
1.nbsp; nbsp;Vurdcrk niogelenkgiille. ]3ie Einrichtung.' der Vorderfnsswurzel zeigt zwar keine günstigen Bedingungen zur Entstehung von Gelenkgallen, doch findet zuweilen beim Pferde an der zwischen Vorarm und der oberen Knochenreihe des Carpalgelenkes gelegenen Abtheilung eine Ausdehnung der Synovialis und des Kapselbandes statt. Hierdurch entsteht eine Gelenk­galle, welche sich entweder an der vorderen Fläche des Carpalgelenkes als eine rundliche, durch die hier verlaufenden Streoksehnen in mehrere Abtheilungen get heilte Geschwulst zu erkennen giebt, zuweilen aber lateralwärts, dicht über dem Erbsenbein hinter der Speiche bis hübnereigross erscheint.
2.nbsp; Die Pesselgelenkgalle. Durch Ausdehnung der Synovialis und des Kapselhandos dos Pesselgelenkes bedingt, zeigt sieh eine Anschwel­lung zwischen Metacarpus und dem Pesselbeinbeuger von rund lieber Gestalt (runde Pesselgalle), welche in zwei Abtheilungen als kleine, selten Enteneignisse erreichende Anschwellungen zur Seite des langen Zellenstreckers an der vorderen Pläche des Pesselgelenkes hervortritt. Am aufgehobenen Kusse liisst sich die (lalle leicht verdrängen, macht sich aber bei der Belastung desselben bald wieder bemerkbar. Nur ausnahmsweise erscheint dieselbe an der hinteren Pläche und dich! unterhalb des Pessel­gelenkes, nach Hof mann vornehmlich bei steiler fesselst ellung.
B. Sehnenscheidengallen im Beugeapptirat.
Schon Günther machte darauf' auf'inerksain, dass (lallen an den Sehnen der Beugemuskeln bei der Behandlung grössere Vorsicht verlangen als an den Strecksehimn; dem kann teil nur zustimmen und thoile deshalb die (lallen hiernach ein. Zu den ersten gehören:
I, Die K niebogenga11 e. Für den Huf-oder Kronbeinbeuger findet sich an der hinteren Fläche des Carpalgelenkes eine geräumige Sehnen­scheide, welche etwa 10 em über dem Gelenk beginnt und sich Ins zum zweiten Dritttheil des Metacarpus nach unten erstreckt (Pig. 107o). Ihren
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Gallen nm Vorclorsohenkel.
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Seitenwänden fehlen nach Eiohbaum oberhalb und unterhalb des Gelenkes die fibrösen Verstftrlmngsschichten, und so erklärt sich das Auftreten der Geschwulst bei abnormer Füllung dieser Sehnenscheide oberhalb und unterhalb des Oarpalgelenkes bald medial, bald lateral. Die Anschwellung kann einen bedeutenden umfang annehmen (Fig. 106), beschrllnkt sich jedoch in der Regel auf eine Iftngliche, weiche Geschwulst, welche bis /,'u den Grenzen der Sehnenscheide reicht. Am aufgehobenen oder entlasteten Pusse Itlsst sich die Communication der Anschwellung oberhalb und unter­halb des Oarpalgelenkes an der Pluotion leicht nachweisen.
2. Die Plussgallen, Sehneiifessol^allen, Pesscl sehnen-galle (Günther). Während die eben besprochene Sehnenscheide bis zum zweiten Dritttheil des Metacarpus nach
unten reicht, werden Huf- und Krön-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fig, 10ii.
beinbeuger am mittleren Dritttheil des-
selben von lockeren Bindegeweben um­geben. Mit dem unteren Dritttheil lie-ginnt eine andere Sehnenscheide für den Huf- und Kronbeinbeuger, welche sich über die hintere Fläche des Fesselge-lonkes bis zum Strahlpolster (Eich­baum) nach unten erstreckt (Fig. 107 d). ihre hintere Wand steht mit dem Kron-beinbeuger in Verbindung, während unter dem Pesselgelenk eine fibröse Seh­nenausbreitung (Sehnengurt, Leiseri ng) die Sehnenscheide so fest umgiebt, dass /,u einer Ausdehnung derselben nur über dem Fesselgelenke und hei der Lage der Beugesehnen nur nach beiden Seiten Ge­legenheit gegeben ist. liier bedeckt lockeres Bindegewebe die Scheide und erleichtert das Zustandekommen zweier län gli ch er Ansch w ellunge n, wel oh e zu beiden Seiten des unteren Endes d o s M e t a c a r pus n e b o n der H u f-
b e i n b e u g e s e h n o liegen und sich
bis zum mittleren Dritttheile desselben nach oben erstrecken.
Kniebogengalle mit. starlcev Ausduhmmg
midi der lateralon Seite (nach einer Photo-
graphle).
Ihre Grosse schwankt erheblich; bald ist die Galle nur bei genauer Betrach­tung nachweisbar, zuweilen erreicht dieselbe den Umfang eines Gänseeies. Nur selten tritt die Galle auch unterhalb des Fesselgelenkes in der Köthe hervor und erscheint liier mehr abgeflacht. Sie gehört zu den häufigsten Vorkommnissen, geht meist aus einer chronischen Synovitis hervor: an den Hinterfüssen bilden sie nicht selten eine Ten d o vagi n i ti s ehr. fi­brös a (verhärtete Galle).
C. Strec
li nensc li eidenga 11 o n.
Ihre Zahl ist eine grosse, zu den wichtigsten derselben gehören: 1. Die Galle des Fesselbeinstreckers am Carpalgelenk (Vorder-kniesehnenscheidcngEille). 8—10 cm über der Vorderfusswurzel und zwar an der lateralen Seite des Vor arms beginnend, erstreckt
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#9632;
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KranUheiU'ii dor Vonl('i,''liedmii.ssrii.
siob die bis gänseeigrosse Geschwulst nachvxuton und tritt wohl auf dio vordere Fläche des Oarpalgelenkes liber (Fig. 107 u. 108laquo;),
Pig. 1(17,
Fig. 108.
(: -a
Dieselben Sehnenachelden von vorn gesehen.
Die wichtigsten äehnenselieiden und Burson am VordersoUeukel iles Pferdes von vorn nnd aussen
gesehen (halbschcmatisch). a. Bursa Intertubercularis, i*. Bursa olecronl, •#9632;. obere, tt. untere Sehnenscheide für den Krönlaquo; und lliiltM-in beuger, e, Sehnenscheide für den Fessolbelnstrecker, /'. obere Sehnenscheide für den längeren gern, Zehen-Strecker, ;/. Sehnensolieide für den Strecker des Vordermlttelfusses./i. Sebnenscheido FQrden Bohlefen Strecker der Vorderfuaswnrzel, t. untere Sahnen scheide für den längeren gem. Zehenstreokor.
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Qallsi) am VonlorsrliciLki'l.
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'2. Sellnenscheidengal 1 pn der Strecker an dor vorderen Kliiehe dor Fusswnrzol. Der gemeinsohaftliohe Zehenstreoker wie auch der Fessel- und Sobienbeinstreoker führen an der vorderen Flftche des (Jar-palgelenkes Sebnenscbeiden, deren Erkrankung durch Verletzung bereits früher erwähnt wurde (S, lt;gt;3;i); oft leiden sie aber auch an tiallen und zwar;
a)nbsp; nbsp;Die Sehnenscheide des gemeinschaftlichen Zehenstreckers; sie beginnt lquot;i am über dem Oarpalgelenk, verläuft in der lateralen Sehnenlaquo; rinne des unteren Kadiusendes und über die vordere Fläche dör Pusswurzel bis zum oberen Ende des Metacarpus (Fig. 107 u. 108^), \'iin einer starken Fascio bedeckt kommen hydropisohe Zustände selten an ihr vor.
b)nbsp; nbsp;Der Strecker dos Vordermittell'ussos besitzt in gleicher Höhe eine Sehnenscheide, welche in der medialen Sehnenrinne des Vorarmes bis zur unteren Knochenreihe der Vorderfuss-wnrzel reicht (Fig. 107 U. 108^).
c)nbsp; nbsp;Die Sehnenscheide des schiefen St rockers der Vorder-t'nsswurzel beginnt lateral 8 cm über dem Carp algelenke, geht sehnig nach unten und m ed i a n w ä_r ts über die vordere Fläche des Ge­lenkes zum medialen Griffelbeinköpfchen (Fig, 107 u. 108/i). Ihre (lalle bildet eine wurstförmige Anschwellung in der beschriebenen schrägen Lage und wird von den Zehonstreckern in mehrere Abtheilungen getheilt.
d)nbsp; nbsp;Für die Zehenstrecker liegt über dem Fesselgelenko an der vorderen Flüche des Schienbeines eino Bursa mueosa, deren obere bezw. vordere Wand die Seime des langen Zehenstreckers bildet (Fig. 107 /)#9632; Im gesunden Zustande 2—2,5 ein lang, 1,5—2 cm breit (Eichbaum) erlangt die Scheide, wenn sie erkrankt, an der vorderen 1'lache des Metacarpus dicht über dem Fesselgelenk zuweilen mehr als (i ä nseeigrösse. Nach Franck soll die Bursa zuweilen mit dem Pesselgelenke communiciren.
Zur Abkürzung der Darstellung werde ich folgende Bezeichnungen wählen:
A. Vorderkniegelenkgalle und Fesselgelenkgalle, 13. Kniebogengalle und Plussgalle (Fesselbeugesehnengalle), 0, Pur die Strecksehnengallen: Vorderkniestrecksehnengallen und zwar:
a)nbsp; nbsp;als obere : des Fesselbeinstreclcers über dem Carpalgelenke;
b)nbsp; nbsp;als laterale ^ des gemomschai'tlichen Zehenstreckers:
c)nbsp; nbsp;als mediale = des Streckers des Vordermittelfusses;
d)nbsp; nbsp;als schiefe = dos schiefen Streckers der Vorderfusswurzel, Dio an der vorderen Fläche des Metacarpus und Fesselgelenkes würden
als F ess e 1s tr ockseh 11 en gal 1 e n zu bezeichnen und in eine obere, des gemeinschaftlichen Zehenstreckers. und eine untere, des Fesselbeinstreckers zu trennen sein.
Die Erscheinungen, welche diese Gallen begleiten, ergeben sich uns dem oben gesagten; unter Berücksichtigung der anatomischen Lage der Theile können in Bezug auf die Diagnose nicht leicht Zweifel aufkommen. Bemerkt sei noch, class die (ielenkgallen so­wohl am Carpal- wie am Fesselgelenk am entlasteten und liectirten Fasse zurücktreten, während die der Sehnenscheiden hierbei deut­licher werden und praller gefüllt erscheinen, Die öelenkgallen
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Krankheiten der Vordersrlieclinassen.
pflegen sich in horizontaler Richtung auszubreiten, die der Sehnen­scheiden mehr in vertikaler. So lange acut entzündliche Processe be­stehen, sind sie mit Lahmheit verbunden.
Verlauf und Beurthoilung. Gelenk- wie Sehnenscheidengalleraquo; bilden bei Werden chronisch-hydropische Zustllnde (kalte Gallen), die sich in der Regel aus chronischen Reizungsprocessen entwickeln, aus­nahmsweise als Polgezustände acut entzündlicher Processe entstehen. Mit Erscheiiuingen einer acuten Entzündung verbunden, nennt man sie: .lieisse oder hitzige Gallenquot;: die obere Vorderknie-strecksehnengalle ruf! aus diesem Gi-unde in der ersten Zeit ihres Bestehens nicht selten Lahmheit hervor, Die obere Pesselstreck-sehnengalle enthält auch nach längerem Bestehen häufig Pibrin-gerinnsel, welche auf Hümorrhagien sohliessen lassen. Dagegen entwickeln sich sowohl Gelenk- wie Sehnenscheidengallen im Beuge-apparat mit seltenen Ausnahmen ans einem chronischen Reizungs-process tier Synovialmembran. Bald füllt helles, klares Serum die Höhle, seltener linden sieh reiskornähnliche Körper in derselben; zuweilen zeigt die Sehnenscheide eine mehr oder weniger starke Verdickung(Tendovaginitis chron, Qbrosa, verhärtete Galle); hierbei ist die Sehne in der Reffel mitleidend.
Im allgemeinen
•ds Schönheits-1 bei älteren Thieren nur selten vermisst. Oft
fehler betrachtet um
bestehen sie .Jahr und Tag, ohne einen nacht heiligen Einfluss auf die Gebrauchsfähigkeit des Thieres auszuüben; dagegen stösst die Heilung regelmiissig auf grössere Schwierigkeiten. Frisch entstanden und von geringem Umfange lassen sich die Flüssigkeiten zuweilen durch ent­sprechende Behandlung dauernd entfernen; das gilt namentlich von den während des Sommers durch angestrengte Arbeit hervorgerufenen, sofern den Thieren im folgenden Winter anhaltende Ruhe und ent­sprechende Behandlung zu Theil wird (Armee).
Am wenigsten bedenklich zeigen sich Strecksehnenscheiden-gallen, weil sie selten Lahmheit veranlassen und auch operativen Eingriffen leichter zugänglich sind, (lallen der Sehnenscheiden im Beugeapparat bieten weniger Aussicht auf Heilung und noch weniger die der Gelenke.
Die Fessel heugese im engal le zeigt sich nicht selten (be­sonders an den Hinterfllssen) verhärte! und ist alsdann nicht zu be­seitigen; noch bedenklicher wird diese, wenn sie mit schmerzhafter Erkrankung der Hufbeinbeugesehnen und Lahmheit ver-
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Qallen am Vordevsohenkel.
(11!raquo;
bundeu ist, was ebenfalls am Einterfusse häufiger als vom beob­achtet wird. Bei nicht verhärteter Galle tritt die Anscbwellung iIit Helme in der Regel unmittelbar über den Sesambeinen deutlich hervor.
Ursachen. Mil, wenigen Ausnahmen bilden die (raquo;allen heim Pferde das Product chronischer Reizungsprocesse, welche sich aus angestrengter, namentlich andauernder Arbeil der Thiere ergeben und allmählich /u hydropischen BrgUssen in die Gelenke bezw. Sehnenscheiden führen. Man briffi diese Leiden daher last nur bei Arbeitspferden.
Mine Disposition bestehl sowohl bei kaltblütigen Pferden wie auch bei einzelnen Tliieren und beruht auf individuellen Zuständen, welche nicht selten vorerbt werden. Offenbar handelt es sich dabei um mangelhafte Widerstandsfähigkeil der Gewebe; welcher Art diese sind, ist bisher nicht bekannt. Ausnahmsweise geben äussere Ver­anlassungen, heftige Distorsionen oder Contusionen der Gelenke die Ursache der Gallenbildung ab; so können durch Quetschungen Blu­tungen in ein Gelenk oder Sehnenscheide erfolgen und zu Bildung dieser Zustände Anlass geben. Nicht selten trifft man nach Jahr und Tag noch Fibringerinnsel in den erkrankten Gelenken oder Sehnenscheiden,
Die Behandlung muss nach den allgemeinen Grundsätzen ge­leitet worden; hier sei nur folgendes bemerkt: Bei frischen und schmerzhaften Zuständen findet Kälte in Form von Umschlägen, Im-mersion oder Irrigation Anwendung, und zwar womöglich in Verbin­dung mit methodischer Compression (handagiron). Sobald die aeufc entzündlichen Erscheinungen nachlassen, treten Priessnitz'sche Ein-wickelungen an Stelle dor Kälte, während die methodische Compression energischer fortgesetzt, und, sofern sich der Zustand nicht schmerzhaft zeigt, mit Massage verbunden wird. Leichte Arbeit ist dabei zweck-mässig und erleichtert die Resorptionsvorgänge. Lassen sich massige Anschwellungen in frischem Zustande auf diese Weise zuweilen fort­schaffen, so gelingt dies nur selten für die Dauer: die Galle kehrt meist bei der Arbeit; wieder, und man ist gezwungen, zur Anwen­dung eines scharfen Hautreizes zu greifen: Cantharidensalhe. l'gt. Hydrarg. bijodat. (1: 8), Schwefelsäure, Sublimat u, s. w. oder besser noch das scharfe englische Pflaster, Collodinm cantharidatura und das Glüheisen, Die Wirkung dieser Mittel ist vornehmlich auf den mit der Anschwellung verbundenen, ffleichmässiffen und andauernden Druck
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Kranklii'iicn ilrr Vordoi'ffliedmassen.
auf ilii' Sehnenscheide oder Gelenkkapsel zurückzuführen, wodurch die BesorptionsYorgilnge gesteigert werden. Das .scharfe Pflaster wirkt durch den Q-egendruck noch energischer als (li(; Scharfsalbe, das Glüheisen zugleicli durch Narbenretraction. Die energische Amven-dung des letzteren zeigt sich daher auch am wirksamsten, doch bleiben Narben zurück, und wenn der eine Schönheitsfehler beseitigt wird, tritt der andere an seine Stelle. Deshalb scheut man sich oft /.um GlUheisen zu greifen, obgleich es von allen diesen Mitteln am meisten leistet.
Die Bedeutung der künstlichen Entleerung des Inhaltes wird vielfach überschätzt. Die einfache Extraction mit dem Trokari hildet zwar eine ungefährliche Operation, wenn sie unter Anwendung antiseptischer Massregeln ausgeführt wird, doch ist ihre Wirkung selten von Dauer; schon mich wenigen Stunden füllt sich die Sehnen­scheide bezw, das Gelenk von neuem. Zuweilen erzielt man erst nach wiederholter Entleerung, dass die Abscheidung nicht wieder eintritt. Auch die nachfolgende Einspritzung von .lodjodkaliumlösung gewährt keine Sicherheit, Zuweilen tritt nach einiger Zeit unter Verdickung der Sehnenscheide Resorption ihres krankhaften Inhaltes ein; dieses scheint von dem Grade der mil der Einspritzung verbundenen entzünd­lichen Reizung vornehmlich abzuhängen, Es empfiehlt sieh eine frisch bereitete .lodlösung zu verwenden, diese wieder vollständig zum A,b-iluss zu bringen und der Injection eine Scharfsalbe oder das (llüh-eisen alsbald folgen zu lassen. Wo diese Mittel nicht anzuwenden sind, lege man alsbald einen I)ruck\erhand an. Im ganzen Ist das Verfahren wenig Leistungsfähig und bei verhärteten Gallen unaus­führbar, bei der Gegenwart von Pibrinmassen in denselben werthlos; die letzteren lassen sich nur durch einen Einschnitt entfernen. Muss dieser Eingriff im Prinzip als ungefährlich bezeichnet werden, sofern Asepsis erreicht wird, so liissf sich die letztere beim Thiere niemals garantiren, da man keine Gewähr dafür hat, dass der Verband liegen bleiben wird. Auch da, wo die Pferde den vor der Operation zur Sterilisation angelegten Verband ruhig liegen lassen, wird derselbe nach der Operation tiichi selten mit Gewalt abgerissen. Dasselbe tiill von anderen Thieren. Ich muss den Angaben Günther's zu­stimmen und das Oclfnen der Gelenk- sowie Sehnenscheiden-gallen des Beugeapparates als gefährlich bezeichnen; da­gegen isl mit dem Oeffnen der Strecksehnenscheiden in der Regel eine besondere Gefahr seihst dann nichl verbunden, wenn keine Asepsis erreicht wird. Das schliesst allerdings nicht aus, dass man auch am
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(#9632;allen am Vordei'sohenkel.
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Beugeapparate eiumal operirt, allein man muss hier voi'hor auf laquo;lie Gefahr aufmerksam machen und alle Hülfsmitte] der A.ntisepsis streng durchfuhren, [ch lasse zu dem Zwecke 24 Stunden vor der Operation diis Haar abschneiden (rasiren), die Haut abseifen, sodann einen mit Sublimatwasser 1 00/oo angefeuchteten Verband anlegen. Nachdem das Pferd zur Operation niedergelegt, und der Verband abgenommen ist, erfolg! unter antiseptischen Cautelen der Einschnitt auf der Höhe der Geschwulst. Mit dem eingeführten Finger überzeugt man sich von dem Zustande der Scheide, entfernt eventuell die Fibrinmassen u. s. w,, spült; die Höhle mit Jodjodkaliumlösung (1:3; 16) aus. worauf man Sublimat oder Corbollösung folgen i'dsst. Die stark ausgedehnte [lauf, kann unter Umständen zum Theil abgetragen werden, worauf der Verscliluss der Winnie mittelst Seide erfolgt, und ein Verband angelegt wird, der sowohl als Occlusiv- wie als Druckverband wirkt und etwa 8 Tage liegen bleibt. Nach 3 — 4 Tagen ist die Wunde zwar bereits geschlossen, doch besitzt die Narbe noch nicht die DÖthige Festigkeit; die Wunde reisst daher bei den Bewegungen des Thieres leicht wieder auf, Bei (fallen im Streckapparat können zwar Saarseile angewendet werden, allein ich ziehe auch hier die Operation vor.
Von Bosco wurde das Oefl'non der fselinonscboidengallen mit dein glühenden Eisen empfohlen, und später auch von anderen Seiten die günstige Wirkung desselben bestätigt. Der glühende Stift eines Brenneisens wird bis in die Sehnenscheide geführt, worauf ihr Inhalt abfliesst, eine mehr oder weniger stai'ke Entzündung entsteht, und unter umständen Heilung er­folgt. Da nicht nur der Stift selbst sterilisirt ist, sondern auch eine asep­tische Wunde erzeugt, welche durch die entzündliche Schwellung bald zum Verscliluss gebracht wird, so erklärt sich, dass das Oell'nen mit dein Ulübeisen weniger bedenklich erscheint als mit einem Messer: die Wirkung bleibt in-dess auch hier unzuverlässig. Entwickelt, sich nach der Function der Grad von Entzündung in der Synovialis, welche die spätere Abscheidung der Flüssigkeit verhindert, so tritt Heilung ein; allein diese Wirkung so genau abzumessen gestaltet sich nicht bloss schwierig, sondern ist in der Regel unmöglich. Im übrigen vergl. man Allgem, Chirurgie S. 255 u. ff.
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Krankheiten der Vorderaliedmasgen.
D, Krankheiten des Vordermittelfusses.
Der Mittoll'u.ss besteht bei den Einhufern aus dem sog, Os metaoarpi tertium, dem Schienbein und den beiden Griffelbeinen. An seiner vorderen Fläche liegen die Söhnen der beiden Zehen Strecker, hinten die drei Beuge-sehnen zum Theil zwischen den beiden Griffelbeinen, Das ganze wird von einer straff angespannten, auf ihrer Unterlage wenig verschiebbaren ilnsseren Haut bekleidet.
Bei den Wiederkäuern verschmelzen die beiden Schienbeine bald nach der Geburt mit einander und bilden nur einen Knochen, an dessen hinterer, lateralen [#9632;'lache das rudimentäre Griffelbein liegt und durch ein kleines Gelenk mit diesem verbunden ist: zur Bildung der Pusswurzel trägt das letztere nicht mehr bei.
Beim Schwein bilden die beiden mittleren oder wahren Schienbeine mit den seitlichen oder falschen den Mittelfuss. Die Fleischfresser besitzen 5 Mittelfussknochen, von denen die der dritten und vierten Zehe am stärksten sind.
Diese Verschiedenheiten im Hau des Metacarpus bedingen es, dass die hier auftretenden Krankheitszustände eine verschiedene Bedeutung er­langen und mancherlei Abweichungen in ihrem Verlauf zeigen; das gilt namentlich von den Practuren.
I. Knocliniliriiclie ani Vonlcrmiüclfussc.
Lit,! Hauer. Adams Woch. 1883. S. 393, Stolz. Gurll a. Eertwig, 12, S. 329. Pujos, Jahresber. lgt;K'i. 8. 10!).
Bei den Einlmfern und Wiederkäuern ersti'ecken sich die Frac-ttiren meist auf alle 3 Knochen des Mittelfusses, selten bleiben die Griffelbeine intaci . uocli seltener fracturiren diese allein. Bei den übrigen Thieren, namentlich den Fleischfressern kann jeder Knochen für sieb allein Continuitätstrennungen erfahren: oft aber brechen auch hier mehrere, nicht selten alle zugleich. Bei dem Mangel au Weich-theileu wird die straff angespannte Haut, von den Bruchstücken leicht perforirt, deshalb entstehen oft cornplicirte Brüche, deren Heilung mit mn so grösseren Schwierigkeiten verknüpft ist.
Hufschläge, Niederstürzen, bei kleinen Thieren Schläge mit schweren Stöcken, (Jeherfahrenwerden u, s. w, bilden die häufigsten Ursachen dieser Brüche. Sofern sämmtliche Mittelfussknochen frac-turirt sind, stösst die Diagnose selten auf Schwierigkeiten; die ab­norme Beweglichkeit, das Unvermögen, den Fuss v.u belasten, und die Crepitation lassen über das Bestehen eines Bruches keinen Zweifel.
Schwieriger gestaltet sieh die Diagnose bei Brüchen einzelner
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Enoohenbvttohe am Vordermittelfusse.
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Knochen; hier giebt indess eine sorgföltige Palpation in der Regel den nöthigen Anlialt, zumal fast immer Crepitation nachzuweisen ist. Am schwierigsten lassen sich Fracturen bestimmen, die auf das eine oder undere Grill'elheiu beschränkt blieben oder bereits zu stilrkerer Anschwellung geführt haben. Fissuren lassen sieh dagegen meist nur vermuthen, Bauer beobachtete eine Fissur der Vbrderröhre heim Pferde, welche einige Tage später zur vollständigen Fracturiruug führte.
Verlauf. Bei allen diesen Fracturen ist lleiliinjj;- möglich und erfolgt leichter als an den meisten Übrigen Knochen, besonders bei den kleineren Thieren. Complicirte Fracturen des Schienbeines lassen heim Pferde nur ausnahmsweise Heilung zu; auch die subcutanen Brüche dieses Knochens müssen bei den grösseren Hausthieren als relativ unheilbar betrachtet werden. Nur bei werthvollen und ruhigen Thieren lohnt sich ein Heilversuch. Dass die Wiederherstellung der vollen Arbeits­fähigkeit möglich ist, beweisen viele Mittheilungen der Literatur (Stolz u. a.). Auch hier hängt der Verlauf vornehmlich davon ab, ob das Pferd im Stande ist den anderen Fuss andauernd zu belasten, ohne Senkung des Hufbeines zu erfahren. Heim Binde geling] die Eeilung leichter als heim Pferde, auch stört die etwa zurückbleibende Lahmheit hier nicht in dem Masse wie dort. Bei den kleinen Wieder­käuern und Fleischfressern heilen subcutane Fracturen am Metacarpus in :gt; — (i Wochen. Brüche der Diaphyse der Metacarpalknochen heilen leichter als solche in der Nähe der Knochenenden; ungünstig wird die Prognose, wenn sich der Bruch his in das eine oder andere Ge­lenk erstreckt.
4 H
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Behandlung. Die Reposition erfolgt nach den allgemeinen Grundsätzen und gestaltet sich meist nicht schwer. Vor Anlegung des Verbandes sorge man dafür, dass der Fuss in die richtige Stel­lung gebracht ist, achte dabei namentlich auf den Huf bezw. die Klauen. Ein Gipsverband verdient auch liier den Vorzug, besonders bei kleinen Thieren.
Stolz, wandte eine nach ihm benannte Salbe aus 2 Theilen llaiv. und 1 Tlieil Wachs an, welche auf eine leinene Binde gestrichen and auf die Bruchstelle gebracht wird, am als Unterbinde zu dienen, Darüber wird ein Schienenverband gelegt. Pferde müssen in der Regel in den Hänge-gurl gebracht werden. Die von Binz und Tennecker empfohlenen Standmaschinen haben keinen besonderen Werth. l'ujns sah einen Quer-brach des Schienbeines heim Pferde dicht über dem Pesselgelenke heilen, nachdem ein Gipsverband angelegt worden war. Schon nach 8 Tagen (?) begann es den I?uss zu belasten. Als nach rgt; TaLren der Verbund abire-
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Krankheiten der Vorderffliedmassen.
nommen war. wurde der Puss schon regelmtlssig belastet. 66 Tage nach dem Auftreten des Braches konnte das Pferd wieder in Arbeit gestellt werden.
•,'. Wunden nm SUttelfass.
Liti Gerlaoh, Gurlt u. Bertwig. 20. S. 304. Prick, Berl. Ai-oh. 1888. S. 82.
Die straff augespannte und mit ihrer Unterlage fest verbundene äussere Haut bilde! eine der Ursachen, weshalb Wunden, namentlich bei grösseren Thieren hier id't einen ungünstigen \'erlnut' uebmen. Nicht selten sind Knochen, Sehnen und Sehnenscheiden mit verletzt. Wo letzteres der Fall ist, muss mit allen /,laquo; Gebote stellenden Mitteln Asepsis angestrebt werden. Nach Entfernung der Haare, loser Fetzen und Fremdkörper spüle man die Wunde sorgfältig mit desinfleirenden Flüssigkeiten aus und reinige ebenso die Umgebung. \N enn die \ er-h'dltnisse es gestatten, gebe man zunächst ein Sublimat-, Cai'bol- oder Creolinbad, spüle sodann nute!- kräftigem Strahle die Wunde mit Sublimatwasser aus. so dasa sieh womöglich in den Rändern der Wunde ein „Wundwasserödernquot; bildet. Klaffende Wunden hefte mau mit aseptischem Material und lege sodann einen Occhisivverband an. Zur Vervollständigung der Desinfection empfiehlt sieh in den nächsten Tagen den Verband täglich 2—3 Mal mit Sublimatwasser anzufeuchten. Sobald derselbe vom Wundsecret oder Blut durch­feuchtet erscheint, rauss er unter antiseptischen Cautelen gewechselt werden. Auf diese Weise gelingt es oft, nicht nur Verletzungen der Knochen, sondern auch der Sehnen und Sehnenscheiden per priniam int. zur Heilung zu bringen, wie sowohl die Mittheilungen von Fnck als auch eigene Beobachtungen gezeigt haben. Ein gleiches \ er­fahren empfiehlt sich bei allen Verletzungen, die mit grösseren Haut­verlusten verbunden sind, oder wo grössere Hautlappen abzusterben drohen. In solchen Wunden stösst die Benarbung auf Schwierig­keiten, denn infolge ihrer straffen Beschaffenheit und festen Lage kann die Haut durch die Narbenretraction nicht genügend herangezogen werden, und wenn auch der Defect ausgefüllt wird, so fehlt der Epidermisersatz; es stellen sich in Folge dessen lippige Granulationen ein, die von vornherein durch Anwendung von Adstringentien (Tannin, Zucker mit Jodoform), sowie durch einen gut angelegten Druck-verband zurückgehalten oder durch passende Aetzmittel zerstört werden müssen. Has gleiche gilt bei Operationen sowie für umfangreiche Nekrose der äusseren Haut. Man schone hierbei die Haut, soweit
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Wunden am Vordormittelfuss,
möglich, suche durch antdseptische Verbände ilas weitere Absterhea derselben zu verhindern und bedenke wohl, dass alle Wunden, die hier nicht per primani heilen, regelmässig .stiirllt;i^ Narben (Horn-nii i'l)cii) hinterlassen.
Am Mittelfuss sowohl des Vorder- wie Hinterschenkels kommen Verwundungen der Seimen und Sehnenscheiden besonders bei Pferden häufig vor. Auf dem Lande geben Sensen, Glasscherben u. s. w, hierzu oft Veranlassung ab; ebenso dos Ausschlagen der Pferde gegen scharfe Gegenstände. Am häufigsten worden die Beugesehnen von der Verletzung betroffen, selten die Zehenstrecker, Wunden der lel/.-teren haben keine grosse Bedeutung und heilen regelmässig, wenn sie nach den allgemeinen Grundsätzen behandeil werden. Die gleichen Verletzungen der Beugesehnen bilden dagegen im hohen Grade be­denkliche Zustände.
[hro Erkennung bietet keine Schwierigkeit; der genauere Nach­weis der Ausdehnung der Wunde gestaltet sich dagegen ofl nicht leicht, doch kommt es hierauf weniger an. In der Kegel sind gleich­zeitig Blutgefässe durchtrennt, und die nächste Gefahr lie^t in der Blutung, welche meist schon von dem Besitzer durch umlegen von Tüchern u. s, w. wenigstens theilweise zu stillen versucht wird. Die Bewegungsstörungen gestalten sich bei Verletzung der Beugesehnen verschieden. War nur der am meisten exponirl liegende Kronbein­beuger durchtrennt, so bleibt die Lahmheit oft gering; auch kann der Puss belastet werden, doch richtet sich unter Dorsalflexion im Kronen­gelenk die Hufzehe muh oben, so dass sie etwas vom Boden absteht. Ist zugleich der FTufbeinbeuger durchtrennt, so stellt sich bei jedem Versuche, den Fuss zu belasten, excessive Dorsalflexion auch im llul-gelenke ein. Bei Trennung aller drei Beugesehnen tritt diese Ab­weichung in sämtntlichen Zehengelenken, und /.war in dem Masse ein, dass sich das Fesselgelenk oft bis zur Erde senk!.
Nach Stillung der Blutung zeigen sieb in der Wunde die ge­trennten Sehnenenden; auch kann man sich durch Palpation und Son­diren mit dem Finger von der Ausbreitung der Verletzung überzeugen. Die Frage, ob Sehnenscheiden mit verletzt sind, muss mit Rücksicht auf den Sitz der Wunde entschieden werden.
Uli
Verlauf. Der Wundverlaut' hängt in erster Linie davon ab, ob Asepsis erlangt wird; wo dieses der Fall ist, heilen die Wunden in etwa 11 Tagen bis :! Wochen regelmässig; tritt Eliterung ein, so dauert die Heilunc mindestens 4—6 Wochen, oft sosrar mehrere Mo-
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05 ö
KnuikhcitiMi der Voi'dei'srUedmassen.
iiatr. Natürlich heilt eine Verletzung, welche auf den Kronhoinbeuger beschränkt geblieben war. leichter und scliuolloi- als solclic, die sich auf alle Beugesehnen erstrecken. Vorletzungen der Sehnenscheiden im Beugeapparate sind höchst gefährlich, indem eiterige oder septische Tendovaginitis droht, namentlieli lud Pferden. Duller sind Wunden dicht über dein Fosselgelenk sowie in der Köthe gefährlicher als solche in der Mitte des Schienbeines, wo sich keine Sehnenscheiden befinden, Beim Rinde liegen die Verhältnisse ähnlich wie beim Pferde. Eier kommt jedoch die Heilung oft ohne besondere Hülfeleistung zu Stande. Gerlach sah eine vollständige Durchtrennung des Krön- und Huf­beinbeugers bei einer Kuh in I Wochen vernarben. Es blieb zunächsi almorm starkes Durchtreten (Dorsalflexion) zurück, welches sich indess nach 3 .Monaten verlor.
Bei den kleinen Thinvn verlaufen diese Leiden im ganzen gün­stiger, weil der Fuss leichter geschont werden kann.
Behandlung. Frische Wunden fordern Antisepsis mit allen zu Gebote stehenden Mitteln: leider sind dieselben durch die zur Blut­stillung angelegten Verbandmaterialien oft schon inficirt, doch liisst sich eine Desinfection in den ersten 12—24 Stunden nach der Ver­letzung in der Hegel noch erreichen. Zu dem Zwecke muss zunächst die raquo;dwa bestehende Blutung durch Unterbindung mit sterilisirtern Material gestillt werden. Sodann seife man den Fuss sorgfältig ab und spüle die Wunde sowie ihre Umgebung mil Sublimat- oder Carhol-wasser ab. In die Wunde seihst lasse man einen klüftigen Strahl dringen und entferne alle Fremdkörper aus derselben. Lassen die Verhältnisse Asepsis erwarten, so hefte man die Wunde, event, auch die Sehnenenden, und lege einen feuchten Occlusivverband aus asep­tischen Materialien an. der in der ersten Zeit mil Sublimatwasser feucht erhalten wird. So lange der Verband nicht von Blut- oder Wundsecrei durchfeuchtet erscheint . bleibt er liegen und wird erst abgenommen, wenn das Thier den Puss wieder belastet, d. h. die Wunde geheilt ist, Anderenfalls wird derselbe unter antiseptischen Massnabmen gewechselt.
Wo Asepsis nicht ZU erreichen ist . suche man einerseits die Abstossung der nekrotischen Sehnenraassen zu beschleunigen, und andererseits die Wucherung in der Umgebung zurückzuhalten. Die tbeilweise dissecirten Massen entferne man event, mil Hülfe von Schere und Messer, l'eppige Wucherungen werden durch Adstringentien, Zucker oder Tannin mit gleichen Theilen Jodoform, Alaun oder Zinc.
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Wunden am Vordermittolfuss,
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sulfur, in Pulverform zurückgehalten; auch wirkt ein gul angelegter Druckverband zu den: /wecke vortheilhaft. Zuweilen ist die Ent­fernung der Wucherungen mit dem Messer oder scharfen Löffel nn-gezeigt. Man sorge jedoch dafür, doss die so entstandenen Ver­letzungen möglichst rein bleiben, damit von liier aus keine infection erfolgt. Während tier Heilung niuss den Thieren Ruhe gegeben werden.
Doppelte Sorgfalt venvende man auf die Antisepsis wo Sehnen­scheiden mil verletzt, sind, verfahre im Übrigen nach den gleichen Grundsiltzen, Dass selbst bei schweren Verletzungen der Seimen und Sehnenscheiden unter sorgfältiger Anwendung antiseptischer Mass-ualimen die Heilung nielit ansgeselllussen ist. beweist der von Prick mitgetheilte Fall, Aehnliche Beobachtungen liabe ich wiederholt machen können.
Quetschungen am Metacarpus durch Gegenschlagen u. s, w. führen oft zm- Bildung wallnuss- bis hühnereigrosser Blut- oder Lymphextravasate. Werden diese in den nächsten Tagen geöffnet, so erfolgt nicht selten eine unangenehme Blutung; ihre Resorption bleibt längere Zeit ans; namentlich pflegt dies am Köpfchen des medialen Griffelbeines der Fall zu sein, wenn der Erguss in die hier gelegene Bursa subentanea erfolgt war. Lahmheit fehlt in der liege!, daher können die Thiere ungestört zum Dienst verwendet werden, während man durch methodische Compression (Cirkelbinde) und täg­liche Massage die Resorption anzuregen sucht. Soll operativ einge­griffen werden, so muss es bei werthvollen Thieren unter Anwendung strenger Antisepsis geschehen. Nachfolgende Eiterungen führen leicht zu subfascialen Phlegmonen mit unangenehmen Folgen; Lymphextra­vasate hinterlassen zuweilen Pistelbildungen; man spalte auch sie nicht zu früh.
3. Zorrelssung der Bengosehnolaquo; am] AnfhitngebUnder.
bit.! Schellhase, Gurlt u. Hertwig, 29. S. 241, Johne, Jahresber, 1882. S. 88. Smith, The vet. journ. 1881. Kay, Ä.moi'. vet. raw. 1884. Schraml, Oosterr. Mittli. Iss8. Saint-Cyr, Hör. Bep. 15. Siedamgrotzky, Dread. Ber, 1876, S. 14 u. S. 246; Kerl. Arch, 1891, II.:'.. .Mail let. R,ec, de raed. vät. 1886. S. 402. Rodet, das. 1826. S. 97. Grämlich, Zeitschr. f. Veter. 1890. S, 328, Comeny, Reo, de med, vdtdr, 1892, S. 96,
Continuitätslrennungen durch äussere Gewalten, namentlich durch heftige Dehnungen der Beugesehnen bei Belastung der Vorderfüsse
MöUar, Spectollo Chirurgie für Thlerftrzte, 2, Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;12
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Krankheiten der Vbrdei'srliodinaas
werden fast nur bei Einhufern beobachtet, da nur bei diesen Thieren so erhebliche Dehnungen während der Körporhewegungen (Springen, Laufen) vorkommen; bei WiederkUuern schützt ausserdem ilas Knie­klauenband (I''. Müller) gegen solche Zerreissungen.
Begünstigt werden diese Continuitätstrennungen durch Er­nährungsstörungen in den Seimen. Nach [nfectionskrankheiten und selbst nach längerer Buhe der Thiere wurden liäuflger Zerreissungen der Beugesehnen seihst bei geringer Anstrengung beobachtet.
Scbellhase sah eine totale Zürreissnn^ des unteren Authäii^ebandos auf beiden Vordei'ftissen zugleich bei einem Pferde, welches längere Zeit im Stalle gestanden hatte; ebenso Comeny. Auch .lohne beobachtete Zerreissnng desselben Bandes hei einem Fohlen, welches sich im Kranken­stalle befand, und vermuthete eine verminderte Resistenz im Knochen, welcher bei der Zerreissung zum Theil abgelöst war. Das obere Q-leichbein-band fand St. Cyr nahe an der Theilung in seine Aeste bei einem Pferde zerrissen, welches gestürzt war. Smith berichtet über ein Pferd, dem beim Aufspringen alle drei Beugesehnen an einem Vorderfasse plötzlich durchrissen, worauf der Metacarpus sich 4 Zoll tief in den Boden einbohrte,
Kay beobachtete Zerreissung aller 3 Beugesehnen auf 3 Küssen beim Pferde. Der lange Zehenbeuger war vom Hufbein und der Fesselbein­beuger von den Sesambeinen abgelassen, wobei sich Theile der Knochen abgetrennt zeigten. Auch hier war das Pferd bereits einige Zeit, lahm und unthätig gewesen. Im Jahre l^iquot;1 wurde der hiesigen Klinik ein Pferd mit einer plötzlich hervorgetretenen Lahmheit übergeben, welches kaum im Stande war sieh wenige Augenblicke aufrecht zu erhalten: zum Aufstehen gezwungen setzte es die HinterfUsse weit nach vorn: auch die Vorderfüsse nahmen eine Stellung wie bei der liehe ein. Bei der Section fand sieh an allen 1 Püssen die II u fheinbengeseli ne zerrissen und zwar unmittel­bar vor ihrer Anheftungsstelle an das Hufbein, zum Theil an diesem selbst. Ueber die Ursachen des Leidens konnten keine näheren Anhaltspunkte ge­wonnen werden, als dass das Pferd bereits einige Tage wegen Lahmheit eines fusses im Stalle gestanden hatte. Ein ähnlicher Fall wurde im letzten Jahre beobachtet; in einem anderen fand ich die Hufbeinbeugesehne an beiden Hinterfüssen vom Hufhein abgetrennt und an beiden Vorder-füssen (desselben Pferdes) Practuren der Sesambeine. Auch in diesen Fällen waren die Thiere vorher unthätig gewesen, Maillet sah den Huf- und Kronbeinbeuger beim Pferde zerreissen, Rodet an binden Vorderfüssen zu­gleich und zwar während eine-, Galopps. In dem von Maillet erwähnten Falle hatte wahrscheinlich eine ältere Erkrankung (partielle Zerreissung) der Sehnen vorgelegen, Schraml berichtet über Abreissen der Hufbein­beugesehnen von ihrem Ansätze am Hufbein, so dass Theile des letzteren an der Sehne hingen. Zugleich wurde das Strahlbein zertrümmert gefunden, und zwar wie Schraml annimmt, durch die übermässige Belastung des­selben nach erfolgter Zerreissung der Sehne.
Ich habe wiederholt ähnliche Beobachtungen machen können. Der Fesselbeinbeuger war fast immer an seinem unteren Ansatzpunkte von den Sesambeinen abgerissen . wobei Stücke dieser Knochen mit losgelöst waren. Bei Wagenpferden wurden Zerreissungen des einen
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Zsrveissang dor Beugesehnen.
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oder anderen Schenkels des Fesselbeiulicngers auch an den llinter-sclienkeln von mir beobachtet. An den Vordei'ftissen findet man diese Zerreissungen am hätiligsten bei ßennpferden , namentiieli durch Springen llber Hindernisse. Bald ist der Hufbeinbeuger betroffen, nicht selten aber bildet der Fesselbeinbeuger den Sitz der Zerreissung. Pig, Ho stammt von einem Rennpferde, welches sieli die Zerreissung
Fig, 109.
Zorrolsaung dis Hnfbelnbeugsrs in folge oltorlBev Entzündung der Selmensoheide am
FeHscl^eltiili.
des Pesselbeinbeugera auf der Rennbahn zugezogen hatte und längere Zeit in erfolgloser Behandlung gewesen war.
Ferner kommen Zerreissungen der Beugesehnen in Folge Er­krankung ihrer Gleitflächen auf den Sesambeinen oder dem Strahlbein vor; an letzterem bei der chronischen HufgelenHahmbeit sowie bei eiterigen Processen im Strahlpolster mit Nekrose am Hufbeinbeuger. In gleicher Weise sah ich wiederholt Zerreissungen des Hut- und Kronbeinbeugers in Folge eiteriger Entzündung der Sehnenscheiden.
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Krankheiten dw Vordoivliedmassen,
sowie der Gleitflilclae auf den Sesambeinen, Hier wird die Trennung durch die entzündlichen Processe der Sehnenscheide vorbereitet, dort durch die Neurotomie begünstigt, Fig, 109 zeigt eine fast vollständige Zerreissung des Eufbeinbeugers an der hinteren Fläche des Fessel­gelenks nach eiteriger Erkrankung der Sehnenscheide, Die liei der Hufgelenklahmheil rauh gewordene Strahlbeingleitflftche bewirkt eine Zerfaserung der Hufbeinbeugesehne, während das rücksichtslose Auf­treten nach der Neurotomie gewaltige Dehnungen in der Sehne zur Folge hat.
An den 11 i n tovlussen sah ich wiederholt totale Zerreissunjjen dos Krön- ninl Hufbeinbeugers in Folge Nekrose der Sehnen. Bricht hier eine eiterige oder septische Phlegmone in die Sehnenscheide der Beuger ein, so kommt es nehen einer purulenten Tendovaginitis zur Nekrose der Sehnen. Hierauf tritt nicht selten in folge der andauernden Belastung an dem anderen Pusse Senkung des Hufbeines ein; dabei steigern sich aber die Schmerzen allmählich in dem Masse, dass der zuerst erkrankte Fuss trotz des Sehnenleidens belastet wird; diese scheinbare Besserung wird aber durch die Sehnenzerreissung plötzlich wieder unterbrochen. Gewöhnlich trifft man den Patienten morgens mit der abweichenden Stellung des Hinter-fusses an.
Auch hatte ich wiederholt Gelegenheit die zerrissenen Sehnen zu untersuchen und mich von der Gegenwart der Nekrose zu überzeugen, welche sich durch matte, gelbe Farbe derselben zu erkennen giebt und oft bei bereits eingeleiteter Dissection durch die rothe Granulation von dem normalen Sehneugewebe deutlieh abhebt.
Grämlich berichtet über eine ähnliche Beobachtung beim Pferde, welches im Verlaufe der Brustsenche an allen I Küssen an Sehnenentzün­dung gelitten hatte; Huf- und Kronbeinbeugesehne zerrissen an einem Vorderfuss und wurden bei der Section zum Theil nekrotisch gefunden.
f a s c i c n 1 ii re Zerreissungen kommen bei last allen Ent­zündungen der ßeugesehnen vor, welche durch heftige Dehnungen entstanden sind (vergl. S. 212 der Allg. Chirurgie).
Erscheinungen. Die /.erreissnug- giebt sich sofort durch Lahm-licit zu erkennen; der Fuss wird entweder gar nicht belastet, oder wenn dies vorübergehend geschieht, mit abnormer Dorsalflexion in dem betreffenden Gelenke, welche bei Zerreissungen des Kronbein­beugers am wenigsten auffallend erscheint. In Folge der Dorsalflexion im Kronengelenk richte! sich jedoch die Hufzehe bei der Belastung des Fusses nach oben, Zerreissung des oberen Aufhilngebandes ver-anlasst abnorme Dorsalflexion im Pesselgelenk (übermässiges Durch­treten, Fig. 110), während die Zehe ihre normale Lage beibehält; das­selbe gilt von Zerreissungen des linieren Aufhängebandes. Bei Zerreis­sung des Hufbeinbeugers nehmen alle drei Phalangealgelenko abnorme
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ZeiTeiosunii der BouKQ^shnsiii
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Dorsalflesdon an, während der Huf zuweilen nur noch mit den Trachten den Hoden bciTilirl. So lan^v koine erhehliche Anschwellung ein­getreten ist, lilsst sich die Trennung direct, durch Palpation nachweisen. Die Sohmerzhaftigkeit zeigt sicdi sehr verschieden; meist ist sie jedoch bedeutend.
Verlauf. Trennungen in den Beugesehnen heilen regelni'dssig und vollständig, sobald l. die Binden nicht zu weit von einander ent­fernt sind und -. wenn die Zerreissung ausserhalb der Sehnen­scheide stattgefunden hat. Zerreissungen innerhalb einer Sehnen­scheide vereinigen sich äusserst langsam und unvollkommen, weil hier das Paratendineum fehlt, von dem die Heilung vornehmlich ausgehtnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fig' HO.
(vgl. Allg. Chirurgie S. 210). Aus der Abweichung in der Stellung der Fessel erlangt man ein ürtheil über den Grad der Dislocation der Sehneuenden, Im günstigen Falle heilen Zerreissungen des Hufbein­oder Pesselbeinbeugers in 6 Wo­chen; oft dauert es jedoch 2 bis #9632; ! Monate, bis das Pferd wieder gebrauchsfähig wird. Bei einem
Rennpferde, welches sich eine Kul­tur des Fesselbeinbengers am Vor-
Zemissmig des Pesselbeinbeugers (nach einer Photograpbie).
derfusse zugezogen hatte, war nach
(i Wochen keine neimenswertbe
Besserung eingetreten. Man liess das Pferd tödten, und ich bind bei der Section die Heilungsvorgänge zwar eingeleitet, doch war an den abgetrennten Stücken der Sesambeine keine makroskopisch nachweis­bare C'allusbildung eingetreten,
Zerreissungen des einen oder anderen Schenkels des Pesselbein­beugers heilen unter Ruhe in Zeit von (! -8 Wochen meist ohne dauernde Bewegungsstörungen zu hinterlassen. Diese Leiden müssen jedoch als ungünstig beurtheilt werden, sobald die Trennung an den Sesambeinen erfolgt ist. Schlecht wird die Prognose bei Zerreissung von Sehnen, die durch anderweitige Processe, z. B, bei Podotrochilitis acuta oder chronica oder durch Nekrose bereits krankhaft verändert waren.
Die Behandlung beschränkt sieb darauf, die getrennten Theile möglichst nahe zusammen zu bringen und festzustellen. Zu dem
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(it 12
Krankheiten dov Voi'derffliedmassen.
Zwecke können feste Gipsverbände nützlich werden. Bei ruhigen Pferden, namentlich bei Zerreissungen im Fesselbeinbeuger liisst sicli eine Elisenschieue, welche am Sieg eines geschlossenen Sufeisens bc-festigi und der normalen Stellung des Kusses entsprechend gebogen wird, in Anwendung bringen. Nachdem diese mit einem Polster, der Fuss zinn Schütze gegen Drucls mit einer Binde versehen ist, wird die Schiene mittelsl Cirkelbinden befestigt. Zur Anwendung des Apparates ist in der liege! ein Hdngegurt erforderlich.
#9632;t. JMc Entzündung der Beugosohnen. 'iCiidiiiilis.
Lit.: Siedamgrotzky, Dresd. Ber. 1876. S. 11 u, Berl. Ä.rch, 1891. Marhei-neke, Gurll u. Hortwig. 7. S. 2:!iJ. Zschokke, Schweizer Arch. 1887. S. 17:;. Boloff, Qurlt u. Hertwig, 34. S. 271. Tachulowski, Jahresb, 1884. S. 70. Ferguson, The vet. 1888. Fogliata, Jahresb. 1884. 8. 123. Didot, Hör. Rep, 18. 8. 219. Schrader, Busohs Zeitsohr. 2. II. 4. 8. 111. Qourdon, Jahresb. 1857. 8. 61. Defay, Annul, de möd. vri. Bruxellea. 1860. Viering, Virchows Arch, 125, S, 252. Pötting, B. T. W, 1892. Hoffmann, Her. Rep. 18!):!. S. 6,
Die Entzündung der Beugesehnen bildet ein häufig vorkommen­des Leiden der Pferde; meist tritt sie an den Vorderfüssen auf, weil diese in viel höherem Grade heftigen Dehnungen ausgesetzt sind, welche die regelniässige Ursache zu der Erkrankung abgeben. Sie­damgrotzky lieferte eine genaue Bes'chreibung von Zerreissung der Hufbeinbeugesehne mit secundörer Erkrankung der Sehnenscheide; auch hat derselbe diesem Gegenstand neuerdings eine eingehende Abhandlung gewidmet.
Ursachen. Prädisponiri zu Sehnenentzündungen sind zunächst Pferde mit schwachen Beugesehnen, schwerem Körperbau und kräf­tiger Muskulatur, Die innere Einrichtung und die dadurch beeinfiusste Widerstandsfähigkeit der Sehnen spielt hierbei allerdings eine grosse Rolle, ihre absolute Dicke entscheidet dagegen keineswegs; im Gegentheil, Sehnen von grösserem Umfange, dicke, aber von Para-teudineum sich wenig abhebende leiden häufiger als dünne, scharf begrenzte und sich fest anfühlende. Letztere Eigenschaft beweist, dass vornehmlich festes, fasciculäres Gewebe an dem Aufbau der Sehne betheiligt ist. während im ersteren Falle mehr Bindegewebe vorhanden ist. Das Verhältniss gestaltet sich also ähnlich wie im Muskel. Wie bereits Seile 658 erwähnt, scheint andauernde Ruhe des Thieres die Widerstandsfähigkeit der Sehnen herabzusetzen. Darauf ist auch
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ßntzttndung der Beugesebneu,
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ilas häufige Vorkommen nicht nur der Zerreissungen sondern auch der Entzündungen nach schweren [Crankhoiteu wenigstens zum Theil zurllckzufUhren. Ferner wirken alle Umstände, welche die Belastung des Schenkels vergrössern und stäi'kere Dehnungen in den ßouge-gehneu hervorrufen, begünstigend auf die Entstehung von Entzüudun* gen in denselben.
Diiliin nehöreu namentlich:
Lange, weiche und schmale Fessel. Wird durch die zu-nclinionde Länge und Schräglage der Fessel die Belastung der Sehnen ver-grössert, so funotioniren diese um so ungünstiger, je schmaler das Fessel-gelenk von der Seite des Pferdes betrachtet erscheint. Aus demselben Grunde disponiren Pferde mit raquo;geschnürterquot; Vorderfusswurzel zur Ten­dinitis, da diese Bildung regelmässig mit schmalem Pesselgelenk verbunden ist. ferner befördern alle Momente, welche die Dorsalflexion in den Ge­lenken der Phalangen vergrössern, die Entstehung von Entzündung der Beugesehnen; niedrige Trachten und lange Zehe des Hufes werden des­halb leicht Ursache dieses Leidens. Dies gilt quot;namentlich von der zu langen Hufzehe, welche im letzten Momente der Belastung des Pusses eine starke Dehnung der Beugeseh neu zur folge hat. Auch die Gebrauchsweiso der Thiere spielt hierbei eine grosse Holle: Kenn- und Jagdpferde sind dem Leiden am meisten unterworfen; aber auch solche, die andauernd schnelle Trabbewegung ausführen, leiden nicht selten. Am meisten erkranken leistungsfähige Thiere; je wirksamer die Muskelarbeit der Hinterhand, um so grosser gestalten sich natürlich die Prellungen, welche die nach vorn geworfene Körperlast in den Vorderschenkeln hervorruft. Temperament­volle Pferde leiden deshalb auch häufiger als phlegmatische. Bei Last­pferden stellt sich das Leiden aus nahe liegenden Gründen öfter an den llinterfüsseii ein,
Solche Dehnungen im Beugeapparat kommen einerseits durch das Einlalle)i der Körperlast auf die stützenden Vorderschenk'd beim Springen oder plötzlichen Pariren zu Stande (passive Dehnungen); andererseits werden sie durch andauernde, heftige Wirkungen in den Beugemuskeln (active Dehnungen) hervorgerufen. Von ersteren wird in erster Linie der Pesselbeinbeuger betroffen; bei der geringeren Länge desselben muss foroirte Dorsalflexion in den Phalangen hier am ehesten nachthoilig wirken; seltener leidet unter solchen Umständen der llufheinbeuger und fast niemals der verhältnissmässig lange Kronbeinbeuger. Als Länge muss hierbei der Abstand der unteren Insertion von der oberen, beim Hilf- und Kronbeinbeuger von der oberen Insertion ihrer sog. I'nlerst ützungsbämler gerechnet werden.
Sehnenentzündungen durch angestrengte Thätigkeit der Muskulatur (active Dehnungen) haben mit seltenen Ausnahmen ihren Sitz im Hufbeinbeuger, weil der Muskelkopf dieser Sehne die bei weitem grösste Kraft besitzt, ihre Sehne also den stärksten Dehnungen ausgesetzt ist. Dass jedoch auch hier die Wirkung passiver Dehnung in den Vorder­grund tritt, beweist die häufige Erkrankung des Dnterstützungsbandes, welche sich von hier aus auf die unteren Abschnitte der Sehne fortsetzt. An den llinterfussen leiden am häufigsten die dicht über dem Fessel-gelenke oder unter dem Sprunggelenke gelegenen Abschnitte der llvifbein-beugesehne.
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m
Kniiildu'itcn del' Vorclei'glistlmfissen.
Selten geben Quetschungen von aussen die Veranlassung zu Sehnenentzllndungen ab, und zwar nur im Kronbeinbeuger, weil die obei'fläcbliche Lage desselben Verletzungen, z. 15. duroh Gtegenscblagen der HinterfUsse (Sebnenklapp) zulässt. Von Siedamgrotzky wird diese Bntstehungsart in Zweifel gezogen; ich habe jedocb wiederholt bei Reitpferden, besonders Rennpferden, die Wirkung solcher Ver­letzungen beobachten können').
Nicht sehen greif! die Elntzttndung von den Sehnenscheiden bezw, den Gleichbeinen auf die Beugesehnen über. Die nach [nfections-krankheiten, in der Reconvalescenzperiode der Brustseuche auftretenden Erkrankungen gehen stets von den Sehnenscheiden uuw. Schrader und Marheineke haben dieses Leiden eingehend beschrieben und gefunden, dass die Entzündung dicht Über dem .Fesselgelenke als eine .weiehliartequot; Anschwellung beginnt und sieh von hier ans auf die Sehnen des Huf- und Kronbeinbeugers tortsetzt. Schrader sah den (1. Theil der „Brustkrankheif-Reconvalescenten leiden, die Erkrankung aber zuweilen schon in 1.1 quot;Jl Stunden wieder verschwinden; auch ich hahe das wiederholt beobachtet. Vielleicht handelt es sieh in solchen Fällen um secretorische Metastasen. Zuweilen tritt jedoch die Entzündung bei Reconvalescenten dieser Krankheiten direct im Hufbeinbeuger auf. namentlich wenn die Thiere zu früh an­gestrengt werden. Offenbar liegt hier eine besondere Disposition vor, welche durch die während der Krankheit gestörten Ern'ährungsvorgänge bedingt ist: handelt es sich doch um partielle Zerreissungeu und damit verbundene reparatorische Vorgänge.
Es erscheint mir nicht zweifelhaft, dass die Mehrzahl der als Sehnenentzündung bezeichneten Leiden nur Heilungsvorgänge partieller Zerreissungen darstellen. Auch der Verlauf und der Ausgang der Leiden würden sieh bei dieser Auffassung leichter erklären. Has Zurückbleiben einer Verdickung deutet auf umfangreiche Continuitäts-trennungen hin; sie muss daher als ein iingünsti^es Zeichen betrachtet werden, erscheint andererseits aber nothwendig, um den Sehnen einiger-massen ihre Widerstandsfähigkeit zui'ückzugeben. Dass aber die so ver­dickte Sehne geringere Festigkeit besitzt als die normale. liegt auf der Hand.
Erscheinungen. Die Entzündung der Beugesehnen giebt sie'
durch folgende Erscheinungen zu erkennen:
:i Die Franzosen bezeichnen das Leiden als „Nerf ferure'. Nerv und Sehne wurden ehemals oft verwechseil und lerure soll von lern stammen, das soviel wie ..contusionnequot; bedeutet (Ree. de Mod, veter. 1891, S. 242).
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laquo;I
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KntzünduiiK dor BeugeBebnoOi
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I. Lull inli cit. Diese isi nach dem Sitze und Grade des Leidens verschieden. Am schmerzhaftesten pflegen die uacli der Brustseuche auftretenden EDrkrankungen zu sein, weniger die durch mechanische KiiiHiisso eutstiuidi'iu'ii Leiden des Hufbeinbeugers; geringgradig ist die Lahmheit meist bei Entzündung des Fesselbeinbeugers; leidet nur ein Schenke] desselben, so fehlt Lahmheit häufig, ebenso wie bei der Entzündung des Kronbeinbeugers.
Die Erkrankung der Beugesehnen ruft StUtzbeinlahmheil liervor; nur die Belastung ist schmerzhaft; es werden namentlicb die letzten Momente derselben, während die Phalangen in Volarflexion (steiler Stellung) unter dem Rumpfe stehen, zu verkürzen gesucht. Weder passive Drehbewegungen noch Wendungen zeigen sich schmerzhaft, wodurch diese Leiden von Gelenkkrankheiten zu unterscheiden sind. Also: Stützbeinlahmheit mit Abkürzung der Belastung nach hinten, Folarflexion der Phalangen und Fehlen der Schmerzenbei Rotationen charakterisirl diese Leiden. Zu­weilen versuchen Pferde die kranke Gliedmasse zu belasten, indem sie die Trachtentheile des Hufes auf eine Erhöhung des Bodens, /.. B, auf einen Stein stellen, um durch die so erreichte, steilere Fesselstellung die Anspannung der Seimen zu vermindern; so namentlicli an den HinterfÜssen bei Erkrankung des EJufbeinbeugers. Im übrigen findet bei stärkerer Lahmheit auch im Stande der Ruhe keine so vollständige Heliishmlt;i,' des Fusses statt, wie es bei Erkrankungen der Gelenke (Distorsion) zeitweise beobachtet wird.
-. Die Localuntersuchung ergiebt; Vermehrte Wärme, Schmerz und Anschwellung. Die erstere tritt nur im Anfange des Leidens und auch dann oft mir undeutlich hervor. Am (Jnter-stützuugsbande des Kronbeinbeugers liisst sich der Schmerz schwer feststellen, indess leidet dieses auch selten. Bei Anwendung des Druckes auf die Seimen sei man vorsichtig und lasse sich nichi durch grössere Empfindlichkeit der Thiere täuschen, ( Man vergleiche meine Diagnostik der chir. Krankheiten S. 12;!.)
Die Anschwellung gestaltet sich dem Grade und der Aus­dehnung nach verschieden: am Kronbeinbeuger sowie am ühter-stützunasbande ist sie an soffen, trockenen Beinen ntt schon von weitem sichtbar, sonst aber nur bei der Palliation festzustellen. Im Anfange des Leidens erscheint die Geschwulst festweich und diffus, später wird sie härter und tritt nicht selten in Form von Knoten auf.
Die Untersuchung auf Schmerzhaftiffkeit und Anschwelluna
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Knmkliritoii der Vordi'ri'liednuissun.
geschiehi am aufgehobenen Kusse; die QaterstUtzungsbilnder lassen sich nur in dieser Haltung genauer beurtheilen,
#9632;'!. Zu den genannten Erscheinungen gesellt sich später oft Ver-kürzung der erkrankten Sohne und damit andauernde V^olarflexion (Stelzfuss) mit Ausbildung einer steilen Hufform (Bookhuf), Von der durch die Schmerzen bei der Belastung hervorgerufenen Volur-flexiou zeichnet sieh diese dadurch aus, dass sie aucli bei voll­ständiger Belastung des Fusses fortbesteht) zur Entscbeidung dieser Kruge liissi man den anderen Fuss aufheben. Während die Verkürzung im Hufbeinbeuger Volarflexion der ganzen Zehe zur Folge hat, rieldet die Ivelraction im Fessel und Kronbeinbeuger nur die Fuss-achse auf; der Huf verharrt in seiner normalen Lage.
Jiei Rennpferden kommt es nicht selten zur Zerreissung einer grössereu Anzabl Sehnenfascikel im Hufbeinbeuger, wodurch abnorme Dorsalflexion der Phalangen hervorgerufen wird, was zu der Be­zeichnung „Niedergebrochen* (broken down) geführt hatraquo; Am häufigsten tritt dies ein, wenn beide Füsse leiden, oder wenn die Thiere gezwungen sind, den kranken Fuss andauernd zu belasten.
Aelinlirhe Verlängerungen der Beugesehnen beobachtet man zuweilen, wenn bei entzündlichen Leiden derselben die Neurotomie gemacht worden war. Schon die regelmftssige Belastung des kranken Pusses kann hier zur Dehnung der Sehne bezw. des In derselben entstandenen Narbengewebes führen, [oh sah solche Folgen namentlich nach der Neurotomie des N. tibialis bei Sehnenentzündungen am Hinterschenkel der Pferde.
Verlauf. In der Natur der ursächliehon Momente liegt es be­gründet, dass diese Leiden plötzlich eintreten: die anatomische Ein­richtung der Sehnen erklärl zugleich den chronischen Verlauf der­selben. Xaeb erfolgter Dehnung bezw. Zerreissung in dem Sehnengewebe stellt sich zunächst neben vereinzelten Hämorrlmgien und hyperämi-sehen Zuständen der Gefässe eine seröse Infiltration des interfasci-culäreu Bindegewebes und des Paratendineumw ein. Die Selmenfasern werden hierdurch aiiscinandergedriing! und lassen sich leichter trennen (Siedamgrotzky). An die Stelle der serösen Flüssigkeit treten später mehr und mehr Leukocyten (plastische Infiltration), wodurch die anfangs weichere Anschwellung eine grössere Härte annimmt. Auf d'T Schnittfläche erscheinen grauweisse, zuweilen grauröthliche Binde-gewebsmassen. Inter I'm Wandlung der Leukocyten in fixe Binde­gewebszellen entsteht die Sehnenverdickung, welche durch Retraction des neugebildeten Gewebes zur Verkürzung der Sehne führen kann, während die Paratendinitis zu Verwachsunsren mil der Nachbarschaft
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Ijntzttndunfl der Beuareseluiön.
(3i 17
Anlass giebt. Alliuiililich findol auol ^ascularisatiou der Sehne stattquot;;
zuweilen liat man in den cntziiiullieli erkrank ten Sehnen \ erkniiciiernngeii
und Parasiten angetroffen, (Mau vergl. S. 212 meinerAUgem. Chinu'gie.)
Zscbokke besobroibt einen l'^ili heim Pferde, in dem die Qleicbbein-liiinder ossificirt waren; Boloff fand Verknorpelung des Pesselbeinbeugers. Nach Tschulowski enthalten diese Verdioknngen im Kasan'scben Grouver-nement häufig Pilaria oincinata, die lia.ssi auch in dor Subcutis bei
Fig. III.
Excessive Stelzfussblldung beim Pfenl (uacli oiner Photographlo)
Pferden antraf. Wahrscheinlich muss der von Ferguson beschi'iebene
l-'und ebenso gedeutet werden.
Stelzfussblldung kann sowohl in Verkürzung der Seimen dureb Narbenretraction als auch in Muskelcontractur begründet sein. Im ersteren Falle nehmen nur die Gelenke der Phalangen \ olarl'lexion an; bei Muskelcontractur tritt diese zugleich im Carpalgelenke ein (Vorbiegigkeit). lgt;ic Tendenz zur Narben­retraction he/.w. Verkürzung ist in der Sehne wie in Jedem Narben-gewebe stets vorhanden. Bedingung für das Zustandekommen derselben bildet jedoch andauernde Entspannung der erkrankten Sehnen durch Nichtbelastunc des leidenden Fusses, Wie weil diese mit der Zeit
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Ki-anklu'iU'ii dor Voi'dertfliednittssen.
fortstlireilou kann, zeigt die Fig. Ill, welche nach einer Photographie hergestelll ist. Wird der Kuss hald wieder und wenn auch nur vorübergehend belastet, so llt;aiin weder das eine noch das andere zu Stande kommen, und die Stelzfussbildung tritt nicht ein. Wo die Retraction erfolgt ist, zeigen die Sehnenfasern einen gesohlängelten \ erlauf (Siedamgrotzky).
Nach den Eigenartigkeiten des pathologischen Processes gestaltet sich der Verlauf der Sohnenentztlndung verschieden. Im günstigen Falle komml es in Zeit von 8—II Tagen unter Resorption der ent­zündlichen Producte zur restitutio ad inteo'rum. Doch ist dies nur bei Ruhe, rechtzeitiger und sorgftlltiger Behandlung der Fall; meist bleibt eine Verdickung der Sehne zurück. Obgleich die Lahmheit sich in •')—1 Wochen zu verlieren pflegt, erlangt das neugebildete Gewehr doch nicht die Widerstandsfähigkeit der normalen Sehne, in Folge dessen bestehl ein locus minoris resistentiae, und so erklären sich die häufig eintretenden Recidive. Audanernd grössere Schmerzen lassen auf erhebliche Veränderungen in den erkrankten Sehnen schliessen und veranlassen oft Stelzfussbildung; die Prognose muss daher in erster Linie von dem Grade der Schmerzhaftigkeit abhängig gemacht werden. Doch gestalten sich die Erkrankungen in den einzelnen Abschnitten des Beugeapparates verschieden. Am bedenklichsten sind die des Fesselquot; beinbeugers und der ünterstUtzungsbänder, in denen sehr selten voll­ständige Resolution zu Stande kommt. Darauf folgt der Hufbein­beuger; am wenigsten bedenklich /.eie-t sich die Entzündung des Kronbeinbeugers. Bleibt auch eine oft bedeutende Verdickung hier zurück', so wird doch die Gebrauchsfähigkeit des Thieres dadurch nur selten gestört. Ms liegt auf der Hand, dass je älter der Zustand ist, um so geringer die Aussicht auf Heilung. Hört bei älteren Leiden die Lahmheit nicht, auf. so wird die Prognose schlecht. Bedenklicher gestallet sich das Leiden, wenn beide Füsse betroffen sind. Bei Ucit-pferden erscheint die Prognose ungünstiger als bei leichten Wagen­pferden. Bei Stelzfussbildung entscheidet in erster Linie die Frage, ob sich mit der Tenotomie Heilung erzielen lilsst. Dieses hängt wieder davon ab, ob eine Verwachsung der Beugesehnen mit. einander oder ihrer unteren Sehnenscheide besteht, ungünstiger gestaltet sich die Pro­gnose, wenn der Hufbeinbeuger mit dem Kronbeinbeuger verwachsen ist, doch schliesst diese Verwachsung den Erfolg der Operation nicht aus. Die im Verlaufe von [nfectionskrankheiten auftretenden Erkrankungen der Beugesehnen zeigen sich hartnäckiger, als die durch äussere Ein­flüsse bei sonst gesunden Pferden entstandenen. Grosse Schmerz-
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Eutzündunfit dar Bou/z68ehnon.
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haftigkeit und Qartnilcldgkeit der Behandlung gegenüber zeichnet diese tius, doch kann unter Umstünden beobachtet werden, dass die entzündliche Schwellung schon nach 12 -I Stunden wieder ver­schwindet. In solchen Fällen lag offenbar nur eine leichte Erkran­kung dor Sehnenscheide vor. Ich sah das Leiden bei ein und dem­selben Pferde innerhalb weniger Tage seinen Sitz wechseln, von den EinterfUssen ging es auf die Vorderfüsse über und umgekehrt.
Behandlung. Das wichtigste Mittel bildet Schonung von der Arbeit; womöglich gebe man absolute Hube und lasse die Hufeisen abnehmen, Bei Irischen auf mechanischem Wege entstandenen Er­krankungen findet in den ersten 24—IS Stunden Kühlen des Fusses rortheilhafte Anwendung, und zwar am besten als Immersion oder Irrigation. [Jeber diese Zeit hinaus hohe ich von der Anwendung der Kiille selten Nutzen gesehen, ziehe alsdann feuchte Wärme in Verbindung mit einem zweckmässig angelegten Druckverhand vor und empfehle folgendes Verfahren! Nachdem der Fuss sorgfältig gereinigt ist, lege man zwei längliche Wergbäusche in der Dicke eines starken Daumens und angeleuchtet zu beiden Seiten in der Längsrichtung der erkrankten Beugesehnen gegen den Metacarpus und ii.vire diese durch eine angefeuchtete, leinene oder baumwollene Binde, welche ziemlich lest angelegt wird. Darüber applicire man eine trockene, wollene Binde so. dass sie einen gleieliiniissigen Druck auf ihre Unterlage, bezw, auf die leidenden Theile ausübt. Wo sich Qelegenheil bietet, kann mit \ oiiheil ein Stück Gummipapier oder Wachslcinwand zwischen beide Binden gelegt werden. Dieser Verband wird etwa alle I Stunden gewechselt. Sowohl die feuchte Wärme wie aueb der gleichmässige Druck üben einen vortheilhal'ten Einfluss auf den Ablauf der repara-torischen Vorgänge in den erkrankten Sehnen aus. Uebermassige Extravasationeu und Neubildungen werden auf diese Weise zurück­gehalten, und später die Resorption derselben befördert, Die Werg­bäusche sollen den Druck gleichm'ässig auf die erkrankten Sehnen übertragen.
Nachdem die Schmerzen nachgelassen haben, tritt vortheillmfl Massage hinzu. Beim Wechsel des Verbandes streiche man etwa 5 Minuten hing mil Daumen und Zeigefinger unter massigem Druck über die erkrankten Sehnen von unten nach oben, wobei durch An­wendung von etwas Pauspapier die Ilaare geschont werden. Man sei indess vorsichtig mit der Massage und forcire diese nicht zu sehr:
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Krankheiten der Vorderffliedmossen.
sobald die Sohmerzhaftigbeit oder Ansohwellung hiernach zunimmt, lasse man mit derselben nach.
Hri vorsichtiger und frühzeitiger Anwendung dieser Methode kommen viele Erkrankungen zur vollstllndigen Heilung, d. h. auch zur Beseitigxtng der Anschwellung, wo nach der früheren, antiphlo-gistischen Methode regelmilssig Verdickungen zurllckblieben. Ks kann dies nicht befremden, wenn man bedenkt, dass bei der geringen Zahl von Blutgeftlssen in den Sehnen i'iir die Killtewirkung kein Angriffs­punkt gegeben ist. Feuchte W'drme und metiiodischc Coniprcs.siou wirken iil)ii' in der gleichen Richtung und fördern zugleich die Re­sorptionsvorgänge. Den i'eparatorischen Processen gegenüber, welche die stattgehabten Zerreissungen nothwendig machen, können sie nicht so leicht nachtheilig werden wie Killte. Nach meinen Erfahrungen verdient diese Behandlung entschieden den Vorzug.
Die vielseitig angewendeten Einreibungen in Form von Salben oder Flüssigkeiten wirken in der Hauptsache als Massage, den Queck­silber- und Jodpräparaten wird noch eine resolvirende Wirkung zu­geschrieben, weshalb man diese vielfach bevorzugt, ich wende mit Vorliebe üngt. cinereum und Sapo viridis an mit der doppelten Menge Lanolin als Salbe an, namentlich wo bereits Massage ein­zuleiten ist. Auch andauernde Anwendung von warmen Bädern (Seifenwasser, Pottasche) kann die Resorptionsvoi'gänge wesentlich unterstützen.
Die Wirkung der Scharfsalben beruht /.um grossen Theil auf dem mechanischen Moment des Einreibens und des Druckes der ge­schwollenen Haut auf die entzündlich erkrankte Seime. Wo daher die angegebene Behandlung nichl durchführbar ist. da zögere man nielit lange, sondern greife bald zur Scharfsalbe, oder noch besser znm scharfen Pflaster. Pötting will die Wirkung der Scharfsalbe durch einen Druckverband unterstützen. Nachdem am 3. Tage die Exsudation nachgelassen hat, leg! P. angefeuchtete Verbandwatte zu beiden Seiten der erkrankten Sehne und applicirt darüber eine wollene Binde; der erste Verband bleibt 2 Tage liegen, wird alsdann erneuert und bleibl dann '#9632;'gt; 5 Tage liegen.
Aeltere Verdickungen werden am sichersten mit dem Qlüheisen beseitigt. Audi hierbei spielt der mechanische Effect der entzünd­lichen Anschwellung sowie die Narbenretraction in der Cutis eine Hauptrolle; daher empfiehli sich besonders Striehreuer. Die Striche, in schräger Richtung von vorn und oben nach unten und hinten, dürfen nichl zu weit, höchstens 1,5 cm ans einander liegen, ohne
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Entziimhiiiquot;- der Beatresebnen.
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an der hinteren Fläche der Kronbeitibeugesehne in einander zu laufen.
Niicli dein Abfallen der Schorfe kann der oben beschriebene Druckverband von neuem angewendet werden.
Wo aus irgend welchem Grunde lt;las Glühoisen nichl zulässig, empfiehlt sicli aucb bei ältei'cn Verdickungen in der Seime ein Com-pi'essivverband, /.. 15. aus Wasserglas; derselbe ist namentlich bei kleinen Knoten und dn zu empfehlen, wo die Thiere nichl mit Arbeit verschont werden können. Man sorge indess dafdr, dass kein Schmutz oder Saud unter den Verband gelangt und Scheuern veranlasst.
Müssen die Thiere auch mit schwerer Arbeii zunächst verschont werden, so können sie nach vollständigem Verschwinden der Lahm­heit zu leichter Arbeit vorsichtig verwendet werden. Bei Reitpferden vermeide man in diesem Stadium und auch später noch das Springen sowohl wie auch schartes Pariren und andauernde, schnelle Trabgänge.
Hui Erkrankungen des lint- und Kronbeinbougers sorge man dafür, dass heim Beschläge die Tracht geschont, die Zehe dagegen nach Möglichkeit verkürzt wird, dass Zehenrichtung oder Eisen mit Stollen oder verdickten Schenkeleuden in Anwendung kommen. Seit langer Zeit streitet mau zwar darüber, ob die Erhöhung der Trachten des Hufes durch Stollen einen Einfluss auf die Gelenkwinkel der Pha­langen ausübt. Ohne Zweifel muss ein solcher für das Mut- und Kronengelenk eingeräumt werden, für ersteres in noch höherem Masse als für das letztere. Die Lage des Fesselbeines und der Pesselwinkel dagegen wird durch die damit verbundene Dorsalflcxion des Hutes und Eufbeines kaum beeinflusst, daher bleibt das Verfahren für den Fesselbeinbeuger wirkungslos. Dass aber diese Behandlung des Hutes auf den Ablauf der Sehnenentzündung vortheilhaft einwirkt, davon habe ich mich oft genug Überzeugt.
(fegen Sehnenverkürzung kann nur die Tenotomie etwas leisten und zwar auch dann nur, wenn die Gelenke nichl mit erkrankt und die verkürzte Sehne mit der unterhalb der Operationsstelle ge­legenen Sehnenscheide nicht verwachsen ist; das untere Ende der durchschnittenen Sehne muss sich zurückziehen, um eine Aenderung in der Stellung des Fesselgelenkes eintreten zu hissen. Bei gleich­zeitig bestehender Vorbiegigkeil ist das Zurücktreten des oberen Stumpfes Bedingung für die Beseitigung dieser Abnormität; meist aber bietet die Operation nach jener Richtung keinen erheblichen Nutzen, weil die vorbiegige Stellung von einer Verkürzung in den Beugern der Vorderfusswurzel und Vordermittelfusses abhängt.
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Krankheiten dar VorderaliedmasseUi
Man operire ferner nicht, so lange erhebliche Lahmheit besteht, denn für das Gelingen der Operation ist Bedingung, dass das Pferd uacli derselben den Fuss belastet; anderenfalls tritt von neuem Ver-kiiiy.uuu' ein.
Die Tc n ot oin i o bezweckt eine Verlängerung der verkürzton Helme und kann in verschiedener Weise vorgenomnien werden; Aussieht auf Er-loli;' liat jedoch nur die suheiilane .Methode. Eünige wollen von der ilusseren Seite operiren und richten den Schnitt bald gegen die Pesselbeinbeuger, bald gegen die Uussere Haut, ich ziehe die Operation von der medialen Seite aus vor, weil man hier mit absoluter Sicherheit Verletzungen der tgt;-rossoii Schien-beinarterie vermeiden kann. Die Operation bietet jedoob nur bei jüngeren und werthvolleren Thieren einigen Nutzen, da die Heilung, d. h. Wiederher­stellung der Arbeitsfähigkeit der Thiere 6......8 Wochen in Anspruch nimmt.
Nachdem an der inneren Seite, etwa in der Mitte des Schienbeines, wo die Operation ausgeführt werden soll, die Haare mit der Schere oder dem Rasirmesser sorgfältig entt'ernl sind, lässt ihmh den ^an/.en .Metacarpus abseifen und mit Suhlimatwasser abwaschen. Hierauf wird eine Lage Suhlimatholzwolle um die Operationsstelle gelegt, mittelst einer Binde be­festigt, und :1 Mal am Tage mit Suhlimatwasser angefeuchtet. Auf diese Weise erzielt man nach 12- -21 Stunden vollständige Asepsis am Mittelfuss, so dass mit Sicherheit auf einen aseptischen Wundverlauf gerechnet werden kann, sobald die übrigen (irandsätze der Antisepsis bei der Operation Be­obachtung linden. Hände und Instrumente müssen desinflcirt, und sterili-sirte Verbandmaterialien in Anwendung gebracht werden.
Das Pferd wird auf die kranke Seite gelegt, und der betreffende Fuss auf das Schienbein des oben liegenden Hinterfusses ausgebunden, sodann erst der Vorband abgenommen. Wo eine Latte mr Befestigung des Pusses zur Verfügung steht, kann diese verwendet werden. In der Mitte zwischen Pusswurzel und Pesselgelenk wird mit dem spitzen Bistouri ein Hautstich unmittelbar auf der Hufbeinbeugesehne event, bis in diese hinein gemacht. Besteht gerade hier Sehnenverdickung oder Verwachsung mit dem Kronbeinbeuger, so operirt man etwas tiefer, doch vermeide man die untere Sehnenscheide zu öffnen. Durch die Stichwunde wird ein stumpfes Tenotom mit seiner Fläche der Hufbeinbeugeselme dicht anliegend, zwiseben diese und den Pesselbeinbeuger soweit eingeführt, dass das Instrument an der anderen Seite gefühlt wird. Nunmehr wendet man die Schneide des Tenotoms gegen den Hufbeinbeuger, lässt mittelst eines Strickes die Pha­langen strecken (Dorsalflexion) und drückt durch eine langsame Senkung der Hand gegen das Uübrenhein das Messer durch die Sehne. Ziehen sich nach vollständiger Durchtrennnng die Selinenendeii nicht zurück, so bestellt Verwachsung mit dem Kronbeinbeuger, der alsdann in derselben Weise durchschnitten werden muss.
Wird das Tenotom dicht am Hufbeinbeuger eingeführt, so kann eine Verletzung der grossen Schienbeinarterie nicht eintreten. Zuweilen werden kleine Venen der Haut und üntei'haut durchschnitten, wodurch zwar eine Blutung entsteht, die jedoch bedeutungslos ist. Man spült die Oberfläche mit Sublimatwasser ab und legt einen Jutetampon auf die kleine Stichwunde, umgiebt den Fuss mit Suhliniatliolzwollwatte oder einem anderen .Material, legt eine ('irkelliinde an und lässt das Pferd aufstehen. Dasselbe muss nunmehr mit dem Pesselgelenke eiuigermasseu durchtreten, wenn Aussicht auf Erfolg vorhanden sein soll.
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TenotonÜG
Ü7!
Soliingo dor Verband nicht ilurchleuclitet erscheint, bleibt or liegen (ind wird orst nach etwa 8 Tagen abgenommen; die Hautwunde zeigt sieh alsdann vollständig geschlossen. -.Man kann den Verband aucli mit Sublimat-wasser begiessen und am nächsten Tage wechseln lassen. Dieser Wechsel wird aber erforderlich, sobald sich der Verband von Blut durchfeuchtet /.eigen sollte. Nach Abnahme desselben spüle man den iMittelt'uss mit Su­blimat-, Carbol- oder Creolinwassor ab, beseitige die etwa vorhandenen Blut­gerinnsel und erneuere den Verband.
15oi diesen Vorsiohtsmassregeln der Antisepsis ist seihst die Durch­schneidung der Schienbeinarterie ohne erhebliche Bedeutung, Man lege in solchem falle den Verband recht fest an, lasse ihn 2i—48 Stunden mir Sublimatwasser feucht erhalten, sodann mit Vorsicht einen Wechsel des­selben eintreten.
[m allgemeinen gestaltet, sich der Heilungsprocess bei weitem günstiger, wenn nur der II u i'b ci n b e u ge r durchschnitten wird: die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit erfolgt hierbei erheblich früher; auch sind bei der bald erfolgenden Belastung des Fusses Kelractionen des Narbengewebes weniger zu befürchten. Wurde die Tenotomio auf den Krön-beinbeuger ausgedehnt, so kommt es oft zu übermässiger Dorsalflexion, oder der Pass wird nicht belastet, und es entsteht von neuem eine Verkürzung. Darauf sind viele Misserfolge der Tenotomie zurückzuführen, Namentlich kann ich aber Fogliata nicht zustimmen, welcher zunächst den oberfläch­lichen Zehenbeuger durchschneidet, und wenn dieses nicht genügt, auch an dem tiefen die Tenotomie vollzieht.
Wenn das Pferd schon im Stande der Ruhe den Fuss genügend be­lastet, so darf es im Stalle verbleiben, namentlich wo eine Jioxe zur Ver­fügung steht. Anderenfalls liisst man den Patienten vom /.weiten Tage nach der Operation ab täglich ' i—'('- Stunde im langsamen Schritt und womöglich auf weichem Boden führen. Zur Vermeidung der Narben-retraction und zur Sicherung der Herstellung der normalen Fessellago ist dieses fast unentbehrlich. Auf die Unterlassung dieses schon von (iour-don, Didot, Del wart, und Gerlach empfohlenen Verfahrens müssen viele Recidive zurückgeführt werden. Aus dem gleichen Grunde ist die Operation aufzuschieben, bis die Schmerzen grösstentheils verschwunden sind, damit die für das Gelingen erforderliche Belastung erfolgt. Durch die Untersuchungen von Viering und Busse wurde nachgewiesen, dass die mechanische Dehnung des Narbengewehes erforderlich ist, um die /.eiligen Kiemente desselben in die Spindelform überzuführen, dem neugobildeten Gewebe also don Character der Sebnensubstanz zu verleihen (vergl. S. ~'*'.' meiner Allg. Chirurgie).
Es bedarf kaum der Erwähnung, dass der Bockhuf vor oder bald muh der Operation durch .Beschneidung in die normale llulTonn zurückgeführt werden muss. In der Pegel sind die Operirten nach 0 Wochen wieder zur Arbeit zu verwenden: zuweilen bleibt, indess eine länger dauernde Schmerz-haftigkeit zurück, weshalb die Thiere ZU schnellen Dienstleistungen erst später Vorwendung linden können. Lässt diese indess nicht bald nach, so kann bei Pferden, die man nicht länger nnthätig erhalten will, durch Xeu rectom io des N. medianus die Lahmheit in der Hegel schnell beseitigt werden.
Bei einem hiesigen Puhrwerksbesitzer, der auf regelmässige Arbeit seiner Pferde grosses Gewicht legt, habe ich wiederholt die Neurectomie und Tenotomio in einer Sitzung ausgeführt. Namentlich da, wo die Lahm­heit noch erheblich war, wurde nicht nur diese, sondern auch der Stelzfuss MOller, Speciello ChtrnrgU für Thlerürzto. i'. Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;43
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• 171
KnmkliciU'ii der Vordergliedmassen,
mit einem Male entfernt und die Pferde oft sobon nach 4—5 Wochen arbeitsfähig, Mau führt zunächst die Neureotomie dos N. medianus, sodann die Tenotomie aus. Da die erstere Operationswunde in der Regel nicht per prim, intent, heilt, so muss in den nächsten Tagen durch häufigeres Rei­nigen derselben verhindert werden, dass das Wundsekret bis auf die untere Operationsstelle herabläuft und diese inficirt. Die nach der gleichzeitigen Durchschneidung der Huf- und Kronbeinbeugesehne namentlich hei schweren Pferden auftretende übermässige Dorsalflexion (Pig, 112) kann durch ein recht langes, womöglich geschlossenes Hufeisen be­
11_'
seitigt werden. im Nothfalle liisst man an dem
Stege desselben eine Eisenstango mit gabelförmigen Annen herstellen, auf welche sich das Fessolgelenk stützt. Das von Defay 1850 construirto sog. Or-thosoni stellt ein ähnliches lliilfsniittel dar. Zuweilen handelt es sieh um Verkürzung des Fesselbeinheugers. welcher nach vollzogener Tenotomio dos Krön- und Hufbeinbeugers die steile Fessellage unterhält, ein Zustand, der nach meinen \'ersuchen unheilbar und nicht nur bei Verdickungen im Pesselbeinbeuger, sondern auch nach längerem Bestehen eines hoch­gradigen Stelzfusses zu erwarten ist.
Pferde mit Stelzfussbildung können auf wei­chem Poden und in langsamer Gangart durch ein Schnabeleisen wohl eine Zeil lang arbeitsfähig er­halten werden; eine Besserung oder gar Heilung des Leidens erzielt man jedoch damit nicht.
Sehnenentzündungen, die im Verlaufe von In-fectionskrankheiten namentlich der Brustseuche auf­treten, verdienen besondere Beachtung, In präser­vativer Hinsieht gill der Grundsatz, die Pferde nicht zu früh wieder in Arbeit zu stellen oder ander­weitig anzustrengen; im Keeonvalescenzstadium dieser Krankheit ist besondere Vorsicht geboten; während derselben wirkt Bandagiren der Sehnen nützlich,
Zeigt sich im Verlaufe dieser Krankheiten eine
Entzündung der Sehnen und Sehnenscheiden, so lasse mau zunächst flüclitig erregende Mittel anwen­
Ueliennässigo Dorsalflexion nach Dnrchsclmeidung tlor Krön- und Hufbeinbeuge-selmon, während die Con-tnutuvim Pcssolbeinbeuger
den Stelzfusa unterhält, (Nach einer Photographie.)
den und die Gtliedmassen, wie oben beschrieben, bandagiren. Bei heftigeren Schmerzen wirkt ein lauwarmes Fussbad von Eichenrindendecoct oder Heusameninfusum lindernd. Anderenfalls wähle man P riessnitz'sche Einwlokelungen unter gleichzeitiger
Anwendung eines gleiehmässigen Druckes auf die erkrankten Sehnen, Zuweilen verschwinden die Zufüllo unerwartet schnell, kehren aber oft an derselben oder an einer anderen Stelle auch wohl am anderen fasse wieder. Je erheblicher die Anschwellung und der Schmerz, um so bedenklicher wird das Leiden, welches auch den scharfen Ein­reibungen und selbst dem (ilüheisen oft hartnäckigen Widerstand leistet, nicht selten als anheilbar bezeichnet worden muss, weil nach jeder An-strenjofung die Lahmheit zurückkehrt. In anderen Füllen und namentlich da, wo keine auffälligen anatomischen Veränderungen bestehen, kommt oft nach Monaten noch Heilung zu Stande.
Der von Hoffmann construirto Apparat, aus einem Schnabelhuf-
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stulzfuss iilaquo;i Fohlongt;
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#9632;
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eisen mit ouminiscblauoh und Lederbandage bestehend, erscheint bei solchen Sebnenverkürzuugen ohne besonderen Vortheil, iiia,L,r dagegen bei exoessiver Velar- bezw. I'liuLtiirllcxion nützlich werden können, welche nach Durch-trennuiiLf der Zehenstreoker auftreten,
.'raquo;. Der Stelzfass bei Fohlen.
Ut.: Pranck, Geburtshfllfe, Lafosse, Reo. de möd. vet 1876. .lohne, Drosd. Her. 1883. S. 26. Ehrlo, Achims Wocli. 1889. Nr. 5. Trllger, Qurlt a. Hertwig. 6. S. 448. Eichbaum, das. 9. S. 111. Matz, das. 10. S. 216. lirunet. Roe. do m6d. vet. 1881. Föringer u, Woiakopf, Adams Wocli. 1888. Nr. 8 u. 15, Earsie, The vot. journ. Vol. 27. S. 158, Hofer, Deutsche Zoitschr. f. Thiormed, 1890. S. 298. Ostertag, Jahrb. 1888. S. 140. Möller, Diagnostik chirurgischer Krankheiten. S, 155.
Heim englischen Vnlllilul. seltener bei Pferden anderer Racen zeigen si(di die neugeborenen Fohlen in Folge excessiver Volnrflexion (Stelzfuss) zuweilen unfähig auf den Vorderfllssen zu stellen. Die steiile Fessellage verhindei't die Anspannung des Beugeapparates, somit, fehlt dem Schenke] eine uotliwendige Bedingung Für die Belastung. Das Leiden, welches in der Regel an beiden VbrderfUssen zugleich auftritt, zeigt sieh oft in dem Masse, dass die Thiere heim Versuche aufzutreten, mil der vorderen Fläche der Phalangen den Boden be­rühren und unfähig sind, sich stehend zu erhalten. Seltener und nie­mals bis zu dem erwähnten Grade entwickeli sich diese Stellungs­anomalie im Verlaufe der ersten beiden Lebensjahre.
Die Ursachen dieses Zustandes sind noch wenig aufgeklärt, franck glaubte für die bereits bei der Geburt vorhandene Abnormität eine an­geborene Contractur der Beugesehne annehmen zu können. Andere schreiben fehlerhaften Lagen des Fötus die Verkürzung dos Beugeapparates zu (Johne), während La fosse in einem Missvorliältniss der Grosse zwi­schen Hengst und Stute die Ursache sucht: durch den zu grossen Mengst soll die Knochenentwickelung bei dem Jungen Thiere übermtlssig gefördert werden. Dass grosso Thiere vornehmlich von den Leiden betroffen werden trifft ZU, und da in der Hegel nur die Stellung der Phalangen eine erheb­liche Abänderung erfährl, so muss die Ursache zwischen den Anheftungs-stellen der Hufbeinbeugesehne und ihres ünterstützungsbandes liegen. Zwei Möglichkeiten bestehen : entweder die Seimen sind zu kurz, oder der Metacarpus zu lang: das erstere könnte wiederum auf einer mangelhaften Ausbildung oder auf einer nachträglichen Verkürzung der Sehne beruhen. Ob hierbei eine, durch die Haltung im Mutterleibe bedingte, mangelhafte Ausbildung der Beugesehnen (Johne), oder eine Contractur wirkt (Pranok), oder ob der Metacarpus in seinem Längswachsthum eine derartige Förde­rung erfahren hat, dass die Länge der Beugesehne nicht mehr für den­selben ausreicht, erscheint vorläufig zweifelhaft. Vielleicht können ver­schiedene Momente das Leiden hervorrufen,
Line abnorme Lage im Uteims würde voraussichtlich mit Störungen
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(i7(gt;
KnuiklicitPii dor Vorili'iglicdiimsseii.
in der Eutwiokolung der Gelenke wie auch der Muskulatur verbunden sein. Die durch aadauernde Volarflexion bedingte Steigerung laquo;los Druckes an den hinteren Absohnitten der Gelenke würde hier ebenso eine Besohrfinkung in dem Knochenwachsthum zur folge haben, wie die Herabsetzung des Druckes üi den vorderen Qelenkpartien eine gesteigerte Production des Knochens veranlassen milsste; damit würde der Fuss in den Phalangen-gelenken mehr und mehr in Volarflexionsstellung gebracht, die Entstehung lt;les Leidens gefördert, und der Zustand eine gewisse Aehnlichkeit mit dem Pos equinus beim Menschen erlangen. Dagegen aber spricht die regel-mässig leichte und schnelle Heilung des Zustandes bei zweckmiissiger Be­handlung. Ob auch hier Mangel an Kaum im Uterus (zu wenig Frucht-wusser) oder beschränkte Ausbildung des Bauches des Mutterthieres eine JJolle spielt, mag dahingestellt bleiben. Aufftlllig erscheint allerdings das häufige Vorkommen des Leidens beim Vollblut,
Erscheinungen. Das wichtigste Symptom des Leidens bildet dir abnorme Volarflexion in den Zehengelenken; in den Sehnen und Muskeln lassen sich keine Kraiikiu'its/.ustiliulo nachweisen; dieselben fühlen sich bei dor steilen Fessellage stark gespannt an, Tritt der Zustand im hohen Grade auf, so wird die Belastung der Schenkel unmöglich, die neugehorenen Fohlen brechen bei jedem Versuche sich aufzurichten zusammen und gehen wohl an Decubitalgangrän zu Grunde, wenn sir nicht früher getödtet werden. Zuweilen belasten die Tliiere die vordere Fläche ihrer Fesselgelenke und ziehen sich hierselbst erhebliche Verletzungen zu. Tritt das Leiden später auf, so wird das Stellen zwar nirhl behindert, der Gang aber unsicher. Die Hufe nehmen mit der Ausbildung des Zustandes eine steile Form an (Bockhuf). Durch das Fehlen von Veränderungen in den Beuge­sehnen wird das Leiden von der durch Tendinitis entstandenen Ver­kürzung der Sehnen gekennzeichnet.
Verlauf und Prognose. An neugeborenen Fohlen zeigt sich die Stellungsanomalie in der Rege] gleich bei der Geburt, bei den ersten Versuchen zu stehen, vorlierl sich aber, wenn eine entsprechende Behandlung eingeleitel wird, meisl nach 8 — .1.-1 Tagen. Nicht selten werden ans den scheinbaren Krüppeln später recht Leistungsfähige Pferde. Zuweilen tritt zunächsl an einem Fusso diese Besserung ein. während der andere in der abnormen Stellung vorläufig verharrt, wie der von .lohne beschriebene Fall beweist.
Im zweiten Lebensjahre pflegt das Leiden einen weniger gün­stigen Verlauf zu nehmen: häutig verliert sich der Znsland überluiupl nicht mehr; in anderen Fällen tritt auf entsprechende Behandlung wohl Besserung, selten aber vollständige Heilung, d. h. normale
Stellung ein.
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ÜtolzfUSS lj''i Folilt.'ii.
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Behandlung. Die grössere Dehnbai-keil der Sehuon neiige-borener Fohlen ermöglicht in der Rege] bald \'ollstilndigo Heilung des Leidens. Hierbei kommt es darauf nn, die Dehnung so weit zu forciren, dass unter Schräglage der Fessel eine Anspannung der Sehnen erfolgt. Zu dem Zweck wird das Fohlen niedergelegt und der Fuss in seinen Zehengelenkon so weH möglicli passiv gestreckl (dorsal-(lectirt) und in dieser Lage zu flxiren gesucht, was sowohl mil Hülfe
Ftft. ii:;.
Doppelseitige Stolzfussblklmig bei ßinom üweijälivigen Fol.lon omoli Riner Photogmpliie).
eines Gipsverbandes als auch durch Anlegung einer starken Leder­schiene erreicht wird. Ehrle benutzte einen Gipsverband, aber auch Leimverband mit Schienen. Durch reichliche Unterlagen von Watte wird ein nachhaltiger Druck verhütet. Der Erfolg ist in der Regel überraschend und um so sicherer, je früher diese Behandlung eingeleitet wird. Oft schon nach einigen, zuweilen erst nach 10—M Tagen werden die Füsse regelmilssig belastet, und sobald dieses erreicht ist, kann der Verband entfern! werden, weil nunmehr die
lt;
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(J78
[vrankheiten det Vordergliednmsson.
ECörperlast bei der schrägen Fessellage die weiten' nimmt und eine Retraction der Seimen verhindert.
Dehnung über
Sehr praktisch gestaltet sicli aueli der von triebe] ooDstroirte Streokappai'at (Fig. 114). Derselbe besteht ans einem kleinen Ledersohuh, von welchen] vorn die mit einem .lgt;olst(M- versehene Eisensobiene ausgeht. Diese Schiene kann durch eine Schraube so verstellt werden, dass sie einen Druck gegen die vordere Flüche des Fesselgelenkes ausübt und dieses nach hinten bewegt, also in seine normale Lage drängt. Aehnliche Vorrich­tungen sah ich in ungarischen Gestüten. Ganz mit unrecht behauptete Träger von ihnen, dass sich die Mühe ihrer Erfindung nicht einmal lohne,
Fig. 114.
SU'eckapporat vun Fiiebel.
geschweige denn ihre Anfertigung; sie haben sich im Gegentheil überaus brauchbar und nüt/.lich erwiesen.
Kassie beobachtete bei einem 5 Monate alten Füllen an allen I Füsson Stel/.füssbildung. An den Vorderiüssen wurde das Leiden durch Tenotomie, an den Hinterfüssen durch geeigneten Hufbeschlag ge/.eitigt. Ostertag heilte die angeborene Beugesehnenretraotion bei Fohlen in 4 Wochen durch Anlegen eines Holzschienengipsverbandes, der mehrere Male gewechselt wurde. Damit der Verband sieh der allmiihlichen Ver­besserung in der Fessellage anpasst, hält Ostertag einen 2 —Ilmaligen Wechsel für erforderlich.
Auch Hof er lässt aus Fichtenholz eine dachrinnenförmige Schiene, welche bis zur Pusswurzel reicht, anlegen, und will in 1—3 Wochen volle Heilung erreicht haben.
Entwickelt sich in den ersten beiden Lebensjahren der Stelzfuss ohne entzündliche Erkrankung dor Sehnen, so lässt sich derselbe nur selten so vollständig heilen, dass die Thicre arbeitsfähig werden. Träger will hini'-
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Ueberbeius am Mstucarpus.
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bei jedooh durch Tenotomia des Hut- und Kronbeinbeugars Hailang er­zielt haben,
Eich 1)aum empfahl die Anwendung eines SchnabeleisenSi Bom-liach, welcher das Leiden als ein secundäres und zwar von dem Bockhufe ausgehend betrachtete, heilte dasselbe durch starke Beschneidung der Trachten. Matz applioii'te scharfe Einreibungen und verordnete Weidegang.
Brunei wendete einen eigenartigen Streckapparat an, welcher vom llul'nison ausging und gegen die vordere Fläche des Oarpalgelenkes einen Druck ausübte. Aehnliche Apparate sind von Föringer, Weisskopf u. a. conslruirt. Nach meinen Beobachtungen muss die Behandlung von dem (irado der Abweichung abhängig gemacht werden. Bei geringer Entwicke-lung der Abnormität genügt in der Kegel eine starke Beschneidung der Trachten. Führt diese nicht zum Ziele, so kann zugleich ein Sohnabeleisen vortheilhafte Anwendung finden. Im Nothfalle schreitet man zur Tenotomie, wobei y.uweilen die Durchschneidung der Hufbeinbeugesehne genügt. Diese Operation wird indess nur ausnahmsweise notliwendig und empfiehlt sieb erst, wenn die übrigen Htilfsmittel vergeblich in Anwendung gebracht wurden.
it. Die IJeberbelne am Metacarpus dos Pferdes.
I.it.-. llavcinann, Anleitung zur Beurtheilung des Pferdes. 1805. Percival, Lameness in horses. 1849. S, 252. Hanbner, Gurlt u. Hertwig. I. 8.251. Dudfield, The Veterinarian. 1854. I'lrcolani, Giornalo di \ etciinariu. 1855. Dieckerhoff, Adams Woch. 1884. S. 1. Dammann, Landwirth-sehaffcliche Thierzucht, 1887. Kr ler, Dresd, Her, 1860. S. 51.
Pathogenese. Auch am Metacarpus gehen die üeberbeino uns einer Periostitis hervor, welche häufig bei Pferden, selten bei den Wiederkäuern beobachtel wird. Die Knocheuhautentzündung ent­wickelt sich zwischen den Röhrenlaaochen und dem medialen Griffel­bein oder an der medialen Pläclie des Schienbeines allein; selten linden sich üeberheine an der laioralen Seite des Metacarpus. Igt;ei der Häufigkeit dieses Leidens — bei den meisten Pferden werden hier Ueberbeine angetroffen — und den mit demselben verbundenen Q-ehrauolisstömngen kann es nicht auffallen, class schon in iViihester Zeit dieser Zustand die Aufmerksamkeit der Praktiker und Schrift­steller auf sieh gelenkt hat. Jordanus Ruffus bezeichnete die Üeberheine als Supraossa und Soleysel unterschied 5 verschiedene Arten derselben, ursprünglich liess man das Leiden aus einer Aus-schwitzung am Knochen hervorgehen; erst in unserem Jahrhundert wurde namentlich durch Haubner, Ercolani u.a. die Entwickelung desselben aus einer Periostitis klai'gelogt, Das eigentliche d. h, mit Lahmheit verbundene Leiden stellt eine Periostitis ossificans dar. welche zur Bildung der Exostosen führt. Man kann daher zwei Stadien unterscheiden: das erste ist das entzündliche, das der Peri-
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Krfinkheiten der Vordortrliedmasseni
laquo;istitis, das zweite ist das der vollendeten Entwickolung des (Joberbeines, wobei die Erscbeinungen entzUndlicber Erkrankungen feblen. Im ersten Stadium besteht daher regelmässig Lahmheit, welche in dem zweiten zu fehlen pflegt.
Die Entwickelung gelit moist von demjenigen Periost und Binde­gewebe aus, welches das mediale öriffelbein mit dem sog. Schienbein verbindet, Reizungsprocesse in den tieferen Schichten (Cambium) desselben rufen Knochenwucherung und Anschwellung hervor, deren gallertartiges Aussehen bei den älteren Schriftstellern zur Annahme eines Exsudates Veranlassung gegeben hat. Durch Ossification der gewucherten Massen vollendet sieh die Bildung des Ueberhoines, dessen örösse von der Ausbreitung und Dauer der Periostitis abhängt und zwischen dereines Fünfpfennig- und dereines Fünfmarkstückesschwankt; meist besitzen sie eine längliche Gestalt, parallel mit. dem Gfriffolbeine liegend. Nachdem die Periostitis abgelaufen und die Bildung des üeberbeines vollendet ist, pflegen die Störungen (Lahmheit) aufzu­hören; das (Jeberbein selbst bleibt aber als Schönheitsfehler immer zurück. Nicht selten aber tritt, besonders bei jungen Pferden, nach angestrengtem Gebrauch von neuem Lahmheit ein, und so kann sich das Leiden in die Länge ziehen. Die fertige Exostose verkleinert sich allmählich, theils durch Applanation, theils durch das Dicken-wachsthum der benachbarten Knochenabschnitte, und kann sich unter umständen so weit zurückbilden, dass eine genaue Untersuchung zur Constatiruntr derselben erforderlich wird.
Die Ursachen der Periostitis bestehen in traumatischen K'ei-/.ungen des l'eriostes und der Knochen. Durch das fast ausnahmslose Vorkommen an der medialen Seite liess man sich zu der Ansicht verleiten, dass das Leiden dureb Gegenschlagen (Streichen) veranlassl werde. Ilavemann bat, zuerst auf die 1,'nrichtigkeit dieser Annahme aufmerksam gemacht und bereits auf die längliche Gestalt der üeber-beine. sowie dai'aul'hingewiesen, dass hierbei last niemals Verletzungen an der äusseren Haut zu beobachten sind. 11. richtete die Aufmerksam­keit, auf den Bau der Vorderfusswurzel, namentlich auf die Lage des kleinen vieleckigen Beines (Os mnlianguium minus hom.. Os carpale 2, G.) und glaubte hier die Ursache des Leidens sehen zu müssen. Während nämlich an der lateralen Seile das Ilakenbein (Os hamatum hom., Os carpale 4) zum Theil auf dem lateralen GrifiFelbein, zugleich aber auf dem Itöiirenbcin ruht, stützt sieh an der medialen Seite deR Gelenkes das kleine vieleckiffe Bein ausschliesslich auf das me-
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Uobei'beins am Metacai'
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diiile öriffelbeiu. Hieraus erklärt- sich, das-; Fehlkütfco, bozw, un-gleiolie Belastung dei' Vorderfusswurzel leicht zu abnormen Druck­wirkungen auf das mediale öriffelbein führen und damit zu Zerrungen in dem this Griffelbein mit dem Schienbein verbindenden Poriosl Veranlassung gelten können. Da bei .jungen Thieren diese! Verbin­dung der Knochen noch keine teste ist, so erklärt sich (Ins liüulige Auftreten der I'eherbeine im jugendlichen Alter: in den späteren Lebensjahren zeigt sich die Verbindung verknöchert und das Leiden daher selten.
Diese Erklärung Havoiuanns wurde allgemein als begrllndet aner­kannt, bis neuerdings Dieckerhoff Zweifel dagegen erhöh und be­hauptete, dio Erkrankung des IPeriostes werde durch eine Zugwirkung der Vbrarmfasoien eingeleitet. Dieckerhoff bezeichnet die so entstandenen
Inbsp; eberbeine als „spontanequot; im Gegensatzo zu den durch (iegensehlagon veranlassten „traumatischenquot;. Die Vorarmfascie endigt unten zum Theil an den Metacarpalknochen, namentlich am inneren Griffelbein, theils verliert sie sieh im önterhautgewebe, Zerrungen derselben namentlich ihrer Anheftung an den Knochen sollen den An lass zu dem in Itedo stehen­den Leiden gehen, welches nach Dieckerhoff im snbfasclalen Bindegewebe einsetzt und erst im weiteren Vorlaufe auf das l'eriost übergreift, Die Thatsacben, welche lgt;i(gt;ckerholi' zur llekriil'tigung dieser -Modilication der
IInbsp;av eman n'schen Ansicht beigebracht hat, genügen meines Erachtens je­doch nicht, um die Richtigkeit seiner Ansicht aussei- Zweifel zu stellen. .Manche Beobachtungen sprechen entschieden zu Gunsten der Havemann-schen Anschauung. Die Erkrankung beginnt regelmässig in dem Zwischen-knoebenbande, zwischen Griffel- und Röhrenbein, während an den Fascien keinerlei Krankheitsprocesse nachweisbar sind. Eine ödematöse Schwellung der Subcutis kann ebenfalls nicht als sicheres Zeichen hierfür angesprochen werden, denn diese Erscheinung wird auch an anderen Stellen bei Periostitis fast niemals vermisst. Hierzu kommt, dass durch heftige Anspannung die übrigen, an das mediale Griffelbein sich ansetzenden Eiinder (wie des langen und kurzen radialen Seitenbandes) ebenfalls Reizungsprocesse an der be­treffenden Stelle eingeleitet werden können. Für die Hcurtheilung und Behandlung des Leidens bleibt es übrigens gleichgültig, welcher Ansicht man sich anschliossen will: der wesentlichste Unterschied besteht nur darin, dass nach der einen (11.) ein Druck, nach der anderen (D.) eine Zugwirkung die Heizung des Periostes einleitet.
Die ungleiche Belastung bildet, auf jeden Fall den Ausgangs­punkt dieses Leidens, während nur selten Gegenschlagen (Streichen) die Veranlassung zur Entstehung der üebei'beine abgiebt.
Beide Arten hissen sich klinisch leicht trennen. Die ersteron, meist von länglicher Gestalt, linden sich stets am Griffelbein; nichl selten liegen mehrere über eiiiiinder, welche gleichzeitig oder bald nach einander entstanden sind. Die durch Gegenschlagen hervor­gerufenen pflegen mehr muh vorn am Röhrenknochen, also vor dem Griffelbein aufzutreten, sind meist von runder Gestalt und bleiben
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Kiunkboiton der Vordei'arliediuitöson.
bäuflg vereinzelt. Nur gelten lassen sicli bei ihnen Narben oder Ver-letzungen der llusseren Haul nachweisen.
Pferde mit fehlerhaften Stellungen streichen sicli oft; ihre Geraquo; lenke erfahren aber ebenso leicht unregelmässige Belastungen; daher besitzen solche Thiere in zweifacher Richtung eine Anlage zur Ent­stehung von üeberbeinen. Dieses ^-ill namentlich von der zehen­weiten und zehenengen, sowie von der bodenweiten und bodenengen Stellung. Xitlit selten trägt ein fehlerhafter Beschlag zur Entstehung von üeberbeinen bei, indem hierdurch nicht allein das Streichen, sondern auch die ungleiche Belastung der Gelenke begünstigt wird. Während der Dressur entstehen leicht Verletzungen durch Streichen wie auch durch ungleiche Belastung, namentlich bei temperament­vollen, unruhigen Pferden. Aber auch bei Ermüdung und bei schwachen Pferden kommen derartige nachtheilige Wirkungen öfter vor als unter entgegengesetzten Umständen. Andauernde angestrengte Arbeit auf dem Pflaster grösserer Städte begünstigt die Entstehung von Üeber­beinen. Kaltblütige Pferde leiden häufiger als warmblütige; auch pflegen die üeberbeine bei ersteren eine grössere Ausdehnung anzu­nehmen. I)as Auftreten des Leidens ohne äussere Verletzung hat zu der irrigen Annahme geführt, dass auch Erkältung dasselbe veran­lassen könne. Insofern als ein fehlerhafter Bau Veranlassung zur Bil­dung von üeberbeinen wird, ist die Vererbung einer Disposition er­klärlich, ohne zu der Annahme Dudfields gezwungen zu sein, dass das Trinkwasser bei der Entstehung derselben einen Einfluss ausübe.
Manche Eigenthüralichkeiten des Leidens bedürfen noch der Auf­klärung /.. H. das gleichzeitige und genau symmetrische Auftreten der üeberbeine am Schienbeine beider Vorderschenkel auch hei älteren Pferden ; ferner das häutigere Vorkommen auf dem linken Vorderfusse. Nach den Berichten der Preussischen Armee wurde im Jahre 18ül auf dorn linken Vorderfusse noch einmal so oft Kxostosenbildung beobachtet als auf dem rechten. Ob der vielfach bevorzugte Roclitsgalopp dabei innen Pinlluss ausüben sollte?
Erscheinungen und Verlauf. 1, Lahmheit. Die mit der Periostitis verbundenen Schmerzen rufen Lahmheit hervor, welche daher eine regelmässige Begleiterin der Entwickelung des Leidens bildet. Nur selten wird die Lahmheit vermisst; dieses hängt eines-theils von dem Orte der Entstehung, der Ausbreitung und Heftigkeit des Processes ab, andererseits von der Gebrauchsart und der Em­pfindlichkeit der Thiere: bei kaltblütigen Pferden fehlt die Lahmheit häufiger als bei edlen Luxiispferden. Sofern die Periostitis durch
Verletzungen von aussen (Streichen) veranlasst wurde, verschwindet
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Ueberbeins rid MotacEupus,
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clio Liilnnlieil mii dein Ablauf des Entztlndungsprocessös im l'criost und kelirt nur dann wieder, wenn .sieh die Insulte wiederholen; ihre Dauer beträgt in solchen Fällen etwa drei Wochen. Zerrungen am Zwischenknochenbande wiederholen sich selbstverständlich sehr leicht, weshalb die Lahmheit hierbei niehl nur länger anhält, sondern auch oft wiederkehrt. Die in länglicher Gestalt um Qriffelbein auf­tretenden Ueberbeine stören daher die Gtebrauchsfäbigkeit der Thiere auf längere Zeit, bäuflg durch mehrere Monate. Setz! die Periostitis in der Nähe des Carpalgelenkes ein, so tritt nocli die Gefahr hinzu, dass die Entzündung auf das Gelenk tlbergreift. Audi in diesem Falle besteht die Lahmheit längere Zeit fort, wird zuweilen chro­nisch, und zwar sowohl durch Veränderungen am Carpus, welche die Arthritis deformans charakterisiren (S. 640), wie auch in Folge me­chanischer Einschränkung der Beweglichkeit des Gelenkes durch starke Exostosenbildung in dessen unmittelbarer Nähe, Ich habe mehrfach nach Verletzungen an dieser Stelle Ueberbeine auftreten -elien, welche mit chronischer Lahmheit verbunden waren.
Aus dem angeführten ergiebt .sieh, class die Lahmheit 1. durch Periostitis, 2. durch Entzündung des Carpalgelenkes und '•'gt;. durch Einschränkung der freien Beweglichkeit des letzteren in Folge um­fangreicher Exostoson bedingt sein kann. lgt;ie Annahme, dass durch den Druck des üeberbeines auf die Beugesehnen die Lahmheit ver-anlasst werde, beruht auf einem Irrtluna.
Im allgemeinen charakterisiren sich diese Bewegungsstörungen als -11 angbeialah'mheit mit A bdukt ion sStellungquot;, und treten auf hartem Boden stärker hervor als auf weichem. Die Belastung er­scheint in der Regel weniger gestört; auch wird der Huf regelmässig und meist fest aufgesetzt. Igt;ie stärkere Anspannung der Vorarm-fascie während der letzten Momente der Belastung, sowie während der ausschreitenden Bewegung des Seheukols veranlusst, einen schmerz­haften Druck auf das entzündlich erkrankte Periost. Die Abductions-stellung tritt namentlich bei gleichzeitiger Erkrankung des Gelenkes hervor, Stört ausgebreitete Exostosenbildung die freie Beweglichkeit des Carpalgelenkes, so lässt sich diese Einschränkung durch passive Bewegungen desselben wahrnehmen (S. 641); zuweilen macht sich die­selbe schon durch steife Haltung der Vorderfusswurzel, mangelhafte Flexion derselben im (hinge bemerkbar.
2, Localuntersuohung. Während der Entwickelung der Peri­ostitis tritt geringe Schwellung, vermehrte Wärme und Schmerz auf Druck hervor. Die Anschwellung zeigt von vornherein eine gewisse
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Kmnkheiton der Voi'dsrgliediuassen,
Hiirti1, besitzt jedoch in Folge von Sautöderu anfangs teigige Be­schaffenheit. Während diese allmählich verschwindet, nimmt dieFestiglaquo; keif, und Härte der Geschwulst zu. Zur Ermittelung dos Schmerzes lege man die Hand derselben Seite so an den aufgehobenen Fuss, dass sich der Daumen aussei), die Übrigen Finger an der Innenfläche (\vgt;i Metacarpus befinden. Unter streichender Bewegung von oben nacli unten prüfe mau die Empfindlichkeit des Periostes. Zur Be­seitigung von Zweite] dient tier Vergleich mil dem gesunden Fuss. Für den Greübten bietet diese Untersuchung keine Schwierigkeiten; auch sind bei einiger Vorsicht Irrthttmer leicht auszuschliessen, wie Verwechselungen mit physiologischen Verdickungen am unteren Ende des Griffelbeines, Dagegen lassen sieh entzündliche Erkrankungen in der Haut zuweilen nicht sofort von der Periostitis trennen. Inder Hegel fehlt hierbei jedoch schmerzhafte Lahmheit. Ebenso können Verwechselungen mit der Strahlbeinlahmheit nicht so leicht vor­kommen, wie Günther annimmt, zumal die durch Periostitis bedingte Lahmheit während der Bewegung zuzunehmen pfiegt; die Strahlbein-lahmhoit dagegen nimmt bei der Bewegung ab und verschwindet während derselben oft ganz, und gar. Man versäume jedoch niemals eine genaue Untersuchung der Übrigen Abtheilungen des Schenkels vorzunehmen, um die Diagnose zu sichern. Diese Vorsicht- muss namentlich beobachtet werden, wenn die Schmerzhaftigkeit des Ueber-beines bei der Palpation trerinc erscheint.
Die Eeurtheilung fällt im allgemeinen günstig aus, besonders da, wo der Sitz und die sonstige Beschaffenheit der Periostitis auf eine Entstehung durch äussere Verletzung schliessen lässt. Exostosen von länglicher Gestalt müssen namentlich am Griffelbein und hei jüngeren Pferden mit Vorsicht beurtheill werden; ebenso gestaltet sich die Aussicht auf Heilung da weniger günstig, wo eine entschiedene An­lage zum Streichen besteht, oder ein schlechter Hau des Schenkels die Entstehung neuer Insulte begünstigt. Zweifelhaft wird die Pro­gnose endlich bei gleichzeitiger Erkrankung der Vorderfusswurzel, so­wie bei umfangreicher Extosenbildung in nächster Nähe derselben. Derartige Zustände verlangen selbst da Vorsicht, wo das Pferd nach längerer Buhe keine Lahmheit mehr zeigt. In solchen Fällen geben namentlich bei jungen Pferden die nach der Periostitis zurückbleiben­den Ueberbeine nicht seilen nach jeder anstrengenden Arbeit von neuem zu Lahmheit Veranlassung, während die Ztirückbildung derselben iu der Regel unvollständig bleibt.
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1'cberboinc am Mrtiu'iirpiiraquo;.
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Die Behandlung kann gegen die Periostitis, ilio Laliinhcit oder gegen die Exostose gerichtet sein. Die Therapie der Periostitis ver­langt zunllchst möglichste Beseitigung ihrer Ursachen. Wielitig ist ferner ein zweckentsprechender Beschlag zur Vermeidung des Strei­chens mid zur Herbeiführung einer möglichst, gleichmtlssigen Belastung des Schenkels; hierbei müssen die allgemeinen Grundsiltze des Huf-boschlages Anwendung linden. Ferner ist üuiie erforderlich, nanient-lich du, wo änssere Verletzungen als Ursache des Leidens ausge­schlossen erscheinen.
Die örtliche Anwendung von Kälte (Umschlilgen etc.) bringt nur selten Nutzen; dasselbe gilt von den zerthcilenden Einreibungen, wie graue Salbe, Jodtinctur etc. Wo Verletzungen der ilusseren Hanf
fehh
ist
reu die Anwendung eines
äcnarien
Hautreizes ange
zeigt. Die hierzu empfohlene Cantlmridensnlbe hat jedoch nicht die Wirkung der scharfen Quecksilberprilparnte, namentlich des Sublimats. In Hannover wird letzteres Mittel schon lange in concentrirter Lösung angewendet; ein Theil Sublimat auf vier Theile Spiritus liissl man mit einer Feder auftragen und einem Korke kräftig einreihen. Die hierdurch erzeugte Anschwellung der Haut und Unterbaut bewirkt einen gleichmässigen Druck auf das entzündlich erkrankte Periost und beschränkt die exsudativen wie auch vegetativen Vorgänge in dem­selben. Zu gleichem Zwecke kann auch das Ölüheisen Anwendung linden. Ohne Zweifel wirkt die hierbei gewährte Ruhe wesent­lich mit.
Wo Bedenken gegen diese Medication vorliegen, kann ein Druck-verhaud für dieselbe eintreten. Rinn liissl eine Salbe aus gleichen Theilen Ungt. einer, und Lanolin täglich einmal energisch einreiben und legt in der Zwischenzeit einen zweckmässigeu Druckverband an.
Die von Sewell (nach Ercolani schon im F'gt;. .lahrhunderl von liusius) empfohlene IVriostomie hat sich keinen Mingang in die Praxis verschallen können, obgleich auch Haubner seiner Zeit für die Operation eintrat, und in neueren- Zeit Da in maim sich für dieselbe aus­gesprochen hat. Unter Umständen kann durch die mit der Spaltung verbundene Beseitigung der schmerzhaften Anspannung des Peiiostes die Lahmheit abgekürzt werden, wie auch eine Beobachtung Erlers beweist. In der Hegel lässt sich jedoch durch diese Operation weder der Ablauf des Krankheitsprocesses noch auch die Lahmheit erheblich abkürzen; dazu kommt, dass nach derselben nicht selten bedeutende Verdickungen zurückbleiben, zuweilen selbst Knochennekrose eintritt. Vielleicht lassen sich diese unangenehmen ('omplicationeu der Perios-
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• ISO
Krankheiten der Yordereliedmassen.
tomio durch strenge Antisepsis vermeiden; mlv fehlte es bisher au Qelegfioheil diese Frage zu prüfen,
(ii'mstig wirkt oft das Brennen mit Perforation der Haut, wie es namentlich von französischen und englischen Autoren (Williams) empfohlen wurde
Zur Beseitigung dor Exostosc dient Massago und methodische Compression. Die erstere lilsst sich nur selten mit der erforder­lichen Ausdauer durchführen; wo aber die nöthige Hülfe zur Ver­fügung stclii. kann durch täglicli wiederholtes Streichen rail einem weichen llui/,e oder wie es t'nilier iildich war — init einem zinnernen Löffel eine Verkleinerung des üeberbeines erzielt werden, sofern das Verfahren monatelang fortgesetzt wird. Bequemer und ebenso wirk­sam /.eie-t sich ein permanenter Druckverband. Ein Stück Blei platt geschlagene Bleikugel oder ein Stück dickes Sohlenleder wird mittelst Binden massig fest auf die Exostosc gesellnürt. Der hierbei energisch und einige Wochen anhaltend auf das LJeberbein ausgeübte Druck bewirkt oft eine bedeutende Verkleinerung der Knoohenauf-treibung. Man hüte sich jedoch, durch zu starke Druckwirkung Hautnekrose zu erzeugen: aus dem Grunde erapfiehll sich, den Ver­band öfter, womöglich täglich zu wechseln und die Haut zu unter­suchen. Durch gleichzeitig angewendete Massage kann die Resorption weiter gefördert werden.
Eine eigenthtimliche Periostitis am Schienbein der Vorderfttsse wird bei jungen Rennpferden beobachtet und in England als „sore Shinsquot; (schmerz­haftes Schienbein) bezeichnet. Die hiermit verbundene Lahmheit tritt regel-mässig nach angestrengtem Galopp plötzlich ein. Der kranke Puss wird nicht belastet, oder wenn beide Küsse leiden, die Körperlast von einem aul den andern Vorderfuss hin und her bewegt. Heim Gehen wird der Puss nicht gehörig gehoben und steif vorbewegt, liald darauf erscheint an der vorderen Fläche des einen oder anderen, zuweilen auch beider Vorderschien­beine eine heisse sehr schmerzhafte Anschwellung (Periostitis), welche im Verlaufe von einigen Wochen in Heilung üborzugehou pflegt; zuweilen soll iudess auch Knochennekrose beobachtet werden. Vielleicht bildet dieser Ausgang aber nur eine folge der Behandlung,
Das Leiden wird fast nur in den ersten beiden Lebensjahren, selten im #9632;!. und I. und niemals bei alten Pferden beobachtet.
Williams empfiehlt subeutane Periostomie, wodurch die Erkrankung abgekürzt werden soll; warme und erweichende Umschlüge sollen damit verbunden werden. Auch Scharfsalben werden empfohlen. Meines Wissens bat man in Deutschland dieses Leiden noch nicht beschrieben. Doch wird es auch liier bei Rennpferden beobachtet.
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Krankheiten dev Phalant
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E. Krankheiten der Phalangen.
Anatomie. Als „Zehequot; bezeichnet man die Phalangen mit ihren Qelenken. Hei den Einhufern besteht dieselbe aus je einem Pessel-, Krön-und Hufbein mit den beiden Sesambeinen und dem Strahlbein, Bei den Wiederkäuern finden sieh zwei vollkommen entwickelte und zwei rudimen-ttlre Zehen, mit 1 oberen Sesambeinen und 'J Strahlbeinen.
Das Schwein hat 'I- Zehen, 2 wahre und 2 Afterzehen, 8 obere und I untere Sesambeine (Strahlbeine).
Von den 5 Zehen der Fleischfresser besteht die erste aus 2, die übrigen aus 8 Gliedern; jede derselben hat 2 obere Sesarabeine, wahrend die unteren fehlen. Dagegen findet sieh in den .Sehneu des lungeren Zehen-streekers an der vorderen Härhe der lleleuko zwischen Mittelfuss und erstem Gliedo sowie /.wischen diesem und dein zweiten ein kleiner linsen-förmiger Knochen (vorderes Sesamboin).
Die :gt; Gelenke der Phalangen des Pferdes (Fessel-, Krön- und Huf-uelenkl bilden tlieils uuvollkoniniene. Iheils vollkornniene NVcclisidgeienke.
Das Pesselgelenk des Pferdes, ein vollkommenes Wechselgelenk, besitzt ein Kapselband, welches an den Seiten durch fibröse Faserzüge vor-sttlrkt wird, hinten eine Ausbuchtung besitzt, die sich zwischen den beiden Schenkeln des Fesselbeinbeugers ziemlich weit nach oben erstreckt, wo sie sich mit der Sehne des langen Zehenbeugers verbindet. Die beiden Seiten­bänder (das laterale s. ulnare und mediale s. radiale) sind stark iiml verhindern im Versin mil der walzenförmigen Gelenkflllche jede Seit-wärtsbewegung. Ausserdem linden sich am Fesselgelenke die beiden Seiten­bänder der Sesambeine, welche, unterstützt von den gekreuzten Bändern, diese mit dem Schienbein und dem ersten Zehengliede verbinden.
Das Zwischengleichbeinband verbindet die beiden Sesambeine mit einander. Durch das obere und untere Gleich beinband wird das Pesselgelenk so lixirt, dass übenniissige Dorsalllexiou verhindert und die Thätigkeit der Beugesehnen unterstützt wird. Has obere Gleichbein­band (Fessolbein heiiger) geht vom oberen Ixande der Sesnmbeine nach oben bis zur unteren Reihe der Vorderfusswurzelknochen und zum oberen Ende des Metacarpus. Das untere Gleichbeinband besteht ans •'! Schenkeln. Die beiden seitlichen laufen vom unteren h'ande der Sesambeine nach unten convergirend, um sieb an der hinteren Fläche des Fesselbeines, von dessen Mittelstück bis zum unteren Ende anzusetzen: der mittlere Schenkel geht, bis zur Kronbeinlehne nach unten.
Das Kronengelenk, 1—2 Pinger breit über der Hufkrone gelegen, bildet ein unvollständiges Wechselgelenk, dessen mehr ebene Qelenkfläche beschränkte Seitwärtsbewegungen namentlich bei Volnrflexions-stellung zulässt. Sein sf.rali'es Kapselband steht, vorn mit der Strecksehne, an den Seiten mit den Bändern in tester Verbindung; hinten ist, es dünn und weit und tritt hier an die Beugesehnen, Die beiden kurzen Seiten­bänder sind stark, während die I hinleren Kronfosselbeinbänder dieselbe Kelle spielen, wie die Gleichbeinbänder am Fesselgelenk; sie verlaufen von der hinteren Fläche bezw. den Seitenrändern des Fesselbeines zur Kronbein­lehne bezw. zum Handhöcker des Kronbeines.
Das Hufgelenk liegt in der Höhe des unteren Randes der Huf­krone. Das Kapselband geht, vom Rande der Gelenkrolle des Kronbeines
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raquo;ISS
Krankheiten tli'i' Vbi'dorffliecUnasson
#9632;/um Hui'- umi Strablbein; vorn and an den Seiten straff, zoij,'t es sich nach hinten dünnwandig und ausgebuohtet und steht mit dor Sehne des langen Zehenbeugers in Verbindung, Durch das iiussore und innere Seiten-band wird das Hufgelenk zu einem unvollständigen Weobselgelenk, Die beiden Strablfesselbeinbänder sind physiologisch mit den Qleichbeinbändern und den hinteren Kronbeinbändern identisch. gt;Sic entspringen am oberen Bande des Strahlbeines und laufen mich oben, um sich an die Seitenfläohen des Kronbeines und an das untere Ende des Fesselbeines zu heften,
An der vorderen Fläche der Phalangen verlaufen die Sehnen der beiden Zellenstrecker, an der hinteren die beiden Beugesehnen, welche hier fast überall von Sehnenscheiden umgeben sind. Die letzteren bewirken im Verein mit den Gleichbeinbündern Feststellung des Fesselgelenkes: mit den hinteren Bllndern des Kronengelenkes fixiren sie auch dieses und mit den Strahlfesselbeinbttndern das Hufgelenk während der Belastung des Fusses,
An der lateralen und medialen Seite der Phalangen verlaufen die grösseren Blutgefilsse und Nerven,
Für die in den Phalangen erfolgenden Bewegungen wollen wir die Bezeichnung Dorsal- und Volarflexion wählen. Die erstere bedeutet die Bewegung der Zehe in der Richtung der Wirkung ihrer Strecker, die letztere in der ihrer Beugemuskeln,
1. Luxation der Phalaucen.
Lit.: Wilhelm, Dresd. Der. 1889. S, 72. Johne, dns, 1884. S, 08, Schellhase, 'l'li. Mitth. 18ö9. gt;. IGll Siedamgrotzky, Dresd. Ber, 1890. S. •_''_).
Die Verbindung der drei Phalangen in ihren Gelenken ist eine so straffe und feste', dass andauernde Abweichungen derselben von einander (Luxationen) äusserst selten vorkommen und stets mit ausgedehnten Zerreissungen der Gelenkbänder oder Seimen verbunden sind. Luxationen des Fesselgelenkes trifft man wohl bei Rennpferden in Folge totaler Zerroissung der Beugesehnen; das untere Ende des Metacarpus tritt alsdann über den hinteren U'and der Gelenkpfanne des Fesselbeines nach unten und es entstellt im Fesselgelenk excessive Dorsalflexion. Noch seltener gleitet der Metacarpus nach vorn aus der Gelenkfläche; diese Bewegung setzt eine Zerreissung der Seitenbänder sowie auch der Bilncler der Gleichbeine voraus. Luxa­tionen nach der Seite sind äusserst selten uiul nothwendig mit Zer­reissung der Seitenbänder verbunden. Solche erfolgen zuweilen durch heftige Anstrengungen, um den durch irgend welche Umstände I/. B. Steckenbleiben zwischen Eisenbahnschienen) am Boden fixirten Fuss zu befreien. Wilhelm beobachtete eine solche Luxation am Hinter­schenkel eines Pferdes, welches durchgegangen und gestürzt war; die Fessel war nach ausseu gerichtet. Siedamgrotzky hat drei ähnliche Fälle beschrieben.
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laixationen der Phalaugen.
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Bei den Übrigen Thieren siixl Luxationen der Phalangen noch
seltener.
Die Erkennung des Leidens isi leicht. Die veriimlerte (ielenk-stsllung wie auch die bei der manuellen Untersuchung nachweisbaren A.bilnderungen in der Gestall des Gelenkes lassen llber den Zustand
keinen Zweifel.
Der Verlauf der Luxationen ist in Folge der mil denselben ver­bundenen umfangreichen Zerreissungen fast ausnahmslos ein ungün­stiger. Wenn grössere Thiere nicht an Decubitus zu Grunde gehen, sn bleibl doch meist eine mehr oder weniger erhebliche Lahmheit zurück, welche die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit ausschliesst.
Wilhelm will in dein oben erwtlhnten Falle allerdings in 8 Wochen Heilung erzielt haben. Er liess das Pferd in einen Hilngegurt bringen, und nachdem man mit Hülfe einer Holzschiene, welche am Schienbein des Thieres mittelst Riemen befestigt war, die Einrenkung erreicht haue, wurde eine entzünduogswidrige Behandlung eingeleitet, sodann ein Holzscbieuen-verband apflicirt, welcher am Pesselgelenk ein Charnier besass. Auf diese Weise erreichte man in 8 Wochen Heilung,
Schellhase berichtet über ähnliche Beobachtungen, In einem Falle konnte man nicht nur das Kesselhein seitwärts im rechten Winkel zum Schienbein stellen, sondern es bestand gleichzeitig eine Gelenkwunde, so dass Schellhase mit dem Pinger zwischen das Pessel- und Schienbein gelangte; dennoch wurde Heilung erzielt. Man vergesse aber nicht, dass solche Beobachtungen seltene Ausnahmen bilden,
.lohne theilt das Ergebniss der Section einer Luxation des Huf­beines heim Pferde mit, wobei das untere Ende des Kronenbeines über das Strahlbein mich hinten and unten getreten und das Kapselband in Folge dessen zerrissen war: auch landen sieh in der Sehne des llut'heinbeugers Zerreissungen und entzündliche Processe,
Wo eine Behandlung eintreten soll, muss dieselbe nach den allgemeinen Grundsätzen erfolgen. Die lleposition macht jedoch grosse Schwierigkeit, ebenso die Beschränkung der entzündlichen Processe.
2. Distorsion der Zehengelenke.
Lit.; I'ercival u. Williams. The principl. and pract, of vet. surg. Anil. VI, S. 288. Möller, Anh. für wiss. u, pract, Thierh, Bd. II. S, 308, Föh-ringer, Adams W'och. 1888. Nr. 8, Siedamgrotzky, Dresd. Ber, 1890, S, 22,
Während Luxationen der Phalangen selten sind, werden Dislor-sionen um so häuflger, namentlich am Krunengelenk beobachtet, und Möller, Speolsllfl Clilrnrgia fttv Thiorftrzte. 2, Auli,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;II
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Krankheiten der Voniei-k'lieilinassen
zwar entweder durch excessive Dorsal- oder Volarfloxiun, oder durch forcirte Seitwftrtsbewegungeri (Ab- und Adduction) in diesem Gelenke, wie solche in der Regel durch Fehltritte ver-unliisst werden. Starke Dehnung in den Bandapparaten, zuweilen verbunden mit partiellen Zorreissungen in denselben, liegen dem Leiden zu Grunde.
Begünstigt wird die Entstellung desselben:
1.nbsp; nbsp;Durch mangelhafte Einrichtung der Gelenke. Schmale (ielenklliielien bieten eine welliger sichere Unterstützung bei der Be­lastung und besitzen meist einen schwachen Handapparat: dieses gilt namentlich von einer geringen Breite in der Richtung der Frontal­ebene (von vorn gesellen).
2,nbsp; nbsp; nbsp;Durch fehlerhafte Stellungen: hier kommt in erster Linie die Zehenweite und Zehenenge in Betracht. Sobald die Gelenk-achsen der Phalangen nicht senkrecht zur Mittelebene des Körpers stehen, muss bei jeder Belastung des Fusses besonders während der Bewegung eine Dehnung der Bandapparate eintreten; dazu kommt eine ungleiclie Helastung der medialen und lateralen Hälfte der Zehen­gelenke und ein unsicherer Gang.
;). Schmale Hufe und u nz weck massige Bescb n eid ung der Hornwand. Sobald die eine Wandhälfte beim Auftreten früher mit dem Boden in Berührung kommt als die andere, müssen ünregel-inässigkeiten in der Vertheilung der Last und Dehnungen im Band­apparate dieser Gelenke entstehen. Pferde, die längere Zeit unter solchen Umständen gearbeitet haben, zeigen rege!massig eine abnorme Verlängerung der Bandapparate, welche sich namentlich bei Volar-flexion zu erkennen giebt (schlotternde Gelenke),
Die nächste Veranlassung zu Distorsionen sind Fehltritte, wie sie durch Ausgleiten. Niederstürzen, ungleiches Auftreten entstehen. Unebenes Pflaster, hohe Stollen und Griffe, schmale Brust und strup-pirte Beschaffenheit der Füsse begünstigen das Leiden, welches daher auch in grösseren Städten und im Winter häufig beobachtet wird. Seltener kommen heftige Dehnungen in den Bandapparaten durch Steckenbleiben der Hufe in tiefem Boden oder zwischen festen Gegen­ständen (Eisenbahnschienen) zu Stande.
Als Compl icationen werden Fracturen an den Phalangen be­obachtet; am häutigsten am Kronen-, seltener am Fesselbein. Als unvollkommenes Wechselgelenk sind namentlich die Seitenbänder des ersteren der Gefahr stärkerer Dehnungen ausgesetzt.
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Distoraion äev Zehengelenke.
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Erscheinungen. Meisl kitt plötzlich, an einen Fehltritt sich anlrnüpfend Lahmheit ein, Vornclunlicli ist die Belastung gestört, ilddi midi die Bewegung oft; sclimerzhaft (Stütz- und Hangbein-I u h in li e it). In der linhe wird der Fuss entlastet und in Volnr-flexion gehalten (Ueberköthen); Schmerzen bei Drehbewegungen in den Gelenken sowie hei Weiukmgen. Spider findet im Stalle auf der Streu oder auf ebenem Boden zeitweise vollständige Belastung des Pusses statt; beim Versuche, den Patienten im Stande unizuwenden, tritt die Lahmheit aber deutlich hervor. Ks beruht diese Erscheinung darauf, dass aid' ebenem Hoden eine Belastung des kranken Fusses ohne erhebliche Anspannung des Bandapparates der Gelenke erfolgen kann. Ferner zeigt sich vermehrte Wärme und Anschwellung an dem betreffenden Gelenk. Oft üussert das Thier auf Druck an einzelnen Stellen des Gelenkes lebhafte Schmerzen.
Durch genaue Prüfung der einzelnen Gelenke lilsst sich der Sitz des Leidens in der Kegel näher bestimmen, namentlich durch Dreh­bewegungen des Kronengelenkes bei tixirtem Fesselgelenk und um­gekehrt. Doch sei bemerkt, dass passive Drohbewegungen am Pessel-gelenk Dicht so auffällige Wirkung zeigen, wie an den unteren beiden Gelenken, weil die Gelenkfläche desselben einen kräftigen Uemmungs-apparat bildet, Schwierig gestaltet sich oft der Nachweis, ob das Huf- oder Kronengelenk von der Distorsion betroffen ist, doch bleibt die Frage praktisch bedeutungslos.
Verlauf und Ausgang. Die mit einer Distorsion verbundenen Läsionen können eine verschiedene Ausdehnung erreichen und damit auch die aus denselben hervorgehenden entzündlichen Processe. Ein leichter Fehltritt ist zwar oft momentan mit heftigen Schmerzen ver­bunden, die aus der Dehnung und Zerrung des Bandapparates hervor­gehen, allein diese pflegen bei entsprechender Ruhe in 24 48 Stunden wieder zu verschwinden, und der Zustand kann als geheilt betrachtet werden. Fand eine stärkere Dehnung mit Zerreissuugen im Band­apparate statt, so zeigen sich nach dem Fehltritt grössere Schmerzen. welche oft bald nachlassen, zuweilen in kurzer Zeit wieder verschwin­den, aber nach einigen Stunden von neuem hervortreten, um nun längere Zeit anzuhalten. Diese letzteren Schmerzen sind die Folge der entzündlichen Processe und stehen mit der Höhe und Ausbreitung derselben in gradem Verhältnisse. War die mit der Distorsion ver­bundene Zerrung und Zerreissung im Bandapparate noch erheblicher, so halten die hiermit verbundenen Schmerzen länorere Zeit an, und
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092nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten dor Voi'dei'gliedmassen.
es folgen iilslmld die entzüadliobeu 7orgtlDgei Mit letzteren stellt
sich vermehrte Wiirine und Seliw ellung ein.
JJei geringeren Läsionen tritt in der Kegel vollständige Heilung ein, und /.war je nach dem Urude derselben in Zeit von wenigen Tagen liis zu einigen Wochen, /war bleibt auch hier zunächsl eine mangelhafte Widerstandsfilhigkeil und damit eine Disposition zu neuen Erkrankungen zurück; diese gestaltet .sich um so grosser, Je erheh-licher die hei der Distorsion um (udenke aufgetretenen Veränderungen waren. Folgt auf eine stärkere Verletzung im Bandapparate aus­gedehnte und heftige Entzündung in demselben (Periarthritis), so dauert das Leiden in der Regel 1—6 Wochen. Ms kann aber auch dann noch vollständige Heilung eintreten. Nicht selten kommt es jedoch zu Retractionen in dem entzündlich erkrankten Bandapparat und zu einer abnormen Stellung und Einschrilnkung der freien Be­weglichkeil des Gelenkes (G e I e n k ste if ig k e i t); dabei entsteht excessive Volart'lex ion (Gelenkstelzfuss), namentlich wenn das Fesselgelenk Sitz des entzündlichen Processes war. Die Uelenksteitig-keit bekundet sich gleichfalls durch Lahmheit und steilen Pesselstand. Entzündliche Processe im Hundapparate greifen nicht selten auf die Knochen über, und es entstellen Exostosen. besonders an den Band­höckern des Fessel- und Kronbeines.
Zuweilen erkrankt die Synovialis mit: dann stellt sich ein ent­zündlicher Erguss in die Qelenkhöhle ein (Hydrops articuli), der zu einer chronisclien Gelenkgalle führen kann. Selten kominl es zu (-'arionekro.se und damit zu schweren Folgezuständen, welche oft mit tüdtlichein Ausgange enden.
Siedanigrotzky beobachtete 8 Fälle mit Zerreissung eines Seiten-bandes am Fesselgelenk des Hinterfusses bei Pferden, doch wurde in 3, bezw. 6, bezw, 8 Wochen vollständige Heilang erzielt.
Schon Peroival stellte anatomische Untersuchungen über das Vor-kominen dieser Gelenkleiden an und fand in •rgt; Füllen das Fesselgelenk, in 40 l-'iillen das Eronengelenk, in 16 Fällen das dufgelenk verwachsen. Am Kronengelenk pflogt mau einen solchen Zustand als Schale zu bezeichnen (vergl. S. 701).
Das seltenere Vorkommen von Verstauchungen am Fesselgelenke muss auf den wirksameren Hemmungsapparat desselben, welcher in der Form der Gelenktliiclie gegeben ist, zurückgeführt werden. Als unvollständiges Wechselgelenk leidet das Kronengelenk leichter unter dem Einflasse einer abnormen Bewegung (Fehltritt).
Die Beurtheilung muss sich in erster Linie nach dem Grade der Verletzung und der Dauer des Leidens richten; über den ersten Punkt flehen die Schmerzen Auskunft. Die mit dem Fehltritte zu-
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Distorsion tier Zehenffelenke.
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gleich auftretenden Schmei'zen si ml indess iiiclil von so gvoaaov Be­deutung wie diejenigen, welche sich mit den entzündlichen Processeu einstellen. Jene nehmen oft einen hohen Grad an, so dass die Thiere über den ganzen Körper schwitzen, allein sie verschwinden oft ebenso schnell, da sie eine Folge der mechanischen Läsion bilden, während die später auftretenden Schmerzen im geraden Verhältnisse zu der lüerdurch hervorgerufenen Entzündung stehen; diese erscheinen daher für die Beurtheilung des Leidens von viel grösserer Wichtigkeit. Iraquo;ic erst 12—-M Slumlon iiiich der Distorsion auftretende Schmerz-haftigkeit beweist, dass bedeutende Verletzungen stattgefunden Indien, deren Heilung iängere Zeit in Anspruch nimmt. Gesellen sieb liierzu gar erhebliche Fiebererscheinungen, so wird die Prognose bedenklich, do länger das Leiden besteht, desto langsamer bilden sieb die anatomischen Veränderungen zurück. Daher auch die alte Etegel der Praktiker; Eine Verstauchung, welche in II Tagen nicht ge­heilt ist, brauch! dazu I Wocben, und die in 1 Wochen nicht heilt, 8 Wochen n. s. w. Mit der längereu Dauer des Leidens nimmt auch die Anlage zu neuer Erkrankung zu, weil diese ebenfalls auf der geschwächten Widerstandsfähigkeit des Bandapparates beruht. Aus dem Grunde gestaltet sich der Process bei allen Thieren, die Fehltritten mehr ausgesetzt sind, ungünstiger, /.. H. bei Arbeitsthieren, besonders Reitpferden.
Behandlung. Die wichtigste Aufgabe der Therapie bildet Hube für das erkrankte Gelenk. Leider ist diese bei grossen Thieren nicht vollständig zu bescliatt'en, doch sueben wir solche nach Möglichkeit herzustellen, und zwar durch Vermeidung Jeder Körperbewegung und .Anlegung eines zweckmässigen Verbandes; eine starke leinene Linde wird in festen Touren um das Gelenk gelegt, in den ersten .'i Tagen dient ein kühlendes Verfahren zur Zurückhaltung der entzündlichen Processe und zur .Milderung der Schmerzen. Nach dieser Zeit kann nur noch hochgradige Schmerzhaftigkeit eine indication für die weitere Anwendung der Kälte abgeben. Vom vierten Tage' ab gebt man im allgemeinen zur zertbeilenden Behandlung über. Hierzu empfehlen sieb in erster Linie Priessnitz'sche Umschläge, wobei zugleich durch Ibmdagiren ein Druck auf das erkrankte Gelenk ausgeübt wird, welcher nicht nur die Ruhestellung fördern, sondern auch die Resorptionsvor­gänge anregen soll; hierzu können Einreibungen mit Ungt. einer, bei­tragen. In vielen Fidlen kommt mau biermit zum Ziele. Wenn die l'lntzünduiiü'serscheinuiiyen nachlassen, aber stärkere Schwellung zurück-
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Kraiiklu'iten der Vorderffliediuasgen.
geblieben ist. kann aucb Massage Anwendung finden) wobei mit \Or­theil Einreibungen von Ungt. einer, und Sap. virid, (5ä) verbunden werden. Wo diese Mittel aicbl ausreichen, Buden scharfe Hautreize Anwendung; Einreibungen von Canthariden, Hydrarg. bijodat., 8ul)-limat u. s. w.. noch besser das Brenneisen, welches in Strichforin applicirt wird. IJei längerer Dauer der Krankheit l'ässt man mit Vnr-theil einen Wechsel in der Anwendung dieser Mittel eintreten, auf den scharfen Hautreiz feuchte Wärme und methodi.scho (Compression folgen, die sich besonders da erapflehlt, wo Verdickungen zurllckzu-bleiben drohen.
Während der ganzen Behandlung ist Ruhe für das Thier er­forderlich; seihst das l'rohiren des Oanges sollte auf das Xotliigsle beschränkt bleiben. Zur Vermeidung von Dehnungen des Band­apparates dient ferner ebenes Pflaster und weiche Streu. Mit dem Versclnvinden der Lahmheit lasse man das Thier langsam auf weichem Boden, am besten im Sande bewegen und sorge dafür, dass nicht none Fehltritte stattfinden.
Die früher empfohlene Anwendung eines Schnabeleisens gegen das Ueberköthen ist durchaus zu verwerfen. So lange noch entzünd­liche Processe in dem Bandapparate entstehen, werden diese durch das Schnabeleisen vermehrt. In späteren Stadien können die bestehen­den Ketractionen am besten durch langsame und vorsichtige Bewegung des Thieres beseitigt werden.
Zur Fixirung des erkrankten Gelenkes dient unter Umständen auch ein Gipsverband, Für das Fesselgelenk eignet sich hierzu am meisten der von Beelv zuerst benutzte I lanfschienenverband, dessen Anwendung bei Pferden von mir bereits beschrieben worden ist. Ein ähnlicher Verband wurde von Föhringer empfohlen. Das Kronen­gelenk lässt sich auf solche Weise kaum tixiren. hier muss strenge Ruhe in Verbindunsf mit scharfen Salben diese Mittel ersetzen.
3. Knochenbrüche an den Zehenglledem.
Lit.: Wentworth, Her. Bep. 1861. 8. 832. Williams, The princ, and pract. S. 136. Peters, Vorträge für Thiertlrzte. Schrader, tiurlt u, Hertwig. 8. S. 88. Wüstefeld, das. V. S. 289, Slosarewski, Jahresb, 188.ri. S. 112. Popow, Jahresb. 1884. S, 112. Halder, Her. Bep. 19. S. 87. Kretowicz, Jahresb, 1882. 8.88. Wilhelm, das. 1888. S, HO. Johne, Dresd. Her. 1871. S. 128. Dressler, Th, Mitth. 1867. S, 158. Lemhöfer, Zeitschr. f, Vet.-Kunde, 1891. S. 16 Böder, Dresd. Bor. 1891, S. 90. Hohenleitner, Ad, Woch. 1893.
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Knoobeubrttohe an dan ZoheniiliedQi'n.
096
Am häufigsten werdsu beim Pferde Fissuren und Fracturen des Pesselbeines, selten des Kronen- und Hufbeines heobnclitet; liei'ti^e Fehltritte oder plötzliche Wendungen geben meist die Veranlassung zur Entstehung derselben ab; daher seilen wir solche iiiimentlich bei [ieunpferden auftreten; beim Springen Über Eöhenhindernisse oder Stürzen im ßennlauf kommen sie leichi zu Stande, doch treten solche auch bei schweren Wagenpferden im langsamen Zuge auf, namentlich im Winter hei (ilnlleis. I'lüt/.liche Wendungen auf der Vorhand sind bei Reitpferden lii'mlij'' die Ursachen. Zuweilen werden Fracturen des l'Vsseiheins an mehreren Fiissen zu gleicher Zeit beobachtet. Reeder fand bei einem Pferde, welches gestürzt war, einen Querhrueh heider Vorder- und des rechten hinteren Fesselbeines. Wentworth berichtet über einen Bruch beider Vorderfessel bei einer Stute. Ob hier be­sonders ausgebildete dispositionelle Verhältnisse vorlagen, oder ob die in Folge der plötzlichen Lahmheit erfolgte schnelle Belastung des anderen Fusses als Ursache wirkt, muss dahingestellt bleiben. Tuson will in dem eben erwähnten Falle einen Mangel an anorganischen Substanzen in den gebrochenen Fesselbeinen gefunden haben; ob sich diese Aniiahme auf eine chemische Analyse stützte, wird jedoch nicht angegeben. Bei Einhufern, namentlich bei Rennpferden, treten nicht selten Fissuren des Fesselbeins ein und wurden zuerst in Fngland beobachtet: nach Williams bilden laquo;split pasternquot; gewöhnliche Vor­kommnisse. Auch bei uns sind solche nicht selten, wie ich mich wiederholt überzeugt habe; oft werden sie jedoch nicht erkannt und mit Distorsion des Gelenkes verwechselt. Peters hat eine Reihe von Beobachtungen dieser Art mitgetheilt und auch die Thatsache erklärt, dass die Fissuren des Fesselbeines fast immer von der mittleren Gelenk­vertiefung des Knochens ausgehen (FifJf. 115. 116. 117). Nach ihm erzeugt der an der unteren Gelenkrolle des Schienbeines befindliche Kamm bei ungleicher Belastung der beiden seitlich von ihm gelegenen Gelenkflächen des Fesselbeines eine Spaltung dieses Knochens, Ebenso müssen heftige Drehbewegungen des belasteten Fusses wirken. daher das Auftreten dieser Fissuren in Folge, plötzlicher Wendungen auf der Vorhand. Bald reicht die Trennung durch den ganzen Knochen bis zum unteren Gelenkende desselben, bald läuft dieselbe nach der einen oder anderen Seite desselben; nicht selten ist der Spalt nur kurz und findet bereits dicht unter der oberen Gelenkfläche des Fesselbeines sein Ende, wo alsdann eine Periostitis auftritt, welche zur Bildung einer Exostose führt (Fig. lib).
Querbrüohe treten ebenfalls meist bei Pferden bald am oberen.
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[Ci'ankheiton der Vorderffliedmossen.
Läufiger am unteren Ende des Fesselbeines auf (Fig, 117) und geben gleichfalls aus ungleicher Belastung bei Fehltritten hervor. In einem
Fig. Uß.
Kissm1 des l'VssclIjrini'S,
Fissur des Fosselbeines mit Bildung viner ßxostoao.
von mir beobachteten Falle konnte intra vitam nachgewdesen werden, wie an der oberen Gelenkfl'dche der innere Gelenkrand durch eine heftige Zugwirkung des medialen Seitenbandes, der iiussere Rand aber
Fig, 119.
Fig. 11'
Fig. 118.
Quorfraotur des Fessel-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Doppolto l'raotur i.....)boroiinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Transversale Fmctur des
Deines,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;bnde dos Fesselbeinos,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fesselbeines.
durch eine gewaltsame Druckwirkung des Schienbeines von derQelenk-fläche des Fesselbeines abgesprengt war (Fig. 118). Ferner habe ich mehrere Fälle heohadilet, in denen die Fractur in der Querrichtung
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KnoohenbHlobe an don Kohenaliodani.
69^
dos Knochens lu^, also vom lateralen zum medialen Seifcenband reichte iinil sich mehr oder weniger weit imcli unicu l'ortsetzte (Fig. 119); hier batte plötzliches Pariren zur Entstehung des Bruches gefuhrt. Gelegentlich werden auch SplitterbrUche der Fesselbeine beobachtet. Johne sah einen Querbruch des Fesselbeines in acht Wochen ohne bedeutende Callusbildung heilen, während Dressler das Fesselbein eines Rennpferdes in Ü1 StUcke gebrochen fand.
Die Diagnose bietet bei vollständigen Fracturen keine Schwierig­keiten, weil hierbei Crepitation nachzuweisen ist. Da wo die Band­höcker abgebrochen sind, treten abnorme Seitwärtsbewegungen im Pcsselgelenk auf. Dagegen verlangt der Nachweis einer Fissur des Fesselbeines eine eingehende Untersuchung. Die plötzlich hervor­getretene hochgradige Lahmheil mit volarflectirter Stellung der Kessel erregt zuerst den Verdacht einer Distorsion. Man muss daher in solchen Fällen stets den Fuss auf die Gegenwart eines Knochen­bruches prüfen, sobald die Lahmheit plötzlich hervortrat und von vorn herein einen hohen (irad erreichte. Liisst sieh bei Drehbewegungen an dem aufgehobenen Fusse keine Crepitation nachweisen, so übe man mit den Fingern einen Druck auf die vordere Fläche des Fessel­beines aus und beginne damit in der Mitte des oberen Endes des
tvnocnens
v
on
hier aussehend lässt, sich eine schmerzhafi
iiuie
nachweisen, die etwa dem Verlaufe der Strecksehne entspricht und sich bald nach der einen oder anderen Seite des Knochens erstreckt. In den meisten Fällen läuft jedoch die Fissur gegen die laterale Seite des Knochens, was in der geringen Stärke der lateral vom Kamme des Metacarpus gelegenen lläH'te des Fesselbeines seinen Grund haben mag. Dass während dieser Untersuchung jedwede Bewegung der /(die vermieden werden muss, um sich in der Beurtheilung der Schmerz-haftigkeit nicht zu täuschen, liegt auf der IIund. Nach einiger Zeit lässt sich oft nur eine Periostitis oder ein üeberbein am oberen Ende der vorderen Fläche des Fesselbeines nachweisen,
Fracturen des Kronenbeines entstehen bei Einhufern unter ähnlichen Umständen wie die des Fesselheines: wiederholt sah man solche bei dem Versuche entstehen, den zwischen Eisenbahn­schienen festsitzenden Fuss zu befreien. Meist stellen sie Längs-und Splitterbrüche dar. Henon fand das Kronenbein in 7, Sehrader in ti und Lafosse in 20 Stücke gebrochen. Henon beobachtete Bruch des Kronenbeines an allen vier Fassen (dues Pferdes; zuweilen bricht nur der Bandhöcker algt;. Mir seihst ist ein
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Kmnkbelten ilor Vordorgliedmassen,
Kail voi'^ckonimon, in dem lt;liis Kroiicnbeiu durcli einen in den Strahl getretenen Nage] in mehrere Stücke zersprengt war. Fissuren siml aus naheliegenden Gründen hier seltener als am Fesselbein, ebenso einfache Fraoturen,
Der Nachweis des Bruches erfolgt in derselben Weise wie am Fesselbein und bietet bei vollständiger l'Vaetur keine Schwierigkeit, Crepitation an der /ehe bei intactem Fesselbein rechtfertigt die Diagnose „ Kronenbeinhruchquot;,
Brüche des Eufbeines gehören zu den seltenen Vorkomm­nissen, doch wurden solche schon von Lafosse, Havemann, Ker-sting', lluzanl u. A. gesellen: Schrader hat eine Reihe solcher Beobachtungen mitgetheilt. Sie entstehen unter ähnlichen Umständen wie Brüche der übrigen Phalangen, durch Fehltritte, besonders beim plötzlichen Pariren. aber auch nach Nageltritten sah man Practuren des Hufbeines entstehen. Mehrfach wurden llui'beinlmiche bei Pferden beobachtet, bei denen die Neurotomie ausgeführt worden war. Hier erklärt sich das Zustandekommen derselben theils aus dem rücksichts­losen Auftreten des Fusses, theils aus den in Folge des aufgehobenen Nerveneinflusses entstandenen l'lrnährimgsstörungen in dem Knochen; dass die Ernährung der Knochen an einem längere Zeit gelähmten Gliede leidet, ist bekannt. Nach Williams entstehen sie auch, wenn ein Stollen des Eisens am Boden festsitzt, /,. 15. in Eisenbahnschienen, ferner beim Niederstürzen schworer Pferde. Lemhöfer sah durch Schlagen mit dem Fasse gegen eine Mauer beim Sprunge über die­selbe eine Hufbeinflssur entstehen, die in 1 Monaten heilte. Schrader beobachtete auch Fracturen der verknöcherten Hufbeinknorpel.
Die Erkennung bietet; grössere Schwierigkeit, da Crepitation meist nicht nachweisbar ist; nur selten tritt sie bei Drehbewegung des Hufes oder beim Zusammendrücken der Trachten des Hufes her­vor. Wo Crejiiiation fehlt, muss die Diagnose per exelusionem und mit Rücksicht auf die Anamnese gestellt werden. Plötzliches Auf­treten einer hochgradigen Stntzbeinlabmbeit mit starker Volarflexion und Fehlen acuter Entzündungsprocesse im Beugeapparat sowie im Hufe lässt einen Bruch des llufbeines vermuthen. Dazukommt,, dass in den ersten - I Stunden nach der Entstehung des Bruches die ver­stärkte Pulsat ion der Arterien fehlt; muddier stellt sie sich ein. Wüstefeld fand die Hautvenen am Fusse stark angeschwollen. Die Untersuchung mit der Hufzange lässt in der Pegel Schmerzen nach­weisen; diese können aber fehlen.
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Knoclii'iibniclio an don Zehenstliederii.
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unter gleiobzeitigetn Abreissen eines grösseron Theils des Qufes
durch Festsitzen des Fusses sah Slesiirewsky eine Fractur des lluf-beinos eiiiti-eh'ii, wobei verschiedene Stücke desselben mit dem Hufe abgetrennt waren. Igt;ie Beilung erfolgte unter Carbolbehandlung. Aehnliche Beobachtungen wurden auch von mir gemacht.
DieBeurtheilung gestaltet sich noch am günstigsten bei Fissuren des Fesseiheines. Viele Thiere werden liienmch wieder arbeitsfähig, wenn man ihnen eine 6—Swöchentliche Ruhe geben kann, und wenn der andere Fuss die andauernde Belastung ohne Senkung des Huf­beines aushält. Auch hat man vollständige Fracturen des Fessedheines heilen sehen (Hohenleitner). Popow berichtet über 5 Fülle von Fesselbeinbrüohen, welche durch Anlegung eines Gipsverbandes heilten; doch blieb -mal Verwachsung des Fesselgelenkes, 2mal des Kron­gelenkes und luial beider Gelenke zurück. In dem von Haider be­schriebenen Falle konnte das Pferd schon nach I Wochen zu leichter Feldarbeit verwendet werden; es blieb jedoch geringe Lahmheit und Verdickung des Fesselheines zurück. Kretowicz sah einen Quer­bruch des Fesselheines am Ilinterf'usse in einigen Monaten vollständig heilen. Wilhelm machte eine ähnliche Eeohnchtung. Im allgemeinen lohnt sich der Heilversuch bei vollständigen Fracturen nur für werth-volle Fl'erde. namentlich Zuehtthiere und da. wo die Unterhaltung der Thiere mit wenig Unkosten verbunden ist. Complicirte Brüche müssen als unheilbar betrachtet werden.
Noch weniger günstig verlaufen Kronenbeinbrüche; nur bei ruhigen Thieren und einfachen Brüchen ist unvollkommene Heilung, d. h. mit Zurückbleiben von Lahmheit zu erreichen. In der Regel stellt sich (due bedeutende Knochenauftreibung mit excessiver Volarflexion besonders im Fesselgelenke ein, welche mit (lauernder Lahmheit ver­bunden ist.
Am Hufbein verlaufen Knochenhrüche günstiger, weil die Dislocation durch den Huf beschränkt wird. Die Heilung hängt hier in erster Linie davon ah, ob der andere Fuss die andauernde Be­lastung erträgt, was sich erst im weiteren Verlauf zeigen muss; die Prognose richtet sich daher namentlich nach dem Grade der Schmerzen. In dem von Wiistefeld beschriebenen Falle trat durch Auseinander­weichen der Bruchfragmente eine Vergrösserung des Hutes hervor.
Complicirte Brüche, wie sie •/.. B, durch Nageltritt am Kronen-und Hufbein entstehen, müssen als unheilbar angesehen werden, zumal Asepsis hierbei nicht zu erreichen ist. In ganz frischen Fällen gelingl
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7()iraquo;
Knmklieitcn der Voi'dsi'srliedmaBsen.
iiulrss auch liier zuweilen die Eeilung in verlüiltiiissmässig kurzer Zeit, wenn ein aseptischer Zustand hergestellt wird.
J)iigt; Behandlung der Knochenbrüche an dun Zehengliedern ver­langt in erster Linie möglichste Ruhe, event, unter Anwendung eines BRngeapparntes. Bei Pesselbeinfissuren genügt in der [lege] eine gut angelegte Cirkelbinde; auch liisst sieh ein Gipsverband anwenden, namentlich wenn das Pferd in einen Hängegurt gebracht werden kann. Stolz sah nach Anwendung seines Salbeuverbandes (S. li.quot;);!) voll­ständige Heilung eines Fesselbeinbruches. Bei werthvolleren Pferden empfiehlt sich nach erfolgter Reposition ein gleiches Verfahren /.u versuchen. Die Application von kaltem Wasser zum Kühlen gewährt in der Regel keinen Nutzen, wohl aber den Nachtheil, dass die Ober­haut aufgeweicht wird, und so leicht Excoi'iationen der Haut durch den Verband entstehen.
Mine gleiche Heliiindlnng liisst sieh hei Kronenlieinhrüelien an­wenden, doch nützt der Verband hier weniger. Bei diesen ist man auf absolute Ruhe des Thieres beschränkt. Heftige Schmerzen können durch kalte Bäder oder Umschläge unter Umständen gemildert werden. Das früher in Prankreich übliche Abreissen der Hornsohle ist hierbei entschieden zu widerrathen, da hierdurch leicht Infectionen und Eite-rungsprocesse hervorgerufen werden.
Ich hübe wiederholt durch Neurotomie des N. medianus die nach Knochenbrüchen an den Phalangen zurückgebliebenen Lahmheiten be­seitigt und so die Thiere für einige Zeit arbeitsfähig erhalten.
In Bezug auf die Anwendung dos Hängegurtes bei diesen wie anderen Leiden sei folgendes bemerkt:
Der Hängegurt dient vornehmlich dazu, das Niederlegen der Thiero zu verhindern, und ihnen bei schmerzhaften Zuständen (Lahmheiten) zeit­weise eine Unterstützung zu geben, das Stoben zu erleichtern und zu siebern. Der Gurt zwingt das Thier jedoch andauernd zu stehen, so dass bei schmerzhaften Lahmheiten einzelner b'üsse der eorrespondirende dauernd belastet wird. Dadurch entstellt aber an diesem die Gefahr der 11 n f-beinSenkung, die leider zu oft eintritt. Wenn dabei- die Pferde kräftig und im Stande sind, sich unter Schonung des kranken fusses hinzulegen, so ziebo ich es vor. dieses durch eine gute Streu zu begünstigen und sehe von der Anwendung des Hängegurtes ab.
Die Hufbeinsenkung giebt sich durch Sehmerzen und verstärkte Pulsation der Schienbeinarterie zu erkennen: sobald diese auftreten, lasse man den Patienten aus dem Gurt nehmen, damit sich derselbe unfeiner weichen Streu hinlegen kann: auch hüte man sich, die hierbei erfolgende Belastung des kranken Pusses als ein Zeichen von Besserung zu betrachten.
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Schale.
(quot;Dl
4. Hie Schale. Leint, Rlngbeln.
I.it.: Trtlger, Qurlt u. Hartwig. B. S. 206. Amraon, das. 11. S. no. Sohradoi', .his. 26. S. 1 ii. 137. Hertwig, das. 37. .S 94. Andrö, Her, Rep. 13. S. 140. Nocard, Jahresb. 1883. S. 108. Dieokorhoff, Der Spat. S. 184. Peters, Borl. Arch. 9. S. 71. Havemann, Beurtheilung des Pferdes. 11. Aufl. Benjamin a. Eiedon, Reo. de Möd, vdtör, 1891. S, 104.
Mit dem Namen raquo;Scliale* belegt man seit alter Zeit alle mit Anscliwciluiig (Auftreibung) verbundenen chronischen Krankheits-processe am Kronengelenh der Pferde. Anfangs glaubte man ein einheitliches Leiden vor sieli zu haben, als aber eingehende ana­tomische Untersuchungen dieser Zustände augestelli wurden, gelangte man bald zu der üeberzeugung, dass es sich hierbei um verschiedene Krankheitsproresse handele. Sehrader brachte zuerst einige Klai'heit in diese Frage. Ivs hissen sich folgende Formen der Schale unter­scheiden :
1.nbsp; nbsp; Die nriiculi'ire Sell ale. Bei dieser handelt es sich um eine Arthritis chronica. Von (ierlach und Haubner wurde auf diesen Zustand zuerst aufmerksam gemacht. Bald handeil es sich um eine Arthritis chronica deformans, wobei der öelenkknorpel den Mittel|mnkt der Hrknmkung' bildet, bald um Polgezustände einer Synovilis. Dabei wird der (ielenkknorpel des Fessel- und Kronen­beines Je nach der Dauer des Leidens mehr oder weniger zerstört, während an den Rändern des Gelenkes Knochenauftreibungen (Ex-ostosen) entstehen (Fig. 121). Es handelt sich also um eine Arthritis sicca s. deformans, wie sie von Seh rader hier zuerst beschrieben wurden. In den späteren Stadien dieses Leidens linden sich Kessel-hein und Kronenbein mit starken osteophytischen Auflagerungen be­setzt, während der (ielenkknorpel total zerstört ist; es kann selbst zur Verwachsung des Gelenkes (Synostose) kommen. Benjamin und Reden haben solche Fälle festgestellt und beschrieben.
2,nbsp; nbsp; Die periarticuläre Schale. In Folge chronischer Periarthritis, wie sie durch Distorsionen oder andauernde Zerrungen im Hemmungsapparate des Gelenkes hervorgerufen werden, entstehen namentlich an den Insertionsstcllen der Seitenbänder Verdickungen, welche sich als Auftreibungen an der medialen oder lateralen Seite des Gelenkes zu erkennen geben. Bei der Section findet man die Gelenkfläche gesund, der Bandapparat wird dagegen vordickt ange­troffen, und an seinen Insertionsstellen bestehen mehr oder weniger
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Krankheiten der VordergUedmassen.
stark ausgebildete Exostoseu; .so natnentKoh an den Ansatzstellen der Seitenbänder, nicht selten aber auch da, wo sich die hinteren Bänder des Kronengelenkes an (Ins Fesselbein anheften; zuweilen zeigt sich auch die [nsertionsstelle des Kapselbandes aufgetrieben (Fig. 121), Da der Qelenkknorpel hierbei frei von krankhaften Veränderungen bleibt, hat man wohl von einer falschen Schale gesprochen (Will iaras).
.''). Die rachitische Schale. In Folge rachitischer Erkrankung im jugendUchen Alter bleiben nicht selten Verdickungen am unteren
Piff, 121,
l'riiiirtii'iiliirc Sei
Ärtlculäre Schale
Ende des Fessel- und am oberen des Kronenheines zurück, die sich als eine Auftreibung des Gelenkes zu erkennen gehen, daher als Schale bezeichnet werden. Hierbei bestehen aber weder an der Gelenkfläche noch auch in dem Bandapparate pathologische Zustände.
#9632;I. Als traumatische Schale lassen sich alle diejenigen Verdickungen am Kronengelenk zusammenfassen, welche durch ander­weitige, meist traumatische Entzündungsprocesse veranlasst werden; dieselben bestehen in Exostosen, die aus einer Periostitis hervorgehen, welche sowohl Kronentritten wie auch anderen, acut entzündlichen Erkrankungen der Nachbarschaft (Brandmauke u. s. w. I ihre Ent-Stehunff verdankt.
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Sobalo,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;703
Difsu Eintbeilung der Schale entspricht zugleich dein prakraquo; tischen [nteresse; denn dw, klinische Diagnose ist sein- wohl im Stande, die einzelnen Formen von einander zu trennen, und die Be-urtheilung der Zustände rmiss natürlich verschieden ausfallen,
Erscheinungen. Das Gemeinsame dieser Leiden bestellt in der chronischen Auftreibung am Kronenarelenk. welche so fferinafUffic sein kann, duss sie sieli erst auf Grund genauer Betrachtung und Vergleichung der einzelnen Füsse erkennen liisst, Dass bei dieser Untersuchung die Gliedmassen sich in möglichst gleicher Lage (Be­lastung) befinden müssen, versteht sich von selbst;. Die Auftreibungen der Seitenflächen des Gelenkes erkennt mau bei Betrachtung von vorn, die an der vorderen Flüche, indem man sieh in der Höhe des betreffenden Fusses neben dem Pferde aufstellt. Durch Palpation und Vergleichung der Gelenke an beiden Püssen wird das ürtheil weiter gesichert..
Bei der articularen Schale breitet sich die Auftreibung von beiden Seiten Über die vordere Fläche des Gelenkes aus, erscheint also ringförmig und wird deshalb auch als Kinghein bezeichnet. Die hintere Flache ist durch die Bänder und Beugesehnen verdeckt, und entzieht sieh daher der Untersuchung. Bald geht die Auftreibung vornehmlich vom Fesselbein aus und liegt dann etwas höher, bald vom Kronenbein und befindet sich unmittelbar über der Krone des Hufes. In England und Frankreich hat man hiernach eine hohe und eine tiefe Schale getrennt (high and low Ring-bone, formes du päturon et formes de la couronne). Die Anschwellung ist hart, schmerzlos auf Druck, die äussere Haut auf derselben verschiebbar.
Die periarticultlre Form der Schale verhält sich ähnlich, nur dass die Verdickung auf die Seitenflächen des Fessel- und Kronen­beines beschränkt zu sein pflegt, und die vordere Fläche in der Kegel nicht krankhaft verändert ist. Auch hier kann die Knochenauf treib ung höher oder tiefer auftreten, und gilt auch von dieser Form das oben gesagte.
Mit diesen beiden Formen der Schale ist regelmässig Lahmheit verbunden, welche namentlich während der Belastung des Fusses her­vortritt, bald erheblich, bald nur unbedeutend ist. Bei der rachiti­schen Schale fehlt die Lahmheit und wird auch bei der traumatischen Form in der Regel vermisst. Sie kann aber durch längere Buhe des Thieres nur zeitweise zurücktreten; ebenso verschwindet geringe Lahm­heit bei temperamentvollen Pferden oft während der Bewecunff. Nach
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Krankheiten der Vordergliedtnassen.
liingcrtiii Bestehen derselben macht sich Muskelschwund um Schenke] bemerkbar und /war um so mehr, je iiltrr und je liochgradigfi- die Lahmheit.
In der Regel findet eine auffällige Abkürzung des Schrittes nach hinten stall und zwar mit Volarflexion in den Zehengelenken (steile Fessel). Bei der periarticulären Form treten die Bewegungsstörungen besonders bei kurzen Wendungen nach der kranken Seite hervor. Meist hängt die Lahmheit von den entzündlichen Processen auf den (iclenkllächen oder im Bandapparate ab, zuweilen aber ist mc die Folge1 einer mechanischen Behinderung der Bewegung in dem Kronengelenke, die sowohl dureb Exostosenbüdung als auch durch ScLrumpfung im Bandapparate und Verwachsung der Gelenk-tliielien bedingl sein kann. Die Synostosenbildung ist hier oft mit excessiver Volarflexion verbunden (Gelenkstelsfuss). Au dem aufge­hobenen Fuss liissti sich die Verwachsung des Gelenkes direct nach­weisen, indem man Drehbewegungen sowie Beugung und Streckung in demselben auszuführen versucht. Aus dem Angeführten erklärt sich zugleich, dass der Grad der Lahmheit keineswegs von der Grosso der Auftreibung abhängt; dieselbe ist bei starker Verdickung oft ge­ring und umgekehrt.
Die Diagnose der Schale gestaltet sich recht schwierig, wenn die Auftreibung nur schwach ausgebildei ist. Bei Fohlen erscheinen die Epiphysen der Phalangen immer auffallend stark und das Kronen­gelenk liegt bei der noch nicht vollendeten Entwickelung des Hufes höher; das gleichniässige Auftreten an allen I Fiissen und das Fehlen von Lahmheit kennzeichnet diesen Zustand, Verdickungen in der Haut lassen sich durch Palpation als solche erkennen; ebenso können Verknöcherungen der Hufbeinknorpe] nicht leicht mit Schale verwechselt werden, wenn die Palpation einigerinassen sorgfältig aus­geführt wird,
Schwieriger wird die Trennung der Schale von einer Distorsion des Kronengelenkes, Diese letztere Erkrankung ist jedoch von aeui entzündlichen Erscheinungen (vermehrte Wärme, Schmerzen bciin Druck) begleitet und als solche gekennzeichnet. Da aber die in Folge der Distorsion auftretenden chronischen Erkrankungen auch unter den Begriff der Schale lallen, so kommen hier Zustände vor. die sowohl mit dem einen wie auch dem anderen Namen belegt werden können.
Durch Anschwellungen der Haut in der Umgebung des Ge-
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Schale.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;70:,
lonkes kann dus Leiden verdeckt werden; ein Hülfsmittel, das auch in betrügerischer Absicht wohl angewendet wird und um so sicherer gelingt, als Laien immer geneigt sind, die Lahmheit auf die llaut-verletzung zurückzuführen; der entgegengesetzte Grundsatz verdient liier den Vorzuff,
Ursachen. Dass das Kronengelenk so häufig Sitz derartiger Erkrankungen ist, lie^t in der anatomisch-physiologischen Einrichtung desselben begründet. Um als unvollständiges Wechselgelenk zu dienen, ist eine beschränkte Ausdehnung und flache Gestalt der Gelenkfläche erforderlich. Diese aber begünstigt sowohl das Zustandekommen von abnormen Dehnungen im Bandapparate als auch von ungleicher Be­lastung der Gelenkfläche| Umstände, die den Grund zu diesem Leiden abgeben. Hieraus erklärt sich zugleich, dass die periarticuläre Form der Schale die häufigste ist. sowie dass das Leiden nur bei Ein­hufern vorkommt.
Bei der Verschiedenartigkeit der Zustände, welche der Schale zu Grunde liegen, kann es nicht auffallen, dass auch die ursächlichen -Momente zur Entstehung derselben sehr verschieden sind. Das Auf­treten an mehreren Püssen bei demselben Pferde beweist ferner, dass eine Prädisposition zu dem Leiden bestehen kann, welche oft vererbt wird. Dieselbe hat ihren Grund in schmalen, schlecht eingerichteten Gelenken oder in fehlerhaften Stellungen der Gliedmassen. Die Mehrbelastung der Vorderfüsse erklärt das häutigere Vorkommen der Schale an diesen. Unregelmässige Stellungen, namentlich zehenweite und zehenenge führen nicht; nur zu ungleicher Belastung des Gelenkes, sondern auch zu abnormen Dehnungen des Bandapparates und gehen daher leicht zur Entstehung der periarticulilren Form der Schale Ver­anlassung. Da solche Zustände auf die Nachkommen übergehen, so kann es nicht auffallen, dass das Leiden vererbt wird. Schon llave-in a im hat hierauf aufmerksam gemacht und die Ausschliessung der mit Schale behafteten Thiere von der Zucht verlangt. Von der Be­hauptung, dass gemeine (kaltblütige) Pferde häufiger an der Schale leiden, habe ich mich nicht überzeugen können. Sollte diese Annahme richtig sein, so dürfte die grössere Verbreitung zum Theil wohl auf geringere Sorgfalt bei der Zuchtwahl zurückzuführen sein.
Peters sowohl wie Williams betonen, dass die Schale mil
Vorliebe an langen und weichen Fesseln auftrete, und führen dieses
auf eine stärkere Dehnung des Bandapparates zurück. Nach Peters
beginnt der Process am mittleren Theil des dorsalen (vorderen) Ge-
Möllcr, Hpeciollc Olilrurgte für TMerärzte. S. Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 45
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70()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Knuildicitcn dor Vordcrgliciliniisson.
IcnkriiiuU's uml zwar mil. einer entzündlichen Erkrankung des Kapsel* bandes, Percival (Williams) glaubt dagegen, dass eine steile Fessel­stellung die Bntwickelung der Schale begünstige, weil hierbei die Stosswirkung hviui Einfallen der Körperlast auf die Knochen grosser sei. Wichtiger als diese siml die erwähnten Abnormitäten in der Stellung dor Gliedtnassen. Die Disposition des jugendlichen Alters zur Erkrankung an Schule erklärt sich aus der grösseren Vulnera-liililiit der Knochen und Gelenke.
Als äussere Ursachen wirken Distorsionen und damit alle Momente, welche die Entstehung dieser Läsionen liegünsti^en, wie fehlerhafte Stellungen, ungleichmässige Beschneidung der Hufe, die Benutzung der Thiere in schnellen Gängen und auf unebenem Boden. Namentlich muss hier auf den unzweckmässigen Beschlag hingewiesen werden. Sobald die eine Wandhälfte des Hufes höher ist als die andere und in Folge dessen heim (Ichen früher iiuf den Boden kommt, muss sowohl unc ungleiche Vertheilung der Last im Gelenke als auch eine Dehnung des gegenüberliegenden Seitenbandes eintreten. Die rachitische Form entwickelt sich unter den Einflüssen, welche, noch wenig bekannt sind. Hierauf dürfte zum Theil das von Träger, Ammon u. A. beobachtete Auftreten der Schale nach der Druse, und ihre grössere Verbreitung in einzelnen Zuchten zurückgeführt werden können. Dass es sich hierhei um Mangel an Kalksalzen ban­delt, ist bisher nicht bewiesen. Die Entstehung der traumatischen Form ergieht sich aus dem üebergreifen der entzündlichen Procease der Nachbarschaft auf das Periost.
Nach Dieckerhoff soll die Schale ans entzündlichen Erkrankungen
eines kleinen Schleimbeutels hervorgehen, welcher zwischen den Schenkeln des Kronenbeinbeugers und den Kufknorpel-FesselbeinbUndern liegt. Es ist richtig, dass eine Anschwellung dieses Schleimbeutels wold als Schale aiif-gefasst werden kann, dass aber auf diese Weise eine Gelenkerkrankung und Lahmheit hervorgerufen werde, konnte von mir trotz sorgfältiger Beachtung dieses Uiustandes niemals festgestellt werden.
Verlauf und Beurtheilung. Im allgemeinen handelt es sich um ein chronisches Leiden, doch zeigen die einzelnen Formen der Schale manche Eigenthümlichkeiten des Verlaufes. Die articuläre Form setzt in der Regel langsam ein: seltener bildet sie den Aus­gang einer acuten Synovitis ; im letzteren Falle liisst sich eine scharfe Grenze zwischen den beiden Leiden nicht, ziehen. An Heilung ist hei diesem Zustande nicht zu denken, daher hängt die Beurtheilung in erster Linie von dem Grade der Lahmheit und der Gebrauchsart des
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Schal
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Pferdes ab. Sobald das Pferd in Folge der Lalunheit nicht benutzt werden kann, bleibt für die Behandlung nur die Neurectoinie Übrig. Wo die Knoclieuauttreibnng sieb auf die vordere Kliiebe des Gelenkes erstreckt, da ist noch weniger, und bei Verwachsung des Gelenkes llberhaupt nichts zu erwarten.
Die periartieu läre Schale gellt bald aus einer aeiiten IVri-artbritis des Kronengelenkes hervor, oder sie entwickelt sieb aus biinlig wiederkehrenden Zerrungen des Bandapparates. Oh Soilung oder Besserung erzielt wird, biingl von der Arl der bestehenden pathologischen Processe und dem umstände ab, ob die ursächlichen Momente zu beseitigen sind. Bestehen bedeutende Verdickungon an dein Gelenke, und bat die Stellung der Fessel in Folge der Schale bereits erhebliche Abweichungen erfahren, so isl auf Heilung nicht mehr zu rechnen. Je näher die Verdickungen dem Gelenke liegen, desto ungünstiger; daher die Jioliequot; Schale im allgemeinen weniger bedenklich als die in der Nähe der Eufkrone auftretende. Ebenso wird die Prognose bei unregelmiissigen Stellungen weniger günstig. Wo dagegen fehlerhafter Beschlag, z. 15. ungleiohQ Beschneidung der llut'e mit dein Leiden in Zusammenhang gebracht werden kann, wird mit der Beseitigung dieser Schädlichkeiten oft Besserung, zuweilen selbst dauernde Beseitigung der Lahmheit erzielt; die Verdickungen am Gelenke bilden sich jedoch niemals vollständig zurück, ungünstig fällt die Prognose natürlich auch bei Synostosenbildung aus. Die rachitische Form entwickelt sieb stets langsam und verschwindet nicht wieder, ist aber als solche mit Lahmheit niemals verbunden; wenn hierbei Lahmheit besteht, so baben äussere Ursachen dieselbe bervorgerufen, und es hängt die Prognose davon ab, ob sieb diese beseitigen lassen.
Die traumatische Schale, eine Folge localer Entzündungs-processe in der Nachbarschaft des Kronengelenkes, bat in der Regel nur anfangs eine Lahmheit zur Folge, -welche sieb später vollständig zu verlieren pflegt. Bei grösseren Exostosen in der Nähe des Ge­lenkes bleibt aber hier zuweilen eine dauernde Bewegungsstörung zurück.
Besteht bereits längere Zeit hochgradige Lahmheit, so wird die Prognose ungünstig; starker Muskelschwund bildet daher ebenfalls ein schlechtes Zeichen.
üass die Beurtheilung bei Reitpferden ungünstiger ausfallen muss als bei gewöhnlichen Arbeitspferden, liegt auf der Hand, doch habe ich Pferde gekannt, die mit hochgradiger Schale noch Ausge-
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70Hnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten dur Vordergliedmagseu.
zeiohnetos selbst im Hiudernissrennen leisteten. Vorsicht ist nameut-licli bei jüngeren Pferden geboten, und doppolte, wenn die Schule schon auftritt, bevor die Tliiore erhebliche Arbeit geleistet haben: sobald bedeutende Lahmheit hiermit verbunden ist, bleibt selten noch etwas von dem Pferde ZU erwarten. Wo dagegen bei älteren Pferden die Schale längere Zeit ohne Lahmheit besteht, liegen die Verhältnisse ungleich günstiger; wenn nicht ungewöhnliche schwere Arbeit von dem Pferde verlangt werden sollte, ist auch Lahmheit für spätere Zeit hier nicht zu befürchten.
Es entspricht ferner einer allgemeinen Erfahrung, dass die gleichen Veränderungen an den Hinterfttssen weniger oft Lahmheit erzeugen als an den Vorderfüssen; an den Hinterfüssen erlangt die Schale überhaupt nicht die Bedeutung wie an den Vorderfüssen.
Behandlung. Wie durch eine entsprechende Haltung und Er­nährung der Thiere, sowie durch eine sorgfältige Beschneidung der Polüenhufe und später durch sorgfältigen Beschlag das Auftreten dieses Leidens zurückgehalten werden kann, ergiebt sich aus obiger Be­sprechung von selbst. Bei der articulärcn Form der Schale ist von einer Behandlung überhaupt nichts zu erwarten, und es bleibt nur die Neurectomie übrig, um die Lahmheit zu beseitigen , weiche aber nur da von Erfolg ist, wo eine Verwachsung des Gelenkes nicht besteht.
Bei der periartic u 1 ären Schale kommt es in erster Linie auf Pernhaltung von Zerrungen und ungleichmässiger Belastung der Gelenke an: also sorgfältige Beschneidung der Hufe, so dass die Last möglichst gleichmässig auf das Kronengelenk übertragen und jede Zerrung in seinem Bandapparate vermieden wird. Daher müssen die Abschnitte des Tragerandes, welche beim Auftreten früher mit dem Boden in Berührung kommen, verkürzt werden. Gilt dieses in erster Linie von den beiden seitlichen Eufhälften, so empfiehlt sich doch auch, die Beziehungen der liufzehe zur Tracht zu berücksichtigen. Zu lange Trachten müssen verkürzt werden: Williams empliehll Hufeisen ohne Stollen, die an den Schenkelenden verdünnt werden, und da wo die '('rächten zu niedrig sind, ein Eisen mit Stollen oder besser mit verdickten Stollenenden. In der Kegel hissen sich diese Missverhältnisse durch entsprechende Beschneidimg der Hufe aus­gleichen. Man achte darauf, dass die Fessel mit der Zehenwand des Hufes parallel liegt, und wo dies nicht der Fall ist, passe man die llufrichlung der Fesselstellung an. Dieses zu beachten ist aus doppel-
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Schule.
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tem Grunde wichtig! einmal weil die Fessellage bei dem in Rede stehenden Leiden oft Veränderungen erfährt; dann aber auch, weil derartige Abweichungen mit Zerrungen im Bandapparate des kranken Gelenkes verbunden sind. Die Beachtung dieser Verhältnisse nutzt bei weitem mehr als alle Arzneimittel. Auf diese Weise habe ich oft Lahmheiten geheilt, die bereits längere Zeit, mit allen möglichen und unmöglichen Mitteln vergeblich behandelt waren. Das wohl empfoh­lene Kühlen, sowie Einreibungen mit zertheilenden Mitteln können nur durch die gleichzeitig gewährte Ruhe wirklichen Nutzen bringen, oder sie verdanken ihre Heilwirkung Irrthüinern in der Diagnose. So lange noch entzündliche Processe im Handapparate und am Periost bestehen, können scharfe Hautreize Erfolg haben: Canthariden und Quecksilberjodid finden in den bekannten Mischungen vortheilhafte Anwendung, namentlich, wenn man es an der nöthigen Ruhe für das Thier nicht fehlen liisst. Womöglich sollte der Patient 1—6 Wochen auf demselben Fleck stehen bleiben. Wo dieses Verfahren vergeblich Anwendung gefunden hat, kann das Gliiheisen unter Umständen noch helfen, welches am besten in 2 — 8 Reihen von Punkten applicirt wird. Reim sog. Leist genügen einige Punkte auf der Anschwellung. Man halte als Regel fest, dass das Brennen hei Schale nicht oberflächlich erfolgen darf, wenn man einen Nutzen von demselben sehen will. Andre will durch Brennen mit einem weissglühenden knopfförmigen Eisen einige Centimeter tief in die Knochenauftreibung selbst alte Fälle von Schale geheilt-, d. h. die Lahmheit beseitigt haben. In Frankreich hat man auch wohl das Brennen mit dem Stift empfohlen; es ist jedoch hierbei Vorsicht geboten, damit nicht das Gelenk geöffnet wird.
Wo durch diese Mittel die Lahmheit nicht zu beseitigen ist, sowie bei minderwerthigen Thioreu, bei denen sich ein zeitraubender und in seiner Wirkung problematischer Heilversuch nicht lohnt, da schreite man zu Neurectomie. In der Regel ist die Durchschneidung beider Äeste des Fesselnerven oder des N. medianus erforderlich. Der Erfolg bleibt nur da aus, wo in der Synostosenbildung ein mecha-•lisches Hinderniss für die Bewegung gegeben war. Nachtheilige Fol­gen, wie Ausschuhen, werden hiernach nur selten, am häufigsten noch beobachtet, wenn starke Exostosen an der vorderen Fläche des Ge­lenkes und in der Nähe der Hufkrone liegen. Es scheint, als ob hierbei Quetschungen der Kronenwulst zwischen den Exostosen und der Horn-wand an dem Zustandekommen des Ausschuhens betheiligt sind. Zur Vermeidung dieses Ausganges lasse ich daher die llufzehe stark be-
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Krankheiton der VorderKliedmassen
Schneiden, die Trachten aber schonen; nöthigenfaUs werden Hufeisen mit verdickten Sohenlcolenden oder langen Stollen in Anwendung ge­bracht.
5. Die Entzündung der hinteren Itümlcr des Kronengelenkos.
Lit.; I'aiul.inli. Deutsch, Zeitschr, f. Thiermed, 1886. S. 249. Fambaoli, Der Hufschmied. 1887, S. 131. Gutenadcer, Jahresb. 1887. S. 90.
]Jio hinteren Kronenfesselbeinbänder entsprechen physiologisch den beiden Aufbängebänderu des Fesselgelenkes. I)iiss(gt;ll)(' gilt von den Strahl­bein- und Hnfknorpelfesselbeinbttndern. Im Verein mit dem ICapselbande und den Seitenbändern fixiven sie das Kronengelenk, die letzteren zugleich das Hufgelenk, während der Belastung des Schenkels. Hei der geringen Ausdehnung und der flachen Beschaffenheit der oberen (ielenklliiche des Kronenbeines verlangt die Feststellung des Fessel- und Kronenbeines grosse Widerstandsfähigkeit im Hemmnngsapparate dieser Gelenke. Allerdings werden hierbei in erster Linie die Seitenbänder in Anspruch genommen, welche daher auch oft erkranken (Schale). Häufiger aber als allgemein an­genommen wird leiden auch die hinteren Bänder dieses Qelenkes.
Ausgangspunkt der Erkrankung bilden abnorme, zuweilen mit partieller Zerreissung verbundene Dehnungen, welche aus excessiver Dorsalflexion des Kronengelenkes hervorgehen. Hierbei kommt in erster Linie die Stellung des Hutes in Betracht. Zu niedrige Trachten und zu lange /ehe geben fast immer das schä­digende Moment ab. Sobald die Richtung der Fessel (Fussachse) nicht mil der Zehenwand des Hufes (Hufachse) parallel läuft, son­dern eine mehr senkrechte Stellung annimmt, gerathen die hinteren Kronenbeinbändor sowie die Strablbein- und Hufknorpelfesselbeinbänder mit der Hufbeinbeugesehne auf dem Strahlbein in Gefahr. Auf die letzten' hat Pambach zuerst aufmerksam gemacht und die damit verbundenen Nachtheile zutreffend geschildert (S. 663). In Folge des Miss Verhältnisses zwischen Huf- und Fesselrichtung leiden aber nicht; selten auch die in Rede stehenden Bänder. Den Zustand .sah ich wiederholt hervortreten, wenn im Winter an öriffeisen die Stollen entfernt wurden. Begünstigt wird das Leiden ferner durch Arbeil auf hartem, unebenem Boden, namentlich bei Reitpferden. Steile Fessel und engt' Hufe erkranken häutiger. Gutenäcker hat neuer­dings auf dieses Leiden hingewiesen und an den Ansatzstellen der Bänder am Fesselbein Osteopliytenbildung gefunden.
Bei der Section zeigen sich die hinteren Bänder des Kroneu-gelenks verdickt und an ihren Insertionsstellen nicht selten mit Ex-ustosen besetzt (Fig. 121).
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Entzündung der bintoren BUhder lt;Iüs Ifronsngelenkes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 711
Symptome. J)a.s moinos Wissens zuerst von Pambacli ntlber besclinebeno Leiden giebt sich zunächst durch Lahmheit zu erkennen, und zwar durch eine ausgesprochene Stützheinlahmheit mit Annahme einer vorstörndigen Stellung, Da die hinteren KronengelenkbUnder am meisten an dein rückwärts, unter den Körper gestellten und belasteten Schenkel angespannt werden, SO meidet das Pferd diese Stellung und hebt den belasteten Fuss schnell vom Boden ab. Der Schritt wird in auffälliger Weise nach hinten verkürzt, wodurch die Lahmheit eine gewisse Aehulichkeit mit der Rebe und der chronischen Hufgelenk-Labmbeit erlangt, und /war um SO mehr, als bei der letzteren auch steile .Fesselstellung angenommen wird.
Nur die Localuntersucbung kann diese Leiden von einander trennen. Die Hufknorpelfesselbeinbänder sowie die seitUchen der hinteren Bänder des Kronengelenkes lassen sieh direct durch Pal­pation auf Sohmerzhaftigkeit prüfen. Man lässt den Fuss wie zum Beschläge aufheben und übt mit den Daumen beider Hände abwech­selnd einen Druck auf diese Bänder ans, welche zum Theil unter, zum Theil dicht neben der Hufbeinbeugesehne an der hinteren Fläche der Fessel liegen, Vergleiche mit der Empfindlichkeit am anderen Fusse schützen vor Täuschungen, Bei dieser Untersuchung lassen sich zuweilen auch Verdickungen im Bandapparate nachweisen, welche unter Umständen eine erhebhehe Ausdehnung annehmen und am besten am belasteten Schenkel durch Palpation unter Vergleichung mit dem anderen Fusse erkannt werden. Ein weiteres llüll'smittel der Diagnose besteht in Dehnungen des Bandapparates. Hierzu wird andern aufgehobenen Fusse die Hufzehe kräftig dorsalflectirt, d, h, in der Rich­tung der Wirkung der Strecker zu bewegen gesucht, wie auch Fam-bach beschrieben hat. Derselbe fand in einzelnen Fällen, und zwar bei zebenenger Stellung nur das äussere Hufknorpelfesselbeinband erkrankt.
Während bei der chronischen Hufgelenklahmbeit ein Druck auf den Strahl Schmerzen hervorruft, zeigt sich hier der Huf schmerz­frei. Auch fehlen die bei der Hufgelenkluhmheit sich ausbildenden Deformitäten des Hufes. Die Abwesenheit von Symptomen einer llufentziiiidung, nainentlich das Fehlen verstärkter Pulsation lässt die Diagnose „Rehe* ausschliessen.
Im Stande der Ruhe wird die Belastung des lahmen Fusses ver­mieden, zuweilen stellen die Pferde instinktiv die Trachten desselben auf die Hornwand des gesunden Fusses und vermeiden so Anspannungen der erkrankten Bänder. Bei grösserer Schinerzhaftigkeit wird der Fuss in starker Beugestellung hochgehoben.
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712nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankluutt'ii dor Voidei'glicelmasscn.
Verlauf und Beurtheilung. Die in Redo stehende Erkrankung kommt fast nur an den Vbrderfüssen vor, bald an einem, nicht selten an beiden. Bei schweren Zugpferden beobachtete ich das Leiden auch #9632;wohl an den Hinterfüsseu, Bald steilen sich die Erscheinungen plütz-licii ein, zuweilen aber ganz allniählieli. Je nach dein Grade und der Ausdehnung der pathologischen VerUnderungen an den Bändern, gestaltet sicii der Verlauf verschieden. Da sich diese klinisch nicht direct nachweisen lassen, so muss aus dem Grade der Schmerz-haftigkeit, bez. Lahmheit und aus der Dauer des Leidens das ürtheil über die Bedeutung des Leidens gewonnen werden. Damit steht auch die Erfahrung in üebereinstimmung, wonach hei hoch­gradiger Lahmheit das Leiden in der Hegel ti—8 Wochen andauert: bei frischen Zuständen und geringer Schmerzhaftigkeit kann unter Umständen durch Abstellung der veranlassenden Ursachen, zweck-mässigen Beschlag u. s. w. in wenigen Tagen Heilung erzielt werden. Im allgemeinen empfiehlt sich bei der Beurtheilung die Vorsicht, die Wirkung der Verbesserung des Beschlages abzuwarten.
Behandlung. Verkürzung der Zehe. Zehenrichtung am Huf­eisen und Verlängerung der Trachten durch Unterlagen, Stollen oder verdickte Stollenenden am Hufeisen und Ruhe bilden die wirksamsten Heilmittel. Durch Bandagen event, mit Priessnitz'schen Umschlägen werden die Zertheilungsvorgänge in den erkrankten Bändern unter­stützt. Scharfsalben und Glüheiseu lassen sich hier nicht gut an­wenden; bei der tieferen Lage der Bänder ist von ihnen auch kein grosser Nutzen zu erwarten. Nach Beseitigung der Lahmheit sollten forcirte Gänge, sowie Arbeit im schweren Zug vermieden und das Pferd zunächst nur auf weichem Boden benutzt werden.
(gt;. Fracturen der Sesambeine.
i.it.: Williams, The Principles and Practice u. s. W, Howell, The Veterinär. 1864. Rutherford, The vet. journal. 1888. Schöneck, Berl. thier. Woch, 1890. S, 66. Field, Auszüge a.US den hinterUssenen thieriirztl. Aufzeichnungen. Ans dem Engl. von Boddien, Bautzen 1800. Leisering, Dresd. Bei-. IsOO. S. 2!).
Sind diese auch selten, so hat mau sie doch wiederholt bei Pferden beobachtet. Williams fand die Sesambeine in viele Stücke zerbrochen. Der Bruch war während des Galoppirens in tiefem Sande eingetreten. Unter ähnlichen Umständen sah Howell den Bruch
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Fraoturen df.v Sesambeine.
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eines Sesambeincs in fünf Stücke entstellen; der sandigo Strand von Portobello soll nach ilnn in dieser Hinsicht bertlchtigt sein. Truns-versale Fracturen beobachteten Williams und Leisei'ing. Da die Fraotur gleichsan] eine Zerreissung der Knochen dureb den Ziilt;i,' des oberen und unteren (ileiclibeinbandes darstellt, so erscheint das hlluflge Vorkommen dieser Bruchrichtung natürlich. Rutherford fand bei einem Pferde, das nach wenigen Galoppsprüngen sehr lahm geworden war, die Sesambeine aller vier Füsse quer gebrochen. Mir sind mehr­mals Fracturen der Sesambeine begegnet, weit he mit Zerreissung ihrer Aut'liängebiinder verbunden waren. Bei Rennpferden beobachtet man theilweise Zerreissung der oberen Aufhängebänder mit Abtrennung kleinerer oder grüsserer Stücke der Sesambeine.
]iei einem Arbeitspferde, welches einige Zeit wegen Lahmheit im Stalle gestanden hatte, stellte ich einen Bruch beider Sesarabeine mit par­tieller Zerreissung des oberen wie auch des unteren Aufhängebandes lest. Einen ähnlichen Fall beschrieb Schön eck von einem russischen Traber-pferde. Ein anderes Lastpferd, das wegen eines Sehnenleidens längere Zeit Kuho gehabt hatte, brach bei der ersten Arbeit, auf der Strasse plötzlich zusammen und war nicht zum Aufstehen zu bringen, die Section, welche von nur vorgenommen wurde, ergab einen horizontalen Bruch der Sesambeine auf beiden Vorderfüssen; an den Hinterfüssen waren die Ilul'beinbeugesehnen von ihrer Insertion von den Hufbeinen abgerissen.
Es scheint, als ob durch andauerndes Stehen im Stalle die Festig­keit in Knochen und Sehnen abgeschwächt würde (S. 058); denn die Behauptung, dass übermüthiges Springen ausschliesslioh die Veranlas­sung abgegeben habe, muss ich nach den mitgetheilten Beobachtungen be­zweifeln.
Die Erscheinungen dieser Fracturen sind meist auffalliger Art. Hei horizontalen Brüchen weichen die Fragmente aus einander und
das Fessolgelenk senkt sieb zur Erde,
ua es aurc
i die Aufhäncebän
nicht mehr fixirt wird. Von Zerreissungen der Hufhein- bez. Kronen-beinbeugesehne unterscheidet sich das Leiden durch die regelmässige Stellung des ilules, welcher bei der Zerreissung dieser Sehnen die Zehe in die Höhe richtet, so dass dieselbe event, den Boden nicht mehr berührt. Dagegen rufen Zerreissungen des Fesselbeinbeugers dieselbe Abweichung in der Stellung hervor, lassen sich jedoch durch Palpation nachweisen. Es besteht, gleichzeitig hochgradige Lahmheit und Schmerz beim Drink auf die fracturirten Knochen. Zuweilen lässt sich auch schwache Crepitation nachweisen. Bei ganz frischen Brüchen kann zuweilen eine Lücke in dem Knochen gefühlt werden.
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714nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kmnklunten der Yordergliedtnasssn.
Die Beurtheiluag i'iillt sehr ungünstig aus. Ä-bgeselion davon, dass eine Reposition und Retention kaum möglich ist, tritt noch das Bedenken hinzu, dass die scharfen Kanten der Knociienstilcke nicht nur die hintere Gelonkfläche des Metacarpus, sondern auch die Beuge-selineii in Gefahr bringen; die letzteren zerfasern an den Rauhigkeiten der Bruchstücke; auch stösst die Callusbildung auf Schwierigkeiten (vergl. Alljf. Chii'urgie S. 356).
Ein Rennpferd, welches von mir wegen eines solchen Bruches mehrere Monate vergeblich behandelt Mar, wurde später getödtet, wobei sich /.einte, dass eine Vereiniffunff der Bruchstücke nicht ein-getreten war; wohl aber bestanden die oben angegebenen bedenk­lichen Folgen. Field will einen Längsbruch beider Sesambeine gesehen haben, welcher in Heilung überging. Von der mit dem Bruch verbundenen Schmerzhaftigkeit hängt es vornehmlich ab, ob sich später eine abnorme Volarflexion (Stelzfussbildung) oder eine übermässige Dorsalflexion (abnormes Durchtreten) einstellt. Die erstere tritt bei grossen Schmerzen und dauerndem Nichtbelasten des Fusses ein, während da. wo diese fehlen und der Fuss während des lleilungs-processes belastet wird, eine excessive Dorsalflexion eintritt. Sehr selten kommt es zur regelmässigen Fesselstellung und Wiederher­stellung der Arheitsfähigkeit. Daher lohnt sich die Behandlung meist nur bei werthvollen Zuchtpferden.
Behandlung. Soll ein Heilversuch angestellt werden, so muss das Pesselgelenk durch einen Gipsverband in massiger Volarflexion lixirl oder wenigstens eine starke Binde um dasselbe gelegt, werden: dabei gehe man dem Pferde vollständige Ruhe. Bei leichten Pferden mit kräftigem Hucken, welche sich leicht hinlegen und aufstehen, empfiehlt sich ein recht weiches Lager; anderenfalls muss der Patient
in eine
n Hänff
n n
uri gebracht werden
7. Die Gleiclibelnlilhmo.
Lit,: Brauell, Gurlt u. Hertwig, 11. S. 36 u. 52. Mascher, das. 21. S. 800, Günther, Beurtheilungslehro. S. 419, Sohrader, Qurlt u, Hertwig. 26, S. 184. James. The Vet. joum, 22, S. 154. Siedamgrot/.liy, Dresd. lier. 1876. S. 44. Born u, Moller. Pferdekrunde. Lovens, B. T. W. 1892. S. 109.
Bei den Einhufern unterliegt sowohl die vordere, mit dem
Schienbeine articulirende Gelenkfläche der Sesambeine, wie auch ihre
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(ilficliheinliiliim,'.
15
hintore Fliiclie, an welchov die Beugesehnen auf- und iiiodergloiten, jicuk'ii und chronischen Entzündungen. Brauell hat 1845 auf die letzteren zuerst aufmerksam gemacht und nachgewiesen, dass es sicli hierbei um dieselben Krankheitsprocesse handelt, wie bei dor chroni­schen Fussrollenentzündung. 10 Jahre später beschrieb der hannover­sche Regiments-Pferdearzt Mascher dieses Lei­den, für welches Q-ünther den Namen Gleich-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; *'*quot;#9632; 1---
beinlähme einführte. Schrader lieferte so­dann genauere pathologisch-anatomische Befunde dieses Zustandes.
Acut entzündliche Processo treten au der hinteren Gleitfläche der Sesambeine zuweilen secundär und zwar in Folge acuter Tendovagi-nitis am Beugeapparate auf.
Ja in es will bei einem Lastpferde in (?) den Sesambeinen einen fast wallnussgrossen (?) Abscess gefunden haben, welcher durch eine Verletzung be­dingt und mit acuter Entzündung dor Sehnenscheide verbunden war. Wahrscheinlich lag eine eiterige Tendovaginitis vor. Bei zwei von mir an Brand­mauke behandelten Pferden trat eine eiterige Er­krankung dor Sehnenscheide der Zehenbeuger mit Zerreissung der Beugesehne ein. Die Section ergab Nekroso der Selino sowohl an der hinteren Fläche der Sesambeine als auch auf dem Strahlbein. Der Process war im Verlauf dos Hufbeinbeugers nach unten fortgeschritten und hatte zugleich die Strahl­beinbursa erfasst. Diese acuten Entzündungen sind in klinischer Beziehung von woniger Bedeutung als die chronischen Processe, welche im Wesen mit der chronischen Hufgelenklahmheit identisch sind, also eine Arthritis chronica darstellen, die bald mit. bald ohno gleichzeitige Erkrankung der über dorn
Fesselgelenke gelegenen Sehnenscheide der Zehen­beuger auftritt.
Huf- and Kronenbeinlmige-solmo bei äev Gloleliboin-lähme; der Öufbeinbeugor ziiKl sieh da, wo er den äcaambelnon nnlioKf, zer­fasert fnaoli Brauell),
Pathologische Anatomie. An der einen odei anderen Gleitflftche der Sesambeine finden sit'h die­
jenigen Veränderungen, welche die Arthritis chro­nica cbaraktorisiren: üsuration des Knorpels und Wucherungen an den Rändern desselben. Bildet die vordere Fläche den Sitz des Leidens, so •zeigt diese wie auch die hintere Gelenkrolle des Schienbeines Sohliffflächen und usurirte Stellen. Leidet die hintere Fläche dor Sesambeine, so lindet man die Beugesehnen zerfasert (Fig. 12'J), unter Umständen vollständig #9632;zerrissen; Brauell konnte in einzelnen Fällen Verwachsung der Beuge-sehnen mit den Sesambeinen beobachten. Die Soitonahschuitte der Knochen zeigen ostoophytisebe Auflagerungen. Die Sehnenscheide sowie der Band­apparat der Sesambeine ist ebenfalls vordickt; zuweilen werden vollständig
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71tinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Vordergliedmassen.
losgelöste Knoohenstüoke in derselben augetroffen ((gt;ox). Audi in dem von Lovens mitgetheilten Falle hatte vrahrscheinliob eine Fractnr der Sesam*
beino liestanden.
In der Regel werden beide Sesambeino von dem Leiden belaquo;
troffen; II usclior fand indeSS iincli nur das eine oder andere der­selben mit der zugehörigen (üeitliäelio des Schienbeines krank.
Ursachen. Alle Momente, welche eine heftige Dehnung im Beugeapparate und eine Verstärkung der Druckwirkung seitens der Beugesehne auf die Sesamheine herbeiftlhren, können Ursache dieses Leidens werden. Branell sowohl wie Mascher klagen daher in erster Linie lange und weiche Fessel als priulisponirende Einflüsse im. Bei dieser Bildung ist nüinlich nicht, allein die Sehnenbelastung und ihre Anspannung gesteigert, sondern es muss auch bei dem stärker gewinkelten Verlauf derselben an den Sesambeinen die Druckwirkung auf diese grosser werden (vergl. S. 725). Hieraus erklärt sich zugleich die Beobachtung Maschers, dass bei zehenenger Stellung das laterale, bei zehenweiter Stellung das mediale Sesambein häufig allein erkrankt. Diese Abweichungen in der Stellung der öliedniassen müssen noth-wendig eine ungleiche Druckwirkung auf die Sesambeine nach sich ziehen.
Kin schwerer Körper und schmale Fesselgelenke begünstigen gleichfalls das Leiden, welches am häufigsten bei IJeit- und schweren Wagenpferden und zwar ausschliesslich an den VorderfUssen beob­achtet wurde.
Als ilussere Ursachen wirken heftiges Pariren auf der Vor­hand, Springen, namentlich ilochspriinge. Wahrscheinlich linden bei solchen Gelegenheiten oft partielle Zerrcissiingen der Beugesehnen statt, wodurch das Leiden eingeleitet wird: Siedamgrotzky theilt eine derartige Beobachtung mit. In solchen Füllen kann das Leiden ausnahmsweise mit einer acuten Entzündung einsetzen, während die Entwickelnng in der Hegel langsam erfolgt, wobei die Sehnenscheide der Benger über dem Fesselgelenke oft mitleidet.
Der Verlauf gestaltet sich chronisch; nur selten geht die Ent­zündung der Sehne in Zertheilung über, meist besteht das Leiden Jahr und Tag, wenn die Thiere nicht früher getödtet werden. Nach stärkeren Anstrengungen tritt Verschlimmerung, nach längerer Ruhe scheinbare Besserung mit Abnahme der Lahmheit ein. Vollständige Heilung erscheint bei vorgeschrittener Elrkrankuna aussceschlossen.
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Gk'iulibiiiiliiluno.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 717
Erscheinungen. Bei chronisoiien Erkrankungen lenkt Lahm­heit zuerst die Aufmerksamkeit auf den Zustand und oharakterisirt
sicli wie Lei allen schmerzhaften Leiden des Beugeapparatos als Sttitz-beinlahmheit mit Volarflexion der Phalangen und vorstän­diger Stellung der Gliedmasse; die Volarflexion zeigt sich hier in hohem Grade. Im Anfange der Bewegung pflegen die Bewegungs­störungen deutlicher hervorzutreten, können aber während derselben sogar ganz verschwinden; längere Ruhe vermindert, stärkere An­strengung vermehrt dieselben ; auf unebenem und festem Boden tritt die Lahmheit stärker hervor als auf weichem? manchmal ist dieselbe so gering, dass sie nur bei genauer Beobachtung im Trabe festgestellt werden kann; oft zeigt sie sich schon im Schritt.
Eei der Palpation lassen sieh an der hinteren Fläche des Fessel­gelenkes Schmerzen nachweisen. Hier stellt sich nach einiger Zeit auch eine knochenharte Anschwellung ein, deren Ausdehnung der Lage der Sesambeine entspricht. Leidet die vordere (udenktläche der Sesambeine, so erscheint die Anschwellung in der Mähe des Schienbeins, also mehr zur Seite des Metacarpus, bei Erkrankung der hinteren Fläche mehr nach hinten, an der Volarlläehe des Fessel­gelenkes. Später, oft erst nach Jahr und Tag (Mascher), entwickelt sieh auch in den Beugesehnen und zwar in der Höhe der Sesambeine eine Anschwellung. Wie bereits erwähnt, kann hierdurch das Leiden auch eingeleitet werden. Wo die Krankheit acut einsetzt, wird wohl vermehrte Wärme beobachtet, welche bei chronischem Verlaufe fehlt. In den späteren Stadien des Leidens bildet sich in Folge Sehnen­verkürzung Stelzfuss aus. In einem solchen Falle fand Brauell Verwachsung der Sesambeine mit dem Metacarpus; durch starke Volarflexion waren die Sesambeine, über die Gelenkfläche des Röhren­beines hinaus nach oben verschoben und hier verwachsen. Mir sind mehrfach Patienten vorgekommen, bei denen sich an dem aufgehobenen Fusse die freie Bewegung im Fesselgelenke deutlich eingeschränkt zeigte. Crepitationsgeräusch lässt sich nur selten nachweisen.
Die Diagnose bietet hiernach in der Regel keine Schwierig­keiten; oft genügt schon die Berücksichtigung der eigenthünilichen Lahmheit, wenn gleichzeitig andere Krankheitsprocesse im Beuge­apparat, wenn namentlich die chronische llufgelenklahmheit aus­geschlossen werden kann. Weniger entscheidend ist die Anschwellung, welche nämlich in ganz ähnlicher Weise auch ohne dieses Leiden angetroffen wird. An den Sesambeinen, iiamentlich den seitlichen
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718nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten tier Vordergliedmassen.
Abschnitten derselben kommen zuweilen ohronische Verdickungen (Knochenauftreibungen) ohne jede Spur von Lahmheit vor und machen durch ihr gleichmftssiges Auftreten an beiden Fassen oft den Eindruck, als ob es sich um abnorme Entwickelungsvorgtlnge handele. Bei der Beurtheilung von Pferden dürfte jedoch auch hier Vorsicht geboten sein; man prüfe sorgfältig sowohl die Beugesehnen wie auch die Beweglichkeit des Fesselgelenkes.
Behandlung. So lange acut entzündliche Erschemungen be­stehen, und besonders da, wo die Beugesehnen frische Anschwellungen nachweisen hissen, gebe man dem Thiere Ruhe mid suche das Fessel­gelenk durch eine fest angelegte Cirkelbinde nach Möghchkeit zu im-mobilisiren. Hiermil werden vortheilhaft Priessnitz'sche Einwicke-lungen. bei grössereu Schmerzen kalte Umschläge oder Irrigationen verhunden. Mascher will mit der Anwendung von Scharfsalben und des Glüheiseus einige Male günstigen Erfolg gesehen haben; doch war eine 0—Swöchentiiche Ruhe erforderlich. Bei älteren Leiden darf von dieser Behandlung kaum ein Erfolg erwartet werden, liier bleibt in der Regel nur dio Neurectomie zur Beseitigung der Lahm­heit Übrig, die mit Rücksicht auf den Sitz des Leidens am N. rae-dianus gi'össere Aussicht auf Ei'folg gewährt, als an den resselnerven.
S. Brttche des Strahlbeiiies.
Lit.: riilieh, Dioscl. Her. 1872. S. 325. Sohraml, Oesterr. Vierteljalussclir. 1888. Humbert, Her. de med. v6t 1885, Bodenmüller, Ad. Woch. 1891.
Am Strahlbein kommen nur selten Fracturen vor, doch beob­achtet man solche bei Pferden sowohl durch plötzliches Pariren und ähnliche, mit heftiger Anspannung und Druckwirkung der Hufbein­beugesehne auf das Slrahlhein verbundene Bewegungen, üblich fand dasselbe hierbei in drei Stücke gebrochen. Durch chronisch-entzündliche Erkrankung, z. B. bei der chronischen Hufgelenklahm­heit wird die Widerstandsfähigkeif des Strahlbeiiies geschwächt und ein Bruch desselben begünstigt, namentlich wenn die Neurotomie aus­geführt war. Da hierbei ohne Rücksicht auf den Knmkheitszustand am Strahlbein ein festes Auftreten stattfindet, so kommen leicht Con-tinuitätstrennungen in dem Knochen zu Stande, welche nicht selten mit Zerreissung des Hufbeinbeugers complicirfc sind. Auch kann das Strahlbein heim Nageltritt fracturirt werden, wie ich wiederholt be­obachtete, auch Bodenmüller beschrieben hat. Bei Phlegmone des
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Brüche iles Strablbeinoi
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Strahlpolsters greift die eiterige Erkrankung nicht selten auf Huf* beinbougesehne und Strablbein Über, und wenn niclit bald eine ent­sprechende Behandlung eintritt, so konunt es nicht nur zu Nekrose der Sehne, sondern auch des Strahlheines. Ich habe wiederholt bei diesbezüglichen Operationen solche Zerstörungen angetroffen. Schraml beobachtete Bruch des Strahlheines in Verbindung mit Zerreissung der Hufbeinbeugesehne, bezw, Ahreissen derselben vom Hufbein und nimmt an, dass die Fractur nach der Sehnenzerreissung durch heftige Belastung' des Strahlheines seitens des Kronenheiues entstanden sei. Wahi'scheinlich hatte umgekehrt die Fractur /.ur Zerreissung der Sehne geführt.
Die Diagnose muss sieh in erster Linie auf die charakteristische Lahmheit stützen, wie sie allerdings auch bei acut entzündlichen Pro-Cessen an der Strahlbeingleitfläche beobachtet wird. Der Fuss wird nllmlicb dauernd zu entlasten gesucht und wenn derselbe vorüber­gehend die Last aufzunehmen gezwungen wird, so findet das Stützen mit excessiver Volarflexion der Zehengelenke statt; die Zehen­wand des Hufes wird hierbei schräg nach hinten und unten gerichtet. [}ci dem Versuche, an dem aufgehobenen Fusse durch Druck auf die Zehe Dorsalflexion auszuführen, äussert das Thier lebhafte Schmerzen. Hierzu gesellt sieh später eine entzündliche Anschwellung in der Ballengrube.
Das plötzliche Auftreten der Lahmheit und das Fehlen der An­schwellung in der Ballengruhe wenigstens im Anfange des Leidens unter­scheidet diese Fractur von den acuten Erkrankungen der Strahlbeinbursa.
Die Beurtheilung gestaltet sieb ungünstig, besonders bei Frae-turen, die durch Nageltritt veranlasst sind, weil es sieh hier um einen complicirten Bruch handelt. Auf jeden Fall kommt die Hufbeinbeuge­sehne in die Gefahr, von den scharfen Kanten der Bruchstücke oder dem Callus verletzt ZU werden und später zu zerreissen, oder doch eine chronische Lahmheit hervorzurufen. In Le/.ug auf Wiederher­stellung der Arbeitsfähigkeit ist daher die Prognose geradezu als schlecht zu bezeichnen.
Behandlung. Ein Heilversuch empfiehlt sich nur bei werth-
vollen, event, zur Zucht brauchbaren Pferden: Ruhe bildet hierbei die Hauptsache, sofern der Bruch subeutan ist. Bei durch Nageltritt complicirter Fractur kann unter Umständen die Resection der Huf-
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720nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten dor Vorderg1iedmassenlt;
beinbeugesehne versucht worden. Humbert will bei solchem Bruch das Sfcvablbein vollständig reseoirt und so Heilung erzielt haben. Nach der Operation wurde der Fuss einen Monat lan^ Tag und Nacht, irngirfc. Nach 21/2 Monat war auch im Trabe keine Lahmheit
mehr vorhanden. Meine Versuche nacli dieser Richtung liahen bisher kein so günstiges Kesultat ergeben, und ich hege vorläufig einige Bedenken gegen die Möglichkeit einer Strahlbeinresection mit Wieder­herstellung der Arbeitsfähigkeit des Thieres.
t). Die Strahlboinlahmlioit. Bursltis padotroehlearis. Chronische
Fassrollenentzttudung. Podotrochilitls (IJraucll). Chronische
HufgelenklahmheK oder hintere HnfgelenkentzUndang.
Lit.! Gibson, Treat, on the disease of horse. 1751. Bridges, No foot no horse. 175-;. Ooleraann, Observations. 1802. Girard, Rec. de mid. vet. 1824. Turner, The Voteiinarian. 18'J!). Sticker, Qurlt u. Hertwig. 2. 8.134. Hausmann, UeborEntzündung. ]8;!7. Benner, Abhandlungen. Braueil, Qurlt ii. Hertwig. 11. S, 1. Gerke, das. 11. S. 213. Mat/., das. 18. S. 264. Per ci vail. Lameness in horse. 1X41). Rains ford. The Veteri­narian. 1852. Hollo way, das. 1858. Anonymus, das, 1859. Schrader, Gurll u. Hertwig. 20. S. 1 u, 129. Polers, Berl, Arch. 9. S. 65 u. 293. Leisering u. Lungwitz, Huf d. Pferdes. 1886. Fambach, Deutsche Zeitschr, für Thiermed. 1887. Smith, The Vet. journ. 1880.
In dor zweiton Uiill'te des vorigen Jahrhunderts wurde man zuerst In England auf eine Krankheit aufmerksam, die in der Vollblutzuoht eine bedenkliche Verbreitung gefunden hatte. Anfangs hielt man dieselbe für ein Leiden dos Hufgelenkes odor verwechselte sie vielfältig mit Zwanghuf. Ob dus von Bridges und Gibson als „Grain of the coffin jointquot; be-achriebene Leiden mit dem in Kode stehenden identisch war, muss zweifel­haft bleiben. Dagegen lässt sieh den Mittheilungen Moorkrofts entnehmen, dass er die Krankheit bereits beobachtet, wenn auch nicht direct erkannt hatte. In einem Briefe (18(14) warnt Moorkroft vor der Verwechselung des einfachen Zwanghufes mit der .coffin Joint lamenessquot; (Hufgelenk­lahmheit); der Zwanghuf wurde als „Contractionquot; bezeichnet und be­hauptet, er trete nur accidentell bei jenem Leiden auf. Genauer erkannton und beschrieben Co lern an und Turner diese Krankheit und zwar zu­nächst unter dem Xamon ,coffin joint lamenessquot;, später als navicular disease oder navicular lameness: hiernach ist auch das französische „maladie naviculairequot; gebildet.
In Deutschland wurde die Krankheit ebenfalls zuerst Hufgelenk­lahmheit genannt. Renner suchte den Sitz dos Leidens dadurch genauer zu bezeichnen, dass er eine vordere und eine hintere Hulgelenklahmhoit trennte und nur die letztere für das in Rede stehende Leiden anwendete. Sticker schlug die Bezeichnung l'odarth rocaco vor. Mit Arthrocace bezeichnete man damals verschiedene, chronisch verlaufende Gelenkkrank­heiten. Eingehend beschrieben wurde die Krankheit zuerst von Brauell;
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Strablbeinlahmheit,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;721
or nannte sie FussrollenentzUndung (Podotrochilitis). Dioso sowio die Bezeiobnang raquo;Strahlbeinlahmheif, dürften sich am meisten em­pfehlen, weil sie wenigstens den Sitz des Leidens genauer angeben: nämlich die Bursa tendlnea, welche von der Hufbeinbeugesehne kurz vor ihrer Insertion an die untere Flüche des Strahlbeines gebildet wird (Bursa podotroohlearis, Ei ebb au m).
Anatomie. Dicht vor ihrer unteren Insertion breitet sich die Helme des Hufbeinbeugers aus und liegt an der unteren Flüche des Strahlbeines, auf welcher sie, von einer Scheide umgeben, bei dor Bewegung des Fusses auf und nieder gleitet. Dieser Apparat, der genau genommen eine Sehnen­scheide darstellt, ist neuten wie chronischen Entzündungen unterworfen. Die acuten Processe knüpfen sich meist an Hufleiden, namentlich an Nagel­tritte und Steingallen, indem entweder heim Nageltritt direct eine Ver­wundung des Apparates erfolgt, oder durch Fortsetzung acut entzündlicher Processe mis dem Strahlpolster ein Einbruch derselben in die Bursa podo­troohlearis stattfindet. Diese acuten Zustünde sind bei den Hufkrankheiten besprochen worden.
Die chronisch entzündlichen Processe in der Bursa podotroohlearis werden unter dem oben bezeichneten Namen zusammengefasst. Fs liegt auf der Hand, dass auch diese sehr verschiedenen Ursprungs sein und mancherlei Abweichungen bezüglich ihrer In- und Extensität zeigen können, doch lassen sich diese Verschiedenheiten klinisch nicht genau trennen, so dass dieser Sammelname gerechtfertigt erscheint, der also die aseptischen und namentlich chronisch verlaufenden Entzündungsprocesse an dieser Stelle nmfasst.
Pathogenese und Aetiologie. An dem Krankheitsprocesse be-tliciligen sich: 1. das Strahlbein, 2. die Hufbeinbeugesehne und :gt;. die Bursa podotrochlearis. üeber den Ausgangspunkt der Er­krankung sind die Ansichten getheiit. Nach Turner soll es die Ab­theilung der Bursa sein, welche die Sehne bekleidet. Fambach liisst den Process aus iasciculäreu Zerreissungen der Seime hervorgehen. Nach Schrader u. a. ist die (ileitlläche des Strahlbeines Sitz des Pritnilrleidens. Schon Brauell hat indess betont, dass bald der eine, bald der ändert1 Abschnitt zuerst erkrankt. Der Umstand, dass die Eufbeinbeugesehne regelmässig verändert angetroffen wird, beweist noch nicht, dass von ihr aus der Vorgang eingeleitet wurde, denn sobald die Oberfläche des Strahlbeiues erhebliche Veränderungen er­fahren hat, kommt auch diese Sehne in Gefahr. Den regelmüssigen Ausgangspunkt scheint die Gleitfläche des Strahlbeiues zu bilden; dafür spricht sowohl der Verlauf wie auch der Charakter des Pro­cesses. Hier linden sich, und /.war meist in der Nähe der medialen Erhöhung, hirsekorngrosse Stellen, an denen der Knorpel verfärbt er­scheint, Smith hält die Veränderungen für kalkige Ablagerungen, doch ergiebt die mikroskopische Untersuchung, dass es sich um jene Möller, Speololle Oblrurgle für Thiorftrzte. 3, Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;46
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722nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kranklioiton der VimlergliedmassL'ii.
Zustände am Knorpel handelt, welche die Arthritis chronioa deformans charakterisiren! Wucherung der Knorpelzellen mit Zerfaserung der lutercellulai'substanz j der so veränderte Knorpel hat seine Festigkeit verloren und zerfällt (usurirt) (Fig. I-'#9632;gt;).
Sohalil dieser Zerstörungsprocess bis auf die Tela ossea reicht, kommt es zur öranulationsbildung, wodurch sowohl die benachbarten Knorpelmassen wie auch der Knochen seihst zerstört werden; in letzterem entwickelt sieh eine careficirendo Ostitis. Die normal gelb-weiss gefiirbte Tela ossea nimmt unter fortschreitender Wucherung des Markgewebes eine rothe Farbe an und schwindet mehr und mehr. Das Strahlbein kann hierdurch so weit geschwächt werden, dass der Rest durch die Druckwirkung der Sehne fracturirt iSmidi). In ein­zelnen Füllen will Smith die krankhafte Veränderung an der Tela ossea früher gesehen haben als am Knorpel, und wo beide Fttsse leiden, sollen dieselben mit grosser Gleichmässigkeit an beiden Strahl-
Piff. 12:!.
sirahibeiu bei der ehronisclien llafgelenklalirohoit oiacli Brauell),
beiuen auftreten, An den Rändern des Strahlbeines, namentlich am olieren. da wo die Bursa von der Sehne auf den Knoelien Übertritt, lassen sich in der Regel jene der Arthritis deformans eigenthtlmlichen, wie aufgegossen erscheinenden Osteophyten nachweisen, während die Bänder des Strahlbeines verdicken und zuweilen verknöchern (Günther). An diesen Veränderungen nimmt die obere, zur Bildung des Huf­gelenkes beitragende Fläche des Strahlbeines niemals Antheil.
Leitet eine Bursitis den Vorgang ein, so wird an der Bursa eine mehr oder weniger ausgesprochene Enjectionsröthe beobachtet, die muh Williams häutig auftritt: die Bursa scheint verdickt und an ihrer Oberfläche rauh. Dass diese Erkrankung nicht ohne Einfluss auf die Sehne, wie auch auf laquo;las Strahlbein bleibt, liegt auf der Hand.
Endlich kann die Fussrolleneiit/.iindung auch von der Hufbein-beugesehne ausgehen; nach Fambach soll dies sogar Regel sein; durch gewaltsame Dehnungen sollen Zerreissungen von Sehnenfascikeln entstehen, und damit wird der Process eingeleitet werden. Der Ver-
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Stnihllii'inlaliiiilii.'il.
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lauf des Leidens, niunentllcli die regelraSssig langsame Entwickelung desselben, spricht jedoch nicht für diese Annahme, Thatsache ist allerdings, dass mit seltenen Ausnahmen die Seime bei diesen Leiden stets verändert angetroffen wird; Smith will sie in 990/lt;) krank be­funden haben. An dein Abschnitte derselben, welcher sicli gegen das Strahlbein legt, linden sich zunftchst braungefUrbte Stellen. Hier hal die Oberfläche der Seime ihren Glanz verloren; bald darauf treten Continuitätstrennungen in derselben ein. Einzelne Fasern erscheinen an der Oberfläche der Sehne zerrissen (Pig, 124); diese lösen sich ab und rollen sich gewöhnlich nach oben auf. Bei der mikroskopischen Untersuchung der abgetrennten Fasern lässt sich fettige Degeneration in denselben nachweisen (Smith).
Nach längerem Bestehen des Lei­dens kann die Sehne soweit zer­
Ki-. 124.
fasern, dass sie schliesslich zer-reisst. Diese Veränderungen an der Sehne müssen jedoch zum grössten Theil als seeundäre aufge-l'asst werden. Sobald das Strahl­bein an seiner Oberfläche durch Usurirung des Knorpels rauh ge­worden, tritt in Folge der Bewe­gung /.wischen der rauhen Strahl-beinoberfläche und der Sehne an der letzteren dieselbe Schleifwir­
kung hervor, wie an den Gelenk-
ilächcn bei der Arthritis deformans.
Hufbelnbeugeselme lquot;'i dor olironisohen Hut-geleuklahmheit (nach Grancll).
Die Thatsache, dass gerade der Abschnitt der Sehne am meisten leidet, welcher dem Strahlbein auf­liegt, spricht für diese Entstehung; doch soll nicht geleugnet werden, dass sowohl die Granulationen am Strahlbein wie auch andere Ein­flüsse mit den Veränderungen der Sehne in Verbindung stehen können. Auch muss die Möglichkeit fascioulärer Zerreissungen als primärer Vorgang zugegeben werden; derselbe dürfte namentlich da vermuthet werden, wo die Krankheit plötzlich und mit stärkerer Lahmheit auf­getreten ist.
Unter günstigen Umständen, namentlich durch andauernde Ruhe, kommt es wohl zu einer Verwachsung der Bufbeinbeugesehne mit dem Strahlbein, indem die Granulationen des letzteren diese Verbindung herbeiführen; die so veränderten Sehnenabschnitte ossificiren später.
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I
Krankheiten lt;ler Vordergliedmassen.
Ursachen. Bei der Entstehung der Sfcrahlbeinlahmhoifc wirken dispositionelle Verhältnisse wesentlich mit, daher auch die Vererb-barkeit des Leidens und das Auftreten an mehreren Fassen zu gleicher Zeit oder bald naeli einander. Smith sucht in einer mangelhaften Entwickelung der Tela ossea des Strahlbeines eine Anlage zu dieser Krankheit. Theoretisch lUsst sieb gegen diese Annahme nichts einwenden, doch müssen weitere Untersuchungen erst feststellen, in wie weit solche Verschiedenheiten Ursache des Leidens werden können.
Thatsache ist dagegen, dass sich das Leiden fast ausschliesslioh bei warmblütigen Pferden und namentlich bei solchen mit engen, hohen Hufen einstellt: kaltblütige ergreift es dagegen nur ausnahms­weise und unter ganz besonderen Umständen, Auch leiden nur die Vorderfi'isse, und zwar meist nur einer, zuweilen aber beide.
Nur zwei Beobachtungen liegen in der Literatur vor, wonach die Krankheit auch an den iiiiiterfussen vorkommt. Diese von Rainsford und Pambach mitgetheilten Fälle sind durch die Section hestätigt, so dass es keinem Zweifel unterliegt, dass ein chronischer Entzündungsprocess an der Gleitfläohe des Strahlbeines sowie an der Sehne des langen Zehen­beugers bestanden hatte; über die Entstehung desselben liegen Jedoch keine näheren Mittheilungen vor. Pambach sah das Pferd in Folge dieses Leidens gt;ji Jahr lahmen: es suchte das Belastungsmoment möglichst abzukürzen und sowohl beim Gehen als auch in der Enhe mit dem Schenkel in Beuge­stellung zu verharren.
Die Mehrbelastung' der Vorderfüsse, sowie die gewaltigen Deh­nungen, welche die Beugesehnen in .schnellen Gangarten, besonders auf hartem Boden und unter dem Reiter auszuhalten haben, geben ausreichende Gelegenheit zu Erkrankungen in dem Beugeapparate der Vorderschenkel, und dazu gehört auch die Bursa podotrochlearis. Bei jeder stärkeren Belastung des Schenkels wird das Strahlbein zwischen dem Kroneubein einerseits und der iiufbeiiiheugesehue andererseits einer heftigen Druckwirkung ausgesetzt. Auch sind Quetschungen dieses Apparates von unten beim Gehen auf unebenem Boden nicht ausgeschlossen, obgleich diese wohl viel seltener die Ursache der Krankheit abgeben wie die gewaltsame Belastung von oben. Unter welchen Umständen letztere besonders gefährlich wird, bedarf noch mancher Aufklärung; gerade in diesem Punkte bestehen Meinungs­verschiedenheiten, die jedoch zum Theil aus der Verwechselung von Ursache und Wirkung hervorgegangen sind. Auch kommen wohl bei keiner Krankheit so viel Fehler der Diagnose vor wie hei der Strahl­beinlahmheit.
Nach Ansicht der englischen Autoron soll der kleine, enge Huf
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Stralillioinlahmheit.
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deshalb oft in ilus Loiden verfallen, weil laquo;lie stark gewölbte Soble
gegen das Strulilbeiii driiclie. Dieser Aiiiiiilnne liegt offenbar eine Verwechselung mit dem Sohlenzwanghuf zu Grunde, worauf schon Brauell auftuerksam machte.
Williams glaubt in der steilen Fessellage ein prädisponirondes Moment erblicken zu müssen, eine Ansicht, die insofern zutrifft, als die Fessellage im Vergleich zur Huflage berUcksichtigl wird.
Peters und Pambach haben zuerst den Einfluss dieser Ab­normität auf die Entstehung der Krankheit in vortrefflicher Weise klargelegt. Sobald die Trachten der Hure übenniissig beschnitten werden, und die Lage der Fessel (Fussachse) steiler wird als der Huf (Hufachse), muss nothwendig bei jeder Belastung eine tlber-mässige Anspannung der liufbeinbeiigesehne eintreten. Der hierdurch auf das Strahlbein ausgeübte Drück wird noch dadurch erhöht, dass die Beugesehne in Folge der schrägen Hufinge auf dem Strahlbein einen kleineren Bogen beschreibt (Fambach).
Aus diesem Grunde kann auch die zu lange Hufzehe eine Ver­anlassung sowohl zur Entstehung dieses Leidens, wie der entzünd­lichen Erkrankungen in den Beugesehnen abgeben. Die steile Fessel­lage übt also nicht als solche, sondern nur in Verbindung mit einer fehlerhaften Beschneidung des Knies den nachtheiligen Einfluss aus. Die Ansicht Williams, dass die mangelhafte Brechung des Stosses hierbei den wirksamen Factor abgebe, kann um so weniger als zu­treffend anerkannt werden, als hierdurch gerade der sehnige Theil des Trageapparates geschont wird. Endlich darf nicht aussei- Acht ge­lassen werden, dass die steile Fesselstellung oft nicht Ursache, son­dern eine Folge des Leidens bildet.
Thatsache ist ferner, dass Pferde mit rückständiger Stellung häutiger an Fussrollenentzündung erkranken. Peters hat bereits diesen Zusammenhang mit der grösseren Belastung der Beugesehnen und dem schärfer gewinkelten Verlauf des Hufbeinbeugers auf dem Strahlbein wissenschaftlich erklärt und darauf aufmerksam gemacht, dass die bei der Belastung des Schenkels stattfindende Senkung des llnfbeines die Zugwirkung auf die Sehne und den Druck derselben auf das Strahlbein erhöht.
Aus der mit langen Fesseln verbundenen Mehrbelastung der Beugesehnen erklärt sich das häufige Vorkommen der Krankheit bei diesem Bau. Dagegen wirkt die schräge Fessellage bei weitem nicht so nachtheilig, weil hierbei die liufbeinbeiigesehne auf dem Strahlbein einen mehr geradlinigen Verlauf nimmt.
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Kranklicitcn der Vorderylii'ilmu-isi'ii.
Nach (iünlluT neigen zeheneng gestellte Füsse zu dem Leiden. Auf einer VTerwocliseluiig von Ursache und Wirkung bernlit die von Hertwig vertretene Ansicht, iluss hoho Trachtenwllnde die Entstehung der Fussrollenentzllndung begünstigen, doch nuis.s anerkannt werden, dnss die hiermit verbundene Entfernung des Strahles vom Boden eine stärkere Anspannung der Beugesehnen veranlassen kann. Dasselbe gilt von dem als Ursache des Leidens beschuldigten Zivanghuf (Hert­wig); dieser sielll sich im Verlaufe der Krankheit stets ein, doch gehl andererseits durch das Abrücken des Strahles vom Boden ein Stutzpunkt für die Körperlast verloren.
Ohne Zweifel kann eine plötzliche, mit partieller Zerreissung in der Hufbeinbeugesehne verbundene Ueberlastung dos Strahlbeins den Anstoss zur Entstehung des Leidens geben, wie Fambach als Regel annimmt; doch muss ich mich mein- noch der Ansicht Peters anschliessen, wonach vornehmlich dauernde, durch Älissverhültnisso in der Stellung- der (iliedniassen zur llui't'orm vcranlasste Insulte als Ur­sache in Betracht kommen. Dafür spricht namentlich die in der Regel langsame Entwickelung der Krankheit, Dass dieselbe vornehm­lich bei Reit- und Luxuspferden durch plötzliches Pariren, Springen, andauernde Bewegung im scharfen Trabe und Q-alopp begünstigt wird und gelegentlich seihst durch einen Fehltritt eingeleitet werden kann. lilsst sich nicht bezweifeln.
Von englischen Autoren (Turner, Goodwin) wurde auch länge­res Stehen im Stalle als ursächliches Moment angeklagt, in Folge Eintrocknung soll die Elasticitüt der Hufe leiden, und so die Krank­heit begünstigt werden. Wenn Smith glaubt, dass andauernde Be­lastung eines Fusses diese Krankheit erzeugen kann, so muss ich das bezweifeln; ofl sah ich Senkung des Hufbeins unter diesem Einfluss entstehen, aber noch nie die Strahlbeinlahmheit. Zum Theil mögen auch hier Fehler in der Diagnose und Verwechselung mit dem Sohlen-zwanghuf vorliegen; dafür spricht der von älteren englischen Autoren als günstig bezeichnete Verlauf des Leidens, wonach an 90 0/o geheilt werden sollen. Quetschungen von der Sohle und dem Strahl aus bilden nur selten Ursache der Hufgelenklahmheit.
Ausnahmsweise sieht man das Leiden auf metostatischem Wege nach der Influenza und dann auch wohl bei kaltblütigen und flach-huligen Pferden entstehen. Hierin findet möglicherweise auch die Beobachtung Brauells ihre Erklärung, wonach Pferde in dieses Leiden verfielen, welche wiederholt an Durchfall gelitten hatten. Vielleicht handelt es sich hierbei um secretorische Metastasen, um
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.Sinilillu'inlulmilicit.
tJ.t
cine .Ki'kraiikunjf der llursa in Folge Abscheidung raquo;le.s speciflsclxen Kraukheitserroffers iu dieselbe.
Erscheinungen und Verlauf. Zu den wichtigsten Symptomen gehören:
1. Lahmheit. Bei der in der Uegel [angsamen Entwickelung des pathologischen Processes wird der Anfang dvs Leidens meist über­sehen; erst mit dem Auftreten schmerzhafter Empfindungen und da­durch bedingter Lahmheit wird man auf dasselbe aufmerksam; sie beginnt allmählich und zeigt sieb zunilcbsl nur im Anfange der Be-\7egung, besonders auf hartem Boden, um während derselben oft ganz zu verschwinden. Leiden beide Küsse, so bietet die Erkennung der Lahmheit noch mehr Schwierigkeiten; zuweilen zeig! sich bloss ein stolpernder Gang (Smith). Der Sitz des Leidens erklärt ferner, class namentlich die Belastung des Hutes schmerzhaft ist (Stützbeinlahm­heit); schon im Stalle wird der kranke Fuss zu entlasten gesucht. Da ferner bei der Stellung der belasteten Schenkel nach rückwärts der Druck auf das erkrankte Strahlbein wie auch die Anspannung der Hui'beinbeugeselme am stärksten wird, so sucbl das Pferd besonders diese Phase der Belastung abzukürzen (Stützbeinlahmheit mit vor­ständiger Stellung), Zur Entlastung des Trageapparates nimmt der Fuss ferner Volartlexiou an (steile Fessel), zuweilen in dem Masse. dass die Trachtenwände kaum den linden berühren. Dabei wird der (hing steif und unsicher, die Thiere stolpern leicht. Bei Erkrankung heider Füsse werden diejenigen Momente der Bewegung abgekürzt, in denen die Last nur auf einem derselben ruht, daher erfolgt das Vorführen ties entlasteten fusses schnell und in steifer Haltung (ge­spannter Gang); Spooner vergleicht den Gang mit dem eines hölzernen Heines. Verlangsamung des Ganges. I'riihzeitiges Ermüden und Schwitzen ist die natürliche Folge der schmerzhaften Empfin­dungen.
Bald verschwinden diese Bewegungsstörungen schon nach weni­gen Schritten, oft halten dieselben lungere Zeit au; zuweilen bestehen sie dauernd und können selbst während der Bewegung des Thieres zunehmen. Es hängt dies offenbar von dem Sitze, der Art und Aus­breitung der Erkrankung ab. Nach grösseren Anstrengungen pflegt die Lahmheit stärker zu werden, nach längerer Ruhe tritt sie zuweilen auf kurze Zeit vollständig zurück, wodurch der Nachweis des Leidens erschwert und vielfach Heilung vorgetäuscht wird. Die Bewegungs­störungen lassen sich hiernach kurz dahin charakterisiren: Stütz-
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Krankheiten iler VordorffUedmassen.
beinlalxmheit mit Volarflexion der Phalangea und vorlaquo; s tiln (1 i lt;gt;•(gt; r Stell u ng, we lohe si c h v orneh m I idi i rn Au fauge der Bewegung kund giebt, nacli stär leer er Anstrengung deutlicher, durch andauernde Uulio abgeschwächt wird.
lilsst sich durch Druck aut' den Strahl nachweisen. Zu dem Zwecke legt man den einen Sdionkcl der Untcrsuchungszange auf die Mitte des Strahles, den anderen gegen die Zehenwand. Die von Hertwig für diese Untersuchung construirte Hufzange ist entbehrlich, dagegen empfiehlt sich, eine sehr dicke Sohle oder den starken Strahl vor Anwendung der Zange gehörig zu beschneiden. Zuweilen geben sich bereits auf Druck mit dem Finger in die Ballengrube Schmerzen zu erkennen (Hauhuer). Brauell empfiehlt in zweifelhaften Fällen ein geschlossenes Eisen aufzulegen, dessen Steg der Mitte des Strahles aufliegt; l'assl mau das Pferd mit solchem Eisen arbeiten, so ptlegt die Lahmheit zuzunehmen.
In einzelnen Fällen erzeugt forcu'te Dorsalflexion Schmerzen; an dem wie zum Beschlagen aufgehobenen Fasse lilsst man auf die Zehe des Hufes einen allmählichen aber kräftigen Druck in der Richtung nach unten ansähen, oder das Pferd so auftreten, dass die Hufzehe eine Erhabenheit des Hodens (z. .15. die Ohtersuchungszange) berührt, und in Folge dessen die Trachten bei der Belastung des Fusses ab-norni gesenkt, werden. Da beim Gehen auf unebenem Pilaster diese Huflage öfter vorkommt, so erklärt sich, dass die Lahmheit bei ein­zelnen Tritten besonders auffällig wird.
Verstärkte Pulsation und vermehrte Wärme fehlen in der Hegel. Schon Hausmann, Brauell und Haubner haben auf das Irrthümliche der Annahme englischer Autoren (Turner u. a.) hin­gewiesen, wonach verstärkte Pulsation zu den Symptomen dieses Leidens gehöre; Hausmann erklärt das Fehleu derselben geradezu als patho-gnoiuisch für die in Hede stehende Krankheit. Wie bereits erwähnt, wurden in England häutig andere Leiden, welche mit verstärkter Pulsation verbunden sind, z. B. Sohlenzwanghuf, mit der Fussrollen-entzündung verwechselt. Bei dem Fehlen acut entzündlicher Ver­änderungen kann die Abwesenheit vermehrter Wärme ebenso wenig auffallen wie das Fehlen verstärkter Pulsation.
Im weiteren Verlaufe des Leidens stellt sich Verkleinerung des Hufes mit Verengerung und Verlängerung seiner Trachtenwände ein. Diese Alländerungen in der Grosse und Form des Hufes veran-lassten Sticker zur Erfindunff seines Pedometers, eines Instrumen-
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Stralilboiiilalnnlii.'it.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;720
fces, das für die Diaguoso entbelii'lich ist, eventuell (lurch einen Zelien-winkelmesser leicht ersetzt werden kann.
In Fol^e der unvollständigen Belastung leidet mit dem Huf­mechanismus die Ernährung und somit auch die Hornproduction; der Hut' wird mit der Zeit atrophisch, in Folge dessen die Kronenwulst deutlicher hervortritt und geschwollen erscheint. Bei der steilen Fessellage muss der Hill' mit der Zeit eine mehr steile Stellung an­nehmen. Die hiermit verbundene Entlastung des Strahles bildet unter Mitwirkung des mangelnden Eufmechanisraus einen weiteren Qrund für die Verengerung der Trachten und die Atrophie des Strahles, d. h. für die Ausbildung des Zwangshufes, an dem die Hornsohle abnorm gewölbt erscheint.
Dass alle diese Pormabweichungen der mangelhaften und ver­änderten Belastung des Hufes ihre Mutstehung verdanken, ergiebt sieh aus der bereits von Williams und Brauell hervorgehobenen Tbat-sache, dass dieselben nach Beseitigung der Lahmheit z. B. durch Neurotomie allmählich wieder verschwinden.
So wichtig auch der Nachweis der Verkleinerung des Hufes ist. so kann dieses Symptom allein bei der Diagnose niemals entscheiden, da, wie bereits Schlicmann 1839 nachgewiesen hat, der linke Fuss oft schon physiologisch kleiner ist als der rechte.
Auch die Qualität des Hufhornes leidet unter dem l'rocesse; die Aussentläehe der llornwand erscheint häutig uneben, rauh und mit Hingen versehen; nicht selten wird das Horn brüchig.
In den späteren Stadien der Krankheit stellt sieh Schwund der Muskulatur des Schenkels ein, und zwar je nach dem Grade der Lahmheit früher oder später (Inactivitätsatrophie).
Die ersten Stadien der Krankheit verlaufen meist unbemerkt, bis die Lahmheit auf die (iegenwaii derselben aufmerksam macht; nur ausnahmsweise tritt diese plötzlich hervor. Nach längerer Kühe kann die Lahmheit wohl verschwinden, kehrt aber regelnlässig wieder, sobald grössere Anforderungen an das Pferd gestellt werden. So ver­gehen oft Wochen und Monate, bis man sich entschliesst, entweder das Pferd zu veräussern, oder die Neurotomie ausführen zu lassen. Heilung gehört zu den Ausnahmen, und die beobachteten Erfolge der Therapie beruhen meist auf Fehlern in der Diagnose oder auf Ver­wechselungen von Remissionen mit Heilungen. Das gilt namentlich von der Behauptung älterer englischer Autoreu, wonach 90—95 0/o geheilt wurden. Bracy (Mark-, ein tüchtiger Hufkenner, schätzt dagegen die Heilung 1 : llgt;. In der Natur des Kraukheitsprocesses
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[vrankheiten dor Voi'doraliedmassen.
lii'ii't es begründet, dass selten Seüung erzielt wird, und zwar am meisten noch in den Anfangsstadien, so lange die Erkrankung auf die Bursa der Beugeseline beschränkt geblieben ist. VerhältnissmUssig gUnstig erscheinl die Prognose da, wo durch plötzliches Einsetzen der Lahmheit die ^ermuthung vorliegt, laquo;lass die Entzündung auf die Sehne und Bursa beschränkt geblieben, die Öelenkfläche des Strahl­beines noch nichtquot;, verändert ist. Sobald aber Veränderungen am Hufe oder Muskelatrophie auf eine längere Dauer der Krankheit hinweisen, erscheint jede Aussicht auf Heilung ausgeschlossen, Ausnahmsweise wird aber auch in späteren Stadien des Leidens noch Heilung bezw. Be­seitigung der Lahmheit beobachtet und /.war durch Verwachsung der Hufheiubeugeselme mit dem Strahlbein, Gerke konnte diese Ver­wachsung - Jahre nach dem Verschwinden der Lahmheit durch die Section feststellen. Auch Peters hat auf die Weise Heilungen be­obachtet und die betreffenden Präparate freundlichst zu meiner Ver­fügung gestellt. Man vergesse iudess nicht, dass dieser Ausgang die Ausnahme bildet. Bei den] ungünstigen Verlaufe und dein vorzugs­weisen Auftreten des Leidens bei edlen und werthvollen Pferden konnte Turner mit Recht die Krankheit einen „Fluch über gutes Pferdefleischquot; nennen.
Werden durch Neurotomie die Schmerzen beseitigt, so kommt es wohl zur Zerreissung der Hufbeinbeugesehne; die Sehne zerfasert an der rauhen Gleitfläche des Strahlbeines mehr und mehr, bis sie endlich bei einer stärkeren Belastung plötzlich zerreisst. Damit ist die Brauchbarkeit des Pferdes vollständig vernichtet. Man lasse sich durch vorübergehende Besserung nicht täuschen, namentlich wenn die Thiere andauernde Ruhe genossen haben.
In Deutschland kommt die Krankheit bei weitem nicht so häufig vor, wie wohl angenommen wird. Eine Leihe von Hufkrankheiten, wie auch andere Lahmheiten werden oft mit der FussrollenentzÜndung verwechselt. Bei oberflächlicher Untersuchung können solche Irr-thümer leicht vorkommen, zuweilen aber bietet die Diagnose selbst für den (ieübtereu Schwieriu'keiteu.
Differentialdiagnose. Anlass zur Verwechselung geben: 1, Der Sohlenzwanghuf, Die Form des Hufes, namentlich die stark ge­wölbte Sohle, die Einbiegung des Tragerandes nach innen, die blutigen Hornmassen in der weissen Linie und am Sohlengewölbe kennzeichnen diesen; auch werden die Schmerzen mehr durch Druck mit der Zange auf die Sohle als auf den Strahl hervorgerufen. Endlich pflegt die
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Sh-alillicirilahmliuit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7''ll
Lalmilicit heim Sohlenzwanghuf einigo Zeit, imcli dem Beschläge auf-zutroten, nach sorgfältigem Aussobneiden der Sohle und zweckmässig abgeändertem Beschlag zu verschwinden. Nicht selten gehen Pferde mit Sohlenzwanghuf auf weichem Boden mehr lahm als auf hartem; bei dem in Rede stehenden Leiden ist lt;l:is Umgekehrte der Fall.
-. Grössere Schwierigkeiten bietet zuweilen der Trachten­zwanghuf, zumal sich derselbe im Verlauf der Strahlbeinlahmbeil regelmässig einstellt. Meist besteht hierbei jedoch verstärkte Pul­sation und Schmerzhaftigkeil H;oKe11 l^uck aul' die Triichten; doeli kann der seeundär entstandene Zwaughuf zur Lahmheil beitragen. in solchen Fällen muss die Untersuchung des Strahles mit der Zange entscheiden.
;gt;. Schmerzhafte Dehnungen in den hinteren Blindem des Kronengelenkes. In der Kegel ist die hierdurcli erzeugte Lahmheit hochgradiger; auch bildet die hintere Fläche des Kronen­gelenkes den Mittelpunkt der Schmerzhaftigkeit, während ein Drucli auf den Strahl keine Schmerzen auslöst (vergl. S. 710).
•I. Einige Vorsicht ist auch bei Gegenwart von Strahlfäule zu empfehlen. Wenn die letztere vorgeschritten, und der grösste Theil des Hornstrahles zerstört ist, so kann ein kräftiger Druck auf den Strahl wohl ähnliche Schmerzensäusserungen hervorrufen, wie bei der Fussrollenentzündung. Man drücke daher langsam und versuche die Wirkung forcirter Dorsalflexion, welche bei dem Strahlleiden nichl schmerzhaft ist.
5. Gewisse Aehnlichkeiten in den Erscheinungen bietet auch die sog. GHeichbeinlähme (S. 711); die locale Untersuchung muss hier entscheiden.
Behandlung. Aus dem Angeführten ergiebt sich, class eine dauernde Heilung nur so lange möglich ist, als die pathologischen Veränderungen an dem leidenden Apparate reparabel erscheinen. Setzt das Leiden also mit einer aeuten Bursitis oder Tendinitis ein, so muss die Möglichkeit der Wiederherstellung zugegeben werden: doch greifen die entzündlichen l'rocesse bald auf die Knorpeloberfläche des Slralil-beiues über, und damit wird der Zustand der Regel nach ebenso un­heilbar, als wenn er von dieser Stelle ausging. Inmierhin kann bei frischer Erkrankung versucht werden, durch längere und absolute Hube, sowie durch ein kühlendes Verfahren den EntzUndungsprocess zu coupiren und die reparatorischen Vorgänge zu unterstützen. Weicher Stand (Sägespähne, Lohe, Torfstreu) und Fein htcrhalten der
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Krankheiten der ^ordersrlieclnicisseu.
Hufe können erfahrungsgemUss Heilung bewirken. Die von den Eng­ländern (Turner, Goodwin) enipfohlenen Aderlässe verdanken Irr-
tluimeni in dor Diagnose iliron Ruf. Dagegen empfiehlt sich, den Huf, namentlich Sohle und Strahl, tüclitig auszuschneiden, um der Feuchtigkeit und Kälte den Zugang zu den erkrankten
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Theilen zu erleichtern.
Ein Gleiches gilt von dem von Sewell empfohlenen Haar seil durch den Strahl, In frischen Fällen übt die hiermit verbundene Ruhe einen vortheilhaflen Einflusa auf den Heilungsprocess aus. Mit Recht hat aber schon Braueil den Nutzen der ableitenden Wirkung des Haarseiles be­zweifelt; die andauernde Ruhe kann ZU einer vorübergehenden Beseitigung der Lahmheit führen, ein Mittel, das vom Besitzer oft benutzt wird, um den Patienten in den Handel zu bringen. Doch muss zugegeben werden, dass durch die mit der An-wendung desselben verbundene Ruhe des Thiores. unter­stützt durch die acut entzündlichen Vorgänge! im Strahl­polster, das llaarseil die Verwachsung der Sehne mit dem Strahlbein begünstigen kann. Dasselbe wurde zuerst, von Sewell gegen dieses Leiden empfohlen, der auch die hierzu erforderliche Haarseilnadel construirte, welche massig stark gebogen und mit einem lieft und scharfer Spitze ver-j sehen ist (Fig. 125). Die Application derselben erfolgt am bequemsten am stehenden Werde, doch muss der betreffende Fuss mit einer Kniefessel (vei'gl. S. 425 der Allgera. Chi­rurgie) versehen sein, um zu verhindern, dass der Fuss während der Application des llaarseils auf die Erde gesetzt wird, und hierbei die Haarseilnadel abbricht. Nachdem der llornstrahl an seiner Spitze recht dünn geschnitten, das
i'ferd mit einer Bremse versehen ist, sticht man die mit Haarseil-
iiüiifii nach dem Bande versehene Haarseilnadel in der Bnllenffruhe ein
Sewell.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;quot;
und führt dieselbe so durch das Strahlpolster und den Fleisch­strahl, dass sie an der Strahlspitze wieder zum Vorschein kommt. Darauf wird die Nadel aus dem Hefte gelöst und durchgezogen, worauf man das Band in der Ballengrube zusammenknotet. Das Maarseil bleibt 1-1—II Tage liegen und wird während dieser Zeit täglich hin und her bewegt, um dem Eiter regelmassigen Abfluss ZU verschaffen. Auch hier empfiehlt sich, das Band mit Terpentinöl zu t rankem
Besondere Gefahren sind mit der Application dieses Haarseiles
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Strahlbeinlahmhoit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 73;;
iiiclit verbundeuj man hüte sich jedoch, die Hufbeinbeugesehne zu verletzen und knüpfe das Band nicht zu weit, um zu verhindern, dass es durch Auftreten des anderen Fusses herausgerissen wird.
Unruhige Pferde müssen zur Application dieses Haarseils nieder­gelegt werden; um bequemsten operirt man hierbei, wenn der Fuss auf der Latte befestigt ist.
Die Haarseiluadel soll gleichmässig aber nicht zu stark gebogen sein; ich ziehe die fast gerade Nadel vor und benutze dieselbe auch bei phlegmonösen Processen im Strahlpolstev.
Wenn hiernach keine Heilung erzielt wird, so bleibt nur die Neurectomie zur Beseitigung der Lahmheit übrig. Durch operative Eingriffe, z. li. Resection der Hufbeinbeugesehne Heilung zu erzielen, muss ich nach meinen Erfahrungen vorläufig als unwahrscheinlich bezeichnen. Luxuspferde bleiben nach dieser Operation in der Regel dauernd oder doch so lange lahm, dass bei diesen ein wirthscliaft-licher Nutzen hiermit nicht erreich! wird.
Ein werthvolles Wagenpferd, welches seit längerer Zeit an chroni­scher Strablbeinlabmheit litt, erkrankte in Folge von Steingallen an einer acuten Entzündung in diesem Apparate. Bei dor sodann vorgenommenen Operation landen sich Strahlbein und Hufbeinbeugesehne mit den chroni­schen Veränderungen des erstgenannten Leidens behaftet, Die Operation vorlief günstig; das Pferd wurde wieder zur Arbeit brauchbar, zeigte im Trabe jedoch noch monatelang eine leichte Lahmheit.
Sowohl in präservativer Hinsicht wie auch zur Beseitigung des entzi'mdlicheu Processes liudet ein zweckentsprechender Hufbeschlag vortheilbat'te Anwendung, im allgemeinen empfiehlt sich Verkürzung der Zehe und Verlängerung der Trachten des Hufes durch Schonung beim Beschneiden, durch Lederunterlagen oder verdickte Stollenenden am Hufeisen.
Wo ein ausgesprochener Zwanghuf vorliegt, kommen öummi-oder Korksohlen, sowie Erweiterungseisen zur Anwendung. Das Defay'sche Eisen kann hier unter Umständen, wenn auch keine voll­ständige Beseitigung, so doch eine erhebliche Verminderung der Lahm­heit herbeiführen. Massige Bewegung auf weichem Boden und Weich­halten der Hufe unterstützt diese Wirkung.
Die von Smith versuchte Tenotomie, um die Verwachsung der Hufbeinbeugesehne mit dem Sirahlbein zu unterstützen, blieb, wie vorauszusehen war, ohne Erfolg.
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Krankheiten dor Vbrdergliedmasseii.
10. Die Manko der Pferde.
Lit.: Numau, Gurli u. Hartwig. 6. 'S. 50. Cork, Her. Rop, 13. S. 360. Del-prato, Her. Rep. 16. S. 275. Straub, Her. Rep. 14. S. 218. LobVanc, Gurlt u. Hertwig. 17. S. 288 u. 18. S. 42. u. 214. Siedamgrotzky u. Dorn, Zeitschr. f. Thierraod. 1886. S. 180. Möller, Monatsschr, 1889. S. ,'iij. Dieckorhot'f. Spec, Path. u. Therapie. Straube, Zeitschr. f. Veterk, 1890. S. 1. Grünwald, Gest. Monatsschr. 1892. S. 168. Malzef, Bakteriolog. Untersuch, über die Aetiol. dor Mauke (russisch). Datrymple, Amor, vet, n'w. Bd, 14. Kröpfl, Oesterr. Monatsschr. 1892. Nr, 7. Berm-bach, Zeitschr, f. Vet.-Kund. 1891. S. 111. Berger, Oesterr. Monatsschr. 1892. S. 529.
„Maukequot; ist seit den ältesten Zeiten ein Sammelname für eine Reihe von Krankheitsprocessen der ilussereu Baut an der Fessel, na­mentlich der Beugefläche derselben (Köthe)i Wesen und Verlauf der­selben zeigt sich ausserordentlich verschieden. Eins ist allen Formen der Mauke aber gemeinsam, nämlich der Sitz in der Köihe, die ent­zündliche Natur und das spontane Auftreten. .Mit Rücksicht auf die Verschiedenheiten der l'rocesse lassen sich I Arten von Mauke beim Pferde unterscheiden, nämlich: !. eine eryfchematöse, 2, eine ek-zematöse, :i. eine gangränöse, 4, eine verrucöse. Die ersten drei bilden ihrem Wesen nach acut verlaufende Entzündungsprocesse in der äusseren Haut, welche jedoch nicht, selten mit Complicationen verbunden sind, die einen chronischen Verlauf nehmen, was bei der letzteren Form die Regel ist,
1. Dermatitis erythematosa. Sie bildet die leichteste Form der Mauke und tritt vornehmlich bei Pferden mit feiner, dünner Baut auf, Edle, warmblütige Thiere leiden häufiger daran, als schwere Arbeitspferde. Die äussere Haut in der Köthe zeigt sich hei manchen Pferden ausserordentlich empfindlich, so dass seihst der Sand hei der Arbeit in weichem Boden eine Reizung derselben herbeiführen und zur Entstehung dieser Art von Mauke Veranlassung geben kann. Die pigmentfreie Haut erscheint geröthet und etwas schmerzhaft. Nach ein paar Tagen Ruhe verschwinden diese Erscheinungen, während sich an der Oberfläche eine etwas lebhaftere I )es(|iiannition bemerk­bar macht. Das Leiden besteht in einer Hyperämie des Papillar-körpers, hinlerlässt keine dauernden Veränderungen und bildet nur selten Gegenstand chirurgischer Behandlung; wo dieses aber der Fall sein sollte, müssen die allgemeinen Onmdsätze Anwendung linden. Wenn der Znsland jedoch nicht beachtet und den Pferden keine Ruhe
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Mauke der Pferde,
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gegeben wird, so geht aus ilnn zuweilen die folgende Form der Mauke Ihtvoi-.
2. Die Dermatitis ekzematosa, oder die ekzematöse Form der Mauke. Das Ekzem, ein entzündlicher Process der Hnsseron Haut, welcher spontan auftritt, mit Schwellung und Röthung eingeleitet wird, im weiteren Verlaufe zu Exsudation an die Oberflftche führt und im allgemeinen einen tvpisclien Verlauf nimmt, tritt an dieser Stolle weniger deutlich hervor als an anderen. Schwellung und Röthung werden oft kaum sichtbar, dafür zeigt sieh aber Lahmheit, namentlich im Anfange der Bewegung, während die Oberfläche der Haut mit einer gelbrüthlichen, bald zu schwarzbraunen Krusten ein­trocknenden Flüssigkeit bedeckt wird. Das Stadium papulosum (ritt nicht deuthch hervor, dagegen wird das Stadium vesiculosum, d. h. die Bildung kleiner Bläschen zuweilen beobachtet. Deutlicher erscheint das Stadium madidans, auf welches bald das Stadium crustosura folgt. Bei entsprechender Behandlung lösen sich die Krusten los, es folgt eine lebhafte Desquamation an der Oberfläche (Stadium squamosum), worauf normale Epidermisbildung eintritt. Bei regelmässigem Verlauf dauert der Process etwa S —II Tage und geht in vollständige Heilung über. Nicht selten machen sich Jedoch Störungen bemerkbar, namentlich wenn die Thiere während der Er­krankung nicht Ruhe erhalten. Durch die Bewegung der Haut heim Gehen des Thieres, unterstützt durch Verunreinigungen wird die regel-mässige Heilung gestört und die Bildung von Palten, Kissen (Rha-gaden) und Sehrunden veranlasst (S c h r u n d e n m a u k e). Von solchen Schrunden geht nicht selten ein cliroiiischer Wuclierungs-process des Hautgewebes ans, der zu fingerdicken Narbenmassen in der Köthe führen kann, und deren Beseitigung häutig nur auf opera­tivem Wege gelingt.
So lange der entzündliche Process fortbesteht, gehen die Thiere besonders im Anfange der .Bewegung sehr lahm: nach einiger Zeit hört dieses jedoch schon während der Bewegung auf.
Ursachen. Pferde mit langem .Behangquot; erkranken oft an dieser Form der Mauke, sobald sie andauernd auf nassem Hoden ar­beiten. Die Epidermis wird hierdurch aufgeweicht (raacerirt), und die Haut, unter dem Einflüsse von infectiöseu Substanzen leicht in einen entzündlichen Zustand versetzt. Bei dem Mangel an nachweisbaren äussereu Ursachen sowie durch das gleichzeitige Auftreten des Leidens an mehreren Fiisseu bezw. bei mehreren Pferden desselben Stalles
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,quot;;!(gt;
Knuiklu'iteu dor Yoi'dei'fflidduiassen.
fand die Aiuiahiuo Unterstützung, dass es sici um den Ausdruck einer Blutkrankheit handele, dass die Mauke gleichsam als eine Meta­stase oder als Erysipelas /u betrachten sei. Mau übersah dabei, dass die ursftchlichen Momente regelmilssig auf eine grössere Anzahl von Thieren einwirken.
Von Jenner wurde die Mauke der Pferde mit der Kubpooke iden­tisch erklärt: seit der Zeit spricht man anch wohl von Schutzinauke (Equine), doch haben weder die Versuche Jenners noch auch die spütor angestellten den Beweis l'iir die Dichtigkeit dieser Behauptung erbracht. Auch fand diesolhe heroits vor langer Zeit und von verschiedenen Seiton Widerspruch (Leblanc, Delprato), so dass es heute keinem Zweifel unter­liegt, dass die ekzematöse Mauke mit der Pockenkrankheit nicht identisch i--t. Es kann sich nur um die Frage handeln, ob überhaupt, i'fordepocken unter dem Bilde der Mauke vorkommen, In frankreidi wollte man von ärztlicher Seite Uebortragungen der Mauke auf den Menschen beobachtet und damit die Pockennatur des Leidens bewiesen haben. Aber schon Leblanc hat auf die CJnhaltbarkeit dieser Folgerung hingewiesen. Er stellte fest, dass die Mauke, von der die Uebertragung ausgegangen sein sollte, bereits seit 6 Monaten bestanden hatte, also /weifellos nicht auf einer Pocken­erkrankung beruht haben konnte. Nach der Beschreibung handelte es sich um die verrueüse Form tier Erkrankung. Dieckerhoff machte bereits darauf aufmerksam, dass es sich bei der von Bouley als Schut/.mauko betrachteten Erkrankung wahrscheinlich um Stomatitis pustulosa gehandelt hat. ßerger will durch Uebertragung der Schafpocke Mauke bei Pferden beobachtet haben; die von demselben hierüber gemachten Mittheilungen erscheinen jedoch nicht einwandsfrei. Auch schlugen die in Frankreich angestellten Versuche, die Kuhpocke auf Pferde und die Mauke auf Kühe zu übertragen, sämmtlich fehl. Dass die Zersetzungsproducte der als Mauke bezeichneten Leiden entzündliche Processo beim Menschen hervorzurufen im Stande sind, kann nach unseren heutigen Kenntnissen über die Wirkung derartiger Substanzen nicht überraschen, aber keineswegs den Charakter der Specifität beweisen.
Von verschiedenen Seiten (Hartwig, Spinola U.A.) wurde die Mauke als ein Hrvsipel bezeichnet. Auch diese Ansicht findet weder in dem Auftreten noch im Verlaufe des Leidens eine Unterstützung, und wenn neuerdings Malzef in den aus der Pferdemauke gewonnenen Culturen einen Mikroorganismus fand, welcher mit dem Felileisen-schen Streptokokkus erysipelatis identisch erschien, so lässt sich hei den heutigen Anschauungen über die Beziehungen des Streptokokkus zum Erysipelas und zu Eiterungsprocessen diese Behauptung eben­falls nicht aufrecht erhalten. Man vergleiche S. 148 meiner allge­meinen Chirurgie.
Die ekzematöse Mauke wird in der Regel durch äussere Reize in Form mechanischer, chemischer oder speeiflscher Schädlichkeiten (Sand und Schmutz) veranlasst. Nicht- selten entsteht das Leiden bald nach EinfUhrunamp;r des Stollenbeschlaffes, indem die veränderte
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Mauke der Pferde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7;57
Stellung des Hufes zur Bildung von Falten in der Haut über den Ballen Veranlassung giebt, in denen sieh Saud und Schmutz lagert und Excoriationen hervorruft. Jiei der Arbeit der Pferde auf Stoppelfeldern, auf frisch geschütteten Chausseen und Waldwegen kommen leicht Verletzungen der Haut zu Stande, die den Ausgangs­punkt der Erkrankung bilden, indem das Wundsecret in der Nach­barschaft das Epithel macerirt, die Haut reizt und Entzündung ver-aulasst.
Grünwald herichtot über eine onzootisehe Mauke, welche in heissen Sommern unter Pferden auftrat, die unter einem Schutzdache im freien so aufgestellt waren, dass die unteren Abschnitte der Gliedmassen dauernd der Einwirkung der Sonnenstrahlen ausgesetzt waren. Diejenigen Thiere, welche gegen die Wirkung der Sonne geschützt geblieben waren, erkrankten nicht, weshalb Grünwald den Zustand mit dem Erythema solare des Menschen vergleichen konnte.
Dieselbe Beobachtung machte Kröpf] bei Weidepferden; es er­krankten fast ausschliesslich die pigmentfreien Hautstellen der Hinterfüsse, welche von den Sonnenstrahlen getroffen waren.
Bonn bach glaubt an IJcbortragung der Mauke von einem Pferde auf andere durch gemeinsame Wasoheimer u. s, w. Wahrscheinlich liegt dieser Beobachtung die Wirkung derselben Ursache von aussen zu Grunde.
Zu den chemischen Reizen gehört Kalkstaub, dessen Wirkung
namentlich in der Armee oft lästig wird, indem die Pferde, sobald sie in Gegenden mit Kalkboden kommen, zahlreich an dem in Kode stehenden Leiden erkranken, wie ich wiederholt zu sehen Gelegenheit hatte. Im Uebrigeu kannte schon Columella diese Wirkung, denn er schreibt: equus, qui hieme laborat, eundo per lutum, in aestate per pulverein s. c. Für die chemische Wirkung des Kalkstaubes spricht noch der Umstand, dass durch Waschen der Füsse die Ent­stehung des Leidens begünstigt wird, während trockenes Abreiben derselben die Thiere am sichersten gegen die Krankheit schützt.
Auf der anderen .Seite muss nach den Beobachtungen, welche beim Menschen wie an Munden und anderen Thieren gemacht wurden, die Möglichkeit zugegeben werden, dass ekzematöse Erkrankungen mit Zuständen und Vorgängen des Körpers in Verbindung stehen können, die sich einer näheren Beurtheilung bisher entzogen haben.
Verlauf. Sofern eine dem Zustande entsprechende Behandlung rechtzeitig eintritt, wird die ekzematöse Form der Mauke in 8 bis 14 Tagen vollständig geheilt: selten nimmt die Behandlung längere Zeit in Anspruch. Wurde jedoch dem Leiden keine Aufmerksamkeit geschenkt, und besteht dasselbe bereits längere Zeit, so wird die Mttller, Speclslle Chtrni'gle für Tliioiiiiztc. s, Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IT
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T^.S
Kniuklu'itcii dev Vovdei'glledmiisson,
Heilung iinmor schwieriger, und zwar namentlich durcli dlo ]?il(luiiigt;-von Rhagaden und Narbengewebe, welches zuweilen in Porni dicker Querwülste in der Kötbe immer weiter hervorwuchei't. Während ein­fache Bisse bei entsprechender Ruhe und Behandlung in der Regel bald heilen, bieten diese Wucherungen der Therapie oft grosse Schwierigkeiten, namentlich wenn sieh dieselben mit ihrer Unterlage (Beugesehne und deren Scheiden) verwachsen zeigen, wodurch die operativen Eingriffe erschwert werden. Bei der Prognose muss daher namentlich dem Resultate einer eingehenden Localuntersuchung Rech­nung getragen werden,
Die Behandlung der ekzeraatösen .Mauke verlangt zunilchsl Ruhe für das Pferd, weil durch Bewegung die Entzündung unier­halten und die Bildung von Rhagaden und Wucherungen geförderi wird. Nach sorgfältiger Reinigung der Haut mit lauwarmem Wasser (Seifenwasser) wird die Oberfläche mil Sublimat-, Carbol- oder Creolin-wasser abgespült, sodann abgetrocknet und mit Jodoformtannin (1 :'#9632;'lt;) verbunden. Auch kann ich eine Salbe von Hydrarg, oxydat, rubr, mit Tilgt. Parafin, oder Lanolin (1 : 5) empfehlen, weiche auf Walte gestrichen, auf die wunde Hantfläche gelegt und mittelst einer Binde befestigt wird. Der Verband soll zugleich die Luft abhalten, und sofern derselbe in den nächsten 'ragen nichl durchfeuchtet erscheint, kann er liefen bleiben, anderenfalls wird die Heinigung der kranken Hautstelle wiederholt und der Verband erneuert.
Bei dieser Behandlung erzielt man fegelmilssig in ungefähr S Tilgen Heilung; auch wo Rhagadenbildung eingetreten ist, wird die Heilung mit dieser Methode, namentlich dem Salbenverbando oft in kurzer Zeit erzielt, sofern dem Thiere dauernde Ruhe gewährt wer­den kann.
Gegen Wticherungen der Haut versuche mau zunächst anstroek-iiende Substanzen (Mann. Tannin, Zucker); führen sie nicht zum Ziele, so werden Aetzmitlel (Höllenstein, Cupr. sulfuric, u. s. w.) noch mit Erfolg angewandt; die Application anorganischer Säuren nmss mit Vorsicht geschehen, damit die Aetzwirkung nicht zu tief reicht, d, h. die Sehnenscheiden nicht geöffnet werden.
Wird die äusscre Hunt von diesen Wucherungen erheblich über­ragt, oder zeigt ihre Härte und schürfe Begrenzung an. dass bereits erhebliche narbige Schrumpfung in denselben eingetreten ist, so muss das Messer in seine Rechte treten, denn von Arzneimitteln ist liier
keine Hülfe /.u erwarten. Soweit die Wucherung die benachbarte
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Mauke der Pferde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7;V,gt;
Haut iilu'iTiiH't, wird sie mit dem Messer laquo;dor der Schere forfcgenom-mcii, allei'diags unter Beaohtung der Grundsätze der Antisepsis, Mittelst Sublimatraquo;, Creolin- oder Carbolbädern, durch sorgfältige Waschungen und nachfolgendem Verbände, welcher mit diesen .Mitteln angefeuchtet wird, eidangl man in 24—48 Stunden ein reines Ope­rationsfeld. Bei ruhigen Pferden kann die Abtragung im Stehen, event, unter Anwendung von Cocain erfolgen; unruhige Thiere werden zu dem /wecke niedergelegt; der Fuss wird möglichst gestreckt, der üinterfuss zweckmässig auf den Vorderfuss gebunden. Die Schnitt-flilche soll möglichst glatt und eben ausfallen. Die Blutung bleibt meist unbedeutend und wird unter dem Druckverbande gestillt, welcher zugleich neue Wucherungen zurückhalten soll. Bei trockener Streu und Ruhe lur das Pferd vollziehl sich die Heilung meisl in 8 bis 14 Tagen, sofern die Wucherungen nicht umfangreich, d. h. nichl Über 3—5 cm gross sind; anderenfalls stösst die Benarbung auf Schwierig­keiten, und kommt es leichl zu neuen Wucherungen, Ich hatte in den letzten Jahren wiederholt Gelegenheit, derartige Neubildungen aus der Köthe der 1 lintertüsse bei Pferden zu entfernen und auch da noch Heilung zu erzielen, wo die medikamentöse Behandlung sich erfolglos erwiesen hatte.
3. Die Dermatitis gangraenosa (Brandmauke) besitzt vor allem ein chirurgisches Interesse, zumal sich im Anschluss an dieselbe eine Reihe von Erkrankungen entwickelt, die eine chirurffische Be-hamllung verlangen. Die Brandmauke stellt ein spontanes Haut­gangrän an dea Phalangen der Einhufer dar. kommt besonders im Winter (Frostmauke) und in grösseren Städten vor.
Ursachen. Der Umstand, dass die Brandmauko fast mir im Winter und vomelmilich in kälteren (legenden vorkommt, hat zu der Annahme geführt, dass es sich bei der Entstehung der Gangrän um Erfrierungstod der Haut handelt (Frostmauke). Wenn dagegen ein­gewendet wurde, dass die Krankheit weniger zur Zeit strenger Kälte1,, als vielmehr bei Thauwetter auftrete, so konnte damit jene Ansicht nicht widerlegt werden; denn es erscheint natürlich, dass besonders die feuchte Kälte schädlich wird, indem hierbei die Schutzwirkung der Haare aufgehoben ist. und die Kälte auf diese Weise bis unmittelbar an die Haut gelangt. Weniger liisst sich mit dieser Auffassung die locale Beschränkung des Leidens in Einklang bringen. Wäre Kälte allein das schädigende Agens, so müsslen sich in der Umgebung der gangrä­nösen Stolle Erscheinungen der Erfrierung zweiten und ersten Grades
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7.(0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Knnikluiileu dor VorderglieilumssL'n.
bemerklioh maoheu. Igt;:i diese aber in der Hegel l'elilen, so kann schwerlich die Kälte allein als Ursache der Bnindnnuike angesehen werden. Audi wurde durch die Versuche von Siedamgrotzky, Born und Jelkmann der Nachweis geliefert, dass die durch Hal/.-streuen erzeugte Kältewirkung für die Entstehung des Leidens nicht verantwortlich gemacht werden kann, wie es namentlich in grösseren Städten vielfältig geschehen ist; dazu kommt endlich, dass zur Zeit des Herrsehens der Brandmauke auch andere Wunden Neigung zur Craiigränhildung zeigen.
Hiernach kann es sich also nicht allein um Erl'rierungstod han­deln, sondern es muss noch ein anderes Moment hinzukommen, wahr­scheinlich eine Infection. Leichte Verletzungen leiten an den unteren Theileu der Füsse eine septische Infection ein, welche zu entzünd­licher Erkrankung und unter Mitwirkung von Kälte zur Gangrän­bildung führt. Auch lässt sieh die Vorstellung nicht zurückweisen, dass durch Kälte in Wunden leicht Nekrose entsteht, wodurch den sL'iitischeu Suhstan/.en ein zu ihrer Entwickelung günstiger Nährboden geschaffen wird. Welche Voraussetzung auch richtig sein mag, soviel steht fest, dass 1 nfectionsvorgänge im Verein mit der Kälte­wirkung den Anstoss zur Entstehung der Brandmauke in der Kegel abgehen. Dass ausnahmsweise auch in warmer Jahres­zeit diese Form der Mauke zur Entwickelung gelangt, beweist nur. dass Hautgangrän auch ohne Kältewirkung entstehen kann.
Erscheinungen und Verlauf. Das Leiden tritt plötzlich, ge­wöhnlich über Nacht auf. Heftige Lahmheit des einen oder anderen Fusses, verbunden mit entzündlicher Anschwellung der unteren Ab­schnitte desselben, zuweilen auch höher herauf, werden in der Hege! von Fieber begleitet. Bei genauer Untersuchung zeigt sich die Haut an einer bestimmten Stelle im Umfange von :i -G cm eigenthilmlich weich, nachgiebig und mit ihrer Umgebung geschwollen. Auf Druck äussert dasThier an dieser Stelle heftige Schmerzen; aus der erkrankten Hautstello quillt eine röthliche, trübe Flüssigheit. Liehlingssitz dieser Erkrankung bildet die Köthe, namentlich dicht über den Hallen, aber auch an der vorderen Fläche und in der Nähe der llufkrone ent­wickelt sich dieselbe. Unter anhaltenden Schmerzen und zunehmender Anschwellung des Schenkels löst sich das brandige Hautstück in 2—-i Tagen als eine graue, schmierige, weiche Masse von seiner Umgehung los. Die so entstandene Wundfläche bedeckt sich alsbald mit Granulation, welche allmählich den Defect ausfüllt und im gün-
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Mauke dor Pferde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;T-ll
stigen Falle in 1—2 Woohen mit Binterlassung eiuef Narbe zur Heilung gelaugt.
Doch nicht immer nimmt das Leiden einen so günstigen Ver­lauf. Zuweilen greift die nekrotisirende Knt/ilndung in die Tiefe auf die llufbeinknorpel oder das Kronenhein über, oder sie dringt in die Sehneu.scheidc des Beugeapparates ein. In ersterem Falle entsteht eine Hnfknorpelflstel, in dein /weiten eine Knochenauftreibung, die später unter den Begriff Solialo (S. 702) filllt. führen diese Zustände bei entsprechender Behandlung in der Regel auch zur Heilung, d, h. zur Beseitigung der Lahmheit, so wird durch die Miterkrankung der Sehnenscheiden ein unheilbarer Zustand geschaffen, der nieist in kurzer Zeit durch Septikämie oder l'yihnie einen tödtlichen Verlauf nimmt. Durch Uebergreifen des nekrotisirenden Processes oder der septischen Entzündung auf die Seitenvenen der Zehe kommt leicht Pyämie zu Stande. In der Nähe der Hufkrone setzt sich die Gangrän auf die Huflederhaut fort und führt zu schweren entzündlichen Processen, welche zuweilen mit Ausschuhen verbunden sind.
Die Beurtheilung des Leidens richtet sich nach der Ausbrei­tung, dem Sitze und dem Charakter desselben. Je grosser das gangränöse Hnutstück, um so erheblicher sind nicht allein die Schwierig­keiten für den Heilungsprocess, sondern auch die Gefahren für die tiefer gelegenen Theile. In der Nähe der Hufkrone kommt das Huf­gelenk in Gefahr, in der Köthe dieraquo; Sehnenscheiden der Beuger. Sobald die letzteren in Mitleidenschaft gezogen sind, erscheint die Prognose schlecht; dasselbe gilt von der Complication mit Septikämie und Pyämie, wobei sich die Anschwellung schnell nach oben ausbreitet, oft bis zum Ellbogen bezw. Knie reicht, sehr schmerz­haft und mit hohem Fieber verbunden ist. Auch zeigt, sich der Charakter des Processes zeitweise verschieden; in manchen Jahren tritt die Brandmauke mit besonderer Malignitäl auf und führt häutiger zu den genannten unheilbaren Complicationen. Fortbestehen erheb­licher Schmerzen nach erfolgter Dissection des brandigen Hautstiiekes bildet ein ungünstiges Zeichen.
Behandlung. In präservativer Hinsicht empfiehlt sich im Winter und namentlich bei Thauwetter die Küsse soweit möglich trocken zu halten, dahin zu wirken, dass dieselben nicht, mehr als unvermeidlich mit dem feuchten Strassenschmntz in Berührung kommen: denn durch andauernde Einwirkung der Feuchtigkeit wird das Epithel macerirt,
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Krankheiten der Vordergliedmassen.
Infection und öangränbildung begünstigt. Deshalb empfiehlt sich, die Ilaaro an der Fessel und besonders in der Köthe mit Fett ein-reihen ZU lassen, welches das Schurutzwasser von der Haut fern hält. Diese in grösseren Pferdebeständeu mehrfach von mir angewendete Massregel hat überall vorzügliche quot;Dienste geleistet. Ans demselben Grunde müssen die Küsse nach der Arbeit, sorgfältig gereinigt und womöglich abgetrocknet werden. Abreiben mit trockenen Sägespamp;hnen oder Hol/wolle, Tori'stren n. s. w. zeigt sich hier vortheilhaft. Wenn Pferde mit Verletzungen (Streichwunden u. s. w.) an den Füssen unter solchen umständen arbeiten, so lasse man nach sorgfältiger Reinigung die VVimdtläclie mit Theer oder Creolin bestreichen und womöglich mit einem Verbände gehen, sobald die Temperatur unter dem Gefrier­punkte liegt.
Besteht bereits Gangrän, so kommt es darauf an, die Brand­jauche soweit möglich zu entfernen oder unschädlich zu machen. Zunächst findet ein lauwarmes Fussbad von Sublimat, Creolin oder Carholwasser vortheilhafte Anwendung, wobei die kranken Stellen öfter zu waschen sind. Während der Nacht wird ein Verband mit Karapferbrei oder mit Chlorzinklösung (100/o) augefeuchtet applicirt. Neuerdings sah ich von dem Pyoktannin in 1—;!n,n Lösung mittelst eines Wergbausches auf die erkrankte Stelle gebracht und durch einen Verband getragen, vorzügliche Dienste.
Das brandige llautstück suche mau sobald als möglich durch Abreissen zu entfernen. Lässt sich das ganze Stück nicht alsbald abtrennen, so schneide man wenigstens die losgelösten Theile desselben mit der Schere fort. Die Granulation zeigt sich in der Regel recht produetiv, durch die Bewegungen des Fusses gereizt, nicht selten Uppig und ungleichmässig. In solchen Fällen müssen Aetzmittel, Tannin und ein zweckmässiger Druckverband Anwendung linden. Im all­gemeinen liegt mehr Anlass zur Zurückhaltung als zur Anregung der Granulation vor. Werden die Thiere zu früh bewegt, so kommt es zu überniässiger Granulation und Bildung von Wucherungen (Narben-kedoid), die bei Zeilen zurückgehalten werden müssen. Bei starker Anschwellung an der Huf krone ist die Eornwand unter derselben durch Abraspeln zu verdünnen.
Ueber den Bullen bleiben zuweilen Fisteln nach der Brand­mauke zurück, die dadurch entstehen, dass in der Tiefe nekrotischc Gewebspartikel liegen bleiben und eine chronische, mit Eiterung ver­bundene Fintzündung unterhalten. Solche werdeü durch Sublimat­fäden oder Einspritzungen von Liqu. Villat. zur Heilung gebracht;
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Mauke der Pferdo. •nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 74.i
bisweilen ist jedoch Spaltung derselben erforderlich, worauf meist
Heilung erzielt wird.
4, Dermatitis chronica verrucosa. Dieses im vierzehnten Jahrhundert als „Raspequot;, „Strupfenquot;, „Wasserquot;, in EHngland als grease (Fett), in Frankreich als Phymatosis (Vatel) oder grappe (Traube) bezeichnete Leiden verläuft stets chronisch und progressiv.
Von einer beschränkten Stelle an der Fessel ausgehend, breitet sieb der Process allmählich aus und kann selbst bis über das ('arpal-bezw. Tarsalgelenk nach oben vordringen. Er besteht in einer leb­haften Wucherung des Retegowebes, dessen Zellen nicht verhornen, sondern zerfallen und eine schmierige. Übelriechende, graue Masse an der Oberfläche der erkrankten Haut bilden. Bei langsamer Production stellen die gewucherten Zellen eine graue, mehlartige Blasse dar. Je intensiver der Process, um so lebhafter die Wucherung und Exsu­dation, wodurch die Hautoberfläche dauernd feucht bleibt. Im Papil-larkörper vollzieht sich gleichzeitig ein Wucherungsprocess, der zu einer bedeutenden Vergrösserung der Papillen. zur Bildung zahl­reicher Würzen führt, welche in der liegel schon mit unbewaffnetem Auge zu erkennen sind, und zuweilen die Grosse einer Erbse und darüber erlangen. Auch die unteren Abschnitte der Cutis und selbst die Subeutis nehmen an dem Wucherungsprocess Antheil, wodurch es zu bedeutenden elephantiastiscben Verdickungen kommt. Durch üeberkriechen des Processes in die Haarbälge fallen die Haare aus. während die vereinzelt zurückbleibenden gesträubt stehen (Straub-fuss, Igelfussi.
Von Lob laue wurden bereits 1850 mikroskopische Untersuchungen der so erkrankten Haut angestellt und der Zustand für eine Hypertrophie erklärt: din Haarbälge und Talgdrüsen zeigten sich vergrössert, Ich habe bereits an anderer Stelle darauf hingewiesen, class dieser Process eine grosse [Tebereinstimmung mit dem Hufkrebs besitze, und mit jenem als identisch bezeichnet werden könne: eine Ansicht, die bisher in der Literatur auf Widerspruch nicht gestossen ist. Auch werden nicht selten Uebergällge beider Leiden in der Weise beobachtet, dass sieh /.um Rtraubfuss der Huf­krebs und zum Huf krebs der Stranbfuss hinzugesellt.
Das Leiden findet sich häutiger an den llinterfüssen, namentlich bei Pferden mit langem Behänge (Clydesdale) und erfassl zuweilen mehrere Püsse nach einander. Ob demselben speeifische Ursachen zu Grunde liegen, muss vorläufig als nicht bewiesen, aber als wahr­scheinlich angesehen werden. Zuweilen geht das Leiden aus der ekzematösen Form der Mauke hervor, nicht selten auch aus unbedeu-
nden Streichwunden,
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711nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Vordergliedmassen^
In neuerer Zeit hatte ich mehrfach Gelegenheit zu beobachten, wie (licsu Form der Mauke in einzelnen Ställen eine grosse Verbrei­tung erlangte. Es konnte sogar als wahrscheinlich betrachtet werden, •lass hier eine Uebertragung von Pferd zu i'l'enl stattgefunden hatte. Die in den Krankenställen grösserer Pferdbestände aufgestellten Tliiere erkrankten häulig, nachdem sie sieh einige Zeit dort aufgehalten hatten. In einem Falle stellte sieh bei dem Pferdepfleger eine ekze-matöse Erkrankung au den Händen ein. Der infectiöse Charakter spricht auch aus dem locolen Auftreten und der allmählichen Aus­breitung des Leidens, Dennoch ist über die nächste Ursache des­selben bisher nichts bekannt. 15ei den Verschiedenheiten im Auf­treten und Verlauf des Leidens erscheint die Vermuthung berechtigt. dass es sieh um verschiedenartige Ursachen handelt.
Beurtheilung. Spontane Heilung erscheint ausgeschlossen: der Zustand verlangt ebenso wie der sog. Hufkrebs eine sorgfältige und mühevolle Behandlung; oft vergehen Wochen und Monate, ehe man Herr desselben geworden ist. Je grosser die Ausbreitung, je lebhafter die Wucherung (Absonderung und Verdickung) und je weiter die Wucherung im Papillarkörper vorgeschritten ist, desto grössere Schwie­rigkeiten stellen sich der Behandlung entgegen; die trockene Form bietet am ehesten Aussicht auf Heilung. Haben die l'apillcn bereits eine bedeutende örösse erlangt, und sind Falten in der Haut ent­standen, SO kann der Zustand als unheilbar betrachtet werden.
Behandlung, Da es sich zweifellos um ein locales 1 lautleiden, handelt, so kann von einer innerlichen Behandlung abgesehen werden. Reinigung und Reinerhaltung der erkrankten Hautstelle, baldige Ent­fernung des zerfallenen Secretes oder Zerstörung der in demselben bestehenden Zersetzungsvorgängc bilden die Indicationen für die The­rapie. Zeigt sich der Process auf eine kleine Stelle beschränkt, so tindet nach erfolgter Reinigung das öltiheisen vortheilhafte Anwen­dung. Mit dem weissglühendeii Brenneisen fährt man einige Male über die kranke Fläche und legt danach einen Verband mit Des-infectionsmitteln an. Bei grösserer Ausbreitung liisst man einige Tage nach einander lauwarme Fussbäder von Chlorkalk (Hertwig), Creolin oder Sublimatwasser anwenden und die leidenden Stellen im Bade wiederholt abwaschen.
Zu dein hierauf in Anwendung kommenden Verband empfiehlt sich ganz besonders eine Mischung von Creosot und Spiritus (l : 6) oder Chlorzink (1 : 10) oder Creolin (50/o).
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Mauke der Pferde,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;745
Lies (Braunschweig) theilte niiv neuerdings mündlich mit, dass or mit der Anwendung von Schwefelsllure vorzügliche Erfolge hierbei erzielt habe. Meine Versuche haben Ans bestätigt. Ich lasse nach sorgfältiger Reinigung die Oberfläche der erkrankten Stellen mil. Schwefelsäure und Spiritus (1 : 1(gt;—20) bepinseln und einen mit der­selben Flüssigkeit angefeuchteten Verband anlegen. Zweckmässig erscheint es, dem Patienten täglich etwas Bewegung zu geben; Kühe begünstigt den Process.
ürössere Warzen werden mit der Schere fortgenommen. Der Verband muss täglich erneuert und unter massiger Compression der kranken Theile angelegt werden. Salben sind zu vermeiden; erst wenn die Oberfläche trocken geworden, können zur Nachbehandlung Salben aus Hydrarg. oxydat. rubr. und Paraffin oder Lanolin An­wendung finden.
Wichtig erscheint der Grundsatz, nicht früher mit der Behand­lung auszusetzen, als bis auch die geringste Spur von Secretion an der Hautoberfläche verschwunden ist. Nachdem dieses erreicht ist, empfiehlt es sich, die unteren Abschnitte der Füsse soweit möglich trocken zu halten, und etwa eintretende Recidire sofort wieder in der­selben Weise zu behandeln.
Datrymple empfiehlt aus Weizenkleie und Leinsamen mit heissem Wasser einen Brei anzurühren, dein, sobald er eine feste Consistenz erlangt hat, etwas Acid, aceticum zugesetzt wird. Nachdem diese Masse als Umschlag 24 Stunden gelegen hat, wird die Ober­fläche der Haut an der kranken Stelle mit einem trockenen Tuch gereinigt, sodann mit einer Chlorzinklösung abgespült. Mit dieser Behandlung will D. die Patienten in II Tagen herstellen.
Straube hat neuerdings den Kampfer empfohlen. Derselbe soll in Aether gelöst, mit der dreifachen Gewichtsmenge Vaselin zur Salbe ver­mischt auf die kranke Haut geriehen werden. Um die schnelle Verdunstung zu verhindern, lässt man die erkrankten Abschnitte mit Carbolwatte ein­schlagen und mit einer Planellbinde umwickeln. Anfangs soll der Verband tiiglich, später alle 2—ü Tage gewechselt werden, (legen heftiges Juck­gefühl will Straube Arsenik innerlich mit Erfolg angewendet haben. Nach meinen neuerdings mit der Schwefelsäure gemachten Erfahrungen verdient dieses Mittel allen anderen, bisher bekannten gegenüber den Vor­zug; die Application desselben ist allerdings schmerzhaft, die Wirkung aber meist überraschend günstig.
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XII. Die Kraiikhoiton der Hintergliedmassen.
A. Krankheiten des Oberschenkels.
1. Verletzuugen der Welohtliolle am Oberschenkel.
Quetschungen sowohl wie auch Wunden worden am häufigsten beim
Pferde beobachtet, und /war durch gegenseitiges Schlagen und Treten be­sonders im Winter mit scharfen Stollen, ferner durch Gegenfahren mit der Deichsel und Xiederstür/en auf mielmncm, hartem Boden oder vor dem in der Bewegung befindlichen Wagen; Pferdebahn- und Omnibuspferde erleiden hierbei oft umfangreiche Verletzungen der Oberschenkel- und Kruppen-muskulatur, Jiei Militftrpferdon kommen hier Lanzenstiche, Säbelhiebe und Verletzungen mit den Sporen beim Sturz vor.
Bald handelt es sieh um Quetschungen, welche mit Zerreissung grösserer BlutgefUsse und Bildung umfangreicher Httmatome verbunden sind: dagegen habe ich mich von dem Auftreten von Lymphextravosaten, wie sie lit) ff mann an dieser Stelle bei Pferden beobachtet hüben will, niemals überzeugen können, Paid entstehen ausgedehnte Trennungen in der äusseren Haut und der Muskulatur, von denen häufig der M. biceps femoris betroffen wird; nicht selten bildet, der M. semitendinosus und semi-membranosus den Sitz umfangreicher Continuitätstrennungen durch Gegen­fahren, oder Pennen gegen Hocken und Zäune. Auch beobachtet man bei grösseren Thieren in Folge von Stichen mit -.Mistgabeln septische l'hlegiuonen mit tiefen Zerstörungen des intermuskulären Bindegewebes an der Hinter­backe, zuweilen mit Nekrose am Tuber ischii, wodurch fisteln nach dem Ablauf der Phlegmone zurückbleiben, welche der Behandlung grosse Schwierigkeiten bieten.
finden auch bei der Peurtheilung und Behandlung dieser Zustände die allgemeinen Grundsätze Anwendung, so sei hierüber doch folgendes bemerkt: Die in folge von Quetschungen, seltener durch gewaltsame Muskel­dehnungen entstandenen Kxtravasate bleiben in der Pegel ohne besonderen Nachtheil, wenn mau die frühzeitige Eröffnung derselben v e r in e i d o t.
In frischen Fällen lasse man die verletzte Stelle energisch kühlen und gebe dem Thiere vollständige Buhe. Werden die Thiere weiter zur Arbeit vorwendet oder transporlirt, so iindet nicht selten eine neue Blutung und Vergrösserung des lliimatoms statt. Kleinere Kxtravasate können vom
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Vorldzunjjon um OberachsukeLnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;747
• 'i. bis 4, Tage ab inassirt werden, um die Resorptionen zu fördern, hol grösaeren (etwa kopfgrossen) Hätnatomen kommt in der Regel (!!(gt; Resorption nicht zuStando oder sie dauert längere Zeit als ilic Heilung nach ei'folgter Punktion, Ducli schreite man zu dieser Operation nioht vor dem 5,—(1. Tage nach dorn Auftreten der Geschwulst, und zwar thcils am die Gefahr dor Nachblutung zu vermeiden, thcils um [nfeotionen und phlegmouöse Er­krankungen zu verhindern. In 5—6 Tagen ist die Thrombenbildung so vollständig, dass eine Blutung nicht mehr zu liefiirchtcn stellt; auch sind in dieser Zeit die Wandungen des Hämatoms so weit plastisch iiifiltrirt. dass die Zcrsotzungsproductc des Blutes nach Eröffnung des Hiimatoms nicht so leicht in die Govvohe eindringen. Von diesem Gesichtspunkte aus empfiehlt sieh zugleich die Oeffnung des Hämatoms an seiner tiefsten Stelle zu bewirken, die Höhle so weit möglich von dem geronnenen Blute zu reinigen und mit, einer Desinfectionsfiüssigkeit auszuspülen; auch kann die Application eines Drainrohres zweokmässig werden. Unter Beachtung dieser Massnahmen sieht man oft .schnelle Heilung eintreten, zuweilen unter un­mittelbarer Vereinigung der Wandungen des Hiimatoms. Dass hierzu die Anwendung von Desinficionticn wesentlich beiträgt, versteht sich von selbst.
Wunden, die sich auf die äussere Haut der Hinterbacke beschranken, heilen oft per prinnun int., wenn man dieselben alsbald und nntor Beachtung antiseptischer Massnahmen sorgfältig heftet und mit einem Desinficienz (Jodoform und Tannin, 1:3) bedeckt. Dieser Vorgang kann durch Auflegen eines mit Hülfe des Schweifriemens befestigten reinen Tuches, welches man von Zeit zu Zeit mit, einem Desinficienz anfeuchten lässt, unterstützt werden. .Dass hierzu Ruhe für das Thier erforderlich ist, versteht sieh von selbst.
Mus k e I w u n d e n heilen an dieser raquo;Stelle im allgemeinen leirht und am schnellsten unter dorn Schorfe. Sobald die Bedingungen hierzu ge­geben sind, nämlich: Einwirkung der äusseren Luft auf die ganze Wund-lläche, wie es hier nicht selten der Fall ist. empfiehlt es sich diesen Hei-lungsvorgang anzustreben, Man lasse die Wunde sorgfältig reinigen, ent­ferne die losen Petzen, spüle mit einem Desinficienz nach, und nachdem die etwa blutenden Gelasse unterbunden sind, bepudere man die Wunde mit Jodoformtannin, Mierauf entsteht in der Hegel ein trockener, schwarzbraun gefärbter Schorf, welcher sich der Wundfltlche fest anlegt, Wo dieses ein­getreten ist, kann von jeder weiteren Behandlung Abstand genommen werden: die Heilung erfolgt, bei entsprechender Ruhe des Thieres schnell und ohne alle Störungen. Löst sich der Schorf an einzelnen Stellen ab, so entferne man denselben, tupfe das Wnndsecret mit etwas Watte oder Holzwolle ab und wiederhole das Verfahren. Zuweilen tritt nur an den oberen Abtheilungen Heilung unter dem Schorfe ein, während die übrigen von dem abfliessenden Wundsecret vorhindert werden auszutrocknen, daher unter Eiteruni,' heilen.
Berühren sich dagegen die Wundflächen, oder bestehen Taschen und tiefere Verletzungen, so heilt die Wunde nur unter Eiterung, weil es sehr selten gelingt hier einen aseptischen Zustand herzustellen, in solchen Fällen sorge mau durch Spaltung, (iegenöffnungen, event, unter Anwendung von llaarseilen und Drains, sowie durch öfteres Reinigen für die regelmässige Entfernung dos Wtindsecretes und verhüte so Eiterversenkungen.
Selbst da wo die Heilung per primam intent, ausgeschlossen erscheint, liann das Heften dor Wundriinder die Heilungsvorgänge abkürzen; dies ist namentlich der Pali, wenn die iiusscre Haut in grösserer Ausdehnung von ihrer Unterlage abgetrennt war. Werden die Hautlappeu mit Hülfe eines
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IS
Krankhoiten clev Bintsraliedmassen,
nicht zu dünnen Fadens odor besser noch mit einem Bande, das nicht so leicht durchschneidet, geheftet, so findet in den Wundrändorn nicht so leicht Retraction des Narbengewebes statt, wodurch namentlich hei grOsseren Defecten die Heilung verzögert wird.
Fisteln die zum Tuber ischii gehen suche man zu spalten, um wo-möfllioh das nekrotische Knochenstück zu entfernen.
2. Brüche des Oberschenkelbeines.
lit: Dresse, Th. Mitth. 1867. S. 152. Schrader, Her. Bep. 9. S. 91. Die-teriohs, Gurlt u. Hertwig. 22. gt;;. 402. Stookfleth, Chirurg. S. 515, llauzo. Th. Mitth. 1878. S, 118, Wilhelm. Jahrb. 188!!. S. 122. Hess. Her. I!lt;'p. 88. S. 299. Schwerdtfeger, Dresd. Her. 1861. S. 120. lacht.', Gurlt u. Hortwig. 17. S. 869. Dieckerhoff, Ad. Woch, 21. S. 95. Piedler, Th. Mitth. 1879. 8.87. Heuberger, Ad. Woch. 1891. Nr. 11.
Trotz der geschützten Lage des Oberschenkels worden Procturen desselben bei den verschiedenen Thierarten nicht selten beobachtet. Bei kleinen '{quot;liieren, Hunden, geben Fusstritte, heim Pferde Huf-schlftge und ebenso wie beim Kinde Niederstürzen zur Entstehung' desselben Veranlassung. Pferde können sich durch heftige Muskel-actiouen im gefesselten Zustande den Bruch zuziehen und zwar nament­lich, wenn der Fuss zu hoch iiusgehunden (der Huf über das Ell-bogengelenk hinaus geführt) wird und in dieser Lage energisch gestreckt wurde. Nach GKll'lt soll auch das Ausbinden des Hinter-fusses auf das Schienbein des Vorderfusses Ursache von Pemur-fracturen werden können; ich lasse diese Befestigung oft vornehmen, sah jedoch niemals einen Bruch dabei auftreten. Dagegen halte ich das Ausbinden auf den Vorarm oder die Befestigung des Fusses an den Ring eines Brustgurtes für bedenklich. .Jede absolute Fixirung des Hinterfusses in der Heugestellung giebt leicht zu diesem Bruche Anlass. weil für gewaltsame Streckung des Schenkels bedeutende Muskelkräfte zur Verfügung stehen. Je weniger Hindernisse dieser Streckung entgegengestellt werden, desto sicherer lassen sich Schenkel­brüche vermeiden. Lichte berichtet über eine Oberschenkelfractur bei einem l'ferde, dos mit horizontaler Luxation der Patella be­haftet war.
Fracturen am Collum femoris sind bei Thieren viel sel­tener als beim Menschen, weil die Halsbildung am Femnr nicht wie dort ausgeprägt ist; doch wurden auch beim l'ferde derartige Brüche beobachtet. Schrader berichtet über einen solchen, wobei der (ie-lenkkopf in der Höhe des unteren Uiudrehers mit dem Femur wieder
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Brüche des Oborsobenkelbeines,
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verwaolisen war. Häufiger worden Brüohe um Qelenkkopfe selbst beobachtet; Dieterichs sah sogar beim Pferde einen doppelseitigen Bruch des Caput femoris. Selten treten Fracturen an den Umdrehern auf; ich fand jedoch eiumal den unteren Unidreher heim Pferde durch Fallen auf unebenem Boden fracturirt; ebenso stellen sieh Brllche an den unteren Gelenkfortsätzen nicht häufig ein, doch wurden auch solche von Stockfleth wie auch von mir beobachtet; hierbei handelt es sieh zuweilen um einen intmcapsulären Brueh. Am häufigsten sind Brüche der Diaphvse, welche bei Hunden meist in der Nähe des unteren Endes auftreten. Auch kommen hier Splitterbrüohe vor: (irove (Hertwig) fand das Oberschenkelbein eines Pferdes in 85 Stücke gebrochen. Bei einem von mir untersuchten Rennpferde war das Femur an der oberen Grenze der Diaphj'se mehrfach gebrochen (SpUtterbruch). Hering und Drosse wollen .Fissuren des Ober­schenkels durch Hufschläge beim Pferde gesehen haben; bei der Section fand sich ein Querbruch des Femur; es scheint demnach eine Infraction vorgelegen zu haben. Fiedler sah beim Fohlen Ablösunff
CTOnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;O
der oberen Epiphyse von der Diaphvse in Verbindung mit Luxation des Femur.
Die Erscheinungen lassen selten Über die Gegenwart des Zu-standes einen Zweifel, sobald die Fractur durch die Diaphyse oder dm Kopf bezw. Hals des Knochens geht, zeigt sich hochgradige Schmerzhaftigkeit (Stütz- und Hangbeinlahmheit) mit abnormer Beweglichkeit des Schenkels, namentlich nach aussen (Abduction) und Crepitation; die Crepitation fehlt indess zuweilen in Folge starker Deviation der Bruchstücke. In der Pegel macht sich schon von weitem eine schlotternde Beweglichkeit des ganzen Schenkels be­merkbar, und es kann nur in Frage kommen, ob die Fractur am l'emur oder an der Tibia ihren Sitz hat. Schwierigkeiten bieten zuweilen die Fracturen am oberen Ende des Femur, indem das untere Bruchstück sich in die Gelenkpfanne legt und auf diese Weise das Stützen der Körperlast ermöglicht wird: in der Pegel lässl sich je­doch eine Verkürzung des Schenkels hierbei nachweisen.
Fractur eines Umdrehers ruft Anschwellung und ausgespro­chene Hangbeinlahmheit mit Verlangsamung der Bewegung and Verkürzung des Schrittes nach vorn hervor und ist oft mit Abductionsstellung des Schenkels verbunden. An dem einen oder andern der unteren Condylen ruft der Brück heftigen, localisirten Schmerz hervor und veranlasst starke Beugestellung des Schenkels,
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Kranklu'iU'ii der Hintwi'licdmiissi'ii.
wie bei dci'Goiiitis; dabei inuclu'ii sicli in deu nächsten Tagen iiucli die Übrigen Erscheinungen der ECniegelenkentzündung bemerkbar.
Dir Verlauf ist im allgemeinen ungünstig, namentlich beim Pferd mul Rinde, sobald erhebliche Stützbeinlahmheit mit dem Zu­stande verbunden ist. Fracturen an der Diaphyse können durch Verletzung der grossen Schenkelgeftlsse unter den Erscheinungen einer Verblutung zum Tode führen. Am Caput und am Collum femoris kommt niemals Wiedervereinigung zu Stande. Hess fand selbst oach einem Jahre den abgelösten Gelenkkopf ohne feste Ver­bindung mit dem Femur, ebenso Schwordtfeger nach einem halben Jahre. Wo aber Heilung eintritt, IdeiM fast immer Lahmheil zurück, du die Gelenkpfanne durch das [leiben der Knochensplitter schwere Läsionen erfährt; ich land mehrmals den Gelenkknorpel vollständig abgerieben. Sein- ungünstig verlaufen auch Fracturen an den unteren Condylen, günstiger dagegen gestalten sieh Brüche der Diaphyse bei kleinen Thieren, wenn keine starke Deviation mit Vei'ktirzung des Schenkels bestellt. Leider ist diese bei Hunden meUt erheblich, indem das obere Hruehstüek durch die Muskulatur nach hinten, das untere nach vorn bewegt wird, wobei es leicht zu einer bedeutenden Interposition von Muskelmassen komm! . welche die regelmässigc Callusbildung sehr ersehwert bezw. unmöglicli macht. Dass indess selbst bei grösseren Thieren die Heilung niehl ausgeschlossen ist, beweisen die Beobachtungen von Eanzo, Wilhelm u. A. Wilhelm sah sogar eine Pemurfractur beim Pferde heilen, welche mit einem Schambeinbruch an der anderen Seile verbunden war. Nachdem das Pferd 10 Wochen im Hängegurt gestunden hatte, konnte es zu leichter Aekerarheit verwendet werden. Der betreifende Fuss war jedoch um 8 cm zu kurz. Hei Hunden sah ich wiederholt nach Fracturen der Diaphyse Bildung eines Callus fibrosus und dauernde Lahmheit, aber auch umgekehrt vollständige Heilung mit Beseitigung der Bewegungs­störungen eintreten. Am wenigsten Bedeutung haben diese Brüche beim Schwein und den kleinen Wiederkäuern : hier heilen sie leichter, weil die Thiere den Fuss mehr zu schonen im Stande sind. Am günstigsten müssen Fracturen der ümdreher beurtheilt werden: da sie keine Stützhemlahmlieit veranlassen, kommt der andere Fuss nicht in die Gefahr, Senkungen des Hufbeines zu erleiden. Die voll­kommene Heilung stösst jedoch auch hier zuweilen auf Schwierig­keiten und bleibt nicht selten Lahmheit zurück, die den Gebrauch des Pferdes nur in langsamem Schritt gestattet. Die Beurtheilung
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BrQohe des Oböfsobdnkolbeinss.
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liängt hier vornclmilich von dem Qrade der Bewogungsstönuig til), die mit dem Bi'uch verbunden ist. Heuberger beobachtete einen Bruch ik's oberen Umdrehers bei einem Pferde, das vollständig ^raquo;3-heilt wurde.
Die Behandlung beschränkt sich im ganzen darauf, dein Thiere absolute Uulie zu ^eben; l'l'erde werden in den Hängegurt gebracht. Die mehrfach beschriebene Einrenkung ist. für gewöhnlich nicht aus-fllhrbar; selbst bei Hunden stösst man hiei'bei auf den Widerstand der verhältnissmässig starken Muskeln des Oberschenkels und damit liäufig auf grosse Schwierigkeiten. Wird hier die Extension und Contraextension versucht, so weichen die Bruchstücke oft noch weiter aus einander. Bei Hunden empfiehlt sich die Reposition so gut es gehl zu versuchen, sodann einen Gipsverband, vom Metatarsus aus­gehend . soweit nach oben zu legen . als es möglich ist. und diesen durch Anlegung eines sog. ..Sattelsquot; zu fixiren, d. h, man lässt die Bindentouren Über den Rücken gehen und schlingt dieselben zugleich um den Oberschenkel der anderen Seite, um so das Herabgleiten des Verbandes zu verhindern. Auf diese Weise habe ich wiederholt bei Hunden Heilung erzielt; in andern Fällen blieb sie trotzdem aus.
Bedeutendere Schwierigkeiten stellten sieh bei den grossen Thieren der Reduction entgegen (man würde dazu womöglich Narkose anwenden), und nicht geringere auch der Retention. Die mehrfach beschriebenen Bandagen und Schienenverbände habe ich niemals so zu befestigen vermocht, um eine sichere Lage derselben zu erzielen. ohne Druckwirkung ZU erzeugen. Bei den beuligen l'nterluiltungs-kosten lohnt sieh auch ein Heilversuch beim Pferde höchst selten.
Den Wiederkäuern und Schweinen würde man Buhe und einen bequemen Stall mit niö^liehst weicher und ebener Streu (Torfstreu) geben. Um Beunruhigungen durch andere Thiere zu vermeiden, müssen Schweine separirt werden.
Zur Vermeidung von Schenkelbriichcn am gefesselten Pferde kann ich in üebereinstimmung mit Dieckerhoff die sog. Schenkelbremse empfehlen. Ein Gurt oder starkes Soil wird mit Hülfe eines 8jj m langen starken Stockes (Besenstiel) um den oben liegenden Hinterschenke] und zwar etwa 1—2 Hand breit über dem Sprunggelenke so geschnürt, doss die Achilles­sehne gegen den Unterschenkel gepresst wird. Sobald das Pferd nun eine gewaltsame Streckung des Schenkels versucht, entstellen durch den Druck der Bremse erhebliche Schmerzen, welche es von weiteren Versuchen ab­halten: auch wird die Wirkung der Strecker direct, gehemmt.
Ferner ist zu empt'oblon, den Hinterl'uss beim Ausbinden nicht voll­ständig zu fixiren, so class der etwaigen Streckung desselben kein absolutes
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752nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Biutergliedtuossen.
Hiuderniss (Mit^ogeustcht. Deshalb lasse ich den öurt oder Sti'iok zum Ausbiaden über den Unterschenkel sohlingen, zwischen igt;fler ül)er lieido Voi'devsohenköl nacli vorn, unter den Hüls und über den Bücken /.um Sehenkel zurückführen, nunmehr unmittelbar unter der ersten Sohlinge zweimal um den Unterschenkel legen, und das Ende des Gurtes über den Rumpf hinweg geführl von zwei Gehülfen halten. Man ziehe den Gurt nicht zu fest an, so dass dor Hinterfuss beweglich bleibt.
Eine Fractur des unteren Trochanter wurde von mir 1875 bei einem älteren Pferde am rechten Hinterfusse beobachtet. Der Schritt war um ',•#9632; seiner normalen Länge nach vorne verkürzt; Beugungen der Gelenke wurden ängstlich vermieden, deshalb streifte hoini Gehen die Zehe dos Hufes den Boden. Beim Vorführen heschrieb der Schenkel einen nach aussei! gerich­teten Bogen, wobei der l'uss jedoch bis zur Höhe der Medianebene des Körpers nach innen geführt wurde. Während der Belastung der kranken Seite senkte sich die entgegengesetzte Seite der Kruppe, so dass der linke laterale Dannbeinwinkel etwa 'rgt; cm tiefer stand als der rechte; ein Gleiches konnte beobachtet werden, wenn der rechte Vorderl'uss aufgehoben wurde.
An der Stelle, wo der untere Trochanter liegen sollte, machte sich eine ;.! Finger breite Vertiefung bemerkbar, welche am vorderen Bande des langen Auswärtsziehers beginnend 6 cm lang horizontal verlief, dann in leichtem Bogen nach aufwärts stieg und sich am hinteren Bande des Tensor fascine latae verlor. Dicht vor dem langen Auswärts/ioher Hess sieh der untere ümdreher bei genauer Untersuchung feststellen; seine Be­wegungen veranlasston ein schwaches Crepitationsgeräusch. Da das Pferd der Beobachtung entzogen wurde, so können über den Vorlauf des Leidens keine näheren Mittheilungen gemacht werden.
;j. Verrenkung lt;U's Hüftgelenkes. Lnxatlo femoris.
Lit; bafusse, Her. Hep. 18. S. 247. Harms, Gurli n. Hertwig. 37. S. 141. Derselbe, Hau. Ber. 1876. u. 1879/80. Dieterichs, Chirurgie. S. (i.Vi. Derselbe. Gurlt u. Hertwig. 23. S. 200. Falke, das, 23. S. 64 u. 24. S. 378. Schirlitz, Th. Mitth. 79. S, 88. Bossi, Her. Rep. 18. S. KIT. Kilert, Gurll u. Hertwig. 22, S. 253. Fiedler, Th. Mitth. 1870. S, 87. Bucher, Berl. Aivh. 17. S. 376.
JJio Tiefe dor Gelenkpfanne wie auch die Stärke dos Ligameutum tares lassen ObersclienkelverrGnkuugen beim Pferde nicht leicht ein­treten, Von Rigot u. a. wurde ihr Vorkommen überhaupt in Zweifel gezogen, doch liegen vorschicdoiK' Mitthoilungoii vor (Schmder, Falke u. a.i, welche die Möglichkeit derselben bestätigt haben. Andererseits steht aber lest, dass eine complete Luxation ohne Zer-reissung des Ligamentum tercs nicht möglicli ist. so class Dieteriohs in dieser Streitfrage mit Falke entschieden Recht hatte; der vom geraden Bauchmuskel stammende Schenkel dieses Bandes kann aller­dings bei der Luxation intact Bleiben; dagegen /erreisst regohniLssig das Kapselband sowie die nachbarliche Muskulatur. Incomplete Luxa-fcionen dürften beim Pferde kaum vorkommen; auch die von Hanns
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Verrenkung des Obetscbenkels.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7oi5
bei Kühen liiei'Ubei' gemachten Mittheilungen erscheinen nicht ganz klar.
Wllhrend beim Pferde dus Collum und der öelenkkopf leichter brechen als luxiren, hegen die Verhältnisse heim Rinde und den llbrigen Tlüeren für das Zustandekommen vr)ii Obersohenkelluxationen gün­stiger. Die Gelenkpfanne ist hier flacher und das Ligamentum teres schwiuduT, und so erklärt sieh das bei weitem häufigere Vorkommen des Leidens bei diesen Thieren. Bei Hunden sah ich wiederholt Hüftgelenkluxationen. Fiedler beobachtete Luxation des Femur in Verbindung mit Epiphysenablösung bei einem Füllen.
Wiederholt wurde bei der Section von Pferden das Ligamentum teres zerrissen gefunden (Falke). Bei einem alten Anatomiepferde, welches kurz vor dem Tode keine Lahmheit gezeigt hatte, fehlte das Ligamentum teres. Am Caput femoris sowie in der Gelenkpfanne erschienen die An­satzstellen des Bundes vertieft und glatt; es war auch nicht eine Spur des Bandes nachzuweisen, während der vom geraden Bauchmuskel stammende Ergänzungstheil desselben normal entwickelt war. aber bereits vor seinem Eintritt in das Aeetahulum endigte; auch das Lig, transversum ineisurae acetabuli war normal gebildet. Dagegen zeigten sich die hinteren Abschnitte #9632; les Glutaeus parvus mit narbigem Bindegewebe stark durchsetzt. Wahr­scheinlich hatte vor längerer Zeit eine Luxation (?) oder heftige Distorsion des Hüftgelenkes stattgefunden, wobei das Lig. teres wie auch dieser Muskel Coutinuitätstrennungen erfahren hatten. Doss aber mit der Zerreissung des Ligamentum teres Bewegungsstörungen verbunden sein können, be­weisen die Beobachtungen von Bücher. Derselbe fand das Band bei zwei Pferden zerrissen, welche aussei- Stande waren mit dem kranken Fnsse die Körperlast zu stützen. Das eine berührte nur mit der Zehen­spitze, das andere mit der Zehenwand des Hufes den Hoden; das Sprung­gelenk war stark gestreckt, die Phalangen verharrten in excessiver Plantar-llexion. Es muss indess zweifelhaft erscheinen, ob diese Störungen aus-scbliesslich von der Zerreissung des Ligamentum teres abhängig waren.
Als Ursachen wirken forcirte Bewegungen des Schenkels im Hüftgelenke; bald excessive Beugung beim Niederstürzen, bald über-m'dssige Strecknno- beim Ausgleiten, bald starke Seitwäi'tsbewegungen (Abduction und Adduction). Daher erklärt sich, doss der Gelenkkopf nicht immer nach derselben Seite aus dem Aeetahulum schlüpft, sondern verschiedene abnorme Stellungen annehmen kann, wodurch nicht nur Eigenthümlichkeiten in dem Krankheitsbilde entstehen, son­dern auch die Beurtheilung und Behandlung beeinflusst werden muss.
.
Erscheinungen. Der luxirte Schenkel zeigt sich bald ver­längert, bald verkürzt, bald verharrt derselbe in Adduction, bald in Abduction. Seine Beweglichkeit ist bald für diese, hald für jene Bewegungen eingeschränkt, während andere in ungewöhnlicher Frei-
Uöller, Speololle Chirurgie für ThiorUrzto. #9632;#9632;!. Aufl,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -IS
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•j'|-).(nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kvanklu'itrn dor lliiiterglicihnusscn.
holt ausgeführt werden können. Diese Einsobrftnkung der passiren Beweglichkeii unterscheidet die Luxation von der Fraotur; aucli das Fehlen der Crepitation spricht fUr Luxation. In jedem Falle zeigt silt;li eine erhebliche öebrauchsstörung an dem Schenkel. Die Luxation ist stets von einer ausgesprochenen Hangbeinlahmheit begleitet; doch erscheint aueb die stützende Thiltigkeit des Schenkels aufgehoben oder in hohem Grade beeinträchtigt (Stützbeinlahmheit).
Am Hüftgelenk macht sieh nach einiger Zeit eine Anschwellung, zuweilen aber eine Vertiefung bemerkbar, während die Stellung des oberen Trochanters verändert erseheint: bald tritt derselbe deutlicher hervor, bald verschwindet er in den Weichtheilen. Die äussere Haul erscheinl am Hüftgelenk und dessen Umgebung entweder stärker an-iresuanni oder schlaff. Bei Luxationen in das eirunde hoch lässt sieh der Kopf des Obcrsclicukcls vom Mastdarm oder der Scheide ans fühlen und besonders bei Bewegungen des Schenkels hier deutlich nachweisen.
Die Prognose erscheint bei grösseren Thieren stets zweifelhaft, meist ungünstig. Nur bei frischer Verrenkung (in den ersten 3 Tagen) gelingt wohl die Reduction, aber auch hier nur mit üeberwindung grösserer Schwierigkeiten, Leichter lässt sich diese bei kleineu Thieren in der ersten Zeit bewirken; bald aber treten Weichtheile und Blut in die Gelenkpfanne und bieten der Reduction grosso, oft unüber­windliche Hindernisse. Dazu kommt, class in Folge Zerreissung des Ligamentuni teres namentlich bei grösseren Thieren leicht Recidive eintreten; hier ist daher Heilung die Ausnahme, indem namentlich Arbeitsfähigkeil der Thiere selten wiederhergestellt wird. Nach län­gerem Bestellen der Luxation bildet die Muskelcontractur ein weiteres Hinderniss für die Reduction und die Heilung.
Behandlung. Zur Reduction werden grössere Thiere auf die gesunde Seite gelegt und narkotisirt: da Menschenkraft zur Extension der Glieder nicht ausreicht, so müssen Hebelkräfte in Anwendung kommen, •/.. B. ein Piaschenzug. Während mit Hülfe solcher Vor­richtungen die Extension erzielt wird, fällt dem Operateur die Aut­gabe zu, je muh der Lage des Qelenkkopfes die Reposition zu be­wirken, wobei bald ÄMuction, bald Adduction wie Rotation des Schenkels erforderlich, bei der gewaltsamen Extension des Gliedes aber meist unausführbar wird. Bei kleinen Thieren (Hund) lässt man von Gehülfen die Extension und Contraextension bewirken, während
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Verrenkung des OberaobenkelB,
755
der Operateur unter Berücksichtigung der abnormen Lage des Capui Ifiiioris die Reposition ausfuhrt,
Nach vollzogener Eini'enkung werden Pferde in einen Qängeguri gebracht, um das Niederlegen zu verhindern, wobei leicht eine neue Verrenkung eintreten kann, Ruhe ist für alle Thiere in der ersten Zeit erforderUch.
Da die anatomische Lage des Oberschenkels zum Becken bei den Thieren sich anders gestaltet wie beim Menschen, so muss auch die Nomen-datur so wie die Reposition der Verrenkung hier anders ausfüllen. Mir scheint folgende Eintheilung erapfehlenswerth;
Luxatio i'emoris
vorn = L. iliacu.
hint en #9632; L. ischiadic a.
i n n i' n :
a)nbsp; L. p ii b i ca.
b)nbsp; L. obl nra t ori a.
a u a se n L. s ii-p r a c o ty 1 o i d ea.
Capul femoris
Ca p u t fe in mis
a) Luxatio p n-
Caput femoris
steht neben
stell t u n t e r
b ica.
s tollt ii 1) D r d e r
dein Darnibein.
dem lateralen
0 a ]i ii t fc in 0 r i s
(1 elimk pfo n n e,
A st des Sit #9632;/,-
steht unter
b e i n e s.
d cm Q u ii r a s t il o s S c li a ni-lj o i nc s.
Ursachenlaquo; For-
Ursachen. For-
Ursachen. Kxirs-
llrsacheiu Ali-
rirtc Streckung mit
cirtc Abduction mit
siveAbductioiijbeim
norme Adductions-
liotation nach aus-
Rotation nach innen
Kind iiml Pferd
bewegung, Stoss,
simi (Supination).
(l'ronation). Aus-
(Bossi und Lafosse)
Schlag, Kali. Meist
Meist bei Kühen,
gleiten, meist beim
duroli Reiten auf
bei Hunden,
auch Pf orden (Schra-
Kinde.
Standbaum, Aus-
der); durch plötz-
gleiten II. 8. W.
liches Wenden im
Stalle.
b) Luxatio obtu­rator ia. Caput femoris steht im eirunden Loch.
Erschoiniiiiiaren.
Erschcliiun^cii.
Er.scheiiiiiiisrcii.
Erscheinungen.
A b d n c t i o n in i t
Das Thier legt sieb
a) 15ei L. pubica.
Verkürzung des
liotation nach
mit Vorliebe auf
Abduction und
Schenkels und
aassen. Bei lie-
den Hauch bei ab-
Rotati on na ch
Adduction. Ab-
lastung der kranken
ilncirtem und nacli
aussen. Schwan-
duction und Bewe-
Seite senkt sich die
innen rotirtem
kender, unsicherer
gung beschränkt.
I
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I,tit
Kniiikhi-'iliMi der lliiitiTcrlii'dinassoii.
vorn = Li ilia onlaquo;.
hinten - quot;L i so li I a (I i c ft.
a)
i n n 6 n: pu i) i ia.
aus sen s= L. b n-pracotj'! oideu.
lp| L, obturatoria.
Hüfte, der Trochan-tcr tritt deutlich hervor mid setzt die äussüro Haut in Spannung, welche
am Oberschenkel und Knie in Kalten liegt. Der Sehenkel erscheint verkürzt.
der Kniewinkel offen, das Femur sieht fast senkrocht.
Stockfleth sah diese Verrenkung bei der
Kuh doppelseitig auftreten.
Schenkel. Heim, Stehen bildet sieh vor dem M. bicops eine l'nrehe und am
Trochanter eine Vertiefung, Haut
auf der Kruppe straff angespannt. Anschwellung und
Schmerz gering.
Durch Sehlag gegen den Umdreher oder schnelles Zurück­schieben des ge­streckten Sehenkels wird ein lauter Ton erzeugt , welcher durch das Gegen­schlagen des Ciiput feinoris gegen das Sitzbein entsteht. Stütz- und Hang-beinlahmheit, Gang schleppend, im Bo­gen, /ehe schleift oft den Hoden,
(lang, Trochanter undeutlich; über dem Hüftgelenk eine Vertiefung! passive Beweglich­keit, Abduction ab­norm . für Adduc­tion eingeschrllnkti
b) Luxatio obtu-
r at or ia. Im allgemeinen dieselben Sympto­me. Die Untersu­chung per anum oder vaginam lässt das Caput beson­ders bei Bewegun­gen des Schenkels deutlich erkennen.
Anschwellung' über
dem Hüftgelenk. Trochanter deutlich hervortretend.
Prognoselaquo; Heim Pferde und heim
Kinde schlecht. Wenn Einrenkung nicht erfolgt, kann bei leichten Thieren wohl einige Bewe­gungsfreiheit durch ein falsches Gelenk
wieder erlangt werden, doch bleibt Lahmheit zurück. Nach Reduction er­folgen leicht Ueci-dive.
Prognose ungün-
Prognose eben-
stig. Stocklieth
falls schlecht, nur
konnte von 9 Rin-
in ganz frischen
dern nur 2 erhalten.
Füllen Reposition
möglich.
Prognose. Bei
Hunden nur anfang­günstig; später dauernde Lahmheil; bei grösseren Thie­ren noch weniger Aussicht auf dauern­de Heiluna.
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Kntziimlmig (lex Hüftgelenkes.
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vorn Ti. iliacii.
hinten = L. i seh i ad i ca,
innen: a) 1.. pubi o a. lii L. obturatori a.
au s sen I-. a u-p va ootyl 0 i d o a.
HcIiiiikIIiihk- wie
Behnndlungi Zur
Boltaudlaiig.
Kcliandiiinir. Ex-
im allgemeinen. Ex-
Reposition: Exten-
Starke Extension in
tension am flectirten
tension und Ver-
sion in abducirter
abducirter Sehen-
Schenkel in Abduc-
schiebung des Qe-
Schenkella^e, dann
kellagc, darauf ist
tionsriebtung, dar-
lenkkopfes nach hin-
schnelle Adduction
unter Rotation nach
auf muss unter Ad-
ten,
mit Rotation nach
aussen und Adduc-
duction die Einren-
aussen.
tion die Reduction zu bewirken.
kung erfolgen.
L Eutzttndung des Hüftgelenkes. Coxltls.
Lit.: Hanns, liindviehkrankheiten. S. 285 u. 288. Eberhardt, Qurli u. Hert-wig, 22, S. 42. Noaok, Dresd. Ber. 1889. S, 78. Falke, Gurlt u. Ilert-wig. 23, .8. (54 u. 378.
Neben dein Ellbogengelenk besitzt das Hüftgelenk anscheinend die grösste Widerstandsfdliigkeit und erkrankt namentlich beim Pferde nur selten; doch kommen bei diesen Tliieren und noch mehr bei Kindern Distorsionen des Hüftgelenkes vor, welche, wie bereits besprochen, mit partieller oder totaler Zerreissung des Ligamentum teres, sowie des Kapselbandes verbunden sind; in Bezug auf das Kind hat Harms um­fangreiche Beobachtungen mitgetlieilt: am Caput femoris fanden sieb abgeriebene Stellen. Eberhardt berichtet ebenfalls über dieses Leiden bei Ochsen; die Section ergab Zerreissung des Ligamentum teres, wie auch einiger Muskeln in der Umgebung des Gelenkes.
Es muss ferner das Vorkommen von Contusionen des Hüftgelenkes durch Niederstürzen auf hartem, unebenem Boden zugegeben werden; häufiger erkrankt allerdings unter diesen Umständen die Bursa trochan-terica (S. 759),
Spontane Entzündungen des Hüftgelenkes gehören zu den Seltenheiten; beim Kinde wurde eiterige Coxitis beobachtet, von Noack sogar an beiden Gelenken; dieselbe war wahrscheinlich in Folge einer traumatischen Pericarditis auf embolischem Wege entstanden. Auch bei der sog. Lähme entwickeln sich eiterige Entzündungen des Hüft­gelenkes, wenn auch nicht so oft wie an anderen (ieleiiken. Bei Kindern dürften wie beim Menschen die eiterigen Processe am Hüft­gelenke zum Theil auf tnbercnlösein Boden entstellen.
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758nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kninkhciti'ii der IlinU'r^lii.Mlmassoii.
Die chrouisclie Entzündung, welche beim Menschen ids Miiluin coxae senile häufig beobachtet wird, findet sich hei den Thieren höchst selten; class solche aber vorkommen, lt;j,'ehl uns den Angaben Kalkes hervor. Sehrader, welcher sieh mil dieser Art der Er­krankung heim Pferde besonders beschäftigte, bezeichnet sie bereits als sehr selten. Auch trifft mau sie nur selten bei Sectionen au.
Erscheinungen. Je nach dem Grade der Entzündung zeigt sieh die Lahmheit mehr oder weniger stark. Rinder stellen bei der Dis-torsion den kranken Fuss nach vorn, während die Zehe nach aussen gerichtet ist (Harms). Der Gang ist schwankend, der Schenkel wird in einem nach aussen gerichteten Bogen schlendernd vorgeführt. Während der Belastung knickt derselbe zusammen, besonders bei Wendungen auf dem kraukeu Fusse (Harms). Aehnliche Erschei­nungen werden bei Pferden angetroffen; in der Hegel besteht hier eine Hangbeinlahmheit, verbunden mit Abductionsstellung. Bei eite­riger Erkrankung machen sich phlegmonöse Processe in der Gegend des Gelenkes bemerkbar.
Verlauf. Die von Harms beim Rinde beobachtete Erkrankungquot; der Hüftgelenke nahm in der Regel einen ungünstigen Verlauf; nur in einzelnen Fällen trat Besserung, in keinem vollständige Heilung ein. Bei hochgradiger Lahmheit ist, das Schlachten des Thieres vor­zuziehen. Contusionen des Hüftgelenkes bei Pferden führen regel-mässig in etwa II Tagen zur Heilung. Eiterige Erkrankungen, so­wie Arthrit, chron, deformans bilden dagegen unheilbare Zustände.
Behandlung. Hube ist vor allem uothwendig. Wenn die Thiere nicht ohne Hülfe aufstehen können, lässt man Pferde am besten in einen Hängegurt, anderenfalls in einen möglichst bequemen Stand bringen.
Frische Contusionen und Distorsionen werden namentlich bei grös-seren Schmerzen anhaltend gekühlt. Wenn sich nach etwa 8 Tagen keine erhebliche Besserung bemerkbar macht, findet eine scharfe Ein­reibung (Sublimat oder Hydrarg. bijodat. mit Fett von Vasehn \ :ü) vortheilhal'te Anwendung; auch können Haarseile und Fontanelle hier nützlich werden. Ihre Wirkung beruht jedoch vornehmlich auf der den Patienten gewährten, andauernden Ruhe.
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Bm-sitis troohantericn,.
5. Entzttndnng laquo;lor Seliue und Seliueusclieide des m. glutneus inedius. Jtursitis glutool iikmIü, s. trooliantei'Ica.
Lit,: Günther, Myologie. 8.201. Renner, Gurlt u. Hertwig, 36, S. 470. Ketti-itz, The vet. jouni. '_'#9632;_'. S. l.rgt;s. Williams, Chirurgie, 6. Aufl. S. 202.
Anatomie. Der grosse Qesässmnskel (M. glutaeus medius b.), welcher gleichsam eine Verlängerung des M. longlssimus dorsi darstellt (Q-ünther), besitzt beim Pferde zwei Endesselmen, von denen sich die eine an den oberen l'indrehor des Oberschenkels anheftet, während die zweite ülier den mitt­leren Umdreher hinwegzieht, indem sie auf der überknorpelten Pltlche des-sell)(;n eine umfangreione Sehnenscheide bildet und sirli unter dem mittleren Umdreher an das Oberschenkelbein anheftet. Die Entzündung der Reime und ihrer Scheide auf dem mittleren Umdreher ruft bei Pferden eine eigenthümliche Lahmheit hervor, welche zuerst von K. Günther be­schrieben, später von Renner u.a. sowie auch von mir wiederholt, beob­achtet wurde. In England bezeichnet mau das Leiden als Trochanteric lameness (Williams).
#9632;' i
Ursaclien. Veranlassung zu diesem, nur hei Pferdou beobach­teten Leiden geben Quetschungen oder heftige Dehnungen der Sohne und ihrer Scheide. Die ersteren entstehen durch Niederstürzen auf hartem Boden, durch tJegenfahren mit der Deichsel oder Schläge mit einem schweren Gegenstände: Dehnungen erleidet die Sehne nicht nur bei der Arbeit im schweren Zuge, sondern auch beim Nieder­stürzen mit untergeschlagenem Hinterfuss, wie es beim Hängenbleiben des Fasses im Anbindestrick nicht selten vorkommt. Ferner soll plötzliches Pariren den Zustand veranlassen können. Pferde mil ab­schüssiger Kruppe und schwacher Muskulatur scheinen eine Disposi­tion ZU dem Leiden zu haben.
Verlauf. Die Krankheit stellt zunächst eine acute Bursitis bezw. Tendinitis dar, welche in der Hegel einen chronischen Verlauf nimmt, sie kann aber auch von vorn herein chronisch auftreten. Dieses hängt vornehmlich von den veranlassenden Ursachen, dann aber auch davon ab, ob der Zustand entsprechend behandelt wurde; findet letzteres statt, so kann die Lahmheit in 4 -(gt; Wochen beseitigt werden, anderen­falls, und wenn die Läsion eine schwere war, entwickelt sich nicht selten ein unheilbarer Zustand, in Folge dessen die Thierc dauernd unbrauchbar bleiben.
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TOO
Kninklioiten dor Binterfflisdtnassen.
Dio Prognose httngt in erster Linie von dor Dauer des Be­stehens und dnn Grade der Erkrankung ab, .Hei leiohter Lahmheit
und in frischen Fällen kann dieselbe günstig gestellt worden, solbrn dem Thiere die nöthige Ruhe gewllhrt wird. Bei schweren Last­pferden wie auch Reitpferden gestaltet sieh die Aussieht auf voll­ständige Heilung weniger gtlnstig als bei Pferden, die nur zu leichter Arbeit vorwendet werden, Deuthcher Muskelschwund, starke Auf­treibung und erhebliche, bereits längere Zeit bestehende Lahmheit lassen die Prognose zweifelhaft erscheinen. Dies ist namentlich der Fall, wenn sich auf dem Trochanter periostitisclio Processe mit Ex-ostosenbildung und üsuration seines Knorpelüberzuges entwickeln, wie Williams beobachtet und beschrieben hat. Dagegen schemt mir die Behauptung Kettrifcz's, dass die Bursa unter ümsttlndeu mit dem Hüftgelenk communicire und die Gefahr der Mitleidenschaft desselben vorliege, unbegründet.
Erscheinungen. Bei frischer, neuter Entzündung zeigt sieh am mittleren Umdreher vermehrte Wärme, Anschwellung und Schmerz auf Druck. Im Stande der Ruhe wird der Schenkel in Beugestellung gehalten, zuweilen aber bemerkt man im Stalle keinerlei Störungen an dem Pferde. Bei der Bewegung zeigt sieb der Schritt nach vorn verkürzt: seltener wird die Belastung des Schenkels nach hinten ab­gekürzt. Das Pferd gebt sclu'ef, wie der Hund (Günther), indem die gesunde Seite vorgeschoben und der Fuss in Pronationsstellung (Rotation nach innen) gehalten wird, Legt man während der Bewegung die Hand auf den mittleren Umdreher, so wird zuweilen deutliche Crepitation wahrgenommen (Tendovaginitis crepitans). Später stellt sich Schwund in der Kruppenmuskulatur ein.
Bei leichter, namentlich chronischer Erkrankung zeigt sich die Lahmheit oft nur bei Wendungen oder im schweren Zuge, indem das Pferd mit dem gesunden Fusse anzieht und die Belastung des kranken abzukürzen sucht.
Diese Bewegungsstörungen kommen nach meinen Beobachtungen jedoch auch bei anderen Leiden, /,. B. bei älteren Beckenbrüchen vor, weshalb sieh die Diagnose in erster Linie auf die localen Ver­änderungen stützen muss. Am meisten zuverlässig erscheint der Nachweis des Crepitationsgeränsches, denn sowohl die Anschwellung wie auch die Schmerzen können vom oberen Umdreher herrühren (S. 000).
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Nervenläbmungen am Hintorscheukel.
761
Behandlung. Bei frisolier, mit acuten Entzttnduugserscheinungen verbundener Erkrankung ist neben absoluter Ruhe die Application von Kälte zu empfehlen, und zwar entweder in Form von UinschlHgen, Lehmanstrichen oder von [rrigationen. Si^äter finden Scharfsalben zweckmässige Anwendung, und wo diese nichl zum Ziele führen, können Haarseile und das Glüheisen unter ümstilnden noch Heilunof bewirken. Mau ^v\)r dem Thiere jedoch auch nach dem Verschwinden der Lahmheit noch einige Zeit Ruhe und verschone es namentlich mit schwerer Arbeit, wodurch leicht Recidive auftreten; manche Pferde lassen sieb nur noch in leichtem Dienste verwenden.
(i. NorvonläliuiiiiigtMi am Hinterscheukol.
Lit,! Möller, Berl Arch. 2. S. 800 u. 11'. n. 0, S. 66. Pfister, Schweizer Arch. 1884. S. 18. Nocard, Peuch u, Toussnint, Chir. vöt, 2. Aufl. S. 447. Boel, Deutsch. Zeitsohr. für Thiormed. 17. S. 11. Friis, Jahrb. 1888. S. 111. Günther, Myologie. S. 190, 28S u. 194. Kr. Günther, Vis u. Nebel. 61. S, 889. Haubnev, Dread. Bei-, 1858. S. 55. Lees, Jahrb. 1888. S. MO. Hollmann, Gurli u. Hartwig. 21. S. 208. Delwart, Jahrb. 1802. S. 58. Schmidt, Th. Mitth. W4. S. 140. Haubner, Dresd. Bor. 1858. S. 55. Meyer, Gurlt u. Hortwig. 17. S. 76. Voigtländer, Dresd. Der. 1860. S. 57 u. ls(i;J). S. 57. Di eck er hoff. Spec. Pathol. S. (178. Albert, Ad. Wooh. 1877. S. 389.
Anatomie, Die Innervation der Hinterschenkelmnsknlatar erfolgt
von 3 Seiten, nämlich vom N, isehiadicus, oruralis und obturatorins.
Der Isehiadicus, aus dem lt;gt;. Lenden-, dem 1. und 2., zuweilen auch #9632;j. Kreuznorven gebildet, theilt sich, nachdem er mehrere Muskelzweige ab­gegeben hat, in den N. peroneus und X. tibialis. Der Peroneus iriebt '#9632;inen Ast an den M. biceps femoris und verzweigt sieh dann in den Beugern des Mittelfusses und den .Streckern der Zehe, also in den ander vorderen Fläche des Unterschenkels gelegenen Muskeln.
Der Tibialis liel'ert motorische Fasern besonders für die Einwärts-zieher, Zehenbeuger und Wadenniuskeln. also für die an der hinteren Fläche des Unterschenkels liegenden Muskeln; er ist endlich Em­pfindungsnerv für die unteren Abschnitte des Hinterschenkels.
Der N. crural is setzt sich aus dem 3., 4. und 5, Lendennerven zusammen, geht zwischen dem kloinen und grossen Lendenmuskel hindurch, giebt Zweige an den Uiopsoas und den iiusseren schiefen Bauchmuskel, theilt sich dann in mehrere Aeste, welche den M. quadriceps femoris ver­sorgen; kleine Zweige gehen noch an den Sartorius und Sohambeinmuskel, während der fortlaufende Stamm Empfindungsnerv für die Haut an der inneren Fläche des Unterschenkels bildet.
Der N. obturatorins, aus dorn 6, und G. Lendennerven gebildet, tritt am vorderen Fände des eirunden Loches aus der Beckenhöble, um den iiusseren Verstopfungsmuskel, die Einwftrtszieher und den Schambein-iimskel mit motorischen Fasern zu versehen.
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7(i;*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Hiutergliedtnassen.
A. Lilli inuugt'ii im Gebiete dos N. is c hi a die us.
a)nbsp; nbsp;(,Tel)pr Ltlbmnngen des N. per one us liegen bei Thieren bisher keine näheren Mittheilungen vor; auch ich hatte keine Gelegenheit, solche zu beobachten. Ks würden sich hierbei die an der vorderen Fläche des Unterschenkels gelegenen Muskeln gelähmt zeigen, in Folge dessen der Fuss nicht dorsalllectirt. d. h. im Sprunggelenke nicht gebeugt, in den Zehengelenken nicht gestreckt werden kann; dabei würde Unfähig­keit für Abduction bestehen, der Schenkel also adducirt gehalten werden. Beim Gehen würde der Oberschenkel ähnlich wie bei der Tibialislähmung abnorm gehohen (Hüftgelenk gebeugt) und der Fuss tappend niedergesetzt werden. K. (lüniher giebt an, dass Lähmung des Wadenbeinnerven steilen Fesselstand, selbst üeberköthen zur Folge hat, so dass das Pferd auf dem unteren Ende der Röhre geht. Diese Bemerkung bezieht sich vielleicht auf Versuche, die bereits Kr. Günther mit Durchschneiduug des X. peroneus anstellte und worauf Lähmung der Strecker des Fessel-, Krön- und Hufbeines eintreten soll. Vielleicht lag der von K. Günther beschriebenen, „eigenartigen- Lahmheit heim Pferde eine Feroneuslähmnng zu Grunde. Beim Menschen macht sich später Contractur in den Waden­muskeln bemerkbar: auch tritt mit der Zeit Atrophie in den Muskeln der vorderen Fläche des Unterschenkels ein; diese zeigen sich bei der Be­wegung des Fusses sclilaff.
b)nbsp; nbsp;Lähmung des X. tibialis wurde einmal von mir heim Pferde beobachtet und bereits beschrieben. Es besteht hierbei ün-thätigkeit der an der hinteren Fläche des Unterschenkels gelegenen Muskeln mit ünfähigkeil zur Plantarflexion, d. h. zur Streckung des Sprunggelenkes und zur Plantarflexion der Zehen. Da aber beim Pferde Beugung des Sprunggelenkes mit Anspannung der beiden Zehenbeuger, namentlich der sehnigen Kronbeinbeuger nothwendig verbunden ist. so werden auch die Phalangen gezwungen, bei dieser Lähmung in Plantarflexion zu verharren. Diese abnorme Haltung macht sich namentlich bei Belastung des gelähmten Schenkels bemerkbar, indem das Sprunggelenk hierbei excessiv gebeugt wird. Die Belastung des Fusses erscheint aber nicht uninüglieh, weil die Achillessehne, welche die Gastrocnemii durchsetzt, das Sprunggelenk flxirt.
Das Vorführen des Schenkels erfolgt mit abnormer Beugung aller Gelenke desselben, wobei der Fuss ungewöhnlich hoch gehoben, dann tappend niedergesetzt wird. Diese Bewegung erlangt einige.' Aebnlichkeit mit dem Hahnentritt. Schnellere Gangart (Trab) ist unmöglich.
An der hinteren Fliiehe des Unterschenkels zeigt sich die Mus­kulatur, namentlich die Wadenmuskeln und der Hufbeinbeuger, schlaff und später atrophiseb.
Eine dieser Lähmung sehr ähnliche Bewegungsstörung beob-
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itthmuna des N. iachiadicua.
70;]
achtete Nooard nach einem Beckenbruch beim Pferde. Wahrschein­lich halten sich Callusmassen gebildet, welche durch Druck auf den N. tibialis die eigenthümliche Lahmheit veranlassten (S, 560),
Uni oinem Versachspferde wurde der N, tibialis dicht vor seinem Eintritte zwischen die Gastrocnemii von mir durchschnitten. Ks stellt(lt; sich sofort die beschriebene Abänderung in der Stollmilaquo;,' ein; das Fessel-gelenk nahm deutliche Plantarflexion an; auch erfolgte die ausschreitende Bewegung mit stärkerem Heben des Fusses,
wenn auch nicht in der plumpen Weise,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Pi.r. 120.
wie bei dem oben beschriebenen Falle von
Lähmung. Demnach liisst sich wohl an­nehmen, dass die Ursache jener Lähmung mehr centralwärts ihren Sil/, gehabt hat.
c) Paralysen des Isch iadicus-stammes sind mit L'dlunung einer noch grösseren Anzahl Muskeln, namentlich der SemitendinoSus, Semimembranosus und Biceps femoris verbunden. In Folge dessen ist die freie Bewegungsfähigkeit des Fusses aufgehoben; es können na­mentlich keine Beugungen im Jiiil'l-. Knie- und Sprunggelenk ausgeführt wer­den, in Folge dessen der Schenkel schlaff herabhängt und weder beim Erfassen hochgehoben, noch auch beim Gehen vorgeführt werden kann. Beim Ver­suche zu gclien schleift der Fuss mit den gebeugten Zehengelenken über die Erde, wodurch namentlich bei Fleisch­fressern bald Excoriationen an der Dor­
?M:'
salfläche der Zeben veranlasst werden.
Paralyse daraquo; N. tibiniis.
Sobald der Fuss in die normale Stel­lung gebracht wird, kann die Belastung regelmiissig erfolgen, weil die Kniescheibenstrecker das Kniegelenk und damit, auch die übrigen Gelenke des Schenkels feststellen. (Man vergl. meine Diagnostik 11. Aufl. S. 181.) Ausserdem besteht Anästhesie in der äusscren Haut des Fusses.
Ischiadicnslähmung wurde von mir dreimal bei Hunden beobachtet; bei einem Bernhardiner, einer Dogge und einem Ziehhunde, also nur bei grossen Hunden. In einem Falle war der Hund aus dem Fenster gefallen und zeigte zuerst coniiilete Paraplegic, welche sich jedoch in den nächsten 'Pagen verlor, während an einem Fusse Ischiadicuslähinung zurückhlieb, die
Hl
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/()#9632;•
Kraukheiti'ii dev llintoi-gliedninssen.
sbenfalls bald verschwand. Ein zweiter Hund erkrankte in der Reoouvaleslaquo; cenzperiode der Staupe an dem Leiden, so dass dor Gedanke an eine meta-statische Erkrankung nahe lag. Bei dorn dritten hatte sieb die Läbmung ohne Jede nachweisbare Veranlassung eingestellt.
Ansserdem wurden von mir mehrfach gekreuzte Lähmungen bei Hunden beobachtet, von andern mich bei Pferden; am Hinterfuss war der [schiadiens, am entgegengesetzten Vorderfuss das Achselgefleoht gelähmt. Hier handelte es sich offenbar um cerebrale Lähmungen. Der von Beel als Lähmung des Hüftnerven beschriebene Znstand kann nur als Paraplegie gedeutet werden. Dagegen sah i'riis beim Pferde Lähmung des rechten Vorder- und linken llinterfnsses, welche sich auch nach Smonatlicher Be­handlung nicht besserte. Das Fehlen der Anästhesie sowohl wie auch der Muskelatropbie beweist den cerebralen Ursprung des Leidens.
üeber den Verlauf dieser Lähmungen ist bisher wenig bekannt. Während sich die von mir beobachtete Tibialisparalyse als unheilbar
erwies, besserte sich eine durch mechanische Ursachen (Fall) ent­standene Ischiadicuslähtnung eines Hundes in 14 Tagen so erheblich, dass eine vollständige Heilung zu erwarten war. Die beiden anderen Fälle entzogen sich der weiteren Beobachtung, was jedoch als günstig gedeutet werden muss, /unial das Leiden noch nicht alt war.
Die Ursachen können in Gehirn- und Rückenmarksleiden, aber auch in Läsioneu der Leitungsbahnen der Nerven bestehen. Er­krankungen des Rückenmarkes veranlassen in der Regel eine doppel­seitige Lähmung (Paraplegie). Die von mir beobachtete Tibialis-lülnnung schien aus anatomischen Veränderungen im Verlaufe der
Nerven zwischen den öastl
rocuemii hervonseffancen zu sein.
Be
Munden können sowohl traumatische Einflüsse wie auch Allgemein-leiden (Staupe) zu Ischiadicusliihnuing Veranlassung geben. Albert fand bei der Section des nach dreimonatlicher Behandlung als un­heilbar erklärten Pferdes die Residuen eines Blutextravasates um den Nerven liegen, da wo derselbe! die Beckenhöhle soeben verlassen hatte: unterhalb dieser Stelle zeigten sich Erscheinungen der Atrophie; die Schenkelmuskeln, namentlich der M. rectus femoris waren im hohen Grade .verfettet*.
Die Prognose muss sich also nach den allgemeinen Grundsätzen richten. Bei frischen, ohne nachweisbare Ursachen (Erkältung?) oder durch Dehnungen (Fallen) entstandenen Lähmungen erscheint dieselbe günstiger als bei älteren, namentlich wenn schon starke Muskel­atrophie besteht. Jede incomplete Lähmung erscheint günstiger; die complete Ischiadicuslähmung aber ungünstig, namentlich wenn sie
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Lähmung des N. ei'uralis,
((gt;.gt;
uiif, Anästhesie verbunden ist. Aufrechterhaltung der Sensibilität wie der laradischen En-egbarkeit bilde! ein günstiges Zeichen i'ür die Prognose.
|{. LiLInnung des IS', cruralis und des M, quadriceps femoris, Zerreissung der Kniescheibenmuskeln
und i Irrer geraden H ander.
Obgleich Lähmungen des X. cruralis nicht häufig vorkommen,
#9632;io werden sie doeli auch hei Tliieren öfter beobachtet, als man im allgemeinen glaubt. Bald bilden sie einen Foige/.ustand der lliimo-globinilmio, bald veranlassen Dehnungen und Zerrungen durch Aus­gleiten, Fall, heftiges Ausschlagen nach hinten (Günther) dieselben. In 6 Fällen sab ich die Lähmung bei Arbeitspferden während des Ziehens schwen v Lasten und wiederholt nach der Hämoglobinämie entstehen. Das Auftreten nach diesem Leiden kann nicht Über­raschen, wenn mau bedenkt, dass der Stamm des Nerven seinen Verlauf durch den hierbei in hervorragendem Masse veränderten Muskel, den lliopsoas nimmt. Es muss /.war zugegeben werden. dass auch myopathische Lähmungen der Kniescheibenmuskeln bei der Hämoglobinämie vorkommen, doch dürfte die Mehrzahl dieser Stö­rungen auf Erkrankung des genannten Nerven zurückgeführt werden, weil die IJnthätigkeit sowohl wie die sieb hieran schliessende hoch­gradige Atrophie last immer gleichmässig auf alle Kniescheibenmuskeln verbreitet auftritt, was bei -Muskidleiden kaum zu erwarten wäre. Möglicherweise können auch andere l'rocesse, /,. 15. Psoas-Abscesse, Tumoren, Hilmorriiagien u. s. w. die Funktionsfähigkeit in diesem Nerven für einige Zeit oder für immer aufbeben.
Wenn bei der .Section der mit diesem Leiden behaftet gewesenen Pferde hochgradige Fettdegeneration im Quadriceps femoris angetroffen wird, so wird dadurch keineswegs der Beweis geliefert, dass es sich um eine myopathische Lähmung gehandelt hat, wie verschiedentlich wohl an­genommen wurde (vorgl. S. 204 meiner Allgom. Chirurgie).
Erscheinungen. Es besiebt Unvermögen den Puss zu belasten, weil das Kniegelenk nicht fixirt werden kann; die Tbätigkeil des M. quadriceps femoris bildet eine nothwendige Bedingung für die stützende Thätigkeit des Schenkels (vergl. meine Diagnostik S. 181 u. II'.). Bei jedem Versuche den Fuss zu belasten, stellt sieb daher Beugung aller Gelenke desselben ein; auch in den Phalangen erfolgt Plantarflexion. Das Kniegelenk wird am Hangbein nicht vollständig gestreckt und an der medialen Fläche des Unterschenkels geben sich Sensibilitäts-
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KianklieiU'ii der Hintei'fltlieduiasson.
Störungen zu erkennen. Später stellt sioli Atrophie im Quadriceps femoris ein, dessen Ünthätigkeit auf den ersten Blick beim Geben hervortritt und durcli Auflegen der Hund constatirt werden kann.
Hei incompleten Paralysen des N. cruralis sinkt der Rumpf um belasteten Schenkel unter Beugung aller Gelenke etwas nach unten (Fig. 127), in Folge dessen der Schritt nach hinten verkürzt wird. Die Thiere lernen aber mit der Zeit bei diesem Leiden besser
Ficr, 127,
Unvollständige Ltthmung des N. emails (nach einer Momentaufnahme),
gehen, indem sie die Aus- und Einwilrtszieher des Schenkels in An­spruch nehmen, um das Kniegelenk zu Hxiren. Man kann sich von dieser Thiltigkeit jener Muskelgruppe, wodurch nicht nur das obere Ende des Unterschenkels nach hinten und oben gedrängt, sondern mich die Patella auf den Condylen des Oberschenkels festgestellt wird, leicht überzeugen, wenn man das Pferd im recht langsamen Schritt an sich vorüberführen lüsst. Als letztes sichtbares Zeichen der in Heilung begriffenen Lähmung beobachtet man steilen Fesselstand des betreffenden fusses, eine Folge der unvollständigen Action im Qumlri-ceps femoris.
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LiUiimui'' des N. orurtilis.
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Lähmungen Jos N. ornralis bezw, lt;les Quadriceps femoris können sowohl mit Zerreissungen in dieser Muskelgruppe wie auch mil der liorizontalon Luxation lt;lor K n iescheihe (S. 786) verwechselt werden.
Zerreissungen im den verschiedenen Kniesclieibenstreckern wurden von Delwart, Meyer, Haubncr, Sohmidt u. n. beobachtet. üelwart sah !5 Fälle von Zerreissungen dos M. rectus femoris beim Pferde die silinnitlich durch Ausgleiten oder Niederstürzen veranlasst waren, und von denen sich zwei als unheilbar erwiesen. Die Erscheinungen stimmten mit denen der oben beschriebenen Lähmung überein; nicht selten beobachtete man auch eine Lücke in der Muskelgruppe; bei der Section fand Delwart die Muskeln blass, wie gekocht, leicht zorreisslich, die Muskelbündel zer­fasert und zum Theil aufgelöst.
Schmidt beschreibt eine Zerreissung des M. vastus externus. Ein Pferd hatte in ein tiefes Geleis getreten, und da der Boden gefroren war, so konnte der llinterfuss erst mit Zuhülfen ahme einer Axt aus dieser Lage befreit werden. Es stellte sich alsbald hochgradige Lahmheit ein; die in Flexionsstellung gehaltene Qliedmasse knickte bei jedem Versuche, die Körperlast zu stützen, unter starker Beugung des Knie- und Sprung­gelenkes zusammen. Anfangs Hosen sich an der Muskulatur keine auf­fälligen Veränderungen nachweisen, nach einigen Togen machte sich jedoch eine Vertiefung von 10 cm an der änsseren Seite der Kniescheibenstrecker bemerkbar. Nachdem das Pferd M Tage gelegen hatte, konnte es in der '#9632;'gt;. Woche den Kuss wieder etwas belasten und nach 8 Wochen zu leichter Arbeit verwendet werden; nach 8 Monaten erlangte es seine volle Gebrauchs-fähigkeit wieder. In seinem Verlaufe zeigte auch dieser Fall einige Aelm-lichkeit mit der Cruralislähmung, und es erscheint die Annahme nicht ausgeschlossen, dass es sich um eine solche Lähmung gehandelt hat.
Hol 1 mann berichtet über eine Zerreissung des M. rectus femoris bei einer Kuh, welche dauernd Lahmheit zur Folge hatte; Haubner über Verletzungen der Kniescheibenstrecker beim Pferde, Loes ülier eine doppel­seitige, vorübergehende Entzündung des Quadriceps fem. beim Pferde (HänioglobinämioV). Meyer sah Zerreissung der Mm. rectus femoris, vastus internus und externus bei einer Kuh, wobei sich etwa 20 cm über der Kniescheibe eine deutliche Lücke in den Muskeln feststellen Hess. Die Störungen waren ähnlich wie bei Cruralislähmung.
Voigtländer stellte bei einem Ochsen Zerreissung der geraden Kniescheibenbäncier durch die Section fest; Unvermögen zu stehen, bedeu­tende Entzündung des Kniegelenkes, starke Flexionsstellung und Unver­mögen, den Schenkel zu strecken und zu belasten, sowie Entspannung der betreffenden Pänder Hessen über den Znstand schon während des Lebens keinen Zweifel. Bei einer Kuh fand Voigtländer Zerreissung des inneren und inittleren geraden Bandes sowie des inneren Seitenbandes mit Luxation der Patella, nach aussen. Der Zustand war beim Aufspringen auf eine andere Kuh plötzlich entstanden.
Die Beurtheilung dieser Zustände hängt vornehmlich von den mit denselben verbundenen Gebrauchsstörungen ab. Sobald diese so erheblieh sind, dass der Schenkel auch in der nächsten Zeit nicht belastet werden kann, fällt die Prognose, namentlich beim Pferde, ungünstig aus.
Die Behandlung der Continuitätstrennungen bleibt auf absolute Ruhe, Sorgo für ein weiches Lager und Verhinderung des Durchliegens beschränkt.
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Knuikiii'itcii der Hinter?]iecltnasson.
Verlauf. Die Zahl der klinischen Beobachtungen ist, zur Zeit
noch zu klein, uin ein l'rlhcil tlbev den regelmässigeu Verlauf der Cruralislähmung zu gewinnen, doch zeigt sich dieselbe je nach der vorliegenden Ursache ganz verschieden. Während die im Verlaufe von Hämoglobinämie auftretende Lilhmung in der liege! hartnäckig. In der Regel sogar unheilbar ist, verlieren sich die durch heftige Dehnung des Nerven veraniassten Lähmungen regelmässig. oft schon in wenigen Tagen; drei von mir beobachtete Fälle der letzteren Art heilten in 'gt;. -quot; und 42 Tagen, zwei andere ebenfalls nach kurzer Krank­heitsdauer, während ein Fall sich unheilbar erwies. Unvollkommene Lähmungen, sofern dieselben noch frisch sind, lassen baldige Heilung erwarten. Hieraus ergeben sich die wichtigsten Anhaltspunkte über die Prognose.
Die Behandlung der Lähmung des Cruralis muss nach allge­meinen Grundsätzen erfolgen. Da bei Pferden die Anwendung der Elektricität, namentlich des faradischen Stromes auf Strosse Schwieris-keiten stösst, so muss man in der Regel hierauf verzichten. Die Lage der in Betracht kommenden Nerven schliesst auch eine directe Ein­wirkung auf dieselben aus, daher bleibl nur iihrig, die degenerativen Vorgänge und Ernährungsstörungen in den gelähmten Muskeln nach Möglichkeit zurückzuhalten. Dazu dient in erster .Linie Massage. welche sich bei werthvollen Thieren durch Kneten und Klopfen an­wenden lässt und womöglich täglich erfolgen muss. Auch empfiehlt sich, sobald als möglich das Thior zu bewegen, um auf diese Weise die Blutcirculation und Ernährungsvorgänge in den Muskeln sowie die regeneratorischen Vorgänge in dem leidenden Nerven zu fördern. Bei Hunden kann auch vom Induct ionsstrome Gebrauch gemacht werden.
('. Lähmung des N. obturator ins.
Die Lähmung dieses Nerven ist bisher nicht beobachtet worden und dürfte sieh auch wohl der Erkennung leicht entziehen, weil mit derselben nicht so auffallende Störungen verbunden sein werden, wie mit den oben besprochenen Leiden. Unthtttigkeit in den Einwärtsziehern und dem äasseren Scliambciimmskol, sowie Unvermögen, den Fuss zu adduciren macht sich beim Menschen bemerkbar. Vielleicht gelingt es, die Lähmung in den ge­nannten Muskeln, namentlich den Einwiirtszieliern direct festzustellen.
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Tlirombüso tlui- Iiintereu Aorta.
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7. Thrombose dor hinteren Aorta und ihrer Aeste.
Lit.i Raynal, Her. Rep. 14. S. 299, Jacob, das. 16. S, 148. Proogsr, Dresd. Ber. 1875. S. 108. Heokmeyor, Gui-lf u. Hartwig. 11. S. 434. Rtth-lin;,', das, 88. S. 182. Terrillon, Forfcsohr, d. Med, 1887. S. 82. Bayer, Jahrb. 1886. S. 88. Gassenor, I!. T. \V. 1892. S. 256. Sohumm, das.
Von dein beim l'fcnlo regolmässig vorkommenden Aneurvsma der vorderen Gekrösarterie lösen sieli niclit selten Partikel Ins und werden mit dein Blutstrome in die hintere Aorta und ihre Aeste getragen. welche auf diese Weise thrombosiren. Bei einer Kuh beobachtete l'roeger denselben Zustand in Folge einer Endocarditis. Sofern nur kleine Einboli (raquo;efässe von geringerer Weite im Bereiche der .Schenkel- oder Beckenarterie verstopfen, kann der Zustand oluie nachtheilige Folgen bleiben; werden aber grössere Gefässbezirke ver­legt, so empfangt das von demselben versorgte Muskelgebiet nicht die zu ihrer Punktion erforderliche Blutnienge, Dieser Mangel stellt sich daher während energischer Leistungen ein und kann schliesslich Punktionsunfähigkeit zur Folge haben; es tritt Lahmheit und endlich eine myopathischo (ischämische) Lähmung der betreifenden Muskeln ein,
Für den Ruhezustand genüg! in der Rege] die auf Umwegen zu Stande kommende Blutzufuhr; daher beobachtet man während der Ruhe keine Krankheitserscheinungen ; diese treten vielmehr erst während der Bewegung hervor und zwar um so früher, je grosser die mit dem Zustande verbundenen Circulationsstörungen, und je intensiver die Arbeitsleistung in den betreffenden Muskeln. Bei Verstopfung kleinerer Schenkelgefässe gehen die Pferde oft mehrere hundert Meter selbst in schärfster Gangart, dann erst treten die Bewegungsstörungen hervor, die sich je nach dem Ausfall der Thätigkeit in der einen oder anderen Aluskelgruppe verschiedenartig gestalten. Bei Verstopfung der grossen Gefässe stellen sich die Erscheinungen der Muskellähmung oft schon nach 3—5 Minuten Trabbewegung und natürlich auch in grösserem Umfange ein. Wird dem Thiere hierauf Ruhe gegeben, so ver­schwinden die Störungen nach wenigen Minuten. Auf diese Weise entsteht eine in term i 11 i rende Lahmheit, über deren Ursache kein Zweifel obwalten kann. Setzt sich die Thrombosirung auf die Aorta fort, so können die Circulationsstörungen selbst den Tod des Thieres zur Folge haben. Von Raynal, Jacob, Heckmeyer und auch von mir wurden derartige Beobachtungen gemacht.
Das Leiden entwickelt sich selten plötzlich, meist unmerklich; Möller, Spectelle Olilnu'gla tttr TlilerUrzte, s, Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; lt;1l)
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Krankheiten tlor Hlntergliecltnossei),
die Lahmheit macht auf dasselbe zuerst 'aufmerksam. Worden von vornherein grosse öefässgebiete verlegt, so kommt es wohl zu aufftllligeu Störungen, zu Ä.thembeschwerden, Krämpfen in den betreffenden Muskelgehieten, die mit, allgemeinem Schweissausbruoh verbunden sind. Die Thrombose lässt sich nicht, wieder beseitigen; zuweilen tritt sogar durch allmähliche Vergrösserung des Thrombus eine Stei-arerunff der Lahmheit ein; in anderen Fällen macht sich mit der all-mählichen Ausbildung eines Collateralkreislaufes Besserung bemerkbar.
Erscheinungen. Charakteristisch ist die intermittirende, heider Bewegung regelm'dssig wiederkehrende und während der Ruhe bald wieder verschwindende Lahmheit, Die Art der Bewegungsstörungen hängt vom Sitze und der örösse des Thrombus bezw, der thrombosirten öefässe ab. Verlegung der Schenkelarterie hat. in erster Linie Funktionsstörung im lliopsoas und Tensor fasciae latae zur Folge, welche von dieser vornehmlich ihr Blut beziehen. Es entsteht in Folge dessen eine Bangbeinlahmheit mit Verzögerung der ausschreitenden Bewegung und Verkürzung des Schrittes nach vorn (schleppender Gang), weil diese Action vornehmlich von den genannten Muskeln abhängt.
Thrombose der Heckenarterie, welche die ölutäen mid den Quadriceps femoris mit Blut versorgt, ruft Stützbeinlahmheit her­vor, die grosse Aehnlichkeit mit Cruralislälnming (S. 765) hat; Un­vermögen des Fusses, als Stütze zu dienen, weil bei dem Versuche, ihn zu belasten, sämmtliche Gelenke in Beugestellung treten, kenn­zeichnet, den Zustand. Durch Lähmung der (ilutäen hört zugleich die Fähigkeit auf. das Gleichgewicht zu erhalten, in Folge dessen schwank! das Hintertheil, namentlich bei doppelseitiger Verstopfung, hin und her. Bei Verstopfung der Schweifarterien tritt Schiefstellung des Schweifes hinzu.
Werden Pferde mit beiderseitiger Obturation der Beckenarterien andauernd im Galopp bewegt, so macht sich mit der Zeit eine immer mehr abnehmende Punktionsfähigkeit beider Hinterschenkel bemerkbar; die Hinterfüsse rücken immer näher zusammen, so duss die Hufe der­selben fast neben einander auf die Erde gelangen; schliesslich lassen sich die Thiere mit dem Hintertheil zunächst auf den Boden und fallen nieder.
Bei Obturation beider Aeste oder der Aorta, combiuireu sich diese Störungen; auch können sie einen so hohen Grad annehmen, dass die Thiere seihst im Stande der Kühe nicht fähig sind, das
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Thnnnliose dor liintei'cu Aortd.
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lliiittrtlu'il /u stützen. In solchen Fällcii zeigen mcIi nicht selten Athenilieschwerden, pochender Herzschlag, Krämpfe in der Hinter-scbenkelmuskiüafcur uncl bei angestrengter Arbeit über den ganzen Körper ausgebreitete, epileptiforrae KrBmpfe. Wenn allgemeiner Schweissausbruch eintritt, bleiben die erkrankten Bezirke trocken und kult. Zuweilen zeigt schon während der Buhe der erkrankte. Schenkel eine geringere I liuitwiirine als der gesunde.
Bei Deckhengsten sah ich lTnverniögen den Begattungsakt aus­zuführen; es traten zwar Erectionen hervor, aber die Samenentleerung er­folgte nicht, so dass die Thiere bei Verstopfung der Aorta auch hierzu unbrauchbar wurden. Hei der Section solcher Thiere findet sich [iimgenemphysem mit Hypertrophie und Dilatation des Herzens (Gassener).
Nach den mit diesen Leiden beim Menschen gemachten Beobach­tungen (Tor r i 11 oni besteht wiihrend der Lahmheit das (lol'iihl schmerz­hafter Erstarrung und lebhaften Brennens. Wo das Leiden erst, kurze Zeit besteht, geben auch die Thiere nach dem Eintritt der Bewegungsstörung durch Heben des Schenkels wiihrend der Euhe unangenehme Empfindungen zu erkennen. Einmal wurde das Auftreten der Embolie von mir beob­achtet; es stellten sich hochgradige Respirntionsstörungen, verbunden mit pochendem Herzschlage, frequentem Pulse und Krämpfen an dem betreifen­den Sehenkel ein.
Die Beurtheilung hängt von dem Grade der Gebrauchsstörung ab. doch vergesse mau nicht, dass eher auf eine Verschlimmerung als auf Besserung zu rechnen ist. Nur bei germggradigen Bewegungs­störungen lässt, sich von der Ausbildung eines Collateralkreislaufes etwas erwarten. Von den 11 Pferden der Armee, welche im Jahre ISltl mit Thrombose der Aorta und ihrer Aeste sowie der Armavterie be­haftet befunden waren, wurde nur eins geheilt.
Behandlung. Eine Auflösung oder Entfernung des Thrombus muss als ausgeschlossen betrachtet werden; auch die früher wühl empfohlenen kohlensauren Alkalien, haben innerlich verabreicht keinen Nutzen. Die von Bayer versuchte Massage muss ich nach meinen Eürfahrungen als bedenklich bezeichnen. Wenn man vom Mastdarm aus durch Streichen die Lösung des Thrombus versucht, so kommt es leicht zu weiterer Gerinnung, und mir passirte es, dass das Pferd in der nächsten Nacht in Folge der Behandlung zu Grunde ging; die Section ergab vollständige Thronihosirung der hinteren Aorta, und zwar mit frischen Thromben. Das einzige, von dem hier etwas zu erwarten ist. besteht in Anrotninlaquo;' des Collateralkreislaufes durch
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Krankheiten dor Hintergliedrntisseu.
regelmässige Arbeil des Thieres. Mun lils.st das Pferd, wie aucli Bayer empfiehlt, bis zu dem Zeitpunkte arbeiten, in dem sieh die ersten Bewegungsstörungen bemerkbar machen, sodann ausruhen; oder mau giebt demselben andauernde, leichtere Arbeit. Die hiermit verbundene Anregung der Blutcirculation fördert die Eintwickelung des Collatoralkreislaufes, Alan knüpfe jedoch auch an diesen lieil-vorgang keine zu grossen Hofihungen.
s. Luxation dos M. bleeps femoris.
Tiit.: Vati'l, Handbuch tlbersetzt von Pestel, Bd. 1. S. 348. Meyer, Gurlt u. Hertwig. 1. S. 76. Winklor, M. Wooh. 1872. S. 198. Harms. Hau. Ber, 1gt;:74. S. 83. Fröhlich, Jahrb. 188:!. 8. 108. Eletti, Jahrb. 1858. s. 56. Strebel, Schweiz. Ä.roh. 1891. 8. 1. Rinquet-Desmarteaux, Hör. Hep. 15. 8. 832. Wilhelm, Dresd. Ber. 1881. 8. 111.
In der anatomischen Einrichtung liegt es begründet, dass dieses Leiden vornehmlich beim Rinde und nur ausnahmsweise Leim Pferde vorkommt. Der Auswärtszieher des Hinterschenkels besteht Keim Rinde aus zwei Köpfen und besitzt auf den Umdrehern einen grossen Schleimbeutel, wo er mit den nuter ihm gelegeneu Muskeln nur lose verbunden ist. Wenn daher die ihn umgebende Fascie zerreisst, so gleitet der obere Kopf dieses Muskels von den Umdreiiern ab. hakt ffleichsam hinter denselben fest und veranlasst eine eiirenthümliche Bewegungsstörung. Nur ausnahmsweise wird ein ähnlicher Zustand heim Pferde beobachtet (Eletti, Strebel, Möller).
Ursachen. Das Leiden kommt fast nur hei Gebirgsvieh mit
abschüssigem, nach hinten zugespitztem Kreuze und stark hervor­tretenden Umdreiiern. daher namentlich bei mageren Thieren vor; auch sollen eng gestellte Sprunggelenke eine Disposition zur Ent­stehung desselben verleihen, (ielegcnheitsursache bildet Ausgleiten, besonders nach rückwärts, wie es während der Arbeit und beim Coitus vorkommt (11 a r in s).
Erscheinungen. Das Leiden, welches in der Regel nur an einem, selten an beiden Hinterschenkeln (Harms, Winkler) auftritt, giebt sich durch plötzliche Lahmheit zu erkennen. Sobald der ge-nannte Muskel hinter dem Trochanter festsitzt, wird die regelmässige Beugung und Vorwärtsbewegung des Fusses heim Gehen unmöglich; derselbe verharrt in Streckstellunff ähnlich wie bei der Luxation der
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Luxation des M. biceps femoris.
lt; (#9632;
Kniescheibe nach oben (Harms, Winkler, S. 785), oder er wird mähend nach aussen und vorn bewegt, indem die Klauen den Boden streifen. Winklor will in den von ilun beobachteten 20 Fällen diese mähende Bewegung nicht gesehen haben, macht dagegen auf die Aehnlichkeit mit der Kniescheibenverrenkung aufmerksam, von der sieh das Leiden nur dadurch unterscheidet, dass die Feststellung des Schenkels in der Strecklage nicht so vollständig erscheint wie bei jener Luxation. Zuweilen dauert die Dislocation nur einen Moment, indem der Muskel sofort in seine normale Lage zurückspringt, eine Er­scheinung, die sieh bald bei jedem, bald nur bei einzelnen Schritten wiederholt. Sobald der Muskel in seiner abnormen Lage verharrt, zeigt sicli derselbe stark angespannt, und treten seine Conturen deut­licher hervor, während vor dem Trochanter eine Vertiefung erscheint.
Verlauf. Spontane Heilung tritt niemals auf die Dauer ein; wird ein operatives Verfahren nicht, eingeleitet, so bildet sieh eine habituelle Luxation aus. d, h. der Zustand kehrt häufig wieder, oder er besteht dauernd fort.
Behandlung. Nur die Myotomie kann die beschriebenen Be­wegungsstörungen heilen. Bisher wurde die Operation fast stets mit offenem Schnitt und in folgender Weise ausgeführt:
Am stehenden Thiere lilsst man den gesunden Fuss etwas nach vorn ziehen, damit der leidende belastet wird. Sodann macht man etwa ö cm unter und dicht vor dem Trochanter einen ö cm hingen Hautschnitt in der Richtung des Muskels, also fast senkrecht. Nach­dem sodann der Muskel mit. Hülfe des Fingers oder des Skalpellheftes vom vorderen Rande ans von seiner Unterlage getrennt ist, hebt man ihn in die Höhe, schiebt eine Hohlsonde in der Querrichtung unter denselben und durchschneidet, ihn mit dem Skalpell von innen nach aussen, bis die gespannten Fasern desselben sämtntlich durchtrennt sind. Die Heilung der Wunde erfolgt in 16 — IS Tagen unter ent­sprechender Behandlung. Schon Hering machte darauf aufmerksam, dass die Durchschneidung wahrscheinlich auch subeutan geschehen könne. Unter Anwendung antiseptischer Cautelen würde die Heilung zweifellos ijooh schneller erfolgen.
Beim Pferde vorläuft der Muskel nicht über den oberen Trochanter, sondern zwischen diesem und dem Sitzbein nach hinten, heftet sich mit einer Sehne an den oberen Kund des Sitzbeinhöcket's, welcher zum Theil von ihm bedeckt wird, um sich dann mit dem mittleren und kurzen Aus-wärtszieher zn verbinden. Her Muskel beschreibt also in seinem Verlaufe
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Kranklu'iten (kn- Iliiiter^liedinasson.
einen Bogen, dessen peripheren Abschnitte auf dem Sitzbeinböokei' Vw^en und mit diesem durch Sebnengewebe verbunden sind.
15oi Practuren des Sitzbeines kann durch den Zug dieses Muskels das Tuber ischii dislocirt werden, wodurch eine Abflacbung der Hinter­backe, zuweilen aucb eine Uhnlicbe Erscheinung entsteht, wie bei dem be-sprochenen Leiden des Rindes, Zwei Pttlie der Art wurden in hiesiger Klinik von mir beobaobtet.
Ein 10 Jahre alter Scbimmelwallacb, welcher nach dem Vorberiohte vor dem Wagen gefallen und in Folge dessen lahm geworden war, zeigte im Stalle keine Krankbeitserseheinungeii. Betrachtete man jedoch das Becken genauer, so fiel sofort eine abnorme Abtlaehung der linken Hinter­backe in der Höhe des Sitzbeines auf. Von der Seite gesehen, wurde die linke Hinterbacke von der rechten erheblich überragt; das .Maximum der Abllachung, welches etwa 8—5 cm betrug, lag am Tuber isehii und verlor sich nach oben wie unten, sowie auch lateral und medial. Wahrend der rechte Sitzbeinhöcker deutlich zu fühlen war, Hess sich von dem linken nichts erkennen; au seiner Stelle trat eine weiche Muskelmasse hervor; erst in der Tiefe machte sich der Knochen bemerkbar. In der Gegend der üradreher zeigte sich eine schwache Wölbung der Kvuppenmuskeln, so dass von hinten betrachtet der Schenkel breiter erschien als der rechte. In den
unteren Abtheilunaen war am Mittell
die Medianlinie tun
ca. ^ cm
nach links verschoben, so dass diese im ganzen von oben rechts nach unten und links verlief.
Bei der Schrittbewegung machte sich auf dem linken Hinterfnsse eine massige Stützbeinlahmheit bemerkbar, indem sowohl bei der Belastung wie auch beim Vorführen der Fuss abduoirt wurde. Legte man während des Pührens die Hand dicht hinter dem oberen tJmdreher auf die, Kruppe, so hatte man im Momente des Entlastens des Schenkels das Gefühl, als oh ein strangförmiger Körper in der Richtung von hinten nach vorn rutschte und dann alsbald wieder zurückglitte. Bei aufmerksamer Betrachtung er­kannte man auch mit dem Auge diese ruckweise Bewegung des IM. biceps femoris, welche sich ca. 20 cm aufwärts und seitlich vom oberen Umdreher nach oben und bis zum zweiten Drittheil des Femur nach unten erstreckte. Schmerzen waren mit dem Zustande nicht verbunden, und als Ursache der Lahmheit wurde eine Distorsion des Kronengelenkes erkannt, welche in 14 Tagen heilte, während die beschriebenen Veränderungen ohne Lahmheit fortbestanden.
Es handelte sich also wahrscheinlich um eine alte Fractur des Tuber isehii, wobei der [nsertionspunkt des -.M. biceps femoris gelöst war, und dieser Muskel eine Dislocation erfahren hatte, welche im Gegensatze zu der beim Kinde nach vorn erfolgte.
Der Umstand, dass Lahmheit mit dem Zustande nicht verbunden war, erklärt, dass derselbe bisher nicht bekannt geworden ist. Die von Eletti beschriebene Lahmheit hat, wie schon Hering erwähnte, offenbar in einer Kniescheibenluxation bestanden. Ob der von Strebel mitgetheilten Beob­achtung eine Dislocation des M. biceps femoris zu Grunde gelegen hat, scheint mir um so mehr zweifelhaft, als in 5 Tagen Heilung erfolgte.
Wilhelm beobachtete acute Atrophie der A u s wä rtszi ehe r beim Pferde. Nachdem die plötzlich aufgetretene abnorme Empfindlichkeit und heftiges duckgefühl, welche das Pferd zum Geissen der Stelle veran-lassten, in etwa 8 Tagen verschwunden war, trat in den schlaffen Muskeln innerhalb 14 Tagen ein auffälliger Schwund ein; Bewegungsstörungen fehlten. Ob hier, wie Wilhelm annimmt, eine Neuritis oder localisirte
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llüftlahiiilicit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;77quot;)
Myositis vorgelegen hat, liisst sk-li Bobwerlioh entscheiden. Vielleicht handelte es sich um TbrombenhildviDff in den betreffenden Muskeln.
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9, HUftlahmhelt.
Lit.: Günther, Myologie. S. 196. Vachetta, Jahrb. 1883, S. 110. Roloff, Thier. Mitth. 1871. S. 138. Prietsoh, Dresd. Ber. 1883. laquo;.8:!. Siedam-grotzky, das. 1874. S. 4'.). Eberhardt, QavU u. Hertwig. 22. S, 42, Noak, Dresd. Ber. 1889. S. 78 u. 18(.)0. S. 76. -Mayer, Qurlt u. Hertwig. 7. s. Hl. Falke, das. 23. S. ls. Palke, das. 23. S. 78. Bayer, Ohi-rurglo. 2. Aufl. S. 427. Dressier, das. 11. S, 301. Giovanoli-Soglir, Schw. Andi. 1892. Kutzner, Zeitsohr. f. Vei.dumd. 1891. .v. 64.
Die im vorigen betrachteten Erkrankungen lassen sieh in der Regel bei sorgfältiger Untersuchung nachweisen. Nicht; seilen aber treten die Erscheinungen derselben weniger ausgesprochen hervor, so dass es nicht gelingt, die IJivsuclie der Lahmheit klar zu ermitteln; auch kommen noch andere Krankheitszustände au der Kruppe and den oberen Abschnitten des Hinterschenkels, namentlich in der Gegend dos Hüftgelenkes vor, deren Natur nachzuweisen auch der sorgfältigsten Untersuchung eines Geübleu nicht gelingt. Die Dicke der Muskulatur macht eine genaue Palpation der tiefer gelegenen Theile unmöglich; an ihnen können daher sowohl ent/.ündlielie Ansclnvellungen, als auch andere anatomische Veränderungen oft uichi ermittelt werden, und sii bleibt die Ursache der Lahmheit verborgen. In solchen Fällen spricht man von ilüftlalimheit. Diese Bezeichnung umfasst also alle, in ihren Ursachen nicht näher bestimmbaren Lahmheiten, deren Er­scheinungen jedoch darauf hinweisen, dass die Bewegungsstörungen von der Hüftgegend ausgehen, Der Name verhält sich zu den Lahm­heiten des Hinterschenkels, wie die „Hchulterlalunlieitquot; zu denen des Vorderschenkels.
Die Krankheitszustände alle aufzuführen, welche Hüftlahmheii zu erzeugen im Stande sind, würde unmöglich sein, da die mannigfaltigsten Leiden Ursache von Bewegungsstörungen in den (iliedniassen werden können. Ich beschränke mich daher auf die Darstellung der wichtigsten derselben.
Die Ilüftlalunheit kann von folgenden Stellen ausgehen:
1. vom Hüftgelenk. An ihm können mechanische Insulte, Quetschungen beim Niederstürzen auf unebenem, hartem Boden, Gegenfahren oder Schlagen. Distorsionen durch Ausgleiten, Stecken­bleiben mit dem Fasse am Boden n. s, W, zu entzündlichen Erkran­kungen und damit zu Ilüftlalimheit Veranlassuno geben. Zuweilen
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Kriinklu'itcn der llintcr^'licilmasseii.
luiiulelt es sicli weniger um Contusion des Gelenkes uls vieimehi' um Quetschung der ilusseren Haut und der oberflRchlich liegenden Muskeln^ Dabei tritt in der Hegel eine melir oder weniger deutlich aus­gesprochene Entzündung in der (legend des Hüftgelenkes oder des Uusseren Darmbeinwinkels auf.
Wiederholt traf man das Ligamentum teres theilweise odor ganz zerrissen (S. 758) und Blutergüsse in dem Qelenke (Eberhardt). Siedam-grotzky fand bei einem Pferde, welches über ein# Jahr liül'tlalun gewesen war, das Hüftgelenk von iibrösen Bindegewobsinassen umgeben; aneli zeigten sich Osteophyten in der Nähe des Gelenkes. Die Synovialmembran v/ar auf 4 cm verdickt, der Knorpelüberzug in der Gelenkpfanne zum Tiieil versehwunden, an den luindom gewuchert. Es liandelto sieh also um eine Arthritis chron, sicca (Coxitis chronica), Prietsch stellte bei der Section eines htiftlahrnen Pferdes eine Fraotur an der Gelenkpfanne lest, die sich bei Lebzeiten nicht erkennen Hess.
Beim Binde können Luxationcn des Feninr verborgen bleiben. Hanns will Subluxationen bei demselben beobachtet haben (S. 752). Noack fand bei einer 8 Jahre alten Kuh doppelseitige, purulente Hüftgelenkentzündnng; i)ei der Section entleerten beide Gelenke etwa eine Tasse voll Eiter, der sehr dick, fast breiartig, graubraun und von unangenehmem Geruch war. Noack bezeichnet das Leiden als metastatisch; es sollte von der gleich­zeitig bestandenen, traumatischen Pericarditis ausgegangen sein. Wahr­scheinlich entwickelt sich bei diesen Thieren eiterige Coxitis zuweilen auf tuberculösem Boden. Auch bei der Lähme junger Tiiiere werden eiterige Erkrankungen der Hüftgelenke angetroffen (Mayer). Mit Unrecht be­hauptete seiner Zeit Falke, dass eine Arthritis chronica sicca, dio beim Menschen als Malum coxae senile bekannt ist, bei Pferden häutig vorkomme. Sowohl die klinischen Beobachtungen wie auch der anatomische Befund stehen mit dieser Annahme im Widerspruch. Doch soll damit nicht be­hauptet werden, dass das Leiden hei Thieren nicht vorkomme. Dass das vielmehr der Fall sein kann, beweist die von Siedamgrotzky mitge-theilte Beobachtung. Bei Hunden habe ich wiederholt das Leiden als Ursache chronischer Hüftlahmheit constatiren können; auch sah ich das­selbe, bei Fohlen, die an sog. Eisballen litten (siehe unten).
2. 1 liiftliilimheit kann ferner durch Kranklieits/.ustiindc an (Ion Knochen (Kreuzbein, Becken und Oberschenkelbein) veranlagst wer­den. Zuweilen geben alte Beck on brilcho zu einer Lahmheit Ver­anlassung, deren Ursache schwer zu diaguostisiren ist: Bayer stellte einen Bruch des Schambeines fest. Bei oberflächlicher Untersuchung können Fracturcn am äusseren Darmbeinwinke] für Ilüftlalnnbeit an­gesprochen werden (S. 563). Auch geben Brüche der ümdreher leicht zur Diagnose Httftlahmheit Veranlassung, wie ich mich selbst überzeugt; habe (S.TI'.M. Williams beschreibt als „Trochanteri c lamenessquot; eine Erkrankung des oberen ümdrehers beim Pferde, wobei chronische Entzündung und Ezostoseubildung an demselben bestanden.
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Hüftlahmbeit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;777
8. Iliiuli^cr aber noch als am Hüftgelenke und den Knochen beruht die; Lahmheit auf Erkrankungen der Muskeln, welche meist durch Hussere Insulte, Quetschungen, Dehnungen, partielle Zer-reissungen (Niederstürzen, Schlag, Gegenfahren, üoberanstrengung) veranlasst werden; daher leiden vornehmlich die an der äusseren Seite gelegenen Muskeln.
Besonders zu berücksichtigen ist in dieser Hinsicht die Erkran­kung der Sehne und Sehnenscheide des M. glutaeus raedius (S. 759), sowie die Luxation des M. biceps femoris beim Rinde, ausnahmsweise auch Pferde (S. 773), sowie Thrombose der Schenkel- und Becken­arterien (S. 769).
Kino iilmliclio Beobachtung machte Kutznor. Bei einem Pferde stellte sieh eine allmilhlicb zunehmende Atrophie dos M, biceps fern, sowie der oberen Abtheilung des M, seinitendinosus ein. Erst nachdem dieselbe in 3—4 Moiniten einen hohen Grad erreicht hatte, trat Lahmheit auf; der Fuss wurde kurz vor dem Auftreten adducirt und medianwUrts aufgesetzt. Dabei zeigte das Pferd eine gewisse Schwäche in der Grliedmasse und war aussei- Stande aufzustehen, wenn es auf dor kranken Seite lag. Kutzner glaubt den Zustand auf Gefttssthrombose zurückfuhren zu müssen.
Roloff beobachtete eine Lähmung dos grossen (! osilssmuskels bei schweren Arbeiispferden. Im Schritte wurde der kranke Fuss weiter als der gesunde Fuss vorgeführt und über die Medianlinie hinaus adducirt. so dass bei jeder Belastung das Hintertheil auf den gesunden ilintorschonkol fiel. Hiickwartstroten wurde dem Pferde besonders schwer; dabei schleifte dor Fuss den Boden und trat kaum über den anderen Fuss hinaus, lieu-gung des Oberschenkels erfolgte stark, Streckung mangelhaft. Dabei ilusserto das Pferd keinerlei Schmerzen, Allmählich stellte sieb starke Atrophie des Muskels ein, so dass an seiner Stelle eine muldenförmige Vertiefung entstand.
K. Günther beschreibt eine ähnliche Bewegungsstörung und führt dieselbe auf Lähmung des Kreuzgeflechtes zurück. Dabei wurde der Schenkel in extremer Streckstellung vorgeführt, so dass der Huf sogar bis neben die Brust, selbst bis an den Ellbogen gelangte. Die Belastung des Schenkels war nicht gestört. Später stellt sich hochgradige Atrophie in der Kruppennmskulatnr ein.
Vachetta will Erkrankung des M. psoas major als Ursache einer eigentbüinlichen Lahmheit gefunden haben. Die Mittheilung liisst Jedoch noch anderweitige Veränderungen vermuthen.
Noaok stellte bei einem Pferde eine Zerreissung des M. femor fas­ciae latae dicht unter seiner oberen Insertion am äusseren Darmbeinwinke] fest; die hierdurch hervorgerufene Lahmheit verschwand jedoch in 1 Wochen.
4. So lauge die typischen, peripheren Nervenl'dhmungen uicld bekannt waren, Helen auch diese unter den Begriff Jliiftlalimlioitquot;. Möglicherweise kommen in den Aesten des Ischiadicus, Cruralis und Obturatorius Punktionsstörungen vor, die nicht näher zu erkennen sind, also der Hültlahtnlieit zugezählt werden. Man vergleiche hierüber
i
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Krankheiten der Hinteraliedtnaissen.
S. TtU. Dass Q tint her Lülunung der Kreuznerven als Ursacbo gefunden
haben will, wurde bereits mviilmt.
Zweifelhaft erscheinen die Mittheilungen über [schiaa bei Thieren.
Mit diesem Namen wird eine Neuralgie des N. ischiadious bezeichnet, welche bei Thieren Jedoch lusher nicht sicher nachgewiesen ist. Dasselbe g'ilt von einer Entzündung des Hüftnerven (Dressler). Auch die von Giovanoli-Soglir bei Kälbern und Ziegen beobachtete und auf Entzündung des Hüft­nerven zurückgeführte Lahmheit hatte wahrscheinlich in anderen Verände­rungen ihren Urnnd.
5. Endlich können Kranklieitszustände in der Umgebung des Hüftgelenkes zu einer Lahmheit Veranlassung h'0''1*11raquo; deren Ursache üUerlnuipt nicht, oder doch erst bei genauer Untersuchung festzustellen ist. Anschwellungen des Samenstranges (Samenstrangflstel) oder der Leistendrüsen, sowie Leisten- und Schenkelbrüche rufen zuweilen ähn­liche Bewegungsstörungen hervor, wie Krankheiten des Hüftgelenkes, der Knochen und Muskeln. Ebenso kann durch entzündliche An­schwellung' der Subcutis in der Nähe des Hüftgelenkes eine klinisch nicht näher delinirliare Lahmheil hervorgerufen werden.
Erscheinungen. Es liegt auf der Hand, dass so verschieden­artige Krankheitsprocesse nicht die gleichen Störungen in der Be­wegung des Schenkels zur Folge haben, dass vielmehr die Lahmheit bei ihnen mancherlei Ä.bweichungeii zeigen. Nichts desto weniger tritt doch bei allen eine gewisse Uehereinstinnining in den Symptomen hervor. Dahin gehört, dass vornehmlich die Bewegung des Schenkels gestört zu sein pflegt, dass es sich um eine Hangbeinlahmheil handelt, welche meist mit Verzögerung der Bewegung und Verkürzung des Schrittes nach vorn verbunden ist: oft wird die Qiiedmasse in steifer Haltung und verlangsamt (schleppend) nach vorn geführt. Bei Er­krankungen des Hüftgelenkes zeigt sich auch die Belastung schmerz­haft und wird in Folge dessen abgekürzt, während diese bei den meisten Muskelleiden keinerlei Störungen erfährt. Die Lahmheit zeigt sich vornehmlich bei Wendungen, sowie heim Rückwärtstreteu und pflegt besonders nach stärkeren Anstrengungen hervorzutreten. Bald zeigt sich dieselbe mehr im Anfange der Bewegung und nimmt während derselben allmählich ab, bald ist, das entgegengesetzte der Fall. Obgleich bei rheumatischen Affectionen die Lahmheit im Ver­laufe der Bewegung nachzulassen pflegt, so lägst sich aus dem ent­gegengesetzten Verhalten doch keineswegs auf traumatische Einwir­kungen als Ursache des Lindens schliessen. Einflüsse der letzteren
Art sind hierbei ohne Zweifel viel hiluliger wirksam als rheumatische.
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lliifthilimliL'it.
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Zuwoileu lassen sich auatomischo Veränderungen nachweisen) wie Muskelschwund, Anschwellung, vermehrte Wärme, wodurch allerdings die Diagnose sein- unterstützt wird und meist mit einiger Wahrschein­lichkeit zu stellen ist, so duss man auf diesen Collectivbegriff ver­zichten kann.
Je eingehender und umsichtiger die Untersuchung, um so seltener wird die Diagnose Hüftlahmheit gestellt, welche stets ein Zugeständniss sin die Unwissenheit des betreffenden Sachverstandigen bildet. Ein Beoht, diese Diagnose zu stellen hat man erst, wenn die sorgfUltig ausgeführte Untersuchung dargethan hat, dass eine Ursache für die Lahmheit nicht, nachzuweisen ist: mit anderen Worten, die Diagnosis muss per exolusionem gestellt werden. Dass das selbst bei dem geübtesten Sachverständigen vor­kommt, liisst sich nicht leugnen, denn es giebt Lahmheiten, deren Ursache Niemand genauer festzustellen vermag.
Verlauf und Bourtheilung. In Bezug auf den Verlauf müssen sich die Zustände, welche der tlüftlahmheit zu Grunde liegen, ver­schieden verlndten. Bald treten dieselben plötzlich auf, bald entwickelt sich das Leiden langsam: bald verschwindet die Lahmheit in kurzer Zeit, bald hält sie monatelang an oder zeigt sieb unheilbar.
Aus diesem verschiedenartigen Verlaufe ergeben sich wichtige Anhaltspunkte für die Diagnose und Prognose; oft müssen sieb diese ausschliesslich auf den Verlauf stützen, im allgemeinen gelten daher folgende Grundsätze:
1.nbsp; nbsp;Plötzlich aufgetretene Hüftlahmheit liisst auf traumatische Einflüsse schliessen und die Prognose günstiger stellen als Lahmheiten, die sich langsam, aber progressiv entwickeln.
2.nbsp; nbsp;Sobald eine fortschreitende .Besserung zu eunstatiren ist, er­scheint, die vollständige Heilung um so wahrscheinlicher, je schneller die Lahmheit abgenommen hat. Aus der allmählichen Zunahme der Lahmheit muss auf eine pathologische Veränderung geschlossen wer­den, welche voraussichtlich nicht so bald beseitigt werden kann.
;gt;. Je älter die Lahmheil und je auffälliger die anatomischen Veränderungen (AI uskelscb wund), um so bedenklicher wird die Prognose.
I. Ungünstig erscheint, dieselbe auch bei intermittirender und remittirender Lahmheit, namentlich, wenn dem Thiere Buhe gegeben und eine entsprechende .Behandlung zu Theil geworden ist.
5. Auch die Dienstleistung Ist ZU berücksichtigen, indem bei Thieren, die schwere Arbeit zu verrichten haben, wie Beit- und schwere Lastpferde, weniger Aussicht auf dauernde Heilung besteht als bei Pferden, die im leichten Dienst Verwendung linden.
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Kranklii'itiMi der lllntoi'
juedmassen.
ii. Sprechen die BowegungsstoningL'ii für ilii' (Jegcnwart einer Gelenkerkrankung, so erscheint die Prognose weniger günstig als bei Muskelleideu, namentlich sobald keine hochgradige Atrophie dex'selben vorliegt,
Behandlung. Bei friscli entstandenen, namentlich von entzünd­lichen Erscheinungen begleiteten Hüftlahmheiten ist neben tnöglichster Hube Kälte angezeigt. Man liisst kalte ümsohrdge appliciren, Lehm­anstriche machen oder leitet, wo Vorrichtungen dazu gegeben sind, permanente Irrigation mit kaltem Wasser ein; auch kann das Auflegen von Eisbeuteln zweckra'Assig werden. Sprechen die Erscheinungen für einen rheumatischen Ursprung des Leidens (Nachlassen der Lahmheit während der Bewegung, intermittirender Verlauf, Auftreten ohne äussere Veranlassung), so linden Priessnitz'sche Binpackungeu vortheilhafte Anwendung, welche mit flüchtig erregenden Einreibungen (Terpentinöl, Kampferspiritus, Linimentum volatile u. s, w.) zweckmässig verbunden werden. Auch hierbei ist dem Thiero Hube zu geben und für einen zugfreien Stall Sorge zu tragen. Hei .Muskelleiden leistet die Massage in Form von Streichen gute Dienste: wo Lähmungen vermuthet wer­den, Klopfen der Muskulatur, um die degenerativen Vorgänge in der­selben zurückzuhalten.
Tritt in 8—11 'ragen keine wesentliebe Hesserung ein, so zögere man dicht mit der Application einer Scharfsalbe (Canthariden, Queck­silberchlorid oder -jodit 1:8 Fett oder Spiritusquot;). Soll die Salbe am Büftgeleuk applicirt werden, so bezeichne man dem Besitzer oder Wärter des Thieres die Stelle genauer mit Kreide oder durch Ab­sebneiden der Haare, weil anderenfalls die Salbe von Laien regelmiissig auf dem äusseren Darmbeinwinkel eingerieben wird.
Führt aueb diese Medication nicht zum Ziele, so können Haar­seile, subeutane Injectionen von Veratrin (S. 600) oder das ölüheisen Anwendung finden. Zu den Injectionen wurde neuerdings eine eou-centrirte Kochsalzlösung empfohlen; ich babe von dem Mittel aueb hier wirklichen Nutzen nicht gesellen: wo die Injeetion zur Abscess-bildung führt, wirkt sie allerdings etwa wie ein Haarseil (S. 616). Nach Beseitigung einer länger andauernden Lahmheit lasse man das Pferd nicht sogleich wieder arbeiten, verschone es namentlicb mit schwerem Dienst. Dies gilt besonders von solchen Lahmheiten, die nachweis­lich oder vermutblieb durch mechanische Insulte entstanden waren.
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Luxation uiul Distorsion lt;li'.s Kniej'L'lonke.s
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B. Krankheiten des Kniegelenkes.
Anatomie. Während die beiden mit Zwisohenknorpeln versehenen Ä.btheilangen dos Kniegelenkes, d. h. des (Jclmikes zwischen Olier- und [Jnterschenkelbein oft mit einander communiciren, liildet, das Knie­scheibengelenk auf den Condyleii des Oberschenkels eine geräumige Bohle, welche nach Franck inmier mit jenen in Verbindung stellt und zwar meist mit beiden. Mit der lateralen Abtheilung des Kniegelenkes coinmunicirt, auch die Sehnenscheide des Schienbeinbeugers und langen Zehenstreckers. An der vorderen Fliiclie der Kniescheibe findet sich beim Pferde in der Hälfte der Fälle (Eichbaum) eine bohnen- bis wallnuss-grosse Bursa praepatellaris.
1. Luxatlonen und Distorsloueu des Kniegelenkeslaquo;
Lit.: Stolze, Gurll u. Hertwig. 14. S. 121. Meyer, das. 18. S. 313 (auch Liter.). Richter, das. 18, S. 304. Violet, Jahrb. 1885. S, 107, Saute, das. 1883. S. 109. Guigas, das. 1888, S. 138. Waters. Jahrb. 1854. S. 58. Stockfleth, Chirurg. 8. 690, Meyner, li, T. W. 1892. S. 76, Olivert, ßaz. v.H. 1892. Eef. in li. T. VV. 1892. S. 318. Sand, Deutsch. Zeitschr. f. Thiermed. 1803.
Das Kniegelenk besifzf breite öelenkflilchen und einen starken Bandapparat. Ausserdem wird dasselbe von fast allen Seilen von starken Muskeln und Seimen umgeben, während der Zahnfortsatz des Unterschenkels zwischen die beiden Condylen des Femur nach oben ragt. Auf diese Weise ist die Lage der beiden Knochen sein' ge­sichert, so dass Luxatlonen bei Thieren an diesem Gelenke höchst selten vorkommen. Man hat indess vereinzelte Fälle der Art bei Kühen beobachtet.
So beschreibt Stolze eine complete Luxation der Tibia nach vorn. Die Kuh war unvermögend den Schenkel vorzuführen, welcher in allen Gelenken unbiegsam und zugleich verkürzt erschien. Die Belastung des fusses war nicht ganz ausgeschlossen, und am Kniegelenke lioss sieh bei der Palpation die Verschiebung der Knochen nachweisen.
Die Reposition stioss auf Schwierigkeiten, gelang schliesslich, doch stellte sich bald die Luxation von neuem ein, trotzdem das Thier in einen Hängegurt gebracht war. Nachdem die Reposition 5ma] ausgeführt war. die spllter immer leichter gelang, wurde eine scharfe Einreibung ange­wendet, worauf Retention und in 3 Monaten soweit Heilung erzielt wurde, dass das Thier sich ziemlich gut fortbewegen und die Weide besuchen konnte. Im Jahresbericht von 18lt;itgt; wird ein gleicher Fall beschrieben.
Distorsionen des Kniegelenkes mögen durch forcirte Be­wegungen wohl vorkommen, häufig sind sie bei den quot;Tösseren Thieren
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KnuiklieiU'u der lliiitigt;i'rli(Hliiiiissi'n.
jedoch iiitlit. Mögliohei'weise verdankt die bei Bunden nicht selten auftretende Qonitis obronica derartigen Insulten ihre Entstehung! Hlt;'i Külicn beobachtete Sund spontane Luxation des Unterschenkels in Folf^'o chronischer Qonitis, wobei die Zwischengelenkknorpel zum Theil
zerstört waren.
'i. Verronkung der Kniescheibe. Lnxatio patellae.
Die Kniescheibe wird durch zwei starke Seitenbänder sowie durch ihre geraden Bänder, von denen heim Pferde nnd iünd drei, bei den Ubrigen nur eins vorhanden isl, und endlich durch den Zug der M. quadriceps femoris in ihrer Lage erhalten. Luxationen derselben werden am häutigsten bei Pferden, Rindern und Hunden beobachtet und erfolgen entweder
al nach oben Über den medialen CondvluÄ dps Femur, oder
b) nach der Seite, und zwar stets nach aussen (lateralwärts). Beide Zustände zeigen sich nicht allein in ihren Erscheinungen, sondern auch bezüglich der Beurtheilung und Behandlung ausserordentlich ver­schieden, und sollen dalier auch hier gesondert, betrachtet werden.
a) Bei der Luxation der Patella nach oben, welche bei Rindern und Pferden vorkommt, von Olivert auch heim Maulesel beobachtet wurde, handelt es sich streng genommen nur um eine Verschiebung der Kniescheibe innerhalb ihrer Gelenkkapsel, indem dieselbe mich oben über den medialen Gondylus tritt und nicht wieder nach unten zunickgleiten kann. Sie wird dadurch festgestellt, dass ihr unterer Rand sich gegen den oberen Hand des medialen Femur condvlus legt. Diese Luxation kann also nur bei excessiver Streckung des Kniegelenkes auftreten. Von Violei wurde neuerdings hervor­gehoben, dass die Kniesclieihe durch ihre Querbänder, besonders durch das mediale derselben auf den Condylen des Oberschenkels arretirt; werden kann. Fm die tibiale Insertionsstelle des medialen Querbandes bildet nämlich die öelenkflilche des Gondylus internus gleichsam einen Kreisabschnitt. F's lässt sich daher wohl denken, dass unter um­ständen die oberen Abschnitte der Gelenkfläche der Ensertionsstelle dii'ses Bandes näher liegen können, als die unter ihnen belindliclien Abtheilungen derselben. Die Folge davon würde sein, dass die Knie­scheibe in ihrer Lage auf jener, beim Pferde nach Violet coneaven, beim Kinde ebenen Fläche des medialen Condvlus leicht verharrt, und dass es einer besonderen Gewalt bedarf, um sie nach unten zu be­wegen. Durch diese Form der Gelenkoberfläche des Gondylus internus,
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Verrenkuni' dov Kniesoheibo.
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sowie durch (li(.#9632; Anspannung der Querbänder festgestellt) wird die Patella zuweilen nur für einige Momente, unter Umständen aber auch längere Zeit, auf ihre Unterlage arretirt und hemmt so die Be-
weLfungen des Srlieiikcls. I )er Ziistund könnte demnach als eine iilier-milssis flesicherte ßuhelatre der Kniescheibe anffeseben werden.
Ursachen und Erscheinungen. Nach dei
a (i
ben
jesat
ten
können zwei verschiedene Luxationsmechanismeu wirken, nämlich: 1. eine Abflachung der Gelenkfläche des Condylus internus, beziehungs­weise eine abnorme Anspannung ihrer Querbänder, oder -. das Fest­haken des unteren Randes der Kniescheibe auf dem oberen Rande des inneren Condylus des Femur, in dem ersten Falle würde demnach die Ursache in einer fehlerhaften Bildung der Condylusoberfläche, oder einer abnormen Anspannung der Querbänder zu suchen sein (Violet). Sehr natürlich, dass die hierdurch veranlassteii Bewegungsstörungen sich bei demselben Thiere bäuflg wiederholen, oft aber nur wenige Augenblicke andauern (habituelle Luxation). Deshalb wollen wir diese als momentane Luxation der Patella nach oben bezeichnen, Jene durch Festhaken des unteren Randes der Kniescheibe auf dem oberen Rande des medialen Condylus dagegen stationäre Luxation nach oben nennen. Nun werden aber Knie- und Sprunggelenk durch den M. tibialis an der vorderen, durch die Achillessehne an der hinteren Scheukelfläche und durch die schrägen Einlagerungen der Zehen­strecker und Beuger (Kronheinlieuger) auch die Phalangengelenke des Einterschenkels mit alleiniger Ausnahme des Hüftgelenkes von den Bewegungen des Kniegelenkes ahhäugig. Wenn daher durch Arre-lirung der Kniescheibe das Kniegelenk festgestellt wird, so sind alle ührigen (((denke gezwungen, in der von ihnen eingenoinmenen Streck-stellung zu verharren, wodurch namentlich die Beugung und aus­schreitende Bewegung des Schenkels unmöglich wird. Sobald also die Kniescheibe auf den Condylen des Femur nicht regelmässig auf-iind niedergleiteu kann, zeigt sich die Bewegung des Fusses unter­brochen; und zwar bei der momentanen Luxation durch eine augenblickliche Unterbrechung der Bewegung des Schenkels während dos Gehens. Sobald der Fuss den Boden verlassen hat und seine ausschreitende Bewegung als Hangbein ausführen soll, erfolgt, in der Kegel eine momentane Unterbrechung dieser Bewegung, worauf als-bald ein plötzliches Emporschnellen des Fusses folgt, ähnlich wie beim ilalmentritt. Bassi glaubt daher auch die Ursache des zuletzt ge­nannten Leidens in dieser momentanen Luxation suchen zu müssen
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Krankheiten der Hintorglioduiassou.
(vgl, Jliilincniritt). Ol't zeigt .sich (li('.s(; StünniH' schon im Stalls boiin Herumtreteiii und zwar bald 11111- im einem, nicht selten aber an beiden Schenkeln. Wtlhrend der Arbeit pflegt die Störung allmähliob zu verschwinden; zuAveilen tritt dieselbe nur bei den ersten 20—SOSohritten hervor. Die mil dem Zustande verbundene plötzliche Beugebewegung des Schenkels bat zu der irrigen Annahme eines Krampfes in den Muskeln der Kniescheibe gefuhrt und zu der Bezeichnung „Rammquot; Veranlassung gegeben.
Uniduell zeigen sieh diese Störungen verschieden; bald gehört eine aufmerksame Betrachtung der Bewegung der Hinterschenkel dazu, um sieh von denselben zu überzeugen, nicht selten aber sieht man deut-lieli. wie die Kniescheibe momentan feststeht und plötzlicli nach unten springt.
Anders gestalten sieh die Störungen, wenn die Kniescheibe längere Zeit hindurch auf dem medialenCond)'lus feststeht, bei der stat ionären Luxation nach oben. Dieser Zustand kommt nur beim Kinde und den Einhufern vor, weil der Condylus interims bei den übrigen Thieren mehr abfferundet und das Festhaken der Patella über demselben nicht möglich ist. Hierbei tritt die Kniescheibe zu weit nach oben, und zwar in der Rege] durch heftige Confcractionen des M. quadriceps femoris, z. I?. beim Aufstehen, Aussehlagen, Strecken und Ausgleiten der Thiere. Dabei muss (due abnorme Verlängerung der geraden Bänder der Kniescheibe vorausgesetzt werden, die durch andauerndes Stehen im Stalle besonders bei trächtigen Thieren (Violet) veranlasst werden kann, als Schwächezustand nach schweren Krankheiten (Brust­seuche) oft einige Zeil zurückbleibt, nicht selten auch als angeborener Fehler beobachtet wird. Schlaffe, schwächliche Fohlen leiden an diesem Zustande häutiger als kräftige Pferde. Die nächste Folge der Immobilisirung der Patella auf der oberen Abtheilung des medialen Condylus besteht in Streckstellung aller Gelenke des Schenkels und Unvermögen zu% Beugebewegungen; auch die passive Flexion der Ge­lenke erscheint ausgeschlossen. Die Folge davon ist, dass der Schenke] in gestreckter Haltung muh hinten gerichtet wird und nicht vorgeführt werden kann. Leiden beide Füsse, so stellt das Thier wie gebannt auf der Stelle und ist unfähig, vorwärts zu gehen. Ist nur ein fuss betroffen, so springt das Thier beim Versuche zu gehen auf dem anderen vorwärts. II angbeinlahniheit mit excessive!-Streckstellung aller Gelenke kennzeichnet das Leiden.
Wenn der M. quadriceps fern, bei dieser Lage der Knieseheibe ruht, so kann sieh die letztere auf dem Condylus des Femur aufrichten
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\ ommkiuiL' der Kniesohsibi
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und auf ihren unteren Band stellen, ein Zustand, den man beim Men­schen als verticals Luxation der Patella bezeichnet hat. Diese Erscheinungen sind charakteristisch, dass man die stationäre Luxation schon von weitem diagnostioiren und nur heim Rinde mit der Dis­location der M. biceps f'emoris (S. 773) verwechseln kann; bei dvm zuletzt genannten Leiden besteht jedoch keine so absolute Streck-stellung) der Schenke] kann, wenn auch nur wenig, immerhin etwas gebeugt werden; dabei liisst sich der Trochanter unter der äusseren Haut fühlen und die Kniescheibe wenigstens seitwärts verschieben, welche bei der Luxation absolut unbeweglich ist und zu hoch liegt.
Wenn auch wohl angenommen werden kann, dass der momentanen Luxation nach oben in der Regel eine Abflaoliung der Gelenkfläche, oder eine abnorme Anspannung der Querbänder zu Grunde liegt, während die länger dauernde Feststellung auf dem oberen Kunde des medialen Con-dylus eine Verlängerung der geraden Händer voraussetzt, so soll damit, nicht behauptet werden, dass der letztere Zustand nicht auch bei dem sog. Ramm wirksam sein kann. Es ist. sogar nicht unwahrscheinlich, dass auch hierdurch die Kniescheibe auf den oberen Abtheilungen der Condylen des Femur eine Ruhelage finden oder hier durch die Querbänder, namentlich durch das mediale Querband fixirt werden kann. Das Auftreten der mo­mentanen Luxation bei schiallen Thieren und nach schweren Krankheiten spricht für diese Annahme.
Die Beurtheilung hängt einerseits von dem Grade der Be­wegungsstörung und der damit verbundeneu Beschränkung in der Gebrauchsfähigkeit des Thieres ab, andererseits richtet sich die Pro­gnose nach dem Alter des Leidens wie des Thieres. Bei .schwäch­lichen Fohlen verlieren sich in der Hegel beide Zustände mit dem Eintritt einer besseren Ernährung. Dasselbe gilt von Heconvalescenten, die mit dem einen oder anderen dieser Leiden behaftet sind. Je länger indess der Zustand bereits besteht, je häutiger und je heftiger die Anfälle, desto geringer wird die Aussicht auf Heilung.
Behandlung. Junge Thiere und Reconvalescenten lasse man kräftig ernähren und verschone die Patienten mit schwerer Arbeit. Durch längere Huhe und viel Liegen werden die geraden Händel' der Kniescheibe entspannt und auf ihre normale Länge zurückgeführt. Namentlich muss alles vermieden werden, was lieeidive begünstigt. Bei der momentanen Luxation lässt sich für gewöhnlich nichts weiter thun, dagegen verlangt die stationäre Verrenkung baldige Reposition, welche auf verschiedene Weise erreicht werden kann:
1. Oft springt die Kniescheibe bei plötzlichem Rückwärts- oder .Seitwärtstreten in ihre normale Lagt' zurück; energische Contraction Möller, Spooiello Chirnrglo fllr ThierUrzto. l'. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 50
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Krankliciten
llint(,i''lii'iliiiiwsoii.
in den Kniesobeibeuniuskeln duroh einen unverhofften Schlag oder ßegiessen des Thierea mit kaltem Wasser führt ebenfalls die Ketluc-tion zuweilen herbei.
#9632;J. Wo diese Mittel nicht genügen, versuche man duroh Druck auf den oberen tlusseren Rand der Patella den unteren Rand der­selben frei zu machen; man drückt nach hinten und innen. Meyer will die Knieseheibe mit der ganzen Hand umfassen und in die Höhe heben, während das Thier geführt wird.
Erleichtert wird die Reposition durch Streckstellung des Knie­gelenkes, welche man durch Ziehen des unteren Pussendes nach vorn erzielt. Um die Fessel wird ein Strick gelegt, der nach vorn ge­zogen . den kranken Fuss vom Boden entfernt. Dann l'ässt man das Thier von hinten vorwärts schieben und drückt in diesem Momente die Kniescheibe zurück (Richter). Liegt das Thier, so lasse man den Fuss wie zum Castriren einbinden und versuche in dieser Hal­tung die Reposition.
Wichtig ist, dass nach der Einrenkung dem Thiere einige Zeit.
;!----[ Wochen b'nhe gegeben wird; die weitere Behandlung, wie
Application von Scharfsalben, Haarseilen u. s. w., kann nur dadurch nutzen, dass der Schenkel ruhig gehalten wird. Stellen sich beim Hinlegen und Aufstehen Recidive ein. so wird ein Hängegurt zweck-
mässig.
Violet, Santo und Guigas haben neuerdings empfohlen, das innere Querband der Kniescheibe zu durchschneiden; man will damit namentücb die momentanen Luxationen auch da noch geheilt haben, wo das Leiden jahrelang bestand (Guigas). Die Ausführung der Operation ist jedoch nicht einfach, wie ich mich an Versuchsthieren überzeugt habe, weil das mediale Querband dor Kniescheibe bei den Pflanzenfressern keine scharfe Begrenzung besitzt und mit dem Kapsel­bande innig verschmolzen ist.
Die Luxation der Kniescheibe zur Seite und zwar fast immer nach aussen (laterale Luxation) lindet sich ebenfalls bei Pferden und Rindern, häutiger aber noch bei Hunden: bei letz­teren ist das Leiden meist angeboren und bestellt an beiden Küssen, indem eine Deformität in der Knochenentwickelung. namentlich der Condylen des Pemur, demselben zu Grunde liegt. Die erworbene Luxation nach aussen setzt eine erhebliche Dehnung oder Zerrcissung des medialen Querbandes der Kniescheibe voraus. Da der mediale Condylus des Lemur bei weitem stärker ist und mehr hervorragt, so kommt eine Luxation nach innen bei Thieren höchst selten vor:
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Verrenkung der Kniescheibe.
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Stockt'letli will jedoeli eine solche bei der Kuh beobaohtot liaben. Bald liegt die Patella /um Theil noch auf dem lateralen Condylus (incomplete L.)i meist ist sie auf die ilussere Fläche desselben gerückt (complete L). Die Kniescheibe des Pferdes wird zwar durch den au der medialen Seite befindlichen ECnorpelfortsatz, welcher sich über den inneren Condylus des Femur krümmt , in ihrer Lage gesichert, doch wird ihr Abweichen nach aussen hierdurch nicht umuöglich. Meyner beobachtete die Luxation bei zwei Kühen.
Ursachen. Gerade Schenkelstellung, schräge Lüge der Kruppe und jugendliches Aller verleihen für diese Art der Luxation eine be­sondere Disposition; schon das nicht seltene Auftreten an beiden GUiedmassen deutet auf eine derartige Anlage hin. Ein schlaffer, schwacher Bandapparat mag dabei mit in Betracht kommen. Bei Hunden ist das mediale Querband der Patella erheblich schwächer als das laterale.
Alle Kliutiüsse. welche eine Zerreissung oder heftige Dehnung des medialen Querbandes herbeiführen, können Ursache des Leidens werden. Meyer glaubte, dass eine rheumatische Contraction oder übermässige Action in den Auswärtsziehern das; Leiden veranlasse, konnte jedoeli mit der Durchschneidung derselben keine Heilung erzielen.
Die Beurtheilung gestaltet sieh ungünstiger als bei der Luxa­tion nach oben; am schlechtesten ist sie bei Hunden, wenn der Zu­stand angeboren ist; Seidenpintscher und Möpse fand ich nicht selten mit demselben behaftet. Im übrigen kommen die allgemeinen Grund­sätze in Betracht: je älter die Luxation, je grosser die Schwierig­keiten bei der Reduction und Betention, desto weniger Aussicht auf Heilung. Die unvollständige Luxation nach aussen kann selbstver­ständlich günstiger beurtheilt werden als die vollständige. In den von Meyner beobachteten Fällen trat die .Heilung soweit ein, dass die Kühe bei Slallfiitterung wirthsehii ftlieh ausgenutzt werden konnten.
Erscheinungen. Die klinischen Symptome gestalten sich bei der vollständigen Verrenkung ähnlicb wie bei Cruralislähmung und Continuitätstrennungen in den Kniescheibenstreckern : es besteht Stütz­beinlahmheit mit excessiver Beugung aller Gelenke des Schenkels. Durch Verlagerung der Patello an die laterale Seite des Femur wird die Function des Quadriceps femoris und damit die
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Kninkhoiten dar Ilintur^licdiiiussen.
stutzende Thtltigkeit des Schenkels gestört. Aber auch beim Vorführen sind die genannten Muskeln thiitig, weshalb der Schritt etwas kürzer ausfällt. Unter dem Knie tritt laquo;his Kapselband deutlicher hervor, während die Patella in ihrer lehliThufton Lage oi't direct zu fühlen ist. i5ei der incompleten Luxation treten diese Erscheinungen weniger deutlicli hervor; liier zeigt sieh zuweilen die Lahmheit im Schritt auf­fälliger als im Trabe.
Bei Hunden liisst sich die Patella leicht reponiren, worauf die Lahmheit sofort verschwindet, jedoch mit der sieh bald wiederholen­den Luxation von neuem einstellt (habituelle Luxation). Weniger leicht gelingt die ßeduetion bei Pferden, die in der Kegel auch hier­nach den Fuss nur Lanirsani und in steifer Haltuuff vorbewetren.
Behandlung. Wie bereits erwähnt, gelingt bei Fleischfressern die Reposition leicht; um so schwieriger gestaltet, sieh bei allen Thier-arten die Retention. Hertwig will die Kniescheibe beim Pferde durch Druck mit der Hand 18 Stunden gestützt haben; die dazu verwendeten Männer mussten sich gegenseitig ablösen, sodann wurde eine scharfe Einreihung applicirt. Da ein Verband zum Zwecke der Retention nicht anzubringen ist. so beschränkt sich die Behandlung meist auf Ver­ordnung von Ruhe und scharfen Hautreizen, welche die 'fhiero ver­anlassen den kranken Fuss möglichst wonig zu bewegen. Auch kann für grosse Thiere ein Hängegurt nützlich werden.
Neuerdings beobachtete ich bei einem Pferde eine eigentbümliohe Luxation der Kniescheibe nach oben mit gleichzeitiger Verlagerung der-selben nach aussen. Sobald die Patella diese abnorme Lage inno hatte, zeigte sich an dem nach vorn gerichteten und gestreckten Fusse jode Beugung unmöglich: wohl aber konnte der Fuss in dieser Stellung belastet worden. Zum (lohen gezwungen führte das Pferd den Fuss in steifer .Haltung, ohne jede Beugung im Htift-, Knie- und Sprunggelenk vor und stellte denselben soweit nach vorn , laquo;Inss die Belastung nur bis zur senk­rechten Stellung des Fusses erfolgte; der Schenkel machte gleichsam nur die erste Phase der Hnngbeinthiitigkoit durch. Durch einen leichten Druck des Daumens gegen den lateralen Hand der Patella gelang es, diese in ihre normale Lage nach innen zu drängen, worauf das Pferd zuweilen mehrere Schritte unter regolmässiger function dos Schenkels auszuführen im Stande war; plötzlich aber glitt die Kniescheibe wieder in ihre abnorme Lage, und die steife Haltung dos Schenkels trat von neuem hervor.
Bei der Section des Thieres fand sieb das mediale Querband mit dem medialen und mittleren geraden Bande der Kniescheibe krankhaft ver­längert, wodurch der untere Rand dor Patella bis über den medialen (lelenklortKat/, der Femur treten konnte und hier lixirt wurde. Während der obere Rand der Patella hierbei nach vorn trat (verticale Luxation der Patellal, rückte die Kniescheibe um 2 cm weit über den lateralen Condylus des Oberschenkelbeins mjch aussen. Schob man die Patella, in ihre normale
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Vi'rrenkuiit' der Knicseheibi'. ZeiTeissuncr dev Bändet1 derselben.
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lia^'o, so zeigte sich eine doiiUiclie Erschlaffung in ilen genannten Bttndern. Der untere Rund der Kniescheibe hatte durch den andauernden Druck den Gelenkknorpel auf dem Oberschenkelbein zum Schwinden gebracht; es zeigte
sich hier eine deutliche Vertiel'ung des Knorpels, in welche der untere Rand der Patella genau hinein passte.
Die bei Lebzeiten angestellten Versuche, die Kniescheibe durch einen Verband in ihrer normalen Lage zu fixiren, hatten zwar Erfolg, mussten indess wieder aul'gogcben werden, weil sich durch den Druck desselben Ent­zündung und Necrose einstellte. Am wirksamsten zeigte sich ein breiter Riemen, der von dem Tliingegurto aus fest um beide Kniegelenke geschnallt wurde.
Weniger günstige Erfolge erreichte ich mit einem Schienenverbaiid, welcher so um den Unterschenkel gelegt wurde, dass durch denselben ein Druck gegen den lateralen Rand der Patella ausgeübt wurde. Ich erreichte indess mit diesen Verbänden in etwa 8 Tagen soviel, dass die Kniescheibe während des Stehens in ihrer normalen Lage verblieb, und das Pferd ohne Verband mehrere Schritte in normaler Weise in gehen im Stande war, während dasselbe vorher auch nicht einen regelmässigen Schritt machen konnte, weil die Patella dauernd in ihrer falschen Lage verharrte. Das Pferd ging an einer intercurrenten Krankheit zu Grunde,
;{, Zerrelssung der geraden Bänder der Knieschelbe.
Lit.: Voigtländer, Dresd. Ber. 1860. S. 57.
Zerrelssung des äusseren geraden Landes der Knie­scheibe wurde von mir 'Jmal beim Pferde beobachtet. Einmal war die­selbe durch Gegenfahren mit der Deichsel veraulasst, in dem zweiten Falle wahrscheinlich beim Aufstehen im Stalle eingetreten. Leide Patienten zeigten eine ausgesprochene Stützbeinlahmheit. Anfangs wurde der be­treffende Fuss überhaupt nicht belastet, später nur unvollkommen. Unter der Kniescheibe Hess sich nur das mediale mittlere gerade Land fühlen, an Stolle des lateralen war eine Lücke nachzuweisen. Auf Druck äusserten die Thiere unter der Kniescheibe, welche sich in ihrer natürlichen Lage befand, erhebliche Schmerzen. Lei einem der Patienten war nach 3 Wochen, bei dem anderen nach 4 Wochen unter absoluter Ruhe soweit Besserung eingetreten, dass sie, aus der Behandlung entlassen worden konnten.
Voigtländer beobachtete bei einem Ochsen Zerrelssung der geraden Lander der Kniescheibe. Unvermögen zu stehen, bedeutende Entzündung in der Gegend des Kniegelenkes, Flexionsstellung, Unvermögen das Knie zu strecken und Entspannung der geraden Länder kennzeichneten das Leiden. Das Thior wurde geschlachtet, worauf die Zerrelssung direct fest­gestellt wurde.
4. Fractnren der Kniescheibe^
bit.: Renelt, Tb. Mitth. 1860. S. 151. Steffen, Stookfleths Chirurgie. S. 519. Renault, Per. Rep. 17. S. 89.
Brüche der Kniescheibe kommen selten vor und wurden bisher nur bei Pferden beobachtet. EufsohlKge, Gegenfahren, Niedersttinsen
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Krankheiten
untei'ffliedmasaen,
mit stark flectirtem Kniegelenk geben hierzu Veranlassung. Woll­stein will den Bruch heim Pferde durelraquo; Sträuben in den Fesseln beobachtet haben (Hertwig), während Renault einen doppelseitigen Bruch der Kniescheibe bei einem Pferde entstehen sah, dessen Ifiniei-theil im Eängegurt durch den zurückgerutschten Bauchriemen in die Mühe gehoben war, so dass die Hiuterfüsse nicht mehr den Boden berührten. Ein anderes soll sich heim Ausgleiten beide Kniescheiben gebrochen hahen.
Die durch äussere Gewalten veranlassten Fracturen stellen nicht selten Splitterbriiche dar und sind oft mit Verlet/ungen des Gelenkes verbunden. Heftiger Muskol/.ug bewirkt in der liegel eine horizontale Fractur.
Erscheinungen und Verlauf. Hochgradige Lahmheit, Unver­mögen den Fuss zu belasten und heftige Schmerzen bei den Be­wegungen desselben kennzeiebnen das Leiden; dazu gesellen sich Anschwellung und Schmer/, in der Gegend der Kniescheibe. So lange die Anschwellung noch nicht stark entwickelt ist, lassen sich die K'nochenstücke zuweilen direct fühlen: Crepitation fehlt dagegen in der Reffel.
Die Prognose 1st im ganzen ungünstig. Obgleich beim Men­schen die Bedingungen zur Heilung viel günstiger liegen, so kommt es auch hier meist nur zu einer liganientösen Vereinigung, weil die Diastase erheblich, der Knochen bei dem mangelnden (nur seine Oberfläche bedeckenden) Periost zur Callusbildung wenig ge­eignet ist, zumal das untere Stück von seinen, grösstentheils aus den Muskeln stammenden Hlulgefässen abgeschnitten wird. Ebenso muss bei Querbrüchen und solchen, die mit Oeffnung des Gelenkes verbunden sind, bei grösseren '['liieren die Prognose schlecht aus­fallen. Der mehrfach in der Literatur mitgetheilte günstige Ver­hüll' beruht offenbar zum Theil auf Irrthümern in der Diagnose (Renelt). Nur wo ein kleines Stück z. B. mit einem der geraden Händer abgerissen ist (Steffen), lässt sich in etwa vier Wochen Eeilunff erwarten.
Die Behandlung ist nach allgemeinen Grundsätzen zu leiten. Grössere Thiere bringt man in einen Hängegurt, bei kleinen kann versucht werden, einen Verband anzulegen und zwar in möglichster Streckstelluna des Gelenkes.
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(Jonitis.
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5t Verletzungen und aeute KntxiiiKliinu; des Kniegelenkes. (lOiiitis.
Lit.: BOhlingi (laquo;urlt u. Hertwig. 16, is. 136. Sohradev, (iui-lt u. Hartwig. 20. 8. 146. Schi rrmaiin, Zoitsohr, f Vet.-Kund. 1892. 5.
Bei den grossen iliuistliieren, besonders dein l'fei'do, eri'olgen niclit selten Verletzungen am Knie, namentlicb der Kniescheibe durelt Hufschläge, Sticlie mit Düngergabeln, Lanzenstiche, Säbelhiebe, durch gegenseitiges Treten mit scharfen Stollen u. s. w.. und gaben zu eiteriger Erkrankung der Gelenke imi Knie Veranlassung, Auch setzt sich diese zuweilen von der Sehnenscheide des Schienbeinbeugers und des hingen Zehenstreckers an der lateralen Seite auf das Gelenk fort, und da beide Abtheilungen des Kniegelenkes mit einander in Ver­bindung stehen, so pflanz! sieh der Process regelm'dssig auf beide fort und geht auch auf das Kniescheihengelenk über. Aseptisch ver­laufende aeute Entzündungen des Kniegelenkes werden bei Thieren seltener beobachtet, können indess aus heftigen Quetselunigeu und Distorsionen hervorgehen und führen zur Bildung eines Hiunarthron oder einer (ionitis acuta serosa (Hydrops geuu) (Rohling).
Erscheinungen. Das Leiden ist mit heftiger Lahmheit ver­bunden, wobei sowohl die Belastung wie auch die Bewegung ängst­lich vermieden wird; siinimtliche Gelenke des Schenkels verharren in Flexionsstellung (Fig. 128), während sieh am Knie eine diffuse An­schwellung und bei Qelenkwunden Ausfluss von eiteriger Synovia be­merklich macht. Dabei besteht, Fieber, Mangel an Appetit; die Thiere liegen viel und gehen, wenn sie nicht getödtef werden, unter Auf­treten von Decubitus an den Erscheinungen der Septikämie zu Grunde. Die aseptische Erkrankung verläuft langsamer und ist mit weniger heftigen Störungen verbunden. Bei massiger Entzündung erlangt dieses Leiden eine grössere Aehnlichkeit, mit (ionitis elmmica.
Beurtheilung. Aus dem angeführten ergiebt sieh, class die
Prognose bei der septischen bezw. eiferigen (ionitis acuti
•blech
ausfallen muss. In der Kegel ist die Wiederherstellung ausgeschlossen, die Tödtung gerathen, und wenn es sich um schlachtbare Thiere handelt, zögere mau damit nicht, weil dieselben in Folge des Leidens im Nährzustande schnell zurückgehen, und das spätere All-geineinleidon die Verwerthung des Fleisches ausschliesseu kann. Bei aseptischer Erkrankung können Heilversuche besonders bei werth-
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Krankheiten der HintergliodmEtason.
vollen Pferden angestellt werden, Wo hochgradige Schmerzen be­stehen, urtheile man nicht zu optinxistisch, weil die aussohliessliche Belastung dos anderen Fusses oft zu Hufbeinsenkung führt, in Folge dessen die Thiere nicht mehr stehen können und im Decubitus zu 0runde gelien. Schirrmann beobachtete bei einem Pferde, welches in der Gegend der Kniefalte von einem Lanzenstich getroffen war, Verblutung in Folge Verletzung der Schenkelarterie.
Die Behandlung. Sofern es sich um frische Gelenk wunden oder Verletzung der genannten Sehnenscheide handelt, muss mit den llUlfsmitteln der Antisepsis vorgegangen werden. Da ein Occlusiv-vorband bei grösseren Thieren nicht anzubringen ist, lasse man die Wunde soweit möglich desinflciren und wende bei kleinereu Wunden alsbald eine Scharfsalbe (Sublimal in 10 Th. Spiritus gelöst) oder das Glüheisen an, um durch die hiernach auftretende entzündliche Schwel­lung die Gelenkwunde möglichst bald zum Verschluss zu bringen, (irössere Trenmnigen können nach erfolgter Desiufection geheftet oder durch permanente Irrigation aseptisch erhalten werden.
laquo;J. Chronische Enlxündung des Kniegelenkes. Oouitls chronica
sicca.
Die chronische Entzündung des Kniegelenkes, Gonitis chronica sicca, konnnt vornehmlich bei schweren Lastpferden und solchen vor, die andauernd im gleichen, schnellen Tempo arbeiten. Omnibus-, Pferdebahn- und Droschkenpferde werden von dem Leiden hi'mfig betroffen. Aber auch bei Hunden habe ich diese Krankheit oft beobachtet und zwar besonders bei grösseren üacen- und Zieh­hunden. Bei letzteren tritt das Leiden meist einseitig, bei Pferden oft beiderseitig auf.
Die Section ergiebt Veränderungen, wie sie die Arthritis chro­nica sicca s, deformans charakterisiren; Wucherung der Gelenkknorpel an den Rändern mit Auftreibung der Knochen, namentlich des ünter-schenkelbeines: die Gelenkfiiichen zeigen sich besonders in der Gegend des zalmförmigen Fortsatzes usurirt und mit Schlilftlächen versehen: dabei besteht zuweilen ein massiger Ifydrops gemi. In der Regel beschränkt sich der Process auf die mediale Abtheilung des eigent­lichen Kniegelenkes, während die laterale sowie das Knieschoiben-gelenk intact bleiben.
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(lonitis chromtrt.
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Erscheinungen und Verlauf. Das Leiden pflogt allmählich einzusetzen und langsam, aber unauf'liörlicli fortzuschreiten, bis mau sicli entschliesst, das Thier schlachten zu lassen. Darüber vergehen jedoch oft Momile, nicht .selten Jahr und Tag; anfange zeigt sich nur geringe Lahmheit, welche namentlich bei beiderseitiger Erkranraquo; Icung oft lungere Zeit übersehen wird. Im Stalle wird der kranke Fuss in Flexionsstellung gehalten (Fig. 128); leiden beide, so erfolgt dieses abwechselnd; beim Herumtreten hebt das Thier den kranken
Fiff. 128.
Linksseitige Qonltls chronloa. Qonltls chvonlca bllateralla (naeli einer Photographle).
Fuss oft zuckend in die Höhe, ähnlich wie beim Spat und Hahnen­tritt. Lässt man den Patienten im Schritt führen, so zeigt sich namentlich im Anfange der Bewegung eine ausgesprochene Hang­beinlahmheit mit Verzögerung der ausschreitenden Be­wegung und Verkürzung des Schrittes nach vorn. Heim Ueberschreiten von Unebenheiten des Bodens stösst der lahme Fuss oft an; im Trabe erlangt die Lahmheit wohl eine gewisse Heimlich­keit mit Spat, doch fehlt hierbei meist die zuckende Bewegung des Schenkels; derselbe wird vielmehr in steifer Haltung vorgeführt.
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iklieitcn dar Qintenrliediniisson.
Durch Palpation lassen sich Scbruerzen in dor Regel nicht, nachlaquo; weisen, dagegen macht sich häufig unter der Kniescheibe eine etwas stärkere Füllung ihm- Gelenkkapsel bemerkbar, und in den späteren Studien y.ei^'t sicdi der mediale öelenkknorren des Unterschenkels oft deutlich aufgetrieben. Zu dieser Untersuchung muss man unter An-wendung der nöthigen Vorsichtsmassregeln hinter dem Pferde Auf­stellung nehmen und die Kniegelenke mit beiden Händen von hinten umfassen, um dieselben mit einander vergleichen zu können; ebenso verfährt man bei Bunden. Bei Abductions- und Rotationsbewegungen des Schenkels nach innen (Pronation) tlussern die Thiere zuweilen lebhafte Schmerzen.
Die Krankheit ist unheilbar, und da hier das an anderen Stellen unter solchen Umständen in Anwendung gebrachte Mittel, die Neuro-tomie nicht ausfuhrbar ist, so wird in der Hegel von einer Behandlung abgesehen: Arbeitspferde nutzt man so gut aus, als es eben geht. Soll etwas versucht werden, so wende man Scharfsalbe, Glüheisen iinil andere Ableitungsmittel an, Ich habe diese wiederholt versucht, aber niemals Erfolg von ihnen gesehen, und wo man solchen beob­achtet haben will, dürften wohl Fehler in der Diagnose vorgelegen haben.
Casuistik. Ein ca. 1- Jahre alter Wallach hatte 2 Jahre hindurch in schwerem Zuge gearbeitet und während dieser Zeit abwechselnd auf den Hinterfüssen eine geringe Lahmheit gezeigt. Hierbei entwickelte sich all­mählich an beiden Hinterfüssen eine steile Schenkelstellnng (Fig. 12Ü), während die Bewegungen derselben immer steifer wurden, und die Kruppe eine stark abschüssige Lage angenommen hatte. Die Gelenkkapseln dor Kniegelenke zeigten an beiden Küssen deutliche Ausbuchtungen, welche am deutlichsten unterhalb der Kniescheibe hervortraten (Fig. 129). Im Stalle wurden in kurzen Zwischenzeiten die Hinterfüsse abwechselnd hoch gehoben, stark gebeugt: schon seit längerer Zeit hatte sich das Pferd nicht mehr niedergelegt. Hei der Bewegung wurden die Hinterfüsse steif und in kurzen Schritten vorgeführt. Die Arbeitsi'iihigkeit hatte in hohem Grade gelitten, so ilass man sich zur Tödtung dos Thieres entschloss.
Hei der Section fanden sich in der Kruppen- und Schenkelmuskulatur, namentlich in den Glutäen starke Bindegevvobswucherungen, welche im Perimysium externum in Form breiter, weissor Streifen hervortraten (Myositis chronica fibrosa). In der Bursa glutaei medii bestand chronische Entzündung mit starkor Wucherung der Zotten, welche zum Theil 2 — 3 cm lang iind 5—8 mm dick waren.
Die Kniesclieibengelenke zeigten sich mit einer klaren, gelblichen, zähen Flüssigkeit angefüllt, ihre Kapselbänder ausgedehnt und die Synovialis mit langen, zottigen Wucherungen besetzt. An den eigentlichen Knie­gelenken fehlte der medialen Abtheilung der (lelenkknorpel fast vollständig: auch am Zahnfortsatze des Unterschenkels waren vom Knorpel kaum noch Spuren nachzuweisen, dagegen zahlreiche Sclditl'llächen vorhanden. Die
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Ilursitis piuopatsllEU'ia
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Kilmlor der medialon Qelenkabtheilung, insbesondere am [Jntersohenkel zeigten sich vom wallartigen, llberknorpelten Verdiokangen umgeben. Die Emesobeibengelenke liessen im übrigen keine auffUlligen Veränderungen nachweisen.
7. Bursltls praepatollaris.
Burs it is ]) rue pa tell a r is. Die an der vorderen Flilclio des Knie­gelenkes liegende Bursa praepatellaris, welche nach den Angaben Eich-Baums hoi der Hälfte aller Pferde vorkommt, erkrankt zuweilen in Folge ftusserer Verletzungen entzündlich und veranlagst eine bald Üuctuirenoe, bald mehr derbe Anschwellung bis zur Grosse einer Doppelfaust und darüber. Schmerzen und Lahmheit sind mit dem Zustande in der Regel nicht verbunden, daher bildet derselbe ebenso wie die Stollbeule nur einen Schönheitsfehler,
Offenbar geben Quetschungen und anderweitige Verletzungen dieser Bui'sa mueosa zu dem Leiden Veranlassung, welches daher bald mit acut entzündlichen Erscheinungen verbunden ist, bald ohne solche auftritt. Im letzteren Falle gehen die Thiere an dem Zustande auch nicht lahm, was für die Diagnose anderer Krankheitszustande beachtenswerth erseheint.
Soll eine Behandlung eintreten, so werden fluetuirende Anschwellungen (Hygrome dor Bursa) mit Vortheil wiederholt mit der Hohlnadel oder einem dünnen Trokart punktirt und entleert: auch können Jodinjectionen ver­sucht werden. Spaltungen derselben führen ebenso wie hei der Stollbeule zu langwierigen Eiterungen und sind dabei1 nur zu empfehlen, wenn gleich­zeitig die Bursa mit dem Glüheisen oder einem Aetzmittel zerstört werden kann. Scharfsalben und Glüheisen führen auch hier eine allmähliche Schrumpfung herbei; doch muss ihre Anwendung öfter wiederholt werden. Beim Gebrauch des Messers hüte man sieh, den Zustand nicht mit einem Hydrops genu zu verwechseln: die Geschwulst liegt hoim Kniewasser tiefer und lässt sich unter der äusseren Haut nicht so frei verschieben wie bei dem in Bede stehenden Leiden.
C. Krankheiten des Unterschenkels.
Anatomie. Her Hnterschenkel ist von der. namentlich beim Pferde straftquot; gespannten äusseren Haut umgeben, die an der lateralen Schenkel-fläche stark, an der medialen nur dünn ist. Mit der schwach entwickelten Subcutis legt sich dieselbe an der vorderen Abtheilung der medialen Fläche des üntorsebenkels direct auf die Tibia, welche hier also eine olierlläcbliche Lage besitzt, daher äusseren Verletzungen ausgesetzt ist. Etwa 3|i des Knochens, nämlich die ganz laterale und die hintere Abtheilung der medialen Seite wird von den Unterselienkelmuskeln bedeckt, welche einzeln von Fascien umkleidet, alle aber von der Fascia cruris s. lala umgeben werden. Die letztere geht von den Muskeln der Kruppe und des Oberschenkels aus und heftet sieb zum Tbeil an die Crista tibiae, zum Theil läuft sie unter-
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Krankheiten der HintertrliedniagBeu.
halb lies Sprunggelenkes in die Sehne des langon Zehenstreokers ans. Dioson Einriebtungen verdanken die Krankheitszustände am Qntersohenkel besondere Bigen thüm liebkeiten,
1. Wunden and Vei'lotzungeni
Wunden und Verletzungen. Au der vorderen Abtheilung der medialen Flilche des Unterschenkels beobachtet man nomentlicb bei Pferden durch Hufscblilge, Reiten auf Latirbäumen oder Deichsel­stangen und unter ähnlichen ümsfAnden nicht selten Verletzungen der Tibia. Bald entstellt hiernach Idoss eine lüntzündung der ilusseren Haut, zu weilen mit umfangreichen Excoriationen derselben, nicht selten alier konnut es zu Quetschungen und Verletzungen des Periostes und selbst des Knochens, An dem letzteren entstehen durch heftige mechanische Insulte (Hufschläge) leicht Fissuren, die an anderer Stelle besprochen werden sollen (S. 798). Aber aueb Knochenwunden kommen hier vor und führen nicht selten zu einer diffusen Periostitis, welche aber auch ohne Verletzung des Knochens in Folge Quetschung des Periost eintreten kann.
Periostitis am ünterschenkelbein erzeugt eine ausgesprochene Hangbeinlahmheil mit Verzögerung der Bewegung des Schenkels und Verkürzung des Schrittes nach vorn, hält meist 3—t Wochen an und führt zu Verdickungen der Tibia. Bei der Palpation zeigt sich dieselbe schmerzhaft, so dass die sorgfältige Untersuchung über die Natur der Lahmheit keinen Zweifel aufkom­men lässt. Verwundungen des Untersehenkelbeines lassen sich in der Hegel durch Soudirung feststellen.
An den mil Muskeln bedeckten Abschnitten des Unterschenkels erlangen Verwundungen durch die Gegenwart der starken Fascien eine besondere Bedeutung; wo diese nicht mit verletzt sind, heilen die Wunden auch hier ohne besondere Störungen. Sobald aber eine Continuitätstrennung der Fascie stattgefunden hat, stösst die Heilung regelmässig auf Schwierigkeiten, und zwar einmal dadurch, dass die Muskelmasse in Folge entzündlicher Schwellung durch die Lücke der Fascie hervorquillt (Muskelhernie oder Muskelvorfall) und von der Fascie eingeschnürt lebhaft zu wuchern beginnt. Andererseits kommt in Betracht, dass unter dem Einflüsse der Eiterung die Fascie nekrotisirt, und bevor es zur Dissection des nekrotischeii Abschnittes derselben gekommen ist, treibt, die Muskelmasse bereits üppige Granu­lation; ein Vorgang, der zugleich durch die Bewegungen (Contrac-
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Vi'i'lotzuiigen am [Juterschenkel
7igt;7
bionen) dor Muskeln gefördert wird. \)iv Folge hiervon ist, dass sich die Granulationen in Fonu pilzförmiger Müssen vordrängen und
die Heilung stören. Dieser Zustund entwickelt sicli mit Vorliebe an den unteren Abschnitten des AI. biceps femoris, kommt aber im ganzen Bereiche der Unterscheukelmuskulatur vor.
Eine zweite Störung bei der Heilung von ünterschenkelverletzun-geu, welche die Fascia lala pert'oriren. besteht in der Entwickelung einer subf'ascialen JMilegmone. Diese gesellt .sicli mit Vorliebe an Stichwunden, namentlich zu solchen, die mit Düngergabeln veranlasst wurden, wie sie beim Ordnen der Streu nicht selten vorkommen. Hoch­gradige Schmerzh ai'tigke i t bei der Belastung sowohl wie auch bei der Bewegung des Fusses, massige Anschwellung, aber Miterkrankung der Lymphapparate und Fieber gehen den Zustund zu erkennen. In der Oberlnmt entsteht nur massiges Oedem, später treten hierseihst urplötzlich pilzförmige Anschwellungen hervor, welche in Folge der Perforation der Fascie von Seiten der abscedireuden Entzündung zu Staude kommen. Der Zustand wird um so bedenklicher, als die oft septische Phlegmone leicht zu umfang­reicher Nekrose führt und Septik'ämie mit tödtlichem Ausgange her­vorruft; hierzu trägt die starke Drucksteigerung unter der unnach-ciebiffen Fascie wesentheh hei.
Die Behandlung dieser Zustände erfolgt nach den allgemeinen (iruudsät./.en. So lange die Schmerzhaftigkeit gross ist. finden kalte Umschläge (Umwickelungen mit Stroh und kalte Begiessungen, oder Berieselungen) zweckmässige Anwendung, bei Wunden, namentlich des Knochens, verwendet mau hierzu antiseptische Mittel. Spilter fördern scharfe Einreibungen den schnellen Aldauf der Periostitis. Knochensequester müssen entfernt werden, sobald sie sich mobil zeigen. Hundelt es sich nur um Quetschung und Excoriation der ilusseren Maut, so lasse man die Stelle nach erfolgter Reinigung mit Blei­oder Zinksalbe bestreichen.
In Folge von Muskel Vorfall entstandene üppige Hrauulationen müssen mit Hülfe des Messers, Glüheisens oder durch Aet/.miltel entfernt werden, um die Neubildung derselben zu verhindern, er­scheint oft eine weitere Spaltung der Fascie geboten. Zuweilen ge­lingt es ein Stück derselben zu excidiren und auf diese Weise die Einschnürung der Qranulationsmassen zu verhindern. Während ein Druckverband an dieser Stelle kaum anzubringen ist, lassen sich unter Umständen ein Paar Heftpflasterstreifen vortheilhafi verwerthen.
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Tits
Krankheiten der Hintergliedmassen!
Mi
bestreicht ein .Stück Leder odor starke Leinwand mit eine)
Earzpflaster aus
Harz und V1 Wachs (Stolz) bestehend, und legt
das aiigcwiirintc Ptiastcr so auf die leidende Stelle, dass nicht nur die üppige Granulation, sondern auch die Nachbarschaft von demselben bedeckt wird. Absolute Ruhe des Thieres ist unbedingt nothwendig. Die subfasciale Phlegmoue verlangt frühzeitige Inoisionen, Desiufection und event, Di'ainage. Wo auch immer ein Abscess sich in der Tiefe bemerkbar machen sollte, suche man ihn alsbald zu öffnen, /eigen sich die beschriebenen pilzförmigen Anschwellungen der Haut, so säume man nicht, zum Messer ZU greifen und diese ZU spalten, um den Eiter y,u entleeren.
quot;l. Fracüiron des Untei'scheiikelbeines.
Lit.: Albrecht, Gurlt a. Hertwig. 29. S. 238. Eiokelbosoh, dag. S. 2;58. Kretschmar, Dresd, Her. 1866. 8.69. Vitry, Jahrb. 1848. Gerlaoh, Gerichtliche Thierheilk. 1. Aufl. S, 398. .Schmidt, Her. Bep. 17. S. 202. May, ünrlt n. Bertwig. 24. S. 818. Leisering, Dresd. Her. 1872. S. 80. Walter, Gurlt u. Hertwig, 29. S. 887. Eberhardt, das, 22, S, 42. Bivolta, Her. Hep. 18. S. 226. Behnke, QurU u. Hertwig, 12. S. 82.
Neben Beckenfracturen gehören Brüche des Unterschenkelbeines bei Pferden zu den häufigsten Continuitätstrennungen der Knochen. Von K'S^ in vier Jahren unter den Armeepferden beobachteten Krac-turen betrafen IS!) diesen Knochen. Veranlassung zur Entstehung derselben gehen in erster Linie llufscbliige von Nachbarpferden, wobei die vordere' Äbtheilung der medialen Fläche der Tibia getroffen wird, die umniHelhar unter der äusseren Haut liegt. In den meisten Fällen bewirkt der Schlag zunächst eine Knochenwimde, die häufig mit einer Fissur der Tibia verbunden ist, während erst später beim Aufstehen, Niederlegen. Ausgleiten oder heim Harn- bezw. Koth­absatz ein vollständiger Knocbenbruch entsteht. Meist erfolgt dies in den nächsten lt;s Tagen nach der Verletzung, doch liegen Beobach­tungen vor, welche beweisen, dass der Bruch selbst 1—5 Wochen nach der Verletzung noch eintreten kann (Kickelbosch, Kretschmar). In einem von mir beobachteten Falle trat bei einer derartigen Ver­letzung der Bruch erst nach I Wochen ein, lici einem Armeepferde soll derselbe 127 Tage nach erfolgter Verletzung noch eingetreten sein. Wahrscheinlich hatten in solchen Fällen zuweilen Infractionen vorgelegen: dafür spricht noch der Umstand, dass die Bruchfragmente nach den Ansahen der Berichterstatter in der Keigt;-el keine Callus-
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Fraotureu lies (Jntergohenkelbeines,
rOit
bilduug /.t'i^'k'ii (Schmidt). Es liisst- *n;\i daher annehmen, ilass die Kiiocliciiwuiiili', eine Lochfractui* bezw. Infraction zur Ahschwäohung der Festigkeit der Tibia geführt hatte, welche bei einer energischen Muskelaction, wie solche beim Niederlegen oder Aufstellen und unter äludiclien IJinstiindeu stiittlinden, zur Elntstehung einer Fraetiirii com-pleta führt. Wo die Knochenfragmente Abreibung /.eigen, muss diese entweder nach dem Eintreten des vollständigen Bruches erfolgt sein, oder es hat eine subperiostale Fractur vorgelegen, welche eine nur geringfügige, aber zum Zustandekommen der Abreibung ausreichende Bewegung der Bruchstücke gestattet. Das Fehlen der Abglättung schliesst andererseits nicht, aus, dass die Ursache zur Entstehung des Bruches bereits längere Zeit eingewirkt hatte, ein l'instand, der für die forensische Beurtheilung solcher Fülle nicht unwichtig erscheint.
Ein llulschh:
welcher die mediale Seite des Unterschenkels trifft,
also von dem an der entgegengesetzten Seite stehenden Pferde aus­geht, kann aber den Knochen alsbald vollständig trennen, so dass sofort eine complete und meist complicirte Fractur entsteht. In seltenen Fällen gieht Ausgleiten (Eberhardt), Niederstürzen oder (legenfahren mit der Deichsel hei Pferden zu diesem Bruch Veran­lassung. Auch hat man denselben durch heftiges Sträuben der Pferde in den Fesseln, z.B. bei (.'astrationen beobachtet (Walter); häutiger bricht hierbei jedoch das Oberschenkelbein oder die Wirbelsäule.
Nächst dem Pferde kommen Unterschenkeibeinbrüche am häutig­sten bei Munden durch Schläge, lieberfahren und bei ähnlichen Ge­legenheiten vor. Bei weitem seltener findet sich der Bruch beim Rinde und den Übrigen Thieren; doch trifft man Fracturen der Tibia selbst bei den Vögeln (Papageien und Kanarienvögeln I.
Die Erscheinungen gestalten sich verschieden, je nachdem eine complete Fractur oder nur eine Fissur bezw. Infraction vorliegt. Der vollständige Bruch führt Fnfähigkeit den Schenkel zu belasten herbei und macht sich schon von weitem durch abnorme Beweglichkeit des Schenkels bemerkbar; sobald der .Fuss aufgehoben wird, schlottert derselbe;, so dass der Zustand beim Pferde einige Aehnlichkeit mit der Zerreissung des M. tibialis erlangt (S. 803). Durch die Unmög­lichkeit der Belastung dos Schenkels, welche bei jener Zerreissung nicht gestört ist, zeigt sich ein wesentlicher Unterschied in den Symptomen beider Leiden.
Ferner lässt sich bei der completen Fractur stets Crepitation nachweisen, nicht selten auch die Bruchstelle genauer bestimmen und
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Krankheiten der HintersrliedmosBeni
zwar um so leichter, ,igt;' weiter nach unten lt;lie Praotur besteht. Bin complicirter Bruch, dessen Splitter die Haut durchbohrt haben, lilsst über die Diagnose keinen Zweifel; auch /.eigen sich hierbei quot;ffc die Spuren der äussereii Verletzung,
Fissuren führen zuweilen, aber nicht immer, zu bedeutender Lahmheit, bei der sowohl die Belastung wie auch die Bewegung des Schenkels schmerzhaft erscheint. Von der verletzten Stelle des Unter­schenkels ausgeliend. macht sich in einer bestimmten Richtung Schmerz auf Druck bemerkbar. Liegt dalier die Fissur an der vorderen Ab-theiluug der medialen Schenkelfläche, so kann dieselbe hieran wohl mit Sicherheit erkannt, sonst immer nur vermuthet werden, denn unter der Muskulatur lässt. sich diese strichionnige Ausbreitung des Schmerzes, das alleinig zuverlässige Symptom für die Fissur nicht feststellen. In den Fällen, wo keine Lahmheit bestand, lag wahr­scheinlich eine subperiostale Fissur vor. [nfraetdonen, Lochfrac-turen und Knochenwunden, welche gleichfalls zur completen Practur führen können, sind in Folge der Periostitis ebenfalls mit erheblicher Lahmheit verbunden. Sofern also die letztere fehlt oder nur in ge­ringem Grade auftritt, können die Bewegungsstörungen unbedeutend ausfallen und die Thiere sowohl bei Fissuren wie auch bei Enfrac-tionen und Kuochenwunden einige Zeit selbst noch zur Arbeit ver­wendet werden, bis sich später die vollständige i'Vactur plötzlich ein­stellt. Dagegen lässt sich sowohl bei der Infraction wie auch bei Knochenwunden die Verletzung erkennen und in der Nachbarschaft Periostitis nachweisen, so lange die Anschwellung der Weichtheile noch keinen grösseren umfang erreicht hat. Hieraus folgt, dass bei Jeder schmerzhaften Lahmheit, welche in Folge der Einwirkung einer grösseren Gewalt auf die innere Flüche des Unterschenkels entstanden war, die Gegenwart einer Fissur oder Infraction vermuthet werden muss. Diese Vor-muthung scheint um so mehr begründet, wenn bei stärkerer Lahmheit keine erhebliche Periostitis mit localem Schmerz nachzuweisen ist.
Die beim Menschen ktluflg beobachteten Brüche der Malleolen am unteren Ende der Tibia kommen bei Thieren selten vor. Es wurde indess von Leise ring ein solcher Bruch durch die Section bei einem Pferde festgestellt, welches längere Zeit ohne Erfolg wegen einer Lahmheit behandelt war. Der laterale Knöchel war in einer Länge von 85 und in einer Höhe von 15 mm abgebrochen; ausserdem zeigte sich an der mittleren Erhabenheit der Qelenkgrube die vordere Spitze abgetrennt.
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Fnictureii des Untorschenk
eiDeinoi
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Verlauf und Beurtheilung. Wahrend complete Fracturen der Tibia bei Pferden sich fast immer unheilbar erweisen, weil die Thiero in der Kegel unfähig sind, den anderen Fuss his zur Heilung des Bruches andauernd zu belasten, auch die Anlegung eines Verbandes nur an den unteren Abschnitten des Knochens möglich wird, wurden bei Kindern wiederholt Heilungen beobachtet. Rivolta berichtet über einen solchen Fall, in dem der Schienenverband von einem Schmied angelegt war. Nach 6—7 Wochen konnte das Thier den Fuss wieder belasten und ohne erhebliche Lahmheit gehen. Andere sahen bereits mich '1 Wochen Heilung eintreten. Sofern es sich um ein werth-volles und ruhiges Pferd handelt, erscheint namentlich bei Brüchen am unteren Ende der Tibia ein Heilversuch angezeigt, da die Mög­lichkeit der Heilung nicht ausgeschlossen ist. Fohlen, ruhige und
Tl
leichte Pferde ertragen andauerndes Liegen besser als
nere semveren
Schlages, weshalb bei den ersteren eher noch Heilung zu Stande kommt.
Bei Schafen und Ziegen sowie bei Fleischfressern heilen diese Brüche regelm'dssig, wenn sie nicht zu weit nach oben sitzen, so dass ein passender Verband angelegt werden kann. Hunde mit Fracturen der Tibia habe ich häulig in 3—4 Wochen vollständig geheilt, auch bei complicirten Brüchen sah ich Heilung eintreten.
Fissuren und Infractionen heilen bei allen Thieren in 14 Tagen bis I Wochen, sofern sich nicht ein completer Bruch hinzugesellt. Die Prognose hängt einerseits davon ab. ob man dem Thiere .'i I Wochen absolute Ruhe geben und es in einen Hängegurt bringen kann. Je geringer die Lahmheit, um so günstiger gestaltet sich die Aussicht auf Heilung, Ungünstig müssen Fracturen an den Malleolen beurtheilt werden, besonders bei Arbeitsfhieren. Da die hierbei bestehende Lahm­heit in der Kegel sehr stark ist, so steht zu befürchten, dass die an­dauernde Belastung des anderen H.interfusses zur Senkung des Huf­beines führt.
Behandlung. Bei der Behandlung ist zunächst an dem oben ausgesprochenen Grundsätze bezüglich der Vermuthung einer Fissur oder Infraction festzuhalten, und jede Verletzung des Unterschenkels .in seiner medialen Fläche, welche entweder bis auf den Knochen reicht oder mit erheblicher Lahmheit verbunden ist. verlangt, das betreffende Pferd o bis I Wochen lang mit jeder Arbeit zu ver­schonen und das Niederlegen durch Hochbinden oder einen Hänge-gurt zu verhindern. Sofern in Folge der Periostitis heftige Schmerzen bestehen, können anfangs kalte Berieselungen. Lehmanstriche, später Minier, Spedello OMrurgte für Tlilerilrato, s, Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 61
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Krankheiten der lliriter^liediuasscn.
schavfe Einreibungen nützlich werden. Im Übrigen tnusa man d'w Heilung abwarten.
Holl die Heilung einer completen Fractur bei Pferden versucht #9632;werden, so lasse nmu den Patienten möglichsl bald In einen FTttnge-guri bringen, suche die Reposition mit den zu Gebote .'stellenden lliilfsiniHeln zu erreichen und lege einen Gips-, Tripolith- oder Heft-pflasterverband an. Der letztere verdient hier insofern den Vorzug, als er besser zu befestigen ist, nicht, so leicht nach unten gleitet. Von Stolz, wurde eine Mischung von 2 Thl. Harz mit 1 Thl. Wuchs. von Pricker 5 Thl. Guttapercha, 2 Thl. Schmalz und l1,. Thl. Harz empfohlen. Diese Mischungen werden auf starke Leinwand oder Leder gestrichen und im angewilrmten Zustande auf die event, vorher ge­reinigte, aher wieder getrocknete äussere Haut gebracht. An den unteren Abschnitten der Tibia kann bei Kühen auch ein Gipsverband angewendet werden. Bei diesen Thieren wurden seihst; ohne jeden Verband wiederholt Heilungen beobachtet.
Leichter gelingt die Anlegung des (lips- oder Tripolithverbandes hei den kleineren Wiederkäuern und Fleischfressern, doch muss der­selbe über das Sprunggelenk hinaus nach unten und möglichst weil nach oben reichen. Bei diesen Thieren lässt sieh in der Kegel auch das Kniegelenk mit eingipsen, was für die sichere Lage des Verbandes ausserordentlich wichtig ist. Die Anlegung eines sog. Sattels wird da­durch in der Hegel übertlüssig, anderenfalls ist derselbe kaum zu ent­behren und wird mittelst Bindentoureu hergestellt, die man über den L'ücken führt und um den Schenkel der anderen Seite schlingt- (vgl. Armbeinbrüche). Besondere Aufmerksamkeit verdient die Stellung des Fusses bei der Application des Verbandes, damit nicht die Heilung in einer fehlerhaften Lage, besonders in Hotalionsstellung des Fusses ZU Stande kommt, wodurch der Gang der Thiere in liohem Grade gestört würde; man überzeuge sich stets vor Anlegung des Ver­bandes von der normalen Haltung des Untert'usses. Bei complicirteu Brüchen muss dem Verbände eine sorgfältige Desinfection der Wunde vorausgehen und ein Blatt sterilisirter Watte auf dieselbe gelegt werden. Sollte keine Aussicht; auf Asepsis vorhanden sein, so findet ein gefensterter Gipsverband zweckmässige Anwendung, wobei die Wunde nach den allgemeinen Grundsätzen, d. h. unter relativer Antisepsis behandelt wird.
^
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Zeneisiiin^ laquo;U.'s Schisnbäinbougoi'E
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'{. Zerrelsfmug lt;llt;is Zwlscheukuoohenbandes.
Fractur on des Wadenbein es sind meines Wissens bei Thioren bisher nicht beobachtet woi'den, lassen sich auch schwerlich intra vitani feststellen. Dagegen stellte Behnke bei einer Stute Zerreissung des Zwischen knorhen li an des mit Abtrennung der Fibula von der Tibia fest; der Zustand war in Folge eines heftigen Sprunges unter dem Reiter entstanden und hatte plötzlich zu einer hochgradigen Lahmheit geführt, welche anfangs allmaldich nachliess, nach dem Niederlegen und Aufstehen aber wieder heftiger hervortrat, der Schenkel wurde steifgehalten und nicht belastet. Hei der Section fand sich das untere Ende des Wadenbeines von der Tibia abgerissen, es lag in der Uuterschenkehnuskulatnr, welche erhebliche Zerreissungen durch dasselbe erfahren hatte.
4. ZeiTolssniig des Schleubelnbeugers. (Muse, tlblalis antlcus.)
I.it.: Hertwig, Qurlt a, Bertwig. 13. S. 221. Meyer, das. 17. S. 77. Buchte, Her. Kep. 15. S. 291, Hollmann, Gurll a. Hertwig, 21. S. 203. Spllthe, St, Cj'r u. Key, Jahrb. 1854, S. 59. Peters, Jahrb. 1889. S, 128. Peter, Zeitsohr, f. Veterintlrk, 1889. .'-:. 25. Goubaux, Her. Rep. I'j. S. 229. Mbrecht, Gurlt u. Hertwig, 29. S. 248.
Bei den Pflanzenfressern bildet die sehnige Portion des Schienbein­beugers ein biarthrodiales Hand, welches heim Pferde das Kniegelenk mil dem Sprunggelenke so verbindet, dass die Bewegungen des einen Gelenkes auf das andere übertragen und namentlich die Streckung des Sprunggelenkes durch die auf der Kruppe und am Oberschenkel gelegenen Muskeln unter­stützt wird. Der Muskel entspringt gemeinschaftlich mit dem langen Zehen-strecket- zwischen dem lateralen C'ondvlus und der [Cnieerhabenheit am Oberschenkel, geht über das Kniegelenk hinweg, liegt vor der Tibia, ist an deren oberem Ende von einem Schleimbeute] umgeben und endigt mit drei Schenkeln am Sprunggelenk und Metatarsus. Hei den Wiederkäuern ent­springt der ebenfalls sehnige Muskel am Unterschenkel. Bei den Fleisch­fressern wird derselbe durch ein Sehnenband ersetzt, welches von der medialen Fläche der Tibia an die Knochen des Sprunggelenkes gebt, und bezweckt übennässigo Streckung des Sprunggelenkes zu verhindern.
Die Zerreissung dieses seimigen Muskels ist bei Pferden mit so auf­fälligen Erscheinungen verbunden, dass man schon frühzeitig auf den Zu­stand aufmerksam wurde. Sol ley sei beschrieb bereits das Leiden, hielt Jedoch den sehnigen Apparat für einen Nerven. Ende des vorigen Jahr­hunderts wurde das Leiden von Louchard für eine Verrenlrang im Sprung­gelenke erklärt. Nachdem Beuley 1833 den Zustand richtig erkannt hatte, machte Rigot Versuche mit der Durchsohneidung des Muskels. Hertwig hat deren Zustand zuerst genauer beschrieben und die Geschichte desselben niitgetheilt.
Ursachen. Die Zerreissung dos Schienbeinbeugera entstellt durch fonirte Streckbewegung im Sprunggelenke, wie sie sowohl durch hef­tiges Ausschlagen mit den 11 iuterlusseii, Sträuben in den Fesseln
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Krankheiten
llintergliedmasaen.
(Bouley, BOter, II er twig) als auch durch passive Extension dulaquo;gt; Sprunggelenkes entstehen) /•• 15. beim Beschlagen widerspenstiger Pferde im Nothstalle oder beim Aufziehen des Hinterfusses mittelst eines durch einen Ring geführten Sh'ickes. Bei dieser Befestigung des Fusses tritt die Zerreissung liiiutig durch Niederfallen des Thieres ein, wenn die Gehilfen in diesem Momente nicht sofort den Strick frei lassen. Wenn im Xotlistalle der Jlinterfuss aufgehoben ist und das Thier in dieser Haltung des Fusses nach vorn drängt, kommt die Trennung leicht zu Stande, Ebenso hat man das Leiden durch Sitzenbleiben mit dem Schenkel auf einem Latierbaume. durch Gegeil-t'ahren oder Ausgleiten nach hinten (Peter) beobachtet. Auch durch heftige Bemühungen um den am Hoden, /.. B. zwischen Eisenbahn­schienen, ja selbst in tiefem weichen Boden (Meyer) festsitzenden Huf zu befreien, entsteht zuweilen diese Zerfeissung. Selten bilden Verwundungen die Veranlassung zu dieser Trennung, doch sah Späthe, dass der Muskel von einem scharfen Steine durchschnitten war. Klemm hat neuerdings die Durchschneidung als ein Heilmittel des Spat empfohlen. Ausnahmsweise wurde; das Leiden an beiden Füssen beobachtet (Peters, Peter). Viel seltener als beim Pferde kommt das Leiden bei den übrigen Thieren vor. doch hat man es wiederholt auch bei Kühen beobachtet (Ruchte, Hollmaun). Bei Hunden fand ich das sehnige Band, welches jenem Muskel entspricht, bei Yerwuu-duusren durchtrennt.
Verlauf. Es hegt in der Natur des Leidens, dass dasselbe plötzlich auftritt und sich alsbald durch eine eigenthümliche Lahmheit ZU erkennen gibt. Da die Belastung des Schenkels nicht gestört ist, und die Enden des vollständig sehnigen Muskels sich nicht weit zu­rückziehen, so erscheint es erklärlich, dass die Heilung in der Regel auf keine grösseren Schwierigkeiten stösst. Nach den zahlreichen Erfahrungen, welche hierüber bei Pferden gemacht wurden, kommt die Heilung fast immer in I 8 Wochen zu Stande und zwar auch da. wo die Zerreissung auf beiden Füssen bestand; in dem von Peter berichteten Falle konnte das Reitpferd jedoch erst nach 3 Monaten in Dienst gestellt werden. Ausnahmsweise tritt die Heilung nicht ein, oder sie füllt unvollständig aus, indem eine schlotternde Be­wegung im Sprunggelenke zurückbleibt. Dieses ist theils durch den Ort der Zerreissung bedingt, theils von dem Mangel an Hube des Thieres während des Hoilungsprocesses abhängig. Findet die Tren­nung nämlich in dem Schleimbeutel oder an der Ansatzstelle am
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Zen-eissuiig des Schicnbeinbcugors.
S05
Femur statt, .so Btoseen die Reparatdonsvorgtoge auf grössere Schwie­rigkeiten, indem dio Neubildung hier unvollkommen bleibt. In der Sehnenscheide bezw. laquo;lein Schleimbeutcopy;] fehlt ein Poratendineum, von welchem die Heilung vornehmlich ausgeht. Reisst die Sehne an ihrer Insertionsstelle vom Femur ab, was allerdings bei der vertieften Gestalt derselben selten vorkommt (öoubaux), so stellen sieb der Heilung ebenfalls Hindernisse entgegen, weil die Neubildung hier in Callusbildung besteht, welche sowohl von dem abgerissenen Ende des
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ZerrelBSUDg des M. tibialis (nach einer Photographle).
Muskels wie auch vom Femur aus erfolgen muss. Ms erscheint zwar zweifelhaft, ob öoubaux den sehnigen oder den muskulösen Abschnitt
des Schienbeinbeugers vom Backbein abgerissen gefunden hat; das
Auffassung jedoch wenig. 1 lochst w ' es der sehnige Theil, denn dass Muskelfasern an ihrer Insertionsstelle vom Knochen abreissen, ist wohl kaum jemals beobachtet. H. Bouley will ähnliche Falle beobachtet haben. In der Kegel kommt auch hier die Heilung ZU Stande, aber sie dauert länger, oft ebenso viele Monate, wie in anderen Fällen Wochen; deshalb zieht man es häutig
vor, die Thiere tödten zu lassen.
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#9632;
S()(gt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten dör Hintevgliodmasseu.
Unvollstüruli^e Heilung bildoi ferner zuweilen die Folge mangeln­der Ruhe, Werden die mit jener Zerreissuug behafteten Thiere nicht geschont, sondern vor dem Abschluss der Heilung wieder zur Arbeit benutzt, slt;} erfolgt in dem neugebildeten Narbengewebe eine allmäh­liche Dehnung und auf diese Weise eine dauernde Verlängerung des sehnigen Bandes, womit nothwendig die Bewegungsstörung' (Lahmheit) für immer fortbesteht (K'evi. Die in der ersten Zeit während der Heilung zuweilen noch hervortretende, abnorme Streckung des Sprung­gelenkes verschwindet mil der Zeit vüllständig (Albreehl, Peter). In einzelnen Fällen war sehen nach 25 Tagen vollständige Heilung eingetreten, eine Beobachtung, die das Vorkommen unvollständiger Zerreissungen der Sehne wahrscheinlich macht.
Erscheinungen. Eine Bangbeinlahmheit mit abnormer Beugung im Kniegelenk und excessiverStreckung iiuSprung-gelenk kennzeichnet das Leiden und zwar iu dem Masse, dass man dasselbe schon von weitem mit absoluter Sicherheit diagnosticiren kann. In Folge der Zerreissuug dieses biarthrodialen Bandes bleibt beim Ausschreiten der Unterfuss vom Sprungelenk ab zurück, wäh­rend die Entspannung der Sehne eine Ubermässige Flexion des Knie­gelenkes veranlagst. Durch diese; Disharmonie in der Function beider Gelenke wird die Bewegung des Schenkels schlotternd, und kann wohl bei Unkundigen den Eindruck erwecken, als handle es sich um einen Knoclienbruch, Kür einen solchen wurde das Leiden ehemals auch von Bouley, Ghanas u. a. gehalten (Hertwig). Die regel-mässige Belastung des Fusses aber beweist, dass eine Fractur nicht vorliegt. Bei der Belastung des Schenkels kommt dieses Band nicht zur Wirkung, wohl aber die als Antagonist desselben zu be­trachtende Achillessehne (S. 808), welche daher bei der Zerreissuug des M. tibialis entspannt erscheint, am entlasteten und gestreck­ten Schenkel sich in Falten legt. Diese Erscheinung bildet ein siguitieantes Symptom des in Bede stellenden Leidens, das nur noch bei Zerreissuug der Achillessehne und bei Fracturen der Tibia beob­achtet wird. Am deutlichsten tritt diese Erscheinung an dem wie zum Beschläge aufgehobenen Fusse hervor, wobei das Sprunggelenk eine unnatürliche Streckung erfährt.
In frischen Fällen macht sich an der vorderen Fläche des Unter­schenkels zuweilen ein leichtes Oedem, oft aber überhaupt nichts Auffälliges bemerkbar; nur ausnahmsweise findet; man im Verlaufe des M. tibialis eine stärkere Anschwelluno mit deutlichen Schmerzen
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ContinuitUrtstrennansren in dsr Aohillsssehne
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auf Druck, Dieses erklärt sieh uns der Lag6 des Muskels unter der starken Scbenkelfascie.
Behandlung. Die Therapie verlangt nur Ruhestellung des Schenkels; man verschont das Thier etwa 4 -6 Wochen hindurch mit jeder Arbeit und iilsst es womöglich auf ebenem Boden mit nicht zu dicker Streu stehen. Wenn auch in einzelnen Fällen die Heilung trotz der Verwendung des Thieres zur Arbeit eintrat , so wird der Eeilungsprocess doch zweifellos gestört, er dauert lungere Zeit und kann seihst unvollkommen ausfallen, so dass eine Verlängerung des Bandes mit dauernden Störungen der Bewegung verbunden bleibt. Bei werthvollen Pferden erscheint daher die J?ulie doppell wünsebens-werth, Die von Bon lev u, a. im Verlaufe des erkrankten Muskels applicirfen scharfen Einreibungen sind überflüssig, sie können höch­stens das Vertrauen des Besitzers zu der Behandlung stärken und die Versuchung zurückhalten, den Patienten zur Arbeit zu verwenden. Sobald die Bewegungsstörungen verschwunden sind , steht der Be­nutzung des Thieres zur Arbeit nichts im Wege.
rgt;. ContinultSltstrenmmgon In der Achillessehne und den Waden-
innskeln.
bit.: St. Cyr, Her, Rep, 15, 8,243, ühlioh, Dresd. Her. 1887. S, 66, Field, Posthumosus Extracts iVom the Vot. Records. 1843. S. 34. Dieckerhoff, Spec. Path, u, Therap, S, 176. Siedaingrotzky, Dresd. Ber. 1882, S, 19. Martens, Bed, Arch, 12. S. 439. Sclirader, Gurlfc u, Hertwig. 15. S. 803. Tombs, das. (!. S, 350. Bormann, Berl. Arch. 1885. S. 304. Detroye, Rec, du Med, v.H. ]S!)1. S. 20. Kinwächter, D, T, W. 1893. S. 123. Pirl, Berl. Anh. 1891. Grüner, Berl. Arch, 1893, S. 820.
Bei weitem seltener als die Zerreissung des M. libialis werden bei Thieren Continuitätstrennungen in den Gfastrocnemii und der Achillessehne beobachtet. Am häutigsten treten solche noch bei Kühen auf, zuweilen an beiden Fassen zu gleicher Zeit (Sclirader. liorrnann); aber auch bei Pferden kommen sowohl Zerreissungen wie Verwundungen der Sehne und ihrer Muskeln vor. Zerreissungen erfolgen meist an der unteren lusertionsstelle der Achillessehne, in­dem mit derselben Theile vom Sprungbein abgelöst werden. Bei Kühen fand man die Zerreissung wiederholt an der Uebergangsstelle der Muskeln in die Sehne (Bormann); aber auch in den Muskeln selbst wurden bei Pferden sowohl wie bei Rindern Zerreissungen beobachtet.
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Kviinkhciten der IliiiU'i'slwilniasseii.
Kinwiichtov land bei einem Pferde nicht nur beide Wiidenmuskeln, sondern aucli den Kronbeinlien^or vom Obersehenkel abgerissen.
Tirl beobachtete bei einer Kuh Zeireissung der Achillessehnen an beiden Beinen, Die in der Q-egend der Kniekehlen bestehende Anschwellung wurde allmftblioh starker und ilnctuirte. Dabei rutschte die Kuh auf den Sprunggelenken am Boden umher.
Ursachen. Die Zerreissung erfolgt entweder am belasteten Sckenkel durch forcii'te active Streckung des Sprunggelenkes seitens der Muskeln, #9632;/.. B. bei Rindern beim Aufspringen auf andere, bei Pferden während dos Reitens, sowie beim Ausgleiten, wenn der Schenkel die im Fallen begriffene Körperlast mit aller Gewalt zu stützen sucht, Passive Dehnuncen erfährt die Sehne beim Ab-
stürzen von einer
Hol
le sowie
Falb
lit unterffeschlascenen
Beinen, wobei wiederholt diese Zerreissung beobachtet wurde. Die­selbe kann sich auf beide Muskeln bezw. die ganze Sehne ausdehnen oder auf einzelne Abschnitte derselben beschränkt bleiben; letzteres bildet jedoch eine Ausnahme, die vollständige Zerreissung ist die Kegel. Bei kleinen Tbieren (Hunden) kommt die Trennung durch Kinklemmung in eine Thtir oder in Folge Durchschneidung zu Stande.
Bei Pferden hat man auch Durchschneidungen der Achillessehne beobachtet (Martens und Grüner). Kbenso können entzündliche Processe (Wunden) auf dem Sprungbeinhöcker oder an der Achilles­sehne sowie eiterige Entzündung ihrer Scheide (S. 847) eine Zerreis­sung der Sehne vorbereiten. St, Cyr unterschied hiernach primäre und consecutive Zerreissungen derselben, üblich beobachtete die Zerreissung bald nach üherstandener Influenza.
Erscheinungen. Bei vollständiger Trennung in den genannten Muskeln oder der Achillessehne entsteht eine hochgradige Stütz­beinlahmheit mit Tu vermögen den Fuss zu belasten und Beugestellung aller Gelenke desselben. Die Achillessehne, welche sich bis zum oberen Insertionspunkte der Gastrocneinii fort­setzt, hat am belasteten Schenkel die Aufgabe, die Gelenke, namentlich das Sprung- und Kniegelenk zu tixiren. Mit einer Zerreissung der­selben hört daher die Fähigkeit der Schenkel auf, die Körperlast zu stützen; der Fuss bricht unter dem Körpergewicht zusammen, dasThier wird gleichsam zum Sohlentreter (Fig. Fgt;1). Da mit der abnormen Beugung im Sprunggelenk die Insertionspunkte der Zellenbeuger auseinander rücken, so müssen die Phalangen beim Pferde in exces­sive Plantarflexion treten (Ueberköthen). Auch lässt sich am ent-
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(JonlinuitiitstrennuiiKcn in dor Aohillesaohne.
80!raquo;
lasteten Sdienkel dem Sprunggeleiih passiv eine abnorme Beugelaquo; Stellung geben. In der Regel ist dabei eine Lücke in der Sehne oder eine Anschwellung in den Wadenmuskeln nachzuweisen. Die Acbilles-seline erscheint schlaff, aucli wenn der Schenkel am Hoden steht. Bei tinvollstiindiger Zerreissung macht sich ebenfalls eim.' Stützbein-labmheit mit mehr oder weniger starker Flexion der Gelenke, nament­lich des Sprunggelenkes bemerkbar.
Die Beurtheilung dieser Zustünde hängt vor allem davon ab, ob das Thier im Stande ist , den kranken Fuss bis zur Wiederher-
Fig. 131.
Zerreissung der Achillossehne (nadi Stookfleth).
Stellung /u entbehren: bei kleineren Thieren, namentlich Fleisch­fressern ist das immer der fall, dalier gestaltet sieh hier diu Prognose günstig. Bei grösseren Thieren liegen die Verhältnisse dagegen un­günstiger, worauf schon St. Cyr aufmerksam gemacht hat. Hier fragt es sieh, ob die Thiere das andauernde Stehen oder Liegen er­trugen, wobei in Betracht gezogen werden muss, dass die Heilung an 1 — (I Wochen, unter umständen aber ebenso viele Monate in An­spruch nimmt. Andauerndes Liegen ist noch am ehesten dem Kinde möglich: hei Pferden kommt die Widerstandsfähigkeit des gesunden Hinterfusses gegen die andauernde Belastung in Frage. Wie bereits irUher erörtert, stehen uns bei dieser Beurtheilung fast keinerlei An­haltspunkte zur Seite; man muss daher abwarten, ob Hufbeinsenkung
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Krankheiten der Bintorffliedinasgon.
eintritt oder nicht. Im allgemeinen /eigen sieh hierbei die Hinter-füsse des Pferdes noch weniger widerstandsfähig uls die Vordevfllsse5 obgleich .sie eine geringere Belastung uls Jene erfahren, kommen au ihnen in Folge andauernder'Belastung Hnfbeinsenhungen noch hlluflger vor als an jenen.
Die im Vorlaufe der Sehne erfolgten Zerreissungen heilen leichter als diejenigen, bei denen die Seime am Sprungbein abgelöst ist; da­her müssen die letzteren weniger günstig beurtheilt werden. Partielle Zerreissungen lassen eine bessere Prognose ZU, sobald der Fuss, und sei es auch nur vorübergehend, zum Stützen der Körperlasi in An-spruch genommen wird. Im allgemeinen kann der Grundsatz gelten: je auffälliger die Beugestellung, desto geringer die Aus­sich I auf Heilung.
Behandlung. Wo bei Zerreissungen ein Heilversuch gemacht werden soll, lege man bei kleinen Tlüeren das möglichst gestreckte Sprunggelenk in einen Gipsverband, grössere Thiere, namentlich Pferde, werden in einen Hängegurt gebracht, um das Sprunggelenk dauernd in Streckstellung zu erhalten und die Enden der getrennten Sehne bezw. Muskeln möglichst einander zu nähern. Bei ruhigen Pferden gelingt dies mittelst Binden, eventuell mit Anwendung von Heftpflaster (S. 802). Ein solcher Verband gestattet zwar leichte Bewegungen, wird aber gerade deshalb eher von den Thleren geduldel als der vollständig unbewegliche Gips- oder Schienenverband. Schon St. Cyr machte darauf aufmerksam, dass die letzteren zur Fixirung des Sprung­gelenkes leicht Druck und Excoriationen veranlassen, und dass es oft besser sei, die Bewegungen desselben nicht zu behindern. Auch Martens heilte die durchschnittene Achillessehne beim Pferde ohne liilngegurt in 2, Grüner in quot;J1^ .Monaten, his liegt auf der Hand, dass leichte Pferde, die im Stande sind, brim Aufstehen oder Nieder­legen den kranken Fuss mehr zu schonen als schwere, womöglich unangebunden in einer Boxe bleiben können. Ein Verband muss aber auch hier empfohlen werden, sobald die Thiere denselben dulden und nicht durch heftige Beugebewegungen des Fusses die Lage desselben stören. Detroye legte bei Kühen eine dachrinnenförmige Schiene an die hintere Fliielie des Sprunggelenkes und befestigte dieselbe mittelst Kiemen am ühterschenke] und iMetatarsus.
Wunden der Beugesehue bieten bei der Heilung noch mehr Schwierigkeiten, sobald es nichl gelingt Asepsis zu erzielen. Dass diese möglich ist, haben die von Martens und Grüner beschriebenen
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I'raotureu dör Sprunggelenksknooboiii
^11
Fälle bewiesen; hierzu müssen die allgemeinen Grundsätze dor Wund­behandlung Anwendung finden. Besondere Vorsicht erscheint bei Verletzungen in der Xälic des Tuber calcanei creboten (S. 748).
D. Krankheiten des Sprunggelenkes.
1. Frnoturen der Spruuggelenkshnochen.
Lit.: Brttuer, Dresd. Hör. 1871. S. 140. Rosenkranz, das. 1858. S. 101. De-troye, Rec, de m6d. vdt, 1891. S. 20. Roy, Her. Rep. 18. S. 207. Pur-lanetto, Le Progreis vet. 1892. Haase, Tlüenirzil. Mitth. 1869. S. 149.
a) Brüche 11 e s S p r n n g b o i n u s.
Brüche der Knochen dos Sprunggelenkes gehören zu den Seltenheiten, doch hat man solche wiederholt und namentlich am Sprungbein und Roll­bein beobachtet. Abgesehen von den unten beschriebenen Ablösungen der Achillessehne vom Tuber calcanei (ft. 848) kommen Practuren dieses Knochens durch llussere Gewalten, Hufschltlge (Haase) oder Sehlag mit einem Hammer (Rosenkranz) zu Stande. Detroye beobachtet 8 Pttlle beim Pferde, Stier und Kalbe: das Pferd hatte sich den Bruch durch Ausgloiton beim Auf­stehen im Stalle zugezogen; der Bruch zeigte sich dicht über der Ver­bindung mit dem Rollbem. Hei dem Stier war das Bespringen einer Kuh, bei dem Kalbe Hallen in einen Graben die Veranlassung. Hs erklärt sich leicht, dass dieselben Einflüsse, welche eine Zerreissung der Achillessehne veranlassen, auch Brüche des Sprungbeines erzeugen können.
Erscheinungen und Verlauf. In diesen Punkten besteht ebenfalls eine grosse Ueboroinstiinmung mit den besprochenen Continuitätstrennungen in der Achillessehne, welche bei diesem Bruch gleichsam ihren unteren Insertionspunkt verloren bat; doch pflegen heim Bruch des Sprungbeines die Schmerzen grosser zu sein als bei der Sehnenzerreissung. Das ab-gebrochene Stück wird von der Sehne nach oben gezogen, während die Belastung des Fusses unmöglich erscheint; der Schenkel bricht mit ex­cessive!' Beugung aller Gelenke, namentlich des Tarsus zusammen. Am aufgehobenen Fusse lassen sich mit dem Metatarsus auch die Zehenglieder schleudernd nach vorn bewegen, wobei die Achillessehne schlaff erscheint: zuweilen tritt Crepitation hervor, während bei Splitterbrüchen häufig Knochensplitter in der Wunde direct nachzuweisen sind.
Heilversuche sind beim Pferde und Rinde selten angezeigt, wohl aber hei kleineren Thieren, bei denen Aussicht auf Wiederherstellung vorliegt. Die mit dem Zuge der Achillessehne verbundene, erhebliche Verschiebung der Bruchstücke, ihre mangelhafte Ernährung iind die Unfähigkeit der grösseron Thiere, den anderen Hinterfuss andauernd zu belasten, erschweren die Heilung eines solchen Bruches, doch will Brauer auch beim Ochsen durch Anlegung eines Gipsverbandes in 4 Wochen vollständige Heilung erzielt haben; ebenso Detroye beim Stier; die zunächst fortbestehende
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Krankheiten iler Hintergliedmosseni
Lahmheit verlor sich später VOllBttlnclig. Ebenso berichtet Haase über Heilang eines complioh'ten Braches des Sprungbeins beim Pferde; dieselbe dinierte jedoch 12 —11 Wochen,
Die Prognose muss sich daher einerseits nach dem Grade der Ver­schiebung der Knoobenfragmente, welche zuweilen durch die Änheftung des Kronbeinbeugers beschränkt wird, andererseits nach der Fähigkeit des Thieres, den kranken Fuss längere Zeit zum Stützen der Körperlast zu entbehren, insbesondere nach dem Grade der mit der Belastung desselben verbundenen Störungen richten, Complicirte Practuren können im all­gemeinen als unheilbar betrachtet werden.
Die Behandlung ist nach denselben Grundsätzen zu leiten, welche bei Zerreissnng der Achillessehne besprochen wurden. Auch hier kommt es darauf an, das Sprunggelenk in möglichster Streckstellung zu immobi-lisiren. Bei kleinen Thieren kann hierzu ein Gipsverband nützlich werden.
b) Practuren des Kollbeines kommen ebenfalls nur selten und zwar durch forcil'te Rotationsbewegungen des belasteten oder am Hoden lixirton Fusses zu Stande, indem hierbei die mittlere Gelenkerhabenhoit der Tibia das Rollbein gleichsam aus einander sprengt. Ein von mir beob­achteter Fall war bei einem schweren Arbeitspferde durch plötzliches Wenden entstanden. Furlanetto constatirto den Bruch bei einer Kuh, die in einen Graben gefallen war.
Erscheinungen. Plötzlich aufgetretene, heftige Lahmheit mit bald darauffolgender, fluctuirender, schmerzhafter Anschwellung des Talo-Crural-gelenkes, ähnlich wie bei Sprunggelenkentzündung lassen den Zustand ver-inuthen.
Zuweilen lässt sich Crepitation nachweisen, wenn man beide Hände um das Gelenk legt und der Unterfuss bewegt wird; dieses Symptom kann jedoch auch fehlen und der Zustand mit heftiger üistorsion des Gelenkes, die indess sehr selten vorkommt, sowie mit einer schweren stibfasoialen Pblegmone (S. 707) verwechselt werden. Die letztere wird jedoch von An­schwellungen der rogionären Lymphapparate und Fieber begleitet, Erschei­nungen, die zur Sicherung der Diagnose herangezogen werden müssen.
Die Prognose gestaltet sich absolut schlecht, weil die Practur stets in das Gelenk reicht, die Heilung längere Zeit in Anspruch nimmt und während derselben dio Belastung des Fusses unmöglich ist. Grössere Thiere lässt man daher besser alsbald schlachten, bei Fleischfressern kann mittelst eines Gipsverbandes Heilung versucht werden; doch lege man denselben in massiger Streckstellung an, um die mit der event. Verwachsung des Gelenkes verbundenen Bewegungsstörungen möglichst zu beschränken. In dem von Furlanetto beobachteten Falle trat zwar Heilung ein, doch blieb Lahm­heit zurück.
c) Practuren der übrigen Knochen des Sprunggelenkes sind noch seltener als die beschriebenen und werden entweder durch Hufschläge, üeberfahren oder ähnliche gewaltsame Einwirkungen von aussen veranlasst. oder sie treten in Verbindung mit heftigen Distorsionen bezw. Luxationen auf. So fand Rey bei einem Pferde, welches mit dem Hufe zwischen zwei Eisenbahnschienen stecken geblieben und hierbei niedergestürzt war, das
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Luxationen und Distorsionen iim Sprunggelenke.
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Sprunggelenk zwischen dor mittleren und unteren Knochenreihe getrennt, das laterale Griflelbein von der HinterrOhro abgelöst und das Würfelbein /.crniahnt.
Die Diagnose kann bei solchen Leiden kaum auf Schwierigkeiten stossen, wenn auch die Peststellung des Sitzes der Fractur oft erst durch die Section möglich wird. Die abnorme Beweglichkeit im Sprunggelenke, namentlich für Adduction und Abduction, zeigt sich oi't in Verbindung mit Crepitation.
Die Prognose, im allgemeinen schlecht, muss mit Rücksicht auf den Grad der Lahmheit und unter Berücksichtigung der sonstigen Störungen, sowie der Gebrauchsart des Thieres gestellt werden. Bei kleineren Thieren kann ein Heilversuch nach den allgemeinen Grundsätzen eingeleitet werden,
2. Luxationen und Dlstorsioneu des Sprunggelenkes.
bit.: Schrader, Busoh's Zeitschr. :i. S. 81. Townshand, Jahrb. 1883. S. 109. Stockfleth, Chirurgie. S. 694. Louchard, Peuoh-Toussaint, Chirurgie. 2. S. 845. Rüffert, Th. Mitth. 1854. S. 74. Haubner, Dresd, Ber 1859. S. 54.
Der starke Bandapparat im Verein mit den Hervorragungen an den Gelenkflächen dor Tibia und des Eollbeines stellen eine so feste und ge­sicherte Vereinigung beider Knochen dar, dass Luxationen am Talo-Crural-gelenke höchst selten vorkommen. Bei Pferden sind Luxationen an diesem Gelenke meines Wissens bisher nicht festgestellt, denn auch der von Louchard beschriebene Fall spricht für eine heftige Distorsion. die wahr­scheinlich von einem Knochenbruch an den .Malleolen des Unterschenkels oder am Rollbein begleitet war. Stockfleth will beim Schafe eine Luxation des Rollbeines nach innen durch die Section festgestellt haben: die Gelenkkapsel war zerrissen. Ebenso beobachtete Stockfleth eine Ver­renkung zwischen dem Rollbein und der oberen Reihe der kleinen Sprung­gelenksknochen bei einer Katze, welche aus einer erheblichen Höhe mit den llinterfüssen zuerst auf die Erde gefallen war: das Kollbein lag an der medialen GelenkflUche frei, während der .Metatarsus lateral hervorgetreten war. Die Luxation wurde alsbald reponirt, eine Gummibandage angewendet und das Thier geheilt. Auch bei einem Kaninchen, welches von einer •_;rösseren Anhöhe gefallen war, fand Stockfleth Luxation des Kollbeines. Ilanbner stellte bei einem Pferde, welches mit dem linken Iiinterfus.se durch eine hölzerne Bracke getreten war, Zerreissung der Bänder zwischen dem Schienbein und dein unteren Ende des Sprunggelenkes fest. Dor Fuss wur in dem Gelenke abnorm beweglich und zeigte da, wo die Hasenbacke sitzt, eine Vertiefung.
Nach den Mittbeilungen Schrader's soll schon ein Schüler Have-nuinn's eine Luxation des Metatarsalknoohens bei einer Kuh geheilt haben.
lieber eine gleiche Beobachtung berichtet Townshandj das Schien­bein war bei der Kuh nach vorn luxirt. Hs trat zwar Heilung ein, aber das Thier blieb dauernd lahm. In dem oben von Key mitgetheilten Falle war die Verbindung zwischen den Sprnnggelenksknochen getrennt, aber keine Luxation eingetreten; einen ähnlichen Fall beschreibt Stockfleth; IWlboin und Sprungbein waren vom Würfelbein und Kahnbein abgetrennt;
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Sl^lnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kranklioiten der Jlinturglii'dmiissun.
das Pferd wurde gesohloclltet. Auch Küf'l'ort fand bei einem I'ferdo die medialen Seitenbiinder und einen Tbeil der liiinder der kleinen Sprung-gelenksknoohen zerrissen.
Zvrisohen Pusswurzel und .Metatarsus scheint die Verbindung am festesten zu sein; ich linde nur einen Fall ebenfalls von Stockfleth mit-getheilt, welcher beweist, dass diese gelöst werden kann, liei einem Hunde waren sUmmtliche liiinder und Beugesehnen, sowie auch die iiusserc Haut am Sprunggelenke zerrissen, so dass der Unterfuss nur noch an den Streck-sehnen hinj.'.
Es bedarf kaum der Begründung, dass alle diese Zustände mit schweren Störungen verbunden sind und in der Regel nicht, so vollständig heilen, dass die Thiere wieder arbeitsfttbig werden, welche man daher in der Regel bald tödten liisst. Bei schlachtbaren Thieren erscheint dies erst recht empfehlenswei'th,
:}. Verwniuhmgen und acute Kllt/ülllt;l^lllu,#9632; des Sprunggelenkes.
i.it.: Sanson, Her. Hep. 11. S. 301. Andrieux, Jahrb. 1887. .S.8;'.. Lorenz, Zeitsohr, für Vctor. 1890. S, 21, Dieckerhoff, Der Spat. S. 112,
Die bei weitem häufigste Ursache acuter Entzündungen des Sprung­gelenkes bilden Verwundungen desselben, die entweder zufällig durch Stiche mit Mist- oder Heugabeln, Lanzen. Säbel, durch Hufschlag oder gegen­seitiges Treten, bei Hunden durch Beissen entstehen oder bei Operationen (Spat, Galle) erzeugt werden. Das Brennen mit dem Stift giebt zuweilen Veranlassung zu eiterigen Entzündungen des Sprunggelenkes. Ferner kann sich die Entzündung der Sehnenscheide des dicken Kopfes vom Hufbein­beuger an der medialen Seite des Sprunggelenkes auf dieses fortsetzen; ebenso greifen septische oder eiterige l'hlegmonen in der Umgebung des Gelenkes zuweilen auf dieses über; auch kann die Gelenkkapsel durch De-cubitalgangriin perforirt werden. Acute Entzündungen des Talo-Crural-gelenkes entstehen aber auch auf metastatischem Wege; wiederholt wurden solche nach der Druse bei Pferden beobachtet (Sanson); ebenso bei pyämischen Zustünden. Bei Kühen sah man aent entzündliche Processe an den Sprunggelenken bald nach dem Kalben auftreten (Andrieux) und zwar nicht, selten an beiden Püssen zugleich; wahrscheinlich handelte es sich auch hierbei um Metastasen. Dieckerhoff beschreibt mehrere Fälle von spontan aufgetretener Entzündung des Sprunggelenkes, welche sieh bei der Section als eiterige Erkrankungen erwiesen. Ob die in der Literatur als rheumatische Entzündungen des Sprunggelenkes mehrfach beschriebenen Beobachtungen durch Erkältung (Rheumatismus) verursacht waren, muss unentschieden bleiben.
üeber Verletzungen auf dem Sprungbeinhöcker vergl. man S. 847.
Erscheinungen. Bei Qelenkwunden liisst die im Bereiche des Ge­lenkes bestehende Verletzung in der Regel keinen Zweifel über die Natur des Leidens, zumal wenn sich zugleich Auslluss von Synovia zeigt. Hiermit verbunden ist stets eine mehr oder weniger starke Anschwellung, welche sich um das Gelenk erstreckt und nach oben wie auch unten ausbreitet-Dieselbe erscheint anfangs weich (entzündliches Oedem), später wird sie fest und derb (l'hlegmone). Die hiermit regelmiissig verbundene Ausdehnung der Gelenkkapsel des Talo-Cruralgelenkes wird oft durch die periarticuläre
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Verwundungen und acute Entzündung des Sprunggelenkes.
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Schwellung vei'deokt, Das Leiden ist, von vornherein mit einer bedeutenden Lnhmbeit verbunden, wobei sowohl die 'Bewegung als auch die Belastung dos Fusses gestört ist (gemischte Lahmheit). Zu der eiterigen oder soptisohen Erkrankung gesellt sich Fieber und kommt es stets zur Bildung von peri-urticulilren Abscessen.
Zu verwechseln ist das Leiden nur mit einer schweren subi'ascialen Phlegmone (S. 7U1). Da dieselbe von den oben beschriebenen Symptomen begleitet wird, so kann die Diagnose unter Umständen erst nach weiterem Verlaute gestellt werden, ich beobachtete solche Zustände wiederholt bei Pferden und Hunden, ohne sofort ein endgültiges l'rtbeil abgeben zu können. Tritt mit dem Aufbruch von Absces­
sen Besserung des Znstandes, na­mentlich Abnahme der Lahmheit ein, so darf man hoffen, dass das Gelenk intact geblieben ist. Doch über­zeuge man sich, dass nicht etwa eine mit der andauernden Belastung des anderen Fusses verbundene Senkung des Hufbeines zu einer scheinbaren Besserung Veranlassung gegeben hat. Die verstärkte Pulsation der Schienbeinarterie deutet den Eintritt der Dislocation des II n t'lici nes an.
Ferner sind Practuren an den Malleolen des Unterschenkels sowie am Kollbein mit ähnlichen Erschei­nungen verbunden. Sofern keine Crepitation nachzuweisen ist, bleibt auch hier die Diagnose oft zweifelhaft.
Schwierigkeiten für die The­rapie bereiten auch die an der Beuge-Sache des Sprunggelenkes auftreten­den Verletzungen, namentlich wenn sie mit grosseu Hautdefecten ver­
bunden sind. Die beim Pferde in
diesem Gelenk unvermeidlichen Be-
Ueppige Wnoherunsen in der Sprunggelenks-beuge,
wegungen veranlassen eine Reizung der Wunde, in Folge dessen sich eine lebhafte Granulation einstellt, welche zuweilen zum Stillstande und zur Benarbung zu bringen is solchen nach der Natur aufeenommenen Zustand.
mit allen .Mitteln nicht Fig. B!2 zeigl einen
Verlauf und Prognose. Der Verlauf hängt in erster Linie davon ab, ob der Zustand aseptisch bleibt oder nicht; im letzteren Falle ist auf Heilung nicht zu rechnen und bei scblachtbarcn Thieren die Tödtung in der Kegel angezeigt, bevor dieselben in ihrem Nährzustande erheblich leiden. Zweifelnaft erscheint die Prognose daher bei allen Entzündungen, die aus iiusseren Verletzungen hervorgegangen oder auf metastatischem Wege ent­standen sind, doch zeigen sieh diese in den unteren, straffen Abtheilungen des Sprunggelenkes woniger bedenklieh als im Talo-Cruralgelenke; in dem letzteren führt die Zerstörung des Gelenkknorpels regelmässig zu einer schweren und andauernden Lahmheit, welche von Decnbitus begleitet, bei
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Sit)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kraiikhoiton dev SintdrgliediufiBasn.
grOsseren Thieven fast ausnahmslos zum Tode führt. Fill' dio kleinen Ge­lenke bleibt die Mögliohkeit nicht ausgeschlossen, dass die Entzttndung unter Synostdseiibililung heilt und selbst die ArbeitsfUhigkeit der 'L'hiere wieder­hergestellt wird.
Weniger bedenklich zeigen sich die aseptischen Zustünde, wie man sie besonders bei Kühen bald nach dem (icbiiren beobachtete. Leichte Grade, d. b. solche, bei denen die entzündlichen Veränderungen nicht heftig her­vortreten, heilen in 14 Tagen, schwerere Fülle in 1—(i Wochen.
Die Behandlung muss nach allgemein gültigen Grundsätzen geleitet werden. Bei Gelenkwunden bildet die Präservativkur den Schwerpunkt, der Therapie. Kleinere, namentlich Stichwunden lasse man zunächst sorg­faltig reinigen und desinliciren, sodann opplicire man eine Scharfsalbe aus Sublimat mit Fett oder Paraffin (1:10); auch kann das Glüheisen hier vortheilhaft angewendet werden. Die mit dieser Behandlung verbundene Anschwellung führt zu baldigem Verschluss der Wunde und verhindert die Infection des Gelenkes. Grössero, namentlich Schnittwunden hefte man nach gründlicher Desinfection. Bei ruhigen Thieren und namentlich wo ein Hängegurl zur Verfügung steht, lüsst sich ein Occlusivverband anwenden. Wenn ein Verband nicht zu appliciren, das Heften der Wunde nicht möglich ist (Quetschwunden), bildet die permanente Irrigation ein wirksames Hülfs-nüttel, die Infection des GelenkeH zu verhindern. Lorenz beute eine Sprunggelenkwunde beim Pferde durch Irrigation mit Sublim atwasseri 1:5000) und Application einer Scharfsalbe.
Besteht bereits eine eiterige oder septische Entzündung des Talo-Oruralgelenkes, so bleibt nicht viel zu hoffen; versuchsweise kann auch hier Berieselung mit einer Desinfectionsflüssigkeit eintreten. Von den Aus­spülungen des Gelenkes habe ich bisher keinen erheblichen Nutzen gesehen, doch mag man sie versuchen, sobald das Gelenk geöffnet ist, An den unteren straffen Gelenkabtbeilungen sind Ausspritzungen mit desinflcirenden Mitteln zu empfehlen.
(legen die oben erwähnten, in der Sprunggelenkbeuge auftretenden Wucherungen bildet absolute Ruhe des Thieres das beste Mittel, Mim bindet das Pferd im Stalle an, sucht auch hier die Bewegungen in den Sprunggelenken nach Möglichkeit, einzuschränken und behandelt die üppigen Wucherungen nach den allgemeinen Gesichtspunkten.
4. Dlo Sprunggelenkgalle.
Lit,: Zimmer u. Horn, Adams Woch. 1890. Nr. 44.
Die Sprunggelenkgalle. Kreuzgalle, durchgehende (Julie besteht in einer abnormen Füllung der Kapsel des Talo-Crural-gelenkes. Das Kapselband und die Synovialia setzen sich einerseits in der Umgebung der Gelenkfliiche des Unterschenkelbeines, anderer­seits mi das Kollbein an und bilden vorn und innen eine kleinere, hinten und aussen eine grössero Ausstülpung, welche nach Franck liilulig mit der Sehnenscheide des dicken Eufbeinbeugers an der medialen Fläche des Gelenkes communiciren. Die Erkrankuno dieser Sehnen-
#9632;
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SpruDggelonkgallen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; s 17
scheide geht jedooh in der Rege] auf das Sprunggelenk nichl über; ebensowenig umgekehrt. Die öelenkgalle bricht zuweilen vornehm­lich an der inneren Seite hervor und wurde früher wohl als Wasser­spat bezeichnet.
Die Sprunggelenkgalle kommt mit Vorliebe an stumpfgewinkelten Gelenken und bei jungen Pferden vor, wird aber nicht selten bei alleren Beschälern und tragenden Stuten beobachtet (Günther). Meist führt eine chronische Synovitis, wie sie sich in Folge grösserer Anstrengung zu entwickeln pflegt, zur Entstehung derselben, seltener eine acute Synovitis. Auch bei der Fohlenlähme beobachtet man zuweilen eine chronisch-eiterige Entzündung in diesem Gelenke, an welcher die Thiere in dor Kegel ZU Grunde gehen.
Erscheinungen. Eine fluctuhende Anschwellung, die sich nach vorn und hinten verschieben lässt, kennzeichnet den Zustand, Acut-entztindliche Erscheinungen fehlen in der Kegel, daher besteht das Leiden auch meist ohne Lahmheit. Pur die Erhaltung der Thiere und ihrer Arbeitsfähigkeit wird der Zustand nur bei der acuten Sy­novitis sowie bei der Fohlenlähme bedenklich, bei aussergewöhnlich starker Entwickelung derselben stellt sich auch wohl nach grösseren Anstrengungen der Thiere Lahmheit ein.
Die Behandlung muss nach allgemeinen Grundsätzen erfolgen; frische, mit schmerzhafter Entzündung verbundene Gallen werden mit Killte behandelt, später seharte Einreibungen oder das Glüheisen ap-plicirt. Das letztere ist bei intensiver Anwendung am ehesten im Stande eine Verkleinerung der Geschwulst herbeizuführen, doch bleiben hiernach in der Kegel sichtbare Narben zurück, so dass nur ein Schön-heitsfelder mit einem anderen wechselt. Auch Stokfleth spricht sich für das Brennen aus. Bei jungen Thieren und massiger Entwickelung der Galle führen längere Zeit fortgesetzte Bepinselungen mit Jodtinctur quot;der Massage wohl eine Verkleinerung, selten aber eine vollständige Beseitigung des Zustandes herbei.
Mit operativen Eingriffen sei man vorsichtig. Die Extraction
des Inhaltes mittelst der 1 Vavaz'seheu Spritze oder mit: einem dünnen Trokart hat in der Regel keinen dauernden Erfolg; auch die nach­trägliche Einspritzung von Jod vermag nur selten Erhebliches zu leisten. Auf joden Fall müssen diese Eingrifie in Zwischenräumen von 4—6 Wochen einige Male wiederholt werden, wenn sie Erfolg halieu sollen. Zimmer hat neuerdings das Ausziehen mittelst der Möller, Speclallo Chlmrglo für Tliler8r7.to. t, Auil.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;52
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sis
Krankheiten der Elintei'eliediQtissen.
Pravaz'schen Spritze, Ausspülen mit 1 quot;quot;du Sxiblimatlösung und darauf folgende Ä.pplication einer Scbarfsalbe empfohlen. Horn
entleert den Inhalt mit einem Trokurt und ersetzt den Druckverliand durch dick aufgetragenen Tischlerleim, in welchen zur Erhöhung der Festigkeit fein zerschnittenes Werg, soviel als haften bleibt, gedruckt wird. Die Eröffnung der Galle durch einen Minschnitt, bleibt auch da nicht ungefllhrlich, wo alle Hülfsmittel der Antisepsis zu Gebote stehen, weil man niemals sieber ist. dass der l'atient den Occlusiv-verband liegen liisst. Von einigen (Gloag) wurde die Acupunctur der Galle empfohlen. Vier an einem Kork befestigte Nadeln wurden zu beiden Seiten 1,5 cm tief eingestochen, worauf der Inhalt der (lalle abflicssen soll. Nach •quot;) Tagen wird das Verfahren wiederholt, dann eine Jodeinreibung applicirt und eine elastische Binde angelegt, welche 24 Stunden liegen bleibt,
.quot;gt;. Die chronische Kii(züik1uiiü; dos Sprunggelenkes. Der Spat. Arthritis chronien deformans tarsi.
Lit.; Havemann, Anleitung zur Beurtheilang d. Pferdes, 2, Aufl, 1805. S. 186. fat'ossc, Journ, des vet. du med. 1846. S, 489, Dieokerhoff, Der Spat d. Pferde. Berlin 1875. Sohrader, Gurlt u. Hertwig, 3. S. -257 u. 5. S. 95, Peters, Bericht des Vereins meckl. Thier, 1854. S, 11 u. 1857. S. 10. Möller. Berl. Aroh, 6. S. 182. Schutt, Gurlt a. Hertwig. 1!quot;. S. 256. KuoMocli. Lehrbegriff der Pferdearznei. Bd. 3. S. 229. Schu­bert, Dresd. Ber, 1866, S. 74. Hoffmann, Her. Hep. Bd. 54, Küsters, Jahrb, 1891, Battazzi, ref. II. T. W. 1892, s.d. Schütz, Virch. Arch, 1869,
Dass ein so verbreitetes Leiden wie der Spat schon frühzeitig die Aufmerksamkeit auf sich lenken innsste. liegt auf der Hand. Wir linden die Krankheit schon von Jordanus Ruffus und Marx Fugger beschrieben und von fast allen thier'drztlichen Autoren abge­handelt. Bei dem Mangel eingehender Kenntnisse der Krankheits-processe im allgemeinen legte man natürlich den ihissereii Erschei­nungen eine nicht verdiente Bedeutung bei und liess sich durch ihre Versebiedenartigkeit veranlassen, eine grössere Zahl von Spatkrank­heiten zu inderscheiden. Daher stammt die seit Solleysel noch heute in Frankreich übliche Eintheilung in einen .eparvin calleuxquot; und einen .('parvin seequot;, sowie der englische „ Uogspuv i nquot; (Sprung­gelenksgalle) und .bone spavinquot; (Knnchenspiit). In Deutschland stellte Kersling 5 Arten von Spat auf (Ochsen-, trockenen, Blut-, London-und Hahnenspat), Demselben Umstände ist auch die längere
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Spat.
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Zeit tunduroh erfolgte [dentiiloirung des Spills mit dem Sabneutritt zuzuschreiben.
Xucliilciii man längere Zeit über die Natur des Leidens im im-kliircu gewesen, dasselbe buhl für ein Knochenleiden, bald i'iir eine Affection des Baudapparates K'(''iiilteii batte, wurde von Havemann zuerst auf die Erkrankung der öelenkfl'dchen hingewiesen; Schrader und Schütz haben dieselbe später näher boschrieben. Heide besteht kein Zweifel mehr darüber, dass es sieh um eine chronische, de-formirende Gelenkentzündung beim Spat handelt, Streitfrage ist nur, von wo die Erkrankung ausgeht.
Pathologische Anatomie. Die anatomische Untersuchung er-giebt:
1.nbsp; nbsp; Veränderungen am Gelenkknorpel der sebiffförraigen Beine sowie am oberen Ende des Metnhirsus, zuweilen auch am Pyramidenbein und anderen Knochen des Sprunggelenkes. Makro­skopisch zeigen sieh Knorpeldefecte, SchliffBtlchen und (Jsurationen und an den Rändeni der öelenkflilchen höckerige, drusige Er­hebungen, bestehend in Wucherungen des Knorpels, die später ver­knöchern. Mikroskopisch lilssi sieh Zerklüftung der [ntercellular-substanz und Wucherunff der Knorpelzellen nachweisen, Vorcrtlntfe, welche der Artlirit, chron. deformans eigenthümlich sind.
2.nbsp; nbsp;Die betreffenden Knochen zeigen Auflagerungen (Osteophyten-bildung), welche theils von den verknöcherten \\ uclierungen des Knoipels ausgehen, theils durch das üebergreifen des entzündlichen Processes auf das nachbarliche Periost der genannten Knochen ent­stehen (Periostitis). Diese Knochenauftreibung bildet das äusserlich sichtbare Zeichen der Spatkrankheit, den Spatknochen, und ent­wickelt- sich in der Hegel erst, seeundär, d. h. nachdem der entzünd­liche Process von der Gelenkfläche auf das Periosi tibergegriffen hat.
:!, Veränderungen am Bandapparat und an den Synovial-membranen, An der Synovialis erscheinen namentlich die Zotten sowie die Ränder verdickt und vascularisirt; zuweilen hat eine reich­lichere Secretion von Synovia stattgefunden. Die Gelenkbänder zeigen sich gleichfalls verdickt: ebenso das Bindegewebe, welches das (ie-lenk umgiebt.
I. In den vorgeschrittenen Stadien des Leidens finden sich die kleinen Gelenke verwachsen, so namentlich die Artikulationen zwischen dem grossen und kleinen scIiiliTörmigen Hein, sowie zwischen dem letzteren mit dem Metatarsus. Die Gelenkbänder sind alsdann häufia
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SlJonbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten cUv Bintsrgliedmasssu.
ossiiiciri, vim neugebildeten ECnoolieumassen of! so eingesohlossen, dass sio kaum noch als solche nachweisbar sind. Zuweilen erkrankt auch die Sehnenscheide des medialen Schenkels vom M. tibialis.
In manchen Fällen beschrilnkea si(di die krankhaften Verände­rungen auf die untere A.btheilung der medialen Seite des Sprung­gelenkes, nicht selten aber breitet sieh der Process weiter aus, greift auf das Pyramidenbein sowie das Köpfchen des medialen Gfriffelbeines und selbst auf das Rollbein und die laterale Seite des Gelenkes über. Die Franzosen unterscheiden hiernach einen öparvin tarso-meta-tarsieu im Gegensatz zu der Erkrankung der schiffiförraigen Beine und des Metatarsus, welche als „öparvin mötatarsienquot; bezeich­net wird.
Pathogenese. Während über die (legenwart einer Arthritis chronica als Grundlage des Spats gegenwärtig kein Zweite! mehr be­stellt, geben die Ansichten bezüglich der Entwickelung des Leidens noch aus einander. Ihiss die Entzündung fast ausnahmslos an der medialen Seite des Gelenkes einsetzt, tnusste zunächst, auffallen, und hat diese Thatsache zur Aufstellung verschiedener Hypothesen Ver­anlassung gegeben, Während Bychner die Gelenkbänder hierfür verantwortlich machte, von denen die Krankheit ausgehen und erst seeundär auf das Gelenk übergreifen soll, wurde von Lafosse die Aufmerksamkeit auf den medialen Sehnenschenkel des M. tibialis ge­lenkt. Nach ihm sollten Zerrungen dieses Handapparates den Process einleiten, weshalb Lafosse auch die Durchscbneidung desselben empfahl. Dieckerhoff behauptete sodann, dass der Spat ans einer Erkrankung der Scheide dieses Sehnenschenkels hervorgehe. Auch Peters suchte die Ursache für die Erkrankung der medialen Ge­lenkhälfte in der anatomischen Einrichtung derselben. Da die Ver­bindung zwischen ünterscbenkel und Rollbein ein Wechselgelenk oder richtiger ein Schraubengelenk darstellt, an welchem die starken Seiten­bänder jede Abduction und Adduction verhindern, also nur in der Richtung der Mittelebene des Körpers Bewegungen zulassen, so sollte uiaii voraussetzen, dass die Gelenkachse senkrecht zu dieser hezw. zur Projectionsebene stehe. Das ist jedoch nicht der Fall; die Ge­lenkachse liegt schief und zwar von innen und vorn nach aussen und hinten; sie bildet also mit der Medianhnie des Körpers keinen rechten Winkel. Dazu kommt, dass die ünterschenkelbeine nicht senkrecht. sondern von oben nach unten convergirend verlaufen, während die Metatarsalknochen beider fasse bei normaler Stellung parallel ver-
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#9632;^iid.
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laufen. Dadurch ist es bedingt, ilass die Muskclwirkung nicht senk­recht /.ur Gelenkachse des Elollbeiues erfolgt, in Polge dessen dieselbe am belasteten Schenkel nicht bloss streckend auf das öelenk wirkt, sondern zugleich eine Rotation anstrebt. Diese Einrichtung erleichtert /war die [Jebertragung der Körperlasi auf den anderen Binterfuss unil sichert die Unterstützung des Schwerpunktes, aber die damit ver­bundene, rotirende Bewegung des Schenkels involvirt in ei'ster Linie eine Verschiebung des Knochens des Sprunggelenkes und begünstigt auf diese Weise das Auftreten von Zerrungen am Bandapparate und von Krankheitsprocessen an den öelenken. Das Talo-Cruralgelenk wird durch seine starken Seilenbiindcr und die Rollerhabenheiten gegen eine derartig nachtheilige Wirkung geschülzl . während die mediale Äbtheilung der unteren Gelenke, welche, wie man sieh durch einen Versuch am Präparal leicht überzeugen kann, dieser Einwirkung gegenüber die geringste WiderstandsfAhigkeil besitzt, jene Rotations­bewegung also in erster Linie anszufüliveii hat. Bier kommt es daher am leichtesten y.u Dehnungen und Zerrungen der Seitenbänder sowie des fibrösen Kapselbandes, wodurch Reizungsvorgänge und entzünd­liche Processe in denselben wie auch in dem angrenzenden Periost ver-anlasst werden, die sodann eine Erkrankung der Gfelenkknorpel zur Folge haben, de nachdem diese sowie die Synovialmembran früher oder später mitleiden, wird entweder bald Lahmheit hervoi'gerufen, oder dieselbe entstellt erst später, nachdem sieb bereits eine Knochen-auftreibung ausserhalb des Gelenkes eingestellt hat. Diese Verschie­denheit billigt vornelimlicli davon ab, ob die Insulte von vornherein mit einer grössereu Heftigkeit, einwirken, oder ihre nacht heilige Wirkung allmählich geltend machen.
Es lässt sieb nicht leugnen, dass diese Theorie der Spat-entwickelung beachtenswerth erscheint, zumal dieselbe nicht nur die Wirkung der ätiologischen Momente, sondern auch manche Erschei­nungen der Krankheit zu erklären geeignet ist. Alle Einflüsse, welche diese physiologische Rotation im Sprunggelenke hemmen, namentlich die Fixirung des Hufes am Roden (schwerer Boden, unebenes Pflaster) müssen bicrnncli die Entstellung des Leidens begünstigen. Es soll jedoch nicht behauptet werden, dass in diesem Umstände die aus-schliessliche Ursache der Erkrankung erblickt werden müsse. Nach meiner Ansicht lässt sich die Entwickelung des Spat nicht auf ein einheitliches Momenl zurückführen, es muss vielmehr zugegeben werden, dnss die Erkrankung des Gelenkes von verschiedenen Seiten ausgeben kann. Ohne Zweifei bildet aber die von Peters betonte
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H-l-J.
Krankheiten der Hmtergliediuassen.
Ejinrichtung des Gelenkes hierbei einen der wichtigsten Faotoren, doch kann die Mögliclikeit debt abgeleugnet werden, lt;liiss dor Process auch einmal von einer Erkrankung der Bursa des M. tibialis (Dieckerboff) ausgeben, oder auf den öelenkfläcben selbst ein­setzen kann. Nach den von mir ane-estellten lTnlersuchiine'en trilH man die Bursa jedoeb sein- liäulio- intact an; selbst da, wo sieh das öelenkleiden bereits in den vorgeschrittenen Stadien der Entwickelung befindet. zeigt die Bursa oft keinerlei pathologische Veränderungen. Wo sieb aber die Bursa miterkrankt findet, darf man dieselbe nieht ohne weiteres als Ausgangspunkt der Spaterkrankung betrachten, denn in vielen Fidlen wird die Bursa erst seeundär in Mitleidenschaft ge­zogen, indem der Entzündungsprocess vom Gelenk auf diese übergreift.
Verlauf. Die Natur der Erkrankung erklärt den chronischen Verlauf des Leidens. Nur ausnahmsweise geben gröbere Insulte zur Entstehung desselben Veranlassung; in der Regel bilden wiederholt einwirkende, leichtere Schlldigungen die Ursache desselben; dem­entsprechend gebt die Ausbildung der Erkrankung auch langsam von statten. Die Wirkung derartiger Insulte giebt sieh für gewöhnlich zuerst durch eine schmerzhafte Empfindung zu erkennen, daher tritt häutig zuerst Lahmheil auf, und /.war bevor noch an dem Gelenk anatomische Veränderungen nachzuweisen sind. Es kommt indess vor. dass die veranlassende Ursache so allmählich ihre Wirkung geltend macht, dass mit den ersten Veränderungen überhaupt keine Lahm­heit verbunden ist. und vor dem Auftreten derselben am Gelenk be­reits eine Knocheriauftreibung festgestellt werden kann. In dieser Hinsieht verhält sich der Spat wie eine Reihe anderer Leiden. /.. B. der Zwanghuf. Gebt die Entwickelung desselben langsam von statten, so kann auch der Zwanghuf eine erhebliche Ausbildung erfahren, ohne dass Lahmheil mit demselben verbunden ist; sobald aber die Aus­bildung rasch erfolgt, übt die dislocirte Trachtenwand des Hufes einen schmerzhaften Druck auf die Weichtbeile desselben aus und ruft als­bald Lahmheit hervor.
In der Regel entwickelt sieb zunächsl eine allmählich zunehmende Lahmheit (unsichtbarer Spat), worauf nach 2—4 Wochen die Knochenauftreibung (Spatknochen) bemerkbar wird, Ks liegt auf der Hand, dass mit der fortschreitenden Ausbildung des Krankheits-processes die Lahmheit deutlicher hervortritt. War dieselbe anfangs nur im Beginne der Bewegimg bemerkbar, so hält sie später dauernd an. Ebenso kann es bei der Natur des Processes nicht auffallen, dass
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Spat,
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die Bewegungsstörungen periodisch hervortreten, /oil weise verschwinlaquo; den, dann von neuem erscheinen, sowie dass, wenn auch nur aus-aahmsweise ohne entsprechende Behandlung Seilung eintritt; hierzu ist. wie die Erfahrung gelehrt hat, ?or allem eine längere Zeil an-dauernde Ruhe nothwendig. Theoretisch tnuss zwar zugegeben werden, dass die Läsionen um Gelenk heilen und das Gelenk seine normale Einrichtung' wieder erlangen kann; doch gehört ein solcher Ausgang zu den Seltenheiten. In der Hegel kommt mir eine relative Heilung zu Stande, und /.war unter Synostosenbildung. Sobald die (lelenkHiulion krankhaft verändert sind, dor Gelenkknorpel zerstört ist, wird eine Reparation Überhaupt unmöglich, und es kann die Lahmheit nur durch Verwachsung der erkrankten Gelenkflächen ver­schwinden. Darüber vorgehen in der Regel 6—8 Wochen, unter Umständen Jahr und Tag: zuweilen kommt die Synostosenbildung üherliaupt nicht zu Stande; dann zeigt sieh das Leiden bezw. die Lahinhoit unheilhar. Welcher Ausgang eintreten wird, lässt sich in dem concreten Falle mit Sicherheit niemals vorherbestimmen, doch ergeben sich aus der Berücksichtigung des Zustandes und anderer Umstände einige Anhaltspunkte für die Beurtheilung des Leidens, die hei der Prognose besprochen werden sollen.
Ursachen. Wohl bei keinem Leiden ist die EHntheilung der ursächlichen Momente in eine Causa externa und interna so ge­rechtfertigt und praktisch wichtig wie heim Spat. Die Causa interna besteht in einer Anlage, #9632;welche theils im Hau des Sprunggelenkes, theils in der Einrichtung anderer Abschnitte des Körpers zu suchen ist. Schliesst doch die complicirte Zusammensetzung des Sprunggelenkes schon eine Disposition zur Erkrankung und namentlich entzündlichen Processen ein, so ist dies in noch höherem Grade bei einem mangel­haften Aufbau des Gelenkes der Fall. 10s ist klar, dass schmale und kurze (kleine) Gelenkllächen unter der heftigen Wirkung dor .Muskulatur der Hinterhand eher leiden als stark entwickelte, breite und tiefe Sprunggelenke. Ganz besonders nacht heil ig zeigt sich eine schwache Ausbildung der unteren Abschnitte des Gelenkes sowie des oberen Endes des Metatarsus, .jener Bau, der in der Exterieur-Sprache als „schlecht eingeschienf oder als „geschnürtes Sprung­gelenk'quot; bezeichnet wird. Ebenso natürlich erscheint der nacli-theilige Einfluss einer starken Winkelung des Gelenkes, der sog, säbelbeinigen Stellung, Bei dieser Bauart ruft die Wirkung der Streckmuskeln des Hinterschenkels ausgiebige und energische ße-
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Krankheiten der EUntertrliedmassen.
wegungen im Sprunggelenk hervor; dadurch aber entstehen gewaltige Druckwirkungen auf die Gelenkfltlchen, und es tritt die Gefahr ein, diiss der Bandapparat des Gelenkes Lüsionen erfährt.
Diese in den sichtbaren Formen des Sprunggelenkes sieh aus­sprechende Anlage ist es jedoch nichi allein; auch die innere Einlaquo; richtung der Knochen sowie des Bandapparates Kann eine Disposition zur Erkrankung des Gelenkes verleihen. Als Beweis bierfttr braucht nur auf die Erblichkeit des Leidens, auf das Vorkommen des Fehlers selbst in Familien verwiesen werden, die mit Sprunggelenken aus­gestattet sind, welche nach den Grundsätzen des Exterieurs als tadel­los bezeichnei werden müssen. Auf der anderen Seite spricht hierfür auch das seltene Auftreten der Erkrankung bei ßacen, deren Sprung­gelenke nach ihren äusseren Formen eine weniger günstige Einrichtung zeigen, /,. B. bei dänischen und holsteinischen Pferden. Ganz mit Recht wird daher in der Zucht auf dieses Leiden besonders Gewicht gelegt. Wdrin diese unsichtbare Prädisposition beruht, entzieht sieh unseren Kenntnissen, doch steht nichts entgegen, eine unvollkommene Ausbildung der Bestandtheile dos Gelenkes, namentlich seiner Knochen und Ränder hierfür verantwortlich zu machen,
Bei der Frage der Disposition kommt nicht allein das Sprung­gelenk in Betracht, sondern auch der Bau der übrigen Schenkelabschnitte und selbst des Bumpfes übt auf die Entwickelung des Leidens einen nicht geringen Einlluss aus. Erl'ahrungsgemilss wird eine steile Knie-lage und steile Fesselstellung in dieser Einsicht leicht bedenklich. Dabei ist indess zu berücksichtigen, dass jene Bildungen nicht selten erst seeundiir auftreten, indem sie eine Folge der Spaterkrankung dar­stellen. Klemm glaubt namentlich die kuhhessige und xbeinige, rückständige und bärenfüssige Stellung als ursächliches Moment für den Zustand anklagen zu müssen und begründet darauf die heilsame Wirkung hoher Trachten und langer Stollen am Hufeisen.
Von Peters wird der breitbeinigen (sprunggelenkweiten) Stel­lung eine besondere Anlage zum Spat zugewiesen. Dass hierbei leicht unregelmässige Bewegungen im Sprunggelenke auftreten, und damit die Gefahr der Erkrankung herbeigeführt wird, kann nicht be­zweifelt werden.
Es entsprich! ferner der Erfahrung, dass bäuflg recht leistungs­fähige Pferde, namentlich solche mit breitem Becken und starker Muskulatur der Hinterhand in dieses Leiden verfallen. Dieses Zu­sammentreffen erklärt sich einfach aus den grösseren Ansprüchen, welche hei solchem Bau an die Sprunggelenke gestellt werden. Je
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leistungsföhijfer die Muskulatur der Hinterhand, um so ausgiebiger die Bewegung, um so grosser werden auch die Angriffe auf die Wider-standsfüliigkeit dieses Gelenkes, Ein gleiches gili für überbaute Pferde und solche mit langem Rücken; zur Erzielung gleicher Leistungen bedarf es bei ihnen einer intensiveren Muskel Wirkung, wobei liöhere Anforderungen an die Festigkeit der Sprunggelenke gestelli werden. Aus demselben Grunde leiden lieftige, temperamentvolle Pferde htluflger als ruhige, phlegmatische, Dass endlich im jugendlichen Alter h'duflg Spaterkrankung vorkommt, muss in erster Linie auf eine geringere Widerstandsfiihigkeii des Knochengerüstes und der Bänder zurückge­führt werden; doch knmmt zugleich in Betracht, dass mit der Ein­stellung der jungen Thiere in den Diensi die vorhandene Disposition sich bald bemerkbar macht, während allere Pferde in der Regel nur dann erkranken, wenn an ihre Arbeitsfähigkeit höhere Anforderungen gestellt werden, oder wenn die Sprunggelenke durch Zufall heftige Läsionen erfahren.
Als Causa exierna wirken wohl ausschliesslich mechanische Ein­flüsse, in der Regel bestehen diese in leichten aber häufiger wieder­kehrenden Insulten, welche das Sprunggelenk bei angestrengter Arbeit namentlich unter dem Reiter, in schnellen Gangarten oder im schweren Wagendienst erleidet. Nach Peters zeigt sich weicher, sumpfiger Boden und unebenes Pflaster besonders nachtheilig, indem hier die bis zum gewissen (trade nothwendig -werdenden Drehbewegungen des Hufes am Hoden gehemmt, folglich auf die Gelenke, namentlich das Sprunggelenk übertragen werden.
Ohne Zweifel können auch einzelne, heftige Läsionen, wie z. B. bei kurzen Wendungen auf der Hinterhand oder plötzlichem Pariren den Anstoss zu der entzündlichen Erkrankung des Sprunggelenkes ab­geben. Im ganzen kommt dieses jedoch nicht häutig vor, und noch seltener geht der entzündliche Process von äusseren Verletzungen (Wunden oder Quetschungen) aus.
.Es liegt mir fern, die Frage der Pathogenese des Spat hiermit als erledigt zu betrachten; ich bin vielmehr überzeugt, dass dieselbe nocli wei­terer Untersuchungen bedarf, um vollständig klargelegt zu werden. Dabei wird aber mit der Aufstellung neuer Theorien ebenso wenig für die Wissen­schaft erreicht, wie mit der Empfehlung neuer Heilverfahren für die Praxis. Es fehlt vor allem an einer klaren Einsicht in die Physiologie, der J!e-wegnng, die sieh jedoch nicht durch die Betrachtung einzelner Abschnitte der Gliedmassen, wie dos Sprunggelenkes allein erledigen lassen: es muss vielmehr der ganze Schenkel dabei ins Auge gefasst werden; gewiss eine lolmenswerthe, aber keine leichte Aufgabe, der sich hoffentlich bald Jemand unterziehen wird.
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S2tinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankbeiton der Bintergliodmaason,
Ausgang und Prognose. Wie sich mis der Besprechung der Entwickelung des Leidens ergiebt, uimint der Spat in der Regel von vornlierein einen chronisclieu Verlauf. Die anfangs geringe Lahmheit wird hi'mlig Übersehen, daher kommt es, dass sieli beim Nachweis derselben ofi schon deutlich nachweisbare Veränderungen am Sprung­gelenk vorfinden, Es muss auch zugegeben werden, dass die ersten Krankheitsprocesse am Gelenk so wenig schmerzhaft sein können, dass sie keine Bewegungsstörungen veranlassen. Nicht selten aber zeigt sich bereits Lahmheit, bevor an dem Gelenk krankhafte Ver­änderungen nachzuweisen sind. Einmal eingeleitet, schreitet der Pro­cess in der liegel unaufhaltsam weiter und führt im günstigsten Falle zu einer Verwachsung zwischen den schiffförmigen Beinen, dem Pyra­midenbein und dem Metatarsalknochen, Der damil verbundene Aus­fall in der Bewegung des Sprunggelenkes ist nur geringfügig und wird von den Übrigen Gelenken so vollkommen compensirt, dass eine Lahmheit hierdurch nicht, entsteht. Der Zeitpunkt, wann diese Syuo-stosenbildung zu Stande kommt, zeigt sich sehr verschieden; bald er-tulHi dieselbe schon nach weniffen Wochen, bald lässt sie Jahr und Tag auf sich warten.
Es hängt dieses in erster Linie davon ab, quot;1raquo; dem Thiere Ruhe gegeben und eine Behandlung eingeleitet wird. Wo dies tlberhaupt nicht stattfindet, kommt die Verwachsung sehr selten zu Stande, die Lahmheit besteht daher dauernd fort. In anderen Fällen bleibt dieser Vorgang trotz der Ruhe und einer energischen Behandlung aus; die Lahmheit erweist: sich unheilbar. Die /urückbildmig der entzündlichen Veränderungen am Sprunggelenk, also ein Ausgang in Resolution, cehört offenbar zu den seltensten Vorkommnissen.
Irrthümer in der Diagnose haben wohl zu der Annahme geführt, dass auch hier eine Zertheilung häulig vorUonmie, und dass man im Stande sei. durch die Therapie den Resorptionsvorgang zu unterstützen. Nach meinen Erfahrungen mass ich dies entschieden bezweifeln. Wenn nicht, die ver­schiedenartigsten, mit Lahmheit verbundenen Krankheitsprocesse am Sprung­gelenk als Spat bezeichnet, worden sollen, sondern wenn man diesen Aus­druck auf Jene typische Erkrankung des Gelenkes (Arthritis chronica) beschränkt, so kann dieses auch nicht überraschen. Es muss zwar zuge­geben werden, dass es unter Umständen schwer 1'iillt, diese Diagnose hei der ersten Untersuchung mit Bestimmtheit zu stellen, namentlich wenn kein zuverlässiger V'orberielit vorliegt.. Trotzdem erscheint eine solche Trennung dringend geboten, denn nur auf diese Weise erlangt die Beur-theilung und Behandlung der Krankheit eine sichere Grundlage.
Nicht selten beobachtet mau nach längerer Schonung des Pferdes Besserung, Verschwinden der Lahmheit oder doch erhebliche Verminderung derselben, ein Zustand, der aber meist nicht von längerer Dauer ist. denn
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sobald äua Tlücr seine frühere Tbätigkeit wieiler aufnimmt, stellt sieh auoll dio Lahmheit von neuem und zwar nicht selten in noch höherem Qrade ein als zuvor. Es ist Klar, dass mit eintretender ßuhe die [ntensität der ent/.iindliehen Vorginge am Gelenke nachlassen kann. Da diese aber selten ganz verschwinden, so treten sie von neuem hervor, sobald sich die ver­anlassenden Ursachen wieder geltend machen. Kann daher der Spat auch als eine typische Erkrankung des Sprunggelenkes bezeichnet werden, so zeigt sein Verlauf doch mannigfache Abweichungen, welche theils durch die Einrichtungen des Gelenkes, durch den Grad und die Ausbreitung des Krankbeitsprocesses bedingt sind, vornehmlicb aber von dussereu Umständen, und in erster Linie von der dem Tluere zu Theil werdenden Behandlung abhänat.
Bei der Prognose müssen daher alle Umstände Berücksichtigung finden, welche den Ausgang in relative Heilung fördern, d. h. welche zur Beseitigung der Bewegungsstörungen beitragen, oder die anderer­seits dem Heilungsprocesse hindernd entgegen stehen. Hierbei kommen namentlich in Betrachl:
1.nbsp; nbsp;Igt;ie Dienstleistung des T hier es. Je grosser die An­strengungen, also die Ansprüche an die Widerstandsfähigkeit des Sprunggelenkes, desto weniger lilssl sich auf eine dauernde Heilung rechnen, Reit- und schwere Zugpferde bilden deshalb die geringsten Aussiebton auf volle Wiederherstellung ihrer Arbeitsfähigkeit.
2.nbsp; nbsp;Die Dauer und der Grad der Lahmheit. Sobald die Bewegungsstörungen trotz entsprechender Behandlung fortbestehen, muss angenommen werden, dass die Bedingungen zum Zustandekom­men der Synostosenbildung sich ungünstig gestalten: die Aussiebt auf Heilung wird alsdann gering. Hochgradige IVEuskelatrophie bildet des­halb auch ein ungünstiges Zeichen. Starke Lahmheit lässt auf um­fangreiche Veränderungen am Gelenke schliessen und muss ebenfalls als ein ungünstiges Zeichen angesehen werden, zumal geringe Lahm­heit die Verwendung des Pferdes zu gewissen Dienstleistungen nicht aussebliesst, wenn mau dabei auf die vollständige Beseitigung desselben auch verzichten muss.
3.nbsp; nbsp;Der Bau des Thieres. Je mehr sich im Hau des Schenkels, namentlich des Sprunggelenkes eine Disposition zu Spaterkrankung ausspricht, um so grosser wird die Gefahr, dass ein Ausgleich des ent­zündlichen Processes nicht zu Stande kommt. Es erscheint begreif­lich, dass an dem mangelhaft eingerichteten Sprunggelenk selbst miissige Anforderungen neue Reizungsprocesse einleiten, welche dem Eintreten der Verwachsung der Knochen bindernd entgegenstehen.
I, Der Sitz der Erkrankung. Hs entspricht einem alten Er-lahrungssatze. dass der Sitz der Exostoseu au der Beiigetläclie des
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Krankheiten dev Bintersrliedmasson.
Gelenkes prognostisch als ungünstige Erscheinung aufzufassen ist; während die Aussicht auf Qeilung grosser wird, wenn der Spatknochen auf die hinteren Abschnitte des Gelenkes, auf die Gegend des Pyra-midenbeinos beschränkt bleibt. Diese Thatsache mag zum Tlanl darin ihre Erklilrung finden, dass die Knochenneuhildung an der vor­deren Fläche des Gelenkes leichter eine mechanische Behinderung der Bewegung herbeiführt, die unter ümstilnden seihst durch Verwachsung des Gelenkes nicht beseitigl wird: andererseits kommi in Betracht, ilass der Sitz der Erkrankung im dieser Stelle für das Zustandekom­men jenes Heüvorganges weniger Aussicht bietet, indem gerade hier die unvermeidlichen Bewegungen am ausgiebigsten erfolgen,
Weniger Bedeutung hat die Grosse der Knochenauftreibung Wie schuii llavemann zutreffend bemerkte, gehen Pferde mit auf-fillliger Spaterhöhung ofl nicht lahm, während solche mit einem .kleinenquot; Spat zu jedem Dienst unbrauchbar bleiben können.
#9632; gt;. Das Alter des Thieres. Das Auftreten von Spat bei jungen Pferden, die noch wenig gearbeitet haben, beweis! eine hohe Ent­wicklung der dispositionellen Verhältnisse und muss natürlich die Prognose ungünstig beeinflussen. Gerade bei ihnen pflegt die Lahm­heit nur für einige Zeit zu verschwinden, aber wiederzukehren, so­bald die Thiere von neuem zur Arbeit verwendet werden.
Lässt sich unter Berücksichtigung dieser Umstände die Prognose einigermassen präcisiren, so bleibt dieselbe dennoch stets unsicher. Absolute Gewähr, dass die Lahmheit verschwinden wird, ist niemals vorhanden, sobald die Diagnose aussei* Zweifel steht. Die verschiede­nen Gebrauchsarten, der Bau der Sprunggelenke und Schenkel bei den verschiedenen Bacen, sowie andere Umstände (nicht selten aber auch Irrthiimer in der Diagnose) waren die Ursache, duss der Procent-satz der Geheilten von den einzelnen Sachverständigen sehr verschieden veranschlagt wurde. Im Durchschnitt dürfte die Zahl der Heilungen etwa .quot;iO0ü betragen,
Dass eine I 'iwöchentlielie linhe und entsprechende Behandlung zur Beseitigung der Lahmheil erforderlich ist, wurde bereits bemerkt. Wenn auch nicht ausgeschlossen ist. dass die Heilung unter regel-mässiger Arbeit zu Stande kommt, so beruhen doch manche der hier-üher gemachten Mittheilungen auf [rrthümern in der Diagnose.
Erscheinungen. 1. Die Spatlahmheit. Die Diagnose der Arthritis chronica an den kleinen, straffen Abtheilungen des Sprung­gelenkes bietet keine Schwierigkeiten, sobald sieb die Wirkung dieser
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Spat.
laquo;2!raquo;
Erkrankung ausserlmlb des Gelenkes bemerkbar macht, d, li. wenn bereits Knochenauffcreibung (Spatknodxen) besteht, So lange diese alter fehlt, bleibt die sichere Erkennung des Leidens unsicher, und zwar um so mehr, als die Funktionsstörungen (Lahmheil I keineswegs so chiinikteristisch sind, um Jeden Zweifel zu Indien. Dadurch wird es alter bedingt, dass gerade hier ofi [rrthümer vorkommen, dass nicht selten anderweitige Erkrankungen, ja seihst Hufleiden zu der Diagnose Spat Veranlassung geben. Aher auch andere Leiden des Sprunggelenkes, /.. B. leichte Distorsionen, können unter Umständen sogar den geübten Sachverständigen tiluschen. Derartige Irrthümer der Diagnose sind gar nicht selten und veranlassen zugleich falsche Anschauungen bezüglich des Wertlies der Heilmethoden,
Zur Sicherung der Diagnose „Spatquot; genügl die das Leiden begleitende Lahmheit fast niemals, sondern erst in Verbindung mit anatomischen Veränderungen am Sprung­gelenk können die Bewegungsstörungen den sicheren Nach­weis dieser Erkrankung liefern.
Sagte doch schon Knohloeh: raquo;Wenn man keine Geschwulst entdeckt, woher will man denn wissen, dass ein Spat kommen Werderquot; Damit soll allerdings nicht behauptet werden, dass nicht auch aus der Lahmheit allein mit einiger Wahrscheinlichkeit auf Spat geschlossen werden kann, doch kommt hierbei weniger die Art der Bewegungsstörung, als vielmehr das Auftreten und der weitere Verlauf der Lahmheit, endlieh auch das Fehlen nachweisbarer pathologischer Ver­änderungen in Betracht, auf welche die Lahmheit in dem betreffenden Falle v.n beziehen ist.
Am meisten beachtenswerth bleibt das Auftreten und der Ver­lauf der Lahmheit, viel weniger die Art: der Bewegungsstörungen. Die letzteren zeigen mancherlei Verschiedenheiten, die theils von dem Sitze und der Ausbreitung des entzündlichen Processes abhängen, theils mil anderen Umständen in Verbindung stehen mögen. In der grossen Mehrzahl der Fälle entsteht eine Lahmheil, die mit unvollständiger Streckung des belasteten Fusses verbunden ist. Die Belastung des Fusses wird nach hinten abgekürzt, anscheinend in Folge der mit der Streckung des Sprunggelenkes verbundenen Schmerzen. Nach­dem der Huf den Boden verlassen hat , wird die Gliedmasse abnorm schnell vorgeführt, so dass die Bewegung derselben wohl den Findruck des Zuspätkommens macht, woher man auch den Namen Spat abge­leitet hat. Die plötzliche Beugung des Schenkels gestalte! sich nicht selten zu einer Zuckfussbewegung (S. 858); eine Erscheinung, die sich
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Krankheiten der Hintergliedmossen.
vonu'liiulich im Anfange der Bewegung und bei kurzen Wendungen bemerkbar macht.
Eine weilen' Folge der unvollkommenen Streckung des belasteten Fusses ist die auffällige Bewegung der Hüfte, welche selten vermisst wird. Der Ausfall in der Schrittlänge nach hinten wird durch eine ausgiebige Mithewegung der Kruppe ausgeglichen, Zuweilen beob­achtet mau A.bductionsstellung des Schenkels, namentlich bei doppel­seitigem Spat; hier /,eiegt;i, sich oft ein auffilllig breiter Gaue'. Bald tritt in Folge der unvollkommenen Streckung des Sprunggelenkes steiler Fesselstand ein, wodurch die Thiere veranlassl werden, aufun-ebeuem Pflaster die Trachten des Hufes höher zu stellen.
Viel wichtiger als die Art der Lahmheil bleibt der Vei'lauf der­selben. In der Elegel entwickelt sieh die Bewegungsstörung ganz allmählig, bkuht zunächst auf die ersten Schritte beschränkt und ver­liert sich während der Bewegung; oft beobachtet man hierbei wie auch im Stalle beim Herumtreten nach der gesunden Seite hahnen-tritt'dhnliche Bewegungen des leidenden Fusses, welche sich ebenfalls während der Arheit meist verlieren. Dieses Verschwinden der Lahm­heit während der Bewegimfj;, und das stets erneute Hervortreten der­selben nach der Ruhe gehört zu den wichtigsten Eigenthümlich-keiten des Leidens. Dass das Herumtreten nach der gesunden Seite sich schmerzhafter gestaltet als nach der kranken Seite, erklärt sich einfach aus der hiermit verfcundenen grösseren Druckwirkung auf die medialen Abschnitte des Sprunggelenkes, unter Umständen beobachtet man aber das Gegentheilj so kommt es nicht selten vor, dass sich die Lahmheit während der Bewegung nicht verliert, sogar immer stärker hervortritt; man trifft dieses namentlich bei erheblicherer Lahm­heit und häufig im weiteren Verlaufe des Leidens. Das stärkere Hervortreten der Bewegungsstörungen bei kurzen Wendungen ist offen­bar die Folge der hierbei erfolgenden Rotationsbewegungen und Ver­schiebungen der Knochen an den leidenden Abschnitten des Gelenkes.
Xicht unwichtig für die Diagnose der Spatlahmhcit ist; endlich die Spatprobe, welche darin besteht, dass man den Fuss 1 Minute lang- in Beugestellung halten lässt, sodann das Pferd zur Trabbewegung veranlasst. Die Bewegungsstörungen machen sich alsdann in auf­fallender Weise bemerkbar.
Diese üntersuchungsmethode erfordert Indess besondere Vor­sicht, namentlich bei alten, steifen Pferden, welche nach einer längeren Beugestellung des Schenkels auch ohne Spat ähnliche Bewegungs-störuntren zeisen können.
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Uebor die nächste Ursache der Lahmheit liabün im Laufe der Zeit verschiedene Ansichten ihre Vertreter gefunden. Während die älteren Thierärzte den Schmerz aus dem Druck der Exostoso iiui' das Periost her-vorgeben liessen, und ihre Ansicht auf die unebene Beschaffenheit der Ober­fläche des maoerirten Knochens stützten, vreiss man seit Havemann, dass die Qelenkerkrankung nicht nur das Wesen der Krankheit, sondern auch die Ursache der Lahmheit bildet, Wenn Hering dagegen einwendete, dass /.uweilen auch ohne Erkrankung des Gelenkes Spatlahmheit beobachtet werde, so haben entweder Irrthmner der Diagnose dazu Veranlassung ge­geben oder der Process war erst in der Entwickelung begriffeu, die Ge-lenkllärhen waren noch nicht mitleidend. In der Hegel entspricht das Auf­treten und der Verlauf der Lahmheit ganz und gar den Beobachtungen, die beim Menschen gemacht werden, welche an Arthritis chronica leiden; auch hier zeigt sich die Bewegungsstörung zunächst nur im Anfange der Bewegung. Wahrscheinlich gehen diese Störungen theils von den Verände­rungen an den öelenkflächen, theils von den Erkrankungen des Bandapparates aus. Hierzu rechnet Dieckerhoff noch die Erkrankung der Bixrsa des Tibialis. Ich bezweifle, dass eine chronische Entzündung derselben immer Lahmheit zur Folge hat. Unter Umständen können Exostosen auf mecha­nischem Woge eine Einschränkung der freien Bewegung des Sprunggelenkes zur folge haben.
2. Die K nodienau ffcrei bu ng (Spat erhob un^;, Spatk no eh an). Bei der langsamen Entwickelung der Krankheit macht sich oft schon vor dem Eintritt auffälliger Lahmheit, in der Regel mit dieser zugleich, /.uweilen erst zwei bis drei Wochen später eine Anschwellung (Ver­dickung) an der unteren Abtheilung der medialen Seife des Sprung­gelenkes bemerkbar. Die Peststellung derselben setzt einige Hebung in der Beurtheilung der normalen Configuration des Sprunggelenkes voraus und kann sowohl bei der Betrachtung des Gelenkes von vorn wie auch von hinten erfolgen. Zu dem Zwecke nimmt man entweder einige Schritte vor oder hinter dem Pferde Aufstellung und vergleicht die mediale Fläche der beiden Sprunggelenke mit einander. Der Ge­übte stellt hierbei selbst die geringste Verschiedenheit fest, doch kann daraus allein noch keineswegs die Frage entschieden werden, ob Spat vorliegt oder nicht. Dieses gilt namentlich vom englischen Vollblutpferde, dessen Sprunggelenke selten einen absolut symmetrischen Hau besitzen, wie ich an anderer Stelle zu begründen Gelegenheit hatte. Alter auch bei den übrigen Pfenleracen kann eine Abweichung in der Form der Sprunggelenke allein noch nichl als sicheres Zeichen für Spul angesehen werden. Die in der Exterieursprache üblichen Bezeichnungen „scharf abgesetztquot; u. s. w. bringen derartige Zweifel in der Diagnose zum Ausdrucke; oft aber bilden sie nur Umschrei­bungen des von jedem Pferdebesitzer gefürchteten Leidens.
Die anatomischen Veränderungen am Sprunggelenke lassen in der Hegel keinen Zweifel darüber, ob eine Arthritis deformans vorliegt oder
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Krankheiten tier ElintertrUedraEssen.
bereits abgelaufen ist; für die Diagnose laquo;Spatlahmheitquot; genügt jedoch auob sio nicht allein. Gar häufig kommt durob Verwachsung dos Qelenkes Be­seitigung der Lahmheit zu Stande, während andere Ki'ankheitszustttnde Be­wegungsstörungen an dem Schenkel veranlassen. Wollte man solche auf die Veränderungen am Sprunggelenke zurückführen, so würde man sich täuschen. Dieser Sehluss ist nur dann gerechtfertigt, wenn:
1, diese Veränderungen von einer Lahmheit begleitet werden, weiche durch ihren Verlauf und sonstige Eigeuthümlichkeiten die Spatlabmheit kenn­zeichnet, oder wenni 2, Mnskelatrophie oder andere Umstände au 1'eine chro­nische Lahmheit hinweisen, die mit den anatomischen Veränderungen wahr­scheinlich in Verbindung stellt. Wie bereits hervorgehoben wurde, kann Knochenauftreibung um so mehr als Ursache der Lahmheit angesehen worden, je näher sie der vorderen äelenkfläche liegt. Zuweilen lassen sich auch Spuren stattgehabter Behandlung nachweisen, welche auf einen chronischen Zustand hindeuten und so die Diagnose „Spatquot; unterstützen.
Es sei hier noch ausdrücklich betont, dass acut entzündliche Erschei­nungen (vermehrte Wärme, Schmerz auf Druck u. s. w.) bei diesem Leiden meist fehlen. Sollten indess heftig wirkende Gewalten den Zustand hervor­gerufen haben, so kann ihre Gegenwart natürlich nicht auffallen und die Annahme des Spat nicht direct aussehliessen.
Differentialdiagnose. Unter Beachtung der oben beschrie­benen Grundsätze wird man sich in der Rege] vor Verwechselungen schützen, doch kommen hier ganz besonders folgende Zustände in Betracht:
1.nbsp; nbsp;Der Bahnentritt oder Zuckfuss, eine Krankheit, welche an anderer Stelle noch behandelt werden soll; hier sei mir bemerkt, dass das periodische Hervortreten, das allmählige Verschwinden dieser Bewegungsstörung während der Arbeit den Verdacht auf Spat er­weckt.
2.nbsp; nbsp;Hüftlahmheit. Hierbei zeig! sieb regelmässig eine aus­gesprochene II a nglieinlabmlie it. während beim Spat eine gemischte Lahmheii besteht. Dasselbe gilt
:!. von der (ion it is chronica, welche ausserdem mit aus­gesprochener Neigung zur Beugestellung des Schenkels in der Ruhe verbunden ist (S. 128),
I. Die Entzündung der Sehnenscheide des dicken Kopfes vom Hufbeinbeuger an der medialen Fläche des Sprunggelenkes kann bei der auffälligen Ä.nschwellung von einem Sachverständigen kaum mit Spat verwechselt werden (S. 851),
ö. Tendinitis und Tendovaginitis der Zehenbeuger führen auch am Hinterschenkel zu einer ausgesprochenen Stützbeinlabmheit und lassen sich bei genauer Untersuchung namentlich durch Palpation direkt nachweisen.
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si'at-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 833
0. Mit Haeenhaoke kommt eine Verwechselung um so weniger
leicht vor, als dieser Zustand nur in Verbindung inif Spat Lahmheit hervorzurufen pflegt (S. 84l!).
7.nbsp; nbsp;Schwieriger gestaltet sich die Unterscheidung von Schule und Distorsionen des Kronengelenkes. Dabei kommt jedoch in Betracht, dass Schule um Hintersohonkel verhältnissmftssig selten Lahmheit zur Folge hat, während Distorsionen sich in der Regel durch Schmerzen bei Drehbewegungen in den Gelenken (kurzen Wendungen)
zu erkennen gehen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; |
8.nbsp; nbsp;Von einer Huflahmheit lässt sich das Leiden durch den Nachweis der Abwesenheit krankhafter Processe im Hufe trennen; die Untersuchungszange muss hier entscheiden; auch, beachte man die Pulsation der ilusseren /wischenknochenarterie.
9.nbsp; nbsp;Bei doppelseitigem Spat kann die Trennung von einem strup-pirten Zustand der Hinterfüsse unter Umständen Schwierigkeiten bereiten. Man achte auf den steifen (Jang verbrauchter Pferde, die in der Regel keine wirkliche Lahmheit zeigen, lege dagegen bei ihnen kein zu grosses Gewicht auf das Ergebniss der Spatprobe (S. 830).
Behandlung. Sobald die Diagnose „Spat* im Sinne der oben erwähnten Auffassung sichergestellt ist, lässl sich eine spontane Hei­lung nicht erwarten. Zum Zustandekommen derselben gehört minde­stens eine längere Kühe, wie vielfache Erfahrungen ergeben haben und bereits erwähnt wurde. Havemann, Strauss u. a. erklärten jede Behandlung des Leidens für erfolglos, eine Annahme, der man jedoch nicht beipflichten kann. Denn dass viele spatlahme Pferde dauernd von der Lahmheit befreit werden, weiss jeder beschäftigte Praktiker. Es liegt jedoch in der Natur der Erkrankung begründet, dass nur eine relative Heilung eintritt; da die Veränderungen an den Gelenkflächen irreparabler Natur sind, so kann beim ausgebildeten Spat die Besei­tigung der Lahmheit nur durch Verwachsung der Gelenkflächen er­folgen. Dass auf diese Weise die Beseitigung der Bewegungsstörungen möglich ist,, beweisen die Sectionsbefunde; gar häufig zeigen sich die unteren Abtheilungen des einen oder anderen Sprunggelenkes, nicht selten auch heider Gelenke vollständig verwachsen, ohne dass vor dem Tode eine Spur von Lahmheit bestanden hatte.
Das Zustandekommen dieser Verwachsung erfordert in erster Linie eine längere und anhaltende Ruhe, d. h. Schonung des Thieres von jedweder Arbeit und möglichste Vermeidung jeder Bewegung.
Müllor, Bpodelln Ohlrargle für Thlsrärzte. -j. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 53
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83.jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Hintergliedmassen,
Welche Behandlung im übrigen auch eingeleitet werden müge, diese lUilie ist unerlässlicli, und /war für die Zeit von etwa 4—8 Wochen.
Zur Unterstützung und Sicherung des Eeilvorganges sind ver­schiedene Mittel in Vorschlag gebracht und angewendet worden. Sie alle stimmen in ihrer Wirkung darin überein, dass sie einerseits zur Ruhestellung des Gelenkes beitragen und eine acute Entzündung in der Umgebung der leidenden Stelle hervorrufen, wodurch die Syno-stosenbildung ebenfalls begünstigt wird, üeber lt;lie Wirkungsweise dieser Mittel und Heilverfahren gehen die Ansichten aus einander. Von verschiedenen Seiten wurde angenommen, dass es sich um eine Ab­leitung des entzündlichen Processes aus dem Gelenke Inindele, eine Vorstellung, die sich mit den heutigen Anschauungen über derartige Vorgänge nicht mehr in Einklang bringen lilsst. Dasselbe gilt von der Behauptung, dass die artificielle, acute Entzündung in der Um-otebune des Gelenkes den Krankhcitsiirocess auf den öelenkflächen zum Abschluss bringen könne. Diese Vorstellung erscheint nur in­sofern gerechtfertigt, als man hierbei die Synostosenbildnng im Auge hat; auf einen Ausgleich der chronischen Arthritis durch die artificielle Entzündung kann dagegen nicht gerechnet werden. Wollte man gegen die obige Behauptung einwenden, dass beim Menschen die Arthritis ehronica deformnns keine Neigung zur Synostosenbildung besitzt, so wird dabei aussei' Acht, gelassen, dass dieses Leiden beim Menschen vornehmlich an Gelenken auftritt, an denen eine Verwachsung der leidenden Knochen unmöglich erscheint (Hüftgelenk): das gleiche be­obachtet man auch am Kniegelenke des Pferdes (S. 79:2). Nach meiner üeberzeugung giebi es nur eine Möglichkeit der Heilung, nämlich durch Verwachsung der öelenkflächen zwistdien den schiff-förmigen Beinen, sowie zwischen diesen und dem Metatarsus. Zur Förderung dieses Vorganges können verschiedene Heilmethoden dienen, insbesondere:
#9632;1. Scharfe Einreihungen. Die Wirkung derselben bleibt in der Kegel zu oberllächlicli, als dass ihnen ein erheblicher Einfluss auf die Verwachsung zuerkannt werden könnte. Je energischer die durch sie veranlasste Entzündung und je tiefer diese reicht, desto mehr ist von dem Mittel zu erwarten. Concentrirte Quecksilbersublimatlösung, Arsenik, Euphorhium, Crotonöl (Schubert) zeigen sich daher auch erfolgreicher als Einreibungen von Cantharidensalbe. Wenn von letz­terer zuweilen ein günstiger Einfluss beobachtet wurde, so muss der­selbe entweder auf die mit ihrer Anwendung verbundene Ruhe des Thieres oder auf Irrthtimer in der Diagnose zurückgeführt werden.
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Nur diesen Umständen können auch die in der Armee mit den Scharfsalben erzielten Erfolge zugeschrieben werden. leb hatte vielfach Gelegenheit, auf besonderen Wunsch der Besitzer scharfe
Einreibungen gegen Spat ZU versuchen, habe aber sehr selten eine günstige Wirkung von denselben gesehen. Mehr dürfte noch von ihrer subcutanen Anwendung erwartet werden, wie sie Buch und Bassi neuerdings empfohlen haben. Bassi macht, an der leiden­den Stelle 2—3 nach unten convergirend verlaufende 1 lautschnittc. lockert die ^ubcutis und füllt die so erzeugten Taschen mit der Scharfsalbe aus.
Die in früherer Zeit wohl empfohlenen Haarseite gegen Spat komineu in neuerer Zeit nicht mehr in Anwendung. Sie werden leicht, durch Scheuern mit dem anderen Fusse herausgerissen und hinterlassen auffällig!! Narben.
2. Das Glüheisen. Bei der intensiveren und tiefer greifenden Entzündung, welche mit dem CHüheisen erzielt- wird, muss dasselbe wirksamer sein als Scharfsalben, und zwar um so mehr, je in- und extensiver die mit der Anwendung desselben verbundene Reizung des Periostes wird. Ob man daher Striche oder Punkte brennt, ist ziemlich gleichgültig; es kommt vor allem auf die Ausdehnung der artificiellen Entzündung in die Tiefe an. Viele Praktiker ziehen daher vor, die Haut mit dem biniförmigen Glüheisen zu per-foriren: in Frankreich ist, die Anwendung des Stiftes üblich (feu per-forant). In Deutschland wurde das letztere Verfahren u. a. auch von Gerlach versucht, allein bald wieder aufgegeben, weil häutig eine tödtlich verlaufende Gelenkentzündung entstand. Die Perforation der Haut sowie der Bursa des M. tibialis (s. unten) mit dem birn-förmigen Brenneisen zeigt sich in der Kegel ungefährlich und gehört ohne Zweifel zu den wirksamsten Methoden der Spatbehandlung. Da­gegen folgt auf eine unvorsichtige Anwendung des Stiftes nicht selten eine bedenkliche Arthritis, namentlich wenn der Stift zu dick und zu lang ist und eine Abtheilung des Gelenkes geöffnet wird. Der in Frankreich benutzte Stift besitzt eine. Länge von 1 —1,5 cm, reicht daher nur selten bis in das Gedenk. Diese Möglichkeit ist Jedoch nicht ausgeschlossen, sobald keine erhebliche Exostose besteht. Wo ein starker Spatknochen vorhanden ist, bringt, auch die Perforation mit dem Stifte fast niemals einen Nachtheil. Ich habe von demselben vielfach und zum Theil mit vorzüglichem Erfolge Gebrauch gemacht, aber stets nur in Füllen, wo die stark entwickelte Spatoxostose das Findringen des Stiftes in das Gelenk unmöglich machte. Dass man
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8;{(jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten dor Hintergliedmassen.
bei warmblUtigon Pferden mit düuner Haut in dieser Hinsicht bo-sonders vorsichtig sein muss, liegt .tuf der Hand.
Bei geringerer Ausbreitung der Kiiocheiiuuftreibuiig hisse icb den rothglühenden Stift nur einmal und zwar auf der Höbe der An-sohwellung unter kräftigem Druck der Hand durch die Haut bis in den Knochen eindringen; bei ausgedehntem Spatknochen werden zwei oder selbst drei Stellen perl'orirt. In der Regel lilsst man alsbald eine scharfe Eim'eibung (Sublimatsalbe 1:6) folgen. Zuweilen kommt eine acute Mntzüiulung der Sehnenscheide des M. tihialis zu Stande und führt zu einer mehrere Tage anhaltenden erheblichen Lahmheit. Man lasse sieb dadurcli nicht beunruhigen und warte den Verlaut' dieses Processes ab. Bei geringer Knochenauftreibung halte icb die Anwen­dung des stif'H'ömiigen Brenneisens für nicht unbedenklich.
In Deutschland ist Hoffmann neuerdings für das Stiftfeuer einge­treten. Kr heimt/t dazu Rtrieknadeln, welche mit einer Zange gehalten glühend eingeführt werden, Am liegenden Pferde wird das Operationsfeld desinticirt und mit einem antiseptischen Pulver eingeriehen. Die in einem Becken mit glühender Kohle in nöthiger Zahl glühend gemachten Strick­nadeln (die event, in der Mitte zerbrochen werden können) erfasst Hoff­mann mit der Zange und führt sie his in die Knochen ein. Auf einer Fläche von Citronengrösse werden etwa 15—20 Stichkanäle angebracht, welche so tief sein sollen, dass die Nudel den Knochen und das Knochen­mark trifft. Sollte sich heim Hinführen der Nadel kein Widerstand /.eigen, d. h. ein Qelenk getroffen sein, so zieht man die Nadel schnell zurück,
Nach dem Brennen liisst Hoffmann eine dicke Schicht Jodoform aufstreuen, worauf oberhalb und unterhalb derselben die Hände flach auf­gelegt werden, um die äussere Haut hin und her zu bewegen, so dass die Stichöffnungen verschoben werden; sodann wird nochmals die Fläche mit Jodoform bestreut. Nach einigen Tagen soll leichte Anschwellung ein­treten, worauf Borkenbildung erfolgt. Nach 14 Tagen seilen die Kolgen des Eingriffes verschwunden sein.
Buttazzi hat sieh unlängst für das bereits früher von Nanzio em­pfohlene subeutane Brennen des Spat ausgesprochen. Nachdem ein 1 his quot;gt; cm langer Hantsehnitt auf der Kxostose gemacht ist, werden die Ränder der Wunde aus einander gehalten und einige Punkte in einem mit der Basis nach oben gerichteten Dreieck gehrannt. Einfacher aber von der­selben Wirkung dürfte das Brennen mit Perforation der Haut sein. Auch hierbei bleiben auffällige Narben nichl zurück.
:'gt;. Die Spafcoperationen. Seit Abildgaard und Lafosse sind verschiedene operative Verfahren zur Heilung des Spats empfohlen worden. Abildgaard beschrieb zuerst die Durchschneidung des inneren Astes der Endsehne des M. tihialis anticus. welche später von Lafosse vielfach ausgeführt wurde; Dieckerhoff hat sodann die Eröffnung der Bursa dieser Sehne empfohlen. Ms unterliegt keinem Zweifel, dass diese operativen Eingriffe einen günstigen Einfluss auf
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Spat.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;837
das Ziistandekoinnieu der Heilung der Lahmheit ausühen können. Meines .Eruehtens beruht ihr Nutzen ebent'alls auf der mit den fol­genden, aout-entzündliohen Processen verhundenen Förderung der Synostosenbildung, und nicht wie Abildgaard und Lafosse an­nahmen, auf der Entspannung der Seime und Beseitigung des Druckes derselben auf das erkrankte Gelenk. Deshalb dürfte es auch weniffer auf die Durchschneidung des Sehnenschenkels ankommen, als auf die Herbeiführung einer acuten Entzündung seiner Bursa, welche sieh auf die Umgebung ausbreitet, und so nicht nur eine längere Ruhestellung des Gelenkes veranlasst, sondern auch durch die sich anschliessende Periostitis die Verwachsung fordert. Das Dieck erhof fsche Ver­fahren gestaltet sich sehr einfach; ruhige Pferde können im Stehen operirt werden, unruhige oder bösartige werden niedergelegt, so dass der kranke Fuss unten liegt. An dein gut gebremsten, gegen eine Wand gestellten Pferde wird der gesunde Hinterfuss wie /.um Bü­schlagen aufgehoben, während der Operateur ein geballtes Bistouri in die Bursa des kranken Fusses eindringen lässt. Nachdem man sich mit einer Sonde überzeugt hat, dass dieselbe wirklich geöffnet ist, wird das Pferd in den Stall geführt. Eine Nachbehandlung zeigt sich in der Kegel nicht nothwendig; etwa auftretende Üppige Granulationen werden mit passenden Aetzmitteln entfernt. Die Vernarbung der Wunde nimmt in der Pegel •quot;gt; Wochen in Anspruch, und nach wei­teren 2 Wochen kann das Pferd event, wieder in Dienst gestellt werden.
Dass dieses Verfahren in manchen Fällen einen günstigen Erfolg hat, davon habe ich mich überzeugt; in anderen Fällen bleibt die Heilung aber aus und in noch anderen — wenn auch seltenen — ent­wickelt sich eine acute Sprunggelenkentzündung, die unter Um­ständen einen letalen Ausgang nehmen kann. Trifft man nämlich bei tieferem Einschneiden, wie es zuweilen nicht zu vermeiden ist, zu­fällig die Grenze zwischen dem kleinen schill'formigen und dem Pvrn-midenbeine, so wird das Gelenk geöffnet, und es entsteht leicht eine eiterige oder septische Arthritis. Man thut daher gut, nicht zu weit nach hinten den Einschnitt zu machen. D. empfiehlt die Mitte zwischen dem vorderen und hinteren Rande des Gelenkes.
Diese Operation mit Asepsis auszuführen hat keinen Zweck, denn die Wirkung derselben beruht eben auf der an dieselbe sich anschliessenden Entzündung, namentlich des Periostes.
Die Bursa kann auch mit einem nicht zu stumpfen birnförmigen Brenneisen geöffnet werden. Für den W'erth der Operation dürfte
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gggnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten dor Hintergliödmasaen.
es gleichgültig sein, welche Methode man wählt, doch muss beim Brennen die Vorsieht gebraucht werden, dass man nicht das Gokuik öffnet. Je stiirker die Knoohenauftreibung, um so geringer ist diese Gefahr.
Wenn in Betracht gezogen wird, dass das Zustandekommen dor Synostose vornehmlich von der Knochenwucherung ausserhalb des Ge­lenkes abhängt, da die Geleuktläohen seihst erst nach umfangreicher Zerstörung ihres Knorpels hierzu gelangen können, so erseheint es natürlich, dass die Anregung der Periostwucherung in der Umgebung des Gelenkes die Hauptaufgabe der Therapie bildet. Am wirksamsten erreicht man diese durch die i'eriostoinie, welche auch von verschie­denen Seiten zur Heilung des Spat empfohlen worden ist (Sewell, Peters, Moulden. 11 interma.ver u. a.). Die von den Autoren ein­geschlagenen Verfahren weichen in den wesentlichen Punkten nicht von einander ab. Ich habe seit mehreren .Jahren Gelegenheit gehabt, die Peters'sche Operationsmethode zu versuchen und muss bekennen, mit derselben noch die günstigsten Resultate erzielt, zu haben. Das Verfahren besteht in folgendem:
An dem auf die kranke Seite niedergelegten Pferde wird der oben liegende Fuss mil einem, um den entsprechenden Vorderschenkel geschlungenen Strick ein wenig nach vorn gezogen, um das kranke Sprunggelenk für die Operation frei zu machen. Dann schert man an den unteren Abschnitten des Sprunggelenkes, in der Mitte zwischen seinem vorderen und hinteren Rande auf einer Fläche von etwa 2 qcm die Haare ab, seift die Oberfläche ab. spült mit etwas Sublimat­oder Carbolwasser nach und beachtet bei dem weiteren Vorgeben die Vorschriften der Antisepsis (Reinigen der Hände, Einlegen der Instrumente in Carbol wasser u. s. w.l. Mit einem geballten Bistouri oder Skalpell wird nun an der desinbeirten Stelle ein Einstich durch Haut und Fascie gemneht und /.war in der Querrichtung des Schenkels. Durch die so erzielte, reichlich I cm lange Oeffnung geht man mit einer gekrümmten Schere ein und trennt die Haut von ihrer Unter­lage in Form eines V, indem man das Instrument von der Hautöffnung aus zunächst nach vorn, dann nach hinten bis zu seinem Gelenk in die Subcutis schiebt. Darnach wird das hierzu besonders stark ge­arbeitete und leicht gekrümmte Messer (Fig. 133) zunächst in die vor­dere Hauttasche geschoben, die Schneide desselben nach hinten ge­richtet, um eine Verletzung der Vena saphena zu vermeiden. Sobald das Instrument bis zum Heft eingedrungen ist, richtet man die Schneide desselben gegen das Gelenk und drückt es unter Beihtilfe der Finger
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#9632;'piU.
8:5(i
der linken Hand und unter wiegenden Bewegungen des Griffes bis in
die Knochen des Gelenkes. Unter laut knirschenJeni (ieriluseli wird
hierbei der Sehnensclienkel des M. tibialis anticus sowie das Periost durchschnitten. Ebenso verfährt man mit der hinteren Flauttasche, wobei die Schneide des Messers nach vorn gerichtet wird. Nachdem nunmehr mittelst der Seilen- die gelinge Menge Blutes aus der Wunde gedrängt ist, spült man die Oberfläche mit einer Desinfectionsfltlssig-keit ab und legt einen antiseptischen Verband an.
Hierbei ist zu beachten, dass der Verband bis /.um Fessolgelenk nach unten reichen muss, um von diesem gestützt eine feste Lage zu erhalten. So­dann liisst man das Pferd aufstehen und in den Stall führen. Sollte sich der Verband am nächsten Tage mit Blut durchtränkt zeigen, was Jedoch keineswegs immer der Fall ist, so wird derselbe erneuert, ande­renfalls bleibt derselbe etwa 6—8 Tage liegen. So­dann kann derselbe entfernt werden, da sich die Hautwunde bis dabin geschlossen hat.
Wenn bei der Ausführung der Operation die Grundsätze der Antisepsis einigermassen Berücksich­tigung linden, so kommt Eiterung nicht zu Stande, und wenn diese einmal eintreten sollte, knüpfen sieb auch daran keine bedenklichen Folgen, denn bei der flachen Lage des Messers während der Schnittfüh­rung bleibt eine Eröffnung des Gelenkes und die Gefahr einer Gelenkentzündung auf jeden Fall aus­geschlossen.
Nach der Operation muss dem Pferde; minde-
stens 4 (i Wochen liuhc gegeben werden. W äh-rend dieser Zeit vermeide mau soweit möglich jede
Spatmessor
n. sohwäoher,
b, stärker eekrUmmt.
Bewegung des Thieres. Von einigen wurde sogar empfohlen, durch Hochbinden das Niederlegen des Pferdes zu ver­hindern.
Wie ich mich an Versuchspferden überzeugte, werden bei dieser Operation nicht nur die medialen Sehnenschenkel des Schienbeinbeugers, sondern auch das l'eriost auf den schill'förnugen Leinen durchschnitten; nicht selten erfährt selbst das mediale Seitenband einige Trennungen. Diese Eingriffe führen zu lebhafter l'oriostwucberung und Verdickung des medialen Bandapparates des Gelenkes, wodurch selbstverständlich die Bildung paraarticiilärer Svnostosen und damit die Verwachsung
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Krankheiten der Hintergliedmaseen,
der kleinen Gtalenke in böhorem Orode begtlnstigt werden imiss, als bei der einfachen Bröfihung der Bursa und den anderen Operations-methoden. Nachtheilige Folgen habe ieli bei den zahlreichen Ope­rationen niemals beobachtet. Es entwickelt sieh in der nächsten Zeit v.war eine erhebliche Knochenauftreibung, welche jedoch in den fol­genden Monaten wieder bedeutend zurtickgebildet wird, so dass später oft keine S|iiir von der Operation nachzuweisen ist.
Dass auch mit diesem Verfahren nicht alle spatlahmen Pferde geheilt werden, kann nicht befremden, daher sind auch die von Schutt U. a. gegen dieselben erhobenen Vorwürfe nicht geeignet, den Werth derselben in Frage zu stellen.
Bemerkt sei noch, dass man heim Gebrauche des Spatmessers nicht ängstlich sein darf, auch da nicht, wo die Exostose noch gering ist. I'm in solchen Fällen recht ergiebige Trennungen des Periostes zu erzielen, benutzt man ein etwas stärker gebogenes Messer, welches leichter in die Tiefe dringt (Fig. 138b). ich habe oft beobachtet, dass das Messer heim Eindringen in den Knochen ausgebrochen war; trotz­dem wurden keine nachtheiligen Folgen beobachtet.
Eine zuverlässige Statistik des Erfolges solcher Operationen zu erlangen, bietet gerade eine Klinik am wenigsten Gelegenheit. Wenn man annimmt, dass hier das Nichtwiedersehen im allgemeinen als ein günstiges Zeichen zu deuten ist, so muss ich das Verfahren als ein wirksames bezeichnen. Nur wenige Patienten wurden mir nach der Operation als nicht geheilt wieder zugeführt, sehr viele aber konnte ich als geheilt noch jahrelang beobachten. Wo ein solcher Erfolg nicht erzielt wurde, leisteto die Application des Glüheisens in Form des Stiftes regelnlässig noch gute Dienste. Die Anwendung erweist sich gerade hier unbedenklich, weil die starke Knochenauf treibung das Eintreiben des Stiftes in das Gelenk verhindert.
Die von Klemm empfohlene Durchschneidung des M, tibialis eine Handbreit über dem Sprunggelenke hat nach meinen Beobachtungen keinen Nutzen. Erfolgt diese vollständig, so entsteht die gleiche Be­wegungsstörung wie bei der Zerreissung des Muskels (S. 805). Liisst man nun eine 4—6wöchentliche Ruhe folgen, so kann allerdings eine Verwachsung des Gelenkes und damit eine Heilung der Lahmheit zu Stande kommen: diese bleibt aber häutig aus. Eine theilweise Durchschneidung kann unter ümsttlnden die bahnentrittartige Lahm­heit verdecken, eine Heilung der öelenkerkrankung iftsst sich aber damit nicht erreichen; dem entspricht, auch meine Erfahrung mit der Operation. RegelmSssig kehrten die Besitzer nach einiger Zeit
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laquo;I Spat. Bebboin.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;841
rait den Patienten zurück, um cine anderweitige Behandlung einleiten zu lassen.
In der preussiscben Annen wurde in den letzten Jahren vornehmlich das Brenneisen gegen Spat in Anwendung gebracht und mit demselben nahezu an (iü quot;i,, Heilungen erzielt. Besonders vortheilhaft zeigte sieh dio Perforation der Bursa mit einem birnförmigen Eisen; man brannte mit demselben his auf den Knochen. Weniger Erfolg hatten die Operationen. Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass bei keinem äusseron Leiden so häutig Irrthümer der Diagnose vorkommen wie hier; gar oft führt auch die sorgfältigste Untersuchung zu keinem sicheren Resultate. Nun entscbliesst man sich aber zu einem complicirtersn Heilverfahren in der Regel erst, wenn volle Gewissbeit über die Natur des Krankheitszustandes vorliegt, während man eher zu einer .Scharfsalbe oder dem Glüheisen greift, und zwar um so mehr, als diese Mittel gerade in der Armee besonderes Vertrauen gen lessen.
Wie schon Bertwig betonte, lässt sich von der Anwendung der Neurotomie beim Spat nicht viel erwarten; die Durchsclineidung dos N. tibialis Über dem Sprunggelenke, wie auch des medialen und langen hinteren Bautnerven sowie des X. peroneus hlieb auf die Be­seitigung der schmerzhaften Empfindungen bezw. der Lahmheit ohne Einfluss. Diese Thatsache ist um so bedauerlicher, als alle die ge­nannten Heilversuche unter Umständen ohne Erfolg- und die Pferde für immer lahm bleiben.
Nicht unwichtig ist der Besehlag bei diesem Leiden; es empflehli sich, an dem spathihmen Fasse hohe Stollen anzubringen, also lauge Trachten mit kurzer Zehe. Dieser Empfehlung Klemms kann ich nur zustimmen. Auch Kösters empfiehlt, die Zehe des Hufes schon vor der Behandlung ZU verkürzen, gleichzeitig lauge und weite Eisen mit Stollen und Zehenrichtung anzuwenden.
6. Käs Behbein.
Als Rehbein werden alle umschriebenen Verdickungen an der lateralen Sprunggelenksfläohe bezeichnet. Dieselben liegen zum Thoil im Bandapparate, besonders im lateralen langen Seitenbande, oder sie gehen von den Sprung-gelenksknochen, besonders dem Würfelbein und lateralen GrifTelbein, aber fast niemals vom Gelenk aus. Chronische Verdickungen der Susseren Haut werden nicht selten mit diesen Zuständen verwechselt; auch der bei der säbelbeinigen Stellung stärker hervortretende Contur des lateralen Malleolus oder des Griffelbeines wird von Laien vielfach als Rehbein aufgefasst.
Die nähere Untersuchung giebt Anfschlnss über den Zustand, welcher in der Regel durch Gegenschlagen oder anderweitige Verletzungen ent­standenen Reizungsprocessen an der lateralen Sprunggelenksfläche seine Entstehung verdankt. Zuweilen zeigt sich Hehbein in Verbindung mit Spat, bildet eine Complication jenes Leidens, indem die chronische Arthritis sich auf die laterale Gelenkfläche ausbreitet.
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g42nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Krankheiten der Uintergliedraasseu.
Auch in Frankreich ^olifn die Ansichten über die Natur dos Leidons, welches man als raquo;jarde o. jardonquot; bezeichnet, ans einander (vergl, Rec. de Med. vöt. 1891, S, 323),
Her twig behauptete, dass Pferde an diesem Leiden htluflg tehm gehen, uml dass mit demselben zuckende Bewegungen des Pusses verbunden seien, ähnlich wie beim Spat, Ich habe diese Lahmheit nur da beobachtet, wo das Rehbein in Begleitung mit Spat auftrat. Im übrigen ruft der Zu­stand nur da Hewegungsstürangen hervor, wo er mit aout entzündlichen Processen in den lateralen Seitenbändern oder am Periost verbunden ist.
Diagnose. Die Untersuchung auf Rehbein erfolgt in ähnlicher Weise wie beim Spat: man vorgleicht die lateralen Flächen beider Sprung­gelenke mit einander. Durch Palpation Itlsst sich in der Regel leicht unter­scheiden, ob nur eine Verdickung in der äusseren Haut vorliegt, oder ob tiefer gelegene Theilo leiden.
Die Bourtheilung gestaltet sich im allgemeinen günstig, nur da wo das Leiden als Complication des Spat auftritt, muss die Prognose zweifel­haft ausfallen; auch sind alle die Umstände zu berücksichtigen, welche bei Jenem Leiden besprochen wurden.
Eine Behandlung- wird in der Regel nicht erforderlich. Sollten acut entzündliche Zustände am Bandapparate oder Periost vorliegen, so werden diese nach ihrer Art behandelt. In den meisten Fällen führt unter ent­sprechender Ruhe eine scharte Einreibung Beseitigung der Lahmheit herbei, während die Verdickung in der Regel nicht wieder vorschwindet, vielmehr als ein unbedenklicher Schönheitsfehler für das ganze Leben des Thieres zurückbleibt.
7. Die Hasenhacke. Conrbe.
In der Exterieursprache umfasst dieser Name alle an der hinteren Fläche des Sprunggelenkes auftretenden Anschwellungen. Von der Seite betrachtet erscheint am normalen Sprunggelenke die hintere Begrenzung als eine absolut gerade Linie, die sich vom Tuber calcanei bis zum Fossol-gelenk erstreckt. Etwa eine Handbreit unter dem Sprangbeinhöcker stellt sich hiervon bei Pferden nicht selten eine Abweichung ein (Hasenhacke), indem diese Linie einen mehr oder minder deutlichen convexen Rogen bildet (..vorletzte Liniequot; oder Courbe)')#9632; Verschiedenartige Veränderungen können diese Abweichung hervorrufen. Bald und namentlich beim eng­lischen Vollblut liegt derselben eine, starke Entwickelung des lateralen Q-riffelbeines zu Grunde, bald handelt es sich um eine Verdickung in der äusseren Haut oder in den Sehnen des Krön- und Hufbeinbeugers, zuweilen um eine stärkere Füllung der hier liegenden Bursa tendinea des Hufbein­beugers, welche mit dem Lig, tarsi plantare im Zusammenhange steht
') In Frankreich wird seit Bonrgelat als „Courbe'1 eine, durch abnorme Entwickelung des Malleolus internus oder durch Vordickung der Flaut bezw, des medialen Soitcnbandes entstandene abnorme Krümmung im Contur der medialen Qelenküäche bezeichnet, In Deutschland idontifleirt man seit alter Zeit Courbe mit Ihisi'idiacke.
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Hasonhacke.
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(Courbengalle), Diese Zustände, die sieh in der Begel genauer nacli-woisen lassen, sollten jedoch soweit, möglich von dein in Itede stehenden Leiden getrennt und die Bezeichnung „Hasenhackequot; ausscbliesslioh für eine Verdickung des hinteren langen Bandes des Sprunggelenkes (Lig. tarsi plantare) gebraucht werden. Mit seinem oberen Ende heftet sich dieses JSund an die hintere Fläche des Sprungbeines, verläuft von hier nach unten, um sich an das Würfelbein und laterale (Irill'elhein. sowie an die beiden schiffförmigen Heine und das Schienbein anzuheften. In dem­selben entwickeln sieh unter dem Einflüsse heftiger Dehnung nicht selten entzündliche Proeesse, die zu chronischen Vordickungen des Bandes und so zu der fraglichen (lestaltveränderung des Gelenkes führen. Die von der Hufbeinbeugesehne, namentlich dem Onterstützungsbande derselben aus­gehenden Verdickungen lassen sich von denen des
langen Bandes in der Kegel dadurch leicht trennen, dass diese sich weiter nach unten fortsetzen, also in der Sehne selbst nachzuweisen sind.
Ursachen. Eine Anlage zu dieser Erkrankung besitzen erfahrungsgomäss Pferde mit geschnürten (schlecht eingeschienten) und säbelbeinigen Sprung­gelenken, Werden Thiere mit solchem Bau in der • lugend nicht sehr geschont, so stellt sich das Leiden regelmässig ein. Es erklärt sich diese Thatsache leicht, wenn in Betracht gezogen wird, dass das hintere lange Hand bestimmt ist, das Sprungbein, welches einen ge­waltigen Hebelann für die Strecker, namentlich die Zwillingsmuskeln abgiebt, mit dem Metatarsus in eine feste Verbindung zu bringen, .le mehr sich der Sprung-golenkswinkel einem rechten nähert, um so wirksamer greifen jene Muskeln ein, und um so grössere An­sprüche werden an dieses Band gestellt. Daraus er­klärt sich die Disposition der säbelbeinigen Stellung zur Hasenhacke.
An dem geschnürten Sprunggelenk ist die Entwickelung der unteren Knochenreiho sowie des oberen Endes des Metatarsus zu schwach. Ihre Breite, d. h. die Entfernung zwischen Jenem Hände und der
vorderen Begrenzung des Sprunggelenkes bildet gleich-
Haaetibacke.
sam einen Hebelarm für dieses Hand: Je geringer diese Entfernung, um so leichter müssen also bei forcirter Streckung des belasteten Fusses Ueberdehnungen und entzündliche Reizungen des Bandes eintreten.
Als äussere Ursachen wirken heftige Anstrengungen; forcirle Streckbewegungen namentlich des in starker Flexion belasteten Schenkels. Springen, plötzliches Pariren mit der Hinterhand (Jagd- und Rennpferde), sowie Arbeit im schweren Zuge, besonders bergan, geben daher häutig den Anstoss zur Entwickelung der Hasenhacke, Je kräftiger die Muskulatur der Kruppe und des Schenkels, um so grosser werden die Ansprüche an die Festigkeit dieses Bandes: ein Umstand, der das häufige Auftreten der Hasenhacke bei recht leistungsfähigen Pferden erklärt.
Endlich tritt die Hasenhacke zuweilen als Complication des Spat auf, indem die entzündliche Erkrankung auf die hinfcreu Abschnitte des Gelenkes und auf das lange hintere Band fortsetzt. Hieher gehört die als .knöcherne
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841nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kninklieitcn der lllntt.'iglii'ilinaflsi'n.
Hase n li Hi'kcquot; bezeiohnete Erki'ankung, welche jedoch besser dem Spat, zugezählt wird.
Erschüinungen. 1. Veränderungen in der Form des Gelen kos. Das Leiden giebt sich bei Hetrachtung des (ielenkes von der Seite als eine nach hinten gerichtete Krümmung der normal geraden Begrenzungslinie leicht zu erkennen (Fig. 134), Durch nähere Kntersuchung unter An­wendung der Palpation lassen sich die oben erwähnten IVrnninoinalien im Bau von den Leiden der .Sehnen, Sehnenscheide und iiusseron Haut und der eigentlichen Hasenbacke ohne Schwierigkeit trennen. Weniger leicht gestaltet sich die Unterscheidung dieses Leidens von der knöchernen Hasenbacke; hei der letzteren zeigen sich jedoch in der Kegel auch an der medialen iielenklliiche Knochenauftreibungen,
J. Lahmheit. Bewegungsstörungen werden bei der Hasenhacke nur selten angetroffen, daher gilt das Leiden beim Gebrauohspferde nur als Schönheitsfehler, Wenn Lahmheit den Zustand begleitet, so rührt die­selbe entweder von dem gleichzeitig bestehenden Spat her, oder sie wird durch acut entzündliche Processe in dem langen hinteren liande veranlosst. Daher erklärt sich, dass die Lahmheit hiiuiig die Eigenthtimlichkeiten des Spat zeigt (Hasenspat), sowie dass dieselbe oft nur während der Ent-wickelung der Hasenbacke auftritt. Findet die Ausbildung langsam statt, so fehlt jede Lahmheit; wo dagegen heftige Insulte den Anstoss zur Ent­stehung desselben gehen und mit Ueberdehnnng bezw, Zerreissung in dem genannten Bande oder dem Unterstützungsbande des llufbcinhougers ver-bunden sind, da pflegt die Lahmheit plötzlich und zuweilen heftig auf­zutreten. Sie iiussert sich als eine Störung der normalen Belastung des Pusses, verbunden mit mangelhaftem Durchtreten im Fesselgelenke (Stütz­bein lab mh ei t mit Plantar flexion in den Gelenken der Phalangen). In solchen Fällen macht sich an der leidenden Stelle Schmerz auf Druck und vermehrte Wärme bemerkbar, Erscheinungen, die wie die Lahmheit in der Regel auf einige Zeit (2—4 Wochen) verschwinden, während die Anschwellung furtbesteht. Hei jungen Thieren, die schwer arbeiten, werden indess auch Recidive der Lahmheit beobachtet.
Bourtheilung-. Hieraus ergiebt sich, dass der Zustand eine sehr verschiedene Bedeutung hat. In der Hegel und namentlich bei älteren Gebraucbspferden bildet die Hasenbacke bloss einen Schönheitsfehler; von der Zucht schliesst man die Thiere jedoch aus, und erscheint dies um so mehr notlnvendig. je weniger günstig sich der Bau des Sprunggelenkes zeigt. Bei jungen Thieren und da, WO eine chronische oder intermittirende Lahmheit das Beiden begleitet, hängt die Prognose tbeils von den Gebrauchs­störungen , theils vom Bau der Sprunggelenke und der Gebranchsart des Thieres ab. Schwache Sprunggelenke (geschnürt, säbelbeinig) und schwere Arbeit veranlassen oft wiederkehrende Lahmheiten und erhebliche Gehrauchs-Störungen. In noch höherem Masse gilt dieses von der als Complication des Spat auftretenden (knöchernen) Hasenbacke,
Die Behandlung1 muss sich in jedem Balle nach der vorliegenden Erkrankung richten. Bei acuten Entzündungsprocessen werden zunächst antiphlogistische Mittel, Kühlen (Umschlllge, Lehmanstriche) neben zer-theilenden Salben und Massage nützlich, später empfehlen sich scharfe Ein­reibungen (Canthariden, Quecksilber sublim at oder -bijodat), oder man greift zum (Jlüheisen. Es sei jedoch ausdrücklich bemerkt, dass alle diese Mittel
-
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Piephaoke,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 84 Ti
mir dazu dienen, bei acuton Processen die Lahmheit zu beben, einen er-bebliohen Einfluss uuf die Beseitigung älterer Anschwellungen haben sie dagegen nicht; noch viel weniger darf man sich dor Hoffnung hingeben, mit ihnen veraltete Hasenhacken vollsttlndig zu beseitigen. So lange Lahm­heit besteht, muss dem Thiere selbstverständlich Ruhe gegeben werden. Bei der knöchernen Hasenhacke tritt die gleiche Behandlung wie beim Spat ein.
S. Die IMcjdiacke.
Wie die Hasenhacke bildel auch die Piephacke des Pferdes einen Sammelnamen, der alle Zustünde umfasst, welche mit einer Anschwellung auf dem Sprungbeinhöoker verbunden sind. Es ist klar, dass diese Erscheinung durch sehr verschiedene Abnormitäten bedingt sein kann. unter der das Tuber calcanei bedeckenden flusseren Haut findet sich beim Pferde in der Kegel eine Bursa subeutanea, welche auf der oberen, lic/w. hinteren Flüche des sehnigen Kronbeinbeugers liegt; unter diesem eine Bursa tendinea für die genannte Sehne, welche auf dem mit einer Knorpellage bekleideten Tuber calcanei auf und nieder gleitet (Fig. l:i.rgt;e). Von allen diesen Tbeilen kann der Zustand ausgeben, den man als Pieplaquo; hacke bezeichnet. Diese kann also bestehen:
1.nbsp; nbsp;in einer entzündlichen Erkrankung oder chronischen Verdickung der Outis bezw, Subcutis; nicht selten stellt bei entzündlichen Pro­cessen am Unterschenkel ein Senkungsödem die Anschwellung dar (falsche Piephacke, G ünthev);
2.nbsp; nbsp;die Geschwulst wird durch einen Hydrops der Bursa sub­eutanea veranlagst, eine der häufigsten Ursachen der Piephacke;
H. es besteht die Anschwellung im K ron be i a beu ge r und /.war da, wo derselbe mit seiner kappenförmigen Ausbreitung auf dem Sprungbeinhöcker liegt (sog. Eiergalle, Günther);
#9632;1. ein Hydrops der Bursa tendinea dieser Sehne ruft die An­schwellung hervor, oder endlich
5, liegt eine Verdickung des Sprungbeinliiickors dem Leiden zu Grunde, wie sie nicht selten neben Erkrankung des sehnigen Kronbein­beugers vorkommt.
Symptome. Macht sich die Anschwellung schon auf den ersten Blick dem Geübton bemerkbar, namentlich bei der Befrachtung des Sprungbeines von der Seite, so muss die genauere Untersuchung, insbesondere die Pal­pation darüber entscheiden, welcher von den genannten Zuständen in dem gegebenen Falle vorliegt. Oedem und entztindlicbe Erkrankungen der üussoren Haut lassen sich leicht nachweisen. Das llvgrom der Bursa sub­eutanea giebt sich durch seine elastische, fluetuirende Beschaffenheit, welche dicht unter der üussoren Haut liegt, zu erkennen, wäh­rend der Hydrops in der Sehnenscheide eine tiefere Lage hat und vom Kronbeinbeuger bedeckt wird. Die Anschwellung in der Sehne selbst zeichnet sich durch grössere Härte aus; noch mehr ist dies bei Auftreibungen des Tuber calcanei der Fall.
Sofern die Zustände von acut-eid/zündliehen I'rocessen begleitet werden, lässt sieli auch vermehrte 'Wurme und Schmerz nachweisen. Bemerkt sei, dass namentlich phlegmonöse (eiterige) Erkrankung der Bursa subeutanea ZU bedeutenden und ausgedehnten Anschwellungen führen kann; man
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Krankheiten dor HintergUedmassen.
beobachtet zuweilen aul' dem Sprungbeinböoker eine kugelförmige, bis fast kindskopfgrosse öesobwulst. Die aseptischen Zustände in dieser Bursa bleiben dagegen örtlich beschränkt.
Labniheit pflegt mir selten mit dem Leiden verbunden /,u sein; bei Erkrankungen dn- tiusseren Haut und ihres Sohleimbeutels fehlt sie regellaquo; massig; selbst, bei der eiterigen Entzündung in diesen Theilen wird Lahm­heit meist vermisst. Dagegen können entzündliche Leiden im Kronbein­beuger, seiner Sehnenscheide sowie am Sprungbeinböcker zu erlieblichen Bewegungsstörungen Veranlassung geben; mfectiöse Zustünde in denselben sind sogar regelmiissig mit schwerer Lahmheit verbunden; bei allen aseptisch verlaufenden Processen fehlt sie ganz, oder sie tritt nur während der Ent-wickelung derselben hervor.
Ursachen. Wo die Piephacke auch ihren 8it/. haben möge, ihre Ent-wickelung geht regelmiissig von äusseren Verletzungen aus. Meist handelt es sieli um Quetschungen durch Hufschläge oder Schlagen der Thiere gegen harte Gegenstände; gewohnheitsmässige Schläger und kitzliche Stuten zeigen sich häutig an beiden Küssen mit Piephacke behaftet, ein Umstand, der beim Umgänge mit solchen Pferden beachtenswerth erscheint. Uisenbahn-und Schiffstransporte gehen oft zu Quetschungen der Sprungbeinhöcker und zwar dadurch Veranlassung, dass die Pferde sich gegen die Wand des Wagens oder Schiffes stossen. In früherer Zeit beschuldigte man irrthüm-lieh bei den Stuten den Urin als Ursache des Leidens.
Beurtheilung. In Bezug auf Heilbarkeit fällt die Prognose bei der eigentlichen Piephacke Im allgemeinen ungünstig aus. Nur die Erkrankungen der äusseren Haut lassen sich meist beseitigen; weniger sicher gelingt dies beim Hygrom der Bursa subeutanea, doch wird unter Umständen auch hier noch eine wesentliche Besserung oder selbst vollständige Beseitigung des Zustandes erzielt. Bei weitem ungünstiger gestalten sich die Erkrankungen des Kronbeinbeugers und der Bursa tendinea; diese sind für gewöhnlich ebenso unheilbar, wie die Verdickung des Sprungbeines; unter Umstünden lässt sich bei frischen Erkrankungen durch entsprechende Heilverfahren eine Verbesserung des Zustandes erreichen.
Bezüglich der (iebranchsfahigkeii der Thiere sind diese Zustände günstig zu beurtheilen, da sie nur sollen von Lahmheit begleitet sind; auch bei Zuchtpferden bähen sie bei weitem nicht die Bedeutung wie die Hasenhacke u. s. w. und können bei sonst tadellosem Bau des Sprung­gelenkes den Ausschluss von der Zucht nicht begründen. Bedenklich wer­den nur die Lnfectiösen Processe am Kronbeinbeuger und seiner Sehnen­scheide (siehe unten).
Behandlung. Bei acuten Entzündungen wendet man ebenso wie bei der Hasenhacke zuerst Killte an, bei der Gegenwart von Wunden in Ver­bindung mit Desinficientien. Auch können zertheilende Einreibungen und Massage besonders bei den Leiden der äusseren Haut, und ihres Schleim-beuteis nützlich werden.
Gegen den Hydrops sowohl in der Bursa subeutanea wie auch Bursa tendinea applicire man Scharfsalben, namentlich so lange dieser noch nicht, alt ist. Besonders wirksam erweisen sich Emplastrum anglicum und Col-lodiuni cantharidatum. Beide bilden auf der Oberfläche der äusseren Haut eine feste, unnachgiebige. Decke, welche bewirkt, dass die entzündliche An­schwellung einen andauernden Druck auf die kranke Stelle ausübt, und so
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riepliackc.
84',
namentlioh die BesorptionsTorgtoge in don Bursen unterstützt, lgt;ilt;' An-wendung des Collodiam oantharidatum gestaltel sidi noch bequemer als
(Vw. dv.s englischen Pilasters; man imiss jedoch die Bepinselung mit diesem Mittel wiederholt uml /.war gleich hinter einander vornehmen und .sie bis auf die Naohbarsohaft der Geschwulst ausdehnen, um eine gehörige feste Decke zu erzielen.
Ueber die Zweokmässigkeii operativer Eingriffe gehen die Ansichten der Praktiker aus einander, weil man die verschiedenen Zustande nicht getrennt hat.
Die Function des Hygroms mit einer Hohlnadel oder einem dünnen Trokart hat in der Kegel keinen Nutzen, indem sich der abnorme Inhalt bald wieder einstellt. Vielleicht Hesse sich das Verfahren mit der An­wendung des Pilasters oder OollodiumS verbinden, indem man dem opera­tiven Eingrill' alsbald das Pflaster be/.w. das Collodium folgen lässl.
Mit der Anwendung des Messers gegen Piephaoke hat man seh]- ver­schiedene Erfahrungen gemacht. Die Spaltung der Bursa subeutanen gestaltet sich durchaus gefahrlos, und es kann hierdurch unter Umständen eine Beseitigung des Hygroms erzielt werden. Sicher ist diese Wirkung aber nicht, sondern sie hängt vornehmlich von dem Grade der entzünd­lichen Erkrankung ab, welche dem operativen Eingreifen folgt. Sehr ge fähr lieh zeigt sieh aber das Oeffnen der Bursa tendinea; auch beim Einschnitt in die B. subeutanea muss man sich hüten, den Kronbein­beuger zu verletzen. Die trüben Erfahrungen, welche mit dem Operiren der Piephacke gemacht sind, lassen sich vornehmlich auf die Eröffnung der Sehnenscheide zurückführen. liier muss man sieh auf die Anwendung äusserlicher Mittel beschränken.
Corps-Rossarzt Hell (mündliche Mittheilung) will Hygrome auf dem Tuber calcanei mit Gewalt gesprengt haben. Es wird zu dem Zwecke um das Sprunggelenk des belasteten Pusses eine Binde gelegt, während der andere Hinterfuss hoch gehoben wird. Laisst man den Fuss nun los, so macht das Pferd mit ilem bandagirten Schenkel heftige Heugebcwegnngen, die zu einer Zersprengung der Bursa führen können, worauf sich ihr Inhalt entleert, und das Leiden nicht wiederkehrt. In der Zeitschrift für Voter.-Kunde (1890 S, 64) wird über einen günstigen Erfolg dieses Verfahrens berichtet. Ich habe nicht Gelegenheit gefunden dasselbe zu versuchen, halte es aber keineswegs für aussichtslos; hat man doch beim Menschen schon lange Hygrome nach demselben Princip behandelt.
An dieser Stelle möge auch der Verwundungen auf dem Sprung­beinhöcker gedacht werden, zumal diese Frage bei der Behandlung der in Rede stehenden Leiden wichtig erscheint. Wie bereits erwähnt, ver­laufen die infectiösen Processe in der Haut und ihrer Bursa fast immer günstig; hinterlassen sie auch meist eine Verdickung, so geben sie doch zu weiteren Störungen selbst da nicht Veranlassung, wo die Geschwulst-bildung einen bedeutenden Umfang erreicht. Das gilt auch von Wunden. Ganz anders gestalten sich Verletzungen des Kronbeinbeugers und seiner Bursa auf dem Sprungboinhöckcr. Sobald sich hierbei Eiterung oder septische Infection einstellt, kommt es zu bedenklichen Zufällen. Es machen sich bald erhebliche Schmerzen bemerkbar, die das Thier zwingen, den kranken Fuss andauernd zu (Mitlasten; auch wird Jede Bewegung mit demselben nach Möglichkeit vermieden. Die Anschwellung breitet sich über das Gelenk auf den Unterschenkel aus, es entsteht Fieber, bald aueb Senkung des HufbeÜieS auf dem anderen, ununterbrochen belasteten Fusso, und damit hört das Vermögen dos Thieres zu stehen auf; es liegt dauernd
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laquo;#9632;18
Kninkhi'iteii der Hiiitorgliedmasscn.
und geht in kurzer Zeit au Deoabitus zu Qrunde, wenn man dem Leiden desselben durch Tödtung nicht früher ein Ende macht.
Hei der Section solcher Tiuere findet mau den Knorpelüberzug der Tuber calcanei theilweise oder ganz zerstört und den Kronbeinbeuger mehr oder weniger zerfasert. Offenbar traut die Bewegung dieser Sehne auf dorn nach Zerstörung seines Knorpelüberzugs rauhen SprungbeinhOoker sowohl zur Entstehung der hochgradigen Schmerzen wie auch zu dem geföhrlioben Charakter des Leidens wesentlich bei,
Diese Zufalle stehen in Aussicht, sobald eine Verletzung bis in den Kronbeinbeuger oder gar in dessen Sehnenscheide reicht. Dass mau bei frischen Verletzungen der Art alle Hülfsmittel der Aldisepsis anwenden wird, um die Infection der Wunde zu verhindern, versieht sich von seihst.
i.). Luxation laquo;les Kronbelubeugers.
Lit.! 11 agen, lliier, Mitth, 1807. tber, Kxlerieur u. Myolojrio.
151, Vogler, das. 1872, S. 160. Gün-
Der beim Pferde fast vollständig sehnige, Kronbeinbeuger verläuft über den Sprungbeinhöcker, auf dem er mit seiner kappenartigen Aus­breitung bei den Bewegungen des Hinterschenkels auf und nieder gleitet,, während zu jeder Seite ein kurzer, aber starker Sohnenschenkel desselbon dicht vor dem Ansätze der Achillessehne an das Fersenbein geht , um das Abgleiten der Sehne vom Tuber calcanei zu verhindern. Das eine oder andere dieser Händer zerreisst zuweilen, und gleitet der Kronbeinbeuger alsdann nach der entgegengesetzten Seite vom Fersenbein ab und liegt nun laquo;auf der betreffenden Sprunggelenksfläche, (iüntber beschreibt die Dis­location an die mediale Fläche, andere (Stockfleth, Bayer, Hagen, Vogler. Möller) sahen sie auch nach aussei) eintreten, Ks hängt dieses davon ab, an welcher Seite das Verbindungsband der Sehne mit dem Fersenbein zerreisst. Bei dem Verlaufe der Sehne oberhalb des Sprung­gelenkes von innen nach anssen sollte man vennuthen, dass die Zerreissung häufiger am lateralen Bande, die Dislocation also nach der inneren Seite eintreten würde. An der medialen Seile bleibt dle'Sebne entweder auf der halben Höhe des Sprungbeins liegen, oder sie gleitet bis auf den Rollfort­satz desselben herab ((iüntber).
Solche Zerreissungen sah man Während der Arbeit im schweren Zuge (Vogler), aber auch durch äussere Verletzungen (Hufschlag, Hagen) entstehen.
Erscheinungen. Das Leiden ist in der lieget mit nur leichler Lahm-heil verbunden ; der Gang des Thieres wird unsicher, kraftlos, schlotternd (Günther); der Schenkel zeigt eine mangelhafte Festigkeit in seiner Haltung. Hinter dem Pferde stehend sieht man bei jeder Streckung des Sprung­gelenkes die Sehne vom Tuber calcanei abgleiten, während sie bei der Beugung desselben oft in ihre normale Lage zurückkehrt. Wo durch äussere Verletzungen (Schlag u, s. w,) entzündliche Processe in der Sehne und deren Nachbarschaft entstanden sind, zeigt sich Anschwellung und Schmerzhnftigkeit, wodurch die Lahmheil deutlicher hervortritt, welche ohne diese Zufälle nur durch die mechanische Störung in der Bewegung dos Pusses hervorgerufen wird. Bei der Belastung des fusses stellt sich in folge der Entspannung des Kronbeinbeugers in den Pholangengelenken
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Luxation des Kronbeinbeugei't
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Dorsalflexion (weiche Pesselstellung), im Sprunggelenke Streckung (steile Stellung) ein.
^ Beurthoilung. Juni' Heilung des Leidens ist ausgeschlossen, weil das Sprunggelenk bei diesen Thieren nicht auf längere Zeit immobilisirt, und so ilio Enden des zerrissenen Bandes nichl auf die Dauer einander genähert werden können. Wenn auch am Bectirten Schenkel die Reposition gelingt, so stellt sich bei der nächsten Streckung and Belastung desselben von neuem die Verschiebung ein, Selbst eine erhebliche Besserung wird in der Regel nicht erzielt. Nur da, wo gleichzeitig entzündliche Pmcesse locale Schmerzen erzengen, kann auf eine Verminderung der Lahmheit gerechnet werden.
Der Zustand muss daher nach den bestehenden Gebrauchsstörungen beurtheilt werden ; in der Regel sind die Thiere nur in leichter Schritt­arbeit zu verwerthen, allt; Reitpferd aber wie auch im schworen Zu^e un­brauchbar.
Die Behandlung beschränkt sich daher in frischen Fällen auf die Bekämpfung des etwa rorhandenen entzündlichen Processes.
E. Krankheiten des Metatarsus.
1. Erkrankungen der Solmt.....ml Sehnensclieltlen am Tarsus
mid Metatarsus.
Am Sprunggelenk wie aucli Hintermittelfuss entwickeln sich namentlich bei Pferden nicht selten Sehnenscheidengalleu, welche ein hervorragencl praktisches Interesse besitzen. Zu den wichtigsten der­selben gehören:
a. Die Sprunggelenks-Beugesehnengalle (Courbengalle)
besteht- in einem Hydrops der an der medialen und hinteren Fläche des Sprunggelenkes liegenden, geräumigen Sehnenscheide des dicken Hufbeinbeugers. Die Scheide lieghml etwas nherhalh des medialen Malleolus, gehl über die Gelenkkapsel hinweg, mit der sie zuweilen
claquo;.......miieirt (Franck), nach unten, breitet sich hier ans mid folgt
nunmehr dem Verlauf der Sehne, um an die hintere Fläche des Ge­lenkes zu treten und etwa 5cm unterhalb desselben zu enden (Fig. 136b). Erkrankungen dieser Sehnenscheide sind namentlich bei Pferden nicht seilen, wodurch zuweilen eine balbkugelförmige Galle bis zu Kindskopfgrösse entsteht (Fig. 137). Zuweilen erscheint dieselbe an beiden Füssen zugleich, ohne erhehliche Lahmheit /.u veranlassen.
Möller, Speclolle CUh'iu'gle für Tlilerttrzto. g. Aufl,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 54
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850
Knmldiriti'u der llintoriilii'diuiissfn.
Mit der Zeii tritt wohl eine allmähliche \rerkleinei'ung ein und unter umstünden verschwinde! sie sogar gan/. und gar, namentlich wenn eine entsprechende Behandlung stattfand.
Fisr. 135
Kl- V.'.ß
Sehneuscheidoti tnul Barsen am Sprunggelenk von Innen gesehen
(iiiilbsclii'imilisrhi.
laquo;. Sehnonsolielden des seitlichen Unfbein-bpueers, '#9632;. Sehnenscheiden des dicken tlufbeinbeugers, o. Bui'sa der medialen Kihlsi'hne des M, liliialis antlcus, ''. Bursa calcanca. e. Bursa laquo;Ifs Kronbeinheugers iiur' dem Sprnngbeinliöoker.
Sehnenscbeitten und linrsen am üintersohenkel des
Pferdes, von ausson gesehen (halbsohematisch).
n. Bursa troobanterica, b. Bursa praepatellaris,
c. Bursa des Scbienbeinbengers und langen Zehen'
streokers. il. Bursa calcanea. c, Bursa tendinea des
Kronbeinbengers, f. Bursa tendinea des seltliolien
üehenstreckers,
In anderen PfUlen dehnl sich vornehmlich die an der liinteren Fläche ilcs Sprunggelenkes gelegene Abtheilung dieser Sehnenscheide
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(iullt.'ii am Tiirsus und Metatarsas.
851
aus inul kaim zu Verwechselung rait Hasenhacke bozw. Courbe fuhren, weshalb man siü in dieser Form wohl als Courbengalle oder weiche Easenhacke bezeichnet hat (Günther),
Auch kommen acut entzündliche Processe in dieser Sehnenscheide bei Pferden vor; nach Quetschungen und Verletzungen stell! sieh nicht selten eine eiterige bezw. septische Tendovaginitis derselben ein, welche mit, schwerer Lahmheit und hohem Fieber verbunden, ieichl einen letalen Verlauf nimmt. Der /usfanil wird um so
b'ilaquo;, 137,
bedenklicher, wenn die Entzündung auf das Ge­lenk seihst, übergreift (S. 814), oder mil Xekrose der Hufbeinbeugesehne sieh verbindet, wie.lohne beobachtete; die Sehne war in Folge dessen zer­rissen. Zu den aseptischen Erkrankungen der Sehnenscheide geben namentlich starke Anstren­gungen in schwerem Zuge Anhiss ; daher beob­achtet man das Leiden vornehmlich bei Last­pferden.
Die Beurtheilung gestalte! sieh also bei den infectiösen Entzündungen der Sehnenscheide im ganzen ungünstig, doch sah ich auch solche wiederholt heilen; je höher ilas Fieber und je er­heblicher die Schmerzen, desto ungünstiger wird die Prognose. Bei der aseptischen Erkrankung kommen für die Beurtheilung vornehmlich die Be­wegungsstörungen (Lahmheit) in Betracht. Diese
können in Folge acut entzündlicher Processe auch
i #9632;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i it inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;t mi #9632;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Sprunggalenksbeuge-
hier so erliehlieh werden, dass die I liiere dennbsp; nbsp; solmenBalle. rechtor Hin-
.,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i iinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i ,#9632;.. inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i #9632;•nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; torschenkel (imeh einer
r uss dauerad entlasten, und rür den anderen Hm-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Photographie).
torfuss die Gefahr der Hufbeinsenkung eintritt.
In der ßegel ist dies jedoch nicht der Fall: oft können die Thiere
trotz erheblicher Entwickelung der Galle ohne zu lahmen ungestört
weiter arbeiten. Gänzliche Beseitigung der Geschwulst ist in der
R,egel nicht zu erwarten; nur ausnahmsweise kommt im Verlaufe
von 3—6 Monaten, zuweilen sogar spontan vollständige Heilung zu
Stande.
Die Behandlung muss sich nach dem vorliegenden Zustande richten. In präservativer Hinsicht kommen Wunden in der Nähe der Sehnenscheide in Betracht, denen man die srleiche Behandlunß wie
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Kraiiklifitcii der llinti'rfflioclnms.sen.
öelenkwunden zu Thei] werden lilwst, niunlicli strenge Antisepsis. IV'i infectiöser EutzUndung können Ausspülungen der Sehnenscheide mit Desinficientien nützlich werden, wie ich mich wiederholt Überzeugte.
Gegen acut entzündliche, aber aseptische Erkrankung muss /.u-uiiclist ein dem Zustande entsprechendes autiphlogistisches Verfahren eingeleitet werden; wo dieses nicht zum Ziele führt, sah irh von der energischen Anwendung des Glüheisens (Striohfeuer) oft ausgezeich­neten Erfolg; mich gegen chronischen Hydrops kann dasselbe benutzt werden. Hier zeigt sich auch die in Zeiträumen von 1—6 Wochen wiederholte Entleerung des [nhaltes mittelst Pravaz'scher Spritze off sehr wirksam, doch lasse' milii die Miissnalimen der Antisepsis hierbei nicht aussei' Acht, um die Gefahr einer infectiösen Erkrankung der Sehnenscheide zu umgehen.
b. Die Sprunggelenks-Strecksehnengalle. In der Höhe der unteren Begrenzung des Sprunggelenkes, und zwar an der lateralen Seite desselben, besitzt die Sehne des Seitenstreckers der /(die eine kleine Scheide (Fig. l-l'if), welche im hydropischen Zustande eine meist nur wallnuss-, selten faustgrosse, elastische Geschwulst bildet; man bezeichnet den Zustand als Sprunggelenks-Strecksehnengalle und be­obachtet sie am häutigsten bei Reitpferden; sie soll durch heftiges Pariren auf der Hinterhand entstellen. Da Lahmheit mit dem Zu­stande nicht verbunden ist, so erlangt derselbe in der Regel keine weitere Bedeutung und muss als Schönheitsfehler betrachtet werden.
Soll die Behandlung der Galle versucht werden, so empfiehlt sich eine scharfe Einreibung, mehr noch das (ilüheisen in Strichfonn. Die operativen Eingriffe werden bei dieser Galle zwar nicht gefährlich, wo indess Eiterung eintritt, bleibt regelmässig eine starke Verdickung an der betreffenden Stelle zurück, die namentlich bei Handelspferden im allgemeinen unbequemer ist als die Galle, von der Jedermann weiss, dass sie für das Pferd keine Bedeutung hat.
e. Die Fersen- oder Sprungbeingalle. Da wo der Krou-beinbeuger auf die hintere bezw. obere Fläche der Achillessehne tritt, beginnt etwa 20 cm über dem Sprungbeinhöcker eine Sehnenscheide, welche bis zu diesem nach unten reicht und zuweilen Sitz, einer um­fangreichen Galle bildet (Fig. 138). Ich sah dieselbe wiederholt bei kaltblütigen Pferden, zuweilen an beiden ITüssen. Mine durch die Achillessehne und den Kronbeinbeuger in zwei Abtheilungen gelrennte, längliche Geschwulst his zu Kindskopfgrösse erscheint hierbei über dem Tuber calcanei. Bei der Betrachtung des Thieres von hinten liisst sich die Lage und Grosse der Galle am besten erkennen. Bald tritt die
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Gallen am Metatarsus und der Zehe.
85;;
Geschwulst tuelir an der medialen, bald mehr an der lateralen Seite
liervoi-; die Seime Ist in der Tiefe deutlich ZU fühlen. Diese (iiille ^•elit in der Kej^el aus einer chronischen Bursitis hervor, entwickelt sieli daher tanffsam und ist fast niemals mil Lahmheit verbunden.
Die Beurtheilung füllt also in dieser Einsicht günstig aus. allein die Beseitigung der Galle stösst häufig auf grosse Schwierig­keiten. Zuweilen führ! die in Zeiträumen von '6—4 Wochen wieder-
lielle Extraction des Inhaltes /um Ziele. Die
KiKr- 138.
Eröffnung der Galle ist nicht unbedenklich;
ich seihst verlor auf diese Weise ein Pferd
an den Polgen einer infectiösen Entzündung der Sehnenscheide. Dagegen erzielt man durch Strichfeuer eine Verkleinerung, wenn auch nicht vollständige! Beseitigung des Leidens, d. Die Gallen des Metatarsus und der /ehe- gestalten sich ähnlich wie am Vorderschenkel; dieses gilt namentlich von den Gelenk- und Sehnenscheidengallen am Fessel, Hier sei nur bemerkt, dass die Bursa der Zehenstrecker an der vorderen Fläche des Metatarsus dicht über dem Kesselgelenk häuliger noch als am Vorderschenke] am Hinterfusse eine bedeutende, bis kindskopfgrosse Erweite­rung ei'fährt und eine Galle erzeugt, die zwar keine Lahmheit zur Folge hat, aber das Aus­sehen des Thieres in hohem Masse stört; zu-
n-eilen auch zu entzündlichen Processen in der
äusseren Haut führt. Ich babe wiederholt Ge-
Die KiTstn- oder Sprungbein-galle oiarli einer Photographle).
legenheit gehabt, diese zu öffnen und stets grössere Mengen Eibringerinnsel in ihnen angetroffen, welche sieh durch Palpation von aussen nicht nachweisen Hessen. Hiernach er­klärt .sich, das.s weder die Anwendung von Scharfsalben oder des ölüheisens, noch auch die einfache Extraction des flüssigen Inhaltes der Galle Erfolg hat, sondern dass hier nur die Eröffnung und Ent­fernung der festen Enhaltsmassen zum Ziele führt. Dieser operative Eingriff zeigt sich auch da ungefährlich, wo keine Asepsis erreicht wird und Eiterung eintritt. Auch dann kommt Heilung zu Stande, allerdings mit Hinterlassung einer grösseren Verdickung. als wenn die Heilung auf aseptischem Wege erfolgt. Bei erheblicher Au.s-
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S.quot;
Krankheiton dev Hinterflliedmassen.
clehuung der Galle ninnnl man ans der stark ausgedehuton Bursa so­wie auch aus der äusseren Haut ein entsprechendes StUck beraus und sucht die Wundränder möglichst sorgfältig zu vereinigen. Im Übrigen erfolg! die Operation nach laquo;lein S. liöl beschriebenen Ver­fahren,
e. Am Metatarsus stellt sich ferner bei Pferden, und zwar lulu-liger noch als am Metacarpus die Fesselbeugesehnengalle (Fluss­galle) ein. In der Kegel geht dieselbe langsam ans einem lleizungs-processe der Bursa hervor, ist in solchen Fällen daher mit Lahmheit nicht: verbunden, bildel aber einen Schönheitsfehler, dessen Beseitigung auf Schwierigkeiten stösst, Lahmheit stellt sich hiei'bei nur ein, wenn gleichzeitig die Beugesehnen leiden; die Palpation giebt hierüber Autschluss und ist bei der Beurtheilung dieser Zustände um so wich­tiger, als durch andauernde Ruhe die Lahmheit, vorübergehend sich verlieren kann. So lange der Zustand noch nicht alt ist, lasse man nach jeder Arbeit kräftig bandagiren; auch wirkt nachdrücklich an­gewendete Massage besonders bei jungen Pferden hierbei günstig. Sicherer wird diese Galle mit dem Glüheisen entfernt oder verkleinert. Die operative Eröffnung derselben ist entschieden zu widerrathon; führt dieselbe auch nicht immer zu bedenklichen Folgen, so ist dieses doch oft der Fall (vergl. S. 650), Die Extraction des Inhaltes mittelst Pravaz'scher Spritze oder eines Trokarts hat nur vorübergehenden Erfolg: auch die Injection von Jod schützt nicht vor neuen Abschei­dungen, die oft in wenigen Minuten eintreten. Bezüglich der Eröffnung dieser Galle mit einem glühenden Stift vergleiche mau S. 651,
Am 1 linterfusse zeigt sich die in Rede stehende Galle nicht selten verhärtet, d. h. es besteht eine chronische Verdickung der Sehnen­scheide, die unter umständen eine Wandstärke bis zu 1—2 cm er­langen kann. In der Regel ist der Zustand mit gleichzeitiger Er­krankung der Beugesehnen und Lahmheit verbunden, welche besonders nach ü'rüsseren Anstrengunffen als Stützbeinlahmheit mit Plantar-
flexi
ler Phalangen hervortritt, igt;ei der Palpation zeigt sich
die Galle hart, fest; die Beugesehnen sind in der Tiefe kaum fühlbar; auf kräftigen Druck verrilth Patient Schmer/,.
Dieser Zustand erscheint namentlich bei Reit- und Lastpferden bedenklich, veranlasst indess auch bei anderen Pferden nicht selten länger andauernde Störung ihrer Arbeitsfähigkeit, und kann unter Umständen das Pferd unbrauchbar machen, zumal die Therapie diesem Leiden gegenüber im ganzen wenig leistet. Nur so lange der Zustand noch frisch, erst wenige Wochen alt ist, lässl sich vom Bandagiren,
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Qallen am Metdtavsus und ilor /.ylie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 855
von scliiiri'iMi Elinrßibungen und dem (iliilicisrn wohl etwas erwarten, später bleibt nur ein Mittel zur Beseitigung der Lahmheil übrig, nilnilieh die Neurectomie des X. tibialis. [cli habe diese Operation wiederholl mit gutem Erfolge bei solchen Qallon ausgeführt, musste aber in einzelnen Fällen die Beobachtung machen, dass sieh eine \'er-lUngcrung (Dehnung) der Bougesehnen einstellte; es traf mit Ver-grösserung des Sprunggelenkwinkels bürenftlssigc Stellung ein, und /.war bei einem Pferde in dem Masse, dass es zum Luxusdienst un­brauchbar wurde, Denselben Ausgang sah Bendrickx,
An der fraglichen Sehnenscheide liabe ich wiederholt chronisch­eiterige Entzündungen beobachtet, die durch üussere Verletzung (Streich­wunden) veranlassi waren. Bekanntlich bereiten aeul entzündliche Processe, welche mit [nfection verbunden sind, gerade hier besondere Gefahren; daher zeigen sieh auch Verwundungen dieser Sehnenscheide ebenso bedenklich, wie das Uebergreifen anderweitiger Entzündungs-processe auf dieselbe; werden doch nicht selten Phlegmonen, in Folge von Streichwunden oder Bautentzündungen (Brandmauke) entstanden, Ursache dieser Erkrankung.
[)ie Diagnose derselben stösst zuweilen auf Schwierigkeiten, weil in der Umgebung der Bursa fast immer eine mehr oder weniger starke Anschwellung besteht. Daher verdient eine Erscheinung beson­ders hervorgehoben /u werden, welche sieh regehnässig einstellt, sobald die Entzündung auf die Sehnenscheide ttbergegriifen hat, nämlich das Aufheben des Schenkels ähnlich wie bei der üonitis: doch wird hier der Fuss mehr nach vorn gehalten, der Huf dem Vorderfuss derselben Seite y.n nähern gesucht (Fig. 139). tch habe diese Abweichung der Stellung wiederholt angetroffen und halte sie geradezu für pathogno-misch. Die Diagnose erscheint aber um so wichtiger, als sich nur bei werthvollen Pferden ein Heilversuch lohnt. Die Behandlung, bestellend in täglichem Heinigen, Ausspritzen mit Desinflcientien und Verbinden führt bei den meisten Pferden sehnn deshalb nicld zum Ziele, weil bei der längeren Dauer des Leidens auf dem anderen Pusse Senkung des Hufbeines eintritt. In einzelnen Fällen erzielte ich jedoch Heilung, wenn auch mit Hinterlassung etwas steilerer Fessclstellnng. Dass alier selbst bei aouter, eiteriger Kntziindung der Sehnenscheide vollständige Heilung möglich ist. beweisen zwei, neuerdings von Witt-li nger mitgetheilto Fälle.
Eis kommen auch chronisch verlaufende, infectiöse Entzündungen dieser Sehnenscheide bei Pferden vor. Die klinischen Erscheinungen derselben zeigen hierbei eine geringere Heftigkeit; die Anschwellung
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Krunklioiton der Qintergliedmossen.
ist massig, indem this um die Sehnenscheide gelegene Bindegewebe weniger in Mitleidenschaft gezogen wird. Die Schmerzen sind nicht so gross wie hei dem acuten Processe; dabei besteht Ä-usfluss von trüber (mii Eiter vermischter) Synovia. Die Solinciisclieidenwunde zum Abschluss zu bringen bietet grosse SchAvierigkeiten; der Zustand ziehi sich daher last immer in die Länge, und nicht selten trifft man eines Morgens das Pferd mit. stark ausgebildeter bärenfüssiger Stellung
Fig. 139.
Haltung des Fusses bei Inl'ectiöscr Bntzltndung der Sehnenscheide dev Zehenbenger am Fesselgelenk (mich einer Photogluphie),
und aufgerichteter Bufzehe im Stalle an, ein sicheres Zeichen dafür, dass die Hufbeinbeugesehne zerrissen ist (Fig. 140), Dieser Zustand muss nach meinen Erfahrungen als unheilbar betrachtet werden. Die nekroti.schen Sohiioiieiiden sind zu regenerativen Pro-cessen unfähig; an ihnen muss zunächst das nekrotische Stück, welches sich bei der Section durcli seine gelbe, opake Farbe deutlich von dem allasgliln/.endon, gesunden Sehnengewebe abliebt, erst ab-gestossen werden: nicht selten liisst sich die bereits eingeleitete De­marcation an der stark vascnlarisirten Beschaffenheit der Sehne mit
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I in lien am Mctiiliirsus mul del' /clio.
blossom Au^v erkennen. Wo also Zerreissung des Hufbeinbeugera be­steht, empfiehlt sicli ilas Thier tödten zu lassen.
Zerreissung der Kronbeinbeugesehue wird unter ähulichea tJmständen aber auch bei Verwundungen am Metatarsus beobachtet. Hierbei lindert sich die Stellung der Phalangen weniger; nur die Fessel nimmt eine etwas schrägere
Lag'c an. Dagegen beobachte! man heim Gehen des Pferdes, class die Phalangen nicht die normale Festig­keit besitzen; sie schlottern bei jedem Vorführen des Kusses; ein sicheres Zeichen dieser Zerreissung.
Dieser Zustand ist weniger be­denklich; sobald die Trennung auf die Kronheinheugesehue beschränkt bleibt, und wenn keine anderwei­tigen üblen Zufälle eintreten, heilt die Trennung unter Wiederherstel­lung normaler Punktionsfähigkeit des betreffenden Schenkels. Die Behandlung muss nach den allge­meinen Regeln erfolgen; man ver­gleiche hierüber S. (3(31,
Ein Pferd wurde in der Köthe des rechten Hinterfasses mit einer Düngergabe] gestochen, worauf sich
sofort hochgradige Lahmheit einstellte. An demselben Tage hinzugerufen,
liess ich nach möglichst sorgfältiger Reinigung der Wunde den fuss in
Zerreissung der Hnfbeitibengesobno (nach einer Pbotograplife).
Creolinlösung baden und legte am
Abend unter antiseptischen Cautelen einen Occlusivverband an. Die Hant­wunde heilte hierauf per prim, int.; auch Hessen die Schmerzen etwas nach, doch wollte in der nächsten Zeit die Lahmlieit nicht verschwinden. Ich Hess deshalb zunächst Priessnitz'sche Umschläge anwenden, welchen die Lahmheit jedoch ebenfalls nicht weichen wollte. Nun wurden Versuche mit Bewegung des Pferdes angestellt; während derselben liess die Lahmheit bedeutend nach, bis eines Tages die Schmerzhaftigkeit wieder in ungewöhn­lichem Grade hervortrat, und die Sehnenscheide der Beuger über dein Pesselgelenke sich stark angefüllt und auf Druck sein- schmerzhaft zeigte. Kh wurden von neuem Bähungen sowie PriessnitzVhe Cnischläge ange­wendet, und als sich diese wiederum vollständig wirkungslos erwiesen, scharfe Einreibungen applicirt. Der Zustand änderte sich jedoch auch hier­nach nur wonig, die Füllung der Selmenseheido liess ebensowenig nach wie der Schmerz. Es wurde deshalb die Sehnenscheide unter antiseptischen
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Krauklioili'ii der lliutergliodmas.son.
Cauteleu geöffnet, wobei sieh eine eiterige Flüssigkeit, entleerte, welche auch mikroskopisch von dem gewöhnlichen Eiter nur dadurch sich unter­schied, da ss keine M i k r o organ ism on in dem selben enthalten war i'ii. Die Untersuchung erfolgte von verschiedenen Seiten mit An-wendung aller Vorsicht, so dass ein Irrthutn ausgeschlossen erschien.
lliornach bestand also eine eiterige Tendovaginitis, welche zweifellos von dei- Verwundung ausgegangen war, welche aber dennoch in ihrem eiterigen l'roducte keine Mikl'Oparasiten nachweisen Hess. Ob solche hier Überhaupt nicht, vorhanden gewesen waren, die Eiterung also ohne infection zu Stande gekommen war, oder ob ein Untergang der Eitererreger stattgefunden hatte, will ich nicht, entscheiden. Mine Kigen-thünilichkeit dieser Sehnenscheidenentzündung hol jedoch auf, nämlich dass trotz starker Füllung der Sehnenscheide das um dieselbe gelegene Bindegewebe frei von Phlegmone blieb, wie es nur bei asepti­scher ECrkrankun g der Fa 11 ist; wahrend bei eiteriger Ten do-vaginitis die Umgebung der Sehnenscheide stets phlegmonös er kr an kl. und sich in folge dessen mehr oder weniger stark ange­schwollen zeigt.
Der Fall beweist also, dass Eiter auch ohne infection vorkommen kann, doch isl er der einzige, der mir bisher betiegnete.
2, Dor lliiliiu'iitrltt oder Zuckfuss.
Lit.; Sowel] u, Spooner, Gurll u. Hertwig. 5, S. 295. Falke, Krankli. der Hausthiere. S. 272. Renner, Abhandlungen u. s. w. Jena 1841. Boc-car, Her. Rep. 8. S. ITl'. Polen, das. 16. S. 77. Goubaux, das. S. '2i)S. Günther, Exterieur. S. 364. Schrader, Gurlt u, Hertwig. 7. S. 490. Dieckerhoff, Der Spat. S. 109, Bassi, Jahrb. 1886. S. 103. Siednmgrotzky, Dresd, Ber, 1875. S. 50. Chelch owsky, Huf-Schmied. 1. S. 71. II ales, Gurlt u. Hertwig, 7. S. 108. Ascheberg, das. 16. S. 114, Haubner, Dresd. Her. 18Ö8. 8. 57. Palat, Her. Rep. 26. S. 254. Will linger, B. T. W. 1892. 8. 172.
Als Hahnentritt bezeielmei man seit alter Zeit jene eigenthüm-liehe. unwillkürlicb erfolgende Bewegung des einen oder beider Hinter­schenkel, wobei der leidende Fuss unter exeessiver Beuoung ullcr Gelenke ungewöhnlich schnell und hoch emporgehoben wird; die Belastung desselben erfolgt regelmtissig. Bald zeigt sich das Leiden nur im Trabe, bald auch im Schritt; in der Kegel bestellt die abnorme Bewegung während der Arbeit dauernd fort, zuweilen verschwindet sie nach einiger Zeit, kehrt aber nach der Ruhe regelmössig wieder; liäutig tritt die Störung nui' bei kurzen Wendungen hervor.
Dir' nächste Ursache dieser Bewegungsstörung wurde in verschiedenen Organen gesucht, ist aber bis heule noch nicht aufgeklärt. Abildgaard hielt das Leiden für eine „Affectionquot; der .Muskeln und Nerven des Hinter­schenkels. Villat e glaubte die Ursache desselben in einer abnormen Ent-wickelunc der Gräte des Unterschenkelbeines suchen zu müssen. Sewell
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Hahnentritt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 850
and Spooner fandsn bei der Section eines Pferdes, das mit Hahnentritt behaftet gewesen war, die Austrittsstelle des [sohiadious ans dem Büoken-marke blutig inliltrirt und erklärten diese Veränderungen als ürsaohe des Leidens. Palke identifloirte den Zustand mit der Ischias des blensohen; ebenso nahm Renner eine chronische Entzündung im N. isohiadicus an, während II ochst et t er das gerade Sprunggelenk als Ursache des Hahnen­tritts betrachtete; Boccar suchte diese Im einer Verkürzung des seitlichen Zehenstreckers, nachdem er mit der Durohschneidung dieser Sehne den liahnenlritt beim Pferde beseitigt- hatte, Ihm stimmten Foelen und viele andere zu, und berichteten gleichfalls über günstige Llesultate mit der Durohschneidung der Sehne. Goubaux lenkte dagegen die Aufmorksam-keit auf die Gelenke, namentlich das Hüftgelenk, welches sieh mich seiner Ansicht beim Hahnentritt in einer chronischen Entzündung befinde,
Nachdem man bis dahin nach einer einheitlichen Ursache des Hahnen­trittes gesucht hatte, trennten K. und P. Günther verschiedene Arten und #9632;/war: 1, den Habnenspat, d. h. Hahnentritt durch Spat veranlasst; -. den falschen Hahnenspal. durch schmerzhafte Zustände an irgend einem Theile des Schenkels hervorgerufen, und :gt;. den eigentlichen Habnenspat oder un­willkürlichen Znckfuss, welcher auf einem antagonistischen Missvorhältniss in der Thätigkeii der Nerven des Kreuzgefiecbtes und des Beckongeflecbtes bernlieii sollte, Günther will häufig Hyperämie des isehiadieus ohne Habnenspat, bei letzterem aber eine Erschlaffung im .M. semitendinosus beobachtel haben. K_. und h\ Günther machten auch zuerst auf die Ent­stehung des Hahnentrittes in Folge von chirurgischen Leiden, /.. IS. Hut-krank hei ten aufmerksam.
In ähnlichem Sinne trennte Dieckerboff; 1. den selbständigen, Ld iopathiseben Hahnentritt, welcher von ihm auf eine Verkürzung der Sehenkelfascie zurückgeführt wurde; L.'. den complicirten Hahnentritt, welcher beim Spat . Hasenhacke, bei der Schale und anderen Leiden auf­tritt: und ;!. den symptomatischen Hahnentritt, welcher entzündliche Processe am Hufe oder in anderen Theilen des Schenkels begleitet. Bassi unterscheidet zwei Formen: 1. den echten oder Kniescheibenzuck-fuss, welcher durch Störung in der Bewegung der Kniescheibe veranlasst werden soll, und 2. den falschen Znckfuss, welcher in Folge einer Anzahl äusserer Leiden (Spat u. s. w.). besonders aber durch Verkürzung des Tensor fasciae latae, der ünterschenkelfasoie sowie der Zehenstrecker hervorgerufen werde.
Ich möchte ebenfalls einen idiopathiscb en und einen sympto-matischen II. trennen und zu dem ersteren Jene Fülle rechnen, in denen eine Ursache nicht nachzuweisen ist. als symptomatischen II. diejenigen he/.eielinen. wo sich eine solche Ursache feststellen liisst oder doch als wahrscheinlich angenommen werden kann.
Welche Ursache auch vorliegen mag, so viel steht fest, dass die Hcwegung unwillkürlich erfolgt. Der Anstoss zu derselben muss also entweder von einem mechanisch wirkenden Einflüsse ausgehen, #9632;/.. B. von einer Verkürzung der Sehnenfascien oder des Bandapparates (Boccar, Dieckerhoff, Bassi), oder die abnorme Bewegung stellt einen vel'l ectori sehe n Vo rgnng dar, welcher vom Uiickeninarke (contra!) oder von den peripheren Nerven ausgelöst wird.
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Krankheiten laquo;Irr Hintergliedtuassen,
also in einer hmervationsstörung bestehen würde. Meines Erachtens können beide Momente bei der Entstehung dos Hahnentritts wirksam sein, doch gelingt es in der Rege] nicht, die nächste Veranlassung klinisch genauer festzustellen, in Bezug auf die mechanisch wirkenden Ursachen — man könnte diesen Hahnentritl auch als mechanischen bezeichnen — kommt ohne Zweifel in erster Linie der Zehenstrecker, die Schenkelfascie und die Kniescheibe bezw. ihr Bandapparat (Bassi) in Betracht. Wenn mich der von Siedamgrotzky angestellte Ver­such, eine Verkürzung des seitlichen Zehenstreckers künstlich herbei­zuführen (er legte denselben frei und schob ein Stück Holz unter die .Sehne), ein negatives Resultat hatte, so steht doch nach vielfältigen Erfahrungen fest, doss mil der Durchschneidung dieser Sehne in vielen Fällen der Hahnentritl beseitigt werden kann; auch ich hahe diese Beobachtung sehr häufig machen können. Äher schon der Umstand, daslaquo; das Mitte] nicht immer zum Ziele führt, beweist, dass es noch andere Ursachen des Hahnentrittes geben muss. Dazu soll nach Dieckerhoff die Verkürzunif der Schenkelfascie. nach Hertwig des ]\i. Tensor fasciae latae und nach Bassi eine Retraction in den Querbändern der Kniescheibe gehören, ['eher den letzteren Umstand stehen mir keine praktischen Erfahrungen zur Seite, doch hahe ich wiederholt bei der habituellen Luxation der Kniescheibe nach oben (S. 783) hahnentrittartige Bewegungen bei Pferden beobachtet, und es muss zugegeben werden, dass hierbei die Form der Oberfläche an den Condylen dos Oberschenkels möglicherweise eine Rolle spielt (S. 785), so dass auch die Durchschneidung des medialen Querbandes der Knie­scheibe nützlich werden kann. Die Schenkelfascie habe ich wieder­holt durchschnitten, wenn die Trennung dos seitlichen Zehenstreckers nicht genügte, aber einen wirklichen Erfolg hiernach nur selten ge­sehen. Wo die Durchschneidung der Sehne nicht ausreichte, blieb auch die der Fascio regelmässig ohne .günstige Wirkung. Zuweilen führt nicht einmal die Durchschneidung aller dieser Theile zum Ziele, so dass man zu der Vcrmuthimg gelangen muss, in solchen Fällen einen reflect orischen Zuckfuss vor sich zu haben, welcher etwa mil dem Chorea minor des Menschen zu vergleichen oder als eine Störung der Coordination der Bewegung als Ataxie aufzufassen sein würde (S. 576). Beim symptomatischen Hahnentritt /,. B. in Folge von Hufleiden (Einklemmung der Hufbeinknorpel, Watrin, Chelchowsky), erklärt sich das Zustandekommen der Bewegungs­störung noch am leichtesten, indem der Reflexakt von diesen Theilon ausgeht.
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Hahnentritt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; sei
Dass sic.li dir Wirkung der periphsren Eleizung vornobmlicl] in • leu Bi'ugeimiskoln geltend maclit, kann nicht auffällig erscheinen, wenn man bedenkt, dass die Strecker voi'nehmlich bei der Belastuna des Schenkels in Action treten, daher in ihrer Contraction leichter ge­hemmt werden. Möglicherweise kommen aber aucli cent rale [nner-vaüonsstörungen vor, welche sieh auf bestimmte Muskelgebiete geltend machen, zuweilen erst secundtlror Natur sind, indem die peripheren Reflexe mit der Zeit. Veränderungen in den centralen Ennervations-organen hervoiTufen. Es gehen nämlicb von der Peripherie aus nicht .selten vorübergehende Leiden zum chronischen Hahnentritt Veranlas­sung. So beobachte man nach Verletzungen am Hufe (Vernagelung, Kronentritt, liehe), oder nach solchen am Sprunggelenk (Haies), nach Fracturen des lateralen Darmbeinwinkels (Haubner), selbst nach Application von scharfen Einreibungen Hahnentritt; obgleich das ur­sprüngliche Leiden vollständig geheilt wurde, bestand die Bewegungs­störung dauernd fort. Ascheberg sah aus Starrkrampf Hahnentritt hervorgehen. Offenbar darf man sich hier der Vorstellung hingeben, dass der periphere Reiz eine dauernde [nnervationsstörung hervorge­rufen bat, dass hier also der schon von Jordanus Ruffus gebrauchte Ausspruch: „Cessante causa cessat effectusquot; nicht zutrifft, Es muss der Zukunft überlassen bleiben, über diese Fragen weitere Aufklärung zu verschaffen.
Vorübergehend zeigt sich Hahnentritt bei verschiedenen Zuständen, namentlich auch bei Verletzungen im Hufe; Witt linger beobachtete Hahnentritt nach eiteriger Erkrankung der Sehnenscheiden am Pessel-gelenke.
Der Verlauf des Leidens gestaltet sich verschieden; der den Spat hegleitende symptomatische Hahnentritt entwickelt sicli langsam und wird mit dem Grundleiden zuweilen geheilt ; durch äussere Ver­letzungen entsteht der Hahnentritt oft schnell; aucli ohne solche sah man denselben plötzlich entstehen, und liess sich dadurch zu der un­wahrscheinlichen Annahme verleiten, dass Erkältung die Ursache des Leidens sei (Hertwig).
Die Prognose gestaltet sich verschieden. Am günstigsten er­scheint noch der Hahnentritt, welcher erst kurze Zeit und in Folge nachweisbarer Verletzungen entstanden war. Hier liegt die Aussicht vor, dass mit der Heilung des localen Krankheitszustandes das Leiden beseitigt werde. Beim symptomatischen Hahnentritt muss die Prognose
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Krankheiten der EintersliedniBiBBen,
in erster Linie vim dem (irundlciden abhängig gemacht werden, doch vergesse man aicht, dass hiernach der Zustand zuweilen dauernd fort­besteht. Lassensich für den Hahnentritt keinerlei ursächliche Momente auffinden (idiopathischer H.i. so bleibt die Prognose erst recht zweifel­haft, weil man niemals im voraus beiirtheilen kann, ob mit den bisher bekannten Heilverfahren ein Elrfolg erzielt werden wird laquo;der nicht. Schon hier sei bemerkt, dass alle bis auf den beutigen Tag empfoh­lenen Mittel und zwar unter Umständen, die bisher unbekannt geblieben sind, häutig im Stiche lassen.
Die Behandlung kann daher immer nur als ein Versuch gelten. Nach den bisherigen und auch meinen Erfahrungen verdient beim idiopathischen Hahnentritt die Tenotomie des seitlichen Zehenstreckers (Boccar) noch am moisten Vertrauen. Die Operation tunpliohlt sich auch deshalb, weil sie leicht auszuführen ist. leb operire in der Kegel am stehenden Thiere in folgender Weise:
An dem wie zum Beschläge aufgehobenen Hinterfusse werden dicht, unter dem Sprunggelenke an der lateralen Flüche des Metatarsus, da wo man die fragliche Sehne unter der Haut, fühlt, die Haare abrasirt, die Haut abgeseift und mit Carbol- oder Sublimatwasser abgespült. Nachdem das Pferd nunmehr gut gebremst ist, mache ich mit einem spitzen Bistouri oder Skalpell einen Elinstich unmittelbar auf der Sehne und parallel zu derselben; um auch die unter der Haut gelegene Fascie zu perforiren, lässt man hierbei die Spitze des Messers bis in die Sehne eindringen. Alsdann wird ein schmales, geknöpftes Tenotom unter die Sehne, also zwischen Sehne und Knochen ge­schoben und erstere, die Schneide des Tenotoms gegen die äussere Haut gerichtet, durchschnitten. Durch Palpation überzeugt man sich leicht, ob die Ibirchsclineidung eine vollständige ist. Da die Blutung in der Kegel minimal bleibt, so wird nach dem Abspülen der Ope­rationsstelle mit, dem einen oder anderen Desinficiens alsbald ein Occlusivverbaml angelegt, unter dem die Heilung der Hautwunde in I 5 Tagen soweit erfolgt, dass der Verband nunmehr entfernt werden kann. Wenn Instrumeule und Hände sowie das Verbandmaterial gehörig sterilisirt waren, kommt die Heilung per prim. int. zu Stande, während nach der etwa eintretenden Kiteruug regelmässig eine Yer-dickungan der Operationsstelle zurückbleibt; doch hat auch diese keinen weiteren Nachtheil. Wie bereits erwähnt, tritt nach der Operation zu­weilen vollständige Heilung ein, und zwar entweder sofort mit der Durch­schneidung, oder erst nach Ablauf von einigen Tagen oder Wochen
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Hiilmi'iitritt. Stl'SuklflUipf.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8(1;}
Nach meinen Beobachtungen empflehll es sich, ili'iu Patienten iiiicli der Operation auf jeden Fall 8—II Tage Eluhe zu geben, den­selben entweder im Stalle /.u belassen oder auf weichem Hoden langsam zu bewegen.
Mehrmals babe idi auch im Stehen die Schenkelfascie (Diecker-hoff) kurz vor ihrer Anheftung an den langen Zehenstrecker durch­schnitten; unruhige Pferde müssen bei beiden Operationen niedergelegt werden. Nachdem der seitliche Zehenstrecker getrennt ist, fllhrl man das Tenotom unter die Fascie, durchschneidet diese von innen nach aussen und legt den gleichen Verband an, welcher Ins zum Pessel-gelenk nach unten reichen muss, um nicht herabzusinken. IHe Nach­behandlung Ideilif dieselbe.
Hertwig empfahl den Spanner der breiten Schonkelbinde etwa eine Handbreit unter dem äusseren Darmbeinwinke] zu durchschneiden. Diese Operation ist weniger leicht und führt oft zu Eiterversenkung, da Asepsis liier schwer zu erreichen ist; der Erfolg ist zweifelhaft; man will indess zuweilen Heilung darnach gesehen haben; diese trat aber auch ein, als einmal ein Praktiker wegen der Blutung sich hierbei auf den 1 lautschnitt, beschränkte.
Bassi empfiehlt das mediale Querband der Kniescheibe zu durch­schneiden, Mir war bisher keine Gelegenheit geboten, diese Operation gegen Hahnentritt, in Anwendung zu bringen, doch habe ich mich an Versuchspferden überzeugt, dass dieselbe nicht leicht ist. weil das fragliche Hand keine scharfe Hegreimmg zeigt. Das Vorfahren dürfte indess zu versuchen sein, wo die Vermuthung vorliegt, dass die Ursache des Hahnentrittes im Kniegelenke ihren Sitz hat (S. 78:H.
Von der Aniialune ausgehend, dass in einem Halle der Hahnen­tritt durch eine entzündliche Heizung sensibler Nervenfasern verur­sacht werde, machte ich die Neurectomie des Tibialis; die Operation hatte jedoch keinen Erfolg. Ebenso zeigten sich subeutane [njeetionen von Morphium und Veratrin, sowie auch die Durchschneidung der medialen Insertion des M. tibialis gegen den Zustand wirkungslos (Siedamgrotzky).
Ein dem llahiicnl ritt iilmlii-lirr Zustand der Pferde wird als Streu-krampt' bezeichnet. Hierbei stellen sich beim Stehen im Stalle, auf der Streu Ähnliche Erscheinungen ein, namentlich wenn man das. Pferd herum­treten liisst. Der betreffende Hinterfass wh'd dabei krampfhaft in die Höhe gehoben, nicht selten in dem Masse, dass die Thiere in Folge dessen nieder­stürzen. Schmerzhafte Empfindungen, namentlich entzündliche Processe in der Haut, der Köthe oder an der Beugefiäche des Sprunggelenkes können den Anfall hervorrufen, der somit eine einfache Erklilrunff findet; das
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S(i|nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kninkhüitcn der IliiitergliediuiisstMi.
Leiden kniiimi aber auch bei Pferden, tiamentlich kaltblütige)'Raoen (Hol-steinern) dime jede nachweisbare Localerkraukung vor; .s(di)st bei der sorg-faltigsten Untersuchung lassen sieh an dem bet reffenden Schenkel nirgends Schmerzen nachweisen. Auch hierbei habe ich die Nourcctoinic des Tibialis vei'suchi , ohne damil einen nennenswerthen Erfolg zu erzielen. Bemerkl sei noch, dass auch bei der Luxation der Kniescheibe ähnliche Störungen beobachtet werden (S. 7So).
Bei einem anderen von mir beobachteten Pferde sing eine ähnliche Heizung von den Uhren ans. Führte man den Finger in das eine oder andere Ohr, so wurde der betreffende Hinterschenkel alsbald aufgehoben und unter krampfhaften Bewegungen in fast horizontaler Luge nach vorn geführt. Obgleich der Zustand jedesmal nur wenige Seounden dauerte, so war das Pferd dennoch arbeitsunfähig, weil durch den Druck der Trense oiler der llall'ler auf die Ohren immer von neuem solche Anfälle hervor­gerufen wurden. An den Ohren waren nicht die geringsten anatomischen \ eranderungen nachzuweisen.
:i. Dio Verletzungen durch Streichen und ihre Complicatlonen.
Der Kinscliiiss.
Als „Streichenquot; oder ..Streifenquot; bezeichnet man das öegen-schlagea der Füsse der einen Seite an die der anderen. Am häutig.sten kommt diese fehlerhafte Bewegung an den Hinterfüssen, besonders im Trabe vor. wobei in der Rege] die mediale Fläche des Fessel­gelenkes von dem Hufe der anderen Seite getroffen wird; seltener findet die Verletzung an der Hufkrone statt. An den Vorderfüssen, namentlich bei Pferden kaltblütiger liacen, flndel das Streichen aus­nahmsweise auch am Carpus und Metacarpus statt.
Das Streichen erlangt schon dadurch eine besondere Bedeutung, dass der Gang der mit demselben behafteten Pferde unsicher wird; Reitpferde stolpern nicht selten in Folge heftiger Quetschung des N, plantaris, weh hei- hierbei an der medialen Fläche des Fessel­gelenkes leicht getroffen wird. Aber auch in chirurgischer Beziehung interessiren diese Verletzungen, indem sich von ihnen aus K rauh hei ts-proeesse entwickeln, die zum Theil bedenklicher Natur sind. Zu den häulio'sten derselben gehört die Phlegmone, welche bald in diffuser Verbreitung im ünterhautgewebe auftritt und als „Einschussquot; be-zeichnet wird, bald auf das subfascialu Hindegewebe übergreift und nun durch immer neue Abscedirungen einen chronischen Verlauf nimmt, in anderen Fällen durch Einbruch in das Fesselgelenk oder in die Sehnenscheiden der Zehenbeuger leicht zu unheilbaren Complicationen Veranlassung giebt. Ferner bilden Streichwunden zuweilen den Aus­gangspunkt von gangränösen Frocessen (Brandmauke) und chroni-
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Streiohvorlotzuiigon.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;SO.1)
scheu Eutzündungon dor Cutis; die verrucöse Foriu der Mauke ent­wickelt wich, wie Ijoreits S. 743 bemerkt, nicht selten von Streich-wunden ans.
Erscheinungen. Durch das Streichen entstandene Verletzungen gehen sich in der Regel schon durch ihren Sitz am Fesselgelenke, an der Hufkrone oder dem Mittelt'uss bezw. Fiisswnrzel zu erkennen. Bald erscheinen an diesen Stellen nur die Ilaare gesträubt oder ab­gerieben, bald zeigen sich Excoriationen der Haut, wobei die Ober­fläche derselben entweder mit Blut oder mit den l'roducton entzünd­licher Heizung bedeckt ist; nicht selten lassen sich jedoch Wunden feststellen, welche die Outis perforiren. So lange die Verletzungen auf die Oberfläche der äusseren Haut beschränkt bleiben, fehlt eine Anschwellung, oder dieselbe ist nur unbedeutend, In solchen Fällen pflegt die Schmerzhaftigkeit gering zu sein. SO dass auch keine Lahm­heit besteht, und die Thiere oft längere Zeit trotz des Zustandes regelniässig zur Arbeit benutzt werden können.
Sobald aber der entzündliche Process auf die Subcutis übergreift, entwickelt sieh eine umschriebene Geschwulst, welche regelmässig zur Abscedirung führt. Damit nehmen die Schmerzen einen hohen Grad an, die Thiere zeigen sich sehr lahm, belasten unter Umständen den Fuss gar nicht, schwitzen über den ganzen Körper und erkranken auch wob] fieberhaft. Wahrscheinlich besteht hierbei zuweilen eine entzündliche Mitleidenschaft des N. plantaris, häufiger aber handelt es sich um eine l'hlegmone unterhalb der Fascio. Diese letztere wird um so bedenklicher, als sie die Gefahr des Einbruches in das Fessel­gelenk oder in die Sehnenscheide der Zehenbeuger im Gefolge hat. Ist die Sehnenscheide erkrankt, so nimmt der Fuss die S. 856 be­schriebene Haltung an: die Anschwellung erstreckt sich weiter nach oben bis auf den Metatarsus bezw. Metacarpus, und bei dem Ver­suche, passive Dorsalflexion in den Zehengelenken auszuführen, äus-sern die Thiere heftige Schmerzen; auch fehlt nur selten Fieber.
Entwickelt sich von der Streichwunde aus eine diffuse l'hlegmone der Subcutis, so breitet sich die Anschwellung bis zum Sprunggelenke, nicht selten sogar bis zum Knie aus. nimmt vornehmlich die mediale Schenkelflächo ein, an welcher regelmässig auch die Lymphgefässe angeschwollen sind, ebenso stellt sich Anschwellung der Leistendrüsen und Fieber ein. Man bezeichnet diesen Zustand, der auch aus ander­weitigen Verletzungen hervorgehen kann, als Einschuss. Dass hier­bei gelegentlich die Vena saphena miterkranken und fhrombosiren Möller, Spooielle Chirurgie für Thlordrzto. 2. Aufl.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 55
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KninldiriU'ii der Hintcrgliodmasscn.
kann, ist einleuchtend, doch kommt diese Complication tmcli meinen Beobachtungen nicht so hftuflg vor. \vi(! raon früher wohl annahm. Offenbar hat man die Anschwellung dor Lymphgefdsse mit einer sol­chen der Vene ofl verwechselt. Ebensowenig erscheint die Auffassung des Leidens uls Erysipelas berechtigt; handelt es sieh doch nicht um eine infectiöso Entzündung der Cut is. sondern des subeutnnen Bindegewebes. Da wo die Verletzung zu loealer Nelcroso der Haut führt, ent­stellt ein Zustand, der mit der Brandmauke (S. 739) identisch ist. Endlich entwickelt sieh von Streichwunden zuweilen eine chronische Entzündung der Cutis, die bereits als verrueöse Form der Mauke be­schrieben wurde (S. 743).
Der Verlauf der durch Streichen lierbeigeführten Verletzungen gestaltet sich also ausserordentlicli verschieden. Sind dieselben nicht mit infectiösen Vorgängen compliciii, so bleiben sie bedeutungslos und heilen in der Regel in kurzer Zeit, sofern sieh die Läsionen nicht wiederholen, was jedoch häufig der Fall ist.
Auch die difPuse Phlegmone der Subcutis (Einschuss) verläuft bei Pferden in der Regel günstig. Nachdem die meist, plötzlich auf­getretene Anschwellung 2—3 Tage hindurch an umfang zugenommen hat, zuweilen mit erheblichen Schmerzen und Fieber verbunden war, pflegt sowohl die Geschwulst wie auch der Schmerz und das Fieber wieder zurückzugehen, so dass in etwa, 8— 10 Tagen der Process abläuft, ohne nachtheilige Folgen zu hinterlassen. Unter Umständen, namentlich wenn die Phlegmone von einer Infection mit besonders deletär wirkenden Mikroorganismen ausging, kommt es wohl zu Ab-scedirungen an den oberen Abtheilungen des Schenkels oder zu schweren fieberhaften Erkrankungen, die gelegentlich durch Septicämie oder l'yämie ZU einem letalen Ausgange führen. Im ganzen sind solche Complicationen jedoch selten.
Bedenklicher gestaltet sich die subfasciale Phlegmone und zwar sowohl die local am Fesselgelenke oder der Hufkrone auftretende wie auch die diffuse. Im ersteren Falle entwickelt sich am Fessel­gelenk eine umschriebene, sehr schmerzhafte Anschwellung, die zu­weilen 8—14 Tage, unter Umständen noch länger fortbesteht, bevor sie zum Durchbruch kommt. Erfolgt die Perforation nach aussen, so entleert sich jauchiger, mit nekrotischen Gewebsmassen vermischter Eiter, worauf in der Regel die Schmerzen nachlassen und Heilung erfolgt. Zuweilen wiederholt sich dieser Vorgang, und das Leiden kann sich auf diese Weise in die Länge ziehen.
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Streichverlotzungon.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; w()7
Findet eine Perforotion in das Fesselgelenk slatt. so untwickeli sidi eine eitei'ige QelenkentzUndung; die Schnierzen und das Fiebev nehmen alsdann zu, der Fuss wird Überhaupt nichl mehr belastet, und seihst leise Drehbewegungen der Zehe lösen boftigo Schmensen mis. Dieser Zustand erweist sich ebenso unheilbar, wie ein Einbruch in das Hut'- und Kronenj^elenli bei Streielnvunden an der Ploischkroue, oder wie das üebergreifen der Phlegmone auf die Sehnenscbeide des Huf- und Kronbeinbeugers.
Die Complication mil Hautgangrän gestaltel sieh in ihrem Vrer-laufe verschieden, je nachdem der Process eine geringere oder grössere Ausdebnung gewinnt, (lel'älirlieli wird namentlich die Fortsetzung der Nekrose in die Tiefe, wobei die genannten Apparate ebenso in Mit­leidenschaft gezogen werden können wie bei der Phlegmone. üeber die Complication mit der verrueösen Perm der Mauke vergleiche mau S. 743.
Zuweilen bleiben dadurch Fisteln zurück, dass die Granulation der zur Perforation gelangten Abscesshöhle sich vereinigt, während in der Tiide nekrotische öewebsmassen liegen. Auch spielt die unter der Haut gelegene Fascie liier eine ähnliche Rolle, wie der Huf­knorpel bei der Knorpelfistcl. Solche Fisteln bieten bei der Heilung oft grosse Schwierigkeiten.
Ursachen. Fehlerhafte Stellungen und zu grosse, Ilaehe Hufe geben eine Anlage /.um Streichen ab. Zu den ersteren gehört vor­nehmlich die zu enge, sowie die bodenengo und zehenweite Stellung der Schenkel. Mit diesen Abweichungen sind nothwendig unregel-miissige Bewegungen der Füsse verbunden, wobei derartige Ver­letzungen leicht vorkommen. Das Streichen kann ferner durch Er­müdung der Thiere, sowie durch unebenen Boden, schlechtes Pflaster begünstigt werden, -hinge Pferde streichen sieh häufig während der Dressur, odor wenn sie in den Luxusdienst gestellt, stark beigezäumt werden, namentlich so lange die Thiere noch nichl gewöhnt sind, auf dem Pflaster zu arbeiten. Eine der liäufigsten Ursachen des Streichens hildet imless der liesehhig: in erster Linie kommt hierbei eine fehler­hafte Beschneidung der Hide in Betracht. Wenn an der inneren Seite des Mutes der Tragerand zu sehr verkürzt, die äussero Wand dagegen zu lang wird, so rückt das Pessolgolenk am belasteten Fusso gegen die Mittellinie des Körpers und wird alsdann von dem in der Bewegung befindlichen fasse verletzt. Da bei den Schmieden vielfältig noch die Ansicht herrscht, dass
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Krankheiten dor llintx'i'ij'lii'ilinasscn.
durch Verkürzung der inneren Seitenwaud das Streichen zu verhindern soi, so giebt gerade dieses MissverhKltniss cine der häufigsten Ur-snclieu des Streichens ab. Dass eine schlechte Lage dos Hufeisens, das Ueberragen desselben über den inneren Tragrand, sowie zu lange Nieton dieselbe naclitliciligc Wirkung zu ilussern im Stande sind, liegt auf der Hand; dock spielen diese der erwähnten fehlerhaften Be-schneidung der Hufe gegenüber eine untergeordnete Holle.
Behandlung. In priiservativer Hinsicht ist Regelung des Huf­beschlages Haupterforderniss, wobei nach dem oben angegebenen ver­fahren worden nuiss. Hierzu dient namentlich an den Iliiitert'ilsseu das sog. Streicheisen. Nachdem die laterale Seitenwand wenigstens soweit beschnitten ist, dass sie auf keinen Fall früher mit dem Boden in Berührung kommt als die mediale, liisst man den Tragrand an der letzteren etwas abrunden und ein bodeneng geschmiedetes Streicheisen aufschlagen. Sollte die mediale Seitenwand zu sehr verkürzt sein, so müssen hier Unterlagen von Leder U. s. w. angebracht worden.
Die durch Streichen veranlasston Verletzungen behandele man nach ihrer Art. Durch möglichste Reinhaltung wird am sichersten den besprochenen Complicationen vorgebeugt. Nach erfolgter Reini­gung der Wunde liisst man dieselbe mit Theer oder Creolin bestreichen, oder man wendet andere Antisepfica, an. Diese Vorsiohtsmassregeln verdienen namentlich im Wilder und auf schmutzigen Wegen Beach­tung (vergl. S. T:!!'). Doppelte Vorsieht ist geboten, sobald die äussere Haut perforirl und das Eindringen der Infeetionsstoffo in die Subcutis erleichtert erscheint.
Besteht bereits eine phlegmonöse Entzündung, so lasse man zunächst die Wunde sorgfältig reinigen und soweit möglich desin-liciren, um weitere Infectionen zu verhüten. Im übrigen müssen diese Zustände mich allgemeinen Grundsätzen behandelt werden. Bekanntlich ist Kälte contraindicirt, dagegen feuchte Wärme angezeigt. Warme Bäder von aromatischen Aulgüssen illeusainen oder Dcsinfecfions-llüssigkeiten) linden hier zweckmässige Anwendung. Wo die Phleg-mone höher nach oben reicht, lösst man den Schenke] mit Stroh bewickeln und nut diesen Flüssigkeiten in kurzen Zwischenzeiten be-giessen. Sollte die Anwendung dieser Mittel auf Schwierigkeiten stossen, so können Einreibungen des Schenkels mit Unguent, einer, applicirt werden. Sobald die Schmerzen nachlassen und die An­schwellung abfällt, empfiehlt sich langsame Bewegung der Patienten
li
eschleumgung der Ltesorpllonsvorgilnge.
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Streiohverletzungen. Krankhoitcu dos Hufes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;HfJO
Doppelte Vorsicht ist bei dor subfascialen Phlegmone geboten^ Zeigt sieb diese iim Pesselgelonk oder in der Nähe der Sehnen­scheiden, so sind permanente, lauwarme Pussbilder mit Desinflcientien (Sublimat, Carbol, Creolin, Burow'sche Lösung) angezeigt und sobald sicli Fluctuation bemerkbar macht, zögere man nicht mit dein Ein­stich, Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten, um sowohl Verletzungen der grösseren BlutgefUsse und Nervenstftmme wie auch der öelenk-kapse] und der Sehnenscheide zu vermeiden, Auch hüte man sich vor operativen Eingriffen, sobald das Gelenk oder die Sehnenscheiden bereits miterkrankt sind, da in solchem Falle nichts mehr zu erreichen ist, und bei dem Besitzer leicht der Verdacht entsteht, dass die An­wendung des Messers Ursache des letalen Ausganges war.
Bei starker Anschwellung der Hufkrone muss die Hornwand an der betreffenden Stelle verdünnt werden. Die gangränösen Processe sowie die verrueöse Form der Mauke sind nach den bei Besprechung dieser Leiden angegebenen (irundsiitzen zu behandeln.
Die gegen das Streichen vielfältig angeordneten Streichriemon leisten im ganzen wenig. Es giebt allerdings Pferde, bei denen die Disposition zum Streichen so gross ist, dass alle llüll'sniittel, auch die des Beschlages nicht, ausreichen, um derartige Verletzungen zu vermeiden. In solchen Fällen können Streichriemen vortheilhai'te Anwendung linden. Dieselben müssen jedoch so construirt sein, dass sie einerseits bei dem (legenschlagen nicht verschoben werden und andererseits durch zu festes Schnüren nicht Quetschungen veranlassen. Dieses erreicht man am sichersten durch An­wendung eines Streichriemens, der eine, Metallfeder enthillt, welche sich dem ovalen Querschnitt des Metatarsus genau anpasst und gut gepolstert ist.
Die bei gewöhnlichen Arbeitspferden vielfältig gebräuchlichen Stroh­seile und Gummiringe wirken nur so lange, als sie in Anwendung kommen, indem dir' Thiere durch sie veranlasst, werden, einen breiteren (Jang anzu­nehmen! Nach ihrer Entfernung beginnt das Streichen regelmässig von neuem.
E. Die Krankheiten des Hufes.
Obgleich der Huf, die Klauen und Krallen physiologisch homo­loge Gebiete darstellen und auch in ihrer inneren Einrichtung grosse üebereinstimmung zeigen, so weichen die Erkrankungen derselben doch in manchen Punkten von einander ab. Dieses erklärt sich vornehm­lich aus den verschiedenen Einflüssen, welche auf diese Organe ein-
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Hufkmrkhoiten.
wirken; dor Huf dos Pferdes isl anderen und zahlreicheren Sohttd-liclikeiten ausgesetzt als die Klauen der Wiederklluer; er erkrankt daher nicht nur häufiger, sondern auch in anderer Weise als Jone. Die Krallen der Fleischfresser spielen wiederum eine ganz andere Liolle wie der Huf und die Klauen.
Es erscheint daher zweckmössig, hier zunächst die Krankheiten des Hufes voranzuschicken, zumal diese bereits genauer untersucht sind, Indem ich auf die von mir veröffentlichte Specialarbeit „Die Hufkrankheitenquot; verweise, beschranke ich mich an dieser Stelle auf eine kurze Darstellung der entzündlichen Processe im Hufe, soweit dieselben ein [nteresse für die thieriir/tliclie Praxis haben.
A. Die acute Entzündung der Huf lederhaut. Pododermatitis acuta.
Acut-entzüudliche Processe in der Hufledei'haul sind mit wenigen Ausnahmen inlectiöser Natur; in vielen Fällen bestehen zugleich gröbere Verletzungen. Auf der einen Seite von der harten, unnachgiebigen Horn-kapsel, imf der anderen vom Hufbein eingeschlossen, müssen entzündliche Anschwellungen, und namentlich solche, die ans einer infection hervor­gegangen sind, schmerzhaft und mit der Neigung zur Nekrose verbunden sein. Die letztere wird zwar zum Theil durch den grosser) Gefftssreichthum der Huflederhaui zurückgebalten, kommt indess trotzdem nicht selten zu Stande.
Die Oberfläche der Huflederhaui trägt ein stark entwickeltes Stratum mueosum aus zahlreichen, unverhornten Epithellagen bestehend. Nicht selten läuft in diesem allein der entzündliche Process ab, quot;hue auf das Oorium überzugreifen: ein Zustand, der als Pododermatitis superficialis bezeichnet wird, während die entzündliche Erkrankung der tieferen Schichten, d. h. des Coriura und des subeutanen Bindegewebes, unter dem Namen Pododermatitis parenehymatosa s. profunda bekannt ist.
1, Die Pododermatitis suporficialis kommt in der Hegel durch Freilegung des Retegewebes und Eindringen von Infectionserregern zu Stunde. Denken wir uns, ein Nagel sei his auf diese Schicht in den Huf vor­gedrungen, aber bald wieder entfernt worden, so gelangen durch den Nagel-kamd leicht h'äulnisssnbstanzen und andere Entzündungserreger his in das Retelager und erzeugen hier eine oft über weite Strecken ausgebreitete Entzündung. Man spricht in solchem Falle von einer Vernagelung; war dagegen eine lose Wand Eingangspforte der infectiösen Substanzen, so nennt man den Zustand ein Hufgoschwür, im Eckstrebenwinkel eine S t e i n gall e.
Nur selten worden aseptische Entzündungsprocesse in diesem Gewebe beobachtet, doch treten solche bei der Rehe sowie bei der Bildung von Hornsäulen und unter ahnlichen Umständen auf; dabei erscheint das Hole-lager bald verdickt (z.B. bei der Rehe die weisse Linie); das während des entzündlichen Processes producirte Horn ist zuweilen verändert, gelb gefärbt oder blutig intiltrin (Steingalle). Bei der infectiösen Pododermatitilaquo;
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Acute Entzündung der Quflodorhaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;871
supei'fioitvlis tritt dagsgen Eitevung ein, wenn man dus Produol der-sftlbon so nennen will. Genau genommen handelt es sich vornehmlich um (une Einsobmelzung der dicken Retolagen darob die Infectionsstoife) welche allerdings von exsudativen Processen in dem benachbarten Corium begleitet wird, Daraus erklärt sich die Neigung des Processes, auf die Oberflilche liescliriinkt v.u bleiben und sich in der Richtung derselben auszubreiten, an der Pleischwand /.. .H. stets gegen die Krone vorzurücken, in der weissen Linie dem Vorlauf derselben zu folgen, weil gerade hier starke Lagen unverhornter Betezellen vorhanden sind.
Während bei der aseptischen Pododennatitis superficialis Resolution oder chronische Verdiokung den Ausgang des Leidens bilden, stellt sieb bei der infectiösen selten Resolution, sondern entweder Perforation nach aussen oder Einbruch in die Cutis oder Subcutis mil Entzündung dieser Theile ein. Die stattgehabte Resorption der eingeschmolzenen Retemassen erkennt man später an den im Hufhorn sich vorfindenden Hohlräumen, wie sie auch an den Klauen der Wiederkäuer hiluflg beobachtet werden; zuweilen liegen mehrere derselben übereinander und zeigen dadurch, dass der Process wiederholt aufgetreten und von Perioden regelmässiger Horn­bildung unterbrochen gewesen war.
In der Regel kommt, es bei der infectiösen Pododennatitis super-ficialis zur Perforation nach aussen und zwar meist unter chirurgischer lieibüli'o. Nachdem das Leiden festgestellt ist , schneidet man nach und entleert die graue oder schwärzliche, als Hufeiter bezeichnete Flüssigkeit, worauf Heilung erzielt wird, wenn man den Horndefect durch passende Verbandmittel ersetzt, oder wenigstens einen wirksamen Schutz gegen das Eindringen neuer Schädlichkeit, eintreten läs^f. Wird aber eine künstliche Entleerung nicht herbeigeführt, so breiter sieb der Process aus und bahnt sich einen Weg nach aussen. An der Pleischwand nimmt der Einschraelzungs-Vorgang seinen Weg stets in der Richtung der Blättchen zur Kronenwulst, um am oberen Rande derselben unter Lösung des Saumbandes vom Fleisch­saume seine Producte nach aussen zu ergiessen. Der Durchbrucb erfolgt also über der Krone an der unteren Haargrenze; dabei- die alte Bezeich­nung: „Der Eiter ist ins Haar gestiegenquot;. Am unteren Rande der Pleisch­wand tiezw. an der Peripherie der Pleischsohlo findet die Ausbreitung des Entzündnngsprocesses vornehmlich in der Richtung der weissen Linie statt, wobei es häutig an den Ballen zur Perforation kommt, Das dünnilüssig-o, graue oder schwiu'zliche Material (Hu('eiter), welches sich unter Los­lösung dos Saumbandos bozw. der Hornballen ohne Anschwellung- an der Krone ergiosst, kennzeichnet die superficielle Natur dieser Loideu.
2. Die Pododermatitis parenehymatosn läuft in dem Corium oder in der Subcutis ab; sie ist in der Regel mit Erkrankung der Ober-Hache verbunden und kann aus dieser hervorgehen, aber auch durch tiefere Verletzungen, Vernagelung u.s. w. entstehen. In dem zusammenhängenden Abschnitt der Huflederhaut bezw. ihrer Subcutis entwickeln sich die be­kannten Vorgänge der acuten Entzündung, Exsudation, Emigration u, s. w. Regelmässig handelt es sich um Vorgänge, die mit Production von Eiter verbunden sind, welcher sich von dem an den übrigen Abschnitten der äusseren Haut entstandenen nicht unterscheidet. Der Eiter erscheint dick-llüssig, gelb, rahmartig: auch kann derselbe durch Untergang von Gewebe (Nekrose) eine jauchige Beschaffenheit annehmen.
Der Ausgang dieses Vorganges besteht entweder in Resolution, Ab-scedirung oder Brand. Der erstere derselben wird nur selten beobachtet, um so häufiger kommt Absoessbildunff ZU Stande, welche sich hier ebenso
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872nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ilut'kninklioiten.
wie mi anderen Orten gestaltet, auch mit den gleichen Folgen verbunden ist, nttralioh u) Nokrose dor Huflodorhaut, b) Phlegmone und o) Sopti-ktlmie resp, Pyftmie.
Der Ausgang in Nekrose kommt in der Regel unter dem Einflüsse von Infectionon mit besonders virulenten Substanzen zu Stunde, wird aber durch die Lage der Huflederhaut zwischen den annaohgiebigen Horntheilen und dem Hufbeine begünstigt, indem acuteSclnvellungcn aul'dioso Weise leicht. mit bedeutender Compression und mit Circulationsstörungen verbunden sind. Doss die Wirkung der [nfectionsstoffe hierbei eine besondere Rolle spielt, zeigt das oft enzootische Auftreten der Nekrose; auch mag im Winter bei Continuitätstrennungen am Hufe die Wirkung der Kälte hierbei eine Holle spielen. Zur Zeit des Herrsohens der sog, Brandmauke beobachtet man häutig diesen Ausgang, der gerade hier um SO bedenklicher wird, als die Dissection des nekrolischen Gewebes auf Schwierigkeit im stösst, die Zor-setzungsproduete der gangränösen Gewebe sich in die Nachbarschaft aus­breiten und zu einer diffusen Entzündung der Huflederhaut führen, welche nicht selten eine Loslösung des ganzen Hufes (Aussohuhen) zur Folge hat. Hochgradige Schmerzen, Fieber und ausgedehnte Ablösung des Saurabandes deuten auf diesen Vorgang hin. Die Nekrose reicht fast immer bis auf das Hufbein, sofern eine Stelle betroffen war, an welcher die Huflederhaut dem Knochen unmittelbar anliegt, wie es an der Hornsohle und Hornwand zum grössten Theil der Fall ist.
Her Ausgang in Phlegmone kann sich natürlich nur da einstellen, wo die parencliymatiisn Entzündung Abschnitte der lluflederliaut erfasst, welche eine Subcutis führen, wie es an den hinteren Abschnitten der Wand und Sohle sowie an der Pleischkrone und am Strahl der Fall ist. Durch Hebergreifen des Entzündungsprocesses auf das unter der Fleischkrone ge­legene Bindegewebe entsteht eine subcoronttre Phlegmone, welche sich in der Regel über die eine Hälfte des Hufes, zuweilen aber über die ganze Kronenwulst ausbreitet. Starke Anschwellung der Kronen-wulst und heftige Schmerzen kennzeichnen den Zustand, der um SO gefährlicher wird, als nicht selten Einbruch der Eiterung in das Huf­gelenk erfolgt. An den hinteren Abschnitten der Krone führt die Phlegmone regelmässig zur Bildung der sog. Hufknorpellistel, welche sich jedoch noch häufiger aus Eiterungsprocessen an den hinteren Abschnitten der Fleisch-sohle und Pleischwand entwickelt,, deren Subcutis mit dem parachon-dralen Bindegewebe in direoter Verbindung steht.
Am Fleischstrahl kommt es bei parenehymatöser Pododermatitis leicht zur Phlegmone des Strahlpolsters, Gerade diese Complication erscheint be­sonders bedenklich, da der Process sehr oft auf die Hufbeinbeugesehne übergreift und Nekrose derselben herbeiführt. Die Phlegmone dos Strahlpolsters ken n zeichnet s i ch dur cli heftige Sc h m erzen, welche namentlich bei Dorsalflexion der Phalangen hervor­treten. Deshalb findet auch die Belastung des kranken Fusses stets bei excessiver Volar- bezw. Plantarflexion statt; die Thiere stellen den Fuss bei vorübergehender Belastung so, dass die Zehenwand senkrecht steht oder nach unten und hinten gerichtet wird: auch passive Dorsalflexion ruft leb­hafte Schmerzen hervor. Hierzu gesellt sich eine Anschwellung in der Ballengrube, welche bald ausgefüllt erscheint: auch kommen hier nach einiger Zeit Abscesse zum Durchbrach, und nicht selten zorreisst die Huf-beinbeugesehne,
3, Der Ausgang in Septikämie und Pyämie steht in erster Linie bei nekrotisirenden Pmcessen an der Fleisehwand und Fleischsuhle in Aus-
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Acute EntzOndung dor Huflederhaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8T,i
sieht, und zwar soludd die Xckroso his auf das Hufbein reicht. Die hier­bei arrodirtcii BlutgefilSBe können nicht /iisaimiieniallcn, sondern stehen offen und gestatten den directen Eintritt dor Infectionsstoffe in dio Uhit-balui. Auf die httuflge Complication dieser Frocesse mit Pyämio hat bereits Spinola hingewiesen, SeptikUraie droht hierbei aber noch aus einem anderen Grande, iii'milich als eine Folge des sich mit den heftigen und andauernden Schmerzen einstellenden Decubitns,
Ursachen. Abgesehen von der liehe, welche später Gegenstand der Betrachtang werden wird, verdanken die acuten Entzündungsprocesse in der Muflederhaut directen äusseren Schädlichkeiten ihre Entstehung, Theils sind es mechanische Reize, wie Quetschungen (Steingallen), theils Verwun­dungen (Vernagelung, Nageltritt), theils Continuitätstrennungen in der Hornkapsel, welche den [nfectionserregern Zutritt zur Huf lederhaut ge­statten (Hornspalten). Thermische Beize kommen als Entzündungserreger nur selten in Betracht, weil der Hornschuh ein ausserordenÜioh wirksames Schutzmittel sowohl gegen Hitze wie Kälte abgiebt. Verbrennungen durch das zum Zwecke des Beschlages aufgelegte Hufeisen finden heutzutage buchst, selten statt, üefter wird Kältewirkung bei bestehenden Continuitäts­trennungen in der Hufkapsel naohtheilig, Vernagelungen oder zu starkes Ausschneiden der Steingallen kann im Winter, namentlich bei Schmutz­wetter auf diese Weise nachtbeilig werden. Auch hat man an den 'Hallen wohl Erfrierungen beobachtet, Chemische Entzündungsreize bilden zu­weilen scharfe Substanzen (Säuren), welche von Schmieden zu Heilzwecke)) bei Hufkrankheiten augewendet werden. Hie bei weitem häufigste Ursache der acute)) Entzündungsprocesse besteht in Infection mit Eiterkokken und anderen Mikroparasiten, Durch die intacte Hornkapsel werden diese von den Weiohtheilen ferngehalten, sobald aber an ihr Continuitätstrennungen bestehen, wie sie durch Verwundung (Nageltritt, Vernagelung, Hornspalt, lose Wand u. s. w.) hervorgerufen werde)), tritt die Gefahr der Infection ein, die um so grosser wird, als der Huf in dem Schmutz am Boden unl infectiösen Substanzen stets in Berührung kommt; von der Virulenz der­selbe)) hängt zu))) grossen Theil der Verlauf und Ausgang des Entzündungs-processes ab,
Diagnose. Hie Gegenwart eine)' acuten Entzündung der Hufleder­haut giebt sich oft schon durch die Art der Lahmheit zu erkennen. Da die Belastung des fusses mit einer Drucksteigerung im Hufe verbunden ist, so muss eine ausgesprochene Stützbeinlahmheit eintreten, welche sieh oft schon im Stande der Ruhe durch andauernde Entlastung des Fusses bemerkbar macht; dio Lahmheit erscheint, auf hartem Boden (Steinpflaster) in der Ifegel auffälliger als auf weiche))) Hoden.
Die Untersuchung des Hufes durch Inspection richtet sich vornehm­lich auf den Nachweis von krankhaften Formabweichungen oder Continui­tätstrennungen und muss nach den in meiner Diagnostik näher beschriebe­nen Grundsätzen erfolge)): ebenso die Palpation, welche bestimmt, ist, den Nachweis von vermehrter Wärme und Schmerz zu führen.
Zu den indirecten Symptomen gehört namentlich die verstärkte Pul­sation und das Auftreten von Oedem an den unteren Abschnitte)) der Glied­masse. Bezüglich der Anwendung der Untersuchungszange und des Huf­messers zur Feststellung entzündlicher Frocesse muss hier auf die an anderen Stellen von mir gemachten Angaben verwiesen werden.
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^71nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I lui'kninkla'itcM.
BGurthüilung. Die Gefahr, welche mit den in Rede stehenden Pro-cessen verbunden ist, richtet sich in erster Linie nach dem .Sit/.o und dem Charakter derselben. Während die Pododermatitis superficialis im alllt;;e-meinen /.u den leichl heilbaren Zustünden gehört, hat die parenohymatös.e Entzündung oft schwere Complicationen im Gefolge, ilio erstere erscheint nur an den Kckstreben bedenklich, weil hier leicht Retention dos Eiters und Einbruch desselben in das Strahlpolster erfolgt. Ferner müssen ullo Processe an den hinteren Abschnitten des Hufes als bedenklicher angesehen werden, indem von hier aus leichl diffuse Phlegmonen entstehen und zur Bildung von Eufknorpelfistol oder Erkrankung des Strahlpolsters, der Sehnenscheiden sowie der [lufbeinbeugesehne Veranlassung geben.
Da weder die Ausbreitung des Processes noch auch der Charakter desselben hUufig nicht direct festzustellen ist, so müssen indireote Anhalts­punkte für die Beurtheilung herangezogen werden. Dahin gehört in erster Linie der (irad und die Dauer der Schmerzen, Als Regel gilt, je hoch­gradiger und andauernder dieLahmheil um so bedenklicher die Prognose und /.war namentlich dann, wenn eine directe Ursache derselben nicht festzustellen ist . wenn /,. ,1!. kein schmerzhafter Vorfall von Weich-theilen besteht. Flüchsl gefilhrlich ist sowohl Nekrose wie auch die Compli­cation mit Phlegmone im Strahlpolster oder subcoronilren Bindegewebe. Ebenso bedenklich erscheinl der Zustand, wenn sieli in Folge dor andauernden Belastung an dem anderen Pnsse Hufbeinsenkung eingestellt hat (S. 7lt;H)).
Behandlung. Muss dieselbe auch nach den allgemeinen Grundstltzen erfolgen, ho verlang! die Therapie acuter Entzündungen der Huflederhaul noch besondere Rücksichten. Dass zunllchst die ursachlichen Elinäüsse soweit möglich zu entfernen sind, liegl auf der Hand. Bei der aseptischen Pododermatitis genügl in der Hegel neben lluhe die Anwendung von Killte in Form von Umschlllgpn, [mmersion, permanenter Berieselung u. s. W. Hierbei wird nicht nur durch Aufweichen des Hornes der schmerzhafte Druck der liornkapsel auf die entzündlich oi'krankten Weichtheile gemildert, sondern auch die entzündlichen Processe direct bekitmpft. Bemerkt sei noch, dass nach lilngerer Einwirkung von Peuchtigkeil der Huf oingefettel werden inuss, um das Austrocknen desselben zu verhindern. Nach dem Verschwinden der Lahmheit lasse unm einen zweckmllssigen Beschlag einführen.
Bei der mil Eiterung verbundenen superficiellen Entzündung ist baldige Entleerung des Eiters zu bewirken; hierzu dient die sorgfältige Anwendung des Hufmessers. Ivs gentigt eine Oefl'imng von (),quot;gt; 1.0 cm Umfang, um dem dünnflüssigen Eiter Ablluss zu verschaffen, worauf mau die Bohle auswaschen und mil Desinficientien ausspritzen lilsst. Unter UmstHnden können iiuch [''nssbilder nützlich werden, doch verwende man reines Wasser event, unter Zusatz von Desinfectionsmitteln. Wichtig bleibt., durch einen entsprechenden Verband die Oeffnung so zum Verschluss zu bringen, dass weder Saud und Erde mich auch Schmutz in dieselbe oin-dringen kann. Aus diesem Grunde ist ferner reine, trockene Streu erforder­lich. In der Regel genügen diese Massregeln, um derartige Processe in 5—8 Tagen zur Heilung zu bringen. Dass an den Kckstreben, namentlioh für den i'egelmässigen Abfluss des Eiters, besondere Vorsicht geboten ist, wurde bereits erwähnt.
Grössere Sorgfall verlangt die Therapie der parenehymatösen Pododer­matitis, welche mit Eiterung verbunden ist. Auch hier muss zunächst jedjB Eiterretention verhindert werden, um die Gefahr der Phlegmone zu be-
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Aoute Entzündung der Huflederbaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 87.')
kämpfen. Man lege deshalb den Erkrankangsbord so weil mögliob, aber mit Schonung des Hufhornes frei, und verdünne dos lot/.tere in der Nach­barschaft. Die letztere Massregel erscheint mit Rücksicht auf die entzünd­liche Schwellung in der üingebung der lOitenm^ erforderlich. Die zweite Indication besteht in Aufhebung der Zersetzungsvorgttnge in dem Knt-/.ündungsherde, Dazu dienen einmal sorgfältige Waschungen, event, unter Anwendung von FussbHdern, sodann Desinficientien. Man lässt die erkrankte Stelle mit Sublimat-Onrbol- oder Creolinwasser abspülen, sodann wird ein mit dem einen oder anderen dieser Mittel getränkter Tampon auf die frei­liegenden Weichtheile gebracht und ein Druckverband angelegt. Audi Ausspritzungen mit diesen Mitteln oder mit Chlorzink (1 ; 10) erweisen sich oft notbwendig,
Der Druckverband hat einmal die Aufgabe, die erkrankte Stelle vor Verunreinigungen und neuen fnfectionen zu schützen, dann aber auch den Vorfall der Weichtheile zu verhindern. Theils durch die Entfernung der Hornpartien, grösstentbeils aber in Folge der entzündlichen Schwellung zeigen die blossgelegten Weichtheile des Hufes eine Neigung, durch die in der Hornkapsel hergestellte Oeffnung vorzuquellen, wobei sie durch die Ränder des Hufhornes gereizt, anschwellen und schliesslich von diesen ein­geschnürt werden. Auf solche Weise entstehen erhebliche Schmerzen, die vorgefallenen Theile werden durch den Druck der sie einschnürenden Horn-massen in Entzündung versetzt, auch stösst der regelnlässige Abfluss des Miters auf Schwierigkeiten, in Folge dessen Eiterretention mit ihren Folgen (Phlegmone) herbeigeführt wird. Malier ist zur Beseitigung derartiger Vor­fälle ein Druckverband event, unter Application von Adstringentien (Alaun, Tannin) oder selbst von Äetzmitteln (Höllenstein u. s. w.) nothwendig. Durch Bestreuen der Granulation mit Jodoform und anderen, pulver-Förmigen Desinflcientien kann den entzündlichen Processen weiter entgegen­getreten werden. Ganz besondere Vorsicht verlangt dieser Zustand, wo der Eiter jauchige Beschaffenheit zeigt; hier werden andauernde Pussbäder wirksam, indem sie reinigend auf den Erkrankungsherd wirken. Der Vor­fall wird allerdings durch solche Hader- begünstigt; daher empfiehlt sich, während derselben durch einen Verband diesen zurückzuhalten.
Sobald die Eiterung verschwunden ist, sorge man für den nöthigen Schutz, damit sieh die Weichtheile mit neuem Horn bedecken: dazu dient ebenfalls ein passender Occlusivverband event, unter Anwendung von Theer und ähnlichen Mitteln. Erst nach erfolgter Benarbung kann der Verband entfernt und ein Beschlag wieder eingeführl werden, der nicht nur den allgemeinen Anforderungen entsprechen, sondern auch die erkrankte Stelle so lange schlitzen muss, bis sich dieselbe wieder mil einer starken Horn-lagO bedeckt bat.
Sobald Nekrose der Huflederhaut festgestellt ist, muss die betreffende Stelle vollständig freigelegt werden, um das abgestorbene Gewebe zu ent­fernen, und der Brandjauche möglichst freien Ablluss zu verschallen. Die Gangrän giebl sich hier durch eine graugelbe Farbe der Huflederhaut, sowie durch das Fehlen von Schmerz und Blutung beim Berühren der Stelle zu erkennen. Zum Zwecke der Entfernung nekrolischer Gewebsmassen erfasse man dieselben mit einer Pincette oder Zange und suche sie ahzu-reissen. Nachdem dieses geschehen, muss die oben beschi'iebene Behandlung eintreten.
Heber die Behandlung der Coraplioationen mit Phlegmone im Sirahl­polster vergleiche man das Kapitel Nageltritt; auch soll die Phlegmone im subcoronären Bindegewebe an anderer Stelle besprochen werden (S. 887).
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Ilut'knmkhoiten.
1, Die Temagelnng.
Verletzungen dor Huflederhaut durch einen odor mehrere beim Beschlagen in dieselbe eingedrungene Nägel kommen bekanntlich sehr häufig vor und zeigen sich in ihren Folgen ausserordentlich versohie-den. In erster Linie hängen diese von dem Grade der Verletzung ali. dann aber auch von den hiermit verbundenen [nfectionsvorgängen. War der Xagel nur liis in die Nähe der unverliornten Keteiager vor­gedrungen, oder ist nur dieses verletzt, so entsteht eine superlieieile EDntzttndung mit den oben beschriebeneu Folgen. Werden aber die bindegewebigen Abschnitte der Cutis von demselben getroffen, so ent­wickelt sieb in der Regel eine parenehymatöse Entzündung; doch ist dieses nicht immer der Fall. Wenn nämlich der verletzende Nagel alsbald wieder entfernt, der Nagelkanal durch Theer, Wachs oder Brennen des Ilorncs geschlossen und auf diese Weise eine Infection der Wunde verhindert wird, so kommt bekanntlich nur selten eine Entzündung zu Stande: ein Beweis, dass nicht die Verletzung an sich, sondern die mit derselben verbundene Infection die Entzündung ver-anlasst. Daher bleibt auch die alte Hegel beachtenswerth, in solchen Fällen an derselben Stelle einen zweiten Nagel nicht einzuschlagen, weil hierdurch die Gefahr der Infection vergrössert wird.
Unter Umständen kommen durch den eingeschlagenen Hufnagel Verletzungen des Hufbeines zu Stande; doch hüte man sich, die im Verlaufe des Entzündungsprocesses eintretende Nekrose dieses Knochens für eine durch den Nagel verursachte Fractur desselben zu halten.
Der Verlauf gestaltet sich verschieden. Leichte, d. b. ober­flächliche Verletzungen heilen zuweilen, ohne zur Eiterung zu führen, in G—8 Tagen unter kühlender Behandlung und Ruhe. Die durch Vernagelung erzeugte L'ododerniatitis superlicialis führt regelmilssig zur Eiterung, wobei der Eiter, wenn nicht eine künstliche Entleerung desselben vorgenommen wurde, an der Stelle der Krone zum Jhircb-bruch gelangt, welche in der Verlängerung der llornröhrchon liegt, WO unten die Vernagelung stattgefunden hat. Obgleich /war meist spontane Heilung hiernach erfolgt, so kann es doch keinem Zweifel unterliegen, dass die schnelle Entleerung des Eiters in der weissen Linie den Vorzug verdient, indem hierdurch der Ablauf dos Processes beschleunigt wird,
Da Vernagelungen nur an den Ahschnitten vorkommen, wo die
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Vernaffeluns
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Suflederbaut sicli unmittelbar auf das Hufbeiu legi, wo also eine Subcutis l'ulill, so wird auch nur selten Phlegmone als Complication beobacbtet, liiiiiHlt;gt;-t!i4 dagegen Nekrose der Fleiscbwand und seihst dos Qufbeines mit ihren Folgen (8. 872). Wie bereits bemerkt, hängt diese aber im-hr noch von der Art und dem Grade der Infection als von der Ausdehnung der Verletzung ab, Allerdings führen directs Verletzungen des Knochens meist zur Nekrose desselben wie der nach­barlichen Huf lederhaut.
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Die Diagnose ergiebt sich theils aus dem Umstände, dass das Pferd bald nach dem Beschläge lahm wurde, theils aus der Unter­suchung des Hufes. Zu dem /wecke lasse' man nach Abnahme des Hufeisens die Bodenflilche des Hufes und namentlich die weisse Linie in ihrer ganzen Ausdehnung ausschneiden, um sich von dem Sitze der Xagellöcher tiberzeugen ZU können. Im (Ihrigen verfahre man hierbei wie S. s7:! angegeben, Wenn ein Nagelkanal freigelegt werden soll, so muss dieses zunächst in dem Sohlenhorn und in der weissen Linie, unter Schonung des Wand-hornes erfolgen, um für den neuen Beschlag eine genügende Trage­fläche zu erbalten.
Ursachen. Unvorsichtigkeit und Ungeschicklichkeit der Schmiede giebt zwar in der Regel die Ursache zur Vernagelung ab, doch können derartige Verletzungen besonders an schlechten Hufen und bei un­ruhigen Pferden auch ohne ein Versehen des Schmiedes eintreten. Das Versehen seitens des Schmiedes ergiebt sich aus dem falschen Sitze des Nagelloches, und zwar an einem Hufe, bei dem ein der­artiger Nagelansatz nicht erforderlich war. Zu eng gerichtete und zu tief gelochte Eisen, fehlerhafter Nagelansatz bilden in der Regel den Ausgangspunkt der Vernagelung, selten dagegen im Hufe zurück­gebliebene Eisenstifte, welche den Nagel von seiner normalen Rich­tung ablenken.
Die Behandlung verlangt zunächst Entfernung des Nagels wie auch des Hufeisens. So lange keine Eiterung besteht, uird Kälte in Form von Fussbädern ode)- Umschlägen angewendet. Dabei sorge man für Reinlichkeit und suche dem Auftreten von Infections Vorgängen durch einen reinen Stand, event, einen zweckmiissigen Verband vor­zubeugen. Sobald Eiterung eingetreten ist, linrlel die Behandlung nach den oben (S. 871) geschilderten Grundsätzen statt.
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878nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hufkronkheltan.
','. Der Nagoltvltt.
Plilegmone des Sfcrahlpolsters, Resection der Hufbein-
beugese li ne.
Verletzungen durcli Gegenstände irgend welcher Art, die durcli die Körperlast in die Weichtheile des Hufes gedrängt (eingetreten)
werden, fussl, mau unter dem Namen „Nagoltrittquot; zusammen. Meist bilden Ntlgel oder Draht, nicht selten aber Eisen- oder QlasstUcke den verletzenden Gegenstand. Du die Hornsohle meist, genügenden Widerstund leistet, so dringen solche Fremdkörper fast ausschliess-lieh am Strahl ein, verletzen also den Fleisehstralil und das Strahl-polster, ausnahmsweise aber auch die Hufbeinbeugesehne, das llul-bein oder Strahlbein, ja selbst; das Kronenhein (S. tutquot;). Meist gleitet der Fremdkörper an der einen oder anderen Eckstrebe ab und dringt von der seitliehen Strahlfurche aus in den Hut' ein.
Diese Verletzungen von der Vernagelung zu brennen, rechtfertigt die verschiedene Bedeutung derselben, welche jedoch auch heim Nagel­tritt vornehmlich von der Tiefe der Verletzung und der Art der Infection abhängt. Beschränkt, sich die Continuitätstrennung auf die Oberfläche des Fleischstrahles, so bleiben in der Regel bedenkliche Folgen aus: sobald aber das Sirahlpolster mit betroffen ist, tritt die Gefahr einer diffusen Phlegmone desselben ein, wobei die Eiterung auf die Hufbeinbeugesehne übergreift; es entsteht Nekrose derselben und eiterige Entzündung der Strahlbeinbursa, Damit wird ein Zu­stand geschaffen, der höchst bedenklich erscheint, an dem die Thiere häufig zu Grunde gehen, wenn nicht bald Hülfe eintritt. Dass bei der langsamen oder schnellen Ausbreitung des Processes auch die Virulenz der [nfectionserreger eine Holle spielt, bedarf nicht der .Be­gründung.
Die Beurtheilung häng! daher in erster Linie von dem Sitze, sodann von dem Umfange der Verletzung und der Art der Infection ab. Die Tiefe der Wunde lässt sich an dem entfernten Fremdkörper seihst, zuweilen auch mit Hülfe der Sonde feststellen. Die Anwen­dung der letzteren verlangt jedoch auch hier Vorsicht, denn leicht werden durch dieselbe Infeetionsstott'e in die Tiefe der Wunde ver­schleppt.
Wichtig für die Beurtheilung ist ferner der Sitz der Verletzung. Am bedenklichsten wird der Nntreltriti in der Mitte des Strahles, wo
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Niiffeltritt,
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die Eufboiubougesebne dor Oberflftcho ava uilchsteu, uml zugleich die Bursa mit dem Strablbein [iegt. An der Strahlspifczo erfolgt leicht eine Verletzung der untei'n Fläche des Hufbeines, vvodurcli Nekroso desselben entsteht; dieser Zustand zeigt sicli jedoch selten so gefilhr-lich, wie die Erkrankung der Sehne und ihrer Scheide, weil die Nekrose des Knochens nu'isl örtlich beschrilnkl bleibt, und mitev Bxfoliation tleilung erfolgt, wenn auch ofi ersi nach Iftngorer Zeit [8—I Wochen). Hochgradige Lahmheit, sowie Erscheinungen einer diffusen Phlegmone des Strahlpolstors bilden bedenkliche Zeichen, also: excessive Volnrl'lexion beim Versuche, den Fuss zu belasten, Anschwellung' /.wischen den Ballen und Schmerzen bei for-eirter Dorsalflexion der Zclie.
Behandlung. Verhinderung der Infection, bezw. Desinfection der Winnie, sowie Verhütung der weiteren A.usbreitung des entzünd­lichen Processes bilden die Hauptaufgabe der Therapie. Nach sorg-Pältiger Entfernung des Fremdkörpers, wobei man sieh llberzeugt, dass nicht Theile desselben zurückgeblieben sind, muss der ganze Huf zuuächsl wie zum Beschläge ausgeschnitten und hierbei alles zer­fallene (bröckliche) Horn ans der Sohle und dem Strahl entfernt werden. Sodann schneide! man auch das Horn um den Nagelkanal fort, so dass dieser wenigstens bis in die Nähe der verletzten Weich-iheile freigelegt wird. Nunmehr wird die trichterförmige Oeflrhung und soweit möglich auch die Wunde mil reinem Wasser oder besser noch mil einer Desinfectionsflüssigkeit sorgfältig gereinigt; hierzu eignet sich eine sorgfiütig gereinigte Spritze; auch empfiehlt sich Aus­wischen mit einem Tampon, der mil 100/oiger Chlorzinklösung getränkt wurde. Handelt es sich doch darum, die Wunde zu desinliciren; deshalb lässi man auch einen mil der Desinfectionsflüssigkeil an­gefeuchteten Occlusi wer hand folgen.
Nehmen in den nächsten Tagen die Schmerzen zu, so sondire man vorsichtig die Wunde, um dem etwa i'etinirten Wundsecret Abfluss /.n verschaffen; auch empfiehlt sich unter solchen Umständen, täglich -mal 1—-- Stunden hindurch ein Fussbad anzuwenden; stellt, hierzu ein Desinfectionsmittel zu Gebote, um so besser. Selbstverständlich muss für eine feine, trockene Streu gesorgt werden. Den Verband lasse man täglich 5 (iinal begiessen und so leneht erhalten.
Es bandelt sich also darum, den entzündlichen Process ant die verletzte Stelle zu beschränken, und eine Ausbreitung desselben zu verhindern: sorgfältige ßeinerhaltung, Venneidung von Betention des
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SSO
llul'kranklieitrn.
Biters, bezw. Wundsecretea und Beschränkung dor Zersetzungsvor-gllnge in der Wunde geben hierzu die wirksamsten Mittel ab.
Lassen die Schmerzen nach, so genügt ein trockener Verband, und wenn die Entzllndung, bezw. Eiterung aufhört, wird zum Schütze der mil einer nur dünnen Qornmasse bedeckten Weichtheile ein sog, Splintverband angelegt, indem man die betreffende Stelle mit Theer bestreicht, mit Werg bedeckt und ein Paar Bolzspäne, kreuzweise über einander gelegt, mit ihren Enden unter das Hufeisen schiebt. Hiermit kann das Pferd arbeiten, sofern der Hoden trecken ist; bei Schmutzwetter muss der Patient noch einige Tage im Stalle bleiben.
Beschrilnkt sieb die Eiterung im Strahlpolster auf eine bestimmte Stelle, so verhüte man eine neue Infection sowie auch die Retention von Eiter, wodurch eine diffuse Phlegmone des Strahlpolsters ent­stellen würde.
So lange die Eufbeinbeugesehne mil ihrer Bursa noeb nicht mitleidet, kann unter Umständen das Auskratzen der Wunde mit dem scharfen Löffel niilzlieb werden. Man beseitigt mit demselben die intieirten, nicht selten lippigen öranulationsmassen, also ein llinderuiss für den Abtluss des Wnndseerets. dann aber auch die nekrotischen Massen ans der Tiefe. Nach dem Auswischen mit Chlorzinllaquo; wird ein mit demselben Mittel getränkter Tampon in die Wunde geschoben und ein Verband angelegt.
Sobald die Eufbeinbeugesehne erkrank! ist, bleibt zur Wieder­herstellung des Patienten in der Regel nur die Resection derselben übrig, wobei man wie folgt verfährt: Nachdem Sohle, Strahl und namentlich die Eckstreben des Hufes rechi tief ausgeschnitten sind, wird am niedergelegten Pferde der Strahl mit dem Strahlpolster freigelegt, um die nekrotischen Abschnitte dieser sowie auch der Hufbeinbeugesehne zu entfernen. Der zu operirende Fuss wird aus­gebunden, ein Gammischlauch über der Vorderfusswurzel, bezw. Über dem Sprunggelenk fest angelegt, um in der Blutleere zu operiren. Zunächst fiibrt man zwei Schnitte durch die seitlichen Strahlfurchen, welche sieb an der Strahlspitze treffen. Hierdurch wird der Pleisch-strahl mit einem Theil des Strahlpolsters frei und mittelst eines durch die Spitze des Strahles gezogenen Bandes zurückgelegt. Die regel-mässig bestehenden Pistelgänge müssen bei der Schnittfllhrung beachtet werden, um auf den Grund derselben zu gelangen und die nekroti­schen Oewebsrnassen zu treffen. Zeigt sieh hierbei, dass bloss das Strahlpolster leidet, so entferne man die nekrotischen Theile desselben, kratze die Umgebung mit dem scharfen Löffel aus, wische mit Chlor-
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Natteltritt,
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zinklösung muh und lege alsdann einen feuchten Desinfoctionsverbaud an. Meist bestellt jedoch Neki'ose der Eufbeinbeugesebne mii eiteriger Erkrankung der Bursa podotroohlearis. In solchem Falle empfiehlt sich die totale Uosection des unteren Kndstiickes der Seime. Zu dem Zwecke trennt man zunächst ihre Ansatzstelle vom flnt'hein ab, worauf die Gleitfläche des Strahlbeines sichtbar wird, wenn man die .Sehne zurüoklegti in der Regel lindet sieh bereits Maceration des Knorpels auf dem Strahlbein, nicht selten auch Nekrose desselben. Nunmehr wird die Seime in der Höhe des oberen Strahlbein-randes mit. dem lorbeerblatfcfönnigen Messer abgeschnitton, und zwar möglichst glatt; ein recht scharfes Messer mit langem Hefte ist hierzu erforderlich. Höher nach oben darf diese Trennung nicht vorgenommen werden, weil man sonst das Hufgelenk öffnet. Nach Entfernung des Sehnenstumpfes wird das Strahlbein mit dem scharfen Löffel abcre-
1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;o
kratzt, um durch Entfernung des Knorpels eine productionsfdbige
Oberlliiehe zu erzielen. Darauf wischt man die Höhle mil einer l00/o Chlorzinklösung aus, spült mit Carbol- oder Sublimatwasser nach und legt mehrere, mit Sublimat- oder Carbolwasser angefeuchtete Werg­bäusche fest zusammengepresst in die Höhle, worauf der Strahl in seine normale Lage zurückgebracht, und ein feuchter Occlusivverband angelegt wird. Die Ausfüllung der Höhle mit Werg erfolgt, theils um die nach dem Abnehmen des Ghimmischlauches auftretende Blutung zu beschränken, theils um dem Strahlpolster und Strahl ihre normale Lage wiedergeben zu können. Am nächsten Tage wird dieser Ver­band abgenommen, die Wunde mit einer Desiufectionsflüssigkeit aus­gespült und ein gleicher Verband angelegt; doch wird die Höhle nur lose mit Carbolwerg oder Jute ausgefüllt. Dieser zweite Verband bleibt 8—10 Tage liegen, falls keine Durchfeuciitung desselben oder anderweitige Störungen (Fieber, heftige Schmerzen) eintreten. Nach dieser Zeit lindet man die Wände der Höhle liberal] mit Granulation bedeckt, in günstigen Füllen ohne jede Spur von Eiterung. Der Ver­band wird nunmehr alle 4—5 Tage erneuert, und in dem Masse sich die Höhle mit Granulation füllt, muss der Verband für dieselbe Platz machen, indem immer weniger Stoff in die Höhle eingeführt wird. Schliesslicb heilt dieselbe vollständig aus: der Strahl erscheini zwar zuweilen etwas verkürzt . im übrigen bleiben keine Deformitäten zurück. Oft habe ich die Thieiv I 6 Wochen nach der Operation wieder arbeiten lassen; hierbei empfiehlt sich ebenfalls der Splint­verband.
Diebesteil Erfolge gewährt diese Operation bei schweren Arbeits-.MöHit. Speolelle Clilrurgio fUr TMertete, i, Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;•''ifi
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882nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hufkrankhaiten,
pferden; lgt;ti Luxuspferden und sololien, laquo;lio viel im Trabe arbeiten, bleibt oft eine durch lim^vro Zeit iiuluilh'iide, [eichte Lahmheit zurück, die aber später regelmässig verschwindet.
Die partielle Resection der Bengesehne ist nach meinen Erfah­rungen nicht zu empfehlen, weil regelmässig die Bursa podotrochlearis mitleidet. Wenn daher auch das aekrotische Sehnenstück entfernt wird, so besteht doch die eiterige Bursitis fort und führt zu neuer Nekrose an der Seime. Die Mittheilungen über partielle Uosectioneii des Hufbeinbeugers sind daher mit Vorsicht aufzunehmen. Schon der Umstand, dass man in solchen Fällen bereits nach 8—II Tagen, oft noch früher, Heilung gesehen haben will, beweist nach meiner (Jeberzeugung, dass man nicht Nekrose der Beugesehne, sondern mir des Strahlpolsters vor sich gehabt hat, I5ci dieser genügt aber häufig Auskratzen mit dem scharfen Löffel.
S. Dor Kroiientrltt.
Phlegmone des subcoronären Bindegewebes,
Verletzungen an der Krone des Hufes und deren \iihe durch Treten eines anderen Fusses bezeichnet man als Kronentritt. Dabei erfährt entweder die Kronen willst, das Saumband oder die äussere Haut Trennungen des Zusammenhanges, welche sich nicht selten auf die unter der Haut gelegenen Theile, auf die Sehne des hingen Zehenstreckers, die Hufknorpel und selbst auf das Hufbein ausdehnen und sogar mit Frölfming des Hufgelenkes verbunden sein können. Die beim Kronentritt bestehende Gefahr wird noch dadurch gesteigert, dass die A'erletzung eine Quetschwunde bildet, die schon bei ihrer Entstehung stark inlicirt wird. Daraus erklärt sich, dass der Kronen­tritt niemals per primara int. heilt, vielmehr stets mit .Neigung zur Nekrose verbunden ist. Hierzu trägt allerdings die Einrichtung und Lage der verletzten Theile mit bei: die Sehne sowohl wie auch das Huf­bein und seine Knorpel sterben leicht ab, während durch die Lage der Fleischkrone Nekrose begünstigt wird, indem bei aent-enfzünd-lichen Schwellungen durch den Gegendruck der harten Bornwand die Krnälmmgsvorgänge in derselben erhebliche Beeinträchtigungen er-lahren. Dazu kommt endlich, dass sieb die Mehrzahl dieser Ver­letzungen im Winter ereignen. Kälte und Schmutz einen nachtheiligen Eintluss nach dieser Richtung ausüben. Durch Vernachlässigung geringfügiger Verletzungen an der Krone entstehen in dieser .lahres-
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Kronentritt.
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zeit nicht selten schwere gangränöse Processe an der Krone, welche sich mit Vorliebe auf die Pleischwand ausbreiten, Daz\) kommt:, class [ufectionen des unter der Krommwulst gelegenen lockeren Binde­gewebes leicht zu diffuser Phlegtuone desselben führen, welche wiederum durch l'ehergreiiV'ii auf das llufgelenk eine eiterige, also in der Regel unheilbare Gelenkentzündung hervorzurufen im Stunde ist.
Glückhoherweise laufen wenigstens die Regenerationsvorgänge an dieser Stelle mit einer grossen Vollkommenheit ah : sieht man doch nicht selten, dass grössere Abschnitte der Fleischkrone so vollständig ersetzt werden, dass ein Defect in der Wandbildung nicht- zurück­bleibt. Dieses wird dadurch ermöglicht, dass die Papillen des Saum­bandes und der benachbarten äusseren Haut zum Ersatz für die ver­loren gegangenen herangezogen werden. Man vergleiche hierüber meine Hufkrankheiten II. Anil. S. 59.
Eine Unterbrechung in der Funktion der Pleischkrone tritt natür­lich bei jeder erheblichen Verletzung an der betreffenden Stelle ein, So lange die Kronenwulst acut-entzündlich erkrankt ist, bildet sie kein Wandhorn, daher muss an der leidenden Stelle eine Lücke in der Hornwand entstehen, welche man seit alter Zeit als . Ilornkluftquot; be­zeichnet und deren Ausdehnung von der räumlichen und zeitigen Unterbrechung der llornproduetion an der Krone abhängt. Je länger die Entzündung andauert, um so grosser wird die senkrechte Aus-dehnung der Lücke, je weiter dieselbe an der Krone ausgehreitet war, um so breiter wird der hiernach auftretende Defect. Bleibt die Hornproduction dauernd gestört, so bildet sich eine Lücke in der Hornwand. welche allmählich nach unten wächst und schliesslich vom Kronen- his zum Tragerande reicht. Zur Beurtheilung der Frage, olgt; eine vollständige Wiederherstellung der Integrität der Hornwand ein­treten wird oder nicht . muss also das Horn unter dem Saumhaude beachtet werden.
Eine weitere Störung in der Heilung dieser Verletzungen be­steht zuweilen darin, dass die Papillen der Fieischkrone. in einer fehlerhaften Lage an ihrer Oberfläche verhornen und in Folge dessen ihre normale Stellung nicht wieder erlangen. Die während der acuten Entzündung ungeordnet durch einander liegenden Kronenpapillen müssen natürlich in ihre normale Lage gebracht werden, wenn sie zur Bildung einer normalen Hornwand später wieder beitragen sollen. Dies geschieht otfenhar durch die benachbarten, in ihrer regelmässigen Lage nicht gestörten Papillen. Da nämlich die Bedeckung der Ober­fläche mit Horngewebe von der Peripherie der Verletzung ausgeht,
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SS I
Hufkmnkheiten.
so werden die erkrauldeii und verlagerten PapUlen dnreli die llorn-production auf den benachbarten Papillen in ihre frühere Lage zurtlck-gehracht, und da sicli dieser Vorgang der Benarbung von der Peri­pherie zum Centrum der Wunde allmtlhlicb fortsetzt, so linde! in dieser Richtung auch die regelmässige l!ullt^llllt;i#9632; der Papillen und die Wiederherstellung des normalen Zustandes statt. Zuweilen aber ver­horn! die Oberfläche nicht so fegelmässig, indem dieser Vorgang bereits zu einer Zeit eintritt-, in der die Anschwellung noch nichi verschwunden ist, die Papillen also ihre normale Lage anmöglich ein­nehmen können: oder die Verlionning erl'olgt nicht gli'lcliiuassig von der Peripherie zum ('entrinn der Verletzung. Dann müssen die in einer abnormen Lage verhornten Papillen not hu endig in dieser ver­harren, und es entsteht an der Krone eine abnorme Hornwueherung, d. h. eine Anzahl Papillen Iriigt nicht zur regelmiissigeu Wandbildung hei. sondern producirt für sich Hornmossen, welche mit der Wand nicht im Zusammenhange stehen. Die Bornwand aber zeigt alsdann an der betreffenden Siedle einen Defect, wodurch die Festigkeit der­selben Leiden kann. Durch Verhornung der noch angeschwollenen Krone kommt zuweilen eine abnorme Verdickung an der Aussen-Häehe der llonnvand zu Stande: ausnahmsweise erfolg! dieser \ or-fzanc an der inneren Fläche der Wand und zwar unter Bildunc einer sog. ilornsäule.
Ausser diesen Störungen in dem Heilungsvorgange verbinden sich mit dem Kronentritl noch bedenklichere öefahren. Erkrankt z. 15. das Hufgelenk eiterig oder septisch, so ist ein unheilbarer Zu­stand geschaffen: dieses kann sowohl durch directe Verletzung des Gelenkes als auch durch den Einbruch einer au die Verletzung sich anknüpfenden Phlegmonc des subcoronaren Bindegewebes in dasselbe, end­lich auch durch Ausbreitung der Nekrose in die Tiefe veranlasst werden.
Xekrose der Sehne des langen Zehenstreckers giebt zwar zu einer auffälligen Bewegungsstörung Veranlassung, indem der Kuss beim Ausschreiten sowie bei dem Versuche ihn zu belasten, in ex­cessive Volar- bezw. Plantarflexion tritt : doch hat dieser Zustand keine dauernden Störungen zur Folge, indem der Sehnendefect durch Bindegewebe ausgefülli wird, die Enden der Sehne wieder mit ein­ander verwachsen, Bedenklich wird das üebergreifen der Nekrose auf die Pleischwand, weil dieselbe sieh hier leicht ausbreitet oder zu einer diffusen EüntzUndung der Huflederhaut führt, welche nicht selten mit Ausschuhen verbunden ist. Nela'ose der Hufbeinknorpel giebl stets zur Bildung von Knorpelfisteln Veranlassung.
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Kriiiicnlnlt.
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Prognose. Aus dem angefllhrten ergiebt sich, dass die Be-urtlieilung der als Kronentritt bezeichneten V^erletzungon ausserordent-liih verschieden ausfallen muss. Folgende Anhaltspunkte kommen hierbei in Betracht:
I. ih'l uml Ausdehnung der Verletzung, Je mehr sich die Verletzung dem Hufe nähert, um so bedenklicher wird dieselbe; ist nur die ilussere Häuf und das Saumband betroffen, und reicht lt;lic Trennung nicht in die Tiefe, so heilt der Kronentritt regelmässig und in kurzer Zeil: an der Pleiachkrone stossen dagegen uichl allein die Heilungsvorgänge auf grössere Schwierigkeiten, sondern es entstellt hier zugleich die Gefahr der Miterkrankung des Hufgelenkes; bei den kleinen, feinen Unten edler Pferde ist diese Gefahr um grössten,
In der Mille der Zehe liegl das Hufgelenli kaum mehr als 'J. cm vom Kronenrande der Hornwand entfernt, im weiteren Verlaufe nach hinten tritt dasselbe jedoch immer weiter von der Krem' zurück, liegt hier also tiefer und wird nicht so leichl mitverletzt. Verletzungen an der /ehe sind daher stets bedenklicher als solche an der Seiten wand, und zwar um so mehr, als auch die Sehne des hmgen Zehenstreckers nicht selten dabei verletzl ist.
'J. Grosse der Anschwellung und Grad der Lahmheit. Da die Anwendung der Sonde keine zuverlässige Auskunft über die Ausdehnung der Vei'letzung giebt, andererseits aber mit der Gefahr verbunden ist, das Hufgelenk zu perforiren oder septische Substanzen in die Tiefe zu verschleppen, so muss sowohl der Anschwellung wie auch der Schmerzhaftigkei) bei der Prognose eine besondere Bedeutung beigelegt werden. Je grosser diese, um so schwerer und ausgedehnter pflegt die Erkrankung zu sinn. Besondere Vorsieh! empfiehlt sich bei der Prognose, wenn erhebliche Schmerzhaftigkeil ohne starke Anschwellung, Uberhaupl ohne eine nachweisbare Ursache auftritt. Dass hei der Heiivtheilung das Allgemeinbefinden, Appelil, Körper­temperatur u. s. w, in Betracht gezogen werden muss, verstehl sich von selbst.
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Die Diagnose biete! nur selten Schwierigkeiten. Bei Pferden mit langem Behang wird jedoch eine nähere Untersuchung oft noth-wendig, um die Verletzung zu entdecken. Wo bereits Nekrose be­steht, können Zweifel auftauchen, ob es sich um einen Kronentritl oder um eine spontane Gangrän (Brandmauke) handelt, Streich­wunden und anderweitige Verletzungen führen wohl zu ähnlichen
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88(gt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hufkrankheiten.
Veränderungen wie der Kronenfcritfc, iiiügt;scii dann aber ebenso wie dieses Leiden hüui'tlii'ilt werdun.
Behandlung'. Die erste mid wichtigste Aufgabe der Therapie besteht in Eleinigung und Desinfection der Wunde. Sowohl die mit dein Stollen in die Wunde gedrängten Haare uls auch [nfectionsstoffe, welche regelmilssig in grosser Menge in dieselbe übertragen werden, suche man zunächst nach ßiöglichkeit zu entfernen. Zu dem Zwecke werden in der Umgebung der verletzten Stelle die Haare fortgeschnitten, und die etwa vorhandenen losen Petzen von den Wundrftndern ent­fernt. Sodann liisst man den ganzen Huf, uamentlidh die Krone sorgfältig abwaschen, und die Wunde mit Oarbol-, SubUmat- oder Creolinwasser ausspülen. Wo Zeit und Gelegenheit dazu gegeben, empfiehlt .sich ein Fussbad mit den genannten Mitteln. Auch das Auswischen oder Ausspritzen mit einer Chlorzinklösung ll : l11) zeigt sieh vortheilhaft, tTachdera sodann bei Gtegonwarl einer stärkeren Anschwellung der Pleischkrone die derselben entsprechenden Abschnitte der Eornwand durch Abraspeln verdünn! sind, legt man einen Ver­band an. leb ziehe den feuchten Carbol- oder Sublimatverhand vor, lasse vorher die Wunde mit Jodoform bestreuen, einen mit den ge­nannten Mitteln angefeuchteten Werg- oder Jutebauscli auf die ver­letzte Stelle legen und mehrere grössere Bäusche folgen, die mittels! einer Binde befestigt werden, welche man jedoch nur massig fest anzieht. Der Verband soll indess einen leichten Druide auf die ent­zündete Krone ausüben und diese von der Eornwand abdrängen; ein zu fest angelegter Verband vergrösserl nicht allein die Schmerzen, sondern begünstigt auch das Auftreten von Mekrose der Krone. Dem­entsprechend wird der Verband applicirl und durch wiederholtes Be-giessen mil einer Desinfectionsflüssigkeit einige Tage hindurch feucht erhalten. Lassen die Schmerzen nach und lindet keine Durchfeuch­tung des Verbandes statt, so kann derselbe 2—3 Tage liegen bleiben, anderenfalls muss alsbald eine Erneuerung desselben eintreten. Sobald regelmässige Eiterung erfolgt, lässt man an Skdle des feuchten einen trockenen Verband anlegen.
Besondere Aufnierksamkeil verdient, wie sich aus obiger Be­trachtung ergiebt, der Benarbungsprocess. Hierbei darf die Verhor­nung an den Papillen der Krone nicht früher eintreten, als bis Ab-schwellung derselben eingetreten ist. Darauf ist besonders zu achten, und sollte sich bereits vor dieser Zeit Neigung zur Hornbildung /eigen, so lasse man 0,50/o Kalibilder oder solche von Seifenwasser
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Ki-oncntnit. I'hir'mioiic des subcorontlrön Bindegowsbo
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iuiwendcii, iim das Erhärten der verhornten .Massen so lauge zu ver­hindern, bis die entzündliche Anschwellung sich verloren bat. In gleicher Weise muss auch das unregelra'dssige Fortschreiten der Be-narbung bohandeh werden.
Gtegen abnorme Bornwucherungen au der Krone lässt sich uicM viel ausrichten: ist dieselbe auf eine kleinere Stelle beschränkt, d. h. niinnii ihre Basis etwa nur die Qrösse eines 3 —5 Markstikdcos ein, so erzielt man durch vollständiges Abtragen der gewucherten Massen Besserung des Zustandes, unter Umständen vollständige Heilung. Dieses operative Eingreifen wird aothwendig, wenn die Wucherung sich gegen die llomwand legt und wie es niidit seilen der Fall ist, an ihrer Basis chronische Eiterung entsteht. Man selmeide die Masse von Grund aus fort, versehe sich aber mit Verbandmaterial, um die zuweilen stärkere Blutung alsbald stillen zu können; hierzu kann auch das (iliilieisen nützlich worden.
Phlogmone des subcoronäron Bindegewebes, An das subeutane Bindegewebe unter dem Pleischsaume and der äusseren Haut über dem Hufe schliesst sieb das in reichlicher Menge unter der Fleischkrone gelegene Bindegewehe unmittelbar an und steht seinerseits wieder mit dem i'ara-ehondrinm und durch dieses mit dem Strahlpolster in Verbindung,
Das subcoronäre Bindegewebe ist locker, in ihm liegen die grossen Venennelze der Krone eingebettet, and reichl dasselbe Ins auf das Kapsel­band des Hufgelenkes,
Verletzungen an der Krone des Hufes (Kronentritte, Streichwunden) führen nicht selten zur Infection und diffusen Entzündung dieses Binde­gewebes (Fhlegmone des subcoronttren Bindegewebes), In der Begel beschränkt sich das Leiden auf eine Seite des Hufes, zuweilen aber greift die infectiöse Entzündung auf die andere Seite über, so dass die Phlegmone von einem Ballen zum anderen rund um die Hufkrone reicht.
Der Zustand kennzeichnet sich zunächst durch eine mehr oder weniger deutlich hervortretende entzündliche Anschwellung der Hufkrone, sodann durch heftige Schmerzen, besonders beim Versuche, den Fuss zu belasten, Die mit dem Leiden verbundene Lahmheit pflegt SO hochgradig zu sein, dass selten eine vollständige Belastung des Fusses zu Stande kommt. Im allgemeinen richtet sich derselbe nach dem Grade der Anschwellung, Die über dem Hufe gelegenen Lymphgefttsse sind zuweilen angeschwollen, doch lilsst sich dieser Zustand nicht immer mit Sicherheit nachweisen. Bei Dreh­bewegungen der Phalangen tritt grosso Schmerzhaftigkeil hervor.
Das Leiden zeigt somit eine grosse Achnlichkeit mil der eiterigen Entzündung des Hufgelenkes. Oft lilsst sich eine sichere Diagnose nur aus dem weiteren Verlaufe stellen. Wo die Lahmheit erst mit der Bntwickelnng der Anschwellung auftrat, muss auf Phlegmone des subcoronftren Binde-gewehes geschlossen werden, ist dagegen die Phlegmone eine Folge der eiterigen Gelenkentzündung, so zeigt sich bereits vor dem Erscheinen der Anschwellung bedeutende Lahmheit. Ferner lassen mit dem Auftreten von Perforationen hei dem in Hede siebenden Leiden die Schmerzen in der Kegel nach, nicht so bei der eiterigen Erkrankung des Hufgelenkes.
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S88nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hufkraakheiten.
Zuweilen zeigt sich Ansfluss von Synovia, oder der antei'suohende Pinger gelangt bis in das Elnfgelenk, so dass man über die Diagnose niohi mehr im Zweifel bleibt.
Der Verlauf der Phlegmone des subcoronären Bindegewebes gestaltet sich in der Begel angünstig. Huld fühiH die andauernde Belastung an dem gegenüberstehenden Pusse zu Hufbeinsenkung, wodurch Unfähigkeit denselben zu belasten entsteht, und das Pferd bald an Decubitus zu Grunde geht. Bald greif! die Elrkrankung auf dem einen oder anderen der Hufknorpel über, und es entsteht eine Hufknorpelfistel. Nicht selten aber handelt es sich um septische Phlegmone mit umfangreichen Zerstörungen in der Kronenwulsl and dem unter ihr gelegeneu Binde­gewebe, es tritt Pytlmie oder Septikämie hinzu und führt zum Tode. Die geräumigen Geftlsse der Venennetze der Krone begünstigen namentlich die Entwickelung der Pyttmie. Kine hiluli^e Comiilicution bildet die eiterige Entzündung des Hufgelenkes, welche durch Debergreifen des entzündlichen Processes auf dieses herbeigeführl wird. Die Schmerzen pflegen dann noch zuzunehmen, und wenn die Phlegmone auf eine Hufhälfte beschränkt war, breitet sich die Anschwellung nun auf die ganze Krone aus und ver­bindet sich regelmUssig mil Fieber, welches aber auch diese Phlegmone begleiten kann.
Verhältnissmässig selten stellt sieh Zertheilung oder nach erfolgter Perforation der sieh gebildeten Äbscesse Heilung ein, doch wird auch dieser Ausgang beobachtet. Fast niemals greift die Knizündung auf das Strahl­polster über, häutiger noch auf das oberhalb der Krone gelegene siibcnlane Bindegewebe, woselbst es durch Nekrose der hier gelegenen Pascien zu einer chronischen, mit Pistelbildung verbundenen Eiterung kommen kann.
Die PrognoBe t'iilll im allgemeinen ungünstig aus, so dass sich bei minderwerthigen Pferden eine längere Behandlung oft nicht lohnt. Anderer­seits gebietet die Klugheit, hier nicht gleich jede Aussicht auf Heilung aus-zuseh Hessen . seihst da nicht, WO sich die Schmerzen andauernd heftig zeigen; denn zuweilen tritt mit der l'erforalion des Abscesses plötzliche Besserung ein.
Behandlung. In präservativer Beziehung kommt eine möglichst sorg-t'ältig durchgeführte antiseptische Wundbehandlung bei allen Verletzungen der Krone und ihrer Nachbarschaft in Betracht, welche die Cutis perforiren; oberflächliche Verwundungen führen nichl leicht zu dem Leiden. Ganz besonders müssen Kronentritte, welche in nächster quot;Nähe des Hufes liegen, vorsichtig behandeil werden, um der Phlegmone vorzubeugen.
Wo das Leiden bereits aufgetreten ist, suche man durch warme Bäder Zertheilung anzustreben; auch hier empfiehll sich, dem Badewasser das eine oder andere Antisepticum zuzusetzen. Sobald sich deutliche Fluctuation bemerkbar macht, spalte man den Abscess, macho sich indess auf eine stärkere Blutung gefasst, die ziemlich regelmässig eintritt. Nach Entleerung des fast immer blutigen Eiters resp. Jauche spüle man die Höhle mit einem Desinflciens aus und tamponire die Wunde, um die Blutung zu stillen. Ein Verband muss zum 'fragen der Tampons und zur Unterstützung ihrer st ypl ischen Wirkung auf etwa 24 Stunden angelegt werden, doch hüte man sich, denselben zu fest zu legen und so Nekrose der Krone zu erzeugen. An den folgenden Tagen wird die Abscesshöhle wiederholt und sorgfältig
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Steintrallo,
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mit Desinfioientien ausgespritzl; auch sorge man dafür, dass kf'mv Eiter-retention eintritt; unter Umständen kann ein Drain nützlich werden.
Dass man bei grosser Bchmerzbaftigkeit für ein rechl weiches Lager Soi'ge tragen mass, li^ul auf der Hand: denn je mehr der Patieni liegt, um so weniger leicht kommt Hufbeinsenkung auf dem anderen Fusse zu Stande, am so geringer alMi die Qefahr eines tödtlichen Ausganges durch Decnbitus.
4. Die Stoiugiille.
Die Bezeichnung „Steingallequot; bildet einen Collectivbegriff für verschiedenartige Krankheitszustände, welche an den hinteren A h-theilungen des Hufes, namentlich in den Sohleuwinkeln vor­kommen. Sitz der Leiden bildel entweder die Pleischwand der Trachten-oder Eckatrebenwand, oder aber die Fleischsohle, Demnach hat man auch wohl Wand-, Sohlen- und Eckstrebensteingallen unterschieden, in der Regel handelt es sieh um intracapsuläre Blu­tungen, welche in Folge von Druck oder Zerrung auftreten. Solange der hämorrhagische Herd nicht infleirt wird, entsteht keine Entzün­dung; war dieses der Fall, so kommt es zu einer Pododermatitis, und /.war bald y.u einer superlieiellen. bald zu einer parenehymatösen. In jedem Falle stellt sich Eiferung ein, weshalb man diese Art als „feuchtequot; Steingalle, im Gegensatz zu der ohne Entzündung ab­laufenden, trockenen Steingalle bezeichnet hat. In der Fleischwand odor Sohle findei die Blutung am häufigsten an der Oberfläche des Papillarkörpers statt. Has Blut ergiesst sieh zum grössten Theil zwischen diesen und das Hul'iiorn. das an seiner inneren Fläche von demselben durchtränkt wird; auch die nunmehr sieh neubildenden Hornzellen werden von dem Blute roth gefärbt. So entstellen rothe Flecke, bald in (festall feiner Punkte #9632; wenn die Blutung auf die
Papillen beschränkt blieb -....., meist aber in form grösserer rother
Flecke, die sich allerdings erst später beim A.usschneiden des Hufes zeigen, sobald nämlich die so gefärbten Hornschichten Ins an die Oberfläche des Hufes vorgerückt sind.
Findet- eine Infection des ergossenen Blutes statt, so folg! ein entzündlicher Process, welcher namentlich dann oft bedenklich wird, wenn die Pododermatitis parenehymatosa von den Eckstreben aus auf das StraMpolster übergreift und eine diffuse Phlegmone desselben herbeiführt; auch durch Infection des Parachondriums und Bildung einer Eufknorpelflstel (s. diese) kann sich der Zustand zu einem un­angenehmen Leiden gestalten. Leider kommen diese beiden Compli-cationeu ziemlich bäufiquot;' vor.
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8(10nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hufkrankheiten.
Ursachen. In der unmittelbaren Verbindung der blutgefUss-reichen Buflederhaut rail dem harten Hufliorn liegt es begründet, class gerade hier so leicht Blutungen auftreten, sehr selten worden entzündliche Vbrg'tlnge ohne Hömorrhagien beobachtet. Man findet indess zuweilen Spuren derselben in den Sohlenwinkeln; ilus Sohlon-horn zei^'t sieh hier glänzend, halbdurchsichtig, etwas gelblich ge­färbt; Veränderungen, die nur eine entzündliche Erkrankung der Huf-matrix zurückgeftlhrl werden müssen.
Dass die hinteren Hufabschnitte von mechanischen Läsionen am häufigsten betroffen werden, liegt zum Theil in der grösseren Beweg­lichkeit derselben; der Eufmechanismus macht sieh gerade hier am lebhaftesten bemerkbar und führl daher leicht zu Zerrungen in den Weichtheilen. Dann aber kommt in Betracht, dass die Trachten im höheren Grade belastet werden, trotzdem das Hufliorn hier am wenigsten stark erscheint. 1 gt;as häufigere Vorkommen der Steingallen im me­dialen Sohlenwinkel und an den Vorderftlssen muss gleich falls auf die Mehrbelastung und die bedeutendere Stosswirkung bei der Be­wegung, namentlich in schnellen Gängen zurllckgeführi werden.
Begünstigt werden Steingallen durch lange und weiche Fessel und andere fehlerhafte Stellungen, namentlich der Vorderfüsse; bei hodenweiter Stellung leidet meist die innere, bei bodenenger die äussere Tracht. Je schwächer das Hufliorn an den Trachten, um so leichter treten derartige Verletzungen ein: die Gegenwart von Kiug-bildung an der Aussenfläche der Trachtenwand lässt Stein­gallen vernmlhen. Ebenso leiden abnorm enge Hufe regelmässig an Steingallen: beim Tniehten/wanghuf fehlen sie fast niemals. Hoch sind auch weite Hufe häufig mit solchen behaftet; während hier vornehm­lich Sohlensteingallen vorkommen, bilden sich an engen Hufen mit Vorliebe Wandsteingallen aus.
Als äussere Ursache wirkt vor allem ein fehlerhafter Huf­beschlag, namentlich unrichtiges Beschneiden; ferner zu kurze oder zu enge Eisen, oder zu langes Liegen der Hufeisen. Da an unbeschlage-nen Hufen Steingallen fast niemals beobachtet werden, so lag der Gedanke nahe, dass dieselben stets durch den Drink des Hufeisens veranlagst würden. Deshalb suchen Schmiede vielfach dem Leiden dadurch entgegenzutreten, dass sie die innere Tracht soweit verkürzen. dass diese mit dem Eisen nicht mehr in Berührung kommt. Der Erfolg zeigt aber, dass dieser Schluss nicht richtig ist; denn jetzt treten die Steingallen erst recht hervor, und zu ihnen gesellt sich noch ein Hornspall am Kronenrande des ETufes. Man übersieht hier-
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Steinsralle.
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bei niiinlicli, class die Tracht einen Stützpunkt auf dem Hufeisen linden niuss; wenn das nicht H',gt;s(,liil'lit, 80 senk! sich die Tracht in abnormer Weise und führt zu Zerrungen und Zerreissungen in der lluf'leilerhaut. Das l'eliel. welches man hiermit beseitigen wollte, wird durch das Verfahren noch unterstützt,
Beurtheilung, Obgleich Steingallen sein- Läufig vorkommen, ihr Fehlen in grösseren Stadien sogar als eine Ansnahnie betrachtet werden kann, so werden dieselben dennoch von Laien im allgemeinen recht gefürchtet. Dieser Umstand beweist schon, dass sich an diese Leiden bedenkliche Polgen knüpfen k(innen. Solche treten Jedoch erst ein, wenn eine [nfection des Krankheitsherdes stattgefunden hat, und da diese mit seltenen Ausnahmen immer von aussen erfolgt, so kommt es vor allem darauf an. die liimiorrhagischcn Herde gegen das Eindringen von [nfectionsstoffen zu schiit/.en. Sobald dieses mög-licli erscheint, ist die Prognose günstig. Nur da, wo sich die Be­schaffenheit des Hufhornes so mangelhaft; zeigt, dass selbst alle Vor­sichtsmassregeln zur Beseitigung der Steingallen nicht genügen (habituelle St.), lallt die Beurtheilung ungünstig aus. Ist bereits Eiterung eingetreten, so muss man auf die oben beschriebenen Compli-cationen gefasst sein, namentlich wenn es sich um eine Pododermatitis parenehymatosa handelt. Anschwellung der Krone lässt eine Hufknorpelfistel erwarten, während hochgradige Lahmheit, Schmerzen bei Dorsalflexion der /ehe und Anschwellung /wischen den Hallen für i'hlegnione des Strahlpolsters und Mitleiden­schaft der Hufbeinbeugesehne sprechen (S. 879).
Beim Gebrauche der Pferde auf Steinpflaster, sowie bei fehler­haften Stellungen der Gliedmassen wird die Aussicht auf vollständige Heilung weniger günstig als unter entgegengesetzten Umständen.
Die Behandlung muss nach den oben (S. 874) beschriebenen Grundsätzen geleitet werden. Zunächst sind die ursächlichen Momente soweit möglich zu entfernen: auch muss der Beschlag geregelt werden. Bei den sog. trockenen Steingallen ist weiter nichts DÖthig, Ja nicht einmal zweckmässig. Das gilt namentlich von dein Ausschneiden der Steingallen. wie es bei den Schmieden und Besitzern so allgemein beliebt ist. Gerade hierdurch wird viel geschadet, indem nach Ent­fernung der rothgefärbten Hornmassen die Weichtheile blossgelegt und den [nfectionsstoffen direct, zugänglich gemacht werden. Aufgabe der Tlnerilr/te bleibt es, namentlich auf die Besitzer einzuwirken, damit, diesem Unfug gesteuert wird.
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I [ufkrankheitou.
Die entzündlichen Processe, welche sich im Verlaufe dor Stein-
gnllen einstellen, müssen nach den S. ^7 1 u. ff. entwickelten örund-slitzcii behandelt werden. Man sorge namentlich bei parenehymatöser Erkrankung für regelmässigen Abfluss des Eiters; wo etwa Nekrose eingetreten sein sollte, sind die ahgestorbeneu Massen baldigst zu ent­fernen und die [nfectionsvorgänge möglichst zu beschränken, indem mau durch nntiseptische Behandlung die [nfectionserreger entweder zu vernichten oder doch ihre Entwickelunff zu hemmen sucht.
5. uir Hufknorpelüstol.
Lit.; Giesecke, Zeitsohr. f. Vet.-Kund. 1890. S. 259. Koch, II. T. W. 1890. S. 307. Siedamgro tzky, Dresd. Bor. 1890. S. 21. Winkler, Keitschr. f. Thiermed. 1890. ^ 2U7. Briluer, Dresd. Ber. Ilaquo;quot;;!). S. 72.
Eine chronische, mil Nekrose und Pistelbildung verbundene phlegmonöse Entzündung der Bufbeinknorpe] und ihrer Umgebung bezeichnet man als Hufknorpelfistel oder kurz Knorpelfistel. Jene knorpeligen V^erliingerungen der Hufbeinilste liegen in einem derben, mit vielen elastischen Fasern versehenen Bindegewebe (Parachon-drium), welches mil dem subcoroniireu Bindegewebe, sowie auch mit dem Strahlpolster in unmittelbarer Verbindung steht. Sobald sieh in dem Parachondrium eine eiterige Entzündung entwickelt, kommi der Knorpel in die (iet'alir. durch Einwirkung von Eiter /.n nekroti-siren. i)i(i abgestorbenen Theile desselben werden nur schwer eli-minirt, sie bleiben längere Zeit liegen und unterhalten einen Eiterungs-process, dessen Produci durcli enge Kanäle (Fisteln) nach aussen entleerl wird. Von Zeit zu Zeil stellt sieb von neuem eine acute l'lilegmone ein, welche weitere Knorpelmassen zur Nekrose bringt, und so erhält sich der Zustand in der Regel -i •quot;gt; Monate, wenn nicht eine energische Behandlung eintritt.
Ein in seinem Wesen ähnlicher Vorgang kann von dem sub-coronären und snbenlauen BindegeAvebe oberhalb der Krone ausgeben und wurde von Haubner als „Kronenfistelquot; bezeichnet. Ebenso unterscheiden die Franzosen einen „Javarl cutanöquot; und einen „Javarl cartilagineuxquot;.
Eingeleitet wird der Process durch eine infection des Bindegewebes mit Eiterkokken, und zwar kann diese direct von der äusseren Haut ausgehen, wie es bei Kronentritten, bei der Brandmauke und ähnlichen Leiden zuweilen der Fall ist; im allgemeinen geben jedoch directe Verletzungen der Hirfknorpel nur selten die Veranlassung zur Ent-
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Hufknoi'pelfistel.
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stehiing ilcs Zustandes ab, sofern laquo;'ine entsprechende Behandlung der Wunde t'eclitzeitig eingeleitei wird, in der Eloge] bildel eine Sfcein-e-ullc durch (Jebergreifen des Entzündungsprocesses auf das über der Flciscli.solilc gide^ciii- liiii(U'lt;4'ü\vebe oder eine Bornspalte duroli Ver-mittelung einer Phlegmono des unter der Fleischwand liegenden Binde­gewebes den Ausgangspunkt dieses Leidens.
Bei der anatomischen Untersuchung zeigt sieh das Parachondrium verdickt, mil kleineren oder grösseren Abscessen durchsetzt, und am Knorpel linden sieh Iheils noch adhilrente, theils bereits vollstilndig abgelöste nekrotisirte Partien, welche in der Recel ffrlln ffefärbl sind.
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Der Verlauf gestaltet sieh immer chronisch, zumal die Ent-wickelung in der Hegel entweder von einer Steingalle oder Hornspaltu ausgehl. Meist tritt schliesslich Heilung ein, jedoch erst nach voll­ständiger Zerstörung des Knorpels, worüber regelmässig 3—5 Monate vergelien. In der Regel bleibt der Process auf eine ELälfte des Hufes, d. h, auf einen Bufbeinknorpel bescliränkt, sehr selten greift derselbe auf die nndere Seile des Hufes Über. Am häufigsten leidet der mediale Knorpel, weil an dieser Seite die als Prim'drerkrankungen bezeichneten Zustände vornehmlich auftreten, Aus demselben Grunde geht die Zerstörung des Knorpels von seinem hinteren Bilde aus. schreitet gegen das vordere vor und kommt hier erst zum Abschluss.
Als Complicationen treten zuweilen Nekrose am Hufbein, eiterige Entzündung des Hufgelenkes oder Phlegmone des subcoronären Binde­gewebes (S. 887) und des Strahlpolsters auf. Durch die erstere wird nur der Ablauf des Processes verzögert, während die Hufgelenkent­zündung regelmässig zum Tode führt, die Phlegmone des Strahlpolsters und subcoronären Bindegewebes mil bedenklichen Folgen verbunden ist (S. 879).
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Erscheinungen. Da eine Phlegmone des Parachondriums die Grundlage der Knorpelfistel abgiebt, so tritt als erstes Symptom der­selben eine diffuse Anschwellung der Hufkrone und des Ballens her­vor, wie sie sich im Verlaufe der oben besprochenen Leiden in der Regel plötzlich einstellt, Zwar kann diese Phlegmone in Zertheilung übergehen, doch beobachtet man das nicht häufig; in der Rege] kommt es zur Abscessbildung, die Anschwellung perforirt und es ergiesst sich mit Blut gemischter Kiter. worauf jedoch keim' voll­kommene Abschwellung folgt, sondern ein Fistelkana] zurückbleibt, in welchen die Sonde 2 5 cm tief eindringen kann. Nachdem sich
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llut'kiMiikheiU'ii.
auch dieser Ivaual nach eiuigei' Zeit gesohlosseu hat, tritt bald eine aeue Anschwellung (Phlegmone) hervor, welche denselben Verlauf nimmt; dieses wiederholt sich in verschiedenen Zeiträumen; liäufig zeigen sich mehrere fisteln, die mit einander in Verbindung stehen. Die mit dem Zustande verbundene Lalnulicit ist nur selten sein-stark, oft sogar so gering, dass die Thiere während des Leidens zu langsamen Arbeitsleistungen brauchbar bleiben. Mit dem Auftreten einer neuen Phlegmone vermehren sieh jedoch die Schmerzen, und wo es zur Mitleidenschaft des Hufgelenkes oder des Strahlpolsters kommt, nehmen die Schmerzen stets einen hohen Grad an und zeigen jene EligenthUmlichkeiten, welche bei den genannten Leiden beschrieben sind (S. 884, 879).
Prognose. Die Beurtheilung des in Rede stehenden Zustandes biete! nicht geringe Schwierigkeiten, namentlich wenn es sich um die Bestimmung der voraussichtlichen Dauer desselben handelt. Im all­gemeinen heilen Kronenflsteln schneller als Knorpelfisteln.
Da der Process in der Kegel vom hinteren zum vorderen Ende des Knorpels verläuft, so erscheint die Aussicht auf haldige Wieder­herstellung der Thiere um so grosser, je mehr sich die Erkrankung dem vorderen Ende des Knorpels genäherl hat: als besonders günstig muss hierbei das Fehlen einer Anschwellung vo r der Fistel betrachtet werden. Starke Anschwellung und erhebhehe Lahmheit lassen noch längere Dauer des Leidens vernmthen und unangenehme Compli-cationen befürchten. Die aus Eornspalten hervorgegangene Knorpel­fistel nimmt in der Regel einen verzögerten Verlauf, weil sie häufig mit Nekrose am Hufbein verbunden ist. Ferner erscheint die Aus­sicht auf baldige Keilung um so grosser, je länger das Leiden bereits bestanden hat. Bei unruhigen und widerspenstigen Pferden stösst die Behandlung auf Schwierigkeiten, und verzögert sieh die Seilung ebenfalls. Endlich erseheint die Gefahr der Complication mit eiteriger Entzündung des Hufgelenkes an kleinen, zarten Hufen grosser als hei schweren Pferden mit grossen Muren: bei letzteren zieht sich das Leiden jedoch oft noch mehr in die Länge als bei ersteren, nament­lich an den liinferlussen.
Behandlung. Von besonderer Wichtigkeit ist zunächst die Prophylaxis, welcher die Aufgabe zufällt, infectiöse Erkrankungen des Piirachondriums zu verhüten. Sorgfältige Behandlung der Steingalle, Hornspalten und anderer mit parenehymatöser Erkrankung der Huf-
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Hufknorpelflstel
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lederbaut an den hinteren Abschnitten desselben verbundener Leiden kommt in erster Linie in Betraobt, Man sorge für den regelmässigen Abfluss tier Entztlndungsproducte, verhindere das Auftreten von Eiter-rdention und suche den Krankheitsherd soweit möglich rein zu er­halten. Khenso sind Verletzungen im der Krone y.u behandeln, be­sonders wenn der Hufknorpel mit betroffen ist. Bräuer heilte eine Verletzung des Knorpels beim Kronentritt durch sorgfältige Reini­gung der Wunde mit Sublimatwasser und Anlegung eines Verbandes mit Jodoform und Amylum (1:5). Ich habe wiederhol! Gelegenheit gehabt, umfangreiche Verletzungen der Hufbeinknorpel per primam intentionem zur Seilung zu bringen.
Deutet die Anschwellung des Parachondriums auf die Qegemvart einer Phlegmone hin, so muss der Huf weich gehalten, und ein lau­warmes Fusshad, womöglich unter Zusatz eines Desinficiens, Anwen­dung linden, um den Ausgang in Zertheilung zu unterstützen: auch versuche mau alsbald den Ausgangspunkt der Phlegmone aufzufinden und den retmirten Eiter zur Entleerung zu bringen. Obgleich durch Abscedirung der Phlegmone die Knorpelfistel in sichere Aussicht ge­stellt ist, so kann doch versucht werden, durch Auswischen der Abscesshöble mit Chlorzinls (10 0/o) oder anderen Desinficientien das üebergreifen der Eiterung auf den Knorpel zu verhindern. Wo dieses nicht gelingt, kommeu die verscdiiedenen Methoden der Knorpellistel-therapie in Anwendung, welche alle darauf abzielen, die nekroti-schen Gewebsmassen möglichst bald zu entfernen, dem Eiter einen günstigen Abfluss zu verschaffen und die Vegetation von Mikroorganismen (Eiterkokken) im l'ara-chondrinni zu zerstören. Hierzu dienen:
1. Einspritzungen von Desinficientien. Einen alt be­währten Huf geniesst in dieser Hinsicht der Liquor Villali. Wil­liams empfahl Quecksilbersublimat in 10 quot;/o wässeriger Lösung, der einige Tropfen Salzsäure zur vollständigen Auflösung des Mittels zu­gefügt werden; auch Carbolsäure und Chlorzink kam neuerdings in Anwendung. Bei der Application dieser Mittel kommt es darauf an, dieselben mit den erkrankten Geweben in möglichst innige Berührung zu bringen. Ans diesem Grunde emplieldt sich, zuerst mit Hülfe einer kleinen zinnernen Spritze reines Wasser oder Carbolwasser in die Pistel-kaniile zu spritzen, um den Eiter soweit möglich zu entfernen; als­dann übe man auf die Anschwellung einen gleichmtlssigen Druck aus, damit auch diese Flüssigkeit wieder entleert wird. Nun folgt das eigentliche Mittel, Liquor Villati. Sublimai (1 ; 10), 5 0/o Carbolsäure
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S!)(inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hufkrnnkheiteu.
odei' Cblorzinllt; (1 : 10), Damil dieselben lii^ auf den Grund der Fisteln gelangen, muss die Sprit/r mit einem nk-ht zu starken, aber Iiiii^lt;vii Ansätze (Kanüle) versehen sein.
Solche Einspritzungen werden täglich einmal gemaolit und so hinge fortgesetzt, Ms sich grössere Sclmierzbaftigkeit einstellt, welche zur Unterbrechung derselben auffordert, oder bis die Eliterung voll­ständig aufgehört hat.
Zuweilen tritt schon Dach wenigen Tagen als ein günstiges Zeichen Abschwellung ein; ebenso ist das Nachlassen der Kitennig als ein Symptom der fortschreitenden Heilung zu betrachten,
Winkler empflehH neuerdings anfangs spirituöse Suhlimat-lösung, s))!!!!'!- Plumb, acet. ebenfalls in Spiritus gelöst; Wasser will Winklei- dagegen ganz vermieden wissen.
Zeigen sich die Fistelkanäle zu eng. um mil der Spritze einzu­dringen, so llt;aiiii ein Sublimatfaden his auf den CJrnnd derselben ein­geführt werden, ein Verfahren, das sich namentlich bei alten Fisteln mit eallöseii Bändern empfiehlt. Nach 24 Stunden wird der Faden entfernt und durch Fussbader die Exfoliation der nekrotisirten Fistel­wand zu befördern gesucht. Zu dem gleichen Zwecke wurde von Anderen das ölüheisen empfohlen; ein Löschspiess wird im rotli-glüheuden Zustande in den Fistelkanal eingeführt. Hiermit kann allerdings unter umständen dasselbe erreicht werden, bei edlen Pfer­den mit kleinen Hufen empfehle ich .jedoch Vorsicht; man dringe nicht zu tief ein und vermeide eine Eröffnung des Hufgelenkes; be­sondere Vorsicht ist hierbei am vorderen Ende des Knorpels geboten. Williams henufzt zur Erweiterung des Fistelkanals ein hierzu be­sonders construirtes Bistouri cache, welches eine ähnliche Einrichtung wie das ilerniotoni (S. 351) besitzt.
Von Koch wurde die Anlegung von llaarseileu empfohlen. Nach Application eines Fussbades von Creolinwasser (3 0/o) sucht K. mit Hülfe einer Gerlach'schen Nadel unterhalb der Krone eine öegenöffnung herzustellen, und legt einen mit Terpentinöl getränkten Bindfaden durch die Weichtheile. An den folgenden Tagen sollen Creolinbäder und Einspritzungen mit Liquor Villati angewendet und nach 16—18 Tagen die Eiterbänder entfernt werden, ich habe in frühereu Jahren diese Behandlung wiederholt versucht, jedoch keinen besonderen Mrfolg davon gesellen; auch stössl die Application der Eiterbänder oft auf Schwierigkeiten.
Giesecke empfiehlt zur Beseitigung des Druckes der Hornwand auf die1 antreschwollene Partie der Krone Creolin-Leinkuchen-Cata-
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Sufknorpelflstel.
Hit?
plasraen zu legen, worauf das erweichte Wandhorn entfernt wird. Die Pistelgänge oberhalb dor Krone sollen mit dem scharfen Löffel ausce-kratzt, sodann mit einer 80/o Chlorzinklösung ausgespritzt und ein mit Cuprum sulfuric. bepuderter Wergpfropf eingeführt werden, Das Ver­fahren wird unter Umständen wiederholt; die Nachbehandlung besteht in Ausspritzungen mit antiseptischen Flüssigkeiten.
Was zunächst die Verdünnung der Hornwand betrifft, so stimme ich dem Vorschlage zu; doch lasse ich dieses bereits vor dem Fuss-bade mit Hülfe der Raspel vorneluneii und zwar soweit: die Anschwel­lung an der Krone reicht. Audi das Auslöffeln der Fistelgilnge zeigt sich unter Umständen recht wirksam, ist aber in anderen Fällen mit erheblicher Steigerung des entzündlichen Processes und der Schmerzen verbunden, weshalb ich zur Erweiterung der Fistel einen Sublimat-l'aden oder Löschspiess vorziehe.
In manchen Fällen führt das eine oder andere der beschriebenen Verfahren nach kurzer Zeit zum Ziele, in anderen aber bleiben alle Mittel erfolglos. Es ist ungemein schwer, die Bedingungen zum Zu­standekommen der Heilung hierbei genauer zu bestimmen, weshalb i''!1 mich in den letzten Jahren immer mehr den operativen Eingriffen zugewendet habe. Weit entfernt zu behaupten, class jede Knorpel-listel operirt werden soll, muss ich nach meinen Erfahrungen doch erklären, dass die Operation im ganzen grosse Vortheile bietet, vor allem eine Abkürzimg des Krankheitsverlaufes. Liegen die Verhält­nisse für die Heilung anscheinend günstig, so verzichtet man aller­dings auf die Operation, wo dieses aber nicht der Fall, und zugleich die Möglichkeit einer sorgsamen Nachbehandlung gegeben ist, sollte man siidi zu derselben entschliessen. Besteht z. B. der Process schon lange Zeit, und ist derselbe bereits an den vorderen Knorpelabschnitten angekommen, sind die Schmerzen gering und kann das Pferd trotz des Leidens arbeiten, so versuche man die eine oder andere der be­schriebenen Behandlungsmethoden; unter den entgegengesetzten Ver­hältnissen erscheint die Operation angezeigt. Man wähle hierzu jedoch eine Zeit, in der eine acute Phlegmone nicht be­steht, die Seh nierzha ft igkei t nicht erheblich und die Eiterung gering ist: denn nur unter diesen umständen besteht die Aussicht auf aseptischen Wundverlauf, unter dem die Heilungs­vorgänge bei weitem schneller ablaufen. Auch ziehe ich die totale Exstirpation des Knorpels der partiellen im allgemeinen vor; die letztere kann indesa bei umschriebener Erkrankung, bei circumscripter Anschwellung der Krone versucht werden. Häutig wird jedoch der Möller, Spoclells Chirurgio flir Thicrärzte, i Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ÖT
#9632; quot;
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SüS
Eufkrankheiten.
ft'ocesa liiordurcli uichi coupirfc, und man sieht sich sptltei' zur Ent­fernung auch der übrigen Abschnitte desselben gezwungen.
Die von mir geübte Methode der totalen Exstirpation wurde be­reits von Priels genau beschrieben und zerfillH 1. in die Vorbei'eitung des Operationsfeldes, -. in die Resection des Knorpels und 3. in die Nachbehandlung. Schon hier sei bemerkt, dass die letztere mindestens ebenso viel Umsicht und Sorgfali verlangt, wie der operative Eingriff, um! wo die Nachbehandlung nichl sachgemilss durchgeführt werden kann, verzichte man liebei' auf die Operation.
Nach sorgfältiger Reinigung und Beschneidung des Hufes wird (jje Eornwand im Bereiche des erkrankten Knorpels dünn geraspelt, bis dieselbe dem Fingerdrucke nachgiebt. Auf diese Weise wird das smist nothwendige, sehr schmerzhafte Abreissen der Wand vermieden. Hierauf folgi ein Sublimntbad, und wenn die Operation sich nicht
sofort anschliesst, lässl man den HufinSubli.....tholzwolle einschlagen
nml mil Sublimatwasser -I Stunden hindurch feucht erhalten.
\i, ,1,1,1 niedergelegten Pferde binde man sodann den kranken Vbrderfuss auf das Schienbein des diagonalen oberen Fusses; also den linken Vbrderfuss auf den rechten Hinfcerfuss, wenn der innere Knorpel des ersteren erkrankl ist. Nachdem nunmehr ein Bsmarch-scher Schlauch über der Pusswurzel angelegt ist, wird der Verband abgenommen und der Puss mit Suhliniiitwasser abgespült.
Mit einem lorbeerblattförmigen Messer führt man zunächsl einen Schnitt im Verlaufe des unteren Randes der Kronenwulst, soweit der Knorpel reicht, und entfernt die etwa störenden Eorn-massen. Dann wird mit dem Messer die laterale Fläche des Knorpels von der Krone und der äusseren Haut abgetrennt, wobei die convexe Flftche der Klinge gegen die let/.tere ovrieldet hleihl und die Finger der linken Hand den Bewegungen des Messers folgen, um eine Durch­schneidung der Kronenwulst zu verhüten. Man vermeide namentlich iim hinteren Knorpelende die Hallen zu durchschneiden. Der nun folgende Akt besteht in der Lostrennung der medialen Knorpelfläche v,.n seinem Parachondrium, Zu dem Zwecke wird zunächst der Knorpel etwa in seiner Mitte durchschnitten und das hintere Ende desselben losgelöst. Sobald dies geschehen, lässt man zur Entfernung der vorderen Hälfte des Knorpels die /ehe des Fusses durch emen um Fessel und Huf gelegten Strick möglichst strecken, wodurch das Kapselband des Hufgelenkes vom Knorpel zurücktritt und so der Ge­fahr einer Verletzung entgeht. Unter flacher Füh rn ng des M es-sers, dessen convexe Flüche nach nuten gerichtet ist. trennt man
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['lufknoi'polflstel. Javarl Operation.
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[1 #9632;
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dfii lu's( des Knorpels von seiner Unterlnge und untfernf ilcnsulben mil Hülfe einer Hakenpincette oder Zange, Der nun unter die Krone geschobene Finger kann sich leicbl überzeugen, ob aocb Reste des Knorpels zurückgeblieben sind, die eventuell mil einem scharfen Löffel Dibgetrennl werden. Besondere Sorgfall ist hierbei am vorderen Knorpelende geboten, um aucb die letzten Partikel desselben zu ent­fernen.
Nunmehr spüle man die Wunde mit Sublimatwasser aus. und wo sieh etwa lose Fetzen oder Knorpeltheile vorflnden, entferne man sie millelst Seilen' und Pincette, Darauf wird die Wundflilche mil einer 10 n/o Chlorzinklösung abgerieben, die FisielgUnge mil dem scharfen Löffel, sodann mit Chlorzinl? ausgekratzt; dann spüle man mit Subli­matwasser nach, und lege den Verband an. Ein paar mit #9632;quot;gt;quot;quot; Carbol-wasser getränkte Wergbäusche werden mit Hülfe der Schere unter die Krone geschoben, so dass die Höhle, welche dutch die Entfernung des Knorpels entstanden ist, gehörig ausgefülll erscheint, und die nach Lösung des HS in a rc hschen Schlauches auftretende Blutung gestillt wird, her lint' muss sodann mit Garboljute oder Sablimatholzwoll-watte eingehülH und eine Binde zur Befestigung des Verbandes an­gelegt werden. Hierüber koinnil ein Leinwaiidhippen, welcher von einen um die Fessel geschlungenen Strohseile getragen wird. Damit ist die Operation beendet, welche natürlich unter antiseptischen Mass-nahmen (Reinigen der Hände. Desinfection der [nstrumentequot;) vorge­nommen wird.
Der erste Verband bleibi 24—48 Stunden liegen. Bald nach dem Aufstehen des Thieres erscheinl derselbe von Blut durchfeuchtet, doch bleibi die Blutung unbedenklich, namentlich wenn das Thier nicht beunruhigt wird; unter Umständen stellt man es am besten in einen Stall allem. Bei empfindlichen Thieren operirl man in Chloro-torinimrkose, bei anderen erscheint die Narkose nicht erforderlich, da die Operation nicht sehr schmerzhaft ist.
Nach Alinahme des ersten Verbandes wird der Hut' mil einer Desinfectionsflüssigkeit abgespült, die Wunde vom lilui gereinigt, eben­falls ausgespült, und nun ein Jute- oder Wergbausch lose in dieselbe geschoben. Der ttbrige Verband erfolgt in derselben Weise wie bei der Operation. Mit dem nächsten Verbandwechsel kann 8—10Tage gewartet werden, sofern sich kein erhebliches Fieber, keine Durch­feuchtung desselben oder grössere Schmerzhaftigkeil einstellt, wobei in gleicherweise verfahren wird: doch ist zu beachten, dass mil dem Fortschreiten der Granulation die Menffe des unter die Krone ste-
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Hufkrankbeiton.
scbobeneu Verbandmaterials geringer ausl'iillcn muss, um für dif fort-scbreitende Neuliildung Raum zu scbaffen. Von besonderer Wicbtig-keii isl hierbei, dasa die Neubildung vom Grunde der Wunde aus erfolgt; auf keinen Pali dürfen sich die unteren Absobnitte der Krone auf die Pleiscbwand legen, bevor niebt oberhalb der Stelle alles ausgefüllt ist, weil sonst, auf dem Grunde der Wunde ein todter Kiumi entsteht, und bei Eliterung Retention des Eiters eintreten würde. Aus demselben Grunde muss das an der Krone neugebildete Horn mit dem Messer bald wieder entfernt werden. Sollten sich an der Fieiseliwand üppige Granulationen einstellen, so beseitige man dieselben mit Adstringentien oder Aet/mittcln.
Diese Behandlung ist so lange fortzusetzen, bis der Defect voll-stilndig ausgefüllt erscheint, und die Fleischkrone in ihrer ganzen Ausdehnung der Unterlage fest anliegt, also ein Kaum zwischen der abgetrennten Kronenw ulst und ihrer Unterlage nicht mehr besteht. Sobald dieses erfolgt ist, kann ein Theerverband applicirl werden. Zu dem Zwecke bepinsele man die noeb übrig gebliebene Wundfläche mit Theer, lege eine Binde um den Huf. die ebenfalls mit dem Mittel bestrichen wird, Wenn keine erheblichen Schmerzen bestehen, kann ein geschlossenes Eisen aufgelegt und das Pferd zu langsamen Dienst­leistungen herangezogen laquo;erden. Darüber vergehen vom Zeitpunkte der Operation in der Kegel •'!- ti Wochen, so dass die Operation im allgemeinen doch eine erhebliche Abkürzung des Leidens bewirkt. Die von Siedamgrol zk v im letzten Jahre ausgeführten 8 Operationen hatten eine I leilungsdauer von durchschnittlich ;!1 Tagen.
Die mehrfach ausgesprochene Behauptung, dass die operirten Thiere für den Dienst auf dem Pflaster nicht wieder brauchbar würden, muss icb nach zahlreichen Beobachtungen als durchaus unbegründet bezeichnen, Viele der von mir operirten Thiere gehen in Berlin be­reits Jahre lang im Luxusdienst; an ihren Hufen lassen sich auch nielit die geringsten Spuren der Operation erkennen.
(gt;. Die Hclie, der Verschlag.
Lit.: Vergl. mein Handb, der Hufkrankheiten, 11. Aufl, S. 92, Ferner; Pflug, (testen-. Monatsschr, 1898, S, 885. hnminger, Ad. VVoch, 1890.
Als Rehe oder Verschlag bezeichnet man seit alter Zeit eine spontane, diffuse Dermatitis superficialis der EJuflederbaut. Laid geben Erkältunffen, bald Diiitfehler und andere Einflüsse zu dem Leiden
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Rehe,
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Veranlassung, welches meist an beiden Vorderfüssen, zuweilen gleich­zeitig an den llinterrtissen. selten im diesen allein auftritt.
Eine starke Hyperämie der Huflederhaut leitet den Zustund ein, worauf bald exsudative Processe folgen, welche sieh mit einer lob­haften Wucherung' in den starken Retolagern verbinden. Die nächste Polge hiervon ist eine Lockerung der Verbindung des Hufes mit seiner Matrix, und da eine Trennung beider, namentlich an der Pleischwand, durch den Druck der Körperlast begünstigt wird, so sieht man hier die wichtigsten Kranicheitsvorgllnge ablaufen. Schon 24 Stunden nach dem Auftreten des Leidens findet sich neben stärkerer Röthung und Schwellung eine Wucherung der jüngsten Epithelien an der Oberfläche der Pleischwand und /war namentlich an der Zehe. Wie Siedam-grotzky zuerst nachgewiesen, wird durch den Druck der Körperlast. auf das Hufbein und durch den Zug der Hufbeinheugesehne das iluf-bein im Hufe nicht nur in toto nach unten gedrängt, sondern auch durch den Zug der durch die Belastung angespannten Beugesehne um seine Querachse gedreht, so dass der Zehentheil desselben sich herab­senkt, die Hufbeinäste dagegen in die Höhe steigen. In dem Masse nun an der Zehenwand das Hufbein von der Hornwand abrückt, in demselben Masse pflegt die Pleischwandoberfläche zu wuchern und sich oft bis auf das lOfache ihrer natürlichen Stärke zu verdicken. Diese Ver­dickung besteht vornehmlich in einem Breiterwerden der weissen Linie, welches sich später an der Bodenfläche des Hufes deutlich zu erkennen giebt. Da die Spitze des Hufbeines hierbei nach unten rückt, so muss sieh die Hornsoble an der Zehe allmählich abflachen und schliesslich eine convexe Form annehmen, welche in Verbindung mit gewissen Veränderungen an der Hornwand als Ivehhuf oder Knollhuf be­zeichnet wird. Früher nahm man an, dass die entzündliche Wuche­rung das Hufbein nach unten dränge; Dominik behauptete dagegen, dass hierdurch die Zehenwand nach oben dislocirt werde, das Huf­bein aber in seiner normalen Luge vorharre. Beides lässt sieh mit unseren gegenwärtigen Vorstellungen über derartige Vorgänge nicht mehr in Einklang bringen, und es kann heute keinem Zweifel unter­liegen, dass sich die Vorgänge so gestalten, wie sie Siedamgrotzky erklärt hat und in meinen Hufkrankheiten eingehend beschrieben sind, worauf ich hier verweisen muss. In meinen Hufkrankheiten habe ich zugleich darauf aufmerksam gemacht, dass die dauernde Unterhaltung dieser abnormen Hnfform zugleich von dem Druck des Bodens gegen die Zehenwand beim Gehen der Thiere abhängig ist. An dem Reh­hufe zeigt nämlich die Zehenwand dicht unter der Krone eine abnorm
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lluf'Uiaiildieitcii.
senkrechte, in der Nillie des TrageruiHles eine ineiir horizontale Rich­tung, während die Trachtenwand nicht nur länger sondern auch steiler wird. Diese abnorme Hufbildung hai man auch wohl als chronische liehe bezeichnet.
Werden die Tliiere dinvh die hochgradigen Schmerzen gezwungen andauernd zu liegen, so stellt sich hiiufig Decubitus ein, wodurch nicht selten ein tödtlicher Ausgang unvermeidlich wird und regel-mässig erfolgt, wenn das Hufbein die Hornsohle perfoi'irt. Eine eiterige oder septische Entzündung der Huflederhaut steigert alsdann die Schmerzen in hohem Grade, es gesellt sich Decubitus oder Pyämie bezw. Septikämie binzu, welche regehMssig zu einem tiidtlicheii Aus-Kanse führen.
Ursachen. Mine besondere Anlage zu dieser Erkrankung be­sitzen zunächst alle fehlerhaft gebauten, namentlich flache und spitze 11 nie. Begünstigt wird das Leiden durch andauernde mechanische Heizung der Huflederhaut, wie sie in Folge .schwerer Arbeit, namentlich in schnellen Gangarten, dureb andauerndes Stehen, unzweckmässigen Beschlag u. s. w. veranlasst werden. Ferner erhöhen alle Umstünde, welche leicht zu Erkältungen führen, wie Haarwechsel, Verweichlichung der Haut, andauernde Kühe (Stallrehe) die Anlage zur Entwickelung der Rehe. Als äussere Ursache kommen auf der einen Seite Diill-fehler (Futterverschlag), auf der anderen Erkältung (rheuma­tische liehe) in Betracht. Schweres Kornfutter, namentlich Kog­gen. Weizen und Gerste, zeigen sich ganz besonders in frischem Zu­stande gefährlich; aber auch frischer Hafer und neues Heu können Rebe erzeugen. Worin die schädliche Wirkung dieser Futtermittel besteht, lässt sieb bisher nicht mit Sicherheit entscheiden, doch spricht der Umstand, dass durch Kochen und Dämpfen die Schädlichkeit der­selben abgeschwächt wird, für die Gegenwart speeiflscher Bestand-theile und gegen die Ansicht, dass es sich nur um die Menge der mit einem Male in die Circulation gelangten normalen Nährstoffe handelt. Ks ist weiter bekannt, dass diese Futtermittel besonders Thieren gefährlich werden, die an den Genuss derselben nicht, ge­wöhnt sind und wenig arbeiten. Häufig geben Erkältungen die Ur­sache des Leidens ah; plötzliche Abkühlung namentlich des erhitzten Körpers und zwar sowohl von seiner Aussenlläche wie auch durch Aufnehmen grösserer Mengen kalten Wassers. Endlich wird liehe als Complication von Kolik, sowie im Verlaufe der Brustseuche und bald nach dem Gebären beobachtet, [mminger. nach dessen Beobach-
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Uiiigcn ca. 1 quot;,n der Mutterstuten an der sog. Geburtsrehe erkrankt, ist der Ansicht, dass es sich hierbei hui die Wirkung toxischer Sub­stanzen handelt, welche in den Lochien entstehen sollen. Nach Im-minger leiden Jedoch hierbei weniger die Hufe als die Muskeln.
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Erscheinungen und Verlauf. Das Leiden tritt plötzlich auf
und zeigt sich meist heim lleniu.snehmen des Pferdes ans dem Stalle durch eine ausgesprochene Stützbeinlahtnbeit mit vorständiger Stellung der (1 li cd müssen. Die Vorderfüsse werden sveii nach vorne gesetzt und machen heim Gehen schnelle Bewegungen, um die Zeit der ausschliesslichen Belastung eines derselben möglichst abzu­kürzen (gespannter (lang). Die Hinterfüsse werden, auch wenn sie nicht mitleiden, nach vorne gestellt, um mehr Körperlast auf diese zu Übertragen, und die Vorderfüsse zu entlasten.
Bei weniger lebhaften Schmerzen zeigt sich dieser eigenthüm-liche Gang am deutlichsten während kurzer Wendungen; leiden zu­gleich die EinterfUsse, so erscheint der Gang ausserordentlich schmerz­haft; oft sind die Thiere kaum von der Stelle zu bewegen und stöhnen beim Versuche zu gehen.
Die leidenden Hufe zeigen sich gegen den Druck mit der Unter­suchungszange schmerzhaft, besonders an der Zehe, während die Schienbeinarterie stark pulsirt. Dabei besteht während des acuten Anfalles Fieber; die Temperatur steigt auf 39—40deg; ('.: an der Anssenliäche des Körpers erscheint die Temperatur unregelmässig vertheilt.
Bei günstigem Verlaufe können sich diese Erscheinungen in Zeit von 3—4 Tagen wieder verlieren; in der Hegel halten sie jedoch länger an; es macht sich bald Senkung des Hufbeines bemerkbar und zwar an dem deutlich fühlbaren Einsinken der Krone und der Hervorwölbung der Sohle. Sobald diese Dislocation eingetreten ist, kommt vollständige Heilung nicht mehr zu Stande; es entwickelt sich vielmehr der Rehhuf oder Knollhut', welcher die Thiere zur Arbeit auf dem Pflaster, sowie auch in schneller Gangart unbrauchbar macht.
Der Gang der mit Hehhufen behafteten Pferde gestaltet sich eigenartig: durch die mit der Drehung des Hufbeines um seine Quer­achse verbundene Annäherung der lusertionspunkte der llulbeinbeuge-sehne erfolgt hei jedem Ausschreiten eine abnorme' Dorsalflexion im Hufgelenke, in Folge dessen die Trachten früher auf den Hoden ge­langen als die Zehen und die Seitenwäiule.
Als Oomplica t i onen der Rehe werden Muskelrheumatisinus,
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901nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; lliifknuikheiteii.
Pleuritis, Pneumonie und Kolik beobachtet, und zwar die ersteren beiden Leiden vomehrnlich bei der rheumatisohen Rehe, die Kolik beim Putterverschlag. Oft wird die Rehe erst bemerkt, nachdem die Kolik, Pneumonie oiler Pleuritis gehoben ist.
Differentialdiagnose. Verwechselungen des in Rede stellenden Leidens erfolgen am häufigsten:
1.nbsp; nbsp;mit Quetschung der Suhle bei barfüssigen Pferden; die Untersuchung der Hufe muss hier Auskunft geben.
2.nbsp; nbsp;Mit Muskelrheumatismus; hierbei stellt sich zuweilen ein ähn­licher (lang wie bei der Rehe ein; die Schritte sind kurz und ge­spannt, doch pflegt die vorständige Stellung zu fehlen; auch werden die Erscheinungen der llufentzündung vermisst, dafür zeigt sich die Schenkelmuskulatur abnorm gespannt und auf Druck schmerzhaft.
Beurtheilung. Der Ausgang des Leidens hängt theils von dem Grade der Erkrankung, theils von dem Umstände ab, ob rechtzeitig eine entsprechende Behandlung eingeleitet, wurde; endlich auch von der Beschaffenheit der Hufe und den etwa aufgetretenen Compli-cationen. Die Intensität der Erkrankung zeigt grosse Verschieden­heiten und lässt sich einigennassen an der Höhe der Schmerz-haftigkeit beurtheilen; je grosser diese, um so bedenklicher der Zustand.
Ferner entspricht es einer alten Erfahrung, dass zur Herbeifüh­rung der Zertheilung eine frühzeitige Behandlung erforderlich ist. Tritt diese in den ersten 24—48 Stunden ein, so wird in der Pegel vollständige Heilung erzielt, wobei allerdings zu beobachten bleibt, dass auch nach dem Verschwinden säinmtlicher Erscheinungen für mehrere Wochen eine Disposition zu neuer Erkrankung fortbesteht; daher gehören Recidive zu den häutigen Vorkommnissen,
Sobald sich die Erscheinungen der Uufbeiusenkung bemerklich machen, ist auf eine vollständige Wiederherstellung des Thieres nicht mehr zu rechnen; es bildet sich alsdann stets Rehhuf aus.
Ungünstiger gestaltet sich auch die Prognose bei Hufen mit mangelhafter Einrichtung, namentlich bei Rehhufen. Der Putter­verschlag verläuft in der Pegel weniger günstig als die rheumatische Rehe; ebenso bietet die Erkrankung aller 4 Füsso geringere Aussicht, auf vollständige Heilung, als wenn nur die Vorderfilsse leiden. End­lich becinflusst schweres Körpergewicht den Verlauf des Leidens in nachtheiliger Weise.
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Rehe.
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Behandlung. Seil den ältesten Zeiten wurde gegen Rehe ein kräftiger) allgeraeiner Aderlass empfohlen; derselbe wirkt auch nach meinen Beobachtungen vorzüglich, wenn er rechtzeitig in Anwendung kommt. In den ersten :'. Tagen der Erkrankung fuhrt ein Aderlass aus der Vena jugularis regelmilssig baldige Abnahme der Schmerzen wic^ auch der Entzündung herbei. Dieses gili namentlich für den Futterverschlag, aber auch bei der rheumatischen Rehe erweist sich der Aderlass vortheilhaft. Weniger wirksam sind örtliche Aderlässe, wie sie an der Krone oder Sohle des Hufes empfohlen wurden. An der letzteren halte ich die Herstellung einer Wunde geradezu für bedenk­lich, weil sie leicht Ausgangspunkt eiteriger oder septischer Entzün­dungen wird. Will man einen Aderlass an der Sohle versuchen, so wende man die Hülfsmittel der Antisepsis an. um solche Compli-cationen zu verhüten. Weniger bedenklich erscheinen Aderlässe an der Fleischkrone oder aus der Seitenvene der Zehe; an der Fleisch­krone sind von verschiedenen Seiten Skarificationen empfohlen worden.
Das /weite Hülfsmittel der Therapie bestellt in Kalte. .Man lässt kalte umschlage auf die Hufe appliciren oder stellt das Pferd in Wasser; die ersteren verdienen bei grosser Sclimer/haftigkeit den Vorzug; das Einstellen in Wasser sollte auf Fälle mit geringerer Lahmheit beschrtlnkt bleiben, denn man vergesse nicht, dass an­dauerndes Stehen die Senkung des Hufbeines fördert; deshalb er­scheint es vortheilhafter, wenn die Thiere viel liegen und die An­wendung der Killte während des Liegens stattfinden kann. Daher muss auch für eine möglichst weiche Streu und einen bequemen, zug­freien Stand der Thiere Sorge getragen werden. Auch empfiehlt, es sich die Hufeisen abzunehmen und einen weichen Stand zu wählen. um durch den Gegendruck des Bodens Senkungen des Hufbeines zu verhindern.
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Beim Futterverschlaa gebe man
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crenanrten
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nereu ein
kräftiges Abführmittel (Aloe), nicht allein um ableitend von der Huf-lederhaut ZU wirken, sondern auch um die etwa noch im Darme be­findlichen Schädlichkeiten auf dem kürzesten Wege zu entfernen und ihre Resorption zu verhindern. Bei der rheumatischen Rehe finden spirituöse Einreibungen und Eindeckungen des Körpers vortheühafte Anwendung,
Von Friis wurde neuerdings Pilocarpin (0,3—0,5) in sub-CUtaner Anwendung empfohlen. Die von mir mit dem Mittel ange­stellten Versuche ergaben ein verschiedenes Resultat; in einzelnen Fällen trat hiernach sichtliche Besserung ein, in anderen blieb diese
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Hufkrankheiteu.
aus, limiu'rlüii verdient das Mittel Beachtung, namentlich wenn sich der Process in die Länge zieht, und von einer Senkung des Hufbeines noch nichts zu bemerken ist.. Besteht bereits Hufbeinsenkung, so ist auch mit diesem Mittel eine Wiederherstellung des normalen Zustandes nicht mehr zu erwarten. Zur Linderung hochgradiger Schmerzen können auch subeutane [njeetionen von Mor­phium zweckmässig werden.
Von besonderer Beachtung ist Regelung der Diät, und zwar empflehll sich die Hungercur; doppelt wichtig wird diese heim Futter­verschlag, Man entziehe dem Thiere vom Augenblicke der Erkran­kung au Körnerfutter ganz und gar, auch Hafer, lasse dafür im Sommer (irnn, im Winter Heu und Kleieutrank verabreichen.
Nach einer wiederholt gemachten Beobachtung aus alter und neuerer Zeit kann namentlich bei der rheumatischen Rehe sofortige Bewegung der Thiere nützlich werden. Zuweilen stellt sich die Rehe während einer kurzen Ruhe auf der Reise ein, und wenn das Tiiier alsbald wieder in Bewegung gesetzt, bis zum Schweissausbruche aii-gestrengt, dann aber sorgfältig vor neuer Erkältung geschützt wird, kommt nicht selten vollständige Heilung zu Stande, Abgesehen von den erheblichen Schmerzen, welche hiermit verbunden sind, kann unter Umständen durch dieses Verfahren aber auch eine bedeutende Ver­schlimmerung des Zustandes herbeigeführt werden. Die in der eng­lischen Armee mit diesem Vorgehen gemachten Erfahrungen sprechen nicht zu Gunsten desselben; doch können äussere Umstände das Ver­fahren zweckmassig erscheinen lassen, /. B, während eines Feldzuges,
Die Behandlung des Knollhufes gehört in das Gebiet des Huf­beschlages; hier sei nur bemerkt. dass mit den bisher bekannten Methoden wohl eine Besserung der llnfform. aber kein wesentlicher Nutzen für die Brauchbarkeit der Thiere erreicht wird. Dagegen muss ich nach meinen Erfahrungen der Empfehlung Peters zustim­men, den rehekranken Pferden, sobald die acuten Entzlindungserschei-nungen nachgelassen haben, Eisen mit verdickten Stollenenden zu geben, und die Trachten der Hufe muh Möglichkeit zu verlängern. Wiederholt, sah ich nach solchem .Beschläge eine erhebliche Besserung des Ganges selbst bei Thieren. die bereits viele Monate mit den ver­schiedensten Mitteln ohne Erfolg behandelt worden waren.
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llonisiiiilciL
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B. Die chronische Entzündung der Huflederhaut. Pododermatitis chronica.
Die chronischen Entztlndungsprocesse in der Huflederhaut gehen theils von leichten, aber häutig vriodorkehrenden, mechanischen Reizen aus, z. 15. dem Druck dislooirter Hornmassen, tlugt;ils ans Scbltdlichkeiten hervor, deren Natur bisher nicht genügend bekannt, ist. Die ersteren sind von Lung­witz genauer verfolgt und beschrieben worden: es handelt sich bald uin Wueherungon und Verdickungen bestimmter Eufabschnitte, wodurch nicht selten chronische Lahmheiten entstehen, wie es /,. B, bei Hornsäulen der Fall ist; bald um chronische Entzündungsprocesso in der Hufiederhaut, welche mit Unterbrechung dor Hornproduction verbunden sind, wie z, IS, lioim Strahlkrebs, im allgemeinen zeichnen sich diese Processe da-durch ans, dass sio der Behandlung grosse Schwierigkeiten bereiten. Ein Theil dieser Zustände hat lusher kein chirurgisches Interesse erlangt und kann daher an dieser Stelle unberücksichtigt bleiben, wie /.. B. die Ver-knücheruiig der Hufknorpel, welche dagegen heim Huf'beschlago lieachtung verlangt.
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1. Hornsiluleu.
Lit,: Fröhner, Deutsch. Zeitsohr, f. Th. 10. S. 576. CTutenftcker, Monats­hefte. 1890. S. 10.
Durch Auflagerung von Hornmassen an der inneren Milche der Homwand, do wo diese mit der Fleischwand verbunden 1st, entstehen Verdickungen der Wand, welche ehemals als Hornbruch (Kerato-phylocele), neuerdings nach Frölmer als Hornsäulen liezeichnet werden. Dieselben gehen zuweilen von der Kronenwulat ans, indem durch Kronentritte oder anderweitige Verletzungen an den unteren Pupillen der Fleisclikrone ein chronischer i'Intzünduno-sproccss mit Hyperplasie eingeleitet wird. Die krankhafte Verdickung wuchst all-inählieh nach unten, gegen den Tragerand und erzeugt durch Druck auf die Pleischwand chronische Lahmheit.
In anderen Fällen bildet die Blattschicht der Fleischwand den Ausgangspunkt der Hornsiluleu: hier geht der Beizungsprocess von der weissen Linie uns und kann durch Vernagolung, durch lose und hohle Wand sowie auch durch llornspalten eingeleitet werden. Die so ent-standene Hornsäule beschränkt sich auf die unteren Abschnitte der Wand, reicht aber zuweilen bis in die Nähe der Krone nach oben: selten erreicht sie diese.
Es liegt auf der Hand, class derartige Verdickungen nur unter Yordriingung der Fleisch wand und des Hufbeines auftreten können, in
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90Snbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hufkmnkheiten,
dem letzteren findet man daher im der betreffenden Stelle eine Ver­tiefung, welche der Form der FTomsilule entspricht.
Die Erkennung der Eornsäule gelingl bei Lehzeiten erst, wenn dieselbe bis zum Tragerande des Hufes heruntergewachsen Ist, Sie er­scheint, alsdann an der Sohle, und zwar zeigt sich an der betreffenden Stelle die weisse lame gegen das Centrum der Sohle gerückt; die mediale Grenze der Hornsllule bildet, eben die weisse Linie. War eine Hornspalte die Veranlassung zur Entstehung der Ifomsiiule. so er­scheint das auf derselben liegende Wandhorn getrennt.
Die von der Blattschicht ausgehenden Hornsäulen sind häufig mit chronischer Entzündung der Fleischwand verbunden. Dabei zeigt sich in der Trennung zwischen Horn- und Fleischwand ein bald wässeriges, bald eiteriges Seeret. Mit einer Sonde gelangt man bis zur oberen Grenze der Trennung, wo auch das obere Ende der Hom-s'äule zu liegen pflegt.
Die Hornsäulen sind zwar nicht immer, aber in der Kegel doch mit einer Lahmheit verbunden, welche alle Eigenthtimlichkeiten der Huflahmheit zeigt, nur fehlen die iicut-entznndlichen Symptome, wie vermehrte Wurme und verstärkte Pulsation; ausnahmsweise können jedoch auch diese auftreten.
Die Beurtheilung des Zustandes hängt in erster Linie davon ab, ob Lahmheit mit demselben verbunden ist, sodann von der Möglichkeit, die krankhafte Wucherung zu entfernen. Hierbei kommt in Betracht, ob die Hornsäule von der Krone, oder von den unteren Abschnitten der Fleischwand ausgeht. In dem ersteren Falle bietet nicht nur die Entfernung der Hornsäule grössere Schwierigkeiten, sondern es nimmt die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit des Thieres auch längere Zeit in Anspruch, weil der Huf hierbei erhebliche Trennungen und Defecte erleidet, in dem letzteren Falle wird die Heilung um so leichter, je geringer die Ausdehnung der krankhaften Wucherung mich oben ist. Die von der Krone ausgehenden Hornsäulen sind nicht selten mit Deformitäten an der äusseren Fläche der Wand verbunden, welche also als ungünstige /eichen gelten müssen.
Behandlung. Nur die operative Entfernung der Hornsäulen kann Heilung ihr etwa bestehenden Lahmheit bewirken. Von Mayer wurde zu dein Zwecke empfohlen, die Hornwand an der betreffenden Stelle mit der Raspel zu verdünnen, sodann die Hornsäule mit Hülfe von Messer und Pincette zu entfernen.
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Honisiiuleii. Cbronisobe Entzündung ilor E'leisoh'wand.
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Fröhner und Gutenäcker wollen mil einem Einmnesser die
Wand in der Umgebung dor llonisiiulc trennen, diese sodann lieruns-nelmten, und die Heilung der Operationswunde unter antiseptischem Verbände eintreten lassen.
Eine Schwierigkeit, welche mit diesem Verfahren verbunden ist, besteht darin, dass man nur selten an der Ausseiilliielie der Homwaml die Ausdehnung der Hornsäule genau bestimmen kann: zuweilen ge­lingt es unter Berücksichtigung der Beschaffenheit der Horn wand. Wo dieses nicht tier Fall ist, empfiehli Q-uton'äcker, die Wand an­zubohren, gleichsam zu sondiren, wie weil die Verdickuno- i-eicht. In manchen Fällen giebt die Untersuchung mit der Sonde Aufschluss Über
die Ausdehnung der Hornsftule. Man kann indess mit dem Abtragen derselben vom Tragerande der Hornwand ausgehen und im weiteren Verlaufe der Trennung die örenzen der Säule aufsuchen.
Die Heilung der Operationswunde erfolgt unter antiseptischem Verbände. Dass aber in jedem Falle eine volle Wiederherstellung des Hufes hiermit gesichert erscheint, muss ich mit Haver in Zweifel ziehen. Es l'dsst sieb zwar annehmen, dass die Lücke im Hufbein wieder ausgefüllt werden kann, allein an der Fleischwand wird mit der Beseitigung der Hornsäule die Neigung zu neuen Wucherungen nicht, gehohen werden, daher ivcidivirt das Leiden nicht selten.
•-.'. Die clironisclic Entzttudang dor Flelsclnrand.
Lifc.: Schleg, Der Hufschmied, Bd. 4. S. 85. LungwiU, Dresd Bei' 1873 S, 120,
An einer räumlicli beschränkten Stelle der Fleischwand entwickelt sich eine Trennung derselben von der Hornwand, während die Ober­fläche der Fleischwand mit einem trüben, dünnflüssigen Secret bedeck! ist. Die Fleischblättchen zeigen sich an dieser Stelle vergrösserl und sind in Unordnung; ihre Oberfläche, zum Theil vom Epithel vollständig entblösst, bedeckt sich mit einem dünnflüssigen, eiterigen Secret und trägt nicht selten Granulationen,
Her Process, welcher von Sehleg als chronisches Huf­geschwür oder Fleischwandgeschwllr beschrieben wurde, be­schränkt sich in der Regel auf eine etwa markstückgrosse Stelle an den unteren Abschnitten der Fleischwand; zuweilen breitet sieh aber die Erkrankung in der Richtung der Blättchen nach oben aus und kann selbst bis zur Fleischkrone hinaufreichen; dagegen besteht keine
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'.11(1
I [ufki'tinkhoiten.
Neigung, in die Tiefe zu dmgen. In der Umgebung des Krankheits­herdes kommt es zuweilen unter dem Binflusse der chronischen Reizung zur Bildung einer Hornsilule (S. 907).
Ohne Zweifel Imndeli es sieh um chronische Eieizungsprocesse, und da dieselben mil entzündlichen Ei'scheinungen verbunden simi, habe icli geglaubt, den Zustand mil dem oben gewählten Namen belegen zu sollen. Von einem Geschwür kann hier ebenso wenig die
[Jede sein wie heim linfkrehs. Reide I Voeesse zeigen aller oft so
grosse üebereinstimmung, dass eine Unterscheidung derselben mit'den ersten üliek zuweilen nieht möglich ist. Die hauptsächlichste Ver­schiedenheil beider Leiden liegt darin, dass das in Rede stehende gut­artiger Natur und [eicht heilbar ist, während der Eufkrebs eine sehr sorgfältige und ausdauernde Behandlung verlaugt, Aul' Verwechse­lungen mil diesem Leiden sind zweifellos zum Theil die Berichte über schnelle Heilung des Hufkrebses zurückzuführen,
Der Zustand entwickelt sich in der Regel ans acuten Knl/.i'm-dungsprocessen, z. B, aus einer Vernagelung, losen Wand oder Horn-spalte; auch Seh ley sah das Leiden aus einer losen Wand hervor­gehen. Durch Verunreinigungen des Entzündungsherdes kann die Heilung gestört und der Zustand chronisch werden, was nicht selten der Fall ist. Dafllr spricht der Umstand, dass man nach Entfernung der betreffenden Abschnitte der Hornwand und nach sorgfältiger Reinigung der Oberfläche der Floischwand regelmässig in •'!—I Wochen Heilung erzielt.
Erscheinungen. Nachdem man durch Lahmheil oder beim Hufbeschlage durch das krankhafte Secret in der woissen Linie auf den Zustand aufmerksam gemacht worden isl, llberzeugt man sieh mittelst der Sonde llber die Ä.usdehnung des Processes. Lahmheit isl nicht immer mit dem Zustande verbunden; sie tritt aber ein, sobald durch Fremdkörper acute Reizungsprocesse angeregt wurden.
Nur die Unterscheidung von Hufkrebs bietet einige Schwierig­keit : mit absoluter Sicherheit ist diese {''rage oft erst im weiteren Verlaufe der Erkrankung zu entscheiden. Sobald aämlich das VVand-horn. welches die erkrankte Fleischwand bedeckt, entfernt wird, tritt bei dem in Rede stellenden Leiden schnell Heilung ein; heim linf­krehs lieohaehlei mau dagegen hiernach in der Regel eine lebhafte Anschwellung und Wucherung der Pleischwand; dieselbe drängt sieh durch die so entstandene Lücke hervor, und es kostet oft viel .Mühe. die Wucheruno zurückzudräncen bezw. zurückzuhalten.
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Hufkrebs
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In diesem Verhalten lieg! ein wichtiger klinischer unterschied zwischen den beiden genannten Leiden.
Behandlung. Zur Heilung des Zustaudes isl zunächsl die Ent­fernung der HornAvand, soweit diese den Krankheitsherd bedeckt, un­bedingt erforderlich. Ali! Hülfe von Raspel und tlinninosser löst man dieselbe sorgMtig ab, ohne Verletzungen der erkrankten Fleischwand herbeizuführen, mich suche man sorgfältig die Grenzen der Trennung zwischen Horn- und Fleischwaml auf. Nach möglichster Reinigung der erkrankten Pleischwand bepinsele man dieselbe mil Liquor Ferri sesquichl., lege einen mil diesem Mittel getrilnkten Werg- oder Jute­bausch ziemlich lest auf die erkrankte Stelle und lasse die Tampons durch eine Binde tragen. Bei stärkeren Wucherungen an der Pleisch-wand limlet Plumbum nitric., nach Schleg auch das Glüheisen (Thermokauter) zweckmiissige Anwendung, worauf man den oben beschriebenen Verband folgen lilsst, welcher einige Tage liegen bleib): beim Wechsel desselben achte man auf etwaige weitere t ntermini-rnngen der Hornwand, und wo diese angetroffen werden, nehme man die Wand fort, in der Regel bestehl bei diesem Leiden Iceine so grosse Neigung zur Ausbreitung wie heim Hufkrebs, und unter­scheidet es sich auch hierdurch von jenem.
3, Der Hufki'obraquo; und Strahl krebs. L'ododoriilRtltis chronicn verrncosn s. migrans.
Eine chronisch verlaufende, mil ausgesprochener Neigung zur Aushreitung verbundene Entzündung der Huflederhaul bezeichnet man seit alter Zeit als Hufkrebs oder Strahlkrebs, weil der Zustand am hilufigsten vom Strahl ausgeht. Das Leiden stellt einen chroni­schen W ucherungsprocess dar, welcher im Papillarkörper und Rete-gewebe ablüuft, in jenem eine Vcrgrösserung der Papillen, in diesem eine lebhafte Proliferation der zelligen Elemente veranlasst. Hier­durch wird die Hornproduktion unterbrochen, während die nicht ver­hornten Epithelien bald zerfallen und eine schmierige, stinkende, graue Flüssigkeit bilden, Es ist bereits (S. 743) darauf hingewiesen, dass das Leiden im Wesen mit dem sog. Straubfuss identisch ist, also (due Dermatitis verrueosa bildet ; auch wurde bereits hervorgehoben, dass beide Zusttlnde zuweilen aus einander hervorgehen, dass sich aus dem Hufkrebs der Straubfuss und aus diesem das in Rede
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Efufkremkheiten.
stehende Leiden entwickeln kann. Auch an ihrer Hartnäckigkeit der Therapie gegenüber stiiuini'ii beide Leiden mit einander Uberein,
Erscheinungen und Verlauf. Der Anfang des Leidens wird meist llbersehen; in der Regel machi sich zuntlohsi am Strahl eine kleine Erhabenheit bemerkbar, welche eine graue, schmierige, sehr übelriechende Masse producirt. ]5ei genauerer Untersuchung erkennt man oft schon mit blossem Auge die vergrösserten Papillen des Strahles, aus welchen die Anschwellung besteht, Lahmheit pflegt im Anfange des Leidens zu fehlen, eine Erscheinung, die für die Diagnose besonders wichtig wird: denn bei derartigen acut entzündlichen Er­krankungen besteht immer grössere Schmerzhaftigkeit und Lahmheit. An der Fleisch wand veranlasst der 1'roeess ähnliche Veränderungen wie bei der S. 910 beschriebenen Entzündung derselben.
Allmählich, bald indess schneller, bald langsamer breitet sich die Erkrankung auf die Nachbarschaft aus. greift vom Strahl auf die Eckstreben und Sohle, von dieser auf die Wand und selbst bis auf die Krone Über, Überall die Hornfcheile von ihrer Matrix ablösend. An der Pleischwand wuchern die Fleischblättchen zu federbartartigen Bildungen, und sobald die Bornwand entfernt ist, drängt sich die Fleisch wand schnell hervor (S. 910).
Mit der Ausbreitung des Processes auf die Eckstreben und Sohle stellt sich eine Erweiterung des Hufes an den Trachten ein, während der Strahl eine ungewöhnliche Qrösse erlangt. Hei dieser Ausbrei­tung tritt zuweilen Lahmheit ein, namentlich beim Gehen auf un­ebenem, seihst weichem Boden. Wenn eine Behandlung des Zustandes nichl erfolgt, schreitet der Process immer weiter, verbreitet sich schliesslich Über die ganze Bufmatris und kann selbst zum Aus­schuhen führen.
Ursachen, üeber die Ursachen des Hufkrebses ist bisher wenig bekannt, daher erklärt sich auch, dass sich über die Natur der Krank­heit so verschiedene Anschauungen geltend machen konnten. Die Be­zeichnung „Krebsquot; stammt aus einer/eil. in der man verschieden­artige, durch Malignitiit ausgezeichnete Krankheitsprocesse mit diesem Namen belegte. Von einem Ctircinom bezw. Cancroid kann, wie längst bekannt, keim1 Rede sein, daher muss der Name als unberech­tigt bezeichnet werden. Wahrscheinlich bandelt es sich um speeiflsche Infections Vorgänge, wofür nicht nur der Verlauf, sondern auch die Erfahrungen sprechen, welche mit der Behandlung des Leidens ge-
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Huf krebs.
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niiiclit, werden. Diese Erfahrungen lassen zugleich vermuthen, dass es sich nicht um eine einzige Schädlichkeit, sondern um verschiedene handelt, die auch in ihren Wirkungen nicht übereinstimmen. Worin diese bestellen, muss der zukünftigen Forschung festzustellen ilber-hissen bleiben. Ich verweise in diesem Punkte auf die eingehende Betrachtung in meinem Handbucb der Eufkrankheiten.
Beurtheilung. Obgleich sich der Verlauf des Hufkrebses stets chronisch gestaltet, so zeigt derselbe doch mancherlei Verschiedenheiten, welche in erster Linie für die Prognose in Betracht kommen. Diese erscheint zwar in jedem Falle zweifelhaft, doch lässt sich die Mehr­zahl der Fälle heilen. Als Anhaltspunkte für die Beurtheilung dienen folgende Umstände:
I. Die Beschaffenheit der Wucherung. Je lebhafter die Production, d. h. die Wucherung im Retegewebe und Papillarkörper, je weicher die Neubildung, um so bedenklicher der Zustand. Aus­gesprochene Neigung zur Bildung papillärer Wucherungen erscheint weniger günstig als die Bildung zusammenhängender Massen.
#9632;-'. Die Ausbreitung. Je grosser die Neigung zur Ausbrei­tung, und je weiter das Leiden bereits vorgeschritten ist, um so ge­ringer die Aussicht auf Heilung. Besondere Schwierigkeiten bietet die Erkrankung der Eckstrehen und Fleischwand; leichter ist der Zustand am Strahl und an der Sohle zu heilen. Schnelle Ausbreitung muss ebenfalls als ungünstiges Zeichen betrachtet werden.
3. Giebl sich durch Auftreten des Hufkrebses im mehreren Füssen eine besondere Anlage zu dem Leiden kund, so darf mau auf grossen Widerstand gegen die Behandlung rechnen.
i. Bei widerspenstigen und empfindlichen Thieren stössl die Application der Heilmittel und die Ausführung der operativen Eingriffe auf grosse Schwierigkeiten, und wird die Prognose ungünstiger. Die Behandlung erfordert viel Geduld, nicht allein vom Thierarzte. son­dern auch vom Patienten und seinem Besitzer.
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Behandlung. Wohl bei keinem zweiten Leiden ist die Zahl der als wirksam empfohlenen Mittel so gross wie beim Hufkrebs. Wie schon an anderer Stelle von mir betont, spielt allerdings die Auswahl des richtigen Mittels auch bei diesem Leiden eine grosse Bolle, eine grössere aber noch die Art und Weise der Application desselben. Im allgemeinen haben sich neben Aetzmitleln. welche zur Zerstörung der gewucherten Massen dienen. Adstringentien und Desinlicientien Möller, SpeoleUe Oblrargie für Thlerfteto. -j. Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 68
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laquo;114nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hufkmnkhelten,
am wirksamsten gezeigt. Sublimat, Chlorkalk, (quot;reosot, Clilorzink, Oarliolsäure, Kampfer, Jodoform, Eichenrinde, Jodtinctur und noob viele amiere iuilien ihre Vertreter gefunden, doch schon Eaubner sagte ganz zutreffend: BEs giebt gegen den Hufkruhs kein Speeificumquot;. Dem Htiiiuiie icii zu und bemerke zugleich, dass es immerhin einer aufmerksamen, zuweilen längeren Beobachtung bedarf, um in dem gegebenen Falle das richtige Mittel zu finden.
Neben der Desinf'ection des l'lrkrankuiigslierdes bandelt es sieb I. um Zerstörung der Wucherungen im Papillarkörper, und 2, um Be­schränkung der Proliferation und der Absonderung in dem Rek­gewebe. Die Durchführung der ersteren Aufgabe hängt, von der Grosse der gewucherten Massen ab und verlangt die Anwendung von Aetz-mitteln, des (llüheisens oder des Messers. Welches Mittel man auch wählen iniige. stets bleibt zu beachten, dass die Zerstörung niemals bis auf die tieferen Schichten des Coriums vordringen darf, sondern auf die gewucherten Fapillen beschränkt bleiben muss; daher ist das Messer zu diesem Zwecke auch woniger beliebt als Aetzmittel, zumal die Blutung bei der Beurtheilung dieser Frage hinderlich wird. Unter den Aet/.initteln verdient in erster Linie das von Pütz zuerst empfohlene Plumbum nitricum Beachtung. In Pulverform auf die kranken Stellen gestreut, bildet es mit den zerstörten öewebsmassen einen trockenen Schorf, welcher die fortschreitende Wucherung be­schränkt; das Mittel trocknet gleichzeitig in intensiver Weise aus und unterdrückt zugleich die Secretion und Proliferation im Ketegewebe. Zuweilen entwickelt sich der Process unter der trockenen Kruste von neuem, deshalb muss diese in den nächsten Tagen genau untersucht werden. Als Aetzmittel können auch anorganische Säuren, nament­lich die rauchende Salpetersäure Anwendung finden, allein ihre Appli­cation gestaltet sich schwieriger und ihre Wirkung ist jedenfalls nicht besser als beim Plumbum nitricum, Nach den neueren Erfahrungen über die Wirkung der Schwefelsäure beim Straubfuss (S. 710) dürfte dieses Mittel auch hier zu versuchen sein, wozu mir bisher eine passende öelegenheit fehlte, iürscbeinl die Wucherung nicht bedeu­tend, tritt vielmehr die Secretion in den Vordergrund, so können Liquor ferri sesquichlorat,, Sublimat (1 0/o), Chlorzink (10 ')raquo;), Tinctura Jodi, Kupfer- oder Zinksulfat, sowie Ahum. Tannin (Eichenrinde), Pyoktanin Anwendung finden: Mittel, die auch von verschiedenen Seiten empfohlen wurden. Welches aber auch von diesen angewendet werden möge, stets ist gut ein angelegter Drnckverband mit den­selben zu verbinden.
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Hufkrebi
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Bine weitere Foi'clemng der Therapie besteht in der Bntfernung aller unterminirtet) Horutheile; diese bildet eine Conditio sine qua nun für die Heilung und verlangt nicht geringe Gtaschicklichkeil wie auch Uebung in der Handhabung des Rinnmessers.
lu der Regel leitet iiiiui mit der Entfernung des Homes die Be­handlung ein, giebt, WO der Huf sehr trocken und hurt sein sollte, zuniiehst ein warmes Fussbad. Aneii dann geüngt es nicht, immer, das losgelöste Horn mit einem Male zu entfernen; denn sobald hier­bei Blutimg eintritt, verliert niiiu die Uebersicht und niuss in der Regel aufhören, um am nächsten Tage die Operation fortzusetzen. Hierauf liisst, man ein Fussbad Folgen, welches mit einer Desinfections-ftüssigkeit (Creolin, Carbol, Chlorkalk, Sublimat) hergestellt ist. Nach I—2stündlicher Einwirkung desselben, wobei es sich empfiehlt, die kranken .Stellen wiederholt im Bade abwaschen zu lassen, wird das dem Zustande entsprechend ausgewählte Mittel applicirl und ein Druckverband angelegt. Am nächsten Tage muss der Verband er­neuert werden, wobei man sich tiberzeugt, ob der Process weiter vor­geschritten ist; sollte dieses der Fall sein, so muss das unterminirte Horn alsbald entfernt werden: anderenfalls und wenn die Oberfläche trocken gehlieben ist. erneuere man den Verband mit demselben Mittel.
Auf diese Weise wird zunächst eine tägliche Erneuerung des Verbandes erforderlich. Bei Neigung zu lebhafter Wucherung findet neben l'hnnbum nitricum ein kräftig wirkender Druckverband An­wendung; bei Erkrankungen des Strahles, der Eckstreben und Suhle leistet, ein Deckeleisen oder ein Gipsguss hierbei vorzügliche Dienste, /nir Herstellung der letzteren füllt man die Bodenfläche des Hufes mit frischem Gipsbrei aus und lässt denselben hier erstarren; durch Einlage von etwas Werg oder Hanf wird die Gipsplatte dauerhafter, die man mit Unterlagen von Werg auf die Sohle legt, um einen möglichst gleiclunässigen Druck auf die wuchernden Hassen aus­zuüben. Bin gut gearbeitetes Deckeleisen erfüllt denselben /weck. Wichtig bleibt, auch später den Verband wenigstens alle 2—3 Tage zu wechseln, und sich von der Beschaffenheit des Hufes zu tiber­zeugen. Man untersuche besonders die Grenzen sowie die trockenen Schorfe, und wo sich auch nur die geringste Menge jener grauen, schmierigen Masse zeigt, muss sofort, nachgesehen werden, ob nicht der Process in der Tiefe neue Fortschritte gemacht hat.
Ferner gilt auch hier der Grundsatz, das Leiden nicht eher als geheilt zu betrachten, bis alle Stellen absolut trocken sind, und nor­male Hornbildung wieder eingetreten ist. Trotzdem kommen Re-
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DIG
Hufkrankbeiteu,
cidive nicht selten vor; daher tnüssen solche Elufe auch nach erzielter
Heilung noch einige Monate unter Aufsieht bleiben, mu den neuen
Ehkrankungsherd sofort zu behandeln.
Die grössten Schwierigkeiten bereitet, der Process an den Eck* streben: bier wuchert die Ecksti'ebenfleischwand und der Fleisohstrah] gegen einander, wodurch die vollständige Freilegung des Krunkheits-herdes sehr erschwert wird. Oft muss ein Theil der gewucliorten Massen mit dem Messer abgetragen werden, worauf man die seitliche Strahlfurche tamponh't, so zwar, dass zunächst ein recht kleiner Tam­pon in die Tiefe geschoben wird; darauf kommen immer grössere, so dass sich der Verband wie ein Keil in die seitliche Strahlfurche schiebt.
Von verschiedenen Seiten wurde empfohlen, mit dem Eufkrebs behaftete Pferde während des Tages in einen dicken Lehmbrei zu stellen und nach erfolgler Reinigung des Hufes während der Nacht hohe als Streu zu verwenden. So einfach dieses Verfahren auch erscheint, so ist es doch mit einer Reihe von Unbequemlichkeiten verbunden. Abgesehen von der täglichen Reinigung und dem Wechsel des Standes, wird in Folge der Verunreinigung des Lehmbreies durch Mist und Urin eine häufige Erneuerung desselben nothwendig, Wo auf Ziegeleien Gelegenheit gegeben ist, das Pferd vor einem Thon-schneider arbeiten zu lassen, erreicht man diese Wirkung viel leichter und noch mehr; denn auch die tägliche Bewegung des Thieres fördert den Heilungsvorgang.
Diese Behandlung empfiehlt sich namentlich, wo nur die Boden­fläche des Hufes, also nur Strahl, Sohle und Eckstreben,- nicht aber zugleich die Pleischwand leidet. Offenbar spielt, der gleicbmässige Druck des Lehmes auf die wuchernden Abschnitte der Hufmatrix hierbei eine Hauptrolle, und wiederhol! habe ich auf diese Weise Heilung beobachtet.
Eine ähnliche Wirkung hat sogar die Benutzung des Pferdes auf weichem Boden, besonders wenn dasselbe barfuss gehen kann. Bei regeliuässiger Arbeit macht der Process nicht so schnelle Fort­schritte als während dauernder Buhe der Thiere, ein Umstand, der bei der Behandlung Beachtung verdient. Wenn alle Mittel nicht wirken wollen, versuche man dem Pferd, soweit der Zustand es ge­stattet, Bewegung zu geben. Die Wirkung derselben ist zuweilen überraschend günstig.
VonNocard wurde vor einigen Jahren energische Behandlung mit einer Sublimatlösung empfohlen. Nachdem die kranken Stellen sännntlich freigelegt und sorgfältig gereinigt sind, lässt man mit Hülfe
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Ilnf'ki-i'lis.
Ill
eines Pulverisateurs 2'/fl Stunden lang cine l0/oige Sublimatlösung uui die leidenden Theile ein wirken. Darauf wird der Huf abgetrocknet und seine Oberfläche 1*gt; Minuten lang mit Jodoformätber bestö-ubt) innerlich lllsst Nocard Powler'sche Solution (40,0 in 8 Tagen) verabreichen. Dass jedoch auch dieses Verfahren zuweilen im Stich liiissl, haben die späteren Mittheilungen Nocard's und anderer bewiesen. Hier möge nocli wiederholt, werden, class es auf eine sorgfältige Durchführung der operativen Eingriffe und auf Geschicklichkeit bei der Anlegimg dos Verbandes mehr ankommt, als auf die Auswahl dos Mittels, doch spielt das letztere eine nicht zu unterschätzende Rolle, öeben auch die aufgestellten Grundsätze hierbei die nöthigen Anhalts­punkte, so umss man doch in vielen Fällen auf den Erfolg Rücksicht nehmen, und nicht selten bleibt man auf Versuche mil den verschie­denen Substanzen angewiesen.
Gr. Die Krankheiten der Klauen des Rindes und Schafes.
Lit.; Hanns. Elindriehkvankbeiten, S. 294. Hess, Pusskrankheiten d. ßindes. Siedamgrotzky, Haubners Thici-hcilkumk'. U). Aufl. Schleg, Dresd. Her. 1891. s. 99. Pambaoh, das. S. 105. Vaeth-Moosbaoh, li. '!'. W. 1891. S. 853.
Obgleiah die dem Hufe der Pferde homologen Klauen der Wieder­käuer und des Schweines In ihrer äusseren Form erhebliche Ä-bweichunaen
Llingssehnitt durch dlo Klane elnoa Rindes,
von jenen zeigen, so gestaltet sieh die innere Einrichtung derselben doch nicht wesentlich verschieden von der des Hufes. Daher besitzen auch die Krankheitsprocesse der Klanen im gm/.en eine grosse ilebereinstimmung mit den Hufkrankheiten, zeigen aber dennoch eine Keilie von Eigenthüin-
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'.US
Krankheiten dor Klauen.
liohkeiten, welche vornehmlioh durch die Doppelbildung dor Klauen um) ihre Vereinigung durch Bänder und Weicntheile (Haut des Klauen-spaltes) veranlasst werden, zum Theil aber in dem Fehlen des Strahles und Eokstreben sowie in dem sonstigen anatomischen Hau der Klauen ihren Q-rund haben.
Die Klaue besteht aus der Hornwand mit dem Saumbande und der llornsohle mit dem Ballen; die letzteren übernehmen die Functionen des Strahles, der ebenso wie die Kelcstreben an den Klauen fehlt. l-)ie lioni-
waud erlangt bei mittelgrossen Bindern
ateralen Seite eine Dicke
von reichlich 0,5 cm, während die innere, einander gegenüberliegende Wand der Klauen kaum 2—3 mm stark und bedeutend kürzer ist als jene, indem die nach oben strebende llornsohle in diesen Abschnitt der Wand übergeht.
Klane elnos Eludes. Diö Buchstaben a.....d Itegoti auf gleicher Höhe wie auf Fig m. zeigen
also die Lage des Klanengelenkes an.
Die llornsohle zeigt ebenfalls eine Stärke von etwa 0,5 cm und reicht von der Klauenspitze bis zum hinteren Dritttheil der Bodenfläche der Klaue, wo sie ziemlich scharf in die Ballen übergeht. Ueber dem Ballen, zwischen diesem und der Sohne dos langen Zehenbeugers belindet sieh ein derbes Bindegewebe, welches etwa dem Strahlpolster entspricht und viel Fettgewebe enthält.
Das Klauengelenk (Fig. 141) liegt etwa in der Mitte zwischen der Zehe und dem Ballen, die Mitte desselben (b) der Zehe etwas näher als der Tracht und ungefähr 2 cm unter dem Krononrande der Seitenwand. Eine gerade Linie vom vorderen Ende der Klauenspalte in schräger Richtung •zur üebergangsstelle der llornsohle in den Jialleu gezogen trifft die untere Grenze des (lolenkes (Fig. 141 und 142). has hintere Ende des Klauen-
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KUuicii dos Rindes. Elimiobtung derselben.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 910
beines befindel sieh zwisohen o und d in Pig, 141 und 11-; hinter c liegl aus Strablbein, um lt;lio Bildung ilos Klauengelenkes zu vollenden.
Du.s Kronengelenk befindet sieh reiohlioh - am über dem Kronen rund dor Seitenwand der Klaue: die Lage des Fesselgelenkes lässt sich dui'cb Palpation leicht feststellen.
Die Sohne dos langen Zehenbeugers bilde! an jeder Klane diohl vor ihrem Ansät/, an das dritte Zehenglied mit dem Strahlbeine eine der Bursa podotroohlearis des Pferdes entsprechende Sehnenscheide, welche' über dem hinteren Abschnitte der Hornsohle liegt, etwa da wo diese in den Ballen Übergeht.
Fleischwand und Kleischsohle /eigen keine erheblichen Verschieden­heiten von den gleichen llufabschnitton beim Pferde, dagegen besitzt die Fleisehkrono eine grössere Breite und reicht fast his zur Mitte der Horn-wand nach unten. An der medialen Wand geht dieselbe oben in die Zwischenklauenhaut über, welche haarlos, dafür mit einer dicken, aber wenig verhornten Epidermis bedeckt ist. lieber derselben, also /.wischen den Kronenbeinen liegt ein starkes Fettpolster, welches sich unter die mediale Wand fortsetzt und offenbar die Bewegungen der Klauen an ein­ander erleichtert. Oben umfasst das Sauinbnnd die Klaue ringförmig, indem es wie am Hufe hinten in die Ballen übergeht.
Durch je zwei mediale und laterale Eesselkla neu bä nde r. sowie durch das vordere mit dem Zehenstrecker in Verbindung stehende Hand und das Knieklanenbcinband wird das Klauenbein mit dem Kronen- und Pesselbein verbunden, während die gekreuzten Zwischenklauenbänder oder das Querband der Klane die beiden Klauen des Fusses so mit einander verbinden, dass dieselben nicht zu weit aus einander weichen können. Diese letzten Bänder liegen /wischen den Kronenbeinen, über der Zwischenklauen-haut. Bemerkenswertb ist endlich, dass diese Bänder durch das Fettpolster der Ballen laufen, um sich in der Fleischsohle zu verlieren.
Durch diese eigenthtimlicbe iüiuricktuug des Müssendes wird namentlich, das Rind weniger geeignet, auf hartem und unebenem Hoden zu marseliiren, und wenn sie dazu gezwungen werden, ziehen sie sicii leicht Verletzungen der Wciclifheile der Klauen zu. Ferner ist zu beachten, dass die Belastung der Klaue sieh anders gestaltet, als am Hufe. Während am Hufe der Tragerand der Wand vornehm­lich die Last trägt, die Hornsohle dagegen mit hartem, ebenen Hoden Überhaupt nicht in Berührung kommt, muss die Sohle der Klaue den grössten Theil dor Körperlast tragen: das gilt auch für die beschlagene Klaue und erklärt das häufige Vorkommen von Quetschungen der Sohle.
Ebenso verleiht die fortdauernde Einwirkung von Stalljauche und Dünger auf die Klauen den Kranklieitsznständen derselben gewisse Eigenthümlichkeiten. Es handelt sich in der Hegel um acute Ent-zündungsprocesse, die unter dem Einflüsse von infectionsvorgängen mit Nekrotisirung der Weichtheile und Knochen, nicht selten mit, eiteriger oder septischer Entzündung des Klauen- oder Kronengelenkes verbunden sind.
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!I20nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kiunklieiten der Klauoii.
Die Erscheinungen aouter Enteündungsprocesse, nennen wir sie kurz „Kiiiucnent/.ündung', treten bei dem weniger empfimlliclien Kinde nicht so deutlich hervor, wie die Hut'entzündung beim Pferde; auch stösst die Untersuchung der Klanen auf grössere Schwierigkeiten, als die des Hufes. Durch Mist und die StalJjauohe meist aufgeweicht, /eigen sich namentlich die Klanen der Hinterftisse bei derartigen Er­krankungen weniger schmerzhaft als die gleichen Erkrankungen am Hufe des Pferdes. Dazu kommt, dass der Nachweis geringfügiger Schmerzen beim Rinde schwer fällt. Bei hochgradigen Schmerzen liegen die Thiere viel und sind schwer zum Aufstehen zu bewegen, so dass bei Laien wohl die Vermuthung auftaucht, es handle sieh um eine Lähmung im Kreuze. Werden die Thiere zum Gehen gezwungen, so kürzen sie die Belastung des erkrankten Fusses mehr oder weniger ab, bei hochgradigen Schmerzen findet die Belastung nur auf wenige Augenblicke oder überhaupt nicht statt. Dabei nimmt das Thier mit dem Kusse zuweilen abnorme Stellungen an. belastet bei Schmerzen an der Zelle vornehmlich die Ballen und umgekehrt; im letzteren Falle erfolgt das Durchtreten bei der Belastung nur unvollkommen.
Besondere Schwierigkeiten bereitet bei diesen Tbiereu die Local-antersuchnng, und doch ist dieselbe zur genauen Erkennung der Leiden unbedingt erforderlich. Am stehenden Thiere gelingt es zuweilen, die Füsse wie beim Pferde aufzuheben, um diese Untersuchung auszuführen. Bei unruhigen oder widerspenstigen Thieren liisst man um die Vorderfessel einen Strick schlingen, der über den Widerrist zur anderen Seite geführt wird, um mit Hülfe desselben den Vorderfuss aufzuheben; am Hinterfnss wird ein Strick um den Unterschenkel oder das Schienbein geschlungen und ein starker Stock (Besenstiel) hin durchgeführt, an dem zwei kräftige Männer den Fuss halten; auch liisst sieh der liinterfuss an eine. Deichsel­stange schnüren und auf diese Weise befestigen. Auf jeden Kali ist das Thier mit dem Kopfe kurz und fest anzubinden.
Am liegenden Thiere muss der zu untersuchende Fuss mit Stricken befestigt werden, doch empfiehlt es sich im allgemeinen, das Thier zunächst zum Aufstehen zu bewegen. Häutig zeigen dieselben solcher Aufforderung gegenüber eine grosse Widersetzlichkeit, welche zuweilen durch Begiessen der Püsso mit Terpentinöl, Eingiessen von Wasser ins Ohr oder durch Heranholen eines Hundes überwunden wird. Bleiben diese Mittel erfolglos, so empfiehlt sich ein von .lohne beschriebenes Verfahren, die 'filiere auf­zuheben, welches darin bestellt, dass man einen Gurt oder ein starkes Tau so um den Rumpf schlingt, dass dasselbe vorn unter dem Habicblskiiorpel des Brustbeines, hinten unter dem Sitzbeine liegt, also wie ein Reifen den Rumpf des Thieres umgiebt. An diesem Tau kann eine grössere Anzahl von Personen, an jeder Seite '#9632;]—4, das Aufheben bewirken, doch bleibt zu
beachten, dass vor dem 'filiere ein 1.....1,5 m weiter, freier Raum sich finden
muss, damit die zum Aufstellen nöthige Streckung des Halses möglich wird.
An dem aufgehobenen Fusse untersucht man die Klaue durch Drücken und Bewegen auf die (iegenwart von Schmerz, achtet ferner
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Quetsohung der Sohle!nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;!)21
auf Anschwellung, ßötibung dei naohtarlichen Haut, auf etwaige Coa-
tiiuiitütsh'uniuingeii nn der Klaue sowie auf die Gegenwart von Elitöl'i Dabei ist uamentlicli die Krone sowie die Baut des Klatienspaltes genau zu prüfen. In der Rege] uiuxs dieser Untersuchung eine Reini­gung der Klaue vorangehen.
Bezüglich der Behandlung sei schon hier bemerkt, dass die An­wendung von Fussbildern bei Rindern meist, auf grosso Schwierigkeiten stösst, daher in der Hegel keinen grossen Nutzen hat. Man iimss sich deshalb auf eine sorgfältige Kcinigung und Reinorhaltung durch trockene Streu, sowie auf die Anwendung von Umschlägen und Ver­bänden beschränken.
i. Qnetsohungen der Fleischsohlo und Italien beim Itimlc.
Bei den kleineren Wiederkäuern besitzen die Klauen im Ver-hältniss zur Körperschwere eine grössere Widerstandsfähigkeit, so dass bei ihnen diese Leiden nur selten vorkommen, um so häutiger dagegen beim Rinde. Hier leiden vornehmlich die weicheren Klauen der Hinter-füsse und in erster Linie die mediale. Längere Fusstransporte aut hartem und unebenem Boden geben hierzu in der Regel Veranlassung, namentlich wenn die Thiere hochtragend, in der Mast vorgeschritten, längere Zeit hindurch im Stalle gestanden haben und nicht beschlagen sind. Da die Hornsohle bei den Klauenthioren den grössten Theil der Körperlast zu tragen hat, so erklärt sich dieser Nachtheil leicht. Dazu kommt, dass längere Transporte bei barfussgehenden Thieren mit einer allmählichen Abnutzung der Hornsohle verbunden sind, wo­durch dieselbe sowie auch die Ballen an Widerstandsfähigkeit ein-büssen.
Erscheinungen und Verlauf. In der lieget macht sich der Zustand schon auf dem Transporte bemerkbar, indem die Thiere all­mählich zu lahmen anfangen, den Gang verkürzen, sich niederlegen oder während der Ruhe trippelnde Bewegungen mit den Küssen machen. In den Stall gebracht, legen sie sich bald, versagen wohl das Futter und sind schwer zum Aufstehen zu bewegen. Untersucht man die Klauen, so zeigt sich die eine oder andere, zuweilen mehrere zugleich schmerzhaft gegen Druck auf die Hornsohle und die Hallen; später findet man Hothfiirbung des Sehlenhornes, zuweilen auch Eiterung mit Perforation an den Ballen oder der Krone.
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022nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheitan der Khiuen.
Bei geringgradiger Quetsoliung, und wenn dem Tliiere bald
Ifulie und ein weicher Stund gegeben wird, erfolgt in einigen Tagen Heilung: entwickelt .sieh jedoch Eiterung unter der Sohle oder den Ballen, so entstellt einerseits die Gefahr, dass die Thiere durch das andauernde Liegen an Decubitus ZU Grunde gehen. Andererseits wird der Zustand dadurch bedenklich, dass sich eine phlegmonöse Entzün­dung mit iSekiuse am Fleischhallen und dem unter demselben gelegenen Bindegewebe einstellt; hierzu gesellen sich oft schwere Folgezustände, eiterige EüntzUndung mit Nekrose der Sehne des langen Zehenbeugers sowie septische Erkrankung des Klauengelenkes (S. 925),
Die Beurtheilung muss also namentlich auf den Grad der Schmerzen Rücksicht nehmen und sich nach den bestehenden Verän­derungen richten. .Hei Nekrose der Sehne und eiteriger, liezw. septi­scher Entzündung des Gelenkes erscheint die Prognose ungünstig, aber nicht absolut schlecht, weil die Amputation der Klaue noch Heilung herbeiführen kann. Doppelt bedenklich aber wird der Zustand, wenn mehrere Klauen oder gar mehrere Füsse zugleich leiden.
Behandlung. Besteht noch keine Eiterung, so genügt oft zur Herbeiführung der Zertheilung einige Tage Buhe und ein weicher Stand: bei grosser Schmerzhai'tigkeit können kalte Umschläge an­gewendet werden. Wo Eiterung eingetreten ist. sorge man für regel-mässigen Abfhiss des Secretes, doch schone man hierbei nach Mög­lichkeit nicht nur das Wandhorn, sondern auch die Sohle. Dieses gilt besonders für die superficiellen Prozesse, welche dieselben Eigen-thtimlichkeiten zeigen, wie am llul'e (S. 870); bei ihnen genügt im allgemeinen eine kleine Oeffnung, welche dein dünnflüssigen Eiter aus­reichenden Abtluss verschafft. Nach sorgfältiger Reinigung der Klauen und Ausspritzen der unterminirten Hornabschnitte legt man einen Ver­band an, der durch Bestreichen mit Theer undurchlässig gemacht und so gegen Verunreinigungen der erkrankten Stelle durch Stall­jauche geschützt werden kann. Besteht: Nekrose der Sohne oder Er­krankung des Klauengelenkes, so kann nur noch die Amputation der Klaue Hülfe bringen (S. 928).
2. Venmndimgen der Weichthelle dor Klauen.
Verwundungen der Weicht heile der Klauen kommen beim Be­schläge der Thiere vor, weil die Homwand verhältnissmilssig dünn
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7ei'wuaduQgeii der Weiohtheils. Panaritiuiu.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'.)2',gt;
ist,; ferner als Nageltrifcfc, d. Ii, Verletzungen durch Eintreten fremder Gegenstiimle, wie Niigel, Draht. Eisenstücke, Bggenzinken oder der Kappe iles Eisens. Da von solchen Verwundungen meist die hinteren Ahselmitte der Sohle und die Ballen betroffen worden, so erscheinen die hierdurch hervorgerufenen Zustünde ebenso bedenklich wie der Nageltritt beim Pferde, zumal auch hier die Sehne des langen Zehen* beugers, sowie das Klauengelenk leicht miterkranken, während bei der Vernageluug in der liege! nur die Fleischwand verletzt wird. Daraus ergeben sich zugleich Anhaltspunkte für die Beurtheilung dieser Zustände.
Erscheinungen. In der Hegel stellt sich bei diesen Leiden plötzlich Lahmheit ein, welche bald nur gering, bald erheblich ist. Der Untersuchung muss eine Reinigung der IClauen des leidenden Fusses vorangehen. Bei Verletzungen der Beugesehne treten hoch­gradige Schmerzen auf; der Fuss wird entweder gar nicht oder nur auf Augenblicke belastet, und bei Dorsalllexion der Klaue äussern die Thiere lebhafte Schmerzen. Ebenso giebt sich die Mitleidenschaft des Gelenkes durch grosse Schmerzliaf'tigkeit. besonders gegen leichte Drehbewegungen der Klaue, durch Anschwellung an der Krone, vor­nehmlich am Zehentheil derselben zu erkennen. Nicht selten besteht Ausfluss von eiteriger Synovia.
Die Behandlung verlangt zunächst Entfernung des etwa zurück­gebliebenen Fremdkörpers, Reinigung der verletzten Stelle, Sorge für den rege I mass ige n Abfluss des Eiters, wobei die oben beschriebenen Rücksichten zu nehmen sind, und endlich Schutz vor Verunreinigungen, eine trockene, reine Streu und nötliigenfiills einen Verband. Ver­letzungen oder seeundäre Erkrankungen der Beugesehne sind nach den beim Ballenpanaritiuni beschriebenen Urundsälzen zu behandeln,
ä. I'miiiriunin.
Als Panaritium bezeichnet man eine acute, schnell zur Eiterung führende, regelmässig mit Nekrose verbundene Entzündung, welche beim Menschen zunächst an der Vorderlläche der Finger auftritt, beim Rinde an verschiedenen Stellen an den Klanen entsteht, .sich aber auf entferntere Theile ausdehnt. Die Bezeichnung Panaritium für diese Leiden der Klauen zu aeeeptiren, erscheint durchaus berechtigt, denn einerseits bandelt es sich um homologe Theile des Thierkörpers, anderer-
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Krankheiten der Klauen.
si'its gestalten sieli tue Vorgänge der Entwiokelung liier genau ebenso wie beim Mensetien, Den Ausgangspunkt des i'auarit.iums bildet näm­lich stets eine Wundint'eetion mit nachfolgender l'lilegmone, welche tlieils unter der Wirkung der int'eetionsstotle, theiis unter dem Ein­flüsse der anatomischen ßinriebtung der erkrankten Tlieiie zur Nekrose neigt. Dass die Klauen des Hindes solchen Int'eetionsvorgiingen gegeu-llber eine günstige Lage einnehmen, liegt auf der Hand. Fast unaus­gesetzt von Schmutz umgeben, bieten kleine Verletzungen der Haut, wozu es ebenfalls an ursächlichen Momenten nicht fehlt, Gelegenheit zu Int'eetiouen verschiedener Art. deren Wirkungen oft auf die tiefer gelegenen Tlieiie der Klauen übergreifen. Her Process beschränkt sieb dabei' nichl auf die äusseiv Haut, setzt, sieb in die Subcutis, nicht selten auch in die Sehnen, Sehnenscheiden, Knochen und Gelenke fort, wodurch Zustände bedenklichster Art entstehen,
Nacb dem Sitze unterscheidet man beim Kinde ein Zehen-, Ballen- und Z wise he n k 1 a n e n pa na r i t, i inn; Zustände, die von Harms am eingehendsten beschrieben wurden: die früher übliche Bezeichnung Geschwür ist nicht zutreffend.
Da es sieh um die Wirkung von [nfectionen handelt, so kann es auch nicht auffallen, dass diese Leiden unter gewissen umständen eine grössere Verbreitung linden, dass sie in einzelnen Ställen häufiger vorkommen und seihst enzootiseh auftreten, dass endlich sowohl schmutzige Ställe wie auch das (leben auf hartem Boden die Ent­stellung derselben begünstigt. So beobachtete Scblcg Entzündung der Zwischenklauenhaut, welche nicht selten zur Nekrose führte, während des Weideganges im Herbst bei Kühen, die neben einander standen; von 28 erkrankten 8, während die auf der anderen Seite des Stalles siebenden verschont blieben.
I. Das Zehenpanaritium entwickelt sich am vorderen Ende des Klauenspaltes. Hier tritt ohne nachweisbare äussere Veranlassung eine schmerzhafte, entzündliche Anschwellung auf, welche sieb sowohl auf die Krone wie auch auf die Zwischenklauenhaut und die benach­barte äussere Haut ausbreitet. Hie pigmentfreie äussere Haut zeigt sieb geröthet, angeschwollen, schmerzhaft; der Fuss wird nur vorüber­gebend, oft unter lautem Stöhnen belastet. Dabei besteht,, namentlich im Anfange des Leidens, Fieber und Appetitlosigkeit. Nach einigen Tagen löst sich das Saumband in der Nachbarschaft los, und bald darauf erfolgt Perforation unter Entleerung eines dickflüssigen Hiters. Hierauf bissen in der Regel die Zufälle bald nach, es tritt Qranulationsbildung und oft in kurzer Zeit Heilung ein. Auch
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l'anaiitium.
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wenn ein StiuU ilaul neki'otisirtc. koinmt: in 2—8 Wochen Genesung ZU Staude.
Es bandelt sieh also um eine mit Nekrose verbundene Pblegmoue der Cutis und Suheutis, weslialb ich das Leiden als Pan ari t i um siil)Cii tan e u in bezeielmen möchte. liarnis schildert diesen Vor­gang als ersten Gfrad des l'anaritiums.
Oft greift die Entzündung auf das über der Klauenspalte ge­legene Binde- und Fettgewebe, sowie auf die Seimen und Bänder der Klauen- und Kronenheine über. In solchem Falle treten die Er­scheinungen auffälliger hervor; sowohl die Schwellung und ßöthung wie auch der Schmerz ist erheblicher; die Thiere belasten den Fuss fast gar nicht; die Anschwellung breitet sieb weiter nach oben sowie aueh aul' die Haut des Klauenspaltes aus: auch besteht in der Regel Fieber mit Appetitlosigkeit, Nachlassen der Milchsecretion und Ab-nalmie des Körpergewichtes, Nachdem die Haut nekrotisirt oder perforirt ist, entleert sich jauchiger Eliter in grösserer Menge, wor­auf die Erscheinungen znriicktreten. und bei entspreehender Behand­lung in etwa Ji Wochen Heilung erfolgt. Man könnte diesen Process als „Panaritium profundumquot; bezeichnen.
Findet dieser Zustand jedoch nicht genügende Beachtung, oder bat eine Infection mit besonders virulenten Substanzen stattgefunden. so greift der uekrotisirende Process auf das Kronen- bezw, Klauen­bein oder auf das eine oder andere Gelenk derselben über, und es entwickelt sich eine septische Arthritis, ein Panaritium ossium s. articulare. Damit wird der Zustand äusserst schmerzhaft; sobald das eine oder andere der Gelenke miterkrankt, breitet sich die An-schwellung bis auf das Schienbein aus: bei Erkrankung des Klauen­gelenkes erscheint dieselbe jedoch hauptsächlich in der Nähe des Klauenspaltes. Die Thiere liebem heftig und zeigen die geschilderten Erscheinungen in noch höherem Grade als beim Panaritium profundum. Auch zeigt sich grosse Sehinerzhaftigkeit bei leichten Drehbewegungen der Klauen. Bemerkt sei indess, dass das letztere Symptom hier nicht von so ausschlaggebender Bedeutung für die Diagnose „Arthritis* ist wie beim Pferde, weil auch die in der Haut und Unterhaut, nainent-lich am Khnienspalt und dessen Nähe auftretenden Schwellungen bei Drehbewegungen der Klaue heftige Schmerzen veranlassen können. Diese Frseheinung gewinnt aber eine besondere Bedeutung, wenn solche Zustände in der Haut nicht nachweisbar sind oder nur gering­fügig erscheinen. Sobald eine Arthritis oder Nekrose am Kronen-oder Klauenbein festgestellt ist, wird die Prognose in Bezug auf die
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Knmklicitrn der Kla
Erhaltung der Klaue ungünstig i in der [lege] kiinn nur aooh durch Amputation derselben Beiluug erzielt wurden (S. !i28).
-. has Zwischenklauen-Panaritiurn besteht in einer infectiOsen Entzündung dw die beiden Clanen verbindenden Baut und ihrer Unterlage, aamentlioh des in reichHcher Menge bier ver­tretenen Fettgewebes. Man findet das Zwischenklauen-Panaritium am häufigsten an Klauen mit gespreizter Stellung und bei Arbeitsthieren, weil bei ihnen sowohl Verletzungen der Zwiscbenklauenhaut wie auch Int'eetionen an dieser Stelle häufiger vorkommen. Die Zwiselienklauen-haut erscheint angeschwollen, schmerzhaft und tritt als ein schnecken­förmiger Wulst zwischen den beiden Klauen hervor, was offenbar zu der französischen Bezeichnung „Limacequot; (Schnecke) Veranlassung gegeben hat. Die Schmerzen erreichen eine bedeutende Höhe, der Fuss wird nicht belastet. die Thiere liegen andauernd, /eigen Fieber und Appetitlosigkeit. Schon nach wenigen Tagen pflegt die Haut /.wischen den Khiuen ZU /erreisseu. zuweilen erfolgt auch eine Tren­nung des Zwischenklauenbandes, in Folge dessen die Klauen unter Zunahme der Geschwulst weiter aus einander weichen.
Bei rechtzeitiger, dem Zustande entsprechender Behandlung kommt auch hier in der Regel Heilung zu Stande, nicht selten aber geht der Process auf das Kronenbein oder das Klauerigelenk über. Im ganzen ist die letztere Gefahr hier nicht so gross wie beim Zehenpanoritium, weil das Klauengeleuk von hier aus nicht SO leicht in Mitleidenschaft gezogen wird als von der Zelle aus.
3. Das Ballenpanaritium stellt sieh am häutigsten am me­dialen Ballen des einen oder anderen Vorderl'usses ein. zuweilen leiden beide Ballen, sehr selten der laterale allein (Harms). Nur ausnahms­weise beschränkt sich die phleguionöse Entzündung auf den Fleisch-ballen und das über demselben gelegene Binde- und Fettgewebe; in der Hegel greift der Process auf die Beugesehne, häutig auch auf das Klauengeleuk über. An der Beugesehne entsteht Nekrose mit eite­riger oder septischer Erkrankung ihrer Scheide auf dem Strahlbein; man könnte hier von einem ., 1'a n a r i t i u m tendineum* sprechen.
Die Erscheinungen bestehen in erheblichen Schmerzen bei dem Versuche, den Puss /.n belasten, wie auch auf Druck gegen den er­krankten Ballen. Der letztere erscheint mit seiner Umgebung stark angesehwollen. Bei Nekrose der Beugesehne mit Erkrankung ihrer Bursa zeigen sich Streckbewegungen (Dorsalflexion), bei Arthritis Drehbeweffunffen der Klaue besonders schmerzhaft. Diese laquo;••rosse
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l'anaritium.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'.)27
Bcbmerzhaftigkeit, sowie die starke und weiter verbreitete Anschwel­lung dient, zur Unterscheidung dieses Zustandes von einfachen Quet­schungen der Billion.
Audi hier htlngt der weitere Verlauf von dem Character und dorn Umfange der Erkrankung ül). Beschränkt sich der Process auf den Bullen und seine Unterlage, so erzielt man in 2—I Wochen Hei­lung. Wo die Beugesehne oder das (Qauengelenk mitleiden, bleibt zur Erhaltung dos Thieres in der Hegel nur die Amputation der Klaue übrig.
Behandlung. In präservativer Hinsicht empflehll sich, Ver­letzungen an der einen oder anderen der genannten Stellen nach Mög­lichkeit rein ZU erhalten und mit Hülfe von Verbänden oder Theer-anstrichen und trockener Streu gegen weitere Infectionen zu schützen. Sobald sich ein l'anaritium bemerkbar macht, ist auf Zertheilung des Entzündungsprocesses nicht mehr zu rechnen, und die Entleerung der eiterigen und nekrotischen Massen auf dem kürzesten Woge und mög­lichst bald anzustreben. Das wirksamste Mittel bildet allerdings das Messer, doch lässt sich dasselbe oft nicht sogleich anwenden, sondern es muss zunächst durch erweichende, lauwarme Hinschlage von Lein­samenmehl oder ähnlichen Substanzen, event, unter Zusatz von Des-inticientien die Perforation unterstützt werden. Fa in ha eh empfiehlt, warme Umschläge von Alaunwasser längere Zeit hindurch anzuwenden. Sobald sich aber irgendwo ein Abscess bemerkbar macht und mit dein Messer zu erreichen ist, muss die Function desselben vorgenommen werden, worauf eine antiseptische Behandlung der Wunde eintritt: Auswischen mit Chlorzinklösung (100/o), oder Ausspritzen mit Carhol-säure (5no) oder Creolin (-iquot;,raquo;). Esser empfiehlt auch hier die An­wendung dos scharfen Löffels, Ausspritzen mit 50ja Carbollösung so­wie einen Jodoformverband, der mit Theer angestrichen wird und 8 —10 Tage liegen bleibt. Um das Klauenhorn weich zu erhalten, verdienen feuchte Verbände den Vorzug. Brandige Theile sind soweit möglich mittelst Messer und Schere zu entfernen.
Am wenigsten Bedenken gegen die Anwendung des Messers zum Oetfnon des Abscesses erregt das Zwischenklauenpauarithun: wie auch Harms empfiehlt, muss die äussere Haut in ihrer ganzen Aus­dehnung zwischen den Klauen gespalten werden, sofern sie nicht bereits getrennt ist. Beim Ballenpanaritium suche man den Ballen mit dem Messer zu schonen, vermeide namentlich, denselben in der Längsrichtung der Klaue vollständig zu spalten, wodurch die Rege*
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lt;)vgt;8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kiiiiiklioiten iler Khuieu.
neration des Elornballens erschwert wird, Heim Zeheupanaritiuiu
wird die iiussere Hunt senkrecht gespulten, so dass der Kranklieitsherd womögliol] vollständig frei liegt, und die Secrete günstigen Ablluss linden.
Besondere Sorgfalt lege man auf den Verband. Beim Zehen-mul Zwischenklauenpanaritium fülle man den Raum zwischen beiden Klanen mit Werg bezw. Jute, welches vorher mit Carbol- oder CreoUnwasser getränkt war, so vollständig ans. dass die Klanen möglichst immobilisirt werden, bedecke sodann beide Klauen mit den­selben Verbandstoffen und umhülle dieselben mit einer Binde odor einem Tuch, und suche durch Bestreichen mit Theer den Verband undurchlässig zu machen.
In der Regel hören die Schinerzen nach erfolgter Perforation oder Punction bald aid'; in solchem Falle kann der Verband mehrere Tage liegen bleiben, worauf eine Ernenerung desselben nach den obigen Vorschriften erfolgen muss. Sollten sich hierbei üppige Uranulationen zeigen, so finden Adstringentien (Lösungen von Alaun. Cupr. sulfur,, Zucker oder Holzkohle) zweckmässige Anwendung.
Am vorderen Ende der Klauenspalte entstehen beim Kinde zuweilen entzündliche Erkrankungen der tlusseren Haut, (Wo sieh auf die Ontis be­schränken, dalier nicht mit so erheblichen Schmerzen verbunden sind wie das Zehenpanaritium; bei den unvermeidlichen Bewegungen der Klauen heilen dieselben jedoch schwer. Die Unssere llnut erscheint etwas ange­sehwollen, schmerzhaft, an ihrer Oberfläche linden .sich entzündliche Secrete oder aus Eintrocknung derselben entstandene Krusten, während das Saum­band in der Nachbarschaft losgelöst ist. Findet dieser Zustand keine Be­achtung, so kann sich aus ihm ein Zehenpanaritium entwickeln. Schon deshalb empfiehlt sieh, mit diesem Leiden behaftete Thiere auf trockene Streu zu stellen, die kranken Stellen sorgfältig zu reinigen, mit Jodoform zu bestreuen, zwischen den Klauen aber ein, der Weife des Spaltes ent­sprechendes, dreieckiges Holzstück zu legen und mittelst eines starken Bind­fadens oder eines Drahtes, der um die Klauen geschnürt wird, zu befestigen. Hierdurch werden die Bewegungen der Klauen, das wesentliche Hinderniss für die Heilung, aufgehoben. Zur Sicherung der festen Lage des Bind­fadens oder Drahtes werden mit dem Rinnmesser oder einer Raspel am unteren Rande der Klauen ein paar seichte Kerbe angebracht.
Gegen entzündliche Neubildungen sowie Warzen an der Zwischen­klauenhaut empfiehlt Vaetb Ohlorzink in Wasser gelöst und mit der gleichen Menge Mehl zu einer Paste verrieben: das Mittel wird auf die kranke Stelle gestrichen und diese sodann verbunden. Warzen spaltet Vaeth und streut Zinc, chlorat. hinein, worauf dieselben nach einigen 'Tagen abfallen.
4. Die Amputaüoi] der Klanen beim Rinde.
Sobald bei dem einen oder anderen der beschriebenen Panaritien oder durch Verletzungen heim Eintreten von Fremdkörpern das Klunen-
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Aiii|ml.iitioM der Klauen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;!)2!*
gelunk in eine eiterige oder septische BatzUndung versetzt ist, uiu-pflehlt sich die betreffende Klaue zu amputiren; dasselbe gilt für umfangreiche Nekrose an ilen Phalangen, öescbiebt dieses nicht, so werden die Schmerzen auf längere Zeil unterhiilten, und die Tbiere gehen an den Folgen von Decubitus d. i. an Septikämie bezw. Pyttmie zu Grunde: wo dieses ausnahmsweise nicht der Fall sein sollte, leidet in der Kegel doch der Nöhrzustand der Thienv im hohen Masse.
Die Beobachtungen, welche von Harms u. a. mit dieser Operation gemacht worden sind, ernmthigen zu derselben, indem der Heilungs-process verhältnissmüssig schnell und so vollkommen von Statten geht, dass in Folge des Defectes eine erhebliche Gebrauchsstörung selten zurückbleibt.
Esser (briefliche Mittheilung) betrachtet die Klauenamputation ids ultima ratio bei umfangreicher Nekrose der Phalangen, So lange die Thiere noch regelmässig aufstehen und nicht stark abmagern, zieht Esser dagegen die conservirende Behandlung vor.
Die Khuienamjuitation kann entweder durch Fxarticulation im Klauengelenke oder durch Resection (Durchsögung) des Fesselbeins erfolgen. Hanns zieht die erstere Methode vor und legt dabei ein Hauptgewicht auf die Erhaltung des Ballens, um die Regeneration möglichst günstig zu gestalten. Auch soll hierbei das Strahlbein nicht mit entfern! werden.
An dem niedergelegten und gut gefesselten Thier wird der zu operirende Fuss befestigt und ein Esmarch'scher Schlauch um den Unterschenkel bezw. Verarm gelegt, um in der Blutleere zu operiren. Harms bringt sodann mit dem Rinnmesser zu beiden Seiten sowie an der unteren Fläche der Klaue in einander laufende Schnitte an. die bis auf die Weichtheile reichen. Sodami wird die Kronenwulsl gelöst und das Klauenbein mit dem Horn der Klaue entfernt.
Eggeling (mündliche Mittheilung) verdünnt, zunächsl mit dem Rinnmesser das Horn an der hinteren Hälfte der Seitenwand der Klaue sowie auch die Ballen. Dann wird mit einem lorbeerblaltförmigeu Messer unmittelbar unter der Krone und zwar vom Klauenspalte aus­gehend ein Schnitl geführt, welcher das Klauengelenk freilegt und die Richtung von a bis b und c (Fig. 142) einschlägt. Am hinteren Ende des Klauenbeines (Fig. 142c) angekommen, setzt sieb die Trennung im rechten Winkel nach unten (Fig. 142 dl fort, so dass also das Strahlbein geschont wird. Wenn man während dieser Schnittführung den ZehentheÜ der Klaue nach unten und hinten drängt (Volar- bezw. Plantarflexion), so öffnet sieb das Klauengelenk und gestattet mit dein Möller, Speoiallo Chlnu'gle ftlr Thlerteto. 3, Ami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 59
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Krankheiten 'ler Klauen.
Messer nucli tlie innere Wund der Klaue sowie die Zwisehenklauen-biinder zu durchschneiden.
ieli hatte in den letzten Jahren wiederholt Gelegenheit, diese Methode seihst aus/.niuliren und kann dieselbe nur empfehlen. Die Hauptschwierigkeit liegt in der richtigen Führung des Messers, um das Gelenk genau zu treffen. Unter Beachtung der angegebenen topographischen Verhältnisse und bei Anwendung eines recht schmalen, aber nicht zu schwachen Messers fällt dieses jedoch nicht schwer.
b'isr. 14-2.
Klane eines liindes
Die Buchstaben a -d liegen mt gloicher llülui wie auf Fig. ui. zeigen also die Lage des Klauengelenlces an.
Nach vollständiger Ähtrennung der Klaue im Gelenke werden die losen oder aekrotisehen Theile mit Schere oder Messer entfernt, alle (Jnterminirungen und Granulationen sorgfältig desinficirt, der Gelenkknorpel vom Kronenbein, bezw. Fesselbein mit einem scharfen Löffel abgekratzt, um (due für die Granulat iousbildung geeignetere Oberfläche ZU erhalten, sodann ein mit Theer getränkter Tampon auf die Operationswunde gelegt und darüber ein Verband applicirt, der bis über die Afterklauen reicht. Durch Vernähen der ttindentouren unter einander erlangt der Verband eine feste Lage und wird sodann durch wiederholtes Bestreichen mit Theer undurchlässig gemacht:
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K'huiciisimltentzünduiig beim Schafe.
93]
derselbe kauu 8—1quot; Tilgt' liegen bleiben. Bei seiner Erneuerung findet .sich in der Kegel gute Granulation, nicht .selten ohne Eite­rung. Die Heilung nimmt -I—Q Wochen in Anspruch, wobei die Honibekleiduug des Stumpfes \ ornelimlieli von der zum Tlieil erhal­tenen Ploisohkrone, mehr aber mich vorn Hallen aus und so vollständig erfolgt, dass die Thiere selbst /um Besuche der Weide wieder fähig werden.
Besteht umfangreiche Nekrose am Kronenbein oder eiterige Ent­zündung des Kronengelenkes, so kann die Resection des Kronenbeines mit dem unteren Ende des Fesselbeines notliwendig werden. Zu dem Zwecke wird das Thier ebenso wie oben beschrieben befestigt, so­dann ein Esmarcli'scher Schlauch angelegt, Die äussere Haut wird über dem Hallen entweder an der äusseren. oder an der vorderen und hinteren Fläche der Phalangen gespalten und von ihrer Unterlage getrennt, sodann das Fesselbein in schräger Richtung von oben nach unten durchsägt. Nach Stillung der Blutung reinige und desinfleire man das Operationsfeld, beschneide die Hantlappen und hefte die­selben unter dem Stumpfe zusammen. Der eben beschriebene Ver­band kann auch hier S 10 Tage liegen bleiben, worauf unter zwei-bis dreimaliger Erneuerung desselben regelnulssig Heilung erfolg! (Esser).
5. IMc Klauenspaltentzttndang boim Schafe
Mtoderhinke.
KlanenentzUndnng.
Abgesehen von der Aphthenseuche und den als bösartige Klauen­seuche der Schafe bekannten Leiden, welche in den Lehrbüchern der speciellen Pathologie abgehandelt werden, kommen an den Klauen der Schafe nur selten chronisch - entzündhehe Processe vor, welche unter den oben genannten Bezeichnungen bekannt sind. Es handelt sich dabei um Mntziindungsvorgänge mit chronischen Eiterungs-processen und deren Folgezuständen an der Krone oder im Klauen­spalte, namentlich um Loslösung des Saumbandes, Ohterminirungen des Klauenhomes, zuweilen auch um Nekrose der unteren Phalangen und ihrer Bänder: seltener als beim Kinde wird hier das Klauen-und Kronencelenk in Mitleidenschaft aezotren.
Ursachen. Im allgemeinen wirken hierbei ähnliche Vorgänge wie beim Panaritiuni des Rindes; andauernde Nässe auf der Weide oder im Stalle erweicht das Klauenhorn. führt zur Maceration der
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c);j2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Khiuen.
FijjidiTiiiis im der Krone sowie an der Zwisobenklaueabaut und ln1-günstigt nicht allein ilns Auftreten entzttndliolier Processe an der Obei'flamp;che, sondern führi durch infectiöso Vorgänge zuweilen zu tiefer greifondi'ii Eiterungisprocessen. Wenn dasSaumband der Klaue sich ein­mal losgelöst hat, oder an der Zwischenklauenhaut eine Entzündung eingetreten ist, so stössi die Heilung dieser Zustünde unter dem Ein­flüsse mangelnder Ruhe und der Einwirkung immer neuer Verun­reinigungen auf Schwierigkeiten, zumal an diesen Theilen leicht Eitei-versenkungen vorkommen.
Erscheinungen und Verlauf. Durch Lahmen der Thiere auf das Leiden aufmerksam gemacht, zeigt sich hei näherer Untersuchung die Haut des Klauenspaltes sowie die Krone geröthet und ange-sclnvollen. Bald darauf wird die Oberfläche feucht, indem sich zu­nächst eine seröse, später eiterige Flüssigkeit hierseihst anhäuft. In der Hegel hieiht der entzündliche Process auf die Cutis beschränkt. fährt aber zur Lostrennung des Saumbandes sowie der Klauenwand von der Krone, nicht selten auch zur Qnterminirung tier Eornwand und Sohle, so dass selbst Ausselmben eintreten kann, wenn eine zweckentsprechende Behandlung nicht, rechtzeitig eingreift, Nur aus­nahmsweise stellt sich ein l'auarit.ium mit tiefer greifender Nekrose an den Händern. Sehneu und Knochen ein.
In dem Masse als die Anschwellung steigt, und der Process sich ausbreitet, pflegen die Schmerzen zuzunehmen; die Thiere liegen viel, belasten den kranken Fuss schliesslich überhaupt nicht mehr und gehen im Ernährungszustande erheblich zurück. In solchen Fällen, oder wenn der oberflächhehen Erkrankung keine Beachtung geschenkt wird, die ursächlichen Einflüsse fortwirken, zieh! sich das Leiden in die Länge und kann monatelang andauern.
Die Beurtheilung richtet sich nach den localen Veränderungen. dann aber auch nach dem tirade der Schmerzhaftigkeit; besondere Vor­sicht ist bei der Beurtheilung geboten, wenn die Thiere andauernd grosse Schmerzen äussern, mil der Putteraufnahme nachlassen und abmagern. Je mehr die Klauen deformirt erscheinen, um so geringer die Aussichl auf baldige Wiederherstellung der Thiere,
Behandlung. Neben Einführung eines trockenen Standes, Fern­haltung von Feuchtigkeit muss bei Lostrennungen des Hornes und ünterminirungen desselben zunächst für den regelmassigen Abfluss
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Entzündung iler Klauen bei Sobafen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 9;5:i
iles Eiters Sorgf getragen werden. Hierzu entferne man das los­getrennte Horn soweit aothwendig und reinige die erkrankten Stellen sorgfältig. Bei oberflächlicher Erkrankung genügt Bestreichen der­selben mit Theer, Carbolöl oder Carbolglycerin i'lt; 10 0/o) oder Be­streuen der kranken Fläche mit Jodoform und ähnlichen Desinflcien-tien. Bestellt üppige Granulation, so finden Adstringentien (Kupfer-sulfat, Alaun, Perr. sesquichlorat.) zweckmässige Anwendung, wobei jedoch die etwa nocli fortbestehenden Ursachen dieser Wuoherunffen. /,. B. abgestorbene Gewebstheile oder vorstehende Hornmassen zu entfernen sind.
Bei tiefer greifenden Processen musa ilhnlich wie beim Pana-ritiuin des Rindes vorgegangen werden. Auch die daselbst em­pfohlene Fixirung der Klauen durch einen Verband, bezw. durch ein Stück Holz, welches in den Klauenspa 11, geschoben und mit Hülfe eines Bindfadens befestigt wird, lässt sich hier /.weckmiissig ver-werthen.
An den Kinnen des Schafes kommen ferner durch Verbiegungen des Wand- and Sohlenhornes zuweilen Eiterungsprocesse an der Sohle vor, Man beobachtet solche namentlich, wenn die Klauen nicht regelmässig ab­gelaufen und zu lang werden. Die Behandhing besteht in Verkürzung der Wand. Verdünnung- der Sohle and Einführung trockener Streu; im übrigen linden dieselben Grundsätze Anwendung, welche bei der Besprechung der Bntzündungsprocesse im Hufe der Pferde erwähnt wurden.
Endlich beobachtet man in dem dem Schafe eigentliümlichen Klauen-säckchen Anhäufung eines grauen, schmierigen Inhaltes, der sich auf Druck sowie durch Zusammenpressen der Klanen als eine1 wurmförmige Masse entleeren lässt. Der Zustund, welcher hiernach wohl als Klauen wurm bezeichnet worden ist, hat nur selten eine praktische Bedeutung, wird aber von Laien wohl irrthümlich als die Ursache anderer schmerzhafter Zustände angesehen, Unter umständen kann es allerdings durch Retention des Secretes zu einer entzündlichen Erkrankung des Klauensäckchens kommen, In solchem Falle erscheint am vorderen Ende des Klauenspaltes eine schmerz­hafte Anschwellung, welche auf Druck eine mein- oder weniger eiterige Flüssigkeit entleeren lässt. Wiederholtes Ausdrücken führt In der Regel baldige Heiluntr herbei.
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lt;i:{|nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Kralle
H, Die Krankheiten der Krallen bei den Fleischfressern.
Lit.; Siedamgvotzky, üeber die Struktur und das WaohBtlium der Krallen der FleisohfresBei'. Dresden 1S7I. Schönfeld'sohe Buchhandlung, Ellen-berger, Anatomie des Hundes. Berlin 1891. Parey. Kutzbach, Qurll u. Hertwig. Bd. 29. S. 243.
Die Krallen umgeben das letzte Zehenglied der Fleischfresser, welches rlicnso wie das Hui'- Ixv.w. das Klauenbein mit der Matrix der Kralle be­kleide! ist. Die Phalanx tertia des Hundes steht zvi der Phalanx seeunda, mit welcher sie gelenkig verbunden ist, fast im rechten Winket nach oben (Siedamgrotzky), besitzt diclit vor dieser Verbindung einen falzförmigen Ring zur Aufnahme der Basis der Krallen: die Outisabtheilung, welche als Matrix der Kralle dient, bildet hier eine Art Vorhaut, die Pleischkrone, die Matrix der Krallenplatte. Das Krallenbett bekleide! die vorderen Alischnitte des dritten 2ehengliedes und trägt kleine Leistchen (Blättchen). An der Volarfläche der Phalanx tertia liegt die Floischsohle. Die K rallen­platte hildel eine harte, an beiden Seiten zusammengedrückte Hornplatte, welche den grössten Theil der Kralle darstellt: sie steckt mit ihrer Basis (Kronenrande) in dein Knochenfalze, Zwei elastische Bänder gehen vom oberen Ende der zweiten Phalanx zur oberen Fläche des Falzes, um die Kralle zu Indien und vor überniässiger Abnützung zu schützen. Während diese also bei der Belastung des Fusses mit dem Boden nicht in Berührung kommen, dient zum Tragen der Körperlast der Sohlenballen und die Zehenballen, Wülste aus Bindegewebe, elastischen Fasern und Fettgewebe bestehend, welche mit einer starken Epidermis versehen sind und durch Bänder mit den Phalangen in Verbindung stehen. Sie besitzen eine schwarze Farbe, enthalten weder Haare noch Talgdrüsen, dagegen zahlreiche Schweiss-drüsen.
I. Das Einwachsen der Krallen (Incarnatio ungals).
Luxation der Krallen. Chronische Entzündung dos Krallenbettes.
Abfallen der Krallen.
Bei Bünden und Katzen wachsen die Afterklauen, welche mit dem Boden nicht in Berührung kommen, daher auch nicht abgenutzt werden, zuweilen unter abnormer Verlängerung und Krümmung mit ihrer Spitze in den zugehörigen Bollen hinein und erzeugen schmerzhafte Empfindungen mit Lahmheit, zuweilen auch eiterige Entzündungen am Ballen und in seiner Umgebung. Die Behandlung besteht in Verkürzung der Kralle mittelst einer starken Schere, wobei Verletzungen des letzten Zehengliedes vermieden werden müssen, in­dem man nicht zu viel fortnimmt. Zur Orientinmg katin die Kralle des anderen Kusses dienen, sofern dieselbe nicht in gleicher Weise
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liiixiition und AbUteuug der Krallen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 935
verlftngerl ist, wie es nicht sollen der i''iill ist. ESbenso zeigen sich bei Vögeln, welche andauernd im Käfig sitzen, die ITussnäge] oft ul)-iionn lung uiul müssen in gleicher Weise verkürz! werden.
Bei Hunden beobachtete man ferner gewaltsames Losreissen der Kralle von ihrer Mulrix (Luxation der Kralle). Huld isl nur ein Tiieil der Krallenplatte von dem letzten Zehengliede getrennt, bald der grösste Theil derselben abgelöst, so dass die Kralle nur noch an einem Theil der Fleischkrone liängt, bald isl sie vollständig ent­fernt. Durch Hängenbleiben mil der einen oder anderen Kralle in einem Strick. Netz oder an anderen Gegenständen erfolgt diese Los­trennung am hiiuligsfen bei grossen Hunden: sie ist schmerzhaft, daher regelmii.ssig mit Lahmheit verbunden. Namentlich zeigt sich die unvollständige Ablösung auffällig scluner/.haft. wenn die Kralle dabei nach nuten gerichtet ist und beim Gehen mit dein Boden in Berührung kommt:. Weniger Schmerzen zeigen die Thiere bei voll­ständiger Ablösung der einen oder anderen Kralle.
Die nähere Untersuchung lässt über den Zustand keinen Zweifel. Beschränkt sich die Ablösung auf einen kleinen Abschnitt der Krallen­platte, so kann wohl eine Wiedervereinigung eintreten, anderenfalls empfiehlt sieh die Kralle ganz zu entfernen. Dieses kann in ein­facher Weise durch Abreissen geschehen; wenn aber das letzte Zehen­glied zugleich Verletzungen erfahren hat oder sonstige Erkrankungen zeigt, ferner wenn am Nagelbette bereits umfangreiche Veränderungen bestehen, so empfiehl! sich die Amputation der Phalanx tertia. Zu dem Zwecke kann eine Exarticulation im letzten Zehengelenke vor­genommen werden, wobei ZU beachten ist, dass dieses Gelenk etwas hinter (über) dem Nagelfalze bezw. dem Kronenrande der Krallen-platte liegt. In der Hegel genügt hierzu eine kräftige Schere, die man schnell wirken lässt, wodurch die Operation weniger schmerz­haft wird. In derselben Weise erfolgt das Abschneiden eines zum grössten Theil von ihrer Matrix losgelösten Kralle. Eine besondere Nachbehandlung ist in der Regel nicht erforderlich: man vermeide Verunreinigungen der Wunde; manche Hunde lassen einen Verband liegen, andere allerdings nicht. Der Verband zeigt sich besonders nützlich, wenn nur die Kralle atnputirt, das dritte Zehenglied aber erhalten war. Im Nothfalle bestreicht man die Wunde bezw. die Krallenmatrix mit Theer oder Creolin.
Ablösung der Erallen. Bei grüssereu liunden beobachtete ich wiederholt chronisch-entzündliche Prooesse auf der Krallenmatrix,
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936nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Krallen.
namentlich auf deiu Kralionbette, welche allmfthlioh zu einer voll-ständigen Loslösung der Krallen führten, Kutzbach hat bereits den Vorgang als Panaritium beschrieben. Geht der Process vom Krallcnt'alz (Fleisclikrone) ans, so ist mit demselben eine Verdickung und Entartung der Krallenplatte verbunden; bildet dagegen das Nagel­bett den Primärherd der Erkrankung, so lilsst sich an der Kralle selbst nichts Krankhaftes nachweisen, während ihre Matrix und be­sonders das Krallenbett an der Oberfläche eine trübe Flüssigkeit ab­scheidet. Die Hornproduction wird hierbei eingestellt, und in Folge dessen die Krallenplatte mehr oder weniger losgelöst. Die Verände-ningeii an der Matrix der Kralle sind hierbei zuweilen so flferinff-fllgig, dass sich makroskopisch an derselben nichts Abnormes fest­stellen lässt; oft besteht aber eine chronische, mit Eiterung oder Ulcoration verbundene Entzündung des Krallenbettes, welche die Krallenplatte loslöst: indem der Process auf die Sohle der Fleischkrone übergreift, fällt schliesslich die Kralle vollständig ab,
lieber die Ursachen dieses, der Onychia maligna (l'itha) am menschlichen Nagel ähnlichen Leidens habe ich genaueres nicht fest­stellen können. In einzelnen Fällen hatten herpetische oder ekzema-töse Processe der nachbarlichen t'ulis auf die Krallenmatrix über­gegriffen, in anderen konnte eine Veranlassung /,u dem Leiden nicht ermittelt werden. Dass nicht ünreinlichkeit die Ursache bildet, wurde schon von Kutzner richtig erkannt. Nicht, selten tritt der Vorgang an mehreren Füssen und /war auch an den Afterklauen ein, so dass man an eine allgemeine Ernährungsstörung denken konnte; der Zu­stand betraf meist grössero Thiere (Jagdhunde) in mittleren Lebens­jahren. Mehrfach wurde von mir das Leiden im Herbst und Winter bei Hunden beobachtet, welche sich im Seeljade aufgehalten hatten und mit Vorliebe ins Wasser gingen.
Die Thiere zeigen einen kurzen, schmerzhaften (rang, liegen vied und stehen ungern auf. Hei der Localuntersuchung überzeugt man sich bald von dem Leiden.
In der Regel lässt sich der Process nicht aufhalten; derselbe führt schliesslich zur vollständigen Ablösung der Kralle. Daher hängt die Beurtheilung in erster Linie von der Zahl der erkrankten Zehen ab. Beschränkt sich das Leiden auf einzelne Krallen, so kann zur baldigen Herstellung des Thieres die Amputation derselben mit dem letzten Zehengliedo angezeigt erscheinen; andernfalls .suche man die losen Krallen zu entfernen, reinige und desinliciro die Matrix, be­streiche dieselbe mit Theer oder einem anderen Desinticiens und lege
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Verletzungsn der BaHen bei FleiBchfroEuieni,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9.''gt;7
einen Vcrbanil an. Kut/ncr onipfiehlt innerlioh Solut. iirseniialis. ilusserlicli tilgliclies Touohiren mit Argent, nitric. Der Versuch einer Heilung mit Erhaltung der erkrankten Krallen schlägt regelmässig fehlj auch in dieser Hinsicht zeigt das Leiden eine grosse Aehnlich-keit mit dem Qufkrebs und der chronischen Pleischwandeutzündung beim Pferde; mit letzterem ganz besonders noch dadurch, dass eine Neigung zu Wucherungen an der Krallenmatrix vermisst wird.
2, Quetschungen und Verwundungen der Sohlen- imlt;l Zehenbalieu.
Während der Carpalballen der Fleischfresser beim Gehen mit dem Erdboden nicht in Berührung kommt, wird sowohl von den Sohlen- wie auch den Zehenballen die Körperlast getragen. Durch anhaltendes Laufen auf unebenem, hartem, namentlich auf feuchtem Boden können diese Ballen eine derartige Abnutzung ihrer starken, hornigen Epidermisdecke erfahren, dass die Thiere Sehmerzen bei der Belastung der Füsse empfinden. Man beobachtet dieses am häufig­sten bei Jagdhunden, namentlich im Winter. Ferner kommen bei Hunden zuweilen Verletzungen der Ballen durch Treten auf scharfe Gegenstände, Ulas, Holzsplitter u. s. w. vor, wodurch grössere oder kleinere Verwundungen entstehen.
Die natürliche schwarze Farbe der Hallen geht in dem Masse verloren, als eine übermässige Abnutzung ihrer Epidermis statt­gefunden hat: die Oberfläche erscheint alsdann mehr oder weniger roth, auf Druck empfindlich und vermehrt wann. Die Thiere liegen viel, machen namentlich auf unebenem, hartem Boden kurze schmerz­hafte Tritte und zeigen Neigung die Ballen zu belecken. Wird die Epidermisdecke an einer Stelle vollständig abgenutzt, so stellen sich auch wohl Eiterungsprocesse ein. die unter umständen mit Xekrose an den Ballen verbunden sind. Damit entsteht auffällige Lahmheit, Störung der Fresslust und selbst Fieber. Auch Verwundungen der Ballen führen regelmässig zur Eiterung, zuweilen selbst zur Xekrose derselben.
Die Beurtheilung dieser Zustände fällt im allgemeinen günstig aus, sofern dem Thiere Ruhe gegeben werden kann, und umfang­reiche Nekrose nicht eingetreten ist; in letzterem Falle kann es sogar zu eiteriger oder septischer Entzündung der Gelenke der Phalangen kommen, doch bildet ein solcher Ausgang die Ausnahme.
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988nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Krankheiten der Krallen.
Behandlung. Bei Ubermilssiger Abnutzung der Ballen gebe man dem Thier Eluhe und ein trockenes, feines Lagei'i In 8—11 Tagen pllcgt der Elrsatz an Epidermis eingetreten zu sein. Besteben Wunden oder Eliterungsprocesse an den Ballen, so kann eine sorgfältige Ent­fernung der unterminirten Epidermis mittelst der Scbere notbwendig werden; mieli emplielilt sieb, die Wunde zu reinigen, etwa zurück­gebliebene Fremdkörper zu entfernen, und bei Abscessbildung dureb Einscbnitte dem Kiter Abfluss /.u verschaffen. Eine weitere Behand­lung ist in der Hegel nicht notbwendig, zumal die Patienten solche nicht zu dulden pflegen, dafür durch Lecken die Wunde reinigen. Unter Umständen lassen jedoch auch wohl Eunde einen Verband liegen, der namentlich bei lebhafter Wucherung des Granulations­gewebes nützlich wird. Obgleich das Belecken der Verletzungen seitens der Hunde zur Reinigung derselben auch vortheilbafi erscheint, so beobachtet man andererseits doch nicht selten, dass gerade hier­durch der Abschluss der Heilung, besonders die Benarbung gestört wird; in solchem Falle suche man durch Verbände oder Bestreichen der erkrankten Stellen mit bitter schmeckenden Substanzen (Aloö-tinetur, Thee u. s. w.) das Lecken zu verhindern und die Heilung zu unterstützen; bei heftigem Juckgefühl können Bepinselungen rail Cocafnlösune nützlich werden.
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Sachregister.
A.
A.bbladen 598.
Abblatten 598.
Absatteln, Nachtbeile des zu frühen 282.
Abscedirang der snbpai'otidealen Lymph­drüsen 98j des Schlundes 201.
Abscessbildung im Euter 529.
Absccssc, rctiomaminiire 582.
Achsendrehung des Colons 893.
Achülessehne, Continuittltstrennung in derselben 807.
Adenome am Kehlkopfe iMT.
Aderfistel und Aderlassfistel 182, eine Endophlebitis septica 184.
Aller, Krankheiten desselben 398, Ent­zündung desselben 40*1. Erweiterung desselben 420, Fehlen desselben 1198, Tumoren desselben 42:i, Verengerung 420.
Afterbeutel 898.
Afterfistel 422.
Aftersoheidenfistel 422.
Aftersack MS.
Agalaotia contagiosa quot;)2!(.
Akne 280.
Aktinomykome 100.
Aktinomykose des Euters 541, des Kehl­kopfes 217, der Kieferknochen 101, der Lippen 7. der Parotisgegend 102, des Samenstranges #9632;liJ7. der Bachen-höhle und des Schlundes 211. der Zunge 20.
Alveolarperioslitis bei FlcischtVessern 65, bei Pflanzenfressern M, führt zur Per­foration der Oberkieferhöhle 77, der Nasenhöhle (59.
Alveolodentulmembnin -V,.
Amaurosis bei l'arotitis 90, in Folge von Stirnbeinfractur 145.
Amputation des Euters Ö42, der Harn-
blase 158, der Klauen Ir.'s. dos Penis 470, des Schweifes 583, der Vorhaut­wulst 47;',.
Analdri'isen 398.
Analgegend, Verletzungen derselben 102.
Angina phlegmonosa 2(10.
Anorehidie 483.
Annulus ulidominalis .r{;i9, inguinalis 389.
Anus praetematuralis 422, vaginalis 399.
Aorta, hintere. Thrombose derselben 769.
Äphonie 217.
Apnoe 221.
Armbein, Kraeturen desselben 586.
Armgefiocht, Lähmung desselben 1)07. Neuralgie 014.
Arthritis ebroniea des Carpalgelenkes 792, des Kronengelenkes 701, des Sprung­gelenkes 818, der Sesambeine 714, des Strahlbeines 720.
Arthrokokkus lactis 529.
Aspirator 294.
Asthma nasale 72. traeheale 227.
Ataxie 573. 576.
Atherom des Kehlkopfes 217. an der Nase (i.
Atresia ani et reell 398.
Atrophie des M. pectoralis anticus 611.
Ausbinden der Pferde 751.
Ausschuben, bei Mauke 741, bei Nekrose der Huflederhaut 872.
Ausziehen der Zähne, bei Pflanzenfressern 57. bei Fleischfressern ti7.
li.
Backe, Qangriln derselben 4. Abscesse
derselben 4. Bacillendes malignen Oedems als Ursache
der Euterentzündung 529.
ocr page 960
Mill
Saohregistei't
Hiiiuk'r. Kntzuiiduns der hinteren, des Kronengelenkes 710.
liiiUuiitis 468.
Bailggegobwillste an don Lippen 6.
BalRkropf 172.
liallen, Quetschung derselben liei Rindern 921i Verwundungen derselben ln'i Pieischfresseri] 937, Panaritiurn der­selben 926.
Basedow'sobe Krankheil 177.
Bauch, Krankheiton desselben 297, •brttche 368, Wunden 300, penetrirondo ;i01, mit Vorfall der Blingeireide 305, mit Verletzung derselben 307, Versuche mit Verletzungen des Bauches 810.
Bauchdecken, Abscesse in denselben 'iiilt, lli'muitomr in denselben '-'98, Quet­schungen derselben 'JOm.
Bauchring, Husserer und innerer 339.
Bauchstich 812.
Bauemwenzel 8i).
Hecken, Fracturen desselben 557.
Bebang als th-sache der Mauke 73.quot;),
Beinhautschaber 81.
Beinhautschnitt bei Oeberbeinen 685, beim Spat 8Hi).
BelastungsdeformiWten 555.
Beugesehnen, Durchschneidung derselben ()7quot;2, Entzündung tili'i, Parasiten in denselben 667, Verknöcherung, Ver-knorpelung derselben i)(i7, Verkürzung rgt;(i7, Wunden '!.r)4, Zerreissung (157.
Biceps braebii, Dislocation desselben 596, Zerreissung 597.
Biceps femoris. Luxation desselben 772. bei Pferden 773.
Binneneber 189.
Binz'sche Binntnasohme 619.
Blase, Entzündung derselben 452, Läh­mung 450, Ruptur 486, Verletzungen 309.
lilntolir der Hunde 124.
Hog spavin xi8.
Hone spavin 81S.
licitryoinvkose der Lippen (i, lt;les Samen­stranges 497, dor Zunge 20.
Brachialartene, Thrombose derselben 612.
Brachygnathia 34,
Brandmauke 730.
Hreigescbwulst s. Athorom.
Hremsensebwindel s'4.
Breimen mit dem Stift bei (lallen 651, bei Schale 709, beim Spat 835.
Broken down 666.
Bronchotome 234.
Bronchotomie 232.
Hrneli (siebe aueli Hernia und Fractur), bi'mder 331, beweglicher und unbe­weglicher 817, Kiuklenimung 318, -ge-schwulst 316, -inluilt 816, -kluppen
335, -pforte 816, -Ofibung 310, -ring 31(1, •schnitt 320, 330, -wasser 317.
iinuhsaek 310, Hüllen desselben 317.
Brust, Krankheiten derselben 251, -gtich 290, Verletzungen 259, 'rumoren an derselben 289.
Hrustbeinliatol 100, '2'tV,.
Brustheule 207.
Brustdrüse (s. auch Kider), acute Ent­zündung derselben 520, chronische Entzündung 540, Verletzungen dersel­ben 518, Tumoren 540.
Brustwunden 259, oberflächliche 259, perforirende 261.
Hidbärparalyse 13.
Bursa podotroohlearis 721, acute Ent­zündung derselben 878, 897, chroni­sche Kidzündung derselben 720.
Bursitis intertubercularis 594, oloorani bei Pferden 022, olecrani bei Hunden 027, praepatellaris 795, podotrochlearis 720, trochantericfi 759. bei der Genick-beule 178.
('.
Cacbexia strumipma 175.
Campylorhinus 31.
C'apnt obslipum 103.
Cardia, Krampf derselben 210.
Caries dentium 17, der Wirbel 550,
Oarotis-Verletzungen und I fnterbindung
derselben 157. Centrum venosum der Nasenschleimbaut
86. Champignonbildimg am Samenstrnngo
498. ('liest founder 641. Chondroide im Luftsacke 130, Cirsooele 495. Coffin joint lameness 720. Colon, Achsendrehung desselben 393. Colpeurynter 405. Commotio cerebri 144, medullae spin,
549, Corpora, oryzoideu, in der (lenickbeule
179. Courbe .^42. Courbengalle *43, 849. Coxitis 757. Cremor dentium 51. Cretinismus 175, Cricotomie 245. Crico-Traclieolomie 245. -Thyreotomie
245. Oryptorchidon, Operation derselben 480. Cryptorohismus 184. Cystitis 452. Gystoplegie 450.
ocr page 961
SaohrogistG
941
Cystotomia, perinealia 430i rootalia 4:i0, saprapubioa 480.
solbeti (i'jo, chvonisohe Bntzdndung
desselben i)2l, liuxation desselben ^ 619, Kniphysem, bei Verletzungen dovTrachea
226, bei Brustwunden 262, 'quot;'i stoll
beule fgt;24. Empyetn der Stirn- and Oberkieforhühle
Endometritis 516.
Endophlebitis septica der Jugulam 184.
Enterocele 317.
Knterotom :i8'J. Enuresis 450, paralytica I'i'J. Epai-vin 818, 820. Epididymitis 490. piplooele 317.
Iraquo;.
Damtnriss 104.
Diiniiliein-Leiuleubaiicl 688.
Darmfistel 810.
Darminvagination .'5!gt;o.
Darmkanal, Krankheiten desselben 37:
Darmnaht :!78.
Darmstiob bei Pferden MU.
Darmtrokart 380,
Darmverletzungen 301,
Darm Vorfall :S05.
Dermauyssus avium im Ohi'e 128.
Dermatitis ek/.ematosa 735, erythematosn 1 Epispadie 42li.
734, gangraenosa 73!). verrueosa 743.! Epiataxis 8(i. Dermatoeoptes euniculi als Ursache der; Epulis 70, 118, als Ursache der Alveo-
Otitis 126, im Mittelohre 128.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;larperiostitis 54.
Dermatopliagus eanis als l'i'sache der j Equine 73fi.
otitis 126.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Erfrierung der Ballon des Hufes 878, der
Dermoidoysten an der Vorderfusswurzel : iiussern Hau! 740, des Hodensaokos
686.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;481.
Detrusor vesieae, Lähmung desselben 450. Erschütterung des Gehirns MI. des Diastase des Kreuzdarmbemgelenkes 567, ' Rückenmarkes 549,
der ßttcken- und Lendenwirbel 547. j Erythema solare, eine Maukeform 7M7. Diplegia N, facialis 9, laryngis 221, ra- Euter, Aktinomykose 541, Amputation
dialis 003.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;542, Entzündung, acute 520, chronische
Discotnjces equi 41J7.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 540, Katarrh 527, Knoten 528, 582,
Distorsion des Schultergelenkes 592, der Oedem 526, Quetsohunsren 518, Tuber-Phalangen 689,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; culose 540, Tumoren 542, Wunden 519. Divertikel des Schlundes 2Ü2. Euterentzündung (s. auch Mastitis), bei DoppelzUhne 32. der Aphthenseucho 529, abscedirende Drehkrankheit liei Schafen 1 lo, bei Bin- 530, brandige 533, chronische .MO.
(lern 155.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;durch .Mikroorganismen 532.
Dreieck, Viborg'sohea 185.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Exfoliativtrepan 81.
Drosselvene, Entzündung derselben 182.1 Exotnphalos ;!28.
Drucksehiidcn 274.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;j Exophthalmus, bei Luxation des Unter-
Druckverband bei Hufleiden 875.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; kiefors 112.
Diinndarm-llarnhlasenlistel 4U2.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ! Kxostosen. am Metacarpus 679, in der
Dyspnoe, bei Faoialislähmung II. bei
Leiden der Luftröhre 225, der Nase 73. Dysurie 4.Vi.
Stirn- und Oberkieferhöhle 78. an der Zahnwurzel 68, am Unterkiefer 116,
Exporteur 59.
Exsuperantia dentis 37.
Kxtraciiuu der Zähne, lquot;'i Pferden .57. bei Pleischfresscrn 07.
E.
Ectasien des Schlundes 202.
Ectopie der Hoden 484.
Eichelsteine 43ü.
Eiergalle 845.
Eierstöcke, Krankheiten derselben 544.
Eingeweidebruch (s, auch Bruch) 815,
l'ankleiumung desselben 318. Kiulilcmmungs-Mechanismus 821. Einsohuss 805.
Ellbogen, Krankheiten desselben 616. Ellbogenbein, Eraotur desselben 010. Ellbogengelenk, acute Entzündung des-
I .
facialis, Krämpfe in demselben 12.
Lähmung 7. Easerkropt 172. Feifclbrechen 88.
Eelsenbein, Sarkom in demselben 10, Fesselbein, Fracturen und Fissuren des-
seihen 005, lieugesehnengalle 047, am
Hinterfuss 854. Fesselgallo 852, runde 644,
ocr page 962
Sachrestigteiquot;.
Kessi'l^i'lunk^iille lit I.
Pesselsehnengalle 646.
[''ilariii ciminata tiliT.
Pilaverband 019.
Fissuren am I'Y'sscllx'in 896, am Ober-Bohenlcelboin T4it. am Qntersohenkel-bein 798, an der Vorden'öhre 063.
Fistel, Aderfistel 182, Afterf. 422, After-scheidenf. 422, Brustbeinf. 100, Darmf, 310, IMiiiiulariu-lhiniblasent'. 402, llala-kiemenf. 129, Kothf. 810, Rectovagi-naif. 122, Bippenf. #9632;_,quot;i4t Speichelf. 96, Zahnf. ^5. (iT.
Fistula auria et colli congenita 129.
Ficisclisolilo, Quetschung derselben lgt;eiiu Rinde 921.
Fleisobwand, chronische Entzündung der­selben 909, Geschwür 909.
Floss 526.
Fluor albus 507.
Flourant'soher Trokart 444.
Flussgalle lt;i4quot;). am Hinterfuss 8-^4.
Foramen ovale, ürueli iluroli dassellie 560.
Formes 70:'..
Fracturen des Armbeines 586, des Beckens öö7, Ellbogenbeines 616, Erbsenbeines
H:51 . Fessellieiues CiKI, der tlesiohts-
knoeben 100, Griffelbeine 652, Hals­wirbel 160, des Hinterhauptbeines 142. Hornfortsatzes 146, Huf bein es 698, Joch­beines 107. der Kniescheibe 789, Kreuz­beines 552, Kronenbeines 0!)7, der Len­denwirbel 545, Luftröhre 224, Malleolen 800, des Unterschenkels 7(JS, der Nasen­beine 72. des Oberschenkels 71^. der Kippen 251, des Rollbeines 812, der Rückenwirbel 54ö, Scheu elbeine 142, des Schienbeines 052, Schulterblattes 584, der Schwanzwirbel 552, Sosam-beine 712. Speiche 618, des Sprung­beines 811, der Sprunggelenkknochen 812, Stirnbeines 145, des Strahlbeines 718, Unterkiefers 108. Vorarms 618, der Knochen der VorderfusswurzelöBl, Wadenbeines 803, des Znnfi'enbeines 25, der Zwischenkieferbeine 20, mul­tiple 713. Fremdkörper im Magen und Oarmkanal
378, in der Luftröhre 229. .Maulhöhle
13, Rachenhöhlo 189, im Schlünde 188. Frosohgeschwulsl 24. Frost ma uke ~'.\',L
Fübrungslinii' bei Zalnicxtractionen (iO. Funiculitis chronica 400. Furunculosis des Euters 527. Furunkeln an der Brust 200. Fussachse. bei Entzündung der hinteren
Bänder des Kronengelenkes 71n. bei
Fussrollenentzündunff 720,
Fussrollenontzündung 720. Futterverschlag 002.
6.
(lallen am Vorderschenkel 044, am Hin-
terschenkel 840. Galt, gelbor 530. Gamasus auris, als Ursache der Otitia
120.
raquo;lang, stolpernder, bei Radialisltlhmung 605.
Qastrocele :jl7.
Gastrotome 889.
lt; lastrotoinie ;i77.
Gaumen, Verletzungen desselben 11.
Gebärmutter, Amputation 513, Entzün­dung 507, 'rumoren 618, Verwun­dungen 505. Vorfall 509, Tubemdose 515.
Gebiss (s. auch Zähne), geschlossenes 35, glattes 40, kanliges. scharfes 87, trep-penförmiges43, wellenförmiges 42, vor zeitige Abnutzung desselben 15. Wie derkiluergebiss 47, Scherengebiss 40.
Gehirnerschütterung 144.
Gehörgang, iiusserer, Entzündung dessel­ben 125.
Gelenke, schlotternde 090.
Gelenkgallen 644.
Qelenkstelzfuss 092.
Genickbeule 178.
Genickbruch 160.
Genickflstel 178.
(ieschirrdruck 27 I.
Geschlechtsorgane, männliche 463, weib­liche 508.
Gesichtslähmung, masticatorische 114.
Gteichbeine, Brüche derselben 712.
Gleichbeinlfthme 714.
Gliedmassen, hintere. Krankheiten der­selben 740, vordere, Krankheiten der­selben 584.
Glossitis acuta 18, chronica 20.
(Jlossoplegie 28.
Glutaeus medius, Entzündung desselben
759. (ionitis acuta 791, chronica 792. Grätenmuskel, Entzündung seiner Sehne
507. Grain of the coffin Joint 720. Grappe od. Grease, eine Form der Mauke
74:1.
H.
Haarseil durch den Strahl 782.
Iläimitocele 844, 198.
ocr page 963
Saohregistoi'
943
lliuaorrliiiidcn 11'_'. lliunothorax 368. Hiuigi'gurt, seine Bedeutung TOO. Ihihnenspat 858.
Hahnentritt 858, am Vorderrusso 'i.iO. Iliils, Kninkliciteu dessslbeu 156, Vor-krüiuiuimy l(i;!.
[lalsfasoien, Verletzung derselben 156.
Halsflstel 157.
Halskiemenflatel 129.
Halsmuskeln, Krämpfe in denselben Hi.quot;gt;, Lähmung derselben llt;i4.
Halswirbel, EVacturen derselben LOO, Luxation, vollständige l(gt;2, unvoll-stiinclige 1(1quot;), Necrose 180, Subluxation 168, Verwachsung 180.
Hammelschwanz 582.
Harnblase, Amputation 458, Entzündung 452, Lähmung 441, 450, Ruptur 436, Tumoren 459, Vorfall uml [Jmstttlpung 454.
Harnblasenstich 111.
Harngriea 428.
Harnröhre, Spaltungen derselben 426, EDntztindung 44ii. Katarrhe, eiterige 448, Stricturen 447, Tumoren 450, Ver­letzungen 446, intraurethrale 44^.
Ilanivölirenlistel 449.
Harnsteine 427, bei Pferden 4'2s, bei Ochsen 435, Schafen 140, Fleisch­fressern 442, Schwein 441, verschiedene Arten derselben 428.
Hartmelken 537.
Hasenhacke ^42.
Hasenspat 844.
Hechtraaul 34.
Hemiplegia laryngis 221.
Ileniia (s. auch Bruch) crnralis 860, dia-phragmatica 371, inguinalis 338, intra-abdominalis 864, perinealis 361, scro-talis888, umbilicahs828, ventralia 863.
Hernies inguinales rdeentes et anciennes s. chromquea 342.
Hemiotom 827, 351.
Hcrniotomie .'!2ti.
Hinterhauptsbein, Fractur des 142.
Hinterschenkel, Krankheiten desselben 71ti, Lähmungen an demselben 701.
Hirndurchsuoher 154.
Hoden. Krankheiten derselben 488, Ec-topie 484, Entzttn dung 490, Retention 488, Tumoren l'.H. überzählige 484.
Hodensack, Entzündung 481, Pneuma-tose 482, Tumoren 482, Verletzungen 480, zu langer 482.
Ilörner, Ablösung derselben 147.
Holzzunge 20, 101.
Hornbruch 1)07.
Hornfortsatz des Stirnbeins, Procturen desselben 146.
Hornkluft 888.
Ilornsiluleu !)07.
Hüftgelenk, Verrenkung 7.'gt;2. Entzündung 775.
Hüftlahmheil 775.
Huf, Krankheiten desselben Slli), Krebs 911. Kiter 871, Geschwür 870.
Hufachse 710.
Hufbein, Fracturen desselben 008.
Hufbeinknorpel s. Hufknorpel,
Hut'bei id jeugeseli in #9632;. Resection derselben 880, Durchschneidnng 012, Necrose 878, Zerreissung am Vordersohenkel 058, am Hinterschenkel 856.
I Int'lalimhcit, Diagnose derselben *''#9632;'lt;#9632;
Huflederhaut, acute Entzündung der­selben 870, chronische 007.
Hydrocele 348, i'r.l
llydrocephalus purulentus 152.
Hydrops ascites ;(12.
llygroma proliferum lt;i:i7, 795.
Hyovertebrotomie KM.
H,v|ierdentition :!2.
Hypoglossus, Lähmung desselben 2.'i. Hypospadie 426.
.1.
Javart 802.
Igelt'nss 743.
Incarceration der Brüche :'il8.
[ncarnatio ungnis 034.
Incontinentia urinae 450.
[nvagination des Darmes 300.
Inversio vesieae 454.
.loch. Verletzungen durch dasselbe 288,
Stirnjoch 188. Jochbein, Fracturen desselben 107. Jodkalium gegen Aktinomykose 105. Ischiadicus. Lähmung 702. Ischias bei Thioren 778. Ischuria paradoxa 450. Jugularis, Verletzungen derselben 157.
R.
Kalkstaub als Ursache der Mauke 737.
Karpfenmaul 34.
Katheter, Anwendung desselben 451.
Katheterismus 451.
Kaumuskeln, Lähmung derselben 111.
Kehlkopf, Krankheiten desselben 214, Entzündung 215, Krampt'222. Läh­mung 223. Neurosen 221, Tuberoulose 216, 217, Tumoren 217. Verletzungen 216.
Keilbein. Fractur desselben 142.
Keratophvloeele 007.
ocr page 964
',raquo;11
Sachregister,
Kcnittisc am Vorderknie (i;iti. Kiefergelenk, Entattndung desselben 113. [CieferKlemme 118, Klauen, Ä.mnutation 9'2s, Entzündung
der Klauen oei Bindern 920, bei Schafen
981, Verletzung ilur Weiohtheile 922. KlauenspaltentzUndnng bei Schafen 931. Klauenwurm Wt. Kloakenbildung -100. Klopfhengst 484, Kluppen bei Nabelbrttchen 385. Kniebeule 635. Kniebogen. Entzündung desselben 042,
#9632;galle 644. Kniegelenk, Distorsion, Luxation 781.
Entzündung, acute 791, chronische
792. Kniescheibe, Fraotur 789, Luxation 782,
Zi'i-roissung iluov geraden Bänder 781). Kniesoheibenbtlnder, Zerreissen derselben
767.
Kniescheibenmuskeln. Zerreissung der­selben 765, Lfthmung 765.
Knieschwamm (gt;3.r).
Knoohenschraube 80.
Knollhuf 901.
Knorpelflstel 892.
Kolpitis purulentlaquo; s, perniciosa 507.
Kotbflstel 310.
Krallen, Krankheiten derselben 934, Ab­fallen 934, Einwachsen 984, Luxation 934,
Krallenbett, Entzündung desselben 934,
Krampfaderbruch 493, 4!).V
Kreuzbein, Kracturen desselben 552,
Kreuzgalle 816.
KreuzUthmung 570.
Kronbeinbeuger, Entzündung desselben 664, Verletzung desselben 847, Luxa­tion 848, Zerreissung am Hinterfuss
857.
Kronenbein, Exostosen an demselben 701, 7i(i, EVacluren 697.
Kronenflstel 892.
Kronentritt 88'-).
Kropf 368.
Kropf 171. Exstirpation desselben 17.p.
Kropf, Verstopfung desselben beim (o1-flügel 108.
Kummet, seine Einrichtung 287, Quet­schungen durch dasselbe 2^7.
Kyphoscoliosia 55 L
Kyphosis 554.
LUbmung des A.rmgeflechte8 (i07, der Blase 450, der liidbärnorven lit, des N. oruralia 7(i5, des N. faoialis 7. des Qauraensegels und Scblundkopfes 18, der Oüsiissmuskelu 777, der Hals­muskeln 164, der Harnblase 4.r)0, der hinteren Extremitäten 761, des Isehia-dicus 7ti;5, des Kehlkopfes 223, des Kreuzgeflechtes 777. der Lippen 7, des Obturatoriua 768, des Peroneus 702, der Hutbe 469, des Speichen-nerven 602, des Suprasoapularis M'^. des Tibialis 702, des Tri^feminus 115. des Unterkiefers 114, periodische .l)7^,).
.ahmboit, interniittirende 769.
laparotomie l!77.
,aryngismu8 stridulus 221.
laryngitis 214.
•aryngofissur 244.
ryngosposmua 221.
,aryngotomie 244.
,eber, Verletzungen derselben 300.
,einSl-Lungenenb!Ündung 229.
#9632;eist 701.
,eistenbruch 838, bei Pferden 338, bei Kindern 856, bei Schweinen 350, bei Hunden 358, falscher oder interstitieller 352.
Leistenring 389.
Lendenwirbel, Fractur derselben 545, Luxation 017.
Ligamentum teres, Zerreissung desselben 758.
Limace 926.
Linie, verletzte 842.
Linsenmesser so.
Lippen, Aktinoraykose 7. Entzündung 3, Lahmung 7, Quetschungen und Ver­wundungen 1, Tumoren 5.
Lithiasis 127.
Lithoklastik 434,
l.ilbotom 432,
Lordosis 554.
Luftröhre, Compression 220, Deformi­täten 224, Fremdkörper in derselben 220, Parasiten 229, Stenosen 226, Tu-bage 228, Verletzungen 158.
Luftröhrensohnitt 244.
Liiftrölu-enstich 484.
Luftsack, Catarrh, chronischer desselben 130, physiologische Bedeutung 189, Tympanitis 138,
Luftsaekkatbeter 183,
Lungenchirurgie 200.
Lniigenverletzungen 20;!.
Luxation des AnuLeines 590, des M. biceps femoris 172. im Ellbogengelenke Olli, des Pesselbeins 088, der llals-wirbol 102. 166, der Kniescheibe 782, im Kreuzdarmbeingelenke 567, des
I..
Laden, Verletzungen derselben 27, Peri­ostitis 28. Osteomyelitis 28. Ladendruok 27.
ocr page 965
Sachregister,
945
Kronbeiubsugera mu Binterfusa 848) des Oberscheakols 1^2, der ßücksn-und Lendenwirbel -VIT, der .S|iniii^-gelenkknooheu SISj des Uaterkiefers 111, des ünterBohenkela 781.
Lymphdrtlsenj QnfczQodung der subparo-tidoillcn 98, der subinaxillanMi 121, Neubildungen in denselben 121, Ex-stirpation derselben 121, Anschwellung dor retro-pbarjngealen 211.
Lymphextravasate Ijim Satteldruok 277. um Metacarpus 657, am Oberschenkel 740.
N.
Nabelbeutel 468.
Nabelbruch 328, Qesohwulsl 467).
Nabelschnurbruoh 429.
Nackenbnnd, Verletungen 156, -fistel 17)7.
Nackonbinde 166, 7)8:5.
Nag..||rill 878.
Nase, Krankheiten derselben 71.
Nasenbeine. Kraeturen derselben 72.
Nasenbluten 86,
Nasenflügel, Verletzungen derselben 71.
Nasenhönle , Krankheiten derselben 71, Fremdkörper und Tumoren in der­selben 73.
Nasenloch, Atherom am falschen N. (gt;.!
Nasenmuscheln, Nocroae derselben 85, Heldeimdegeneration 87).
Nasenschleimhaut, Tuberoulose derselben 71.
Navicular disease s. lameness 740.
Nebenhoden, Entzündung 490, 'rumoren 491.
Nerf leruri' 664.
Nervenltlhmung s. Lilhmung und Para­lyse.
Nervenverletzungen am Halse 158, durch Streichen 864.
Netzeinklemmung 328, -Vorfall 305.
Neuralgie des Armgelleelites (,)14.
Neurasthenie 602.
Neuritis, retrobulbiire 90.
Niedergebrochen OüG.
Nieren. Verletzungen :!0(,). -verschlag 571
Nymphomanie 7)44.
M,
Magenverletzungen :!0!).
Makroglossio 20, durch Aktinomyces 101.
Makrostoinie 2.
Mal dfi nuquo 178.
Maladie navioulaire 72().
Malum coxae senile 758.
Mastdarm, Divertikel 418. Entzündung •107), Erweiterung 118. Lähmung 417, 419, Phlegmone 407, Tumoren 423, Verengerung 418, Verletzungen 402.
Mastitis acuta 520, apostematosa 580, oatarrhalia 7)27, chronica 540, erysipo-latöso 7)271. galactogeue 7)22, gangrä-nöseSSS, bftmatogone 523, lymphogene 522, oberflächliche 524, parenchyma-tose 7)27, 580, phlegmonöse 7,24. trau­matische 524.
Mauke der Pferde 784, erythematöse 734, ekzematöse735, Frostmauke789,Brand-mauke789, Schutemauke V.'id, Sohrun-denmauke 7135.
Maolfftule 52, 66.
Maulhöhle, Krankheiten derselben 18, Fremdkörper in derselben 13.
Maulholz 103.
Maulwinkel, Verletzungen desselben 1.
Maulwurfgeschwulsi 178.
Milchdrüsen (s.auch Muter), Krankheiten derselben 7)17. Einrichtung .717.
Milelitistel 519.
.\lileldlt;ana 1,Verengerungen desselben 537, Verwachsung 7)38.
Milohknoten 582, 540.
Milclinadel 539.
Milchröhren 7):(0.
Mittelfleischbruch 881.
Mittelohr. Entzündung desselben 128.
Moderliinke 931.
Monorohismus 484,
Mumps 89.
Muskellierni'e und Vorfall ~!',H'\,
Mykoflbrom am Unterkiefer 117.
Mvxodcin 177).
0.
Oberkielerbeine, Kraeturen derselben 100.
Oberkieferhöhle, Empyem BS, 17,Hydrops 78, IJyperostosen in derselben 78, Tre­panation 7'.,•
Oberschenkel, Verletzungen an demsel­ben 746, Kraeturen 74laquo;.
obturation der Brachialarterie 612.
Odout riteur 39.
Oodom am Kopfe (17.
Oesophagocele 203.
(lesophagotomie 107).
Oesophagus, Krankheitendesaeiben 185, ventriculosua 203.
obren. Krankheiten derselben 122, Ent­zündung des ä ussereu (lt;elii)rganges 127), des Mittelohres 128, Necrose 124, Ver­letzungen 122, Blutohr 121.
Ohrenscnmalzdrüsen 127gt;.
Ohrenschwamm 127.
Ohronspiegel 127.
Obrlistel 129.
Mfillor, Spedelle Clilrurgio i'ia Thierärzte, v Ann.
60
ocr page 966
946
laohiegistei'.
Ohrmusohel 126.
Ohrwurm, Biusseroi' 128, innerer 125,
Oidium lactis 520,
Oniiirthritis .'gt;!):!.
Omphalocele 328.
Onychia maligne 986.
On-liitis 400.
Orthosom 674.
Osteomyelitis bei Ladendvucli 78, der
Zahnalveolen 35. Othoematoma 124. Otitis ezterna 125, interna TJs, media
128. Otorrhoe 126. Oxalateteine 428.
Phlegmone lt;ltgt; Strahlpolsters H78. des suBcoroTiftren Bindegewebes 887.
Phymatosis 743.
Piephaoke 846.
Pilocarpin bei Rehe 905.
Pleuritis lioi Brustwunden 262.
Pneumothorax 262.
Pocken bei Pferden 7:,gt;fi.
Podarthrocace 720.
PododermatiÜs oouta 870, chronica 907, verrucosa s. migrans 911.
Podomoter 728.
Podotroohilitis 720.
Polyodontie .'VJ.
Polypen, in der Nasenhöhle 74. im Kehl­kopfe '2\1. im Euter 542.
Praeputhim 4(iS.
Priemen der Pferde 68.
Prootitis 405.
Prognathia 34,
Prolapsus pulmonum 264, recti 410, mil [nviigination411, vcsicae454, vaginale 507, uteri 509.
Prostata , Krankheiten derselben 478. •steine I7'.t.
r
Panaritdum bei [lindern 923, bei Fleisch­fressern !)H6. Panscnfistel 389. Pansenschnitt !i87. Pansenstich 886. Pansentrokart nach Brauer 389.
Parahursitis bei der öenickbeulc 179, i Prostatitis 47'.)
Psorospermien in der Zunge 20, mi
Schlünde 213. Ptosis 10. Pulpitis 54. Punctio abdominis olu'. intestini 379,
vesicac 444, rectalis 440. perinealis
445, der Brusthöhle 290. Pyelonephritis 451.
Q.
Quetschungen der Ballen des Rindes 921, der Fleischfresser 9;'i7. der Bauchdecken 298, au der Brusl 259, am Ellbogen 022, der Hufsohle 873, der Lippen I. lies Sprunggelenkes 700, des VorarmeM 027, des Vordermittelfusses 054. durch Streichen 864.
K.
Rachenaktinomykomo 211.
Rachenhöhle, Aktinomykome 211, Lym-phome 101, Fremdkörper in derselben 180. bei Pferden 191, bei Rindern 192, Tumoren in derselben 210, bei J'l'er-den 212, bei Fleischfressern 213, bei Wiederkäuern 211.
Radialislähmung602,intermittirende607.
Ramm 784.
Ranula 24. 91, beim Binde 25, 91.
Raspe 74:!.
Rattenschweif 58!,
bei der Stollbeule 622.
Paracentesis iilpdüminis 312.
Paralysis s. Lähmung.
Paraphimosis 4ti4, 570.
Paraplegic 570.
Paraproctitis 4(t7.
I'iu-otis, Entzündung acute 89, uhronischo 91, Exstirpation 'M.
Parotitis 89.
Penis, Amputation 47i), Lähmung 470, Verletzungen 474. Fracturen 47 I. Tu­moren 475.
Perforativtrepan 81.
PerianaldrOsen 498.
Poriarthritis, nach Distorsionon 692.
Porichondritis am Kehlkopfe 215.
Pericystitis 452.
Perilaryngitis 216, ohronicn 453,
Periodontitis 45.
Periorchitis 400.
Periostitis, alveolaris 53, ossifleans 68, am Metacarpus ii79. am Unterkiefer 116.
Periostomie 085.
Periproctitis 407.
Peritonoalscrotalbruch 358.
Pes equinus tgt;7lt;.).
Phalangen, Krankheiten derselben 0X7. Distortion 080, Luxation 088, Frac­turelaquo; i io I.
Pharynx, Krankheiten desselben 18s, Verletzungen 200.
Phimosis 404, 400, 4lt;i0,
Phlebitis venae jugularia 1 i2.
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Sachregister.
947
Riuimschlaurh 4(i.r).
Kocurrens , Lähmung (Ii'ksüIIh'ii 'Jl':!. Crämpfe in demselben '_'22, Verletzun­gen iss.
Uchbein 841. Rehe UÜU. #9632; Rehbuf 901. Retentio testis 4^1! Retenfcionsgesohwülsto nn den Lippen .quot;gt;.
am Euter .')43. Rhagadenbildung bei der Mauke 738. Rhinolaryngosoop '_'l •ri. Rhinosolerom 76. Ringbein 701. Ring-bone 7ü:i. Ringeln 518.
Hinnnniscliine, Binz'suhc 'il!). Rippen, Necrose derselben 2.r)4. Rippenbrüche 251. Rippenflsteln 2quot;)4. Rollbein, Fracturen desselben 812, Rüokenfasoie, Necrose derselben .r)8;i. Rückenmark, Elntzündung desselben 571. Rttckenmarkstypbus 571. Rückenwirbel, Fracturen derselben 548,
Luxation und Distorsion 547. Hnl be s. Penis.
SchiefliaU 163.
Schiefmaul 89.
Schienbeinbeugor, Zerreissung desselben 803.
Schilddrüsen, Entzündung derselben 172, Tumoren 172.
Schlauch 403, Thrombose der Venen desselben 471, Tumoren am S. 475.
Schlund, Bau desselben 190, Abscedirung 201, Compression 207. Divertikel 202, Ectasien 202. Fremdkörper in dem­selben 188. bei Pferden 191, Rindern 192, Schweinen 107. Fleischfressern 198, Lfthmung desselben 208. 200. Krampf 209, Parasiten in demselben 214. Psorospermien 218, Stenosen 207, Tumoren 210. Verletzungen 159, 200, Verengerung 207. Zerreissung 202.
Schlundbohrer 194.
Schlundbruch 208.
Schlundflstel 200.
Schlundkopf, Fistel 93, Lllhmung des­selben 208. Verletzungen 200, Tumoren 210.
Schlundschnitl 195.
Schlundsonde 193.
Schlundzangc 194.
Schopf, Ablösung desselben I4ö.
Schulter, lose 600, -versciilag 641.
Schulterurinbeinbinde 683.
Schultorboule 267.
Schullerblatt, Fracturen 584.
Schultergelenk, Contusion und Distorsion 592, Entzündung 593, l.iixution 500. Verwundung 593.
SchnlterlaViinheil 609.
Schulternerv (vonlerer). Lilhmung des­selben 508.
Scbutzmauke 730.
Schwanzriemen, Verletzungen durch den selben 288.
Schweif, Krankheiten desselben 579, Lllh­mung seiner Muskeln 582, Tnniorcn am S, 582.
Scrotum. Entzündung481, ErfrierunjHSl. Parasiten 483. Pneuraatose 482. Vari-cositiiten 482, Verletzungen Iso. Tu nioren 482. zu langes ls2.
Sectio alia 430.
Segler 151.
Seimen, Durchschneidung 072, Enlzün-dung 662, Parasiten in denselben (107, Verknöcherung 007, Verkürzung 666, Wunden 655, Zerreissung 057.
Sehnenscheiden . Entzündung derselben 642. -gallen am Vorderschenkel 644, am llinterscbenkel 840.
Senkrücken 554.
Shoulder slip 801.
Sk olios is 554.
S.
Samenarterie, Varicen derselben 4'J.quot;). Samenstrang, chroniscbcEntzündung des­selben 401, -fistel 844, i'Mi. Salbenverband bei Knoohenbrtiolien 700. Salzstreuen, nls Ursache dor Mauke 740. Sarcocele 348, 491. Sarcoptes cynotis als Ursache der Otitis
126, Sattel, -druck 274, Einrichtung 275.
-kissen 27quot;), -läge 275. Scblldel, Knietnreu im demselben 141.
•wunden 148.
. I
Schftdelhöhle, Trepanation derselben bei
Schafen 149, bei Rindern 155. Schale 701. Scham, Entzündung und Verletzungen
derselben 503, -Verwachsung 504. Scheide, Verletzungen 504. Entzündung
50U, Vorfall 507. Tumoren 515, Tu-
berculose 515. Scheidenring, Sauberg'scher 500. Scheitelbeine, Fractui'en der 142.
Selienkelbreinse 751.
Schenkelbruch oOO. Sohenkelkanal 300. Schonkolmieder von Strauss 5S(1. Scherengebiss 40. 113. Soheuerstellen 277. Schieferzfthne 37.
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948
Siiclii-CL'i.ster.
Skorbut 62, ti'-'.
SmegmR praeputii 463.
Son; Hliius (J8t).
Spasmus glotliilis ^21.
spat 818, am Vorderknie 840.
Spabmesser 8li().
Spatoperationen 886.
Spatprobe 830.
Speiche. Fradiuvn decsolbon 1518.
Speicheldrüsen, Krankheiten dor 88, Ent­zündung, acute 89, chronisoheQl, Fisteln !)(). Wunden und Verletzungen 88, Tu­moren 08.
Speichelfluss li*.
Speiobelgangflstel 96.
Speiohelsteine 95,
Speiohennerv, LUhmung desselben tiüü.
Sphincter vesicae, Lähmung desselben 450.
Spina ventosa 118.
Spiroptera im Schlünde '211.
Spitzhen^st, Castviition dc-ssclben •18-1,
Split pastern (')i).r).
Sprungbein, Fraeturen 811. Verletzungen 847.
Sprunggelenk, Krankheiten desselbenS] 1. Practuren 811, Distorsionen undLuxa-tionen 813, Knl/.üiulung. acute 814, chronische 818, -gallen 816, Verletzun­gen 814.
Stallrehe !J02.
Steingalle 889.
Steinschnitt 480.
Steinzange 4:{:i, nach liouley 434.
Stelzfuss ()67. bei Fohlen 075.
Stenosen der Luftröhre '22li. des Schlun­des 213.
Stenaon'scher Gang, Verletzungen des­selben '2.
Sterzwurm 580.
Stimmbilnder, Verdickung an denselben 216.
Stimmritzenkrarapf 221.
Stirnbein, Fractur desselben 145, Ne­crose 288.
Stirnhöhle. Kmiiyem 77, M7. Trepanation 79.
Stirnjoch, Verletzungen durch dasselbe 288.
Stollbeule 622.
Stollschwatum 622.
Stolz'sche Salbe 668.
Strahlbein. Fraeturen desselben 71s,
Strahlbeinlahmheit 720.
Strahlenpilz 101.
Strahlkrebs 911.
Strahlpolster, Phlegmone desselben 878.
Strangulation der Zunge 16.
Straubfuss 743.
Streichen 8G4.
Streichriemen 869.
Streukrampf 8113.
Struma 171.
Skupfen 743.
Suceussio llyppocratis 818.
Suspensorium 492.
Sympathicus, Verletzungen desselben 158.
Talpa 178.
Tamponkanüle 220, 243.
Tendinitis 662.
Tendovagiuitis crepitans 700.
Tenotomie 1)72.
Tensor fasciae latae, ben 505.
Thoracocentesis 290.
Tfaoraootomie 296.
Thrombose, der hinterAesle 709.
Thymusdrüse. Hyper
Zerreissung dessel-
ihrer derselben
178.
Thyreoiditis 171.
Thyreotomie 246.
Tirefond so.
Torticollis 168.
Tour de bateau 577.
Trachea, (s. auch Luftröhre).
Trachealkanülen 233, 288.
Tracheotomie 232, sous erieoidienne 242.
Tracheotuben 233. :J;5H.
Trepan 79, verschiedene Arien 79.
Trepanation, der Oberkiefer- und Stirn­höhle 79, der Schädelhölilc bei Schafen 139, bei Rindern 156, bei Zahnextrac-tionen 58.
Treppengebiss 48.
Troehaideric lameness 759. 770.
Trokart, zum Darmstiob bei Pferden 380. zur Eröffnung der SchAdelböble bei Schalen 152, zur Function der Brust­höhle 294, zum Fansenselniitt 389, zum Luftröhrenstich 234, zum Pansenstich 380, von Schuh 294, Zehden'seher 162,
Tnberculose, des Kehlkopfes 217. der Nasenschleimha-ut 79, der Zunge 20.
Tumor albus 035, pendulans 548, sal-vialis 98.
Tylomata 289.
Tympanite gutturale 138.
Tympanitis, bei Pferden 379, bei Hin­dern 234.
V.
Ueberbeine am Metacarpus bei Fferdon 079, am Unterkiefer 110, an den Zahn­wurzeln 08.
I
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Sachregister.
949
Ueberwurf 868.
(Jmdreber, Practur derselben 74!(. Lahm­heit 75!).
Unterkiefer, Fraoturen desselben 108. Luxation 111, Periostitis und Kxo-stosen llfi, Tumoren 117,
Unterkieferdrüse, Entzündung 90.
Qntersohenkel, Fraoturen 798, snbfasoiale Phlegmone am Q. 79s, Verletzungen
t 79G.
tJnterzungendi'Q8el Entzündung derselben 90.
Unvermögen zu trinken 209.
Uraohus, Offenbleiben desselben 427.
Uratsteine 428.
Urethritis 448.
Urethrotomie 480.
Urhengst 484.
Icterus raquo;. (iobiirmuttor.
V.
Vagina 8. .Scheide.
\';iginiti8 507.
Vagus, Verletzungen desselben 158.
Vancocele 49:i, 493.
Varicositäten am Scrotum 482.
Varix aneurysmaticus 49().
Verdauungstractus, Fremdkörper im :i7;!.
Verengerung der Luftröhre 226, des Schlundes 207, der Urethra 4 17.
Verletzungen, des Afters und Mastdarmes 402, des Ballens der Klauen 921, der Blase 452, der Bauchdecken 298, der Bauchorgano 'i05, der Brust 259, de-bilrmutter 503, des Halses 156, Hufes 87quot;, der Hoden 480, des Kehlkopfes 211, Kniegelenkes 791, der Laden 27, Lippen und Wangen 1, Luftröhre 158, 214, Nase 71, Nieren 809, am Ober­schenkel 740, der Ohren 122, des Penia 469, l'harynx und Schlundes 200. der Scham, Scheide und Qebärmutter 508, der Speicheldrüsen 88, des Sprung­gelenkes 814, des Stonson'sehen (lan­ges 2, der Nervenstämine am Halse 158, der Vorderfusswurzel bei Pferden 072, hei Rindern (i;i.r).
Vernagelung 876.
Verrenkung s. Luxation.
Vorschlag 900.
Verschnüren 868.
Viborg'sches Dreieck 135.
Verarm, Wunden und Quetschungen an demselben (gt;27.
Vorderfusswurzel, Krankheiten derselben 030. Anatomie 030, Fraoturen 081, K.ntzündung. acute 032. chronische 040, Verletzung der vorderen Kliiehe bei Pferden 032. bei Rindern 685,
Vorderkuiegelenkgalle 044.
Vorderkniesehnenscheidengalle 045.
Vordermittelfuss, Krankheiten desselben 052, Knoohenbrüche852, Quetschungen 057, Wunden 064.
Vorfall dps Afters und Mastdarmes 409, der Bauoheingeweide 305, der tiehär-mutter 509, der Harnblase 454. der Scheide 507.
Vorhaut 468, Entzündung derselben hei Pferden 403, beim Rinde 405, beim Schwein 408, bei Fleischfressern 408.
Vorhautsteine 468, 470.
Vorhautwulst 408, 471. Amputation der­selben 473.
W.
Wackelig im Kreuze 577.
Wadenbein, Fraotur desselben XQ;}.
Wadenmuskeln, Continuitätstrennungen in denselben 807.
Wange, Kntzündung 3. lt;iangrän4. Wun­den 1, 'rumoren 5.
Warzen an Lippen 5, am Euter 542.
Wasser, eine Form der Mauke 743.
Wasserkrebs 4.
Wasserspat 817.
Weinslein der Zfthne 51.
Widerrüst, Druckschaden 270, Fistel 280.
Winddorn IIS.
Wirhelkanal, Tumoren in demselben 572, Gastruslarven 572.
Wirbelsäule, Verkrümmung 554.
Wunden am After 402. Hauche 300, der Brust. 259, (icbilrmutter 503, des Halses 150, der Harnröhre 448, des Kehl­kopfes 214, der Lippen 1, Nasenflügel 71, am Oberschenkel 740, des Ohres 122, Pharynx 200, Schädels 141. der Scham 503, Scheide 503, des Scrotums 480, Schlundes 209, der Sehnen und Sehnenscheiden 656, der Speicheldrüsen 88, am Sprungbeinhöcker 897, des Sprunggelenkes ,SI4. des Vorarmes 027, am Vordermitteli'usse 054, der Wangen 1, Zunge 10.
Wundgelatine 2.
Z.
Zilhne, Krankheiten derselben 30, Aus-stempeln derselben 54, Ausziehen 54, Caries 47, Erosion 40, Entwicklung, Fehler derselben 31, Fraetur derselben 48, Hakenbildung an denselben 37, Plorabiren 49. Spaltung 60, Stellung, unregelmässige 38, zu weile 35. über-
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950
Siiclircuistrr.
ztlhligo 32i Transplautatiou doraelben ill, llyperostoseTi an denselben OSj Verschlucken 58.
Zahnbalgoyste 129,
Ztthnextrnciion mil dem Stempel quot;iT, rail Zangon bei L'flaiizenfresaern 68. bei Fleischfressem 66, mil dem /aim-schlüssel 64.
Zahnflstol 35, lt;iT.
Zahnhobel 39.
Zahnraeissel 39.
Zahnpulpa, Entzündung derselben 54.
Zahnscheren 11.
Zahnschranbe -11.
Zahnstein M.
Zahnstocher 62.
Zahnwurzel, Exostosen an derselben 64.
Zahnzangen .quot;jü. 60, für Fleischfresser 66.
Zehengliedor s. Phalangen.
Zehenpanantium 924.
Zerreissung der Beugesehnen u.Bäuder657, der Achillessehne u, Zwillingsmuskeln 807, lt;1gs M. Biceps brachii .M)?, der Ell­bogenstrecker 612, der Earnblase 436, der Hufbeinbeugesehne 85i), des Krön-beinbeugera vquot;i7. der Knioscheiben-
inusKclu Tiiö. iler Kniesoheibenbftnder 767. des Qnterschultennuskels 612, deaSchienbeinbeugersSOB, desZwisohen-knochenbandes am Unterschenkel 803.
Ziegenpeter 89.
Zitzenkanal, Verengerung desselben .r)37. Vcrschluss .'J37.
Zuokfuss 858.
Zugstrtlnge, Verletzungen duroh ilir-selben 288.
Zunge, Abreisssn derselben 18| Aktino-mykosu und Hotryomykose 2ti, Defeote 17, Degeneration 20, bntzUndung, aoute 17, chronische 20, Einschnürung duroh Premdköi'perlö,ljtlhmung28}18gt;Fhleg-mono 18, Psorosperraien in derselben 10, Tubei'culose 20, Skarifloationen 10, Verletzungen 14, Mi.
Zungenbein, Fractur desselben 26.
Zungenstrecker 2-i.
Zwerobfellbruoh 871.
Zwisohenldeferbeine, Fraotur derselben 26.
Zwischenklauenpanaritiura 926.
Zwischenknochenband, Zerreissung des­selben 808.
Drnckfchlei
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