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Malaria- und andere Blutparasiten |
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Mit 1Ö5 farbig'en Abbildungquot;on und Photogrammen auf 5 Tafeln lind 10 Fieberkurven,
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V e r 1 a g v o n (i u s t a v 1898.
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BIBUOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT 2911 745 8
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Lieber
Malaria- mid andere Blutparasiten
liehst Anhang
Eine wirksame Methode der Chromatin
und Blutfärbung.
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Dr. Hans Ziemann,
Marinestabsarzt.
Mit 165 farbigen A-bbildurig-en und Photogrammen auf 5 Tafeln und ici Fieberkurven.
JENA,
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Verlag von Gustav Fischer. 1898.
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Alle Rechte m-bolmltsn,
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Vo rwo rt.
In 2 kleineren Arbeiten1-8) halte ich versucht, eine Darstellung der bei heimischer Tertiana und tropischer Malaria sich findenden Blutparasiten zu geben. Mein Beobachtungsmaterial unterschied sich insofern von dein der meisten Auteiren, als ich Gelegenheit hatte, wegen meines militärischen Verhältnisses oft dieselben erkrankten Mannseharten während eines grösseren Zeitraumes zu beobachten und sowohl bei Xeuerkrankungen als auch bei Kecidiven durch Blutuntersuchungen den Entwickelungsgang der Parasiten zu ver­folgen, Die Untersuchungen wurden zum Teil von zehn zu zehn Minuten ausgeführt,
Die Gelegenheit dazu bot sieh in den Militärhospitälern zu Wilhehnshaven iSi,.| und Lehe bei Bremerhafen 1896, sowie an der westafrikanischen Küste an Bord S. M. S. „Hyänequot; 1894 95. Die statistischen Daten werden später gegeben werden.
Jene Untersuchungen wurden in sehr wesentlichen Punkten ergänzt gelegentlich einer sechsmonatlichen Studienreise, welche ich in den Monaten April bis September incl. 1897 nach den Fieber­gegenden Italiens unternehmen konnte. Die Möglichkeit zur Aus­führung verdanke ich der Munificenz des Kuratoriums der Gräfin Bosc-Stiftung bei der medizinischen Fakultät zu Berlin infolge Ver­leihung des Reisestipendiums, sowie dem Wohlwollen und der För­derung meiner vorgesetzten Behörde, welche mich so lange be­urlaubte,
Es ist mir eine angenehme Pflicht, dafür an dieser Stelle meinen aufrichtigsten und tiefgefühlten lgt;ank auszusprechen. Gleich­zeitig bin ich Herrn Professor (lolgi in Pavia für die liebens-
11 Ueber Blutparasiten bei hetmischer und tl'opiscliev MnJarin. Vortrag auf lt;lci Natiuforscber-Versammlung zu Frankfurt a. M. Centralbl, f. BaCt. u, Parasitenkundo, Bd. XX, 1896, Mo. [8/19.
2) Zur Morphologie der Malariaparasilen. Centralbl. f. Bact. u. Parasitenkunde, Bd. XXI, 1897, No, 17, iX u. 20/21.
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IV
Vorwort.
würdig'e Aufnahme In seinem Laboratorium, sowie für das lebhafte [nteresse, das er meinen Untersuchungen entgegenbrachte, zu tiefem Danke verpflichtet, ebenso der Direktion und den A.erzten des FJospi-tals zu Crema, Grosseto und des Militärhospitals zu Rom,
Durch die Unterstützung der italienischen Regierung und das Entgegenkommen der Hospitalärzte war es mir sogar ermöglicht, die betreffenden Kranken selbst zu be­handeln.
Ansserdem wurden bis jetzt eine grosse Zahl von Vögeln und Kaltblütern untersucht, um durch das vergleichende Studium der betreffenden Blutparasiten ein erhöhtes Verständnis für die Biologie der Malariaparasiten zu gewinnen,
Für den, der sieh eingehender mit Malaria beschäftigt, ist das unerlässlich. Unbedingt notwendig ist ein vorhergehendes Studium der normalen und pathologischen Histologie des Blutes' #9632;'#9632;).
In Folgendem gestatte ich mir nun meine Resultate, die von denen Laverans, Golgis, Ccllis, Marchiafavas, Grassis und Felettis, sowie Mannabergs mehr oder weniger ab­weichen, zur Darstellung zu bringen.
Um den Charakter der Arbeit als einer selbständigen zu wahren, und um nicht durch Vermehrung des Inhalts den Preis zu verteuern, liaise ich nur dasjenige in den Bereich der Darstellung gezogen, Rlr das ich glaube, auf Grund eigener Untersuchungen eintreten zu können, Eine Verwendung der Krankengeschichten sowie aller der Notizen, die im Verlaufe der letzten Jahre ans der gewaltig angeschwollenen Literatur gesammelt wurden, hätte den Umfang der Arbeit auf das dreifache anschwellen lassen. Die wichtigsten Literaturnachweise dürften indes zum grossen Teile er­wähnt sein. Aus diesem Grunde sind auch die hochinteressanten \ ersuche der Italiener über künstliche Malariainfektion durch Impfung4) nur gestreift worden. Da ich in Italien stets in Malaria­gegenden mich aufhielt, war ich gar nicht in der Lage, dort voll­kommen einwandsfreie tmpfungsversuche zu machen. Vergleiche
1896,
t) cfr, E. Grawitz, Klinische Pathologie des Blutes, Berlin, 1 gt;, Enslin, iSqO, 2) v. Limbeck, Grundriss einer klinischen Pathologie des Blutes, Jona, G, Fischer,
3)nbsp; nbsp;K. Ehrlich u, Dr, Lazarus, Normale und pathologische Histologie des Blutes, ans „Spec. Pathologie und Therapiequot; von Nothnagel, Wien, 1898, Alfred Holder,
4)nbsp; cfr, Di Mattel, Beitrag z. Studium d. experimentellen malarlschen [nfeklion etc, Archiv 1. Hygiene, Bd, Will, Heft 3, p, igt- 300,
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#9632;'
Vorwort,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; V
indes spater den [mpfversuch auf Helgoland und dlo [mpfung bei Vögeln. Abgesehen davon ist. glaube Ich, die Morphologie und Bio­logie der Malaria- und der anderen Blutparasiten ausreichend be­handelt worden, vor allem aber auch ihre Pathologie.
In Bezug auf historische Entwickelung der Lehre von den Malariaparasiten und die Morphologie und Biologie verweise ich noch auf Mannabergs1) ausgezeichnetes Werk mit seinen Literaturnachweisen, ferner auf die sehr klare Arbeit von Rüge4), sowie auf die bekannten ätiologischen und klinischen Malariastudien I'. Plehns, in Bezug auf Gesamtdarstellung der Malarialehre noch aul die Werke von Laveran8), Duberg64), Filippo Rho8) und William Sydney Thayerquot;).
An entsprechenden Stellen ist auf meine früheren Arbeiten verwiesen, Dieselben enthalten namentlich eine ausführlichen' Be­schreibung der Tertianparasiten, ausserdem 1 linweise auf die Therapie.
Eine vorläufige Mitteilung über die jetzige Arbeit findet sich in der Deutschen medicinischen Wochenschrift. [8y8, No. 87). Die Photogramme sind gearbeitet nach meisterhaften Negativen, die Herr Prof. Zettnow in Berlin nach meinen Präparaten angefertigt hatte, die farbigen Tafeln nach farbigen Zeichnungen von Frl. M. Ziemann. Letztere sind mit dem Zeichenapparat und wie die Photogramme in tausendfacher Vergrösserung hergestellt, die kolorierten nach meinen Präparaten, die unkolorierten (Taf, 111, 1—23) nach meinen Zeichnungen. Für die Beschreibung der un­gefärbten, wie der gefärbten Präparate wurde ein Mikroskop von Leitz mit Oelimmersion l/12. und Ocular I bez. IV verwandt.
Alle Zeichnungen sind nicht schematisch gehalten. Bei schematischer Darstellung hatte man vielleicht noch starker die l nterschiede der ein/einen Parasitenarten hervorheben können.
Herrn Professor Zettnow sage ich für seine seltene Güte, mit der er mich unterstützte, meinen tiefempfundenen Dank. Die
r) Mannaberg, Die Malariaparas^ton. 1893,
2)nbsp; nbsp;Rüge, Der Parasitenbefund bei den Malariaficbern und seine Verwertbarkell Im die ErUennung, Behandlung und Verhütung der Malariafieber. Arch. f. Schiffs- u. Tropen-hygiene, Bd. I.
3)nbsp; nbsp;Laveran, Traitfi du paludisme Paris 1801.
4)nbsp; nbsp;Dr. ,\. !•'. Duberg6, T.c paludisme. Paris 1896.
#9632; 5' Dottore Filippo Rho, La malaria secondo i piu recentl studi. Korino 1896.
6)nbsp; nbsp;W. s. Thayer, Lectures on the malarial fevers. New-York 1807.
7)nbsp; Zinna 11 n, NVnc Untersuchungen aber die Malaria und den Malariaerregern nahestehende Blutparasiten.
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Vorwort.
JteUungder kostepieligen Tafeln hat die Herausgabe des Buches ganz bedeutend verzögert,
Helgoland, im Juni ilaquo;us-
Ziemann.
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Inhalt.
8
Historischer Ueberblick...................
Einteilung dor NiaiarinpArasiten ................
A.I1gemeine Morphologie und Biologie der Mnlariaparasiten.......
Die Geisseikörper...................
Der Quartanparaslt ....................
Der TertlanparaBlt ....................
Die Parasiten der estivo-autumnalen Fieber der Italicner ulci Perniciosa in den
Tropen)........................
Die sterilen Formen der kleinen Parasiten.............
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Klinische Bedeutung des Parasitenbefundes bei tropischen bez. estivo-autumnalen
Fiebern.................'
lt;i, Beeinflussung der Parasiten durch Einwirkungen irgend welcher An mit thera­peutischen Bemerkungen...................
A.nbsp; nbsp;Dutch Tod des Patienten...............
B,nbsp; nbsp; Beeinflussung der Parasiten durch Konservierung von Malariablut in Blutegeln ...................
('. Beeinflussung der Parasiten durch Phenocollum hydrochloric
I). Beeinflussung der Parasiten durch Methylenblau .......
E, Spontanheilung..................
]•'. Beeinflussung der Parasiten durch Chinin..........
ig. I.eben der Parasiten in der Ansscnwcit und der Infektionsmodus.....
11.nbsp; nbsp;Inkubation..................
12.nbsp; nbsp;Stellung d.r Blutparasiten Im Tierreiche und Einteilung........
15. Untersuchungen über die Parasiten des Texasfiebers der Kinder .....
1 |. Die Blutparasiten bei Vögeln...........
Einteilung....................
1) Typus A .................
21 Typus B ...................
;5) Typus C ....................
15, Eine neue Parasiten form beim Steinkauz (Athene noetna) .......
i(). Blutparasilen bei ICaltblütem.................
1;. Die sogenannte Cytamöba bacterifern l.ahhc............
Eine wirksame Methode der Chromatin- und Blutfärbunj;.......
Talelerklttrung.....................
Kiebei kurven.
Druckfeblcrberlcbtlgung,
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i. nistoi'iscliw Üeberblick.
Zum Verständnis für das Folgende schicke ich einige kurze historische Daten voraus.
Bekanntlich war es (iol^-i zurrst, der in klassischen Arbeiten1) nach Laverans berühmter Entdeckung des Malariaparasiten Ord­nung in den Wust der Beobachtungen zu tragen und den Parasiten­befund im Blute mit den klinischen Erscheinungen in Ueberein-stimmung zu bringen suchte. Er beschrieb einen Parasiten des Quartan sowie- des Tertian — Fiebers, die in 3X24 bezw. 2X24 Stunden ihre Entwickelung in den roten Blutzellen durchmachen und bei der jedesmaligen Reifung einen neuen Fieberanfall auslösen sollten. Er beschrieb auch Fälle von Ouotidiana, bedingt durch zwei Generationen von Tertianparasiten, die In der Entwickelung 24 Stunden voneinander getrennt waren, ebenso Fälle, wo drei Quar­tan-Parasitengenerationen eine Ouotidiana bedingten, die in Wirk­lichkeit eine Quartana triplicata war. Es ist leicht einzusehen, dass man bei dieser Auffassung dazu kommen kann, die kompliziertesten Fälle zu analysieren. So giebt Golgi an, gleichzeitig drei Gene­rationen des Quartan- und zwei des Tertianparasiten im Blute ge­funden ZU haben. Auch eine Anzahl unregelrnässiger Fieber führte er auf die unregelmässige Auteinanderfolge verschiedener Parasiten-Generationen zurück. Nach Golgi bestehen zwischen beiden Para­siten-Arten folgende Unterschiede. Vergl. Tat'. Ill, Fig. 1 6 U. 7 — 10.
A) Biologische, t. indem der Tertianparasit seine Entwicke­lung in zwei Tagen durchmacht, der Ouartanparasit in drei ragen.
1) Golgi, Süll' infezione malarica. Nola preventivai Accademta di medicinn di Torino, novembre 1885.
Golgi, Süll' infezione malarica. (Arcbtvio per le scienze medtche, pay. 109— '39, 1886.
Golgi, Ancora sull' infezione malarica. (Socida medica dl l'avia s, giugno 1886. c gazzetta degli ospedali, num. 53. i88(gt;.
Golgi, Sullo svilnppo dei parassiti malaricl nella febbre terzana, Arcbivio per le scienze mediche, pag. 175. i88y.
Zlemann. Cebor Ualnria cac.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
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2,nbsp; nbsp; Die amöboiden Bewegungen des Tertlanparasiten sind viel lebhafter als die des Quartanparaslten. Bei letzterem finden sich dieselben nur im Jugendstadium und in sehr geringem Grade, wenn er am ersten fieberfreien Tage ;ils blasses, noch unplgmentiertes Scheibchen sich innerhalb des roten Blutkörperchens befindet, Heim Tertlanparasiten findet sich die amöboido Beweglichkeit in geringerem Grade noch, wenn er bereits etwa die Hälfte des roten, dann meist schon vergrössorten und etwas abgeblassten roten Blutkörpers erfüllt.
3,nbsp; nbsp; Der Quartanparasit verzehrt die Substanz des ihn beher­bergenden roten Blutkörpers nur langsam, derart, dass es die cha­rakteristische gelbgrüne Farbe noch behalt, wenn von ihm nur noch ein schmaler Kint;- übri^f geblieben ist, der den jetzt herangewachsenen, stark pigmentierten Parasiten umgiebt, Im Gegensatze da/u wird der einen Tertlanparasiten beherbergende rote Blutkörper schon frühzeitig etwas entfärbt.
4,nbsp; Die roten Blutzellen, befallen von den Quartanparaslten, be­halten die Grosse der normalen Blutzellen, die vom Tertlanparasiten infizierten gewinnen ein hydropisches Aussehen. Die Grosse der letzteren kann das 2 ^tache des Normalen erreichen. (Vergl. Taf. ill, 3 und 9.)
B) Morphologische Unterschiede. 1. Der Tertianparasit hat ein zarter aussehendes Protoplasma. Seine Konturen sind eben­falls /arter wie beim Quartanparaslten, wo sie viel bestimmter her­vortreten.
.;. Das Pigment des Tertlanparasiten ist viel feiner und von mehr bräunlicher Farbe, das des Quartanparaslten gröber und von mehr schwärzlicher Farbe.
3, Art der Segmentation.
a)nbsp; nbsp; Dieselbe gellt beim Quartanparaslten in typischer Weise derart vor sich, dass sich das Pigment nach der Mitte konzentriert, und dass von der Peripherie her speichenartige, feine Linien nach der Mitte zu vorrücken, welche den Parasiten in fi -12 Segmente teilen. Ps entsteht eine maryarethenhlumenahnliche Figur (Taf. III, 5). Zuletzt werden die einzelnen Teilstücke oval, dann rundlich, während gleichzeitig ein nucleus in jedem einzelnen auftritt. Damit sind die jungen Parasiten fertig. Sie weichen dann voneinander, um aufs neue die roten Blutzellen zu infizieren. Das übrig bleibende Pigment wird von den Leukocyten aufgenommen.
b)nbsp; nbsp;Bei den Tertlanparasiten.
A.uch hier konzentriert sich das Pigment bei Beginn der Seg­mentation nach der Mitte der Parasiten (nicht selten auch in der Nähe der Peripherie), worauf Im Protoplasma zwei Reihen konzen-
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trisch liegender, heller, kleiner Gebilde auftreten In der Anzahl von 15—-20. (jolj^i verglich lt;l;is Ganze mit einer Sonnenblume, Es ist jetzt schon zu sagen, dass ich jene regelmässige Form nur ziem­lich selten fand, dass vielmehr die jungen künftigen Parasiten meist traubenförmig nebeneinander lagen.
Golgi nahm dann noch eine /.weite Art der Segmentation an, wonach sich ein peripherer Protoplasmaring abgrenzen sollte von einer zentralen Protoplasmascheibe, welche den Pigmentblock ent­hielt, Darauf sollte der periphere King In 15 20 kleiner Kiigel-chen, die künftigen Parasiten, zerfallen. Wir werden später sehen, dass nur eine Art der Segmentation vorkommt. Uebrigens gab Golgi noch an, dass die jungen, eben entstandenen Tertianparasiten kleiner seien wie die (Mitsprechenden Formen des Quartanparasiten.
(iolgi zog aus seinen Beobachtungen unter anderen folgende Schlüsse.
1,nbsp; nbsp;Es existiert in der Tertiana und Quartana ein proportionales Verhältnis zwischen der Intensität tier Anfälle und der Menge der im Blute befindlichen Alalariaparasiten. Wir müssen auf dieesn Punkt noch besonders zurückkommen.
2.nbsp; nbsp;Bisweilen finden sich die Parasiten mir in so geringer Zahl, dass sie nicht imstande sind, einen Fieberanfall hervorzurufen,
Die erwähnten Parasiten der Tertiana und Quartana bedingen Fieber, welche im Allgemeinen sich durch einen typischen Verlauf auszeichnen. Es sind meist wahre Intermittenten, bei denen die Anfälle mit Frost beginnen. Es folgt I litze und Schweiss. Wenn sämtliche Parasiten ihre Reifung durchgemacht und die jungen Parasiten die roten Blutzellen infiziert haben, folgt ein Stadium der Apyrexie mit relativem Wohlbefinden, bis mit der Reifung und neuen Aussaat der Parasiten das Fieber aufs neue beginnt.
Diesen milden Fiebern stehen nach den Forschungen der Italiener andere gegenüber, welche in intensiveren Malariaherden, wie /.. B. die römische Kampagna, dort hauptsächlich im Sommer und Herbst, auftreten und sich durch die Neigung pernieiös zu werden, auszeichnen. Diese Fieber sind auch z. T, weniger regelmässig in ihrem Verlaufe. Die Anfälle verlängern sich oft, so dass die fieberfreien Pausen sehr kurz werden. Auch in den fieberfreien Pausen bemerkt man häufig starke Abgeschlagenheit, Sodann wider­stehen sie auch länger dem spezifischen Heilmittel, dem Chinin, Endlich kommt es bei den Parasiten dieser Fieber zur Bildung von den sogenannten Halbmonden (Taf. II, Fig. 2(1. Taf. Ill, Fig. 17 und 18).
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Diese Parasiten erscheinen im Jugendstadium als kleinste blasse Scheibchen oder Ringelchen innerhalb der roten Blutzellen, von etwa 1/.„l Grosse der letzteren und mit lebhafter amöboider Beweglichkeit. Wachsend bekommen sie Siegelringformen, Schliesslich können sich feine Pigmentkömchen an der Peripherie bilden. Dieselben konzen­trieren sich allmählich zu einem Klümpchen, während der Parasit eine rundliche Form annimmt, worauf derselbe in eine Anzahl kleinster junger Parasiten zerlallt (Taf. Ill, Fig. \2 16). Dieser Teilungs vor gang findet vorzugsweise oder fast ausschliesslich in inneren ()rganen statt, im Gegensatz zum Quartan-Parasiten, dessen Teilungsformen man immer auch im peripheren Bluto findet. Ein Unterschied gegenüber den grossen Parasiten der Tertiana und Quartana liegt auch darin, dass diese kleinen Parasiten bereits zur Fortpflanzung kommen, wenn sie noch einen Bruchteil der roten Blutzellen erfüllen.
Zuweilen geht die EntWickelung dieser Parasiten so schnell vor sieh, dass es gar nicht zur Pigmentbildung kommt. Gemeinsam ist ihnen allen, dass die infizierten roten Blutzellen oft eine Nekrose erleiden, indem sie eine an Messing erinnernde Farbe annehmen und zusammenschrumpfen, Globuli rossi ottonati der Italiener,
Die Namen Celli und Marchiafava, Bignami und Bastianelli werden mit der Erforschung jener Krank­heitserreger stets untrennbar verbunden bleiben.
Wie schon ausgeführt, zeigen die betreffenden Fieber teilweise ein atypisches Verhalten, so dass es schwierig schien, sie zu analy­sieren, wie es (tols^'i in Bezug auf die leichten Fieber der Tertiana und Quartana durch gleichzeitige Feststellung des Parasitenfundes gelungen.
Marchiafava und Bignamil—a) suchten indes dieses unregel-mässige Verhalten als nur scheinbar zu erklären und nahmen zwei besondere Parasitenvarietäten bei jenen Fiebern an,
i) Eine Varietät, welche ein quotidianes Fieber bedingt, die also in etwa .? i Stunden ihre Entwickelung durchmacht.
Die unpigmentierten Jugendformen sollten amöboide Pgt;n\veg-lichkeit zeigen.
Der Zerfall in (6 8) sogenannte Sporen erfolgte bereits, wenn der Parasit etwa '',, — '/.gt; der oft geschrumpften roten Blutzelle erfüllt.
i) Ueber die VnrietlUen der Malariaparasiten und über das Wesen der Malariu-infektlon, Deutsche med, Wochenschr,, 189J, No, 51 u, 52,
2) Marchiafava und Bignami, La quolidiana 0 la terzana estlvo. autuinnale. Kifoinia tnedica, num. 21;, 189t.
51 Marchiafava und Bignami, Le tebbrl malarlche estivo. autumnal!, Bolletloo della K. Accademia lt;li Roma. Ann.. XVII, tasc. V, 1892.
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Zur Sporulation käme os gfelegentlich auch ohne P^gmentbüdung. Das betreffende Fieber ware manchmal eine ganz regelmässige Quotidiana, namentlich bei den Recidiven, konnte aber auch einen mehr irregulären oder Continua Charakter annehmen. Diese Quoti­diana ist daher scharf zu trennen von einer Quotidiana, die In Wirk­lichkeit eine Tertiana dupllcata oder Quartana triplicata Ist. Die Parasiten der letzteren Fieberarten haben wir schon oben kurz gestreift.
2) Eine Varietät, welche ein malignes Tertian Fieber bedingen, deren Entwickelung also in etwa 48 Stunden stattfinden sollte, Dieser im Jugendzustande auch bewegliche Parasit sollte wie der Quotidianaparasit ebenfalls die charakteristische Ringelchenform zeigen können, wachsend Pigment ansammeln und nach Konzen-trierung des Pigments in 10— 12, seltener 15—16 Sporen zerfallen.
Dieser Zerfall sollte stattfinden, nachdem der Parasit etwa '/•gt;quot;
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der roten Blutzclle erfüllt.
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Auch dieser Parasit könnte zur 1 lalhmomlhildung führen. Als charakteristisch wurde von Marchlafava und Blgnami für die maligne Tertiana auch die Fieberkurve angesehen, wenigstens in typischen Fällen. Dieselbe sollte einen steilen Anstieg zeigen bei Beginn des Anfalls, dann einen pseudokritischen Abfall, eine Periode oscillatorischer T.-Schwingungen, einen neuen noch höheren Anstieg und dann den endgültigen T.-Abfall.
Marchlafava und Blgnami stellen gegenüber den Parasiten der einfachen milden Tertiana folgende Unterschiede auf.
1)nbsp; nbsp;Volum des Parasiten der Tertiana maligna ist in dem­selben Entwlckelungsstadium kleiner wie bei der Tertiana simplex.
2)nbsp; Die jungen Parasiten der Tertiana maligna streben ring­förmig zu werden, die der Tertiana simplex nicht.
Das letztere trifft nach meinen Untersuchungen nicht ganz zu, und kann ich das durch Photogramme belegen (Taf. V, 3).
3)nbsp; nbsp;Das Pigment ist bei Tertiana maligna reichlicher als bei Ter­tiana simplex, bei letzterer auch stets beweglich, bei ersterer nicht.
l) Spaltungsformen bei der Tertiana maligna sind kleiner, auch weniger zahlreich und bedeutend seltener im Fingerblut wie bei Tertiana simplex.
5) Die infizierten roten Blutzellen bei Tertiana maligna haben die Tendenz, ein dunkleres Kolorit anzunehmen und sich zu runzeln, bei Tertiana simplex sich zu vergrössern und abzublassen.
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h) Die Parasiten der Tertiana tnaligna besitzen die l'liiisc der I lalhmoiulfurm, die der Tertiana simplex nie,
Marchiavara und Bignami fassen die Unterschiede zwischen den Parasiten der Quotidiana und der Tertiana maligna folgender-massen zusammen.
t) Der .Parasit der Quotidiana entwickelt sich in 2 | Stunden) manchmal ohne Pigmentproduktion, der der Tertiana maligna in 48 Stunden und stets mit Pigmentproduktion,
j) Der Parasit der Quotidiana erreicht im gleichen Entwicke-lungsstadium ein kleineres Volum als der der Tertiana maligna.
3)nbsp; nbsp;Die Beweglichkeit erhalt sieh bei den ausgewachsenen Quotidianparasiten weniger lange als bei den Parasiten der Tertiana maligna.
4)nbsp; nbsp; Die Dauer der amöboiden, nicht pigmentierten Phase ist, verschieden. Bei der Tertiana maligna kann sie sich |mehr als 24 Stunden hindurch fortsetzen.
5)nbsp; nbsp;Die junge Parasiten-Generation erseheint bei Quotidiana nach Beginn des Anfalls sofort im Blute, bei Tertiana maligna erst einige Stunden nachher.
In Bezug auf Xr. 3, namentlich aber auch auf Nr. 5 werde ich noch zurückzukommen haben, da ich bei Ter­tiana maligna die jungen Parasiten schon im Böginn des Anfalls sah, einmal einen Bruchteil sogar schon vor dem Beginn des A nfal Is,
Uebrigens machen Marchiafava und Bignami seihst auf die Schwierigkeiten der Differentialdiagnose aufmerksam.
(irassi und Feletti1) nahmen an, dass die Halbmonde aus einer besonderen kleinen Parasitenart entständen, welche zwar im Jugendzustande den erwähnten kleinen, direkt sporulierenden Para­siten sehr ähnlich sei, sieh aber später in die Halbmondform ver­wandelte. Das gleichzeitige Vorkommen der Halbmonde und (Un­Parasiten erklärten sie für Mischinfektion. Zugleich trennten sie die Pigment erhaltenden kleinen Parasiten von den unpigementiert bleibenden.
Alle Malaria-Parasiten teilten sie ein in zwei genera: 1. Genus haemamöba, welches direkt Sporulation zeigt, mit fol­genden Arten:
1) (inissi und Krliiti, Contrlbuzionl allo studio dei parossltl malarici. Memoria, S. A. Cit. nach Mannaberg.
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a)nbsp; Haemamöba malarias, Parasit der Quartana,
b)nbsp; Haemamöba vivax, Parasit der Tertiana,
e) Haemamöba präcox, der Pigment erhaltende Parasit der
pernlciösen Fieber, d) Haemamöba immaculata, der unpigmentiert bleibende Para­sit der pernieiösen Fieber. 11. Genus Laverania. Nur bei diesem sollte es zur Bildung von Halbmonden, Ovalen, Spindeln etc. kommen.
Canal is1) lässt die Halbmonde aus den kleinen Parasiten der
Sommerherbstfieber Roms hervorgehen. Er nimmt einen doppelten Entwickelungscyklus der letzteren an, derart, dass sie entweder direkt sporulieren oder zunächst zu Halbmonden werden, worauf diese sieh zu spondierenden runden Körpern umbilden sollten.
Die römische Schule Bignami und Bastianelli3), scheinbar auch Celli und Marchiafava, lassen die Halbmonde zwar auch aus den kleinen Parasiten der Sommerherbstfieber hervorgehen, halten sie- aber aus klinischen Gründen für absterbende Formen.
Mannaberg8) lässt sie durch Pseudoconjugation oderSyzygien-büdung zweier Parasiten der Malaria maligna entstehen. Er teilt
dementsprechend die Parasiten ein in;
I. Malaria-Parasiten mit Sporulation ohne Syzygienbildung, d. h. ohne Halbmonde. Dazu gehörte;
a)nbsp; der Quartan-Parasit,
b)nbsp; der Tertian-Parasit.
II. Malaria-Parasiten mit Sporulation und mit Syzygenbildung, d. h, mit 1 talbmonden. Dazu gehörte nach Mannaberg;
a)nbsp; der pigmentierte Quotidianparasit,
b)nbsp; der unpigmentierte Quotidianparasit,
c)nbsp; der maligne Tertian-Parasit.
2. Blinteilunir der Malaria-Parasiten.
Ich gehe jetzt zu meinen eigenen Untersuchungen über, die an einem Material von 25^ Fällen einheimischer, tropischer und italienischer Malaria gewonnen sind, und
1)nbsp; nbsp;I'. Canaiis, Studi sulia infeziono nialarica. Arclüvlo per U: scü'iur humI. [890, Volum XIV.
2)nbsp; nbsp;(i. Hastianclli und A. Bignami, Studi sulla tnffezione nialarica. BnllcUno della K. Academia Medlca di Roma. Anno XN, 1S93—').\.
3)nbsp; nbsp;Mannaborg, Die MalanaparasiUn, 1893.
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welche sämtliche bekannten Fiebertypen unifassen. Diese Mannigfaltigkeit des Materials lassen die meisten Veröffentlichungen über Malaria vermissen,
Mannabergs Einteilung in Parasiten mit Halbmondbildung und ohne Halbmondbildung können wir zunächst folgen. Der ausserordentliche Unterschied jener beiden Parasitenarten ist von allen neueren Beobachtern anerkannt. Die Unrichtigkeit der An­nahme (irassis von der besonderen Herkunft der Halbmonde hoffe ich weiter unten beweisen zu können. Andererseits werden wir sehen, dass auch Mannabergs Annahme von der Ent­stehung der Halbmonde durch Conjugation zweier Para­siten sich nicht halten lässt. Ferner ist zu sagen, dass ich die llalb-mondblldung bei den kleinen Parasiten der perniclösen Fieber durch­aus nicht immer als konstanten Befund finden konnte, auch nicht bei Punktionen der Milz. Immerhin bieten sie ein so charak­teristisches Verhalten dar, dass sie einen Grund mit für die Trennung der kleinen von den Tertian- und Quartan-parasiten abgeben, Dazu kommen dann noch die charakteristi­schen klinischen Unterschiede. Die Möglichkeit, durch künstüche Kultur die einzelnen Parasiten von einander zu trennen, fehlt leider bis jetzt.
Die experimentelle Wiedererzeugung einer bestimmten Para­sitenart durch Einimpfung von Blut, welches jene enthält, in ein anderes Individuum bietet bei der bis jetzt nur geringen Zahl von einwandsfreien Experimenten auch nur Wahrscheinlichkeitswerte, Die tiberwiegende Mehrzahl der einwandsfreien Impfver­suche spricht dafür, dass die inokulierte Parasitenart sich in dem neuen Wirte erhält und das ihr eigentümliche Fieber wieder erzeugt1 :!). Ich selbst hatte zu derartigen Kx-perimenten an Menschen nur einmal1) Gelegenheit, da ich, wie schon in der Einleitung erwähnt, meine Malariastudien bis jetzt
laquo;
i) cfr. Llttenitur bei Mannaberg 1. c,
3) Ferner ili Mattet, Beitrag zum Studium der experimentellen malar, Infektion am Mmsrlu-n und an Tieren, Archiv f, Hygiene, XXII, 3, p, km.
3)nbsp; nbsp;Danilewsky, Zur Lehre von der Malaria. Infektion bei Menschen und Vögeln. Archiv f. Hygiene, [895, Bd. XXV, Heft .5, S, 22H.
4)nbsp; nbsp;liier auf Helgoland wurde ',,., cm Blut einer Kranken mit Tertiana dupllcata endovenöa einem Herrn v. Br, eingespritzt. Die Beobachtung ist noch nicht abgeschlossen, da die Imp fun^ wiihrend der Drucklegung geschahlaquo;
Jedenfalls war innerhalb von 22 Tagen nach der Impfiuif; noch kein Zeichen
einer malarischen Infektiondes Blutes festzustellen. Das überimpfte Hhu
enthielt eine nicht unbeträchtliche Anzahl halb- und j^a nzerw.'ichscn er
Parasiten. Bei letzteren war der Tetlungsprozeas meist schon eingetreten.
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laquo;
immor an mehr oder weniger intensiven Mal;irialieenlen betrieben, eine nachträgliche natürliche Infektion also nie auszuschliessen war. Vergl. indess dit^ Infektionsversnclio bei Vögeln. Ms bleihon uns bis jetzt hauptsächlich biologische, morphologische, z. T. auch klinische Unterscheidungsmerkmale übrig
indes sind diese für mich schwerwiegend genug, um allerdings vorläufig eine Trennung der Parasiten der verschiedenen Fieber­arten vorzunehmen. Laveran vertritt noch in seinem neuesten Werke seinen alten Standpunkt, dass alle die verschiedenen Para­sitenformen nur der verschiedene Ausdruck eines und desselben Para­siten seien. Da ich früher die Variabilität des Tertianparasiten betont, scheint er auch mich irrtümlicherweise als Unitarier betrachten zu wollen. Ich betonte indes von vornherein den grossen Unterschied zwischen den Parasiten des Kamerun Fiebers und den heimischen Tertlanparasiten, Bei der speziellen Beschreibung hoffe ich noch eine Vermehrung der bis jetzt bekannten Unterschiede geben zu können.
Eine grosso Rolle spielen bei Laveran in seinen Beweis­gründen die Halbmonde, die nicht nur in den unregelmäaaigen und pernieiösen, sondern auch in vollkommen regelmässigen Fiebern vorkämen. Nun, wir wissen, dass auch die kleinen Parasiten eine vollkommen regelmässige Tertiana und Quotidiana bedingen können. Wenn gleichzeitig Halbmonde und die Parasiten der gewöhnlichen Tertiana und Quartana vorkommen, so war eben eine Mischinfektion mit kloinen Parasiten, aus denen die Halbmonde entstanden, vorher­gegangen;. Kino Ursache dafür, dass l.averan noch an seinem alten Standpunkte1 als Unitarier festhält, scheint mir der zu sein, dass er noch keine Gowisshcit über die Bedeutung jener Formen erlangt hat. Ich hoffe weiter unten die Frage jener so viel um­strittenen Gebilde zu einem gewissen Abschlüsse zu bringen.
Sodann kann man mit Recht fragen, warum denn ein Patient, der z. B, in den Tropen nur die kleinen Parasiten aufgewiesen, in der nordischen Heimat unter für jene Parasiten viel ungünstigeren klimatischen Bedingungen nun nicht die Parasiten der milderen Tertiana oder Quartana aufweist. Auch die kleinen Parasiten dege­nerieren, indem sie zu Halbmonden werden. Die degenerierenden Parasiten der leichten heimischen Malaria werden aber nie zu Halbmonden, Letztere gehören vielmehr nur den Parasiten der bösartigen Tropen-, bezw. ostivo-autumnalon Fieber an.
Mein Standpunkt in dieser Frage ist der, dass es bis jetzt nicht erwiesen ist. dass der von Golgi beschriebene Tertian-, bezw, Quartanparasit sieb in die kleinen Para-
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mm
— 10 — siten dor estlvo-autumnallan Fieber verwandeln kann
bezw, um ye kehrt.
Laverans Vergleich der Malariaparasiten mit den Coccidien, die in einer verschiedenen Jahreszeit auch Hn anderes Aussehen darböten, ist auch nicht glücklich gewählt, da die Malariaparasiten igt;'ar keine Beziehung haben zu den Coccidien,
( Hunan nun für die verschiedenen Malariaparasiten besondere Arten oder Varietäten aufstellen will, halte ich nicht von praktischem Interesse.
Ans diagnostischen, prognostischen und therapeu­tischen Rücksichten ist j ede n falls vor lau fig an einer Trenn­ung unbedingt festzuhalten.
Kine Trennung der nicht halbmondbildenden Para­siten in Parasiten der Tertiana und Quartana, die in Deutschland bisher nicht anerkannt war, glaubte ich früher auch mit Skepsis betrachten zu müssen, utnsomehr, als es mir gelang, einen Fall von Kameruner Malaria zu beobachten, bei dem die, sonst nur quotidiane, maligne Tertian- oder irreguläre Fieber bedingenden kleinen Parasiten auch eine ganz typische Quartana bedingten, lläufige Nachprüfungen In Italien zeigten, dass man allerdings einen morphologisch und biologisch wohl cha­rakterisierten Quartanparasiten den Tertianparasiten der leichten Fieber gegenüberstellen kann.
Kine Trennung der kleinen Parasiten in Quotidian- und maligne Tertianparasiten vorzunehmen, 1st mir bisher nicht mit Sicherheit gelungen. Wie schon früher1) erwähnt, konnte ich in Kamerun bei Tertian, Quotidian, Irregulären und kontinuierlichen Fiebern immer nur dieselben kleinen, meist ringförmigen Parasiten im peripheren Blute finden.
Die Notwendigkeit wegen des typischen Verhaltens in dem erwähnten Falle von Quartana aus Kamerun auch einen spezifischen Parasiten für eine Quartana maligna anzunehmen, kann ich noch nicht einsehen. Wir kommen auf diesen Fall noch zurück. Münd­lichen Vernehmen nach sind auch später in Kamerun an Bord ver­schiedentlich Fälle von Quartana beobachtet worden.
Bei den von mir beobachteten Fällen von Quotidiana, die durch die kleinen ringeiförmigen Parasiten bedingt waren, war nur in einem Bruchteile eine etwa _'-| st ii n d i ge Kntwickelung der Parasiten möglicherweise anzunehmen,
i) Ziemann, Ueber Blutpnrasiien bei heimischer und tropischer Malaria, Cen-traibl, f, Bact raquo;. Parasitcnlaindo, 1896, Bd. XX, N'. 18/19, Vortrag auf der Naturlaquo; foncher-Venammiung zu Frankfurt a, M, iKijO.
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In den übrigen Fällen konnte es sich ebenso gut auch um
zwei Generationen von etwa ^.Sstündiger Entwickelungsdauer handeln, deren Entwickelung etwa 2.\ Stunden von einander getrennt war.
In Grosseto und In Rom beobachtete ich Fälle von typischer Tertiana malignen Charakters, wo allerdings die Segmenta-tionsformen z. T. grosser waren wie die Segmentationslaquo; formen, wie sie beschrieben sind für die Quotidiana maligna, und wie ich sie1 auch in Milz und Knochenmark bei Perniciosa fand. Auch die Zahl der jungen Parasiten in den reifen Formen war grosser, 8 #9632; 16, bei den anderen 6 8, Vergl, Tatquot;. II, 12 und 23,
Die Jugendformen waren in jenen Fällen die gleichen, auch die Halbmonde, Ovale etc, Die Entwickelungsdauer betrug etwa 48 Stunden. Die von Marchiafava und Bignami für die Tertiana maligna als charakteristisch angesehene Fieberkurve war indes, selbst in typischen hallen, nicht immer zu finden. Vergl. Fieberkurven.
Wir gehen also nicht fehl, wenn wir unterscheiden!
1.nbsp; nbsp;Parasiten der Tertiana benigna,
2.nbsp; nbsp;Parasiten der Quartana benigna,
3.nbsp; nbsp;Parasiten der quotidianen, malignen Tertian-, mög­licherweise auch Quartan-, sowie irregulärer Fieber, welche der Halbmondbildung fähig sind.
Die unter \Tr, 3 erwähnten Parasiten könnten dementsprechend in etwa .'j, bezw, etwa 48—72 Stunden ihre Entwickelung durch­machen. Ob es sich bei dieser letzteren, mindestens ausser-ordentlich nahe verwandten Parasiten um Ausdrücke einer wechselnden Vitalität einer und derselben Art handelt, oder um ver­schiedene Varietäten oder Arten, ist mit Sicherheit heute j^ar nicht zu sagen.
Die irregulären Fieber wären durch das Nebeneinanderbestehen zwei oder mehrerer verschiedener Parasitengenerationen zu erklären. Uebrigens darf auch nicht vergessen werden, dass jene Parasiten derartig schwere Veränderungen in den mannigfaltigsten Organen zu erzeugen imstande sind, dass auch sekundär Fieber auftreten kann, für die der Blutbefund keine Erklärung zu geben vermag.
Die Möglichkeit des Daseins einer besonderen Varie­tät oder Art für die Tertiana maligna will ich zugeben.
Eine Trennung der unpigmeutierten. sogenannten Quotidian-parasiten von den pigmentierten,] wie sie Grassi, Feletti und Mannaberg annehmen, konnte ich in meinen Fällen nicht vor­nehmen. Niemals habe ich, auch nicht bei Vögeln, Fälle beob­achtet, wo alle Parasiten ohne Pigment blieben. Wenn es sich
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wirklich um eine besondere Varietät handelte, müssten bei der grossen Menge des Materials derartige Fälle doch schon beobachtet sein. Anerkannt ist jedenfalls, dasa auch dieser angeblich pigment-lose Quotldlanparasit fähig ist /.ur Halbmondbildung, also zur Bil­dung steriler, pigmenthaltiger Formen, Man wird ebensogut an­nehmen können, dass bei den unpigmentlert gebliebenen Parasiten die Entwickelung so schnell vor sich ging, dass es gar nicht zur l'igmentierung durch Aufzehren des Hämoglobins kommen konnte.
Die Fälle von angeblich ganz regelmässlg und typisch ver­laufender Quintana, Septana, Nonana, von denen bereits die Alten berichten scheinen noch nicht auf den Parasitenbefund hin unter­sucht zu sein. Derartige Fälle habe ich nicht beobachten können. In l.ehe bei Bremerhaven hörte ich von gelegentlichem Vor­kommen von Quintana. Diese sowie Septana etc. können auch so erklärt worden, dass eine Generation der Tertianparasiten an einem bestimmten Tage einen regelrechten Anfall bedingt. Wie wir noch seilen werden, werden unter Umständen in einem An­falle sehr viele Parasiten steril, sodass nur ein geringer Bruchteil neugebildeter Parasiten zur Entwickdlung kommt. Diese sind nach etwa 48 Stunden nicht fähig wegen ihrer geringen Anzahl, einen regelrechten Anfall hervorzubringen. Indess werden zur Zeit, WO der Anfall eigentlich stattfinden sollte, so viel neue junge Para­siten gebildet, dass nach weiteren etwa 48 Stunden durch die Keifung der Parasiten ein Anfall ausgelöst, werden kann. Wir hätten dann eine Quintana, die durch den Tertianparasiten bedingt ist. Ebenso Hessen sich die angeblichen Fälle von Septana-Nonana erklären.
Ich selbst beobachtete in l.ehe einen Matrosen-Artilleristen, der, nachdem er eine Tertiana überstanden, sich nicht recht erholte. Parasiten konnten trotz, mehrfacher Untersuchungen nicht gefunden Werden. Endlich gelang es, am ro, Tage nach der Entlassung einen grossen, wenn auch sterilen Parasiten mit lebhaft beweg­lichem Pigment aufzufinden als Zeichen einer latenten Infektion.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i Drei Tage später, also am 13. Tage nach der Entlassung kam es zu einem kleinen Fieberanfalle mit sehr geringem Parasitenbefunde.
Aehnlich sind vielleicht die Verhältnisse bei der Quartana
benigna (()ctana etc.).
Ich kam zu dieser Anschauung durch das Verhalten von Fiebern mit langen Intervallen, bedingt durch die zur lialbmond-bildung fähigen Parasiten. Man beobachtete Fieber, die in mehr oder weniger unregelmässigen Zwischenräumen von 5 bis 14 und
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mehr Tagen wiederkehrten. Canal is') erklärt diese langen Zwischen­räume durch den angeblich doppelten Entwiokelungscyklua d.r kleinen Parasiten. Wenn jene direkt sporulierten, käme es zu der erwähnten quotidlanen, malignen Tertian oder irregulären Fiebern.
Käme es dagegen zur 1 lalbmondhildung, so dauerte es längere Zeit, ehe die Halbmonde, nach Umbildung zu runden, sporentragenden Parasiten, zur Keifung kämen. Mit anderen Worten das Wieder­auftreten jener Art von Fiebern wäre an die verschieden lange Entwickelung der Halbmonde geknüpft.
Auch Mannaberg bringt die Recidive in Zusammenhang mit den I lalbmonden.
Wie ich beweisen werde, ist diese Anschauung unhaltbar, da wir in den I lalbmonden nicht weiter entwickelungsfähige Formen erblicken werden,
Ausserdem muss man daran festhalten, dass auch die Tertiana und vor allen die Ouartana eine Neigung zu Recidiven zeigen. Bei diesen aber kommt es nicht zur llalbmondbildung. Also können auch die Halbmonde nicht zur Erklärung der Recidive von jenen Fiebern herangezogen werden. Dann alier ist derselbe Grund, welcher ver­antwortlich zu machen ist für die Recidive der Sommerherbstfieber, wohl auch verantwortlich zu machen für die Recidive der Tertiana und Ouartana.
Nach Bignami und BastianelU'8) sind die jungen Parasiten (bei ihnen Sporen) imstande, in Leukocyten eine Zeit lang ein gleich­sam latentes Dasein zu fuhren. Bei Zerfall derselben könnten sie frei werden und auf diese Weise aufs neue zur Fntwickelung in den roten Blutzellen kommen.
Sie bilden sogar einen solchen mit jungen Parasiten vollge­pfropften Leukocyten ab.
Nach meinen bisherigen Untersuchungen sind die Leukocyten überhaupt nicht imstande, innerhalb der Plntgefässe entwickelungs­fähige, chromati nhalti ge Parasiten aufzunehmen, ohne mindestens selbst zu degenerieren, wenigstens nicht bei der menschlichen Ma­laria. Wir kommen darauf noch zurück bei Besprechung der Phago-cytose. Ich bemerke zunächst, dass bei sehr energischer, auch nach der Entfieberung noch eine Zeitlang anhaltender Chinintherapie jene langintervallären Fieber wenig oder gar nicht beobachtet zu werden scheinen. Voraus­setzung ist natürlich, dass keine Neuinfektion stattfindet. In Kamerun
i) 1. c.
2| Studi sulla tafezloae malarlca. Bitratto dai Bollellno della K. Accailemia Me-dica di Roma. Anno XX, 1893 — 94.
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— 14 —
hatte ich seiner Zeil keine Gelegenheit, an Bord der „Hyänequot; und der Hulk „Cyklopquot; derartige Fälle zu beobachten. Allerdings wurde auch nach der Entfieberung anfangs täglich, etwa 2—4 läge, später bis meist /.um 8. Tage jeden 2. Tag 1 g Chinin gegeben. Näheres darüber später
Ich glaube aber, dass, wenn auch während des Fiebers täg­lich 1 2 g Chinin gegeben ist, einige der kleinen, Widerstandslaquo; fähigen Parasiten durch das ('hinin unten- Umständen nicht abgetötet worden. Diese werden eventuell höchstens in ihrer Entwickelungs-fähigkeit beeinträchtigt, namentlich bei unrationeller Chinintherapie. Daher dauert es geraume Zeit, his sich die Parasiten derartig ver­mehrt haben, dass sie fähig sind, einen neuen Anfall hervorzurufen. Ivs ist nicht leicht, diesen Prozess im peripheren Blute zu verfolgen, da die Entwickelung jener Parasiten hauptsächlich in inneren Orlaquo; ganen stattfindet.
Einmal war es in Kamerun erst im 49. Präparat möglich, am vierten Tage nach der Entfieberung, als bereits völliges Wohlbefinden eingetreten, noch einen kleinen ringförmigen Parasiten zu finden. Ich stelle mir also das Zustandekommen wenigstens eines Teiles der Recidive ähnlich vor wie das Verhalten der Parasiten von der statt­gehabten Infektion bis zum Ausbruch des ersten Fiebers. Im Be­ginn nimmt der Körper nur eine in der Quantität schwankende, indess meist wohl immer relativ kleine Menge des virus auf, welches je nach der persönlichen, örtlichen und zeithehen Disposition ent­weder durch den Körper wieder vernichtet wird, oder sich vermehrt, oder auch in einem gleichsam labilen Stadium verharren kann. Der Körper setzt in letzterem halle der übermässigen Entwickelung der Parasiten Schranken entgegen, ohne jedoch eine völlige Vernich­tung bewirken zu können, So kann, je nach der Disposition, eine Zeitlang scheinbar vollkommenes Wohlbefinden bestehen oder auch als Zeichen der latenten Infektion deutliche Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen. Appetitlosigkeit etc.
Ich selbst litt seit dem Auf enthalte in Grosseto bis vor kurzem an solch latenter Malaria, die die Arbeitsfähigkeit sehr minderte. Alle 5—8 Tage stellte sich Ziehen in den Gliedern und ausser-ordentliche Ahgespanntheit ein, zuweilen auch Kopfschmerzen mit Appetitlosigkeit und Krbrechen, ohne dass es zu Temperatursteigerungquot; über 38% kam, Dennoch wurden c.inigemale nicht unbeträchtliche Mengen der kleinen Parasiten gefunden, d. h. im Anfangsstadium der Infektion. Kinigemale sank der Hämoglobingehalt des Blutes auf 8o0/ogt; ,''11 immerhin bemerkenswertes Zeichen bei einer sonst sehr kräftigen Konstitution.
J
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Wenn nun irgend eine Schädlichkeit laquo;Ho Wideratandsfähigrlaquo;
koit herabsetzt, wie Erkältung, seelische Erregung, Krankheit etc., so können die Parasiten das Uebergewicht erhalten und durch rapide Vermehrung einen Fieberanfall auslösen. Der häufige Zu­sammenhang zwischen Malariaanfällen und äusseren Schädlichkeiten, die den Körper treffen, ist eine altbekannte Thatsache'). Dass man schon vor dem Ausbruche des ersten Fiebers die Parasiten im Blute bei aufmerksamen Suchen finden kann, habe ich schon früher gezeigt.
Eine zweite Erklärung für das Zustandekommen mancher Recidive werden wir noch später erörtern.
Jedenfalls habe ich mich bis jetzt nicht davon überzeugen können, dass die Parasiten der menschlichen Malaria in anderen Körperzellen als in roten Blutkörpern ihre Kntwickehing durch­machen. Die geheimnisvolle Ecke, in der sie bis zum Auf­treten der Recidive gleichsam schlummern sollten, ist noch nicht (Mitdeckt, und scheint mir die obige Erklärung die ungezwungenste und natürlichste.
Ueber parasitenhaltige Leukocyten bei Vögeln verweise ich auf den betreffenden Abschnitt.
Thatsache ist, dass die Fieber mit längeren unregel-mässigen Intervallen, wie sie Golgi beschreibt, auch von den kleinen, ringförmigen Parasiten verursacht werden. Kimm typischen derartigen Fall beobachtete ich in (irosseto bei einem Wildschweinjäger aus den Maremmen Toskanas. Derselbe hatte immer i~ 2 Tage Fieber, gefolgt von 3—7 fieberfreien Tagen, Während der Anfälle selbst traten, was klinisch interessant ist, immer deutliche bronchitische Erscheinungen über beiden Lungen auf, um mit dem Fieberabfalle wieder sofort zu verschwinden. Aehn-liches hatte ich übrigens schon in I .ehe bei 50% der gewöhnlichen Tertianafälle beobachtet. Dies nebenbei. Auch an den fieber­freien Tageu konnte ich bei dem Wildschweinjäger neben zahlreichen sterilen formen, wie Halbmonden und Ovalen etc., äusserst wenige, kleine ringförmige Parasiten im B I ute entdecken.
Vielleicht ist die Anwesenheit der zahlreichen ste­rilen Können nicht ohne Bedeutung, insofern als dadurch gezeigt wird, dass ein bedeutender Bruchteil der Para­siten gar nicht zur Kntwickelung kam, und dass die zur Kntwickelung kommenden möglicherweise längere Zeit wie gewöhn-
1) Vergl. darüber mich die SanlttUsbericlitc ihr deutschen Marine, deren wertvolles statistisches Material noch weniy gewürdigt ist.
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lieh zur Entwickelung brauchten!, oder dass sin erst durch mchrfucho Vermehrung tue genügende Zahl erreichten, um einen Anfall aus­zulösen.
In anderen Fällen waren die Verhältnisse ähnliche. Stets han­delte es sich um bereits altere Erkrankungen. Die einzelnen An­falle waren meist ziemlich leicht und ausgezeichnet durch Auf­treten relativ zahlreicher steriler formen.
Wenn also Canal is die Halbmonde zu jenen fiebern in He-ziehling brachte, so hatte er Recht, nur nicht in der Deutung jener Beziehung. Uebrigens war auch der von mir bereits erwähnte Fall von Kameruner Quartana, Recidiv einer [rregularis, ausgezeichnet durch sehr zahlreiche sterile Formen, durch die Leichtigkeit der einzelnen Anfälle und durch die leichte beeinllussbarkeit durch Chinin (cfr. Fieberkurve),
Bei den gewöhnlichen, sich oft in längeren, mehr oder weniger unregelmässigen Intervallen wiederholenden Fiebern hätten wir da­her möglicherweise eine partielle Neigung zur Spontanheilung- vor uns, bezw. eine verringerte Virulenz der Parasiten. Mehrfach sah
ich Kecidive von tropischer Malaria; wo die Betreffenden nach 3......4
Stunden wieder vollkommen arbeitsfähig waren, um nach zwei Wochen bis mehreren Monaten ein neues Recidiv zu erleben. Natürlich ist damit nicht gesagt, dass solche Recidive unter Umständen nicht noch schwerer verlaufen können wie die Ersterkrankung. Recidive, die nach vielen Wochen und Monaten erst erfolgen, er­klären Bignami und Bastianelli1) so, dass einige Sporen sich mit einer Membran umkleideten und auf diese Weise die Fähigkeit gewönnen, lange' Zeit im Organismus zu verbleiben, um bei gege­benem Anlass wieder auszukeimen. Sie berufen sich dabei auf Benedenia octopiana, bei der die Sporen auch anfangs membranlos und färbbar sind mit Hämatoxylin, die aber in der folge eine Mem­bran erhalten und damit ihre Färbbarkeit verlieren. Diese Annahme einer Dauerform hat in jenen ballen viel Verführerisches an sich. Wir kommen auf diesen Begriff der Dauerformen noch bei dem Abschnitt „Infektionsmodusquot; zurück. Anderer­seits ist zu erwägen, ob nicht auch für die erst nach sehr langen Zwischenräumen auftretenden Recidive meine oben gegebene Er­klärung zutrifft. Jedenfalls ist ein sicherer Beweis noch nicht zu er­bringen.
0 I. c S. 76.
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;'.. Allgemeine Morphologie und Biologie der Molariaparasitei].
Celli und Gruarnleri1) unterschieden im Leben der Malaria­parasiten zwei Stadien, das amöboide Stadium und das der sichel­förmigen Körper. Wie wir schon gesellen, kommt es bei der Ter­tiana und Quartana gar nicht zur Bildung der Sichelkörper.
Im amöboiden Stadium unterschieden sie wieder zwei Phasen, die vegetative und die reproduktive, in der vegetativen Phase wären die Parasiten zusammengesetzt aus zwei Substanzen, einer äusseren, dem Ektoplasma, welches Pigment aufnimmt und sich mit Anilinfarben stark färbt, und einer inneren, dem Kndoplasma, welches sich wenig oder gar nicht färbt. Darnach würde bei kleinen, ring­förmigen, noch nicht pigmentierten Parasiten der Ring das Ekto­plasma darstellen.
Bisweilen erkannten sie bei grösseren Formen innerhalb des Endoplasma einen wohlumgrenzten Körper von netzförmiger Struk­tur mit t—-2 stark färbbaren Punkten. In der Reproduktionsphase sahen sie von jenen Einzelheiten nichts mehr,
Grrassi und Keletti'-')''• ;i), beschrieben bei den Malaria­parasiten der Quartana einen deutlichen, bläschenförmigen Kern, beistehend aus einer Membran, Kernsaft und Kernnetz. Dieses Kernnetz sollte dargestellt werden durch einen nucleolusförmigen Knoten von verschiedener Gestalt, von welchem verschiedene sehr zarte hädchen gegen die Membran ausstrahlen sollten. Hei Herrannahen der Reproduktion sollte sich der Kern, besonders aber der nucleolusförmige Knoten vergrössern. Letzterer sollte sich darauf in 2—6—10 etc. Teile teilen, von denen sich jeder mit Kern­saft und einer Membran umgeben sollte. Was aus dem Netzwerke und aus der Membran des nucleus wird, wird nicht gesagt. Grrassi und Feletti lassen auch in Halbmonden einen Kern be­stellen, oft auch einen Kernkörper, letzterer zuweilen im Begriff
i) Still' etlologia dell' Infezionc malarica, A Celli e G. Guarnleri. Annali dl agricullura 1889.
2)nbsp; nbsp;Ueber die Parasiten der Malaria, Vorl. Mittcil. v. B, Grassi und K. Feletti, Centralbl, 1. Bakteriol, und Parasitenlcundc 1890, \r. 15, s. 398, und nach Baslia-in-11 i und BIgoami, l. c.
3)nbsp; Grassi und Feletti, Contrlbuzione allo studio del parossitl malarlci (Attl dell1 Accademln Gioenia di adenze naturRli in Catania, Vol. V. Sor. 1\'. iSq^, cltiert nach Achillle Monti; „Süll' infe/ione malaricaquot;. Kivista llaliana di Patolojjia gcnei'ale e AnaUnnia patologica 1896, l'asc. 10, S. 231),
Ziomaiin, Qobor Malaria oto.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Q
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sich xu teilen. Romanowsky1), dor seine ßeobachtung'en an sechs Fällen von Tertiana machte, lasst den jungen Tertianparasiten be­stehen aus einem excentrisch gelegenen Klünipclien von ('hromatin, einer dasselbe umgebenden achromatischen Zone und einer Proto­plasmamasse. Beim wachsenden Parasiten .sollte das Chromatin in eine Anzahl von Fasern zerfallen. Die Vermehrung sollte auf kary ok i n etiseliem Wege erfolgen.
.Mannaberg-) lässt den Parasiten bestehen aus Protoplasma, Kern und Kernkörper, Vor der Vermehrung sollte erst der [Cern­körper, dann auch der Kern im Protoplasma sich auflösen, worauf ein intermediäresStadium aufträte. Darauf sollten allmählich im Proto­plasma, die nucleoli der jungen Parasiten hervortreten, bis sich diese zuletzt auch mit einem nucleus und einem Protoplasmaleibo umgäben. Ich bemerke jetzt schon, dass bei Mannaberg der nucleohis dem entspricht, was ich später als Chromatin bezeichnen werde.
Bignami und Bastianelli8) endlich entwerfen in Bezug auf die jungen Parasiten der estivo-autumnalen Fieber folgende Schil­derung. Die Ringfigur stellt das citoplasma cromatico dar, der von ihr eingeschlossene Kaum das citoplasma acromatico. Im gefärbton Präparat sieht man im Verlaufe des Ringes, meist im schmäleren zarteren Teile desselben, ein rundes oder etwas in die Länge ge­strecktes, stark färbbares [Cörperchen, manchmal aucl) zwei und mehr, die sogenannten granuli cromatlci.
Beim wachsenden Parasiten sollte das citoplasma cromatico und acromatico wachsen, derart, dass die Substanz des roten Blut-körpers immer weniger durch die dünne Schicht des citoplasma acromatico hindurchschimmert. Auch das granule cromatico sollte noch etwas wachsen. Indes, wenn der Parasit Pigment angesammelt, und sich dieses auf einen 1 lauten konzentriert hat. lassen sie den wichtigsten Teil des Parasiten, eben jenes granulo cromatico, ver­schwinden. Im weiteren Laufe der Kniwickelung, bei Beginn der Teilung, träten in der Peripherie des Parasiten stärker färbbare Pünktchen auf, zuerst ohne bestimmte Konturen. Darauf sollten dieselben bestimmtere Formen annehmen. Das Zentrum sollte; sich stärker färben und das neue granulo cromatico darstellen, die Peri­pherie schwächere Färbung zeigen und das citoplasma cromatico darstellen. Das citoplasma acromatico, wie es sich bei den Sporen
1)nbsp; nbsp;Zur Frage i1lt;t Porasitologie und Therapie ilcr Malaria. [891.
2)nbsp; nbsp;Die Malariaparasiten. iSi)?. Wien,
3)nbsp; nbsp;Siudi sulla infezione malorica, Eslratto tlai Bullctino della K. A.ccadcmia Me­dici di Roma, Anno XN. 1893, 94,
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dor Tertiana und Quartanparasiten tVindc, sollte sich bei den Sporen ili^r kleinen Parasiten nicht finden. Nach dem Tode des Pa­tienten ginge die Differenzierung innerhalb des Para­siten verloren. Wie wir sehen werden, ist das, wenig­stens innerhalb der ersten n Stunden, durchaus nichl der Fall, l'io Halbmonde fassen auch sie als sterile Formen der kleinen Parasiten auf ans klinischen Gründen, Uebrigens machen Bignami und Bastanelli noch einen Unterschied zwischen Sporen und den jüngsten Plasmodien, Ich habe mich über die Anschauungen der einzelnen Autoren kurz verbreitet, um zn zeigen, wie ausser-ordentliche Unterschiede der Meinungen noch bestehen.
Der Grund liegt darin, dass /.. T. mit zu geringem Materiale gearbeitet wurde, z. '!'. nur an bestimmten Parasitenarten, vor allem aber darin, dass die Färbungsmethoden grösstenteils nicht genügten.
Gegen Grassis und Felettis Methode z.B., bei der der lebende Parasit gefärbt wird mit Methylenblaulösung, lassen sich mit Recht Bedenken erheben, da artifizielle Veränderungen des Parasiten entstehen können. In der That scheint es keinem anderen Forscher gelungen zai sein, ihre Beobachtungen zu kontrollieren.
Dadurch, dass ich über eine Methode verfügte, welche die feinsten Strukturverhältnisse durch Doppelfärbung des Protoplasmas und des Chromatin zeigte, und dadurch, dass ich sämtliche über­haupt beobachteten Malariaparasitenarten beobachtete, ferner die Blutparasiten vieler Tiere, hoffe ich die Frage der allgemeinen Bio­logie jener Lebewesen zu einem gewissen Abschluss bringen zu können, letzteres, soweit es sich um das Verhalten innerhalb des menschlichen oder tierischen Organismus handelt.
Zunächst ist noch zu bemerken, dass im Folgenden der von Celli eingeführte Namen Plasmodium vermieden ist. Es ist wünschens­wert, dass jener Ausdruck überhaupt verschwindet. Auch den von Mannaberg und den Italienern gebrauchten Ausdruck Sporen und Sporulation will ich vermeiden.
Die sogenannten Sporen sind von den jungen Para­siten gar nicht zu unterscheiden in der Struktur. Es ist das wichtig, weil man den Sporen eine ganz besondere Widerstands­kraft gegen das Chinin beimass.
Im nach unserer Methode gefärbten Präparat Stellt sich der junge Parasit, der eben ein rotes Blutkörperchen befallen, dar als bestehend aus einem intensiv karmingefärbtem Chromatinklümpchen von runder, ovale?; manchmal auch etwas in die Länge gestreckter Figur, umgeben von einer breiteren oder schmäleren, manchmal kaum sichtbaren achromatischen Zone und dem zartblau gefärbten
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Protoplasmaleibe (vergl. Taf, I, i, 12, 14, Tal. 11, 1, 14, 22, Taf. IV, 1 und j|, Taf, V, i). Diese achromatische Zone kann das Chroma-tin allseitig umgeben oder auch ihm nur an finer Stelle anliegen. Zuweilen war diese achromatische Zone überhaupt nicht nachweis­bar. Der Protoplasmaleib, der das Chromatin an Volum übertrifft, zeigt oft eine unregelmässige Gestalt, bedingt durch die amöboide Beweglichkeil des Parasiten (Tafel [,] 15, 17, 18, 19, Taf. [1,3,4.) Xur ziemlich selten wird man die runde oder ovale Gestalt des Para-sitenprotoplasmas wiederfinden, wie wir sie bei den jungen Parasiten im reden Mutterparasiten sehen (Taf. I. tt, 38).
Die Lage des Chromatinklumpen zum Protoplasmaleibe kann eine verschiedene sein. Bei den jungen Tertianparasiten ist sie lt;gt;tt eine excentrische, wie ohne Zusammenhang mit dem Protoplasma­leibe (Taf, 1. 15, 19). Ein Zusammenhang wird natürheh bestehen, indes war derselbe färberisch noch nicht sicher nachweisbar. Eine Membran, welche das Chromatinkorn und die achromatische Zone umhüllte, existiert nicht. Einige Male glaube ich jedoch in der achromatischen Zone ein ganz ausserordent-lich feinfes Gerüstwerk wahrgenommen zu haben. Von einem eigentlichen Kerne kann man ear nicht sprechen.
Auch bei den jungen Quartanparasitcn nimmt das Chromatin­korn seine Lage last immer wenigstens in der Nähe der Peripherie (raquo;in, Schi- selten sah ich bei jungen Quartanparasiten Ringform des Protoplasmaleibes. Es scheint das noch nie beobachtet zu sein. Etwas häufiger sieht man jene Form schon heim Tertianparasiten, ganz gewöhnlich Indess bei den kleinen Parasiten der pernieiösen Fieber (Taf, I, (6, Taf. II, 16, 17. 18, Taf. V, ,3, t8). Bei den Ring­formen liegt das Chromatinkorn meist im Verlauf des Ringes und zwar im schwächeren Teile desselben, seltener schon innerhalb des Ringes (Taf. I, 16, Taf. II, 16, 17, iS, Taf. V, 3), Im frischen Präparat sieht man die Stelle des ('hromatins, namentlich, wenn dasselbe im Verlaufe der Ringfigur liegt, häufiger deutlich als eine kleine, helle, ziemlich stark lichtbrechende Stelle (Taf. III, 8). Bei jungen, endo-globulären Quartanparasiten sah ich dasselbe nicht, hantig bei den Parasiten der Tertiana- und der estivo autumnalen Fieber.
Ich wiederhole, immer ist diese helle, stärker lichtbrechende Stelle, die vem den Autoren teilweise als Kern angesprochen wurde, nicht zu sehen.
Beim wachsenden Parasiten nimmt mit dem Protoplasma auch das Chromatin an Volumen zu, wahrscheinlich auch die achromatische Substanz (vergl, Taf. I, 1 u. 5 etc., Taf. II. 13 U. 21, T. V, 1, 6).
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Heim 'IVrlianpurasiten, besonders aber beim Quartan-parasiten iritt eine A.uflockerung' der Chromatinmasse ein, während sie bei den kloinen Parasiten im Ganzen eine mehr kompakte Beschaffenheit behält (vergl. Taf. I, i ü. s, Taf. 11, 13,21). Aehnliche Erscheinungen werden wir auch bei den verschie­denen Blutparasiten der Vögel seilen.
Hat der Parasit das Maximum der Grosse erreicht, SO teilt sich das mehr oder weniger aufgelockerte Chromatin auf noch zu beschreibende Weise in zwei Teile (Taf, 1, 6, 26, 27; Taf. V, 8), nach­dem meist eine Proliferation vorhergegangen, Die neu entstandenen Teilstücke teilen sieh wieder, nach meist ebenfalls vorangegangener Proliferation. Wir beobachten dann 4, 5, 6, 7. 8 und mehr Chro-matinstränge, meist von aufgelockerter Beschaffenheil und mit begin­nenden Einschnürungen am Rande (Taf. I, 7, 8, 28, 29, 30; laf. V, 9, 10). Im gefärbten Präparate sieht man am Rande der Chromatin-flguren oft eine schmale, stärker lichtbrechende, ungefärbt bleibende Zone, die achromatische Substanz. Der ganze Teilungsvorgang entspricht am ehesten noch der sog. Kernzerschnürung.
Im ungefärbten Präparat, kann mau bei den kleinen Parasiten die Stellen des ('hromatins öfter an den stärker lichtbrechenden Stellen erkennen. In jener Periode der Entwickelung beginnt das Pigment, falls es sieh überhaupt um pigmentbildende Parasiten handelt, nach der Mitte oder nach der Peripherie hin zu konzen­trieren (Taf. I, 9, 29, 33, 37, 38)., wenigstens in der grossen Mehrzahl der Fälle. Die amöboide Beweglichkeit, soweit sie sicht­bar, hat aufgehört, beim Qtiartanparasiten schon, als er nur etwa. '(r, Grösse eines roten Blutkörpers erreichte. Hie Vogelblutpara­siten zeigten in meinen hallen überhaupt keine sichtbare, amöboide Beweglichkeit.
Wenn die Teilung des Chromatin ihr Ende erreicht hat, i^e-winnen die neu entstandenen Teilstücke meist eine mehr runde oder ovale Form, hast alle zeigen sich ganz oder teilweise um­geben von einer achromatischen Zone.
Frst wenn die Chromatinteilung ganz oder fast ganz vollendet ist, tritt äusserlich sichtbar eine Differenzierung des Parasiten­protoplasma ein. Es ist das wichtig zu betonen, da in allen Lehr­büchern nach Golgi die Teilung des Parasiten erst seit Beginn der Veränderungen im Protoplasma datiert wird.
In Wirklichkeit ist nach meinen Untersuchungen der wich­tigste Teil der Teilung, die Teilung des Chromätins, dann schon ganz oder fast ganz vollendet. Das Chromatin, bei Mannaberg
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der nucleolus, bei Bignatnl und Bastianolli tier Granulo cro-matico, verschwindet also nicht, wie jene A.utoi*en annehmen- lquot;1 Gegenteil, es entfaltet eine ganz ausserordentliche vitale Thätigkeit. Aus dem ursprünglichen Chromatinkorn des jungen Parasiten sind, je nach der Parasitenart, 6—20 neue geworden (vergl, Taf. 1, 11,
38, Taf. II, 1
III,
Taf. IV
Jö,
V, i.|, 21). Das
Gesamtvolumen der letzteren kann beinahe die Hälfte des gesamten Parasiten erreichen. Die schon im frischen Präparat sichtbare Dif-ferenzierungdes Parasitenprotoplasma ist so zu erklären, dass an jedes der neugebildeten Chromatinklümpchen ein Stück Protoplasma des Mutterparasiten herantritt. Damit ist der junge Parasit fertig. Letztere rücken nun etwas voneinander und lagern sich mehr oder weniger regelmässig um das konzentrierte Pigment. In jenem Stu­dium ist die Suhstan/ des infiziert gewesenen roten Blutkörperchens fast immer schon aufgezehrt.
Kurze Zeit darauf weichen die jungen Parasiten ganz vonein­ander, um aufs neue die roten Blutzellen zu infizieren.
Igt;ie,s ist das ungefähre Schema für die Entwicke-lung aller Malariaparasiten. Die eventuellen Ausnahmen bei den anderen Blutparasiten lernen wir später kennen.
Die Entwickelung sämtlicher zur Fortpflanzung kommenden Malariaparasiten ist an die roten Blutzellen gebunden.
Eine selbständige Fortentwickelung im Plasma, wie sie Laveran als möglich annimmt, kann ich vorläufig
nicht anerkennen. Die Blutparasiten der Vögel und der Kalt­blüter verdienen in dieser Beziehung eine gesonderte Besprechung. Die Tertian- und (Juartanparasiten entwickeln sich zweifellos inner­halb der roten Blutzellen, In Bezug auf die kleinen Parasiten des estivo-autumnalen Fieber nehme ich mit Mannaberg als möglich an, dass sie einen feil der Kntwickehmg gewissennassen nur an­geklebt an die roten Blutzellen durchmachen, Einigemale habe ich im gefärbten Präparate gesehen, dass auch schon etwas grossere formen jener Parasiten teilweise den Rand der infizierten roten Pdutzellen überragten, speziell das Chromatin. Bei rein endoglobulärem Vorkommen wäre das nicht möglich gewesen. Ein derartiges Verhalten würde auch rein mechanisch den 1'instand erklären, dass jene Parasiten weniger in den Körperkreislauf gelangen, sondern sich in oft ungeheurer An­zahl in den Kapillarnetzen der inneren Organe ansammeln. Die hervorstehenden Parasitenleiber würden für die Cirkulation der infi­zierten roten Blutzellen ein zu grosses Hindernis abgehen.
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In der weitaus grossen Mehrzahl schneidet indes die Peripherie randständig sitzender Parasiten mit; der Peripherie der Infizierten roten Blutzellen ah.
Uebrigens hat es praktisch keine grosse Bedeutung', ob die Parasiten der estivo-autumnalen Fieber nur ange­lehnt an die roten Blutzellen sind, im Sinne Paverans, oder wirklich endoglobulär.
Bereits von den Italienern, auf deutscher Seite von F. Plehn1) ist darauf aufmerksam gemacht worden, dass unmöglich alle Para­siten zur Fortpflanzung kommen können, da selbst die gutartigen Parasiten sieh sehliesslirh derartig vermehren müssten, dass auch die ursprünglich mild verlaufende Malaria pernieiös werden tnüsste. Die Gefahr würde auch dann noch sehr gross sein, wenn die Reifung einer Parasiten-Generation auf einmal erfolgte.
Indes wir wissen, dass die einzelnen Parasiten in ihrer Knt-wlckelung selbst bei dem typischsten Fall einer Tertiana oder Quar­tana etwas voneinander zeitlich verschieden sind, so dass auch die Reifung nicht auf einmal erfolgt. Auf diese Weise gewinnt der Körper Kraft, der voraussichtlich bei der Reifung und Teilung der einzelnen Parasiten frei werdenden Toxine sich zu erwehren.
Ausserdem gewinnt jedoch wahrend der maiarischen Infektion der Körper die Fähigkeit, einen Teil der noch endoglobulären Parasiten steril werden zu lassen, lieber die Ursachen werden wir noch bei der Spontanheilung zu handeln haben.
Gehen wir z. B. aus von einem endoglobulären Tertlanpara-slten, der etwa a/8 des vergTösserten, jetzt schon abgeblassten, roten Blutkörpers erfüllt (Taf. 1, 10).
Unter normalen Verhältnissen hat er jetzt rundliche oder ovale Form angenommen. Die Beweglichkeit des feinen, braunen Pig­ments hört auf, und das Chromatin bereitet sich vor zur Teilung. Die amöboide Beweglichkeit hat schon aufgehört.
I landelt es sich nun um einen steril werdenden Parasiten, so nimmt der Parasit fast ausnahmslos die runde Form an, Das Pigment gewinnt die Form brauner Stäbchen und gröberer Körnchen (Taf. 1, .^i) und kann in eine ganz ausserordeutlich lebhafte, rnückenschwarmähnlichc Bewegung geraten. Manchmal ist es auch nur eine zitternde Be­wegung auf der Stelle. Zuweilen sieht man eine grössere, bläschen-förmlge, stärker lichtbrechende, deutlich konturierte Stolle, in die
i) Actilt;gt;l()};isclii-' und klinische MalarinstudiGn. 1X90. Berlin,
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das Pigment nicht hineingerät, Dieselbe kann sich auch zuweilen etwas hin- und hersehieheii. Zulei/t können jene Parasiten die zweiquot; bis dreifache Grosse eines roten Blutkörpers erlangen, während der infizierte rote Blutkörper verschwindet (Inf. ill, i i). Mehrfach ist schon eine Exkapsulation des Parasiten aus dem roten Blutkörper in diesem Stadium beschrieben worden. Wir haben dann runde, grosse, freie Korper vor uns, die wir als Sphären be­zeichnen werden. Bei den Quartanparasiten fand ich die Verhältnisse ganz ähnlich, liier ist die grosse Beweglich­keit des Pigments noch auffallender, da das Pigment selbst in den jüngeren Stadien des normalen Ouartaii-parasiten wenig oder gar nicht beweglich ist. Erwähnens­wert ist, dass ich bei Quartana ebenfalls freieraquo; Sphären fand, die die Grosse der normalen roten Blutzellon um das zweifache ü b er trafen.
Bereits im endoglobulären Studium waren jene zu freien Sphären werdende Quartanparasiten grosser als normal. Wie schon früher erwähnt, erreichen die Quartanparasiten in der übergrossen Mehrzahl nur die Grosse der roten Blutzellen. Sehr charakteristisch ist auch, dass das Protoplasma der Sphären oder zu Sphären werden­den Formen der Quartana seine eigenartige, porzellanähnllche Be­schaffenheit verliert und mehr eine gleich massigquot; hyaline annimmt, wie die Sphären der Tertiana.
Thatsächlich war es mir unmöglich, einen Unterschied zwischen den Sphären der Tertiana und Quartana zu machen.
Zur Dlfferentlaldlagnose wird man den Befund der endoglobu­lären Parasiten zu berücksichtigen haben. Findet man nur wohl-charakterlslerte Quartanparasiten, so sind die grossen freien oder endoglobulären Parasiten mit lebhart beweglichem Pigment als Sphären oder zu Sphären werdende formen des Quartanparasiten aufzufassen.
Von jenen grossen freien Sphären schnüren sich oft kleinere Stücke ab, die aber ebenfalls rund werden und ebenfalls lebhafteste Pigmentbewegung zeigen können (wie bei Taf. Ill, 22). Dasselbe, jedoch sehen, fand Ich bei den Blutparasiten von Sperlingen, Nachti­gallen, 1.erehen, Turmfalken in Italien, Aehuhche Absclmürnng'en, wenn auch kleinere, werden wir später bei den Sphären der kleinen halbmondblldenden Parasiten kennen lernen (Taf. Ill, 22), I )iese abge­schnürten runden freien Stücke mit oft lebhaft beweglichem Pigment
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sind es, dir voraussichtlich Laveran verführt haben zum Glauben
an ein extraijlobulares Dasein der Parasiten.
Mannabor^'1) hielt die Sphären wegfen der so ausserordentlichen Beweglichkeit des Pigments ebenfalls nicht für direkt kadaveröse Formen. Einer seiner Gründe ist, dass mit dem Tode des Patienten auch die Beweglichkeit des Pigments der Parasiten aufhörte, in zwei Fällen von Perniciosa, wo Ich die Sektion machte,
fand ieh in dem einen Falle i i, i in /weiten 14 Stunden nach dem 'rode im M ilzsal'te ei ne au sserorden tlielie Anzahl freier
Sphären und ondoglobulärer grösserer Parasiten mit äusserst lebhaft beweglichem Pigment, Die amöboide Be­weglichkeit der Parasiten war dagegen schon erloschen.
Auch dass die Sphären rund und ihre Bruchstücke auch immer rund werden, war für mich von A.nfang an ein Zeichen des Ab-sterbens. Absterbende Zellen zeigen immer das Bestreben rund zu werden. In Bezug auf die Malariaparasiten hatte ich das schon im im Jahre 1896 ausgesprochen3), Vergl, daüber auch Prof. Israel8),
Ein sicherer Beweis ist aber der nachweisbare, all­mähliche Untergang des Chromatins, den man an ent­sprechenden gefärbten Präparaten vertolgen kann.
Diefolgende Beschreibimg gilt auch von den Quartan-parasiten und den Parasiten, wie ich sie bei Nachtigallen, Sperlingen, Lerchen etc. gefunden.
Nehmen wir /.. B. wieder einen endoglobulären, erwachsenen Tertianparasiten an, umgeben von einem schmalen Rande des im übrigen aufgezehrten roten Blutkörpers, das Chromatin in der Nähe der Peripherie zerfallen in eine Anzahl stark gefärbter, dicht, neben-einanderliegender Chromatinfäserchen, umgeben von einer breiteren oder schmälerem achromatischen Zone (etwa wie i'af. 1, 40).
Handelte es sich um eine steril werdende Form, so würden die schon geschilderten Veränderungen eintreten. Ausserdem würden die Chromatiniasern etwas auseinander weichen, und zugleich an Färbbarkeit abnehmen. Schliesslich tritt ein feinbröckliger Zer­fall des Chromatins ein, während gleichzeitig die Färbbarkeit des Parasitenprotoplasma abnimmt und die Konturen desselben immer unbestimmter werden. Zuletzt verschwindet das Chromatin ganz, und man sieht nur noch die helle, achromatische, oft deutlich kon-
1)nbsp; nbsp;1. c
2)nbsp; I.e. Zlcmann, Centralbl, f. Bakt, n. Par., 1896, Bd. NX, S. 660,
j) Ueber den rod der Zelle. Vortrag in d, Qesellsch, d. Charlt6-Aerzte, Berlin, klin. Wochenschr., 1897, Nu. 8.
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tarierte Stelle, wo früher das Chromatin mit der achromatischen Substanz gesessen (Taf, I. 41), Jene helle Stelle, in die (las Pigment nie hineingelangt, und die manchmal im lebenden Präparat etwas hin und her bewegt werden kann, ist identisch mit derselben. Die­selbe ist fälschlicherweise als Kern bezeichnet worden.
Auch diese helle Stelle versehwindet am Ende, nnd wir haben nur noch eine äusserst /arte, kaum noch färbbare, /erlliessende Pro-toplasmamasse vor uns, erfüllt mit grossen Pigmentstäbchen und Körnchen (Taf. I, 42, 43). Einige sind schon herausgetreten ans dem Parasitenkadaver, um, wie auch der letztere, ein Rauh der Leu-kocyten /u werden. Die sterilen Kormen können übrigens auch schon in einem früheren Stadium der Phagocytose zum Opfer fallen. Zwischen dem vollständig entwickelungsfähigen Para­siten und den offenbar sterilen Formen existieren nun alle Uebergangsstufen. Ich werde auf diese wichtige Thatsache noch an verschiedenen Stellen zurückkommen.
Dementsprechend finden wir auch wahrend des Fortpflanzungs­stadiums der wachsenden Parasiten, dass sich das Chromatin manch­mal wohl noch teilt, indess die neu entstandenen Chromatinhälften zeigen eine staubförmige Beschaffenheit. Sie färben sich schwächer und verlieren die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, um eine neue Teilung zu ermöglichen, Oder die neuen Chromatinkörnchen zeigen eine verkümmerte Entwickelung (Taf. I, 39),
Auch hier sind alle Abstufungen bis zur normalen Teilung möglich.
Da wir Analoga auch bei pflanzlichen Organismen kennen lernen werden, so eröffnen sich hier äusserst interessante Ausblicke auf das Studium der Pathologie der Zelle.
junge extraglobuläre, chromatinlose Parasiten, die etwa eben ans der Teilung eines Mutterparasiten hervorgegangen, habe ich weder bei Tertiana noch Quartana, noch bei den tropischen oder römischen Sommerherbstfiebern mit Sicherheit feststellen können.
Wie ich schon in einer früheren Arbeit darthat, würde es auch schwer sein, im gefärbten Präparate, die chromatinlosen, extraglobu-lären Parasiten von etwaigen kleinen I'arbstoffniederschlägen zu unterscheiden.
Wohl aber kann man zuweilen, namentlich bei leichten Reci-diven, jüngere endoglobuläre Parasiten mit wenig oder gar keinem Chromatin sehen (Taf. 1, 21). Namentlich, wenn sieh schon etwas Pigment angesammelt hat , wird man ihre parasitäre Natur mit Sicherheit erkennen können, /.ur weiteren Entwickelung scheinen
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sie nicht, zu kommen, sicher nicht zur Fortpflanzung, Mutmasslich verdanken sie ihr Dasein Parasiten, deren Chromatinteilung ge­stört war.
An verschiedenen Stellen schon habe ich betont, class dio Malariaparasiten voraussichtlich als obligate Zellschmarotzer der
roten Blutzellen ZU betrachten sind. Damit scheint in Widerspruch ZU stehen, dass es mir häufiger gelungen ist, bei sämtlichen Fieberarten auch ('twas grössere, deutlich chromatinhaltige, aber extraglo-buläre Parasiten zu sehen (Taf. V, 5). Endess sah man, wenigstens in Fällen von Tertiana auch deutlich Pigmentierung. Die Pigraen-tierung beweisst, dass eine Beziehung zwischen Parasiten und dem Hämoglobin eines roten Blutkörpers bestanden haben muss. Auf­fallend war bei der Tertiana ihre meist runde oder ovale Form. Eine Weiterentwickelung dieser chromatinhaltigen, freien, halbverwachsenen Formen kann ich his jetzt nicht anerkennen. An anderer Stelle l) führte ich als Ursache für diese Formen eine möglicherweise stattgefunquot; dene Auswanderung aus den roten Blutzellen, mechanische Insulte odor auch eine frühzeitige Xekrose infiziert gewesener roter Blut­körper an. Die letztere Erklärung erscheint mir jetzt die wahr­scheinlichste, Bei Quartana, wo die Parasiten keine stark sichtbare und zerstörende Wirkung auf die roten Blutzellen ausüben, fand ich diese Formen bis jetzt nicht.
Ferner fanden sich die kleinen Parasiten der estivo-auturanalen Fieber in von Blutegeln gesogenem Blute nach vier Tagen sämmt-lich extraglobulär, nachdem eine tiefgreifende Schädigung der menschlichen roten Blutzellen im Körper des Blutegels vorher­gegangen war. In Kontrollpraparalen hatten sich die Parasiten als endoglobulär, bezw. angedrückt an die roten Blutzellen gezeigt. Weiteres darüber später.
In inneren Organen von an Perniciosa Gestorbenen fanden sich ebenfalls sehr oft extraglobuläre, chromatinhaltige Parasiten, ein Beweis, dass in oder an altcrierten roten Blutzellen die Parasiten nicht mehr haften bleiben.
Von den freien, chromatinhaltigen bereits pigmentierten Para­siten unterscheiden sich die von sterilen Sphären abgeschnürten runden Trümmerstücke sofort durch das lebhaft schwärmende Pig­ment, bezw. im gefärbten Präparat durch den Cliromatinmangel,
Die jüngsten chromatinhaltigen Parasiten, die gerade aus der Teilung eines Mutterparasiten hervorgegangen, müssen natürlich ebenfalls eine Zeitlang ein extraglobuläres Dasein führen, ehe sie
1) !. c.
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„ 2 8
aufs neue ein rotes Blutkörperchen befallen, Un Tertiana und auch bei Quartana wurden sie öfter beobachtet, auch in dem Momente dos Elndrlnges in das rote Blutkörperchen. Im ungefärbten Prä­parat ist indes ihre Unterscheidung von Trümmern von roten Blut­zellen nur dann leicht, wenn die jungen Parasiten sich noch nicht getrennt haben und noch in der Nähe des Pigmenthaufens liegen. Starke Beweglichkeit können auch die ebenfalls runden oder ovalen, abgeschnürten Stücke von roten Blutzellen zeigen. Wenn auch die Differenzierung des Parasiten in den Protoplasmaleib und die stärker-Ilchtbrechende Stelle des Chromatin pp eine Unterscheidung mög­lich erscheinen lassen sollte gegen die Trümmer von roten Blut­zellen, so stellt sieh doch diese Unterscheidung in Wirklichkeil bei den beweglichen Gebilden als nicht leicht heraus, wenigstens bei den Tertian- und den jüngsten Parasiten der estivo-autumnalen Formen. Bei Quartana ist die Beweglichkeit ja eine bedeutend geringere. Aber auch hier getraute ich mich nie, einen jüngsten noch extra-globulären, ein/einen Quartanparasiten im lebenden Präparat als solchen zu diagnostizieren. I gt;ie allerjüngsten extraglobulären, chromatinhaltigen Parasiten der estivo-autumnalen und Tropenfieber habe ich im gefärbten Präparate des perlphereti Blutes bis jetzt nicht gefunden, etwas häufiger aber im Blute, das dem Lebenden durch Milzpunktion entnommen wurde.
Es würde das mit der Thatsache sehr gut in Uebereinstim-mung zu bringen sein, dass die eigentliche Teilung jener Parasiten nur oder fast nur in inneren Organen stattfindet. Bei ihren leb­haften vitalen Eigenschaften würden die jungen Parasiten sofort an Ort und Stelle neue rote Blutzellen infizieren,
Meine wiederholten Versuche, Parasiten auch in dein Inhalt von Herpesbläschen zu linden, sind bis jetzt vergeblich ge­wesen. I )ie angeblich erfolgreichen Impfungen mit dem Inhalte von Herpesbläschen bei Malariakranken auf andere Personen habe ich nicht wiederholt, Und wenn Kardamatis1) ein Kind malaria­krank werden lässt nach einem Kuss, den es von den Herpes be­setzten Lippen der malariakranken .Mutter empfangen, so ist damit noch lange nicht gesagt, dass die Parasiten sieh in den I lerpesblasschen befunden und durch den Kuss übertragen seien. Wir können in der Deutung derartiger kasuistischer .Mitteilungen gar nicht streng genug sinn. cfr. Abschnitt Infectionsmodus.
#9632;
i) Kardamatis, iQla TtSQlotüzt xa öXcoöcbv TtVQBToiv vjtodnAOflVTOl rlp' 6t)or rijs /tiaraems xiti tfjv ta/insgav urn'/; ixcbamr, rallt]v6s 1894, p. 50—55. Ref. Centralbl, f. Bad, ti. Bar,, 1895, Bd. XVII, S. 909.
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Die sterilen Formen der kleinen Parasiten will ich boi der Be­schreibung der einzelnen bormen durchgehen, da sie mit den Formen der Tertiana- und Quartanaparasiten weniger Gemeinsames darbieten. Aber auch bei ihnen fand ich gegenüber den chromatinhaltigen und zur Fortpflanzung kommenden kleinen Parasiten eine beträchtliche Vermehrung dos Pigments, ich habe dieses Verhalten bei allen Parasiten und übereinstimmend in so vielen Präparaten gefunden, dass ich glaube, als Regel auszusprechen zu können.
/wischen der Abnahme der vitalen Eigenschaften, speziell tier Fortpflanzungsfähigkeit der Parasiten und dor Zunahme des Pigmentes besteht ein direktes proportionales Verhältnis, ebenso zwischen der Zunahme der vitalen Eigen­schaften etc, bezw. der Abnahme des Pigments. Beim Qtiar-tanparaslten ist allerdings der Unterschied in der Menge Pigmentierung zwischen den sterilen und den fortpflan­zungsfähigen Formen geringer, da letztere so wie so schon reichliches Pigment tragen.
Diese Kegel hat ihre Gültigkeit in Bezug auf die einzelne Parasitenart, vielleicht auch in Bezug auf die Ver-gleichung der einzelnen Parasitenarten zu einander.
Wir fänden dann etwas (ieset/mässiges tiarin, dass die kleinen, einer rapiden Entwickelung fähigen Parasiten manchmal gar kein oder nur wenig Pigment zeigen, schon mehr diejenigen unter ihnen, welche nach jSstündiger Entwickelung das maligne Tertianfieber bedingen, dass die gewöhnlichen Tertianparasiten deutliche Pigmen­tierung, die nach erst 72 Stunden zur Reifung kommenden Quartan-Parasiten die stärkste Pigmentierung zeigen. Üb allerdings bei den Parasiten der Tertiana maligna nicht das Gesamtvolumen des ge­bildeten Pigments dem der gewöhnlichen Tertianparasiten entspricht, will ich dahingestellt sein lassen.
Erwähnt sei noch, dass hei allen sterilen oder steril werdenden Formen das Pigment statt der feinkörnigen im Allgemeinen eine mehr grobkörnige oder Stäbchenform an nimmt und oft eine molekulare Beweglichkeit zeigt, die früher nicht vorhanden war. Die Unbeweglichkeit des Pigments bei den sterilen Halbmonden werden wir später erklären.
Dieselbe bildet nur scheinbar eine Ausnahme von der Regel. Auch bei den Sphären der Vogelblutparasiten werden wir zuletzt ein Stadium kennen lernen, in dem eine äusserst lebhafte Beweg­lichkeit des Pigments eintreten kann.
Nicht unerwähnt will ich noch lassen, dass das Pigment der sterilen Formen, besonders bei Nachtigallen und Sperlingen, im ge-
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färbten Präparate laquo;'itu'n gelbgrünlichen Farbenton zeigte (Taf. IV,
5. l3)-
Eine /.weile allgemeine Regel lässt sieh (ur die Para­siten der menschlichen Malaria noch aufstellen, „Bei Eintritt des Steril Werdens ist eine Volumzunahme des betreffen­den Parasiten über das Normale hinaus festzustellen.quot; Bei den Tertianparasiten ist das vielleicht weniger deutlieh wie bei den Quartan- und den kleinen Parasiten zu erkennen (Taf. II, 25- 28).
Die lt;ieisselkörper.
Den eben geschilderten sterilen Sphären schliessen sieh die Geisseiformen an, Gebilde, welche den Forschern so viel Rätsel­haftes boten. Laveran1) hielt sie bekanntlich für die höchste Ent-wickelungsstufe der Malaria-Parasiten, Sie sollten den Uebergang zum Leben in der A.ussenwelt vermitteln liehen. Auch Manna-bergquot;) konnte sieh nicht entschliessen, sie geradezu als Kadaver­form aufzufassen. Vergleiche ferner (i. Dock8), Danilewsky4).
Xaeli meinen Untersuchugen bei Tertiana, Quartana, estivo-autumnalen fiebern, sowie bei einigen Vögeln,
sind sie voraussichtlich auf dieselbe Stufe zu stellen, wie die betreffenden freien Sphären mit beweglichem Pigment, d. h. also als untergehende können. Letzteren gleichen sie bis auf die Geissein und aus letzteren entstehen sie auch.
Der runde Korper, erfüllt von manchmal mucken schwärm-ähnlich bewegtem Pigment, wird plötzlich von zuckenden Be­wegungen überfallen , und man kann dann zuweilen unter dem Mikroskop selbst das Hervorschiessen von mehreren Geissein beobachten. Bei Menschen sah ich 2 4 deisseln, bei Vögeln bis 6. Es sind hyaline Gebilde von der -'-- 1 fachen Länge des Durchmessers eines roten Blutkörpers, an den Enden manch­mal mit knopfartigen Anschwellungen (Taf. Ill, 23), Durch die Lebhaftigkeit ihrer Bewegungen stellen sie eins der inter­essantesten mikroskopischen Bilder dar, Ihre Kontur konnte Ich im Gegensatz zu Laveran mehrfach auch in der Ruhepause der Bewegungen sehen. Zuweilen hört nämlich die (ieisselbewegimg für eine Zeit ang auf. Speziell bei den Geisseiformen der Vogel­blutparasiten konnte man übrigens auch eine Bewegung der (ieisseln
11 I. 0.
2) 1. C.
5) G. Dock, Simli'-s in the etiology ol malarlnl infection and of the F-Ioematozou of Laverau. Med. News 1890. Vol. II. No, .5.
4) Danilewsky, Arch. 1. Hygiene, [895, Bd. XXV, S. 146.
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ohne gleichzeitige Bewegung des Pigments .sehen. Auch schienen die (reissein der Vogelblutparasiten moist kürzer und zarter zu sein, wie speziell die der Tertianparasiten, In den Anfangsteil der Geissein seih man mehrfach Pigmentkörnchen hinein und wieder herauswirbeln. Wie bei den Sphären kommen auch hier Abschnürungen vor, sodass beide Teilstücke mit je ein oder zwei Geiaseln sich weiter bewegten.
Solche 'Peilstücke können ev. für junge extraglobuläre Parasiten mitCieisseln gehalten werden, indess, der junge, extraglobuläre Parasit hat j^ar keine; Geissein. Wie die Sphären werden auch die Geisseikörper leicht eine Beute der Leuko-cyten. Es wurde das bei Geisseliormen der Tertianparasiten mehr­fach beoachtet,
Wie wir später sehen werden, ist uns das ein weiterer Beweis für ihre kadaveröse Natur, im Gegensatz zu einigen anderen Be­obachtern sah ich diese Formen öfter schon einige Augenblicke nach Anfertigung des Präparates, besonders lgt;ci Nachtigallen.
Freie, lebhaft bewegliche Geissein sah ich zuweilen sowohl in Malariablut wie im Blut infizierter Vögel.
Mannaberg empfiehlt, die frischen Präparate erst in die feuchte Kammer zu legen, um die Geisselbildung zu ermöglichen. Vergleiche darüber auch Manson1).
Bei Quartana waren Geisseiformen seltener als bei Tertiana. Indes waren die betreffenden (raquo;eisselformen, ebenso wie die Sphären, kaum oder gar nicht voneinander zu unterscheiden. Die Geisseilaquo; formen der kleinen tropischen und italienischen Parasiten waren einige Male denen der Tertianparasiten ähnlich. Darüber später.
Schon früher-') sahen wir, dass aus einer Sphäre des Tertiana­parasiten ein Pigmentkorn heraustrat, welches in einiger Entfernung wirbelnde, tanzende Bewegungen ausführte, ferner wie einmal ein solches Pigmentkorn einem Stückchen beweglichen Protoplasmas ansass, das durch ein äusserst feines Fädchen mit dem Mutterleibe zusammenhing. 1 Her handelte es sich also zweifellos um losgelöstes Protoplasma. Von jenen Gebilden scheinen mir aber unsre Geissein bei den echten Geisseiformen zu trennen zu sein wegen ihrer gleich-massigen Gestalt und der bestimmten, wenn auch äusserst zarten Kontur. Der russische Forscher Sacharoff8) stellt sie dar als Chromatin-fibrlllen, die bei Störung der von ihm angenommenen karyokine-tischen Teilung aus den Parasiten herausgetreten sind.
i) Manson, A method nf staining the malaria flagelldted organism. Brit, med. Journal. |iilv io. l8lt;)7, S. (gt;8. ,
a) 1. c.
3) N. Sacharoff, Ueber (lu' selbständige Bewegung der Chromosomen bei Malaria­parasiten. Ccuttnlbl, f. Hakt. ii. Parasitenkunde 1895, Bd. XVII!, S. 575,
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Wie wir sehen werden, ist diese nicht anzunehmen. Indes halte Ich es immerhin nicht für unmöglich, dass es sieh hei den Geissein um chromatische oder achromatische Substanz handelt, die aus den steril werdenden Parasiten herausgetreten.
In Fällen, wo im frischen Präparat öfter Geisseiformen sieh zeigten, landen sieh in gefärbten Präparaten bei Sphären schwach entwickelte Chromatinfibrillen, die wirr durcheinander lagen, und von denen ein/eine die Peripherie erreichten.
Durch speeifische Färbung die Natur der Geisseifäden mit Sicherheit festzustellen, ist mir noch nicht gelungen, da ich im gefärbten Präparate noch keine Geissein linden konnte, auch nicht im Vogelblute. Nur einmal sah Ich in einem Präparat von Pmch-Hnkenblut zwei längere Chromatinfibrillen aus dem runden Parasiten herausragen.
Betrachten wir jetzt die einzelnen Parasitenarten für sich.
4. Der Qujirfimparasit.
Die folgende Beschreibung stützt sich auf zehn Fälle italie­nischer Quartana und einen Fall aus Mittelamerika. Der letztere Fall beweist, dass also auch in den Tropen die ächte, von Golgi beschriebene Quartana vorkommt. An einer anderen Stelle'-') führte ich aus, dass in den Tropen möglicherweise häufiger die sterilen Formen der kleinen Parasiten für erwachsene Tertian- oder (Juartan-parasiten gehalten wurden. Ich gebe nun zu, dass der Tertian- und Quartanparasit nicht allein an die gemässigte /one gebunden ist. In Kamerun wie an der ganzen übrigen westafrikanischen Küste habe ich indes den Ouartan-Parasiten nicht linden können, l'eher-haupt scheint er seltener zu sein wie der Tertianparasit.
In Deutschland konnte ich keine Fälle linden. Wie der frühere Marine-Generalarzt Wenzel gezeigt hat, sind bei den gewaltigen Malariaepidemien zu Wilhelmshaven gelegentlich des 1 [afenbaues auch Melier von viertägigem Typus beobachtet worden. Im llos-pital zu Grosseto, jenem ausgesprochenen Fiebernest der Maremmen 'Toskanas, fand sich bei 125 Malariakranken, deren Blut ich im Monat Juli und August 1897 untersuchte, nur zweimal Quartana, im Militär-Hospital zu Rom im September 1897 bei 10 Kranken nur einmal, im Hospital zu Crema im Juni einmal. 1 )er Grund für
1)nbsp; nbsp;\. Sacliaroff, Ueber die selbsttlndigo BeNvegung der Chromosomen bei Ma­lariaparasiten, Cenlralbl. f. Bact. u, Parasiten^,, 1895, Bd, XVIII, S. 375.
2)nbsp; nbsp;I.e., Centralbl. f. Bnclcriologle u. Parasitenkundc, s. Bd. XX, S. (ii.^.
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diese geringe Zahl ist vielleicht auch darin zu suchen, dass In Italien der bitterarme Landarbeiter sieh scheut, wegen eines geringen
Fiebers gleich das Hospital aufzusuchen, da dadurch sofort ein (ield-ausfall für seine Familie entsteht.
In einigen ausgesprochenen Fiebergegenden, wie /.. B, in den Reisfeldern bei Crema, in Codlgoro, nordwestlich von Ravenna, suchte Ich daher unter Vermlttelung der Landärzte die fieber­kranken Feldarbeiter in ihren Behausungen selbst auf, um in zum Teil halbstündigen Blutuntersuchungen den Entwlckelungsgang der
Parasiten zu verfolgen. Bei einigen dieser Fälle wurden 2 3 An­fälle beobachtet. Bei anderen handelte es sich um Quartana dupli-cata oder triplicata, so dass noch eine Erweiterung des Beobach­tungsmaterials eintrat, Einige Male zeigten alle erkrankten Familien­mitglieder denselben Parasitentypus, zweimal zum Teil Tertian-, zum Teil Quartanparasiten, obwohl die betreffenden an derselben Stelle gearbeitet hatten. Zweifellos kommt der Tertian- und der Ouartan-parasit zugleich in derselben Malarlagegend vor. Einen alimä-lichen Uebergang einer Parasitenart in die andere, speziell des Quartanparasiten in die Tertianparasiten habeich nie­mals gesehen, Gewisse Aehnlichkeiten wird man natürlich mehr­fach finden. Bei so nahestehenden niederen Organismen hat das durchaus nichts wunderbares an sich. Wir werden z. B, auch Aehnlichkeiten des Tertianparasiten mit den kleinen Para­siten der estivo-autumnalen Fieber zuweilen antreffen (vgl. z, Pgt;. Taf. 1, 18 mit Taf, II, 20 etc.) Die angeblichen Fälle, wo eine Tertiana sich allmählich in eine Quartana durch Postponieren verwandelte, oder wo durch Anteponieren sich eine Quartana in eine Tertiana verwandelte, sind nicht zugleich parasitologisch geprüft worden. Nach dem jetzigen Stande unserer Kenntnisse ist der Quartanparasit jedenfalls morphologisch wie biologisch als wohl charakterisiert zu betrachten. Seine Entwicklung im ungefärbten Präparat haben wir bereits oben in kurzen Zügen kennen gelernt.
Im Einzelnen gestalten sich die Verhältnisse folgendermassen.
Des besseren Vergleichs halber füge Ich die Beschrei­bung des Tertianparasiten in den entsprechenden Stadien gleich bei.
J ugendstadium.
Angenommen, es handelt sich um eine einfache Quartana. Wir bemerken dann nach Eintritt des Schweissstadiums Innerhalb
SSlomamp;tm, Uebcr Mnhuiu oto.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; •gt;
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einer roten Blutzelle ein blasses, wenig scharf umschriebenes Scheib­chen von etwa 2 u Durchmesser mit sehr schwacher amöbnider Beweglichkeit (Taf, 111, i). Dieses Jugendstadium des Quartan-\\\o auch des Tertianparasilen ist schwer zu beobachten, da die Substanz des Parasiten sich fast gar nicht von der des roten Blut-körpers abhebt. Eines geheizten Objekttisches, um die Beweglich­keit zu steigern, habe ich mich bei Quartana nicht bedient. Im nach unserer Methode sofort gehärteten und gefärbten Präparate sehen wir das blaue Protoplasma in runder, ovaler oder auch mehr gestreckter Form (Taf. I, [)• Einmal sah ich, wie schon früher er­wähnt, Ringform, derart, dass in der Mitte des Ringes die Substanz des roten Blutkörpers hindurch schimmerte.
Sie ist ein Beweis für die, wenn auch schwache amöboide Beweglichkeit des jungen Quartanparasiten. Beim jungen Tertian-parasiten habe ich schon früher das nicht seltene Vorkommen von Ringfiguren hervorgehoben.
In der Nähe der Peripherie des Protoplasmas, bei der Ring­figur im Verlaufe dos Protoplasmaringes befindet sich im Quartan­parasiten ein kompaktes, rundes oder ovales, intensiv karmin ge­färbtes Klümpchen von Chromatin von durchschnittlich etwa i fi Durchmesser (Taf. 1, i). Ziemlich oft bemerkt man das Chromatin-klümpchen zum Teil oder ganz umgehen von einer schmalen, hellen achromatischen Zone.
Beim Tertianparasiten erscheint im gleichen Studium die Protoplasmamasse meist geringer, aber oft bedeutend vielgestal­tiger, das Chromatin etwa, von gleicher GröSSe, indes zuweilen bereits im Begriffsich zu teilen (Taf. !., iz, 15, 16). Die achroma­tische Zone ist häufiger sichtbar und öfter auch deutlicher aus­gesprochen wie beim Quartanparasiten.
Während man im ungefärbten Präparat bei jungen Tertian­parasiten oft die Stelle des C.'hromatins als eine helle, stärker licht-brechende Stelle sehen kann, war mir das beim Quartanparasiten nicht möglich. Der wachsende junge (Ju artanparasit behält In der übergrossen Mehrzahl der Fälle, wie schon früher bekannt, seine mehr rundliche form bei, als Ausdruck seiner geringen, bez. nicht vorhandenen amöboiden Be­weglichkeit. Gleichzeitig beginnt die Bildung eines anfangs feinen, dunkelbraunen, körnigen oder stäbchenförmigen Pigments (Taf I, 2). Das Chromatin beginnt sich aufzulockern.
Nach etwa 16 Stunden erfüllt der rundliche, unbeweglich er­scheinende Quartanparasit etwa den vierten bis fünften Teil dos
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roten Blutkörpers. Durch das bereits ziemlich reichliche, stärker gewordene, bräunliche, unbewegliche, hauptsächlich in der Peripherie sieh ansammelnde Pigment ist er jetzt sehen leichter erkennbar (Taf. Mi, 2). Das Protoplasma zeigt bereits deutlich die schon früher erwähnte, eigenartige, porzellanartige Beschaffenheit.
Der Tertianparasit Ist dagegen mehr hyalin, Das hellbraune
Pigment ist nach 16 Stunden viel feinkörniger, massiger entwickelt und noch stark beweglich. Das Protoplasma zeigt als Ausdruck der lebhafteren amöboiden Beweglichkeit oft ganz abenteuerliche Formen. Es erreicht etwa '/g Volumen eines normalen Blutkörpers. Der Infizierte Blutkörper beginnt beim Tertianparasiten in diesem Stadium der Kntwickelung oft schon etwas abzublassen und sich aufzu­blähen. Beim Quartanaparasiten verändert sich der rote Blutkörper gar nicht. Wichtig ist vor allem das Verhalten des Chromatin. Beim Tertianparasiten ist dasselbe im gedachten Stadium immer, oder fast immer excentrisch gelegen, oft wie ohne Zusammenhang mit den Protoplasmaleibe. (Taf. 1 15. 18).
Die achromatische Zone ist in der Mehrzahl der Fälle deut­lich ausgesprochen (Taf. 1. t8. 23). Das Chromatin zeigt wie beim Quartan- jetzt auch beim Tertianparasiten schon eine leichte Zu­nahme des Volumens. Zuweilen erscheint es in die Länge gestreckt, mit deutlichen Einbuchtungen an der Peripherie. Mehrfach be­gegnet man 2 — 3 Chrornatinkörnchen, entweder durch einen mehr oder weniger starken Chrnmatinfaden noch mit einander in Verbindung stehend oder auch schon von einander getrennt, jedes umgeben von einer achromatischen Zone. (Taf. 1. i,s. 16. 17). (Hier aber das Chromatinkorn zeigt in der Mitte eine Art Vacuole, bez. es zerfällt In einige dicht neben einander liegende kurze Chromatinfibrillen. (Taf. 1, 22}.
Beim Quartanparasiten liegt das Chromatin nie so excen­trisch, aber auch in der Nähe der Peripherie, bez. in der Peripherie seihst. (Taf. 1,3). Proliferationen des Chromatins, sodass dasselbe Stäbchenform annimmt, habe ich bei dem jungen Quartanparasiten selten gesehen. Bei ihm zerfällt das Chromatin anscheinend früher in eine A nzahl feiner, nebeneinander liegender lt; Ihro-matinf ibrillen, umgeben von einer mehr oder weniger, oft auch gar nicht sichtbaren achromatischen Zone. Die Chromatinfibrillen in ihrer Gesamtheit können eine rundliche oder etwas In die Länge gezo­gene Figur darstellen.
Wir werden später sehen, wie das Chromatin des Tertianpara­siten in der Mitte steht in seinem Verhalten zwischen dem Chro-
:i'
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matin des Quartanparasiten und der Parasiten der estivoautumnalen Fieber. Auf das verschiedene Verhalten des Chromatin bei den einzelnen Parasitenarten als differentlaldiagno-stisches Moment ist meines Wissens noeh aiemals einge­gangen worden,
Nach Hwii 2-1 Stunden bietet der Quartanparasit noch ein ganz älmliches Bild wie nach 16 Stunden. Nur ist er noch etwas gewachsen, Die Form bleibt im allgemeinen eine rundliche. Das Pigment nimmt noeh zu. Amöboide und Pigmentbewegung ist mit blossem Auge nicht mehr wahrzunehmen. Im gefärbten Präparat sieht man öfter jedoch noch kleine schleifenartige Ausläufer vom Protoplasma sich abzweigen, ein Beweis, dass die omöboide Beweg­lichkeit noch nicht ganz erloschen.
Das Chromatin zeigt feinkörnige Beschaffenheit. Es entspricht etwa L/8 Volumen des Parasiten. Auch Jetzt noch liegt es in der Nähe der Peripherie, meist als in die Lange gestrecktes Häufchen dicht aneinander gelagerter, äusserst kurzer Fibrillen. Irgend eine Rcgelmässigkeit der Lagerung konnte ich nicht entdecken. Der Parasit erfüllt etwa p., -1/8 des unveränderten roten Blutkörpers,
Der Tertianparasit erfüllt nach 24 Stunden etwa l/8 l/.2 des öfter schon deutlich vergrosserten und abgeblassten roten Blutkörpers (Taf, 1, 20, 22, 2,5, 2 (). Seine Figur kann noch eine verzweigte sein. Häufiger sieht man eine dickere Protoplasmamasse, von der sich ein oder mehrere grössere .schleifenartige Protoplasmafiguren abzweigen (Taf, 1, 23, Taf, V, 4), Grade im Verlaufe solcher Schleifen sieht man das Chromatin liegen, umgeben von der meist deutlichen achro­matischen /one. Wie schon hervorgehoben, sieht man diebetreffende Stelle beim Tertianparasiteii oft schon im ungefärbten Präparat als helle, stärker lichtbrechende, runde oder male Stelle (Taf. Ill, S). Das Chromatin zeigt in der Mehrzahl der Fälle in diesem Stadium noch nicht eine so weitgehende Auflockerung des Cliromatins wie beim Quartanparasiten. Zuweilen erscheint es noch als kompaktes Klümpchen. Meist wird es im Aussehen dem Chromatin des etwa id Stunden alten Tertianparasiteii entsprechen.
I )ie amöboide Beweglichkeit Ist schon schwächer wie im Jugend­stadium. Die Pigmentbewegung lässt ebenfalls sehr nach. Ist sie bei einzelnen Individuen noch sehr stark, so ist anzunehmen, dass diese Formen vorausichtlich steril werden. Das Pigment ist viel feiner, körnchenartiger wie beim Quartanparasiten.
Einmal kam es überhaupt nicht zur Pigmentbildung. (Vgl. Taf. [, 32.)
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Nach wgt; Stunden hat der Quartanparasit laquo;las unverändert bleibende rote Blutkörperchen etwa zur 1 [älfte erfüllt, A.möboide und Pigmentbewegung 1st nicht mehr zu entdecken Im lebenden Blute. Das Pigment Ist grobkörnig, zum Teil stäbchenförmig, an­scheinend mehr In der Peripherie als im Zentrum angehäuft. Die Form ist meist eine rundliche, öfter auch eine äusserst charak­teristische breite, bandförmige, derart, dass der Parasit sich von einer Stelle der Peripherie bis zur gegenüberliegenden Seite erstreckt (Taf, I, 4).
Auf diese Weise wird der vom Parasiten nicht eingenommene Teil des roten Blutkörpers in zwei mehr oder weniger gleiche Seg­mente zerlegt. Besonders deutlich war dies Verhalten bei der Quartana aus Mittelamerika. Soviel ich weiss, ist auf diese charak­teristische Lagerung noch niemals aufmerksam gemacht worden. Heim Tertianparasiten habe ich sie trotz einer nach hnnderten zäh­lenden Reihe von Präparaten noch niemals gefunden. Hierauf, wie auf das schwor zu beschreibende, eigenartige, porcellanartige Aus­sehen des Protoplasmas ist ganz besonders hinzuweisen.
Die Stelle des Chromatins kann man im frischen Blute nicht erkennen. Im gefärbten Präparat sieht man das Chromatin voll­kommen in feine, anscheinend wirr durcheinander liegende, kurze Fädchen zerfallen. Auch jetzt noch liegen sie in der Peripherie oder doch in der Nähe derselben, und zwar als rundliches oder in die Länge gestrecktes Häufchen, nie excentrisch. Eine umgebende achromatische Zone ist durchaus nicht immer ausgesprorhen.
Der Tertlanparasit nach 36 Stunden, d. h, etwa 12 Stunden vor dem Anfalle.
Das infizierte rote Blutkörperchen kann schon bis um das Doppelte vergrössert sein. Die Entfärbung ist deutlich. Der Parasit erfüllt etwa l/i—1/a der Blutzelle (Taf. 1, 25, 26). Seine Form ist jetzt meist rundlich oder oval. Amöboide und Pigmentbewegung hat aufgehört. Das bereits ruhende, bräunliche Pigment ist bedeu­tend reichlicher wie im Jugendstadium, aber noch feinkörnig und ziemlich gleichmässig im Parasiten verteilt. Sieht man Formen mit jetzt noch stark beweglichem Pigment, so handelt es sich um steril werdende Formen.
Zuweilen sieht man noch die Stelle des (quot;hromatins im unge­färbten Präparat als helle, bläschenförmige Stelle. Im gefärbten Präparat hat das Chromatin seine excentrische Page aufgegeben (Taf. i, 25), Jedoch liegt es oft noch immer in der Nähe der Peri­pherie. Das ursprünglich kompakte Chromatinkorn hat in seinem Volumen um das Doppelte bis Dreifache zugenommen. Es zeigt ent-
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weder eine etwas in die Länge gestreckte Form, in der Mitte wenig oder gar nicht aufgelockert, mit einer oder mehreren kurzen Einschnürungen oder aber, es ist in eine Anzahl feiner, kurzer, scheinbar wirr durcheinander, aber dicht nebeneinander Hegender Chromatinfibriilen zerfallen.
Im Queerschnitt erscheinen die Fädchen natürlich als feine Körnchen. Indes kommen auch Uebergänge zwischen beiden Formen vor, Der Uebersichtlichkeit in der Beschreibung halber lasse ich hier jene Uebergangsformen bei Seite. Die achroma­tische Zone, welche das Chromatin ganz oder teilweise umgiebt, ist fast immer im gefärbten Präparat zu sehen.
Oben sahen wir, dass bereits beim jungen Tertianparasiten das Chromatin sieh teilen kann, indem es sich in die Länge streckt, worauf nach vorhergegangener Einschnürung zwei bis drei neue Chromatinkörnchen entstehen. Ks wäre dieser bei Quartana schein­bar nicht vorkommende Fall als vorzeitige Chromatinteilung zu be-zeichen.
In der Mehrzahl der Fälle aber beginnt jetzt erst, etwa 12 Stunden vor dem Anfalle, die Chromatinteilung, oft noch etwas später, die dann zur Zeit des .Anfalls vol­lendet ist,
Man kann zwei Arten unterscheiden, die jedoch Uebergänge ineinander erkennen lassen.
War das Chromatin erst wenig- oder gar nicht aufgelockert, so kann es zu Proliferation desselben kommen mit folgenden Ab­schnürungen. Die neuentstandenen Chromatinstücke zeigen dasselbe Schauspiel. Man siebt: dann zwei, drei bis vier mehr oder weniger kompakte und oft gekrümmt verlaufende Chromatinstränge, die das rote Blutkörperchen beinahe ganz oder bis zu einem Bruchteil durch­setzen (Taf. I, 2(), 31). Zuweilen zeigen sie kurze, dicke dentritische Verzweigungen. Die Peripherie dieser Chromatinfiguren erscheint immer mehr oder weniger mit kurzen Einbuchtungen verseben.
Auch jetzt noch kann man oft deutlich eine mehr oder weniger ausgesprochene, ganz oder z. T. umgebende achromatische Zone1 er­blicken (Taf. 1, 31). Im ungefärbten Präparat kann man die Stelle des Chromatins zuweilen noch als stärker lichtbrechen de Stellen im Protoplasma erblicken. Zuletzt entstehen, während das Pigment sich in der Mitte oder in der Nähe der Peripherie konzentriert, durch Abschnürung ,5 bis etwa 18 Chromatinklümpchen,
Uebrigens tritt jene Konzentration des Pigments manchmal überhaupt nicht ein. Während dessen verschwindet der rote Blut­körper allmählich,
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Dies Verschwinden des mton Blutkörpers erfolgt zuweilen schon bald nach Kintritt der Chromatinteilung1 (Taf, 1, 31), zuweilen erst bei Beendigung derselben. So kommt es, dass man freie Formen sehen kann, deren Chromamp;tinteilung noch nicht vollendet ist (Taf. 1, 34—35)-
jedes der neuentstandenen Chromatinklümpchen umgiebt sieb mit mehr oder weniger deutlicher achromatischer Zone und einem kleinen Klümpchon Protoplasma vom Protoplasraaleibe des Mutter­parasiten (Taf. I, 37, 38). Damit ist die Neubildung der jungen Ge­neration vollendet. Nachträglich sah ich übrigens auch zuweilen jun^e Parasiten, die noch innerhalb des Mutterparasiten bereits zwei Chromati nkörner zeigten.
War das Chromatin des erwachsenen Tertianparasiten schon in eine Anzahl feinster ('h romati nläserchen zerfal-sen, so gestaltet sich die folgende Teilung ganz ähnlich, wie beim Ouartan-Parasiten, jedoch derart, dass sie nach im (ranzen etwa 48 Stunden schon vollendet ist. Die Zahl der neu entstandenen Parasiten betrug in der Mehrzahl 16.
NmcIi 48 Stunden.
Der On art an-Parasit.
Ein schmaler Saum des nicht entfärbten, nicht vergrösserten roten Blutkörpers umgiebt den gewachsenen, rundlichen Parasiten (Taf I, 5). Das dunkelbraune Pigment hat noch zugenommen. Keinerlei Bewegung ist zu entdecken, Findet sich jetzt Pigment­bewegung, so handelt es sich um sterile oder steril werdende Formen. Das Bündel von Chromatinfasern liegt als rundliches oder mehr in die Länge gestrecktes Häufchen in der Nähe der Peri­pherie. Alir schien, als 1 gt;b in der Mehrzahl der Fälle das Gesamtvolumen der von Chromatin eingenommenen Stelle grosser sei als beim Tertianaparasiten nach etwa 36stündiger Entwickelung, Auch schienen mir die kurzen Cliromatinfäserchen, im Queerscbnitt Körn­chen, feiner zu sein wie beim Tertianaparasiten. Dass bei letzterem zuweilen kein deutlicher Zerfall des (quot;hromatins in einzelne Käser­chen stattfindet, haben wir schon gesehen.
In manchen Präparaten jetzt schon, also etwa 24 Stunden vor dem nächsten Fieberanfalle, beginnt die Teilung des (quot;hromatins, derart, dass die rundliche oder mehr in die hänge gestreckte Chro-matinßgur durch einen gewöhnlich unregelmässig verlaufenden, un­gefärbt bleibenden Spalt durchsetzt wird (Taf. 1, 6). Derselbe
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teilt die Chroraatinmaase in zwei, manchmal verschieden grosso Teil­stücke, Dieselben rücken dann voneinander ab.
Die Teilstücke erscheinen in Form rundlicher oder auch ganz unregeltnässiger Figuren, denen die an der Peripherie hervorstehen­den Chromatinkörnchen und Fädchen ein gezacktes Aussehen ver­leihen (Taf, I, 7, 8),
Für die Tertianparasiten, deren Chromatin nicht ein kompak­teres Aussehen bewahrte, sondern in eine Anzahl feiner Chromatin-fäserchen (Chromosomen) zerfallen, gestaltet sich der Teilungsvorgang von jetzt an ganz ähnlich (Taf. J, 26. 27, 28). Nur erfolgt er, wie schon erwähnt, schneller1)-
Hintereinander oder gleichzeitig sieht man die entstandenen Chromatinhälften sich wieder teilen. Alan sieht dann 3, 4, 5 auch 6 aufgelockerte ('hromatinliguren ziemlieh gleichmässig über den ganzen Parasitenleib zerstreut. Im ungefärbten Präparat be­merkt man von diesen wichtigen Vorgängen gar nichts.
Nach 60 Stunden etc.
Der Quartanparasil erscheint'oft bereits frei, von der Grosse eines roten Blutkörpers, rundlich, mit noch zerstreutem, reichlichem, ruhendem, dunklen Pigment (Taf. Ill, |, Taf. I, 7).
jetzt beginnen im ungefärbten Präparat die schon früher er­wähnten, von (iolgi zuerst beschriebenen, typischen Veränderungen der Teilung, wie wir sie am ungefärbten Präparate sehen.
Das Chromatin hat das eben geschilderte Aussehen. Wenn die- Chromatinteilung dieses Stadium erreicht hat, erfolgt eine mehr oder weniger auftretende Verdichtung der ein­zelnen Chromatinfiguren (Taf. i, 8, 9), Mögen die entstandenen (.quot;hromatinliguren mehr das Aussehen von imregelmässig geformten, am Rande oft eingebuchteten Klümpchen oder von dentritischen Verzweigungen haben, in jedem Falle treten Abschnürungen von Chromatinsubstanz ein.
Man sieht dann manchmal 3—4 kompakte, mehr oder weniger rundliche ('hromatinklümpchen neben einander liegen, durch einen dickeren oder dünneren Verbindungsfaden von Chromatinsubstanz noch miteinander in Verbindung stehend (Taf, V, 11). Zuweilen sieht man selbst in diesem Stadium das Pigment noch verteilt. In ein­zelnen Fällen konnte man auch beim Quartanparasiten um jene Chromatin-Figuren herum etwas achromatische Substanz erblicken. Zuletzt lösen sich die Verbindungen, und es entstehen nach einander
t) II. ZicMiann, Zur Morphologie der Malariaparasilcn, Centralbl, Parasitenk., Bd, XXI, 1897, S, 645,
r, Bttct. u.
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j-—ja kompakte rundliche odor mehr stäbchenförmigs Chromatln-kliiinpchon etwa von derselben (irösse wie beim jungen Parasiten (Taf. I, io, 11).
Zuweilen bemerkte man neben ihnen auch losgesprengfte, ganz kloine Chromatinstückchen, die möglicherweise der Resorption anheim­fallen. Die grösseren Chromatinklümpchen scheinen sich grossenteils auch mit achromatischer Substanz zu umgeben. Beim Tertianpurasiten war das im entsprechenden Stadium jedoch deutlicher. Gleichzeitig zerteilt sich das Protoplasma der Mutterparasiten, und die einzelnen Teilstück treten an die einzelnen Chromatinklümpchen heran. Es entspricht dies Stadium dem Zeitpunkte, wo nachGolgi im ungefärbten Präparaten von der Peripherie her nach dem Centrum zu eine speichenartige Zeichnung auftritt.
Ausserdem beginnt in der Mehrzahl der halle das bis dahin zerstreute Pigment sich in Stränge zu ordnen und sich nach der Mitte zu konzentrieren, etwa wie (Taf. i, 9). Uebrigens sah ich einige Male das Pigment auch in zwei I laufchen in der Mitte bez. in der Peripherie konzentriert (Taf. I, 10, 11). in einem balle wo es sich um 14 junge Parasiten im Mutterparasiten handelte, kam es überhaupt nicht zur Konzentration des Pigments. Im Uebrigen ist die Konzentration des Pigmentsauf rein mechanische Weise durch das Wachsen der neu entstehenden jungen Parasitengeneration zu erklären.
Nacli Golgi ist die Page der jungen Parasiten eine regel-mässige. Mit dem centralcn Pigmentklumpen aollen sie das Aus­sehen der Margarethenblume darbieten (Taf, 111, 5). Die dibkeren abgerundeten Enden sollen nach der Peripherie, die zugespitzten Enden nach der Mitte zu schauen. Schliesslich gewönnen die jungen Parasiten runde Form und wichen dann von einander (Taf. Ill, 6),
in allen Lehrbüchern ist die Entwickelung, so wie sie Golgi im lebenden Blute geschildert, wiedergegeben. Ich gestehe, jene regclmässigen Formen nach Art der Margarethenblume im lebenden Blute auch gefunden zu haben, insbesondere, wenn es sich um 5—6 junge Parasiten in einem Mutterparasiten handelte. Zuweilen jedoch boten die Teilungsformen auch Morulaform, wie sie sich bei der Reifung des Tertianparasiten findet, dies meist dann, wenn es sich um etwa 10—\2 junge Parasiten handelte. Nicht unerwähnt will ich lassen, class sich einigemale unter dem Mikroskope die bis da­hin unregelmässige Teilungsform In die Margarethenblumenform verwandelte.
Pei sofort gehärteten Präparaten, die die naturgemässe Lage­rung am besten wiedergeben dürften, fand Ich die Margarethen-
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blumenform seltener. Vielleicht spielt die Herstellung der Präparate bis zu einer gewissen Grenze eine Rolle für lt;lie Beurteilung der verschiedenen Resultate, indem (iiilt;i einen senkrechten Druck aul das Deckgläschen ausübt; um die Ausbrei­tung des Blutstropfens ZU bewirken, wahrend ich nur einen ganz leichten Stoss von der Seite ausübe, um eine Ausbreitung des kleinen Blutstropfens zu bewirken. Ausserdem land ich nicht selten einen jungen Parasiten in der Mitte des Mutterparasiten, kenntlich an der charakteristischen Chroniatinfärbung, der Golgi naturgemäss im lebenden Blute entgehen musste, da er durch den centralen l'i^-menthaufen vordeckt wurde.
Die Grosse der fertig gebildeten jungen Parasiten scheint in der Mehrzahl der halle die gleiche zu sein, wie es auch Golgi angiebt. Indes fand ich das Volumen des wichtigsten Bestandteiles, des Chromatins, durchaus nicht immer gleich. Auch die Form konnte schwanken, indem neben mehr rundlichen auch mehr ge­streckte Chromatinformen sich fanden (dar. 1, 11).
Wenn ferner in den Lehrbüchern die Lage der als Kern der jungen Parasiten beschriebenen, hellen Stelle als eine regelmässige geschildert wird, so trifft hei meinen Präparaten das nicht immer zu. Jene Stelle, die von Chromatin und achromatischer Substanz einge­nommen wird, liegt bald mehr nach dem centralen Pigmenthaufen, bald mehr nach der Peripherie des verschwindenden Mutterparasiten zu.
Wir sehen also, dass der innere Entwickelungsgang der Parasiten doch sich etwas komplizierter darstellt, als wie nach der Golgi'schen Darstellung, die der Beob­achtung des lobenden Blutes entnommen ist, annehmen mussten.
Dass bereits vor dem Beginn des Schüttelfrostes sich eine leichte Steigerung der Temperatur linden kann, habe ich ebenfalls gefunden. Dieselbe ist wohl bedingt durch die Reifung einer Anzahl von Parasiten, ehe die Hauptmasse derselben zur Reifung gekommen. Andererseits fand ich einigemale bei typischer einfacher Quartana einige Teilungsformen zu einer Zeit, wo man nur jüngere Formen erwarten sollte, und wo doch keine Temperatursteigerung trotz sorg­fältiger Beobachtung sich fand, (ioltri muss in solchem Falle gleich mehrere Parasiten-Generationen annehmen, von denen nur die reich­haltigste einen Kieheranl'all auszulösen vermochte1, während die schwächere ganz oder fast ganz symptomlos ihre Entwickelung durchmacht.
Die strenge allgemeine Gültigkeit des Gesetzes, dass zwischen Zahl der zur Entwickelung kommenden Para-
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siton und der Heftigkeit des Fiebers eine Beziehung' besteht, kann Ich nicht zugeben. Eine grössere oder gerin­gere Disposition dos Kranken, vielleicht auch eine durch lokale Verhältnisse bedingte grössere oder geringere Virulenz der Para­siten spielen unter Umständen ebenfalls eine wichtige Rolle. So
beobachtete ich in GrossetO einen Fall von typischer Ouartana, WO die ganz ausserordentlich geringe Zahl der Parasiten In dem auf­fallendsten Missverhältnisse stand zu den aussergewöhnlich heftigen und lang andauernden Anfällen der Quartana. Eine gleichzeitige Infektion mit estivo-autumnalen Formen war ausgeschlossen, da der Entwickelungsgang der spärlichen Parasiten mit dein Fieberverlaufe in engster Beziehung stand und auch das Milzblut nur die Quartan-formen zeigte.
Ueberhaupt konnte ich eine solche Grleichraässigkeit dor Ent-wickelung, wie1 sie Golgi beschreibt, nicht immer finden. Bei Fällen von Quartana tripUcata, zuweilen schon bei Quartana duplicata konnte man durchaus nicht immer eine sichere Abgrenzung der einzelnen Parasitengenerationen vornehmen. Vielmehr kamen in solchen fällen auch alle möglichen Uebergangsformen vor. Berücksichtigt man nur die Mehrzahl der auf derselben Entwickelungstufe stehenden Parasiten, wird man trotzdem zu diagnostisch und prognostisch ver­wertbaren Resultaten kommen. Im ganzen wohnt sicherlich den Quartanparasiten eine grössere (rleichmässigkeit der Entwickelung inne, wie den sogenannten Tertianparasiten.
Mischinfektionen von Quartan- mit anderen Parasiten habe ich nicht gesehen, Uehergänge von Quartana simpl, in Quartana trip-licata oder duplicata, bez. umgekehrt, mehrfach.
5. Don Tertianparasiten
beobachtete; ich in i i hallen in hehe bei Bremerhaven, sechsmal in Pavia, bez. in Crema und Umgegend, also in Oberitalien, achtmal in (irosseto in Toskana, viermal in Rom, einmal in Helgoland, zu­sammen in 3,^ hallen. Ungefärbte Trockenpräparate von Tertiana aus Amerika, die ich der (riite des lierrn Dr. mod. S. R. Koss in Kast-Grand-Are (St. Louis) verdanke, zeigten gefärbt dasselbe morphologische Verhalten, wie in Europa.
Interessant ist, dass während Golgi1) seiner Zeit in Rom während der Sommer-Herbst-Monate in etwa der Hälfte der Fälle
i) Gol^i, Snr les licvres inalarllt;|iics cstivn-autommUos de Ktmu;. Lcttrc au prof. ü, Baccelll. Kxirait des Archives Itaiieunes de blologle. A. XX..
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die grosson Parasiten der Tertiana und Quartanafand, In der anderen Hälfte die kleinen Parasiten der estlvoautumnalen Fieber, Ich In Grosseto bei dorn gewaltigen Materlaie In über 90% der Fälle nur die kleinen estlvoautumnalen Formen beobachtete, Das gleich­zeitige Vorkommen von Tertian- oder Ouartanparasiten mit den kleinen Parasiten habe ich im peripheren Blute nie beobachtet. Dagegen sah ich dreimal in Grosseto zuerst Tertlanparasiten, Als diese bereits durch Chinin abgetötet waren, folgten noch Im Hospitale neue Anfälle, bedingt durch die kleinen estivo-autumnalen Formen.
Der Zusammenhang zwischen der biologischen Kntwickelung der Parasiten und dem jeweiligen Stadium der Krankheit besteht auch bei der Tertiana. indess die Vorbehalte und Einschränkungen, die ich bereits für die Quartana machte, bestehen für die Tertiana in verstärktem Masse. Die Entwickelung der einzelnen (iliedcr einer Parasitengeneration schwankt innerhalb noch grösserer Grenzen wie bei der Quartana.
Das Bestimmende ist immer die Mehrzahl einer Parasiten gene­ration. Sicherlich wird man bei Uebung in der Mehrzahl der Fälle eventuell zwei Parasitengenerationen voneinander trennen können. Indes kann es auch vorkommen, dass man eine Tertiana duplicata vor sich zu haben glaubt, da sich scheinbar zwei Parasitengenera­tionen finden, während beide zusammen gelegentlich eines, indes sehr verlängerter Fieberanfalles zur Keifung kommen. That-sächlich kann man gelegentlich eines Fieberanfalles bei einer typischen Tertiana d u p ii ca t a al 1 e Kor m e n vom jungen, noch ex t ragl ob u lären Parasiten bis aufwärts zum sich teilenden Mutterparasiten finden, bindet man neben den ganz jungen und den älteren formen noch eine beträcht­liche Zahl etwa halberwachsener Parasiten, so kann man annehmen, dass diese letzteren in weiteren etwa 24 Stunden einen neuen Anfall bedingen werden.
Indes kann diese zweite Generation zum grösscren Teile auch steril werden. Man erkennt das daran, dass zu einer Zeit, wo der Parasit sich schon rundet und das Pigment zum Stillstand kommen müsste, letzteres nicht eintritt, sondern lebhafteste Molecularbewe-gung zeigt.
Wir haben dann den Fall, dass eine Tertiana duplicata sich in eine einfache Tertiana verwandelt. Die letzte Generation der Para­siten kann im Verlaufe des folgenden Anfalles z. T. oder grössten-teils steril werden. Je nachdem das in ein oder mehreren Anfällen eintrifft, wird auch das Abklingen der malarischen Infektion auf einmal oder staffehveise erfolgen.
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Eine febris Irregularis, bedingt durch den Tertianparasiten, fand ich nur cimnal bei einem Recidiv eines Patienten, der deutliche Zeichen einer Anaemie darbot. Die Regel schien eine' Tertiana simplex, oder eine duplicata, oder auch ein einzelner Anfall ZU sein.
(Vergl. die Fieberkurven.)
Den eventuellen Grund der Interesaatlten Spontanheilung werde ich an anderer Stelle streifen. Jedenfalls findet dabei eine eigen­artige, zerstörende Einwirkung auf eine grössere oder gering'cr'! Zahl von Parasiten statt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die nicht seltenen typischen halle von Ter-
tiana duplicata sind vielleicht so zu erklären, dass eine Selbstregu­lierung für einen gewissen Abstand in der Entwickelung zweier Parasitengenerationen stattfindet, indem der zerstörende Einfiuss auf die Parasiten nur in einem gewissen Stadium der Entwickelung statt­findet. Die Untersuchungen über diesen Punkt sind noch nicht ab­geschlossen.
Dass ein Parasit, dessen Chromatin durch Teilungen bereits an Volum zugenommen hat, weniger beeinflussbar ist durch äussere Einwirkungen, werden wir ebenfalls noch später sehen.
Die Entwickelung des Tertianparasiten haben wir bereits bei Besprechung des Quartanparasiten kennen gelernt. In Bezug auf weitere Einzelheiten verweise ich auf die früheren Aufsätze1).
Die Lagerang der jungen Parasiten im Mutterparasiten bot nur selten die regelmässige, von Golgi beschriebene Sonnenblumen­form. Meist zeigten sie, wie schon erwähnt, die Morulafonn (Taf, 111, 10). Wenn ferner Golgi zwei Arten der Teilung beschreibt, denen er noch eine dritte als möglicherweise vorkommend anreiht, so halte ich dem gegenüber an der von mir beschriebe­nen einzigen Teilungsart fest. Wie ich schon früher ange­deutet, findet sich dieselbe mit geringen Abweichungen bei allen Malariaparasiten und den ihnen nahestehenden Blutparasiten der Tiere.
(5. Dio ParaBÜen der estiTO-autumnalen Fieber dvr Italiener
(der Perniclosa in den Tropen).
Bereits frühen- gaben wir eine kurze ('harakteristik der erstge­nannten Parasitenformen. Dieselben bieten morphologisch und kli­nisch eine so vielfache Uebereinstimmung mit den tropischen Formen aus Westafrika, speziell aus Kamerun, dass ich sie zusammen hier
l) 1. c.
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abhandeln will. Diese letzteren Formen beobachtete ich In 87 Fällen
an der Westküste Afrikas. Dazu kommen noch ein l'all aus Mo-hammerah (Persien), ein Fall aus Erythräa in Ostafrika (früherer Gefangener Meneliks), ein Fall in Crema (lombardische Ebene), tij Fälle in Grosseto (Maremmen Toskanas), fünf Fälle in Rom, zu­sammen 210 Fälle. Soviel ich weiss, waren bis dahin in der lom­bardischen Ebene die kleinen estivo-autumnalen Formen nicht be­obachtet worden.
Ob nicht doch bis jetzt noch unbekannte feine Unter­schiede zwischen den einzelnen Formen bestehen, wollen wir hier unentschieden lassen. Vielleicht verdient z. \\. V.r-wähnung, dass die kleinen Parasiten des Falles In Crema und überwiegend die kleinen Parasiten in Grosseto z. T. eine geringere amöboide Beweglichkeit zu zeigen schienen, wie die in Kamerun beobachteten.
Der Fall in Crema heilte ohne irgend welche Chinintherapie spontan. Halbmonde waren noch i-\ Tage nach Entfieberung in reichlicher Zahl vorhanden.
lieber etwaige klinische Unterschiede dieser Fieber, je nach dem Ursprungsorte, können wir uns hier nicht auslassen. Darüber zu handeln, wird der Ort sein, wenn erst umfassende klinische lie-schreibungen aus allen Malariagegenden der Erde vorliegen. Jeden­falls ist bei der Deutung etwaiger Unterschiede äusserste Vorsicht geboten. Wenn ich z. B. in Kamerun bei meinen Kranken meist nur ganz geringe Milzschwellung fand, in Italien dagegen oft eine sehr erhebliche, so ist daraus noch keine Verschiedenheit der Para­siten zu folgern. In Kamerun sah ich fast nur Erstlingsfieber, in Italien in der Mehrzahl Kecidive. Die Kinder der Duallas, der Neger in Kamerun, zeigten auch oft sehr bedeutende Milzvcrgrös-serungen.
Dass die Heftigkeit der Malariainfektion an demselben Orte ausserordentlich verschieden sein kann, je nach den veränderten klimatischen und tellurischen Verhältnissen, ist eine alte Erfahrung. So haben wir an der Küste Westafrikas gute und schlechte Jahre. In Wilhelmshaven war zur Zeit des i [afenbaues eine enorme Zahl von schweren Malariaerkrankungen zu verzeichnen. Jetzt ist die­selbe ausserordentlich gering, die Malaria selbst leicht.
Wie bei den Parasiten der leichten Fieber konnte ich auch bei denen der estivo-autumnalen keinen besonderen Unterschied zwischen den sogenannten Sporen und den ganz jungen Parasiten finden.
Eine Voränderung der kleinen Parasiten, nachdem der betreffende Patient den Infektionsort verlassen und
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ein kälteres, gesunderes Klima aufgesucht, war niemals festzustelle n.
Ich machte diese Beobachtung bei mir selbst in Deutschland
bei Recidiven von Malaria, die in (irosseto voraussichtlich erworben
war, ferner bei Matrosen in W'ilhelmshavcn, die in Kamerun an Malaria gelitten. Nur war, was hauptsächlich bei der Kameruner Malaria in Wilhelmshaven zu beobachten war, die Zahl der sterilen freien Sphären und I lalbmonde beträchtlich grosser als in Kamerun.
Der Grund Ist, dass die veränderten günstigeren klimatischen Bedingungen die Parasiten in irgend einer Weise ungünstig be-einflussten, und so eine ganze .Anzahl Parasiten steril wurde.
Die folgende Beschreibung stützt sich, wie früher, auf durch Chinin oder andere Mittel nicht beeinilusste fälle.
Angenommen, es bandelt sich um eine typische Ter­tiana maligna, wie ich sie in (irosseto beobachtete. Die He-schreibung gilt zunächst auch für die jüngsten Parasiten der Quotidiana und Perniciosa in Italien, sowie der Kameruner Malaria. (Vergl. auch die Beschreibung von Mar-chiafava und Bignami im Abschnitt 2.)
Mann bemerkt dann im i litzestadium eine mehr oder weniger grosse Anzahl endoglobulärer, kleinster, meist ringeiförmiger, heller Parasiten, mit mehr oder weniger amöboider Beweglichkeit, die meist in der Nähe der Peripherie des roten Blutkörpers sich befinden (Taf. 11, i, 14; Taf.IlI, 12; Taf. V, 16, 17, 18, ig.) Die Parasiten sind zuweilen ziemlich stark lichtbrechend. Der Kontur ist ein schärferer wie bei den jungen formen der Tertianparasiten. Gerade die Bil­dung dieser ganz charakteristischen, äusserst winzigen Ringelchen schützt am besten vor der Verwechslung mit den eigenartigen Bildungen, wie sie durch Zusammen-ziehung des Stroma in den roten Blutkörperchen zuweilen auftreten. Letztere sind durchschnittlich auch grosser, stärker lichtbrechend, meist rund oder oval, bedeutend schärfer konturiert und mehr nach dem Centrum der roten Blutzelle zu gelegen. Ihre Beweglichkeit ist auch geringer. Sie beschränkt sich darauf, dass sie bald mehr rundliche, bald mehr ovale Form annehmen.
Bei den jüngeren Kamerun Parasiten konnte man den schnellen Uebergang von der King- in die Scheibenform und umgekehrt oft besonders schön erkennen. Die Kingform entstand durch Verdün­nung, bezw. Schwund des Protoplasmas in der Mitte des Scheibchens.
Nicht ganz selten sah man im gefärbten Präparat auch die alier-jüngsten formen als allerkleinste, noch rundliche Proloplasmaklümp-chen von etwa l 11/2// Durchmesser Tal. II, 13 (Taf. V, 15 oben), in
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der Nähe dor Periphßrie findet sich das winzige, in(gt;i,st rundliche oder ovale, kompakte Chromatinklümpchen mit durchschnittlich etwa :,/4 fi Durchmesser, öfter umgeben von einer bald mehr, bald weniger deutlichen achromatischen Zone. Nicht immer war dieselbe mit Sicherheit festzustellen.
Bei den Ringformen lag das Chromatin meist immer im Ver­laufe der Ringfigur, seltener schon innerhalb derselben. Der Durch­messer der kleinsten Ringelchen beträgt etwa i1/., //. Oefter schon bei diesen kleinen Formen sieht man, im Gegensatz zu den Parasiten der leichteren Fieber, speziell der Quar­tana, wie sich das Chromatinkörnchen in die bange streckt. Stäbchenform annimmt und nach vorhergegangener Ein­kerbung in 2—3 sich wieder rundende, kleine Chromatin­körnchen zerfällt. (Taf, 11, 2, 3, 4, 17, iS), Dieselben rücken all­mählich von einander ab. Handelt es sich um 2 Körnchen, so nehmen dieselben schliesslich die Endpunkte eines grössten Durch­messers der Ringfigur ein, liegen sieh also einander gegenüber (Taf. V, is).
Nicht selten zeigt der junge Parasit auch 1 lufeisentbrm dar, deren Pole von je einem Chromatinkörnchen eingenommen wird. (Taf, 11, 15). In diesem falle konnte man die Stellen, wo das Chromatin lag, bereits im ungefärbten Präparate als kleine, helle, bläschenförmige Stellen entdecken.
Im Laufe der nächsten Stunden wächst der Parasit, während seine amöboide Beweglichkeit etwas abnimmt. Die Ringfiguren werden etwas stärker, die Chromatinkörner etwas grosser, die oben geschilderten Abschnürungs- und Teilungsvorgänge des Chromatin noch etwas häufiger.
Nicht selten sieht man solche grössere Formen schon im Be­ginn des Hitzestadiums. Sie verdanken Ihr Dasein voraussichtlich Parasiten, welche schon eine Anzahl von Stunden vor dem eigent­lichen Fieberanfalle zur Reifung gekommen waren. Wie G-olgi schon bei den leichten Fiebern noch vor dem Beginn des Schüttel­frostes ein mehr oder weniger langsames Ansteigen der Temperatur beobachtete, konnteraquo; ich dasselbe auch bei der Tertiana maligna thun. Einmal waren bereits vier Stunden vor dem Be­ginne des eigentlichen Schüttelfrostes eine beträcht­liche Anzahl jüngster endoglobulärer Formen im perllaquo; pheren Pgt;1 ute zu sehen.
Es ist vielleicht erwähnenswert, dass meine Fälle von Tertiana maligna meist mit Frost begannen, die übrigem estivo-autumnalen und tropischen Formen meist mit Hitze.
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Dio olien erwähnten grösseron Formen fanden steh zuweilen auch zusammen mit kleineren in einem roten Blutkörperchen (Taf. II, i). Ob liier das rote Blutkörperchen zuerst von einem Parasiten infiziert wurde, erst später von einem zweiten, der infolgfedessen noch Jungfer und kleiner erscheint) oder ob der eine Parasit, das Wachstum des
anderen nur beeinträchtigt hat, hat wohl keine praktische Bfedöutungi In Grosseto beobachtete ich einmal einen Fall von fünffacher Infektion eines roten Blutkörpers.
Die Häufigkeit einer mehrfachen Infektion einer Blut­zelle bei estlvo autumnalen Fiebern bietet mit der früh­zeitigen rapiden Chromatineinteihung einen sehr charakts-ristischen Unterschied gegenüber den Parasiten der hei­mischen Fieber, Wie wir sahen, war eine mehrfache Infektion eines roten Blutkörpers, bez. frühzeitige Teilung desChroinalin beim Tertian-parasiten seltener, beim Qjiartanparaaiten bis jetzt ^ar nicht zu beob­achten. Neben den grösseren Rjngfigurpn sieht man im gefärbten Präparat auch mehr unregelmässige oder in die Längt1 gezogene Formen, ein Beweis, dass die amöboide Beweglichkeit noch nicht aufgehört hat (Taf, 11. 3, 4),
Schliesslich sammelt sich das Protoplasma an irgend einer Stelle der Ringfigur noch mehr an, sodäss Siegelringformen entstehen. Fast immer liegt das Chromatin im Verlaute der von der Häuptmasse des Parasiten ausgehenden zierlichen 1 lalbringfigur. Innerhalb derselben schimmert die Substanz des inficierten roten Blutkörpers durch (Täf. III, 13). Auch kann, wie ich schon früher1) bei den Kameruner Para­siten) dargethan, in der Hauptmasse des Parasitetrprotoplasmaleibea eine Verdünnung eintreten (Taf. V, ig rechts unten). Das Chromatin-korn ist jetzt etwa 1 /x im Durchmesser gross. Dieses Stadium ist this letzte, was man in der M eh rzahl der Fälle bei tropischen und estivo autumnalen Fällen in Italien im peripheren B'lute beobachten konnte, Die Parasiten verschwinden aus der Beob­achtung, um in inneren Organen ihre weitere Kntwickelung durch­zumachen. Ks ist das der Grund, dass die Gesetze, die Golgi in Bezug auf den sichtbaren Parasitenbefund und sein Verhältnis zu dem jeweiligen Krankheitsstadium aufgestellt, hier die praktische Be­deutung zu verlieren scheinen. Zum weiteren Studium ist daher das Blllt, das durch Milzpunktion gewonnen wurde, unerlässlich.
Verfolgen wir nun zunächst die weiterelaquo; Knl Wickel u 11 g der Parasiten der Tertian a maligna in Italien. Bei ihnen konnte man, im Gegensatz zu der Kameruner Tertiana, die Kntwickelung
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im peripheren Blute weiter beobachten. Vergl. Fieberkurve IV, V und \'ll. Man bemerkt dann, wie die unregelmässigen oder Siegel­ringformen anfangen -sich zu runden. Es geschieht das etwa 24—36 Stunden nach Eintritt des Schüttelfrostes. Fast immer bleibt der Parasit in der Nähe der Peripherie der roten Blutzelle. Grleichzeitig haben sieh einige feine dunkle Pigmentkörnchen oder Stäbchen ge­bildet, meist in der Nähe der Peripherie und gegenüber der Stelle, wo das Chromatin liegt (Taf. ill, 14; Taf. II, 5).
Dieselben koncentrieren sieh ziemlich bald, wahrend sie etwas zahlreicher und gröber werden, nach der Mitte des Parasiten oder etwas excentrisch. Eine Bewegung des Pigments war mit Sicher­heit niemals zu entdecken. Nach etwa 30—36 Stunden erscheint der Parasit als runde oder ovale, ziemlich scharf kontu-rierte, kleine Scheibe mit einem Aussehen, das man am besten mit dem von hellem, mattem Glase vergleichen kann.
Die amöboide Beweglichkeit hat aufgehört. Der Parasit hebt sieh sehr scharf und deutlich von dem unverändert gebliebenen roten
Blutkörper ab und nimmt etwa '/s.....'/s vem Volumen desselben ein.
Von den Indien, bläschenförmigen Stellen, wo beim jungen Parasiten das Chromatin lag, ist im ungefärbten Präparat, jode Spur verschwunden. Indes dieses Verschwinden ist nur scheinbar.
Das Chromatin aller Malariaparasiten, die sieh der Reife nahern, ist schwerer zu färben als das der jungen. Dies ist der Grund, dass die bisherigen Methoden zu unrichtigen A.nschauungen über den Pan und die Entwickelung jener Krank­heitserreger geftllirt.
Gesetzt, es war nicht sehen im Jugendstadium des Parasiten zu den erwähnten frühzeitigen Teilungen des Chromatins gekommen, so entfallet dasselbe jetzt eine intensive Thätigkeit, Das Chromatdn-klümpchen, das bis dahin mehr in der Nähe der Peripherie gelegen, verlängert sieh, während gleichzeitig eine leichte Aufloekerung auf­tritt (Taf. II. 5, 6, 7). Niemals sah ich indes, wie immer bei der Quartana, und häufig bei der Tertiana, einen Zerfall des Chro­matins in einzelne kleinste Fäserchen. Es entsteht vielmehr ein kurzer, etwas aufgelockerter, meist leicht gekrümmter, an der Peri­pherie mit kurzen Ausfransungen und Einbuchtungen versehener Chromatinstrang, zumeilen mit kurzen seitlichen Verzweigungen. Eine achromatische /.one längs dieser Chromatinfigur war im ge­färbten Präparat nicht immer mit Sicherheit zu sehen. Nach vorauf­gegangener Einkerbung treten Abschnürungen bez. Teilungen auf,
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und es entstehen 2—3 Teilstücke, die sich ihrerseits wieder ver­längern imd ebenfalls wiederum A-bschnürungen erleiden (laf. 11, y, 9),
Gleichzeitig wächst der Parasit weiter bis zur halben oder :!;,, Grosse des inficierten roten Blutkörpers, im ungefärbten Präparat zeigt er im LJebrigen dasselbe .Aussehen einer hellen matten Scheibe, wie es oben geschildert wurde rial. Ill, 15). Diese grössten Formen landen sieh noch dicht vor dem eigentlichen Anfalle im poripheren Blute, ja zum Teil noch während des Schüttelfrostes,
Im Gegensatz zu den Fällen von gewöhnlicher Tertiana sind bei der Tertiana maligna in Italien die inficierten roten Blutzellen nicht vergrössert, auch nicht abgeblasst, (Vergl, laf. II, 10 —12 mit Tal', i, 34—38.) Im Gegenteil erscheinen sie oft etwas dunkler, man möchte sagen bräunlicher, wie die gewöhnlichen Blutzellen, Nicht selten sah man auch eine eigenartige A.ufklüftung in dem von dem Parasiten nicht eingenommenen Teile des roten Blutkörperchens, derart, dass derselbe von senkrecht oder schiefquot; aufeinander stehenden Linien durchsetzt wurde. Es war, als ob ein gelbes, mattes Glasscheibchen einige Risse bekomme. An­gedeutet in (Taf. IM, 15). Niemals war Aehnliches bei den gewöhn­lichen Tertian- oder Quartanparasiten zu sehen. I)as ist ein Beweis, dass auf das Protoplasma der inficierten roten Blutzellen von jener kleinen Parasitenart eine eigenartige erstarrende Wirkung ausgeübt wird. Das inficierte rote Blutkörperchen würde in diesem Falle durch den Druck des wachsenden Parasiten gewissermassen ans­ei nanderberstcn.
Das allerletzte Stadium der Reifung ging aber auch bei meinen Fällen von Tertiana maligna in Italien in inneren Organen vor sich, wenigstens in der Mehrzahl der Fälle, In Fällen, wo bei Beginn des Anfalles eine Punktion der Milz vorgenommen wurde, konnte man sehen, w'w eine Differenzierung des bis dahin homogenen Protoplasmas der Parasiten auftrat, Es bildeten sich allmählich immer stärker lichtbrechende, runde, kleinste Stellen aus (Taf, III, id), die zuletzt öfter eine weniger lichtbrechende und eine punkt-förmige, stärker lichtbrechende Stelle erkennen hissen. Es handelte sich um das Protoplasma und die Stelle des Chromatins der neu entstehenden jungen Parasiten. Die Zahl derselben schwankte zwischen 8 — 16 (Taf. III. 16), Ihre Grosse entsprach der der jüngsten endoglobulären Parasiten der Tertiana maligna. Während der Bildung der jungen Parasiten blasst die Substanz des inficierten, nicht vergrösserten roten Blutkörpers ab, um schliesslich zu zer­fallen, oder aber, sie bricht, wenn schon eine Auflockerung vor-
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handen war, ganz ausslnandor^ Die Trimmer worden von don Leukocyten aufgenommen, Gleichzeitig weichen die jungen Para­siten voneinander, um in kurzem andere rote Blutkörper zu infi-cieren. Einzelne, noch ektoglobuläre, amöboid bewegliche, junge Parasiten dor estivo-autumnalen Pieber habe ich Im ungefärbten Präparat, wie schon früher erwähnt, nur im Beginne meiner Malaria­untersuchungen zu diagnosticieren gewagt.
Der central oder etwas exentrisch gelegene Pigmentklumpen dos Mutterparasiten zeigte eine braunschwarze Ms schwärzliche Farbe, Nicht schon sieht man neben dem grösseren, ruhenden Pigmentklumpen im Parasiten noch ein kleineres Pigmentkftrnchen oder Häufchen in mehr oder weniger lebhafter molekularer Be­wegung. In solchen hallen handelte es sich, wenn Analoyiesohlüsso ZU den Parasiten der leichten Fieber gestattet sind, voraussichtlich um sterile oder steril wordende Formen. Nachzutragen ist noch die Entwickelung des Chromatins bei laquo;Ion zur Reifung kommenden Parasiten. Wir sahen, dass bereits bei Parasiten, die erst l/8 ' ., der roten Blutzelle erfüllen, aber schon eine Concentrierung dos Pigments aufweisen, sich öfter 2—3 Chromatinstränge gebildet haben. Die A.bschnürungen von den neuentstandenen Klümpchen und Strängen gehen weiter, bis sich zuletzt gt;s 16 runde oder ovale Chromatinklümpchen mit Morulaform bilden rial'. II, 9—12),
Die Einzelheiten erinnern sehr an den ProzesS) wie wir ihn bei Teilung dos gewöhnlichen Tertianparasiten gesellen haben.
Schon früher erwähnte ich, dass mir die ('hromatinliguren eine noch kompaktere Form anzunehmen schienen, wie speziell bei den entsprechenden Formen der Quartaha. Um jedes der neuentstehenden Chromatinklümpchen bildet sich eine achromatische Zone, wahrend gleichzeitig Feile vom Portoplasmaleibe dos Mutterparasiten an die Chromatinkörner herantreten, um so die neue Generation von jungen Parasiten zu bilden. Die Grosse des jungen Parasiten in toto er­schien durchschnittlich immer als die gleiche, nicht die der Chromatinkörner, Bei runder Form betrug der Durchmesser der letzteren, wie schon erwähnt, etwa :l/| fi. Nicht ganz selten sieht man übrigens das ( hromatin der jungen Parasiten noch innerhall) des Mutterkörpers in Stäbchen form.
Ganz ähnlich spielt sich die Entwickelung der kleinen Para­siten ab, wie ich sie bei tropischer .Malaria, speziell ans Kamerun, Loanda und bei hallen von Perniciosa in Grosseto beobachtete.
Einige Unterschiede möchte ich jedoch hervorheben. Die Jugendforraen sind von denen bei der Tertiana maligna der
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Italiener woW wenig oder gar nicht zu unterscheiden (cfr. die obige Beschreibung, sowie Abschnitt -gt;).
Haben jene Parasiten dit1 Grosse der Siegelringformen erreicht, so verschwinden sie in der Alelirzahl der Fälle aus der perlpheren Blutbahn. Zuweilen sieht man noch grössere Formen, deren Durch­messer bis etwa ' | Durchmesser eines roten Blutkörpers gleich­kommt, und die in der Peripherie ein äusserst feines, staub-förmiges, braunrotes Pigment mit geringer Beweglichkeit ansammeln, Die Konzentrierung des Pigments und die weitere Entwlckelung findet In inneren Organen statt. Die Teilung des Chromatlns der Parasiten bei Kameruner Malaria bez. Perniciosa entspricht der bei den Parasiten der Tertiana maligna in Italien beschriebenen, [ndess erreichte die Grosse der reifen Mutterparasiten fast immer nur höchstens ' , bis ' „ des infizierten, nicht yergrösserten roten Blutkörpers, zuweilen nur '/,;. Letzterer zeigte bei Präparaten von Milzblut oft bis zuletzt keine Veränderung, um sich dann ziemlich schnell zu entfärben. In anderen fällen konnte man die bereits von den llalienern beschriebene Farbe von altem Messing an ihnen entdecken.
Die Zahl der jungen Parasiten betrug zwischen 6—8 in einem Mutterparasiten.
In einem Falle von tötlich endender Perniciosa fand ich in Grosseto in Milz und Knochenmark, sowie in der Pia mater auch einige wenige endogiobuläre Parasiten, deren Teilung in ft junge vollendet schien, und die keine Spur VOll Pigment aufwiesen. Die Mehrzahl der Parasiten zeigte Pigmentierung.
Aus jenem Pefunde, wie Mannaberg und (irassi und Feletti auf eine Mischinfektion von pigmentierten und unpigmentiert bleibenden Quotidianparasiten zu schliessen, sehe ich durchaus keine Veranlassung ein. Viel ungezwungener erscheint dieraquo; Annahme, dass einzelne Individuen bei der ungeheuren Proliferationsfähigkeit des Chromatins sich so schnell fortpflanzten, dass es gar nicht zur Pig­mentierung kam.
Bedeutsamer wäre schon, wenn es gelänge, in einigen hallen ausseiiliesslich nur unpigmentiert bleibende Malariaparasiten zu linden. Das ist noch keinem der Italiener und auch mir nicht gelungen, Schon in einem früheren Aufsätze beschrieb ich, dass bei heimischer Tertiana einmal ein grösserer Parasit mit vor­geschrittener Chromatinbildu ng ohne Pigmentbildung gesehen wurde (Taf. 1, 32).
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Was also heim TiTtianparasitcn mögfHch ist, ist es voraussiehtraquo; lieh noch eher bei laquo;li'ii kleinen Parasiten,
Seihst eine Trennung der eben erwähnten Parasiten von denen der Tertiana maligna erscheint noch nicht ganz s i ch e r be w lese n.
Die thatsächlich sich findende geringere Grosse der reifen Formen, die schwächere Pigmentierung, bezw. der gänzliche IVEangel derselben, die geringere Zahl der neu gebildeten jungen Parasiten lassen sich auch erklären aus einer beschleunigten vitalen Thätig-keit, bedingt durch für die Entwickelung der Parasiten besonders günstige lokale Verhältnisse.
Darnach wäre es möglich, dass die Quotidiana estivo-autum-nalen Typs bedingt ist durch Parasiten, die in etwa 24 Stunden ihre Entwickelung durchmachen. Eine gegenteilige Ansichl wäredie, dass sie bedingt wäre durch zwei Parasitengenerationen, die in je etwa 48 Stunden ihre Entwickelung durchmachen, von denen aber die eine von der anderen in der Entwickelung etwa 2 1 Stunden getrennt ist. Eine genaue Bestimmung der Entwickelungsdauer ist wegen ihres zeitweisen Verschwindens aus dem peri-pheren Blute mir nicht möglich gewesen.
jedenfalls ist es am richtigsten, wie wir es schon früher ge-thar., alle erwähnten kleinen Parasiten des estivo-autuninalen Typs vorläufig in einer Gruppe zusammenzufassen, eine verschieden lange Entwickelungsdauer von etwa 24 48, möglicherweise auch bis quot;]2 Stunden, aber zuzugeben. Fälle von noch kürzerer Entwickelungs­dauer als 2.\ Stunden habe ich nicht gesehen.
In klinischer Beziehung bieten die betreffenden Infektionen viel Gemeinsames. Dass ich die für Tertiana tnaligna in Italien angeb­lich charakteristische Fieberkurve durchaus nicht immer gefunden, ist schon früher erwähnt. Vergl. indess die Fieberkurven.
i. [)!(' sterilen Formen der kleinen Pai'nsiten.
Viel Gemeinsames bieten die sterilen Formen bei allen kleinen italienischen, wie auch den tropischen Parasiten dar. Schon an früherer Stelle1) habe ich eine Beschreibung vom Pan jener Gebilde gegeben.
Indess war trotz der zahlreichen von mir beobachteten Fälle von tropischer Malaria gerade das BeobachtungsmateriaJ an sterilen Formen seltener, speziell in Bezug auf die freien sphärischen Körper.
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Erst bei Recidiven von Kameruner Malaria In Europa wurden die sterilen Formen häufiger gesehen. Bei meinen Fällen von italic-nischer Malaria, bedingt durch die kleinen Parasiten, gehörten jene Formen zu den alltäglichen Dingen, In der grossen Mehrzahl han­delte es sicli indess um Kranke, die schon früher häufig Malaria­anfälle überstanden hatten.
Die Halbmonde (Taf. Ill, 17, 18; Taf. II, 26) sind bekanntlich 8 — 10 11 lange-, 2—3 //. breite, scharf konturierte Gebilde, in der Mitte mit einer Einkrümmung versehen, bald frei, bald noch um­geben von einer schmalen Zone des entfärbten roten Blutkörpers. Nicht selten sieht man noch eine feine bogenförmige Linie, welche an der konkaven Seile des Halbmondes die Schenkel desselben ver­bindet, und die als Rest des entfärbten roten Blutkörpers aufzufassen ist. Die färbe jener ausserordentlich charakteristischen Gebilde er­innert am ehesten an die der roten Blutzellen.
Von dem Vorhandensein einer Membran, wie sie Mannaberg annimmt, habe ich mich nicht überzeugen können.
Das oft sehr reichliche Pigment ist meist in der Mitte kon­zentriert. Eine Anordnung in Achterform, auf welche Mannaberg Wert legt, habe Ich selten gefunden. Vielmehr schien die Anord­nung der Pigmentkörnchen und -Stäbchen in der grossen Mehrzahl eine durchaus unregelmässige zu sein.
Zuweilen lag der Pigmenthaufen auch mein- in dem laquo;-inen Schenkel des Halbmondes als gerade in der Mitte. In seltenen Fällen bemerkte man in jedem Schenkel ein Pigmenthäufchen, be­ziehungsweise eine ziemlich gleichmässige Pigmentverteilung im ganzen Halbmonde. In meiner früheren Arbeit1) war gesagt, dass bei den fertig gebildeten tropischen Halbmonden eine Bewegung der Figur und des Pigments nicht hätte entdeckt werden können, Wenn man nämlich glaubt, doch eine gewisse' Bewegung des Halb­mondes bemerken zu können, so muss man immer die feinen Plasma­strömungen berücksichtigen, die in den Präparaten sich linden und zu Irrschlüssen führen können. Da der Halbmond oft verschieden lange Schenkel hat, trifft die Strömung auf verschieden lange I lebel­arme, und kann so eine langsam rotierende Bewegung resultieren.
Eine ganz ausserordentlich geringe Beweglichkeit des Pig­ments glaube ich zweimal in Grossetto im Verlaufe einer einstündigen Beobachtung gefunden zu haben, M a y n a rd-) sah in Ostindien
1)nbsp; nbsp;l. c.
2)nbsp; nbsp;Maynard, Notes on ihe examination of malarlftl blood. Indian med, gaz., 1895, S. 416.
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einmal in einem Halbmonde das Pigment in „rapid motionquot;. Ein ander Mai sah er ebenfalls deutliche Pigmentbewegung, während die Halbmonde selbst vorwärts oder rückwärts um ihr Zentrum rotierten, Vergl. weiter unten meine Beobachtung.
Nicht ganz selten beobachte ich in Italien, dass die Krüm­mung des Halbmondes so weit ging, dass sie eher einer A,bkni6kung gleichkam. Ms entstanden zwei mehr oder weniger gleich grosse leilstiieke, die nur noch durch eine dünne Verbindung^sbrücke mit­einander in Verbindung standen. Jedes der Teilstücke zeigte ein kleines Pigmenthäufchen. Mit der Fortpflanzung steht dieser Vorgang aber nicht in Verbindung. IVIannaberg hält das für möglich. Er ist, wie ich schon früher ausgeführt, hööhst-wahrscheinlioh in Parallele zu setzen mit den A.bschnü-rungen, die wir bei den sterilen Formen der heimischen Malariaparasiten kennen lernten. Wahrend bei meinen [#9632;quot;allen von tropischer Malaria die Pole der Halbmonde fast immer deutliche A.brundung zeigten, sah ich in Italien mehrfach auch eine ganz spitze A.usziehung, sodass rich­tige Sichel formen entstanden (Taf. Ill, [8).
Daraus eine Artversehiedenheit der betreffenden kleinen, zu Halbmonden ausgewachsenen Parasiten herleiten zu wollen, sehe ich mich nicht veranlasst. Ich sah auch Halbmonde, deren einer Poi abgerundet war, während der andere zugespitzt war. Ein oder beide Pole konnten auch seitliche Einbuchtungen zeigen, sodass eine kurze, mehr oder weniger spitze A.usziehung am Pöl-ende entstand. In seltenen hallen sah man auch kleinere Halb­monde von nur etwa 61/, ~ 11 Länge, Die jüngeren Formen waren im pcripheren Blute überhaupt nicht zu sehen, nur in inneren Organen, Ich komme auf dieses praktisch wichtige Moment noch spater zurück.
Die Ovale bieten auch in Italien dieselben Verhältnisse dar, wie die Halbmonde, abgesehen von ihrer bereits durch den Namen ausgedrückten anderen Gestalt, Einigemale näherte sich ihre Form schon der der freien Sphären (Taf, II, 27, 28; Taf, lil, .? 1).
Freie Sphären und Geisseikörper der kleinen Parasiten, In meiner früheren Arbeit sagte ich, dass bei Kameruner Malaria, Recidiv in Wilhelmshaven, freie Sphären mit ausserordentlich lebhaft beweglichen Pigment gesehen wurden, von demselben Aussehen wie die freien Sphären bei heimischer Malaria, nur durchschnittlich um die Hälfte bis ' ., kleiner als die letzteren, ebenso (ieisselformen. In demselben falle sah ich auch einige grössere, endoglobuläre, runde
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l'quot;nrnH'ii, i]iv etwa '/g-—quot;/j) des nicht vergTösserten, etwas abgeblassteti Blutkörpers erfüllten, von hyalinetn Aussehen und mit ausserordentlaquo; lieber Beweglichkeit des ziemlich reichlichen, bräunlichen, körnchen-förmigen Pigments, mit anderen Worten, noch endoglobuläre, sterile Formen. Ich knüpfte daran die Anschauung, dass die Sphären und Geisseikörper bei manchen Tropenfiebern im nativen Präparat von denen bei heimischer Tertiana nicht zu unterscheiden seien. Diese Ansehauunjr nehme ich als zu weitgehend zurück. Speziell ist die geringere Grosse der sterilen Tropenparasiten zu berücksichtigen. Eine Aohnlichkeit der beiden Formen werden wir indess in einem gewissen Stadium der Degeneration anzuerkennen haben. Die sterilen Sphären und Geisseikörper der italieni­schen est i vo-au l u m nal en Fieber unterschieden sich zweifel­los von den entsprechenden Formen bei Tcrtlana und Quar­ta na.
Wir bemerken bei den esth o-autumnalen Formen runde Gebilde, von etwa 8/4 bis ganzer Grosse eines roten Blutkörpers (Taf.III, 2o), Diejäussere Kontur wird dargestellt durch den Kami eines inficierten roten Blutkörpers. Derselbe wird bis auf eine meist äusserst schmale, hellere Randz( me eingenommen von dem runden, sehr scharf konturier-ten, meist homogen aussehenden; sterilen Parasiten. Sein Aussehen ist das von mattem, grauweissem Glase, im Centrum oder auch etwas excentrisch, liegt ein 1 laufchen ziemlich dicht zusammengeballten, bei­nahe schwärzlichen Pigments. Seltener ist das Pigment ganz un­beweglich, Meist zeigen i 3 Pigmentkörnchen neben dem grösseren Pigmenthäufchen liegend, eine stärkere Beweglichkeit. Zuweilen dehnt sich ihre Ortsbewegung bis zur Peripherie des Parasiten aus. Nicht selten ist eine kranzartige Anordnung des Pigments. Zwischen der Peripherie des Parasiten und dem Kontur des entfärbten roten Blutkörpers finden sieh oft 1-2 winzige, helle Kügelchen, die dicht nebeneinander liegeh, und die im ungefärbten Präparat keine Struktur erkennen lassen, Sie sind wohl als Reste des degenerierten roten Blutkörpers bezw. Abschnürungsprodukte des sterilen Parasiten auf­zufassen. In einem weiteren Stadium verschwindet der Kontur des roten Blutkörpers gänzlich, während die 1 — 2 erwähnten, knospen­ähnlichen Gebilde, die auch ungleiche Grosse zeigen können, der Peripherie der Sphäre' noch ansitzen können. Zuletzt lösen auch diese sich ab.
Neben den Formen mit unbeweglichem oder nur teilweise be­weglichem Pigment konnte ich, besonders in Material, das Leichen entnommen wurde, auch solche sehen mit Pigment, das im ganzen Parasitenkadaver lebhafte, tnückenschwarmähnliche Bewegung zeigte.
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Tn solchem Falle konnte man auch ganz kleine Sphären seilen von etwa V,—V;, Durchmesser eines roten Blutkörpers mit ebenfalls be­weglichem Pigment. Wir haben also bei diesen Parasiten in einem gewissen Stadium dieselben Verhältnisse wie bei den kleinen Sphären der heimischen Parasiten, die sieh durch Abschnürung von grösseren Sphären hilden (Taf. 111, 22).
Die Möglichkeit für die Zunahme der Pigment be wegung ist in der zunehmenden kadaverösen Erweichung ties frü­heren Parasiten /n suchen. Schliesslich werden die Bruchstücke von i.eukocyten aufgenommen,
Die Geisseiformen der kleinen Parasiten bieten, abge­sehen von den Geissein, die wir schon bei den Parasiten der hei­mischen Tertiana kennen lernten, nichts besonderes dar gegenüber den Sphären. Ich beobachtete Geisseiformen in Italien, ziemlich häufig, nie im sofort gehärteten und gefärbten Präparat, wohl aber öfter schon 1—2 Minuten nach Anfertigung des Präparates im lobenden Blute,
Auch bei ihnen kommen Abschnürungsvorgänge vor ganz wie bei den Sphären, ('eher den Zusammenhang der Halbmonde und der Sphären sind sich wohl alle Forscher klar.
Wie entstehen nun jene Gebilde?
Mannaberg1) nimmt, wie wir sahen, eine Entstehung der Halbmonde durch Pseudokonjugation zweier Parasiten in einem roten Blutkörper an, wodurch Dauerformen entständen,
Canalis glaubt, dass die kleinen Parasiten zu Halbmonden unter Umständen auswüchsen, die nach Umbildung zu runden Körpern sporulieren könnten. Golgi bringt die Halbmonde eben­falls zu den lang intervallären Fiebern in Beziehung. Zweifellos hat jene Theorie viel Bestechendes an sich, um so mehr, als die Halbmonde sich allerdings oft noch lange nach dem Aufhören eines Fiebers im Blute finden, und bei Auftreten eines neuen Fiebers sich scheinbar verringern, während junge Parasiten auftraten. Auch will man durch Infektion mit Blut, das angeblich nur Halbmonde enthielt, irreguläres Fieber erzielt haben-). Thatsächlich sah ich einige Male bei einem Rekonvalescenten von äthiopischer Malaria, einem italienischen Soldaten in Mantua freie Sphä­ren, bei denen eine Differenzierung des Protoplasmas ein­zutreten schien, indem eine Andeutung von helleren kreis. förmigen, k leinen Figuren, die neben einander lagen, zu
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2) (quot;aliiml 1 uccio, ciikn ibuh Mnnnaberg S. 64,
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bemerken war. Da ich Derartiges noch nicht beinerkt, glaubte ich auch schon einen neuen Anfall bevorstehendlaquo; da es sich um Teilungsvorgänge handelte, [ndess dieser An­fall blieb aus, In gleichzeitig gefärbten Präparaten war keine Spur einer Teilung des Chromatina zu sehen. Es trat auch kein Anfall ein. Es bandelte sich vielmehr um degenerative Vorgänge im Protoplasma des Parasitenkadavers, Derartige degenerative Pro­zesse werden Canalis zu dein falschen (Hauben verleitet haben, dass es sich hier um eine echte Teilung handele.
Auch die oben erwähnten Resultate von Impfungen mit halbmond-haltigem Blute beruhen auf irrigen Beobachtungen, Nicht die über­impften Halbmonde sind es. die in jenen hallen das später aus­brechende Fieber bedingten, sondern die einfach übersehenen, neben den I lalbnionden vorhanden gewesenen kleinen Parasiten, Mir selbst ist es mehrfach, namentlich anfangs, begegnet, dass ich die kleinen, ringförmigen Parasiten der Tropen lieber im ungefärbten Präparat einfach übersah.
Auch die Mannabergsche Anschauung von der Entstehung der Halbmonde durch Pseudokonjugation zweier Parasiten kann ich nicht gelten lassen.
Es gelang nämlich, im Knochenmark 11 Stunden nach dem Tode, ferner im Milzblut, das dem Lebenden entnommen wurde. neben jungen und erwachsenen Parasiten mit vollständig erhaltenem Chromatin, endoglobuläre Parasiten estivo-autumnalen Typs zu linden, die indes grosser waren als normal und auch eine reich­lichere Pigmentierung zeigten. Die infizierten Blutzellen hatten etwa normale (irosse. Das Pigment war zerstreut und scheinbar unbeweglich. Die Form des Parasiten war eine rundliche bis drei-eckige mit stumpfen Ecken oder auch eine langgestreckte (Tat. II. 24, 25, 26), Man sah alle Uebergangsformen von den lang­gestreckten zu den schon geschilderten Halbmondsformen, Im gefärbten Präparate sah ich zuweilen noch ein mehr oder weniger kompaktes Klümpchen von Chromatinsubstanz, das indess fast immer schon ein verkümmertes Aussehen hatte. Die achroma­tische Zone war noch mehr oder weniger ausgesprochen (Taf, II. 24), Der Umstand, dass sich also überhaupt im Halbmonde noch Chromatin nachweisen lässt. falls solches vor­handen, widerlegt am besten den Einwurf, dass es sich um encystierte Körper, bei denen möglicherweise die Färbemethode versagte, handle. Niemals lässt die innere Struktur im gefärbten Präparate auch nur im geringsten vermuten,
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(lass os sich um Gebilde handelte, die aus zwei Parasiten entstanden wären. In der Übergrosseti Mehrzahl der Fälle versehwin­det das Chromatin gänzlich. Es bleibt eine hellere Stelle übrig, die sich wie die achromatische Zone nicht färben lässt. bis auch diese verschwinden kann. Jetzt wird es uns auch klar, warum im gefärbten Präparat die Halbmonde vielfach nur an den Polen Färbung annahmen, während nach der Mitte ZU eine ungefärbte Stelle erhalten bleibt.
Jene ungefärbte Stelle würde darnach den angefärbt bleiben­den Stellen entsprechen, die wir zuweilen bei sterilen Formen der heimischen Parasiten trafen. Uebrigens giebt es auch chromatinloae Halbmonde, die sich vollkommen gleichmässig blau färben, ebenso wie es auch ganz gleichmässig gefärbte, chromatinlose Sphären der heimischen Parasiten giebt. Ob sich die Sphären der kleineu Parasiten auch schon primär als solche endoglobulär entwickeln, oder erst nach Umbildung aus den Halbmonden, ist wohl kaum von Wichtigkeit, Möglich erscheint mir beides.
An dieser Stelle mache ich auf eine vereinzelt gebliebene frühere Beobachtung aufmerksam. Ich sah nämlich, wie ein endo-globulärer, grosser, runder, mit beweglichem Pigment versehener, steriler Parasit sich in die Breite schnellte. Ks bildete sich die niereriförmige Figur des Halbmondes, an der konkaven Seite' überspannt von einer feinen bogenförmigen Linie, die durch den Rand des jetzt entfärbten roten Blutkörpers dargestellt war. Aus dem einen Pole des Halbmondes ergoss sich das Pigment in den hyalinen Kaum zwischen diesem Bogen und der konkaven Seite der Parasiten. Wie wenn er wieder aufgeschlürft würde, strömte es gleieh darauf wieder nach der Mitte des Halbmondes. Has wieder­holte sich fünf mal, während der Halbmond heftige zuckende Be­wegungen ausführte, wobei die Pole sieh einander näherten. Nach dem fünften Male blieb der Halbmond ruhig. Nach zehn Minuten war auch das Pigment in Ruhlaquo;1 (cl'r. oben die Mitteilung May-n ards).
Einer der Hauptunterschiede zwischen sterilen Formen der benignen und malignen Parasiten ist jedenfalls die eigenartige Starr­heit, welche das Protoplasma der Halbmonde und der entsprechenden Sphären, im allgemeinen, wenigstens anfangs zeigt, ausserdem die dunklere Farbe des Pigments1), Vielleicht übte dasselbe toxische Prinzip, welches die erstarrende Wirkung auf die infi-
i) In Kamerun wurden gelegentllfch auch endoglöbuläre, steril werdende Parasiten mit lebhaft hrucglichem, mehr bramilidiein Pigment gesehen.
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zierten roten Blutkörper ausübt, dlasolbe erstarrende Wirkung auch ans auf das Protoplasma des absterbenden Parasiten. Diese Starre ermöglicht es jenen Gebieten, ohne Orts­und Pigmentbewegung noch längere Zeit nach dem Aufhören des Fiebers im Blute ZU eirkulieren. jetzt wird es uns auch klar, warum noch so grosse l)igt;seii von ('hinin gegen dieselben vollkommen wirkungslos sind, lieber die Chininbehandlung in solchen {'allen noch später. Dass schliesslich doch eine kadaveröse Erweichung auftritt und dadurch in den Sphären ein Pigmentraquo; schwärmen ermöglicht wird, haben wir schon oben yesehen. in Rom hatte ich Gelegenheit, den Herren Celli, M archiafava, Big-nami, Bastianelli den Untergang des Chromatins in jenen Gäi bilden zu demonstrieren, und für das, was jene und auch Ich schon aus klinischen Gründen angenommen, den direkten Beweis zu er­bringen.
Den Beweis für die Sterilität jener Gebilde zu er­bringen, war die Klinik allein nicht im Stande. Damit dürfte jene lange umstrittene und praktisch wichtige Frage wohl ihren relativen Abschluss gefunden haben. Mein früher aufgestelltes Gesetz von dem gesetzmässigen Zusammenhängen zwischen Zu­nahme des Pigments und Abnahme der Virulenz trifft auch für die kleinen Parasiten mit ihren sterilen Formen zu. ebenso das Gesetz bezüglich des Verhältnisses zwischen Sterilität des Parasiten und Zunahme ihres Volumens.
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8. Klinische Bedeutung des Parasitenbetundes bei tropisolien bez. estiYO'autunuialen Fiebernlaquo;
.Schon von den Italienern ist hervorgehoben, dass der zuweilen auffallend geringe Parasitenbefund im peripheren Blute im Wider­spruch zu stehen scheine mit der bedrohlichen Schwere der kli­nischen Symptome, Ja es sind Fälle beobachtet, wo selbst die sorg­samste Untersuchung keine Parasiten im peripheren Blute erkennen Hess, und wo doch nach Ueberzeugung der Beobachter es sich um echte Malaria handelt1). Ich selbst beobachtete in (irosseto nur vier derartige Fälle, wo der Milztumor, die Übrigen klinischen Symptome, die prompte Wirkung des Chinins die Diagnose auf Malaria stellen Hessen, und wo trotz einiger Dutzende von Präparaten keine Para­siten zu entdecken waren. Es ist sehr möglich, dass man bei noch
i) dr. lt;ioigi, Suf les fievres malari ques estivo-autumnales de Rome 1. c.
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jrriKssorcr Reihe von Präparaten und Fortsetzung der Untersuchungen jene Mikroorganismen (Inch gefunden hätte, Man fand dann, dass jene Parasiten ihren Entwickelungsgang in überwiegender Menge sicher in inneren Organen durchmachen, wovon ich mich bei Sektionen Überzeugen konnte, Der Grund ist vielleicht, wie schon erwähnt, darin ZU suchen, dass jene kleinen Parasiten den roten Blutzellen bloss angelleitet sind im Sinne l.averans. Es ist klar, dass in den Kapillarnetzen dadurch Cirkulationshemmungen entstehen können. Andererseits ist auch die Möglichkeit hervorzuheben, dass die eigenartige Starre, welche die von den kleinen Para­siten inficierten Blutzellen erleiden, ebenfalls ein Hemm­nis für die Cirkulation abgeben kann.
Indes wäre es falsch, ans einer ausserordentlieh grossen Zahl von Parasiten im peripheren Blute auf eine besonders schwere In­fektion mit Sicherheit schliessen zu wollen. Sowohl In Kamerun wie in Italien sah ich Malariakranke, die trotzdem vor, während und nach dem Fieber eine geradezu gewaltige Menge von Parasiten im Fingerblute zu sehen war, doch durchaus nicht den Eindruck von Schwerkranken während des Anfalles machten. Es ist wohl zuzugehen, dass, wenn der Parasitenbefund auch im peripheren Blute ein reichlicher ist, auch die absolute Menge der Parasiten voraus­sichtlich vermehrt sein wird, da ja die inneren Organe so wie so eine Ueberfüllung mil Parasiten in solchen Fällen zeigen.
Eine relative Gerinfügigkeit der klinischen Symp­tome würde in solchen hallen zu der Annahme einer besonders entwickelten Schutzkraft des Organismus gegen das M al a r i a \ i r u s fuhren bez.w, einer geringeren Virulenz der Krankheitserreger, Andererseits fand ich in einem halle von Tertiana maligna in Grosseto mit ganz besonders reichlichem Parasitenbefunde, 30—40 zuweilen in einem Gesichts­felde, auch ganz, besonders bedrohliche Symptome, eine mit jedem Anfalle auftretende Herzdehnung, die mit jedem Anfalle zurück­ging1). Es nuisste daher nach dem zweiten Anfalle schon energisch Chinin gegeben werden. Im Allgemeinen wird es sicher geboten sein, sich bei reichlichem Parasitenbefunde des peripheren Blutes nicht auf die erwähnte, möglicherweise vorhandene Schutzkraft des Organismus oder etwaige geringere Virulenz der Parasiten zu ver­lassen, und die Infektion lieber als eine ernste anzusehen.
1) Vergleiche diirübcr mich G, Dock, Pernicious malarial Fever, The American Journal of medic, sclenses [894. Vol. CV1I, S, .580. Doselbsl ein ausseist lehrreicher Sektionsbefund,
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Wie schon früher hervorgehoben, hatte ich bei meinen Fällen von Tertiana maligna in Italien Gelegenheit, den jeweiligen Parasitenbefund mit dem jeweiligen Krankheits-stadium in Uebereinstimmung zu bringen ähnlich wie bei der Tertiana simplex. Die ganzen jungen Formen waren schon während des Anfalles in erheblicher Anzahl zu sehen, am Tage der meist nur kurz währenden Apvrexie die yrösseren Siegelring oder
bereits gerundeten kleineren Formen mit beginnender Pigment­ansammlung, vor und auch noch während des Beginnes des Anfalles, die grösseren, rundlichen, homogen aussehenden Formen mit Piglaquo; mentblock. Wie wir sahen, sind die letzteren Gebilde in Wirklichkeit schon weit vorgeschritten in der Entwickelung. Wenn auch das allerletzte Stadium sieh in inneren ( )rganen abspielte, so bieten doch die erwähnten Merkmale dem Beobachter die nötigen Handhaben für sein therapeutisches Eingreifen.
Was ich schon bei der gewöhnlichen Tertiana hervorhob, dassnur die Mehrzahl der zeitlich auf derselben Entwickelungsstufe stehenden Parasiten die jeweiligen Anfälle veranlasste, gilt auch bei der Tertiana maligna in Italien. Eine ganz gleichzeitige und gleichartige Knt-wickelung sämtlicher Mitglieder einer Parasiten generation findet sich eben nicht. Dieselben sind oft mindestens 12 —14 Stunden aus­einander liegend. Dies ist auch wohl der Grund für die oft ausser-ordentlich lange Dauer der Anfälle, sodass die Apyrexie zuweilen nur einige Stunden beträgt. Nach manchen Beobachtungen ist dieselbe zuweilen nur schwach angedeutet. Aber auch bei der Tertiana maligna in Italien kann man nicht immer mit Sicher­heit darauf rechnen, den ganzen oder doch fast den ganzen Knt-wickelungsgang der Parasiten im peripheren Blute beobachten zu können, da der grössere Teil derselben schon nach etwa der llälfte der Entwickelung die periphere blutbahn verlässt, um in inneren Organen die weitere Entwickelung durchzumachen.
In den [ihrigen Fällen von extivo-autumnalen und Tropen­fiebern war es mir nicht möglich, die Gesetze, die (iol^i für die Tertiana und Quartana aufgestellt, praktisch anwenden zu können, da die Parasiten eben relativ früh ans dem Fingerblute verschwinden. Andererseits wäre es direkt verwerflich, zu diagnostischen Zwecken für die allgemeine Praxis Milzpunktionen einzuführen, blos um die Endstadien der Entwickelung def Parasiten zu sehen und einen nahenden Anfall zu diagnosticieren. Eine Milzpunktion ist kein Ein­stich in die Fingerkuppe. Praktisch liegt die Sache so, dass man in der überwiegenden Mehrzahl dererwähnten Fieber während und gleich nach dem Anfalle eine Anzahl jüngster endo-
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nbulärcr Parasiten findet, welche einen Rücksohluss auf dic^ vorher stattgfehabte Reifung der kleinen Parasitenart
gestatten. Im Stadium der Ajivrexie findet man grössere
Ring-Siegelring- oder schon unregelniässige Formen. Die weitere Fntwickelung findet in inneren Organen statt. Wenn auch wirklich, wie es vorkommt, die Parasiten einige Stunden vor dem neuen Anfalle aus dem peripheren Blute verschwinden, so wird eine etwas später vorgenommene neue Untersuchung die kleinen Parasiten wiederfinden lassen, (Vergl, Fieberk. IV. V. VI. VI1. VII l.i
Ks kommt ja vor allen daran! an, zn wissen, ob es sieh über­haupt um Malaria handelt oder nicht. Diese Diagnose aus der Blut-untersuchung stellen /.u können, hat man bei genügender Ausdauer fast immer Aussieht.
Vor allem ergiebt die Blutuntersuchung die diagnos­tisch und prognostisch so überaus wichtige Thatsache, ob es sich um die grossen Parasiten der Tertiana, bezw. Quartana, oder um die kleinen Parasiten handelt.
Bei Fibris irregularis fand ich in Kamerun wie in Grosseto, im peripheren Blute die Parasiten mehrfach auf verschiedener Entwicke-lungsstufe, neben ganz jungen auch halberwachsenen mit den ent­sprechenden I lebergangsformen,
Sicherlich muss man F Plehn1) Recht geben, wenn er sagt, dass ein vollkommen typisches intermittierendes Fieber durch ver­kehrte Behandlung ZU einem irregulären gemacht werden kann.
Indess, man sieht auch Erstlingsfieber der Tropen, die trotz rein symptomatischer Behandlung von vorn­herein einen irregulären oder kontinuierlichen Charakter haben. In Kamerun zeigten an Bord der „Hyänequot; alle Erstlingsfieber in der überwiegenden Mehrzahl einen mehr irregulären Charakter, die Recidive durchgehend den intermittierenden Charakter der Pertiana oder Quoti-diana. Bei dem von mir erwähnten balle von typischer Quartana, Recidiv in Wilhelmshafen, hatte es sich vorher um Irregularis gehandelt. Xaturgemäss wird der Tropenar/t, der an Land prakti­ziert, in der überwiegenden Mehrzahl der halle Kccidive zu be­handeln haben, da die betreffenden Patienten langer dem mörderischen Klima, speziell Kameruns, ausgesetzt bleiben.
i) Ueber die praktisch verwertbaren Erfolge der bisherigen Htiologischen Mahiri.i-(ormimDg, Archiv f, Schiffs- u. Tropetgt;Hygienc, Bd. I, S. 384,
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Ks erglebt sich daraus oine Verschiedenheit des Beöbachtuiigsraquo; materials In den Tropen liiiquot; Landarzt und Schiffsarzt. Der ßrund dafür, dass im allgemeinen die milderen [ntermittenten mehr bei den Recidiven des estivo-autumnalen Typs vorzukommen scheinen, ist vielleicht in der grösseren Neigung der Recidive zu einer partiellen Spontanheilung zu suchen, Wir kommen darauf noch zurück,
Indcss, auch meine Fälle von [rregularis oder Continua heilten bei frühzeitiger und energischer Behandlung in kurzer Zeit. Die Steigerungen der T, hielten durchschnittlich höchstens ,, Tage an, nur in einem halle 5 Tage. Seihst _gt; Fälle von [rregularis, bezw. Continua, mit bedrohlichen Symptomen, wie Delirium, Herzschwäche, unstillbarem Erbrechen, fortwährenden Nasenblutungen und mit einer aussergewöhnlich reichen Zahl von Parasiten im peripheren Blute, gingen nach 2—3 g Chinin prn die in kurzer Zeit in Genesung über. Viel schwieriger gestaltete sich die Sachlage, wenn man ver­schleppte, unrichtig odor gar nicht behandelte Fälle zu sehen be­kommt. Solche sah ich in Grosseto bei Arbeitern, die z. T. schein Dutzende von Fiebern durchgemacht und sich selbst mit ungenügenden Dosen von Chinin zur unrechten Zeit behandelt. In solchen hallen ist der Fiebertypus fast immer irregulär, der Parasitenbefund meist ein spärlicher, der Verlauf ein äusserst hartnäckniger, die Anämie deutlich ausgesprochen. In diesen Fällen hat es gar keinen Zweck, die Chinindosen zu häufen. Im Gegenteil man wird durch übertriebene Chinindosen nur schaden. Ich komme im fol­genden Abschnitte darauf noch zurück.
Findet man Halbmonde, Ovale, Sphären, Geisseikörper, so kann man sicher sein, dass die Infektion scheu eine Zeitlang besteht, da ja. die kleineu Parasiten sich erst in jene Gebilde umwandeln mussten. Bei energischer Behandlung scheint es, wie erwähnt, wenig oder gar nicht zur Halbmondbildung zu kommen. Insbesondere weniger bei Erstlingsfiebern. Ueber die Bedeutung der Halbmonde in therapeutischer Beziehung siehe unten.
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!). BeeitiflnsBiing der Parasiten durcli Einwirkungen irgend welcher Art mit therapeutischen Bemerkungen.
A. Durch Tod des Patienten. I'iei den von mir ausgeführten Sektionen bei Fällen von Perni-
ciosa laud ich ir bezw. 14 Stunden nach dem Tode in ungefärbten Präparaten aus inneren ()rganen die endoglobulären Parasiten ruhend.
Ztomann, Uobor Muturin etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;R
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Die amöboide Bewefflichkoit der Parasiten scheint also an die Lebens-fählffkeit des Wirtes gfebunden zu sein, in diesem Falle an die Lebens­fähigkeit der roten Blutzellen, Die sterilen Formenj die Sphären,
zeigten dagegen, ganz im Gegensatz zu der Anschauung .Manna-berg's z. T, eine lebhafte Molekularbewegung des Pigments, Diese Erscheinung steht auch vollkommen im Einklänge mit den von mir früher dargelegten Anschauungen Über die Natur der sterilen Formen.
Interessant ist das Verhalten im gefärbten Präparat. Wie wir früher sahen, zeigt das Chromatin der kleinen gefärbten Parasiten oft die mannigfaltigsten Formen, Stäbchenformen mit Abschnü­rungen etc.
Nach dem Tode des Patienten wird das Chromatin-klümpchen rundlich, ohne indess, wenigstens nach ij Stun­den, an Färbbarkeit elnzubüssen, Letzteres wohlverstanden bei Anwendung der spater zu schildernden Färbemethode, (Vergleiche die Parasiten ans Milzblut einer Leiche, Taf, II, 22.)
Auch die bei der Teilung des Chromatlns entstehenden Figuren zeigen rundliche Formen. Die ausserordentlich zierlichen Ring­formen, die wir im lebenden Blute sehen konnten, sind verschwunden. Der Protoplasmarlng schrumpft zusammen und wird dicker, oder aber das Protoplasma nimmt überhaupt statt der Ring- die Scheibchenform an. Das Chromatinklümpchon bleibt in der Nahe der Peripherie, wird jedoch nie excentrisch.
Die Page der (quot;hrom utinklü mpehen in den fertigen Teilungsformen um den Pigmentblock herum ist eine regelmässige. So kam es, dass ich z. !gt;. in der Pia mater und im Knochenmark Rosettenformen fand (Taf. 11. Fig. 23). Die Ge­stalt der neugebildeten Chromatinklümpchen der jungen Parasiten war ebenfalls meist eine rundliche. Mir erscheint das als ein äusseres Zeichen darin', dass die frühere lebhafte, aktive Thätigkelt des ('hr 0111 at ins nachgelassen oder aufgehört hat.
Diese Untersuchungen werden an noch alteren Leichen fort­zusetzen sein, um die weitere! Degeneration der Parasiten in der Leiche verfolgen zu können.
B. Beeinflussung der Parasiten durch Konservierung von Malaria­blut in Blutegeln.
Um die Veränderungen, die die Parasiten ausserhalb der menschlichen Blutbahn eingehen, zu studieren, setzte ich einer Anzahl von Patienten je 4—6 Blutegel am linken Oberarm an. An jedem
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der folgenden oder zweitfolgenden Tage untersuchte Ich immer das Blut je eines Blutegels und /war im gefärbton und ungefärbten Präparat. Vor dem Ansetzen der Blutegel war natürlich zur Kon-
trole auch das Blut des Patienten geprüft wurden, dem das Blut
entnommen wurde. Die Aufbewahrung der Blutegel erfolgte in Wasser, das täglich erneuert wurde. Eine weitere Ausdehnung der Versuche, vor allem auch [nfektionsversuche mit dem parasitenhaltigen Blutegelblute, die sehr wünschenswert waren, mussteii leider aus ausseren Gründen unterbleiben, Vergleiche darüber auch Sacharoff1), Thayer8).
i. Fall \'(iii Quartana, Blut enthält zur Zeit dor Entnahme mehr oder weniger ausgebildete Teilungsformen.
Blutegelblut 24 Stunden später zeigt die Teilungsformen scheinbar grösstenteils erhalten.
Blutegelblut nach 3X24 Stunden. Dieselben Formen. Indoss die erwachsenen, bez. in Teilung begriffenen Formen etwas glasig. Chromatin der Parasiten noch färbbar.
Blutegelblut nach 5X24 Stunden. Parasiten hyalin, rund­lich, Teilungen nicht mehr zu erkennen. Pigment klumpig, meist in [ 5 dickere Klümpchen koncentriert.
Blutegelblut nach 7x^4 Stunden. In dem sehr veränderten Blute Parasiten nicht mehr mit Sicherheit zu erkennen.
2.nbsp; nbsp;Fall von Tertiana duplicata (Helgoland). Blut enthält zur Zeit der Entnahme eine Anzahl halberwachsener und Teilungs­formen.
Nach 24 Stunden im Blutegel: Parasiten z.T. etwas glasig aussehend, noch endoglobulär. Chromatin noch gut, Proto­plasma bei einem Teile der Parasiten kaum noch färbbar.
Nach 2X24 Stunden, Parasiten im ungefärbten Präpa­rate noch glasiger aussehend wie oben. Sonst derselbe Befund.
Nach 1X24 Stunden. Parasiten nur noch an dem Pig­ment erkennbar,' im gefärbten Präparate nicht mehr nach­weisbar.
3.nbsp; nbsp;Fall von Malaria estivo-autumnalis (Quotidian. Typ.), Blut entnommen im Fieberabfall, zeigt eine Menge endoglobulärer kleiner Parasiten in Ringelchenform, Das Chromatin derselben körn- oder stäbchenförmig-, /. T. mit Abschnürungserscheinungen.
1)nbsp; nbsp; Ueber den Einfluss dar ICftlle aul die Lebenafühigkeit der Mnlarlaparasiten. Centralbl. 1. B, u. Panraquo;., 1894, Bd. XV, s. [58,
2)nbsp; nbsp;1. c.
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Blutegelblut nach -'i Stunden zeigt die Ringelchen noch vollkommen gut erhalten, Chromadn noch gut färb­bar, auch die Protoplasmaleiber.
Blutegelblut nach jX2 i Stunden. Die ringförmigen Parasiten zu einem kleinen Teile schon extraglobulär, Man sieht das Chromatin /. T. noch In Stäbchen-, meist aber in Körnchenform, Protoplasma schon weniger färbbar.
Nach 3X-'i Stunden. Die Mehrzäh] der Parasiten extraglobulär, Chromatin kornförmig, Protophisma kaum noch färbbar, Ringform ersetzt durch Scheibenform,
Nach ,sgt;lt;-'i Stunden, Parasiten extraglobulär. Nur noch die rundlichen Chromatinkörner mit Sicherheit zu er­kennen. 4. Kali von Tertiana maligna in [tauen, Blut, entnommen im Fieberabfall, zeigt eine Menge kleinster endoglobulärer kin^vldu'nfnrmen, ähnlich wie bei Fall 3,
Blutegelblut nach 24 Stunden. Die kleinen Ringelchen, wohlerhalten, entsprechend hall 3,
Blutegelblut nach 3X24 Stunden. Parasiten stark licht-brechend. Statt der Ringelchen- herrscht die Scheibenform vor. Viele Parasiten jetzt extraglobulär, Protoplasma der Parasiten meist nicht mehr färberisch nachweisbar. Chro­matin kornförmig, noch gut färbbar,
Blutegelblut nach 1x21 Stunden. Alle Parasiten extra­globulär. Protoplasma nicht mehr nachweisbar, Chromatin kornförmig, noch stark gefärbt, im ungefärbten Präparate stark lichtbrechend. Keine Ringelform mehr nachweisbar,
Blutegelblut nach 6X24 Stunden, Befund wie oben,
Blutegelblut nach 8X24 Stunden wie nach |X2 1 Stunden.
Aus diesen Versuchen, die allerdings der Wiederholung und Nachprüfung bedürfen, scheint mir hervorzugehen:
1. dass die Parasiten sich grossenteils bis 2i) Stunden im Blutegel konservieren lassen, ohne scheinbar morphologisch sich zu verändern,
2.nbsp; dass (due weitere Entwickelung innerhalb des Blutegels nicht stattfindet, im Gegenteil von einem bestimmten Zeitpunkte an ein degene­rativer Process.
3.nbsp; dass das Chromatin länger färbbar bleibt bei
diesem Experiment als das Protoplasma des Pa-
rasi ten.
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|. (lass die jungen Parasiten des estivo^autum-nalen Typus nach 2 3x21 Stunden anfangen, lt;'in extraglobuläres Dasein zu führ en.
I Jicsc letztere Erscheinung kann man mit mindestens demselben Rechte wie auf das etwaige Zugrundegehen inficlert gewesener roter Blutzellen auch darauf zurückführen, (.lass die Parasiten die Verbindung mit den alterierten Blutzellen selbständig aufgegeben
haben. Bei der Annahme, dass die kleinen Parasiten den roten Blutzellen nur angeheftet sind, hatte das nichts Unwahrscheinliches an sich.
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C, Beeinflussung der Parasiten durch Phenocollem hydrochloric.
Schon an anderer Stolle1) wurde erwähnt, dass ich das Phenoe, hydrochl. bei Fällen von Tropenfieber ohne den geringsten Erfolg versucht hätte. Da in Italien diesem Heilmittel eine Anzahl von Lobrednern8 '') erstanden ist, speziell in Bezug auf Quartana, nahm ich die Versuche wieder auf, und zwar unter gleichzeitiger Blutkontrolle der Patienten. Meines Wissens hatten das die betreffenden italienischen Beobachter nicht gethan. Ich wandte das Ph. h v d r. hei allen Fieberarten an, ohne irgend einen Erfolg. Allerdings wurden nur solche Fälle ausgesucht, die bei der Blutuntersuchung eine Neigung zur Spontanheilung nicht zeigten, bei denen also keine zahlreichen sterilen Formen auf­traten. Bei einem halle von (Juartana entwickelte sich, trotz 2 g Ph. hydr. pro die, die betr. Parasitengeneration weiter. Die Symptome des erwarteten Anfalles wurden zwar durch das weiter gereichte Mittel unterdrückt, und blieb die T.Steigerung aus. In­des die Infektion, d. h. die Entwicklung der Parasiten, ging ihren Gang ungestört weiter. Der dann folgende An­fall war trotz des immer weiter gereichten Mittels heftiger wie die früheren. In Fällen von Tertiana und estivo-autumnaler Malaria wurden
II
1)nbsp; nbsp;Ziemann, I. c.
2)nbsp; nbsp;[ntorno alle applicozioni leropeutlche dello Idrochlorato di (euocolla, Kivista sintetica. Vittoria dall' Oliv, Bologna 1895.
3)nbsp; nbsp;Le chlorhydrate de ph^nocolle specific|ue contre lea fifevrea palustres. Dali' Oliv. Bologna iS'j/.
p La fenocolln nella malaria. Giovanni Villanl. Rassegna medica dl Bologna. No. 16. Anno IV, 1897,
5)nbsp; nbsp;tntomo alia (Mira delle febbri paluatri, Tito Modonesi, 1896, Bologna^
6)nbsp; nbsp;Contributo all'azione antimalarica dell' Idrocbiorato di lenocolla pel Ginto Ki^lii. Rassegna medica iti Bologna 1895raquo; Anno III. No. ii u, 12.
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nicht einmal ililt;' Symptome der A.nfälle unterdrückt, [ch gflaubo daher, vor Experimentieren mit jenem A.rzneimitte] warnen zu müssen, siic/icil bei estlvo-autumnalen Fiebern, bevor man nicht versucht hat, durch eine rationelle Chlninthorapie etc. der Infektion
I [err zu werden.
Das Phenocoll, das enge Beziehungen zum Phenacetin hat und
,111 Stelle des Radikals Acetyl COCH8, die Gruppe COCll,, \'il.. enthält, ist, wenn Oberhaupt, jedenfalls ein sehr viel schwächeres Protoplasmagift bei Protozoen als das Chinin. Es scheint das auch aus den vergleichenden Untersuchungen Mossos und Faggiolis1) hervorzugehen. Dieselben verglichen die Wirkungen von Phenokoll-und Chininlösungen auf Paramaeclum aurelia (Ehrenberg), Euglena viridis, Rotiferen etc,
D. Beeinflussung der Parasiten durch Methylenblau.
Von jeher ist es das Bestreben gewesen, neben dem spezifisch wirkenden Chinin andere Mittel /.ur Bekämpfung der Malariaparasiten zu finden. Seit den Veröffentlichungen Ehrlich's und Gutt-mann's9) über die Wirksamkeit des Methylenblau hat man dasselbe von verschiedenen Seiten8 ') empfohlen,
Grawitz5) sah dagegen von Methylenblau keinen günstigen Erfolg, ebensowenig K Plehnquot;),
In meinem früheren') Aufsat/e sagte ich, ich hätte bei An­wendung von Methylenblau nicht den Eindruck gewonnen, dass die Parasiten von heimischer und tropischer Malaria durch Methylenblau schneller abgetötet wurden als durch ''hinin. Mein Beobachtungs­material in Bezug auf Methylenblau war damals nur ein geringes. Vor allem halte ich noch nicht gelernt, die richtige Auswahl der Fälle zu treffen, um die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit des Mittels beweisen zu können. Schon damals erwähnte ich das
i) Sui faction physiologique lt;lii Phenocolle par Ugolino Mosso e Fausto Faggloli-Archives [taliennes de biologie, i^')\. Bd. XX, S, 161,
2)nbsp; nbsp;P. Guttmann, CTeber die Behandlung dor Malaiin mil Methylenblau. Deutsche ni',1. Wochenschr., 1893, No, 1, p. 2$.
3)nbsp; /. li, Blatteis, Ueber das Methylenblau (Merk) lquot;i Malaria. Therap. Monatsh. Jan, 1S95.
.|) Bonrdillon, Revue medicale, i8ga, Sep. pag, (iigt;5.
5)nbsp; Grawltz, Ueber Blutuntersuchungen bei ostafrikanischen Malariaerkrankvmgen, Berlin, klin. Wochenschr., i^uz. No. 7, pag. 138,
6)nbsp; K, l'hhn, Ueber das Schwarzwasserfieber an der afrikanischen Westküste. Deutsche med. Wochenschr., 1895, No, 25, 2(1 u. 27.
7)nbsp; Ziemann, Ueber Blutparaslteu bei heimiacher und tropischer Malaria. Centralbl, f, Bact, u, Parasitenk., 189(1, I'd. \.\, No. 18/19.
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Auftreten von A-ppetitlosIgkeit nach Einnahme von Methylen­blaukapseln, ein Umstand, der gerade In den Tropen das Mittel mit grosser Reserve betrachten Hesse. Ein für die Praxis nicht unerhebliches Moment ist auch die Blaufärbung des Urins, Wer
den Charakter des Negers kennt, wird es begreiflich finden, wenn ich sage, dass zwei Neger beim Anblick des mit einem Male blau gefärbten Urins mich für einen ganz bösen Zauberer hielten. Jedenfalls fassten sie ein grosses Misstrauen gegen die „schlechte Medizinquot;. Aehnliehe Erfahrungen machte ich in der Beziehung bei einigen armen Landarbeitern in Italien, dies, trotzdem ich vorher auf die Blaufärbung des Urins aufmerksam gemacht hatte.
Herr Geh. Med.-Rat Prof. Ehrlich, der von meinen früheren Untersuchungen Kenntnis erhalten, forderte mich auf, dieselben in Italien wieder aufzunehmen und gab mir zu diesem Zwecke aus­reichende Mengen von Methylenblau med, pur, und Neu-Methylen-blau der Firma Casella in Frankfurt a, M. mit.
Aeetyl-Leueo-Methylenblau, das mir ebenfalls mitgegeben wurde, kam nicht zur Anwendung,
Nun hatte ich bei Untersuchung der zahlreichen Malariafälle die Beobachtung gemacht, wie ausserordentlich häufig die Spontan­heilung aller Malariafieber vorkommt, d. h. besonders bei den Keci-diven, Diese sogenannte Spontanheilung ist so zu verstehen, dass 2 bis mehrere Fälle vorkommen, die allmählich .schwächer werden und zuletzt ohne Chinin verschwinden, um nach kürzerer oder längerer Zeit wieder aufzutreten. Eine definitive Heilung ohne Chinin wird also nicht oder selten erzielt. In diesem Sinne ^quot;ibt es nicht nur bei den tropischen Fiebern, sondern auch bei Tertiana und Qartana eine Spontanheilung, und kann ich das durch Krankengeschichten erhärten (cfr, Fieberkurve ill). Es sind das l'quot;älle. wo man bei Tertiana und Quartana zu einer Zeit noch Parasiten mit beweglichem Pigment findet, wo die Pigmentbewegung schon längst hätte aufhören müssen, wo sich mit anderen Worten schon vor dem Fieberanfalle eine Anzahl der grossen sterilen Formen im Blute linden. Diese Fälle sind daher bei Versuchen aus-zuschliessen, ebenso jene Fälle von estivo-autumnalen oder Tropenfiebern, bei denen sich eine Menge steriler Formen wie Halbmonde etc, im Blute finden. Diese letzteren Fälle heilen, namentlich bei Klimawechsel und besserer Ernährung, nicht selten spontan in dem oben erwähnten Sinne. Dass man anderer-
n 1. c.
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seits äusserst hartnäckigfe [nfektionen finden, hf] denon sich monate­lang1 auch die Halbmonde im [ilute finden, weiss ich sehr wohl,
Es kam mir daher darauf an, vvennmftglich Erstlingsfieber aus­zusuchen, bei denen die Blutuntersuchung ililaquo;' Neigung zur Spontan­heilung ausseiili iss, oder wenn es sich um Recidlve handelte, wenigstens nur solche auszusuchen, bei denen seit Wochen und Monaten zur bestimmten Zeit immer aufs neue Anfälle auftraten, Diese auf vorhergehender Blutuntersuchung beruhende kritische Auswahl der halle ist, heim Ausprobieren der Methylenblautherapie meines Wissens noch nicht geübt worden. Von einem dem ('hinin ebenbürtigen Ersatzmittel muss man verlangen, dass es bei sachgemässer Anwendung auch die nicht zur Spontanheilung führenden Erstlingsfieber heilt, auch wenn der betreffende wie bisher unter ungünstigen Ver­hältnissen weiterlebt, Eine Erstlings-Tertiana und Quar­tana heilt bei rationeller Chinintherapie prompt, auch wenn im öbrigen die Pflege und Ernährung noch so dürf­tig sind, l)ie.se Voraussetzung erfüllte das Methylenblau nicht. wenigstens in meinen hallen nicht, [ch wandte das AI. in Italien je 3mal bei Tertiana, Quartana, lerner bei den estivo-autumnalen Fiebern an. In Einzeldosen vigt;n 0,1 g bis 0,3 g und in Tagesdosen von 0,9 steigend bis j.u g und /war in Gelatinekapseln, ohne eine Einwirkung auf die Parasiten und damit auf den Gang der Infek­tion zu erzielen.
Ks ist sehr gut möglich, dass ich bei weniger kritischer Aus­wahl der Fälle die Kasuistik in Bezug auf die Wirksamkeit des Methylenblau noch sehr hatte vermehren können. Man darf nicht vergessen, dass schon der ETospitalaufenthalt an sich die Wider­standskraft des armen italienischen Arbeiters bedeutend stärkt und in seinem Endeffekt allein schon einigen Gramm Chinin gleichwertig erscheint. Aus diesem Grunde kann ich mich auch durch noch so imponierende Zahlongruppierungen und Statistiken vorläufig nicht von meinem Standpunkte abbringen lassen.
Ausserdem war zuweilen das Gefühl der Strangurie, trotz Ver­abreichung von Muskatnus, sehr lästig, Appetitlosigkeit stark, Er­brechen nicht selten.
So kam es, dass selbst die mit oft rührender Geduld begabten italienischen Arbeiter mich baten, von jenem Mittel abzusehen.
Dieselben Erfahrungen machte ich mit Neutnethylenblau bei derselben Amvondunysweise und bei derselben Dosierung. Länger als drei Tage kam das Mittel gewöhnlich nicht zur Anwendung.
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Meine Angaben gelten also nur für eine energische Methylen-blauverabreichung, die während weniger Tage ausgeübt wird. Ueber eine durch Wochen sich erstreckende Verabreichung kleinerer Methylenblaudosen von o,,| 0,6 pro dilt;- habe ich keine Erfahrungen. Man liiii darüber günstige Resultate gemeldet in Fällen, wo Chinin angeblich erfolglos angewandl war. Dass Methylenblau imstande sein sollte, schliesslicli nach und nach Formen, die so wie so zuletzt steril werden würden, abzutöten, ilas will ich nicht bestreiten, Bei einer länger andauernden Erprobung des Methylenblau sind aber gleichzeitig vorgenommene, exakte Blutuntersuchungen unerlässlich. Nur dann können wir erfahren, ob das Methylenblau nach und nach auch voll­kommen normal entwickelte Parasiten abtötet, oder nur sterile, oder auch solche die sich in ei nein Zustande verminderter I .ebensfähigkeit be­finden. Wir dürfen nicht vergessen, dass die letzteren und ste­rilen Formen gerade bei den hartnäckigen Fiebern oft einen bedeutenden Bruchteil der Parasiten im Blute ausmachen'
An anderer Stelle hatte ich früher erwähnt, dass man sich die kleinen Parasiten des Kameruner Fiebers im lebenden Präparat zu­gänglicher machen könnte durch Zusatz von verdünnter Methylen-blaulösung. Häufige Nachprüfungen bei esttvo-autumnalen Fiebern führten zu dem Resultate, dass es sich in den obenerwähnten Fällen um Parasiten gehandelt haben muss, die dem Untergange geweiht waren. Die entwickelungsfähigen, ringförmigen, endoglo-bulären Parasiten der estivo-autumnalen Fieber nehmen im lebenden Präparate die Färbung durch Methylenblau-losu n g n lebt an,
Ich hin weil davon entfernt, derartigen Experimenten, bei denen das Alitlel auf die Parasiten unter nicht natürlichen Verhält­nissen einwirkt, eine beweisende Kraft beizumessen. Indess die Thatsache, dass das Methlenblau im lebenden Präparat sehr leicht die Sphären färbt, also absterbende Formen, ferner die Thatsache, dass im gehärteten Trockenpräparat sämtliche Parasiten sich sehr leicht färben, lä.sst die Wirkungslosigkeit das Methylenblau in der Blutbahn des lebenden Patienten vielleicht eher verständlich er­klären. Wenn übrigens auf das lebende Präparat das Methylen­blau längere Zeit eingewirkt hat, gehen die Blutelemente zu Grunde, und kann dadurch mittelbar auch eine kärbbarkeit der Parasiten erzielt werden. Vergleiche darüber später die Färbeme-thode Grassis und Felettis,
Euchinin ist bis jetzt nicht zur Anwendung gelangt. Die viel umstrittene Frage der Einwirkung des Arsenik auf die malarische Infektion will ich hier nicht berühren. Ein direkter Kintluss des
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Arsenik auf dilaquo;1 Malariapiirasilcn seihst liegt jedenfalls nicht vor, wie ich mich durch Blutuntersuchungen zu Überzeugen geglaubt,
E. Spontanheilung.
Das Zustandekommen der Spontanheilung und die dabei ent­stehenden sterilen D'ormen haben wir schon früher gestreift, Ueber den näheren Mechanismus sollen die Untersuchungen noch fortge­setzt werden.
Ob es die von den Parasiten seihst gebildeten Toxine sind, die einen Teil der Parasiten entweder direkt oder durch Schädigung ihrer \\rirte steril machen, oder ob der ()rganismus selbst die die Parasiten abtötenden Stoffe bildet, ist mit Sicherheit noch nicht aus-zumachen. In Bezug auf das Schwarzwasserfieber Kameruns nimmt A. Plehn1) an, dass die Parasiten zu Grunde gehen an den Folgen ihrer eigenen Thätigkeit, durch Vernichtung ihrer Wirte.
Jedenfalls ist der Vorgang des Ahslcrhens der Para­siten bei Spontanheilung verschieden von der Abtötung, wie sie durch Chinin erfolgt. Darüber weiter unten.
Den Leukocyten, denen einige Beobachter wie Golgi und Metschnikoff bei Spontanheilung ('ine Rolle zugewiesen haben durch Annahme von Phagocytose, vermag ich in dieser Beziehung keine Bedeutung beizumessen.
Niemals ist, es mir trotz einer sehr grossen Reihe von Präparaten gelungen, in sofort gehärteten Präparaten Leu­kocyten zu finden, welche wohl entwickelte, chromatin-haltige Parasiten der menschlichen Malaria eingeschlossen gehalten hätten. Und wenn Bignami und Bastianelli eine Abbildung gehen von einem l.eukocvten, der angeblich eine ganze Anzahl junger Sporen aufgenommen, so bezweifle Ich his jetzt, dass es sich um wirklich fortpflanzungsfähige junge Parasiten gehandelt. Bei Anwendung der zu schildernden, spezilisch zu nennenden Färbe­methode wird sich der Beweis dafür bei eventuellen Nachprüfungen erbringen lassen. Wenn im lebenden Präparat unter dem Mik­roskop die Leukocyten sich allmählich thatsächlich der Parasiten bemächtigen, so 1st das noch lange kein Beweis für ihre Bedeutung als Heilfaktor.
Im lebenden Präparate befinden sich die Parasiten unter vollkom­men anomalen Verhältnissen, welche das allmähliche Absterben herbei­führen. Uebrigena sah ich auch im lebenden Präparat, wie zuerst
l) Beiträge zur ICenntnls von Vorlauf und Behandlung der tropischen Malaria In Kamerun. Berlin 1896.
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die sterilen Formen, Insbesondere die Sphären und Geisseikörper von den Leukocyton umfiossen wurden. Speziell das häufig beobachtete Umflossenwerden der Geisseikörper gehört zu den interessantesten mikroskopischen Beobachtungeni
Auch die unzweifelhaft während und einige Zeit nach dem .Anfalle zu beobachtende Leukocytose hat mit der Bekämpfung der Parasiten seihst gar nichts zu tlum. wenigstens nicht unmittelbar1). Ob die Leukocyten wahrend der Periode der Leukocytose die Stoffe produzieren, welche das Sterilwerden vieler Parasiten be­dingen, ist noch nicht ausgemacht.
Die Leukocyten nehmen dagegen, wie schon erwähnt, die ste­rilen Formen bez. Parasitentrümmer und das Pigment der Teilungs-formen auf. IVhor das Verhalten der einzelnen Leukocytenarten im Malariahlute, sowie der Blutplättchen werden die Untersuchungen noch fortgesetzt. Die Angaben der Autoren schwanken darüber his jetzt noch ganz ungemein.
Kr wäh neu s we rt war vielleicht eine geradezu auf­fallende Vermehrung der Blutplättchen in einigen Fällen von lange Zeit bestehender Quartana und Irre-gularis sowie in Präparaten von in Blutegeln aufbe­wahrtem Malariablute. Vor der Aufsaugung durch die Blut­egel hatten sich in dem betreffenden Malariahlute nicht entfernt so viele Blutplättchen befunden, und müssen zweifellos dieraquo; Blutegel für jene Vermehrung die Veranlassung gegeben haben. Die weitere Erörterung dieser Interessanten Thatsache würde uns hier zuweit führen: Cfr. im Abschnitt „Färbemethodequot; den Absatz über Blut­plättchen.
Eosinophile /.eilen fand Ich durchaus nicht immer, wie (ira-witz3), vermehrt. Eine diagnostische Bedeutung habe ich ihnen bis jetzt bei der Untersuchung des Malariablutes nicht heiniessen können.
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F. Beeinflussung der Parasiten durch Chinin.
Während bei der Spontanheilung das Chromatin der Parasiten schwindet und darauf auch die anderen schon beschriebenen charakteristischen Verändernngen im Parasiten eintreten (Zunahme des Volumens, Zunahme
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ii Vergleiche darüber! Dr. Loewy und Dr. 1'. Fr, Richter, Ueber den Einflusa von Fieber und Lenkocytose auf den Verlauf von Infektionskrankheiten. Deutsche med. Wochensdiv., 189;;, No. 5, S. 240.
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des Pigrhents etc.), wird nach meinen Untersuchungen durch ( hinin In erster Linie der Pifotopastnaleib des Parasiten betroffen. Das Chromatin wird scheinbar erst durch die Zerstörung des Protoplasma in Mitleidenschaft gezogen. Dass die Parasiten selbst von dem Chinin zerrissen werden, ist eine schon durch Binz' #9632;) erkannte Thatsache, nichl aber, dass die ein/einen Bestandteile des Parasiten sieh verschieden verhalten gegen die Ein­wirkung des Chinins.
Betrachtet man /.. !'gt;. ein nach unserer Methode gefärbtes Prä­parat von gewöhnlichen Tertianparasiten am Tage der A.pyrexie, nachdem etwa sechs Stunden vorher Chinin gegeben ist, so beob­achtet man eine ganze Anzahl endoglobulärer, ' :1 '/„ erwachsener Parasiten, deren Protoplasmaleib in lauter einzelne, unregelmässig gestaltete Teilstücke zerrissen ist. Dieselben Hegen über das ganze inficierte rote Blutkörperchen zerstreut. Bei Metinylenblaufärbung1 zeigen sie einen graublauen Farbenton (Taf. I, 44, 45, 46). l)as Chroma tinkl ümprhen zeigt scheinbar zunächst dasselbe Aussehen wie in dem nicht mit ('hinin behandelten Blute. Audi die achromatische Zone war oller noch erhalten. Im nicht mit Chinin behandelten Malariablut ist der Zusammenhang des ganzen Parasitenleibes gewahrt Nur das Chromatin hat beim Tertianpara­siten häufig eine excentrische Lage, wie ohne Zusammenhang mit den Übrigen Parasiten. Indes nicht alle der in diesem Stadium befindlichen Parasiten, die dem Chinineintlusse unterworfen waren, zeigen ebenso starke Veränderungen. Bei manchen sieht man kaum eine oder scheinbar gar koine Veränderung, Ob diese letztere Kr-scheinung beruht auf besonderer Widerstandsfähigkeit der betreffen­den Parasiten oder einer besonderen Konstitution der inlicierten roten Bhitzellen, vermag ich nicht zu sagen. Je weiter der Parasit In der Entwickelung fortschreitet, desto schwieriger wird es, die zerstörende Wirkung des Chinins wahrzunehmen,
( iiebt mau das Chinin so. dass die I lauptwirkimg desselben in die
Zeit der Hauptthätigkeil der Chromatinteilung fällt, so geht die Knt-wickelung der Parasiten ruhig weiter, d. h. die Teilung des Chromatin schreitet fort, Damit ist nicht gesagt, dass das noch in Cirkulation befindliche Chinin nicht die jungen Parasiten zu beeinflussen vermag, welche aus der Teilung der Mutlerparasiten bald darauf entstehen.
i) Binz, Ucher den Vorgang drr Heilung des Malnriafiebera durch Chinin, Deutsche raed, Wochenschr,, 181)4, No, 6.
2) Binz, Unser, jetzige Kenntnis von der Malariafieberheilung durch Chinin. Centralbl.
f. d, mcil. Wisscnsch., 181J4, No. 2.
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Vgfl, darüber GolgfI1 -). Wenn mm das Chinin auf das Chrotnalaquo; tin der halberwachsenen Parasiten scheinbar nicht oder weniger einwirkt, auf den Protoplasmaleib dagegen oft sehr stark, wenn ferner das Chinin auf die bereits in Teilung begriffenen Parasiten scheinbar wenig oder keine Wirkung ausübt, so muss das einen Grund haben. Derselbe scheint mir darin zu liegen, dass beim halberwachsenen Parasiten das Verhältnis
des schwerer beeintiussbaren Chromatins zn dein leichter beeintluss-baren Protoplasma ein ganz anderes ist, als bei dem in der Teilung befindlichen I 'arasiten.
Während im ersteren balle das Chromatin etwa '/g des (ie-samtvolumen des Parasiten einnimmt, nimmt bei schon einigerlaquo; massen vorgeschrittenen Teilungsformen, die nach unserer Methode gefärbt sind, das Chromatin die Hälfte ein. Diese beiden Zahlen sollen kein absolutes Mass bilden, sondern nur /ur Veranschaulichung des Unterschiedes dienen,
indes die Volumenzunahme des Chromatins an sich scheint die geringere Wirksamkeit des Chinin weniger zu bedingen als vielmehr die ausserordentlich erhöhte vitale Eigenschaft, die sich während der Teilung im Chromatin offenbart. Und wenn die kleinen Parasiten der estivo-autumnalen Fieber auch schon im jüngeren endoglobulären Stadium dem Chinin mehr Widerstand entgegensetzen als die Para­siten der Tertiana und Quartana, so scheint mir auch hierbei die besonders starke Proliferationsfähigkeit des Chromatins der ersteren mitzuwirken. (Jebrigens konnte ich bei den Ring- und Siegelring-formen der kleinen Parasiten, die dem Einflüsse des Chinins unter­worfen wurden, nicht die deutliche Zerreissung des Protoplasmas erkennen, wie ich sie bei den Tertian- und Quartanparasiten am Tage der Apyrcxie gefunden.
I )ass die Jugendformen, insbesondere die noch extraglobulären am leichtesten dem Einflüsse des Chinins erliegen, ist eine schon länger bekannte Thatsache.
In diesem Zusammenhange ist es vielleicht nützlich, daran zu erinnern, dass bei den Experimenten mit Blutegeln sieb das Chro­matin der Parasiten ganz bedeutend länger nachweisen liess als das Protoplasma.
Meines Wissens hat man es bis jetzt nicht versucht, die hoeh-
t) (iol^i, Action dr la quinine Mir Irs parasites molfiriqucs et sur les aCC^S iYtbrilrs
qu' ils determinant. Rendiconti doi R. Istiuuo lombwdo Serie II. Vol. XXV, fasc. 3 u. 5. KusuiiR- par R.oodelli. Archives ttaiienn, de biologie, 1^112, Bd, XVII, S. 456, 2) Ueber die Wirkung des Chinins auf die Malariaparasitcn und die diesen ent­sprechenden Kieberunfidle. UeiUsclic med, Wocheiischr., 1892, No. 21) 32.
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Interessanten Strukturveränderungfon, die während der Entwicklung des Parasiten stattfinden, zur Grundlage zu machen für eine rationelle Chinintherapie, A.usserdem decken siHi die (lurch obige Erwägungen gewonnenen Resultate mit den empirisch gefundenen Thatsachen, Es ist durchaus rationell, das Chinin In einem möglichst
frühen Stadium auf die Parasiten wirken zu lassen, wenn irgend möglich noch auf die extraglobulären Formen, dieses sowohl bei der heimischen wie hei der tropischen Malaria. Da die Parasiten im Körper als obligate Zellschmarotzer aufzulassen sind, befinden sie sieh ausserhalb der roten Blutzellen noch in einem Zu­stande verminderter vitaler Eigenschaft, Eine altere Vorschrift sagt bereits, dass das Chinin, welches nach 5 (1 Stunden seine Haupt­wirksamkeit entfaltet, 5 6 Stunden vor dem Anfalle zu geben sei, da dann im Anfalle seihst das Chinin auf die neu entstandenen Parasiten wirkt. Es ist aber auch noch rationoll, das Chinin im Fieberabfall zu geben, wenn sich schon jüngste endoglobuläre For­men finden. Meist gab ich das Chinin bei tropischen und estivo-autumnalen Fiebern heim ersten T.Abfall, um nicht die Wirkung des Chinins mit der des Anfalles zusammenfallen zu lassen. Bei helmischer Malaria braucht man derartige Rücksichten weniger zu nehmen, da die betreffenden Anfälle an sich schon leichter sind. Aehnlich wird schon längere Zeit von den Marineärzten gehandelt, Nach den obigen Darlegungen ist es auch nicht ganz unrationell, das Chinin bei Tertiana und Quartana noch zu geben, wenn die Parasiten schon etwa die 1 lallte ihrer Entwicklung erreicht haben.
Indess die Wirkung wird schon unsicher, da ein Teil der Pa­rasiten nicht mehr beeinflusst wird. Man kann aber auf diese Weise unter Pinständen erreichen, dass der nächste Anfall wegen der geringeren Zahl der zur Entwicklung kommenden Parasiten schwächer wird. Empfehlenswert ist es im allgemeinen, bei Tertiana und Quartana an dem alten Modus festzuhalten und 1,0 Chinin 5 bis 6 Stunden vor dem Anfalle einzugeben, üeber die weitere Behand­lung siehe weiter unten. Die halberwachsenen Formen der kleinen Parasiten sind noch resistenler.
Je mehr die Entwicklung des Chromatins fortschreitet, desto weniger wird die Teilung desselben beeinflusst. Man erreicht viel­leicht noch eine gewisse Verlangsamung des Teilungsprozesses, wenn man das Chinin 8— 11 Stunden vor dem .Anfalle gibt. Indess der Anfall seihst tritt doch ein, wenn auch mit Verspätung.
Uebrigens scheinen die Parasiten in allen den Fällen, wo es sich um eine Neigung zur Spontanheilung handelt
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auch U-ichtcr in bereits vorgeschrittenen Stadien lieein-flusst ZU werden. In diesen Fällen handelt es sich von vorn­herein um Parasiten von verminderter Lebensfähigkeit.
Man kann also, was früher n iebt berücksichtig't worden
ist. durchaus nicht jeden Fall von Malaria gebrauchen, um alle;-ein ein gültige Gesetze für eine rationelle Chinintherapie herleiten /u können. Die Fälle mit Neigung zur Spontanheilung sind vielmehr auszuschliessen bei entsprechenden Versuchen.
Mir gelang es /.. \\. in zwei Fällen von Tertiana, durch i g (quot;hinin, gegeben am Tage der Apyrexie, den erwarteten Anfall zu koupieren, [ndess beide Fälle zeigten bei einem grossen Teile der Parasiten die Neigung, steril zu werden. Es ist also möglich, dass der erwartete zweite Anfall so wie so nur sehr schwach aufgetreten wäre.
Von praktisch grosser Bedeutung ist die Frage, ob man be­rechtigt ist, Chinin noch weiter zu geben, wenn nach völliger Ent­fieberung eines Patienten nur noch die Halbmonde den einzigen positiven Befund im peripheren Blute bilden. Wie ich früher1) schon bewiesen und bereits in meiner ersten Veröffent­lichung11) angenommen, sind die ilalbmonde und ihre verwandten Formen als sterile Gebilde aufzufassen.
A. Plehn8) in Kamerun, der der Ilalbmonde mit Bignami und Bastianelli aus klinischen Gründen für nicht aktive Parasiten anzusehen geneigt ist, hält daher auch Verabreichung von Chinin für Irrationeli in diesem Falle, Thatsache ist, dass Ilalbmonde ziemlich lange Zeit nach einem Fieber bei relativem oder völligem Wohlbefinden des Patienten sich im Blute linden können. Chinin übt keine Wirkung auf sie aus, wenn man die Dosen auch noch so steigert. Hei der eigenartigen Starre ihres Protoplasmus kann uns das auch nicht weiter wundern.
Wenn ich nun trotzdem in solchen Fällen i jr Chinin an jedem dritten Tage gab, so gab ich es nicht der Ilalbmonde wegen, sondern prophylaktisch, um die eventuell noch in inneren Organen befindlichen kleinen Parasiten zu töten.
An anderer Stelle1) sagte ich bereits, dass ihre Gegenwart oft
' 1
i) II. Zlemann, Zur Morphologie der Malartaparosilen, Centrelbl, f. Bact. u. Paras., 189?, Bd. XXI, No. 17/18.
2)nbsp; 11. Zlemann, Ueber Blutparasiten bei licim. und trop, Malaria, Vortrag auf Naturforscherlaquo;Versammlung zu Fankfurt a. M. Crentralbl, f. Bact. u, Paras,, i8lt;)(), Bd. XX, No. 18/ig.
3)nbsp; A. Plehn, Die Blutuntersuchungeu in tropischen Fiebergegenden und ihre praktische Bedeutung. Arch. f. SchlfTs- u, Tropenhygiene, 1897, Bd, I, No. 1.
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als der Ausili'uck einer latenton [nfektion zu betrachten war. „Uebrigens fanden sich einigemal auch deutliche Störungen des Allgemeinbefindens, wenn sir den einzigen Befund bildeten,quot; Es ist also sehr gut möglich, dass in inneren Organen sich noch fort­pflanzungsfähige 1 'arasiten befanden.
Wenn man also ühcrhaupi in einem so mörderischen Klima wie in Kamerun ••ine Chininprophylaxe bis zu einem gewissen Grade für angezeigt hält, so ist sie es erst recht in diesem Fallo, wenigstens an Bord, wo häufiger ein Klimawechsel stattfindet,
Der Umstand, dass man zuweilen in solchen Fällen an manchen Tagen mehr, an anderen weniger tlalbmonde im Blute findet, lässt auch daran denken, dass die Halbmonde sich zeitweise wieder er­gänzen, während andere verschwinden, Diese Ergänzung kann aber nur durch Umbildung der in inneren Organen befindlichen kleinen Parasiten erfolgen.
Wenn ferner A. Plehn sagt, er hatte kalk' gesehen, wo Patienten trotz der noch im Blute befindlichen Halbmonde und ohne Chininbehandlung längere Zeit frei von Rccidiven gewesen sind, so gebe ich die Möglichkeit gerne zu.
[ob seihst erwähnte bereits einen derartigen Fall ans der lombardischen Ebene. Andererseits sah ich wiederum Fälle in Grosseto, wo Rekonvalescenten mit Halbmonden als ein­zigem Befunde Im Blute das Hospital verliessen, um wegen eines Recidivs bereits nach einigen Tagen wieder eingeliefert zu werden. Man könnte einwerfen, dass es sich in diesen Fällen, in denen übrigens der Blutbefund'bei der ersten und der /weiten A.ufnahme übereinstimmte, möglicherweise gar nicht um ein Recidiv gehandelt, sondern um eine nach der ersten Entlassung stattgehabte Neu­infektion.
Trotzdem halte Ich in diesen Fällen aus den oben erwähnten Gründen eine prophylaktische Chininbehand­lung für durchaus nicht unrationell, im Gegenteil, Man schadet dem Rekonvalescenten durch massige Dosen von 1,0 Chinin an jedem dritten Tage nicht, kann aber unter Umständen ihn vor dem drehenden Recidive bewahren.
Die I leihe der ein/einen Dosis überschritt bei der Tertiana und Quartana simpl. nicht 1.0. Wenn fünf bis sechs Stunden vor dem erwarteten Fieberanfalle i.o Ch. gegeben war, so wurde diese Dosis auch an dem folgenden Tage wiederholt. Selbst schwe­rer verlaufende Fälle von Tertiana wichen durchaus den gewöhnlichen Chinindosen, Ich denke dabei speziell
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an einen Matrosenartilleristen in I.ehe, der in tiefer Bewusstlosigkeit eingeliefert wurde, und an Tertiana dupl, litt.
Nach der Entfieberung wurde' auch bei heimischer Malaria noch drei bis vier Tage täglich 1,0 Chinin gegeben, ein Verfahren, das Ich später Golgi in Pavia ebenfalls anwenden sah. Alan hat dadurch die Möglichkeit, etwa noch übrig gebliebene Krankheits­keime ebenfalls abzutöten, und dadurch spätere Recidive nach Mög­lichkeit zu verhüten,
Bei Tropen- und estivo-autumnalen Fiebern war die höchste ragesdosis 3,001. Ks war das nur in allarmierenden Fällen, wo es sich inn einen enormen Parasitenreichtum handelte. Meist kam ich mit 1—2,0 vollkommen aus. Seihst in den schwersten Fällen konnte ich mich nie entschliessen, die Kranken mit hohen hosen über 3,0 zu quälen. Indikation /.u sofortiger Chiningabe war das Vorhandensein einer Anzahl kleinster endoglobulärer Parasiten. Fehlten dieselben einmal nach Eintritt des Fiebers und ging die Temperatur nicht herunter, wurde trotzdem Chinin gegeben, in der Annahme, dass sie sich noch in inneren Organen aufhielten.
Wie wir schon früher gesehen, wird eine etwas später vorge­nommene Blutuntersuchung in solchen hallen fast immer die kleinen Parasiten finden lassen. Eine Verzettelung des Chinins in kleine Dosen fand nicht statt. im Gegenteil wurden eine Stunde nach Verabreichung des ersten gr Chinin, eventuell noch 0,5—1,0 Chinin gegeben, nach einigen Stunden im Bedarfsfalle noch einmal 0,5 1,0. Handelte es sieh bei Remittens in Kamerun um Parasiten verschie­dener Entwicklungsstufe, so muss man jedenfalls versuchen, durch auf den Tag verteilte Chinindosen eine fraktionierte Sterilisation des Blutes zu erzielen. Das A und 0 jeder Therapie eines Erstli ngsfiebersisteine m ögli chst frühzeitige und ener-gi sc he Ch • 11 i 11 helia n d 1 u ng.
Nach unseren Untersuchungen schwinden die kleinen Parasiten bei durchschnittlich 2,0 ('hinin pro die schnell aus dem Blute. Gegen die im Blute möglicherweise kreisenden Stoffwechselprodukte der Parasiten ist das Chinin vollkommen machtlos. Diese Stoff­wechselprodukte sind es ja, welche hei Pernieiosa einige l'nter-sucher wie Steudel1) zu exorbitanten Chinindosen geführt. Es ist ein Verdienst von A. und F. Plehn, von vornherein dagegen Front gemacht zu haben. In Bezug auf das Schwarzwasserfieber Afrikas hat noch kürzlich F. Plehn8) diesen Standpunkt mit aller
1)nbsp; Steudel, Oii: perelciöse Malaria in Deutscli-Ostafrlka, Leipzig.
2)nbsp; F. Plehn, ücber eile praktisch verwertbaren Erfolge der bisherigen ätiologischen Malariaforschung. Arch, 1. Schiffs- u. Tropenhygiene, 1897, Igt;lt;1. 1, lieft 6,
Zii'inann, Dobcr .Malaria otO.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,,
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Schärfe betont, Ich vorsage mir hier ein näheres Eingehen aui diese wichtige Frage, in Beginn meiner Thätigkeit in Afrika glaubte ich auch noch an die Wirksamkeit hoher Chinindosen, Die Parasiten der Perniciosa könnten höchstens eine grössere Viru­lenz besitzen als die der gewöhnlichen leichteren Fälle, Artver­schieden scheinen sie nicht zu sein.
Ebenso gut ist es möglich, laquo;lass es sich bei vielen pernieiös verlaufenden Fällen um eine besonders geringe Resistenz des Or­ganismus gegenüber dem Malariavirus handelt. Möglicher Weise spielen öfters beide Faktoren eine Kelle. A.usserdem ist es noch durchaus nicht bewiesen, dass, wenn wirklich 8 10 gr Chinin dem Patienten per lt;gt;s eingepumpt werden, der durch fortwährendes Erbrechen geschwächte Magen diese ungeheure Menge auch re­sorbiert.
Um die Wirkung des Chinins auf den Magen aufzuheben, spritzte ich daher in schwereren hallen dasselbe intramuskulär in die Glutäen ein, ich kam dazu ohne Kenntnis, dass gleich­zeitig mit mir A. Plehn und früher schon einige Italiener diese intramuskulären Injektionen angewandt. In der mir im lahre [894 zugänglich gewesenen Literatur war darüber nichts verzeichnet. Auch in den neuesten, schon erwähnten Werken von Thayer 1897 und Laveran 1898 ist davon nichts erwähnt. Die Methode scheint also leider noch sehr unbekannt zu sein.
Bei subkutanen Injektionen hatte ich nämlich ausserordentlich unangenehme Hautgangrän beobachtet, trotzdem mit peinlichster Asepsis verfahren wurde. Ich verfuhr so, dass der Inhalt der be­kannten Röhrchen mit Chinin bimuriat ä 0,5 in eine Spritze aufgesogen wurde, dazu noch abgekochtes Wasser, bis 2,0 Flüssigkeit in der Spritze war. Die Spritze war natürlich vorher ausgekocht.
Wollte man 1,0 Chinin einspritzen, so nahm man 2 Röhrchen a 0,5 Chinin bim. und entsprechend mehr Wasser. Die Einspritzung selbst geschah nach Mischung der verschiedenen Flüssigkeiten in der Spritze1 ganz nach Art der l.ewin'sehen Spritzkur in die Glutäen. Das Verhältnis des ( hinins zur Flüssigkeit war also wie 1 : p In Italien erprobte ich, wie weit mau dies Verhältnis verändern könnte. Bei dem Verhältnis von 1,0 Chinin zu 1,0 Wasser waren die intra­muskulären [njektionen von 1,0 Chinin bim. noch sehr schmerzhaft, selbst noch nach j\ Stunden, bei dem Verhältnis von 1:2 schon bedeutend weniger, von 1:3 nur noch gering oder gar nicht mehr. Ea war interessant zu beobachten, wie Patienten, die vorher die subeutanen Chinininjektionen gewohnt waren, erstaunt aufblickten, als sie die Sehmerzlosi^keit der lege arlis ausgeführten, intramus-
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kulärenInjektion wahrnahmen. Ii'li kann diese intramuskulären, schmerzlosen Chinininjektionen auf ilas wärmste und dringendste bei schweren Fällen empfehlen wegen der Schonung des Magens und der ausserordentlich prompten Wi rkun g.
Bei ihrer Anwendung wird auch der in Malariabehandlung noch Unerfahrene nie das Bedürfnis xu ungeheuerlichen Chinindosen verspüren, Niemals fühlte ich bei ihrer Anwendung das Bedürfnis, in schwereren Fällen eine endovenöse Injektion von Chinin nach dem Beispiele Baccelli's zu machen, Ein Kliniker wie Baccelli kann sieh vielleicht einen derartigen Eingriff gestatten, aher kein Tropenarzt, Jeder der die eigenartigen Verhältnisse in den Tropen kennt, wird dem beipflichten.
Unter gewöhnlichen Verhältnissen wird man mit der Dar­reichung von Chinin, mur, per os in Oblaten und mit salzsäurehaltigem Wasser auskommen.
Während der Infektion wurden solange tägl. i- 2, selten auch
3nbsp; nbsp;g Chinin gegeben, als sieh noch fortpflanzungsfähige Parasiten im Blute fanden. Mit der endgültigen Entfieberung verschwanden sie gewöhnlich aus dem Blute. Ueber die Hand in Hand gehende symptomatische Behandlung, feuchte Einpackungen bei Febr. contin. und Mangel eines Schweissstadiums, systematisch 1 2 Mal tägl, ge­machte Eingiessungen etc. brauche ich hier nicht zu handeln, da sie sich nicht gegen die Causa morbi direkt richteten.
Auch nach der Entfieberung wurde anfangs täglich, etwa 2 bis
4nbsp; Tage lang, spater bis meist zum 8. Tage jeden _'. Tag 1 g Chinin gegeben, ev. noch weitere 8 Lage jeden 3, Tag.
Es gelang nämlich, wenn auch erst nach einer sehr grossen Reihe von Präparaten, einmal noch am 4. Tage der eingetretenen Entfieberung, einen endoglobulären Parasiten zu linden.
Für die nächsten 14 Tage, manchmal noch länger, durfte der Rekonvaleszent in Kamerun nicht an Land gehen, blieb von an­strengendem Dienst in der Sonne befreit und blieb auch später unter ständiger ärztlicher Blutkontrolle. Ueber das Verfahren, wenn Halb­monde den einzigen Befund bilden, haben wir schon gehandelt.
Bei diesem Verfahren gelang es, speziell in Kamerun, die Zahl der Kecidive ganz ausserordentlich einzuschränken. Bei meinen Fällen verhielten sich die Neuerkrankungen zu den Reci-diven wie 2,8:1, dies in einem schweren Fieberjahre, Früher war das Verhältnis oft umgekehrt.
Ks liegt nicht im Rahmen dieser .Arbeit, noch eine ausführ­liche Darstellung der allgemeinen und persönlichen Malariaprophylaxe
0*
'!' I
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zu geben. In Bezug auf diese verweise ich vor allen auf Ruge's1) ausgezeichnete A.rbeit. Durch die von mir zuerst in grösseretn Masse1 angestellten prophylaktischen Blutuntersuchungen war (\s ge­lungen, unter Beachtung der nicht seltenen Prodromalsymptome8) die Fiebererreger öfter noch vor dem Anfalle zu erkennen, durch Chinin zu töten, und so in 15 hallen überhaupt die [nfektion zu beseitigen. Wenn es nicht gelingt, durch Chinin, gegeben In der Apvrexie, den 2, Anfall bei einer Quotidiana zu verhüten, so ist damit noch nicht gesagt dass das ('hinin nicht imstande wäre, eine stärkere Wirkung im sogenannten [nkubationsstadiutn auszuüben. In diesem ist, die /.ahl der Parasiten noch klein, der Körper durch die erste h'ieherattai|ne noch nicht geschwächt. Bekanntlich müssen die Parasiten erst eine gewisse Anzahl erreicht haben, ehe sie im­stande sind, einen Anfall auszulösen. Ich will gerne zugeben, dass der Aufenthalt an Bord des gesunderen Schiffes möglicherweise günstigere Bedingungen schafft für eine derartige prophylaktische Anwendung des Chinins wie an Land.
Ich will ferner zugeben, dass diese Art der Prophylaxe in den Tropen in erster Linie nur wird von den Schiffsärzten geübt werden können, die ihre Leute auf dem Schilf immer beisammen haben. Bei der angedeuteten Behandlungsweise erkrankte in Kamerun und über­haupt in Afrika nur 31,39% ('('1' Besatzung, inkl. Neuerkrankungen und Recidive, obgleich die Mannschaft viel an Land kam.
Von den Offizieren, die sehr viel auf Jagd gingen in gefähr­lichstem Malariaterrain, erkrankte überhaupt nur einer mit einmaliger T.-Steigerung auf 37,8 mit gleichzeitig massigem Parasitenbefunde. Die Zahl 31,39% l'''''''1 noch um 6% hinter entsprechenden Zahlen in sogenannten nuten Jahren zurück.
Ein Schaden für die Mannschaft hat sieh bei der geschilderten Behandlung nie ergeben. Keiner starb, keiner brauchte krankheits­halber In die Heimat zurückgesand zu werden. Im Gegenteil sahen fast alle bei der Rückkehr nach Europa frisch und gesund aus. Hämoglobinimctrische Messungen konnten leider ans äusseren Gründen nicht gemacht werden. Die überwiegende Mehrzahl hatte sogar an Gewicht zugenommen.
Lies nebenbei.
11 Rüge, Uebcr ili'- Plnsmodien bei Mnlariuerknuikungen. Deutsch' inilitärär/.tl. Zeitschr., 189a, Heft 2 u. 3,
2) Parke, Surgeon-Major; Guide to IUmIiIi in Aitlka, S. H\. Dieser Begleitet Stanleys beobachtete ebenfalls sehr hllufig Trodiomalsymptome wie allgemeine Mattigkeit, Muskelschmerzen etc.
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8'
Gestatten äussere Verhältnisse nicht Systematische Blutunter­suchungen, so rate Ich dringend, bei Aufenthalt in gefährlicher Malariagegend, /. B. bei Jagdpartien, jeden 3- Tag 1,0 g Chinin zu nehmen, bei längerem Aufenthalt vielleicht jeden 4. Tag 0,5 g, und zwar immer A.bends, um die Chininwirkung während der Nacht abklingen zu lassen. Das erstrebenswerte Ziel wird natürlich stets sein, dir Parasiten überhaupt am Eindringen in den Körper zu ver­hindern.
Dass man auch bei der auf Blutuntersuchungen be­ruhenden Therapie günstige Resultate erzielen kann, ist nach den früheren Darlegungen leicht, erklärlich, Die obigen Zeilen dienten mehr den allgemeinen Gesichtspunkten der Chinintherapie.
Ob es dereinst nochmal gelingen wird, nicht nur die Parasiten, sondern auch die Toxine derselben unschädlich zu machen, kann man noch nicht entscheiden. Es ware das ein ausserordentlicher Triumph der modernen Wissenschaft und ein unendlicher Vorteil für die ökonomische Erschliessung der Tropen,
Wie wir schon bei der Spontanheilung sahen, wird der erlaquo; krankte Organismus während der Infektion durch ein Etwas, nennen wir es Schutzkraft, unter Bedingungen versetzt, welche eine Anzahl der Parasiten steril machen können.
Wie ich früher ausgeführt, linden sich diese Bedingungen ins­besondere oft bei eingewurzelten hallen und Recidiven. Dass trotz­dem jene Fälle SO oft dem ('hinin widerstehen, hat seinen Grund vielleicht grösstenteils darin, dass infolge voi'aufgegangener unrich­tiger Behandlung eine Gewöhnung an das Chinin stattgefunden hat, In diesen Fällen handelt es sich immer nur um partielle Spontan­heilung, indem nur ein Teil der Parasiten in den sterilen Zustand übergeführt wird. in anderen fällen kann diese Spontanheilung eine totale sein. Ein genaues Studium der hierbei mitwirkenden Faktoren dürfte unerlässlich sein, wenn man versuchen wollte, bei jedem Malariakranken diese Bedingungen zu schaffen. Dass schon bessere Ernährung, Luftveränderung, gute Pflege einen heilsamen Einfluss üben können, haben wir schon früher uesehen.
'ii: 1
! 1
10. Leben der Parasiten in der Aussemvelt und der Infoktionsmodns.
Letzterer kann hier mir kurz gestreift werden, haue sichere Entscheidung ist trotz der vielen bezüglichen A.bhandlüngen so lange unmöglich, als man noch nicht die Form kennen gelernt hat,
in der die Parasiten in der Aussemvelt existieren und alle Züchtiums-
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versuche vergeblich geblieben sind. Coronado1) will zwar bei Ihihana Malariaparasitrii frei im Sumpf lebend gefunden haben. Indes die Beschreibung erinnert höchstens an die Sphären, die wir als sterile Formen kennen gelernt haben, Gesetzt auch, es handelte sieh wirklich um sterile Malariaparasiten bei den betreffenden Befunden, so ist damit noch nichts bewiesen. Ks fehlten noch immer die fortpflanzungsfähigen Parasiten, die durch den (re­miss des betreffenden Wassers eine tnfektion bedingen könnten. Auch sind in der Literatur alle die Fälle, wo nach dem (lenuss von Wasser bestimmter Brunnen etc, Malaria aufgetreten, mit Vorsicht aufzunehmen. Stets handelte es sich um Fälle in Malariagegenden, WO eine latente Infektion schon vorhanden gewesen sein konnte. Niemals sind vor dem Genuss derartiger Wässer einwandsfreie Ulut-untersuchungen gemacht wurden, um eine bereits vorher erfolgte tnfektion ausschliessen zu können, Ich denke dabei auch an Kar­damatis-). Derselbe lässt eine Frau 36 -48 Sunden nach einer Scheidenausspülung mit Brunnenwasser, vorgenommen zur Zeit der Menstruation, einen Malariaanfall bekommen, ferner soll ein Mann mit Hämorrhoiden, der ein Klystier mit Wasser aus einer Pfütze genommen, bereits 6 Stunden später an Schüttelfrost erkrankt sein. ( Hme vorhergegangene Blutuntersuchung sind derartige kasuistische Mitteilungen, um das noch einmal zu betonen, absolut ohne Beweis­kraft, Ausserdem sind schon vielfach Versuche gemacht worden, dass man Leuten Wasser aus Sümpfen in ausgesprochenen Malaria­gegenden zu trinken gab, ohne dass Malariaerkrankungen darnach eingetreten wären, ferner sind schon unzählige Leute an Malaria erkrankt, die stets hygienisch vollkommen einwandsfreies Wasser getrunken. Man denke nur an die Matrosen unserer Kriegsmarine, die auf der westafrikanischen Station immer nur destiliertes Wasser zu trinken bekommen und doch gewöhnlich zu einem grossen Pro­zentsatz eine Malariainfektion davontragen. Dass unter Umständen die Vehikel für die Malariaparasiten auch im Wasser sich befinden können, will ich damit nicht für ausgeschlossen erklären. Wir kommen darauf noch zurück,
(irassi und Calandruccio8) nehmen eine Amöbe, die amöba guttula (Ehrenb), die Im Erdboden sich findet als ausserhalb des Organismus lebende Form des Malariaparasiten an. Die encystierten formen dieser Amöbe sollten, in grösseren Mengen eingeatmet.
11 Coronado, Cronica medica qulrurgte de In flabaim. 1895, #9632;quot;v#9632;,quot;#9632; '#9632; l^1'^ Cen-tralbl, 1. Bact. u. Parasit., 1895, Bd. XVlli, S. 551.
2 ) K ardam at] s. I. C.
3) Grnssi u, Calandruccio, citicti nach Mannebcrg.
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II #9632;
sicli zu Malariaparasiten umwandeln und Fieber bedingen. Einen gewichtigen Gegengrund macht schon Mannaberg geltend, indem er sagt, dass diese Amöbe auch in nicht von der Malaria betroffenen Gegenden vorkommt,
Eine andere Hypothese ist die von Laveran1), Manson8) und Bignami8), wonach die Mosquitos die Malariainfektion vermitteln
sollten.
Nach Laveran sind die Orte, laquo;He als malarische zu bezeichnen sind, gleichzeitig auch von der Mosquitoplage heimgesucht.
Nach Manson sollen die Geissein dos Malariaparasiten inner­halb des Mosquitos, welcher Malariahlut gesogen, sich umwandeln, ähnlich wie es auch die Filaria-Embryonen thun, Wenn der Mos­quito Eier gelegt, sollte der junge Parasit in eine Mosquitolarve eindringen oder in Freiheit gesetzt werden. Der Mensch könnte sich dann infizieren durch Trinken von Wasser, in denen die er­wähntem Mosquitos ihren Tod gefunden oder durch Einatmung des Staubes von eingetrockneten Sümpfen.
Nach meinen früheren Darlegungen, wonach die Geisseiformen in nahen Beziehungen stehen ZU den sterilen Sphären, kann ich diese 'Theorie nicht anerkennen.
Ueber die Theorie von K. Ross4), wonach eine Gregarine im Magen des Mosquitos in Beziehung zu setzen ist zum Malariapara­siten, gehe ich hier als wenig wahrscheinlich hinweg,
Nach Bignami sollten die Mosquitos das Malariavirus aus dem Boden aufnehmen und es den Menschen einimpfen.
Diese 'Theorie hat vielleicht manches Verlockende, insofern als die Erreger des der menschlichen Malaria nahestehenden Texasfiebers auch durch Insekten, in diesem Falle durch Zecken, übertragen werden, die Erreger der Surrakrankheit der Kinder durch die Tse-tse-Fliege, die Filariakrankheit durch Mosquitos, tch will nicht leugnen, dass, wenn in einem Blutegel sich die Parasiten der menschlichen Malaria nach 24 Stunden morphologisch scheinbar nicht verändert zeigten, auch in dem von einem Insekte aufgesogenen Malariablute sich die Parasiten eine gewisse Zeit lang möglicherweise erhalten. Ob sie ihre in­fektiöse Kraft behalten, ist damit noch nicht bewiesen. Ich habe eine Anzahl von Fliegen unter der Glasglocke der Reihe nach gefüttert,
'inen
i) mit Blut, das durch Milzpunktion gewonnen war und das von klei
1)nbsp; nbsp; I.avnau, Traillaquo;'- du palmlisnu, Paria 1898, S. 12^.
2)nbsp; nbsp;Manson, cltiert nach Laviran.
3)nbsp; nbsp;Btgnami, La ipotesi dei parassili malarici ruori dell' uotiv
4)nbsp; nbsp;K. Koss, Hrit, mcd. Journal, 30. Jan. 181)7.
Policlini
1896,
;!
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WP
88
Parasiten des cstivo-autuninalcn Typs wimmelte -') mit Milzstückchen von an Perniciosa Verstorbenen 3) mit Organteilen von Vögeln, die einen üeberfluss an Blutparasiten zeigten. Bei den Milzstückchen unter Xr, hatte ich mich durch Kontroifärbung vorher überzeugt, class die Parasiten noch deutliche Struktur als solche zeigten. Zwischen Teller und unterem Rande der Glocke war durch zwischen geschobene Keile ein Kaum frei gelassen, der durch angefeuchtetes Filtrierpapier abgeschlossen wurde. Die betreffenden Fliegen hatte ich schon eine Stunde vorher gefangen und sie ohne Nahrung in der feuchten Kammer gehalten. Wie Ich mich durch Augenschein überzeugte, schienen samtliche Fliegen von den in der leuchten Kammer befindlichen Organteilen und den Blutkuchen zu saugen. Nach einem Zwischenraum von etwa 1 Stunden und dann folgend alle : Stunden wurden die Fliegen einzeln herausgenommen, das Innere des Kiijiies und des Leibes zerzupft, Quetschpräparate ge­macht und dann gefärbt.
Niemals ist es mir bis jetzt gelungen, tmtz der geradezu spe­zifischen Färbemetiiode, die Parasiten in diesen Präparaten wieder zu linden. Ks wurden nur Objekte verfüttert, die wenig quot;der gar keine Halbmonde und Ovale, also sterile Formen, enthielten. Uebrigens ist die rohe Methode noch verbesserungsbedürftig, und sind die Versuche noch zu wiederholen.
Indes gesetzt auch, in dem Rüssel eines Insektes Hessen sich eine Zeit lang Malariaparasiten konservieren, so ist damit allein auch noch nichts bewiesen.
Nach den Versuchen l)i. Matteis1) ist die subeutane Impfung mit Malariablut durchaus noch nicht sicher im Staude, eine neue Infektion zu erzielen, selbst nicht die endovonöse, wenn man blos '/j cem einspritzt. Hrst 2 cem, endovenös eingespritzt, bewirken mit Sicherheit eine neue Infektion, ich habe aus äusseren Gründen die Befunde l)i. Matteis nur teilweise nachprüfen können, Vergl. meine [mpfung auf Helgoland. Ihre Richtigkeit voraus­gesetzt, würden die Stiche ganz ausserordentlich vieler Insekten nötig seien, um eine [nfektion erzielen zu können. Kamerun, eine der schlimmsten Fiebernester der Erde, ist lerner von der Plage .stechender Insekten wenig betroffen. Während unseres Aufenthaltes an der westafrik.mischeu Küste habe ich bloss einmal eine richtige Mosquitoplage erlebt, dieses in dem sogenannten Bimbia-Creek, nördlich vom Kamerunfluss, nachdem schon früher Malariaerkrankungcn vorgekommen. Bekannt an der westafrika-
1) Beitrag zum Studium der cxporimcntellen nmlorischen Infektion. I. c.
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Iquot;
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nischen Küste ist, dass etwa alle vier his fünf Jahre ein besonderes schweres Fieberjahr zu verzeichnen 1st. [cli habe nie gehört, dass in diesen Jahren eine besondere Moscjuitoplagfe aufträte,
hn Volksmunde hat man in Kamerun auch wohl die in manchen Jahren massenhaft im Flusse auftretenden Krebse mit besonders schweren Fieberjahren in Beziehung1 gebracht. Es sei das nur der Curiositclt wegen erwähnt. Nach allen Erfahrungen sind wir vielmehr bis jetzt zu der Annahme gedrängt, dass das Malariavirus im Boden haftet und durch Luftstörungen in die Höhe geführt wird. Die Infektion würde voraussichtlich dann am leich­testen durch Einatmung erfolgen.
in Bezug auf die tellurischen und meteorologischen Be­dingungen, unter denen die Malariakeime im linden zu gedeihen scheinen, so wie in Bezug auf geographische Verbreitung ver­weise ich unter Anderen auf Brunhoff1), Nicolas8), Laveran8), Celli4), Monti6). In diesen! Punkte sind noch manche scheinbaren Widersprüche aufzuklären. Ein gewisses Maass von Wärme, Feuch­tigkeit und ühdurchlässigkeit der tieferen Schichten des Bodens scheinen jedenfalls begünstigend auf die Entwickelung des Maiaria-virus einzuwirken.
Aleine oft wiederholten Versuche, die Erreger selbst in .Malaria­erde zu linden, waren ebenso erfolglos wie die aller anderen Beob­achter. Der Umstand, dass wir in diesen Parasiten scheinbar obligate Zellschmarotzer kennen gelernt haben, drängt zu der Annahme, dass es auch bei der raffiniertesten Färbemethode nicht gelingen wird, die Parasiten so in der Aussenwelt frei wiederzufinden, wie wir sie im Malariablute linden. Entweder existieren sie also möglicherweise in einer ganz anderen Form in der Aussenwelt. die es ihnen er­möglicht, ein freies Dasein zu führen. In dem Falle würden sie sich, in den Körper eingeführt, erst umbilden und erst zu den eigent­lichen Malariaparasiten werden.
Dann aber wäre es doch merkwürdig, dass man bis jetzt noch gar keine Uebergangsformen von solchen, nennen wie sie Däuer-formen, zu den eigentlichen Parasiten gefunden. I )ass es voraus-sichtheh Malariasporen in dem bisher üblichen Sinne gar nicht giebt.
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ilnbsp; nbsp;Brunhoff, Dii Mnlnriaprophylaxe in Fiebergegenden. Marine-Verordnungsblatt 1887, No. 12.
3)nbsp; nbsp;i)r. Xirnlas, Chanticrs (!lt;#9632; Terrassemcnta en pays ciiamls.
3)nbsp; nbsp;1. averan I. c,
-I)nbsp; Celli, Wien, kiln, Wochenschr,, iSi^o. Vortrag auf dem 10, internati mod. Congress.
5)nbsp; Monti Athillr, 1 paesi laquo;li malafla. Mailand. Casa Vailardl.
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go —
habeich schon frühor gezeigt, Die eigfenartigfen Gebilde, die ilt;'li in Kamerun gelegentlich im ungefärbten Präparat gefunden1) Hessen
jedenfalls nicht ohne weiteres an solche Uebergangsformen denken. Auch hatte die Annahme von einer so vollkommenen Um­wandlung nicht gerade viel Wahrscheinliches für sieh.
Oder aber, die Parasiten existieren, wie auch Manna­berg annimmt, als solche schon in der A u s se n \v e it, in­des in einer Form, welche ihnen einen Ersatz bietet für den Parasitismus innerhalb der roten Blutzellen und zugleich damit einen Schutz gegen äussere Einwir­kungen, Diese Möglichkeit wäre gegeben durch Schma­rotzen a n oder in anderen Lebewesen, die dem Tier- oder Pflanzenreiche angehörten. Wenn dieselben in den mensch­lichen Organismus eingedrungen, würden nach obiger Annahme die Parasiten frei werden, wenigstens unter normalen Umständen, da ihnen die roten Blutzellen einen zusagenden Nährboden darbieten. Einige könnten unter Umständen nicht sofort frei werden, sondern erst später und wären so zur Erklärung von einigen Fällen von be­sonders langer [neubationszeit vielleicht mit heranzuziehen,
Ebenso gut ist es möglich, dass auch in diesen Fällen sich die Parasiten von Anfang an im Organismus befinden in dem /.u-stande, wie wir sie im Anfalle selbst beobachteten, nur in unendlich kleinerer Anzahl. Wie schon früher ausgeführt, gehörte dann eine äussere Schädlichkeit dazu, um eine rapide Vermehrung der bis dahin gleichsam schlummernden Parasiten zu ermöglichen.
I'iei der Annahme, dass die Parasiten a u sse rh a 1 h des Organismus in einen anderen Mikroorganismus schma­rotzten, könnte die Infektion selbst auf die mannig­faltigste Weise entstehen, durch Einatmung in erster Linie, ferner durch Genuss von Wasser, Stiche von In­sekten.
Die Untersuchungen Ober diesen Punkt werden noch fortgesetzt. Bis jrftzt gehören diesen Fragen noch alle der Spekulation an.
11. [nkubation.
Die Zeit der Inkubation ist nach allen Untersuchern eine ausserordentlich wechselnde. Einige teilen ein Inkubalionsstadium von nur wenigen Stunden mil, andere solches von mehreren Monaten'
Den erstgenannten Fällen muss man orläufig noch mit Reserve gegenüberstehen. Nach den bisherigen Resultaten sind wir genötigt,
I) I. c.
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in Bezug auf die kleinen Parasiten der Tropenfieber eine mindestens etwa 24stündig'e Entwickelnngsdauer Innerhalb lies menschlichen Organismus anzunehmen, Kleine Schwankungen nach oben und nach unten bezüglich dieser Zahlenangabe mögen vorkommen.
Wenn nun schon wenige Stunden nach dem Besuche einer Fiebergegend ein Malariaanfall mit Schüttelfrost etc. zum Ausbruch kommt, so nuisste man, wenigstens nach dem bisherigen Grade unserer Kenntnisse, annehmen, üass eine beträchtliche Anzahl von Parasiten in bereits vorgeschrittenem Teilungsstadium in den Körper gelangt wäre. Damit wäre gesagt, dass der Parasit eine ähnliche Entwickelung in der Aussenwelt durchmachte wie im menschlichen ()rganismus.
Sicher erscheint mir, dass der Parasit wenn nicht sofort, so (loch mindestens sehr bald nach erfolgtem Eindringen in den Orga­nismus dieselbe Form zeigt wie während der Malariaerkrankung selbst. I )as zeigen die festgestellten Fälle von etwa 48stündiger i nkubationszeit.
Im Uebrigen wird die [nkubationszeit schwanken je nach der Menge des aufgenommenen Virus und den vitalen Eigenschaften desselben, beziehungsweise der stärkeren oder geringeren Disposition des Infizierten. Für gewöhnlich wird eine Inkubation von etwa 8 20 Tagen angegeben. Innerhalb dieser Zeit schwankte meist auch die [nbukation bei den künstlichen Malariainfektionen durch öeber-impfung von Malariablut aid' ein gesundes Individuum.
Bei einer Inkubation, die einige Monate beträgt, wird man eher schon von einer latenten Malaria sprechen können, die durch schädigende Einflüsse irgendwelcher Art plötzlich in Erscheinung tritt.
Wir haben von dieser praktisch wichtigen Form der malarischen Int'ektion, bei der es zu Anämie, Milztumor etc. ohne Fieberanfälle kommen kann, schon früher gehandelt, Eine scharfe Grenze zwischen dem sogenannten Inkubationsstadium und dem Begriffe der latentem Malaria wird sich natürlich nicht ziehen lassen.
Wenzel1) gab für Wilhelmshaven eine durchschnittliche In­kubationszeit von i.| Tagen an, F. Plehn für Kamerun eine solche von 8 1.1 Tagen. Mit einiger Wahrscheinlichkeit konnte ich in Kamerun bei zwei hallen von besonders schwerer Infektion (febris irregularia) eine Inkubation von 10 bez. 11 Tagen annehmen-).
1
i
1)nbsp; Wenzel. Die Marschfieber während des Hnfenbauea Im Jodegebiet, 1858—61.
2)nbsp; nbsp;I. c.
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12. Stellung der Blutparasiten im Tierreiche und
Einteilung.
I'.ci der später folgenden Beschreibung von Blutparasiten der Vögel und der Kaltblüter werden wir einige zoologische Benenraquo; nungen kennen lernen, zu deren Erklärung ich jetzt schon das obige Kapitel einschiebe. I)as Verständnis für die folgenden Ka-piU'l wird dadurch, wie ich hoffe, erleichtert werden. Als Nicht-zoologe habe ich von einer eingehenderen Erörterung dieser interessanten Frage absehen zu müssen ge­glaubt, umsomehr, als es sich dabei nur um Hypothesen
bis j etZt handelt.
In dem Buche von Wasielewski1) werden die Blutparasiten der Vögel mit den Parasiten des Menschen den Sporozoen zuge­rechnet und zwar der Ordnung der A.cystosporidien, In dem Buche finden wir eine Einteilung der Sporozoen in
i.nbsp; Gregarinae,
2.nbsp; nbsp;I [aemosporidia,
3.nbsp; Coccidia,
4.nbsp; Acystosporidia,
5.nbsp; nbsp;Myxosporidia,
6.nbsp; nbsp;Sarkosporidia,
7.nbsp; nbsp;Amoebosporidia,
8.nbsp; Serosporidia.
Um Missverständnisse zu vermeiden, sei gleich bemerkt, dass die Acystosporidien ein Synonym für die Grymnosporidien Labbes sind.
Metschnikoff, Kruse und Danilewsky8) rechnen unsere Blutparasiten ebenfalls zu den Sporozoen. Metschnikoff glaubte, sie speziell zu den Coccidien rechnen zu müssen, Kruse eher zu den Gregarinen.
Zum Verständnis füge ich gleich die Charakteristik der be­treffenden Ordnungen hier an8), Gregarinen sind Zellschmarotzer von kugeliger, ovaler oder langgestreckter, in der Richtung der Längsachse symmetrischer Gestalt, welche in 2 3 hintereinander-liegende Abschnitte geteilt sein kann; sie sind von einer festen Cuticula umgeben, die häufig am Vorderende Anhänge trägt. Die
1)nbsp; nbsp;v. Wasielewski, Sporozoenkunde, Jena 1896.
2)nbsp; nbsp;Citiert nach Lavernn, Tnutr du paludistne. S, lt;raquo;
3)nbsp; nbsp;Wa sic lew sic i I, c,
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93
Vermehrungquot; erfolgt durch Sporenbildung nach Einkapselung der
Tiere; die Sporen enthalten sichelförmige Keime, die Sporozoiten welche sich stets Intracellulär zu Gregarinen entwickeln; diese leben frei im Dann oder in der Leibeshöhle des Wirtes.
Coccidien sind Zellschmarotzer von eiförmiger oder kugeliger Gestalt; sie sind unbeweglich und beenden ihre Entwickelung ganz und gar in einer Zeile; der Körper kapselt sieh ein und zerfällt in Sichelkeime, welche entweder frei in der Cyste liegen oder inSporen-hüllen sind.
Wer der früher gegebene Beschreibung unsrer Parasiten aufmerksam gefolgt ist, wird zugeben, dass sie dann jedenfalls weder ZU den Coccidien noch zu den Gregarinen viel Verwandschaft zeigen, Eine Membran existiert nicht bei unseren Blutparasiten, wenigstens nicht innerhalb des tierischen Organismus, Encystierungen wurden, wenigstens inner­hall) des tierischen Organismus, bis jetzt nicht beobachtet., ebenso­wenig Sichelkeime, Wir haben es bei unseren Blutparasiten im tierischen Organimus mit Gymnosporen zu thun, wenn ich den Ausdruck „Sporenquot; ausnahmsweise benutzen darf. Die gelegentlich vorkommenden Geisseiformen unserer Biutparasiten waren, um das Mannaberg gegenüber zu betonen, kein Gegengrund sie event. zu den Sporozoen ZU rechnen, da ich in den (reisselt'ormen mit Celli, drassi und Feletti bis jetzt nur Agonieprodukte entdecken, und sie durchaus nichf wie Laveran als das Endprodukt der Ent­wickelung anseilen kann. Bei den Nachprüfungen wird wohl jeder vorläufig zu diesem Resultate kommen.
Für die Hämosporidia Labbe giebt W'asielewski folgende Beschreibung. Es sind einzellige Schmarotzer des Blutes von läng­lich gestreckter, gregarinenartiger Gestalt und Struktur. Der Keim wächst in den Blutkörperchen heran. Das erwachsene Tier kann eine Zeit lang frei im Blute leben und dringt vor der Vermehrung von neuem in Zellen des Blutes oder der blutbereitenden Organe ein; innerhalb derselben erfolgt der Zerfall in eine Anzahl von Keimen.
Dieser Ordnung gehörten die Drepanidien an, zu denen auch die von Gaule im Froschblute entdeckten Blutwürmchen zu rechnen seien. Nach der Beschreibung von l.ahhe wären allerdings diese Gebilde zu trennen von den Acystosporidien, wie sie Wasiele wsk i, (i vmnospori dien, wiesie Labbe nennt. Unter diesen schildert Wasielewski Zellschmarotzer von amö-boidem Bau, Sie scheiden vor der intracellulär ablaufenden Keimbildung nie eine Hülle ab; die Vermehrung erfolgte
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#9632;
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— Ul
(lurch Zerfall des abgerundeten Plasmaleibes In zahlreiche Keime, welche entweder eine ovale, amöboid veränder­liche, oder eine sichelartig'e, beständige Form besässen.
Ob diese Trennung der Hämosporidien von den Acysto-sporidien (Gymnosporidien) berechtigt ist, wollen wir hier nicht ent­scheiden.
Wir kommen speziell auf diese Gauleschen Wttrmchen noch einmal zurück bei Besprechung der Blutparasiten beim Frosche. liei Braun1) finden wir die Vertreter dieser Ordnungen der A.cy-stosporidien und der Hämosporidien jedenfalls zusammengefasst unter die 1 [ämosporidien,
Auch Braun reiht die Hämosporidien noch bei den Sporozoen ein. hält ihre systematische Stellung aber noch für traglich. Nach meinen Untersuchungen scheinen die Malariaparasiten des Mensehen, sowie die entsprechenden Parasiten bei Vögeln und Kaltblütern möglicher Weise über­haupt nicht zu den Sporozoen zu rechnen /u sein, vor­ausgesetzt, dass man an der bisherigen Definition für
d i ese 1 hen l'eslhä 11.
Aus diesem Grunde kann ich mich vorläufig auch nicht ent-schliessen, die A.cystosporidien Wasielewskis bez. die Gymno­sporidien Labbes zu den Sporozoen zu rechnen. Wie wir schon
gesehen haben und noch weiter sehen werden, handelt: es sich bei
unseren Blutparasiten um ausserordentlich niedrig stellende Orga­nismen, üeberhaupt ist ihre Einreihung in eine der Klassen der Protozoen in
a)nbsp; Sarcodina (Rhizopoda)
b)nbsp; Sporozoen
die nberhaii] t in Frage kämen, mit Schwierigkeit verknüpft.
Zu den [nfusorien oder Mastigophora gehören sie sicher nicht.
Ob sie ZU den Sarcodinen, speziell zu den Amöben, wie es drassi und Feletti wollen, gehören, erscheint ebenfalls nicht sicher. Ich habe es stets vermieden, unsere Parasiten als „Amöbenquot; zu bezeichnen, wie es in der Literatur mehrfach z. B. auch bei Bignami und Bastianelli geschieht. Die Encystierungen, die bei den Amöben häufiger sich linden, sind bei den Malariaparasiten u. s, w. bis jetzt wenigstens nicht bekannt. Formen wie auf (Taf. III, 20) sind jeden­falls, wie wir gesehen, nicht als Cysten zu bezeichnen,
Einen gewichtigen Gegengrund gegen die Amöhennatur der Blutparasiten macht schon Mannaberg geltend, indem er sagt,
1) Braun, Die iliiiTisclien Parasiten dos Meuscheu, 1X95,
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#9632;p
Ilaquo;
— 95 —
(lass unsere Parasiten als obligate Zellschmarotzer anzusehen sind, während dies bei den Amöben bis jetzt nicht beobachtot wäre. Eine Ausnahme führt er jedoch an, wonach einmal im Darmkanal eines Kaninchens eine Amöbe innerhalb einer Epithelzelle gesehen worden sei. Ich weiss nicht, ob später nneh ähnliche Beobacht­ungen gemacht worden sind.
Vielleicht ist auch erwähnenswert, dass bei meinen bisherigen Färbeversuchen nach der zu schildernden Methode sich die Amöben in kurzer Zeit intensiv dunkel färbten, ohne bei Nichtanwendung einer Entfärbung eine innenlaquo; Striktnr erkennen zu lassen, während die Blutparasiten durchschnittlich eine längere Zeit gebrauchten, dann alier meist alle Details prachtvoll hervortreten Hessen.
Uebrigens sind die Färbeversuche bei Amöben noch nicht abgeschlossen. Auch betone ich Mannaberg gegenüber, dass die Halbmonde keinen Gegengrund abgeben gegen die etwaige Amöbennatur unserer Parasiten, Wie erinnerlich, unterscheide ich mich schart' von .Mannabert;- in der Auffassung dieser Gebilde, in­dem ich sie mir als degenerative Formen betrachte. Die Vermehrung durch nackte Keime, die amöboide Beweglichkeit lassen immerhin eine Verwandschaft unserer Parasiten mit den Amöben als möglich erscheinen. Und wenn diese amöboide Beweglichkeit sich nur in einem gewissen Stadium der Blutparasiten bei Säugetieren und Kalt­blütern findet, scheinbar nicht bei den Vögeln, so ist auch daran zu denken, dass vielleicht das dichtere Gefüge des roten Blutkörpers heim Vogel eine äusserlich sichtbare amöboide Beweglichkeit hindert. Ausserdem werden wir bei dem Vogelblutparasiten im ge­färbten Präparate auch noch kurze amöboide Fortsätze kennen lernen.
Jedenfalls wird es Sache der späteren 'oologischen Forschung sein, die endgültige Unterbringung dieser interessanten Parasiten im zoologischen Systeme zu bewirken. Jetzt scheint es noch unmög­lich, das mit Sicherheit zu ihuu.
An dieser Stelle sei schon erwähnt, dass, wie wir später sehen werden, einige Pilze, wie z. B, Sacharom yces cervisiae, Torula rosacea, alba, nigra, Oidium lactis in der inneren Struktur manche Anklänge an die Blutparasiten zeigen.
Daraus irgend welche Schlüsse; ziehen ZU wollen, liegt mir bis jetzt fern.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich kurz die Einteilung streifen die in Wasielewski's1) Buche nach Labbes Vorgang den Acysto-sporidien gegeben wird.
I) i. c,
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Die Acvstiisporulicn worden dort eingeteilt in
I. Familie A.cystidao, mit sichelförmigen Keimen, II. Familie [laemamöbidae, mit amöboiden Keimen,
I )i(' Familie der A-cystidae, deren Entwickelung sich im Darm­epithel von Fröschen, Salamandorn und Tritonen abspielt, können wir hier beiseite lassen, da es sicli nicht um [ilutparasiten handelt. Uebrigens scheint es sich bei Ihnen um Orgcinismen zu handeln, deren Entwickelung nach den gegebenen Abbildungen vielleicht zu trennen ist von den .sehr niedrig stehenden übrigen Acystosporidien, den I [ämamöbidi sn.
Letztere werden dort eingeteilt in
a) zweisporige E-Iämamöbiden (Gattung f-Jalteridium Labbe). Syn. Laverania Grassi und Feletti (Laverania Dani-lewskyi) hlaemoproteus pro parte Kruse, Haemproteus, Varietät. A. lt;'idli und Sanfelice, Laverania - Pseu-dovermiculi Polymitus. Danilcwsky. l)i einsporige Hftmamöbiden (Gattung Proteosoma Labbe); Synonyme: Haemamöba Grassi und Feletti (Haema-möba relicta H. subpraecox FT. immacidatia). hlaemo-pri uns Kruse prlaquo; gt; parte, i [aemoproteus, Var. igt;. u. C, Celli u. Sanfelice.
Zu .11 sollten die hanteiförmigen Blutparasiten gehören, welche wir noch bei dem Sperlinge, der Nachtigall kennen lernen werden (Taf. I\, ,;. \, 5). Die hfantelfigur, welche an je einem Pole einen Kern hätte, sollte sich durchschnüren in der Mitte, sodass zwei Proto­plasmakugeln entstanden, welche ihrerseits wieder in zahlreiche ovale Keime zerfielen.
Zu b) gehörten die übrigen, in roten Blutkörpern schmarotzenden Parasiten bei Menschen und Tieren mit Ausnahme der llämospo-ridien Labbes1). Ich kann diese Einteilung nicht annehmen, da ich weder das Vorhandensein von zwei Sporen bei der sogenannten Gattung halteridium, noch überhaupt eine Fortpflanzung derselben his jetzt erkennen konnte. Darüber noch weiter unten. I )a.s Be­streben auf diesem Gebiete eine feste Systematik zu schaffen, hat his jetzt durchaus noch nicht zu einer wünschenswerten Klarheit geführt.
Bis jetzt erscheint es jedenfalls am praktischsten, alle Parasiten der roten Blutkörper von Menschen und Tieren, wenn schon ein Sammelname sein soll, als llämosporidien ziisammenzufassen, wie es
I I 1. c.
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97
auch in Brauns Buch geschieht, ihre Stellung im zoologischen System aber offen zu lassen1). A.lle diese Parasiten sind an die roten Blutzellen gebunden, wie wir sehen werden auch die Parasiten der Vögel, welche indes scheinbar eher von einem gewissen Zeitpunkt an ein extraglobuläres Leben führen können.
Der Name „Cytozoenquot; würde vielleicht ebenso passend sein. Da indes der Name tlämosporidien sieh einzubürgern scheint, wollen wir ihn vorläufig bestehen lassen. Die Blutkörperparasiten oder 11a-mosporidien In unserem Sinne würden also sowohl die Acysto-sporidlen Wasielewskis wie auch die in seinem Buche davon ge­trennten Hämosporidien Labbes umfassen.
Die Hämosporidien oder Blutkörperparasiten wären dann ein­zuteilen in
i) Hämosporidien des Menschen oder eigentliche Ma­lariaparasiten mit folgenden Arten oder Varietäten,
a)nbsp; Parasiten der Tertiana.
b)nbsp; Parasiten der Quartana.
c)nbsp; nbsp;Parasiten der Tropen bez. estivo-autumnalen Fieber,
2) Hämosporidien anderer Säugetiere. Zu ihnen gehörte als den Malariaparasiten nahestehend
a) Der Parasit der tebrismalarioformis-'). Die betr. Arbeit erseihen nach Fertigstellen der meinigen. Mit unserer Färbungsmethode wird es voraussichtlich ein leichtes sein, auch die noch unbekannte Ver­mehrung dieser (iebilde festzustellen.
bi Parasiten des Texasfiebers der Rinder und des Carceag der Schafe ;1).
lt;•) Parasiten der letero-1 lämaturie der Schafe4). Ent­sprechende Präparate habe ich leider nicht auftreiben können.
d)nbsp; nbsp;Parasiten des Mundes5), h'.s handelte sich um birn-förmige, kleine, bewegliche, endo- und extraglobuläre
#9632; '
gt;Ü
I
i) Vergl. darübei mich Parasites endoglobulaires. Archives de Zoologie experimen-tnle. 111. Serie, T. II.
2)nbsp; nbsp;üeber einen neuen pathngenen Parasiten im Blulo der Rinder in Süd-Afrika. Dr. w. Kolle, Zcltachriri Für Hygiene u. [nfcict.-Krankh., Bei, XXVII, 1898, S. -is-
3)nbsp; nbsp;l.iiieiaiur vergl. unten,
-#9632;)) Bonome, Ueber parisltllre tctero-Hftmaltirie der Sdinfe, Vlrchow's Archiv, Bd. CXXXIX, iHijs, p. 1. Bonome beüoichnel clm Erreger als Amöbosporldlum poly phagum,
5) Pinnn (i. P. e Galli Valerlo, Su di im inrezlonc del cane con parasslli endoglobulari nel aangue, Modemo Zooiatro, 1X1)5. 10 Maagto.
X it'mil nil, Uobor Mliluria OtO.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7
i
; I
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- g8 -
Gebilde mit einer kleinen ovalen oder rundlichen Flgfur
im Innern, l'arhhar mit Methylenblau und nach Chinin
verschwindend, Sie landen sich bei einem Hunde, der
nach einer Jagd im Sumpfterrain unter Fieber, Schwäche
und etwas Icterus erkrankt war.
( )l) und welcher Zusammenhang unter den Formen von
a—d besteht, kann nach dem jetzigen Stande unserer
Kenntnisse noch nicht entschieden werden.
3)nbsp; nbsp;Hämosporidien der Vögel, cfr, das betr. Kapitel.
4)nbsp; nbsp;Hämosporidien der Kaltblüter, cfr, das betr. Kapitel.
Zweifellos wird sich die Zahl der Hämosporidien, welche Tier­blut infizieren können, bei weiteren Beobachtungen noch etwas ver­mehren. Bis jet/t sind die bezüglichen Beobachtungen noch zu lückenhaft, um daraufhin eine vollständige Tabelle jener Parasiten aufstellen zu können.
In Kamerun sah ich bei einem Mopse, der an Fieber mit Tertianatypus erkrankt war, äusscrst spärliche, kleine, endoglobuläre Parasiten, ähnlich den in Kamerun bei Malaria des Menschen vor­kommenden. Ob sie identisch sind mit den geschilderten kleinen Parasiten der Kamerunfieber, ist durchaus ungewiss, reber den feineren Bau kann ich nichts aussagen, da es sich um einen äusserst spärlichen Befund handelte, und ich damals noch nicht über die Fär­bungsmethode verfügte. In Togo hörte ich von angeblichen Malaria­anfällen bei Pferden, die mit Orchitis einhergehen sollten. Unter­suchungen bei zwei nuter imregelmässigem Fieber erkrankten Pferden bei Grosseto waren ohne Erfolg. Die betreffenden Pferde waren in der Nähe von ausserordentlich fieberverrufenen Sümpfen gehalten worden. Nach Aussage des Tierarztes war eine Erklärung für das z.T. intermittierend verlaufende Fieber nicht zu linden gewesen. Im Sudan will der Tierarzt Pierre, in Senegambien Dupuy, in Tunis Berard1), bei Pferden malariaähnliche Erkrankungen festgestellt haben, 1 lei einem Wildschweine, gefangen in den Maremmen bei Grosseto, war eine Untersuchung ebenfalls negativ.
11 K1r11.il de nii'il. vi'iirin (i.s.Hd 95), ciiioi nacli A. Celli und !•'. S. Snntori, Die Rindcramlnrin in der Campngna von Rom. Centrnlbl. I. Bact. u. Parasitenk,, i8lt;);, Bd. XXl, No, 15 id, S. 570.
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99
gt;'
13. Untersuchungen liber die Parasiten des Texasfieberä
der Rinder.
An verschiedenen Teilen der Erde findet sirli eine bald akut, bald chronisch verlaufende Krankheit dor Kinder, die in den schwereren Fällen sehr oft zum Tode führt. Bei akutem A.uftreten kommt es zu hohem Fieber, nicht selten auch /ur Bämoglobinurie, Nach dem zuweilen schon nach 36 .Stunden erfolgenden Exitus findet man akute Milzschwellung, Hämorrhagien in den Nieren, sowie öfter auch In Magen und Dann. Die leichtere Form ist von Hämoglobinurie nicht begleitet. Auch Ist das Fieber leichter. Bis jetzt hat man diese Krankheit gefunden in Europa in Rumänien, im Südwesten von Russland, im Südosten von Ungarn, in Finnland, in Italien (Ager Komanus), in Sardinien, in Amerika im Süden der vereinigten Staaten, In Afrika neuerdings in unserer ostafrikanischen Kolonie, sowie in Südafrika, ferner einem Gerüchte nach auch in Australien. Eine meisterhafte Beschreibung gab Th. Smith1). Ferner beobachteten die Krankheit Babes2), Ali Krogius und v, Hellens8), Sanfelice und Loi4), Weisser und Maassen6), Celli und Santori9) und R, Koch7),
Als Krankheitsursache lernte man kleine Parasiten von leb­hafter Beweglichkeit innerhalb der roten Blutzellen kennen. Die kleinsten zeigten nur eine Grosse von 1 — 1 'A, /(. lt; M't sah man Doppel­infektion der roten Blutzellen.
Wegen der sich häufig lindenden Form von zwei nebenein­anderliegenden Birnen gab Th. Smith dem Parasiten den Namen pyrosoma bigeminum Es hiesse wohl richtiger pirosoma bigeminum, Synonym (apiosoma bigeminum). Indes, auch das Beiwort bige­minum Ist nicht ganz glücklich gewählt, da man nicht selten auch nur einen Parasiten innerhalb eines roten Blutkörpers sieht. Wir
i) Die Aetiologie der Texasfieberseuche des Rindes (Centralblatt C Bact. 11. Para-sitenkunde, Bd. XIII, iXlt;).i) zusammen mil Kllborne, investigation Into th.- nature, causations, and prevention of sonthem cattle fever, Hy1'' annual reports of the Bureau of animal Industry, Washington 1893.
2) Die Ai-iioInf.ii- der aeuchenhaften Hftmoglobinurie Urs Rindes (Virchows Archiv, Vol. i3S, 1889).
I) Dea lii'-niiito/oain-s di- I'h^mogiobinurie 1I11 boeuf (Archiv, de mtd. exp. iKi).|).
.)I Sull' etlologta della ematlnurla il.i bovini In Sardegna (Mod. Zoolatro Anno 1895,
^1 Zm Aetiologie dos Texasliebers (Arbellen aus dem K'aiseri. Geauodheitsamte, Bd. \i, 1895.
(,) I. (., pay. ante,
7) R. ECoch, üeber das Texasfiebet der Rinder. Deutsches Kolonialblatt, No. 1, 1898, p. 2.
7*
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werden daher nur kurzwog vom Parasiten des Texasfiebers sprechen. Lieber die Art der Fortpflanzungquot; welss man noch nichts, Man weiss nur, dass der Parasit durch die Rinderzecke, ixodes bovis, auf die Kinder über tragen wird. Auch die Kenntnisse vom inneren Bau waren /. T, noch ungenügende, indes weiss man, dass das para-sitenhaltige Rinderblut, eingeimpft in andere Kinder, die Krankheit wieder zu erzeugen vermag. Daraus lässt sich also schliessen, dass voraussichtlich die Parasiten sich im Körper des [mpflings vermehren. Auch hei [mpfungen mit Malariablut muss die relativ geringe Zahl der ftberimpften Malariaparasiten sich erst so und so häufig vermehrt haben, his sie hinreichend ist, um einen Anfall zu bedingen.
[mpfungen auf andere Tiere waren nach, Celli und Santori1) und Smith-) erfolglos, in Bezug auf die nähere Darstel­lung der A.etiologie und Symptomatologie der Krank­heit verweise ich auf die ausführlichen Arheiten der citierten Autoren, Die Krankheit scheint in Gegenden vor­zukommen, die auch snnst mehr oder weniger der Sitz mensch­licher Malaria sind. Die eventuellen Analogien des Texasfiebers und mancher Formen der Malaria will ich hier bei Seite lassen.
Die Befunde von Smith und den anderen genannten Au­toren befestigten in mir die üeberzeugung, dass das sogenantc Texasfieber der Kinder eine etwas weiter verbreitete Krankheit sei, als man bisher angenommen, und dass es bisher aus Unkenntnis z.T. übersehen, z, T, falsch gedeutet sei. Wahrend meines Aufenthaltes in lialien war ich daher bemüht, über das event, Vorkommen jener Krankheit Erkundigungen einzuziehen. Seihst in den verrufenen Maremmen konnte ich nichts Positives erfahren. Die dortigen /ahlreich vorhandenen Kinder gehören der langhörnigen, stark­knochigen Kasse an, die scheu seit Jahrhunderten dort gezüchtet wird.
Es ist also bereits Akklimatisation eingetreten. Es ist das wichtig zu betonen, da vom Texasfieber fast immer nur frisch im­portierte Tiere ergriffen werden.
Hass etwa Kinder ans Holland, der Schweiz oder der lom­bardischen Ebene dort eingeführt und an texasfieberähnlicher In­fektion erkrankt seien, habe ich nicht in Erfahrung bringen können.
Indes gelang es mir, in der Nähe von Codigoro, einem
i) Die Rindermainria In der Kampngnn von Kein. Centralbl. I. Bflct. u. i'ara-iltenk., iS'raquo;;. Bd. XXI, No. i,v t6.
2 1 1. C.
3) Recueil de m6d. vitirln (iS.Sd 95), (cltlerl nach Olli 11, Santori I.e.).
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f
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kleinen Orte südlich von Venedig, in den sogenannten valle di Comachlo, eine Gegend zu finden, in der die er­wähnte Krankheit vorzukommen scheint, [one Gegend war früher, vor Einführung der in grösstem Massstabe betriebenen Bodenlaquo; melioration, wegen ihrer Malarlafiebor berüchtigt. Jetzt wird durch riesige Saugpumpen das Wasser aus den Sümpfen abgesogen und durch einen Kanal dem adriatisehen Meere zugeführt. Trotzdem isl noch jetzt, besonders im August und September, wenn die ersten Regen fallen, die Malaria ein häufiger Gast, in einem Landstriche bei dem nahen Comachlo, dem sogenannten bosco, sullen nach Aus­sagen des Dr. Dali' Olio in Comachio, auch pernieiöse Fieber-formen im August und September sieh finden. Der Brauch, Nachts die Fenster zu schliessen wegen der „aria cattivaquot;, wird in jener Gegend besonders streng- durchgeführt. Als ich nun einem Tierarzte in Codigoro, einem Herrn l.ueia n i-('in t i Antonio, die Symptome des Texasfiebers schilderte und fragte, ob vielleicht eine ähnliche Krankheit dort vorkäme, erfuhr ich, dass allerdings eine solche sich lande, genannt „piscia sanguequot;, Blutpissen. Die Krankheit kommt nicht häufig vor, jedoch im Verlaufe des ganzen fahres. Leider konnte ich nicht so lange dort bleiben, um einen etwaigen Fall zu erwarten. Ich bat daher um Uebersendung von Blut­präparaten und gehärteten Organteilen. Bald darauf sandte Herr Luclani auch Blutpräparate, sowie die kurze Krankengeschichte eines an Blutpissen eingegangenen Rindes. Dieser Fall schien In klinischer Beziehung mit akut auftretendem Texasfieber identisch ZU sein.
Nach Eintritt von starker Hämoglobinurie war Exitus letalis eingetreten. Die plötzlich und akut aufgetretene Krankheit, hatte nur 3 Tage gedauert. Die Organteile gelangten leider nicht in meine I lande. In den Blutpräparaten waren nur äusserst spärliche Parasiten sichtbar.
Auch beim Texasfieber linden sich die Erreger hauptsächlich in Inneren Organen, insbesondere in den Nieren. Erst nach einigem Widerstreben ging ich daran, von jenem Befunde Kenntnis zu geben, weil es sich nur um einen Fall han­delte, und ich die sehr wichtige Beobachtung des leben­den Blutes nicht hatte machen können. Immerhin regt jener Befund zu Nachprüfungen an. Ausserdem hatte Herr Professor Celli die Liebenswürdigkeit, mir eine Anzahl von gehärteten und ungefärbten Deckglaspräparaten von Fällen aus dem ager romanus zur Verfügung zu stellen.
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— 103 —
Bei A.nwenclung unserer Färbemethode ergaben sich nun folgende Resultate.
Zunächst besteht auch der Parasit des Texasfiebers aus einem Chromatinklümpchen, einer mein- oder weniger, zuweilen auch gar nicht, sichtbaren achromatischen Zone, und dem Protoplasmaleibe, ('ruf. II, 29—35).
Celli hatte bei Färbung mit Löffler'schem Methylenblau odor mit Hämatoxylln und Eosin an ihnen zwei Substanzen unterschieden, eine stärker und eine weniger färbbare. Ausserdem sollte man in einigen ein stärker gefärbtes Korn sehen, welches vielleicht die Bedeutung eines Kernes hätte.
Dieses Kern findet sich indes bei richtiger und kräftiger Färbung bei normal entwickelten Parasiten immer und entspricht dem Chromatln, nicht dem Kern. In nicht kräftig genug gefärbten Präparaten bemerkt an der Stelle des Chromatins, bez. des Chro-matlns und der achromatischen Zone, eine helle, zuweilen ziemlich stark llchtbrechende Stelle.
Oefter ist der Protoplasmalelb an irgend einer Stelle verdünnt oder durchlöchert, sodass die Substanz des roten Blutkörpors durch­schimmert,
Naturgemäss ergibt sich daraus eine stärker gefärbte äussere und eine schwächer gefärbte innere Schicht. Eine qualitative Ver­schiedenartigkeit dieser Schichten kann ich deswegen noch nicht anerkennen. Wir haben vielmehr ähnliche Verhältnisse wie bei den kleinen Parasiten der estivo-autumnalen Fieber, wie denn überhaupt die beiden Parasiten sich morphologisch vielfach ganz ausserordent-lieh ähneln. Ein Theil der allerdings manchmal schwächer gefärbten bez. ungefärbten inneren Zone ist auch auf Rechnung der achromatischen Zone zu setzen, ganz wie bei den kleinen Malariaparasiten. Das Chromatln liegt moist in der Peripherie des Protoplasmaleibes, seltener schon innerhalb des Protoplasmaringes. (Tat. II. 30). Nur einmal sah ich es ausser-halb desselben. Also auch in der Beziehung ganz ähnliche Ver­hältnisse wie bei den kleinen Parasiten der menschlichen Malaria. Bei den schon älteren Präparaten war indes die Färbbarkelt des Chromatins zweifellos schwieriger zu erzielen wie bei den Irischen Malariaparasiten.
Die Form der kleinsten Parasiten des Texasfiebers war meist eine rundliche. Der Durchmesser betrug etwa 1 1' ._, //. Die grösseren zeigten ovale Stäbchen Birn und auch unregelmässlge Formen. (Taf. II. ,, 1, .^j, .^.t1- Letztere waren ein Beweis für die amöboidc Beweglichkeit der Parasiten.
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*m
•
103
Die ungefähren Grössenverhältfllsse ergeben sich aus den Abblidungen (icoofache Vergrösserung).
Bei den gröaseren Parasiten schien meist die ovale oder Hirn­form zu überwiegen. Alle diese Angaben entsprechen, um das noch einmal zu betonen, den Befunden im gefärbten Präparate,
Ziemlich häufig, durchaus nicht immer waren Doppel­infektionen ( I at'. 11, 31, ;,2), Mehrfach sah man auch beide Parasiten durch einen dünnen Protoplasmastrang miteinander schein­bar in Verbindung stellen. Handelte es sich um Birnformen, so lag das Chromatin bald in dem breiteren Pole, bald in dem spitzen.
Bei den kleinsten Formen zeigte sich das Chromatin als kleines, meist rundliches Klümpchen, bei den grösseren nicht selten auch in Stäbchenform, zuweilen auch mit An­deutung von Einschnürungen (Taf. II, 29, 31, 32, 33). Schon jetzt lasst sich beinahe mit Sicherheit sagen, dass, wenn überhaupt eine Fortentwickelnng der Parasiten im Tier­körper stattfindet, die Teilung ganz ähnlich der der k leinen Malariaparasiten stattfinden wird. Ich schliesse das ans den vielfachen Analogieen der beiden Parasitenarten. His jetzt kennt man, wie gesagt, die Teilung nicht.
Die zu schildernde Färbemethode wird auch in dieser Beziehung die Entscheidung herbeiführen helfen, Wie schon erwähnt, hatte ich leider nicht Gelegenheit, Präparate von inneren Organen, speziell von Nieren, zu färben. IJeberhaupt ist eine Nach­prüfung der obigen Befunde an der Hand eines grösseren Materials geboten.
Die betreffende Färbemethode wird auch zu Auf­schlüssen führen über etwaige Verschiedenheit der Para­siten bei akutem und chronischen Verlaufe jener Krankheit.
Erwähnenswert ist vielleicht jetzt schon, dass ich zuweilen Parasiten ohne Chromatin sah, also voraussicht­lich absterbende Formen.
In welcher Beziehung diese, wenn sie häufiger vorkommen, etwa zu Fällen mit Spontanheilung stehen, müssen weitere Unter­suchungen lehren, jedenfalls ergäbe das ev. eine weitere interessante Parallele zur menschlichen Malaria. Mit aller Reserve sei erwähnt, dass einmal ein kleines halbmondähnliches, stark konturiertes (je-bilde ohne Pigmenl und ohne Chromatin getroffen wurde, nur etwa drei- bis viermal kleiner als die kleinen Halbmonde der mensch­lichen Malaria. Pigmentierung der Parasiten wurde bis jetzt nicht beobachtet. Nicht selten sieht man rote Blutzellen, bei denen kleine
rundliche Stellen von verschiedener Grosse basische Farbstoffe, z. B.
1
1;'.
#9632;
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n
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Methylenblau, angenommen haben (Tat'. II, 36). Der Mangel an Chromatln beweist sofort, dass jene Stellen nur als /oiehen einer Degeneration des Protoplasmas der roten Blutzellen zu betrachten sind, nicht etwa als junge Para-si 1 eti ipi ilychromatiphile I )egeneration).
M. Dilaquo;' Blutparasiten bei Vögeln.
Der systematischen Beschreibung schicke ich einige statistische Daten voraus.
Im Oktober und November 1897 wurden auf Eielgoland untersucht an Vögeln, die aus dem Norden nach Süden zogen;
6 Sumpfohreulennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;A.sio aeeipitrinus Pali.
1nbsp; nbsp;Waldeulenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Asio otus (L.).
r Sperbernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Acclpiter nisus (L.).
2nbsp; nbsp;Waldschnepfennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Scolopax rusticola L. I Weindrosselnnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Turdus eliacus L.
4nbsp; nbsp;Wachholder drosselnnbsp; nbsp; nbsp; Turdus pilaris L.
1nbsp; nbsp;Ringdrosselnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Merula torquata L.
8nbsp; Staatenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sturnus vulgaris L.
1nbsp; nbsp;Goldammernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Emberiza citrinella (L.).
4nbsp; nbsp;Schneeammernnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Emberiza m'valis (I..). 1nbsp; nbsp;Lerchenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Alauda arvensis 1..
1 Grasmückenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sylvia cinerea Bechst.
5nbsp; nbsp;Goldhähnchennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Regulus flavicapillus (Nat.). 1 Felsenpiepernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Antlms obscurus (Lath.),
1 Stockentenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Anus boschas L.
12 Seestrandläufernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Calidris arenaria (L).
Sa. M,
aämtlich mit negativemnbsp; nbsp;Resultate.
Nur im Blute einer Weindrossel fanden sieh Würmchen, die als Kilarien anzusprechen waren. Darüber soll an anderer Stelle gehandell werden. Der ('instand, dass von so vielen aus dem Norden, bez. Nordwest kommenden Vögeln kein einziger eine [nfektion durch Blutkörperparasiten zeigte, ist immerhin bemerkenswert.
im März, April und Mai t8g8 wurden umgekehrt die aus dem Süden kommenden Vögel untersucht.. Bemerkenswert ist, dass erst von Mitte April an hlutkörperparasilen gefunden wurden. Im Ganzen kamen zur Untersuchung;
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'quot;5
i inbsp; nbsp;Si,tarn
i inbsp; nbsp;Wachhi ilderdrosseln
()nbsp; Schwarzdrosseln
inbsp; nbsp;Ringdrossel
12nbsp; nbsp;Buchfinken
inbsp; nbsp;Distelfink
znbsp; nbsp;Bergfinken
inbsp; nbsp;(rrütiling
inbsp; nbsp;l;!'!!)!' Bachstelze
2nbsp; nbsp;Birkenzeisigo
7nbsp; Grasmücken
inbsp; nbsp;(rartenrotschwanz
inbsp; nbsp;Nachtigall
inbsp; nbsp;Goldhähnchen
Stiinms vulgaris I..
Turdus pllaris I..
Merula merula (1-.).
Merula torquata I..
Pringilla coelebs I- inficiert 8.
(larduelis carduelis 1..
Fringllla montifringilla I..
( hlciris chlorls (I..).
Motacilla flava (L.).
Acanthis linaria (L,).
Sylvia cinerea Bechst.
Ruticilla phoenicurus (1..).
Krithacus luscinia (I..).
Regulus cristatus Koch, oder
ignicapillus (Brehm).
2nbsp; nbsp;schwarze Fliegenschnäpper Muscicapa atricapilla (I..). i Steinschmätzernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Sacclcola oenanthe (L.),
,1 braunkehl.Wiesenschmätzer Pratincola rubetra (L.) infic. 3.
3nbsp; nbsp;Rauchschwalbennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hirundo rustica I..
2 Riebitzenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vanellus vanellus (L.).
2 Goldregenpfeifernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Charadrius auratus.
1 Brachvogel (Kronschnepfe) Numenius cirquatus (L.). ,; zalime Lachtaubennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Columba risoria I..
ii 1 urmtalken
I Sumpfohreulen
1 Sperber
1 grauer Würger
1 rotrückiger Würger
5 Nebelkrähen
1 Seeschwalbe
5 Seestrandläufer
Cerchneistinnunculus(] -.:)infic.4.
A.sio accipitrinus Pall, infic. 3.
Accipiter nisus (L.).
(Spec?) Inficiert 1.
I „mius ci illurio L. i n t'iii ert 1.
(lorvus cornix (L.).
Sterna cantiaca Gm.
Calidris arenaria (L.)
1 grauer Fliegenschnäpper Muscicapa parva (Bechst.)
Sa. 102
darunter inficiert 20
m
)7ol).
Zu bemerken ist, tlass bei den Buchfinken, soweit sie nicht in der Gefangenschaft starben, regelmässige Blutuntorsuchungen statt­fanden und noch stattfinden. Von jedem gestorbenen Vogel wurde die Sektion gemacht, und wie auch in Italien von inneren Organen Präparate angefertigt. Auffallend ist, dass die Vogelarten, welche
1) Mach der Drucklegung worden noch untcraucht: r rotrückiger Würger, 3 Turtel­tauben. Von letzteren wai i Inficiert.
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I Of)
überhaupt eine Infektion aufwiesen, gleich einen sehr starken Prozent­satz an Infektion zeigten.
I )ilt;' liit-r in Helgoland gefundenen Blutparasiten ähnelten ein­ander und sollen dalier zusammen abgehandelt werden, Zu erwähnen ist, dass noch bei i Sperber, i braunkehligem Wiesen-schmätzer, 2 Staren, 2 Schwarzdrosseln, die schon er­wähnten kleinen Filarien im Blute gefunden wurden, ferner im Herzblute eines in der Gefangenschaft gehalte­nen, inf icier ten Buchfinken (Fringilla coelebs) ein Fla gel lat und zwar Trypanosoraa, Vergleiche darüber weiter unten.
In Pavia (Norditalien) betrat die Blutuntersuchung im April und Mai [897 :
5nbsp; nbsp;Schwarzdrosselnnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Merula merula {!.),
1nbsp; nbsp;Kirschkernbcissernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Coccothraustes vulgaris, inficiert 1.
10nbsp; junge Kohlmeisennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Parus major (!.),
7nbsp; nbsp;Nachtigallennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Erithacus luscinia (L), inficiert 4.
6nbsp; nbsp;Zeisige (2 Alle, ,| Junge),nbsp; Chrysomitris citr, (L),
t8 Sperlingenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Passer [taliae, inficiert 4.
Sa, 17 davon inficiert (;-- 19,_'quot;/„,
in Crema (Norditalien) wurden untersucht im Juni und An­fang Juli 1^07 :
j Mehlschwalbennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Chelidon urbica (L),
6 Rauchschwalbennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hirundo rustlca (I.),
5 Schwarzdrosseln (2 kaum flügge) Merula merula (L),
5 (rrünlinge
g Sperlinge (2 junge)
1 Buchfinken
1 ganz junger Turmfalke
3 Steinkäuze
Chloris chloris (L), inficiert j. Passer [taliae, Fringilla coelebs (1,), Cerchneis tinnunculus (L),
inficiert i. A.thene noctua, inficiert 1.
Sa. 35
darunter inficiert .|- -11,4quot;/,,.
Alle drei Exemplare von Athene noctua zeigten ausserdem eine ausserordentlich reichliehe Infektion mit einer Parasitenform, die wir später besonders abhandeln wollen, und die nicht zu den endoglobulären Parasiten der roten Blutkörper zu rechnen ist, Ausser­dem wurden einmal bei Athene noctua. bei dem Exemplar, welches
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— loy quot;
Parasiten der roten Blutkörper aufwies, noch Gebilde gesehen, die den Gau leschen Würmchen bei rana esculenta, dem dropanidium ranaxum, glichen, CJeber diese später.
In Grosseto (Mittolitalien) wurden Ende Juli und A-ugust 1897 untersucht:
3 Lerchen Alauda arvensis, Inficiert 2. 3 Sperlinge Passer [taliae,
Sa. 6 davon inficiert -' = 33,3 %•
In allen Fällen handelte es silt;-li in Italien um Vögel, welche in der unmittelbaren Umgegend der betreffenden Städte gefangen waren und sich höchstens erst einige Tage in der Gefangenschaft befanden.
Von SS Vögeln In Italien waren also i,s=i7quot;/„ inficiert. und steht diese Zahl liinter der auf [-felgoland im Frühjahr 1898 aus­findig gemachten auffallenderweise zurück.
Im Ganzen wurden [go Vögel untersucht, darunter 30 iniieierte.
Soweit ich aus der mir zugänglich gewesenen Litteratur ent­nehmen kann, scheinen wohl sämtliche, bis jetzt überhaupt beobachtete Vogelblutparasiten gesehen worden zu sein, Amöboid bewegliche Parasiten, wie sie Kruse in der Nebelkrähe beobachtete, wurden allerdings nicht gesehen.
Gern hätte ich besonders in Grosseto die Untersuchungen an Vögeln in noch grösserem Massstabe wie in Oberitalien fortgesetzt, wenn nicht die Beschäftigung mit dem dortigen enormen Materiale an menschlicher Malaria zuviel Zeit in Anspruch genommen hätte. Es kam ja in ersten- Linie darauf an, durch das verglei­chende Studium der Tierblutparasiten die Kenntnis von der malarischen Infektion womöglich noch zu vertiefen.
Es war nicht leicht, aus der Fülle des Materials gewisse Typen herauszuschälen, um die Beschreibung zu erleichtern. Zweifellos ähneln sich einige Typen, wie wir noch sehen werden, einander so. dass man versucht ist, an einen Uebergang eines Typs in den anderen zu glauben, Vergl. Taf. IV. die Parasiten der Nachtigall, des Sperlings, des Turmfalken, (raquo;hue die Zwischenform der Sperlings­parasiten Wäre .schon ans den durchaus nicht sc h e m a t i sc h gehaltenen Aubbildungen ein deutlicher Unterschied zwischen denParasiten der Nachtigall und des Turmfalken zu erkennen. Die
^:
1) cfr. die Anmerkung auf Seite 105.
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io8 —
Parasiten des Kirschkernbeisser siml jedenfalls morplid-logisch wie klinisch von denen der Nachtigall und des Sperlings zu trennen,
Bei den morphologisch einander nahestehenden Parasiten sind möglicherweise kleine Verschiedenheiten in der äusseren Form etc, vielleicht auch in der verschiedenen Dichte der inficierten Blutkörper bei den verschiedenen Vögeln begründet. Ohne zwingende Xot iimiuM- neue Arten und Varietäten aufzustellen, ftthrl duvohaus niohl immer zur w nnselieiiswerten Klarheit
Wenn ich daher morphologisch die Parasiten der Nachtigall trenne von denen des Sperlings in Italien, des braunkehligen Wiesen-schmätzers, des Neuntöters etc, in Helgoland, so lasse Ich die'Frage, ob es sich um verschiedene Arten oder Varietäten handelt, noch vollkommen offen.
Iliatsaehe ist, um das schon jetzt hervorzuheben, dass Impfungen von parasitenhaltige'm Blute In nicht infizierte Vögel derselben Art stets dieselben, wohlcharakterisierten Parasiten wieder auftreten Hessen. Versuche, | nicht inficierte Schwarzdrosseln, 3 /ahme Lachtauben, 2 Bergfinken mit dem Blute inficierter Buch­finken durch Impfung zu Inficieren, waren resultatlos,
1 nicht inficierte Buchfinken, die schon 3 Wochen lang unter ständiger Blutkontrolle standen, wurden durch die impfung samt­lieh inficiert,
Aeusserst interassanl ist aber, dass es auch gelang, einen Grünling durch das Blut eines inficierten Buchfinken, 1 Lachtaube durch das Blut einer inficierten Turteltaube zu inficieren. Beide [mpflinge waren vier Wochen lang unter ständiger Blutkontrolle gewesen. In beiden Fällen wurde ' , bez, 1 .^ cm8 Blut eingeimpft, eine für die Vögel sehr beträchtliche Blutmenge, In beiden hallen algt;er verschwanden die Para­siten allmählich wieder aus dem Blute der [mpflinge. Ob die überimpften, äusserst zahlreichen Parasiten, die den verschie­densten Entwickelungsstadien angehörten, sich wirklich im Impfling vermehrten oder sich nur eine Zeitlang In dem fremden Wirte be­haupteten, war nicht auszumachen.
haue Mischinfektion mit Parasiten, die sicher verschiedenen Arten oder Varietäten angehörten, wie z. B. den Parasiten der Nachtigall und des Kirchkernheissers, habe ich im Vogelblute bis jetzt nicht finden können. Celli und Sanfelice geben an, eine derartige .Mischinfektion gesehen zu haben.
Allen Vogelblutparasiten war gemeinsam, dass sie auch in kernlosen roten 111 111Zellen schmarotzen konnten-
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lt;**
1 0() ----
Eine Bewegiichkoit (^'s Pigments fand sich nur bsi Formen die wir als sterile oder sterilwerdende bezeichnen niiisscn.
Gemeinsam war forner allen Vogelblutparasiten, dass (lilt;^ gostrecktön, endoglobulären, erwachsenen Formen bei der Beobachtung des lebenden Blutes nach einiger Zeit /.. T. das Bestreben, zeigten, extraglobulär zu werden und sich abzurunden,
Bin teil ung.
I )i(' beobachteten Parasiten teile ich ein in ,; Typen, wodurch wir den Ausdruck „Arten oder Varietätenquot; vermeiden.
l) Typus A. Eine Fortpflanzung Hess sich innerhalb der roten Blutkörper nicht mit Sicherheit feststellen. Dieser Typus entspricht in der Arbeit von Celli und Sanfelice1) ungefähr den Formen mit langsamer Entwicklung. Synonyme sind: Ffalteridium i.abbe, l.averania (irassi und Feletti, l.averania Dan ilewsk y i, Ilaemoproteus, Varietät A. Celli und Sanfelice. Ans morpho­logischen Gründen und um die Beschreibung zu erleichtern, teile ich diese Formen in 2 Unterabteilungen, in
a) Parasiten von gestreckter Form, mit oft typischer Hantelfigur,
ft) Parasiten von oft mehr plumper Form mit abgerundeten Ecken, z. T, auch mit kurzen, amöboiden Fortsätzen, In der äusseren Form nähern die letzteren sich schon
2} Typus \gt;. bei dem eine Teilung des Chromatins vorzu­kommen schien, und der in seinem ganzen morphologischen Verhalten eine Mittelstellung zwischen A und C einnahm. Der Typus B entspricht in der Arbeit Cellis und Sanfelices ungefähr den Para-siient'ormen mit beschleunigter Entwickelung.
,5) Typus C, mit schneller Entwickelung, die in einem Falle höchstens etwa 48 Stunden dauerte, Dieser Typus ist klein, dreht den Kern des int'i/ierten roten Blutkörpers in typischer Weise um seine Längsachse, bildet oft nur 6—8 junge Parasiten und kann
pathogen sein.
im Einzelnen verhalten sich die Parasiten folgendermassen.
#9632; #9632;
1) Typlts A.
Unter diese Rubrik fasse ich Parasiten zusammen, die ich in Italien bei 1 Nachtigallen, 5 Sperlingen, 1 Steinkau/. 2 Lerchen, in Deutschland hei 8 Buchfinken, ,, braunkehligen Wiesenschmätzern,
:
i)Celll und Sanfelice, lieber die l'arasiien des roten Blutkörpercbcns im Menschen und in fieren. lieitr. z. vergleich. Hämoparasitologie, Fortschr, d. Medtdn, No. 12, ifjyi.
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no
I Turmfalken, 3 Sumpfohreulen, 1 Sperber, 1 Neuntöter, 1 rot-rückigem Würgfer, 1 Turteltaube auf Helgoland gesehen habe, Wenn auch kleine Unterschiede zu bestehen schienen, so waren dieselben doch so gering, class wir jene Gebilde zusammen abhandeln können. Allen gemeinsam war der Umstand, dass es, wie schon erwähnt^ nicht möglich war, innerhalb der infizierten roten Blutzellen eine Vermehrung zu finden,
Celli und Sanl'elice sahen den Typus A, bez. sehr nahe­stehende Gebilde in der Taube (Columba livia). Staar (Sturnus vul-garis), Sperlingseule (bei Celli und Sanfelice .Athene noctua), Schleiereule (Strix flammea), Sumpfohreule (Asio accipitrinus, Syrni-uiu aluco?). Bei Wasielewski1) sind als Wirte aufgeführt, Frin-yilla coelebs (Buchfink), Sturnus vulgaris (Staar), Alauda arvensis (Feldlerche), Garrulus glandarius (Eichelliäher).
Soviel ich weiss. waren die betreffenden Parasiten bei der Nachti­gall, beim braunkehligen Wiesenschmätzer und Nountöter noch nicht beobachtet worden. Betrachten wir nun zunächst die hantei­förmigen Parasiten der Nachtigal (Tat'. IV, 1 7).
Im [ugendstadium stellten sie sich dar als kleine, bereits in die Länge gestreckte, bewegungslose, wenig lichtbrechende Gebilde von etwa 5 u Länge, meist parallel der Längsachse des Kerns vom roten Blutkörper, und ziemlich dicht neben dem Kerne (Taf. IV. 1). Diese fast ausnahmslose Lage in der Längsrichtung des roten Blutkörpers erscheint charakteristisch gegenüber den später zu beschreibenden, (lau/ rundliche jugendliche Formen zu sehen, ist mir bis jetzt nicht gelungen. Es scheint jeden­falls der jugendliche Parasit sich sehr schnell in die Länge zu strecken. Grade die Lage dicht neben dem Kerne des Blutkörpers erschwert das Auffinden dei jungen Parasiten, die sich auch nur weniv;- von der Substanz des roten Blutkörpers abheben. Im ge­färbten Präparate zeigen sie sich, wie auch die Malariaparasiten, als bestehend aus ( hromaiin. umgeben von einer mehr oder weniger sichtbaren achromatischen /one, und einem zartgefärbten Proto-plasmaleibe von geringem Volumen.
Die Konturen desselben sind im Jugendstadium aller Vogelblutparasiten viel unbestimmter wie bei den jugend­lichen Parasiten der menschlichen Malaria im entspre­chenden Stadium, wenigstens im gefärbten Präparat. Bei den Buchfinken waren sie. wie wir sehen werden, im un­gefärbten Präparat sogar hesser zu sehen, wie im gefärbten.
I) 1. c.
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111
Ebenso erscheint das Chromatln bei allen Vogelblutlaquo; parasitcn eherund leichter aufgelockert wie bei den Para­siten der menschlichen Malaria. Igt;ei den letzteren war die Komi mehr rundlich oder stäbchenförrüigquot;, aber meist mehr kompakt.
Wachsend behalten die Parasiten ihre gestreckte Form bei und sammeln schwärzliches, he/, schwarzbraunes Pigment im Proto­plasmaleibe an (Taf.IV, 2,3), Das dunkelbraune his schwarze Pigment zeigt Körnchenform und ist unbeweglich. Zuerst sammelt es sieh hauptsächlich In der Peripherie an. Bei den Parasiten von Nachti­gallen und Sperlingen zeigte es sieh später über den ganzen Proto­plasmaleib verteilt. Bei Athene nootua und der Lerche war das Pigment mehr aid einzelne, getrennt liegende Häufchen verteilt, ebenso bei den auf Helgoland beobachteten Vögeln. Eine amöboide Bewegung habe ich, wie schon früher erwähnt, nicht entdecken können, Celli und Sanfelice1) ist dasselbe auch nicht gelungen.
Während des Wachsens zieht sich das Chromatin der Parasiten von Nachtigallen und Sperlingen oft bandförmig in die Länge, sodass dasselbe nur als meist schwach sichtbarer, zarter Strang die beiden Luden des Parasiten zu verbinden scheint (Taf. IV, 2,9). Die achro­matische Zone kann oft sehr deutlich sein. 1 )er Parasit kann in diesem Stadium zuweilen die Form einer in die Länge gezogenen 8 haben. Wenn er indes weiter wächst, zieht sich das Chromatin mehr nach dem einen Pole desselben hin (Taf. IV, .}, io). .Als typische Lage des Chromatins kann man im erwachsenen Parasiten des eben beschriebenen Typus eine Stelle etwas querab von einem der Endpole vom Kerne des infizierten roten Blutkörpers bezeichnen. Dort liej^t es als kleines, mehr oder weniger rundliches I läufchen kurzer, dicht nebeneinander liegender Chromatlnfibrillen. Der Durchmesser beträgt etwa 1 -1'/.. /lt;. Zuweilen ist die Färbung des Chromatins so schwach, dass das Ganze den Kindruck einer staubförmigen Masse macht (Taf. IV, 4, 5, 6, 11). Ueberhaupt ist die schwache Entwickelung des Chromatins bei den geschilderten Parasiten typisch.
Haben die letzteren das Maximum ihrer (irösse erreicht, so kann man an den Luden oft je eine Anschwellung des Protoplasmas erblicken, die durch einen dünneren Protoplasmastiel mit der ge­genüberliegenden Anschwellung verbunden ist. Das Ganze sieht dann ähnlich aus wie eine I lantel. 1 )er Kern des infizierten roten Blutkörpers behält im Allgemeinen seine normale Lage im roten Blutkörper hei.
I
1) I, c.
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Der rote Blutkörper, zum gröasten Teil erfüllt von dem fremden Gaste, verschwindet schliesslich ganz und es bleibt nur der freie Kern übrig1, (Taf, \\. p. Her jetzt freie Parasit nimmt meist die runde l'Unn an, (Taf. IV. 7). Im sofort gehärteten Präparat sieht man auch noch gestreckte, freie pormen. Solche wie auf (Taf. [V, 6) waren bei der Nachtigal selten. [Jeher die Frage der eventuellen weiteren Entwickelung weiter unten.
Neben den genannten, manchmal mit lichtbrochenden kleinen Körnchen versehenen Parasiten mit ruhendem Pigment sieht man auch solche, welche hyalin sind und eine lebhafte Beweglichkeit des Pigments zeigen. (Taf. IV. 5, 13). Dieselben sind analog den entsprechenden Formen der menschlichen Malaria als Degenorations-erscheinungen zu betrachten.
Kürzere oder längere protoplasmatische Fortsätze, die von den genannten endoglobulären Parasiten ausgingen, habe ich in sofort gehärteten Präparaten nicht gesehen, Bei den infizierten Buch­finken auf Helgoland waren dagegen die kurzen proto­plasmatischen Fortsätze der Parasitenleiber zuweilen deutlich ausgeprägt.
Die Parasiten der italienischen Sperlinge ähnelten denen der Nachtigal. Indes waren sie stets plumper. (Taf.IV,8 13), Zuweilen sah man auch endoglobuläre, schon rund gewordene Formen. (Taf. [V, 14).
Bei zwei Lerchen aus Grosseto waren die Parasiten denen der Nachtigallen und Sperlinge ebenfalls almlich. Indes man vermisste die Hantelform und bei den heranwachsenden Parasiten die eigenartige, bandförmige Ausziehung des Chromatins. DasChromatin war meist etwas stärker ausgeprägt und beiden langen Formen immer nach Art eines kleinen Häufchens von kurzen Chromatinfibrillchen oder Körnchen angeordnet. Dasselbelag bald mehr nach der Mitte der Parasiten zu, bald mehr nach einem der Pole, (Taf. IV. 15, 16). .Auf Taf. [V, 15 schwach ausgeprägt. Es fehlte also öfter die geradezu typische Lage des schwächer ausgebildeten Chromatinhäufchens in der ungo-fahren Höhe von einem der Kernpole des infizierten Blutkörpers, wie wir sie bei den geschilderton Parasiten der Nachtigallen gefunden. Ausserdem waren die Parasiten der Lerche vielleicht etwas stärker lichtbrechend wie die der Nachtigallen und schlanker, ihr Proto­plasma homogener,
Im übrigen war die Lage eine leickt gekrümmte, neben dem Kerne des ngt;ten Blutkörpers. (Taf, IV, 15, in). I)as unbewegliche, dunkelbraune bis schwarzbraune körnchenförmige Pigment war
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Ul
durchschnittlich nlchl zerstreut, sondern in Form kleiner Häufchen angeordnet, welche aus zwei bis drei Körnchen bestanden,
Auch im [ilute der Lerche konnte man noch endoglobuläre Pai-asiton mit beweglichem Pigment seilen. Diese Formen sind jedoch als absterbende anzusehen, Fine weitere Entwickelung der endoglobulären Formen konnte nicht aufgefimden werden.
Die Infektion war bei beiden Ferchen nur eine äusserst spär­liche, die Zahl der sich ebenfalls findenden freien, runden Formen daher nur gering.
Bei einem Exemplar von Athene noctua in Crema waren die Parasiten ebenfalls ähnlich denen der Nachtigallen und der Sperlinge, wenigstens in einem vorgeschrittenen Stadium der Ent­wicklung, unterschieden sich jedoch durch einige Merkmale von ihnen.
Zunächst konnte mau sehr deutlich die jungen Parasiten sehen, welche als kleine, helle, rundliche oder dreieckige Figuren mit ab­gerundeten Ecken sich von der Substanz des roten Blutkörpers ab­hoben. Wie wir gesehen, war das bei den Parasiten der Nachti­gallen und Sperlinge nicht der Fall gewesen. Wachsend nehmen auch sie eine Lage ein, die im allgemeinen als parallel dem Kerne des roten Blutkörpers zu bezeichnen ist. Sehr häufig zeigen sie die Form eines länglichen graden Keils mit abgestumpften Ecken, nie eine Hantelform. Das Chromatin war zweifellos bedeutend stärker entwickelt wie bei den Parasiten der Nachtigallen und der Sper­linge. Die achromatische Zone war ebenfalls mehr oder weniger ausgesprochen, Nie war die Lage des Chromatins eine exccntrischc, wie wir das bei der menschlichen Tertiana kennen gelernt haben. Sodann bildete sieh wenig dunkelbraunes, last schwärzliches Pig­ment, dessen Körnchen zu 2 3 neben einander lagen, nicht /er­streut im Protoplasmaleibe.
Halte der Parasit seine grösste endoglobuläre Entwicklung er­reicht, so ähnelte er, wie schon erwähnt, den Formen bei den Nachti­gallen und Sperlingen. Indes ist er plumper und dicker, auch etwas grosser und nicht liantelfönnig. Der Kern des infizierten roten Blut­körpers kann zur Seite gedrückt sein, das letztere selbst ver­schwinden.
Celli und Saul'eliee. die dieselbe Parasitenart bei der Sper­lingseule gesehen zu haben scheinen, beschreiben noch eine oft deut­lich auftretende Zähnelung, welche an den Polen so deutlich sein kann, dass mau losgelöste Körperchen mit einem dunkleren Funkte in der Mitte sähe. Letztere wären vielleicht Sporen. Ich habe eine derartige gezahnte Form des Parasitenkörpers auf Helgoland mehr-
/. lo in ;i 111], üöber Malartn oto,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; o
:'
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111
fach bei Buchfinken zu sehen bekommen. Nach Celli und San-felice fände die Entwicklung in .4 5 Tagen stau.
Das Chromatin lag bei den erwachsenen Formen, als rundliches, deutlich ausgesprochenes Häufchen im Verlaufe des mittleren Drittels des Prot raquo;plasmaleibes,
Bei allen Parasiten des Tvpns A war in Italien eine Doppelinfektion eines roten Blutkörpers, wenn überhaupt vorkommend, jedenfalls ganz ausserordentlich viel sel­tener als bei den Vertretern des Typus 1gt; und besonders des Typus C.
Eine gewisse Ausnahmestellung nahmen dem gegenüber die Parasiten von 3 braunkehligen Wiesenschmätzern, 8 Buchfinken, 1 Turmfalken, 3 Sumpfohreulen, 1 Neuntöter, 1 rotrückigem Wür­ger, 1 Turteltaube auf Helgoland ein. lauer sieh ähnelten sie ein­ander SO, dass wir sie hier zusammen abhandeln können. Ins­besondere bei den Buchfinken war eine 2—3fache Infektion der Blutzellen durch junge Parasiten ungemein häufig, Die letzteren hoben sieh wie die Jugendformen bei Athene noctua in Crema sehr deutlieh als kleine, helle, ziemlieh scharf umschriebene, rundliche oder ovale, bezw. dreieckige blecke mit abgerundeten Ecken ab von der Substanz des roten Blutkörpers. Sie konnten nicht nur neben dem Kerne des Blutkörpers, sondern auch an den Polenden oder irgend einer anderen Stelle desselben ihre Lage haben (ähnlich wie auf Taf. IV. 17), Sie näherten sich da­durch schon den Parasiten des Typus B, wie sie denn in morpho­logischem Sinne überhaupt den üebergang zu diesen darstellten. Sein- frühzeitig zeigt sich ein dunkles Pigmentkorn, Zur weiteren Entwicklung kommt in einem roten Blutkörper immer oder fast immer nur ein Parasit. Wachsend zeigt er hyaline Beschaffenheit, welche ihn mit Leichtigkeit auffinden lässt. Stets bleibt der Parasit plumper, rundet sich auch eher ab als speziell der Nachtigallparasit ans Pavia. Das dunkelbräunliche Pigment sammelt sieb meist in form von -' 1 dicht nebeneinander liegenden Körnchen In der Nähe eines oder beider Pole des Parasiten an. Dass sieh öfter kurze protoplasmatische Fortsätze linden, insbesondere auch eine Zähnelung des Parasitenleihes bei den erwachsenen formen, haben wir schon früher gesehen.
Häufig waren Formen wie auf Taf. [V, 14. Das Chromatin konnte sich sowohl mehr in der Mitte wie an den Paulen des Para­siten finden. Niemals kam es zu so bandfömigen Ausziehungen des Chromatins wie auf Taf. [V, 2 und 5. Die freien formen
ähnelten etwa den Figuren (Taf. IV, 7 und 21). Bemerkens-
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wort ist, dasa \'igt;n 8 lebenden, infizierten Buchfinken 5 in der Ge­fangenschaft starben, darunter 1 mit gamp;nz besorfdera reicher [nfektion.
Allen Parasiten der Vögel, speziell vmi dem Typus A und B, gemeinsam scheint das relativ häufige Vorkommen runder freier Formen,
Alan sieht dieselben auch in sofort gehärteten Präparaten, so-dass mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen ist, sie kommen schon im Gefilsssystem selbst vor. Andererseits ist sicher, dass, wenn man ein Präparat des lebenden Blutes einige Zeit unter dem Mikro­skop betrachtet, sich die Zahl der freien Formen noch vermehrt. Ks findet also eine Auswanderung aus infizierten roten Blut­körpern statt.
Auch die runden freien Formen zeigen, wie die endo-globulären, keine amöboide Beweglichkeit. Das Pigment der freien Formen verhält sich verschieden. Bei einigen ist keine Beweglichkeit zu bemerken, bei anderen von vornherein eine mückenschwarmähnliche Bewegung, genau, wie wir sie auch bei der menschlichen Malaria kennen gelernt haben. Ich fasse? in Ana­logie mit den echten Malariaparasiten jene Beweglichkeit als ein Zeichen der Agonie auf, Betrachtet man übrigens das Präparat von lebendem Blute längere Zeit, so kann man schliesslich in einigen freien Formen eine mehr oder weniger deutliche Beweglichkeit des Pigments auftreten sehen, die vorher nicht vorhanden war. Ks gibt das der obigen Ansicht eine weitere Stütze.
Bei den Parasiten der menschlichen Malaria konnten wir im gefärbten Präparat das Sterilwerden der Formen durch Nachweis vom Schwunde des Chromatins beweisen.
Zweifellos sieht man auch bei den Parasiten der Typus A und P freie Formen, wo das Chromatin nur als äusserst schwach gefärbtes, kleines Häufchen von Chro-matinfibrillchen oder Körnchen erscheint, wo auch dieses schliesslich verschwindet, wo das Protoplasma, wie bei den sterilen Sphären des .Malariaparasiten, an Färbbarkeit ein-biisst, die Pigmentiemng scheinbar noch zunimmt. Derartige Parasiten kann man auch schon im endoglobulären Stadium erblicken. Indes die Zahl derartiger freier, chromatinarnier bezw. chromatinloser Parasiten ist verhältnismässig geringquot;.
Die anderen freien können /eigen durchaus nicht immer eine Volumabnahme des Chromatins.
In diesem Zusammenhange möchte ich auf einen l'instand auf­merksam machen, der vielleicht ebenfalls als Zeichen der Degeneration aufzufassen ist. Man sieht nämlich freie runde Formen , deren
8*
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— i 16 —
Färbbarkoit vollkommen erhalten erscheint, deren Chromatin aber aussergewöhnlich stark aufgelockert ist, so class einzelne Fibrüleu-beinahe die Peripheru! des Parasiten erreichen (Taf. IV, 12).
Bei den Parasiten, die schon im endoglobuläron Stadium sich als sterile erweisen durch A-bnahme der Färbharkeit des Protoplasmas und Eintritt von Beweglich­keit des Pigments, gewinnt laquo;las letztere einen gelbgrün-Hchen Farbenton (Taf. IV, 5). Vergl. auch Taf. [V, 13.
Wie bei den Sphären der Tertian- oder Quartanparasiton kön­nen sieb auch von den freien Formen bei Nachtigallen und Sper­lingen kleinere, rundwerdende Bruchstücke abschnüren, ebenfalls mit beweglichem Pigment versehen. Ob die kleineren runden freien Formen, die man zuweilen neben grösseren im Blute sieht, alle durch Abschnürungen von den grOsseron Formen entstanden sind, oder nit nicht auch /. T. aus halberwachsenen, die den infizierten Blutkörpor vorzeitig verlassen, will ich nicht entscheiden. Grosse praktische Bedeutung wohnt dem wohl kaum inne.
Thatsache ist, dass unter den Parasiten von dem Typus A und !'gt; sieh ganz, bedeutend mehr freie Formen linden, wie z. B. bei der Tertiana und Quartana, und dass diese Formen oft durchaus keine Vnlumabnahme des Chromatins zu zeigen scheinen,
Es liegt darin ein nicht unwesentlicher Unterschied zwischen der Blutinfektion des Menschen und der Vögel,
I lass sämtliche Parasiten des Vogelblutes auch in kernlosen roten P.lut/eilen vegetieren können, ha'Den wir schon früher gesehen. (teissel-fonnen sah ich besonders bei Nachtigallen, Sperlingen und Buch-linken, zuweilen sehen wenige Augenblicke nach Anfertigung des Präparates. Die Zahl der beweglichen Cteisseln betrug 2 6. Im übrigen gleichen sie den runden freien Formen mit beweglichem
I 'igment.
Wie l'indet nun die Fortpflanzung des Parasiten Typus
A statt?
Bis jetzt ist es weder Celli und Sanfelice noch mir gelungen, die sogenannte Sporulation jener Parasiten in den roten Blutkörpern zu beobachten.
Die bei Wasielewski als solche abgebildeten Sporulations-formen habe ich nie gesehen.
Celli und Sanfelice1) geben an, dass man bei der Taube columba livia bei reichlichem Parasitcnbofunde alle Entwickelungs-phasen gleichzeitig sieht. Wenn aber nur wenige Parasiten vor-
n 1.
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i i ; —
handon wäfen, vollzöge sich der ganze Cyklus von den kleinsten bis zu den grossen Formen und dann wieder bis zu den kleinsten im kürzesten Falle in 8 Tagen, wie auch Grassi und Feletti bei Sporlingsparasiten beobachtet hätten.
Celli und Sanfelice stimmen mil Grassi und Feletti durin überein, dass es eine Fortpflanzung geben muss.
leh bemerke dazu Folgendes, Ich will die beiden Lerchen, die nur eine spärliche [nfoktion zeigten, hier ansser Acht lassen, da die Mere nicht lebend. Mindern ganz frisch geschossen zur Blut­untersuchung kamen, eine systenuitische, längere Zeit andauernde Blutuntersuchimg also nicht stattfinden konnte. Die peinlichste Untersuchung aller inneren Organe, von denen nach der so über­aus wirksamen Chromatinfärbemethode Präparate gefertigt wurden, liess keine Fortpflanzung erkennen.
Das eine Exemplar von Athene noctua haue ich schon zehn Page in der Gefangenschaft, ohne dass sieh jemals andere Parasiten gezeigt hallen als die später zu beschreibenden sogenannten „Leuco-cytozoen.quot;
Am vierten Tage hängte ich den Käfig mit der Athene noctua in Crcma Nachts zum Fenster heraus und Hess ihn von da an Nachts immer draussen. Am zehnten laue fand sieh eine Infektion mit ganz jungen endoglobulären Panisiten, wie sie schon beschrieben.
Der Befund war in den folgenden Tagen derselbe. Der Vogel zeigte keine Krankhoitssymptome, im Gegenteile noch grösserc Fressgier, wie die anderen. Am fünfzehnten Tage fanden sich neben den kleinen auch halb und ganz erwachsene, am sechzehnten Tage neben grösseren wieder mehr kleinere.
Da ich von Crcma abfahren musste, der Blutbefund auch da­für zu .sprechen schien, dass jetzt gerade eine Fortpflanzung, event, nur in inneren Organen, stattfände, so tötete ich das Tier und machte die Sektion, Ks fanden sich überall die sogenannten Leu-cocytozoen, aber niemals Formen mit Teilungsfiguren dor Blutkörper­parasiten.
Die Nachtigallen habe ich nicht länger als höchstens drei Tage am Leben erhalten, Sie zeigten im Leben die Parasiten stets in allen Formen der Entwickelung nebeneinander im Blute, niemals indes Formen mit Chromatinteilung. Auch in den inneren Organen fanden sich niemals Fortpflanzungsformen. jedenfalls scheint der Tod nicht durch die Blutinfektion erfolgt zu sein. Der in j Fällen ausserordentlicli spärliche Parasitenbefund hätte kaum einen (inmd dafür abgegeben. Sodann ertrugen Sperlinge eine viel
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reichlichere Infektion durch denselben oder mindestens sehr ähnlichen Parasiten ganz leicht.
Es ist vielleicht nützlich, hierbei einen vcrgfleichenden Rück­blick auf dio malarische Infektion des Menschen zu werfen. Ge­meinhin stirbt der Mensch nicht an den halb oder ganz erwachsenen Parasiten, sondern während oder nach einem Fieberanfalle voraus­sichtlich an den Folgen der Toxinedie durch die Reifungeinor Parasiten­generation frei werden bez. durch den Hämaglobinverlust. Bei der Sektion rindet man in solchen Fällen mehr oder weniger grosse Mengen vihi Fortpflanzungskörpern in den inneren Organen, In Milz, Pia mater, Knochenmark. Stirbt ein Patient an Kachexie, so braucht man /war keine Parasiten mehr im Blute zu linden, indes ist dann doch ein schwerer Krankheitszustand vorhergegangen.
Wenden wir diese Bemerkungen an auf die Blutinfektion der Vögel, so trifft das alles nicht ZU. Weder ein äusserlicll erkennbarer Krankheitszustand beim Ankauf der Vögel war zu erkennen noch irgend eine Teilungsform der Parasiten nach Eintritt des Todes.
Jedenfalls ist der baldige Tod der zarten Nachtigallen wohl eher auf äussere Umstände zurückzuführen. Bei den Sperlingen war die Blutinfektion ganz dieselbe. Stets, auch bei spärlicher Infektion, waren junge und ältere Formen nebeneinander im Blute zu sehen, sodass es unmöglich war. einen bestimmten Zeitraum für die Ent-wickelungsdauer einer Parasitengeneration anzugeben. Passelbe Ver­hältnis zeigte sich in Pavia bei zwei Sperlingen während i | 'lauen, wo­nach sie getötet wurden, liei den übrigen inlicierteii Sperlingen war dasselbe der Fall.
Sämtliche inficierten Sperlinge zeigten keim' Spur einer Krank­heit durch Verminderung der Fresslust. Nur einer starb aus mir unbekannten Gründen. Auch die auf Helgoland beim braunkehligen Wiesenschmätzer, Buchfinken, Turmfalken, Sperber, Neuntöter ge­fundenen Blutparasiten Hessen meist zu gleicher Zeit sowohl junge wie halb und ganz erwachsene Formen im Blute erkennen. Indes war doch bei einigen in der Gefangenschaft gehaltenen Buchfinken ein deut­liches Fortschreiten in der Entwickelung der Blutparasiten zu erkennen. Nach mehrwöchentlicher Beobachtung, kam ich dazu, als durchschnitt­lichen Zeitraum für die Entwickelung einer Parasitengeneration 6—7 Tage anzunehmen. Das heisst in 6—7 Tagen wuchsen die schon be­schriebenen kleinsten Parasiten zu einer Grosse wie auf Tal, IV, 10, 1 | heran, worauf wieder junge Parasiten auftraten.
Auf gt; Buchfinken, deren Blut sich während drei- bez. vier­wöchentlicher Beobachtung gelegentlich jeden zweiten Tag stattge-fnndener Blutuntersuchung als nicht inficiert erwiesen, wurde Buch-
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(IQ —•
finkenblut übcrlmpft, welches vorwiegend grosse, erwachsene Pararaquo; slten cntliiolt. Am siebenten bezi achten Tage wurden Im Blute der [mpflinge die ersten jungen Parasiten gesehen, die sieh dann seitdem schon mehrere Male vermehrt haben. Ueber die Technik der [mpfung weiter unten. Die Lmpfung fand statt in Helgoland, wo also eine nachträgliche natürliche [nfektion ziemlich ausgeschlossen war. Niemals gelang es indes, innerhalb der roten Blutzellen, auch nicht in inneren ()rganen, die Fortpflanzung nachzuweisen.
Wie Celli und Saufelice bemerkte auch ich, dass die Para­siten im Knochenmark spärlicher waren als im peripheren Blute,
Ausgiebige Fütterungen mit Organteilen, welche Inficiert waren durch Parasiten des Typus A führten bei zwei Exemplaren von Athene noctua nicht zur Infektion.
Auch Verfütterung von stark intieierten Vögelorganen an Schwarzdrosseln auf Helgoland führten zu keiner Infektion. Immer­hin ist bemerkenswert, dass die Raubvögel auf Helgoland, welche sich von den kleinen, oft inlicierten Vögeln nähren, einen so hohen Prozentsatz an Infektion aufwiesen.
Fassen wir das alles zusammen, die bisherige Unmöglichkeit, Teilungsformen zu linden, das oft scheinbare vollkommene Wohl­befinden der inlicierten Tiere, die ziemlich geringe Kniwickelung des Chromatins, speziell bei den Parasiten der Sperlinge und der Nachtigallen, die I [äufigkeit der freien, voraussichtlich steril werdenden Formen, so liegt nichts Absonderliches an der Annahme, dass mög­licherweise die Parasiten des Typus A überhaupt nicht in roten Blutkörpern zur Fortpflanzung kommen. Die Gebilde machten ihre Kniwickelung dann nur bis zu einem gewissen Punkte in den roten Blutkörpern durch, hätten dann aber nicht mein- die vitale Kraft, zur Teilung' zu schreiten. I gt;ie inlicierten roten Blutkörper würden wohl zerstört, indes durch die Energie der blutbildenden ()rgane immer gleich ersetzt.
In welchen Organen lindet nun aber die Fortpflanzung statt?
Eine sichere Entscheidung vermag ich darüber nicht zu gehen. Indes sei hier mit aller Reserve mitgeteilt, dass ich speciell hei den Buchfinken auf Helgoland glaube, mehreremale Parasiten mit 8 bis in Chromatinfiguren im Protoplasmaleibe von Leukocyten in Milz und Knochenmark gesehen zu haben. Diese Beobachtung wäre, wenn sie sich bestätigen sollte, von prinzipieller Bedeutung. Wer das Gewirr der verschiedenartigsten Blutelemente in Milz und Knochenmark kennt, wird die Reserve dieser Beobachtung gegenüber begreiflich finden.
JL
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Aii dieser Stolle sei darauf aufmorksarn gemacht, dass es gelang, boim Buchfinken und der Sumpfohreule .ml lielgoland auch kleine, hyaline, /. 1'. mit i 2 Gcisseln versehene Gebilde zu entdecken, die gefärbt den später /.u beschreibenden sogenannten Leukocytozoen bei A.thene uoctua einigermassen entsprachen, Nur wai-en jene Gebilde bei Athene noctua grosser, Wir kommen darauf noch zurück.
Ich füge nachträglich hin/u, dass bei fast allen Inficicrten Vögeln auch die Schleimhaut des cavum narium und der Trachea auf Parasiten untersucht wurde, um den Modus der Infektion fest­zustellen, bis jetzt mit negativem Resultat,
Wie .schoii früher erwähnt, haben die Parasiten des Typus A auch d.-n Namen Laveranea Danilewskyi erhalten,
lTnt,er Laveranea muss man die sterilen Sphären, Geissolformen und Halbmonde verstehen. Dieselben entbehren des Ghromatins, auch die Halbmonde, wenigstens die ausgebildeten l/ormen. Unsere Parasiten des Lypus .\, die man wegen ihrer gestreckten Formen gern den Halbmonden an die Seite stellte, zeigen, wenn aucli schwach, im endoglobulären Stadium das Chromatin fast regcl-mässlg,
Ferner lernten wir in den (Talbmonden die sterilen Formen der kleinen Parasiten keimen, welche die bösartigeren Fieber bedingen, Dieselben kommen, zuerst wenigstens, stets gemeinsam mit den kloinen Parasiten vor.
Auch bewahren die FTalbmonde, frei geworden, ihre eigenartige Gestallt. Die beschriebenen freien Parasiten des Typus A waren dagegen meist rund, Ich halte es für müssig, mit Gewalt dort Vergleiche aufstelllen zu wollen, wo keine Notwendigkeit dazu vorliegt.
Wir können vorläufig nur sagen, dass es sich bei dem Typus A um meist liarmlosc Parasiten handelt, deren Fortpflanzung noch nicht sicher festgestellt ist.
-,| Pa ra Sltcn d es T v |i n s I',.
Wie schon erwähnt, stehen dieselben zwischen dem Typus A und ( . Ich land dieselben ausgesprochen nur einmal bei einem
ungen, noch nicht flüggen Turmfalken, Ccrchneis tinnunculus, der in {Crema ans dem Neste gefallen war. Das Nesl befand sich etwa
iquot; m über der Erde in einem Glockenturme. Der Vogel war so­fort tot und gelangte etwa 20 Minuten später zur Sektion,
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Parasiten fanden sich zahlreich, sowohl im Horzbluto wie in Inneren lt; )rganon,
Wir erinnerlich, waren die jungen Parasiten des Typus A, wenigstens bei Sperlingen und Nachtigallen, nicht leicht zu erkennen, da das Chromatin sich gleich in die Länge streckte, der Kontur des Protoplasmas wonig umschrieben war, und sie meist durch ihre Lage neben dem Blutkörperkern wenig auffielen.
Die jungen Formen des Parasiten beim Cerchneis tin. dagegen waren wie die der Buchfinken auf Helgoland deutlich zu erkennen, etwa i1., 2 // im Durchmesser haltend und rundlich. Hire Lage war oft in der Nähe des Polendos vom roten Blutkörper, also nichl bloss oder vorwiegend an der Längsseite des Blut­körperkerns (Taf. IV, 17 23).
l)as Protoplasma hatte ein Masses, homogenes Aussehen. Das Chromatinkorn war kräftig entwickell undrundlich. A.ndcutungeiner Auflockerung desselben war bereits in den Jugondformcn mehrfach
ZU Seilen.
Als fernerer Unterschied gegenüber Typus A war zu bemerken, dass die weitere Entwickelung sowohl /wischen I'd des Kernsund entsprechendem Pol des Blutkörpers stattfinden konnte, als auch seit­lich vom Kern des Blutkörpors (Taf. IV, 18, 19).
In beiden hallen kommt es nicht zu den typischen Hantel­formen.
Im allgemeinen hat der Parasit die Neigung sieh ab­zurunden, he/, ovale 1-nrm aii/imehmeii. Indes kommen auch spitze Ausziehungen an dem einen Ende vor (Taf. IV, 20). Eine Entfärbung des infizierten roten Blutkörpers tritt nicht ein. Ent­wickelt sich der Parasit mehr an dem einen Pole des Blutkörpers, so kann der Kern verlagert werden nach dem entgegengesetzten Pole zu, wobei er sich um seine Längsachse um einen Winkel bis zu 90% drehen kann, wie (Taf. [V, 28). [läufiger ist seine Ent-wickoluny neben dem Kerne des roten Blutkörpers, wobei er meist ovale Form zeigt. Zuweilen wird der Keim des Blutkörpers ganz umflossen von dem Parasiten (Taf. IV', 23). Nicht ganz selten waren auch Doppelinfektioncn. Amöboide Beweglichkeit Hess sich niemals nachweisen,
Das Pigment trat zuweilen sehen in jungen, noch runden Parasiten aui in Form feiner dunkelbrauner, unbeweglicher Körnchen. Andererseits konnte man. wenn auch selten, runde Parasiten von etwa 3 ,quot; Durchmesser sehen, die noch keine Spur von Pigment zeigten (Taf. IV. t8).
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I )!lt;gt; erwachsenen Formen waren etwas grosser wie die des I ypus A. Die Pigmentkörnchen waren bald ziemlich gleichmässig zerstreut, bald mehr in einzelnen Häufchen angesammelt, Einige­male war es nur in dem einen Pole dos Parasiten angesammelt, dann lag das Chromatin in dem anderen Pole.
Sterile Formen konnte man auch bei dem Typus B bereits im endoglobulären Stadium erkennen an der hyalinen Beschaffenheit des Protoplasmas und der Beweglichkeit des Pigments, Im ge­färbten Präparate erkannte man diese Formen an der geringen Färb-barkeit des Protoplasmas,
Niemals sah ich, wie bei der menschlichen Malaria, Stäbchen-immer nur Körnchenfotm des Pigments, Nur waren die Körnchen bei den scheinbar steril werdenden Formen manchmal sehr aus­geprägt und von gelbgrünlicher Farbe, Das Chromatin verhielt sich verschieden. Handelt es sieh um Formen, die nicht degenerierten, die sich auch kräftig färben Hessen, so war das Chromatin in Form einer meist runden, kleinen, kräftig gefärbten Chromatinfigur zu er­blicken. Dieselbe bestand aus einem Häufchen von dicht neben­einander gelagerten Chromatinfibrillen (Tal', IV, 20), Handelte es dagegen um steril werdende Formen, so zeigte das Chromatin eine
Staubförmige Auflösung, wobei dasselbe sich über einen bedeutenden Bruchteil des Parasiten zerstreute. In einigen Parasiten konnte man überhaupt kaum noch etwas von Chromatin erblicken.
Die freien Formen waren, wie bei den Typus A häufig. Man
sah sowohl die jüngsten wie die am meisten in der Kul-
wickelung vorgeschrittenen Formen,
Neben runden erblickte man auch gestreckte freie Formen, A.usserdem konnte man runde, pigmentlose, freie Parasiten treffen, deren Protoplasma sieh in einem dunkleren Blau färbte als gewöhnlich, und deren Chromatin als ein mehr kompaktes Häufchen
erschien.
Auch Teilungen des Chromatin kamen, wenn auch seltener, vor, Die Art der Chromatinteilung erinnerte an die beim Quartanparasiten beschriebene.
Ausgebildete Teilungsformen wie /.. Pgt;. bei dem Quartanpara­siten habe ich indess nicht gesehen, I )as Maximum der Chromatin. Teilungsfiguren, die beobachtet wurden, betrug acht. Dieselben zeigten ebenfalls In jenem Stadium nie das kompakte Aussehen, wie wir es insbesondere bei den kleinen Parasiten der estivo-autumnalen
Fieber kennen gelernt hatten. Celli und Saufelice bilden bei
diesem Typus B bis zu 32 jungen Parasiten Innerhalb des Mutter­parasiten ab.
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Thfvtsaclie ist also, dass laquo;'im' Vermehrung im Tierkörper statt­findet, Ueber die Dauer des Entwickehmgscyklus kann ich nichts sagen, da der Falko bereits tot war hrl der Untersuchung, ebenso­wenig über die pathogene Wirkung dor Parasiten. Verfütterung der Organteile an Athene noctua war nicht im Stande, dieselbe Infektion wieder hervorzubringen,
Die Berechtigung, den eben beschriebenen Schmarotzern des Falkenblutes eine besondere Stellung vorläufig anzuweisen, gewinne ich his jetzt also nur ans morphologischen Gründen,
3) Parasiten des Typus C.
Dieselbe fanden sich einmal bei einem Kirschkernbcisser (Cocco-thraustes vulgaris) in Pavia, zweimal bei Grünlingen (chloris chloris) in Crema, Den Kirschkernbeisser hatte ich bereits i| läge im Käfige, anfangs zusammen mit Sperlingen, von denen zwei inficiert waren durch Parasiten des Typus A. Die anderen Sperlinge wurden übrigens durch das Zusammenleben mit den inficierten Tieren nicht inficiert. Sämtliche Tiere waren munter und fresslustig. Nach acht Tagen nahm ich den Kirschkernbeisser in einen besonderen Käfig, da er die anderen Vögel hiss. Sämtliche Käfige wurden vor der Neubenutzung immer aufs gründlichste gereinigt, insbesondere die Wassernäpfchen. Has Blut des Kirschkernbeissers wurde jedem /weiten Tag untersucht, in den ersten 1 | Tagen immer mit nega­tivem Erfolge,
I )as Blut wurde, wie bei alllen Vögeln, entnommen durch Einschnitt an der Unterseite der Flügel in der Nähe des Flügel­ansatzes. Man lernt bald die in einer Muskelrinne dort verlaufende kleine Ader treffen. Etwa 48 Stunden nach der letzten nega­tiven Blutuntersuchung zeigte der bis dahin ausserordentlich zutrauliche und muntere Vogel die /eichen schwerer Erkrankung, Er lag auf dem Boden mit gesträubtem Gefieder, Die Atmung war beschleunigt, T. Messung wurde nicht vorgenommen. Kurze Zeil darauf starb er. Die Sektion wurde sofort ausgeführt, Ueber den Infektionsmodus Hess sich nichts feststellen. Untersuchung- des Trinkwassers ergab ein negatives Resultat,
Es muss noch bemerkt werden, dass die Fenster des Raumes, in dem sich der Vogel befand, meist geöffnet, und dass Gärten und Aecker in der Nähe waren. 1 )ic 2 Grünlinge in Crema zeigten die Infektion gleich bei der Einüeferung, Die Parasiten waren morpho­logisch nicht zn unterscheiden von denen des Coccothraustes vulgaris. Bei allen diesen Vögeln fanden sich alle Stadien der l'.nt-
Avickelung des Parasiten gleichzeitig im Blute,
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Iiuli's waren die Parasiten bei den Grünlingen etwas weniger zahlreich und die frühzeitige Teilung seltener auftretend. Beide Grünlinge aber zeigten von Anfang an die /eichen einer Erkrankung. Die I iere frassen nicht, sondern sassen mit, gesträubtem Gefieder da, Nach etwa |.8 Stunden wurde der eine sterbend gefunden und sofort seziert, der andere nach 72 Stunden. Vielleicht hängt mit der im Vergleich zum Coccothraustes längeren Krankheitsdauer der etwas sparsamere Parasitenbefund zusammen.
Die anderen Grünlinge, die mit den infizierten denselben Käfig leihen, auch zusammen gefangen waren, zeigten während einer Be­obachtungszeit von im Ganzen 3 Wochen keine Infektion.
Ein Grünling, der von vornherein von den infizierten getrennt werden war, wurde mit dem Blute eines der infizierten Grünlinge geimpft. Nach 3 Tagen wurden spärliche junge Parasiten von dör-selhen Art, wie sie übergeimpft waren, im Blute gefunden. Krank­heitssymptome zeigte der Vogel nicht. Leider entfloh derselbe, als einmal, der Vogelbauer unvorsichtig geschlossen war, und gelang es so nicht, die Beobachtung fortzusetzen. Strikt beweisend ist diese [mpfung nocli nicht, da die [nfoktion ov. auch auf natürlichem Wege erfolgt sein konnte, wie wir es bei dem Coccothraustes annehmen müssen. Ks ist zu bedenken, dass es sieh tun eine Malariagogend handelte. Derai'tige Experimente müssen, um beweisend zu sein, in durchaus malariafreier Gegend ausgeführt werden, wie es z, B. bei den Impfungen auf Kelgoland der Fall war. Eine .solche Gegend aber war in keinem Teile Italiens, in dem ich mich der Studien halber aufgehalten hatte.
Impfungen mit Blut von einem infizierten Grünling .ml 2 Schwarzamseln, .? Sperlinge, 2 Buchfinken blieben negativ. Die Beobachtungszeil betray 2 3 Wochen. Aus äusseren Gründen konnte dieselbe nicht länger ausgedehnt werden.
Die [mpfung fand meist derart statt, dass ' „ cm8 von etwa .|oquot;(' warmer, sterilisierter, physiologischer Kochsalzlösung in die sterilisierte Pravaz'schc Spritze aufgesogen, dann ein Schnitt an der Unterseite des Flügels von dem infizierten Vogel gemacht, und das hervor­quellende Blut ebenfalls aufgesogen wurde. Man bekam dann etwa #9632;';icm:! Impfflüssigkoit im günstigsten halle, Alan muss sich sehr 'quot;#9632;eilen, da das Vogelblut bekanntlich ausserordcntlich schnell gc-rinnt. Dann wurde sofort in die Bauchhöhle des Impflings injiziert. Bei diesem Vcrfahrrn verliert der infiziert gewesene Vogel relativ wenig Blut und kann für neue Versuche verwandt werden. Eine Assistenz ist zur schnellen Ausführung der Impfung notwendig. Wie ich mich durch Kuntrollpräparatc überzeugte, schien die Koch-
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salzlösimg1, wenigstens währencl der ersten 5 Minuten, keine sichtbare zerstörende Wirkung auf die Blutkörperparasiten auszuüben, Ohne Zuhülfenahmeder Kociisalzlösuny vvürdemanmeistzu wenig Flüssigkeit In der Pravaz'schen Spritze haben und die Spritze nicht funktionieren. Sämtliche im Laufe der Zeil geimpften Vögel vertrugen den kleinen Eingriff leicht.
Wegen der vollkommenen morphologischen Aehnljchkeit und der ähnlichen klinischen Symptome sollen hier die Schmarotzer des Coccothraustes und der Grünlinge zusammen abgehandelt werden,
Was zunächst diesen Parasiten charakteristisch ist, ist die geradezu erstaunliche Proliferationsfähigkeit des Chromatins, sodass es zur Fortpflanzung kommen kann ohne Spur einer Pigmentbildung, ferner die häufige, 2 8-ja [o-fache tnfektion eines roten Blutkörpors, Die kern­losen roten lilutkörper sind davon ebenso betroffen wie die korn-haltigen (Taf. IV, 2 (., 25, 26).
Die jungen, nieist rundliehen Parasiten bestehen aus einem kräftigen, ziemlich kompakten Chromatinkorn, und einem ziemlich schwach färbbaren Protosplasmaleibe mit nicht sehr bestimmter Kontur, Zuweilen kann man auch eine schmale achromatische Zone um das Chromatinkorn herum erblicken (Taf. IV, 24),
Im lebenden Präparate sieht man sie als hyaline, lichtbrechende Körper, bei denen sich eine aktive Beweglichkeil nicht linden lässt. Indes sieht man im gefärbten Präparate auch etwas in die Länge gestreckte, jüngste Pormen, die der Peripherie des BlutkArpers noch angeschmiegt liegen. Man gewinnt den Eindruck, als ob dieselben elien erst den Blutkörper inficiert hatten.
Die Lage derselben kann in jedem Teile des Blutkörpers sein, also sowohl an einen der Polenden, als auch neben dem Kerne. Häufig entwickelten sie sieh an einem der Polenden, wobei der Kern des Blntkörpers anfangen kann, sieh um seine Längsachse zu drehen. Durch Platzverdrängung des Kerns durch den Pa­rasiten ist das allein nicht zu erklären wenigstens durch­aus nicht immer, da diese Drohung sich schon finden kann, wenn der Parasit noch klein isl und vom Kerne des Blutk örpers entfernt,
Der wachsende Parasit behält im Allgemeinen seine rundliche Form, und können sieh jetzt einige feine dunkle Pigmentkörnchen ansammeln. Diese Pigmcntbildung kann aber auch voll-k( gt;ni men ,1 usblei bon.
Wie schon hervorgehoben, kann sich das Chromatin sehr frühzeitig teilen, auf ganz ähnliche Weise, wie es bei den
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kleinen Parasiten der estivo-autumnalen Fieber vorkommt. Das ziemlich kompakt bleibende Chromatin teilt sieh nach einander In etwa 6—8 mehr oder weniger rundliche, ebenfalls ziemlich kom­pakte Körnchen, die sieh mit einem zarten, kleinen, kaum siehtraquo; hären Protoplasmaleibe umgeben, (Taf, IV, 27, 28).
War es überhaupt zur Pigmentbildung gekommen, so konzentriert sieh dasselbe nach dem ('entrinn zu, um welche sieh die jungen Parasiten herum lagern, Auch die pigmentlosen Teilungsformen zeigen Morulaform.
Der ganze reife, rundliche Parasit hatte etwa einen Durch­messer von 1 /'. Es ist vielleicht notwendig zu betonen, dass ge­rade diese Formen mit frühzeitiger Teilung sich vorwiegend an einem der Pole des Blutkörpers entwickelten, und der Kern zuletzt im anderen Pole eine quere oder mindestens schiele Lage ein­nahm.
Neben diesen kleinen Formen fanden sieh bei allen drei Infizierten Vögeln auch grössere, deren Jugend­formen indes die gleichen waren wie die oben beschrie-b e n e n.
Die Thätigkeit des Chroraatins war jedoch schwächer ausge­prägt, Dasselbe war mehr aufgelockert. Entsprechend der schein­bar langsameren Entwickelung kam es auch ausnahmslos zur Pig­mentierung. Das Pigment war in Form brauner, etwas gröberer Körnchen über den ganzen Parasiten mehr oder weniger gleich-massig verteilt.
Eine amöboide und Pigmentbewegung war auch hier im leben­den Blute nicht zu erkennen. reher die sterilen Formen weiter unten.
Ein Abblassen der infizierten roten Blutkörper war wie bei alten anderen Vogelblutinfektionen nicht zu erkennen.
Die grösseren Formen nahmen im Allgemeinen eine ovale Form an, entsprechend der Kontur des roten Blutkörpers, wobei der Kern zur Seite geschoben wurde, bald nach der einen Längs­seite des Blutkörpers, bald nach dem einen Pole zu. Diese grösse­ren Formen können die roten Blutzellen oft bis zu ' - erfüllen.
Die Teilung des Chromatins, welches während der ganzen Entwickelung etwas aufgelockerter erschien, erfolgt ähnlich wie bei den kleinen Teilungsformen.
Die Zahl der neuentstehenden jungen Parasiten betrug bis 18. Konzentradonen des Pigments zu einem kompakten Pigmentblock, wie z. B. hei der Tertiana maligna, habe ich nicht gesehen.
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Ob die grösseren Formen artverschleden sind von den kleineren, die bloss 6 -8 junge Parasiten hervorbringen, lasse ich sein- dahinlaquo; gestellt.
Die Jugendformen sind jedenfalls, wie erwähnt, gar nicht zu trennen. A.usserdein wäre es doch merkwürdig, dass Immer dieselbe Mischinfektion sieh gefunden hatte.
Am ungezwungensten erseheint bis jetzt die Annahme, dass es sieh um demselben Parasiten handelt, welcher bald schneller
bald langsamer zur Teilung führt.
Unter den mittelgrossen und besonders den grossen Formen konnte man auch sterile bez. steril werdende erkennen an der ge­ringeren Färbbärkeit des Protoplasmas und der staubförmigen Auf­lösung des Chromatins. Dieselben zeigten rundliehe oder ovale Form. Im ungefärbten Präparat waren sie besonders hyaün und zeigten öfter bewegliches Pigment. Ganz ausserordentlich häufig, ja typisch, waren, wie schon hervorgehoben, die mehrfachen !n-fektionen eines und desselben roten Blutkörpers. Man konnte eine ausgebildete eudoglobuläre Teilungsform mit 6 8 jungen Parasiten sehen und dicht daneben eine Anzahl jüngster und mittel-grosser Parasiten. In demselben Blutkörper findet man also die verschiedensten Entwickelungsstadien vertreten.
Nicht selten bemerkte man auch 6 to mittelgrosse Parasiten, /.. I. schon fein pigmentiert, um den Kern eines roten Blutkörpers herumgelagert. Es war oft schwer, dieselben voneinander zu trennen, da die Protoplasmaleiber dicht aneinander gedrängt lagen, und es den Anschein erweckte, als ob ein einziger grösserer Parasit den Kern des Blutkörpers umflossen hatte. Dieselben Bildungen kamen auch in kernlosen Blutzellen vor. Erst im gefärbten Präparate gelang es nach einiger Uebung festzustellen, dass diese Bildungen voneinander zu trennen waren.
Extraglobulär konnte man sämtliche beschriebenen Formen wiederfinden , wenn auch seltener wie die endoglobulären . dieses auch in sofort gehärteten Präparaten des lebenden Blutes. Also auch hier ist. wie bei allen bisher beschriebenen Vogelblutschma­rotzern, bemerkenswert, dass die Parasiten unter Bedingungen, die wir bis jetzt noch nicht genau kennen, wenigetens zeitweise; ein extraglobuläres Dasein führen können.
Beim Kirschkernbeisser waren zuweilen auch in Leukocyten chromatinhaltige jüngere Parasiten zu sehen. Da etwa 20 Minuten zwischen dem Tode des Tieres und der Sektion vergangen waren, Ist immerhin möglich, dass es sich hierbei nur um einen poslmor-talen Befund handelt.
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Bei ih^r menschlichen Malaria hatten wir, wie orinnorUch, be­stimmt behauptet, dass die infcktion nur die roten Blutzellen beträfe, Wir sahen auch, dass im lobenden Präparate die Leukocyten sich allmählich der Piirasiten, in erster Linie der sterilen, bemächtigten.
Einen Beweis, dass im Kirsciikernbcisser die Parasiten sich nicht von vornherein in den Leukocyten entwickelt hätten, würden wir dann haben, wenn es gelänge, innerhalb der in Leukocyten be­findlichen Parasiten eine Pigmentierung /.n linden. Solches ist mir aber bis jetzt nicht gelungen,
Uebrigens wurden in sofort gehärteten Präparaten von Grün­lingen Parasiten in Leukocyten nicht gefunden.
.Mit aller Reserve sei hier berichtet, dass im gefärbten Präparate vom Knochenmark der Grünlinge einigcmale auch runde Gebilde von etwa durchschnittlich | 6/j Durchmessergofunden wurden, mit einem etwas aufgelockerten, gekrümmt verlaufenden, ziemlich langen und starken Chromatinfaden in der Mine. Im lebenden Blute wurden dieselben nicht g-osehen. Eine Spur von Pigmenticrung wurde nicht gesehen. In gewisser Beziehung erinnerten sie an die freien runden Pormen der sogleich zu beschreibenden Parasiten der Athene noctua (Taf. Ill, 29 [mittlere Figur]).
.Nur waren sie kleiner und das Chromatin in der Mitte weniger massig entwickelt wie auf Taf. 111. 29.
Ihre Bedeutung lasse ich noch offen.
Wie erinnerlich, waren ähnliche Gebilde auch im Knochen­mark der Buchfinken auf Helgoland gefunden werden. Es handelt sich ganz zweifellos um parasitäre Gebilde, deren Bedeutung und eventuelle Boziehung zu den Blutkörperparasiten ich noch offen lasse.
15. Eine neue PnraBitenforni beim Steinkauz (Athene noctua).
(Das sogenannte Lcukocytozoen Danilewskyi?)
Im Centralblatt Für Bakteriologie und Parasitenkundc') giebl Professor Danilewsky eine kurze Beschreibung der Goisselformen von Blutparasiton, wie sie sich bei Menschen mid Vögeln finden. Danilewsky nennt die betreffenden Blutparasiten Pseudovacuolon. Ans ihnen erst bildete sich die Geisseiform, der von ihm soge­nannte Polymitus, welcher somit die höchste Stufe der Entwlcke-lung darstellte. Die von Danilewsky angeführten Gründe sind
1) Ueber den Polymitus malnrinc, von l'roi. ]'.. Danilewsky, Bel, l\, tSoi, No, t2.
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.
i a 9
nicht stichhaltig. Bei Besprechung der sterilen Formen Her mensch­lichen Malaria .sind schon die Gegengrttnde angeführt.
Seine ausführlichere Arbeit1) stand mir nicht im Original zur Verfügung, Vielleicht ist es von Wert, an dieser Stelle zu betonen, dass Danilewsk v sich auch in der Auffassung der Halbmonde ganz bedeutend von mir unterscheidet.
Nach ihm könnten sich dieselben sowohl einzeln (!) als auch durch Schwärmersporen vormehren. Nach den früheren Darlegungen darf ich diese Annahme als endgültig widerlegt betrachten.
Wenn nach 1 )a n i le wsky ferner bei dem sogenannten Polymitus malariae und avium sieb weder in morphologischer noch biologi­scher Hinsicht irgend ein wesentheher Unterschied linden lässt, so ist das Faktum selbst zwar zum Teil zuzugeben.
Daraus allein kann man aber noch keinen Rückschluss machen auf den Polymorphismus der betreffenden Parasiten,
Danilewsk v glaubt wie Laveran fest an den Polymorphismus unserer Blutparasiten, Die Blutparasiten der Menschen und Tiere können jedoch recht gut artverschieden sein, während ihre sterilen Formen einander ähneln.
In Bezug auf den sogenannten polymitus avium nimmt nun I). an, dass sich derselbe sowohl in roten Blutkörpern entwickeln könnte, als auch in degnerierten Leukocyten, Im ersteren halle würde er pigmentiert, im letzteren bliebe er unpigmentiert, und würde er auch grosser. Die letztere Form, die er bei der grauen Krähe beobachtete, nannte er Leukocytozoon,
Da die Frage, ob ein Parasit sich innerhalb von Leu­kocyten entwickeln kann, von prinzipieller Bedeutung ist für die Biologie der Blutparasiten, gehe ich darauf naher ein. Nach 1). erscheint das erste Stadium in form einer grossen, regelmässigen, mattgrauen Kugel, Innerhalb derselben bemerkte man, bisweilen selbst in vivo, einen bellen, runden kleinen bleck, nucleus. Sodann käme ein weiteres Stadium, wahrend dessen innerhalb des Korpers eine Art Segmentation stattfände, unter Bildung mehrer kugelförmiger Korper. Diese Segmentationskugoln wären deutlich konturiert und matt homogen.
Gleichzeitig oder nach i a Tagen fänden sich auch degene­rierte, feinkonturierte Leukocyten, deren Inhalt aus | 6 homogenen parasitären Kugeln bestände von zuweilen ungleicher Grosse, und zwischen denen bisweilen glänzende, ovale, stark lichtbrechende Körner zu sehen seien. Der doppelt konturierte Kern des degene-
#9632; •
#9632;#9632;:gt;
i) Parositologie du sang I, i8S(), p, 29-5: SSiomann, Uobor Mdlorlii etc.
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13deg;
rierten Loukocyten diente gleichsam als Cyste für die sich vermeh­renden Parasiten, Bereits wenige Minuten nach Anfertigung des Präparats wäre die Bildungsehr beweglicher Geissein an diesen Intra-globuUlren, kugeligen Körperchen (polymitus) noch Innerhalb des Lcukocyten zu bemerken, Ausserdem sähe man Innerhalb des Leu-kocyten noch homogehe belle, kleinere Kugeln, die wahrscheinlich aus der Teilung der grossen entständen!
Mohr ans den A.bbUdungen, als aus der obigen Be­schreibung schliesse ich, dass die Gebilde, die- ich bei drei Exem­plaren von Athene noctua in Crema entdockt, in einigen Beziehungen an die Beschreibung Danilewskys erinnerten. Andererseits jedoch bieten sie wieder so viel Charakteristisches dar, dass sie vielleicht eine Gattung für sich darstellen. Soviel ich ans der l.itteratnr ersehen kann, sind sie noch nicht beschrieben worden. Die spätere Bezeichnung und Einreihung in das zoologische System wollen wir den Zoologen überlassen. Ich bemerkte bei allen drei Vögeln schon am ersten Tage einen Blutbefund, der sich während eines Zeitraumes von drei Wochen fast gar nicht, änderte. Die Mere zeigten bis zuletzt keine äusseren Symptome von Krankheit und waren immer fresslustig. Has Blut wurde täglich nntersnchl.
Die Beobachtung des lebenden Präparats allein führte nicht zum Ziel, Erst die Färbung gab Aufschluss über diese mir bis dahin vollkommen räthselhaften Parasiten,
i. Phase. Man bemerkte zunächst eine Anzahl runder oder ovaler, ziemlich zart, konturierter Parasiten /.. T. mit. fein granu­liertem, z, T, mit gleichmässigem matten Protoplasma und von 8/8 bis zu der ganzen Grosse eines roten Blutkörpers, (Taf. ill, 29 mittlere Figur), Dieselben waren frei, wenig lichtbrcchencl und zeigten in der Mitte meist eine hellere Zone. Zuweilen war die­selbe sehr ausgesprochen.
Eine amöboide Bewegung war im ungefärbten Präparate nicht mit Sicherheit wahrzunehmen. Vergleiche indes über diesen Punkt die später zu behandelnden Geisseiformen,
Sofort gehärtet und gefärbt, zeigten sie zuweilen auch eine mehr gestreckte, wurstförmige Form oder mehr spitze Ausziehung an dem einen Ende,
Es führt das zur Annahme, dass vielleicht doch eine amö­boide Beweglichkeit besieht. Fast; immer konnte mau im gefärbten Präparate eine gefärbte äussere und eine ungefärbte oder weniger
gefärbte innere Zone unterscheiden. Die äussere Zone zeigte zu­weilen einen mehr grauen als blauen Farbenton. Fast immer war die Färbung nur eine schwache. Die ungefärbte oder nur ganz
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schwach gefärbte innere Zone war verschieden gross. Zuweilen nahm sie beinahe -'.. vom Gesamtvolumen des Parasiten ein. Nicht sehen war eine gelappte Form derselben. In LJeber-einstimmung mit den Malariaparasiten will ich sie achromatische Zone nennen Innerhallraquo; derselben lag ilas ('hnunalin. Dasselbe zeigte in manchen Präparaten eine kompakte, runde Form von etwa i1/raquo;- :. /i. Durchmesser, oder eine mehr gestreckte, fadenförmige und gekrümmt verlaufende. Ver-gleiche lt;lie ähnlichen, aber kleineren Formen, die wir mehrfech im Knochenmark der Buchfinken und Grünlinge beobachteten.
Bei Fadenform konnte laquo;las Chromatin bis l/i Länge des Pa­rasiten erreichen. In anderen Gesichtsfeldern wieder zeigt es sich zerfallen in eine Anzahl feinster faserchen, die scheinbar wirr durcheinander lagen. (Taf, [11, 2q). Nicht selten sah man die Masse dieser Faserchen durch einen unregelmässig verlaufenden Spalt in zwei mehr oder weniger gleichmässig grosso Hälften ge­teilt werden. Die Auffaserung und Auflockerung des Chromatins konnte soweit gehen, dass es beinahe staubförmige Beschaffenheit zeigte und bis 'Ya des ganzen Inhalts des Parasiten erfüllte.
II, Phase. Neben den eben erwähnten freien Formen findet man auch solche, die ein ganz ähnliches Aussehen haben, die indes zum grössten Teile umgeben sind von einer äusserst fein kontu-rierten Masse, welche z. T, auch spärliche kleinste Granulationen zeigen kann.
Die betreffenden Parasiten waren immer solche mit mehr oder weniger aufgelockertem Chromatin. Ihr Protoplasmaleib hob sich durch dunklere Färbung deutlich ab von der er­wähnten feinkörnigen, kaum lärbbaren Masse. Innerhalb der letzteren fand sich noch ein Leukocytonkern, manchmal von noch normalem Aussehen, meist aber mit deutlichen Zeichen der Degeneration. (Taf, ill, 30 und 31 die karmingefärbten Teile rechts oben, bez. rechts in der Abbildung.) Es zeigten sich an seiner Peri­pherie vorspringende Chromatinfäden, Auflockerung in der Mitte u.s.w.
Das ganze halle meist eine unregelmässige Kontur, auch im sofort gehärteten Präparat. Stets lag der jetzt meist ovale Parasit mit mindestens einer seiner Längsseiten der Peripherie an.
Die feinkörnige, äusserst zart konturierte Masse zeigte, wenn überhaupt, einen Farbenton, der sich noch am ehesten mit einem äusserst zarten „(iraumtlichquot; bezeichnen Hess. Sie umschloss (Ion Leukocytenkern bald allseitig (Taf. III, 30 und 31), bald nur teilweise,
0*
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l,v
vergleiche auch die Tafelerklärung'). Wie sind nun diese Bil­dungen zu erklären?
Ks gibt zwei Möglichkeiten. Entweder der anfänglich freie Parasit ist umschlossen von einem Leukocyten. Dann wäre die fein­körnige Masse der degenerierte, sich kaum noch färbende Protoplaama-loib des Leukocyten, Indes wäre es In diesem Falle merkwürdig, dass man niemals Parasiten sieht,, die allseitig umgeben sind von dem Protoplasmaleibe des Leukocyten.
Eine Infektion von vollkommen normalen Leukocyten durch diese Parasiten scheint jedenfalls ausgeschlossen.
Dass der Leukocyt selbst den Parasiten umilossen, wie es bei der Phagocytose geschieht, wäre wohl weniger anzunehmen, da während der Phagocytose nur tote quot;der absterbende /(dien von den Leukocyten umflossen werden, unser Parasit aber noch eine weitere Entwickelung durchmacht. Ausserdem wäre es nicht recht ver­ständlich, wie ein sehen degenerierter Leukocyt noch eine phagocytäre Wirkung ausüben sollte, Alan müsste also eher annehmen, dass der Parasit den schon degenerierten Leukocyten infiziert hätte. In diesem Falle ist es wieder nicht recht erklärlich, warum manchmal der Leukocytenkern gleichsam eingeschlossen liegt in einem langen amöboiden Fortsatze der feinkörnigen, schwach färbbaren Masse, Die Peripherie der letzteren schneidet in diesem Falle grösstenteils mit der Peripherie des Parasiten ab.
Eine /weite Möglichkeit ist die, dass der Parasit selbst die er­wähnte feinkörnige, schwach färbbare Masse absondert, um mit dieser einen der zahlreichen freien Leukocytenkerne, wenn er gerade erreichbar, zu umfliessen. Die mikroskopische Betrachtung der Prä­parate könnte zu dieser Annahme führen.
Indes der leicht graurötliche Farbenton der feinkörnigen Masse sticht meist ab von dem mehr bläulichen Tone des eigentlichen Parasiten, und spräche vielleicht mit gegen die Annahme eines ge­meinsamen Urspmng'es. Andererseits kann im weiteren Verlaufe der Entwicklung dieser Farbenunterschied verschwinden. Eher für die Annalime. dass es sich bei der feinkörnigen Masse um den degenerierten Protoplasmaleib eines Leukocyten handelt, spricht wieder der l'instand, dass man in ihr Körner, ähnlich den Granu­lationen der neutrophilen Leukocyten finden kann. Eine strikt be­weisende Kraft liegt in keiner dieser Erwägungen.
Auch die Beobachtung des lebenden Blutes führte leider nicht zur sicheren Entscheidung, Niemals beobachtete ich, trotz der geradezu enorm zahlreichen Infektion, dass ein Parasit im Begriff gewesen wäre, einzudringen in einen Leukocyten.
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Die Deutung wurde noch erschwoft dadurch, dass es niemals gelang, einen Leukocyten mit degeneriertem Protoplamaleibe zu
finden, dessen Kontur aber noch deutlich zu sehen gewesen Wäre. Ich sah, wie schon angedeutet. Immer nur wohlerhaltene Leukocyten oder freie Kerne, ev. noch mit einem Rest des degenerierten ProtO-
plasmaleibes. Die Kontur unserer Gebilde dagegen Ist eine, wenn
auch ausserst zarte, doch bestimmte (Taf. Ill, 30).
Ein sicherer Beweis scheint also bis jetzt für keine der beiden
Möglichkeiten erbracht. Und doch wäre es in hohem Masse wünschenswert, zu wissen, ob unser Hlutparasit aUch schmarotzen kann in einem Leukocyten, oder ob er selbst die freien Leukocyten-kerne umfllesst, um diese für seine Ernährung nutzbar zu machen. Die letztere Annahme würde vielleicht eher die ge­radezu typischen, oft ausserst regelmässigen Formen wie Taf, III, 32 erklären. Wir streifen diesen Punkt noch weiter unten. Welche Annahme aber auch die richtigere sein mag, die Beschreibung der weiteren Entwickelung unseres Parasiten bleibt dieselbe.
Im weiteren Verlaufe der Entwickelung sehen wir, wie das Chromatin sich fast immer in aufgelockerter Form längs der einen Längsseite des Parasiten ausbreitet (Taf. ill, 30, links unten).
Gleichzeitig tritt eine Streckung der erwähnten feinkörnigen Masse, die bisher ganz unregelmässige Form zeigen konnte, ein. Die Masse des Leukocytenkernes wird noch mehr aufgelockert. Es tritt, eine fädige Zeichnung in demselben auf, als wenn er angezogen wurde von dem Parasiten. Zugleich wird dann auch der Leukocytenkern in die Länge gestreckt, wobei die Dichte wieder zunahmen kann (Taf. Ill, 31, rechts). Zuletzt nimmt er die Form eines I lantels mit langem Stil und mehr oder weniger kolbigen Luden an (Taf. Ill, 32, rechts, Taf. V, 22, links). Er liegt jetzt ausgebreitet über der einen Längsseite des ovalen Parasiten. Letzterer hat in diesem Stadium die 1 i'A.fache Grosse eines roten Blutkörpers von Athene noctua, hat also an Volumen etwas zugenommen. Gefärbt zeigt der Parasit in diesem Stadium ein ganz auffällig viel dunkleres Blau als im freien Zustande (vergl, Taf, III. 32, und 29 u. 30), Nicht selten findet man in ihm zerstreut kleinste dunklere Granulationen. Ob dieselben vielleicht aus dem degene­rierten, in die Länge gestreckten Leukocytenkerne stammen. oder aus der beschriebenen feinkörnigen, schwach färbbaren Masse, will ich nicht entscheiden.
Neben diesen, nicht immer regehnässig vorkommenden Granu­lationen sieht man an Zahl allmählich zunehmende, anfangs kleinste,
;
1
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1,11
spiitor etwas grössere, runde, stark llchtbrochende Stelion, die über den ganzen Parasiten zerstreut sieh finden und Ihm ein siebartiges Aussehen geben können. Die durchschnittliche Grosse dieser lieht-brechenden, vollkommen ungefärbten Stellen beträgt etwa i /; (Taf. Ill, 32) innerhalb der blauen Masse.
Sehr charakteristisch verhält sich in diesem Stadium das Chro-matin des Parasiten. Wie erinnerlieh, war das Chromatin in den freien Parasiten oft sehr aufgelockert gewesen, oder von der Ge­stalt eines dicken Fadens oder runden Kornes. Jetzt bemerken wir ein intensiv gefärbtes, dunkelrotes, rundes Chromutinkorn, dem ein kleines Büschel dicht nebeneinander liegender, kurzer Chromalin-fäserehen bez. Körnehen von derselben Färbung angehängt ist (Taf, III, 32, in der Mitte vom linken Rande der blau gefärbten Masse).
Niemals sah ich bis jetzt bei anderen Blutparasiten eine derartige Anordnung des Chromalins.
Interessant ist nun, dass das erwähnte dunkle, runde Chromatinkörnchen allmählich sich trennen kann von dem Chromatinbüschel und durch den Parasitenleib nach der Peripherie zu f^rt wandert, lieber sein weiteres Sehieksal kann ich nichts sagen.
Der Parasit bildet jetzt mit 'lern ihn überlagernden, bandförmig gewordeneu l.eukocytenkem, sowie den Restern der feinkörnigen Masse eine ganz ausserordentlieh charakteristische, oft wetzsteinför-mige Figur, Die feinkörnige Masse reduziert sieh auf je eine spitz ausgezogene, äusserst zart aber deutlich konturierte, kaum oder nicht mehr färbbare dreieckige Figur, deren konkave1 Basis dem konvexen Polende dos blauen Parasiten aufsitzt. Die Grenze ist meist scharf markiert (Taf. V, 22).
Jetzt kann auch in den spitzen Enden der Wetzsteinfigur ein sehwach bläulicher Farbenton auftreten. Ferner sieht man in entsprechenden Präparaten, wie die spitzen Enden sich umsehlagen können. Man erkennt dann deutlich die blatt­artige Beschaffenheit der spitzen Enden. Ein derartiger Vorgang wäre, wenn es sich nur um die Reste cineis dege­nerierten Leukocytenkörpers handelte, nicht recht er­klär 1 i c h.
Diese wet/steinfurmigen Gebilde, die eine Länge von 44 /( erreichen konnten, waren es, die im ungefärbten Präparate nebst den Geisseiformen zuerst die Aufmerksamkeit erregten. Sehr häufig waren 7—8 in einem Gesichtsfelde. Eine amöboide Bewegung konnte nicht wahrgenommen werden.
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Nachdem die Färbung über die Entwickelung und Struktur aufgeklärt, konnten auch Im ungefärbten Präparate der bandförmig in (lit; Länge gestreckte; Leukocytenkern, der eigentliche Parasiten-leib und die spitzen, oft hyalinen Enden der Wetzsteinfigur deut­lich von einander getrennt werden.
111. Phase. Der bis dahin male Parasit nimmt noch weiter an
Volumen zu. Die ovale Form verwandelt sieh in eine runde. Die spitzen Enden der früheren Wetzsteinfigur verschwinden ganz. Die hanteiförmige Figur des degenerierten I .eukocytenkernes bleibt zu­nächst noch haften an der Peripherie des runden Parasiten (Tatquot;. Ill, 33), Letzterer hat etwa das 2 flache seines früheren Volumens erhalten. Die schon früher erwähnten, stark lichtbrechenden, runden kleinen Stellen werden womöglich noch zahlreicher tmd z.T.auchnoch etwas grosser. Dieselben zeigen auch nicht die Spur einer Struktur. Die tiefblaue Färbung des Protoplasmas kann noch erhalten bleiben. Das Chromatin zeigt die schon erwähnte büschelförmige Form mit oder ohne das runde dunkle, kompakte Chromatinkom,
Schllesslich kann sich auch der degenerierte Leukocytenkern ablösen und der runde Körper des Parasiten zerfallen. Blaue Trüm­mer desselben mit den lichtbrecbenden runden Stellen sah ich mehr­fach. Vergeblich bemühte ich mich, eine Teilung des Chromatins zu finden, ähnlich wie wir sie bei den Malariaparasiten und den Parasiten des Coccothraustes vulgaris etc. gefunden. Nur einmal sah ich innerhalb eines zerfallenden, grossen, runden Para­siten sieben rundliche, kompakte Chromatinkörner, indes von ungleicher (irösse. Die (irosse schwankte zwischen etwa #9632;y,,— i'A, it im Durchmesser.
Ein zugehöriger Protoplasmaleib war indes nicht zu entdecken. Zweimal gelang es noch, im Blute ein kleines freies, rundliches (le-bllde von etwa 1 /lt; im Durchmesser zu finden, bestehend aus einer periphefen, zart gefärbten, blaugrauen Schicht, und einer zentralen wenig oder gar nicht gefärbten, in deren Mitte ein rundes kleines, kompaktes Chromatinkom lag. Diese1 Gebilde könnten vielleicht die Jugendformen der im Anfang dieses Kapitels geschilderten freien Parasiten sein. Vergleiche die erwähnten ähnlichen Gebilde im Knochenmark des Buchfinken u. s. w. Indes es handelte sich in dem betreffenden Präparate um das Plut einer Athene, die noch eine Infektion durch Blutkörperparasiten zeigte und durch Würmchen, ähnlich den sogenannten Gauleschen Würmchen des Frosches.
Ich kann also nicht sagen, dass es mir mit Sicherheit ge­lungen ist, die Fortpflanzung dieser hochinteressanten Gebilde zu zeigen. Ich tötete zwei Exemplare: von Athene und untersuchte
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alle inneren Organen, Die Parasiten zeigten immer dasselbe Ver­halten wie im peripheren Blute.
Im Knochenmark waren sie sogar viel spärlicher. Nur sehwankte die (irösse der Formen zuweilen. Schon früher erraquo; wähnte ich, dass auch bei mehrwöchentlicher Beobachtung der Be­fund des peripkeren Blutes ungefähr derselbe blieb. Das dritte Exemplar von Athene wollte ich mir von Crema nach Grosseto nachschicken lassen, um weitere Beobachtungen anzustellen, insbe­sondere aber, um Blutübertragungen auf andere Vögel zu machen.
Zu meinem Bedauern konnte ich den Vogel nicht wieder erhalten, da er angeblich gestorben war, Es war der Vogel mit spater er­worbener Infektion durch Blutkörperparasiten.
Der Umstand, dass sich trotz der ungeheuer zahlreichen Infek­tion keine Vermehrungsformen mit Sicherheit nachweisen Hessen, dass der Parasitenbefund immer fast derselbe blieb, dass die Vögel scheinbar gar keine Krankheitssymptome erkennen Hessen, lässt bei­nahe vermuten, dass jene Parasiten in der Athene überhaupt nicht zur Fortpflanzung kamen.
Ob das Auftreten der ausserordeiitlich zahlreichen (ieissel-formen auch dafür spricht, will ich dahin gestellt lassen. Man sah nämlich im lebenden Blut sehr häufig rundliche Parasiten von der ungefähren Grosse eines roten Blutkörpers bis zur doppolten (misse desselben, mit 2 .1 langen, hy,ihnen, äusserst beweglichen Geissein.
Der Protopiasmaleib hatte das Aussehen von hellem, matt­geschliffenem (Hase und war manchmal fein granuliert. Meist zeigten sich an der Peripherie mich 1 3 runde Gebilde, ebenfalls manchmal mit Geissein, und von dem Aussehen der Parasiten, Häufig flössen alle diese Gebilde zu einer grösseren Kugel zu­sammen, um im nächsten Augenblick aufs Neue jene Abschnür­ungen zu zeigen. Ich traf diese Geisseiformen fast immer schon unmittelbar nach Anfertigung des Präparates. Niemals gelang es, auch nicht, durch Aufbewahren der frischen Präparate in der feuchten Kammer, die Geissoln färberisch darzustellen. Selbst, die Abschnürungsprozesse konnten nicht deutlich, trotz schneller Härtung, fixiert werden.
Die Geisseikörper zeigten so in ihrem Verhalten manche Aehnlichkeit mit den Geisseiformen der Blutkörperparasiten, nur dass sie grosser und unpigmentiert waren. Ob vorwiegend die erst geschilderten freien, mehr ovalen Parasiten, (Taf. 111, 29) oder die letzt erwähnten grossen kugelförmigen Parasiten (Taf. 111, 33) zur Bildung der Geisseikörper in Beziehung stehen, will ich
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nicht entscheiden. Thatsächlich konnte man der Poripherie der grösseren Geisseikörper auch Fetzen von Protoplasma anhaften seilen, die sehr wohl den degenerierten Leukocytenkemen ent­sprechen konnten.
In der vorhergehenden Schilderung unterscheide ich mich jeden falls ganz ausser ordentlich von der, die Danilewsky von seinen Loukocytozoen gibt. I). gibt auch eine Vormehrung seiner Parasiten an, was mir bei den meinen bis jetzt unmöglich war. 1). lässt lerner mehrere Individuen seines Polymitus sich inner­halb eines degenerierten Leukocyten entwickeln, was ich niemals gesehen habe. Wahrscheinlich handelt es sich, wie schon erwähnt, um Parasiten, die überhaupt von den bisher betrachteten vollkommen zu trennen sind, und ist daher die A.nstellung entsprechender Impf­versuche und ein weiteres Studium dieser Gebilde dringend wünschenswert.
16. Blutparasiten bei Kaltblütern.
Im Verlaufe der Malariastudien wurden bisher untersucht in Kamerun 2 kleine Krokodile und Eidechsen, in Deutschland Frösche, Rana esculenta und Hyla viridis, 2 Salamandra maculata, in Italien _gt; Triton cristatus und eine grosse Anzahl Rana esculenta, in Crema allein über 80. Kröten, Bufo, und Schildkröten, Testudo, kamen nicht zur Untersuchung. Einige Schlangen und Eidechsen, bei denen die Blutuntersuchung negativ war, wurden leider nicht be­stimmt. Aus demselben Grunde ist leider auch ein positiver Befund bei einer Eidechse in Kamerun nicht zu verwerten.
Im übrigen ergab sich ein positiver Befund bis jetzt nur bei Rana esculenta. Die zu beschreibenden Gauleschen Würmchen fand ich auch in Deutschland. Als häufiger X'eljenbet'uud ergab sich in Italien noch das Vorhandensein von Trypanosoma, einem Flagellaten mit ausserordentlich lebhaft undulierender Membran1),
Entsprechend ihrer ausserordentlichen Beweglichkeit ist be­kanntlich ihre Form bald mehr gestreckt, bald mehr sack- oder blattförmig.
Dieselben Hessen sich ausgezeichnet färben nach unserer Methode, und konnte man deutlich das kompakte Chro-matinkörnchcn sehen und in einiger Entfernung davon eine kreis­runde, deutlich umschriebene, 3—^ u im Durchmesser haltende, zart
1) Protozoa, II. Bd., von O, Bütschli aus Bronnlaquo; EClassen uml Ordnungen des Tierreiches.
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rosa sich färbende, vakuolonartige Stelle, Eine feinere Struktur konnte man in derselben nicht weiter entdecken.
Da die Gattung Trypanosorna pathologisches Interesse ge­wonnen hat durccli R. Koch1) (Surrakrankhelt der Rinder), so scheint mir die Feststellung ihrer bequemen Färbbarkelt nach unserer Methode von Wichtigkeit.
Betrachton wir nun die eigentlichen Blutkörperparasiten von Rana esculenta (Dactylosoma splendens l.ahhe, oder Laverania ranarum Telli und Sanfelice).
Auch hei ihrer Schilderung komme ich z. T, zu anderen Resultaten wie l.ahhe. Die Jugendformen stellen sich dar als etwa 3 n lange, ovale oder hirnfürmige, nicht stark lichtbrechende Körper­chen, die sich an irgend einer Stelle des infizierten roten Blutkörpers linden konnten und eine amöhoide Bewegung nicht zu zeigen schienen. An dem einen Bole findet sich eine ziemlich stark lichtbrechende, rundliche, kleine Stelle. Im gefärbten Präparate ist diese Stelle eingenommen durch ein meist rundliches, kompaktes Chromatlnkorn
o
von durchschnittlich BA—1 fi Durchmesser (Taf, III, 24, Taf. V, 1
unten). Die centrale Zone ist, namentlich in der Nähe des Chro-matins, schwächer oder gar nicht gefärbt - achromatische Zone — die perlphere deutlicher. Ziemlich selten sah ich am zweiten Pole ein zweites, meist kleineres Chromatinkorn.
Wachsend behält der Parasit zunächst seine gestreckte Form. Nicht selten findet sich eine kolhige Auftreibung an dem einen Pole. Meist an dem verdickten Ende findet sich im ungefärbten Präparate auch jetzt noch die stärker lichtbrechende Stelle. Indes zeigt sich im gefärbten Präparate das Chromatin daselbst schon deutlich etwas aufgelockert. Das Protoplasma ist feingekörnt, eine amöhoide Be­wegung nicht deutlich zu entdecken. Zuweilen sieht man jedoch den Parasiten schon plumpere Formen annehmen (Taf. III, 25) und kurze hauchige Ausbuchtungen an den Seiten, ein Beweis, dass eine gewisse Beweglichkeit vorhanden sein muss. In einem etwas späteren Stadium kann man auch eine zuweilen lebhafte amöhoide Beweglichkeit in der Randzone erblicken. Bemerkenswert ist, dass der Parasit im Allgemeinen jetzt mehr nach dem einen Pole des roten Blut-körpers sich hinzieht. I läufiger sieht man in diesem Stadium bereits 2—3 mehr oder weniger aufgelockerte Chromatinklümpchen, die er­kennen lassen, dass sie gerade aus einer Teilung hervorgegangen
11 K. Koch, 1. c.
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sind, bezw, si(;li zu einer neuen Teilung anschicken, Don Vorgang
fand ich ganz ähnlich dem, wie wir ihn bei den Malariaparasiten kennen gelernt hatten (Taf. 111, 26).
Schon bei Besprechung des Tertianaparasiten hatten wir erwähnt, dass sich von einem grösseren Chrnniatinklümpchen kleine Bruch-Stücke abspalten können, deren Schicksal ich zweifelhaft Hess.
Dasselbe können wir auch bei unseren Blutkörperparasiten des Frosches sehen, Ja das Chromatln derselben kann in eine Zahl allerfeinster kleiner Körnchen zerfallen, die sich über einen grossen Teil des Parasiten verbreiten. Ich komme auf diese voraussicht­lich sterilen Formen noch zurück. Uei Kana esculenta scheint auf diese Thatsache noch nicht aufmerksam gemacht worden zu sein.
Das Protoplasma erscheint bald gleichmässig gefärbt, bald nur der periphere Teil, während der mehr centrale weniger oder gar nicht gefärbt 1st.
Letzte Phase, Der Parasit gewinnt mehr und mehr rund­liche Formen, Seine Lage ist zwischen dem einen Pole des roten Blutkörpers und dem entsprechenden Pole des Blutkörperkerns, Seine amöbolde Beweglichkeit ist zunächst deutlich ausgesprochen. Der Durchmesser betragt etwa g /(. Das Protoplasma kann jetzt vollkommen homogen erscheinen. Von der Substanz des roten Blutkörpers, der gar nicht verändert erscheint, hebt es sich nur wenig ali. Das Verschwinden der lichtbrechenden Stelle, in der das Chromatln Hegt, haben wir auch beim reifenden Malariaparasiten kennen gelernt, indes der Kern und Kern­körper, wiesich Mannaberg ausdrückt, bezw. das Chromatln etc-, nach unserer Nomenklatur verschwindet nicht. Es wird wegen der jetzt stattfindenden Teilungsvorgange nur unsichtbar im ungefärbten Prä­parate, Wir haben darin also eine vollkommene Analogie mit den Malariaparasiten, Der Parasit selbst kommt zuletzt zur Ruhe. Nach und nach sehen wir eine Differenzierung im Protoplasma auftreten. Zuletzt taueben immer deutlicher werdende, kleine, lichtbrechende Stellen auf, und es bilden sich io -12 kleine, junge Parasiten, die dann aufs neue rote lUulzellen infizieren können.
Im gefärbten Präparat sehen wir die Teilung des Chromatins fortschreiten, ähnlich, wie wir es bei der Tertiana auch gesehen haben.
Nur scheint die Auflockerung des Chromatins im Beginn der Teilung bei den Froschparasitcn etwas weniger ausgesprochen zu sein. In den vorgeschrittenen Stadien sieht man jedenfalls nur eine Anzahl ziemlich starker, kompakter, kürzerer oder längerer Chromatln
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stränge, die durch Einschnürungen zuletzt io 12 meist rundliche Chromatinklümpchen bilden. Die Lage derselben ist meist eine periphere, manchmal eine ziemlich regelmässige und kranzförmige (Taf. Ill, 27, Tat'. V, 21), manchmal eine sehr typische, fächerförmige. Die achromatische Zone kann angedeutet sein. Auch bei den Frosch-blutparasiten tritt an die neugebildeten Chromatinklümpchen ein leil vom Protoplasma lt;l(quot;s Mutterparasiten. Der Durchmesser der neugebildeten Chromatinkörner betrug etwa 1 -i1/., u.
Soviel Ich aus der mir zugänglich gewesenen Literatur ent­nehmen kann, fftgt die obige Beschreibung unseren bisherigen Kenntnissen einiges Neues hinzu.
Wir können dieses Kapitel nicht verlassen, ohne der ausser-ordentllch interessanten sogenannten (i au 1 eschen Würmchen zu gedenken. Ihre Betrachtung ist von Wichtigkeit für die allgemeine Biologie der Blutkörperparasiten. Dieselben wurden von Gaule entdeckt1) und als Cytozoen bezeichnet.
Es sind io 15 11 lange, 2 3 n breite, an den Enden zuge­spitzte, würmchen artige Gebilde, welche unter langsam gleitenden Bewegungen sich im Blutplasma bewegen. Mit Leichtigkeit durch­bohren sie auf ihrem Wege den Korper eines roten Blutkörpers, wobei sie den Kern desselben oft zur Seite schieben. Sie können sich auch eine Zeit lang bewegungslos im Körper des roten Blut­körpers aufhalten.
Ungefähr in der Mitte bemerkt man eine hellere bläschenför-mige, rundliche oder ovale Stelle und oberhalb und unterhalb der­selben öfter noch je eine kleinere und rundliche helle Stelle. Man nannte diese Gebilde auch drepanidium ranarum, und unterschied, je nachdem bei den Bewegungen im Plasma Einschnürungen am Rande aultraten oder nicht, drepanidium monilis und drepanidium prineeps. Erstere sollten sich fast nur in italienischen Fröschen finden, letztere auch im übrigen Europaquot;). Ich selbst sah in Italien beide hot-men zusammen und war es mir nicht möglich, mit Sicher­heit einen Unterschied aufzustellen.
Wie entstehen mm diese Gebilde?
Celli und Sanfelice8) lassen sie hervorgehen .ms den oben beschriebenen Blutkörperparasiten (Dactylosoma), indem die letzteren, statt sich zu runden und zu sporulieren, sich weiter in die Lange strecken, um schliesslich extraglobulär zu werden. Im Blutplasma
i) Citiert nach \. Wasi -'i Wasielewski, 1. c, 3) I. c, s. 504,
lie laquo;ski, I, c, S. 37.
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könnten sic nodi welter wachsen und die bekannten wurmartigen Bewegungen ausführen. Eine weitere Vermehrung konnten sii nicht finden. Darnach ergäbe sich also eine Interessante Parallele zu den Halbmonden der menschlichen Malaria.
Nach l.abbe1) wären es Gebilde, die von den geschilderten Froschparasiten (Dactylosoma) zu trennen sind, Bei Waslelewski sind diese drepanldibn, Gauleschen Würmchen, von Rana esculenta mit ähnlichen Schmarotzern bei Eulen, Buntspechten, Mandelkrähen (Drepanidium avium, bei Eidechsen (Karyolysus lacertarum), bei Schildkröten, Fröschen (Gattung Danllewskya) als Hämosporldlen zusammengefasst (cfr. die Einteilung),
Nach l.abbr sollten mm diese würmchenartlgen Gebilde (Dre­panidium ranarum) zuletzt ihr ektoglobuläres Dasein aufgeben, und, eventuell nach vorheriger Konjugation zweier Individuen, sieh innerhalb einer neuen W'irtszelle abrunden unter Cystenbildung. l)ilt;' von einer Alemhran umgebenen Cysten fanden sieh vorzugsweise in Milz, Leber und Knochenmark. Innerhai!) der Cysten entständen durch karyokinetische Kernteilung 4 20 Makro- bez. bis wenigstens 50 Mikrosporozoiten. jene Sporozoiten hatten eine länglich ovale, z. T. leicht sichelförmige Gestalt von 3 8 ,laquo; Länge. Die Sporo­zoiten drängen darauf in die roten Blutkörper, wo sie zu den ge­schilderten würmchenartigen Gebilden heranwüchsen,
Wie man sieht, ist der Unterschied zwischen den Anschau­ungen Cellis und Sanfelices einerseits, Labbes andererseits ganz bedeutend.
Mir selbst war es nicht möglich, trotz der grossen Reihe von Präparaten, die von Labbe geschilderte Cystenbildung und karyo­kinetische Kernteilung wiederzufinden. Ich fand wohl Bildungen, wie Figur 31a, in Wasielewskis Buche, d. h. runde, helle Stellen im Körper des roten Blutkörper, an der Peripherie abgegrenzt durch eine dunkle, membraualinliclie Masse,
Bei Waslelewski sind diese Bildungen als beginnende Cysten-bildungen dargestellt. In meinen Präparaten indes erwies sich diese sogenannte Membran als zusammengesetzt aus aneinander gereihten bakterienähnlichen Gebilden. Wir kommen auf diese bei Bespre­chung der sogenannten ('ytamöba bacterifera noch zurück.
Im Innern der fraglichen Cyste war keine Spur von Struktur zu sehen.
Unwillkürlich drängte sich der Gedanke auf, ob es sich nicht um eine der ziemlich häufigen Vakuolenbildungen handelte, die im
1) Ciiicri nacb v. Wusielewskt,
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11-1
roten Dlutkörper vorkommen und die im vorliogenden Falle zufällig gleichsam austapeziert wei'den durch jene bakterienähnlichen Ge­bilde, Zuweilen sah man übrigens In der fraglichen Cyste auch eine Anzahl wirr durcheinanderliegender, scharf konturierter, dunkel ge­färbter, kurzer stabchenartiger Gebilde ohne wahrnehmbare feinere Struktur. In entsprechenden Präparaton des lebenden Blutes konnte man auch ein lobhaftes Durchoinanderschwärmen der kleinen Stäb­chen sehen.
Niemals jedoch erinnerten diese Gebilde an die von l.ahhe beschriebenen grosser gewordenen Cysten mit Sporozoiten.
Ferner war es mir bis jetzt, ebenso wie Celli und Sanfe-lice, unmöglich die jungen endoglobulären Formen von Drepani-dium oder den (i auleschen Wurmchen zu trennen von den jüngeren Formen der amöboiden Blutkörperparasiten des Frosches, Jeden­falls sah ich im gefärbten Präparat auch endoglobuläre erwachsene Parasiten von derselben Form wie die extraglobulären Gauleschen Würmchen, im übrigen aber mit denselben Hau wie die amöboiden Blutkörperparasiten,
Früher erwähnte ich, dass die letzteren eine weitgehende Auf­lockerung des Chromatins zeigen könnten, ganz analog den lilut-körperparasiten der Vögel und des Menschen.
Interessant ist nun. dass es gelang, cxtraglobuläre, längs­ovale Gebilde zu linden, von der halben hänge eines roten Blut­körpers vom Frosche, die wie erfüllt schienen von äusserst fein ver­teiltem, staubförmigem Chromatin, und die eventuell als steril werdende Formen der amöboiden Blutkörperparasiten (Dactylosoma) aufzufassen sind.
Wir hätten dann jedenfalls eine Parallele zu den Blutkörper­parasiten bei den Vögeln, wo ja auch bei den freien Formen öfter eine staubförmige Auflockerung des Chromatins eintrat.
Ob aber nun die erwähnten, längsovalen, freien Gebilde mit staubförmigem Chromatin auch in Beziehung zu bringen sind zu den Gauleschen Würmchen, das vermag ich mit Sicherheit nicht zu sagen.
Ich kann nur wiederholen, dass im gefärbten Präparat die |ugendt'ormeii keinen unterschied erkennen Hessen, dass die von Fabln'' als beginnende ( vsienbildiingen beschriebenen Formen in meinen Präparaten keine Cysten repräsentierten, und dass ich end­lich eine Fortpflanzung der Gaulcschen Würmchen nicht entdecken konnte.
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Eine sichere Entscheidung, oh das Drepanidium und Dactylo-soma ranae artverschieden ist oder nicht, Hesse sieh durch geeignete Impf versuche feststellen,
Wenn Froschblut, lt;i.is nur amöboide Blutkörperparasiten ent-hält, überimpft auf andere nicht infizierte Frösche nur dieselbe In­fektion hervorrufe, wenn umgekehrt Drepanidien haltiges Blut im geimpften Tiere nur eine Vermehrung der Drepanidien bedingte, könnte man an eine Artverschtedenheit der I gt;repanidien und des Dactylosoma denken.
Indes sind Fehlerquellen nicht leicht zu vermeiden, da diese Para­siten in der Jugend jedenfalls viel A.ehnlichkeit mit einander haben. Daher kann es kommen, dass man Drepanidien und Dactylosoma zugleich überimpft, während man nur Drepanidien zu übertragen glaubt.
Vielleicht, ist es nützlich, daran ZU erinnern, dass Impflingen mit halbmondehaltigem Blute auch zu Fehlschlüssen Anlass gegeben haben, Wie ich schon ausgeführt, sind erfolgreiche Impfungen mit Blut, das angeblich nur Halbmonde enthielt, durchaus nicht als Beweis für die Fortpflanzungsfähigkeit der Halbmonde zu be­trachten, Nicht die Halbmonde waren es, die das Fieber dos Ge­impften bedingten, sondern die einfach übersehenen kleinen Para­siten. Die Darstellung und die Abbildungen, die Canalis von der Fortpflanzung der Halbmonde gibt, habe ich je­denfalls als irrig erweisen können.
Man muss dies wohl festhalten, wenn man die Halb­monde und die Drepanidien als Parasiten sui generis auf­stellen und mit einander vergleichen will.
Die Halbmonde ihrerseits sind nur sterile Formen der kleinen Parasiten des Menschen. Ob entsprechend die Drepanidien nur als steril werdende Formen der amöboiden Blutkörperparasiteti aufzu­fassen sind, lassen wir also dahingestellt. Handelte es sich wirklich um steril werdende Formen, so hatte das Gesetz, wonach mit dem Fintritt des Sterilwerdens der Blutkörperparasiten eine Volumen­zunahme eintritt, auch für die amöboiden Blutkörperparasiten des Frosches seine Anwendung gefunden.
Jedenfalls muss die Bestimmtheit, mit der Pabbe In sehr schonen Abbildungen eine Vermehrung der Drepa­nidien durch Sporozoiten angiebt, zu Nachprüfungen an­regen.
Pabbe will auch durch Ueberimpfen von Cytamöben auf nicht infizierte Frösche immer nur Cytamöben im Impfling gesehen haben.
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Erwähnenswert ist noch, class mehrfach Frösche, die vorher bei wiederholten Blutuntersuchungen sich als scheinbar nicht infmcrt lierausgostellt hatten, nach einigen Tagen infiziert waren durch amöboide Blutkörperparasiten, wenn sie zu infizierten Fröschen in ein (ilas gesetzt wurden, Das Glas wurde absichtlich wenig go­reinigt. Die Art der Infektion konnte nicht fest gestellt werden. Möglich ist auch, dass es sich sehen vorher um eine latente Infek-tlon gehandelt hat. Jedenfalls sah man immer alle Entwickelungs-stadlen vertreten.
In der grossen Mehrzahl der Infizierten Frösche sah ich nur Drepanidiumfonnen. quot;Wie erinnerlich, bilden auch die sterilen Halbmonde bei der menschlichen Malaria zuweilen den einzigen positiven Blutbefund.
Schon bei Besprechung der Vogelblutparasiten erwähnten wir, dass bei einem Exemplare von Athene noctua ebenfalls Drepanidien gesehen wurden. Dieselben glichen scheinbar den bei Rana escu-ienta beobachteten. Auch bei ihnen war keine Pigmentierung vor­handen.
Wir lernten /war beim Coccothraustes vulgaris und bei Chloris chloris Parasiten kennen, die unter Umständen ohne Pigmentbildung endoglobulär zur Fortpflanzung kommen, bis jetzt aber noch keine grösseren Vogelblutparasiten, die pigmentlos und extraglobulär würmchenartlge Bewegungen ausführten, her betreffende Stein­kauz zeigte gleichzeitig auch die sehen erwähnte Infektion mit den sogenannten Leukocytozoen und pigmentierten Blutkörperparasiten. Die Deutung der Drepanidien wird dadurch nur noch mehr erschwert.
17. Die Hogonannte Cytamöba bacterifera Labbds.
Lahhe beschreibt aussei-den schon erwähnten amöboiden Blut­körperparasiten bei Rana esculenta auch noch solche, die durch das Auftreten von Bakterien ausgezeichnet seien. Ich bemerke zunächst, dass auch im Froschblutkörper, genau wie im roten Blutkörper des Menschen, Vakuolen vorkommen, die eine amöboide Beweglichkeit vortäuschen können. Ich bemerke ferner, dass die von kabln'' als Bakterien angesprochenen und bei der angeblichen Cytamöba bacteri-t'era abgebildete Stäbchen in sofort gehärteten und gefärbten Prä­paraten von mir auch gesellen wurden (Taf. Ill, 28, Tal'. V, 20 oben). Es scheint sich in der That um Bakterien zu handeln. Ein Ver-
11 I. C, Was! etc wsb i.
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i 15
such, dieselben durch Kultur weiterzuzüchten, wurde allercUtiffS aus äusseren Gründen nicht gemacht.
ludoss diese Stäbchen landen sich Überall im Präparate, im Plasma, auf oder in den roten Blutkörpern, einzeln. In der Mehrzahl aber als ein Bündel mehr oder weniger zahlreicher, meist sich kreuzender Stäbchen. Wir sehen dieselben die Wände der geschil­derten Pseudocysten l.ahhe's austapezieren, wir seilen sie oft auch in den Vakuolen, deren amöboide Beweglichkeit ich vorhin hervor­gehoben. Indes eine feinere Struktur der bakterienhaltigen Vakuolen Hess sich nicht erkennen.
Dass bei dem nicht seltenen Vorkommen jener Stäbchenbündel es ab und zu auch mal vorkommt, laquo;lass ein solches auf einen amöboiden Blutkörperparasiten zu liegen kommt, dürfte weiter nicht wunderbar sein. Ich habe das bis jetzt nur einmal gesehen. Jedenfalls kann ich nach meinen bisherigen Resultaten mich noch nicht veranlasst sehen, eine besondere Cyta-möba hacter i t'er.i anzuerkennen,
#9632; !
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Sehe ich ab von den drepanidienäbnlielien Parasiten bei Ei­dechsen und Schildkröten, so glaube ich mit Vorstehendem in grossen Zügen die für uns in Frage kommenden Blutparasiten be­handelt zu haben. Meine A-ufgabe war es, durch vergleichende Betrachtung der Tierblutinfektion ein höheres Verständnis für die malarische Infektion des Menschen zu gewinnen. Sache der wei­teren Forschung wird es sein, die vergleichenden Untersuchungen noch zu erweitern und zu vertiefen. Für den, der ernstlich sich mit dem Studium der Malaria beschäftigt, ist die Kenntnis der Tierblutparasiten unerlässlich. Dies umsomehr, als auch in experi­menteller Hinsicht die Tiere ein bequemeres Objekt darbieten als der Mensch,
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Zinna rui, üclnr Miiliiriu oto.
10
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Eine wirksame Methode der (liroinatin-uiid Blutfärbimg.
Im Verlaufe meiner Färbeversuche bin Ich seit einiger Zelt dazu gelangt, mich einer Färbemethode bedienen zu können, weichlaquo;', wie Golgi, Marchlafava, Celli, Sanfelice, Bignaml, Bastla-nelli etc. mir mündlich bestätigten, in ausgezeichneter Weise die feinsten Strukturverhältnisse der Blutparasiten zeigt.
Wie ich das Glück hatte zu finden, scheint diese Methode einer allgemeineren Anwendung fähig zu sein. Darüber später.
Von Anfang an war laquo;las Bestreben darauf gerichtet, eine Methode der Färbung, speziell der Malariaparasiten, zu finden, welche mit dem Vorzuge der Schnelligkeit die Möglichkeit bietet, die feinere Struktur der Parasiten zu erkennen,
Es würde den Rahmen dieses Aufsatzes weit überschreiten, wollte ich hier alle die Methoden aufzählen, die zum Studium der Malariaparasiten empfohlen sind, Manchmal sind dieselben einander so ähnlich, laquo;lass man gar nicht vm besonderen Methoden sprechen kann, VAnv Zusammenstellung verschiedener Färbungsarten hat Mannaberg1) gegeben, ferner Barbacci8), Monti8) und andere, Die für die Blutfärbung allein bestimmten Methoden konnten hier nicht berücksichtigt werden.
Ich erwähne zunächst als Methode, die zur gewöhnlichen i'är-
bung dient, diejenige F. Plehns4), welcher das ,5 5 Minuten in absolutem Alkohol gehärtete Präparat einlegt in eine Lösung, be­stehend aus
i| Die Malariapaiasilin, iHgj.
21 üeber die Aetlologie dei Malariainfektion nach laquo;in beutigen Parasitenlehre. Zu-Bammenfassendea Referat von Ottone Barbacci. Centralbl, för allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie, 1893, Bd. ill, No. 2.
3) Süll' Infezione malarica, Rivista italiana laquo;li Palologla generele e Anatomia poto-loglca, iHtjlaquo;), Fase. II, 12, S. 285,
jl A.etiol()gischo und klinisch- Malariastmlk-ii, S. I j.
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Konzentrierter1 wässerlg'er Methylenblaulösung 60,0 Y-proc, Eosinlösung in 75 perc, Alkoholnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 20,0
Destlliertem Wassernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;40,0
versetzt mit 1-' Tropfen zoproc. Kalilauge.
Plehn will auf diese Weise eine Doppelfärbung üer roten Blutzellen und der Parasiten in 5 6 Minuten erzielen,
Empfehlenswert ist auch folgende einfache Färbung;
Einlegen des lufttrockenen, 20 Minuten in absolutem Alkohol gehärteten Präparates in eine verdünnte Methylenblaulösung für 3 5 Minuten,
Zur Darstellung der feineren Struktur sollen unter anderen folgende Methoden dienen.
Methode (irassis und Felettis1). Diese sammeln einen kleinen Tropfen Malariablut auf einem Deckgläschen und lassen letzteres, nachdem man es umgekehrt, rasch auf einen sich auf einem Objektträger befindenden Tropfen einer verdünnten Methylen­blau- oder Fuchsinlösung fallen.
(Ein Tropfen gesättigter Lösung in ein LJhrglas destillierten Wassers genügt.)
Um das Blut mit der Flüssigkeit zu mischen, heben siie das Deckgläschen ein wenig auf und lassen es dann wieder fallen. Sie geben an, damit gewöhnlich den nucleolusförmigen Körper des Para­siten intensiv gefärbt zu haben und ebenso auch die Chromatin-fäserchen, wenn sich deren finden. l)ie Membran des Kernes (die nicht existiert) kann gefärbt erscheinen oder nicht, und SO auch der /eilleih. Auf Grund dieser Methode kamen (irassi und Feletti da/n, im Jahre iSgi bei den Parasiten des Ouartan-liebers eine endogene Sporenbildung durch direkte Kernteilung an­zunehmen.
Jene Anschauung und jene Färbemethode (irassis und Felet­tis scheinen indes kein Bürgerrecht erworben zu haben. Vor allem sind, wie auch Bignami und Bastianelli2) in ihrer ausgezeich­neten Arbeit hervorheben, die Resultate nicht gleichförmig.
Mannabergs Methode8). Man lässt das Trockenpräparat durch 5 Minuten auf destilliertem Wasser schwimmen , trocknet zwischen Fliespapier, und zieht bis zur vollständigen Abgabe des Hämoglobin mehrmals durch eine sehr verdünnte Essigsäurelösung
1)nbsp; nbsp;Weiteres /in Maiaiiafia^e. ('unlraliilaU für Hact. und Paiasitenkunde, l8oi, lid. X, 8. 519.
2)nbsp; nbsp;Studi sull' inftv.icmo malarica, 1. c,
3)nbsp; Mannabsrg, Malarlaparaslten, S, (6.
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i.lS
(i Tropfen Essigsäure auf to cm8 Wasser). [-Herauf wird das farb­lose Präparat für zwei Stunden auf die Fixierlösung gelegt,
Konzentrierte wässrige Pikrinsäurelösung 30,0 Aqua destillat.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;30,0
Eisessignbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1.0,
aus welcher es, für abermals zwei Stunden, in absoluten Alkohol Übertragen wird. Darauf 1-' 24 Stunden Färben in Alaunhäma-toxylin, schliesslich differenzieren mittelst o,25proc, Salzsäurealkohol (Alkohol von 75proc,) und Ammoniakalkohol (3 Tropfen Ammoniak auf 10 cbcm 75proc, Alkohol), Auswaschen in Soproc. Alkohol, Mon­tierung in Kylolcanadabalsarii. Die roten Blutzellen sind entfärbt.
Sowohl die komplizierte Mannabergsche wie die anderen Methoden scheinen vor allem den Nachteil ZU haben, dass sie den hauptsächlichsten Bestandteil des Kerns, das Chromatin, nicht im ganzen Verlaufe der Entwickelung zeigen. Mannaberg sagte, dass der Kernkorper, bei mir das Chromatin, vor der Reifung des Parasiten im Protoplasma verschwindet, sodann auch der Kern, worauf die Nucleoii, dann auch die Nuclei der künftigen jungen Parasiten erscheinen sollen.
Auch Bignami und Bastianelli1) lassen das Chromatinkorn vor der Reifung des Parasiten sich im Protoplasmaleibe auflösen, worauf später die Chromatinkörner der sich nun bildenden jungen Parasiten wieder sichtbar werden. 1 )as Chromatin verschwindet aber nicht vor der Reifung des Parasiten. Im Gegenteil, es entfallet, wie wir gesehen haben, eine ausserordentliche Thätigkeit.
Wie das Protoplasma der jungen Zelle sich immer nur bildet aus dem Protoplasma der Mutter/eile, wie z.B. auch die ( h romalophoren-') sich immer nur bilden aus schon vorhanden gewesenen alteren Chromatophoren, so entsteht auch der wichtigste Bestandteil des Kerns, das Chromatin, immer nur aus schon vorhandenem Chromatin.
Romanowsky8), der den Bau des Parasiten des Tertianliebers bei einem Materiale von sechs Fällen beschreibt, nimmt allerdings das Fortbestehen der Chromatinsubstanz während der ganzen Ent­wickelung der Parasiten an, glaubt aber an eine milotische Teilung der Parasiten. Er beschreibt dieselbe genau. Wie ich hoffe bewiesen /u haben, ist (due solche nicht a.n-
1)nbsp; nbsp;I.e.
2)nbsp; nbsp;Lehrbuch der Botanik, v. Strasburger, Noll, Schenck, Sclihnpcr, Jena 1894, s. 58.
11 Zur P'iage der Pnrasitologie und Therapie der Malaiin, 1H91.
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zunehmen (cfr. die Ix-tr. Abschnitte), Wie Ich ferner ausgeführt, finden sich in der biologisrhen Entwickelung gerade des Tertian-parasiten oft grosse Verschiedenheiten, und ist es nötig, das Material nur aus einer grossen Anzahl von Beobachtungen ZU sammeln.
Komanowsky empfiehlt als Methode der Darstellung der Parasiten folgende.
Ausbreiten eines Blutstropfens zwischen zwei wohlgereinigten Deckgläsern, Abziehen der Deckgläser voneinander und Fixieren der Präparate während mindestens ''._, Stunde bei einer Temperatur
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100 C.
Schon jetzt möchte ich betonen, dass man mit 15 20 Minuten langem Einlegen der Präparate in absoluten Alkohol dieselben ausgezeichneten Resultate erhalten kann. Unter Umständen genügen auch scheu 5— 10 Mi­nuten, bez. bei gewöhnlicher Färbung mehrmaliges Durchziehen durch dieraquo; Flamme. Für den im Auslande oft unter schwierigen Verhältnissen praktizierenden Arzt ist das nicht unwichtig.
Romanowsky hat dann eine kenzentrierte wässrige Methylen-blaulösung und eine 1 quot;/„ wässrige Eosinlösung. Von der ersteren Lösung filtriert er : Volum ab und fügt dazu 2 Volum der Eosin­lösung. Ein Ueberschuss von Eosin soll nicht schaden. F.s ent­steht dann nach sorgfältigem Mischen nach Roraanowsky eine dritte neutrale Farbe, die eine besondere Affinität zu den chroma-tiven Kernnetzen haben soll. Das Eintreten der neutralen Reaktion soll man an dem Ausfallen eines Niederschlages erkennen. Um gute Resultate zu erhalten, müssen die Präparate 2 ] Stunden in die Farbmischung gelegt werden. Später bevorzugte er eine Mischung, die weniger Niederschlag giebt, aber eine 24Stündige Färbedauer beansprucht: gleiche Teile einer '/„ proz, Eosinlösung und einer zur Hälfte mit destilliertem Wasser verdünnten gesättigten Blaulösung, Nach Romanowsky erscheint in gelungenen Präpa­raten das Chromatin der jungen Parasiten der Tertiana als rötlich violettes Klümpchen.
Die Vorgänge bei der angeblichen mitotischen Teilung des Parasiten können wir hier bei Seite lassen. Wenn ich noch hinzu­füge, dass nach R, bei älteren Methylenblaulösungen weniger von der Eosinlösung notwendig ist, nach 9 Monaten bloss noch ilL Volumteile Eosin auf 1 Teil Methylenblau, so glaube ich seine Färbe­methode vollkommen wiedergegeben zu haben. Zu erwähnen ist noch, dass er seine riirschälchon mit der Farblösung und den Präparaten in die feuchte Kammer stellte.
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K. veröffentlichte diese Methode Im Jahre 1891, ohne dasa die aus den f) 'I'ertianatallen gewonnenen Resultate sich Anerkennung verschaffen konnten. Mannaberg erwähnt in seinem in der ganzen Welt bekannten Buche Romanowskys Methode und sagt, dass lt;li(^ Resultate oft sehr schön wären, was ihn indes nicht hindert, sieh gegen Ks. Anschauung betr. die Entwickelung der Malariapara-siten zu wenden. Bei Limbeck1) ist ebenfalls Erwähnung gethan, ferner bei Thayer8), auch bei Laveran in seinem neuesten Werke8).
Aus einem kurzen Referat über die Sitzungsberichte des Moskauer Kongresses ersehe Ich, dass Gautier*) angiebt, mit Ro­manowskys MeÜiode gearbeitet zu haben. Er kommt aber mit jener zu Resultaten, die denen Ks, widersprechen, indem auch er das Verschwinden der Kernsubstanz vor der Teilung der Para­siten annimmt. Von Küssen giebt Sacharoff5) an, ähnlich wie K. gefärbt zu haben und kommt auch zu dem Schlüsse wie K., dass eine mitotische Teilung der Blutparasiten stattfände. Nur ver­wandte er zur Hälfte mil Wasser verdünnte konzentrierte Methylen­blaulösung, der er i quot;/„ Eosinlösung bis zur Bildung eines körnigen Niederschlages zusetzte.
Korolko6) nimmt 2 3 Volumen Methylenblau und setzt 3—5 Volumen 1quot; „ Eosinlösung hinzu, bis eine violette Färbung und ein schwarzkörniger Niederschlag entsteht. Wie R, filtriert auch er nicht die hergestellte Farbmischung.
Eine allgemeine Geltung hatte sich K s. Methode jedenfalls nicht verschaffen können, insbesondere, weil Rs. Angaben den Leser, wie wir sehen werden, nur vom Glücke abhängig machen. An eine Verallgemeinerung der bei seinen sechs Tertianafällen gewonnenen Beobacht­ungen und Schlüsse für die anderen Malariaparasiten und überhaupt andere Mikroorganismen scheint K. ebenfalls nicht gedacht zu haben.
Das unzweifelhafte, grosse Verdienst Rs. als erster wie ich glaube erkannt zu haben, dass Methylenblau und
1)nbsp; nbsp;Klinische Pathologie des Blutes, iHqd.
2)nbsp; nbsp;Lectures on tin- malarial tevers iHrj;. tch bekam dieses Buch erst nach Fertig­stellung (ik'srr Arbeit.
3)nbsp; nbsp;Tiaitij du paludisme, 1898.
4)nbsp; nbsp;Semaiiu1 medicalo. (September i8();, Snr crrlains dclails de structure des lionia-tozoaires de Laveran durant leur Evolution.)
5)nbsp; nbsp;Centratbl, f. Bacteriologie, 1895, Bd. XVIU, S. 375. Vergl. auch Saccharoff, Ueber den Einfluss der Kühe auf die Lebensfähigkeit der MalarlapnrosUen. Contralbl, f. Bact. u. Par., 189.1, Bd. XV, S. hu.
6)nbsp; nbsp;Fortschritte dor Medizin, 1892, Bd. X. S, 874.
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Eosin eine neutrale Farbmischung ergeben können, mit besonderer Affinität zu den chromativen Kernnetzen, soll damit gewiss nicht geschmälert werden.
Als ich nun versuchte nach R, zu färben, unter ganz ge­nauer innehaltung aller von Romanowsky angegebenen Kautelen, glückte kein Präparat.
Ich teilte damit nur des Schicksal vieler Vorgänger, Manchmal trat überhaupt keine äussorlich erkennbare Färbung des Trockenpräparates auf, andere Male fand sich ein so ausserordent­lieh dichter Niederschlag, dass überhaupt von dem Blutpräparate nichts zu sehen war. Andere Male fand sich nur die gewöhnliche Blaufärbung der l.eukocyten und der Parasitenlciber. In Kamerun, WO zuerst diese Arbeiten ausgeführt wurden, stand ich schliesslich nach wochenlangen, immer erneuten und modifizierten Versuchen als nutzlos davon ab. Indes die Vorstellung, dass es möglich sein müsste, bei bestimmten Mischungsverhältnissen des basischen Me­thylenblau und des saureu Eosin ein neutrales Farbengemisch zu finden, haftete fest. Dasselbe musste aber im Stande sein, nicht nur die Blutelemente, sondern auch die Pcirasiten in ihren Details Zur Darstellung zu bringen, b.s ist eins der grossen Verdienste K h r-lichs, diese neutralen Gemische für die Bluthistologic eingeführt zu haben. Ein solch neutraler Farbkörper ist /. B, das pikrinsaure Rosanilin, das durch hinwirken von essigsaurem Rosanilin auf pikrinsaures Ammoniak entstanden ist.
Da bemerkte ich bei einer gelegentlichen Mischung des Restes einer älteren, bis dahin unbenutzt gewesenen, ziemlich konzentrierten Methylenblaulösung mit 1 quot;'„ Eosinlösung, wie sich ein dicker Schlamm
im Mischgefäss bildete, welcher bei der Reinigung einen schwer zu entfernenden, rotviolettcn, zähen Belag zurückliess. Ein absicht­lich mit jenem Schlamm einige Minuten in Berührung gebrachtes Blutpräparat von einem jungen Krokodil zeigte die Kerne der roten Blutzellen dunkel violett, gefärbt, soweit der massenhaft gebildete Niederschlag das erkennen Liess,
In Deutschland wurden die Versuche in systematischer Weise wieder aufgenommen.
Ich arbeitete zunächst mit konzentrierten Methylenblau und 1 % Lösungen wasserlöslichen Eosins. Die konzentrierten Methy­lenblaulösungen wurden so dargestellt, dass zunächst kleine Quanti­täten Methylenblau in siedend heissem Wasser gelöst und unter fortwährendem Schütteln und Umrühren immer mehr Methylenblau zugefüllt wurde, bis eine dicke, ziemlich schwerflüssige Masse ent­stand, mit einem Ueberschusse von noch ungelöstem Methylenblau,
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Fügt man eino gfrosse Monge von Methylenblau mit einem Male zu siedendem Wasser, oder -iL;'i|%sst man umgekehrt das siedende Wasser auf Methylenblaii, so kann man es trotz sofortigen Um­schütteins erleben, dnss man am anderen Tage in der Flasche eine dickbreiige blaue Masse findet, welche für die Färbeversuche un­brauchbar ist, Oder aber es löst sich nur ein zu geringer Teil des Methylenblau bei dieser Art dos Verfahrens, und wir erhalten laquo;'ine nicht konzentrierte Lösung, Dann giebt ein Teil der Methylen­blaulösung mit zwei Teilen einer iquot; „ Eosinlösung nie und nimmer die von K. erstrebte Farbonreaktlon. Man muss das im Auge behalten, um sich vor Enttäuschungen zu bewahren.
An dem Misslingen der Farbenreaktion kann, theoretisch ge­nommen, entweder das ,M. oder das Eosin schuld sein, vorausgesetzt, dass im übrigen die Herstellung der Lösungen eine richtige war.
leh will hier gleic i vorweg nehmen, dass nach vielen Ver­suchen das Eosin nicht die Schuld an einem etwaigen Misslingen zu tragen scheint, indem Eosin verschiedenen Ursprungs dieselben Farbenreaktionen mit demselben M. gab, aber nicht dasselbe Eosin mit M. verschiedenen Ursprunges. Später benutzte ich nur das Eosin der Höchster Farbwerke und zwar die Marke BA und AG, und haben die später folgenden Zahlenangaben nur auf diese .Marken BezUg. Beide Marken unterscheiden sich nur durch ihren Bromgehalt etwas von einander,
Um die zu erwähnende Farbenreaktion hervorzubringen, waren von beiden Marken BA und AG fast dieselben Mengen notwendig. Auch die Resultate waren fast die gleichen, guten.
Die i quot;/„ Eosinlösungen wurden hergestellt durch Auflösen von einem genau abgewogenen Gramme Eosin in 100 t,r helssen Wassers. Eine Filtration dieser Lösung wurde nicht, auch nicht vor dem Gebrauche, vorgenommen, da es sich von vornherein um vollkommen klare Lösungen handelte. Wenn sich eine Trübung einstellte, wurde eine neue Lösung hergestellt. Sehr viel unnütze Mühe entstand dadurch, dass zuerst das Methylenblau von Zwischen­händlern für die Versuche bezogen wurde, und dass infolgedessen oft ein nicht genügend gereinigtes Methylenblau, das die Bezeichnung purum trotzdem trug, zur Anwendung gelangte.
Wir müssen unterscheiden zwischen dem Chlorzinkdoppelsalz des Methylenblau und dem reinen Methylenblau, dem Tetramethyl-thioninchlorhydrat von der Formel
NC6H8^S N(CH8)9n
(:(ill,- \irii:i)., #9632;
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Ersteres, das Chlorzinkdoppolsalz, enthält meist trerlngfe Mengfen Arsen und /.ink, und kommt In Form kupferroter Krystalle oder eines braunroten Pulvers in den l [andel,
Nach einer Reihe vnn Versuchen schaltete Ich dieses Methylenblau als unbrauchbar zum Hervorbringen der Reaktion ans.
Ein solches chlorzinkhaltiges M. ist /.. 13. das AI. BX Grübler und M. für Bacillenförbung-n, Koch (Grübler),
Das einfache Tetramethylthiontnchlorhydrat, welches im Handel in Form grüner Krystalle oder grüngrauer Pulver sich öfter findet, (Mithalt ebenfalls meist geringe Mengen Arsen, Zink und Chrom und auch noch mehr oder weniger Dextrin. Zur Anwendung gelangte nur Methylenblau deutscher Fabrikation, Es wird in Deutschland hergestellt von der Anilinfabrik in Berlin vor dem Schlesischen Thore, von der badischen Anilinfabrik (Ludwigshafen), von den Höchster Farbwerken und den Farbwerken Friedrichsfeld (Mannheim). Ausser-dem verwandte ich noch das Methylenblau (Ehrlich, Guttmann) und Methylenblau rectificat. n. Ehrlich von der bekannten Firma Dr. (j. Grübler u. Co, in Leipzig,
Die Anilinfabrik Ludwieshafen triebt im Kleinen kein M. ab und lässt die Reinigung bei Merck in Darmstadt besorgen, Ich nahm auch dieses gereinigte M. von Merck in Gebrauch, Stets wurde bei den Fabriken gereinigtes M. bestellt.
Die Versuche wurden so angestellt, dass sowohl frische, abge­kühlte, als auch ältere, filtrierte, konzentrierte M.-Lösungen zur An­wendung- gelangten.
Dann wurde eine Anzahl von Glasschälchen aufgestellt, immer 3 hintereinander, und alle mit einem in Alkohol gehärteten, ge­trockneten Blutpräparate von Menschenblut beschickt, Präparate von Menschenblut sind jederzeit leicht zu beschaffen, Bedingung ist, dass die Deckgläschen aufs peinlichste gereinigt sind und keine Spur von Säure oder eine Base sich daran befindet. Der nicht zu grosse Blutstropfen wurde gewonnen durch Einstich mit einer Nadel etc, in die wohlgereinigte Fingerkuppe, Der erste Bluts­tropfen wurde abgewischt, der zweite aufgefangen auf der Mitte eines Deckgläschen, ein zweites Deckgläschen darüber gelegt, sodass djc ^ Ecken über das erste Deckgläschen hervorragten und schnell das zweite Deckgläschen von dem anderen abgezogen. Wartet man damit, so trocknet das Blut zwischen den Deckgläschen fest und die roten Blutzellen deformieren sich heim Abziehen der Dcck-gläschen. War der Blutstropfen nicht zu gross, so erhält man eine dünne, gleichniässig ausgebreitete Schicht von Blut auf den Deck-
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g'läschsn, Jeder Druck beim A-bzlehen ist zu verrneiden. Darauf
werden die Präparate durcli I [in- und I lersehwenken in der Luft
getrocknet und mit der Präparatenseite nach nhen 20 ,^0 Minuten in absolutem AJkoho] gehärtet, und zuletzt zwischen Fliespapier ge­trocknet, Der Reihe nach wurden immer je 3 Schälchen gefüllt mit einer Mischung von M. und Eosin im Verhältnis von 4:1, 4 : 2, 4 : 3, 4 : 4, 4 : 5, 4 17, 4 : S etc. Wir kommen darauf und auf kleine Modifikationen noch zurück. .
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Die Mischung war so vorgenommen, dass zu der genau ab­gemessenen Methylenblaulösung von 4 ebem Im Messglase je 2,
je 3, 4, 5, 6, 7, 8 etc. ebem 1 quot; 0 Eosinlösung zugegossen und dann ausserordentlich sorgsam mit dem Glasstabe mindestens zwei Mi­nuten lang umgerührt wurde.
Um immer drei Schälchen mit einer Mischung füllen zu konneu, muss mau natürlich, so lange es sich um ein Verhältnis des Me­thylenblau zu Eosin handelte, wie | : i, | : 2 bis etwa 4 : 8, von jeder Flüssigkeit entsprechend mehr zugiessen, /. rgt;. bei dem Verhält­nis |:i, in Wirklichkeit 12 ebem Methylenblau- und 3 ebem Eosin­lösung, Wenn die Mischung nicht ganz sorgfältig vorge­nommen wird, kommt man zu ganz fehlerhaften und wider­sprechenden Resultaten, Dann erst erfolgte das Kingiessen in die drei Präparatenschälchen (cfr. Schema). Wir hatten also von links nach rechts gerechnet einen allmählich steigenden Kosingehalt der einzelnen Mischungen.
(deich drei Schälchen wurden mit derselben Mischung beschickt, um eine bessere Kontrolle zu haben. Ein anderer Grund soll später noch erwähnt werden.
Bei jeder Reihe wurde die Zeit des Eingiessens der Mischung notiert. Dann wurde von etwa 10 zu 10 Minuten nachgesehen, ev. bei langsamen Eintritt der Reaktion auch In längeren Zwischen* räumen, ob die Kerne der Leukocyten die gewünschte karmlnviolettp Farbe zeigten.
Die Beobachtungszeit wurde bis 48 Stunden und länger aus­gedehnt. Schon aus diesen kurzen Andeutungen lässt sich ent­nehmen, das die Versuche bei der unendlichen Mannigfaltigkeit der Kombinationen ausserordentlich zeitraubend waren,
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Ich (and nun, bei meinen Versuchen wenigstens, dass nur (las
Methylenblau med. pur, der Höchster Farbwerke, das Me­thylenblau rectiflcat nach Ehrlich von Dr. Grübler, und das Methylenblau, das im Wilhelmshafener Lazaret angeb­lich von der badischen Anilinfabrik bezogen war, die er­wähnte Reaktion gab.
Es soll damit nicht gesagt werden, dass das Methylenblau der anderen Fabriken einen anderen I'ntersucher /.u anderer Zeit nicht doch das gewünschte Resultat giebt,
Mir war es unmöglich, jenes Ziel zu erreichen, obgleich das Methylenblau (Friedrichsfeld) (Berlin, Marke extra D), (Merck) bei Mischung mit besimmten Eosinmengen einen dicken Niederschlag gab, Romanowsky1) sagt, dass gerade das Ausfallen theses Niederschlages den Zeitpunkt der grössten Farbenkapacität der Mischung bedingt.
Wir sehen also, dass das durchaus nicht allgemein zutrifft.
Da das Methylenblau (badische A.nilinfabrik) mir später nicht mehr zur Verfügung stand, da ferner das Methylenblau (recti-ficat., Ehrlich von Dr. Grübler) fast dieselbe Wirkung zeigte wie das Methylenblau med. pur. (Höchst), so gelangte später nur noch das letztere Methylenblau zur Anwendung für die Versuche.
Ich betone das für diejenigen, die meine Resultate nachprüfen wollen. Wo daher im Folgenden von Methylenblau die Rede sein wird, wird nur Methylenblau (Höchst) gemeint sein.
Neu-Methylenblau, das von der Firma Casella in Frankfurt a. M. bezogen wurde, erwies sich als unwirksam bei Mischungen mit Eosin, da. das Chromatin der Parasiten sieh nicht deutlich färbte.
Zum Verständnis für das Folgende ist es nützlieh, sich zu erinnern, dass Methylenblau (i lochst) ein basischer, Eosln, das Kali­salz des Tetrabromfluorescins, ein saurer Körper ist. Es kommt nun darauf an, die wirksame Mischung zu linden, d. h. die dritte, neutrale Farbe, welche zum Chromatin die grösste Affinität hat.
Wie es mir gelang zu finden, ist dieser dritte Farb­körper in einem L'eberschusse von Methylenblau oder Eosin wieder löslich.
Diese Erklärung löst alle Schwierigkeiten, die sich bei Be­trachtung von Resultaten der Mischungen von Methylenblau und Eosin ergeben.
I) 1. c.
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Gesetzt, wir haben im Messeflase 1 cma frischer, filtrierter,
zentrierter M (II) und fügen 1 cm8
Eosinlösungf hinzu, mischen
äusserst sorgfältigquot;, giessen die blau erscheinende Mischung in das Schälchen mit dem Präparat und sehen \'lt;)ii Zeit zu Zeit zu, Makro­skopisch erscheint dann das Präparat farblos, Nur die Protoplasma­leiber der Lymphocyten, in schwächerem Masse auch der grossen mononukleären Leukocyten sind blau gefärbt, ebenso die Kerne der
übrigen Leukocyten. Oder wir nehmen 1 cm8 konzentrierter und nitrierter Methylenblaulösung und 10 cm8 1 quot;/„ Eosinlösung, mischen wieder sorgfältig und giossen die jetzt rötlichviolette Flüssigkeit in
das l'rä] aratensehälchen ein.
Wir prüfen wieder nach to Minuten bezw. nach mehreren Stunden, und finden das Präparat intensiv rosa, gefärbt. Sämtliche roten Blutzellen sind rosa gefärbt, die Granulationen der eosinophilen Zellen besonders tief. Die Kerne der Leukocyten sind vollkommen farblos. Von Blau ist in dem Präparat keine Spur zu sehen. Was ist geschehen? In beiden Fällen, sowohl, als viel Methylenblau und wenig Eosin, wie, als wenig Methylenblau und viel Eosin gemischt wurde, bildete sich der dritte Farbkörper, Im ersten halle, WO es sich um eine y.u grosse Methylenblaumeng • in der Mischung handelte, löste cmquot; sich im Ueberschusse von Methylenblau, im zweiten halle im Ueberschusse der Eosinlösung.
Unsere Aufgabe bleibt es nun, auf rein empirischem Wege, wie er schon angedeutet, eine Mischung zu finden, wo der dritte neutrale Farbkörper weder in dem Methylen­blau, noch in der Eosinlösung der Mischung sich auflöst. In diesem Stadium behält das Methylenblau seine Affinität zu den Protoplasmaleibern der Lymphocyten, in schwachem Masse auch zum Protoplasma der grossen mononukleären Leukocyten und der Mastzellen, das Eosin zu den roten Blutzellen und eosinophilen Granulationen. Die anderen körperlichen Blutelemente färben sich mit dem dritten neutralen Farbkörper. Das gewünschte Blut-präparaf muss dann folgendermassen aussehen.
Die roten Blutzellen sind rosa gefärbt, die Kerne der sämtlichen Leukocyten in einem beinahe leuchtenden, wundervollen tCarmin violett, die Protoplasmaleiber der Lympho­cyten blau, der grossen mononukleären Leukocyten blassblau, oft bis auf eine schmale Randzone beinahe farblos, der Mast/eilen eben­falls bläulich. Der Protoplasmaleib der neutrophilen Leukocyten erscheint blass karminviolett gefärbt, die Granulationen derselben noch etwas dunkler karm in violett. Indes kommen beim Protoplasma der neutrophilen Leukocyten Uebergänge vor in den Nuancen
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zwischen dein /arten Blau des Protoplasmas der grossen ttiono-nukloären Leukocyten und dem blassen Karminviolelt des Proto­plasmas der gfewöhnlichen neutrophilen Zellen, Sehr deutlich er­scheint oft ein mehr oder weniger grosser heller Hof um dan Kern des l.ympliocyten, he/, der grossen mononukleären Leukocyten. Die Granulationen der eosinophilen Zellen erscheinen tiefrot. Findet man, wie nicht nan/ selten bei IVrniciosa, kernhaltige rote Blut­zellen, so ist. auch deren Kern dunkel karminviolett gefärbt, Auf das Verhalten der mononukleären Zellen mit neutrophilen Granulationen, die in pathologischen hallen gefunden werden, ferner der mononukleären eosinophilen Zellen, der kleinen neutrophilen Pseudolymphocyten, der Reizungsformen ') braucht hier nicht weiter eingegangen zu werden.
Sehr interessant ist. dass auch die Blutplättchen ebenso wie das Chromatin der Kerne der weissen Blutzellen die karminviolette Färbung annehmen,
Sie erscheinen als zusammengesetzt aus einer .Anzahl äusserst feiner, kurzer, dicht zusammenliegender Körnchen und Fädchen,
Der Umstand, dass die Blutplättchen auch die cha­rakteristische Farbenreaktion des Chromatins geben, ist vielleicht wichtig für die noch so viel umstrittene Histo-genese jener Gebilde,
Handelt es sich um Malariablut, so erscheint das Chromatin der Parasiten ebenfalls karminviolett, oft umgeben von einem deut­lich sichtbaren hellen Mole, das Protoplasma der Parasiten blau.
Bei Tertianablut färben sich die roten lihit/ellen, die schon etwas herangewachsene Parasiten beherbergen, nur schwachrosa, entspre­chend der schon im lebenden Präparat ZU bemerkenden Entfärbung. Jode der schon früher geschilderten Veränderungen dos Chromatins, seine weitere? Entwickelungj wie das Schwinden desselben bei den sterilen Formen, treten auf das Deutlichste hervor.
Wir sahen oben, dass, wenn man /.. B. i cm8 frischer kon­zentrierter, kalter und frisch filtrierter Methylenblaulösung mit i cem8 i quot;/,, Eosinlösung mischt, sich nur die Protoplasmaleiber der Lympho-cyten etc. und die Kerne der eosinophilen und neutrophilen Leuko­cyten blau färben. Steigern wir nun allmählich den Zusatz von Losin (cfr. das obige Schema), so wird die Mischung allmählich dicker. Am Stabe bilden sieb allmählich klumpige Niederschläge, Das Präparat wird allmählich auch makroskopisch nach dem Ab­spülen in Wasser an der rosigen Farbe sichtbar. Mikroskopisch
1
i) Ehrlich und Lazarus, Die Anämie, 1, c, S. 53.
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iS8 —
erweisen sich die roten Blutzollen nach etwa 30 Minuten als rosa gefärbt, die Kerne aller l.eukocyten und der Protoplasmaleib der Lymphocyten als blau gföfärbt. Das Mischgefäss ist noch leicht zu reinigen, ebenso der Mischstab.
Steigert man nun weiter den Kosinzusatz, so setzen sich am Stabe immer mehr klumpige Niederschläge ab, die MischflUssigkeit wird dicker. Oben auf der MischflUssigkeit bildet sich im l'räpa-ratenschälchen ein anfangs nur kleines, metallisch schimmerndes Iläutchen.
In der grossen Mehrzahl der Versuche war die Bildung dieses Häutchens ein Zeichen, dass die gewünschte Farben­reaktion eingetreten war, oder nahe bevorstand, wenigstens bei den Meihylenblausorlcn, die ich als wirksam erfunden.
Uei Mischungen von Eosin mit den anderen Methylenblau­sorten trat diese Häutchenbildung auch ein, ohne dass jedoch die spezifische Färbung des ( hromatins sich einstellte.
Prüft man bei Eintritt der Häutchenbildung nach 20 30 Mi­nuten das Präparat, so findet man die roten Blutzellen rosa, die Kerne der eosinophilen und neutrophilen Zellen vielleicht noch blau, die Kerne der Lymphocyten aber in einem Ulan, das schon deutlich Uebergänge zum Violett zeigt. Oder aber sie erscheinen eigenartig stahlgrau mit LTebergängen zu einem äusserst zarten Karmin. Lässt man die Präparate weiter in der Farbmischung, so kann nach einigen Stunden das ersehnte Resultat jetzt schon eingetreten sein, d. h. die Kerne der weissen Hlutzellen zeigen die erwähnte pracht­voll karminviolette Farbe. Notwendig ist das durchaus nicht, ob­gleich bei Mischung der Flüssigkeiten sich schon anfangs ein Nieder­schlag gebildet.
Steigert man nun den Kosingehalt der Mischung noch etwas, etwa um 1 ebem der 1 0/0 Kosinlösung, so wird die Mischung noch etwas dickflüssiger und erhält einen Stich ins Violette, Der Misch-stah klebt oft ordentlich an den Wänden des Mischgefässes.
Die nach mindestens einer Minute dauerndem, äusserst sorg­fältigem Mischen resultierende Flüssigkeit zeigt, ausgegossen, im Präparatenschälchen oft die Bildung eines sehr starken, metallisch schimmernden 1 läutchens.
Sowohl das zum Mischen benutzte (iefäss wie der Stab sind oft schwer zu reinigen wegen eines zähen, rötlich-violetten Belages. Am Stabe befindet sich oben an der Stelle, bis zu welcher er in die Mischflüssigkeit heim Mischen hi nein getaucht war, ein typischer rötlicher Ring.
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Ich führe diese kleinen Kennzeichen an als ev. Handhaben bei A-nstellung von Nachprüfungfen.
In dieser Flüssig'keit zeigen die Präparate nach einer wechselnd langen Zeit, über die wir später bandeln wollen, die typische, ge­suchte Farbenreaktion.
Ich betone nochmals, dass die Versuche nach dem oben er­wähnten Schema angestellt wurden, dass also ZU den Miscbflüssig-keiten mit höheren) Eosingehalt nicht solche von geringerem Eosin­gehalt benutzt wurden, die schon für frühere Versuche in Anwendung gekommen waren, denen man also einfach noch nachträglich Eosin zugesetzt hätte. Dass für jedesmalige neue und peinliche Reinigung der iVliscligelasse zu sorgen ist, dass ferner kein säure- oder alkali-haltiges Wasser bei Reinigung der (iefässe und bei Bereitung der Lösungen selbst zu verwenden ist, muss noch besonders hervor­gehoben werden.
Steigert man nun noch den Eosingehalt der Misch­flüssigkeit weiter, so kann man unter Umständen in noch kürzerer Zeit die gewünschte Farbenreaktion erhalten.
Indes es bildete sich vielfach ein mehr oder weniger dichter Niederschlag von büschelförmigen, bräunlichen, mehr oder weniger laugen Krvstallnadeln, die schliesslich das Präparat fast ganz ver­decken. Oder aber das Präparat erhält einen immer dichter werden­den Schleier.
Benutzt man nun Mischungen mit noch höherem Kosingehalt, So wird die Mischung wieder dünnflüssiger, ihr Aussehen rotviolett. Präparate mit dieser Mischung gefärbt, zeigen höchstens nur noch äusserst schwach und nur nach längerer Einwirkung die karmin-violette Färbung des Chromatins. Bei weiterenn Eosinszusatz wird die Mischung ganz dünnflüssig und schmutzigrosa gefärbt. Das metallisch schimmernde 1 läuteben kann noch sehr stark ausgeprägt sein.
Indes im Präparate sind nur noch die roten Blutzellen und zwar rosa gefärbt. Mit anderen Worten, der Ueberschuss an Eosin liess die Farbenreaktion nicht mehr aufkommen.
Dies ungefähr ist das Ergebnis aller der zahlreichen Versuche, die ich mit Mischungen der Lösungen von Me­thylenblau und Eosin verschiedenster Konzentration an­gestellt.
Nur dass bei schwachen Methylenblau- und Eosinlöaungen nicht ein solch dichter Niederschlag entstand, Darüber noch weiter unten.
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Bei dieser allgemeinen Erörterung der Resultate sind noch einige Punkte zu erwähnen, die für das Gelingen dor Versuche von grösster Wichtigkeit sind.
Angenommen, wir hätten die richtige Mischung, die die spedfische Färbung des Chromatins erzielt, in ein Farbschillchen gelegt, und es hätte sich oben das erwähnte metallische Iläutchen gebildet.
Legen wir nun das gehärtete und trocken gewordene Präparat mit der Präparatenseite nach unten oben auf die Oberfläche der mit dem geschilderten Iläutchen bedeckten Flüssigkeit, so bildet sich ein derartiger dichter Niederschlag von Krystallnadeln, und ein derartig dichter Schleier, dass das Präparat vollkommen un­brauchbar ist. Der Schleier und die Krystallnadeln hatten ganz ausserordentlich fest.
Entfernen wir das I lautchen vorsichtig mit einem Stückchen Fliespapier und legen dann das Präparat mit der Präparatenseite nach unten auf die Oberfläche der Flüssigkeit, so erhalten wir, wenn über­haupt, erst spät die Farbenreaktion des Chromatin. A.usserdem bildet sich das Häutchen meist wieder. Wenn nun das Präparat aus der Flüssigkeit genommen wird, so lässt eine Berührung des Präparates mit dem ev. neu gebildeten Häutchen sich kaum oder gar nicht vermeiden. Das Präparat zeigt entweder einen Schleier und Niederschlag von Krystallen, oder das Chromatin ist zum min­desten schwach gefärbt,
hegen wir das Deckglas auf den Boden des Farbschälchens mit der Präparatenseite nach oben, so ist das Präparat nachher oft verschleiert, da der zu Boden sinkende Niederschlag der Mischflüssigkeit zwar eine specifische, kräftige Färbung des Chromatin bedingt, aber auch Niederschläge im Prä­parat selbst,
hegt man andererseits das Präparat nachdem man das ev, ge­bildete I Eäutchen durch Filtrierpapier entfernt, mit der Präparatenseite direkt auf den Boden des Schälchens, sodass es auf die dort befind­liche Schlammschicht zu liegen kommt, so kann man vor lauter Krystallen oft die Blutelemente nicht sehen.
Ich fand es praktisch, Grlasblockschälchen mit kon­kavein Boden mit der wirksamen Mischflüssigkeit zu füllen, dann das sieli bildende Häutchen mit einem Streifen Filtrier­papier abzustreifen, und das Präparat mit der Präparaten­seite nach unten in die Flüssigkeit unter zu tauchen, Fs ruht dann in horizontaler Richtung mit seinen vier Ecken über, nicht auf der den Boden des (ilasbleckes bedeckenden Schlammschichl.
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Vor dem Herausnehmen dos Präparates entfernt man ein ev. wieder gebildetes Häutchen, Spült man dann sorgfältig mit kaltem, klarem Wasser ab. so erhält man Präparate von wunder­voller Klarheit. Nie versäume man, die obere Seile des Deck­glaspräparates ebenfalls abzuspülen und mit einem Tuche abzu­reiben.
Zu hüten hat man sich vor dem Einlegen des Präparates, bei Entfernen des metallischen I [äutchens mit dem Filtrierpapier zu tief in die Mischflüssigkeit einzutauchen, da dadurch eine filtrierende Wirkung ausgeübt wird, welche die färbende Krall der Flüssigkeit unter Umständen etwas vermindern kann, tch komme auf diesem Umstand noch zurück,
In letzter Zeit legte ich die Präparate mit der Präparatenseite nach unten gleich in das Blockschälchen, goss dann die Farbmischung darauf, und entfernte erst vor der Herausnahme der Präparate das I läutchen,
I'm klare Präparate zu erhalten, ist es notwendig, die Block­schälchen ganz zu füllen. Füllt man zu wenig von der Misch­flüssigkeit ein, so zieht man die Präparate leicht mit dem Stück Filtrierpapier fort, welches das Entfernen des I lautchens bewirken sollte. Das Präparat kommt dann unfehlbar mit dem I lautchen oder dem Kunde des Blockschälchens in Berührung, und es bildet sich Niederschlag, der die Güte des Präparates beeinträchtigt.
Die Blockschälchen in die leuchte Kammer zu stellen, sah ich mich nicht veranlasst. da, wie wir sehen werden, bei meinem Ver­fahren eine kräftige Färbung in so kurzer Zeit erzielt wird, dass eine nennenswerte Verdunstung nicht eintritt. Arbeitet man in sehr heissen, trockenen Räumen, so kann man ja die feuchte Kammer anwenden.
Mischflüssigkeiten, welche schon einmal zur Chromatinfärbung benutzt, und welche somit den geschilderten Manipulationen unter­worfen gewesen waren, färbten zum zweiten .Male fast immer weniger intensiv und gut. Sie wurden daher immer fortgegossen und durch neue Originuhnisclmnyen ersetzt,
Die frisch bereiteten, koncentrierten und filtrierten Methylen­blaulösungen (Höchst), die im Laufe der letzten : ' .. fahre zur An­wendung kamen, gebrauchten verschieden grosse Mengen i 0/0 Eoain-lösung, um die gewünschte Farbenreaktion des Chromatins zu er­zielen.
Es Würde hier zu weit führen, alle die in die hunderte zählen­den Protokolle aufzuführen, in denen ich die Wirksamkeit der ver-Zlomnnu, Uebot Malartn oto,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1 |
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schledenen Mischungen und die zum 1 [ervorbrlngen der Reaktion nötige Zeit bemerkte.
|{s genüge, zu bemerken, class in der wirksamen Misch-flüssigkeit das Verhältnis der frisch bereiteten, koncen-trierten, filtrierten Methylenblaulösung zur i quot;/„ Eosinlaquo; lösung schwankte In dem Verhältnis von i : \xf., bis i : 6.
Was war der Grund?
Entweder waren die jedesmal benutzten Methylenblausorten verschieden, oder die Zubereitung der koncentrierten Methylen­blaulösungen war eine ungleicltmässige.
Zweifellos verhielten sich die Methylenblaulösungen von M. rectificat, (Ehrlich), der Badischen A.nllinfabrik und der Höchster Fabrik verschieden in ihrer Wirksamkeit.
Indes auch bei alleiniger Berücksichtigung des Höchster Fa­brikats ergaben sieh doch Verschiedenheiten, Die Fabrik erklärte nun, für die stets gleichmässige Herstellung des Methylenblau haften zu können. Dann musste es auch stets unter denselben Bedingungen und bei gleichen Mischungsverhältnissen bei derselben Zeit der Ein­wirkung auch dieselben Resultate geben, was nicht der Fall war. Entweder war also das Fabrikat doch nicht immer vollkommen glelchmässlg, oder, und hieran wird es wohl oft gelegen haben, die Herstellung der koncentrierten Methylenblaulösungen war keine ganz gleichmässige.
in keinem Falle aber waren bei meinen Versuchen zur Er­zielung der Chromatinfärbung mehr als höchstens 40 Minuten not­wendig, niemals bis 24 Stunden, wie beiRomanowsky. Liessichdas Präparat länger in dem Blockschälqhen, so wurde' das Chromatln heinahe sehwar/, gefärbt, das Präparat aber bald meist stark ver­sehleiert.
Ja Ich hatte koncentrierte Methylenblaulösungen, die filtriert und gemischt mit 1% Eosinlösung im Verhältnis von i ; 11 in 1' ., Minuten eine wundervolle Chromatin­färbung erzielten. In 6 8 Minuten wurde die Färbung des Chro-inatins ziemlieh häufig er/ielt. Durch sehr vorsichtiges Er­wärmen über der Flamme erhielt ich die Färbung oft in 1 „ Minute. Indes musste man sieh hüten, die l'arbtliissigkdt auf dem Deckgläsehen zum Sieden zu bringen, da dann das Präparat sofort verdorben war. Da die Resultate, die durch Erwärmen ge­wonnen wurden, öfter ungleiebmässig waren, verzichtete ich später auf diese Methode und suchte mir durch vorsichtige Steigerung im Zusatz von Eosln den Eintritt der Farbenreaktion zu beschleunigen.
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Oft, wie schon erwähnt, mit dem Resultate, dass die Reaktion schon nach 6 8 Minuten eintrat,
Allen benutzten koncentrlorten, frisch bereiteten Methylenblau­lösungen war eigentümlich, dass sie, älter geworden, weniger Kosin in der Mischflüssigkeit erforderten, So habe ich /. Igt;. eine koncen-trlerte Methylenblaulösung, die in frischem Zustande und filtriert anfangs die 21/jfache Menge von 1 quot;,0 Eoslnlösung erforderte. Damals waren etwa 30 Minuten zur Erzlelung der Chromatlnfärbung notwendig.
Jetzt nach 18 Monaten ist das Verhältnis des Methylenblau zum Eosin in der Mischflüssigkeit wie 1 ; 3, und sind blos 8 10 Minuten für die Chromatlnfärbung erforderlich, Romanowsky sagt ferner, die wirksame Mischflüssigkeit, die die Chromatlnfärbung bedingte, dürfte auf keinen Fall filtriert werden. Ich kann auch das nicht für alle Fälle bestätigen, wenigstens nicht bei Mischungen, die bei den Versuchen eine besonders stark und schnell wirkende färbende Kraft entwickelten.
Ich filtrierte solche Mischungen zweimal. Das erste Flltrat färbte das Chromatln öfter noch ausgezeichnet nach _'o Minuten, das zweite Elitrat etwas schwächer nach etwa 60 Minuten,
Da der Niederschlag in der Mischflüssigkeit aber zweifellos in Beziehung stand zur Färburg des Chromatlns, da Präparate, welche mit der Präparatenseite auf den Niederschlag gelegt waren, zwar ausser-ordentllch viele Krystallnadeln aufwiesen, scheinbar aber auch eine besonders kräftige, speeifische Chromatlnfärbung, so filtrierte ich grössere Mengen wirksanier Mischflüssigkeit und sammelte den schlammigen zurückbleibenden Niederschlag auf dem Filter.
Dann wurde mit Wasser ausgewaschen, um das über­schüssige Methylenblau und Eosin zu entfernen. Es blieb eine körnige dunkle Masse zurück, welche zerrieben schon makroskopisch das wundervolle, leuchtende Karminviolett zeigte, welches wir im mikroskopischen Präparate an dem Chromatln bewu nderten.
Versuche, diese Masse, über deren chemische Zusammensetzung ich nichts .sagen kann, aufzulösen, blieben bis jetzt vergeblich, Prä­parate, mit der Präparatenseite nach unten in eine wässrlge Auf­schwemmung dieser Masse gelegt, zeigten ebenfalls eine prachtvolle Chromatlnfärbung. Die bisher gewonnenen Resultate ge­statteten uns, mit Sicherheit die gewünschte Chromatln­färbung zu erzielen, da wir die bidden Komponenten der wirksamen Mischung hatten.
Indes war es bei jeder neu bereiteten, koncentrierten Methylen­blaulösung erst notwendig, durch Versuche nach der oben geschil-
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derten Methode das richtige Mischungsverhältnis zu dem Eosin zu finden, An und für siHi war das ja nicht schwer, Hatte man eine Lösung sich gewissermassen eingestellt, so konnte man mit derselben arbeiten, bis nach einiger Zeit eine Verringerung des Eosinzusatzes nötig wurde.
Ein gewisser Uebelstand war bei dem Arbeiten mit den kon-centrierten Lösungen die unausbleibliche lieschmutzung des Arbeits-ramnes und der grosse Wasserverbrauch für die Reinigung der (iltiser. Wer nicht in der beneidenswerten Lage ist. Im Laboratorium zu arbeiten, wird dadurch der Schrecken der Wirtinnen.
Jener 1'instand ist für den unter besonderen Umständen leben­den Schiffsarzt von grösster Bedeutung, Ausserdom ist. bei Ein-glossen einer koncentrierten Methylenblaulösung in ein Messglas das Ablesen an den Teilstrichen mühseliger und zeitraubender, Ich verdünnte daher die koncentrierte filtrierte Methylenblaulösung und die iproc. Eosinlösung um das zehnfache, ja bis um das zwanzig­fache und erhielt trotzdem oft recht befriedigende Resultate, Nur schien die Chromatinfärbung bei den sehr verdünnten Lösungen etwas länger zu dauern und auch eher eine Verschleierung einzu­treten. Was aber etwas unangenehm war, bestand darin, dass, ent­sprechend den koncentrierten Stammlösungen, die zum Hervor­bringen der Earbenreaktion nötigen Mischungsverhältnisse des Me­thylenblau und des Eosin wechselten.
Um mit konstanteren Bedingungen zu rechnen, stellte ich in neuerer Zeil mir io0/0 Methylenblaulösungen her, d. h. In ein Erlen-meiersches ICölbchen wurde etwas siedendes Wasser geschüttet, dann etwas Methylenblau med. puriss, (Höchst) hinzugethan, ge­schüttelt, dann weiter Methylenblau und Wasser hinzugefügt, bis im Ganzen 10 g Methylenblau und too ebem heisaen Wassers sich in dem Kölbchen befanden. Dann wurde mindestens 10 Minuten lang geschüttelt. Im Laufe der nächsten 24 Stunden wurde ebenfalls noch mehrfach umgeschüttelt.
Trotz des sorgfältigen Schütteins hatte sich das Methylenblau in dem Kölbchen meist nicht Völlig gelöst.
Nach 21 Stunden wurden Mischversuche mit unfiltrierter 1 % Eosinlösung vorgenommen, und zwar mit filtrierter wie unfiltrierter 10 quot;,'0 Methylenblaulösung.
Es zeigte sich dabei, dass die filtrierte to 0/0 Methylenblau­lösung meist eine geringere Menge von der 1 quot;/„ Eosinlösung er­forderte für die Chromatinfärbung wie die unfiltrierte to0/o Methylen-blaulösuncf. Es häncft das damit zusammen, dass in einer unfiltrierten
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Methylenblaulösung die absolute Menge des Methylenblau grosser ist als in einer filtrierten.
has nach meist 30 Minuten schon wirlisame Mischungsver­hältnis /.wischen 10% imtiltrierter Methylenblaulösung und 1%
EosinlöSimg schwankte zwischen 1 : | und 1 : 7. Die stärkste Wirk­samkeit trat aber meist bei dem Verhältnis von 1 :,-~, bez. iiö ein. Die Schwankungen sind wohl so zu erklären, dass zuweilen noch ungelöste, kleinste Methylenblauklümpchen in die Mischflttssigkeit übertragen wurden, welche das Verhält­nis des Methylenblau zum Eosin etwas verschoben.
Dieselbe io'Vo Methylenblaulösung erforderte, filtriert, meist '/„ 1 chcm 1 quot;/„ Eosinlösung weniger, um dasselbe Resultat zu erzielen. Da wenn auch kleine Schwankungen in den Resultaten zuweilen noch bestanden, wurden frische ^ quot; () Methylenblau- und 0,5 0/0 Eosin­lösung hergestellt.
Bei sorgfältiger Zubereitung gelang es, in der 5 0/0 Methylen­blaulösung fast alles Methylenblau zur Lösung zu bringen.
Filtrierte und unfiltrierte 5 0/0 Methylenblaulösung ergab fast dieselben Resultate. I )as wirksame Mischungsverhältnis zur 0,5% Eosinlösung schwankte meist zwischen 1:5 bis 1:6. Die Zeit bis zum Eintritt einer kräftigen Chromatinfärbung betrug etwa, durch­schnittlich 30 Alinuten.
In 1 quot;'„ Methylenblaulösung löste sich das Methylenblau beim Unischütteln leichter.
Die entsprechende 0,1 0|0 Eosinlösung wurde immer durch Ver­dünnung von vorrätiger 1 quot;,, Eosinlösung hergestellt.
Wegen der leichten Reinigung der Mischgefässe etc. benutzte ich zuletzt fast nur diese 10|0 Methylenblau-1 ö s u n g.
Das wirksame Mischungsverhältnis zum 0,10]0 Eosin betrug meist 1 : 5 oder 1 : 6.
Ein dicker Niederschlag bildet sich bei diesen dünnen Lösungen nicht mehr, wohl aber noch das metallisch schimmernde Häutchen. Nach durchschnittlich 30 Minuten hat man ein prachtvoll klares Präparat mit intensiver Färbung des Chromatins. Nach etwa drei Wochen ist das Mischungsverhältnis der beiden Farbenkomponenten manchmal schon wie etwa I : 41L oder ii.s1.,.
Als Beispiel für einen solchen Versuch mit 1 quot;/„ Methvlenblau-lösung und 0,1 0/0 Eosinlösung füge ich aus meinen Protokollen fol­gende Daten an.
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A) i quot; „ Methylenblaulösung (Höchst) von allerem Pulver be­reitet, imliltriert, sieben Tage alt, gemischt mit 0,1quot; „ Eoslnlösung(BA) I föchst Im Verhältnis von
i j 4; Im Blockschälchen keine Häutchenbildung. Pr. nach 30
Minuten etwas verschleiert. Leukocyten nur blau. Nach
80 Minuten A.ndeutung von Chromatinfärbung In den
Kernen (l(,'r Lymphocyten. 1:5: Auf dem Blockschälchen kleines metallisch schimmerndes
Häutchen. Am Mischstabe kleine Bröckelchen. Nach
30 Minuten schwache Chromatinfärbung. Rote Blutzellen
/. T. mit Vacuolen. Nach 90 Minuten Chr. mittelkr.
Pr. gut. 1 ; 6; Auf dem Blockschälchen stärkeres Häutchen.
Nach 30 Min. Chromatin sehr kräftig gefärbt.
I 'r. w u n d erschö n k 1 a r. 1 : 7: Mischung schon violett. Häutchenbildung geringer. Nach
30 Min. I'r. noch ziemlich gut. Färbung des Chromatins
sehen schwächer. Kerne der Leukocyten /. 1. auch nur
blau gefärbt. 1 : 8; Häutchenbildung. Mischung schmutzigrosa.
Nach 30 Min. „ 60 ,,
nur die roten Blutzellen und rot ge ! färbt.
„ 3 Stund.
B) 1quot;,, Methylenblaulösung, von frischem Methylenblau, un-hltriert, 6 Tage alt und 0,10/0 Eoslnlösung (BA) 1 lochst, letztere hergestellt durch Verdünnung, gemischt im Verhältnis von
1 :3; Keine Häutchenbildung. Kerne der Leukocyten (ausgen.
d. Lymphocyten) blau, auch noch nach 60 Minuten. 1 : |: Kleines Häutchen. Nach 25 Minuten Leukocyten blau.
65 1 : 3: Starkes lläutcheu. Nach 20 Minuten kräftige Chromatinfärbung. Nach |.o Minuten Färbung sehr intensi v. i : h: Häutchen etwas geringer. Nach 20 Minuten Präparat sehr gut. Chromatinfärbung aber , schwächer wie bei Mischung 1 15. Nach 40 Minuten l'r. sehr gu t. 1:7: Häutchen gering. Nach ,;o Minuten Korne der Leuko­cyten noch blau, nur die der Lymphocyten Fast unge­färbt. Nach |o Minuten Chr. nur sehr schwach.
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C) 1% Methylenblaulösung, von frischem .\f. (Höchst) unlaquo; filtriert, 8 läge alt und 0,1 Eosinlösung A.G (Höchst), gemischt Im Verhältnis von
1 : |: Acusserst kleines Häutchen auf dein Glasblockschälchen. Nach 30 Minuten Ä.ncleutung von Chromatinfärbung bei den I .ymphocytenkernen. 1 :5; Häutchen gering, Nach is Minuten Chromatin
färbung sehr kräftig. Pr. gut.
6; Häutchenbildung gering. Nach 28 Minuten die specifiische
Färbung des Chromatin geringer wie bei der Mischung
D) 1 quot;/„ Methylenblaulösung. Von altem M. (Höchst), das etwa 10 Monate aufbewahrt war. Lösung [6 Stunden alt, unfiltriert und gemischt mit 0,1 0/o Eosinlösung. BA (Höchst) im \r(Tliäll-
nis von 1
3: Keine Häutchenbildung. Nach 30 Minuten noch keine
speeifische Chromatinfärbung, Nur Blaufärbung der Leu-kocytenkerne. Nach 60 Minuten dito.
1 : |: Kleines Häutchen. Nach 30 Minuten schwache Chroma­tinfärbung.
1 :5; Starkes Häutchen. Nach 30 Minuten ideale Färbung. Chromatin noch etwas schwach.
1 : 6: Starkes Häutchen. Nach 30 Minuten Pr. ausge­zeichnet. Chromatin sehr stark gefärbt.
1:7; Starkes liäutelicn. Nach 30 Minuten Pr. wie bei Mischung 1 : 6. Chromatin etwas schwächer gefärbt.
1 : cS: Keine Chromatinfärbung mehr,
E) 10/o Methylenblaulösung von frischem M. (Höchst), i| Tage, alt, unfiltriert, gemischt mit 0,10/0 Eosinlösung BA (Höchst) im Verhältnis von
1 :3; Kein Häutchen, auch nach 3 Stunden keine speeifische
()hromatinfärbung, i ; |: Ganz kleines Häutchen. Nach einer Stunde gewöhnliche Blaufärbung der Leukocyten. Nach 3 Stunden Chroma­tinfärbung sehwach angedeutet bei den Kernen der Lymphocyten. 1 : 3: Kleines Häutchen. Nach einer Stunde Beginn der spec. Chromatinfärbung bei den Lymphocytenkernen, Nach 3 Stunden Pr. sehr gut, Chromatinfärbung der Leuko-cytenkerne aber sehr schwach.
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i : 6; Stärkeres Häutchen, Nach einer Stunde Präparat
ausgezeichnet. Chrom a tin la rbung st ark. i -.-j-. Starkes I läutc'hon. Nach einer Stunde Chromatinfilrbung schon schwächer wie bei Mischung 1:6. Nach .s Stun­den Chromatinfärbung genügend, aber viele Krysiall-nadeln. Unter E) trat die gewünschte Farbenreaktion ausserordentlich spät ein, erst nach 60 Alinuten. In der grossen Mehrzahl der Fälle tritt sie früher ein, Alle die angeführten Beispiele ans den Proto­kollen, die ich noch um viele vermehren könnte, zeigen, dass durch­schnittlich bei einem Mischungsverhältnis der 1quot;,, Methylenblau-und der 0,1 quot; ,, Eosinlösung wie 1 ; laquo;j bez. 1 ;6 die grösste und schnell­wirkende Färbekraft erzielt wird. Bei einem Verhältnis von r ; 1 oder 1 -.7 kann man /.war unter Umständen auch noch die speeifische Färbung erzielen, braucht aber dazu viel länger Zeit.
In der wirksamen Mischflüssigkeit, bei der wir ein Verhältnis des Meüiylenblau zum Eosin wie i;6 annehmen, verhalten sich die Gewichtsmengen des Methylenblau und des Kusin folgendennassen;
In 1 ebem der 1 quot;',, Methylenblaulösung befinden sieh 0,01 M. In 1 ebem der 0,1 0/0 Eosinlösung befinden sich 0,001 Eosin. In (gt; ehern der lt;gt;,iquot;0 Eosinlösung befinden sich 0,006 Eosin,
In den 7 ebem der wirksamen Mischung sind also 0,01 Methylenblau und 0,006 Eosin enthalten.
Bei Besprechung der wirksamen Mischungen sprach ich von einem Verhältnis des 1 quot; „ Methylenblau- zur 0,1 quot;/,, Eosinlösung, wie 1:4, 1:5, 1:6 etc. Es geschah das der Uebersichtlichkeit halber, In praxi empfiehlt es sieh dringend, ein Verhältnis wie 2:8, 2:10, 2:12, 2:14, bez, gar 3:12, 3',i5, 3:18 etc. zu wählen, da dann, wie leicht verständlich, eher Fehler­quellen in dem gegenseitigen Verhältnis der beiden Farben vermieden werden,
Ausserdem reicht dann, wie wir gesehen, die Menge der Farb­mischung in dem Messglass gleich für die drei Blockschälchen aus, die wir zum Studium einer bestimmten Mischung gebrauchen, Ver­gleiche das Schema.
Unter Zuhilfenahme der bis jetzt gewonnenen Resul­tate empfehle ich zur Nachprüfung zunächst 1 quot;'„ Lösung von Methylenblau med, puriss, (Höchst), etwa 24 Stunden alt, gut geschüttelt, zu nehmen, In der sich keine unge­lösten Methylenblaustückchen mehr befinden, und o, 1 fl/0 Eosinlösung, bereitet durch Verdünnung einer 1 quot; „ Eosin-
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(Höchstjlösung, ev, des Vergleichs wegen auch eine io'/0 Methylenblau(Höchst)lösutig und eine i quot; „ Eosin(Höclist)quot; lösung. Dann nehme man unter Benutzung des ange­gebenen Schemas laquo;lie Mischungen vor, fülle Immer drei Srluildicn. die mit je ein Präparat beschickt sind, mit derselben Farbmisohung und sehe von 10 zu 10 Minuten nach, ob die Farben­reaktion eingetreten ist. Handelt es sich um Methylenblau von derselben Färbekraft, wie es mir zur Veffügung stand, dann wird man bei einem Verhältnis des Methylenblau zum Kosin wie i ; 4 his 1:7 die gewünschte Farbenreaktion eintreten sehen. Diejenige Farbmischung, welche in möglichst kurzer Zeit eine kräftige Chro-matinfiärbung und dabei ein klares Präparat erzielte, nehme man als Grundlage für weitere Färbeversuche. Wie wir schon sahen, trat bei einem Verhältnis dos Methylenblau zu Eosin wie 1:5, bez. 1:6 nach 20 40 Minuten die beste Färbung ein.
Zu empfehlen ist. nachdem man die Methylenblaulösung in das Messglas gegossen, etwas zu warten , ehe man die Eosinlösung zugiesst, da das an den Wänden des Messglases noch befindliche Methylenblau herunterfliessend das Niveau der schon abgemessenen Methylenblaulösung noch steigen lässt. Giesst man sofort Eosin­lösung hinzu, so kann man leicht verwirrende Resultate erhalten. Exaktes Arbeiten ist unbedingt notwendig. Je mehr V( raquo;n der Misch­flüssigkeit sieb im Messglase befindet, desto sorgfältiger und länger muss die Mischung stattfinden, wie bereits schon früher angedeutet.
Die Präparate müssen vor allem auch in reinem Wasser ab­gespült werden, das fortwährend zu erneuern ist, am besten in dem dünnen Strahle der Wasserleitung, wenn man so glücklieh ist, über solche! zu verfügen. Das Spülwasser in einem Schälchen färbt sich gleich blau durch aus dem Präparate ausziehendes Methylenblau. Lässt man nun das Präparat einige Zeit in einer solchen gleichsam verdünnten Methylenblaulösung, so kann eine Entfärbung bis zu einem gewissen Grade auftreten. Wir kommen darauf noch zurück. Dass der zum Mischen benutzte Stall wie auch das Messglas vor jedesmaligem Gebrauche gründlieh zu reinigen und trocken abzu­reiben ist. ist selbstverständlich. Die Mischflüssigkeit ist stets neu herzustellen vor dem Gebrauche.
Bei genauer Innehaltung der jetzt und weiter oben gegebenen Regeln wird wohl jeder zum Ziele gelangen, Wenn man dabei gelegentlich zu etwas anderen Mischungs­verhältnissen des Methylenblau und des Eosin kommen sollte, wie ich sie zuletzt als brauchbar erfunden, so ändert das an der angegebenen Methode nichts. Wie schon
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früher angegeben, scheinen die einzelnen Methylenblausorten, soweit sio überhaupt wirksam sind zur I [ervorbringung der spezifischen Chromatlnfärbung, sich etwas verschieden xu erhalten.
Sollte die Methode einmal nicht gelingen, so wiederhole man den Versuch noch ein- oder zweimal Ulld bereite sieh anderenfalls eine neue Methylenblaulösung, Frische Methylenblaulösungen leisten mindestens dasselbe wie altere Methylenhlaulösungen. Durchschnitt­lich schienen sie noch klarere Präparate zu erzielen. Dass aber nicht jede Methylenblausorte brauchbar ist, haben wir bereits gesehen.
Natürlich muss auch das Eosin vollkommen rein sein.
Nach den angegebenen Keyein (cfr. Schema) gelingt es. In einer Stunde etwa die richtige Mischung herauszufinden, und kann man dann das Mischungsverhältnis für einige Wochen weiter beibehalten, worauf der Kosin/usatz ev. verringert werden kann. Man hat dann eine Färbemethode, welche sowohl bei der Blutfär­bung unübertreffliehe Resultate leistet als auch bei einer Keihe von Mikroorganismen durch die spezifische Färbung des Chromatins Aufschluss über die feinsten Strukturverhältnisse giebt.
Noch an :!/t Jahre alten ungefärbten Trockenpräparaten ver­mochte ich das Chromatin der Leukocyten und der Malariaparasiten zur Darstellung zu bringen. Zum Einbetten der Präparate nehme man am besten Xylolcanadabalsam, Meine Präparate er­hielten sich bis jetzt i'A, fahre /, T. vollkommen unverändert.
An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass die Nuancen der spezifischen Chromatinfärbug schwankten / wischen einem zarten Kot bis zu einem kräftigen, leuchtenden Karminviolett, laquo;las zuletzt in eine beinahe schwärzliche Färbung übergehen konnte. Diese letzteren Nuancen erhält man bei Anwendung besonders wirksamer Mischungen und bei längerer Dauer der Färbung,
Ich schilderte oben die eigenartige Farbenreaktion, die Me­thylenblau, das reine Tetramethylthlonlnchlorhydrat und Eosin, das Kaltsalz des Tetrabromfluorescin, bei gewissen Mischungen er­geben. Es ergab sich die Forderung von selbst, nun auch die dem Kalisalz des Tetrabromfluorescins nahestehenden Verbindungen zu prüfen. Es kamen von der Höchster Fabrik in Anwendung
i) Erythrosin A, das Natronsalz des Tetrajodfluorescins,
2)nbsp; nbsp;Phloxin BA extra, das Kalisalz des Tetraehlortctrabrom-tluoresdns,
3)nbsp; nbsp;Kose Bengale HT, das Natronsalz des Dlchlortetrajodfluore-scins,
4)nbsp; nbsp;Uranin N la, Natronsalz des Fluorescin.
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Das Kalisalz des Tetrajodfluorescins und das Natronsalz des Tetrabromfluorescins konnte ich mir nicht verschaffen,
Alle diese Farbstoffe wurden in i quot;l,, Lösung mit konzentrierter filtrirter Methylenblaulösung gemischt und nach unserem Schema erprobt. Phloxin, Kose Bengale und Uranin erwiesen sieh als un­wirksam.
Dagegen hatte ich das Glück, in i quot;'„ Erythrosin-lösung einen Körper zu finden, der mit Methylenblau-lösung bei gewissen Mischungen eine prachtvolle, kar­minviolette Färbung des Chromatins ergab, auch bei den M a 1 a r i aparasi ten.
i quot;i, Erythrosinlösung muss im Gegensatz zu 10|0 Eosinlösung, da sie nicht ganz klar ist, filtriert werden.
Konzentrierte filtrierte Methylenblaulösung, aus der badischen Anilinfabrik, gab mit i 0/o
wahscheinlich Lrythrosinlösung
(Höchst) folgende Resultate.
Gemischt im Verhältnis
von 3: -t bis 3:8
zeigte sie wechselnd in j bis 30 Minuten kräftige, spezifische Färbung des Chromatins.
Bei Mischungen mit geringerem Zusatz von Erythrosin waren die roten Blutzellen fast gar nicht gefärbt. 1 )ie Färbung derselben trat erst ein bei weiterem Zusatz von Erythrosin. Eine alleinige Färbung der Leukocyten, d. h. die spezifische Chromatin-färbung der Kerne, und eine Kontrastfärbung ihrer Proto­plasmaleiber wurde übrigens einige Male auch bei Methylenblau- und Eosinmischungen beobachtet, während die roten Blutzellen vollkommen farblos geblieben waren.
Es gelang, bei vorsichtiger Erwärmung der Methylenblau-Erythrosinmischung über der Flamme, manchmal sogar in einer Minute, Chromatinfärbung in Karminviolett zu erzielen. Selbst das Filtrat jener ausserordentlich wirksamen Mischungen erzielte noch die gewünschte spezifische Färbung.
Neuerdings gaben 1 % Methylenblaulösungen von älterem Me­thylenblau (Höchst), frisch zubereitet, mit 0,1 0/0 Krytbrosinlösung, be­reitet durch Verdünnung der unflltrierten 1 % Erythrosinlösung, die Chromatinfärbung bei dem Mischungsverhältnisse von 2 :3 bis 3:4 und meist erst nach etwa 45 Minuten. Die roten Blutzellen waren nur meist sehr blass oder grünbläulich gefärbt.
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Im allgemeinen waren die Mischungen mit Erythrosin etwas unzuverlässiger in Bezug auf laquo;lie Resultate. Auch scheint es eher zu störenden Nledlaquo; rschlägen kommen zu können, Ich sehe daher auch ab von der Wiedergabe der entsprechenden Protokolle,
Die ausserordentliche Wirksamkeit unserer Chromatinfärbung bei den Malariaerregern und den Blutelementen veranlasste mich schon im Frühjahr 1897, entsprechende Färbeversuche bei Oidium lactis und Torula rosea, nigra, alba, und Spirillen und Bakterien anzustellen. Es gelang, um das gleich vorweg zu nehmen, mit. der­selben Lösung, die für die Blutfärbung wirksam war, auch bei jenen Mikroorganismen prachtvoll deutliche, karminviolett gefärbte Chro­mati nkörnchen zu finden, oft umgeben von einer achromatischen Zone, Der Protoplasmaleib war blau, in der Folge indes geschah es häufiger, dass die Färbung auch bei kurzem Einlegen der Prä­parate in die wirksame Farblösung eine zu dunkle wurde. Inshe-sondere verdeckteraquo; das tiefe Blau des Protoplasmaleibes oft (he kar-min oder karminviolette Färbung der Chromatinkörnchen,
Ks wurde damals zunächst mit l/a —i 0/o Essig- oder Salzsäure entfärbt, durchaus nicht immer mit genügendem Erfolge,
Eine viel elegantere Methode ergab sich bei aufmerk­samer Betrachtung der Art und Weise, wie die Bildung der dritten Farbe, welche eine besondere Affinität zum Chro-matin hat, zustande kommt. Wir sahen, dass bei Mischung von viel Methylenblau und wenig Eosin sich nur eine Blaufärbung der Leukocyten ergiebt, weil die gebildete dritte Farbe sich im Ueber-schusse des Methylenblau auflöst, dass wir bei weiterem Eosinzusatz allmählich auch eine Rotfärbung der Erythrocyten erzielen, schliesslich auch die gewünschte spezifische Karminfärbung des Chromatins, dass ferner hei weiterem Eosinzusatz die Reaktion ziemlich schnell authört.
Der gebildete dritte Farbkörper löst sich eben auf in dem Ueberschusse von Eosin,
Wie nun. wenn wir, jene empirisch gefundene That-sache uns bei der Entfärbung nutzbar machten.
Sehen wir aus von einem kräftig gefärbten Blutpräparate, in welchen) die roten Bhitzellen kräftig rosa, die Leiber der Lympho-cyten kräftig blau, die J\erne der Leukocyten dunkel karminviolett, die Leiber der neutrophilen Zellen blass karmin, die Granulationen der eosinophilen Zellen kräftig rosa gefärbt sind,
A priori lässt sieb schon annehmen, dass, wenn man ein solches Präparat in eine konzentrierte Methylenblaulösnng oder in eine 1 % Eosinlösung legt und eine Entfärbung dann überhaupt eintritt, diese so schnell eintritt, (lass praktische Erfolge nicht zu erwarten waren.
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'73
1 )io Erfahrung bestätigte das vollauf. Dor ungeheure Ueber-schuss von M. In einer konzentrierten Lösung, an Eosin In i])r()z. Lösung löste fust sofort den gebildeten dritten Farbkörper, der ilas Chromatin färbte, auf. Erproben wir dagegen die Entfärbung unseres Präparates in iproz. ML-Lösung, be2w. o,iproz, Eosinlösung, so nuisste die Entfärbung natiu*gemäs8 viel langsamer vor sicli gehen und damit dem Beobachter zu praktischen Resultaten ver­helfen.
Nehmen wir zuerst lt;lie Entfärbung in iproz. M.-Lösung vor, indem wir das Präparat 2- 3m.1l in der iproz. M.-Lösung hin-und herschwenken, sorgfältig abspülen, mikroskopisch untersuchen, wieder 2 311111! in der iproz. M,-Lösung hin- und herschwenken, wieder untersuchen etc.
Wir können dann chronologisch die Reihenfolge der Ver­änderungen im Präparate verfolgen.
Bei der Entfärbung in iproz. M.-Lösung gestalten sich nun die Verhältnisse, unter alleiniger I Lervorhebung des Wichtigsten, etwa folgendermassen.
1)nbsp; nbsp;Die roten Blutzellen blassen ab, ebenso die blass karmin­gefärbten Protoplasmaleiber der neutrophilen Zeilen und die Granulationen der eosinophilen.
2)nbsp; nbsp;Die ebengenannten Elemente werden farblos.
3)nbsp; nbsp;Die kräftig karminviolettgefärbten Kerne der neutrophilen und der eosinophilen Zellen blassen ab. Nie kräftige Karmin-färbung der Lymphocytenkerne, und die Blaufärbung ihrer Protoplasmaleiber bleiben erhalten.
4)nbsp; nbsp;Kerne der grossen mononukleären Leukocyten blassen ab und werden mehr bläulich, die der neutrophilen Zellen bläulich.
5)nbsp; nbsp;Auch die Kerne der kleinen Lvmpliocyten blassen all­mählich ab und /war von der Peripherie her.
6)nbsp; nbsp;Die Kerne der neutrophilen Zellen sind blau, ihre Leiber ungefärbt.
7)nbsp; nbsp;Kerne sämtlicher Leukocyten blau.
Es ist leicht einzusehen, dass wir es in unserer I land haben, den Entfärbungsprozess durch weitere Verdünnung der Mi-Lösung noch mehr zu verlangsamen. Nehmen wir umgekehrt die Ent­färbung- mit o,iproz. Eosinlösung vor, so verschwindet zuerst das Blau in dem Präparat, dann allmählich auch die Färbung des Chro-matins, derart, dass die Kerne der kleinen Lyniphoeyten ihre spezifische Färbung zuletzt vorlioren. Zuletzt bleiben
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4
nur die roten Blutzellen und zwar rot gefärbt. Die Kerne der Leukocyten sind farblos.
Aus beiden Versuchsreihen geht hervor, dasa lt;lilt;! spe­zifische Chromatinfärbung-, Insbesondere bei der dichten Chromatinmasse des Kerns der kleinen Lymphocyten .silt;;h länger erhalt bei der Entfärbung als eine der Kontrast­farben, Blau oder-Rosa.
Diesen ('instand kann man nun benutzen, um in überfärbten Präparaten das Chromatin färberisch zur Darstellung zu bringen. In weiterem Verfolge der Entfärbung kann man dann auch statt eines zu stark gefärbten Chromatins ein zart gefärbtes erhalten. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass das Chromatin der einzelnen Objekte die .spezifische Färbung verschieden schnell annimmt, ich erwähnte schon, dass die Kerne der Lymphocyten die spezifisch zu nennende Färbung früher annehmen wie die anderen Leukocyten und auch schwerer wieder verlieren.
Andererseits nehmen die kleinen Chromatinkörner tier jungen Parasiten, die sich bei Tropen-und estivo-autumnalen Fiebern finden, die spezifische Färbung eher an als die Kerne der Lymphocyten, ferner ist die Färbung der Chromatinteilungsfiguren der erwachsenen Parasiten schwerer zn erzielen als die der jungen Parasiten. Präparate von Vogelblut erfordern länger dauernde Färbung als die von Mensehen oder Froschblut, vorausgesetzt, dass man auch die Kerne der roten Blutkörper karminviolett färben will.
Man müsste also, wenn man die Wirksamkeit der Färbeme­thode an anderen mikroskopischen Objekten erproben will, für jedes Objekt die Zeitdauer feststellen, innerhalb welche eine genügend kräftige spezifische Chromatinfärbung erzielt wird. Eine Ueberfär-bung schadet nicht;, da wir in der angedeuteten Entfärbungsmethode ein ganz ausgezeichnetes Mittel haben, um Strukturbilder von jeder gewünschten Zartheit und Klarheit zu erhalten.
Trypanosoma in Rana esculenta zeigte die schon früher er­wähnte spezifische Färbung des Chromatins in derselben Zeit, welche nötig war, auch das Chromatin der gleichzeitig vorhandenen Blut-körperparasiten und die Kerne der roten Blutkörper selbst zu färben.
Dieselbe Zeit erforderten zur Färbung auch die Erreger des Texasfiebers.
Ks kamen bei den Versuchen unter Anderen noch zur Anwendung lt; gt;idiuin lactis, ( )idium albicans, Aspergillus niger,
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Torula rosacea,
Torula alba,
Torula nigra,
Sacharomyces cerevlsiae,
Spirillutn undula niajus,
SpirllluiTi undula minus,
Spirillum rugula,
Präparate von faulenden [nfusen etc. Von jedem Objekte wurden Präparate angefertigt, lufttrocken gemacht und ein Teil derselben durch dreimaliges Durchziehen durch die Flamme, ein anderer durch Einlegen in absoluten Alkohol wahrend 30 Minuten gehärtet, Ein nennenswerter Unterschied der Resultate hat sich dadurch nicht ergeben. Die Untersuchungen über andere Methoden der Härtung sind noch nicht abgeschlossen. Alle die Präparate zeigten in einer Farbmischung, die bei Menschenblut nach 25—30 Minuten die besten Färbungsresultate ergab, meist schon nach 10-15 Minuten deutliche Chromatinfärbung. Wie aber schon früher angedeutet bei Oidium lactis und Torula rosacea, war das karmingefärbte Chromaün öfter undeutlich gemacht durch das tief gesättigte Blau, mit dem der Protoplasmakörper gefärbt war. Das Eosin in der Farbraischung hatte hier also gar keine Färbung erzielt, sondern nur mit dem Methylenblau zusammen die Bildung- des dritu'n Farbkörpers ermöglicht.
Es war demnach unsere Aufgabe, das überschüssige Methylen­blau in dem Präparat zu entfernen, die spezifische Chromatinftlrbung aber zu erhalten. Da nun zur Entfärbung in diesem Falle natürlich nicht das Methylenblau dienen konnte, mussten wir es mit ganz verdünnter und zwar 0,1 quot;f0 Eosinlösung versuchen. Die Entfärbung fand unter denselben Vorsichtsmassregeln statt, die wir bei den Blutpräparaten schon kennen gelernt. Wer ganz vorsichtig ver­fahren will, kann ja die Eosinlösung noch mehr verdünnen. Ks ergaben sich nun folgende Resultate.
Bei Oidium laclis konnte man innerhalb des Zellinhaltes deutlich unterscheiden das blau gefärbte Protoplasma und das karmingefärbte Chromatin. Letzteres zeigte sich in Form kleiner kompakter Körnchen von wechselnder Gröase oder etwas grösserer, mehr aufgelockerter Kliiinpchen. I )ie Zahl dieser Bildungen schwankte zwischen 1 6 und mehr. Um dieselben herum oder neben ihnen war eine wenig oder gar nicht gefärbte hellere Zone, entsprechend wohl der achromatischen Zone, die wir bei den Malariaparasiten kennen gelernt hatten. Zuweilen waren Abschnürungsvorgänge innerhalb der Chromatinmasse zu entdecken ebenfalls analog den
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mim
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Vorgängen, eile wir bei den Malariaparasiten schon kennen gelernt. Audi die aufgelockerten Chromatinhäufchen erinnerten, namentlich wenn sie, wie durch Teilung eben neu entstanden, noch neben einander lagen, an entsprechende Bildungen bei der Chromatin-teihing der Tertian- und Quartanparasiten, In /.eilen, die scheinbar dem A.bsterben geweiht waren, war eine Blaufärbung des Proto­plasmas überhaupt nicht mehr vorhanden. Man sah nur die Zell­membran und von dieser eingeschlossen eine An/ahl feinster Körnchen, wie staubförmig aufgelöst, die die Karminfärbung zeigten, Bei Oidium albicans erhalt, mau ebenfalls eine prachtvolle Doppelfärbung des Chromadns und des Protoplasmas. Das Chro-matin zeigt öfter eine Bänderform, /. I. mit kurzen, dentritischen Verzweigungen. Wir hatten diese Art von Chromatinfiguren schon kennen gelernt in gewissem Stadien der Chromatinteilung bei den heimischen Tertianparasiten.
Gelungene Präparate von Oidium lactis und albicans, die nach meiner Methode gefärbt sind, ev. unter Zuhülfe-nahme der erwähnten Entfärbungsmethode, gehören zu den elegantesten, und kann ich diese beiden Objekte in erster Linie zur Nachprüfung meiner A.ngaben empfehlen, insbesondere Oidium albicans. Aspergillus niger. Die Sporen zeigten 1—2 kompakte Chroma-
tinkörper und den blauen l'rotoplasnialcib. Torula rosacea, alba, nigra. Auch hier waren 1 - 2 kompakte, karmingefärbte Chromatinkörperchen zu sehen, öfter umgeben von einer deutlichen achromatischen /one. Wie bei Sporen von As-pergillus niger kennte man auch /eilen mit (hromatinscluvund sehen. Die betreffenden Bilder erinnerten an Tat'. II. 22. Hefezellen, Sacharomyces cerevisiae, Die Zahl der kleinen, kom­pakten, nicht immer gleich grossen Chromatinkörner schwankte zwischen 1 10 und mehr. Eine achromatische /one war nicht mit Sicherheit auszumachen. Das Protoplasma war blau gefärbt. Spirillum undula mains, minus und Spirillum rugula. Das karmingefärbte (hromatin zeigte .sich in Form von I—5 und mehr kleinen, kompakten Körnchen, die in dem Spirillum hintereinander lagen, oder in Form eines dünnen Chromatinst ranges, uns dem durch Ahsehniiru n g wohl die kleinen Chromatinkörnchen laquo;Mitstanden. Trotz der relativen Kleinheit des Objektes war die Kontrastfärbung /.wischen Chromatin und dem blau gefärbten Protoplasma auf das deutlichste zu sehen, Entsprechende Präparate demons­trierte ich mit solchen von Oidium lactis und Torula
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rosacea schon im Mar/ 1897 Im hygienischen Institute zu Berlin und Herrn Professor Zettnow, Präparate von Heu-Infuson etc, Hefezellen zeigten die schon erwähnte Chromatinfärbungquot;, ebenso einige Flagellaten, deren Be­stimmung mir als Nichtzoologen nicht möglich war. Audi einige grosso Wasserbaktorien zeigten eine Kpntrastfärbuns zwischen Chromatin und Protoplasma
Gerade bei den Präparaten ans Heu-Infusen etc., die eine An/ahl verschiedener Nfikroorganismen enthalten, ist es nötig, die Färbe-dauer länger oder kürzer zu gestalten, je nachdem man /. B, vor­zugsweise Hefepilze, grosse Bakterien oder Flagellaton färberisch zur Darstellung bringen will. Die Flagellaton erforderten eine relativ lange Färbedauer, etwa 30 Minuten.
I gt;ie kurzen Angaben machen auf Vollständigkeit durchaus keinen Anspruch, da hier ja keine Morphologie jener Gebilde gegeben werden soll, und die Untersuchungen noch zu vervollständigen sind. Insbesondere ist noch waiter die Kelle zu verfolgen, die die Veränderungen des Ghromatins bezw, die Vermehrung bei der reilung jener Zellen spielen,
flagellaton aus dem Darm des Regenwurms zeigten ebenfalls die charakteristische ( hromatlnfärbung. Versuche, die angestellt wurden mit 1. ( liolerahaeillns,
-?.nbsp; nbsp;Vibrio aquatills,
3.nbsp; nbsp;Vibrio Elbe I und Elbe 11,
(.nbsp; nbsp;Vibrio Metschnlkof,
5.nbsp; nbsp;I )lphtherlebacillus,
6.nbsp; nbsp;Tuberkelbacillus,
7.nbsp; nbsp;Bacillus anthracls,
8.nbsp; nbsp;Bacillus subtllls,
9.nbsp; Streptococcus und Staphylococcus pyogenes aureus blieben bisnbsp; nbsp;jetzt negativ. Milzhrandhaeillen und Bacillus subtllls
wurden nach unsere Methode gefärbt, um speziell das Verhalten der Sporen gegenüber der Chromatlnfärbung zu erproben, wie gesagt, mit negativem Erfolge, Die Sporen blieben stets ungefärbt. Der Mangel an geeignetem .Material hat eine umfassendere Nachprüfung an einer grösseren Reihe von Bakterien bis jetzt verhindert, l)ie-selbe ist unbedingt notwendig.
Unwirksam zeigte sich bis jetzt ferner die Methode bei Coccidlum oviforme aus der Leber des Kaninchen und den Sporan-glen, sowie den Sporen von mueor nincedo.
Man muSS.......'Innen, dass die dicke Membran der (quot;oeeidien
und der Sporanglen das Eindringen des Farbstoffes verhinderte.
'/. ii mann , Uolmr Mnlarln olc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; y
to
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- .78 -
Man müsste also versuchen, jene Membranen aufzulösen und dann zu färben. Geprüft wurtlr ferner die Methode bei Blut- und Lymph­drüsenpräparaten von zwei noch nicht ärztlich behandelten Syphilis-kranken mit frischer Roseola, bei Präparaten von frischer Kälber­lymphe, von Blut, Galle, Milz und Lebersaft von rinderpestkranken Kindern, von Bläscheninhalt bei Maul- und Klauenseuche.
Die Untersuchungen darüber werden noch fortgesetzt. Es bestand immer eine grosse Schwierigkeit, hier aul Helgoland ge­eignetes und Irisches Material /.u erhalten.
Wie sehr die Methode geeignet ist, auch bei grösseren Ob­jekten feinere Strukturverhaltnisse zur Darstellung zu bringen, zeigte sich bei den Filarien in den Blutpräparaten von Sturnus vulgaris und Turdus merula etc. in gut gefärbten Präparaten, in denen keine üeberfärbung der Blutkörper zu bemerken war, zeigten sieh die Würmchen stark blau überfärbt. Durch vorsichtige Entfärbung mit o.tquot;,, Eosinlösung gelanges mir, das Methylenblau allmählich zu extrahieren, während die chromatinhaltigen Elemente gefärbt blieben.
Erst durch jene wirksame Entfärbungsmethode scheint überhaupt die geschilderte spezifische Färbung des ('hromati ns eine weitere Anwendung finden zu können.
Als Methode der Blutfärbung leistet sie jetzt schon ausge­zeichnetes. Die Untersuchungen über die bei den Blutelementen gefundenen Ergebnisse sind noch nicht abgeschlossen.
Es ist zu hoffen, dass jene Methode bestimmt ist, auch noch Dienste zu leisten bei den so überaus wichtigen Unter­suchungen über die Malariaerreger ausserhalb des mensch­lichen Organism us. Vgl.die Experimente mit Insekten in Abschn. to.
Weitere Untersuchungen über die Morphologie und Biologie tierischer und pflanzlicher Mikroorganismen (z. B. der Sporozoen und Algen) sind dringend wünschenswert, ebenso über die Aetiologic maligner Tumoren und mancher lidektious- Lind Blutkrankheiten (z. rgt;. pernieiöse Anämie und Leukämie). Ich selbst hatte leider zu derartigen Untersuchungen bis jetzt keine Gelegenheit. Schon jetzt lasst sich mit grösster Wahrscheinlichkeit sagen, dass es gelingen wird, mit Hülle jener Methode die Fortpflanzung der Parasiten des Texasfiebers und der febris malariaformis der Kinder1) zu linden.
jedenfalls habe ich die geschilderte Färbungsmethode als erster und in systematischer Weise ausgebildet, verallgemeinert und prak­tisch verwertbar gemacht.
lie, 1. c,
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rafelerklärung.
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i8o
Tafel I.
lunger Quaunii|Kir.'isii. Rechts Protoplasiiialelb gestreckt.
dito, Pigmentblldung. Deutliche nchromatische Zone um ilas runde, kompakte Chromatinkom,
3
Chromatinkom oben etwas In die Lilnge gestreckt. Nach rechts unten ein anifi-
boidei Fortsatz des Protoplasmas.
Chromatln In der Mitte des blauen Parasiten deutlich aufgelockert, lieyi in der Mitte der achromatischen Zone. Beachtenswerl diebreite Band form des Parasiten, Parasit herangewachsen, Chiomatin aufgelockert, dentilche achromatisclie Zone. Rote Blutzelle vollkommen unverändert. Vergleiche dagegen das geblähte vergt; grösserte r^ie Blutkörperchen (Fig. 25), das durch den Tcrtianparnslten inficierl 1st. Chromatiuteihing, Pigment beginnt sieh in Fig, 9zu koncentrieren. In Pquot;lg. 7 quot; niuss das Pigment dunkler gedacht werden.
Teilungsform. Chromatin der jungen Parasiten z.T. verkümmcrl und noch auf­gelockert.
Teilungsform, Chromatin der jungen Parasiten z, T. noch gestreckt. Achro­matische /one in der Nähe des Chromatin /. T. deutlich ausgesprochen, junger extraglobulttrer Tertinnpnrasit. Taf. 1, 12 vs 'quot;il Tnf. V, 1 i| üu vergleichen,
13—14
Is
t()
dito, endoglobulär. Einkerbung des Chromatins.
Zwei Chromatinkörner (vergl. Tnf, V, 3). /Vchromatische Zone deutlich, Ringform.
Pigmentloser, endoglobulärer Parasit mit drei ChromatinMrnern. Achromatische Zone bei jedem derselben.
Ilaquo;
1C|,
20
Verzweigte t^orm des Protoplasmalcibes.
Extraglobulärcr Parasit, etwas herangewachsen. Chromatin excentrisch gelegen. Beginnende Pigmentbildimg. Rote Blutzelle beginnt sieh etwas aufzublfthen.
Chromatinlose, sterile Porm,
Rote Blutzelle schon etwas abgeblasst. Im Chromatin eine hellere, vakuolen-artige stelle.
23-2-1
2s 26—31
Einkerbung bez. Auflockerung des Chromatins. Achromatische Zone deutlich.
Rote Blutzeile geblllhl und etwas entfärbt. lt;'ln.....atin deutlich aufgelockert.
Teilung des Chromatins; 27 entspricht taf. \', 8. 21) entspricht Taf. V, lt;), 30 ent-
spricht Taf. V, 10. Bei ,^1 achromatische Zone deutlich länys der Chromatinstränge, Das Pigment muss in Fig. 2; jt und SS 3'' feiner gedacht werden \^#9632; i e in der A I) h i I d u n ^.
Erwachsene Eorm mit Teilung des Cbromatina ohne Spur von Pigment­bildung, Achromatische /.mie deutlich.
33
Cbromatmteilung. Pigment hat zugenommen.
Schmaler Rest des entfärbten roten Blutkörpers noch erhalten. R, 2 Paar Blut-plältchen, die alier mehr aufgelodcerl yraquo; denken sind.
Pigment koncentrierl sieh. Die jungen Parasiten beginnen sieh zu differenzieren, Pigment in der Mitte koncentriert. Achromatische Zonen um die Chromndn-körner meist sehr dcuüich, (Chromatinkörner scheinbar verkflminert.
Starke Pigmentierung. Rechts oben AndeiUung einer staubartigen Auflösung des Chromatins, Steril werdende Form,
Links oben nur noch di^, achromatische Zone angedeutet, Chromatin verschwunden. Hechts die früher achromatische Zone nur noch schwach angedeutet, sterile Form. Achromatische Zone ganz verschwunden, Parasit nur noch schwach färbbar, Kon­turen schon zerfliessend, sterile Form, II jd, Chininformen. Protoplasma zerrissen namentlich In #9632;\^. Protoplasma zeigt mein graublauen Farbenton. Chromatin In Flg. .['i noch ziemlich j;ut erhalten, Vergl, darüber den Text,
Vergrösserung tooofach,
Das Chromatin ist absichtlich in verschiedenen Farbennüancen gehalten, da je nach dor Eälbedauer etc. Verschiedenheiten des Farbentones vorkommen.
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Tol'I.
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Tertiana-Parasit
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'^ raquo;^ I laquo; ' !
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Iraquo;l
Tafel II.
i. Tcrliana maligna in [Uilicn. Drcifacbc [nlcklUm, links unten jüngste Komi. 2 12, Vcrgl, Text, Rote BluUellen nichl vergrösseil ami nbgehlnssl, Plgmenl tlunltlcr, klumpiger, Parasiten kleiner wie der gowOlmliclie Terlinnnparasit, In Ki^. 9—is ist das Pigment noch kompakte! /u denken. i^ _gt; 1. Parasiten bei Kameruner Malaria. Typisch die Ringelfonuen. Vergleiche Tat. V, li. Id. 17, l8, 10. 2?.. |iim[m- Parasiten aus dem Knochenmark. Kali von Pcrnioiosn in Grosscto (Ital.) /Vchromattschc Zone deutlich, Aul der l'afel inüsste es beissen Perniciosa nicht I 'ernisiosa. 25. dito. Teilungslorni.
2i, dito. Halbmond mil nocii erhaltenetn, nbci schon staubförmig werdendem Chro-tnatin. Achromatische 7.nw sehr dtutlich, Der inflcierle rote Ulutkörpcr /. T, noch sichtbar,
25,nbsp; nbsp; Endoglobulftrer, steriler, clnomatinloser Parasil aus dem Knocbemnark eines [laquo;quot;alles \on Perniciosa (Grusseto), Künftiger Halbmond, lgt;ezw, Sphüre.
26,nbsp; nbsp; I Iah n.inil. I )as dunkle Plgmenl in der Mitte angehäuft. Rechts der rote Blutkörper noch erhalten,
s- .28, Ovale, Pigment in iMgm 28 über den ganaen Parasiten Kerslreut. 2()—J5, Parasiten des Texasficlgt;ers der Kinder. ;i a. 32, die typischen Birnlormen. Bemerkenswcn die nicht seltene Stllbchenfonn des Chronmtins, Vergl. laquo;lie Ab-bilclungen der Parasiten der Tertiann maligna und der Kamerunci Malaria, 56, Polychromatophile Degeneration del roten BluUellen, Bei Texasfieber httuflg,
Teile der loleli BlutZI lie färben äicll lgt;asn|ilin.
Vergrösserung looofach.
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asi/cii /•'/,- Quo/idiana (Kamerun he. ' #9632; #9632;
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i 6
Tafel III.
Qunrlanparflsit iin ungefärbten Präparat. Meist runde Konn, reichlich l'ig-
iih'ih. Anu'iliniilc Bewegung ^''lin^;. nur iin Jugentlstadiuni vorhanden. Rote Ulm
zelle l)is diclii vor der Teilung unverändert. V'^l. Text. Das Pigmenl isi etwas
dunkler zu denhen wie In den Abbildungen,
Tertiunparasit, Stärkere amöboide Beweglichkeit, weniger tmlt;l teineres
Pigment. Roti Blutzelle aufgebläht, Mehr iunge Parasiten in cinei Teilungs-
form, Vergl. Text,
Sterile Form des Tertianparatiten, gelpläht, mit reichlichem, oft stäbchenförmigem,
zuweilen mückensdiwarmähnlich bewegtem Pigment,
Parasiten der Tertiana maligna in italieu.
1 j. Junge form,
1 ;, Ringform, bei der Kameruner Malaria ofl noch sein virl zierlicher imd kleiner,
1 |. Parasil mil :? Plgnientkömchen. Knie Blutzelle ist nichl als ^;c-blähl gedacht, wie z. B, auf Tal. Ill, g. In Pig, [4—16 ist das Pigmenl noch dunkler zu denken.
15. Parasit mil Pigmenlblock, Schrumpfung der roten Blulzelle.
Hi. Teihmgsform, funge Parasiten kleiner \w beim Tertian- und Quartan-parasiten,
i i. 12- Id.
17 IS. 10.
11 a I Iminn (11 und Sichel formen,
lüxkapsnlatinn einer Sphäre aus einem roten Blutkörper, Pigment kranzförmig
in dir Mitte.
Sphäre, doppelt konfuriert. Innerer Kontur entsprichl dei Peripherie des Para­siten, äusserer Kontur dei Peripherie des infizierten Blutkürpers, Keine Membranbildung. Am linken Rande dei sterilen Korm zwischen den beiden Konturen 2 Ideine, helle, runde Körperchen, Vergl, Test, Sterile Form. Pigmenl verteilt sich.
Sterile t'orin. Abschnüningspiozess wie bei den Sphären der Tertinnparasiten. Pigmenl mtickenschwarmähnlich bewegt.
23-24,
Geisselfonnen der kleinen Parasiten.
funger Parasit (daetylosoma Labb6) bei Rnna esculenta. Der von
der blauen Ringfigur umschlossene Teil könnte noch etwas heller sein, vergl, Tal'. V. 20. rechts vom Kerne des untersten roten Blutkörpers. Daselbst ist unten das rundliche dunkle Chromatinkorn, Nur die Randzono des ovalen Parasiten tritt hervor.
Parasit gewachsen. Ungleichmässige Pärbung des Protoplasmas.
26. 27,
2laquo;.
Teilung des Chromatin,
Teilung der Parasiten last vollendet. Vergl, Taf, V, 21,
ßakterienähnliche tiebilde Im roten Blutkörper des Prosches, liegend in eiuei
Vacuolc. (Angebliche cytamöba bacterifera.) Vergl. Taf, V, 211 rechts vom Kerne des obersten roten Blutkörpers.
Ein Blutparasil beim Steinkauz (Athene noctua, Crema), ( )Ik-ii freier Leucocylenkern, in der Mittt Parasit mit seht reichlichem, stark aufge­lockertem Chromatin. Achromatische Zone hier nicht deutlich, in der Mehrzahl dei halle abei vorhanden. Unten roter Blutkörper,
JO,
Chromation des Parasiten links unten bandförmig ausgebreitet. Der blaue Proto-
plasmaleib sehr /art gefärbt, Rechts eben Ceukocytenkem. Betreffs der Fein-konturierten, bemalte hyalinen Masse, welche Parasiten und Leukocytenkern um-giebt, vergl, Text,
Leukocytenkern rechts sehen etwas in die Länge gestreckt.
32'
Parasit In einem tieferen blau gefärbt, mit einer grosson Anzahl hellet, kleiner,
runder, lichtbrechender Stellen. Chromatin dargestellt durch dunkel gefärbtes Chromatinkorn mil angehängtem Büschel von Chromatinfäscrchen, I-Jantclform ties sein in die Länge gestreckten Lcukocytenkerncs, rechts. Vergl, Taf, V, 22. 5;. Parasit rundlich, Peinkonturierte hyaline .Masse verschwunden. Leukocyten­kern sit/t kappenartig dein Parasiten auf.
Vergrösserung looofach.
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Tafel IV.
i- quot;, Paraalten der Nnchtig'all (Erlthacua luscinia),
i. Parasit schon etwas In laquo;li'' Lilnge gestreckt. Cbromatin schon etwas aufgeloclcert. Achrornatisclie Zone.
2.nbsp; nbsp; Wachsender Parasit. Chromatin dicht nehen dem Blutkörperkern, band-törmig.
3,nbsp; nbsp; Hanteltorna des krUflif; blaa gefärbten Parasiten. Das dunkle Pigment zerstreut. Chroraatin aufgelockert. Lage an dieser Stelle typisch.
/). Rote Blutzelle schon verschwunden. Chromatin in staubförmiger Auf­lösung.
s. Steril werdende Form. Chromatin staubförmig. Pigment erhält gelb-grünlichen Farbenton. Färhbarkeit des Parasiten geringer,
6.nbsp; nbsp; Seltene Form. Kern der Blutzelle wird von dieser Parasitenform selten umflossen.
7.nbsp; nbsp; Freie Sphäre. Das dunkle Pigment zerstreut, Das aufgelockerte Cliro-niatin innerhalb der achromatischen Zone deutlich.
8—-14, Parasiten des Sperlings (Passer ftaliae), etwas plumper wie bei del Nachtigall.
8.nbsp; nbsp;Junger Parasit. Chromatin schon aufgelockert. lt;). Kurze amöboide Fortsätze des Parasitenleibes,
10. Freie Form, Chroraatin kräftig, Pigment genug. 1 1. Steril werdende Form.
12.nbsp; nbsp; Runder Parasit in kernlosem rotem Blutkörper. Chromatin von ver­zweigter Form,
13.nbsp; nbsp; Sterile Form. Protoplasmaleib nicht mehr färbbar. Eine reichliche Menge gelbgrftnlichen Pigments. Chromatin sein- reichlich, aufgelockert, (Künftige Geisseiform ?).
[4. Schon abgerundeter, endoglobulärer Parasit. Kern des roten Blutkörpers zur Seite gedrängt. Diese Form auch häufig bei braunkehligen Wiesen-schmätzern und Buchfinken auf Helgoland, cfr. i'i^ur 19. iv t6. Parasiten dei Lerche (Alaudn arvensis, Grosseto), vergl, Text. Auf
der Tafel stellt fälschlicherweise Alanda. 1^—23. Parasiten des Turmfalken (Cerchneis tinnunculua),
17. Junger Parasit, rundlich. Chromatin schon etwas aufgelockert, Dieser Parasit entwickelt sieh nicht nur neben dem Kerne des roten Blut-körpera sondern auch an den Polenden und ist noch plumper und meist noch grosser wie der in Figur 8 —14 geschilderte, 23. Chromatlnteilung, Kern des roten Blutkörpers ganz umflossen von dem Parasiten. Oben achromatische Zone um das Chromatin, 24—28. Parasiten beim Kirschkernbelsser. Rapide Entwlckelung. Häufig mehr­fache Infektion, scheinbar pathogen. 27- 2.S. Teilung ohne Pigmentbildung kommt auch vor. Beachtenswert die Drehung des Kerns vom roten Blutkörper, cfr. bes, 28.
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Tafel V.
i i )#9632; I'amsitin der Tertiana, Vergl, Taf, I. 12 ;,fi.
1,nbsp; nbsp;Juiigei Tertlnnparasit. Cbromatinkorn IcrSflig, /Vchromallgcbo Zone unterhalb desselben Im Phot, nichl deutlicb sichtbar. Protoplasraaiell' schwach angedeutet,
2,nbsp; nbsp; Parasit gewachsen, Chromalinkorn etwas In die Länge gestreckt mit jv 1 seitlichen Einbuchtung,
3,nbsp; nbsp; Ringform mil 3 Chromatinkörnern, Deutliche achromatisclie Zone,
4,nbsp; nbsp; Rote Blutzelle schon etwas gebläht und cmlarbt. Parasit mit schleife.)-artigen fortsAtzen, Chromatlnkorn stärker wie bei 1. Achromatisch; Zone deutlich rechts und unten vom Chromatinkorn,
5,nbsp; nbsp; Freie pigmentierte, etwa halberwachsene Parasitenform, Oben und rechts vom Chromatln deutliche achromatische Zone.
(gt;. Erwachsener, pigmentierter] schon frelei Parasit, Chromatin erscheint Im Photogramm als [Clfltnpcben mil hellerer Stelle Im ('emmni, im ge-lärliten Präparnl als ein lläufeheii diclit nebeneinander liegender Körn­chen unil i-'aiklien, ahnlieh wie Taf. I. 2s. Achromatische Zone deutliph.
7.nbsp; nbsp; Chromatin am linken linnde lies Parasiten In die Länge gestreckt, mil seitlichen Einbuchtungen, Die geblähte rote BluUellc /.. T, noch er­halten.
8.nbsp; nbsp; Chromatintellung, vergl. I, 27.
9.nbsp; nbsp; Vergl. Taf. I, 29.
10.nbsp; nbsp; Vergl. Taf. I. 30,
11.nbsp; nbsp; Teilungsform, aullällig klein, schon frei. Chromatin oben in Form eines gebogenen Stranges mit kurzen seitlichen Einschnürungen.
12.nbsp; nbsp; Vergl. Taf, I. 35 (Figur umdrehen).
13.nbsp; nbsp; Vergl, Taf. I, 37.
14.nbsp; nbsp; Teilung fast vollendet, Pigmenl als dunkleres, nicht scharf umschrie­benes Häufchen in der Mitte. Einzelne junge Parasiten oben, links und nuten schon deutlich ZU erkennen. Bei einigen schon die achro­matische Zone angedeutet.
15 iX, Kamerun Parasiten, vergl. Taf, II. 13 21.
15.nbsp; nbsp; Doppelinfektion, Der untere Parasit etwas undeutlich. Der oben; deutlich, alletjüngste Form, Das dunkle Chromatinkorn rechts oben, sehr zierlieh, kleiner wie in Figur t. Protoplasmalcib ebenfalls sehr
klein.
He Doppelinfekllon. Der Parasit links grosser wie der eben geschilderte.
Der Parasit rechts schon ringförmig. Chromatin etwas gestteckt, nieren-
törmig, 17. Parasit In die Länge gestreckt, Chromatin hanteiförmig mit kolblger
Anschwellung der Enden. Darüber der zart gefUrbte, schwach sichtbare
Bogen des Protoplasmaleibes. 1S. Oben und unten Ringformen mil je 2 einander gegenüberliegenden Chro-
matinkörnern. Hl- Rechts unten herangewachsener Parasit. In demselben oben das dunkle Chromatin­korn, unten Im Protoplasmaleibe eine verdünnte Stelle.
20.nbsp; nbsp; Vergl, betr. des oberen Blutkörpers Taf. III. 2laquo;.
betr. des unteren Blutkörpera Taf, 111. 34,
21.nbsp; nbsp; Vergl, Taf, 111, 27.
22.nbsp; nbsp; Vergl, Tat. 111, 32.
Velgrösserung tooofach, Fig. 22 Soofacb.
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Taf. V
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— iBs — Figur 1.
Tertiana simplex (Lein).
Mutr. ArlUlerist Casparl.
3. Mal 1896 .;. Mai 1. Mal 5, Mni 6, Mai 7. Mnl 8, Mni 9, Mni
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Mmr. Arllllerisl Hieobald, 3, Juni 1^9(1
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2 Parasitengenerationcn, die /u vcrscliiedcnei*
Ziit x.ur Reilung kommen (cfr, 3laquo; quot;• S- lun' und .). 11. 5. Juni!.
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Figur III.
Tertiana simplex (Lehe) Spontanheilung.
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8, April 1896 9, Aprilnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10, April.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;11. Aprilnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;u. April
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Im /writi.'n Anfülle zahlreiche Sterile Kounm,
Figur [V.
Tertiana maligna (Grosseto).
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!8.Sept.97 2.).Sr|)t. 25.Sept. jd.Sipi. 27. Sept. 28.Sept. 29.Sept.
von jetzl arr (Ihinintbcranie
Im Fiebernnfalle (Hltzestndiuni) kleine Pnrasiten im peripberen Blute wie Taf. II, 1, Taf. Ill, i-', in dei Apyrexie Formen wie Tat. II, 4, 0, l'al. Ill, r^, 14, im Schtlttelfroat Formen wie Taf. II, ') 12 bez. lai. Ill, 15, nusserdeni wieder jüngste Können, cfr. di^egen Fieberkurve l-'it;-7'
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Figur V, Tertiana maligna (Grosseto).
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i 1 _#9632; m liis 2-,. full am dei gaiue Entwickelungscyklus der Parasiten wie aul Xaf, (11, 12 1^ im peripheren Blute zu verfolgen (cfr, li-.vi and rertiann ma-
Kurve i'i^. 71.
FigTir VI.
Kameruner Quartana (Recidiv),
(Kleine Parasiten, viele Halbmonde,) Temp. Matr, Ziegast.
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Im Ficberanfalle kleinste Ringelchcn, an den zwei Tagen der (Vpyrexlo grösaere Siegelring-formen neben den Halbmonden im Blute,
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Ans Versehen war Bogen 6 vor der ,gt;. Kevislon schon gedruckt worden.
Auf Seit*- 3nbsp; nbsp; nbsp;Zelle 19 von oben stau j,dieeaenu lies „diesenquot;,
.)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .. 9 von unten lies stau „indesquot; „indessquot;, ebenso noch mehrere Male Im Texte.
., 8nbsp; nbsp; unten in der Anmerkung \ lies statt ' ., I cm '/„ cbcm.
,, ,. 11nbsp; nbsp; nbsp;Zeile 12 von unten lies Statt ..zwei'1 „zweier'*.
,, ,, 11nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,, (* von unten Ist hinter „Tertiana maligna1' einzuschieben „der Italiener*',
12nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .. 11 von oben isl hinter „berichtenquot; ein Komma zu setzen.
,.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5 von unten lies statt „38 ^oquot; m38,0quot;
11 ,, (6 ,. mi von oben hinter Malaria statt eines Semikolon ein Komma. ,, ,. 29 .* 15 von nuten ist hinter „Tertiana malignaquot; noch zu setzen „in Italien'-, ,, ., 30 Anmerkung 3 lies satt „Laverauquot; „Laveranquot;.
30 Zeile 2 von unten lies statt „Zeit angquot; „Zeillangquot;. 36 ,, 12 von oben lies statt „omöboidequot; „amöboidcquot;. n ,, 4'Snbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,, 2 von unten hinter ..malignaquot; zu setzen „in Italienquot;',
,1 ,, 53 #9632;• ' ' Vl,n ,,l)','i lies statt „Quotidianaquot; ^Kameruner Malariaquot;. m 11 54 H 3 quot;quot;^ 4 vo^ oben lies „Selbst eine Trennung der erwähnten tro­pischen Parasiten von denen der Tertiana maljgna in Italienquot; etc. ,. ,, 57 n '^ yti]) quot;lquot;'quot; lies! Wir bemerken speciell bei Tertiana maligna in
Italien runde (tebilde etc. „ ., 63 .. 2 von oben hintei Tertiana maligna zu setzen „in Italien'*,
Tafel II ist obenhlnter „Tertiana malignaquot; zu setzen „in hauenquot;; ferner lies statt Quo-lidiana ..i'etnisiosa1quot; ,,lJerniciosaquot; und statt „Apisamn bigtieminumquot; „Plrosoma bigeminum**, ,, ,. HI lies hinter „Tertiana malignaquot; noch „in Italienquot;. IV lies statt „Alanda arvensisquot; „Alauda arvensisquot;. Fieberkurve V'Il I Hess statt „g -/ nu „9 n mquot;.
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