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#9632;#9632;#9632;#9632;#9632;MMBMBBMMMMK^SWi^^^^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ............ifTffiypwff—w—Mi^^^
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BIBLIOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
2911 505 6
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Tierärztliches Arzneibuch
für
Studierende und praktische Tierärzte.
Teil II.
Arzneimittellehre,
bearbeitet von
Dr. C. Arnold und J. Tereg-,
Professoren an der Königl. tierärztlichen Hochschule zu Hannover.
Erste Hälfte. Darstellung-, Eigenschaften und Prüfung der Arzneimittel,
bearbeitet
:-',.''quot;lt;
von
Dr. Carl Arnold.-'
Berlin 1891.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;•
Verlag von Th. Chr. Fr. Enslin.
(Richard Schoetz.)
Luisenstrasse No. 36.
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BIBLIOTHEEK
DXERGENEESKONDE
OTREGHT
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Vorwort.
Vorliegendes Buch tritt an Stelle der beiden ersten Ab­teilungen der zweiten Auflage des unter dem Titel „Pharma-kognosie, Pharmazeutisch-cliemische Präparate und Rezeptier-kundequot; im Mai 1886 erschienenen, von mir bearbeiteten Werkes.
Wie hei der vorigen Auflage die Pharmacopoea Germanica Ed. II als Grundlage diente, so ermöglicht das mit der Her­ausgabe dieser Auflage zusammenfallende Erscheinen der dritten Ausgabe der Pharmakopöa unter dem Titel: „Arzneibuch für das deutsche Reichquot; die Berücksichtigung aller in derselben er­folgten Aenderungen und Vermehrungen, soweit dieselben für die Tiermedizin von Bedeutung sind. Diejenigen in dem „Arzneibuche für das deutsche Reichquot; beschriebenen Arznei­mittel, welche für die Tiermedizin eine untergeordnete Bedeutung haben, sind durch kleineren Druck unterschieden. Verschiedene, illtere, nicht offizineile Arzneimittel sind nicht mehr in die neue Auflage aufgenommen, da dieselben in allen neueren tierärzt­lichen Arzneimittellehren ebenfalls fehlen oder als entbehrlich erklärt werden; dagegen ist auf die neueren Arzneimittel mög­lichst Rücksicht genommen worden, soweit sich dieselben — was nicht immer der Fall — auch in der Tiermedizin bewährt haben. Die Beschreibung aller neuen Arzneimittel, welche jetzt in den Handel kommen, würde allein ein Buch füllen und trotz­dem scheint das Haschen nach neuen Mitteln (die oft nur, nach­dem sie vor mehreren Jahren keinen Absatz fanden, unter neuen meist vielversprechenden Namen in den Handel gebracht werden) noch nicht einmal seinen Höhenpunkt erreicht zu haben. Die moderne Zeit hat, wie sich jüngst ein ärztliches Organ aus­drückte, an gewissen „eintagswertigen Assistentenarheitenquot; noch nicht genug, und die Reklame sorgt dafür, dass aus dürftigen Körnern eine metallne Saat aufgeht. Der angehende Praktiker
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thut daher gut, viel gepriesene neue Arzneimittel erst dann anzuschaffen und anzuwenden, wenn sie sich einen dauernden Platz im Arzneischatze erworben haben.
Im allgemeinen sind die in der modernen Tierheilkunde ge­brauchten Mittel von denen der Menschenheilkunde nicht mehr verschieden, jedoch ist eine solche absolute Eeinheit der Prä­parate, wie sie das Arzneibuch fordert, in der Tierheilkunde meistens nicht nötig; anderseits muss aber vor den Arzneimitteln von sehr zweifelhafter Beschaftenheit, welche in den Preislisten der Drogenhändler unter dem Zusätze: „Ad usum veterinariumquot; angeführt sind, gewarnt werden.
Da der Tierarzt für die von ihm dispensierten Arzneimittel verantwortlich ist, so hat er sich vor allem bei der Aufstellung derselben im Dispensierlokale von der Identität der eingekai ften Präparate zu überzeugen, und ist hierzu bei jedem einjelnen Körper die nötige Anleitung gegeben. Dass bei den Prüfungen der Arzneimittel von der im Arzneibuche vielfach in Anwendung gebrachten Massanalyse Abstand genommen wurde, erklärt sich sowohl durch die etwas weniger strengen Forderungen an die Rein­heit der Präparate, als auch die dem Arzte im allgemeinen ab­gehende Übung in solchen Arbeiten. Die zur Prüfung nötigen Eeagenzien sind im ersten Bande des „Tierärztlichen Arznei­buchesquot;, S. 17 beschrieben. Behufs rascher Auffindung der ein­zelnen Arzneimittel und der aus ihnen hergestellten Präparate ist ein ausführliches Register, welches zugleich die noch ge­bräuchlichen Synonyma möglichst umfassend berücksichtigt, bei­gegeben worden. Die kurze Angabe der therapeutischen Ver­wendung und der Dosierung der einzelnen Arzneimittel soll einem bei der Besprechung der ersten Auflage vielseitig ausgesprochenen Wunsche entgegen kommen.
In der demnächst erscheinenden, von Professor Tereg be­arbeiteten zweiten Hälfte wird dieses Gebiet ausführlich be­handelt und wird auch dort, soweit dies für die Wirkung in Betracht kommt, die chemische Struktur verschiedener Präparate eine eingehendere Beachtung finden.
Hannover, im December 1890.
Carl Arnold.
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Inhaltsverzeichnis.
Erste Abteilung.
Seite
Die Drogen unter Berücksichtigung der aus ihnen
hergestellten pharmazeutischen Präparate .nbsp; nbsp; nbsp; 1
Drogen des Pflanzenreiches ....'...;..nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
I. Drogen aus der Abteilung der Zellenpflanzen . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
II. Drogen aus der Abteilung der Gefässpflanzennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8
A.nbsp;Stoffe ohne organisierte Struktur .....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8
1.nbsp; Gummiarten............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8
2.nbsp; Zuckerartige Stoffe .........nbsp; nbsp; nbsp; 10
3.nbsp; Extrakte.............nbsp; nbsp; nbsp; 13
4.nbsp; nbsp;MUchsäfte.............nbsp; nbsp; nbsp; 18
5.nbsp; Balsame und Harze.........nbsp; nbsp; nbsp; 27
6.nbsp; Aetherisehe Gele..........nbsp; nbsp; nbsp;38
7.nbsp; Fette..............nbsp; nbsp; nbsp;46
B.nbsp;Organisierte Stoffe ..........nbsp; nbsp; nbsp; 54
Unterirdische Pflanzenteile.
1.nbsp; Wurzeln.............nbsp; nbsp; nbsp; 55
2.nbsp; Wurzelstöcke............nbsp; nbsp; nbsp;68
3.nbsp; Zwiebeln und Knollen........nbsp; nbsp; nbsp; 76
Oberirdische Pflanz ent eile.
1.nbsp; Hölzer..............nbsp; nbsp; nbsp;79
2.nbsp; Rinden..............nbsp; nbsp; nbsp;81
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VI
Seite
3.nbsp; Blüten..............nbsp; nbsp; nbsp; 90
4.nbsp; Blätter..............nbsp; nbsp; nbsp; 97
5.nbsp; Kräuter .............nbsp; nbsp; 106
6.nbsp; Früchte .............nbsp; nbsp; 113
7.nbsp; Samen..............nbsp; nbsp; 123
8.nbsp; Pflanzenauswüchse..........nbsp; nbsp; 130
9.nbsp; Mehlartige Stoffe..........nbsp; nbsp; 131
I)rog:en des Tierreiches............nbsp; nbsp; 132
Zweite Abteilung.
Die chemischen Präparate und die aus ihnen
dargestellten pharmazeutischen Präparate .nbsp; nbsp;143
1.nbsp; Wasser und chemisch einfache Stoffe . . .nbsp; nbsp; 143
2.nbsp; Säuren..............nbsp; nbsp; 154
3.nbsp; Verbindungen der Metalle.......nbsp; nbsp; 170
4.nbsp; Alkohole, Kohlenwasserstoffe und verwandte Produkte.............nbsp; nbsp; 241
ö. Alkaloide und verwandte Produkte ....nbsp; nbsp; 276
Register..................nbsp; nbsp; 291
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Die Arzneimittellehre
oder Materia medica oder Pharmakologie im weiteren Sinne beschäftigt sich mit den gesainten Eigenschaften derjenigen eigenartigen Stoffe, welche zum Zwecke der Heilung des kranken Körpers Anwendung finden und Arzneimittel genannt werden.
Der Begriff „Arzneimittelquot; ist ein viel engerer als der Begriff „Heilmittelquot;. Zu den Heilmitteln gehört alles, was mit dem kranken Körper vorgenommen wird und was man auf ihn einwirken lässt, um die Krank­heit zu heilen, also z. B. auch Elektrizität und Massage.
Zahlreiche Arzneimittel werden den drei Natur­reichen entnommen, viele finden sich aber nicht in der Natur vorbereitet, sondern werden auf chemischem Wege künstlich dargestellt.
Die Arzneimittel lassen sich in Bezug auf ihre Ge­winnung in zwei Gruppen teilen, nämlich in die Drogen und die chemischen Präparate.
In der vorliegenden ersten Hälfte werden die Arz­neimittel, getrennt in diese beiden Gruppen, in Bezug
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VIII
auf ihre Gewinnung, Eigenschaften, Prüfung und wich­tigen Bestandteile besprochen.
Die demnächst erscheinende zweite Hälfte wird sich ausführlich mit der Wirkung, resp. den Beziehungen der Wirkung zur chemischen Konstitution, ferner mit der Anwendung sowie der Dosierung der Arzneimittel beschäftigen (Pharmakologie im engern Sinne, Pharma-kodynamik).
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Erste Abteilung.
Die Drogen
unter Berücksichtigung der aus ihnen hergestellten pharmazeutischen Präparate.
Drogen oder pharmazeutische Rohwaren nennt man die Arzneimittel in der Form, wie sie nnmittelhar in der Natur gesammelt oder durch einfache mechanische Operationen zubereitet, in die Apotheken gelangen.
Die meisten rohen Arzneimittel stammen aus dem Pflanzenreiche; nur wenige aus dem Tierreiche. Die Arzneimittel, welche das Mineralreich liefert, werden nicht mehr im rohen Zustande angewandt, weshalb sie bei den chemischen Präparaten abgehandelt werden.
Pharmakognosie, Drogenkunde, pharmazeu­tische Rohwarenkunde nennt man die Kunst der Drogenuntersuchung und Bestimmung.
Pharmakologie im engeren Sinne oder Pharma-kodyanmik dagegen ist die Lehre von der Wirkung, Anwendung und Gabengrösse der Arzneimittel.
Der Pharmakognosie liegen sowohl praktische wie theoretische Zwecke zu Grunde.
1. Praktische Zwecke dienen ausschhesslich dazu, eine Ware als das, was sie sein soll, zu erkennen und
Arzneimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
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bestehen in der Aufstellung und genauen Beschreibung bestimmter Merkmale. Diese Merkmale sind:
a)nbsp; Naturbeschreibender Art, und werden dann ent­weder aus der äussern Gestalt (z. B. bei Kräutern und Blüten) entnommen, oder zugleich auch nach den Gewebs-verhältnissen (Wurzeln und Blätter) oder wo die äussere Gestalt rein zufällig ist, ausschliesslich den Gewebs-verhältnissen. Meist genügt schon die Untersuchung mit dem unbewaffneten Auge, für die Untersuchung der Gewebsverhältnisse ist die Anwendung der Lupe, in seltenen Fällen auch die des Mikroskops nötig.
b)nbsp; Chemischer Art. Für solche Drogen, welche von gleichförmiger chemischer Natur sind und bei denen weder die äussere Gestalt noch der innere Bau genügende Anhaltspunkte giebt (Gummi, Harze etc.), oder wo bestimmte Stoffe den Wert der Ware bedingen, liefert die Chemie ausschliesslich oder vereint mit der naturbeschreibenden Betrachtung die Unterscheidungs­merkmale.
2. Theoretische Zwecke. Hier kommt in Betracht:
a)nbsp; die naturhistorische Abstammung und die geogra­phische Herkunft.
b)nbsp; die morphologische und physiologische Bedeutung, welche die Drogen als Teile von Pflanzen oder Tieren am Gesamtorganismus haben.
c)nbsp; die chemische Zusammensetzung, als der die medizinische Wirkung bedingende Punkt, sowie die Art der Verteilung der Stoffe in den einzelnen Gewebs­teilen der Drogen.
d)nbsp; Kultur, Einsammlung, Gewinnung, Zubereitung und Handelsverhältnisse der Drogen.
Die Einteilung der Drogen kann stattfinden:
a) Nach der chemischen Natur der Drogen. Gegen
diese Einteilung spricht, dass man in Zweifel bleibt
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über die Stellung solcher Drogen, welche mehrere chemisch und physiologisch wohlcharakterisierte Stoffe enthalten, ferner, dass bei vielen Drogen die chemischen Bestandteile noch nicht genügend erforscht sind und dass ganz verschiedene Substanzen Stellung nebenein­ander erhalten mit Kücksicht auf chemische Thatsachen, welche zum Teil zweifelhafte Zufälligkeiten sind.
b)nbsp; Nach der physiologischen Wirkung.
c)nbsp; Nach den gleichen äusserlichen Verhältnissen, indem gleiche Pflanzenteile etc., je zu einer Gruppe ver­einigt, betrachtet werden.
Entsprechend diesem letzteren Systeme sind die Drogen in der ersten Hälfte des vorliegenden Werkes folgendermassen eingeteilt:
Drogen des Pflanzenreiches.
I. Drogen aus der Abteilung der Zellehpflanzen. II. Drogen aus der Abteilung der Gefässpflanzen.
A.nbsp; nbsp;Stoffe ohne organische Struktur.
1. Gummiarten. 2. Zuckerartige Stoffe. 3. Ex­trakte. 4. Milchsäfte. 5. Balsame und Harze. 6. Aetherische Oele. 7. Fette Gele.
B.nbsp; Organisierte Stoffe. Unterirdische Pflanzenteile.
1. Wurzeln. 2. Wurzelstöcke. 3. Zwiebeln.
4.nbsp; Knollen. Oberirdische Pflanzenteile.
1. Hölzer. 2. Rinden. 3. Blüten. 4. Blätter.
5.nbsp;Kräuter. 6. Früchte. 7. Samen. 8. Pflanzen­auswüchse. 9. Mehlartige Stoffe.
Drogen des Tierreiches.
1*
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Drogen des Pflanzenreiches.
ff bezeichnet sehr giftige Substanzen, zu Tabelle B. des Arznei­buches für das deutsche Reich gehörend. f bezeichnet scharfe und heftig wirkende Substanzen, zu Tabelle
C. des Arzneibuches für das deutsche Eeich gehörend. * bezeichnet in das Arzneibuch für das deutsche Kelch nicht aufgenommene Arzneimittel. Die Zahlen hinter den Stammpflanzen bezeichnen die Pflanzenklasse und Ordnung nach Linnee.
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I. Drogen aus der Abteilung der Zellenpflanzen,
fSecale cornutum. Mutterkorn. Claviceps purxmrea. Fungi, Pyrenomycetes. XXJF.
Befallen die Sporen dieses Pilzes die junge Blüte der Gräser, so wird der Fruchtknoten von einem zarten Mycelium überzogen, welches Fortpflanzungszellen (Go-nidien) abschnürt. Mit der Zeit durchdringt das Pilzmycelium das ganze Gewebe des Fruchtknotens, bildet ein sogen. Dauermycelium, das Sclerotium, welches vom Roggen (Seeale cereale) gesammelt als Mutterkorn officinell ist.
Dieses hat nach völliger Ausbildung eine rundlich­dreikantige Form, ist 2—3 cm lang, einige mm dick, nach beiden Enden hin dünner, auf einer oder zwei Seiten mit einer Längenfurche versehen, mehr oder minder gekrümmt, aussen grau oder purpurschwarz, ein wenig bereift, innen weiss, dicht, am Rande etwas lilafarbig, im frischen Zustande weich und etwas bieg­sam, getrocknet spröde und zerbrechlich. Geschmack ist widerlich, schwach bitter und süss.
Man sammelt es alljährlich vor der Reife des
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Roggens oder nach dem Ausdreschen desselben, trocknet es vollkommen und bewahrt es in gut verschlossenen Gläsern oder Blechbüchsen.
Bestandteile. Das Alkaloid Kor nut in, spezifisch auf den Ute­rus wirkend; die stickstofffreie, amorphe, gangränerzeugende Sphacelinsäure; das narkotische GlykosidErgotinsäure; ferner folgende indifferenten Körper: Pikrosklerotin (Bitterstoff), Sklererythrin und Sklorojodin (Farbstoffe), der Schleimstoff Skleromucin, der Zukerstoft Mykose, fettes Oel, Ergosterin, und in zersetzten Präparaten Trimethylamin.
An w. Wehentreihend; Gefässkontrahens bei inneren Blutungen; zur Eetraktion des puerperalen Uterus. Pferd 15,0—20,0; Rind 25,0—50,0; Schaf, Schwein, 2,0—10,0; Hund 0,5—2,0. Werde stets frisch gepulvert oder als Jnfusum gegeben. Von den verschiedenen Extrakten, welche entweder als Er go tin oder nach dem Hersteller benannt in den Handel kommen, sind folgende offlzinelle zu erwähnen, von denen die Gabe beträgt: Pferd, Rind 5—10,0; Schaf, Schwein 0,5—5,0; Hund 0,2—1,0:
Extractum Seealis cornuti. Seeale cornutum 10 Teile, werden mit Aqua je 20 Teilen, zweimal 6 Stunden lang maceriert, die Flüssigkeiten gemischt, kollert auf 5 Teile abgedampft, und mit verd. Spiritus 5 Teilen drei Tage lang unter häufigem UmscMtteln bei Seite gestellt; hierauf wird filtriert und zu einem dicken Extrakte abgedampft.
Extractum Seealis cornuti fluidum. Vermittelst des Perkolationsverfahrens (Band IS. 135) werden gewonnen aus Mutterkorn 100 Teilen mit Spiritus, Wasser und Salzsäure 100 Teile Fluidextrakt.
* Fungus Laricis.
Boletus Laricis. Agaricus albus. Lärchenschwamm.
Polyporus officinalis. Fungi, Hymenomycetes. XXIV.
Im südlichen und mittleren Europa an alten Lärchenbäumen
vorkommender Hutpilz.
Der Hut ist ungestielt, von verschiedener Grosse und Ge­stalt, cylindrisch oder konisch. Die Kinde des trockenen Schwamms ist bräunlich. Sie wird entfernt. Die innere Masse ist leicht,
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;:
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locker, faserig, zähe,quot;vielporig, weiss oder gelblich. Der Geruch
mehlartig, der Geschmack erst süsslich, dann bitter und scharf.
Bestandteile. Harze (bis 750/o), Agaricin (Agaricussäure
bis 180/0), Cholin. Anw. Als schweissbeschränkendes Mittel, neuerdings an dessen Stelle das Agaricin. Als Volksmittel zu Lebens­essenzen. (S. 5).
Fungns iguiarius.
Boletus igniarius. Agaricus Chirurgorura. Feuer­schwamm. Polypoms fomentarius. Fungi, Bymenomycetes. XXIV. An Laubhölzern, namentlich Buchenstämmen wachsender un­gestielter Hutpilz, aus welchem nur eine bestimmte, allein­brauchbare Schicht als zusammenhängender Lappen herausge­schnitten, angefeuchtet und mit hölzernen Hämmern weich und zur nötigen Dünne ausgeklopft wird. Man erhält so zusammen­hängende, weiche und lockere Lappen von schön brauner Farbe, welche unter dem Mikroskope nur fadenförmige Zellen zeigen. Prüf. Er muss rasch das doppelte Gewicht Wasser auf­saugen. Fresst man dasselbe aus und dampft ab, so darf nur ein geringer Rückstand bleiben, sonst ist der Schwamm imprägniert und nicht als Wundschwamm verwendbar. Namentlich wird Salpeter zum Imprägnieren verwendet, was sich schon durch das Funkensprühen des entzündeten Schwammes erkennen lässt. Anw. Aeusserlich zum Blutstillen.
Carrageen.
Liehen Caragheen, Irländisches Moos, Perlmoos.
Knorpeltang.
Chondrus (Sphaeroeoccns) crispus und Gigartina mammülosa
fSphaerococcus mammillosus). Algae, Florideae. XXIV.
Seealgen an den Küsten Irlands und Nordamerikas, vom Sturm ans Land geworfen und dort gesammelt.
Laubartiges Trieblager, nicht über Handgrösse, in schmä­lere oder breitere Lappen geteilt.
Frisch sind diese Algen violettrot oder dunkelgrün und gallertartig fleischig. Gewaschen und an der Sonne getrocknet und gebleicht sind sie hellgelb, durchscheinend hornartig und
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bilden die Handelsware, welche einen faden, schleimigen Ge­schmack und Seegeruch besizt. Mit 30 Teilen Wasser über­gössen werden sie wieder gallertartig und geben beim Kochen damit einen fadscbmeckenden nach dem Erkalten ziemlich dicken Schleim, welcher durch Jod nicht gebläut wird.
Bestandteile. Schleim und etwa 160/0 Mineralstoffe.
Anw. Wie Gummi arabicum, als Abkochung oder Gelatine.
Liehen Islamlicus. Isländisches Moos. Cetraria Islanclica. Idchenes. XXIV. Eine fast in ganz Europa, besonders auf Gebirgen vorkommende Flechte. Wächst auf der Erde und bildet kleine Easen.
Das Lager ist wiederholt gabelästig oder unregelmässig, feiner oder gröber zerschlitzt, etwas kraus, kurz und borstig steif bewimpert, mit aufsteigenden Spitzen. Die Oberfläche des Lagers ist kahl, flach, grubig vertieft, grünlich, grau oder braun, die Unterfläche kahl, grauweiss, nach der Spitze zu bräunlich. An der Basis finden sich suweilen blutrote Flecken. Früchte zeigen sich gemeiniglich in Gestalt rundlicher, brauner Scheiben am Ende der Thallusblätter. Im getrockneten Zustande ist die Flechte spröde, feucht dagegen lederartig, zähe. Sie hat einen eigen­tümlichen, schwachen Geruch, schmeckt schleimig bitter. Im Wasser quillt sie auf, wird beim Kochen damit gallertartig und giebt eine beim Erkalten gelatinierende Flüssigkeit. Bestandteile. Lichenin (Flechtenstärke), Cetrarsänre (Bitter­stoff). Anw. Wie Bad. Gentianae. Als Abkochung oder Gelatine.
*Laminaria. Laminariastiele.
Laminaria Cloustoni. (Miementang). Algae. Fucoideae.
XXIV.
Ein in allen Meeren an Felsen waclisende Alge, deren Lager die Form eines grossen, handförmig ge­teilten Blattes hat, welches an 1—2 m langem Stiele endigt. Die getrockneten Stiele kommen in den Handel als mehrere cm lange, bis 1 cm dicke, längs­runzelige Cylinder, hornartig, dunkelbraun, im Inneren unter einer schwarzbraunen Aussenschicht hellfarbig,
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aussen mit weisslichen Seesalzkrystallchen bedeckt.
Das innere Gewebe darf nicht hohl sein, die Stiele
quellen im Wasser nach mehreren Stunden auf das 4
bis 6 fache auf.
Bestandteile. Schleim und Mineralstofie. Anw. Statt des Pressschwammes zur blutlosen Erweiterung von Oeffnungen, indem die getrocknete Laminaria in Be­rührung mit den Geweben des Körpers bedeutend aufquillt. Meist werden hierzu die aus Laminaria gedrechselten Stifte von 5—10 cm Länge und 2—10 mm Dicke verwendet. Ebenso werden die aus dem Holze des amerikanischen Baumes Nyssa aquatica hergestellten, aber teureren Tupelo-stifte verwendet.
II. Drogen aus der Abteilung der Gefässpflanzen.
A. Stoffe ohne organische Struktur.
1. Gummiarten.
Grnmmi araMcum.
Gummi Mimosae, Arabisches Gummi.
Acacia tortilis, A. arabica, A. gummifera, A. Senegal (A. Vereck) und andere Acaciarten. Mimoseae XVI.
Bäume Egyptens, Guineas und Senegambiens, welche aus Rissen der Rinde das Gummi austreten lassen, das dann an der Sonne zu rundlichen Klumpen eintrocknet. Die fälschliche Bezeichnung arabisches Gummi rührt davon her, dass früher afrikanisches Gummi in grösserer Menge erst über arabische Häfen ausgeführt wurde.
Unregelmässige, aussen unebene, durchsichtige, spröde, glänzende Stücke von der Grosse einer Erbse bis zu der einer kleinen Wallnuss, die eine weisse, gelbe oder braune Farbe, keinen Geruch, einen faden, schleimigen Geschmack und auf der Oberfläche viele
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kleine Risse haben. Bruch fast muschelig, glasglänzend, meist irisierend. Es ist in Wasser vollständig zu einem klaren Schleime löslich, welcher selbst in grosser Ver­dünnung durch Bleiessig aber nicht durch Bleiacetat getrübt wird, unlöslich in Alkohol. Prüf. Die geringeren Gummisorten besitzen eine gelbe, braune bis rotbraune Färbung und vielfache Verunreinigung durch Rindenstücke. Durch Auslesen erhält man Gummi arabicum albissimum, album, ordinarium etc. Das beste (officinelle) arabische Gummi ist das ostaMkanische, nach seinem Aus­fuhrorte Kordofangummi genannt, geringere ostafrikanische Sorten sind das Sennaar-, Gedda-, Embavi-, Jesire-Gummi etc. Das westafrikanische oder Senegalgummi ist von ge­ringerer Güte wie das ostafrikanische, weniger spröde, glanzlos, nicht irisierend, in Wasser ?u einem mehr gallert­artigen Schleime löslich. Dem Senegalgummi ist das west­afrikanische Galam- und Salabredagummi ähnlich. — Das ostindische Gummi von Feronia elephanthum Aurantiaceae, XVIII. 9. ist dem arabischen sehr ähnlich; es unterscheidet sich von demselben dadurch, dass seine wässrige Lösung durch Bleiacetatlösung getrübt wird. — Australisches Gummi von Acacia pycnantha hat etwas süsslichen Geschmack, bräunlich, verhält sich sonst wie arabisches Gummi. — Das in Europa gesammelte Kirschgummi ist weicher und in Wasser nur teilweise löslich. Bestandteile. Das Kohlenhydrat Arabinsäure, grösstenteils an Calcium, femer an Kalium und Magnesium gebunden. 12—160/0 Feuchtigkeit. Anw. Es können die billigen Gummisorten angewendet werden. Dient namentlich gelöst als einhüllendes Mittel, femer als Bindemittel bei Oelenralsionen, Pillen etc., lässt sich aber in den meisten Fällen durch Althaeapulver und andere schleimige Körper ersetzen. Rind, Pferd 25—50; Schaf 10—25; Schwein 5—10,0; Hund 1—5.
Mucilago Gummi arabici. Mucilago Gummi Mimosae. Gummischleim. Gummi arabicum, 1 T. in 2 T. Wasser gelöst.
Pulvis gummosus. Gummi arabicum 15 T. Rad. Liquiritiae 10 T. Saccharum 5 T.
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Trag'acaiitha. Gummi Tragacantha. Tragant. Astragalus adscendens, A. leioclados, A. vents, A. gummifer und viele andere Astragahisarten. Papilionaceae. XVII. Kleine Sträuche Vorderasiens, aus denen nach dem An­schneiden der Tragant ausfliesst und erhärtet.
Schmutzig weisse, hornartig durchscheinende, platte oder
gedrehte, zähe, schwer zu pulverisierende Stücke, geruch- und
geschmacklos, quellen mit Wasser auf und geben damit eine
dicke Gallerte (1 : 50).
Bestandteile. Schleim (Bassorin), Arabin, Stärke.
Anw. Wie G. arabioum zu Schleim, als Bindemittel zu Pillen.
2. Zuckerartige Stoffe.
Saccharum. Weisser Zucker.
Saccharum officinarum. Gramineae III. 2. Ost- und Westindien. Betavulgaris. Chempodiaceae. V.2. Europa.
Die Säfte dieser Pflanzen werden mit Kalkmilcli aufgekocht, wodurch die vorhandenen Eiweissstoffe gerinnen, die freien organischen Säuren gebunden, die Farbstoffe, Eisen- und Magnesiumsalze zum Teil gefällt werden. Aus dem so geläuterten Safte wird der als Calciumsaccharat in Lösung vorhandene Kalk durch Kohlendioxyd gefällt, dann zur weiteren Entfernung voiraquo; Farbstoffen der Saft durch Tierkohle filtriert und in Vakuumpfannen zur Krystallisation abgedampft. Hierbei scheidet sich der Saft in einen krystallisierenden Teil (Rohzucker, Moskowade) und in einen nicht krystallisierenden braunen Syrup (Melasse). Der Rohzucker wird in den Zuckerraffinerien durch noch­maliges Auflösen und Entfärben gereinigt und kommt dann in folgenden Sorten in den Handel:
a. Raffinade, Saccharum albissimum, erstes Krystallisationsprodukt, in Hutform, ist sehr hart und meist zur Erhöhung der weissen Farbe mit etwas Ultramarin versetzt.
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b.nbsp; Melis, Saccliarum album, zweites Krystalli-sationsprodukt, ebenfalls in Hutform, weniger hart wie Raffinade.
c.nbsp; nbsp;Lumpenzucker, wird aus der Mutterlauge des Melis in gelbweissen Klumpen erhalten.
d.nbsp; nbsp;Far in, wird aus der Mutterlauge des Lumpen­zuckers in krystallinischen, halbfeuchten, braungelben bis bräunlichen Massen gewonnen.
Prüf. Mit der halben Gewichtsmenge Wasser muss Zucker ohne jeden Rückstand einen färb- und geruchlosen, rein süssschmeckenden Syrup geben, der sich in allen Verhält­nissen mit Alkohol klar mischen lässt. (Dextrin würde ge­fällt). Zuckerlösungen dürfen Lackmuspapier nicht ver­ändern, ferner mit Baryum- oder Silbernitrat nur eine ganz schwache Trübung geben; Mutterlauge enthaltender Küben-zucker würde infolge des Gehaltes an Sulfaten und Chloriden Trübung- geben.
Anw. Als Vehikel für andere Arzneistoife, zu Syrupen und als Geschmackskorrigens; Expektorans; in grösseren Gaben beim Hunde Abführmittel; äusserlich als granulations­anregendes Eeizmittel. Der braungebrannte Zucker giebt mit Wasser oder Spiritus eine stark gefärbte Flüssigkeit, welche zum Färben von Eum, Cognac und anderen Getränken benutzt wird.
Syrupus simplex. Saccharum album 60 T. Aqua 40 T.
*Syrupus communis.
Syrupus hollandicus, Gemeiner Syrup. Der bei der Eafimierung des Eohrzuckers erhaltene flüssige Rückstand, welcher noch bedeutende Mengen krystallisierbaren Zuckers ent­hält, welche jedoch durch die vorhandenen anorganischen Salze (Kaliumverbindungen) am Krystallisieren verhindert werden. Eine dunkelbraune, etwas schillernde, dicke Flüssigkeit, von eigen­tümlichem Gerüche und stissem, etwas reizendem Geschmacke. Er muss sich klar in Wasser lösen. Der Eunkelrübensyrup schmeckt widerlich salzig und ist nicht zu gebrauchen.
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Manna. Manna. Fraximis Ornus. Oleaceae. II. 1.
Ein kleiner Baum im südlichen Europa, welcher in Sizilien in eigenen Pflanzungen kultiviert wird. Im Sommer und Herbste macht man täglich in den Stamm Einschnitte, aus denen dann der Saft quillt und ein­trocknet. Die jüngeren Stämme, sowie die höher ge­legenen Einschnitte älterer Stämme liefern die Röhren­manna, die aus den unteren Einschnitten, ferner die im Herbste gewonnene Manna ist die gemeine Manna. Im Spätherbst sammelt man die fette Manna.
Röhren-Manna (Manna cannellata) stellt ge-rundet-dreikantige oder flachrinnenförmige krystallinische Stücke von blassgelblicher, innen weisser Farbe und süssem Geschmack dar.
*Manna in Klumpen (Manna communis seu Geracina) besteht aus Körnern und Stücken von oben erwähnter Beschaffenheit, welche durch eine weiche, bräunliche, nicht minder süsse, aber zugleich etwas kratzend schmeckende Masse zusammengeklebt sind.
*Fette Manna (Manna pinguis seu de Puglia)
bildet eine weiche, schmierige Masse von bräunlicher
Farbe, oft schon gährend und mit Rindenstücken etc.
verunreinigt. Sie werde nicht angewendet.
Prüf. Manna sei in Wasser vollständig, in der 20faclien
Menge Weingeist grösstenteils löslich; aus letzterer Lösung
krystallisiert beim Erkalten der Mannit in seidenglänzenden
Prismen aus. Sie enthalte nicht über 100/0 Feuchtigkeit. Bestandteile. Mannit (820/o in der Röhrenmanna, bis
370/o in den anderen Sorten), Gummi, Fraxin (fluorescieren-
der Körper), Traubenzucker. Anw. Ist das schwächste Abführmittel. Hund 10—50,0;
Katze 6—20,0.
Syrupus Mannae. Manna 1 Teil, Wasser 4 Teile, Zucker 5 Teile.
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3. Extrakte.
Werden aus Pflanzensäften oder wässerigen Pflanzen-
abkochun
ugv.
n durch Eintrocknen erhalten.
Aloe. Aloe.
Aloe ferox, A. spicata, A. Lingua, A. vulgaris und andere Arten. Asphodeleae. VI. 1.
Kraut- und strauchartige Pflanzen, welche vorzüglich im südlichen Afrika heimisch sind, aber auch in Ost-und West-Indien, in Arabien, Syrien und Griechenland vorkommen und deren freiwillig aus den abgeschnittenen Blättern fliessender Saft zur Gewinnung der Aloe ein­gekocht wird.
Alle Aloesorten besitzen einen eigentümlichen, starken und widrig bitteren Geschmack und einen specifischen mit Myrrhen und Safran zu vergleichenden Geruch, starker Alkohol oder kochendes Wasser löst sie vollständig auf; aus letzterem scheidet sich beim Erkalten eine amorphe-harzartige Verbindung aus.
a. Durchscheinende, glänzende Aloesorten. Aloes lucidae.
Aloe Capensis, glänzende Aloe, Kapaloe, vom Kap der guten Hoffnung, ist die officinelle Sorte. Schwarzbraune Massen, ins Grünliche schillernd, grünbestäubt, leicht brechend in breitmuschelige, glas­glänzende Stücke, die an den Kanten mit gelbbrauner Farbe durchsichtig sind und ein citronengelbes Pulver geben. Unter dem Mikroskope erscheint die Kapaloe amorph; bringt man eine kleine Menge mit einem Trojifen Wasser unter dasselbe, so zerfällt die Probe emulsionsartig zu Tropfen ohne jede Krystallisation.
Aloe Socotorina, von der Insel Socotora und der
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Ostkiiste Afrikas, früher sehr geschätzt, jetzt nur noch selten in den Handel kommend, besitzt eine schön braun­rote Farbe und giebt ein mehr rotgelbes Pulver. Sie zeigt unter dem Mikroskope zahlreiche Kryställchen.
b. Undurchscheinende, leberfarbige Aloesorten. Aloes hepaticae.
Dieselben sind dunkel-leberbraun bis schwarz, auf dem Bruche undurchsichtig, gepulvert goldgelb bis schokoladebraun; iinter dem Mikroskope mit Wasser befeuchtet zeigen sie zahlreiche Kryställchen. Man unterscheidet im Handel Bombay-, Zanzibar-, CuraQao-und Barbados-Aloe.
c Aloesorten, durch Auskochen der bereits zur Aloegewinnung gebrauchten Blätter erhalten.
Dieselben sind undurchsichtig, schwärzlich und stark mit Sand etc. verunreinigt. Dieselben kommen kaum mehr in den Handel und wurde namentlich Mokkaaloe und Aloe caballina unterschieden.
Prüf. Backt ausgetrocknete, gepulverte Aloe im Wasserbad unter Dunkelung zusammen, so sind fremde harzartige Körper beigemengt. Bildet die weingeistige Lösung beim Stehen Bodensatz, so sind gummiartige Körper beigemengt.
Bestandteile. Aloebitter, bis zu 600/0, in der Kap-Aloe in amorphen (dann Aloetin genannt) in den anderen Aloesorten zum grössten Teil in kristallinischem (dann Aloin genannt) Zustande enthalten; Aloeharz (bis 350/0), löslich in Wein­geist sowie in einer heissen wässrigen Lösung des Aloe­bitter, beim Erkalten sich grösstenteils wieder abscheidend. — Der Geruch der Aloe ist durch eine äusserst geringe Menge ätherischen Oels bedingt.
Anw. Innerlich als Laxans, 1I10 der Dosis als Amarum. Aeusserlich als Granulationen beförderndes Streupulver. Pferd 30,0—50,0; Bind 40,0—60,0; Schaf 15,0—30,0; Schwein 5,0—15,0; Hund 2,0—5,0; Katze 0,2—1,0. Vom Extr. Aloes werde die Hälfte gegeben.
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Extractum Aloes. 1 T. Aloe wird in 5 T. siedendem Wasser gelöst, die er­kaltete Lösung nach 2 Tagen vom ausgeschiedenen Harze ab-koliert und zur Trockne verdampft. Gelbbraune, in Wasser trübe, lösliche Masse.
*Tinctura Aloes. Aloe 1 T, Spiritus vini rectificatissimus 5 T, löse und filtriere. Eine bräunliche klare Flüssigkeit.
Tinctura Aloes composita. Elixir ad longam vitam. Zusammengesetzte Aloetinktur. Lebensessenz. Aloe 6 Teile, Eadix Ehei, Eadix Gentianae, Ehizoma Zedoariae, Crocus, je 1 Teil, werden mit Spiritus dilutus, 200 Teilen, maceriert und filtriert.
*Compound Tincture of Aloes der englischen Tierärzte.
Aloe, 4 Teile, Myrrha, 2 Teile, Spiritus, 40 Teile, Aqua, 20 Teile, werden maceriert und filtriert.
*Electuarium laxativum.
Electuarium simplex, einfache Latwerge.
Natrium sulfuricum pulveratum, 350 g, Aloe, 30 g, Eadix
Althaeae pulverata, 100 g, Aqua communis, so viel wie nötig
ist, dass das Gemenge zur Latwerge verarbeitet werden kann.
*Pilulae laxativae. Pilulae aloeticae,Laxierpillen,Phissicks derEngländer. Aloes, 4 Teile, Sapo viridis, 1 Teil. Die gepulverte Aloe wird mit der Seife in einem Mörser zu Masse angestossen, woraus die Pille geformt wird.
*Massa pilularum laxativarum.
Aloe, 60 Teile, Aqua, 5 Teile, Sapo viridis, 15 Teile.
Die gepulverte Aloe wird mit dem Wasser in einem Wasser­bade zu einer gleichförmigen Masse geschmolzen, darauf die Seife hinzugefügt. Man erhält die Mischung bis zur vollständigen Vereinigung der Substanzen in der Wärme, giesst sie darauf in Töpfe aus, in welchen sie aufbewahrt werden kann. Man formt daraus, dem Gebrauch entsprechend, eine Quantität Pillen von 25—40 g ä Stück.
Balsamum vulnerarium. (Siehe „Asa foetidaquot;.)
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Catechu. Terra Japonica.
Ein in Indien bereitetes Extrakt von sehwachem Gerüche, zusammenziehendem, bitterlichem, zuletzt süsslichem Geschmacke, undurchsichtig, braun bis schwarzbraun. Man unterscheidet folgende Sorten:
Gambir - Katechu. Von Uncaria Gambir. Eubia-ceae. V. 1. Kletterstrauch Hinterindiens. Die Blätter werden ausgekocht, der Auszug verdampft, der gallertartige Kückstand in Würfel bis 3 ccm Grosse zerschnitten und getrocknet. Ist meist leichter als Wasser, matt dunkelbraun, auf dem Bruche matt erdfarbig, in Glycerin unter dem Mikroskope erscheint es als ein Haufwerk kleinster Krystallnadeln. (Katechin.)
Pegu-Katechu sen Catechu nigrum. Von Acacia Catechu und A. Suma, Mimoseae. XVI. Bäume Ostindiens, deren Kernholz zur Bereitung des Extractes dient. Kommt in grossen Blättern verpackt in den Handel. Bildet unförmliche, oft mit Blättern durchsetzte, dunkelbraune spröde Massen, auf dem Bruche gleichförmig, grossmuschelig, glänzend; mit Glycerin angerieben erweist es sich unter dem Mikroskope ebenfalls mehr oder minder krystallinisch.
*Palmenkatechu von Areca Catechu. Palmae XXI. Eine ostindische Palme, deren Samen (die sog. Areka- oder Betelnüsse) zur Gewinnung des Extraktes dienen. Palmenkatechu bildet scheibenförmige, flache mit Keisspelzen bestreute Kuchen, welche auf dem Bruche glänzend schwarzbraun sind. Dieses Präparat findet sich nur in indischen Bazars zum Betelkauen, nicht aber im Grosshandel und ist eigentlich nicht als Katechu zu bezeichnen, da die Arekasamen kein Katechin enthalten. Prüf. In siedendem Weingeist löse es sich zu 85 0/0 auf; das
mit der 10 fachen Menge Weingeist verdünnte Filtrat,
werde durch Eisenchlorid grün, nicht schwarz gefällt.
Siedendes Wasser löse mehr als 850/0, beim Verbrennen
hinterlasse es nicht mehr als 60/0 Asche. Bestandteile. Katechin(Katechusäure)undKatechugerbsäure. Anw. Wie Tannin, in doppelter Dosis.
Tinctura Catechu. Catechu 1 Teil, Spirit, dilutus 5 Teile.
*Kmo. Gummi gambiense. Gummi rubrum. Pterocarpus Marsupium. Papüionaceae. XVII. 4. Mächtige Bäume am Hymalaya und namentlich auf Mala-
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bar, aus deren verwundeter Rinde Saft austritt, welcher bald erhärtet.
Unregelmässig vieleckige, schwarzrote, durchscheinende, geruchlose Körner von adstringierendem Geschmacke, leicht zu einem braunroten Pulver zerreibbar. In kaltem Wasser quellen sie auf und färben dasselbe schwach rot, in heissem lösen sie sich zu einer beim Erkalten sich trübenden Flüssigkeit, in Alkohol vollständig mit dunkelroter Farbe.
Bestandteile. Kinogerbsäure (bis 750/0), Kinorot und etwas Brenzkatechin.
Anw. Aeusserlich und innerlich als Adstringens und Haemo-statikum in Form von Streupulver, Dekokt, Pillen. Hund 0,5 — 2,0.
Succus Liquiritiae.
Succus Liquiritiae crudus. Stissholzsaft. Lakriz.
Glyzyrrhiga glahra. Papilionaceae. XVII. 4.
Wird, in Spanien, Kleinasien, Süditalien und Griechenland aus der frischen Wurzel bereitet. Kommt in etwa 15 cm langen und 2 cm dicken, schwarzen oder schwarzbraunen, gewöhnlich mit einem Stempel versehenen, aussen mehr oder-minder glänzenden Stangen zu uns, öfters in Lorbeerblätter eingehüllt. In der Kälte ist er so spröde, dass er sich zerbrechen lässt, in der Wärme zähe und biegsam, von schwachem, etwas brenzlichem Gerüche und süssem Geschmacke.
Prüf. In Deutschland ist die italienische Ware die geschätzteste. Der französische Lakriz, in 10 cm langen, 1 cm dicken, minder süssen Stangen enthält Weizenmehl, der englische Lakriz, in langen Stängelchen von 5 mm Durchmesser enthält Kartoffel­stärke. Hinterlässt Lakriz beim Behandeln mit kaltem Wasser weniger als 15 0/0, so ist wahrscheinlich Zucker beigemengt, beträgt der Rückstand mehr als 25 0/0, so liegt ein zu grosser Zusatz fremder Körper vor, worüber das Mikroskop Auf-schluss giebt, unter welchem namentlich kleine Stärkekörner sich erkennen lassen sollen, der Wassergehalt darf 17%, der Aschengehalt 60/0 nicht überschreiten.
Bestandteile. Glyzyrrhizin (ein Glykosid, bis 100/0), Zucker (bis 16 raquo;/o), Gummi, Farbstoff, Schleim.
Anw. Geschmackskorrigens, Expectorans in 3—50/0 Lösung. Arzueimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2
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Succus Liquiritiae depuratus. Durch Ausziehen mit kaltem Wasser und Eindicken des Auszuges zur Trockne erhalten.
#9830;Extractuin Ligui Caiupechiani. Campecheholzextrakt. Haematoxylon Campechianum. Caesalpineae, X. Bäume Centralafrika's, deren Holz ausgekocht und die Ab­kochung eingedickt wird.
Eötlichhraune, spröde Masse, auf dem Bruche glänzend, süsslich, hinterher herbe und bitter schmeckend, mit Wasser eine trübe rötlich braune Lösung gebend. Bestandteile. Gerbstoff, Farbstoff, Harz. Anw. Bei Entzündungen im allgemeinen; mit günstigem Erfolge bei angehenden Sehnen-Entzündungen gebraucht.
4. Milchsäfte.
Die Milchsäfte verschiedener Pflanzen zeigen nach dem Trocknen ein verschiedenes Verhalten. Man unterscheidet:
a.nbsp; Kautschukkörper, unlöslich in Alkohol und Wasser, fast vollständig aus Kohlenwasserstoffen bestehend.
b.nbsp; Narkotische und scharfe Milchsäfte, sowohl in Wasser wie in Alkohol nur zum Teil löslich, neben Gummi und Harz Alkaloide, Bitterstoffe oder indifferente Körper in grösserer Menge enthaltend. Sie geben mit Wasser verrieben keine Emulsion.
c.nbsp; Gummiharze, fast nur aus Schleim oder Gummi und Harz bestehend, daher beim Verreiben mit Wasser eine Emulsion gebend. Sie bestehen aus einem in Wasser löslichen und in Weingeist unlös­lichen Teil (Schleim oder Gummi) und aus einem in Weingeist löslichen und in Wasser unlöslichen Teil (Harz). Ausserdem enthalten sie ätherisches Oel oder drastische Stoffe. Ammoniacum, Asa foetida, Galbanum lassen sich nur in der Frostkälte
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pulverisieren, da sie beim Erwärmen zusammen­ballen.
a. Kautschukkörper.
*Kautscliuk. Gummi elasticum, Kesina elastica.
Federharz. Sißwnia elastica (Hebea elastica). Euphorhiaceae XXI. 11 Ein 15—18 in hoher Baum Brasiliens und Guianas.
Urceola elastica. Apocyneae V. 1. Ein bis 130 m langer Schlingstrauch der ostindischen Inseln.
Urostigma elastica. Artocarpeae. XXI. 1. Ficits elastica. XXI. 3. Moreae. Hohe Bäume Ostindiens. Der durch Verwundung der genannten und vieler anderer Pflanzen der Artokarpeen, Urticineen und Euphorbiaceen aus­fliessende weisse Milchsaft, welcher entweder auf Lehmformen, auch Flaschen, alte Schuhe etc. gestrichen und über Feuer und im Eauch (Amerika) oder an der Luft (Ostindien) getrocknet wird, oder in Platten oder formlosen Massen (Speckgummi) erhärtet vorkommt. Er ist elastisch, graubraun, Speckgummi ist innen weiss, löslich in Schwefelkohlenstoff, Benzol, Chloro­form und Terpentinöl. Bestandteile. Kohlenwasserstoffe der Formel C10 H16. Anw. In der Chirurgie zu Instrumenten vieler Art. Hierzu eignet sich besonders das vulkanisierte Kautschuk, welches dadurch erhalten wird, dass man Kautschuk mit Schwefel (2—-3 pCt.) verbindet. Es erhält dadurch die Eigenschaft in der Wärme und Kälte gleich elastisch zu bleiben, wird aber mit der Zeit beim Gebrauch spröde. Durch grösseren Znsatz von Schwefel wird es hornartig (Ebonit, Vulkanit).
(Jutta Percha.
Dichopsis Gutta (Isonandra Guttd). Payena macro-
phylla. Sowie viele andere Bäume der Sapotaceen
VIII. 1. MalaMa, Sumatra etc.
Der durch Verwundung der Bäume gewonnene, an der Luft getrocknete Milchsaft bildet eine lederartige, etwas elastische, aussen braune, innen weissliche, fa-
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serig-blätterige, mit Rinden und Holzstücken verunrei­nigte Masse, löslich in Chloroform, Benzol, Schwefel­kohlenstoff und Terpentinöl. Wird gegen 1000 (in heissem Wasser) weich und plastisch und nimmt beim Erkalten unter Beibehaltung der gegebenen Form die Härte wieder an. Bestandteile. Kohlenwasserstoffe der Formel C10H16. Anw. Zu Kitten, gewalzt zu Verbänden, gereinigt als Zahnkitt.
Traumaticin. Kleingeschnittene, getrocknete Guttapercha 1 Teil, werde mit Chloroform 6 Teilen in wohlverschlossenem Gefässe bis zur erfolgten Lösung maceriert. Anwendung wie Kollodium.
Guttaperchapapier (Krankenleder, Percha lamellata).
Wird erhalten, indem man die durch Umschmelzungen unter heissem Wasser gereinigte Masse papierdünn auswalzt. Das Guttaperchapapier sei rotbraun, durchscheinend, sehr elastisch und nicht klebend.
Gutta Percha depurata.
Bildet gelblich weisse Massen, gewöhnlich in Stengelchen, Sie wird leicht spröde und soll deswegen unter Wasser auf­bewahrt werden.
*Defay's Hufkitt.
Gutta Percha 2 Teile. Gummi Ammoniacum 1 Teil, werden über gelindem- Feuer unter fortwährendem Durchkneten zu­sammengeschmolzen und warm in die schadhaften Stellen des Hufes gestrichen.
*Frickersche Schienenmasse. Guttapercha 500 Teile, Adeps 200 Teile, Eesina Pini 150 Teile, werden zusammen geschmolzen. Wird auf Leinwand aufgetragen, um zu anschliessenden Schienen bei Knochenbrüchen zu dienen.
b. Narkotische und scharfe Milchsäfte.
f Opium. Laudanum. Meconium.
Papqver somnifermn. Papaveraceae. XIII. 1.
Wird in Kleinasien, Persien, Arabien, Aegypten
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und China gewonnen, indem man die unreifen Samen­kapseln des Mohns, sobald sie zolllang geworden sind, der Quere nach anritzt, den ausquellenden Saft, nach­dem er etwas erhärtet ist, sammelt, an der Luft trocknen lässt und dann die Klümpchen zu Kuchen zusammendrückt.
Es bildet eine undurchsichtige, braune, anfangs weiche, völlig lufttrockene aber spröde Masse von charakteristischem Gerüche und scharf bitterem, bren­nendem Geschmack. Es ist in Wasser und Alkohol nur zum teil, mit saurer Eeaktion löslich.
Kleinasiatisches oder Smyrnaer Ojnum ist die beste (morphiumreichste) Sorte und bildet etwas flache Brode von 50 bis 800 g Gewicht, dicht in Mohn­blätter eingehüllt; die Mohnblätter sind meist mit lose haftenden Rumexfrüchten bestreut. Auf dem grobkörnig unregelmässigen Bruche treten einzelne, etwas hellere Körnehen, sog. Thränen, hervor. (Thränenopium).
*Aegyptisches oder thebaisches Opium kommt in ähnlichen Kuchen wie kleinasiatisches vor, die ein­hüllenden Mohnblätter sind aber niemals mit Rumex­früchten bestreut.
*Andere Opiumsorten kommen kaum in den Handel, da sie im eigenen Lande verbraucht werden und unterscheiden sich schon durch die abweichende Form und Umhüllung.
Prüf. Das offizinelle kleinasiatische Opium ist schon durch das Vorhandensein der „Thränenquot;, sowie der Rumexirüchte leicht zu erkennen. — Geringere Qualitäten, durch Bei­mischung des Extraktes der ausgekochten Mohnkapseln hergestellt, riechen schwächer und zeigen keine Thränen. Kocht man etwas Opium mit der lOfachen Wassermenge, so darf der Auszug nicht zu schleimig und durchaus nicht kleistrig sein, was die Gegenwart von Stärke, Weizenmehl, Salep oder Kirschgummi anzeigen würde. — Opium enthält
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keine Stärkekörner, sodass sich also Beimischung von Stärke leicht durch's Mikroskop erkennen lässt. — Wird die oben erwähnte Abkochung nach dem Filtrieren mit der fünffachen Wassennenge verdünnt, so muss sie die Farbe von Weiss­wein besitzen; braune Färbung deutet auf Zusatz von Lakriz, Schöllkrautsaft etc. hin. — Der Rückstand der wässrigen Auskochung. auf einem Filter gesammelt und bei 100deg; getrocknet, darf nicht mehr wie 460/0 betragen. — Am sichersten überzeugt man sich von der Güte des Opiums durch die Bestimmung des Morphingehaltes. Opium, welches so trocken ist, dass es sich zu Pulver ver­reiben lässt, darf nicht weniger wie 100/0 Morphium liefern; zur Bestimmung des Morphins giebt die Pharma-kopöa eine ausführliche Vorschrift, zu deren Ausführung dem Tierarzte die Uebung und die Utensilien meistens fehlen dürften. Der Gewichtsverlust des Opiums beim Trocknen darf nicht über 160,/0 betragen.
Bestandteile. Bis zu 1li des Gewichts kann Opium aus Alkaloiden bestehen, die übrigen 3/4 bestehen aus Mekonsäure, Opiansäure, Thebolaktinsäure, Kautschuk, Wachs, Schleim, Eiweiss, Farbstoff und anorganischen Substanzen. Der Aschengehalt des Opiums beträgt 6—80/0. Im Opium fehlen durchweg Stärkemehl und Gerbstoff. Man kennt im Opium gegen 20 Alkaloide, an Schwefelsäure und Mekonsäure ge­bunden. Die bekanntesten sind: Morphin (im Smyrnaer Opium 10—14 0/0, im ägyptischen 6—8 0/0), N a r k o t i n (4—8 0/0); die anderen Alkaloide finden sich höchstens bis zu l0/ovori so das Kodamin, Kodein, Kryptopin, Kotarnin, Gnoskopin, Hydrokotarnin, Lanthopin, Laudanin, Laudanosin, Mekonidin, Narcein, Oxymorphin, Papaverin, Protopin, Rhoeadin, Thebain, Mekonoisin, Porphyroxin.
Anw. Ais Pulver, meist jedoch in folgenden Präparaten. Als Darmberuhigungsmittel bei Durchfall, Ruhr, Bauchfell­entzündung und Darmblutungen. Pferd 5,0—15,0; Rind 15,0—30,0; Schaf und Schwein 1,0—3,0; Hund 0,1—0,5; Katzen 0,05—0,2.
Extractum Opii.
Durch Ausziehen des Opiums mit kaltem Wasser etc. bereitet. Es wird zur trockenen Masse eingedampft. Enthalte mindestens 170/o Morphin.
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Tinctura Opii simplex. Opium pulveratum 1 Teil, Spiritus dilutus 5 Teile, Aqua destillata 5 Teile, werden maceriert, ausgepresst und filtriert. 100 g enthalten etwa 1 g Morphin.
Tinctura Opii benzoica. Opium 1 Teil, 01. Anisi 1 Teil, Camphora 2 Teile, Acid, benzoicum 4 Teile, Spir. dilutus 192 Teile. Enthält 0,05 % Morphin.
Tinctura Opii crocata (Laudanum liquidum
Sydenhami),
30 Teile Opium, 10 Teile Crocus, 2 Teile Caryophylli, 2 Teile
Cortex Cinnamoni Cassiae werden mit 150 Teilen Spiritus
dilutus und 150 Teilen Wasser maceriert etc. 100 g enthalten
etwa 1 g Morphin.
Pulvis Ipecacuanhae opiatus. (Pulvis Doweri).
Opium 1 Teil, Ead. Ipecacuanhae 1 Teil, Saccharum Lactis 8 Teile, werden in gepulvertem Zustande gemischt. Früher wurde Kalium sulfuricum statt Saoch. Lactis zugesetzt.
fEuphorMvun. Gummi-resina Euphorbium.
Euphorbia resinifera. Euphorbiaceae. X7. 3.
Eine kaktusartige Pflanze Marokkos. Der aus der angeritzten Pflanze ausfliessende Milchsaft trocknet an der Pflanze ein.
Matt keUgelbliche, zerreibliche Masse, welche cha­rakteristische Formen zeigt, die bald tropfenähnlich, bald körnig oder ästig, innen ausgehöhlt, oft noch mit einem Doppelstachel Tersehen sind. Diese Formen rühren von den Pflanzenteilen her, an welchen der Milchsaft erhärtet ist und welche sich in Gestalt von Blütenteilen, Früchten, Stacheln reichlich beige­mischt finden. Der Geschmack ist anhaltend brennend scharf, der Staub bewirkt heftiges Niesen. Prüf. Euphorbium löst sich in keinem Lösungsmittel voll­ständig auf. Es sei nicht zu sehr mit Stacheln etc. ver­mischt und gebe mit Wasser keine Emulsion.
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Bestandteile. Euphorbon (indifferenter Körper, etwa 200/0),
scharfes Harz (380/0) Gummi (180/0) äpfelsaure Salze (120/0)
anorganische Salze (100/0). Anw. Nur äusserlich zu scharfen Einreibungen. Zu Em-
plastrum Cantharidum perpetuum, Oleum canthari-
datum compositum.
c. Gummiharze.
fGrutti. Gummi-resina Gutti. Gummigutt.
Garcinia Morella. XJ. 1. Glusiaceae.
In Hinterindien einheimischer Baum, aus dessen Rinden-Einschnitten fliessender Milchsaft in Bambus­röhren gesammelt wird.
Bis 7 cm dicke, walzenförmige oder verbogene und zusammengeflossene Massen von pomeranzengelber Farbe, leicht in flachmuschelige, undurchsichtige Splitter zer­brechend. Geruchlos, von schwachem, später brennendem Geschmacke, zu einem schön zitronengelben Pulver ver­reibbar und mit 2 Teilen Wasser eine schön gelbe Emulsion gebend, welche auf Zusatz von 1 Teil Aetz-ammoniak klar und feurigrot wird. Prüf. Auf dem Bruche löcheriges Gummi sowie krümliches und mit Sand etc. verunreinigtes ist zu verwerfen. — Schollen- oder Kuchengutti, formlose meist Holzstückchen enthaltende Klumpen bildend, ist von geringerer Güte. Bestandteile. Purgierend wirkendes Harz (Gambogiasäure
bis 800/0), Gummi. Anw. Drastisches Abführmittel als Latwerge oder in Pillen­form. Pferd 15—30,0; Rind 30—45,0; Schwein 2—4,0; Hund 0,2-1,0.
Aminoniacum. Gummi-resina Ammoniacum.
Dorema (Peucedanum) Ammoniacum. Umbellif. V. 2.
Hohe Staude Persiens und Jerusalems, welche aus Einschnitten in den Stengel den Milchsaft austreten und erhärten lässt.
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Lose mehr oder minder zusammenhängende Kömer (Ammoniacum in granis) oder aus solchen zusammen geflossenen Massen (Ammoniacum in massis) von bräun­licher Farbe, welche auf dem frischen Bruche von trübweisslicher Farbe sind. Geschmack unangenehm aromatisch scharf-bitter, Geruch eigenartig. Liefert mit 3 Teilen Wasser eine weisse Emulsion.
Prüf. Vom ähnlichen Galbanum unterscheidet es sich durch
den frisch milchweissen Bruch und den Mangel einer Keaktion
mit Salzsäure und Ammoniak. — Ammoniacum in massis
werde nur wenn körnerreich und nicht mit Pflanzenresten
und Sand vermischt, angewendet. Bestandteile. Harz, Gummi, ätherisches Oel (bis 60/o)-Anw. Ausser zur Defayschen Hufmasse (S. 20) zuweilen
als Expektorans, krampfstillendes Mittel und Diuretikum.
Pferd 10,0—16,0; Rind 15,0—25,0; Schaf, Ziege 5—10,0.
Zu Emplastrum Lithargyri compositum.
Galbanum. Gummi-resinaGalbanum. Mutterharz. Ferula (Peucedanum) galbanißua u. rubicaulis. JJmbellif.
V. 2.
Der meist freiwillig am Stengel und an der Blatt­basis ausgetretene und erhärtete Milchsaft einer Staude Persiens.
Lose oder zusammengeklebte Körner (Galbanum in granis) von bräunlicher oder gelblicher, oft etwas grüner Farbe, welche auf dem frischen Bruche nicht weisslich erscheint; oder es bildet braune leicht er­weichende Massen, in welchen die Körner liegen (Gal­banum in massis). Geruch kräftig aromatisch, Ge­schmack mehr bitter wie scharf. Prüf. Mit dem Sfachen Wasser Übergossen, fluoresciert es nach Zusatz von 1 Tropfen Ammoniak mit bläulicher Farbe; mit Salzsäure Übergossen, färbt es dieselbe nach einiger Zeit schön rot. (ümbelliferonreaktion, Unterschied von Ammoniacum.) — Nur körnerreiche Sorten und nicht mit Pflanzenresten etc. vermischte Sorten werden angewendet.
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Bestandteile. Harz, Gummi, ätherisches Oel (bis 70/0), üm-
belliferon (Oxykumarin). Anw. Selten, wie Ammoniacum. Zu Emplastrum Lithar-
gyri compositum.
Asa foetida. Gummi-resina Asa foetida.
Stinkasant, Teufelsdreck.
Ferula (Fencedanum) Scorodosma u. Narthex, Umbellif.
V. 2.
Mannshohe Doldengewächse des westlichen Hoch­asiens und Südpersiens.
Der aus der zum teil biosgelegten und ange­schnittenen Wurzel ausfliessende und an der Luft erhärtete Saft bildet entweder lose oder zusammen­geklebte Körner (Asafoetida in granis) oder ansehnliche Klumpen aus brauner Grundmasse mit eingesprengten Körnern. (Asa foetida in massis).
Aussen grau violett oder braun, auf dem Bruche frisch weisslich, aber bald rötlichgelb, violett und zuletzt schmutzig braun werdend. Geruch und Ge­schmack äusserst eigentümlich knoblauchartig. In wohlverschlossenen Gefässen, getrennt von andern Medikamenten aufzubewahren. Prüf. Braust Asant mit Salzsäure auf, so enthält er Cal-ciumkarhonat, färbt sich dabei die Salzsäure violett, so ist Galbanum zugegen. Beim Verbrennen hinterlasse er nicht über 60/0 Asche. Bestandteile. Schwefelhaltiges ätherisches Oel (bis 60/0), Perulasäure (Methylester der Dioxyphenylakrylsäure), Umbelliferon, Harz, Gummi. Anw. Gegen Krampfkolik in Pillen, als Klystier mit Essig. Pferd 10,0—25,0; Hund 0,5—2,0. Macht einen Bestand­teil vieler Magistralformeln und vieler als Pferdepulver, Viehpulver u. s. w. gebrauchter Arzneimittel aus.
*Tinctui'a Asae foetidae. Asa foetida 1 Teil, Spiritus 5 Teile, digeriere und filtriere.
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*Balsamiim vulnerariura, Wundbalsam. Oleum TerMntliinae 1 Tell, Tinctura Aloes, Tinctura Asae foetidae, Tinctura Myrrhae, je 2 Teile.
Myrrha. Gummi-resina Myrrha. Myrrhe.
Balsamea Myrrha (Balsamodendron Myrrha) Hur-seraceae. VIII. 1.
Eines in Arabien einheimischen Bäumchens freiwillig aus der Rinde fliessender und an der Luft erhärteter Milchsaft.
Körner oder löcherige Massen von gelblicher, röt­licher oder brauner, innen oft stellenweise weisser Farbe, oberflächlich bestäubt, nach dem Abwischen wachs­glänzend. Die kleinen Stücke sind durchscheinend. Der Geruch ist eigentümlich balsamisch, der Geschmack bitter, gewürzhaft, mit Wasser verrieben giebt die Myrrha eine gelbe Emulsion.
Prüf. Betupft man Myrrha mit Alkohol und bald darauf mit Salpetersäure, so färbt sich diese violett. Bdellium (ein Gummiharz aus Afrika) ist öfters beigemengt, aber dunkler, oft schwarzbraun und giebt obige Reaktion nicht; ebensowenig Kirschgummi und ordinäres arabisches Gummi, welche fast durchsichtig sind und befeuchtet klebrig werden. Bestandteile. Harz, Gummi, ätherisches Oel (bis 30/0),
Bitterstoff. Anw. Selten, meist äusserlich als Streupulver und zu Salben bei schlecht granulierenden Wunden. Zu Balsamum vulnerarium.
Tinctura Myrrhae. Myrrha 1 Teil, Spiritus 5 Teile, digeriere und filtriere.
5. Balsame und Harze.
Finden sich in den verschiedenen Pflanzenteilen in besonderen Gängen, den sog. Harzgängen, aus Inter-cellularräumen entstanden. Sie fiiessen entweder frei­willig beim Bersten der Rinde oder aus künstlichen
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Einschnitten der Stämme aus. Sie sind unlöslich in Wasser, vollständig löslich in Weingeist, Aether, Schwefelkohlenstoff, Chloroform oder in allen oder der Mehrzahl dieser Lösungsmittel. Wurden bisher als Hart­harze, Weichharze und Balsame unterschieden, wobei eine Grenze zwischen den beiden letzten kaum zu ziehen war.
Balsame heissen die halb- oder ganzÜüssigen Sub­stanzen dieser Gruppe, welche meist wie die ätherischen Oele beim Stehen an der Luft Sauerstoff aufnehmen und allmählich hart werden (verharzen). Sie enthalten entweder nur ätherisches Oel (Terpene) und Harz, so dass sie sich von vielen Harzen (Elemi, Eesina Pini) nur durch die Konsistenz unterscheiden, oder sie ent­halten Harz und ätherisches Oel nur als ganz unter­geordnete Bestandteile, indem sie vorwiegend aus aroma­tischen Säuren, Alkoholen und Estern bestehen (Peru-, Tolu-, Styraxbalsam). Diese letzteren sind als die eigentlichen Balsame anzusehen.
Harze heissen die festen Substanzen dieser Gruppe. Dieselben enthalten zum teil ätherisches Oel (Terpene), grösstenteils oder vollständig bestehen sie aber aus einem Gemenge verschiedener Harze, welche sich meist durch ihr verschiedenes Verhalten gegen Lösungsmittel, sowie ihren mehr oder minder säureartigen Charakter unterscheiden. Sie schmelzen in der Wärme, können nicht ohne Zersetzung destilliert werden und brennen mit leuchtender Flamme.
a. Eigentliche Balsame.
Balsamimi Peruvianum. Balsamum Indicum
nigrum, Perubalsam, Wundbalsam.
Toluifera (Myroxylon) Fareirae. Papilionaceae. X. 1.
Ein in Mexiko, Columbien und Peru wachsender
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Baum, in dessen Rinde man Einschnitte macht und das Ausfliessen des Saftes durch ein ringsum den Baum angemachtes Feuer befördert. Der Saft wird von wollenen Lappen aufgesogen, die man in die Einschnitte steckt; wenn sie völlig durchtränkt sind, werden sie mit Wasser ausgekocht, wobei sich der Balsam absondert. Sirupartige, dunkelbraune, in dünnen Schichten durchsichtige Flüssigkeit, die angenehm vanilleähnlich riecht, scharf aromatisch schmeckt, ein spec. Gew. von 1,135—1,145 besitzt, an der Luft nicht eintrocknet. Der Balsam zeigt saure Reaktion (freie Zimmt- und Benzoesäure), löst sich im gleichen Gewichte Alkohol und Aether und Schwefelkohlenstoff klar auf; weiterer Zusatz bringt Trübung durch ausgeschiedenes Harz hervor; verdünnter Alkohol, fette und ätherische Gele, Petroleumbenzin lösen ihn nur teilweise. Mit dem Balsam bestrichene Korkscheiben dürfen nicht anein­ander kleben.
Prüf. Liegt das spec. Gewicht unter 1,135, so ist der Balsam verfälscht. — Mit üherschüssigem Schwefelkohlenstoff ge­mischt, darf dieser nach dem Ahgiessen nicht oder nur ganz schwach fluoreszieren, sonst ist Gurjunbalsam (pag. 32) beigemischt. — Mit Petroleumbenzin tüchtig geschüttelt, gehe dieses nach dem Verdunsten einen flüssigen Eückstand (Cinnamein), welcher selbst beim Erwärmen nicht nach Terpentin, Styrax und Copaivabalsam rieche. Setzt man zum Eückstande einige Tropfen Salpetersäure so werde der­selbe rein gelb. Blaue oder violette Farbe deutet auf Styrax und Gurjunbalsam. — Beim Schütteln von 5 Tropfen Balsam mit 3 Cc. Ammoniak entstehe selbst nach 24 Stunden keine Gallerte, da sonst der Balsam mit Colophonium verfälscht ist. — Mischt man 10 Tropfen Balsam mit 20 Tropfen Schwefelsäure, so entstehe eine zähe, violette Mischung, welche mit kaltem Wasser ausgewaschen, einen harzartigen, in der Kälte spröden Rückstand hinterlasse. Schmierige Beschaffenheit zeigt Ricinusöl, Aufschäumen und Geruch nach Schwefeldioxyd Copaivabalsam an. Die abgetrocknete
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Harzmasse muss sich in Aether lösen, ausserdem ist Benzoe oder Styrax zugegen. — Werden 2 Tropfen Balsam auf dem Wasserhade mit 1 Tropfen Kalkhydrat verriehen, so entstehe kein Fettgeruch und die Mischung erstarre nicht (Harze, Fette).
Bestandteile. Benzoe- und Zimmtsäure (6 — 80/0), Cinnamein (zimmtsaures Benzyl, bis zu 600/o)! Styracin (zimmtsaures Cinnamyl), Harz.
Anw. Innerlieh selten als Expektorans, Diuretikum, Anti-cystitikum. Aeusserlich gegen Räude rein oder mit 2—10 Teilen Lanolin, zu Wundsalben 1:10. Pferd 10,0—15,0; Rind 15,0—25; Hund 0,1—1,0.
*Emulsio papillaris. Mittel gegen wunde Warzen. Bals. Peruvianum 4 Teile, Oleum Olivarum 8 Teile, Gummi arabicum 4 Teile, Aqua Rosarum 60 Teile, mische zur Emulsion.
*Aqua digestiva balsamica, Digestivwasser. Terebinthina communis 60 T, Balsamum Peruvianum 15 T, Vitellum Ovi 2 Stück, Aqua Calcariae 180 T.
Styrax liquidns.
Balsamum Styracis, Ambra liquida, Storax. Liquidamhar oricntalis. Styraceae. XXI. 13.
Platanenähnlicher Baum Kleinasiens. Im Juni und Juli wird die Rinde abgelöst, aus dieser der Balsam mit Wasser ausgeschmolzen und die Rinde ausgepresst.
Klebrige, langsam fliessende, graue, benzoeartig riechende Masse. In heissem Alkohol, in Aether und Benzol löst er sich nahezu vollständig, in Petroleum­benzin nur etwa ein Drittel auf. Nach dem Arznei­buche ist Storax vor dem Gebrauche durch Auflösen in Alkohol, Filtrieren und Wiedereindampfen der Lösung zu reinigen.
Prüf. Er sinke auch in der Wärme im Wasser unter, sonst enthält er Terpentin, welches spec, leichter ist. Er enthalte
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nicht zu. viel Eindenstücke und andere mechanische Bei­mengungen.
Bestandteile. Zimmtsäureester des Storesins {C3i H65 (OH)j bis 500/0), des Phenylpropylalkohols, des Zimmtalkohols (Styracin), des Aethylalkohols; freie Zimmt- und Benzoe-säure, Styrol (Phenyläthylen), Harz, vielleicht auch Cinnamein und Aethylvanillin.
Anw. Gegen Hautparasiten statt des teuren Perubalsams.
#9830;Linimentum Styracis. 1 T. Styrax, 2 T. 01. Olivarum unter Erwärmen gemischt.
Balsamum tolutanuin, Balsamum de Tolu, Tolubalsam. löluiferaBalsamum(Myroxylontoluiferum). Papilionaceae. X. 1. Ein Baum Südamerikas. Der aus den angeschnittenen Stämmen fliessende Balsam ist durchsichtig gelb, von der Kon­sistenz des Terpentins, besitzt einen lieblichen Geruch und aromatisch süsslichen Geschmack. Allmählich wird er dunkler und dicker und schliesslich erhärtet er zu krystallinisch glän­zenden bräunlichen Stücken. Prüf. Er sei löslich in Aceton, Weingeist, Chloroform, Kali­lauge, unlöslich in Benzin und Schwefelkohlenstoff. Bestandteile. Zimmtsäure- und Benzoesäure-Benzylester. Freie Zimmt- und Benzoesäure, Harz, äth. Oel (Tolen, C10 H16). Anw. Selten, namentlich zum üeberziehen von Pillen.
1). Harze mit ätheriscliem Oele.
Hier werden auch die wegen ihrer Konsistenz früher gleichfalls Balsame genannten Harze abgehandelt.
Balsamum Coparvae. Copaivabalsam.
Gopaifera ofßcindlis, C. Guianensis, C. multijuga und andere Arten. Caesalpiniaceae. X. 1.
Hohe Bäume Westindiens und Südamerikas. Der Balsam fliesst aus der angeschnittenen Kinde.
Helle oder dunkelgelbe klare Flüssigkeit, nicht oder nur schwach fluoreszierend, von eigentümlich bal-
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samischem Gerüche und anhaltend scharfem, bitterlichen Geschmacke. Mit Weingeist, Schwefelkohlenstoff, Aether, fetten und ätherischen Oelen, Kaülauge und Ammoniak mischbar. Wird allmälich dickflüssiger.
Prüf. Erhitzt man einige Tropfen im Porzellanschälchen ge­linde, so zeigt Terpentinölgeruch Beimengung von Terpentin an; bei noch stärkerem Erhitzen deutet der Geruch nach glimmenden Talgkerzen (Akrolein) auf beigemischtes fettes Oel. — Fluoreszenz deutet auf Beimengung von ost­indischem Gurjunbalsam oder dem ostindischen Balsam von Hardwickia pinnata. Gurjunbalsam wird ferner an der rotvioletten Färbung erkannt, welche beim Schütteln der Schwefelkohlenstofilösung mit einigen Tropfen Schwefel-Salpetersäure auftreten. 1 T. Balsam mit 5 T. Wasser von 50deg; tüchtig geschüttelt, gebe ein trübes Gemenge, das sich im Wasserbade bald wieder in 2 klare Schichten trennt, sonst ist Gurjunbalsam zugegen.
Bestandteile. Aetherisches Oel (40—600/0), Harz (sog. Copaivasäure).
Anw. Innerlich in Substanz oder als Emulsion, wie Bals. Peruvian. In der Menschenheilkunde innerlich bei Tripper.
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Tereblntliina comnuinis. Gemeiner Terpentin.
Pimisarten Europas und Nordamerikas. Ahietineue. XXI. 2.
Pinus Pinaster (P. maritima, Strandkiefer) liefert den französischen Terpentin. Pinus Laricio (Schwarz­föhre) und P. silvestris (Kiefer, Föhre) liefern den deutschen Terpentin. Pinus Taeda und P. australis liefern den amerikanischen Terpentin.
Durch Verwunden der Bäume im Frühjahr fliesst bis zum Oktober der Harzsaft aus, welcher erwärmt und kollert den Terpentin bildet. Aus dem Terpentin erhält man durch Destillation mit Wasser das Terpentinöl. Der in der Blase bleibende Rückstand heisst Terebin-thina cocta und entspricht einem reinen Resina Pini.
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Nach dem Einsammeln des Terpentins fliesst den Winter über noch Harz nach, welches an den Bäumen erhärtet und Resina communis genannt wird. Wird dieses unter Zusatz von etwas Wasser geschmolzen und kollert, so erhält man Resina flava. Geschieht das Schmelzen längere Zeit, so dass das Wasser sich ver­flüchtigt, so entsteht nach dem Kolleren Colophonium.
Gemeiner Terpentin ist ein halbflüssiger, körnig­trüber, schwach-gelblicher Balsam von eigenem Ge­rüche und bitterem Geschmacke, in der Ruhe sich in eine klare gelbe Schicht und in einen weissen kry-stallischen Bodensatz sondernd. In der Wärme des Wasserbades wird er klar. In Alkohol und Aether ist er mit saurer Reaktion löslich. Bestandteile. Harz (Pinin-, Sylvin- und Pimarsaure?),
ätherisches Oel (Terpentinöl, 15—300/0). An w. Innerlich in Pillen und Latwergen wie 01. Terehinthinae;
äusserlich zu Salhen und Pflastern als Digestiv- und Kleb-
mittel sowie Konstituens. Zu Unguentum basilicuin.
ünguentum Terehinthinae. Terebinthina, Cera citrina, Oleum Terehinthinae werden zu gleichen Teilen zusammengeschmolzen.
*Unguentum Terehinthinae composituin. ünguentum digestivum. Digestiv-Salbe. Terebinthina 30 Teile, Vitellum Ovi 2 Stück, oder Terebinthina und Lanolinum, gleiche Teile, mische zur Salbe.
* Terebinthina Veneta.
Terebinthina laricina. Venetianischer oder Lärchen­terpentin. Larix deddua, {Pinus Larix, Larix europaea). XX T. 2. Abietineae. :d auf gleiche Weise wie der gemeine Terpentin in Südtirol und der deutschen Schweiz gewonnen.
Ein gewöhnlich klarer, mitunter etwas trüber Balsam, farblos bis bräunlich gelb oder grünlich schillernd, zähe, stark riechend, von bitterem Geschmacke.
Ärzneimittellelire I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
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Bestandteile. Harz, 2 verschiedene ätherische Oele
(Terpene, 15-25 0/o)-Anw. Innerlich statt Tereb. communis.
*llesiiia Pini.
Reslna flava. Reslna alba, Fix alba. Gelbes oder weisses Harz, gelbes oder weisses Pech. Stammpflanzen und Gewinnung hei Terebinthina. Das nach dem Ausfllessen des Terpentins nachdringende und an den Bäumen erhärtete Harz (Reslna communis) wird unter öfterm Wasserzusatz geschmolzen und kollert. Je nach­dem das Schmelzen längere oder kürzere Zelt dauert, entsteht die Reslna alba oder flava.
Gelblich welsse oder bräunlich weisse Harzmassen, mehr oder weniger spröde, von terpentinartigem Geruch, in Alkohol leicht löslich. Ersteres 1st'reicher an Wasser, deswegen von trüber Beschaffenheit, letzteres ist ärmer an Wasser und Terpentinöl und nähert sich dem Kolophonium.
Bestandteile. Harz (Abietinsäure), etwas Wasser und
Terpentinöl. Anw. Wie Kolophonium.
#9830;Ceratum Reslnae Pini. Ceratum citrinum, Emplastrum citrinum, Citronenpflaster. Cera flava 4 Teile, Reslna Pini 2 Teile, Sebum, Tere­binthina communis, je ein Teil, werden über gelindem Feuer zusammengeschmolzen und in geölte Papierkapseln gegossen. Wachsgelbe zwischen den Fingern welch und klebrig werdende Tafeln. — Wird dem Gerat 1 Teil Ebur ustum (Beinschwarz) zngemischt, so erhält man ein gutes Hufwachs.
*Emplastrum Picis irritans. Reslna Pini 32 Teile, Gera flava 12 Teile, Terebinthina 12 Teile, werden zusammengeschmolzen und mit Euphorblum 3 Teilen, gemischt.
*Elemi. Reslna Elemi. Elemiharz.
Icica Icicariba und I. Tacamahaca.
Burseraceae, XXIII. 1. Trojnsehes Südamerika.
Meist spröde, undurchsichtige Massen, von citronengelber,
hin und wieder grünlicher Farbe. Es riecht angenehm terpen-
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tinartig, erweicht zwischen den Fingern, schmilzt heim Erhitzen und löst sich grösstenteils in heissem Alkohol. Bestandteile. Harz und ätherische Oele (Terpene, his 100/o)-Anw. Zu Salben und Pflastern, selten. *Unguentum Blemi. Balsam Arcaei, Elemisalbe. Elemi, Terebinthina communis. Sebum, Adeps suilhis, je gleiche Teile, werden über gelindem Feuer geschmolzen.
c) Aechte Harze.
Dieselben sind Gemenge verschiedener, teils amorpher, teils krystallinischer Harze.
Colophouinm.
Der bei der Destillation des Terpentinöls zurückbleibende, sogenannte „gekochte Terpentinquot; wird für sich über dem Feuer geschmolzen, bis er klar erscheint. Eine grossmuschelige, in scharfkantige Stücke zerspringende, gelbliche oder hellbraune, durchsichtige Masse, fast ohne Geruch, von terpentinartigem Geschmacke, leicht schmelzend, in Alkohol, Essigsäure, Alkalien, Aether, Fetten und ätherischen Oelen vollkommen löslich. Bestandteile. Kolophonium ist das Anhyrid der Abietinsäure. Anw. Bestandteil vieler Salben und Pflaster. Zu Empl.
adhaesivum, Cantharidum und Canthar. perpet.
Unguentum basilicum, Königssalbe.
Colophonium, Cera flava. Sebum, je 5 Teile, Terebinthina
communis 10 Teile, Oleum Olivarum commune 45 Teile, werden
bei gelindem Feuer geschmolzen. Werden noch 2 Teile Pech
beigegeben, so erhält man *Unguentum basilicum nigrum.
Benzoe. Eesina Benzoes. Asa dulcis. Benzoe. Styrax Benzoin. Styraceae. XVI. 10.
Ziemlich hoher Baum der ostindischen Inseln, dessen Stamm aus Einschnitten das Harz fliessen lässt.
Benzoe hat angenehmen Geruch, besonders beim Erwärmen und süsslichen, scharfen, balsamischen Ge­schmack. Unlöslich in Wasser, löslich in Alkohol,
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zum Teil in Aether. Erhitzt erweicht sie und ent­wickelt Benzoesäuredämpfe.
Die offizineile Siambenzoe besteht aus unregel-mässigen, aussen braunroten, innen weissen Körnern (Benzoe in granis), bei den geringeren Sorten sind diese Körner in einer rötlichbraunen, glasglänzenden, spröden Grundmasse eingebettet. (Benzoe in massis). Geruch vanillenartig. Prüf. Nicht angewendet werde Sumatra Benzoe. (Benzoe amygdaloides, Mandelbenzoe). In einer grauen oder schwach hräunlichen matten Grundmasse sind grössere oder kleinere milchweisse, wachsglänzende Körner (sog. Mandeln) ein­gebettet. Geruch schwächer, mehr styraxartig. Benzoe, welche aus einer fast gleichmässigen Masse besteht, also weder Körner noch Mandeln enthält (sog. Benzoe vulgaris), ferner stark mit Bindenstücken verunreinigte werde gleich­falls nicht angewendet. Bestandteile. Harz (800/o), Benzoesäure (12—180/0). In der Sumatrabenzoe ist die Benzoesäure mehr oder weniger durch Zimtsäure vertreten. Anw. Selten, wie Benzoesäure, zu deren Darstellung das Harz dient.
Tinktura Benzoes. Benzoe 1 Teil, Weingeist 5 Teile, maceriere und filtriere. Eine rötlichbraune Tinktur, beim Verdünnen mit Wasser eine milchige, sauer reagierende Flüssigkeit gebend.
*Tinctura Benzoes composita.
BalsamumCommendatoris seu traumaticum. Zusammen­gesetzte Benzoetinktur. Kommandeurbalsam. Benzoe pulverata 9 Teile, Aloe 1 Teil, Balsamum peru-
vianum 2 Teile, Spiritus 79 Teile, werden in gelinder Weise
digeriert und filtriert.
*Mastix. Resina Mastichis.
Pistacia Lentiscus. Anacardiaceae. XXII. 5. Chios. Ein kräftiger Strauch oder ein bis fünf Meter hohes Bäumchen.
Fliesst aus Einschnitten der Rinde, erhärtet an der Luft, bildet erbsengrosse rundliche oder eckige Körner, aussen be-
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stäubt, gelblich, auf dein Bruche glasglänzend und durchsichtig. Sie sind spröde, schmelzen unter balsamischem Gerüche, werden beim Kauen zwischen den Zähnen weich.
Bestandteile. Die Harze Masticin und Masticinsäure.
Anw. Als Zusatz zu einigen Pflastern. Ist aber teuer und durch billigere Harze zu ersetzen.
f Resina Jalapae. Jalapenharz.
Ipomoea Purga. Convolvulaceae. V. 1.
Durch Ausziehen der Jalapenknollen mit Alkohol erhalten.
Braune, spröde Massen, meist in Stangen geformt, auf dem
Bruche glänzend und an den Rändern durchscheinend, beim
Kauen erweichend. Geruch schwach, Geschmack kratzend.
Prüf. Beigemengtes Jalapenknollenpulver bleibt beim Lösen
in Weingeist zurück. Etwa beigemengtes Harz der sog.
Jalapenstengel (Radix Ipomöae Orizabensis) und des Lerchen-
schwanunes (Boletus Laricis) ist durch seine Löslichkeit in
Aether, Choroform oder Schwefelkohlenstoff zu erkennen.
Das Jalapenharz. muss sich in 5 Teilen warmem Aetz-
ammoniak auflösen; diese Lösung erstarre beim Erkalten
nicht gallertartig (Kolophonium) und bleibe beim Ueber-
sättigen mit Säuren klar. (Kolophonium oder Guajakharz).
Bestandteile. Farbloses Harz, Konvolvulin genannt, welches
in Zucker und Konvolvulinolsäure spaltbar ist; Jalapin. Anw. Namentlich in Pillen wie Tubera Jalapae.
Sapo jalapinus. Eesina Jalapae 4 Teile, Sapo medicatus 4 Teile, werden ge­löst in Spiritus 8 Teilen, und im Wasserbade abgedampft auf 9 Teile.
Besina Dammar. Dammarharz. Dammara alba (Agathis alha), u. orientalis Abietineae. XXI. Hqpea micrantha u. splendida. XIII. 1. Dipterocarpeae. Hohe, tannenähnliche Nadelhölzer der ostindischen Inseln. Das freiwillig und durch Einschnitte ausfliessende Harz er­härtet zu fusslangen, handbreiten Stücken. Es ist farblos, durchscheinend, härter als Kolophonium (dieses ritzend), weicher als das ähnliche Kopalharz, fast geruchlos, spröde, in Wasser untersinkend, wenig klebend. Es schmilzt erst bei 180deg;, löst
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sich in Aether, Chloroform und Schwefelkohlenstoff, in Terpentinöl löst es sich zu einem farblosen, dauerhaften Firniss.
Anw. Als Zusatz zum Heftpflaster.
fPodophylllniim. Vegetabilisches Kalomel. Podojiliyllum peltatim. Berberideae. XIII. 1.
Ausdauerndes Kraut Nordamerikas, dessen Wurzelstock mit Weingeist ausgezogen, und aus dem Auszuge durch Verdünnen mit der lOfachen Wasserraenge das Podophyllin gefällt wird.
Lockeres, zerreibliches, gelblich- oder bräunlichgraues amorphes Harz, welches ein gelbes Pulver giebt. Auf 100deg; er­wärmt, wird es dunkler, ohne zu schmelzen, mit Wasser geschüttelt und filtriert, giebt es eine fast farblose Lösung von bitterem Geschmack, welche Lackmus nicht verändert und mit Eisen­chlorid sich braun färbt. In 100 Teilen Aetzammoniak gelöst, giebt das P. eine gelbbraune, Flüssigkeit, welche sich mit Wasser ohne Trübung verdünnen lässt uud beim Neutralisieren braune Flocken abscheidet. Ist löslich in 10 Teilen Weingeist, nur teilweise in Aether und Schwefelkohlenstoff. Bestandteile. Vier harzartige Körper, Pikropodophyllin,
Podophyllo toxin, Podophylloquercetin, Podophyllin-
säure. Anw. Innerlich als starkes Drastikum. Pferd 5—10,0; Kind
8—15,0; Hund 0,1^0,25.
6. Aetherische Oele
nennt man eine grosse Anzahl von Verbindungen, welche in den Pflanzen vorkommen, infolge ihrer Flüchtigkeit durch Destillation der Pflanzenteile mit Wasser erhalten werden können, chemisch indifferent sind, einen starken, für die Pflanze charakteristischen Geruch und brennen­den Geschmack besitzen, bei Zimmertemperatur meist flüssig und in Wasser unlöslich sind. Einige präexis­tieren nicht in den Pflanzen, sondern entstehen erst beim Zusammenbringen der betr. Pflanzenteile mit Wasser unter dem Einflüsse sog. Fermente, z. B. das Senföl und Bittermandelöl. Sie haben mit den wirk­lichen Oelen (Fetten) nichts wie ihre Unlöslichkeit in Wasser gemeinsam und bilden keine chemisch zu-
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sammengebörige Gruppe (mit Ausnahme der Terpene), da sie aus den verschiedenartigsten Substanzen, wie Aldehyden, Alkoholen, Phenolen etc. zusammengesetzt sind. Verreibungen von je ein Tropfen eines ätherischen Oeles mit 2 g Zuckerpulver sind als Oelzucker (Elaeo-s a c c h a r a) offizinell.
Sie lenken meist den polarisierten Lichtstrahl ah und machen Papier und Zeuge vorübergehend durch­scheinend. Von letzterer Eigenschaft, von ihrer häufig ölartigen Consistenz, sowie von ihrer Flüchtigkeit leitet sich der Name flüchtige Oele ab. Sie sind in Alkohol, Aether, Chloroform und fetten Oelen leicht löslich und mit russender Flamme brennbar; an der Luft nehmen sie Sauerstoff auf und verdicken sich dabei, indem sie in Harze übergehen, oder sie verwandeln sich durch Oxydation in Säuren. Die ätherischen Oele sind sämt­lich vor Licht und Luft geschützt aufzubewahren.
Verfälschungen sind bei den hohen Preisen der äth. Oele ziemlich häufig und werden namentlich vorgenommen mit Alkohol, fetten Oelen, geringwertigen äther. Oelen, besonders Terpentinöl. Alkohol wird nachgewiesen durch das verminderte specifische Gewicht der Oele, durch fraktionierte Destillation und Nachweis des Alkohols im Filtrate durch die Jodoform­reaktion; meist mischen sich so gefälschte Oele auch nicht klar mit fetten Oelen. Fette Oele werden dadurch erkannt, dass auf Papier ein bleibender Fettfleck entsteht; auch mischen sich so verfälschte Oele, ausgenommen sie enthalten Ricinusöl, nicht klar mit Alkohol. Der Nachweis anderer Verfälschungen lässt sich nur schwer und nur mit Hülfe komplizierter Methoden ausführen.
Oleum TereMnthinae. Spiritus Terebinthinae.
Terpentinöl. Tannenzapfenöl. (C10 H16).
In Deutschland, Frankreich, Nordamerika, aus den
verschiedenen Terpentinsorten durch Destillation mit
Wasser geivonnen.
Es ist dünnflüssig, farblos oder schwach gelb, riecht
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stark, eigentümlich, schmeckt bitterlich balsamisch. Specif. Gewicht 0,86 — 0,87. Das rohe Oel reagiert gewöhnlich sauer von Ameisen- und Essigsäure. Es verharzt leicht und setzt öfters hei längerer Aufbe­wahrung ein krystallinisches Stearopten ab. In abso­lutem Alkohol ist es leicht löslich, weniger in wasser­haltigem. Mit Jod verpufft es heftig. Mit konz. Schwefelsäure erhitzt es sich stark unter Bräunung. Prüf. Das aus frischem Pichtenharze gewonnene sog. Kienöl besitzt mehr gelbe Parbe und angenehmen Geruch. Das Teeröl oder Pechöl, Oleum Pini rubrum, durch Destillation aus dem Pichtenteer abgeschieden, ist rötlich und von brenzlichem Gerüche. Anw. Innerlich am besten in Pillen, bei chron. Verdauungs­störungen. Sekretionsbeschränkendes und desinfizierendes Mittel bei chronischen Katarrhen der Kespirationsorgane und der Blase, krampfstillendes Mittel, Wurmmittel bei Pferden, Diuretikum. Gegen chron. Verdauungsstörungen der Kinder. Aeusserlich zu Einreibungen bei Peritonitis, Pleuritis, Phlegmone, Erysipel; Antiseptikum und Desin-ficiens bei älteren, schlecht granulierenden Wunden; Anti-parasitikum. Pferd 10—100,0; Rind 25—250; Schaf 5—25; Schwein 5—15,0; Hund 0,5—2,0; in Pillen oder als Emulsion.
Oleum Terebinthinae rectificatum. Terpentinöl wird mit der sechsfachen Menge Kalkwasser durchschüttelt und dann destilliert, bis drei Viertel des Oels übergegangen sind, unterscheidet sich von gewöhnlichem Oel durch den Mangel an Säuren und den geringen Harzgehalt.
*01eum Terebinthinae sulfuratum. Balsamum Sulfuris terebinthinatum, Harlemer Oel. Oleura Lini sulfuratum 1 Teil, Oleum Terebinthinae 3 Teile, werden durch Digestion in gelinder Wärme gemischt.
*01eum Ligui Juniperi. Wachholderholzöl. Dieses dem Terpentinöl isomere Oel wird durch Destillation aus dem Holze, den Zweigen und Blättern von Juniperus communis gewonnen. Es hat die grösste Aehnlichkeit mit dem Terpentinöl, von dem es sich namentlich durch seinen Geruch unterscheidet.
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Oleum Juniper!. Wachholderöl.
Dieses offizinelle, ebenfalls wie das Terpentinöl zusammen­gesetzte Oel wird durch Dampfdestillation aus den Beeren von Juniperus communis gewonnen.
Es unterscheidet sich vom Wachholderholzöl namentlich durch seinen feinen Wachholdergeruch und Geschmack. Ist es mit viel Wachholderholzöl oder Terpentinöl verfälscht, so ver­pufft es mit gepulvertem Jod.
t* Oleum Sabiuae. Sadebaumöl.
Dieses dem Terpentinöl isomere Oel wird aus den zer­schnittenen jungen Zweigen von Juniperus Sabina durch Destillation bereitet.
Es ist farblos oder gelblich, sehr dünnflüssig, neutral und färbt sich an der Luft dunkler, Geruch widerlich stark, Geschmack scharf, bitterlich, kampferähnlich. Es ist in 1—2 Teilen 90o/o Weingeist klar löslich (beigemengtes Terpentinöl nicht) und ver­pufft mit Jod.
Anw. Meist äusserlich, zuweilen innerlich.
Camphora. Kampfer. (C10 H16 0).
Ginnamomum Camphora. (Laurus Camphora. Camphora offcinarum). Laurineae. IX. 1.
Ein Baum in Japan und China, woselbst aus dessen Zweigen durch Sublimation mit Wasserdampf der Roh­kampfer gewonnen wird, welcher als eine körnig-krystallinische Masse in Kisten oder Cylindern nach Europa gebracht und hier umsublimiert wird und dann konvex-konkave, in der Mitte (der Oeffnung des Sub-limierkolbens entsprechend) durchbohrte Kuchen bildet.
Reiner Kampfer bildet eine weisse krystallinische, zerreibliche Masse von eigenartigem Gerüche und Ge-schmacke, welche sich aus offenen Gefässen bald ohne Rückstand verflüchtigt; er ist kaum löslich in Wasser, leicht löslich in Aether, Chloroform, Weingeist, fetten und aetherischen Oelen. Um ihn zu pulvern, wird er
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zuerst mit Weingeist befeuchtet einige Zeit stehen
gelassen.
Anw. Aeusserlich als Spir. camph. oder Liniment zu reizenden oder antisept. Einreibungen; innerlich als antiseptisehes Fiebermittel bei Herzschwäche, Anregungsmittel für das Gehirn bei allgem. Schwäche. Pferd, Rind 5—10,0; Hund 0,5—2,0; als Eeizmittel für das Nervensystem in kleineren Gaben, in Pillenform oder als Emulsion; subkutan als 01. camphoratum oder Spir. camphoratus. Der Geruch des Kampfers teilt sich dem Fleisch der damit behandelten Tiere mit.
Vinum camphoratum. Kampferwein. Camphora 1 Teil, löse in Spiritus 1 Teil, und füge unter ümschütteln hinzu Mucil. Gi. arabici 3 Teile, Vinum album 45 Teile.
*'CJnguentum camphoratum. Camphora trita 1 Teil, Adeps 9 Teile.
Spiritus camphoratus, Kampherspiritus. Camphora 1 Teil, Spiritus 7 Teile, löse in der Kälte durch öfteres Schütteln und füge hinzu Aqua destillata 2 Teile.
Oleum camphoratum, Kampferöl. Oleum Olivarum 9 Teile, Camphora 1 Teil, löse durch Digerieren und filtriere.
t Oleuin Sinapis. Senföl. Isosulfocyanallyl. (C, H5. CNS).
Durch Destillation des schwarzen Senfsamens, von Brassica nigra, mit Wasser erhalten. Derselbe wird zerstossen, durch Pressen vom fetten Oele befreit, mit Wasser digeriert und darauf destilliert. Unter dem Einflüsse des Wassers wirkt das im schwarzen Senfsamen enthaltene Ferment Myrosin auf das vor­handene myronsaure Kalium ein, welches dabei in Traubenzucker, saures Kaliumsulfat und Allylsenföl zerfällt.
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Senf öl ist dünnflüssig, farblos oder gelblich, von sehr starkem, zu Thränen reizendem Geruchs und äusserst scharfem, brennenden Geschmacke. Auf der Haut bewirkt es schnell Entzündung und kleine Blasen. Spec. Gewicht 1,016-1,022. Es siedet bei 148deg;, löst sich leicht in Weingeist und Schwefelkohlenstoff und besitzt neutrale Reaktion.
Prüf. Fügt man allnmhlich und unter guter Abkühlung zu 3 g des Oels 6 g Schwefelsäure hinzu, so bleibt die Mischung unter Entwicklung von SO 2 und COS hellgelb und vollkommen klar, verliert den scharfen Geruch des Senföls und wird später dickflüssig, zuweilen auch krystallinisch. Es entsteht hierbei das Sulfat des Allylamins, Ca H5 . NH2. Künstliches Senföl giebt eine intensiv gelbe Färbung, fette Gele geben Bräunung, Schwefelkohlenstofi' würde die Mischung trübe machen. Eine Gehaltsbestimmung des Senföls geschieht nach der Pharmakopöe durch Wägung des aus dem Gele durch Ammoniak abgeschiedenen Thiosinamins (Schwefelallylharn-stoffs)
Erhitzt man in einem kleinen Kölbchen mit Vorlage Senföl im Wasserbade, so darf nichts überdestillieren, im anderen Falle liegt eine Verfälschung mit Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Weingeist, Benzol und dergleichen vor. Beim Verdunsten von 25—30 Tropfen des Oels auf einem Uhrglase an einem warmen Orte darf nach mehreren Stunden kein Rückstand bleiben, ausserdem liegt eine Verfälschung mit fetten oder ätherischen Gelen vor. In 5 Teilen Wein­geist gelöst, werde es auf Zusatz von Ferrichloridlösung nicht verändert (Altes Gel giebt rote Färbung — Rhodanreaktion). Anw. Aeusserlich in weingeistiger oder öliger Lösung als Ersatz des Senfteiges. Bei Pferden 5—10 0/0, bei Rindern 10—200/0 Lösung.
Spiritus Sinapis. Oleum Sinapis 1 Teil, Spiritus 49 Teile, mische. Verliert bei der Aufbewahrung an Schärfe und werde daher nur in kleinen Mengen angefertigt.
Oleuni Anis! aus den Früchten von Pinqnnella Anisum ist bei niederer Tem­peratur fest und schmilzt oberhalb 15deg; zu einer stark licht-
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brechenden Flüssigkeit, spec. Gewicht, 0,980—0,990. Die alko­holische Lösung sei klar und indifferent gegen Lackmus (saure Reaktion könnte von Verfälschung durch phenolartige Körper herrühren). Durch Eisenchlorid werde sie nicht gefärbt. Es enthält ein Anethol genanntes Stearopten der Formel C10 H12 0, welchem Anisgeruch eigen ist, ferner ein Terpen der Formel C,0H16. Anw. Antiparasitikum für Vögel mit 50—100 Teilen Spiritus.
*01euni Cajeputi
aus den Blättern von Melalcuca Leucadendron Myrtaceae. XVIII. Molulclcen.
Die grüne Farbe der Handelsware rührt von geringem Kupfergehalte her. Wird 1 T. Jod m. 5 T. Cajeputöl bei 60deg; zusammengerieben, so gesteht nach dem Erkalten das Gemisch zu einem Krystallbrei. Enthält ein flüssiges Stearopten, Kaje-putol C]0Hi8O, welches identisch mit Cyneol ist; ausserdem ein Kajeputen genanntes Terpen C10H16. Anw. Expektorans,Antispasmodikum,AntheImintikum. Aeusser-
lioh zu reizenden Einreibungen.
Olenm Carvi. Karvol. Kümmelöl. Aus den Früchten von Garum Carvi. Besteht aus den gegen 224deg; siedenden Anteilen des Kümmelöles. Das spec. Gewicht sei nicht niedriger als 0,960. Ein niedrigeres spec. Gewicht würde vermuten lassen, dass dem Oel absichtlich ein Teil des Karvols entzogen wurde. Die alkoholische Lösung wird durch Eisenchlorid gefärbt, wenn das Oel alt oder Karvenhaltig ist. Wird eine Mischung von 10 T. Kümmelöl, 8 T. Alkohol und 1 T. Salmiakgeist mit Schwefelwasserstoff gesättigt, so erstarrt sie zu einem weissen Krystallmagma von Karvolhydrosulfid (C10H140)2. HaS. Enthält Karvol C10 H14 0 und Spuren eines Karven genannten Terpen's C,0 H10. Nur dem Karvol kommen riechende Eigenschaften zu, das Karven ist geruchlos.
Oleum Caryopliyllorum. Nelkenöl. Aus den Nelken (von Eugenia carophyllata). Besitzt gelb­liche bis bräunliche Farbe. Das spec. Gewicht darf nicht unter 1,06 liegen. Es verändert den Lackmusfarbstoff nicht. Mit gleichem Volumen starker Ammoniakflüssigkeit (von 0,930 spec. Gewicht oder niedriger) zusammengeschüttelt erstarrt es zu einer weichen, gelben, krystallinischen Masse. — Ein Tropfen
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Nelkenöl auf den Wandungen eines Glasgefässes ausgebreitet färbt sich bei Einwirkung vom Bromdampf blau (Reaktion auf Bugenol). — Eine Lösung eines Tropfen Nelkenöl in 4 cc Spiritus soll auf Zusatz eines mit mindestens 1 cc Wasser ver­dünnten Tropfens Eisenchlorid eine blaue Färbung annehmen.
—nbsp; Mit Nelkenöl geschütteltes heisses Wasser darf keine saure Reaktion annehmen (altes Nelkenöl), und wenn es nach dem Erkalten ganz klar filtriert wurde, durch Zusatz eines Tropfens Eisenchloridlösung nicht blau oder grün gefärbt werden (Phenol), auf Zusatz von Kalkwasser aber muss es gelb werden. — In 2 Teilen verd. Spiritus muss es sich klar lösen (fette Oele, Sassafrasöl, Terpentinöl).
Das Nelkenöl enthält neben einem Terpen der Eormel C16 H24 einen phenolartigen Körper, das Eugenol, Cj0 Hi2 Oj.
Oleum Cinuammoni. Zimmtöl.
Aus der Zimtrinde von Cinnamomum Cassia. Ein gelbes
oder gelbbraunes Oel von 1,055—1,065 spec. Gewicht. Werden
4 Tropfen Zimtöl ohne Erwärmung mit 4 Tropfen rauchender
Salpetersäure gemischt, so bilden sich Krystalle von Zimtsäure.
—nbsp; Eine Lösung von 1 Tropfen Zimtöl in 10 cc Spiritus darf sich auf Zusatz eines Tropfens Eisenchloridlösung nur braun, nicht aber grün oder blau färben (Nelkenöl). — Das Zimtöl besteht hauptsächlich ans Zimtaldehyd (C6H6. C2H2. COH) und geht daher durch rauchende Salpetersäure in Zimtsäure über.
#9830;Oleum Eucalypti. Eukalyptosöl
aus den Blüten von JSucalyptus globidus und amygddlina.
Myrtaceae, XU, 1. Australien. In Südeuropa angepflanzt.
Blassgelbe, dünne Flüssigkeit von stark aromatischem,
kampferartigem Geruch und kühlendem, gewürzhaftem Geschmacke,
leicht löslich im gleichen Volumen Weingeist. Enthält Eukalyptol
(Ci0H180) und Eucalypten (C10II16).
Anw. Als hautreizendes Mittel; zu antisept. Verbänden; zu desinflz. Inhalationen; innerlich krampfstillend und anti-pyretisch; Pferd 5—15,0; Hund 5—15 Tropfen.
Oleum Foeniculi. Penchelöl.
Aus den Früchten von Foeniculum capillaceum. Ein fast
farbloses Oel. Das spec. Gewicht sei nicht unter 0,960. In der
Kälte setzen sich bisweilen Krystalle von Anethol ab. Beim
Mischen mit Spiritus darf es sich nicht trüben (fette Oele).
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Die spirituöse Lösung verändere Lackmuspapier nicht, werde auch nicht durch Eisenchlorid gefärbt. (Phenol.) Enthält neben Terpenen der Formel C10 B.^ hauptsächlich das Stearopten Anethol C10 H12 0.
Oleum Menthae piperitae. Pfeffermünzöl. Aus den Blättern von Mentha piperita. Farbloses oder schvvachgelbliches Oel. Spec. Gewicht 0,90—0,91. Es last sich sowohl mit Spiritus als auch mit Spiritus dilutus klar mischen. Die besten Sorten sind das englische und deutsche Pfefterminzöl. Werden 0,2 gepulvertes Jod mit dem Oel befeuchtet, so darf keine Erwärmung eintreten, die man an dem Auftreten von Joddämpfen erkennen würde. Spirituszusatz wäre durch fractionierte Destillation zu erkennen. Es enthält ein festes Stearopten, Menthol oder Mentacampher C10H20 und ausser-dem nicht näher untersuchte Terpene.
Oleum Rosmarini. Eosmarinöl.
Aus den Blättern von Bosmarinus officinalis, farbloses Oel von kampferähnlichem Geruch, welches gegen 220deg; siedet. Es besteht hauptsächlich aus einem Terpen C10H,6 und geringen Mengen eines Stearoptens C10 Hj6 0 (Kosmarinkampfer).
Anw. Zu Ungt. Rosmarini comp., zu Opodeldok, zu Aoet. aromaticum. Aeusserlich als Antiparasiticum wie 01. Anisi.
Oleum Thymi. Thymianöl.
Aus den Blättern und blühenden Trieben von Uiymus milyaris. Bin farbloses oder rötliches Oel, dessen alkoholische Lösung durch einen Tropfen Eisenchloridlösung nur gelblich-braun gefärbt werden darf. (Blaue oder graue Färbung würde Phenol anzeigen).
Enthält neben Thymol (C6 H3. CH3. (Ög H7). OH) ein Thymen genanntes Terpen Ci0 H16.
7. Fette.
Die Fette kommen meistenteils in den Samen oder Früchten vor, seltener in anderen Organen.
Die Gewinnung geschieht meistens durch Aus­pressen bei gewöhnlicher Temperatur oder in der
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Wärme, zuweilen durch Ausziehen des Fettes mit einem Lösungsmittel.
Fette sind Gemenge von Triglyceriden der Fettsäuren und zwar namentlich der Palmitin-, Stearin- und Oelsäure (das sog. Olein, Palmitin und Stearin) und werden nach ihrer Konsistenz als Talgarten (fest), Butter- und Schmalzarten (halbfest) und Oele (flüssig) unterschieden. Die Oele enthalten vorwiegend Olein, die Talgarten vorwiegend Stearin.
Die Fette sind in reinem Zustande färb-, geruch-, geschmacklos und von neutraler Reaktion; in Wasser sind sie unlöslich, schwer löslich in Alkohol, leicht löslich in Aether, Schwefelkohlenstoff und Petroleum­äther; sie sind leichter als Wasser und schwimmen auf diesem, auf Papier bringen sie durchscheinende Flecke hervor, die beim Erwärmen nicht verschwinden (Unterschied von den sogenannten ätherischen Oelen). Sielassen sich ohne Veränderung zu erleiden auf 300deg; erhitzen, bei höherer Temperaturquot; zerfallen sie, und entstehen verschiedene meist unangenehm riechende Produkte, worunter besonders Akrolein. An der Luft erleiden die Fette meist eine Veränderung; einige werden allmählich, selbst wenn sie ganz rein sind, zu einer durchsichtigen festen Masse, sie trocknen ein. Es sind dies die sogenannten trocknenden Oele, welche vorwiegend aus den Glyceriden der Leinölsäure C16H2802, bestehen; diese ungesättigten Glyceride nehmen an der Luft Sauerstoff auf und werden da­durch fest.
Zu den trocknenden Oelen gehören: Leinöl, Hanföl, Mohnöl, Nussöl, Krotonöl und Rizinus­öl. (Letzteres enthält statt Leinölsäure die Rizinus­ölsäure, C18 H34 O3.) Die übrigen Fette halten sich in reinem Zustande unverändert, da sie jedoch gewöhnlich
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Beimengungen, namentlich Eiweisskörper enthalten, so erleiden sie dann durch Fermente allmählich eine Zer­setzung, färben sich gelb, bekommen unangenehmen Geschmack und Geruch, sowie saure Reaktion — d. h. sie werden ranzig; dies beruht auf dem Freiwerden der Fettsäuren, welche dann den Fetten ihren Geruch und Geschmack mitteilen. Durch überhitzten Wasser­dampf sowie durch starke Basen werden die Fette in Glycerin und freie Fettsäuren resp. fettsaure Salze zerlegt. Diejenigen Fette, welche Oelsäure enthalten, werden mit salpetriger Säure vermischt starr, indem die Oelsäure in die isomere feste Elaidinsäure über­gebt. (Elaidinprobe zur Unterscheidung von trocknen­den und nicht trocknenden Oelen, da die Leinölsäure enthaltenden Gele dabei nicht erstarren.) Anw. Aeusserlich als reizmildernde, deckende, sowie er­weichende Mittel, innerlich als einhüllende Mittel bei Magen-darmentziindungen und Vergiftungen mit ätzenden Stoffen; ferner als schwache Abführmittel. Pferd, Rind 100—600,0; Schafe, Schweine 50—150,0; Hunde 10—50,0.
Oleum Amygdalarum. Mandelöl.
Durch Auspressen der süssen und bitteren Mandeln (Siehe
„Amygdalaequot;) erhalten.
Ein hellgelbes, dünnflüssiges, geruchloses, fettes Oel, von
angenehmem Geschmacke, welches leicht ranzig wird und dann
einen scharfen Geruch und Geschmack annimmt.
Besteht fast vollständig aus reinem Olein (ölsaurem
Glycerin) und erstarrt selbst bei —10deg; noch nicht. Prüf. Erstarrt Mandelöl in einer Kälteraischung (Natrium­sulfat und Salzsäure) bereits unter —10deg;, oder scheidet sich hierbei ein weisses, körniges Fett ab, so ist Olivenöl, Schmalzöl oder Erdnussöl beigemengt. Werden 4 Teile Oel mit einer Mischung aus 2 Teilen Wasser und 2 Teilen rauchender Salpetersäure stark geschüttelt, so muss die Mischung weisslich, nicht braun oder rot aussehen und sich nach einigen Stunden in eine feste, weisse Masse und eine nahezu farblose Flüssigkeit trennen. (Elaidinprobe. Bei-
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gemengte trocknende Oele würden das Erstarren verhindern; wird die Mischung hald mehr oder minder rot, so ist Sesamöl oder Pfirsichkernöl beigemengt). Anw. Innerlich namentlich zu Emulsionen; äusserlich zu Salben etc.
Oleum Cacao. Cacaofett. Cacaobutter. Theobroma Cacao. Büttneriaceae. XVIII. Tropisches Amerika. Aus^den in der Wärme durch anhaltendes Reiben breiartig gewordenen, höchst fein zerteilten Samen, den Cacaobohnen, durch Auspressen gewonnen. Ein gelbliches, sehr mildes, leicht schmelzbares, talgartiges Fett, welches dem Ranzig werden nur wenig unterworfen ist; bei 15deg; ist es spröde, bei 31—32deg; schmilzt es.
Prüf. Die Auflösung in 2 Teilen Aether bleibe bei 12—15deg; während eines Tages klar, ausserdem ist Wachs, Paraifin oder Talg beigemischt. Anw. Zu feinen Salben, Suppositorien etc.
*01euin Cocos. Kokosnussöl. Cocos nucifera. Palmae. XXI. 6. Tropenländer. Durch Auspressung der Samenkerne gewonnen. Ein weisses butterartiges Fett von eigentümlichem Gerüche, bei 23—30deg; klar schmelzend.
Anw. An Stelle von Schweinefett zu Salben.
fOleum Crotonis. Krotonöl. Croton Tiglium. Eupliorhiaceae. XXI. 10.
Ein Bämnchen auf den ostindischen Inseln und Malabar, dessen Samenkeme ausgepresst das Oel liefern.
Es ist ein etwas dickflüssiges, gelbliches oder bräunliches, fettes Oel, von eigentümlichem Gerüche und anfänglich mildem, hernach sehr brennend scharfem, lange anhaltendem Geschmacke und von saurer Reaktion. Auf die Haut gebracht, bewirkt es schon in sehr ge­ringer Menge Röte oder auch kleine Blasen. Es wirkt im höchsten Grade drastisch. Es ist in 2 Teilen
Arzneimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
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heissem, wasserfreiem Alkohol löslich, mit fetten und ätherischen Oelen in jedem Verhältnisse mischhar.
Bestandteile. Neben den G-lyceriden enthält es freie und gebundene Krotonolsäure, C9 H14 02, sowie giftiges Bizin, welchen die hautreizende und die purgierende Wirkung zu­geschrieben wird.
Prüf. Beigemengte nicht trocknende Oele weist man durch die Elaidinprobe (S. 48) nach, wobei Krotonöl seine dick­flüssige Konsistenz behalten muss und nicht fest oder salben­artig werden darf. Wird Krotonöl beim Mischen mit Schwefelsäure trübe, so ist Leinöl beigemengt.
Anw. Innerlich mit Schleim oder Oel als stärkstes Porgans, Pferd 10—20 Tropfen, Bind 15—30 Tropfen, Schaf und Schwein 5—10 Tropfen, Hund 2—5 Tropfen.
Aeusserlich als scharfe Einreibung und zur Verstärkung der Kantharidensalbe im Verhältnisse 1 : 30 bei Pferden, 1: 5 — 10 bei Bindern, 1: 2 — 8 bei Schweinen, 1: 50 — 100 bei Hunden.
Oleum lauri. Oleum Laurinum, Lorbeeröl.
Es wird im südlichen Europa aus den frischen, reifen Lorbeeren („Fructus Lauriquot;) durch Auspressen gewonnen. Es ist salbenartig, körnig, schmeckt bitter, riecht aromatisch, schmilzt in der Sommerwärme und ist durch Chlorophyll grün gefärbt. Anderthalb Teile Aether lösen einen Teil Lorbeeröl vollständig, Alkohol nimmt vorzugsweise das flüchtige Oel und den grünen Farbstoff daraus auf.
Besteht aus dem Glyceride der Laurinsäure und der Oelsäure, gemengt mit etwa l0/o ätherischem Oele. Prüf. Ein aus gefärbter und aromatisierter Butter nachge­machtes Lorbeeröl ist nicht körnig und erfordert eine grössere Menge Aether zur Auflösung, wobei sich ein blaues (Indigo) oder gelbes Pulver (Kurkuma) abscheidet. Ist Kupfer zugegen, so färbt sich Ammoniak beim Schütteln mit der ätherischen Lösung blau. Anw. Aeusserlich zu reizenden Einreibungen, ähnlich wie 01. Terebinthinae.
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Oleum Lini, Leinöl.
Durch Pressen des zerstampften Leinsamens („Semen Liniquot;) zwischen massig erwärmten Platten erhalten.
Ist ziemlich dickflüssig, gelb, schmeckt milde und entwickelt besonders beim Erwännen einen eigentüm­lichen Geruch. Erstarrt selbst bei — 20deg; nicht, löst sich etwa in l1/2 Teilen Aether, in 40 Teilen kaltem und 5 Teilen siedendem, wasserfreiem Alkohol. An der Luft trocknet es um so leichter ein, je älter es ist. Besteht aus dem Glyceride der Leinölsäure. Prüf. Ist ßüböl vorhanden, so erstarrt das Oel hei der
Elaidinprobe mehr oder minder und trocknet auch auf
Glasplatten ausgestrichen nicht ein, sondern bleibt schmierig. Anw. Einhüllungsmittel bei Mägendarmentzündungen und
Vergiftungen. Zum Abführen. Als Vehikel anderer Arznei-
stofi'e. Aeusserlich reizmildernd. ZuLinimentum ad com-
bustionem (Siehe Calcaria usta.)
* Oleum Lini sulfuratum. Balsamum Sulfuris, Schwefel­balsam.
Oleum Lini 6 Teile, Plores Sulfuris 1 Teil. Das Leinöl wird allmählich erhitzt, bis es zu schäumen aufhört, alsdann der vorher getrocknete Schwefel nach und nach unter Umrühren eingetragen. Wenn der Schwefel aufgelöst ist und die Masse eine dünne Honigkonsistenz erlangt hat, wird sie sogleich in ein anderes Gefäss gegossen.
! !
Oleum Nncistae. Muskatbutter. Muskatbalsam. Muskatnussöl. Myristica fragrans. Myristicae. XXII. Mdlukken. Aus den Muscatnüssen durch Pressen gewonnen. Kommt aus Ostindien in gelblich weissen, marmorierten Stücken, ist fest, aber nicht hart. Geruch angenehm balsamisch. Schmilzt bei 45—51deg;. Bestandteile. Glycerid der Myristinsänre und etwas ätherisches Oel und Farbstoff.
Anw. Aeusserlich, meist als Hausmittel.
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Oleum Olivarum. Oleum provinciale. Olivenöl.
Provenceröl.
Olea europaea. Oleaceae. II. 1.
Im Oriente einheimischer, in Südeuropa kultiv.
Baum, dessen Früchte, die Oliven, kalt gepresst, das
Oel liefern.
Es ist von gelblicher, oft fast grünlicher Farbe, angenehmem Geschmacke und schwachem, eigentüm­lichem Gerüche. Bei etwa 10deg; beginnt es sich durch krystallinische Ausscheidungen zu trüben, bei 0deg; er­starrt es vollständig. Spez. Gew. 0,915—0,918. Prüf. Beigemengte trocknende Oele werden durch die Blaidinprobe (S. 48) erkannt. Tritt bei dieser Probe zu­gleich eine rötlichgelbe oder rote Färbung auf, so ist Sesamöl oder Banmwollensamenöl oder Sonnenblumenöl oder Bucheckeröl zugegen. 01. Olivarum commune, durch heisses Pressen der Rückstände erhalten, besitzt unange­nehmen Geruch und Geschmack, da es fast stets ranzig ist und soll nicht angewendet werden. Anw. Innerlich und äusserlich wie Oleum Amygdolarum.
Oleum Papaveris, Mohnöl. Aus den zerstampften Mohnsamen („Semen Papa-verisquot;) durch Pressen gewonnen. Es ist gelb, wenig dickflüssig, riecht schwach, schmeckt milde, trocknet an der Luft, bleibt bei 0deg; klar. In Aether ist es in jedem Verhältnisse löslich, von kaltem Alkohol bedarf es 25 Teile, von heissem 6 Teile. Prüf. Beigemengte, nichttrocknende Oele werden durch das
Erstarren bei der Blaidinprobe (S. 48) erkannt. Anw. Innerlich und äusserlich wie Leinöl.
*01eum Rapae, Rüböl. JBrassica Napus und Brassica Bapa. Cruciferae. X V. 2. Aus dem Samen durch Pressen gewonnen. Es ist gelblich, besitzt einen eigentümlichen Geruch
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und unangenehmen Geschmack; es erstarrt bei 0deg; zu
einer gelben, butterartigen Masse. Schüttelt man
2—3 Cc. Eüböl mit einem Tropfen konz. Schwefelsäure,
so tritt blaugrüne Färbung ein.
Prüf. Scheidet Eüböl schon bei 10—150 harte Massen ab,
so ist Behenöl beigemischt. 20 Tropfen des Oels mit 5 Cc.
Schwefelkohlenstoff und 1 Tropfen Schwefelsäure gemischt,
dürfen keine violette oder blaue Färbung annehmen, sondern
zuerst grünlich, dann bräunlich werden, ausserdem ist
Leberthran beigemengt.
Anw. Innerlich und äusserlich wie andere indifferente Fette.
Oleum Bicini.
Oleum Castoris, Oleum Palmae Christi. Ricinusöl. Kastoröl. Bicinus communis. Euphorbiaceae. XXI. Ein mannshoher Strauch Ost- und Westindiens, dessen geschälte Samen beim Pressen das Oel liefern. Es ist von blassgelber Farbe, so zähflüssig, dass es sich in Fäden ziehen lässt, von eigentümlichem, schwachem Gerüche und eigenartigem, etwas kratzen­dem Geschmacke. Bei 0deg; trübt es sich unter Aus­scheidung krystallinischer Teilchen, bei — 15 bis — 16deg; nimmt es die Konsistenz der Butter an. In wasser­freiem und wasserhaltigem Weingeist, sowie in Essigsäure löst es sich leicht auf, wodurch es sich von allen anderen fetten Oelen unterscheidet.
Besteht vorwiegend aus dem Grlyceride der Eicinöl-
säure, welches sich bei der Elaidinprobe wie ein nichttrock-
nendes Oel verhält, trotzdem Eicinusöl eintrocknet. Enthält
Spuren des drastischen Eizins.
Prüf. Beigemengte Oele geben mit dem 2—3fachen Weingeist
eine trübe Lösung. Beigemischtes Krotonöl giebt sich auch
durch den namentlich beim Erwärmen hervortretenden
Geruch und Geschmack zu erkennen. Schüttelt man 3 Cc
Eicinusöl mit 3 Cc Schwefelkohlenstoff und 1 Cc Schwefelsäure
kurze Zeit, so darf die Mischung nicht schwarzbraun werden;
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diese Färbujig würde auf einen Gehalt an Harz deuten, wie ihn das mittelst Schwefelkohlenstoff aus dem Ricinussamen ausgezogene Oel meist besitzt und welcher dem Oel eine zu starke Wirksamkeit erteilt. Anw. Mildes Laxans, auch bei Darmentzündungen; für sich oder mit schleimiger Abkochung oder in Emulsion oder Latwerge; auch zu Klystieren. Pferd 250—500,0, Bind 500—1000,0, Fohlen, Kalb, Schaf 50—250,0, Hund 15—60,0.
*Solvin. Polysolve. Wird durch Einwirkung von Schwefelsäure auf Bicinusöl erhalten und besteht aus Eicinölsulfosäure neben ricinölsaurem Natrium und Bicinusöl. Es bildet eine klare, gelbliche, ölige Flüssigkeit, welche mit Wasser, Alkohol, Aether, Fetten mischbar ist und für viele schwer lösliche Körper (Jodoform, Salicylsäure etc.) ein ziemüches Lösungsvermögen besitzt und leicht von der Haut aufgenommen werden soll, weshalb es als Salbenkonstituens empfohlen wird. Nach neueren Untersuchungen besitzt es aber giftige rizinähnliche Eigenschaften.
B. Organisierte Stoffe. Unterirdische Pflanzenteile.
Wurzeln, Eadices, Wurzelstöcke, Rhizomata, Zwielbeln, Bulbi und Knollen, Tubera.
Echte Wurzeln, Radices sind ausgezeichnet durch den Mangel an Blättern und Blattansätzen, sowie regelmässig angeordneten Knospen und Zweigen.
Wurzelstöcke, Rhizomata, sind unterirdische Stengel, erkennbar durch Blattreste oder ringförmige Blattansätze, sowie durch seitliche Stengel oder deren Ueberreste.
Knollen, Tubera, sind unterirdische, verdickte Stengel von mehliger Beschaffenheit, bei welchen die Blätter klein und schuppenförmig bleiben.
Zwiebeln, Bulbi. Der Stengel bildet nur einen
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kleinen, fast scheibenförmigen Teil des Organs, welcher am Umfange Wurzeln treibt, nach oben aber fleischig verdickte Blätter trägt, welche den Hauptbestandteil der Zwiebel bilden.
Alle diese unterirdischen Pflanzenteile wurden fiüher Eadices genannt, z. B. Radix Calami, Eadix Scillae u. s. w., während die neueren Pharmakopöen die obigen der Botanik entlehnten Bezeichnungen an­genommen haben. Die mit den Wurzeln gesammelten Wurzelstöcke werden jedoch zu den echten Wurzeln gezählt.
Man sammelt diese Teile im Frühjahr, ehe sich die Blätter ausgebildet haben, oder im Herbst, wenn die Pflanze abgestorben ist, oder bei jährigen Pflanzen zuweilen auch nach vollkommener Entwickelung der Pflanze. Die individuelle Beschaffenheit der Pflanzen lässt hier keine allgemeine Regeln zu, und es soll daher bei Beschreibung der einzelnen Pflanzen auf die Zeit ihrer Einsammlung aufmerksam gemacht werden. Sie müssen so schnell wie möglich, am besten durch künstliche Wärme, die aber die Kochhitze des Wassers noch nicht erreicht, ungefähr bei 40—50deg; C. getrocknet und in wohlschliessenden Gefässen an trockenen Orten aufbewahrt werden.
1. Wurzeln. Radix Althaeae, Eibischwurzel.
Althaea officinalis. Malvaceae XVI. 2.
Perennierendes Kraut im wärmeren Europa. In Deutschland kultiviert.
Lange, fingerdicke, abgeschälte und daher weisse Wurzel, mit etwas dicker, stark biegsamer, faseriger Innenrinde und etwas fleischigem, trocken zerbrech-
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lichem, mehligem Holze. Geschmack süsslich, schleimig. Sie wird im Frühjahr oder Herbst von 2jährigen Pflanzen gesammelt und vor dem Trocknen von der Epidermis befreit. Man bemerkt dann noch die braunen Narben der Seitenwürzelchen.
Prüf. Sie muss weiss sein und frei von dicken, holzigen Köpfen; mit dem Alter wird sie braun und verliert an Schleimgehalt. Die Wurzeln von Althaea Narbonensis und A. rosea sind mehr holzig und gelb oder dunkler gefärbt.
Bestandteile. Schleim, Stärke, Zucker, Asparagin.
Anw. Einhüllendes Mittel bei Entzündungen des Magens und Darms, hustenmilderndes Expektorans, als Decoct oder In-fusum. Da beim Kochen der Wurzel ein trüber Auszug erhalten wird, so schreibt das Arzneibuch vor, sog. Decoc-tum oder Infusum Althaeae durch halbstündiges Ueber-giessen der geschnittenen Wurzel mit 10 Teilen kaltem Wasser ohne Umrühren herzustellen. In Pulverform das beste schleimige Konstituens für Latwergen und Pillen. Pferd 50—100,0; Rind 100—250,0; Schaf 25—50; Hund 5—10,0.
Species pectorales. S. 63.
Radix Angelicae, Engelwurzel. Ärchangelica officinalis. ümbellifeme. V. 2.
Zweijähriges hohes Doldengewächs, in Thüringen und Sachsen kultiviert, dessen Wurzel man im Früh­linge des zweiten Jahres ausgräbt.
Der kurze mit Blattresten versehene, bis 5 cm dicke Wurzelstock samt den sehr zahlreichen bis 3 dm langen, am Ursprünge 1 cm dicken Aesten, welche unter sich verschlungen scheinen, tief längsfurchig und mit zerstreuten, elliptischen Warzen besetzt sind. Die Wurzeln sind aussen graubraun, innen weiss, von wachsartiger, nicht holziger Konsistenz, die Breite ihrer Rinde erreicht höchstens den Durch­messer des gelblichen Holzkerns, auf dem
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Querschnitte zeigt die Rinde zahlreiche grosse gelbe Balsamgänge, welche radial geordnet und weiter sind als die Gefässöffnungen im Holzkörper. Geruch und Geschmack stark aromatisch. Werde in Blechkisten aufbewahrt, da sie dem Wurmfrasse ausgesetzt ist.
Prüf. Kadix Angelicae silvestris ist dünner, kleiner holzig, kaum aromatisch und besitzt nur vereinzelte Balsamgänge. Badix Levistici ist durch nachstehend beschriebene Merkmale zu unterscheiden.
Bestandteile. Aetherisches Oel, Harz, Angelikasäure, Angelicin (identisch mit dem indifferenten Hydrokarotin), Zucker.
Anw. Als Infusum und in Pulverform. Stomachicum, rei­zendes Nervenmittel, krampfstillendes Mittel. Pferd, Bind 10—50,0, Hund 0,5—2.
Spiritus Angelicae compositus. Aus Bad. Angelicae 16 Teilen, Bad. Valerianae, Fruct. Juniperi je 4 Teilen werden mit verdünntem Spiritus 100 Teile abdestilliert und darin Camphora 2 Teile gelöst.
Radix Levistici. Liebstöckelwurzel. Levistictim qfficinale. Vmielliferae. V. 2.
Hohe Doldenpflanze Südeuropas. Bei uns in Gärten.
Eine hellgraubraune, längsfurchige, oben quer geringelte, meist der Länge nach gespaltene, 30 bis 40 cm lange, etwa 4 cm dicke, oft mit Blattresten gekrönte Wurzel, von fleischiger Konsistenz, aromatischem Gerüche und süsslichem, nachher gewürzhaft bitterem Geschmacke. Der Durchmesser des citronen-gelben Holzkörpers ist kleiner wie der der Rinde, in welcher unregelmässige Kreise orangeroter Balsamgänge liegen. Werde in Blechkisten aufbewahrt, da sie dem Wurmfrasse ausgesetzt und hygroskopisch ist.
Prüf. Badix Angelicae ist durch den weniger dichtstrahligen Bau des Kernes und der Binde, durch die engeren Gef ässe.
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den grösseren Holzkörper und die weiteren, weniger zahl­reichen Balsamgänge zu unterscheiden.
Bestandteile. Aetherisches Oel, Harz, Zucker, Aepfel-säure, Angelicasäure.
Anw. Stomachicum, Diuretikum, Antisposmodicum, Narcoticum excitans in Species-, Infusum- und Pulverform. Pferd 25—50,0; Kind 50—100,0; Schaf 10—25; Hund 2—5.
t*Radix Belladonnae. Tollkirschwurzel. Atropa Belladonna. Solaneae. V. 1.
Einheimisch, namentlich in Bergwäldern.
Eine ästige, lange, his zu 4 cm dicke, zerbrechliche, mit langen, einfachen Aesten versehene, frisch fleischige, getrocknet mehlige, aussen hlasshraune oder gelblichgraue, längs­runzelige, mit halbringförmigen Korknarben versehene Wurzel. Innen ist sie weisslich, mit im Umfange in einem Ringe, nach innen zerstreut stehenden, gelblichen, porösen Holzbündel versehen. Geschmack süsslich, nachher kratzend. Sie werde im Herbst oder Frühjahre von der wildwachsenden, nicht zu alten Pflanze gesammelt, jedoch nicht abgeschält. Häufig kommt sie der Länge nach gespalten vor. Sie werde nicht über ein Jahr aufbewahrt.
Prüf. Eine holzige, zähe, schwärzliche, schimmelige, von Insekten zerfressene Wurzel werde verworfen. — Radix Bardannae ist ohne Quernarben, das Holz deutlich strahlig, wird durch Jodlösung gelb. — Radix Althaeae ist schleimig) mit stsahligem Holzkörper. — Radix Helenii ist hornartig, schmeckt aromatisch, wird durch Jodlösnng gelb.
Bestandteile. Junge Wurzeln enthalten neben dem Alkaloide Hyoscyamin etwas Atropin, ausgewachsene Wurzeln enthalten nur Hyoscyamin, aus welchem bei der Darstellung der Alkaloide durch Spaltung erst Atropin entsteht. (Siehe Atropin.) Ferner findet sich Metatropin, Belladonnin, Asparagin, Calciumoxalat und Stärkemehl (daher durch Jod blau werdend).
Anw. Innerlich als Infusum und in Pulverform wie Atropin, welches vorzuziehen; äusserlich als schmerzstillende Ab­kochung mit Leinsamenmehl.
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Radix Colombo. Kolombowurzel. Jateorrhiza Calumha(Cocciäuspalmatus). Menispermeae. XXII. 6. Kletterstrauch der ostafrikanisclieii Küstenländer, auf Malabar kultiviert, dessen lange, fleischige Neben-#9632;wurzeln, meist in Querscheiben geschnitten, die Handelsware bilden.
Querscheiben von stark bitterem Geschmacke, ge­ruchlos, bis über 5 cm im Durchmesser und 2 cm Dicke erreichend, seltener Längsviertel. Die Einde ist etwa 5 mm breit, bedeckt von einem runzeligen, bräunlichgrünen Korke; die nach aussen zu zitronen­gelbe Rinde ist vom blasseren Holze durch einen dunkleren Kambiumring geschieden, beide aber von braunen Strahlen gestreift und ohne konzentrische Kreise. Die Mitte der Scheiben, oft sehr dickfaserig, pflegt auf beiden Seiten ungleichmässig eingesunken zu sein.
Prüf. Die amerikanische Colombowurzel von Frasera Carolinensis (Fr. Walter!) ist mehr fahlgelb, aussen quer-geringelt, wird durch Jodlösung nur gelb, der Aufguss durch Eisenchlorid schwärzlich gefällt. — Mit Kurkuma gelb gefärbte Radix Bryoniae zeigt konzentrische Kreise (Jahresringe). Echte Colombowurzel wird durch Jod­lösung gebläut (Stärke), durch Eisenchlorid nicht gefärbt (Mangel an Gerbstoff)-Bestandteile. Kolumbin (Glykosid), Berberin (Alkaloid),
Kolumbosäure, Stärkemehl. Anw. Bittermittel, namentlich bei gleichzeitigem Durchfall und Erbrechen. Pferd 10—25,0; Rind 25—50,0; Schaf etc. 5—10,0; Hund 0,5—2,0.
Radix Gentianae. Enzianwurzel. Gentiana lutea. G.purpura, G.punctata, G. pannonica. Gentianeae. V. 2. Perennierende Kräuter der Alpenwiesen.
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Die Wurzeln und Wurzelstöcke kommen gewöhnlich der Länge nach gespalten in den Handel, sind schwach verästelt, sehr stark längsrunzelig, besitzen am oberen Teile, namentlich der Hauptwurzel, dichte Querringe und markig fleischige, im trocknen Zustande durch­aus nicht holzige und faserige Beschaffenheit, auf dem Bruche sind sie gelb- oder rötlichbraun, der Holzkörper zeigt keine Strahlung und ist durch einen dunklen Kambiumring von der dicken Rinde geschieden. Geruch süsslich, gewürzhaft, Ge­schmack sehr bitter. Im Frühlinge zu sammeln. Prüf. Die ebenfalls bittere Wurzel von Gentiana as-clepiadea unterscheidet sich durch ihre mehr holzige Be­schaffenheit und den deutlieh strahligen Holzkörper. Bestandteile. Gentiopikrin (bitteres Glykosid), Gentisin (Farbstoff), Zucker (bis 150/0), Schleim. Stärkemehl fehlt. Anw. Bei Dyspepsien und Magendarmkatarrhen, in Pillen-Latwergen- oder Pulverform. Pferd 10—15,0; Rind 20—50,0; Schaf, Schwein 5—10,0; Hund 0,5—2,0. Zu Tinctura Aloes comp. Tinct. Chinae comp. Elixir amaruni.
Tinctura Gentianae. ßadix Gentianae 1 Teil, Spiritus dilutus 6 Teile werden maceriert und kollert. Gelbbraune, sehr bittere Tinktur.
Tinctura amara. Eadix Gentianae 3 Teile, Herba Centaurii 3 Teile, Cortex Fructus Aurantii 2 Teile, Fructus Aurantü immaturi 1 Teil, Bhizoma Zedoariae 1 Teil, Spiritus dilutus 50 Teile, werden maceriert und kollert.
Extractum Gentianae. (Band I. S. 134).
*Radix Helenii. Eadix Enulae. Alantwurzel.
Inula Helenium. Compositae. XIX. 3. Hohes perennierendes Kraut, in Deutschland kultiviert. Der Wurzelstock und die Wurzeläste, nicht geschält, meist der Länge nach geschnitten, von hornartiger nicht holziger Be­schaffenheit, also glattem Bruche, schmutzigweisser oder grauer
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Farbe und eigentümlich aromatischem Gerüche und schwach­bitterem Geschmacke. Auf dem grauweissen Querschnitte findet man in der Binde sowie im radialgestreiften Holzkörper zahlreiche zerstreute Oelräume mit gelbgrauem Balsam, zuweilen auch mit farblosen Krystallnadeln (Helenin) erfüllt. Die Wurzel werden von der 2- und Sjfthrigen Pflanze im Früh­jahr oder Herbst gesammelt.
Prüf. Von Badix Belladonnae lässt sich die Alantwurzel schon durch ihren eigentümlichen Geruch nnd Geschmack, sowie den Mangel an Stärkemehl (wird durch Jod nicht ge­bläut) leicht unterscheiden.
Bestandteile. Inulin (bis 360/0), Helenin (Alantkampfer), Alantol, Alantsäure. Stärkemehl fehlt.
Anw. Antisepticum bei Tuberkulose etc., Expectorans, Stomachicum, Diureticum, auch äusserlich alsAntiparasiticum.
|Radix Ipecacuanhae. Brechwurzel. PsychotriaIpecacuanha(Cephaelislpec.) Hubiaceae. V.l.
Kleiner Strauch in den Wäldern Brasiliens.
Wurmförmig gekrümmte Nebenwurzeln his 15 cm lang, in der Mitte höchstens 5 mm dick, nach beiden Seiten etwas dünner, meist unverzweigt, von horn-artiger Beschaffenheit, glattem Bruche und bitterem Geschmacke. Die hellgraue Rinde ist dicker wie der Holzkörper, ring- oder halbringförmig, oft bis auf den gelben Holzkörper eingeschnürt und lässt sich von diesem leicht trennen.
Prüf. Badix Ipecacuanhae undulata (alba, farinosa) von Bichardsonia scabra, nur schwach geringelt, dicker, weisslichgrau, mit mehliger Bindequot;, nicht bitter; enthält wie die echte Brechwurzel Stärkemehl.
Badix Ipecacuanhae striata (nigra) von Psychotria emetica ist gerade walzenförmig, längsstreifig, nicht ge­ringelt sondern in weiten Zwischenräumen bis aufs Holz eingeschnürt, grauschwarz, von süsslichem Geschmacke und ohne Stärkemehl.
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Rad. Ipecac, flava von Jonidum Ipecacuanha ist hellbraungelb, fast ohne Wülste und Querrisse, innen weiss, ohne Stärkemehl.
Schüttelt man die gepulverte echte Wurzel mit Salz­säure, so zeigt eine wässrige Jodlösung im Filtrate durch intensive Bläuung Stärkemehl an; giebt man zu einem anderen Teile des Piltrats etwas Chlorkalk, so färbt sich dasselbe sohönrot. (Emetinreaktion, die falschen Brech-wurzeln enthalten kein Emetin.)
Bestandteile. Emetin (heftiges Brechen erregendes Alka­loid), Ipecacuanhasäure (amorph.), Stärkemehl und Spuren eines ekelhaft riechenden ätherischen Oeles.
Anw. Als Pulver und Infusum. In kleinen Dosen als Ex-pektorans. Hund 0,01—0,05; Schwein 0,1—0,3; Katze 0,01, als Brechmittel hei Schwein und Hund 0,5—3,0; Katze 0,25—0,7.
Pulvis Ipecacuanhae opiatus. Seite 23.
Radix Liquiritiae. Süssholz. Glycyrrhiza gldbra. Papilionaceae. XVII. 3.
Ein perennierendes Kraut des südlichen Europas und Russlands, in Deutschland kultiviert.
Offizineil sind die Wurzeln und Ausläufer der russischen Ahart als
Eadix Liquiritiae mundata, geschältes Süssholz.
Kommt in viel dickeren, lockeren, leichteren und süsseren Stücken als das spanische Süssholz, sonst aher mit demselben übereinstimmend vor.
Auf dem strahligen Querschnitte zeigt sich unter der dünnen braunen Epidermis die gelbe Einde durch einen bräunlichen Ring von dem etwas dunkler gelben, faserigen Holzkerne geschieden. Geruch schwach, Ge­schmack süss, etwas kratzend.
Bestandteile. Glycyrrhizin (das Ammoninmsalz eines säureartigen G-lykosids), Farbstoff, Asparagin, Aepfelsäure etc.
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Anw. Expektorans, Bindemittel für Pillen und Latwergen und zugleich Geschmackskorrigens. Zu Pulv. gummosus, Succus Liquiritiae, Spec. Lignorum. Pferd, Eind 25—50,0; Schaf 5—10,0; Hund 0,5-2,0.
Species pectorales. Brustthee. Radix Althaeae 8 Teile, Radix Liquiritiae mundata 3 Teile, Rhizoma Iridis 1 Teil, Folia Farfarae 4 Teile, Flores Verbasci 1 Teil, Fructus Anisi 1 Teil.
Pulvis Liquiritiae compositns. Kurellasehes Brustpulver. Saccharum 6 Teile, Folia Sennae 2 Teile, Radix Liquiritiae 2 Teile, Fructus Foeniculi 1 Teil, Sulfur depuratum 1 Teil, werden in fein gepulvertem Zustande gemischt.
Extractum Liquiritiae. (Band I. S. 134.)
Radix Ononidis, Hauhechelwurzel. Ononis spinosa. Papüionaceae. XVII. 3. Ein perennierendes, durch ganz Europa verbreitetes Kraut. Wurzel mehrköpfig, mehrfach um ihre Achse gedreht, tief-längsfurchig, aussen dunkelbraun, innen weiss, sehr zähe und holzig. Geruch süssholzähnlich, Geschmack kratzend, etwas herber. Der Querschnitt von unregelmässiger Form zeigt eine höchstens 1 mm dicke Binde und einen fächerartig strah­lenden Holzkörper mit weissen Markstrahlen, welche von einem mehr oder weniger exzentrischen, sehr kleinem Marke ausgehen. Prüf. Die Wurzel von Ononis repens ist fast rund, ohne
tiefere Furchen und besitzt ein sehr grosses Mark. Bestandteile. Ononin (Glykosid), Ononid (amorpher,
glycyrrhizinähnlicher Körper), Harz, Stärke, Gerbsäure. Anw. Wie Bad. Levistici, namentlich als Diureticum.
Species Lignorum. Holzthee. Lignum Guajaci 5 Teile, Radix Ononidis 3 Teile, Radix Liquiritiae mundata, Lignum Sassafras, je 1 Teil.
Species diureticae. Rad. Levistici, Rad. Onononidis, Rad. Liquiritiae, je ein Teil werden in grob geschnittenem Zustande mit 1 Teil zer­quetschten Pruct. Juniperi gemischt.
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Radix Pimpinellae. Biberneilwurzel.
Pimpinella saocifraga und magna. Umbelliferae. V. 3.
Perennierende Doldengewächse Mitteleuropas. Die braunen
Wurzelstöcke und Wurzeln von fleischiger Konsistenz, starkem
bockartigem Gerüche und brennend scharfem, etwas gewürzigem
Geschmacke.
Der Wurzelstock ist geringelt, mehrköpflg und geht nach unten in die runzeligen und höckerigen, bis 2 dm langen und 15 mm dicken Wurzeln über. Der Querschnitt zeigt eine weisse Rinde, welche das gelbliche, kaum gestrahlte Holz an Breite fast noch übertriift, und in welcher sich rötliche Balsamgänge grobstrahlig verteilt befinden.
Prüf. Die Wurzel von Pastinaca sativa hat eine höchstens Ve des Durchmessers betragende Rinde. Die Wurzel von Heracleum Sphondylium besitzt einen abweichenden, mehr bitterlichen Geschmack. Die Rinde ist viel breiter als der Durchmesser des Holzkerns und von diesem leicht zu trennen. Bestandteile. Aetherisches Oel, Harz, Zucker, Stärke. Anw. Stomachicum und Expectorans, namentlich als Volks­heilmittel. Dosis wie Rad. Levistici.
Tinctura Pimpinellae. Radix Pimpinellae 1 Teil, Spiritus dilutus 5 Teile.
Radix Ratanliiae.
Radix Ratanhae. wurzel.
Ratanhia-
Krameria Triandra. Polygalaceae. IV. 1.
Ein kleiner Strauch Perus.
Das braunrote, innen weissliche Holz der Wurzel ist von einer dünnen tief braunroten, nicht warzigen, leicht abtrennbaren, kurzfaserigen Rinde umgeben, welche auf Papier einen braunen Strich giebt, deren Geschmack sehr herbe ist und welche eine Dicke von 1/ß bis 1/7 des Holzkörpers besitzt. Der Holzkörper ist blassrötlich, feinstrahlig, sehr holzig und fast geschmacklos. Man unterscheidet die kurze oder knollige Ratanhia, welche aus der Hauptwurzel, einem bis faustgrossen, knorrigen, vielköpfigen Stocke
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besteht, und die lange Eatanhia, aus den walzen­förmigen hin- und hergebogenen Seitenästen bestehend. Prüf. Nicht verwendet sollen werden Savanilla oder
Granada Eatanhia von Krameria Ixina, deren Binde
Vs his '/i des Holzkörperdurchmessers ausmacht. Die Rinde
haftet fest am Holz.
Texas Eatanhia von Krameria secundiflora hat eine
Va his */j des Holzdurchmessers betragende Rinde. Bestandteile. Eisengrünende Ratanhiagersäure (bis
260/0 in der Rinde), Ratanhiarot. Anw. Wie Cort. Quercns, innerlich und äusseriich, namentlich
als Dekokt.
Tinctura Ratanhiae. Hit 5 Teilen verdünntem Weingeist zu bereiten.
Radix Sarsaparillae.
R. Sassaparillae,R.Salsaparillae. Sarsaparillenwurzel.
Smilax officinalis, S. syphilitica, S. papyracea, 8. cordato-ovata.
S. medica etc. Asparageae. XXII. 6.
Armsdicke bis über 100 Fuss hoch kletternde Stechwinden, über das ausgedehnte Gebiet der nördlichen Hälfte Südamerikas durch Centralamerika bis nach Mexiko an beiden Oceanen ein­heimisch. Man kennt über 150 Arten, welche meist noch nicht genau bestimmt sind.
Sehr lange bis zu 6 mm dicke, gestreifte, aussen graubraune oder braunrote Wurzeln, mit fester, etwas dicker, entweder mehliger und weisser, oder hornartiger und bräunlicher Mittel­rinde, mit einem geschlossenen Holzringe, nicht mit vollständigen Markstrahlen versehen. Das Mark ist meist weiss und mehlig. Geschmack sehleimig, hinterher kratzend. Aussenfarbe zuweilen durch anhängende Erde verdeckt, zuweilen durch Räuchern ver­ändert, welches vorgenommen wird, um eine beliebtere dunklere Färbung zu erzielen oder um die Wurzel vor Insekten und Pilzen zu schützen. Man unterscheidet 1. Honduras Sarsa­parille. 2. Caracas Sarsaparille. 3. Para Sarsaparille. 4. Veracruz oder Tampico Sarsaparille. Prüf. Die Anwendung der Veracruz-Sarsaparille ist nicht
statthaft. Fremde, beigemengte Wurzeln sind infolge des
charakteristischen Querschnittes der Sarsaparilla leicht zu
unterscheiden.
Arzneimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5
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,
Bestandteile. Smilacin (ein Glykosid, auch Parillin, Parillmsäue oder Salseparin genannt, dem Saponin nahe­stehend), Stärkemehl, Harz.
Anw. Meist als Dekokt. Das Decotum Zittmanni, ein in der Medizin einst berühmtes Mittel bei Syphillis, ist in der Hauptsache ein Decoctum Sarsaparillae.
Badix Senegae. Senegawurzel. Polygala Senega. Polygaleae. XVII. Ein perennierendes Kraut des östlichen Nord­amerikas.
Der knollige, mit zahlreichen Stengelresten und rötlichen Blattschuppen versehene Wurzelkopf samt der oberwärts geringelten, höchstens 1,5 cm dicken Wurzel und ihren wenigen bis 2 dm langen, einfachen Aesten. An der gelblichen Einde befindet sich meist eine kiel­artig vorspringende Leiste, welche um den Wurzelast spiralig herabläuft. Auf den gegenüberliegenden Seiten erheben sich meist Querwülste. Entfernt man die nicht über 1 mm dicke Rinde, so zeigt sich der marklose Hauptkörper an zahlreichen Stellen gespalten und ausgehöhlt. Geruch etwas ranzig, Geschmack scharf kratzend.
Prüf. Eadix Ninsi seu Ginseng von Panax quinquefolius, ferner die Wurzel von Vincetoxicum officinale und von Jonidium Ipecacuanha, das Khizom von Cypripedhim pubescens finden sich zuweilen der Senega beigemengt, entbehren aber alle der charakteristischen Merkmale derselben. Bestandteile. Das Glykosid Senegin, Polygalasäure, Sapo-toxin (Saponin), Spuren von äth. Oel, Harz, Zucker. Stärke­mehl fehlt. Anw. Beizendes Expektorans, als Infusum. Hund 0,5—1,5; Schafe, Schweine 2—5.
Radix Taraxaci. Löwenzahnwurzel.
Taraxacum officinale. Compositae X/X 1. Die ganze bei uns wachsende, im Fi'ühjahr vor
.
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der Blütezeit gesammelte Pflanze ist das offizinelle Präparat.
Eine spindelförmige, meist unverzweigte, fleischige, trocken brüchige, braune Wurzel mit einem Schopf schrotsägezähniger Blätter. Auf dem Querschnitte fällt nach dem Aufweichen die Dicke der weissen, horn-artigen Rinde auf, welche mindestens dem Durch­messer des nichtstrahligen, marklosen, gelben Holz­körpers gleichkommt. Das Parenchym der von einer dünnen Korkschicht umschlossenen Rinde ist aus­gezeichnet durch 10 bis 30konzentrische Kreise. Geschmack süsslich-bitter.
Bestandteile. Sind nach der Sammelzeit ganz verschieden. Das offizinelle Frühlingspräparat enthält namentlich neben Zucker, Taraxacin (Bitterstoff) aber kein Inulin, während im Herbste Inulin vorherrscht. In den Blättern und Stengeln, nicht den Wurzeln, kommt Inosit vor.
Anw. Wie Ead. Gentianae.
Radix Valerianae. Baldrianwurzel. Valeriana officinalis. Valerianeae. III. 1.
Ein perennierendes Kraut Europas.
Ein etwas knolliger, bis 4 cm langer und 2 cm dicker, oben mit Stengel- und Blattresten beschopfter Wurzelstock, am unteren Ende abgestorben, ringsum dicht besetzt mit höchtens 2 mm dicken, bis über 2 dm langen Neben-wTirzeln. Farbe dunkelgraubraun, Konsistenz fleischig, trocken, spröde, aber durchaus holzig. Quer­schnitt des Wurzelstockes gleichmässig braun, mit einem Kreise von undeutlichen, isolierten, etwas helleren Gefässbündeln, die dickeren Wurzelstöcke sind häufig querfächerig; der Querschnitt der Wurzeln zeigt einen sehr dünnen Holzcylinder, von einer 3 bis 4 mal breiteren Rinde umschlossen. Geschmack gewürzhaft süsslich-
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bitter, Geruch höchst eigenartig, erst beim Trocknen sich entwickelnd. Im Herbste zu sammeln. Prüf. Die Wurzel von Valeriana Phu ist Ms 15 cm, lang,
nur nach unten bewurzelt, widerlich riechend. Zuweilen
beigemengte Wurzeln von Kanunkulusarten sind hellfarbig,
innen weisslich, geruchlos. Bestandteile. Aetherisches Oel (namentlich in der
äusseren Binde und in Pflanzen von trockenen Standorten),
Baldriansäure, Zucker, Harz, Stärkemehl. Anw. Nervinum, aromat. Magenmittel, Antispasmodicum; als
Latwerge, Pulver und Infusum. Pferd, Bind 25—100;
Schaf, Schwein 5—15,0; Hund 1,0—5,0.
Tinctura Valerianae wird wie Tinct. Pimpinellae bereitet.
Tinctura Valerianae aetherea. Badix Valerianae 1 Teil, werde mit Spiritus äthereus 5 Teilen, maceriert und koliert.
2. Wurzelstöcke. Bhizoma Calami. Kalmuswurzel. Acorus Calamus. Äroideae. VI. 1.
Schilfähnliche einheimische Pflanze an Teichen und langsam fliessenden Gewässern.
Ein horizontaler, walzenförmiger, oben etwas flach gedrückter Wurzelstock, bis 2 dm lang, oberseits durch Blattnarben in dreieckige, graue Felder geteilt, zwischen denen die gelbliche Einde des Wurzelstockes erscheint; imterseits erheben sich die dunkelbraunen Wurzelnarben in einer Zickzacklinie. Auf dem elliptischen, weissen oder blassrötlichen Querschnitte erscheint der Gefassbündelcylinder von der ungefähr 3 mal schmäleren, meist etwas dunkleren, porösen Rinde umschlossen. Geruch eigentümlich aromatisch, Geschmack bitterlich­aromatisch. Im Spätherbste zu sammeln.
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Prüf. Geschälter Kalmus, welcher früher offizinell war, bildet gleichmässige, weissliche Stücke, an deren Unterseite die zickzackförmigen Narben der Wurzeln sichtbar sind.
Bestandteile. Aetherisches Oel (namentl. in der Einde), A kor in (bitteres Glykosid), Kalamin (Alkaloid), Stärkmehl.
Anw. Bitteres Aromaticum für alle Haustiere. Als Latwerge, Pulver und Infusum. Pferd, Rind 10—50,0; Schaf, Schwein 5—10,0; Hund 0,5—2,0.
Tinctura Calami werde wie Tinctura Pimpinellae bereitet.
Extractum Calami. (Band I. S. 134.)
Rhizoma Filicis. Wurmfarnwurzel.
Äspiäium (Polystichum) Filix mas. Filices. XXIV.
In ganz Europa wildwachsendes, hohes Farrenkraut.
Der horizontal verlaufende, ungeschälte, dicht mit bogig aufsteigenden, glänzend dunkelbraunne Wedelresten besetzte, unterseits feine Nebenwurzeln tragende Wurzelstock, allenthalben mit rostfarbenen Spreuschuppen besetzt. Die Wedelreste sind kantig, gekrümmt und zeigen einen grünlich mehligen Quer­schnitt mit etwa 8 deutlich begrenzten Gefässbündeln im einfachen Kreise liegend, eine grössere Anzahl, in doppeltem Kreise, zeigt der Wurzelstock. Geschmack süsshch-herb, kratzend, Geruch schwach. Werden im Spätherbste gesammelt, ungeschält aufbewahrt und jährlich erneuert. Vor dem Gebrauche entferne man alles bis auf das zu benutzende markig-grüne Innere.
Prüf. Innen braun gewordenes Ehizom ist als wirkungslos zu verwerfen.
Bestandteile. Filixsäure (Pilicin), Filisgerbsäure (Gly­kosid), fettes Oel (bis 60/0), Harz, Zucker, Aeth. Oel.
Anw. Bandwurmmittel. Pferd, Bind 100—250; Schaf, Ziege 50—100,0; Schwein 20—50,0; Hund 5—15,0. Besser das
Extractum Filicis. Rhizoma Filixis 5 Teile werden übergössen mit Aether 15 Teüen und 3 Tage lang maceriert. Nach dem Abgiessen
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des Aethers wird der Rückstand nochmals 3 Tage mit Aether 10 Teilen maceriert und ausgepresst. Die gemischten Flüssigkeiten werden zu einem dünnen, yöllig vom Aether befreiten Extrakte eingedampft. Vor der Dispensation ist das Extrakt gut umzuschüttein. Wird am besten in Gelatinekapseln eingegeben. Grosse Hunde erhalten 2—5,0; kleine Hunde 0,5—1,0; Katzen 0,2—0,5. Ist in grösseren Dosen giftig.
Rhizoma Oalangae. Galgantwurzel. Älpinia offidnarum. Scitamineae. I. 1. Schilfähnliche Pflanze Chinas. Knieförmig gebogener, cylindrischer, 1 —1,5 cm dicker, verästelter Wurzelstock, fingerlang, rotbraun, von zäher, faserig-holziger Beschaffenheit, durch ring­förmige Blattnarben gegliedert. Der grösste Teil des braunen Querschnitts besteht aus der Rinde, welche den Durchmesser des dunkleren Gefässbündelcylinders übertrifft. Geruch und Geschmack scharf aromatisch. Prüf. Rhizoma Galangae majoris von Alpinia Galanga auf
Java, viel grosser, innen weisslich. Bestandteile. Aetherisches Oel, Galangin, Alpinin,
Kämpfend, Harz, Stärkemehl. Anw. Wie Pruct. Capsici, als Pulver oder Infusum. Zu Tinct. aromatica.
Rhizoma Hydrastis. Kanadische Gelbwurzel. Hydrasüs canadensis. Manunculaceae. XIII. 2. Perennierende Pflanze Nordamerikas.
Der bis 4 cm lange, etwa V, cm dicke, hin und her ge­bogene, wenig verästelte Wurzelstock, mit kurzen dicken Stengelresten besetzt, längsrunzelig, dicht quer geringelt, stellenweise fast knollig, aussen braun, innen schön gelb. Die zahlreichen spröden, nur 1 mm dicken Wurzeln sind oft mehrere cm lang.
Prüf. Der wässrige Auszug ist gelb, bitterschmeckend und giebt mit der Hälfte Schwefelsäure und einigen Tropfen C'hlorwasser versetzt eine dunkelrote Färbung. Im Infusum (1:10) bilden sich auf Zusatz von 1/10 Volum Salpeter­säure nach 6—lOstündigem Stehen gelbe Krystalle.
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Bestandteile. Die Alkaloide Hydrastin und Berberin. Anw. Bei Anschwellungen, Entzündungen, Blutungen des Uterus am besten in Extraktform.
Extractum Hydrastis fluidnm. Nach der Perkolationsmethode (Band 1. S. 135) darzu­stellen.
*RMzoma Imperatoriae. Meisterwurzel. Imperatoria Ostruthium. Umhelliferae. V. 2. Perennierende Gebirgspflanze Deutschlands. Der ästige, graubraune, etwas knollige, längsrunzelige, meist flachgedrückte Wurzelstock ist bis 1 dm lang und 1,5 cm dick, yielfach geringelt und warzig; er treibt zahlreiche dünne Ausläufer. Auf dem Querschnitte trennt ein schmaler Holzring das sehr grosseMark von der Binde, welche beide zahlreiche grosse Balsamgänge enthalten.
Bestandteile. Aetherisches Oel, Ostruthin (bis 60/0),
Imperatorin (identisch mit Peucedanin), Stärkemehl. Anw. Wie Rhiz. Calami.
Khizoma Iridis. Veilchenwurzel. Iris germanica; I. pallida, I. florentina. Irideae. III. 1. In Oberitalien kultiviert, in Deutschland als Zierpflanze. Die braungelben Wurzelstöcke werden im Herbste ge­sammelt, von den Stengeln, Blättern, Wurzeln, sowie von der Aussenschicht befreit, gewaschen und in der Sonne getrocknet. Die geschälten Wurzelstöcke sind weiss, horizontal, flachgedrückt, verästelt und durch Einschnürungen in die einzelnen Jahres­triebe geteilt. Oberseits sind diese durch Blattnarben dicht ge­ringelt, unterseits mit unregelmässigen braunen knotigen Narben der Nebenwurzeln besetzt. Geruch veilchenartig, Geschmack wenig gewürzhaft, etwas bitter. Konsistenz spröde und hart, nicht holzig. Prüf. Die grössten und wertvollsten Rhizome kommen als Livorneser, die geringeren als Veroneser in den Handel. Manchmal ist die Ware des besseren Aussehens wegen mit Kreide oder Bleiweiss eingerieben. Bestandteile. Etwas ätherisches Oel neben Myristicin-
säure, Harz, Stärkemehl, etwas Gerbsäure. Anw. Wie Rad. Levistici. Auch als Geruchs- und Geschmacks-korrigens. Zu Species pectorales.
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Radix Rhei. Rhabarberwurzel.
Bhettm officinale und Bheum palmatüm Var. Tangu-ticum. Folygoneae. IX. 3.
Perennierende Kräuter Tibets und der angrenzenden chinesischen Provinzen.
Die sogen, ßhabarbenvurzel ist das geschälte, ungleich zerschnittene ßhizom und kommt in rund­lichen, cylindrischen, kugeligen, plankonvexen oder ganz flachen Stücken in den Handel, welche meist noch die schwärzlichen Bohrlöcher besitzen, an welchen sie auf­gefädelt war, um das Trocknen zu erleichtern. Die Rhabarber ist gelbbraun, markig, nicht holzig, auf dem Bruche körnig, weiss, durch unregelmässig ver­laufende orangegelbe und rote Markstrahlen marmoriert, welche namentlich als flammige Zeichnungen, sog. Masern hervortreten und nur in der schmalen äussersten Schicht regelmässig radial verlaufen. Auf der Aussenfläche zeigt die Wurzel bei genügender Entfernung der Rinde rhom­bische Maschen aus weissen Adern (Pai'encbym und Gefässbündel) mit dazwischenliegenden rot gestreiften und punktierten Feldern (die Markstrahlen); Geruch und Geschmack sind höchst eigentümlich, beim Kauen knirscht die Wurzel infolge der zahlreichen Kryställchen von Calciumoxalat und färbt den Speichel gelb. Ihr Pulver ist rötlichgelb. Bis 1860 kam die Rhabarber auf 2 Wegen nach Europa:
Als russische Rhabarber über Kiachta durch Sibirien nach Moskau, die vorzüglichste durch Auslesen erhaltene Sorte. Seitdem China seine Seehäfen dem Auslande erschloss, findet keine Einfuhr auf dem Land­wege mehr statt und das Monopol der russischen Re­gierung erlosch 1863.
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Als chinesische Rhabarber, die einzige jetzt noch existierende asiatische Handelsware.
Prüf. Europäische Rhabarber in England, Frankreich, Ungarn, Mähren von verschiedenen kultivierten Rheumarten erhalten, der asiatischen an Farbe, Geruch, Geschmack und Bestand­teilen ähnlich, unterscheidet sich aber durch walzenförmige Gestalt, den Mangel an Masern und den auf dem Quer­schnitte deutlichen strahligen Bau.
Bestandteile. Purgierende Kathartinsäure, styptisch wirkende Rheumgerbsäure, die Harze Emodin, Phäoretin, Erythroretin, Chrysophan (orangefarbiges Glykosid, in Zucker und Chrysophansäure spaltbar), Stärke, Calciumoxalat.
Anw. In kleinen Dosen aromatisches Magenmittel, in mittleren Dosen (Kalb, Fohlen, Schwein 5—10,0; Hund 1—2,0; Ge­flügel 0,5—1,0) Antidiarrhoicum, in grossen Dosen bei kleineren Tieren Laxans (Hunde 5—15,0). In Pulverform und als Infusum.
Extractum Rhei. Durch mehrmaliges Ausziehen von Rhabarber mit ver­dünntem Weingeist und Abdampfen der Flüssigkeit zur Trockne erhalten.
Extractum Rhei compositum. Extractum Rhei 30 Teile, Extractum Aloes 10 Teile, Resina Jalapae 5 Teile, Sapo medicatus 20 Teile, werden zerrieben, mit quot;Weingeist befeuchtet, im Dampfbade erhitzt und zur Trockne verdampt.
Tinotura Rhei vinosa. Radix Rhei 8 Teile, Cortex Aurantii 2 Teile, Semen Carda-momi 1 Teil, Vinum Xerense 100 Teile, werden maceriert und in der Kolatur der siebente Teil ihres Gewichtes Zucker aufgelöst.
Tinctura Rhei aquosa. Radix Rhei 100 Teile, Borax 10 Teile, Kalium carbonicum 10 Teile, übergiesse mit Aqua fervida 900 Teilen, mische nach 1/i Stunde hinzu Spiritus 90 Teile, kollere noch 1 Stunde und füge hinzu Aqua Cinnamomi 150 Teile.
Pulvis Magnesiae cum Rheo. Rad. Rhei 15 Teile, Magnes. carbon. 60 Teile, Elaeosacoh Poeniculi 40 Teile.
Tinct. Aloes, compos. S. 15.
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^Rhizoma Tormentillae. Tormentillwurzel. Blutwurzel. Potentilla Tormentilla. Bosaceae. XII. 3.
Einheimisches, perennierendes Kraut.
Ein unregelmässig knolliger oder mehr gestreckt-cylindrischer, oft gebogener, tiefbrauner Wurzelstock, grösstenteils be­freit von den langen dünnen Wurzeln, sehr fest und hart, geruchlos, von zusammenziehendem Geschmacke. Der Querschnitt zeigt unter einer schmalen Rindenschicht ein rotbraunes Gewehe, in welchem ein oder mehrere Kreise getrennter gelber Holzbändel liegen. Im Frühjahr zu sammeln.
Bestandteile. Gerbsäure, Tormentillrot (wahrscheinlich identisch mit Ratanhiarot), Chinovasäure, Ellagsäure.
Anw. Tonicum und Adstringens bei Erschlaffungszuständen des Magens und Darms, Durchfällen, Darmblutungen, Ruhr. Pferd 20—30,0; Rind 25—50,0; Kalb, Schaf, Schwein 5 bis 15,0; Hund 1—5,0. Als Pulver und Dekokt.
f RMzoma Veratri.
Radix Hellebori albi. Weisse Niesswurzel. Veratrtm album. Colchicaceae. Vu. 3.
Hohes perennierendes Kraut der Alpenwiesen.
Der dunkelbraune, aufrechte Wurzelstock ist etwas knollig, verkehrt kegelförmig, oben geschöpft mit scheidigen Blatt- und Stengelresten, ringsum dicht besetzt mit langen, hellbraunen Nebenwurzeln. Geschmack anhaltend kratzend und bitter; das Pulver des geruch­losen Rhinzoms erregt gefährliches Niessen.
Auf dem weissen Querschnitte trennt eine braune Kernscheide die Rindenschicht von stärkemehlreichem Innengewebe, in welchem unregelmässig verlaufende, zerstreute Gefässbündel.
Bestandteile. Die 5 Alkaloide Jervin, Pseudojervin, Rubi-jervin, Veratalbin. Das Glykosid Veratramirin, ferner Jerva-säure, Veratrin nur in Spuren.
Anw. Antirheumatikum, Anregungsmittel für das Nerven­system; Ruminans bei Parese des Wanstes; bei Herzschwäche in Fiebern; Brechmittel für Schweine (0,5—2,0 mit Wasser
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verschüttelt oder geschnitzt in platten Stücken zum Ein­schiehen unter die Haut). Aeusserlich gegen Ungeziefer. In Pulver- oder Dekoktform. Pferd 5—15; Kind 10—20,0; Schaf, Ziege 2—6,0; Hund 0,01—0,03.
Tinotura Veratri. Mit 10 Teilen Spiritus dilutus zu bereiten.
Rhizoma Zedoariae. Zittwerwurzel. Curcuma Zedoaria. Scitamineae. I. 1. Schilfähnliche, öfters kultivierte Pflanze Ostindiens. Der in Querscheihen oder Längsviertel zerschnittene Wurzelstock, mit fast grauer, etwas glänzender Kork­schicht und einer dünnen Mittelrinde, welche durch eine feine Kernscheide scharf von dem rötlichgrauen Holzkern geschieden ist. Geruch und Geschmack kampferartig etwas bitter, Konsistenz hornartig hart.
Prüf. Der Wurzelstock von Curcuma aromatica unterscheidet
sich durch die gelbe Farbe des inneren Gewehes. Bestandteile: Aetherisches Oel, Harz, Stärke, Gummi. Anw. Wie Pruct. Capsici. Zu Tinct. amara, Tinct. Alöes comp.
Rhizoma Zingiberis. Ingwerwurzel. Zingiber officinale. Scitamineae. I. 1.
In Ostindien einheimisch, in China, Westindien, Südamerika kultiviert.
Die handförmig verzweigten, seitlich zu­sammengedrückten, von der gelblichgrauen Kork­schicht nur an den meist knollig gewölbten Seiten­flächen befreiten Neben-Wurzelstöcke. Auf dem Querschnitte zeigt das weissliche Gewebe sowohl in der schmalen Einde wie im elliptischen Holzkörper mit den zerstreuten Gef ässbündeln sehr viele gelbe oder braune Harzzellen. Geruch und Geschmack sehr aromatisch, brennend. Konsistenz mehlig oder hornartig, nur schwach faserig.
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Prüf. Der weisse Ingwer wird durch Einlegen des ganz geschälten Rhizoms in Kalkwasser, der schwarze Ingwer durch Abbrühen des Khizoms vor dem Trocknen erhalten. Beide Sorten werden nicht angewendet.
Bestandteile. Aetherisches Oel, Gummi, Stärke (bis 180/0), scharfes Harz, Gingeroi (halbflüssige, unbeständige, aromatische Substanz).
Anw. Wie Pruct. Capsici. Zu Tinct. aromatica.
Tinctura Zingiberis mit 5 Teilen Spir. dilutus zu bereiten (Band I. S. 131).
3. Zwiebeln und Knollen. Bulbus Scillae. Meerzwiebel. Urginea maritima. Liliaceae. VI. 1. Mannshohe Pflanze an den Gestaden des Mittelmeers. Officinell sind die aus dem mittleren Teile der Zwiebel ge­schnittenen Streifen, ungefähr 3 mm dick, gelblichweiss, durch­scheinend, mit dicken Querstreifen durchzogen, von widerlich bitterem Geschmacke. Sie werden scharfgetrocknet in wohlver­schlossenen Gefässen aufbewahrt, da sie sehr hygroskopisch sind. Sie sind frisch ein Gift für Mäuse und Eatten. Prüf. Es giebt auch Zwiebeln mit innen roten Schalen, welche in England und Frankreich, nicht aber in Deutschland officinell sind. Bestandteile. Sinistrin (dem Dextrin ähnliches Kohlenhy­drat), Zucker, Schleim, etwas übelriechendes ätherisches Oel, ferner Scillain (Scillitoxin,Herzgift), Scillipicrin (amorphe Glj'koside) und Scillin (krystallinisches Glykosid). Anw. Selten, wie Herb. Digitalis, als Aufguss, Pulver, Pille.
Pferd, Rind 5—10,0; Schaf, Schwein 1—2,0; Hnnd 0,2—0,5. t Acetum Scillae. Bulbus Scillae 5 Teile, Spiritus 5 Teile, Acid, aceticum di-lutum 9 Teile, Aqua 36 Teile, werden 3 Tage maceriert und kollert.
Tinctura Scillae. Wird mit 5 Teilen Spiritus dilutus bereitet (Band I. S. 131).
Oxymel Scillae, Meerzwiebelhonig. Acetum Scillae 5 Teile, mische mit Mel depuratum 10 Teilen, und dampfe auf 10 Teile ab.
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f Tubera Aconiti. Eisenhutknollen. Äconitum Napellus. Manunculaceae. XIII. 2. Ein Kraut auf höheren Gebirgen. Gartenpflanze. Meist zwei gepaarte Knollen, deren eine noch die Stengelreste besitzt, während die andere, im laufen­den Jahre entstandene, oben mit einer Knospe schliesst, welche im kommenden Jahre zum Stengel wird. Die Knollen sind schwärzlichbraun, stark längsrunzelig, etwa 6 g schwer, bis 2 cm dick und 3—8 cm lang, mit zahlreichen Narben der Nebenwurzeln versehen. Geschmack anfangs schwach, später anhaltend scharf, zusammenziehend. Auf dem weissen Querschnitte zeigt sich ein weites sternförmiges Mark mit yor-gestreckten Strahlen, von einem schmalen Gefäss-bündelkreis umgeben. Während der Blüte zu sammeln. Prüf. Die meist grösseren Knollen der kultivierten Pflanze sind weniger wirksam. — Aoonitum variegatum besitzt kleinere Knollen. — Äconitum Stoerkianum besitzt meist mehr wie zwei zusammenhängende und mehr längliche Knollen. Bei diesen Arten ist das Mark auf dem Querschnitte un­deutlich strahlig, die Strahlen nicht vorgestreckt. Bestandteile. Das Alkaloid Akonitin. Anw. Zur Herabsetzung von Temperatur und Puls in Fieber, sowie erhöhter Sensibilität peripherer Nerven (Rheumatis­mus etc.); äusserlich zuweilen gegen Ungeziefer als Streu­pulver oder Dekokt. Pferd 2—5,0; Rind 5—10,0; Hund 0,1—0,5. Wegen der in ihrem Verhalten so sehr verschiedenen Handelssorten des Alkaloides Akonitin und wegen des hohen Preises des neuerdings chemisch rein hergestellten Äconitum crystallisatum begnüge man sich mit der Verordnung der Tu­bera Aconiti. Auch zu äusserem Gebrauche ist die Anwendung von Akonitin wegen des Ableckens der Tiere nicht ratsam.
Tinctura Aconiti. Mit 10 Teilen Spiritus dilutns zu bereiten (Band I. S. 131).
f Tulbera Jalapae. Jalapenknollen. Ipomoea (Convolvulus) Pwrga. Convolvulaceae. V. 1. Eine Schlingpflanze der mexikanischen Anden,
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deren Knollen über Feuer getrocknet und über Jalapa nacb Vera-Cruz in den Handel kommen.
Kugelige, birnenförmige oder länglicb-runde, ver­schieden grosse, ganze oder durchschnittene, feste, schwere Knollen. Aussen braun und runzlig, in den Runzeln mit schwärzlichem Harze überzogen, weder Blattnarben noch Nebenwurzeln besitzend. Das sehr dichte Gewebe hat einen glatten, mehligen oder hornartigen, weder holzigen noch faserigen Bruch, welcher in der weisslichen oder graubräunlichen Grund­farbe dunkle, konzentrische, gereihte, nicht durch strahlige Gefässbündel unterbrochene Harzzellen zeigt. Geschmack fade, kratzend, Geruch eigenartig.
Prüf. Die nussgrossen, rundlichen und birnfönnigen Knollen sind die besten (harzreichsten, 12—l?0/,,), dann kommen die mehr gestreckten (100/0 Harz) und die stark eingeschrumplten, gedörrten Birnen ähnlichen Knollen (80/0 Harz). Teilweise extrahierte Knollen sind gleichmässig, nicht nur in den Runzeln glänzend. — Tarapico - Jalapenwurzel, von Ipomoea simulans, ist der echten Jalapa sehr ähnlich, zeigt aber weniger konzentrische Schichten und ist aussen mehr runzelig.— Stipites Jalapae, leichte Jalapa, die Wurzel von Ipomoea Orizabensis, ist mehr länglich und zeigt einen strahligen Holzkörper und faserigen Bruch. Das Harz dieser beiden Sorten ist im Gegensatze zum Harze der echten Jalapa in Aether löslich.
Bestandteile. Das purgierende Harz Konvolvulin (in Aether unlöslich), Stärke, Zucker, Farbstoff, Jalapin.
Anw. Starkes Abführmittel, meist mit Kalomel. In Pulver­oder Pillenform. Zu Eesina Jalapae (S. 37), welches einen Bestandteil von Extractum Ehei compositum und Sapo Ja-lapinus ausmacht. Schwein 6—15,0; Hund 0,5—4,0.
Tubera Salep. Salep. Orchis mascula. 0. militaris. 0. Morio. 0. ustulata, Änacamptis
pyramidalis, Piatanthera bifolia. Orchideae. XX. 1.
Bei uns und im Orient einheimische Kräuter, deren zur Blütezeit oder kurz nachher auszugrabenden Knollen, nach Ent-
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fernung der stengeltragenden, in siedendes Wasser getaucht, abgerieben und getrocknet werden. Sie sind eirund oder läng­lich, oft bis zolllang, durch das Abbrühen hornartig und durchscheinend, von schmutzig weisser oder blass­bräunlicher Farbe, ohne Geruch, von ladem, schleimigem Geschmacke. Prüf. Die geschälten Zwiebeignollen von Colchicum autum-nale werden durch ihre braune Oberfläche, mehlige Beschaffen­heit und den bitteren Geschmack leicht unterschieden. Die platten, bandförmig geteilten Knollen von Orchis maou-lata und latifolia sind von geringerem Werte, da sie ärmer an Schleim sind. Bestandteile. Schleim (bis 480/0), Stärke (bis 270/0), Zucker,
Eiweiss.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; *
Anw. Wie Gi. arabicum.
Mucilago Salep. Tubera Salep pulv. 1 Teil, wird durch Umschütteln mit Aqua frigida 10 Teilen fein verteilt und dann Aqua fervida 90 Teile hinzugefügt und nahezu bis zum Erkalten geschüttelt.
B. Oberirdische Pflanzenteile. 1. Hölzer, Ligna.
Das Holz, Lignum, ist die zwischen Einde und Mark liegende Schicht des Stammes, welche aus ge­trockneten Zellen und Gefässen besteht. Man erkennt am Holze den Splint oder das Saftholz, das jüngere, äussere, weiche, und das Kernholz, das ältere, innere, härtere. Durch die alljährlichen Neubildungen lagern sich um das Mark die Kernholzschichten konzentrisch und bilden die sogenannten Jahresringe. Ausserdem ist das Holz noch mit Markstrahlen radienartig durchsetzt.
Mitunter benutzt man das Holz der Wurzel. Stengel, Stipites, sind dünne, mit der Rinde bedeckte Stämme, meist von krautartigen Gewächsen, die zu eigentlichem Holze nicht auswachsen. Die Einsammlungs-zeit ist meistens im Herbste.
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Lignum Guajaci, Franzosenholz, Pockholz. Guajacimi officinale. Zygophylleae. X. I. Ein immergrüner Baum der westindischen Inseln. Das Holz ist schwer, dicht, hart, mit harzigem, grünlich-hraunem Kernholze und einem leichteren, hlassgelben Splinte. Es lässt sich weder gerade spalten, noch leicht zerschneiden. Beim Erhitzen verbreitet es einen benzoeartigen Geruch, der Geschmack ist etwas kratzend. Es kommt gewöhnlich in zerschnittenem Zustande in den Handel.
Weingeist mit dem Holze geschüttelt, hinterlässt beim
Verdampfen einen gelbbraunen Rückstand, welcher mit einer
Lösung von Eisenchlorid in 100 Teilen Weingeist besprengt,
vorübergehend eine schöne blaue Färbung annimmt.
Bestandteile. Guajakharz (bis 300/0), Guajacin, Guajak-
säure, Benzoesäure. Anw. Diuretikum und Diaphoretikum in Dekoktform. Zu Species Lignorum (S. 63).
Lignum Quassiae. Bitterholz. Fliegenholz. Ist von weisslicher Farbe, weicher Beschaffenheit, feinfaserig und leicht zu spalten; auf dem Querschnitte lassen sich mit der Lupe Jahresringe und Markstrahlen ex'kennen. Der Geschmack ist rein und anhaltend bitter, der Geruch fehlt. Es kommen zwei Sorten des Holzes in den Handel und sind offizinell:
1.nbsp; Surinamensisches Quassiaholz von Quassia amara, Simarubeae. X. 1., einem strauchartigen Bäumchen. Kommt in zolldicken Ast- und armsdicken Stammstücken vor. Rinde papierdick, leicht sich lösend, gelblich grau; Holz dicht.
2.nbsp; Jamaikanisches Quassiaholz von Picraena excelsa, Simarubeae. X. 1., einem hohen Baum West­indiens. Fussdicke Stammstücke. Binde sehr dick (1 cm), braunschwarz, leicht zu zerschneiden, von faserigem Bruche; Holz locker, mehr gelblich wie das andere.
Bestandteile. Quassiin (bitteres Glykosid). Anw. Wie Kad. Gentianae.
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Lignum Sassafras. Fenchelholz.
Sassafras officinalis. Laurineae. IX. 1.
Bäume und Sträucher Nordamerikas, deren zerschnittene
starke Wurzeln die Handelsware bilden; Holz leicht, etwas
schwammig, leicht zu spalten, bräunlich oder rötlich, Geruch
fenchelartig, Geschmack ähnlich, zugleich süsslich.
Prüf. Das Stammholz ist dunkler, schwerer, nur von schwachem
Gerüche und nicht zu verwenden. Bestandteile. Aetherisches Oel, Harz, Gerbstoffquot;. Anw. Als Diuretikum und Diaphoretikum in Infusform. Zu Species Lignorum (S. 63).
2. Rinden, Cortices.
Die Rinde, Cortex, die äussere Umgebung des Stammes oder der Aeste und Zweige dikotyledonischer Gewächse, besteht aus drei Lagen, der Aussenrinde, Mittelrinde und Innenrinde (Bast). Anfangs ist die Aussenrinde von der Epidermis gebildet, welche aber nach und nach verschwindet und bei älteren Rinden eine Korkschicht bildet. Die Aussenrinde und Mittel­rinde sind dann öfters nicht mehr zu unterscheiden und bilden die Borke, welche, weil in ihr kein eigent­licher Neubildungsprozess stattfindet, beim Ausdehnen des Stammes zerreisst und runzlig und rissig wird.
Der Bast ist die jüngere Rindenschicht, welche aus gestreckten Zellen und Baströhren besteht und alljährlich aus dem Kambium entsteht. Der Bast ist mehr oder weniger grün, gelb oder rot.
In der Rinde sind die eigentümlichen Stoffe der Pflanzen oft am reichhaltigsten abgelagert.
Zu den eigentlichen Rinden rechnet man auch die Rinden der Wurzeln. Dagegen gehören die Schalen der Früchte, z. B. die Pomeranzenschale, Cortex Aurantii, unter die Fruchtteile.
Die Einsammlungszeit der Rinden ist das Frühjahr oder der Herbst. Sie müssen in der Regel von jungen
Arzneimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6
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kräftigen Pflanzen genommen werden. Das Trocknen und Aufbewahren der Rinde ist ohne Schwierigkeit.
Cortex Cascarillae. Kaskarillrinde. Croton Eluteria. Euphorbiaceae. XXI. 1. Strauchartiges Bäumchen Westindiens. Harte Röhren von meistens unter 1 dm Länge und 1 cm Breite, oder rinnenförmige 1—2 mm dicke Stücke. Zum teil mit hellgrauem Kork bedeckt, an den kork­freien Stellen graugelblich oder braun, längsgestreift und querrissig; Innenseite bräunlich, gleichmässig fein­körnig , Bruch hornartig, fast glatt, glänzend und durchaus nicht splittrig. Geruch namentlich beim Erwärmen aromatisch, Geschmack stark aromatisch und bitter.
Prüf. Beigemengte Holzstücke sind vor dem Gebrauche zu entfernen. Zuweilen ist Kopalchirinde von Croton niveus beigemengt, welche aus doppelt so breiten und langen Stücken besteht, innen heller braun ist, einen grobstrahligen Bruch und schärferen Geschmack besitzt. Bestandteile. Aetherisches Oel, K askarillin (bitteres Gly-
kosid), Harz, Gerbstofi. Anw. Wie Bad. Gentianae.
Cortices Chinae. Chinarinden. Cinchona succirubra, Cinchona Calisaya, Cinchona micrantha, Cinchona lancifolia, Cinchona officinalis. Bubiaceue. V. 2. Hohe, schlanke Bäume, welche auf dem Ostabhange der südamerikanischen Andenkette einheimisch sind und deren Rinden von eigens zu diesem Zwecke ausgerüsteten Leuten (Cascarilleros) gesammelt und nach den Haupt­stapelplätzen Cusco, Huanoco, Jaenetc, gebracht werden, woselbst dieselben sortiert und von den Ausfuhrhäfen Arica, Lima, Payta, Callao etc. in den Handel gebracht werden.
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Im Jahre 1854 begann die Cinchonakultur auf Java, 1860 begannen die Engländer die Kultur im südlichen Teile Vorderindiens, und auch auf Ceylon und den Südabhängen des Himalayas sind sie jetzt angepflanzt. Durch die sorgfältige Forstkultur sind diese An­pflanzungen schon zu stattlichen Wäldern ausgewachsen und liefern eine bei weitem gleichmässigere und alkalo'id-reichere Rinde, so dass die Zukunft des Chinarinden­handels schon jetzt nicht mehr im Vaterlande derselben, sondern in den Ländern der Cinchonakultur ruht. Aus diesem Grunde empfiehlt die Pharmakopöe die kul­tivierten Chinarinden, vorzüglich die von Cinchona succirubra, der auf Java vorwaltenden Art.
Die Handelsware bildet teils einfach, teils doppelt gerollte Röhren (Zweigrinden), teils rinnenförmige (Ast­rinden), teils flache Stücke (Stammrinden). Zweigrinden sind stets mit dem Korke versehen, die älteren Ast­rinden und Stammrinden meistens vom Korke befreit.
Vor allem charakteristisch ist für die Chinarinden die Bastschicht. Dieselbe ist nicht durch eine scharfe Grenzlinie gegen die parenchymatische Schicht abge­grenzt, sondern beide gehen ineinander über. — Der Bast zeigt keine keilförmige Zeichnung und ist nicht von regelmässigen Markstrahlen durchsetzt. — Die Bast­zellen liegen entweder vereinzelt oder zum teil in unregel-mässigen Gruppen oder in unterbrochenen radialen Reihen und sind niemals in peripherischen Reihen angeordnet. Wegen dieser isolierten Stellung lässt sich nur schwierig ein dünner zusammenhängender Querschnitt darstellen.
Die Bastzellen selbst sind die dicksten aller officinellen Rinden und erscheinen unter dem Mikros­kope mit bis zum Verschwinden des Lumens verdickter Wand, mit deutlichem Schichtenbau und feinen Poren­kanälen.
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Handelssorten. Die Pharmakopöe legt weniger Wert auf eine bestimmte Handelssorte, sondern gestattet, dass jede Chinarinde, welche 50/0 Alkaloide enthält, zur Anwendung ge­langen kann. Vor Einführung der kultivierten Chinarinden, welche im Aussehen den Zweigrinden der nachstehenden Sorten entsprechen, teilte man die Chinarinden in folgende 3 Gruppen ein:
a.nbsp; nbsp; Gelbe Chinarinde (Königschinarinde, Cortex Chinae flavus, seu regius), die geschätzteste Rinde von Cinchona Cali-saya, kommt teils in mit Borke bedeckten Röhren (Zweigrinde), meistens aber von der Borke befreit in fast nur aus Bast be­stehenden Platten (Stammrinde) in den Handel. Ihr Bast ist sehr mürbe und zeichnet sich durch seine rötlich-gfelbe Farbe aus. Enthält namentlich Chinin (bis 40/0), neben wenig Cinchonin (0,4 0/0) und Chinidin (0,6 0/0); der Geschmack ist mehr bitter wie herbe.
b.nbsp; nbsp; Rote Chinarinde (Cortex Chinae ruber) von Cinchona succirubra kommt ebenfalls in Röhren (Zweigrinde) und flachen Stücken (Stammrinde) vor und ist durch die braunrote Farbe des Bastes charakterisiert. Chinin- und Cinchoningehalt der südamerikanischen Rinden ist etwas geringer, wie der der gelben Chinarinden, während der Chiningehalt der kultivierten ostindischen Rinden noch grosser ist, wie der der gelben Binden.
c.nbsp; nbsp; Braune Chinarinde (Cortex Chinae fuscus) von Cin­chona micrantha, lancifolia, officinalis etc., kommt nur in aussen graubraunen, innen zimmtbraunen Röhren (Zweigrinden) in den Handel. Geschmack mehr herbe wie bitter. Alkaloid- und namentlich Chiningehalt ist bedeutend geringer wie bei den vor­genannten Sorten.
Prüf. Der Bruch sämtlicher Chinarinden ist kurz- und steifsplitterig, jedoch niemals bandfaserig oder blätterig. — Jede echte, alkaloidhaltige Chinarinde giebt, wenn etwa 0,1 g derselben in einem Probieroylinder erhitzt wird, ein im kälteren Teile der Röhre sich verdichtendes, theerartiges Destillat von schön karminroter Farbe.
Die Chinarinde liefert ein rotbraunes Pulver, welches nach dem Arzneibuche für das deutsche Reich 50/0 Alkaloide enthalten muss, zu deren quantit. Bestimmung das Arznei­buch eine ausführliche Vorschrift giebt.
Bestandteile. Die Alkaloide Chinin, Chinidin, Cin­chonin, Cinchonidin in wechselnden Verhältnissen, ge-
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bunden an Chinagerbsäure und Chinasäure; der Farbstoft Chinarot etc., daa bittere Glykosid Chinovin und dessen Spaltungsprodukt, die Chinovasäure; ausserdem sind noch über 30 mehr oder minder genau bekannte alkaloidartige. Körper in geringerer Menge aufgefunden worden. Anw. Stomachicum und Tonicum bei Schwächezuständen, Diarrhöen, Adstringens bei Nephritis und Cystitis. Pferd 10—20,0; Eind 25—50,0; Schaf, Schwein 5—10,0; Hund 1—5,0. Als Dekokt, in Latwergen und Pillenform.
Extractum Chinae aquosum. 1 T. Chinarinde wird 48 Stunden lang mit 10 T. Wasser maceriert. Nach dem Auspressen wird der Rückstand abermals mit 10 T. Wasser 10 Stunden lang maceriert. Die abgepressten Flüssigkeiten werden auf 2 T. abgedampft, nach dem Erkalten filtriert und zu einem dünnen Extrakte abgedampft.
Extractum Chinae spirituosum.
1 T. Chinarinde wird mit 5 T. verd. Weingeist 6 Tage lang maceriert. Nach dem Abpressen wird der Rückstand nochmals 3 Tage mit 5 T. Weingeist maceriert. Die abgepressten Flüssig­keiten werden gemischt und zu einem trocknen Extrakte abge­dampft.
Tinctura Chinae.
1 T. Chinarinde, 5 T. verd. Weingeist (Band I. S. 131). Tinktura Chinae composita. Elixir roborans Whytti.
Cortex Chinae 6 T., Cortex Fructus Aurantii 2 T., Cortex Cinnamomi 1 T., Radix Gentianae 2 T., maceriere mit Spiritus dilutus 50 T.
€ortex Cinnamomi. Cortex Cinnamomi Cassiae.
Chinesischer Zimmt. Zimmtkassia.
Oinnamomum Cassia. Laurineae. IX. 1.
Ein im südlichen China und Cochinchina wild und kultiviert wachsender Baum.
Fusslange Röhren oder Halbröhren von 0,5 bis 3 cm Weite 1—3 mm Dicke, innen braun, mit einem bräunlichgrauen, innen etwas rissigen Kork bedeckt oder fast vollständig vom Korke befreit und dann nur etwa 1 mm dick und von hellbrauner, längsgeaderter
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Oberfläche. Soll das ihm eigene Aroma in hohem Grade besitzen und ohne schleimigen Beigeschmack sein. Prüf. Der Holzzimmt (Holzkassia, Malabar-Zimmt, Cassia lignea) von einer nach Malabar verpflanzten Abart des Zey-lonischen Zimmtbanmes (siehe unten) stammend, bildet flachere und dickere Stücke, die meist noch mit einer grünlichgrauen Korkschicht bedeckt sind. Geschmack schleimig und mehr herbe wie gewürzhaft.
Der Zeylon-Zimmt von dem auf Zeylon kultivierten Cinnamomum Ceylanicum stammend, ist die geschätzteste Handelsware und bildet sehr dünne in einander gesteckte Bohren, deren Eindenparachym fast ganz entfernt ist. Ge­schmack süsslich, sehr kräftig und fein. Bestandteile. Aetherisches Oel, Harz, Gerbstoff, Stärke. Anw. Aromatisches Magen- und Geschmacksverbesserungs­mittel, bei Schwächezuständen, gegen üteruskrämpfe. Pferd, Rind 10—20,0; Schaf 5—10; Hund 0,2-1,0 als Pulver oder Latwerge.
Ferner wird Zimmt verwendet zu: Aqua Cinnamomi, Elixir Aurantiorium compositum, Syrupus Cinnamomi, Syrupus Ehei, Tinctura Chinae composita, Tinctura Opii crocata, Tinctura Ehei aquosa, Tinctura amara.
Tinctura Cinnamomi. Mit 5 T. Spiritus dilutus zu bereiten (Band I. S. 131).
Tinctura aromatica. Cortex Cinnamomi 5 T., Ehizoma Zingiberis 2 T., Ehizoma Galangae, Semen Cardamomi, Caryophylli, je 1 T., werden mit Spiritus dilutus 50 T., maceriert.
Cortex Frangulae. Faulbaumrinde. Hhamnus Frangula. Hhamneae. V. 1. Einheimischer, schlanker Strauch, von dessen stärkeren Zweigen im Frühjahre die Rinde gesammelt wird.
Bis 3 dm lange, 1,6 mm dicke Röhren mit bräun­lichem bis grauem, leicht ablösbarem Korke, welcher ganz regelmässig mit quergestreckten, weiss-lichen Korkwarzen besetzt ist. Innenfläche glatt, braunrot, Bruch faserig mit citronengelben,
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weichen Fasern. Geschmack schleimig, etwas süsslich nnd hitterlich, beim Kauen färbt sich der Speichel gelb. Im Kalkwasser eingeweicht nimmt die Kinde schönrote Farbe an; der wässerige Aufguss wird durch Eisenchlorid dunkelbraun gefärbt und nicht getrübt, da Gerbstoff fehlt. Da frische Rinde brechen­erregend wirkt, darf nur zweijährige, abge­lagerte Rinde gebraucht werden.
Prüf. Die Rinde der Ahlkirsche (Prunus Padus) ist weniger regelraässig mit Korkwarzen besetzt und hat nicht gelben, sondern weisslichen Bast. Die Rinde der Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) hat keine Korkwarzen und einen unebenen, nicht faserigen Bruch.
Bestandteile. Frangulin oder Ehamnoxanthin (gelber Farb­stoff), Kathartin (purgierendes Glykosid), Emodin (Harz), Prangulasäure und Prangulinsäure.
Anw. Als abführendes Dekokt.
Extractum Prangulae fluidum. Nach dem Perkolationsverfahren (Band I. S. 135) zu bereiten.
Cortex Gondnrango. Kondurangorinde. Gonolobus Cundurango. Asclepiadeae. V. 2.
Ein Schlingstrauch Südamerikas.
Rinnenförmige Stücke oder verbogene Röhren von 1 dm Länge und 1 bis 7 mm Dicke. Oberfläche schwach längs runzelig, bräunlich oder braungrau; Innenfläche längsgestreift, hellgrau. Querschnitt zeigt unter dem dünnen, braunen Korke ein gleich-massiges, weisses, schlängelig-strahliges Gewebe mit zahlreichen, bräunlichgelben Steinzellen und reichlichen Mengen Stärkemehl, wesshalb Jodlösung die Schnittfläche blau färbt. Die Rinde ist leicht zu zerschneiden; aus ihrem körnigen Bruche ragen zer­streute Fasern hervor. Geschmack bitterlich, schwach kratzend.
Bestandteile. Kondurangin (giftiges Glykosid.), Harz. Anw. Stomachicum amarum; als Speziflkum gegen Magen­krebs empfohlen.
Vinum Condurango. Gort. Condurango conc. 1 Teil, Vinum Xerense 10 Teile werden maceriert und kollert.
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Extractum Condurango fluidum. Wird nach dem Perkolationsverfahren (Band I. S. 135) hergestellt.
Cortex Granati. Granatrinde. Punica Granatum. Myrtaceae. XII. 1.
Eine Strauch- und baumartige Pflanze der Mittel-meerländer, deren Stamm- und Wurzelrinde officinell ist.
Die Stamm rinde besteht aus Eohren oder rinnen-förmigen, meist weniger als 1 dm langen, 1—3 mm dicken, oft verbogenen Stücken. Oberfläche mattgrau, von hellen Korkleisten der Länge nach regelmässig rlurchzogen und mit schwarzen Flechten (der Form nach sog. Schriftflechten) überzogen. Nach dem Ab­schaben der Aussenrinde ist die grüne Mittelrinde deutlich wahrzunehmen.
Die Wurzelrinde besitzt einen mehr bräunlichen Kork mit muldenförmigen Vertiefungen, ist nie­mals mit Flechten besetzt, zeigt keine regelmässigen Längskorkleisten, die Mittelrinde nach dem Ab­schaben der Aussenschicht gelb.
Beide Rinden sind gleich wirksam, färben beim Kauen den Speichel gelb und schmecken herbe.
Prüf. Der wässerige Auszug färbt sich nach Znsatz von Perrichloridlösung blau. Bnxbaum- und Berberitzen­rinde sind in ihrem anatomischen Bau sehr verschieden von Granatrinde, schmecken nicht herbe, sondern bitter, färben beim Kauen nicht den Speichel und geben ein Macerat, welches durch Ferrisalze nicht gebläut wird. Aus dem kalten, wässrigen, gelbgefärbten Auszuge werden durch Kalkwasser rote Flocken abgeschieden.
Bestandteile. Panicin (Pelletierin, flüchtiges Alkaloid), Gerbsäure, Mannit.
Anw. Bandwurmmittel. Als Dekokt, selten als Pulver oder Latwerge. Hund nach Grosse 5—50,0; Katze 5—10,0.
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Cortex Quercus. Eichenrinde. Querctis sessiliflora. Quercus pedunadata. Cupuliferae. XXI. Die Einde der jungen Aeste und Stämme (sog. Spiegelrinde). Sie ist auf der Oberfläche weiss, grau oder bräunlich, glatt und glänzend oder etwas rissig und uneben, auf der Innenseite braun und grobfaserig, der Geschmack sehr herbe. Auf dem Querschnitt zeigt sich unter der dünnen Korkschicht eine grünliche Mittel­rinde, welche von einem geschlossenen Ringe yon Steinzellen durchzogen ist. 100 Teile Wasser mit der Rinde geschüttelt geben einen bräunlichen Auszug, in welchem durch Eisenchloridlösung ein schwarzblauer Niederschlag hervorgerufen wird.
Bestandteile. Eisenbläuende Gerbsäure (bis 20 0/o)-Anw. Antiseptisches Adstringens und Tonikum. Innerlich und äusserlich als Dekokt und in Pulverform. Pferd, Rind 25—50; Schaf, Schwein 5—10,0; Hund 1—5,0.
Cortex Quillaiae. Seifenrinde. Quillaia Saponaria. Rosaceae. XIII. 2. Chili. Peru. Die offiz. Innenrinde bildet flache bis 10 cm breite, 1 cm dicke und bis 1 m lange Stücke von nahezu rein weisser Farbe und zähem, splitterigem Bruche, auf welchem mit der Lupe zahlreiche glänzende Krystalle von Calciumoxalat wahrzunehmen sind; Geschmack schleimig kratzend; das Pulver erregt Niesen. Bestandteile. Saponin, Sapotoxin und Guillaiasäure. Anw. Wie Bad. Senegae. Billiger als diese. Als Abkochung.
*Cortex Salicis, Weidenrinde. Salix fragilis, S. purpurea, S. rubra, S. pentandra, S. alba. Sdlicineae. XXII. 3. Lange, dünne, zähe, biegsame röhrenförmige oder band­artige Stücke, die sich beim Trocknen zusammenrollen. Ober­fläche grünlichgrau oder rötlichbraun, ziemlich glatt und netz­artig runzelig. Bast feinfaserig, im frischen Zustande gelblich oder grünlichweiss, beim Trocknen dunkler, zuletzt rötlichbraun. Frisch riecht die Rinde angenehm, balsamisch, trocken fast gar
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nicht. Geschmack adstringierend bitter. Auf der Unterfläche mit Schwefelsäure betupft, färbt sie sich carmoisinrot durch ihren Gehalt an Salicin. Der wässerige Aufguss wird durch Eisen­chlorid grünschwarz. Im April und Mai von 2—3 jährigen Zweigen zu sammeln.
Bestandteile. Gerbstoff und Salicin.
Anw. Wie Cortex Quercus.
3. Blüten. Flores.
Hieher gehören nicht nur die eigentlichen Blüten, sondern auch ganze Blütenstände, Blütenknospen und einzelne Blütenteile. Das Einsammeln geschehe bei trockener Witterung, da bei feuchtem Wetter gesam­melte Blüten beim Trocknen an Ansehen verlieren und oft ganz verderben. Das Trocknen geschieht bei ge­wöhnlicher Temperatur auf einem luftigen Boden.
Flores Arnicae. Wohlverleihblüten.
Arnica montana. Compositae. XJX. 2. Hohe Staude auf Gebirgswiesen, deren Blüten­köpfchen vom Kelche und Blütenboden befreit offizineil sind.
Die weiblichen Strahlblüten sind zungenf örmig, mit einer etwa 4 mm breiten, vorn dreizähnigen, 7—lOner-vigen Zunge; die Scheibenblütchen sind röhrig, zwitterig, an der Spitze özähnig. Alle zeichnen sich aus durch die orangegelbe Farbe und die rauhe, haarförmige Federkrone, welche auch noch auf dem Scheitel der borstigbehaarten Früchtchen zu finden ist. Geruch aromatisch, Geschmack bitterlich.
Prüf. Aehnlich gefärbte Blüten von Anthemis tinctoria, Calendula offlcinalis, Doronicum Pardalianches haben keinen Pappus, Inulaarten haben zwar einen Pappus, aber stets weniger Längsnerven der Zunge.
Bestandteile. Aetherisches Oel, Arnicin (Bitterstoff), Gerb­stoff, Harze.
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Anw. Innerlich wie Ead. Angelicae, äusserlich als Tinktur, zu reizenden, zerteilenden Einreibungen, besonders bei Quetschungen, aber nicht bei Wunden.
Tinctura Arnicae mit 10 Teilen Spiritus dilutus zu bereiten (Band I. S. 131).
Flores Ghamomillae. Kamillen.
Matricaria Chamomilla. Compositae. XIX. 2.
Die offizinellen Blütenköpfchen sind in allen ihren Teilen kahl; die trockenhäutig-berandeten Hüllblättchen umschliessen einen kegeligen, im Gegen­satz zu allen verwandten Pflanzen nicht mar­kigen, sondern hohlen Blütenboden. Randblüten weisslich zungenförmig, Strahlblüten gelb, röhrig, zwittrig. Geruch kräftig aromatisch, Geschmack aromatisch bitterlich.
Prüf. Sehr ähnlich sind einige Anthemis- und Chrysanthe­mumarten, von denen allen sich Matricaria durch den kegeligen, hohlen Blütenboden unterscheidet; ausserdem ist derselbe bei der Gattung Anthemis mit Spreublättchen besetzt.
Bestandteile. Blaues ätherisches Oel, Bitterstoff.
Anw. Carminativum, Krampfraittel, Diaphoreticum, als Infu-sum von 3—50/0. Aeusserlich als Mundwasser und zu Kataplasmen. Pferd, Rind 25—50,0; Schaf, Schwein 5—10,0; Hund 1—5,0.
Species ad Cataplasma.
Species emollientes, Erweichende Kräuter.
Folia Malvae, Herba Meliloti, Folia Althaeae, Flores Chamo-millae, Semen Lini, je gleiche T., gröblich gepulvert, werden gemischt.
*01eum Ghamomillae infusnm. Gekochtes Kamillenöl.
Flores Chamomillae, 2 Teile. Spiritus, 1 Teil. Oleum Olivarum, 20 Teile.
Die Chamillen, mit dem Spiritus gemischt, werden im ver­schlossenem Gefässe eine Zeit lang bei Seite gestellt. Darauf
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wird das Oel hinzugefügt und das Ganze im Wasserbade unter bisweiligem Umrühren digeriert, bis der Spiritus verflüchtigt ist und ausgepresst.
Flores Cinae. Semen Cinae. Semen Santonici.
Wurmsamen. Zittwersamen. Artemisia maritima (Artemisia Cina Berg), kahle Varietät. Compositae. XIX. 2. Turkestan. Die länglichen, höchstens 1,6 mm breiten Blüten­köpfchen, über Russland als sog. Levantischer Wurm­samen in den Handel kommend, sind völlig kahl, etwas glänzend bräunlich-grün und bestehen aus 12—18 stumpf eiförmigen, schwach gekielten Hüll­blättchen, welche oben dicht zusammenschliessen. Geruch höchst eigenartig, Geschmack unangenehm, gewürzhaft bitterlich.
Prüf. Blätter, Stengel, Blütenstiele sollen nicht beigemischt sein. — Indischer Wurmsamen von Artemisia pauciflora und monogyna ist breiter, grünlich-grau, filzig. Berberischer Wurmsamen von Artemisin ramosa halbkugelig, weissgrau, filzig.
Bestandteile. Santonin (Säureanhydrid), Aetherisches Oel, Harz, Bitterstoff.
Anw. Gegen Bundwürmer; besser Santonin. Pferd, Rind 100—250; Schwein 10—25,0; Hund 2—10,0.
Flores Koso.
Flores Brayerae. Kusso. Kosoblüten. Hagenia abyssinica. Mosaceae. XXII. Hoher Baum Abyssiniens, dessen weibliche Rispen nach dem Abblühen gesammelt, in 1/2 Meter langen, mit Schilf umwickelten Bündeln als roter Koso in den Handel kommen. Vor der Anwendung werden die zottig behaarten, vielverzweigten Stiele entfernt. Die dicht gedrängt sitzenden Blüten sind von 2 rundlichen.
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häutigen, netzadrigen, rötlichen Deckblättchen unter­stützt und besitzen zwei Reihen von rötlichen Kelch­blättern, von denen die äusseren die inneren und diese wiederum die Blumenblätter bedeu­tendüberragen. Geschmack schleimig, dann kratzend bitter und zusammenziehend. Vor Luft und Licht geschützt in gut verschlossenen Gef ässen aufzubewahren.
Prüf. Brauner Koso besteht aus den jüngeren weiblichen Blüten, stark vermischt mit männlichen Blüten, bei denen die äusseren Kelchblätter kleiner wie die inneren sind, weshalb die Ware mehr braun wie rot erscheint. Kommt nicht in Bündeln in den Handel.
Bestandteile. Kosin (Kussin, ein dem Santonin ähnlicher krystallinischer Körper), festes ätherisches Oel, Gerbsäure.
Anw. Bandwurmmittel als Schüttelmixtur oder Latwerge. Schafe, Lämmer, 5—50,0; Hunde 10—30,0.
Flores Lavandnlae. Lawendelblüten.
Lavandula vera. Labiatae. XIV. 1.
Ein Halbstrauch Südeuropas, bei uns in Gärten gezogen. Die vor dem vollkommenen Aufblühen gesammelten, von Stengeln und Blättern gereinigten Blüten haben einen röhrigen, bläulich-violetten, zottigen Kelch, dessen fünfter Zahn auf­fallend kürzer, wie die 4 übrigen. Die bräunliche oder bläuliche Blumenkrone ragt aus dem Kelche hervor und erweitert sich in zwei Lippen. Geruch angenehm gewürzig, Geschmack bitter. Prüf. Die Blüten von Lavandula Spica sind von blasserer Farbe, mit nur zart sternhaarigen, nicht zottigen Kelchen. Bestandteile. Aetherisches Oel (bis 30/0). Anw. Wie Flor. Chamomillae.
Spiritus Lavandulae wie Spiritus Juniperi zu bereiten.
Species aromaticae. Aromatische Kräuter.
Herba Majoranae, Folia Menthae piperitae. Folia Kosmarini, Herba Serpylli, Flores Lavandulae je 2 T., Caryophylli, Cubebae je 1 T., mische zu einem groben Pulver.
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Flores Malrae. Käsepappelblüten. Malva silvestris. Malvaceae. XVI. 2. Bis meterhohes, perennierendes, einheimisches Kraut. Der fünfspaltige Kelch ist von 3 Hüllblättchen (Aussen­kelch) unterstützt. Die 5 Blumenblätter sind 4 bis 5 mal länger wie der Kelch (über 2 cm lang), ausgerandet, am Grunde mit der Staubfadensäule verwachsen, frisch hellpurpur­rot, getrocknet violettblau. Geschmack schleimig.
Prüf. Die Blüten von Malva rotundifolia und neglecta (vulgaris) sind kleiner, blasser, die Blumenblätter nur wenig länger wie der Kelch. Die Blüten von Malva Alcea und moschata sind blassrosenrot.
Bestandteile. Schleim.
Anw. Wie Kad. Althaeae.
#9830;Flores Pyrethri.
Flores Ghrysanthemi. Insektenblüten. Chrysanthemumarten aus Persien. Chrysanthemum cinerariae-folium aus Dalmatien. Compositae. XIX. 2. Die Blütenköpfchen mit dachziegelförmigen, stumpfen, braunen, randhäutigen Hüllschuppen, 20—30 blassroten zungen-förmigen Eandblüten und zahlreichen gelben, zwittrigen Röhren­blüten. Anw. Kommen meist im gepulvertem Zustande unter dem Namen Pulvis Persicus, Pulvis contra Insecta, persisches Insektenpulver, in den Handel und sind als Insekten tödtendes Mittel beliebt. Bestandteile. Aetherisches Gel.
Flores Sambuci. Hollunderblüten. Sambucus nigra. Caprifoliaceae. V. 3. Strauch Mitteleuropas. Blüten im Juni zu sammeln. Die kleinen, radf önnig ausgebreiteten, weissen, beim Trocknen gelblich werdenden Blüten stehen in einer flachen, zuerst 5-, dann 3-, dann 2teiligen Trugdolde. Staubbeutel 5, gelb. Geruch schwach, eigenartig, Geschmack unbedeutend.
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Prüf. Sie dürfen keine braune Farbe haben und müssen von den Stielen befreit sein. Das Zwerghollunder oder Attich (Sambucus Ebulus) besitzt ähnliche Blütendolden, deren Hauptäste nur dreizählig und deren Staubbeutel rot, später schwärzlich sind.
Bestandteile. Etwas ätherisches Oel, Gerbstoff.
Anw. Wie Flor. Chamomillae. Als schweisstreibendes Mittel in Infusum 5—100/o; zu Kataplasmen. Zu Species laxantes.
Flores Tiliae. Lindenblüten. Tilia parvifolia und grandifolia. Tiliaceae. XIII. 1.
Einheimische Bäume, wild und angepflanzt.
Trugdolden, deren Blütenstiel mit dem papierdünnen, deutlich durchscheinenden, blassgelb-grünen Deckblatte verwachsen ist. Staubgefässe zahlreich, Fruchtfächer, Kelchblätter, Blumenblätter zu je 5, letztere dunkel, gelblichbraun. Geruch schwach, aromatisch, Geschmack etwas schleimig.
Prüf. Die Blüten von Tilia tomentosa sind grosser, die Kelchblätter mit sternharigem Filze bedeckt, zwischen Blumenblättern und Staubgefässen sind 5 Nebenblumen­blätter vorhanden.
Bestandteile. Wenig ätherisches Oel, Schleim, Gerbstoff, Zucker.
Anw. Wie Flor. Chamomillae.
Flores Terbasci. Wollblumen.
Verbascum phlomoides und thapsiforme. Scrophularieae.
Y. 1.
Einheimische, zweijährige Kräuter.
Die goldgelben Blumenkronen (von den Kelchen be­freit), bis zu 1,5 cm weit, besitzen etwas ungleich 5 spaltigen Saum und 5 Staubgefässe, von denen 2 längere kahl, mit herablaufenden Staubbeuteln versehen sind, während die 3 kleineren weisswollig sind. Geruch honigartig, Geschmack schleimig.
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Prüf. Die Blüten der anderen Verbascnmarten sind -viel kleiner, weisswollige Staubfäden mir bei V. Thapsus, Lych-nitis und floccosum vorhanden, deren längere Staubfäden nichtherablaufende Staubbeutel tragen. V. nigrum hat violette Staubfadenwolle.
Bestandteile. Zucker, Gummi, Schleim.
Anw. Wie Ead. Althaeae. Zu Species pectorales, S. 63.
(Jaryophylli. Gewürznelken. Eugenia caryophyllata (Caryophyllus aromaticus).
Myrtaceae. XII. 1. Auf den Molukken einheimischer im heissen Amerika überall kultivierter Baum, dessen noch unentfaltete Blüten die Handelsware bilden.
Der braune, rundlich-vierkantige Fruchtknoten breitet sich in 4 Kelchzipfel aus, über welchen sich 4 hellere, kugelig zusammenschliessende Blumenblätter erheben. Geruch und Geschmack kräftig aromatisch. Prüf. Die besten Gewürznelken sind die von Amboina und Zanzibar, geringere die von Cayenne und Burbon. Geben die Nelken beim Aufdrücken des Längsschnittes auf Fliess­papier keinen Oelfleck, oder lassen sie beim Eindrücken des Fingernagels kein Oel austreten, so sind sie bereits des Oeles beraubt. Schlechte Sorten schwimmen auf Wasser wagrecht, gute Sorten sinken darin unter oder schwimmen wenigstens senkrecht, sind glatt und nicht runzelig. Bestandteile. Aetherisches Oel (15—180/0). Anw. Wie Gort. Cinnamomi. Zu Species aromaticae, Tinctura aromatica, Tinctura Opii crocata.
Crocus. Stigmata Croci. Safran. Crocus sativus. Irideae. III. 1.
Zwiebelgewächs des Orients, im südlichen Europa kulti­viert, dessen hellgelbe Griffel 3 rote Narben tragen, welche abgeschnitten und rasch getrocknet die Handelsware bilden.
Die dunkelbraunroten Narben erscheinen nach dem Auf­weichen in Wasser als 3 cm lange, oben erweiterte und gezähnte und einerseits aufgeschlitzte Röhren. Geruch kräftig, Geschmack gewürzhaft, bitterlich. Wohlverscblossen im dunklen aufzu­bewahren.
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Prüf. Die blassgelben Griffel sollen nur in geringer Menge zugegen sein. Die Verfälschungen des Safrans werden wegen seines hohen Preises sehr vielfach, aber namentlich nach 2 Richtungen ausgeführt. Einerseits sucht man das Gewicht der Ware durch mineralische Zusätze, wie Gyps, Baryt zu erhöhen, indem man dieselben vermittelst Honig, Glycerin etc. den Narben anklebt, anderseits werden Blüten und Blütenteile anderer Pflanzen oder sonstige organische Substanzen beigemischt. Der Aschengehalt betrage nicht mehr wie 7,5 Prozent.
Bestandteile. Polychroit (Crocin, Farbstoff), Zucker und etwas ätherisches Oel.
Anw. Wie Gort. Cinnamomi. Zu Tinct. Aloes comp., Tinct. Opii crocata.
4. Blätter, Folia. Folia Altltaeae. Eibischblätter. Althaea offichicüis. Malvaceae. XVI. 5. Eirunde am Rande kerbig gezähnte, drei- oder fünflappige Blätter von derber, brüchiger Beschaffenheit, charakterisiert durch den dicken graugrünen Filz, der auf breiten Flächen sitzt und den Blättern ein sammtartiges Anfühlen giebt. Ge­schmack schleimig. Sie werden vor Beginn der Blütezeit gesammelt.
Bestandteile. Schleim.
Anw. Zu Kataplasmen. Zu Species emmollientes.
fFolia Belladonnae. Tollkirsclienblätter. Atropa Belladonnae. Solaneae. V. 1.
Elliptische, ganzrandige, dünne Blätter in den Blattstiel verschmälert, vornen spitz, oberseits gmnbräunlich, unterseits mehr grau, am Blattstiele und den Nerven der Unterseite drüsig flaumhaarig, auf beiden Flächen mit weissen Punkten (Calcium-oxalat) besetzt. Geschmack widerlich, bitterlich. Zur Blütezeit zu sammeln. Bestandteile. Hyoscyamin, in der jungen Pflanze auch etwas
Atropin, Metatropin, Belladonnin, Asparagin, Calcium-
oxalat.
Arzneimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
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Anw. Als Pulver und Dekokt, meist äusserlich als schmerz­stillendes Mittel. Ausserdem ist Atropin vorzuziehen.
Extractum Belladonnae. Aus frischem, beim Beginn des Blühens der Pflanze gesammelten Kraute bereitet; (Band I. S. 134). Hat die Konsistenz eines dicken Extraktes, und ist im Wasser mit brauner Farbe fast klar löslich.
#9830;Emplastrum Belladonnae. Cera flava, 4 Teile, Kolophonium und Oleum Olivarum commune je 1 T. werden geschmolzen und der halb erkalteten Masse hinzugemischt Folia Belladonnae pulverata, 2 T. Wird in Stangen ausgerollt.
*Tinctura Belladonnae. 5 T. frische Blätter werden in einem Mörser zerstossen und dann mit 6 T. Weingeist maceriert. Dosis das 5 fache der trocknen Blätter.
f Folia Digitalis. Fingerhutblätter.
Digitalis purpurea. Scrophularieae. XIV. 2.
Zweijähriges Kraut der west- und mitteldeutschen Gebirgswälder.
Dünne, eiförmig-längliche Blätter, die untersten in den langen, geflügelten Blattstiel verschmälert, die oberen sitzend; am Rande ungleich gekerbt, auf der Fläche runzelig, flaumhaarig, unterseits graufilzig, sammtartig; charakteristisch das feine graufilzige Adernetz auf der Unterseite, in dessen Maschen bei durchfallendem Lichte ein noch feineres durch­scheinendes Netz sichtbar wird. Geruch eigentümlich aromatisch, Geschmack unangenehm bitter. Zur Blüte­zeit nur von der wildwachsenden Pflanze zu sammeln und jährlich zu erneuem.
Prüf. Die Blätter der Verbascumarten besitzen dicke, brüchige
Beschaffenheit, gelblichen Pilz von Sternhaaren, schleimigen,
nicht bitteren Geschmack. — Ebenso die ähnlich geformten
aber ganzrändigen Blätter von Symphytum officinale und
Conyza squarrosa.
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Bestandteile. Als wirksamen Stoff hat man das aus den Blättern dargestellte, stickstofffreie Präparat Digitalin angesehen, dasselbe ist aber kein chemisch reiner Körper und daher nicht anzuwenden. Bis jetzt sind aus dem Digitalin des Handels 4 giftige Substanzen isoliert worden: Digitonin und Digitalein (amorphe Glykoside), Digi­talin und Digitoxin (krystallisierend, nur ersteres glyko-sidischer Natur). Ferner enthalten die Blätter Digitalsäure und Antirrhinsäure (identisch mit Baldriansäure?), sowie Digitalosmin (ein nach Digitalis riechender, ekelhaft schmeckender Körper).
Anw. Herzkräftigungs- und Beruhigungsmittel bei akuten und chronischen Herzleiden; Diuretikum bei kardialer Wasser­sucht. In Pulver-, Pillen- und Infusform. Pferd, Kind 2—5,0; Schaf, Schwein 0,5—1,0; Hund 0,1—0,3. Als Fieber­mittel bei grosser Herzschwäche in doppelt so grossen Dosen. Als Pulver und Infusum.
Tinctura Digitalis. Wie Tinctura Belladonnae zu bereiten.
Folia Farfarae. Huflattigblätter.
Tussilago Farfara. Compositae. XIX. 2.
Perennierendes, einheimisches Kraut. • Die langgestielten, handgrossen, dicklichen, trocken zerbrechlichen Wurzelblätter, rundlich - herzförmig,, buchtig-eckig, gezähnt. Die Zähne in knorpelige, schwärzliche Spitzchen endigend, der Ausschnitt an der Basis spitzwickelig. Oberseite dunkelgrün, Unterseite mit einem dichten, weissen, leicht abwischbaren Filze bedeckt, welcher aus sehr langen, dünnen, nicht verzweigten Haaren besteht. Geschmack schleimig bitterlich. Im Juni, nachdem sie ausgewachsen sind, zu sammeln.
Prüf. Die Blätter von Petasites offlcinalis sind mehr als handgross, nur schwachfilzig, an der Basis nierenförmig. — Petasites tomentosus hat grosse nierenförmige, unterseits weissfilzige Blätter.
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Bestandteile. Schleim, Gerbstoff, Bitterstoff. Anw. Wie Eacl. Althaeae. Zu Species pectorales.
Folia Jaborandi. Jaborandiblätter. Pilocarpus pennatifolins. Eutaceae. X. 1.
Ein in Brasilien einheimischer Strauch.
Die langgestielten, meist völlig kahlen Fliederblätter, be­stehend aus 2 bis 3, seltener 4, sitzenden oder kurzge­stielten Paaren derb lederartiger, ganzrandiger Teilblätt-chen und einem unpaarigen ziemlich langgestielten End­blatte. Pliederblättchen, lanzettlich oder eiförmig, bis 16 oh lang und 4—7 cm breit, Spitze mehr oder weniger ausgerundet; oberseits grün, unterseits blasser und daselbst rotbraune Oel-räume zeigend, welche durchscheinend sind, so dass sie gegen das Licht gehalten wie perforiert aussehen. Geruch beim Zerreiben aromatisch, Geschmack mehr scharf. (Pernambuco- oder Para-Jaborandiblätter).
Prüf. Brasil Jaborandiblätter von Serronia Jaborandi (Pipe-raoeae) besitzen keine durchscheinenden Oelräume.
Bestandteile. Pilokarpin und Jaborin (Alkaloide), Aethe-risches Oel.
Anw. Als Infusum; besser das Pilokarpin. (Siehe dieses).
Folia Jnglandis. Wallnussblätter. Juglans regia. Juglandeae. XXI. 1. Bei uns allgemein kultivierter Baum. Der nahezu fusslange Blattstiel ist mit 1—4, gewöhnlich mit 3 Paaren nicht genau gegenüberstehender Piederblättchen und einem meist grösseren Endblatte versehen. Alle Blätter ganzrandig, eiförmig, kahl, bei durchfallendem Lichte betrachtet nicht punktiert. Geschmack kratzend, kaum gewürzig, Geruch aromatisch. Im Juni vor Vollendung des Wachstums zu sammeln. Bestandteile. Juglandin (Alkaloid), Inosit (früher als beson­dere Zuckerart, Nucit, betrachtet), Gerbsäure. Anw. Innerlich und äusserlich als Adstringens; als Anti-parasitikum; gegen Eingeweidewürmer. Pferd, Rind 50—100,0; Schaf 10—25; Hund 1—5,0.
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Folia Malvae. Malvenblättex-. Malva vulgaris und sihestris. Malvaceae. XVI. 2. Einheimische, perennierende Kräuter. Die handnervigen, nahezu rundlichen Blätter haben lange Blattstiele, einen gesägt-gekerbten Rand und sind beiderseits zerstreut behaart. M. vulgaris hat kleinere, undeutlich gelappte Blätter, M. silvestris grössere, fast bis zur Mitte gelappte Blätter. Geschmack schleimig. Zur Blütezeit zu sammeln. Bestandteile. Schleim.
Anw. Zu Dekokten und Kataplasmen wie Ead. Althaeae. Zu Species emollientes.
Folia Melissae. Melissenblätter. Melissa officinalis, var. a, citrata. Lahiatae. XIV. 1. Im südlichen Europa wildwachsend, bei uns kultiviert. Blätter, breiteiförmig oder herzförmig, stumpf zugespitzt, unterseits dünn, am Bande grob kerbig gesägt, auf der Ober­fläche, dem Band und den weisslich hervortretenden Nerven der Unterfläche schwach behaart. Geruch citronenähnlich, Geschmack gewürzhaft, bitter. Zur Blütezeit zu sammeln. Bestandteile. Aetherisches Oel, Gerbstoff. Anw. Als Infusum wie Fol. Menth. pip.
Spiritus Helissae compositus. Folia Melissae 14 T., Cortex Citri 12 T., Semen Myristicae 6 T., Cortex Cinnamomi 1 T., Caryophylli 1 T., werden zer­kleinert mit Spiritus 150 T., und Aqua 250 T., Übergossen und 200 T. abdestilliert.
Folia Menthae piperitae. Pfefferminzblätter. Mentha piperita. Lahiatae. XIV. 1. In England wildwachsendes, in Deutschland kul­tiviertes, perennierendes Kraut.
Die Blätter sind gestielt, länglich bis lanzettlich, spitz, ungleich scharf gesägt, meistens kahl und drüsig punktiert. Geruch und Geschmack stark gewürzig, kühlend. Bei Beginn der Blüte zu sammeln.
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Prüf. Die Blätter von Mentha viridis und silvestris sind
sitzend. Bestandteile. Aetherisches Oel, Gerbstoff. Anw. Wie Flor. Chamomillae. Zu Species aromatieae.
Aqua Menthae piperitae. Folia Menthae concisa 1 T., wird mit der nötigen Menge Wasser Übergossen und 10 T. abdestilliert.
Spiritus Menthae piperitae. Oleum Menthae 1 T., Spiritus 9 T.
fFolia Nicotianae. Tabaksblätter. Nicotiana Tabacum. Solanaceae. V. 1. Einjähriges Kraut aus Amerika, bei uns kultiviert. Die länglichen oder längbch lanzettlichen Blätter sind trocken braun, ganzrandig, in den kurzen Blatt­stiel herablaufend. Die Seitennerven verlaufen unter einem spitzen Winkel vom Mittelnerv. Geruch narkotisch, Geschmack bitter, scharf.
Prüf. Offizinell sind nur die unpräparierten Blätter, wie sie als virginisoher Rollenkanaster in den Handel kommen. Der Marylandtabak von Nicotiana macrophylla hat fast herzförmige Blätter, deren Seitennerven vom Mittelnerv unter einem rechten Winkel verlaufen. — Der Bauern­tabak von Nicotiana rustica hat stumpfeirunde, langge­stielte Blätter. Beide können in der Tierheilkunde eben­falls angewendet werden.
Bestandteile. Nikotin, Nikotianin (Tabakskampfer) Gerbstoff.
Anw. Verdauungsbelebendes, Pansen und Darm kräftig anregendes Mittel; als Pulver oder 5% Infusum; äusserlich als Klystier, Mastdarminfusion und Tabaksrauchklystier; gegen Läuse und zu Käudebädern. Pferd 10—25,0; Kind 25—50,0; Schaf 2—5,0; Schwein 1—2,0.
*Gerlach-Koloff'sches Räudebad.
a.nbsp; Vorbereitungsbad: 2 T. Pottasche, 1 T. Aetzkalk, 50 Teile Wasser.
b.nbsp; Eigentliches Bad: 5 T. Tabakblätter werden mit 100 T. Wasser gekocht.
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#9830;Nikotina ist ein aus Tabakabfällen hergestelltes, extraktförmiges Präparat des Handels, das an Stelle von Tabakabkochung zu Räude­bädern verwendet wird und etwa 40/0 Nikotin enthält.
#9830;Modifiziertes Zündelsches Räudebad. Siehe „Acid. Carbolicumquot;.
#9830;Gewöhnliches Räudebad. 7,6 Kilogr. Tabak werden mit 50 Liter quot;Wasser gekocht und nachher auf 200 Liter verdünnt und mit 1 Kilogr. Karbol­säure und 1 Kilogr. Pottasche versetzt.
Folia Salviae. SalbeiMätter. Salvia offidnalis. Labiatae. II. 1, Halbstrauch des südlichen Europas, hei uns kul­tiviert.
Die Blätter sind ziemlich lang gestielt, eiförmig,
länglich oder lanzettlich, am Eande fein gekerbt,
bisweilen am Grunde mit Oehrchen versehen. Das
Adernetz ist sehr verzweigt, runzelig, engmaschig,
graufilzig behaart. Geruch gewürzhaft, Geschmack
bitterlich. Vor der Blütezeit zu sammeln.
Prüf. Die Blätter von Salvia pratensis sind am Rande doppelt
gekerbt, am Grunde herzförmig; von Salvia Sclarea grosser,
eiherzförmig, grobgezähnt, wollig.
Bestandteile. Aetherisches Oel, Bitterstoff, Gerbsäure.
Anw. Leichtes Adstringens als Infusum; äusserlich zu Kata-
plasmen. Pferd, Rind 25—50; Schaf 5—10; Hund 2—5,0.
Folia Sennae. Sennesblätter. Cassia acutifolia und angustifolia. Caesalpiniaceae. X 1.
Strauchartige Gewächse des nordöstlichen Afrikas und Arabiens, in Vorderindien kultrviert, deren Flieder-blättchen die Handelsware bilden.
Lanzett- oder eiförmige, am Grunde etwas un-symetrische, dünne, papierartige, ganzrandige Blätter, mit kurzem, schiefem Stielchen, gelblich- oder grün-
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grau, fast kahl oder schwach behaart. Die Nerven, namentlich der meist als steife Spitze endigende Mittel­nerv, treten auf beiden Flächen hervor. Geruch schwach aber eigentümlich, Geschmack schleimich-süsslich, hinter­her bitterlich und kratzend. Man unterscheidet:
a.nbsp; Alexandrinische Sennesblätter von Cassia acutifolia (C. lenitiva), oval bis länglich, in der Mitte am breitesten; stets beigemengt die lanzett­lichen Blätter von Cynanchum (Solenostemma) Arghel mit steiflederigen, verbogenen, höckerigen Blättchen, grau-flaumhaariger Bekleidung, undeutlichen Seiten­nerven, symetrischer Basis und geradem Stiel.
b.nbsp; nbsp; Tripolitanische Sennesblätter von der­selben Pflanze, aber ohne Arghelblättchen; dieser Sorte sind oft beigemengt die Fliederblättchen von Cassia obovata, kenntlich an ihrer verkehrt eiförmigen Form.
c.nbsp; nbsp; Tinnevelly (ostindische) Sennesblätter von in Vorderindien kultivierter Cassia angustifolia (C. medicinalis) sind lanzettlich, zugespitzt, gegen die Basis zu am breitesten.
d.nbsp; Mecca (arabische) Sennesblätter, von der­selben in Arabien wildwachsenden Pflanze.
Prüf. Die Blätter dürfen nicht gelblich oder bräunlich sein und nicht zu viel vermischt mit Stengeln, Hülsen und Blatt­fragmente sowie den oben angeführten Blättern.
Bestandteile. Kathartinsäure (frei und gebunden), Ka-thartomannit (Zuckerart), Sennapikrin und Sennakrol (Harze), gelber Farbstoff (Chrysophansäure?), Spuren äth. Oeles. Kalter Alkohol zieht die harzigen Bestandteile aus, jedoch nicht die Kathartinsäure.
Anw. Sicheres drastisches Abführmittel, als Infusum, seltener als Pulver. Schwein 10,0—25,0; Hund 5—15,0; Schaf 5—15,0.
Electuarium e Senna. Folia Sennae pulverata 10 T., Syrupus simplex 40 T., Pulpa Tamarindorum 50 T., werden gemischt und auf dem Dampfbade erwärmt.
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Infusum Sennae compositum. Wiener Trank.
Folia Sennae consica 5 T., sind mit Aqua fervida 35 T. zu übergiessen und 5 Minuten lang den Dämpfen des siedenden Wasserbades auszusetzen. Nach dem Erkalten werde koliert und in der Kolatur Tartarus natronatus 5 T., Manna 15 T., aufgelösst und nach dem Absetzen nochmals koliert.
Species Laxantes. St. Germainthee. Folia Sennae 16 T., Flores Sambuci 10 T., Fructus Anisi 5 T., Fructus Foeniculi 5 T., Tartarus depuratus 4 T. Zuerst werden die zerschnittenen Sennesblätter mit Alkohol befeuchtet, dann mit dem Weinstein möglichst bestreut und gemischt. Nach­dem sie getrocknet sind, gebe man das Uebrige dazu. Pulvis Liquiritiae compositus. (S. 63).
Folia Stramonii. Stechapfelblätter. Datura Stramonium. Solanaceae. V. 1. Einjähriges einheimisches Kraut an unbebauten Orten.
Handgrosse, eiförmige, langgestielte, zugespitzte Blätter, buchtig gezähnt, spitzlappig, fast ohne Behaarung, oberseits dunkelgrün. Geschmack salzig­bitter, Geruch schwach narkortisch. Zur Blütezeit zu sammeln und jährlich zu erneuern.
Prüf. Die Blätter von Solanum nigruin sind viel kleiner, nicht zugespitzt. Chenopodium hybridum hat ähnliche Blätter, welche aber völlig kahl und in eine spiessförmige Spitze ausgezogen sind.
Bestandteile. Atropin und Hyoscyamin, Salpeter.
Anw. Wie Fol. Belladonn. als Pulver und Infusum. Der Rauch des glimmenden Blattes gegen Asthma.
Folia Trifolii flbrini. Bitterklee. Fieberklee. Menyanthes trifoliata. Gentianeae. V. 1.
Perennierendes, einheimisches Kraut an sumpfigen Orten.
Die dreigeteilten, hellgrünen kühlen Blätter, auf einem bis 1 dm langen Blattstiele, mit oben rundlich-
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eiförmigen, stumpfen, ganzrandigen oder etwas ge­kerbten Teilblättern. Gescbmack rein bitter. Zur Blütezeit zu sammeln.
Bestandteile. Menyanthin (bitteres Glykosid).
Anw. Wie Ead. Gentianae, als Pulver, Dekokt oder Infusum.
Extractum Trifolii fibrini. Band I. S. 133.
Folia Uvae Ursi. Bärentranbenblätter. Arctostaphylos Uva Ursi. Ericaceae. X. 1. Ein Halbstrauch der norddeutschen Haiden und Fichten­wälder. Die beiderseits grünlichen Blätter sind lederartig, glänzend, mit einem deutlichen Adernetze versehen, höchstens 2 cm lang, verkehrt-eiförmig, ganzrandig, kahl, an der Spitze abgerundet und etwas zurückgebogen, keilförmig in den kurzen Blattstiel verschmälert. Geschmack sehr herbe, etwas bitterlich. Zur Blütezeit zu sammeln.
Prüf. Die Blätter von Vaccinium Vitis Idaea (Preisseibeere) sind unterseits mit braunen Punkten besetzt und am schwach gesägten Bande umgerollt. Die Blätter von Buxus semper-virens sind vorn verschmälert, nicht abgerundet, leicht in zwei Schichten spaltbar. Bestandteile. Arbutin und Erikolin (Glykoside), Urson (indifferent), etwas äth. Oel, eisenbläuende Gerbsäure. Anw. Gegen Nieren- und Blasenleiden als Pulver, Latwerge, Dekokte. Pferd, Kind 25—60,0; Schaf, Schwein 5—20,0; Hund 2—5,0.
5. Kräuter. Herbae.
Herba Absinthii. Wermut kraut. Artemisia Ahsinthitim. Compositae. XIX. 2. Hohes, perennierendes Kraut Europas, dessen Blätter und blühende Spitzen gesammelt werden.
Der Stengel ist rispig verästelt, unten holzig und zumal bei der wildwachsenden Pflanze nebst den Blät­tern seidenhaarig. Die Blätter sind dreifach bis ein­fach flederschnittig mit spateiförmigen Endzipfeln. Die nahezu kugeligen und nickenden Blütenköpfchen be-
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stehen nur aus gelben Röhrenblüten. Geruch und Ge­schmack stark gewürzhaft, letzterer zugleich sehr bit­ter. Bei beginnender Blüte zu sammeln. Prüf. Allen anderen ähnlichen Artemisiaarten fehlt das
eigentliche Aroma und die Bitterkeit. Bestandteile. Aetherisches Oel, Absinthin (Bitterstoff),
Gerbstoff, Apfel- und Bernsteinsäure, Nitrate. Anw. Bitteres Aromatikum, besonders für Wiederkäuer. Als Pulver, Infusum, Latwerge. Pferd, Rind 25—50,0; Schaf, Schwein 5—10,0; Hunde 5—2,0.
Extractum Absinthii
Tinctura Absinthii mit 5 T. Spiritus dilutus zu bereiten.
#9830;Species resolventes. Zerteilende Kräuter. Herba Absinthii, Herba Origani je 6 T., Flores Chamomillae, Flores Lavandulae, Plores Sambuci je 2 T., gröblich gepulvert, werden gemischt.
Herba Cardui benedicti. Kardobenediktenkraut.
Cnicus benedicHts. Compositae. XIX. 1. Einjähriges bei uns in Gärten gezogenes Kraut, dessen Blätter und blühende Zweige gesammelt werden.
Die fast fusslangen, grundständigen Blätter sind buchtig gefiedert, mit rundlichen, stachligen Sägezähnen und einem ge­flügelten Blattstiele versehen, die oberen Blätter sind sitzend. Die grossen, endständigen Blütenköpfchen sind ganz eingehüllt von dornig gezähnten, spinnwebig behaarten Deckblättern und besitzen in einem gefiederten Dorn endigende Hüllblättchen. Alle Blüten sind zwittrig, röhrig, gelb. Geschmack bitter. Bestandteile. Knicin (Bitterstoff), apfel- und oxalsaure
Salze. Anw. Wie Rad. Gentianae.
Herba Centanrii. Tausendguldenkraut. Erythraea Centaurium. Gentianeae. V. 1. Fusshohes, einheimisches, zweijähriges Kraut, dessen ober­irdische Teile zur Blütezeit gesammelt werden.
Die kantigen bis über 2 dm langen Stengel sind aufrecht doldenartig verzweigt; die roten Blumenzipfel schliessen sich
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nach dem Trocknen; die sitzenden, ganzrandigen Blätter sind paarweise gegenständig, ovallänglich. Die ganze Pflanze ist kahl. Geschmack bitter.
Bestandteile. Erythrocentaurin (indifferent), Harz, Bitterstoff.
Anw. Wie Kad. Gentianae. Zu Tinctura amara (S. 60).
Herba Cochleariae. Löffelkraut. Cochlearia officinalis. Crueiferae. XV. 1. Zweijähriges Kraut an den deutschen Küsten, dessen ober­irdische Teile bei beginnender Blüte gesammelt werden.
Die sehr langgestielten Wurzelblätter sind 2 bis 3 cm breit,
fast herzförmig rundlich, ganzrandig. Die Stengelblätter sind
kurzgestielt, grobgezahnt, die obersten länglich, mit pfeilför-
miger Basis sitzend. Blüten klein, weiss, in Trauben. Geruch
besonders beim Zerreiben scharf senfartig, Geschmack scharf
und salzig. Nach dem Trocknen wird es geruch- und geschmacklos.
Bestandteile. Aetheriscbes Oel (Isosulfocyanbutyl) erst
beim Zerquetschen des Krautes mit Wasser entstehend;
getrocknetes Kraut giebt kein Oel, da das Ferment beim
Trocknen unwirksam wird.
Anw. Stomachikum und Diuretikum wie Sem. Sinapis.
Aeusserlich als Spir. Cochleariae bei Stomatitis ulcerosa.
Spiritus Cochleariae.
Durch Versetzen von 8 T. zerquetschtem frischem Kraute mit je 3 T. Spiritus und Wasser und Abdestillieren von 4 T. darzustellen. Besitzt Geruch und Geschmack des frischen Krautes.
fHerba Conii. Schierlingskraut. Conium maculatum. Umhelliferae. V. 2.
Zweijähriges, einheimisches Kraut an unbebauten Stellen, dessen Blätter und blühende Spitzen gesammelt werden.
Stengel ästig, stiel rund, unten rotbefleckt, kahl, hohl. Blätter 2—3fach fiederschnittig, die Blättchen eiförmig, fieder-spaltig in eine kurze, trockenhäutige Spitze auslaufend. Die hohlen stiel run den Blattstiele und die Blätter sind mattgrau und völlig kahl. Die Dolden besitzen eine vielblätte­rige Hülle, die Döldchen kurze mehrblätterige Hüllchen. Geruch des frischen Krautes widerlich, wie Mäuseharn, bei trocknem Kraut wird der Geruch, zumal beim Verreiben mit Natronlauge deutlich. Geschmack widerlich narkotisch.
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Prüf. ChaeropLyllum temulum und bulbosum, Stengel und Blatt behaart. Hülle fehlend — Anthriscus silvestris, Stengel gestreift, Blätter etwas behaart, Blattstiel rinnig, Hülle fehlend. — Aethusa Cynapiuin, Blattstiel rinnig, nicht hohl, Hülle fehlend, Hüllchen kurz.
Bestandteile. Koniin, Methylkoniin, Konhydrin (Alkaloide).
Anw. Selten. Aeusserlich als Narkotikum zu Kataplasmen.
fHerba Hyoscyami. Bilsenkraut. Hyoscyamus niger. Solanaceae. V. 1.
Zweijähriges, einheimisches Kraut, dessen Blätter und hlühende Stengel im Juni und Juli gesammelt werden.
Die grossen, grundständigen Blätter sind gestielt, in den Blattstiel verschmälert, die Stengelblätter sitzend und halbstengelumfassend, eiförmig bis länglich, buchtig gezähnt. Blüte ansehnlich, achsel­ständig, trichterig, schmutziggelb, violettgeadert. Stengel und Blattnerven der Unterfläche sind reich­licher mit weichen Haaren bekleidet, als die oft beinahe kahle Blattfläche. Geruch und Geschmack nach dem Trocknen schwach.
Bestandteile. Hyoscyamin und Hyoscin (zwei unter sich und mit Atropin isomere Alkaloide), Kaliumnitrat.
Anw. Wie Herba Belladonnae.
Extractum Hyoscyami. Wird wie Extr. Belladonnae aus der ganzen, blühenden, frischen Pflanze dargestellt (Band I. S. 134).
Oleum Hyoscyami. Folia Hyoscyami concisa 4 T., werden mit Spiritus 3 T., Übergossen einige Stunden maceriert, dann nach Zumischung von Oleum Olivaram 40 T., im Dampfbade bis zum Verjagen des Alkohols erwärmt und ausgepresst.
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Herba Lobeliae. Lobelienkraut. Lohelia inflata. Lobeliaceae. V. 1. Einjähriges Kraut Nordamerikas, dessen oberirdische Teile in viereckigen Paketen stark zusammengepresst nach Buropa kommen.
Stengel aufrecht, krautig, kantig, unten rauhaarig, oben kahl. Blätter wechselständig', eiförmig länglich, am Rande mit Drüsen und Börstchen besetzt und etwas wellig, die unteren kurzgestielt, die mittleren und oberen sitzend; die Blüten, in der Waare seltener wie die Fruchte, sind klein, blassblau, mit linealen Kelchblättern, welche fast ebenso lang sind, wie die fast zweilippige Blumenkrone. Die zahlreich vorhandenen Kapsel­früchte sind aufgeblasen, vom Kelche gekrönt und tragen in 2 Fächern zahlreiche, braune Samen.
Bestandteile. Lobelin (flüssiges Alkaloid) gebunden an
Lobeliasäure, Lobelakrin (Glykosid), äth. Oel. Anw. Opiumähnliches Narkotikum. Die Blätter werden gegen Asthma geraucht.
Tinctura Lobeliae. Mit 10 Teilen Spiritus dilutus darzustellen.
Herba Meliloti. Steinklee. Melilotus officinalis und altissimus. Papiliomceae. XVII. 3. Zweijährige Kräuter an unbebauten Orten durch ganz Europa, deren Blätter und blühende Zweige gesammelt werden. Die etwa 1 cm langen Blattstiele tragen dreizählige Blätter, deren Endblättchen etwas länger gestielt ist, als die beiden seitlichen; die Blättchen sind gestuzt lanzettlich und spitz gezähnt. Die zahlreichen gelben Schmetterlingsblumen hängen in verlängerten Trauben nur einseitig herab. Geruch stark, angenehm, nach Kumarin, Geschmack bitterlich-salzig. Bestandteile. Kumarin, Kumarsäure, Melilotsäure. Anw. Selten, zu Kataplasmen. Zu Species emollientes.
*Herba Hillefolii. Schafgarbenkraut. Achülea Millefolium. Compositae. XIX. 2. Einheimische, perennierende, krautartige Pflanze, deren ober­irdische Teile zur Blütezeit gesammelt werden.
Strahlenblüten weiss, zungenförmig, Scheibenblüten gelb, röhrig. Pappus fehlend, Blütenboden spreublättrig, Wurzel-
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blatter gestielt, lanzettförmig, Stengelblätter sitzend, mit fast stengelumfassender Basis, lanzettförmig oder fast lineal, alle je nach dem Standorte der Pflanze mehr oder weniger stark grau behaart, doppelfiederspaltig, die Fiederchen 2- bis 5 spaltig, die Zipfel lineal oder eiförmig, zugespitzt, weich-stachelig Geruch schwach aromatisch, Geschmack bitter salzig.
Bestandteile. Aetherisches Oel, Achillein, Achillea-säure (identisch mit Akonitsäure), Gerbsäure, Harz.
Anw. Selten, als Stomachikum wie Rad. Gentianae.
Herba Serpylli. Quendelkraut. Hiymus Serpyllum. Labiatae. XIV. 1. Easenbildendes, niederliegendes, einheimisches Halbsträuch­lein, dessen beblätterte, blühende Zweige gesammelt werden.
Der gestreckte, dünne, stumpfvierkantige Stengel trägt gegen­ständige, rundlich-eiförmige und kahle, oder schmal lanzettliche fast kahle, bei einer Varietät jedoch weisszottige Blätter, welche am Grunde stets lang gewimpert sind; dieselben sind höchstens 1 cm lang, in den kurzen Blattstiel verschmälert, ganzrandig. Die kleinen rötlichen Lippenblüten stehen an den Zweigenden in kopfförmig zusammengedrängten Steinquirlen. Geruch und Geschmack stark aromatish.
Bestandteile. Aetherisches Oel, Gerbstoff, Bitterstoff. Anw. Wie Flor. Chamomillae. Zu Species aromaticae.
Herta Thymi. Thymian. Thymns vulgaris. Labiatae. XIV. 1. Immergrünes Sträuchlein Südeuropas, bei uns in Gärten, dessen beblätterte, blühende Zweige zu sammeln sind.
Der dünne, stumpf-vierkantige, grau-flaumige Stengel trägt bis 9 mm lange, gegenständige, sitzende oder gestielte, am Rande umgerollt, fast stumpfnadelige Blätter, welche mit Oel-drüsen versehen, ganzrandig und mehr oder weniger behaart sind. Die hellvioletten zweilippigen Blumen stehen in den oberen Blattwinkeln in genäherten Scheinquirlen. Prüf. Teucrium Marum besitzt einseitige Blütentrauben und
einlippige Blumen. Bestandteile. Aetherisches Oel, Thymol, Harz. Anw. Wie Flor. Chamomillae. Zu Spezies aromaticae.
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Herba Violae tricoloris. HerbaJaceae. Stiefmütterchen. Viola tricolor. Violaceae. V. 1. Ein- bis zweijähriges, einheimisches Kraut, dessen ober­irdische Teile zur Blütezeit zu sammeln sind.
Der vierkantige ästige Stengel ist bis zur Mitte mit abwechselnden, langgestielten, breiten, am Range ausgeschweiften Blättern besetzt, die oberen Blätter sind länglich eiförmig, vorn stumpf, am Grunde in den kürzeren Stiel verschmälert, mehr gesägt. Die Blätter werden begleitet von je 2 grossen fleder-spaltigen, leierförmigen Nebenblättern. Die langen, oben gekrümmten Blütenstiele tragen eine ungleich fünfblätterige, gespornte, beinahe lippenförmige Blume, welche entweder drei­farbig oder weisslich-gelb ist. Geschmack süsslich, schleimig.
Bestandteile. Schleim, Salicylsäure in Spuren.
Anw. Wie Rad. Althaeae. Selten, fast nur als Hausmittel.
* Snminitates Sabinae. Seven- oder S a d e b a u m k r a u t.
Juniperus Säbina. Cupressineae. XXII. Immergrüner Strauch oder Bätimchen des südlichen Europas, bei uns kultiviert, dessen Zweigspitzen gesammelt werden.
Die Zweigspitzen sind schuppig eingehüllt, von 3—4 Reihen angedrückter und stumpfer, länglich rautenförmiger oder etwas abstehender und zugespitzter, bis 3 mm langer Blättchen, welche auf dem Rücken eine längliche, vertiefte Oeldrüse tragen. Geruch eigenartig, kräftig. Geschmack bitter, herbe. Prüf. Die Blätter von Juniperus Virginia sind den zuge­spitzten Blättern der Sabina ähnlich, besitzen jedoch nur an der Basis eine kleinere, oft undeutliche Oeldrüse und viel schwächeren Geruch. — Juniperus Phoenicea hat stiel­runde Zweige und sechszeilig gestellte Blätter. Cupressus sempervirens hat dichtanliegende, eiförmige, fast geruch­lose Blättchen. Bestandteile. Aetherisches Oel, Gerbstoff, Harz, Zucker. Anw. Harntreibendes und Wehen beförderndes Aromatikum; als Latwerge oder Infusum. Pferd 15—30,0; Bind 30—50,0; Schaf, Ziege 5—10,0; Hund 0,5—2,0. Aeusserlich als anti­septisches Streupulver; zu Uterusausspülungen als 2—50/0 Infusum.
#9830;Unguentum Sabinae. Extractum Sabinae 1 T., Unguentum cereum 9 T.
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6. Früchte. Fructus. Fructus Anisi. Anis. Pimpinella Anisum. JJmbelliferae. V. 2. Einjähriges, bei uns kultiviertes Kraut. Breiteif örmige, leicht teilbare Spaltfrucht, nach der Spitze zu verschmälert, graugrün, von 10 geraden, glatten, etwas helleren Streifen durchzogen und mit Börstchen dicht besetzt. Geruch und Geschmack eigenartig kräftig aromatisch.
Bestandteile. Aetherisches Oel in den Oelstriemen, fettes Oel im Kern.
Anw. Aromatisches, antiseptisches Magendarmmittel, reizendes Expectorans, Galaktogogum. Pferd 10—25,0; Rind 25—50,0; Schaf, Schwein 5—10,0; Hund 0,5—2,0. Aeusserliches Pulver oder Infusum als Antiparasitiknm für Vögel. Als Pulver und Infusum. Zu Species laxantes und Species pectorales.
Fructus Aurantii immatnri. Unreife Pomeranzen. Citrus vulgaris. (C. Aurantiacum.) Äurantiaceae. XVIII. 9. Im südlichen Europa kultivierter Baum, dessen freiwillig abfallende, getrocknete Früchte die Handelsware bilden.
Erbsen- bis kirschgrosse, kugelige, dunkelgrüne, harte, runzelige Früchte von bitterem, gewürzigen Geschmacke. Auf dem Querschnitte zeigen sich 8—10, selten 12 in der Mittelsäule zusammentreftende Fächer, sowie dicht unter der Oberfläche zahlreiche Oelräume. Prüf. Unreife Citronen sind länglich, nicht kugelig. Bestandteile. Aetherisches Oel, Bitterstoffe. Anw. Zu Tinctura amara.
#9830;Fructus Cannabis. Hanfsamen. Canndbis sativa. TJrticaceae. XXII. 5. Eirunde, etwas zusammengedrückte, an den beiden Rändern weisslich gekielte Schliessfrucht, welche in einer glatten, etwas glänzenden, graugelben Schale einen weissen, öligen Kern ein-schliesst. Geschmack süsslich-ölig. Wird leicht ranzig. Bestandteile. Fettes, trocknendes Oel (bis 350/0) und Schleim. Arzneimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 8
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Amv. Wie Semen Lini als Infusum, Emulsion und zu Kata-plasmen.
Fructus Capsici. Spanischer Pfeffer. Capsicum annuum et longum. Solanaceae. V. 1. Einjährige, in allen wannen Ländern kultivierte Kräuter, deren Früchte dort als Gewürz (türkischer Pfeffer, Paprica) dienen.
Fingerlange, kegelförmige Beeren von einem flachen Kelche unterstützt, Fruchtschale dünn, Oberfläche gelb oder braunrot, innen hohl, nur die untere Hälfte birgt zahlreiche, scheibenförmige, gelbliche Samen, welche reihenweise auf einem dicken Samenträger sitzen. Geschmack brennend scharf. Prüf. Cayenne-Pfeffer von Capsicum frutescens und fastigia-
tum ist nur bis 2 cm lang. Bestandteile. Kapsioin und Kapsikol. Anw. Innerlich als reizendes Stomachioum u. Aphrodisiacum, äusserlich als Tinktur zn scharfen, ableitenden Einreibungen. Pferd 5—10,0; Rind 10—20,0; Schaf 2—6,0; Hund 0,1—0,2.
Tinctura Capsici. Mit 10 T. Spiritus herzustellen.
*Hertwigs Eestitutionsfluid. Tinct. Capsici 60 T., Liquor Ammonii, Spirit, camphorat. Spirit, aether., Spiritus je 120 T., Natr. chlorat. 100 T., Aqua 500 T.
Fructus Cardamomi. Kleiner oder Malabar-Kardamom. Elettaria Cardamomum. Scitamineae. I. 1.
Schilfartige Pflanze in den Wäldern von Malabar.
Stumpfdreikantige, längsstreifige, strohgelbe Kapseln von ovaler Form und 1—2 an Länge.
Die dünne, papierartige Fruchtschale uraschliesst in 3 Fächern je 5—6 kleine, braune, runzlige Samen, welche allein An­wendung finden, und denen der starke, milde, kampferartige Geruch und Geschmack zukommt.
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Prüf. Kardamomarten, welche schwächer aromatische, ähnliche
Samen besitzen (weshalb den Kapseln entnommene Samen
nicht gekauft werden dürfen) sind:
Langer oder Zeylon-Kardamom von einer Varietät
derselben Pflanze, bildet 4 cm lange, graubraune Kapseln. Eunder oder javanischer Kardamom von Amomum
Cardamomum, bildet kugelig-dreikantige, graue Kapseln. Bestandteile. Aetherisches und fettes Oel, Harz. Anw. Selten als Stomachicum und Carminativum. Dosis wie
Fruct. Capsici. Zu Tinctura aromatica und Rhei
vinosa.
Fructus Carvi. Kümmel. Carmn Carvi. Umbelliferae. V. 2. Zweijähriges, einheimisclies Kraut. Braune, meist in ihre Hälften getrennte Teilfrüchte, fast sichelförmig, nach oben und unten verschmälert. Querschnitt: jedes der 4 Tälchen, welche von 5 hellen Eippen begrenzt werden, enthält einen Oelgang, die Berührungsfläche zwei. Geruch und Geschmack eigen­artig, kräftig aromatisch.
Bestandteile. Aetherisches Oel (bis 6 %), fettes Oel. Anw. Wie Fruct. Anisi; als Infusum und Pulver.
fFmctus Colocynthidis. Koloquinten. Citnülus Colocynthis. Cucurbitaceae. XXL Einjähriges, rankendes Kraut S3'riens und Nordafrikas, mit goldgelben Früchten, welche geschält und getrocknet in den Handel kommen.
Die geschälten Früchte sind apfelgross, kugelig, aus sehr leichtem, schwammigen und weisslichen Fruchtfleische, welches eine Teilung in drei Fächer zeigt, in denen zahlreiche, bräunlich­gelbe, flache Samen reihenweise liegen. Geschmack bitter. Bestandteile. Kolocynthin (bitteres Harz). Anw. Drastikum; die Lebersekretion anregend. Schweine 6—8,0; Hund 0,3—2,0. Nur das Fruchtfleisch werde an­gewendet, die wirkungslosen Samen sind zu entfernen. Zu Pulvern, Pillen und Infusionen.
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Extractum Colocynthidis: Colocynthides 2 T. werden 6 Tage lang mit Spiritus dilutus 15 T. maceriert und der nach dem Abpressen bleibende Rück­stand nochmals mit Spiritus dilutus und Aqua je 5 T. 3 Tage maceriert, die abgepressten Flüssigkeiten werden zu einem trockenen Extrakte abgedampft.
Tinctura Colocynthidis mit 10 T. Spiritus zu bereiten.
Fructns Cubebae. Kubeben. Cuheba officinalis. Piperaceae. XXII. 2.
Kletterstrauch der ostinclischen Inseln.
Die unreifen, erbsengrossen, kugeligen Stein­früchte, deren saftige Aussenschicht beim Eintrocknen dunkel graubraun, netzigrunzlig geworden ist. Die helle zerbrechliche Innenschale umschliesst einen ein­zigen braunen, runden, meistens eingeschrumpften Samen. Charakteristisch ist der dünne Fruchtstiel, in welchem die Frucht sich verschmälert; derselbe ist länger als die Frucht und nur schwer ablösbar. Geruch und Geschmack eigenartig, gewürzhaft, etwas bitterlich, nicht scharf.
Prüf. Die Früchte von Rhnmnus cathartica haben 4 Stein­kerne und einen leicht ablösbaren Stiel. — Die Früchte vom Eugenia Pimenta (Fructus Amomi) sind grosser, nelkenbraun, ungestielt, ein- bis zweisamig.
Bestandteile. Aetherisches Oel (bis 0l0), Kubebin (bittere Nadeln), harzartige, amorphe Kubebensäure.
Anw. Gegen Blasen- und Harnröhrenkatarrh, gewürzhaftes Stomachicum; reizendes Expektorans. Pferd, Rind 50—100,0; Schaf 10—25,0; Hund 1—6,0. Pulver- und Pillenform. Zu Species aromaticae.
Extractum Cubebarum. Die Kubebenfrüchte werden wiederholt mit der dreifachen Menge Aether-Alkohol maceriert und die Flüssigkeit zu einem dünnen Extrakte verdampft.
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Fructus Foeniculi. Fenchel. Fomiculum capülaceum (vulgäre). Umbelliferae. V. 2.
Ein- bis zweijähriges Kraut Südeuropas, hei uns kultiviert.
Grüne oder bläulich-grüne Teilfrucht, länglich, Querschnitt rundlich, meist in ihre beiden Hälften zerfallen, deren jede 5 starkhervortretende, gekielte helle Rippen besitzt. Unter jedem Tälchen verläuft eine Oelstrieme, auf der Berührungsfläche zwei. Geruch und Geschmack süsslich, gewürzhaft. Bestandteile. Aetlierisches Oel, fettes Oel, Zucker. Anw. Wie Fruct. Anlsi; als Pulver und Infusum. Zu
Pulvis Liquiritiae compositus und Species laxantes.
Aqua Foeniculi. Gestossener Fenchel werde mit Wasser Übergossen und das dreissigfache seines Gewichtes abdestilliert.
Elixire Succo Liquiritiae. Succ. Liquir. dep. 10 T., löse in Aqua Foenic. 30 T., und füge hinzu Liquor Ammoniianisatus. 10 T.
Fructus Juniperi. Wachholderbeeren. Juniperws communis. Cupressineae. XXIL
Einheimischer Strauch, dessen Beeren erst im zweiten Jahre reifen.
Die kugeligen, blaubereiften Beeren sind Sammel­früchte durch Verwachsung von 'drei Fruchtblättern zu einer gemeinschaftlichen Frucht entstanden. (Zapfen­beere.) Der Scheitel ist mit 3 Nähten, der Grund mit zwei dreizähligen Wirbeln brauner Blättchen ver­sehen. Das stark gewürzhaft und süssschmeckende Fruchtfleisch birgt 3 aufrechte, harte, scharfkan­tige, mit Oeldrüsen besetzte Samen.
Bestandteile. Aetherisches Oel (in den Samen), Zucker (im Fruchtfleisch), Juniperin (hellgelber Farbstoff), Harz.
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Anw. Aromatisches Stomachikum. Expektorans, Carminativum, Milchmittel, Diuretikum. Pferd 25—50,0; Eind 50—100,0; Schaf 5—10,0; Hund 1—5,0.
Spiritus Juniperi durch Uebergiessen der gestossenen Früchte mit je 15 T. Spiritus und Wasser und Abdestillieren von 20 T. erhalten.
Succus Juniperi inspissatus. (Roob Juniperi). Zerstossene frische Beeren werden mit 4 T. heissen Wassers Übergossen, nach 12 Stunden ausgepresst lind die Kolatur zu einem dünnen Extrakte eingedampft.
Fructus Lauri. Lorbeeren. Laurus nohilis. Laurineae. IX. 1. Immergrüner Strauch des südlichen Europas. Die Steinfrüchte sind kirschengross, länglichrund, braunschwarz, mit kaum 1/2 mm dicker, zerbrechlicher, aussen braunschwarzer, innen brauner Schale, welche fast ausgefüllt wird von den loseliegenden, bräunlichen, leicht in seine beiden Samenlappen zerfallenden Samen. Geruch aromatisch, Geschmack gewürzhaft, bitter. Bestandteile. Aetherisches Oel (10/0), fettes Oel
(Laurin 350/0), Zucker, Gummi, Chlorophyll. Anw. Gewürzhaftes Stomacbioum und Diureticum. Pferd, Rind 20—60,0; Schafe, Ziegen 5—10,0; Hunde 0,5—2,0.
Fructus Papaveris iminaturi. Unreife Mohnköpfe.
Papaver somniferum. Papmeraceae. XIII. 1. Einjähriges, bei uns als Oelpflanze kultiviertes Kraut. Die unreif gesammelten und getrockneten Früchte bilden eirundkugelige Kapseln von Wallnussgrösse mit graugrüner Fruchtschale, welche von einer grossen, flachen, vielstrahligen Narbe gekrönt ist. Am Grunde gehen sie mit einem ring­förmigen Wulst in den Stiel über. Die einfächerige Kapsel wird durch 10—15 wandständige Samenleisten scheinbar viel­fächerig. Geschmack bitter, der betäubende Geruch verschwindet beim Trocknen. Vor der Anwendung sind die Samen zu ent­fernen.
Bestandteile. Spuren der Opiumalkaloide. Anw. Zu Kataplasmen. Zu Syrupus Papaveris.
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#9830;Fnictus Petroselini. Petersiliensamen. Petroselinum sativum. Umhelliferae. V. 3.
Zweijähriges Kraut Südeuropas, Kleinasiens, bei uns kultiviert.
Die eiförmigen, 2 mm langen und leicht in die Teilfrüchte trennbaren Spaltfrüchte sind fünfriefig, grünlich oder graubraun, nach innen konkav, nach aussen gewölbt. Sie riechen stark, eigentümlich, und schmecken gewürzhaft.
Bestandteile. Aetherisches Oel (3%), fettes Oel (220/o), Apiol (Petersilienkampfer).
Anw. Stomachicum und Carminativum; harntreibendes Mittel mit Kalinmkarbonat; in Pillen, Latwergen oder Infusen. Aeusserlich gegen Ungeziefer, namentlich bei Vögeln. Pferd
*Fructiis Piperis nigri.
Piper nigrum. Schwarzer Pfeffer.
Piper nigrum. Piperaceae. II. 1.
Kletterstrauch Malabars und der ostindischen In­seln; in den Tropenländern kultmert. D.ie nicht völlig reifen Beeren. Grauschwarze, kugelige Kör­ner von etwa 4 mm Durchmesser. Das grobrunzelige, schwärzliche Fruchtfleisch umschliesst einen einzigen, innen weisslichen und hohlen Samen. Geruch und Geschmack eigenartig, brennend gewürzig.
Prüf. Wird in gepulvertem Zustande mit gerösteten Eicheln, Mais, Wickensamen etc. viel verfälscht, daher am besten selbst zu pulvern. Mit Wasser mazeriert, darf das Piltrat durch Ferrichlorid nicht dunkel gefärbt werden; der alko­holische, im Wasserbade verdampfte Auszug muss 12—150/0, der Aschengehalt des getrockneten Pulvers nur 4—50/0 betragen.
Bestandteile. Aetherisches Oel (1—2 0/0), scharfes Harz (10—12 raquo;/„), Piperin (Alkaloid, 3—50/0).
Anw. Reizendes Stomachicum und Aphrodisiacum. Pferd 5—15,0; Bind 10—25,0; Schaf 2—5,0; Hund 0,2—0,5.
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Oenanthe Phellandrium. fPhellandrimn aquaticumj. Umbelli-ferae. V. 3.
Einheimische zweijährige oder ausdauernde Pflanze. Die ausgereiften, selten in ihre Hälften zerfallenen, stiel­runden, braunen Früchte sind nach oben verschmälert und mit dem Kelche gekrönt, haben beiderseits 5 breite, stumpfe, wenig hervortretende Kippen, welche auf dem Querschnitte weiss und holzig erscheinen. Thälchen als schmale Furchen von je einem Oelstriemen ganz ausgefüllt, auf der Berührungs­fläche ebenfalls je 2 schmale Oelstriemen. Geruch und Geschmack unangenehm, scharf gewürzhaft.
Prüf. Die Früchte von Cicuta virosa seitlich zusammen­gedrückt, rundlich; von Sium latifolium grün, länglich­oval, 3 Oelgänge in jedem Thälchen; von Aethusa cynapium eirundlich, grünlich; von Berula angusti-folium rundlich, mehrere Oelgänge in jedem Thälchen. Bestandteile. Aetherisches Oel, fettes Oel. Anw. Wie Fruct. Anisi.
Fructus Rhamiii catharticae.
Baccae Spinae cervinae. Kreuzdornbeeren. Rhamnus cathartica. Rhamneae, IV. 1. Einheimischer grosser Strauch. Eunde Steinbeeren von Erbsengrösse, beim Trock­nen runzelig werdend, fast schwarz, etwas glänzend, an der Basis öfters ein in eine Scheibe ausgebreiteter Rest des leicht ablösbaren Stieles. Innen 4 hol­zige Fächer mit je einem stumpfdreikantigen Steinkerne. Geschmack süsslich bitter.
Prüf. Ligustrum vulgäre hat echte Beeren, also ohne
Steinkerne; Rhamnus Frangula hat Früchte mit 2,
seltener 3 flachen Steinkernen. Bestandteile. Purgierendes Ehamnokathartin, Ehamnin
und Ehamnetin (gelbe, geruch- und geschmacklose Krystalle),
Ehamnogerbsäure, Zucker. Anw. Abführmittel für kleinere Haustiere.
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Syrupus Bhamni catharticae. Kreuzdornsaft.
Syrupus Spinae cervinae, Syrupus domesticus. Frische reife Beeren werden zerquetscht, der Saft ausgepresst und bei Seite gestellt, bis er durch Gährung klar geworden ist, dann filtriert. In 5 T. des Saftes werden durch Kochen aufgelöst 9 T. Zucker. Nach dem Aufkochen wird kollert.
*Fructus Tainariudi. Tamarinde. Tamarindus Indica. Caesalpiniaceae. XVI. 1. Hoher Baum, in Ost- und Westindien, Brasilien, Aegypten, Arabien angepflanzt.
Die bis 2 dm lange und 3 cm breite, zerbrechliche, gräu­liche oder gelblichbraune Hülse ist flach, nicht aufspringend, ab­wechselnd eingeschnürt und besitzt eine innere von der äusseren sich leicht trennende Schicht aus einem braunen oder schwarzen, von derben Fasern durchzogenen, rein sauren Mus bestehend, in welchem die ovalen Fächer mit je einem glänzend braunroten, glatten, vierkantigen Samen liegen. Die Handelsware bildet das zusammengeknetete zum Teil von den Samen und Fasern getrennte Mus, welches als Pulpa Tamarindorum cruda offlzinell ist.
Bestandteile. Weinstein, Zucker (13 quot;/d), Gummi, Schleim,
Apfel-, Wein- und Citronensäure. Anw. Leicht abführend als Infusum und Latwerge, in der Tiermedizin kaum. Zu Electuarium e Senna.
Pulpa Tamarindorum depurata.
Beines Tamarindenmus wird unter Zusatz von heissem
Wasser durch ein Haarsieb gerieben und nach dem Dampfbade
in einem Porzellangefässe zu einem dicken Extrakte eingedampft,
welchem man noch warm '/b gepulverten Zucker beimischt.
Fructus Vanillae. Vanille. Vanilla planifolia. Orchideae. XX. I.
Auf Bäumen schmarotzende Pflanze Mexikos, daselbst und auf Java kultiviert.
Die vor völliger Eeife, sobald sie braun werden, gesammelten Früchte sind langgestreckt, schotenähnlich oft mit weissen Kryställchen (Vanillin) bedeckt. Innen sind sie erfüllt mit un­zähligen, glänzend schwarzen, winzigen Samen, welche durch einen gelben Balsam zusammenkleben. Geruch und Geschmack eigentümlich, äusserst angenehm.
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Bestandteile. Vanillin (bis 30/0), fettes Oel, Zucker etc. Anw. Wie Gort. Cinnamomi, namentlich als Geschmacks-corrigens; in der Tiermedizin kaum.
Cortex Fructns Aiivantii. Pommeranzenschale. Citrus vulgaris. Aurantiaceae. XVIII.
In den Mittelraeerländern kultivierter Baum. Die in Längsvierteln von den reifen Früchten abgezogenen elliptischen Schalenstücke haben eine höckerige, bräunliche, bitter aromatische Oberfläche, unter der viele Oelräume in das innere, locker-schwammige, geschmacklose, weisse Gewebe hinein­ragen, welches möglichst zu entfernen ist.
Prüf. Apfelsinenschalen (von Citrus Aurantium Eisso) sind dünner, nach dem Trocknen nicht so runzelig, heller, mehr rotgelb, von schwächerem Aroma und nur wenig bitter. Bestandteile. Aetherisches Oel (01. Corticis Aurantii), Hesperidin (Bitterstoff), Aurantiamarin, Aurantiamarinsäure. Anw. Als aromatisches Bittermittel namentlich zu Tinctura chinae comp., Tinctura amara, Tinctura Ehei vinosa, Syrupus Aurantii Corticis.
Elixir Aurantiorum compositum. Cortex Fructus Aurantii concisus 50 T., Cortex Cinnamomi concisus 10 T., Kalium carbonicum 2,5 T., Vinum Xerense 250 T. werden 8 Tage maceriert. In der abgepressten auf 230 T. ge­brachten Flüssigkeit löse Extractum Gentianae, Extractum Absinthii, Extractum Trifolii fibrini und Cascarillae, je 5 T.
Tinctura Aurantii mit 5 T. Spiritus dilutus darzustellen.
Cortex Fructus Citri. Citronenschale. Citnts Limonum. Aurantiaceae. XVIII. Im Mittelmeergebiet wegen der Früchte kultivierter Baum. Die in Spiralbänder geschnittenen und getrockneten Schalen der reifen Früchte sind dünn, aussen hellgelb und durch die ge­drängt stehenden Oelbehälter höckerig-drüsig, von angenehmem, etwas bitterlichem Geschraacke.
Bestandteile. Aetherisches Oel (01. Citri), Hesperidin
(Bitterstoff). Anw. Aromatisches Bittermittel, namentlich zu Spiritus Melissae compos.
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Glandnlae Rottlerae. Kamäla.
Mallotiis PMUippmensis. (Bottlera tindoria.) Euplior-biaceae. XXII.
Kleiner Baum auf Malabar und Ceylon, dessen Frucht aus niedergedrückten, dreiknöpfigen, dreisamigen, erbsengrossen Kapseln besteht, die mit roten Drüsen und sehr kleinen Sternhaaren dicht besetzt sind. Die Drüsen werden durch Abbürsten gewonnen und bilden vermengt mit den Haaren die Kamäla.
Ziegelrotes Pulver, von schwach aromatischem Geruch, benetzt sich schwierig mit Wasser, färbt das Wasser seh wachgelb, Weingeist, Aether und kaustische Alkalien ziehen den Farbstoff mit tiefroter Farbe aus.
Prüf. Unter dem Mikroskope besteht Kamäla aus einem Ge­menge sternförmig- verästelter Haare und kleiner, kugel­förmiger Drüsen. Bruchstücke von Blättern oder Stengeln sollen nicht beigemengt sein. Beim Verbrennen hinterlasse die Kamäla nicht über 6 Prozent Asche.
Bestandteile. Rottleraharz (Rottlerarot), Kamalin (Rottlerin, Mallatoxin).
Anw. Gegen Bandwürmer; als Latwerge oder Schüttelmixtur. Hund 2—15,0; Katze 1—3,0.
7. Samen, Semina.
Seinen Amygdali. Amygdalae, Mandeln.
Prunus Amygdalm. (Ämygdalus commimis). Amygdaleae. XII. 1.
Im südlichen Europa kultivierter Baum.
Die eiförmige, etwas zusammengedrückte, wallnussgrosse Steinfrucht enthält unter der mit filzig behaarter Oberhaut ver­sehenen Fleischhaut die harte, mit grubigen Vertiefungen ver­sehene Steinschale, in welcher der Same, die Mandel, einge­schlossen ist. Man unterscheidet:
a. Amygdalae amarae, bittere Mandeln, von Ämygdalus communis, var. amara. Sie sind bitter, geruchlos, entwickeln aber beim Zerstossen mit Wasser einen starken Geruch nach Blausäure. Sie sind giftig.
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Bestandteile. Fettes Oel, Emulsin, Gummi und Amygdalin.
Letzteres kann durch Behandeln der durch Pressen vom
fetten Oel befreiten Mandeln mit Alkohol gewonnen werden;
durch das Emulsin zerfällt es hei Gegenwart von quot;Wasser
in Blausäure und Bittermandelöl. Anw. Zur Darstellung von Aqua Amygdalarum. (Siehe dieses.)
b. Amygdalae dulces, süsse Mandeln, von Amygdalus com-munis var. dulcis. Sollen einen milden öligen, zugleich etwas süssen und schleimigen, aber nicht ranzigen Geschmack besitzen.
Bestandteile. PettesOel, (Oleum Amygdalarum), Zucker, Emulsin, Gummi.
Anw. Zu Mandelmilch. (Band 1. Seite 111).
Semen Arecae. Nuces Arecae. Areka- oder
Betelnüsse.
Äreca Catechu. Falmae. XXI. Ostindien. Philippinen.
Die Samen sind eiförmig, bis 3 cm lang, am Grunde abgeplattet und enthalten unter der dünnen, braunen, von helleren Adern durchzogenen Samenhaut einen sehr harten, hornartigen, vveissen, braun marmorierten Eiweiss-körper.
Bestandteile. Arekolin (Arekan, dem Pelletierin ähn­licher, giftiger, wurmtreibender Körper), indifferentes Arekai'n und eine dritte noch nicht studierte Base, Gerbsäure, kein Katechin.
Anw. Fein gepulvert gegen Bund- und Bandwürmer. Hund 10—20,0; Lämmer 5—15,0; Katzen 2—5,0; Geflügel!—3,0.
* Semen Coffeae. Kaffeesamen. Coffea arabica. Bubiaceae. V. 1. Troperiländer.
Bestandteile. Dieselben sind in gebranntem und un­gebranntem Kaffee verschieden. Letzterer enthält durch­schnittlich 0,5 % Koffein, ferner Kaffeol (äth. Oel), Gerbsäure, brenzliche Stoffe.
Anw. Wird in gebranntem Zustande verwendet als Excitans bei Kollaps, als Gegengift bei narkotischen Vergiftungen, als Stypticum. Geruchskorrigens für Jodoform.
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fSemen Colchici. Zeitlosensamen. Colchicum autumnale. Colchicaceae. VI. 3. Ausdauernde Zwiebelpflanze auf feuchten Wiesen. Von Hirsekorn - Grosse, fast kugelig, mit einem fleischigen Wulst versehen, aussen braun, fein runzlig, innen weiss, fleischig, sehr zähe und schwer zu pulvern. Werden leicht etwas klebrig und backen zusammen. Geruchlos, Geschmack bitter, scharf. Im Juni, wenn völlig reif, zu sammeln.
Bestandteile. Kolchicin, fettes Oel, Zucker. Anw. Als Pulver oder Tinktur gegen Gicht und Rheumatismus. Hunden 0,5—1,0 der Tinktur.
Tinctura Colchici mit 10 T. Spiritus dilutus zu bereiten.
Vinum Colchici durch 8tägiges Macerieren mit 10 T. Vinum Xerense zu bereiten.
Semen Faenugraeci. Bockshornsamen. Trigonella Faenum Graecum. Popilionaceae. XVII. 3. Einjährige Pflanze Südeuropas, bei uns kultiviert. Bis 5 mm lang und 2 mm dick, fast rautenförmig­viereckig, plattgedrückt, auf beiden Seiten mit einer schräg laufenden Furche versehen; unter einer braunen Schale ein gelblicher Kern; sehr zähe und schwer zu pulvern. Geruch eigentümlich, haftend, Geschmack unangenehm gewürzhaft, bitter. Bestandteile. Schleim, ätherisches Oel und fettes
Oel, Bitterstoff. Anw. Wie Kad. Althaeae; in Pulverform und zu Breium­schlägen. Als Volksmittel bei Tieren vielfach in Anwendung. Pferd 10—25,0; Bind 25—50; Schaf 5—15,0.
Semen Lini. Leinsamen. Linum usitatissimum. Lineae. V. 3. Eine einjährige Pflanze des Orients, bei uns kultiviert.
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Samen ungefähr 4 mm lang, verkehrt-eirund, spitz, zusammengedrückt, enthalten in der braunen, glänzenden Samenhaut einen weissen, öligen Kern. Beim Zerstossen entwickeln sie einen schwachen Geruch, der Geschmack ist ölig, schleimig. Bestandteile. Fettes Oel (bis 30 0/o), Schleim. Anw. Einhüllendes Mittel hei entzündlichen Zustanden als Dekokt, als Pulver innerlich und zu Umschlägen, ferner als Latwergenkonstituens. Zur Bereitung des Leinmehls, Farina Lini, werden die Leinsamen gepulvert. Pferd, Bind 50—100,0; Schaf, Schwein 10—30,0; Hund 2—10,0. Zu Spec, emollientes.
Placenta Seminis Lini. Leinkuchen. Die nach dem Auspressen des Leinsamens zurttckgehliebenen Kuchen, enthaltend die Bestandteile des Leinsamens ausser dem Oel, dienen zu Kataplasmen.
Decoctum (Mucilago) Seminis Lini wie Dec. Althaeae in der Kälte zu bereiten.
Semen Myristicae. Nux moschata. Muskatnuss. Myristica fragrans. Myristicaceae. XXII.
Auf den Molukken einheimischer, auf Sumatra und West­indien kultivierter Baum, dessen gelbe Beeren einen schwarzen Samen enthalten, welcher von einem roten Samenmantel (früher als Macis, Muskatbltite, offiziell) umhüllt ist.
Der schwarze Same wird über Feuer getrocknet, bis der
Kern in der Schale klappert, dann werden die Samenschalen
zerschlagen, rasch in Kalkmilch getaucht und an der Luft völlig
ausgetrocknet. Diese Samenkerne sind eirund, braun, etwa 3 cm
lang, nach aussen netzadrig runzelig, durch Kalk weissgestäubt.
Der öligfleischige, weissliche Biweisskörper ist von den Fortsätzen
der inneren Samenhaut durchdrungen. Geruch und Geschmack
eigentümlich und stark aromatisch.
Prüf. Die Samenkerne von Myristica fatua sind länger und
schmäler, weniger aromatisch. Gute Kerne dürfen beim
Sohneiden nicht zerbröckeln und beim Einstechen mit einer
heissen Nadel müssen sie ein gelbliches Oel austreten lassen.
Bestandteile. Aetherisches Oel und fettes Oel (bis300/0).
Anw. Selten, wie Cortex Cinnamomi. Küchengewürz.
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Seinen Papaveris album. Molinsamen. Papaver somniferum. Papaveraceae. XIII. 1.
Die Samen von den Varietäten des Mohns hat eine ver­schiedene Farhe; es gieht braunen, schwarzen und weissen. Der letztere ist otfizinell. Er ist sehr klein, nierenförmig, netz-run-zelig, grubig, ölig, geruchlos, von etwas süsslichem Geschmacke, und wird leicht ranzig, weshalb er alljährlich zu erneuern ist.
Bestandteile. Fettes Oel (50 0/0), Gummi.
Anw. Wie Semen Lini, namentlich zu Emulsionen.
*f Semen Physostigmatis. Faba Calabarica. Calabarbohne. Physostigma venenosum. Papilionaceae. XVII. 3.
Der Gartenbohne ähnliche Kletterpflanze Westafrikas.
Ovale oder längliche, mehr oder weniger nierenfürmige, etwas flachgedrückte grosse Samen. Sie sind mit einer braunen körnig runzligen Samenhaut bekleidet, welche zwei länglich runde, weissliche, zerbrechliche Samenlappen einsohliesst, mit einem auf der einen Seite convexen, auf der andern Seite mehr oder weniger buohtig gebogenen, tief gefurchten Nabel versehen. Sie sind sehr giftig. Bestandteile. Physostigmin (Eserin), Eseridin und
Kalabarin. Anw. In der Augenheilkunde, meist in Form von Extraxt;
ausserdem das Physostigmin (siehe dieses).
Semen Sinapis (nigrae). Schwarzer Senf. JBrassica nigra. Cruciferae. XV. 2.
Einjährige, krautartige, auch kultivierte Pflanze.
Samen etwa von der Grosse eines Hirsekorns, oval-rundlich, sehr fein grubig punktiert, braun, ge­ruchlos, enthalten einen gelben, öligen Kern. Gepulvert und mit Wasser gemengt entwickeln sie alsbald einen reizenden Geruch und röten die Haut. Ihr Geschmack ist ölig, bitterlich scharf und stechend. Von dem Pulver darf nicht zu viel vorrätig gehalten werden, weil es mit der Zeit an Wirksamkeit verliert, nament­lich wenn es feucht wird.
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Bestandteile. Myrosin, myronsaures Kalium, fettes Oel (350/o). Keine Stärke. Das ätherische Senfol (C8 B:s . N CS) entwickelt sich erst durch Fermentwirkung des Myrosins auf das myronsaure Kalium.
Anw. Reizendes Stomachicum und leichtes Diureticum in Pulverform. Pferd 25—50,0; Rind 50—100,0; Schaf 5—15,0. Aeusserlich zur Ableitung auf die Haut bei der Entzündung' innerer Organe als Sinapismus oder Senfpflaster, indem man Senfpulver mit kaltem oder lauwarmem Wasser zum Brei anrührt. Es darf deswegen zur Bereitung des Senfpflasters kein heisses Wasser gehraucht werden, weil durch Hitze das Ferment zerstört wird; werde stets frisch bereitet. Mit vom fetten Oele befreitem Senfpulver überzogenes Papier ist als Senfpapier, Charta sinapisata, offizineil. In der Tiermedizin empfiehlt sich zum äusserlichen Gebrauch bei Pferden eine 5—100/0ige, bei Bindern eine 10—200/oige Lösung von Seniöl in Spiritus.
f Semen StrycLni. Nux Vomica. Brechnuss. Krähenaugen.
Strychnos Nux vomica. Stryclmeae. V. 1.
Ein in Ostindien einheimischer Baum, dessen gelbe Aepfel die Samen in einem weissen Muse enthalten.
Samen kreisrund, plattgedrückt, in der Mitte etwas dünner als am Bande, etwas über 2 cm im Durchmesser, auf der einen Seite etwas vertieft, auf der andern erhaben, in der Mitte genabelt, schmutzig gelbgrau, sammetartig behaart. Enthalten einen geruchlosen, sehr bitteren, grauweissen, zähen, schwer zu pulvernden Kern aus zwei Samenlappen.
Bestandteile. Die Alkaloide Strychnin (0,5—1,5%) und Brucin (10/0) an Igasursäure gebunden.
Anw. Wegen des wechselnden Gehaltes an Strychnin sollte nur das letztere angewendet werden. Wirkung bei Strychnin. Pferd, Rind 2—10,0; Schaf 1—3,0; Hund 0,05—0,3, als Pulver oder Tinktur.
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Extractum Strychni. Die Samen werden zweimal mit der doppelten Menge Spiritus dilutus 24 Stunden lang digeriert und die abgepressten Flüssig­keiten zu einem trocknen Extrakte eingedampft.
Tinctura Strychni. Mit 10 Teilen Spiritus dilutus darzustellen.
fSemen Strophanthi. Strophanthussamen. Strophantus hispidus. Str. Kombe. Apocyneae. V. 1. Strauch- und schlingende Gewächse Afrikas, aus deren Samen (den sog. Komhifrüchten) die Eingeborenen ein Pfeilgift (Kombee, Inee, Onagee) darstellen.
Haferkorngrosse Samen, plattgedrückt, an der Basis abge­rundet, oben zugespitzt, grünlichbraun, seidenglänzend behaart, auf der einen Seite deutlich gekielt, bitter schmeckend. Bestandteile. Das glykosidische Herzgift Strophanthin, fettes
Oel, Phloroglucin. Anw. Wie Fol. Digitalis. Am besten als Tinktur, wovon Pferd 10—25,0; Hund 10—25 Tropfen.
Tinctura Strophanthi. Wird aus dem vorher durch Auspressen entfetteten Samen mit 10 T. Spir. dilutus hergestellt.
Lycopodium.
Semen Lycopodii. Bärlappsamen. Hexenmehl.
Lycopodium clavatum. I/ycopodiaceae. XXIV. 1. Moosähnliches Kraut Mittel- und Nordeuropas, dessen Sporen durch Ausdreschen und Absieben gewonnen werden.
Zartes blassgelbes, geruch- und geschmackloses, sehr beweg­liches Pulver; schwimmt auf Wasser und lässt sich nur damit mischen, wenn man es vorher anhaltend reibt; in der Licht­flamme entzündet es sich blitzähnlich ohne Bauch und Geruch. Prüf. Unter dem Mikroskope besteht das Lycopodium aus fast gleichgrossen dreiseitig-pyramidalen Zellen, die Grund­fläche stärker gewölbt, die 3 Seitenflächen ziemlich flach, sämtliche Flächen netzartig gerippt. (Erkennung der anders geformten, zur Verfälschung dienenden Pollen der Kiefer-und Haselnusstaude). — Schüttelt man eine Messerspitze voll Lycopodium mit einigen Cc. Chloroform, so sinkt bei­gemischtes Stärkemehl, Dextrin, Sand, Gips zu Boden, Arzneimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9
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während das Lycopodium oben schwimmt. — Schwefel wird durch den Geruch beim Verbrennen erkannt. — Mineralische Beimengungen erhöhen die Aschenmenge, welche höchstens 5 0/0 betragen darf.
Bestandteile. Fettes Oel, Zucker, Spuren eines flüchtigen Alkaloids.
Anw. Zum Einstreuen auf wunde Stellen als austrocknendes Mittel, ferner zum Bestreuen von Pillen; innerlich selten bei Gastroenteritis als Deckmittel, und bei Blasenkatarrh.
8. Pflanzenauswüchse.
Gallae. Galläpfel. (Türkische oder Levantische).
Querem Lusitanica. Var. infectoria. Cupuliferae XXI.
Immergrüne, strauchartige Eiche Kleinasiens.
Indem die Gallwespe, Cynips Gallae tinetoriae, die Rinde junger Aeste anbohrt und in die Wunde Eier legt, entsteht eine die Brut des Insekts einschliessende Anschwellung, welche völlig ausgebildet und erhärtet den Gallapfel darstellt.
Galläpfel sind kugelförmig, auf der Oberfläche mit mehr oder weniger zahlreichen Höckern versehen, hart, schmutzig grau, braun, schwärzlich oder schmutzig gelb, bis zur Grosse einer starken Kirsche, inwendig hohl, geruchlos, von stark zu­sammenziehendem Geschmacks. Dunklere Galläpfel werden vor der Ausbildung des Insekts gesammelt; heller gefärbte, soge­nannte weisse Galläpfel sind gewöhnlich grosser, weniger höckerig und haben meist ein kleines rundes Loch, durch welches die junge Gallwespe ausgeschlüpft ist. Je dunkelfarbiger die Gall­äpfel sind, desto hesser und teurer sind sie.
Prüf. Von europäischen Eichen stammende Galläpfel sind heller, leichter, ohne oder mit schwachen Höckern und gerb-stoftarmer, daher von geringerem Werte.
Bestandteile. Gallusgerbsäure (Tannin, bis 70 %), Gallussäure.
Anw. Namentlich äusserlich in Abkochungen wie Tannin, ferner zur Tanninbereitung.
Tinctura Gallarum mit 5 Teilen Spiritus dilutus zu bereiten.
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Gossypium depnratum. Gereinigte Baumwolle. Gossypium herhaceum, arioreum, hirsuttm, harhadense. Malvaceae. XVI. 2. Tropenlander. Die Baumwolle besteht aus den Samenhaaren der Pflanze. Sie wird mit Sodalösung entfettet und nimmt infolge dessen, im Gegensatze zur gewöhnlichen Baum­wolle, Wasser leicht auf.
Prüf. Auf Wasser gelegt, muss sich Watte sofort vollsaugen und untersinken, sonst ist sie nicht entfettet. Lackmus­papier darf sie nicht röten. Leinenfaser, Hanffaser und Jute werden unter dem Mikroskope geprüft; Jute wird hierbei durch Jodjodkalilösung und verd. Schwefelsäure dunkelgelb, nicht blau gefärbt. Anw. Die entfettete und sterilisierte Baumwolle findet mit antiseptischen Stoffen imprägniert eine ausgebreitete medi­zinische Verwendung, z. B. als Salizyl-, Karbol-, Sublimat-, Borsäure-, Jodoformwatte etc. Auch fein verteiltes Holz wird an Stelle von Watte unter dem Namen Holzwolle und Holzwollwatte verwendet, ferner Jute (die Bastfasern des araukanischen Hanfes) etc. Band I, S. 136.
9. Mehlartige Stoffe. Amylum. Stärke. Gewöhnlich versteht man darunter Stärke aus Kartoffeln, Roggen-, Gersten- oder Weizen-kömem. Sie kommt entweder als Pulver vor oder in Stücken oder in Stängelchen, welche beim Zerdrücken knirschen. Mit kaltem Wasser zerrieben gibt sie eine milchartige Flüssigkeit, mit heissem Wasser einen Kleister, der durch Jod blau wird. In Weingeist und Aether ist sie unlöslich. Man stellt sie durch Aus­waschen der betreffenden gepulverten und gesiebten Pflanzenteile (des Mehles) mit kaltem Wasser dar, wobei die Stärke fortgeführt wird und sich dann ab­setzt. Reine Stärke stellt eine blendendweisse, aus mikroskopischen Körnern bestehende Masse dar.
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Prüf. Je nach der Abstammung besitzen die Körner, abge­sehen von der wechselnden Grosse, meist verschiedene, oft sehr charakteristische Form, so dass man unter dem Mikros­kope in den meisten Fällen die Verfälschung einer Stärke­art mit einer anderen leicht feststellen kann. Beträgt die Asche mehr als 10/0, so liegt eine Verfälschung mit mine­ralischen Stoffen vor. — Schüttelt man etwa 1 g Stärke mit 6 Cc. Chloroform, so sinken mineralische Stoffe darin zu Boden und können nach dem Abgiessen des Chloroforms weiter geprüft werden, während die Stärke oben schwimmt.
Bestandteile. Das Kohlenhydrat C6 H,0 05.
Anw. Innerlich in Gaben wie Gi. arabicum als einhüllendes, deckendes Mittel; gegen Jodvergiftung; äusserlich zu Klystieren, Kleisterverbänden, ferner in Pulverform als aus­trocknendes Mittel. Zur Kleisterbereitung wird Stärke mit wenig kaltem Wasser zerrührt, alsdann unter be­ständigem Rühren das übrige kochende Wasser zugesetzt. 1 T. Stärke und 10 T. Wasser geben einen guten Kleister. Offizinell ist nur die Weizenstärke, Amylum Tritici, von Triticum vulgäre, Gramineae, III. 2., welche zu Pulvis salicylicus cum Talco Anwendung findet.
Drogen des Tierreiches.
^Spongia marina. Badeschwamm. Achileum laciniilatum(Spongia officinalisj. Coelenterata, Spongiae.
Auf dem Boden des Meeres und an felsigen Gestaden, be­sonders an der griechischen und syrischen Küste, im roten Meere, an den Küsten von Nordamerika und Brasilien.
Vielgestaltige, grosse, pflanzenähnliche, weiche, festsitzende, faserige, filzige, aus kontraktilen Zellen gebildete und von Gallertmasse durchdrungene Körper, welche gewaschen, gepresst und getrocknet werden.
Die Tafel- oder Toilettschwämme sind von verschiedener Grosse und Gestalt, flach, gewölbt, rundlich, ausgebuchtet-ge­lappt, sturapfeckig, feinporig,. hellgelb, mehr oder minder weich, in warmem Wasser bedeutend aufquellend. Die als Pferde-schwämme (Spongiae Equorum) bekannte Sorte ist grosser und
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dunkler von Farbe, mehr oder minder flach zusammengedrückt, länglich rundlich, grobporig, zum Teil mit grossen Löchern, häufig mit vielen steinigen Uoncrementen, Muscheln und dergl. verwachsen (Lapides Spongiarum oder Scliwammstein). Zer­rissene und dunkelgefärbte Schwämme, sowie beim Präparieren derselben entstehender Abfälle heissen Spongiae in fragmentis. Bestandteile. Das Gerüst der Schwämme besteht aus Spongin, einer stickstoffartigen zu den Albuminoiden ge­hörenden Substanz.
*Spongiae ceratae, Wachsschwämme, werden bereitet, indem feine Schwämme in geschmolzenes Wachs getaucht und darauf zwischen einer Presse stark ausgepresst und vom überflüssigen Wachs befreit werden.
*Spongiae compressae, Pressschwämme, werden aus feinen, in längliche Stücke geschnittenen Schwämmen bereitet, indem man diese mit heissem Wasser feucht macht und durch Umschnüren mit Bindfaden zu fingerlangen Cylindern zusammenpresst, welche getrocknet und umwickelt aufbewahrt werden. Wie die Wachsschwämme zur Wunderweiterung.
fCantharides. Muscae Hispanicae. Spanische Fliegen.
Lytta Vesicatoria. Insecta. Coleoptera.
In Südeuropa, zuweilen auch in den nördlicheren Gegenden auf Eschen, spanischem Flieder, Eaimveiden und anderen Sträuchern vorkommend. Man schüttelt sie vor Sonnenaufgang in erstarrtem Zustande von den Bäumen ab, sammelt sie auf untergelegten Tüchern und tödtet sie durch heisse Wasser-, Alkohol- oder Essigdämpfe, auch wohl durch Schütteln mit Terpen­tinöl, Chloroform oder Ammoniakflüssigkeit und trock­net sie dann in gelinder Wärme.
Ein etwa 12 mm langer, 4 mm breiter Käfer von glänzend goldgrüner Farbe, Kopf fast viereckig herz­förmig, fein punktiert, am Kande mit Haaren besetzt. Die Fühler sind von halber Körperlänge, beim
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Weibchen kürzer. Die Brust fast viereckig punktiert,
das Schildchen dreieckig; die länglich-rechteckigen
Flügeldeken goldgrün, den Leib ganz bedeckend;
Kücken und Bauch blaugrün, die vier vordem Füsse
fünf-, die heiben hintern Füsse viergliedrig. Geruch
stark widerlich, Geschmack ätzend, anhaltend. Auf
die Haut gebracht, erzeugen sie Blasen.
Prüf. Nur vorsichtig getrocknete, nicht schimmlige oder von
Insekten zerfressene Kanthariden werden angewendet; gut
getrocknet, halten sie sich am besten in wohl verschlossenen
Blechbüchsen oder Gläsern.
Cerambyx moschatus (Moschusbock) ist mehr stahlblau, mit Fühlern, die den Leib an Länge überragen. — Cetonia aurata (Gold-Rosenkäfer), ist im Umfange breitquadratisch. — Gar ab us auratus (Goldlaufkäfer) ist im Umfange oval. Bestandteile. Kantharidin, ein krystallinischer, blasen­ziehender Stoff, in fetten, ätherischen Oelen, Aether, Wein­geist, Wasser löslich. Anw. Zur Erhöhung des Geschlechtstriebes als Pulver, Pferd 1—2,0; Kind 2—5,0; Schaf, Schwein 0,2—0,5; Hund 0,05—0,2. Aeusserlich als Pulver und in folgenden Präparaten als scharfes, namentlich blasenziehendes Mittel.
Gollodium cantharidatum. Cantharides pulv. 50 T., Aether 80 T., werden 3 Tage lang unter Umschütteln maceriert und noch soviel Aether auf die Kanthariden nachgegossen, dass die Kolatur betrage 42 T. Dann füge hinzu Colloxylin 2 T., Spiritus 6 T. und schüttele bis zur Lösung.
Emplastrum Gantharidum perpetuum.
(E. acre, E. irritans, E. Gantharidum compositum
Anglicum).
Immerwährendes Zugpflaster des Arzneibuches ist für
den tierärztlichen Gebrauch nicht geeignet; zu letzterem Zwecke
enthält das Arzneibuch nachstehende Vorschrift:
Emplastrum Gantharidum pro uso veterinario.
Colophonium 6 T., Terebinthina 6 T., werden zusammen­geschmolzen und der halb erkalteten Mischung Cantharides (grobgepulverte) 3 T. und Euphorbium pulv. 1 T. beigemengt.
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Oleum cantharidatum.
Cantharides pulv. 3 T., werden mit Oleum Eaparum 10 T., 10 Stunden digeriert, dann ausgepresst und filtriert.
#9830;Oleum cantharid. compositum. Blister.
Cantharides pulveratae 2 T., Euphorbium pulveratum 1 T., Oleum Lini 24 T., Oleum Terebinthinae 5 T., werden zusammen in eine Flasche gegeben und einige Tage digeriert. Dispen­sieren muss der Bodensatz aufgeschüttelt werden.
Tinctura Cantharidum. Mit 10 T. Spiritus zu bereiten.
*Unguentum Cantharidum ad usum veterinarium.
Cantharides pulv. 1 T., Adeps suillus 3 T., werden im Wasserbade eine Stunde digeriert und dann bis zum Erkalten öfters gut umgerührt.
Die offizineile Salbe, welche nur Vs Kanthariden ent­hält, ist für den tierärztlichen Gebrauch zu schwach.
*ünguentum acre. Scharfe Salbe. Spatsalbe. Verstärkte Kantharidensalbe.
Colophonium 50 T., Terebinthinae 80 T., Adeps suillus 30 T, schmelze und mische dazu Cantharides pulv. 50 T., Euphorbium pulv. 10 T.
*Hertwig's verstärkte Kantharidensalbe. Cantharid. pulv. 2 T., Hydr. bichlorat. 1 T., 01. Lauri 12 T.
Mel crudum. Honig. Apis mellifica. Insecta, Hymenoptera. Wird von den Bienen aus den Honigdrüsen verschiedener Blumen gesammelt und in den aus Wachs geformten Zellen oder Waben niedergelegt. Er wird von letztern teils durch freiwilliges Ausfliessen gesondert, teils durch Ausschmelzen und Auspressen des Wachses. Klebrige, dickliche, eigentümlich aromatisch riechende und sehr süss schmeckende gelbe Flüssig­keit ; der freiwillig ausgeflossene, sogenannte Jungfernhonig, ist fast farblos. Nach einiger Zeit wird der Honig körnig, krystalli-nisch und setzt Traubenzucker (Dextrose) ab, gesteht auch
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wohl ganz zu einer breiigen Mitsse, welche auf Zusatz von etwas Wasser und Erwärmen wieder klar und flüssig wird.
In Wasser und Alkohol ist er bis auf einige ünreinigkeiten in jedem Verhältnisse löslich. In der Wärme fängt er leicht an zu gähren und verliert dadurch an Konsistenz.
Man unterscheidet Landhonig, der bei uns gewonnen wird, und Westindischen- oder Cuba-Honig; letzterer ist weisser und weniger aromatisch. Das Aroma des Honigs hängt von den Pflanzen ab, aus denen er von den Bienen gesammelt wird.
Prüf. Ist Honig mit Anilin braun gefärbt, so wird er mit einer gleichen Menge Salmiakgeist blassgelb oder nahezu farblos, ist Kurkuma zum Färben verwendet, so wird er hierbei hochrot. — Entsteht beim Mischen des Honigs mit der doppelten Menge Weingeist eine Trübung, so ist Dextrin beigemischt. — Wässrige Honiglösung darf kaum sauer reagieren und mit Silbernitrat oder Baryumnitrat nur opalisieren (Zuckermelasse ist reich an Chloriden, Stärke-syrup reich an Sulfaten, geben also Füllungen).
Bestandteile. Dextrose (der krystallinisch werdende Teil), Laevulose (der flüssig bleibende Teil).
Anw. Expektorans. Als Geschmackskorrigens und Konsti-tuens zu Mixturen, Latwergen, Mundwässern und auch zuweilen zu Salben.
Mel depuratum. Gereinigter Honig.
Honig wird mit der doppelten Menge Wasser in einem ver­zinnten Kessel gemischt, unter Vermeidung des Aufkochens bis auf 100deg; C. erwärmt, eine Stunde in dieser Wärme erhalten, alsdann, wenn die Temperatur auf 50deg; bis 40deg; herabgegangen ist, filtriert und zur Syrupsdicke eingedampft.
Oxyrael Scillae. Meerzwiebelsauerhonig. Acetum Scillae 1 T., Mel depuratum 2 T., werden ge­mischt und in einer Porzellanschale auf dem Dampf bade bis zu 2 T. eingedampft.
*0xymel simplex. Einfacher Sauerhonig. Acidum aceticum dilutum 1 T., Mel depuratum 40 T.
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Cera flava (citrina). Gelbes Wachs. Apis mellifica. Insecta, Hymenoptera. Man erhält das Wachs aus den Honigwaben durch Schmelzen und Auspressen, nachdem der Honig aus­geflossen ist. Es bildet eine mehr oder weniger gelbe, feste, geschmacklose Masse von angenehmem Geruch, die zwischen den Fingern erweicht und bei 63—64deg; C. flüssig wird. Stärker erhitzt, lässt es sich entzünden und verbrennt ohne Übeln Geruch. In Wasser ist das Wachs unlöslich, von Alkohol, Aether, fetten und flüchtigen Oelen wird es mehr oder weniger leicht aufgelöst, besonders in der Hitze; mit den Alkalien verseift es sich schwer.
Prüf. Hinterlässt Wachs beim Kochen mit 300 T. Weingeist einen nennenswerten Rückstand, so untersuche man den­selben auf betrügerisch beigemischte mineralische Bestand-teüe, Stärkemehl, Erbsenmehl etc. unter dem Mikroskope. — Lässt man die heisse alkoholische Lösung erkalten und filtriert von dein auskrystallisierten Wachse ab, so enthält der Weingeist noch etwa beigemengtes Harz oder Stearin­säure; ersteres verursacht Trübung bei Wasserzusatz, letzteres erteilt dem Weingeiste saure Reaktion. — In einer Mischung von 1 T. Weingeist und 3. T. Wasser (spez. Gew. 0,956 bis 0,967) muss Wachs schwimmen, sinkt es unter, so ist Harz, Stearinsäure oder japanesisches Wachs (Pflanzenwachs) beigemengt; hierauf tröpfelt man solange Weingeist zu, bis das Wachs untersinkt und bestimmt dann das spez. Gew. der Flüssigkeit; liegt dasselbe jetzt unter 0,955, so liegt eine Verfälschung mit Talg oder Paraffin vor. Bestandteile. Myricin (Myricylpalmitat, 800/0), und freie Cerotinsäure (20 0/0), Farbstoff (im gelben Wachs). Anw. Zu den meisten ofiizinellen Pflastern, Salben, auch zu Pillenmassen etc. Es wird fasst ausschliesslich gelbes Wachs verwendet.
Unguentum cereum. Ceratum simplex. Einfaches Gerat. Cera flava 3 T., Oleum Olivarum Provinciale 7 T., werden im Dampf bade geschmolzen und bis zum Erkalten gerührt.
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Cera alba. Weisses Wachs.
Das weisse Wachs wird aus dem gelben bereitet, indem man dieses in dünne Lamellen ausgiesst und diese unter öfterem Begiessen mit Wasser an der Sonne bleicht, wodurch es zugleich härter, zerbrechlicher und schwerer schmelzbar wird. Es wird darauf geschmolzen und in Formen gegossen. Prüf. Wie bei gelbem Wachs. Das spez. Gewicht des weissen
Wachses ist aber höher = 0,970; es muss daher in einer
Mischung von 2 T. Weingeist und 7 T. Wasser schwimmen;
spez. Gewicht unter 0,960 deutet auf Beimengung von Talg
oder Paraffin.
Oleum Jecoris Aselli. Leberthran.
Gadus morrhua, Kabeljau. (Gadus callarias, der Dorsch,
ist nur eine jugendliche Form des Kabeljau). Mala-
copterigii, Gadoidei.
Fische des atlantischen Oceans, aus deren fett­reichen Lebern das Oel gewonnen wird, indem man dieselben im Wasserbade erhitzt oder Wasserdämpfe darauf leitet und so den offizineilen hellblanken oder Dampfleberthran erhält. Derselbe ist klar, dickflüssig, weisslich oder blassgelb, riecht und schmeckt eigenartig, schwach fischähnlich, nicht ranzig und trocknet in der Luft ein. Durch stärkeres Erhitzen imd Auspressen des Rückstandes erhält man den braun­blanken Leberthran und schliesslich durch Aus­kochen mit Wasser den braunen Leberthran.
Früher erhielt man die Leberthransorten folgendermassen:
a)nbsp; Hellblanker Leberthran. Man schichtete die Lebern in hohen Tonnen übereinander, wobei ein Teil des Oels ausge-presst wurde, welches sich oben ansammelte.
b)nbsp; Braunblanker Leberthran. Fliesst einige Tage später aus, wenn die Lebern schon etwas faulen. Ist kastanien­braun, dickflüssiger, von starkem Geruch und Geschmack, reagiert stärker sauer.
c)nbsp; Brauner Leberthran. Wennsich auf die angegebene Weise kein Oel mehr ausscheidet, so wird mit Wasser ausge-
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kocht, wobei sich der braune Thran auf der Oberfläche ansammelt. Er ist syrupsdick, dunkelbraun, im durchfallenden Lichte grün­lich, schmeckt bitter und reizend, riecht unangenehm brenzlich und zeigt eine stark saure Reaktion. Prüf. Nach dem Arzneibuche darf nur hellblanker Thran verwendet werden. Zeichen der Güte sind die nur schwach saure Reaktion, Klarheit, helle Farbe und ein durchaus nicht ranziger Geruch oder Geschmack. — Beimengungen von nicht trocknenden Oelen lassen sich durch die Elaidin-probe (S. 48) nachweisen. — 1 Tropfen Leberthran in 20 Cc. Schwefelkohlenstoff gelöst, färbt sich beim Schütteln mit 1 Tropfen Schwefelsäure vorübergehend schönrot. (Jdentitätsreaktion auf dem Gehalte des Thrans an Gallen­stoffen beruhend, die Pischthrane des Handels, welche nicht aus Lebern, sondern dem Specke der Eobben etc. ge­wonnen werden, geben diese Reaktion nicht). Bestandteile. Glyceride der Oel-, Palmitin- und Stearinsäure, freie flüchtige Pettsäuren (Ursache des Geruchs und Ge­schmacks), Gallenbestandteile (Ursache der leichten Resorp­tion), Spuren von Jod und Brom. Anw. Diäteticum bei chron. Ernährungsstörungen, gegen Anämie. Pferd, Rind 150—500,0; Schaf, Schwein 50—150,0; Hund 10—50,0.
*Lipanin ist ein Gemenge von 01. Olivarum mit 60/0 freien Pettsäuren, das als Ersatzmittel des Leberthrans empfohlen wird.
Cetaceum. Sperma Ceti. Walrat.
Physeter macrocephalus. Mammalia. Ceta.
Bis 20 m lange, fischartige Säugetiere, namentlich in der
Südsee. In Höhlungen des gewaltigen Schädels befindet sich
flüssiges Pett (bis 50 Zentner), aus welchem beim Erkalten
Walrat auskrystallisiert.
Weisse, krystallinisch-blätterige durchscheinende, schlüpfrig anzufühlende Massen, in Aether oder 40 T. kochendem Wein­geist löslich, aus letzterem beim Erkalten fast vollständig aus-krystallisierend, vom spez. Gewicht 0,943 und bei 45—50deg; zu einer klaren, fast geruchlosen Plüssigkeit schmelzend. Prüf. Reagiert die weingeistige Lösung, aus welcher der Walrat auskrystallisiert ist, sauer, oder giebt sie mit Wasser eine starke Pällung, so ist Stearinsäure beigemengt. —
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Mit Talg versetzter Walrat giebt auf Papier Fettflecke und beim Verbrennen den Akroleingeruch glimmender Talgkerzen.
Bestandteile. Cetylpalmitat.
Anw. Zu Salben, zuweilen innerlicb als Pulver oder Emulsion.
Unguentum leniens. Cold-Cream. Cera alba 4 T., Cetaceum ö T., werden geschmolzen und dann Oleum Amygdalamm 32 T., und fortwährendem Rühren und Schlagen tropfenweise Aqua 16 T., zugesetzt.
Adeps suillus. Axungia Porci. Schweineschmalz. Bus Scrofa. Mammalia, Multungula, Setigera. Durch Ausschmelzen des zerschnittenen Bauchfettes
in gelinder Wärme gewonnen. Es muss weiss sein und
nicht ranzig riechen.
Prüf. Nimmt mit Schmalz in der Wärme geschüttelter Weingeist saure Reaktion an, so ist das Schmalz ranzig und enthält freie Fettsäure. Beimengungen von Soda, Kochsalz, Stärkemehl etc. geben sich durch ihre Unlöslich­keit in Aether zu erkennen. — Da oft Wasser mit Hilfe von Borax etc. in grosser Menge beigemischt wird, so prüfe man, ob 10;/ Fett, welche geschmolzen Va Stunde in der Wärme stehen, dabei kein Wasser ausscheiden. Bestandteile. Triolein, (etwa 600/0) Tripalmatin und
Tristearin (etwa 40%). Anw. Als Konstituens für viele Salben. Da es leicht ranzig wird, ersetzt man es jetzt meistens durch Unguentum Paraffini, Lanolin, Mollin, Benzoeschmalz.
Adeps benzoatias. Benzoeschmalz. Acid, benzoic. 1 T. löse in Adeps 99 T., welche im Dampf­bade geschmolzen sind.
*Unguentum ad Ungulas. Hufsalbe.
Adeps suillus 50 T., Colophonium 10 T, werden bei ge­lindem Feuer zusammengeschmolzen und koliert.
Zu Hufsalben giebt es viele Vorschriften. Wachs, Talg, Fett und Harz in abwechselndem Verhältnisse bilden immer die Hauptbestandteile. Nach neueren Untersuchungen ist Vaselin oder Bestreichen mit Asphaltlack den älteren Hufsalben meistens vorzuziehen.
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*Unguentum flavum. Gelbe Salbe, Altbäasalbe. Adeps suillus 500 T., Eesina flava, Cera flava je 30 T., Rhizoma Curcumae pulverata 10 T., werden bei gelindem Feuer geschmolzen und kollert.
#9830;Unguentum oxygenatum. Adeps suillus 50 T. werden in gelinder Wärme in einem Porzellangefässe geschmolzen und darauf nach und nach unter beständigem Umrühren mittelst eines Glasstabes Acid, nitricum 3 T. hinzugemischt und so lange erwärmt, bis Lackmuspapier nicht mehr gerötet wird.
Sebum ovile. Hammeltalg. Unschlitt.
Ovis Aries. Mammalia, Mmninantia, Cavicornia. Wird aus dem Zellgewebe, besonders der Nierengegenden bei gelinder Wärme ausgeschmolzen und koliert. Es stellt feste, weisse Massen von eigenartigem, nicht ranzigem Gerüche dar, mit höherem Schmelzpunkt (45—48deg;) wie Rindertalg. Prüf. Ziegentalg verrät sich durch Bocksgeruch. — Bötet mit Talg erwärmter Weingeist Lackmus, so enthält er freie Fettsäuren, ist also ranzig. —#9632; Nach dem Erkalten des Weingeistes scheidet sich der gelöste Talg wieder aus; wird der dann abgegossene Weingeist auf Zusatz von gleichviel Wasser trübe, so sind fremde Fette zugegen. — Mineralische Beimengungen bleiben beim Lösen in dem doppelten Gewicht Petroleumbenzin zurück. Anw. Als Konstituens für viele Salben.
Sebum salicylatum. Salicyltalg. Acid, salicylic. 2 T. werden in Sebum ovile 98 T., im Dampfbade geschmolzen sind, gelöst.
welche
Moschus. Moschus. Moschus moschifems. Mammalia, Buminantia, Bisulca. Eehartiges Tier der Hochgebirge Chinas und Tibets. Das Männchen trägt einen Moschusbeutel zwischen Nabel und Rute, welcher samt der zugehörigen Bauchnaht abgeschnitten, zuge­bunden und sofort getrocknet wird.
Ein runder oder ovaler, bis 5 cm langer, 4 cnt breiter und 2 cm dicker Beutel, auf der flachen Seite (mit der er am Körper angewachsen war) kahl, auf der äusseren Seite behaart.
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a)nbsp; Tonkinesischer oder tibetanischer Moschus, die allein offizineile Sorte, hat rundliche, aufgetriebene, 12—30 lt;? schwere Beutel, mit meist kurz abgeschorenen gelblich-braunen, im Umfange mehr weisslichen, dicken und steifen Haaren. Die Moschussubstanz ist dunkelbraun, nie salbenartig, ohne urinösen, amoniakalischen Geruch, macht 45—65 0/'0 des ganzen Beutels aus und bildet eine krümelige, aus Stecknadel- bis erbsengrossen Klümpchen bestehende Masse.
b)nbsp; nbsp;Kabardinischer oder russischer Moschus, von geringerer Qualität, nur zu Parfümeriezweken geeignet, hat eiförmig-längliche, birnähnliche, kleinere Beutel mit silberweissen, feinen und biegsamen Haaren. Die Moschussubstanz, frisch salbenartig, später pulverig, ist mehr hell- oder rötlichbraun, von schwächerem, zugleich urinösem Gerüche.
Prüf. Die Moschussubstanz ist eine braune Masse von charakteristischem, äusserst durchdringendem Gerüche, in Wasser und Weingeist grossenteils, in Chloroform und Benzin nur wenig löslich. Mit Terpentinöl unter dem Mikroskop in eine dünne Schicht ausgebreitet, zerfällt der Moschus ziemlich gleichmässig schollenartig in durchscheinende, braune, amorphe Splitter und Klümpchen. #9632;— Es sind nur gut be­haarte, volle und trockene Beutel, niemals die Moschus­substanz ohne Beutel, zu kaufen. Beutel, die irgendwo eine Verletzung, Naht, Oeffnung erkennen lassen, sind zu ver­werfen, da ihnen jedenfalls Moschussubstanz entnommen und durch Harz, trockenes Blut, Schrote etc. ersetzt wurde. Beim Verbrennen hinterlasse er nicht über 8 0/0 Asche.
Bestandteile. Gallenfett, Wachs, Proteinsubstanzen, Am­moniumsalze, Calciumphosphat. Der wirksame und den Geruch erzeugende Körper ist noch unbekannt.
Anw. Excitans bei C'ollaps, Antispasmodioura; als Pulver und Tinktur. Vor Verwendung über Schwefelsäure bis zum konstanten Gewichte zu trocknen.
Tinctura Moschi. Mit je 25 Teilen Spiritus dilutus und Aqua zu bereiten.
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Zweite Abteilung.
Die chemischen Präparate
und die aus ihnen dargestellten pharmazentisclien Präparate.
I. Wasser und chemisch einfache Stoffe.
Aqua destillata. Destilliertes quot;Wasser.
Reines Brunnenwasser wird in einer Destillierblase der Destillation unterworfen. Das zuerst Uebergehende wird so lange entfernt, als es von Silbernitrat getrübt wird. Man unterbricht die Destillation, wenn ungeiähr zwei Dritteile des Wassers überdestilliert sind. Prüf. Es muss klar, geruch- und geschmacklos sein. Es darf nicht durch salpetersaures Silberoxyd (Chloride), Chlor-baryum (Sulfate), oxalsaures Ammoniak (Calciumverhind.), Schwefelammonium (Metalle) und Quecksilberchlorid (Ammo­niak) verändert werden. Durch Zumischen des doppelten Volums Kalkwasser entstehe keine Trübung (Kohlensäure). Eegenwasser ist, wenn nach längerem Kegen aufgefangen, zum tierärztlichen Gebrauche in den meisten Fällen hin­reichend rein und kann statt des destillierten Wassers benutzt werden. Nach dem Absitzen füllt man es in Flaschen, wo es sich lange Zeit unverändert hält.
Ghlornm. Chlorgas. Dasselbe findet entweder als solches oder gelöst in Wasser, wie nachstehend beschrieben, Anwendung.
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Aqua chlorata. Chlorum solutum, Liquor Chlori, Aqua Chlori seu oxymuriatica, Chlorwasser. Das auf eine unter Fumigatio Chlori ange­gebene Weise bereitete Chlorgas •wird, nachdem es zuvor gewaschen, in kaltes Wasser geleitet, bis das Wasser gelblich geworden ist. Die unter No. 2 angegebene Mischung liefert 900—1000 g Chlorwasser.
Eine klare gelblich-grüne, beim Erhitzen flüchtige Flüssigkeit, welche blaues Lackmuspapier sofort ent-lärbt. Ein farbloser Liquor ist zu verwerfen. Vor Licht geschützt aufzubewahren.
Wenn grössere Mengen von Clilorwasser gebraucht werden und es auf grosse Reinheit nicht ankommt, so kann man sich am bequemsten des Chlorkalks bedienen, den man in einer ge­räumigen Entwickelungsflasche mit einfachem Sicherheitsrohr mit Salzsäure übergiesst und das Gas in Wasser leitet. 60 g Chlorkalk sind mehr wie hinreichend, um 1200 g Chlorwasser zu bereiten. Man zerteilt den Chlorkalk mit 10—12 T. Wasser, giesst dann die Salzsäure in kleinen Portionen durch das Sicher­heitsrohr, bis sich kein Chlor mehr entwickelt.
Prüf. Mit metallischem Quecksilber geschüttelt, so dass das Chlor vollständig absorbiert wird, darf es blaues Reagenz­papier nicht zu stark röten. 20 g Chlorwasser mit 0,6 T. krystallisiertem Eisenvitriol und etwas Salzsäure versetzt und geschüttelt, dürfen Chamäleonlösung nicht entfärben. Es enthalte demnach 0,4 0/0 Chlor. Anw. Wie Chlorkalk.
gt;:sFumigationes Chlori. Chlor-Räucherungen.
1. Calcaria chlorata 2000(7, Aqua fontana 6000^, mische in einer Schale und füge hinzu Acidum hydro-chloricum 4000 g.
Es entwickelt eine Menge Chlorgas, etwa ausreichend zur Desinfektion eines Stalles von 30—40 Kubikmeter.
Diese Methode empfiehlt sich besonders in Ställen,
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weil keine Wärme anzuwenden ist, also Vorsichts-massregeln gegen Feuersgefahr unnötig sind.
2.nbsp; nbsp;Natrium chloratum, Manganum hyperoxydatum pulv., je 750 g, werden in einer Schale gemischt und ein Gemenge von Acidum sulfuricum anglicum, Aqua communis, je 1500 g, unter Umrühren darauf gegossen und erwärmt. (Guiton Morveau'sche Eäucherung).
3.nbsp; Manganum hyperoxydatum pulv., 300 g, Acidum hydrochloricum 1800 lt;/, werden unter Umrühren ge­mischt und erwärmt.
Bei den Chlor- und Brom-Räucherungen müssen zuerst die betreffenden Bäume mit Wasserdämpfen gesättigt werden, was unter Umständen durch Ausgiessen von Wasser auf den Fuss-boden und Bespritzen der Wände und Decke geschehen kann. Es müssen blanke metallene Gegenstände und das Stroh aus den Ställen beseitigt werden. Nachdem die Mischungen gemacht, sind die Fenster und Thüren zu schliessen und erst nach 24 Stunden wieder zu öffnen. Das Erwärmen der Chlormischung geschieht durch ein Kohlenbecken oder eine Spiritusflamme. Die Luft des betr. Baumes soll mindestens l1/^ Volumprozente Chlor enthalten.
fBromum. Brom. Br.
Wird aus der Mutterlauge des Meerwassers und der Stassfurter Abraumsalze durch Destillation mit Braun­stein und Schwefelsäure gewonnen.
Rotschwärzliche Flüssigkeit von eigentümlichem, chlorähnlichem Gerüche von 2,9—3,0 spec. Gew., siedet bei 58—63deg; C, stösst aber schon bei gewöhnlicher Temperatur gelbrote, auf Augen und Atmungsorgane gefährlich einwirkende Dämpfe aus. Löslich in 40 Teilen Wasser; leichtlöslich in Aether, Alkohol, Schwefel­kohlenstoff und Chloroform mit dunkel rotgelber Farbe.
Anw. Aeusserlieh als Antiseptikum und Aetzmittel; zu Inha­lationen bei Diphterie. Arzneimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10
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*Fumigationes Bromi. Brom-Räucherungen.
Man giesse das Brom in mit Sand gefüllte flache Thonschalen. Die Luft des betr. Raumes soll mindestens 2 Volumprozente Bromdampf enthalten, so dass für 1 cbm Luft etwa 150 g Brom notwendig wären. Sehr geeignet ist an Stelle des freien Broms das Bromum solidificatum des Handels. Dasselbe besteht aus einem Gemenge von 5 T. Kieseiguhr und 1 T. Brom in Cylinderform gepresst. Man braucht die entsprechende Gewichtsmenge dieses Gemenges nur in offenen Schalen an dem betr. Ort aufzustellen. Siehe ferner die Mass­regeln bei Chlorräucherungen.
Carbo vegetabilis. Carbo Ligni. Holzkohle.
Durch Glühen verschiedener Holzarten, von Buchen, Eichen, Tannen, Birken, Linden etc., in Meilerhaufen oder in eisernen Cylindern (bei der Holzessigdarstellung) bereitet. Sie hat die Form des dazu angewandten Holzes, ist porös, mehr oder minder glänzend, dichter oder lockerer. Die Kohle von leichten Holzarten ist vorzuziehen. Richtig bereitet ist sie rein schwarz, ohne Geruch und ohne Geschmack. Sie muss in wohlver­schlossenen Gefässen aufbewahrt werden.
Prüf. Da die Holzkohle aus der Luft Bestandteile beim Liegen aufnimmt, so ist es zweckmässig, dieselbe vor dem Gebrauch nochmals auszuglühen. Giebt Kohlenpulver beim Schütteln mit Weingeist an denselben färbende oder riechende Stoffe ab, so ist Kohle nur unvollkommen ausgeglüht und enthält brenzliche Stoffe. Beim Glühen auf Platinblech hinterlässt reine Holzkohle kaum Asche, während Tierkohle phosphorsauren Kalk zurücklässt.
Anw. Wegen ihres starken Absorptionsvermögens für Gase antiseptisch und desodorierend äusserlich als Pulver; in Verbindung mit adstringierenden Substanzen.
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*Carbo Carnis seu animalis. Pleischkohle.
Wurde durch Glühen von Kalbfleisch mit '/a Kalbsknochen hergestellt.
*Carbo Spongiae, Spongiae tostae. Schwammkohle.
Wurde durch Glühen von Badeschwämmen (S. 132) her­gestellt.
Ferrnm pulveratum.
Limatura artis alcoliolisata. Eisenfeile. Fe.
Rostfreie Eisenfeile wird in einem eisernen Mörser zerstossen und durch Leinwand gebeutelt.
Feines, aschgraues, schweres, etwas metallisch glänzendes Pulver, sich in verdünnter Salz- oder Schwefelsäure auflösend. Diese Lösung wird selbst bei grosser Verdünnimg durch Ferricyankalium blau gefärbt. Prüf. Es muss sich in verdünnter Salzsäure unter Ent-wickelung wenig übelriechenden Wasserstoö'gases, ohne viel Eückstand, auflösen; die Auflösung darf durch Schwefel­wasserstoff nicht dunkel gefärbt werden. Ein anderer Teil der Lösung muss nach der Oxydation mit Salpetersäure und Ausfällung durch überschüssiges Aetzammoniak ein Filtrat geben, welches durch Schwefelammonium nicht weiss getrübt werde (Schwefelzink). Der in Salzsäure unlösliche Teil des Eisens darf nach dem Lösen in Salpetersäure mit überschüssigem Ammoniak nicht gebläut werden. (Kupfer). Anw. Innerlich als blutbildendes Mittel. Pferd, Kind 1—5,0; Schaf 0,5—1,0; Hund 0,02—0,2.
Tinctura Perri pomata. Apfelsaure Eisentinktur.
Bxtractum Perri pomatum 1 T, Aqua Cinnamomi spiri-tuosa 9 T., löse und filtriere. Eine schwarzbraune Plüssigkeit.
Extractum Perri pomatum wird erhalten durch Digerieren von Eisenfeile mit dem Safte saurer Aepfel und Eindicken der gewonnenen Plüssigkeit zum dicken Extrakt.
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Fernrnt reductum.
Ferrum Hydrogenio reductum. Eeduziertes Eisen. Das Präparat ist ein Gemenge von metallischem Eisen mit Ferrooxyd und wird erhalten durch Eeduktion von Ferrihydro-oxyd mittelst Wasserstoff, wobei Wasserdampf entweicht. Man lässt im Wasserstoffstrome vollständig erkalten und füllt das erkaltete Präparat in Gläser.
Ein graues, glanzloses Pulver, welches vom Magneten an­gezogen wird und beim Erhitzen an der Luft zu schwarzen Eisenoxyduloxyd verglimmt. Prüf. 2 g des Perrum reductum mit 30 g einer Mischung von gleichen Teilen Salzsäure und Wasser erwärmt, sollen sich unter Wasserstoffentwickelung vollkommen oder wenig­stens fast vollkommen (bis auf l0/0) lösen. Das dabei ent­wickelte Wasserstoffgas soll ein mit öOprozentiger Silher-nitratlösung befeuchtetes Papier nicht sofort gelb oder braun färben, also keinen Arsenwasserstoff oder Schwefel­wasserstoff enthalten. Wasser mit Ferr. reduct. geschüttelt, darf Lackmuspapier nicht verändern. Anw. Wie Ferrum pulveratum.
Hydrargyrum. Mercurius, Quecksilber. Hg.
Man erhält es aus Zinnober, indem man denselben für sich röstet, oder mit gelöschtem Kalk oder metallischem Eisen erhitzt. Es ist bei gewöhnlicher Temperatur flüssig und lässt sich leicht in Kugeln zerteilen, die, wenn es mit fremden Metallen oder mit Oxyd verunreinigt ist, nach hinten zugespitzt sind und, indem sie über Papier hinrollen, auf demselben einen grauen Rückstand hinterlassen: verunreinigtes Queck­silber ist ferner mit einer grauen Haut überzogen. Es ist genügend rein, wenn es eine stark spiegelnde Oberfläche besitzt, in einer trocknen Porzellanschale fortläuft, ohne schwärzliche Spuren zu hinterlassen, und beim Erhitzen ohne Rückstand verflüchtigt. (Gif­tige Dämpfe! Vorsicht!)
Ist es zu sehr verunreinigt, so kann man es leicht
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rein erhalten, wenn man 12 T. Quecksilber mit einem Gemenge von 12 T. Wasser und 1 T. Salpetersäure unter öfterm Umschütteln zwei Tage lang in der Kälte auf einander einwirken lässt. Die überstehende Flüssigkeit wird von dem Quecksilber abgegossen und letzteres mit Wasser einige Mal abgewaschen und durch aufgelegtes Filtrierpapier getrocknet.
Anw. Aeusserlich in nachstehenden Formen zur Zerteilung entzündlicher Anschwellungen aller Art, sowie als anti­septisches und parasitenwidriges Mittel; in der Menschen­medizin bei sekund. Syphilis.
Unguentum Hydrargyri cinereum. ü. Neapolitanum. U. mercuriale. Quecksilbersalbe. Merkurialsalbe.
Adeps suillus 13 T., Sebum ovile 7 T., werden zusammen­geschmolzen und von der erkalteten Mischung 3 T. mit Hydrargyrum 10 T., derart verrieben, dass das Metall in kleinen Portionen immer erst dann wieder zugesetzt wird, wenn sich keine Queck-silberkügelchen mehr erkennen lassen. Schliesslich wird der Rest der Fettmischung zugesetzt und das Ganze aufs genaueste verrieben. Es sei eine bläulichgraue Salbe, in welcher mit blossem Auge keine Quecksilberkügelchen zu erkennen sind.
Die feine Verteilung (sog. Tötung) des Quecksilbers wird beschleunigt, wenn man dasselbe statt mit 3 T. der Mischung mit Vaseline oder Lanolin verreibt. Das Reiben darf bis zur Vollendung der Salbe nicht unterbrochen werden, da sonst in den Pausen das Quecksilber wieder zum Teil zusammenläuft.
Emplastrum Hydrargyri. Emplastrum mercuriale, Me rkurialpfl aster.
Hydrargyrum 10 T., Terebinthina 5 T., Gera flava 5 T., Emplastrum Lithargyri 30 T.
Das Quecksilber wird mit dem Terpentin sorgfältig ver­riehen, unter Zusatz von etwas Terpentinöl, bis keine Queck­silberkügelchen mehr zu erkennen sind. Alsdann wird die halb­erkaltete Mischung von Wachs und Beipflaster, welche man bei gelinder Wärme zusammengeschmolzen hat, darunter gerührt und das Pflaster nach dem Erkalten ausgerollt.
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fjodum. Jodina. Jodinum. Jod. J.
Man erhält das Jod aus der Asche (Kelp, Varec) der Seetange; nachdem dieselbe mit Wasser behandelt worden, lässt man aus der Lösung den grössten Teil des Chlornatriums und Natriumkarbonats auskrystalli-sieren. Die Mutterlauge, welche Jodnatrium und Jod-magnesium enthält, wird mit Schwefelsäure unter Zu­satz von Mangansuperoxyd in Retorten erhitzt, wobei das Jod in Dämpfen sich verflüchtigt.
Jod krystallisiert in platten, schiefen, vierseitigen Tafeln von 4,94 spez. Gew. Man unterscheidet englisches Jod (Jodum anglicum), kleine, unregelmässige, krystallinische Massen, die häufig viel Wasser ent­halten, oder französisches (Jodum gallicum seu resub-limatum), grosse, trockene Tafeln, die keine unregel­mässige Gestalt haben. Es hat dunkelgraue Farbe, riecht eigentümlich reizend, siedet bei 180deg; C, indem es violett gefärbte Dämpfe bildet, löst sich in etwa 5000 Teilen Wasser. In Alkohol, Aether und Jod­kalium ist es sehr löslich mit dunkelbrauner Farbe, in Chloroform oder Benzol mit violetter Farbe. Orga­nische Körper werden davon vorübergehend braun gefärbt, Stärkekleister giebt damit eine schöne blaue Verbindimg, wodurch die kleinsten Mengen freien Jods angezeigt werden.
Prüf. Kommt verfälscht vor mit Schwefelantimon, Graphit und Kohle. Diese bleiben bei der Auflösung in Alkohol oder bei der Sublimation zurück. Mitunter ist es feucht und haftet dann leicht an den Wänden der Gefässe oder feuchtet Pliesspapier an, zwischen welchem man es presst. Anw. Als entzündungserregendes Mittel, Aetzmittel gegen Strahlkrebs als Tinktur, in Salbenform oder in Lösung am besten mit gleichen Teilen Kalium jodatum. Zu Inhalationen bei Pneumoinykosen, wozu man entweder die Jodtinktur oder die Lösung in Jodkalimn oder auch das Jod an und
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für sich anwendet, indem man es auf einem erwärmten Steine verdunsten lässt.
Tinktura Jodi, Jodtinktur. Mit 10 T. Spiritus ohne Erwärmen darzustellen.
*Lugolsche Lösung. Jod 1 T., Jodkalium 5 T., Wasser 100 T.
ff Phosphorus. Phosphor. P.
Wird durch Zersetzen weissgehrannter Knochen mit Schwefelsäure und Glühen des erhaltenen primären Calciumphosphats mit Kohle bereitet; die entweichenden Phosphordämpfe werden unter Wasser aufgefangen und der so erhaltene flüssige Phosphor in Stangen gegossen.
Phosphor ist hei gewöhnlicher Temperatur fest, zähe und biegsam wie Wachs, in der Kälte spröde und zerbrechlich, farblos durchsichtig, fettglänzend, am Lichte färbt er sich gelb. Bei-}-44deg; C. schmutzt er, bei-j-200deg; C. siedet er und destilliert in luftleeren Apparaten unverändert über. Er ist unlöslich in Wasser, aber löslich in Aether, Schwefelkohlenstoff, fetten uud flüch­tigen Oelen, nur wenig in Weingeist und Aether. In einer mit heissem Wasser oder Alkohol vollkommen gefüllten Flasche geschmolzen und bis zum Erkalten geschüttelt, verwandelt er sich in ein weisses Pulver. Schon bei gewöhnlicher Temperatur oxydiert er sich an der Luft und verbreitet einen im Dunkeln leuch­tenden, nach Ozon riechenden Dampf von phosphoriger Säure und ninunt bei längerer Aufbewahrung eine rote, zuweilen schwarze Farbe an. Mit einem rauhen Gegen­stande gerieben oder erhitzt, entzündet er sich und verbrennt mit leuchtender Flamme zu Phosphorpentoxyd.
Er werde in mit Wasser voll gefüllten, mit Glas­stöpseln versehenen Gefässen, welche wiederum von
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einer Büchse von Weissblech timschlossen sind, auf­bewahrt und wegen seiner leichten Entzündlichkeit und seiner giftigen Eigenschaften mit der grössten Vorsicht gehandhabt, namentlich stets unter Wasser zerkleinert. Anw. Innerlich gegen Kachitis und Knochenbrüchigkeit, am besten in Oel gelöst. Pferd, Bind 0,01—0,05; Schaf 0,002 bis 0,005; Hund 0,0005—0,002. Häufiger zum Vertilgen von Ungeziefer, Ratten und Mäusen, und zwar als
*Pasta phosphorata. Phosphorlatwerge. Man übergiesst Phosphor in einem Mörser oder in einer Kruke mit heissem Wasser, worunter derselbe schmilzt, und rührt die erforderliche Quantität Weizenmehl hinzu. Das Ver­hältnis ist 1 g Phosphor, 30 g heisses Wasser und ungefähr 30 g Weizenmehl. Zusatz von etwas Butter oder pulverisiertem Zucker zu empfehlen.
#9830;Oleum phosphoratum. Linimentum phosphoratum.
Phosphorliniment.
1 g Phosphor, 80 g Mohnöl. Man stellt das Glas mit dem
Jnhalte in heisses Wasser, bis der Phosphor schmilzt, und
schüttelt, nachdem zugekorkt ist, bis zum Erkalten. Nach einiger
Zeit wird das Oel von dem ungelösten Phosphor abgegossen.
Sulfur sublimatiun. Flores Sulfuris. Schwefelblüten. Schwefelblumen. S. Feines, hellgelbes, krystallinisches Pulver, durch Sublimation des rohen Schwefels erhalten. Besteht aus amorphem und krystallinischem Schwefel und ist daher nur teilweise in Schwefelkohlenstoff (der krystallinische) löslich. Verbrennt beim Erhitzen in offener Schale mit blauer Flamme und stechendem Gerüche. Löst sich in kochender Kali- oder Natronlauge, nicht in Ammo­niak, Weingeist oder Aether.
Prüf. Soll beim Verbrennen nicht mehr wie 1 % Rückstand (erdige Beimengungen) hinterlassen. Enthält stets an­haftende schweflige- oder Schwefelsäure, weshalb es be­feuchtetes blaues Lackmuspapier rötet, ferner meistens Arsen, auf welche nach der bei Sulfur depuratum ange-
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gebenen Weise geprüft wird. Diese Beimengungen sind für die Veterinärspraxis ohne Bedeutung. Anw. Bei Ernährungsstörungen, zur Anregung der Haut-thätigkeit (besond. bei chron. Exanthemen und Bheumen), lösendes Drüsenmittel, in grossen Gaben Laxans. Pferd, Kind 10—25,0; Schaf, Schwein 1—5,0; Hund 0,1—1,0. Aeusserlich gegen Hautparasiten in Salbenform 1:5—10.
*Fumigationes Sulfuris. Schwefel-Räucherungen. Ein Gemenge von zerkleinertem Stangenschwefel und Schwefel­fäden wird in Thonschalen angezündet. Die Schwefelräucherungen werden wegen ihrer unsicheren Wirkung nur noch selten an­gewendet.
*01eum Lini sulfuratnm. S. 51.
*Helmerich'sche Eäudesalbe. Sulfur 15 T., Kai. carbonic. 7 T., Adeps 60 T.
*ünguent. sulfuratum simplex. Sulfur 1 T. mische mit Adeps 2 T.
#9830;Unguent, sulfuratum compos. Sulfur 1 T., Zinc, sulfuric. 1 T., Adeps 8 T.
Sulfur depnratum.
Flores Sulfuris loti. Gereinigter Schwefel.
Gesiebter sublimierter Schwefel wird mit verdünntem Aetz-ammoniak angerührt und einen Tag bei Seite gestellt; hierauf wäscht man den Schwefel mit Wasser bis zur Entfernung des Ammoniaks aus und trocknet.
Prüf. Befeuchtetes Lackmuspapier werde nicht gerötet (schweflige- oder Schwefelsäure). Arsen wird beim Schütteln des Schwefels mit Ammoniak aufgelöst; versetzt man das Filtrat mit Salzsäure, so fällt etwa gelöstes Schwefelarsen gelb aus; entsteht nach Zusatz von Schwefelwasserstoff ein Niederschlag, so ist arsenige Säure zugegen. Spuren von Arsen geben nur gelbe Färbung. Anw. Wie Sulfur sublimatum.
Sulfur praecipitatnm. Lac Sulfuris. Schwefelmilch. Wird durch Zersetzung von Schwefelpolysulfidlösung mit
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Salzsäure erhalten. Feines, gelblichweisses, nicht krystalli-nisches Pulver, ohne Rückstand verbrennend.
Prüf. Wie bei Sulf. depur.
Anw. Zu Salben und in der Kosmetik.
2. Säuren.
Acetum. Acetum V
Wird aus zucket
Essig. Weinessig, oder -weingeisthaltigeu Flüssig-
keiten durch Gärung gewonnen (gelbbraune Ware, Malz-, Bier-, Weinessig), oder nach der Schnellessigfabrikations-methode, indem verdünnter Weingeist mit Essig ver­setzt in eigenen Fässern durch Fliessen über Buchen­holzspäne oxydiert wird. (Farblose Ware).
Fast farblose oder gelbliche Flüssigkeit, welche Essigsäure nebst extraktartigen Substanzen enthält. Muss einen rein sauren Geruch und Geschmack haben, und darf keinen schleimigen oder flockigen Bodensatz bilden. 50 Teile Essig müssen 2,7 Teil wasserfreien, Natriumkarbonats neutralisieren, d. h. er enthalte 6 0/0 Essigsäure, C2 H4 02.
Prüf. Er darf durch Schwefehvasserstofi nicht verändert werden, in welchem Falle er schädliche Metalle enthalten würde. Schwefelsäure wird erkannt durch Zusatz von Chlorbaryum; es entsteht dadurch ein Niederschlag, der in Salpetersäure unlöslich ist. Salzsäure durch salpetersaures Silberoxyd; es entsteht ein käsiger Niederschlag, gleichfalls in Salpetersäure unlöslich. Dabei ist jedoch zu berück­sichtigen, dass fast jeder Essig geringe Mengen schwefel­saure Salze und Chlorverbindungen enthält, welche aus dem zu seiner Bereitung verwandten Brunnenwasser herrühren. Einen Gehalt an freier Schwefelsäure erkennt man, wenn man etwa 0,5 g Zucker in 30 g Essig löst, und die Lösung im Wasserbade eindampft. Ein Schwarzwerden der Masse zeigt freie Schwelelsäure an; Salpetersäure (von schlechtem Brunnenwasser herrührend), entdeckt man, wenn der Essig durch etwas Indigolösung schwach blau gefärbt und erhitzt wird. Bei Gegenwart von Salpetersäure wird derselbe ent-
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färbt. Scharfe Pflanzenstoffe verraten sieh durch den scharfen Geschmack des Essigs, wenn derselbe mit kohlen­saurem Kalium neutralisiert ist. Anw. Innerlich als Antisepticum gegen Aufblähen, bei Ver­giftungen durch Alkalien oder Narcotica, äusserlich zu Bädern oder Waschungen als Hautreizmittel und Diaphoreticum. Zu Lehmumschlägen. Pferd 10ܗ200,0; Rind 200—300,0; Schaf, Schwein 25—50,0; Hund 5—20,0,
Acetum pyrolignosum crudnin. Acidum pyrolignosum. Acetum Lignorum. Holzessig.
Wird bei der trocknen Destillation verschiedener Holzarten, besonders des Buchenholzes, gewonnen. Nach Absonderung des zugleich gebildeten Theers stellt er eine dunkelbraune, sauer und zugleich brenzlich riechende und schmeckende Flüssigkeit dar, bestellend aus 6—70/0 Essigsäure, Kreosot, Aceton, Benzol und dessen Homologen, Holzgeist, Karbol­säure, Eurfurol.
Prüf. 50 T. sollen 2,7 T. wasserfreies kohlensaures Natron neutralisieren (6 0/0 Essigsäure). Er werde durch Baryum-nitrat nur schwach getrübt, durch Schwefelwasserstoff nicht verändert. Anw. Selten. Innerlich bei Tympanitis und Infektionskrank­heiten, Pferd, Rind 50—100,0; Hund 0,5—1,0. Aeusserlich als fäulniswidriges und antiseptisches Mittel; gegen Milben­räude und pflanzlichparasitäre Hautkrankheiten.
Acetum pyrolignosum rect iflcatum. GereinigterHolzessig.
Wird durch Rektifikation des rohen Holzessigs aus gläsernen Retorten gewonnen. Eine farblose oder gelbliche Flüssigkeit von brenzlich saurem Gerüche und Geschmacke, welche 4,5 0/0 Essigsäure enthalte.
Acidum aceticum dilutniu. Acetum concentratum. Konzentrierter Essig.
Natriumacetat wird mit Schwefelsäure und etwas Wasser destilliert. Wenn das Destillat schweflige Säure und brenzliche Stoffe enthält, so wird es über etwas Braunstein oder chrom­saurem Kalium rektifiziert und mit Wasser verdünnt, bis zum spez. Gew. = 1,041. Enthält 30% Essigsäure.
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Klare, farblose, angenehm riechende Flüssigkeit. 100 T. sollen 26,5 T. wasserfreies kohlensaures Natrium sättigen.
Prüf. Darf weder brenzlich riechen, noch durch Chlorharyum, Silbernitrat, Schwefelwasserstoff, Schwefelammonium ver­ändert werden.
Anw. Zu Acetum Scillae u. A. Digitalis.
Acetum aromaticum. Vierräuberessig. 01. Lavandulae, 01. Menth. piper., 01. Kosmarini, 01. Juni-peri, 01. Cinnamomi, je 1 T., 01. Citri, 01. Caryophyll., je 2 T löse in Spiritus 300 T., und setze hinzu Acid, acetic, dilutum 450 T., Aqua destillata 1200 T. Die trübe Mischung werde einige Tage bei Seite gestellt und dann filtriert.
Aciduni aceticuiu. Acetum glaciale. Eisessig.
Essigsäure. G2 H4 02. Wird wie Acetum concentratum, jedoch aus entwässertem
Natriumacetat und ohne Wasserzusatz bereitet.
Farblose Flüssigkeit, stechend sauer riechend, 1,064 spez.
Gew., krystallisiert bei 40C., wird bei 16deg; wieder flüssig,
siedet bei 118deg;. Prüf. 10 T. sollen 1 T. Citronenöl klar lösen, sonst ist sie zu wasserhaltig. Mit Wasser verdünnt werde die nach Zumischung einiger Tropfen gelösten Übermangansauren Kaliums entstandene rote Farbe nicht verändert. (Schwefel­dioxid.) Die mit 20 T. Wasser verdünnte Essigsäure darf weder durch Chlorbaryum, noch durch salpetersaures Silber, noch durch Schwefelwasserstoff getrübt werden. Enthält etwa 96 0/0 Essigsäure. Anw. Als Eiech- und Aetzmittel.
Acidum benzoicum.
Flores Benzoes. Benzoesäure. C6HäCOOH.
In der Medizin soll nur durch Sublimation aus Siambenzoe (S. 135) erhaltene Säure Verwendung finden.
Blättclien- oder nadelförmige Krystalle von gelb­licher Farbe, seidenartigem Glänze, benzoeähnlichem, zugleich brenzlichem Gerüche; in 372 Teilen Wasser, leicht in Alkohol, Aether oder Chloroform löslich. Die
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wässrige Lösung giebt mit Eisenchlorid nach erfolgtem Neutralisieren einen isabellagelben Niederschlag (Ferri-benzoat).
Prüf. Die auf nassem Wege aus dem Harz gewonnene sog. kristallisierte Benzoesäure riecht angenehm, nicht brenzlich, aus Hippursäure gewonnene riecht urinös, aus Toluol ge­wonnene ist geruchlos. Diese 3 Säuren sind ferner weiss, werden nicht wie die sublimierte durch Ammoniak gelb gefärbt. 0,1 Benzoesäure gelöst in 5 Ccm. heissen Wassers, muss nach dem Erkalten mit 16 Tropfen Kaliumpermanganat-lösung (1 : 200) versetzt, nach 8 Stunden fast farblos er­scheinen. Bittermandelölgeruch beim Erwärmen mit Kalium-permanganat zeigt Zimmtsäure an; ein solches Präparat stammt von der Zimmtsäure haltender Sumatra - Benzoe. Vor Licht geschützt aufzubewahren.
Anw. Innerlich als Fiebermittel bei akutem Gelenkrheumatis­mus und Diphterie, als Expektorans, namentlich als Natrium-salz; äusserlich als Desinfiziens in Lösung, als Salbe und als Benzoesäurewatte.
Aciduin boricum.
Sal sedativum Hombergii.
Borsäure.
Aciduin boracicum. H3B03. Findet sich in den in den Maremmen Toskanas ausströmenden Wasserdämpfen und wird dort gewonnen. Gewöhnlich wird sie erhalten durch Versetzen einer gesättigten Boraxlösung mit überschüssiger Salzsäure. Die nach mehreren Tagen abgeschiedenen Krystalle wäscht man etwas ab und trocknet sie bei gewöhn­licher Temperatur.
Farblose, glänzende, sich fettig anfühlende Krystalle, in 25 Teilen kaltem und in 3 Teilen siedendem Wasser, in 15 Teilen Spiritus sowie auch in Glycerin löslich. Die Lösung färbt auch bei Anwesenheit von Salzsäure Kurkumapapier braun, die weingeistige Lösung brennt mit grüngesäumter Flamme.
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Prüf. Schwefelwasserstoff, Baryumnitrat und Silbernitrat, Ferrocyankalium und überschüssiges Ammoniak sollen keine Veränderung hervorbringen. (Abwesenheit von Schwer­metallen, Schwefelsäure, Salzsäure, Eisen und Kupfer.)
Anw. Namentlich äusserlich als Antisepticum in Pulverform oder 3—4 0/oigen Lösungen; innerlich als mildes Antisepticum. Pferd 10—20,0; Rind 15—30,0; Schaf, Ziege, Schwein 5—10,0; Hund 1—5,0.
Unguentum Acidi borici. Borsalbe. Acid, boricum 1 T., Ungt. Paraffini 9 T.
fAcidum chromicum. Chromsäureanhydrid. Cr03.
Erhalten durch Zersetzen einer konzentrierten Lösung von chromsaurem Kalium mit konzentrierter Schwefel­säure. Die in Lösung befindliche Chromsäure wird von dem ausgeschiedenen schwefelsauren Kalium ab­gegossen und durch abermaligen Zusatz einer grösseren Menge konzentrierter Schwefelsäure das Wasser ent­zogen, worauf die Chromsäure niederfällt.
Sie bildet lebhaft rote Prismen, zerfliesst an der Luft, schmeckt sauer und herbe, färbt die Hatit gelb und oxydiert organische Stoffe manchmal mit Heftig­keit. Sie löst sich in jedem Verhältnis im Wasser. Entwickelt mit Salzsäure Chlor. Prüf. Die wässrige Lösung, mit Salzsäure versetzt, werde
durch Baryumnitrat nicht verändert. Anw. Aeusserlich als Aetzmittel, 1:1—5; als Adstringens,
1:15—30 T. Wasser.
*Acitlum cresotinicum. Kresotinsäure. Methyl-salicylsäure. C6 Hg (OH) . GE3 . COOH.
Wird durch Einwirkung von Natrium und Kohlen­dioxyd auf Kresol (C6 H4 (OH) . CH3) erhalten.
Färb- und geruchlose, feine Krystallnadeln, schwach süsslich schmeckend, leicht löslich in heissem Wasser,
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in Aether und Weingeist, kaum löslich in kaltem Wasser. Ferrichlorid färbt die Lösungen violett.
Anw. Aeusserlich als ungiftiges Ersatzmittel des Jodoforms; innerlich als Antipyretioum, gährungs- und fäulniswidriges Mittel am besten in der Form des in Wasser leicht löslichen Natriumsalzes. Pferd 15—20,0; Hunde 0,25—1,0.
Aciduiu citricum. Citronensäure. C6H807.
Wird dargestellt durch Neutralisieren von Citronensaft (7—8 0/0 freie Säure enthaltend) mit Kalk und Zerlegen des beim Erhitzen sich ausscheidenden Kalciumcitrats mit verdünnter Schwefelsäure.
Grosse, farblose, luftbeständige Krystalle, löslich in 0,5 T. Wasser, 1 T. Weingeist und etwa 50 T. Aether. Die wässrige Lösung bleibt mit Kalkwasser klar, beim Erhitzen aber fällt weisses Kalciumcitrat heraus, beim Erkalten wieder löslich. Prüf. Werde durch Baryumnitrat und Ammoniumoxalat nur schwach getrübt (Schwefelsäure und Kalk), mit Schwefel­wasserstoffwasser Übergossen, werde sie nicht gefärbt (Metalle), mit Kaliumacetat entstehe kein Niederschlag. (Weinsäure).
Acidum formicicnm. Ameisensäure. CH2 02.
Wird erhalten durch Erhitzen von Oxalsäure mit Glycerin auf 100—-HO0 oder durch Destillation von Stärkemehl mit Braunstein und verdünnter Schwefelsäuse.
Klare, farblose, flüchtige Flüssigkeit, welche einen stechen­den, nicht brenzlichen Geruch und stark sauren Geschmack besitzt; in 100 T. 24—25 T. Ameisensäure enthaltend. Spez. Gewicht 1,060—1,063. Mit Bleiessig vermischt, giebt Ameisensäure einen weissen, krystallinischen Niederschlag. Die durch Sättigung der mit 5 T. Wasser verdünnten Säure mit gelbem Quecksilber­oxyd sich bildende klare Flüssigkeit lässt beim Erhitzen unter Gasentwicklung einen weissen, schnell grau werdenden und schliesslich sich zu glänzenden Metallkügelchen vereinigenden Niederschlag fallen Die Ameisensäure wird durch das Queck­silberoxyd zu Kohlensäure und Wasser oxydiert,, wobei sich metallisches Quecksilber abscheidet. Prüf. Mit Kalilauge neutralisierte Ameisensäure zeige keinen
stechenden und brenzlichen Geruch.
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Mit 5 T. Wasser verdünnte Säure werde weder durch Silbernitratlösung, noch, nach der Neutralisation mit Am-moniakflüssigkeit, durch Calciumchloridlösung, noch durch Schwefelwasserstoffwasser verändert.
1 ccm Ameisensäure, mit 6 ccm Wasser verdünnt und mit 1,5 g gelbem Quecksilberoxyd unter wiederholtem Um­schütteln so lange im Wasserbade erhitzt, bis keine Gas­entwickelung mehr stattfindet, gebe ein neutrales Filtrat. (Saure Reaktion deutet auf fremde Säuren, z. B. Essigsäure, Schwefelsäure, deren Quecksilbersalze sauer reagieren und beim Erhitzen beständig sind). Anw. Zur Herstellung von Spir. Formicarum, welcher zu reizenden Einreibungen dient.
Spiritus Formicarum. Ameisenspiritus. Acid, formicicum 2 T., Spiritus 35 T., Wasser 13 T.
*tAciduiii hydrochloricum crudum.
A. hydrochloratum crudum. #9632; A. muriaticum crudum. Spiritus Salis ftimans crudus. Eolie Salzsäure. Koher Salzgeist. Wird in chemischen Fabriken durch Zersetzen von Kochsalz mit Schwefelsäure und Einleiten des entwickel­ten Gases in Wasser dargestellt, namentlich bei der Bereitung der Soda als Nebenprodukt.
Eine rauchende, stechend riechende, sehr saure und ätzende Flüssigkeit, von spez. Gewicht 1,16, gewöhnlich gelb gefärbt, von organischen Substanzen oder von Eisen und Chlor. Sie enthält 30—33 Prozent HC1.
Prüf. In den meisten Fällen ist sie zum tierärztlichen Ge­brauche rein genug. Eine arsenikhaltige Salzsäure ist unter allen Umständen zu verwerfen. Ungefähr 2 Cc. Säure werden mit 6 Cc. Zinnchlorürlösung versetzt eine Stunde bei Seite gestellt. Ist Arsen vorhanden, so wird die Säure durch ausgeschiedenes Arsen braun getrübt erscheinen. Anw. Pepticum und Antisepticum. Pferd 10—15,0; Kind 15—30,0; Kalb, Schaf, Schwein 2—5,0; Hund 0,5—5,0. Wegen der ätzenden Eigenschaft nur verdünnt 1—2 T. mit 100 T. Wasser.
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#9632;jAcldum hydrochloricnm pin-inn. Reine Salzsäure. Durch Rektifikation der rohen, arsenfreien Säure dargestellt. Die erhaltene Säure wird mit destilliertem Wasser verdünnt, bis sie ein spezifisches Gewicht von 1,124 besitzt, und in Gläsern mit eingeriebenen Stöpseln aufbewahrt. Enthält 26 0/o H Cl und bildet eine farblose, an der Luft rauchende Flüssigkeit. Prüf. Enthält sie Eisen, so entsteht nach der Neutralisation mit Ammoniak ein brauner Niederschlag, der durch Schwefel­wasserstoffgas schwarz wird. Enthält sie Chlor, so wird jodkaliumhaltiger Stärkekleister durch dieselbe blau gefärbt. Schwefelsäure wird durch Chlorbaryum nachgewiesen, die schweflige Säure durch Entwickelung von Schwefelwasser-stoftigas, wenn ein Zinkstab hineingestellt wird, Arsenik und Blei durch Schwefelwasserstoff, wovon ersteres gelb, letzteres schwarz gelallt wird. Einen Bleigehalt erkennt man auch durch Schwefelsäure, welche einen weissen Nieder­schlag erzeugt. Prüfung auf Arsen siehe auch „Rohe Salzsäurequot;. Anw. Wie rohe Salzsäure.
Acidum hydrochloricum dilutum, verdünnte Salzsäure. Mischung aus gleichen Gewichtsteilen Salzsäure und Wasser.
ffAciduin hydrocyanicum.
Acidum hydrocyanatum, Acidum borussicum, Acidum zooticum, Blausäure. CNH-|-Aq. Kalium ferro-cyanatum, 45 g, werden zerrieben in einer kleinen Tubulatretorte, mit 60 g Wasser über­gössen. Der Retorte giebt man eine solche Lage, dass ihr Hals schräg nach aufwärts gebogen ist, und ver­bindet die Retorte mit einem Liebig'schen Kühlapparate. Man leite das Kühlrohr in eine kleine Flasche, die Spiritus, 40 (7, enthält, so hinein, dass die Spitze des­selben die Oberfläche des Spiritus fast berührt. Nun giesse man durch den Tubus der Retorte eine Mischung von Acidum sulfuricum concentratum, Aqua destillata, je 25.9 und erhitze dann die Retorte allmählich bis zum Kochen
Arzneimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 11
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des Inhalts. Es muss eine vollständige Abkühlung der übergehenden Dämpfe stattfinden, so dass das Destillat kalt in die Vorlage gelangt. Man beendigt die Destillation, wenn in das Aufnahmegefäss 50 g übergegangen sind, so dass das Gewicht des Gesamtdestillates 90 g beträgt. Diese Blausäure enthält gegen 6 Prozent wasser­freie Säure. Zur Vermeidung des bei der Destillation stattfindenden Stossens des Eetorteninhaltes giebt man etwas Bleischrot mit hinein. Sehr vorsichtig, in kleinen, gut verschlossenen, vor Licht geschützten Gläsern auf­zubewahren. Ein Zusatz von 15 bis 20 Tropfen verd. Schwefelsäure erhöht die Haltbarkeit der Lösung. Braucht man nur selten Blausäure zum Ver­giften, so stellt man sie folgendermassen her: 2 T. Weinsäure löst man in 18 T. verd. Weingeist und setzt 1 T. Cyankalium zu. Nach kräftigem Schütteln und einstündigem Stehen giesst man die Flüssigkeit ab.
Prüf. Hundert T. der Blausäure mit Wasser verdünnt und dann mit einigen Tropfen Salpetersäure sauer gemacht, sollen mit überschüssiger Silbernitratlösung versetzt 30 T. bei 100deg; C. getrocknetes Cyansilber geben, entsprechend 6 T. wasserfreier Blausäure.
Anw. Zum Töten von Tieren; für einen Hund gebraucht man 2 — 3 g. Innerlich mit Morphium als Hustenmittel, ferner als Antipyreticum; hierzu ist die Blausäure mit soviel Wasser zu verdünnen, dass sie 2 0/0 wasser­freie Säure enthält, event, sind bei der Darstellung dementsprechend die Verhältnisse zu ändern. Dosis der 2 o/0 Blausäure für Pferde 0,5; für Hunde 1—2 Tropfen. Wegen der leichten Zersetzbarkeit der Blausäure wird meistens nachstehendes Präparat verwendet.
•fAqua Amygdalarum amararum. Bittermandelwasser. Bittere Mandeln werden durch Pressen vom fetten Oele befreit. Der Presskuchen mit Wasser und Weingeist in eine Destillierblase geschüttet und nach 12 Stunden abdestilliert und nach Peststellung des Blausäuregehaltes das Destillat mit
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Weingeist enthaltendem quot;Wasser so verdünnt, das 1000 T. 1 T. wasserfreie Blausäure enthalten. Es ist eine klare oder nur wenig trübe Flüssigkeit, von dem Gerüche nach bitteren Mandeln. Der Geruch muss auch nach dem Binden der Blau­säure durch Silbernitrat bleiben (Bittermandelöl). Es werde vor Licht geschützt. Böte blaues Lackmuspapier nicht.
Anw. Wie verdünnte Blausäure. Pferd, Bind 30—50,0; Schaf 8—10,0; Hund 0,5—3,0.
t*Aqua Laurocerasi. Kirschlorbeerwasser. In gleicher Weise aus den Blättern des Prunus Laurocerasus herzustellen; ist dem Bittermandelwasser ähnlich und von gleicher Stärke. Man dispensiere statt desselben Aqua Amygdal. amarar.
Acidum lacticnm. Aethylidenmilchsäure. Gährungs-milchsäure. Milchsäure. C3H603. Wird erhalten durch Gährung des Milchzuckers mit faulem Käse bei 30—400; das durch Neutralisieren mit Zinkoxyd erhaltene Zinklaktat wird durch Schwefelwasserstott zersetzt und die vom Zinksulfid abfiltriertc Flüssigkeit zum spez. Gewicht 1,22 abgedampft.
Klare, farblose oder schwach gelbliche, geruchlose, syrup-dicke, rein sauer schmeckende Flüssigkeit von 1,21—1,22 spez. Gewicht, in jedem Verhältnisse mit Wasser, Weingeist und Aether mischbar, beim Erwärmen mit Kaliumpermanganatlösung Aldehydgeruch gebend (Identitatsreaktion) bei starker Hitze ver­kohlend und mit leuchtender Flamme ohne Rückstand ver­brennend. Enthält ca. 15 0/0 Wasser. Prüf. Milchsäure entwickele bei gelindem Erwärmen keinen Geruch nach Fettsäuren (Buttersäure); sie färbe in einem zuvor mit Schwefelsäure ausgespülten Glase über 1 Baum­teil Schwefelsäure geschichtet, die letztere nicht (Zucker). In 10 Teilen Wasser gelöst, darf sie weder durch Schwefel­wasserstoffwasser, noch durch Baryumnitrat-, Silbernitrat­oder Ammoniumoxalatlösung, oder überschüssiges Kalkwasser — durch letzteres auch nicht beim Erhitzen — verändert werden. 2 ccm Aether dürfen, wenn ihnen 1 ccm Milchsäure tropfenweise zugemischt wird, weder vorübergehend noch dauernd eine Trübung erleiden (Zucker, Mannit). Anw. In der Menschenmedizin bei Verdauungsstörungen, tuberkulösen Darmgeschwüren sowie als Hypnoticum.
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Aeusserlich als leichtes Aetzmittel bei Erkrankungen des Kehlkopfes. In der Tiermedizin kaum.
fAcidum nitricum purum. Spiritus Nitri acidus purus. Keine Salpetersäure, Sclieidewasser. Chemisch reiner Salpeter wird mit dem gleichen Gewichte englischer Schwefelsäure destilliert. Das Destillat mit destilliertem Wasser bis zum spez. Gewicht von 1,153 verdünnt; der Gehalt beträgt 260/0 HN03. Prüf. Farblose, ätzende, saure, eigentümlich riechende Flüssig­keit, welche Indigolösung entfärbt, mit Kupierspänen rote Dämpfe entwickelt, sich ohne Eückstand verflüchtigen muss und nach dem Verdünnen mit destilliertem Wasser weder durch Chlorbaryum noch durch Silbernitrat verändert werden darf. Einige Tropfen Chloroform der mit gleichen Teilen Wasser verdünnten Säure zugegeben dürfen sich nicht so­fort, auch nicht nach dem Erwärmen mit etwas Zink violett färben (Jod resp. Jodsäure). Anw. Aeusserlich als Aetzmittel, da sie die Eigenschaft hat, organische Substanzen zu zerstören. Man bedient sich dazu meist der roten Salpetersäure.
*Fumigatlo nitrica Smithiana. Salpetersäure-Käucherung.
Kalium nitricum pulveratum 8 T., Acidum sulfuricum 3 T., verdünnt mit Aqua fontana 1 T. Der Salpeter wird in einem irdenen Gefässe nach und nach unter beständigem Umrühren mit einem Glasstabe mit der verdünnten Säure gemischt.
fAcidum nitricum fimiaiis. Rote rauchende Salpetersäure. Entsteht, wenn bei der Darstellung halb so viel Schwefelsäure angewandt wird, wie bei der vorigen. Eine braunrote Flüssigkeit, bestehend aus Salpeter­säure und Stickstoffdioxyd, welches als roter Dampf ausgestossen wird. Spec. Gew. = 1,45 — 1,50, wobei sie 75 —800/0 Salpetersäure enthält.
Anw. Aetzmittel gegen Warzen, kleinere Neubildungen, Strahlkrebs.
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Acidnm pliosphoriciim. Pliospliorsäure.
Wird erhalten, indem man Phosphor vorsichtig und nach und nach in erwärmte reine Salpetersäure einträgt, bis sich nichts, mehr davon auflöst. Die erhaltene Flüssigkeit wird stark eingedampft, um die überschüssige Salpetersäure zu entfernen, mit Wasser verdünnt und mit Schwefelwasserstoff gesättigt, wodurch das Arsen abgeschieden wird. Die vom Arsen abfil­trierte und vom Schwefelwasserstoff befreite Phosphor­säure wird mit Wasser zum spez. Gewr. von 1,12 verdünnt. Enthält 250/0 Phosphorsaure, HgPC^.
Farblose, klare, geruchlose, sauer schmeckende Flüssigkeit, nach dem Neutralisieren mit Silbemitrat einen gelben, in Ammoniak und Salpetersäure löslichen Niederschlag gebend.
Prüf. Sie kann Salzsäure und Schwefelsäure enthalten, darf deswegen weder mit salpetersaurem Silberoxyd, noch mit Chlorbaryuni in Salpetersäure unlösliche Niederschläge geben. Mit Silberlösung erwärmt darf sie sich nicht schwärzen, sonst enthält sie phosphorige Säure. Eine Probe mit einigen Tropfen Jndigolösung gefärbt darf sich beim Erwärmen nicht entfärben (Salpetersäure). Durch Schwefelwasserstoff und Schwefelammonium soll sie nicht verändert werden (Metalle). Mit dem 4fachen Weingeist gemischt, bleibe sie klar (Phosphate).
Anw. Stomachicum und kühlendes Antipyreticum, wie Salz­säure mit Wasser verdünnt, oder in Pillenform nach dem Abdampfen auf den fünften Teil. (Äcid. phosphoric, glaciale.)
-f-Acidum sull'iiricuiii crudum. Oleum Vitrioli. Englische Schwefelsäure. Vitriolöl.
Durch Verbrennen des Schwefels und Oxydation des Schwefel­dioxyds durch Salpetersäure in Bleikammern gewonnen.
Farblose, klare Flüssigkeit, von ölartiger Konsistenz, stark saurem und ätzendem Geschmack, spez. Gewicht 1,83, siedet bei 326deg; C. erstarrt bei —34deg; C, enthält gegen 920/0 Schwefel­säure, H2S04. Zieht mit Begierde Feuchtigkeit aus der Luft
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an, und erhitzt sich mit Wasser gemischt sehr bedeutend. Organische Substanzen werden von ihr geschwärzt, mit Baryum-chlorid giebt sie einen weissen, in Säuren unlöslichen Nieder­schlag. (Baryumsulfat.) Sie enthält stets mehr oder weniger Bleisulfat, Salpetersäure und organische Substanzen (daher die oft bräunliche Färbung.)
Prüf. Auf Arsen, wie bei Salzsäure.
Anw. Aeusserlich wie reine Schwefelsäure.
f Acidiun sulfuriciim purum. Eeine Schwefelsäure.
Durch Destillation der asenikfreien englischen Schwefelsäure, wobei das erst übergehende Zwölftel, weil wasser- und salpetersäurehaltig, entfernt wird.
Eine farblose, ölartige Flüssigkeit von 1,836 bis 1,84 spez. Gew., beim Erhitzen vollständig flüchtig, von den Eigenschaften der rohen Schwefelsäure. Ent­hält 94-980/0 Schwefelsäure, H2S04.
Prüf. Kann mit Blei und Arsen verunreinigt sein; alsdann giebt sie mit Schwefelwasserstoff nach der Verdünnung mit Wasser im ersten Falle einen schwarzen, im letzteren einen gelben Niederschlag; der gelbe Niederschlag ist löslich in Ammoniak. Enthält sie Oxydationsstufen des Stickstoffs, so entfärbt sie verd. Indigolösung. Wenn sie Selen enthält, so entsteht rote Ausscheidung oder Zwischenzone beim Ueberschichten von 2 Cc. Schwefelsäure mit 2 Cc. Salzsäure, worin einige Körnchen Natriumsulflt gelöst sind. Salzsäure erkennt man durch Silbernitrat. Enthält sie schweflige Säure, so wird Chamäleonlösung durch sie entfärbt. Prüfung auf Arsen nach dem Verdünnen mit 2 T. Wasser wie bei Salzsäure mit Zinnclilorür.
Anw. In konzentrierter Form zum Aetzen bei Neubildungen, Brüchen, Stollbeulen. Innerlich nur sehr verdünntes Fieber­mittel und Gegengift bei Karbolsäurevergiftung.
Acidum sulfuricum dilutum. Verdünnte Schwefelsäure. Ist ein Gemisch von 1 T. Schwefelsäure mit 5 T. destilliertem Wasser. Man giebt zuerst das abgewogene Wasser in eine Schale und darauf allmählich unter fortwährendem Kühren die Säure. Bei Acidum sulfuricum crudum setzt sich hierbei
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öfters ein weisser Bodensatz von Bleisulfat ab, wovon man die klare Flüssigkeit abgiesst.
Mixtura sulfurica acida. Elixir aoidum Halleri. Hallersches Sauer. 1 T. Schwefelsäure, tropfe in 3 T. Weingeist. Das Mischen muss mit noch grösserer Vorsicht geschehen, wie beim Mischen mit Wasser, damit die Temperatur 50deg; nicht übersteigt.
*Aqua vulneraria Thedeni. Mixtura vulneraria acida. 6 T. Essig, 3 T. verdünnter Weingeist, 1 T. verdünnte Schwefelsäure, 2 T. gereinigter Honig.
Acidum salicylicum. Salicylsäure. C6H5.OH.COOH.
Im Grossen durch Einwirkung von Kohlensäure auf Phenol (Karbolsäure) und Natriumhydrat. Das hierbei entstehende Natriumsalicylat wird mit Salz­säure zersetzt und die sich ausscheidende Salicylsäure nochmals umkrystallisiert.
Leichte, weisse, nadelige Krystalle oder ein lockeres krystallinisches Pulver, von süsslich-saurem, scharfem Geschmacke, löslich in 538 T. kaltem Wasser, ziemlich leicht in siedendem Wasser, ferner in Kollodium, Glycerin und Chloroform, sehr leicht in Weingeist und in Aether. Boraxzusatz macht die Salicylsäure in Wasser löslicher. Die wässerige Lösung wird auf Zusatz von Eisenchlorid dauernd blauviolett, in starker Verdünnung violettrot gefärbt. Prüf. Sie sei bei vorsichtigem Erhitzen ohne Zersetzung vollständig flüchtig. Die Lösung im sechsfachen kalter Schwefelsäure sei farblos, sonst sind fremde organische Stoffe zugegen. Schüttelt man die mit Soda erhaltene Lösung mit Aether, so darf beim Verdunsten des letzteren nur ein unbedeutender, nicht nach Karbolsäure riechender Eückstand bleiben. Bei freiwilligem Verdunsten der wein­geistigen Lösung hinterbleiben vollkommen weisse Krystalle, sind dieselben bräunlich, so ist Karbolsäure, sind sie rosa oder violett, so ist Eisen zugegen. Die weingeistige Lösung
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werde nach Zusatz von Salpetersäure durch Silbernitrat nicht verändert (Salzsäure). Anw. Als Antisepticum und Desinfectionsmittel äusserlich in Lösung oder als Salbe, innerlich in Pillenform oder als Schüttelmixtur. Gegen Kheumatismus etc. Siehe Natr. salicylicum.
Pulvis salicylicus cum Talco. Salicylsäurestreupulver. Acid, salicylicum 3 T., Amylum Tritici 10 T., Talcum 87 T., zu einem feinen Pulver gemischt.
Acidum tannicnm. Acidum gallotannicum.
Tanninum. Gallusgerbsäure. Gerbstoff.
Gerbsäure. C14H1009.
Gei3iilverte Gallapfel werden mit ätherhaltigem Weingeist in einem Verdrängungsapparate ausgezogen. Der Auszug wird in einer Porzellanseliale in gelinder Wärme so weit ausgetrocknet, dass der feste Eück-stand gepulvert werden kann.
Scbwacli gelb gefärbtes, amorphes Pulver von stark zusammenziebendem Geschmack, in Wasser, Weingeist, weingeisthaltigem Aether und Glycerin, nicht in Aether und fetten Oelen löslich. Die wässerige Lösung ist fast klar, wird durch aufgelösten Leim gefällt, und giebt mit Eisenoxydsalzen einen schwarzblauen Nieder­schlag. Beim Verbrennen hinterbleibe keine Asche. Prüf. Die wässrige Lösung (1: 6) bleibe auf Zusatz von 1 T. Weingeist klar und werde auch nach Zusatz von 1 T. Aether nicht getrübt (Andere Bestandteile der Galläpfel). Anw. Als Gegengift bei Alkaloidvergiftungen, als Ad­stringens und Antisepticum bei Durchfällen, Blutungen, Nephritis; in Pillen oder Latwergenform, äusserlich als Streupulver. Pferd 5—10,0; Kind 5—25,0; Schaf 2—5.0; Kalb, Schwein 1—2,0; Hund 0,1—0,5.
Acidum tartaricnm. Sal essentiale Tartari, Weinsteinsäure. C4H606. Man führt Weinstein (saures, weinsteinsaures Kalium)
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zuerst mittelst Kreide und Chlorcalcium in weinstein-sauren Kalk über. Der weinsteinsaure Kalk wird mit Schwefelsäure zersetzt, wobei die Weinsteinsäure in Lösung geht und durch Krystallisation abge­schieden wird.
Farblose, trockne, schief rhombische Säulen oder Pyramiden, die häufig zu Krusten vereinigt sind, löslich in 0,8 T. Wasser und 2,5 T. Weingeist. Die wässrige Lösung giebt mit Kaliumacetat einen Niederschlag (Weinstein). Beim Erhitzen verbreitet die Weinsäure den Geruch nach verbranntem Zucker.
Prüf. Die wässrige Lösung werde durch Gipswasser (Oxal­säure), Clilorbaryum (Schwefelsäure), Ammoniumoxalat (Kalk), Schwefelwasserstott (Metalle, namentlich Blei) nicht ver­ändert. Hinterlasse verbrannt keinen Rückstand.
Anw. In der Tierheilkunde selten, sonst als kühlendes Mittel für sich oder mit doppelt kohlensaurem Natrium als soge­nanntes Brausepulver, (siehe Natrum bicarbonicum).
fAcidum trichloraceticum. Trichloressigsäure. C2HCl302.
Wird erhalten durch Oxydation von Chloral (C2HC130) mit rauchender Salpetersäure und Auffangen des bei der nachfolgen­den Destillation bei über 190deg; Uebergehenden.
Farblose, leicht zerfiiessliche, rhomboedrische Krystalle von schwach stechendem Gerüche und stark saurer Reaktion, in Wasser, Weingeist und Aether löslich, bei etwa 55deg; schmelzend, bei etwa 195deg; siedend und ohne Bückstand sich verflüchtigend. Die Krystalle entwickeln, mit überschüssigem Natriumcarbonat erwärmt, Chloroform.
10 can der wässerigen Lösung (l = 10), mit 2 Tropfen sehr verdünnter Silbernitratlösung versetzt, dürfen nur schwach opalisierend getrübt werden. Anw. Aeusserlich als Aetzmittel.
* Vddiun ichtyolicnm. Acidum sulfoichtyolicum. Ichtyolsäure. Ichtyolsulfonsäure. CjuHgeSgOeH,,.
Aus einem in Tirol vorkommenden, bituminösen Mineral, welches die animalischen Ueberreste von vorweltlichen Seetieren
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und Fischen enthält (daher der Name des Präparats), wird durch trockne Destillation zunächst ein theerartiges Produkt von höchst unangenehmen Gerüche gewonnen. Aus diesem Destillate scheidet sich beim Stehen eine dunkle, ölartige Flüssigkeit ab, das sog. Ichtyol, welches gereinigt und dann mit konz. H2S04 behandelt wird, wobei unter Entwicklung von Schwefel­dioxyd ein Präparat entsteht, welches von Schwefelsäure und Schwefeldioxyd befreit, die Ichtyolsäure des Handels bildet.
Diese Säure, deren Konstitution noch nicht erforscht ist, enthält gegen 16 0/0 Schwefel, welcher zum Teil als Sulfogruppe vorhanden ist und bildet eine theerartige, schwarzbraune, trübe, fluorescierende Flüssigkeit, welche in Wasser, Aether, ätzenden Alkalien, Chloroform, gleichen Teilen Weingeist und Aether sowie Collodium fast vollständig, in Weingeist zum grösseren Teile löslich ist, wenig löslich in fetten Oelen und Terpentinöl, doch damit mischbar, ferner mischbar mit Fett und Vaseline in jedem Verhältnis. Der Geruch ist höchst charakteristisch, wird jedoch durch das in dem Präparate fast stets vorhandene Schwefeldioxyd mehr oder minder verdeckt. Prüf. Es sei möglichst frei von Schwefeldioxyd. Anw. Innerlich als Gefässkontrahens und Desinficiens; äusserlich gegen ehren. Entzündungen der Gelenke, des Euters, bei akuten und chronischen Ekzemen. Statt der freien Säure werden besser nachstehende Salze derselben verwendet, welche jedoch, ebensowenig wie die freie Säure, chemisch einheitliche Substanzen vorstellen. Die Salze ent­halten kein freies Schwefeldioxyd und finden das Zink-, Natrium-, Quecksilber-, sowie namentlich das Ammoniumsalz Anwendung. Siehe ferner „Thiolumquot;.
#9830;Ammonium sulfoichtyolicum. Ichtyol.
Syrupdicke, rotbraune, in dünnen Schichten durchsichtige
Flüssigkeit, fast klar in Wasser, teilweise in Alkohol und Aether,
grösstenteils in einem Gemische gleicher Teile Alkohol und Aether,
sowie in Kollodium löslich. Eieche nicht nach schwefliger Säure.
3. Verbindungen der Metalle.
ffAciduin arsenicosum. Arsenicum album. Arsenige Säure. Arsentrioxyd. Weisser Arsenik. As2 03. Im Grossen durch Rösten arsenikhaltiger Erze ge-
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wonnen. Die Dämpfe der sich bildenden arsenigen Säure werden in langen Räumen (Giftfängen) verdichtet und durch Sublimation in eisernen Gefässen gereinigt. Die so erhaltene arsenige Säure bildet dichte Massen, hat einen muscheligen Bruch, sie ist glasartig, durch­sichtig, farblos (amorphe arsenige Säure), wird aber mit der Zeit porzellanartig undurchsichtig, indem sie in den krystallinischen Zustand übergeht; sie krystallisiert entweder in dünnen, biegsamen, sechsseitigen Tafeln von Perlmutterglanz oder in Oktaedern. Zur Auflösung erfordert amorpher Arsenik gegen 60 T. kalten und gegen 15 T. siedenden Wassers, kryst. Arsenik ist viel schwerer in Wasser löslich. Die Auflösung ist farb-und geruchlos, schmeckt schwach süsslich und rötet blaues Lackmuspapier. Sie wird von Schwefelwasser-stoflgas gelb gefärbt, hierauf entsteht durch Zusatz einer Säure ein gelber flockiger Niederschlag. In Alkohol ist die arsenige Säure kaum löslich. Auf Kohle erhitzt, verflüchtigt sie sich unter Verbreitung eines starken, knoblauchartigen Geruchs. (Vorsicht!)
Prüf. Die im Handel vorkommende gepulverte Säure ist gemeiniglich mit Schwerspat oder Gyps versetzt, verflüchtigt sich dann nicht vollständig und löst fleh nicht ohne Rück­stand in Wasser, oder in einer Auflösung von kohlensaurem Kalium. Nur die in dichten Massen vorkommende Säure darf zum Arzneigebrauche verwendet werden.
Anw. Innerlich als Alterans und Tonicum bei ehren. Er­nährungsstörungen, Hautausschlägen, Epilepsie, Würmern, Dampf; äusserlich in Pulver- oder Pastenform als Aetz-mittel; ferner als Antiparasiticum. Pferd 0,1—0,5; Schaf 0,01—0,06; Hund 0,001—0,005.
-ffLiquor Kalii arsenicosi. Solutio arsenicalisFowleri.
Acidum arsenicosum, Kalium carhonicum depuratum, je 1 T., werden mit etwas destilliertem Wasser his zur Auflösung des Arseniks gekocht und hierauf so viel destilliertes Wasser zu-
';.:
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gefügt, dass das Gewicht des Ganzen 100 T. beträgt. 100 T. enthalten 1 T. arseniger Säure.
*Pulvis arsenicalis Cosmii. 16 T. Brachenhlut, 8 T. Zinnober, 1 T. arsenige Säure.
*SolutioarsenicalisTessieri. Tessier's Badeflüssigkeit gegen Schafräude. Aeidum arsenicos. 3 T., rerrum sulfuric. 20 T., Aqua 200 T.
* Matthieu'sches Eäudebad. Acid, arsenicos. 1 T., Alumen 12 T., Aqua 200 T.
*Viborg'sches Räudebad. Acid, arsenicos. 1 T., Kai. carbonic. 1 T., Aqua 100 T., Acetum 100 T.
*Fowler,sches Eäudebad. Acid, arsenicos. 1 T., Kai. carbonic. 1 T., Aqua 100 T.
*Tinktura Babolna. Babolner Krebstinktur. Aoidum arsenicosum 1 T., Kalium causticum 15 T., Pulvis Aloes 15 T., Aqua destillata 120 T., werden durch Digestion in einem verkorkten Glase aufgelöst und filtriert.
*Sapo arsenicalis, Arsenikseife.
8 T. arseniger Saure, 3 T. gereinigter Pottasche, 2 T. Kalk­hydrat w.erden mit Wasser fein zerrieben, darauf l1^ T. pulve­risierten Kampfers und zuletzt 8 T. grüner Seife zugesetzt.
Bei der Anwendung wird 1 T. der Seife in 4—8 T. Wasser verteilt und die zu konservierenden Präparate damit bestrichen. Nach dem Trocknen lässt sich die überflüssig anhängende Seife mit Wasser abwaschen.
*AntidotTim Arsenici. [Pe(0H)3.] Liquor Ferri sulfurici oxydati 100 T., Aqua communis 250 T. mische unter Umschütteln mit Magnesia usta 15 T., welche vorher innig mit 250 T. Wassers zusammengerieben sind. Ist eine Mischung von Perrihydroxyd mit Magnesiumsulfat; ein Ess­löffel voll vermag ungefähr 5 g arseniger Säure zu binden. Ist unter Vermeidung von Erwärmung, jedesmal frisch bereitet, zu verabreichen. Pferd, Rind 300—500,0; Hunden 50—100,0.
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Alumeii. Kalium aluminoso sulfuricum. Alaun. K2S04 A12(S04)3 24H20. Wird grösstenteils aus Alaunschiefer gewonnen, einem mit Erdharz durchdrungenen, thonerdehaltigen Minerale, welches innig mit Schwefelkies durchmengt ist. Man lässt denselben entweder an der Luft verwittern, wobei er sich von selbst erhitzt, oder man röstet ihn in Haufen über einer Unterlage von Brennmaterial. Das Röstprodukt wird ausgelaugt, die Lauge durch Ein­dampfen und Krystallisierenlassen vom entstandenen Eisenvitriol befreit und heiss mit Chlorkalium gemischt. Das beim Erkalten und Umrühren niederfallende Alaun­mehl wird durch Wiederauflösen und Krystallisieren von Eisensalz gereinigt und in die gehörige Form gebracht. Wird ferner aus Alaunstein, A12(S04)3 -f- K2S04 -\- 4A1 (OH)3, sowie aus Kryolith, A1F3 -J- 3NaF, gewonnen. Der Alaun ist ein in Oktaedern krystallisierendes Doppelsalz, farblos, durchsichtig, von anfangs süsslichem, dann herbem, zusammenziehendem Geschmack. Er löst sich in 11 T. kalten und in gleichen T. kochenden Wassers, ist unlöslich in Weingeist, verwittert wenig an der Luft und bläht sich beim Erhitzen unter Verlust des Krystallwassers auf, indem er in eine weisse poröse, schwammige Masse übergeht. Enthält 45,5 0/0 Krystall-wasser. Natronlauge scheidet aus der wässerigen Lösung weisses Aluminiumhydroxyd ab, welches sich leicht in überschüssiger Natronlauge auflöst.
Prüf. Er muss frei von Eisen sein, die Auflösung desselben darf sich daher mit Galläpfelaufguss nicht schwarzblau färben. Bei einem etwaigen Kupfergehalt würde sich ein hineingestelltes blankes Eisen mit einer Kupferschicht be­decken. Die wässrige Lösung, von saurer Reaktion, darf durch H2S nicht verändert werden. Es kommt statt des Kalialauns im Handel Ammonikalaun vor, dessen Auflösung, mit Aetzkali erhitzt, Ammoniak entwickelt. Derselbe kann
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zur Bereitung des gebrannten Alauns nicht benutzt werden, ist sonst aber in seinen Wirkungen wenig verschieden. Anw. Innerlich gegen Blutungen und Durchfälle, äusserlich als Desinfiziens und Adstringens in 2 — 50/0 Lösungen, ferner als Aetzmittel. Pferd, Rind 10—25,0; Schaf, Schwein 2—5,0; Hund 0,5—2,0.
*Lapis vulneraris, Wund- oder Heilstein. Alumen crudum 16 T., Ferrum sulfuricum 8 T., Cuprum sulfuricum 4 T., Ammonium chloratum 1/2 T., gepulvert, ge­mischt und über gelindem Feuer in einem irdenen glasierten Gefässe geschmolzen. Die geschmolzene Masse wird in ein flaches Gefäss ausgegossen und nach dem Erkalten in Stücke zerschlagen. (Vergl. Cuprum aluminatum).
*Pulvis stypticus, zusammenziehendes Pulver. Gummi arabicnm, Colophonium, Alumen, je gleiche Teile, gepulvert, werden gemischt.
*Buri'ow'sche Lösung. Alumen 1 T., Plumb, acetic. 2 T., Aqua 100 T.
Alumen ustum. Gebrannter Alaun.
K2S04 A12(S04)3. Alaun wird so lange bei massigem Feuer im Sandbade er­hitzt, bis er sich in eine leichte schwammige Masse vollständig verwandelt hat. Man hat dabei eine zu starke Hitze zu ver­meiden, indem sonst Schwefelsäure entweicht.
Es ist weiss, nicht glasig, schwammig und zerreiblich, in Wasser zwar langsam, doch vollständig löslich. Anw. Meist äusserlich wie Alum. crud.
Aluminium sulfuricum. Schwefelsaure Thonerde. Al^SOJ. lSH.O
Durch Auflösen des aus Kryolith gewonnenen Aluminium­hydroxyds in verdünnter Schwefelsäure und Abdampfen zur Krystallisation.
Weisse, krystallinische Stücke, in 1,2 Teilen kaltem, leichter in heissem Wasser löslich, nicht in Weingeist. Die wässerige Lösung reagiert und schmeckt sauer und zusammenziehend und giebt mit Baryumnitrat einen weissen in Salzsäure unlöslichen Niederschlag, mit Natronlauge einen farblosen, gelatinösen, im Ueberschusse derselben löslichen Niederschlag.
Prüf. Wie Alaun.
Anw. Wie Alaun; zu Liquor Aluminii acetici.
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Liquor Aluminii acetici. Basisch essigsaure Thonerde-lösung. Enthält 80/0 A^iC^O^ (OB.)^ Aluminium sulfuricnm wird in Wasser gelöst, hierauf Acidum aceticum dilatum zugefügt und allmählich unter beständigem Umrühren Calcium carbonicum mit Wasser verrieben eingetragen und nach 24 Stunden die Flüssigkeit vom Niederschlage ab-flltriert. Dieselbe sei klar, farblos, von spez. Gew. 1,044—1,046, von schwachem Gerüche nach Essigsäure, saurer Reaktion und süsslich zusammenziehendem Geschmacke, beim Erhitzen im Wasserbade unter Zusatz von Vj,, Kaliumsulfat koaguliert sie und wird nach dem Erkalten wieder klar.
Prüf. Durch Schwefelwasserstoif entsteht keine Färbung (Schwermetalle), mit dem doppelten Volum Weingeist ge­mischt werde die Flüssigkeit nur opalisierend, entsteht ein Niederschlag, so ist Aluminiumsulfat zugegen. Anw. Ungiftiges Antiseptikum. Lässt sich ex tempore her­stellen durch Filtrieren der Burrow'schen Lösung. S. 174.
Ammonium carbonicum. Sal siccum volatile.
Sal Cornu Cervi depuratum. Flüchtiges Laugen-
salz. Keines Hirschhornsalz. (NH4)HC03-(-
CO. NH2 .0(NH4). (Ammoniumcarbaminat).
Wird durch Erhitzen von schwefelsaurem oder salz­saurem Ammonium mit kohlensaurem Calcium und noch­malige Sublimation erhalten.
Weisse, halbdurchsichtige Massen von etwas blätt­rigem Gefüge, die einen starken ammoniakalischen, aber nicht brenzlichen Geruch verbreiten. Löst sich bei gewöhnlicher Temperatur in 2 T. Wasser, die Auflösung reagiert stark alkalisch. An der Luft zerfällt es unter fortwährendem Verlust an Ammoniak in eine weisse, leicht zerreibliche Masse, welche aus saurem kohlen­saurem Ammoniak besteht, 8 T. Wasser zur Auflösung bedarf und fast geruchlos ist. Beim Erhitzen ist es völlig flüchtig, mit Salzsäure braust es auf.
Prüf. Ammoniumsulfat oder Chlorammonium werden nach
Uebersättigung der Lösung des Salzes mit Salpetersäure
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durch Chlorbaryum und salpetersaures Silber entdeckt. Verunreinigung mit Blei erkennt man durch Schwefelwasser­stoff. Fixe Salze, Chlorkalium oder kohlensaurer Kalk bleiben beim Erhitzen zurück. Anw. Expektorans, Diureticum und Diaphoreticum, Lösungs­mittel tür plastische Exsudate, Anregungsmittel tür Hirn und Herz. In wässriger Lösung, auch in Pillenform; die Pillen werden dabei durch das entweichende Ammoniak nach und nach voluminös. Pferd 10—25,0; Rind 20—50,0; Schaf Schwein 2—5,0; Hund 0,2—1,0.
Aiiunouium bromatum. Ammoniumbromid. NH4 Br. Durch Sublimation von Bromkalium mit Ammoniumsulfat oder Eintragen von Brom in überschüssiges Ammoniak erhalten. Weisses in Wasser leicht lösliches, in Weingeist fast un­lösliches Pulver, beim Glühen ohne Rückstand flüchtig. Beim Behandeln mit Chlorwasser und Chloroform wird das frei­gemachte Brom von, letzterem mit gelber Farbe gelöst. Beim Erhitzen mit Natronlauge tritt der Geruch nach Ammoniak auf. Prüf. Wird eine kleine Menge des gepiilverten Präparates auf einer Porzellanunterlage ausgebreitet, so soll es darauf gebrachtes feuchtes, blaues Lackmuspapier nicht röten (freie Bromwasserstoffsäure), auf Zusatz weniger Tropfen ver­dünnter Schwefelsäure soll nicht sofort Gelbfärbung sich zeigen. (Bromsaures Ammon; nach einiger Zeit färbt sich auch ein reines Präparat gelb). — Werden 5 can einer lOprozentigen Lösung mit 1 Tropfen Perrichloridlösung versetzt und mit Chloroform durchschüttelt, so darf letzteres sich nicht violett färben (Jodammonium). Anw. Innerlich in allen Formen wie Kai. bromatum.
Aminoiiiinii chloratum. Ammonium liydrochlo-
ratum. Ammonium muriaticum. Sal ammoniacum.
Salmiak. Chlorammonium. NH4 Cl.
Wird fabrikmässig bereitet, aus dem bei der trockenen Destillation tierischer Stoffe oder bei der Leuchtgasbereitung aus Steinkohlen erhaltenen kohlen­sauren Ammoniak. Man neutralisiert dasselbe mit Salzsäure und reinigt von brenzlichen Stoffen durch
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Umkrystallisieren und Sublimieren. Oder man neu­tralisiert mit Schwefelsäure und zersetzt das schwefel­saure Ammoniak durch Sublimation mit Chlornatrium.
Der auskrystallisierte Salmiak stellt ein weisses, mehr oder weniger feines Krystallmehl dar, der subli-mierte Salmiak bildet dichte, halbdurchsichtige Massen von blättriger Textur, die die Form oben gewölbter, unten hohler Kuchen haben.
Salmiak ist geruchlos und schmeckt stechend salzig, löst sich in drei T. kalten und in gleichen T. kochenden Wassers, in Alkohol ist er fast unlöslich. Die wässrige Lösung giebt mit Silbernitrat einen weissen in Salpeter­säure unlöslichen Niederschlag von Silberchlorid; mit Natronlauge erwärmt, entwickelt sie Ammoniak.
Prüf. Kann verunreinigt sein mit Eisen, Blei, Kupfer, Zinn, schwefelsaurem Ammonium, schwefelsaurem Natrium und mit organischen Substanzen. Er muss sich, auf Platinblech erhitzt, ohne Hinterlassung eines Rückstandes völlig ver­flüchtigen. Metalle werden erkannt durch Sohwefelwasser-stoft und Schwefelammonium, schwefelsaure Salze durcli Chlorbaryum. Die wässrige Lösung mit Salzsäure und Eisenchlorid versetzt, gebe keine Rötung (Sulfocyan-ammonium).
Anw. Reizendes Expektorans bei chron. Katarrhen, Lösungs­mittel bei Pneumonien und chron. Darmkatarrhen. Pferd 5—10,0; Rind 10—25,0; Schaf, Schwein 2—5,0; Hund 0,2 bis 1,0. Aeusserlich zum Kühlen, infolge der beim Lösen des Salzes stattfindenden Wärmebindung.
#9830;Oxycratum simplex. Einfaches Oxycrat.
Ammonium chloratum 1 T., Acetuin und Aqua je 16 T.
Diese kalte Bähung, statt der Pomentatio frigida. Schmücken (vergl. Kalium nitricum) gebräuchlich, muss kurz vor dem Ge-, brauche gemischt werden. Das Gemisch von 500 g Wasser und 500 g Essig erleidet durch Zusatz von 30 g Salmiak eine Temperaturerniedrigung von 3deg;. Vergl. Natrium sulfuricum und Natrium nitricum.
Arzneimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 12
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#9830;Oxycratum compositum. Zusammengesetztes Oxycrat. Wird erhalten, wenn 33 T. des einfachen Oxycrats 1 T. Kampherspiritus hinzugefügt wird.
#9830;Mixtura solvens. Magnesium sulfuricum 10 T., Ammonium chloratum 5 T., Succus Liquiritiae 2 T., Aqua 10O T.
fArgentnm nitricvun crystallisatnm. Silbernitrat. Salpetersaures Silberoxyd. Ag NO3.
Reines Silber wird in reiner Salpetersäure aufgelöst, die Auflösung zur Trockne verdampft, das erhaltene Salz in destilliertem Wasser gelöst und zur Krystalli-sation gebracht.
Farblose, tafelförmige Krystalle, in 0,6 T. Wasser, in 10,2 T. Weingeist sowie in Aetzammoniak klar und farblos löslich. Die wässerige Lösung ist neutral, Salz­säure fällt daraus in Ammoniak lösliches Chlorsilber. Prüf. Wird die Auflösung mit Chlorwasserstoffsäure gefällt und filtriert, so darf das Filtrat weder durch Schwefel-wasserstofi, noch durch Schwefelammonium gefärht werden, noch nach dem Verdampfen einen Kückstand hinterlassen. (Kupfer oder andere Metalle, Salpeter.) Anw. Nervinum bei Epilepsie etc.; Gefässkontrahens hei Durchfällen, Magengeschwüren; äusserlich als entzündungs­widriges Adstringens und Vernarbungsmittel in Substanz oder 1—5 0/0ige Lösung; zum Aetzen. Pferd 0,5 —1,0; Eind 0,5—2,0; Hund 0,01—0,05; in Lösung oder Pillen mit Bolus alba.
f Argentum nitricum fusum. Lapis infernalis.
Höllenstein. Geschmolzenes Silbernitrat wird in eiserne niit Talk ein­geriebene Formen gegossen. Der Höllenstein ist trocken, von weisser oder etwas grauer Farbe und von strahligem Bruch. Anw. Da Silbernitrat kein Krystallwasser enthält, so ist es in vielen Fällen gleichgültig, ob man das krystallisierte oder den Höllenstein anwendet. Zu Auflösungen müssen schwarze Gläser oder auf andere Weise gegen Einwirkung des Lichtes
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geschützte genommen werden. In Auflösungen, die organische Stoffe enthalten, wird das Salz leicht zersetzt. Zum Aetzen kann man den Höllenstein in Ermangelung eines Halters in eine Federspule stecken, oder mittelst Siegellack in einer Glasröhre befestigen.
Argentum nitricum cam Kalio nitrico. Argentum nitricum mitigatum. 1 T. Argent, nitric, wird mit 2 T. Kalium nitric, geschmolzen und in Stäbchenform gegossen.
Calcaria usta. Calx viva. Calcaria. Gebrannter Kalk. Aetzkalk. Ca 0. quot;Wird aus Kalkstein bereitet, den man in eigenen Oefen glüht, bis die Kohlensäure ausgetrieben ist.
Er bildet weissliche, zerbrechliche, laugenhaft schmeckende Stücke. Mit der Hälfte seines Gewichts Wasser Übergossen, zerfällt er unter starker Wärme-Entwickelung und Aufblähen zu einem feinen Pulver (Kalkhydrat, Calciumhydroxyd, Ca (0H)2) welches mit mehr Wasser eine milchähnliche Flüssigkeit bildet (Kalkmilch) und sich zum Teil darin auflöst (Kalk­wasser). Aus der Luft zieht er allmählich Kohlen­säure und Wasser an und zenällt ebenfalls. In wohl­verschlossenen Gefässen aufzubewahren. Prüf. Muss sich ohne Aufbrausen in verdünnter Salpeter­säure grösstenteils auflösen. (Prüf, auf Kohlensäure und erdige Rückstände). Anw. Innerlich als Aqua Calcariae; äusserlich zum Aetzen als Pulver oder mit Mehl etc. als Pasta.
#9830;Pulvis depilatorius. Enthaarendes Pulver. Natrium sulfuricum crystallisatum pulveratum 3 T., Calcaria usta pulverata, Amylum pulveratum, je 10 T., werden gemischt. Dieses Pulver soll zum Entfernen der Haare benutzt werden. Man macht dasselbe mit Wasser zu einem Brei, welcher etwas dick zwischen die Haare aufgetragen und nach einigen Minuten mit einem hölzernen Messer wieder entfernt wird. Wirksamer ist wohl das Calciumsulfhydrat (Rhusma), welches mau erhält,
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wenn man in dünnen Kalkbrei so lange Schwefelwasserstoffgas einleitet, bis der Geruch desselben vorherrscht. Das Präparat lässt sich in zugekorkten Gläsern aufbewahren. Behaarte Stellen, die damit etwas stark bestrichen werden, verlieren die Haare, wenn man sie mit einem stumpfen Messer abschabt oder ab­wäscht. Sie wachsen aber wieder.
Aqua Calcariae. Aqua Calcis. Calcaria soluta. Kalkwasser. Man übergiesse 1 T. Kalk mit 50 T. Wasser und gebe, naclidem derselbe zerfallen ist, alles in eine gläserne, wohl zu verscbliessende Flasche, schüttele um und lasse absetzen. Die klare Flüssigkeit wird weg­gegossen und auf den Rückstand wieder 50 T. Wasser gegossen und zum Gebrauche abfiltriert. Es enthält etwra 0,15 0/0 Ca (0H)2, sei klar, farblos, von alkalischer Reaktion. An der Luft nimmt es Kohlensäure auf und wird durch kohlensauren Kalk getrübt, weshalb es in wohl­verschlossenen Gefässen aufzubewahren ist.
Prüf. Muss klar und farblos sein, einen alkalischen, trocknen­den, hintennach süssen Geschmack besitzen und Curcuma-papier stark bräunen. Mit Sublimatlösung versetzt muss ein reichlicher gelber Niederschlag entstehen. Anw. Innerlich als Stypticum gegen Diarrhöe, Euhr, Darm­geschwüre, Eachitis, Üsteomalacie, Gegengift bei Säure­vergiftungen; äusserlich zu Inhalationen und zum Gurgeln bei Katarrhen der Eespirationsorgane und zur Lösung kroupöser Membrane, ferner als Exsiccans sowie bei Brand­wunden. Zu Linim. ad combust. Pferd, Kind 500—2000; Schaf. Schwein 250—500,0; Hund 15—20,0.
Linimentum Calcariae. L. ad combustionem.
Strahlsche Brandsalbe. Oleum Lini und Aqua Calcariae gleiche Teile.
* Calcium carbonicum crudum. Greta alba.
Weisse Kreide. Schlämmkreide. Die Kreide bildet oft ganze Gebirgsformationen, wobei sie zuweilen ziemlich rein vorkommt. Sie besteht
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aus kohlensaurem Kalk mit Beimengungen von Kiesel­erde und Thonerde. Sie wird gemahlen und zur Be­seitigung gröberer Teile geschlämmt.
Weisses, geruch- und geschmackloses, in Wasser sehr wenig lösliches Pulver; in Essigsäure ist es zum grossen Teile unter Aufbrausen löslich, die Lösung giebt mit Ammoniumoxalat einen weissen Niederschlag von Calciumoxalat. Anw. Plasticum bei allen auf Kalkmangel beruhenden Krank­heiten; Stypticum bei chron. DurchiUllen und Darmgeschwüren; gegen abnorme Säurebildung. Pferd 10—25,0; Rind 25—50,0; Schaf, Schwein 5—10,0; Hund 0,5—2,0.
Calcium carbouicuin praeeipitatura.
Reines Calciumkarbonat. CaCOg. Durch heisse Eällung von Chlorcalcium mit kohlensaurem Natrium erhalten, bildet ein weisses in Essigsäure lösliches Pulver; die Lösung werde durch Baryumnitrat nicht, durch Silbernitrat nur schwach getrübt. Die Lösung in Salpetersäure darf nach dem Uebersättigen mit Ammoniak mit Schwefel­ammonium nur eine dunkelgrüne Färbung (Eisenspuren) und keinen Niederschlag geben. In der Tiermedizin entbehrlich.
Calcium sulfiuicum iistum. Gypsum ustum.
Gebrannter Gips. CaS04. Der Gips besteht aus schwefelsaurem Kalk mit Spuren von Eisenoxyd, Kieselerde und anderen Bei­mengungen, und findet sich oft in grossen Massen. Er enthält Krystallwasser, welches er beim Erhitzen verliert. Wird der gebrannte und gepulverte Gips mit dem halben Gewichte Wasser angerührt, so bindet er unter Wärme­entwickelung das Krystallwasser wieder und muss, wenn gut gebrannt, innerhalb 5 Minuten mit 1I2 T. Wasser erhärten. Der Gips wird in eigenen Oefen gebrannt und nachher gestampft oder gemahlen. Ueber 200deg; erhitzter (sog. totgebrannter), sowie feuchter Gips er­starren nicht mehr.
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Anw. Aeusserlich als Streupulver auf stark secernierende Wunden oder mit ll5—'/io Theer; in der Chirurgie zu Gipsverbänden. Zu letzterem Zwecke rührt man den ge­pulverten und gebrannten Gips, wie er gewöhnlich im Handel zu haben ist, mit der Hälfte seines Gewichtes Wasser zu einem Brei, welcher bald hart wird. Ein Zu­satz von etwas Leim, insbesonders von 1—4 Proz. Althäa-pulver, verzögert die Erhärtung des Gipses.
Tripolith. Ist gebrannter Gips durch Kohle grau gefärbt und wurde als Ersatzmittel des Gipses in den Handel gebracht.
Calcaria chlorata. Calcaria hypochlorosa. Chlorkalk. Ca (C10)2 CaCl2 -f Ca (OH)2. Wird erhalten, indem durch möglichst reinen, durch Löschen mit Wasser zu einem feinen Pulver zerfallenen Aetzkalk Chlorgas bis zur Sättigung geleitet wird.
Weisses Pulver von eigentümlichem, chlorartigem Gerüche, von zusammenziehendem, unangenehmem Ge-schmacke, an der Luft Chlor aushauchend und langsam feucht werdend; in Wasser mit Hinterlassung des Aetz-kalks und der sandigen Beimengungen des Kalks mit alkalischer Reaktion löslich. Mit Säure Übergossen muss er eine Menge Chlorgas entwickeln, welche mindestens 25 0/ü des Chlorkalks ausmacht. Er muss in gegen Luft und Licht geschützten Gefässen an kühlen Orten aufbewahrt werden.
Prüf. 1 T. Chlorkalk, mit Wasser zerrieben, mit einer Lösung von 1,95 T. reinem Eisenvitriol und alsdann unter Umrühren allmählich mit Salzsäure vermischt, muss ein Filtrat geben, welches durch Ferridcyankalium nicht blau gefärbt wird. Diese Gehaltsprüfung beruht auf der Um­wandlung der Ferrosalze durch freies Chlor in Ferrisalze, welche durch Perridcyankalium nicht gefärbt werden. Anw. Innerlich als Chlorkalkmilch (10 T. Chlorkalk 90 T. Wasser) bei falschen Gährungen im Magen. Als Wundmittel in 1—50/0ige Lösungen; bei Geschwüren, Hufkrebs etc. äusserlich als Brei. Zur Entwicklung von Chlor. Mit vege-
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tabilischen Pulvern vermischt, erhitzt sich der Chlorkalk oft bedeutend, indem eine eingreifende Zersetzung entsteht. Auflösungen müssen entweder filtriert oder durch Ahsetzen-lassen von gröberen Teilen befreit werden, namentlich wenn sie zu Auswaschungen empfindlicher Stellen benutzt werden sollen. Feuergefährlich sind Mischungen mit oxydierbaren Stoffen, explosiv solche mit Salmiak.
Calcium phosphoricum. Phosphorsaurer Kalk. CaHP04 2H20.
Wird erhalten durch Fällen einer Lösung von Chlorcalcium mit Natriumphosphat nach Vorschrift des Arzneibuches.
Ein weisses Pulver, etwas löslich in kohlensaurem Wasser, löslich ohne Aufbrausen in verdünnter Salpetersäure. Es soll frei sein von Salzsäure, Schwefelsäure und Metallen. Gebe ge­löst die Reaktionen der Phosphorsäure und des Calciums. Anw. In der Tiermedizin zu teuer.
* Calcium phosphoricnm crudum. Rohes Calcium-phosphat.
Knochen werden gehrannt und gepulvert.
Weisses oder grauweisses Pulver, löslich in Salz-und Salpetersäure unter schwachem Aufbrausen und Zurücklassung eines geringen Rückstandes. Enthält Calciumtriphosphat, Cag (P04)ä, und 2—3 0/0 Calcium-karhonat, Magnesiumkarhonat, Calciumfluorid.
In der Tiermedizin ist dieses hillige Präparat zu verwenden oder das noch leichter resorbierbare sog. aufgeschlossene Knochenmehl, welches durch Be­handeln von Knochenasche mit Schwefelsäure erhalten wird und ein Gemenge von primärem Calciumphosphat, CaH4 (P04)2, mit Gips ist. (Superphosphat des Handels).
Anw. Diätetikum für trächtige Tiere und Säuglinge, Zusatz zu kalkarmen Putter, gegen Knochenweiche und Knochen-brüchigkeit, Lecksucht, Magensäure, als Pulver zum Futter. Pferd 15—30,0; Bind 25—50,0; Kalb, Fohlen, Ziege, Schwein 5—15,0; Hund 0,5—5,0.
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fCerussa. Plumbum carbonicum s. subcarbo-nicum. Bleiweiss 2Pb CO3 Pb(OH)ä. Wird fabrikmässig nacb Yerscbiedenen Metboden bereitet; nach der bolländischen, indem man auf­gerollte Bleiplatten der Einwirkung von Essigdämpfen und Kohlendioxyd aussetzt, nach der französischen, indem man Kohlendioxyd in eme Auflösung von basisch essigsaurem Bleioxyd leitet, nach der englischen, durch starkes Schütteln einer Mischung von Bleioxyd mit gelöstem Bleiacetat unter Zuleitung von Kohlendioxyd. Dichte, schwere, weisse Massen, die sich leicht zer­brechen und zu einem feinen Pulver zerreiben lassen. In Wasser ist es unlöslich, Säuren entwickeln daraus Kohlensäure. Von Essigsäure und Salpetersäure wird es unter Aufbrausen vollkommen aufgelöst, ebenso von Kalilauge beim Erwärmen. Beim Erhitzen verwandelt es sich in gelbes Bleioxyd, vor dem Lötrohre auf Kohle wird es zu metallischem Blei reduziert, indem sich zugleich ein gelber Beschlag bildet.
Prüf. Das käufliche Bleiweiss wird meistens mit fein ge­riebenem Schwerspath, mit Gyps oder Kreide, auch wohl mit schwefelsaurem Bleioxyd versetzt. Schwerspath, Gyps und schwefelsaures Bleiöxyd bleiben hei der Behandlung mit verdünnter Schwefelsäure ungelöst, Kreide bleibt zurück, wenn das Bleiweiss mit Kalilauge erwärmt wird. Anw. Nur äusserlich, als Pulver zum Einstreuen oder in Salbenform.
Unguentum Cerussae. Bleiweisssalbe. Cerussa praeparata 3 T.. Adeps suillus 7 T.
Unguentum Cerussae camphoratum. Unguent. Cerussae 19 T., Camphora trita 1 T.
Bismuthum subnitriciun. Magisterium Bismuthi.
BasischesWismutnitrat. BiCOH^.NOg-f-BiO.NOg.
Wird durch Behandeln von reinem, arsenfreiem.
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krystallisiertem Wisnmtnitrat mit 21 T. siedenden Wassers und sofortiges Auswaschen des entstehenden Niederschlages mit nur wenig Wasser erhalten.
Das Präparat wird um so basischer, je länger bei der Fällung die Wärme einwirkt und je mehr Wasser zum Auswaschen verwendet wird. Bei Anwendung von kaltem Wasser zum Fällen, sowie bei Anwendung von verschiedenen Wassermengen erhält man ebenfalls ver­schiedene basische Salze. Es ist daher genau nach Vorschrift des Arzneibuches zu verfahren.
Das offizineile Präparat ist ein weisses, mikro-krystallinisches Pulver von saurer Reaktion, unlöslich* in Wasser und Weingeist, löslich in Säuren. Diese Lösung trübt beim Eingiessen in viel Wasser dieses milchig und wird von Schwefelwasserstoff schwarz gefällt.
Prüf. Es soll beim (3—4stündig'en) Erwärmen auf 120deg; C. nur 3—5 0/0 Wasser verlieren. Ein grösserer Verlust würde einen unerlaubt hoben Feucbtigkeitsgebalt anzeigen. — Beim Glüben soll es unter Entwiekelung gelbroter Dämpfe (Oxyde des Stickstoffs, z. B. N02) 79—82 0/0 gelbes Bismutoxyd hinterlassen. (Identitätsprüfung.) — 0,5 Wismut­subnitrat sollen sich in 25 cc verdünnter Schwefelsäure schon in der Kälte und ohne Entwiekelung von Kohlensäure-Anhydrid zu einer klaren Flüssigkeit lösen. Eine Trübung könnte von gebildetem Bleisulfat herrühren; Kohlensäure­entwickelung würde Gehalt an basischem Wismutkarbonat vermuten lassen. — Ein Teil der erhaltenen schwefelsauren Lösung wird mit einem Ueberschuss von Ammoniak versetzt, wodurch das Wismut vollständig als Wismuthydroxyd in Form eines weissen Niederschlages ausfällt. Die abfiltrierte Flüssigkeit muss farblos sein (Blaufärbung würde auf Kupfer deuten) und darf auf Zusatz von Schwefelwasserstoff nicht verändert werden. Eine dunkle Färbung könnte von Silber und Spuren von Blei oder Kupfer herrühren. — Ein anderer Teil der schwefelsauren Lösung wird stark mit Wasser ver­dünnt und mit Schwefelwasserstoff gesättigt. Die vom aus­geschiedenen braunen Wismutsulfid abfiltrierte Flüssigkeit
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darf beim Verdampfen keinen Rückstand (Alkalien, alkalische Erden etc.) hinterlassen.
In Salpetersäure soll sich basisches Wismutnitrat klar auflösen. Eine erhebliche, bleibende Trübung könnte von einer Verunreinigung durch schwerlösliches Wismutarseniat herrühren. — Die verdünnte salpetersaure Lösung soll weder durch Silbernitrat, noch durch Baryumnitrat getrübt werden (Chlor, Schwefelsäure). — Mit Natronlauge erhitzt soll es kein Ammoniak entwickeln. Wird 1 g des Salzes bis zum Aufhören der Dampfbildung erhitzt, nach dem Erkalten zerrieben und in 3 Cc. Zinnchlorürlösung gelöst, so darf im Verlaufe einer Stunde keine Färbung eintreten (Arsen). Anw. Innerlich gegen Erbrechen, Durchfall, Magen- und Darmgeschwüre; äusserlich als antiseptisches, trocknendes Streupulver. Hund 0,25—2,0; Katze 0,2—0,3.
Bolus alba. Argilla. Weisser Bolus. Eine weisse, zum Teil gelbliche oder grauliche Masse. Kommt in grossen Stücken oder länglichen Würfeln in den Handel, welche sich fettig anfühlen, an der Zunge kleben Und sich in Wasser verteilen lassen. Ist ein natürliches mit mehr oder weniger Kieselerde vermengtes wasserhaltiges Aluminiumsilikat. Anw. Als Konstituens zu Pillen mit leicht zersetzlichen Stoffen, z. B. Silbernitrat, sowie als indifferentes Färbe­mittel zu Pillen, Latwergen etc. Ist ein Bestandteil vieler als Hausmittel gebrauchter Viehpulver.
Sorax. Natrium bihoracicum. Borsaures Natron. Borax. Na2B407-f 10H2O. (47()/0 Krystallwasser). Durch Neutralisation der natürlichen Borsäure mit kohlensaurem Natrium gewonnen. Er bildet grosse durchsichtige Krystallstücke, welche an der Luft ver­wittern, löst sich in 17 T. kalten Wassers, reichlich in Glycerin, nicht in Alkohol. Die Auflösung schmeckt laugenhaft süsslich, reagiert alkalisch und lärbt Kurkuma­papier auch bei Gegenwart von Salzsäure braun. Färbt die nicht leuchtende Flamme gelb.
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Prüf. Der Borax kann erdige Beimengungen enthalten; in diesem Falle wird seine Auflösung durch eine Lösung von kohlensaurem Ammonium getrübt, oder schädliche Metalle, welche durch Schwefelwasserstoff angezeigt werden. Glauber­salz wird erkannt durch Chlorbaryum, Kochsalz durch Silbernitrat. In beiden Fällen muss die Boraxlösung durch etwas Salpetersäure sauer gemacht werden. Braust die Lösung hierbei auf, so enthält sie Soda.
Anw. Antisepticum und Diureticum; innerlich in Latwergen und Pillen, äusserlich in Auflösungen (2—100/0). Pferd, Rind 10—30,0; Hund 1—3,0.
*Natrium chloroborosum. NajCl.BOj wird als gift- und geruchfreies Antisepticum empfohlen. Die ö0/0ige Lösung ist ein gutes Konservierungsmittel für anatom. Präparate und auch für animalische Nahrungsmittel.
*tCuprum aceticnm crystallisatum. Aerugocrystallisata.
Krystallisierter Grünspan. Cn^HäOj^ HjO.
Wird bereitet durch Auflösen von Grünspan in kochendem Essig und Krystallisation; oder man zersetzt eine Auflösung von Bleiacetat mit einer Auflösung von Kuprisulfat und bringt die vom Bleisulfat abfiltrierte Flüssigkeit zur Krystallisation.
Dunkelgrüne, ins bläuliche spielende rhombische Krystalle mit zugeschärften Flächen, die nach und nach verwittern und sich dann mit einem hellgrünen Pulver überziehen; sie schmecken herbe metallisch, lösen sich in 14 T. kalten und in 5 T. kochen­den Wassers; in Salmiakgeist müssen sie sich mit dunkelblauer Farbe vollständig lösen.
Anw. Als mildes Aetzmittel und Adstringens.
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*Oxymel Aeruginis. Unguentum aegyptiacum.
Cuprum aceticnm 1 T., Acetum 1 T., Mel crudum 8 T., werden ohne Erwärmen durch Schütteln gelöst. Eine grünliche, syrupartige Flüssigkeit, welche mit der Zeit Kupferoxydul absetzt.
*Linimentum exsiccans. Austrocknendes Liniment. Cuprum aceticnm crystallisatum pulveratum 1 T., Oleum Olivarum 8 T. mische und füge hinzu Acetum Plumbi 2 T.
iiil
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tCuprum sulfuricum. Vitriolum coeruleum. Kupfervitriol. Blauer Vitriol. CuS04 5H20. Wird gewonnen durch Kosten von Schwefelkupfer und Auslaugen des Röstprodukts, oder durch Einwirkung von verdünnter Schwefelsäure auf Kupferblech bei Luft­zutritt. Durchsichtige, intensiv blaue, schief rhombische Säulen, an der Luft etwas verwitternd; Geschmack zusammenziehend, ekelhaft metallisch; in 35 T. kalten und 1 T. siedenden Wassers löslich, unlöslich in Wein­geist. Die Lösung reagiert sauer und giebt mit Ammo­niak eine klare oder fast klare dunkelblaue Flüssigkeit.
Prüf. Es enthält als Vernnreinigung häufig Eisen, welches man daran erkennt, dass sich aus der mit üherschiissigem Aetzammoniak versetzten tief lasurblauen Flüssigkeit braune Elocken abscheiden.
Anw. Zum Aetzen rein in zugespitzten Krystallen; Adstrin­gens in 3—5 0/0iger Lösung; Brechmittel; gegen Bandwürmer, Phosphorvergiftung, Hypersekretionen. Pferd 5—10,0; Eind 3—10,0; Schaf, Schwein 0,5—1,0; Hund 0,05—0,1. Als Brechmittel Schwein 0,5—1,0; Hund 0,1—0,5.
*Cuprum aluminatum. Lapis divinus seu ophthalmicus.
Cuprum sulfuricum, Kalium nitricum depuratum, Alumen je 16 T., werden zerstossen, gemischt und in einem Porzellangefässe über massigem Feuer geschmolzen. Vom Feuer entfernt mische hinzu Camphora trita 1 T., welcher vorher mit 1 T. Alumen pulveratum innig gemischt ist, giesse die Masse auf eine Stein­platte aus und bewahre sie, nach dem Erkalten in Stückchen zerschlagen, in einem verschlossenen G-lase auf.
Weisslich grüne Stückchen, von starkem Kamphergeruche, in 16 T. destillierten AVassers mit bläulich grüner Farbe ohne bedeutenden Kückstand löslich.
* Liquor corrosivus. Liquor Villatii. Cuprum sulfuricum, Zincum sulfuricum, je 6 T., löse in Acetum 70 T. und füge hinzu Acetum Plumbi 12 T. Bläu­liche, getrübte Flüssigkeit, vor dem Dispensieren umzuschüttein. Zu adstringierenden Verbänden namentlich bei Hufleiden und Fisteln.
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#9830;Liquor stypticus. Almnen, Cuprum sulfuricum, je 1 T., löse in Aqua 8 T. und füge hinzu Acidum sulfuricum concentratum 1 T.
*Massa ad castrandum, Kluppenmasse. Cuprum sulfuricum pulverat. 4 T., Parina 2 T., werden gemischt und unter Umrühren mit soviel kochendem quot;Wasser versetzt, dass ein Teig entsteht, womit man die Hölzer hestreicht. Das Fest­halten der Masse wird am hesten hewerkstelligt. wenn man vorher die Kluppen mit einer dünnen Leimschicht hestreicht. Nach dem Trocknen werden die Kluppen auf einer breiten Feile glatt gearbeitet. Es ist nicht nötig, dass hei dieser Behandlung die Hölzer eine Rille haben. Viele Praktiker streuen den Kluppen einfach ein gepulvertes Aetzmittel, z. B. Quecksilberoxyd, Sublimat u. dergl. gemischt mit Gummi arable, auf.
#9830;Cuprum oxydatuin. Kupferoxyd. CuO. Wird technisch dargestellt durch Glühen von Kupferspähnen an der Luft oder durch Erhitzen von Kupfernitrat; für medi­zinischen Gebrauch durch Fällen einer Cuprisulfatlösung mit Natriumkarbonat und Glühen des ausgewaschenen und ge­trockneten Kupferkarbonates. Es ist ein schwarzes, amorphes Pulver, das in Wasser unlöslich ist, sich aber leicht in Säuren und auch in Ammoniak löst. Die Lösung in Säuren mit über­schüssigem Ammoniak versetzt, giebt eine tiefblaue klare Lösung. Prüf. Es soll sich in Salpetersäure leicht, ohne Aufbrausen (Kohlensäure) und ohne Bückstand auflösen. — Wird aus der salpetersauren Lösung das Kupfer durch Schwefel­wasserstoff ausgefällt, so soll die vom Schwefelkupfer ab­filtrierte Flüssigkeit klar sein und beim Verdampfen keinen Eückstand hinterlassen. (Zink, Eisen oder alkalische Erden.) — Wird 1 g Kupferoxyd mit 1 cc Ferrosulfatlösung über­gössen, so darf sich beim Hinzufliessenlassen von 1 cc konz. Schwefelsäure keine braune Zone bilden. (Salpetersäure). Anw. Innerlich gegen Bandwurm. Aeusserlich als zer­teilendes Mittel in Salben.
Ferrum oxydatum saccharatuin. Eisenzuoker.
Ferrihydroxyd hat die Eigenschaft, sich bei Gegenwart von
Zucker und Natriumhydroxyd unter Bildung von Natriumferri-
saccharat aufzulösen. Auf Grund dieses Verhaltens hat die
Pharmakopöe das angeführte Präparat aufgenommen, welches
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eine Mischung von Natriumferrisaccharat mit Zucker ist und dessen Eisengehalt mindestens 2,8 0/0 Eisen entspricht.
Rotbraunes, süsses, etwas nach Eisen schmeckendes Pulver; mit 20 T. heissem Wasser soll es eine völlig klare, rotbraune, kaum alkalisch reagierende Lösung geben, welche durch Zusatz von gelbem Blutlaugensalz (Kaliumferrocyanat) nicht verändert werde; wird aber zugleich Salzsäure hinzugefügt, so soll ein anfangs schmutziggrnner, allmählich rein blau werdender Nieder­schlag von Berliner Blau entstehen. (Reaktion auf Eisen; die­selbe entsteht aber erst auf Zusatz von Salzsäure, weil in dieser organischen Verbindung das Eisen maskiert ist.) In wohlver­schlossenen Gefässen aufzubewahren. Prüf. Die öprozentige Lösung mit einem Ueherschuss von verdünnter Schwefelsäure erhitzt, darf nach dem Erkalten durch Silbernitrat nur schwach getrübt werden, es dürfen also nur geringe Mengen Chloride vorbanden sein. — Die Bestimmung des Eisengehaltes geschieht massanalytisch. Anw. Als mildes, leicht resorbierbares Eisenpräparat. Sirupus Ferri oxydati. Eisenzuckersirup. Ferr. oxyd. sacchar., Aqua, Sirup, simplex, gleiche Teile. Ferrum carbonicum saccharatum. Zuckerhaltiges Ferro-karbonat. (Enthält 200/0 FeCC^lO0/,, Ee.) Durch Fällen einer heissen Lösung von Ferrosulfat mit einer Lösung von Natriumbikarbonat. Der Niederschlag wird wiederholt unter besonderen Vorsichtsmassregeln ausgewaschen, alsdann mit etwas Zucker vermischt im Wasserbade zur Trockne verdampft und noch soviel Zucker hinzugemischt, dass das Eisen­gehalt 100/0 beträgt.
Ein grüngraues Pulver von anfangs süssem, hinterher schwach eisenhaftem Geschmack, in Salzsäure unter reichlicher Entwickelung von Kohlensäure löslich, die Lösung giebt mit Wasser verdünnt sowohl mit Ferro- wie Ferricyankalium einen blauen Niederschlag. Anw. Wie Ferr. oxyd. saccharat. Lässt sich ersetzen durch eine Mischung von gepulvertem Eisenvitriol und doppelt kohlensaurem Natron in obigem Verhältnisse, vorausgesetzt, dass die geringe Menge schwefelsauren Natriums, welche dabei entsteht, nicht berücksichtigt zu werden braucht. Ferruni lactienm. Milchsaures Eisenoxydnl, Eisenlaktat. Fe (C3 H0 03)2 3 H2 0. Wird erhalten durch Eintragen von metallischem Eisen in
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eine in Milchsäuregährung befindliche Flüssigkeit oder besser durch Vermischen einer alkoholischen Lösung von Natriumlaktat mit Ferrochloridlösung.
Bildet entweder grünlichweisse Krusten oder ein grünlieh-weisses, aus nadellormigen Krystallen bestehendes Pulver von eigentümlichem Gerüche. Es löst sich in 38,2 T. Wasser von gewöhnlicher Temperatur langsam zu einer grünlichgelben, schwach sauer reagierenden Flüssigkeit, in welcher Ferricyan-kalium sofort einen starken blauen Niederschlag (Ferrosalz), Ferrocyankalium nur eine schwache Bläuung verursacht (Spuren von Ferrisalz). — Es löst sich ferner in 12 T. siedendem Wasser, in Spiritus ist es so gut wie unlöslich. — Beim Erhitzen auf dem Platinblecb verkohlt es unter Verbreitung eines karamel­artigen Geruches und verbrennt dann schliesslich unter Hinter­lassung von rotem Eisenoxyd.
Prüf. Die kalt gesättigte wässrige Lösung soll sowohl auf Zusatz von Bleiacetat (Schwefelsäure, Citronensäure, Wein­säure) als auch nach dem schwachen Ansäuern mit Salz­säure auf Zusatz von Schwefelwasserstoffwasser nur schwach getrübt werden. (Ferrisalz giebt zur Abscheidung von Schwefel Veranlassung.) Ebenso soll sich die mit Salpeter­säure angesäuerte wässrige Lösung gegen Baryumchlorid verhalten (Schwefelsäure). Wird die wässrige Lösung mit einigen Tropfen verdünnter Schwefelsäure lü Minuten lang gekocht und nach dem Erkalten mit Natronlauge neutralisiert, so darf sie Fehling'sche Lösung auch in der Hitze nicht reduzieren. Eine Abscheidung von Kupferoxydul würde auf Verunreinigung durch Zucker, Stärke, Dextrin schliessen lassen. Das Erhitzen mit verdünnter Schwefelsäure hat den Zweck, nicht reduzierende Kohlehydrate in reduzierenden Invertzucker zu verwandeln. — Wird das Eisenlaktat mit konz. Schwefelsäure zusammen gerieben, so dürfen keine Gase sich entwickeln, auch darf die Mischung sich nicht braun färben (Zucker, Weinsäure). — Anw. Innerlich in Pulverform als mildes Eisenpräparat.
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Fermm sulfnricum. Vitriolum Martis. Eisen­vitriol. Fe S04 7 H2 0 (45,5 0/0 Krystallwasser). Wird im Grossen gewonnen durch Rösten der Schwefelkiese und Auslaugen der gerösteten Masse,
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auch häufig als Nebenprodukt, z. B. bei der Alaun-fabrikation, bei der Kupfergewinnimg; ferner durch Auflösen von Eisen in verdünnter Schwefelsäure und Krystallisieren der Lösung.
Bildet frisch dargestellt hellbläulich grüne, schiefe rhombische Säulen. Das käufliche Salz kommt ge­wöhnlich in dicken Krystallkrusten vor, meistens grün, auch wohl bräunlich, durch basisches Oxydsalz oder teilweise weiss (verwittert), löslich in 2 T. Wasser; beim Erhitzen verliert es sein Krystallwasser und ver­wandelt sich in ein schmutzig weisses Pulver. Selbst eine sehr verdünnte Lösung giebt mit Ferricyankalium einen dunkelblauen, mit Baryumnitrat einen weissen in Salzsäure unlöslichen Xiederschlag. Prüf. Zuweilen ist es mit anderen Salzen verunreinigt, namentlich mit schwefelsaurem Kupfer- und Zinkoxyd. Kupfer wird erkannt durch Schwefelwasserstoft, oder indem in die Auflösung eine blanke Messerklinge gestellt wird, welche sich hei Gegenwart von Kupfer rötet. Zink, indem die mit Salpetersäure erhitzte Auflösung mit Ammoniak ge­fällt wird; in der abfiltrierten Flüssigkeit darf durch Schwefel-ammoninm kein weisser Niederschlag entstehen; ist der Niederschlag fleischrot, so enthält der Eisenvitriol Mangan. Anw. Blutbildendes Mittel; Adstringens bei Diarrhöen, Magendarmblutungen, Schleimflüssen; bei Anämie in kleinen Gaben; äusserlich als Streupulver oder 2—5 0/0ige Lösung; zum Desinfizieren von Ställen und Dunggruben. Bei inner­lichen Blutungen. Pferd 10—15,0; Kind 15—25,0; Hund 0,1—1,0.
Ferrum sulfuricum purum. Durch Auflösen von reinem Eisen in reiner verdünnter Schwefelsäure und Filtrieren der noch warmen Lösung in Wein­geist, wobei das Ferrosulfat als Krystallmehl ausfällt und rasch zwischen Filtrierpapier ohne Anwendung von Wärme ge­trocknet wird.
Ferrum sulfuricum siccum. Enthält nur l1/, Moleküle Krystallwasser und wird durch Erhitzen von reinem Ferrosulfat im Wasserbade erhalten.
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ff Hydrargyrum praecipitatnm album.
Hydrargyrum amidato bicMoratum. Hydrar­gyrum ammoniato muriaticum. Mercurius prae-cipitatus albus. Weisser Präcipitat. NH2HgCl. Eine Auflösung you Merkurichlorid in Wasser wird unter Umrühren mit Salmiakgeist versetzt, so dass dieser etwas vorwaltet. Der erhaltene Niederschlag ward ausgewaschen und in gelinder Wärme getrocknet. Weisse, leichte, zu einem lockern Pulver zerreibliche Stücke, nicht in Wasser, aber in warmer Salpetersäure leicht löslich. Mit Aetznatronlauge erhitzt, scheidet sich unter Entwickehmg von Ammoniak gelbes Queck­silberoxyd ab. Vor Licht geschützt aufzubewahren. Prüf. Beim Erhitzen darf er nicht schmelzen, muss sich aber vollständig verflüchtigen. (Abwesenheit des sog. schmelzbaren Präcipitats, (NI^ Hg . Cl2). Löst er sich in verdünnter Salpetersäure nicht vollkommen, so enthält er Merkurichlorid. Weder an Wasser noch an Weingeist darf er etwas abgeben (Chlorammonium, Merkurichlorid). Anw. Nur äusserlich gegen chronische und parasitäre Haut­ausschläge, chronische Ophtalmieen, Hornhautflecken.
ünguentum Hydrargyri album, ünguentum Praeoipi-tati albi, Hydrargyr. praecip. alb. 1 T., ünguent. Paraffini 9 T., werden auf die Weise gemischt, dass man zuerst das Salz mit einigen Tropfen Wasser höchst fein zerreibt.
tfHydrargyrum bicMoratum.
Hydrargyrum muriaticum corrosivum. Mercurius sublimatus corrosivus. Merkurichlorid. Queck­silberchlorid. Aetzsublimat. Quecksilber­sublimat. Hg Cl2. Man erhitzt Quecksilber mit konzentrierter Schwefel­säure, wodurch jenes unter Entwickelung von schwef­liger Säure in eine Merkurisulfat bestehende weisse Salzmasse verwandelt wird. 5 T. hiervon werden dann
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mit 5 T. Chlornatriums genau gemengt und in passen­den Gefässen der Sublimation unterworfen.
Sublimiertes Quecksilberchlorid bildet weisse, durch­scheinende, krystallinisch-strahlige Massen, die sich leicht zu weissem Pulver (Merkurochlorid gelblich!) zerreiben lassen und beim Ritzen einen weissen Strich zeigen (Merkurochlorid gelb!). Es schmeckt scharf, anhaltend widerlich-metallisch, wirkt höchst giftig, löst sich in 16 T. kaltem und 3 T. kochendem Wasser und krystallisiert aus der heiss gesättigten Lösung beim Erkalten in weissen, durchsichtigen, vielseitigen, mit 2 Flächen zugespitzten Säulen. Von Alkohol bedarf es bei gewöhnlicher Temperatur 3 T., von Aether 4 T. zur Lösung; die Lösung reagiert sauer. Beim Erhitzen schmilzt das Merkurichlorid und verflüchtigt sich ohne Zersetzung. (Merkurochlorid schmilzt vor der Ver­flüchtigung nicht). Silbernitrat fällt aus der Lösung weisses Silberchlorid, Jodkalium scharlachrotes Merkuri-jodid löslich im Ueberschusse. Es werde vor Licht geschützt aufbewahrt. Prüf. Wird das Quecksilber durch Schwefelwasserstoff aus­gefällt, so darf das farblose Filtrat beim Verdampfen keinen Eückstand hinterlassen. Wird das hierbei erhaltene Mer-kurisulfld mit Ammoniak geschüttelt, so darf das Filtrat nach dem Ansäuern auf Zusatz von Schwefelwasserstoff kein gelbes Schwefelarsen abscheiden. Anw. Innerlich in der Mensohenheilkunde bei Syphilis; äusserlich als hervorragendes Antiseptikum der Chirurgie und bei Ausspülungen; Antiparasitikum in 10/0iger Lösung, zur Desinfektion von Ställen in 1 0/00 Lösung, zum Aetzen in Pulverform oder als Pasta. Aufgelöst in Wasser oder Weingeist und in Salbenform. Zu Salben ist er mit etwas Wasser vorher recht fein zu zerreiben. Die wässrige Auf­lösung wird sehr befördert durch Zusatz von Kochsalz, die weingeistige durch Zusatz von Kampfer. Zur Bereitung der verdünnten Sublimatlösung, welche zu Desinfektions­zwecken viel gebraucht wird, verwendet man mit Vorteil
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die leichtlöslichen Suhlimat-Kochsalzpastillen, oder man setzt auf 7 T. Sublimat 1 T. Kochsalz zu und kann dann statt des dest. Wassers Brunnenwasser als Lösungsmittel verwenden. Der Sublimat eignet sich vortrefflich zum Konservieren anatomischer Präparate von trockner Beschaffenheit, nament­lich, wenn demselben Kreosot hinzugesetzt wird. Eine zu diesem Zweck brauchbare Flüssigkeit erhält man nach folgender Vorschrift: 2 T. Sublimat, 2 T. Kampfer werden in 40 T. Alkohol aufgelöst und der Auflösung 1 T. Kreosot hinzugefügt. Mit dieser Lösung werden die frischen Teile bestrichen, zum Trocknen aufgehängt und das Bestreichen einige Male wiederholt. Bei Membranen genügt ein ein­maliges Bestreichen.
*Aqua phagadaenica lutea.
Aqua Calcariae 300 T., Hydrarg. bichlorat. 1 T. Der Sub­limat wird fein zerrieben mit dem Kalkwasser gemischt.
Eine trübe, gelbes Quecksilberoxyd absetzende Plüssigkeit, welche beim Gebrauch umgeschüttelt werden muss.
*Cereoli Sublimati corrisivi. Sublimatfäden. Hydrargyrum bichloratum, Gummi arabicum, von jedem 5 y, Aqua destillata 8 g, werden in einem Mörser zerrieben und mit dieser Masse dicker Bindfaden (Packbindfaden), welcher straft angezogen ist, mittelst eines Pinsels überstrichen. Der Ueber-zug wird nach dem Trocknen einige Male wiederholt. Obige Mischung genügt für etwa 120 cm Fadenlänge.
*Gelatina Sublimati. 10/0 Sublimatlösung 2 T., Glycerin 4 T, Gelatine 1 T., werden im Wasserbade zusammengeschmolzen.
*Kobertson'sches KastrierpiTlver. Hydr. bichlorat., Hydr. oxydat., je 1 T., Bolus 2 T.
fHydrargyrum chloratiuu. Hydrargyrum muriaticum mite. Mercurius dulcis. Calomelas. Kalomel. Quecksilberchlorür. Merkurochlorid.
HgCl. Merkurichlorid und metallisches Quecksilber wer­den gemischt und der Sublimation unterworfen. Die
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erhaltenen weissen Stücke werden in einem Porzellan­mörser unter Zusatz von destilliertem Wasser und mit­telst Schlämmens zu einem zwischen den Fingern durch­aus zart anzufühlenden Pulver präpariert. Es werde gegen das Licht geschützt aufbewahrt.
Ein höchst feines, zwischen den Fingern sich zart anfühlendes, gelblich weisses, schweres Pulver, durch das Licht sich bräunlich färbend, in der Hitze völlig flüchtig, unlöslich in Wasser und Weingeist. Beim Er­hitzen mit Natronlauge schwärze es sich, ohne Ammoniak zu entwickeln. (Merkurichlorid wird gelbrot, Präcipitat entwickelt Ammoniak.) Prüf. Die durch Sublimation erhaltenen schweren krystallinisch-strahligen Stücke lassen sich vom ähnlichen Merkurichlorid schon durch den gelblichen Strich, welchen sie beim Ritzen geben, unterscheiden, sowie durch das gelbweisse Pulver beim Zerreiben. Das durch Fällung einer Mer-kuronitratlösung mit Salzsäure erhaltene, sog. präcipitierte Kalomel sowie das folgende Präparat sind rein weisse Pulver und werden erst beim Eeiben gelblich, auch zeigen sie unter dem Mikroskope andere Formen. — Angefeuchtet und auf ein blankes Eisenblech gelegt, darf es auf dem­selben binnen einer Minute keinen dunklen Fleck erzeugen (Abwesenheit von giftigem Merkurichlorid). Anw. In kleinen Dosen Darmdesinfiziens und Styptikum, in grossen Dosen Laxans auch bei entzündlichen Zuständen. Innerlich in Pulver und Pillen, weniger zweckmässig im Schütteltrank. Aeusserlich in Salbenform oder als feines Pulver, z. B. bei chronischen Augenentzündungen. Als Laxans Pferd 3—8,0; Bind 1—5,0; Schaf 0,2—0,5; Schwein 1—4,0; Hund 0,02—0,1.
*Aqua phagadaenica nigra seu mitis.
Aqua Calcariae 60 T., Hydrargyrum chloratum mite 1 T.
Mische durch Schütteln in einem Glase. Eine durch aus­geschiedenes Quecksilberoxydul schwärzlich getrübte Flüssigkeit, welche vor dem Dispensieren umgeschüttelt werden muss.
f Hydrargryruin chloratum mite vapore paratum.
Leitet man die bei der Sublimation entstehenden Koloinel-
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dämpfe behufs schneller Erkaltung' in einen grösseren, kalten Raum oder hesser in Wasserdampf, so erhält man das Kalomel als feines, weisses Pulver, unter dem Mikroskop aus kleinen Prismen bestehend.
Prüf. Wie bei Kalomel.
A n w. Wegen der stärkeren Wirksamkeit innerlich in kleineren Dosen wie Kalomel, namentlich aber iiusserlioh in der Augenheilkunde.
ff Hydrargyrum bijodatum. Hydr. jodatum rubrumseu perjodatum. Quecksilberjodid. Eotes Jodquecksilber. Merkurijodid. Hg J2. Wird durch Fällen von Merkurisalzlösung mit Ka-liumjodid hergestellt. Der Niederschlag wird auf einem Filter gesammelt, einige Male nachgewaschen, zwischen Fliesspapier in gelinder Wärme getrocknet und, gegen das Licht geschützt, aufbewahrt.
Scharlachrotes Pulver, welches am Lichte braun wird, beim Erhitzen schmilzt und in gelben Täfelchen oder Schuppen sublimiert, welche bei der geringsten Berührung wieder rot werden. In Wasser ist es kaum löslich, dagegen in 130 T. kaltem Alkohol und in wässrigen Lösungen verschiedener Salze, z. B. des Jodkaliums, Chlorkaliums; Chlorammoniums.
Prüf. Die Reinheit ergiebt sich aus den Eigenschaften. Wasser mit Quecksilberjodid geschüttelt, darf weder durch Schwefelwasserstoff noch durch Silbemitrat verändert werden (Abwesenheit von Merkurichlorid).
Anw. Zu Einreibungen bei Gewebsverdichtungen und Ueber-beinen 1:5—20; zu zerteilenden Einreibungen 1:20—30 Fette. Aeusserlich als Salbe, in Lösung mit Jodkalium, (2 T. Quecksilberjodid, 1 T. Jodkalium, 12-24 T. Alkohol).
*Unguentum Hydrargyri bijodati. Hydrargyrum bijodatum 1 T., Adeps suillus 9 T., werden in der Weise gemischt, das man zuerst das Jodid mit einein Teile Pett höchst fein reibt, darauf das übrige Fett hinzufügt.
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*Unguentum Hydrargyri bijodati fortius. Englische rote Spatsalbe. Hydrargyrum bijodatum rubrum 30 g, Unguentum basilioum 120 g, Oleum Crotonis 30 Tropfen werden innig gemischt. Die Ernst'sche Spatsalbe ist ein Gemenge von Hydrargyrum bi­jodatum, 2 T., mit Unguentum Cantharidum, 20 T.
tf Hydrargyrum cyanatuin. Quecksilbercyanid. Hg(CN),.
Durch Lösen von HgO in Blausäure und Abdampfen erhalten.
Farblose, durchscheinende, säulentörmige Krystalle, welche sieh in 12,8 T. kaltem, 3 T. siedendem Wasser und 14,5 T. Weingeist lösen, in Aether aber schwer löslich sind.
1 T. Quecksilbercyanid, mit 1 T. Jod in einem Probierrohre schwach erhitzt, giebt zuerst ein gelbes, später rot werdendes und darüber ein weisses, aus nadeiförmigen Krystallen bestehen­des Sublimat. Prüf. Die wässrige, neutrale Lösung (1: 20) darf, mit einigen
Tropfen Silbernitratlösung versetzt, einen Niederschlag nicht
geben. Auf Platinblech vorsichtig erhitzt, sei es ohne
Rückstand flüchtig. Anw. Beim Menschen gegen Syphilis.
*ff Hydrargyrum jodatum. Hydr. jodatum flavum. Quecksilberjodür. Gelbes Jodquecksilber. HgJ. 8 T. Quecksilber und 5 T. Jod werden in einem Porzellan­mörser, durch Alkohol stets feucht erhalten, so lange gerieben, bis keine Quecksiberkügelchen mehr wahrzunehmen sind. Das so erhaltene Präparat wird mit Weingeist ausgewaschen, an einem massig warmen Orte im Dunkeln getrocknet, und in wohl verschlossenem, gegen das Licht geschützten Glase auf­bewahrt.
Feines, amorphes, gelblich grünes Pulver, im Lichte bräun­lich werdend, beim Erhitzen sich in Quecksilber und Quecksilber-jodid zersetzend. In Wasser ist es fast unlöslich, in Alkohol und Aether unlöslich. Prüf. Alkohol damit geschüttelt und abfiltriert, darf durch Schwefelwasserstoffvvasser nicht getrübt werden (Abwesen­heit von Quecksilberjodid). Es sei völlig flüchtig. Anw. In Salbenform äusserlich. Innerlich in Pulvern oder Pillen. Wirkt schwächer wie Merkurijodid.
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ff Hydrargyrum oxydatum.
Mercurius praecipitatus ruber. Quecksilber-oxyd. Roter Pracipitat. Hg 0. Wird erhalten durch Erhitzen eines Gemenges von salpetersaurem Quecksilberoxyd nnd metallischem Quecksilber im Porzellantiegel bis zur völligen Ver­treibung der Salpetersäure. Das so erhaltene krystalli-nische feuerrote Oxyd wird ganz fein verrieben, wobei die Farbe in Gelbrot übergeht.
Es ist in Wasser unlöslich, in Salz- oder Salpeter­säure leicht löslich. Beim Erhitzen im Probierröhrchen verflüchtigt es sich unter Quecksilberabscheidung. Prüf. Mit Oxalsäurelösung geschüttelt (1 : 12), gebe es kein weisses Salz. (Unterschied von auf nassem Wege erhaltenem Oxyd.) Auf Platinblech erhitzt, sei es vollkommen flüchtig (fremde, nicht flüchtige Beimengungen). Die Lösung in kalter, verdünnter Schwefelsäure darf beim Ueberschichten mit Ferrosulfat keine braune Zone geben (Salpetersäure). In Salpetersäure sei es völlig löslich und die mit Wasser verdünnte Lösung werde durch Silbernitrat nicht getrübt (Chloride). Es werde vor Licht geschützt aufbewahrt. Anw. Zerteilendes Mittel, leichtes Aetzmittel, auf Ekzeme, Geschwüre und Fisteln, 1 : 5—10 Eett oder als Pulver; bei chron. Augenentzündungen 1 : 10—50 Fett. Aeusserlich mit anderen Pulvern oder in Salbenform. Seltener innerlich.
Unguentum Hydrargyri rubrum. Rote Queck­silbersalbe. Hydrargyrum oxydatum 1 T., Unguentum Paraffini 9. T.
ft Hydrargyrum oxydatum rubrum via liumida paratnm.
Gelbes Quecksilberoxyd. Man giesst Quecksilberchloridlösung (2 : 20) in kalte ver­dünnte Natronlauge (6 : 10), wäscht den gesammelten Nieder­schlag mit warmem Wasser gut aus und trocknet ihn vor dem Lichte geschützt bei 30deg;. Dieses Präparat ist ein amorphes, zartes, gelbes Pulver, welches sich bei der Prüfung wie das rote Oxyd verhalte. Mit Oxalsäurelösung geschüttelt, wird es sofort weiss, indem Mercurioxalat gebildet wird. Anw. Wegen der feinen Pulverung namentlich zu Augensalben.
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*ttHydrargyrnm oxydnlatnin nigrnm. Schwarzes Queck-silberoxydul. Hg20. Wird erhalten durch Fällen einer verdünnten Losung von reinem oxydfreien salpetersauren Quecksilberoxydul mit Kali­oder Natronlauge und Auswaschen des Niederschlages. Ein feines samtschwarzes Pulver. Anw. In Pillen, Latwergen, mit Fett zu Salben wie Oxyd.
*Hydrargyrnm sulfnratum iiigruin. Aethiops mineralis. Schwarzes Schwefelquecksilber. HgS. Hydrargyrum 200 T., Sulfur depuratum 32 T., werden in einem Porzellanmörser unter öfterem Anfeuchten mit Wasser so lange gerieben, bis mit der Loupe keine Quecksilberkügelchen mehr sichtbar sind.
Es ist ein feines, schweres, schwarzes Pulver, unlöslich in Wasser, Weingeist, sowie auch in Salzsäure und Salpetersäure. Anw. In Pillen oder Latwergen. Aeusserlich zu Salben.
Kalium aceticum. Terra foliata Tartari. Essigsaures Kali. C2H3K02.
Wird gewonnen durch Neutralisation von doppelt kohlensaurem Kalium mit verdünnter Essigsäure und Eindampfen der gewonnenen Salzlauge bis zur Trockne.
Ein krystallinisches, sehr weisses, fast neutrales, an der Luft leicht zerfliessendes Salz, löslich in 0,36 T. Wasser und in 1,4 T. Weingeist; die Lösung färbt sich mit Eisenchlorid dunkelrot und giebt mit Weinsäure
die Kaliumreaktion
Es muss in gut schliessenden Ge-
fassen aufbewahrt werden Prüf. Es soll frei sein von Metallen und Schwefelsäure und
darf nur Spuren von Chlor enthalten. Anw. Wie Natr. und Kai. bicarbonicum; namentlich als
lösendes und harntreibendes Mittel. Dosierung wie bei
obigen Präparaten. Unangenehm ist das rasche Zerfliessen.
Man kann es deswegen mit anderen, namentlich wasserhaltigen
Salzen nicht zu Pulver mischen, indem das Gemische sofort
flüssig- wird. (Vergl. bei Natrium aceticum.)
Liquor Kalii acetici enthält in 3 T. 1 T. essigsaures Kalium Spez. Gew. 1,76—1,80.
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Kalium Mcarbonicuin. Saures kohlensaures Kalium. Doppelt kohlensaures Kalium. KHCOg. Wird durch Einleiten von reiner Kohlensäure in eine massig konzentrierte Lösung von Kaliumkarhonat erhalten. K2C03 H20 C02 = 2KHC03.
Das gebildete Kaliumhikarbonat fällt, da es in Wasser weniger löslich ist wie das Kaliumkarbonat, als krystallinisches Pulver aus, welches durch Umkrystallisieren gereinigt wird. Das Kaliumbikarbonat bildet farblose, luftbeständige, nicht hygroskopische Krystalle, welche sich in etwa 4 T. Wasser langsam auflösen. Die Lösung reagiert schwach alkalisch. In Alkohol ist das Salz unlöslich. Wird es mit Säuren zusammen­gebracht, so erfolgt Kohlensäureentwickelung unter stürmischem Aufbrausen. — Ein Ueberschuss von Weinsäure erzeugt in der wässrigen Lösung einen weissen krystallinischen Niederschlag von saurem weinsaurem Kalium. Die wässrige Lösung giebt heim Erhitzen Kohlensäure ab, indem das Kaliumhikarbonat in Kaliumsesquikarhonat übergeht. Es sind daher Lösungen von Kaliumhikarbonat stets bei mittlerer Temperatur anzufertigen. Beim Glühen verwandelt es sich unter Abgabe von Wasser und Kohlensäure in Kaliumkarbonat. Prüf. Werden 5 g Kaliumhikarbonat mit 5 ccm kaltem Wasser übergössen und die nach Verlauf von 5 Minuten dekantierte Flüssigkeit mit 45 ccm Wasser verdünnt, so darf auf Zusatz von 2 Tropfen Quecksilberchloridlösung kein rotbrauner Niederschlag entstehen. (Kaliumkarhonat; dasselbe geht beim Behandeln des Bikarbonates mit einer zur Lösung unzureichenden Menge Wasser vorzugsweise in Lösung und giebt mit Quecksilberchlorid rotbraunes Queck-silberoxychlorid.) — Im übrigen wird die Prüfung, wie unter Kaliumkarhonat angegeben, ausgeführt. Anw. Innerlich in Lösung.
Kalium broinatum. Kali hydrobromicum. Bromkalium. KBr.
Wird in analoger Weise wie das Jodkalium gewonnen.
Es bildet weisse, würfelförmige Krystalle, die an der Luft beständig, in 2 T. Wasser und 200 T. Wein­geist löslicb sind. Wird die wässrige Lösung mit etwas Chlorwasser versetzt und dann mit Chloroform ge-
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schüttelt, so wird dieses rotgelb gefärbt; mit über­schüssiger Weinsäure entsteht bald ein weisser laystal-linischer Niederschlag von Kaliumhydrotartarat.
Prüf. Muss die Flamme sofort violett färben (Abwesenheit von Natrium). Bläuen die Krystalle sofort befeuchtetes Lackmuspapier, so enthalten sie Kaliumkarbonat. Baryum-nitrat zeigt durch weisse Fällung Sulfate an. Mit ver­dünnter Schwefelsäure auf weisser Unterlage Übergossen, darf es sich nicht sofort färben, es würde dann bromsaures Kali enthalten. Wird die wässrige Lösung mit etwas Ferri-chloridlösung und Chloroform versetzt, so darf nach dem Umschütteln das Chloroform sich nicht violett färben (Jod-kaliura). Ferrocyankaliura verändre die wässrige Lösung nicht. Anw. Beruhigungsmittel bei allen Erregungszuständen des Gehirns, als Anaphrodisiacum, am besten in Pillenform. Pferd 20—30,0; Kind 25—50,0; Schwein, Ziegen 5—10,0; Hund 0,25—3,0.
Kalium carbonicum crudum. Cineres clavellati.
Pottasche. K2C03. Wird in holzreichen Ländern, wie Kordamerika, Russland, Illyrien, aus der Holzasche gewonnen, indem man dieselbe auslaugt, die Lauge eindampft, und den Rückstand glüht: ferner wird sie jetzt in grosser Menge aus der Asche des Wollschweisses und der Schlempe von Rübenmelasse gewonnen; ausserdem aus den Stass-furter Abraumsalzen (dem Chlorkalium) durch ein, dem Leblancquot;sehen Sodaprozess analoges Verfahren.
Weisse, gelbliche, bläuliche oder grünliche, geruch­lose, körnige Salzmassen, welche sehr scharf alkalisch schmecken, an der Luft feucht werden und zuletzt ganz zerfliessen. Die wässerige Lösimg braust beim üeber-sättigen mit Weinsäure auf und lässt einen krystallini-schen Niederschlag von Kaliumhydrotartarat fallen. Prüf. Gute Pottasche muss möglichst weiss sein und sich mindestens zu ils in ihrem gleichen Gewichte Wasser auf­lösen. Giebt die mit einer Säure übersättigte Lösung einen Niederschlag mit Schwefehvasserstoftwasser, so sind fremde
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Metalle vorhanden. Die rohe Pottasche der Pharma-kopöe soll weiss sein und 900/0 kohlensaures Kalium ent­halten. Man stelle sich diese Sorte aus den geringeren dar, indem man letztere mit gleichviel Wasser längere Zeit stehen lässt und dann die ahgegossene Lösung, zuletzt unter Umrühren, zur staubigen Trockne verdampft. Anw. Innerlich und äusserlich wie Natriumkarbonat. Kalium carbonicum. Kalium carbonicum purum. Sal Tartari. Reines Kaliumkarbonat. Eohe Pottasche lässt sich durch Umkrystallisieren nicht von den verunreinigenden Salzen trennen. Früher wurde das reine Salz durch Verbrennen eines Gemisches von Weinstein mit Kaliumnitrat erhalten und der kohlige Rückstand mit Wasser ausgezogen; die filtrierte Lösung lieferte beim Ab­dampfen reines Kaliumkarbonat (Kalium carbonicum e Tartaro.) Am leichtesten und jetzt ausschliesslich geschieht die Dar­stellung durch Glühen des leicht rein erhaltbaren Kalium-bicarbonates. 2KHC08=KjC08 HjO C02. Liquor Kalii carbonici; Kalium carbonicum solutum. Kalium carbonicum 11 T., Aqua destillata 20 T. löse und filtriere. Da das kohlensaure Kalium etwas Wasser enthält, so enthält der Liquor SS'/s 0/o Kj CO3.
*tKalium causticuiu fusum. Lapis causticus Chirurgorum. Aetzkali. Kaliumliydroxyd. KOH.
Liquoi* Kalii caustici wird in einem blanken eisernen Kessel möglichst rasch verdampft, bis ein Tropfen auf Metall nach dem Erkalten vollständig erstarrt. Das so gewonnene Aetzkali wird in einer silbernen Schale ge­schmolzen und in eiserne Formen gegossen.
Weisse, trockene, stark ätzende, schwer zerbrech­liche, auf dem Bruche krystallinische Stäbchen oder Stücke, an der Luft zerfliessend. Die mit überschüssiger Weinsäure versetzte wässerige Lösung giebt einen Niederschlag von Kaliumhydrotartarat. Prüf. Mit einem Ueberschuss von Schwefelsäure gemischt,
darf es Indigolösung nicht entfärben (Salpeter). In 2 T.
Wasser gelöst und mit 4 T. Weingeist gemischt, darf es
nur einen sehr geringen Bodensatz abscheiden (Chloride,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,
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Sulfate, Nitrate, Thonerde etc.) Die gleiche Lösung mit 5 T. Kalkwasser gekocht gebe ein Piltrat, welches mit überschüssiger Salpetersäure nicht aufbrause (der Gehalt an Kaliumkarbonat soll nicht zu gross sein). Anw. Als äusserliches Mittel in Substanz oder in konzen­trierter Auflösung zum Aetzen, in verdünnter Auflösung (Vj bis 5 0/0) zum Waschen. *Pulvis causticus Viennensis, Wiener Aetzpulver. Kalium causticum 5 T., Calcaria caustica 6 T. werden ge­mischt. Wird das Pulver mit etwas Wasser zur Pasta gemacht, so erhält man die Pasta caustica.
f Liquor Kalii caustici. Kalium liydricum solutum. Lixivium causticum. Aetzkalilauge.
Pottasche wird mit Wasser in einem blanken Eisen­kessel zum Sieden erhitzt und dann so lange ein aus Aetzkalk und Wasser bereiteter Brei eingetragen, bis eine abfiltrierte Probe mit überschüssiger Salzsäure nicht mehr aufbraust. Nachdem unter möglichster Vermeidung von Luftzutritt die Flüssigkeit sich geklärt hat, hebert man dieselbe ab, übergiesst den Rückstand nochmals mit Wasser und trennt nach dem Absetzen die Flüssig­keit wieder mit dem Heber. Die gemischten Flüssig­keiten werden in einem blanken Eisenkessel bis zum spez. Gew. 1,126 — 1,130 abgedampft.
Die so erhaltene, oftizinelle Lauge bildet eine farb­lose oder schwach gelbe, ätzende Flüssigkeit, welche 150/0 Kaliumhydroxyd enthält.
Bei dem billigen Preise des Kalium causticum fusum ist die Darstellung aus diesem durch einfaches Lösen in Wasser vorzuziehen. Anw. u. Prüf, wie bei Aetzkalium.
Kalium chloricnra. Chlorsaures Kali. KC!03. Wird im grossen gewonnen, indem man ein in Wasser verteiltes Gemenge von Chlorkalium und Kalkhydrat mit Chlor sättigt. Es bildet sich Chlorcalcium und
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chlorsaures Kali, welches letztere durch Krystallisation ausgeschieden und durch Umkrystallisieren gereinigt wird. Wasserhelle, perlmutterglänzende, rhombische Tafeln, die sich in 16 T. kalten und 3 T. kochenden Wassers lösen. Beim Erhitzen entwickelt es Sauerstoffgas, mit brennbaren Stoffen zusammengebracht explodiert es, mit Chlorwasserstoffsäure entwickelt es Chlor, mit über­schüssiger Weinsäure giebt es weissen Niederschlag von Kaliumhydrotartarat. Prüf. Die wässrige Lösung darf sich nicht durch Schwefel­wasserstoff (Metalle), Ammoniumoxalat (Calcium), Silber­nitrat (Chloride) verändern. 1 g mit 5 Cc Natronlauge und je 0,5 g Zinkfeile und Eisenpulver erhitzt, entwickle kein Ammoniak (Nitrate, durch H in Ammoniak übergehend). An w. Innerlieh als Antisepticum besonders bei Blasenkatarrhen; äusserlich namentlich bei Geschwüren der Maulhöhle in 1—3 0/0iger Lösung. Vorsicht beim Dispensieren. Bandl. S.66.
f Kalium dichromic um. Kaliumbichromat. Eotes- oder Doppelt- chromsaures Kalium. K2Cr207. Dunkelgelbrote Krystalle, in 10 T. Wasser löslich, beim
Erhitzen zu einer braunroten Flüsssigkeit schmelzend.
Die wässerige Lösung (1 = 20) rötet blaues Lackmuspapier;
sie färbt sich beim Erhitzen mit 1 Eaumteile Salzsäure unter
allmählichem Zusätze von Weingeist grün. Prüf. Die mit Salpetersäure stark angesäuerte wässerige Lösung (1 = 20) darf weder durch Baryumnitrat-, noch durch Silbernitratlösung verändert werden, die mit Ammoniak­flüssigkeit versetzte wässerige Lösung darf sich, auf Zusatz von Ammoniumuxalatlösung, nicht trüben. Anw. Aeusserlich zu scharfen Einreibungen; in 10—20 T. Wasser gelöst wirkt es ähnlich wie Kantharidensalbe. Innerlich gegen Sj'philis beim Menschen in wässriger Lösung.
Kalium jodatiun. Kali hydrojodicum. Jodkalium. KJ. In erwärmter Aetzkalilauge wird so viel Jod gelöst, bis die Flüssigkeit hellbräunlich erscheint. Unter Zu-
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satz von ungefähr 1I des angewandten Jods an Kohlen­pulver wird dieselbe eingedampft und zur Zerstörung des neben dem Jodkalium entstandenen Kaliumjodats gelinde geglüht. Durch Auslaugen mit Wasser und Krystallisieren der Lauge erhält man das Jodkalium.
Farblose, würfelförmige Krystalle, von scharf salzi­gem Geschmack, in trockner Luft unveränderlich, in feuchter Luft gelb werdend und Kohlensäure anziehend, in 3/4 T. Wasser und in 12 T. Alkohol löslich.
Die mit etwas Chlorwasser versetzte wässrige Lösung erteilt beim Schütteln mit Chloroform demselben eine violette Färbung; mit überschüssiger Weinsäure gemischt, scheidet sie bald einen weissen Niederschlag von Kalium-hydrotartarat ab.
Prüf. Auf Natrium, Sulfate und Karbonate wie bei Brom-kaliura, Die wässrige Lösung darf weder durch Schwefel­wasserstoff (Metalle) gefallt, noch nach dem Versetzen mit Schwefelsäure und Stärkekleister sofort gebläut werden (Jodsäure, HJO3 5 HJ = 3 H20 -|- 6 J.) Mit einem Körnchen Ferrosulfat und einem Tropfen Ferrochlorid versetzt und nach Zugabe von Natronlauge gelinde erwärmt, darf die wässrige Lösung nicht blau gefärbt sein, wenn man sie mit Salzsäure übersättigt (Cyangehalt, heriührend von einem Gehalt des Jodes an Jodcyan). Einen Chlorgehalt erkennt man, wenn die Lösung mit salpetersaurem Silberoxyd voll­ständig gefällt, der Niederschlag mit verdünntem Aetz-ammonium Übergossen und filtriert wird. Das Filtrat mit Salpetersäure übersättigt, darf binnen 10 Minuten nicht bis zur Undurchsichtigkeit getrübt werden. 1 g des Salzes mit 5 Gc Natronlauge und je 0,5 y Zinkfeile und Eisen­pulver erwärmt, entwickle kein Ammoniak (Nitrate).
Anw. Innerlich gegen einfachen Kropf und zur Resorption von Krankheitsprodukten; Gegengift gegen chronische Metall­vergiftungen; in der Menschenmedizin Speziflkum gegen tertiäre Syphilis; als Antipyretikum und Nervinum selten. Pferd, Eind 10—20,0; Schaf, Schwein 2—5,0; Hund 0,2—2; in steigenden Dosen.
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Unguentum Kalii jodati.
Kalium jodatum 2 T., Adeps suillus 17 T. Das Jodkalium
wird in 1 T. heissem Wasser aufgelöst, darauf das Fett hinzu-
gemischt. Um das Gelbwerden der Salbe zu verhüten, kann
man nach dem Arzneibuche I/20 Natrium thiosulfuricum zusetzen.
Kalium permanganicum. Kalium hyperman-ganicum. üebermangansaures Kali. K Mn 04. Wird erhalten durch Schmelzen von Braunstein mit Aetzkalium und Kaliumchlorat oder Salpeter; das hier­bei gebildete Kaliummanganat wird durch Wasser und Kohlensäure in rotes Kaliumpermanganat übergeführt, welches durch Krystallisation abgeschieden wird.
üunkelviolette, fast schwarze, stahlglänzende Pris­men, welche in 20,5 T. Wasser mit blauroter Farbe löslich sind. Die wässrige Lösung ist neutral und wird durch reduzierende Körper (Eisenoxydulsalze, schweflige Säure, Weingeist etc.) entfärbt. Leicht verbrennliche Substanzen verpuffen beim Verreiben mit dem trocknen Salze. (Band I. S. 66). Werde vor Licht geschützt. Prüf. Erhitzt man das Salz mit der 4fachen Menge Wein­geist und etwa der öOfachen Menge Wasser zum Kochen, so scheidet sich alles Mangan als Hydrat ab; in der nun farblosen Flüssigkeit soll durch Silber- und Baryumnitrat kefne Fällung entstehen (Chloride, Sulfate, Karbonate), auch soll dieselbe mit Schwefelsäure und Zink versetzt, durch Jodkaliumstärkekleister nicht gebläut werden (Chlorate und Nitrate). Anw. Zum Desinfizieren bei stinkenden, jauchigen Effluvien, zu desinfizierenden Waschungen in wässriger Lösung von 0,5 und mehr auf 100. Bei Bedarf grösserer Mengen kann man das käufliche Salz, Kalium hypermanganicum venale, benützen, welches von mangansaurem Kali grün gefärbt ist. Beim Lösen desselben in Wasser bleibt ein beträcht­licher Rückstand, von dem man die Auflösung abgiesst. Man nimmt 1 T. käufliches Salz auf 50 bis 100 und mehr T. Wasser. Die Auflösung muss in Flaschen oder Porzellan-gefässen geschehen, Holzgefässe müssen vermieden werden.
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Kalium nitricum. Nitrum. Salpeter. KNO3. Im grossen durch Auslaugen der Salpetererde ge­wonnen; aus den Laugen wird zuerst der braune Eoh-salpeter, darauf durch ümkrystallisiereu der gereinigte Salpeter dargestellt. Ferner durch Zersetzung des Na­tronsalpeters (Chilisalpeters) mit Chlorkalium (Stassfurter Abraumsalz). Luftbeständige, farblose, durchsichtige, unregelmässig sechsseitige Säulen; schmeckt stechend salzig, bitterlich, kühlend, schmilzt bei schwacher Kot­glühhitze, erstarrt beim Erkalten mit strahligem Gefüge und löst sich in 4 T. kalten und weniger als dem halben Gewichte siedenden Wassers auf, in Alkohol fast un­löslich. Auf glühende Kohlen gestreut, zersetzt er sich mit lebhaftem Funkensprühen. Die wässrige Lösung giebt mit überschüssiger Weinsäure einen weissen Nie­derschlag von Kaliumhydrotartarat; sie nimmt nach Zusatz von Schwefelsäure und überschüssiger Ferro-sulfatlösung eine braunschwarze Farbe an. Prüf, Die Auflösung im Wasser muss neutral sein, darf durch salpetersaures Baryum, Schwefelwasserstoff und Schwefel­ammonium gar nicht, durch salpetersaures Silher nur wenig verändert werden. Anw. Innerlich als Diuretikum und bei akutem Gelenk-rheumatiämus in allen Formen. Aeusserlich zum Kühlen infolge der beim Auflösen stattfindenden Wärmebindung. Pferd, Bind 10-25,0; Schaf, Schwein 2-5,0; Hund 0,2—0,5.
*Pomentatio frigida Schmuckeri. Ammonram chloratum, Kalium nitricum pulv., je 5 g, Aqua fontana 200 g, Acetum 50 g. Die angegebene Mischung von Wasser und Essig wird durch den Zusatz der beiden Salze um 2,5deg; R. abgekühlt (Temperatur der Flüssigkeit vor der Mischung 13deg;. nach der Mischung 10,5deg;). Sie ist demnach an Wirkung dem Oxycrat (S. 177) ungefähr gleich zu stellen.
Kalium sulfuricum. Tartarus vitriolatus. Arcanum duplicatum. Schwefelsaures Kali. Doppelsalz. K2S04. Wird ähnlich wie Natriumsulfat aus Chlorkalium und Schwefel­säure, oder Chlorkalium und Magnesiumsulfat dargestellt; ferner
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als Nebenprodukt, z. B. bei Bereitung der Salpetersäure aus salpetersaurem Kali mit Schwefelsäure, bei der Eeinigung der Pottasche etc. Durch Wiederauflösen, Neutralisieren der Lauge mit kohlensaurem Kali, wenn sie freie Schwefelsäure enthält, und Umkrystallisieren wird das Salz gereinigt. Es kommt in zusammenhängenden Krystallkrusten oder weissen harten Kry-stallen in den Handel, welche hart und luftbeständig sind, beim Erhitzen dekrepitieren, in starker Rotglühhitze schmelzen, sich in 10 T. kalten, in 4 T. kochenden Wassers lösen. Die Lösung hat einen salzig bitterlichen Geschmack und giebt mit über­schüssiger Weinsäure einen weissen Niederschlag von Kalium-hydrotartarat, mit Baryumnitrat von Baryumsulfat. Prüf. Die Lösung muss neutral sein. Einen Gehalt an Kupfer und Blei erkennt man durch Schwefelwasserstoff, einen Gehalt an Eisen durch Sohwefelammonium. Ammonium-oxalat und Silbernitrat geben keine Fällung. Auf Zusatz von konzentrierter Schwefelsäure und einer Lösung von Eisenvitriol darf sich diese nicht braun färben (HNCy.
Anw. In Latwergen und Pillen wie Natr. sulfuricum, aber nur in halber Dosis.
Kalium sulfuratum. Hepar Sulfuris, Schwefel-leber. K2S3 gemengt mit K2S203 und K2S04. Sulfur depuratum und Kali carbonicum depuratum werden gemischt, in einem geräumigen eisernen Gefässe zu einer gleichförmigen Masse geschmolzen, welche in einen eisernen, mit Kreide ausgestrichenen Mörser aus­gegossen, nach dem Erkalten gepulvert, und rasch in gut schliessende Gefässe gegeben wird. Stücke von leber­brauner, später gelbgrüner Farbe, welche schwach nach Schwefelwasserstoif riechen, an feuchter Luft zerfliessen und sich in der doppelten Menge Wasser bis auf einen geringen Rückstand zu einer alkalischen, opalisierenden gelbgrünen Flüssigkeit auflösen. Diese Lösung mit Essig­säure erwärmt, entwickelt unter Abscheidung von weissem Schwefel reichlich Schwefelwasserstoff und scheidet nach dem Filtrieren mit überschüssiger Weinsäure versetzt,
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bald weisses krystallinisches Kalimnhydrotartarat ab. (Wenn nicht, so liegt Natrium sulfuratum vor.)
Kalium sulfuratum pro balneis wird mit ge­wöhnlicher Pottasche bereitet und ist zum tierärztlichen Gebrauch bei äusserlicher Verwendung rein genug. Zu innerlicher Verwendung ist es meistens nicht zu gebrau­chen. Beim Auflösen in Wasser bleiben die der Pott­asche anhängenden Verunreinigungen zurück.
Anw. Gegengift bei akuten Metallvergiftungen; Zerteilungs-mittel bei chronischen Hautverdickungen, 1:10—15 Fett; hei Räude 5—10 0/0ige Waschungen. Pferd, Rind 10—20,0; Schwein 0,5—2,0; Hund 0,1—1,0.
Kalium tartaricum. Kaliumtartrat. C4H4K206.
Durch Neutralisation von Weinsteinlösung mit Kaliumkar-honat und nachheriges Abdampfen erhalten.
Farblose, durchscheinende, luftbeständige Krystalle, die in 0,7 T. Wasser, in Weingeist nur wenig löslich sind, beim Er­hitzen unter Entwickelung von Karamelgeruch verkohlen und dann einen alkalisch reagierenden, die Flamme violett färbenden Rückstand hinterlassen. Die konzentrierte, wässerige Lösung des Salzes giebt mit verdünnter Essigsäure einen in Natronlauge löslichen, weissen, krystallinischen Niederschlag von Weinstein.
Prüf. Wenn 1 g des Salzes in 10 ccm Wasser gelöst, und die Lösung mit 5 ccm verdünnter Essigsäure geschüttelt wird, so darf die von dem ausgeschiedenen Krystallmehle durch Abgiessen getrennte Flüssigkeit, mit gleich viel Wasser verdünnt, durch 8 Tropfen Ammoniumoxalatlösung innerhalb einer Minute nicht verändert werden (Kalk),
Die wässerige Lösung (1: 20) verändere Lackmuspapier nicht und werde durch Schwefelwasserstoffwasser nicht ver­ändert. Dieselbe Lösung, mit Salpetersäure angesäuert, darf durch Silbernitratlösung nur opalisierend getrübt werden.
20 ccm der vorgenannten wässerigen Lösung dürfen durch 0,5 ccm Kaliumferrocyanidlösung nicht verändert werden.
Beim Erwärmen mit Natronlauge darf Kaliumtartrat nicht Ammoniak entwickeln. Anw. Wie Weinstein. Entbehrlich.
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Liquor Ammonii acetici. Spiritus Mindereri. Liquor Ammonii caustici 10 T., Acidum aceticum dilutum, so viel zur Sättigung nötig ist (11—11,5 T.), dann mische hinzu Aqua destillata, so viel, dass das Ge­wicht der ganzen Flüssigkeit 30 T. beträgt. Eine neutrale, farblose Flüssigkeit, frei von empyreumatischem Gerüche; der Geschmack ist etwas salzig; enthält ungefähr 150/0 wasserfreies, essigsaures Ammonium, C2 H3 (NH4) 02, bei einem spez. Gew. von 1,032.
Prüf. Sei in der Hitze völlig flüchtig; werde durch Schwefel­ammonium nicht dunkel gefärbt, und mit Salpetersäure ver­setzt weder durch Chlorbaryum noch Silbernitrat getrübt. Anw. Als Expektorans und schweisstreibendes Mittel in Gaben wie Amm. chloratum.
Liquor Ammonii caustici. Spiritus Salis
Ammoniaci. Salmiakgeist. Gelöschter Kalk, Wasser und Chlorammonium werden in eisernen Destillier-Apparaten erhitzt und das sich entwickelnde Gas, nachdem es durch Waschflaschen geleitet wurde, in dest. Wasser geleitet. Man gewinnt zuerst eine konz. Lösung (300/0), welche mit der ent­sprechenden Menge Wassers verdünnt wird.
Er ist eine klare, farblose, völlig flüchtige Flüssig­keit, von sehr starkem Ammoniakgeruche, stark alka­lischer Reaktion und dem spez. Gewicht von 0,960 ent­sprechend 100/0 wasserfreiem Ammoniak, NH3. Prüf. Darf weder für sich, noch nach der Neutralisation mit Essigsäure empyreumatisch riechen, weder durch Kalkwasser, noch durch oxalsaures Ammonium, sowie nach dem Ansäuren mit Salpetersäure weder durch salpetersaures Silber noch durch salpetersaures Baryum getrübt werden, in welchen Fällen kohlensaures Ammonium, Chlorcalcium, Chlorammonium oder schwefelsaures Ammonium angezeigt würden. Einen Metallgehalt erkennt man durch Schwefelwasserstoff, wo­durch die Flüssigkeit nicht verändert weiden darf.
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Anw. Nervinuin excitans; Absorbens bei Blähsucht; Gegen­gift bei Säurevergiftung; Bxpektorans als Liq. Ammonii anisatus; wegen der ätzenden Wirkung auf die Schleim­häute nur verdünnt oder mit Althäapulver zur Pille ge­macht. Ein T. Salmiakgeist giebt mit 2 T. Althäapulver eine Masse, welche gleich verbraucht werde. Aeusserlich zu reizenden Einreibungen, am besten als Liniment, ammo-niatum. Pferd 5—10,0; Bind 10—20,0; Schaf, Schwein 1—2,0.
Linimentum ammoniatum. Linimentum volatile.
Flüchtige Salbe. Flüchtiges Liniment.
Oleum Olivarum 4 T., Liquor Ammonii caustici 1 T. schüttele
in einem Glase bis zur Bildung eines gleichförmigen Linimentes.
Ist vor der Anwendung umzuschüttein. Wird das Liniment zu
dick, so kann man es durch Zusatz von Spiritus flüssiger machen.
#9830;Linimentum ammoniato saponatum. Spirit, saponat. 5 T., Aqua 30 T,, Liquor Ammonii 15 T.
Linimentum ammoniato-camphoratum. Linimentum volatile camphoratum. Flüchtiges Kampferliniment. Oleum camphoratum 4 T., Liquor Ammonii caustici 1 T., schüttele in einem Glase u. s. w. wie oben.
*Linimentum acre. Scharfe Einreibung. Oleum Terebinthinae, Liquor Ammonii caustici, je gleiche Teile, werden gemischt. Vor dem Dispensieren umzuschüttein.
Liquor Ammonii anisatus. 01. Anisi 1 T., Spiritus 24 T., Liquor Ammonii caust. 5. T.
#9830;Liquor Ammonii coeruleup. Spiritus coeruleus. Blauer Spiritus. Spiritus Lavandulae, Spiritus Eosmarini, je 10 T., Liquor Ammonii caustici 5 T., Aerugo pulverata 1 T. werden ge­mischt so lange hingestellt, bis die Flüssigkeit blau geworden ist, und filtriert.
#9830;Kestitutionsfluidum. Fluidum. Natrium chloratum 100 T., Aqua destillata 600 T., Spiritus 400 T., Liquor ammonii caustici 250 T., Spiritus camphoratus 90 T., Aether 36 T. Das Kochsalz wird in dem Wasser ge­löst, darauf die übrigen Teile hinzugefügt, dann die Flüssigkeit durch Dekantieren und Filtrieren geklärt.
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Liquor Ferri albuiuinati. Eisenalbuminatlosung. Wird durch Fällen von Eisenoxychlorid mit Eiweiss, lösen des Niederschlages mit alkalischem Wasser, Zusatz von Wein­geist, Zimmtwasser und Tinct. aromatica erhalten. Rotbraune Flüssigkeit, fast ohne Eisengeschmack, in 1000 T. enthaltend 4 T. Eisen. Anw. Vom Magen gut ertragenes Eisenmittel.
Liquor Ferri acetici. Eisenacetatlösung. Erhalten durch Auflösen von frisch gefälltem Eisenoxyd­hydrat in verdünnter Essigsäure, Filtrieren der Lösung und Zu­setzen von Wasser, bis das spez. Gewicht 1,087—1,091 beträgt. Vor Licht zu schützen. 100 T. enthalten 5 T. Eisen als Fe (C2H302)2 (OH). Als Eisenmittel innerlich und äusserlich angewendet.
Tinctura Ferri acetici aetherea. Liquor Ferri acet. 8 T., Spiritus 1 T., Aether acet. 1 T.
Liquor Ferri jodati. Eisenjodürlösung, (50 % Fe J2). Erhalten durch Einwirkung von 8 T. Jod auf 3 T. Eisen mit 10 T. Wasser, abfiltrieren der Lösung sowie die braune Färbung grünlich geworden ist. Wegen seiner leichten Zer-setzbarkeit werde das Präparat nur bei Bedarf bereitet und den vom Arzte verordneten flüssigen Mischungen zugesetzt. Ist Ferrum jodatum verschrieben oder soll es einer Pillenmasse zugesetzt werden, so ist die Lösung in einer eisernen Schale schnell zu verdampfen. Gegenwart von Zucker vermindert die Zersetzbarkeit, weshalb man nur den durch Zusatz von Zucker und Wasser darzustellenden 5 0/0 Fe J2 enthaltenden Sirupus Ferri jodati und das durch Zusatz von Michzucker und Ein­dampfen zur Trockne erhaltene Ferrum jodatum saccharatum vor­rätig hält.
Anw. Bei Anämie in Verbindung mit Drüsenanschwellungen etc.
Liquor Ferri oxychlorati. Flüssiges Eisenoxychlorid. Eisenchloridlösung wird mit Wasser verdünnt, und das Ge­misch in verdünnte Ammoniakflüssigkeit unter Umrühren ge­gossen. Der entstandene Niederschlag wird vollständig aus­gewaschen, abgepresst, mit Salzsäure versetzt, nach dreitägigem Stehen bis zur vollständigen Lösung gelinde erwärmt, und diese
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Flüssigkeit durch Wasserzusatz auf das spez. Gewicht von 1,050 gebracht. Braunrote, klare, geruchlose Flüssigkeit von wenig zusammenziehendem Geschmacke, welche in 100 T. nahezu 3,5 T. Eisen als Fe Cl3 8Fe (05)3. enthält.
Anw. Mildes Eisenmittel. Wird an Stelle von Liquor Ferri oxydati dialysati dispensiert.
Liquor Ferri sesquichlorati. Eisenchloridlösung. (100/0 Fe als Fe Cls.) Sclimiedeeisen (Draht oder Nägel) werden in Salzsäure gelöst und die Auflösung mit einem kleinen Ueber-schusse des Eisens zur Ausfällung des etwa vorhandenen Kupfers und Bleies eine halbe Stunde lang digeriert und filtriert. Dem Filtrate wird behufs Ueberführung des Ferrochlorids in Ferrichlorid ein Gemenge von Acidum hydrochloricum und Acidum nitricum zugesetzt und so lange erhitzt, bis Dämpfe von Stickdioxyd nicht mehr entweichen und die Lösung gelbrot geworden ist. Hierauf wird bis zur Syrupkonsistenz eingedampft und vor dem Erkalten mit soviel Wasser verdünnt, dass das Gesamt­gewicht das 10 fache des aufgelösten Eisens beträgt.
Tief gelbbraune, klare Flüssigkeit vom spez. Gew. 1,280—1,282, welche mit Wasser verdünnt durch Silber­nitrat weiss, durch Ferrocyankalium blau gefällt wird. Sie werde vor Licht geschützt aufbewahrt, da sonst Ferrochlorid und Chlor, respektive Salzsäure entstehen. Prüf. Darf bei Annäherung eines mit Ammoniak befeuchteten Glasstabes keine weissen Nebel geben (freie Salzsäure), noch genähertes Jodkaliumstärkepapier bläuen (freies Chlor). Bläut Ferricyankalium den verdünnten Liquor, so ist Ferro­chlorid zugegen. Beim Schütteln mit überschüssigen Aetz-ammoniak erhalte man ein farbloses Filtrat (Abwesenheit von Kupfer), welches nach dem Abdampfen und Glühen keinen Etickstand (Metalle, Erden etc.) hinterlasse, und mit Schwefelsäure und Ferrosulfat keine braune Zone (Salpeter­säure) gebe. 1 ccm mit 3 ccm Zinnchlorürlösung versetzt, soll sich binnen einer Stunde nicht färben (Arsen).
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Anw. Innerlich mit 6—8 T. Wasser verdünnt bei Magen-und Darmblutungen. Pferd, Kind 2—5,0; Schaf 0,2—0,5; Hund 0,01—0,05. Aeusserlich unverdünnt zum Blutstillen. Als Aetzmittel unverdünnt.
Ferrum sesquichloratum. Eisenchlorid. Pe2Cl() 12H20 (40 0/0 Krystallwasser). 1000 T. Eisenchloridlösung werden auf 483 T. abgedampft und zum Erstarren an einen kalten Ort gestellt.
Gelbliche, krystallinische, trockne, an feuchter Luft bald zerfliessende, in gelinder Wärme schmelzende, in Wasser, Wein­geist und Aether lösliche Masse. Prüf. In gleichen Teilen Wasser gelöst zeige es dieselbe
Reinheit, wie Liquor Perri sesquichlorati. Anw. Zum Blutstillen und Aetzen äusserlich, auch innerlich in Pillen wie Liquor Ferri sesquichlorati.
Liquor Natrii silicici. Natronwasserglas.
Enthält 33—360/0 Na2 Si3 07. Wird erhalten durch Schmelzen von Quarzsand, Soda und Holzkohle, Ausziehen der Schmelze mit Wasser und Abdampfen bis zum spez. Gewichte 1,30—1,40. Klare, farblose oder gelbliche, alkalische Flüssigkeit, welche durch Säuren gallertartig gefällt wird. Prüf. Mit Salzsäure übersättigt und zur Trockne verdampft, gebe sie, unter Zurücklassung unlöslicher Kieselsäure ein Filtrat, welches die Flamme intensiv gelb färbt. Der Rück­stand werde durch Schwefelwasserstoffwasser nicht dunkel gefärbt (Schwermetalle). Mit gleichen Teilen Weingeist gemischt, nehme derselbe keine stark alkalische Reaktion an (Aetzende Alkalien). Werde mit Korkverschluss auf­bewahrt, da Glas- oder Steinstopfen festkitten. Anw. Zur Herstellung fester Verbände bei Knochenbrüchen; braucht aber 12—20 Stunden zum Festwerden.
fLiquor Plumbi snbacetici. Acetum plumbicum
s. Saturni. Plumbum hydrico aceticum solutum.
Bleiessig. Etwa 26 0/0 Pb (0H)2 2 Pb (C2H3 02)2
enthaltend.
Bleiacetat 3 T. und durch Erhitzen von Kohlensäure
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befreite Bleiglätte 1 T. werden gemischt und im Dampf­bade erhitzt, bis sie zu einer weissen Masse geschmolzen sind; alsdann werden 10 T. Wasser zugesetzt, die Flüssig­keit in einem verschlossenen Gef ässe zum Absetzen zur Seite gestellt und endlich filtriert.
Eine klare, farblose Flüssigkeit von schwach alka­lischer Reaktion und von 1,235—1,240 spez. Gew. Prüf. Enthält häufig etwas Kupfer, welches aus der Blei-glätte stammt und ihm eine grünliche Parhe giebt; mit Wasser verdünnt, mit kohlensaurem Ammonium im Ueher-schuss gefällt und filtriert, besitzt dann das Filtrat eine blaue Farbe. Wird der Bleiessig über metallischem Blei aufbewahrt, so wird das Kupfer daraus entfernt. Anw. Kühlendes Adstringens bei Hautentzündungen, Ver­brennungen, Dekubitus, als Salbe oder 1 : 50—100 Wasser.
Aqua Plumbi. Aqua Goulardi. Bleiwasser. Acetum Saturni 1 T., Aqua destill. 49 T. werden ge­mischt. Es sei etwas trübe. Vor der Abgabe werde es ge­schüttelt. Wurde früher mit Brunnenwasser hergestellt und daher infolge des entstandenen Bleikarbonats etc. milchigweiss.
ünguentum Plumbi. Unguentum Sarturni. Bleisalbe. Bleicerat, Werde durch Mischen von 19 T. Schweinfett oder Vaseline mit 2 T. Bleiessig womöglich nur vor der Dispensation bereitet.
*Linimentum Plumbi seu Saturni. Acetum Saturni 1 T., Oleum olivarum 2 T.
Unguentum Plumbi tannici. Tannin-Bleisalbe.
Acidum tannicum 1 T. werde mit Acetum Plumbi 2 T. zu einem gleichmässigen Brei verrieben, welcher mit Adeps suillus 17 T. eine gute Salbe gebe.
Werde nur zur Abgabe bereitet und an Stelle von Plum­bum tannicum pultiforme seu Unguentum contra decu-bitum dispensiert.
*tLiquor Sübii chlorati. Liquor Stibii muriatici. Butyrum Antimonii. Spiessglanzbutter. Ist eine Auflösung von etwa 33 % Chlorantimon, SbC^, in Salzsäure, welche gewöhnlich so bereitet wird, dass ein Teil
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fein präpariertes Sehwefelantimon mit 5 Teilen roher Salzsäure im Sandbade erhitzt wird, wobei sich Schwefelwasserstoff ent­wickelt. Die erkaltete Flüssigkeit wird durch Asbest filtriert und dann auf 15 Teile eingedampft und mit so viel Salzsäure verdünnt, dass das spez. Gew. 1,34—1,36 beträgt.
Eine klare Flüssigkeit, von rötlich gelber Farbe, dicklicher Konsistenz. Mit Wasser vermischt, scheidet sich ein reichlicher weisser Niederschlag ab (Antimonoxychlorid). Mit H2S Wasser entsteht orangefarbenes Sb2 S3. Anw. Zum äusserlichen Gebrauche, zum Aetzen.
f Lithargyrnin. Plumbum oxydatum. Bleiglätte. Bleioxyd. Pb 0. Wird beim Abtreiben des silberhaltigen Bleis als Neben­produkt gewonnen und stellt ein aus glänzenden Schuppen be­stehendes gelblich weisses (Silherglätte) oder rötliches (Gold­glätte) Pulver dar, dessen spez. Gew. 9,2; löst sich in ätzenden Alkalien, in Essigsäure und Salpetersäure; mit Kohle erhitzt, wird es zu metallischem Blei reduziert; an der Luft zieht es allmählich Kohlensäure an, und braust dann mit Säure auf.
Wird nass zwischen Steinen gemahlen, abgeschlemmt und getrocknet und stellt dann das offizineile Präparat, ein gelbes oder rötlich gelbes Pulver dar. Prüf. Muss sich in Essigsäure oder Salpetersäure leicht und vollständig lösen. Den Kupfergehalt der Bleiglätte ent­deckt man durch Digestion mit kohlensaurem Ammonium welches dadurch blau gefärbt wird. Anw. Zur Bereitung vieler Bleipräparate.
Emplastrum Lithargyri. Emplastrum diachylon sim­plex. Emplastrum Plumbi simplex. Bleipflaster. Hauptsächlich Pb (Ci8 H33 02)2 enthaltend. Olivenöl und Schweinefett, von jedem 5 T., werden in einem geräumigen kupfernen Kessel zum Sieden erhitzt, alsdann 5 T. präparierte Bleiglätte nach und nach unter anhaltendem Rühren und häufigem Zugusse von kochendem Wasser eingetragen und so lange gekocht, bis- die Glätte fast vollkommen gelöst, die rötliche Farbe der Masse in eine weissliche übergegangen ist und Pflasterkonsistenz erhalten hat, welche daran zu erkennen, dass eine Probe in kaltem Wasser erstarrt und nicht mehr fettig und klebend anzufühlen ist. Das fertige durch Dekantieren
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von der ungelösten Glätte befreite Pflaster knete mit Wasser und rolle es in Stangen aus.
Es muss weisslich, in der Kälte spröde, in der Wärme zähe, nicht fettig anzufühlen sein und darf keine ungelöste Bleiglätte enthalten. Dient als Grundlage für viele Pflaster.
Emplastrum adhaesivum. Heftpflaster. Emplastrum Lithargyri 500 T., werden geschmolzen und bis zur Verdampfung allen Wassers gekocht und der grau­gewordenen Masse bei 60 — 80deg; zugesetzt Cera flava 50 T., sowie eine geschmolzene Mischung aus Eesina Dammar. 50 T., Colophonium 50 T., Terebinthina 5 T.
Lithium carbonicum. Kohlensaures Lithium. Li2 C03. Wird durch Fällen von Lithiumchlorid mit Ammonium­karbonat erbalten.
Weisses, beim Erhitzen schmelzendes und beim Erkalten zu einer krystallinischen Masse erstarrendes Pulver, löslich in 150 T. siedendem oder kaltem Wasser, mit alkal. Eeaktion, unlöslich in Weingeist. Färbt mit Salzsäure befeuchtet die Flamme karminrot.
Prüf. In Salpetersäure löse es sich unter Aufbrausen; die Lösung werde weder durch Baryum- oder Silbernitrat, noch nach Uebersättigen mit Ammoniak durch Schwefelammonium oder Ammoniumoxalat verändert. 0,1 Lithiumkarbonat in einigen Tropfen Schwefelsäure gelöst, muss mit 4 T. Wein­geist eine klare Flüssigkeit geben (Abwesenheit von Mg, Ka, Na.) Anw. Gegen Harnsteine und Gicht.
Magnesium carbonicnm.
Magnesia hydrico-carbonica. Magnesia alba. Kohlensaure Magnesia. Bittererde. 4MgC03 Mg(OH)2 4H20. Durch Fällung von Magnesiumsulfat mit kohlen­saurem Natrium in der Siedehitze; der ausgewaschene Niederschlag wird in länglich viereckige Formen gedrückt und getrocknet. Kommt in viereckigen Stücken in den Handel, die sehr locker sind und sich leicht zu einem
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voluminösen Pulver zerreiben lassen, welches blendend weiss und geschmacklos ist, angefeuchtetes rotes Lack­muspapier schwach bläut, und in Wasser unlöslich ist. In verdünnter Schwefelsäure löst es sich unter Auf­brausen zu einer Flüssigkeit, welche nach dem Ueber-sättigen mit Ammoniak auf Zusatz von Chlorammonium und Natriumphosphat einen weissen, krystallinischen Niederschlag (Mg.NH4.P04) giebt. Prüf. Muss rein weiss, locker und gehörig ausgewaschen sein; das damit digerierte Wasser darf nur schwach alkalisch reagieren und beim Eindampfen nur einen geringen Rück­stand hinterlassen. Die Lösung in verdünnter Salpetersäure darf durch Ammoniumkarbonat nicht verändert und weder mit salpetersaurem Silber, noch mit Chlorbaryum merkliche Niederschläge geben. In verdünnten Säuren muss sie sich leicht und ohne Rückstand auflösen. Die mit Ammoniak neutralisierte Auflösung darf von Oxalsäure und Schwefel­ammonium nicht getrübt werden. Anw. Gegen Säuren im Magen oder Darm; Gegengift für Metallsalze. Pferd, Bind 15—30.0; Kalb, Schaf, Schwein 5—15,0; Hund 0,5—2,0.
Magnesium sulfuricum. Salanglicum. Salamarum s. Sedlizense s. Epsomense. Sal catharticum. Schwefelsaure Magnesia. Bittersalz. Englisches Salz. Schwefelsaure Bittererde. Mg S04 7H2 0 (50 0/0 Krystallwasser). Durch Eindampfen des Bitterwassers und Krystalli-sieren erhalten; auch durch Zersetzung der Chlormag­nesium haltenden Mutterlaugen der Salzsolen durch schwefelsaures Natrium bei Siedhitze, wobei Chlomatrium abgeschieden wird und aus der abgegossenen Flüssigkeit das Bittersalz nach dem Konzentrieren auskrystallisiert. Als Nebenprodukt wird sie in den Mineralwasserfabriken bei Entwickelung der Kohlensäure aus Magnesit oder Dolomit mit Schwefelsäure gewonnen.
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, Krystallisiert bei langsamer Abkühlung in farblosen, durchsichtigen, geraden rhombischen Säulen von be­trächtlicher Grosse. Das im Handel befindliche Salz wird in der Krystallisation gestört, und erscheint daher in kleinen, spiessigen, glänzenden Krystallen. Schmeckt kühlend bitter, verwittert nicht an der Luft, wird aber, wenn es Chlormagnesium oder Chlorcalcium enthält, leicht ein wenig feucht; es ist in 0,8 T. kalten und in 0,15 T. heissen Wassers löslich. Es gebe wie die Lö­sungen von Magnes. carbon, in Schwefelsäure die Mag­nesium- und ausserdem Schwefelsäurereaktion.
Prüf. Die Auflösung darf nicht sauer reagieren. Metalle erkennt man durch Schwefelwasserstoff, einen Gehalt an Eisen durch Schwefelammonium oder Ferrocyankalium. Wenn nach Zusatz von Chlorammonium mit oxalsaurem Ammonium ein Niederschlag entsteht, so ist Kalk zugegen. Einen Chlorgehalt erkennt man nach Zusatz von etwas Salpetersäure durch salpetersaures Silberoxyd. Eine Bei­mischung von fein krystallisiertera schwefelsauren Natron entdeckt man durch die dauernde Gelbfärbung der nicht-leuchtenden Flamme.
Anw. Wie Natr. sulfuricum, zugleich Amarum.
Magnesium sulfuricum siccum.
Bittersalz wird auf dem Wasserbade unter Umrühren so lange erhitzt, bis es 35—37 0;'0 seines Gewichtes verloren hat. Ein Aveisses Pulver, welches nach der Ph. G. dispensiert werden soll, wenn Magnesium sulfuricum in Pulverform verlangt wird.
Magnesia usta. Magnesia calcinata. Gebrannte Magnesia. MgO.
Kohlensaures Magnesium wird einer massigen Glüh­hitze so lange ausgesetzt, bis eine Probe, mit Wasser angerührt, sich in Säuren ohne Aufbrausen auflöst. Nach dem Erkalten in gut schliessenden Gläsern auf­zubewahren.
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Weisses, lockeres in Wasser fast unlösliches Pulver, in verdünnter Salzsäure ohne Aufbrausen löslich. Die Lösung gebe die Magnesiumreaktion (siehe Magnesium­karbonat). Prüf. Wie Magnes. carbonica.
Anw. Als Gegenmittel bei Vergiftungen mit Säuren oder Metallsalzen als Magnesiamilch (Lae Magnesiae), welche aus 1 T. gebrannter Magnesia mit 60 T. Wasser, die man in einem Glase zusammenschüttelt, bereitet wird. Ein Gemisch von gebrannter Magnesia mit Chlorwasser (1 T. auf 50 T.) ist unter dem Namen unterchlorigsaures Magnesium gegen Phosphorvergiftung empfohlen. Pferd, Rind 10—25,0; Schaf, Ziege 5—10,0; Schwein 2—5,0; Hund 0,2—1,0.
tMiiiiuiu. Plumbum oxydatum rubrum. Mennige. PbaO,,. Wird fabrikmässig bereitet, indem man gelbes Bleioxyd, geschlämmte Bleiglätte oder Bleiweiss in eigens dazu kon­struierten Oefen mit starkem Luftzuge zum Dunkelrotglühen erhitzt und dann sehr langsam erkalten lässt.
Ein scharlachrotes, schweres Pulver, von 8,62—9,19 spez. Gew., welches beim Erhitzen vorübergehend dunkler wird; wird von Wasser nicht aufgelöst, entwickelt in der Glühhitze Sauerstoff; Salpetersäure löst daraus Bleioxyd auf und hinter-lässt einen braunen Kückstand von Bleisuperoxyd; mit Salzsäure erwärmt, bildet es unter Chlorentwicklung weisses krystallini-sches Chlorblei (Unterschied von anderen physikalisch ähnlichen roten Körpern). Prüf. Wird Mennige bei Gegenwart von Zucker oder Oxal­säure mit Salpetersäure erwärmt, so muss sie sich fast völlig lösen. (Hierbei wird das Bleisuperoxyd zu löslichem Bleioxyd reduziert). Anw. Ausser zu folgendem Pflaster kaum.
Emplastruin fuscum camphoratum. Mutterpflaster. 30 T. feingepnlverte Mennige werden mit 60 T. gemeinem Olivenöl unter fortwährendem Umrühren gekocht, bis die Masse eine schwarzbraune Farbe angenommen hat. Darauf werden 15 T. gelbes Wachs und 1 T. Kampfer mit 1 T. Olivenöl ver­rieben, hinzugefügt. Mutterpflaster sei schwarzbraun, zähe und rieche nach Kampfer.
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Natrinm caustic inn. Aetznatron. Na OH.
Bereitung, Prüfung und Eigenschaften wie bei Kalium causticum. Dasselbe gilt vom Liquor Natrii caustici, wel­cher 15 0./0 Na OH enthalten soll.
Das im Handel unter dem Namen Sodastein oder Seifen­stein vorkommende Aetznatron enthält gegen 40 0/0 Verun­reinigungen, schwefelsaures Natrium, Schwefelnatrium etc. Es eignet sich jedoch sehr gut zum Desinfizieren von infizierten Ställen, da es leichter zu beschaffen ist, als das durch Kochen mit Kalk zu bereitende Präparat. 500 Gramm auf 1 Eimer Wasser geben eine Lösung, welche zum Abscheuern der zu desinfizierenden Gegenstände benutzt werden kann. Wirkung nach neueren Untersuchungen zweifelhaft.
Natrium carbonicnm crndum.
Natrium carbonicum crystallisatum crudum. Sal Sodae. Kohlensaures Natron. Soda.
Na2 C03 10 H, 0 (63%, Krystallwasser).
Wird fabrikmässig aus Kochsalz bereitet, welches man durch Schwefelsäure in schwefelsaures Natrium verwandelt; letzteres wird entwässert, mit kohlensaurem Kalk und Kohle zum Schmelzen erhitzt, die geschmolzene Masse wird mit Wasser ausgelaugt, und aus der Lauge durch Abdampfen und Krystallisieren Soda gewonnen, die man nochmals umkrystallisiert (Leblanc'sches Ver­fahren). Neuerdings wird dieses Verfahren durch das von Solvay immer mehr verdrängt: Beim Einleiten von Kohlendioxyd in eine mit Ammoniak gesättigte Koch­salzlösung fällt Natriumbikarbonat aus, welches durch Erhitzen in Monokarbonat verwandelt, aufgelöst und aus-krystallisiert wird. Auch aus Kryolith durch Schmelzen mit Aetzkalk und Behandeln mit Kohlendioxyd stellt man Soda her: (AI F3 3 Na F) 3 Ca 0 = Nag AI O3 -f 3 Ca F2. - 2 Na3 AI 08 -|- 3 C02 3 H20 = 2 AI (OH)3 3Na2C03.
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Soda krystallisiert in farblosen, durchsichtigen, schief­rhombischen, wasserhaltigen Säulen. Die im Handel befindliche stellt farblose, krystallinische Salzmassen dar; an der Luft verwittert sie leicht und zerfällt zu einem weissen Pulver, beim Erhitzen schmilzt sie im Krystall-wasser und verwandelt sich durch Verdampfung desselben nach und nach in wasserfreies Salz. Letzteres schmilzt in der Rotglühhitze, ohne seine Kohlensäure zu verlieren. Das wasserhaltige Salz löst sich bei gewöhnlicher Tem­peratur in 2 T. Wasser, braust mit Säuren auf und färbt die Flamme intensiv gelb.
A n w. Zur Hautreinigung; Eeizmittel für chronische Exantheme;
innerlich Natriumhikarbonat (siehe dieses) vorzuziehen.
Natrium carbonicum purum oder depuratum. Gereinigte
Soda. Man löst rohe Soda in der gleichen Gewichtsmenge warmen
Wassers auf, filtriert und lässt auskrystallisieren. Prüf. Die Lösung desselben darf sich nach Uebersättigung mit Salpetersäure durch salpetersaures Silberoxyd und Chlorbaryum nicht trüben. Sowohl die alkalische als auch die mit Salzsäure sauer gemachte Lösung darf auf Zusatz von Schwefelwasserstoffwasser nicht verändert werden. Schwefelnatrium entdeckt man, indem man das Salz mit verdünnter Schwefelsäure versetzt, wobei sich Schwefel-wasserstoft entwickelt. Zuweilen enthält es unterschweflig-saures Natrium. Salpetersaures Silberoxyd giebt mit einer so verunreinigten Soda einen weissen, bald schwarz werden­den Niederschlag. Verdünnte Schwefelsäure scheidet in diesem Falle aus der Lösung Schwefel ab, unter Entwickelung von schwefliger Säure.
Natrium carbonicum siccuin. Entwässerte Soda. Na2 C 03 -f- 2H20. (25 0/o Krystallwasser).
Grob zerriebenes Natriumkarbonat wird einer 25deg; nicht über­steigenden Wärme ausgesetzt, bis es zerfallen ist, hierauf bei 40—60deg; so lange getrocknet, bis es die Hälfte seines Ge­wichtes verloren hat und dann durch ein Sieb geschlagen. Wenn Natriumkarbonat zu Pulvern verordnet wird, ist das entwässerte Salz zu nehmen. In gut verschlossenen Gefässen aufzubewahren.
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Natrium bicarbonicnm. Natrium hydrocarboni-cum. Natrium carbonicum acidulum. Doppelt kohlensaures Natrion. NaHCOg. Wird jetzt fast ausschliesslicb bei dem Solvay'sehen Sodaprozess (S. 222) gewonnen. Früher stellte man es dar durch Einwirkung von Kohlendioxyd auf krystalli-sierte Soda in verschlossenen Räumen oder durch Ein­leiten von Kohlendioxyd in eine konzentrierte Soda­lösung. Weisse, luftbeständige Krystallkrusten oder ein krystallinisches Pulver von schwach alkalischem Geschmacke, löslich in 14 Teilen Wasser, unlöslich in Weingeist. Beim Erhitzen entweicht Kohlendioxyd und es hinterbleibt Soda; die nicht leuchtende Flamme werde durch das Salz gelb gefärbt, die Flamme darf, durch ein blaues Glas betrachtet, nur momentan rot­violett erscheinen (Kaliumsalze).
Prüf. Die Lösung darf durch Bittersalz nicht getrübt werden und Sublimatlösung darf in den ersten Augenblicken nur einen weisslichen, keinen braunen, Niederschlag hervor­bringen, sonst würde einfach kohlensaures Natron zugegen sein. Eine durch Salpetersäure gesättigte Lösung desselben muss sich auf Zusatz von Schwefelwasserstoff und Schwefel­ammonium frei von Metallen und auf Zusatz von salpeter­saurem Baryt und Silbernitrat fast frei von schwefelsaurem Natrium und Chlornatrium erweisen. Beim Erwärmen mit Natronlauge entweiche kein Ammoniak. Anw. Stomachikum bei allen Magenleiden, gegen Säure­bildung, Lösungsmittel für Krankheitsprodukte, Diuretikum; gegen Erbrechen; zum Verbessern der Milch. Pferd 25—50,0; Kind50—100,0; Schaf 6—15,0; Schwein 2—10,0; Hund 1—3,0.
Pulvis aerophorus. Brausepulver. Natrium bicarbonicum 10 T., Acidum tartaricum 9 T., Saccharum album 19 T., werden, jedes für sich fein gepulvert und getrocknet, gemischt.
Pulvis aerophorus anglicus. Natrium bicarbonicum 2 g, Acidum tartaric. pulv., 1,5 g.
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Jedes Pulver wird für sich dispensiert und beim Gebrauche ge­mischt.
Pulvis aerophorus laxans. Tartarus natronatus pulv. 7,5 g, Natrium bicarbon. pulv. 2,5 g, Acid, tartararic. pulv. 2,0 g. Die Salze werden gemischt dispensiert, die Weinsäure besonders.
Natrium jodatum. Natriumjodid. NaJ. Darstellung analag dem Jodkalium.
Trockenes, weisses, krystallinisches, an der Luft feucht werdendes Pulver, in 0,6 T. Wasser und 3 T. Weingeist löslich, in 100 T. mindestens 95 T. wasserfreies Salz enthaltend. Am Platindrahte erhitzt, färbt es die Flamme gelb. Die wässerige Lösung, mit wenig Chlorwasser gemischt und mit Chloroform geschüttelt, färbt letzteres violett. Durch ein Kobaltglas be­trachtet, darf die durch das Salz gelb gefärbte .Flamme gar nicht, oder doch nur vorübergehend rot gefärbt erscheinen. Prüf. Wie Kalium jodatum.
Anw. Wie Kai. jodat., wenn die bei diesem in Betracht kommende Herzwirkung vermieden werden soll.
Natriumuitricum. Nitrum cubicum. Chilisalpeter.
Natronsalpeter. NaNOg.
Findet sich in mächtigen Lagern in Peru und kommt zu uns in mehr oder weniger gefärbten, unreinen, feuchten, kleinen Krystallen, die durch Chlor- und Jodnatrium, schwefelsaures Natrium verunreinigt sind und durch Auflösen und Umkrystallisieren gereinigt werden.
Unregelmässige, farblose Krystalle, von kühlendem, bitterlichem Geschmacke, an der Luft sich nicht ver­ändernd, löslich in 1,5 T. Wasser und in 50 T. Alkohol. Bei Betrachtung der gelben Flamme des Natrium­nitrates durch ein blaues Glas soll dieselbe nur vor­übergehend violett erscheinen. Die wässerige Lösung mit Schwefelsäure und überschüssiger Ferrosulfatlösung gemischt, färbt sich braunschwarz. Prüf. Die wässrige Lösung darf durch Schwefelwasserstoff
und Schwefelammonium nicht verändert werden. Chlor-Arzneimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;15
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natrium erkennt man, wenn nach Zusatz von etwas Salpeter­säure durch Silbernitrat, schwefelsaures Natrium, wenn durch Chlorbaryum ein Niederschlag entsteht. Bisweilen enthält es Jodnatrium. In diesem Falle wird die wässrige kon­zentrierte Lösung mit Schwefelkohlenstoff und einigen Tropfen Chlorwasser geschüttelt, den Schwefelkohlenstoff violett färben. Jodsaures Natrium erkennt man, wenn die Lösung des Salzes mit Schwefelsäure und Zink und Schwefel­kohlenstoff versetzt wird. Letzterer färbt sich dann bei Gegenwart von Jodsäure violett. Anw. Wie Kai. nitricum, jedoch milder. Aeusserlich zum Kühlen, wie Salpeter. 1000 g Wasser von 11deg; werden durch 150 g salpetersauren Natriums auf 7deg; abgekühlt. Zu diesem Zwecke lässt sich der rohe Chilisalpeter verwenden (Vergl. Ammonium chloratum, Kalium nitricum, Natrium sulfuricum).
Natrium aceticuiu. Terra foliata Tartari crystallisata. Essigsaures Natron. CgHäOaNa SELj 0 (40o/0 Krystallwasser). Durch Umkrystallisieren des rohen Natriumacetats (des so­genannten Rotsalzes) gewonnen, welches man durch Sättigen des Holzessigs mit Soda und nachherigem Erhitzen zum Zer­stören der anhaftenden brenzlichen Stoffe erhält.
Prismatische, färb- und geruchlose, durchsichtige, an der Luft zerfallende Krystalle, löslieh in 1,4 T. Wasser und in 23 T. Weingeist.
Prüf, und Anw. Wie Kai. aceticum; ist wegen seiner Eigen­schaft, an der Luft nicht zu zerfliessen, angenehmer zu dis­pensieren.
Natrium chloratum.
Natrium muriaticum. Kochsalz NaCl.
Wird gewonnen bergmännisch als Steinsalz, durch Verdunsten des Meerwassers als Seesalz, durch Kon­zentrieren der Salzsolen als Kochsalz.
Farblose, durchsichtige Würfel, seltener Oktaeder; beim schnellen Eindampfen bildet es terrassenförmig aufgesetzte, vierseitige, hohle Pyramiden. Schmeckt rein salzig und ist luftbeständig. Wenn es stark feucht wird, so rührt dies von Verunreinigung mit Chlormag-
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nesium oder Chlorcalcium her. In kaltem und heissem Wasser ist es fast gleich löslich, 1 Teil Salz in 2,7 Teilen Wasser. In Weingeist ist es um so löslicher, je wasserhaltiger derselbe ist. Färbt die nicht leuchtende Flamme intensiv gelb; die wässerige Lösung scheidet mit Silbemitrat weisses käsiges, in Ammoniak lösliches Chlorsilber ab. Prüf. Die wässrige Lösung sei neutral (Abwesenheit von Soda) und werde nicht durch Schwefelaramonium (Metalle), Baryumnitrat (Sulfate), noch nach Zusatz von Ammoniak durch Ammoniumoxalat (Kalk) und Natriumphosphat (Mag­nesium) verändert. Das als Viehsalz käufliche Kochsalz wird wegen Steuerermässigung in manchen Ländern mit Wermut oder anderen bitteren Substanzen, mit Glanzruss etc. vermischt, um es für menschliche Nahrung unbrauchbar zu machen. Anw. Diätetikum, Stomachikum und Plastikum; Diuretikum; Gefässkontrahens bei innerlichen Blutungen; Verdauungs­mittel; Lösungsmittel lür katarrhalische und andere Bnt-zündungsprodukte. Zu reizenden Waschungen die 5—100'0 Lösung. Pflaquo;rd 25—50,0; Bind 50—100,0; Schaf 10—20,0; Sehwein 5—10,0; Hund 1--2.0.
Natrium phosphoricum, Phosphorsaures Natron. Na2HP04-|- 12 H2 0.
Wird erhalten durch Neutralisation der Phosphorsäure mit kohlensaurem Natrium und Abdampfen zur Krystallisation.
Farblose, durchscheinende, in trockner Luft zerfallende, klinorhombische Krystalle von mildsalzigem Geschmack, löslich in 6 T. kalten und 2 T. heissen Wassers mit alkalischer Beaktion.
Prüf. Es färbe die Flamme gelb; dieselbe darf durch ein blaues Glas betrachtet, nur vorübergehend rot erscheinen, sonst ist das Salz zu stark kaliumhaltig. Die wässrige Lösung giebt mit Silbernitrat einen gelben, sowohl in Sal­petersäure wie Ammoniak löslichen Niederschlag; durch Schwefelwasserstoff, Schwefelammonium. Ammoniumoxalat darf keine Fällung entstehen. Anw. Wie Natr. sulfaricum.
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Natrium salicylicum. Salicylsaures Natron. C6H4.OH.COONa. Wird durch Sättigen einer Natriumcarbonatlösung mit Salicylsäure und Abdampfen zur Trockne erhalten, wobei alle eisernen Gegenstände sorgfältig zu vermeiden sind. Durch Lösen in siedendem Weingeist kann man das Salz krystallisiert erhalten.
Weisses, süss-salzig schmeckendes Pulver oder kry-stallinische Schuppen, löslich in 0,9 Teilen Wasser und in 6 Teilen Weingeist. Die konzentrierte wässrige Lösung färbt sich mit Ferrichlorid rotbraun, die ver­dünnte violett. Erhitzt hinterlässt das Salz einen kohligen Rückstand, der mit Säuren aufbraust und die Flamme gelb färbt. Prüf. Reagiert die konzentrierte wässrige Lösung alkalisch und nicht schwach sauer, und färbt sie sich bald mehr oder weniger braun, so enthält sie überschüssiges Alkali. In Schwefelsäure muss sich das Salz ohne Aufbrausen und ohne merkbare Färbung auflösen (Soda und organische Verun­reinigungen). Die wässrige Lösung darf durch Baryum-nitrat nicht gefällt werden; versetzt man sie mit Salpeter­säure und löst die dadurch sich ausscheidende Salicylsäure durch Weingeistzusatz wieder auf, so darf Silbernitrat keine Trübung geben (Chloride). Anw. Innerlich als Pulver und in Lösung gegen akuten Rheumatismus. Kein Antiseptikum, nur Antipyretikum. Pferd, Rind 25—50,0; Schaf 1—10,0; Schwein 3—5,0; Hund 0,5—2,0.
Natrium sulfuricum. Sal mirabile Glauberi. Glaubersalz. Na2S04 10H20 (56% Krystall-wasser). Wird im grossen gewonnen durch Zersetzung des Kochsalzes mit Schwefelsäure bei der Sodafabrikation, ferner aus der Mutterlauge der Salinen und dem Pfannensteine, und als Nebenprodukt bei der Dar-
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Stellung vieler chemischer Präparate. In Stassfurt aus Natriumchlorid und Magnesiumsulfat bei niederer Temperatur (im Winter).
Wasserhaltige, grosse, farblose Säulen, oder bei gestörter Krystallisation kleine glänzende Prismen, in welcher Form es sich besonders zum Arzneigebrauch eignet, da es unmittelbar zu Pulvern verwendet werden kann; schmeckt kühlend, verliert in trockner Luft sein Krystallwasser. Vom wasserhaltigen Salze nehmen 100 T. Wasser bei 0deg; C. 12 T., bei -f 25deg; C. 100 T., bei 33deg; C. 322 T., bei 50deg; C. 262 T. auf. In Alkohol ist es unlöslich, verliert aber in Berührung damit einen Teil des Kxystallwassers.
Prüf. Das schwefelsaure Natrium muss trocken, farblos und neutral sein. Es kann Kochsalz, Bittersalz, schädliche Metalle, Eisen und schwefelsaures Ammonium enthalten. Die wässrige, verdünnte Auflösung darf daher von Silber­nitrat nur schwach getrübt werden, mit kohlensaurem Ammonium, Schwefelwasserstoif und Perrocyankalium darf sie keine Niederschläge geben, mit Aetzkalium erhitzt, darf sie kein Ammoniak entwickeln.
Anw. Anregend, Verdauungsmittel und Diäteticum, Anti-katarrhalicum bei ehren. Leiden, Lösungsmittel für Exsudate für Pferd, Rind 25 — 100, Schaf 15 — 25. Schwein, Hund 1—5,0. Laxans für Pferd 250—500,0: Bind 500—1000,0; Schaf 50—100,0; Schwein, Hund 10 — 50,0. Aeusserlich zum Kühlen. Zu diesem Zwecke verwendet man das krystallisierte gepulverte Salz, welches mit konzentrierter Salzsäure Übergossen und umgerührt wird. Es entsteht eine beträchtliche Temperaturerniedrigung, durch welche kräftige Abkühlung erzielt werden kann. Je grosser die angewendete Menge, um so bedeutender ist die Temperatur­erniedrigung. 1000*7 Wasser von 12deg; werden durch 120,9 Glaubersalz und 120 g konzentrierter Salzsäure auf 5,5deg; abgekühlt. Wenn die Säure nicht hinderlich ist, so ist diese Mischung das kräftigste und billigste Abkühlungs-mittel. (Vergl. Ammonium chloratum, Kalium nitricum, Natrium nitricum, Oxycratum.)
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Natrium sulluricum siccum. Na2S04 H20.
(ll,20/0 Krystallwasser.)
Wie Natr. carbonic, siccum darzustellen. Zu dispensieren,
wenn Natriumsulfat zu Pulvermischungen verordnet wird. In
der Tiermedizin nicht gebräuchlich, da kleinkrystallisiertes
Natriumsulfat fein genug ist.
Sal Thermarum Carolinarum factitium. Sal Caro-linum factitium. Künstliches Karlsbader Salz.
Natr. sulfuric. sicc. 44 T., Kai. sulfuric. 2 T., Natr. chlorat. 18 T., Natr. bicarb. 36 T., werden feingepulvert gemischt.
Vereinigt die Wirkung der Bestandteile in sich.
Natrium thiosulfuricnm. Natriumthiosulfat. Früher Unterschwefligsaures Natrium genannt. Na2 S2 Og 5 H2 0.
Durch Kochen von Natriumsulfitlösung mit Schwefel und Eindampfen zur Krystallisation erhalten.
Farblose Krystalle ohne Geruch und von salzigem, bitter­lichem Geschmacke, bei gewöhnlicher Wärme luftbeständig, bei 50deg; in ihrem Krystallwasser schmelzend, in weniger als 1 T. kaltem Wasser zu einer, rotes Lackmuspapier schwach bläuenden Flüssigkeit löslich, welche, auf Zusatz von Salzsäure, sich nach einiger Zeit unter Entwickelung des Geruches von schwefliger Säure trübt. Anw. Aeusserlich und innerlich als Desinfiziens. Ist nach
neueren Untersuchungen wirkungslos.
fPlumbnin aceticnm. Saccharum Saturni.
Essigsaures Bleioxyd. Bleizucker.
(C2H302)2Pb 3H20.
Wird auf zweierlei Weise dargestellt; entweder sättigt man destillierten Essig oder möglichst farblosen Holz­essig mit Bleiglätte, oder man übergiesst dünne Blei­platten mit Essig, so dass sie halb bedeckt sind und die Oxydation des Bleies durch den Sauerstoff der Luft vor sich gehen kann. Die erhaltenen Auflösungen werden zur Krystallisation gebracht und die Krystalle, wenn sie nicht weiss genug sind, durch Umkrystallisieren gereinigt.
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Krystallisiert in wasserhaltigen, farblosen, durch­sichtigen, graden, rhombischen Säulen, oder in Nadeln, schmeckt süss, hinterher zusammenziehend, löst sich bei gewöhnlicher Temperatur in 2,3 T. Wasser und in 28 T. Alkohol; an der Luft verwittert es etwas und verwandelt sich teilweise in kohlensaures Bleioxyd und ist dann nicht mehr ohne Eückstand in dest. Wasser löslich. Mit Schwefelwasserstoff giebt es schwarze, mit Schwefel­säure weisse, mit Jodkalium gelbe Fällung. Prüf. Es muss farblos sein und sich in dest. Wasser oder verdünnter Essigsäure ohne Rückstand auflösen. Durch Ferrocyankalium werde die Lösung weiss gefällt (Kupfer, Eisen). Kupfer erkennt man auch an der entstehenden blauen Fftrboug der Flüssigkeit, wenn man Bleizucker mit Aetz-ammoniak übergiesst. Anw. Adstringens bei Durchfall, inneren Blutungen, Schleim-fluss, akutem Morbus Brigthii; äusserlich zusammenziehend, kühlend in 1—50/0 Lösung oder 1:10 Fett, Pferd 2—10,0; Kind 1—5,0; Schaf, Schwein 0,1—1,0; Hund 0,05—0,5.
Burow'sche Lösung. Alumen 2 T,, Plumb, aceticum 5 T., Wasser 100 T. Zu adstringierenden, antiseptischen Waschungen.
*Sapo domesticus. Haus seife. Talgseife.
Die Hausseife wird durch Kochen von Natronlauge mit Talg und nachheriges Vermischen des dadurch gewonnenen so­genannten Seifenleims mit Kochsalz dargestellt, welches die Ausscheidung der Seife veranlasst.
Die Hausseife muss möglichst weiss und hart sein, sich in 8 T. heissem rectificierten Weingeist lösen und beim Erkalten der Lösung eine durchsichtige, gallerartige Masse geben.
*Sapo oleaceus. Sapo hispanicus. Sapo venetus.
Venetianische Seife. Oelseife. Wird in den südeuropäischen Ländern durch Kochen von Olivenöl mit Natronlauge dargestellt. Sie muss weiss, fest und luftbeständig sein, d. h. nicht feucht oder zähe werden, nicht den eigentümlichen ranzigen Geruch des Kokosnussöls haben und sich in Wasser und in Weingeist lösen, in letzterm ohne gallertartigen Eückstand.
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Die sogenannte marmorierte venetianische Seife zeigt auf frischen Schnittflächen graue Streifen und Flecke, die an der Luft nach und nach rot werden. Sie enthält Eisenoxydul, welches in Eisenoxyd tthergeht und hei der Auflösung in Wasser und Weingeist znrückbleiht.
Das deutsche Arzneibuch lässt zum innerlichen Gebrauche eine „Sapo medicatusquot; durch Verseifen von Olivenöl und Schweinefett mit Natronlauge darstellen, welche vollkommen frei von Aetzalkalien ist. Diese beiden Seifen sind in der Tiermedizin entbehrlich.
Linimentum saponato camphoratum. Balsamum Opodeldoc. Opodeldok. Sapo domesticus 16 T., Sapo oleaceus 8 T., Camphora 8 T. löse in einem Kolben in gelinder Wärme auf in Spiritus 320 T. Dann füge hinzu: Liquor Amraonii caustici 16 T., Oleum ßos-marini 2 T., Oleum Thymi 1 T., und filtriere die noch warme Lösung durch einen erwärmten und bedeckten Trichter.
Eine gelatinöse, opalisierende, durchscheinende Masse, mit der Zeit trübe und weisslich werdend. Nimmt man statt der gewöhnlichen Talgseife venetianische Seife, so erstarrt die Masse nicht, und man erhält einen flüssigen Opodeldok. Nach dem deutschen Arzneibuche wird Sapo medicatus verwendet.
Sapo kaliuns venalis. Sapo niger s. viridis. Grüne Seife. Kaliseife.
Man bereitet die grüne Seife besonders in den nörd­lichen Ländern durch Kochen von Wallfischtran oder Seehundsfett mit Kalilauge. Sie bildet eine schlüpfrige, weiche, graugelb schillernde, durchscheinende Masse von alkalischem Geschmacke, in Wasser und Weingeist löslich.
Prüf. Werden 5 g Schmierseife in 10 Cc. heissem Wasser gelöst und 1 Kaumteil der Lösung mit 1 Raumteil Wein­geist gemischt, so muss sie klar bleiben (Wasserglas, Kaolin, Stärke etc. scheiden sich ab) und auf Zusatz von 2 Tropfen Salzsäure keine Flocken abscheiden (Harzseife). Das Arznei­buch schreibt die Selbstdarstellung einer Sapo kalinus aus Leinöl vor, welche in der Menschenmedizin stets zu dispen-
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sieren ist, wenn nicht ausdrücklich venalis zugesetzt ist. In der Tiermedizin ist dieselbe zu teuer. Anw. Von den Seifen wird zu tierärztlichen Zwecken die grüne Seife am meisten gebraucht. Reinigungsmittel; reizendes, erweichendes Zerteilungsmittel. Gegen Haut­parasiten; Desinfektionsmittel; Konstituens für Pillen und Salben; Gegengift gegen Säuren. Pferd, Rind 50—100,0; Hund 5,0.
*Mollinuin. Mollin. Ist eine Mischung von Kaliseife mit 15—2Oo/0 Kokusnussöl (sog. überfettete Seife) und wird als Konstituens für Salben empfohlen, weil sie sich nicht zersetzt und Arzneistoffe unver­ändert lässt.
Spiritus saponatus. Seifenspiritus. Sapo viridis 10 T., Spiritus dilutus 50 T. werden in einem passenden Gefässe durch Digerieren und öfteres Umschütteln aufgelöst und filtriert. Das Arzneibuch lässt das Präparat aus Olivenöl, Kalilauge, Weingeist und Wasser durch Verseifen auf dem Wasserbade herstellen.
*Sapo terebinthinatus. Linimentum terebinthinatum. Sapo viridis 54 T., Oleuni Terebinthinae 40 T., Kalium carbonicum pulveratum 6 T.
*Liniinentum saponatum. Sapo viridis 120 T., Aqua fervida 400 T., Oleum Terebin­thinae, Liquor Ammonii caustici, von jedem 60 T., Kalium carbonicum 30 T. Die Seife wird in dem heissen Wasser gelöst, alsdann die übrigen Teile hinzugefügt.
Spiritus saponatus camphoratus. Linimentum
saponatum camphoratum liquidum. Flüssiger Opo-
deldok.
Spiritus camphoratus 120 T., Spiritus saponatus 350 T.,
Liquor Ammonii caustici 24 T., Oleum Thymi 2 T., Oleum
Rosmarini 4 T. mische und filtriere.
*Sapo superacidosus. Ueberfettete Seife. Wird durch Versetzen neutraler Seife mit Fettsäuren er­halten und dient zur Herstellung der Sublimatseife, da bei Gegenwart freier Fettsäuren Sublimat durch Wasser nicht zer­legt wird, während sich im andern Falle alkalisch reagierende, basisch fettsaure Salze bilden.
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Stibium snlfnratnm nigrnm. Antimonium crudum.
Schwefelantimon. Schwefelspiessglanz. Sb2 S3.
Im Grossen durch Ausschmelzen der Erze gewonnen bildet es kegelförmige Stücke, welche ausserhalb graue, glanzlose, innerhalb grauweisse, metallisch glänzende, strablig-krystallinische Massen bilden und sich leicht zu einem grauen, geschmack- und geruchlosen Pulver zerreiben lassen. Mit dem Löthrohre auf der Kohle erhitzt, oxydiert es sich und giebt unter Bildung von Schwefeldioxyd einen weissen Beschlag von Antimonoxyd. Von heisser, konzentrierter Salzsäure wird es unter Ent-wickelung von Schwefelwasserstoffgas aufgelöst, von Sal­petersäure zu Metantimonsäure oxydiert.
Prüf. Es löse sich nahezu völlig in Salzsäure. Diese Lösung mit gleichen Teilen Weingeist gemischt, hleibe klar (Blei) und werde dann mit Aetzammoniak gemischt nicht blau.
Anw. Lösungs- und Drüsenmittel hei Druse, chron. Katarrhen etc.; in Pulvern, Pillen, Latwergen; als Milchmittel mit Kochsalz und Anis. Pferd 15—30,0; Rind 25—50,0; Schaf 10—15,0; Schwein 1—5,0.
Stibium snlfnratnm anrantiacnm.
Sulfur auratum Antimonji. Sulfur stibiatum aurantiacum. Goldschwefel. Sb2S5.
Gelöschter Kalk, Soda, Schwefel und Schwefelanti-mon werden mit Wasser gekocht und die geklärte Lauge zum Krystallisationspunkte abgedampft, wobei sich Na-triumsulfantimoniat (Schlippe'sches Salz, Nag Sb S4-|-9H2 0) abscheidet. Dieses wird in Wasser aufgelöst und mit verdünnter Schwefelsäure versetzt, wodurch es zerfällt in schwefelsaures Natrium, Schwefelwasserstoff und niederfallendes Fünffachschwefelantimon, welches gesammelt, gewaschen und getrocknet wird.
Feines, geruchloses, orangerotes Pulver, in Wasser
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unlöslich, beim Erhitzen in sublimierenden Schwefel und schwarzes Antrimontrisulfid zerfallend.
Prüf. In heisser, konzentrierter Chlorwasserstoffsäure muss er sich mit Hinterlassung von Schwefel, in Salmiakgeist beim Erwärmen ohne Hinterlassung eines erheblichen Rück­standes lösen (beigemengter Schwefel). Wird eine Probe mit destilliertem Wasser geschüttelt, so darf in der ab­filtrierten und mit etwas Salpetersäure angesäuerten Flüssigkeit durch Silbernitrat nur eine schwach opalisierende, durch Chlorbaryum nicht sofort eine Trübung entstehen. 100 g Wasser mit 1 g Goldschwefel auf 10 Gc eingekocht, filtriert und das Filtrat auf 1 Cc verdampft, gebe beim Vermischen mit 3 Gc Zinnchlorürmischung nach einstündigem Stehen keine Färbung. (Arsen.) Anw. Anregungsmittel für das Drüsensystem, Expektorans, in Pulvern, Latwergen, Pillen und Schütteltrank. Pferd, Eind 5—25,0; Schaf, Schwein 1—5,0; Hund 0,5—5.
Talcum. Talk.
Fein gepulvertes Magnesiumsilikat. Fettig anzu­fühlendes, weisses Pulver, welches sich hei Glühhitze im Probirrohre nicht verändert. Anw. Als Streupulver. Zu Pulv. salicylicus cum Talco.
f Tartarus stüriatus.
Tartarus emeticus. Stibio Kali tartaricum. Brechweinstein. C4H4K(SbO)06 H2 O.
Antimonoxyd wird mit Weinstein und Wasser ver­mischt und unter öfterm Umrühren und Ersetzen des verdunsteten Wassers auf einem Dampf bade erhitzt, bis es sich nicht mehr sandig anfühlt, und eine heraus­genommene Probe in einer grösseren Menge destillierten Wassers beinahe völlig löslich ist. Darauf wird in destilliertem Wasser gelöst, heiss filtriert und an einem kühlen Orte zur Krystallisation hingestellt.
Farblose, glänzende, durchsichtige, rhombische Oc-taeder, die an der Luft undurchsichtig, porzellanartig
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werden, indem sie Wasser verlieren; sie lösen sich in 17 T. Wasser, nicht in Weingeist: beim Erhitzen ver­kohlen sie. Die Lösung reagiert schwach sauer und giebt mit Schwefelammonium einen orangefarbenen Nie­derschlag, der im Ueberschuss desselben löslich ist. Der Geschmack ist süsslich, widerlich metallisch. Prüf. In Wasser gelöst und mit einer kleinen Menge Wein­steinsäure versetzt, darf er weder durch Chlorbaryum, noch durch salpetersaures Silber, noch durch oxalsanres Ammonium getrübt werden, auch auf Zusatz von Essigsäure nicht durch Ferrocyankalium verändert, werden (Eisen, Kupfer). In Salzsäure gelöst, darf er sich nach Zusatz einer geringen Menge Zinnchlorür beim Erhitzen nicht bräunen, in welchem Falle er Arsenik enthalten würde. Anw. In kleinen Dosen Expektorans (Schwein 0,5—0,2; Hund 0,01—0,05; Pferd 0,5—2,0; Katzen 0,005—0,01); Brechmittel (Schwein 1—2,0; Hund 0,1—0,3; Katzen 0,05—0,1); in mittleren Dosen Ruminans, in grösseren Dosen Diureticum und Diaphoreticum, in grossen Dosen entzündungs- und fieber­widrig sowie Laxans (Pferd 5—10,0; Eind 10—20,0; Schwein 0,5—2,0; Hund 0.05-0,1), als Wurmmittel bei Pferden 10—20,0. Aeu^serlich zu scharfen, ableitenden Einreibungen. Bei der Verwendung zu Pillen und Lat­wergen muss der Brechweinstein zuvor mit Wasser mög­lichst in Auflösung gebracht werden; äusserlich zu Salben und Pflastern ist derselbe mit etwas Wasser zuvor fein zu verreiben ist. Zur Lösung ist nur destilliertes Wasser zu verwenden.
Unguentum Tartari stibiati. Pockensalbe. Tartarus stibiatus 2 T., Adeps suillus 8 T.
Vinum stibiatum. Brechwein. Tart. stib. IT., wird in Vinum Xerense 250 T. gelöst.
Tartarus Im-axatus. Cremor Tartari solubilis. Boraxweinstein. K . Na . C4 H4 06 2 K . (Bo) C4 H4 06. 2 T. Borax werden in 20 T. Wasser gelöst, der Lösung 5 T. AVeinsteinpulver zugesetzt. Man lässt so lange unter Um­rühren im Dampf bade stehen, bis sich der Weinstein gelöst hat.
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: (
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Die filtrierte Flüssigkeit wird unter Anwendung einiger Kunst­griffe zur Trockne gebracht. Ein weisses, amorphes, an der Luft feucht werdendes, sauer schmeckendes Pulver.
Anw. Wie Tartar, depur. Teures Präparat, durch eine Mischung von Borax und Weinstein zu ersetzen.
Tartarus depuratus. Kali bitartaricum purum. CrystalliTartari. Cremor Tartari. Saures, wein-steinsauresKali, gereinigter Weinstein. C4H5K06. Wird aus rohem Weinstein durch Auflösen in heissem Wasser, Zusatz von Thonerde, Kohle oder Eiweiss, Ko­lleren und Krystallisieren dargestellt.
Weisse durchsichtige oder durchscheinende, schief rhombische, oder ungleich sechsseitige Saiden, meistens nicht gehörig ausgebildet und in Krusten zusammen­hängend. Knirschen zwischen den Zähnen, schmecken säuerlich und sind luftbeständig, lösen sich in 20 T. kochendem und 192 T. kaltem Wasser, in Alkohol nicht. In den Handel kommt das Präparat als krystallinisches Pulver, durch gestörte Krystallisation gewonnen.
In Kaliumkarbonat löst sich Weinstein unter Brau­sen leicht zu Kaliumtartarat; erhitzt verkohlt er unter Geruch des verbrannten Zuckers zu einer grauschwarzen alkalischen Masse (Kaliumkarbonat), die in Wasser ge­löst und filtriert mit überscbüssiger Weinsäure versetzt unter Aufbrausen wieder Weinstein abscheidet. Prüf. Die mit Salpetersäure versetzte wässerige Lösung werde durch Silbernitrat und Baryumnitrat nicht gefällt (Chlor- und Schwefelsäureverbindungen); Schwefelammonium gebe keine Fällung (Metalle) in der ammoniakalischen Lösung; um die gewöhnliche Verunreinigung, den weinsauren Kalk nachzu­weisen, schüttelt man den Weinstein mit verdünnter Essig-säure und prüft die Lösung mit Ammoniumoxalat; beim Erwärmen mit Natronlauge entwickle sich kein Ammoniak. Anw. Kühlendes, lösendes, zugleich harntreibendes Mittel. Pferd 25—50,0; Schwein 5—10,0; Hund 1—2,0. In grösseren Gaben laxierend, Schwein 10—15,0; Hund 3—10,0.
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Tartarus natronatns. Natro-Kali tartaricum. Sal Seig-netti. Seignettesalz. C4H4KNa06 4H20. Soda wird in heissem Wasser aufgelöst und darauf so viel Weinstein hinzugefügt, bis die Flüssigkeit fast neutral geworden 1st. Die durch Kühe geklärte Flüssigkeit wird filtriert und zur Krystallisation abgedunstet.
Grosse prismatische, farblose, durchsichtige Krystalle, von bitterlich-salzigem Geschmacke, in 1,4 T. Wasser löslich, sich beim Verkohlen wie Weinstein verhaltend; die Asche färbt aber die Flamme gelb, da zugleich Natronsalze zugegen sind. Prüf. Wie bei Weinstein. Anw. Wie Tart. depur. und zu Inf. Sennae compos.
fZincnm chloratnm. Chlorzink. Zn Cl2. Zinkoxyd wird in Salzsäure gelöst, dann trennt man von dem Absätze durch vorsichtiges Abgiessen, ohne zu filtrieren, und verdampft unter beständigem Umrühren zur Trockne. Die trockene Salzmasse bringt man so­gleich in ein wohl zu verschliessendes Glas oder schmilzt sie vorher und giesst sie in Stängelchen.
Weissliches Pulver oder Stängelchen von ätzendem, metallischen Geschmacke, an der Luft schnell Wasser anziehend und zerfliessend, in Wasser, Weingeist und Aether löslich. Prüf. Die Lösung in gleichen Teilen Wasser sei klar und farblos (Abwesenheit von durch zu starkem Erhitzen ent­standenem Zinkoxychlorid). Die angesäuerte wässrige Lösung #9632;werde weder durch Baryumnitrat noch durch Schwefelwasser­stoff gefällt. Die mit überschüssigem Ammoniak erhaltene farblose Lösung werde beim Einleiten von Schwefelwasser­stoff rein weiss gefällt und das Filtrat gebe beim Eindampfen und Glühen keinen Rückstand (Alkalien und alkal. Erden). Anw. Gelöst in 10—20 T. Wasser als leichtes Aetzmittel zur Herstellung besserer Wundflächen; als antiseptisches Wund­wasser in l0/0 Lösung; ferner mit austrocknenden Substanzen in Pulverform, oder mit Fett in Salbenform; bei allen fun-gösen Wucherungen, namentlich bei Strahlkrebs, in Stift­form oder als Pasta.
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*Pasta Zinci chlorati, Zinkpasta, Canquoinsche • Aetzpasta. Zincum chlorattun 1 T. wird in etwas Wasser in einem Mörser gelöst und Farina Tritici 1 T. untergearbeitet,
Köbner'sehe Chlorzinkstifte. Zinc, chlorat. 1 T., Kai. nitricum 1,5 T. werden zusammen­geschmolzen und in Stangenform gegossen.
Zincum oxydatum album. Flores Zinci.
Zinkoxyd. ZnO. Eeines Zinksulfat wird in Wasser gelöst mit einer Auflösung von Natriumkarbonat versetzt. Das sich ab­scheidende Zinkkarbonat wird durch Glühen in einem Tiegel von der Kohlensäure befreit. Lockeres weisses Pulver, unlöslich in Wasser, löslich in Essigsäure, er­hitzt vorübergehend gelb werdend.
Prüf. Mit Wasser erhitzt und filtriert, dürfen Chlorbaryuin und Silbernitrat in dem Filtrate kaum eine Trübung geben; in Essigsäure muss es sich ohne Aufbrausen vollständig lösen. Die Auflösung darf durch überschüssigen Salmiakgeist nicht getrübt oder gefärbt werden, muss aber auf Zusatz von Schwefelwasserstoff einen rein weissen Niederschlag geben; die ammonikalische Lösung darf durch Ammoniumoxalat (Kalk) und Natriumphosphat (Magnesia) nicht getrübt werden.
Anw. Wie nachstehendes, in der Tiermedizin genügendes Präparat.
Zincum oxydatum venale. Flores Zinci. Zinkweiss. Käufliches Zinkoxyd. Durch Verbrennen des Zinks an der Luft erhalten. Ein weisses, beim Glühen gelbliches, in Essigsäure ohne Aufbrausen und gänzlich löslich in Pulver. Prüf. In irgend einer verdünnten Säure gelöst, lasse es auf Zusatz von Aetzkalilauge einen weissen Niederschlag fallen, welcher von einem Ueberschuss von Aetzkalilauge wiederum gänzlich gelöst wird.
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Anw. Innerlich bei chronischen Diarrhöen, Antispasmodicum bei Epilepsie und Hirnkrämpfen, antiseptisches Adstringens bei chron. Diarrhöen; äusserlich als Salbe oder Streupulver bei nässenden Exanthemen. Pferd, Kind 5—10,0; Schaf, Schwein 0,5—1,0; Hund 0,05—0,2.
Unguentum Zinei. Zincum oxydatum 1 T. mische mit Adeps suillus 9 T.
fZincnm snlfaricum. Vitriolum album purum.
Schwefelsaures Zinkoxyd.
ZiiS04 7H20 (44%, Krystallwasser).
Zink wird mit einer Mischung von Schwefelsäure
und Wasser behandelt, dann vom ungelösten Zink ab-
filtriert, und zum Krystallisieren gebracht. Man kann
auch die Rückstände von der Bereitung des Wasserstoffs
mittelst Zink und verdünnter Schwefelsäure benutzen.
Oder man löst Zinkweiss in verdünnter Schwefelsäure
und verfährt wie oben.
Farblose, spiessige oder säulenförmige Krystalle von herbem metallischen Geschmack, an der Luft verwit­ternd, in 0,6 T. Wasser löslich, unlöslich in Weingeist. Die wässrige Lösung reagiert sauer und giebt mit Ba-ryumnitrat einen weissen in Salzsäure unlöslichen Nieder­schlag; mit ätzenden Alkalien und Aetzammoniak giebt sie einen weissen im Ueberschusse des Fällungsmittels löslichen Niederschlag. Prüf. Die ammoniakalische Lösung werde durch Natrium­phosphat nicht verändert, aber durch Ammoniumsulfid weiss gefällt; die abfiltrierte Flüssigkeit hinterlasse nach dem Ver­dampfen und Glühen keinen Rückstand. Anw. Emeticum (Schwein 0,5—1,5; Hund 0,1—0,5; Katze 0,05—0,1); in wässriger Lösung oder Pillenform. Aensser-lich zu adstring. Einspritzungen und Waschungen in 1—5 0/0 Lösung; bei Augenkatarrhen 0,5—20/0 Lösung.
*Unguent. Zinci sulfurici. Strahlsalbe. Zinc, sulfuric. 1 T. mische mit Adeps 9 T.
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4. Kohlenwasserstoffe, Alkohole, Aether und verwandte Stoffe.
Acetanilidum. Antifebrin. C6H5-NH(CH3C0). Wird erhalten durch Erhitzen von Anilin mit Essig­säure, wobei unter Wasseraustritt die Bildung stattfindet: C6 H5- NH2 CE3- COOK = C6 H5- XH (CH3 CO) H2 O. Farblose, glänzendraquo; Krystallblättchen, ohne Geruch, von schwach brennendem Geschmacke, bei 113deg; schmel­zend, bei 295deg; siedend. Sie lösen sich in 194 T. kaltem und etwa 18 T. siedendem Wasser, sowie in 3,5 T. Weingeist. In Aether und in Chloroform sind sie leicht löslich. Die Lösungen sind neutral. Prüf. Die kalte, gesättigte wässerige Lösung mit Eisen­chloridlösung versetzt, verändert die Farbe der letzteren nicht (Unterschied vom Antipyrin). Mit Kalilauge erhitzt, entwickelt Antifebrin aromatisch riechende Dämpfe; auf Zusatz einiger Tropfen Chloroform und erneutes Erhitzen tritt der widerliche Isonitrilgerach auf (Kalilauge spaltet Anilin ab, welches mit Chloroform das Isonitril bildet).
0,1 ff mit 1 com Salzsäure eine Minute lang gekocht, soll eine klare Lösung geben, welche, nach Zusatz von 2 ccm Karbolsäurelösung, durch Chlorkalklösung zwiebel­rot getrübt und, nach hierauf erfolgter Uebersättigung mit Ammoniakflüssigkeit sehr beständig indigoblau gefärbt wird. (Indophenolreaktion als Identitätsreaktion tritt aber bei Phenacetin auch ein.) Erhitzt, hinterlasse es keinen Rück­stand. In Schwefelsäure löse es sich ohne Färbung auf. Anw. Aeusserlich als Antiseptikum, namentlich als Streu­pulver. Innerlich als billiges und zuverlässiges Anti-pyretikum, als Antirheumatikum und Narkotikum in ein­maliger Dosis, Pferd, Rind 10—20,0; Schaf 2—5,0; Hund 0,25—1,0; oder zwei bis dreimal täglich, wobei die Tages­dosis beträgt hei Pferd, Rind 30—40,0; Schaf 5—15,0; Hund 0,5—2,0. Aehnlich an Wirkung und als Ersatzmittel empfohlen sind
#9830;fExalgin. Methylacetanilid. C6H5-N (CH3) (CH3 GO).
#9830;fAntithermin. Phenylhydrazinlaevulinsäure.
C6H5. N2H:C (CH3). C2H4. COOH.
Arzneimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;16
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f Acidum earbolicum. Acidum phenylicum. Karbolsäure. Phenylsäure. Phenol. CgHg'OH.
Wird im Grossen ausschliesslicli aus Steinkohlenteer gewonnen und zwar aus dem bei 180—220deg; übergehenden Teile desselben (dem sog. schweren Steinkohlenteeröle) durch fraktionierte Destillation. Die hierbei zuerst erhaltene rohe Karbolsäure wird durch wiederholte Destillation etc. gereinigt.
Die reine Karbolsäure bildet neutrale, farblose oder kaum rötliche, eigenartig, nicht unangenehm riechende, flüchtige, aus dünnen, langen, zugespitzten Krystallen bestehende Massen, welche ätzend wirken. Sie schmilzt bei 35—40deg; zu einer stark lichtbrechenden Flüssigkeit vom spez. Gew. 1,060, siedet bei 180—184deg; und ver­brennt beim weiteren Erhitzen mit weisser Flamme ohne Rückstand. Sie ist in 20 T. Wasser löslich, sowie in jeder Menge Weingeist, Aether, Chloroform, Glycerin, Schwefelkohlenstoff und Natronlauge. Eine Lösung von 20 T. Karbolsäure in 10 T. Alkohol giebt mit 1 T. Eisenchloridlösung eine schmutziggrüne Mischung, welche selbst noch beim Verdünnen mit 1000 T. Wasser eine ziemlich beständige violette Farbe annimmt. Brom bringt noch in einer Lösung von 1 T. Karbolsäure in 5000O T. Wasser einen weissen, flockigen Niederschlag von Tri-bromphenol, CG H2 Br3. OH, hervor.
Prüf. Ist die Lösung in Natronlauge nicht klar, so sind fremde Teeröle zugegen, trübt sich die Lösung auf Zusatz von viel Wasser, so ist Naphtalin zugegen.
Anw. Aeusserlich in 2—50/o wässeriger Lösung (Aqua carbo-lisata) oder gemischt mit fetten Oelen (2—5deg;/,, Garbolöl). Rein nur als Aetzmittel bei Strahlkrebs, verdünnt, und zwar fast nur äusserlich, gegen Infektionskrankheiten als 2—50/o wässrige Lösung, 5% Salbe, 1—10% Karbolseife,
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1/2—50/o Karbolglycerin. Karbolöl ist zu vermeiden. Zur Imprägnierung von Verbandstoffen und Nähmaterialien. Zu Inhalationen 0,5—10/0 Lösung, subkutan 2—5% Lö­sung. Innerlich Pferden 5—10,0. Zur Desinfektion von Stallungen etc. verwendet man rohe Karbolsäure. Statt der festen Karbolsäure verwendet man der grösseren Bequem­lichkeit halber die
Acidum carbolicum liquefactum. Man setzt zu je 100 T. Karbolsäure 10 T. Wasser und lässt stehen, bis eine klare, farblose Flüssigkeit entstanden ist.
#9830;Prepared cat gut. Präparierte Katzendarmsaite. Feine Darmsaite (aus Katzendarm gedreht), wird in eine Lösung von 1 T. Karbolsäure in 5 T. Olivenöl gelegt und in der Mischung aufbewahrt.
Karbolwatte. Watte wird mit einer Lösung von 1 T. Karbolsäure in 5 T. Weingeist befeuchtet und der Weingeist verdunstet. Oder man befeuchtet die Watte mit einer wässrigen Lösung von Karbol­säure. In der Tiermedizin verwendet man bei grösseren Tieren statt Watte Heede und rechnet auf 500 g Heede 40 g Karbol­säure, gelöst in 200 g Weingeist.'
*tAcidum carbolicnm crudiun. Hohe Karbolsäure. Eine gelbliche oder gelbbraune, klare, unangenehm
riechende, neutrale, in Wasser unvollständig, in Aether
und Weingeist leicht lösliche Flüssigkeit. Prüf. 10 Vol. der rohen Karbolsäure mit 90 Vol. einer Mischung gleicher Teile Natronlauge und Wasser geschüttelt, sollen nicht mehr als 1 Vol. ungelösten flüssigen oder halbflüssigen Rückstand hinterlassen (entsprechend gegen 90% Phenolen, ungelöst bleiben Kohlenwasserstoffe und organische Basen). Anw. Zur Desinfektion. Zum Desinfizieren von Ledergeschirr nimmt man eine Mischung von 10 T. Karbolsäure mit 100 T. Leinöl. Femer als äusserliches Mittel gegen Hautparasiten aller Art; sie wird hierzu von manchen Tierärzten der reinen Karbolsäure vorgezogen. Man verwendet sie im Verhältnis von ö—10 zu 100 T. Leinöl, Rüböl oder Baumöl.
16*
i
#9632;
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*Hager'sches Eäudebad.
250 T. Soda und 60 T. Chloramiuonium werden in 12000 T. Wasser gelöst und je 100 T. rohe Karbolsäure uud Glycerin hinzugefügt.
#9830;Zündel'sches Räudebad.
1000 T. frisch gelöschter Kalk werden mit je 3000 T. Pott­asche und Schmierseife und 1500 T. roher Karbolsäure zu einem dicken Brei verrieben und dann in 260 Liter warmen Wassers gelöst. Die Menge reicht für 100 Schafe. Neuerdings setzt man noch eine mit einein T. der vorgeschriebenen Wassermenge her­gestellte Abkochung von 5—15 Kilogramm Tabak hinzu.
Aether. Aether sulfuricus. Naphta Vitrioli. Schwefeläther. (C2H5)20. Wird durch Destillation von Weingeist mit Schwefel^ säure gewonnen, wobei man mittelst einer zweckmässigen Vorrichtung während des Siedens allmählich noch Wein­geist zufliessen lässt. Das Destillat wird mit seinem gleichen Gewichte Wasser, dem man Kalkmilch und fein gestossenen Braunstein hinzugesetzt hat, geschüttelt, bis die saure Reaktion verschwunden ist. Man hebt den Aether ab und rektifiziert ihn im Wasserbade.
Klare, farblose, leicht bewegliche, eigentümlich rie­chende und schmeckende, leicht flüchtige, bei 35deg; sie­dende, in jedem Verhältnisse mit Weingeist und fetten Oelen mischbare Flüssigkeit. Spez. Gewicht 0,720. Vor Licht geschützt aufzubewahren. Prüf. Bestes Fütrirpapier, welches mit Aether getränkt wurde, darf nach dem Verdunsten des letzteren keinen Geruch mehr abgeben (Fuselöle).
Der nach freiwilliger Verdunstung von 5 com Aether in einer Glasschale sich zeigende feuchte Beschlag darf blaues Lackmuspapier nicht röten (Schweflige Säure, Schwefelsäure). Kaliumhydroxyd, mit Aether übergössen, darf sich inner­halb einer halben Stunde nicht gelblich färben (Vinylalkohol). 10 ccm Aether, mit 1 cm Kaliumjodidlösung in einem vollen, geschlossenen Glasstöpselglase häufig geschüttelt.
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dürfen im zerstreuten Tageslichte innerhalb einer Stunde keinerlei Färbung erkennen lassen (Wasserstoffsuperoxyd, welches sich, namentlich bei Liohteinwirkung- neben Vinyl-alkohol durch Oxydation des Aethers bildet). Anw. Subkutan zur Belebung des Nervensystems (Pferd, Rind 10—25,0; Hund 0,5—3,0), gegen Krampfkolik (Pferd, Eind 25—50,0; Hund 2—5,0), zum Einathmen für allgem. Narkose (Pferd 200—500,0; Hund 20—50,0); äusserlich zu erregenden Einreibungen und zum Entfetten.
#9830;Spiritus aethereus. Liquor anodynus mineralis Hoffmanni. Aetherweingeist. Hoffmann'sche Tropfen. Aether 1 T. mische mit Spiritus 3 T.
Aether aceticns. Naphta Aceti. Essigäther. C2H5. C2H302. Wird durch Destillation von Natriumacetat mit Weingeist und Schwefelsäure erhalten. Das mit Natr. carbon, sicc. ent­wässerte und entsäuerte Destillat wird rektifiziert.
Klare, farblose, flüchtige Flüssigkeit von eigentümlichem, angenehm erfrischendem Gerüche, mit Wasser und Aether in jedem Verhältnisse mischbar, bei 74—76deg; siedend, spez. Gew. 0,900—0,904.
Prüf. Bestes Filtrirpapier, .mit Essigäther getränkt, darf gegen Ende der Verdunstung einen Geruch nach fremden Aetherarten nicht abgeben. Wird ein Baumteil Essigäther mit 1 Raumteile Wasser von 15deg; kräftig geschüttelt, so darf die Eaummenge des letzteren höchstens um den zehnten Teil zunehmen, sonst ist zuviel Weingeist zugegen.
Wird 1 Baumteil Essigäther auf 1 Raumteil Schwefel­säure geschichtet, so entstehe keine gefärbte Zone (homologe, kohlenstoffreichere Verbindung). Blaues Lackmuspapier darf nicht sofort gerötet werden (Freie Essigsäure). Anw. Wie Aether.
Aether bromatns. Aethylbromid. C2H6Br. In ein erkaltetes Gemisch von Schwefelsäure und Wein­geist wird gepulvertes Kaliumbromid nach und nach einge­tragen, worauf man im Sandbade destilliert. Das Destillat wird zuerst mit einer Lösung von Kaliumkarbonat, dann drei- bis viermal mit Wasser geschüttelt, mit Calciumchlorid entwässert und rektifiziert.
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Klare, farblose, flüchtige, stark lichtbrechende, angenehm ätherisch riechende, neutrale, in Wasser unlösliche, in Weingeist und Aether lösliche, bei 38—40deg; siedende Flüssigkeit von 1,445 bis 1,450 spez. Gewicht. Vor Licht geschützt aufzubewahren. Prüf. 5 ccm Aethylbromid, mit 5 cem Schwefelsäure ge­schüttelt, dürfen letztere binnen einer Stunde nicht gelb färben (homologe, kohlenstoffreichere Verbindungen).
Werden 5 ccm Aethylbromid mit 5 ccm Wasser ge­schüttelt, von dem Wasser 2,5 ccm abgehoben und mit 1 Tropfen Silbernitratlösung versetzt, so muss die Mischung mindestens 5 Minuten lang klar bleiben und darf auch nach längerem Stehen nur eine schwache Opalescenz zeigen (Fremde Brom- und Chlorverbindungen). Anw. Als Anästhetikum wie Chloroform. Nicht zu ver­wechseln mit dem giftigen Aethylenbromid, C2H4Br2, daher auch nicht abgekürzt „Aeth. bromat.quot; zu verschreiben. Viele andere Chlor-, Brom- und Jodderivate der Methyl- und Aethylgruppe wirken ähnlich und tauchen von Zeit zu Zeit wieder als neue Anaesthetica auf, z. B.
t*Aethylenum chloratum(Liquorhollandicus)CH2Cl.CH201.
t*Aethylidenuni chloratum, CH3CI.CHCI.
t*Aethylum jodatum, C2HSJ.
t*Methylenum bichloratum, CH2G12.
fAgarlcinum.^—Agaricin. Agaricinsäure. CI8H30O5-|-H2O.
Beim Abdampfen des weingeistigen Auszuges des Lärchen-schwammes scheiden sicli weisse Harze ab, aus denen das Aga­ricin gewonnen wird.
Weisses Pulver von schwachem Gerüche und Geschmacke, gegen 140deg; zu einer geblichen Flüssigkeit schmelzend, bei stärkerem Erhitzen weisse Dämpfe ausstossend und unter Ver­breitung des Karamelgeruches verkohlend, in der Glühhitze ohne Rückstand verbrennend. Es löst sich wenig in kaltem Wasser; in heissem Wasser quillt es auf und löst sich beim Sieden zu einer stark schäumenden, nicht völlig klaren Flüssigkeit, welche blaues Lackmuspapier schwach rötet und beim Erkalten stark trübt. Agaricin löst sich in 130 T. kaltem und 10 T. heissem Weingeiste, noch leichter in heisser Essigsäure, nur wenig in Aether, kaum in Chloroform. Kalilauge nimmt es zu einer beim Schütteln stark schäumenden Flüssigkeit auf.
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Prüf. Die Reinheit ergiebt sich aus der Unlöslichkeit in .
alkoholischer Kalilauge und der Verbrennharkeit ohne
Kttckstand. Anw. Als schweissbeschränkendes Mittel und Expektorans
in der Menschenmedizin.
Albumen Ovi siccum. Trockenes HUhnereiweiss. Eine wässrige Lösung von Hühnereiweiss wird filtriert und bei unter 50deg; eingetrocknet.
Durchscheinende, homartige, dem arabischen Gummi ähn­liche Massen oder ein gelbliches Pulver, geruch- und geschmack­los, mit Wasser eine trübe, neutrale Lösung gebend, in Wein­geist und Aether nicht löslich.
Aus 5 ccm der wässerigen Lösung (l: 1000), welche mit 10 Tropfen Salpetersäure versetzt sind, scheiden sich beim vor­sichtigen Erwärmen reichlich Flocken von geronnenem Eiweiss ab. Prüf. Werden 10 ccm der wässrigen Lösung (1:100) mit 5 com Karbolsäurelösung gemischt und darauf 5 Tropfen Salpetersäure hinzugefügt, so muss die Mischung nach dem Durchschütteln ein klares Piltrat geben. Werden 5 cem dieses Filtrates vorsichtig mit 5 ccm Weingeist überschichtet, so darf letzterer an der Berührungsfläche nicht milchig trübe werden. 5 ccm des klaren Filtrates dürfen, mit 1 cem Jod­lösung versetzt, nur rein gelb, nicht aber rot gefärbt werden (Proben auf beigemengtes Dextrin und Gummi). Anw. Zu Liquor Ferri albuminati.
1 Amyleiuim hydratnm. Amylenhydrat. Tertiärer Amyl­alkohol. CijHjaO.
Käufliches Amylen wird in Amylschwefelsäure übergeführt und diese mit Kalkmilch destilliert, wobei sich Calciumsulfat und Amylenhydrat bildet. Der Name rührt davon her. dass man die Verbindung früher als C6H,0 (Amylen) H20 betrachtete.
Klare, farblose, flüchtige, neutrale Flüssigkeit von eigen­tümlichem, ätherisch-gewürzhaftem Gerüche und brennendem Geschmacke, in 8 T. Wasser löslich, mit Weingeist, Aether, Chloroform, Petroleumbenzin, Glycerin und fetten Oelen klar mischbar, bei 99 bis 103deg; siedend. Spez. Gewicht 0,815 bis 0,820. Vor Licht geschätzt aufzubewahren. Prüf. 20 ccm der wässerigen Lösung (1:20) dürfen nach
Zusatz von 2 Tropfen Kaliumpermanganatlösung dieselbe
innerhalb 10 Minuten nicht entfärben. Wird die wässerige
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Lösung (1:20) mit Silbernitratlösung, welche zuvor mit Ammoniakflüssigkeit übersättigt ist, 10 Minuten im Wasser­bade erwärmt, so darf sie auf diese nicht reduzierend wirken. Anw. Gegen Schlaflosigkeit in der Menschenmedizin.
f Amylium nitrosnm. Amylnitrit. Salpetrigsaurer Amyläther. CjjHn.NC^. Wird erhalten durch Einleiten von salpetriger Säure in massig erwärmtem Amylalkohol, wobei das Amylnitrit über­destilliert. Dasselbe wird mit Magnesia usta von der Säure und liiit Chlorcalcium vom Wasser befreit und rektifiziert.
Klare, gelbliche, flüchtige Flüssigkeit von nicht unange­nehmem, fruchtartigem Gerüche, von brennendem, gewürzhaftem Geschmacke, kaum löslich in Wasser, in allen Verhältnissen mit Weingeist und Aether mischbar, bei 97 bis 99deg; siedend, angezündet mit gelber, leuchtender und russender Flamme verbrennend. Spez. Gewicht 0,87 bis 0,88. Vor Licht geschätzt aufzubewahren. Prüf. 5 ecm Amylnitrit, geschüttelt mit 1 com Wasser, wel­chem 0,1 com Ammoniakflüssigkeit beigemischt wurde, müssen alkalisch bleiben, sonst ist zu viel freie Säure zugegen.
1 ccm Amylnitrit, mit einer Mischung aus 1,5 ccm Silber­nitratlösung und 1,5 ccm absolutem Alkohol nach Zusatz einiger Tropfen Ammoniakflüssigkeit gelinde erwärmt, darf keine Bräunung oder Schwärzung hervorrufen (Amylaldehyd). Auf 0deg; abgekühlt, darf sich Amylnitrit nicht trüben. Anw. Tropfenweise zum Einatmen bei Angina pectoris, Ohloro-formvergiftung und allen Kollapszuständen.
Eenzinnm Petrolei. Petroleumbenzin. Die farblosen nicht fluoreszierenden Bestandteile des Petroleums, welche bei 55—75deg; überdestillieren und aus Pentan, C5H12, Hexan, CGH14 und Heptan, C7H16 be­stehen. (Diese Destillationsprodukte kommen auch ge­trennt vor und zwar Pentan und Hexan als Petroleum­äther, Hexan und Heptan als Benzin.) Dieselben besitzen einen starken, nicht unangenehmen Geruch, sind sehr leicht entzündlich, mit Wasser nicht mischbar, leicht löslich in Alkohol, Aether, Schwefelkohlenstoff und fetten Oelen. Spez. Gew. 0,64—0,67.
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Prüf. Beim Sohtttteln von 2 T. Benzin mit einer erkalteten Mischung aus 1 T. Schwefelsäure und 4 T. rauchender Salpetersäure darf keine Bräunung eintreten (Kohlenwasser­stoffe der aromatischen Reihe), noch ein Geruch nach Bitter­mandelöl auftreten. (Reaktion auf Benzol C6H6, welches auch als Steinkohlenhenzin in den Handel kommt, und durch obige Mischung in das charakteristisch riechende Nitrohenzol übergeführt wird).
Anw. Aeusserlich als örtliches Anaesthetikum, gegen Haut­parasiten, Rheumatismus.
Chloraluin formamidatum. — Choralamid. C2HCl3 0 NH2.CHO.
Wird fabrikmässig aus Chloral und Forraamid gewonnen.
Weisse, glänzende, geruchlose Krystalle von schwach bitterem Geschmacke, bei 114—115deg; schmelzend, langsam in etwa 20 T. kaltem Wasser, sowie in 1,5 T. Weingeist löslich. Beim Er­wärmen mit Natronlauge geben die Krystalle eine trübe, unter Abscheidung von Chloroform sich klärende Lösung.
Prüf. Die Lösung von Chloralformamid in Weingeist (1: 10) darf blaues Lackmuspapier nicht röten und sich auf Zusatz von Silbernitatlösung nicht sofort verändern. Erhitzt, sei Chloralformamid flüchtig, ohne brennbare Dämpfe zu ent­wickeln.
Anw. Wie Chloralhydrat, als angeblich von Nebenwirkungen freies Hypnotikum.
Viele der neueren Schlafmittel sind weiter nichts als Gemenge von Chloral mit beliebigen Substanzen oder dem Chloralhydrat nahestehende Verbindungen und verdienen keine Beachtung. So ist z. B.
;
f*Somnal eine Mischung von Chloralalkoholat mit ürethan.
t*Hypnal eine Vereinigung von Chloralhydrat mit Antipyrin.
t*Bromalhydrat ist C2HBr3 0-j-H20.
t*Butylchoral ist C4H5Cl30 H20.
^
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Chloralum hydratum. Trichloraldehydhydrat. Chloralhydrat. C2HCl3 0 H20.
Durch Einleiten von Chlor in Alkohol entsteht zu­nächst Chloralalkoholat, aus welchem durch Destillation mit Schwefelsäure farhloses, ölartiges Chloral abgespalten wird. Bringt man das Chloral mit 1/10 Wasser zusammen, so erstarrt es zu Chloralhydrat, welches durch Um-krystallisieren gereinigt wird.
Trockene, luftbeständige, farblose, durchsichtige, bei 58deg; schmelzende Krystalle von stechendem Gerüche, schwach bitterem, ätzendem Geschmacke, leicht in Wasser, Weingeist und Aether, weniger in fetten Gelen und Schwefelkohlenstoff löslich, in 5 T. Chloroform sich langsam lösend. Beim Erwärmen mit Natronlauge geben die Krystalle eine trübe, unter Abscheidung von Chloro­form sich klärende Lösung (Zerfall in Ameisensäure und Chloroform).
Prüf. Die Lösung von 1 g Chloralhydrat in 10 ccm Wein­geist darf blaues Lackmuspapier erst beim Abdunsten schwach röten, und durch Silbernitratlösung nicht sofort verändert werden. Erhitzt sei Chloralhydrat flüchtig, ohne brennbare Dämpfe zu entwickeln.
Anw. In wässriger Lösung oder als Klystier, nicht aber als Injektion, alsHypnotikum undSedativum bei Gehirnkrämpfen, Epilepsie, Eklampsie, Tetanus, Drängen bei Vorfällen, gegen Keuchhusten. Zuweilen äusserlich in l0/0 Lösung als Anti-septikum. Pferd, Rind 25 — 50,0; Ziegen etc. 5 — 10,0; Hund 0,5—5,0.
f Chloroformium. Formylum trichloratum.
Formylchlorid. Trichlormethan. Chloroform.
CH CI3.
Wird erhalten durch Destillation sehr verdünnten Weingeists mit Chlorkalk oder durch Einwirkung von
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Aetzalkalien auf Chloralhydrat (englisches oder Chloral-chloroform, siehe Chloralhydrat).
Klare, farblose, flüchtige Flüssigkeit von eigentüm­lichem Gerüche, süsshchem Geschmacke, sehr wenig löslich in Wasser, mit Weingeist, Aether, fetten und ätherischen Oelen mischbar, bei 60 bis 62deg; siedend. Spez. Gewicht 1,485 bis 1,489. Vor Licht zu schützen.
Prüf. Mit 2 Raumteilen Chloroform geschütteltes Wasser darf blaues Lackmuspapier nicht röten, auch eine Trübung nicht hervorrufen, wenn es vorsichtig über eine mit gleich­viel Wasser verdünnte Silbernitratlösung geschichtet wird (Salzsäure). Wird Chloroform mit Jodzinkstärkelösung ge­schüttelt, so darf weder eine Bläuung derselben, noch eine Färbung des Chloroforms eintreten (Chlor, resp. in Zersetzung begriffenes Chloroform).
Von dem erstickenden Phosgengeruche sei Chloroform frei. Bestes Filtrirpapier, mit Chloroform getränkt, darf nach dem Verdunsten desselben keinen Geruch zeigen.
20 ecm Chloroform sollen bei häufigem Schütteln mit 15 ccm Schwefelsäure in einem 3 cm weiten, vorher mit Schwefelsäure gespülten Glase mit Glasstöpsel innerhalb einer Stunde die Schwefelsäure nicht färben (Aethyliden-chlorid, Methylenchlorid etc.)
Anw. Innerlich gegen Kolik, Eklampsie, Darmwürmer (Pferd, 25 — 50,0; Hund 0,5 — 4,0); zum Einatmen für allgem. Narkose (Pferd, Rind 100—200,0; Schaf 15—30,0; Hund 10—20,0). Aehnliche Anwendung findet das
*tBromoform, CHBr,.
Chrysarobinum. Chrysarobin. CaoHjgO,.
Andira Araroba, Papilionaceae, XVII. 3., ein hoher Baum Brasiliens, enthält in Spalten und Hohlräumen seines Stammes ein braungelbes Pulver, welches als Goapulver oder Araroba in den Handel kommt. Dieses Pulver wird mit heissem Benzol (CeH6) behandelt, und der aus dieser Lösung auskrystallisierende Teil bildet das Chrysarobin.
Gelbes, leichtes, krystallinisches Pulver giebt mit 2000 T. Wasser gekocht, ohne sich völlig zu lösen, ein schwach braun­rötlich gefärbtes, geschmackloses Filtrat, welches Lackinuspapier
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nicht verändert und durch Eisenchloridlösung nicht gefärbt
wird. Ammoniakflüssigkeit, welche man mit Chrysarobin
schüttelt, nimmt im Laufe eines Tages allmählich karminrote
Farbe an. (Bei Gegenwart von ätzenden Alkalien wird es durch
den Luftsauerstoff zu Chrysophansäure oxydiert.) Streut man
0,001 g Chrysarobin auf 1 Tropfen rauchender Salpetersäure
und breitet die rote Lösung in dünner Schicht aus, so wird
diese beim Betupfen mit Ammoniakflüssigkeit violett.
Prüf. Auf Schwefelsäure gestreut, gebe Chrysarobin eine
rötlichgelbe Lösung. In 150 T. heissem Weingeiste, in
warmem Chloroform und in Schwefelkohlenstoff muss es
sich bis auf einen geringen Eückstand auflösen. Im offenen
Schälchen erhitzt, schmilzt Chrysarobin, stösst gelbe Dämpfe
aus, verkohlt wenig und muss ohne Eückstand verbrennen.
Anw. Aeusserlich in 10—20deg;/0 Salbe bei chronischen Ekzemen,
Favus, Herpes tonsurans etc.
Collodinm.
Ist eine Auflösung von 1 T. DinitrocelMose in einem Gemische von 21 T. Aethei- und 3 T. Weingeist.
Es ist eine farblose oder gelbliche, mehr oder weniger klare, etwas sirupdicke, neutral reagierende Flüssigkeit, auf trockene Flächen gebracht leicht verdunstend und eine festhaftende, durchsichtige Haut hinterlassend.
Dinitrocellulose wird nach dem Arzneibuche durch Eintau­chen von 55 T. Baumwolle in ein auf 20deg; abgekühltes Gemische von 400 T. roher Salpetersäure und 100O T. roher Schwefelsäure bei Lufttemperatur erhalten. Nach 24 Stunden wird die Mischung auf einen Trichter gebracht und 24 Stunden zum Abtropfen der überschüssigen Säure zur Seite gestellt. Die auf dem Trichter bleibende Dinitrocellulose (Colloxylinum, Kollodiumwolle, CoHg [NCVJij Os) wird bis zur Entfernung aller Säure mit Wasser aus­gewaschen, ausgepresst und bei etwa 25deg; getrocknet.
Anw. Aeusserlich als Adstringens und zur Erzeugung eines schützenden üeberzuges auf wunden Hautstellen. Lösungs­mittel für manche Arzneistoffe, z. B. Jodoform. Golloditim cantharidatum. S. 134.
Collodium elasticum. Collodiuni 94 T., Terebinthina 5 T., Oleum Ricini 1 T.
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#9830;Collodium Ichthyoli. Bine Mischung- mit Acid, sulfoichthyol. oder Ainmon. sulfo-ichthyol. ist elastisch und besitzt die Vorzüge beider Arzneistoffe.
Creollmun. Kreolin.
Wird durch fraktionierte Destillation aus dem Stein-kohlenteere nach Entfernung der Karbolsäure unter Zu­satz von Harz und Soda hergestellt. Durch diesen Zusatz werden die in Wasser unlöslichen Homologen der Kar­bolsäure in lösliche Natronsalze oder durch die ent­standene Natronharzseife in eine emulsionsfähige Form übergeführt.
Dunkelbraune, teerartige Flüssigkeit vom spez. Ge­wichte 1,04—1,08, welche sich mit Wasser zu einer schwach alkalischen, milchartigen Emulsion vermischt. Löst sich in Alkohol und Aether in jedem Verhältnisse, leicht in Chloroform, teilweise in Petroleumäther, ferner in 7 T. verdünntem Alkohol, nicht in Holzgeist. Enthält Naphtalin, Anthracen, Pyridinbasen, indiffe­rente aromatische Kohlenwasserstoffe, Phenole, Harzseife. Anw. Als Antiseptikum in der Chirurgie; soll dem Jodoform, Sublimat und der Karbolsäure wegen seiner üngiftig-keit, und da es weder die Hände noch die Instrumente angreift, vorzuziehen sein.
Als wirksames und ungiftiges Parasitikum, namentlich gegen Räude, gegen chronische Ekzeme, als reizendes und desinfizierendes Expektorans, gegen Nieren- und Blasenleiden, als desinfizierendes Adstringens bei Maul- und Klauenseuche, in der Augenheilkunde gegen Konjunktiviten, Keratiten, Hornhautgeschwtire; ferner soll es beim Menschen eine grosse Anzahl von Kränkelten heilen. Diese Vielseitigkeit der Wirkung teilt das Kreolin mit allen unter gleich grosser Reklame in den Handel gebrachten Heilmitteln. Pferd 10—25,0; Hund 0,5—2,0.
Da es sehr schwierig ist, die Ungiftigkeit und gleich­artige Zusammensetzung des Kreolins rasch festzustellen,
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ferner auch kaum zu unterscheidende giftige und unwirk­same Kreolinsorten im Handel vorkommen sollen, dürfte bei der Anwendung des Mittels als Antiseptikum in der Chirurgie Vorsicht zu empfehlen sein.
*Kreolinräudebad. Creolinum 1 T., Spiritus 1 T., Sapo viridis 8 T.
*Desinfektol wird ein dem Kreolin fast gleich zusammengesetztes mit grosser Reklame empfohlenes Antiseptikum genannt.
*Lysol. Unterscheidet sich vom Desinfektol und Kreolin dadurch, dass es mit dest. Wasser klare Lösung giebt. Dies wird erreicht, weil das Präparat eine Lösung von Teerölen in Harzseife ist, während Lösung von Harzseifen in Teerölen Emulsionen bilden. Desinfektol und Lysol können ebensowenig rasch einer chemischen Untersuchung unterworfen werden wie das Kreolin und sind ebenfalls Substanzen von wechselnder fraglicher Zusammensetzung.
Crlycerinum. Glycerin. CgHgOg.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; •
quot;Wird als Nebenprodukt bei der Bereitung der Seifen gewonnen aus der von der Seife abgegossenen Flüssig­keit, jetzt aber vorzüglich in den Stearinsäurefabriken durch Zersetzen der Fette mit überhitztem Wasserdampf. Das so erhaltene Rohglycerin wird mit Kohle entfärbt, von Blei etc. befreit und nochmals mittelst überhitzten Wasserdampfes destilliert.
Klare, farblose und geruchlose, süsse, neutrale, sirup­artige Flüssigkeit, welche in jedem Verhältnisse in Wasser, Weingeist und Aetherweingeist, nicht aber in Aether, Chloroform und fetten Oelen löslich ist. Spez. Gewicht 1,225 bis 1,235.
Prüf. Mit 3 ccm Zinnchlorürlösung versetzt, darf im Laufe einer Stunde eine Färbung nicht eintreten (Arsenprobe).
Mit 5 Teilen Wasser verdünnt werde es weder durch Schwefelwasserstoffwasser, noch durch Baryumnitrat-, Am-
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moniumoxalat- oder Calciumchloridlösung verändert; durch Silbernitratlösung werde es höchstens opalisierend getrübt.
In offener Schale bis zum Sieden erhitzt, dann ange­zündet, verbrenne es vollständig bis auf einen dunklen An­flug, der bei stärkerem Erhitzen verschwindet.
1 eem Glycerin werde mit 1 can Ammoniakflüssigkeit im Wasserbade erhitzt, und der siedenden Flüssigkeit alsdann 3 Tropfen Silbernitratlösung zugegeben. Innerhalb 5 Minuten darf in dieser Mischung weder eine Färbung, noch eine Ausscheidung stattfinden (Akrolein).
1 ccm Glycerin darf mit 1 ccm Natronlauge erwärmt, sich weder färben (Glykosen), noch Ammoniak entwickeln und, mit verdünnter Schwefelsäure gelinde erwärmt, einen unangenehmen, ranzigen Geruch nicht abgeben (Buttersäure). Anw. Innerlich abführend, gährungswidrig; äusserlich aus­trocknend, antiparasitär; als Mastdarminfusion abführend. Pferd 50—100,0; Kind 100—200,0; Schaf, Schwein 25—50,0; Hund 10—20,0.
*Hypnonum. Acetophenon. CH3-CO'C6HB. Durch trockne Destillation von Calciumacetat mit Calcium-benzoat entstehend.
Farblose oder gelbliche Flüssigkeit von jasminartigem Ge­rüche, scharfem Geschmacke, wenig in Wasser, leicht in Alkohol, Aether, fetten Oelen löslich.
Anw. Hypnoticum. Hunden bei nervöser Staupe, Gehirn­krämpfen, Rollkrankheit. Hund 0,2—2,0. Der Geruch des Hypnons geht in alle Organe der damit behandelten Tiere über. Aehnlich wirkende, zuweilen Verwendung findende Hypnotica sind:
#9830;Methylalum. Methylendimethyläther. CH2(OCH8)2.
*Acetalum. Aethylidendiäthyläther. CH3-CH:(0C2H6)2.
fAmylenum hydratum S. 247.
fjodoforminm. Jodoform. CHJ3.
Scheidet sich beim Erwärmen von Jod, Kaliumbi­karbonat, Weingeist und Wasser nach einiger Zeit aus.
Kleine, glänzende, hexagonale, fettige Blättchen oder Tafeln von citronengelber Farbe und durchdringendem,
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eigentümlichem Gerüche, hei 120deg; schmelzend, mit den Dämpfen des siedenden Wassers flüchtig; fast unlöslich in Wasser, löslich in 50 T. Weingeist, in 5,2 T. Aether, in Chloroform, Kollodium, Schwefelkohlenstoff, fetten und ätherischen Oelen. Mit Kampfer gesättigter Alkohol oder Olivenöl sind die besten Lösungsmittel. Prüf. Beim Erhitzen sei das Jodoform flüchtig. Mit Wasser geschüttelt gebe es ein Piltrat, welches durch Silbernitrat nur opaleseierend, durch Baryumnitrat nicht gefällt werde (Abwesenheit von Jodiden und Alkalikarbonaten). Anw. Antiseptikum bei der trocknen Wundbehandlung, meist in Pulverform; zur Verdeckung des Geruches eignet sich ein Zusatz von Perubalsara, Menthol, Kaifeepulver, Theer (Jodof. bituminatum). Jodoformäther 1 : 10 Aether; Jodoformkollodium 1 : 10 Kollodium; Jodoform­stäbchen mit Kakaobutter (Siehe „Bougiesquot; Band I). Aehnlicli wirkend, aber teurer sind folgende, angeblich un­giftige Präparate:
*JodoIum. Tetrajodpyrrol. C'4HJ4N. Ein gelbliches, krystallinisches, leicht an der Haut haften­des, gerneh- und geschmackloses Pulver, fast unlöslich in Wasser, löslich in Alkohol, Aether und fetten Oelen.
*Acidum sozojodolicum. Dijodparaphenolsulfosäure. C6H2:J2.OH.S03H 3H20. Es kommen namentlich deren Salze zur Verwendung.
*Aristol. Dithymoldijodid. C20H24J2O2 H2O. Geruchlose Krystalle, löslich in fetten Oelen, Paraffin, Aether.
Keratinum. Hornstoff.
Die Darstellung beruht auf der ünlöslichkeit des Horn-stoifes in den gewöhnlichen Lösungsmitteln, sowie in künstlicher Verdauungsflüssigkeit, und auf seiner Löslichkeit in Essigsäure. Hornstoff findet sich namentlich in Federn, Stacheln, Hörnern, Hufen, Nageln, der Schalenhaut der Vogeleier etc.
Federspulen werden mit einer Mischung aus Aether und Weingeist in einem geschlossenen Kolben 8 Tage lang unter öfterem Umschütteln ausgezogen, nach dem Abgiessen der Elttssigkeit mit lauem Wasser gut ausgewaschen, dann mit
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einer salzsauren Lösung' von Pepsin unter häufigem Bewegen in Berührung gelassen, abermals gut ausgewaschen und nach dem Trocknen mit Essigsäure gekocht, worauf man vom ungelösten Teile durch Glaswolle abfiltriert, das Filtrat in einer Porzellan­schale zur Sirupdicke eindampft und den Eückstand, auf Glasplatten gestrichen, zur Trockne verdunstet.
Bräunlichgelbes Pulver oder ebenso gefärbte, durchscheinende Blättchen ohne Geruch und Geschmack, beim Erhitzen unter Verbreitung des Geruches nach verbranntem Horn eine schwierig veraschbare Kohle gebend, in den gewöhnliehen Lösungsmitteln und verdünnten Säuren unlöslich, dagegen löslich in konzentrierter Essigsäure, Alkalien und Ammoniakflüssigkeit.
Prüf. Darf weder an Wasser, Weingeist, Aether und ver­dünnte Säuren, noch an mit Salzsäure angesäuerte wässerige Pepsinlösung etwas abgeben. 100 T. desselben dürfen beim Veraschen nicht mehr als 1 T., 24 Stunden lang mit 15 T. Essigsäure oder Ammoniakflüssigkeit bei 35 bis 40deg; hinge­stellt, nicht mehr als 3 T. Eückstand hinterlassen. Anw. Zur Herstellung der sog. Dünndarmpillen, welchen durch üeberziehen mit essigsaurer oder ammoniakalischer Keratinlösung die Löslichkeit in Magen genommen, hin­gegen im alkalischen Darmsafte erhalten wird.
fKreosotum. Kreosot.
Das aus Buchenholzteer bei 200—220deg; übergehende Destillat wird in Kalilauge gelöst, die sich hierbei abscheidenden Teer­öle abgegossen und hierauf durch Neutralisation der alkalischen Flüssigkeit das Kreosot in Freiheit gesetzt und rektifiziert. Ist ein Gemenge von Guajakol, C6H4. OH.OCH3, und Kreosol, C6H3.CH3.OGH3.0H.
Eine klare, schwach gelbliche, im Sonnenlichte sich nicht, bräunende, stark lichtbrechende, neutrale, ölige Flüssigkeit von durchdringendem, rauchartigem Gerüche und brennendem Ge-schmacke. Spez. Gewicht nicht unter 1,07. Kreosot geht beim Erhitzen grösstenteils zwischen 205 und 220deg; über, erstarrt selbst bei — 20deg; noch nicht und kann mit Aether, Weingeist und Schwefelkohlenstoff klar gemischt werden, giebt aber erst mit etwa 120 T. heissem Wasser eine klare Lösung, welche sich beim Erkalten trübt und allmählich unter Abscheidung von Oel-tropfen wieder klar wird. Die von letzteren getrennte Lösung wird durch Bromwasser rotbraun gefällt, nimmt auf Zusatz von Arzneimittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 17
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sehr wenig Eisenchloridlösung unter Trübung eine graugrüne oder schnell vorübergehend blaue Färbung an und wird schliess-lich schmutzigbraun unter Abscheidung von ebenso gefärbten Flocken. Die weingeistige Lösung färbt sich mit einer geringen Menge Eisenchloridlösung tiefblau, mit einer grösseren dunkelgrün. Prüf. 1 Tröpfchen Kreosot, auf blaues Lackmuspapier ge­bracht, darf letzteres nicht röten, auch wenn das Papier demnächst mit Wasser angefeuchtet wird (Essigsäure). 1 com Kreosot und 2,5 ecm Natronlauge müssen geschüttelt eine klare, hellgelbe Lösung geben (Trübung deutet auf Teeröle), welche sich auch beim Verdünnen mit 50 ccm Wasser nicht trübt (sonst ist Naphtalin vorhanden).
Ein Eaumteil Kreosot mit 10 Raumteilen einer mit absolutem Alkohol dargestellten Kaliumhydroxydlösung (1: 5) gemischt, erstarre nach einiger Zeit zu einer festen, krystal-linischen Masse (sind Teeröle oder Karbolsäure vorhanden, so bleibt die Mischung anhaltend flüssig).
Wird 1 Raumteil Kreosot in einem trockenen Glase mit
1nbsp; Raumteile Kollodium gesolnittelt, so darf Gallertbildung nicht eintreten. In 3 Ranmteilen einer Mischung aus 1 T. Wasser und 3 T. Glycerin sei es fast unlöslich (Karbolsäure).
Wird 1 ccm Kreosot mit 2 ccm Petroleumbenzin und
2nbsp; nbsp;ccm Barytwasser geschüttelt, so darf die Benzinlösung keine blaue oder schmutzige, die wässerige Flüssigkeit keine rote Färbung annehmen (diese würde auch giftige Bestand­teile des Buchenholzteers anzeigen).
Anw. Innerlich gegen Gährungsprozesse in Magen und Darm, Magenwürmer, putride Lungen- und Bronchialaflektionen, Tuberkulose, als Emulsion, in Pillen, Kapseln, Latwergen. Pferd 5—15,0; Schaf 1—2,0; Hund 0,05—0,2. Aeusserlich in l0/0 wässriger Lösung als Antiseptikum, blutstillendes Mittel, gegen Hautparasiten. Pur gegen Strahlkrebs.
*Laiiolinuiii. Lanolin. Reines Wollfett.
Die Schafwolle enthält nicht unbedeutende Mengen Fett, welche ihr entzogen werden müssen, ehe sie weiter verarbeitet werden kann. Dieses rohe Wollfett besteht aus Verbindungen der Fettsäuren mit Cholesterin nebst bis 30 0/0 freien Fettsäuren. Das von den freien Säuren
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gereinigte, mu1 aus denFettsäureresterndes Chole-sterins bestehende reine Wollfett bildet das Lanolin. Gelblich weisse, salbenartige Masse, welche nach dem Lösen in Essigsäureanhydrid und Zusatz einiger Tropfen konz. Schwefelsäure zuerst rosa und dann rasch grün bis blau gefärbt wird (unterschied der Glycerin-fette von den Cholesterinfetten). Es ist vollständig neu­tral, lässt sich mit Fetten und Glycerin, Balsamen etc. leicht mischen, wird nicht ranzig und wird in einem Grade wie kein anderes Fett von der Haut resorbiert. Es ist imstande, über 100 0/0 seines Gewichtes an Wasser aufzunehmen. Unterscheidet sich von den gewöhnlichen Fetten dadurch, dass es nur höchst schwierig verseifbar ist, in wässeriger Lösung wirken sowohl kohlensaure wie ätzende Alkalien auf dasselbe nicht ein, ebenso wird es durch überlützten Wasserdampf nicht gespalten. Prüf. 2 his 3 g Lanolin mit 10 com 300/0 Natronlauge er­wärmt, dürfen kein Ammoniak entwickeln. — 10 g Lanolin auf dein Wasserbade mit 60 g destilliertem Wasser erwärmt müssen das L. auf der Oberfläche klar gesclnnolzen absetzen. Unreines L. giebt eine schaumige, sich nicht klärende Masse; das hierbei zurückbleibende Wasser darf beim Verdampfen kein Glycerin hinterlassen. — Wird L. unter Wasser längere Zeit geknetet, so nimmt es über 100 0/0 Wasser auf, ohne seifig glatt zu werden. Unreine Produkte gleiten hierbei vom Spatel oder Pistill ab. Anw. Infolge seiner Beständigkeit und Fähigkeit grosse Flüssigkeitsmengen zu binden und infolge seiner Eesorbier-barkeit findet es an Stelle von Schweinefett und Vaselin eine ausgebreitete Anwendung als Salbengrundlage. Es macht die Extinktion des Quecksilbers in überraschend kurzer Zeit möglich und empfiehlt sich daher zur Her­stellung der grauen Salbe.
Mentholnm. Menthol. Pfefferminzkampfer. C10H2oO. Wird durch starkes Abkühlen aus dem Pfefferminzöle ge­wonnen, durch Pressen von den noch anhaftenden flüssigen Be­standteilen befreit und durch Destillation nochmals gereinigt.
17*
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Spitze, spröde, farblose Krystalle vom Gerüche und Ge-schmacke der Pfefterminze, bei 43deg; schmelzend und bei 212deg; siedend, aus oftener Schale auf dem Wasserbade ohne Rückstand verdampfend. Von Aether, Chloroform, Weingeist wird Menthol sehr reichlich aufgenommen, kaum von Wasser, welchem es jedoch sein Aroma mitteilt. Menthol giebt mit 40 T. Schwefel­säure eine braunrote, trübe Flüssigkeit, welche sich im Laufe eines Tages klärt und an ihrer Oberfläche eine farblose, nicht mehr nach Menthol riechende Schicht zeigt. Prüf. Bringt man Menthol in eine Mischung von 1 ccm
Essigsäure mit 3 Tropfen Schwefelsäure und 1 Tropfen
Salpetersäure, so darf eine Färbung nicht entstehen, ausser-
dem ist Thymol zugegen. Anw. Aeusserlich in Stiftform gepresst als „Migränestiff,
in Lösung auch als Antiseptikum.
Naphtalimim. Naphtalin. C10 H8.
Aus den bei 180—250 0 destillierten Anteilen des Steinkohlenteers scheidet sich beim Stehen rohes Naphtalin ab, welches durch Pressen und Behandeln mit Wasser, Alkalien, Säuren von den Beimengungen befreit und durch Destillation mit Wasserdämpfen ge­reinigt wird.
Glänzende, farblose Krystallblätter von durch­dringendem Gerüche und brennend aromatischem Ge-schmacke, schon bei 15 0 langsam verdampfend, bei 80 0 schmelzend und bei 2180 siedend. Die entzündeten Dämpfe brennen mit leuchtender und russender Flamme. Wird sehr reichlich aufgenommen von Aether, Weingeist, Chloroform, Schwefelkohlenstoff, auch von flüssigem Paraffin. Von Wasser wird es nicht gelöst; doch nimmt ersteres beim Kochen mit Naphtalin einen äusserst schwach gewürzhaften Geschmack, aber nicht eine saure Reaktion an. Prüf. Schüttelt man Naphtalin mit Schwefelsäure, so darf
sich diese, selbst bei Wasserbadwärme, höchstens blassrötlich
färben, sonst sind die Teerstoffe ungenügend entfernt.
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Anw. Antiparasitikum, Antiseptikum und granulationan­regendes Mittel. Innerlich als Antizyinotikum, auch als Antipyretikum, Anthehnintikum, Expektorans. Pferd, Rind 5—15,0; Schaf etc. 2—5,0, Hunde 0,1—1,0.
Naphtholum. Beta-Naphtol. Isonaphtol. C10H7.0H. Durch Behandeln von /3 Naphtolsulfosäure mit Kalium-bydroxyd entstenend.
Farblose, glänzende Krystallblättchen oder ein weisses, krystallinisches Pulver von schwach phenolartigem Gerüche und brennend scharfem, jedoch nicht lange anhaltendem Geschmacke. Beta-Naphtol schmilzt bei 122deg; und siedet bei 286deg;. Es giebt mit 1000 T. kaltem und mit etwa 75 T. siedendem Wasser Lösungen, welche Lackmuspapier nicht verändern. In Wein­geist, Aether, Chloroform, Kali- und Natronlauge ist es löslich. Eine wässrige Lösung des Beta-Naphtols zeigt auf Zusatz von Ammoniakfliissigkeit eine violette Fluorescenz, auf Zusatz von Chlorwasser eine weisse Trübung, welche durch über­schüssige Ammoniakflüssigkeit verschwindet. Im letzteren Falle nimmt die Lösung eine grüne, später eine braune Färbung an. Eisenchloridlösung färbt die wässrige Lösung grünlich; nach einiger Zeit erfolgt eine Abscheidung weisser Flocken.
Prüf. Es löse sich in 50 T. Ammoniakflüssigkeit ohne Eück-stand zu einer nur blassgelb gefärbten Flüssigkeit. Eisen­chloridlösung färbe die heiss gesättigte wässrige Lösung nicht violett, sonst ist giftiges aNaphtol zugegen. Erhitzt, verflüchtige ohne einen Rückstand. Anw. Anthehnintikum gegen Askariden und Taenien. Bei Hautkrankheiten statt des Teers; gegen Milbenräude mit Ausnahme der Katzenräude; in Salbenform 1:10.
Farafflnnm liqnidnm. Paraffinöl. Vaselinöl.
Der nach dem Abdestillieren des Petroleums bleibende Rück­stand liefert bei fortgesetzter Destillation zwischen 360 bis 380deg; das Vaselinöl, welches aus den schwerer flüchtigen Kohlenwasser­stoffen der Metbanreihe besteht und durch Tierkohle entfärbt wird.
Eine wasserhelle, ölige Flüssigkeit, welche frei sei von ge­färbten, fluoreszierenden sowie riechenden Stoffen (Petroleum) xmi nicht unter 360deg; siede. Seine sonstigen Eigenschaften sind die des festen Paraffins.
Prüf. Das spez. Gewicht betrage mindestens 0,880, weshalb
ein Tropfen des Oels auf Spiritus gebracht untersinken muss.
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Mit gleichviel Schwefelsäure vermischt 10 Minuten lang der Wärme des siedenden Wassers ausgesetzt, darf nur schwache Bräunung stattfinden. (Organische Stoffe, welche nicht der Methanreihe angehören). Weingeist darf heim Kochen mit dem flüssigen Paraffin keine saure Reaktion annehmen. (Freie anorganische und organische Säuren). Anw. Zur Darstellung von ünguentum Parafflni.
Parafflnum solidum. Festes Paraffin.
Besteht aus den festen Kohlenwasserstoffen der Methan-und Aethylenreihe und findet sich in geringer Menge in den höchstsiedenden Teilen des amerikanischen Petroleums, hingegen in heträchtlicher Menge im kaukasischen und ostindischen Petroleum, aus dessen höchstsiedendem Teile es in der Kälte auskrystallisiert; durch Zentrifugalmaschinen wird es dann von den anhängenden flüssigen Teilen hefreit (Belmontin des Handels). Ferner findet es sich mehr oder minder gefärbt als Ozokerit (Erdwachs) in den Karpathen und wird hier durch Behandeln mit Schwefelsäure und Entfärben mit Kohle gereinigt (Ceresin).
Bildet eine feste, weisse, wenig glänzende, undurch­scheinende Masse ohne Geruch und Geschmack, hei 74—80deg; schmelzend, unlöslich in Wasser und Glycerin, wenig löslich in Weingeist, löslich in Schwefelkohlenstoff, Aether, Benzin, Chloroform und fetten Oelen. Mit Wachs, Talg, Harzen lässt es sich durch Schmelzen mischen. Konzentrierte Säuren und Alkalien greifen es nicht an. Prüf. Es zeige die gleiche Reinheit wie das flüssige Paraffin.
Das Paraffin aus Braunkohlenteer ist durchsichtig und
schmilzt schon bei 54—60deg;, weshalb es zur Herstellung der
Paraffinsalbe sich nicht eignet. Anw. Zur Darstellung von üngt. Paraffini.
Unguentnm Parafflni. Paraffinsalbe.
Paraffimim solidum 1 T., werde geschmolzen und mit Paraffinum liquidum 4 T. gemischt.
Diese Salbe muss bei gewöhnlicher Temperatur die Konsistenz des Schweinefettes besitzen und ist daher zu ihrer Darstellung im Sommer ein geringerer Zusatz von Hüssigem Paraffin angezeigt.
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Anw. Dient als Ersatzmittel für Schweinefett und andere Fettmisclmngen von Salbenkonsistenz, weil sie die Eigen­schaft besitzt, weder ranzig zu werden, noch auf beizu­mischende Chemikalien zersetzend einzuwirken. In der Tier­heilkunde wird dieses Präparat vorteilhaft ersetzt durch das käufliche Präparat, welches
quot;'Vaseline, Adeps mineralis, Paraffinum
genannt wird und aus den gereinigten räickständen der Petroleumdestillation besteht. Es kommt sowohl in gelblichen wie in weissen Massen von der Konsistenz des Schweinefettes in den Handel und besitzt die Eigen­schaften der oben beschriebenen Paraffine. Die billigste Sorte eignet sich vortrefflich als Hufsalbe, sowie als Schmiermittel für Lederzeug. Prüf. Wie das flüssige Paraffin.
t Paraldehydum. Paraldehyd. (('2H40)3. Durch Oxydation des Weingeistes erhaltener, gewöhnlicher Aldehyd wird in Berührung mit kleinen Mengen Salzsäure oder Zinkchlorid in Paraldehyd verwandelt, welcher durch Abkühlen unter 0deg; ausgeschieden und gereinigt wird.
Klare, farblose, neutrale oder doch nur sehr schwach sauer reagierende Flüssigkeit von eigentümlich ätherischem, jedoch nicht stechendem Gerüche und brennend kühlendem Geschmacke. Paraldehyd zeigt ein spez. Gewicht von 0,998. Bei starker Ab­kühlung erstarrt er zu einer krystallinischen, bei 10,5deg; schmelzenden Masse. Er siedet bei 123 —125deg;. Paraldehyd löst sich in 8,5 T. Wasser zu einer Flüssigkeit, die sich beim Erwärmen trübt. Mit Weingeist und Aether mischt er sich in jedem Verhältnisse. Vor Licht geschützt aufzubewahren.
Prüf. Durch starke Abkühlung fest geworden, schmelze Paraldehyd nicht unter 10deg; (Gewöhnl. Aldehyd). 1 T. desselben löse sich in 10 T. kaltem Wasser zu einer klaren, auch beim Stehen keine Oeltröpfchen abscheidenden Flüssig­keit (Amylaldehyd), die, nach dem Ansäuern mit Salpeter­säure, weder durch Silbernitrat-, noch durch Baryumnitrat-lösung verändert wird. Im Wasserbade erhitzt, sei er
.
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flüchtig, ohne Hinterlassung- eines unangenehmen Geruches (Amylaldehyd). Eine Mischung aus 1 cem Paraldehyd und 1 ecm Weingeist darf, nach Zusatz 1 Tropfens Kalüauge eine saure Reaktion nicht zeigen (Oxydationsprodukte). Anw. Hypnoticam und Sedativum. Bei Hunden mit Vorsicht (8—15,0), bei Pferden überhaupt nicht anzuwenden.
Pepsinuin. Pepsin. Wird aus der Schleimheit des Kälberlabmagens durch Aus­ziehen mit Wasser, Abscheiden mit Kochsalz und wiederholtes Lösen und Aussalzen gewonnen und nach vorsichtigem Trocknen mit Milchzucker verrieben.
Feines, fast weisses, nur wenig hygroskopisches Pulver, von eigentümlichem, brodartigera Gerüche und süsslichem, hinterher etwas bitterlichem Geschmacke. 1 T. giebt mit 100 T. Wasser eine kaum sauer reagierende, schwach trübe Lösung. Prüf. Von einem Ei, welches 10 Minuten in kochendem Wasser gelegen hat, wird das erkaltete Eiweis durch ein zur Bereitung von grobem Pulver bestimmtes Sieb gerieben. 10 g dieses zerteilten Eiweisses mit 100 com warmem Wasser von 50deg; und 10 Tropfen Salzsäure gemischt, und dann 0,1 ;/ Pepsin hinzugefügt. Wird dann das Gemisch unter wiederholtem Durchschütteln eine Stunde bei 45deg; stehen gelassen, so muss das Eiweiss bis auf wenige, weiss-gelbliche Häutchen verschwunden sein. Verliert seine Eigen­schaften beim Erhitzen über 60deg;, sowie in Berührung mit Aetzalkalien, starkem Weingeist und manchen Metallsalzen. Anw. Als Stomachicum bei Verdauungsstörungen in Pulver­form oder Lösung mit Salzsäure. Pferd 5—10,0: Hund 0,1—1,0.
fPhenacetinum.
Acetylpheneticlin. C6H4. O.C2 H5. XHCCHj CO).
Das Natriiunsalz des Paranitrophenols wird durch Jodäthyl in den Aethyläther des Paranitrophenols (Paranitrophenetol) übergeführt, dieses durch Wasser­stoff zu Paraamidophenetol (Paraphenetidin) reduziert, und dieses dmch Kochen mit Eisessig in Acetylphenetidin (Phenacetin) verwandelt.
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Farblose, glänzende Krystallblättchen, ohne Geruch und ohne Geschmack, bei 135 0 schmelzend. Sie geben mit 1400 T. kaltem und mit etwa 70 T. siedendem Wasser, sowie mit etwa 16 T. Weingeist Lösungen, welche Lackmuspapier nicht verändern.
Kocht man 0,1 ^r Phenacetin mit 1 ccm Salzsäure eine Minute lang, verdünnt hierauf die Lösung mit 10 ccm Wasser und filtriert nach dem Erkalten, so nimmt die Flüssigkeit, auf Zusatz von 3 Tropfen Chrom­säurelösung, allmählich eine rubinrote Färbung an. Giebt wie Acetanilid die Jndophenolreaktion (S. 241).
Prüf. 0,1 g Phenacetin, in 10 can heissem Wasser gelöst, gebe nach dem Erkalten ein Piltrat, welches durch Brom-wasser, bis zur Gelbfärbung zugesetzt, nicht getrübt werden darf (Acetanilid, Phenol). Erhitzt, darf Phenacetin keinen Bückstand hinterlassen. In Schwefelsäure soll es sich ohne Färbung auflösen (fremde organische Stoffe).
Anw. Antipyreticum und Antineuralgicnm. Pferd. Rind 10—20,0; Schaf 2—5,0; Schwein 1—2,0; Hund 0,2—1,0. Nahestehend an Wirkung ist das
*f Methacetin. Acetparaanisidin. C6 H4-0CH8- NH.(CHVCO).
* Oleum animale foetiduin. Oleum Cornu Cervi foetidum. Hirschhornöl.
Man erhält dieses Oel (richtiger Teer) durch trockne Destil­lation von Knochen, Blut und anderen tierischen Substanzen als Nebenprodukt. Es ist eine dunkelbraune, fast schwarze, teer­artige, alkalisch reagierende Flüssigkeit, von höchst widerlichem, haftendem Geruch und brenzlich-ammoniakalischem Geschmacko. Es löst sich in 3 T. Alkohol und giebt bei der Destillation aus dem Sandbade ein leichtflüssiges, helles Oel (*Oleum animale aether um s. Dippelii) und einen schwarzen, harzartigen Rück­stand. Von dem im Handel befindlichen Oele ist der flüchtige Anteil zuweilen schon abdestilliert. Ein solches Oel ist unbrauchbar.
Enthält Ammoniumbasen, Pyridin- und Ghinolin-basen, Pyrrol und dessen Homologe, Nitrile der Fett-
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säuren, aromatische Kohlenwasserstoffe, Karbolsäure, Kreosot, Essigsäure etc.
Anw. Aeusserlich zum Töten von Parasiten, Bestreichen
wunder Stellen etc., jedoch nur noch selten. Pferd 15—30,0;
Schaf 5—10,0; Schwein 1—5,0.
*Walz'sche Brühe oder Schafwäsohe. 4 T. gebrannter Kalk mit Wasser abgelöscht, darauf mit Wasser zum Brei angemacht, zu welchem man 5 T. Pottasche zumischt. In diese Mischung werden allmählich 6 T. Hirsch-hornöl und 3 T. flüssiger Teer hineingerührt, darauf das Ganze noch mit 200 T. Mistjauche (Rinderharn) und 800 T. Wasser verdünnt. Man rechnet von dieser Brühe 1 Kilo auf ein ge-schornes Schaf, auf ein ungeschornes etwas mehr.
Pix liqnida. Resina empyreumatica liquida. Holzteer.
Holzteer wird durch trockene Destillation des Holzes von Abietineen, vorzüglich der Pinus silvestris und Larix sibirica, gewonnen: er ist eine dickflüssige, braunschwarze, ineist durch mikroskopische Kryställchen krümelige Masse von eigentümlichem Gerüche.
Hauptbestandteile sind Benzol und dessen Homologe, Kreosot, Paraffin, Holzessig, Phenol.
Buclienbolzteer unterscheidet sich vom Nadel­holzteer durch dunklere, fast schwarze Farbe, und dadurch, dass er sich nicht, wie dieser, fast ohne Rück­stand in fetten Oelen lösen lässt, auch ist er dickflüssiger.
Prüf. Schüttelt man Holzteer kräftig mit 10 T. Wasser, so sinkt er unter (Teer aus Birkenholz, Torf, Braunkohle sinkt nicht unter); das klar abgegossene Wasser ist schwach gelblich, von saurer Eeaktion und vom Gerüche und Ge-schmacke des Teeres (Steinkohlenteer reagiert alkalisch). Setzt man zu 10 cem des Teerwassers 20 cem Wasser und 2 Tropfen Eisenchloridlösung, so entsteht vorübergehend eine grüne Färbung; Teerwasser, mit einem T. Kalkwasser ge­mischt, wird dauernd braunrot (Karbolsäure).
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Anw. Adstringierencl und antiseptisch gegen chron. Lungen­leiden, Bronchorrhoen etc. Stomachicum für Wiederkäuer, Diureticum; in Pillen oder Kapseln. Pferd, Eind 10—25,0; Schaf 2—5,0; Hund 0,1—1,0.
Aeusserlich hei Klauenleiden, Hufkrankheiten, zur An­regung der Granulation, gegen chronische Ekzeme, Milben-riiude, Strahlkrehs; als Salbe, Liniment, weingeistige Lösung, Pulver (Teergips). Zu Teerinhalationen; zur Desinfektion.
In Latwergen und Pillen, äusserlich in Verbindung mit Fett, grüner Seife u. s. w. gegen Räude und chronische Ausschläge. Zum innerlichen Gebrauch benutzt man auch das Teerwasser. Pferd 10—lö,0; Rind 15—25,0; Schaf,
*Wiener Krätzsalbe. Röll'sches Liniment. 1 T. Teer, 1 T. Schwefelblüte mische mit je 2 T. Schmier­seife und Branntwein,
*Teergips. 1 T. Teer, 3 bis 6 T. Gips. Bildet ein braunes trocknes Pulver, das auch mit Oel verriehen Anwendung findet.
*Teerseife, Sapo piceus. Ein Geraenge gleicher T. Schmierseife, Teer und Weingeist.
Aqua Picis. Teerwasser. 1 T. Teer, 10 T. Wasser werden mit einander gemischt, unter öfterm Umrühren einige Tage stehen gelassen, worauf die klare Flüssigkeit abgegossen wird.
*Linimentum Picis saponatum. Pix liquida, Sapo niger je 1 T. werden gemischt und als­dann allmählich hinzugefügt Spiritus Fruinenti 2 T.
l'yrogallolum. Acidum pyrogallicnin. Pyrogallussäure. C6H3(GH)3. .
Tannin (Digallussäure) giebt heim Kochen mit verdünnter Schwefelsäure Gallussäure, welche beim Erhitzen auf 210deg; in Kohlendioxyd und Pyrogallol zerfällt.
Sehr leichte, weisse, glänzende Blättchen oder Nadeln von bitterem Geschmacke, die sich in 1,7 T. Wasser zu einer klaren, farblosen und neutralen, an der Luft allmählich braune Färbung und saure Reaktion annehmenden Flüssigkeit, sowie in 1 T.
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Weingeist und in 1,2 T. Aether auflösen. Sie schmelzen bei 131deg; und sublimieren bei vorsichtigem Erhitzen ohne Rückstand. Vor Licht zu schlitzen. Prüf. Schüttelt man Pyrogallol mit Kalkwasser, so färbt sich letzteres zunächst violett, alsbald aber tritt Brauntärbung und Schwärzung unter flockiger Trübung ein. Die frische wässerige Lösung des Pyrogallols wird durch eine frisch bereitete Lösung von Ferrosulfat indigoblau, durch Eisen­chloridlösung braunrot gefärbt. Aus einer Lösung von Silbernitrat scheidet sie metallisches Silber aus. Anw. Aeusserlich in 5—100/0 Salben oder Lösungen gegen Ekzeme etc.
Resorcinnm. Metadioxybenzol. Ce H4 (OH)2.
Wird erhalten durch Schmelzen von Galbanum, Ammoniacum, Asa foetida und anderen Harzen mit Aetzkali oder durch Schmelzen von Benzoldisnlfonsäure mit Natronhydrat und Reinigen durch Aether und nachfolgende Sublimation.
Farblose oder schwach gefärbte Krystalle von kaum merk­lichem, eigenartigem Gerüche und süsslich kratzendem Geschmacke, in etwa 1 T. Wasser, 0,5 T. Weingeist, ebenso in Aether, sowie in Glycerin leicht löslich, in Chloroform und Schwefelkohlenstoff schwer löslich, beim Erwärmen sicli vollkommen verflüchtigend. Schmelzpunkt 110 bis 111deg;.
Die wässerige Lösung wird durch Bleiessig weiss gefällt.
Erwärmt man vorsichtig 0,05 y Resorcin mit 0,1 lt;? Weinsäure
und 10 Tropfen Schwefelsäure, so erhält man eine dunkelkarmin-
rote Flüssigkeit. Vor Licht zu schützen.
Prüf. Die wässerige Lösung soll ungefärbt sein, sie soll
Lackmuspapier nicht verändern und darf beim Erwärmen
Phenolgeruch nicht verbreiten. Anw. Antipyretisches, sowie fäulnis- und gährungswidriges
Mittel. Hund0,5—1,5; Pferd 10—15,0. Aeusserlich in l0/0
Lösung oder 5—100/0 Salbe.
*Saccharinum. Benzeosäuresulfinid. C8H4. CO. SO;,. NH.
Aus Toluol, Schwefelsäure und Ammoniak wird Orthotoluol-sulfamid erhalten, welches mit Kaliumpermanganat zu Saccharin oxydiert wird.
Weisses Pulver, löslich in 230 T. kalten Wassers, leicht löslich in Alkohol, Aether, heissem Wasser, von intensiv süssem
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Geschmacke. Mit Aetznatron geschmolzen und in Wasser gelöst, entsteht auf Zusatz von Ferrichlorid blaue Färbung (Bildung von Salicylsäure). Prüf. Es sei beim Erhitzen ohne Eückstand flüchtig und
zeige unter der Lupe keine Krystallform. Anw. Wegen des 300 mal süsseren Geschmackes wie Rohr­zucker und da es unverändert aus dem Körper durch den Harn ausgeschieden wird, verwendet man es als Geschmacks-korrigens und Ersatzmittel für Zucker bei Diabetes.
Salolum. Said. Phenylsalicylat. C6Ht(OH).COO(C6HB). Wird durch Erhitzen von Natriumsalioylat mit Phenolnatrium und Phosphoroxychlorid (oder Kohlenoxychlorid) erhalten.
Weisses, krystallinisches Pulver von schwach aromatischem Gerüche und Geschmacke, bei etwa 42deg; schmelzend, fast unlös­lich in Wasser, löslich in 10 T. Weigeist und 0,3 T. Aether, sowie in Chloroform; beim Erhitzen verbrennt es vollständig ohne Rückstand unter Entflammen. Die weingeistige Lösung giebt mit verdünnter Eisenchloridlösung eine violette Färbung. Prüf. Werden 0,2 bis 0,3 g Salol mit wenig Natronlauge unter Erwärmen in Lösung gebracht, hierauf mit Salzsäure übersättigt, so scheidet sich Salicylsäure bei gleichzeitig auftretendem Phenolgeruche aus.
Salol darf feuchtes blaues Lackmuspapier nicht röten und muss, mit 50 T. Wasser geschüttelt, ein Filtrat liefern, welches weder durch verd. Eisenchloridlösung (Abwesenheit von Salicyl- und Karbolsäure), noch durch Baryumnitrat-oder Silbernitratlösung verändert werden darf. Anw. Aeusserlich als Desinfiziens und Antisepticum als Pulver, Salbe oder alkohol. Lösung; innerlich als Fieber­mittel und gegen Rheumatismus, wobei ihm die üblen Nebenwirkungen der Salicylsäure fehlen. Pferd 15—25,0; Hund 0,25—1,0, in Pulver-, Pillen- oder Latwergenform.
fSantoninum. Santonsäureanhydrid. C15 H18 Og.
Wird aus den Flores Cinae erhalten, durch Ausziehen derselben mit Weingeist unter Zusatz von Kalkhydrat. Der abgedampfte Auszug wird ansgesäuert und das sich ausscheidende Santonin umkrystallisiert.
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Farblose, giäiizende, bitter schmeckende, bei 170deg; scbmelzende Krystallblättcben, welche am Lichte eine gelbe Farbe annehmen. Santonin giebt mit etwa 5000 T. Wasser, mit 44 T. Weingeist, sowie mit 4 T. Chloroform neutrale Lösungen. Vor Licht zu schützen.
Schüttelt man 0,01 y Santonin mit 1 ccm Schwefel­säure und 1 ccm Wasser, so darf eine Färbung nicht entstehen, aber beim Zusatz von l Tropfen Eisen-chloridlösung soll die Flüssigkeit schön violett werden.
Prüf. Mit Schwefelsäure oder Salpetersäure durchfeuchtet, erleidet es zunächst keine Färbung (Abwesenheit von Al-kaloiden, Saliein, Zucker). Mit 100 T. Wasser und 5 T. verdünnter Schwefelsäure gekocht, liefert es nach längerem Abkühlen und darauf folgendem Filtrieren eine nicht bitter schmeckende Flüssigkeit, in welcher durch Zusatz von einigen Tropfen Kaliumdichromatlösung eine Fällung nicht entseht (Prüfung auf das äusserlich ähnliche Strychnin). Bei Luftzutritt erhitzt, darf kein Rückstand bleiben.
Anw. Gegen die Spulwürmer kleinerer Haustiere. Schwein 0,5—1,0; Hund 0,03—0,3.
Trochisci Santonini. Santoninzeltchen. Enthalten 0,025 Santonin pro Stück.
Spiritns Aetlieris nitrosi. Spiritus Nitri dulcis.
Spiritus nitricoäthereus. Versüsster Salpetergeist.
(Weingeistige Lösung von C2H5. N0.2).
Spiritus wird mit Acidum nitricum purum gemischt, bei gelindem Feuer destilliert und das Destillat mit so viel ge­brannter Magnesia geschüttelt als zur Neutralisation der freien Säure erforderlich ist. Der abgegossene Spiritus ist bei sehr massigem Feuer nochmals zu destillieren und in kleinen, völlig angefüllten, gut verschlossenen Gläseben kühl aufzubewahren.
Er sei klar, farblos, von angenehm ätherischem, etwas süssem Geschmacke, anfänglich neutral, später so wenig als möglich sauer reagierend. Spez. Gew. 0,84—0,85. Mit Ferro-salzen, nimmt er tief braune Färbung an (Salpeterige Säure). Anw. Excitans, wie Aether.
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Spiritus. Spiritus Vini rectificatissimus. Alkohol. Vini. Weingeist. C2H5-OH.
Bildet sich nebst Kohlensilure hei der sogen, al­koholischen Gährung aus Zucker oder Stärkemehl ent­haltenden Substanzen, welches letztere durch den Maisch-prozess in Zucker verwandelt worden ist. Die gegolirene Flüssigkeit wird destilliert; das Destillat ist eine mit mehr oder weniger Wasser verdünnte weingeistige Flüssig­keit, die aber noch bei der Gährung sich bildende Körper, als Fuselöl, eigentümliche Aetherarten. Glycerin und Bernsteinsäure u. dergl. enthält. Durch wiederholte Destillation und Leiten der Dämpfe über Holzkohle erhält man fuselölfreien 90 —930/0 Weingeist.
Farblose, klare, flüchtige, leicht entzündliche, eine Flamme von geringer Leuchtkraft gebende Flüssigkeit von eigentümlichem Gerüche und brennendem Geschmacke, Lackmuspapier nicht verändernd. Das spezifische Ge-wiebt betrage 0,830 bis 0,834, einem Alkoholgehalte von 91,2—90 Raumteilen oder 87,2-85,6 Gewichts­teilen in 100 T. entsprechend. Muss von fremdartigem Gerüche frei sein und sich mit Wasser ohne Trübung mischen (Abwesenheit von viel Fuselölen).
Prüf. 10 com Weingeist dürfen sich, mit 5 Tropfen Silber-nitratlösung versetzt, selbst beim Erwärmen weder trüben noch färben (Chloride und Aldehyd).
quot;Werden 50 ccm Weingeist mit 1 can Kalilauge bis auf 5 ccm verdunstet, und der Eückstand mit verdünnter Schwefelsäure übersättigt, so entstehe kein Fuselölgeruch.
Schichtet man gleiche Volumen Weingeist und Schwefel­säure behutsam aufeinander, so darf keine rötliche Färbung auftreten, sonst stammt der Weingeist von Rübenmelasse und erteilt allen damit bereiteten Präparaten einen wider­lichen Geruch. 10 g Weingeist mit einigen Tropfen Kaliumpermanganatlösung bis zur eben erkennbaren Eötung versetzt, dürfen sich erst nach 15—20 Minuten entfärben^ sonst ist Holzgeist oder mit Pyridinbasen denaturierter Wein-
1
I
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geist vorhanden. Weingeist darf weder durch H2S (Metalle)
noch Ammoniak (Gerbstoff der Holzfässer) gefärbt werden
und beim Verdunsten keinen Rückstand hinterlassen. —
Gehalt des käuflichen Weingeistes an wasserfreiem
Weingeist sowohl dem Gewichte, als demEaume nach
in hundert T. Weingeist von bestimmtem spezifischen
Gewicht bei 15deg; C. Die Raumprozente entsprechen den Graden
nach Tralles, die Gewichtsprozente denen nach Richter.
Sp. G.
Vol.
Pl'OZ.
Gew, Proz.
Sp. G.
Vol. Proz.
fiew. Proz.
Sp. G.
Vol. Proz.
Gew. Proz.
0,8000
99 98,38
0,9002
66 58,29
0,9620
33
27,27
0,8046
98 | 96,83
0,9026
65
57,25
0,9633
32
26,41
0,8089
97 i 95,35
0,9049
64
56,23
0,9645
31
25,56
0,8130
96 : 93,89
0,9072
63
55,21
0,9657
30
24,70
0,8169
95 i 92,45
0,9095
62
54,20
0,9668
29
23,85
0,8206
94 91,08
0,9117
61
53,19
0,9679
28
23,00
0,8242
93 89,72
0,9*39
60
52,20
0,9690
27
22,16
0,8277
92 88,37
0.9161
59
51,20
0,9700
26
21,31
0,8311
91 1 87,04
0,9188
58
50,21
0,9711
25
20,47
0,8344
90 1 85,74
0,9205
57
49,24
0,9721
24
19,63
0,8377
89 1 84,47
0,922ß
56
48,26
0,9731
23 i 18,79
0,8409
88 83,22
0,9247
55
47,29
0,9741
22
17,96
0,8440
87 81,96
0,9267
54
46,33
0,9751
21
17,12
0,8470
86 ! 80,72
0,9288
53
45,37
0,9761
20
16,29
0,8500
85 1 79,51
0,9308
52
44,41
0,9771
19
15,46
0,8530
84 78,29
0,9328
51
43,47
0,9781
18
14,63
0,8559
83
77,09
0,9348
50
42,50
0,9791
17
13,80
0,8588
82
75,91
0.9366
49 I 41,59
0,9801
16
12,98
0,8616
81
74,75
0,9385
48 ! 40,66
0,9812
15
12,15
0,8644
80
73,59
0,9403
47
39,74
0,9822
14 ! 11,33
0.8671
79 72,43
0,9421
46
38,82
0,9833
13
10,51
0;8698
78 ! 71,30
0,9439
45
37,90
0,9844
12
9,69
0.8725
77
70,16
0,9456
44 ! 37,00
0,9855
11
8,87
0:8752
76
69,04
0,9473
43 j 36,09
0,9867
10
8,06
0,8778
75
67,93
0,9490
42 , 35,18
0,9878
9
7,24
0,8804
74
66,82
0.9506
41 | 34,30
0,9890
8
6,43
0,8830
73
65,72
0,9522
40 1 33,40
0,9902
7
5,62
0,8855
72
64,64
0,9538
39
32,52
0,9915
6
4,81
0,8880
71
63,58
0.9553
38
31,63
0,9928
5
4,00
0,8905
70
62,50
0,9568
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30,75
0,9942
4
3,20
0.8930
69
61,43
0,9582
36
29.88
0,9956
3
2,40
0,8954
68
60,38
0,9595
35
29,01
0,9970
2
1,60
0,8978
67
59,33
0,9607
34
28,14
0,9985
1
0,80
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Anw. Anregungsmittel des Nervensystems, Keizmittel bei Verdauungsschwäche (Pferd, Rind 25—60,0; Schaf 10—20,0; Schwein 5-15,0; Hund 2—10,0); gegen septische Fieber (zwei- bis dreifache Dosis), in verdünntem Zustande. Aeusser-lich zur Austrocknung und Desinfektion eiternder Geschwüre, Anregung schwacher Granulationen, Einspritzung in Fistel­kanäle ; allein oder in Verbindung mit andern Arzneistoffen zu zerteilenden Einreibungen. Zum Konservieren anatomi­scher Präparate, zur Herstellung vieler pharmaz. Präparate.
Spiritus Vini Gallici.
Spiritus e Vino. Kognak. Weinbranntwein. Destillationsprodukt des Weines. Gelbe, klare Flüssigkeit von angenehmem, weinigem Gerüche und Geschmacke, 46—50 Gewichtsprozente Alkohol enthaltend.
#9830;Spiritus Sacchari. Kimm. Destillationsprodukt der gegohrenen Rohrzuckermelasse. Braune, klare Flüssigkeit, von angenehmem, charakteristischem Gerüche, Geschmacke, 45—50 Gewichtsprozente Alkohol ent­haltend.
Spiritus dilutus. Spiritus rectificatus. Spiritus 7 T., werden gemischt mit Aqua 3 T. (Gewogen!) Die Mischung enthalte einem spez. Gewicht von 0,892—0,896 entsprechend 67,5—69,1 Volumprozente oder 59,8—61,5 Gewichts­prozente Alkohol.
*Spiritus Frumenti. Branntwein. Spiritus 10 T., mische mit Aqua 14 T. (Gewogen!) Spez. Gewicht 0,945—0,950 entsprechend 42—44 Volum­prozente oder 35—37 Gewichtsprozente Alkohol. Man kann sich auch des gewöhlichen Branntweins bedienen, wenn man das Fuselöl nicht zu berücksichtigen braucht.
Snlfonalmn. Diaethylsulfondimethylmethan.
(C2H5.SO;)2:C:(CH3)2. '
Aus Merkaptan und Aceton wird das Merkaptol,
(C2H5S)2:G:(CH3)2, dargestellt, welches durch Oxy­dation in Sulfonal übergeführt wird.
Arzneimittellelive I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 18
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Farblose, geruchlose, geschmacklose, prismatische
Krystalle, in der Wärme vollkommen flüchtig, mit
500 T. kaltem, 15 T. siedendem quot;Wasser, mit 65 T.
kaltem, 2 T. siedendem Weingeiste, mit 135 T. Aether
neutrale Lösungen gebend. Schmelzpunkt 125 — 126deg;.
Prüf. Wird 0,1 g Sulfonal mit gepulverter Holzkohle im
Probierrohre erhitzt, so tritt der eharakt. Merkaptangeruch auf.
Beim Lösen in siedendem AVasser (1 : 50) darf sich
keinerlei Geruch entwickeln. Diese wässerige Lösung darf,
nach dem Erkalten filtriert, weder durch Baryumnitrat-, noch
durch Silbernitratlösung verändert werden. 1 Tropfen Kalium-
permanganatlösung darf durch 10 ccm obiger Lösung nicht
sofort entfärbt werden.
Anw. Hypnotikum und Sedativum für Hunde 0,5—4,0.
Terpinum hydratum. Terpinhy dr a t. 010 H16 3 H2 0.
Scheidet sich beim längeren Stehen von Terpentinöl mit Wasser oder besser mit Alkohol und Salpetersäure ab.
Glänzende, farblose und beinahe geruchlose, rhombische Krystalle von schwach gewürzigem und etwas bitterlichem Ge-schmacke, beim Erhitzen in feinen Nadeln sublimierend, bei 116deg; schmelzend und Wasser verlierend, worauf der Schmelzpunkt auf 1020 zurückgeht; auf Platinblech erhitzt, mit hellleuchtender Flamme ohne Rückstand verbrennend.
Bedarf zur Lösung etwa 260 T. kaltes und 32 T. siedendes Wasser, über 10 T. kalten und 2 T. siedenden Weingeist, über 100 T. Aether, ungefähr 200 T. Chloroform und 1 T. siedende Essigsäure. Schwefelsäure löst es orangegelb. Die wässerige, heisse Lösung entwickelt, auf Zusatz von Schwefelsäure, unter Trübung einen starS aromatischen Geruch.
Prüf. Darf nicht terpentinartig riechen und selbst in heisser,
wässeriger Lösung Lackmuspapier nicht verändern. Anw. In der Menschenmedizin als die Sekretion der Bronchial-
schleimhaut beeinflussendes Mittel.
Thymolnm. Acidum thymicum Thymol. Thymian­kampfer. (C6 H3. OH . CH3 . C3 H7). Wird aus dem ätherischen Oele von Thymus vulgaris, Monarda punctata und Ptychotis Ajowan durch Ausschütteln mit Natronlauge und aus dieser durch Fällen mit Salzsäure gewonnen.
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Ansehnliche, farblose, durchsichtige, nach Thymian riechende, aromatisch schmeckende Krystalle, welche bei 50—51deg; schmelzen, bei 280—230deg; sieden. In Wasser sinken sie unter; geschmolzenes Thymol schwimmt dagegen auf dem Wasser. Löst sich in weniger als 1 T. Weingeist, Aether, Chloroform, sowie in 2 T. Natronlauge und in etwa 1100 T. Wasser.
In 4 T. Schwefelsäure löst sich Thymol in der Kälte mit gelblicher, beim gelinden Erwärmen mit rchön rosenroter Farbe. Giesst man die Lösung in 10 Raurateile Wasser und lässt die Mischung bei 35 bis 40deg; mit einer überschüssigen Menge Blei-weiss unter wiederholtem Umschütteln stehen, so färbt sich das Piltrat, auf Zusatz einer geringen Menge Eisenchloridlösung, schön violett. Die Lösung eines Kryställchens Thymol in 1 cem Essigsäure wird, auf Zusatz von ß Tropfen Schwefelsäure und 1 Tropfen Salpetersäure, schön blaugrün gefärbt. Die wässrige Thymollösung wird durch Bromwasser milchig getrübt, jedoch nicht krystallinisch gefällt (Phenole).
Prüf. Die Lösung in Wasser sei neutral und darf durch Eisenchloridlösung nicht violett gefärbt werden (Phenole). Im oftenen Schälchen der Wasserbadwärme ausgesetzt, soll Thymol vollständig flüchtig sein.
Anw. Ungiftiges Desinflziens in wässriger (1:1100) oder alkoholischer (1:100) Lösung, aber teuer und Hände und Instrumente angreifend
*Thiolum. Thiol.
Besonders geeignete, hochsiedende Kohlenwasserstoffe werden mit Schwefel erhitzt, bis die Schwefelentwicklung aufhört. Es entstehen hierdurch Schwefelverbindungen der ungesättigten Kohlenwasserstofte. Diese werden von den nicht geschwefelten gesättigten Kohlenwasserstoffen getrennt und dann ebenso wie die geschwefelten Kohlenwasserstoffe des Ichthyolöles (S. 120) durch Behandeln mit konz. Schwefelsäure in eine in Wasser lösliche Verbindung übergeführt und gereinigt.
Im chemischen und physikalischen Verhalten stimmt Thiol mit Ichthyol überein, ausgenommen, dass es weniger riechende Stoffe und weniger Ammoniumsulfat enthält. Es hat nur einen schwachen, nicht unangenehmen, juchtenartigen Geruch.
Anw. Wie Ichthyol.
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t*Uretliauuin. Karbaminsäureäthyläther. NH2. C02. C2H5. Wird durch Erhitzen von Alkohol auf Hamstofi'nitrat er­halten. Farh- und geruchlose, kühlend schmeckende Krystalle. leicht löslich in Wasser und Alkohol. Mit Kalilauge gekocht entwickeln sie Ammoniak, mit konz. Schwefelsäure Kohlen­dioxyd. Es verbrenne angezündet ohne Kückstand.
Anw. Sedatikum und Hypnotikum für Hunde, 2,0—15,0.
5. Alkaloide und verwandte Stoffe.
An 1 i |raquo; v ii ii uui. P h e n y 1 di m e t h y 1 p y r a z o 1 o n. CuHiaNaO.
Wird durch Kondensation von Acetessigester mit l'henylhydrazin und nachfolgende Methylierung dar­gestellt.
Tafelförmige, farblose Krystalle von kaum wahr-nelimbarem Gerüche und milde bitterem Geschmacke, hei 1130 schmelzend. 1 T. löst sich in weniger als 1 T. kaltem Wasser, in etwa 1 T. kaltem Weingeist, 1 T. Chloroform und etwa 50 T. Aether.
Die wässerige Lösung (1:100) giebt mit Gerbsäure-losung eine reichliche weisse Fällung; 2 ccm der wässerigen Lösimg werden durch 2 Tropfen rauchender Salpetersäure grün und durch einen, nach dem Erhitzen zum Sieden zugesetzten, weiteren Tropfen dieser Säure rot gefärbt; 2 ccm wässeriger Antipyrinlösung geben mit 1 Tropfen Eisenchloridlösung eine tiefrote Färbung, welche durch 10 Tropfen Schwefelsäure in hellgelb über­geht, ausserdem ist Kairin, Resorcin etc. vorhanden. Prüf. Die wässrige Lösung sei neutral, farblos, frei von
scharfem Geschmacke und werde durch Schwefelwasserstofl-
wasser nicht verändert. Erhitzt, darf Antipyrin einen
Rückstand nicht hinterlassen. Anw. Gegen hochgradige Fieber. Antirheumatikum; iiusser-
lich als Antiseptikum und lokales Anästhetikum. Pferd
10—20,0; Rind 15—25; Schaf, Schwein 5—10,0; Hund
l—4,0; in Pillen oder subkutan 1:5 —10 Wasser.
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f Apomorphimunliydrochloricum. C17H17N02. HC1.
Morphin wird mit starker Salzsäure längere Zeit auf 140—150deg; erhitzt, wobei unter Wasserabspaltung Apomorphin entsteht; dieses wird mit Natriumkarbonat ausgefällt, das ausgeschiedene Apomorphin mit Aether extrahiert und nach dem Sättigen mit Salzsäure durch Auskrystallisieren das salzsaure Salz erhalten.
Einweisses oder grauweisses, trocknes, krystallinisches Pulver, löslich in 40 T. Wasser oder Weingeist mit neu­traler Reaktion. In Aether und Chloroform ist es un­löslich. Bei feuchter Luft dem Licht ausgesetzt, färbt es sich durch Oxydation bald grün.
Salpetersäure löst es mit blutroter Farbe. Die Lösung in überschüssiger Natronlauge färbt sich an der Luft bald purpurrot und allmählich schwarz. Der durch Natriumbikarbonatlösung in der wässerigen Lösung des Salzes hervorgerufene Niederschlag färbt sich an der Luft sehr bald grün; er wird dann von Aether mit purjnirvioletter, von Chloroform mit blauvioletter Farbe gelöst. Silbernitratlösung wird von der mit Ammoniak-flüssigkeit versetzten Lösung des Salzes sofort reduziert.
Prüf. Die wässrige Lösung des Salzes sei farblos oder nur wenig gefärbt; ein Präparat, welches mit 100 T. Wasser eine smaradgrüne Lösung giebt, ist zu verwerfen; beim Schütteln des trockenen Salzes mit Aether darf letzterer gar nicht oder doch nur blassrötlich gefärbt werden (oxydiertes Apomorphin). Bei Luftzutritt erhitzt, verbrenne es, ohne einen Bückstand zu hinterlassen.
Das grüngewordene Salz lässt sich von den Zersetznngs-produkten durch Auswaschen mit Aether oder Chloroform befreien. Es werde in geschwärzten Gläsern aufbewahrt.
Anw. Innerlich und subkutan in wässriger Lösung. Als Brechmittel für Hunde und Katzen (subkutan 0,002—0,01); gegen Lecksucht und Wollfreasen (Pferd, Schaf 0,1—0,2
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subkutan, dreimal in 2 Tagen), Expektorans bei zäher Sekretion (Hund 0,001—0,003; Pferd 0,02—0,05), namentlich bei Hundestaupe; zuweilen bei chron. Magenkatarrh der Pferde.
tfAtropinum sulfuricum. (C17 H23 NOg),: H2 S04.
Atropin bildet sich erst bei der Verarbeitung der Belladonnawurzel oder der Stechapfelsamen (von Datura Stramonium) auf Alkaloide, indem hierbei das in diesen enthaltene Hyoscyamin in Atropin übergeht.
Die betr. Pflanzenteile werden mit Alkohol extrahiert, dann wird alkalisch gemacht und mit Chloroform oder Amylalkohol ausgeschüttelt. Das beim Verdunsten er­haltene Eohatropin wird durch Umkrystallisieren vom Hyoscyamin und Hyoscin befreit und in das Sulfat übergeführt.
Weisse, krystallinische, gegen 183deg; schmelzende Massen. 1 T. giebt mit 1 T. Wasser, sowie mit 3 T. Weingeist eine farblose, neutrale Lösung: in Aether oder Chloroform ist es fast unlöslich. Die Lösungen besitzen einen bitteren, anhaltend kratzenden Geschmack.
Zu 0,01 y Atropinsulfat, welches im Probierrohre bis zum Auftreten weisser Nebel erhitzt wird, gebe man 1,5 ccm Schwefelsäure und erwärme bis zur beginnenden Bräunung. Sofortiger vorsichtiger Zusatz von 2 ccm Wasser ruft die Entwickelung eines angenehmen, eigen­tümlich aromatischen Geruches hervor; ein Zusatz eines Kryställchens Kaliumpermanganat bewirkt alsdann das Auftreten eines Geruches nach Bittermandelöl. 0,01 g Atropinsulfat, mit 5 Tropfen rauchender Salpetersäure auf dem Wasserbade in einem Porzellanschälchen ein­getrocknet, hinterlässt einen kaum gelblich gefärbten Rückstand, welcher, erkaltet, beim Uebergiessen mit weingeistiger Kalilauge eine violette Farbe annimmt.
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Prüf. Die wässerige Lösung des Atropinsulfats (1:60) werde durch Natronlauge, nicht aher durch Aramoniakflüssigkeit getrübt; Schwefelsäure löse es ohne Färbung; eine solche mache sich auch nicht bemerkbar, wenn man zu dieser Lösung etwas Salpetersäure zufliessen lässt (fremde Alkaloide). Bei Luftzutritt erhitzt, verbrenne Atropinsulfat ohne Rückstand.
Anw. Innerlich selten, namentlich als Gegengift bei Morphin-vergiftung, sowie bei drohender Herz- und Atemlähmung am besten subkutan, ferner gegen abnorme Schweiss- und Speichelsekretion, in kleinen Dosen auch gegen Verstopfung. Pferd, Rind 0,05—0,1; Hund 0,005—0,02. Aeusserlich in 1—20/0 Lösung für starke, 1—30/00 Lösung für vorüber­gehende Pupillenerweiterung.
Chinhumi hydrochloricum. C20H24N2O2. HC1-|-H20.
Wird gewöhnlich durch Einwirkung von Baryum-chlorid auf Chininsulfat erhalten.
Weisse, hittere Krystallnadeln, in 3 T. Weingeist, sowie in 34 T. Wasser mit neutraler Reaktion und ohne Fluorescenz löslich. Verdünnt man diese Lösungen mit etwa 200 T. Wasser und setzt 50 T. Chlorwasser und dann Ammoniak zu, so entsteht eine smaragdgrüne Färhung. (Thalleiochin-Reaktion). In der Salzlösung erzeugt Silbernitrat einen weissen Niederschlag unlöslich in Salpetersäure.
Prüf. Bei 100deg; getrocknet verliere es nicht mehr als 90/0 Wasser (Krystallwasser). 2,0 Chininbydrochlorid werden in einem erwärmten Mörser mit 20 ccm heissem Wasser und 1,0 Natriumsulfat tüchtig verrieben und nach dem Erkalten noch eine halbe Stunde zur Seite gestellt (Ueberführung in Ohininsulfat). Hierauf wird filtriert und wie bei Chinin, sulfaric. mit Ammoniak auf Nebenalkaloide geprüft.
Die Iprozentige Lösung werde durch Baryumnitrat nur schwach (Schwefelsäure), durch verdünnte Schwefelsäure gur nicht getrübt (Baiyumsalze).—Beim Befeuchten mitlOTropfen Schwefelsäure und 1 Tropfen Salpetersäure färbe es sich nicht gelbrot (Morphin, Brucin). — Mit einer zur Lösung ungenügenden Menge Chlorwasser durchschüttelt, färbe es
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sich innerhalb fünf Minuten nicht tiefgelb (fremde Alkaloide, namentlich Morphin). Erhitzt verbrenne es ohne Rückstand. Anw. Infolge seiner leichten Löslichkeit in Wasser nament­lich zu Lösungen dem Chininsulfat vorzuziehen.
Chiiiinuiu snlfnricnm. (C20H24N2O2)2H2SO4 8H2O. Wird in eigenen Fabriken aus den Chinarinden dargestellt. Seidenglänzende, weisse Krystallnadeln von bitterem Ge­schmack, die in 6 T. siedendem Spiritus und in 25 T. siedendem Wasser löslich sind. Von kaltem Wasser sind etwa 800 T. zur Lösung erforderlich. Die wässrige Lösung reagiert neutral oder wenigstens nicht sauer (Unterschied von Chinin, bisulfuric.) und zeigt nach Zusatz eines Tropfens verdünnter Schwefelsäure bläu­liche Fluorescenz. Sie zeigt die Thalleiochin-Reaktion und giebt mit Baryumnitrat. nicht mit Silbernitrat weisse Fällung. Prüf. Durch Trocknen bei 100deg; darf das Salz höchstens 150/o seines Gewichtes an Wasser verlieren (der Wassergehalt beträgt 16, 21%, indessen wird das Salz schon durch Ver­wittern an der Luft meist viel wasserärmer).
2 g Chininsulfat, welches bei 40 bis 50deg; völlig verwittert ist, übergiesse man in einem Probierrohre mit 20 ccm destil­liertem Wasser und stelle das Ganze eine halbe Stunde lang, unter häufigem Umschütteln, in ein auf 60 bis 65deg; erwärmtes Wasserbad. Hierauf setze man das Probierrohr in Wasser von 15deg; und lasse es, unter häufigem Umschütteln 2 Stunden darin stehen. Werden von der hierauf filtrierten Lösung 5 ccm in ein Reagenzglas gebracht und nach und nach mit Ammoniakflüssigkeit versetzt, bis das ausgeschiedene Chinin wieder in Lösung gegangen ist, so dürfen hierzu nicht mehr als -1 ccm Ammoniakflüssigkeit erforderlich sein. (Kerner's Nachweis von Chinidinsulfat, Cinchoninsulfat, Cinchonidin-sulfat. Diese Salze lösen sieh weit reichlicher in Wasser, brauchen dann aber zur Lösung der durch Ammoniak ab­geschiedenen Basen weit erheblichere Mengen der Ammoniak­flüssigkeit.) Beim Befeuchten mit Schwefelsäure oder Sal­petersäure darf das Chininsulfat nicht gefärbt werden (fremde Alkaloi'de, wie Morphin, Brucin, Strychnin, ferner organische Stoffe z. B. Salicin, Zucker). 1 g des Chininsulfates muss sich in 7 can einer Mischung aus 2 Vol. Chloroform und 1 Vol. absolutem Alkohol unter kurzer Erwärmung auf 40—50deg; klar lösen; die Lösung rauss auch nach dem Er-
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kalten völlig klar bleiben. (Ungelöst würden hierbei bleiben Zucker, unorganische Salze; nach dem Erkalten würden sich ausscheiden Chmidinsnlfat, Cinchoninsulfat).
Soll es in wässiiger Lösung dispensiert werden, so ist infolge der Schwerlöslichkeit des Salzes auf je 0,1 g desselben ein Tropfen verdünnter Schwefelsäure zuzusetzen. Anw. Für bestimmte Arten des Fiebers, namentlich gegen Wechseffieber. Pferd, Rind 10—20,0; Schaf 2—5,0; Hund 0,2—1,0. Als Stomachikum 1/B—Vio dieser Dosis. Aeusser-lich in 1—2 0/0 Lösung gegen infektiöse Keratiten und Konjunktiviten.
* Chinoidinuin. Chinoidin. Die bei der Chiningewinnung zurückbleibenden Mutterlaugen geben beim Fällen mit Alkalikarbonaten das Chinoidin, welches durch Lösen in verdünnter Säure und nochmaliges Ausfällen durch Ammoniak gereinigt und in Stangen geformt wird.
Es besteht aus amorphem Chinin und Chinidin neben den Extraktivstoffen der Chinarinde. Zuweilen enthält es auch amor­phes Cinchonin und Cinchonidin.
Es bildet braune oder schwarzbraune, bitter schmeckende, harzartige Massen, leicht mit muschligem, glänzendem Bruche zerbrechlich, wenig in Wasser löslich, leicht löslich in ange­säuertem Wasser, in Weingeist und Chloroform. Die verdünnte Lösung giebt die Thalleiochinreaktion. Prüf. Beim Lösen in verdünnter Essigsäure bleibe ein ganz geringer Rückstand, ausserdem sind fremde Extraktivstoffe, Harze oder dergl. beigemengt. In verdünntem Weingeist sei es völlig löslich (beigemengte gummiartige Stoffe u. dergl.), beim Verbrennen hinterlasse es nicht über 0,5—0,7 0/o Asche. Anw. Wie Chinin. Infolge seiner wechselnden Zusammen­setzung nur selten, als Pulver oder in mit einigen Tropfen H2S04 versetztem Wasser oder als
*Tinctura Chinoidini. Climoidinum 10 T. werden gelöst in einer Mischung aus Spiritus dilutus 85 T. und Acidum hydrochloricum 5 T.
tCocainnin hydrochloricum. C17H21N04. HC1.
Wird dargestellt aus den Cocablättem, von Ery-throxylon Coca, Erytliroxyleae. X. 3, einem in Peru
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und Bolivia einheimischen, in anderen südamerika­nischen Ländern kultivierten Strauche; ferner synthe­tisch aus Benzoylekgonin und Jodmethyl.
Farblose, durchscheinende, geruchlose, wasserfreie Krystalle, welche mit Wasser und mit Weingeist neu­trale Lösungen geben. Die Lösungen besitzen bitteren Geschmack und rufen auf der Zunge eine vorübergehende Unempfindlichkeit hervor. In der wässerigen, mit Salz­säure angesäuerten Lösung ruft Quecksilberchlorid- einen weissen, Jodlösung einen braunen, Kalilauge einen weissen, in Weingeist und in Aether leicht löslichen Niederschlag hervor.
Prüf. In 1 ccm Schwefelsäure und in 1 ccm Salpetersäure löse sich je 0,1 g des Salzes ohne Färhung auf; 0,1 g Cocainhydrochlorid in 5 ccm Wasser unter Zusatz von 3 Tropfen verdünnter Schwefelsäure gelöst, liefere eine Flüssigkeit, die durch 1 Tropfen einer Lösung von 1 T. Kaliumpermanganat in 100 T. Wasser violett gefärbt wird. Bei Ausschlnss von Stauh zeige diese Färbung im Laufe einer halben Stunde kaum eine Abnahme (Prüf, auf fremde Alkaloide). Erhitzt, hinterlasse das Salz keinen Rückstand.
Anw. Aeusserlich als lokales Anästhetikura für Schleimhäute in 5—100/0 Lösung, namentlich in der Augenheilkunde; bei Pruritus ani der Hunde; Euterentzündung etc. Innerlich zu­weilen als Excitans bei narkotischen Yersriftaiuren.
f Codemuin phosphoricum. Eodeinphosphat.
C18H2lN03.H3PO4 2H20.
Kodein ist Methylmorphin C,7H18 (CH3) NO3 und das Phos­phat die leichtlöslichste Verbindung desselben. Wird aus den bei der Morphiumgewinnung zurückbleibenden Mutterlaugen er­halten oder durch Methylierung von Morphin.
Feine, weisse, bitter schmeckende Nadeln, welche sich leicht in Wasser, schwerer in Weingeist lösen. Die wässrige Lösung reagiert schwach sauer. Bei 100deg; verlieren 100 T. Kodein­phosphat nahezu 8 T. an Gewicht.
0,01 g liefert mit 10 ccm Schwefelsäure beim Erwärmen eine farblose Lösung. Verwendet man jedoch hierzu Schwefel-
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säure, welche in 100 can einen Tropfen Eisenchlorid enthält, so färbt sich die Lösung blau oder violett. In der wäasrigen Lösung des Kodeinphosphats ruft Silbernitratlösung einen gelben, Kalilauge einen weissen Niederschlag hervor. Prüf. Die Lösung eines Körnchens Kaliuraferricyanids in 10 ecm Wasser, mit 1 Tropfen Eisenchloridlösung versetzt, werde durch 1 cem der wässrigen Kodeinphosphatlösung (1:100) nicht sofort blau gefärbt (Morphin). Die wässrige, mit Salpetersäure angesäuerte Lösung des Kodeinphosphats werde durch Silbernitratlösung nicht verändert, durch Baryumnitratlösung nicht sogleich getrübt. Anw. Wirkung und Gabe wie bei Morphin.
tCoffeinum. Theinura. Kaffein. Trimethylxanthin. C8H10N,Ü2 H2O. Findet sich in den Kaffeebohnen, im Thee, in der Guarana, im Paraguaythee und wird aus dem konzentrierten, wässrigen Auszuge des chinesischen Thee's erhalten.
Weisse. glänzende, biegsame Nadeln, mit 80 T. Wasser eine farblose, neutrale, schwach bitter schmeckende Lösung gebend. 1 T. Koffein wird von 2 T. siedendem Wasser zu einer Flüssigkeit gelöst, die beim Erkalten zu einem Krystall-brei erstarrt. Löst sich in nahezu 50 T. Weingeist und 9 T, Chloroform; in Aether ist es wenig löslich. An der Luft ver­liert es einen Teil seines Krystallwassers; bei 100deg; wird es wasserfrei. Schmilzt bei 230,5deg;, beginnt jedoch schon bei wenig über 100deg; sich in geringer Menge zu verflüchtigen und bereits bei 180deg; ohne Rückstand zu sublimieren.
Wird eine Lösung in 10 T. Chlorwasser auf dem Wasser­bade eingedampft, so verbleibt ein gelbroter Rückstand, welcher bei sofortiger Einwirkung von wenig Ammoniakflüssigkeit schön purpurrot gefärbt wird (Murexidreaktion). Prüf. Eine kalt gesättigte wässrige Lösung werde durch Chlorwasser oder Jodlösung nicht getrübt, durch Ammoniak­flüssigkeit nicht gefärbt; Schwefelsäure und Salpetersäure sollen mit Koffein keine Färbung geben; Gerbsäurelösung ruft in der wässrigen Lösung einen starken Niederschlag hervor, welcher sich jedoch in einem Ueberschusse des Pällungsmittels wieder auflöst (Prüf, auf fremde Alkaloide, Zucker, Salizin etc.)
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Anw. Subkutan als kräftiges Excitans für das Nervensystem. Anditot gegen viele die Herzthätigkeit lähmende Gifte. Unter Umständen als Herzmittel und Diuretiknm an Stelle der Folia Digitalis. (Siehe Sem. Coffeae). Pferd, Bind 5—10,0, Hunde 0,1—2,0. Aehnlich wirkend ist
f* Theobrominum . Dimethylxanthin. CüH^CHg^NjOj.
t*l)iuretinum. Natrium-Theobrominum cum Natrio salicylico. Wird als vorzügliches Diuretikum empfohlen.
ttHomatropinum hydrobromiciun. Bromwasser-stoffsaures Homatropin. C1GH21]ST03.HBr.
Durch mehrtägige Einwirkung von Salzsäure auf manclelsaures Tropin wird Homatropin erhalten, welches in die bromwasserstoffsaure Verbindung übergeführt wird. Weisses, geruchloses, krystallinisches Pulver, welches in Wasser leicht löslich ist. Die wässerige Lösung (1:20) verändere Lackmuspapier nicht; sie wird nach dem Ansäuern mit Salzsäure durch Gerbsäure- und durch Platinchloridlösung nicht gefällt; Jodlösung be­wirkt eine braune, Kalilauge, in geringem Ueberschusse zugesetzt, eine weisse Fällung. Silbernitratlösung ruft in der wässerigen Lösung des Salzes eine gelbliche Fällung hervor. Prüf. 0,01 g Homatropinhydrobromid, mit ö Tropfen rauchen­der Salpetersäure in einem Porzellanschälchen auf dem Wasserbade eingedampft, hinterlasse einen kaum gelblich gefärbten Rückstand, welcher, erkaltet, beim Uebergiessen mit weingeistiger Kalilauge eine bald verschwindende Violett-förbung annimmt. (Fremde Alkaloide, bes. Atropin). Anw. Wie Atropin als Mydriaticum namentlich zu Augen­spiegeluntersuchungen, da die Homatropinmydriasis schneller verschwindet wie die des Atropins.
tfHyoscinum Iiydrobroinicum.
Bromwasserstoffsaures Hyoscin. CjjHjaNOj.HBr SHjO,
Aus der Mutterlauge bei der Darstellung des Hyoscyamins
(S. 278) wird eine braune, halbfeste Masse, das sog, amorphe
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Hyoscyamin erhalten. Aus letztem wird das Hyoscin als schwer­lösliches Chlorgolddoppelsalz und aus diesem dann reines Hyoscin abgeschieden, welches hierauf in die bromwasserstoft'saure Ver­bindung übergeführt wird.
Ansehnliche, farblose, rhombische Krystalle in Wasser und in Weingeist leicht zu einer farblosen, blaues Lackmuspapier schwach rötenden Flüssigkeit von bitterem und zugleich kratzen­dem Geschinacke löslich; in Aether und in Chloroform nur wenig löslich. Die wässrige Lösung wird durch Silbernitratlösung gelblich gefällt, durch Natronlauge weisslich getrübt, durch Ammoniakflüssigkeit dagegen nicht verändert. Prüf. 0,01 g Hyoscinhydrobromid, mit 5 Tropfen rauchender Salpetersäure in einem Porzellanschälchen auf dem Wasser­bade eingedampft, binterlässt einen kaum gelblich gefärbten ßückstand (fremde Alkaloide), welcher nach dem Erkalten mit weingeistiger Kalilauge violette Färbung annimmt (Atropinreaktion). Erhitzt verbrenne es ohne ßückstand. Anw. Aeusserlich in 10;'00 Lösung als Mydriatikum; innerlich subkutan als Herzexoitans. Pferd, Bind 0,01; Hund 0,005.
fMorplmim hydrochloricum. Salzsaures Morphin. C17H19iST03. HG1 3H20.
Durch Lösen des aus dem wässerigen Opituuauszuge mit Ammoniak gefällten Morphins in Salzsäure und Ab­dampfen zur Ivrystallisation.
Weisse, seidenglänzende, oft büschelartig vereinigte Krystallnadeln oder weisse, würfelförmige Stücke von mikrokrystallinischer Beschaffenheit. Das Salz löst sich in 25 T. Wasser, sowie in 50 T. Weingeist zu einer farblosen, neutralen, bitter schmeckenden Flüssigkeit. Bei 100 0 verlieren 100 T. 14,5 T. an Gewicht. Beim Befeuchten mit Salpetersäure nimmt das Salz eine rote Färbung an. Verbrenne ohne einen Rückstand.
Von Schwefelsäure soll es beim Verreiben ohne Färbung gelöst werden; eingestreutes basisches Wismut­nitrat gebe in dieser Lösung dunkelbraune Färbung.
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Wird Morphium aceticum zu Einspritzungen unter die Haut verordnet, so ist Morphinhydrochlorid ab­zugeben. Prüf. Die wässerige Lösung soll, auf Zusatz von Kalium-karbonatlösung, sofort rein weisse, feine Krystalle von Morphin ausscheiden, die auch bei Berührung mit der Luft keine Färbung erleiden, auch alsdann damit geschütteltes Chloroform nicht rötlich färben (Apomorphin).
Beim Zutropfen von Ammoniakflüssigkeit soll in der wässrigen Lösung des Morphinhydrochlorids ein Niederschlag entstehen, der sich leicht in Natronlauge, schwieriger in überschüssiger Ammoniakflüssigkeit und in Kalkwasser löse (Abwesenheit von Narkotin). Anw. Narkotikum bei Operationen, namentlich beim Hunde, bei Pferden kombiniert mit Chloroform oder Chloralhydrat; ferner bei Husten; schmerzstillendes Mittel bei Koliken, Rheumatismen; wie Opium gegen Erbrechen, Durchfall etc.; Gegenmittel bei Atropin- und Hyoscinvergiftung; in Pulver­form, Lösung oder subkutaner Injektion; im letzteren Falle in halber Dosis und zwar zur Narkose: Pferd 1—1.5; Rind 2—2,5; Schaf 0,5—1,0; Schwein 0,2—0,5; Hund 0,02—0,1; Katze 0,01—0,03.
:1:fMorphinuin sulfuricum. Morphinsulfat. (C„H19N0g)2H,S04 6Hs0.
Durch Lösen von Morphin in verdünnter Schwefelsäure und Abdampfen zur Krystallisation.
Farblose, nadeiförmige Krystalle, löslich in 14,5 T. Wasser.
Prüf. Wie Morph. hydrochloric. Bei 100deg; getrocknet, verliere es nicht mehr als 120/0 Wasser.
Anw. Wie Morph. hydrochloric. Wegen grösserer Löslich­keit in Wasser zu subkutanen Injektionen vorzuziehen. Die geringste Menge freier Schwefelsäure erhöht die Löslichkeit, und ein Zusatz von Vis verdünnter Schwefelsäure macht das Salz schon in 10 T. Wasser löslich.
tfPhysostigmimim salicylicxim. Eserinum
salicylicum. C15Hg1NsOg. C^HgOg. Das aus dem weingeistigen Auszuge der Kalabar-bolme (S. 127) gewonnene Physostigmin wird in Salicyl-
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säure gelöst und die Lösung über Schwefelsäure zur Krystallisation eingedampft. Das Physostigmin des Handels (und folglich seine Salze) scheint nicht stets die gleiche Zusammensetzung und Wirkung zu haben.
Farblose oder schwach gelbliche Krystalle, löslich in 150 T. Wasser und in 12 T. Weingeist. Das trockne Salz hält sich selbst im Lichte längere Zeit unzersetzt, während die Lösungen desselben sich in einigen Stunden röten (Rubeserinbildung). Die wässerige Lösung des Salzes wird durch verdünnte Ferrichloridlösung violett gefärbt, Jodlösung fällt dieselbe braunrot. In konz. Schwefelsäure wird das Salz anfangs farblos gelöst, bald aber tritt Gelbfärbung auf.
In warmem Aetzammoniak löst sich das kleinste Kryställchen zu einer gelbrot gefärbten Flüssigkeit, welche beim Abdampfen im Wasserbade einen blauen oder blaugrauen, in Weingeist mit blauer Farbe löslichen Rückstand hinterlässt. Dieser Rückstand löst sich in 1 Tropfen Schwefelsäure mit grüner Farbe, Avelche beim Verdünnen des Weingeists rot, dann jedoch wieder grün wird, wenn der Weingeist verdunstet.
Prüf. Hinterlasse beim Verbrennen keinen Rückstand.
Anw. Wie Physost. sulfuricum, welches wegen seiner grösseren Lösliohkeit in der Tierheilkunde zu subkutanen Injektionen verwendet wird. In der Menschenheilkunde wendet man stets das beständigere salicylsaure Salz an.
tfPhysostigminum sulfurium. Eserinum sulfu­ricum. (C15 H21 N3 02)2 H2 S04 7H2 0.
Durch genaues Neutralisieren von Physostigmin-lösung mit Schwefelsäure und Abdunsten im luftver­dünnten Räume oder über Schwefelsäure.
Weisses, krystallinisches, leicht zerfliessliches Pulver, leicht löslich in Wasser und Alkohol. Die wässrige
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Lösung wird durch Baryumnitrat weiss gefällt, durch Ferrichlorid nicht gerötet. In seinem sonstigen Ver­halten entspricht es dem Physostig. salicylic. Anw. Wird am besten in zugeschmolzenen, je 0,1 enthalten­den Glasrohrchen bezogen und aufbewahrt und erst vor dem Gebrauche gelöst. Ist für Fleischfresser sehr giftig.
Darmentleerungsmittel bei Verstopfung und Aufblähung (subkutan Pferd 0,1; Eind 0,1 — 0,2; Schaf 0,02 — 0,05; Hund 0,0005—0,003); ins Auge als Myotikum zum Zerreissen von Iris-Synechien (tropfenweise in 0,5—10/0 Lösung); Ex-pektorans, Uterus- und Blase kontrahierendes Mittel.
tPilocarpinumhydrochloricum. Pilokarpinhydro-chlorid. C^H^KjO.,. HC1.
Wird aus dem alkoholischen oder sauren Auszuge der Jaborandiblätter (S. 100) gewonnen. Das Pilokarpin des Handels (und folglich seine Salze) scheint keine chemisch einheitliche Verbindung zu sein.
Weisse, an der Luft Feuchtigkeit anziehende Krystalle von schwach bitterem Geschmacke, welche sich leicht in Wasser und Weingeist, wenig in Aether und Chloroform lösen. Wird durch Schwefelsäure ohne Färbung, durch rauchende Salpetersäure mit schwach grünlicher Farbe aufgelöst. Die wässerige Lösung zeigt schwach saure Reaktion; sie wird durch Jodlösung, Bromwasser, Quecksilberchlorid- und Silber­nitratlösung reichlich gefällt, dagegen durch Ammoniak­flüssigkeit und durch Kaliumdichromatlösung nicht ge­trübt; Natronlauge verursacht nur in der konzentrierten wässerigen Lösung des Salzes eine Trübung. Prüf. Bei Luftzutritt erhitzt, darf Pilokarpinhydrochlorid
einen Kückstand nicht hinterlassen. Anw. Ruminans (Bind 0,2—0,5; Schaf 0,05 subkutan); Darm-
entleerung-smittel (Pferd 0,5; Bind 0,5—1,5); Diaphoretikmu
(Pferd 0,4—0,8); zur Besorption von Ex- und Transsudaten;
Expektorans und Erzeuger von Speichelflnss (Pferd 0,1—0,2;
Bind 0,2—0,4; Hund 0,005—0,02).
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289
ttStrychnimun nitricmn. C21H22 N2 02. HNO3. Wird aus den Krähenaugen (S. 128) und den Ignatius-bohnen (den Samen von Strychnos amara), dargestellt. Farblose, sehr bitter schmeckende Krystallnadeln, welche mit 90 T. kaltem und 3 T. siedendem Wasser, sowie mit 70 T. kaltem und 5 T. siedendem Wein­geiste neutrale Lösungen geben. In Aether und in Schwefelkohlenstoff ist Strychninnitrat unlöslich. Beim Kochen eines Körnchens Strychninnitrat mit Salzsäure tritt Rotfärbung ein. Aus der wässerigen Auflösung des Strychninnitrats scheidet Kalimndichromatlösung rotgelbe Kryställchen ab, welche, mit Schwefelsäure vorübergehend blaue bis violette Färbung annehmen. Prüf. Bei Luftzutritt erhitzt, darf Strychninnitrat einen Rück­stand nicht hinterlassen. Mit Salpetersäure zerriehen, soll es sich gelblich, jedoch nicht rot färben (fremde Alkaloide). Anw. Reizmittel für Rückenmark, Antiparalitikum bei Kreuz­lähme, Lähmung der Sehnerven, der Blase, Amarum bei chronischen Verdauungsleiden, Tonikum bei Durchfällen, Gegengift hei Chloroform und Chloralhydratvergiftung. Pferd 0,05—0,1 subkutan oder innerlich; Rind 0,05—0,15; Schaf, Ziege 0,002—0.005; Hund 0,0001—0,003.
f Tlialliiium snlf'urieum. Schwefelsaures Tetrahydroparachinanisol. (C9Hl0N-0CH8)2HilS04. Oxychinolin, C9H6(0H)N, wird methyliert und der Methyl­äther (Parachinanisol, C9Hs[0-CHa]N) durch Zinn und Salzsäure in Thallin, C9HI0(0-CH3)N, übergeführt.
Weisses oder gelblichweisses, krystallinisches Pulver von kumarinartigem Gerüche und säuerlich-salzigem, zugleich bitter­lich-gewürzigem Geschmacke; beim Erhitzen über 100deg; schmelzend und auf Platinblech eine zwar schwer, aber vollständig verhrenn-bare Kohle gebend, in 7 T. kaltem, 0,5 T. siedendem Wasser, in etwas mehr als 100 T. Weingeist, noch schwieriger in Chloro­form, kaum in Aether löslich. Vor Licht geschützt aufzubewahren. Prüf. Die wässerige Losung reagiert sauer, bräunt sich all­mählich am Lichte, wird durch Jodlösung braun, durch Gerb­säurelösung weiss gefällt; Barynmnitratlösung erzeugt darin Arzneiraittellehre I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;19
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290
einen weissen, in Salzsäure unlöslichen Niederschlag. Kali­lauge eine weisse, beim Schütteln mit Aether wieder ver­schwindende Fällung. Die verdünnte wässerige Lösung wird durch Eisenchloridlösung tief grün, nach einigen Stunden tief rot gefärbt (daher die Bezeichnung Thaliin).
Die farblose Lösung in Schwefelsäure wird durch etwas
Salpetersäure sofort tief rot, nach einiger Zeit gelbrot gefärbt,
Anw. Innerlich als Antipyretikum in Pulver- oder Pillenform.
Pferd 5—15,0; Rind 10—20,0; Schwein 1—2,0; Hund 0,1—0,5.
Aensserlich in 2—50/0iger Lösung zuweilen als Antiseptikum.
IfVeratriimm.
Wird aus den Sabadillsamen (von Sabadilla offici-nalis, Liliaceae, Mexiko) dargestellt. Es ist ein Ge­menge verschiedener Alkaloide, namentlich des Cevadins mit Gevadillin und Veratrin (CH52Nä08.?).
Weisses, lockeres Pulver oder weisse, amorphe Massen, deren Staub heftig zum Niesen reizt.
An siedendes Wasser giebt es wenig ab; die filtrierte Lösung schmeckt scharf, nicht bitter und bläut rotes Lackmuspapier nur langsam. Löst sich in 4 T. Wein­geist und in 2 T. Chloroform; in Aether ist es weniger leicht, jedoch vollständig löslich; die Auflösungen zeigen stark alkalische Reaktion. In verdünnter Schwefel­säure und in Salzsäure löst es sich zu scharf und bitter schmeckenden Flüssigkeiten. Mit Salzsäure gekocht, giebt es rot gefärbte Lösung. Mit 100 T. Schwefel­säure verrieben, entsteht grünlich-gelbe Fluorescenz und allmählich starke Rotfärbung.
Prüf. Bei Luftzutritt erhitzt, hinterlasse Veratrin keinen
Eückstand. Seine weingeistige Lösung werde durch Platin-
diloridlösung nicht gefällt (Andere Alkaloide). Anw. Nervinum excitans bei Schwächezuständen, Paresen
(subkutan in alkoholischer Lösung Pferd, Bind 0,05—0,2;
Schaf 0,01 — 0,02; Hund 0,001—0,005); Brechmittel für
Seh weine (0,02—0,03 subkutan); bei Rheumatismus.
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Register.
A.
Acidum gallotanmcuin
168
„ hydrochloricum
160
Abkühhnifjsmittel . .
208
„ „ dilutura
161
Abietinsäure ....
34
„ hydrocyanicum
161
Absynthin ....
106
, ichthyolicum.
169
Acetanilid ....
241
„ lacticum . .
163
Acetal......
255
, muriaticum .
160
Acetparaanisidin . .
265
„ nitricum . .
164
Acetophenon ....
255
,, , fumani
164
Acetum.....
154
, phenyliciun .
242
,, aromaticum .
156
a phosphorioum
165
„ concentratum
155
r, pyrogallicum
267
„ glaciale . .
156
s pyrolignosum
155
„ Lignorum . .
155
„ salicylicum .
167
„ plumbicum
215
„ sozojodolicum
256
„ pyrolignosum
155
„ sulfoichtyolicum
169
„ saturninum .
215
j sulfuricum .
165
„ Scillae . . .
76
, tannicum . .
168
Acetylphenetidin . .
264
. tartaricum
168
Achilleasäure . . .
111
„ thymicum. .
274
Achillein.....
111
„ trichloraceticum
169
Acidum aceticum . .
156
„ zooticum . .
161
„ „ dilutuir
i 155
Aconitin.....
77
B arsenicosum ,
170
Adeps suillus . . .
140
„ benzoicum
156
„ benzoatus . .
140
j boricum . .
157
, mineralis . .
263
i, borussicum .
161
Aerugo crystallisata .
187
„ carbolicuin
242
Aether......
244
„ chromicum
158
„ aceticus . . .
245
„ citricum . .
159
Aether bromatus . .
245
„ cresotinicura .
158
„ sulfuricus . .
244
, formicicum
159
Aetherische Oele . . 19*
38
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292
Aetherweingeist . . .nbsp; nbsp; 245
Aethiops mineralis . .nbsp; nbsp; 200
Aethylbromid ....nbsp; nbsp; 245
Aethylenum chlorat. . .nbsp; nbsp; 246
Aethylidendiäthyläther .nbsp; nbsp; 255
Aethylidenmilchsäure. .nbsp; nbsp; 163
Aethylidinum chlorat. .nbsp; nbsp; 246
Aethylum jodatum . .nbsp; nbsp; 246
Aetzammoniak ....nbsp; nbsp; 211
, -kalk......nbsp; nbsp; 179
„ -kali......nbsp; nbsp; 203
,, -magnesia . . . .nbsp; nbsp; 220
., -natron.....nbsp; nbsp; 222
, -sublimat ....nbsp; nbsp; 193
„ -pasta.....nbsp; nbsp; 239
Agaricin......nbsp; nbsp; 246
Agaricinsäure ....nbsp; nbsp; 246
Agaricus albus ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
„ chirurgorum .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6
Akonitknollen ....nbsp; nbsp; nbsp; 77
Akorin.......nbsp; nbsp; nbsp;69
Alantkampfer ....nbsp; nbsp; nbsp;61
Alantol......nbsp; nbsp; nbsp;61
Alantsäure.....nbsp; nbsp; nbsp;61
Alantwurzel.....nbsp; nbsp; nbsp;60
Alaun.......nbsp; nbsp; 173
, gebrannter . . .nbsp; nbsp; 174
Albumen Ovi siccum . .nbsp; nbsp; 247
Alkaloide......nbsp; nbsp; 276
Alkohol......nbsp; nbsp; 271
Aloe.......nbsp; nbsp; nbsp; 13
Aloebitter.....nbsp; nbsp; nbsp;13
Aloeharz......nbsp; nbsp; nbsp;13
Aloetin.......nbsp; nbsp; nbsp; 13
Alpinin......nbsp; nbsp; nbsp; 70
Altheeblätter ....nbsp; nbsp; nbsp;97
Altheewurzel ....nbsp; nbsp; nbsp; 55
Alnmen......nbsp; nbsp; 173
„ ustum ....nbsp; nbsp; 172
Aluminium sulfuricum .nbsp; nbsp; 174
Ambra liquida ....nbsp; nbsp; nbsp;30
Ameisensäure ....nbsp; nbsp; 159
Ameisenspiritus . . .nbsp; nbsp; 160
Amylalkohol, tertiärer .nbsp; nbsp; 247
Amylenum hydrat. . -.nbsp; nbsp; 247
Ammoniacum ....nbsp; nbsp; nbsp; 24
Ammoniak.....nbsp; nbsp; 211
„ kohlensaures.nbsp; nbsp; 175
„ salzsaures .nbsp; nbsp; 176
Ammonium bromatum .nbsp; nbsp; 176
, carbonicum .nbsp; nbsp; 175
„ causticum .nbsp; nbsp; 211
„ chloratum .nbsp; nbsp; 176 , hydrochlori-
cum . . .nbsp; nbsp; 176
„ muriaticum .nbsp; nbsp; 176
,, sulfoichtyolicumnbsp; 170
Amygdalae.....nbsp; nbsp; 123
Amygdalin.....nbsp; nbsp; 124
Amylnitrit.....nbsp; nbsp; 248
Amylum......nbsp; nbsp; 131
Anethol......nbsp; nbsp; nbsp; 45
Angelicin......nbsp; nbsp; nbsp; 57
Angelikasäure ....nbsp; nbsp; nbsp; 57
Angelikawurzel....nbsp; nbsp; nbsp;56
Anis.......nbsp; nbsp; 113
Anisöl.......nbsp; nbsp; nbsp;43
Antidotum Arsenici . .nbsp; nbsp; 172
Antifebrin.....nbsp; nbsp; 241
Antimonium crudum . .nbsp; nbsp; 234
Antipyrinum .....nbsp; nbsp; 276
Antirrhinsäure ....nbsp; nbsp; nbsp;99
Antitherrain.....nbsp; nbsp; 241
Apfelsaure Eisentinktur.nbsp; nbsp; 147
Apomorphinum ....nbsp; nbsp; 277
Aqua Amygdalarum . .nbsp; nbsp; 162
„ Calcariae ....nbsp; nbsp; 180
„ Calcis.....nbsp; nbsp; 180
„ chlorata ....nbsp; nbsp; 144
„ destillata ....nbsp; nbsp; 143
, digestiva balsamicanbsp; nbsp; nbsp;30
Foeniculi ....nbsp; nbsp; 117
ocr page 305
293
Aqua Goulardi ....nbsp; nbsp; 216
„ Laurocerasi . . .nbsp; nbsp; 163
, Menthae piperitae .nbsp; nbsp; 102
„ oxymuriatica . .nbsp; nbsp; 144
,, phagadaenica . .nbsp; nbsp; 195
, , nigranbsp; nbsp; 196
„ Picis.....nbsp; nbsp; 267
„ Plumbi ....nbsp; nbsp; 216
„ saturnina . . .nbsp; nbsp; 216
„ vulneraria Thedeninbsp; nbsp; 167
Arabisches Gummi . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8
Arbutin......nbsp; nbsp; 106
Arcanum duplicatum . .nbsp; nbsp; 208
Arekan......nbsp; nbsp; 124
Arekanüsse.....nbsp; nbsp; 124
Arekolin......nbsp; nbsp; 124
Argentum nitricum . .nbsp; nbsp; 178
„ mitigatum .nbsp; nbsp; 178
Argilla......nbsp; nbsp; 186
Aristol......nbsp; nbsp; 256
Arnicablumen ....nbsp; nbsp; nbsp;90
Arnicatinktur ....nbsp; nbsp; nbsp;90
Arnicin......nbsp; nbsp; nbsp;90
Aromat. Kräuter ...nbsp; nbsp; nbsp; 93
Arsenicum album . . .nbsp; nbsp; 170
Arsenige Säure . . .nbsp; nbsp; 170
Arsenik, weisser . . .nbsp; nbsp; 170
Arsenseife.....nbsp; nbsp; 172
Arsentrioxyd.....nbsp; nbsp; 170
Asa dulcis.....nbsp; nbsp; nbsp; 35
„ foetida.....nbsp; nbsp; nbsp;26
Atropin ... 58. 97.nbsp; nbsp; 105
Atropinum sulfuric. . .nbsp; nbsp; 278
Austrocknendes Linimentnbsp; nbsp; 187
Axungia porci ....nbsp; nbsp; 140
Baceae Rhamni cathart.
120
„ Spinae cervinae
120
Badeschwämme . .
132
Bähung, kalte . . .
177
Baldriansäure . . .
67
Baldrianwurzel . .
67
Balsame.....
27
Balsamum Arcaei . .
35
„ Commendaton
s 36
r Copaivea .
31
„ Indicum
28
„ Opodeldoc .
232
„ peruvianum
28
,, Styracis
30
„ Sulfuris
51
„ „ terebin
. 40
„ Tolutanum
31
,. vulnerarium
27
Bärentraubenblätter .
106
Bärlappsamen . . .
129
Basisch essigsaure Thon-
erdelösung . . .
175
Baumöl.....
52
Baumwolle ....
131
Belladonin ....
97
Belladonnablätter . .
97
„ -wurzel . .
58
Benzin.....
248
Benzoe.....
35
Benzoesäure ....
156
Benzoesäuresulflnid .
268
Benzoeschmalz . . .
140
Berberin.....
59
Betanaphtol ....
261
Betelnüsse ....
124
Bibernellenwurzel . .
64
Bilsenkraut ....
109
-öl . . .
109
Bismuthum subnitricum
184
Bittererde ....
219
Bitterklee.....
105
B.
Babolner Krebstinktur .nbsp; nbsp; 172
Baccae Juniperi . . .nbsp; nbsp; 117
,, Lauri ....nbsp; nbsp; 120
ocr page 306
294
Bittermandehvasser . .nbsp; nbsp; 162
Bittersalz......nbsp; nbsp; 219
Blausäure......nbsp; nbsp; 161
Bleiessig-......nbsp; nbsp; 215
, -cerat......nbsp; nbsp; 216
„ -g-lätte.....nbsp; nbsp; 217
„ -liniment ....nbsp; nbsp; 216
„ -oxyd......nbsp; nbsp; 217
a -pilaster.....nbsp; nbsp; 217
„ -salbe......nbsp; nbsp; 184
.. -wasser.....nbsp; nbsp; 216
., -weiss......nbsp; nbsp; 184
'.. -zncker.....nbsp; nbsp; 230
Blister.......nbsp; nbsp; 135
Blüten.......nbsp; nbsp; nbsp; 90
Blutwurzel.....nbsp; nbsp; nbsp; 74
Bockshornsamen . . .nbsp; nbsp; 125
Boletus igniarius ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6
,, Laricis ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
Bolus alba.....nbsp; nbsp; 186
Borax.......nbsp; nbsp; 186
Boraxweinstein ....nbsp; nbsp; 236
Borsalbe......nbsp; nbsp; 158
Borsaures Natrium . .nbsp; nbsp; 186
Borsäure......nbsp; nbsp; 157
Branntwein.....nbsp; nbsp; 273
Brausepulver ....nbsp; nbsp; 224
Brechnüsse.....nbsp; nbsp; 128
Brechwein.....nbsp; nbsp; 236
Brechweinstein ....nbsp; nbsp; 235
-salbe . .nbsp; nbsp; 236
Brechwurzel.....nbsp; nbsp; nbsp; 61
Brom.......nbsp; nbsp; 145
„ -kalium.....nbsp; nbsp; 201
„ -räucherung . . .nbsp; nbsp; 146
Bromalhydrat ....nbsp; nbsp; 249
Bromoform.....nbsp; nbsp; 251
Brucin.......nbsp; nbsp; 128
Brustpulver.....nbsp; nbsp; nbsp; 63
Brustthee......nbsp; nbsp; nbsp; 63
Buchenholzteer ....nbsp; nbsp; 266
Bulbi.....54
76
Bulbus Scillae . . .
76
Burow'sche Lösung
231
Butylchloral ....
249
Butyrum Antimonii
216
C.
Siehe auch K und 2
Cacaobutter ....
49
Cacaofett.....
49
Calabarbohne . . .
127
Calcium carbonicum .
180
praec
181
„ causticum
179
„ phosphoricum
183
,, sulfhydrat
179
., sulfuricum
181
Calcaria chlorata . .
182
„ hypochlorosa
182
„ soluta . . .
180
., usta . . .
179
Calomel.....
195
Calx viva......
179
Campecheholzextrakt .
18
Camphora......
41
Canquoinsche Aetzpasta.
239
Cantharides.....
133
Capita Papaveris . . .
118
Carbo vegetabilis . . .
146
„ Ligni.....
146
„ Carnis . . . .
147
„ Spongiae. . . .
147
„ animalis . . . .
147
Carbolsäure.....
242
,, -watte.....
243
Carrageen.....
6
Caryophylli.....
96
Castoröl.......
53
Catechu......
16
Catgut.......
243
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295
Cautchouc.....nbsp; nbsp; nbsp; 19
Cera alba.....nbsp; nbsp; 138
,, flava.....nbsp; nbsp; 137
Gerat.......nbsp; nbsp; 137
Ceratuin citrinum ...nbsp; nbsp; nbsp; 34
„ Resinae Pini .nbsp; nbsp; nbsp; 34
., simplex . . .nbsp; nbsp; 137
Cereoli Sublimati corrosivinbsp; nbsp; 195
Oerotinsänre.....nbsp; nbsp; 137
C'erussa......nbsp; nbsp; 184
(,'etaceum......nbsp; nbsp; 139
Cetylpalmitat ....nbsp; nbsp; 140
Chainillen......nbsp; nbsp; nbsp;91
Charta sinapisata . . .nbsp; nbsp; 128
Chilisalpeter.....nbsp; nbsp; 225
Chinarinde.....nbsp; nbsp; nbsp; 82
Chinarot......nbsp; nbsp; nbsp; 85
Chinidin......nbsp; nbsp; nbsp; 84
Chininum......nbsp; nbsp; nbsp;84
„ hydrochloricumnbsp; nbsp; 279
., sulfuricum . .nbsp; nbsp; 280
Chinoidinmn.....nbsp; nbsp; 281
Chinovasäure ....nbsp; nbsp; nbsp;85
Chinovin......nbsp; nbsp; nbsp;85
Chlor.......nbsp; nbsp; 143
Chloralamid.....nbsp; nbsp; 249
#9632;Chloralformamid . . .nbsp; nbsp; 249
Chloralhydrat ....nbsp; nbsp; 250
Chloranunonram . . .nbsp; nbsp; 176
„ -kalk.....nbsp; nbsp; 182
„ -kalkmilch ...nbsp; nbsp; 182
., -natrium ....nbsp; nbsp; 143
, -räucherung . . .nbsp; nbsp; 144
,, -wasser ....nbsp; nbsp; 144
, -wasserstoffsäure .nbsp; nbsp; 160
„ -zink.....nbsp; nbsp; 238
Chloroform.....nbsp; nbsp; 250
Chlorsaures Kali . . .nbsp; nbsp; 204
Chromsäure.....nbsp; nbsp; 158
Chrosophan.....nbsp; nbsp; nbsp;73
Chrysarobinum ....nbsp; nbsp; 251
Cinchonidin.....
84
Cinchonin......
84
Cineres clavellati . . .
202
Cinnamein.....
30
Citronenpflaster . . .
34
-säure ....
159
., -schale ....
122
Cocainum......
281
Codeinum.....
282
Coffemum......
283
Cold-Cream.....
140
Collodium.....
252
cantharidat
134
elasticum . .
252
., Ichthyoli . .
253
Colocynthides ....
115
Colophonium ....
35
Compound Tincture of
Aloes......
15
Copaivabalsam ....
31
Cornu Cervi ustum album
— Calc. phosphoricum
crudum.
Cortex.......
81
Cascariflae . . .
82
Chinae ....
82
., Cinnamomi . .
85
„ Condurango . .
87
.. Frangulae . . .
86
., Fructus Aurantii
122
., Citri . .
122
., Granati ....
88
„ Guillaiae . . .
89
., Quercus ....
89
,, Salicis ....
89
Cremor Tartari....
237
„ „ solubilis
236
Creolinum.....
253
Greta alba .....
180
Crocin.......
97
Crocus .......
96
ocr page 308
296
Eibischwurzel ....nbsp; nbsp; nbsp;55
Eichenrinde.....nbsp; nbsp; nbsp;89
Eisenalhuminatlösung .nbsp; nbsp; 213
-acetatlösung. . .nbsp; nbsp; 213
-jodürlösung . . .nbsp; nbsp; 213
-oxychloridlösimg .nbsp; nbsp; 213
Eisenolilorid.....nbsp; nbsp; 215
„ -feile.....nbsp; nbsp; 147
,. -oxydsaccharat . .nbsp; nbsp; 189
.. kohlensaures . . .nbsp; nbsp; 190
,. reduziertes . . .nbsp; nbsp; 148
.. schwefelsaures . .nbsp; nbsp; 191
•• -vitriol.....nbsp; nbsp; 191
.. -zucker.....nbsp; nbsp; 189
.. -zuckersirup . . .nbsp; nbsp; 190
Bisessig......nbsp; nbsp; 156
Eisenlmtknollen ...nbsp; nbsp; nbsp; 77
Elaeosacchanun ...nbsp; nbsp; nbsp;39
Electuarium laxativum .nbsp; nbsp; nbsp; 15
„ Sennae . .nbsp; nbsp; 104
d simplex . .nbsp; nbsp; nbsp; 15
Elemiharz......nbsp; nbsp; nbsp;34
.. -salbe.....nbsp; nbsp; nbsp;35
Elixir ad longam vitam .nbsp; nbsp; nbsp; 15
,. acidum Hallerinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;167
.. Aurant. comp. . .nbsp; nbsp; 122
roborans Whytti .nbsp; nbsp; nbsp; 85
.. e Sucoo Liquiritiaenbsp; nbsp; 117
Ellagsäure.....nbsp; nbsp; nbsp; 74
Emetin......nbsp; nbsp; nbsp;62
Emodin......nbsp; nbsp; nbsp; 73
Emplastrum.....nbsp; nbsp; 206
Emplastrum Belladonnaenbsp; nbsp; nbsp; 98
acre ...nbsp; nbsp; 133
adhaesivum.nbsp; nbsp; 218
Cantharidumnbsp; nbsp;133
citrinum. .nbsp; nbsp; nbsp;34
diachylonnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 217
fuse, cainph.nbsp; nbsp; 221
Hydrargyri.nbsp; nbsp; 149
irritans . .nbsp; nbsp; 133
Crystalli Tartar! . .
Cubebae.....
Cuprum aceticum cryst.
,, aluminatum .
., oxydatum . ,
„ sulfuricum
237 116
187 188 189
188
D.
Dammarliarz.....37
Decoctum iSeminis Lini . 126 Defay's Hufkitt ... 20
Besinfeetol.....254
Diaethylsnlfondimethyl-
methan......273
Dig-estivsalbe .... 33 Digestivwasser .... 3Ü
Digitalein.....99
Digitalin......99
Digitalsäure.....99
Digitonin......99
Digitoxin......99
Dijodparaplienolsulfosäure 256 Dimethyloxychinizin ist
Antipyrin Dimethylxanthin . . . 284 Dithymoldijodid . . . 256
Diuretin......284
Doppelsalz.....208
Doppelt chromsaures Kali 205
,, kohlensaures ..
201
Doppelt kohlensaures Na­tron .......
Doversehes Pulver . .
Drogen......
Drogenkunde .... Drogen, Einteilung . 2. Drogen d. Pflanzenreiches Drogen des Tierreiches .
224 23 1 1 3 4
132
E.
Eibischhlätter .... 97
ocr page 309
297
Emplastrum Lithargyri
simplex .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 164
„ mercuriale .nbsp; nbsp; 149
„ Picisirritansnbsp; nbsp; nbsp;34
„ Plumbisimpl.nbsp; nbsp;217
Eraulsin......nbsp; nbsp; 124
Emulsio papillaris ...nbsp; nbsp; nbsp; 30
Engelwurzel.....nbsp; nbsp; nbsp; 56
Englische Schwefelsäurenbsp; nbsp; 165
Englisches Brausepulvernbsp; nbsp; nbsp;242
Englisches Salz ....nbsp; nbsp; 219
Enthaarendes Pulver. .nbsp; nbsp; 179
Entwässerte Soda . . .nbsp; nbsp; 223
Enzianwurzel ....nbsp; nbsp; nbsp;59
Ergotin......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
Erikolin......nbsp; nbsp; 106
Erweichende Kräuter .nbsp; nbsp; nbsp; 91
Erythroretin.....nbsp; nbsp; nbsp; 73
Erytrocentaurin . . .nbsp; nbsp; 108
Eserin.......nbsp; nbsp; 127
Eseridin.......nbsp; nbsp; 127
Essig.......nbsp; nbsp; 154
„ -aether.....nbsp; nbsp; 245
,. aromatischer . .nbsp; nbsp; 156
,, konzentrierter . .nbsp; nbsp; 155
„ -säure.....nbsp; nbsp; 156
Essigsaures Natron . .nbsp; nbsp; 226
Eugenol......nbsp; nbsp; nbsp; 45
Eukalypten.....nbsp; nbsp; nbsp; 45
Eukalyptol.....nbsp; nbsp; nbsp; 45
Eukalyptusöl ....nbsp; nbsp; nbsp; 45
Euphorbium.....nbsp; nbsp; nbsp; 23
Euphorhon.....nbsp; nbsp; nbsp; 24
Exalgin......nbsp; nbsp; 241
Extrakte......nbsp; nbsp; nbsp; 13
Extractum Aloes ...nbsp; nbsp; nbsp; 15
,. Absinthii . .nbsp; nbsp; 107
,, Belladonnae .nbsp; nbsp; nbsp; 98
,, Campechianumnbsp; nbsp; 18
„ Chinae ...nbsp; nbsp; nbsp; 85
,, ,, spirituos.nbsp; nbsp; nbsp;85
Extractum Condurango .
88
„ Colocynthidis
116
,, Cubebarum .
116
., Ferri pomatum
147
,, Filicis . . .
69
.. Frangulae
87
., Hyosoyami .
109
., Ligni Campech.
18
Opii. . . .
22
Ehei . . .
73
.. ,, comp. .
73
Secaliscornuti
0
,. Strychni . .
129
F.
Faba Calabarica . . .
127
Farin.......
11
Farina Seminum Lini .
126
Farnkrautwurzel . . .
69
Faulbaumrinde ....
86
Federharz ...
19
Fenchelholz.....
8f
„ -öl.....
45
., -samen ....
117
„ -wasser ....
117
Ferrum carbonicum sac-
charatum.....
190
Ferrum Hydrogenio re-
ductum......
148
Ferrum jodatum . . .
213
lacticum . . .
190
.. oxydatum sacchar.
189
pulveratum . .
147
reductum . . .
148
,. sesquicldoratum.
214
„ sulfuricum . .
191
Ferulasäure.....
26
Fette.......
41
Feuerschwamm ....
6
Fichtenharz.....
34
M
ocr page 310
298
Fieberklee ....
105
Folia Uvae Ursi .
Filicin......
69
Fomentatio frigida
Filixgerbsäure . . .
69
Formychlorid . .
Filixsäure ....
69
Fowlers Lösung .
Fingerhutkraut . . .
98
„ Räudebad.
Fleischkohle ....
147
Frangulasäure . .
Fliederblumen . . .
94
Frangulin . . .
Fliegenholz ....
80
Frangulinsäure . .
Floras ......
90
Franzbranntwein ist Spir.
„ Arnicae . . .
90
Frumenti
„ Benzoes . . .
156
Franzosenholz . . . .
., Brayerae . .
92
Fraxin.......
., Chamomillae .
91
Frickers Schienenmasse .
., Ohrysanthemi .
94
Fructus Anisi ....
., Cinae....
92
„ Aurantii imma-
., Koso ....
92
turi . . . .
,, Lavandulae. .
93
„ Cannabis . . .
Malvae . . .
94
., Capsici annui
„ Milleiolii . .
110
„ Cardamomi . .
,, Pyrethri . . .
94
., Carvi . . . .
., Sambuci . . .
94
., Colocynthidis . .
„ Sulfaris . . .
152
., Cubebae . . .
., Suliuris loti .
153
.. Foeniculi . . .
„ Tiliae . . .
95
., Juniperi . . .
„ Verbasci . . .
95
.. Lauri . . . .
., Zinci ....
239
„ Papaveris imma-
Fluidum.....
212
turi . . . .
Folia Althaeae . . .
97
Petroselini. . .
Folia Belladonnae . .
97
.. Phellandrii . .
„ Digitalis . . .
98
,, Piperis . . . .
„ Farfarae . . .
99
Fructus Khamni cathar-
„ Jaborandi . .
100
ticae . . .
„ Juglandis . .
100
„ Tamarindi . .
,, Malvae . . .
101
„ Vanillae . . .
., Melissae . . .
101
Fumigatio Bromi . . .
„ Menthae piperitae
101
.. Chlori . . .
„ Nicotianae . .
102
„ Guiton . . .
,, Salviae . . .
103
., nitricaSchmidt
,, Sennae . . .
103
., Sulfuris . .
„ Stramonii . .
105
Fungus igniarius . . .
.. Trifolii . . .
105
„ Laricis . .
ocr page 311
299
G.
Gährungsmilchsäure Galbanum . . . Galgantwurzel . . Galangin ....
Gallae.....
Galläpfel .... Galitzenstein . .
130.
163
25
70
70
130
130
168
168
16
220
181
35
195
198
70
11
60
60
168
168
102
96
76
181
123
228
254
17
22
234
131
88
187
187
80
80
80
80
145
Gummi Ammoniacum
„ Arabicum .
,, Asa foetida
„ Benzoe
.. elasticum .
„ Elemi . .
„ Euphorbii .
„ Galbanum.
„ Gambiense Gutti . .
,, Kino . .
,. Masticlies .
., Mimosae .
„ Myrrbae .
,, rubrum
„ Tragacantha Gummiscbleim . . Gutta Percba . . Guttaperchapapier .
Gutti.....
Gyps.....
H.
Hagersches Eäudebad Hallersches Sauer Hammeltag . . Hanfsamen . . Harlemer Oel .
24
8 26 35 19 34 23 25 16 24 16 36
8 27 16 10
9
19
20
24
181
Gallusgerbsäure
Gambir .... Gebrannte Magnesia Gebrannter Gips . Geigenharz . . . Gelatina Sublimati Gelbes Jodquecksilber Gelbwurzel . . . Gemeiner Sirup Gentesin .... Gentiopikrin . . Gerbsäure . . .
89
Gerbstoff .... Gerlachs Eäudebad Gewürznelken . . Gingeroi ....
Gips.....
Glandulae Eottlerac Glaubersalz . . . Glycerin .... Glyzyrrhizin . . . Gnoskopin . . . Goldschwefel . . Gossypium . . . Granatrinde . . .
27.
244
167
141
113
40
35
34
34
231
218
174
153
209
106
ter
Harze .... Harz, gelbes. .
„ weisses . Hausseife . . . Heftpflaster . . Heilstein . . .
Grünspan, krystallisier
„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -sauerhonig
Guajakharz .
.. -bolz .
„ -säure Guajacin . . Guiton Morveau'scbe Räu
eberung ....
albe
Helmerichs Bände
Hepar Sulfuris . Herba Absinthii
„ Belladonnae,
Digi-
talis, Barfarae, Malvae, Menthae
ocr page 312
300
piperitae, Nicoti-anae, Eosmarini, Salviae, siehe Fo­lia. Herba Cardui benedicti .
., Centaurii . . .
,, Coclileariae . . .
,. Conii maculati
,, Hyoscyami . . .
,. Jaceae ....
„ Lobeliae ....
,, Meliloti ....
„ Millefolii. . . .
„ Sabinae ....
„ Serpylli ....
,, Violae tricoloris . Hertwig's Kanthariden-
salbe......
Hesperidin.....
Hexenmehl.....
Hirschhornöl.....
Hirschhornsalz ....
Hirschtalg.....
Höllenstein.....
Hölzer.......
Hoffmann'sche Tropfen . Holkmderblüten . . .
Holzessig......
Holzkohle.....
Holzteer......
Holzthee......
Homatropin.....
Honig.......
Hornstoff......
Hufkitt......
Huflattig......
Hufsalbe......
Hydrargyrum ....
.. ainidato bichlora-tum ....
.. ammoniato muriat.
107 107 108 108 109 112 110 110 110 112 111 112
Hydrargyrumbichloratumnbsp; nbsp; 193
„ bijodatum . . .nbsp; nbsp; 197 ,, chloratum mite 195.196
,, cyanatum . . .nbsp; nbsp; 198
„ jodatum flavum .nbsp; nbsp; 198
,, jodatum rubrumnbsp; nbsp; nbsp;197
„ muriaticum corros.nbsp; 193
,, „ mitenbsp; nbsp; nbsp;195
„ oxydatum . . .nbsp; nbsp; 200
„ oyydulatum . .nbsp; nbsp; 199 ,. praecipitatum
album ...nbsp; nbsp; 193
., perjodatum . .nbsp; nbsp; 197
,, sulfuratnm . .nbsp; nbsp; 200
Hydrokotarnin ....nbsp; nbsp; nbsp; 22
Hypnal......nbsp; nbsp; 249
Hypnon ......nbsp; nbsp; 255
Hyoscin .... 109.nbsp; nbsp; 284
Hyoscyamin 58. 97. 105.nbsp; nbsp; 109
135 112 129 285 175 141 178
79 245
94 155 14() 226
63 284 135 256 120
99 140 148
Ichthyol .... Ichthyolsäure . . Ichthyolsulfonsiiure Imperatorin . . . Infusum Sennae comp Ingwer .... Insektenpulver . .
Inulin.....
Ipecacuanhasäure . Irländisches-Moos . Isländisch-Moos Isonaphtol. . . Isosulfocyanallyl Isosulfocyanbutyl . Jalapenharz . . . Jalapenknollen . . Jalapenwurzel . . Jalapin .... Jerrasäure . . .
169
169
169
71
105
75
94
67
62
6
7
261
42
108
37
77
77
37
74
193 193
ocr page 313
301
Jervin.......nbsp; nbsp; nbsp; 74
Jod........nbsp; nbsp; 150
Jodina.......nbsp; nbsp; 150
Jodinum......nbsp; nbsp; 150
Jodkalium.....nbsp; nbsp; 205
Jodnatrium.....nbsp; nbsp; 225
Jodoform......nbsp; nbsp; 255
Jodol.......nbsp; nbsp; 256
Jodquecksilber . . 197.nbsp; nbsp; 198
Jodtinktur.....nbsp; nbsp; 151
Juglandin.....nbsp; nbsp; 100
K.
Siehe auch C.
Käsepappel.....nbsp; nbsp; nbsp; 91
Kaffee.......nbsp; nbsp; 124
Kaffein......nbsp; nbsp; 283
Kaffeol......nbsp; nbsp; 124
Kajeputöl......nbsp; nbsp; nbsp; 44
Kämpfend.....nbsp; nbsp; nbsp; 70
Kalabarin......nbsp; nbsp; 127
Kalamin ......nbsp; nbsp; nbsp; 69
Kaliseife......nbsp; nbsp; 232
Kalium acetic.....nbsp; nbsp; 200
„ aluminoso sulfu-
ricum . . .nbsp; nbsp; 173
„ bicarbonicum .nbsp; nbsp; 201
„ bichromicum . .nbsp; nbsp; 205
„ bitartaricum . .nbsp; nbsp; 237
„ bromatum . . .nbsp; nbsp; 201
„ carbonicum 202.nbsp; nbsp; 203
,, causticum . . .nbsp; nbsp; 203
,, chloricum . . .nbsp; nbsp; 204
„ chromicum . .nbsp; nbsp; 205
., dichromic. . . .nbsp; nbsp; 205
„ hydricum . . .nbsp; nbsp; 203
„ hydrobromicum .nbsp; nbsp; 201
,, jodatum . . .nbsp; nbsp; 205
„ hydroxyd ...nbsp; nbsp; 203
., hypermanganicumnbsp; 207
Kalium kohlensaures . .
202
„ natro tartaricum
238
„ nitricum . . .
208
„ permanganicum .
207
., salpetersaures .
208
., schwefelsaures .
208
,. stibiato tartaricum
235
sulfuratum . .
200
„ sulfur icum . .
208
„ tartaric. . . .
210
„ Übermangans.
207
„ weinsaures . .
210
Kalk, gebr. .• . . . .
179
„ kohlens.....
181
,, phosphors. . . .
183
„ sohwefels. . . .
181
„ -milch.....
79
,, -wasser ....
180
Kalmus......
68
Kalomel......
195
„ vegetab. . . .
38
Kamala......
123
Kamalin......
123
91
Kamillenöl.....
91
Kampfer......
41
Kampferöl.....
42
„ -spixitus . . .
42
„ -salbe ....
42
Kampferwein ....
42
Kanadische Gelbwurzel .
70
Kanthariden.....
134
„ -salbe . . .
135
„ Hertwig's
135
„ „ verstärkte 135
Kantharidin.....
134
Kapsicin......
114
Kapsicol......
114
Karbolsäure.....
242
Karbolwatte.....
243
Kardamom.....
114
,
ocr page 314
302
Kardobenediktenkrant
107
Kondurangowein
. . 87
Karven.....
. 44
Kondurangorinde .
. . 87
Karvol . . .
44
Konhydrin . . .
• . 109
Kaskarillrinde
82
Königssalbe . . .
. . 35
Kaskarillin
82
Koniin.....
. . 109
Kastoröl . .
53
Kornutin ....
. . 5
Kastrierpulver
195
Kosin.....
. . 92
Kathartinsäure
'3. 87
104
Koso.....
92
Kathartomannit
104
Krätzsalbe, Wiener,
. . 267
Katechin . . .
16
Krankenleder . .
. . 20
Katechu . . .
16
Krebstinktur . .
. . 172
Katechugerbsäure
16
Kreide.....
. . 180
Katzendarmsaite
243
Kreolin ....
. . 253
Kautschuk . .
19
Kreosot ....
. . 257
„ -körper
19
Kreuzdornbeeren .
. 120
Keratin . . .
256
Krotonöl ....
. . 49
Kienöl . . .
39
Krotonölsäure . .
. . 50
Kino . . .
16
Krummholzöl . .
. . 39
Kinogerbsäure
17
Kryptopin . . .
. . 22
Kinorot . .
17
Kubeben ....
. 116
Kirschlorbeerwa
sse
163
Kubebin ....
. . 116
Kleister . .
132
Kümmel ....
. . 115
Kluppenmasse
189
„ -öl . . .
44
Knicin . . .
107
Kupfer, essigs. . .
. 187
Knochen, gebr.
183
,, oxyd . .
. 189
Knochenmehl
183
,, schwefeis. .
. 188
Knollen . .
54
76
„ vitriol . .
. 188
Knorpeltang .
6
Kumarin ....
. 110
Kochsalz . .
226
Kumarsäure . . .
. 110
Kodein . .
22
Kurellasches Pulver
. 163
Koffein . .
124
Kussin.....
92
Kognak . .
273
Kusso.....
. 92
Kokosnussöl .
49
Kolchicin . .
125
Kolocynthin .
115
L.
Kolombowurzel
59
Lac Sulfuris . . .
. 153
Koloquinten .
115
Lärchenschwamm .
5
Kolumbin . .
59
Lärchenterpentin .
33
Kolumbosäure
59
Lakritzensaft . .
17
Kommandeurbalsam ,
36
Laminaria . . .
7
Kondnrangio
87
Lanolinum . . .
. 258
ocr page 315
303
Lanthopin.....nbsp; nbsp; nbsp;22
Lapis causticus ....nbsp; nbsp; 203
., divinus ....nbsp; nbsp; 188
,, infernalis . . .nbsp; nbsp; 178
„ ophthalm. . . .nbsp; nbsp; 188
,, vulnerarius . . .nbsp; nbsp; 174
Laudanin......nbsp; nbsp; nbsp;22
Laudanosin.....nbsp; nbsp; nbsp;22
Laudanum.....nbsp; nbsp; nbsp;20
„ liquid. Sydenh.nbsp; nbsp; nbsp;23
Laurin.......nbsp; nbsp; 118
Laurinsäure.....nbsp; nbsp; nbsp;50
Laugensalz.....nbsp; nbsp; 175
Lavendelblumen ...nbsp; nbsp; nbsp;93
-Spiritus.nbsp; nbsp; nbsp;93
Lebensessenz ....nbsp; nbsp; nbsp;15
Leberaloe......nbsp; nbsp; nbsp;14
Leberthran.....nbsp; nbsp; 138
Leinkuchen.....nbsp; nbsp; 126
Leinöl.......nbsp; nbsp; nbsp;51
Leinölsäure.....nbsp; nbsp; nbsp;51
Leinsamen.....nbsp; nbsp; 125
-mehl ...nbsp; nbsp; 126
-schleim. . .nbsp; nbsp; 126
Liehen Caragaheen . .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6
„ Islandicus ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
Liebstöckelwurzel ...nbsp; nbsp; nbsp;57
Ligna.......nbsp; nbsp; nbsp;79
Lignum Guajaci ...nbsp; nbsp; nbsp;80
Lignum Quassiae ...nbsp; nbsp; nbsp;80
„ Sassafras ...nbsp; nbsp; nbsp;81
Limatura Martis . . .nbsp; nbsp; 147
Lindenblüte.....nbsp; nbsp; nbsp;95
Linimentum acre . . .nbsp; nbsp; 212 „ adcombustio-
nem . .nbsp; nbsp; 180
,, ammoniatumnbsp; nbsp;212 ., ammoniatio
camph. .nbsp; nbsp; 212 „ amoniatiosa-
ponatum .nbsp; nbsp; 212
Linimentum exsiccans
187
„ Calcariae
180
,, phosphoratum
152
,, Picis sapona-
tum . .
267
.. saponato
camph. .
232
,, saponato camph.
liquidum .
23;'.
,, saponatum .
238
,. saturninum .
215
therebinthi-
natum. .
233
volatile . .
212
,, .. cam-
212
phorat. .
212
Lipanin......
139
Liquor Alum. acet. . . .
175
,. Ammonii acetici .
212
„ ., caustici .
211
coeruleus
212
., anodynus Hoff-
manni . . .
245
., Chlori ....
144
corrosivus . . .
188
„ Ferri acetici
213
., „ albuimnati.
213
„ jodati . .
213
„ Ferri oxychlorati .
213
„ „ sesquichlorati
214
„ ., hollandicus .
246
„ Kalii acetici . .
200
,. ., arsemcosi .
171
,, „ carbonici
203
,. „ caustici . .
204
„ Minderen . . .
211
., Natrii silicici . .
215
„ Plumbi subacetici.
215
„ Stibii chlorati . .
216
,, stypticus ....
189
,. Villatei . . . .
188
ocr page 316
304
Lithargyrum.....
217
Lithium carbonic. . . .
218
Lixivium causticum .
204
Lobelakrin ...
110
Lobeliasäure . . .
110
Lobelienkraut . . . .
40
Lobelin.....
110
Löffelkraut.....
108
Lorbeeren.....
118
Lorbeeröl......
50
Löwenzahmvurzel .
66
Lugolsche Lösung-.
151
Lumpenzucker .
11
Lycopodium.....
129
Lysol.......
254
M.
Magisterium Bismuthi .
184
Magnesium carbonicum .
218
„ sulfuricum .
219
Magnesia, alba ...
218
„ gebrannte . .
220
„ hydrico carbon.
218
„ kohlensaure
218
„ schwefelsaure.
219
raquo; nsta ...
220
Mallatoxin
123
Malvenblätter .
101
Mandeln
123
Mandelöl......
48
Manna.......
13
Mannit. . .
13
Massa ad Castrandum
189
., Pilularum laxati-
varum ....
15
Mastix.....
36
Meconium.....
20
Meerzwiebel .
76
,, -Sauerhonig .
76
Meisterwurzel ...
71
Mekonium.....nbsp; nbsp; nbsp;20
Mekonsäure.....nbsp; nbsp; nbsp;22
Mekonisin......nbsp; nbsp; nbsp;22
Mekonoidin.....nbsp; nbsp; nbsp; 22
Mel........nbsp; nbsp; 135
., depuratum ....nbsp; nbsp; 136
Melilotsäure.....nbsp; nbsp; 110
Melis.......nbsp; nbsp; nbsp; 11
Melissenblätter ....nbsp; nbsp; 101
Mennige......nbsp; nbsp; 221
Menyanthin.....nbsp; nbsp; 116
Menthakampfer ....nbsp; nbsp; nbsp;46
Menthol .... 46.nbsp; nbsp; 259
Mercurius......nbsp; nbsp; 148
., dulcis . . .nbsp; nbsp; 196 „ praecipitatus
albus . . .nbsp; nbsp; 193 ., praecipitatus
ruber ...nbsp; nbsp; 199 „ subliinatus cor-
rosivus . .nbsp; nbsp; 193
Merkurialpflaster . . .nbsp; nbsp; 149
„ -salbe ....nbsp; nbsp; 149
Merkuriammoniumjodid .nbsp; nbsp; 193
Merkurichlorid ....nbsp; nbsp; 193
Merkurijodid ....nbsp; nbsp; 197
Merknrioxyd.....nbsp; nbsp; 199
Metadioxybenzol . . .nbsp; nbsp; 268
Methacetin.....nbsp; nbsp; 265
Methylacetanilid . . .nbsp; nbsp; 241
Methylendimethyläther .nbsp; nbsp; 255
Methylenum bichlorat. .nbsp; nbsp; 246
Methylkoniin.....nbsp; nbsp; 109
Methylal......nbsp; nbsp; 255
Methylsalicylsäure . . .nbsp; nbsp; 158
Milchsäfte......nbsp; nbsp; nbsp;18
Milchsäure.....nbsp; nbsp; 163
Minium ......nbsp; nbsp; 221
Mixtura solvens . . .nbsp; nbsp; 178
,, sulfurica acida .nbsp; nbsp; 167
., vulneraria acidanbsp; nbsp; 167
ocr page 317
305
Mohnköpfe.....nbsp; nbsp; 118
„ -öl......nbsp; nbsp; nbsp;52
„ -samen.....nbsp; nbsp; 127
Mollin.......nbsp; nbsp; 233
Morphinum.....nbsp; nbsp; nbsp;22
.. hydrochloricumnbsp; nbsp; 285
., sulfuricum . .nbsp; nbsp; 28(gt;
Moschus......nbsp; nbsp; 141
Mucilago Gummi arabicinbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9
„ Salep ....nbsp; nbsp; nbsp; 79
„ Seminum Lini.nbsp; nbsp; 126
Muscae Hispanicae. . .nbsp; nbsp; 133
Muskatbalsam ....nbsp; nbsp; nbsp; 51
Muskatbutter ....nbsp; nbsp; nbsp; 51
Muskatnuss . . . . .nbsp; nbsp; 126
Muskatnussöl ....nbsp; nbsp; nbsp;51
Mutterharz.....nbsp; nbsp; nbsp; 25
Mutterkorn.....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
Mutterpflaster ....nbsp; nbsp; 221
Myricin......nbsp; nbsp; 137
Myristinsäure ....nbsp; nbsp; nbsp;51
Myronsaures Kalium . .nbsp; nbsp; 128
Myrosin......nbsp; nbsp; 128
Myrrha......nbsp; nbsp; nbsp; 27
N.
Naphta Vitrioli....nbsp; nbsp; 244
„ aceti.....nbsp; nbsp; 245
Naphtalin. .....nbsp; nbsp; 260
Naphtol......nbsp; nbsp; 261
Narkotin......nbsp; nbsp; nbsp;22
Natron, borsaures . . .nbsp; nbsp; 186 ,, doppelt kohlen­saures . . .nbsp; nbsp; 224 ., essigsaures . .nbsp; nbsp; 226 „ kohlensaures . .nbsp; nbsp; 222 „ phosphorsaures .nbsp; nbsp; 227 ,. salpetersauresnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 225 ., schwefelsaures .nbsp; nbsp; 228 ., nnterschvveflig-
saures . . .nbsp; nbsp; 230
Natron, Wasserglas
215
Natrium aceticum . . .
226
., biboracicum . .
186
„ bicarhonicum .
224
carbonicum . .
222
„ acidul.
224
siccum
223
causticum . .
222
chloratum . .
226
chloroborosum .
186
hydricocarbon. .
224
„ jodatum . . .
225
muriaticum . .
226
nitricum . . .
225
., phosphoricum .
227
salicylicum . .
228
subsulfuros . .
230
sulfuricum . .
228
„ thiosulfaric. . .
230
Nelken.......
96
Nelkenöl......
44
Niesswurzel, weisse . .
74
102
Nikotianin . .
102
Nikotina . . .
103
Nitrum....
208
., cubicum
225
Nuces Vomicae .
128
Nuces Arecae .
124
„ moschatae
126
Kneif
100
0.
Oele, ätherische . .
. 38
., fette ....
. 46
. 231
,, -zucker ....
. 39
Olea aetherea . . .
. 38
Oleum Amygdalarum.
48
„ animale Dippelü
. 265
2
0
Arzneimittellehre I.
ocr page 318
306
Oleum animale foetidun
. 265
Anisi ...
43
„ Anthos . . .
. 46
„ Cacao ....
. 49
„ Cajeputi . . .
. 44
., camphoratnm .
. 42
„ t'antharidum
compos. . .
. 135
,, Cantharidum sin
plex . . .
. 135
„ Caryoph.. . .
44
„ Carvi ....
. 44
., Castoris . .
. 52
., Chamomillae infos
. 91
., Oinammom. . .
. 45
Cocos ....
. 49
., Cornu Cervi .
. 265
„ Crotonis . .
. 49
Euralypti . .
. 45
., Foeniculi
. 45
., Hyoscyami . .
. 109
,, Jecoris Aselli .
. 138
., Juniperi Baccarun
i 41
Laurinum ,
. 50
., Ligni Juniperi
40
Lini ....
51
,, „ sulfur.
51
Menthae piperitae
46
., Nucistae.
51
., Olivarum . .
52
,, „ commune
52
„ „ provinciak
52
,, Palmae Christi
52
„ Papaveris . .
52
phosphoratum . .
152
.. Raparum . . .
52
Ricini. . . . .
53
., Rosmarini . . .
46
., Sabinae . . . .
41
., Sinapis . . . .
42
-, Thyini . . . .
46
Oleum Therebinthinaenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;39
„ rectific.....nbsp; nbsp; nbsp;40
„ sulfurat.....nbsp; nbsp; nbsp; 40
Vitrioli ....nbsp; nbsp; 165
Olivenöl......nbsp; nbsp; nbsp;62
Ononid.......nbsp; nbsp; nbsp;63
Ononin.......nbsp; nbsp; nbsp; 63
Opium.......nbsp; nbsp; nbsp; 20
Opodeldok.....nbsp; nbsp; 232
„ flüssiger . .nbsp; nbsp; 233
Ostruthin......nbsp; nbsp; nbsp; 71
Oxycratum simplex . .nbsp; nbsp; 177
,, compositum .nbsp; nbsp; 178
Oxymel Aeruginis . . .nbsp; nbsp; 187
„ Scillae ....nbsp; nbsp; nbsp; 76
„ simplex . . .nbsp; nbsp; 136
Oxymorphin.....nbsp; nbsp; nbsp;22
P.
Papaverin.....nbsp; nbsp; nbsp; 22
Paraldehyd.....nbsp; nbsp; 171
Paraffinum.....nbsp; nbsp; 268
Paraffinöl......nbsp; nbsp; 261
Parafiinsalbe . . 262.nbsp; nbsp; 263
Parillin......nbsp; nbsp; nbsp; fig
Parillinsäure.....nbsp; nbsp; nbsp; 66
Pasta caustica Viennensisnbsp; nbsp; 204
„ phosphorata . . .nbsp; nbsp; 152
„ Zinci cblorati . .nbsp; nbsp; 239
Pech.......nbsp; nbsp; 256
Pelletierin.....nbsp; nbsp; nbsp; 88
Pepsin.......nbsp; nbsp; 264
Percha lamellata ...nbsp; nbsp; nbsp; 20
Perlmoos......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6
Perubalsam.....nbsp; nbsp; nbsp; 28
Petersiliensamen . . .nbsp; nbsp; 119
Petroleuinbenzin . . .nbsp; nbsp; 248
Peucedanin.....nbsp; nbsp; nbsp; 71
Pfeffer, spanischer. . .nbsp; nbsp; 114
„ schwarzer . . .nbsp; nbsp; 119
ocr page 319
307
Pfeffermttnze. . . ,, -kampler
101 259
46 102 102
73 1
Plumbum aceticura „ carbonicum. „ hydrico-acetic. ,, oxydatum „ rubrum . „ tannicum Pockensalbe . . . Pockholz .... Podophyllinsäure . Podophyllinum . . Podophylloquercetin Podophyllotoxin Polychroit . . . Polygalasäure . . Polysolve .... Poma Colocynthidis Pomeranzen, unreife Pomeranzenschalen Porphyroxin . . . Pottasche .... Praecipitat, roter . „nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;weisser
Praeparate, chemische Protopin .... Provenceröl . . . Pseudojervin. . . Pulpa Tamarindorum Pulvis aerophorus .
„ anglic. . .
„ arsenicalis Cosmii
,, causticusViennensigt;
,. contra Insecta.
„ depilatorius. .
,, Doveri . . .
., guinmosus . .
.. Ipecacuanhae opia tus . . . .
,. laxans . . .
„ Liquirit. comp.
,, magnesiae c. Rheo
,. Persicus ....
20*
230
184
215
217
221
216
236
80
38
88
38
38
97
66
54
115
113
122
22
202
199
193
143
22
52
74
121
224
224
172
204
94
179
23
9
23
225
63
73 94
-öl ,, -spiritus ,. -wasser Phäoretin.... Pharmakodynamik.
Pharmakognosie ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
Pharmakologie ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1 Pharmazeutische Eohwa-
renkunde .....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
Phenyldimethylpyrazolonnbsp; nbsp; 276 Phenylhydrazinlävulin-
säure......nbsp; nbsp; 241
Phenacetinum ....nbsp; nbsp; 264
Phenol.......nbsp; nbsp; 242
Phenylsalicylat ....nbsp; nbsp; 269
Phenylsiiure.....nbsp; nbsp; 242
Phissiks......nbsp; nbsp; nbsp; 15
Phloroglucin.....nbsp; nbsp; 129
Phosphor......nbsp; nbsp; 151
„ -brei.....nbsp; nbsp; 152
,, -latwerge . . .nbsp; nbsp; 152
,, -liniment . . .nbsp; nbsp; 152
„ -öl.....nbsp; nbsp; 152
,, -säure ....nbsp; nbsp; 165
Physostigminum . . .nbsp; nbsp; 127
salicyl. .nbsp; nbsp; 286
sulfuric. .nbsp; nbsp; 287
Pikropodophyllij ...nbsp; nbsp; nbsp; 38
Pikrosklerotiu ....nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
Pilocarpinum ....nbsp; nbsp; 100
„ hydrochlor.nbsp; nbsp; nbsp;288
Pilulae aloeticae ...nbsp; nbsp; nbsp;15
„ laxativae ...nbsp; nbsp; nbsp; 15
Pinselsaft......nbsp; nbsp; 227
Piper hispanicum . . .nbsp; nbsp; 114
Piperin......nbsp; nbsp; 119
Pix liquida.....nbsp; nbsp; 266.
„ alba......nbsp; nbsp; nbsp;34
Placenta Seminum Lini .nbsp; nbsp; 126
ocr page 320
308
Pulvis salicylicus c. Talcc
les
lae, Veratri albi,
„ stypticus. . .
174
Zedoariae,Zingibe-
Punicin.....
88 267
ris. siehe Rbizoma
Pyrogallol ....
Radix Helena . . . .
Pyrogallnssäure . .
267
., Ipecacuanhae ,, Jalapae . . ,, Levistici . .
Q-
., Liquiritiae .
Qualmbäder ....
229
,, Ononidis . .
Quassiaholz . . .
80
., Pimpinellae.
Quassiin ....
88
., Ratanhiae .
Quecksilber . . .
148
„ Rhei . . .
., -chlorid
193
,, Salsaparillae
., -chlorür
195
,, Sarsaparillae
., -cyanid
198
,, Senegae . .
-jodid .
197
„ Taraxaci
-jodür .
198
„ Valerianae .
-oxyd .
199
Raffiade ....
., -oxydul
200
Ramnokathartin
,. -salbe, weisslaquo;
, 193
Ratanhiagerbsäure
graue
149
Ratanhiawurzel. .
Quecksilbersalbe, rore
199
Rauchende Salpetersäure
., -sublimat .
193
Räudebäder 102. 103.
„ -sulfid . .
200
Resina alba.....
Quendel.....
111 111
Resina Benzoes . . „ Dammar
Qnendelkraut . . .
,, ' elastica . .
„ Elemi . .
R.
„ empyreumatics
Kadices .... 54
55
liquid.
Radix Althaeae. . .
55
., flava . . .
., Angelicae . .
56
„ Jalapae . .
,, Belladonnae
58
„ Mastichis .
„ Colombo . . .
59
,, Pini . . .
., Enulae . . .
60
,, Styracis. .
,, Gentianae . .
59
Resorcin ....
,, Glyzyrrhicae .
62
Restitutionsfluidum
,, Calami, Curcumae
Rhabarber . . .
Filicis, Galangae
.Rhamnetin . . .
Graminis, Impera-
Rhamnin ....
toriae, Tonnen
ta-
Rhamnoxanthin. .
ocr page 321
309
Rheumgerbsäure .
Rhizoma Calami . ., Filicis ., Galangae ,, Hydrastis „ Imperatoriae ,, Iridis . . ., Rhei . . ,, Tormentillae ,, Veratri . ., Zedoariae „ Zingiberis
Rhizomatha ... 54
Rhusma ....
Rhoeadin ....
Rhum.....
Rinden.....
Rizin.....
Rizinolsäure . . .
Rizinusöl ....
Robertsons Kastrierpnl
Röllsches Liniment
Roob Juniperi . .
Rolofls Räudebai .
Rossfenchel . . .
Rosmarinkampfer .
Rosmarinöl . . .
Rote Salpetersäure
Rotes Jodquecksilber
Rottleraharz. . .
Rottlerarot . . .
Rottlerin ....
Rubijervin . . .
Rüböl.....
73
68
69
70
70
71
71
72
74
74
75
75
68
179
22
273
81
50
53
53
195
267
118
102
120
46
46
164
197
123
123
123
74
52
Sadebaumöl . . Saffran.... Sal aminoniacum ., anglicum ., Carolinar ,, catharticum ., Cornu Cervi ., Epsomense . ., mirabile Glauberi ., sedativum Hombergi ., Sedlizense .... ,, Seignetti .... „ siceum Tolatile . .
„ Sodae......
„ Tartari.....
„ Thermarum . . . Salbe, flüchtige ....
„ gelbe.....
Salbeiblätter.....
Salep.......
Salicin.......
Salicyltalg.....
Saliylsäure.....
„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Natron . .
Salicylstreupulver . . .
Salmiak......
„ -geist ....
Salol.......
Salpeter......
., -Aether-Wein­geist .... ,, -räuchernng . . „ -säure ....
Salseparin.....
Salz, englisches....
„ -geist.....
,, -säure . . . 160. ,, „ verdünnte
Samen.......
Santonin .... 92. Santoninzeltchen , . .
41 96
176 219 230 219 175 219 228 157 219 238 175 222 203 230 211 137 103 78 90 141 167 228 168 176 211 2(59 208
270
164 164 66 219 160 161 161 123 269 269
S.
Saccharin......nbsp; nbsp; 2fi8
Saccharnm.....nbsp; nbsp; nbsp; 10
„ Saturni . .nbsp; nbsp; 230
Sadebaumkraut ....nbsp; nbsp; 112
ocr page 322
310
Santonsäureanhydrifl Sapo arsenicalis
„ domesticus .
,, hispanicus
„ jalapinus . .
„ kalinus . .
269
172
231
231
37
232
232
231
267
233
233
231
232
89
89
136
201
110
135
164
108
180
208
132
147
153
244
234
öl
152
209
153
153
166
234
140
76
76
76
141
141
Seeale cornutum
231
4 232 89 233 238 123 123
Seife ....
Seifenrinde . . Seifenspiritus Seignettesalz Semen .... „ Amygdali
Anisi, Cannabis
Carvi, Foeniculi,
Petroselini, Phel-
landrii, siehe Fruc-
tus.
., Arecae . .
„ Cinae. . .
„ Coffeae . .
,, Colchici . .
„ Faenugraeci
„ Lini . . .
., Lycopodii .
,, Myristicae .
,, Papaveris
,. Physostigmatis
.. Santonici .
,. Sinapis nigrae
.. Strophanthi
., Strychni. .
Senegin ....
Senf, schwarzer
-öl ....
niger . oleaceus
„ pieeus . . . „ superacidosns „ therebinthinatu-„ venetus . . „ viridis . . . Saponin .... tgt;6. Sapotoxin.... 66.
Sauerhonig.....
Saures kolilens. Kali . .
Schafgarbe.....
Scharfe Salbe . . . . Scheidewasser . . . .
Schierling......
Schlämmkreide . . . . Schmuckersche Bähung .
Schwämme.....
Schwammkohle . . . .
124
92 124 125 125 112 129 126 127 127
92 127 129 128
66 127
42 128
43 104 104 103 112 178 163 178 128
70
11
Schwefel . .
152.
Schwefeläther
„ -antiraon . . .
„ -baisam . . .
., -blumen . .
„ -leber . . . .
,, -milcli . . . .
., -räucherungen .
„ -säure . , 165.
„ -spiessglanz . . Schweineschmalz . . .
Scillain......
Scillin.......
Scillipikrin.....
Sebum ovile.....
„ salicylatum . .
-papier . . . -Spiritus. . . Sennakrol.... Sennapikrin . . . Sennesblätter . . Sevenbaumkraut . Silber, salpetersaures
., -glätte. . .
,, -nitrat . . . Sinapismus . . . Sinistrin .... Sirupus communis .
ocr page 323
311
Sirapus hollandicus
,, Mannae
„ Rhamni
„ simplex Sklererythrin Sklerojodin . Smilacin . . Soda .... Solutio arsenicalisFowleri
„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,, Tessieri
Solvine......
Somnal.....
Spanische Fliegen . .
Spanischfliegenöl . .
„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -pflaster
„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -salbe
Spanischfliegentinctur.
Spanischer Pfeffer . .
Spathsalbe ....
„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;englische .
Species aromaticae
,, ad Cataplasma
., diureticae . .
,, emollientes
., Laxantes . .
,, Lignorura . .
., pectorales . .
„ resolventes Sphacelinsäure . . . Sperma Ceti .... Spiessglanz .... „ -butter . . Spiritus
11
12
121
11
5
5
66
222
171
172
54
249
133
135
134
135
135
114
135
198
93
91
63
91
105
68
63
107
5
139
234
216
271
245
57
212
42
108
212
273
273
Spiritus Formicarum . .nbsp; nbsp; 160
,, Fruraenti . . .nbsp; nbsp; 273
„ Juniperi . . .nbsp; nbsp; 118
„ Lavandulae . .nbsp; nbsp; nbsp;93
„ Minderen. . .nbsp; nbsp; 211
„ nitrico aethereusnbsp; nbsp; 270
„ Nitri acidus . .nbsp; nbsp; 164
,, Nitri dulcis . .nbsp; nbsp; 270
., rectificatissimusnbsp; nbsp; nbsp;271
., Saechari . . .nbsp; nbsp; 273
., Salis Ammoniacinbsp; nbsp; 211
,, Salis fumans .nbsp; nbsp; 160
„ saponatus . .nbsp; nbsp; 233
„ Sinapis ...nbsp; nbsp; nbsp;43
., Therebinthinae .nbsp; nbsp; nbsp;39
Vini Gallici . .nbsp; nbsp; 273
,, Vini rectificatusnbsp; nbsp; 273
Spongiae......nbsp; nbsp; 132
„ ceratae . . .nbsp; nbsp; 133
., compressae . .nbsp; nbsp; 133
,, tostae ....nbsp; nbsp; 147
Spongin......nbsp; nbsp; 132
St. Germainthee . . .nbsp; nbsp; 105
Stärke.......nbsp; nbsp; 131
Stechapfelblätter . . .nbsp; nbsp; 105
Steinklee......nbsp; nbsp; 110
Stibio Kali tartaricum .nbsp; nbsp; 235 Stibium chloratum liqui-
dum ....nbsp; nbsp; 216 ,, sulfuratum ni-
grum....nbsp; nbsp; 234 ., sulfuratum au-
rantiacum . .nbsp; nbsp; 234
Stiefmütterchen....nbsp; nbsp; 112
Stigmata Croci ....nbsp; nbsp; nbsp;96
Stinkasant .....nbsp; nbsp; nbsp; 26
Storax.......nbsp; nbsp; nbsp; 30
Storesin......nbsp; nbsp; nbsp; 31
Strahlsalbe.....nbsp; nbsp; 240
Strophantin.....nbsp; nbsp; 129
Strophantussamen . . .nbsp; nbsp; 129
aethereus . . Angelicae comp blauer . . . camphoratus . Cochlariae coeruleus . . dilutus . . e vino . . .
ocr page 324
312
Strychnin......nbsp; nbsp; 128
Stryclminuiu nitricum .nbsp; nbsp; 289
Styracin......nbsp; nbsp; nbsp;30
Styrax liquidus ....nbsp; nbsp; nbsp;30
Styrol.......nbsp; nbsp; nbsp;31
Sublimat......nbsp; nbsp; 193
Sublimatfäden . . . .nbsp; nbsp; 195
,. gelatine . . .nbsp; nbsp; 195
Succus Juniperi . . .nbsp; nbsp; 118
Liquiritae . . 17. 18
Sulfonal......nbsp; nbsp; 273
Sulfur auratum Antimoniinbsp; nbsp; 234
„ depui'atum . . .nbsp; nbsp; 153
Sulfur praecipitatum . .nbsp; nbsp; 153
,. stibiatum aurantia-
cum ....nbsp; nbsp; 234
„ sublimatum . . .nbsp; nbsp; 152
Surainitates Sabinae . .nbsp; nbsp; 112
Superphosphat ....nbsp; nbsp; 183
Siissholzwurzel ....nbsp; nbsp; nbsp; 62
., -saft.....nbsp; nbsp; nbsp; 17
T.
Tabak.......nbsp; nbsp; 102
., -kampfer ....nbsp; nbsp; 102
Talg.......nbsp; nbsp; 141
Talgseife......nbsp; nbsp; 231
Talk.......nbsp; nbsp; 235
Tamarindenmus....nbsp; nbsp; 121
Tamarindi.....nbsp; nbsp; 121
Tannenzapfenöl....nbsp; nbsp; nbsp;39
Tannin.......nbsp; nbsp; 168
Tanninbleisalbe....nbsp; nbsp; 216
Taraxacin.....nbsp; nbsp; nbsp; 67
Tartarus boraxatus . .nbsp; nbsp; 236
.. depuratus . .nbsp; nbsp; 237
.. emeticus. . .nbsp; nbsp; 235
.. natronatus . .nbsp; nbsp; 238
.. stibiatus. . .nbsp; nbsp; 235
vitriolatus . .nbsp; nbsp; 208
Tausendgüldenkraut . .nbsp; nbsp; 107
Teer.......nbsp; nbsp; 266
„ brauner ....nbsp; nbsp; 266
Teergips......nbsp; nbsp; 267
Teerliniment.....nbsp; nbsp; 267
Teerseife......nbsp; nbsp; 267
Teerwasser.....nbsp; nbsp; 267
Terebinthina communis ,nbsp; nbsp; nbsp;32
„ Veneta . .nbsp; nbsp; nbsp; 33
Terpentin......nbsp; nbsp; nbsp;32
Terpinhydrat ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 274
-öi... . :nbsp; nbsp; nbsp;39
Terra Catechu ....nbsp; nbsp; nbsp; 16
„ foliata Tartari .nbsp; nbsp; 200
„ „ , cryst.nbsp; nbsp; 226
,. japonica ....nbsp; nbsp; nbsp; 16
Tessier's Eäudebad . .nbsp; nbsp; 172
Tetrahydroparathinanisolnbsp; nbsp; 289
Tetrajodpyrrol ....nbsp; nbsp; 256
Teufelsdreck.....nbsp; nbsp; nbsp;26
Thalliusulfat.....nbsp; nbsp; 289
Thebain......nbsp; nbsp; nbsp;22
Thebolaktinsäure ...nbsp; nbsp; nbsp;22
Thein.......nbsp; nbsp; 283
Theobromin.....nbsp; nbsp; 284
Thiol.......nbsp; nbsp; 275
Thonerdesulfat ....nbsp; nbsp; 174
Thymen......nbsp; nbsp; nbsp; 46
Thymiankampfer . . .nbsp; nbsp; 274
Thymianöl.....nbsp; nbsp; nbsp;46
Thymiankraut . . . .nbsp; nbsp; 111
Thymol 46. 111.nbsp; nbsp; 274
Tieröl .......nbsp; nbsp; 176
Tinctura Aloes ....nbsp; nbsp; nbsp; 15
,, ,, compositanbsp; nbsp; nbsp;15
„ Absinthii . .nbsp; nbsp; 107
,. Aconiti ...nbsp; nbsp; nbsp; 77
.. amara ...nbsp; nbsp; nbsp;60
„ Aurantii ...nbsp; nbsp; 122
., Arnicae ...nbsp; nbsp; nbsp;91
aroraatica . .nbsp; nbsp; nbsp; 86
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313
Tinctura Asae foetidae .nbsp; nbsp; nbsp;26
„ Babolna ...nbsp; nbsp; 172
„ Belladonnaenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;98
„ Benzoes ...nbsp; nbsp; nbsp;36 ,, Benzoes compo-
sita . . .' .nbsp; nbsp; nbsp;36
Calami ...nbsp; nbsp; nbsp;69
Cantharidnmnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 135
Capsici . . .nbsp; nbsp; 114
Catechu ...nbsp; nbsp; nbsp; 16
Chinae ...nbsp; nbsp; nbsp;85
,, comp. .nbsp; nbsp; nbsp;86
Cinnamoni . .nbsp; nbsp; nbsp;86
Colocynthidis .nbsp; nbsp; 116
Colchici ...nbsp; nbsp; 125
Digitalis. . .nbsp; nbsp; nbsp;99 Ferri acetioi
aetherea . .nbsp; nbsp; 213
Ferri pomata .nbsp; nbsp; 147
Gallarum . .nbsp; nbsp; 130
Gentianae . .nbsp; nbsp; nbsp;60
Jodi ....nbsp; nbsp; 151
Lobeliae . . .nbsp; nbsp; 110
Myrrhae ...nbsp; nbsp; nbsp; 27
Mosehi . . .nbsp; nbsp; 142
Opii crocatanbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 23
„ simplexnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 23
., benzoica .nbsp; nbsp; nbsp;23
Pimpinellnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;64
Ratanh. ...nbsp; nbsp; nbsp;65
Rhei aquosa .nbsp; nbsp; nbsp; 73
Rhei vinosa .nbsp; nbsp; nbsp; 73
8cillae ...nbsp; nbsp; nbsp; 76
Strophantin. .nbsp; nbsp; 129
Strychni . . .nbsp; nbsp; 129
Valerian. . .nbsp; nbsp; nbsp; 68
„ aeth. .nbsp; nbsp; nbsp; 68
Veratri ...nbsp; nbsp; nbsp; 75
Zingiberis . .nbsp; nbsp; nbsp; 75
Tollkirschenblätter . .nbsp; nbsp; nbsp; 97
Tollkirsclrwiirzel ...nbsp; nbsp; nbsp; 58
Tolubalsam . .
Traganth . . .
Tran ....
Traumaticin . .
Trichloraldehyd.
Triehloressigsäure
Trichlormethan .
Trimethylxanthin
Tripolith . . .
Trochisci Santonini
Tormentillwurzel
Tormentillrot
Tnbera . . .
Tubera Aconiti . .. Jalapae „ Salep .
54.
31
10
138
20
250
169
250
283
182
279
74
74
76
77
77
Ü.
Ueberfettete Seife .
233
Uebermangans. Kali .
207
Unguentum Acidi borici
158
„ . acre . . .
135
., ad ungulas .
140
„ aegyptiacum
187
., Althaeae
141
„ basilicum
35
., Camphorat. .
42
„ Cantharidum
135
„ cerevun . .
137
„ Cerussae. .
184
., Camphoratum 184
., contra decu-
bitum . .
216
„ digestivnm .
33
„ Elemi. . .
35
„ flavum
141
„ Hydrargyri
album .
193
„ bijodati
197
ocr page 326
314
Ung-uentum hydrargyri
fortiusnbsp; nbsp; 198 ,, ., cinereum 149
,, ,. rubrumnbsp; nbsp; 199
.. Kalii jodatinbsp; nbsp; nbsp;207
,, leniens . .nbsp; nbsp; 140
,. mercuriale .nbsp; nbsp; 149
„ neapolitanumnbsp; nbsp;149
,, oxygenatmnnbsp; nbsp; nbsp;141
Paraffini. .nbsp; nbsp; 162
., Plumbi . .nbsp; nbsp; 21(i
,, ,, taiinicinbsp; nbsp; nbsp;216
,, Sabinae . .nbsp; nbsp; 112
,. saturninum .nbsp; nbsp; 216 ., sulfurat. simpl.
et compos.nbsp; nbsp; nbsp; 1Ö3
Tartar! sti-
biati . .nbsp; nbsp; 236
,, Therebinth .nbsp; nbsp; nbsp; 33
„ comp,nbsp; nbsp; nbsp; 33
,. ad ungulas .nbsp; nbsp; 140
Zinci ...nbsp; nbsp; 240
,. sulfurioi , .nbsp; nbsp; 240
Unschlitt......nbsp; nbsp; 141
Urson.......nbsp; nbsp; 106
Ural.......nbsp; nbsp; 249
V.
Vanille.......nbsp; nbsp; 121
Vanillin......nbsp; nbsp; 122
Vaseline......nbsp; nbsp; 263
„ -öl......nbsp; nbsp; 261
Veilohenwurzel ....nbsp; nbsp; nbsp; 71
Vegetabilisches Kalomelnbsp; nbsp; nbsp; nbsp;38
Venetianischer Terpentinnbsp; nbsp; nbsp;33
Veratalbin.....nbsp; nbsp; nbsp; 74
Veratramirin ....nbsp; nbsp; nbsp; 74
Veratrin .... 74.nbsp; nbsp; 290
Viborg's Käudebad . .nbsp; nbsp; 172
Vievräuberessig-. . . .nbsp; nbsp; 156
Vinura Colchici . . ,, Camphorat. ., Condnrango ,, stibiatum Vitriol, blauer . ,, grüner . weisser. -öl . . Vitriolum Martis
w.
Wachholderbeeren .
Wachholderholzöl . Wachholderöl Wachs, gelbes . . ., -schwamm .. weisses .. -salbe . . Wallnussbliitter Walrat .... Walz-Schafwäsche . Wasser, destillierte-Wasserfenchel . . Weidenrinde. . . Weinbranntwein Weinessig . . . Weingeist . . . Weingeisttabellc . Weinstein, gereinigter Weinsteinsäure . . AVeisse Niesswnrzel Wermut .... Wiener Aetzpulver Wiener Krätzsalbe Wiener Trank . . Wismutnitrat, basisches Wohlverleihblumen Wollblumen . Wollfett .... Wundbalsam . . 27.
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315
Wundstein . . .
174
AVnnnfamwurzel .
69
Wurmsamen . . .
92
Wurzeln ....
54
55
Wurzelstöcke . .
54
68
Z.
Zeitlosensamen . .
125
Zimt . . .
85
Zimtaldeliyd . . .
45
Zimtkassia . . .
85
Zimtöl.....
45
Zimtsäure . . .
30
Zincum chloratum .
238
muriaticum
238
Zincum oxydatum albumnbsp; nbsp; 239
„ sulfuricum . .nbsp; nbsp; 240
Zinkoxyd......nbsp; nbsp; 239
Zinkpasta......nbsp; nbsp; 239
Zinkstifte, Köbnersche .nbsp; nbsp; 139
Zinkvitriol.....nbsp; nbsp; 240
Zinkweis......nbsp; nbsp; 239
Zitronensäure ....nbsp; nbsp; 159 Zittwerwurzel ....nbsp; nbsp; nbsp; 75 ,, -samen ....nbsp; nbsp; nbsp; 92 Zucker, weisser ...nbsp; nbsp; nbsp; 10 „ -sirup ....nbsp; nbsp; nbsp; 11 Zündeis Räudebad 103.nbsp; nbsp; 244 Zwiebeln .... 54.nbsp; nbsp; nbsp; 76 Zusammenziehende Pul­ver .......nbsp; nbsp; 174
Druck von Edmund Stein in Potsdam.
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