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Pharaiakognosie,
Pbmaceutisch-chemische Präparate
und
Receptierkunde
auf Grund der Pharmacopoea Germanica, editio altera, für die Tierheilkunde bearbeitet
Dr. Carl Arnold,
Dozent der Chemie und Pharmacie, Vorstand des chemischen und pharma-ceutischen Instituts der Königlichen Tierarzneischule zu Hannover.
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Ersctieini an Stelle der dritten Auiiaöe der Veterinär-Pltarmakopöe vonj;,.ߣiieinaiin, weiland Professor an der Königllcnen Tierarzneiscliule m^^M'Xi^'
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Hannover.
Schmorl amp; von Seefeld. 1886.
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BIBLIOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
2911 250 9
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Pharmakognosie,
Ptiamaceutiscti-chemische Präparate
undnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; /
Receptierkunde
auf Grund der Pharmacopoea Germanica, editio altera, für die Tierheilkunde bearbeitet
Dr. Carl Arnold,
Dozent der Chemie und Pharmacie, Vorstand des chemischen und pharmaceuti-schen Instituts der Königlichen Tierarzneischule zu Hannover.
Erscheint an Stelle der dritten Auflaoe der Veterinar-Pharmakopöe von C. ßegemann, Professor an der Konisliclien Tierarzneiscliule zu Hanno^-- #9632; .,
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B1BLIOTHEEK
DIERCENEESKUNDE
UTRECHT
Hannover.
Schmorl amp; von Seefeld. 1886.
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Vorwort.
Das vorliegende Werk erscheint an Stelle der dritten Auf­lage der Veterinär-Pharmakopüe von Professor G. Begemann. Außer dem äußeren Rahmen ist nur wenig unverändert ge­blieben, wie das ja bedingt wurde sowohl durch das Erscheinen der zweiten Auflage der deutschen Pharmakopöe als auch durch die großen Veränderungen, welche im Gange des tierärztlichen Studiums im letzten Lustrum stattgefunden haben. Die erste Auf­lage des Begemannschen Werkes erschien im Jahre 1864, die zweite im Jahre 1877 und waren beide dem Bedürfnisse ent­sprungen, angehenden Tierärzten zur Erlernung der nötigen phannaceutisehen Kenntnisse behülflich zu sein ; den damaligen Studienverhältnissen Rechnung tragend, nahm das Buch aber auch Rücksicht auf Botanik und reine Chemie. Da diese Dis-ciplinen an den Ticrarzneischulen jetzt selbslständig gelehrt werden, so sind die ihnen in den früheren Ausgaben gewidmeten Abhandlungen als nicht mehr ausreichend in der neuen Auf­lage weggeblieben und muß auf Spezialwerke verwiesen werden. Wie in den älteren Auflagen diente als Grundlage die Pharma-copoea Germanica, deren Nomenklatur streng durchgeführt ist. Die Arzneiformen sind der Pharmacopoea Germanica ent­sprechend, und wo eine Aenderung für tierärztliche Zwecke wünschenswert erscheint, ist es angegeben. Es finden sich aber auch eine große Anzahl von der Pharmacopoea Germanica nicht aufgenommener Formeln, die sich in der Praxis bewährt haben. Dieselben sind ebenso wie die in der Pharmakopöe nicht auf­genommenen Droguen und chemischen Präparate durch * be­zeichnet.
Diejenigen in der Pharmakopöe beschriebenen Arznei­mittel, welche für die Tierheilkunde eine untergeordnete Be­deutung haben, sind durch kleineren Druck unterschieden.
Eine größere Anzahl von Arzneimitteln sind in der neuen Auflage nicht mehr aufgenommen, da dieselben in allen neueren tierärztlichen Arzneimittellehren fehlen oder als vollständig ent-
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belirlich erklärt werden; hingegen ist auf die neueren und neue­sten Heilmittel möglichst Rücksicht genommen worden. Im
allgemeinen sind die in der modebräuchlichen Mittel von denen der mehr verschieden, hingegen ist eine Präparate, wie sie die Pharmakopöe künde nicht nötig. Wichtig ist aber
Tierheilkunde ge-Menschenheilkunde nicht so absolute Reinheit der fordert, in der Tierheil-vor allem, sich von der
Identität der eingekauften Arzneimittel vor ihrer Aufstellung im Dispensierlokale zu überzeugen und ist hiezu bei jedem einzelnen Körper die nötige Anleitung gegeben. Daß von der Einführung der jetzt in der Pharmak. so vielseitig in Anwendung gebrachten Mafianalyse Abstand genominen werden mußte, erklär! sich so­wohl durch die etwas weniger strengen Anforderungen an die Güte der Präparate als auch durch die dem Arzte im allge­meinen abgehende Uebung in solchen Arbeiten.
ff vor den Narncn der Arzneimittel bedeutet sehr
giftige
Substanzen, zu Tabelle B. der Pharmakopöe gehörend.
f scharfe und heftig wirkende, zu Tabelle C. der makopöe gehörend.
H a n n o v e r im Mai 188G.
Phar-
Der Verfasser.
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Inhalt.
Seite
Pharmakognosie...................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
Drogen des Pflanzenreiches.
I. Drogen aus der Abteilung der Zellenpflanzen.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
II. Drogen aus der Abteilung der Gefäfspflanzen.......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
A.nbsp; Htoft'e ohne organisierte Structm..........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
1.nbsp; Gummiarten................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
2.nbsp; Zuckerartige Stofte.............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
3.nbsp; Extrakte.................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
4.nbsp; Milchsäfte................nbsp; nbsp; nbsp;11
5.nbsp; Balsame und Harze.............nbsp; nbsp; nbsp; 18
6.nbsp; Aetherische Oele..............nbsp; nbsp; nbsp;27
7.nbsp; Fette Oele................nbsp; nbsp; nbsp;32
B.nbsp; Organisierte Stoffe.............• . . 37
Unterirdische Pflanzenteile.
1.nbsp; Wurzeln .................nbsp; nbsp; nbsp;38
2.nbsp; nbsp;Wurzelstöcke...............nbsp; nbsp; nbsp;47
3.nbsp; Zwiebeln und Knollen............nbsp; nbsp; nbsp;52
Oberirdische Pflanzeilteile.
1.nbsp; Hölzer..................nbsp; nbsp; 55
2.nbsp; Binden..................nbsp; nbsp; 56
3.nbsp; Blüten..................nbsp; nbsp; 63
4.nbsp; Blätter..................nbsp; nbsp; 68
5.nbsp; Kräuter..................nbsp; nbsp; 75
6.nbsp; Früchte..........•.......nbsp; nbsp; 80
7.nbsp; Samen . . . •..............nbsp; nbsp; 88
8.nbsp; Pflanzenauswüchse..............nbsp; nbsp; 92
9.nbsp; Mehlartige Stoffe..............nbsp; nbsp; 92
Drogen des Tierreiches ......93
Cheiniseli-phannaceutische Präparate...........nbsp; 103
1.nbsp; Wasser und chemisch einfache Stoffe.......nbsp; 104
2.nbsp; Säuren..................nbsp; 111
3.nbsp; Verbindungen der Leichtmetalle.........nbsp; 121
4.nbsp; Verbindungen der Schwcrmetalle........nbsp; 146
5.nbsp; Alkohole, Kohlenwasserstoffe und verwandte Produktenbsp; nbsp;169
6.nbsp; Alkaloide.................nbsp; 180
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Seite
Rezeptierkuiide...................nbsp; nbsp; 189
Allgemeine Receptierkuude...........nbsp; nbsp; 190
Spezielle Rezeptierkunde............nbsp; nbsp; 190
Pulver.................. .nbsp; nbsp; 200
Oelzucker..................nbsp; nbsp; 200
Species...................nbsp; nbsp; 201
Latwerge..................nbsp; nbsp; 203
Pillen...................nbsp; nbsp; 205
Kataplasma.................nbsp; nbsp; 206
Pflaster...................nbsp; nbsp; 207
Salbe...................nbsp; nbsp; 208
Liniment..................nbsp; nbsp; 210
Auflösung.................nbsp; nbsp; 211
Abkochung.................nbsp; nbsp; 212
Aufgufs..................nbsp; nbsp; 217
Dekoktaufgufs................nbsp; nbsp; 219
AufguCsdekokt................nbsp; nbsp; 220
Ptisanen..................nbsp; nbsp; 221
Emulsion..................nbsp; nbsp; 221
Mixturen................! !nbsp; nbsp; 22ö
Räucherungen, Dampf- und Qualmbäder......nbsp; nbsp; 229
Wässer, destillierte..............nbsp; nbsp; 232
Syrupe...................nbsp; nbsp; 232
Liquor...................nbsp; nbsp; 232
Schleim..................nbsp; nbsp; 233
Spiritus..................nbsp; nbsp; 233
Elixier...................nbsp; nbsp; 233
Tinktur..................nbsp; nbsp; 233
Extract..................nbsp; nbsp; 234
Tabellen......................nbsp; nbsp; 237
A.nbsp; Verzeichnifs der Arzneidosen..........nbsp; nbsp; 238
B.nbsp; Arzneimittel, sehr vorsichtig aufzubewahren ....nbsp; nbsp; 244
C.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; „ vorsichtig aufzubewahren......nbsp; nbsp; 245
D.nbsp; Löslichkeit chemischer Arzneistofie.......nbsp; nbsp; 246
E.nbsp; nbsp;Alkoholgehaltbestimmung nach dem specif. Gewichte .nbsp; nbsp; 247
F.nbsp; Reduktion Beaum^'scher Grade auf das spezif. Gewichtnbsp; nbsp; 248
G.nbsp; Reduktion Beck'scher Grade auf das spec. Gewicht .nbsp; nbsp; 249 H. Verzeichnifs der in Arzneien miteinander unverträg­lichen Substanzen.............nbsp; nbsp; 250
J. Gerätschaften und Reagentien zur Prüfung der Arznei­mittel ..................nbsp; nbsp; 255
Register......................nbsp; nbsp; 263
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i
Pharmakognosie
Unter Berücksichtigung der aus den Drogen dargestellten pharmaceutischen Präparate.
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Pharmakognosie, Rohwarenkunde, Drogenkunde ist die Wissenschaft von den Arzneistoffen in der Form, wie dieselben unmittelbar in
der Natur gesannnelt oder durch einfache mechanische Ope­rationen zubereitet, in die Offizinen gelangen.
Die meisten rohen Arzneimittel stammen aus dem Pflanzen­reiche; nur wenige aus dem Tierreiche. Die Arzneimittel, welche das Mineralreich liefert, werden kaum noch im unveränderten Zustande angewandt, weshalb sie bei den phannaccutisch-clie-mischen Präparaten abgehandelt werden.
Die Wissenschaft, welche die Arzneimittel zum Zwecke 'der ärztlichen Verwendung zuzubereiten lehrt, ist die Pharmacie.
Pharmakologie oder Arzneimittellehre, Materia medica, da­gegen ist die Lehre von der Wirkung der Arzneimittel, wes­wegen sie im engeren Sinne Pharmakodynamik genannt wird. Dieselbe ist nicht Gegenstand dieses Buches.
Der Pharmakognosie liegt sowohl ein praktisches als ein theoretisches Interesse zu Grunde.
1)nbsp; Die praktischen Zwecke, welche ausschließlich dazu dienen, eine Ware als das, was sie sein soll, zu erkennen, so die Aufstellung und präzise Beschreibung bestimmter Merkmale. Diese Merkmale sind:
a.nbsp; nbsp;Naturhistorischer Araquo;'t, und werden dann entweder aus der äußern Gestalt (z. B. bei Kräutern und Blüten) ent­nommen, oder zugleich auch nach den Gewebsverhältnissen (Wurzeln und Blätter) oder wo die äußere Gestalt rein zufällig ist, ausschließlich den Gewebsverhältnissen. Meist genügt schon die Untersuchung mit dem unbewaffneten Auge, für die Unter­suchung der Gewebsverhältnisse ist meistens die Anwendung der Lupe, in einigen seltenen Fällen auch die des Mikroskops notwendig.
b.nbsp; nbsp;Chemischer Art. Für solche Drogen, welche von gleichförmiger chemischer Natur sind und bei denen weder die äußere Gestalt noch der innere Bau genügende Anhaltspunkte gibt (Gummi, Harze etc), oder wo bestimmte Stoffe den AVer! der Ware bedingen, liefert die Chemie ausschließlich oder ver­eint mit der naturhistorischen Betrachtung die Unterscheidungs­merkmale.
2)nbsp; Theoretische Zwecke. In dieser Beziehung kommen in Betracht:
a.nbsp; nbsp;die naturhistorische Abstammung und die geogra­phische Herkunft.
b.nbsp; die morphologische und physiologische Bedeutung,
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welche die Drogen als Teile von Pflanzen oder Tieren am Ge-samtorganismns einnehmen.
c.nbsp; die chemische Zusammensetzung, als der die medi­zinische Wirkung bedingende Punkt, sowie auf Art der Ver­teilung der Stoffe in den einzelnen Gewebsteilen der Drogen.
d.nbsp; Kultur, Einsammlung Gewinnung, Zubereitung und Handelsverhältnisse der Drogen.
Die Einteilung der Drogen kann nach verschiedenen Systemen stattfinden.
a. Nach der chemischen Natur der Drogen. Gegen diese Einteilung spricht, daß man in Zweifel bleibt über die Stellung solcher Drogen, welche mehrere chemisch und physio­logisch wohlcharakterisierte Stoffe enthalten, ferner, daß bei vielen Drogen die chemischen Bestandteile noch nicht genügend erforscht sind und daß ganz verschiedene Substanzen (z. B. Senfsamen und Sennesblätter) ihre Stellung nebeneinander er­halten mit Bücksicht auf chemische Thatsachen, welche zum Teil als zweifelhafte Zufälligkeiten zu bezeichnen sind.
b.nbsp; Nach der physiologischen Wirkung. Diese Einteilung ist für den Mediziner die geeignelsle, fällt aber zu sehr in das Gebiet der Pharmakologie.
c.nbsp; Nach den gleichen äußerlichen Verhältnissen, indem gleiche Pflanzenteile etc. je zu einer Gruppe vereinigt, betrachtet werden. Dieses System wird von den meisten Pharmakognosten noch beibehalten, obgleich auch es viele Nachteile hat. Dem­entsprechend sind die Drogen in vorliegendem Werke folgender­maßen eingeteilt:
Erste Abteilung. Drogen des Pflanzenreiches.
I. Drogen aus der Abteilung der Zellenpflanzen. II. Drogen aus der Abteilung der Gefäßpflanzen.
A.nbsp; Stoffe ohne organische Struktur.
1. Gummiarten. 2. Zuckerartige Stoffe. 3. Extrakte. 4. Milchsäfte. 5. Balsame und Harze. 6. Aether-ische Oele. 7. Fette Oele.
B.nbsp; Organisierte Stoffe.
laquo;. Unterirdische Pflanzenteile.
1. Wurzeln. 2. Wurzelstöcke. 3. Zwiebeln. 4. Knollen.
ß.
Oberirdische Pflanzenteile.
I.Hölzer. 2. Binden. 3. Blüten. 4. Blätter. 5. Kräuter. 0. Früchte. 7. Samen. 8. Pflanzenauswüchse. 9. Mehlartige Stoffe.
Zweite Abteilung.
#9632;l4.
Drogen des Tierreiches.
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Erste Abteilung.
Drogen des Pflanzenreiehes.
I. Drogen aus der Abteilung der Zellenpflanzen.
fSecale cornutum. Mutterkorn. Claviccps purpurea. Fungi, Pyrmomycetes.
Befallen die Sporen dieses Pilzes die junge Blüte der Gräser, so wird der junge Grasfruchtknoten von einem zarten Mycelium überzogen, welches Fortpflanzungszellen (Gonidien) abschnürt. Mit der Zeit durchdringt das Pilzmycelium das ganze Gewebe des Fruchtknotens, bildet ein sog. Dauermyce-lium, das Sclerotium, welches vom Boggen (Seeale cereale) gesammelt als Mutterkorn officinell ist.
Das Mutterkorn vom Roggen hat nach völliger Ausbildung eine rundlich-dreikantige Form, ist 2—3 cm lang, einige mm dick, nach beiden Enden hin dünner, auf einer oder zwei Seiten mit einer Längenfurche versehen, mehr oder minder gekrümmt, aussen grau oder purpurschwarz, ein wenig bereift, innen weiß, dicht, am Bande etwas lilafarbig, im frischen Zustande weich und etwas biegsam, getrocknet spröde und zerbrechlich. Das Pulver ist schmutzig-grau und hat einen unangenehmen Geruch. Der Geschmack ist widerlich, schwach bitter und süß.
Man sammelt es alljährlich vor der Beife des Boggens oder nach dem Ausdreschen desselben, trocknet es vollkommen und bewahrt es in gut verschlossenen Gläsern oder Blechbüchsen.
Bestndtle. Sclerotinsäure und Scleromucin (wahrscheinlich die wirksamen Bestandteile, in Wasserlöslich), Mykose (Zuckerart), die Alkaloide Ergotin, Ecbolin, Ergotinin und Picrosclerotin (die beiden letzten sehr giftig), fettes Oel (bis350/0), Farbstofte, Methylamin und Trimethylamin (wahrscheinlich nur als Zersetzungsprodukte).
A n w. Als Pulver und Infusum.
Ex tract um Seealis cornuti. Seeale cornutum, 10 Teile, werden mit Aqua, 20 Teilen, zweimal G Stunden lang maceriert. Die gewonnenen Flüssigkeiten werden gemischt, Arnold, Fliarmakognosle etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;\
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kollert auf 5 Teile abgedampft und mit Spiritus, 5 Teilen, drei Tage lang unter häutigem Uinsdiütteln bei Sdte gestellt; hierauf wird filtriert und zu einem dicken Extrakte abgedampft. Dieses Extrakt wird zweimal kurze Zeit mit dem gleichen Gewichte Spiritus Übergossen und der bleibende Rückstand wiederum zu einem dicken Extrakte abgedampft.
* Fungus Laricis.
Boletus Laricis. Agaricus albus. Lärchenschwamm.
Polyporus officinalis. Fungi, Hymenomycetes. Im südlichen und mittleren Europa an alten Lärchenbäumen vorkommender Hutpilz. Der Hut ist ungestielt, von verschiedener Grosso und Gestall, cylindrisch oder konisch. Die Rinde des trockenen Schwamms ist bräunlich. Sie wird entfernt. Die innere Masse 'ist leicht, locker, faserig, zähe, vielporig, weiß oder gelblich. Der Geruch mehlartig, der Geschmack erst süßlich, dann bitter und scharf. Bestndtle. Harze (bis 75Vo). Agaricussäure (bis 180/o), unbekannte
Bitters tofte. A n w. Als Pulver, selten. Als Volksmittel zu Lebensesseuzen. (S. 8).
Fungus igniarius.
Boletus igniarius. Agaricus Chirurgorum. Feuer-
s c h w a m m. Polyporm fomcntar'ms. Fungi, Hymcmmycctes. An Laubhölzern, namentlich Buchenstämmen wachsender ungostielter Hutpilz, aus welchem nur eine bestimmte, allein-brauchbarc Schicht als zusammenhängender Lappen herausge­schnitten, angefeuchtet und mit hölzernen Hämmern weich und zur nötigen Dünne ausgeklopft wird. Man erhält so zusam­menhängende, weiche und lockere Lappen von schön brauner Farbe, welche unter dem Mikroskope nur fadenförmige Zellen erkennen lassen.
P r ü f. Er muls rasch das doppelte Gewicht Wasser aufsaugen. Prefst man dasselbe aus und dampft ab, so darf nur ein geringer Rückstand bleiben, sonst ist der Schwamm Imprägniert und nicht als Wund­schwamm verwendbar. Namentlich wird Salpeter zum Imprägnieren verwendet, was sich schon durch das Funkensprühen des entzündeten Schwammes erkennen läfst. A n w. Aeulserlich zum Blutstillen.
Carrageen.
Liehen Garagaheen, Irländisches Moos, Perlmoos.
Knorpeltang. Chmdrus [Sphncrocorcus) crispus und GigarUna mammillosa (Sphneroecxs mammillosus). Algae, Floriäeae. Seealgen, an den Küsten Irlands und Nordamerikas, vom Sturin ans Land geworfen und dort gesammelt.
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3
Lavibartigcs Trieblagcr, nicht über Handgrösse, in schmä­lere oder breitere Lappen geteilt.
Frisch sind diese Algen violettrot oder dunkelgrün und gallertig fleischig. Gewaschen und an der Sonne getrocknet und gebleicht sind sie hellgelb, durchscheinend hornartig und bilden die Handelsware, welche einen faden, schleimigen Ge­schmack und Seegoruch besitzt. Mit 30 Teilen Wasser Über­gossen werden sie wieder gallertig und geben beim Kochen damit einen fadschmeckenden nach dem Erkalten ziemlich dicken Schleim, welcher durch Jod nicht gebläut wird.
Bestndtle. Schleim und etwa 16% Mineralstoffe. A n w. Als Abkochung oder Gelatine.
Gelatina Carrageen wird durch Abdampfen des Schleimes unter Zuckerzusatz erhalten.
Liehen Islandicus. Isländisches Moos.
Cetraria Islandica. Lichmes.
Eine fast in ganz Europa, besonders auf Gebirgen vorkommende
Flechte. Sie wächst auf der Erde und bildet kleine Piasen. Das Lager ist wiederholt gabelästig oder unregelmäßig, feiner oder gröber zerschlitzt, etwas kraus, kurz und borstig steif bewimpert, mit aufsteigenden Spitzen. Die Oberfläche des Lagers ist kahl, flach grubig vertieft, grünlich, grau oder braun, die Unterfläche kahl, grauweiß, nach der Spitze zu bräunlich. An der Basis finden sich zuweilen blutrote Flecken. Früchte zeigen sich ge­meiniglich in Gestalt rundlicher, brauner Scheiben am Ende der Thallusblätter. Im getrockneten Zustande ist die Flechte spröde, feucht dagegen lederartig, zähe. Sie hat einen eigentümlichen, schwachen Geruch, schmeckt schleimig bitter. Im Wasser quillt sie auf, wird beim Kochen damit gallertartig und gibt eine beim Erkalten gelatinierende Flüssigkeit. Bestndtle. Lichenin (Flechtenstärke), Cetrarsäure (Bitterstoff), Licho-
sterinsäure. A n w. Als Abkochimg oder Gelatine.
Gelatina Liehen is Islandici wird durch Abdampfen des Schleiines unter Zuckerzusatz erhalten.
Laminaria. L amin ar ia s t i e 1 e. Laminaria Cloustoni. (Riementmg). Algae. Fucoideae. Ein in allen Meeren an Felsen wachsende Alge, deren Lager die Form eines großen, bandförmig geteilten Blattes hat, welches an 1—2 m langem Stiele endigt. Die getrockneten Stiele kommen in den Handel als mehrere cm lange, bis 1 cm. dicke, längsrunzelige Cylinder, hornartig, längsrunzelig, dunkelbraun, im Inneren unter einer schwarzbraunen Außen-
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Schicht hellfarbig, aussen mit weißlichen Seesalzkryställchen befleckt. Das innere Gewebe darf nicht hohl sein, die Stiele quellen im Wasser nach mehreren Stunden auf das 4 bis G lache auf. Bestndtie. Schleim und Mincralstoffe.
A n w. Statt des Pcelssdiwammes zur Erweiterung von Oeffnungen. Meist worden hiezu die aus Laminaria gedrechselten Sonden und Bougies verwendet.
II. Drogen aus der Abteilung der Gefässpflanzen.
A. Stoffe ohne organische Struktur.
1. Gummiarten.
Gummi arabicum.
Gummi Mimosae, Arabisches Gummi.
Acacia tortüis, A. arabica, A. gummifera, A. Senegal {A. Vcr-
eclö) und andere Acaciaarkn. Mmoseae XVIII.
Bäume Egyptens, Guineas und Senegambiens, welche aus
Rissen der Piinde das Gummi austreten lassen, das dann an
der Sonne zu rundlichen Klumpen eintrocknet. Die fälschliche
Bezeichnung arabisches Gummi rührt davon her, dass früher
afrikanisches Gummi in grösscrer Menge erst über arabische
Hilfen nach dem Abendlande befördert wurde.
Es bildet unregelmäßige, aussen unebene, durchsichtige, spröde, glänzende Stücke von der Größe einer Erbse bis zu der einer kleinen Wallnuß, die eine weiße, gelbe oder braune Farbe, keinen Geruch, einen faden, schleimigen Geschmack und auf der Oberfläche viele kleine Risse haben. Der Bruch ist fast muschelig, glasglänzend, meist irisierend. Es ist in Wasser vollständig zu einem, klaren Schleime löslich, welcher selbst in großer Verdünnung noch durch Bleiessig getrübt wird, un­löslich in Alkohol. P r ü f. Die geringeren Gummisorten besitzen eine gelbe, braune bis rotbraune Färbung und vielfache Verunreinigung durch Rindenstiieke. Durch Auslesen erhält man Gummi arabicum albissimum, album, ordinarium etc. Das beste (officinelle) arabische Gummi ist das ost­afrikanische, nach seinem Ausfuhrortc Kordofangummi genannt, ge­ringere ostafrikanische Sorten sind das Sennaar-, Gedda-, Embavi-, Jesire-Gummi etc. Das westafrikanische oder Senegalgummi ist von geringerer Güte wie das ostafrikanische, weniger spröde, glanzlos, nicht irisierend, in Wasser zu einem mehr gallertartigen Schleime löslich. Dem Senegalgummi ist das westafrikanische Galam- und Salabreda-gumrai ähnlich. — Das ostindischc Gummi von Feronia elephanthum Auranti aceae, XVIII. 0. ist dem arabischen sehr ähnlich; es unter-
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.scheidet sich von demselben dadurch, dal's seine wässrige Lösinifr durch Bleiacetiitlösung getrübt wird. — Australisches Gummi von Acacia pycnantha hat etwas siilslichen Gesclnnack, bräunlich, verhält sich sonst wie arabisches Gummi. — Das in Europa gesammelte Kirschgummi ist weicher und in Wasser nur teilweise löslich.
Bestndtle. Arabin, gröfstenteils an Calcium, ferner an Kalium und und Magnesium gebunden. 12—16 7o Feuchtigkeit.
A n w. In der Tierheilkunde können die billigen Gummisorten ange­wendet werden. Es dient namentlich gelöst als einhüllendes Mittel, ferner als Bindemittel bei Emulsionen, läfst sich aber in den meisten Fällen durch Althaeapulver und andere schleimige Körper ersetzen.
Mucilago Gummi arabici.
Mucilago Gummi Mimosac. Gummischleim.
Gummi arabicum, 1 Teil, werde in 2 Teilen Wasser gelöst und hier­auf kollert.
Tragacantha. Gu mmi Tragacautha. Tragant.
Astragalus ascendens, A. leioclados, A. oerus, A. yurnmifer mul viele an­dere Ästragalmarten. Papilionaeeae. XVII. 3.
Kleine Sträuche Vorderasiens, aus denen nach dem Anschneiden der Tragant ausfiiefst und erhärtet.
Schmutzig weifse, kornartig durchscheinende, platte oder gedrehte, zähe, schwer zu pulverisierende Stücke, geruch- und geschmacklos, quelleu mit Wasser auf und geben damit eine dicke Gallerte (1 : 50). B e s t n d 11 e. Schleim (Bassorin), Arabin, Stärke. A n w. Zu Schleim , ferner als Bindemittel zu Pillen, Emulsionen etc. Zu Unguent. Glycerini.
2. Zuckerartige Stoffe.
Saccharum. Weißer Zucker.
Sacchanim officinanm. Gmmineae III. 2. Ost- und Westindien.
Bdu vitlgaris. Chmqpodiaceae. V. 2. Europa.
Die Säfte dieser Pflanzen werden mit Kalkmilch aufge­kocht, wodurch die neben Zucker noch vorhandenen Eiweiß-stofi'e gerinnen, die freien organischen Säuren gebunden, die Farbstoffe, Eisen- und Magnesiumsalze Zinn Teil gefällt werden. Aus dem so geläuterten Safte wird der als Calciumsaccharat in Lösung vorhandene Kalk durch Kohlendioxyd gefällt, dann zur weiteren Entfernung von Farbstoffen der Saft durch Tier­kohle filtriert und in Vaccuumpfannen zur Krystallisation abge­dampft. Hiebei scheidet sich der Saft in einen krystallisieren-den Teil (Rohzucker, Moskowade) und in einen nicht krystalli-sierenden braunen Syrup (Melasse). Der Rohzucker wird in den Zuckerraffinerien durch nochmaliges Auflösen und Entfärben gereinigt und kommt dann in folgenden Sorten in den Handel, a. Raffinade, Saccharum albissimum, erstes Kry-
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slallisationsprodukt, in Hutform, ist sehr hart und meist zur Erhöhung der weißen Farbe mit etwas Ultramarin versetzt.
b.nbsp; nbsp;Melis, Saccharum album, zweites Krystallisations-produkt, ebenfalls in Hutform, weniger hart wie Raffinade.
c.nbsp; nbsp;Lumpenzucker, wird aus der Mutterlauge des Melis in gelbweißen Klumpen erhalten.
d.nbsp; nbsp;Far in, wird aus der Mutterlauge des Lumpenzuckers in krystallinischen, halbfeuchten, branngelben bis bräunlichen Massen gewonnen.
P r ü f. Mit der halben Gewichtsmenge Wasser inul's Zucker olme jeden Rückstand einen färb- und geruchlosen, rein süfsschmeckeuden Syrup geben, der sich in allen Verhältnissen mit Alkohol klar mischen läfst. (Dextrin würde gefällt). Zuckerlösuugen dürfen Lackmuspapier nicht verändern, ferner mit Barnim- oder Silbernitrat nur eine ganz schwache Trübung geben; Mutterlauge enthaltender Kübenzucker würde infolge des Gehaltes an Sulfaten und Chloriden Trübung geben.
A nw. Als Vehikel für andere Arzneistoft'e und zu Syrupen. Der braungebrannte Zucker gibt mit Wasser eine stark tangierte Flüssig­keit , welche zum Färben von Rum, Cognac und anderen Getränken benutzt wird.
Syrupus simplex. Saccharum album, 60 Teile, löse in Aqua, 40 Teilen.
*Syrupus communis. Syrupus h o 11 a n d i c u s, Gemeiner Syrup. Der bei der Raffinierung des Rohrzuckers erhaltene flüssige Rückstand, welcher noch bedeutende Mengen krystallisierbaren Zuckers enthält, welche jedoch durch die vorhandenen anorganischen Salze (Kaliuraverbindungeuj am Krystal-lisieren verhindert werden. Eine dunkelbraune, etwas schillernde, dicke Flüssigkeit, von eigentümlichem Gerüche und süfsem, etwas reizendem Geschmacke. Er mufs sich klar in Wasser lösen. Der Runkelrübensyrup schmeckt widerlich salzig und ist nicht zu gebrauchen.
Manna. Manna. Fraxinus Ormis. Oleaceae. II. 1.
Ein kleiner Baum im südlichen Europa, welcher in Sizi­lien in eigenen Pflanzungen kultiviert wird. Im Sommer und Herbste macht man täglich in den Stamm Einschnitte, aus denen dann der Saft quillt und eintrocknet. Die jüngeren Stämme, sowie die höher gelegenen Einschnitte älterer Stämme liefern die Röhrenmanna, die aus den unteren Einschnitten, ferner die im Herbste gewonnene Manna ist die gemeine Manna. Im Spätherbst sammelt man die fette Manna.
Die Röhren-Manna (Manna cannellata) stellt ge-rundet-dreikantige oder flachrinnenförmige krystallinische Stücke von blaßgelblicher, innen weißer Farbe und süßem Geschmack dar.
Die Manna in Klumpen (Manna communis seu Geracina) besteht aus Körnern und Stücken von oben erwähnter
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Beschaffenheit, welche durch eine weiche, bräunliche, nicht minder süß, aber zugleich etwas kratzend schmeckende Masse zusammengeklebt sind.
Die fette Manna (Manna pinguis seu de Puglia) bildet eine weiche, schmierige Masse von bräunlicher Farbe, oft schon gährend und mit Rindenstücken etc. verunreinigt. Sie werde nicht angewendet. P r ii f. Manna sei in Wasser vollständig, in der 20fachen Menge Wein­geist gröl'stenteils löslich; aus letzterer Lösung krystallisiert Beim Erkalten der Mannit in seidengländenden Prismen aus. Sie enthalte nicht über'lO0/,, Feuchtigkeit. Bestndtle. Mannit (82% in der Röhrenmanua, bis 37, 5% in den anderen Sorten), Zucker, Gummi, Fraxin (fluorescierender Körper).
3. Extrakte.
Aus Pflanzensäften oder wässerigen Pflanzenabkochungen durch Eintrocknen erhalten.
Alo6. Aloe.
Aloe ferox, Ä. spkata, Ä. Limjua, A. mlgaris und andere Arten.
Lilinceae. VI. 1.
Kraut- und strauchartige Pflanzen, welche vorzüglich im südlichen Afrika heimisch sind, aber auch in Ost- und West-Indien, in Arabien, Syrien und Griechenland vorkommen und deren freiwillig aus den abgeschnittenen Blättern fließender Saft zur Gewinnung der Aloe eingekocht wird.
Alle Aloesorten besitzen einen eigentümlichen, starken und widrig bitteren Geschmack und einen speeifischen mit Myrrhen und Safran zu vergleichenden Geruch, starker Alkohol oder kochendes Wasser löst sie vollständig auf; aus letzterem scheidet sich beim Erkalten .eine amorphe-harzartige Verbindung aus.
A. Durchscheinende, glänzende Aloesorten. Aloes
lucidae.
Aloe Capensis, glänzende Aloe, Kapaloe, vom Kap der guten Hoffnung, ist die officinelle Sorte. Schwarz­braune Massen, ins Grünliche schillernd, grünbestäubt, leicht brechend in breitmuschelige, glasglänzende Stücke und scharf­kantige Splitter, die an den Kanten mit gelbbrauner Farbe durchsichtig sind und ein citronengelbes Pulver geben. Unter dem Mikroskope erscheint die Kapaloe amorph; bringt man eine kleine Menge mit einem Tropfen Wasser unter dasselbe, so zerfällt die Probe emulsionsartig zu Tropfen ohne jede Krystallisation.
Aloe Socotorina, nach den Verschiffungsorten auch ostindische, Bombay-, Zanzibar-Aloe bezeichnet, von der Insel
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Socotora und der Ostküsto Afrikas, früher sein- geschätzt, jetzt nur noch selten in den Handel kommend, besitzt eine schön braunrote Farbe und gibt ein mehr rotgelbes Pulver. Sie zeigt unter dein Mikroskope zahlreiche Kryställchen.
B. Undurchscheinendo, leberfarbige Aloesorten. Aloes hepaticae. Dieselben sind dunkel-leberbraun bis schwarz, auf dem Bruche undurchsichtig, gepulvert goldgelb bis schokoladebraun; unter dem Mikroskope mit Wasser befeuchtet zeigen sie zahl­reiche Kryställchen. Man unterscheidet im Handel Bombay-, Zanzibar-, Curacao- und Bardos-Aloe.
C. Aloesorten, durch Auskochen der bereits zur Aloegewinnung gebrauchten Blätter erhalten. Dieselben sind undurchsichtig, schwärzlich und stark mit Sand etc. verunreinigt. Dieselben kommen kaum mehr in den Handel und wurde namentlich Mokkaaloe und Aloe caballina unterschieden.
Prüf. Backt ausgetrocknete, gepulverte Aloö im Wasserbad unter Dunkelung der Farbe zusammen, so sind fremde harzartige Körper beigemengt. — Bildet die weingeistige Lösung beim Stehen einen Bodensatz, so sind gummiartige Körper beigemengt.
Bestndtle. .Aloebitter (Aloin, bis zu 60%) in der Kap-Aloe in amorphen , in den anderen Aloesorten zum gröfsten Teil in krystalli-nischem Zustande enthalten, Harz (bis 35%), löslich in Weingeist sowie in einer heifsen wässrigen Lösung des Aloebitter, beim Erkalten sich gröfsteuteils wieder abscheidend. — Der Geruch der Aloe ist durch eine äufserst geringe Menge ätherischen Oels bedingt.
Anw. Innerlich und äufserlich, namentlich in folgenden Formen.
Extractum Aloes. 1 Teil Aloii wird in 5 Teilen siedendem Wasser gelöst, die erkaltete Lösung nach 2 Tagen vom ausgeschiedenen Harze abkoliert und zur Trockne verdampft. Gelbbraune, in Wasser trübe, lösliche Masse. Aus­beute 50%.
Tinctura Aloes. Aloe lueida, 1 Teil, Spiritus vini rectificatissimus, 5 Teile, löse und filtriere. Eine bräunliche klare Flüssigkeit.
Tinctura Aloes com posit a. Elixir ad lougamvitam. Zusammengesetzte Aloctinktur. Aloe lueida, 6 Teile, Radix Rhei,
„ Gentianae, Rhizoma Zedoariae, Crocus, je 1 Teil, werden mit Spiritus dilutus, 200 Teilen, maecriert und filtriert.
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Ein rotbraune, bittere Tinkturj mit Wasser in jedem Verhältnisse ohne Trübung mischbar.
*Compound Tincture of Aloes der englischen Tierärzte. Aloe, 4 Teile, Myrrha, 2 Teile, Spiritus, 40 Teile, Aqua, 20 Teile, werden maceriert und filtriert.
*Electuariuni laxativum. Electuarium simplex, einfache Latwerge. Natrium sulfuncum pulveratum, 350 lt;j, Aloe lucida, 30 y, Kadix Althaeae pulverata,
„ Liquiritiae pulverata, je 50 lt;j, Aqua communis, so viel wie nötig ist, dafs das Gemenge zur Latwerge gemacht werden kann.
*Pilulae laxativae. Pilulae aloeticae, Laxierpillen, Phissicks der Engländer. Aloes barbadensis, 4 Teile, Sapo viridis, 1 Teil. Die gepulverte Aloe wird mit der Seife in einem Mörser zu Masse angestossen, woraus die Pille geformt wird.
*Massa pilularum laxativarum. Aloe barbadensis, 50 Teile, Aqua commuuis, 5 Teile, Sapo viridis, 15 Teile. Die gepulverte Aloe wird mit dem Wasser in einem Wasserbade zu einer gleichförmigen Masse geschmolzen, darauf die Seife hinzugefügt. Man erhält die Mischung bis zur vollständigen Vereinigung der Substanzen in der Wärme, giefst sie darauf in Töpfe aus, in welchen sie aufbewahrt weiden kann. Man formiert daraus, dem Gebrauch ent­sprechend, eine Quantität Pillen von 25—40 y ä Stück.
Balsa mum vulnerarium. Siehe „Asa foetidaquot;.
Catechu. Terra Japonica.
Ein in Indien bereites Extrakt von schwachem Gerüche, zusammen­ziehendem, bitterlichem, zuletzt süfslichem Geschmackc, undurchsichtig, braun bis schwarzbraun. Man unterscheidet folgende Sorten:
Gamb ir-Cate chu. Gambir. Von Uncaria Gambir. Rubiaceae. V. 1. Ein Kletterstrauch Hinterindiens. Die Blätter werden ausgekocht, der Auszug verdampft, der gallertartige Eückstand in Würfel bis 3 cem Gröfse zerschnitten und getrocknet. Gambir ist meist leichter als Wasser, matt dunkelbraun, auf dein Bruche matt erdfarbig, in Glycerin unter dem Mikroskope erscheint es als ein Haufwerk kleinster Krystall-nadeln. (Cateehin).
Pegu-Catechu sen Catechu nigrum. Von Acacia Ca­techu und A. Sum a, Mimoseae. XVI. Bäume Ostindiens, deren Kernholz zur Bereitung des Extraktes dient. Kommt in grolsen Blättern ver­packt in den Handel. Bildet unförmliche, oft mit Blättern durchsetzte, dun­kelbraune spröde Massen, auf dem Bruche gleichförmig, grofsmuschelig, glänzend; mit Glycerin angerieben enveist es sich unter dem Mikroskope ebenfalls mehr oder minder krystallinisch.
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Pahnencatechu von Areca Catechu. PalmaeXXI. Eine ostindische Palme, deren Samen (die sog. Areka- oder Betelniisse) zur Ge­winnung des Extraktes dienen. Pahnencatechu bildet scheibenförmige, Hache mit Reifspelzen bestreute Kuchen, welche auf dem Bruche glänzend schwarzbraun sind. Dieses Präparat findet sich nur in indischen Bazars zum Betelkauen, nicht aber im Grolshaudel u. ist eigentlich nicht als Ca­techu zu bezeichnen, da die Arekasamen kein Catechin enthalten. Prüf. In siedendem Weingeist löse es sich zu 85quot;/o auf; das mit der lOfachen Menge verdünnte Filtrat, werde durch Eisenchlorid grün, nicht schwarz gefällt. Siedendes Wasser löse mehr als 85ü/u, beim Verbrennen hinterlasse es nicht mehr als ti0/,, Asche. Bestndtie. Catechin (Catechusäure) und Catechugerbsäure, etwas
Quercetin. Anw. Namentlich als Streupulver gegen Blutungen.
*Kino. Gummi Gambiense. Gummi rubrum. Pterocarpus Marsivpium. Papüionaceae. XVII. 3.
Mächtige Bäume am Hymalaya und namentlich auf Malabar, aus deren verwundeter Rinde Saft austritt, welcher ohne Anwendung von Wärme bald erhärtet.
Unregelmäfsig vieleckige, schwarzrote, durchscheinende, geruchlose Körner von adstringierendem Gesclnnacke, welche sich leicht zu einem braunroten Pulver zerreiben lassen. In kaltem Wasser quellen sie auf und färben dasselbe schwach rot, in heifsem lösen sie sich besser zu einer beim Erkalten sich trübenden Flüssigkeit, und in Alkohol vollständig mit dunkelroter Farbe.
Bestndtie. Kinogerbsäure (bis 750/ü)j Kinorot und etwas Brcnzca-
techin. Anw. Acufserlich zum Einstreuen, für sich oder mit Bleizucker.
Succus Liquiritiae.
Succus Liquiritiae crudum. Süßholzsaft. Lakriz.
Olycyrrhisa ylabm. Papüionaceae. XVII. 8.
Ein Extrakt, welches in Spanien, Kleinasien, Süditalien und Griechenland aus der frischen Wurzel bereitet wird. Es kommt in etwa 15 cm langen und 2 cm dicken, schwarzen oder schwarzbraunen, gewöhnlich mit einem Stempel versehenen, außen mehr oder minder glänzenden Stangen zn uns, welche öfters in Lorbeerblätter eingehüllt sind. In der Kälte ist es so spröde, daß es sich zerbrechen läßt, in der Wärme zähe und biegsam, von schwachem, etwas brenzlichem Gerüche und süßem Geschmacke.
Prüf. In Deutschland ist die italienische Ware die geschätzteste. Der französische Lakriz, in 10 cm langen, 1 cm dicken, minder süfsen Stangen enthält Weizenmehl, der englische Lakriz, in langen Stängel-chen von 5 inm Durchmesser enthält Kartoffelstärke. Hinterläfst Lakriz beim Behandeln mit kaltem Wasser weniger als 15 0/0, so ist wahrscheinlich Zucker beigemengt, beträgt der Rückstand mehr als 25 quot;/'o, so liegt ein zu grofser Zusatz fremder Körper vor, worüber das Mikroskop Aufschlufs gibt, unter welchem namentlich keine Stärke­körner sich erkennen lassen sollen, der Wassergehalt darf 17 quot;Z,,, der Aschengehalt 6 '/„ nicht überschreiten.
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Bestndtle. Glycyrrhizin (ein Glykosid, bis 10%), Zucker (bis IG %), Gummi, Farbstoff, Schleim. . Anw. Als verbessernder Zusatz zu Arzneien bei kleineren Tieren.
Durch Ausziehen mit kaltem Wasser und Eindicken des Auszuges erhält man den Succus Liquiritiae depuratus.
Extractum Ligni Campechiani. Campecheholz extr ak t. Haematoxylon Cämpechianum. Caeslpineae. X. Bäume Centralafrika's, deren Holz ausgekocht und die Abkochung eingedickt wird.
Rötlichbraune, spröde Masse, auf dem Bruche glänzend, süCslich, hinterher herbe und bitter schmeckend, mit Wasser eine trübe rötlich braune Lösung gebend. Bestndtle. Gerbstoff'und Farbstoff.
Anw. Bei Entzündungen im allgemeinen, mit günstigem Erfolge bei angehenden Sehnen-Entzündungen gebraucht. Es geniigen 50 bis 100 Gramm auf 1 Eimer Wasser. Das Extrakt wird gepulvert und in das warme Wasser eingerührt.
4, Milchsäfte.
Die Milchsäfte verschiedener Pflanzen zeigen nach dem Trocknen ein verschiedenes Verhalten. Man unterscheidet:
a.nbsp; Kautschukkörper, unlöslich in Alkohol n. Wasser, l'asl vollständig aus Kohlenwasserstoffen bestehend.
b.nbsp; Narkotische und scharfe Milchsäfte, sowohl in Wasser wie in Alkohol nur zum teil löslich, neben Gummi und Harz Alkaloide, Bitterstoffe oder indifferente Körper in größerer Menge enthaltend. Sie geben mit Wasser ver­rieben keine Emulsion.
c.nbsp; Gummiharze, fast nur aus Schleim oder Gummi und Harz bestehend, daher beim Verreiben mit Wasser eine Emulsion gebend. Sie bestehen aus einem in Wasser lös­lichen und in Weingeist unlöslichen Teil (Schleim oder Gummi) und aus einem in Weingeist löslichen und in Wasser unlös­lichen Teil (Harz). Außerdem enthalten sie ätherisches Oel oder drastische Stoffe. Mit Wasser zerrieben geben sie eine Emulsion. Ammoniacum, Asa foetida, Galbanum lassen sich nur in der Frostkälte pulverisieren, da sie beim Erwärmen zusammenballen.
a. Kautschiikkürper.
Kautschuk. Gummi elasticum, Eesina elastica. Federharz. iSiphonia elastica (Hehea elastica). Euphorbiaceae XXI. 11. Ein 15—18 m hoher Baum Brasiliens und Guianas.
ürceola elastica. Apocyneae V. 1. Ein bis 130 m langer Schlingstrauch der ostindischen Inseln.
Urostiyma elastica. Artocarpeae. XXI. 1. Ficus elastica. XXI. 3. Moreae.
Hohe Bäume Ostindiens.
Der durch Verwendung der genannten und vieler anderer Pflanzen der Artocarpeen, Urticineen und Euphorbiaceen ausfliefsende weifse Milch-
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salt, welcher entweder auf Lehmformen, auch Flaschen, alte Schuhe etc. gestrichen und über Feuer und im Bauch (Amerika) oder an der Luft (Ostindien) getrocknet wird, oder in Platten oder formlosen Blassen (Speck-giimmi) erhärtet vorkommt.
Er ist elastisch, graubraun, der Speckgnmmi ist immer weifs, löslich in Schwefelkohlenstofi', Benzol, Chloroform und Terpentinöl.
Bstndtle.: Kohlenstoff und Wasserstoff entsprechend der Formel
Mo x:lIti#9632;
Aim.: In der Chirurgie zu Instrumenten vieler Art. Hierzu eignet sich besonders das vulkanisierte Kautschuk, welches dadurch erhalten wird, dafs man Kautschuk mit Schwefel (2—3 pCt.) verbindet. Es erhält dadurch die Eigenschaft in der Wärme und Kälte gleich elastisch zu bleiben, wird aber mit der Zeit beim Gebrauch spröde. Durch größeren Zusatz von Schwefel wird es hornartig (Ebonit, Vulkanit).
Gutta-Percha. IHchopm Gutta {Isoitandra GuttaJ. Sapotaceae. XI. 1.
Sowie viele andere Bäume der Sapotaceen auf Malakka und Sumatra.
Der durch Verwundung der Bäume gewonnene, an der Luft getrocknete Milchsaft bildet eine lederartige, etwas elastische, aussen braune, innen weißliche, faserig-blätterige, mit Rinden und Holzstücken verunreinigte Masse, löslich in Chloroform, Benzol, Schwefelkohlenstoff und Terpentinöl. Wird gegen 1000 (in heiüem Wasser) weich und plastisch und nimmt beim Erkalten unter Beibehaltung der gegebenen Form die Härte wieder an.
Bstndtle: Kohlenstoff und AVasserstoff entsprechend der Formel C,,,!!^
A n w.: Zu verschiedenen chirurgischen Instrumenten und Kitten.
Guttaperchapapier (Krankeuleder, Percha lainellata).
Wird erhalten, indem man die durch Umschmclzungen unter heifsem Wasser gereinigte Masse papierdünn auswalzt. Das Guttaperchapapier sei rotbraun, durchscheinend, sehr elastisch und nicht klebend.
Gutta Percha depurata. Bildet gelblich weilse Massen, gewöhnlich in Stengelchen. Sie wird leicht spröde und soll deswegen unter Wasser aufbewahrt werden.
raquo;Defay's Hufkitt. Gutta Percha, 2 Teile, Gummi Ammouiacum, 1 Teil, werden über gelindem Feuer unter fortwährendem Durchkneten zusammengeschmolzen und warm in die schadhaften Stellen des Hufes gestrichen. Die Masse läfst sich lauge aufbewahren und kann beim Gebrauch bei gelinder Wärme wieder flüssig gemacht werden.
b. Narkotische und scharfe Jlilclisiifte.
Opium. Laudanum. Meconium. Pupuvry somniferum. Papaveraceae. XIII. 1. Das Opium wird in Kleinasien, Persien, Arabien, Aegyplen und China gewonnen, indem man die unreifen Samenkapseln
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des Mohns, sobald sie zollang geworden sind, der Quere nach anritzt, den ausquellenden Milchsaft, nachdem er etwas erhärtet ist, sammelt, an der Luft trocknen läßt und dann die Klümp-chen zu Kuchen zusammendrückt.
Es bildet eine undurchsichtige, braune, anfangs weiche, völlig lufttrockene aber spröde Masse von charakteristischem Gerüche und scharf bitterem, brennendem Geschmack. Es ist in Wasser und Alkohol nur zum teil, mit saurer Reaktion löslich. Kleinasiatisches oder Smyrnaer Opium ist die beste (morphiumreichste) Sorte.
Dasselbe bildet etwas flache Erode von 50 bis 800 g Gewicht, welche dicht in Mohnblätter eingehüllt sind; die Mohn­blätter sind meist mit lose haftenden Rumexfrüchton bestreut. Auf dem grobkörnig unregelmäßigen Bruche treten einzelne, etwas hellere Körnchen, sog. Thronen, hervor. (Thränenopium). Aegyptisches oder thebaisches Opium kommt in ähnlichen Kuchen wie das kleinasiatische auf den Markt, die ein­hüllenden Mohnblätter sind aber niemals mit Rumoxfrüchten bestreut.
Andere Opiumsorten kommen kaum in den europäi­schen Handel, da sie im eigenen Lande verbraucht werden und unterscheiden sich schon durch die abweichende Form und Umhüllung. P x ü f.: Das offizinelle kleiiiiisiiitische Opium ist schon durch das Vorhan­densein der „Thräucu,quot; sowie der Eumexfrüchte leicht zu erkennen. — Geringere Qualitäten, durch Beimischung des Extraktes der ausgekochten Mohnkapseln #9632; hergestellt, riechen schwächer und zeigen keine Thränen. Kocht man etwas Opium mit der 10 fachen Wassermenge, so darf der Auszug nicht zu schleimig und durchaus nicht kleistrig sein, was die Gegenwart von Stärke, Weizenmehl, Salep oder Kirschgummi an­zeigen würde. — Opium enthält keine Stärkekörner, sodass sich also
Beimischung von Stärke leicht durch Mikroskop erkennen lässt.__
Wird die oben erwähnte Abkochung nach dem Filtrieren mit der fünffachen Wassermenge verdünnt, so muss sie die Farbe von Weifs­wein besitzen ; braune Färbung deutet auf Zusatz von Lakriz, Schöll­krautsaft etc. hin. — Der Rückstand der wässrigen Auskochung auf einem Filter gesammelt und bei 1000 getrocknet, darf nicht mehr wie 450/0 betragen. — Am sichersten überzeugt man sich von der Güte des Opiums durch die Bestimmung des Morphiumgehaltes. Opium, welches so trocken ist; dass es sich zu Pul ver verreiben läfst, darf nicht weniger wie 10% Morphium liefern. 8 g gepulvertes Opium werden mit ISO r/ Wasser gemischt, öfters durchschüttelt und nach einem halben Tag filtriert. 42,5 g (oder 40 Cc) des Filtrats werden mit 12 # Weingeist, 10 a Aether und 1 g Aetzammoniak versetzt und nach 12 Stunden das abgeschiedene Mor­phium auf einem gewogenen Filter gesammelt. Nachdem die Mor-phinmkrystallc mit einem Gemische von gleichen Teilen Alkohol, Aether und Wasser zweimal gewaschen sind, werda das Filter bei ICO*/ getrocknet und gewogen. Das Gewicht des erhaltenen Mor­phiums muss (da es aus 4 g Opium gewonnen ist) 0,4 o betragen. Diese Methode gründet sich darauf, dass durch Wasser (Icm Opium
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alles MorpMnm (jeclenfiills als Sulfat) entzogen werden kann und dafs durch Ammoniak aus der wässrigen Lösung das freie, in verdünntem Alkohol, Aether und Wasser unlösliche Morphium abgeschieden wird. Der Aetherzusatz bewirkt zugleich die Auflösung etwa vorhandenen Xarkotins.
Bestndtle. Bis zu Vi des Gewichts kann Opium aus Alkaloiden be­stehen, die übrigen 3/4 bestehen aus Mekonin (indifferenter Körper), Kautschuk, Wachs, Schleim, Eiweifs, Farbstoff und anorganischen Substanzen. Der Aschengehalt des Opiums beträgt G—8%. Im Opium fehlen durchweg Stärkemehl und Gerbstoff. Man kennt im Opium gegen 20 Alkaloide, welche an Schwefelsäure und Mcconsäure gebunden. Die bekanntesten sind: Morphin (im Smyruaer Opium #9632;lO_i4 raquo;Z,,, im ägyptischen 6—80/0), Narkotin (4—8%); die anderen Alkaloide finden sich höchstens bis zu 1 % vor, so das Codamin, Co-dei'n, Cryptopin, Codanin, Gnoscopin, Hydrocotarnin, Lanthopin, Lau-danin, Laudanosin, Meconidin, Narceiu, Oxymorphin, Papaverin, Pro-toj)in, llhoeadiu, Thebain.
A n w. Als Pulver, meist jedoch in folgenden Präparaten :
Extractum Opii. Durch Ausziehen des Opiums mit kaltem Wasser etc. bereitet. Es wird zur trockenen Masse eingedampft.
Tinctura Opii simplex. Opium pulveratum, 1 Teil, Spiritus dilutus, 5 Teile,
Aqua destillata, 5 Teile, werden maeeriert, ausgeprefst und filtriert. 100 g enthalten etwa 1 y Morphium.
Tinctura Opii crocata (Laudanum liquidum Sydenhami),
15 Teile Opium, 10 Teile Crocus, 2 Teile Caryophylli, 2 Teile
Cortex Ciuamoni Cassiae werden mit 150 Teilen Spiritus dilutus u.
150 Teilen Wasser maeeriert etc. 100 y enthalten etwa 1 g Morphium.
Pulvis Ipecacuauhae opiatus. (Pulvis Dowcri).
Opium, 1 Teil,
Rad. Ipecacuauhae, 1 Teil,
Saccharum Lactis, 8 Teile werden in gepulvertem Zustande gemischt. Früher wurde statt Sacch. Lactis Kalium sulfuricum zugesetzt.
^Lactucarium. Lacbuca virosa. Compositae. XIX. 1. Der aus der in Deutschland, England, Frankreich kultivierten, verwundeten, blühenden Pflanze ausfliefseude und an der Luft getrock­nete Milchsaft.
Gelbbraune, innen weifsliche Massen, bald gröfseren Bruchstücken einer Kugel ähnlich, bald kleinere, uuregelmäfsige Stücke darstellend. Läfst sich nur schwierig zerreiben, erweicht im Dampfbade ohne zu schmelzen (und ist hierauf leichter zu pulvern), und besitzt einen eigen­tümlichen, opiumartigen Geruch.
P r ü f. Es sei in keinem Lösungsmittel vollkommen löslich dem Wasser übergössen erweicht es; das klare Filtrat
mit sieden­wird in der Beim Ein-
Kälte trübe und beim Schütteln mit Jod nicht gefärbt, äschern hiüterläfst es nicht mehr wie 10% Kückstand. Nicht zu verwechseln mit Laktucarium ist das Extractum Lactucae der Fran­zosen (Thridacium, Thridace), ein dunkelbraunes Extrakt von Lactuca
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sativa, welches in Wasser völlig löslich ist und gegen 30deg;/laquo; Salze
beim Einäschern hintcrläfst. Bestndtlc. Lactueon (indifferenter Körper, wahrscheinlich indentisch
mit Euphorhon) bis zu 500/o, Lactucin (Bitterstoff), Lactucasäure,
Oxalsäure, Harz, Gummi, Kautschuk. A n w. In der Tierheilkunde nicht.
Euphorbium. Gummi-resina Euphorbium. Euphorbia rcsinifera. Euphorbiaceae. XXI. 1.
Eine kaktusarüge Pflanze Marrokkos. Der aus der ange­ritzten Pflanze ausfließende Milchsaft trocknet an der Pflanze ein.
Eine matt hell gelbliche, zerreibliche Masse, welche charakteristische Formen zeigt, die bald tropfenähnlich, bald körnig oder ästig, innen ausgehöhlt, oft noch mit einem Doppel­stachel versehen sind. Diese Formen rühren von den Pflanzen­teilen her, an welchen der Milchsaft erhärtet ist und welche sich in Gestalt Blütcnteilen, Früchten, Stacheln reichlich beige­mischt finden. Der Geschmack ist anhaltend brennend scharf, der Staub bewirkt heftiges Niesen.
Prüf. Euphorbium löst sich in keinem Lösungsmittel vollständig auf. Es sei nicht zu sehr mit Stacheln etc. vermischt und gebe mit Wasser keine Emulsion.
Bestndtle. Euphorhon (indifferenter Körper, etwa 20u/ii), Harz (3)SÜ/,) Gummi (180/„) äpfelsaure Salze (12u/,) anorganische Salze (10lt;,/o)-
A n w. Zu Emphistrnm Cantharidum pcrpetuum und Olcinn canthari-datnm compositum.
c. Oninmiliarze. Gutti. Gummi-resina Gutti. Gummigutt. Garcinia Morclla. XIII. 1. Chdtiferae. In Hintcrindien einheimischer Baum, aus dessen Rinden-Einschnitten fließender Milchsaft in Bambusröhren gesammelt wird. Es bildet bis 7 cm dicke, walzenförmige oder verbogene und zusammengeflossene Massen von pomeranzengelber Farbe, welche leicht in flachmuschelige, undurchsichtige Splitter zer­brechen. Es ist geruchlos, von schwachem, später brennendem Geschmacke, läßt sich zu einem schön zitronengelben Pulver verreiben und gibt mit. 2 Teilen Wasser eine schön gelbe Emul­sion, welche auf Zusatz von 1 Teil Aetzammoniak klar und feurigrot wird.
Prüf. Auf dem Bruchs löcheriges Gummi sowie krümlichcs und mit Saud etc. verunreinigtes ist zu verwerfen. — Schollen- oder Kucheu-gutti, formlose meist Holzstiickchen enthaltende Klumpen bildend, ist von geringerer Güte.
Bestndtle. Harz (800/„), Gummi.
Anw. Als Pulver zu Pillen, auch als Emulsion.
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Ammoniacum. Gummi-resina Ammonniacum. Threnm Ammoniacum. Vmhrlliferac V. 2.
Eine hoho Staude in den Wüsten Persians und Jerusalems, welche aus Einschnitten in den Stengel den Milchsaft austreten und erhärten läßt.
Lose; mehr oder minder zusammenhängende Körner (Ammo­niacum in Granis) oder aus solchen zusammen geflossenen Massen (Ammoniacum in massis) von bräunlicher Farbe, welche auf dem frischen Bruche von trübweißlicher Farbe sind. Geschmack unangenehm aromatisch scharf-bitter, namentlich beim Erwärmen eigentümlich. Liefert mit 3 Teilen Wasser eine weiße Emulsion. Prüf. Vom ähnlichen Galbiinum unterscheidet es sich durch den frisch inilchweil'sen Bruch und den Mangel einer Reaktion mit Salz­säure und Aetz-Ammoniak. — Ammoniacum in massis werde nur wenn kölnerreich und nicht mit Pflanzenresteu und Saud vermischt, angewendet. Bestncltle. Harz, Gummi, ätherisches Oel (bis 60/o)' A u w. Aufser zur Defayschen Hufmassc selten.
Galbanum. Gummi-resina Galbanum. Mutterharz. Ferula yalhanifera. Ferula rulncaidis. UmbeJliferae. V. 2.
Der meist freiwillig am Stengel und an der Blattbasis ausgetretene und erhärtete Milchsaft.
Lose oder zusammengeklebte Körner (Galbanum in granis) von bräunlicher oder gelblicher, oft etwas grüner Farbe, welche auf dem frischen Bruche nicht weißlich erscheint; oder es bildet braune leicht erweichende Massen, in welchen die Körner liegen (Galbanum in massis). Geruch kräftig aromatisch, mehr bitter wie scharf.
Prüf. Mit dem Sfachen Wasser übergosseu, fluoresciert es nach Zu­satz von 1 Tropfen Ammoniak mit bläulicher Farbe; mit Salzsäure übergosseu, färbt es dieselbe nach einiger Zeit schön rot. (ümbelli-feronreaktion, Unterschied von Ammoniacum.) — Nur körnerreiche Sorten und nicht mit Pflanzcnresten etc. vermischte Sorten werden angewendet.
B e s t u d 11 e. Harz, Gummi, ätherisches Oel (bis 7 %) gt; Umbelliferou (Oxycumarin).
Anw. Selten, wie Ammoniacum.
Asa foetida. Gummi-resina Asa foetida. Stinkasant,
Teufelsdreck.
Ferula Scorodosma und Ferula Narthex, TJmbellifcrae. V. 2.
Der aus der zum teil biosgelegten und angeschnittenen Wurzel ausfließende und von der Luft erhärtete Saft.
Entweder lose oder zusammengeklebte Körner (Asa foetida in granis) oder ansehnliche Klumpen aus brauner Grundmasse mit eingesprengten Körnern. (Asa foetida in massis).
Aussen grauviolett oder braun, auf dem Bruche frisch
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woiMlich, aber bald rötlichgclb, violett und zuletzt schmutzig-braun werdend. Geruch und Geschmack äußerst eigentümlich knoblauchartig. In wohlverschlossenon Gefäßen, getrennt von andern Medikamenten aufzubewahren.
Prüf. Braust Asant mit Salzsäure auf, so enthält er Calciumkar-bonat, färbt sich dabei die Salzsäure violett, so ist Galbanum zu­gegen. Beim Verbrennen hinterlasse er nicht über 10 V,, Asche. Bestudtle. Harz, Gummi, schwefelhaltiges ätherisches Oel (bis 6%),
Ferulasäure (Methylester der Dioxypheuylacrylsäure). Anw. Asa foetida macht einen Bestandteil vieler Magistralformelu und vieler unter dem Volke als Pferdepulver, Viehpulver u. s. w. gebrauchten Arzneimittel aus.
T i n c t u r a A s a e f o e t i d a e.
Asa foetida, 1 Teil, Spiritus, 5 Teile, digeriere und filtriere. Eine gelblich-braune Tinktur.
Balsamum vulnerarium, Wundbalsam.
Oleum Terbinthinae, 1 Teil, Tinctura Aloes,
„ Asae foetidae,
„ Myrrhae, je 2 Teile.
Myrrha. Gummi-resina Myrrha. Myrrhe. Balsamea Myrrha (Balsamodcndron Myrrha) Burseraceae. VIII. 1. Ein in Arabien einheimisches Bäumchen, dessen freiwillig aus der Rinde fließender und an der Luft, erhärteter Milchsaft die Myrrha bildet.
Körner oder löcherige Massen von gelblicher, rötlicher oder brauner, innen oft stellenweise weißer Farbe, oberflächlich bestäubt, nach dem Abwischen wachsglänzend. Die kleinen Stücke sind durchscheinend. Der Geruch ist eigentümlich bal­samisch, Aev Geschmack bitter, gewürzhaft, mit Wasser ver­rieben gibt die Myrrha eine gelbe Emulsion.
Prüf. Betupft man Myrrha mit Alkohol und bald darauf mit Sal­petersäure, so färbt sich diese Stelle violett. Bdellium (ein Gummi­harz aus Afrika) ist öfters beigemengt, aber dunkler, oft schwarz­braun und gibt obige Reaktion nicht; ebenso Kirschgummi und ordi­näres arabisches Gummi, welche fast durchsichtig sind und befeuchtet klebrig werden. Bestndtle. Harz, Gummi, ätherisches Oel (bis 3%), Bitterstoff. Anw. Selten, meist äufserlich als Streupulver und zu Salben.
Balsa m u m v u 1 n e r a r i u m, siehe Asa foetida.
Tinctura M y r r h a e.
Myrrha, 1 Teil, Spiritus, 5 Teile, digeriere und filtriere. Eine rötliche, klare Tinktur.
Arnold, Plmnimkoünnsir etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo;.
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*Olibaiuim, Thus, Weihrauch. Boswellia papyrifera. Burseraceae. X. 1. In Ostiudien, Pevsien und Arabien einheimischer Baum. Länglich runde, tropfenartige Stücke, von der Grölse einer Erbse bis zu der einer Walluufs. Sie sind blafsgelb, aufsen bestäubt, etwas durchscheinend und spröde und verbreiten beim Erhitzen einen ange­nehmen Geruch. Bestndtle. Harz, Gummi, ätherisches Oel (bis 70/o)gt; Bitterstoff.
5. Balsame und Harze.
Die Harze und Balsame finden sich in den verschiedenen Pflanzenteilen in besonderen Gängen, den sog. Harzgängen, welche aus Intercellularräumen entstanden sind. Sie flielüen entweder freiwillig beim Bersten der Rinde oder aus künstlichen Einschnitten der Stämme aus. Sie sind unlöslich in Wasser, vollständig löslich in Weingeist oder Aether oder Schwefel­kohlenstoff oder Chloroform oder in allen oder der Mohrzahl dieser Lösungsmittel. Man hat die zu dieser Gruppe gehörigen Körper nach ihrer Consistenz bisher als Hartharzo, Weichharze und Balsame unterschieden, wobei eine Grenze zwischen den beiden letzten Gruppen kaum zu ziehen war.
Balsame heißen die halb- oder ganzflüssigen Substanzen dieser Gruppe, welche meist wie die ätherischen Oele beim Stehen an der Luft Sauerstoff aufnehmen und allmählich hart werden (verharzen). Sie enthalten entweder nur ätherisches Oel (Terpene) und Harz, so daß sie sich von vielen Harzen (Elemi, Resina Pini) nur durchdie Consistenz unterscheiden, oder sie enthalten Harz und ätherisches Oel nur als ganz unterge­ordnete Bestandteile, indem sie vorwiegend aus aromatischen Säuren, Alkoholen und Estern bestehen (Peru-, Tolu-, Styrax-balsam). Diese letzteren sind als die eigentlichen Balsame anzusehen.
Harze heißen die festen Substanzen dieser Gruppe. Dieselben enthalten zum teil ätherisches Oel (Terpene), größ­tenteils oder vollständig bestehen sie aber aus einem Gemenge verschiedener Harze, welche sich meist durch ihr verschiedenes Verhalten gegen Lösungsmittel, sowie ihren mehr oder minder säureartigen Charakter unterscheiden. Sie schmelzen in der Wärme, können nicht ohne Zersetzung destilliert werden und brennen mit leuchtender Flamme.
a. Eigentliche Balsame.
Balsamum Peruvianum.
Balsamum Indicum nigrum,Perubalsam,Wundbalsam. Tolmfera Pareirae (Myroxylon Pareirae) Pajnlionaceae. X. 1.
Ein in Mexiko, Columbien und Peru wachsender Baum. Man erhält den Balsam dadurch, daß man Einschnitte in
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die Rinde macht und das Ausfließen des Saftes durch ein rings­um den Baum angemachtes Feuer befördert. Der Saft wird von wollenen Lappen aufgesogen, die man in die Einschnitte gesteckt. Wenn sie völlig damit durchtränkt sind, werden sie mit Wasser ausgekocht, wobei sich der Balsam absondert.
Eine syrupartige, dunkelbraune, in dünnen Schichten durchsichtige Flüssigkeit, die sehr angenehm vanilleähnlich riecht und scharf aromatisch schmeckt, ein spec. Gew. von 1,137—1,145 besitzt, nicht Webt und an der Luft nicht eintrocknet. Der Balsam zeigt saure Reaktion (freie Zimmt- und Bonzoesäure), löst sich im gleichen Gewichte Alkohol und Aether und Schwefel­kohlenstoff klar auf; ein weiterer Zusatz bringt Trübung durch ausgeschiedenes Harz hervor; verdünnter Alkohol, fette und ätherische Oele, Petroleumbenzin lösen ihn nur zum teil.
Prüf. Liegt das spec. Gewicht uuter 1,137 so ist der Balsam verfälscht.
—nbsp; Mit überschüssigem Schwefelkohlenstoff' gemischt, darf dieser nach dem Abgiefsen nicht oder nur ganz schwach fluoreszieren, sonst ist Gurjunbalsam (pag. 21) beigemischt. — Mit Petroleumbenzin tüchtig geschüttelt, gebe dieses nach dem Verdunsten einen flüssigen Rück­stand (Cinnamein), welcher selbst beim Erwärmen nicht nach Terpcn-thin, Storax und Copaivabalsam rieche. — Beim Schütteln von 5 Tropfen Balsam mit 3 Cc. Ammoniak entstehe selbst nach 24 Stunden keine Gallerte, da sonst der Balsam mit Colophonium verfälscht ist.
—nbsp; Mischt man 10 Tropfen Balsam mit 20 Tropfen Schwefelsäure, so entstehe eine zähe, kirschrote Mischung, welche mit kaltem Wasser ausgewaschen, einen harzartigen, in der Kälte spröden Rückstand hinterlasse. Schmierige Beschaffenheit zeigt Ricinusöl, Aufschäumen und Geruch nach Schwefeldioxyd Copaivabalsam an. Die abge­trocknete Harzmasse mufs sich in Aether lösen, aufserdem ist Beuzoe oder Storax zugegen. — Mit der 200fachen Wassermenge destilliert, liefere der Balsam kein ätherisches Oel. — Petroleumäther würde dem Balsam fette und ätherische Oele, Copaivabalsam und Terpen­tin entziehen, welche sich nach dem Verdunsten des abgehobenen Aethers erkennen lassen.
Bestndtle. Freie Benzoe- und Zimmtsäure (6—80/0), Cinnamein (zimmtsaures Benzyl, bis zu 60%), Harz, vielleicht auch Styracin (zimmtsaures Cinnamyl).
Anw. In Substanz äufserlich auf Wunden.
In Verbindung mit Aloetinktur (1 Balsam, 2—4 Aloetinktur). In neuerer Zeit besonders gegen Hautparasiten.
*Emulsio papillaris.
Mittel gegen wunde Warzen.
Bals. Peruviamnn, 4 Teile, Oleum Olivarum, 8 Teile, Gummi arabicum, 4 Teile, Aqua Rosarum, 60 Teile,
mische zur Emulsion.
,
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*Aqua digestiva balsamica, Digestivwasser. Terebinthiua commuuis, 60 g, Balsamum Peruvianum, 15 //, Vitellum 0\\, 2 Stück, Aqua Calcariae, 180 y.
Styrax liquidus.
Balsamum Styracis, Ambra liquida, Storaxbalsam. (lÄquidamha/r Orientale?). XXI. IS. Kleinasien.
Ein platanenälmlicher Baum. Im Juni und Juli wird die Rinde abgelöst, der Balsam mit Wasser ausgeschmolzen und die Rinde ausgepreßt. Die ausgepreßte Rinde kommt als Cortex Thymiamatis in den Handel.
Klebrige, langsam fließende, graue, benzoeartig riechende Masse. Im heißem Alkohol löst er sich vollständig, in Aether und Benzol nahezu vollständig, in Petroleumbenzin nur etwa ein Drittel auf. Prüf. Er sinke auch in der Wärme im Wasser unter, sonst enthält er Terpentin, welches spec, leichter ist. Er enthalte nicht zu viel Eindenstücke und andere mechanische Beimengungen. Bestndtle. Zhnmtsäureester des Storesins (C3(i H55 (OH}, bis 500/o)i des Phenylpropylalkohols, des Zimmtalkohols (Styracin), des Aethyl-alkohols; freie Zimint- und Benzoesäure, Styrol (Phenyläthylen), Harz, vielleicht auch Cinnamein (pag. 19) und Aethylvanillin. Anw. Gegen Hautparasiten statt des teuren Perubalsams. 1 Teil Styrax mit 2 Teilen 01. Olivarum unter Erwärmen gemischt, gibt ein Liniment.
Resina Styracis, Storax calamitus verus, Storax. Styrax officinalis. Styraceae. X. 1. Griechenland, Kleinasien. Das aus dem verwundeten Stamm hervordringende und dann er­härtete Harz, braunrote Körner oder Stücke bildend, findet nicht mehr Anwendung. Storax calamitus communis wird ein aus Storaxbalsam und Sägespänen bestehendes, in Kuchen geformtes Artefakt genannt.,
* Balsamum Tolutanum, Balsamum de Tolu, Tolubalsam. Toluifera Balsamtim (Myroxylon toluiferuin). Papilionaceae. X. 1. Ein Baum Südamerikas.
Der aus den angeschnittenen Stämmen fliefsende Balsam ist durch­sichtig gelb, von der Konsistenz des Terpentins, besitzt einen lieblichen Geruch und aromatisch süfslichen Geschmack. Allmälig wird er dunkler und dicker und schliefslich erhärtet er zu krystallinisch glänzenden bräun­lichen Stücken. Prüf. Er sei löslich in Acetou, Weingeist, Chloroform, Kalilauge,
unlöslich in Benzin und Schwefelkohlenstoff. Bestndtle. Zimmtsäure- und Benzoesäure - Benzyläther. Freie Zimmt- und Benzoesäure, Harz, äth. Oel (Tolen, C10 H lti).
I
b) Harze mit ätherischem Oele.
Hier werden auch die wegen ihrer Konsistenz früher gleichfalls Balsame genannten Harze abgehandelt.
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Balsamum Copaivae. Copaivabalsam. uoyaifcra officinalis, C. Guianmsis, C. multijuga und andere Arten. Caescdpiniaceae. X. 1. Hohe Bäume Westindiens und Südamerikas. Der Balsam fließt aus der angeschnittenen Rinde. Eine helle oder dunkel­gelbe klare Flüssigkeit, nicht oder nur schwach fluoreszierend, von eigentümlich balsamischem Gerüche und anhaltend scharfem, bitterlichen Geschmacke. Mit Weingeist, Schwefelkohlenstoff, Aether, fetten und ätherischen Oelen, Kalilauge und Ammoniak ist er mischbar. Wird allmälig dickflüssiger.
Prüf. Erhitzt man einige Tropfen im Porzellanschalchen gelinde, so zeigt Terpentinölgeruch Beimengung von Terpentin an; bei noch stärkerem Erhitzen deutet der Geruch nach glimmenden Talgkerzen (Akrolein) auf beigemischtes fettes Oel. —#9632; Fluoreszenz deutet auf Beimenguug von ostindischem Gurjunbalsam oder dem ostindischen Balsam von Hardwickia pinnata. Gurjunbalsam wird ferner an der rotvioletten Färbung erkannt, welche beim Schütteln der Schwefel­kohlenstofflösung mit einigen Tropfen Schwefel-Salpetersäure auftreten. Bestndtle. Aetherisches Oel (40—600/0), Harz (sog. Copaivasäure). A n w. Innerlich in Substanz oder als Emulsion, besonders bei Hunden.
Terebinthina communis, Gemeiner Terpentin. Verschiedene Pimtsarten Europas und NordaineriJcas. Äbietincae.
XXI. 2.
Pinus Pinaster (P. maritima, Strandkiefer) liefert den französischen Terpentin.
Pinus Laricio (Sehwarzfohre) und P. siluestris (Kiefer, Föhre) liefern den deutschen Terpentin.
Pinus Taeda und P. australis liefern den amerikanischen Terpentin.
Durch Verwunden der Bäume, welches im Frühjahr ge­schieht, fließt bis zum Oktober der Harzsaft aus, welcher etwas erwärmt und kollert den Terpentin bildet. Aus dem Terpen­tin erhält man durch Destillation mit Wasser das Terpentinöl. Der in der Blase bleibende Rückstand heißt Therebinthina coeta.
Nach dem Einsammeln des Terpentins fließt den Winter über noch Harz nach, welches an den Bäumen erhärtet und Resina communis genannt wird. Wird dieses unter Zusatz von etwas Wasser geschmolzen und kollert, so erhält man die Resina flava. Geschieht das Schmelzen längere Zeit, so daß das Wasser sich verflüchtigt, so entsteht nach dem Kolleren das Golophonium.
Gemeiner Terpentin ist ein halbflüssiger, körnig-trüber, schwach-gelblicher Balsam von eigenem Gerüche und bitterem Geschmacke, in der Ruhe sich in eine klare gelbe Schicht und in einen weißen krystallischen Bodensatz sondernd. In der
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#9632; I I!
Wärme des Wasserbades wird er klar. In Alkohol und Aether ist er mit saurer Reaktion löslich.
Bestntitle. Harz (Piniu-, Sylvin- und Pimarsäure?), ätherisches Oel
(Terpentinöl, 15—30%). Auw. Innerlich in Pillen und Latwergen, äufserlich zu Salben und Pflastern.
Unguentuin Terebinth!irrte. Terebinthina communis Cera citrina Oleum Terebinthinae werden zu gleichen Teilen zusammengeschmolzen.
*Unguentum Terebinthinae compositum.
Unguent um digestivum. Digestiv-Salbe. Terebinthina laricina, 30 Teile, Vitellum ovorum, 2 Stück,
oder Terebinthina communis, Mel commune, je gleiche Teile, mische zur Salbe.
Die Pharmakopoe läfst auf 36 Teile der ersteren Mischung noch
zusetzen:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nr i_ i •
JVlyrrna pums,
Aloe pulvis, je einen Teil,
01. Olivarum, 8 Teile.
Die Digestivsalben halten sich nicht lange und müssen stets frisch bereitet werden. Sie dienen zur Hervorrufuug einer guten Eiterung, daher der Name.
* Terebinthina Veneta.
Terebinthina laricina. Venetianischer oder Lärchenter-
pentin. Larix dccklua, (Pinus Larix, Larix europaea). XXI. 2. Äbietineac. Wird auf gleiche Weise wie der gemeine Terpentin in Südtirol und der deutschen Schweiz gewonnen. Er ist ein gewöhnlich klarer, mitunter etwas trüber Balsam, farblos bis bräunlich gelb oder grünlich schillernd, zähe, stark riechend, von bitterem Geschmacke. Bestndtle. Harz, 2 verschiedene ätherische Oele (Terpene, 15—25quot;/o)-
* Therebinthlna Canadensis.
Balsamum Canadense. Cauadabalsam.
Ahies balsamea (Firms haUamea). XXI. 2. Abietineae.
Er ist farblos oder kaum gelblich gefärbt, vollkommen klar.
Der in den Vogesen von Abies pectinata gesammelte Terpentin,
welcher zuweilen als Strafsburger Terpentin , Terebinthina argentoratensis
in den Handel kommt, zeigt die gröfste Aehnlichkeit mit dem Canada-
balsani.
A n w. Als Arzneimittel selten. Sonst zum Einkitten und Aufbewahren mikroskopischer Objekte.
Resina Pini.
Resina flava. Resina alba, Pix alba. Gelbes oder
weißes Harz, gelbes oder weißes Pech.
Stanimpflansen itud Gewinnung bei Terebinthina.
Das nach dem Ausfließen des Terpentins nachdringende und
an den Bäumen erhärtete Harz (Resina communis) wird unter
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öfterm Wasserzusatz geschmolzen und kollert. Je nachdem das Schmelzen längere oder kürzere Zeit dauert, entsteht die Resina alba oder flava. Gelblich weiße oder bräunlich weiße Harz­massen, mehr oder weniger spröde, von terpentinartigem Ge­ruch, in Alkohol leicht löslich. Ersteres ist reicher an Wasser, deswegen von trüber Beschaffenheit; letzteres ist ärmer an Wasser und Terpentinöl und -nähert sich dem Golophonium. ßestndtle. Harz (Abietinsäure), etwas Wasser und Terpentinöl. Anw. Wie Colophonium.
Eesina Burgundica, Burgunder Harz, ist Resina flava von Abies excelsa (Finns Abies, Rottanne). Wird mit besonderer Vor­sicht bereitet und ist meistens hellgelb.
Galipot ist Eesina flava von Pinus Pinaster und kommt aus Frankreich. Gelblich weifs, spröde, von schwachem Geruch.
Barras oder amerikanisches Galipot ist Eesina flava von Pinus Strobus, Taeda und palustris.
*C era turn Resinae Pini. Gerat um citrinum, Emplastrum citrinum, Citronenpflaster.
Gera flava, 4 Teile,
Resina Pini, 2 Teile,
Sebum,
Terebinthina communis, je ein Theil, werden über gelindem Feuer zusammengeschmolzen und in geölte Papier-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i
kapseln gegossen. — Wachsgelbe zwischen den Fingern weich und klebrig werdende Tafeln. — Wird dein Gerat 1 Teil Ebur ustum (Beinschwarz) zugemischt, so erhält man ein gutes Hufwachs.
'a *Emplastrum Picis irritans.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,)'#9632;
Resina Pini, 32 Teile,
Gera flava, 12 Teile,
Terebinthina, 12 Teile, werden zusammengeschmolzen und mit Euphorbium, 3 Teilen, gemischt.
%' * Elemi. Resina Elemi. Elemiharz.
Unhelimmte Bäume der Philippinenin^eln und Yakatans. Meist spröde, undurchsichtige Massen, von citronengelber, hin und wieder grünlicher Farbe. Es riecht angenehm terpentinartig, erweicht zwischen den Fingern, schmilzt beim Erhitzen und löst sich gröfsteuteils in heü'sem Alkohol.
Ganz ähnliche Produkte liefern die zu den Burseraceen gehörigen brasilianischen Icica-Arten.
Bestndtle. Harz und ätherische Gele (Terpene, bis 10%).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; *
Anw. Zu Salben und Pflastern, selten.
#9632; H *Unguentiim Elemi. Balsam Arcaei, Elemisalbe.
Elemi,
Terebinthina communis. Sebum,
Adeps suillus, je gleiche Teile, werden über gelindem Feuer geschmolzen und kollert. Eine gelbe, nach Elemi riechende Salbe.
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c) A laquo;elite Harze. Dieselbon sind Gemenge verschiedener, teils amorpher, teils krystallinischer Harze.
Colophonium.
Der bei der Destillation des Terpentinöls zurückbleibende, sogenannte „gekochte Terpentinquot; wird für sich über dem Feuer geschmolzen, bis er klar erscheint. Eine grolämuscholige, in scharfkantige Stücke zerspringende, gelbliche oder hellbraune, durchsichtige Masse, fast ohne Geruch, von terpentinartigem Geschmacke, leicht schmelzend, in Alkohol, Essigsäure, Alkalien, Aether, Fetten und ätherischen Oelen vollkommen löslich.
Bestncltle. Colophonium ist das Anhyrid der Abietinsäure. Anw. Als Pulver früher zu Latwergen und Pillen. Jetzt oainentlich Bestandtheil vieler Salben und Pflaster.
Unguentum basilicum, Königssalbe. Colophonium, Cera flava, #9632; Sebum, je 5 Teile, Terebinthina communis, 10 Teile, Oleum Olivarum commune, 45 Teile, werden bei gelindem Feuer geschmolzen und kollert. Werden noch 2 Teile Pech beigegeben, so erhält man Unguentum basilicum nigrum.
Benzoe. Resina Benzoes. Asa dulcis. Benzoe. Styrax Benzoin. Stymceae. X. 1. Mäßiger hoher Baum der ostindischen Inseln, dessen Stamm aus Einschnitten das Harz fließen läßt.
Die Benzoe hat einen angenehmen Geruch, besonders beim Erwärmen und einen süßlichen, scharfen, balsamischen Geschmack. Unlöslich in Wasser, löslich in Alkohol, zum Teil in Aether. Beim Erhitzen erweicht sie und entwickelt Dämpfe von Benzoesäure.
1. Siambenzoe. Die beste Sorte besteht aus unregelmäßigen, außen braunroten, innen weißen Körnern (Benzoe in granis), bei den geringeren Sorten sind diese Körner in einer rötlichbraunen, glasglänzenden, spröden Grundmasse eingebettet. (Benzoe in massis). Geruch fein vanillen­artig. -2. Sumatra Benzoe. (Benzoe amygdaloides, Mandelbenzoe), In einer grauen oder schwach bräunlichen matten Grund-masso sind größere oder kleinere milchweiße, wachs­glänzende Körner (sog. Mandeln) eingebettet. Geruch schwächer, mehr styraxartig. Prüf. Benzoe, welche aus einer fast gleichmäfsigen Masse besteht, also weder Körner noch Mandeln enthält (sog. Benzoe vulgaris), ferner stark mit Eindenstücken verunreinigte werde nicht angewendet.
t-L tL-
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Bestneitle. Harz (800/0), Benzoesäure (12—18%). In der Sumatra-benzoe ist die Benzoesäure mehr oder weniger durch Zimmtsäure ver­treten.
A n w. Zur Darstellung von Benzoesäure. In der Tiermedicin selten.
Tinktur a Benzoes. Benzoe, 1 Teil,
Weingeist, 5 Teile, maceriere und filtriere. Eine rötlichbraune Tinktur, beim Verdünnen mit Wasser eine milchige, sauer reagierende Flüssigkeit gebend.
*Tinctiira Benzoes composita. Balsamum Commendatoris seu traumaticum. Zusammengesetzte Benzoe-
tinktur. Benzoe pulverata, 9 Teile, Aloe, 1 Teil,
Balsamum peruviauum, 2 Teile, werden in gelinder Weise digeriert und filtriert.
Diese etwas teuere Komposition wird in manchen Gegenden unter dem Namen Commaudeurbalsam als Hausmittel benutzt.
#9632;Mastix. Resina Mastichis. Pistacia Lentiscus. Anacardiaccae. XII. 5. Chios. Ein kräftiger Strauch oder ein bis 5 Meter hohes Bäumchen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ' !
Fliefst aus den in die Rinde gemachten Einschnitten und erhärtetnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; !
an der Luft. Er bildet erbsengrosse, rundliche oder eckige Körner, die
aul'sen bestäubt, gelblich, auf dem Bruche glasgläuzend und durchsichtignbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; |
sind. Sie sind spröde, schmelzen unter Verbreitung eines balsamischen Geruches, werden beim Kauen zwischen den Zähnen weich.
A n w. Als Zusatz zu einigen Pflastern. Ist aber teuer und durch billigere Harze zu ersetzen.
Sandaraca. Resina San dar ac. Sandarak. Callitris quadricalcis. Gupressineae. XXI. 3. Berberei. Ein höchstens 12 m hoher, vom Grunde an ästiger Baum. Gelbliche, länglichrunde oder cylindrische Stücke, weifs bestäubt. Aufnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i
dem Bruche durchsichtig, glasglänzend. Hart und spröde, beim Kauen
nicht (wie Mastix) erweichend.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'#9632;%
Anw. Wie Mastix.
Resina Guajaci. Guajakharz. Guajacum officinale. Zi/yojjhyllcae. X. 1.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; !
Immergrüner, etwa 14 m hoher Baum. Das Harz fliefst freiwillig oder aus gemachten Einschnitten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,i
Haselnufs- bis wallnufsg/ofse Stücke oder unförmliche Massen, gelb-
f.r #9632;#9632;#9830;#9632;
lichbraun , aufsen grünlich bestäubt, von eigentümlichem vanilleartigem Gerüche und kratzendem Geschmacke. Färbt sich mit oxydierenden Sub­stanzen grün oder blau; durch Weingeist und Kalilauge wird es gelöst. B es tn dtie. Harze, Guajaksäure (C ^ H s O,), Guajakharzsäure (C 20H2HO4).
Sanguis Draconis. Resina Draconis. Drachenblut.
Duemonorops Draco. (Calamus Dram). Pdlmae VI. 1. Ostindien. Dünne, über 100 *raquo; lange Stämme (als Stuhlrohr, spanisches Kohr allgemein bekannt).
Das aus den Früchten freiwillig ausgeschiedene, abgeriebene, zu-
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sammengeschmolzene oder durch Ausschmelzen uns den Früchten gewon­nene Harz ist braunrot, undurchsichtig, geruch- und geschmacklos und gibt ein zinnoberrotes Pulver. Es ist in Alkohol vollständig, in Aether, in fetten und ätherischen Oelen aber mehr oder minder löslich. Es kommt in Körnern und Kuchen, meist aber in 3—4 dm langen, in Palm­blätter gewickelten und mit Stuhlrohrstreifeu umwickelten Stangen vor. Bestndtle. Eotes Harz und etwas Benzoesäure.
Resina Jalapae. Jalapeuharz. Ipomoea Furga. Conoulculaceue. V. 1. Mexikanische Schlingpflanze. Das Harz wird durch Ausziehen der Jalapenknollen mit Alkohol erhalten.
Braune, spröde Massen, meist iu Stangen geformt, auf dem Bruche glänzend und an den Bändern durchscheinend, beim Kauen erweichend. Geruch schwach, Geschmack hinterher kratzend.
P r ü f. Beigemengtes Jalapeuknollcnjmlver bleibt beim Lösen in Wein­geist zurück. Etwa beigemengtes Harz der sog. Jalapenstengel (Radix Ipomoae Orizabensis) und des Lerchenschwammes (Boletus Laricis) ist durch seine Löslichkeit in Aether, Chloroform oder Schwefelkohlenstoff zu erkennen. Das Jalupenharz mnfs sich in 5 Teilen warmem Aetzammoniak auflösen; diese Lösung erstarre beim Erkalten nicht gallertartig (Colophonium) und bleibe beim Ueber-sättigen mit Säuren klar. (Colophonium oder Guajakharz). Bestndtle. Farbloses Harz, Convolvulin genannt, welches in Zucker
und Convolvulinolsäure spaltbar ist. Anw. Namentlich iu Pillen.
Sapo jalupiuus.
Resina jalapae, 4 Teile,
Sapo medicatus, 4 Teile, werden gelöst in Spiritus, 8 Teilen, und im Wasserbade abgedampft auf 9 Teile.
Resina Dammar. Dammurharz. Dammara alha (Ayathis ulba), IJammura Orientalin, Hopca micrantha, Hopea spleiulidd. Ähietiueue. XXL IG. Hohe, tannenähuliche Nadelhölzer der ostindischen Inseln. Das freiwillig und durch Einschnitte ausfliefsende Harz erhärtet zu fufslangen, handbreiten Stücken. Es ist farblos, durchscheinend, härter als Colopho­nium (dieses ritzend), weicher als das ähnliche Copalharz, fast geruchlos, spröde, in Wasser untersinkend, wenig klebend. Es schmilzt erst bei 1800, löst sich in Aether, Chloroform und Schwefelkohlenstoftquot;, iu Terpentinöl löst es sich zu einem farblosen, dauerhaften Firnifs.
Anw. Als Zusatz zum Heftpflaster.
fPodophyllinum. Vegetabilisches Kalomel. PodophyUum peUatnm. Bcrhcridcac. XIII. 1. Ein ausdauerndes Kraut Nordamerikas, dessen Wurzelstock mit Weingeist ausgezogen, und hierauf aus dem weingeistigen Auszüge durch Verdünnen mit der lOfachen Wassermeuge das Podophyllin gefällt wird. Das Podophyllin ist ein lockeres, zerreibliches, gelblich- oder bräun-lichgraues amorphes Harz, welches ein gelbes Pulver gibt. Auf 100deg; er­wärmt, wird es dunkler, ohne zu schmelzen, mit Wasser gefällt und fil­triert, gibt es eine fast farblose Lösung von bitterem Geschmack, welche
.________=____________________....___________'
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Lackmus nicht verändert und bei Zusatz von Eisenchlorid sich braun färbt. In 100 Teilen Aetzammoniak gelost, gibt das P. eine gelbbraune Flüssigkeit, welche sich mit Wasser ohne Trübung verdünnen läl'st und beim Neutralisieren braune Flocken abscheidet. Das P. ist löslich in 10 Teilen Weingeist, nur teilweise in Aether und Chloroform, noch weniger in Schwefelkohlenstoff. .
Bestndtle. Vier harzartige Körper, Pikropodophyllin, Podophyllotoxin, Podophylloquercetin, Podophyllinsäure.
Anw. Innerlich als Pulver.
6. Aetherische Oele
nennt man eine große Anzahl von Verbindungen, welche in den Pflanzen vorkommen, infolge ihrer Flüchtigkeit durch Destil­lation der Pflanzenteile mit Wasser erhalten werden können, chemisch indifferent sind, einen starken, für die Pflanze cha­rakteristischen Geruch und brennenden Geschmack besitzen, bei Zimmertemperatur meist flüssig und im Wasser unlöslich sind. Einige dieser sog. äther. Oele präexistiren nicht in den Pflanzen,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I
sondern entstehen erst beim Zusammenbringen der betr. Pflanzen-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I
teile mit Wasser unter dem Einflüsse sog. Fermente, z. B. das
Senföl und Bittermandelöl. Diese Körper haben mit den wirk-
JV
lichen Oelen (Fetten) nichts wie ihre Unlöslichkeit in Wasser gemeinsam und bilden keine chemisch zusammengehörige Gruppe (mit Ausnahme der Terpene), da sie aus den verschiedenartig­sten Substanzen, wie Aldehyden, Alkoholen, Phenolen etc. zu­sammengesetzt sind. Die aus den Oelen beim Abkühlen sich ausscheidenden festen, meist aus Kampferarten bestehenden Bestandteile nannte man früher Stearoptene, die flüssig bleibenden Eläoptene.
Verreibungen von je ein Tropfen eines ätherischen Oeles mit 2 g Zuckerpulver sind als Oelzucker (Elaeosacchara) offizinell.
Die ätherischen Oele lenken meist den polarisierten Licht­strahl ab und machen Papier und Zeuge vorübergehend durch­scheinend. Von letzterer Eigenschaft, von ihrer häufig ölartigen Consistenz, sowie von ihrer Flüchtigkeit leitet sich der Name flüchtige Oele ab. Sie sind in Alkohol, Aether, Chloroform und fetten Oelen leicht löslich und mit rußender Flamme brennbar. An der Luft nehmen sie Sauerstoff auf und verdicken sich da­bei, indem sie in Harze übergehen, oder sie verwandeln sich durch Oxydation in Säuren.
Verfälschungen sind bei den hohen Preisen der äth. Oele ziemlich häufig und werden namentlich vorgenommen mit Alkohol, fetten Oelen, geringwertigen äther. Oelen, namentlich Terpentinöl. Alkohol wird nach­gewiesen durch das verminderte speeifische Gewicht der Oele, durch frak­tionierte Destillation und Nachweis des Alkohols im Filtrate durch die
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Jodolbrmreiiktion; meist initschen sich so gefiilschte Oele auch nicht klar mit fetten (Men. Fette Oele werden dadurch erkannt, dal's auf Papier ein bleibender Fettfleck entsteht; auch mischen sich so verfälschte Oele, ausgenommen sie enthalten Ricinusöl, nicht klar mit Alkohol. .Der Nach­weis anderer Verfälschungen läfst sich nur schwer und nur mit Hülfe komplizierter Methoden ausführen.
Die ätherischen Oele sind sämtlich vor Licht und Luft geschützt aufzubewahren.
Oleum Terebinthinae. Spiritus Terebinthinae. Terpen­tinöl. Tannenzapfenol. (Cio Hie = 136).
Das Terpentinöl wird in verschiedenen Ländern, in Deutsch­land, Frankreich, Nordamerika, aus den verschiedenen Terpen­tinsorten durch Destillation mit Wasser gewonnen. Es ist dünn­flüssig, farblos oder schwach gelb, riecht stark, eigentümlich, schmeckt bitterlich balsamisch. Specif. Gewicht 0,86—0,87. Das rohe Oel reagiert gewöhnlich sauer von Ameisen- und Es­sigsäure. Es verharzt leicht und setzt öfters bei längerer Auf­bewahrung ein krystallinisches Stearopten ab. In absolutem Alkohol ist es leicht löslich, weniger in wasserhaltigem. Mit Jod verpufft es heftig. Mit konz. Schwefelsäure erhitzt es sich stark unter Bräunung.
Prüf. Das aus frischem Fichtenharze gewonnene sog. Kienöl besitzt einen anderen, mehr unangenehmen Geruch. Das Teeröl oder Pechöl, Oleum Pini rubrum, durch Destillation aus dem Fichteuteer abge­schieden, ist rötlich und von brenzlichem Gerüche.
Anw. Aeufserlich und innerlich.
*01eum Terebinthinae sulfuratum. Balsamum Sulfuris tere-binthinatum, Harlemer Oel. Oleuni Lini sulfuratum, 1 Teil, — Terebinthinae, 3 Teile, werden durch Digestion in gelinder Wärine gemischt.
Oleum Ligni Juniperi. Wachholderholzöl. Dieses dem Terpentinöl isomere Oel wird durch Destillation aus dem Holze, den Zweigen und Blättern von Juniperus communis gewon­nen. Es hat die gröfste Aehnlichkeit mit dem Terpentinöl, von dem es sich namentlich durch seinen Geruch unterscheidet.
Oleum Juniperi. Wachholderöl.
Dieses ofiiziuelle, ebenfalls wie das Terpentinöl zusammengesetzte Oel wird durch Dampfdestillation aus den Wachholderbeeren gewonnen.
Es unterscheidet sich vom Wachholderholzöl namentlich durch seinen feinen Wachholdergeruch und Geschmack. Ist es mit viel Wachholder­holzöl oder Terpentinöl verfälscht, so verpufft es mit gepulvertem Jod.
f* Oleum Sabinae. Sadebaumöl.
Dieses dem Terpentinöl isomere Oel wird aus den zerschnittenen jungen Zweigen durch Destillation bereitet.
Es ist farblos oder gelblich, sehr dünnflüssig, neutral und färbt sich an der Luft dunkler, Geruch widerlich stark, Geschmack scharf, bitterlich,
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kampferühulich. Es ist in 1—2 Teilen 900/0 Weingeist klar löslich (bei­gemengtes Terpentinöl nicht) und verpufft mit Jod.
Anw. Meist äufserlich, zuweilen innerlich.
Camphora. Kampfer. (Gio Hie O = 152.)
Cinnamomitm Camphora. (Latirns Camphora. Camphwa offci-
narum). Laurineae. IX. 1.
Ein Baum in Japan und China, aus dessen Zweigen an Ort und Stelle durch Sublimation der Rohkampfer gewonnen
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wird, welcher als eine körnig-krystallinische Masse in Kisten oder Gylindern nach Europa gebracht und hier in flachen Kolben umsublimiert wird und dann konvex-konkave, in der Mitte (der Oeffnung des Sublimierkolbens entsprechend) durchbohrte Kuchen bildet.
Dieser reine Kampfer bildet eine weiße krystallinische, zerreibliche Masse von eigenartigem Gerüche und Geschmacke,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; #9632;
welche sich aus offenen Gefäßen bald ohne Rückstand ver-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i
flüchtigt. Kampfer ist kaum löslich in Wasser, leicht, löslich in Aether, Chloroform, Weingeist, fetten und ätherischen Oelen.
Anw. In Pulverform innerlich und äußerlich. Es mufs mit etwas Weingeist angefeuchtet zerriehen werden.
Spiritus camphoratus, Kampherspiritus. Camphora, 1 Teil, Spiritus 7 Teile, löse in der Kälte durch öfteres Schütteln und füge hinzu Aqua destillata, 2 Teile.
Oleum camphor at um, Kampferöl. Oleum Olivarum, 9 Teile, Camphora, 1 Teil, löse durch Digerieren und filtriere.
Oleum Sinapis. Senföl. Isosulfocyanally 1. (G3H5 CNS = 99).
Durch Destillation des schwarzen Senfsamens mit Wassernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;!
erhalten. Derselbe wird zuvor zerstossen, durch kaltes Pressen vom fetten Oele befreit, mit kaltem Wasser eine Zeit lang dige­riert, darauf der Destillation unterworfen. Unter dem Einflüssenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; s des Wassers wirkt das im schwarzen Senfsamen enthaltene Ferment Myrosin auf das vorhandene myronsaure Kalium ein, welches dabei in Traubenzucker, saures Kaliumsulfat und Allyl-senföl zerfällt.
Das Senföl ist dünnflüssig, farblos oder gelblich, von sehr starkem, zu Thränen reizendem Gerüche und äußerst scharfem, brennenden Geschmacke. Auf der Haut bewirkt es schnellnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;',
Entzündung und kleine Blasen. Spec. Gewicht 1,016—1,022.
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Es siedet bei 148deg;, löst sich leicht in Weingeist und Schwefel­kohlenstoff und besitzt neutrale Reaktion.
Fügt man allmälig und unter guter Abkühlung zu 3 g des Ools 6 g Schwefelsäure hinzu, so bleibt die Mischung unter Entwickelung von SO2 und COS hellgelb, vollkommen klar, ver­liert den scharfen Geruch des Senföls und wird später dick­flüssig, zuweilen auch krystallinisch. (Es entsteht hiebet das Sulfat des Allylamins, C3 H5 NH2).
Prüf. Erhitzt man in einem kleineu Kölbchen mit Vorlage Senföl im Wasserbade, so darf nichts überdestillieren, im anderen Falle liegt eine Verfälschung mit Chloroform, Schwefelkohlenstoff, Weingeist, Benzol und dergleichen vor. Beim Verdunsten von 25—30 Tropfen des Oels auf einem Uhrglase au einem warmen Orte darf nach mehreren Stunden keiu Rück­stand bleiben, aufserdem liegt eiue Verfälscbung mit fetten oder äther­ischen Oelen vor. Beim Vermischen mit Schwefelsäure werde das Oel nur hellgelb gefärbt; künstliches Senfiil gibt eine intensiv gelbe Färbung, fette Oele geben Bräunung, Schwefelkohlenstoff würde die Mischung trübe machen. Eine Gehaltsbestimmuug des Seufols geschieht nach der Phar-makopöe durch Wägung des aus dem Oele durch Ammoniak abgeschiede­nen Thiosinamins (Schwefelallylharnstoffs).
Anw. Aeufserlich in weiugeistiger oder öliger Lösung.
Spiritus Sinapis. Oleum Sinapis, 1 Teil, Spiritus, 4i) Teile, mische. Verliert bei der Aufbewahrung an Schärfe und werde daher nur in kleinen Mengen angefertigt.
Oleum Anis!
(von Pinqiinclla Animm) ist bei niederer Temperatur fest und schmilzt oberhalb 15deg; zu einer stark lichtbrechenden Flüssigkeit, spec. Gewicht, 0,980—0,990. Die alkoholische Lösung sei klar und indifferent gegen Lackmus. Dui-ch Eisenchlorid werde sie nicht gefärbt. Es enthält ein Anethol genanntes Stearopten der Formel C|0H|2O, welchem der Anis-geruch eigen ist, ferner ein Terpen der Formel CxJrlUl (saure Reaktion könnte von Verfälschung durch phenolartige Körper herrühren).
Oleum Aurantii florum (von Oitris vulgaris) nimmt mit gesättigter Natriumbisulfitlösung ge­schüttelt purpurrote Farbe an. Es enthält etwa 1% eines Aurade genannten Stearoptens, der Hauptbestandteil ist ein Terpen der Formel
Oleum Cajepuil
(vou Melaleuca Leucademlrou, XVIII. Myrtaceae. Moluliken.) Die grüne Farbe der Handelsware rührt von geringem Kupfergehalte her. Wird 1 T. Jod m. 5 T. Cajeputöl bei 500 zusammengerieben , so gesteht nach dem Erkalten das Gemisch zu einem Krystallbrei. Enthält ein flüssiges Stea­ropten, Cajeputöl C'ujHjsO, welches identisch mit Cyneol ist; aufser­dem ein Cajeputen genanntes Terpen C,0H,g.
Oleum Calami (von Acorus Calamus) ist ein gelbbraunes Oel von bitterem Geschmack. In gleichem Volumen Alkohol gelöst nimmt es auf Zusatz eines Tropfens
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Eisenchloridlösuug eine braunrote Färbung an. Besteht wesentlich aus einem Terpen CI0H,6.
Oleum Carvi.
(von Carum Cam). Besteht aus den gegen 2'240 siedenden Anteilen des Kümmelöles. Das spec. Gewicht sei nicht niedriger als 0,910. Ein niedrigeres spec. Gewicht würde vermuten lassen, dass dem Gel absicht­lich ein Teil des C'arvols entzogen wurde. Die alkoholische Lösung wird durch Eisenchlorid violett oder rot gefärbt. Wird eine Mischung von 10 T. Kümmelöl, 8 T. Alkohol und 1 T. Salmiakgeist mit Schwefelwasserstoff gesättigt, so erstarrt sie zu einem weil'sen Krystallmagma von Carvol-hydrosulfid (C,0 KI4 O),,. IL, S. — Es enthält etwa 70% flüssiges Stearopten Carvol C10HI4G und etwa 300/0 eines Carven genannten Terpen's CioH,,;. Nur dem Carvol kommen riechende Eigenschaften zu, das Carven ist geruchlos.
Oleum Caryophyllorum
(von Eugenia carophyllata). Besitzt gelbliche bis bräunliche Farbe. Das spec. Gewicht schwankt zwischen 1,041 und 1,06. Es verändert den Lack-musfarbstoff nicht. Mit gleichem Volumen starker Ammoniakflüssigkeit (von 0,930 spec. Gewicht oder niedriger) zusammengeschüttelt erstarrt es zu einer weichen, gelben, krystallinischen Masse. — Ein Tropfen Nelken­öl auf den Wandungen eines Glasgefäfses ausgebreitet färbt sich bei Ein­wirkung' vom Bromdampf blau (Reaktion auf Eugenol). — Eine Lösung eines Tropfen Nelkenöl in 4,0 Spiritus soll auf Zusatz eines mit min­destens 1 cc Wasser verdünnten Tropfens Eisenchlorid eine blaue Färbung annehmen. — Mit Nelkenöl geschütteltes heifses Wasser darf keine saure Reaktion annehmen (altes Nelkenöl), und wenn es nach dem Erkalten ganz klar filtriert wurde, durch Zusatz eines Tropfens Eisenchloridlösuug nicht blau oder grün gefärbt werden (Phenol), auf Zusatz von Kalk^ wasser aber mufs es gelb werden. — In dem gleichen oder einem grös-seren Volumen Spiritus mufs es sich klar lösen (fette Gele).
Das Nelkenöl enthält neben einem Terpen der Formel C,,, H24 einen phenolartigen Körper, das Eugenol, C10 H12 02.
Oleum Clnnammoni
(von Cinnamommn Cassia). Ein gelbes oder gelbbraunes Gel von 1,055 —1,065 spec. Gewicht. Werden 4 Tropfen Zimmtöl ohne Erwärmung mit 4 Tropfen rauchender Salpetersäure gemischt, so bilden sich Krystallc von Zimmtsäure. — Eine Lösung von 1 Tropfen Zimmtöl in 10 cc Spiritus darf sich auf Zusatz eines Tropfens Eisenchloridlösung nur braun, nicht aber grün oder blau färben (Nelkenöl). — Das Zimmtöl besteht hauptsäch­lich aus Zimmtaldehyd C6 H6==CH—COH und geht daher durch rauchende Salpetersäure in Zimmtsäure über.
Oleum Citri
(von Citrus Limonim) durch Fressen der frischen Citronenschalen ge­wonnen. Ein gelbliches Gel, welches leicht Bodensätze bildet. Verfälsch­ung mit Spiritus ist durch fractionierte Destillation nachzuweisen. Ver­fälschungen mit Apfelsineuöl (Gl. Portugallo) sind nur durch den Geruch zu konstatieren. Es enthält zwei Kohlen Wasserstoffe der Formel Cl0Hlf, Citren und Citrylen.
Oleum Foenlcull
(von Foenicuhnn capillaceum) ein fast farbloses Gel. Das spec. Gewicht sei nicht unter 0,960. In der Kälte setzen sich bisweilen Krvstalle von
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Anethol ab. Beim Mischen mit Spiritus darf es sich nicht trüben (fette Oele). Die spirituöse Lösung verändere Lackmuspapier nicht, werde auch nicht durch Eisenchlorid gefärbt. (Phenol.) Enthält nebenx Terpenen der Formel C^H,,., hauptsächlich das Stearopten Anethol C.oHuO.
Oleum Lavandulae (von Lavcmdula rent) gelbliches Oel. Spec. Gewicht 0,885—895. Mit Spiritus oder 90prozentiger Essigsäure lässt es sich klar mischen. Wcin-geistzusatz ist durch fractionierte Destillation zu erforschen. Es besteht hauptsächlich aus einem Terpeu C|0H1(i und geringen Mengen eines Stearoptens.
Oleum Macidis
(aus dem Samenmantel von Myristica fragram) ein farbloses oder schwach-gelbliches Oel von charakteristischem Geruch. Es enthält neben einem Stearopten ein Macen genanntes Terpen C10H1(:.
Oleum Menihae (von Menthn piperita) farbloses oder schwachgelbliches Oel. Spec. Ge­wicht 0,90—0,91. Es läfst sich sowohl mit Spiritus als auch mit Spiritus dilutus klar mischen. Die besten Sorten sind das englische und deutsche PfefTenninzöl. Werden 0,2 gepulvertes Jod mit dem Oel befeuchtet, so darf keine Erwärmung eintreten, die man an dem Auftreten von Jod­dämpfen erkennen würde. Spirituszusatz wäre durch fractionierte Destil­lation zu erkennen. Es enthält ein festes Stearopten, Menthol- oder M e n t a c a m ph e r C10H20 und aufserdem nicht näher untersuchte Terpene.
Oleum Rosmarini (von Rosmariwus offöcindlis) farbloses Oel von kampferähnlichem Geruch, welches gegen 170deg; siedet. Es besteht hauptsächlich aus einem Terpen C|0H1(; und geringen Mengen eines Stearoptens C10H1(iO.
Oleum Thimi
(von Thymus ridynris). Ein farbloses oder rötliches Oel, dessen alkohol­ische Lösung durch einen Tropfen Eisenchloridlösung nur gelblich braun gefärbt werden darf. (Blaue oder graue Färbung würde Phenol an­zeigen). Bestandteile: Neben Thymol C6 H3.CH8. (Ca H,). OH, ein T h e-men genanntes Terpen C10 H,,!.
7. Fette.
Die Fette kommen meistenteils in den Samen oder Früchten vor, seltener in anderen Organen. Die Wurzel von Cypörus esculentus enthält Fett und dient deshalb als Nahrungsmittel.
Die Gewinnung der Fette ist verschieden, meistenteils durch Auspressen der zerkleinerten Pflanzenteile bei geAvöhnlicher Temperatur oder in der Wärme, zuweilen durch Ausziehen des Fettes mit einem Lösungsmittel.
Die Fette sind Gemenge von Triglyceriden der Fettsäuren und zwar namentlich der Palmitin-, Stearin- und Oelsäure (das sog. Olein, Palmitin und Stearin) und werden nach ihrer
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Konsistenz als Talgarten (fest), Butter- und Schmalzarten (halb-fest) und Oele (flüssig) unterschieden. Die Oolo enthalten vor­wiegend Olein, die Talgarten vorwiegend Stearin.
Die Fette sind in reinem Zustande färb-, geruch-, ge­schmacklos und Von neutraler Reaktion; in Wasser sind sie unlöslich, schwer löslich in Alkohol, leicht löslich in Aether, Schwefelkohlenstoff und Petroloumäther; sie sind leichter als Wasser und schwimmen auf diesem, auf Papier bringen sie durchscheinende Flecke hervor, die beim Erwärmen nicht vorschwinden (Unterschied von den sogenannten ätherischen Oelen). Sie lassen sich ohne Veränderung zu erleiden auf 300quot; erhitzen, bei höherer Temperatur zerfallen sie, und entstehen verschiedene meist unangenehm riechende Produkte, worunter besonders Akrolem. An der Luft erleiden die Fette meist eine Veränderung; einige werden allmählich, selbst wenn sie ganz rein sind, zu einer durchsichtigen festen Masse, sie trocknen ein. Es sind dies die sogenannten trocknenden Oele, welche vorwiegend aus den Glyceriden der Leinölsäure G16H2802, be­stehen ; diese ungesättigten Glyceride nehmen an der Luft Sauer­stoff auf und werden dadurch fest.
Zu den trocknenden Oelen gehören: Leinöl, Hanf­öl, Mohnöl, Nußöl, Krotonöl und Rizinusöl. (Letzteres enthält statt Leinölsäure die Rizinusölsäure, C18H3i08.) Die übrigen Fette halten sich in reinem Zustande unverändert, da sie jedoch gewöhnlich Beimengungen, namentlich Eiweißkörper enthalten, so erleiden sie dann durch Fermente allmählich eine Zersetzung, färben sich gelb, bekommen unangenehmen Ge­schmack und Geruch, sowie saure Reaktion — d. h. sie werden ranzig; dies beruht auf dem Freiwerden der Fettsäuren, welche dann den Fetten ihren Geruch und Geschmack mitteilen. Durch überhitzten Wasserdampf und durch starke Basen werden die Fette in Glycerin und freie Fettsäuren resp. fettsaure Salze zer­legt. Diejenigen Fette, welche Oclsäure enthalten, werden mit salpetriger Säure vermischt starr, indem die Oelsänre in die isomere feste Elaidinsäure übergeht. (Elaidinprobe zur Unter­scheidung von trocknenden und nicht trocknenden Oelen, da die Leinölsäure enthaltenden Oele dabei nicht erstarren.)
Oleum Amygdalarum. Mandelöl.
Durch Auspressen der süßen und bitteren Mandeln (Siehe „Amygdalaequot;) erhalten.
Ein hellgelbes, dünnflüssiges, geruchloses, fettes Oel, von angenehmem Gesclnnacke, welches leicht ranzig wird und dann einen scharfen quot;Geruch und .Geschmack annimmt. Da es fast
Arnold, Pliarmakognosio ptc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3
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vollständig aus reinem Olein (ölsaurem Glycerin) besteht, er­starrt es selbst bei —10deg; noch nicht.
Prüf. Erstarrt Mandelöl in einer Kälteiniscluuig (Natriumsulfat und Salzsäure) bereits unter — 10deg;, oder scheidet sich hiebei ein weifses, körniges Fett ab, so ist Olivenöl, Schmalzöl oder Erdnufsöl heige-nicngt. Werden 15 Teile Oel mit einer Mischung aus 2 Teilen Wasser und 3 Teilen rauchender Salpetersäure stark geschüttelt, so mill's die Mischung weifslicb, nicht braun oder rot aussehen und sich nach einigen Stunden in eine feste, weifse Masse und eine nahezu farblose Flüssigkeit trennen. (Elaidinprobe. Beigemengte trocknende Oele würden das Erstere verbindern; wird die Mischimg bald mehr oder minder rot, so ist Sesamöl oder Pfirsichkernöl beigemengt).
Anw. Innerlich namentlich zu Emulsionen; äufserlich zu Salben etc.
Oleum Cacao. Cacaofett. Cacaobutter. Theohroma Cacao. Büttneriaceae, XVIII. Tropischen Amerika.. Aus den in der Wärme durch anhaltendes Reiben flüssig gewor­denen, höchst fein zerteilten Samen, den Cacaobohneu, durch Auspressen gewonnen. Ein gelbliches, sehr mildes, leicht schmelzbares, talgartiges Fett, welches dem Eanzigwerden nur wenig unterworfen ist; bei 15deg; ist es spröde, bei 30—35deg; schmilzt es.
Prüf. Die Auflösung in 2 Teilen Aether bleibe bei 12—15quot; während eines Tages klar, aufserdem ist Wachs, Paraffin oder Talg beigemischt. Anw. Zu feinen Salben, Suppositorien etc.
Oleum Cocos. Kokosuufsöl. Cocos nueifera. Palmac. XXI. 6. Fropenländer. Durch Auspressen der Samenkerne gewonnen. Ein weifses butter­artiges Fett von eigentümlichem Gerüche, bei 23—30deg; klar schmelzend. A n w. An Stelle von Schweinefett zu Salben.
Oleum Crotonis. Krotonöl. Croton Tiglium. Eupliorlriaccae. XXL 10.
Ein Bäumchen auf den ostindischen Inseln und Malabar, dessen Samenkerne ausgepresst das Oel liefern.
Es ist ein etwas dickflüssiges, gelbliches oder bräunliches, fettes Oel, von eigentümlichem Gerüche und anfänglich mildem, hernach sehr brennend scharfem, lange anhaltendem Geschmacke und von saurer Reaktion. Auf die Haut gebracht, bewirkt es schon in sehr geringer Menge Röte oder auch kleine Blasen. Es wirkt im höchsten Grade drastisch. Es ist in 3G Teilen Alkohol löslich, leichter löslich in Aether, mit fetten und ätheri­schen Oelen in jedem Verhältnisse mischbar; neben den Gly-ceriden enthält es noch das flüssige Krotonöl, C9HUO2, welchem die hautreizende und die purgierende Wirkung /.ugeschrieben wird. Prüf. Beigemengte nicht trocknende Oele weist man durch die Elai­dinprobe (S. 33) nach, wobei Krotonöl seine dickflüssige Konsistenz behalten mufs und nicht fest oder salbenartig werden darf. Wird Kro­tonöl beim Mischen mit Schwefelsäure trübe, so ist Leinöl beigemengt. Anw. Innerlich und äufserlich.
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Oleum Lauri. Oleum Laurinum, Lor bo er öl.
Es wird im südliclien Europa aus den frischen, reifen Lorbeeren (Siehe „Fructus Lauriquot;) durch Auspressen gewonnen. Es ist salbenartig, körnig, schmeckt bitter, riecht aromatisch, schmilzt in der Hand und ist durch Chlorophyll grün gefärbt. Anderthalb Teile Aether lösen einen Teil Lorbeeröl vollständig,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;
Alkohol nimmt vorzugsweise das flüchtige Ool und den grünen Farbstoff daraus auf. Es besteht aus dem Glyceride der Lau-rinsäure (dem sog. Laurostearin), und der Oelsäure, gemengt mit etwa 1% ätherischem Oele. P r ü f. Ein aus gefärbter und aromatisierter Butter nachgemachtes Lor­beeröl ist nicht körnig und erfordert eine gröfserc Menge Aether zur Auflösung, wobei sich ein blaues (Indigo) oder gelbes Pulver (Kur­kuma) abscheidet. Ist Kupfer zugegen, so färbt sich Ammoniak beim Schütteln mit der ätherischen Lösung blau. Anw. Aeufserlich.
Oleum Lini, Leinöl. Durch Pressen des zerstampften Leinsamens (Siehe „Semen Liniquot;) zwischen erwärmten Platten erhalten. Es ist ziemlich dickflüssig, gelb, schmeckt milde und entwickelt besonders beim Erwärmen einen eigentümlichen Geruch. Es erstarrt selbst in ziemlich starker Kälte nicht, löst sich etwa in l^-i Teilen Aether, in 40 Teilen kaltem und 5 Teilen siedendem, wasser­freiem Alkohol. An der Luft trocknet es um so leichter ein, je älter es ist. Es besteht aus dem Glyceride der Leinölsäure. Prüf. Ist Riiböl vorhanden, so erstarrt das Oel bei der Elaidinprobe mehr oder minder und trocknet auch auf Glasplatten ausgestrichen nicht ein, sondern bleibt schmierig. Anw. Innerlich und äufserlich. In Tränken, zu'Einreibungen, als Ve­hikel anderer Arzueikörper. Gemischt mit Kalkwasser bei Verbren­nungen.
Oleum Lini sulfuratum. Balsamuni Sulfuris, Schwefel­balsam.
Oleum Lini, 6 Teile,
Flores Sulfuris, 1 Teil. Das Leinöl wird allmälig in einem eisernen oder glasierten, etwas geräumigen Gefäfse erhitzt, bis es zu schäumen aufhört, alsdann der vor­her getrocknete Schwefel nach und nach unter Umrühren eingetragen. Wenn der Schwefel aufgelöst ist und die Masse eine dünne Honigkon­sistenz erlangt hat, wird sie sogleich in ein anderes eisernes Gefäfs ge­gossen.
Oleum Nucistae. Muscatbutter. Muscatbalsam. Muscatnufsöl. Myristica fragrans. Myristieae. XXII. Molukkeraquo;. Aus den Muscatnüsseu durch Pressen gewonnen. Kommt aus Ost­indien in gelblich weifsen, marmorierten Stücken, ist fest, aber nicht hart.
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CJenich angenehm balsamisch. Es besteht aus dem Glycerid der Myristin-säure und etwas ätherischem Oele und Farbstoflquot;. A n w. Aeufserlich, meist als Hausmittel.
#9632; Oleum Olivarum. Oleum Provinciale. Olivenöl. Provenceröl. Olea curopaca. Oieaceae. II. 1. Ein im Oriente einheimischer, in Südeuropa kultivierter Baum, dessen frische Früchte, die Oliven, kalt gepresst, das Oel liefern.
Es ist von gelblicher, oft fast grünlicher Farbe, angeneh­mem Geschmacke und schwachem, eigentümlichem Gerüche. Bei etwa 10deg; beginnt es sich durch krystallinische Ausscheid­ungen zu trüben, bei 0deg; erstarrt es vollständig.
[• 1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Prüf. Beigemengte trocknende Oele werden durch die Elaidinprobe
(S. 33) erkannt. Tritt bei dieser Probe zugleich eine rötlichgelbe oder rote Färbung auf, so ist Sesamöl oder Bauimvollcnsamenöl oder Sonnenblumenöl oder Bucheckeröl yAigegen. Anw. Innerlich und äufserlich.
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Oleum Olivarum commune. Gemeines Olivenöl. Die bei der Darstellung des Provenceröls zurückbleibenden Oelkuchen werden einer beißen Pressung unterworfen oder mit Wasser ausgekocht.
Es ist von gelblichbrauner oder grünlicher Farbe und un­angenehmem Geruch und Geschmack.
Prüf. Wie beim Provenceröl. Küböl oder mit diesem versetztes Oliven­öl wird erkannt, wenn man 2—3 Cc. Oel mit 1 Tropfen Schwefelsäure einige Minuten im Wasserbade erhitzt, wobei eine grünblaue, in der Hitze braunschwarze Färbung auftritt, während reines Olivenöl bräun­lich oder grünlich wird und sich in der Hitze nur wenig verändert. Anw. Da dieses Oel meist ranzig ist, mufs von dessen Anwendung abgeraten werden.
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Oleum Papaveris, Mohnöhl. Aus den zerstampften Mohnsamen (Siehe „Semen Papa-verisquot;) durch Pressen gewonnen. Es ist gelb, wenig dickflüssig, riecht schwach, schmeckt milde, trocknet an der Luft, erstarrt bei — 14,4deg; C. In Aether ist es in jedem Verhältnisse löslich, von kaltem Alkohol bedarf es 25 Teile, von heißem G Teile. Prüf. Beigemengte, nichttrocknende Oele werden durch das Erstarren
bei der Elaidinprobe (S. 33) erkannt. Anw. Innerlich und äufserlich.
Oleum Rapae, Rüböl. Brassica Na/pys und Brassica Rapa. Crnciferae. XV. 2. Aus dem Samen durch Pressen gewonnen. Es ist gelb­lich, besitzt einen eigentümlichen Geruch und unangenehmen
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Geschmack; es erstarrt bei 0deg; zu einer gelben, butterartigen Masse. Schüttelt man 2—'S Cc. Rüböl mit einem Tropfen konz. Schwefelsäure, so tritt blaugrüne Färbung ein.
Prüf. Scheidet Rüböl schon bei 10—15deg; harte Massen ab, so ist Be-henöl beigemischt. 20 Tropfen des Oels mit 5 Cc. Schwefelkohlenstoff und 1 Tropfen Schwefelsäure gemischt, dürfen keine violette oder blaue Färbung annehmen, sondern zuerst grünlich, dann bräunlich werden, aufserdeni ist Leberthran beigemengt.
Anw. Innerlich und äufserlich.
Oleum Ricini.
Oleum Gastoris, Oleum Palmae Ghristi. Ricinusöl.
Kastoröl. Riemtcs communis. Euphorhiaceae. XXI.
Ein mannshoher Strauch Ost- und Westindiens, dessen geschälte Samen beim Pressen das Oel liefern.
Es ist von blaßgelber Farbe, so zähflüssig, dass es sich in Fäden ziehen laut, von eigentümlichem, schwachem Gerüche und eigenartigem, etwas kratzendem Geschmacke. Bei 0deg; trübt es sich unter Ausscheidung krystallinischer Teilchen, bei — 15 bis —16deg; nimmt es die Konsistenz der Butter an. In wasser­
y
freiem und wasserhaltigem Weingeist löst es sich leicht auf, wodurch es sich von allen anderen fetten Oelen unterscheidet. Es besteht vorwiegend aus dem Glyceride der Ricinölsäure, welches sich bei der Elaidinprobe wie ein nichttrocknendos Oel verhält, trotzdem das Ricinusöl in dünner Schicht rasch eintrocknet.
Prüf. Beigemengte Oele geben mit dem 2—Stachen Weingeist eine
trübe Lösung. Beigemischtes Krotonöl gibt sich auch durch dennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,
namentlich beim Erwärmen hervortretenden Geruch und Geschmak zu erkennen. Schüttelt man 3 g Ricinusöl mit 3 y Schwefelkohlen­stoff und 2 g Schwefelsäure kurze Zeit, so darf die Mischung nicht schwarzbraun werden; diese Färbung würde auf einen Gehalt an Harz deuten, wie ihn das mittelst Schwefelkohlenstoffquot; aus dem Rici-nussamen ausgezogene Oel meist besitzt und welcher dem Oel eine zu starke Wirksamkeit erteilt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i
Anw. Innerlich; auch zum Klystieren.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; :;',i
B. Organisierte Stoffe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,,v
I. 'U'literii'diaclie ZEPflanzentoile.
Wurzeln, Radices, Wurzelstöcke, Rhizomata, Zwiebein,
Bulbi, und Knollen, Tubera.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '%
Echte Wurzeln, Radices sind ausgezeichnet durch den Mangel an Blättern und Blattansätzen, sowie regelmäßig angeordneten Knospen und Zweigen.
Wurzelstöcke, Rhizomata, sind unterirdische Sten-
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gel, erkennbar durch Blattreste oder ringförmige Blatlansälze, sowie durch seitliche Stengel oder deren Ueberreste.
Knollen, Tubera, sind unterirdische, verdickte Stengel von mehliger Beschaffenheit, bei welchen die Blätter klein und schuppenförmig bleiben.
Zwiebeln, Bu 1 b i. Der Stengel bildet nur einen kleinen, last scheibenförmigen Teil des Organs (die Zwiebelscheibe), welcher am Umfange Wurzeln treibt, nach oben aber fleischig verdickte Blätter trägt, welche den Hauptbestandteil der Zwiebel bilden.
Alle diese unterirdischen Pflanzenteile wurden früher ein-iach Badices genannt, z. B. Badix Galami, Badix Scillae u. s. w., während die neueren Pharmacopöen, insbesondere die Pharmacopoca Germanica, die obigen der Botanik entlehnten Bezeichnungen angenommen haben. Die mit den Wurzeln ge­sammelten Wurzelstöcke werden jedoch zu den ächten Wurzeln gezählt.
Man sammelt diese Teile im Frühjahr, ehe sich die Blätter ausgebildet haben, oder im Herbst, wenn die Pflanze abge­storben ist, oder bei jährigen Pflanzen zuweilen auch nach voll­kommener Entwickelung der Pflanze. Die individuelle Beschaf­fenheit der Pflanzen läßt hier keine allgemeine Begeln zu, und es soll daher bei Beschreibung der einzelnen Pflanzen auf die Zeit ihrer Einsammlung aufmerksam gemacht werden. Sie müssen so schnell wie möglich, am besten durch künstliche Wärme, die aber die Kochhitze des Wassers noch nicht er­reicht, ungefähr bei 40—50deg; G, getrocknet und in wohlschlics-senden Gefäßen an trockenen Orten aufbewahrt werden.
1. Wurzeln.
Radix Althaeae, Eibis chwürzet. Althaea officinalls. Malcaccac XVI. 2.
Perennierendes Kraut im wärmeren Europa. In Deutsch­land eultiviert.
Lange, fingerdicke, nach dem Abschälen der äußeren Binde weiße Wurzel mit etwas dicker, stark biegsamer, faser­iger Innenrinde und etwas fleischigem, trocken zerbrechlichem, mehligem Holze. Geschmack süßlich, sehr schleimig. Sie wird im Frühling oder Herbst von 2jährigen Pflanzen gesammelt und vor dem Trocknen von der Epidermis befreit. Man bemerkt dann noch die braunen Narben der Seitenwürzelchcn.
Prüf.: Sie mul's weifs sein und frei vou dicken, hoLdgen Köpfen; mit dem Alter wird sie braun und verliert an Schleimgchalt. Die Wnr-zeln von Althaea Narbonensis und A. rosea sind mehr holzig und gelb oder dunkler gefärbt.
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Bestudtle. Bassorin, Stärke, Zucker, Asparagm.
Anw. Als .schleimiges Decoct oder luf'usum, vorzüglich in Pulverform ids das beste schleimige Bindemittel.
Species pectorales. Siehe „Radix Liquiritiaequot;.
Radix Angelicae, Engelwurzel. Ärchangelica offichialis. Unihdliferae. V. 2. Ein zweijähriges hohes Doldengewächs, in Thüringen und Sachsen kultiviert, wo man die Wurzel im Frühlinge des zweiten Jahres ausgräbt.
Der kurze mit Blattresten versehene, bis 5 cm dicke Wur­zelstock samt den sehr zahlreichen bis 3 dm langen, am Ur­sprünge 1 cm dicken Aesten, welche unter sich verschlungen scheinen, tief längsfurchig und mit zerstreuten, ellip­tischen Warzen besetzt sind. Die Wurzeln sind außen graubraun, innen weiß, von wachsartiger, nicht holziger Kon­sistenz, die Breite ihrer Rinde erreicht höchstens den Durchmesser des gelblichen Holzkerns, auf dein Quer­schnitte zeigt die Rinde zahlreiche große gelbe Balsamgänge, welche radial geordnet und weiter sind als die Gefäßöffnungen im Holzkörper. Geruch und Geschmack stark aromatisch. Die Wurzel werde in Blechkisten aufbewahrt, da sie dem Insekten-fraße sehr ausgesetzt ist.
Prüf. Radix Angelicae silvestris ist dünner, kleiner holzig, kaum aro­matisch und besitzt nur vereinzelte Balsamgänge. Radix Levistici ist durch nachstehende Merkmale zu unterscheiden. Bestndtle. Aetherisches Oel, Harz, Angelikasuure, Augelicin (identisch
mit dem indifferenten Hydrocarotiu), Zucker. Anw. Als Infusum und in Pulverform.
Radix Levistici. Liebstöckel würzet. Lcvisticmn officinale. Umbclliferae. V. 2.
Hohe Doldenpflanze Südeuropas. Bei uns in Gärten.
Eine hellgraubraune, längsfurchige, oben quer gerin­gelte, meist der Länge nach gespaltene, 30—40 cm lange, etwa 4 cm dicke, oft mit Blattresten gekrönte Wurzel, von fleischi­ger Konsistenz, aromatischein Gerüche und süßlichem, nachher gewürzhaft bitterem Geschinacke. Der Durchmesser des citronengelben Holzkörpers ist kleiner wie der der Rinde, in welcher unregelmäßige Kreise orangeroter Balsam-gänge liegen. Die Wurzel werde in Blechkisten aufbewahrt, da sie dem Wurmfraß sehr ausgesezt und sehr hygros­kopisch ist.
Prüf. Radix Angelicae ist durch den weniger dichtstrahligeu Bau des Kernes und der Rinde, durch die engeren Gefäfse und die weiteren, weniger zahlreichen Balsamgänge zu unterscheiden.
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Bestndtle. Arthcrischcs Oel, Harz, Zucker, Aeplelsäure, Angelicasiiurc. Auw. Als Species. lufusum und Pulver.
t*Radix Belladonnae. Tollkirschwurzcl. Atropa Belladonna. Solmeae. V. 1. Einheimisch, namentlich in Bergwäldern. Eine ästige, lange, bis zu 4 cm dicke, zerbrechliche, mit langen, einfachen Aosten versehene, irisch fleischige, getrocknet mehlige, aussen blaßbraune oder gelblichgraue, längs runzel­ige, mit halbringförmigen Korknarben versehene Wurzel. Innen ist sie weiülich, mit im Umfange in einem Hinge, nach innen zerstreut stehenden, gelblichen, porösen Holz­bündel versehen. Geschmack süülich, nachher kratzend. Sie werde im Herbst oder Frühjahre von der wildwachsenden, nicht zu alten Pflanze gesammelt, jedoch nicht abgeschält. Häuiig kommt sie der Länge nach gespalten vor. Sie werde nicht über ein Jahr aufbewahrt.
Prüf. Eine holzige, ziilie, schwärzliche, schimmelige, von Insekten zer­fressene Wurzel werde verworfen. — Eadix Bardaimae ist ohne Quer­narben, das Holz deutlich strahlig, wird durch Jodlosuiig gelb. — Radix Althaeae ist schleimig, mit strahligem Holzkörper. — Padix Helenii ist hornartig, schmeckt aromatisch, wird durch Jodlösjing gelb.
Bestndtle. Atropin, Atropasaure, Stärkemehl (daher durch Jod blau werdend).
A n w. Als Infusnm und in Pulverform.
Radix Colombo. Kolombownrzel. JateorrMea Colinnha (Cocculns palmatus). Menispermeae.
XXII. (J.
Ein Kletterstrauch der ostafrikanischen Küstenländer, welcher auch auf Malabar kultiviert wird. Die langen, fleischi­gen Nebenwurzeln kommen meist in Querscheiben geschnitten in den Handel.
Querscheiben von stark bitterem Geschmacke, geruchlos, bis über 5 cm im Durchmesser und 2 cm Dicke erreichend, seltener Längsviertel. Die Rinde ist etwa 5 mm breit, bedeckt von einem runzeligen, bräunlichgrünen Korke; die nach außen zu zitronengelbe Rinde ist vom blasseren Holze durch einen dunkleren Kambiuniring geschieden, beide aber von braunen Strahlen gestreift und ohne konzentrische Kreise. Die Mitte der Scheiben, oft sehr dickfaserig, pflegt auf beiden Seiten ungleich­mäßig eingesunken zu sein.
Prüf. Die amerikanische Colombowurzel von Frasera Caroli-nensis (Fr. Walten) ist mehr fahlgelb, aufsen quergeringelt und wird durch Jodlösung nur gelb, der Aufgofs durch Eisenchlorid schwärz­lich gefällt. — Mit Kurkuina gelb gefärbte Radix Bryoniao unter-
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scheidet sich durch ihre konzentrischen Kreise (Jahresringe). Die echte Colombowitrzel wird durch Jodlösüng gebläut (Stärke), durch Eisenchlorid nicht gefärbt (Mangel au Gerbstofl). Bestndtle. Columbin (Bitterstoff), Berberin (Alkaloid), Columbo-säure, Stärkemehl.
Radix Gentianae. Gentiana latea. G. purpurn., G,
tianeäe.
Enzian wurzel. punduta, G. Funnonim. V. 2.
Geti-
Perennierende Kräuter der Alpenwiesen. Die Wurzeln und Wurzelstöcke dieser Pflanzen, welche gewöhnlich der Länge nach gespalten in den Handel kommen, sind schwach verästelt, sehr stark längsrunzelig, besitzen am oberen Teile namentlich der Haüptwurzel dichte Querringe und eine markig fleischige, im trocknen Zustande durchaus nicht holzige und faserige Beschaffenheit, auf dem Bruche sind sie gelb- oder rötlichbraun, der Heizkörper zeigt keine Strahlung und ist durch einen dunklen Kambiumring von der dicken Rinde geschieden. Die Wurzeln der übrigen Arten sind
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bedeutend dünner und kürzer. Geruch süßlich,
gewürzhaft,
Geschmack sehr bitter. 'Prüf. Die ebenfalls bittere Wurzel von Gentiana asclepiadea unter­scheidet sich durch ihre mehr holzige Beschaffenheit und deu deutlich strahligen Holzkörper. Bestndtle. Gentiopikrin (Bitterstofl), Gentisin (Farbstoff), Zucker
(bis 15,./ü), Schleim. Stärkemehl fehlt. Anw. Meist in Pulverform.
Tinctura Gentianae. Radix Gentianae, 1 Teil,
Spiritus dilutus, 5 Teile werden maceriert und kollert. Gelb­braune, sehr bittere Tinktur.
Tinctura amara.
Radix Gentianae, 3 Teile
Herba Centaurii, 3 Teile,
Cortex Fructus Aurantii, 2 Teile,
Frnctus Aurantii immaturi, 1 Teil,
Rhizoma Zedoariae, 1 Teil,
Spiritus dilutus, 50 Teile, werden maceriert und kollert. Kiiie grünlichbraune Tinktur, von aromatischem Gerüche und gewürzhaftem, bittcrem Geschmaeke.
Radix Heienii. Radix Enulae. Alantwurzel.
Inula Udcnkim. Compositae. XIX. 2. Hohes perennierendes Kraut, in Deutschland kultiviert. Der Wurzelstock und die Wurzeläste, nicht, geschält, meist der Länge nach geschnitten, von hornartiger nicht holziger Be­schaffenheit, also glattem Bruche, schmutzigweißer oder grauer Farbe und eigentümlich aromatischem Gerüche und schwach-
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bitlerem Geschmacke. Auf denn grauweißen Querschnitte findet man in der Rinde sowie im radialgestreiften Holzkörper zahl­reiche zerstreute Oelräume mit gelbgrauem Balsam, zuweilen auch mit farblosen Krystallnadeln (Helenin) erfüllt. Die Wurzel werden von der 2- und 3jährigen Pflanze im Frühjahr oder Herbst gesammelt.
Prüf. Von Riidix Belliidomiiie läfst sich die Alantwurzel schon durch ihren eigentümlichen Geruch und Geschmack, sowie den Mangel an Stärkemehl (wird durch Jod nicht gebläut) leicht unterscheiden.
Bestudtle. Inulin (bis 36%); Helenin (Alantkampfer).
Anw. Als Pulver und Infusuin.
Radix Ipecacuanhae. Brechwurzel. Psychotria Ipecaciianlta (Cephaelis Ipec.) Rubiaceae. V. 1.
Ein kleiner Strauch in den feuchten Wäldern Brasiliens.
Wurmförmig gekrümmte Neben wurzeln bis 15 cm lang, in der Mitte höchstens 5 mm dick, nach beiden Seiten etwas dünner, meist unverzweigt, von hornartiger Beschaffenheit, glattem Bruche und bitterem Geschmacke. Die hellgraue Rinde ist dicker wie der Holzkörper, ring- oder halbringförmig, oft bis auf den gelben Holzkörper eingeschnürt und läßt sich von diesem leicht trennen.
Prüf. Radix Ipecacuanhae undulata (alba, fariuosa) von Kichardsouia scabra ist nur schwach geringelt, dicker, weil'slichgrau, mit mehliger Kinde und nicht bitter. Enthält wie die ächte Brechwurzel Stärke­mehl. Radix Ipecacuanhae striata (nigra) von Psychotria emetica ist gerade walzenförmig, längsstreifig, nicht geringelt sondern in weiten Zwischenräumen bis aufs Holz eingeschnürt, grauschwarz, von süfs-lichem Geschmacke und ohne Stärkemehl. Radix Ipecacuanhae flava von Jonidum Ipecacuanha ist hcllbraungelb, fast ohne Wulste und Querrisse, innen weifs, ohne Stärkemehl. — Schüttelt man die gepulverte echte Wurzel mit Salzsäure, so zeigt eine wässerige Jodlösung im Filtrate durch intensive Bläuung Stärkemehl an; gibt man zu einem anderen Teile des Filtrats etwas Chlorkalk, so färbt sich dasselbe schönrot. (Emetinreaktion, die falschen Brechwurzcln enthalten kein Emetin.)
Bestudtle. Emetin (heftiges Brechen erregendes Alkaloid), Ipccacuan-hasäure (amorph), Stärkemehl und Spuren eines ekelhaft riechenden ätherischen Oeles.
Anw. Als Pulver und Infusum.
Pul vis Ipecacuanhae opiatus. Siehe „Opium.quot;
Radix Liquiritiae. Süßholz. Glycyrrhisa gldbra. Piqnlionaceae. XVII. ö'. Ein perennierendes Kraut des südlichen Europas und Rußlands, in Deutschland kultiviert.
A. Spanisches und deutsches Süßholz, Radix Li­quiritiae. Die weithin kriechenden Ausläufer der Wurzel.
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Eine sehr lange, beinahe einfache, bis zu 1 cm dicke, ungeschälte, aussen biäunlichgraue, längsrunzlige, innen dunkel-gelbe Wurzel. Auf dem slrahligem Querschnitte zeigt sich unter der dünnen braunen Epidermis die gelbe Rinde durch einen bräunlichen Ring von dem etwas dunkler gelben, faserigen Holzkerne geschieden. Geruch schwach, Geschmack süß, etwas kratzend.
B. Russisches Süßholz. Radix Liquiritiae mundata. Die Wurzeln und ihre einfachen Ausläufer der russischen Abart von Glycyrrhiza glabra, welche stets geschält in den Handel kommen und zwar in viel dickeren, lockeren, leichteren und süßeren Stücken als das spanische Süßholz, sonst aber mit demselben übereinstimmend. Früher -wurde Glycyrrhiza cchinata als Stammpflanze betrachtet, die Wurzel dieser Pflanze ist aber weder gelb noch süßschmeckend.
Bestndtle. Glycyrrhiziu (das Aminumuinsalz ciues säurcartigen Gly-
kosids), Farbstoff, Asparagiu, Stärke, Zucker. Anw. Als Pulver und Species. Zu Extractum (Succus) Liquiritac.
Species pectorales. Brustthee.
Kadix Althaeae,
8 Teile,
„ Liquiritiae
mundata
3 Teile,
Rhizoma Iridis,
1 Teil,
Folia Farfarae,
4 Teile,
Flores Verbasci,
1 Teil,
Fructus Anisi,
1 Teil.
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Pulvis Liquiritiaenbsp; compositus. Brustpulver.
Saccharuni,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 6 Teile,
Folia Senuae,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2 Teile,
Radix Liquiritiae,nbsp; nbsp; 2 Teile,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'
Fructus Foeuiculi,nbsp; nbsp;1 Teil,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;;:.'
Sulfur depuratum,nbsp; nbsp;1 Teil, werden in fein gepulvertem Zustande gemischt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.flaquo;
Radix Ononidis, Hauhechel w u r z e 1. Ononis spiiwsa. Papilionaceae. XVII. 3. Ein perennierendes, durch ganz Europa verbreitetes Kraut. Die Wurzel ist mehrköpfig, mehrfach um ihre Achse gedreht,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;:„'(
tieft an gs furchig, außen dunkelbraun, innen weiß, von sehr zäher und holziger Beschaffenheit. Geruch süßholzähnlich, Geschmack kratzend, etwas herber. Der Querschnitt von un­regelmäßiger Form zeigt eine höchstens 1 mm dicke Rinde und einen fächerartig strahlenden Holzkörper mit weißen Mark­strahlen, welche von einem mehr oder weniger exzentrischen, sehr kleinem Marke ausgehen.
Prüf. Die Wurzel vou Ononis repens ist fast rund, ohne tiefere
Furchen und besitzt ein sehr grofses Mark.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;SM
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Bestndtle. Ouonin (Glykosid), Ononid (amorpher, dem Glycyrrhizin ähnliclicr Körper), Harz, Stärke, Gerbstoff.
Anw. Species Lignorum. Holzthee. Liguiuu Guajaci, 5 Teile, Radix Onoiiidi.s, 3 Teile, Radix Liquiritiac inuudata, Liguiuu Sassafras, je 1 Teil.
Radix Pitnpinellae. Bibern ellwurzcl. I'impindla saxifraga und magna. Umhellifcruc. V. ;.'. Perennierende Doldengewächse Mitteleuropas. Die braunen Wurzel­stöcke und Wurzeln von fleischiger Konsistenz, starkem bockartigem Ge­rüche und brennend scharfem, etwas gewürzigem Geschmacke.
Der Wurzelstock ist geringelt, mehrköpfig und geht nach unten in die runzeligen und höckerigen, bis 2 dm langen und 15 mm dicken Wur­zeln über. Der Querschnitt zeigt eine weifse Rinde, welche das gelbliche, kaum gestrahlte Holz an Breite fast noch übertrifft, und in welcher sich rötliche Balsamgänge grobstrahlig verteilt befinden. Prüf. Die Wurzel von Pastinaca sativa hat eine höchstens '/s des Durchmessers betragende Rinde. Die Wurzel von Heraclenm Sphond-ylium besitzt einen abweichenden, mehr bitterlichen Geschmack. Die Rinde ist viel breiter als der Durchmesser des Holzkerns und von diesem leicht zu trennen. Bestndtle. Aetherisches Gel, Harz, Zucker, Stärke. Anw. Tinctura Pimpinellae. Radix Pimpinellae, t Teil, Spiritus dilutus, 5 Teile, werden maceriert und kollert.
Radix Ratanhiae. Radix Ratanhae. Ratanhiawurzel. Krumeria Triamlra. Tolygalacme. IV. 1.
Ein kleiner Strauch Perus.
Das braunrote, innen weißliche Holz der Wurzel ist von einer dünnen tiefbraunroten, nicht warzigen, leicht abtrennbaren, kurzfaserigen Rinde umgeben, welche auf Papier einen braunen Strich gibt, deren Geschmack sehr herbe ist und welche eine Dicke von 1/(j bis 1l-l des Holzkörpers besitzt. Der Holzkörper ist blaurötlich, feinstrahlig, sehr holzig und last geschmack­los. Man unterscheidet im Handel die kurze oder knollige Ratanhia, welche aus der Hauptwurzel, einem bis faustgroßen, knorrigen, vielköpfen Stocke besteht, und die lange Ratanhia, aus den walzenförmigen hin und hergebogenen Seitenästen bestehend.
Außerdem kommen im Handel vor als nicht officinell: die Savanilla oder Granada Ratanhia von quot;Krameria Ixina, deren Rinde Va bis 1/i des Holzkörperdurchmessers ausmacht. Die Rinde haftet fest am Holz.
Die Texas Ratanhia von Krameria seeundiflora hat noch eine dickere, Va bis 1/g des Holzdurchmessers betragende Kinde.
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Be st nd tie. Batanhiagerbsäure (bis 2Cgt;0/0 in der Rinde), Ratanldärot. A n w. Innerlich und äulserlicli, nanientlicli lt;als Dekokt.
Tinctura Batanhiae. Mit 5 Teilen verdünnteiu Weingeist zu bereiten.
Radix Sarsaparlllae.
R. Sassaparil lae, R. Salsapar illae. Sarsapa ril len Wurzel.
Smüax offidnalis, S. syphiliticd, 8. pwpyraeea, S. cordato-qvata. S. mc-
dica etc. Äsparägeae. XXII. 6.
Axmsdicke bis über 100 Fuss hoch kletternde Stechwinden, welche über das ausgedehnte Gebiet der nördlichen Hälfte Südamerikas durch Centralamerika bis nach Mexiko an beiden Oceancn einheimisch sind. Man kennt über 150 Arten, welche jedoch meist noch nicht genau be­stimmt sind.
Sehr lange bis zu 6 mm dicke, gestreifte, aufsen graubraune oder braunrote Wurzeln, mit fester, etwas dicker, entweder mehliger und weifser, oder hornartiger und bräunlicher Mittelrinde, mit einem geschlossenen Holzringe, nicht mit vollständigen Markstrahlen versehen. Das Mark ist meist weifs und mehlig. Geschmack schleimig, hinterher kratzend. Nur die Wurzeln und nicht der häufig noch vorhandene Wurzelstock sollen angewendet werden. Die Aufsenfarbe ist zuweilen durch anhängende Erde verdeckt, zuweilen durch Räuchern verändert, welches vorgenommen wird, um eine beliebtere dunklere Färbung zu erzielen oder um die Wurzel vor Insekten und Pilzen zu schützen.
A.nbsp; nbsp;Honduras Sarsaparille. Von einem kurzen Wurzelstocke gehen zahlreiche, sehr lange Nebenwurzeln aus, welche federkieldick, längsstreifig, meist unverästelt sind. Auf dem Querschnitte umschliefst eine weifse mehlige, dicke Rinde einen gelben, porösen Holzring, welcher nach aufsen von einer braunen Linie (Kernscheidc) scharf begrenzt ist. Die Breite des Holzringes wird vom centralen, weifsen Marke um das l'/j bis 2fache übertrofien.
B.nbsp; Caracas Sarsaparille, kommt selten in den Handel, eben­falls meist mit dem Wurzelstock. Rinde mehlig. Mark etwa Sinai so breit wie der Holzring.
C.nbsp; nbsp; Para Sarsaparille (Brasilianische auch Lissaboner ge­nannt, weil über Lissabon eingeführt), ohne Wurzelstock in meterlangen beiderseits abgeschnittenen Wurzeln, sog. Puppen. Holzring sehr schmal, Mark 3 bis 6mal so breit wie dieser. Rinde mehlig. Selten im Handel.
D.nbsp; Veracruz oder Tampico Sarsaparille, kommt mit dem Wurzelstock in schlechter Verpackung zu uns. Eine tieffuichige, strahlige Wurzel, deren Farbe meist durch anhängenden'Lehm verdeckt ist. Grofse Strecken sind von der sehr zerbrechlichen, horn artigen, nicht meh­ligen Rinde entblöfst. Auf dem Querschnitte erscheint der Holzring von fast gleicher Breite mit dem Marke.
Prüf. Die Anwendung der Veracruz-Sarsaparille ist nicht statthaft. Fremde, beigemengte Wurzeln sind infolge des charakteristischen Querschnittes der Sarsaparilla leicht zu unterscheiden.
Bestudtle. Smilacin (ein Glykosid, auch Parillin, Parillinsäure oder Salseparin genannt, dem Saponin nahestehend), Stärkemehl, Harz.
Auw. Meist als Dekokt. Das Decotum Zittmanni, ein in derMedicin berühmtes Mittel bei Syphlllis, ist gröfsteuteils ein Decoctum Sar­saparlllae.
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Radix Senegae. Senogawurzel. Folyyala Senega. Polygaleac. XVII. 2.
Ein perennierendes Kraut des östlichen Nordamerikas.
Der knollige, mit zahlreichen Stengelresten und rötlichen Blattschuppen versehene AVurzelkopf samt der oberwärts geringel­ten, höchstens 1,5 cm dicken Wurzel und ihren wonigen bis 2 dm langen, einfachen Aesten. An der gelblichen Rinde befindet sich meist eine kielartig vorspringende Leiste, welche um den Wurzelast spiralig herabläuft. Auf den gegenüberliegenden Seiten erheben sich meist Querwülste. Entfernt man die nicht über 1 mm dicke Rinde, so zeigt sich der mark lose Häupt­körper an zahlreichen Stellen gespalten und ausgehöhlt. Geruch etwas ranzig, Geschmack scharf kratzend.
Prüf. Die sog. Eadix Niusi seu Ginseng von Panax quinquefolius, ferner die Wurzel von Vincetoxicum officinale und von Jonidium Ipecacuanha, das Rhizom von Cypripedium pubescens finden sich zu­weilen der Senega beigemengt, entbehren aber alle der charakteristi­schen Merkmale derselben.
Bestndtle. Senegiu (auch Polygalasäure genannt, vielleicht identisch mit Sapouin), Gerbstoff. Stärkemehl fehlt.
Radix Taraxaci. Löwen Zahnwurzel. Taraxacum officinale. Compositae XIX. 1.
Die ganze bei uns überall wachsende, im Frühjahr voi­der Blütezeit gesammelte Pflanze ist das offizinclle Präparat. Eine spindelförmige, meist unverzweigte, fleischige, trocken brüchige, braune Wurzel mit einem Schopf schrotsägezähniger Blätter. Auf dem Querschnitte fällt nach dem Aufweichen die Dicke der weißen, hornartigen Rinde auf, welche mindestens dem Durchmesser des nichtstrahligen, marklosen, gelben Holz­körpers gleichkommt-. Das Parenchym der von einer dünnen Korkschicht umschlossenen Rinde ist ausgezeichnet durch 10 bis 30 konzentrische Kreise. Geschmack süßlich-bitter.
Bestndtle. Dieselben sind je nach der Sammelzeit ganz verschieden. Das offizineile Frühlingspräparat enthält namentlich Zucker, Taraxacin (Bitterstoff) aber kein Jimlin, während im Herbste das Junliu vor­herrscht. In den Blättern und Stengeln, nicht den Wurzeln, kommt Inosit vor.
Radix Valerianae. Baldrianwurzel. Valeriana officinalis. Valerianeae. III. 1.
Ein perennierendes Kraut Europas.
Ein etwas knolliger, bis 4 cm langer und 2 cm dicker, oben mit Stengel- und Blattresten beschopfter Wurzelstock, am unteren Ende abgestorben, ringsum dicht besetzt mit höch­stens 2 mm dicken, bis über 2 am langen Nebenwurzcln. Farbe
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flunkclgraubraun, Konsistenz fleischig, trocken, spröde, aber durchaus holzig. Querschnitt des Wurzelstockes gleichmäßig bra.un, mit einem Kreise von undeutlichen, isolierten, etwas hel­leren Gefäßbündeln, die dickeren Wurzelstöcke sind häufig querfächerig; der Querschnitt der Wurzeln zeigt einen sehr dünnen Holzcylinder , von einer 3 bis 4 mal breiteren Rinde umschlossen. Geschmack gewürzhaft süßlich-bitter, Geruch höchst eigenartig, erst beim Trocknen sich entwickelnd. Prüf. Die Wurzel von Yaleriana Phu ist bis 15 cm laug, nur nach
uuteu bewurzelt, widerlich riechend. Zuweilen beigemengte Wurzeln
von Banunkulusarten sind hellfarbig, innen weifslich, geruchlos. Be stud tie. Aetherisches Oel (namentlich in der äufseren Kinde und
in Pflanzen von trockenen Standorten), Baldriausäure, Zucker, Harz,
Stärkemehl. A u w. Als Pulver und Infusum.
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Tiuctura Valeriauae
wird wie Tinet. Pimpinellae bereitet.
Tiuctura Va 1 eriauae aetherea.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
Radix Valeriauae, 1 Teil, werde mit Spiritus äthereus, 5 Teilen, maceriert und koliert.
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2. Wurzelstöcke.
Rhizoma Calami. Kalmuswurzel. Acorns Calamus. Äroideae. VI. 1.
Schilfähnliche Pflanze an Teichen und langsam fließen- '
den Gewässern.
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Ein horizontaler, walzenförmiger, oben etwas flach ge­drückter Wurzelstock, bis 2 dm lang , oberseits durch Blatt-narbon in dreieckige, graue Felder geteilt, zwischen denen die gelbliche Rinde des Wurzelstockes erscheint; unterseits erheben sich die dunkelbraunen Wurzelnarben in einer Zickzack­linie. Auf dem elliptischen, weißen oder blaurötlichen Quer­schnitte erscheint der Gefäßbündelcylinder von der ungefähr 3 mal schmäleren, meist etwas dunkleren, porösen Rinde um­schlossen. Geruch eigentümlich aromatisch, Geschmack bitter­lich-aromatisch. Im Spätherbste zu sammeln.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;. gt;
Der geschälte Kalmus, welcher früher offizineil war, bildet gleichmäßige, weißliche Stücke, an deren Unterseite die zick-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;
zackförmigen Narben der Wurzeln sichtbar sind. Bestndtle. Aetherisches Oel (namentlich auch in der Rinde), Stärke,
Bitterstoff (Gerbsäure, Fette). Auw. Als Pulver und Infusum.
Tiuctura Calaiui
V
werde wie Tiuctura Pimpinellae bereitet.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;H^
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Rhizoma Filicis. Wurmfarnwurzel.
Ayndium (Polystkhum) Filix mas. Filices. XXIV. Europa.
Der horizontal verlaufende, ungeschälte, dicht mit bogig aufsteigenden, glänzend dunkelbraunen We del res ten besetzte, untersoits feine Nebenwurzeln tragende Wurzelstock, allenthalben mit rostfarbenen Spreuschuppen besetzt. Die Wedelreste (Blattbasen) sind kantig, gekrümmt und zeigen einen grünlich mehligen Querschnitt mit etwa 8 deutlich begrenzten Gefäßbündeln im einfachen Kreise liegend, eine größere An­zahl, in doppeltem Kreise, zeigt der Wurzelstock. Geschmack süßlich-herb, kratzend, Geruch schwach. Sie werden im Spät-herbste gesammelt und jährlich erneuert. Vor dem Gebrauche schält man alles bis auf das zu benutzende markig-grüne Innere ab.
Prüf. Iiinon braun gewordenes Ehizom ist als wirkungslos zu vor­werfen.
15estn title. Filixgerbsäure (Glykosid), fettes Oel (bis'(.!raquo;/„), Harz, Zucker, Filixsäurc (wahrscheinlich das wirksame Prinzip des Khizoins.)
A n w. In Pulverform und namentlich als
Extractum Filicis.
Rhizonia Filixis, 5 Teile, werden übergössen mit
Aether,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 15 Teilen, und 3 Tage lange maceriert.
Nach dem Abgiefsen des Aethers wird der Rückstand nochmals 3 Tage mit Aether, 10 Teilen, maceriert und ausgepreist.
Die gemischten Flüssigkeiten werden zu einem dünnen, völlig vom Aether befreiten Extrakte eingedampft. Vor der Dispensation ist das Extrakt gut umzuschüttein.
Rhizoma Galangae. Galgantwurzel. Alpinia officinarum. Scitamineae. I. 1. Schilfähnliche Pflanze Chinas.
Ein knieförmig gebogener, cylindrischer, 1 —1,5 cm dicker, verästelter Wurzelstock, fingerlang, rotbraun, von zäher, faserig­holziger Beschaffenheit, durch ringförmige Blattnarben gegliedert. Der größte Teil des braunen Querschnitts besteht aus der Rinde, welche den Durchmesser des etwas dunkleren Gefäß-bindecylinders übertrifft. Geruch und Geschmack scharf aromatisch.
Prüf. Kadix Galangae majoris von Alpinia Galanga auf Java, viel
gröfser, innen weifslich. Bestndtle. Aetherisches Üel, Harz, Stärkemehl. A n w. Selten, als Pulver oder Infusum.
Rhizoma Graminis. Quecken Wurzel. Tritimm (Ägrqpyrum) ramp;pms. Oramineae, III. 2. Verbreitetes Ackorunkraut, dessen Wurzelstock im Früh­jahr gesammelt wird und zerschnitten in den Handel kommt.
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Der Wurzelstock ist halmartig, stielrund, hohl, außen glatt, nur an den Knoten mit kurzen weißen Blattscheiden und feinen Neben wurzeln versehen, getrocknet strohgelb, glänzend. Geschmack süßlich.
Prüf. Der Wurzelstock von Lolium perenne ist sehr dünn, dunkel­braun, auch zwischen den Knoten bewurzelt. Bestndtle. Fruchtzucker (bis 4u/o)) Triticin (isomer dem Rohrzucker,
geschmack- und geruchlos, 7—S0/0), Stärkemehl fehlt. Auw. Zu Theespecies und als Dekokt.
Rhizoma Imperatoriae. Meisterwurzel. Imperatoria Ostridhium. Umhelliferae. V. 2. Perennierende Gebirgspflanze Deutschlands. Der ästige, graubraune, etwas knollige, längsrunzelige, meist flachgedrückte Wurzelstock ist bis 1 am lang und 1,5 cm dick, vielfach geringelt und warzig; er treibt zahlreiche dünne Ausläufer. Auf dem Querschnitte trennt ein schmaler Holzring das sehr große Mark von der Rinde, welche beide zahl­reiche große Balsamgänge enthalten.
Bestndtle. Aetherisches Oel. Ostruthin (bis G %), Harz, Stärkemehl. Anw. Selten, als Pulver. Imperatorin (identisch mit Peucedanin).
Rhizoma Iridis. Veilchenwurzel. Jm Germanica; I. pallida, I. Florentina. Irideae. III. 1. In Oberitalien kultivierte, in Deutschland als Zierpflanze gezogene Schwertlilie.
Die braungelbeu Wurzelstöcke werden im Herbste gesammelt, von den Stengeln, Blättern, Wurzeln, sowie von der Aufsenschicht befreit, gewaschen und in der Sonne getrocknet. Die geschälten Wurzelstöckc sind weifs, horizontal, flachgedrückt, verästelt und durch Einschnürungen in die einzelnen Jahrestriebe geteilt. Oberseits sind diese durch Blatt­narben dicht geringelt, unterseits mit uuregelmäfsigen braunen knotigen Narben der Nebenwurzeln besetzt. Geruch veilchenartig, Geschmack wenig gewürzhaft, etwas bitter. Konsistenz spröde und hart, nicht holzig. Prüf. Die gröfsten und wertvollsten Ehizome kommen als Livorneser, die geringeren als Veroneser in den Handel. Manchmal ist die Ware des bessern Aussehens wegen mit Kreide oder Bleiweifs eingerieben. Bestndtle. Etwas ätherisches Oel neben Myristicinsäure, scharfes
Harz, Stärkemehl, etwas Gerbsäure. Anw. Zu Species pectorales.
Radix Rhei. Rhabarberwurzel.
Bheimi officinale und Mheüm pdlmatum Var. Tanguticum.
Polygoneae. IX. 3.
Perennierende Kräuter Tibets und der angrenzenden chinesischen Provinzen.
Die sog. Rhabarberwurzelist das geschälte, ungleich zerschnittene Rhizom und kommt in rundlichen, cylindrischen, kugeligen, plankonvexen oder ganz flachen Stücken in den Handel, welche meist noch die schwärzlichen Bohrlöcher besitzen,
Arnold, Pharmakognosie etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
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an welchen die Wurzel aufgefädelt war, um das Trocknen zu erleichtern. Die Wurzel ist gelbbraun, markig, nicht holzig, auf dem Bruche körnig, weiß, durch unregelmäßig verlaufende orangegelbe und rote Markstrahlen marmoriert, welche nament­lich als flammige Zeichnungen, sog. Masern hervortreten und nur in der schmalen äußersten Schicht regelmäßig radial ver­laufen. Auf der Außenfläche zeigt die Wurzel bei genügender Entfernung der Rinde rhombische Maschen aus weißen Adern (Parenchym und Gefäßbündel) mit dazwischenliegenden rot ge­streiften und punktierten Feldern (die Markstrahlen); Geruch und Geschmack sind höchst eigentümlich, beim Kauen knirscht die Wurzel infolge der zahlreichen Kryställchen von Calciumoxa-lat und färbt den Speichel gelb. Ihr Pulver ist rötlichgelb. Bis 18G0 kam die Rhabarber auf 2 Wegen nach Europa:
A.nbsp; nbsp;Als russische Rhabarber über Kiachta durch Sibirien nach Moskau, die vorzüglichste durch Auslesen erhaltene Sorte. Seitdem China seine Seehäfen dem Auslande erschloß, findet keine Einfuhr auf dem Landwege mehr statt und das Monopol der russischen Regierung erlosch 1863.
B.nbsp; nbsp;Als chinesische Rhabarber, die einzige jetzt noch existierende asiatische Handelsware.
Prüf. Die europäische Rhabarber in England, Frankreich, Ungarn und Mähren von verschiedenen kultivierten Rheumarten erhalten, ist der asiatischen an Farbe, Geruch, Geschmack und Bestandteilen ähnlich, unterscheidet sich aber durch ihre walzenförmige Gestalt, den Mangel an Masern und den auf dem Querschnitte deutlich hervortretenden strahligen Bau.
Bestndtle. Chrysophan (orangefarbiges Glykosid, in Zucker und Chrysophansäure spaltbar), Carthatinsäure, Emodin , Harze, Stärke, Calciumoxalat als rundliche Drüsen, eisengriinende Gerbsäure; Schleim und Gummi.
Anw. In Pulverform und als Infusum.
Extractum Rhei. Durch mehrmaliges Ausziehen von Rhabarber mit verdünntem Weingeist und Abdampfen der Flüssigkeiten zur Trockne erhalten.
Extractum Rhei compositum. Extractum Rhei, 30 Teile,
„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aloes, 10 Teile,
Rlaquo;sina Jalapae,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5 Teile,
Sapo medicatus, 20 Teile, werden zerrieben, mit Weingeist befeuchtet, im Dampfbade erhitzt und zur Trockne verdampft.
Tinctura Rhei vinosa. Radix Rhei,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 8 Teile,
Cortex Aurantii, 2 Teile, Semen Cardamomi, 1 Teil,
Vinum Xerense 100 Teile, werden maceriert und in der Kolatur der siebente Teil ihres Gewichtes Zucker aufgelöst.
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Tinctura Ehei aquosa.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,
Eadix Ehei,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;100 Teile,
Borax,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10 Teile,
Kalium carbonicum, 10 Teile, übergiefse mit Aqua fervida,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;900 Teilen, mische nach ili Stunde hinzu
Spiritus,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;90 Teile, kollere noch 1 Stunde und füge hinzu
Aqua Cinnamomi, 150 Teile.
Rhizoma Tormentillae. Tormentillwurzel. Potentilla Tormentilla. Rosaceae. XII. 3.
Einheimisches, perennierendes Kraut.
Ein unregelmäßig knolliger oder mehr gestreckt-cylindri-scher, oft gebogener, tief brauner Wurzelstock, größtenteils be­freit von den langen dünnen Wurzeln, sehr fest und hart,
geruchlos, von zusammenziehendem Geschmacke. Der Quer-
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schnitt zeigt unter einer schmalen Rindenschicht ein rotbraunes Gewebe, in welchem ein oder mehrere Kreise getrennter gelber Holzbündel liegen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'r ;
Bestndtle. Tormeutillgerbsäure, Tormentillrot (wahrscheinlich ideu-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i
tisch mit Eatanhiarot), Chinovasäure, Ellagsäure, Stärkemehl. Auw. Als Pulver und Dekokt.
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f Rhizoma Veratri.
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Radix Hellebori albi. Weiße Niesswurzel. Veratrum album. Colchicaceae. VI. 3.
Hohes perennierendes Kraut der Alpenwiesen. ' Der dunkelbraune, aufrechte Wurzelstock ist etwas knollig, verkehrt kegelförmig, oben geschöpft mit scheidigen Blatt- und Stengelresten, ringsum dicht besetzt mit langen, hellbraunen Nebenwurzeln.
Geschmack anhaltend kratzend und bitter; das Pulver des geruchlosen Rhizoms erregt gefährliches Nießen. Auf dem weißen Querschnitte trennt eine braune Kernscheide die Rin-de'nschicht von stärkemehlreichem Innengewebe, in welchem un­regelmäßig verlaufende, zerstreute Gefäßbändel.
Bestndtle. Die Alkaloide Jervin, Pseudojervin, Rubijervin, Verat-roidin, Veratalbin. Das Glykosid Veratramirin, ferner Jerva- und Veratrinsäure, Harz, Zucker, Stärke. Früher wurde irrtümlich Veratrin als Bestandteil angenommen.
Anw. Als Dekokt zum äufserliehen Gebrauch. Ferner in platten Stücken zum Einschieben unter die Haut als Brechmittel bei Schweinen. Als Pulver zum innerlichen und äufserliehen Gebrauch.
Tinctura Veratri. Mit 10 Teilen Spiritus dilutus zu bereiten.
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Rhizoma Zedoariae. Zittwerwurzel. Curcuma Zedoaria. Sciiamineae. I. 1.
Schilfähnliche, öfters kultivierte Pflanze Ostindiens.
Der in Querscheiben oder Längsviertel zerschnittene Wurzelstock, mit fast grauer, etwas glänzender Korkschicht und einer dünnen Mittelrinde, welche durch eine feine Kern­scheide scharf von dem rötlich grauen Holzkern geschieden ist. Geruch und Geschmack kampferartig etwas bitter, Kon­sistenz hornartig hart.
Prüf. Der Wurzelstock von Curcuma aromatica unterscheidet sich
durch die gelbe Farbe des inneren Gewebes. Bestndtle. Aetherisches Oel, Harz, Stärke, Gummi.
Rhizoma Zingiberis. Ingwerwurzel. Zingiber officinale. Scitamineae. I. 1.
In Ostindien einheimisch, in China, Westindien, Süd­amerika kultiviert.
Die handförmig verzweigten, seitlich zusammengedrückten, von der gelblichgrauen Korkschicht nur an den meist knollig gewölbten Seitenflächen befreiten Neben-Wurzelstöcke. Auf dem Querschnitte zeigt das weißliche Gewebe sowohl in der schmalen Rinde wie im elliptischen Holzkörper mit den zerstreuten Gefäßbündeln sehr viele gelbe oder braune Harz­zellen. Geruch und Geschmack sehr aromatisch, brennend. Konsistenz mehlig oder hornartig, nur schwach faserig.
Prüf. Der weifse Ingwer wird durch Einlegen des ganz geschälten Ehizoms in Kalkwasser, der schwarze Ingwer durch Abbrühen des Rhizoms vor dem Trocknen erhalten. Beide Sorten werden nicht angewendet.
Bestndtle. Aetherisches Oel, Gummi, Stärke (bis 180/o)gt; Harz, Gingeroi (halbflüssige, unbeständige, aromatische Substanz).
Anw. Tinctura Zingiberis wird wie Tinct. Pimpin. bereitet. Tinctura aromatica (S. 60).
3. Zwiebeln und Knollen.
Bulbus Scillae. Meerzwiebel. Urginea maritima. Liliaceae. VI. 1.
Mannshohe Pflanze an den Gestaden des Mittelmeers. Offlcinell sind die aus dem mittleren Teile der Zwiebel geschnit­tenen Streifen, ungefähr 3 mm dick, gelblichweifs, durchscheinend, mit dicken Querstreifen durchzogen, von widerlich bitterem Geschmacke. Sie werden scharfgetrocknet in wohlverschlossenen Gefäfsen aufbewahrt, da sie sehr hygroskopisch sind. Die frische Zwiebel ist ein Gift für Mäuse und Katten.
Prüf. Es gibt auch Zwiebeln mit innen roten Schalen, welche in Eng­land und Frankreich, nicht aber in Deutschland offlcinell sind.
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Bestndtle. Sinistrin (ein dem Dextrin ähnliches Kohlenhydrat), Zucker, Schleim, etwas übelriechendes ätherisches Oel, ferner Scillain, Scillipicrin, Scillitoxin (amorphe, giftige Verbindungen) und Scillin (krystallinisch.)
Anw. Innerlich als Aufgufs oder Pulver, zuweilen auch äufserlich.
Acetum Scillae. Bulbus Scillae,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5 Teile,
Spiritus,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5 Teile,
Acid, aceticuin dilutum, 9 Teile, Aqua,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;36 Teile,
werden 3 Tage maceriert und koliert.
Extractum Scillae. Durch Ausziehen mit dem 4fachen Spiritus dilutus und Abdampfen
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des Auszuges erhalten.
Tinctura Scillae. Wird mit 5 Teilen Spiritus dilutus bereitet.
Oxymel Scillae, Meerzwiebelhonig.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; h^i,
Acetum Scillae, 5 Teile, mische mitnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 'I j-
Mel depuratum, 10 Teilen, und dampfe auf 10 Teile ab.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;. *
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fTubera Aconiti. Eisenhutknollen. Aconitum Napellus. Manunculaceae. XIII. 2.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i
Ein Kraut auf höheren Gebirgen, in Gärten als Zierpflanze. Meist zwei geparte Knollen, deren eine noch die Stengel­reste besitzt, während die andere im laufenden Jahre erst ent­
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standen, oben mit einer Knospe schlieüt, welche im kommenden Jahre zum Stengel wird. Die Knollen sind schwärzlich­braun, stark längsrunzelig, etwa 6 g schwer, bis 2 cm dick und 3—8 cm lang, mit zahlreichen Narben der Nebenwurzeln versehen. Geschmack anfangs schwach, später anhaltend scharf, zusammenziehend.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; r.'J
Auf dem weißen Querschnitte zeigt sich ein weites sternförmiges Mark mit vorgestreckten Strahlen, welches von einem schmalen Gefäßbündelkreis umgeben ist. Prüf. Die meist gröfseren Knollen der kultivierten Pflanze sind
weniger wirksam. — Aconitum variegatum besitzt kleinere Knollen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;^
— Aconitum Stoerkianum besitzt meist mehr wie zwei zusammen­hängende und mehr längliche Knollen. Bei diesen Arten ist das Mark auf dem Querschnitte undeutlich strahlig, die Strahlen nicht vorgestreckt.
Bestndtle. Aconitin, Pseudoaconitin und Picroaconitin (3 Alkaloide), Harz, Fett und Zucker.
Anw.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; TincturaAconiti.
Mit 10 Teilen Spiritus dilutus zu bereiten.
Extractum Aconiti. (Siehe Extrakte. Abt. 3.)
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I I
Tubera Jalapae. Jalapenknollen. Ipomoea (Convolvulus) Furga. Convolvulaceae. V. 1.
Eine Schlingpflanze der mexikanischen Anden, deren Knol­len über Feuer getrocknet und über Jalapa nach Vera-Cruz in den Handel kommen.
Entweder kugelige oder birnenförmige oder länglich-runde, verschieden große, ganze oder durchschnittene, feste, schwere Knollen. Außen sind sie braun und runzlig, in den Runzeln mit einem schwärzlichen Harz überzogen, weder Blattnarben noch Nebenwurzeln besitzend. Das sehr dichte Gewebe hat einen glatten, mehligen oder hornartigen, weder holzigen noch faserigen Bruch, welcher in der weißlichen oder graubräunlichen Grundfarbe dunkle, konzentrische, gereihte, nicht durch strahlige Gefäßbündel unterbrochene Harzzellen zeigt. Geschmack fade, hinterher kratzend, Geruch eigenartig.
Prüf. Die nufsgrofsen, rundlichen und birnförmigen Knollen sind die besten (harzreichsten, 12—170/0), dann kommen die mehr gestreckten (10% Harz) und die stark eingeschrumpften, gedörrten Birnen ähn­lichen Knollen (80/0 Harz). Teilweise extraliierte Knollen sind gleich-mäfsig, nicht nur in den Kunzein glänzend. — Tampico-Jalapenwurzel, von Ipomoea simulans, ist der echten Jalapa sehr ähnlich, zeigt aber weniger konzentrische Schichten und ist aufsen mehr runzelig. — Stipites Jalapae, leichte Jalapa, die Wurzel von Ipomoea Oriza-bensis, ist mehr länglich und zeigt einen strahligen Hojzkörper und faserigen Bruch. Das Harz dieser beiden Sorten (Jalapin) ist im Gegensatze zum Harze der echten Jalapa in Aether löslich.
Bestndtle. Harz (Convolvulin, in Aether unlöslich), Stärke, Zucker, Farbstoff.
Anw. Zu Resina Jalapae (S. 26), welches einen Bestandteil von Ex-tractum Bhei compositum und Sapo Jalapinus ausmacht.
Tubera Salep. Salep.
Orchis masctila. 0. militaris. 0. Morio, 0. tistulata, Ana-
camptis pyramidalis, Piatanthera bifolia. Orchideae. XX. 1.
Bei uns und im Orient einheimische Kräuter, deren zur Blütezeit oder kurz nachher auszugrabenden Knollen, nach Entfernung der stengeltragenden, in siedendes Wasser getaucht, abgerieben und getrocknet werden. Sie sind eirund oder läng­lich, oft bis zolllang, durch das Abbrühen hornartig und durch­scheinend, von schmutzig weißer oder blaßbräunlicher Farbe, ohne Geruch, von fadem, schleimigem Geschmacke.
Prüf. Die geschälten Zwiebelknollen von Colchicum autumnale werden durch ihre braune Oberfläche, mehlige Beschaffenheit und den bitteren Geschmack leicht unterschieden. Die platten, bandförmig ge­teilten Knollen von Orchis maculata und latifolia sind von ge­ringerem Werte, da sie ärmer an Schleim sind.
Bestndtle. Schleim (bis 480/o)j Stärke (bis 270/o)) Zucker, Eiweifs.
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Anw.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mucilago Salep.
Tubera Salep pulv., 1 Teil, wird durch Umschütteln mit Aqua frigida, 10 Teilen, fein verteilt und dann Aqua fervida, 90 Teile, hinzugefügt und nahezu bis zum Er­kalten geschüttelt.
B. Obei-irdisciLQ IPflanzonteile.
1. Hölzer, Ligna.
Das Holz, Lignum, ist die zwischen Rinde und Mark lie­gende Schicht des Stammes, welche aus getrockneten Zellen und Gefäßen besteht. Man erkennt am Holze den Splint oder das Saftholz, das jüngere, äußere, weiche, und das Kernholz, das ältere, innere, härtere. Durch die alljährlichen Neubild­ungen lagern sich um das Mark die Kernholzschichten konzen­
trisch und bilden die sogenannten Jahresringe. Außerdem ist das Holz noch mit Markstrahlen radienartig durchsetzt.
Mitunter benutzt man das Holz der Wurzel. Stengel, Sti-pites, sind dünne, mit der Rinde bedeckte Stämme, meist von
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krautartigen Gewächsen, die zu eigentlichem Holze nicht aus-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; |
wachsen.
Die Einsammlungszeit ist meistens der Herbst.
Lignum Guajaci, Franzosenholz, Pockholz.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ' i[|
Guajacum ofßcinale. Zygophylleae. X. I.
Ein immergrüner Baum der westindischen Inseln.
Das Holz ist schwer, dicht, hart, mit harzigem, grünlich­braunem Kernholze und einem leichteren, blaßgelben Splinte. Es läßt sich weder gerade spalten, noch leicht zerschneiden.
Beim Erhitzen verbreitet es einen benzoeartigen Geruch, der Geschmack ist etwas kratzend. Es kommt gewöhnlich in zerschnittenem Zustande in den Handel.
Weingeist mit dem Holze geschüttelt, hinterläßt beim Verdampfen einen gelbbraunen Rückstand, welcher mit einer Lösung von Eisenchlorid in 100 Teilen Weingeist besprengt, vorübergehend eine schöne blaue Färbung annimmt.
Bestndtle. Guajakharz (300/o), Guajacin, Guajaksäure, Benzoesäure. Anw. Als Dekokt zu Species Lignorum (S. 44).
Lignum Quassiae. Bitterholz. Fliegenholz. Das Quassiaholz ist von weißlicher Farbe, weicher Be­schaffenheit, feinfaserig und leicht zu spalten; auf dem Quer­schnitte lassen sich mit der Lupe Jahresringe und Markstrahlen erkennen. Der Geschmack ist rein und anhaltend bitter, der Geruch fehlt. Es kommen zwei Sorten des Holzes in den Handel:
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1.nbsp; das Surinamensische Quassiaholz von Quassia amara, Simaruheae. X. 1., einem strauchartigen Bäumchen Surinams.
Dieses Holz kommt in zolldicken Ast- und armsdicken Stammstücken vor. Die Rinde ist papierdick, leicht sich lösend, gelblich-grau; das Holz ist dicht;
2.nbsp; nbsp;das Jamaikanische Quassiaholz von Fkraena excelsa, Simaruheae, X. 1., einem hohen Baum Westindiens, kommt in fuMicken Stammstücken zu uns. Die Rinde ist sehr dick (1 cm), braunschwarz, leicht zu zerschneiden und von faserigem Bruche; das Holz ist locker, mehr gelblich Avie das der anderen Sorte.
Bestndtle. Quassün (Bitterstoff). Anw. Als Dekokt oder Infusum.
Lignum Sassafras. Fenchelholz. Sassafras officinalis. Laurineae. IX. 1.
Bäume und Sträucher Nordamerikas, deren zerschnittene starke Wurzel die Handelsware bildet; das Holz ist leicht, etwas schwammig, leicht zu spalten, von bräunlicher oder blaß-rötlicher Farbe. Geruch fenchelartig, Geschmack ähnlich, zu­gleich süßlich. Prüf. Das Stammholz ist dunkler, schwerer, nur von schwachem Ge­rüche und nicht zu verwenden. Bestndtle. Aetherisches Oel, Harz, Gerbstoff. Anw. Als Infusum. Zu Species Lignorum (S. 44).
* Stipites Dulcamarae, Bittersüfs Stengel, AI franken. Solanum Dulcamara. Solaneae. V. 1. Die windenden grünlichen Stengel werden im Herbste oder Früh-jalir von 2-—3jährigen Pflanzen gesammelt. Sie sind f'ederkieldick, haben im frischen Zustande einer widerlichen, etwas betäubenden Geruch und einen anfangs bittern, nachher sül'slichen, kratzenden Geschmack, sind fast ökantig und besitzen zerstreute Blattnarben. Prüf. Die Stengel des Geisblattes, Lonicera Periclymenum, sind
walzenrund und mit gegenständigen Blattnarben versehen. Bestndtle. Dulcamarin und Solanin (Glykoside) und ein bitter-
süfser Stoff. Anw. Als Dekokt.
2. Rinden, Cortices.
Die Rinde, Gortex, ist die äußere Umgebung des Stam­mes oder der Aeste und Zweige dicotyledonischer Gewächse. Sie besteht aus drei Lagen, der Außenrinde, Mittelrinde und Innenrinde. Letztere wird der Bast genannt. Anfangs ist die Außenrinde von der Epidermis gebildet, Avelche aber nach und nach verschwindet und bei älteren Rinden eine Korkschicht
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bildet. Die Außenrinde und Mittelrinde sind dann öfters nicht mehr zu unterscheiden und bilden die Borke, welche, weil in ihr kein eigentlicher Neubildungsprozeß stattfindet, beim Aus­dehnen des Stammes zerreißt und runzlig und rissig wird.
Der Bast ist die jüngere Rindenschicht, welche aus ge­streckten Zellen und Baströhren besteht und alljährlich aus dem Cambium entsteht. Der Bast ist mehr oder weniger grün, gelb oder rot.
In der Rinde sind die eigentümlichen Stoffe der Pflanzen
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oft am reichhaltigsten abgelagert.
Zu den eigentlichen Rinden rechnet man auch die Rinden der Wurzeln. Dagegen gehören die Schalen der Früchte, z. B. die Pomeranzenschale, Cortex Aurantii, unter die Fruchtteile.
Die Einsammlungszeit der Rinden ist das Frühjahr oder der Herbst. Sie müssen in der Regel von jungen kräftigen Pflanzen genommen werden. Das Trocknen und Aufbewahren der Rinde ist ohne Schwierigkeit.
Cortex Cascarillae. Kaskarillrinde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;, r
Groton Ehderia. Euphorbiaceae. XX. 1.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,;i
Ein strauchartiges Bäumchen Westindiens. Die Rinde bildet harte Röhren von meistens unter 1 dm Länge und 1 cm Breite, oder rinnenförmige 1—2 mm dicke
Stücke. Dieselben sind zum teil mit hellgrauem Kork bedeckt,
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an den korkfreien Stellen graugelblich oder braun, längsge­streift und querrissig; die Innenseite ist bräunlich, gleichmäßig feinkörnig, der Bruch ist hornartig, fast glatt, glänzend und durchaus nicht splittrig. Geruch aromatisch, Geschmack stark aromatisch und bitter.
P r ü f. Beigemengte Holzstücke sind vor dem Gebrauche zu entfernen Zuweilen ist Kopalchirinde von Croton niveus beigemengt, welche aus doppelt so breiten und langen Stücken besteht, innen heller braun ist, einen grobstrahligen Bruch und schärferen Geschmack besitzt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i
Bestndte. Aetherisches Gel, Cascarillin (Bitterstoff), Harz. Anw. Als Pulver und Infusum.
Cortices Chinae. Chinarinden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;',;:S|
Cinchona siiccirubra, Cinchona Calisaya, Cinchona micrantha,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;
Cinchona lancifolia, Cinchona officinalis. Htthiaceae. V. 2.
Hohe, schlanke Bäume, welche auf dem Ostabhange dernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.'
südamerikanischen Andenkette einheimisch sind und deren Rinden von eigens zu diesem Zwecke ausgerüsteten Leuten (Cascarilleros) gesammelt und nach den Hauptstapclplätzennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; =;
Cusco, Huancco, Jaen etc., gebracht werden, woselbst dieselbennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; • #9632;$;#9632;
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sortiert und von den Ausfuhrhäfen Arica, Lima, Payta, Gal­iao etc. in den Handel gebracht werden.
Im Jahre 1854 begann die Ginchonakultur auf Java, 1860 begannen die Engländer die Kultur im südlichen Teile Vorder­indiens, und auch auf Ceylon und den Südabhängen des Hima­layas sind sie jetzt angepflanzt. Durch die sorgfältige Forst­kultur sind diese Anpflanzungen schon zu stattlichen Wäldern ausgewachsen und liefern eine bei weitem gleichmäßigere und alkaloidreichere Rinde, so daß die Zukunft des Ghinarinden-handels schon jetzt nicht mehr im Vaterlande derselben, son­dern in den Ländern der Ginchonakultur ruht. Aus diesem Grunde empfiehlt die Pharmakopöe vor allem die in Ostindien kulti­vierten Ghinarinden, vorzüglich die von Ginchona succirubra, der auf Java vorwaltenden Art.
Die Handelsware bildet teils einfach, teils doppelt ge­rollte Röhren (Zweigrinden), teils rinnenförmige (Astrinden), teils flache Stücke (Stammrinden). Die Zweigrinden sind stets mit dem Korke versehen, die älteren Astrinden und die Stamm­rinden meistens vom Korke befreit.
Vor allem charakteristisch ist für die Ghinarinden die Bastschicht. Dieselbe ist nicht durch eine scharfe Grenzlinie gegen die paranchymatische Schicht abgegrenzt, sondern beide gehen ineinander über. — Der Bast zeigt keine keilförmige Zeichnung und ist nicht von regelmäßigen Markstrahlen durch­setzt. — Die Bastzellen liegen entweder vereinzelt oder zum teil in unregelmäßigen Gruppen oder in unterbrochenen radialen Beihen und sind niemals in peripherischen Reihen angeordnet. Wegen dieser isolierten Stellung läßt sich nur schwierig ein dünner zusammenhängender Querschnitt darstellen.
Die Bastzellen selbst sind die dicksten aller offlcinellen Binden und erscheinen unter dem Mikroskope mit bis zum Verschwinden des Lumens verdickter Wand, mit deutlichem Schichtenbau und feinen Porenkanälen.
Der Bruch sämtlicher Ghinarinden ist kurz- und steif-splitterig, jedoch niemals bandfaserig oder blätterig. — Jede echte, alkaloidhaltige Ghinarinde gibt, wenn etwa 0,1 lt;/derselben in einem Probiercylinder erhitzt wird, ein im kältern Teile der Röhre sich verdichtendes, theerartiges Destillat von schön kar­minroter Farbe.
Die Ghinarinde liefert ein rotbraunes Pulver, welches nach der Pharmakopöe 3,50/0 Alkaloide enthalten muß.
Bestndtle. Die Alkaloide Chinin, Chinidin, Cinchonin, Cinchonidin in wechselnden Verhältnissen, gebunden an Chinagerbsäure und Chinasäure. Ferner der Farbstoff Chinarot, der Bitterstoff' Chinovin, Stärkemehl, Harz, Wachs etc.
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Handelssorten. Die Pharmakopöe legt weniger Wert auf eine bestimmte Handelssorte, sondern gestattet, daß jede China­rinde, welche 3,5 0/0 Alkaloide enthält, zur Anwendung gelangen kann. Vor Einführung der kultivierten Chinarinden, welche im Aussehen den Zweigrinden der nachstehenden Sorten entsprechen, teilte man die Chinarinden in folgende 3 Gruppen ein:
1.nbsp; nbsp;Gelbe Chinarinde (Cortex Chinae flavus) oder Königschinarinde (Cortex Chinae regius), die geschätzteste der südamerikanischen Rinden. Dieselbe stammt von Cinchona Calisaya und kommt teils in mit Borke bedeckten Röhren (Zweigrinde), meistens aber von der Borke befreit in fast nur aus Bast bestehenden Platten (Stammrinde) in den Handel. Ihr Bast ist sehr mürbe und zeichnet sich durch seine rötlich­gelbe Farbe aus.
Diese Rinde enthält namentlich Chinin (bis 40/0), neben wenig Cinchonin (0,4 0/0) und Chinidin (0,6 %); der Geschmack ist mehr bitter wie herbe.
2.nbsp; nbsp;Rote Chinarinde (Cortex Chinae ruber) stammtnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; }quot;' von Cinchona succirubra kommt ebenfalls in Röhren (Zweig- . * rinde) und flachen Stücken (Stammrinde) zu uns und ist durch
die braunrote Farbe des Bastes charakterisiert. Der Chinin-und Cinchoningehalt der südamerikanischen Rinden ist etwas geringer, wie der der gelben Chinarinden, während der China­gehalt der kultivierten ostindischen Rinden noch größer ist, wie der der gelben Rinden.
3.nbsp; nbsp;Braune Chinarinde (Cortex Chinae fuscus) von Cinchona micrantha, lancifolia, officinalis etc., kommt nur in außen graubraunen, innen zimmtbraunen Röhren (Zweig­rinden) in den Handel. Der Geschmack ist mehr herbe wie bitter. Der Alkaloid- und namentlich der Chiningehalt ist be­deutend geringer wie bei den vor genannten Sorten.
Anw. In Pulverform und als Dekokt.
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Extractum Chinae aquosum.
1 Teil Chinarinde wird 48 Stunden lang mit 10 Teilen Wasser maceriert. Nach dem Auspressen wird der Rückstand abermals mit 10 Teilen Wasser 10 Stunden lang maceriert. Die abgeprefsten Flüssigkeiten werden auf 2 Teile abgedampft, nach dem Erkalten filtriert und zu einem dünnen Extrakte abgedampft.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;, v
#9632;:''' 1.
Extractum Chinae spirituosum.
1 Teil Chinarinde wird mit 5 Teilen verdünntem Weingeist 6 Tage lang maceriert. Nach dem Abpressen wird der Rückstand nochmals 3
Tage mit 5 Teilen Weingeist maceriert. Die abgeprefsten Flüssigkeitennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,;
werden gemischt und zu einem trocknen Extrakte abgedampft.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.My
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Tinctura Chinae.
Durch Maceration von 1 Teil Chinarinde mit 5 Teilen verdünntem Weingeist zu bereiten.
Tinktura Chinae composita. Elixir roborans Whytti. Cortex Chinae, 6 Teile, Cortex Fruetus Aurantii, 2 Teile, Cortex Cinnamomi, 1 Teil, Radix Gentianae, 2 Teile, maceriere mit Spiritus dilutus, 50 Teilen.
Cortex Cinnamomi. Gortex Cinnamomi Gassiae. Chine­sischer Zimmt. Zimmtkassia.
Cinnamonmm Cassia. Laurineae. IX. 1.
Ein im südlichen China und Gochinchina wild und kulti­viert wachsender Baum.
Die Rinde bildet fußlange Röhren oder Halbröhren von 0,5 bis 3 cm Weite 1—3 mm Dicke, innen braun, mit einem bräunlichgrauen, innen etwas rissigen Kork bedeckt oder fast vollständig vom Korke befreit und dann durchschnittlich nur 1 mm dick und von hellbrauner, längsgeaderter Oberfläche. Das Zimmt soll das ihm eigene Aroma in hohem Grade besitzen und ohne schleimigen Beigeschmack sein.
Prüf. Der Holzzimmt (Holzkassia, Malabar-Zimmt, Cassia liguea) von einer nach Malabar verpflanzten Abart des Zeylonischen Zimmtbaumes (siehe unten) stammend, bildet flachere und dickere Stücke, die meist noch mit einer grünlichgrauen Korkschicht bedeckt sind. Geschmack schleimig und mehr herbe wie gewürzhaft.
Der Zeylon-Zimmt von dem auf Zeylon kultivierten Cinnamomum Ceylauicum stammend, ist die geschätzteste Handelsware und bildet sehr dünne in einander gesteckte Röhren, deren Rindenparachym fast ganz entfernt ist. Geschmack süfslich, sehr kräftig und fein.
Bestndtle. Aetherisches Gel, Harz, Gerbstoif, Stärke.
Anw. Innerlich als Pulver und Latwerge.
Tinctura Cinnamomi. Durch Maceration mit 5 Teilen Spiritus dilutus zu bereiten.
Tinctura aromatica.
Cortex Cinnamomi, 5 Teile, Rhizoma Zingiberis 2 Teile, Rhizoma Galangae, Semen Cardamomi, Caryophylli, je 1 Teil, werden mit Spiritus dilutus, 50 Teilen, maceriert.
Ferner wird Zimmt verwendet zu: Aqua Cinnamomi, Elixir Aurantiorum compositum, Syrupus Cinnamomi, Syrupus Rhei, Tinctura Chinae composita, Tinctura Opii crocata, Tinctura Rhei a q u o s a.
Corfex Frangulae. Faulbaum rinde. Rhammis Frangula. Bhamneae. V. 1.
Einheimischer, schlanker Strauch, von dessen stärkeren Zweigen im Frühjahre die Rinde gesammelt wird.
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. Dieselbe bildet bis 3 dm lange, 1,5 mm dicke Röhren mit bräunlichem bis grauem, leicht ablösbarem Korke, welcher ganz regelmäßig mit quergestreckten, weißlichen Kork­warzen besetzt ist. Die Innenfläche ist glatt, braunrot, der Bruch faserig mit citronengelben, weichen Fasern. Der Ge­schmack ist schleimig, etwas süßlich und bitterlich, beim Kauen färbt sich der Speichel gelb. Im Kalkwasser eingeweicht nimmt die Einde eine schönrote Farbe an; der wässerige Auf­guß wird durch Eisenchlorid dunkelbraun gefärbt und nicht getrübt, da die Rinde frei von Gerbstoff ist. Da die frische Rinde brechenerregend wirkt, darf nur zweijährige, abgelagerte Rinde gebraucht werden. Prüf. Die Rinde der Ahlkirsche (Prunus Padusj ist weniger regel-mäfsig mit Korkwarzen besetzt und hat nicht gelben sondern weifs-lichen Bast. Die Rinde der Schwarz-Erle (Alnus glutiuosa) hat keine Korkwarzen und einen unebenen, nicht faserigen Bruch. Bestndtle. Frangulin oder Rhamnoxanthin (ein gelber Farbstoff), Kathartin (ein purgierender Stoff), Emodin (ein Farbstoff), Frangula-säure und Franguliusäure. Anw. Als Dekokt.
Cortex Condurango. K o n d u r a n g o r i n d e. Gonolobus Cundurango. Äsclepiadeae. V. 3.
Ein Schlingstrauch Südamerikas.
Rinnenfönnige Stücke oder verbogene Röhren von 1 dm Länge und 1 bis 7 irnn Dicke. Die Oberfläche ist ziemlich schwach längs runzelig, bräunlieh oder braungrau; die Innenfläche ist längsgestreift, hellgrau. Der Querschnitt zeigt unter dem dünnen, braunen Korke ein gleichmäfsi-ges, weifses, schlängelig-strahliges Gewebe mit zahlreichen, bräunlichgelben Steinzellen und reichlichen Mengen Stärkemehl, wefshalb Jodlösuug die Schnittfläche blau färbt. Die Rinde ist leicht zu zerschneiden; aus ihrem körnigen Bruche ragen zerstreute Fasern hervor. Geschmack bitterlich, schwach kratzend.
Bestndtle. Harz, Bitterstoff, Gerbstoff, Stärkemehl, Spuren eines
Alkaloids. A n w. Innerlich und äufserlich als Dekokt.-
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Cortex Granati. Granatrinde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ip
Punica Granaütm. Myrtaceae. XII. 1.
Eine strauch- und baumartige Pflanze der Mittelmeerländer, deren Stamm- und Wurzelrinde officinell ist.
Die Stammrinde besteht aus Röhren oder rinnen-förmigen, meist weniger als 1 dm langen, 1—3 mm dicken, oft verbogenen Stücken. Die mattgraue Oberfläche ist von hellennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (,
Korkleisten der Länge nach regelmäßig durchzogen und mit schwarzen Flechten (der Form nach sog. Schriftflechten) über­zogen. Nach dem Abschaben des Außenrinde läßt sich die grüne Mittelrinde deutlich wahrnehmen; die Innenflächenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i,;
ist mehr bräunlich.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Kf,
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Die Wurzelrinde besitzt einen mehr bräunlichen Kork mit muldenförmigen Vertiefungen und ist niemals mit Flechten besetzt, noch zeigt sie regelmäßig Längskorkleisten, die Mittel rinde tritt nach dem Abschaben der Außenschicht gelb hervor.
Beide Rinden sind gleich wirksam, färben beim Kauen den Speichel gelb und schmecken herbe.
Prüf. Der wässerige Auszug der Rinde färbt sich nach Zusatz von Ferrichloridlösung blau. Die Buxbaum- und die Berberitzenrinde sind in ihrem anatomischen Bau sehr verschieden von der Granat­rinde, schmecken nicht herbe, sondern bitter, färben beim Kauen nicht den Speichel und geben ein Macerat, welches durch Ferrisalze nicht gebläut wird.
Bestndtle. Eisenbläueiider Gerbstoff, Granatiu (krvstallisierbares Glykosid).
Auw. Als Dekokt, selten als Pulver oder Latwerge.
*Corlex Mezerei, Seidelbastrinde, Kellerhalsrinde. Daphne Mezereum. Thymelaccae. VIII. 1. Eine Rinde in langen dünnen Bändern mit bräunlicher, leicht ab­ziehbarer Korkschicht mit vielen kleinen schwärzlichen Wärzchen bedeckt und dünner, grüner Mittelrinde. Der Bast ist sehr zähe, biegsam, fein­faserig, seidenglänzend und gelblich-weifs. Geschmack sehr scharf und an­haltend brennend.
Bestndtle. Scharfes Harz und ein Glykosid, das Daphnin. Anw. Als äufserliches Reizmittel. Findet so wie das daraus bereitete Extrakt in der Tierheilkunde wenig Anwendung.
Cortex Quercus. Eichenrinde. Quercus sessiliflora. Quercus pedunculata. Cupuliferae. XXI.
In Wäldern durch ganz Europa.
Die Rinde der jungen Aeste und Stämme. Sie ist auf der Oberfläche weiß, grau oder bräunlich, glatt und glänzend oder etwas rissig und uneben, auf der Innenseite braun und grobfaserig, der Geschmack sehr herbe. Auf dem Querschnitt zeigt sich unter der dünnen Korkschicht eine grünliche Mittel­rinde, welche von einem geschlossenen Ringe von Steingzellen durchzogen ist. 100 Teile Wasser mit der Rinde geschüttelt geben einen bräunlichen Auszug, in welchem durch Eisenchlo­ridlösung ein schwarzblauer Niederschlag hervorgerufen wird.
Bestndtle. Eisenbläuende Gerbsäure (bis 20quot;/o)-
A n w. Innerlich und äufserlich als Dekokt und in Pulverform.
* Cortex Salicis, Weidenrinde. Salix fragilis, S. purpurea, S. rubra, S. pentandra, S. alba. Salicineae.
XXII. 3. Sie bildet lange, dünne, zähe, biegsame röhrenförmige oder band­artige Stücke, die sich beim Trocknen zusammenrollen. Ihre Oberfläche ist grünlichgrau oder rötlichbraun, ziemlich glatt und netzartig runzelig.
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Der Bast ist feinfaserig, im frischen Zustande gelblich oder grünlichweifs, beim Trocknen wird er dunkler, zuletzt rötlichbraun. Frisch riecht die Rinde angenehm, balsamisch, trocken fast gar nicht. Der Geschmack ist adstringierend bitter. Auf der Unterfläche mit Schwefelsäure betupft, färbt sie sich carmoisinrot durch ihren Gehalt an Saliciu. Der wässerige Auf­guis wird durch Eisenchlorid grünschwarz. Man sammelt im April und Mai von 2—3jährigen Zweigen.
Bestndtle. Gerbstoff und Salicin.
Anw. Wie Cortex Quercus.
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3. Blüten. Flores.
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Hieher gehören nicht nur die eigentlichen Blüten, sondern auch ganze Blütenstände, Blütenknospen und einzelne Blüten­teile. Das Einsammeln geschehe bei trockener Witterung, da bei feuchtem Wetter gesammelte Blüten beim Trocknen an An­sehen verlieren und oft ganz verderben. Das Trocknen geschieht
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bei gewöhnlicher Temperatur auf einem luftigen Boden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; p.
Flores Arnicae. Wohlverleihblüten. Arnica montana. Compositae. XIX. 2.
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Bis 3/4 Meter hohe Staude auf Gebirgswiesen, deren Blüten-
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köpfchen vom Kelche und Blütenboden befreit offizinell sind.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-i
Die weiblichen Strahlblüten sind zungenförmig, mit einer etwa httmn breiten, vorn dreizähnigen, 7—10nervigen Zunge; die Scheibenblütchen sind röhrig, zwitterig, an der Spitze 5-zähnig. Alle zeichnen sich aus durch die orangegelbe Farbe und die rauhe, haar form ige Feder kr one, welche auch noch auf dem Scheitel der borstigbehaarten Früchtchen zu finden ist. Geruch aromatisch, Geschmack bitterlich.
Prüf. Aehnlich gefärbte Blüten von Anthemis tinctoria, Calendula
officinalis, Doronicum Pardalianches haben keinen Pappus, Inulaarten
haben zwar einen Pappus, aber stets weniger Längsnerven der Zunge.
Bestndtle. Aetherisches Gel, Arnicin (Bitterstoft), Gerbstoff, Harze.
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Anw. zu Infusionen.
Tinetura Arnicae mit 10 Teilen Spiritus dilutus zu bereiten.
Flores Chamomillae. Kamillen. Matricaria Chamomilla. Compositae. XIX. 2.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;#9632;#9632;^S
Die offizinellen Blütenköpfchen sind in allen ihren Teilen kahl; die trockenhäutig-berandeten Hüllblättchen umschließen
einen kegeligen, im Gegensatz zu allen verwandten Pflanzen
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nicht markigen, sondern hohlen Blütenboden. Die Band­blüten sind weißlich zungenförmig, die Strahlblüthen gelb, röhrig, zwittrig. Geruch kräftig aromatisch, Geschmack aromatisch bitterlich.
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P r ü f. Sehr ähnlich sind einige Anthemis- und Chrysanthemumarten, von denen allen sich Matriearia durch den kegeligen, hohlen Blütenboden unterscheidet; aulserdem ist derselbe bei der Gattung Anthemis mit Spreublättchen besetzt.
Bestndtle. Blaues ätherisches Oel, Bitterstoff.
Anw. Als Pulver und Infusum.
Species laquo;d Cataplasma,
Species emollientes. Erweichende Kräuter. Folia Malvae, Herba Meliloti, Folia Althaeae, B'lores Chamomillae Semen Liui, je gleiche Teile, gröblich gepulvert, werden gemischt.
*01euni Chamomillae infusum. Gekochtes Kamillenöl. Flores Chamomillae, 2 Teile. Spiritus, 1 Teil, Oleum Olivarum, 20 Teile. Die Chamillen, mit dem Spiritus gemischt, werden in verschlossenem Gefäl'se eine Zeit laug bei Seite gestellt. Darauf wird das Oel hinzuge­fügt und das Ganze im Wasserbade unter bisweiligem Umrühren digeriert, bis der Spiritus verflüchtigt ist und ausgeprefst.
Flores Cinae.
Semen Cinae. Semen Santonici. Wurmsamen. Zitt-
wersamen. Artemisia maritima (Artemisia Cina Berg), hahle Varietät. Compositae XIX. 2. Turkestm. Früher wurde Artemisia Vahliana (A. Contra Vahl) irr­tümlich als Stammpflanze angesehen.
Die länglichen, höchstens 1,5 mm breiten Blütenköpfchen, über Rußland als sog. Levantischer Wurmsamen in den Handel kommend, sind völlig kahl, etwas glänzend bräunlich-grün und bestehen aus li2—18 stumpf eiförmigen, schwach gekielten Hüllblättchen, welche oben dicht zusammenschließen. Geruch höchst eigenartig, Geschmack unangenehm, gewürzhaft-bitterlich. Prüf. Blätter, Stengel, Blütenstiele sollen nicht beigemischt sein. — Indischer Wurmsamen von Artemisia paueiflora und monogyna ist breiter, grünlich-grau, fi 1 z i g. Berberischer Wurmsamen von Arte­misin ramosa halbkugelig, weifsgrau, filzig. Bestndtle. Santonin (Säureanhydrid), Aetherisches Oel, Harz, Bit­terstoff.
Flores Koso.
Flores Brayerae. Kusso. Kosoblüten. Hagenia Ahyssinica. üosaceae. XXII. Ein hoher Baum Abyssiniens, deren weibliche Rispen nach dem Abblühen gesammelt, in Va Meter langen, mit Schilf
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umwickelten Bündeln als roter Koso in den Handel kommen. Vor der Anwendung werden die zottig behaarten, vielverzweig­
ten Stiele entfernt. Die dicht gedrängt sitzenden Blüten sind von 2 rundlichen, häutigen, netzadrigen, rötlichen Deckblättchen unterstützt und besitzen zwei Beihen von rötlichen Kelchblättern,
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von denen die äußeren die inneren und diese wieder­um die Blumenblätter bedeutend überragen. Ge­schmack schleimig, dann kratzend bitter und zusammenziehend. Vor Luft und Licht geschützt in gut verschlossenen Gefäßen aufzubewahren. Prüf. Brauner Koso besteht aus den jüngeren weiblichen Blüten, stark vermischt mit männlichen Blüten, bei denen die äufseren Kelch­blätter kleiner wie die inneren sind, weshalb die Ware mehr braun wie rot erscheint. Kommt nicht in Bündeln in den Handel. Bestndtle. Kosin (Kussin, ein dem Santonin ähnlicher krystallinischer Körper), festes ätherisches Oel, Gerbstoff.
Flores Lavandulae. Lawendelblüten. Lavandtda vera. Ldbiatae. XIV. 1.
Ein Halbstrauch Südeuropas, bei uns in Gärten gezogen. Die vor dem vollkommenen Aufblühen gesammelten, vonnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;\
Stengeln und Blättern gereinigten Blüten besitzen einen röhri­gen, gestreiften, bläulich-violetten, zottigen Kelch, dessen fünfter Zahn auffallend kürzer ist wie die 4 übrigen. Die bräun­liche oder bläuliche Blumenkrone ragt aus dem Kelche hervor und erweitert sich in zwei Lippen. Geruch angenehm gewürzig, Geschmack bitter.
Prüf. Die Blüten von Lavandula Spica sind von blasserer Farbe, mit
nur zart sternhaarigen, nicht zottigen Kelchen.
Bestndtle. Aetherisches Oel (bis 3 %)•
Anw.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Spiritus Lavandulae
wie Spiritus Juniperi zu bereiten.
Species aromaticae, Aromatische Kräuter. Herba Majoranae, Folia Menthae piperitae,
— Bosmarini,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; !
Herba Serpylli
Flores Lavandulae, je 2 Teile,
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Caryophylli, Cubebae, je 1 Teil, mische zu einem groben Pulver.
Flores Malvae (vulgaris sen silvestris).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i,
Malven- oder Käsepappelblüten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;
Malva silvestris. Malvaceae. XVI. 2.
Bis meterhohes, perennierendes, einheimisches Kraut
Arnold, Pbarmakognosie etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;c
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Der fünfspaltige Kelch ist von 3 Hüllblättchen (Aufien-kelch) unterstützt. Die 5 Blumenblätter sind 4 bis 5 mal länger wie der Kelch (über 2 cm lang), ausgerandet, am Grunde mit der Staubfadensäule verwachsen, frisch hell­purpurrot, getrocknet violett blau. Geschmack schleimig.
Prüf. Die Blüten von Malva rotuudifolia und neglecta (vulgaris) sind kleiner, blasser, die Blumenblätter nur wenig länger wie der Kelch. Die Blüten von Malva Alcea und moschata sind blafsrosenrot.
Bestndtle. Schleim.
*Flores Pyrethri.
Flores Chrysanthemi. Insektenblüten.
Chrysanthemumarten aus Persien. Chrysanthemum cinerariae-
folkcm aus Dalmatien. Compositae. XIX. 2.
Die Blütenköpfchen mit dachziegelförmigon, stumpfen, braunen, randhäutigen Hüllschuppen, 20—30 blaßrothen zungen-förmigen Bandblüten und zahlreichen gelben, zwittrigen Böhren-blüten. Kommen meist im gepulvertem Zustande unter dem Namen Pulvis Persicus, oder Pulvis contra Insecta in den Handel und sind als Insekten tödtendes Mittel beliebt. Bestndtle. Aetherisches Oel.
* Flores Millefolii. Schafgarbenblüten. Achillea Millefolinm. Compositae. XIX. 2. Die ganze Trugdolde mit ovalen Blütenköpfchen, 5 Strahl­blüten, weiß, zungenförmig, weiblich, Scheibenblüten 10—20, röhrig, gelblich, zwittrig. Pappus fehlt. Blütenboden spreu-blatterig. Geschmack bitterlich.
Bestndtle. Aetherisches Oel, Harz. Achillein (bitteres Alkaloid),
Achllleasäure (identisch mit Akonitsäure). Anw. Als lufusum.
Flores Sambuci. Hollunderblüten. Sambimts nigra.. Caprifoliaceae. V. 3.
Strauch Mitteleuropas, dessen Blüten im Juni gesammelt werden.
Die kleinen, radförmig ausgebreiteten, weißen, beim Trock­nen gelblich werdenden Blüten stehen in einer flachen, zuerst 5-, dann 3-, dann 2teiligen Trugdolde. Staubbeutel 5, gelb. Geruch schwach, eigenartig, Geschmack unbedeutend.
Prüf. Sie dürfen keine braune Farbe haben. Das Zwerghollunder oder Attich (Sambucus Ebulus) besitzt ähnliche Blütendolden, deren Haupt­äste nur dreizählig und deren Staubbeutel rot, später schwärz­lich sind. Bestndtle. Etwas ätherisches Oel, Gerbstoff.
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Flores Tiliae. Lindenblüten. Tilia parvifolia und grandifolia. Tiliaceae. XIIL 1.
Einheimische Bäume, wild und angepflanzt. Trugdolden, deren Blütenstiel mit dem papierdünnen, deut­lich durchscheinenden, blaßgelb-grünen Deckblatte verwachsen ist. Staubgefäße zahlreich, Fruchtfächer, Kelchblätter, Blumen­blätter zu je 5, letztere dunkel, gelblichbraun. Geruch schwach, aromatisch, Geschmack etwas schleimig.
Prüf. Die Blüten von Tilia tomentosa sind gröfser, die Kelchblätter mit sternliarigem Filze bedeckt, zwischen Blumenblättern und Staub-gefafsen sind 5 Nebenblumenblätter vorhanden. Bestndtle. Wenig ätherisches Oel, Schleim, Gerbstoff, Zucker.
Flores Verbasci. Wollblumen. Verbasctm phlomoides und thapsiforme. Sorophidarieae. V. 1.
Einheimische, zweijährige Kräuter.
Die goldgelben Blumenkronen (von den Kelchen befreit), erreichen eine Weite von 1,5 cm, besitzen einen etwas ungleich 5 spaltigen Saum und 5 Staubgefäße, von denen 2 längere kahl, mit herablaufenden Staubbeuteln versehen sind, während die 3 kleineren weißwollig sind. Geruch honigartig, Geschmack schleimig. P r ü f. Die Blüten der anderen Verbascumarten sind viel kleiner, weifs-wollige Staubfäden nur bei V. Thapsus, Lychnitis und floccosum vor­handen, deren längere Staubfaden ni chtherab 1 aufeu de Staub­beutel tragen. V. nigrum hat violette Staubfadenwolle. Bestndtle. Zucker, Gummi. Anw. Zu Species pectorales, S. 43.
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Caryophylii. Gewürznelken. Eugenia caryophyllata (Caryophyllus aromaticus).
XII. 1.
Myrtaceae.
Auf den Molukken einheimischer im heißen Amerika über­all kultivierter Baum, dessen noch unentfaltete Blüten die Handelsware bilden.
Der braune, rundlich-vierkantige Fruchtknoten breitet sich in 4 Kelchzipfel aus, über welchen sich 4 hellere, kugelig zu­sammenschließende Blumenblätter erheben. Geruch und Ge­schmack kräftig aromatisch.
Prüf. Die besten Gewürznelken sind die von Amboina und Zanzibar, geringere die von Cayenne und Burbon. Geben die Nelken beim Auf­drücken des Längsschnittes auf Fliefspapier keinen Oelfleck, oder lassen sie beim Eindrücken des Fingernagels kein Oel austreten, so sind sie bereits des Oeles beraubt. Schlechte Sorten schwimmen auf Wasser wagrecht, gute Sorten sinken darin unter oder schwimmen wenigstens senkrecht, auch sind solche glatt und nicht runzelig. Bestndtle. Aetherisches Oel (15—18 0/o)-
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Anw. Zur Bereitung der Species aromaticae (S. 65), der Tinctura aromatica (S. 60), Tinctura Opii crocata (S. 14).
Crocus. Stigmata Croci. Safran. Crocus sativiis. Irkleae. III. 1.
Zwiebelgewächs des Orients, im südlichen Europa kulti­viert, dessen hellgelbe Griffel 3 rote Narben tragen, welche abgeschnitten und rasch getrocknet die Handelsware bilden.
Die dunkelbraunroten Narben erscheinen nach dem Auf­weichen in Wasser als 3 cm lange, oben erweiterte und ge­zähnte und einerseits aufgeschlitzte Röhren. Geruch kräftig, Geschmack gewürzhaft, bitterlich.
Prüf. Die blafsgelbeu Griffel sollen nur in geringer Menge zugegen sein. Die Verfälschungen des Safrans werden wegen seines hohen Preises sehr vielfach, aber namentlich nach 2 Richtungen ausgeführt. Einerseits sucht man das Gewicht der Ware durch mineralische Zu­sätze, wie Gips, Baryt zu erhöhen, indem man dieselben vermittelst Honig, Glycerin etc. den Narben anklebt, anderseits werden Blüten und Blütenteile anderer Pflanzen oder sonstige organische Substanzen beigemischt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,
Bestndtle. Polychroit (Crocin , Farbstoff), Zucker und etwas ätheri­sches Oel.
4. Blätter, Folia.
Folia Althaeae. Eibischblätter.
Althaea officinalis. Malvaceae. XVI. 2.
Eirunde am Rande kerbig gezähnte, drei- oder fünflappigo Blätter von derber, brüchiger Beschaffenheit, charakterisiert durch den dicken graugrünnen Filz, der auf breiten Flächen sitzt und den Blättern ein sammtartiges Anfühlen gibt. Ge­schmack schleimig. Sie werden vor Beginn der Blütezeit gesammelt.
Bestndtle. Schleim.
Anw. Zu Cataplasmen. Zu Species emmollientes (S. 64).
fFolla Belladonnae. Tollkirschenblätter. AtroiKi Belladonnae. Soluneae. V. 1. Elliptische, ganzrandige, dünne Blätter in den Blattstiel verschmälert, vornen spitz, oberseits grünbräunlich, unterseits mehr grau, am Blattstiele und den Nerven der Unterseite drüsig flaumhaarig, auf beiden Flächen mit weißen Punkten (Galcium-oxalat) besetzt. Geschmack widerlich, bitterlich. Zur Blüte­zeit zu sammeln.
Bestndtle. Atropin (bis 0,5quot;/o) -i11 Atropasäure gebunden, Aspara-
gin, Salze. A n w. Als Pulver und Dokokt.
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Extra et um Belladonna e. Aus frischem, beim Beginn des Blühens der Pflanze gesammelten Kraute bereitet; (siehe „Extraktequot; 3.) Hat die Consistenz eines dicken Extraktes, und ist im Wasser mit brauner Farbe fast klar löslich.
Emplastrum Belladonnae. Cera flava, 4 Teile, Colophonium und Oleum Olivarum commune je 1 Teil werden geschmolzen und der halb erkalteten Masse hinzugemischt, Folia Belladonnae pulverata, 2 Teile. Das Pflaster wird in Stangen ausgerollt.
Tinctura Belladonnae. Frische Blätter werden in einem Mörser zerstofsen und dann mit 10 Teilen Weingeist maceriert.
f Folia Digitalis. Fingerhutblalter. Digitalis purpurea. Scrophularieae. XIV. 2.
Zweijähriges Kraut der west- und mitteldeutschen Ge-birgswälder.
Die Blätter sind dünn, eiförmig-länglich, die untersten in einen langen, geflügelten Blattstiel verschmälert, die oberen sitzend; am Rande sind sie ungleich gekerbt, auf der Fläche runzelig, flaumhaarig, unterseits graufilzig, sammtartig; charakteristisch ist das feine graufilzige Adernetz auf der Unter­seite, in dessen Maschen bei durchfallendem Lichte ein noch feineres durchscheinendes Netz sichtbar wird. Geruch eigen­tümlich aromatisch, Geschmack unangenehm bitter. Zur Blüte­zeit nur von der wildwachsenden Pflanze zu sammeln und jähr­lich zu erneuern.
Prüf. Die Blätter der Verbascumarten besitzen dicke, brüchige Be­schaffenheit , gelblichen Filz von Sternhaaren, schleimigen, nicht bitteren Geschmack. — Ebenso die ähnlich geformten aber ganzrän-digen Blätter von Symphytum officinale und Conyza squarrosa. Bestndte. Als wirksamen Stoff hat man das aus den Blättern dar­gestellte, stickstofffreie Präparat Digitalin angesehen, dasselbe ist aber kein chemisch reiner Körper. Bis jetzt sind aus dem Digitalin des Handels 4 giftige Substanzen isoliert worden: Digitonin und Digitalem (amorphe Glykoside), Digitalin und Digitoxin (krystallisierend, nur ersteres glykosidischer Natur). Ferner enthalten die Blätter Digital­säure und Antirrhinsäure (identisch mit Baldriansäure?), sowie Digi-talosmin (ein nach Digitalis riechender, eckelhaft schmeckender Körper). Anw. Als Pulver und Infusum.
Extract um Digitalis. Wie Extractum Belladonnae zu bereiten.
Tinctura Digitalis. Wie Tinctura Belladonnae zu bereiten.
Acetum Digitalis. Wie Acet. Scillae zu bereiten.
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Folia Farfarae. Huflattigblatter. Tussilago Farfara. Compositae. XIX. 3.,
Perennierendes, einheimisches Kraut. Die langgestielten, handgroßen, dicklichen, trocken zer­brechlichen Wurzelblätter, rundlich-herzförmig, buchtig-eckig, gezähnt. Die Zähne in knorpelige, schwärzliche Spitzchen endigend, der Ausschnitt an der Basis spitzwinkelig. Oberseite dunkelgrün, Unterseite mit einem dichten, weißen, leicht ab­wischbaren Filze bedeckt, welcher aus sehr langen, dünnen, nicht verzweigten Haaren besteht. Geschmack schleimig bitter­lich. Im Juni, nachdem sie ausgewaschen sind, zu sammeln. Prüf. Die Blätter von Petasites officinalis sind mehr als handgrofs, nur schwachfilzig, an der Basis nierenförmig. — Petasites tomentosus hat grofse nierenformige, unterseits weifsfilzige Blätter. Bestndtle. Schleim, Gerbstoff, Bitterstoff. Anw. Zu Species pectorales (S. 43).
Folia Jaborandi. Jaborandiblätter. Pilocarpus pennatifolius. Rutnceae. X. 1.
Ein in Brasilien einheimischer Strauch.
Die langgestielten, meist völlig kahlen Fiederblätter, bestehend aus 2 bis 3, seltener 4 sitzenden oder kurz gestielten Paaren derb lederartiger, ganzrandiger Teilblättchen und einem unpaarigen ziem­lich langgestielten Endblatte. Die Fliederblättchen sind lanzettlich oder eiförmig, bis 16 cm lang und 4—7 cm breit, die Spitze mehr oder weniger ausgerundet; oberseits sind sie grün, unterseits blasser und zeigen daselbst rotbraune Oelräume, welche durchscheinend sind, so dafs das Blatt gegen das Licht gehalten wie perforiert aussieht. Geruch beim Zer­reiben aromatisch, Geschmack mehr scharf. (Pernamboca- oder Para-Ja-borandiblätter).
Prüf. Brasil Jaborandiblätter von Serronia Jaborandi (Piperaceae) be­sitzen keine durchscheinenden Oelräume.
Bestndtle. Pilocarpin und Jaborin (Alkaloide), Aetherisches Gel.
Anw. Als Infusum.
Folia Juglandis. Walnußblätter. Juglans regia. Jnglanäeae. XX. 1.
Bei uns allgemein kultivierter Baum. Der nahezu fußlange Blattstiel ist mit 1—4, gewöhnlich mit 3 Paaren nicht genau gegenüberstehender Fiederblätt­chen und einem meist größeren Endblatte versehen. Alle Blätter sind ganzrandig, eiförmig, kahl, bei durchfallendem Lichte betrachtet nicht punktiert. Geschmack kratzend, kaum gewürzig, Geruch aromatisch. Im Juni vor Vollendung des Wachstums zu sammeln. Bestndtle. Juglandin (Alkaloid), Inosit (früher als besondere Zucker­art, Nucit, betrachtet), Gerbstoff. Anw. Als Infusum.
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Folia Malvae. Malvenblätter. Malva vulgaris und silvestris. Malvaceae. XVI. 2.
Einheimische, perennierende Kräuter.
Die handnervigen, nahezu rundlichen Blätter haben lange Blattstiele, einen gesägt-gekerbten Rand und sind beiderseits zer­streut behaart. M. vulgaris hat kleinere, undeutlich gelappte Blätter, M. silvestris größere, fast bis zur Mitte gelappte Blätter. Geschmack schleimig. Zur Blütezeit zu sammeln.
Bestndtle. Schleim. Anw. Zu Dekokten und Cataplasmen. Zu Species emollientes (S. 64).
Folia Meiissae. Melissenblätter.
Melissa officinälis, var. a, citrata. Ldbiatae. XIV. 1.
Im südlichen Europa wildwachsend, bei uns kultiviert. Die Blätter sind breiteiformig oder herzförmig, stumpf zugespitzt, Unterseite dünn, am Rande grob kerbig gesägt, auf der Oberfläche, dem Eand und den weifslich hervortretenden Nerven der Unterfläche schwach behaart. Geruch citronenähnlich, Geschmack gewürzhaft, bitter. Zur Blütezeit zu sammeln. Prüf. Die Blätter von Melissa officinälis, var. ß, hirsuta, riechen nicht citronenähnlich und sind beiderseits rauhhaarig. — Die Blätter von Nepeta Cataria (Katzenmünze) riechen ähnlich, sind jedoch auf der Unterseite graufilzig. Bestndtle. Aetherisches Oel, Gerbstoff. Anw. Als Infusum.
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Spiritus Meiissae compositus.
Folia Meiissae, 14 Teile, Cortex Citri,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;12 Teile,
Semen Myristicae, 6 Teile, Cortex Cinuamomi, 1 Teil,
Caryophylli,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1 Teil, werden zerkleinert mit
Spiritus,quot;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;150 Teilen, und
Aqua,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;250 Teilen,
Übergossen und 200 Teile abdestilliert.
Folia Menthae crispae. Krauseminzblätter.
Mentha aquatica. M. viridis. M. arvensis. 31. silvestris. Lahiatae. XIV. 1.
Die in den Gärten kultivierten krausblättrigen Abarten obiger Pflanzen liefern die officinellen Blätter.
Die Blätter sind sitzend oder sehr kurz gestielt, scharf gezähnt, zugespitzt, herzförmig oder rundlich eiförmig, mit blasig-runzeliger Fläche und krausem Band, kahl oder schwach behaart, von starkem, eigenartigen Geschmacke. Bei beginnender Blütezeit zu sammeln.
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Bestndtle. Aetherisches Oel und Gerbstoff. Anw. AVie Pfefferminzblätter.
Aqua Menthae crispae. Wie Aqua menthae piperitae darzustellen.
Folia Menthae piperitae. Pfefferminzblätter. Mentlia piperita. Labiatae. XIV. 1. In England wildwachsendes, in Deutschland kultiviertes, perennierendes Kraut.
Die Blätter sind gestielt, länglich bis lanzettlich, spitz, un­gleich scharf gesägt, meistens kahl und drüsig punktiert. Ge­ruch und Geschmack stark gewürzig, kühlend. Bei Beginn der Blüte zu sammeln.
Prüf. Die Blätter von Mentha viridis und silvestris sind sitzend.
Bestndtle. Aetherisches Oel, Gerbstoff.
Anw. Als Pulver, Infusum, Latwerge. Zu Species aromaticae.
Aqua Menthae piperitae. Folia Menthae concisa, 1 Teil, wird mit der nötigen Menge Wasser übergössen und 10 Teile abdestilliert.
Folia Nicotianae. Tabaksblätter. Nicotiana Tahacum. Solanaceae. V. 1.
Einjähriges, aus Amerika stammendes, bei uns kultiviertes Kraut.
Die länglichen oder länglich lanzettlichen Blätter sind trocken braun, ganzrandig, in den kurzen Blattstiel herab­laufend. Die Seitennerven verlaufen unter einem spitzen Winkel vom Mittelnerv. Geruch narkotisch, Geschmack bitter, scharf. Prüf. Es dürfen nur die unpräpariertenBlätter, wie sie als virginischer Eollenkanaster in den Handel kommen, angewendet werden. Der Marylandtabak von Nicotiana macrophylla hat fast herzförmige Blätter, deren Seitennerven vom Mittelnerv unter ei ff emrechten Winkel verlaufen. — Der Bauerntabak von Nicotiana rustica hat stumpf­eirunde, langgestielte Blätter. Bestndtle. Nicotin, Gerbstoff. Anw. Als Dekokt, namentlich zu äufserlichem Gebrauch.
Folia Salviae. Salbeiblätter. Salvia officindlis. Labiatae. II. 1.
Halbstrauch, im südlichen Europa wildwachsend, bei uns kultiviert.
Die Blätter sind ziemlich lang gestielt, eiförmig, länglich oder lanzettlich, am Rande fein gekerbt, bisweilen am Grunde mit Oehrchen versehen. Das Adernetz ist sehr verzweigt, run-
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zelig, engmaschig, grau filzig behaart. Geruch gewürzhaft, Geschmack bitterlich. Vor der Blütezeit zu sammeln.
Prüf. Die Blätter von Salvia pratensis sind am Rande doppelt ge­kerbt, am Grunde herzförmig; von Salvia Sclarea gröi'ser, eiherzformig, grobgezähnt, wollig. Bestndtle. Aetherisches Oel, Gerbstoff, Bitterstoff. A n \v. Als Infusum.
Folia Sennae. Sennesblätter. Cassia acutifolia und cmgustifolia. Caesalpiniaceae. X. 1.
Strauchartige Gewächse des nordöstlichen Afrikas und Arabiens, in Vorderindien kultiviert, deren Fiederblättchen die Handelsware bilden.
Lanzettförmige oder eiförmige, am Grunde etwas un-symetrische, dünne, papierartige, ganzrandige Blätter, mit kur­zem, schiefem Stielchen, gelblich- oder grünlich-grau, fast kahl oder schwach behaart. Die Nerven, namentlich der meist als steife Spitze endigende Mittelnerv, treten auf beiden Flächen hervor. Geruch schwach aber eigentümlich, Geschmack schlei­mig-süßlich, hinterher bitterlich und kratzend.
Man unterscheidet folgende Handelssorten:
A.nbsp; Alexandrinische Sennesblätter von Cassia acu­tifolia (C. lenitiva). Sind oval bis länglich, in der Mitte am breitesten; ihnen sind stets beigemengt die lanzett­lichen Blätter von Gynanchum (Solenostemma) Arghel mit steif lederigen, verbogenen, höckerigen Blättchen, grau-flaum­haariger Bekleidung, undeutlichen Seitennerven, symetrischer Basis und geradem Stiel.
B.nbsp; nbsp;Tripolitanische Sennesblätter von derselben Pflanze, aber ohne Argheiblätter; dieser Sorte sind oft bei­gemengt die Fiederblättchen von Cassia obovata, kenntlich an ihrer verkehrt eiförmigen Form.
C.nbsp; Tinnevelly (Ostindische) Sennesblätter von in Vorderindien kultivierter Cassia angustifolia (C. medicinalis) sind lanzettlich, zugespitzt, gegen die Basis zu am breitesten.
D.nbsp; Mecca (Arabische) Sennesblätter, von derselben in Arabien wildwachsenden Pflanze.
Prüf. Die Blätter dürfen nicht gelblich oder bräunlich sein und nicht zu viel vermischt mit Stengeln, Hülsen und Blattfragmente sowie den oben angeführten Blättern. Bestndtle. Carthatinsäure (purgierendesGlykosid), Harz,Carthomau-
nit (Zuckerart), Bitterstoff. Anw. Als Infusum, seltener als Pulver.
Electuarium e Senna. Folia Sennae pulverata, 10 Teile,
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Syrupus simplex, 40 Teile,
Pulpa Tamarindorum, 50 Teile, werden gemischt und auf dem Dampfbade erwärmt.
Infusum Sennae compositum. Wiener Trank.
Folia Sennae concisa, 5 Teile, sind mit
Aqua fervida, 30 Teilen zu übergiefsen und 5 Minuten lang den Dämpfen des siedenden Wasserbades auszusetzen. Nach dem Erkalten werde kollert und in der Kolatm
Tartarus uatronatus, 5 Teile,
Manna, 10 Teile, aufgelöst und nach dem Absetzen nochmals kollert.
Species Laxantes. St. Germainthee. Folia Sennae, 16 Teile, Flores Sambuci, 10 Teile, Fructus Anisi, 5 Teile,
— Foeniculi, 5 Teile, Tartarus depuratus, 4 Teile. Zuerst werden die zerschnittenen Sennesblätter mit Alkohol befeuchtet, dann mit dem Weinstein möglichst bestreut und gemischt. Nachdem sie getrocknet sind, gebe man das Uebrige dazu.
Pnlvis Liquiritiae compositus. (S. 43.)
Folia Stramonii. Stechapfelblätter. Datura Stramonmm. Solanaceae. V. 1. Einjähriges einheimisches Kraut an unbebauten Orten. Handgroße, eiförmige, langgestielte, zugespitzte Blätter, buchtig gezähnt, spitzlappig, fast ohne Behaarung, oberseits dunkelgrün. Geschmack salzig-bitter, Geruch schwach narkotisch. Zur Blütezeit zu sammeln und jährlich zu erneuern.
Prüf. Die Blätter von Solanum nigruni sind viel kleiner, nicht zu­gespitzt. Chenopodium hybridum hat ähnliche Blätter, welche aber völlig kahl und in eine spiefsformige Spitze ausgezogen sind. Bestndtle. Atropin und Daturin (Alkaloide, von denen letzteres
isomer dem Atropin und identisch mit Hyoscyamin ist), Salpeter. Anw. Als Pulver und Infusum. Der Rauch des glimmenden Blattes gegen Asthma.
Folia Trifolii fibrini. Bitter kl ee. Fieberklee. Menyanthes trifoliata. Gentianeae. V. 1. Perennierendes, einheimisches Kraut an sumpfigen Orten. Die dreigeteilten, hellgrünen kahlen Blätter, auf einem bis 1 lt;hn langen Blattstiele, mit der oben rundlich-eiförmigen, stumpfen, ganzrandigen oder etwas gekerbten Teilblättern. Ge­schmack rein bitter. Zur Blütezeit zu sammeln. Bestndtle. Menyanthin (ein bitteres Glykosid). Anw. Als Pulver, Dekokt oder Infusum.
Extractum Trifolii fibrini wie Extr. Taraxaci zu bereiten.
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Folia Uvae Ursi. Bärentraubenblätter. Arctostaphylos Uva Ursi. Ericaceae. X. 1. Ein Halbstrauch der norddeutschen Haiden und Fichtenwälder. Die beiderseits grünlichen Blätter sind lederartig, glänzend, mit einem deut­lichen Adernetze versehen, höchstens 2 cm lang, verkehrt-eiförmig, ganz-randig, kahl, an der Spitze abgerundet und etwas zurückgebogen, keil­förmig in den kurzen Blattstiel verschmälert. Geschmack sehr herbe, et­was bitterlich. Zur Blütezeit zu sammeln.
Prüf. Die Blätter von Vaccinium Vitis Idaea (Preifselbeere) sind unter-seits mit braunen Punkten besetzt und am schwach gesägten Bande umgerollt. Die Blätter von Buxus sempervirens sind vorn ver­schmälert, nicht abgerundet, leicht in zwei Schichten spaltbar. Bestndtle. Arbutin und Ericolin (Glykoside), Urson (indifferent),
Harz, Gerbstoff, etwas äth. Gel. A n w. Als Dekokt.
5. Kräuter. Herbae.
Herba Absinthii. Wermut kraut. Artemisia Absinthium. Compositae. XIX. 2. Hohes, perennierendes Kraut Europas, dessen Blätter und blühende Spitzen gesammelt werden.
Der Stengel ist rispig verästelt, unten holzig und zumal bei der wildwachsenden Pflanze nebst den Blättern seidenhaarig. Die Blätter sind dreifach bis einfach fiederschnittig mit spatei­förmigen Endzipfeln. Die nahezu kugeligen und nickenden Blütenköpfchen bestehen nur aus gelben Böhrenblüten. Geruch und Geschmack stark gewürzhaft, letzterer zugleich sehr bitter. Bei beginnender Blüte zu sammeln.
Prüf. Allen anderen ähnlichen Artemisiaarten fehlt das eigentliche
Aroma und die Bitterkeit. Bestndtle. Aetherisches Gel, Absinthin (Bitterstoff), Gerbstoff, Apfel-
und Bernsteinsäure, Nitrate. Anw. Als Pulver und Infusum.
Extractum Absinthii wie Extr. Calami zu bereiten.
Tinctura Absinthii mit 5 Teilen Spiritus dilutus zu bereiten.
*Species resolventes. Zerteilende Kräuter. Herba Absinthii,
—nbsp; nbsp; nbsp; Origani je 6 Teile, Flores Chamomillae
—nbsp; nbsp; nbsp;Lavandulae,
—nbsp; Sambuci, je 2 Teile, gröblich gepulvert, werden gemischt.
Herba Cannabis Indicae. Indischer Hanf. Cannabis sativa. Urticaceae. XXII. 5. Einjähriges in Ostindien einheimisches, aber allerorten kultiviertes
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Kraut. Das in Ostindien gebaute Kraut unterscheidet sich von dem eu­ropäischen dadurch, dafs dessen weiblichen Pflanzen ein narkotisches Harz (Hauptbestandteil des Berauschuugsmittels Haschisch) viel reichlicher aus­schwitzen.
Offiziuell sind die im nördlichen Indien zu Beginn der Fruchtreife gesammelten Spitzen der weiblichen Stengel oder die davon abgestreiften warzig - rauhaarigen Blätter. Die schmal-lanzettlichen, gesägt-gezälmten Teilblättcheu sind entweder zerbrochen oder bilden, mit der verblühten Aehre verklebt, einen Knäuel. Geschmack unbedeutend, Geruch, besonders beim Erwärmen, narkotisch.
P r ü f. Die holzigen Stengel und die eiförmigen kleinen Früchte
dürfen mir in geringer Menge zugegen sein. Die Farbe muss mehr
grün wie braun, der Geruch kräftig sein. Unter der Lupe müssen
sich zahlreiche Harztröpfchen zeigen.
B e s t u d 11 e. Caunabin (amorphes Alkaloid), harzartige Substanzen
(bis 20raquo;/„). Anw. Als Pulver und Pillen.
Extractum Cannabis Indicae durch zweimaliges Macerieren des Krautes mit je 5 Teilen Weingeist, Ab­pressen und Abdampfen zum dicken Extrakte darzustellen.
Tino tu ra Cannabis Indicae durch Macerieren des Krautes mit 15 Teilen Weingeist darzustellen.
Herba Cardui benedicti. Kardobenediktenkraut. Cmcus hencdidus. Compositae. XIX. 1.
Einjähriges bei uns in Gärten gezogenes Kraut, dessen Blätter und blühende Zweige gesammelt werden.
Die fast fußlangen, grundständigen Blätter sind buchtig gefiedert, mit rundlichen, stachligen Sägezähnen und einem ge­flügelten Blattstiele versehen, die. oberen Blätter sind sitzend. Die großen, endständigen Blütenköpfchen sind ganz eingehüllt von dornig gezähnten, spinnwebig behaarten Deckblättern und besitzen in einem gefiederten Dorn endigende Hüllblättchen. Alle Blüten sind zwittrig, röhrig, gelb. Geschmack bitter.
B es tu d tie. Cnicin (Bitterstoff), apfel- und oxalsaure Salze.
A u w. Als lufusum.
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Extractum Cardui benedicti. Durch Smaligcs Uebergiefseu des Krautes mit je 5 Teilen siedendem Wassers, Digerieren, Abpressen und Eindampfen zum dicken Extrakte darzustellen.
Herba Centauril. Tausendgüldenkraut. Erythraea Ccntaurium. Gentianeae. V. 1. Fufshohes, einheimisches, zweijähriges Kraut, dessen oberirdische Teile zur Blütezeit gesammelt werden.
Die kantigen bis über 2 dm langen Stengel sind aufrecht dolden­artig verzweigt; die roten Blumenzipfel schliefsen sich nach dem Trocknen; die sitzenden, ganzr and igen Blätter sind paarweise gegenständig, oval länglich. Die ganze Pflanze ist kahl. Geschmack bitter.
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Bestndtle. Erythrocentaurin (indifferent), Harz, Bitterstoff. Anw. Als Dekokt und Infusum. Zu T i n c t u r a a m a r a (S. 41).
Herba Cochleariae. Löffelkraut. Cochlearia offieinalin. Cruciferae. XV. 1. Zweijähriges Kraut an den deutsehen Küsten, dessen oberirdische Teile bei beginnender Blüte gesammelt werden.
Die sehr langgestielten Wurzelblätter sind 2 bis 3 cm breit, fast
herzförmig rundlich, ganzrandig. Die Stengelblätter sind kurzgestielt,
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grobgezahnt, die obersten länglieh, mit pfeilfiirniiger Basis sitzend. Blüten
klein, weifs, in Trauben. Geruch besonders beim Zerreiben scharf seuf-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .
artig, Geschmack scharf und salzig. Nach dem Trocknen wird es geruch-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; f
und geschmacklos.
Bestndtle. Aetherisches Oel (Isosulfocyanbutyl) erst beim Zerquet-sehen des Krautes mit Wasser entstehend; getrocknetes Kraut gibt kein Oel, da das Ferment beim Trocknen unwirksam wird. Anw. Zu Spiritus Cochleariae.
Durch Versetzen von 8 Teilen zerquetschtem frischen Kraute mit je 3 Teilen Spiritus und Wasser uud Abdestillieren von 4 Teilen dar­zustellen. Besitzt Geruch und Geschmack des frischen Krautes.
yHerba Conii. Schierlingskraüt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.
Con'mm maculatmn. Umhelliferae. V. 2.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l|i-t i
Zweijähriges, einheimisches Kraut an unbebauten Steilen,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i
dessen Blätter und blühende Spitzen gesammelt werden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.!.
Stengel ästig, stielrund, unten rotbefleckt, kahl, hohl. Blätter 2—Sfacli tiederschnittig, die Blättchen eiförmig, fieder-spaltig in eine kurze, trockenhäutige Spitze auslautend. Die hohlen stielrunden Blattstiele und die Blätter sind mattgraunbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ju.'.j
und völlig kahl. Die Dolden besitzen eine vielblätterige Hülle, die Döldchen kurze mehrblätterige Hüllchen. Geruchnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'
des frischen Krautes widerlich, wie Mäuseharn, bei trock-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;j
nem Kraut wird der Geruch, zumal beim Verreiben mit Natron­lauge deutlich. Geschmack widerlich narkotisch.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;; Prüf. Chaerophyllum temulum und bulbosum, Stengel und Blatt be­haart. Hülle fohlend — Anthriscus silvestris, Stengel gestreift, Blätter etwas behaart, Blattstiel rinuig, Hülle fehlend. — Aethusa Cynapium, Blattstiel rinnig, nicht hohl, Hülle fehlend, Hüllcheu kurz, Blätter unterseits glänzend. Bestndtle. Coniin, Methylconiiu, Conhydrin. (Alkaloide). Anw. Als Pulver. Zu Umschlägen. . )i'
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f Herba Hyoscyami. Bilsenkraut. Hyoscyamus niger. Solanaceae. V. 1.
Zweijähriges, einheimisches Kraut an unbebauten Orten, dessen Blätter und blühende Stengel gesammelt werden.
Die großen, grundständigen Blätter sind gestielt, in den Blattstiel verschmälert, die Stengelblätter sitzend und halb-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7-
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stengelumfassend, eiförmig bis länglich, buchtig gezähnt. Blüte ansehnlich, achselständig, trichterig. schmutziggelb, violettge-adert. Stengel und Blattnerven der Unterfläche sind reichlicher
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mit weichen Haaren bekleidet, als die oft beinahe kahle Blatt-
fläche. Geruch und Geschmack nach dem Trocknen schwach.
Bestndtle. Hyoscyamiu. Kaliumnitrat. Anw. Als Pulver uud Infusum.
Extractum Hyoscyami. Wird wie Extr. Belladonuae aus der ganzen, blühenden, frischen Pflanze dargestellt.
Oleum Hyoscyami. Folia Hyoscyami coucisa, 4 Teile, werden mit Spiritus, 3 Teilen, Übergossen einige Stunden maceriert, dann nach
Zumischung von Oleum Olivarum, 40 Teilen, im Dampfbade bis zum Verjagen des
Alkohols erwärmt und ausgeprefst.
Herba Lobeliae. Lobelieukraut. Lobelia influta. Lobeliaceae. V. 1. Einjähriges Kraut Nordamerikas, dessen oberirdische Teile in vier­eckigen Packeten stark zusammengepreßt nach Europa kommen.
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Stengel aufrecht, krautig, kantig, unten rauhhaarig, oben kahl. Blätter wechselständig, eiförmig länglich, am Rande mit Drüsen und Börstchen besetzt und etwas wellig, die unteren kurzgestielt, die mittleren und oberen sitzend; die Blüten, in der Waare seltener wie die Früchte, sind klein, blafsblau, mit linealen Kelchblättern, welche fast ebenso lang sind, wie die fast zweilippige Blumenkrone. Die zahlreich vorhandenen Kapselfrüchte sind aufgeblasen, vom Kelche gekrönt uud tragen in 2 Fächern zahlreiche, braune Samen. Bestndtle. Lobelin (flüssiges Alkaloid) gebunden an Lobeliasäure. Anw.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tinctura Lobeliae.
Mit 10 Teilen Spiritus dilutus darzustellen.
Herba Meliloti. Steinklee. Melilotus ofßcinalis und altissimus. Papilionaceae. XVJI. 3. , ,lt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Zweijährige Kräuter au unbebauten Orten durch ganz Europa, deren
Blätter und blühende Zweige gesammelt werden.
Die etwa 1 cm langen Blattstiele tragen dreizählige Blätter, deren Endblättchen etwas länger gestielt ist, als die beiden seitlichen; die Blätt­chen sind gestuzt lanzettlich und spitz gezähnt. Die zahlreichen gelben Schmetterlingsblumen hängen in verlängerten Trauben nur einseitig herab. Geruch stark, angenehm, nach Cumarin, Geschmack bitterlich­salzig.
Bestndtle. Cumarin, Cumarsäure, Melilotsäure. Anw. Selten, zu Cataplasmen. Zu Species emollientes.
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*Herba Millefolii. Schafgarbenkraut. Achülea Milleföl'mm. Compositae. XIX.
Einheimische, perennierende, krautartige Pflanze, deren oberirdische Teile zur Blütezeit gesammelt werden.
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Die Wurzelblätter sind gestielt, lanzettförmig, die Stengel­blätter sitzend, mit fast stengelumfaxender Basis, lanzettförmig oder fast lineal, alle je nach dem Standorte der Pflanze mehr oder weniger stark grau behaart, doppelfiederspaltig, die Fie-derchen 2- bis 5 spaltig, die Zipfel lineal oder eiförmig, zuge­spitzt, weich-stachelig. Der Geruch ist schwach aromatisch, der Geschmack bitter salzig.
Bestndtle. Aetherisches Oel, Achillein (Alkaloid), Achilleasäure (ideu-tisch mit Aconitsäure), Gerbsäure, Harz.
Amv. Als Infusum.
Herba Serpylll. Quendelkraut. Thymus Serpyllum. Labiatae. XIV. 1. Rasenbildendes, niederliegendes, einheimisches Halbsträucblciu, des­sen beblätterte, blühende Zweige gesammelt werden.
Der gestreckte, dünne, stumpfvierkantige Stengel trägt gegenstän­dige, rundlich-eiförmige und kahle, oder schmal lanzettliche fast kahle, bei einer Varietät jedoch weifszottige Blätter, welche am Grunde stets laug gewimpert sind; dieselben sind höchstens 1 cm lang, in den kurzen Blatt­stiel verschmälert, ganzrandig. Die kleinen rötlichen Lippenblüten stehen an den Zweigenden in kopfförmig zusammengedrängten Scheinquirlen. Geruch und Geschmack stark aromatisch.
Bestndtle. Aetherisches Oel, Gerbstoff, Bitterstoff.
Anw. Selten. Zu Lösungen. Zu Species aromaticae (S. 65.)
Herba Thymi. Thymian. Thymus vulyaris. Labiatae. XIV. 1. Immergrünes Sträuchleiu Südeuropas, bei uns in Gärten, dessen beblätterte, blühende Zweige zu sammeln sind.
Der dünne, stumpf-vierkantige, grau-flaumige, sehr ästige Stengel trägt bis 9 mm lange, gegenständige, sitzende oder gestielte, am Bande umgerollt, fast stumpfnadelige Blätter, welche mit Oeldrüsen versehen, ganzrandig und mehr oder weniger behaart sind. Die hellvioletten zwei-lippigen Blumen stehen in den oberen Blattwinkeln in genäherten Schein­quirlen.
Prüf. Teucrium Marum besitzt einseitige Blütentrauben und einlippige
Blumen. Bestndtle. Aetherisches Oel. Anw. Selten. Zu Kräuterkissen. Zu Spezies aromaticae.
Herba Violae tricoloris. Stiefmüt ter eben krau t. Vriola tricolor. Violaceae. V. 1.
Ein- bis zweijähriges, einheimisches Kraut, dessen oberirdische Teile zu sammeln sind.
Der vierkantige ästige Stengel ist bis zur Mitte mit abwechselnden, langgestielten, breiten, am Rande ausgeschweiften Blättern besetzt, die oberen Blätter sind länglich eiförmig, vorn stumpf, am Grunde in den kürzeren Stiel verschmälert, mehr gesägt. Die Blätter werden begleitet von je 2 grofsen fiederspaltigen, leierförmigen Nebenblättern. Die langen, oben gekrümmten ßlütenstiele tragen eine ungleich fünf blätterige, gespornte, beinahe lippenförmige Blume, welche entweder dreifarbig oder weifslich-gelb ist. Geschmack süfslich, schleimig.
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B s t n d 11 e. Schleim, SalicyIsäure. Anw. Selten, fast nur als Hausmittel.
Summitates Sabinae. Seven- oder Sadebaumkraut. Juniperus Sahina. Cupressineae. XXII. Immergrüner Strauch oder Bäumehen des südlichen Eu­ropas, bei uns kultiviert, dessen Zweigspitzen gesammelt werden. Die Zweigspitzen sind schuppig eingehüllt, von 3—4 Reihen angedrückter und stumpfer, länglich rautenförmiger oder etwas abstehender und zugespitzter, bis 3 mm langer Blättchen, welche auf dem Rücken eine längliche, vertiefte Oeldrüse tra­gen. Geruch eigenartig, kräftig. Geschmack bitter, herbe. Prüf. Die Blätter von Juniperus Virginia sind den zugespitzten Blät­tern der Sabina ähnlich, besitzen jedoch nur an der Basis eine kleinere, oft undeutliche Oelsdrüse und viel schwächeren Geruch. — Juni­perus Phoenicea hat stielrunde Zweige und sechszeilig gestellte Blätter. Cupressus sempervirens hat dichtanliegende, eiförmige, fast geruch­lose Blättchen. Bstndtle. Aetherisches Oel, Gerbstoff, Harz, Zucker. Anw. Als Pulver. Infusum.
Extractum Sabinae ist wie Extr. Helenii darzustellen.
Unguentum Sabinae. Extractum Sabinae, 1 Teil, Unguentum cereum, 9 Teile.
6. Früchte. Fructus.
Als Frucht im strengen Sinne bezeichnet man dasjenige, was infolge der Befruchtung aus dem Pistille entsteht. Betei­ligen sich an der Bildung des nach der Befruchtung sich ent­wickelnden, die Samen einschließenden Organs noch andere Blütenteile, so entsteht eine Scheinfrucht (Apfel, Feige). Fruchstände oder Sammelfrüchte sind Vereinigungen von mehreren Früchten, welche aus den in Mehrzahl vorhan­denen Pistillen einer und derselben Blüte hervorgegangen sind (Himbeere, Brombeere). Von dem Samen läßt sich die Frucht, namentlich wenn sie wie bei den Umbelliferen durch ihre Klein­heit etc. samenähnlich erscheint, durch die Gegenwart von Griffel, Narbe oder Spuren derselben meist leicht unterscheiden.
Fructus Anisi. Anis. Pipinella Änisum. Umbelliferae. V. 2. Einjähriges, bei uns kultiviertes Kraut. Breiteiförmige, leicht teilbare Spaltfrucht, nach der Spitze zu verschmälert, graugrün, von 10 geraden, glatten, etwas hei-
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leren Streifen durchzogen und mit Börstchen dicht besetzt.
Geruch und Geschmack kräftig aromatisch.
Bestndtle. Aetherisches Oel in den Oelstriemen. Fettes Oel im Kern. A n w. Als Pulver und Infusum.
zu Species laxantes (S. 74). und Species pectorales (S. 43).
Fructus Aurantii immaturi. Unreife Pomeranzen. Citrus vulguris. (C. Aurantiacum.) Aurantiaceae. XVIII. 9. Im südlichen Europa kultivierter Baum, dessen freiwillig abfallende, getrocknete Früchte dlt;ie Handelsware bilden.
Erbsen- bis kirschgrolse, kugelige, dunkelgrüne, harte, runzelige Früchte von bitterem, gewürzigen Geschmacke. Auf dem Querschnitte zeigen sich 8—10, selten 12 in der Mittelsäule zusammentreffende Fächer, sowie dicht unter der Oberfläche zahlreiche Oelräume. Prüf. Unreife Citrouen sind länglich, nicht kugelig. Bestndtle. Aetherisches Oel, Bitterstoffe. Anw. Selten. Zu Tinctura amara (S. 41).
* Fructus Cannabis. Hanfsamen. Cannabis sativa. Urticaceae. XXII. 5. Eirunde, etwas zusammengedrückte, an den beiden Rän­dern weißlich gestielte Schließfrucht, welche in einer glatten, etwas glänzenden, graugelben Schale einen weißen, öligen Kern einschließt. Geschmack süßlich-ölig. Wird leicht ranzig.
Bestndtle. Fettes, trocknendes Oel (bis 35quot;/o)-Anw. Als Infusum, Emulsion und zu Cataplasmen.
Fructus Capsici. Spanischer Pfeffer. Capsicum annimm et longum. Solanaceae. V. 1.
Einjährige, in allen warmen Ländern kultivierte Kräuter, deren Früchte dort als Gewürz (türkischer Pfeffer, Paprica) dienen.
Die Früchte sind fingerlange, kegelförmige Beeren von einem flachen Kelche unterstützt, mit geradem oder gekrümm­tem Stiele. Fruchtschale dünn, Oberfläche gelb oder braunrot. Sie sind innen hohl und nur die untere Hälfte birgt zahlreiche, scheibenförmige, gelbliche Samen, welche reihenweise auf einem dicken Samenträger sitzen. Geschmack brennend scharf.
Prüf. Cayenne-Pfeffer von Capsicum frutescens und fastigiatum ist nur
bis 2 cm lang. Bestnndtle. Capsaicin (der scharfe Bestandteil), Fett, Farbstoff. Anw. Tinctura Capsici, mit 10 Teilen Spiritus darzustellen.
Fructus Cardamomi. Kleiner oder Malabar-Kardamom.
Elettaria Cardamomum. Scitamineae. I. 1. Schilfartige Pflanze in den Wäldern von Malabar. Stumpfdreikantige, längsstreifige, strohgelbe Kapseln von ova­ler Form und 1—2 cm Länge.
Arnold, Pliarmakognosie etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6
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Die dünne, papierartige Fruchtschale umschliefst in 3 Fächern je 5—6 kleine, braune, runzlige Samen, welchen allein der starke, milde, kampferartige Geruch und Geschmack zukommt.
Prüf. Es kommen noch andere Kardamomarten in den Handel, welche schwächer aromatische, ähnliche Samen besitzen, wefshalb den Kap­seln entnommene Samen, welche allein Anwendung finden, nicht ge­kauft werden dürfen.
L u u g e r o d e r Z e y 1 o n - K a r d a m o m von einer Varietät derselben Pflanze, bildet 4 cm lange, graubraune Kapseln.
Runder oder javanischer Kardamom von Amomum Car-damomum, bildet kugelig-dreikantige, graue Kapseln.
Bestndtle. Aetherisches und fettes Gel, Harz. (Nur in den Samen.)
Anw. Selten. Zu Tinctura aromatica (S. 60)
und Tinctura ß h e i v i n o s a (S. 50).
Fructus Carvi. Kümmel.
Carum Carvi. Umhelliferae. V. 2.
Zweijähriges, einheimisches Kraut.
Die braunen, meist in ihre Hälften getrennten Teilfrüchte sind fast sichelförmig, nach oben und unten verschmälert. Quer­schnitt: jedes der 4 Tälchen, welche von 5 hellen Rippen begrenzt werden, enthält einen Oelgang, die Berührungsfläche deren zwei.
Bestndtle. Aetherisches Gel in den Gelstriemen (bis 6%), fettes Gel im Kern. 1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Anw. Als Infusum und Pulver.
fFruclus Colocynthidis. Koloquinten. Citrullus Colocyiithis. Cttcurhitaccac. XXI.
Einjähriges, rankendes Kraut Syriens und Nordafrikas, mit gold­gelben Früchten, welche geschält und getrocknet in den Handel kommen.
Die geschälten Früchte sind apfelgrofs, kugelig, aus sehr leichtem, schwammigen und weilslichen Fruchtfleische, welches eine Teilung in 3 Fächer zeigt, in denen zahlreiche, bräunlichgelbe, flache Samen reihen­weise liegen. Geschmack intensiv bitter.
i|nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bestndtle. Colocynthin (kein Glykosid!).
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A n vv. Nur das Fruchtfleisch werde angewendet, die wirkungslosen Sa­men sind zu entfernen. Zu Pulvern, Pillen und Infusionen.
Extractum Colocynthidis: Colocynthides, 2 Teile, werden o Tage laug mit Spiritus dilutus, 15 Teilen, maceriert und der nach dem Abpressen bleibende Rückstand nochmals mit Spiritus dilutus, 5 Teilen,
Aquanbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; , 5 Teilen 3 Tage maceriert, die abge-
prefsten Flüssigkeiten werden zu einem trockenen Extrakte abgedampft.
Tinctura Colocynthidis mit 10 Teilen Spiritus zu bereiten.
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Fructus Cubebae. Kubeben. Cuheba officinalis. Fiperaceac. XX.II. 2.
Ein Kletterstrauch der ostindischen Inseln.
Die unreifen, erbsengroßen, kugeligen Steinfrüchte, deren saftige Außenschicht beim Eintrocknen dunkel graubraun, netzig-runzlig geworden ist. Die helle zerbrechliche Innenschale um­schließt einen einzigen braunen, runden, meistens einge­schrumpften Samen. Charakteristisch ist der dünne Frucht­stiel, in welchem die Frucht sich verschmälert; derselbe ist länger als die Frucht und nur schwer ablösbar. Geruch und Geschmack eigenartig, gewürzhaft, etwas bitterlich, nicht scharf.
Prüf. Die Früchte von Rhamnus carthatica haben 4 Stein kerne und einen leicht ablösbaren Stiel. — Die Früchte vom Eugenia Pimenta (Fructus Amomi) sind grölser, nelkenbraun, ungestielt, ein- bis zweisamig.
Bestndtle. Aetherisches Oel (bis 15%), Harz, Cubebiu (bittere Nadeln),
harzartige, amorphe Kubebensäure. Gummi und etwas fettes Oel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;s
A uIV. In Pulver- und Pilleaform. Zu Species aromaticae.
Extract um Oubebaruin.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i
Die Kubebenfrüchte werden wiederholt mit der dreifachen Menge Aether-Alkohol maceriert und die Flüssigkeit zu einem dünnen Extrakte verdampft.
Fructus Foeniculi. Fenchel. Foenimlum capillaceum (vulgäre). Umhelliferae. V. 2. Ein- bis zweijähriges Kraut Südeuropas, bei uns kultiviert. Grüne oder bläulich-grüne Teilfrucht, länglich, auf dem Querschnitte rundlich, meist in ihre beiden Hälften zerfallen, deren jede 5 starkhervortretende, gestielte helle Rippen besitzt. Unter jedem Teilchen verläuft eine Oelslrieme, auf der Berüh­rungsfläche zwei. Geruch und Geschmack süßlich, gewürzhaft.
Bestndtle. Aetherisches Oel in den Oelstriemen, fettes Oel im Kerne,
Zucker. Anw. Als Pulver und Infusum.
Aqua Foeniculi. Gestofsener Fenchel werde mit Wasser Übergossen und das dreil'sig-fache seines Gewichtes abdestilliert.
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Pu 1 v is Liqu i ri ti ae compositus (S. 43, Species 1 a x an t es S. 74).
Elixir e Succo Liquiritiae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;
Succ. Liquir. dep., 10 Teile, löse in Aqua Foenic, 30 Teilen, und
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füge hinzu Liquor Ammoniianisatus. 10 Teile.
Fructus Juniperi. Wachhol der beeren. Juniperus communis. Cupressineae. XXII. Einheimischer Strauch, dessen Beeren erst im zweiten Jahre reifen.
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Die kugeligen, blaubereiften Beeren sind Sammelfrüchte durch Verwachsung von drei Fruchtblättern zu einer gemein­schaftlichen Frucht entstanden. (Zapfenbeere.) Der Scheitel ist mit 3 Nähten, der Grund mit zwei dreizähligen Wirbeln brauner Blättchen versehen. Das stark gewürzhaft und süü-schmeckende Fruchtfleisch birgt 3 aufrechte, harte, scharfkan­tige, mit Oeldrüsen besetzte Samen.
Bestndtle. Aetherisches Oel (in den Samen), Zucker (im Fruchtfleisch),
Juniperin (hellgelber Farbstoff), Harz. A n w. Als Pulver.
Spiritus.Tuniperi durch Übergiefsen der gestofsenen Früchte mit je 15 Teilen Spiritus und Wasser und Abdestillieren von 20 Teilen erhalten.
Succus Juniperi inspissatus. (Roob .Tuniperi). Zerstofsene frische Beeren werden mit 4 Teilen heifsen Wassers Übergossen, nach 12 Stunden ausgepreist und die Kolatur zu einem dünnen Extrakte eingedampft.
Fructus Lauri. Lorbeeren. Lauras nohilis. Lmtrineae. IX. 1. Immergrüner Strauch des südlichen Europas. Die Stein­früchte sind kirschengroü, länglichrund, braunschwarz, mit kaum ^2 WMraquo; dicker, zerbrechlicher, außen braunschwarzer, innen brau­ner Schale, welche fast ausgefüllt wird von den loseliegenden, bräunlichen, leicht in seine beiden Samenlappen zerfallenden Samen. Geruch aromatisch, Geschmack gewürzhaft, bitter und herber.
Bestndtle. Aetherisches Oel (1 0/o)gt; fettes Oel (35%)) Zucker, Gummi. Anw. Als Pulver. . (
* Fructus Myrtilli. Heidelbeeren. Vacciniam Mi/rtillm. Vaccineae. VIII. 1.
#9632;gt;*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kleines, einheimisches Sträuchlein.
Kugelrunde, glänzend schwarze, bereifte, beim Trocknen stark zu-lt; i .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; sammensehrumpfende Beere, an der etwas flachen Spitze mit dem kreis-
runden Kelchrande und der Griffelnarbe gekrönt. In purpurfarbigem Fruchtbrei zahlreiche kleine Samen. Geschmack säuerlich süls, etwas adstringierend.
Bestndtle. Aepfelsäure, Zitronensäure, Zucker, Farbstoff', Gerbsäure,
Chinasäure. Anw. Selten. Mehr als Volksmittel.
Fructus Papaveris immaturi. Unreife Mohnköpfe. Papaver somniferum. Fapaveraceae. XIII. 1.
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Einjähriges, bei uns als Oelpflanze kultiviertes Kraut. Die unreif gesammelten und getrockneten Früchte bilden eirund-kugelige Kapseln von Wallnufsgröfse mit graugrüner Fruchtschale, welche quot; iinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;von einer grol'sen, flachen, vielstrahligen Narbe gekrönt ist. Am Grunde
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gehen sie mit einem ringförmigen Wulst in den Stiel über. Die ein-fächerige Kapsel wird durch 10—15 wandständige Samenleisten scheinbar vielfächerig. Geschmack bitter, der betäubende Geruch verschwindet beim Trocknen. Vor der Anwendung sind die Samen zu entfernen.
Bestndtle. Spuren der Opiumalkaloide.
Anw. Als lufusum und zu Cataplastnen. Zu Syrupus Papaveris.
*Fructus Petroselini. Petersiliensamen. Petroselimim sativum. UmbelUferae. V. 2.
Ein zweijähriges Kraut. In Südeuropa, Kleinasien, bei uns kultiviert.
Die eiförmigen, 2 mm langen und leicht in die Teilt'rüchte trennbaren Spaltfrüchte. Diese sind fünfriefig, grünlich oder graubraun, nach innen konkav, nach außen gewölbt. Sie riechen stark, eigentümlich, und schmecken gewürzhaft.
Bestndtle. Aetherisches Oel (3%), fettes Oel (22%), Apiin (Glykosid),
Apiol (ölige Plüssigkeit). Anw. Als Pulver und Infusum.
Fructus Phellandrii. Rossfenchel, Wasserfenchel.
Oenantlie Phellandrutm. (Phellandrium aquaficum). UmbelU­ferae. V. 2. Einheimische zweijährige oder ausdauernde Pflanze. Die ausgereiften, selten in ihre Hälften zerfallenen, stiel­runden, braunen Früchte sind nach oben verschmälert und mit dem Kelche gekrönt, haben beiderseits 5 breite, stumpfe, wenig hervortretende Rippen, welche auf dem Querschnitte weite und holzig erscheinen. Thälchen als schmale Furchen von je einem Oel Striemen ganz ausgefüllt, auf der Berührungs­fläche ebenfalls je 2 schmale Oelstriemen. Geruch und Ge­schmack unangenehm, scharf gewürzhaft. P r ü f. Die Früchte von Cicnta virosa seitlich zusammengedrückt, rund­lich ; von Sium latifolium grün, länglich-oval, 3 Oelgänge in jedem Thälchen; vou Aethusa cynapium eirundlich, grünlich; von Berula angustifolium ruudlich, mehrere Oelgänge in jedem Thälchen. Bestndtle. Aetherisches Oel (in den Oelstriemen), fettes Oel (im Kerne). A u w. In Pillen- und Latwergenform.
Fructus Rhamni catharticae.
Baccae Spinae cervinae. Kreuzdornbeeren. BhamiiHS cathartica. Rhamnme. TV, 1.
Einheimischer, groüer Strauch.
Runde Steinbeeren von Erbsengröße, beim Trocknen run­zelig werdend, fast schwarz, etwas glänzend, an der Basis öfters ein in eine Scheibe ausgebreiteter Rest des leicht ablösbaren Stieles. Innen 4 holzige Flächen mit je einem stumpfdreikan­tigen Steinkernc. Geschmack süßlich bitter.
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Prüf. Ligustrum vulgäre hat ächte Beeren, also ohne Steinkerne; Ehamnus Frangula hat Früchte mit 2, seltener 3 flachen Steinkernen. Bestndtle. Rhamnin und Ehamnetin (gelbe, geruch- und geschmack­lose Krystalle), Rhamnogerbsäure. Die Existenz eines Rhamnocartha-tin genannten Körpers (wirksames Priucip) 1st nicht genügend fest­gestellt. A n w. Als Pulver.
Syrupus Rhamni catharticae (Syrupus Spinae cervinae, Sy-rupus domesticus), Kreuz dorn saft. Frische reife Beeren werden zer­quetscht, der Saft ausgepreist und bei Seite gestellt, bis er durch Gäh-rung klar geworden ist, dann filtriert. In 5 Teilen des Saftes werden durch Kochen aufgelöst 9 Teile Zucker. Nach dem Aufkochen wird kollert.
Fructus Tamarind!. T a m a r i n d e. Tamarindus Indica. Caesalpmiaeeae. XVI. 1. Ein hoher Baum, in Ost- und Westindien, Brasilien, Aegypten, Arabien angepflanzt.
Die bis 2 dm lauge und 'i cm breite, zerbrechliche, gräuliche oder gelblichbraune Hülse ist flach, nicht aufspringend, abwechselnd eingeschnürt und besitzt eine innere von der äufseren sich leicht trennende Schicht aus einem brauneu oder schwarzen., von derben Fasern durchzogenen, Unbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; stark und rein sauren Mus bestehend, in welchem die ovalen Fächer mit
je einem glänzend braunroten, glatten , vierkantigen Samen liegen. Die Handelsware bildet das zusammeugeknetete zum Teil von den Samen und Fasern getrennte Mus, welches als Pulpa Tarnarindornm cruda officinell ist.
Bestndtle. Zucker (130/V)) Gummi, Schleim, Apfel-, Wein- und Ci-inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;tronensäure.
Anw. Als Infusum und Latwerge.
Pulpa Tamarindorum depurata. Rohes Tamarmdenmus wird unter Zusatz von heil'sem Wasser durch ein Haarsieb gerieben und nach dem Dampfbade in einem Porzellangefäfse zu einem dicken Extrakte eingedampft, welchem man noch warm '/s gequot; pulverten Zucker beimischt. #9632;!
Fructus Vanillae. Vanille.
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Vanilla planifolia. Orchideae. XX. 1. Auf Bäumen schmarotzende Pflanze Mexikos, daselbst und auf Java kultiviert.
Die vor völliger Reife, sobald sie braun werden, gesammelten Früchte sind langgestreckt, schotenähnlich oft mit weifsen Kryställchen (Vanillin) bedeckt. Innen sind sie erfüllt mit unzähligen, glänzend schwarzen, win­zigen Samen, welche durch einen gelben Balsam zusammenkleben. Ge­ruch und Geschmack eigentümlich, äufserst angenehm. Bestndtle. Vanillin (bis 30/0), fettes Gel, Wachs, Harz, Zucker, Gummi. Anw. Selten, als Geschmackscorrigens.
Cortex Fructus Aurantli. Pomeranzenschale. Citrus vulgaris. Aurantiaceae. XVIII. Die in Längsvierteln von den reifen Früchten abgezogenen ellip­tischen Schalenstücke haben eine höckerige, bräunliche, bitter aromatische Oberfläche, unter der viele Oelräume in das innere, locker-schwammige, geschmacklose, weifse Gewebe hineinragen, welches möglichst zu ent­fernen ist.
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Prüf. Apfelsinenschalen (von Citrus Aurantium Risso) sind dünner,
nach dem Trocknen nicht so runzelig, heller, mehr rotgelb, von
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schwächerem Aroma und nur wenig bitter.
Bestndtle. Aetherisches Oel (01. Corticis Aurantii), Hesperidin (Bitter­stoff).
Anw. Zu Tinctura chinae comp. (S. 60), Tinctura amara (S. 41), Tinctura Rh ei vinos a (S. 50), Syrup us Aurantii Corticis.
Elixir Aurantiorum compositum. Fructus Aurantii concisus, 50 Teile, Cortex Cinnamomi „ 10 Teile, Kalium carbonicumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;2,5 Teile,
Vinum Xerensenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 250 Teile
werden 8 Tage maceriert. In der abgeprefsten auf 230 Teile gebrachten Flüssigkeit löse Extractum Gentianae,
„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Absinthii,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; j^l
„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Trifolii fibrini,
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„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Cascarillae, je 5 Teile.
Tinctura Aurantiinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i'#9632;'
mit 5 Teilen Spiritus dilutus darzustellen.
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Cortex Fructus Citri. Citronenschale.
Citrus Limonum. Äurantiaceae. XVIII.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; lt; '
Im Mittelmeergebiet wegen der sauren Früchte kultivierter Baum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;H
Die in Spiralbänder geschnittenen und getrockneten Schalen der reifen P^rüchte sind dünn, aufsen hellgelb und durch die gedrängt stehen­den Oelbehälter höckerig-drüsig, von angenehmem, etwas bitterlichem Ge-schmacke; die weifse Unterschale, fast ohne Geruch und Geschmack wird
wegen ihrer geringen Dicke nicht entfernt.
Bestndtle. Aetherisches Oel (01. Citri), Hesperidin.
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Anw. Selten. Zu Spiritus Melissae comp. (S. 71).
Glandulae Rottlerae. K a mäla. Mallotus Phülipinensis. (Mottlera tinctoria.) Euphorhiaceae.
XXII.
Ein kleiner, auf Malabar und Ceylon einheimischer Baum, dessen Frucht aus niedergedrückten, dreiknöpfigen, dreisamigen, erbsengroßen Kapseln besteht, die mit roten Drüsen und sehr kleinen Sternhaaren dicht besetzt sind. Die Drüsen werden
durch Abbürsten gewonnen und kommen vermengt mit den
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Haaren in den Handel und bilden die Kamäla.
Ein ziegelrotes Pulver, von schwach aromatischem Geruch,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'
benetzt sich schwierig mit Wasser, färbt das Wasser schwach-
gelb, Weingeist, Aether und kaustische Alkalien ziehen den
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Farbstoff mit tiefroter Farbe aus.
Prüf. Unter dem Mikroskope besteht Kamala aus einem Gemenge sternförmig verästelter Haare und kleiner, kugelförmiger Drüsen. Bruchstücke von Blättern oder Stengeln sollen nicht beigemengt sein. Beim Verbrennen hinterlasse die Kamala nicht über 6 Prozent Asche.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;' - -
Bestndtle. Eigeutiimlicher Farbstoff das Rottlerin, Harz, Gerbstoff.
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inw. Als Schüttelmixtur gegen Bandwürmer, in Gaben von 2—8 g für Hunde.
7. Samen, Semina.
Der Same der Phanerogamen ist das nach der Befruchtung mit einem Embryo versehene Pflanzenei und besteht aus der Samenhülle (Samenhaut) und dem Samenkerne. (Auch verschie­dene samenähnliche Früchte, die Karyopsen der Gräser, die Zwillingsfrüchte der Umbelliferen, kapselartige Früchte etc. wer­den in älteren Werken fälschlich als Samen bezeichnet.)
Die den Samen entsprechenden Organe der Cryptogamen, die nur von einer aus ihrem Zusammenhange getrennten, keim­fähigen Zelle gebildet werden, heißen Keimkörner oder Sporen.
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Semen Amygdali. Amydalae, Mandeln. Amygdaltts communis. Amygdaleae. XIL 1. Im südlichen Europa kultivierter Baum. Die eiförmige, etwas zusammengedrückte, wallnuiägroße Steinfrucht enthält unter der mit filzig behaarter Oberhaut ver­sehenen Fleischhaut die harte, mit grubigen Vertiefungen ver­sehene Steinschale, in welcher der Same, die Mandel, einge-schloßen ist. Man unterscheidet:
A.nbsp; Amygdalae amarae, bittere Mandeln, von Arnygdalus communis, var. amara. Sie sind bitter, geruchlos, entwickeln aber beim Zerstoßen mit Wasser einen starken Geruch nach Blausäure. Sie sind giftig.
Bestndtle. Fettes Oel, Emulsin, Gummi und Amygdalin. Letzteres kann durch Behandeln der durch Pressen vom fetten Oel befreiten Mandeln mit Alkohol gewonnen werden ; durch das Emulsin zerfällt es bei Gegenwart von Wasser in Blausäure und Bittermandelöl.
Anw. Zur Darstellung von Aqua Amygdalarum. (Siehe dieses.)
B.nbsp; Amygdalae dulces, süße Mandeln, von Arnygdalus com­munis var. dulcis.
Bestndtle. Fettes Oel, (Oleum Amygdalarum), Zucker, Emulsin, Gummi. Anw. Zu Mandelmilch. (Siehe „Emulsionen.quot;)
'quot;Semen Arecae. Nuces Arecae. Areka- oder Betelnüsse. Areca Catechu. Palmae. XXI. (Seite 9).
Die Samen sind eiförmig, bis 3 cm lang, am Grunde abgeplattet und enthalten unter der dünnen, braunen, von helleren Adern durch­zogenen Sameuhaut einen sehr harten, hornartigen, weifsen, braun mar­morierten Eiweifskörper.
Bestndtle. Catechugerbsäure, Catechin und etwas Quercetin.
Anw. Fein gepulvert als Bandwurmmittel.
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fSemen Colchici. Zeitlosensamen. Colctiicum autumnale. Colchicaceae. VI. 3.
Eine ausdauernde Zwiebelpflanze auf feuchten Wiesen. Samen von der Größe eines Hirsekorns, fast kugelig, mit einem fleischigen Wulst versehen, außen braun, fein runzlig, innen weiß, fleischig, sehr zähe und schwer zu pulvern. Wer­den leicht ein wenig klebrig und backen zusammen; sind geruch­los, der Geschmack ist bitter, scharf. Im Juni, wenn völlig reif, zu sammeln.
Bestndtle. Colchicin, fettes Oel, Zucker. A n w. Als Pulver.
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Tinctura Colchici mit 10 Teilen Spiritus dilutus zu bereiten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;}'
Vinum Colchici durch Stägiges Macerieren mit Vinum Xerense zu bereiten.
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Semen Faenugraeci. Bockshornsamen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I
Trigonella Faenmn Graecum. Fapilionaceae. XVII. 3.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Nfi
Einjährige Pflanze Südeuropas, bei uns kultiviert.
Same bis 5 mm lang und 2 mm dick, fast rautenförmig-viereckig, plattgedrückt, auf beiden Seiten mit einer schräg lau­fenden Furche versehen; er enthält unter einer braunen Schale einen gelblichen Kern, ist sehr zähe und schwer zu pulvern. Geruch eigentümlich, haftend, Geschmack unangenehm gewürz­haft, bitter.
Bestndtle. Bassorin, ätherisches und fettes Oel, Bitterstoff. Anw. In Pulverform, innerlich und zu Breiumschlägen. Als Volks­mittel bei Tieren vielfach in Anwendung.
Semen Lini. Leinsamen.
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Linum usitatissimum. Lineae. V. 3. Eine einjährige Pflanze des Orients, bei uns kultiviert.
Samen ungefähr 4 mm lang, verkehrt-eirund, spitz, zusam-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i
mengedrückt, enthalten in der braunen, glänzenden Samenhautnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; •jy.j
einen weißen, öligen Kern. Beim Zerstoßen entwickeln sie einennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;[
schwachen Geruch, der Geschmack ist ölig, schleimig.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;^ /
Bestndtle. Fettes Oel (bis 30%), Bassorin.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^Iij
Anw. Als schleimiges Decoct, Mucilago Seminum Lini. 1 Teil un-zerstofsener Leinsamen auf 8 bis 12 Teile Colatur. Als Pulver innerlich
und zu Umschlägen. Zur Bereitung des Leinmehls, Farina Lini, wer-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; if-1
den die Leinsamen gepulvert. Placenta Seminis Lini sind die nach
dem Auspressen des Leinsamens zurückgebliebenen Kuchen. Sie ent-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;•.*;l,i
halten die Bestandteile des Leinsamens aul'ser dem Oel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
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Semen Myristicae. Nux moschata. Muakatnufs. Myristica fragrans. Myristicaceae. XXII.
Auf den Molukken einheimischer, auf Sumatra und Westindien kultivierter Baum, dessen gelbe Beeren einen schwarzen Samen enthalten, welcher von einem roten Samenmantel (früher als Macis, Muskatblüte, offi-cell) umhüllt ist.
Der schwarze Same wird über Feuer getrocknet, bis nach einigen Wochen der Kern in der Schale klappert, dann werden die Samenschalen zerschlagen, rasch in Kalkmilch getaucht und an der Luft völlig aus­getrocknet. Diese officinellen Samenkerne sind eirund, braun, etwa 3 cm laug, nach aufsen netzadrig-runzelig, durch Kalk weii'sgestäubt; auf der flacheren Seite verläuft ein deutlicher Nabelstreif. Der öligfleischige, weifs-liche Eiweifskörper ist von den Fortsätzen der inneren Samenhaut durch­drungen und erscheint daher auf dem Querschnitte braun marmoriert. Geruch und Geschmack eigentümlich und stark aromatisch.
Prüf. Die Samenkerne von Myristica fatua sind länger und schmäler, weniger aromatisch. Gute Kerne dürfen beim Schneiden nicht zer­bröckeln und beim Einstechen mit einer heifsen Nadel müssen sie ein gelbliches Gel austreten lassen.
Bestudtle. Aetherisches Gel (8%), fettes Gel (bis 302).
Anw. Selten. Verbreitetes Küchengewürz.
Semen Papaveris album. Mohnsamen. Papaver somni/enim. Papaveraceae. XIII. 1. Der Samen von den Varietäten des Mohns hat eine ver­schiedene Farbe; es gibt braunen, schwarzen und weißen. Der letztere ist olfizinell. Er ist sehr klein, nierentormig, netz-run-zeiig, grubig, ölig, geruchlos, von etwas süßlichem Geschmacke, und wird leicht ranzig, weshalb er alljährlich zu erneuern ist.
Bestndtle. Fettes Gel (50 •/„), Gummi. A n w. Zu Emulsionen.
*t Semen Physostigmatis. Faba Calabarica. Calabarbohne.
Physostif/ma venenosum. Papilionaceae. XVII. 3. Der Gartenbohne nicht unähnliche hohe Kletterpflanze Westafrikas. Gvale oder längliche, mehr oder weniger nierenfbnnige, etwas flach­gedrückte grofse Samen. Sie sind mit einer braunen, körnig runzligen Samenhaut bekleidet, welche zwei länglich runde, weifsliche, zerbrechliche Samenlappen einschliefst, mit einem auf der einen Seite convexen, auf der andern Seite mehr oder weniger buchtig gebogenen, tief gefurchten Nabel versehen. Sie sind sehr giftig.
Bestndtle. Physostigmin (Eserin) und Calabarin.
Anw. In der Augenheilkunde, meist in Form von Extrakt.
Semen Sinüpis. Semen Sinäpis nigrae. Schwarzer Senf. Brassica nigra. Cruet ferae. XV. 2.
Einjährige, krautartige, häufig auch kultivierte Pflanze.
Samen etwa von der Größe eines Hirsekorns, oval-rund­lich, sehr fein grubig punktiert, braun, geruchlos, enthalten einen
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gelben, öligen Kern. Gepulvert und mit Wasser gemengt ent­wickeln sie alsbald einen sehr reizenden Geruch und röten dienbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;''
Haut. Ihr Geschmack ist ölig, bitterlich scharf und stechend.
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Von dem Pulver darf nicht zu viel vorrätig gehalten werden, weil es mit der Zeit an Wirksamkeit verliert.
Bestndtle. Myrosin, rayronsaures Kalium, fettes Oel (350/o)- Keinenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;*
Stärke. Man bewahrt das Pulver am zweckmäfsigsten in gut schliefsen­den Kasten auf, da es in Gläsern und Büchsen leicht verdirbt. Das flüchtige Oel entwickelt sich erst durch Fermentwirkung des Myrosins auf das myronsaure Kalium. Es darf deswegen zur Bereitung des Senfpflasters kein heifses Wasser gebraucht werden, weil durch Hitze das Ferment zerstört wird. Desgleichen verhindert Alkohol die Bild­ung des ätherischen Oels.
Anw. Aeufserlich als Sinapismus oder Senfpflaster. Senfpulver wird
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mit kaltem oder lauwarmem Wasser zum Brei angerührt. Wird stets frisch bereitet. Innerlich in Pulverform. Zur Darstellung von Oleumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;#9632; wr
Sinapis. Mit vom fetten Oele befreitem Senfpulver überzogenes Papier ist als Senfpapier, Charta sinapisata, officinell.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ri •
fSemen Strychni. Nux Vomica. Brechnuß. Krähenaugen. Strycknos Nux vomica. Strychneae. V. 1.
Ein in Ostindien einheimischer Baum, dessen gelbe Aepfel
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die Samen in einem weißem Muse enthalten.
Samen kreisrund, plattgedrückt, in der Mitte etwas dünner als am Rande, etwas über 2 cm im Durchmesser, auf der einen Seite etwas vertieft, auf der andern erhaben, im Gentro gena­belt, schmutzig gelbgrau, sammetartig behaart. Sie enthalten einen aus zwei Samenlappen bestehenden, grauweißen, sehr zähen und schwer zu pulvernden Kern, der geruchlos und äus-serst bitter ist.
Bestndtle. Strychnin (0,5 bis 1,16 Proc.) und Brucin an Igasursäurenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'
gebunden. Anw. In Pulverform.
Extractum Strychni. Die Samen werden zweimal mit der doppelten Menge Spiritus di-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;, i
lutus 24 Stunden lang digeriert und die abgeprefsten Flüssigkeiten zu einem trocknen Extrakte eingedampft.
Tinctura Strychni mit 10 Teilen Spiritus dilutus darzustellen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '
Lycopodium.
Semen Lycopodii. Bärlappsamen. Hexenmehl. Wurmmehl. Lycopodium clavatum. Lycopodiaceae. XXJF. 1.
Moosähnliches Kraut Mittel- und Nordeuropas, dessen in kleinen zweiklappigen Sporangien enthaltenen Sporen durch Ausdreschen und Ab­sieben der Aehren gewonnen werden.
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Das Lycopodium ist ein zartes, blafsgelbes, geruch- und geschmack­loses, sehr bewegliches Pulver. Es schwimmt auf Wasser und läfst sich nur damit mischen, wenn man es vorher anhaltend reibt. In der Licht-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ' #9632;,
flamme entzündet es sich blitzähnlich ohne Rauch und Geruch.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;, Jl
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P r ü f. Unter dem Mikroskope besteht das Lycopodium aus fast gleich-grofsen dreiseitig-pyramidalen Zellen, die Grundfläche stärker gewölbt, die 3 Seitenflächen ziemlich flach, sämtliche Flächen netzartig gerippt. (Erkennung der anders geformten, zur Verfälschung dienenden Pollen der Kiefer- und Haselnufsstaude). — Schüttelt man eine Messerspitze voll Lycopodium mit einigen Cc. Chloroform, so sinkt, beigemischtes Stärkemehl, Dextrin, Sand, Gips zu Boden, während das Lycopodium oben schwimmt. — Schwefel wird durch den Geruch beim Verbrennen erkannt. — Mineralische Beimengungen erhöhen die Aschenmenge, welche höchstens 5 quot;/„ betragen darf.
Bestudtle. Fettes Gel, Zucker, Spuren eines flüchtigen Alkaloids.
Anw. Zum Einstreuen auf wundgescheuerte oder entzündete Stellen, zum Bestreuen von Pillen.
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8. Pflanzenauswüchse.
Gallae. Galläpfel. (Türkische oder Levantische.) Querciis Ltisitanica. Var. infeeforia. Ciqmliferae XXI. Immergrüne, strauchartige Eiche Kleinasiens. Sie entstehen dadurch, dais die Gallwespe, Cynips Gallae tinetoriae, die Rinde junger Aeste anbohrt und in die Wunde Eier legt. Es entsteht eine Anschwellung, welche die Brut des Insekts einschliel.it und, wenn sie völlig ausgebildet und er­härtet ist, den Gallapfel darstellt.
Die Galläpfel sind kugelförmig, auf der Oberfläche mit mehr oder weniger zahlreichen Höckern versehen, hart, schmutzig grau, braun, schwärzlich oder schmutzig gelb, bis zur Gröiäe einer starken Kirsche, inwendig hohl, geruchlos, von stark zu­sammenziehendem Geschmacke. Die dunkleren Galläpfel wer­den vor der Ausbildung des Insekts gesammelt; die heller gefärbten, sogenannten weiüen Galläpfel sind gewöhnlich größer, weniger höckerig und haben meist ein kleines rundes Loch, durch welches die junge Gallwespe ausgeschlüpft ist. Je dunkel­farbiger die Galläpfel sind, desto besser und teurer sind sie. Prüf. Die von europäischen Eichen stammenden Galläpfel sind heller, leichter, ohne oder nur mit schwachen Höckern besetzt. Sie sind gerbstoffärmer, daher von geringerem Werte. Bestndtle. Gallusgerbsäure (Tannin, bis 700/0), Gallussäure, Zucker,.
Stärke, Harz. A n w. Namentlich äufserlich in Abkochungen und zur Tanninbereitung.
Tinctura Gallarum mit 5 Teilen Spiritus dilutus zu bereiten.
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9. Mehlartige Stoffe.
Amylum. Stärke. Gewöhnlich versteht man darunter die Stärke aus Kar­toffeln, Roggen, Gerste oder Weizen. Sie kommt ent-
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weder als Pulver vor oder in Stücken oder Stängelchen, welche
beim Zerdrücken knirschen. Mit kaltem Wasser zerrieben gibt
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sie eine milchartige Flüssigkeit. Mit heißem Wasser bildet sie
einen Kleister, der durch Jod schön blau gefärbt wird. In Wein-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;#9632; , f
geist und Aether ist sie unlöslich.
Man stellt die Stärke durch Auswaschen der betreffenden gepulverten und gesiebten Pflanzenteile (des Mehles) mit kaltem Wasser dar, wobei die Stärke fortgeführt wird und sich in der Ruhe absetzt. Reine Stärke stellt eine blendendweiße, aus mi­kroskopischen Körnern bestehende Masse dar.
Prüf. Je nach der Abstammung besitzen die Körner, abgesehen von
der wechselnden Gröfse meist verschiedene, oft sehr charakteristische
Form, so dafs man unter dem Mikroskope in den meisten Fällen die
Verfälschung einer Stärkeart mit einer anderen leicht feststellen kann.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;. ':
Auch für die verschiedenen Mehlsorten bietet die Form der Starke-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 'Mp
körner das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Beträgt die Asche
mehr als lquot;/0, so liegt eine Verfälschung mit mineralischen Stoffen vor.
— Schüttelt man etwa 1 g Stärke mit 5 Cc. Chloroform, so sinken mi­neralische Stoffe darin zu Boden und können nach dem Abgiefsen des
Chloroforms weiter geprüft werden, während die Stärke oben schwimmt. Bestndtle. Die Stärke gehört zu den Kohlenhydraten und hat die
Zusammensetzung Ce H,,, Or,.
Anw. Zu schleimigen Getränken, zu Kleisterverbänden etc. Die Stärke
wird zum Zweck der Kleisterbereitung mit wenig kaltem Wasser zer­rührt, alsdann unter beständigem Rühren das übrige kochende Wasser
zugesetzt. 1 Teil Stärke und 10 Teile Wasser geben einen guten
Kleister. Officinell ist nur die Weizenstärke, Amylum Tritici, von
Triticum vulgäre, Gramineae, III. 2., welche zu Pulvis salicvli-
cus cum Talco Anwendung findet.
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Zweite Abteilung.
Drogen des Tierreiches.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;/l
Diese Drogen beschränken sich in der Neuzeit auf eine geringe Anzahl tierischer Stoffe und auf einzelne ganze Tiere. Die letzteren, sowie die Drogen liefernden Tiere verteilen sich auf die Goelenteraten (Schwämme), die Würmer (Blutegel), dienbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'
Insekten (Ganthariden und Bienen), die Fische (Dorsche), dienbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;f,
Säugetiere (Schwein, Biber und Moschnstier.)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; |s|
Spongia marina. Badeschwamm. Achilemn lacimdntum (Spongia offidnalis). Coelenterata, Spongiae. Auf dem Boden des Meeres und an felsigen Gestaden, besonders an der griechischen und syrischen Küste, im roten Meere, au den Küsten vonnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;li^if'i
Nordamerika und Brasilien.
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lil
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Vielgestaltige, grofse, pflanzenähnliche, weiche, festsitzende, faserige, filzige, aus kontraktilen Zellen gebildete und von Gallertmasse, durch­drungene Körper, welche gewaschen, geprefst und getrocknet werden.
Im Handel kommen mehrere Sorten vor. Die sogenannten Tafel­oder Toilettschwämme sind von verschiedener Grofse und Gestalt, flach, gewölbt, rundlich, ausgebuchtet-gelappt, stumpfeckig, feinporig, hellgelb, mehr oder minder weich, in warmem Wasser bedeutend autquellend. Die unter dem Namen Pferdeschwämme (Spongiae Equorum) bekannte Sorte ist gröfser und dunkler von Farbe, mehr oder minder flach zusammenge-inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; drückt, länglich rundlich, grobporig, zum Teil mit grofsen Löchern, häufig
1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mit vielen steinigen Concrementen, Muscheln u. dergl. verwachsen (Lapi-
des Spongiarum oder Schwammstein). Zerrissene und dunkelgefärbte Schwämme, sowie der beim Präparieren derselben entstehende Abfall, heis-sen im Handel Spongiae in fragmentis. Jllnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bestndtle. Das Gerüst der Schwämme besteht aus Spongin, einer
stickstoffartigen zu den Albuminoiden gehörenden Substanz.
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Anw. Spongiae ceratae. Wachschwämme, werden bereitet, indem
feine Schwämme in geschmolzenes Wachs getaucht und darauf zwischen einer Presse stark ausgeprefst und vom überflüssigen Wachs befreit werden.
Spongiae compressae, Prefsschwämme, werden aus feinen, in
längliche Stücke geschnittenen Schwämmen bereitet, indem man diese mit heifsem Wasser feucht macht und durch Umschnüren mit Bindfaden
zu fingerlangen Cylindem zusammenprefst, welche getrocknet und um­wickelt aufbewahrt werden. Sie dienen wie die Wachsschwämme zur Wunderweiterung.
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ifi*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hirudines. Blutegel.
Sanguisuga officinalis et medicinalis. Annulata apoda.
In ruhigstehenden Gewässern. In Deutschland meist gezüchtet. Die Blutegel besitzen einen cylindrischen, durchaus glatten und weichen Körper, aus 80—100 Eingen bestehend, bis 20 cm lang, mit flacher Bauch­seite. Am Kopfende ist ein lippenförmiger Saugnapf, in dessen Grunde die durch 3 zahnartige Kiefer gebildete Mundöflhung liegt, am hintern Ende ist ein vollständiger Saugnapf zum Festhalten an Gegenständen,
( jedoch ohne Oeffnung, da der After als feine Oeffnung darüber liegt. Sie sind Zwitter und vollziehen die Begattung gegenseitig. Der deutsche Blutegel, Sanguisuga medicinalis, hat ;,#9632;.'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;auf dem gewöhnlich grünen Rücken sechs schwarz gefleckte, rote Längs-
' streifen, der heller gefärbte, gelbgrüne Bauch ist schwarz gefleckt. I ,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Der ungarische Blutegel, Sanguisuga officinalis, hat
auf dem Rücken sechs breitere, gelbe, mit schwarzen Punkten oder gröfse-ren schwarzen Flecken versehene Längsstreifen, der Bauch ist hellgrün, inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;mit einem Saume eingefafst und ohne Flecken.
Prüf. Gesunde Tiere müfsen sich beim Anfassen kugelig zusammen­ziehen ohne Rollung. Das Gewicht soll 1 bis 5 jr betragen. — Der Rofsegel (Haemopis Sanguisorba) hat einen unregelmäfsig gefleckten, nicht gestreiften Rücken und vermag wegen seiner stumpfen Zähne nur an Schleimhäuten anzubeifsen. Anw. Zu lokalen Blutentziehungen. Gebrauchte Egel sollen nicht mehr verwendet werden; sie geben das aufgenommene Blut rasch wieder ab, wenn man sie einige Minuten in 10% Kochsalzlösung oder eine Misch­ung aus Wasser und Wein und dann wieder in frisches Wasser bringt.
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#9632; #9632;
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•i #9632;
fCantharides. Muscae Hispanicae. Spanische Fliegen.
Lytta Vesicatoria. Insecta. Coleoptera.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,lt;
Die spanische Fliege kommt hauptsächlich in Südeuropa,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;\ ,
zuweilen auch in den nördlicheren Gegenden auf Eschen, spani­schem Flieder, Rainweiden und anderen Sträuchern vor. Man schüttelt sie vor Sonnenaufgang von den Bäumen ab, sammelt sie auf untergelegten Tüchern und tödtet sie durch heiße Was­
ser-, Alkohol- oder Essigdämpfe, auch wohl durch Schütteln
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mit Terpentinöl, Chloroform oder Ammoniakflüssigkeit und trock­net sie dann in gelinder Wärme. Sie ist ein etwa 12 mm langer, 4raquo;laquo;raquo;h breiter Käfer von glänzend goldgrüner Farbe. Der Kopf ist fast viereckig herzförmig, fein punktiert, am Rande mit Haaren besetzt. Auf dem Scheitel eine Furche. Die Füh-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'
ler sind von halber Körperlänge, beim Weibchen kürzer,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; r
elfgliedrig, an der Spitze trichterförmig erweitert, das unterste Glied am größten, das darauf folgende kleiner. Die Brust fast viereckig, punktiert, das Schildchcn dreieckig; die länglich­rechteckigen Flügeldecken goldgrün, fein punktiert, amnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ' Rande mit zwei Längsrippen versehen, den Leib ganz bedeckend; #9658; die darunter liegenden Flügel zarthäutig, durchsichtig, hellbraun geädert. Rücken und Bauch blaugrün, die vier vordem Füiäe fünf-, die beiden hintern Füße viergliedrig. Der Geruch istnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; , stark widerlich, der Geschmack ätzend, anhaltend. Auf die Haut gebracht, zieht die spanische Fliege Blasen.
Prüf. Es sollen nur vorsichtig getrocknete, nicht schimmlige oder vonnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,
Insekten zerfressene Cantharideu angewendet werden. Gehörig trockennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i t
halten sie sich am besten in wohl verschlossenen Blechbüchsen oder
Gläsern. Cerambyx moschatus (Moschusbock) ist mehr stahlblau, mitnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,
Fühlern, die den Leib an Länge überragen. — Cetonia aurata (Gold-Rosenkäfer), ist im Umfange breitquadratisch. — Carabus auratus (Goldlaufkäfer) ist im Umfauge oval.
Bestudtle. Cantharidin, ein krystallinischer, blasenziehender Stoffquot;, der in fetten und ätherischen Oeleu, in Aether, Weingeist und Wasser löslich.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;j i
A u w. Innerlich und namentlich äufserlich als Pulver und in folgenden Präparaten.
Collodium can tharidatum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'
Cantharides pulv., 50 Teile,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; :lt;y
Aether, 80 Teile, werden 3 Tage laug unter ümschüttelu mace-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;f..
riert und noch soviel Aether auf die Canthariden nachgegossen,nbsp; nbsp;dafs die ,
Kolatur betrage 42 Teile. Dann füge hinzunbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '#9632;,'
Colloxylini, 2 Teile,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; •;,ii Spiritus, 6 Teile und schüttele bis zur Lösung.
Emplastrum Cantharidum perpetuum. (E. acre, E. irri tans, E. Cantharidum com po sit um Au g lie um). Immerwährendes Zugpflaster. Colophonium, 70 Teile,
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JLlnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -------------------------------
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Cera citrina, 50 Teile, Terebinthina, 35 Teile,
Sebum ovile, 20 Teile, werden geschmolzen und dann mit jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Cantharides pulv., 20 Teilen,
Hnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Euphorbium pulv., 5 Teilen, gut vermischt und auf eine Platte
jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oder in Papierkapseln ausgegossen.
Hnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; *01eum cantharidatum.
Cantharides pulv., 3 Teile, werden mit i, jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Oleum Raparum, 10 Teilen, 10 Stunden im Dampf'bade digeriert,
Ulinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;dann ausgeprefst und filtriert
|l,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; *01eum cantharid: compositum (Blister).
Cantharides pulveratae, 2 Teile, ,:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Euphorbium pulveratum, 1 Teil,
Oleum liui, 24 Teile,
Oleum terebinthinae, 5 Teile, werden zusammen in eine Flasche gegeben und einige Tage digeriert. Beim Dispensieren mul's der Boden­satz aufgeschüttelt werden.
'
Tinctura Cantharidum
^j*nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mit 10 Teilen Spiritus zu bereiten.
Unqueutum Cantharid um. #9632;} 'inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cantharides pulv., 2 Teile,
01. Olivarum, 8 Teile, werden 10 Stunden im Wasserbade diri­giert und aus 7 Teilen des ausgeprefteu Oels mit iffnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cera flava, 3 Teilen, eine Salbe bereitet.
*Ungu e ntu ra Can t haridum ad usum veterinarium. Hnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Cantharides pulv., 1 Teil,
Adeps suillus, 3 Teile, werden im Wasserbade eine halbe Stunde ji'inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; digeriert und dann bis zum Erkalten öfters gut umgerührt.
*Uugueutum acre. Scharfe Salbe. Spaltsalbe.
Cera flava, 50 Teile, , •nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Colophonium, 30 Teile,
[,''!nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Terebinthinae, 60 Teile,
Adeps suillus, 25 Teile, schmelze und mische dazu
Cantharides pulv., 50 Teile,
Euphorbium pulv., 10 Teile.
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aJlinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mal crudum. Honig.
Apis mellifica. Insecta, Hymenoptera. Der Honig wird von den Bienen aus den Honigdrüsen verschiedener Blumen gesammelt und in den aus Wachs geformten Zellen oder Waben niedergelegt. Er wird von letztern teils durch freiwilliges Ausfliefsen ge­sondert, teils durch Ausschmelzen und Auspressen des Wachses. Frisch ausgelassen bildet er eine klebrige, dickliche, eigentümlich aromatisch riechende und sehr süfs schmeckende gelbe Flüfsigkeit. Der freiwillig aus-ii jnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; geflossene, sogenannte Juugfernhonig, ist fast farblos. Nach einiger Zeit
wird der Honig körnig, krystallinisch und setzt Traubenzucker ab, gesteht auch wohl ganz zu einer breiigen Masse.
In Wasser und Alkohol ist er bis auf einige Unreinigkeiten in jedem Verhältnisse löslich. In der Wärme fängt er leicht an zu gähren und ver­liert dadurch au Konsistenz.
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Ira Handel unterscheidet man sogenannten Landhonig, der bei uns gewonnen wird, und Westindischen- oder Cuba-Honig. Letzterer ist ge­meiniglich weilser und weniger aromatisch. Das Aroma des Honigs hängt von den Pflanzen ab, aus denen er von den Bienen gesammelt wird. Prüf. Ist Honig mit Anilin braun gefärbt, so wird er auf Zusatz einer gleichen Menge Salmiakgeist blafsgelb oder nahezu farblos, ist Kur­kuma zum Färben verwendet, so wird er hiebei hochrot. — Entsteht beim Mischen des Honigs mit der doppelten Menge Weingeist eine Trübung, so ist Dextrin beigemischt. — Wäfsrige Honiglösung darf kaum sauer reagieren und mit Silbernitrat oder Baryumnitrat nur opalisierend getrübt werden. (Zuckermelasse ist reich au Chloriden, Stärkesyrup reich an Sulfaten). Bestndtle. Dextrose (der krystallinisch werdende Teil), Laevulose
(der flüssig bleibende Teil). Anw. Zu Mixturen, Latwergen, Mundwässern und auch zuweilen zu Salben.
Mel depuratum. Gereinigter Honig. Honig wird mit der doppelten Menge Wasser in einem verzinnten Kessel gemischt, unter Vermeidung des Aufkochens bis auf 100deg; C. er­wärmt, eine Stunde in dieser Wärme erhalten, alsdann, wenn die Tempe­ratur auf 50deg; bis 40deg; herabgegangen ist, filtriert und zur Syrupsdicke ein­gedampft. Die durch ein wollenes Tuch kollerte Flüssigkeit wird im Was­serbade bis zur dünnen Syrupsdicke verdampft.
Oxymel Scillae. Meerzwiebelsauerhonig.
Acetum scilliticum, 1 Teil,
Mel depuratum, 2 Teile, werden gemischt und in einer Porzellanschale auf dem Dampfbade bis zu 2 Teilen eingedampft.
*Oxymel simplex . Ein fa eher Sauerhonig.
Acidum aceticum dilutum, 1 Teil, Mel depuratum, 40 Teile, werden gemischt.
Cera flava seu citrina, Gelbes Wachs. Apis mellifica. Inseda, Hymenoptera.
Man erhält das Wachs aus den Waben durch Schmelzen und Auspressen, nachdem der Honig ausgeflossen ist. Es bildet eine mehr oder weniger gelbe, feste, geschmacklose Masse von angenehmem Geruch, die zwischen den Fingern erweicht und bei G3—64deg; G. flüssig wird. Stärker erhitzt, läßt es sich ent­zünden und verbrennt ohne Übeln Geruch. In Wasser ist das Wachs unlöslich, von Alkohol, Aether, fetten und flüchtigen Oelen wird es mehr oder weniger leicht aufgelöst, besonders in der Hitze, mit den Alkalien verseift es sich schwer.
Prüf. Hinterläfst Wachs beim Kochen mit 300 Teilen Weingeist einen nennenswerten Rückstand, so untersuche man denselben auf betrüge­risch beigemischte mineralische Bestandteile, Stärkemehl, Erbsen­mehl etc. unter dem Mikroskope. — Läfst man die heifse alkoholi­sche Lösung erkalten und filtriert von dem auskrystallisierten Wachse ab, so enthält der Weingeist noch etwa beigemengtes Harz oder Arnold, Pbarmakognosie etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
:#9632;#9632;raquo;.*
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Steariusäure; ersteres verursacht Trübung bei Wasserzusatz, letzteres erteilt dem Weingeiste saure Eeaktion. — In einer Mischung von 1 Teil Weingeist und 3 Teilen Wasser (spec. Gew. 0,955 bis 0,967) mufs Wachs schwimmen, sinkt es unter, so ist Harz, Stearinsäure oder japanesisches Wachs (Pflanzenwachs) beigemengt; hierauf tröpfelt man solange Weingeist zu, bis das Wachs untersinkt und bestimmt dann das spec. Gewicht der Flüssigkeit; liegt dafselbe jetzt unter 0,955 so liegt eine Verfälschung mit Talg oder Paraffin vor. Bestndtle. Myricin (Myricylpalmitat, 80%), und freie Cerotinsäure (20 7„), Farbstoffquot; (im gelben Wachs).
Cera alba, Weifses AVachs. Das weifse Wachs wird aus dem gelben bereitet, indem man dieses in dünne Lamellen ausgiefst und diese unter öfterem Begiefsen mit Wasser au der Sonne bleicht, wodurch es zugleich härter, zerbrechlicher und schwerer schmelzbar wird. Es wird darauf geschmolzen und in Formen gegossen. P r ii f. Wie bei gelbem Wachs. Das spec. Gewicht des weifsen Wachses ist aber höher = 0,970; es mufs daher in einer Mischung von 2 Teilen Weingeist und 7 Teilen Wasser schwimmen; spec. Gewicht unter 0,9(30 deutet auf Beimengung von Talg oder Paraffin. Anw. Zu den meisten officinellen Pflastern, Salben, auch zu Pillen­massen etc. Es wird fast ausschlielslich gelbes Wachs verwendet.
Unguentum cereum. Ceratum simplex. Einfaches Gerat. Gera flava, 3 Teile,
Oleum Olivarum Provinciale, 7 Teile, werden im Dampf bade geschmolzen und bis zum Erkalten gerührt.
Oleum Jecoris Aselli. Leberthran. Gadus morrhua, Kabeljau. (Gadus callarias, der Dorsch, ist nur eine jugendliche Form des Kabeljau). Malacopterigii, Gaddidei.
Ansehnlicher Fisch des atlantischen Oceans, aus dessen fettreicher Leber das Oel gewonnen wird, welches nach der Art der Gewinnung in 3 Sorten in den Handel kommt.
Hellblanker Leberthran. Man schichtet die Lebern in hohen Tonnen übereinander, wobei durch ihre eigene Schwere ein Teil des öligen Fettes ausgepreßt wird, welches sich oben ansammelt. Er ist klar dickflüßig, weißlich bis gold­gelb, riecht und schmeckt eigenartig, schwach fischähnlich und trocknet an der Luft ein.
Braunblanker Leberthran. Fließt einige Tage später aus, wenn die Lebern schon etwas zu faulen angefangen. Er ist kastanienbraun, dickflüßiger, von starkem Geruch und Ge­schmack und reagiert stärker sauer.
Brauner Leberthran. Wenn sich aus den Lebern auf die angegebene Weise kein Oel mehr ausscheidet, so wer­den sie mit Wasser ausgekocht, wobei sich der braune Thran auf der Oberfläche ansammelt. Er ist syrupsdick, dunkelbraun, im durchfallenden Lichte grünlich, schmeckt bitter und reizend, riecht unangenehm brenzlich und zeigt eine stark saure Reaktion.
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In neuerer Zeit geschieht die Gewinnung meist vermittelst Dampf, indem man die zerkleinerten Lebern im Wasserbade erhitzt oder Dampf in dieselben einströmen läßt. Dabei fließt zuerst der hellblanke Thran (sog. Dampfleberthran) ab; durch stärkeres Erhitzen und Auspressen gewinnt man dann den braunblanken Thran und schließlich durch Auskochen der Leber den braunen Thran.
Prüf. Nach der Pharmakopöe darf nur der hellblanke Thran und zwar der blalsgelbe Dampfleberthran verwendet werden. Zeichen der Güte sind die nur sehwach saure Reaktion, Klarheit, helle Farbe und ein durchaus nicht ranziger Geruch oder Geschmack. — Beimengungen von nicht trocknenden Oelen lassen sich durch die Eladinprobe (S. 33) nachweisen. — 1 Tropfen Leberthran in 20 Cc. Schwefelkohlenstoff gelöst, färbt sich beim Schütteln mit 1 Tropfen Schwefelsäure vorüber­gehend schönrot. (Identitätsreaktion auf dem Gehalte des Thrans an Gallenstoffen beruhend; die Fischthrane des Handels, welche nicht aus Lebern, sondern dem Specke der Robben etc. gewonnen werden, geben diese Reaktion nicht). Bestudtle. Glyceride der Gel-, Palmitin- und Stearinsäure, freie flüchtige Fettsäuren (Ursache des Geruchs und Geschmacks), Gallen­bestandteile (Ursache der leichten Resorption), Spuren von Jod. A u w. Innerlich und äufserlich.
Ceiaceum. Sperma Ceti. Walrat.
Phi/seter macrocephalus. Mammalia. Ceta.
Bis 20 m lange, fischartige Säugetiere, welche namentlich in der
Südsee leben. In Höhlungen des gewaltigen Schädels befindet sich ein
flüfsiges Fett (bis 50 Zentner), aus welchem beim Erkalten der Walrat
auskrystallisiert.
Walrat bildet weifse, krystallinisch-blätterige durchscheinende, schlüpfrig anzufühlende Massen, in Aether oder 40 Teilen kochendem Weingeist löslich, aus letzterem beim Erkalten fast vollständig auskrystalli-sierend, vom spec. Gewicht 0,943 und bei 50—54deg; zu einer klaren, fast geruchlosen Flüssigkeit schmelzend.
P r ü f. Reagiert die weingeistige Lösung, aus welcher der Walrat aus­krystallisiert ist, sauer, oder gibt sie mit Wasser eine starke Fällung, so ist Stearinsäure beigemengt. #9632;— Mit Talg versetzter Walrat gibt auf Papier Fettflecke und beim Verbrennen Akroleingeruch (S. 33). Bestndtle. Cetylpalmitat. Anw. Zu Salben, zuweilen innerlich als Pulver oder Emulsion.
Unguentum leniens. Cold-Cream. Cera alba,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4 Teile,
Cetaceum,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5 Teile, werden geschmolzen und dann
Oleum Olivarum, 32 Teile, unter fortwährendem Rühren und
Schlagen tropfenweise Aqua, 16 Teile, zugesetzt.
Adeps suillus. Axungia Porci. Schweineschmalz. Sus Scrofa. Mammalia, Multungula, Setigera.
Durch Ausschmelzen des zerschnittenen Bauchfettes in ge­linder Wärme gewonnen. Es muß weiß sein und nicht ran­zig riechen.
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Prüf. Nimmt mit Schmalz in der Wärme geschüttelter AVeingeist saure Reaktion an, so ist das Schmalz ranzig und enthält freie Fett­säure. Beimengungen von Soda, Kochsalz, Stärkemehl etc. geben sich durch ihre Unlöslichkeit in Aether zu erkennen. — Da oft Wasser mit Hülfe von Borax etc. in grofser Menge beigemischt wird, so prüfe man, ob 10 g Fett, welche geschmolzen '^ Stunde in der Wärme stehen, dabei kein Wasser ausscheiden.
Bestudtle. Triolein, (etwa 60deg;/,,) Tripalmatin und Tristearin (etwa 400/ü).
Anw. Als Constituens für viele Salben.
*Unguentu m ad Ungulas. Hufsalbe.
Adeps suillus, 50 Teile,
Colophonium, 10 Teile, werden bei gelindem Feuer zusam­mengeschmolzen und kollert.
Zu Hufsalben gibt es viele Vorschriften. Wachs, Talg, Fett und Harz in abwechselndem Verhältnisse bilden immer die Hauptbestandteile.
*üuguentum flavum. Gelbe Salbe, Altheesalbe.
Adeps suillus, 500 Teile,
Resina flava,
Cera flava, je 30 Teile,
Rhizoma Cureumae pulverata, 10 Teile, werden bei gelindem Feuer geschmolzen und kollert.
Nach anderen Vorschriften wird diese Salbe bereitet, in dem mau ein schleimiges Dekokt von Altheewurzeln, Leinsameu oder Bockshorn­samen mit dem Fette bis zum Verdampfen der Feuchtigkeit erhitzt und koliert (deswegen auch Unguentum Althaeae genannt).
*Unguentum oxygenatum.
Adeps suillus, 50 Teile,
Acidum uitricum purum, 3 Teile. Das Fett wird in gelinder Wärme in einem Porzellangefäfse ge­schmolzen und darauf nach und nach unter beständigem Umrühren mittelst eines Glasstabes die Salpetersäure hinzugemischt und so lange er­wärmt, bis Lackmuspapier nicht mehr gerötet wird.
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Sebum ovile. Hammeltalg. Unschlitt.
Ovis Aries. Mammalia, Btminantia, Cavicornia.
Der Talg wird aus dem Zellgewebe, besonders der Nie­rengegenden bei gelinder Wärme ausgeschmolzen und koliert. Es stellt feste, weiße Massen von eigenartigem, nicht ranzigem Gerüche dar, welche einen höheren Schmelzpunkt (45—48deg;) wie Rindertalg besitzen.
Prüf. Ziegentalg verrät sich durch Bocksgeruch. — Rötet mit Talg erwärmter Weingeist Lackmus, so enthält er freie Fettsäuren, ist also ranzig. — Nach dem Erkalten des Weingeistes scheidet sich der ge­löste Talg wieder aus; wird der dann abgegossene Weingeist auf Zu­satz von gleichviel Wasser trübe, so sind fremde Fette zugegen. — Mineralische Beimengungen bleiben beim Lösen in dem doppelten Gewicht Petroleumbeuziu zurück.
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Castoreum. Bibergeil. Castor Fiber. Mammalia, Glires, Palmipeda. Ein Nagetier mit Schwimmhäuten an den Hinterfüfsen und plattem, schuppigem Schwänze ist über die Erdteile der alten Welt und dem Nor­den von Amerika verbreitet, in Deutschland fast ganz ausgerottet.
Das Bibergeil ist in zwei drüsenartigen Beuteln enthalten, welche sich beim männlichen wie weiblichen Tiere zwischen dem After und den Geschlechtsteilen unter der Haut befinden. Mau schneidet dieselben heraus und trocknet sie im Bauche.
Die Beutel haben eine längliche, fast keulenförmige Gestalt, sind 9—12 cm lang, 3—4 cm breit, mehr oder weniger plattgedrückt und hängen an dem oberen, schmaleren Ende zusammen. Sie sind häufig wenig gefüllt und daher äufserlich mehr runzlig, faltig und dürr, von schmutzig-dunkelbrauner Farbe. Sie bestehen aus zwei äufsereu Häuten, die meistens der trocknen Beschaffenheit wegen als eine einfache erscheinen; das von ihnen eingeschlossene Castoreum ist von einer dritten, dünnen, mit der inneren Oberhaut in Verbindung stehenden Haut durchzogen, am besten beim langsamen Durchbrechen der Beutel zu sehen. Es ist in frischem Zustande gelb und weich, beim Trocknen wird es duukelgelb bis schwarzbraun, härter, harzartig glänzend und zerreiblich. Es hat einen starken, eigentümlichen Geruch, schmeckt gewürzhaft reizend und bitter und löst sich gröfstenteils in Alkohol zu einer dunkelbraunen Tinktur, die durch Wasser einen starken Niederschlag harzartiger Flocken bildet.
Das amerikanische oder kanadische Bibergeil, jetzt die ausschliefslich officinelle Ware, kennzeichnet sich durch die fest auf­sitzenden nicht leicht zu trennenden beiden Aufsenhäute und den auf dem Bruche glänzenden Inhalt, welcher viel schwächer riecht, wie bei dem sibirischen Bibergeil.
Das sibirische Bibergeil unterscheidet sich durch seine leicht abziehbaren Aufsenhäute und den meist trocknen, glanzlosen Inhalt, dessen Geruch sehr kräftig ist. Es ist viel teurer wie das kanadische und findet nur noch selten Anwendung.
Prüf. Wegen des hohen Preises werden zuweilen Hodenbeutel und Gallenblasen von Schafen und Kälbern, welche mit einer dunkelbraunen Mischung verschiedener Harze gefüllt sind, der echten Ware beige­mengt. Die anatomische Anordnung der dritten Haut der echten Ware läfst dies leicht erkennen. Bestndtle. Harzartige Masse (bis 140/0, auch Castoreumresinoid genannt), Castorin (unverseifbares Fett), Aetherisches Gel, Calcium-carbonat und -phosphat, Salicin (wahrscheinlich von der als Nahrung dienenden Weidenrinde), Karbolsäure (durch das Trocknen im Bauche). Anw. Selten. Als Pulver und Tinktur.
Tinktura Castorei. Ist mit 10 Teilen Spiritus zu bereiten.
Moschus. Moschus. Moschus moschiferus. Mammalia, Ruminantia, Bisulca. Ein rehartiges Tier auf den Hochgebirgen Chinas und Tibets. Nur das Männehen trägt einen Mosehusbeutel zwischen Nabel und Bute, welcher dem erbeuteten Tiere samt der zugehörigen Bauchnaht abge­schnitten, zugebunden und sofort getrocknet wird.
Der Moschusbeutel ist ein runder oder ovaler, bis 5 cm langer, 4 cm breiter u. 2 cm dicker Beutel, auf der flachen Seite (mit der er am Körper an­gewachsen war) kahl, auf der gewölbten äufsereu Seite behaart. Auf der
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Aufsenseite befindet sich nach dem vorderen Ende zu eine OeffnuBg zur Ent­leerung der Moschusmasse und dicht daneben eine zweite Oeffnung, die Mündung des Vorhautkanals. Die Haare sind strahlig nach der Mitte ge­richtet, im Umfange dick, steif, gegen die ersterwähnte Oeffnung einen Wir­bel bildend. Die Wand des Beutels besteht aus zwei sich trennenden Schich­ten, der äufseren behaarten (aus Lederhaut und Muskelhaut bestehend) und der inneren, dünnen, eigentlichen Beutelwand, welche nach innen, in ma-schenförmigen Vertiefungen die Moschussubstanz absondert, eine braune Masse von charakteristischem, äufserst durchdringendem Gerüche, in Wasser und Weingeist grofsenteils, in Chloroform und Benzin nur wenig löslich. Der to nkinesisch e oder tibetanische Moschus, die allein officinelle Sorte, hat rundliche, aufgetriebene, 12—30(7 schwere Beutel, mit meist kurz abgeschorenen gelblich-braunen, im Umfange mehr weifs-lichen, dicken und steifen Haaren. Die Moschussubstanz ist dunkelbraun, uie salbenartig, ohne urinösen, amouiakalischen Geruch, macht 45—650/0 des ganzen Beutels aus und bildet eine krümelige, aus Stecknadel- bis erbsengrofsen Klümpchen bestehende Masse.
Der kabardinische oder russische Moschus, von ge­ringerer QuaUtät, nur zu Parfümeriezwecken geeignet, hat eiförmig-läng­liche, birnähnliche, kleinere Beutel mit silberweifsen, feinen und biegsamen Haaren. Die Moschussubstanz, frisch salbenartig, später pulverig, ist mehr hell- oder rötlicbbraun, von schwächerem, zugleich urinösem und am-moniakalischem Gerüche.
Prüf. Mit Hilfe von Terpentinöl unter dem Mikroskop in eine dünne Schicht ausgebreitet, zerfällt der Moschus ziemlich gleichmäftig schollen­artig in durchscheinende, braune, amorphe Splitter und Klümpchen. — Es sind nur gut behaarte, volle und trockene Beutel, niemals die Moschus-suhstanz ohne Beutel, zu kaufen. Beutel, die irgendwo eine Verletzung, Naht, Oeffnung erkennen lassen, sind zu verwerfen, da ihnen jedenfalls Moschussubstanz entnommen und durch Harz, trockenes Blut, Schrote etc. ersetzt wurde. Deshalb ist auch die ausgenommene Moschussubstanz mit dem Mikroskope sorgfältig auf fremde Beimengungen zu prüfen. Beim Verbrennen hinterlasse er nicht über 8% Asche.
Bestndtle. Gallenfett, Wachs, Proteinsubstanzen, Ammoniumsalze, Calciumphosphat. Der wirksame und den Geruch erzeugende Körper ist noch unbekannt.
A n w. Selten. Als Pulver und Tinktur. Vor der Anwendung werde er über Schwefelsäure getrocknet, bis er nicht mehr an Gewicht verliert.
Tinctura Moschi mit je 25 Teilen Spiritus dilutus und Aqua zu bereiten.
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Chemische Präparate,
welche als Arzneimittel Anwendung finden,
unter Berücksichtigung der aus ihnen darge*
stellten pharmaceutischen Präparate.
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I, Wasser und chemisch einfache Stoffe,
Aqua destillata, Destilliertes Wasser. Reines Brunnenwasser wird in einer Destillierblase der De­stillation unterworfen. Das zuerst Uebergehende wird so lange entfernt, als es von salpetersaurem Silberoxyd getrübt wird. Man unterbricht die Destillation, Avenn ungefähr zwei Dritteile des Wassers überdestilliert sind.
Prüf. Es mufs klar, geruch- und geschmacklos sein. Es darf nicht durch salpetersaures Silberoxyd (Chloride), Chlorbaryum (Sulfate), oxalsaures Ammoniak (Calciumverbind.), Schwefelammonium (Metalle) und Quecksilberchlorid (Ammoniak) verändert werden. Durch Zu­mischen des doppelten Volums Kalkwasser entstehe keine Trübung (Kohlensäure). Aqua pluvialis, Regenwasser, ist, wenn es nach längerem Regen aufgefangen ist, zum tierärztlichen Gebrauche in den meisten Fällen hin­reichend rein und kann statt des destillierten Wassers benutzt werden. Man langt es am besten in blanken kupfernen Kesseln auf. Nach dem Abklären füllt man es auf Flaschen, wo es sich lange Zeit unverändert hält.
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Carbo vegetabilis crudus. Holzkohle. Durch Glühen verschiedener Holzarten, von Buchen, Eichen, Tannen, Birken, Linden etc., in Meilerhaufen oder in eisernen Cylindern (bei der Holzessigdarstellung) bereitet. Sie hat die Form des dazu angewandten Holzes, ist porös, mehr oder min­der glänzend, dichter oder lockerer. Die Kohle von leichten Holzarten ist vorzuziehen. Richtig bereitet ist sie rein schwarz, ohne Geruch und ohne Geschmack. Sie muß .in wohlver­schlossenen Gefäßen aufbewahrt werden.
Prüf. Da die Holzkohle aus der Luft Bestandteile beim Liegen auf­nimmt, so ist es zweckmäfsig, dieselbe vor dem Gebrauch nochmal auszuglühen.
Gibt Kohlenpulver beim Schütteln mit Weingeist an denselben färbende oder riechende Stoffe ab, so ist die Kohle nur unvollkommen ausgeglüht und enthält brenzliche Stoffe. Beim Glühen auf Platinblech hinterläfst reine Holzkohle kaum Asche, während Tierkohle phosphorsauren Kalk zurückläfst.
A n w. Aeufserlich als Pulver, in Verbindung mit adstringierenden Sub­stanzen. Innerlich als Pulver in Latwergen oder Pillen. #9632;
fBromum. Brom. Br. = 80.
Wird aus der Mutterlauge des Meerwassers und der StaMurter Abraumsalze durch Destillation mit Braunstein und Schwefelsäure gewonnen.
Eine rotschwärzliche Flüssigkeit von eigentümlichem, chlor­ähnlichem Gernchc von 2,9—3,0 spec. Gew., siedet bei 58-63deg; C, stößt aber schon bei gewöhnlicher Temperatur gelbrotc, auf Augen und Athmungsorgane gefährlich einwirkende Dämpfe aus. Löst sich in 40 Teilen Wasser. Leicht löslich in Aether, AI-
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kohol, Schwefelkohlenstoff und Chloroform mit dunkel rot­gelber Farbe.
Anw. Aeufserlich zu Salben und Linimenten, auch zu Inhalationen. Bromwasser 1 : 200 zur Desinfektion.
*Fumigationes Chiori. Chlor-Räucherungen.
1.nbsp; nbsp; nbsp;Calcaria chlonita, 200 g, Aqua fontana, 000 lt;/,
mische in einer Schale und füge hinzu
Acidum hydrochloricum, 400 g.
Es entwickelt eine Menge Chlorgas, etwa ausreichend zur Desinfektion.eines Stalles von 47—50 Cubikmeter.
Diese Methode empfiehlt sich besonders in Ställen, weil keine Wärme anzuwenden ist, also Vorsichtsmaßregeln gegen Feuersgefahr unnötig sind.
2.nbsp; nbsp; nbsp;Natrium chloratum, Manganum hyperoxydatum pulveratum, je 75 (/.,
werden in einer Schale gemischt und ein Gemenge von
Acidum sulfuricum anglicum.
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Aqua communis, je 150 g, unter Umrühren darauf gegossen und erwärmt.
Diese Vorschrift ist die Guiton Morveau'sche Räucherung, Fumigatio oxymuriatica de Guiton Morveau.
3.nbsp; nbsp; nbsp;Manganum hyperoxydatum pulveratum, 30 g,
#9632;t :
Acidum hydrochloricum. 180 g,
werden unter Umrühren gemischt und erwärmt
Bei den Chlor-Eäucherungen müssen blanke metallene Gegenständenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
und das Stroh aus den Ställen beseitigt werden. Nachdem die Misch-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; l'•,'''
imgeu gemacht sind und man sich entfernt hat, sind die Fenster und
Thüren zu schliefsen und erst nach einigen Stunden wieder zu öffnen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,!,-
Das Erwärmen der Chlormischung geschieht durch ein Kohlenbecken oder eine Spiritusflamme. 30 g Spiritus geben hinreichend Wärme, um das Chlor zu entwickeln. Man kann den Spiritus in eine kleine Schale odernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'
Kruke geben und die Schale darüber auf einer passenden Stellage anbringen.
Aqua chlorata.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^,,
Chlorum solutum, Liquor Chiori, Aqua Chiori, Aquanbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ifX
oxymuriatica, Chlorwasser.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .r
Das auf eine unter Fumigatio Chiori angegebene Weise innbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,' '
einem Kolben zu bereitende Chlorgas wird, nachdem es zuvor in einer Woulf'schen Flasche gewaschen, in möglichst kaltes destilliertes Wasser geleitet, bis das Wasser gelblich geworden ist. Die unter Nr. 2 angegebene Mischung liefert 900—1000 raquo;7 Chlorwasser.
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Eine klare gelblich-grüne, beim Erhitzen flüchtige Flüssig­keit, welche blaues Lackmuspapier sofort entfärbt. Ein färbloser Liquor ist zu verwerfen.
P r ü f. Mit metaiiischem Quecksilber geschüttelt, so dafs das Chlor vollständig absorbiert wird, darf es blaues Reagenzpapier nicht zu stark röten. 20 g Chlorwasser mit 0,6 Teilen krystallisiertem Eisen­vitriol und etwas Salzsäure versetzt und geschüttelt, dürfen Cha­mäleonlösung nicht entfärben. Es enthalte demnach 0,4 quot;V,, Chlor. A n w. Aeufserlich und innerlich, am besten in reiner Form.
Wenn gröfsere Mengen von Chlorwasser gebraucht werden und es auf grol'se Reinheit nicht ankommt, so kann man sich am bequemsten des Chlorkalks bedienen, den man in einer geräumigen Entwickelungs-flasche mit einfachem Sicherheitsrohr mit Salzsäure übergiefst und das ftas in Wasser leitet. 60 r/ Chlorkalk sind mehr wie hinreichend, um 1200 r/ Chlorwasser zu bereiten. Man zerteilt den Chlorkalk mit 10—12 Teilen Wasser, giefst dann die Salzsäure in kleinen Portionen durch das Sicherheitsrohr, bis sich kein Chlor mehr entwickelt.
jJodum. Jodina. Jodinum. Jod. J = 127.
Man erhält das Jod aus der Asche (Kelp, Varec) der See­tange. Nachdem dieselbe mit Wasser behandelt worden , laßt man aus der Lösung den größten Teil des Chlornatriums und Natriumkarbonats auskrystallisieren. Die unkrystallisierbare Mutterlauge, welche Jodnatrium und Jodmagnesium enthält, wird mit Schwefelsäure unter Zusatz von Magansuperoxyd in Retorten erhitzt, wobei das Jod in Dämpfen sich verflüchtigt.
Das Jod krystallisiert in platten, schiefen, vierseitigen Tafeln von 4,94 spec. Gew. Man unterscheidet englisches Jod (Jodum anglicum), kleine, anregelmäßige, krystallinische Massen, die häufig viel Wasser enthalten, oder französisches (Jodum gallicum seu resublimatum), große, trockene Tafeln, die keine unregelraäiäige Gestalt haben.
Es hat eine dunkelgraue Farbe und fast das Ansehen wie Hammerschlag, riecht eigentümlich reizend, siedet bei 180deg; C, indem es violett gefärbte Dämpfe bildet, löst sich in etwa 5000 Teilen Wasser, die Auflösung ist schwach gelb gefärbt. In Al­kohol, Aether und Jodkalium ist es sehr löslich mit dunkel­brauner Farbe, in Chloroform oder Benzol mit violetter Farbe. Organische Körper werden davon vorübergehend braun gefärbt, Stärkekleister gibt damit eine schöne blaue Verbindung, wo­durch die kleinsten Mengen freien Jods angezeigt werden.
Prüf. Das Jod kommt verfälscht vor mit Schwefelantimon , Graphit und Kohle. Diese bleiben bei der Auflösung in Alkohol oder bei der Sublimation zurück. Mitunter ist es feucht und haftet dann leicht an den Wänden der Gefafse oder feuchtet Fliefspapier an, zwischen welchem man es prefst.
A n w. Aeufserlich in Salbenform oder in Lösung am besten mit gleichen Teilen Kalium jodatum. In neuerer Zeit viel zu Inhalationen, wozu
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man entweder die Jodtinktur oder die Lösung in Jodkalium oder auch das Jod an und für sich anwendet, indem man es auf einem er­wärmten Steine verdunsten läfst. Die Dämpfe lassen sich auf irgendnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;/ eine Weise applizieren.
Tinktur a Jodi, Jodtinktur. Durch Auflösen von gepulvertem Jod in 10 Teilen Spiritus ohne Erwärmen darzustellen.
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ff Phosphorus. Phosphor. P = B1.
Wird durch Zersetzen weißgebrannter Knochen mit Schwe­felsäure und Glühen des erhaltenen primären Galciumphosphats mit Kohle bereitet. Phosphor ist bei gewöhnlicher Temperatur ' fest, zähe und biegsam wie Wachs, in der Kälte spröde und
zerbrechlich, farblos durchsichtig, fettglänzend, am Lichte färbt er sich gelb. Spec. Gew. = 1,84. Bei -f- 44deg; G. schmilzt er, bei
200deg; C. siedet er und destilliert in luftleeren Apparaten unver­ändert über. Er ist unlöslich in Wasser, aber löslich innbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; , Aether, Schwefelkohlenstoff, fetten und flüchtigen Oelen,
nur wenig in Weingeist und Aether. In heißem Wasser oder
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Alkohol geschmolzen und bis zum Erkalten geschüttelt, ver- 1 wandelt er sich in ein weißes Pulver. Schon bei gewöhnlicher Temperatur oxydiert er sich an der Luft und verbreitet einen im Dunkeln leuchtenden, knoblauchähnlich riechenden Dampf von phosphoriger Säure und nimmt bei längerer Aufbewahrung eine rote, zuweilen schwarze Farbe an.
Mit einem rauhen Gegenstande gerieben oder erhitzt, ent­zündet er sich und verbrennt mit leuchtender Flamme zu Phosphorpentoxyd.
Er werde in mit Wasser voll gefüllten, mit Glasstöpseln versehenen Gefäßen, welche wiederum von einer Büchse von Weisblech umschlossen sind, aufbewahrt und wegen seiner
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leichten Entzündlichkeit und seiner giftigen Eigenschaften mit der größten Vorsicht gehandhabt. Anw. Als Arzneimittel selten. Häufig zum Vertilgen von Ungeziefer, Eatten und Mäusen, und zwar unter der Form von
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*Pasta phosphorata. Phosphorlatwerge. Man übergiefst Phosphor in einem Mörser oder in einer Kruke mit
heifsem Wasser, worunter derselbe schmilzt, und rührt die erforderlichenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; J V' | Quantität Weizenmehl hinzu. Das Verhältnifs ist 1 lt;/ Phosphor, 30 y
heifses Wasser und ungefähr 30 g Weizenmehl. Einige Vorschriften gebennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i'
noch einen Zusatz von Butter und pulverisiertem Zucker.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,' |
*01eum phosphoratum. Linimentum phosphoratum. Phos-
phorliniment. 1 g Phosphor, 80 g Mandelöl. Man stellt das Glas mit dem In- , halte in heifses Wasser, bis der Phosphor schmilzt, und schüttelt, nach-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.j£'- ^
dem zugekorkt ist, bis zum Erkalten. Nach einiger Zeit wird das OeJ
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von dem ungelosteu Phosphor abgegossen. Zum tierärztlichen Gebrauch kann man statt des Mandelöls Olivenöl verwenden.
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Sulfur sublimatum. Flores Sulfuris. Schwcfclblumen. Feines, hellgelbes, krystallinischcs Pulver, durch Subli­mation des rohen Schwefels erhalten. Besteht aus amorphem und krystallinischem Schwefel und ist daher nur teilweise in Schwefelkohlenstoff (der krystallinische) löslich. Verbrennt beim Erhitzen in offener Schale mit blauer Flamme und stechendem Gerüche. Löst sich in kochender Kali- oder Natronlauge, nicht in Ammoniak, Weingeist oder Aether.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; •
Prüf. 80II beim Verbrennen nicht mehr wie l0/0 Rückstand (erdige Beimengungen) hinterlassen. Enthält stets anhaftende schwefelige-oder Schwefelsäure, wefshalb es befeuchtetes blaues Lackmuspapier rötet, ferner meistens Arsen, auf welche nach der bei Sulfur depu-ratum angegebenen Weise geprüft wird.
Diese Beimengungen sind für die Veterinärspraxis ohne Bedeutung.
Auw. Zu Salben, Latwergen, Räucherungen.
Sulfur depuratum.
Flores Sulfuris loti. Gereinigter Schwefel.
Gesiebter sublimierter Schwefel, 100 Teile, werden mit Wasser, 70 Teilen, und Aetzammoniak, 10 Teilen, angerührt und einen Tag bei Seite gestellt. Hierauf mische man den Schwefel mit Wasser bis zur Entfernung des Ammoniaks aus, trockne und schlage ihn durch ein Sieb.
Prüf. Befeuchtetes Lackmuspapier werde nicht gerötet (schwefelige-oder Schwefelsäure). Arsen ^vird beim Schütteln des Schwefels mit Ammoniak aufgelöst. Uebersäuert man das Filtrat mit Salzsäure, so füllt etwa gelöstes Schwefelarsen mit gelber Farbe aus; entsteht in der angesäuerten Lösung erst nach Zusatz von Schwefelwasserstoff ein Niederschlag, so ist arsenige Säure zugegen. Spuren von Arsen rufen nur eine gelbe Färbung.
Sulfur praeeipitatum. Lac Sulfuris. Schwefelmilch. Wird durch Zersetzung von Schwefelpolysulfidlösung mit Salzsäure erhalten. Feines, gelblichweises, nicht krystallinisches Pulver, ohne Rückstand verbrennend.
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Prüf. A n w.
Wie bei Sulf. depnr.
Zu Salben und in der Kosmetik.
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Carboneum sulfuratum.
Alkohol Sulfuris, Schwefelkohlenstoff. CS2 = 76.
Durch Leiten von Schwefeldämpfen über glühende Kohlen erhalten.
Farblose, das Licht sehr stark brechende Flüssigkeit von starkem eigentümlichen Geruch, in Wasser kaum, in Weingeist
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Aether und Oelen leicht löslich, von 1,272 spec. Gew., völlig flüchtig und angezündet zu Kohlendioxyd und Schwefeldioxyd verbrennend. Ein vorzügliches Lösungsmittel für Harze, Oelo, Phosphor, Schwefel.
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Prüf. Verändere befeuchtetes Lackmuspapier nicht und färbe beim Schütteln mit Bleiacetatlösung diese nicht. (Abwesenheit von Säure und freiem Schwefel.) Anw. Aeufserlich in fetten Oelen gelöst zur Verteilung von Anschwell­ungen. Auch als lokales Anästheticum.
Ferrum pulveratum.
Limatura martis alcoholisata. Eisenfeile. Fe. = 5G.
Wird erhalten, indem rostfreie Eisenfeile in einem eisernen Mörser zerstoßen und durch Leinwand gebeutelt wird.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;iii! '
Ein feines, aschgraues, schweres, etwas metallisch glän-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '
zendes Pulver, welches sich in verdünnter Salz- oder Schwefel-
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säure unter Wasserstoffentwickelung auflöst. Diese Lösung wird selbst bei großer Verdünnung durch Ferricyankalium blau gefärbt.
P r ü f. Es mufs sich in verdünnter Salzsäure unter Entwickelung wenig übel riechenden Wasserstoffgases, ohne viel Rückstand, auflösen; die Auflösung darf durch Schwefelwasserstoff nicht dunkel gefärbt werden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; |
Ein anderer Teil der Lösung mufs nach der Oxydation mit Salpeter­säure und Ausfällung durch überschüssiges Aetzammoniak ein Filtrat
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geben, welches durch Schwefelammcmium nicht weifs getrübt werde (Schwefelzink). Der in Salzsäure unlösliche Teil des Eisens darf nach dem Lösen in Salpetersäure mit überschüssigem Ammoniak nicht ge­bläut werden. (Kupfer).
Anw. Innerlich als Pulver.
Tinctura Ferri pomata. Apfelsaure Eisentinktur.
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Extractum Ferri pomatum 1 Teil,
Aqua Cinnamomi spirituosa, 9 Teile,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,,
löse und filtriere. Eine schwarzbraune Flüssigkeit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'i'i
Extractum Ferri pomatum wird erhalten durch Digerieren von Eisenfeile mit dem Safte saurer Aepfel und Eindicken der gewonnenennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;' *
Flüssigkeit zum Extrakt.
Ferrum reductum.
Ferrum Hydrogenio reductum. Eeduciertes Eisen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1;.
Das Präparat ist ein Gemenge von metallischem Eisen mit Ferro-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 'v'.'f
oxyd und wird erhalten durch Reduktion von Ferrihydrooxyd mittelstnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '
Wasserstoff, wobei Wasserdampf entweicht. Man läfst im Wasserstoff-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ' .fc
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ströme vollständig erkalten und füllt das erkaltete Präparat in Gläser.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;#9632; s
— Zur Erlangung eines guten Präparates ist wichtig, dass das zur Ver­wendung gelangende Wasserstoffgas rein und namentlich von Schwefel­wasserstoff und Arsenwasserstoftquot; frei ist. Ferner mufs man im Wasser­stoffstrom erkalten lassen, da das glühende Eisen an der Luft sofort zu Eisenoxyduloxyd verbrennen würde. EndUch darf die Temperatur nicht zu hoch gehalten werden, da man sonst ein zusammengesintertes uud des­halb viel Eisenoxyd einschliefsendes Präparat erhalten würde. Die Tem-
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peratur darf aber auch nicht zu niedrig sein, da das reducierte Eisen sonst leicht pyrophorisch wird, d. h. es entzündet sich an der Luft und verbrennt zu FcdO,.
Es ist ein graues , glanzloses Pulver, welches vom Magneten ange­zogen wird und beim Erhitzen an der Luft zu schwarzem Eisenoxy­duloxyd verglimmt.
Prüf. 2 g des Ferrum reductum mit 30 y einer Mischung von gleichen Teilen Salzsäure und Wasser erwärmt, sollen sich unter Wasserstoff-entwickelung vollkommen oder wenigstens fast vollkommen (bis auf 1 0/0) lösen. Das dabei entwickelte Wasserstoffgas soll ein mit 50pro-ceutiger Silbernitratlösung befeuchtetes Papier nicht sofort gelb oder braun färben also keinen Arseuwasserstoff oder Schwefelwasserstoff enthalten. Der unlösliche Rückstand darf nicht mehr als 0,02 g (also 1 deg;:„) betragen.
Werden 0,3 y des Ferrum reductum mit 50 y der officinellen Queck­silberchloridlösung unter Luftabschlufs im Dampf bade 1 Stunde lang erwärmt und dann auf 100 cc aufgefüllt, so dürfen 25 cc dieser Flüs­sigkeit nach dem Absetzen nicht weniger als 38 cc der volu-metrischen Kaliumpermanganatlösung zur bleibenden Rötung (Oxy­dation) erfordern. — Diese Prüfung bezweckt, den Gehalt an metalli­schem Eisen iu dem Präparat festzustellen. Es wirkt nämlich das Quecksilberchlorid nur auf metallisches Eisen ein unter Bildung von löslichem Eisenchlorür und unlöslichem Calomel; das vor­handene Eisenoxyduloxyd bleibt vollkommen ungelöst und unverändert. 4 HgCl2 Fe, = Fe4 CL 2 Hg2 Cl,.
Die Menge des in Lösung gegangenen Eisenchlorürs wird durch Titration mit Kaliumpermangauat erforscht; die Pharmacopöe fordert in vorliegendem Falle einen Gehalt von 89,75 metallischem Eisen. Anw. Wie Ferrum pulveratum.
Hydrargyrum. Mercurius, Quecksilber. Hg=200.
Man erhält es größtenteils aus dem Zinnober, indem man denselben entweder in eigenen Oefen für sich rostet, oder mit gelöschtem Kalk oder metallischem Eisen in passenden Destilla-tions-Apparaten erhitzt. Es ist bei gewöhnlicher Temperatur flüssig und läßt sich leicht in Kugeln zerteilen, die, wenn es mit fremden Metallen oder mit Oxyd verunreinigt ist, nach hinten zugespitzt sind und, indem sie über Papier hinrollen, auf dem­selben einen grauen Rückstand hinterlassen. Verunreinigtes Quecksilber ist ferner mit einer grauen Haut überzogen. Es ist genügend rein, wenn es eine stark spiegelnde Oberfläche besitzt, in einer trocknen Porzellanschule fortläuft, ohne schwärz­liche Spuren zu hinterlassen, und beim Erhitzen ohne Rück­stand verflüchtigt. (Vorsicht!)
Ist es zu sehr verunreinigt, so kann man es leicht rein erhalten, wenn man 12 Teile Quecksilber mit einem Gemenge von 12 Teilen Wasser und 1 Teil Salpetersäure unter öfterm Unischütteln zwei Tage lang in der Kälte auf einander ein­wirken läßt. Die überstehende Flüssigkeit wird von dem Queck­silber abgegossen und letzteres mit Wasser einige Mal abge­waschen und getrocknet.
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Anw. Zum äufserlichen Gebrauch in Form der Quecksilbersalbe, zur Bereitung der Quecksilberpräparate.
UnguentumHydrargyricinereura. 'U. Neapolitanum. U. mercurial e. Quecksilbersalbe. Merkurialsalbe.
Adeps suillus, 13 Teile,
Sebum ovile, 7 Teilen, werden zusammengeschmolzen und von der erkalteten Mischung 3 Teile mit Hydrargyum , 10 Teilen, derart verrieben, dafs das Metall in kleinen Portionen immer erst dann wieder zugesetzt wird, wenn sich keine Quecksilberkügelchen mehr erkennen lassen. Schliefslich wird der Rest der Fettmischung zugesetzt und das Ganze aufs genaueste verrieben. Es sei eine bläulichgraue Salbe, in welcher mit blofsem Auge keine Quecksilberkügelchen zu erkennen sind. Die feine Verteilung (sog. Tötung) des Quecksilbers wird beschleu­nigt, wenn man dasselbe statt mit 3 Teilen der Mischung mit Vaseline oder Lanolin verreibt. Das Eeiben darf bis zur Vollendung der Salbe nicht unterbrochen werden, da sonst in den Pausen das Quecksilber wieder zum Teil zusammenläuft.
Emplastrum Hydrargyri. Emplastrum mercuriale, Mer-
kurialpfl aster.
Hydrargyrum,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10 Teile,
Terebinthina,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5 Teile,
Cera flava,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5 Teile,
Emplastrum Li^hargyri, 30 Teile. Das Quecksilber wird mit dem Terpentin sorgfältig verrieben, unter Zusatz von etwas Terpentinöl, bis keine Quecksilberkügelchen mehr zu erkennen sind. Alsdann wird die halberkaltete Mischung von Wachs und Bleipflaster, welche man bei gelinder Wärme zusammengeschmolzen hat, darunter gerührt und das Pflaster nach dem Erkalten ausgerollt.
2. Säuren. Acetum. Acetum Vini. Essig. Weinessig.
Wird aus zucker- oder weingeisthaltigen Flüssigkeiten durch Gärung gewonnen (gelbbraune Ware, Malz-, Bier-, Wein­essig), oder nach der Schnellessigfabrikationsmethode, indem verdünnter Weingeist mit Essig versetzt in eigenen Fässern über Buchenholzspäne oxydiert wird (Farblose Ware).
Der Essig ist eine fast farblose oder gelbliche Flüssigkeit, welche Essigsäure nebst extraktartigen Substanzen enthält. Er muß einen rein sauren Geruch und Geschmack haben, und darf keinen schleimigen oder flockigen Bodensatz bilden. 20 Teile Essig müssen 1 Teil wasserfreien kohlensauren Natrons neutralisieren, d. h. er enthalte 0% Essigsäure.
Prüf. Er darf durch Schwefelwasserstoffquot; nicht verändert werden, in welchem Falle er schädliche Metalle enthalten würde. Schwefelsäure wird erkannt durch Zusatz von Chlorbaryum; es entsteht dadurch ein Niederschlag, der in Salpetersäure unlöslich ist. Salzsäure durch sal­petersaures Silberoxyd; es entsteht ein käsiger Niederschlag, gleichfalls in Salpetersäure unlöslich. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dafs fast jeder Essig geringe Mengen schwefelsaure Salze und Chlorver­bindungen enthält, welche aus dem zu seiner Bereitung verwandten Brunnenwasser herrühren. Einen Gehalt an freier Schwefelsäure er-
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kennt man, wenn man etwa 0,5 g Zucker in 30 y Essig löst, und die Lösung im Wasserbade eindampft. Ein Schwary.werden der Masse zeigt freie Schwefelsäure an. Salpetersäure (von schlechtem Brunnen­wasser herrührend), entcleckt man, wenn der Essig durch etwas In­digolösung schwach blau gefärbt und erhitzt wird. Bei Gegenwart von Salpetersäure wird derselbe entfärbt. Scharfe Pfianzenstoffe ver­raten sich durch den scharfen Geschmack des Essigs, wenn derselbe mit kohlensaurem Kalium neutralisiert ist. Anw. Zu Bädern, Räucherungen etc.
Acetum pyrolignosum crudum. Aeidum pyroliguosum. Holzessig. Wird bei der trocknen Destillation verschiedener Holzarten, beson­ders des Buchenholzes, gewonnen. Nach Absonderung des zugleich ge­bildeten Theers stellt er eine dunkelbraune, sauer und zugleich brenzlich riechende und schmeckende Flüssigkeit dar, bestehend aus 6—70/0 Essig­säure, Kreosot, Aceton, Benzol und dessen Homologen, Holzgeist und anderen Substanzen in verschiedenen Mengen.
Prüf. 20 Teile sollen 1 Teil wasserfreies kohlensaures Natron neutrali­sieren. Er werde durch Baryumnitrat nur schwach getrübt, durch Schwefelwasserstoff nicht verändert. Anw. Als äufserliches Mittel, selten.
Acetum pyrolignosum rectiflcatum. Gereinigter Holzessig.
Wird durch Rectifikation des rohen Holzessigs aus gläsernen Re­torten gewonnen.
Eine farblose oder gelbliche Flüssigkeit von brenzlich saurem Ge­rüche und Geschmacke, welche wie der rohe Holzessig mindestens 6 u/0 Essigsäure enthalten soll.
Aeidum aceticum dilutum. Acetum con centra turn.
Konzentrierter Essig. Natriumacetat wird mit englischer Schwefelsäure und etwas Wasser der Destillation unterworfen. Wenn das Destillat schwe­flige Säure und brenzliche Stoffe enthält, so wird es über etwas Braunstein oder chromsaurem Kalium rektifiziert und mit Wasser verdünnt, bis zum spec. Gew. = 1,041. Enthält 300/o Essigsäure.
Der konzentrierte Essig ist eine klare, farblose, angenehm riechende Flüssigkeit. 1000 Teile sollen 2G5 Teile wasserfreies kohlensaures Natrium sättigen.
Prüf. Darf weder brenzlich riechen, noch durch Clorbaryum, salpeter­saures Silber, Schwefelwasserstoff oder Schwefelammonium verändert werden. Anw. Zu Acetum Scillae u. A. Digitalis.
Acetum aromatic um. Vierräuber essig. Oleum Lavandulae,
—nbsp; nbsp; nbsp; Menth. piper.,
—nbsp; nbsp; nbsp; Rosmarini,
—nbsp; nbsp; nbsp; Juniperi,
—nbsp; nbsp; nbsp; Cinnamomi, je 1 Teil,
—nbsp; nbsp; nbsp; Citri,
—nbsp; nbsp; nbsp; Caryophyll., je 2 Teile, löse in
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Spiritus, 300 Teilen, und setze hinzu Acid, acetic, dilutum, 450 Teile,
Aqua destillata, 1200 Teile. Die trübe Mischung werde einige Tage bei Seite gestellt und dann filtriert.
Acidum aceticum. Acetum glaciale. Eisessig. Essig­säure. G2H4O2 = 60.
Wird wie Acetum concentratum, jedoch aus entwässertem Natriumacetat und ohne Wasserzusatz bereitet.
Eine farblose Flüssigkeit von stechend saurem Geruch, 1,0G4 spec. Gew., krystallisiert bei -f- 4deg; G., wird bei 16deg; wieder flüssig, siedet bei 118deg;.
Prüf. 10 Teile sollen 1 Teil Citronenöl klar lösen, sonst ist sie zu wasserhaltig. Mit Wasser verdünnt werde die nach Zumischung eini­ger Tropfen gelösten Übermangansauren Kaliums entstandene rote Farbe nicht verändert. (Schwefeldioxid.) Die mit 20 Teilen Wasser ver­dünnte Essigsäure darf weder durch Chlorbaryum, noch durch salpeter­saures Silber, noch durch Schwefelwasserstoft getrübt werden. Enthält etwa 96% Essigsäure.
Anw. Als Eiech- und Aetzmittel.
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Acidum benzoicum.
Flores Benzoes. Benzoesäure. G7H7O2
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In der Medizin soll nur durch Sublimation aus Siam-benzoe (S. 24) erhaltene Säure Verwendung finden.
Blättchen- oder nadeiförmige Krystalle von gelblicher Farbe, seidenartigem Glänze, benzoeähnlichem, zugleich brenzlichem Gerüche; schwer in Wasser, leicht in Alkohol, Aether oder Chloroform löslich. Die wäßrige Lösung gibt mit Eisenchlorid einen isabellagelben Niederschlag (Ferribenzoat).
Prüf. Die auf nassem Wege aus dem Harz gewonnene Benzoesäure riecht angenehm, nicht brenzlich, aus Hippursäure gewonnene riecht urinös, aus Toluol gewonnene ist geruchlos. Diese 3 Säuren sind ferner weifs, werden nicht wie die sublimierte durch Ammoniak gelb gefärbt. Bittermandelölgeruch beim Erwärmen mit Kaliumpermanga-nat zeigt Zimmtsäure an; ein solches Präparat stammt von der Zimmt-säure haltender Sumatra-Benzoe.
A n w. Innerlich und als Antisepticum äufserlich.
Acidum boricum.
Sal sedativum Hombergii. Borsäure. H3BOis = 62.
Wird erhalten durch Versetzen einer gesättigten Borax­lösung mit überschüssiger Salzsäure. Die nach mehreren Tagen abgeschiedenen Krystalle wäscht man etwas ab und trocknet sie bei gewöhnlicher Temperatur.
Farblose, glänzende, sich fettig anfühlende Krystalle, in 25 Teilen kaltem und in 3 Teilen siedendem Wasser, in 15 Teilen
Arnold, Pharmakognosie etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; g
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Spiritus sowie auch in Glycerin löslich. Die Lösung färbt auch bei Anwesenheit von Salzsäure Kurkumapapier braun, die wein­geistige Lösung brennt mit grüngesäumter Flamme.
Prüf. Schwefelwasserstoff, Baryumnitrat und Silbernitrat, Sulfocyan-kalium und überschüssiges Ammoniak sollen keine Veränderung her­vorbringen. (Abwesenheit von Schwermetallen, Schwefelsäure, Salz­säure, Eisen und Kupfer.) Anw. Namentlich äufserlich als Antisepticum.
fAcidum chromicum. Ghromsäureanhydrid. Gr O3 = 100. Erhalten durch Zersetzen einer konzentrierten Lösung von chromsaurem Kalium mit konzentrierter Schwefelsäure. Die in Lösung befindliche Ghromsäure wird von dem ausgeschiedenen schwefelsauren Kalium abgegossen und durch abermaligen Zu­satz einer größeren Menge konzentrierter Schwefelsäure das Wasser entzogen, worauf die Chromsäure niederfallt.
Sie bildet lebhaft rothe Prismen, zerfließt an der Luft,
schmeckt sauer und herbe, färbt die Haut gelb und oxydiert
organische Stoffe manchmal mit Heftigkeit. Sie löst sich in
jedem Verhältnis im Wasser. Entwickelt mit Salzsäure Ghlor.
Anw. Aeufserlich als Aetzmittel.
Acidum ciiricum. Zitronensäure. Wird dargestellt durch Neutralisieren von Citronensaft (7—80/0 freie Säure enthaltend) mit Kalk und Zerlegen des beim Erhitzen sich ausscheidenden Calciumcitrats mit verdünnter Schwefelsäure.
Grofse, farblose, luftbeständige Krystalle, löslich in 0,5 Teilen Wasser, 1 Teil Weingeist und etwa 50 Teilen Aether. Die wäfsrige Lösung bldbt mit Kalkwasser klar, beim Erhitzen aber fallt weifses Calciumcitrat heraus, beim Erkalten wieder löslich.
Prüf. Werde durch Baryumnitrat und Ammoniumoxalat nur schwach getrübt (Schwefelsäure und Kalk), mit Schwefelwasserstoffwasser Über­gossen, werde sie nicht gefärbt (Metalle), mit Kaliumacetat entstehe kein Niederschlag. (Weinsäure.)
fAcidum hydrochloricum crudum. Ä. hydrochloratum crudum. Ä. muriaticmn crudum. Spiritus Salis fumans crudus. Rohe Salzsäure. Salzgeist. Wird in chemischen Fabriken durch Zersetzen von Koch­salz mit Schwefelsäure und Einleiten des entwickelten Gases in Wasser dargestellt, und bei der Bereitung der Soda als Nebenprodukt gewonnen.
Eine rauchende, stechend riechende, sehr saure und ätzende Flüssigkeit, von spec. Gewicht 1,16, gewöhnlich gelb gefärbt, von organischen Substanzen oder von Eisen und Ghlor. Sie enthält 30—33 Prozent Ghlorwasserstoff.
Prüf. In den meisten Fällen ist sie zum tierärztlichen Gebrauche rein genug. Eine arsenikhaltige Salzsäure ist unter allen Umständen
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zu verwerfen. Ungefähr 10 g Säure werden mit 1 g Zinnchlorür ver­setzt, entweder erwärmt oder eine halbe Stunde bei Seite gestellt. Ist
Arsen vorhanden, so wird die Säure durch ausgeschiedenes Arsen braun getrübt erscheinen. A n w. Wegen der ätzenden Eigenschaft sowohl zum innerlichen als äufserlichen Gebrauche nur verdünnt, 1 Teil Salzsäure mit 12 bis 30 Teilen Wasser.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;t
fAcidum hydrochloricum purum. Reine Salzsäure.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l
12 Teile Kochsalz und 20 Teile arsenfreie englische Schwefelsäure, die mit 5 Teilen Wasser verdünnt sind, destil­liert man mit den nötigen Vorsichtsmaßregln in einem Kolben
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und leitet das sich entwickelnde Chlorwasserstoffgas, nachdem es zuvor gewaschen, in eine Flasche, die acht Teile destilliertennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; fl'J
Wassers enthält.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;r
Die erhaltene Säure wird mit destilliertem Wasser ver­dünnt, bis sie ein spocifisches Gewicht von 1,124 besitzt, undnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;j V in Gläsern mit eingeriebenen Stöpseln aufbewahrt. Enthält , M, #9632; 250/o HGC und bildet eine farblose, an der Luft rauchendenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ! Flüssigkeit. .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; * Prüf. Enthält sie Eisen, so entsteht nach der Neutralisation mit Am­moniak ein brauner Niederschlag, der durch SchwefelwasserstofTgas i schwarz wird. Enthält sie Chlor, so wird jodkaliumhaltiger Stärke­kleister durch dieselben blau gefärbt. Aufserdem enthält sie häufig Schwefelsäure, schweflige Säure, zuweilen auch Arsenik und Blei. Die Schwefelsäure wird durch Chlorbaryum nachgewiesen, die schweflige Säure durch Entwickelung von Schwefelwasserstoffgas, wenn ein Zink­stab hineingestellt wird, Arsenik und Blei durch Schwefelwasserstoff, wovon ersteres gelb, letzteres schwarz gefällt wird. Einen Bleigehalt erkennt man auch durch Schwefelsäure, welche einen weifsen Nieder­schlag erzeugt. Prüfung auf Arsen siehe auch „Hohe Salzsäure.quot; Anw. In der Tierheilkunde selten.
Acidum hydrochloricum dilutum, verdünnte Salzsäure. Eine Mischung aus gleichen Gewichtsteilen Salzsäure und Wasser.
ff Acidum hydrocyanicum. Acidum hydrocyanatum, Acidum borussicum, Aci­dum zooticum, Blausäure. CNH Aq.
Kalium ferro-cyanatum, 45 g,
werden zerrieben in einer kleinen Tubulatretorte, mit 60 g
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Wasser Übergossen. Der Retorte gibt man eine solche Lage, daß ihr Hals schräg nach aufwärts gebogen ist, und verbindet die Retorte mit einem Liebig'schen Kühlapparate. Man leite das Kühlrohr in eine kleine Flasche, die
Spiritus, 40 .9, enthält, so hinein, daß die Spitze desselben die Oberfläche des
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Spiritus fast berührt. Nun gieße man durch den Tubus der Retorte eine Mischung von
Äcidum sulfuricum concentratum, Aqua destillata, je 25 g. Durch vorsichtiges Bewegen der Retorte suche man die vollständige Mischung der Säure mit dem Salze zu bewirken und erhitze dann die Retorte über einer kleinen Lampe bis zum Kochen des Inhalts. Durch fortwährendes Zufließen von kaltem Wasser muss eine vollständige Abkühlung der über­gehenden Dämpfe stattfinden, so daß das Destillat kalt in die Vorlage gelangt. Man beendigt die Destillation, wenn in das Aulhahmegefäß 50 g übergegangen sind, so daß das Gewicht des Gesamtdestillates 90 g beträgt. Diese Blausäure enthält gegen G Prozent wasserfreie Säure. Zur Vermeidung des bei der Destillation stattfindenden Stoßens des Retorteninhaltes gibt man etwas Bleischrot mit hinein.
Prüf. Hundert Teile der Blausäure mit Wasser verdünnt, darauf mit einigen Tropfen Ammoniak versetzt und dann mit Salpetersäure sauer gemacht, sollen mit einer Silbernitratlösung 30 Teile bei 100quot; C. getrocknetes Cyansilber geben, entsprechend 6 Teilen wasserfreier Blau­säure. Anw. Zum Töten von Tieren. Für einen Hund gebraucht man 2—3 g. Zum innerlichen Gebrauche ist die Blausäure mit soviel Wasser zu verdünnen, dafs sie 20/0 wasserfreie Säure enthält, event, sind bei der Darstellung dementsprechend die Verhältnisse zu ändern.
Aqua Amygdalarum amararum. Bittermandelwasser. Es wird erhalten, indem 12 Teile bittere Mandeln zerstofsen und durch Pressen von dem fetten Oele befreit werden. Der Prefskuchen wird zerstofsen, mit 80 Teilen Wasser und 1 Teil Weingeist in eine Destillier­blase geschüttet und nach 12 Stunden vorsichtig 11 Teile abdestilliert und nach Feststellung des Blausäuregehaltes das Destillat mit 20 % Weingeist enthaltendem Wasser so verdünnt, dafs 1000 Teile 1 Teil wasserfreie Blau­säure enthalten. Es ist eine klare oder nur wenig trübe Flüssigkeit, von dem Gerüche nach bitteren Mandeln. Der Geruch mufs auch nach dem Binden der Blausäure durch Silbernitrat bleiben (Bittermandelöl).
*Aqua Laurocerasi. Kirschlorbeerwasser. Aus den Blättern des Prunus Laurocerasus. Ist dem Bittermandel­wasser ähnlich und von gleicher Stärke. Man dispensiere statt desselben stets Aqua Amydal. amarar.
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fAcidum nitricutn purum. Spiritus Nitri acid us purus. Reine Salpetersäure, Scheidewasser. HNO3 = 63. Ein Teil chemisch reinen Salpeters wird in einer geräu­migen Tubulatretorte nach und nach übergössen mit einem gleichen Gewichtsteile englischer Schwefelsäure. Man legt eine Vorlage vor, die durch kaltes Wasser vollständig kalt erhalten wird und destilliert unter den nötigen Vorsichtsmaßregeln. Das
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Destillat wird mit destilliertem Wasser bis zum spec. Gewicht von 1,185 verdünnt; der Gehalt beträgt 300/o HN03. Prüf. Eine farblose, ätzende, saure, eigentümlich riechende Flüssig­keit, welche Indigolösung entfärbt, mit Kupferspänen rote Dämpfe entwickelt, sich ohne Eückstand verflüchtigen mufs und nach dem Verdünnen mit destilliertem Wasser weder durch Chlorbaryum noch durch salpetersaures Silberoxyd verändert werden darf. Einige Tropfen Chloroform der mit gleichen Teilen Wasser verdünnten Säure zuge­geben dürfen sich nicht sofort, auch nicht nach dem Erwärmen mit etwas Zinnfeile violett färben (Jod resp. Jodsäure). Anw. Man benutzt die Salpetersäure weniger als Arzneimittel, als zur Herstellung mancher Präparate. Aeufserüch wird sie als Aetzmittel gebraucht, indem sie die Eigenschaft hat, organische Substanzen zu zerstören. Man bedient sich dazu meist der roten Salpetersäure.
*Fumigatio nitrica Smithiana. Salpetersäure-Räucherung.
Kalium nitricum pulveratum, 8 Teile,
Acidum sulfuricum, 3 Teile, verdünnt mit
Aqua fontana, 1 Teil. Der Salpeter wird in einem irdenen Gefäfse nach und nach unter beständigem Umrühren mit einem Glasstabe mit der verdünnten Säure gemischt.
fAcidum nitricum fumans. Rote rauchende Salpetersäure. Entsteht, wenn bei der Darstellung halb so viel Schwefel­säure angewandt wird, wie bei der vorigen. Sie ist eine braun­rote Flüssigkeit, bestehend aus Salpetersäure und Untersal­petersäure. Sie stößt fortwährend rote Dämpfe aus und dient als Oxydationsmittel und als Reagens. Spec. Gew. = 1,45— 1,50, wobei sie 75—800/o Salpetersäure enthält.
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Acidum phosphoricum. Phosphorsäure.
Wird erhalten, indem man Phosphorstückchen vorsichtig und nach und nach in erwärmte reine Salpetersäure einträgt, bis sich nichts mehr davon auflöst. Die Auflösung erfolgt unter Entwickelung roter Dämpfe. Die erhaltene Flüssigkeit wird stark eingedampft, um die überschüssige Salpetersäure zu entfernen, mit Wasser verdünnt und mit Schwefelwasserstoff gesättigt, wodurch das Arsen abgeschieden wird. Die vom Arsen abflltrierte Phosphorsäure wird mit Wasser zum spec. Gew. von 1,12 verdünnt. Enthält 200/0 Phosphorsäure, H3PO4. Eine farblose, klare, geruchlose, stark sauer schmeckende Flüssigkeit, welche nach dem Neutralisieren mit Silbernitrat einen gelben, in Ammoniak und Salpetersäure löslichen Nieder­schlag gibt.
Prüf. Sie kann Salzsäure und Schwefelsäure enthalten, darf deswegen weder mit salpetersaurem Silberoxyd, noch mit Chlorbaryum in Sal­petersäure unlösliche Niederschläge geben. Mit Silberlösung erwärmt
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darf sie sich nicht schwärzen, sonst enthält sie phosphorige Säure. Eine Probe mit einigen Tropfen Indigolösung gefärbt darf sich beim Erwärmen nicht entfärben (Salpetersäure). Durch Schwefelwasserstoff und Schwefelammonium soll sie nicht verändert werden (Metalle). Mit dem 4fachen Weingeist gemischt, bleibe sie klar (Phosphate). Anw. Innerlich mit Wasser verdünnt oder in Pillenform, nach dem Abdampfen auf den fünften Teil. (Acid, phosphoric, glaciale.)
f Acidum sulfuricum crudum.
Oleum Vitrioli. Englische Schwefelsäure. Vitriolöl.
Durch Verbrennen des Schwefels in Bleikanunern und Oxydation des Schwefeldioxyd durch Untersalpetersäure gewonnen.
Eine farblose, klare Flüssigkeit, von ölartiger Gonsistenz, stark saurem und ätzendem Geschmack, spec. Gew. 1,83, siedet bei 326deg; G. erstarrt bei —340G. und enthält gegen 920/o Schwefelsäure HoSO^. Sie zieht mit Begierde Feuchtigkeit aus der Luft an, und erhitzt sich mit Wasser gemischt sehr be­deutend. Organische Substanzen werden von ihr geschwärzt, mit Baryumchlorid gibt sie einen weißen, in Säuren unlöslichen Niederschlag. (Bayrumsulf'at.) Sie enthält stets mehr oder weniger Bleisulfat, Salpeter säure und organische Substanzen (daher die Färbung.)
Prüf. Auf Arsen, wie bei der reinen Säure.
fAcidum sulfuricum purum. Reine Schwefelsäure. Durch Destillation der asenikfreien englischen Schwefel­säure, wobei das erst übergehende Zwölftel, weil wasser- und salpetersäurehaltig, entfernt wird.
Eine farblose, ölartige Flüssigkeit von 1,836 bis 1,84 spec. Gew., die sich beim Erhitzen vollständig verflüchtigen muß. Enthält 94—970/o Schwefelsäure, H2S04.
Prüf. Sie kann mit Blei und Arsenik verunreinigt sein. Alsdann gibt sie mit Schwefelwasserstoff nach der Verdünnung mit Wasser im ersten Falle einen schwarzen, im letzteren einen gelben Niederschlag. Der gelbe Niederschlag ist löslich in Ammoniak. Enthält sie Oxy­dationsstufen des Stickstoffs, so entfärbt sie verdünnte Indigolösung. Wenn sie Selen enthält, so setzt sich dasselbe beim Verdünnen mit Wasser ab. Salzsäure erkennt man durch salpetersaures Silberoxyd. Enthält sie schweflige Säure, so wird Chamäleonlösung durch sie ent­fernt. Prüfung auf Arsen nach dem Verdünnen mit Wasser wie bei Salzsäure. Anw. In konzentrierter Form zum Aetzen, wobei grofse Vorsicht an­zuwenden ; sonst verdünnt. Man giefse niemals Wasser in konz. Schwefel­säure !
Acidum s u 1 f u r i c u m d i 1 u t u m, verdünnte Schwefelsäure.
Ist ein Gemisch von 1 Teil Schwefelsäure mit 5 Teilen destilliertem Wasser. Man gibt zuerst das abgewogene Wasser in eine Schale und darauf allmählich unter fortwährendem Kühren die Säure. Bei Acidum sulfuricum crudum setzt sich hierbei öfters ein weifser Bodensatz von schwefel-saurem Bleioxyd ab, wovon man die klare Flüssigkeit abgiefst.
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Mixtura sulfurica acida. Elixir acidum Halleri. Haller-
sches Sauer. 1 Teil Schwefelsäure, setze hinzu 3 Teilen Weingeist. Das Mischen mufs mit noch gröfserer Vorsicht geschehen, wie beim Mischen mit Wasser, damit die Temperatur 50deg; nicht übersteigt.
Aqua vulneraria Thedeni. Mixtura vulneraria acida. 6 Teile Essig, 3 Teile verdünnter Weingeist, 1 Teil verdünnte Schwefelsäure, 2 Teile gereinigter Honig.
Acidum salicylicum. Salicylsäure. G7H603=138. Im Großen durch Einwirkung von Kohlensäure auf Phenol (Karbolsäure) und Natriumhydrat. Das hiebei entstehende Natriumsalicylat wird mit Salzsäure zersetzt und die sich aus­scheidende Salicylsäure nochmals umkrystallisiert.
Leichte, weiße, nadelige Krystalle oder ein lockeres kry-stallinisches Pulver, von süßlich-saurem, scharfem Geschmacke, löslich in 538 Teilen kaltem Wasser, ziemlich leicht in siedendem Wasser oder Ghloroform, sehr leicht in Weingeist und in Aether. Die wässerige Lösung wird auf Zusatz von Eisenchlorid dauernd blauviolett, in starker Verdünnung violettrot gefärbt.
Prüf. Sie sei bei vorsichtigem Erhitzen ohne Zersetzung vollständig flüchtig. Die Lösung im sechsfachen kalter Schwefelsäure sei farblos, sonst sind fremde organische Stoffe zugegen. Bei freiwilligem Verdunsten der weingeistigen Lösung hiuterbleiben vollkommen weifse Krystalle, sind dieselben bräunlich, so ist Karbolsäure, sind sie rosa oder violett, so ist Eisen zugegen. Die weingeistige Lösung werde nach Zusatz von Salpetersäure durch Silbernitrat nicht verändert (Salzsäure). Anw. Innerlich und als Antisepticum äufserlich.
Pulvis salicylicus cum Talco. Salicylsäurestreupulver. Acid, salicylicum, 3 Teile, Amylum Tritici, 10 Teile, Talcum, 87 Teile, werden zu einem feinen Pulver gemischt.
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Acidum tannicum. Acidum gallotannicum. Tanninum. Gallusgerbsäure. Gerbstoff. Gerbsäure. CuH10O9=322.
Gepulverte Galläpfel werden mit ätherhaltigem Weingeist in einem Verdrängungsapparate ausgezogen. Der Auszug wird in einer Porzellanschale in gelinder Wärme so weit ausgetrock­net, daß der feste Rückstand gepulvert werden kann.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '
Die so dargestellte Gerbsäure ist ein schwach gelb ge­färbtes, amorphes Pulver von stark zusammenziehendem Ge­schmack, in Wasser, Weingeist, weingeisthaltigem Aether und Glycerin, nicht in Aether und fetten Oelen löslich. Die wäs­serige Lösung ist fast klar, wird durch aufgelösten Leim ge­fällt, und gibt mit Eisenoxydsalzen einen schwarzblauen Nieder­schlag. Beim Verbrennen hinterbleibe keine Asche.
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A n w. Als Pulver und in Lösung äufserlich, seltener innerlich. Als Gegengift bei Alkaloidenvergiftungen.
Acidum tartaricum. Sal essentiale Tartari, Weinstein­säure. C4H6O6 = 150. Man führt Weinstein (saures, weinsteinsaures Kalium) .zuerst mittelst Kreide und Chlorcalcium in weinsteinsauren Kalk über. Der weinsteinsaure Kalk wird mit Schwefelsäure zersetzt, wobei die Weinsteinsäure in Lösung geht und durch Krystalli-sation abgeschieden wird.
Farblose, trockne, schief rhombische Säulen oder Pyra­miden, die häufig zu Krusten vereinigt sind, löslich in 2 Teilen kalten und 1 Teil heißen Wassers. Die wässrige Lösung gibt mit Kaliumacetat einen Niederschlag (Weinstein). Beim Erhitzen verbreitet die Weinsäure den Geruch nach verbranntem Zucker. Prüf. Die wässrige Lösung werde durch Gipswasser (Oxalsäure), Chlor-baryum (Schwefelsäure), Ammoniumoxalat (Kalk), Schwefelwasserstoff (Metalle, namentlich Blei) nicht verändert. Anw. In der Tierheilkunde selten, sonst als kühlendes Mittel für sich oder mit doppelt kohlensaurem Natrium als sogenanntes Brausepulver, (siehe Natrum bicarbonicum).
Acidum ichtyolicum. Acidum sulfoichtyolicum. Ichtyolsäure. Ichtyolsulfonsäure. Aus einem in Tirol vorkommenden, bituminösen Mineral, welches die animalischen Ueberreste von vorweltlichen Seetieren und Fischen ent­hält (daher der Name des Präparats), wird durch trockne Destallation zu­nächst ein theerartiges Produkt von höchst unangenehmem Gerüche ge­wonnen. Aus diesem Destillate scheidet sich beim Stehen eine dunkle, ölartige Flüssigkeit ab, das sog. Ichtyol, welches gereinigt und dann mit konz. Schwefelsäure behandelt wird, wobei unter Entwicklung von Schwefeldioxyd ein Präparat entsteht, welches von Schwefelsäure und Schwefeldioxyd befreit, die Ichtyolsäure des Handels bildet.
Diese Säure, deren Konstitution noch nicht erforscht ist, enthält Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff und gegen 160/0 Schwefel, welcher zum Teil als Sulfogruppe vorhanden ist. Die Ichtyolsäure bildet eine theerartige, schwarzbraune, trübe, fiuorescierende Flüssigkeit, welche in Wasser, Aether, ätzenden Alkalien, Chloroform, gleichen Teilen Weingeist und Aether fast vollständig, in Weingeist zum gröfseren Teile löslich ist, wenig löslich in fetten Gelen und Terpentinöl, doch damit mischbar, ferner mischbar mit Fett und Vaseline in jedem Verhältnis. Der Geruch ist höchst charakteristisch, wird jedoch durch das in dem Präparate fast stets vorhandene Schwefeldioxyd mehr oder minder maskiert.
Prüf. Es sei möglichst frei von Schwefeldioxyd.
Anw. Aeufserlich und innerlich in allen Formen. Statt der freien Säure, werden häufig auch die nachstehenden Salze derselben verwendet, welche jedoch, ebensowenig wie die freie Säure, chemisch einheitliche Sub­stanzen vorstellen. Die Salze enthalten kein freies Schwefeldioxyd.
Natrium sulfoichtyolicum. Eine dicke, trübe, schwarzbraune, kaum fliefsende Masse, in Wasser trübe löslich, wenig löslich in Alkohol und Aether, zum gröfsten Teil lös­lich in einem Gemische gleiche Teile Alkohol und Aether.
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Ammonium su Ifoichtyol icum. Eine syrupdicke, rotbraune, in dünnen Schichten durchsichtige Flüssigkeit, fast klar in Wasser, teilweise in Alkohol und Aether, gröfsten-teils in einem Gemische gleicher Teile Alkohol und Aether löslich.
3. Verbindungen der Leichtmetalle.
Bolus alba. Argilla. Weißer Bolus. Eine weiße, zum Teil gelbliche oder grauliche Masse. Kommt in großen Stücken oder länglichen Würfeln in den Handel, welche sich fettig anfühlen, an der Zunge kleben und sich in Wasser verteilen lassen. Ein mit mehr oder weniger Kieselerde vermengter Thon.
Anw. Aeufserlich, sowie als Constituens zu Pillen mit leicht zersetz-lichen Stoffen, z. B. Silbernitrat. Die Bolusarten wurden früher häu­figer gebraucht. Namentlich ist der rote Bolus ein Bestandteil vieler als Hausmittel gebrauchter Viehpulver.
Alumen. Kali aluminoso sulfuricum. Alaun.
K2 S04 A12 (80^)3 24 H2 0.=948,8. Wird größtenteils aus Alaunschiefer gewonnen, einem mit Erdharz durchdrungenen, thonerdehaltigen Minerale, welches innig mit Schwefelkies durchmengt ist. Man läßt denselben entweder an der Luft verwittern, wobei erquot; sich von selbst er­hitzt, oder man röstet ihn in Haufen über einer Unterlage von Brennmaterial. Das Röstprodukt wird ausgelaugt, die Lauge durch Eindampfen und Krystallisierenlassen vom entstandenen Eisenvitriol befreit und heiß mit Chlorkalium gemischt. Das beim Erkalten und Umrühren niederfallende Alaunmehl wird durch Wiederauflösen und Krystallisieren von Eisensalz gereinigt und in die gehörige Form gebracht.
Der Alaun ist ein in Octaedern krystallisierendes Doppel­salz, farblos, durchsichtig, von anfangs süßlichem, dann herbem, zusammenziehendem Geschmack. Er löst sich in 11 Teilen kalten und in gleichen Teilen kochenden Wassers, ist unlöslich in Weingeist, verwittert wenig an der Luft und bläht sich beim Erhitzen unter Verlust des Krystallwassers auf, indem er in eine weiße poröse, schwammige Masse übergeht. Enthält 45,50/o Krystallwasser. Natronlauge scheidet aus der wässerigen Lös­ung weißes Aluminiumhydroxyd ab, welches sich leicht in über­schüssiger Natronlauge auflöst.
Prüf, Er mufs frei von Eisen sein, die Auflösung desselben darf sich daher mit Galläpfelaufgufs nicht schwarzblau färben. Bei einem etwaigen Kupfergehalt würde sich ein hineingestelltes blankes Eisen mit einer Kupferschicht bedecken. Die wässrige Lösung, von säurer Reaktion, darf durch H2S nicht verändert werden. Es kommt statt des Kalialauns im Handel Ammonikalauu vor, dessen Auflösung, mit
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Aetzkali erhitzt, Ammoniak entwickelt. Derselbe kann zur Bereitung des gebrannten Alauns nicht benutzt werden, ist sonst aber in seinen Wirkungen wenig zu unterscheiden.
*Lapis vulneraris, Wund- oder Heilstein. Alumen crudum,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 16 Teile,
Ferrum sulfuricum,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8 Teile,
Cuprum sulfuricum,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4 Teile,
Ammonium chloratum, '/laquo; Teil. Die Salze werden gepulvert, gemischt und über gelindem Feuer in einem irdenen glasierten Gefäfse geschmolzen. Die geschmolzene Masse wird in ein flaches Gefäfs ausgegossen und nach dem Erkalten in Stücke zerschlagen. (Vergl. Cuprum aluminatum, Seite 171.)
*Pulvis stypticus. Zusammenziehendes Pulver. Gummi Arabicum, Colophonium, Alumen, je gleiche Teile, gepulvert, werden gemischt.
Alumen ustum. Gebrannter Alaun. K2S04 AI2(S04)3=516,8.
Alaun wird so lange bei mäßigem Feuer im Sandbade erhitzt, bis er sich in eine leichte schwammige Masse voll­ständig verwandelt hat. Man hat dabei eine zu starke Hitze zu vermeiden, indem sonst Schwefelsäure entweicht.
Er ist weiß, nicht glasig, schwammig und zerreiblich, in Wasser zwar langsam, doch vollständig löslich. Anw. Meist äufserlich als Pulver zum Einstreuen.
Aluminium sulfuricum. Schwefelsaure Thonerde. A12(S04)3 18H20= 668,8 (46% Wasser). Durch Auflösen des aus Kryolith gewonnenen Aluminiumhydroxyds in verdünnter Schwefelsäure und Abdampfen zur Krystallisation.
Wcifse, krystallinische Stücke, in 1,2 Teilen kaltem, leichter in heifsem Wasser löslich, nicht in Weingeist. Die wässerige Lösung reagiert und schmeckt sauer und zusammenziehend und gibt mit Baryumnitrat einen weifsen in Salzsäure unlöslichen Niederschlag, mit Natronlauge einen farblosen, gelatinösen, im Ueberschusse derselben löslichen Niederschlag. Prüf. Wie Alaun. A n w. Zu Bädern und zur Darstellung von Liquor Aluminii acetici.
Liquor Alumlnii acetici. Basisch essigsaure Thon erdelösung.
8laquo;/0 Al2 (C.^O,), (OH)2 = 325.
Aluminium sulfuricum, 300 Teile, werden in 800 Teilen Wasser ge­löst, hierauf Acidum aceticum dilutum, 360 Teile, zugefügt und allmälig unter beständigem Umrühren Calcium carbonicum, 130 Teile, mit 200 Teilen Wasser verrieben eingetragen. Nachdem häufig umgerührt wurde, kollere man nach 24 Stunden ohne Auspressen den Niederschlag ab und filtriere die Flüssigkeit. Dieselbe sei klar, farblos, von spec. Gew. 1,044 —1,046, von schwachem Gerüche nach Essigsäure, saurer Reaktion und süfslich zusammenziehendem Geschmacke, beim Erhitzen im Wasserbade unter Zusatz von '/so Kaliumsulfat coaguliert sie und wird nach dem Er­kalten wieder klar.
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Prüf. Durch Schwefelwasserstoff entstehe keine Färbung (Schwerme­talle), mit dem doppelten Volum Weingeist gemischt werde die Flüs­sigkeit nur opalisierend, entsteht ein Niederschlag, so ist Alumiuium-sulfat zugegen.
A n w. Aeufserlich, manchmal auch innerlich.
Ammonium carbonicum. Sal siccum volatile. Sal Gornu
Gervi depuratum. Flüchtiges Laugensalz.
Reines Hirschhornsalz. (NH^ GO3 (NH4) HCO3.
Durch Sublimation von schwefelsaurem oder salzsaurem Ammonium mit kohlensaurem Calcium.
Es bildet dichte weiße, halbdurchsichtige Massen von et­was blättrigem Gefüge, die einen starken ammoniakaiischen, aber nicht brenzlichen Geruch verbreiten. Es löst sich bei gewöhn­licher Temperatur in 2 Teilen Wasser, die Auflösung reagiert stark alkalisch. An der Luft zerfällt es unter fortwährendem Verlust an Ammoniak in eine weiße, leicht zerreibliche Masse, welche aus saurem kohlensaurem Ammoniak besteht, 8 Teile Wasser zur Auflösung bedarf und fast geruchlos ist. Beim Er­hitzen ist es völlig flüchtig, mit Salzsäure braust es auf.
Prüf. Kann Ammoniumsulfat oder Chlorammonium enthalten, welche nach Uebersättigung der Lösung des Salzes mit Salpetersäure durch Chlorbaryum und salpetersaures Silber zu entdecken sind. Eine Verunreinigung mit Blei erkennt man durch Schwefelwasserstoft, Beimengungen fixer Salze, Chlorkalium oder kohlensaurer Kalk bleiben beim Erhitzen zurück. A n Vf. Zum innerlichen Gebrauch in wäfsriger Lösung, auch in Pillen­form. Die Pillen werden dabei durch das entweichende Ammoniak nach und nach voluminös.
Ammonium bromatum. A m m o n i u m b r o m i d. NH, Br = 98. Durch Sublimation von Bromkalium mit Ammoniumsulfat oder Ein­tragen von Brom in überschüssiges Ammoniak und Abdampfen zur Krystal-lisation.
Ein weifses in Wasser leicht lösliches, in Weingeist fast unlösliches Pulver, welches beim Glühen ohne Rückstand verflüchtigt. Beim Behan­deln mit Chlorwasser und Chloroform wird das freigemachte Brom von letzterem mit gelber Farbe gelöst. Beim Erhitzen mit Natronlauge tritt der Geruch nach Ammoniak auf.
Prüf. Wird eine kleine Menge des gepulverten Präparates auf einer Porzellanunterlage ausgebreitet, so soll es darauf gebrachtes feuchtes, blaues Lackmuspapier nicht röten (freie Bromwasserstoffsäure), auf Zusatz weniger Tropfen verdünnter Schwefelsäure soll nicht sofort Gelbfärbung sich zeigen. (Bromsaures Ammon; nach einiger Zeit färbt sich auch ein reines Präparat gelb.) — Werden 5 coraquo; einer lOpro-zentigen Lösung mit 1 Tropfen Eisenchloridlösung versetzt und mit Chloroform durchschüttelt, so darf letzteres sich nicht violett färben (Jodammonium).
Schliel'slich läfst die Pharmacopöe die Reinheit des Präparates durch Titration mit Silbernitrat ermitteln. Anw. Innerlich in allen Formen.
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Ammonium chloratum. Ammonium hydrochloratum.
Ammonium muriaticum. Sal ammoniacum. Salmiak.
Chlorammonium. NEU Cl = 53,5.
Wird auf verschiedene Weise fabrikmäßig bereitet, aus dem bei der trockenen Destillation tierischer Stoffe oder bei der Leuchtgasbereitung aus Steinkohlen erhaltenen kohlensauren Ammoniak. Man neutralisiert dasselbe mit Salzsäure und reinigt das rohe Salz von brenzlichen Stoffen durch Umkrystallisieren und Sublimieren. Oder man neutralisiert mit Schwefelsäure und zersetzt schwefelsaure Ammoniak durch Sublumation mit Chlornatrium.
Im Handel kommt der Salmiak in zweierlei Form vor. Der auskrystallisierte stellt ein weißes, mehr oder weniger feines Krystallmehl dar, der sublimierte bildet dichte, halbdurchsichtige Massen von blättriger Textur, die die Form oben gewölbter, unten hohler Kuchen haben.
Der Salmiak ist geruchlos und schmeckt stechend salzig. Er löst sich in drei Teilen kalten und in gleichen Teilen kochen­den Wassers. In Alkohol ist er fast unlöslich. Die wäßrige Lösung gibt mit Silbernitrat einen weißen in Salpetersäure un­löslichen Niederschlag von Silberchlorid; mit Natronlauge er­wärmt, entwickelt sie Ammoniak.
P r ü f. Kann verunreinigt sein mit Eisen, Blei, Kupfer Zinn, schwefel­saurem Ammonium, schwefelsaurem. Natrium und mit organischen Sub­stanzen. Er muss sich, auf Platinblech erhitzt, ohne Hinterlassung eines Rückstandes völlig verflüchtigen. Metalle werden erkannt durch Schwefelwasserstoff und Schwefelammonium, schwefelsaure Salze durch Chlorbaryum. Die wäfsrige Lösung mit Salzsäure und Eisenchlorid versetzt, gebe keine Rötung (Sulfocyanammonium).
Anw. In allen Formen innerlich. Aeufserlich zum Kühlen für sich oder mit anderen Substanzen.
*Oxycratum simplex. Einfaches Oxycrat. Ammonium chloratum, 1 Teil, Acetum und Aqua communis, je 16 Teile. Diese kalte Bähung, statt der Fomentatio frigida Schmuckeri (vergl. Kalium nitricum) gebräuchlich, muss kurz vor dem Gebrauche gemischt werden. Das Gemisch von 500 g Wasser und 500 g Essig erleidet durch Zusatz von 30jr Salmiak eine Temperaturerniedrigung von 3deg;. Vergl. Natrium sulfuricum und Natrium nitricum.
*Oxycratum compositum. Zusammengesetztes Oxycrat. Wird erhalten, wenn 33 Teilen des einfachen Oxycrats 1 Teil Kampherspiritus hinzugefügt wird. Eine vom ausgeschiedenen Kampher trübe Flüssigkeit.
*Mixtura solvens. Magnesia sulfurica, 10 Teile, Ammonium chloratum, 5 Teile,
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Succus Liquiritae, 2 Teile,
Aqua destillata, 100 Teile, mische in einem Glase.
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Die Vorschriften für die Mixtura solvens sind sehr verschieden, auch die einfache Salmiakmixtur wird oft als Mixtura solvens bezeichnet.
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Liquor Ammonii acetici. Spiritus Mindereri. Liquor Ammonii caustici, 10 Teile, Acidum aceticum dilutum, so viel zur Sättigung nötig ist (11—11,5 Teile), dann mische hinzu:
Aqua destillata, so viel, daß das Gewicht der ganzen Flüssigkeit 30 Teile beträgt. Eine neutrale, farblose Flüssig­keit, frei von empyreumatischem Gerüche; der Geschmack ist etwas salzig; enthält ungefähr 150/o wasserfreies, essigsaures
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Ammoniak, G2 H3 (NH4) O2, bei einem spec. Gew. von 1,032.
Prüf. In der Hitze mufs er völlig flüchtig sein; durch Schwefelam-mouium darf er nicht dunkel gefärbt, und mit Salpetersäure auge­säuert weder durch Chlorbaryum noch durch salpetersaures Silber getrübt werden. Anw. In Tränken und Mixturen, selten.
Liquor Ammonii caustici. Spiritus Salis Ammoniaci. Sal­miakgeist.
Gleiche Teile gelöschter Kalk, Wasser und Salmiak werden in einem passenden Destillier-Aparate erhitzt. Man leitet das
sich entwickelnde Gas zuerst durch eine mit wenig Kalkwasser
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versehene dreihaisige Flasche, um es zu reinigen. Von dieser führt ein Rohr in ein Gefäß, welches destilliertes Wasser ent­hält, von welchem das Gas absorbiert wird; durch die dritte Oeffnung der Flasche wird ein Sicherheitsrohr eingebracht. Die Operation ist beendet, wenn zuletzt auch bei sehr starker Er­hitzung kein Gas mehr übergeht.
Er ist eine klare, farblose, völlig flüchtige Flüssigkeit, von sehr starkem Ammoniakgeruche, stark alkalischer Reaktion und dem spec Gewicht von 0.960 entsprechend 100/o wasserfreiem Ammoniak, NH3.
Prüf. Darf weder für sich, noch nach der Neutralisation mit Essig­säure empyreumatisch riechen, weder durch Kalkwasser, noch durchnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ! tM oxalsaures Ammonium, sowie nach dem Ansäuern mit Salpetersäure ! ,
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weder durch salpetersaures Silber noch durch salpetersaures Baryum getrübt werden, in welchen Fällen kohlensaures Ammoniak, Chlor-calcium, Chlorammonium oder schwefelsaures Ammoniak angezeigt würden. Einen Metallgehalt erkennt man durch Schwefelwasserstoff, wodurch die Flüssigkeit nicht verändert werden darf. Anw. Innerlich wegen der ätzenden Wirkung auf die Schleimhäute nur verdünnt oder mit Altheepulver zur Pille gemacht. Ein Teil Salmiakgeist gibt mit 2 Teilen Altheepulver eine Masse, welche gleich verbraucht werden mufs. Aufserlich zu Linimenten
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Li ni men turn ammonia turn. Linimentum volatile. Flüchtige Salbe. Oleum Olivarum, 4 Teile, Liquor Ammonii caustiei, 1 Teil, schüttele in einem Glase bis zur Bildung eines gleichförmigen Linimentes. Ist vor der Anwendung umzuschüttein. Wird das Liniment zu dick, so kann mau es durch Zusatz von etwas Spiritus flüssiger machen.
Linimentum am moniato-camphoratum. Linimentum volatile camphoratum. Oleum camphoratum. 4 Teile,
Liquor Ammonii eaustici, 1 Teil, schüttele in einem Glase u. s. w. wie oben.
*Linimentum acre. Scharfe Einreibung.
Oleum Terbinthiuae,
Liquor Ammonii eaustici, je gleiche Teile, werden in einem Glase gemischt. Eine weifsliche Flüssigkeit, die vor dem Dispensieren umgeschüttelt werden mufs.
*Liquor Ammonii coeruleus. Spiritus coeruleus. Blauer Spiritus; Spiritus Lavandulae,
— Eosmarini, je 10 Teile, Liquor Ammonii eaustici, 5 Teile, Aerugo pulverata, 1 Teil, werden gemischt so lange hingestellt, bis die Flüssigkeit blau geworden ist, und filtriert.
*Restitutionsfluid um. Fluid um. Natrium chloratum, 100 Teile, Aqua destillata, 600 Teile, Spiritus, 400 Teile, Liquor Ammonii eaustici, 250 Teile, Spiritus camphoratus, 90 Teile, Aether, 36 Teile. Das Kochsalz wird in dem Wasser gelöst, darauf die übrigen Teile hinzugefügt, dann die Flüssigkeit durch Dekantieren und Filtrieren geklärt.
Calcaria usta. Calx viva. Galcaria. Gebrannter Kalk. Aetzkalk. Ga O =56.
Wird aus dem gewöhnlichen Kalkstein bereitet, den man in eigens dazu konstruierten Oefen glüht, bis die Kohlensäure ausgetrieben ist.
Er bildet weißliche, zerbrechliche, laugenhaft schmeckende Stücke. Mit der Hälfte seines Gewichts Wasser Übergossen, zerfällt er unter starker Wärme-Entwickelung und Aufblähen zu einem feinen Pulver (Kalkhydrat, Galciumhydroxyd, Ga (OH)2) welches mit mehr Wasser eine milchähnliche Flüssigkeit bildet (Kalkmilch) und sich zum Teil darin auflöst (Kalkwasser). Aus der Luft zieht er allmälig Kohlensäure und Wasser an und zer-
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fällt ebenfalls. Man bewahre ihn in wohlverschlossenen Ge­fäßen.
Prüf. Muss sich ohne Aufbrausen in verdünnter Salpetersäure gröfsten-teils auflösen. (Prüf, auf Kohlensäure und erdige Rückstände).
Anw. Zu Aetzpasten etc.
*Pulvis depilatorius. D epil atorisches Pulver.
Natrum sulfuricum crystallisatum pulveratum, 3 Teile,
Calcaria usta pulverata,
Amylum pulveratum, je 10 Teile, werden gemischt. Dieses Pulver soll zum Entfernen der Haare benutzt werden. Man macht dasselbe mit Wasser zu einem Brei, welcher etwas dick zwischen die Haare aufgetragen und nach einigen Minuten mit einem hölzernen Messer wieder entfernt wird. Wirksamer ist wohl das Calciumsulfhydrat (Rhusma), welches man erhält, wenn man in dünnen Kalkbrei so lange Schwefelwasserstoffgas hinleitet, bis der Geruch desselben vorherrscht. Das Präparat läfst sich in zugekorkten Gläsern aufbewahren. Behaarte Stellen, die damit etwas stark bestrichen werden , verlieren die Haare, wenn man sie mit einem stumpfen Messer abschabt oder abwäscht. Sie wachsen aber wieder.
Aqua Calcariae. Aqua Calcis. Calcaria soluta. Kalk­wasser. 1 Teil Kalk und 50 Teile Wasser.
Man übergieße den Kalk mit dem Wasser und gebe, nach­dem derselbe zerfallen ist, alles in eine gläserne, wohl zu ver­schließende Flasche, schüttele tüchtig um und lasse absetzen. Die klare Flüssigkeit wird abgegossen. Auf den Rückstand wird wieder Wasser gegossen, und abermals wie vorher abge­klärt, was so oft wiederholt werden kann, als man ein Kalk­wasser von den vorgeschriebenen Eigenschaften erhält. Es enthält etwa 0,180/o Ca (0H)2.
An der Luft nimmt es Kohlensäure auf und wird durch Abscheiden von kohlensaurem Kalk getrübt.
Prüf. Das Kalkwasser mufs klar und farblos sein, einen alkalischen, trocknenden, hintennach süfsen Geschmack besitzen und Curcumapapier stark bräunen. Mit Sublimatlösung versetzt mufs ein reichlicher gelber Niederschlag entstehen. Anw. Innerlich in reiner Form. Aeufserlich mit gleichen Teilen Leinöl versetzt, durch Schütteln innig gemischt, als treffliches Mittel bei Brandwunden (Linimentum ad combustionem).
Calcium carbonicum crudum. Greta alba. Weiße Kreide. Schlämmkreide.
Die Kreide bildet oft ganze Gebirgsformationen, wobei sie zuweilen ziemlich rein vorkommt. Sie besteht aus kohlensaurem Kalk mit Beimengungen von Kieselerde und Thonerde. Sie wird gemahlen und zur Beseitigung gröberer Teile geschlämmt.
Weißes, geruch- und geschmackloses, in Wasser sehr wenig lösliches Pulver; in Essigsäure ist es zum großen Teile
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unter Aufbrausen löslich, die Lösung gibt mit Ammoniumoxa-lat einen weißen Niederschlag von Calciumoxalat. A n w. Innerlich.
Calcium carbonicum praecipitaium. Caliciumkarbonat. ('a CO:, = 100. Durch heil'se Fällung von Chlorcalcium mit kohlensaurem Natrium erhalten, bildet ein weifses in Essigsäure lösliches Pulver; die Lösung werde durch Baryumnitrat nicht, durch Silbernitrat nur schwach getrübt. Die Lösung in Salpetersäure darf nach dem Uebersättigen mit Ammoniak mit Schwefelammonium nur eine dunkelgrüne Färbung (Eisenspuren) und keinen Niederschlag geben.
Anw. In der Tierheilkunde nicht gebräuchlich.
Calcium sulfuricum ustum. Gypsum us turn. Gebrannter
Gips. Der Gips besteht aus schwefelsaurem Kalk mit Spuren von Eisenoxyd, Kieselerde und anderen Beimengungen, und findet sich oft in großen Massen. Er enthält Krystallwasser, welches er beim Erhitzen verliert. Wird der gebrannte und gepulverte Gips mit dem halben Gewichte Wasser angerührt, so bindet er unter Wärmeentwickelung das Krystallwasser wieder und muß, wenn gut gebrannt, innerhalb 5 Minuten er­härten. Der Gips wird in eigenen Oefen gebrannt und nach­her gestampft oder gemahlen.
A n w. Aeufserlich als Pulver mit austrocknenden Substanzen vermischt, in der Chirurgie zu Gipsverbänden. Zu letzterem Zwecke rührt man den gepulverten und gebrannten Gyps, wie er gewöhnlich im Handel zu haben ist, mit der Hälfte seines Gewichtes Wasser zu einem Brei, welcher bald hart wird. Ein Zusatz von etwas Leim, insbesonders von 1—4 proc. Altheepulver, verzögert die Erhärtung des Gypses.
Calcaria chlorata. Calcaria hypochlorosa. Chlorkalk. Ga (Gl 0)2-l-Ca Cl2 Ga (OH)2.
Wird erhalten, wenn durch möglichst reinen, durch Löschen mit Wasser zu einem feinen Pulver zerfallenen Aetz-kalk so lange Ghlorgas geleitet wird, als noch Absorption stattfindet.
Der Chlorkalk ist ein weißes Pulver von eigentümlichem, chlorartigem Gerüche, von zusammenziehendem, unangenehmem Geschmacke, an der Luft Chlor aushauchend und langsam feucht werdend. In Wasser ist er mit Hinterlassung des Aetzkalks und der sandigen Beimengungen des Kalks löslich; die Lösung reagiert alkalisch. Mit Säure übergössen muß er eine Menge Chlorgas entwickeln, welche mindestens 200/o des Chlorkalks ausmacht. Er muß in gegen Luft und Licht geschützten Ge­fäßen an kühlen Orten aufbewahrt werden.
Prüf. 1 Teil Chlorkalk, mit Wasser zerrieben, mit einer Lösung von 157 Teilen reinem Eisenvitriol und alsdann unter Umrühren allmählich
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mit Salzsäure vermischt, mufs ein Filtrat geben, welches durch Ferrid-
cyankalium nicht blau gefärbt wird. Diese Prüfung beruht auf der
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Umwandlung der Ferrosalze durch freies Chlor in Ferrisalze, welche durch Ferridcyaukalmm nicht gefärbt werden. Ist der Chlorkalk stark genug, so genügt 1 Teil zur Oxydation von 1,57 Teilen Ferrosulfat. Anw. Als Pulver und in Auflösung. Mit vegetabilischem Pulver ver­mischt , erhitzt sich der Chlorkalk oft bedeutend, indem eine ein­greifende Zersetzung entsteht.
Bei der Auflösung ist zu bemerken , dafs dieselbe entweder filtriert oder durch Absetzeulassen von gröberen Teilen befreit werden mufs, namentlich wenn dieselbe zu Auswaschungen empfindlicher Stelleu benutzt werden soll. Das Verhältnifs ist 1 Teil Chlorkalk zu 6—12 Teilen Wasser. Feuergefährlich sind Mischungeu mit brennbaren Stoffen, explosiv solche mit Salmiak.
hi Calcium phosphoricum. Phosphorsaurer Kalk. CaHP04 2H20=172.
Wird erhalten durch Fällen einer Lösung von Chlorkalium mit phosphorsaurem Natron, wozu die Ph. G. genaue Vorschriften angibt.
Ein weifses Pulver, etwas löslich in kohlensaurem Wasser. Löslich ohne Aufbrausen in verdünnter Salpetersäure. Es soll frei seiu von Salz säure, Schwefelsäure und Metallen. Gebe gelöst die Eeaktionen der Phos­phorsäure und des Calciums.
Anw. In der Tierheilkunde bedient man sich des nachstehendennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '
Präparates.
Calcium phosphoricum crudum. Hohes Calcium phosphat.
Knochen werdeu gebrannt und gepulvert.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i
Ein weifses oder grauweifses Pulver, löslich in Salz- und Salpeter-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; gt;
säure unter schwachem Aufbrausen und Zuriicklassung eines geringennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; !'*!#9632;]
Rückstandes.
Es enthält Calciumtriphosphat, Ca3(P04).2, und 2—3% Calcium-karbonat.
A n w. In der Tiermedizin innerlich als Pulver.
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Kalium blcarbonicum. Saures kohlensaures Kalium. Doppelt-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '• '
kohlensaures Kalium. KHCOj^lOO. Wird durch Einleiten von reiner Kohlensäure in eine mäfsig kon-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;yl I'
zentrierte Lösung von Kaliumcarbonat erhalten.
K2C03-fH20 COJ = 2KHC03.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,'j:
Das gebildete Kaliumbicarbouat fällt, da es in Wasser weniger löslieh ist wie das Kaliumcarbonat, als krystallinisches Pulver aus, welches durch
Umkrystallisieren gereinigt wird. Das Kaliumbicarbouat bildet farblose,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; #9632; \.
luftbeständige, nicht hygroscopische Krystalle, welche sich in etwa 4 T.
Wasser langsam auflösen. Die Lösung reagiert schwach alkalisch. In AI-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'i'l
kohol ist das Salz unlöslich. Wird es mit Säuren zusammengebracht, sonbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;* .,
erfolgt Kohlensäureentwickelung unter stürmischem Aufbrausen. — Ein
Ueberschufs von Weinsäure erzeugt in der wässrigeu Lösung einen weiftennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;. j
krystallinischen Niederschlag von saurem weinsaurem Kalium. Die wäss-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; , if-
rige Lösung gibt beim Erhitzen Kohlensäure ab, indem das Kaliumbicar-bonat in Kaliumsesquicarbonat übergeht. Es sind daher Losungen von Kaliumbicarbouat stets bei mittlerer Temperatur anzufertigen. Beim Glühen verwandelt es raquo;ich unter Abgabe von Wasser und Kohlensäure in Kalium-
(quot;l 1'11OT1 ü t
2 K H CG, = H2 O C02 K2 C03.
Arnold, Pharmakognosie etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;y
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Prüf. Werden 5 g Kaliumbicarbonat mit 5 eon kaltem Wasser über­gössen und die nach Verlauf von 5 Minuten decantierte Flüssigkeit mit 45 can Wasser verdünnt, so darf auf Zusatz von 2 Tropfen Queck­silberchloridlösung kein rotbrauner Niederschlag entstehen. (Kalium-carbonat; dasselbe geht beim Behandeln des Bicarbonates mit einer zur Lösung unzureichenden Menge AVasser vorzugsweise in Lösung und gibt mit Quecksilberchlorid rotbraunes Queksilberoxychlorid.) — Im übrigen wird die Prüfung, wie unter Kalimcarbonat angegeben, ausgeführt.
Anw. Innerlich iu Lösung.
Kalium carbonicum crudum. Gineres clavellati. Pottasche.
K2G03=138. Die Pottasche wird in verschiedenen, besonders holzreichen Ländern, wie Nordamerika, Rußland, Illyrien, aus der Holzasche gewonnen, indem man dieselbe auslaugt, die Lauge eindampft, und den Rückstand glüht. Ebenso wird sie jetzt in großer Menge aus der Asche des Wollschweißes und der Schlempe von Rübenmelasse gewonnen; außerdem aus den Staßfurter Abraumsalzen (dem Ghlorkalium) durch ein, dem Leblanc'schen Sodaprozeß analoges Verfahren. Weiße, gelbliche, bläuliche oder grünliche, geruchlose, körnige Salzmassen, welche sehr scharf alkalisch schmecken, an der Luft feucht werden und zu­letzt ganz zerfließen. Die Pottasche enthält verschiedene Mengen von schwefelsaurem Kalium Ghlorkalinm und Kieselerde, zu­weilen auch Kalk, Thonerde, Kupferoxyd, magansaures- und Jodkalium. Die Kieselsäure bleibt größtenteils bei der Behand­lung mit Wasser ungelöst, auch von dem schwefelsauren Kalium kann ein Teil zurückbleiben. Die wässerige Lösung braust beim Üebersättigen mit Weinsäure auf und läßt einen krystallini-schen Niederschlag von Kaliumhydrotartarat fällen.
Prüf. Gute Pottasche mufs möglichst weifs sein und sich mindestens zu Vs in ihrem gleichen Gewichte Wasser auflösen. Giebt die mit einer Säure übersättigte Lösung einen Niederschlag mit Schwefelwasser­stoffwasser, so sind schädliche Metalle vorhanden. Der Gehalt an kohlensaurem Kalium betrage 90 %. Die rohe Pottasche der Pharma-kopöe soll weifs sein und 9()0/0 kohlensaures Kalium enthalten. Man stellt sich diese Sorte aus den geringeren dar, indem man letztere mit gleichviel Wasser längere Zeit stehen läfst und dann die abgegossene Lösung, zuletzt unter Umrühren, zur staubigen Trockne in einer eisernen Schale verdampft. Anw. Innerlich und äufserlich in Lösung.
Kalium carbonicum. Kalium carbonicum purum. Sal tartari. Reines Kaliumkarbonat. Die rohe Pottasche läfst sich durch Umkrystallisieren nicht von den verunreinigenden Salzen trennen. Früher wurde das reine Salz durch Verbrennen eines Gemisches von Weinstein mit Kaliumnitrat erhalten. Der kohlige Rückstand wurde mit Wasser ausgezogen und die filtrierte Lösung lieferte beim Abdampfen reines Kaliumkarbonat (Kalium carboni-
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cum e Tartaro). Am leichtesten und jetzt ausschliesslich geschieht die Dar-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;! ;tj
Stellung durch Glühen des leicht rein erhaltbaren Kalium Bikarbonats. 2KH CO3 K2 CO3 H2 O C02.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'?if #9632;
Reine Pottasche ist ein weifses, in gleich viel Wasser lösliches, al­kalisch reagierendes Pulver, dessen wäfsrige Lösung mit Weinsäure über-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; #9632; sättigt einen weiften, krystallinischen Niederschlag von Kaliumhydrotar- i tarat gibt.
Prüf. Das Salz darf die nicht leuchtende Flamme violett und nur vorübergehend gelb färben (Spuren von Natriumverbindungen). Die
wäfsrige Lösung darf weder von Schwefelwasserstoff noch Schwefel-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.,
ammonium (Metalle) verändert werden und nach dem Uebersättigen
mit Essigsäure durch Baryumnitrat oder Silbernitrat nur opalescierendnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;j
getrübt werden (Chloride und Sulfate). Die neutrale wäfsrige Lösungnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;f
gebe mit Silbernitrat versetzt einen gelblichen Niederschlag von Silber­karbonat, der beim Erhitzen im Wasserbade sich nicht dunkel färben
darf (Kaliumformiat, welches sich in aus Weinstein gewonnenen Prä-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; |j^
paraten findet, oder Sulfide). Mit etwas Ferro- und Ferrisalz versetzte
Lösung darf nach Erwärmen und Uebersättigen mif Salzsäure keinenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;!
blaue Farbe annehmen (Cyankalium, beim Verpuffen des Weinsteins zuweilen entstehend). 2 Volum der mit verdünnter Schwefelsäure er­haltenen Lösung des Salzes dürfen nach Zusatz von 1 Vol. konz. Schwefelsäure und 2 Vol. Ferrosulfatlösung keine braune Zone geben (Salpetersäure).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'
Anw. Wie oben.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i
Liquor Kalii carbonici; Kalium carbonicum soluturn.
Kalium carbonicum purum, 11 Teile,
Aqua destillata, 20 Teile,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ': j'
löse und filtriere. Das spec. Gewicht soll 1,33—1,334 betragen. Da das kohlensaure Kali etwas Wasser enthält, so enthält der Liquor 33l/30/o Kj COj.
f Kalium causticum fusum. Lapis causticus Chirurgorum.
Aetzkali. Kaliumhydroxyd. KHO = 56.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;\'l
Liquor Kalii caustici wird in einem blanken eisernennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;•, '
Kessel möglichst rasch verdampft, bis ein Tropfen auf Metall nach dem Erkalten vollständig erstarrt. Das so gewonnene Aetzkali wird in einer silbernen Schale geschmolzen und in eiserne Formen gegossen. quot;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; j1'; :|
Es bildet weiße, trockene, stark ätzende, schwer zerbrech­liche, auf dem Bruche krystallinische Stäbchen, welche an der Luft zerfließen. Die mit überschüssiger Weinsäure versetzte
wässerige Lösung gibt einen reichlichen Niederschlag von Ka-
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liumhydrotartarat.
Prüf. Mit einem Ueberschufs von Schwefelsäure gemischt, darf es In-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; , ' j
digolösung nicht entfärben, in welchem Falle es Salpeter enthaltennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; A
würde. In 2 Teilen Wasser gelöst und mit 4 Teilen Weingeist ge­mischt, darf es nur einen sehr geringen Bodensatz abscheiden (Clo-ride, Sulfate, Nitrate, Thonerde etc.) Die gleiche Lösung mit 15 Teilen Kalkwasser gekocht gebe ein Filtrat, welches mit überschüssiger Sal­petersäure nicht aufbrause (der Gehalt au Kaliumcarbonat soll nicht zu grofs sein).
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Anw. Als äufserliches Mittel in Substanz oder in konzentrierter Auf­lösung zum Aetzen, in verdünnter Auflösung ('l2 bis 5 deg;/0) zum Waschen.
*Pulvis causticus Viennensis, Wiener Aetzpulver.
Kalium causticum, 5 Teile,
Calcaria caustica, 6 Teile, werden gemischt. Wird das Pulver mit etwas Wasser zur Pasta gemacht, so erhält man die Pasta caustica.
fLiquor Kalii caustici. Kalium hydricum solutum. Lixivium causticum. Aetzk alilauge.
2 Teile beste Pottasche werden 12 Stunden lang mit 4 Teilen Wasser Übergossen, die erhaltene Lösung in einem blanken Eisenkessel zum Sieden erhitzt und dann so lange ein aus 1 Teil Aetzkalk und 4 Teilen Wasser bereiteter Brei eingetragen, bis eine abfiltrierte Probe mit überschüssiger Salzsäure nicht mehr aufbraust. Nachdem unter möglichster Vermeidung von Luftzutritt die Flüssigkeit sich geklärt hat, hebert man dieselbe ab, iibergiefst den Rückstand nochmals mit 4 Teilen Wasser und trennt nach dem Absetzen die Flüssigkeit wieder mit dem Heber. Die gemischten Flüs­sigkeiten werden in einem blanken Eisenkessel bis zum spec. Gew. 1,142— 1,146 abgedampft.
Die so erhaltene, oftizinelle Lauge bildet eine farblose oder schwach gelbe, ätzende Flüssigkeit, welche 150/0 Kaliumhydroxyd enthält.
Bei dem billigen Preise des käuflichen Kalium causticum depnratum ist die Darstellung aus diesem durch einfaches Lösen in Wasseer vor­zuziehen.
A n w. u. Prüf, wie bei Aetzkalium.
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Kalium chloricum. Chlorsaures Kali. KCIO3 = 122,5.
Wird im großen gewonnen, indem man ein in Wasser vertheiltes Gemenge von Chlorkalium und Kalkhydrat mit Chlor sättigt. Es bildet sich Chlorcalcium und chlorsaures Kali, welches letztere durch Krystallisation ausgeschieden und durch Umkrystallisieren gereinigt wird.
Wasserhelle, luf'tbeständige, perlmutterglänzende, rhom­bische Tafeln, die sich in 16 Teilen kalten und 3 Teilen kochen­den Wassers lösen. Beim Erhitzen entwickelt es Sauerstoffgas, mit brennbaren Stoffen zusammengebracht, veranlagt es Ex­plosion, mit Chlorwasserstoffsäure entwickelt es Chlor, mit über­schüssiger Weinsäure gibt es einen weißen Niederschlag von Kaliumhydrotartarat.
Prüf. Die wäfsrige Lösung darf sich nicht durch Schwefelwasserstoff (Metalle), Ammoniumoxalat (Calcium), Silbernitrat (Chloride) ver­ändern. Der Glührückstand des Salzes darf nicht alkalisch reagieren (Salpeter gibt beim Glühen Aetzkali).
Anw. In Auflösung innerlich und als Maulwasser in 5—10%iger Lösung.
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Kalium permanganicum. Kalium hypermanganicum. Uebermangansaures Kali. K Mn O4 = 158.
Wird erhalten durch Schmelzen von Braunstein mit Aetz-kali und Kaliumchlorat oder Salpeter. Das gebildete Kalium-
manganat wird durch Wasser und Kohlensäure in rotes Kalimn-
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permanganat übergeführt, Avelches durch Abdampfen zur Kry-stallisation abgeschieden wird.
*
Dunkelviolette, fast schwarze, stahlglänzende Prismen, welche in 20,5 Teilen Wasser mit blauroter Farbe löslich sind. Die wäßrige Lösung ist neutral und wird durch reducierende Körper (Eisenoxydulsalze, schweflige Säure, Weingeist etc.) ent­färbt. Leicht verbrennliche Substanzen verpuffen beim Ver-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; J^ reiben mit dem trocknen Salze.
Prüf. Erhitzt man das Salz mit der 4fachen Menge Weingeist und etwa der 50 fachen Menge Wasser zum Kochen, so scheidet sich alles Mangan als Mn (OH);, ab. In der nun farblosen Flüssigkeit soll durch Silber- und Baryumnitrat keine Fällung entstehen (Chloride, Sulfate, Karbonate), auch soll dieselbe mit Schwefelsäure und Zink versetzt, durch Jodkaliumstärkekleister nicht gebläut werden '(Chlorate und Nitrate).
A n w. Zum Desinfizieren bei stinkenden, jauchigen Effluvien, zu des­infizierenden Waschungen in wässriger Lösung von 0,5 und mehr auf 100. Beim Bedarf grösserer Mengen kann man das käufliche Salz, Kalium hypermanganicum venale, benutzen, welches von mangan­saurem Kali grün gefärbt ist. Beim Lösen desselben in Wasser bleibt ein beträchtlicher Rückstand, von dem man die Auflösung abgiefst. Man nimmt 1 Teil käufliches Salz auf 50 bis 100 und mehr Teile Wasser. Die Auflösung mufs in Flaschen oder Porzellangefäfsen ge­schehen , hölzerne Sachen müssen vermieden werden.
Kalium nitricum. Nitrum. Salpeter. KN03 = 101.
Im großen durch Auslaugen der Salpetererde gewonnen. Aus den Laugen wird zuerst der braune Robsalpeter, darauf durch Umkrystallisieren der gereinigte Salpeter dargestellt. Neuerdings erhält man ihn auch durch Zersetzung des Natron­salpeters (Ghilisalpeters) mit Ghlorkalium (Staßfurter Abraum­
salz). Der Salpeter krystallisiert in luftbeständigen, farblosen, durchsichtigen, unregelmäßig sechsseitigen Säulen, schmeckt
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stechend salzig, bitterlich, kühlend, schmilzt bei schwacher Rot­glühhitze, erstarrt beim Erkalten mit strahligem Gelüge und löst sich in 4 Teilen kalten und weniger als dem halben Ge­wichte siedenden Wassers auf. In Alkohol ist er fast unlöslich, Auf glühende Kohlen gestreut, zersetzt er sich mit lebhaftem Funkensprühen. Die wäßrige Lösung gibt mit überschüssiger Weinsäure einen weißen Niederschlag von Kaliumhydrotartarat;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,4*'
sie nimmt nach Zusatz von Schwefelsäure und überschüssiger Ferrosulfatlösung eine braunschwarze Farbe an.
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Prüf. Die Auflösung im Wasser mufs neutral sein, darf durch sal­petersauren Baryt, Schwefelwasserstoff und Schwefelammonium gar nicht, durch salpetersaures Silber nur wenig verändert werden.
A n w. Innerlich in allen Formen. Aeufserlich zum Kühlen in Auflösung.
*Fomentatio frigida Schmuckeri. Ammonium chloratum, Kalium nitricum pulv., je 5 ff, Aqua fontana, 200 g, Acetum, 50 ff.
(Vergl. Oxycratum unter Ammonium chloratum.) Die angegebene Mischung von Wasser und Essig wird durch den Zusatz der beiden Salze um 2,5deg; E. abgekühlt (Temperatur der Flüssig­keit vor der Mischung 13deg;, nach der Mischling 10,5deg;). Sie ist demnach an Wirkung dem Oxycrat ungefähr gleich zu stellen.
Kalium sulfuricum. Tartarus vitriolatus. Arcanum duplicatum. Schwefelsaures Kali. Doppelsalz.
K2S04 = 174. Wird meist als Nebenprodukt gewonnen, z. B. bei Bereitung der Salpetersäure aus salpetersaurem Kali mit Schwefelsäure, bei der Reinigung der Pottasche etc. Durch Wiederauflösen, Neutralisieren der Lauge mit kohlensaurem Kali, wenn sie freie Schwefelsäure enthält, und Umkrystallisieren wird das Salz gereinigt. Es kommt in zusammenhängenden Krystallkrusten oder weißen harten Krystallen in den Handel, welche hart und luftbeständig sind, beim Erhitzen decrepitieren, in starker Rot­glühhitze schmelzen, sich in 10 Teilen kalten, in 4 Teilen kochenden Wassers lösen. Die Lösung hat einen salzig bitter­lichen Geschmack und gibt mit überschüssiger Weinsäure einen weißen Niederschlag von Kaliumhydrotartarat, mit Baryum-nitrat von Baryumsulfat.
Prüf. Die Lösung mufs neutral sein. Einen Gehalt an Kupfer und Blei erkennt man durch Schwefelwasserstoff, einen Gehalt an Eisen durch Schwefelammonium. Ammoniumoxalat und Silbernitrat geben keine Fällung. Auf Zusatz von konzentrierter Schwefelsäure und einer Lösung von Eisenvitriol darf sich diese nicht braun färben (Sal­petersäure). Anw. In Latwergen und Pillen.
Kalium bromatum. Kali hydrobromicum. Bromkalium.
KBr= 119,0.
Wird in analoger Weise wie das Jodkalium gewonnen.
Es bildet weiße, würfelförmige Krystalle, die an der Luft beständig, in 2 Teilen Wasser und 200 Teilen Weingeist löslich sind. Wird die wäßrige Lösung mit etwas Chlorwasser ver­setzt und dann mit Chloroform geschüttelt, so wird dieses rot­gelb gefärbt; mit überschüssiger Weinsäure entsteht bald ein weißer krystallinischer Niederschlag von Kaliumhydrotartarat.
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Prüf. Muis die Flamme sofort violett färben (Abwesenheit von Natrium). Bläuen die Krystalle sofort befeuchtetes Lackmuspapier, .so enthalten sie Kaliumkarbonat. Baryumnitrat zeigt durch weifse Fällung Sulfate an.
Mit verdünnter Schwefelsäure auf weifser Unterlage Übergossen, darf es sich nicht sofort färben, es würde dann bromsaures Kali enthalten. Wird die wässrige Lösung mit etwas Ferichloridlösung und Chloro­form versetzt, so darf nach dem Umschütteln das Chloroform sich nicht violett färben (Jodkalium).
Anw. Innerlich in Auflösung und als Pulver.
Kalium jodatum. Kali hydrojodicum. Jodkalium. KJ=166.
In erwärmter Aetzkalilauge wird so viel Jod gelöst, bis die Flüssigkeit nicht mehr nach dem Auflösen des Jods entfärbt wird, sondern hellbräunlich erscheint. Unter Zusatz von unge­fähr 1/1o des angewandten Jods an Kohlenpulver wird dieselbe eingedampft und zur Zerstörung des neben dem Jodkalium entstandenen jodsauren Kali's gelinde geglüht. Durch Auslaugen mit Wasser und Krystallisieren der Lauge erhält man das Jodkalium.
Farblose, würfelförmige Krystalle, von scharf salzigem Ge­schmack, in trockner Luft unveränderlich, in feuchter Luft gelb werdend und Kohlensäure anziehend, in 3/4 Teilen Wasser und in 12 Teilen Alkohol löslich.
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Die mit etwas Chlorwasser versetzte wässrige Lösung er-
teilt beim Schütteln mit Chloroform demselben eine violette Färbung; mit überschüssiger Weinsäure gemischt, scheidet sie bald einen weißen Niederschlag von Kaliumhydrotartarat ab.
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Prüf. Auf Natrium, Sulfate und Karbonate wie bei Bromkalium. Die
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wässerige Lösung darf weder durch Schwefelwasserstoff (Metalle) gefällt,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;
noch nach dem Versetzen mit Schwefelsäure und Stärkekleister sofort gebläut werden (Jodsäure, HJ03 5 HJ — 3 Hj 0 6 J.) Mit einem Körnchen Ferrosulfat und einem Tropfen Ferrichlorid versetzt und
nach Zugabe von Natronlauge gelinde erwärmt, darf die wässerige
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Lösung nicht blau gefärbt sein, wenn man sie mit Salzsäure über­sättigt (Cyangehalt, herrührend von einem Gehalt des Jodes an Jod-cyan). Einen Chlorgehalt erkennt man, wenn die Lösung mit salpeter­saurem Silberoxyd vollständig gefällt, der Niederschlag mit verdünntem Aetzammonium übergössen und filtriert wird. Das Filtrat mit Sal­petersäure übersättigt, darf binnen 10 Minuten nicht bis zurUndurch-sichtigkeit getrübt werden. Anw. Innerlich am besten in Lösung, äufserlich in Lösung und in Salbenform.
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Unguentum Kalii jodati. Kalium jodatum, 2 Teil, Adeps suillus, 17 Teile. Das Jodkalium wird in 1 Teil heifsem Wasser aufgelöst, darauf das Fett hinzugemischt. Um das Gelbwerden der Salbe zu verhüten, kann man '/ao Natrum subsulfurosum zusetzen.
Die Pharm. G. schreibt statt Adeps Unguentum Paraffini vor.
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Kalium sulfuratum. Hepar Sulfuris, Schwefelleber. K9S3 gemengt mit K2S2O3 und K2S04. Sulfur depuratum, 1 Teil,
Kali carbonicum depuratum, bene siccatum, 2 Teile, werden gemischt, in einem geräumigen eisernen Gefäße zu einer gleichförmigen Masse geschmolzen, welche in einen eisernen, mit Kreide ausgestrichenen Mörser ausgegossen, nach dem Er­kalten gepulvert, und rasch in gut schlieüende Gefäße gegeben wird. Stücke von leberbrauner, später gelbgrüner Farbe, welche schwach nach Schwefelwasserstoff riechen, an feuchter Luft zerfließen und sich in der doppelten Menge Wasser bis auf einen geringen Rückstand zu einer alkalischen, opalisierenden gelbgrünen Flüssigkeit auflösen. Diese Lösung mit Essigsäure erwärmt, entwickelt unter Abscheidung von weißem Schwefel reichlich Schwefelwasserstoff und scheidet nach dem Filtrieren mit überschüssiger Weinsäure versetzt, bald weißes krystallini-sches Kaliumhydrotartarat ab. (Wenn nicht, so liegt Natrium sulfuratum vor.)
Das Kalium sulfuratum pro balneis wird mit gewöhnlicher Pottasche bereitet und ist zum tierzärztlichen Gebrauch bei äußerlicher Verwendung rein genug. Zu innerlicher Verwendung ist es meistens nicht zu gebrauchen. Beim Auflösen in Wasser bleiben die der Pottasche anhängenden Verunreinigungen zurück. Anw. Aculserlich in Auflösung, innerlich am besten in Pillenfbrm.
Kalicum aceticum. Terra foliata Tartari. Essigsaures Kali. G2H3K02 = 98. Wird gewonnen durch Neutralisation von doppelt kohlen­saurem Kali mit verdünnter Essigsäure und Eindampfen der gewonnenen Salzlauge auf dem Dampfbade bis zur Trockne.
Ein krystallinisches, sehr weißes, fast neutrales, an der Luft leicht zerfließendes Salz, löslich in 0,36 Teilen Wasser und in 1,4 Teilen Weingeist; die Lösung färbt sich mit Eisen­chlorid dunkelrot und gibt mit Weinsäure die Kaliumreaktion. Es muß in gut schließenden Gefäßen aufbewahrt werden. Prüf. Es soll frei sein von Metallen und Schwefelsäure und darf nur
Spuren von Chlor enthalten. A n w. In Lösung. Unangenehm bei diesem Präparat ist das rasche Zerfliefsen. Man kann es deswegen mit anderen, namentlich wasser­haltigen Salzen nicht zu Pulver mischen, indem das Gemische sofort flüssig wird. (Vergl. bei Natrum aceticum.)
Liquor Kalii acetici. enthält in 3 Teilen 1 Teil essigsauren Kaliums. Spec. Gew. 1,76—1,80.
Tartarus boraxatus. Cremor Tartari solubilis. Borax-
Weinstein. 2 Teile Borax werden in 20 Teilen Wasser gelöst, der Lösung 5 Teile Weinsteinpulver zugesetzt. Man läßt so lange
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unter Urnrühren im Dampfbade stehen, bis sich der Weinstein gelöst hat. Die filtrierte Flüssigkeit wird unter Anwendung einiger Kunstgriffe zur Trockne gebracht. Ein weißes an der Luft feucht werdendes, sauer schmeckendes Pulver.
A n w. Innerlich in Auflösungen. Ein teures Präparat und durch eine Mischung von Borax und Weinstein zu ersetzen.
Tartarus depuratus. Kali bitartaricum puruin. Grystalli Tartari. Cremor Tartari. Saures, weinsteinsaures
Kali, gereinigter Weinstein. GjHsKOt^lSS.
Der gereinigte Weinstein wird fabrikmäßig aus dem rohen, durch Auflösen in heißem Wasser, Zusatz von Thonerde, Kohle oder Eiweiß, Kolieren und Krystallisieren dargestellt.
Er bildet weiße durchsichtige oder durscheinende, schief rhombische, oder ungleich sechsseitige Säulen. Die Krystalle sind meistens nicht gehörig ausgebildet und hängen in Krusten zusammen. Sie knirschen zwischen den Zähnen, schmecken säuerlich und sind luftbeständig, lösen sich in 20 Teilen kochen­dem und 192 Teilen kaltem Wasser, in Alkohol nicht.
In dem Handel kommt das Präparat als krystallinisches Pulver, durch gestörte Krystallisation gewonnen.
In Kaliumkarbonat löst sich der Weinstein unter Brausen leicht zu Kaliumtartarat; erhitzt verkohlt er unter Geruch des verbrannten Zuckers zu einer grauschwarzen alkalischen Masse (Kaliumkarbonat), die in Wasser gelöst und filtriert mit Wein­säure versetzt unter Aufbrausen wieder Weinstein abscheidet.
Prüf. Die mit Salpetersäure versetzte wässerige Lösung werde durch Silbernitrat und Baryumnitrat nicht gefälit (Chlor- und Schwefelsäure­verbindungen) ; Schwefelammonium gebe keine Fällung (Metalle) in der ammoniakalischen Lösung; um die gewöhnliche Verunreinigung, den weinsauren Kalk nachzuweisen, schüttelt man den Weinstein mit verdünnter Essigsäure und prüft die Lösung mit Ammoniumoxalat; beim Erwärmen mit Natronlauge entwickle der Weinstein kein Ammoniak.
Tartarus natronatus. Natro-Kali tartaricum. Sal Seig-netti. Seignettesalz. G^HiKNaOe 4H20 = 282. Soda wird in heißem Wasser aufgelöst und darauf so viel Weinstein hinzugefügt, bis die Flüssigkeit fast neutral ge­worden ist. Die durch Ruhe geklärte Flüssigkeit wird filtriert und zur Krystallisation abgedunstet.
Große prismatische, farblose, durchsichtige Krystalle, von bitterlich-salzigem Geschmacke, in 1,4 Teilen Wasser löslich, sich beim Verkohlen wie Weinstein verhaltend; die Asche färbt aber die Flamme gelb, da zugleich Natronsalze zugegen sind. Prüf. Wie bei Weinstein. Anw. Als Pulver und zu Inf. Sennae compos.
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Magnesium carbonicum. Magnesia hydrico-carbonica.
Magnesia alba. Kohlensaure Magnesia. 4MgCO Mg (OH)24-4H20 = 466.
Durch Fällung von Magnesiumsulfat mit kohlensaurem Natrium in der Siedehitze; der ausgewaschene Niederschlag wird in länglich viereckige Formen gedrückt und getrocknet. Kommt in viereckigen Stücken in den Handel, die sehr locker sind und sich leicht zu einem voluminösen Pulver zerreiben lassen, welches blendend weiß und geschmacklos ist und auf angefeuchtetes rotes Lackmuspapier schwach alkalisch reagiert und in Wasser unlöslich ist.
In verdünnter Schwefelsäure löst sie sich unter Aufbrausen zu einer Flüssigkeil, welche nach dem Uebersättigen mit Am­moniak auf Zusatz von Chlorammonium und Natriumphosphat einen weißen, krystallinischen Niederschlag (Mg.NHj. PO4) gibt.
Prüf. Die kohlensaure Magnesia mufs rein weifs, locker und gehörig ausgewaschen sein. Das damit digerierte Wasser darf nur schwach alkalisch reagieren und beim Eindampfen nur einen geringen Rück­stand hinterlassen. Die Lösung in verdünnter Salpetersäure darf auf Zusatz von kohlensaurem Ammoniak nicht verändert und weder mit salpetersaurem Silber, noch mit Chlorbaryum merkliche Niederschläge geben. In verdünnten Säuren mufs sie sich leicht und ohne Rück­stand auflösen. Die mit Ammoniak neutralisierte Auflösung darf von Oxalsäure und Schwefelammoniuna nicht getrübt werden.
A n w. Innerlich in allerlei Formen. Mit Wasser oder einer schleimigen Substanz im Schütteltrank.
Magnesium sulfuricum. Sal anglicum. Sal am arum s. Sedlizense s. Epsomense. Sal catharticum. Schwe­felsaure Magnesia. Bittersalz. Englisches Salz. Schwefelsaure Bittererde. MgSO^ THo 0 = 246 (500/0 Krystallwasser).
Durch Eindampfen des Bitterwassers und Krystallisieren erhalten; auch durch Zersetzung der Chlormagnesium haltenden Mutterlaugen der Salzsolen durch schwefelsaures Natron bei Siedhitze, wobei Ghlornatrium abgeschieden wird und aus der abgegossenen Flüssigkeit das Bittersalz nach dem Konzentrieren auskrystallisiert. Als Nebenprodukt wird sie in den Mineral­wasserfabriken bei Entwickelung der Kohlensäure aus Magnesit (kohlensaure Bittererde) mit Schwefelsäure gewonnen.
Das Bittersalz krystallisiert bei langsamer Abkühlung in farblosen, durchsichtigen, geraden rhombischen Säulen von be­trächtlicher Größe. Das im Handel befindliche Salz wird in der Krystallisation gestört, und erscheint daher in kleinen, spies-sigen, glänzenden Krystallen. Es schmeckt kühlend bitter, ver­wittert nicht an der Luft, wird aber, wenn es Chlormagnesium oder Chlorcalcium enthält, leicht ein wenig feucht; es ist in
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0,8 Teilen kalten und in 0,15 Teile heißen Wassers löslich. Es gebe wie die Lösungen von Magnes. carbon, in Schwefelsäure die Magnesium- und Schwefelsäurereaktion.
Prüf. Die Auflösung darf nicht sauer reagieren. Metalle erkennt man durch Schwefelwasserstoff, einen Gehalt an Eisen durch Galläpfeltink­tur, Schwefelammonium oder Ferrocyankalium. Wenn nach Zusatz von Chlorammonium mit oxalsaurem Ammonium ein Niederschlag ent­steht, so ist Kalk zugegen. Einen Chlorgehalt erkennt man nach Zu­satz von etwas Salpetersäure durch salpetersaures Silberoxyd. Eine Beimischung von fein krystallisiertem schwefelsauren Natron entdeckt man durch die dauernde Gelbfärbung der nichtleuchtenden Flamme.
A n w. Innerlich in allen Formen.
Magnesia sulfurica sicca. Bittersalz wird auf dem Wasserbade unter Umrühren so lange er­hitzt, bis es 35 bis 37% seines Gewichtes verloren hat. Ein weifses Pulver, welches nach der Ph. G. dispensiert werden soll, wenn Magnesia sulfurica in Pulverform verlangt wird.
Magnesia usta. Magnesia calcinata. Gebrannte Mag­nesia. Mg 0 = 40.
Kohlensaure Magnesia wird in einem bedeckten irdenen Tiegel unter zeitweiligem Umrühren einer mäßigen Glühhitze so lange ausgesetzt, bis eine Probe, mit Wasser angerührt, sich in Säuren ohne Aufbrausen auflöst.
Nach dem Erkalten muß sie in gut schließenden Gläsern aufbewahrt werden.
Ein weißes, lockeres in Wasser fast unlösbares Pulver, welches sich in verdünnter Salzsäure ohne Aufbrausen lösen muß. Die Lösung gebe die der Magnesiumreaktion.
Prüf. Wie Magnes. carbonica.
Anw. Wie Magnesia carbonica. Ferner als Gegenmittel bei Vergift­ungen mit Säuren oder ätzenden Substanzen als Magnesiamilch (Lac Magnesiae), welche aus 1 Teil gebrannter Magnesia mit 50 Teilen Wasser, die man in einem Glase zusammenschüttelt, bereitet wird. Ein Gemisch von gebrannter Magnesia mit Chlorwasser (1 Teil auf 50 Teile) ist unter dem Namen unterchlorigsaure Magnesia gegen Phosphorvergiftung empfohlen.
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Natrium causticum. Aetznatron. NaOH = 40.
Bereitung, Prüfung und Eigenschaften wie bei Kalium causticum. Dasselbe gilt vom Liquor Natrii caustici, welcher 15 0/o Na OH bei einem spec. GeAV. von 1,159—1,163 ent­halten soll.
Das im Handel unter dem Namen Sodastein oder Seifenstein vor­kommende Aetznatron enthält gegen 400/0 Verunreinigungen, schwefel­saures Natron, Schwefelnatrium etc. Es eignet sich jedoch sehr gut zum Desinfizieren von infizierten Ställen, da es leichter zu beschaffen ist, als
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das durch Kochen mit Kalk zu bereitende Präparat. 500 Gramm auf 1 Eimer Wasser geben eine Lösung, welche zum Abscheuern benutzt werden kann.
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Natrium carbonicum crudum.
Natrum carbonicum crystallisatum crudum.
Sal Sodae. Kohlensaures Natron. Soda.
Naa G03 10 H2 0 = 286 (630/o Krystallwasser).
Wird in den Sodafabriken aus Kochsalz bereitet, welches man durch Schwefelsäure in schwefelsaures Natron verwandelt; letzteres wird entwässert, mit kohlensaurem Kalk und Kohle gemengt und in eigenen Oefen bis zum Schmelzen erhitzt; die geschmolzene Masse wird mit Wasser ausgelaugt, und aus der Lauge durch Abdampfen und Krystallisieren Soda gewonnen, die man nochmals umkrystallisiert (Le Blanc'sches Verfahren). Neuerdings wird dieses Verfahren durch das von Solvay immer mehr verdrängt: Beim Einleiten von Kohlendioxyd in eine mit Ammoniak gesättigte Kochsalzlösung fällt Natriumbikarbonat aus, welches durch Erhitzen in Monokarbonat verwandelt, auf­gelöst und auskrystallisiert wird.
Es krystallisiert in farblosen, durchsichtigen, schief-rhom­bischen, wasserhaltigen Säulen. Das im Handel befindliche stellt farblose, krystallinische Salzmassen dar; an der Luft ver­wittert es leicht und zerfällt zu einem weißen Pulver, beim Er­hitzen schmilzt es in seinem Krystallwasser und verwandelt sich durch Verdampfung desselben nach und nach in wasser­freies Salz. Letzteres schmilzt in der Rotglühhitze, ohne seine Kohlensäure zu verlieren. Das wasserhaltige Salz löst sich bei gewöhnlicher Temperatur in 2 Teilen Wasser, braust mit Säuren auf und färbt die Flamme intensiv gelb. Anw. Aeufserlich und innerlich, in Pulver und Lösung.
Natrum carbonicum purum oder depuratum. Gereinigte Soda. Man löst rohe Soda in der gleichen Gewichtsmeuge warmen Wassers auf, filtriert und läfst an einem kühlen Orte auskrystallisieren.
Prüf. Die Lösung desselben darf sich nach Uebersättigung mit Sal­petersäure durch salpetersaures Silberoxyd und Chlorbaryum nicht trüben. Sowohl die alkalische als auch die mit Salzsäure sauer ge­machte Lösung darf auf Zusatz von Schwefelwasserstoffwasser nicht verändert werden. Schwefelnatrium entdeckt man, indem man das Salz mit verdünnter Schwefelsäure versetzt, wobei sich Schwefelwasser­stoff entwickelt. Zuweilen enthält es unterschwefligsaures Natron. Salpetcrsaures Silberoxyd gibt mit einer so verunreinigten Soda einen weifsen, bald schwarz werdenden Niederschlag. Verdünnte Schwefel­säure scheidet in diesem Falle aus der Lösung Schwefel ab, unter Entwickelung von schwefliger Säure. •Anw. In der Tiermedizin selten.
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Natrium carbonicum siccum. Entwässerte Soda. Na2G03 2H20 = 142.
Grob zerriebenes Natriumkarbonat wird einer 250 nicht übersteigenden Wärme ausgesetzt, bis es zerfallen ist, hierauf bei 40—50deg; so lange getrocknet, bis es die Hälfte seines Ge­wichtes verloren hat und dann durch ein Sieb geschlagen. Wenn Natriumkarbonat zu Pulvern verordnet wird, ist das ent­wässerte Salz zu nehmen. Es ist in gut verschlossenen Ge­fäßen aufzubewahren.
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Natrum bicarbonicum. Natrium hydrocarbonicum. Natrum carbonicum acidulum. Doppelt kohlen-saurs Natron. Na HCOg = 84 Wird jetzt fast ausschließlich bei dem Solvay'schen Soda­prozeß (S. 140) gewonnen. Früher stellte man es dar durch Einleiten von Kohlendioxyd auf krystallisierte Soda in verschlos­senen Räumen oder durch Einleiten von Kohlendioxyd in eine konzentrierte Sodalösung. Weiße, luftbeständige Krystallkrusten oder ein krystallinisches Pulver von schwach alkalischem Ge-schmacke, löslich in 14 Teilen Wasser, unlöslich in Weingeist. Beim Erhitzen entweicht Kohlendioxyd und es hinterbleiht Soda; die nicht leuchtende Flamme werde durch das Salz gelb ge­färbt, die Flamme darf, durch ein blaues Glas betrachtet, nur momentan rotviolett erscheinen.
Prüf. Die Lösung darf durch Bittersalzlösimg nicht getrübt werden und Sublimatlösung darf in den ersten Augenblicken nur einen weifs-lichen, keinen braunen, Niederschlag hervorbringen, sonst würde ein­fach kohlensaures Natron zugegen sein. Eine durch Salpetersäure ge­sättigte Lösung desselben mufs sich auf Zusatz von Schwefelwasser­stoff und Schwefelammonium frei von Metallen und auf Zusatz von salpetersaurem Baryt und salpetersaurem Silberoxyd fast frei von schwefelsaurem Natron und Chlornatrium erweisen. Beim Erwärmen mit Natronlauge darf sich kein Ammoniak entwickeln.
Anw. Innerlich in allen Formen.
Pulvis aerophorus. Brausepulver. Natrium bicarbonicum, 10 Teile, Acidum tartaricum. 9 Teile,
Saccharum album, 19 Teile, werden, jedes für sich fein gepulvert und getrocknet, gemischt.
Pulvis aerophorus anglicus. Natrium bicarbonicum, 2 g,
Acidum tartaric. pulv., 1,5 g. Jedes Pulver wird für sich dis­pensiert und beim Gebrauche gemischt.
Pulvis aerophorus laxans. Tartarus natronatus pulv., 7,5 g, Natrium bicarbon. pulv., 2,5 g,
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Acid, tartaric. pulv., 2,0 g. Die Salze werden gemischt dispen­siert, die Weinsäure besonders.
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Borax. Natrium biboracicum. Borsaures Natron. Borax. Na2 B^ 07 10 H2 O = 382. (470/o Krystallwasser).
Durch Neutralisation der natürlichen Borsäure mit kohlen­saurem Natrium gewonnen. Er bildet große durchsichtige Krystallstücke, welche an der Luft ein wenig verwittern, löst sich in 17 Teilen kalten Wassers, reichlich in Glycerin, nicht in Alkohol. Die Auflösung schmeckt laugenhaft süßlich, rea­giert alkalisch und färbt Gurcumapapier auch bei Gegenwart von Salzsäure braun. Färbt die nicht leuchtende Flamme gelb. Prüf. Der Borax kann erdige Beimengungen enthalten; in diesem Falle wird seine Auflösung durch eine Lösung von kohlensaurem Ammonium getrübt, oder schädliche Metalle, welche durch Schwefelwasserstoff an­gezeigt werden. Glaubersalz wird erkannt durch Chlorbaryum, Koch­salz durch Silbernitrat. In beiden Fällen mufs die Boraxlösung durch etwas Salpetersäure sauer gemacht werden. Braust die Lösung hiebei auf, so enthält sie Soda. Anw. Innerlich als Pulver zu Latwergen und Pillen, äufserlich in Auf­lösungen.
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Natrium nitricum.
Nitrum cubicum. Ghilisalpeter. Na N03 = 85.
Findet sich in mächtigen Lagern in Peru und kommt zu uns in mehr oder weniger gefärbten, unreinen, feuchten, kleinen Krystallen, die durch Chlor- und Jodnatrium, auch durch schwefelsaures Natron verunreinigt sind und durch Auflösen und Umkrystallisieren gereinigt werden.
Unregelmäßige, farblose Krystalle, von kühlendem, bitter­lichem Geschmacke, in der Luft sich nicht verändernd, löslich in 1,5 Teilen Wasser und in 50 Teilen Alkohol. Bei Betracht­ung der gelben Flamme des Natriumnitrates durch ein blaues Glas soll dieselbe nur vorübergehend violett erscheinen. Die wässerige Lösung mit Schwefelsäure und überschüssiger Ferro-sulfatlösung gemischt, färbt sich braunschwarz.
Prüf. Die wäfsrige Lösung darf durch Schwefelwasserstoff und Schwefel-ammonium nicht verändert werden. Chlornatrium erkennt man, wenn nach Zusatz von etwas Salpetersäure durch Silbernitrat, schwefelsaures Natron, wenn durch Chlorbaryum ein Niederschlag entsteht. Bisweilen enthält es Jodnatrium. In diesem Falle wird die wäfsrige konzen­trierte Lösung mit Schwefelkohlenstoff und einigen Tropfen Chlor­wasser geschüttelt, den Schwefelkohlenstoff violett färben. Jodsaures Natrium erkennt man, wenn die Lösung des Salzes mit Schwefelsäure und Zink und SchwefelkohlenstofT versetzt wird. Letzterer färbt sich bei Gegenwart von Jodsäure violett. Anw. Innerlich in allen Formen. Aeufserlich zum Kühlen, wie Sal­peter. 1000 lt;/ Wasser von 11deg; werden durch 150 gr salpetersauren
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Natriums auf 7deg; abgekühlt. Zu diesem Zwecke lafst sieh der rohe Chilisalpeter verwenden (Vergl. Ammonium chloratum, Kalium nitricum, Natrium sulfurieum).
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Natrium sulfurieum. Sal mirabile Glauberi. Glauber­salz. Naa SO4-|-10 H2 0 = 322 (56% Krystallwasser). Wird im groiäen gewonnen durch Zersetzung des Koch­
salzes mit Schwefelsäure bei der Sodafabrikation, aus der Mutterlauge der Salinen und dem Pfannensteine, und als Neben­
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produkt bei der Darstellung vieler chemischer Präparate.
Krystallisiert in wasserhaltigen, groüen, farblosen Säulen, oder bei gestörter Krystallisation in kleinen glänzenden Prismen, in welcher Form es sich besonders zum Arzneigebrauch eignet,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,
da es unmittelbar zu Pulvern verwendet werden kann; es schmeckt kühlend, verliert in trockner Luft sein Krystallwasser. Von dem wasserhaltigen Salze nehmen 100 Teile Wasser bei 0deg;
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G. 12 Teile, bei 25deg; G. 100 Teile, bei 33 0 C 322 Teile, bei 50deg; G. 262 Teile auf. In Alkohohl ist es unlöslich, verliert
aber in Berührung damit einen Teil des Krystallwassers.
Prüf. Das schwefelsaure Natrium muss trocken, farblos und neutral
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sein. Es kann Kochsalz, Bittersalz, schädliche Metalle, Eisen und schwefelsaures Ammonium enthalten. Die wäfsrige, verdünnte Auf­lösung darf daher von Silbernitrat nur schwach getrübt werden, mit
kohlensaurem Kalium, Schwefelwasserstoff und Ferrocyankalium darfnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '
sie keine Niederschläge geben, mit Aetzkalium erhitzt, darf sie kein Ammoniak entwickeln.
A n w. Innerlich in allen Formen. Aeufserlich zum Kühlen. Zu diesem
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Zwecke verwendet man das krystallisierte gepulverte Salz, welches mit konzentrierter Salzsäure Übergossen und umgerührt wird. Es entsteht eine beträchtliche Temperaturerniedrigung, durch welche kräftige Ab­kühlung erzielt werden kann. Je gröfser die angewendete Menge, um so bedeutender ist die Temperaturerniedrigung. 1000 g Wasser von
12 0 wurden durch 120 g Glaubersalz und 120 g konzentrierte Salzsäurenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,
auf 5,5deg; abgekühlt. Wenn die Säure nicht hinderlich ist, so ist diesenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;, i
Mischung das kräftigste und billigste Abkühlungsmittel. (Vergl. Am­monium chloratum, Kalium nitricum, Natrium nitricum.)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i.|! *
Natrium sulfurieum siecum. Na2 S04-|-H2 O = 100.
Wie Natr. carbonic, siecum darzustellen. Soll dispensiert werden, wenn Natriumsulfat zu Pulvermischungen verordnet wird. In der Tier­medizin nicht gebräuchlich, da kleinkrystallisiertes Natriumsulfat fein ge­nug ist.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;''quot;' r
Natrium chloratum.
Natrummuriaticum. Kochsalz. NaGl = 58,5.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;''i|
Ghlornatrium wird gewonnen bergmännisch als Steinsalz, durch Verdunsten des Meerwassers in der Sonnemvärme als Seesalz, durch Konzentrieren der Salzsolen als Kochsalz.
Das Kochsalz bildet farblose, durchsichtige Würfel, seltener
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Octaeder. Beim schnellen Eindampfen schießt es in terrassen­förmig aufgesetzten, vierseitigen, hohlen Pyramiden an. Es schmeckt rein salzig und ist luftbeständig. Wenn es stark feucht wird, so rührt dies von einer Verunreinigung mit Ghlormag-nesium oder Ghlorcalcium her. In kaltem und heißem Wasser ist es fast gleich löslich, 1 Teil Salz in 2,7 Teilen Wasser. In Weingeist ist es um so löslicher, je wasserhaltiger derselbe ist. Färbt die nicht leuchtende Flamme intensiv gelb; die wässerige Lösung scheidet mit Silbernitrat weißes, käsiges, in Ammoniak lösliches Chlorsilber ab.
Prüf. Die wäfsrige Lösung sei neutral (Abwesenheit von Soda) und werde nicht durch Schwefelammonium (Metalle), Baryumnitrat (Sul­fate), noch nach Zusatz von Ammoniak durch Ammoniumaxalat (Kalk) und Natriumphosphat (Magnesium) verändert. Anw. Innerlich in allen Formen. Das unter dem Namen Viehsalz käufliche Kochsalz wird wegen Steuerermäfsigung in manchen Ländern mit Wermut oder anderen bitteren Substanzen, mit Glanzrufs etc. vermischt, um es für menschliche Nahrung unbrauchbar zu machen.
Natrium phosphoricum, Phosphorsaures Natron. Na2 HP04 12 H2 O = 358. Wird erhalten durch Neutralisation der Phosphorsäure mit kohlen­saurem Natrium und Abdampfen zur Krystallisation.
Farblose, durchscheinende, in trockner Luft zerfallende, klinorhom-bische Krystalle von mildsalzigem Geschmack, löslich in 6 Teilen kalten und 2 Teilen heifsen Wassers mit alkalischer Reaktion.
Natrium aceticum. Terra foliata Tartari crystallisata. Essig­saures Natron. C2 H3 02 Na 3 H2 O = 136 (40% Krystallwasser). Durch Umkrystallisieren des rohen Natriumacetats (des sogenannten Kotsalzes) gewonnen. Das Kotsalz erhält man durch Sättigen des Holz­essigs mit Soda und nachherigem Erhitzen zum Zerstören der anhaftenden Braudöle.
Es bildet prismatische, färb- und geruchlose, durchsichtige, an der
Luft zerfallende Krystalle, löslich in 1,4 Teilen Wasser und in 23 Teilen
Weingeist.
Prüf, und Anw. Wie Kali aceticum; ist wegen seiner Eigenschaft,
- an der Luft nicht zu zerfliefsen, angenehmer zu dispensieren wie dieses.
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Natrium salicylicum. Salicylsaures Natron. NaG7H5O3=:160.
Wird durch Sättigen einer Natriumcarbonatlösung mit Salicylsäure und Abdampfen zur Trockne erhalten, wobei alle eisernen Gegenstände sorgfältig zu vermeiden sind. Durch Lösen in siedendem Weingeist kann man das Salz krystallisiert er­halten.
Weißes, süss-salzig schmeckendes Pulver oder krystallinische Schuppen, löslich in 0,9 Teilen Wasser und in 6 Teilen Wein­geist. Die konzentrierte wäßrige Lösung färbt sich mit Ferri-
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chlorid rotbraun, die verdünnte violett. Erhitzt hinterläßt das Salz einen kohligen Rückstand, der mit Säuren aufbraust und die Flamme gelb färbt.
Prüf. Reagiert die konzentrierte wäfsrige Lösung alkalisch und nicht schwach sauer, und färbt sie sich bald mehr oder weniger braun, so enthält sie überschüssiges Alkali. In Schwefelsäure mufs sich das Salz ohne Aufbrausen und ohne merkbare Färbung auflösen (Soda und organische Verunreinigungen). Die wäfsrige Lösung darf durch Baryumnitrat nicht gefällt werden; versetzt man sie mit Salpeter­säure und löst die dadurch sich ausscheidende Salicylsäure durch Weingeistzusatz wieder auf, so darf Silbernitrat keine Trübung geben.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i
A n w. Innerlich als Pulver und in Lösung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ''
*Sapo domesticus. Haus seife. Talg seife.
Die Hausseife wird durch Kochen von Natronlauge mit Talg und nachheriges Vermischen des dadurch gewonnenen sogenannten Seifenleimsnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,
mit Kochsalz dargestellt, welches die Ausscheidung der Seife veranlafst. Die Hausseife mufs möglichst weifs und hart sein, sich in 8 Teilen heifsen rectificiertem Weingeist lösen und beim Erkalten der Lösung eine durchsichtige, gallertartige Masse geben.
; ;| ' Sapo oleaceus. Sapo Hispanicus. SapoVenetus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;| i'
Venetianis ehe Seife. Oelseife.
Wird in den südeuropäischen Ländern durch Kochen von Olivenöl mit Natronlauge dargestellt. Sie mufs weifs, fest und luftbeständig sein, d. h. nicht feucht oder zähe werden, nicht den eigentümlichen ranzigen
Geruch des Cocusnufsöls haben und sich in Wasser und in Weingeist
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lösen, in letzterm ohne gallertartigen Rückstand.
Die sogenannte marmorierte venetianische Seife zeigt auf frischen Schnittflächen graue Streifen und Flecke, die an der Luft nach und nach rot werden. Sie enthält Eisenoxydul, welches in Eisenoxyd übergeht und bei der Auflösung in Wasser und Weingeist zurückbleibt.
Die Ph. G. läfst zum innerlichen Gebrauche, eine „Sapo medicatusquot; durch Verseifen von Olivenöl und Schweinefett mit Natronlauge darstellen, welche vollkommen frei von Aetzalkalien ist.
Linimentumsaponatocamphoratum. Balsam um Opodeldoc.
Opodeldoc.
Sapo domesticus, 16 Teile,
Sapo oleaceus, 8 Teile,
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Camphora, 8 Teile, löse in einem Kolben in gelinder Wärme auf in
Spiritus, 320 Teilen. Dann füge hinzu:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;#9632;'gt;' j
Liquor Ammonii caustici, 16 Teile,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;' '
Oleum Rosmarini, 2 Teile, — Thymi, 1 Teil, und filtriere die noch warme Lösung durch
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einen erwärmten und bedeckten Trichter.
Eine gelatinöse, opalisierende, durchscheinende Masse, mit der Zeit trübe und weifslich werdend. Nimmt man statt der gewöhnlichen Talg­seife venetianische Seife, so erstarrt die Masse nicht, und man erhält einen
flüssigen Opodeldok. Die Vorschrift der Ph. G. ist etwas abweichend, in-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i|l
dem dieselbe Sapo medicatus und einen Zusatz von Glycerin fordert.
Arnold, Pharmakognosie etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; iq
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Sapo viridis. Sapo niger. Grüne Seife. Man bereitet die grüne Seife besonders in den nördlichen Ländern durch Kochen von Wallfischtran oder Seehundsfett mit Kalilauge. Sie bildet, eine schlüpfrige, weiche, graugelb schil­lernde, durchscheinende Masse von alkalischem Geschmacke, in Wasser und Weingeist löslich. Wegen der oft sehr schlechten Beschaffenheit der käuflichen Schmierseife schreibt die Ph. G. die Selbstbereitung derselben aus Leinöl vor.
Amv. Von den Seifen wird zu tierärztlichen Zwecken die grüne Seife am meisten gebraucht. Innerlich zu Pillen, äufserlich als Zusatz zu ' Salben, zum Waschen etc.
Spiritus saponatus. Seifenspiritus.
Sapo viridis, 10 Teile,
Spiritus dilutus, 50 Teile, werden in einem passenden Gefäfse durch Digerieren und öfteres Um­schütteln aufgelöst und filtriert. Die Ph. G. läfst das Präparat aus Olivenöl, Kalilauge, Weingeist und Wasser durch Verseifen auf dem Wasserbade herstellen.
Sapo Terebinthinatus. Linimentum terebinthinatum. Sapo viridis, 54 Teile, Oleum Therebinthinae, 40 Teile, Kalium carbonicum pulveratum, 6 Teile,
*Linimentum saponatum.
Sapo viridis, 120 Teile, Aqua fervida, 400 Teile, Oleum Terebinthinae,
Liquor Ammonii caustici, von jedem 60 Teile, Kalium carbonicum, 30 Teile. Die Seife wird in dem heifsen Wasser gelöst, die Lösung in eine Flasche gegeben, alsdann die übrigen Teile hinzugefügt.
Linimentum saponatum camphoratumliquidum. Flüssiger
Opoldok. Spiritus camphoratus, 120 Teile,
saponatus, 350 Teile, Liquor Ammonii caustici, 24 Teile, Oleum Thymi, 2 Teile,
— Eosmarini, 4 Teile, mische und filtriere.
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4. Verbindungen der Schwermetalle.
i Argentum nitricum crystallisatum.
Salpetersaures Silberoxyd. Ag NO3 = 170.
Reines Silber wird in 3—4 Teilen reiner Salpetersäure
aufgelöst, die Auflösung zur Trockne verdampft, das erhaltene
Salz in 2 Teilen destillierten Wassers gelöst und zur Krystalli-
sation gebracht.
Farblose, tafelförmige Krystalle, in 0,6 Teilen Wasser, in 10,2 Teilen Weingeist sowie in Aetzammoniak klar und farblos
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löslich. Die wässerige Lösung ist neutral, Salzsäure fällt daraus in Ammoniak lösliches Chlorsilber.
Prüf. Wird die Auflösung mit Chlorwasserstoffsäure gefällt und fil­triert, so darf das Filtrat weder durch Schwefelwasserstoff, noch durch Schwefelammonium gefärbt werden, noch nach dem Verdampfen einen Rückstand hinterlassen, in welchem Falle Kupfer oder andere Metalle zugegen sein könnten.
fArgentum nitricum fusum. Lapis infernalis. Höllenstein.
AgNO3=170.
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Silbernitrat erhitze in einer Porzellanschale bei gelindem Feuer, bis es ruhig fließt, und gieße dann in die eiserne mit Talk eingeriebene Form. Die erkalteten Stängelchen bewahre in einem wohlverschlossenen Glase auf. Der Höllenstein istnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;'
trocken, von weißer oder etwas grauer Farbe und von strah-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; r
ligem Bruch.
Anw. Innerlich und äufserlich.
Da das salpetersaure Silberoxyd kein Krystallwasser enthält, so ist es in vielen Fällen gleichgültig, ob man das krystallisierte oder den
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Höllenstein anwendet. Zu Auflösungen müssen schwarze Gläser oder auf andere Weise gegen Einwirkung des Lichtes geschützte genommennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;f
werden. In Auflösungen, die organische Stoffe enthalten, wird das Salz leicht zersetzt.
Zum Aetzen kann man den Höllenstein in Ermangelung eines Crayons in eine Federspule stecken, oder mittelst Siegellack in einernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;j
Glasröhre befestigen.
Argentum nitricum cum Kalio nitrico. Argentum nitricum
m i t i g a t u m. 1 Teil Argent, nitric, wird mit 2 Teilen Kalium nitric, geschmolzen und in Stäbchenform gegossen.
ffAcidum arsenicosum. Arsenicum album. Arsenige Säure. Weißer Arsenik. Asa Og = 198.
Im Großen durch Rösten arsenikhaltiger Erze gewonnen. Die Dämpfe der sich bildenden arsenigen Säure werden in langen Räumen (Giftfängen) verdichtet und durch Sublimationnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 'raquo;.
in eisernen Gefäßen gereinigt.
Die so erhaltene arsenige Säure bildet dichte Massen, hat einen muscheligen Bruch, sie ist glasartig, durchsichtig, farblos (amorphe arsenige Säure), wird aber mit der Zeit porzellan­artig undurchsichtig, indem sie in den krystallinischen Zustand übergeht. Sie krystallisiert entweder in dünnen, biegsamen,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; . (i
sechsseitigen Tafeln von Perlmutterglanz oder in Octaedern. Sie erfordert zur Auflösung gegen GO Teile kalten und gegen 15 Teile siedenden Wassers. Die Auflösung ist färb- und ge­ruchlos, schmeckt, schwach süßlich und rötet blaues Lackmus­papier. Sie wird von Schwefelwasserstoffgas gelb gefärbt, durch Zusatz einer Säure entsteht ein gelber flockiger Nieder-
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schlag. In Alkohol ist die arsenige Säure kaum löslich. Auf glühende Kohlen geworfen oder mit dem Lötrohre auf Kohle erhitzt, verflüchtigt sie sich unter Verbreitung eines starken, knoblauchartigen Geruchs. Prüf. Die im Handel vorkommende gepulverte Säure ist gemeiniglich mit Schwerspat oder Gyps versetzt, verflüchtigt sich dann nicht .voll­ständig und löst sich nicht ohne Rückstand in Wasser, oder in einer Auflösung von kohlensaurem Kali. Nur die in dichten Massen vor­kommende Säure darf zum Arzneigebrauche verwendet werden.
Liquor Kalii arsenicosi seu Solutio arsenicalis Fowleri.
Acidum arsenicosum,
Kalium carbonicum depuratum, je 1 Teil, werden mit etwas destilliertem Wasser bis zur Auflösung des Arseniks gekocht und hierauf so viel destilliertes Wasser zugefügt, dafs das Gewicht des Ganzen 100 Teile beträgt. 100 Teile enthalten 1 Teil arseniger Säure.
*Pulvis arsenicalis Cosmii. 16 Teile Drachenblut, 8 Teile Zinnober, 1 Teil arseniger Säure werden gemischt.
*Solutio arsenicalis Tessieri. Tessier's Badeflüssigkeit gegen Schafräude.
Acidum arsenicosum, 3 Teile,
Ferrum sulfuricum, 20 Teile,
Aqua, 200 Teile, werden bis auf zwei Drittel eingekocht und so viel Wasser zugesetzt, als verdunstet ist.
*Tinktura Babolna. Babolner Krebstinktur. Acidum arsenicosum, 1 Teil, Kalium causticum, 15 Teile, Pulvis Aloes, 15 Teile, Aqua destillata, 120 Teile, werden durch Digestion in einem verkorkten Glase aufgelöst und filtriert.
*Sapo arsenicalis, Arsenikseife.
8 Teile arseniger Säure, 3 Teile gereinigter Pottasche, 8 Teile grüner Seife, 2 Teile Kalkhydrat, V/a Teile Kampher.
Arsenik, Kalk und Pottasche werden mit Wasser fein zerrieben, darauf der pulverisierte Kampher und zuletzt die Seife hinzugemischt.
Die Arsenikseife dient zum Konservieren anatomischer Ppräparate. Bei der Anwendung wird 1 Teil der Seife in 4—8 Teilen Wasser verteilt und die zu konservierenden Präparate damit bestrichen. Nach dem Trock­nen läfst sich die überflüssig anhängende Seife mit Wasser abwaschen.
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Bismuthum subnitricum
Basisches Wismutnitrat.
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Krystallisiertes Wismutnitrat wird mit 4 Teilen Wasser gleichmäßig verrieben und unter Umrühren in 21 Teile sieden­den Wassers eingetragen. Nachdem sich der Niederschlag ab­gesetzt hat, entferne man die darüberstehende, noch warme
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Flüssigkeit und sammle den Niederschlag auf einem Filter. Hierauf wasche man ihn, nachdem die Flüssigkeit vollständig abgelaufen ist, mit dem gleichen Volum kalten Wassers und trockne ihn bei 30deg; Wärme.
Das Präparat wird um so basischer, je länger bei der
Fällung die Wärme einwirkt und je mehr Wasser zum Aus­waschen verwendet wird. Bei Anwendung von kaltem Wasser zum Fällen, sowie bei Anwendung von verschiedenen Wasser-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I
mengen erhält man ebenfalls verschiedene basische Salze. Es ist daher genau nach Vorschrift der Pharmakopöe zu verfahren.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; fi
Das officinelle Präparat ist ein weißes, mikrokrystallini-sches Pulver von saurer Reaktion, unlöslich in Wasser und Weingeist, löslich in Säuren. Diese Lösung trübt beim Ein-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (y
gießen in viel Wasser dieses milchig und wird von Schwefel-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; laquo;,#9632;
Wasserstoff schwarz gefällt.
Prüf. Es soll beim (3—4stündigen) Erwärmen auf 120deg; C. nur 3—5% Wasser verlieren. Ein gröfserer Verlust würde einen unerlaubt hohen
Feuchtigkeitsgehalt anzeigen. — Beim Glühen soll es unter Ent-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;/'
Wickelung gelbroter Dämpfe (Oxyde des Stickstoffs, z. B. N02)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;' X
79—82raquo;/o gelbes Bismutoxyd hinterlassen. (Identitätsprüfung;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;f
läfst zugleich erkennen, ob das Präparat unter genauer Berücksichtig­ung der Pharmakopöe dargestellt wurde, da schon geringere Abweich­ungen die Prozentzahlen des Glührückstandes erheblich beeinflussen.) — 0,5 Wismutsubnitrat sollen sich in 25 cc verdünnter Schwefelsäure schon in der Kälte und ohne Entwickelung von Kohlensäure-Anhydrid ' zu einer klaren Flüssigkeit lösen. Eine Trübung könnte von gebil­detem Bleisulfat herrühren; Kohlensäureentwickelung würde Gehalt an basischem Wismutkarbonat vermuten lassen. — Ein Teil der er­haltenen schwefelsauren Lösung wird mit einem Ueberschufs von Am-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i J moniak versetzt, wodurch das Wismut vollständig als Wismuthydroxyd in Form eines weifsen Niederschlages ausfällt. Die abfiltrierte Flüssig­keit mufs farblos sein (Blaufärbung würde auf Kupfer deuten) und darf auf Zusatz von Schwefelwasserstoff nicht verändert werden. Eine dunkle Färbung könnte von Silber und Spuren von Blei oder Kupfer herrühren. — Ein anderer Teil der schwefelsauren Lösung wird stark mit Wasser verdünnt nnd mit Schwefelwasserstoff gesättigt. Die
vom ausgeschiedenen braunen Wismutsulfid abfiltrierte Flüssigkeit darf beim Verdampfen keinen Rückstand hinterlassen. Ein solcher könnte von Verunreinigung mit Alkalien oder alkalischen Erden herrühren.
In Salpetersäure soll sich das basische Wismutnitrat klar auflösen. Eine erhebliche, bleibende Trübung könnte von einer Verunreinigung durch schwerlösliches Wismutarseniat herrühren. — Die verdünnte salpetersaure Lösung soll weder durch Silbernitrat, noch durch Baryum-nitrat getrübt werden, also frei von Chlor und Schwefelsäure sein. — Mit Natronlauge erhitzt soll es kein Ammoniak entwickeln, also keine Amraoniakverbindungen enthalten; dieselben können in käuf­lichen Präparaten enthalten sein, da bisweilen in chemischen Fabriken nach einem modifizierten Verfahren Ammoniak bei der Darstellung angewendet wird. Die abfiltrierte (Natronhydrat enthaltende) Flüssigkeit darf beim Erwärmen mit einigen Stückchen geraspelteu Zinks und blanken Eisendrahtes kein Gas in Freiheit setzen, welches ein mit einer 50prozentigen Silbernitratlösung befeuchtetes Stück Filtrierpapier
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vor Ablauf einer Stunde färbt. Diese Reaktion soll einen etwaigen Arsengehalt erforschen. Durch die Einwirkung der Natronlauge auf das Zink wird nascierender Wasserstoff (aus .alkalischer Quelle) entwickelt. Dieser führt vorhandene Arsenverbindungen in Arsenwasserstoff As H, über, welcher ein mit 50prozentiger Silbernitratlösung befeuchtetes Papier gelb färbt. Der Zusatz von metallischem Eisen ist gemacht, weil dadurch die sonst träge Wasserstoffentwickelung lebhafter wird. Anw. Innerlich, zuweilen auch äufserlich in Pulverform.
'i Cuprum aceticum crystallisatum. Aerugo cry s tal lisata, Krystalli-sierter Grünspan. Cu (C2 H3 02)2 H2 O. = 199. Wird bereitet durch Auflösen von Grünspan in kochendem Essig und Krystallisation. Oder man zersetzt eine Auflösung von essigsaurem Bleioxyd mit einer Auflösung von schwefelsaurem Kupferoxyd, und bringt die von dem erzeugten schwefelsauren Bleioxyd abflltrierte Flüssigkeit zur Krystallisation.
Dunkelgrüne, ins Bläuliche spielende rhombische Krystalle mit zu­geschärften Flächen, die nach und nach verwittern und sich dann mit einem hellgrünen Pulver überziehen; sie schmecken herbe metallisch, lösen sich in 14 Teilen kalten und in 5 Teilen kochenden Wassers; in Salmiak­geist müssen sie sich mit dunkelblauer Farbe vollständig lösen.
Anw. Als mildes Aetzmittel. Zur Verfertigung der Kluppenmasse (siehe Cuprum sulfuricum.)
*Oxymel Aeruginis. Unguentum aegyptiacum. Cuprum aceticum crystallisatum, 1 Teil, Acetum, 4 Teile, Mel crudum, 8 Teile. Das Cupr. acetic, wird zerrieben, in einer Porzellanschale mit Essig aufgskocht, darauf der Honig hinzugefügt, umgerührt und gerade so lange erwärmt, bis sich gelbrotes Kupferoxydul anfängt abzuscheiden. Man filtriert durch grobes Papier. Eine grünliche, syrupartige Flüssigkeit, welche mit der Zeit Kupferoxydul absetzt.
*Linimentum exsiccans. Austrocknendes Liniment. Cuprum aceticum crystallisatum pulveratum, 1 Teil, Oleum Olivarum, 8 Teile, mische in einem Mörser und füge hinzu Acetum saturninum, 2 Teile.
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Cuprum sulfuricum. Vitriolum coeruleuin. Kupfer-
vitriol. Blauer Vitriol. CuSOi oH20 = 249,5. Wird im großen gewonnen durch Rösten von Schwefel­kupfer und Auslaugen des Röstprodukts, oder durch Einwirkung von verdünnter Schwefelsäure auf Kupferblech bei Zutritt von Luft. Bildet durchsichtige, intensiv blaue, schief rhombische Säulen, welche an der Luft etwas verwittern; Geschmack ist zusammenziehend, ekelhaft metallisch. Ist in 35 Teilen kalten und 1 Teile siedenden Wassers löslich, unlöslich in Weingeist. Die Lösung reagiert sauer und gibt mit Ammoniak eine klare oder fast klare dunkelblaue Flüssigkeit.
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Prüf. Es enthält als Verunreinigung häufig Eisen, welches man daran erkennt, dafs sich aus der mit überschüssigem Aetzammoniak ver­setzten tief lasurblauen Flüssigkeit braune Flocken abscheiden.
Anw. Aeufserlich in allen Formen. Zugespitzte Krystalle zum Touchieren.
*Cuprum aluminatum seu Lapis divinus.
Cuprum sulfuricum,
Kali nitricum depuratum,
Alumen, je 16 Teile,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;[
werden zerstofsen, gemischt und in einem Porzellangefafse über mäfsigem Feuer geschmolzen. Vom Feuer entfernt mische hinzu
Camphora trita, 1 Teil, welcher vorher mit 1 Teil Alumen pulveratum innig gemischt ist, giefse die Masse auf eine Steinplatte aus und bewahre sie, nach dem Erkalten in Stückchen zerschlagen, in einem verschlossenen Glase auf.
Weifslich grüne Stückchen, von starkem Kamphergeruche, in 16 Teilen destillierten Wassers mit bläulich grüner Farbe ohne bedeutenden Rückstand löslich.
Liquor corrosivus. Liquor V ill at ei.
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Cuprum sulfuricum, Zincum sulfuricum, je 6 Teile, löse in Acetum, 70 Teilen und füge hinzunbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ; l-fl':
Acetum plumbicum, 12 Teile. Bläuliche, getrübte Flüssigkeit, vor dem Dispensieren umzuschüttein.
*Liquorstypticus. Alumen,
Cuprum sulfuricum, je 1 Teil, löse in Aqua, 8 Teilen, und füge hinzu Acidum sulfuricum concentratum, 1 Teil.
*Massa ad castrandum, Kluppenmasse.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;, I
Cuprum sulfuricum, grob gepulvert, 3 Teile,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; '
Cuprum aceticum, fein gepulvert, 1 Teil,
Farina Tritici, 2 Teile, werden gemischt und unter Umrühren mit so viel kochendem Wasser versetzt, dafs ein Teig entsteht, womit man die Hölzer bestreicht. Das
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Festhalten der Masse wird am besten bewerkstelligt, wenn man vorher die Kluppen mit einer dünnen Leimschicht bestreicht. Nach dem Trocknen werden die Kluppen auf einer Raspel glatt gearbeitet. Es ist nicht nötig, dafs bei dieser Behandlung die Hölzer eine Rille haben. Viele Praktiker streuen den Kluppen einfach ein gepulvertes Aetzmittel, z. B. Quecksilber­oxyd, Sublimat u. dgl. gemischt mit Gummi auf.
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Cuprum oxydatum. Kupferoxyd. CuO. = 79,5.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1,
Wird technisch dargestellt durch Glühen von Kupferspähnen an
der Luft oder durch Erhitzen von Kupfernitrat. Die so erhaltenen Prä­parate sind aber nur selten rein; die Pharmakopöe läfst das Kupferoxyd daher darstellen durch Fällen einer Cuprisulfatlösung mit Natriumkarbonat und Glühen des ausgewaschenen und getrockneten Kupferkarbonates. Es
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ist ein schwarzes, amorphes Pulver, das in Wasser unlöslich ist, sich aber leicht in Säuren und auch in Ammoniak löst. Die Lösung in Säuren mit überschüssigem Ammoniak versetzt, gibt eine tiefblaue klare Lösung.
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Prüf. Es soll sich in Salpetersäure leicht, ohne Aufbrausen (Kohlen­säure) und ohne Rückstand auflösen. — Wird aus der salpetersauren Lösung das Kupfer durch Schwefelwasserstoff ausgefällt, so soll die vom Schwefelkupfer abfiltrierte Flüssigkeit klar sein und beim Ver­dampfen keinen Rückstand hinterlassen. Ein solcher könnte aus Ver­bindungen von Zink, Eisen oder alkalischen Erden bestehen und durch Anwendung eines unreinen Cuprisulfates veranlafst worden sein. — Wird 1 g Kupferoxyd mit 1 cc Eisensulfatlösung Übergossen, so darf sich beim Hinzufliefsenlassen von 1 cc conc. Schwefelsäure keine braune Zone bilden. Das Eintreten dieser Reaktion würde das Vor­handensein von Salpetersäure anzeigen und es wahrscheinlich machen, dafs das Präparat durch Glühen von Kupfernitrat dargestellt wurde.
Anw. Innerlich und äufserlich.
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Ferrum oxydatum saccharafum. Eisenzucker. Ferrihydroxyd hat die Eigenschaft sich bei Gegenwart von Zucker und Natriumhydroxyd unter Bildung von Natriumsaccharat aufzulösen. Auf Grund dieses Verhaltens hat die Pharmakopöe das angeführte Präparat aufgenommen, welches eine Mischung von Natriumferrisaccharat mit Zucker ist. In siedendem Wasser ist das Natriumferrisaccharat nahezu unlöslich, kann also durch dasselbe leicht abgeschieden und dann durch Waschen mit heifsem Wasser gereinigt werden.
Das Ferrum oxydatum saccharatum solubile ist ein rotbraunes, süfses, etwas nach Eisen schmeckendes Pulver, dessen Eisengehalt = 3 0/0 metallischem Eisen entsprechen soll; mit 20 T. heifsem Wasser soll es eine völlig klare, rotbraune, kaum alkalisch reagierende Lösung geben, welche durch Zusatz von gelbem Blutlaugensalz (Kaliumferrocyanid) nicht ver­ändert werden soll. Wird aber zugleich Salzsäure hinzugefügt, so soll ein anfangs schmutzig grüner, allmählich rein blau werdender Niederschlag von Berliner Blau entstehen. (Reaktion auf Eisen; dieselbe entsteht aber erst auf Zusatz von Salzsäure, weil in dieser organischen Verbindung das Eisen maskiert ist.)
Prüf. Die öprozentige Lösung mit einem Ueberschufs von verdünnter Schwefelsäure erhitzt, darf nach dem Erkalten durch Silbernitrat nur schwach getrübt werden, es dürfen also nur geringe Mengen Chloride vorhanden sein. — Die Bestimmung des Eisengehaltes, welche 30/0 betragen soll, geschieht auf mafsanalyischtem Wege. Anw. Als mildes, leicht resorbierbares Eisenpräparat.
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Ferrum carbonicum saccharatum. Zuckerhaltiges Ferrokarbonat. (Enthält 20% Fe 003 = 10% Fe.) Man erhält dieses Präparat durch Fällen einer heifsen Lösung von 5 Teilen Ferrosulfat mit einer Lösung von 3,5 Teilen Natriumbikarbonat. Der Niederschlag wird wiederholt unter besonderen Vorsichtsmafsregeln ausgewaschen, alsdann mit 4 Teilen gepulvertem Zucker vermischt im Wasserbade zur Trockne verdampft und noch soviel Zucker hinzugemischt, dafs das Gesammtgewicht 10 Teile beträgt.
Ein grüngraues Pulver von Anfangs süfsem, hinterher schwach eisenhaftem Geschmack, in Salzsäure unter reichlicher Entwickelung von Kohlensäure löslich; die Lösung gibt mit Wasser verdünnt sowohl mit Ferro- wie Ferricyankalium einen blauen Niederschlag. Anw. Hat bis jetzt in der Tierheilkunde keine Verwendung gefunden. Es läfst sich ersetzen durch eine Mischung von gepulvertem Eisen­vitriol und doppelt kohlensaurem Natron in obigem Verhältnifs, vor-
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ausgesetzt, dafs die geringe Menge schwefelsauren Natriums, welche dabei entsteht, nicht berücksichtigt zu werden braucht.
Fcrrum lacticum. Milchsaures Eisenoxydul. Fe (C, H5 Oj^ 3 H2 O = 288. Wird erhalten durch Eintragen von metallischem Eisen in eine in Milchsäuregährung befindliche Flüssigkeit oder besser durch Vermischen einer alkoholischen Lösung von Natriumlaktat mit Ferrochloridlösung.
Das Ferrolactat bildet entweder grünlichweifse Krusten oder ein grünlichweifses, aus nadeiförmigen Krystallen bestehendes Pulver von eigentümlichem Gerüche. Es löst sich in 38,2 T. Wasser von gewöhnlicher Temperatur langsam zu einer grünlichgelben, schwach sauer reagie­renden Flüssigkeit, in welcher Ferricyankalium sofort einen starken blauen Niederschlag (Ferrosalz), Ferrocyankalium nur eine schwache Bläu­ung verursacht (Spuren von Ferrisalz). — Es löst sich ferner in 12 T. siedendem Wasser, in Spiritus ist es so gut wie unlöslich. — Beim Er­hitzen auf dem Platinblech verkohlt es unter Verbreitung eines caramel-artigen Geruches und verbrennt dann schliefslich unter Hinterlassung von rotem Eisenoxyd.
Prüf. Die kalt gesättigte wässrige Lösung soll sowohl auf Zusatz von Bleiacetat (Schwefelsäure, Citronensäure, Weinsäure) als auch nach dem schwachen Ansäuern mit Salzsäure auf Zusatz von Schwefel­wasserstoffwasser nur schwach getrübt werden. (Ferrisalz gibt zur Abscheidung von Schwefel Veranlassung.) Ebenso soll sich die mit Salpetersäure angesäuerte wässrige Lösung gegen Baryumchlorid ver­halten (Schwefelsäure). Wird die wässrige Lösung mit einigen Tropfen verdünnter Schwefelsäure 10 Minuten lang gekocht und nach dem Erkalten mit Natronlauge neutralisiert, so darf sie Fehling'sche Lösung auch in der Hitze nicht reduzieren. Eine Abscheidung von rotem Kupferoxydul würde auf Verunreinigung durch Zucker, Stärke, Dex­trin schliefsen lassen. Das Erhitzen mit verdünnter Schwefelsäure hat den Zweck, nicht reduzierende Kohlehydrate in reduzierenden Invert-zucker zu verwandeln. — Wird das Eisenlactat mit conc. Schwefel­säure zusammen gerieben, so dürfen keine Gase sich entwickeln, auch darf die Mischung sich nicht braun färben (Zucker, Weinsäure). — Wird 1 g Eisenlactat unter Befeuchten mit Salpetersäure verbraunt, so mufs es ungefähr 0,27 g (27 %) Eisenoxyd hinterlassen, welchem durch kochendes Wasser nicht wägbares entzogen werden darf. Der Formel (C3 H5 03)2 Fe 3 H2 0 entsprechen 27,77 quot;/„Fe^Oj. Dem Rückstand könnten durch Ausziehen mit Wasser Alkalien, von mangel­hafter Bereitung herrührend, entzogen werden. A n w. Innerlich in Pulverform.
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Liquor Ferri sulfurici oxydati. (10 %, Fe als Fe2 (SO.,);,).
Ferrum sulfuricum purum,
Aqua destillata, je 80 Teile,
Acidum sulfuricum purum, 15 Teile,
Acidum nitricum purum, 18 Teile, werden in einem geräumigen Kolben vorsichtig so lange erhitzt, bis Dämpfe von Untersalpetersäure nicht mehr entweichen, und die Lösung gelbroth erscheint. Die Flüssigkeit wird darauf in einer Porzellanschale bis zur Syrupkonsistenz abgedampft, um sie von der etwa überschüssig zugesetzten Salpetersäure völlig zu befreien, und alsdann mit so viel Wasser verdünnt, dafs das Gewicht der Flüssigkeit 1G0 Teile (spec. Gew. 1,428) beträgt.
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Der Liquor sei von rotbrauner Farbe, frei von Oxydul und von Kupfer.
Anw. Wird zur Bereitung des Antidotum Arsenici in einem woblver-schlossenen Glase aufbewahrt.
Antidotum Arsenici. (Fe1 [OH]6.)
Liquor Ferri sulfurici oxydati, 100 Teile, Aqua communis, 250 Teile, mische unter Umschütteln mit Magnesia usta, 15 Teilen, welche vorher innig mit 250 Teilen Wassers zusammengerieben sind. Ein Esslöffel voll vermag ungefähr 5 g pulvriger, arseniger Säure zu binden. Es ist unter Vermeidung von Er­wärmung, jedesmal frisch bereitet, zu verabreichen.
Liquor Ferri acetici. (5% Fe2 (C2H.102)1. (OH), enthaltend).)
Erhalten durch Auflösen von 5 Teilen frisch gefällten Eisenoxyd­hydrat in G Teilen verdünnter Essigsäure, Filtrieren der Lösung und Zu­setzen von Wasser, bis das Gewicht des Ganzen 10 Teile beträgt.
Tinktura Ferri acetici aetherea. Liquor Ferri acetici, 8 Teile, Spiritus, 1,2 Teile, Aether aceticus, 0,8 Teile werden gemischt.
Liquor Ferri sesquichlorali. Eisenchloridlösung. (100/o Fe
als FeaClß.)
Schmiedeisen in Form von Draht oder Nägeln werde in einem gerämigen Kolben mit der 4fachen Salzsäure Übergossen und gelinde erhitzt, so lange noch Aullösung erfolgt. Die Auf­lösung wird mit einem kleinen Ueberschusse des Eisens zur Ausfällung des etwa vorhandenen Kupfers und Bleies eine halbe Stunde lang digeriert und filtriert. Dem in den Kolben zurück­gegossenen Filtrate werden hinzugefügt:
Acidum hydrochloricum, 5 Teile, Acidum nitricum, 2 Teile, und so lange erhitzt, bis Dämpfe von Untersalpetersäure nicht mehr entweichen und die Lösung gelbrot geworden ist. Die oxydulfreie Flüssigkeit wird in einer Porzellanschale auf dem Dampfbade bis zur Syrupkonsistenz eingedampft und hierauf vor dem Erkalten mit soviel Wasser verdünnt, daß das Ge-sainmtgewicht das lOfache des aufgelösten Eisens beträgt.
Eine tief gelbbraune, klare Flüssigkeit vom spec. Gew. 1,280—1,282, welche mit Wasser verdünnt durch Silbernitrat weiß, durch Ferrocyankalium blau gefällt wird, Sie werde vor Licht geschützt aufbewahrt, da sonst Ferrochlorid und Chlor respekt. Salzsäure entsteht.
P r ü f. Darf bei Annäherung eines mit Ammoniak befeuchteten Glas­stabes keine weifsen Nebel geben (freie Salzsäure), noch genähertes
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Jodkaliumstärkepapier bläuen (freies Chlor). Bläut Ferricyankalium den verdünnten Liquor, so ist Eisenchlorid zugegen. Beim Schütteln mit überschüssigem Aetzammoniak erhalte man ein farbloses Filtrat (Abwesenheit von Kupfer), welches nach dem Abdampfen und Glühen keinen Rückstand (Metalle, Erden etc.) hinterlasse, und mit Schwefel­säure und Ferrosulfatlösung keine braune Zone (Salpetersäure) gebe. Anw. Innerlich mit 6—8 Teilen Wasser verdünnt. Aeufserlich zum Blutstillen unverdünnt.
Ferrum sesquichloratum. Eisenchlorid. Fe2 Cllaquo;-f-1 ä H2O=540 (40 0/o Krystalhvasser). 1000 Teile Eisenchloridfosung werden im Wasserbade auf 483 Teile abgedampft und zum Erstarren an einen kalten Ort gestellt.
Es ist eine gelbliche, krystallinische, trockne, an feuchter Luft bald zerfließende, in gelinder Wärme schmelzende, in Wasser, Weingeist und Aether lösliche Masse.
Prüf. In gleichen Teilen Wasser gelöst zeige es dieselbe Reinheit, wie
Liquor Ferri sesquichlorati. Anw. Zum Blutstillen und Aetzen äufserlich, auch innerlich in Pillen.
Ferrum sulfuratum. Schwefeleisen. FeS = 88.
Späne von Schmiedeeisen werden in einem bedeckten Tiegel zum Weifsglühen erhitzt, darauf nach und nach Stücke von Stangenschwefel eingetragen, bis der Inhalt des Tiegels vollständig in Flufs gerät. Man giefst das flüssige Schwefeleisen in Sand oder in einen sonst nicht mehr brauchbaren Tiegel aus.
Grauschwarze spröde Massen, auf dem Bruche matt glänzend, öfters irisierend, mit verdünnter Schwefelsäure oder Salzsäure Übergossen, reich­lich Schwefelwasserstoff entwickelt.
Anw. Als Pulver zu Pillen und Latwergen.
Ferrum jodatum. Eisenjodür, FeJ2=:310. Erhalten durch Einwirkung von 8 Teilen Jod auf 3 Teile Eisen mit 10 Teilen Wasser, abfiltrieren der Lösung sowie die braune Färbung grünlich geworden ist. Wegen seiner leichten Zersetzbarkeit werde das Präparat nur bei Bedarf bereitet und den vom Arzte verordneten flüssigen Mischungen zugesetzt. Soll es einer Pilleumasse zugesetzt werden , so ist die Lösung in einer eisernen Schale schnell zu verdampfen. Gegenwart von Zucker vermindert die Zersetzbarkeit, wefshalb man nur den durch Zusatz von Zucker erhaltenen Syrupus Ferri jodati und das durch Zusatz von Milchzucker und Eindampfen zur Tockne erhaltene Ferrum jodatum sac-charatum vorrätig hält.
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Ferrum sulfuricum. Vitriolum Martis. Eisenvitriol. Fe S04 7 H2 0 = ^78 (45,5 0/o Krystalhvasser). Wird im Großen gewonnen durch Rösten der Schwefel­kiese und Auslaugen der gerösteten Masse, auch häufig als Nebenprodukt, z. B. bei der Alaunfabrikation, bei der Kupfer­gewinnung; ferner durch Auflösen von Eisen in verdünnter Schwefelsäure und Krystallisieren der Lösung.
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Bildet frisch dargestellt hellbläulich grüne, schiefe rhom­bische Säulen. Das käufliche Salz kommt gewöhnlich in dicken Krystallkrusten vor, meistens grün, auch wohl bräunlich, durch basisches Oxydsalz oder teilweise weiß (verwittert) löslich in 2 Teilen Wasser; beim Erhitzen verliert es sein Krystallwasser und verwandelt sich in ein schmutzig weißes Pulver. Selbst eine sehr verdünnte Lösung gibt mit Ferricyankalium einen dunkelblauen, mit Baryumnitrat einen weißen Niederschlag.
Prüf. Zuweilen ist es mit anderen Salzen verunreinigt, namentlich mit schwefelsaurem Kupfer- und Zinkoxyd. Kupfer wird erkannt durch Schwefelwasserstoff, oder indem in die Auflösung eine blanke Messer­klinge gestellt wird, welche sich bei Gegenwart von Kupfer mit einer rötlichen Haut überzieht. Zink, indem die mit Salpetersäure erhitzte Auflösung mit Ammoniak gefallt wird. In der abfiltrierten Flüssigkeit darf durch Schwefelammonium kein weilser Niederschlag entstehen. Ist der Niederschlag fleischrot, so enthält der Eisenvitriol Mangan.
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Ferrum sulfuricum purum.
Durch Auflösen von reinem Eisen in reiner verdünnter Schwefelsäure und Filtrieren der noch warmen Lösung in Wein­geist, wobei das Ferrosulfat als Krystallmehl ausfällt und rasch zwischen Filtrierpapier ohne Anwendung von Wärme ge­trocknet wird. Prüf. Es sei frei von allen Beimengungen.
A n w. Innerlich und äufserlich in allen Formen. Das rohe Eisen­vitriol enthält oft so viel Zink oder Mangan, dafs auch in der Tier­medizin zu innerlichem Gebrauche nur das reine Salz verordnet werden sollte.
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-j-Hydrargyrum praecipitatum album.
Hydrargyrum araidato bichloratum. Hydrargyrum
amoniaio muriaticum. Mercurius praecipitatus
albus. Weißer Fräcipitat. NH2HgGl = 251,5.
Eine in der Wärme bereitete Auflösung von 2 Teilen Quecksilbersublimat in 40 Teilen Wasser wird nach dem Er­kalten unter Umrühren mit 3 Teilen Salmiakgeist versetzt, so daß dieser etwas vorwaltet. Der erhaltene Niederschlag wird auf einem Filter gesammelt, mit 18 Teilen Wasser ausge­waschen und zwischen Fließpapier in gelinder Wärme getrocknet.
Es bildet weiße, leichte, zu einem lockern Pulver zerreib-liche Stücke, nicht in Wasser, aber in warmer Salpetersäure leicht löslich. Mit Aetznatronlauge erhitzt, scheidet sich unter Entwickelung von Ammoniak gelbes Quecksilberoxyd ab. Beim starken Erhitzen darf er nicht schmelzen, muß sich aber voll­ständig verflüchtigen.
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Prüf. Die Reinheit ergibt sich aus den Eigenschaften.
Anw. Nur äufserlich.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i
Unguentum Hydrargyri album. Unguentum Praecipi-
tati albi. Hydrargyr. praecip. alb., 1 Teil,
Adeps suillus, 9 Teile, (nach der Ph. G. Unguent. Parafflni) werden auf die Weise gemischt, dafs man zuerst das Salz mit einigen Tropfen Wasser höchst fein zerreibt, darauf das Fett hinzufügt.
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ff Hydrargyrum bichloratum. Hydrargyrum muriaticum
corosivum. Mercurius sublimatus corrosivus. Quecksilberchlorid. Aetzsublimat. Quecksilber­sublimat. HgCl2 = 271.
Man erhitzt Quecksilber mit konzentrierter Schwefelsäure, wodurch jenes unter Entwickelung von schwefliger Säure in eine aus Mercurisulfat bestehende weiße Salzmasse verwandelt wird. 5 Teile hiervon werden dann mit 5 Teilen zerknisterten, trockenen Ghlornatriums genau gemengt und in passenden Ge­fäßen der Sublimation unterworfen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I ^
Sublimiertes Quecksilberchlorid bildet weiße, durch­scheinende, krystallinisch-strahlige Massen, die sich leicht zer­reiben lassen. Spec. Gewicht = 5,14—5,42. Es schmeckt scharf, anhaltend widerlich-metallisch, wirkt höchst giftig, löst sich in 16 Teilen kalten und 3 Teilen kochenden Wassers und krystallisiert aus der heiß gesättigten Lösung beim Erkalten in weißen, durchsichtigen, vielseitigen, mit 2 Flächen zugespitzten Säulen. Von Alkohol bedarf es bei gewöhnlicher Temperatur 3 Teile, von Aether 4 Teile zur Lösung; die Lösung reagiert sauer. Beim Erhitzen schmilzt das Quecksilberchlorid und ver­flüchtigt sich ohne Zersetzung.
Prüf. Die Reinheit ergibt sich aus den Eigenschaften.
Anw. Innerlich in Pillenform. Aeufserlich aufgelöst in Wasser oder
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Weingeist und in Salbenform. Soll Sublimat in Pillenform dispen­siert werden, so mufs er zuvor möglichst fein zerrieben in heifsem, destilliertem Wasser gelöst werden. Zu Salben ist er mit etwas Wasser vorher recht fein zu zerreiben. Die wässrige Auflösung wird sehr befördert durch Zusatz von Salmiak, die weingeistige durch Zu­satz von Kampher. Ohne Verordnung dürfen solche Zusätze nicht geschehen.
Der Sublimat eignet sich vortrefflich zum Konservieren ana­tomischer Präparate von trockner Beschaffenheit, namentlich, wenn demselben Kreosot hinzugesetzt wird. Eine zu diesem Zweck brauch­bare Flüssigkeit erhält man nach folgender Vorschrift: 2 Teile Sub­limat, 2 Teile Kampher werden in 40 Teilen Alkohol aufgelöst und der Auflösung 1 Teil Kreosot hinzugefügt. Mit dieser Lösung werden die frischen Teile bestrichen, zum Trocknen aufgehängt und das Be­streichen einige Male wiederholt. Bei Membranen genügt ein ein­maliges Bestreichen.
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*Aqua phagadaenica.
Aqua Calcariae, 300 Teile, Hydrarg. bichlorat. corros., 1 Teil. Der Sublimat wird fein zerrieben mit dem Kalkwasser gemischt.
Eine trübe, gelbes Quecksilberoxyd absetzende Flüssigkeit, welche beim Gebrauch umgeschüttelt werden mufs.
*Cereoli Sublimati corrisivi. Sublimatfäden.
Hydrargyrum bichloratum corrosivum, Gummi arabicum pulveratum, von jedem 5 g, Aqua destillata, 8 y, werden in einem Mörser zerrieben und mit dieser Masse dicker Bindfaden (Packbindfadeu), welcher durch irgend eine Vorrichtung straff angezogen ist, mittelst eines Pinsels überstrichen. Der Ueberzug wird nach dem Trocknen einige Male wiederholt. Obige Mischung genügt für etwa 120 cm Fadeulänge.
fHydrargyrum chloratum. Hydrargyrum muriaticum mite.
Mercurius dulcis. Galomelas. Kalomel. Queck-
silberchlür. Hg2Gl2 = 471.
4 Teile Quecksilberchlorid und 3 Teile metallisches Queck­silber werden unter steter Anfeuchtung durch etwas Alkohol innig gemischt und dann in kleinen Sublimiergefäßen der Sub­limation unterworfen. Die erhaltenen weißen Stücke werden in einem Porzellanmörser unter Zusatz von destilliertem Wasser und mittelst Schlemmens zu einem zwischen den Fingern durch­aus zart anzufühlenden Pulver präpariert und auf dem Filter sorgfältig ausgewaschen. Das erhaltene Pulver wird bei mäßiger Wärme im Dunkeln getrocknet und gegen das Licht geschützt aufbewahrt.
Es ist ein höchst feines, zwischen den Fingern sich zart anfühlendes, gelblich weißes, schweres Pulver, durch das Licht sich bräunlich färbend, in der Hitze völlig flüchtig, unlöslich in Wasser und Weingeist. Beim Erhitzen mit Natronlauge schwärze es sich, ohne Amoniak zu entwickeln.
Prüf. Die durch Sublimation erhaltenen schweren krystallinisch-strah-ligen Stücke lassen sich vom ähnlichen Quecksilberchlorid schon durch den gelblichen Strich, welchen sie beim Ritzen geben, unterscheiden, sowie durch das gelbweife Pulver beim Zerreiben. Das durch Fällung einer Mercuronitratlösung mit Salzsäure erhaltene, sog. präcipitierte Kalomel sowie das folgende Präparat sind rein weifse Pulver und werden erst beim Reiben gelblich, auch zeigen sie unter dem Mikros­kope andere Formen. — Angefeuchtet und auf ein blankes Eisen­blech gelegt, darf es auf demselben binnen einer Minute keinen dunklen Fleck erzeugen (Abwesenheit von giftigem Quecksilberchlorid).
A n w. Innerlich in Pulver und Pillen, weniger zweckmäfsig im Schüttel­trank. Aeufserlich in Salbenform oder als feines Pulver.
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*Aqua phagadaenica nigra seu mitis.
Aqua Calcariae, 60 Teile,
Hydrargyrum chloratum mite, 1 Teil. Mische durch Schütteln in einem Glase. Eine durch ausgeschiede­nes Quecksilberoxydul schwärzlich getrübte Flüssigkeit, welche vor dem Dispensieren umgeschüttelt werden mufs.
Hydrargyrum chloratum mite vapore paratum.
Leitet man die bei der Sublimation entstehenden Kalo-meldämpfe behufs schneller Erkaltung in einen größeren, kalten Raum oder besser in Wasserdampf, so erhält man das Kalo-mel als feines, weißes Pulver, unter dem Mikroskop aus kleinen Prismen bestehend. Prüf. Wie bei Kalomel. A n w. Wegen der stärkeren Wirksamkeit innerlich in kleineren Dosen wie Kalomel, namentlich aber äufserlich in der Augenheilkunde.
ff Hydrargyrum bijodatum. Hydr. jodatum rubrum seuper-jodatum. Quecksilberjodid. Rotes Jodquecksilber.
Hg J2 = 454.
Quecksilberchlorid, 4 Teile, werden in 82 Teilen Wasser gelöst und eine filtrierte Lösung von 5 Teilen Jodkalium in 15 Teilen Wasser hinzugefügt. Der Niederschlag wird auf einem Filter gesammelt, einige Male nachgewaschen, zwischen Fließ­papier in gelinder Wärme getrocknet und, gegen das Licht ge­schützt, aufbewahrt.
Ein scharlachrotes Pulver, welches am Lichte braun wird, beim Erhitzen schmilzt und in gelben Täfelchen oder Schuppen, welche bei der geringsten Berührung wieder rot sublimiert werden. In Wasser ist es kaum löslich, dagegen in 130 Teilen kaltem Alkohol und in wäßrigen Lösungen verschiedener Salze, z. B. des Jodkaliums, Ghlorkaliums, Chlorammoniums, Chlor­quecksilbers.
Prüf. Die Reinheit ergibt sich aus den Eigenschaften. Wasser mit Quecksilberjodid geschüttelt, darf weder durch Schwefelwasserstoff
noch durch Silbernitrat verändert werden (Abwesenheit von Queck-
silberchlorid).
A n w. Aeufserlich als Salbe, in Lösung mit Jodkalium, (2 Teile Queck­silberjodid, 1 Teil Jodkalium, 12—24 Teile Alkohol).
*Unguentum Hydrargyri bijodati.
Hydrargyrum bijodatum, 1 Teil,
Adeps suillus, 9 Teile, werden in der Weise gemischt, dals man zuerst das Jodid mit einem Teile Fett höchst fein reibt, darauf das übrige Fett hinzufügt.
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*Unguenturn Hydrargyri bijodati fortius. Englische rote
Spathsalbe. Hydrargyrum bijodatum rubrum, 30 g, Unguentum basilicum, 120 g.
Oleum Crotonis, 30 Tropfen, werden innig gemischt. Die Ernst'sche Spathsalbe ist ein Gemenge von Hydrargyrum bi­jodatum rubrum mit Unguentum Cantharidum.
-f-f-Hydrargyrum jodatum. Hydr. jodatum flavum. Queck-silberjodür. Gelbes Jodquecksilber. Hg2J2 = 654.
8 Teile Quecksilber und 5 Teile Jod werden in einem Porzellanmörser, durch Alkohol stets feucht erhalten, so lange gerieben, bis keine Quecksilberkügelchen mehr wahrzunehmen sind. Das so erhaltene Präparat wird mit Weingeist ausge­waschen an einem mäßig warmen Orte im Dunkeln getrocknet und in einem wohl verschlossenen, gegen das Licht geschützten Glase aufbewahrt.
Ein feines, amorphes, gelblich grünes Pulver, im Lichte bräunlich werdend, beim Erhitzen sich in Quecksilber und Queck-silberjodid zersetzend. In Wasser 1st es fast unlöslich, in Al­kohol und Aether unlöslich. Alkohol damit geschüttelt und ab­filtriert, darf durch Schwefelwasserstoffwasser nicht getrübt werden (Abwesenheit von Quecksilberjodid). Er sei völlig flüchtig.
Anw. In Salbeuform äufserlich. Innerlich in Pulvern oder Pillen.
ffHydrargyrum oxydatum. Mercurius praecipitatus ruber. Quecksilberoxyd. Roter Präcipitat. HgO = 216.
Wird erhalten durch Erhitzen eines Gemenges von sal­petersaurem Quecksilberoxyd und metallischem Quecksilber im Porzeliantiegel bis zur völligen Vertreibung der Salpetersäure. Das so erhaltene krystallinische feuerrote Oxid wird ganz fein verrieben, wobei die Farbe in Gelbrot übergeht.
Es ist in Wasser unlöslich, in Salz- oder Salpetersäure leicht löslich. Beim Erhitzen in einem Probierröhrchen ver­flüchtigt es sich unter Abscheidung von Quecksilber.
Prüf. Mit Oxalsäurelösung geschüttelt (1:12), gebe es kein weifses Salz. (Unterschied von auf nassem Wege erhaltenem Oxyd). Auf Platinblech erhitzt, sei es vollkommen flüchtig (Fremde, nicht flüch­tige Leimengungen). Die Lösung in kalter, verdünnter Schwefelsäure darf bei Ueberschichten mit Ferrosulfat keine braune Zone geben (Salpetersäure). In Salpetersäure sei es völlig löslich und die mit Wasser verdünnte Lösung werde durch Silbernitrat nicht getrübt (Chloride). Es werde vor Licht geschützt aufbewahrt.
Anw. Aeufserlich mit anderen Pulvern oder in Salbenform. Seltener innerlich.
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Unguentum Hydrargyri rubrum. Eote Quecksilbersalbe. Hydrargyrum oxydatum, 1 Teil, mische mit Unguentum Paraffini, 9 Teilen.
; vHydrargyrum oxydatum rubrum via humida paratum.
Gelbes Quecksilberoxyd. Man gießt Quecksilberchloridlösung (2 : 20) in kalte ver­dünnte Natronlauge (6: 10), wäscht den gesammelten Nieder­schlag mit warmem Wasser gut aus und trocknet ihn vor dem Lichte geschützt bei 30deg;. Dieses Präparat ist ein amorphes, zartes, gelbes Pulver, welches sich bei der Prüfung wie das rote Oxyd verhalte. Mit Oxalsäurelösung geschüttelt, wird es sofort weiß, indem Mercurioxalat gebildet wird.
*ttHydrargyrum oxydulatum nigrum. Schwarzes Quecksilberoxvdul.
Hg2 O = 416. Wird erhalten durch Fällen einer verdünnteu Lösung von reinem oxydfreien salpetersauren Quecksilberoxydul mit Kali- oder Natronlauge und Auswaschen des Niederschlages.
Ein feines sammtschwarzes Pulver. Anw. In Pillen, Latwergen, mit Fett zu Salben.
*Hydrargyrum sulfuratum nigrum. Aethiops mineralis. Schwarzes S c h w e f e 1 q u e c k s i 1 b e r. Hg S = 232. Hydrargyrum depuratum, 200 Teile, Sulfur depuratum lotum, 32 Teile, werden in einem Porzellanmörser unter öfterem Anfeuchten mit Wasser so lange gerieben, bis mit der Loupe in einer auf Papier ausgebreiteten Probe keine Quecksilberkügelcheu mehr sichtbar sind.
Es ist ein feines, schweres, schwarzes Pulver, unlöslich in Wasser, Weingeist, sowie auch in Salzsäure und Salpetersäure.
Anw. lu Pillen oder Latwergen. Aeufserlich mit Fett zu Salben.
fPlumbum aceticum. Saccharum Saturni. Essigsaures Bleioxyd. Bleizucker. (CaH302) oPb 3 Ha 0. = 379. Wird auf zweierlei Weise dargestellt; entweder sättigt man destillierten Essig oder möglichst farblosen Holzessig mit Blei­glätte, oder man übergießt, dünne Bleiplatten mit Essig, so daß sie halb bedeckt sind und die Oxydation des Bleies durch den Sauerstoff der Luft vor sich gehen kann. Die erhaltenen Auf­lösungen werden zur Krystallisation gebracht und die Krystalle, wenn sie nicht weiß genug sind, durch Umkrystallisieren gereinigt. Das essigsaure Bleioxyd krystallisiert in wasserhaltigen, farblosen, durchsichtigen, graden, rhombischen Säulen, oder in Nadeln, schmeckt süß, hinterher zusammenziehend, löst sich bei gewöhnlicher Temperatur in 2,3 Teilen Wasser und in 28 Teilen Alkohol; an der Luft verwittert es etwas und ver­wandelt . sich teilweise in kohlensaures Bleioxyd und ist dann
Arnold, Pbarmakognosie etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-11
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nicht mehr ohne Rückstand in Wasser löslich. Mit Schwefel­wasserstoff gibt es einen schwarzen, mit Schwefsäure einen weißen, mit Jodkalium einen gelben Niederschlag.
Prüf. Es mufs farblos sein und sich im Wasser oder verdünnter Essigsäure ohne Rückstand auflösen. Durch Ferrocyankalium werde die Lösung weifs gefällt (Kupfer, Eisen). Kupfer erkennt man auch an der entstehenden blauen Färbung der Flüssigkeit, wenn man Blei­zucker mit Liquor Ammonii caustici übergiefst. A n w.: Innerlich am besten in Pillenform. Aeufserlich in Auflösungen, Salben, als Pulver zum Einstreuen.
jLiquor Plumbi subacetici. Acetum plumbicum s. satur-ninum. Plumbum hydrico aceticum solutum.
Bleiessig. Bleiacetat, 3 Teile, und durch Erhitzen von Kohlensäure befreite Bleiglätte, 1 Teil, werden gemischt, in ein Porzellan­gefäß gegeben und nach Bedeckung des Gefäßes im Dampf­bade erhitzt, bis sie zu einer weißen Masse geschmolzen sind; alsdann werden 10 Teile Wasser zugesetzt, die Flüssigkeit in einem verschlossenen Gefäße zum Absetzen zur Seite gestellt und endlich filtriert.
Eine klare, farblose Flüssigkeit von schwach alkalischer Reaktion und von 1,235—1,240 spec. Gew.
P r ü f. Enthält häufig etwas Kupfer, welches aus der Bleiglätte stammt und ihm eine grünliche Farbe gibt; mit Wasser verdünnt, mit kohlen­saurem Ammoniak im Uebermafs gefällt und filtriert, besitzt dann das Filtrat eine blaue Farbe. Wird der Bleiessig über metallischem Blei aufbewahrt, so wird das Kupfer daraus entfernt.
A n w. Aeufserlich, stets in verdünntem Zustande.
Aqua Plumbi. Aqua Goulardi. Bleiwasser.
Acetum sarturninum, 1 Teil,
Aqua communis, 49 Teile, werden gemischt. Es sei weifslich trübe. Vor der Abgabe werde es geschüttelt.
Unguentum Plumbi. Unguentum sarturninum. Bleisalbe,
Bleicerat. Werde durch Mischen von 49 Teilen Schweinefett mit 8 Teilen Bleiessig womöglich nur vor der Dispensation bereitet.
*Linimentum plumbicum seti sarturninum. Acetum saturninum, 1 Teil, Oleum olivarum, 4 Teile, werden gemischt.
Unguentum Plumbi tannici. Tannin-Bleisalbe. Acidum tannicum, 1 Teil, werde mit
Acetum Plumbi, 2 Teilen, zu einem gleichmäfsigen Brei ver­rieben, welches mit
Adeps suillus, 17 Teilen, eine Salbe gebe. Werde nur zur Abgabe bereitet und an Stelle von Piumbum tanni­cum pultiforme seu Unguentum contra deeubitum Autenriethii (nicht zu verwechseln mit Unguent. Autenriethii, S. 167) dispensiert.
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f Plumbum jodatum, J o d b 1 e i. Pb J2 = 461. Wird erhalten durch Versetzen einer Lösung von essigsaurem Blei mit einer Lösung von Jodkalium, so lange noch ein gelber Niederschlag entsteht. Dieser wird auf einem Filter gesammelt, mit Wasser ausge­waschen und getrocknet.
Ein gelbes Pulver, in 2000 Teileu Wasser löslich , leicht löslich iu heifser Chlorammoniumlösung. Beim Erhitzen unter Entwicklung violetter Dämpfe schmelzend. Anw. Aeufserlich mit Fett als Salbe.
f Cerussa. Plumbum carbonicum s. subcarbonicum. Bleiweiß 2 Pb GO,-f-Pb(OH)2.
Wird fabrikmäßig nach verschiedenen Methoden bereitet; nach der holländischen, indem man aufgerollte Bleiplatten der Einwirkung von Essigdämpfen und Kohlendioxyd aussetzt, nach der französischen, indem man Kohlendioxyd in eine Auflösung von basisch essigsaurem Bleioxyd leitet, nach der englischen, durch starkes Schütteln einer Mischung von Bleioxyd mit ge­löstem Bleiacetat unter Zuleitung von Kohlendioxyd.
Dichte, schwere, weiße Massen, die sich leicht zerbrechen und zu einem feinen Pulver zerreiben lassen. In Wasser ist es unlöslich, Säuren entwickeln daraus Kohlensäure. Von Essig­säure und Salpetersäure wird es unter Aufbrausen vollkommen aufgelöst, ebenso von Kalilauge beim Erwärmen. Beim Erhitzen verwandelt es sich in gelbes Bleioxyd, vor dem Lötrohre auf Kohle wird es zu metallischem Blei reduziert, indem sich zu­gleich ein gelber Beschlag bildet.
Prüf. Das käufliche Bleiwafser wird meistens mit fein geriebenem Schwerspath, mit Gyps oder Kreide, auch wohl mit schwefelsaurem Bleioxyd versetzt. Schwerspath, Gyps und schwefelsaures Bleioxyd bleiben bei der Behandlung mit verdünnter Salpetersäure ungelöst, Kreide bleibt zurück, wenn das Bleiweifs mit Kalilauge erwärmt wird.
A n w. Nur äufserlich , als Pulver zum Einstreuen oder in Salbenform.
Unguentum Cerussae. Bleiweifssalbe. Cerussa praeparata, 3 Teile, Adeps suillus, 7 Teile (nach der Ph. G. Unguent. Parafflni).
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f Lithargyrum.
Plumbum oxvdatum. Bleiglätte. Bleioxyd. Pb O = 223.
Wird beim Abtreiben des silberhaltigen Bleis als Nebenprodukt gewonnen und stellt ein aus glänzenden Schuppen bestehendes gelblich weifses (Silberglätte) oder rötliches (Goldglätte) Pulver dar, dessen spec. Gew. = 9,2; löst sich in ätzenden Alkalien, in Essigsäure und Salpetersäure auf; mit Kohle erhitzt, wird es zu metallischem Blei reduziert; an der Luft zieht es allmählich Kohlensäure an, und braust dann mit Säure auf.
Wird nafs zwischen Steinen gemahlen, abgeschlemmt und getrocknet und stellt dann das officinelle Präparat, ein gelbes oder rötlich gelbes Pulver dar.
P r ü f. Mufs sich in Essigsäure oder Salpetersäure leicht und vollstän­dig lösen. Den Kupfergehalt der Bleiglätte entdeckt man durch
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Digestion mit kohlensaurem Ammoniak, welches dadurch hlau ge­färbt wird. A n w. Zur Bereitung vieler Bleipräparate.
f Minium. Plumbum oxy datum rubrum. Mennige. Pbj O., = 685. Wird fobrikmälsig bereitet, indem man gelbes Bleioxyd, geschlämmte Bleiglätte oder Bleiweifs in eigens dazu konstruierten Oefen mit starkem Luftzuge zum Duukelrotglühen erhitzt und dann sehr langsam erkalten läfst. Ein scharlachrotes, schweres Pulver, von 8,62—i(,19 spec. Gewicht, welches beim Erhitzen vorübergehend dunkler wird; wird von Wasser nicht aufgelöst, entwickelt in der Glühhitze Sauerstoff; Salpetersäure löst daraus Bleioxyd auf und hinterläfst einen braunen Rückstand vou Blei­superoxyd; mit Salzsäure erwärmt, bildet es unter Chlorentwicklung weil'sea krystallinisches Chlorblei (Unterschied von anderen physikalisch ähnlichen roten Körpern).
P r ü f. Wird Mennige bei Gegenwart von Zucker oder Oxalsäure mit Salpetersäure erwärmt, so mufs sie sich fast völlig lösen. (Hiebei wird das Bleisuperoxyd zu löslichem Bleioxyd reduziert).
Emplasirum Lithargyrl. Emplastrum diachylon simplex. Em-
plastrum Plumbi simplex. Bleipflaster. Hauptsächlich
Pb (Cl8 H33 02)2.
Olivenöl und Schweinefett, von jedem 5 Teile, werden in einem geräumigen kupfernen Kessel zum Sieden erhitzt, alsdann 5 Teile präpa­rierte Bleiglätte nach und nach unter anhaltendem Rühren und häufigem Zugusse vou kochendem Wasser eingetragen und so lange gekocht, bis die Glätte fast vollkommen gelöst, die rötliche Farbe der Masse in eine weifs-liche übergegangen ist und Pflasterkonsistenz erhalten hat, welche daran zu erkennen, dais eine Probe in kaltem Wasser erstarrt und nicht mehr fettig und klebend anzufühlen ist. Das fertige durch Dekantieren von der ungelösten Glätte befreite Pflaster malaxiere mit Wasser und rolle es in Stangen aus.
Es mufs weil'slich, in der Kälte spröde, in der Wärme zähe, nicht fettig anzufühlen sein und darf keine ungelöste Bleiglätte enthalten. Anw. Es dient als Grundlage für viele Pflaster.
Emplastrum adhaesivum. Heftpflaster.
Emplastrum Lithargyri, 500 Teile, werden geschmolzen und bis zur Verdampfung allen Wassers gekocht und der graugewordenen Masse bei 60—80deg; zugesetzt
Cera citrina, 50 Teile, sowie eine geschmolzene Mischung aus
Resina Dammar, 50 Teilen,
Colophonium, 50 Teilen,
Terebinthina, 5 Teilen.
*fLiquor Stibil chlorati. Liquor Stibii muriatici. Butyrum Anti-monii. Spiefsglanzbutter. Ist eine Auflösung von etwa 33 % Chlorantimon, SbCl^, in Salz­säure, welche gewöhnlich so bereitet wird, dafs ein Teil fein präpariertes Schwefelantimon mit 5 Teilen roher Salzsäure im Sandbade erhitzt wird, wobei sich Schwefelwasserstoff entwickelt. Die erkaltete Flüssigkeit wird durch Asbest filtriert und dann auf 15 Teile eingedampft und mit so viel Salzsäure verdünnt, dafs das spec. Gew. 1,34—1,36 beträgt; durch Absetzen­lassen wird sie geklärt.
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Eine klare Flüfsigkeit, von rötlich gelber Farbe, dicklicher Kon­sistenz. Mit Wasser vermischt, scheidet sich ein reichlicher weil'ser Nieder­schlag ab (Antimonoxychlorid). Mit H,S Wasser ensteht orangefarbenes Sb2S3. Anw. Zum äufserlichen Gebrauche, zum Aetzen.
* Stibium oxy datum album. Antimonoxyd, 8b2 O3 = 292.
Wird erhalten, indem man das durch Verpuflen von Schwefelanti-mou und Salpeter sich bildende unreine Antimonoxyd durch Erhitzen in Salzsäure auflöst. Die klare Auflösung wird in viel Wasser gegossen, wobei sich Antimonoxychlorid, SbOCl, abscheidet, welches durch Aus­waschen mit Wasser und Digerieren mit einer Lösung von Natriumkar­bonat von der anhängenden Saure und vom Chlor befreit wird. Der Niederschlag wird gewaschen und getrocknet.
Ein weifsliches, schweres, geschmack- und geruchloses Pulver, in Wasser kaum löslich. Wird durch H2S Wasser orange gefärbt. Anw. Dient zur Bereitung des Brechweinsteins. (S. 166.)
Stibium sulfuratum nigrum, Antimonium crudum. Schwefelantimon. Schwefelspießglanz 813083 = 340.
Im Grolüen durch Ausschmelzen der Erze gewonnen. Kommt in kegelförmigen Stücken in den Handel, welche außer­halb graue, glanzlose, innerhalb grauweiße, metallisch glänzende, strahlig-krystallinische Massen bilden und sich leicht zu einem grauen, geschmack- und geruchlosen Pulver zerreiben lassen. Mit dem Löthrohre auf der Kohle erhitzt, oxydiert es sich und gibt unter Bildung von schwefliger Säure einen weißen Beschlag von Antimonoxyd. Von heißer, konzentrierter Salzsäure wird es unter Entwickelung von Schwefelwasserstoffgas aufgelöst, von Salpetersäure oxydiert.
Prüf. Es löse sich nahezu völlig in Salzsäure. Diese Lösung mit gleichen Teilen Weingeist gemischt, bleibe klar (Blei) und werde dann mit Aetzammomak gemischt nicht blau (Kupfer); erhitzt man die salzsaure Lösung mit einigen Zinnchlorürkryställchen, so tritt bei An­wesenheit von Arsen Bräunung ein.
Anw. In Pulvern, Pillen, Latwergen. Aeufserlich zu Salben.
Stibium sulfuratum aurantiacum. Sulfur auratum Antimonii.
Sulfur stibiatum aurantiacum. Goldschwefel,
Sb2 S5 = 404.
5 Teile gebrannter Kalk mit 15 Teilen Wasser gelöscht. 18 Teile kohlensaures Natron, 3 Teile Schwefel, 9 Teile Schwefelantimon werden mit 80 Teilen Wasser eine Zeit lang gekocht. Die geklärte Lauge wird zum Krystallisationspunkte abgedampft, wobei sich Natriumsulfantimoniat (Schlippe'sches Salz, Naa Sb S4 -|-1)132 O) abscheidet. Dieses wird in Wasser auf­gelöst und mit verdünnter Schwefelsäure oder Salzsäure versetzt. Unter Wasserzersetzung zerfällt es in schwefelsaures Natrium,
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Schwefelwasserstoff und niederfallendes, Fünffachschwefelanti­mon, welches gesammelt, gewaschen und getrocknet wird.
Der Goldschwefel ist ein höchst feines, beinahe geschmack-und geruchloses, orangerotes Pulver, welches in Wasser un­löslich ist und beim Erhitzen in sublimierenden Schwefel und schwarzes Antrimontrisulfid zerfällt. Prüf. In heifser, konzentrierter Chlorwasserstoft'säure muss er sich mit Hinterlassung von Schwefel, in Salmiakgeist beim Erwärmen ohne Hinterlassung eines erheblichen Rückstandes lösen (beigemengter Schwefel). Wird eine Probe mit destilliertem AVasser geschüttelt, so darf in der abfiltrierten und mit etwas Salpetersäure angesäuerten Flüssigkeit weder durch salpetersaures Silber, noch durch Chlorbaryum ein Niederschlag entstehen, in welchem Falle der Goldschwefel nicht gehörig ausgewaschen wäre. Mit gleichviel Ammoniunicarbonat und Wasser zusammengerieben liefere er ein Filtrat, welches auf Zusatz von Salzsäure bis zum Vorwalten nicht mit gelber Farbe getrübt wird. In diesem Falle würde er Arsenik enthalten. Anw. In Pulver, Latwergen, Pillen und im Schütteltrank.
(Tartarus stibiatus. Tartarus emeticus. Stibio Kali tartaricum. Brechweinstein. Ci H4 K (Sb 0) Olaquo; H2 0 = 343. Antimonoxyd (4 Teile) werden mit (5 Teilen) fein pulve­risiertem Weinstein und so viel Wasser vermischt, daü eine dünne, breiförmige Masse erhalten wird. Diese wird unter öfterm Umrühren und Ersetzen des verdunsteten Wassers auf einem Dampf bade erhitzt, bis sie sich nicht mehr sandig an­fühlt, und eine herausgenommene Probe in einer grölseren Menge destillierten Wassers beinahe völlig löslich ist. Darauf werden noch 40 Teile destillierten Wassers hinzugefügt und das Ganze einige Minuten hindurch gekocht, noch heiß in ein Porzellangefäß filtriert und an einem kühlen Orte zur Krystalli-sation hingestellt.
Farblose, glänzende, durchsichtige, rhombische Octaeder, die an der Luft undurchsichtig, porzellanartig werden, indem sie Wasser verlieren; sie lösen sich in 17 Teilen Wasser, nicht in Weingeist; beim Erhitzen verkohlen sie. Die Lösung reagiert schwach sauer und gibt mit Schwefelammonium einen orange­farbenen Niederschlag, der im Ueberschuß desselben löslich ist. Der Geschmack ist süßlich, widerlich metallisch. Prüf. In Wasser gelöst und mit einer kleinen Menge Weinsteinsäure versetzt, darf er weder durch Chlorbaryum, noch durch salpetersaures Silber, noch durch oxalsaures Ammonium getrübt werden, auch auf Zusatz von Essigsäure nicht durch Ferrocyankalium verändert werden (Eisen, Kupfer). In Salzsäure gelöst, darf er sich nach Zusatz einer geringen Menge Zinnchlorür beim Erhitzen nicht bräunen, in welchem Falle er Arsenik enthalten würde. Anw. Innerlich in allen Formen. Bei der Verwendung zu Pillen und Latwergen mufs derselbe zuvor mit Wasser möglichst in Auflösung
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gebracht werden. Aeufserlich zu Salben und Pflastern, wobei derselbe mit etwas Wasser zuvor fein zu verreiben ist.
*Unguentum Tartar! stibiati. U. Autenriethii. Pockensalbe. Tartarus stibiatus, 2 Teile, Adeps suillus, 8 Teile.
fZincutn chloratum. Chlorzink. ZnCl2=:136. Zinkoxyd werde in der genügenden Menge Salzsäure gelöst und nach dem Absetzen trenne man von dem Absätze durch vorsichtiges Abgießen, ohne zu filtrieren, und verdampfe unter beständigem Umrühren zur Trockne. Die trockene Salzmasse bringt man sogleich in ein wohl zu verschließendes Glas oder schmilzt sie vorher und gießt sie in Stängelchen.
Ein weißliches Pulver von ätzendem, metallischen Ge-schmacke, welches an der Luft schnell Wasser anzieht und zerfließt, in Wasser, Weingeist und Aether löslich.
Prüf. Die Lösung in gleichen Teilen Wasser sei klar und farblos (Abwesenheit von durch zu starkes Erhitzen entstandenem Zinkoxychlo-rid). Die angesäuerte wässrige Lösung werde weder durch Baryumnitrat noch durch Schwefelwasserstoff gefällt. Die mit überschüssigem Aetz-ammoniak erhaltene farblose Lösung werde beim Einleiten von Schwefel­wasserstoff rein weifs gefällt und das Filtrut gebe beim Eindampfen und Glühen keinen Rückstand (Abwesenheit der Alkalien und alkal. Erden). Anw. Zum äufserlichen Gebrauch in wässriger Lösung, oder mit aus­trocknenden Substanzen in Pulverform, oder mit Fett in Salbenform. Wirksam bei allen fnngösen Wucherungen, namentlich bei Strahlen­krebs, hat sich folgende Formel bewiesen.
*Pasta Zinci chlorati, Ziukpasta. Zincum chloratum, 1 Teil, Farina tritici, 8 Teile. Das Chlorzink wird in etwas Wasser in einem Mörser aufgelöst, das Mehl untergearbeitet und wo nötig so viel Wafser zugemischt, dass ein steifer Teig entsteht.
Zincum oxydatum album. Flores Zinci. Zinkoxyd. ZnO = 81. Reines Zinksulfat wird in Wasser gelöst mit einer Auf­lösung von Natriumkarbonat versetzt. Das sich abscheidende Zinkkarbonat wird gesammelt, ausgewaschen, getrocknet und darauf durch Glühen in einem Tiegel von der Kohlensäure be­freit. Das Zinkoxyd ist ein lockeres weißes Pulver, unlöslich in Wasser, löslich in verdünnter Essigsäure, beim Erhitzen vorübergehend gelb werdend.
Prüf. Mit Wasser erhitzt und filtriert, dürfen Chlorbaryum und Silber­nitrat in dem Filtrate kaum eine Trübung geben; in Essigsäure mufs es sich ohne Aufbrausen vollständig lösen. Die Auflösung darf durch überschüssigen Salmiakgeist nicht getrübt oder gefärbt werden, mufs aber auf Zusatz von Schwefelwasserstoff einen rein weifsen Nieder­schlag geben; die ammonikalische Lösung darf durch Ammonium-oxalat (Kalk) und Natriumphosphat (Magnesia) nicht getrübt werden.
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Zincum oxydatum venale. Flores Zinci. Zinkweiß. Käuf­liches Zinkoxyd. Durch Verbrennen des Zinks an der Luft erhalten. Ein weißes, beim Glühen gelbliches, in Essigsäure ohne Aufbrausen und gänzlich löslich in Pulver.
Prüf. In irgend einer verdünnten Säure gelöst, lasse es auf Zusatz von Aetzkalilauge einen weifsen Niederschlag fallen, welcher von einem Ueberschufs von Aetzkalilauge wiederum gänzlich gelöst wird. Anw. Zum äufserlichen Gebrauch, meist in Salbenform.
Uuguentum Zinci. Zincum oxydatum venale, 1 Teil, Adeps suillus, i) Teile.
t Zincum sulfuriciim crudum. Vitriolum album. Weifser Vitriol. Weifser Galitzenstein.
Wird durch Rösten Schwefelzink haltender Erze, Auslaugen der Masse mit Wasser und Krystallisieren erhalten.
Man schmilzt die Krystalle in ihrem Krystallwasscr und drückt die Masse zusammen, wodurch sie ein kleinkörniges Ansehen erhält. Der weifse Vitriol hat einen sehr unangenehmen metallischen Geschmack und enthält gewöhnlich Eisen, Kupfer, Mangan und Bittererde. Durch zu starkes Erhitzen verliert er öfters seine Lösliehkeit im Wasser, wodurch er ganz unbrauchbar wird, weswegen man nur das folgende Präparat an­wenden sollte.
fZincum sulfuricum. Vitriolum album purum. Schwefel­saures Zinkoxyd. ZnSOi 7 H2 0 = 287 (44% Krystall-
w a s s e r).
4 Teile Zink werden mit einer Mischung von 4 Teilen englischer Schwefelsäure und 20 Teilen Wasser unter nach-herigem Erwärmen so lange auf einander einwirken gelassen, bis keine Entwickelung von Wasserstoffgas mehr stattfindet, dann vom ungelösten Zink abtiltriert, und zum Krystallisieren gebracht. Die von den ausgeschiedenen Krystallen abgegossene Mutterlauge wird aufs neue eingedampft und die Operation wiederholt, so lange man noch farblose Krystalle erhält. Man kann auch die Rückstände von der Bereitung des Wasserstoffs mittelst Zink und verdünnter Schwefelsäure benutzen. Oder man lößt Zinkweiß in verdünnter Schwefelsäure und verfährt wie oben.
Farblose, spiessige oder säulenförmige Krystalle von herbem metallischen Geschmack, an der Luft verwitternd, in 0,6 Teilen Wasser löslich, unlöslich in Weingeist. Die wässrige Lösung reagiert sauer und gibt mit Baryumnitrat einen weißen in Salz­säure unlöslichen Niederschlag; mit ätzenden Alkalien und Aetz-ammoniak gibt sie einen weißen im Ueberschusse des Fällungs­mittels löslichen Niederschlag.
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Prüf. Die ammoDiakalische Lösung werde durch Natriumphosphat nicht verändert, aber durch überschüssigen Schwefelwasserstoff weil's geffillt, die abfiltrierte Flüssigkeit hinterlasse beim Abdampfen und Glühen keinen Rückstand.
Auw. Innerlich in verdünnter wässriger Lösung oder in Pillenform. Aeufserlich in Lösung, als Streupulver oder Salbenform.
*ünguentum Zinci sulfurici, Strahlensalbe. Zincum sulfuricum, 1 Teil, Adeps suillus, 9 Teile.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -i
fZincum sulfocarbolicum. Zincum s ulf ophen vlicum. Karbolschwe­felsau res Zinkoxyd. Zn (Cu H5 S04)2 8H2 0 = 555. (260/0Kry-
s tail wasser). Durch Siittigen von Phenolsulfosäure mit Zinkoxyd und Umkry-staliisieren aus Wasser erhalten. Farblose, durchscheinende, an der Luft leicht verwitternde Krystalle, löslich in der doppelten Gewichtsmenge Wasser oder Weingeist zu einer schwach sauer reagierenden Flüssigkeit, welche durch Eisenchiorid violett gefärbt wird.
P r ü f. Die wässrige Lösung werde durch verdünnte Schwefelsäure oder Ammoniumoxalat nicht, durch ßaryumnitrut nur schwach getrübt. Mit überschüssigem Schwefelammonium entstehe ein w e i fs e r Nieder­schlag und das Filtrat hinterlasse beim Verdampfen und Glühen keinen Rückstand. Anw. Aeufserlich in Lösung und Salben.
5. Alkohole, Kohlenwasserstoffe und verwandte Produkte.
Spiritus. Spiritus Vini rectificatissimus. Alkohol Vini. Weingeist. Co H6 0 = 46. Der Weingeist bildet sich nebst Kohlensäure bei der so­genannten weinigen oder geistigen Gährung aus Zucker oder Stärkemehl enthaltenden Substanzen, welches letztere durch den Maischprozefi in Zucker verwandelt worden ist. Die gegohrene Flüssigkeit wird destilliert. Das Destillat ist eine mit mehr oder weniger Wasser verdünnte weingeistige Flüssigkeit, die aber noch bei der Gährung sich bildende Körper, als Fuselöl, eigentüm­liche Aetherarten u. dgl. enthält. Durch wiederholte Destillation und Leiten der Dämpfe über Holzkohle erhält man einen fuselöl­freien 90—930/o Weingeist.
Eine farblose, klare Flüssigkeit, leicht entzündlich, mit schwach leuchtender Flamme verbrennend, von eigentümlichem Gerüche und brennendem Geschmacke. Das spec. Gew. betrage 0,830 bis 0,834 entsprechend 91,3—90,0 Volumprocenten oder 87,2—85,6 Gewichtsprocenten Alkohol.
Prüf. Mufs sich in allen Verhältnissen ohne Trübung mit Wasser mischen lassen, sonst ist er reich an Fuselöl; geringe Mengen erkennt man durch den Geruch, wenn man einige Tropfen in der warmen Hand reibt, oder wenn man einige Tropfen mit warmem Wasser ver­dünnt ; der schärfste Nachweis geschieht, indem man 50 g Alkohol mit 10 Tropfen Kalilauge auf etwa 5 g verdampft und dann mit ver­dünnter Schwefelsäure übersättigt, wobei sich der deutliche Fuselge-
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ruch entwickeln würde. — Schichtet man gleiche Volumen Weingeist und Schwefelsäure behutsam aufeinander, so darf keine rötliche Färb­ung auftreten, sonst stammt der Weingeist von Rübenmelasse und erteilt #9632; allen damit bereiteten Präparaten einen widerlichen Geruch. 10 g Weingeist mit einigen Tropfen Kaliumpermanganatlösung bis zur eben erkennbaren Eotung versetzt, dürfen sich erst nach 15—20 Mi­nuten entfärben, sonst ist Holzgeist vorhanden. Weingeist darf weder durch H2 S (Metalle) noch Ammoniak (Gerbstoff der Holzfässer) ge­färbt werden und beim Verdunsten keinen Eückstand hinterlassen. — Bestimmung des wahren Alkoholgehaltes siehe Anhang „Tabelle E.quot; Anw. Meist in verdünntem Zustande zu äulserlichem, seltener zu innerlichem Gebrauch. Namentlich aber als Auflösungsmittel zur Be­reitung der Tinkturen etc.
Spiritus dilutus. Spiritus rectificatus. Spiritus, 7 Teile, werden gemischt mit Aqua, 3 Teilen. (Gewogen!) Die Mischung enthalte bei einem spec. Gewicht von 0,802—0,896 = 67,5—69,1 Volumprezente = 59,8—61,5 Gewichtsproceute Alkohol.
*Spiritiis Frumenti. Branntwein. Spiritus, 10 Teile, mische mit Aqua, 14 Teilen. (Gewogen!) Spec. Gew. 0,945—0,950 = 42—44 Volumprocente = 35—37 Ge-wichtsprocente Alkohol.
Man kann sich auch des gewöhnlichen Branntweins bedienen, wenn man das Fuselöl nicht zu berücksichtigen braucht.
Aether. Aether sulfuricus. Naphta Vitrioli. Schwe-fe läther. C;iH1oO = 74. Wird durch Destillation von 5 Teilen Weingeist mit 9 Teilen Schwefelsäure gewonnen, wobei man mittelst einer zweck­mäßigen Vorrichtung während des Siedens allmählich noch 30 Teile Weingeist zerfließen läßt.
Das Destillat wird mit seinem gleichen Gewichte Wasser, dem man Kalkmilich und fein gestoßenen Braunstein hinzu­gesetzt hat, geschüttelt, bis die saure Reaktion verschwunden ist. Man trennt den Aether von der Flüssigkeit und rektifiziert im Wasserbade.
Der Aether ist eine farblose, sehr bewegliche Flüssigkeit von angenehm ätherischem Gerüche, sich ohne Rückstand ver­flüchtigend, von 0,728 spec. Gew.; bei 34—36deg; siedend und sich mit Weingeist und fetten Oelen in jedem Verhältnisse mischen lassend.
Prüf. Schweflige Säure und Weingeist sind die vorkommende Verun­reinigung. Die Gegenwart der schwefligen Säure erkennt man am Geruch, oder wenn Schwefelwasserstoff, mit dem Aether geschüttelt, denselben trübt; Lackmuspapier wird von solchem Aether gerötet. — Ein Gehalt an Weingeist ergibt sich, wenn mau gleiche Volumen Aether und Wasser schüttelt, wobei reiner Aether nur ein Zehntel seines Volumens verlieren darf. Ein gröfserer Verlust, also eine gröfsere Auflöslichkeit in Wasser, beweist die Gegenwart des Wein-
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geistes. Fuselöl wird durch den Geruch beim Verdampfen des Aethers erkannt. Anw. Innerlich mit Wasser verdünnt oder mit einem andern Vehikel, zum Einatmen des Dampfes, um Anästhesie hervorzubringen. Letzeres geschieht jetzt meistens durch Chloroform. Aeufserlich wird der Aether seltener gebraucht.
*Spiritus aethcreus. Liquor anodynus mineralis Hoff­mann!. A ethe rweinge ist. Hoff mann'sche Tropfen. Aether, 1 Teil, Spiritus, 3 Teile.
Spiritus Aetheris nitrosi. Spiritus Nitri dulcis. Spiritus nitrico-athereus. Versüfster Salpetergeist. (Weingeistige Lösung von
C, H6 N02).
Spiritus, 48 Teile, Acidum nitricum purum, 12 Teile, werden gemischt und bei gelindem Feuer 40 Teile abdestilliert, welche mit so viel gebrannter Magnesia geschüttelt werden, als zur Neutralisation der freien Säure erforderlich ist. Der abgegossene Spiritus ist bei sehr massigem Feuer nochmals zu destillieren und in kloinen, völlig augefüllten, gut verschlossenen Gläschen an einem kühlen Orte aufzubewahren.
Er sei klar, farblos, von angenehm ätherischem, etwas süfsem Ge-schmacke, anfänglich neutral, später so wenig als möglich sauer reagierend. Spec. Gew. 0,84—0,85. Mit Ferrosalzen, nimmt er tief braune Färbung an (Reaktion auf salpetrige Säure).
f*Paraldehydum. Paraldehyd. (C2 H4 0),, = 132. Der aus dem Verlauf der Spiritusfabrikation gewonnene gewöhnliehe Aldehyd geht in Berührung mit kleinen Mengen Salzsäure oder Chlorzink bei gewöhnlicher Temperatur in eine polymere Paraldehyd genannte Modi­fikation über, welche durch nochmalige Destillation gereinigt wird.
Klare, farblose, neutrale oder sehr schwach sauer reagierende Flüs­sigkeit von eigentümlich ätherischem, jedoch nicht stechendem Geruch und brennend kühlendem Geschmack. Sie zeigt ein specifisches Gewicht von 0,992—0,998, erstarrt bei starker Abkühlung zu einer krystallinischen, bei 4- 10,5deg; wieder schmelzenden Masse, siedet bei 123—125deg;, löst sich bei 13deg; in ihrem achtfachen, bei 15deg; in ihrem achtundeinhalbfachen Gewicht Wasser und läfst sich mit Weingeist, sowie mit Aether in jedem Ver­hältnis mischen. Die wässerige Lösung trübt sich beim Erwärmen. Prüf. Durch starke Abkühlung fest geworden, soll der Paraldehyd erst über 10deg; wieder schmelzen. Mit 10 Teilen Wasser soll er sich klar mischen, ohne später ölartige Tropfen an der Oberfläche ab­zuscheiden. Eine Mischung von 1 Cc. Paraldehyd mit 1 Cc. Wein­geist darf nach Zusatz von 1 Tropfen Normalkalilösung nicht sauer reagieren. Vor Licht geschützt aufzubewahren. Anw. Als schlafmachendes Mittel.
fChloroformium. Formylum trichloratum. Formyl-chlorid. T richlormethan. Chloroform. GHCI3 = 119,5.
Wird durch Destillation sehr verdünnten Weingeists mit Chlorkalk oder durch Einwirkung von Aetzalkalien auf Chloral-hydrat erhalten; letzteres Produkt kommt als englisches oder Chloralchloroform in den Handel.
Das Chloroform ist eine farblose, mit Wasser nicht misch-
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#9632; #9632;;#9632;#9632;
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bare, ätherisch süßlich riechende und schmeckende Flüssigkeit; in kleinen Mengen eingeatmet Gefühl- und Bewußtlosigkeit her­vorrufend, in größeren tot lieh wirkend. Spec. Gew. 1,48. Siede­punkt lt;M0 c., schwer entzündlich, in Alkohol, Aether und Oelen löslich. Wird es mit weingeistiger Kalihydratlösung und Anilinsulfat erwärmt, entsteht ein durchdringender widerlicher Geruch (Identitätsreaktion, zum Unterschiede von dem ähn­lichen Änthylidenchlorid, welches diese Reaktion nicht gibt). Es werde in wohlverschlossenen Gefäßen und vor Licht geschützt aufbewahrt.
Prüf. Das Chloroform darf mit Wasser geschüttelt diesem keine saure Reaktion erteilen, von Ameisen-, Salz- oder Schwefelsäure herrührend, in beiden letzteren Fällen dasselbe auch von Silber- oder Barytlosuug getrübt werden würde. Das Wasser mufs nach dem Absetzen des Chloroforms klar erseheinen. Läfst man einige Tropfen Chloroform durch eine reine Jodkaliumlösuug, welche mindestens 3 nu hoch ist, fallen, so darf es sieh nicht färben (freies Chlor, welches Jod aus­scheiden würde). Enthält das Chloroform Phosgengas, C0C1.2, so be­besitzt es einen widerlichen, reizenden Geruch, der beim Schütteln mit Wasser verschwindet. 20 c/ Chloroform mit 15 r/ Schwefelsäure in einem vorher mit Schwefelsäure ausgespülten, 3 cm weiten Gefafse geschüttelt, dürfen innerhalb einer Stunde die Schwefelsäure nicht tärben (Abwesenheit von Aethylidenchlorid, Amylchlorid, Methylen­chlorid).
Anw. Als Anaestheticum, zu Einreibungen und zuweilen auch innerlich.
f Chloralum hydratum. Hydras Ghlorali. Krystallisiertes Ghloralhydrat. CoHGlgO H2 0. = 165,8.
Durch Einleiten von Chlor in Alkohol entsteht zunächst Ghloraikoholat, aus welchem durch Destillation mit Schwefelsäure farbloses, ölartiges Chloral abgespalten wird. Bringt man das Chloral mit 1/10 Wasser zusammen, so erstarrt es zu Ghlo­ralhydrat, welches durch Umkrystallisieren gereinigt wird.
Das Ghloralhydrat bildet trockene, farblose, luftbeständige, durchsichtige Krystalle, bei 58deg; schmelzend, von stechendem Gerüche, bitterlichem, ätzendem Geschmacke, leicht in Wasser, Weingeist und Aether, weniger in fetten Oelen und Schwefel­kohlenstoff, nicht in kaltem Chloroform löslich. Beim Erwärmen mit Natronlauge entsteht eine trübe Lösung, welche sich unter Abscheidung von Ghloroform bald klärt (Zerfall in Ameisen­säure und Ghloroform durch Alkalien). Vor Feuchtigkeit ge­schützt aufzubewahren.
Prüf. In 10 Teilen Weingeist gelöst, darf es blaues Lackmuspapier kaum röten und nach dein Ansäuern mit Silbernitrat nur leicht opa­lisierend werden (Freie Salzsäure). Erhitzt verflüchtige es sich ohne Entwickelung brennbarer Oase (Chloralkoholat).
Anw. Innerlich meist in wässeriger Lösung; auch subkutan, zu Kly-stieren und äufserlich.
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I Amylium niirosum. Amylnitrit. Salpetrigsaurer Amyläther. (C5Hn)N02=117.
Wird durch Einleiten von Dämpfen der salpetrigen Säure in heifsem Amylalkohol erhalten, wobei Amylnitrit überdestilliert.
Es bildet eine hellgelbe, klare, nicht unangenehm, fluchtartig rie­chende Flüssigkeit, brennend schmeckend, fast unlöslich in Wasser, mit Weingeist und Aether in jedem Verhältnisse mischbar, bei 97—99 0 siedend, angezündet mit leuchtender und rufsender Flamme verbrennend. Beim Riechen an Amylnitrat tritt starke Rötung des Gesichts, infolge der be­schleunigten Bluteirculation, ein; mit Ferrosulfat und etwas Salzsäure versetzt, entsteht Brauufärbung (salpetrige Säure).
Prüf. 10 Ccm. Amylnitrit dürfen die alkalische Reaktion von 2 Ccm.
einer Mischung aus 1 Teil Aetzammouiak und 9 Teilen Wasser nicht
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aufheben (Abwesenheit gröfserer Mengen freier Säure). Wird Amyl­nitrit mit dem dreifachen Volum einer Mischung aus gleichen Teilennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;i Aetzammoniak und absolutem Alkohol, sowie mit etwas Silbernitrat
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gelinde erwärmt, so darf es sich weder braun noch schwarz färben (Aldehyd des Amylalkohols).
Anw. Zum Inhalieren.
fJodoformium. Jodoform. Cttli = 39i.
Beim Erwärmen von je 1 Teil Jod und Kaliumbicarbonat mit 2,5 Teilen Weingeist und 10 Teilen Wasser scheidet nach einiger Zeit das Jodoform aus.
Kleine, glänzende, hexagonale fettige Blättcheu oder Tafeln von citronengelber Farbe und durchdringendem, eigentümlichem
Gerüche, bei läO0 schmelzend, mit den Dämpfen des siedenden Wassers flüchtig; fast unlöslich in Wasser, löslich in 50 Teilen Weingeist, in 5,2 Teilen Aether, in Chloroform, Collodium, Schwefelkohlenstoff, fetten und ätherischen Oelen.
P r ü f. Beim Erhitzen sei das Jodoform flüchtig. Mit Wasser geschüttelt gebe es ein Filtrat, welches weder durch Silbernitrat noch Baryumnitrat gefällt werde (Abwesenheit von Jodiden und Alkalikarbonaten). A n w. Innerlich und äufserlich in allen Formen. Zur Verdeckuug des unangenehmen Geruches eignet sich am besten Perubalsam.
Glycerinum. Glycerin. C;iH803 = 92. •
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Wird als Nebenprodukt bei der Bereitung der Seifen ge­wonnen, jetzt aber vorzüglich in den Stearinsäurefabriken aus der von der Kaliseife abgegossenen Flüssigkeit, oder durch Zer­setzen der Fette mit überhitztem Wasserdampf.
Das Glycerin ist eine farblose, syrupdicke Flüssigkeit, geruchlos und. von süßem Geschmacke. In Wasser und Wein­geist löst es sich in allen Verhältnissen, in Aether, fetten und ätherischen Oelen, Chloroform, Benzin und Schwefelkohlenstoff ist es unlöslich. Das Glycerin des Handels enthält 10—130/onbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; jj)|
Wasser und besitzt ein spec. Gew. von 1,225—1,235.
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Prüf. Reagenzpapiere dürfen durch Glycerin nicht verändert, die wäs­serige Lösung darf weder durch oxalsaures Ammonium, noch durch Schwefelamraonium getrübt werden (Kalk und Metalle); mit Aetzkali erwärmt, darf sie nicht braun werdeu, und diese Mischung darf nach Zusatz von schwefelsaurem Kupfer nicht rot werden (Traubenzucker). Mit verdüunter Schwefelsäure versetzt und eingedampft, darf es sich nicht schwärzen (Rohrzucker). Mit Weingeist und konzentrierter Schwefelsäure versetzt, darf es nicht nach Butteräther riechen (Butter­säure). Einer mit Salmiakgeist versetzten Lösung von salpetersaurem Silber zugesetzt, darf sich kein metallisches Silber bei gewöhnlicher Temperatur binnen einer Viertelstunde abscheiden (Akrolein).
Anw. Als mildes äufserliches Mittel, desgleichen als Veliikel für andere Stoffe, wegen des Löslichkeitsvcrmögens für verschiedene Salze und Alkaloi'de. Das Glycerin trocknet nicht aus, wird deshalb auch zu anderen Zwecken, zu Füllungen von Gasuhren etc. benutzt; ferner hat es die Eigenschaft zu konservieren, deswegen die Anwendung zum Konservieren von Fleisch, Früchten, zur Aufbewahrung von Lymphe, als Lösungsmittel des Pepsins etc.
Unguentum Glycerini. Glycerinsalbe.
Tragacantha pulv., 1 Teil, werde verrieben mit Spiritus, 5 Teilen, und dann versetzt mit
Glycerinum, 50 Teilen. Die Mischung werde im Dampfbade bis zur Entstehung einer weifsen, durchscheinenden, gleichmäfsigen Salbe erhitzt.
Collodium.
Ist eine Auflösung von 1 Teil Trinitrocellulose in einem Gemische von 21 Teilen Aether und 3 Teilen Weingeist.
Es ist eine gelhlich weiße, mehr oder weniger klare, et­was syrupdicke, neutral reagierende Flüssigkeit, auf trockene Flächen gebracht leicht verdunstend und eine festhaftende, durch­sichtige Haut hinterlassend.
Trinitrocellulose wird nach der Ph. G. durch Eintauchen von Baumwolle in ein Gemisch von 400 Teilen roher Salpeter­säure und 1000 Teilen roher Schwefelsäure bei Lufttempe­ratur erhalten. Nach 24 Stunden wird die Mischung auf einen Trichter gebracht und 24 Stunden zum Abtropfen der überschüssigen Säure zur Seite gestellt. Die auf dem Trich­ter bleibende Trinitrocellulose (Colloxylinum, Kollodiumwolle, C6 H7 [NOala Os) wird bis zur Entfernung aller Säure mit Wasser ausgewaschen, ausgepreßt und bei etwa 25deg; getrocknet.
Anw. Aeufserlich als Adstringens und zur Erzeugung eines schützenden Ueberzuges auf wunden Hautstellen. Collodium cantharidatum
(S. 96).
Collodium elasticum.
Collodium, 49 Teile,
Oleum Bicini, 1 Teil, werden gemischt.
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fAcidum carbolicum. Acidum phenylicum. Karbolsäure. Phenylsäure. Phenol. C6H50H = 94.
Wird im Groüen ausschließlich aus Steinkohlonteer ge­wonnen und zwar aus dem bei 180—220 0 übergehenden Teile desselben (dem sog. schweren Steinkohlenteeröle) durch fraktio­nierte Destillation. Die hiebei zuerst erhaltene rohe Karbol­säure wird durch wiederholte Destillation etc. gereinigt.
Die reine Karbolsäure bildet neutrale, farblose oder kaum rötliche, eigenartig, nicht unangenehm riechende, flüchtige, aus dünnen, langen, zugespitzten Krystallen bestehende Massen, welche ätzend wirken. Sie schmilzt bei 35—40deg; zu einer stark lichtbrechenden Flüssigkeit vom spec. Gew. 1,060, siedet bei 180—184deg; und verbrennt beim weiteren Erhitzen mit weißer Flamme ohne Rückstand. Sie ist in 20 Teilen Wasser löslich, sowie in jeder Menge Weingeist, Aether, Chlo­roform , Glycerin, Schwefelkohlenstoff und Natronlauge. Eine Lösung von 20 Teilen Karbolsäure in 10 Teilen Alkohol gibt mit 1 Teil Eisenchloridlösung eine schmutziggrüne Mischung, welche selbst noch beim Verdünnen mit 1000 Teilen Wasser eine ziemlich beständige violette Farbe annimmt. Brom bringt noch in einer Lösung von 1 Teil Karbolsäure in 50000 Teilen Wasser einen weißen, fleckigen Niederschlag von Tribromphenol, CeHoBrsOH, hervor.
Prüf. Ist die Lösung in Natronlauge nicht klar, so siud fremde Teer­öle zugegen, trübt sich die Lösung auf Zusatz von viel Wasser, so ist Naphtalin zugegen.
A n w. Aeufserlich in 2—5 % wässeriger Lösung (Aqua carbolisata) oder gemischt mit fetten Gelen (2—5 % Carbolöl). In der Tiermedizin auch innerlich. Statt der festen Karbolsäure verwendet man der gröfseren Bequemlichkeit halber die
Acidum carbolicum liquefactum. Man setzt zu je 100 Teilen Karbolsäure 10 Teile Wasser und läfst an einem warmen Orte stehen, bis eine klare, farblose Flüssigkeit ent­standen ist.
*Prepared cat gut. Präparierte Katzendarmsaite.
Feine Darmsaite (aus Katzendarm gedreht), wird in eine Lösung von 1 Teil Karbolsäure in 5 Teilen Olivenöl gelegt. Nach 24 Stunden ist sie von der Mischung durchdrungen. Man bewahrt die Saite in der Misch­ung auf.
Karbol watte. Watte wird mit einer Lösung von 1 Teil Karbolsäure in 5 Teilen Weingeist befeuchtet und der Weingeist verdunstet. Oder man befeuchtet die Watte mit einer wäfsrigen Lösung von Karbolsäure. In der Tiermedizin verwendet man bei gröfseren Tieren statt Watte Heede und rechnet aut 500 g Heede 40 y Karbolsäure, gelöst in 200 g Weingeist.
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fAcidum carbolicum crudum. Rohe Karbolsäure. Eine gelbliche oder gelbbraune, klare, unangenehm rie­chende, neutrale, in Wasser unvollständig, in Aether und Wein­geist leicht lösliche Flüssigkeit, schwerer als Wasser.
Prüf. 10 Vol. der rohen Karbolsäure mit 90 Vol. einer Mischung gleicher Teile Natronlauge und Wasser geschüttelt, sollen nicht mehr als 1 Vol. ungelösten flüssigen oder halbflüssigen Rückstand hinter­lassen (entsprechend gegen 90 quot;Z,, Phenolen, ungelöst bleiben Kohlen­wasserstoffe und organische Basen). A n w. Zur Desinfektion. Zum Desinfizieren von Ledergeschirr nimmt man eine Mischung von 10 Teilen Karbolsäure in 100 Teilen Leinöl. Ferner als äufserliches Mittel gegen Hautparasiten aller Art; sie wird hierin von manchen Tierärzten der reinen Karbolsäure vorgezogen. Man verwendet sie im Verhältnis von 5—10 zu 100 Teilen Leinöl, Rüböl oder Baumöl.
*Hagersches Eäudebad. 250 Teile Soda und G0 Teile Chlor­ammonium werden in 12000 Teilen Wasser gelöst und je 100 Teile rohe Karbolsäure und Glycerin hinzugefügt.
*Zündelsches Räudebad. 1000 Teile frisch gelöschter Kalk werden mit je 3000 Teilen Pottasche und Schmierseife und 1500 Teilen roher Karbolsäure zu einem dicken Brei verrieben und dann in 260 Liter warmen Wassers gelöst. Die Menge reicht für 100 Schafe.
f Kreosotum. B uchenholz teerkre o sot. Ein Gremenge von Quajakol, C7 HR 02, und Kreosol, C8 Hl(! 02. Das aus dem Buchenholz teer bei 200—220deg; übergehende Destillat wird in Kalilauge gelöst, dann durch Säure das Gelöste wieder abgeschieden und nochmals destilliert.
Eine farblose oder schwachgelbe Flüssigkeit von durchdringendem, rauchartigem Gerüche und brennendem Geschmacke, vom spec. Gew. 1,03—1,08, leicht löslich in Alkohol, Aether, Schwefelkohlenstoff, Benzin, Chloroform , fetten und ätherischen Gelen, nur wenig löslich in kaltem Wasser. Es siedet bei 205 bis 220deg; und erstarrt selbst nicht bei — 20quot;. In 120 Teilen siedendem Wasser löst sich das Kreosot klar auf und beim Erkalten scheidet sich das Kreosot wieder als ölige Tropfen ab ; die von den Tropfen getrennte Lösung gibt mit Brom einen rotbraunen harzigen Niederschlag, mit Eiseuchlorid färbt sie sieh graugrün und schnell vorüber­gehend blau und wird dann schmutzigbraun unter Abscheidung gleichge­färbter Tropfen.
Prüf. Mit gleichen Teilen Natronlauge gebe es eine klare Mischung, welche sich nicht dunkel färben , noch beim Zusätze von viel Wasser teerartig riechende Bestandteile abscheiden darf (Fremde Teeröle). Mit dem gleichen Volumen Collodium geschüttelt, darf es keine Gallerte bilden, beim Schütteln von 2 Volumen Kreosot mit 20 Volumen Aetzainmoniak darf nicht mehr als '/j Volum Kreosot gelöst werden, und beim Schütteln mit dem dreifachen Volum einer Slischung von 1 Teil Wasser mit 3 Teilen Glycerin sei es fast unlöslich, sonst liegt eine Verfälschung mit größeren Mengen Karbolsäure vor. Anw. Aeufsorlich zu Verbandwasser, Salben etc. Zuweilen auch sehr verdünnt innerlich.
Oleutn animale foetidum. Oleum Cornu Cervi foetidum. Hirsch-
h ornöl. Man erhält dieses Gel (richtiger Teer) durch trockne Destillation von Knochen, Blut und anderen tierischen Substanzen als Nebenprodukt.
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Es ist eine dunkelbraune, fast schwarze, teerartige, alkalisch reagierende Flüssigkeit, von höchst widerlichem, haftendem Geruch und brenzlich-ammoniakalischem Geschmack. Es löst sich in 3 Teilen Alkohol und gibt bei der Destillation aus dem Sandbade ein leichtflüssiges, helles Oel (Oleum animale aetherum s. Dippelii) und einen schwarzen, harzartigen Eückstand. Von dem im Handel befindlichen Oele ist der flüchtige An­teil zuweilen schon abdestilliert. Ein solches Oel ist unbrauchbar.
Das Hirschhornöl enthält Ammoniumbasen, Pyridin- und Chinolin-basen, Pyrrol und dessen Homologe, Nitrile der Fettsäuren, aromatische Kohlenwasserstoffe etc. Anw. Innerlich und äufserlich zum Töten von Parasiten, Bestreichen
wunder Stellen etc., jedoch nur noch selten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; j\,
*Die Walz'sche Brühe oder Schafwäsche wird bereitet, indem 4 Teile gebrannter Kalk mit Wasser abgelöscht, darauf mit Wasser zum Brei angemacht werden, zu welchem man 5 Teile Pottasche zumischt. In diese Mischung werden allmählich 6 Teile Hirschhornöl, 3 Teile flüssi­ger Teer hineingerührt, darauf das Ganze noch mit 200 Teilen Mistjauche (Eiuderharn) und 800 Teilen Wasser verdünnt. Man rechnet von dieser Brühe 1 Kilo auf ein geschornes Schaf, auf ein ungeschornes etwas mehr.
Pix liquida. Resina empyreumatica liquida. Brauner
Teer.
Man erhält den Teer durch trockne Destillation ver­schiedener Holzarten, besonders harzreicher Nadelhölzer. Ei­lst braun dickflüssig, schwerer als Wasser, riecht brenzlich, schmeckt scharf und bitter und löst sich mehr oder minder in Alkohol, Aether und Oelen.
Der Buchenholzteer unterscheidet sich von dem aus Nadel­holz bereiteten durch eine dunklere, fast schwarze Farbe, und dadurch, daß er sich nicht, wie dieser, fast ohne Bückstand in fetten Oelen lösen läßt, auch ist er dickflüssiger. Die Haupt­bestandteile sind Benzol und dessen Homologe, Kreosot, Paraffin, Holzessig, Karbolsäure.
A n w. Innerlich in Latwergen und Pillen, äufserlich in Verbindung mit Fett, grüner Seife u. s. w. gegen Räude. Zum innerlichen Ge­brauch benutzt mau auch das Teerwasser.
*Die Wiener Krätzsalbe besteht aus 1 Teil Teer, 1 Teil Schwefelblüte und je 2 Teilen Schmierseife und Branntwein.
*nbsp;Teer gips besteht aus 1 Teil Teer und 3 bis 6 Teilen Gips und bildet ein braunes trocknes Pulver, das auch mit Oel verrieben An­wendung findet.
*nbsp;Teerseife, Sapo piceus, ist ein Gemenge gleicher Teile Schmier­seife, Teer und Weingeist.
Aqua Pi eis. Teerwasser. 1 Teil Teer, 10 Teile Wasser werden mit einander gemischt, unter öfterm Umrühren einige Tage stehen gelassen, worauf die klare Flüssigkeit abgegossen wird.
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*Linimentum Picis saponatum. Pix liquida, Sapo niger, je 1 Teil, Spiritus Frumenti, 2 Teile. Arnold, Pbarmakognosie etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-,,.}
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Die Seife wird mit dem Teer gemischt, alsdann der Spiritus nach und nach hinzugegehen. Zu diesem Liniment eignet sich nur der Nadel­holzteer, der Buchenholzteer gibt eine sich bald klumpig abscheidende Mischung.
Pix navalis. Fix nigra. Schwarzes Pech. Schiffspech. Das Schiffspech wird aus dem braunen Teer durch längeres Kochen und Eindampfen erhalten. Es bildet eine fast schwarze, undurchsichtige, glänzende Harzmasse, die in der Wärme zähe und knetbar, in der Kälte spröde und leicht zu zerschlagen ist. Schmilzt leicht, riecht und schmeckt teerartig, löst sich zum Teil in Alkohol. Anw. Zu Pflastern und Salben.
*Emplastrum Lundii. Lundsches Pflaster. (Gegen Widerristgeschwüre). Terebinthina communis, Pix navalis, je gleiche Teile, werden zusammengeschmolzen.
Benzinum Petrolei. Petroleumbenzin. Die farblosen nicht fluoreszierenden Bestandteile des Petro­leums, welche bei 55—75deg; überdestillieren und aus Penton, C5 Hjo, Hexan, Co H^ und Heptan, C7 H bestehen. (Diese Destillationsprodukte kommen im Handel auch getrennt vor und zwar Pentan und Hexan als Petroleumäther, Hexan und Heptan als Benzin.) Dieselben besitzen einen starken, nicht unangenehmen Geruch, sind sehr leicht entzündlich, mit Wasser nicht mischbar, leicht löslich in Alkohol, Aether, Schwefelkohlen­stoff und fetten Oelen.
Prüf. Beim Schütteln von 2 Teilen Benzin mit einer erkalteten Misch­ung aus 1 Teil Schwefelsäure und 4 Teilen rauchender Salpetersäure darf keine Bräunimg eintreten (Kohlenwasserstoffe der aromatischen Reihe), noch ein Geruch nach Bittermandelöl auftreten. (Benzol, auch als Steinkohlenbenzin iu den Handel kommend, welches durch obige Mischung in das charakteristisch riechende Nitrobenzol übergeführt wird).
Anw. Aeufserlich als örtliches Anesthetikum, gegen Hautparasiten etc.
Paraffinum liquidum. Paraffinöl. Vaselinöl. Der nach dem Abdestillieren des Petroleums bleibende Rückstand liefert bei fortgesetzter Destillation zwischen 360 bis 380deg; das Vaselinöl, welches aus den schwerer flüchtigen Kohlenwasserstoffen der Methanreihe besteht.
Eine wasserhelle, ölige Flüssigkeit, welche frei sei von gefärbten, fluoreszierenden sowie riechenden Stoffen (Petroleum) und nicht unter 360,, siede. Seine sonstigen Eigenschaften sind die des festen Paraffins.
Prüf. Das spec. Gew. betrage mindestens 0,840, weshalb ein Tropfen des Oels auf Spiritus gebracht untersinken mufs. Mit Schwefelsäure vermischt einen Tag lang der Wärme des siedenden Wassers ausge­setzt, darf nur schwache Bräunung stattfinden. (Organische Stofl'e, welche nicht der Methanreihe angehören). Wird ein blankes Stück­chen Natriummetall ebenso einen Tag lang mit flüssigem Paraffin er­hitzt, so mufs es glänzend bleiben, sonst sind Sauerstoff- oder schwefel­haltige Stoffe vorhanden. Weingeist darf beim Kochen mit dem
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flüssigen Paraffin keine saure Reaktion annehmen. (Freie anorgani­sche und organische Säuren). Anw. Zur Darstellung von Unguentum Paraffini.
Paraffin um solidum. Festes Paraffin. Besteht aus den festen Kohlenwasserstoft'en der Methau- und Aethylen-reihe und findet sich in geringer Menge in den höchstsiedenden Teilen des amerikanischen Petroleums, hingegen in beträchtlicher Menge im kaukasi­schen und ostindischen Petroleum, aus dessen höchstsiedendem Teile es in der Kälte auskrystallisiert; durch Zentrifugalmaschinen wird es dann von den anhängenden flüssigen Teilen befreit (Belmontin des Handels).
Ferner findet es sich mehr oder minder gefärbt als Ozokerit (Erd­wachs) in den Karpathen und wird hier durch Behandeln mit Schwefel­säure und Entfärben mit Kohle gereinigt (Ceresin des Handels).
Das so gewonnene Paraffin bildet eine feste, weifse, wenig glänzende,
undurchs cheinende Masse ohne Geruch und Geschmack, bei 74—80deg;
schmelzend, unlöslich in Wasser und Glycerin, wenig löslich in Weingeist,
löslich in Schwefelkohlenstoff, Aether, Beuziu, Chloroform und fetten
Gelen. Mit Wachs, Talg, Harzen last es sich durch Schmelzen mischen.
Konzentrierte Säuren und Alkalien greifen es nicht an.
Prüf. Es zeige die gleiche Reinheit wie das flüssige Paraffin. Das
Paraffin aus Braunkohlen teer ist durchsichtig und schmilzt schon bei
54—600, weshalb es zur Herstellung der Paraffinsalbe sich nicht eignet.
Anw. Zur Darstellung von
Unguentum Paraffini. Paraffinsalbe. Paraffinum solidum, 1 Teil, werde geschmolzen und mit Paraffinum liquidum, 4 Teilen gemischt. Diese Salbe mufs bei gewöhnlicher Temperatur die Konsistenz des Schweinefettes besitzen und ist daher zu ihrer Darstellung im Sommer ein geringerer Zusatz von flüssigem Paraffin angezeigt.
Diese Salbe dient als Ersatzmittel für Schweinefett und andere Fett­mischungen von Salbenkonsistenz, weil sie die Eigenschaft besitzt, weder ranzig zu werden, noch auf beizumischende Chemikalien zersetzend ein­zuwirken.
In der Tierheilkunde wird dieses Präparat vortheilhaft ersetzt durch das käufliche Präparat, welches
*V a sei ine, Adeps mineralis, Paraffinum unguinosum genannt wird und aus deu gereinigten Rückständen der Petroleumdesilla-tion besteht. Es kommt sowohl in gelblichen wie in weifsen Massen von der Konsistenz des Schweinefettes in den Handel und besitzt die Eigen­schaften der oben beschriebenen Paraffine. Die billigste Sorte eignet sich vortrefflich als Hufsalbe sowie als Schmiermittel für Lederzeug. Prüf. Wie das flüssige Paraffin.
Chrysaroblnum. Chrysarobin. C30 H26 07 = 498.
Andira Araroba Papilionaceae, XVII. 3. ein hoher Baum Brasiliens, enthält in Spalten und Hohlräumen seines Stammes ein braungelbes Pulver, welches als Goapulver oder Araroba luden Handel kommt. Dieses , Pulver wird mit heifsem Benzol (C^Hß) behandelt, und der aus dieser Lösung auskrystallisierende. Teil bildet das Chrysarobin der Pharmakopöe.
Es ist ein gelbes, leichtes, krystallinisches Pulver, kaum löslich in Wasser, schwierig in Weingeist, leicht in Aether, Schwefelkohlenstoff, Chlo­roform und nameutlich Benzol. Streut man 0,001 Chrysarobin auf 1 Tropfeu rauchender Salpetersäure und breitet die rote Lösung in dünner
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Schicht aus, so wird sie nach dem Betupfen mit Ammoniak violett. In konz. Schwefelsäure mufs es sich mit gelblich roter Farbe, in 150 Teilen heifsem Alkohol ohne wesentlichen Rückstand lösen, beim Verbrennen darf es keinen Bückstand hinterlassen. Beim Schütteln mit Aetzammoniak nimmt es innerhalb 24 Stunden eine schöne karminrote Farbe an, indem es bei Gegenwart von ätzenden Alkalien durch den Sauerstoff der Luft allmählich zu Chrysophansäure oxydiert wird.
C30 H26 07 70 = 2 C,., H10 04 3 H2 0. Chrysarobin.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Chrysophansäure.
Anw. Aeulserlich gegen gewisse Hautkrankheiten. Wenn Chrysophan­säure zu äufserlichem Gebrauche verordnet wird, ist stets Chrysarobin abzugeben.
Lanolinum. Lanolin. Reines Wollfett. Die Schafwolle enthält nicht unbedeutende Mengen Fett, welche ihr entzogen werden müssen, ehe sie weiter verarbeitet werden kann. Dieses rohe Wollfett besteht aus Verbindungen der Fettsäuren mit Chole-sterin nebst bis 30% freien Fettsäuren. Das von den freien Säuren ge­reinigte, nur aus den Fettsäureestern des Cholesterins bestehende reine Wollfett bildet das Lanolin des Handels.
Es ist eine gelblich weifse, salbenartige Masse, welche nach dem Lösen in Essigsäureanhydrid und Zusatz einiger Tropfen konz. Schwefel­säure zuerst rosa und dann rasch grün bis blau gefärbt wird (Unterschied der Glycerinfette von den Cholesterinfetten). Es ist vollständig neutral, läfst sich mit Fetten und Glycerin, Balsamen etc. leicht mischen, wird nicht ranzig und wird in einem Grade wie kein anderes Fett von der Haut resorbiert. Es ist imstande, über 100 quot;/„ seines Gewichtes an Wasser auf­zunehmen.
Das Lanolin unterscheidet sich von den gewöhnlichen Fetten da­durch, dafs es nur höchst schwierig verseifbar ist, in wässeriger Lösung wirken sowohl kohlensaure wie ätzende Alkalien auf dasselbe nicht ein, ebenso wird es durch überhitzten Wasserdampf nicht gespalten.
Prüf. 2 bis Sg Lanolin mit 10Cc. 30% Natronlauge erwärmt, dürfen kein Ammoniak entwickeln. — 10 y Lanolin auf dem Wasserbade mit 50 r/ destilliertem Wasser erwärmt müssen das L. auf der Oberfläche klar geschmolzen absetzen. Unreines L. gibt eine schaumige, sich nicht klärende Masse; das hiebei zurückbleibende Wasser darf beim Verdampfen kein Glycerin hinterlassen. — Wird L. unter Wasser längere Zeit geknetet, so nimmt es über 100 % Wasser auf, ohne seifig glatt zu werden. Unreine Produkte gleiten hierbei vom Spatel oder Pistill ab. Anw. Infolge seiner Beständigkeit und der Fähigkeit grofse Flüssig­keitsmengen zu binden und namentlich infolge seiner ausgezeichneten Resorbierbarkeit wird das Lanolin an Stelle von Schweinefett und Vaselin eine ausgebreitete Anwendung als Salbengrundlage finden. Es macht die Extinktion des Quecksilbers in überraschend kurzer Zeit möglich und empfiehlt sich daher zur Herstellung der grauen Salben.
6. Alkaloide.
Die Alkaloide sind flüssig oder fest. Die flüssigen sind flüchtig, haben einen durchdringenden Geruch, sind farblos, zer­setzen sich jedoch bei Berührung mit Luft und färben sich dunkel. Sie sind löslich in Wasser, Weingeist, Aether und
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Chloroform, und bestehen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff.
Die festen sind nicht flüchtig, meist krystallisierbar, ge­ruchlos, von mehr oder weniger bitterem Geschmack. In Wasser sind sie schwer löslich, dagegen löslich in Weingeist, Benzol, Amylalkohol, Chloroform. In Aether sind einige schwer löslich oder unlöslich.
Die Alkaloi'de vereinigen sich mit Säuren zu den Salzen, welche in Wasser meist viel leichter löslich sind, als die reinen Alkaloide. Aus ihren Lösungen werden sie alle durch Gerb­säure, Phosphormolybdänsäure, Phosphorwolframsäure, Kalium-quecksilberjodid, Kaliumcadmiumjodid gefällt; viele werden auch durch Jod gefällt; ihre salzsauren Verbindungen werden durch Platinchlorid als krystallisierte Platindoppelsalze gefällt, gerade wie Ammoniumsalze und Aminbasen.
Die Darstellung der flüchtigen Alkaloide geschieht im All­gemeinen durch Destillation der Pflanzenteile mit Kalium- oder Natriumhydroxyd, Neutralisation des alkaloidhaltigen Destillats mit Schwefelsäure, Eindampfen bei gelinder Wärme auf ein geringes Volumen. Durch Kalilauge wird aus dem schwefel­sauren Alkaloidsalze das Alkaloid ausgeschieden und mit einem Lösungsmittel aufgenommen u. s. w.
Die Darstellung der nicht flüchtigen Alkaloide ist weniger einfach. Als allgemeines Verfahren kann man ungefähr folgen­des angeben:
Die Pflanzenteile werden mit Wasser, Weingeist, meist mit sehr verdünnten Säuren extrahiert, die Auszüge mit Kali­lauge oder Ammoniak versetzt und aus dem dadurch entstehen­den Niederschlage, welcher das Alkaloid enthält, letzteres mit Weingeist oder einem anderen Lösungsmittel ausgezogen. Die Alkaloide lassen sich nur mit Vorteil irn großen gewinnen und werden meist aus chemischen Fabriken bezogen.
tt*Aconilinum. Akonitin. C33 H^ N012. wird aus den Knollen von Aconitum Kapellus (S. 53) dargestellt.
Ein weifses oder gelblich weifses, geruchloses Pulver, von bitterem, hintennach scharfem, im Schlünde kratzendem Geschmack, von alkalischer Reaktion, im kaltem Wasser sehr schwer, leichter in mit Salzsäure ange­säuertem Wasser und auch in Weingeist, Aether und Chloroform löslich, in heifsem Wasser erweichend und in eine harzähnliche Masse zusammen-fliefsend, alsdann in 50 Teilen des heifsen Wassers langsam löslich. Es wird durch konzentrierte Schwefelsäure mit gelbroter Farbe gelöst, welche sich nach 24 Stunden in Braunrot umwandelt. Mit Phosphorsäure Über­gossen, färbt es sich beim Abdampfen im Wasserbade violett.
Prüf. Die obigen Angaben sind für das deutsche Akonitin gültig. Das französische und englische Akonitin weichen in Eigenschaften und namentlich in physiologischer Wirkung von dem deutschen ab
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und ist deshalb vor deren Anwendung zu warnen. Dieselben fliefsen beim Uebergiefsen mit kochendem Wasser nicht zusammen. Anw. Innerlich wegen der Unsicherheit und Heftigkeit der Wirkung selten, äuferlich in Salben oder alkoholischer Lösung.
fApomorphinum hydrochloricum. Gn H17 NO2. HC1.
Morphin wird mit starker Salzsäure längere Zeit auf 140 bis 150deg; erhitzt, wobei unter Wasserabspaltung Apomorphin entsteht; dieses wird mit Natriumkarbonat ausgefällt, das aus­geschiedene Apomorphin mit Aether extrahiert und nach dem Sättigen mit Salzsäure aus der Lösung durch Auskrystallisieren das salzsaure Salz erhalten.
Ein weißes oder grauweißes, trocknes, krystallinisches Pulver. Die wässrige Lösung reagiert neutral. In Aether und Chloroform ist es unlöslich. (Die freie Base löst sich darin.) Bei feuchter Luft dem Licht ausgesetzt, färbt es sich bald grün (durch Sauerstoffaufnahme!). Auf Zusatz von Salpeter­säure nimmt es blutrote Färbung an. In einem Ueberschuß von Natronlauge löst es sich auf; diese Lösung aber nimmt im nicht verschlossenen Gefäß bald purpurrote, schließlich schwarze Farbe an (durch Oxydation). — Silbernitratlösung wird durch dieses Salz zu Metall reduziert. — Die freie Base, welche sich durch Zusatz von Natrium bikarbonat zu den Lösungen der Salze unlöslich abscheidet, färbt sich an der Luft durch Sauerstoff­aufnahme rasch grün. —
Prüf. Die wässrige Lösung sei farblos oder nur schwach grünlich; ein Präparat, welches mit 100 T. Wasser eine smaragdgrüne Lösung gibt, ist zu verwerfen. Das grüngewordene Salz läfst sich von den Zersetzungsprodukten durch Auswaschen mit Aether oder Chloroform befreien. Es werde in geschwärzten Gläsern aufbewahrt.
Anw. Innerlich und subkutan in wässriger Lösung.
ffAtropinum sulfuricum. (G^ H23 N03)2 H2 S04.
Wird aus den Blättern, Samen und der Wurzel von Atropa Belladonna dargestellt.
Ein weißes, krystallinisches Pulver, welches in der gleichen Menge Wasser und in der dreifachen Menge Weingeist mit neutraler Reaktion löslich, in Aether und Ghloroform unlöslich ist. Es ist charakterisiert durch seine pupillenerweiternde Eigenschaft, sowie durch den bittermandelölartigen Geruch, welcher auftritt, wenn man eine Spur des Salzes mit konz. Schwefelsäure erhitzt und hierauf etwas Wasser und ein Kry-stälichen Kaliumpeimanganat zusetzt. Setzt man zu der Lösung in konz. Schwefelsäure etwas Natriumnitrat, so entsteht orange Färbung, welche durch Zusatz alkoholischer Kalilauge zuerst prachtvoll violett, bald aber blaßrosa wird.
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Prüf. Die wässrige Lösung werde durch Natronlauge, nicht durch Ammoniak getrübt (fremde Alkaloide) und schmecke selbst bei 1000-facher Verdünnung noch scharf und bitter (sonst könnten andere organische Substanzen beigemengt sein). Auf Platinblech geglüht, hinterlasse das Salz keinen Rückstand.
Anw. Innerlich und äufserlich in wässriger Lösung.
Chininum hydrochloricum. C20 H24 N2 O2. H Cl -}- H2 0. Wird gewöhnlich durch Einwirkung von Baryumchlorid auf Chininsulfat erhalten.
Weiße, bittere Krystallnadeln, in 3 Teilen Weingeist, so­wie in 34 Teilen Wasser mit neutraler Reaktion und ohne Fluorescenz löslich. Verdünnt man diese Lösungen mit etwa 200 Teilen Wasser und setzt 50 Teile Ghlorwasser und dann Ammoniak zu, so entsteht eine smaragdgrüne Färbung. (Thal-leiochin-Reaktion). In der Salzlösung erzeugt Silbernitrat einen weißen Niederschlag.
Prüf. Bei 100quot; getrocknet verliere es nicht mehr als 9 % Wasser (das Krystalhvasser). — Werden 2 g des Salzes mit 1 g Natriumsulfat und 20 g Wasser zur Trockne gedampft und der Rückstand mit 12 g Spiritus ausgekocht, so soll der nach dem Eindampfen des Filtrates erhaltene Rückstand — welcher nun aus Chininsulfat besteht — in der unter Chininum sulfuricum angegebenen Weise geprüft werden. — Die Iprozentige Lösung werde durch Baryumnitrat nur schwach (Schwefelsäure), durch verdünnte Schwefelsäure gar nicht getrübt (Barytsalze). — Beim Befeuchten mit Salpetersäure färbe es sich nicht rot (Morphin, Brucin). — Mit einer zur Lösung ungenügenden Menge Chlorwasser durchschüttelt, färbe es sich innerhalb fünf Minuten nicht tiefgelb (fremde Alkaloide, namentlich Morphin). Anw. Innerlich und subkutan. Infolge seiner leichten Löslichkeit in Wasser namentlich zu Lösungen vorzuziehen.
Chininum sulfuricum. (G20 H24 N2 02)2 H2 SOi 8 H2 O.
Wird in eigenen Fabriken aus den Chinarinden dargestellt.
Es bildet Aveiche, seidenglänzende, weiße Krystallnadeln von bitterem Geschmack, die in 6 Teilen siedendem Spiritus und in 25 T. siedendem Wasser löslich sind. Von kaltem Wasser sind etwa 800 T. zur Lösung erforderlich. Die wäss­rige Lösung reagiert neutral oder wenigstens nicht sauer (Unter­schied von Chinin, bisulfuric.) und zeigt nach Zusatz eines Tropfens verdünnter Schwefelsäure bläuliche Fluorescens. Sie zeigt die Thalleiochin-Reaktion und gibt mit Baryumnitrat, nicht aber mit Silbernitrat einen weißen Niederschlag. — (Un­terschied von Chinin, hydrochlor.)
Prüf. Durch Trocknen bei 100deg; darf das Salz höchstens 15'/o seines Gewichtes an Wasser verlieren (der Wassergehalt beträgt 16, 200/„, indessen wird das Salz schon durch Verwittern an der Luft meist viel wasserärmer).
Werden 2 g Chininsulfat bei 15deg; C mit 20 cc Wasser stark ge-
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schüttelt und nach Verlauf einer halben Stunde von der so erhaltenen kalt gesättigten und filtrierten Lösung 5 cc in ein Reagenzglas gebracht und nach und nach mit Ammoniakflüssigkeit versetzt, bis das ausge­schiedene Chinin wieder in Lösung gegangen ist, so dürfen hierzu nicht mehr als 7 cc Ammoniakflüssigkeit erforderlich sein. (Bezweckt den Nachweis von Chinidiusulfat, Cinchoniusulfat, Cinchonidinsulfat). Diese Salze lösen sich weit reichlicher in Wasser, brauchen dann aber zur Lösung der durch Ammoniak abgeschiedenen Basen weit erheb­lichere Mengen (bis zum Zehnfachen) der Ammoniakflüssigkeit. — Beim Befeuchten mit Schwefelsäure oder Salpetersäure darf das Chininsulfat nicht gefärbt werden (fremde Alkaloide, wie Morphin, Brucin, Strychnin, ferner organische Stoffe z. B. Salicin, Zucker). 1 g des Chininsulfates mufs sich in 7 cc einer Mischung aus 2 Vol. Chloroform und 1 Vol. absolutem Alkohol unter kurzer Erwärmung auf 40—50deg; klar lösen; die Lösung mufs auch nach dem Erkalten völlig klar bleiben. (Unge­löst würden hierbei bleiben Zucker, unorganische Salze; nach dem Erkalten würden sich ausscheiden Chinidinsulfat, Cinchoninsulfat). A n w. Innerlich und subkutan. Soll es in wässriger Lösung dispensiert werden, so ist infolge der Schwerlöslichkeit des Salzes auf je 0,1 g desselben ein Tropfen verdünnter Schwefelsäure zuausetzen.
Chininutn bisulfuricum. C26 H2J N2 02. H2 SOj 7H2 O.
Wird erhalten, indem man Chininsulfat unter Zusatz von Schwefel­säure in Wasser löst und krystallisieren läfst.
Es bildet weil'se, glänzende, bittere Prismen, welche mit 11 T. Wasser oder 32 Teilen Spiritus bläulich fluorescierende, sauer reagierende Lösungen geben. Es schmilzt bei etwa 80deg; C. Durch Trocknen bei 100deg; C. darf es nicht mehr als 23% Wasser verlieren. Es gibt wie alle Chininverbindungen die Thalleiochiureaktion und gebe mit Barymnitrat, nicht mit Silbernitrat einen weifsen Niederschlag. Mit Salpeter- oder Schwefelsäure befeuchtet, darf sich das Salz nicht färben. A n w. Wegen seiner Leichtlöslichkeit statt Chin, sulfuric.
ChinoTdinum. Chinoidin.
Die bei der Ghiningewinnung zurückbleibenden Mutter­laugen geben beim Fällen mit Alkalikarbonaten das Chinoidin, welches durch Lösen in verdünnter Säure und nochmaliges Aus­fällen durch Ammoniak gereinigt wird und in Stangen geformt in den Handel kommt.
Es besteht aus amorphem Chinin und Chinidin neben den Extraktivstoffen der Chinarinde. Zuweilen enthält es auch amorphes Cinchonin und Cinchonidin.
Es bildet braune oder schwarzbraune, bitter schmeckende, harzartige Massen, leicht mit muschligem, glänzendem Bruche zerbrechlich, wenig in Wasser löslich, leicht löslich in ange­säuertem Wasser, in Weingeist und Chloroform. Die verdünnte Lösung gibt die Thalleiochiureaktion.
P r ü f. Beim Lösen in verdünnter Essigsäure bleibe ein ganz geringer Rückstand, aufscrdcin sind fremde Extraktivstoffe, Harze oder dergl. beigemengt. In verdünntem Weingeist sei es völlig löslich (beige­mengte gummiartige Stoffe u. dergl.), beim Verbrennen hinterlasse es nicht über 0,5—0,7 0/0 Asche.
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Anw. Infolge seiner wechselnden Zusammensetzung nur selten, als Pulver oder in mit einigen Tropfen H2 SO., versetztem Wasser oder als
Tinctura Chinoidini. Chinoidinum, 10 Teile, werden gelöst in einer Mischung aus Spi­ritus dilutus, 85 Teilen, und Acidum hydrochloricum, 5 Teilen, worauf filtriert werde.
*f Cocainum hydrochloricum. GnE^iNOj. HC1. Wird dargestellt aus den Cocablattern, von Erythroxy-lon Coca, Erythroxyleae, einem in Peru und Bolivia ein­heimischen, in anderen südamerikanischen Ländern kultivierten Strauche.
Weißes, krystallinisches Pulver von schwach saurer Reak­tion, etwas bitter schmeckend und eine höchst charakteristische, bald vorübergehende Unempfindlichkeit auf der Zunge hervor­rufend. Das Salz löst sich leicht in Wasser und Weingeist. In der wässerigen Lösung entsteht durch Jodlösung eine braun­rote Fällung, durch Aetzalkalien ein weißer, krystallinischer Niederschlag, welcher sich sehr schwierig in Wasser, dagegen leicht in Weingeist und Aether auflöst. Von konzentrierter Schwefelsäure wird das Präparat unter Schäumen, doch ohne Färbung aufgenommen, sowie auch von Salpetersäure und Salz­säure farblos gelöst.
P r ü f. Das salzsaure Cocain soll beim Erhitzen auf Platiublech keinen Rückstand hinterlassen, mufs sich in seinem doppelten Gewicht kalten Wassers auflösen und darf sich in Berührung mit Mineralsäuren nicht färben.
fCodeTnum. C,8 H2, NO, H20. Wird aus den bei der Morphiugewinnung zurückbleibenden Mutter­laugen gewonnen.
Farblose octaedrische Krystalle, welche mit 80 T. Wasser eine bitter schmeckende, alkalisch reagierende Lösung geben. Beim Kochen mit Wasser schmilzt das Codein, bevor es sich löst, zu öligen Tröpfchen, welche beim Erkalten wieder zu Krystallen erstarren. — In Spiritus, Aether, Chloroform ist es leicht löslich, nur wenig aber in Petroleumbenzin. In der Wärme verwittern die Krystalle; das wasserfreie Codein schmilzt bei 155deg;. In verdünnten Säuren ist es leicht löslich, in Aetzkalilauge nur wenig (Unterschied vom Morphin). In Ammoniakflüssigkeit löst es sich etwa im gleichen Verhältnis wie in Wasser auf (abweichend vom Morphin). 0,005 g Codein lösen sich in 10g konz. Schwefelsäure zu einer farblosen Flüssigkeit. Dieselbe nimmt beim gelinden Erwärmen auf Zusatz einer geringen Menge Eisenchlorid tiefblaue Färbung au. Anw. Innerlich und äufscrlich in allen Formen.
CoffeTnum. Theinum. Kaffein. CKH,0N4O2-|-H20.
Findet sich in den Kaffeebohnen, im Tliee, in der Guaraua, im Pa­raguaytee und wird aus dem konzentrierten, wässerigen Auszuge des chi­nesischen Thee's erhalten.
Weifse, glänzende, biegsame Nadeln, löslich in 8 Teilen Wasser, 50 Teilen Weingeist, 9 Teilen Chloroform, wenig löslich in Aether, beim vor-
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sichtigen Erhitzen ohne Rückstand sublimierend. Löst man Kaffein in Chlorwasser und verdampft auf dem Wasserbade, so bleibt ein gelbroter Rückstand, der sich beim sofortigen Zusatz von Ammoniak purpurrot färbt (Murexid-Reaktion). Prüf. Die wäfsrige Lösung werde durch Chlonvasser oder Jodlösung nicht getrübt, ferner löse sich der durch Gerbsäure entstehende Nieder­schlag im Ueberschusse derselben auf, aufserdem sind fremde Alka-loide vorhanden. Anw. Innerlich und subkutan.
fMorphium hydrochloricum. Salzsaures Morphium. Ci7H19N03. HGC 3H20. Durch Lösen des aus dem wässerigen Opiumauszuge ge­wonnenen Morphins in Salzsäure und Abdampfen zur Krystal-lisation.
Weiße, glänzende, nadeiförmige Krystalle im Handel meist in Form von würfelförmigen, aus mikroskopischen Krystallen bestehenden Stücken vorkommend. Es löst sich in 25 T. Wasser und 50 T. Weingeist. Die Lösung schmeckt stark bitter und reagiert neutral.
Prüf. Bei 100deg; bis zu konstantem Gewicht getrocknet verliere es nicht mehr als 14,5—150/n Wasser. (Die 3 Mol. Krystallwasser entsprechen 14,4 0/0). Die wässrige Lösung werde durch Kaliumkarbonat leicht getrübt; auf Zusatz von Ammoniakflüssigkeit aber entstehe ein Nieder­schlag von Morphin, der sich weder in einem Ueberschufs von Am­moniak, noch in Aether klar löst, mit Leichtigkeit dagegen wieder gelöst wird von Natronlauge oder Kalkwasser. — Beim Befeuchten mit Salpetersäure wird das Salz rot. — Reibt man es mit konz. Schwefelsäure an und streut Wismutsubnitrat darauf, so erfolgt unter Braunfarbung Reduktion des letzteren zu metallischem Wismut. Anw. Innerlich und äufserlich in allen Formen. Wird Morphium aceticum verordnet, so werde, wegen der gröfseren Haltbarkeit, an dessen Stelle stets Morph. hydrochloric, dispensiert.
f Morphinum sulfuricum. Morphiumsulfat. (G17H19N03)2H2S04 5H20. Durch Lösen von Morphin in verdünnter Schwefelsäure und Abdampfen zur Kryslallisation.
Farblose, nadeiförmige, neutrale Krystalle, löslich in 14,5 Teilen Wasser.
Prüf. Wie Morph. hydrochloric. Bei 100deg; getrocknet, verliere es
nicht mehr als r2deg;/o Wasser. (Enthält ll,80/0 Krystallwasser). Anw. Wie Morph. hydrochloric. Wegen seiner gröfseren Löslichkeit in Wasser zu subkutanen Injektionen vorzuziehen. Die geringste Menge freier Schwefelsäure erhöht die Löslichkeit, und ein Zusatz von Vu verdünnter Schwefelsäure macht das Salz schon in 10 Teilen AVasser löslich.
ff Physostigminum salicylicum. Eserinum salicylicum. Gis EUi N3 O2, C7 H6 O3. Das aus der Kalabarbohne (S. 90) gewonnene Physostig-
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min wird in Salicylsäure gelöst und die Lösung über Schwefel­säure zur Krystallisation eingedampft.
Farblose oder schwach gelbliche Krystalle, löslich in 150 Teilen Wasser und in 12 Teilen Weingeist. Das trockne Salz hält sich selbst im Lichte längere Zeit unzersetzt, während die Lösungen desselben sich selbst bei geringem Lichtzutritt in einigen Stunden röten. Die wässerige Lösung des Salzes wird durch verdünnte Ferrichioridlösung violett gefärbt, Jodlösung fällt dieselbe braunrot. In konz. Schwefelsäure wird das Salz anfangs farblos gelöst, bald aber tritt Gelbfärbung auf.
A n w. Innerlich und subkutan in wässeriger Lösung. Von allen Phy-sostigminsalzen ist das salicylsäure das beständigste.
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f Pilocarpinum hydrochloricum. Gu H16 N2 O2, HG1.
Wird aus den Jaborandiblättern (S. 70) dargestellt.
Farblose, hygroskopische Nadeln von bitterem Geschmack und neutraler Reaktion, die in Wasser und Alkohol leicht lös­lich, in Ghloroform und Aether aber fast unlöslich sind. In rauchender Salpetersäure lösen sie sich mit blaßgrünlicher Färbung. Die verdünnte wässerige Lösung wird durch Am­moniak nicht getrübt, Natronlauge bringt nur in konzentrierten Lösungen Trübung hervor. (Prüfung auf fremde Alkaloide). Anw. Innerlich und subkutan in wässeriger Lösung.
ff Strychninum nitricum. C^t H22 N2 O2, HNO3.
Wird aus den Krähenaugen (S. 91) und den Ignatius-bohnen (den Samen von Strychnos amara), welche Strychnin neben Brucin enthalten, dargestellt.
Es bildet farblose Krystallnadeln von stark bitterem Ge­schmack und löst sich in 90 T. kaltem oder 3 T. siedendem Wasser, ferner ist es in 70 T. kaltem oder 0 T. siedendem Spiritus löslich. Wird ein Körnchen dieses Salzes in siedende Salzsäure eingeworfen, so färbt es diese andauernd rot.
Prüf. Mit Salpetersäure angerieben, darf es sich wohl gelb, nicht aber rot färben (Brucin, Morphin). Desgleichen darf es durch konz. Schwe­felsäure nicht gefärbt werden (fremde Alkaloide, Zucker). — Aus einer konz. wässrigen Strychninnitratlösung fällt Kaliumchromat rotgelbes chromsaures Strychnin, welches auf Zusatz konz. Schwefelsäure violett gefärbt wird. Löst man daher ein Körnchen Strychnin oder Strych-ninsalz in konz. Schwefelsäure und setzt ein angefeuchtetes Kryställ-chen Kaliumbichromat hinzu, so entstehen violettblaue Streifen, welche später rot und dann grün werden.
A n w. Innerlich und äufserlich in allen Fonneu. Das Strychnin wie seine Salze sind im höchsten Grade giftig. Man wendet deshalb diese Präparate häufig als Mäusegift an. Es wird reines oder salpetersaures Strychnin genommen und zwar wird 1 de;/ davon mit 10 g Fett und etwas Zucker zur Salbe zerrieben, wovon man den Tieren, am besten auf kleine Stückchen Weifsbrod gestrichen, hinlegt.
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ff Veratrinum. G32 H52 N2 08.
Wird aus den Sabadillsamen (von Sabadilla officinalis, Liliaceae, Mexiko) dargestellt. Dieselben enthalten neben Ve-ratrin einige andere Alkaloide.
Es bildet ein lockeres weißes Pulver (ein Gemenge eines im Wasser löslichen, amorphen und eines im Wasser unlöslichen, krystallisierbarenAlkaloids, beide von gleicher Zusammensetzung), welches in Wasser fast unlöslich ist, scharfen, aber nicht bitteren Geschmack besitzt und feuchtes rotes Lackmuspapier nur langsam bläut. Es löst sich in 4 T. Spiritus und in 2 T. Chloroform, weniger in Aether. Sämtliche Lösungen zeigen stark alkalische Reaktion. Mit verdünnter Schwefelsäure oder Salz­säure gibt es Lösungen von stark bitterem und kratzendem Ge­schmack. In conc. siedender Salzsäure löst es sich mit roter Farbe. Mit 100 T. conc. Schwefelsäure zusammengerieben, gibt es eine grünlichgelb fluoreszierende Lösung, die bald rote Farbe annimmt. — Breitet man eine Lösung von Veatrin in conc. Schwefelsäure zu einer dünnen Schicht (auf einem Por­zellanteller) aus und streut Zuckerpulver auf dieselbe, so ent­steht ein Farbenspiel, das aus Gelb in Grün, schließlich in Blau übergeht; nach einer Stunde etwa ist die Färbung ver­schwunden. Der Staub erzeugt in kleinsten Mengen heftiges Niesen, weßhalb beim Dispensieren Vorsicht nötig ist.
Anw. Meist äufserlich in Salben oder weingeistiger Lösung; selten innerlich und subkutan.
Antipyrinum. Dimethyloxychinizin. OnHuNjO. Künstlich dargestelltes, zur Chinollnreihe gehörendes Alkaloid, welches sich nicht in der Natur vorfindet.
Ansehnliche, säulenförmige, farblose Krystalle oder ein krystallini-sches Pulver von beinahe weifser Farbe, kaum merklichem Geruch und milde bitterem Geschmack, bei 110—113deg; schmelzend. 1 Teil Antipyrin lost sich in weniger als 1 Teil kaltem Wassers, in ungefähr 1 Teil Wein­geist, in 1 Teil Chloroform, aber erst in etwa 50 Teilen Aether.
Die wässrige Lösung (1 = 100) gibt mit Gerbsäurelösimg eine reichliche weil'se Fällung. 2 Cc. der Lösung werden durch 2 Tropfen rauchender Salpetersäure grün und durch einen nach dem Erhitzen zum Sieden zugesetzten weiteren Tropfen dieser Säure rot gefärbt. 2 Cc. einer noch verdünnteren Lösung (1 = 1000) geben mit einem Tropfen Eisenchloridlösung eine tiefrote Färbung, welche auf Zusatz von 10 Tropfen konzentrierter Schwefelsäure in Hellgelb übergeht.
Prüf. Die wässerige Lösung (1 = 2) sei neutral, farblos oder schwach gelblich, frei von scharfem Geschmack und werde durch Schwefel­wasserstoff nicht verändert. Anw. Soll als Ersatz des Chinins dienen. Zum gleichen Zwecke wurden die künstlich dargestellten Alkaloide Chinolin, Kairin und Thaliin empfohlen, doch werden dieselben vom Antipyrin verdrängt.
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Rezeptierkunde.
Unter Berücksichtigung der Arzneiformen.
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Allgemeine Rezeptierkunde.
Die Rezeptierkunde oder Arzneiverordnungslehre zeigt, wie Arzneimittel nach allgemein gültigen Regeln in passenden Formen zu einer Vorschrift zusammengestellt werden, nach welcher die­selben zu einer Arznei zubereitet werden können. Sie setzt deswegen die Kenntnis der Arzneimittel voraus.
Die Formen, in welchen Arzneien verordnet werden, heißen:
a. Formulae ofßcinales, officinelle Formeln. Es sind diejenigen, welche die Landes-Pharmakopöen vor­schreiben, und welche auch, ohne daß sie besonders verordnet werden, in den Apotheken vorrätig sind,
h. Formulae magistrales, Magistralfo rmeln. Es sind diejenigen, welche erst nach der Verordnung des Arztes bereitet werden müssen.
in Bezug auf Verwendung und Zusammensetzung unter­scheidet man:
Formulae internae seu medicinales, solche, welche Arzneien
zum innerlichen Gebrauch enthalten; Formulae externae seu chirurgicae, solche, welche Arzneien zum äußerlichen Gebrauch enthalten, wohin auch Kly-styre, Maulwässer, Einspritzungen gerechnet werden; Formulae simplices, einfache Formeln, enthalten nur ein Arznei­mittel ; Formulae compositae, zusammengesetzte Formeln, enthalten deren mehrere. Die aufgestellten Formeln heißen Rezepte, von recipio, ich nehme auf, und beginnen mit dem Worte: Becipe (nimm), welches durch die Abkürzungen B. oder Rec. ausgedrückt wird. Jedes einfache Rezept besteht aus 4 Teilen:
1)nbsp; der Ueberschrift mit Ort, Jahr und Datum der Arz­neiverordnung,
2)nbsp; dem Arzneimittel,
3)nbsp; der Signatur, welche die Gebrauchsanweisung enthält,
4)nbsp; der Unterschrift des verordnenden Arztes.
Die zusammengesetzten Rezepte bestehen aus 5 Teilen: 1) der Ueberschrift mit Ort, Jahr und Datum,
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2)nbsp; den Arzneimitteln,
3)nbsp; der Angabe, was aus den Arzneimitteln bereitet werden soll, ob Pulver, Pillen, Latwergen u. s. w.,
4)nbsp; der Signatur.
5)nbsp; der Unterschrift.
Beispiele für einfache Rezepte:
Hannover, d. 1. II. 86. R. Tartari stibiati pulverati, Orammata decem. Signa. In das Saufwasser zu geben.
Für ein Pferd des Herrn N. N. Unterschrift. R. Tincturae Cantharidtim. Grammata triginta. Signa. Zum Einreiben der bezeichneten Stelle. Für einen Hund des Herrn N. N. Unterschrift.
Beispiele zusammengesetzter Rezepte.
Hannover, d. 1. II. 86. R. Natrü stdfurici, Grammata 360,
Alo'fis lucidae ptäveratae, Grammata 30, Eadicis Gentianae imlveratae, Grammata 60. Syrupi communis quantitatem suffidentem. Misce ut fiat clectuarium. Signa. In einem Tage zu verbrauchen.
Für ein Pferd des Herrn N N. Unterschrift.
Hannover, d. 1. II. 86. R. Natrü bicarbonici, Decigrammata 35. Extradi Aloes, Centigrammata 25, Sued Liquiritae, Deeigrammata 25,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;v
solve in Aquae pidvialis, Grammatis 100. Signa. Alle drei Stunden einen Eßlöffel voll zu geben. Für einen Hund des Herrn N. N. Unterschrift. Die Arzneimittel eines zusammengesetzten Rezeptes werden häufig unterschieden in:
Hauptmittel (Basis), Unterstützungsmittel (Adjuvans). Verbesserungsmittel (CorrigensJ, Gestaltgebendes Mittel (Vehiculum oder ConstitnensJ. Von dem Hauptmittel erwartet man die eigentliche Wirk-
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ung. Das Unterstützungsmittel soll die Wirkung des Haupt­mittels unterstützen oder modifizieren. Das Verbesserungsmittel soll entweder unangenehme Nebenwirkungen beseitigen oder den Geschmack der Arzneien einhüllen. Das Vehikel bedingt namentlich die Form der Arznei. In den beiden angeführten Beispielen stehen die vier Mittel in der Reihenfolge unter ein­ander, wie es denn überhaupt Regel ist, das Rezept mit dem Hauptmittel zu beginnen, dann das Unterstützungsmittel, das Verbesserungsmittel und das Vehikel folgen zu lassen.
Es ist jedoch nicht notwendig, daß jedes zusammengesetzte Rezept aus den vier Mitteln bestehe. Das Unterstützungsmittel und das Verbesserungsmittel können fehlen, und es kann das Vehikel die Stelle beider vertreten, in welchen Fällen es zweifel­haft bleibt, was unter Gorrigens oder Vehikel zu verstehen. Die Gorrigentien, wenn sie nur den Zweck haben, den Geschmack der Arznei zu verbessern, sind in der Tierheilkunde oft ent­behrlich. Das Vehikel ist eine Flüssigkeit oder ein schleimiges Bindemittel (Altheepulver, Leinsamenpulver, Mehl u. s. w.), oder ein anderes Mittel, wodurch z. B. bei trocknen Arzneien die Masse vermehrt wird.
Werden ungewöhnlich starke Dosen verordnet, so muiä das Gewicht dieser Dosis entweder unterstrichen oder mit einem ! versehen werden.
Soll ein Rezept eilig gemacht werden, so schreibt man über das Datum das Wort cito! oder statim!
Soll ein Rezept nochmals erneuert werden, so bemerkt man dieses an der linken freien Stelle des Rezeptblattes mit dem Worte repetetur (repet.) oder reiteretur (reit.). Geschehen die Wiederholungen öfters, so kann das jedesmalige Datum unter oder neben die Reiteratur gesetzt werden.
Es sei z. B. ein Rezept am ersten Juli zuerst angefertigt, und soll am 3., 6. u. s. w. erneuert werden.
Hannover, den 1. Januar 1886. repet. d. 3. 1. 86 R- Sydra/rgyri hichlomti corrosivi,
-------'-—:—'-—-----:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Deciyrammata 12,
„ a. b. i. öd.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;solve in
Alkoholis Vini, Grammatis 30. Signa. Zum Einreiben.
Die Gewichte werden entweder mit Worten oder mit Zeichen und Zahlen ausgedrückt.
Seit Einführung des Grammgewichts existiert ein eigent­liches Medizinalgewicht nicht mehr. Es gilt überall das neue Gewicht, dessen Einheit das Gewicht von 1 Cubikcentimeter Wasser bei 4deg; C. = 1 Gramm ist. Bei der Teilung bedient
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man sich entweder der ganzen Worte oder der Buchstaben oder der Decimalzahlen:
1 Grammnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; = 1 # = 1,0.
1 Decigramm — \ dg =0,1. 1 Gentigramm — \ cg = 0,01. 1 Milligramm = \ mg = 0,001. Die Declination des Wortes Gramma ist:
Gramma,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Grammata,
Grammatis,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Grammatum,
Grammati,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Grammatis,
Gramma.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Grammata.
Die früher gebräuchlichen Medizinalgewichte waren:
das Gran, Granumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;= gr. 0,0625 g
der Scrupel, Scrupulus — 3 1,25 raquo; die Drachme, Drachma = 3 3,75 raquo; die Unze, Unicanbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; = l 30,00 raquo;
das Pfund, Libranbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;= ti 360,00
1 Scrupel 9' = 20 Gran,
1 Drachme 3 =: 3 Scrupel = 60 Gran,
1 Unze 1=8 Drachmen = 24 Scrupel = 480 Gran,
1 Pfund toi = 12 Unzen.
Die Längenmafse, Flächen-, Körper- und Zahlmafse sind die nach dem metrischen System allgemein eingeführten Mafse.
Die Grundlage der Körpermafse und Hohlmafse ist das Kubikmeter. Die Einheit ist der tausendste Teil eines Cubikmeters = 1 Liter oder Kanne, '/a Liter ist ein Schoppen.
Das Gewicht eines Liter Flüssigkeit hängt vom spec. Geweht der Flüssigkeit ab. 1 Liter Wasser = 1000 Cubikcentimeter wiegt bei 4deg; C. 1 Kilogramm = 1000 Gramm.
Nach der Ph. G. sollen Mafse nicht gebraucht werden, sondern alle Flüssigkeiten gewogen werden, doch mögen folgende Angaben zur allge­meinen Orientierung dienen.
1 gewöhnlicher Stalleimer fafst au Wasser 12000 g,
1 Weinglas...........= 90 raquo;
1 Tasse...........= 120 raquo;
1 Efslöffel..........= 15 raquo;
1 Theelöffel..........=nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3 raquo;
Tropfen, Gutta. Das Gewicht der Tropfen ist sehr verschieden. Nach den Vorbemerkungen zur Arzneitaxe sollen von den fetten und spec, schweren ätherischen Gelen und von den Tinkturen 20 Tropfen, von den übrigen ätherischen Gelen, dem Chloroform, dem Essigäther und Aether-weingeist, 25 Tropfen, von Aether 50 Tropfen auf 1 g berechnet werden. Von wässerigen Flüssigkeiten entsprechen 16 Tropfen einem Gramm.
Das Gewicht der Tropfen richtet sich nach den Eigenschaften der Flüssigkeiten und nach der Beschaffenheit der Gefässe, aus welchen sie getropft werden, so dafs obige Angaben nur allgemein sind.
Ganz unzuverlässig sind die Raumgefäfse für trockne Substanzen, als Pulver, Kräuter, Wurzeln u. s. w., wie schon die Getreidemasse, die in dieser Hinsicht doch am genauesten sein sollten, je nach dem spec. Ge­wicht der Körner verschieden ausfallen müssen. Man gebraucht sie des­wegen fast gar nicht mehr.
Arnold, Pbarmakognosie etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -.o
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1 Arm voll oder Bund, Fasciculus = 180 g, 1 Hand voll, Manipulus . . . . = 15—90 g,
1 Prise, Pugillus.......= 2—7,5 g,
1 Messerspitze voll......= 0,6—1,2 g.
Abkürzungen sind zulässig, doch müssen solche vermieden werden, die einen Irrtum veranlassen können. Ferr. sulf. z. B. kann sowohl Ferrum sulftiratum als Ferrum siäfuricum gedeutet werden.
Die gebräuchlichsten Abkürzungen sind folgende: ää = ana, von Jedem gleich viel, c. = cum, mit. G.c. = concisa et contitsa, zerschnitten und zerquetscht. D. = da seu detur, gib oder es werde gegeben. S. = signa, bezeichne. Disp. = dispense, verabreiche. Div. = divide, teile.
F. = fiat oder fiant, os werde. F.l.a. = fiat lege artis, es werde nach den Regeln der Kunst. Gtt. = gtt., gutta, Tropfen. M.D.S. = misce, da, signa, mische, gib, bezeichne. M.f. = misce, fiat, mische, es werde. Q.s. = quantum satis oder quantitas sufficiens, so viel genug
ist oder genügende Menge. Hb. = Herta, Kraut. Fl. = Flares, Blumen, Rad. == Radix, Wurzel, Rhiz. = Rhizom. Rect. = rectificatus, rectificiert. Rectff. = rectificatissinuis, höchst rectificiert. Tinct. = Tinctura, Tinktur. Ungt. = Unguentum, Salbe. Gol. = Colatura, Golatur. Inf. = Infusitm, Aufguß. Dec. = Decoctum, Abkochung.
Andere Abkürzungen ergeben sich im Gebrauche von selbst.
Die früher an Stelle von Abkürzungen gebrauchten aus den alche-mistischen Schriften stammenden Zeichen werden nicht mehr gebraucht. Zuweilen findet man solche bei älteren Verordnungen noch angeführt, und mögen einige der Merkwürdigkeit halber hier Platz finden.
i-J-lt; = Acetura.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Q){ = Sal ammoniacum.
= Acidum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Q = Spiritus.
V = Aqua.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; A = Sulfur
ZSt = Camphora.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;
lt;? = Ferrum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;#9633; = Tartarus.
S = Stibtum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; reg; — Aurum (auratus).
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—^
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J = Argentumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; @ = Sal.
^ = Hydrargyrum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; X = Hora.
(jp = Nitrum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; J = Pulvis.
Wiederholungen sucht man auf Recepten möglichst zu vermeiden. Wenn daher mehrere Wurzeln, Kräuter oder Blumen u. s. w. vorkommen, so werden sie unter einander gesetzt. Ebenso werden gleiche Gewichte verschiedener Substanzen durch das Zeichen ää. {anaj angedeutet, z. B.
R. Bhieomatis Calami.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;iii
Radicis Gentianae, ää. Granunata 50. Foliorum Menthae piperitae, Herhae Absinthii, ää. Grammata 25. Misce fiat pulvis u. s. w.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; • ; \-\
Werden mehrere Verordnungen auf ein und dasselbe Pa­pier geschrieben, so müssen sie durch einen Querstrich oder durch ein # von einander getrennt werden, und das neue Re­zept muß wieder mit einem Rc. beginnen. Muß ein Teil der Verordnung wegen Mangels an Raum auf die andere Seite des Papiers geschrieben werden, so ist dieser Umstand durch „vertequot; zu bemerken.
Jedes Ausstreichen und Korrigieren soll auf dem Rezepte vermieden werden. Man schreibe lieber das Rezept noch einmal.
Obgleich es sich von selbst versteht, daß Flüssigkeiten in Gläsern, Salben in Kruken, Pulver in Papier verabreicht werden, so wird unter Umständen die Verpackung der Arznei anzu­geben sein. Es heißt: Detur in charta oder ad chartam, es soll in Papier, detur ad vitrum oder in vitro, es soll in ein Glas, detur ad ollam oder in olla, es soll in eine Kruke gegeben werden. Größere Quantitäten Flüssigkeit werden in einer Flasche, lagena, Pulver zuweilen in einer Schachtel, scatida, dispensiert. Zur Ersparung von Kosten werden die Gefäße zuweilen in die Apotheke geliefert. Man schreibt dann: Detur in olla allata, vitro allato u. s. w.
Die Signatur oder Gebrauchsanweisung wird an der fer­tigen Arznei befestigt. Sie muß die Bezeichnung des Kranken, die Art und Weise, wie die Arznei angewendet werden soll, und das Datum enthalten, und mit der Gebrauchsanweisung und dem Datum auf dem Rezepte völlig übereinstimmen.
Die Signaturen werden auf eigene Zettel geschrieben,
welche an die Gefäße geklebt oder gebunden werden; bei Salben
und Latwergen auf die Tektur des Gefäßes, bei Arzneien, die
in Papier dispensiert werden, kann die Signatur auch auf das
Papier geschrieben werden.
Es ist üblich, Arzneien, die zum innerlichen Gebrauch be-
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stimmt sind, mit Signaturen von weißem Papier, solche, die zum äußern Gebrauch bestimmt sind, mit Signaturen von blauem oder einem anders gefärbten Papier zu versehen. Starke Dosen von Giften sollten niemals ohne das Zeichen „Gift!quot; dispen­siert werden.
üebrigens erfordert die Aufstellung eines Rezeptes große Umsicht, damit nicht Substanzen zusammengebracht werden, die nicht zu einander passen. Es sind deshalb in den früheren Abschnitten die Eigenschaften der Arzneimittel besonders her­vorgehoben und ist ferner eine Tabelle (H) beigegeben, welche miteinander in Arzneien unverträgliche Substanzen aufführt. Es kommen jedoch öfters Formeln vor, die zwar chemisch un­richtig sind, sich jedoch durch Erfahrung bewährt haben.
Spezielle Rezeptierkunde.
Je nach der Form, in welcher die Dispensation der Arznei­mittel stattfindet, unterscheidet man
a.nbsp; die trockne Form, zu welcher die Pulver und die Species gehören;
b.nbsp; die weiche Form. Latwergen, Pillen, Bissen, Pflaster, Salben, Breiumschläge;
c.nbsp; nbsp;die flüssige Form. Mixturen, Auflösungen, Aufgüsse, Abkochungen, Einreibungen^ Emulsionen, Tropfen;
d.nbsp; die Gas- oder Dampl'form. Desinfizierende Räucher­ungen mit Chlor, Salzsäure, Salpetersäure, Essigsäure, brenzlichen Dämpfen etc. Ferner die sogenannten Dampf- oder Qualmbäder, Tabaksrauch-Klystiere etc.
Pulvis, Pulver.
Die meisten Arzneistoffe müssen, um gepulvert werden zu können, zuvor nochmals ausgetrocknet werden, welches bei einer 50deg; G. nicht überschreitenden Temperatur geschieht.
Zähe Substanzen, wie Rinden und Wurzeln, werden vor dem Austrocknen erst zerschnitten.
Gummiharze werden gepulvert, nachdem sie vorher eine Zeit lang der Winterkälte ausgesetzt gewesen sind, indem sie in der Wärme zusammenballen.
Das Pulvern geschieht in eisernen Mörsern. Wird das Eisen von der zu pulverisierenden Substanz angegriffen, so be­dient man sich der Mörser von Porzellan oder Marmor.
Um die feineren von den gröberen Teilen zu trennen, werden sie durch Siebe gesiebt, welche in verschiedenen Graden der Feinheit vorhanden sind.
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Man unterscheidet
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pulvis grossns, grobes Pulver,
pulvis subtilis, feines Pulver,
pulvis suhtilissimus, pulvis alJcoholisattis, feinstes Pulver.
Je feiner das Pulver ist, um so wirksamer ist es im all­gemeinen. Werden Arzneisubstanzen zum Einstreuen und zu Salben verwendet, so wird in der Regel das feinste Pulver nötig sein.
Metallische Pulver werden, um sie recht fein zu bereiten, auf einem Reibsteine mit Läufer, wie ihn die Maler gebrauchen,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ( !
oder in einem Porzellanmörser mittelst Wasser zu einem Brei angerührt und längere Zeit gerieben, darauf gewaschen und getrocknet. Ein solches Pulver heißt präpariert oder lävigiert, z. B. Hydrargyrum oxydahm ruhrum prueparatum, Stibium std-furatum nigrum laevigatum.
Die Pulver sind einfache, gemischte, dividierte und dis­pensierte.
I.nbsp; Einfache Pulver. Sie bestehen nur aus einem Teile und sind als einfache Formeln, wie oben angegeben, zu be­trachten.
B e i s p.: R. Pulveris Bhizoniatis Veratri, Decigrammata quinque.
Da in charta. Signa. Auf ein Mal zu geben.quot; Abgekürzt. R. Ptdv. MMz. Veratri, 0,5.
D. S. Auf ein Mal zu geben.
II.nbsp; Gemischte Pulver. Bei der Bereitung der gemisch­ten Pulver werden in der Regel die kleineren Quantitäten zu­erst abgewogen, im Mörser innig gemischt und nach und nach die größeren Quantitäten hinzugefügt. Besonders ist das bei heftig wirkenden Substanzen zu beobachten.
Die Formel lautet „Misce fiat pulvisquot;, da hierin bereits die Anweisung enthalten ist, so braucht bei den einzelnen Ingre­dienzen das Wort „pulvisquot; nicht angeführt zu werden. Man wird natürlich von jedem Ingredienz das Pulver nehmen und nicht dieselben mischen und dann pulverisieren. Oder man fügt das Wort „ptdvisquot; oder „ptdverisatusquot; den einzelnen In­gredienzien bei und setze die Formel M. D. S.
Beisp.: 1) R. Natrii sidfurici, Grammata quadringenta.
Fructuum Juniperi, Grammata centum et viginti. Radicis Gentianae.
Rhizomaüs Calami, ana Grammata quinquaginta.
Misce fiat pulvis.
t
Detur in charta. Signetur: Auf das Futter zu streuen.
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Abgekürzt: R. Natr. sulfuric, g 400. Fruct. Jimip., g 120. Rad. Gentian. Rhizmn. Calami, ää g 50. M. f. pul/o. D. S. Auf das Futter zu streuen. 2) R. Pulver is Natrii sidfurici, Grammata qtiadringenta.
—nbsp; nbsp; nbsp; Fructuum Jnniperi, Grammata centum et
vlginti.
—nbsp; nbsp; nbsp; Badicis Gentianae.
—nbsp; nbsp; nbsp; JRhizomatis Calami, ana Grammata quin-
qttaginta. Misce, Da, Signa. Auf das Futter zu streuen. Abgekürzt: R. Pulv. Natr. sidf., g 400.
—nbsp; nbsp; nbsp;Fruct. Junip., g 120.
—nbsp; nbsp; nbsp;Pad. Gentian.
—nbsp; nbsp; nbsp;Phiz. Calami, ää. g 50.
M. D. 8. Auf das Futter zu streuen. Als Beispiel, wie Pulver verordnet werden, die in sehr feinem Zustande angewandt werden müssen, möge folgendes dienen: R. Zinci sidfurici, Decigrammata quindecim.
Sacchari alhi, Grammata tria. Misce fiat pulvis suhtilissimus. Detur in vitro. Signetur: Augenpulver. Abgekürzt: R. Zinci sidf., dg 15. Sacchar., g 3. M. f. pulv. suhtilissm. D. in vitro. S.: Augenpulver. III. Dividierte Pulver. Wenn es nötig ist, daß eine größere Quantität Pulver in bestimmten Dosen eingeteilt werde, so lautet die Formel:
Misce fiat pulvis, divide in (x) partes aequales. Oder: Misce et divide in u. s. w. Beisp.: 1) R. Kalii nitrici, g 60.
Padicis Liquiritiae, g 25. Fructus Anisi.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Foenicidi, ana g 15.
Misce fiat pidvis. Divide in partes aequales quatuor. Signa: Täglich dreimal ein Pulver in Va Flasche Wasser geschüttelt einzugeben. Abgekürzt: R. Kalii nitric, 60,0. Pad. Liquirit, 25,0. Fruct. Foenic.
—nbsp; nbsp; nbsp;Anisi, ää. 15,0.
M. f. pulv. Div. in IV. ^raquo;art. aeq. S.: Täglich u. s. w.
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2) R. Pulveris Kalii nitrici, g 60.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Radicis Liquiritiae, g 25.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Fruct. Foeniculi.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;— Anisi, ana g 15. Misce et divide in paries aequales quatnor u. s. w.
Abgekürzt: R. Pidv. Kalii nitric. 60,0.
—nbsp; nbsp; nbsp;Rad. Liquirit., 25,0.
—nbsp; nbsp; nbsp;Fruct. Foenic.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; — Anisi, aa. 15,0.
M. Div. in IV. part. aeq. u. s. w.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ffj
Als Beispiel größerer Mengen dividierter Pulver möge fol­gendes dienen:
3) R. Foliorum Digitalis pttrjmreae, Centigrammata
septuaginta quinqne.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 11 !
Tartari stibiati, Centigrammata viginti quinque. Kalii nitrici, Decigrammata viginti quinque.
Sacchari alhi, Grammata octo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;[ |
Misce fiatpulvis. Divide inpartes aequales duodecim. 8.: Morgens und Abends ein Pulver mit etwas Wasser einzugeben. Abgekürzt: R. Fol. Digit, purp., cg 75 (0,75). Tart, stibiat., cg 25 (0,25). Kali nitr., dg 25 (2,50). Sacch. alb., g 8 (8,00). 31. f. pulv. Div. in XII. part. aeq.
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IV. Dispensierte Pulver. Soll eine genau bestimmte Gabe einem Kranken in bestimmten Zwischenräumen wieder­holt beigebracht werden, so verordnet man solcher Gaben so viel auf einmal, als man für nötig hält. Oder es können auch mehrere Kranke vorhanden sein, denen eine gleiche Dosis ver­abreicht werden soll. Die Formel lautet: Misce fiat ptdvis. Dispense tales doses Nro — oder: Misce et dispense u. s. w. Bei Anfertigung dispensierter Pulver wird ganz so verfahren, wie bei Anfertigung dividierter. Man wägt die Gesammtmengen der einzelnen vorgeschriebenen Ingredienzien ab, mischt und teilt dieselben in so viel Teile, als Dosen angegeben. Beisp.: 1) R. Hydrargyri chlorati mitis, Centigrammata 25. Tuberum Jalapae, Centigrammata 125. Misce fiat ptdvis. Dispense tales doses numero quinque. Signa: Jedem Hunde ein Pulver zu geben. Für fünf Hunde des Herrn N. N. Abgekürzt: B. Hydr. chlorati mitis, cg 25 (0,25). Tub. Jalapae, cg 125 (1,25). M. f. ptdv. Disp. tal. dos. Nro. V.
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Man wägt in diesem Falle 1,25 g Calomel und 6,25 g Jalapenpulver in den Mörser, mischt und wägt für jede Dosis 1,50 g des Gemisches ab.
2) R. Stibii sulfurati nigri, Grammata quindecim. Fructns Änisi.
— Foenictili, ana Grammata triginta. Natrii chlorati, Grammata quadraginta. Misce fiut pulvis. Dispense tales doses numero quatuor. Signa: Einen um dem andern Tag ein Pulver auf das Futter zu geben. Abgekürzt: R. Stib. sidfur. nigr., g 15 (15,0). Fruct. Anis.
— Foenic, ää. g 30 (30,0). Natr. muriat, g 40 (40,0). M. f. pidv. Disp. tal. dos. Nro. IV.
Elaeosaccharum.
Ist eine Form, in welcher ätherische Oele verabreicht werden. Mit je 2 g weißen gepulverten Zuckers wird je 1 Tropfen des gewünschten ätherischen Oeles verrieben, z. B.: Elaeosaccharum Foeniciäi. R. Sacchari alhi ptdverati, 2,0.
Olei Foenictdi, gtt. 1. Misce.
Species. Thee form.
Man versteht darunter zerschnittene oder gröblich zer­stoßene Arzneisubstanzen, welche durch Schneiden mit dem Schneidemesser oder Wiegenmesser und Durchsieben durch ein weites Drahtsieb, sog. Speciessieb, in diese Form gebracht sind. Es gibt einfache und gemischte Species. Sie dienen zu Abkoch­ungen, Aufgüssen, zu trocknen und nassen Umschlägen, finden aber in der Tierheilkunde wenig Anwendung. Man behilft sich hier in der Regel mit einfacheren Mitteln, als Pfeffermünze, Leinsamen und Kamillen.
Vielfache Verwendung finden in dieser Beziehung die so­genannten Heublumen oder Heusamen, die auf den Böden ab­fallenden feineren Teile von gutem einschurigen Wiesenheu. Ein lateinischer Name ist diesem Mittel nicht gut beizulegen, da dasselbe sowohl Blüten als Samen von Gräsern und anderen Wiesenpflanzen enthält. Je nach Umständen sind in diesen Heublumen aromatische und adstringierende Stoffe vorhanden. Sie lassen sich zu Umschlägen, Blähungen, Qualmbädern u. dergl. verwenden, und können, wenn es nötig ist, zerstoßen oder zerschnitten und durchgesiebt werden.
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Die Formel lautet: Concisa et conttisa tnisce, ut fiant species, wenn Samen oder solche harte Substanzen zugegen sind, die vorher erst zerstoßen (cotundiert) werden müssen. Ist letzteres nicht der Fall, so bleibt „contusaquot; weg. Beisp.: 1) R. Badicis Liquiritiae.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Althaeae, ana Grammata 10. Frucfus Foenictdi, Grammata 5.
Concisa et contusa misce, td ßant species.
Signa: Mit 4 Tassen heißen Wassers zu über­gießen, nach einer halben Stunde durch­zuseihen und dem Hunde öfters einen Eßlöffel voll davon einzugeben. Abgekürzt: R. Bad. Liquirit.
—nbsp; nbsp; AUL, ää. g 10 (10,0). Fruct. Foenic, g 5 (5,00).
C. c. m. f. spec. Signa u. s. w. 2) R. Florum Chamomillae, Grammata centum.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ärnicae, Grammata qtdnqnaginta. Herhae Serpylli, Grammata vingiti qninque.
Concisa misce, id fiant sptecies.
Signa: Mit 4 Liter kochenden Wassers zu übergießen, nach einer Stunde durch­zuseihen und die Brühe zu Wasch­ungen zu verwenden. Abgekürzt: R. Flor. Chamom., g 100 (100,0).
—nbsp; nbsp; nbsp;Arnic, g 50 (50,0). Hb. Serpylli, g 25 (25,0).
C. m. f. spec. Signa u. s. w. Zu Umschlägen werden die Species meist in Form grober Pulver angewandt, und kann man in diesem Falle zwischen Species und gemischtem Pulver keinen Unterschied angeben.
Electuarium. Latwerge.
Ist eine teigartige, halbfeste Arznei aus Pulvern und einem flüssigen süßen Safte, oder statt dessen aus einem schleimigen Bindemittel und Wasser bestehend. Sie dient nur zum Innern Gebrauch und hat in der Begel eine solche Consistenz, daß sie nicht mehr vom Löffel fließt (Honigconsistenz). Es richtet sich aber nach Umständen, ob sie steifer oder flüssiger bereitet werden soll und müssen bezügliche Angaben auf den Rezepten bemerkt werden.
Es ist nicht zweckmäßig, Quantitäten von Latwergen zu verordnen, die längere Zeit vorrätig gehalten werden müssen, weil sie, wenn sie süße Säfte enthalten, leicht in Gährung über­gehen oder bei schleimigen Bindemitteln leicht zu hart werden.
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In letzterm Falle kann man durch Zusatz von Wasser die richtige Form zuweilen wieder herstellen.
Die Quantität des süßen Saftes oder des schleimigen Bindemittels muß im allgemeinen angegeben werden, da von süßen Säften manche pulvrige Arzneistoffe so viel erfordern, daß wenn man die Angabe durch „quantum satisquot; ausdrücken würde, die Arznei übermäßig verteuert würde. Man kann, wenn die Menge des Saftes bestimmt ist, durch Wasserzusatz die richtige Gonsistenz herbeiführen. Pulvrige Kräuter und Wurzeln erfordern oft das Dreifache ihres Gewichtes an gereinigtem Honig; Salze erfordern weniger, weswegen man bei Latwergen mit großem Salzgehalt die Anweisung „quantum satisquot; ge­brauchen kann.
Die Menge des schleimigen Bindemittels ist ebenfalls nach den Ingredienzien zu richten. Bei pulvrigen Kräutern oder Wurzeln genügt 1 Teil Altheepulver oder Mehl auf 6 Teile des Pulvers, bei Salzen 2 Teile auf 6 Teile Salz. Von Leinsamen­mehl ist fast das Doppelte wie von Altheepulver und Mehl er­forderlich.
Zur Bereitung der Latwerge mischt man die Pulver nach den allgemeinen Begeln und fügt dann die nötige Flüssigkeit nach und nach hinzu. Die Formel lautet: 3Iisce fiat electuarium, oder: quantum satis, id fiat electuarium. Die fertige Latwerge wird in Kruken dispensiert, mit Wachspapier und einer Tektur von weißem Papier Überbunden, worauf die Signatur zu schreiben ist.
Soll die Latwerge eine steife Gonsistenz haben, so schreibt man „fiat electuarium spissumquot;, soll sie dünner sein „fiat elec-tuaritim mottequot;,
Beisp.: 1) B. Pulver is Tartari stibiati, 10,0.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Boracis, 150,0.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;JRadicis Älthaeae.
—-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; — Liquiritiae, ana 25,0.
Aquae iiluvialis quantum satis. Misce fiat electuarium. Da in olla.
Signa: Drei Mal täglich einen Spatel voll einzugeben.
2)nbsp; B. Hydrargyri chlorati mitis, 10,0.
Fulveris Folior. Digitalis, 15,0.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Natrii sulfurici, 200,0. Sued Juniperi quantum satis,
tit fiat electuarium. Da in olla.
3)nbsp; B. Fulveris Kalii nitrici 25,0.
—nbsp; nbsp; nbsp;Natrii sulfurici, 200,0.
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Farinae Tritici, 50,0. Aquae fontanae, quantum satis. Misce fiat electuarium. Da in olla.
4)nbsp; R. Camphorae tritae.
Pulveris Folior. Digitalis, ana g 10. Sulfuris aurati Antimonii, g 15. Pulveris Fructuum Foeniculi.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; — Anisi.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Baclicis Gentianae, ana g 50. Farinae Tritici et Aquae fontanae quantum
satis, ut fiat electuarium. Da in olla. Signa u. s. w. In diesem Falle setzt man erst das Wasser zu, dann die erforderliche Menge Mehl, welche kaum 30 g betragen wird.
5)nbsp; R. Sulfuris aurati, Antimonii, 7,5.
Pulveris Padicis Liquiritiae,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; — Althaeae, ana 50,0.
Aquae fontanae quantum satis, ut fiat electuarium
molle. Da in olla. Signa u. s. w. Weil es sich von selbst versteht, daß zu Latwergen und Pillen die Arzneisubstanzen in Pulverform angewandt werden, so ist der Zusatz „Pulvisquot; nicht gerade notwendig.
Pilulae. Pillen.
Unterscheiden sich von der Latwerge durch steifere Con-sistenz und Form.
Es paßt daher für die meisten Arzneisubstanzen, welche in Latwergenform Anwendung finden, auch die Pillenform, und hängt es von Umständen ab, welche Form zu wählen ist. Scharfe Stoffe, die leicht örtliche Reize hervorbringen, heftig wirkende und widerlich riechende Mittel, deren Dosis entweder genau zu bestimmen ist, oder die leicht widerstehen, bringt man gern in Pillenform.
Bei der Anfertigung der Pillen gelten dieselben Regeln, wie bei den Latwergen, es muß aber die Menge des Binde­mittels meistens größer, der Zusatz von Wasser oder süßem Safte dagegen geringer sein. Heftig wirkende, im Wasser lös­liche Stoße, wie Sublimat, Strychnin u. dgl., sucht man vorher besonders in Auflösung zu bringen, oder mit Wasser möglichst fein zu zerreiben, falls zuviel Wasser zur Lösung nötig ist.
Pillen für grössere Tiere werden Bali oder Bissen genannt. Sie werden von dem Gewicht von 15—40 (/ bereitet, entweder mit Mehl bestreut, meistens aber in nicht zu hartes Papier in Form eines Cylinders eingewickelt. In diesem Falle kann die
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Menge des Bindemittels geringer sein. Wenn die Masse nicht gar zu bröcklich ist, läßt sie sich durch Papier genügend zu­sammenhalten.
Für kleinere Tiere werden die Pillen zu runden Kügelchen formiert und, um das Zusammenballen zu verhindern, mit einem Pulver bestreut. Größere Quantitäten, die aber selten vorkom­men, werden auf der Pillenmaschine abgeteilt, kleinere Quan­titäten werden abgewogen.
Die Formel lautet in beiden Fällen gleich: Misce fiat massa ex qua formentitr pilulae (boli) Nro. — oder Misce fiant pilulae Nro. —.
Zuweilen wird die Vorschrift zu einer einzelnen Pille auf dem Rezepte angegeben und dabei bemerkt, wie viel solcher Pillen bereitet werden sollen. Dann heißt die Formel: Misce fiat pilula, dispense tales doses Nro. —.
Das zum Bestreuen dienende Pulver heißt das Consper-gierpulver. Ist dieses erforderlich, so heißt der Zusatz: Consper-(jentur oder Consperge pulvere.
Beisp. 1) R. Ämmonii chlorati, 25,0. Pulveris Fructus Anisi.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Radicis Liquiritiae.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;— Älthaeae, ana 50,0. Aquae fontanae quantum satis.
Misce fiat massa, ex qua formentur piltdae Nro. VI. Da. Signa.
2)nbsp; R. Ojni ptm pidverati, 7,5.
Plumbi acetici.
Pulveris Radicis Gentianae, 5,0.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;— Älthaeae, 50,0. Aquae ptdvialis quantum satis. .
Misce fiant pilulae Nro. VI. Da. Signa.
3)nbsp; R. Colophonii pidverati.
Kalii nitrici pidverati, ana 15,0. Farinae secalinae. Saponis viridis, ana 10,0. Aquae fontanae quantum satis. Misce fiat massa, ex qua formetur pilula Nr. I. Dispense tales doses Nro. VI. Da. Signa.
4)nbsp; R. Hydrargyri chlorati mitis, g 4.
Aloes lucidae pulveratae, g 15. Saponis viridis quantum satis.
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Misce fiat pilula.
Dispense tales doses Nro. V. Da. Signa.
In den angeführten Beispielen kann die Formel ebenso wohl auf bolns wie auf pilula Anwendung finden, und würde man im ersten Falle schreiben: Misce fiant holi u. s. w. 5) R. Gummi Gutti.
Hydrargyri chlorati mitis, ana, dg 5. Fidveris Radicis Althaeae.
— Succi Liquiritiae, ana, dg 45. Aquae fontanae quantum satis. Misce fiat massa ex qua formenüir pilulne Nro. X. Consperge ptävere Radicis Liqidritiae. Da. Signa.
Soll Terpentinöl oder ähnliche Stoffe in Pillenform ge­bracht werden, so ist zu bedenken, daß das Terpentinöl den Schleim nicht bindend macht. Man muß dies durch einen Zu-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;\.
satz von Wasser zu erreichen suchen. Beisp.: R. Olei Terebinthinae, dg 75.
Pulveris Radicis Althaeae, g 15. Aquae fontanae quantum satis. Misce fiat massa ex qua fonnetur pilula Nro. una. Da. Signa. Zur Verabreichung von sehr flüssigen Stoffen, die man nicht gern in flüssiger Form gibt, kann man sich der Bolusform bedienen, z. B.:
R. Pulveris Radicis Althaeae, 30,0.
Aquae quantum satis id fiat bolus in quo instilla
Acidi hydrocyanici, 2,0.
D. S.: Sofort zu verabreichen.
Für das Pferd des Herrn N. N. Man verfertigt den Bolus, schiebt das Ende eines Glas­stabes oder Bleistiftes, mit etwas Wachspapier umwickelt, hinein, so daß nach dem Entfernen des Glasstabes das Papier in Form eines Hohlcylinders in dem Bolus sitzen bleibt. In diese Form wird die Flüssigkeit hineingegossen und rasch mit einem bereit gehaltenen Pfropf von der Bolusmasse verschlossen. Solche Arz­neiformen können ein Aufbewahren nicht ertragen.
Cataplasma. Breiumschlag. Eine zum äußerlichen Gebrauch bestimmte, breiartige Arz­neiform, welche aus trocknen, gröblich gepulverten oder fein zerschnittenen, meist vegetabilischen Substanzen, Blüten, Kräutern,
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Samen, Mehl, Kleie, Grütze, Brod oder Semmelkrume, die mit Hilfe von Wasser oder einer andern Flüssigkeit, Essig, Milch, Bier u. s. w. in diese Form gebracht sind, besteht.
Man unterscheidet rohe und gekochte Breiumschläge.
Die rohen werden bereitet, indem die pulverigen Arznei­mittel mit Wasser oder mit einem andern Vehikel nach Um­ständen warm oder kalt zusammengerührt werden. Die Formel lautet einfach: Äquae (oder anderes Vehikel) quantum satis, itt fiat cataplasma.
Beisp.: 1) R. Pulveris Seminis Sinapis, 750,0.
Äquae communis quantum satis, tit fiat cataplasma. Da. Signa: Senfpflaster. 2) R. Pulveris Seminis Lini, 200,0. Aquae fervidae quantum satis,
tit fiat cataplasma. Da. Signa: Leinsamenumschlag. Enthalten die zu Umschlägen zu verwendenden Pulver flüchtige Substanzen, so darf das Wasser als Vehikel nur lau­warm sein. Beisp.: R. Camphorae tritae, 7,5.
Pulveris Flormn Chamomillae, 50,0.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Seminis Lini, 200,0.
Aquae tepidae quantum satis, id fiat cataplasma. Da. Signa. Gekochte Breiumschläge kommen seltener in Anwendung, weil ihre Bereitung viel umständlicher ist. Die Formel lautet wie bei einem Dekokte: Coqtte cum Aquae fontanae qiiantitate sufficiente, tit fiat cataplasma. Beisp.: R. Foliorum Malvae, 200,0.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Belladonnae.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hyoscyami, aä. 25,0. Capitum Papaveris, 50,0.
Concisa et contma coque cum Aquae fontanae quan-titate sufficiente, tit fiat, cataplasma. Da. Signa. In der Praxis wird man diese Formeln der Breiumschläge selten benutzen. Man verordnet vielmehr die Substanzen ent­weder in Form eines groben Pulvers oder einer Species, und läM die Eigentümer die Umschläge selbst bereiten, wozu man die Anweisung entweder mündlich oder auf der Signatur gibt.
Emplastrum. Pflaster. Zähe, biegsame, mehr oder weniger klebrige Massen, deren Beschaffenheit sehr verschieden sein kann. Die Grundbestand-
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teile derselben sind Wachs, Harz und das Bleipflaster. Man unterscheidet demnach Wachspflaster, Ceratum, und Harzpflaster, Bropax. Sie werden in der Regel durch Zusammenschmelzen der Ingredienzien in gelinder Wärme bereitet, dann in Papier­kapseln ausgezogen oder nach dem Erkalten in Stangen aus­gerollt (malaxiert), und lautet die Formel: lAguefae lent calore ad emplastrum, oder einfacher: Fiat lege artis emplastnm. Beisp.: 1) R. Cerae flavae, 100,0. Besinae flavae, 50,0. Terebinthinae communis. Sebi, ana 25,0. Liquefac leni calore ad emplastrum. 2) R. Terebinthinae communis. Ficis nigrae, ana g 25,0 Liquefac leni calore ad emplastrum. Die gemischten Pflaster entstehen, wenn der Grundlage noch andere meist pulvrige Arzneisubstanzen zugefügt werden, z. B. R. Colophonii, 160,0.
Terebinthinae communis, 80,0. Leni calore liqnatis et ab igne remotis admisce Cantharidum pulveratarum, 80,0. Euphorbii pidverati, 10,0. Fiat emplastrum. Effunde in capsulas papyraceas. Die Verordnungen für ein Pflaster können manchmal sehr kompliziert sein, z. B. folgende Formel für das
Emplastrum oxycroceum. Oxycroceuspflaster. Saffranpflaster. R) Cerae flavae
Colophonii, ana 90,0. Liquefactis et semirefrigeratis adde Ämmoniaci depurati Galbani depurati, ana 15,0. antea balneo vaporis solutas in Terebinthinae communis, 30,0.
Ttmc admisce Mastichis Myrrhae
Olibani, singulormn pulveratorum, 30,0. Croci pidverati, antea ope Spiritus vini in formam
pidtis redacti, 15,0. Fiat lege artis emplastrum. Von solchen komplizierten Formeln wird man jedoch selten Gebrauch machen. Sollte es dennoch vorkommen, so thut man am besten, wenn man sämtliche Ingredienzien nur dem Ge­wichte nach angibt mit dem Schlüsse: Fiat lege artis Emplastrum.
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Sollen mehrere, bereits fertige Pflaster zu einem neuen Pflaster gemischt werden, so lautet die Formel einfach: Misce fiat emplastrum. Be is p.: R. Emplastri Hydraryyn.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gonii, ana, 50,0. Misce fiat emplastrum.
Detur in charta cerata. S.
Soll ein Pflaster auf Leinen oder Leder gestrichen werden, so ist die Angabe zu machen: Extende supra linteum (seu corium). Die gewünschte Form und Größe des Pflasters wird im üblichen Flächenmaße oder nach bekannten Größen bestimmt, z. B. von der Größe einer Spielkarte, magnitudine chartae lusoriae, von der Größe einer Handfläche, magnitudine palmae manus, oder 1 dm lang und breit, etc. B e i s p.:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;R. Emplastri Hydrargyri.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gonii, ana, 10,0. Misce fiat emplastrum.
Extende snpra corium, magnitudine 5 cm in Q. B. S.
Unguentum. Salbe.
Salben sind weiche schmierige Arzneiformen zum äußer­lichen Gebrauche. Sie haben eine Grundlage (excipiens) und einen aufzunehmenden Körper {ex dpi end um). Als Grundlage dient Wachs oder Harz mit Fett oder Oel oder Vaselin, seltener mit Schweinefett, geschmolzen. Die excipienda müssen in der Regel fein gepulvert sein und werden entweder der bei gelinder Wärme geschmolzenen Grundlage, wenn sie noch flüssig ist, hinzugemischt, oder im fein pulverisierten Zustande mit einer bereits fertigen Grundlage innig vermengt.
Die Verordnung dieser Formeln ist sehr einfach und wird meistens durch die Anweisung: Misce fiat tingtientum ausge­drückt.
Die Bereitung der Salben geschieht in der Regel durch Mischen der Substanzen in einem Mörser, wie es bei den frühe­ren Abschnitten bei den einzelnen Formeln angegeben ist. Ge­pulvert zuzusetzende Stoffe müssen zuvor entweder mit etwas Wasser oder Oel, oder mit wenig von dem fetten Vehikel recht fein gerieben werden, ehe die ganze Menge des Vehikels zugesetzt wird. Namentlich gilt dieses von Augensalben und solchen, die an Stellen appliziert werden, wo ein mechanischer Reiz nachteilig wirken kann. Die Ganthariden werden dagegen meist als gröbliches Pulver der Salbe zugesetzt.
Obgleich es sich von selbst versteht, daß die Mischung
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,
genau geschieht, pflegt man doch wohl bei solchen Salben, wo es besonders darauf ankommt, die Anweisung zu geben: Misce exactissime, fiat nngnentum.
Die Salben werden meistens in Kruken (olla, jpyxis, fictile) dispensiert, seltener in Wachspapier oder in hölzernen Schäch­telchen, sogenannten Salbenschachteln. Be is p.: 1) R. Ungmnti Gantharidum.
— Hydrargyri cinerci, ana 30,0. Misce fiat tmguentmn.
Da m olla.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (
Signa: Wie eine Wallnuß groß die bezeichnete Stelle damit einzureiben. 2) R. Terehinthinae communis. 50,0. Vitella Ovorum duorum. Misce fiat nngnentum. Da in olla. Signa: Digestivsalbe. ?gt;) R. Hydrargyri bichlorati eorrosivi, 3,5. Unguenti Cantharidmn, 50,0. Misce fiat nngnentum. Da in olla.
Signa: Zweimal täglich die bezeichnete Stelle damit einzureiben.
4)nbsp; R. Jodi, 10,0.
Kalii jodati, 5,0. Unguenti flavi, 50,0. .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Misce fiat nnguentum. Da in olla.
Signa.
5)nbsp; R. Hydrargyri oxydati rubri praeparati, 3,5.
Camphorae tritae, 1,5. Opü pulverati, 2p. Adipis stdlli recentis, 30,0. Misce exactissime, fiat ungnentnm. Da in olla. Signa: Augensalbe. Es wird selten eine Verordnung vorkommen, wo die Grund­lage erst geschmolzen wird, indem man den vorrätigen Salben und Fetten (ünguentum flavum, Unguentum ad ungulas, Uuguen-tnm hasilicum, Adeps suillus u. s. w.) genug Material hat.
Sollte es nötig sein, so lautet die Formel ähnlich wie beim Pflaster: Liquefac leni calore ad tmguentmn.
Be is p.: R. Cerae flaoae, 25,0.
Olei Olivarum, 100,0. Liquefac leni calore ad tmguentmn. Da in olla. Signa. Oder soll nach dem Schmelzen noch eine Substanz hin­zugefügt werden:
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R. Cerae flavae, 25,0.
Olei Olivarmn, 100,0. Liquefac leni calore, admisce
Hydrargyri oxydati ruhri praeparati, 15,0. Fiat unguenttim. Detttr in olla. Siynetur. Es kann vorkommen, daß Salben zu manchen Zwecken eine zu steife Beschaffenheit haben. In diesem Falle läßt man die Salbe mit etwas Oel oder Fett vermischen, wo entweder die zu verwendende Quantität Oel anzugeben ist, oder dem Anfertiger überlassen bleibt, wie viel davon erforderlich ist. Dann heißt die Formel: quantum satis nt ßat ungumbum motte. B e i s p.: R. Ungnentum Hydrargyri cinerei, 30,0. Olei Olivarmn quantum satis,
id fiat unguentum molle. D. 8. u. s. w.
Linimentum. Liniment.
Die Linimente sind flüssige Arzneimischungen zum äußer­lichen Gebrauch, die meistens zu Einreibungen, auch wohl zum Bestreichen der leidenden Teile bestimmt sind. Von den Salben unterscheiden sie sich oft nur durch die Consistenz, indem das Excixnens in der Begel ein flüssiges Fett ist, weshalb die bei den Salben zu- beobachtenden Regeln auch hier Anwendung finden. Mischungen von Spiritus, Tinkturen, Salmiakgeist, fetten und ätherischen Oelen und dergl. werden ebenfalls Linimente genannt, wenn sie zu Einreibungen bestimmt sind.
Die Formel lautet einfach: Misce fiat linimentmn, oder im Falle einer einfachen Mischung: Misce. Da. Signa.
Be is p.: 1) R. Ungnenti Hydrargyri cinerei, 15,0. Olei Uni, 60,0.
Liquoris Ammonii canstici, 10,0. Misce fiat linimentmn. Detnr in vitro.
Signetur: Umgeschüttelt damit einzureiben.
2)nbsp; R. Extracti Hyoscyami, 1,5.
Solve in panxillo Aquae destillatae et admisce Hydrargyri chlorati mitis, 8,5. Olei Fapaveris, 80,0. Misce fiat linimentum. Da in vitro. Signa.
3)nbsp; R. Aeruginis pulveratae, 7,5.
Olei Lini, 80,0. Misce fiat linimentum. Da in vitro.
Signa: Umgeschüttelt, damit zu bepinseln.
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4)nbsp; R. Camphorae tritae, 3,5.
Solve in Olei Papaveris, 30,0,
adde Liquoris Ammonii caustici, 15,0. Misce fiat linimentum. Da in vitro. Signa: Umgeschüttelt u. s. w.
5)nbsp; R. Spiritus camphorati, 50,0.
Tincturae Cantharidmn, 25,0. Misce. Da. Signa: Zum Einreiben.
Solutio. Solution. Auflösung. Ist, wie der Name sagt, eine Auflösung eines Körpers in einem Auflösungsmittel. Der aufzulösende Körper ist das Sol-vendmn, die auflösende Flüssigkeit das Vehikel, Solvens oder Menstrmim. Als Solvendum können natürlicher Weise die ver­schiedensten in irgend einer Flüssigkeit auflöslichen Stoffe dienen. Als Auflösungsmittel oder Vehikel benutzt man Wasser, Wein­geist, Aether, Essig, auch wohl zusammengesetzte Flüssigkeiten. Besondei's kommen die Auflösungen von Salzen in Wasser in Betracht, und ist deswegen die Kenntnis der Auflösungsver­hältnisse von großer Wichtigkeit. Bei den Arzneimitteln sind die betreffenden Angaben hierüber gemacht und außerdem noch eine Solutions-Tabelle angehängt, woraus ersichtlich ist, wie viel einer Substanz in Wasser bei gewöhnlicher Temperatur aufgelöst werden kann.
In Beziehung auf die Mengenverhältnisse zwischen dem Solvendum und dem Auflösungsmittel nennt man die Auflösung gesättigt (Solutio satitrata), wenn das Auflösungsmittel so viel von dem Solvendum enthält, als es aufzunehmen vermag. Die auf der Tabelle angegebenen Verhältnisse beziehen sich auf gesättigte Auflösungen. Die Auflösung heißt verdünnt {Solutio diluta), wenn die Menge des Auflösungsmittels sehr überwiegend ist. Sie heißt konzentriert (Solutio concentrataj, wenn sie mit dem Solvendum noch nicht ganz gesättigt ist. Begreiflicher Weise sind die beiden letzteren Bezeichnungen sehr relativ, da hierbei die Auflöslichkeit der Solvenda in Betracht kommt.
Die Verordnungsweise ist sehr einfach, wie aus den Bei­spielen hervorgeht. Beisp.; 1) R. Boracis, 15,0. Solve in Aquae pluvialis, 500,0. Da in vitro. Signa: Zum Auspinseln. 2) R. Natrii sulfurici, 30,0. Tartari stibiati, 0,1.
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Aquae pluvialis, 240,0.
Solve et adde Syrtqri commmiis, 30,0. Da in vitro. Signa: Alle zwei Stunden einen Löffel voll zu geben.
3)nbsp; R. Hydrargyri hichlorati corrosivi, 1,5.
Almninis crtidi, 3,0.
Solve in Aquae phiviaUs, 180,0. Da in vitro. Signa: Zum Befeuchten der bezeich­neten Stelle.
4)nbsp; nbsp;R. Hydrargyri bichlorati corrosovi, 10,0.
Spiritus Vini.
Aquae pluvialis, ana 180,0. Solve. Da in vitro. Signa: Gift! dreimal täglich damit einzureiben. Es kann vorkommen, daß eine Auflösung ganz klar und frei von allen suspendierten Teilen sein muß. In diesem Falle wird sie filtriert und heißt die Formel: Solve et filtra.. B e i s p.: R. Calcariae chloratae, 50,0. Aquae pluvialis, 500,0. Solve et filtra. Da in vitro. Signa: Zum Auswaschen der bran­digen Stellen. Wenn das Filtrieren nicht anwendbar oder nicht, nötig ist, so läßt man absetzen und abgießen: Solve et decanta. B e i s p.: R. Kalii hypernumganici venalis. 25,0. Aquae communis, 500,0. . Solce et decanta. Da in lagena. Signa: Zum Ausspritzen.
Decoctum. Dekokt. Abkochung.
Abkochungen werden bereitet, indem zerschnittene oder auf andere Weise zerkleinerte Pflanzenstoffe, welche keine flüchtigen Bestandteile enthalten, mit Wasser eine Viertelstunde gekocht werden. Hierauf wird die Flüssigkeit durch ein Tuch (Colatorium) geseiht (kollert) und durch Drücken ausgepreßt. Die erhaltene Flüssigkeit heißt Kolatur. Auf 10 Teile Kolatur ist 1 Teil Arzneisubstanz zu nehmen, wenn nicht anders be­stimmt wird oder wenn nicht starkwirkende Substanzen vor­liegen. Zu einem Decoctum concentratum nimmt man 1,5 Teile Substanz auf IQ Teile Kolatur, zu einem Decoctum con-centratissimum 2 Teile Substanz auf 10 Teile Kolatur.
Nach der Pharm. Germ, sollen die Substanzen in einem
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(
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passenden Gefäße mit kaltem Wasser Übergossen und eine halbe Stunde hindurch im Wasserdampfbade unter bisweiligern Um­rühren erhitzt, alsdann noch warm unter Auspressen durchge­seiht werden. In der Tierheilkunde werden die Abkochungen meist über offenem Feuer vorgenommen und zwar derart, daß man das doppelte der geforderten Kolatur an Flüssigkeit ver­wendet, eine halbe Stunde langt kocht, dann kollert und die erhaltene Flüssigkeitsmenge auf die vorgeschriebene Kolatur­menge bringt.
Zum Kochen nimmt man Gefäße von Zinn, Porzellan,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l'|';
Kupfer oder Messing, welche letztere verzinnt sein müssen; eiserne sind in der Regel zu vermeiden, jedoch können guß­eiserne emaillierte Kochgeschirre in den meisten Fällen ge­braucht werden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,#9632; j
Die Koliertücher sind von Leinewand, Beuteltuch oder Flanell. In manchen Fällen können Seiher von Weißblech, bei großen Massen Flüssigkeit grobes Sacktuch benutzt werden.
Die Verordnung einer Dekoktformel geschieht auf ver­schiedene Weisen:
a.nbsp; Ohne Angabe der Menge der auszukochenden Substanz, wobei die angeführten allgemeinen Bemerkungen An­wendung finden.
Be is p.: 1) R. Decocti Cortids Quercus, 500,0.
Detur in vitro. Siynetur: Zum Bähen. Man nimmt I Teil Substanz auf 10 Teile Kolatur, also 50 g Eichenrinde.
2)nbsp; R. Decocti Corticis Quercus concentratri, 500,0.
Dehn- u. s. w. Man nimmt l1^ Teile Substanz auf 10 Teile Kolatur, also 75 g Eichenrinde.
3)nbsp; R. Decocti Corticum Quercus concentratissimi, 500,0.
Detur u. s. w. Man nimmt 2 Teile Substanz auf 10 Teile Kolatur, also 100 g Eichenrinde.
b.nbsp; Mit Angabe der Menge der auszukochenden Substanz.
Wenn nur ein Arzneimittel zum Auskochen benutzt werden soll, so läßt sich die Menge am einfachsten dadurch bestimmen, daß man dieselbe in Klammern beifügt. Be is p.: 1) R. Decocti Folionm Nicotianae (ex grammatis cen­tum parati), 1500,0. Detur in vase terreo.
Signa: Zum Waschen der räudigen Stellen. 2) R. Decocti Corticis Chinacfusci (ex 15,0parati), 180,0
.#9632;
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Detur in vitro. Signetur: Dreimal täglich einen
Eßlöffel voll zu geben.
Sind mehrere Arzneimittel zugleich auszukochen, so läßt
sich obige Weise nicht gut anwenden. Man braucht in diesen
Fällen die Formel: Coque cum Aquae communis (oder einem
andern Mittel) quantitate stifficiente ad colaturam.....
Beisp.: 1) R. Corticis Qtiercus, 30,0. — Salicis, 15,0. Mhigomatis Tormentillae, 60,0. Coque cum Aquae communis quantitate stifficiente ad colaturam, 1000,0. Dekir in lagena. Signa: Zum Bähen. 2) R. Mhizomatis Veratri alhi contusi, 60,0.
Coque cum Cerevisiae 1000,0, ad colaturam, 750,0. Detur in lagena. Signetur: Zum Baden des an Räude leidenden Hundes. Etwas komplizierter wird die Formel, wenn gegen Ende des Kochens noch eine andere Substanz hinzugefügt werden soll, die entweder leichter auszuziehen ist, oder die solche Be­standteile enthält, welche bei längerm Kochen sich verflüchtigen würden. Folgendes Beispiel möge für ähnliche Fälle genügen: R. Corticis Chinae fusci, 15,0.
Coque cum Aquae communis quantitate sufficente. Suh finem eoctionis adde Rhizornatis Calami, 10,0. Fiat colatura, 250,0. Detur in vitro. Signetur u. s. w. Sind dem Dekokte eine oder mehrere Substanzen einfach zuzumischen, so sind diese Zusätze durch die Worte: Adde (admisce) oder nur durch die Formel M. D. S. anzugeben. Beisp.: 1) R. Decocti Foliorum Nicotianae, 1000,0. Kreosoti, 5,0. Misce. Da in lagena.
Signa: Zum Waschen u. s. w. 2) R. Corticis Salicis, 100,0.
Coque cum Aquae communis quantitate stifficiente ad colaturam, 1000,0. Admisce Acidi hydrochlorici concentrati, 150,0. Da in lagena. Signa: Zum Anfeuchten des Ver­bandes. Wenn in einem Decocte Salze, Extrakte oder andere Sub­stanzen auf gelöst werden sollen, so lautet die Verordnung wie bei Solutionen. Die Auflösung erfolgt um so leichter, wenn die
ik
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kolierte, noch warme Flüssigkeit, wie es am zweckmäßigsten ist, gebraucht wird.
Be is p.; 1) R. Decocti Madicts Althaeae, 250,0. Ammonii chlorati, 10,0. Solve. Debar in vitro. Signehir u. s. w.
2)nbsp; R. Natrii sulfurici, 300,0.
Solve in Decocti Seminis Lini (ex 60,0 paratij, 750,0. Dehir in lagena. Siynehtr u. s. w.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; /
3)nbsp; R. Decocti Corticum Quercus, 350,0 (ex 30,0parati).
Altminis pulverati, 7,5. Solve. Detur in vitro. Siynetur: Zum Bähen.
4)nbsp; R. Seminis Lini integri, 60,0.
Capitum Papaveris, 30,0.
Coque cum Aquae coimmmis quantitate sufficiente ad colaturam, 750,0. In qua solve Extracti Belladonnae, 7,5. Natrii sulfurici, 150,0. Detur in lagena. Signetur. Flüchtige Substanzen dürfen dem Dekokte erst nach dessen Abkühlung hinzugefügt werden, wo es heißt: Post refrigeratio-nem adele, oder Befrigeratis adniisce. B e i s p.: R. Corticis Chinae fnsci, 10,0.
Coque cum Aquae communis quantitate sufficiente ad colaturam, 200,0.
Post refrigerationem adde Spiritus aetherei, 2,0. Detur. Signetur u. s. w. Diese • Formel kann auch folgendermaßen geschrieben werden:
R. Decocti Corticis Chinaefusci (ex lOßparati), 200,0. Befrigeratis adde Spiritus aetherei 2,0. Detur. Signetur u. s. iv.
Besteht der fernere Zusatz zu den Dekokten aus Salzen und flüchtigen Stoffen zugleich, so werden erst die Salze in der warmen Kolatur aufgelöst, darauf nach dem Erkalten die flüch­tige Substanz zugefügt. Es heißt dann: Coque u. s. w. ad colaturam, in qua solve. Befrigeratis (oder post refrigerationem) adde (oder admisce.)
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B e i s p.: R. Sie)raquo;, iiwi, 100,0.
Coque ad colaturam, 750,0.
In qua solve Extracti Aloes, 15,0. Natrii sulfurici, 200,0. Mefrigeritas adde Aetheris, 10,0. Detur. Signetur. Werden Oele, Kampher, Gummiharze als Zusatz zu De­kokten verordnet, so sind diese als Emulsionen zu betrachten und so zu schreiben, wie es bei diesen Formen angegeben wird. Wenn es erforderlich scheint, daß die auszukochende Sub­stanz mit der Flüssigkeit vor dem Kochen eine Zeit lang in Berührung bleibt, damit sie von derselben gehörig durchdrungen werde, so ist ungefähr anzugeben, wie lange diese Maceration dauern soll. B e i s p.: R. Cortkis Querem, 250,0. Aquae communis, 2000,0.
Macerenttir per noctem; turn coqne ad colaturam 1500,0. Leicht auszuziehende Substanzen, namentlich wenn dieselben flüchtige Bestandteile enthalten, werden in der Regel infundiert. Jedoch kann es in der Absicht liegen, daß die harzigen Stoffe in die Kolatur gelangen. Es ist dann nicht erforderlich, daß das Kochen lange fortgesetzt wird, wodurch die flüchtigen Be­standteile ganz verloren gehen würden. Man läßt in solchen Fällen die Flüssigkeit einige Male aufwallen, welches durch die Worte ehidliant per hreve temqus (semel, his, ter u. s. w.) aus­gedrückt wird. B e i s p.: R. Herhae Ahsinthii, 60,0. Aquae communis, 750,0. Ehidliant per hreve temptis; feme cola. Sit colatura, 600,0 u. s. w. Es ist oben bemerkt, daß beim Kochen auf freiem Feuer in der Regel die doppelte Menge der zu beschaffenden Kolatur an Flüssigkeit genommen wird. Dadurch wird die Dauer des Kochens veränderlich sein, je nach der Menge des zu verar­beitenden Materials. Der Apotheker wird stets nach der Phar-makopöe arbeiten, außer wenn auf der Verordnung die Zeit des Kochens oder die einzukochenden Quantität Flüssigkeit an­gegeben ist. Es würde dann heißen: Coqtw per horam (horam dimidiam, home qtiadrantem u. s. w.) oder: Coque am aquae communis (oder einer andern Flüssigkeit) Grammatis. . . . ad colaturam Grammatum ....
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Infusum. Aufguß.
Aufgüsse werden bei solchen Substanzen vorgenommen, welche flüchtige Bestandteile enthalten. Die zerkleinerte Sub­stanz wird mit kochendem Wasser in einem Gefäße mit schließendem Deckel (Infundierbüchse) Übergossen (infundiert). Nach aufgesetztem Deckel bleibt solche eine halbe Stunde stehen, wonach, wie beim Dekokt angegeben, kollert wird.
Man rechnet ebenfalls gewöhnlich 1 Teil Substanz auf 10 Teile Kolatur. Dabei ist zu bemerken, daß so viel Wasser mehr auf­gegossen werden muß, als möglicher Weise von den Substanzen zurückgehalten wird, was auf 30 g Substanz 30—90 ry beträgt. Bei Infusum concentrakim und concentratissimum findet dasselbe Verhältniß wie bei Dekokten statt.
Nach der Phann. Germ, soll die das Infusum enthaltende Infundierbüchse 5 Minuten in das Wasserbad, alsdann bis zum Erkalten bei Seite gestellt und nach dem Erkalten kollert werden.
Die Verordnung der Infusionen geschieht auf ähnliche Weise, wie der Dekokte, so dals hier einige Beispiele genügen werden, den Modus zu erläutern. In der Begel werden die Infusionen mit Wasser bereitet, man kann aber auch andere Flüssigkeiten anwenden. Infusionen mit kalten Flüssigkeiten (infusa frigida parata, Maeerata) finden wenig Anwendung. Die­selben werden bereitet, indem man die Species mit der kalten Flüssigkeit übergießt und unter öfterm Umrühren einen Tag bei gewöhnlicher Temperatur stehen läßt, wenn die Dauer der Maceration nicht näher bestimmt ist. Unter der einfachen Be­zeichnung „Infusumquot; versteht man immer nur einen mit heißem Wasser bereiteten Aufguß und sind andere Fälle besonders an­zugeben. Man verordnet wie bei Dekokten:
a.nbsp; Ohne Angabe der Menge der zu infundierenden Substanz. Beisp.: 1) B. Infusi Florian Chamomillae, 250,0.
Detnr. Signetttr u. s. w. Man nimmt 1 Teil Substanz auf 10 Teile Kolatur, also 25 g Kamillenblumen.
2)nbsp; R. Infusi Florum Chamomillae concentrati, Mö0,0.
Detur u. s. w. Man nimmt l1/2 Teile Substanz auf 10 Teile Kolatur, also 37,5 g Kamillenblumen.
3)nbsp; R. Infusi Florum Chamomillae concentrassimi 250,0. Man nimmt 2 Teile Substanz auf 10 Teile Kolatur, also
50 g Kamillenblumen.
b.nbsp; Mit Angabe der Menge der zu infundierenden Substanz. Beisp. 1) R. Infusi Florum Arnicae (ex lö,0 paratij, 850,0.
Detur in vitro. Signetur: Zum Bähen.
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2)nbsp; R. Infusi Eadicis Valerianae (ex 10,0 parati),180,0.
Detur. Signetur u. s. w. Sind mehrere Arzneimittel zugleich zu infundieren, so ver­fährt man, wie bei den Dekokten angegeben. Die Formel heißt: Inf unde mm Äquaefemäae (oder einem andern Auflösungsmittel) quantitate su/ßciente ad colaiuram.
B e i s p.: R. Florvm Ärnicae.
Eadicis Valerianae, ana 7,5.
Foliorum Menthae piperitae, 15,0.
Inf unde cum Aquae fer vidae quaiditate sufficiente
ad colatnram, 250,0. Detur. Signetur u. s. w. In der Kolatur soll eine Substanz aufgelöst werden. Beisp.: 1) R. Infusi Foliorum Sennae, 250,0. Magnem sulfurici, 50,0.
Solve. Detur. Signetur u. s. w. :2) R. Anionii chlorati, Granunata quinque. Solve in Infusi Seminis Foenicnli (ex Grammatis decem
paraii), Grammatis centum et viginti. Detur. Signetur u. s. w.
3)nbsp; R. Infusi Florum Chamomillae (ex g 5 parati),
g 100. Cupri aluminati, cg 25. Solve. Detur. Signetur: Zum Waschen der Augen.
4)nbsp; R. Florum Chamomillae, 50,0.
Foliorum Menthae piperitae, 25,0. Inf unde cum Aquae fervidae quantitate sufficiente ad colaturam, 750.0. In qua solve Extracti Belladonnae, 4,0. Natrii sulfurici, 250,0. Detur in lagena, Signetur u. s. w. Zumischungen von flüchtigen Substanzen u. dergl. werden auf dieselbe Weise angegeben, wie beim Dekokt. Beisp.: 1) R. Infusi Florum Chamomillae, Grammcda 300. liefrigerato admisce Liquoris Ammonii carbonici pgro-oleosi, Gram-
mata 30. Da in lagena. Signa u. s. w. 2) R. Florum Arnicae.
liadicis Valerianae, ana 10,0. Foliorum Menthae piperitae, 15,0.
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Infunde cum aquae fervidae qnantitafe sufficiente ad colaturam, 300,0. Post refrigerationem admisce Aetheris, 3,0. Detur in vitro. Signetnr u. s. w.
3)nbsp; R. Foliorum Sennae, 10,0.
Fructus Foeniculi, 5,0. Infunde cum Aquae fervidae qnantitate sufficiente ad colaturam, 150,0. In qua solvenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; \
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Nafrii sulfurici, 20,0.
Fost refrigeratiouem adde Spiritus aetherei, 3,0. Detur in vitro. Signetur u. s. w.
4)nbsp; R. Infusi Foliorum Salviae, 250,0.
Boracis, 10,0.
Solve et adde Mellis despumati, 30,0.
Da in vitro. Signa: Zum Auspinseln des Maules. Aufgüsse mit anderen Flüssigkeiten bereitet, sind den später angeführten Tinkturen gleich zu stellen. Es ist die Art der Flüssigkeit und die Dauer der Digestion zu bezeichnen. Reisp.: R. Fructuum Sahadillae, 30,0. Aceti Vini, 250,0. Digere in vitro clauso loco tepido per lioras viginti quatuor. Time exprime et cola. B. S.: Zum Waschen der räudigen Stellen. Kalt zu bereitende Infusionen werden durch einfache Ver­änderung der Formel mit Angabe der Macerationsdauer an­gegeben. Beisp.: R. Corticis Chinae fusei grosse pulverati, 25,0. Aquae frigidae, 250,0. Macerentur per lioras viginti quatuor, saepius agitando. Tune exprime et cola. B. S.: Für einen Jagdhund des Herrn N. N. Nötige Zusätze werden wie bei den übrigen Formeln an­gegeben.
Decocto-Infusum. Dekoktaufguß.
Will man einem Dekokte eine Substanz zusetzen, welche flüchtige Bestandteile enthält, so geschieht dies nach dem Ende des Kochens, worauf man weiter wie bei einem Infusum verfährt,
' .;'
J.
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220
Beisp.: R. Corticis Chinae fusci, 30,0.
Coqiie cum Aquae communis qnantitate sufficiente.
Li/imde super Rhiaomatis Calami. Radkis Valerianae, ana 10,0. Sit colatura, 250,0. Deiur in vitro. Signetur u. s. w. Nötige Zusätze werden wie bei Dekokten und Infusionen angegeben.
Infuso-Decoctum. Aufguß dekokt. Diese Arzneiform wird bei Substanzen angewandt, aus welchen man sowohl die flüchtigen, als auch die schwer aus­zuziehenden Stoffen gewinnen will.
Die Infuso-Dekokte werden auf die Weise bereitet, dals die Substanz zuerst mit soviel Flüssigkeit infundiert wird, daß man die Hälfte der verlangten Colatur erhält. Nachdem die Colatur abgepreßt ist, wird aus dem bleibenden Rückstande mit der anderen Hälfte der Flüssigkeit ein Dekokt dargestellt und beide Colaturen gemischt.
Auf die einfachste Weise geschieht die Verordnung durch die Formeln: R. Infuso-decocti u. s. w. oder R. u. s. w. Fiat infuso-decoctum.
Beisp.: 1) R. Infuso-decodi Rhizomatis Calami, y 200. D. S. u. s. w.
2)nbsp; R. Rhizoinatum Calami.
Florum Arnicae, ana g 50. Fiat infuso-decoctum, y 750. D. S.
3)nbsp; R. Rhizomatis Calami.
Florum Arnicae, ana 50,0. Fiat infuso-decoctum. In colatura 750,0.
Solve Nutrii sulfurici, 250,0.
I). S.
Mit diesen Formeln reicht man in allen Fällen aus, und dürfte es unnötig sein, durch detaillierte Angaben weitere Vor­schriften zu machen. Dadurch wird das Rezept sehr lang, wie aus der möglichst kurz gefaßten Umsetzung der letzteren Formel hervorgeht:
R. Rltizomatis Calami.
Florum Arnicae, ana 50,0.
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221
Infunde cum Aquae fervidae qiiantitate siifficicnte
ad colaturam, 375,0. Residuum coqne cum Aquae communis quantitate
sufficiente ad colaturam, 375,0. Liquores colatos misce et adde. Natrii sul/urici, 250,0.
Solve. D. S.
Die Formen des Decocto-Infusum und des Intüso-Decoclum sind fast ganz aus dem Gebrauch gekommen.
'lt;:,
Ptisanae. P t i s a n e n. T i s a n e n. Aufgüsse oder Abkochungen, welche mit einer großen Menge Wassers bereitet sind, daher nur geringe Quantitäten der wirksamen Substanz enthalten und besonders zum Getränk dienen, z. B. Reiswasser, Stärkeschleim, Leinsamenschleim, Al-theeschleim etc. Die Bezeichnung ist nicht mehr üblich.
Emulsio. Emulsion.
Ist eine flüssige Arzneiform von milchähnlicher Beschaffen­heit, welche aus fetten, wachsartigen oder harzigen Stoffen und Wasser besteht. Damit diese Stoffe im Wasser suspendiert bleiben, wird ein schleimiges Bindemittel zugesetzt.
Eine Emulsion enthält demnach:
1)nbsp; eine im Wasser unlösliche Substanz, das Emulgen-dum; Oele, Harze, Kainpher, Wachs;
2)nbsp; das Bindemittel, Ihmdgens; Eigelb, arabisches Gummi, Altheeschleim, Leinsamenschleim u. dergl.
3)nbsp; das Vehikel, Menstruum; Wasser oder eine andere wäßrige Flüssigkeit, Infusum, Dekokt u. dergl.
Die Milch der Säugetiere und die Milchsäfte der Pflanzen sind natürlich vorkommende Emulsionen. In der Milch wird das Fett durch den Käsestoff, in den Milchsäften der harzige Körper durch einen Schleim in Suspension gehalten.
Die ölhaltigen Samen und die Gummiharze enthalten die beiden ersten Bedingungen, nämlich einen unlöslichen Körper und ein Bindemittel in sich vereinigt und geben daher mit Wasser zerstoüen oder zerrieben für sich schon eine Emulsion. Um die Gummiharze in Emulsion zu bringen, pflegt man ans anderen Gründen noch ein Bindemittel, meistens Eigelb zuzu­setzen.
Wie in der Milch bei ruhigem Stehen der specifisch leichtere Körper, das Fett, sich oben abscheidet, so geschieht es auch bei
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Emulsionen, bei gut bereiteten langsamer. Sie müssen deswegen vor der Anwendung umgeschüttelt werden. Da sie wegen des Gehaltes an Schleim u. s. w. leicht verderben, läßt man sie in dem baldigen Verbrauch entsprechenden Quantitäten bereiten und möglichst kühl hinstellen.
Man unterscheidet: Samen-Emulsionen, Pflanzenmilch, Samenmilch, Emnl-
siones verne,
Oel-Emulsionen. Emidsiones oleosae und
Enmlsiones spttriae.
Harz-Emulsionen, Emidsiones resinosae Außerdem bringt man Kampher, Wachs, Phosphor, wenn diese Arzneimittel zum innerlichen Gebrauch bestimmt sind, in die Form einer Emulsion.
Samen-Emulsionen.
Sie werden auf die Weise bereitet, daß der zur Emulsion bestimmte Samen in einem blanken, metallenen oder besser in einem steinernen Mörser anfangs mit wenig Wasser oder einem andern Vehikel möglichst fein zerstoßen und zerrieben, darauf die übrige Flüssigkeit allmälig unter fortwährendem Rühren hinzugesetzt wird. Ist dieses geschehen, so wird die Emulsion durch Kolleren von den Ueberresten der zerquetschten Samen­körner getrennt.
Mandeln, Hanfsamen, Mohnsamen, Leinsamen sind in der Regel diejenigen Substanzen, welche zu diesem Zwecke ver­wendet werden. Es ist Vorschrift, auf 10 Teile Emulsion 1 Teil Samen zu verwenden, wenn weiter keine Bestimmung ge= troffen ist. Wenn demnach die Verordnung lautet:
R. Emiüsionis Seminitm Papaveris, Grammata trecenta. D. S.,
so würden 30 g Mohnsamen auf die angegebene Weise mit Wasser zur Emulsion gebracht werden. Es ist hier ähnlich wie bei Dekokten und Infusionen. Soll das Verhältnis des Samens ein anderes sein, so wird das Gewicht ebenfalls in Klammern beigeschrieben.
B e i s p.: R. Emiilsionis Seminum Papaveris (ex g 15 para-
taa), ij J8ö().
D. S.
Sollen der Emulsion andere Arzneimittel beigemischt werden,
so gebraucht man die bei Dekokten und Infusionen angegebenen
Bezeichnungen. Hier mag bemerkt werden, daß eine Emulsion
durch Erwärmen gerinnt. Deswegen muß bei Salzen, welche
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durch Erwärmen aufgelöst werden müssen, ein Teil der zuv Emulsion bestimmten Flüssigkeit zurückbehalten werden, in quot; welchem man das Salz auflöst, und diese Auflösung der übri­gen, mit so viel weniger Flüssigkeit bereiteten Emulsion zusetzt. Diese Operation hat auf die Aufstellung der Formel keinen Einfluß.
Wenn mehrere Teile oder ein anderes Vehikel als Wasser zu einer Emulsion verwandt werden sollen, so lautet die Formel: Contunde et tere cum etc., ut ßat lege artis enmlsio. Da aber eine Samen-Emulsion nur durch Zerstoßen des Samens und all-mäliges Umrühren der Flüssigkeit bereitet werden kann, so kann man die ersten Worte füglich weglassen und schreiben: Fiat lege artis emulsio.-Beisp.: R. Amygdalarnm dulchvm, 30,0.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; amaramm, 10,0. Seminum Hyoscyaini, 5,0.
#9632; Contunde et tere cmn Aquae pluvialis, 250,0
ut ßat lege artis enmlsio. Tune cola et in eolaturn
solve Kälii nitrici, 10,0. ß. S. Kürzer und ebenso präcis läljt sich diese Verordnung folgendermaßen schreiben:
R. Antt/gdalarum dulciurn, 30,0.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mnararum, 10,0. Seminum Hyuscyami 5,0. Aquae plnvialis, 250,0.
Fiat lege artis emulsio hi qua solve Kalii nitrici, 10,0. D. S. Samen-Emulsionen werden wenig in Anwendung gebracht, daher diese Angaben genügen.
0 el-Emuls ionen. Diese Arzneiform kommt häufig vor. Die Bereitung der­selben ist verschieden, je nach dem Bindemittel, wozu sich für tierärztliche ZAvecke das Eigelb in der Regel am besten eignet. Man nimmt auf 30—60 g Oel ein Eigelb, reibt unter Zusatz von etwa 15 g Wassers diese Ingredienzien sorgfältig unter ein­ander, und setzt darauf allmälig unter fortwährendem Rühren das übrige Wasser oder eine andere dazu bestimmte Flüssig­keit hinzu.
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^
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Vom arabischen Gummi ist die Hälfte vom Gewichte des Oeles erforderlich. Man nimmt 4 Teile Oel, 2 Teile Gummi urnhiaim pulveratmi und 3 Teile Wasser. Oel und Gummi werden zuerst gemischt, alsdann rasch das Wasser zugesetzt und anhaltend so lange gerieben, bis die Masse milchweiß ge­worden ist, keine Oeltröpfchen mehr zu sehen sind und ferner zugesetztes Wasser sich leicht damit mischt. Bei manchen Oelen kann auch mit geringerer Menge Gummi eine Emulsion gemacht werden.
Gummischleim und schleimige Dekokte von Altheewurzeln und Leinsamen lassen sich durch Schütteln in einem Glase mit dem Oele zu einer Emulsion machen, die zwar nicht so bindend ist, den Zwecken aber vollkommen genügt.
Man wägt zuerst den Schleim in dem Glase ab (auf 1 Teil Oel 1—2 Teile Schleim), fügt darauf nach und nach unter kräftigem Schütteln das Oel hinzu und dann ebenfalls allmälig unter fortwährendem Schütteln den Rest des schleimigen De-koktes oder bei angewandtem Gummischleim das zur Emulsion bestimmte Vehikel.
Das einfachste und billigste Bindemittel ist das Althee-pulver, welches mit Wasser sich zu einem Schleim zerreiben läßt, der nur einige pulvrige Teile der Wurzel suspendiert hält.
Man kann bei Anwendung dieses Mittels ebenso verfahren, wie bei Anwendung von arabischem Gummi, indem man das Oel erst mit dem Pulver mischt, darauf das Wasser zusetzt, oder indem man zuerst das Pulver mit Wasser zu einem Schleime macht, darauf nach und nach das Oel unterreibt. Auf 1 Teil Oel gebraucht man 1/10—1I5 Altheepulver.
Emulsionen mit Balsamum Copnivae werden wie Oel-Emul-sionen angefertigt und verordnet.
Bei der Verordnung der Emulsionen ist es nicht nötig, die Operation genauer anzugeben. Statt der langen Formel: Stihige cum v'ddlo ovi et teremlo sensim misce cum Aqua u. s. w., kann man kürzer schreiben: Misce fiat lege artis emulsio. Beisp.: 1) R. OM Uni, 100,0.
Vitclla Ovoruni duorum. Aquae communis 300,0. Misce fiat lege artis emulsio.
Detur in lagena. Signetur u. s. w.
2) R. Olei Papaveris, 100,0.
Gummi arahici pulverati, 50,0. Aquae communis, 400,0. Misce fiat lege artis emulsio. In qua solve
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Natrü sulfurici, 100,0. Detnr in lagern. Signetur. Man würde bei dieser Verordnung die Hälfte des Wassers zur Bereitung der Emulsion, die andere Hälfte zur Auflösung des Glaubersalzes verwenden, und diese Lösung der Emulsion zumischen.
3) R. Olei Eicini, 45,0.
Qwmmi arabici pnlverati fMucilagims Gummi
#9632; arabici) quantum satis. Aquae communis, 180,0. Misce fiat lege artis emulsio. Adde Tincturae Opii simplicis, Guttas qiiindecim. Da in vitro. Signa u. s. w.
4)nbsp; R. Olei Lini, 100,0.
Vitella Ovormn duonmi,
Infasi Florum ChamomiUae (ex 30,0parati), 400,0. Misce fiat lege artis emulsio. In qua solve
Natrii sulfurici, 200,0.
Extracti Aloes, 15,0. Detar in lagena. Signetur u. s. w.
5)nbsp; R. Olei Terehinthinae, 10,0.
Pulveris Radicis Althaeae, 2,0. Aquae commnnis, 200,0. Misce fiat lege artis emulsio. Adde u. s. w. G) R. Balsami Copaivae, 10,0. Vitellxm Ovi nnitts. Aquae communis, 100,0. Misce fiat lege artis emulsio. Adde u. s. w.
Harz-Emulsionen. Bei der Verordnung derselben verfährt man ebenso wie bei Verordnung der Oel-Emulsionen. Die Bereitung ändert sich in­sofern ab, als das Emulgendum zuerst gepulvert werden muß, ehe man das Bindemittel zusetzt. Eigentliche Harze werden selten gebraucht, meistens Gummiharze, welche, wie bereits bemerkt, auch ohne Bindemittel Emulsionen geben. Beisp.: R. Asae foetidae pulveratae, 30,0. Vitella Ovorum duorum. Infusi Badicis Valerianae, 500,0. Misce fiat lege artis emulsio u. s. w.
Arnold. Pharmakogiiosie etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-ir
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#9632;
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Emulsionen mit Kampher sind wie Harz-Emulsionen zu behandeln. Der Kampher muß zuvor mit etwas Spiritus ver­rieben werden und erfordert etwas mehr Bindemittel, wie andere Emulgenda. Man rechnet gewöhnlich auf 1 Teil Kampher ^2 bis 2 Teile Bindemittel. Beisp.: R. Gamphorae tritae, 5,0. Gummi Arahici, 2,5.
Infusi Badkis Valerianae {ex 80,0 parati) 350,0. Misce fiat lege artis eimdsio #9632; u. s. w. Wachs-Emulsionen lassen sich nur in der Wärme bereiten. Zu Phosphor-Emulsionen muß der Phosphor erst in der Wärme in einer entsprechenden Quantität fetten Oels aufgelöst und diese Auflösung wie eine gewöhnliche Emulsion behandelt werden.
Mixtura. Mixtur. Mixturen sind flüssige Arzneien, die entweder durch ein­fache Mischung der Ingredienzien oder durch Auflösung fester Stoffe bereitet werden. Als flüssige Vehikel dienen Wasser, Essig, Weingeist, Solutionen, Dekokte, Infusionen, Emulsionen etc. Jedoch ist nicht immer ein Vehikel anzugeben, indem es zweifelhaft bleibt, welches von den Arzneimitteln man als Ve­hikel bezeichnen soll.
Die einfachsten Fälle einer Mixtur sind Mischungen aus bereits fertigen Flüssigkeiten, wobei man sich der Formel: Misce. Da. Signa, bedient. Beisp.: 1) R. Acidi hydrochlorici conrentrati, 00,0. Spiritus, 120,0. Aquae pluvialis, 180,0. Misce. Da. Signa: Nach Abrede zum äußer­lichen Gebrauch.
2) B. Olei Petrae, 15,0.
Aquae Calcariae, 850,0. Spiritus Frumenti, 60,0. Misce. Da. Signa: Auf einmal zu geben. Sind die Vehikel Solutionen, Dekokte, Infusionen oder Emul­sionen, so geschieht die Verordnung wie unter diesen Formen angegeben, und da alle daselbst angeführten Formeln, welche außer der eigentlichen Hauptform andere Zusätze enthalten, Mixturen sind, so möchten weitere Beispiele überflüssig sein. Man unterscheidet zuweilen noch
laquo;. Auflösungen, klare, dünnflüssige Arzneien; ß. Julepmixturen (Julep oder Julapium), klare, süß­schmeckende Arzneien, welche nahezu Syrupkonsistenz besitzen.
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j'. Eigentliche Mixturen (Mixturae stride sic didaej, Flüssigkeiten, in denen darin unlösliche Körper derart gleich­mäßig verteilt sind, daü sie sich auch bei längerem Stehen nicht absetzen. Hieher werden z. B. die Emulsionen gerechnet.
'h Schüttelmixturen oder Mittehnixturen [Mixturae me­diae). Dieselben enthalten unauflösliche Stoffe, welche in der Flüssigkeit nur durch immer zu wiederholendes Umschütteln
!
eine Zeit lang suspendiert erhalten werden können, weshalb auf der Signatur die Bemerkung „Umgeschüttelf anzugeben ist. Beisp.: 1) B. Kadivis Ipecacuanliae pidveratae, 2,0. Turtari stihiati, 0,1. Aquae plnvialis, 50,0. Misce. Da. Ä^nlaquo;; Umgeschüttelt, alle halbe Stunde einen Eßlöffel voll zu geben. 2) B. Opii pulverati, 0,25.
liadicis Bhei pulveratae, 5,0. Magnesii carhonici, 2,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; \ \
Aquae plnvialis, 120,0.
)
31. D. S.: Umgeschüttelt, auf einmal zu geben. Bei Anfertigung der Schüttelmixturen muß man sich hüten, daß die pulvrigen Substanzen nicht in Klumpen zusammenballen, welches man dadurch vermeidet, daß man dieselben in einem Mörser mit einer passenden Menge des Vehikels durchfeuchtet und verreibt und mit dem Beste des Vehikels in das Gefäß spült. Zuweilen kann man das Verreiben ersparen, wenn man in das Gefäß etwas Flüssigkeit bringt, das Pulver unter Um­schütteln hinzuschüttet und nach erlangter Verteilung den Piest der Flüssigkeit zufügt. Schüttet man umgekehrt die Flüssig­keit auf das Pulver, so bleibt dieses leicht als klumpige, nur schwer vertoilbare Masse am Boden des Gefäßes hängen (Dar­stellung von Mueüago Salep S. 55).
Schwere Substanzen, die leicht zu Boden sinken, eignen sich nicht zur Schüttelmixtur.
laquo;. Linctus. Looch. Schlecke. Lecksaft. Eine Mixtur von der Konsistenz des Honigs bis eines dünnen Syrups, bei krankhaften Affektionen der Maulhöhle, des Schlun­des und der Luftröhre angewendet, welche Säure, kühlende Salze, milde Oele u. dergl. enthält, die in einem Vehikel ver­teilt sind. Durch Zusatz von Schleim, Honig, Eigelb u. dergl. wird die dickflüssige Konsistenz erzielt.
Soll sie vorzugsweise dazu dienen, die Teile zu bepin­seln, so wird sie auch wohl Pinselsaft, Litus oris, genannt, und ist dann von dem Maulwasser, nur durch die Konsistenz unterschieden.
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#9632;i
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Die Verordnungsformel lautet Beisp.: 1) R
Misce fiat linctus.
0,0.
— nitrici, 30,0. Pulveris Eadlcis Althacae, 90,0. Aquae communis quantum satis. Misce fiat linctus. Detur in olla.
Signetur: Nach Bericht zu verbrauchen.
2) R. Infusi Foliorum Salviae (ex 90,0) 1200,0. Ailmisce Aluminis pulverati, 25,0. Mellis communis, 850,0. Farinae Tritici, 90,0. Misce fiat linctus. Detur in olla.
Signetur: Gut umgerührt, die Maulhöhle damit zu befeuchten.
Für Kühe des Herrn N. N.
Die flüssigen Arzneiformen erhalten je nach ihrer Be­schaffenheit und Anwendung Namen, deren Bedeutung aus den Worten hervorgeht; da bei diesen keine besondere Vorordnungs­formel in Anwendung ist, so werden sie wie die übrigen bereits erwähnten verschrieben und können als Mixturen, Infusionen etc. betrachtet werden. Bemerkenswert sind folgende:
Haustus, Potus, Tränkchen, eine Mixtur, von der größere Quantitäten auf einmal eingenommen werden.
Guttae, Tropfen, welche nur in kleinen Mengen, tropfen-oder theelöffelweise genommen werden.
Gargarisma seu Collutorium, Maulwasser, Gurgelwasser.
Collyrinm seu Aqua opMhalmica, Augenwasser.
Lotio, Waschmittel.
Injectio, Einspritzung.
Clysma, Klystier.
Fomentum seu Epithematum, Bähung.
Bei diesen Verordnungen gibt man jetzt den Zweck der Arznei nur noch auf der Signatur an, also nicht: Misce fiat lotio etc.
Beisp.: 1) R. Boraeis, 30,0.
MeUis crudi, 120,0.
Solve in Aquae xüuvidlis, 500,0.
Adde Tincturae Catechu, 15,0.
#9632; #9632;
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Misce. Da. Signa: Dreimal des Tages die Maul­höhle damit auszuspritzen.
2)nbsp; R. Äponiorphini hydrochlorati, 0,05.
Solve in Aquae destülata, 4,0. M. D. S.-. Zur Injektion für einen Jagdhund.
3)nbsp; R. Cupri dluminati, 1,5.
Solve in Infusi Florimi Chamomillae (ex 5,0parati) 100,0. Da. Signa: Zum Waschen des Auges. In ähnlicher Weise verfährt man bei Verordnung der üb­rigen Arzneien, wovon sich unter den früher angeführten Bei­spielen bereits einige angeführt finden.
Räucherungen, Dampf- und Qualmbäder.
Mit der Besprechung dieser Arznei form hat die Rezeptier-kunde sich im ganzen wenig zu befassen, da die dazu nötigen Ingredienzien einfacher Art sind und die Operation selbst am Verbrauchsorte ausgeführt wird.
Die Räucherungen (Faiuigationes) haben entweder den Zweck, die Ställe zu desinfizieren oder den Tieren die Dämpfe einatmen zu lassen.
Zu desinfizierenden Räncherungen benutzte man früher besonders die Gtiiton Morveau'sche (Seite 105), welche aber zweckmäßiger durch die daselbst angeführte Räucherung mit Chlorkalk und Salzsäure ersetzt wird. Die Smith'sche Salpeter­säure-Räucherung (S. 117) wird wenig gebraucht.
Bei Anwendung anderer Räucherungen ist darauf Rück­sicht zu nehmen, ob die Stoße sich bei gewöhnlicher Tempe­ratur verflüchtigen, oder ob sie dazu der Erwärmung bedürfen, und ob sie in der Wärme zersetzt werden. Es wird also von Umständen abhängen, welches Verfahren dabei einzuschlagen ist. Sind die Stoffe bei gewöhnlicher Temperatur flüchtig, so wird ihre Dampfbildung bei Anwendung von Wärme natür­licherweise beschleunigt. Man bedient sich, wenn es nötig ist, in solchen Fällen eines heiläen Eisens, z. B. einer heißen Feuerschaufel oder eines heißen Steines, auf welchen man die Stoffe verdampfen läßt. Dämpfe von Jod, Karbolsäure, Essig­säure, Salmiak, Teerdämpfe u. dergl. können auf diese Weise entwickelt werden.
Zu den Stoffen, welche in der Hitze zersetzt werden und welche man zu Räucherungen verwendet, gehören Harze, Gummi­harze, verschiedene Pflanzenteile, namentlich Wachholderbeeren,
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aromatische Wurzeln u. dergl. Diese Substanzen werden auf glühende Kohlen gestreut, wobei sich ein Rauch entwickelt, welcher aus teils unzersetzten, durch die Hitze flüchtig gewor­denen Stoffen, teils aus Produkten der trocknen Destillation be­steht. Diese Räucherungen wurden früher häufiger gebraucht, finden jetzt aber kaum mehr Anwendung.
Die Dampf- oder Qualmbäder aus Heublumcn, Kamillen oder anderen aromatischen Substanzen werden auf die Weise bereitet, daß man die Ingredienzien in einem Eimer oder in einem andern passenden Gefäße mit heißem Wasser anbrüht und das Gefäß zugedeckt hält, bis die Flüssigkeit sich auf 36 bis 40deg; R. abgekühlt hat. Das Gefäß wird dann unter den leidenden Teil gebracht und die daraus sich entwickelnden Dämpfe durch zweckmäßiges Anbringen von Tüchern, Decken u. dergl. zusammengehalten.
Qualmbäder aus Gerste können nicht durch Anbrühen be­reitet werden. Die Gerste wird zu dem Ende mit Wasser so lange gekocht, bis sie mit den Fingern sich leicht zerdrücken läßt, darauf die ganze Menge in ein passendes Gefäß geschüttet.
Sollen die Dämpfe auf die Schleimhaut der Respirations­organe wirken, so bedient man sich bei größeren Tieren eines Eimers, welchen man in einen langen Sack stellt, dessen Oeff-nung um den Kopf des Tieres befestigt wird.
Zu Qualmbädern benutzt man auch solche Substanzen, die für sich nicht flüchtig sind, von denen aber Teilchen mit dem Wasserdampfe mechanisch fortgerissen werden, z. B. Koch­salz, salpetersaures Silberoxyd u. s. w. In solchen Fällen ist Sorge zu tragen, daß die Flüssigkeit gekocht werden kann. Sal­petersaures Silberoxyd z. B. löst man in Wasser auf, gibt die Lösung in eine Porzellanschale, welche auf einem Stative mittelst einer Spirituslampe erwärmt werden kann, und sorgt durch Ueberhängen von Tüchern dafür, daß die aus der Flüssigkeit aufsteigenden Dämpfe zusammengehalten werden. Hunde bringt man am einfachsten auf einen geflochtenen Rohrstuhl, unter welchen man den erforderlichen Apparat anbringen kann.
Zur Ergänzung mögen einige Räucherungen und Qualm­bäder hier folgen.
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Desinfizierende Räucherung.
R. Calcariae chloratae, 200,0.
Detur in olla S.: Dieses Pulver in einer ge­räumigen Schale mit ^ Liter Wasser mittelst eines Spans anzurühren und, wie verabredet, die Salzsäure zuzugießen.
d.
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231
R. Äcidi hyclrochlorati crudi, 400,0.
Detur in vitro. S.: Salzsäure, wie verabredet, zum Desinfizieren zu verwenden.
Dabei wird vorausgesetzt, daß die beteiligten Personen mit den nötigen Maßregeln gehörig instruiert sind, daß sie na­mentlich mit dem Zusatz der Säure rasch verfahren, damit sie sich den schädlichen Einwirkungen der Ghlordämpfe entziehen können.
Qualmbad von salpetersaurem Silberoxyd.
R. Argenti nitrici, 0,5. Solve in Aquae äestillatae, 50,0.
I). S.: Nach Verabredung zum Qualmbade zu gebrauchen.
Aromatisches Qualmbad.
R. Florum Ghamomillae, 200,0. — Samhuci, 50,0. Herbae Serpylli, 100,0. Concisa misce, ut fiat species.
Signa: Nach Vorschrift zu Qualmbädern zu benutzen.
Die Anwendung der Dämpfe des Aethers, Chloroforms und anderer leicht flüchtiger Flüssigkeiten geschieht entweder mittelst eigener Apparate oder einfacher, indem man sich eines mit den betr. Mitteln befeuchteten Schwammes bedient, welcher behufs Einatmung vorgehalten wird.
Um den Tabaksrauch auf den Mastdarm wirken zu lassen, leitet man denselben vermittelst einer gewöhnlichen Tabaks­pfeife mit elastischem Rohre in den After, oder man bedient sich eines eigenen Apparates, der Tabaksrauchklystiermaschine (aus einem Kautschukrohre, einem kleinen Riasbalge und einer thönernen Pfeife zusammengesetzt).
Um Flüssigkeiten, welche gewisse Substanzen aufgelöst enthalten, in Form eines feinen Nebels auf leidende Teile ein­wirken zu lassen, bedient man sich eigentümlicher Apparate von verschiedenen Formen (sog. Pulverisatoren, Inhalations­apparate), in welchen durch einen Luft- oder Dampfstrom die betr. Flüssigkeiten mechanisch in dem Strome mit fortgerissen werden.
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Nachstehende Arzneiformen werden nur selten nach Rezepten bereitet, da ihre Herstellung längere Zeit in Anspruch nimmt. Dieselben werden meist nach Offizinalformeln (nach der Pharmakopöe) an­gefertigt und sind in den Apotheken vorrätig.
Aquae destillatae. Destillierte Wässer.
Durch Destillation von Wasser mit Pflanzenteilen, welche mit den Wasserdämpfen flüchtige Substanzen (wie äther. Oele etc.) enthalten, erhält man wässerige Destillate, welche den Geruch und Geschmack der zu ihrer Darstellung verwendeten Substanzen besitzen.
Sie werden auf die Weise bereitet, daß man die gröblich zerstoßenen oder zerschnittenen Substanzen mit einer hinrei­chenden Menge Wassers, oder, wo es vorgeschrieben ist, ver­dünntem Weingeist anrührt, und in einer, mit guter Abkühlung versehenen Destillierblase bei mäßigem Feuer die vorgeschriebene Menge abdestilliert.
Unmittelbar nach der Destillation wird das destillierte Wasser mit dem übergegangenen, nicht aufgelösten ätherischen Oele tüchtig geschüttelt, vierundzwanzig Stunden leicht bedeckt hingestellt und dann von dem nicht gelösten Oele durch Fil­tration getrennt.
Die destillierten Wässer sollen den eigentümlichen Geruch der Substanzen besitzen, aus Avelchen dieselben bereitet sind, klar oder von fein suspendierendem ätherischem Oele etwas trübe sein.
Man bewahrt sie am besten in kleinen irdenen oder glä­sernen Gefäßen im Keller auf. Mit der Zeit werden sie häufig geruchlos, setzen flockige schleimige Massen ab und sind dann unbrauchbar.
Syrupus.
Syrupe sind konzentrierte Lösungen des Zuckers in Wasser, Aufgüssen oder Pflanzensäften. Man benennt den Syrup nach den dazu verwandten Stoffen, z. B. Syrupus Uuhi Idaci, Him­beersaft etc. Sie dienen zum Verbessern der Arzneien, als Ve­hikel zu Latwergen, wo man aber meist den gemeinen Syrup, Syrupus comnumis, benutzt. Einige andere, selten in Anwendung kommende, finden sich unter dem betreffenden Hauptmittel.
Liquor.
Unter dieser Bezeichnung wurden früher die verschieden­artigsten Flüssigkeiten zusammengefaßt. Gegenwärtig führen
ii
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#9632; }
233
diese Bezeichnung nur noch eine Anzahl vorrätig zu haltender wässeriger Lösungen der Aetzalkalien und des Ammoniaks, so daß Liquor jetzt gleichbedeutend mit „Solutioquot; ist.
Mel und Oxymel. Honigsaft und Sauerhonig.
Wird gereinigter Honig mit dem Aufgusse einer Pflanzen­substanz versetzt und wieder zur Honigkonsistenz eingedampft, so erhält man den betreff. Mel z, B. Mel rosattm, Rosenhonig. Unter Oxymel versteht man Honig, der mit Essig oder mit einem mittelst Essig bereiteten Auszuge versetzt und bis zur Konsistenz eines Syrups eingedampft ist, z. B. Oxymel Aeniginis, (S. 150).
Mucilago. Schleim.
Eine wässerige, konzentrierte Auflösung von Gummi oder in Wasser aufgequollener Pflanzenschleim, z. B. Mucilago Gummi arabici (S. 4), Mucilage Salep (S. 55),
Spiritus.
Unter Spiritus verstellt man farblose oder wenig gefärbte Auflösungen von Arzneisubstanzen in Weingeist. Dieselben werden entweder erhalten durch direktes Mischen oder Auf­lösen der Substanzen in dem Weingeist, z. B. Spiritus campho-ratus (S. 29), Spiritus saponeäus (S. 146), oder durch Destil­lation der betreffenden flüchtige Stoffe enthaltenden Substanzen mit Weingeist, z. B. Spiritus Cochleariae (S. 77), Spiritus Ju-niperi (S. 84). Früher wurde die Bezeichnung Spiritus für alle möglichen flüchtigen Substanzen gebraucht.
Elixir
ist die nichtssagende Benennung einiger alter Offizinalformeln, welche ebensogut „Mixturaquot; heißen könnten, z. B. Elixir Au-rantiorum compositum (S. 87).
Tinctura.
Tinkturen nennt man die alkoholischen Auszüge vieler pflanzlicher Arzneimittel, jedoch werden auch einige alkoholische und alkoholisch-ätherische Lösungen von Melallsalzen etc. so bezeichnet. Die Tinkturen worden, wenn kein anderes Ver­fahren vorgeschrieben ist, derart bereitet, dal.) die fein geschnit­tenen oder gröblich gepulverten Substanzen mit der zur Extra­hierung dienenden Flüssigkeit Übergossen und in einer ver­schlossenen Flasche an einem schattigen Orte bei etwa 15deg; C. eine Woche lang unter öfterem Umschütteln maceriert werden. Dann wird die Flüssigkeit durch Kolleren oder, wenn nötig, durch Auspressen vom ungelösten Rückstande getrennt und nach dem Absetzen filtriert. Während der Filtration ist eine Verdunstung der Flüssigkeit zu vermeiden.
J.
i r't
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234
Die Tinkturen müssen an einem kühlen Orte in gut ver­schlossenen Gefäßen, gegen das Sonnenlicht geschützt, aufbe­wahrt werden.
Die früher gebräuchlichen Essenzen {Essentiae) stimmen mit den Tinkturen fast überein. Im Droguenhandel nennt man auch wohl ätherische Oele und Parfümerieartikel Essenzen.
1) Tinkturen, welche aus 1 Teil Substanz mit 5 Teilen Spiritus di-liititK bereitet werden:
Tinctura Absinthii,
—nbsp; nbsp; nbsp; Aurantii Coriicis
—nbsp; nbsp; nbsp; Calami,
—nbsp; nbsp; nbsp;Cascarillae,
—nbsp; nbsp; nbsp; Catechu,
—nbsp; nbsp; nbsp; Chinae,
—nbsp; nbsp; nbsp; Cinamomi,
Tincturanbsp; Gentianae,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Pimpinellac,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ratanhiae,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Scillae,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Trifolii,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Valerianae,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Zingiberis.
—nbsp; nbsp; nbsp; Gallarum,
2)nbsp; Tinkturen, welche aus 1 Teil Substanz und 10 Teilen Spiritus dilutus bereitet werden :
Tinctura Aconiti,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tinctura Ipecacuanhae.
—nbsp; nbsp; nbsp; Arnicae,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;— Lobeliae,
—nbsp; nbsp; nbsp; Colchici,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; — Seealis cornuti,
—nbsp; nbsp; nbsp; Croci,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;— Strychni,
—nbsp; nbsp; nbsp; Digitalis,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; — Veratri.
—nbsp; nbsp; nbsp; Hellebori viridis,
3)nbsp;Tinkturen, welche aus 1 Teil Substanz und 5 Teilen Spiritus Vini rectificatissimus bereitet werden:
Tinctura AloSs,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tinctura Guajaci,
—nbsp; nbsp; nbsp; Asae foetida,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; — Kino,
—nbsp; nbsp; nbsp; BenzoSs,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; — Myrrhae.
4)nbsp; Tinkturen, welche aus 1 Teil Substanz und 10 Teilen Spiritus vini reetificatissimus bereitet werden:
Tinctura Cantharidum,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tinctura Colocynthidis,
—nbsp; nbsp; nbsp; Capsici,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;— Euphorbii,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Castorei,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;— Jodi.
Die übrigen wenigen Tinkturen, welche auf andere Weise bereitet werden, sind bei den betr. Substanzen besprochen.
Extractum.
Extrakte nennt man eingedickte wässerige, alkoholische oder ätherische Auszüge pflanzlicher Arzneimitttel. Die zur Extraktbereitung bestimmten Substanzen müssen gleichmäßig zerschnitten oder zerstoßen werden. Die Maceration geschehe bei 15—20deg;, die Disgestion bei 35—40deg;, unter öfterem Um­rühren. Das Abdampfen der wässerigen und weingeistigen Aus­züge geschehe unter 100deg;, bei den ätherischen unter 50deg;. Die Bereitung geschieht je nach der Beschaffenheit des anzuwenden­den Materials auf verschiedene Weise.
1) Die Substanzen werden wiederholt mit Wasser infundiert und einige Stunden digeriert, dann s o f o r t zum dritten Teil des Volumens eingedampft,
i.
ocr page 249
235
hierauf einige Tage durch Absetzenlassen an kühlem Orte geklärt, koliert und unter beständigem Umrühren auf dem Dampfbade eingedickt. Extractum AloSs,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Extractum Fumariae,
Cardui benedicti,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; — Graminis
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cascarillae,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;— Quassiae,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Dulcamarae,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;— Trifolii.
2)nbsp; Die Substanzen werden mit Wasser wiederholt längere Zeit mace-riert und dann wie oben behandelt. Es werden hicdurch Stoffe, wie Harz, Fett etc., welche sich in heifsem Wasser lösen würden, ausgeschlossen.
Extractum Chinae aquosum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Extractum Seealis oornuti,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gentianae,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;— Taraxaci.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Opii,
3)nbsp; Die Substanzen werden mit Gemischen von Spiritus und Wasser wiederholt längere Zeit maceriert; nach dem Absetzen wird filtriert und abgedampft.
Extractumnbsp; Absinthii,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Extractum Helenii,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aconiti,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; — Sabinae,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Calami,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;— Scillae,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Chinae spirituosum,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; —nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Strychni.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Colocynthidis,
4)nbsp; Die Substanzen weiden mit Spiritus oder Aether, oder Gemischen von Spiritus und Aether wiederholt maceriert; nach dem Absetzen wird filtriert und abgedampft.
Extractum Canabis indicae, mit Spiritus dargestellt. Filicis, mit Aether dargestellt.
_ln.ae.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; \ mit Alkohol und Aether ana dargestellt.
5)nbsp; Die frischen Pflanzenteile werden mit 720 Wasser in einem Mörser zerstampft und ausgepreist, dieselbe Operation mit dem Prefsrückstande unter Zusatz von 3 Teilen Wasser nochmals wiederholt. Die zusammen­gemischten bis auf SOquot; erhitzten Flüssigkeiten werden durchgeseiht und im Dampfbade bis auf 2 Teile der angewandten Pflanzensubstanz einge­dampft. Diese werden mit 2 Teilen Weingeist gemischt 24 Stunden hin­durch hingestellt, bisweilen iiingeschüttelt und darauf koliert. Der dabei erhaltene Rückstand wird mit verdünntem Weingeist (1 Teil) in einem ver­schlossenen Gefiifse erwärmt, wiederholt unigeschüttelt und nach dem Ab­setzen die klare Flüssigkeit zur andern gesetzt und abgedampft.
Nach dieser Vorschrift werden die meisten narkotischen Extrakte bereitet.
Extractum Belladonnae,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Extractum Hyoscyami.
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Digitalis,
Die Extrakte werden in betrefT ihrer Konsistenz in drei Abstufungen bereitet:
1)nbsp; dünne, von der Konsistenz des frischen Honigs;
2)nbsp; dicke, welche erkaltet nicht ausgegossen werden können;
3)nbsp; trockne, welche sich verreiben lassen. Zu dem Zwecke werden sie unter besonderen Vorsichtsmafsregeln getrocknet. Trockene Extrakte sind:
Extractum Aloes,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Extraktum Opii,
—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Colocynthidis,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; — Strychni.
Der bis zum dünnen Extrakt eingedampfte Saft frischer Früchte heifst auch zuweilen Succus inspissatus oder lloub: Extrakt, welches zu­gleich durchgeriebene PHanzenteile enthält, heifst 1'itJpa (Mufs, Kraut). Succus Juniperi inspissatus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Pulpa Tamarlndorum.
i i1
!
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quot;
I'i 'IS
IS:-
\l
il
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#9632;
Tabellen.
1
ocr page 252
238
Tabelle A.
Verzeichnis der üblichen Arzneidosen
nach Hertwig's Arzneimittellehre und nach neueren Ertalragen.
Die angeführten Dosen sind für Tiere bestimmt, die sich im Zustande der vollendeten Ausbildung befinden, und sind daher für jüngere Tiere derselben Art in folgender Weise zu modifizieren.
I. Pferde.
Für ein Pferd von 3—6 Jahren 1 Teil,
li/j — 3
72
f
„ 9 —18 Monat 'U „
„ Vh:- 9 , vlaquo; „
, 1 -4V2 „ Vxc „
II. Rinder.
Für ein Rind
von 2 — 4 Jahren 1 Teil,
„1-2 „ V* „
, 1/2 - 1 „ V* ,
„ 3 — G Monat Vs „
„1-3 „ Vie „
III. Schafe.
iir ein Schaf
von 2 — 4 Jahren 1 Teil,
„1-2 „ V* ,
„ ll2 - 1 „ 1/4 „ „ 3 — G Monat Vs „
IV. Schweine.
Für ein Schwein von l1/laquo;— 3 Jahren 1 Teil, , 9-18 Monat Vs ,
4,/2--
- 9
ff
V*
n
21/4-
-4^
1/9
M
n
1 -
- 2
, Vis
raquo;
V
. Hunde.
Für
einen
Hund
von
1/2-
- 1
Jahr
1 Teil,
3 -
- G
Monat
'/!
ff
l1/^
- 3
„
quot;M
w
ff
20-
-45
Tage
Vs
laquo;
10—20
i/
16
ocr page 253
239
Pferde und Rinder.
Ziegen, Schafe und Schweine.
Hunde.
Acetum......I
„ lignorum Acid. carb. cryst
P.l 00,0—250,0
R.300,0—900,0
60,0—180,0
P. 10,0
R. 20,0
P. 7,5—15,0
ß. 15,0-30,0
2,0—4,0
4,0-10,0 4,0—15,0
P. 2,0—4,0
ß. 4,0—15,0
2,0—7,0
15,0—60,0
P. 20,0—45,0
ß. 30,0—60,0
P. 2,0—4,0
ß. 4,0—8,0
8,0—15,0
P. 8,0—15,0 ß. 8,0—30,0 P. 8,0—15,0 B. 10,0—25,0
30,0—90,0
20—40 Gtt.
1,0—2,0
1,5—4,0
15—24 Gtt.
1,5—3,0 1,5—4,5
1,0—3,5
0,5—2,0
4,0—15,0
Sclif.15,0—45,0
Schw. 15,0
0,5—2,5
2,0—4,0
1,20-2,5 2,0—4,5
7,5—15 10—20 Gtt.
0,3—1,0 1—4 Gtt.
1—5 Gtt.
0,5—1,0
0,5—1,0
0,3—0,75
IHUbner u. Katzen \ 1-2 Gtt.
I
„ hydrochlor,
„ hydrocyan (2 Proc.)
„ nitric. . . „ phosplioric „ salicylic. .
„ sulfuric. .
„ tannicum Aether.....
i1
—00 Teil, 'asser.
( Mit 30—10 Teil. Wasser oder als Pille, S. 230.
Mit 100 Tl. Ws.
Mit 50—CO Tl. W.
(Mit gegen 100 Tl. [ Wasser.
0,05—0,5
10 CU ja / Zu Inhalationen 1U (JH.—*,U^ p c,o,0-200,0.
Aloe
1,25—2,0
Als Purgans. ^AIs Tonicum etc.
I
wie Asa foetida.
Alumen.....
Ammoniacum .
Ammon. carb. .
„ chlorat.
Antimon, crud. . Apomorph. chlor. Aqua Amygd. am „ Lanrocerasi
„ Galcariae
„ Ghlori . „ Picis . .
Argent, nitric. Arsenicum alb.
Asa foetida . . Atropin .... Balsam. Gopaivae
Borax.....
Bulbus Scillae Galcar. chlorat.
Gamphora . .
0,05-0,4 0,3—2,0
0,3—2,5 0,3—1,25
S. Stlb. sulfurat.
iSubcutan
J 0,003-0,000.
P. 700,0-2000,0 ß. 1000,-3000,0
300,0—1000,0 0,5—1,0
0,3-1,0
bis3,75steigd.
10,0—30,0
0,06—0,1
0,01-0,02 3,5—7,5
200,0—600,0
90,0—200,0 0,1—0,25
15,0—90,0
15,0-0,005-
S. Liq, chlori.
90,0 -0,05
Jel50-200T.dest.
W. Aeuss. konz. 1:12-20, Acuss. verd. 1:10-100.
[Hühner 0,03-0,07.
Sehf.0,003-0,05 n -^ Scliw.O,01-0,02U'UUd_
0,005
2,0—3,5
0,05-
0,03-
0,5-
-0,5 0,06 2,0
2,0 -3,5
/Subcntan in \ 30—00 W.
S. Natr. biborac, S. Rad. Scillae
15,0-50,00 P. 2,0—15,0 ß. 2,0—30,0
2,0—5,0 0,5-3,5
0,5-0,05-
mm
ocr page 254
240
Pferde und
Ziegen, Schafe
Hunde.
Rinder.
und Schweine.
Gantharides . . .
P. 0,25—1,25 R. 1,25-2,5
0,1—0,5
0,03-0,1
Garbo animalis. .
„ vegetabilis
P. 15,0—30,0 R. 30,0-00,0
3,0—10,0
0,5-3,5
Gatechu......
7,5—15,0
2,0-7,5
0,03—0,5
Chinin sulfuric . .
1,0-5,0
0,03—0,25
Ghloralhydrat . .
50,0—120,0
0,5—2,0
(zu Inhalationen |d.4faclieu. darüb.
Ghloroform ....
8,0—25,0
2,0—8,0
10 Gtt-3,5
Golocynthides . .
Schw. 7,5
0,5—2,0
Colophonium...
15,0-60,0
3,5—15,0
0,5-7,5
Cortex Ghinae . .
30,0-90,0
3,5-15,0
1,0-3,5
„ Cinnamomi
15,0
3,5
1,25—2,0
„ Granat i . .
150,0—180,0
30,0-60,0
2,0—15,0
. Quercus . .1
n ^c i
„ Salicis . . .|
15,0-45,0
3,5—10,0
0,5—3,5
Greta alba ....
15,0—60,0
3,5—15,0
0,5-7,5
fO,l—0,25 pro 30,0 \als Augenwasser.
Gupruni aluminat.
„ sulfuric. |
P. 2,0—15,0 R. 2,0—7,5
Schf. 0,5-1,0 Seinv.O,!—0,5
0,03—0,1
Als Brechmittel Schw. 0,1—2,0, H. 0,1—0,5.
Gurare......
0,001-0,002
Subkutan.
Extr. Aloes. . . .
7,5—15,0
2,0—5
0,3—0,6
/Als Laxans in l grössern Gaben
„ Aconiti. . .
1,0—2,0
0,05—0,06
„ Belladonn .
2,0—5,0
v Hyosc. . . .
0,05-0,1
„ Strychni . .
0,25-0,5
0,005—0,015
Mit viel Wasser verdünnt.
Ferrumacet.solut.
15,0—60,0
8,0-25,0
8,0—25
„ pulverat.
5,0—15,0
0,1-0,25
0,005-2,0
, sesquichl.
0,03—0,3
„ sulfurat.
3,5—7,5
1,25-2,5
0,1—0,75
sulfuric. .
5,0—30,0
0,3-1,25
0,05—0,5
Flor. Arnicae . .
30,0—60,0
5,0—15,0
0,3—1,25
B Brayerae. .
3,5-7,5
3,5-7,5
„ Ginae....
15,0—45,0
3,5-10,0
0,5—3,5
„ GhamoniiU.
30,0—60,0
7,5-20,0
1,0-7,5
„ Sambuci . .
30,0—90,0
15,0-30,0
2,0-7,5
Folia Belladonn. .
10,0—30,0
3,5-15,0
0,5—1,25
„ Digital. . . .
1,0—3,5
0,25-0,5
0,1—0,5
, Hyosc. . . .
45,0-90,0
10,0-30,0
0,5-3,0
„ Juglandis. .
30,0—60,0
„ Nicotianae .|
30,0—90,0
2,0—8,0 Sch\v.2,0—4,0
0,5-2,0
„ Salviae . . .
30,0—60,0
4,0-20,0
2,0-10,0
„ Sennae . . .
3,5—15,0
Katzen 3,5—7,5
ocr page 255
241
Pferde und Rinder.
Ziegen, Schafe und Schweine.
Hunde.
Folia Stramon . . Fructus Juniperi .
,. Lauri . . Myrtill. .
,, Anisi . .
,, Garvi . .
,, Foenic. .
„ Petrosel. Phellancl.
,, Cannabis
,. Papaveris||
üallae.......
Gummi arable.. . Gutti .......
Herb. Absint.. . .
„ GarcLbened.
„ Centaur. . .
„ Menth. pip.
„ Millefol. . .
„ Trifol. . . .
„ Conii mac.. Hydrarg. bichlor.t
COITOS. . . .|
Hydr.chlorat.mite
„ oxydul nigr. Jodum......
Kali carbonic. . .
30,0 -90,0 30,0—60,0 30,0—60,0
Wie Bellailunn.
8,0—20,0
4,0—8,0
10,0—20,0
1,0-3,5 0,5—2,0 2,0-7,5
In Pulverfonn
30,0—1)0,0
10,0—15,0
1,2—3,5
15,0-30,0
0,1—1,0
1,0—7,5 0,1—1,0
0,5—3,5
1,0—3,5 0,015—0,5
0,2-1,25
0,25—0,5 0,05-0,1
0,5-2,0 0,05—0,2 0,5—1,25
2,0—8,0 0,05—0,5 0,05—0,5
2,0-7,5 0,05—0,5
2,0—7,5
2,0—7,5
5-15 Ott.
7,5—30,0
Mit der Sfaclien Menge Wasser als Emulsion.
Katzen 0,05-0,2.
100,0—200,0
P.l 5,0—30,0 R.15,0—45,0
30,0—60,0
2,0—7,5 7,5—15,0
15,0—60,0
.•10,0—90,0
0,3—1,25
P. 1,25—7,5 R. 1,25—6,0 2,0-7,5 P. 0,5—2,0 P. 7,5—15,0 ß. 10,0—30,0 P. 1,0—1,25 R.1,25—2,0
15,0—45,0
30,0—90,0 1,0—7,5 3,5-15,0
2,0-7,5
30,0—90,0
90,0
P. 7,5—15,0
R.30,0—60,0
100,0—250,0
3,5—15,0
Scllf.ll.Z.30,0—15,0
0,05-0,2
Scllf.u.Z. 0,25—0,75
Selnv. 0,5—2,0 Scliw. 0,4—1,0
2,0—6,0
0,2-0,4
3,5—7,5
Sch\v,3,5—15,0
15,0—30,0
0,3—1,25
0,5—2,5
Lämmer 7,5
1,0—2,0
15,0—30,0
30,0
1,5-7,5
60,0—120,0
Aeusserl. je nach d. Zweck in sehr abweichenden Verhältnissen.
„ caustic. . . . j
„ nitricum . .
„ sulfuric. . . | Kalium jodat . . „ sulfurat .!
Kamala.....
Kreosot .....
Liehen Island. . Lief. Ammon. acet
„ caust
,, Ghlori . . . . i
lln 200—300 Tl. \ Wasser.
Als Laxans das Doppelte und Dreifache.
Arnold, PharmakogDosie etc.
16
tmm
ocr page 256
242
Pferde und Rinder.
Ziegen, Schafe und Schweine.
Hunde.
t #9632;
Liq. Kali arsenic,
Lycopodium . . .
Magnes. carbon. .
„ sulfurica
„ usta . . ,
Mangan hyperox,
Manna ......
Morphium acetic. Myrrha......
Natrium chlorat.
Natrum bicarbon.
„ biboracic.
„ nitricum. ,, salicylic. „ sulfuric.
Nuces vomicae 01. animal. Ibet.
„ Crotonis . .
„nbsp; nbsp;Jecoris asell.
„nbsp; nbsp;Lini.....
„nbsp; nbsp;Olivar . . .
,,nbsp; nbsp;Papaveris .
„nbsp; nbsp;Petrae . . .
„nbsp; nbsp;Terebinth..
„nbsp; nbsp;Ricini . . .
Opium .....
Petroleum . . .
Phosphor....
Piper nigr. . . .
Pix liquida . . .
Plumb, acetic. .
Rad. Althaeae . „ Angelic. . „ Arnicae . . „ Belladonn. ,, Carlinae. .
10,0—30,0
00,0—120,0 10,0—30,0
15,0—30,0
P. 0,05—0,2 7,5—15,0 P. 30,0—90,0 E.60,0—120,0
10,0—30,0 P. 7,5—15,0 E. 7,5-30,0
1,25-3,5
15,0—45,0
3,5-7,5
7,5-0,5-2,0-0,5-2,0-7,5-0,005-0,1-0,5-0,5-0,3-
15,0
2,0
-7,5
-2,0
-7,5
-15,0
-0,03
#9632;0,5
1,5 -3,5 -2,0
S. Sol. Fowleri. |Mit Eigelb als | Emulsion.
Als Laxans das Doppelte und Dreifache.
2,0-7,5
Schf. 7,5—15,0
Schw. 3,5—7,5
3,0—10,0 15,0—30,0
( Subk. P. 0,C—1,0, Hd. 0,03-0,0laquo; In 30-UO W.
P. 2,0—10,0 E. 2,0—15,0 P. 3,5—30,0 E. 3,5—45,0 P.12—25Gtt. R.15—SOGtt.
WieKali nitricum. Wie Acid, salicyl. Wie Kali sulfuric.
1,25—3,0
10 Ott.—7,5
8-12 Gtt. Sehw,3-10Gtt
0,05—0,6
1—30 Gtt. 1—30 Gtt
15,0- G0,0
1—15 Gtt. 15,0—45,0 0,05-0,5
0,01—0,03
0,3—0,75
0,5—3,5 0,05—0,40
1,25-3,5 0,5—3,5
Wie 01. Tereb.
In fetten Oelen [ gelöst m. einer 1 schleim. Subst.
120,0—360,0 und darüber
(50,0—180,0
2,0-15,0
50,0—80,0 P. 1,25—6,0 E. 2,0-7,5
1,25—10,0
30,0—50,0 1,5—3,5
Sdiw.0,3—1,25
Sdif.0,05-0,10 Schw0,005-0,05
Schf. 2,0—3,5
2,0-7,5
0,05—1,0
7,5—15,0 2,5-3,5
0,25-0,35
P. 7,5-15,0 E. 10,0—20,0
7,5—30,0 P. 2,0—10,0 E. 1,25—3,5
15,0-45,0 7,5-20,0
Im. ist als Blnde-\ mittel.
wie Flores Arnic.
Wie Rad. Angelic.
ocr page 257
243
Pferde und Rinder.
Ziegen, Schafe und Schweine.
Hunde.
Rad. Caryophyll.
,, Enulae . . .
„nbsp; nbsp; Gentian. . .
„nbsp; nbsp; Jalapae . . .
„nbsp; nbsp; Imperator. .
„nbsp; nbsp; Ipecacuahh.
15,0-P.15,0-R.30,0-
15,0-
-45,0 -45,0 -90,0 -60,0
3,5—10,0 3,5—10,0
3,5—15,0 Schw.7,5—22,5
3,5—7,5 Schw.l ,25—2,0
3,5—15,0
15,0—30,0 2,0-3,5 2,0-8,0 0,6—2,0 7,5—15,0 3,5-15,0
7,5—15,0
Sclm.0,3—0,1
als Emetic.
3,5—7,5
25,0—60,0 7,5—15,0 3,5—10,0
0,4—0,6
15,0—30,0 3,5—10,0
0,5-
0,5-
2,0-0,6-0,6-0,6-2,0-
1,6-0,5-0,3-
0,05-1,5-
0,5-
-2,0 3,5
-3,5
-3,75
-2,0
-2,5
-7,5
-7,5 -1,25 1,0 -0,3 7,5 -15,0
15,0—30,0
Als Emetic. Als krumpfstilleiKt etc. rter 8. Teli.
1
„ Levistici . .
,. Liquirit. . .
„ Pimpinell. .
,. Rhei ....
,, Scillae . . .
„ Valerian. . . Resina Pini . . .
P.30,0-
R.GO,0-
30,0-
15,0-
7,5-
7,5-
30,0-
15.0-
-60,0
-120,0
-60,0
-30,0
-15,0
-15,0
-90,0
-30,0
Als Tonic. Als Purg. beiH. u. K. 3,0—15,0.
Rhiz. Calami . . .
60,0—120,0
1,25-3,5
0,03—0,1 als Emetic, 0,5—2,0 1,5—7,5 2,0-7,5 0,5—3,5
0,2—0,4
Wie Rad. Angflic. Wie Cort. Quere,
„ Filicis....
,, Tormentill.
0,6-
15,0-60,0-30,0-15,0-P. 1,5-R. 2,5-
30,0-P.15,0-R.15,0-
2,0
-30,0 -100,0 60,0 -45,0 -3,0 -4,0
-90,0 -30,0 -45,0
„ Veratri . . .
„ Zingiberis .
Saccharum alb. . Sapo viridis . . . Secale cornut. . .
Semen Grotonis .
„ Foen.Graeci Semen Lini....
„ Sinapis . .
Wie Fruct. Foen. Als Pulv. od. mit der l^fach. Menge Wass. als Dekokt.
S. Nu(;es Vomic.
8,5-
0,5-
0,3-10 Litt.
2,0-
3,5-
2,0-
0,1-
0,001-
-15,0 2,0
#9632;1,25
-4,0
7,5 -15,0 -7,5
-0,8
-0,002
„ Stryclmi . Solut. arsen.Fowl. Spirit, aethereus.
10,0
8,0-
-30,0 -60,0
4,0—15,00 30,0—60,0 Schw. 10,0-25,0 60,0—100,0
Schw.7,5—30,0 1,25—3,5
Scbf. u. Z. 0,03-0,0;
Schw. 0,01-0,03
Schf.30,0-90,0
Schw.l5,0-30,0|
[Mit Wasser ver-I mischt.
„ Vini dilut. I
60,0—1(X),0
„ Frumenti .
Stib. sulf. nigr. . .
100,0-P.15,0-R.30,0-
-250,0
-45,0
60,0
„ ,, aurant.
„ „ rubrum ox , •nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; |!|P.0,
Strychmn.....|e. 0
Strobili Lupili . . ; 30Sulfurnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;| IP. 25
amp;UUUI.......liR.30
3,5—11,0
-0,25
-0,4
-45,0
-300,0 -400,0
Als Infusuin.
]zuin Abfntiren 1). I Eiitziiudungen.
16*
3,5—20,0
mmm
ocr page 258
244
Pferde und Rinder.
Ziegen, Schafe und Schweine.
Hunde.
Sulfur
15,0—60,0
Schf. 7,5—30,0 Schw. 2,0—7,5
2,0-7,5 Sehf.15,0-45,0 Schw. 30,0-90,0
0,4—1,0
Schf. 0,1—0,4 Schw.0,1-0,25
Schw. 0,4-1,25
3,5—10,0
0,3—1,25
0,3—0,5
2,0—15,0
0,05—0,25
0,03—0,1
H. 0,1—0,4
K. 0,05—0,2
0,3—2,0
0,005—0,01 0,12—0,3
Als uuistimmen-des Mittel.
Summitates Sabin. i 15,0—30,0
S. Folia S.
Tartarus dep.
: P..o)0,0—60,0
; R.60,0—120,0
(Als antiplilogtlc.
}Beicatarrli.rheu-j mat. Leiden etc.
Uls Emetic.
(jiP.l,25-3,5
quot; i:R. 3,5—7,5
Terebinth. Cünun. 15,0—45,0 Tubera Jalapae. .
Veratrin.....\, 0,10—0,15
Zinc, sulfuric. . .!
S. Radix .T. subkutan. Als Kinetic.
Schw. 0,6-1,0
m
Tabelle B.
Die gewöhnlich als Gifte bezeichneten Arzneimittel, welche unter Verschluss und sehr vorsichtig aufzube­wahren sind.
Aciduni arsenieosum. Aciduni hydrocyanatum. Atropimnn sulfuricum. Hydrargyrum bichloratum. Hydrargyrum bijodatom. Hydrargyrum cyauatuiii. Hydrargyrum jodatum.
Hydrargyrum oxydat. v. hum. parat. Hydrargyrum praecipitatom album. Liquor Kalii arsenicosi. Phosphorus.
Physostigminum salicylicum. Strychninuni uitricum. Veratrinum.
Hydrargyrum oxydatum.
Die in dieser Tabelle enthaltenen Substanzen dürfen von Tierärzten weder vorrätig gehalten noch dispensiert werden; es müssen daher Recepte, welche diese Stoffe enthalten, in einer Apotheke angefertigt werden.
ocr page 259
245
Tabelle C.
Die Arzneimittel, welche von den übrigen getrennt und vorsichtig aufzubewahren sind.
Acetum Digitalis.
Aciduin carbolicum.
Acidum carbolicum liquefactum.
Aciduni chromicuni.
Acidum hydrochloriciun.
Acidum hydrochloricum cradum.
Acidum nitricum.
Acidum nitricum fumans.
Acidum sulfuricum.
Acidum sulfuricum cradum.
Amylium nitrosum.
Apomorphinum hydrochloricum.
Aqua Amygdalarum amararum.
Argentum nitricum.
Argentum nitricum cum Kalio nitrico.
Auro-Natrium chloratum.
Bromum.
Cantharides.
Cerussa.
Chloralum hydratum.
Chloroformium.
Codeinum.
Collodium cantharidatum.
Cuprum oxydatum.
Cuprum sulfuricum.
Cuprum sulfuricum crudum.
Euphorbium.
Extractum Aconiti.
Extractnm Belladonnae.
Extractum Cannabis Indicae.
Extractum Colocynthidis.
Extractum Digitalis.
Extractum Hyoscyami.
Extractum Opii.
Extractum Sabinae.
Extractum Scillae.
Extractum Strychni.
Folia Belladonnae.
Folia Digitalis.
Folia Stramonii.
Fructus Colocynthidis.
Gutti.
Herba Conii.
Herba Hyoscyami.
Hydrargyrum chloratum.
Hydrargyrum chloratum vapore pa-
ratnm. Jodoformium. .Todum. Kali causticum fusum.
Kalium bichromicum.
Kalium jodatum.
Kreosotum.
Lactucarium.
Liquor Kali caustici.
Liquor Natri caustici.
Liquor Plumb) subacetici.
Lithargyrum.
Minium.
Morphiuum hydrochloricum.
Morphinum sulfuricum.
Natrium jodatum.
Oleum Crotonis.
Oleum Sinapis.
Opium.
Pilocarpinum hydrochloricum.
Plumbum aceticum.
Plumbum aceticum crudum.
Plumbum jodatum.
Pulvis Ipecacuanhas opiatus.
Radix Ipecacuanhas.
Resina Jalapae.
Rhizoma Veratri.
Santoninum.
Semen Colchici.
Semen Strychni.
Summitates Sabinae.
Tartarus stibiatus.
Tinctura Aconiti.
Tinctura Cannabis Indicae.
Tinctura Cantharidum.
Tinctura Colchici.
Tinctura Colocynthidis.
Tinctura Digitalis.
Tinctura Jodi.
Tinctura Ipecacuanhae.
Tinctura Opii benzoica.
Tinctura Opii crocata.
Tinctura Opii simplex.
Tinctura Strychni.
Tinctura quot;Veratri.
Tubera Aconiti.
Tubera Jalapae.
Vinum Colchici.
Vinum Ipecacuanhae.
Vinum stibiatum.
Zincum aceticum.
Zincuin chloratum.
Zincum sulfocarbolicum.
Zincum sulfuricum.
ocr page 260
246
Tabelle D.
Löslichkeit chemischer Arzneistoffe in Wasser, Weingeist und Äther bei 15deg; C.
i i
1 Teil Substanz
1
-4J
1 Teil Substanz
1
t
2
a
öS
•S
erfordert Teile.
es
ir
erfordert Teile.
laquo;
amp;
.1
Aeidum benzoicum
4()0
Kalium nitricum
5
Acidum boricum
30
20—i Kalium permanganicum
25
—
—
Aeidum caxbolicvun
20
—
—j Kalium sulfuricum
12
—
—
Acidum citricum
1
1
50 Kalium tartarium
2
__
,
Aeidum pyrogallicum
3
—j Lithium carbonicum
150
—
__
Acidum salieylicum
600
__
Magnesium sulfuricum
1
__
__
Acidum tanuicum
5
2
—
Manganum sulfuricum
2
__
__
Aeidum tartaricum
1
4
_
Morphinum hydrochlor.
25
50
__
Alumen
12
—
—
Morphinum sulfuricum
20
__
__
Alumen ustum
25
—
—
Natrium aceticum
3
30
__
Aluminium sulfuricum
2
—
—
Natrium benzoicum
2
__
Ammonium carbouicum
4
_-
—
Natrium bicarbonicum
15
__
__
Ammonium chloratum
4
—
Natrium bromatum
2
5
__
Argentum nitricum
1
12
Natrium carbonicum
2
__
Atropinum sulfuricum
1
3
__
Natrium chloratum
3
_
__
Auro-Katrium chloratum
2
—
—;- Natrium jodatum
1
3
__
Borax
18
—
—ii Natrium nitricum
2
50
Bromum
40
—
_
Natrium phosphoricum
10
,____
Chininum bisulfuricum
12
35
—
Natrium salieylicum
1
6 —
Chininum hydrochloricnm
40
4H
Natrium sulfuricum
4
__
Chininum sulfuricum
800
90 —
Physostigminum saliey-
Codeinum
80
—
__
licum
150
12
—
Coffeinum
80
50
—
Plumbum aceticum
3
30
__
Cuprum sulfuricum
4
—
Plumbum jodatum
2000
—
—
Ferrum lacticum
50
—
—
Saceharum
0,5
—
__
Ferrum sulfuricum
2
—
—
Saeeharum Lactis
7
—
__
Hydrargyrum bichloratu m
20
3
4
Santoninum
5000
50
—
Hydrargyrum bijodatum
—
1301—
Strychninum nitricum
100
100
—
Hydrargyrum cyanatum
20
20
—
Tartarus boraxatus
1
__
__
Jodoformium
__
50
6
Tartarus depuratus
200
__
__
Jodum
5000
10
3
Tartarus natronatus
2
__
__
Kalium aceticum
0,5
2
—
Tartarus stibiatus
20
_
__
Kalium hicarbouicum
4
—
Thymolum
1200
1
—
Kalium bromatum
2
200
__
Veratrinum
__
4
—
Kalium carbonicum
1
—
Zineum aceticum
3
40
__
Kalium chloricum
20
130
—
Zincum sulfocarbolicum
2
2
__
Kalium jodatum
1
12
—
Zincum sulfuricum
1
—
—
ocr page 261
247
Tabelle E.
Gehalt des Weingeistes an wasserfreiem Weingeist sowohl dem Gewichte, als dem Räume nach in hun­dert Teilen Weingeist von bestimmtem specifischen Gewicht bei 15deg; C. Die Raumprozentlaquo; entsprechen den Graden nach Tralles.
Vol.
Gew.
CJ /quot;^
Vol.
Gew.
Sp. G.
Vol.
Gew.
Sp. G.
Proz.
Proz.
op. G.
Proz.
Proz.
Proz.
Proz.
0,8000
99
98,38
0,9002
66
58,29
i
0,9620
33
27,27
0,8046
98
96,83
0,9026
65
57,25
0,9633
32
26,41
0,8089
97
95,35
0,9049
64
56,23
0,9645
31
25,56
0,8130
96
93,89
i 0,9072
63
55,21
0,9657
30
24,70
0,8169
95
92,45
1 0,9095
62
54,20
| 0,9668
29
23,85
0,8206
94
91,08
0,9117
61
53,19
, 0,9679
28
23,00
0,8242
93
89,72
0,9139
60
52,20
0,9690
27
22,16
0,8277
92
88,37
0,9161
59
51,20
0,9700
26
21,31
0,8311
91
87,04
0,9183
58
50,21
0,9711
25
20,47
0,8344
90
85,74
0,9205
57
49,24
0,9721
24
19,63
0,8377
89
84,47
0,9226
56
48,26
0,9731
23
18,79
0,8409
88
83,22
0,9247
55
47,29
0,9741
22
17,96
0,8440
87
81,96
0,9267
54
46,33
0,9751
21
17,12
0,8470
86
80,72
0,9288
53
45,37
0,9761
20
16,29
0,8500
85
79,51
0,9308
52
44,41
0,9771
19
15,46
0,8530
84
78,29
0,9328
51
43,47
0,9781
18
14,63
0,8559
83
77,09
0,9348
50
42,50
0,9791
17
13,80
0,8588
82
75,91
0,9366
49
41,59
0,9801
16
12,98
0,8616
81
74,75
0,9385
48
40,66
0,9812
15
12,15
0,8644
80
73,59
0,9403
47
39,74
0,9822
14
11,33
0,8671
79
72,43
0,9421
46
38,82
0,9833
13
10,51
0,8698
78
71,30
0,9439
45
37,90
0,9844
12
9,69
0,8725
77
70,16
0,9456
44
37,00
0,9855
11
8,87
0,8752
76
69,04
0,9473
43
36,09
0,9867
10
8,06
0,8778
75
67,93
0,9490
42
35,18
• 0,9878
9
7,24
0,8804
74
66,82
0,9506
41
34,30
0,9890
8
6,43
0,8830
73
65,72
0,9522
40
33,40
0,9902
7
5,62
0,8855
72
64,64
0,9538
39
32,52
0,9915
6
4,81
0,8880
71
63,58
0,9553
38
31,63
0,9928
5
4,00
0,8905
70
62,50
0,9568
37
30,75
0,9942
4
3,20
0,8930
69
(51,43
0,9582
36
29,88
0,9956
3
2,40
0,8954
68
60,38
0,9595
35
29,01
; 0,9970
2
1,60
0,8978
67
59,33
0,9607
34
28,14
, 0,9985
1
0,80
ocr page 262
248
Tabelle F.
Reduction der Beaume'schen Aräometergrade auf das specifische Gewicht bei 15,6deg; C.
Flüssigkeiten schwerer als Wasser.
Gr.
Spez.
Gr.
Spec.
Gr
Spez.
Gr
Spez.
Gr
Spez.
Gew.
Gew.
Gew.
Gew.
Gew.
0
1.0000
16
1.1239
32
1.2828
48
1.4941
63
1.7669
1
0069
17
1326
33
2943
49
5097
64
7888
2
0139
18
1415
34
3059
50
5255
65
8111
3
0211
19
1506
35
3177
51
5417
66
8340
4
0283
20
1598
36
3298
52
5583
67
8574
o
035(5
21
1691
37
3421
53
5752
68
8815
6
0431
22
1786
38
3546
54
5925
69
9062
7
0506
23
1883
39
3674
55
6101
70
9316
8
0583
24
1981
40
3804
56
6282
71
9577
9
0661
25
2080
41
3937
57
6467
72
9844
10
0740
26
2182
42
4072
58
6656
73
2.0119
11
0820
27
2285
43
4210
59
6849
74
0402
12
0901
28
2390
44
4350
60
7047
75
0693
13
0983
29
2497
45
4493
61
7250
76
0992
14
1067
30
2605
46
4640
62
7457
77
1301
15
1152
31
2716
47
4789
Flüssigkeiten leichter als Wasser.
10
1.0000
21
0.9295
32
0.8683
43
0.8147
53
0.7714
11
0.9931
22
9236
33
8632
44
8102
54
7674
12
9864
23
9177
34
8580
45
8057
55
7633
13
9797
24
9120
35
8530
46
8013
56
7593
14
9731
25
9063
36
8480
47
7969
57
7554
15
9666
26
9007
37
8431
48
7925
58
7515
16
9603
27
8951
38
8382
49
7882
59
7476
17
9539
28
8896
39
8334
50
7839
60
7438
18
9477
29
8842
40
8287
51
7797
61
7399
19
9416
30
8788
41
8239
52
7756
62
7362
20
9355
31
8735
42
8193
I
ocr page 263
249
Tabelle G.
Reduktion der Beck'schen Aräometergrade auf das
specifische Gewicht bei li3,50 G.
Flüssigkeiten schwerer als Wasser.
ü
l.(XKX)
13
1.0828
26
1.1806
39
1.2977
52
1.4407
65
1.6190
1
1.0059
14
1.0897
27
1.1888
40
1 3077
53
1.4530
66
1.6346
2
1.0119
15
1.0968
28
1.1972
41
1.3178
54
1.4655
67
1.6505
3
1.0180
1.1039
29
1.2057
42
1.3281
55
1.4783
68
1.6667
4
1.0241
17
1.1111
30
1.2143
43
1.3386
56
1.4912
69
1.6831
5
1.0303
18
1.1184
31
1.2230
44
1.3492
57
1.5044
70
1.7000
6
1.0360
19
1.1258
32
1.2319
45
1.3600
58
1.5179
71
1.7172
7
1.0429
20
1.1333
33
1.2409
46
1.3710
59
1.5315
72
1.7347
8
1.0494
21
1.1409
34
1.2500
47
1.3821
60
1.5454
73
1.7526
9
1.0559
22
1.1486
35
1.2593
48
1.3934
61
1.5596
74
1.7708
10
1.0625
23
1.1565
36
1.2687
49
1.4050
62
1.5741
75
1.7895
11
1.0692
24
1.1644
37
1.2782
50
1.4167
63
1.5888
46
1.8085
12
1.0759
25
1.1724
38
1.2879
51
1.4286
64
1.6038
I
i
Flüssigkeiten leichter als Wasser.
1
Spec.
Spec.
#9632;Ö
Spec.
ÖS
Spec.
13
Spec.
1
Spec.
o
Gew.
O
Gew.
O
Gew.
w
Gew.
o
Gew.
C5
Gew.
0
1.0000
1
0.9941
11
0.9392
21
0.8900
31
0.8457
41
0.8061
51
0.7692
2
0.9883
12
0.9340
22 0.8854
32
0.8415
42
0.8018
52
0.7658
3
0.9826
18
0.9289
23
0.8808
33
0.8374
43
0.7981
53
0.7623
4
0.9770
14
0.9239
24
0.8762
34
0.8333
44
0.7944
54
0.7589
5
0.9714
15
0.9189
25
0.8718
35
0.8292
45
0.7907
55
0.7556
6
0.9659
16
0.9139
26
0.8673
36
0.8252
46
0.8871
56
0.7522
7
0.9604
17
0.9090
27
0.8629
37
0.8212
47
0.7834
57
0.7489
8 1 0.9550
18
0.9042
28
0.8585
38
0.8173
48
0.7799
58
0.7456
9 i 0.9497
19
0.8994
29
0.8542
39
0.8133
49
0.7763
59
0.7423
10
0.9444
20
0.8947
30
0.8500
40
0.8095
50
0.7727
60
0.7391
ocr page 264
250
Tabelle H.
Verzeichnis der mit einander unverträglichen Sub­stanzen, deren gleichzeitige Verordnung in einer flüssigen Arznei man vermeiden muss. (Nach Erdmann-Hertwigs Receptierkunde.)
Namen der Substanzen:
Unverträglich mit:
Reinen Alkalien.
Erden.
Kalkwasser.
Kohlensauren Salzen.
Metallen.
Schwefelmetallen.
Seifen.
Keinen Alkalien.
Kohlensauren Alkalien.
Erden.
Kalkwasser.
Bleizucker.
Bleiessig.
Salmiak.
Salpeter.
Qi i ecksilbersalzen.
Brechweinstein.
Gerbstoff.
1.nbsp; Acetumnbsp; cruduni . .
2.nbsp; Acidumnbsp; muriaticnm 8. Acidumnbsp; nitricum
4. Acidumnbsp; sulphuricum
5. Alumen
6. Ammonium carbonicum pyro-oleosum
Säuren.
Sauren Salzen. Essigsaurem Blei Eisensulfat. Zinksulfat
Fixen und
\
Alkalien.
Kohlensauren Kalkwasser.
7. Ammonium muriaticum . .
Alkalien.
Erden.
Kalkwasser.
| Kalium. Kohlensaurem i Natrium.
) Kalk. Alaun. Bittersalz.
Salpetersaurem Silber. Blei-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ]
Eisen-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; | a.. „„
Kupfer-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Sillzen-
Quecksilber- | Schwefelleber.
ocr page 265
251
Namen der Substanzen:
Unverträglich mit:
Säuren. Kohlensaurem Kalium.
„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Natrium.
„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ammonium
Alaun. Bittersalz. Salmiak. Weinstein.
Quecksilber- u. anderen Metallsalzon. Adstringierenden Mitteln.
Brunnenwasser. Reinen und
Kohlensauren Alkalien. Salzsäure. Schwefelsäure. Chlormetallen. Schwefelsauren Salzen. Schwefelieber. Gerbstoftquot;.
8. Aqua Galcatiae
9. Argentum nitricum
10. Arsenicum album
Brunnenwasser.
Mineralsäureu.
Metallsalzen.
Schwefelleber.
Gerbstofr.
Eiweiss.
11. Calcaria chlorata
Säuren. Reinen uud Kohlensauren Alkalien. Schwefelsauren Salzen.
12.nbsp; Cortex Clünae
13.nbsp; Cortex Quercus
14.nbsp; Cortex Salicis .
Alkalien.
Erden.
Kalkwasser.
Metallsalzen.
Brechweinstein.
Eiweiss.
15. Cuprum sulphuricum
Reinen Alkalien.
Kohlensauren Alkalien.
Erden.
Salzen der Erden.
Schwefelleber.
Seife.
Gerbstoff.
16. Ferrum sulphuratum
Säuren.
Sauren Salzen. Adstringierenden Mitteln. Quecksilberpräparaten. Bleisalzen.
17. Ferrum sulphuricum.....{ wie ad 15.
ocr page 266
252
Namen der Substanzen:
18.nbsp; nbsp;Floras Sulphuris......
19.nbsp; nbsp;Gummi arabicum.....
Unverträglich mit:
( Säuren.
\ Blei- und Quecksilbersalzen.
Weingeist.
Aether.
Borax.
Bleiessig.
Schwefelsaurem Eisen.
Eisenchlorid.
Salpetersaurem Quecksilber.
Brunnenwasser.
Reinen und kohlensauren Alkalien. Reinem und kohlensaurem Kalk. Reiner und kohlensaurer Magnesia. Kalkwasser. Salmiakgeist.
Schwefel und Schwelelleber. Seife.
Aetherischen Oelen. Stärkemehlhaitigen Stoffen. Extracten (Lakritzensaft). Eiweiss.
Gerbstoffhaitigen Mitteln (China­rinde). Opium.
Reinen und kohlensauren Alkalien.
Kalkwasser.
Salmiakgeist.
Löslichen Chloriden.
Schwefelleber.
Goldschwefel.
Jod.
Salzsäure.
Chlorwasser.
20. Hydrargyrum bichloratum corro-sivum (Sublimat).....
21. Hvdrargvrum chloratum inite (Calomel)......
22. Kalium carbonicum
Säuren. Kalkwasser. Ammouiumsalzen. Erdsalzen und Metallsalzen.
Brunnenwasser.
Säuren.
Ammoniumsalzen.
Erdsalzen und Metallsalzeu.
Gerbstoff.
Schwefel.
23. Kalium causticum
24. Kalium nitricum
Konzentrierten Säuren. Alaun. Eisen- j Kupfer- Sulfat. Zink- |
ocr page 267
253
Namen der Substanzen:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Unverträglich mit:
| Kalkwasser.
25. Kalium sulphuiicum.....i Rigj.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I yaize,|
1 Quecksilber- J
„,. T, ,. . , ^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ( Säuren und sauren Salzen.
2b. Kahum jodatum.......{ Metall8alzen.
| Säuren und sauren Salzen. „„ T, ..nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i u j.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Metallsalzeu.
27.nbsp; Kahum snlphuratum.....Brechweinstein.
I Alaun.
Säuren.
Aetzeuden Alkalien.
28.nbsp; Kreosotum.........{ Quecksilbersalzeu.
Eiweis. Gummi.
.
i:
29. Liquor Ammouii oauatici
Säuren.
Alaun.
Calomel und Sublimat.
Eisen- ]
Kupfer- Sulfat.
Zink- I
Bleizucker.
Brechweinstein.
30.nbsp; Magnesium carbonicum
31.nbsp; Majrnesia usta . . .
Säuren. Alaun. Salmiak. Metallsalzen.
32. Natrium carbonicum
Säuren. Kalkwasser.
Ammoniumsalzen.
Erdsalzen.
Metallsalzen.
33. Natrium muriaticum . . . ,
Schwefelsäure. Aetzkalk.
Kohlensaurem Kalium. Bleisalzen.
34. Natrium sulphuiicum
Kalkwasser.
Kohlensaurem Kalium. Essigsaurem Blei.
Brunnenwasser.
Schwefelsäure und Salzsäure.
Kaustischem und l Kalium und
Kohlensaurem ( Natrium.
Seifen.
Gerbstoff, Schleim, Eiweis.
-
35. Plumbum aceticum ,
ocr page 268
254
Name n der Substanzen:
Unverträglich mit:
86
Blei- und
Radix Althaeae.......j QUeCksilber-Sal7.en.
( Brunnenwasser. Sapo albus et viridisnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;| Bamp;mea ^ saul.eu Slllzen
Erdsalzen.
37.
38.nbsp; Semen Cydoniorum.....{ Metallsalzeu
39.nbsp; Spiritus camphoratus ....
| Wasser und wässerigen Flüssig-I keiten.
40. Spiritus saponatus
Brunnenwasser.
Kalk wasser.
Säuren und sauren Salzen.
Erdsalzeu.
41.
,,,., .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; iinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;f Säuren und sauren Salzen.
Stibmm sulphuratum mgrum . .nbsp; nbsp;| Aetzenclen Alkalien.
„.,.,.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; | Sänreu.
Sulphur citnuum......nbsp; nbsp;j Met^Hpräparateu.
a , #9632;. j.,.. .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ( Alkalien und Säuren.
Sulphur stibiatum aurantiaeumnbsp; nbsp; nbsp; nbsp;J Metallsalzeu.
4-2.
43.
44. Tartarus stibiatus
Brunnenwasser. Alkalien und Säuren. Erdsalzen. Schwefelleber. Gerbstoff.
| Reinen und 1 Alkaiien
45. Zincum chloratum......J Kohlensauren J
4lj. Zincum sulphuricum.....| Bleizucker.
I Gerbstoft'.
ocr page 269
255
Tabelle J.
Gerätschaften und Reagentien zur Ausführung der Prüfung der Arzneimittel.
ij
Die Gerätschaften zur Prüfung der Arzneimittel sind: Reagensgläser, s. g. Probierröhren, Kochflaschen von verschiedener Größe, Glastrichter, die meist nur klein zu sein brauchen, Bechergläser und einige kleine Porzellanschalen, Spirituslampe, Lötrohr und ein Stückchen Platinblech, Kleine Tiegel von Porzellan, Filtrierpapier, Glasstäbe, Glasröhren, Entwickelungsapparat zu Schwefelwasserstoff.
Die Prüfungen geschehen auf trocknem und auf nassem Wege.
Im ersten Falle gebraucht man das Lötrohr oder das Platinblech, auch wohl eine Glasröhre zum Sublimieren. Es ist wichtig, dati man von der zu untersuchenden Probe das rechte Mali nimmt; in der Regel genügt ein Quantum von der Grötie einer Linse oder Erbse.
Die Gegenstände der Untersuchung auf nassem Wege sind entweder Flüssigkeiten oder feste Körper. Die Flüssigkeifen werden meist direkt zur Prüfung zu verwenden sein oder sie werden verdünnt; die festen Körper werden gelöst oder aus­gezogen.. Als Lösungsmittel dienen Wasser, verdünnte Säuren, Weingeist, Aether, Chloroform etc.
Die Auflösung geschieht in den Koch- und Digeriergläsern, aus welchen dieselbe, wo nötig, in einen Cylinder filtriert und von diesem in die Probiergläser verteilt werden kann. Es ist auch hier Regel, dalä man die richtige Menge des Priifungs-gegenstandes in Arbeit nimmt, damit nicht zu viel Material un­nötig verschwendet wird.
Von der zu prüfenden Flüssigkeit gibt man einige Centi­meter hoch in das Probierglas und gibt von dem Reagens erst tropfenweise, dann, wenn es erforderlich ist, nach und nach mehr hinzu. Es können jedoch Fälle vorkommen, wo man von dieser Regel abgehen muß. Die Veränderungen erfolgen nicht immer sogleich; zuweilen zeigen sie sich, besonders bei sehr kleinen Mengen, oft erst nach einigen Minuten oder Stunden, welche Zeit man daher abwarten muß.
Zur Prüfung ist, wenn Wasser erforderlich, stets destil-
ocr page 270
256
liertes zu nehmen. Die Reagentien müssen rein sein und finden sich meist unter den chemisch reinen Präparaten der Pharma-kopöe.
Acidum aceticum dilutum. Verdünnte Essigsäure. Dient zum Ansäuern von Flüssigkeiten.
Acidum hydrochloricum. Salzsäure. Ist das empfindlichste Reagens auf Silbersalze, womit sie einen weißen, käsigen, am Lichte dunkel werdenden Nieder­schlag von Chlorsilber erzeugt, der sicli auf Zusatz von Am­moniak wieder auflöst, Häutig wird die Salzsäure als Auflö­sungsmittel gebraucht, da sie viele Mineralien rasch angreift und damit lösliche Chlorverbindungen erzeugt. Dient auch als Rea­gens auf Ammoniak, indem ein mit konzentrierter Salzsäure be­feuchteter Glasstab bei Gegenwart von Ammoniakdämpfen weiße Nebel erzeugt.
Acidum nitricum. Salpetersäure. Die Salpetersäure löst die meisten schweren Metalle leicht auf, dient deswegen als Auflösungsmittel, ferner zum Ansäuern von Flüssigkeiten, namentlich wenn andere Säuren nicht gebraucht werden dürfen, z. B. bei Reaktion mit Silbersalzen oder Baryt-salzen.
Acidum sulfuricum. Schwefelsäure.
Die konzentrierte Schwefelsäure dient zur Entdeckung schwächerer Säuren, indem sie die meisten aus ihren Verbin­dungen mit Basen austreibt. In den essigsauren Salzen z. B. läßt sich auf diese Weise die Essigsäure durch den Geruch er­kennen. In den meisten Fällen wird die verdünnte Schwefelsäure gewonnen, z. B. beim Auflösen von Zinkoxyd, Magnesia u. s. w.
Die Schwefelsäure ist das empfindlichste Reagens auf Baryuni- und Bleisalze; sie gibt mit den Lösungen dieser Körper weiße, pulvrige, in Salz- und Salpetersäure unlösliche Nieder­schläge.
1
Acidum tannicum. Gerbsäure. Teil Gerbsäure gelöst in 19 Teilen Wasser.
Dient zur
Prüfung auf Eisensalze, mit deren Lösung sie schwarzblaue Niederschläge erzeugt. Aufgelöster Leim wird durch Gerbstoff in weißen Flocken gefällt.
Acidum tartaricum. Weinsteinsäure. 1 Teil Weinsteinsäure, gelöst in 4 Teilen destillierten
ocr page 271
257
Wassers. Gibt mit nicht zu verdünnten Lösungen der Kalisalze, im Ueberschusse zugesetzt, einen krystallinischen Niederschlag von Weinstein.
Aether
dient zur Prüfung bei Alkaloiden und verschiedenen organischen Körpern.
Ammonium carbonicum. Kohlensaures Ammoniak, gelöst in 3 Teilen destillierten Wassers und 1 Teil Aetzam-moniaks, dient zum Niederschlagen von erdig-alkalischen, erdi­gen und metallischen Salzen, wo Kali- oder Natronlauge zu vermeiden ist. Magnesiasalze werden durch kohlensaures Am-mon erst nach einiger Zeit gelallt.
Ammonium chloratum. Salmiak, gelöst in 9 Teilen destillierten Wassers, dient als Hülfsmittel bei verschiedenen Reaktionen, z. B. auf Phosphorsäure, auf Magnesia etc,
Ammonicum oxalicum. Oxalsaures Ammoniak, gelöst in y Teilen destillierten Wassers, gibt mit Kalkwasser und aufgelösten Kalksalzen in neutralen Flüssigkeiten einen Niederschlag von oxalsaurem Kalk, der sich in Mineralsäuren wieder löst.
Amylum. Stärkemehl. Der Stärkekleister ist ein Reagens auf Jod.
Aquae Calcariae. Kalkwasser. Gibt mit Kohlensäure und kohlensauren Salzen einen Nieder­schlag von kohlensaurem Kalk, dient deswegen zur Erkennung derselben und zur Prüfung der ätzenden Alkalien auf Kohlensäure.
Aqua chlorata. Ghlorwasser. Dient zur Ueberfütirung niederer Oxydationsstufen in höhere, überhaupt zur Oxydation, ferner um Jod aus seinen Verbind­ungen abzuscheiden, worauf letzteres dann leicht zu erkennen ist.
Aqua hydrosulfurata. Schwefelwasserstoffwasser.
Wird erhalten durch Einleiten von H2S in ausgekochtes und wiederum erkaltetes, destilliertes Wasser.
H2S ist ein Reagens auf schwere Metalle in ihren Lös­ungen mit Ausnahme von Eisen, Nickel, Kobalt, Zink, Mangan.
Arnold, Plmrmakoguosie etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;jj
1
#9632;• #9632;#9632;•.:
m
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_258
Soll eine Flüssigkeit mit H2S geprüft werden, so gibt man ungefähr das gleiche Volumen von Schwefelwasserstoffwass.ee
hinzu und wartet, wenn die Reaktion nicht gleich eintritt, eine Zeit lang, weil zuweilen die Reaktion erst später eintritt. Die zu prüfende Flüssigkeit muH, falls sie nicht schon sauer ist, durch Salz- oder Salpetersäure angesäuert werden. In alkali­schen Flüssigkeiten werden durch ELS auch Mangan, Eisen, Nickel, Kobalt und Zink gefällt.
Das Ammonium hydrosnlfnratum, Schwefelammonium, wird erhalten durch Einleiten von H2S in Liquor Ammonii caustici, bis der Ammoniakgeruch nicht mehr vorwaltet. Es schlägt wie Ho S die schweren Metalle nieder, wirkt aber oft noch empfind­licher. Eisen, Mangan, Kobalt, Nickel und Zink, welche durch H.jS nicht gefällt werden, werden durch Schwefelammonium niedergeschlagen. Die Lösungen der Salze müssen neutral oder nur schwach sauer sein. Die Schwefelverbindungen von Arsen, Antimon, Zinn und Gold lösen sich in überschüssig zugesetztem Schwefolammon wieder auf und werden aus dieser Lösung durch Säuren wieder gefällt. Vom Schwefelammon setzt man nur wenige Tropfen zu der zu prüfenden Flüssigkeit, falls man nicht eine Lösung des Schwefelarsens u. s. w. beabsichtigt. Es ist anfangs farblos, färbt sich aber bei Luftzutritt bald gelb unter Bildung von Polysulfid.
Argentum nitricum. Salpetersaures Silber,
gelöst in .jU Teilen destillierten Wassers. Gibt mit Salzsäure und aufgelösten Ghlormetallen einen weißen, käsigen, in Sal­petersäure unlöslichen, in Ammoniak dagegen leicht löslichen Niederschlag. Die Flüssigkeit muß mit einigen Tropfen Salpeter­säure sauer gemacht werden, weil Silberlösung auch mit anderen Säuren Niederschläge gibt, die aber alle in Salpetersäure löslich sind. Jod und Bromverbindungen verhalten sich wie Chlor­verbindungen und müssen auf andere Weise erkannt werden.
Baiyum chloratum. Ghlorbaryum,
gelöst in 19 Teilen destillierten Wassers. Ist ein empfindliches Reagens auf Schwefelsäure und deren Salze. Die zu unter­suchende Flüssigkeit muß freie Salz- oder Salpetersäure ent­halten, da viele Barytsalze unlöslich sind, die sich aber in freien Säuren lösen. (Vergl. das unter Acid, sulfuric. Angeführte.)
Baryum nitricum. Salpetersaures Baryum, gelöst in 19 Teilen destillierten Wassers. Dient wie das Chlor-
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baryum zur Erkennung von Schwefelsäure und wird gewonnen, wo dasGMorbaryum wegen verschiedener Gründe nicht zulässig ist.
Calcium sulfuricum. Gyps.
Man verfertigt die Gypslösung durch Schüttein von Gyps-pulver mit etwa 100 Teilen Wasser und Filtrieren der Lösung. Sie dient zur Unterscheidung von Baryt und Kalk, indem eine Baryumsalzlösung durch Gypswasser sofort getrübt wird, was bei verdünnten Kalksalzlösungen nicht der Fall ist.
Carboneum sulfuratum. Schwefelkohlenstoff.
Dient mit Chlorwasser als Reagens auf Jod, indem das durch Chlor aus seinen Verbindungen ausgeschiedene Jod sich mit violetter Farbe in dem Schwefelkohlenstoff auflöst.
IT
Charta exploratoria coerulea. Blaues Lackmus papier.
Lackmus, 15 Teile,
Aqua destülata, 100 Teile. Das Lackmus wird zerrieben und in einem Glase mit dem heißen destilliertem Wasser übergössen, unter bisweiligem Um­schütteln 24 Stunden bei Seite gestellt. Man filtriert, gibt die filtrierte Flüssigkeit in ein Schälchen und rührt dieselbe mit einem Glasstabe, den man in eine Mischung von 1 Teil ver­dünnter Schwefelsäure und 2 Teilen Wasser eingetaucht hat. Man wiederholt dieses so oft, bis die Farbe der Flüssigkeit an­fängt violett zu werden. Durch diese Flüssigkeit zieht man Streifen feinen Filtrierpapiers, von denen man je sechs aus einem Bogen der Länge nach schneidet und hängt dieselben zum Trocknen über zwei nebeneinander liegende Glasstäbe.
Charta exploratoria rubra. Rotes Lackmuspapier.
Zu der zur Bereitung des blauen Lackmuspapiers ange­fertigten Flüssigkeit gibt man so lange mittelst des Glasstabes von der verdünnten Säure, bis die Flüssigkeit zwiebelrot er­scheint. Man muß jedoch vorsichtig sein mit dem Zusatz der Säure und schon früher kleine Streifen Papier eintauchen und trocknen lassen, um zu sehen, ob das Papier nicht zu rot wird, wodurch es an Empfindlichkeit leidet. Wenn das Papier nach dem Trocknen blaurot erscheint, so ist es am empfindlichsten.
Charta exploratoria lutea. Curcumapapier. Uhlzoina Cureumae pulveratum, 1 Teil, Spiritus dilutus, G Teile,
17*
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werden 24 Stunden digeriert. Mit der filtrierten Tinktur werden Papierstreifen wie bei dem andern Reagenspapier getränkt und getrocknet.
Chloroformium. Chloroform. Anwendung wie Schwefelkohlenstoff.
Hydrargyrum bichloratum. Quecksilberchlorid, in 20 Teilen destillierten Wassers gelöst. Dient zur Prüfung des Kalkwassers und des Natrium Mcarbonicum.
Kalium bichromicum. Dopppelt chromsaures Kalium, gelöst in 10 Teilen destillierten Wassers. Reagens auf Blei-und Baryumverbindungen; dient außerdem als Oxydationsmittel.
Kalium hypermanganicum. Uebermangansaures Kalium. 1 Teil Kuli hypermanganicum in 1000 Teilen destillierten Wassers. Es dient als Oxydationsmittel, zur Erkennung von organisclien Stoffen, zur Ueberführung von Eisenoxydul, schwef­liger Säure, phosphoriger Säure in höhere Oxydationsstufen, wodurch es zersetzt wird und die Farbe verliert.
Kalium ferricyanatum. Ferri dcyankalium. Kalium-eisencyanid, gelöst in 9 Teilen destillierten Wassers. Reagens auf Ferro-salze.
Kalium ferrocyanatum. Ferrocyankalium. Kalium-eisency anür,
gelöst in 9 Teilen destillierten Wassers. Reagens auf Ferri-salze und Kupfersalze. In ersterem erzeugt es einen blauen, in letzterem einen braunen Niederschlag.
Kalium jodatum. Judkalium, gelöst in (.) Teilen destillierten Wassers. Zur Prüfung des Chlo­roforms auf Chlor, indem durch letzteres Jod ausgeschieden wird, welches sich im Chloroform mit roter Farbe löst. Aehn-lich wie Chlor wirken Salpetersäure, salpetrige Säure und ozoni­sierter Sauerstoff, welche deshalb auch durch Jodkalium erkannt werden können.
Kalium sulfocyanatum. Schwefelcyankalium. Rhodan-
kalium, gelöst in 19 Teilen destillierten Wassers. Empfindliches Rea-
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gens auf Ferrisalze, in deren Lösungen es eine blutrote Färbung erzeugt.
Liquor Amonii caustici. Salmiakgeist. Dient zum Neutralisieren freier Säuren, als Fällungsmittel für viele Metalloxyde und Erden, als Reagens auf Kupfer u. s. w.
Liquor Ferri sesquichlorati. Flüssiges Eisenchlorid, verdünnt mit 5 Teilen destillierten Wassers. Dient zur Reak­tion auf Gerbstoff und Ferrocyanverbindungen, auch bei der Prüfung einiger Alkaloide und der Karbolsäure.
Liquor Natrii caustici. Aetznatronlauge, verdünnt mit 2 Teilen destillierten Wassers. Dient wie die Aetzkalilauge zum Fällen der Erd- und Metallsalze, zum Nach­weis von Ammoniumverbindungen etc.
Magnesium sulfuricum. Bittersalz, gelöst in 9 Teilen destillierten Wassers. Dient zur Erkennung der Phosphorsäure in ammoniakalischer Flüssigkeit, ferner als Reagens auf doppelt kohlensaure Alkalien.
Natrium carbonicum. Kohlensaures Natrium, gelöst in 10 Teilen destillierten Wassers. Dient als allgemeines Fällungsmittel und zur Abstumpfung von Säuren.
Natrum phosphoricum. Phosphorsaures Natrium, gelöst in 10 Teilen destillierten Wassers. Dient zur Erkennung der Magnesia in ammoniakalischer Lösung, in welcher es einen Niederschlag von phosphorsaurer Ammoniakmagnesia erzeugt.
Solutio Amyli. Stärkelösung. Bei Bedarf aus einem Stückchen weißer Oblate durch Schütteln mit siedendem Wasser und Filtrieren zu bereiten.
Platinum bichioratum. Platinchlorid, gelöst in 20 Teilen destillierten Wassers. Reagens auf Kalium-und Ammoniumverbindungen.
Plumbum aceticum. Bleiacetat, gelöst in 10 Teilen destillierten Wassers. Reagens auf Schwefel­wasserstoff und Schwefelsäure. Ersterer bildet einen schwarzen, letztere einen weitien Niederschlag; beide sind in Säuren un­löslich. Mit Jodkalium entsteht ein gelber Niederschlag von Jodblei.
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'
Reagens
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Solutio indici. Indigolösung. auf Salpetersäure, welche [nrligo entfärbt.
Stannum chloratum. Zinnchlorür,
gelöst in 10 Teilen destillierten Wassers, welchem eine geringe Menge Salzsäure zugesetzt ist. Reagens auf Sublimat und andere Quecksilbersalze, welche dadurch zu fein verteiltem, metallischem Quecksilber reduziert werden. Arsenige Säure wird beim Kochen mit Zinnchlorür unterBräunung der Flüssigkeit gleichfalls reduziert.
Zincum.
Dient zur Entwickelung Flüssigkeit, in der man mit stoffgas entwickelt, zugleich
Reines Zink.
von Wasserstoffgas. Enthält die Zink und Schwefelsäure Wasser­schweflige Säure, so bildet sich
Schwefelwasserstoff; man benutzt diese Reaktion zur Erkennung der schwefligen Säure.
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Register.
Abkochuug 213. Abkürzungen 194. Acetum 111.
raquo; aromaticum 112.
raquo; 'Dncentratum 112.
raquo; Digitalis 69.
raquo; Lignorum 112.
raquo; plumbicum l(i2.
raquo; pyrolignosuiu 112.
raquo; saturninum 162. Scillae 53. Acidum aceticum 113.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;dilutuni 112.
raquo; arsenicosum 147.
raquo; benzoicuni 113.
raquo; horicum 113.
raquo; borussicum 114.
raquo; carbolicum 174.
raquo; chromicum 114.
raquo; citricum 114.
raquo; hydrochloricum 114.
raquo; hydrocyanicum 115.
raquo; ichtyolicum 120.
raquo; nmriaticuin 114.
raquo; nitricum 116.
raquo; phenylicum 174.
raquo; phosphoricum 117.
raquo; pyrolignosum 112.
raquo; salycylieum 119.
raquo; sulfoichtyolicum 120.
raquo; sulfuricum 118.
raquo; tannicum 119.
raquo; tartaricum 120.
raquo; zooticum 113. Aconitin 181. Adeps suillus 99.
raquo; miueralis 179. Aerugo crvstallisata 150. Aether 170.
raquo; sulfuricus 170. Aetzammoniak 125. raquo; -kalk 126. raquo; -kali 131. raquo; -magnesia 139. gt; -Sublimat 157.
Alantwurzel 41. Alaun 121.
raquo; gebrannter 122. Alkaloide 180. Alkohol 169.
sulfuri.s 108. Alfranken 56. Aloe 7.
Altheeblätter 68. Altheewurzel 38. Alumen 121.
raquo; ustuni 122. Ambra liquidu 20. Ammouiacum 16. Ammoniak 125.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;essigsaures 125.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; kohlensaures 123.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; salzsaures 124.
Ammonium aceticum 125. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; bromatum 123.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; carbonicum 123.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; causticum 125.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; chloratum 124.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; muriaticum 124.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; sulfoichtyolicum 121.
Amygdalae 88. Amylnitrit 173. Amylum 92. Angelicawurzel 39. Anisöl 30.
Antidotum Arseuici 154. Antimonium crudum 165. Antipyrinum 188. Apomorphimun 182. Aqua Amygdalarum 116. raquo; Calcariae 127. raquo; chlorata 105. raquo; dcstillata 104. 232. raquo; digestiva balsamica 20. raquo; Foeniculi 83. raquo; Laurocerasi 116. raquo; Menthae piperitae 72. raquo; phagadaenica 158. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nigra 159.
raquo; Picis 177.
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Aqua Plumbi 162.
raquo; saturnina 162.
raquo; Goulardi 162.
raquo; vulneraria Thedeui 119. Aquae destillatae 104. 132. Arabisches Gummi 4. Arcanum duplicatum 134. Argentum nitricum 146. Argilla 121. Armcablumen 63.
raquo; tinktur 63. Arsenicum album 147. Arsenige Säure 147. Arsenik, weifscr 147. Asa dulcis 24. #9632;#9632;#9632;#9632; foetida 16. Atropinum sulfuricum 182. Aufgufs 217. Auflösimg 211. 226. Axungia porci 99.
Bäluing 228. Baccae Juniperi 83.
raquo; Lauri 84.
raquo; Myrtillorum 84.
raquo; Ehamni cathart. 85.
raquo; Spinae cervinae 85. Baldrianwurzel 46. Balneum empyreumat. Walzii 177. Balsamum Arcaei 23.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Canadeuse 22.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Commendatoris 25.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Copaivae 21.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Indicum 18.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Opodeldoc
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Peruvianum 18.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Styracis 20.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sulfuris 34.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; raquo; terebinthin. 28.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tolutanum 20.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Vitae externum 146.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;vuluerarium 17.
Bärlappsamen 91. Bärentrauben blatter 75. Barras 23. Baumöl 35. Belladonnablätter 68. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-wurzel 40.
Benzin 178. Benzoe 24. Bibernelleuwurzel 44. Bickbeeren 84. Bibergeil 101. Bilsenkraut 77.
-öl 78. Bismuthum subnitricum 148.
Bitterklee 74. Bittersalz 159. Blausäure 115. Bleiessig 162.
raquo; -glätte 163.
raquo; -liniment 162.
raquo; -oxvd 163.
raquo; -pflaster 164.
raquo; -salbe 162.
raquo; -weifs 163.
raquo; zucker 161. Blister 96. Bockshornsamen 89. Boletus igniarius 2.
raquo; Laricis 2. Boli
Bolus alba 121. Borax 142. Borsäure 113. Brechnüsse 91. Brechweinstein 166.
-salbe 167. Brechwurzel 42. Breiumschlag 205. Brom 104.
raquo; kalium 134. Buchenholzteer 176. Bulbus Scillae 53. Butyrum Antimonii 164.
Cacaobutter 33.
Calabarbohne 90. Calcium carbonicum 127.
raquo; causticum 126.
raquo; phosphoricum 129.
raquo; sulfuricum 128. sulfhydrat 127. Calcaria chlorata 128.
raquo; usta 126. Calomel 158. Campecheholzextrakt 11. Camphora 29. Canadabalsam 22. Cantharides 96. Capita Papaveris 84. Carrageen 2. Carbo vegetabilis 104. Carboneum sulfuratum 108. Carbolsäure 174. raquo; -watte 175. Caryophylli 67. Castoreum 101. Castoröl 37. Catgut 175. Catechu 9. Cataplasma 205.
II
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265
Cautchouc 11. Cera alba 98. raquo; flava 97. Ceratum citrinum 23.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Resinae Pini 23.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;simplex 98.
Cereoli Subliniati corrosivi 158. Cerussa 163. Cetaceum 99. Chamillen 63. Charta exploratoria 259. Chilisalpeter 142. Chinarinde 57. Chinin um 183. Chinoidinum 184. Chlorammonium 124. raquo; -kalk 128. raquo; -natrium 143. raquo; -räucherung 105. raquo; -wasser 105. raquo; -wasserstoffsiiure 114. raquo; -zink 67. Chloralum hydratum 172. Chloroform 171. Chromsäure 114. Chrysarobinum 179. Cineres clavellati 130. Citronenpflaster 23. Clysma 228. Cocainum 185. Codeinum 185. Coffeinum 185. Cold-Cream 99. Collodium 174.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; cantharidat 96.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; elasticum 174.
Collutorium 228. Collyrium 228. Colocynthides 82. Colophonium 24. Compound Tincture of Aloes 9. Copaivabalsam 21. Conm Cervi ustum album 129. Cortex Cascarillae 59.
raquo; Chinae 57.
raquo; Cinnamomi 60.
raquo; Condurango 61.
raquo; Frangulae 60.
raquo; Fructus Aurantii 86. Citri 87.
raquo; Grauati 61.
raquo; Mezerei 62.
raquo; Quercus 62.
raquo; Rhamni Frangulae 60.
raquo; Salicis 62. Cremor Tartar! 137.
Creta alba 127.
Crocus 68.
Cuhebae 83.
Cuprum aceticum cryst. 150.
raquo; aluminatum 151.
gt; oxydatum 151.
raquo; sulfuricum 150. Curare 209.
Dampfbäder 229. Decocto-Infusum 219. Decoctum 213. Defav's Hufkitt 12. Digestivsalbe 22. Dimethyloxychiniziu 188. Doppelsalz 134. Doversches Pulver 14. Dracheublut 25.
Eibischwurzel 38. Eichenrinde 62. Eisenchlorid 155. raquo; -feile 109. raquo; -oxydsaccharat 152. raquo; kohlensaures 152. raquo; schwefelsaures 155. raquo; -vitriol 155. Eisenhutknollen 53. Elaeosaccharum 200. Electuarium 201.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; laxativum 9.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Senuae 73.
Elemiharz 23. raquo; -salbe 23. Elixir 223.
raquo; acidum Halleri 119. raquo; Aurant. comp. 87. Emplastrum 206.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Belladonnae 69.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;acre 96.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;adhaesivum 164.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Lundii 178.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cantharidum 96.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;citrinum 23.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;diachylon 164.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hydrargyri 111.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;irritans 96.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Lithargyri simplex 164.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Lundii 178.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;mercuriale 111.
gt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;oxycroceum 207.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Picis irritans 23.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Plumbi simplex 164.
Emulsio 221.
raquo; papillaris 19. Engelwurzel 39.
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Enzianwurzel -41. Epithematum 22H. Essenzen 234. Essig 111.
raquo; konzentrierter 112.
raquo; -säure 113.
Euphorbium
Extractii 234. Extractnm Aloes K. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Aconiti 53.
gt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Absintliii 75.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Belladonnae 69.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Caunabis 76.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Cardui benedict) 76.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Colocynthidis 82.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Cubebarum 83.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Chinae 59.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; raquo; spirituos. 59.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Filicis 48.
gt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ferri poinatum 109. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Digitalis 69.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hyoscyami 78.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ligni Campechiani 11.
Opii 14.
Rhei 50. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo; camp. 50.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Saturni 162.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Sabinae 80.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Seealis cornuti 1.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Scillae 53.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Strychni 91.
Faba C'alabarica 90. Farina Beminuni Lini 89. Farmkrautwurzel 48. Faulbaumrinde 60. Fenehelsamen 83. raquo; -wasser 83.
Ferruin carbonicum saccharatum 152
raquo; jodatum 155.
raquo; lacticum 153.
raquo; oxydatum saeeharat. 152.
raquo; pulveratum 109.
raquo; reductum 109.
raquo; raquo;esquiehloratum 155.
raquo; sulfuratum 155.
gt;gt; sulfuricum 155. Feuerschwanini 2. Fichtenharz 22. P'ieberklee 74. Fingerhutkraut 69. Fliederblumen 66. Fliegenholz 55. Flores Arnicae 63
raquo; Brayerae 64.
raquo; Chamomillae 63.
raquo; Cinae 64.
raquo; Kose 64.
raquo; Lavandulae 65.
raquo; Malvae 65.
raquo; Millefolii 66.
gt;#9632; Pyrethri 66.
raquo; Sambuci 66.
raquo; Sulfuris 108.
raquo; Tiliae 67.
raquo; Verbasci 67.
raquo; Zinci 167. Fluidum 126. Folia Althaeae 68.
raquo; Belladonnae 68.
raquo; Digitalis 69.
raquo; Farfarae 70.
raquo; Jaborandi 70.
raquo; Juglandis 70.
raquo; Malvae 71.
raquo; Melissae 71.
raquo; Menthae crispae 71.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;piperitae 72.
raquo; Nicotianae 72,
raquo; Salviae 72.
gt;nbsp; nbsp; nbsp;Sennae 73.
raquo; Stramonii 74. raquo; Trifolii 74.
gt;nbsp; nbsp; nbsp;Uvae Ursi 75. Fomentum 288. Fomentatio frigida 134. Fonnychlorid 171. Franzbranntwein 170. Franzosenholz 55.
Fructus Aurantii iminaturi 81.
Anisi 80. raquo; Oannabis 81. raquo; Capsici annui 81. raquo; Cardamomi 81.
Carvi 82. raquo; Colocynthidis 82. gt; Cubebae 83. raquo; Foeniculi 83. raquo; Juniperi 83. raquo; Lauri 84. raquo; Myrtillorum 84. raquo; Papaveris immaturi 84. raquo; Petroselini 85.
Phellandrii 85. raquo; Rhamni catharticae 85. raquo; Tamarindi 86.
Vanillae 86. Fumigatio Chlori 105.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nitrica Schmidt 117.
Fungus igniarius 2. raquo; Laricis 2.
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267
Galbanum IK.
Galgantwurzel 48.
Gallipot 23.
Gallae 92.
GalitzeDsteio 168.
Gamlnr. 9.
Gargarisma 22s.
Gei gen harz 24.
Gerbstoff 1 ü).
Gewichte 192.
Gewürznelken lt;)7.
Glaudulae Rottlerac 87.
Glaubersalz 143.
Glycerin 173.
Goldschwefel Itö.
Granatrinde 42.
Grünspan, krystallisierter 150.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -sauerhonig 97.
Gummi Ammoniacum 16.
raquo; Arabicum 4.
raquo; Asae foetida 16.
raquo; Benzoe 24.
raquo; elasticum 11. Elemi 23.
raquo; Euphorbii 15.
raquo; Galbanum 16.
raquo; Gambiense 10. Gutti 15. Kino 10.
raquo; Mastiches 24.
raquo; Mimosae 4.
raquo; Myrrhae 17.
raquo; rubrum 10.
raquo; Sanguinis Draconis 25.
raquo; Tragacantha 4. Gummischleim 4. Gutta Percha 12. Guttaperchapapier 12. Guttae 228. Gutti 15. Gyps 128. Hammeltalg 100. Hanfsamen 81. Harlem er Gel 28. Harzemulsionen 225. Haustus 228. Hausseite 145. Heftpflaster 164. Heidelbeeren 84. Heilstem 122. Hepar Sulfuris 136. Herba Absinthii 75. raquo; Belladonnae, Digitalis, Farfa-rae, Malvae, Menthae pipe-ritae, Nicotianae, Rosmarini Salviae, siehe Folia.
Herba Cannabis Indic. 75. raquo; Cardui benedicti 76. raquo; Centaurü 76. raquo; Cochleariae 77. raquo; C'onii maculati 77. raquo; Hyoscyami 77.
Jaceae 79. raquo; Lobeliae 7S. Meliloti 78. Millefolii 78. raquo; Sabinae 80. raquo; Serpvlli 79.
Thymi 79. gt; Violae tricoloris 79. Heublumen 200. Heusameu 200. Hexenmehl 91. Hirudines 94. Hirschhornöl 176. Hirschhornsalz 123. Hirschtalg 100. Höllenstein 146. Holzessig 112. Holzkohle 104. Honig 96. Hufkitt 12. Hufsalbe 273. Hydrargyrum 110.
raquo; ' amidato bichloratum 156. raquo; bichloratum 157. raquo; bijodatum 159. raquo; chloratum mite 158. raquo; jodatum flavum KiO. raquo; jodatum rubrum 159. raquo; muriaticum corros. 157. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mite 158.
raquo; oxydatum rubrum 160. raquo;. oyydulatum nigrum 161. raquo; praecipitatum album 156. raquo; perjodatum 159. raquo; sulfuratum nigrum 161.
Jalapeuwurzel 54. Ichtyl 120. Infusum 217.
raquo; Sennae comp. 74. Infuso-Decoctum 220. Ingwer 52. Injectio 228. Insektenpulver 66. Jodum 106. Jodkalium 135. raquo; -quecksilber 159. Julepmixturen 226.
Käsepappel 71. Kalium aceticum 136.
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268
Kalium bioarbonic. 129.
Kurkumapapier 259.
raquo; bitartaricum 137.
raquo; bromatura 134.
Lac Sulfuris 108.
laquo; carbonicum 130.
Lactucarium 14.
raquo; caiisticum 131.
Lärchenschwamm 2.
raquo; chloricum 132.
Lakritzensaft 10.
gt; hydricum 131.
Laminaria 3.
raquo; jodatum 135.
Lanolin um 180.
raquo; hypenuanganicum 133.
Lapis causticus 131.
kohlensaures 180.
raquo; divinus 151.
raquo; natro tartaricum 137.
raquo; infernalis 146.
raquo; nitricum 133.
raquo; vulnerarius 122.
raquo; permanganicum 133.
Latwerge 201.
raquo; salpetersaures 133.
Laudanuni 12.
raquo; schwefelsaures 134.
raquo; stibiato tartaricum 16(5.
raquo; liquid. Sydenh. 14. Lavendelblumen 65.
raquo; sulfuricum 134.
raquo; -öl 31.
sulfuratum 136. gt; übermangansaures 133.
raquo; Spiritus 65. Lebensbalsam 146.
Kalk, gebrannter 126.
Leberthran 98.
raquo; kohlensaurer 127.
Lecksaft 227.
raquo; schwefelsaurer 128.
Leinkuchen 89.
raquo; #9632; -wasser 127.
Leinöl 34.
Kalmus 47.
Leinsamen 89.
Kalomel 128.
raquo; -mehl 89.
Kamala 87.
raquo; -schleim 89.
Kamillen 63.
-öl 64.
Liehen Caragaheen 2.
raquo; Islandicus 3.
Kampher 29.
-öl 29.
Lignum Guajaci 55. raquo; Quassiae 55.
raquo; -Spiritus 29.
raquo; Sassafras 56.
Karbolsäure 174.
Limatura Martis 109.
Kautschuk 11.
Linctus 227.
Kienöl 28.
Lindenblüte 67.
Kino 10.
Linimentum 210.
Kirschlorbeerwasser 116.
raquo; acre 126.
Kluppenmasse 151.
raquo; ammoniatum 126.
Klystier 228.
raquo; ammoniatio camph. 126
Knochen, gebrannte, 129.
raquo; exsiccans 150.
Kochsalz 143.
raquo; phosphoratum 107.
Königssalbe 24.
gt; Picis sapouatum 177.
Koloquinthen 82.
raquo; plumbicum 162.
Krähenaugen 91.
raquo; saponato camph. 145.
Krätzsalbe, Wiener 177.
raquo; raquo; raquo; liqui-
Krausemünze 71.
dum 146.
Krehstinktur 148.
raquo; saponatum 146.
Kreide 127.
raquo; saturnicum 162.
Kreosot 176.
raquo; volatile 126.
Kreuzbeere 85.
raquo; raquo; camphorat. 126
Krotonöl 33.
Liquor 232.
Krummholzöl 109.
raquo; Ammonii acetici 125.
Kusso 64.
raquo; raquo; coeruleus 126.
Kümmel 82.
raquo; raquo; caustici 125.
Kupfer, essigsaures 150.
raquo; anodynus Hoffmanni 171.
raquo; -oxycl 151.
raquo; corrosivus 151.
raquo; schwefelsaures 150.
raquo; Chlori 105.
i
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269
Liquor Ferri acetici 154.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo; sesquichlorati 154.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo; sulfurici oxydati 153.
raquo; Kalii arsenicosi 148.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo; carboniei 131.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo; caustici 132.
raquo; Minderen 125.
raquo; Plumbi subacetici 162. Stibii chlorati 164.
raquo; stypticus 151.
. Villatei 151. Lithargyrum 163. Litus oris 227. Lixivium eausticum 132. Looch 227. Lorbeeren 84. Lorbeeröl 34. Lotio 228. Lycopodium 91. Lundisches Pflaster 178.
Magistralfonneln 190. Magnesium carbonicum 138. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;sulfuricum 138.
Magnesia, gebrannte 139. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;kohlensaure 138.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;schwefelsaure 138.
usta 139. Malvenblätter 71. Mandeln 88. Manna 6. Massa ad Castrandum 151.
raquo; Pilularum laxativaruin 9. Mastix 24. Meconium 12. Meerzwiebel 53.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-Sauerhonig 97.
Meisterwurzel 49. Mel 96. 233.
raquo; depuratum 97. Mennige 164. Mercurius 110.
raquo; dulcis 158. raquo; praecipitatus albus 156. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ruber 156.
raquo; sublimatus eorrosivus 157 Mereurialprtaster 111.
-salbe 111. Minium 164. Mixtura 226.
raquo; solvens 124. raquo; sulfurica acida 119. raquo; vulneraria aeida 119. Mohnköpfe 84. raquo; -öl 35. raquo; samen 90.
Morphium hydrochloricum 186.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;sulfuricum 186.
Moschus 101. Mucilago 233.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Gummi arabici 4.
raquo; Seminum Lini 89.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Salep 55.
Muscae Hispanicae 96. Muskatbutter 33. Mutterkorn 1. Myrrha 17.
Naphta Vitrioli 170. Natron, borsaures 142.
raquo; essigsaures 144.
raquo; doppelt kohlensaures 141.
raquo; phosphorsaures 144.
raquo; salpetersaures 142.
raquo; schwefelsaures 143. Natrium aceticum 144.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; bicarbonicum 141.
raquo; biboracicum 142.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; carbonieuni 140.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; causticum 139.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; chloratum 143.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; muriaticum 143.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nitricum 142.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; phosphoricum 144.
raquo; salicylicum 144.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; sulfoichtyolicum 120.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; sulfuricum 143.
Niefswurzel, weifse 51. Nitrum depuratum 133.
raquo; cubicum 142. Nuces Vomicae 91. raquo; Arecae 88. raquo; moschatae 90.
Oelemuision 223. Oele, ätherische 27.
raquo; fette, 32. Olea aetherea 27. Oleuni Amygdalarum 33. 3 animale Dippelii 176. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; raquo; foetidum 176.
Anisi 30. Anthos 31. raquo; Cacao 33. raquo; Cadinum 210.
Calami 30. raquo; Cajeputi 30. raquo; camphoratum 29. raquo; Cantharidum compos. 96. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; simplex 96.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Carvoph. 30.
Carvi 30.
J
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raquo; Castorfs 37.
raquo; Chaniomillae hifusum 04.
raquo; Citri 30.
raquo; Cinammoui. 30.
Cocoa 35. raquo; Cormi Cervi foetidum 17(). raquo; Crotonis 33. raquo; Foeniculi 30. raquo; Hyoscyami iufusum 78. raquo; Jecoris Aselli 98. raquo; .luuiperi Baccanim 28. raquo; Launnum 35. raquo; Lavandulae 31. raquo; Lini 34. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo; Bulfuratum 34.
raquo; Menthae piperitae 31. raquo; Xucistae 34. raquo; Olivarum 35. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;raquo; commune 35.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;gt; provinciale 35.
raquo; Palmae Christi 37. raquo; Papaveris 35. raquo; phosphoratinn 107. raquo; l'iui rubnim 28. raquo; Rapärum 35. raquo; Riciui 37. raquo; Rosmarini 31. raquo; Sabiuae 2(5. Sinapis 29. Thvmi 31. Terbinthinae 28. 28. Olibamun 18. Olivenöl 35. Opium 12. Opodeldok 145. Oxycratum simplex 124.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; compositum 124.
Oxymel 233.
raquo; Aerugiuia 150. raquo; scillitieuiu 97. raquo; simplex 97.
Paraldehyd 171. Paraffiuum liquidum 178. Parafßnöl 178. Paraffinsalbe 179. Pasta eaustica Vienuensis 132.
raquo; Zinci cblorati 107. Pech 177. Peiubalsam 18. Petroleumbenzin 178. Pfeffer, spanischer 81. Pteffermünze 72.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -wasser 72.
Pflaster 206.-
Phenylsäure 174. Phissik 9. Phosphor 107.
-brei 107. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -liniment 107.
-öl 107. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -säure 117.
Physostigminum 180. Pitocarpinum 187. Pilulae 203.
raquo; laxativae 9. Pinselsaft 227. Piper hispanicum 81. Pix liquida 177. raquo; alba 22.
raquo; navalis seu nigra 178. Placenta Semiuum Lini 89. Plunihum aceticum 101. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;carbonicum 103.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;jodatum 103.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;oxydatum 103.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;tannicum 102.
Podophyllinum 20. Poma Colocyuthidis 81. Pömeranzenscbalen 8(gt;. Pottasche 130. Potus 228. Praecipitat, roter 100.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;weilser 150.
Ptisanen 221. Pulvis 190.
raquo; aerophorus 141.
raquo; auglic. 141.
raquo; laxans 141.
raquo; arsenicalis Cosmii 148.
raquo; causticus Vienneusis 132.
raquo; contra Insecta 00.
raquo; depilatorius 127.
raquo; Doveri 14.
raquo; Ipecacuanhae opiatus 14.
raquo; Liquirit. comp. 43.
raquo; Persicus 00.
raquo; salicylicus c. Talco 119.
raquo; styptic us 122.
Qualmbäder 229. Quassiaholz 55. Quecken 48. Quesksilber 110.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-chlorid 157.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-chlorür 158.
-jodid 159.
snbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-jodür 100.
-oxyd 100.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-salbe, weifse 158.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; raquo; graue 111
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271
Quecksilbersalbe rote 161.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-Sublimat 157.
Quendel 79.
Radix Althaeae 38. raquo; Augelicae 3i(. raquo; Belladonnae 40. raquo; Colombo 40. raquo; Enulae 41. raquo; Gentianae 41. raquo; Glyzyrrhicae 42.
Calami, Cureumae, Filicis,
Galangae, Graminis, Impe-
ratoriae, Tormentillae, Ve-
ratri albi, Zedoariae, Zingi-
beris, siehe Ehizoma.
raquo; Helen ii 41.
raquo; Ipecacuanhae 42.
raquo; .Talapae 54.
raquo; Levistici 39.
raquo; Liqniritiae 42.
raquo; Ononidis 43.
raquo; Piinpinellae 44.
raquo; Ratanhiae 44.
Rhei 49. raquo; Salep 54. raquo; Sarsaparillae 45.
Scillae 53. raquo; Senegae 4(5. raquo; Taraxaci 46. raquo; Valerianae 46. Ratanhiawurzel 44. Räucherungen 229. 230. Resina alba 22. raquo; Benzoes 24. raquo; Burgundica 23. raquo; Dammar 26. gt; Draconis 25. raquo; elastica 11.
Elemi 23. raquo; flava 22. raquo; Guajaci 25. raquo; Jalapae 26. raquo; Mastiches 25.
Pini 22. raquo; Sandaraca 25. raquo; Sanguinis Draconis 25. raquo; Styraeis 25. Restitutionsfluidum 186. Rhabarber 49. Rhizoma Calami 47. Filicis 48. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Galangae 48.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Graminis 48.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Imperatoriae 49.
Iridis 49.
Rhizonia Tormentillae 51.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Veratri 51.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zedoriae 52.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zingiberis 52.
Ricinusöl 37. Roob Juniperi 84. Rüböl 35.
Saccharum 5.
Saturni 185. Sadebaum 80. Saffrau 68. Salbe 208.
raquo; flüchtige 126. raquo; gelbe 100. Salep 54. Salmiak 124.
gt;gt; -geist 125. Salpeter 133.
raquo; -Aether-Weingeist 171. raquo; -säure 116. Salz, englisches 138.
raquo; -sjäure 114. Samenemulsion 222. Sandaraca 25. Sanguis Draconis 25. Sapo arseuicalis 148. gt; domesticus 145. gt;gt; Hispanicus 145. raquo; jalapinus 26. • oleaceus 145. raquo; terebinthinatus 146. raquo; Venetus 145. raquo; viridis 146. Sauerhonig 233. Schafgarbe 78. Scheidewasser 116. Schierling 77. Schiffspech 177. Schlecke 227. Schiittelmixtur 227. cphwämme 93. Schwefeläther 171. raquo; -antimou 165 raquo; -balsam 34.
-blumen 108. raquo; -eisen 55.
-kohlenstoff 108. -leber 136. -milch 108. raquo; -säure 118. raquo; -spiefsglanz 165. Schweineschmalz 99. Sebum ovile 100. Seeale cornutum 1. Seife 145.
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Seifenspiritus 146. Seignettesalz 137. Semen Amygdali 88.
Anisi, Cannabis, Carvi, Foeui-caili, Petroseliui, Phellandrii siehe Fructus. raquo; Cinae 64.
Colchici 89. raquo; Foenugraeci 89. raquo; Liui 89. raquo; Lycopodii 91. raquo; Myristicae 90. raquo; Physostigmatis 90. raquo; Papaveris 90. raquo; Santonici 64. raquo; Sinapis nigrae 90. raquo; Strychni 91. Senf, schwarzer, 90. raquo; -öl 29. raquo; -spiritus 30. Seunesblätter 73. Sevenbaum 80. Silber, salpetersaures 146.
raquo; -glätte 163. Signaturen 195. Sinapismus 91 Soda 140. Solutio 211.
raquo; arsenicalis Fowled 148. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tessieri 148.
Spanische Fliegen 96. Spanischfliegeuöl 96.
gt;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -pflaster 96.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -salbe 96.
-tinctur 96. Species 200.
raquo; aromaticae 65. raquo; ad Cataplasma 64. raquo; emollientes 64. raquo; Laxantes 74. raquo; Lignorum 44. raquo; pectorales 43. raquo; resolventes 75. Spiefsglanz 165.
-butter 164.
Spiritus 169. 233.
aethereus 171. raquo; Angelicae comp. 84. raquo; camphoratus 29. raquo; Cochlariae 77. raquo; coeruleus 126. raquo; dilutus 170. ~gt; Frumenti 170. gt; Juniperi 84.
Lavandulae 65. raquo; Melissae comp. 71.
Spiritus Mindereri 125.
raquo; nitrico aethereus 171.
gt;gt; saponatus 146.
raquo; Sinapis 30.
raquo; Terebinthinae 28.
raquo; Vini rectificatus 170
raquo; reetificatissimus 169. Spongiae 93.
raquo; ceratae 94.
raquo; compressae 94. Stärke 92. Stechapfelblätter 74. Steinklee 78.
Stibio Kali tartaricum 166. Stibium chloratum liquidum 164.
raquo; oxydatutn album 165.
raquo; sulfuratum uigruin 165.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; aurantiacum 165.
Stiefmütterclieu 79. Stigmata Croci 68. Stiukasant 16. Stipites Dulcamarae 56. Storax 20.
Strychninum nitricum 187. Styrax liquidus 20.
raquo; calamitiis 20. Sublimat 157. Succus Juniperi 84.
raquo; Liquiritae 10. Süfsholzwurzel 42. Sulfur auratum Antimonii 165. raquo; citrinum 108. raquo; depuratum 108. raquo; praeeipitatum 108. raquo; stibiatum aurantiacum 165. raquo; sublimatum 108. Summitates Sabinae 80. Syrupus 232.
raquo; commuuis 6.
raquo; hollandicus 6.
raquo; simplex 6.
Tabak 72.
raquo; -rauchklvstiere 231. Talg 100. Tamarindi 86. Tannin 119.
Tartarus boraxatus 136. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; depuratus 137.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; emeticus 166.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; natronatus 137.
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; stibiatus 166.
Terebinthina Canadensis 22. raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;communis 21.
Veneta 22. Terra Catechu 9.
ocr page 287
273
Terra Japonica 9.
Ungueiitum 208.
Teufelsdreck 16.
s
acre 9(i.
Teer, br
lonei 17(1.
yt
ad ungulas 100.
Teergips
177.
raquo;
aegyptiacuiii 150.
Teerseife
177.
raquo;
Althaeae 100.
Teerwasser 177.
raquo;
basilieum 24.
Tieröl 1'
'(5.
raquo;
C'antharidum 9(5.
Tran 98
raquo;
cereum 98.
Thus 18
raquo;
Cerussae 1lt;!8.
Tinctura
233.
raquo;
digestivum 22.
raquo;
Aloes S.
Elemi 23.
.-gt;
raquo; composita 8.
flavum 100.
raquo;
Absiuthü 7ö.
Glycerini 173.
raquo;
Aconiti 53.
raquo;
Hydrargyri album 157.
raquo;
Amara 41.
raquo;
raquo; bijodati 159.
raquo;
Aurantii 87.
,
raquo; ciuereumlll
raquo;
Arnicae ü3.
raquo;
raquo; rubrum 101.
raquo;
aromatica GO.
raquo;
Kalii jodati 135.
raquo;
Asae foetidae 17.
JV
leniens 99.
raquo;
Babolna 148.
raquo;
Paraffini 179.
raquo;
Belladonnae G9.
;#9632;.
Plumbi 162.
raquo;
Benzoes 25.
raquo;
raquo; tanniei 1()2.
gt;gt;
Beuzoes composita 25.
laquo;
saturninum 1(j2.
raquo;
Calami 47.
raquo;
Tartan stibiati 107.
raquo;
Canuabis 4().
raquo;
Terebinth. 22.
raquo;
Cantharidum 9(5.
*
raquo; comp. 22.
raquo;
Castorei 101.
raquo;
ad ungulas 100.
raquo;
Chinae 60.
raquo;
Zinci 168.
raquo;
raquo; conip. CO. Cinnamoni CO.
raquo;
:gt; sulfurici 169.
raquo;
Colocynthidis 82.
„
Colchici 88.
Vaseline 179.
raquo;
Digitalis 69.
Veratriu 188.
raquo;
Ferri acetiei aetherea 154.
Vinum
Colchici 89.
raquo;
raquo; pomata 109.
Vitriol,
blauer 150.
raquo;
Oentianae 41.
raquo;
grüner 155.
raquo;
.Todi 107.
raquo;
woifser 108.
*
Mvrrhae 17. Moschi 102. Opii crocata 14.
-öl 118.
raquo;
raquo;raquo; simplex 14.
Wacholderbeeren 83.
raquo;
Pimpinell. 44.
Wachs,
gelbes 97.
raquo;
Ratanh. 45.
raquo;
-schwamm 94.
raquo;
Rhei aquosa 51.
raquo;
weifses 98.
raquo;
Scillae 53.
Walrat
99.
raquo;
Strychni 91.
Walz-Schafwäsche 177.
raquo;
Valerian. 47.
Wasser
destilliertes 104. 132.
raquo;
aetb. 47.
Wasser
'enchel 85.
raquo;
Veratri albi 51.
Weingi
ist 1G9.
raquo;
Zingiberia 52.
j Weinstein gereinigter 137.
Tragauth 4.
raquo;
säure 120.
Tropfen
193.
j Wermut 75.
Tubera
Aconiti 53.
Wienei Wohlvf
Aetzpulvcr 132. rloihblumcn Oli.
raquo;
Jalapne 54.
Wollbl
imen 07.
raquo;
Salep 54.
Wollfett 179.
ocr page 288
#9632;'
274
yTundbalRam 17. Wurmsamen (34.
Zdtloseusamen 89.
Zimt 60.
Zincuni chloratum KiT.
raquo; muriaticum IGT.
raquo; oxydatum album UiT.
Ziucum sulluiicum 1(58. raquo; sultbcarbolicum 169.
Zinkoxyd 167. Ziukvitriol 1()8. Zinkweils 167. Zittwerwurzel 52. raquo; -samen 64. Zucker, weifser 5.
\Tli
3^:
ocr page 289
V
on demselben Verfasser ist bei Leopold Voss in Hamburg er-
schienen :
Repetitorium der Chemie. Mit besonderer Berücksichtigung der für die Medizin wichtigen Verbindungen sowie der Pharmakopoea Germanica, namentlich zum Gebrauche fllr Mediciner und Pharmaceuten. BrocMert 5 JC, gebunden in Leinwand 6 Jl. Auszüge aus den Besprechungen:
Arch, der Pharm. 1885. H. 6. Die Vereinigung der allgemeinen, der anorganischen und der organischen Chemie in einem einzigen Bande von etwa 500 Beitcn Text mit gemeinschaftlichem Register darf wohl auch als ein Vorzug betrachtet werden. Um dieses zu ermöglichen, war es nötig, die Verbindungen von rein theoretischem Interesse relativ und kurz zu behandeln. Dafür sind aber auf der anderen Seite die für die Medicin und Pharmacie wichtigeren Stoffe nicht nur relativ ausführlicher besprochen, sondern auch durch gröfseren Druck hervorgehoben. Zur Vorbereitung auf eine Prüfung dürfte für den Apotheker heute kaum etwas zweckent­sprechenderes zu linden sein. etc.
Jacöbson's Repcrtor. 1885. S. BOß. Es dürfte sich sehr bald all­gemein einführen, zumal es nicht, wie andere bekannte Kepctitoiien, auf den Leser ermüdend, sondern stets anregend wirkt.
Pharm. Wochenhl. aus Württemaerg 1885. Nr. 1~. Das Werk zeichnet sich durch hervortretende Kürze des Ausdrucks, klare, übersicht­liche Einleitung des Stoffes und bei allem auch durch Reichhaltigkeit des Inhalts aus.
Pharm. Centralhalle 1885. Nr. lä. In erster Linie für Mediciner bestimmt, wird dieses Kepetitorium sicher auch von Pharmaceuten, welche sich für die Universität vorbereiten, mit Vorteil benutzt weiden.
Deutsche Industrieseitimg 1885. Nr. 13.....Dieselbe (rliitte,
Knappheit und Klarheit der Darstellung treffen wird durchweg im Buche an. Die wärmste Empfehlung kann dem Werke nicht versagt werden.
Chemikerzeitung 1885. Nr. 34. Die ganze Bearbeitung, welche überall den kundigen, erfahrenen Lehrer erkennen läfst, unterscheidet sich sehr vorteilhaft von der vieler anderer kleinerer Werke. In sehr klarer und ansprechender Weise hat der Verfasser den Stoff berarbeitet und mit gröfster Gewissenhaftigkeit vermieden, Angaben zu machen, die den that-sächlicheu Verhältnissen nicht entsprechen.
Americain Chemical Review 1885. April. The book is written in excellent style and the explanations and expositions are based on the latest scientific views troughout.
Pharm. Rundschau. Neio-York 1885. Mai. Das Werk entspricht seinem im Titel bezeichneten Zwecke in anerkennungswerter Weise. Das, treffliche Werk empfiehlt sich zum Gebrauche nicht nur als Repetitorium sondern auch nicht minder als praktisches Nachschlagebuch.
Deutsch-Amerik. Apotheker-Zeitung 1885. März. Bei aller für Lehr­bücher dieser Art notwendigen Kürze ist es gründlich und umfassend. Repert. d. anaigt. Chemie 1884. Nr. 23. Wir können die vorteil­hafte Anordnung des Stoffes, die stets kurze und doch genügende Be­schreibung der einzelnen Verbindungen, sowie besonders die Beschreibung
ocr page 290
der physiologisch wichtigsten Verbindungen nur loben und versprechen dem Werke eine recht grofse Verbreitung.
Pester medic:-chirurg. Presse. Das vorliegende Buch ist eines der vollständigsten mir bekannten Kepetitorien und allen, für die es geschrieben, bestens zu empfehlen.
Ferner ist von demselben Verfasser bei Ludwig Ey in Hannover
erschienen:
Kurze Anleitung zur qualitativen chemischen Analyse. Besonders zum Ge­brauche für Studierende der Medlcin und Tiermedicin. Preis gebunden J/ 2,40. Auszüge aus den B e s p r e c h u u g e n :
Pharm. Zeitung 1883. Die vorliegende Anleitung hält eine glück­liche Mitte zwischen den voluminösen Lehrbüchern und den meist zu kurzen sogen. Leitfäden.
Chemikergeitung 1883. Nr. :i4. Der Verfasser hat nach unserem Dafürhalten eine schwierige Aufgabe mit Erfolg gelost.
Pharm. Centralhalle 1883. Nachzurühmen ist der Anleitung eine sehr sorgfaltige, in allen Details eingehehende Bearbeitung.
Pliarin. Centralameiger 1883. Das Ganze ist kurz und bündig ge­halten, nichts Notwendiges vergessen, nichts üeberflüssiges vorhanden.
Vierteljahrsschrift f. wissenschaftl. Veterinärkunde. Bd. 58. Allen jenen, welche sich mit qualitativen Analysen beschäftigen, kann diese An­leitung bestens empfohlen werden.
Arch. d. P/nirin. Bd. 21. Dais es für diese beiden Kategorien vollkommen ausreicht, davon vergewissert man sich bei der Durchsicht sehr schnell, anderseits drängt sich aber die Ucberzeugnug auf, dal's es auch die angehenden Pharinacenten mit grofsem Vorteil gebrauchen köuneu.
Bepert. d. Tierheilkunde* lS8o. Das Werk dürfte sich, seiner klaren, übersichtlichen Behandlung wegen, namentlich unter den Medicin- und Pharmaciestudierenden leicht bleibende Freunde erwerben. Hübsche Aus­stattung und schöner Druck unterstützen den günstigen Eindruck des Ganzen.
lieißcrt. der analyt. CJiemie 1882. Wir können unser LTrteil über das Werk kurz znsanimeiifassen in gt;Non ninlta sed mnltnmlaquo; und em­pfehlen es jedem angehenden Fachgenossen als Propaedeutikum auf's an­gelegentlichste.
Berl. klinische Wochenschrift JSs;), Die Darstellung trifft die rich­tige Mitte zwischen zu grofser Länge, welche die Uebersicht erschwert und zu grofse Kürze, welche zu Mifsverständuissen führt.
Druck von C. Brügel amp; Sohn in Ansbach.
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ocr page 293
A II JAN 34
ocr page 294
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#9632; ,-^igt;--^-v^-''^ ^-'vraquo;^ #9632;T.'Jraquo;lyif
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Repetitorium
der
Muskellehre bei 4en Haussäugetieren;;
gleichzeitig ein
Leitfaden für die Präparierübungen
für
Studierende und Tierärzte
bearbeitet von
Dr. Georg Schneidemühl,
quot; #9632; Kgl- Kreistierarzt, z. Z. Eepetitor für Anatomie an der Kgl. Tierarzneischule zu Hannover.
Preis 1 Mark.
Lage der Eingeweide bei den Haussäugetieren
nebst Anleitung
zur
Exenteration für anatomische und pathologisch-anatomische Zweckt
für
Studierende und Tierärzte
^ \nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; bearbeitet von
vnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Dr. Georg Schneidemühl.
Preis 3 Mark.
Zur pathologischen Anatomie und Histologie
der
Rotzkrankheit
von
Dr. C. Rabe,
Professor an der Kgl. Tierarzneischule zu Hannover.
(Separat-Abdruck aus den Jahresberichten der Kgl. Tierarzneischule
zu Hannover 9, 12 und 13.)
Preis 2 Mark.
Druck von C. Briigel 4 Sohn in Ambach.