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sellwarze Staar der Pferde.
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Rino diaiinostisclio mul tbron^isclie Studie
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.1. IVtiM'S.
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I'^pelilüi an .l.-r U.'.nigli.lii'ii 'riii.Tar/.iu-isihuli- im l'.i-rliii
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j\Ti(; einer Tafel.
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Berlin 1886. .
Ve r I n ü; v n n A u jf u s 1 11 i r lt; r li \v n 1 il
N.W. L'nl.T Jen l.imlvu (58.
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BIBLIOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
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2911 273 1
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schwarze Staar der Pferde.
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Eine diagnostische und forensische Studie
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J. Peters,
Repetitor an Jer KüiiUlichen Thlerar/.ueiBcliule cu Berti
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Mit. einer Tafel.
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Berlin 1886.
Ve r 1 ;i g von A u g u s t II i r S c h w a 1 d.
N.W. Unter den Linden OS.
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Herrn Professor W. Dieckerhoff
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hochachtungsvoll
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rcwidmct
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Vorliissoi*.
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Vorwort.
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In den Handbüchern der Chirurgie und der forensischen Thier-heilkunde ist der schwarze Staar der Pferde bisher nur nacli den Symptomen erörtert worden, welche das äussere Verhalten der erkrankten Augen dnrhietet. Dementsprechend hat die Diagnose und Eeurtheilung der Amaurosis für den Sachverständigen stets etwas Unsicheres und Unvollkommenes gehabt.
Die vorliegende Schrift ist dem Gedanken entsprungen, der Ophthalmoskopie des schwarzen Staares der Pferde näher zu treten und diejenigen pathologischen Veränderungen desselben am Auge zu fixiren, welche zu einer sicheren Diagnose und Beurtheilung erforderlich sind.
Bei der Zusammenstellung der pathologischen Veränderungen habe ich mich mich Möglichkeit an thatsächliche Beobachtungen gehalten. Deshalb sowohl, als auch bei der Schwierigkeit der Materie und der augenblicklich in der Thierheilkunde noch herrschenden weitgehenden Begriffsbestimmung des schwarzen Staares konnte der Gegenstand nicht so erschöpfend behandelt werden, wie es auf den ersten Blick wnnsebenswerth erscheinen mag, was ich bei Beurtheilung der Arbeit zu berücksichtigen bitte.
Ich bemerke zum Schluss noch, dass bei allen Beschreibungen der inneren Augentheile das Gaslicht als Lichtquelle diente.
Berlin, im September 1885.
Peters.
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Iiihaltsverzcicliiiiss.
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I. Geschiclite des schwarzen Staares...........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I
II. Pathologie des schwarzen Staares .... ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 15
A. Sehnervenatrophie..........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; tc
a.nbsp; nbsp; nbsp;Atrophia nervi optici, einfache Sclinervenatrophienbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IS
b.nbsp; nbsp; nbsp;Papillitis, Stauungspapille. . . .....nbsp; nbsp; nbsp;25
c.nbsp; nbsp; nbsp;Papilloretinitis...........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;;;i
R. Erkrankungen der Netzhaut und die pcrioiiisclie AugenentzmiJiing
resp die NetzhautablGsung..........nbsp; nbsp; nbsp;34
a Erkrankungen der Netzhaut........nbsp; nbsp; nbsp;Hfi
1). Die periodische Augenentziindung, bezw. die Netzhaut-
ablüsung...........nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 37
III.nbsp; nbsp; nbsp;Der schwarze Staar in forensischer Hinsicht........nbsp; nbsp; nbsp;.02
IV.nbsp; nbsp; nbsp;Casuistik.............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;57
Literatur......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7-gt;
..................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (ti
Erklärung der Tafel..............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;74
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I. Geschichte des schwarzen Staares.
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In der thierärztlichen Literatur finden sidi nur wenige Arbeiten über den schwarzen Staar (Ämaurosis) der Pferde. Die meisten Autoren, welche sich mit der Darstellung seiner Erscheinungen befassten, haben die Beurtheilung desselben vornehmlich mit den in den medicinisch-chirurgischen Handbüchern vertretenen Ansichten Ober die Ämaurosis des Menschen in üebereinstimmung gebracht. Aus diesem Grunde und weil die historische Entwickelung der Augenkrankheiten in den meisten thierärztlichen ILindbücliern nicht berücksichtigt ist, halte ich es für nützlich, der Literatur der genannten Disciplin etwas näher zu treten.
Die ersten Quellen über die Augenkrankheiten der Menschen sind uns von den Verfassern der hippokratischen Schriften überliefert, worden. Den griechischen Aerzten waren Störungen des Sehvermögens bekannt, welche sie von den Erkrankungen gewisser Theile des Auges oder des Gehirns abhängig machten. Ihr Verständniss hiervon war jedoch nur ein äusserst geringes. Sie nahmen im Allgemeinen drei Formen an:
1) Die Amblyopia, welche eine dauernde Störung des Gesichtssinnes umfasste, ohne dass in den durchsichtigen Theilen des Auges irgend welche Veränderuni;- nachweisbar war. Die Krankheit trat häutig bei Greisen auf. wurde aber auch als eine Folge von Hirnwassersucht, von Verstopfung der von dem Gehirn zu den Augen verlaufenden Canäle (ttoqoi') und von Verletzung in der Augenbraunengegend angesehen.
quot;2) Die Nyctalopia. Hierzu wurde in jener Zeit der Begriff der heutigen Nachtblindheit (Hemeralopia) gerechnet,
Peters, Schwarzer Staar dos Pferdes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i
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Geschichte des schwarzen Staares.
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sowie auch andere Sehstörungen und namentlich die Lichtscheu
gezählt.
3) Die Glaukosis, welche Störungen des Gesichtssinnes, verbunden mit einer grünlichen, bläulichsn oder gräulichen Färbung der Pupille umfasste.
Das Wort Amaurosisquot; findet sich anfänglich selten: bei späteren Scliriftstellern wird es zur Bezeichnung der vollständigen Blindheit gebraucht, während unter Amblyopiaquot; das dauernd geschwächte Sehvermögen verstanden wurde
Dass unter obige Bezeichnungen mehrere Krankheiten des Auges Helen, ist nach dem Wissen der damaligen Zeit nicht auffallend. Die Benennungen der Augenkrankheiten wurden nur dann gewechselt, wenn das Sehvermögen im Auge eine Veränderung erlitt, oder wenn an. den durchsichtigen Theilen nichts zu sehen war. Hierbei dürfte es nicht ausgeschlossen gewesen sein, dass auch Corneal-Trübungen unter die erwähnten Bezeichnungen Helen. Die griechischen Aerzte bezeichneten als .. Aniaurosis- den vollständigen Verlust des Sehvermögens, wenn nachweisbare Trü-hnngen oder Veränderungen der Augenhäute oder der Augen-fjüssigkeit nicht zugegen waren. .Sie gingen hierbei von der Vorstellung aus. dass die Krystalllinse derieniffe Theil des Auares sei, der das auf ihr erzeugte Bild als Sinneswahrnehmung zum Gehirn vermittle. Die Vermittlung sollte derart geschehen, dass die unmittelbar an der Linse gedachte Retina das Lichtbild zum Sehnerven resp. zum Gehirn fortleite. Konnte nun in Folge abnormer Einwirkung des den Sehnerven anfüllenden Pneuma oder in Folge Verstopfung der nögoi das Lichtbild nicht zum Gehirn fortgeleitet werden, so kam dasselbe auch nicht zur Perception. Die unvollständige Sehstörung, Amblyopia, sollte nach obiger Voratissetzung sympathisch vorn Gehirn oder vom Unterleibe entstehen. In den hippokratisehen Schritten wird auch kein Unterschied zwischen Glauhoma und der heutigen Katarakt gemacht.
Den hippokratisehen Schriftstellern folgen in dieser Auffassung über die Augenkrankheiten auch die Alexandriner und Kömer in der vorchristlichen Zeit und im Anfang der christlichen Zeitrechnung, Celsus und Rufus liefern von der Anatomie des Auges schon eingehende Schilderungen. Rufus be-
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Geschichto des sobwarzeo Staares.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
schreibt die Farbe der Ti'is, die Pupille, die Retina, den Humor vitreus, die Häute der üvea, die Krystalllinse und schliesslich den Sehnerven; doch waren die Krankheiten de? Aui^es ihm noch wenig bekannt. Nach ßufus w-.w das Glaukom eine Krankheit der Kiystallfeuchtigkeit, welche ihre Färbung verloren und meergrün geworden war, das Hypochyma, unsere heutige Katarakta (sufl'usio) aber ein Erguss (effussio) zwischen der Iris und Linse. Aucli Galen wiederholt die Ansieht der griechischen Aerzte über Amaurosis und Amblyopia in der oben angeführten Deutung.
Im VIII. und IX. Jahrhundert wird zum ersten Male das Wort ..Star- gebraucht und zwar in den Bibelglossen. In den Keronischen und Pariser Glossaren des VIII. Jahrhunderts ist das Wort Staraplintquot; für Augenkrankheiten verwendet worden. In einem Casseler Glossar heisst es von Augenkrankheiten .... alhios oculus staraplint und in den Würzburger Glossen des IX. Jahrhunderts finden sieh die Wörter Glaukoma und Stara-blint. Die Verwendung dieser Worte in den Glossirungen beweist, dass Augenleiden, welelie sich durch Trübung und Färbung der Pupille äusserlich wahrnehmbar machten, also der graue und grüne Staar darunter gemeint waren.
Das Wort ist offenbar von Star, Stieren, Starren abgeleitet und findet sieh fast ausschliesslich in Verbindung mit dem Ad-jectivuin plintquot;.
Am Schlüsse der ersten Hälfte des Mittelalters, al~ die arabische Heilkunde herrschte, folgten die Autoren den griechischen Quellen und besonders Galen in der Auffassung der Augenkrankheiten; namentlich waren die älteren Ansichten über Amblyopia und Amaurosis sowie über Nyctalopia massgebend.
Im Begin der zweiten Hälfte des Mittelalters, dem XI. und XII. Jahrhundert entstand das Wort Katarakt und zwar in der Schule von Salerno. Das Wort ist wahrscheinlich griechischen Ursprungs und von #9632;/Acic.o'itjyvfiu (y.fcntoU'oJdo)) gebildet: es findet sich zuerst bei dem Salernitaner Platearius im Jahre 1150 und scheint von den Aerzten dieser Zeit auf Grund der arabischen Bezeichnung ..Quadb elmä ennäzil- d. h. ..das Wasser, welches herabgestiecen istquot; gebildet zu sein: deshalb auch die an-dere Bezeichnung Aqua oder üutta in oculo. Das Wort
1*
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4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Goschiclite des schwarzen Staates.
Gutta wurde später för Sehstürungen im Allgenieiuen geln'auclit und hieraus erklärt rieh die Bezeichnung Gutta sere na für Am-blyopia, welche Bezeichnung für Sehstörung ohne sichtbare Trübung der Augenmendien sich zuerst bei den salernitanischen Chirurgen Guilielmo de Saliceto findet. Das Wesen der neuen Bezeichnung Katarakt deckt sich niii dem Hypochyina oder der Suffusio des Ruf us.
In der zweiten lliili'te des XIII. Jahrhunderts spricht der Franziskanermönch Berthold, der predigend ganz Deutschland durchzog, von Augenkrankheiten. Er warnt vor Völlerei und knöpft daran die Mahnung, dass diese den Menschen schädlich
sei: denn......oder für die gesiht, daz er erblindet
oder sus hoesiu ougen gewinnet, suröuge oder glaseöuge o de r starbli n t.
Die Unklarheit und Befangenheit in der Augenheilkunde der damaligen Zeit bezeugen die Schriften Georg Bartisch von Künigsbrück, Oculist, Schnitt- und Wundarzt (Dresden 1583). Kr behandelt das Triefen, Kitern, Rinnen etc. als äussere Augen-flüsse, Blennorrhöen, und den grauen, grünen und schwarzen Staar als innerliche Flüsse. Auch verwendet er die Bezeichnung Staarfell, Hirnfell für Katarakt und Glaukom, dem er die Ad-jeetiva graues, gelbes, weisses hinzufügt, und bemerkt, dass Bürger, Bauer und Gelehrte vom Staar- sprächen. Gegenüber den verschiedenen vorhergenannten Bezeichnungen der Sehstörungen mit grauem, weissem und grünem Staar kam noch eine Krankheit hinzu, bei der die Pupille schwarz aussah. Bartisch berichtet deshalb, dass für Amaurosis, Obfuscatio, Gutta serena die Bezeichnung schwarzer Staar- gangbar sei. Er beschreibt dann die Symptome desselben annähernd richtig und fügt hinzu, dass dieses
derjenige Staar sei, ..... welchen man in gemein den
schwartzen Star nennet.
Im XVI, und XVII. Jahrhundert wurde durch die erste Anwendung des Mikroskops auf die Gebilde des Auges von Leen we nh oek die Histologie und neben dieser die Physiologie der Augen näher bekannt. Leeuwenhock (1G84) beschreibt die Linsenfasern und die Stäbchenschicht der Retina zum ersten Male. Auch wurde in dieser Zeit die Einrichtung der Chorioidea
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Geschichte des schwarzen Staares.
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in Bezug auf ihre Blutgefässe festgestellt, und die Papilla nervi optici durch Briggs 1636 entdeckt. Eine neue Erweiterung der Ophthalmologie brachte ilie Begründung der physikalischen Optik des Auges durch Keppler 1604 und Schneider 1619. Audi liillt in diese Zeit die Entdeckung des blinden Fleckes durch Mariotte (Paris 1G18). Trotz der grossen Fortschritte in der Physiologie und Anatomie des Auges machte die Erkennung der Augenkrankheiten nur geringe Fortschritte; die Aerzte dieser Zeit standen ganz auf dem Standpunkte der griechischen Aerzte, ihre ophthalmologischen Definitionen waren seihst noch weniger klar: sie unterschieden neben blauer, grüner, gelber, schwarzer Suffusion (Katarakt, Hypochyma) auch noch einen Milchstaar; besonders halte man noch keine klare Vorstellung von dein \\resen der Araaurosis. Die hei amaurotischen Augen gefundenen Veränderungen des Gehirns, des Sehnerven und des Auges sollten die Einwirkung dos Spiritus animalis visivi (des Pneuma Gralen's) bei seinem Einfluss auf die Retina und von dieser zum Gehirn sich ontgegenstellen. Die sympathische Amaurose wurde, wie sie die griechische Schule überliefert hatte, beibehalten und zur Erklärung der Amaurosis durch Metastasen verdickter und verderbter Safte (Chetniatrische Schule) verwandt.
Im Anfange des XVIII. Jahrhunderts beweist Maitre Jean durch Sectionen, dass Katarakt eine Verdunkelung der Krvstall-linse sei, aber auch das Glaukom sei ein Leiden der Linse. Es ist das Verdienst Brisseau's 1709, die Begriffe des Glaukom und der Katarakt in diejenige Bahn gelenkt zu haben, die bis in die heutige Zeit massgebend geblieben ist. Er stellte die wahre Natur der Katarakt als eine Erkrankung der Linse und die des Glaukom als eine Erkrankung des Glaskörpers fest. Dagegen glaubte Brisseau 1743 noch die Theünahme des Sehnerven und der Retina hei der Amaurosis in Zweifel ziehen zu müssen, da er die Verflüssigung des Glaskörpers als Ursache der Amaurosis annahm. Durch die Erkenntniss der Katarakt und des Glaukoms wurde das Gebiet der Amaurose immer mehr eingeengt; doch war es erst Boer-have (Haller, Göttingen 1746 und Wittich, Nürnberg 1751) vorbehalten, die Amaurosis als eine Erkrankung der Retina oder des Seimerven festzustellen. Die Erkrankung des Sehnerven
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Geschichte des schwarzen Staares.
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sollte an irgend einer Stelle seines Verlaufs von seinem Ursprung im Gehirn his zum Eintritt in den Bulbus bestellen, wodurch derselbe dann leitungsunfähig würde. Andererseits könnte das Auge und der Sehnerv gesund und das Gehirn, welches die Bilder nicht aufzufassen vermöchte, erkrankt sein. Boerhave wies auch zuerst die Unbeweglichkeit der Pupille bei der Amaurosis nach.
Guerin (Lyon 1761)) fasste die Amaurosis als eine vollkommene oder unvollkommene Lähmung des Sehnerven oder der Retina auf. Er nahm als die häufigste Ursache eine Erkrankung des .Sehnerven in Folge von Druck durch Geschwülste, blutige oder wässerige Ergüsse an. Aber auch die Erkrankung der Ke-tina selbst durch Gefässüberi'üllung, Entzündung, Mangel an Kraft und Stärke oder übennässige Beizung sollte den schwarzen Staar bedingen. Der deutsche Augenarzt Richter (1773) hielt den schwarzen Staar für eine Lähmung des Sehnerven und der lie-tina und unterschied ätiologisch eine Amaurosis durch Verletzung der Orbitalgegend in Folge von Druck auf den Sehnerven oder Ueberfüllung der Gebisse durch schwächende Einflüsse sowohl, als durch überniässige Reize auf das Auge oder consensuell eine Amaurosis durch Reize von den gastrischen Organen aus, durch unterdrückte Krätze u. s. w. Eine weitergehende Auffassung des schwarzen Staars hatte von Beer (tl^quot;-M), der als Amaurosis eine unvollkommene und vollkommene Aufhebung des Sehvermögens annahm, welcher ein krankhafter Zustand des Sehnervengebildes von der Retina bis zum Gehirn zu Grunde lag.
Von historischem Interesse ist auch die Definition des schwarzen Staars von l'hilijii) von Walther, welcher sagt, dass die Amaurosis eine Krankheit sei, bei welcher der Patient und der Arzt nichts sähen.
Bei den dürftigen Hülfsmitteln der früheren Zeit kann es nicht befremden, dass das Wesen der Amaurosis nicht näher zu eruiren war. Die Vertreter der Augenheillehre zu Anfang dieses Jahrhunderts behielten deshalb die Ansichten von Beers im Wesentlichen bei. birst die Entdeckung des Augenspiegels durch lielmholtz 1851 und pathologisch-anatomische Untersuchungsmethoden halfen die fühlbarsten Hindernisse der Diagnose für die Augenkrankheiten beseitigen. Nach dem treuenwärtiuen Stand-
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Geschichto des schwarzen Staaros.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7
punkte der Augenheilkunde bedeutet Katarakt eine Trübung der Lin^e oder ihrer Kapsel, unbeklimmert darum, ob die Trübung
eine tlieil\vei?e oder totale ist, und das Sehvermögen gestOrt i^t oder niciit.
Das Glaukom des Menschen besteht in einer abnormen Steigerung des intraoculären Druckes, wodurch die Papilla nervi 0[itici, :ds der am wenigsten widerstandsfällige Theil des Augcn-innern, der Atrophie verfällt, welche so stark ist, dass der Sehnerv ausgeholt wird (Druckexcavation). In demselben Grade wie dieser Zustand eintritt, ist auch eine Abnahme oder ein Verlust des Sehvermögens vorhanden (Glaukoma simplex). Eine zweite Art ist das Glaucoma inilanunatorium, hei dem das erkrankte Auge gegenüber dem einfachen Glaukom die heftigsten Entzündungserscheinungen zeigt. Der Bulbus ist steinhart, die durchsichtigen Medien getrübt,, die Pupille hat eine graugrüne Farbe und ist im Gegensatz zu allen übrigen Augenentzündungen erweitert.
Beide Arten des Glaukoms können für sich allein bestehen, oder zu dem einfachen tritt das entzündliche Glaukom noch hinzu. Endlich wird auch in der Augenheilkunde noch ein Glaukoma secundarium angenommen, welches im Gefolge von solchen Augenkrankheiten auftritt, die mit einer Raumverengerung des Bulbus verbunden sind. Hierzu gehören narbige Eetractionen der Ilurnhaut. Svnechien der Iris, Irido-Chorioiditis elc.
Unter Amaurosis und AniMvopia werden in der heutigen Medicin alle diejenigen Erkrankungen des Sehnerven und die der Central-Sehorgane znsammengefasst, welche eine tbeilweise oder gänzliche Erblindung hervorrufenquot;).
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Der enge Zusammenhang
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der wissenschaftlichen Thierarznei-
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kunde mit der Lehre von den menschlichen Krankheiten bringt es mit sich, dass die Krankheiten der Thiere in gleicher quot;Weise benannt worden sind, wie die menschlichen Krankheiten. Audi in der Lehre von den Auürenkrankheiten der Thiere wurden reit
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) Zach a. a. 0. Leber a. a. 0. Hirsch a. a. 0.
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Geschichte des schwarzen Staares.
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jehei- dieselbfii Begnüfsbestimmungen und Beschreibungen verwendet, welche sich in den medicinischen Werken von lt;leii Augenkrankheiten des Menschen linden. Es gilt dies namentlich tin-die Trübung der Linse, welche immer als Katarakt, Staar, lic-zeichnet worden ist. Für die Erkrankungen in den inneren Organen des Augapfels, speciell des Glaskörpers, bei welchen die Pupille eine grünliche Färbung erlangte, kam der Terminus tech-nicus ..grüner Staar- in Aufnahme. Es liegt ausserlialb der Grenzen dieser Abhandlung, auf die Krankheitsprocesse, welche die Katarakt und das Glaucoma bei Pferden darstellen, einzugehen und speciell den Unterschied zwischen dem Glaucom des Pferdes und dem Glaucom des Menschen zu besprechen. Ich will mir in Kürze hervorheben, dass durch Sichel, Friedberger und Berlin der Nachweis geführt ist, dass die Krankheitsprocesse, weiche in der medicinischen Ophthalmologie als die pathologische Grundlage des menschlichen Glaukoms angenommen werden, beim Pferde nicht vorkommen.
Audi die Bezeichnungen Amaurosis, Amblyopia, Gutta serena, schwarzer Staar, sind in die Thierheilkunde übertragen und für solche krankhafte Zustände in der thierärztlichen Augenheilkunde angenommen worden, bei welchen durch die objective Betrachtung keine materiellen Veränderungen in den Organen des Auges erkannt und dennoch die vollständige oder unvollständige Erblindung zugegen war. Hierbei will ich bemerken, dass die Charak-terisirung des Staars mit schwarz bei Pferden iiiclit zutreffend ist und zu Irrthümern Veranlassung geben kann, denn die Pupille des Pferdes hat bei der Amaurosis in der Regel eine andere Farbe wie schwarz.
Das Wesen der Amaurosis haben die thierärztlichen Schriftsteller vielfach mit den anatomischen Ursachen in Zusammenhaog gebracht: sie erklären dasselbe fast durchweg als eine Lähmung des Sehnerven (La Fosse 1788, loggia 1821) und der Netzhaut*). Letztere sei gelähmt und für die Lichtstrahlen nicht mehr reizbar (Ammon 1807). Leblanc (1825) fügte der
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*) De Solleysel, le parfait Marechal IT:
mir die MoudbliudiiL-ii.
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erwfthnt von Auffenkrankheiteii
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Geschichte des schwarzen Staares.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i'
Lähmung des Sehnerven und der Netzhaut noch eine Krankheit der Netzhaut hinzu, welche in e'moin zu hohen Grade der Ueiz-barkeit derselben (Tagblindheit) bestehe. Er unterschied graduell drei verschiedene Arten des schwarzen Staars: 1) Die Nachtblindheit oder Hemeralopia, welclic sich durch Schwäche in der Hmplindliclikeit der Hornhaut zeige und meistens eine Folge der periodischen Augenentzttndung sei: nur starkes Licht sei im Stande auf die Netzhaut Eindrücke zu machen. 2) Den zweiten Grad des schwarzen Staares, die Amblyopia, welche sich durch unsicheres und schwaches Gesicht und durch gehemmte Beweglichkeit der Regenbogenhaut zu erkennen gehe. Grosse Erweiterung der Pupille deute auf mangelnde, grosse Verengerung auf Rbermässige Reizbarkeil der Nerven hin. 3) Den schwarzen Staar, Amaurosis, der sich durch vollständigen Verlust des .Sehvermögens und durch theils erweiterte, tlieils verengerte aber unbewegliche Pupille bekunde. Die Auffassung Leblanc's vom schwarzen Staar scheint die Grundlage für die Beschreibung aller späteren Autoren gewesen zu sein. JI urfrei d'Arboval nimmt neben der Leblanc'schen Ansicht noch einen gänzlichen Verlust der Reizbarkeit des Sehnerven und der Retina an. Die späteren thierärztlichen Autoren definiren den schwarzen Staar als eine Lähmung und Schwäche der nervösen Elemente (Dietrich, Hering, Hertvvig, Stockfleth).
Strauss (184quot;)) nahm einen Entzündungsprocess im Sehnerven bei der Amaurose an, welcher sich durch eine gesteigerte flaargefassthätigkeil oder eine entzündliche Ernährungstörung be-thätigen sollte. ]gt;ei der seeundären Amaurose seien Verhildungen knotiger Art, Erweichung bei Ueherernährung oder Schwund des Sehnervengebildes zugegen. Gerluch führt unter den Sections-erscheimmgen, welche er bei der Amaurosis gefunden hat, eine Reihe von anatomischen Veränderungen an, welche theils dem Wesen des schwarzen Staars, wie die Netzhautabhebung, Netz-hautoedem, Atrophie der Netzhaut und des Sehnerven zugezählt werden, theils den Ursachen, wie Ahscesse, Exostosen, Geschwülste etc. angehören.
Anatomische und histologische Untersuchungen zur Ermittelung des \\ esens der Amaurosis sind nichl hinreichend ausi-eiuhrt worden.
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Gescliichte des schwarzen Slaaros.
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Die Autoren fanden sich demnnch vorwaltend auf das Ergebniss ilur klinischen üntei'suchungen beschränkt, welche naturgemäss
nicht erschöpfend sein konnten. Hierdurch erklärt es sich, dass im Laufe der Zeit eine ganze Reihe von bedingenden Ursachen mit der Entstehung des schwarzen Staares in Verbindung gebracht worden sind. Üass dieselben auf thatsächlicher Beobachtung beruhen, lässt sich von einem Theile wohl bezweifeln, denn die pathogenetische Beurtbeilung ist von theoretischen Kinflnssen nicht frei geblieben, mit welchen die Vetreter der medicinischen Schulen und Systeme die Aetiologie durchsetzt haben.
Zaidreiche Ursachen sind von den Autoren angeführt worden. Leblanc theilt die Ursachen ein: 1) in solche, welche nur eine Störung in den Verrichtungen dynamische oder in den Geweben organische oder in einer Veränderung der Mischung dyskrasische herbeiführen; 2) in solche, welche durch Zu-sammendrückung und Hemmung der Fortpflanzung der Reizbarkeit wirkten. Zur ersten Grujipe zählten: Die periodische Augenentzündung, Vertrocknung, Entartung des Sehnerven und der Netzhaut, übermässiger Gebrauch narkotischer Mittel, Versetzung von Krankheiten und gewohnter Ausleerungen. Zur zweiten Gruppe gehörten: Exostosen, Knochenfrass, Geschwülste der Beinhaut und der Hirnhäute, Wassersucht der Hirnhäute oder der Ventrikel, Blutergiessungen in der Nähe des Verlaufs des Sehnerven, Bildung von Afterproducten oder Hydatiden.
Als weitere Ursachen sind von anderen Autoren angeführt: die Versetzungen von Krankheiten, die Metastasen oder Unterlassung gewohnter Ausleerungen: Druse, Räude, Mauke (Am-inon, Dieterichs, Strauss) unterdrückte Hautausschläge und Schweisse (Dieterichs), Milch Versetzungen und Wurmreize, zurückgetretene Räude, ausgetretene Flussgallen und Ausbruch der Backzähne (Toggia). Ferner Säfteverlust: Blutungen durch Hodenarterien und Leberzerreissungen, übermässige Arbeit, anhaltender Durchfall (Hurtrel d'Arboval, Hering) und starke Lactation ( M i'i Her)*).
*) Die Veterinair-OphtlKiInmlogie von Müller ist von Gerlach einer Kritik im 13. Jahrgang des Magazins von Gurlt und Qertwig, S. 49?;, unterworfen worden.
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Gescliiclito des schwarzen Staaros.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 11
Den schwächenden Einflüssen gegegenöber sollten Blutfibet'-fnllungen lt;lc^ Auges und Vollblütigkeit der Individuen, unbefriedigter Geschlechtstrieb, Darreichung von schwerem Futter, namentlich Erbsen, Wicken, ßoggen, dem schwarzen Staar zu Grunde liegen (Dieterichs, Müller). Die Vergiftungen von narkotischen Pflanzen und verdorbenem Futter: Tollkirschen, Bilsenkraut, Schierling, schimmeliges und verdorbenes Brod, Heu und Hafer sind ferner als Ursachen des schwarzen Staares von den Autoren herangezogen worden. Hurtrel d'Arboval berichtet, dass durch den Besuch nasser, sumpfiger Weiden und hierdurch bedingter Krkältung der Pferde der schwarze Staar entstanden sei. Eine gleiche Ursache (Erkältung) f'i'ir die Entstehung der Amaurosis hat Mayer angenommen (Kepertorium 1875). Dinter sah den schwarzen Staar nach der Heilung einer rheumatischen Kreuzlähmung eintreten. Verletzungen des Schädeldaches und Raumverengerungen der Schädelhöhle und der Orbita sind vielfach beschuldigt worden. Interessant ist die von Dieckerhoff gemachte Beobachtung. Derselbe fand den schwarzen Staar auf beiden Augen eines Pferdes durch ein Sarkom am Siehbein bedingt. Die Neubildung war bis zum Chiasma des Sehnerven gewuchert, hatte dasselbe umschlossen und so den Nerv zur Unthätigkeit gebracht*). Für besonders disponirt zur Erkrankung am schwarzen Staar hält Müller hellfarbige Thiere und Thiere mit, heller Iris. Hurtrel d'Arboval beschuldigt, heftige Gemnths-affecte und und das gezwungene Sehen auf Schnee und helle Sandflächen als Ursachen des schwarzen Staares Von Toggia bis auf Gerlach hat sich die Annahme erhalten, dass die Amaurosis durch Blendung des Sehnerven in Folge plötzlichen Wechsels von dunklem Stallaufenthalt mit hellem Tageslicht eintreten kann. Hering nicht an, dass er den schwarzen Staar nach der Heilung von Strahlkrebs und hei Gehirnentzündungen entstehen gesehen habe. Auch acute Darmentzündung erzeuge den schwarzen Staar. Und endlich sei derselbe auch angeboren.
Die Angaben der Autoren einer speciellen Kritik zu unterwerfen, würde für den /weck dieser Abhandlung zu weit führen
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*) Mittliuilungpii aus ilor thiorärztliclien Praxis. IV'. Jahrgang, S. SJ.
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Geschichte Hos schwarzen Staares,
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und einen besonderen ^^^e^tIl für das Studium des schwarzen Stasirs nicht haben. Zweifellos sind tnanche ursächlichen Einflüsse mil Unrecht beschuldigt. lgt;ei den in der Literatur verzeichneten Fällen, bei denen ein Spiegelbild fehlt, lässt sich aber grössten-ilieils der Nachweis nicht liefern, dass die helmuptete Ursache in der Thai den schwarzen Staar bedingt hat. Selbst mit Spiet^el-befund ist ein sicherer Zusammenhang in einzelnen Fällen nicht nachzuweisen. Bei dem schwarzen Staar, welcher nach der Castration beobachtet wurde, ist es beispielsweise nicht möglich zu sagen, ob derselbe durch die Erschütterung des Gehirns heim Werfen oder durch Quetschung des Samenstranges, wie einige Autoren glauben, bedingt ist. Ferner lässt sieh nicht entscheiden, ob der schwarze Staar hei lliinentzündiinyen durch die Erkrankung der Pia (Hering) oder durch Verletzung der Augenbraunen-gegend bei Tobsuchfanfällen (Hippocrates) verursacht ist.
Der Augenspiegel wird zur Feststellung der pathologischen Veränderungen bei der Amaurosis zwar nebensächlich erwähnt. Befundaufnahmen durch den Spiegel ßnden sich aber in der Literatur nur sehr spärlich und zerstreut.
Stockfleth und Hertwig erwähnen des Spiegels nicht, bemerken dagegen, dass heim schwarzen Staar eine materielle Veränderung im Auge nicht wahrzunehmen sei. Gerlach sagt von dem Augenspiegel, dass er nur zuweilen Auskunft, über die Erkrankung der Netzhaut liefere. Um die erfolgreiche Einführung der Ophthalmoscopie in die Thierheilkunde haben Berlin und Eversbusch sowie Föringer sich verdient gemacht, wenngleich mich schon früher andere Autoren sich des Augenspiegels bedient halten: auch Blazekovic hat dem neuen Standpunkt Rechnung getragen.
In der forensischen Thierheilkunde entspricht die Praxis, sieh nur auf das Aciissere des Auges zu verlasse?! und die aufgehobene Irriiahiliiät der Iris als massgebend für die Diagnose und Beur-theilnng der Zeitdauer hinzustellen, weder der heutigen Wissenschaft noch dem Standpunkte einer wissenschaftlichen Rechtsbasis, (irr lach sagt in seinem vortrefflichen Handbuche der gerichtlichen Thierheilkunde: je weiter die Thierheilkunde fortschreitet, desto sicherer kann mc in fnrensischen Urtheilen auftreten. Diesem
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Geschichte des schwarzen Staares.
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entschieden richtigen Ausspruche steht eine spätere Aeusserung des genannten Autors, ilagt;.~ man bei der forensischen Beurtheilung des schwarzen Staares wesentlich die iltiolgischen Verhältnisse heranziehen müsse, genau entgegen. Ist es nun an und für sich schwierig, die sehr zahlreichen Ursachen des schwarzen Staares ausfindig zu machen, so tritt die Schwierigkeit erst recht hervor, wenn man eine der vielen Ursachen zur Beurtheilung der Zeitdauer für forensische Gutachten heranziehen will (Gerlach). Solche Nachforschungen bleiben fast ausschliesslich resultatlos und discreditiren den Sachverständigen beim Publicum und heim Richter.
Es isi deshalb entschieden erforderlich, dass man sich immer mehr auf den pathologischen als auf den ätiologischen Befund stüizt: icmiz besonders tritt dies hervor bei der Feststellung der Amblyopia.
Die Stellung des schwarzen Staares in der Thierheilkunde isf noch eine andere als in der humanen Medicin. Während man in letzterer den Namen der Amaurosis für eine Blindheit verwendet, welche in einer Erkrankung des Sehnerven resp. der Central-Sehorgane besteht und andere pathologische Zustände des Augeninnern hierzu nicht rechnet, ist in der Thierheilkunde die alte Auffassung noch beibehalten worden, alle Störungen, welche durch Krankheiten im Bereiche der inneren Organe des Auges und des Gehirns verursacht sind und durch keine materiellen Veränderungen am Aeussern des Auges sich kennzeichen, mit dem Namen des schwarzen Staares zu belegen. Daher rührt es, dass neben Krankheiten der Netzhaut, Netzhautablösungen, auch noch Störungen des dioptrischen Apparates, #9632;/.. \\. Irislähmung als Nyctalopia in das Gebiet des schwarzen Staares hineingezogen werden. Vom Standpunkte der früheren Zeit hatte diese Auffassung wohl eine Berechtigung, nach der heutigen Classification hat die Unterbringung idler dieser Krankheiten in den Begriff des schwarzen Staars ihrer pathologisch-anatomischen Stellung wegen etwas Gezwungenes. Doch möchte ich nicht vorschlagen, diese Auffassung zu zerreissen, einmal weil die Verhältnisse der Augenerkrankungen, insbesondere bei Ausgängen von acuten Erkrankungen der Netzhaut noch nicht sicher festgestellt und erkannt sind und nament-
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licli desliiilb nicht, weil Me Erkrankungen de? Ä.ugeninnern, olgt; sie Amaurosis, Amblyopia, Hemeralopia oder Nyctalopia bedingen, insgesammt bis zur Gegenwart mit dem Collectivnamen ..schwarzer Staar- bezeichnet werden und in dieser Nomenclatur aufs Innigste mit den betreffenden Vorschriften der deutschen Währ-schaftsgesetzgebung verknüpft sind. So lange die Gesetzo-ebunij; an dieser Auffassung des schwarzen Staares festhält, empfiehlt es sieh, den bezeichneten Standpunkt wenigstens pro foro nicht zu verlassen.
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II. Pathologie des schwarzen Staares,
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JViit den Worten Amaurosis und Amblyopia*) wird eine he-sondere Krankheit oder eine bestimmte anatomische Veränderung nicht begrifflich umschlossen. Beide Ausdrücke bedeuten eigentlich nur Symptome des gestörten oder aufgehobenen Sehvermögens, wie pich dieselben bei verschiedenen Krankheitszuständen im Innern des Annes und in den centralen Sehorganen kundgeben.
Die Amaurosis oder Amblyopia kann auf zwei Wegen zu Stande kommen: retrobulbärquot;, d. h. durch Erkrankung des Sehnerven und der centralen Sehorgane, und intraocularquot;, d. h. durch Erkrankung der Licht empfindenden und Licht leitenden Theile des Bulbus. In letzter Linie sind also die nervösen Elemente des Opticus der Sitz der Amaurose.
Die Krankheiten, welche retrobulbärquot; den schwarzen Staar zu erzeugen vermögen, sind folgende: Abscesse, Blutungen. Exostosen, Neubildungen im Schädel und im Verlaufe des Sehnerven; starke Blutverluste in Folge von Castration, inneren Verletzungen und Operationen: Vergiftungen durch pflanzliche Gifte: Gastroenteritis und Kolik; Erkältungen bei der Arbeit und beim Weidegang auf feuchter Weide; Gehirnentzündungen; Infections-krankheiten (Brustseuche, Blutfleckenkrankheit) und Vitia primae formationis.
Von den Krankheiten, welche intraocular den schwarzen Staar bedingen, sind hervorzuheben: selbstständige Veränderungen des Sehnerven, Erkrankungen der Netzhaut und die periodische Augenentzündung.
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*) Amaurosis Blindheit, von äfiaupoi dunkel. Amblyopia Schwachsiclitigkeit, von äßßXug stumpf, und ägt;(p Gesicht.
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Pathologie des schwarzen Staares.
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Die zur erstbezeiclineten Gruppe gehörenden krankhaften Veranlassungen führen zur Atrophie de.laquo; Sehnerven, während die zur zweiten Gruppe gerechneten Krankheiten materielle Veränderungen in den functionirenden Tlieileu des Augeninnern mit ^icli bringen. Für die bessere Erkenntniss der Pathogenese em-pfiehlt es sich, beiden Gruppen eine gesonderte Besprechung zu widmen.
A. Die Sehuervenati'opMe.
Das vollendete Bild auf der normalen Netzhaut wird durch die Sehnervenfasern dem Gehirn übermittelt, in welchem es zur
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Wahrnehmung gelangt. D
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ieser normale Vorgang kann nur dann
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erfolgen, wenn die Leitung im Sehnerven nicht unterbrochen ist oder wenn die Endorgane dos Gesichtssinnes für die Reizung des Sehnerven die normale Empfänglichkeit besitzenquot;*).
Die zur Amaurosis führenden Ursachen, weicheich als retro-bulbäre bezeichnete, haben, so verschiedenartig ihre erste Bedingung sein mag, das gemeinsam, dass sie die Perception des auf der normalen Netzbaut entstandenen Bildes hindern d. h. die nervösen Elemente des Sehnerven auf irgend eine Weise zur Un-thätigkeit bezw. Atrophie bringen und hierdurch den theilweisen oder vollständigen Verlust des Sehvermögens herbeiführen.
In vielen Fallen ist bei den genannten Krankheiten die Pathogenese der Amaurosis in Dunkel gehüllt; doch ist durch die klinische Erfahrung die Annahme gesichert, dass in Folge der bezeichneten Krankheiten der schwarze Staar entsteht. Bei einem Tbeile der in Bede stehenden Krankheiten liegen die Veränderungen im Gehirn. Die Endorgane des Opticus sind in Folge derselben nicht mehr fähig, die zu ihnen geleiteten Bilder aufzunehmen. In wie weit nun die wirklichen Centren der Lichtwahr-nehmung, die Endfasern des Opticus in der grauen Rinde bei der Hinterlappen unmittelbar erkranken, ist noch nicht festgestellt.
Von einem anderen Tlieil der Ursachen lässt sich annehmen, dass sie die Sehnervenfasern t.heils in ihrem Verlaufe auf dem Wege zum Gehirn, tbeils im Gehirn selbst treffen.
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) Hirschberg a. a. 0.
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Pathologie des schwarzen Staares.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;17
Bei dem Versuche, die einzelnen Krankheiten in ihrer Einwirkung auf den Gesichtssinn zu prfifen, ergiebt sich zunächst, das.* Blutungen im Gehirn sowohl die Centren des Opticus selbst als auch den Sehnerven an der Basis des Gehirns treffen können und hierdurch die Function desselben unterbrechen.
Bei grösseren Blutverlusten ist es wahrscheinlich nicht die plötzliche Anämie, verbunden mit einer Ernährungsstörung des Opticus und seiner Centren allein, welche den schwarzen Staar bedingen. Da die Erblindung oft erst mehrere Tage nach dem Blutverluste eintritt, sn liegt die Wahrscheinlichkeit nahe, dass in solchen Füllen Blutungen in die Sehnervenscheide oder an der Schädelbasis stattfinden, welche die Leitung im Nerven unterbrechen oder die Ernährung desselben stören. Erfahrungsgemäss ist auf die Rückkehr des Sehvermögens nach Blutungen fast nie zu rechnen, wenn die Aniaurosis beiderseitig auftritt, und die Erblindung vollständig ist.
Die Aniaurosis bei [ntoxicationen ist auf Affectionen des Gehirns zurückzuführen; Blntüberfüllungen der Gehirngefässe und Blutergiessungen an der Schädelbasis sind nach Vergiftungen durch differente pflanzliche Suhstnnzen gefunden worden (Gerlach).
Unschwer ist der Zusammenhang des schwarzen Staares mit Verletzungen des Gehirns bezw. des Sehnerven zu verstehen.
Dunkel dagegen ist, noch der Einfluss von Erkältungen und Krankheiten der ünterleibsorgane auf die Entstehung des schwarzen Staares. In der menschlichen Augenheilkunde bezieht man die Erblindung durch Erkältungen auf eine Neuritis optica und bezeichnet sie als eine rheumatische.
Die den retrobulbären Ursachen angehörenden Krankheiten verhalten sich in ihrer nachtheiligen Wirkung auf die nervösen Apparate des Auges nicht gleichmässig. Ein Theil giebt zum einfachen Schwund der Nervenfasern Veranlassung, ohne dass Entzündungserscheinungen auftreten (Atrophia nervi optici). In dieser Art bekundet sich die Wirkung der vorerwähnten Krankheiten, besonders derjenigen Geschwülste (Exostosen und Neubildungen), welche die Nervenfasern direct treffen
Ein anderer Tlieil (Neubildungen im Gehirn und der Orbita, welche den Nerven nicht direct treffen, ferner die Krankheiten
Peters, Schwarzer Staar des Pferdes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .1
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des Gehirns und der Plirnhäute, sowie die wichtigsten Infections-knriklieiien) giebl uiittelbar lt;lie Veranlassung zur entzündlichen Erkrankung des Sehnerven (Papillitis, Neuropapillitis).
Von den Gehirnkrankheiten isf noch nicht genügend bekannt, in welchamp;r Art sie die centralen Theile des Opticus treffen. Fraglich ist insbesondere, ob sie nur indirect die Ursache zur Erkrankung des Optieus bezw. der Papille und Netzhaut abgeben. Möglich ist, dass sie auf beiden Wegen den Untergang der Nervenfasern bewirken können. Auch die genannten Infections-krankheiten stehen in mittelbarer Beziehung zur Atrophie. Des Zusammenhanges dieser Gruppe mit dem schwarzen Staar wird später eingehender gedacht werden.
Alle Veränderungen des Sehnerven, welche durch die retro-bulbären Ursachen bedingt werdennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;und das ist das Gemein-
same derselben beruhen in ihrem Endresultat darin, dass die Nervenfasern der Atrophie verfallen. Nur der pathologische Vorgang bei dem Untergang derselben ist verschieden, und es empfiehlt sich, bei der weiteren Besprechung hierauf ßücksichl zu nehmen. Die Atrophie geschieht auf dreierlei Weise:
a Die einfache Sehnervenatrophie Atrophia nervi
lt; 1111 i c i.
Ks handelt sich hier nicht um entzündliche Processe, sondern nur um einen degenerativen Vorgang. Die Nervenfasern verfallen in den meisten Fällen der grauen Degeneration, so benannt nach den gleichen Veränderungen des Rückenmarks und Gehirns. Der pathologische Vorgang setzt bei dem Mark der Nervenfasern ein, welches zerfällt und wodurch die Nervenfasern sich in blasse, markdose Fasern umwandeln. Zwischen den Nervenfasern sind alsdann Fettkörnchenzellen zu bemerken, neben welchen zahlreiche amyloide Körperchen auftreten. Statt der Nervensubstanz finden sieh später leine, indifferente Fibrillen, die in der Regel als solche bestehen bleiben (Leber). Mit dem Untergang der Nervenfasern nehmen sowohl das leine Reticulum, welches den markhaltigen Theil des Nerven durchzieht, als auch die stärkeren Bindegewebs-züge an Volumen zu, ohne jedoch in einen grösseren Prolife-rationsprocess zu verlallen. In anderen Fällen ist später selbst
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nur noch das bindegewebige Gerüst des Nerven ohne eine Spur von Nervenfasern, Fett- oder Amyloidkörperchen zu finden.
Dieser Vorgang, d. h die grnue Degeneration wiederholt sich bei der Zerstörung der Fasern des Sehnerven meistens wieder. Es gilt dies sowohl bei Leitungsunterbrechungen im Nerven, als auch bei mechanischem Druck auf denselben. Auch nach unterbrochener Blutzufuhr, feiner als Ausgang von Entzündungen des Nerven und selbstständiger Erkrankung desselben findet dieser pathologische Process seinen .Ausdruck, Wickeln sich nun diese pathologischen Veränderungen an den Centren oder am Stamme des Nerven ab, so tauchen die ersten Veränderungen an der Papille auf, und zwar nh einfache Sehnervenatrophie.
Combinirt man nun die Krankheiten, welche unter den retro-bulbären Ursachen angegeben sind, mit den Erkrankungen am Sehnerven, so ergiebt sich, dass die Atrophie des Nerven an jeder Stelle desselben, sowohl im Gehirn als auch am Stamme des Nerven, einsetzen kann und sich lediglidi hierbei nach den veranlassenden Ursachen lichtet. Beginnt z. B. die Atrophie an den Centren des Selmerven oder an dessen cerebralem Theile, so schreitet dieselbe in 'ciiirifu^aler Richtung nach den peripheren Theilen, dem Auge, fort; man bezeichnet diesen Vorgang mit dem Namen der descemlirenden Atrophie (Atrophia descendens). Beginnt die degenerative Entartung im Verlauf des Sehnerven, so schreitet sie auch in centripetaler Richtung nach dem Gehirn fort (Atrophia ascendens). Je nach dem Orte, an welchem die Atrophie einsetzt, richtet sich auch ungefähr die Zeitdauer, nach welcher sie am
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Auge, bezw. der Papille, als dem einzigen der Untersuchunlt;rLeben zugänglichen Theile des Sehnerven, anlangt. Bei jün/er
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im n
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riiieren soll die Atrophie nach den Untersuehungen von Gudden schneller fortschreiten, als hei älteren Thieren. Jedoch handelt es sich hierbei nicht um eine einfache Fortleitung des Processes von der primär betroffenen Stelle aus, sondern die Degeneration ergreift dann gleichzeitig den Nerven an verschiedenen Stellen (Chiasma, Options). Die'Atrophie ergreif] auch nicht in jedem Falle den ganzen Stamm des Sehnerven, sondern es können, und dies ist namentlich bei Druckatrophie der Fall, bloss einzelne Sectoren des Selmerven der Degeneration verfallen.
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Pathologie des schwarzen Staates.
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Geben sich solche Blindheiten, (leren primärer Sitz im Gehirn ist, nur durch eine einfache Atrophie im Au-e kund, so hat man dieselben als Gehirnblimlheit (Cerebralamaurose) benannt. Hierbei sind in der Regel, da die ursächlichen Momente beule Hemisphären treffen, beule Theile des Opticus atrophirt, so dass die Blindheit auf beiden Augen bestellt. Diese Blindheit tritt also dann ein (grosse Blutverluste, Vergiftungen u s. \v.), wenn beide Sehnerven in ihrer ganzen Dicke und Länge atrophiren. Verfällt der Sehnerv unterhalb des Chiasma der Atrophie, vielleicht durch Neubildungen oder Exostosen und Verletzungen, so wird nur das eine Auge erblinden. Docb liegt die Gefahr nahe, dass durch die ascendirende Atrophie die Fasern des gesunden Auges im Chiasma getroffen werden, wodurch die Nervenfasern des letzteren der Atrophie verfallen, so dass auch auf dem gesunden Auge das Sehvermögen zum Erlöschen kommt.
Trotzdem also in derartigen Fällen vollständige Blindheit vorhanden sein kann, ist doch an den inneren Theilen des Auges eine Zeit lang keine Veränderung wahrzunehmen. Indess wird bei einer länger bestellenden Erblindung das normale Aussehen der Papille sieh nie eine längere Zeit erhalten, ohne dass pathologische Veränderungen an derselben sichtbar werden. Die ersten Merkmale der Degeneration des Sehnerven -eben sieh hiernach während des Ltdjens am Endpunkte desselben (der Papille) kund und treten bier tinier dem Hilde der Atrophie des intraoeulären Sehnervenendes auf. Einer atrophischen Papille ist freilich weder der Sitz des Leidens anzusehen, noch die Ursache, wodurch dieselbe atrophirt ist: ob sie spontan durch primäre Degeneration verändert ist. oder erst seeundär in Folge eines anderen Leidens ihren Untergang gefunden hat.
Die marklose Substanz der Nervenfaser der Papille (am Foramen sclerae verlieren die Nerven die Marksubstanz) schrumpft zu dünnen Fäserchen zusammen und geht in einzelnen Fällen in einen vollständigen Schwund fiber. Durch den Verlust der Nervenfaser wird die Papille kleiner, wenn auch das Binde-gewebsgerüst derselben sich vergrössert; in derselben scheinen selbst grössere Zwischenräume sich zu bilden. In Verbindung mit dem Untergange der Nervenfasern obliteriren auch die
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l'aiholosio des schwarzen Staares.
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Blutgefässe des Nerven, wodurch die Pupille luiämiscli und blass wird.
Die Atrophie der Nervenfasern hleibi auch nicht auf den Sehnerven oder die l'npille allein beschränkt, sondern sie schreitet nach der Retina vor, in welcher die Nervenfaser- und Ganglienzellenschicht atrophirt, während die übrigen Schichten in der lie^el normal bleiben.
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Der klinische Befund. Eine weitere Veränderung der mit der Atrophie des Sehnerven behafteten Augen tritt an denselben ausser der schon gedachtet) Veränderung der Papille und Netzhaut nicht ein. Trotz der Blindheit bleibt das Auge so lange voll und klar,' als die Ernährung des dioptrischen Apparates, welche in gewisser Beziehung unabhängig von der Ernährung der nervösen Elemente des Auges geschieht, nicht gestört wird. Der Glaskörper und die Linse sind klar und durchsichtig, die Grüsse und Härte des Bulbus zeigen keine erheblichen Abnormitäten. Mit dem Eintritt der Ernährungsstörungen fällt auch die Erkrankung des Glaskörpers und der Linse zusammen, an welche sich dann volle Phthise des Bulbus anreiht. Deshalb ist auch äusserlich an den Augen, welche mit der Sehnervenatrophie behaftet sind, nichts Krankhaftes bemerkbar. Das erste sichtbare Zeichen am Aeusseren des Auges ist die Accommodationslähme der Iris. Bei Amaurose ist, die Accommodation in der Kegel ganz aufgehoben, bei der Amblyopia nur unvollständig; in der Kegel besteht bei der Sehnervenatrophie die Mydriasis. Hervorzuheben ist. hier, dass bei einseitiger Erblindung die Accommodation der Iris an jedem Atige für sich zu prüfen ist: denn durch die Queranastoniose zwischen dem rechts- und linksseitigen Ke-flexcentrum in der Vierhügelgegend (nur bei ..redendenquot; Säuge-thieren)*) wird, die Pupille des erblindeten Auges mit bewegt. Die Pupille des erblindeten Auges erweitert sich alsdann beim Ver-schluss des gesunden Auges und verengt sich nicht bei Licht-cinlall in das kranke, dagegen sofort, wenn das gesunde Auge plötzlich dem Lichte ausgesetzt wird
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quot;y II i rschberg, a. a. 0.
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Pathologie des schwarzen Staares.
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Neben der Irislähmung ist als zweites Symptom, welches ohne Spiegel sichtbar ist, der mein- oder weniger starke graublaue Pupillenreflex zugegen. Wenn auch eine erweiterte Pupille stets eitien hellblauen Reflex, gegenüber einet' verengten Pupille, deren ReHex tiefblau bis schwarzblau ist, zeigt, so ist doch die Farbe der Pupillen bei der Sehnervenatrophie, nament-licli wenn sie längere Zeit bestanden hat, eine graublaue bis graue. Es bangt dies wahrscheinlich mit der Veränderung der Netzhaut zusammen, welche das Tapetum nicht in normaler Weise durchschimmern lässt.
Auch mittelst des Spiegels ist in der ersten Zeit nach der Erblindung keine krankhafte Veränderung im Innern des Auges, speciell an der Papille wahrnehmbar. Der erste krankhafte Befund ist die Blässe der Sehnervenscheibe. Mit dem Untergang der nervösen Elemente und dem stärkeren Auftreten des Bindegewebes beginnen die pathologischen Erscheinungen. Das neu-gebildete Bindegewebe macht sich iti der Papille als eine weiss-graue und graue Substanz kennbar und tritt in Form von Strichen, Streifen und Punkten auf. Diese Art des Auftretens sieht man besonders im centralen Theile der Papille, während in demjenigen Theile, der zwischen dem Centrum und der Peripherie liegt, nach und nach weisse, radiärförmige Ausläufer bis zum Scleroticalring sieh verfolgen lassen. Ich erinnere hier an die beigefügte Abbildung. Später werden diese Verbindungen deutlicher, und die grauweissen Züge im mittleren Theile sind neben dem gleichen Aussehen des Centrums in concentrischer Anordnung gereiht. Der Vergleich einer atrophischen Papille mit einem quer durchschnittenen Kettig, wie er von Berlin angewandt ist, erscheint vollkommen zutreffend. Jm gleichen Schrill mit dem Auftreten des neu gebildeten Bindegewebes von der Lamina cribrosa aus steht auch die Atrophie der Blutgefässe und die dadurch bedingte Blässe und Anämie der Seimervenscheibe. Die Blutgefässe werden immer beller und beller, und die peripberen Theile der Gelasse unterliegen der Atrophie am ehesten, bis man später nur noch bei genauer Beleuchtung dieselben als zarte weisse Streifen beobachten kann Bei lange bestandener Sehnervenatrophie sind auch diese letzten Spuren der Blutgefässe gesell wunden.
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'athologie rtos schwarzen Staares.
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Mit Zunahme de? Bindegewebes ändert sich die Form der Papille; sie wird kleiner und rund. Oft ist ihre Peripherie etwas inichen, aber doch scharf begrenzt. Bei einem sechsjährigen Pferde, welches durch totale Sehnervenatrophie auf einem AiiLre erblindet war, sah ich sie beispielsweise von der Grosse eines starken Bleifederknopfes (im Lichtbilde). Dieses ist allerdings nicht die Regel, und ich vermuthe, dass die Atrophie vielleicht angeboren war, weil die Papille durch einfache Atrophie nicht so sehr zusammenschrumpfen kann. Kinc atrophische Papille hat auch eine mein- plane Ebene, während eine ganz unveränderte nach dein Bande zu etwas erhaben erscheint. Die runde Form der Papille mit einer planen Ehene derselben stelle ich besonders in den Vordergrund, weil solche Papillen, so weit meine Erfahrungen reichen, immer einen gewissen Verdacht aufzunehmende Atrophie rechtfertigen. Auch bei alten Pferden, bei denen das Sehvermögen schon geschwächt ist, rindet man in der Regel diese Form der Papille vor. wenn auch sonst die übrigen Tbeile des Auges vollkommen gesund sind. Ks scheint der bindegewebige Theil der Papille bei alten Pferden stärker entwickelt zu sein, wie bei jüngeren Tbieren. Mit zunehmender Atrophie kommt der Scleroticalring in der unteren Peripherie der Papille mehr und mehr zum \ orsehein, um schliesslich als ein gleichmässig breiter Streifen deutlich sichtbar zu werden. Fs beruht dies wiederum auf der Atrophie der nervösen Elemente der Papille und der Niveauabnahme derselben.
Der angeführte Bofund bezeichne! den Vorgang, wie ich dpuselhon w.thrend der Ausbildung der Atrophie zu beobachten Gelegenheit hatte und wie er als l{p|rpl betrachtet werden kann. Doch oft und zwar bei partiellen Atrophien kann das nphthalmeskopische Bild ein anderes sein. So sah ich bei einem wegen Epilepsie auszurangirenden Pferde ans dem Kaiserlichen Marstall, dass der atrophische Theil der Papille genau so aussah, wie ein atrophischer Sehnerv im mikroskopischen Hilde beim Querschnitt aussieht: namentlich der nasalwarts gelegene Theil der Papille erschien durch ein alveolar angeordnetes Gewehe in einzelne Pelder ge-theilt. Bei einem anderen Pferde war in der nasalen llall'te der Papille ein grösserer fast keilförmiger Abschnitt atrophisch. In demselben waren deutliche Bindegewebszüge zu erkennen, und es fehlte diesem Thcile. der grauweiss aussah, jedes Blutgefäss: seihst der sieh hier anschliessende Netzhauttfaeil erschien blasser und heller.
Oft ist eine Papille jedoch blass, nur wenig schmale Ulutgefässe sind auf
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ihr sichtbar, und im Centrum derselben befindon sicli auch st.'irkere -weisse Züge. Bei solchen Papillen, in ilcr Regel bei SItcrpii Pferden, ist jedocli das Sehvormiigcn meistens nicht nachweisbar gestört. so dass der Zustand nicht als ein erheblicher Mangel angesehen werden kann.
Die vollständige Atrophie beider Papillen macht der Beur-theilung bezöglich der Frage des gestörten Sehvermögens keine besonderen Schwierigkeiten. .Schwieriger gestalten sich partielle Atrophien, welche in einzelnen Theilen der Papille bestehen, sowie eine gewisse Atrophie und Blässe, welche sich über die ganze Papille in toto erstreckt. Auch die Frage, ob eine theil-weise auftretende Atrophie der Sehnervenpapille stationär bleibt oder weiter fortschreitet, lässt sich durch Besichtigung der Papille niemals bestimmen. Die Störungen des Sehvermögens werden stets in geradem Verhallniss zur Atrophie stehen. Jedoch sei besonders betont, dass die krankhafte Veränderung der Papillae optici in weiten Grenzen schwanken kann (Casuistik 5), ohne dass die für die Lichtempfindung nothwendige Leitung durch sie bei jeder Veränderung aufgehört hätte. (Die Papille selbst ist ja für Lichtreize unempfänglich; blinder Fleck Mariott'scher Versuch). Deshalb erklärt sich hei partieller Atrophie ein gewisser Grad von Sehvermögen, und es entscheidet bei diesem Zustande, um denselben als schwarzen Staar zu bezeichnen, immer erst der Nachweis des gestörten oder aufgehobenen Sehvermögens. Bei dieser Frage macht sich für die Beurtheilung der Sehnerven-atrophie bei den Pferden der wesentliche Punkt geltend, dass es sich heim Nachweise der Sehstörungen nicht um Einschränkung des Gesichtsfeldes und auch nicht darum handeln kann, in wie weit die Unterscheidung von Gegenständen oder die Beurtheilung der Entfernung derselben aufgehoben ist, sondern meistens nur
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des objeetiven Sehvermögens. Doch ist anzu-
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nehmen, dass Pferde, laquo;eiche an theilweiscr Papilienatiophie leiden, aus diesem Grunde ein ganz normales Sehvermögen nicht haben. Es spricht bei der Ermittelung der Sehstörungen noch ein sehr gewichtiger Factor mit, der freilich unabhängig vom Auge, in der Anlage, Constitution, Race und abnormer Gehirnfunetion des Pferdes zu smdien ist. Wenn man bei der theilweisen Erkrankung des Sehnerven die analogen Zustände des Menschen berück-
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sichtigt, so mac; es sich auch hei der partiellen Atrophie tier Pferde um Henieralopia, gestörten Farbensinn und auch um Kurz-siclitigkeit handeln.
Die Ileilhaikeit lt;les schwarzen Staares. Die Literatur enthält ein Reihe von Fällen, in denen die Blindheit nach einiger Zeit gehoben ist*). Die Möglichkeit der Wiederkehr des Sehvermögens ist nicht ausgeschlossen: selhstverständlich kann sie nur zu einer Zeit eintreten, in welcher die Nervenfasern noch intact oder restitutionsfähig sind. Dieser Zeitraum bemisst sich in der Eegel nur auf wenige Tage. Besonders nach Blutungen hat man beobachtet, dass das Sehvermögen in kürzerer Zeit wiederkehren kann. Länger dauernde Blindheit hat für gewöhnlich eine Veränderung der Nervenfasern oder der Grefässe zur Folge, wodurch die normale Function der Sehorgane erheblich behindert wird. Auch der Spiegelbefund vermag in den ersten Tagen hei der nervösen Amaurose nicht die wichtige Frage des verlorenen Sehvermögens zu entscheiden. Im Allgemeinen ist die Prognose beim schwarzen Staar stet^ ungünstig.
b. Neuritis optica intraocularis, Papillitis (Leber),
Stamingspapi 11 e (v. Grraefe).
Die Krankheit, welche in einer serösen Durchtränkung, venöser Hyperämie und Hypertrophie der marklosen Nervenfasern der Papille besteht, kann sowohl seeundär als auch selbstständig auftreten. Für die Erklärung der Stauungspapille, deren Name zuerst von v. Graefe beim Menschen angewandt wurde, wird angenommen, dass durch den Druck abnormer Dinge im Schädel oder in der Orbita oder durch abnormen Druck in den Circulations-systemen (vielleicht auch in Folge erschwerter Athnnmg) Flüssigkeit ans der Schädelhöhle in den Sehnerven übertritt oder eine Stauung in demselben hervorruft. Denn der Subarachnoidealraum des Gehirns stellt nach den üntersuchuncren von Schwalbe mit
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*) Leblano 327. Ilurtrcl d'Arboval 52 und 101, Gerlach 311. Mayer, a. a. O. Dinter, a. a. 0.
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Pathologie dos schwarzen Staates.
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der Sehnervensjclieide derartig in Vei-biiiduntr*), dass die Lymphe iler Eetinn und der Papille durch die Scheide des Sehnerven nach dem Gehirn hin ihren Abfluss hat. Durch eiius Lymphstauung in dem Scheidenraum des Opticus (Scheidenhydrops) findet dann eine seröse Durchtränkung der Sehnervenpapille resp. der Lamina cribrosa statt Ob nun die Lymphstauung direct bis zur Papille fortschreitet, oder ob die Blutgefässe derselben durch das Oedem im Foramen sclerae incarcerirt werden, und dadurch eine venöse Stauung, die secundär zum Oedem führt, hervorgerufen wird, ist noch Streitfrage. Es ist möglich, dass beide Annahmen richtig sind Aus diesen Gründen ist auch zu erklären, dass nicht in jedem Falle eine Hyperämie der Stauungspapille vorauszugehen hat. Schmidt-Rümpler hat beim Menschen beides beobachtet, erst Hyperämie und dann Stauung und umgekehrt.
Auch die Art des Unterganges der Nervenfasern durch die Stauungspapille ist noch nicht sicher festgestellt. Die Lymphe soll nach Rumpe zersetzend auf die nicht durch eine Markscheide geschützten Nervenfasern der Papille derart, einwirken, dass diese aufquellen und der Atrophie verfallen (Schmidt-Ettmpler). Dagegen soll nach Leber das Oedem entzündungserregende Eigenschaften haben, durch welche der Verfall der Nervenfasern eingeleitet wird. Das Gewebe wird mit Lymphkürperchen infiltrirt: es entsteht eine varicose Hypertrophie der Nervenfasern und feinkörniges Exsudat zwischen denselben, woran sich das Auftreten von Feftzellen und Amyloidkörperchen schliesst. Neben der inter-stifiellen BindegewebsWucherung findet auch die Bildung von neuen Bindewebsziigen statt, womit der Untergang der Nervenfasern wie bei der grauen Atrophie beginnt. Nachdem der Sehnerv bezw. die Papille auf diese Weise in das atrophische Stadium eingetreten ist, erstreckt sich auch die Atrophie auf die Faser- und Ganglienschichl der Retina wie bei der einfachen Atrophie. Auf diese Weise bildet sich ein theihveiser oder gänzlicher Untergang der nervösen Elemente des Sehnerven aus, mil welcher die Sehstörungen gleichen Schritt halten.
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*) Frey 706.
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I'iitliolou'ie des schwarzen Staares
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Der klinische Befund. Auf Grund ilos pathologischen Zustnndes eriiielit sich schon, class ein einheitliches Bild von der Stauungspapille nicht zu entwerfen ist; denn das Aussehen einer Stauungspapille kann in weiten Grenzen schwanken, und die Feststellung der normalen Grenzen bezüglich der Beschaffenheit einer Papille grosse Schwierigkeiten haben. Am Aeusseren des Auges, welches mit einer Stauungspapille behaftet ist, erkennt man bei der Untersuchung nichts Krankhaftes. Durch Beleuchtung mittelst des Spiegels sieht man die Papille mehr oder weniger geröthet. Die Röthe ist in der Regel keine gleichmftssige, sondern verwaschene. Die aus der Gefässregion ausstrahlenden Gefasse sind erweitert und dunkelroth gefärbt. Der Verlauf derselben is; meist ein stark geschlängelter, und dieselben sind in höheren Graden in viel i;rösserer Anzahl sichtbar, als bei gesunden Augen. Auf der Papille gelien einzelne schon Anastomosen ein, insbesondere ist aber ihre dichotomische Theilung in der Retina deutlich zu erkennen Die im Centrum der normalen Papille auftretenden geschwungenen weissen Linien sind nicht scharf in ihrer Farbe und ihren Umrissen, sondern sie sehen verschwommen, gelbrüthlich und trübe aus. In den höheren Graden erscheint die Papille geschwollen und erhaben. Der Scleroticalring hebt sich dann als ein zarter, grauweisslicher .Streifen von der gerötheten Papille ab und scheint tiefer unter dem Niveau derselben zu liegen. Besonders macht sich dies bemerkbar an den oberen und seitlichen Regionen, wo die Gefässe frei über den Scleroticalring hin-weifziehen In solch hohen Graden bildet dann die Papille eine verschwommene röthliche Scheibe, auf der die Gefässe last gar nicht zu sehen sind; die Gefässe geben sich vielmehr erst bei ihrem Uebeigange über den Sclerotikalring oder in der Netzhaut zu erkennen. Letztere hat in der Nähe der Papille einen ausgesprochenen mthen Farbenton. Die Beschreibung der Papille im atrophischen Stadium übergehe ich hier und verweise aul den vorhergehenden Abschnitt.
Beim Menschen nehmen die Hirntumoren für das Zustandekommen der Papillitis eine sehr hervorragende Stellung ein: bei Pferden kommen solche Tumoren ausserordentlich selten vor Es ist demnach noch wenig darüber bekannt, unter welchen Um-
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Pathologie des schwarzen Staares.
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ständen die Stauungspapille bei Pferden auftritt. Namentlicli ist die Beziehung der Stauungspapille zur Amblyopia und Aiuaurosis bei Pferden noch niclit genügend geklärt worden. Auch die Frage, unter welchen Umständen und in wie langer Zeit durch den Untergang der nervösen Elemente ein gestörtes Sehvermögen sieh auszubilden vermag, und ob solche krankhafte Zustände sich wieder zur Norm zuri'ickhilden, ist noch nicht so weit spruchreif, uin für die Pathogenese des schwarzen Staares Anhaltspunkte gewinnen und eine Amblyopia, welche auf Rechnung einer Stauungspapille zu setzen wäre, zur Grundlage eines redhibitorischen Mangels machen zu können. Denn es ist bekannt, dass selbst bei hochgradiger Stauungspapille normales Sehen vorhanden sein kann, und dass die leichteren Fälle der Papillitis von einem geschwächten Sehvermögen, vielleicht bedingt durch Zustande, welche retrobulbär liegen, begleitet sein können. Der Befund durch den Spiegel allein i.-n also bei Stauungspapille kein Massstab für die Feststell uiii;' einer behinderten physiologischen Thätigkeit der Augen: dagegen ist anzunehmen, dass, da die Stauungspapille wirklieh bei Pferden vorkommt, dieselbe auch auf die angegebene Art zerstörend auf die Nervenfasern einwirkt. Die Papillitis kann sowohl partiell, als auch total auftreten, und demnach die Atrophie sicdi sowohl auf einzelne Nervenfasern, als auch auf die ganze Papille erstrecken. Alit dem Fintritt dieser Veränderung d. h. Tier Atrophia nervi optici, und der Constatirung des gestörten Sehvermögens ist jedoch, wie die Sache augenblicklich liegt, erst die Diagnose der Amblyopia als schwarzer Staar pro foro zu begründen. Die Aii.-bildimg der Sehnervenatrophie in Folge von Papillitis wird aber immerhin eine längere Zeit (Monate und Jahre) in Anspruch nehmen. Zur vollen Aufklärung dieses Gegenstandes sind noch zahlreiche und sorgfältige Beobachtungen erforderlich, um generelle Thesen für die forensische Praxis aufstellen zu können.
Im iheilwoiscn Gegensatz zu dem Vorausgeschickten stellt die, auch von anderen Thierärzten gemachte Beobachtung, (h^s bei Pferden, welche scheuten, bezw. gestörtes Sehvermögen zeigten und hierdurch eine Veranlassung zur Untersuchung lier Augen abgaben, öfter nur eine Stauungspapille gefunden wird, ohne dass eine Erklärung der Stauung bei den sonst ganz gesunden Pferden zu finden ist. Uocb scheinen selbststltndige Stauungspapillen bei l'ferden ziemlich selten zu
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sein, win ich mich durch die (Jatersuchung sehr vieler Pferde überzeugen konnte: dagegen findet sieh dieselbe in vielen Fällen von acuten und chronischen Kra:ik-heiten, welche mit Erkrankungen der Hirnhäute oder des Circulationssystenis (mit letzteren entweder direct als organische Fehler, oder indirect als parenehymatüse Erkrankungen) zusaiumenhamp;ngen. Von den Erkrankungen in den Circulations-systemen pilt jedoch als sicher- dass nur Störungen im arteriellen Kreislauf ein ursächliches Moment abgeben, während einfache Hindernisse im venösen System keine Stauuugspapille verursachen (Casnistik 10 .
Von den acuten Krankheiten sind in erster Reihe die der Pia in allen ihren Ahtheilungen hervorzuheben: eine Papillitis bei dem acuten Hydrocepbalus i^t Regel. Indess kommen bedeutende Schwankungen vor. und das stärkere oder geringere Auftreten der Stauung scheint sich keineswegs nach der Schwere des Krankheitsfalles an sich zu richten, lieispielsweise kamen Pferde zur Behandlung, welche in Folge von acutem Hydrocepbalus die Wiliensthätigkeit ihrer Extremitäten gänzlich verloren hatten, und deren Pulszahl und TeinperaUirerliöhung einen hohen Grad der Krankheit anzeigten. Hierbei war die Papillitis bei weitem nicht so stark ausgeprägt, wie bei einem Pferde, welches an einer acuten Gebirncongestion vGehirniidem'.' erheblich erkrankt und I Tage später vollständig gesund war.
Dass die Staunngspapille heim Dummkoller stets vorhanden sein soll, ist von f.nstig und Foeringer angegebenworden, während nach Berlin, Eve rshusch. Friedberger und Heyne dieselbe oft fehlt. Es wird angenommen, dass der intracranielle Druck beim Hydrops chronicus zu gering ist, um Störungen des Abflusses der Lymphe und des Blutes aus der Sehnervenscheide zu bewirken. Audi das Dräugen der Pferde beim Hydrocephalus chronicus nach der einen oder anderen Seite hin von den Störungen des Sehvermögens durch die Staunngspapille abzuleiten (Lustig), ist nicht zutreffend. Denn nach meinen Beobachtungen hatten oft dummkollerige Pferde, welche nach einer Seite drängten, keine Stauuugspapille. und Pferde, welche, ohne an Dummkoller zu leiden, mit einer Stauuugspapille behaftet waren, drängten nicht nach der gesunden Seite hin. Verbindet man dtimnikollerigen Pferden, welche mit einer Stauuugspapille behaftet sind und nach einer Seite hindrängen, hehle Atigen. so drängen sie unter dem Reiter genau in demselben Grade nach derselben Seite hin. wie mit unverbundenen Augen. Dasselbe findet statt, wenn man abwechselnd die Augen einzeln verbindet.
Ferner gehören zu denjenigen acuten fieberhaften Krankheiten, bei denen oft eine Staunngspapille beobachtet wird, die Brustseuche und Pferdestaupe. Das Auftreten derselben trill't in der Regel mit der stärkeren Eingenommenheit des Kopfes zusammen.
Von den chronischen Krankheiten, in deren Verlauf eine Papillitis bezw. Erkrankung der Netzhaut gefunden wird, kommen nach meinen Erfahrungen nur solche in Betracht, bei welchen Störungen der Circulation und der Athmung bestehen.
Die Fälle sind folgende:
;, Bei il Pferden mit Herzfehlern: Das eine, nach Aussage des Besitzers seit längerer Zeit kurzathmige Pferd, ein 12jäliriger Wallach, litt tin Hypertrophie des
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Herzens mit einem Klappenfehler im arteriellen System (Jas Iferz wag IS3/, Pfund). IVide Papillen waren von dicken, weisson Bindegewebszügen durchzogen, welche sowohl von der Peripherie nach dem Centrum, als auch in letzterem in radiärer Anoidnung sich vorfanden. Von den Gefässen waren einzelne als gelbweisse Streifen zu sehen, während andere. 'S oder -1 an der Zahl, ein so grosses Lumen hatten, wie man es nur in Jen höchsten Graden der Stauung beobachtet. Ich nehme keinen Anstand, die bei dem in Rede stellenden Pferde auf beiden Augen fast gleiclnnässi.; ausgebreitete partielle Atrophie, welche mit gestörtem Sehvermögen in geringem Grade verbunden war. auf Rechnung einer Papillitis, welche der Herzfehler verursacht hatte, zu setzen.
Das zweite der Pferde, eine 10jährige, stupide, schlecht genährte Stute, litt an massiger Insufticienz der Semilnnarklappen im linken Heizen mit laut tönendem diastolischem Aftergeräusch. Der Hintergrund beider Augen war in gleicher Weise verändert. Hie Medien rein, das Gesichtsvermögen nicht nachweisbar geschwächt. Her gesammte AugeuhintergrunJ, Papille sowohl wie Netzhaut, liess eine durchweg Bammende Röthe erkennen, so dass man Mühe hatte, die Papille von der Netzhaut zu unterscheiden. Von den Gelassen der Papille waren nur einige und diese auch nur unvollkommen zu sehen. In Jer Papille befanJen sich deutliche dickere HinJegewehszüge. Das körnige Aussehen Jer Netzhaut war ganz geschwunden. Dafür .sah die Oberlläche derselben aufgelockert und zerfetzt ans: ausserdem war die Netzhaut Im lateralen Theile von G 7 linear angeordneten, undeutlichen, röth-lichen Streifen (BlutgefSsse?) durchzogen, welche in senkrechter Richtung, un-abhängio; von den Hlutgefässen Jer Papille, in der Netzhaut verliefen.
Das dritte Pferd, ein im Alter von 13 15 Jahren stehender Wallach, litt an Insufticienz der Valvula mitralis und Stenose des Ostium aorticum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Die
Medien klar und durchsichtig, die Papille. sowie der um dieselbe gelegene Theil der Netzhaut beider Augen diffus geröthet und verschwommen. Die Zweige der Gefässe waren in Jer Papille weniger deutlich zu sehen, als im normalen Zustande, trotzdem sie erweitert und dunkler gefärbt erschienen. Dagegen liesseu sie sich bis weit in die Retina verfolgen. Hie Netzhautpartie um die Retina sah etwas geröthet aus. Eine Störung des Sehvermögens war nicht nachzuweisen.
2. ßei der Dämpfigkeit bezw. bei Hindernissen In den Äthmuugswegen scheinen nur Stauungen bei grosser Dyspnoü aufzutreten. Fünf Fälle sind hier enwilmens-werth. Zwei davon betreffen Pferde im Alter von '.t und I- .fahren, welche in Folge von Lungendämpfigkeit an einer sehr starken Atherabeschwerde litten. Die Zahl Jer mit grosser Hyspuoö ausgeführten Athemzüge belief sich im Stande der Hube auf 2S und im anderen Falle auf 'A'2 pro Minute und stieg, nachdem die Pferde einmal im Stalle auf und ab geführt wurden, auf 5- resp. 111). Die Dyspnoö war so stark', dass die Exspirationsluft mit weit hörbarem, giemeudein Geräusch aus-gestossen wurde. Die Augäpfel schienen etwas aus den Höhlen herausgedrängt zu sein, die episcleralen Gefässe waren stark erweitert, die Medien gesund und klar. Die Hlutgefässe Jer Papille ausserordentlich erweitert und dunkelroth gefärbt. Die Zahl derselben sehr gross, und ihr Verlauf ein stark geschlSngelter. Die Papille war von vielen kleinen Gefässschlingen durchzogen. Hie Papille selbst dunkelroth,
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ihr Aussehen nicht rein, sondern verwaschen. In der Netzhaut waren die Geiasse und ihre dicbotomische Theilung bis in die entferntesten Kegionen zu verfolgen.
Die übrigen 3 Fälle betreS'en Pferde, welche durch Bhinoscleroma an Athemhescliwerden litten. Der Befund aller dieser Källc gipfelt in der starken Veränderung der retinalen Gefässe, welche sowohl an Zahl wie auch an Lumen sehr stark vergriissert waren. Ein besonderes Interesse verdient liier derjenige Fall, den ich als II. der Casuistik anführe, und bei dem sich, wie es scheint, in der That eine Atrophie des Sehnerven ausgebildet hatte.
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c. Die Neuroretinitis, Papilloretinitis (Leber), Neuritis descentlens (v. Graefe).
Der pathologische Process ist im Wesentlichen derselbe wie llt;ei iler Stauungspapille und auch nicht deutlich von letzterer zu unterscheiden. Der einzige Unterschied besieht darin, dass hier neben der Papille auch die Netzhaut mit ergriffen ist. Das Oedem der Papille setzt sich leicht auf die Netzhaut fort, wodurch besonders die Faserschicht, und in vielen Fallen noch eine Wucherung der Körnerschicht hinzutritt. In letzterer treten wirkliche Ducken auf, welche mit serösem Transsudat erfüllt sind*). Hiermit in Verbindung kann selbst, eine leichte Ablösung der Netzhaut eintreten**), besonders in der Nähe der Papille, wenn eine starke .Schwellung derselben zugegen ist. Ferner sind Blutungen der Netzhaut und zum Theil auch der Papille in hohem Grade der Papilloretinitis nicht selten. Selbst der Glaskörper kann in Mitleidenschaft gezogen werden. In demselben treten dann Ent-zündungsproduete oder Blutergüsse, vielleicht durch Ernährungsstörungen bedingt, als flockige Trübungen auf. Der weitere Verlauf kann zu einer vollständigen Heilung führen, indem das in der Netzhaut und der Papille befindliche Oedem und Extra-vasat zur Resorption gelangt. Anderenfalls ruft beim lungeren llesteben das Oedem eine Entzündung des durchtränkten Gewebes hervor, wodurch die nervösen Elemente die Phasen der Umwandlung zum Untergange durchmachen, wie sie bei der Pa-pillitis erwähnt sind, d. h. die Atrophia nervi optiei ist der Aus-ffana dieses Processes.
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raquo;) Leber, S. 772.
*; Schiudelka (Berlin und Kversbusch. II. Jahrgang).
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Der klinische Befund. Am Aeussern des Auges liestelit quot;It nur etwas vermehrter Thränenfiuss uml Lichtscheu. In anderen Fällen und auch nach einigen Tagen ilos Bestehens der Krankheit machen ^ich die Entzfmdungserscheinungen am Aeusseren des Annes bemerkbar durch Lichtscheu, verengte Pupille und starken Thränenfluss. Nach diesem Verhalten des Auges richtet sieli auch der Befund mittelst des Augenspiegels. In geringeren Fällen ist nur die Papille und der Netzhauttheil, welcher um die Papille gelegen ist. trübe, geschwollen und geröthet, wodurch dieser Thcil ein grauröthliches Aussehen erhält. Die Blutgefässe sind stark geschlängelt und tiefroth gefärbt, dieselben sind auf der Papille und dem mitleidenden Theil der Netzhaut undeutlich und verschwommen; sobald sie indess den erkrankten Theil verlassen haben, sind sie rein und deutlich in der Netzhaut zu sehen. In hohen Graden sind die Papille und die Netzhaut kaum von einander zu unterscheiden. Der Sehnerveneintritt bildet ein Gemisch von grau und roth. Oft ist von Blutgefässen keine Spur auf der Papille zu sehen, bis plötzlich bei ganz genauer Beleuchtung das eine oder andere Gelass als ein tief dunkelrother Streifen am Rande der Papille auf eine kurze Strecke hin auftaucht. Nach und nach geht die Schwellung und Trübung wieder zurück, die Netzhaut klilrt sich, von den peripheren Theilen beginnend. wieder auf, und die Blutgefässe verlieren ihre intensive Färbung. Die Symptome der Entzflndung verschwinden, und so kann unter Rückbildung des pathologischen Zustandes eine Genesung eintreten, oder es kann sich eine Atrophie des Sehnerven ausbilden, wie im ersten Theile angegeben ist.
In besonders schöner und instruetiver Weise ist die Papilloretinitis bei der Blutfieckenkrankheit (Pferdetyplius) zu sehen; doch ist dieselbe kein speeißscher Theil dieser Krankheit, sondern sie tritt nur bedingungsweise auf, dann nämlich, wenn die Orbita der Sitz der die Krankheit charakterisirenden Blutergüsse ist und wahrscheinlich hier den Abfluss der Lymphe und den des Blutes aus dem Auge hindert. Dass nur von Blutgeschwülsten in der Orbita die Papilloretinitis herrührte, konnte ich in verschiedenen Fällen genau verfolgen. ISei einem tödtlich verlaufenen Falle war sogar das rechte Auge bis kurz vor dein Tode frei und gesund, während das linke eine ausgeprägte Papilloretinitis zeigte. Bei der Section fand sich alsdann, dass die linke Orbila der Sitz eines ausgebreiteten Blutergusses war. während die rechte hiervon nicht betroll'en war. Auch bei der Pferdestaupe linden sieb sulelie Neuroretiniten vor, weniger stark bei leichteren Graden, die ubne erheb-
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liehe Kingeuuimnenlieit verlaufen, stärker in den Fällen, wo starke Schwellung der Augenlider und Eingenuimnenlioit des Kopfes zugegen waren. Idi sah ferner Xeuroretinitis bei einigen Fällen von sogenannter brandiger Druse, welche mit starker Schwellung des Kopfes verbunden waren. Ein gleiches Verhältniss fand ich auch bei der ßrustseuche. Doch unterschieden sich die Erkrankungen der Xetzhaut bei der letzteren von den vorhin genannten Krankheiten dadurch, dass bei der ßrustseuche die Netzhauterkrankung von viel stärkeren Entzündungserschei-nuugen hegleitet war und in ihrem Bestehen viel länger anhielt, als bei den übrigen Krankheiten. Bei mehreren Sectionen von Brustsenche waren neben dem Oedem der Netzhaut auch Schwellungen im Orbitalfett zugegen, und stimmen die hier gemachten Beobachtungen mit den von Schindelka beschriebenen überein.
Die Pathogenese der Amaurose nach Infectionskrankheiten liildet noch kein abgeschlossenes Capitel und bedarf zu ihrer Erledigung noch sachgeraässer Untersuchungen.
Der Blutfleckenkrankheit kann in dieser Hinsicht das Erysipelas capitis et faciei des Menschen an die Seite gestellt werden Ob die blutigen Ergnsse in die Orbila eine einfache Compression auf den Sehnerven ausüben oder ob durch Ernährungsstörungen entzündliche Vorgänge am Nervenstamme als Neuritis oder Perl-neuritis einsetzen, welche sich als descendirende Atrophie an der Pupille zu erkennen geben, oder ob durch eine Neuroretinitis eine Atrophie der Pupille bedingt wird, iässt sich zur Zeit noch nicht entscheiden.
Die Beziehungen der Brustseuche zum schwarzen Staar sind bis jetzt noch wenig bekannt, und es ist uusserdem vorder Hand auch noch nicht möglich, den bei der Brustsenche auftretenden Augenkrankheiten eine bestimmte Stelle in dieser Arbeit anzuweisen, da es noch nicht festgestellt ist, ob nur eine typische Krankheit der Augen hierbei auftritt oder mehrere. Die Meinung dass diese Augenerkrankung identisch sei mit der Mondblindheit, wird vielfach vertreten, während andere Autoren diese beiden Krankheiten genauer getrennt wissen wollen (Gerlach, Vogel).
Ich bemerke hierzu, dass viele Augenerkrankungen, welche ich im Verlaufe der Brustseuohe beobachtete, mehr oder weniger unter dem Bilde der sog. Mondblindheü verHefen, und die Diagnose ohne Spiegel Niemandem Schwierigkeiten bereitet hätte. Doch bei genauen Prüfungen ergiebt sich das Resultat, dass nicht alle Äugenerkrankungen, weiche im Verlaufe der Brustseuche
Peters, Schwarzer stuur der, Pferdes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ;
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Pathologie des schwarzen Staates.
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oder im Reconvalescenzst;uliiim derselben auftreten, sowohl unter einander als auch mit der Mondblindheit zu identificiren sind. Die Verschiedenheit der Erkrankungen beruht nicht etwa in Abstufungen einer typischen Augenerkrankung, Nach demselben Gesichtspunkte richtet sich auch der Verlauf und die Prognose. In vielen Fidlen wird eine mit Lichtscheu und Entzündungs-erfcheinungen verlaufende Augenentzündung durch eine Neuro-retlnitis unterhalten, und der üvealtractua leidet dabei in keiner Weise Andere Fälle lassen allerdings bezüglich der Sedes morbi das Bild der periodischen Augenentzündung wiederfinden, wenn auch Verlauf, Ausgaug und Prognose wesentlich von der Mond-blindlieit abweichen. Ob nun aussei- der Erkrankung der Hirnhäute die parenehymatöse Herzerkrankung, von der vielleicht das Oedem des Zellgewebes der Orhita oder die directe Erkrankung der Netzhaut durch Ernährungsstörungen abhängt, für das Zustandekommen der Augenentzündung bei der Brustseuche zu beschuldigen ist, oder ob derselben, wie von anderer raquo;Seite ver-muthet wird, speeifische Ursachen zu 0 runde liegen, bleibt noch ferneren Untersuchungen vorbehalten *).
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B. Erkrankungen der Netzhaut und die periodische Augenentzündung resp. die Netzhautablösung.
Um den Gang der Eintheilung dieser Arbeil innezuhalten, erwähne ich hier vorab diejenigen Erkrankungen des Sehnerven, welche nicht durch retrobulbäre Ursachen bedingt sind, sondern eine mehr selbststflndige Bedeutung haben, und welche die Bedingung, intraocular den schwarzen Staar hervorzurufen, in sich tragen. Es sind dieses die im vorigen Abschnitt besprochenen drei Erkrankungen des Sehnerven, wenn sie selbstständig auftreten Man bezeichnet sie als selbstständii^. wenn keine der im vorigen Abschnitt genannten Ursachen die äussere Veranlassimg dazu abgegeben bat, resp. wenn eine entferntere Ursache nicht nachgewiesen ist. Der pathologische Vorgang ist hierbei genau
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*) Eversbusch, S, 'J'.o. Friedberger, Zeitschrift für Veterinärwissenschaften, 1S77. S. 4G3,
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Pathologie des schwarzen Staares.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;)-')
derselbe wie er oben beschrieben ist: auch ophthalmoskopUch untersclieiden sich die Krankheiten durch nichts, wenn sie selbstständig auftreten. In ihrem Ausgange als Sehnervenatrophie er-laneren sie meist erst für diesen Gegenstand Bedeutunij.
Für die in gedachter Weise als selbstständigquot; bezeichnete Erkrankung eines Auges bietet ausser manchem anderen Interessanten folgender Befund einen besonderen Beleg. Aus diesem Grunde und weil er sich auch auf den folgenden Abschnitl mitbezieht, lasse ich denselben an dieser Stelle folgen: Eine dem Pferdehändler 13. gehörige sechsjährige galizische Balbblutstute von lebhaftem Temperament. in leichtem Grade Kehlkopfspfeifer, verblieh bei der Untersuchung, wenn sie auf der rechten Hand* geritten wurde, nicht in gleichmüssiger Gangart: sie drängte vielmehr in die Bahn hinein, trotzdem der Reiter mit Zügel und Schenkel dieses zu verhindern strebte, während sie auf der linken Handquot; ohne Mühe auf dem Hufschlag verblieb und dicht an der Wand der Reitbahn in allen Gangarten /u reiten war. Bei der Bewegung auf der rechten Hand spielte sie lebhai'l mit den Ohren und war auch unsicher beim Gehen: auch drehte sie hiiufig den Kopf nach links. Im Freien drängte das Pferd nach k eine r Seite. insbesondere nicht nach. der gesunden, nur wurde es dann unruhig, wenn es an Gegenständen vorbei geritten wurde, welche es nur mit dem linken Auge sehen konnte. Tauchten diese Gegenstände plötzlich vor dem linken Auge des Pferdes auf, so sprang es auch wohl zur Seite. Wollte das Pferd Gegenständen im Freien ausweichen oder solche näher betrachten, so bog es den Kopf so weit nach links, dass es mit dem rechten Auge besser nach vorn und unten sehen konnte. Im Stalle drehte das Pferd, wenn es Geräusche von der linken Seite vornahm, oder wenn es von hier angerufen wurde, regelmässig den Hals und Kept' so weit herum, bis es zugleich mit dem rechten Auge nach dieser Seite sehen konnte. Heim Anrufen von der rechten Seite aus sah es nur wie jedes andere Pferd etwas zur Seite und benutzte nur das rechte Auge, um Gegenstände zu sehen. Andere Störungen des Sehvermögens konnten nicht ermittelt werden. Heide Augen erwiesen sich bei der äusseren Besichtigung als Muster gesunder Augen. Weder an den äusseren '{'heilen derselben, noch an den dioptrischen Apparaten war eine Störung nachzuweisen. Die Medien klar und durchsichtig. Bei der Besichtigung mit dem Spiegel tauchte der Augeuhintergrund des linken Auges sofort als eine flammend rothe Scheibe auf. Die Papille und der dieselbe umgehende Theil der Netzhaut bildeten eine fast gleichmässige Rothe. Nasalwärts war die Rüthe ungefähr in zwei Papillenbreiten über die Netzhaut ausgedehnt, während an den übrigen Seiten die Köthe etwas schmäler war. Die Papille selbst war nicht ganz rein, sondern ihr Aussehen verschwommen: vom Sclero-ticalring war nichts zu sehe:!. Das Lumen der Gefässe des Sehnerven war erweitert, ihre Füllung ziemlich stark und ihre Farbe tiefroth, dagegen war die Zahl der Gefässe nicht vermehrt. Der geröthete Netzhauttheil hatte eine gleichmässige Oberfläche. er war weder aufgelockert, noch zerklüftet, wie in manchen anderen Fällen, und ging alhnälig in die normale Farbe und Beschaflenheit über. - Dor Augenhintergrund des rechten Auges hot das Bild eines vollständig normalen Anges dar.
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Putholofne des schwarzen Staates.
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wie man dasselbe nur in dieser Reinheit und Klarheit lgt;ei edlen Pferden zu sehen gewohnt ist.
Eine Ursache bezw. Erklärung für diesen geschilderten Befund habe ich bei dem sonst ganz gesunden Pferde nicht zu ermitteln vermocht.
Ist dieser Zustand nun als ein redbibitorischer Mangel zu betrachten.' Ohne Zweifel, und /.war gehört er nach der heute herrschenden Aullassung in das Gebiet des ..schwarzen Staaresquot;.
Auf der Netzhaut kann von lichtaussendenden Gegenständen dann nur ein normales Bild zu Stande kommen, wenn entweder den Lichtstrahlen der Weg zur Netzhaut durch Hindernisse im dioptrischen Apparate nicht versperrt ist {#9632;/.. 15. Verdunkelung der Linse), oder wenn die Netzhaut gegen Lichtstrahlen noch empfindlich ist, d. h. wenn sie das normale Structurverhältniss nicht entbehrt, insbesondere wenn die Stabchen- und Zapfenschicht überhaupt vorhanden oder unversehrt ist*). Da nun Störungen im dioptrischen Apparate sieh hier der Besprechung entziehen, so kommt nur die zweite Bedingung in Betracht, und diese wird beim Pferde durch zweierlei aufgehoben: durch Erkrankungen resp. Structurveränderungen der Netzhaut und durch periodische Augenentziindung bezw. Ablösung der Netzhaut
a. Erkrankungen der Netzhaut.
Dieselben bilden bezüglich des schwarzen Staares noch ein wenig abgeschlossenes Capitel, und doch sind krankhafte Affec-tionen der Netzhaut bei der Amaurose stets in den Vordergrund gestellt worden, namentlich wurden Blendungen derselben durch grelle Beleuchtung in Folge von plötzlichem Wechsel des dunke-len Stalles mit dem Tageslicht und das gezwungene Sehen auf Schnee oder SandHachen etc. hervorgehoben; Erblindungen in Folge dieser Ursachen scheinen jedoch nicht festgestellt zu r-ein. Auch Befunde über Netzhauterki'ankungen als schwarzer Staar sind bis jetzt noch nicht aufgenommen worden.
Die Netzhaut ist bei Pferden sehr oft verändert, ohne dass das Sehvermögen gestört, ist; deshalb kann aus der Feststellung eines abnormen Befundes in derselben für sich allein noch nicht auf das Vorhandensein einer Augenkrankheit geschlossen werden. Nur wenn
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s II i rscli berg. a. a. 0.
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gleichzeitig das Sehvermögen gestört oder eingeschränkt ist, lässt sich laquo;lie Affection als schwarzer Staar deuten, wenn deren Un-heilbarkeit erkannt, ist
Andererseits sind die pathologischen Veränderungen der Netzhaut nach frisch entstandener Erblindung ftberhaupt nicht zu erkennen; es vergeht nach dem ersten Kintritt der Erblindung noch eine geraume Zeit, bevor sich dieselben nachweisen lassen.
Sectionen von solchen Augen, an denen während des Lehens eine Netzhauterkrankung als Ursache des schwarzen Staares vorgelegen hat, standen mir nicht zu Gebote. Ich beschränke mich deshalb auf die klinischen Beobachtungen, von denen mir bezüglich dieser Frage fünf Fälle zugänglich waren Zwei hiervon betrafen innrere Pferde im Alter von l1 ., und 3 Jahren. Da der Befund des ersteren als (i. Fall in der Casuistik besprochen wird, so übergehe ilt;di hier die nähere Beschreibung und füge nur noch hinzu, dass das Ergehniss der Befundaufnahme zu wenig erschöpfend ist, um die Sedes morbi erkennen zu lassen. Doch lielt;;'t, die Vermuthung nahe, dass das Leiden wahrscheinlich in einem angeborenen Mangel von nervösen Elementen der Netzhaut oder auch vielleicht in einer Pigmentanomalie bestanden hat.
Die anderen drei Beobachtungen über Netzhautveränderungen mit gestörtem Sehvermögen erstreckten sich auf Pferde im Alter von 10 bis 13 und 1 .quot;gt; Jahren. Da die Symptome auch in diesen 3 Fällen die gleichen waren, so verweise ich auf den 7. Fall der Casuistik. Die Annahme dürfte hierbei zutreffen, dass die Krankheit in einer Abnahme der nervösen resp. Zunahme der binde-gewebigen Elemente der Netzhaut beruht. Zu bemerken wäre noch, dass in den von mir beobachteter) Fällen Hemeralopie beim Bestehen einer eentralen Sehsphäre vorhanden war.
b. Die periodische Augenentzi'mdug, bezw. die Netzhaut a bl ösu ng.
Die hauptsächlichste Veranlassung des schwarzen Staares liegt in der sogenannten Mondblindheit
Ob selbstständigc, sogenannte idiopatbische Erkrankungen des Glaskörpers (ausscr durch Traumen. Parasiten etc.) ülierliaupt auftreten künnen. ist in der Ophthalmo-
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logio zweifelhaft und gegenwärtig noch Gegenstand der Controvprse. Auch lioi den Tliierärzton herrschen noch keine übereinstitnmende Ansichten. Das Glaukom (grünor Staar) in der Auffassung, wie es Hertwig, Gerlach und andere Autoron als selbstständige Erkrankung dos Glaskörpers beschrieben, soll nach Berlin, Friedländer nnd Sichel nicht vorkommen*). Auch ich hale mich vergebens bemüht, einen Zustand während des Lebens oder einen solchen an secirten Augen aufzufinden, der dem Glaukom in der menschlichen Augenkunde oder der früheren Auffassung gleichkäme. Was dafür gehalten ist. wird und auch wohl mit Hecht gt; der periodischen Augenentzündung zugezähltquot;: ).
Von den Entnzoen kommt im Glaskörper dos Pferdes eine Filaria vor, welche in den meisten Fällen zum Verlust des Sehvermögens nnd zur Destruction des Auges fiihroi soll***). Nach Klein soll auch das andere Auge auf sympathischem Wege mit erkranken können. Dagegen bezweifelt Strauss die Schädlichkeit der Parasiten; er hätte die Filaria fi Jahre lang im Auge eines Pferdes beobachtet, ohne dass dieselbe irgend einen Schaden dem Auge zugefügt hätte.
(quot;holestearinkrystalle und Persistenz der nur im fötalen Leben auftretenden Arteria hyaloidea stören In der Regel d.ilt; Sehvermögen nicht nnd. inrolviren deshalb auch nicht den Begriff' eines Viiiiimt .
Für gewöhnlich wird angenommen, dass ein so eigenthümliches Gewebe wie der Glaskörper, welches aller Blutgefässe und Nerven entbehrt, und dessen Ernährung nur ans den Oefässen der umliegenden Häute, specie!! der TJvea geschieht, nicht selbstständig erkranken kann, d, li. nicht von solchen Veränderungen betroffen wird, welche man in der Pathologie mit dem Begriff' der Entzündung deckt. Möglich ist. dass hierbei die gleichmässige Benutzung dor Augen bei unseren Haus-thieren, specie]! dem Pferde, gegenüber den Anstrengungen, welchen die menschlichen Augen oft ausgesetzl sind, eine Kollo spielt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Deshalb die Annahme, dass unter gewöhnlichen Umständen erst eine Erkrankung hezw. Ernährungsstörung der den Glaskörper ernährenden Häute vorauszugehen habe. Da nun in der Thier-heilkunde die Erkrankung dieser llänte. specie!! der Uvea als ein Bestandtheil der Mondblindheit betrachtet wird, so geht man nicht fehl, die Erkrankung des Glaskörpers bei Pferden der periodischen Augenentzündung anzureihen. Hiermit soll jedoch die Möglichkeit nicht von der Hand gewiesen werden, dass auch Veränderungen des Glaskörpers sich zu bilden vermögen, welche auf anderem Wege; in Folge von Hlutnngen. durch Traumen u. s. w, entstellen, und dass durcli Neubildung von Bindegewebe im Glaskörper ein nachthciliger Eiufluss auf die Netzhaut ausgeübt wird, und zwar derart, da.-s letztere in den Ginskörper hineingezogen resp. von der Chorioidea getrennt wird. Doch ist eine genaue Auseinandersetzung dieser Processe mit denen, welche dorn Gebiete der periodischen Angcnontzünduug angehören, nicht tliunlich. Denn es ist hierbei beaebtenswerth, dass grobmechanischc
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Fried lierger. a. a. 0. **) Berlin, a. a. (,). ***; Stockfleth,
t Berlin und Eversbusch, S. IIS.
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Kinwirkungen auf das Augo aucli den Ausbruch dor periodischen Augenentzunduug bewirken können (Kversbuscli).
Die periodische AugenentzOndung ist von Berlin nls eine vielgliedrigequot; Krankheit charakterisirt worden. Es lie^t nicht in dem Rahmen dieser Abhandlung, die periodische Augen-
entzöndung in ullun ihren Gliedern einer eingehenden Besprechung zu unterziehen. Ich beschränke niicli deshalb auf das, was für die Beziehung derselben zum ..schwarzen Staarquot; in Betracht kommt.
Der Grundsitz der Krankheil ist der Uvealtractus in allen seinen Abtheilungen; es können nun sowohl einzelne Abschnitte desselben, als auch der ganze Uvealtractus leiden. Der Process kann sich demnach auf die vorderen, auf die mittleren und auf die hinteren Abschnitte der üvea erstrecken (Eversbusch, Vogel) und ist nicht an bestimmte Theiie derselben gebunden. Selbst bei ein und demselben Individuum leiden oft nicht die nämlichen Theiie heider Augen. Während an einem Auge die Krankheit, als Irido-Keratitis und Irido-Cyclitis sich abspielt, kann auf dem anderen Auge die Chorioidea allein leiden. Auch ist es nicht erforderlich, dass beide Autren gleichzeitii; oder überhaupt beide der Krankheit verfallen müssen. Deshalb sieht man hilufig bei Pferden, weiche an der periodischen Augenentzündung erblindet sind, auf dem einen Auge den grauen Staar, während das andere nur durch einen gelbgrünen oder gelbgrauen Reflex der erweiterten oder auch verengerten Pupille die Erkrankung der hinteren Abschnitte des Auges (das frühere Glaukom) verräth, und doch gehören beide Zustände der periodischen Augenentzündung an.
Die Erkrankung der vorderen Abschnitte kommt hier weniger in Betracht, als die der mittleren und hinteren. Letztere in Form der Chorioiditis und C'vclitis mit dem Ausgange in Netzhaut-ablösung verdienen hier eine Besprechung, Auch hierbei sei vorausgeschickt, dass nicht in jedem Falle, in welchem die genannten Theiie des Auges leiden, eine Netzhantaldösuni; sogleich eintreten muss, wenn auch wiederholte leichtere oder heftigere Anfälle dies gewöhnlich bewirken.
Die Netzhautablösungquot; ist in der humanen Medicin seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, seitdem Morgagni 1740
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ilie^elHe hfi der Section an erkrankten menschlichen Augen feststellte. In der Thierheilkunde ist es das Verdienst Berlin's, zuerst mit genauen ophthalmoskopischen Beschreibungen die Ge-schichte der Netzhautablösung klar gestellt zu haben, wenngleich das Vorkommen derselben heim Pferde schon durch Leblanc und Sichel erwähnt war*).
Mit dem Worte selbst wird der Begriff des Processes schon bezeichnet. Es liegt nun nahe, zu glauben, dass nur pathologische Producte zwischen Chorioidea und Netzhaut letztere vor sich mechanisch herdrängten und so eine Ablösung bewirkten; doch dem ist nicht so. Genauere Untersuchungen haben gezeigt, dass sowohl krankhafte Veränderungen der Aderhaut als des Glaskörpers, sowie heider zusammen den Vorgang der Ablösung einleiten.
Der pathologische Process hei der Netzhautablösung heginnt derart, das? zuerst eine entzündliche Infiltration der Chorioidea mit gleichzeitiger Durchtränkung der Retina und des Glaskörpers eintritt. In Folge seiner difficilen Einrichtung wird der Glaskörper von der [migration des pathologischen Productes am schwersten betroffen und in seiner Diffusion mit den Gelassen der Aderhaut gestört. Nach Raehlmann's Versuchen macht sich immer mehr die Annahme geltend, dass die unter Umständen rapide Abnahme des Glaskörpers das erste Glied in der Kette der Netzhautablösung ist und wahrscheinlich durch eine gestörte Kndosmose und Hxosmose der Ghiskörpersalzc mit dem in den Gefässen der Aderhaut strömenden Blute resp dem Eiweissstoffe Ijcdingt wird. Ks wird bei der Erkrankung des Glaskörpers die Exosmose vorherrschen, und der sonst normal wechselnde Strom in der Weise unterbrochen, dass ans dem erkrankten Glaskörper diffnsihle Stoffe durch die Netzhaut nicht zu den Rlutgefässen der Chorioidea dringen, während dafür Eiweissstoffe aus dem Uvealtractus ausgetauscht werden, deren Bestandtheile die Netz-liaut schwer passiren können und diese vor sich herschieben. Durch die auf diese Weise vor sich gehende schnelle Gewebs-abnahme des Corpus vitreum folgt die Netzhaut, und es findet
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*) ISorliu. Hfidi'Ibcrgor Versammlung.
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alsdann in die Lücke zwisclien Aderhaut und Retina eine Exsudation und Abtrennung statt.
Der Glaskörper wird also in jedem Falle bei der Netzliant-ablüsung leiden; die Art und der weitere Ausgang der Erkrankung können freilich sehr verschieden sein. In einigen Fällen l)e-schränkt sich dieselbe auf flockige Trübungen; in den meisten aber geht die schleimig-gallertige Structur des Glaskörpers überhaupt verloren, und er wird in einen flüssigen Zustand (Synchisis) versetzt. Auch dieser Zustand ist nicht in jedem Falle ein gleicher, oft ist hierbei der Glaskörper nnch ziemlieh durchsichtig und klar, oft ist er so trübe, dass selbst Lichtstrahlen mittelst des Spiegels denselben nicht zu durchdringen vermögen. Wiederum können später grössere bindegevvebige Veränderuncen in demselben auftreten. Alle Veränderungen bewirken aber, dass die Netzhaut abgehoben wird, sei es durch directen Zuquot;- mittelst der binde-gewebigen Stränge im Glaskörper, sei es durch die Volumsabnahme desselben in Folge der Structurveriinderung.
Das weitere Schicksal der Netzhaut bezw. des Auges kann, nachdem einmal eine Ablösung eingetreten ist. verschieden sich gestalten. Die Zufälligkeiten, namentlich die Heftigkeit des Anfalles und der Sitz der Abhebung spielen auch hier eine grosse Rolle. Nnch Berlin soll in vielen Fällen der Theil der Netzhaut um die Papille abgelöst seni, wodurch zur Atrophie der letzteren die nächste Ursache gelegt ist. Durch die Exsudatschicht
zwischen der Chorioidea und der Netzhaut vererössert sich der
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Abstand zwischen Uvea und Netzhaut immer mehr, und die Netzhaut bewegt sich bis zur Linse hin, während sie mit dem Opticus verbunden bleibt. Auf diese Weise wird die Papille lang ausgezogen, und es entsieht nach und nach ein Strang in Stärke einer Fischbeinsonde. Zerreisst dieser, so ragt der Rest als ein spitzer Stumpf aus der Papille hervor.
Das Exsudat zwischen der Retina und Chorioidea geht, nachdem es seine blutig-seröse Beschaffenheit längere Zeit, behalten hat, in eine Organisation über von Bindegewebe, welches später in eine fibröse Masse und zuweilen selbst in Verkalkung übergeht, womit ein gänzlicher Zerfall des Augapfels verbunden ist (Phthisis bulbi).
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Dieser Ausgang der Netzhantablösung i^t nun keineswegs constant, sondern vielen Variationen unterworfen. Ol't ist nur ein Tlieil der Netzhaut abgelöst, und es sclieint, als ob, vielleicht durch die Schwere des Exsudats, der unter der Papille gelegene Tlieil derselben hierzu prädisponirte. Wiederum sind kleinere und auch grössere Partien der Netzhaut aus dem Zusammenhang mit letzterer gekommen und lagern dann frei in dem Glaskörper; ich habe dieses ebenfalls his jetzt nur von dem unteren Theile der Netzhaut gesehen, während manches Mal der obere Tlieil noch adhärirt und für gewisse Lichtreize empfänglich war.
Erwähnenswerth ist hier die Thatsache, dass bei solchen schweren Affectionen an den inneren Theilen des Auges auch die vorderen in Mitleidenschaft gezogen werden, wie dies durch die eigenthümliche Ernährungsweise derselben leicht zu verstellen ist. Die nächsten \ eränderungen treffen die Linse und deren Kapsel als grauer Staar, und zwar ist es nicht immer ein totaler, sondern häutig ein partieller, wenigstens für den Anfang. Audi kann die Linse in ihren Verbindungen gestört und ans ihrer Lage gebracht werden. Casuistik 5 Fall.
Von Interesse sind auch die Veränderungen der Chorioidea. Die nächste und wohl häufigste besteht in einer Hypertrophie derselben durch Organisation des zelligen Infiltrats, an welche ein Untergang des Pigments sich anschliesst. Ob diese Veränderung auf den Pupillenreflex von Einfluss sein kann, wäre nicht unmöglich. An einem mir übersandten Auge, an welchem der schwarze Staar zu Lebzeiten des Pferdes diagnosticirt war, zeigte sich die Chorioidea weiss gefärbt, und zwar vom oberen Strahlenkranz mit stumpfer Basis in einer Breite von 2 Ctm. beginnend und mit stumpfer Spitze an der Papille endigend. Die Grenze dieser Lichtung war nicht scharf, und die Farbe des Tapetums ragte strichweise in den weissen Fleck hinein. Unter der Papille befand sich ebenfalls ein groschengrosser Fleck mit unregel-mässigen Händern. Makroskopisch zeigte die Chorioidea keine Veränderungen gegenüber den anderen Theilen; mikroskopisch war nur das Fehlen des Gliorioidalpigments nachweisbar.
Der Pegel nach wiederholen sich die Erkrankungen bei der periodischen Augenentzündung, bis vollständiger Untergang des
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Sehvermögens und :uicli Atrophie des Augnpfels eingetreten ist. Doch inelit es viele Falle, in welchen die beschriebenen Zustände in den einzelnen Stadien Jahr und Tag ohne weiter eintretende Veränderung bestehen können, und diese unterliegen am liäiitigsten der Beurtheilung als schwarzer Staar.
Die Netzhautablösung ist die liänti^ste Form der Amaurosis neben der Sehnervenatrophie und Netzhauterkrankung. Das statistische Resultat meiner Beobachtungen entspricht dem von Berlin festgestellten Verhältniss, nach welchem unter #9632;_'! amauroti-schen Pferden sich 18 mit Netzhautablösung landen.
Was die gestörte physiologische Thätigkeit bei der abgelösten Netzhaut anbetrifft, so besteht in den Theilen, die abgelöst sind, Blindheit, und durch die Zerrung tier nervösen Elemente, insbesondere' der Stäbchen- und Zapfenschicht, kann die Nachbargrenze auch nicht normal i'unetioniren. Das abgeschwächte Gesichtsfeld wird also immer grosser sein, als die Ablösung betrügt. Fine Heilung ist ausgeschlossen. Dass die Netzhautablösung sowohl auf einem als auch auf beiden Augen auftreten kann, liegt in der Figenthi'imlichkeit der periodischen Augenentzündung begründet.
Der klinische Befund. Eingedenk des Zweckes dieser Abhandlung greife ich nur die Befunde heraus, welche als schwarzer Staar zur Beurtheilung kommen. Aus diesem Grunde und weil es unmöglich ist. auch nur annähernd ein zutreffendes Gesammtbild von dieser Form der Amaurosis zu entwerfen. führe ich die \ eränderungen der betreffenden Organe im Einzelnen an, bemerke aber ausdrücklich, (lass die pathologischen Veränderungen der gedachten Augentheile in einem speeiellen Falle sich zusammenfinden oder auch nur zum Theil vorhanden sein können. Im Uebrigen verweise ich auf die Casuistik.
Dem unbewaffneten Auge fällt oft zunächst eine Grössen-abnahme des Bulbus auf, welche sowohl in der Abnahme der flüssigen Augentheile, als auch durch das Schwinden des Orbitalfettes und der Muskelgruppen bedingt sein kann. Die wenig zurückgezogenen Augenlider und Reste früherer Erkrankung der Schulzorgane und der Coniunctiva begleiten oft diesen Zustand.
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Der Augapfel erscheint liäiili^ aber uieht verkleinert, untl nur eine Verminderung seiner Spannung ist hei der Palpation nacii-weisbiir; und endlich in wenigen seltenen Fällen verräth die normale Beschaffenheit des Bullms (lurch Nichts das innere Leiden. Deshalb kann ein sicherer Rnckschluss auf die Erkrankung der inneren Organe durch die Beschaffenheit des Augapfels überhaupt nicht gewonnen werden, zumal es eine ganze TJeilie von Pferden giebt, deren Hulhi kleiner sind, als man nach Kopfbildung und Race anzunehmen gewohnt ist, und welche deshalb einen sicheren, intelligenten Gesichtsausdrnck vermissen lassen, wodurch sie sich der Augenfehler leicht verdächtig machen. Die Prüfung auf das Sehvermögen und die Spiegeluntersudiung liefern aber den Gegenbeweis.
Die durchsichtige Hornhaut lässt oft Spuren früherer Trübung an ihren peripheren Theilen erkennen: oft ist sie sogar wenig durchsichtig, und in vielen Fällen ist der spiegelnde Glanz in eine mattschieferige Trübung übergegangen, neben welcher sie auch die normale Spannung eingebüsst hat. In manchen Fällen sind keine krankhaften Veränderungen an ihr nachzuweisen.
Die Iris bekundet oft die Rückstände einer früheren Erkrankung, worunter Veränderungen ihrer Farbe, Stricturen und un-regelmässige Form der Pupille die gewöhnlichen Erscheinungen sind. In anderen Fällen ist sie ganz gesund. Die Accommodation derselben ist nicht in jedem Falle bei Netzhautablösung aufgehoben: es spielt hierbei die Dauer des Leidens und der Grad der Blindheit, sowie der Umfang der Ablösung eine hervorragende Rolle. Die Excursionen, namentlich die Erweiterungen derselben in der Dunkelheit sind oft stärker, als die eines gesunden Auges, im gegebenen Falle also auch, wie die des zweiten Auges desselben Pferdes. Die Contraction der Iris, seihst bei greller Lichteinwirkung, entspricht in solchen Fidlen nicht den normalen Verbältnissen: die Pupille bleibt weiter geöffnet, als bei gesunden Augen. Die Iris ist also nicht gelähmt, aber ihre Function ist normwidrig. Es wechseln bei der Netzhautablösung Mydriasis und Mvosis, wenngleich letztere sich den Vorrang erwirbt. Die Stabilität der Iris ist in vielen Fällen (chronische Erkrankung mit Verwachsung) selbst, nicht durch starke Atropinlüsungen zu heben.
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wählend sie in frischen Fällen, oder wenn keine Synechien vorhanden sind, durch schwächere Lösungen leicht iiberwunden wird. Bei der Prüfung der Irisaccommodation ist jedes Auge für sieh zu untersuchen
Die Linsenti'libungen gehören, streng genommen, nicht hier-her. doch kommen oft Staarpunkte als Begleiterscheinungen des schwarzen Staares bei der Netzhautablösung vor. Zu erwähnen sind noch Luxationen der Linse bei mydriatischer Iris neben Netzhautablösung bei sonst durchsichtiger Horuhaut und normal grosseiu Bulbus. Die Farbe der Pupille resp. der Kefiex derselben unterliegt manchem Wechsel und ist abhängig von der Beschaffenheit des Glaskörpers und der Netzhaut. Der Reflex der Pupillen ist meergrfm, mattgrfln, graublau, grau und ejrauweiss. Die ersteren Barben bedingt das subretinale Exsudat und der verflüssigte Glaskörper; die dunklere oder hellere Tinction richtet sieh nach der Menge des den gedachten Theilen beigemengten Blutfarbstoffes. Die graublaue, graue und grauweisse Farbe der Pupille lassen in der Regel auf partielle Netzhautablösungen schliessen und zwar dann, wenn Theile derselben im Glaskörper schwimmend angetroffen werden. Dabei hat auch das Alter der Netzhautablösung einen Einfluss: die frische abgelöste Netzhaut ist etwas getrübt, die ältere wird grau und grauweiss. Letztere lagert sich oft so vor die Linse, dass der Zustand eine Katarakt vortäuschen kann (Eversbusch). Ob Pigmentverluste der Aderhaut einen Einfluss auf den Reflex der Pupillen auszuüben im Stande sind, ist noch nicht definitiv festgestellt. Zum Schluss noch die Bemerkung, dass der Reflex der Pupillen, hei gesunden sowohl wie bei kranken Augen, bei enger und weiter Pupille verschieden ist. Oft sieht man bei der Myosis fast normal bläuliche oder dunkelbläuliche Pupillen, während dieselben bei Mv-driasis, ob künstlich oder durch Dunkelheit hervorgerufen, einen anderen (hellblauen, grauen und grünlichen) Farbenton erlangen. Auch die Wirkung des Spiegels macht bei hellem Tageslicht aus einem bläulichen oft einen mattgrönen Reflex. Ein Gleiches verursacht ein Messingreflector mit Kerzenlicht im dunklen Räume. Es empfiehlt sich deshalb bei der Bestimmung der Farbe der Pupillen die Lichtquelle und die Pupillen-
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iilTminir, ob künstliuh oder durch Lichtentziehung hervorgerufen, mit anzugeben.
Die Erkennung der pathologischen Veränderungen der ühii-ij;en Tlieile des Auges lässt sich nur durch die künstliche Beleuchtung ermöglichen. Die Untersuchung des Glaskörpers er-giebt in den meisten Fällen zunächst iridochorioiditische Residuen. Sie schwanken in ihrer Beschaffenheit von kleinsten Trübungen his dicken Gewebszügen und wechseln in der Farbe je mich Alter von röthlichgrau bis weisslichgrau. Theils als schwimmende Trübungen, theils als fixe Verdunkelungen sind sie im Stande, die Besichtigung des Augenhintergrundes zu hindern. Im Zustande der Verflfissigung ist der Glaskörper oft so trübe, dass von dem Augenhintergrunde auch die Papille, als erster Anhaltspunkt für die Orientirung der Spiejj;eluntersuchung, überhaupt nicht 7.u sehen ist, oft hindert seine Beschaffenheit die Besichtigung des Augenhintergrundes und der Papille in keiner Weise.
Die krankhaften Zustände des Glaskörpers unterliegen jedoch der Veränderung. Wenn auch ältere weissgraue Flocken in der llogel als solche bestehen bleiben, so sind doch allgemeine Trübungen, welche durch akute Entzündungen bedingt sind, und von welchen die Undurchsichtigkeil desselben abhängt, nicht constant. Dass der Glaskörper nach einem Anfalle der periodischen Augen entzündung oder nach einer Erkrankung der Augen in Folije der Brustseuche, während welcher Zeit er sehr trübe und undurchsichtig ist, nach und nach sich wieder aufzuhellen vermag, habe ich mehrfach gesehen. Die Aufhellung kommt aber erst später, wenn alle Entzündungserscheinungen vorüber sind, und zu dieser Zeit kann der Zustand leicht mit dem schwarzen Staar, bei dem der Glaskörper in gleicher Weise verändert sein kann, verwechselt werden.
Der Unterschied, ob man es hinter der diffusen Trübung des Glaskörpers mit einer Netzhautablösung zu thtm hat oder nicht, oder mit einer Trübung des Glaskörpers, die nach ein paar ^ ochen sich wieder aufzubellen vermag und oftmals so vollständig, dass dem Auge bezw. dem Glaskörper nur geringe Veränderungen anhaften und das Sehvermögen für unbestimmte Zeit nicht beeinträchtigen, besteht darin, dass bei gleicher Beschaffenheit des Glaskörpers,
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im ersteren Falle also bei ilor Netzhautablösung, das Sehvermögen erloschen ist, während hei einer Trübung des Glaskörpers ohne Netzhautablösung noch ein relativ gutes Sehvermögen (trotz der Trübung des Glaskörpers) vorhanden ist. Selbst nach eingetretener Netzhautabhebung (Amaurosis) kann sieh der Glaskörper innerhalb #9632;_' 3 Monaten so weit wieder aufhellen, dasa der krankhaft veränderte Augenhintergrund sichtbar wird. Ich halte die Constatirung dieser Thatsache für nothwendig, weil der Befund eines erkrankten Auges, wenn er zu verschiedenen Zeiten aufgenommen wird, ein durchaus verschiedener sein kann fzumal von der Iröbunji des Glaskörpers alsdann auch die Farbe des Sehloches abhängig ist), ohne dass bei der Befundaufnahme von der Wahrheit abgewichen ware.
Die Papilla kommt in den verschiedensten Phasen ihrer Umwandlung zur Betrachtung. Trübungen der Medien und Abhebung der Netzhaut hissen sie verschwommen und undeutlich erscheinen. Oft ist es schwer fi'ir den Anfänger zu bestimmen, aus welchen beiden Gründen der Augenhintergrund ein undeutlich verschwommenes Bild giebt. Auch das Alter des Zustandes spielt, wiederum eine erhebliche Rolle: oft ist sie von normalem umfange, aber von Gelassen oder deren üeberresten ist nichts an ihr zu sehen, ihr Farbenton und ihre Begrenzung ist ganz verschwommen; in anderen Füllen deutet nur eine stark verschleierte, röthliche Stelle ihren Sitz an; und wiederum ist ein ganz kleiner, scharf begrenzter, röthlicher Punkt als Ueberbleibsel derselben zu erkennen. Durch die auffallend geringe Umgrenzung unterscheidet sich diese Atrophie von der reinen Sehnervenatrophie, bei welcher die Papille niemals so klein wird: es liegt dieses in der Abhebung und dein Fortschreiten der Netzhaut nach den vorderen Theilen des Auges hin begründet. Die Netzhautabhebung bekundet, sich zunächst in einer Niveaudifferenz und der damit verbundenen Verkürzung der Sehachse des abgelösten Theils. Ausgeprägtere Fälle und genügende Uebung in Augen-spiegeluntersuchungen reichen aus, um diese Verhältnisse mit dem Spiegel zu erkennen. Schwieriger sind geringere Ablösungen im frischeren Zustande nachzuweisen. Ist der Theil um die Papille abgelöst, so sieht man die Abgrenzung der Papille und den ab-
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48nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Patliolog'ie des schwarzen Staares.
gelüsten Tlieil nicht deutlich, während inunentlich die oberen Theile der Netzhaut deutlich zu sehen sind: niiui gewinnt von diesem Aussehen einen gewissen Anhaltspunkt für die Beurthei-huiii- des übrigen Theiles der Retina. Die Gefässe der Netzhaut machen die Verschiebungen und Bewegungen der Netzhaut mit: in älteren Fällen ist von Gefässen keine Spur zu sehen, und die Papille iiildet eine verschwommene röthliche Scheibe. In einem Falle von Mondldindheit sah ich fast die ganzen Retinalgefässe von der Papille weiss, und ich vennuthe, dass eine Obliteration der Centralgefässe vorhergegangen war. Die Netzhaut ist in den ersten Stadien absolut glashell und durchsichtig, so dass seihst die Gefässe der Chorioidea noch mehr oder weniger deutlich durchschimmern und die Wirkung des Tapetums in Bezug auf die Farbe der Pupillen zur Geltung kommen kann. Später ist sie trübe und weissgrau. Die frei im Glaskörper schwimmenden Xetzbauttheile sind unter Umstünden leicht, oft schwer als solche zu erkennen. Frischere Ablösungen bewegen sich mehr bei der Bewegung des Augapfels als ältere, letztere sind oft adhärent geworden. Dass die unter der Papille befindlichen Theile der Netzhaut öfter abgelöst werden, ist schon erwähnt, und es empfiehlt sich deshalb bei der Untersushung der Augen hierauf, den Kopf des Pferdes tief zu beugen, um den Grund des Auges gehörig durchsuchen zu können. Häutig gelingt es ohne Schwierigkeiten, den Zusammenhang der gelösten Theile mit der Papille nachzuweisen. Die nicht abgelösten Theile der Netzhaut sind mehr oder weniger hell gefärbt und können für gewisse Lichteindrücke noch empfindlich bleiben.
Dem schwarzen Staar sind nach Gerlach uml anderen Autoren auch die Hemeralopia .Nachtblindheit; und Nyctalopia (Tagblindheit) zugerechnet worden. Ich halte es deshalb für nothwendig, derselben in wenigen Werten zu gedenken.
Den Bezeichnungen liegen analog dem schwarzen Staar bestimmte pathologische Veränderungen nicht zu Grunde, sondern sie sind als klinische Bezeichnungen für Störungen in der physiologischen Thätigkeit nach der einen oder anderen Seite hin benutzt worden. 15eide Zustände haben mit dem Tage oder der Nacht nichts zu thun, sondern es hängen die unter diese Bezeichnungen fallenden Störungen des Gesichtssinnes von Rrankheiten der Angen ab. bei denen Gegenstände dann leichter gesehen werden, wenn sie hell oder dunkel beleuchtet sind, also die funetioniren-den Augen in einer diesbezüglichen Accommodation sich befinden. Deshalb linden diese Bezeichnungen bei verschiedenen Krankheiten der Augen Verwendung.
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Pathologie lies schwarzen Staares.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;49
Die Nyctalopia (Tagblindheit) ist der Gegensatz von dor Hemeralopia. Die Individuen seilen im Dunklen oder bei herabgesetzter Heleuchtung besser als im Hellen. Der Nyctalopia liegen Solistüruiiffen zu Grunde, ohne dass eine Lichtscheu damit verbunden wäre. Beim Menschen tritt sie auf bei Albinisinus, Myilriasis, Iriscolüboma. bis-n-eilen bei All'ectionen der Netzhaut und des Sehnerven und bei centralen Staarpunkten. liei diesen Krankheiten künnen die Patienten im Dunkeln deshalb besser seilen, weil durch die Erweiterung der Pupillen den Lichtstrahlen mehr Eingang in das Auge verschallt und so das theilweise Hinderniss für das Eindringen der Lichtstrahlen corrigirt wird (Schmidt-Riimpler). Man kann sich die Schwierigkeiten der Diagnose bei der Feststellung der Nyctalopia bei Pferden nicht verhehlen, zumal die Untersuchung der Pferde auf diesen Zustand hin eine sehr sichere Technik erfordert, um zu einem ausreichenden ürtheil zu gelangen: denn es äussert manches gesunde Pferd ein ähnliches Verhalten wie ein augenkrankes, ohne dass Störungen der Augen nachweisbar wären. Viele scheinbar gesunde Pferde sind äugen krank, und man erkennt auch bei genauer Untersuchung nicht, dass sie Störungen des Gesichtssinnes äussern: es gilt dies namentlich von den Veränderungen der Netzhaut. Hierbei spielen Race, Jugend und wenig Arbeit gegenüber dem Temperanicnt, Alter und anhaltende Dienstleistung eine hervorragende Rolle. Andererseits liefern die Untersuchungen der Augen bei der Nyctalopia meistens ein negatives Resultat, und findet man Krankheitszustände, welche die Nyctalopia bedingen kennten, so ist immerhin deren Unheilbarkeit (z. 15. Iris-lälnnungen) erst nachzuweisen, wenn dieser Zustand in das Gebiet des schwarzen Staares gerechnet werden soll.
Die Hemeralopia ist der Gegensatz von der Nyctalopia und bedeutet, so weit die Störung über die physiologischen Grenzen hinausgeht, das abgeschwächte Sehen bei schwacher Beleuchtung (Nachtblindheit). In der humanen Medicin unterscheidet man eine symptomatische und eine idiopathische Hemeralopia: man begegnet ersterer bei verschiedenen Krankheiten des Auges. Die idiopathische Hemeralopia ist vielfach angeboren, doch tritt sie auch während der Gravidität und namentlich als Kpidemie bei schlechten Ernährungsverhältnissen auf (Schillsepideinie etc. Schmidt-Dümpler). Inder Tliierlieilkunde beobachtet man symptomatische Hemeralopia hei verschiedenen Krankheiten des Auges, besonders bei der Atrophie der Papillen und abnormer Beschaffenheit der Netzhaut. Doch kommen nicht selten idiopathische Hemeralopien bei Pferden vor. wenn nachweisbare Erkrankungen der Augen nicht voraufgegangen sind. Sie cliarakterisiren sich dann als angeborene Mängel.
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Aus diesen Gresammterörterungen ergiebt sich, dass die Diagnose des schwarzen Staares ohne Spiegeluntersuchung auf schwachen Fassen steht, da der Zustand der Amaurosis und Amblyopia hei den verschiedensten Krankheiten der Augen bestehen kann, deren Erkennung dem unbewaffneten Auge nichl möglich ist. Das Aeussere des Auges ist in den meisten Fällen
Peters. Schwarzer Staar lt;U-gt; Pferdes.
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Pathologie lies schwarzen Staares.
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keiner namhaften Veränderung unterworfen (Schönblindheit). Auch trägt nicht jede Erblindung den Charakter der Unheilbarkeit in sich.
Dus bis in die Neuzeit wichtigste Symptom war die Lähmung und Farbe der Pupille, doch i.^t beides, wie ich mehrfach betont habe, in der bisher angenommenen Weise beim schwarzen Staar nicht vorhanden. Die Farbe der Pupillen resp. der Reflex derselben beim schwarzen Staar schwankt zwischen normal bläulich, graublau, grau und meergrün. Eine schwarze Pupille ist selten; es ist nach den vorliegenden pathologischen Verhältnissen die Erklärung für eine schwatze Pupille nur dann möglich, wenn der Glaskörper ungetrübt und das Sehloch verengt ist. Diese dunkle Farbe tritt tun so mehr hervor, wenn auch die Hornhaut nicht ganz klar ist. Die thierärztlichen Autoren haben die Farbe der Pupille nicht präcisirt. Gerlach*) bezeichnet das Aussehen des Sehloches beim schwarzen Staar als schwarz und leitet davon die Bezeichnung der Krankheit her. Stockfleth**) lässt sie gelbgrün sein: Hurtrel d'Arboval***) hat sie blass, zuweilen grün gesehen. Müller erwähnt als Zeichen des schwarzen Staares im Hintergründe des Auges röthliche, gelbweisse, rauchige, graugrüne und meergrüne Färbungen. Hertwig giebt die Farbe der Pupille beim schwarzen Staar überhaupt nicht an.
Die Lähmung der Iris für sich allein ist nicht beweisend für eine Erkrankung der inneren Augenthcile, da selbständige Lähmungen der Pupille, wenn sie auch selten sind, auftreten können; am allerwenigsten und insbesondere bei der Cerebral-amaurose ist aus der Lähmung der Iris ein Rückschluss auf die Zeitdauer des Leidens gestattet. Es kommt weniger auf die My-driasis und Myosis allein, als besonders darauf an, dass die Pupillen auf Lichtreize sowie auf Einwirkung der Dunkelheit nicht reagiren. In manchen Fällen von Amblyopia ist die Irritabilität der Pupillen nicht aufgehoben, sondern ihre Accommodation entspricht nur nicht der physiologischen Norm. Aeltere Synechien der Iris sind selbst nicht durch starke Mydriatica zu lieben.
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*) S. SOf). Gerichtl. Th. *') Chirurgie, S. 75. ***} S. 50.
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Pathologie des schwarzen Stanres.
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Zur vollständigen Diagnose des schwarzen Staares gehört immer in erster Linie das gestörte Sehvermögen.
Die Feststellung der Störung ist unter Umständen nicht leicht. Wenn Pferde durch auffälliges Benehmen bekunden, dass ihnen das Sehvermögen gänzlich abgeht, so ist die Erkennung der Blindheit sehr leicht. Ist aber das Sehvermögen hei temperamentvollen, sowie hei sehr trägen, abgetriebenen oder dummkollerigen Pferden nur in massigem Grade gestört, so ist das Leiden oft sehr schwer zu diagnosticiren. Dass dummkollerige Pferde irrthüm-hch als blind erklärt werden können, hat schon A mm on warnend hervorgehoben: auch schielende Pferde verhalten sich oft wie blinde. Ein sicheres Vertrautsein mit den CTewohnheiten und dem Benehmen der Pferde erleichtert, wie bei so manchen anderen Gelegenheiten, die Diagnose auch in diesem Gebiete.
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III. Der schwarze Staar in forensischer Hinsieht.
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Uie Ansicht Gerlach's, dn^s ;ill(! diejenigen krankhaften und unheilbaren Zustände der inneren Organe des Auges, welche theilweise oder vollständige Erblindung bedingen, zum schwarzen Staar pro foro zu rechnen seien, hat nach Lage der Gesetzgebung in den deutschen Bundesstaaten seine volle Berechtigung. Auf den ersten Bliek mag es etwas radical erscheinen, dass ohne Ki'ick-sielit auf den Wevth des Objectes jedes gestörte Sehvermögen geringen Grades pro foro ebenso beurtheilt werden soll, wie eine vollständige Erblindung beider Augen. Allein bei vielen anderen Gewährsfehlern ist die Ungleichheit in der Werthverminderung der Thiere ebenso gross z. B. bei Kehlkopfspfeifen.
Bedeutungsvoller für die Forensis ist die Beurtheilung der Dauer des Leidens. Die Präsumptionsfrist des schwarzen Staares ist in den einzelnen Staaten verschieden.
Keine Gcw/ihr^zeiton: Belgien, Elsass Lothringen, Hamburg, Nassau. Sachsen-Weimar (soweit nicht das preussische Landrecht eingeführt ist). Sachson-AUeiilmrg.
.quot;. Tage: Oldenburg 'Stadtgebiet).
S Tage: Baden, Bayern, Hessen-Homburg, Hessen (Grossherzogthum), Hohen-zollern. Kurhessen. Frankfurt a. M . Sachsen - Koburg - Gotha, Sachsen - Meiningen-Hildburghausen, Württemberg.
l.j Tage: Sachsen (Künigreich).
28 Tage: Braunschweig, Bremen. Preussen, Waldeck.
30 Tage: Oesterreich *).
Im preussischen Landrecht ist die Präsumption auf '-'S Tage festgesetzt. Aeltere Autoren (Tscheulin) und nach Ihnen Gerlach versuchten dem schwarzen Staar und auch mit vollem
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*) 6 er lach.
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Der schwarao Staar in forensischer Hinsicht.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.r).'5
Redit unter Hinweis auf die Möglichkeit einer schnellen Aus-bildung desselben dieses Privilegium abzusprechen und wollten demselben eine Präsumptionsfrist von höchstens 5 Tagen einräumen. So richtig es im Allgemeinen ist, bei den Krankheiten der Haus-thiere eine möglichst kurze Gewährsfrist festzusetzen, so würde doch bei der Annahme dieser Forderung beim schwarzen Staar der Zweifel in der Beurtheilung eines concreten Falles nicht beseitigt werden. Denn es ist Thatsache, dass schon innerhalb eines Tages der schwarze Staar entstehen kann, während derselbe in vielen Fällen mehrere Wochen zu seiner vollen Ausbildung erfordert, so dass der Käufer erst nach wochenlanger Benutzung des Pferdes einen Verdacht findet, dass die Beschaffenheit der Augen nicht, vollkommen normal ist.
Hiernach würde im Princip bei der Beurtheilung des schwarzen Staares, wie bei den meisten Krankheiten, die Abschaffung der Präsumptionsfristen gefordert werden müssen. So lange aber in den Gesetzen der europäischen Staaten solche Fristen beibehalten sind, bleibt es ein Gebot der Gerechtigkeit, dass auch beim schwarzen Staar in concreten Fällen, und zwar unabhängig von der Gewährsfrist, die Frage sorgfältig geprüft wird, ob die Fnlwickelung desselben innerhalb einiger Tage oder erst in einer längeren Zeit stattgefunden hat. AVenn diese Forderung von den
Sachverständigen mit aller Sorgfalt beachtet wird, so muss ich __
da andererseits die Möglichkeit vorliegt, die Zeit zu bestimmen, in welcher die Ausbildung des schwarzen Staares erfolgt ist, die Bemessung der Präsumptionsfrist auf eine längere Zeit für ganz zweckmässig erachten. Das bisher übliche Verfahren gewährte aber eine Sicherheit in der Beurtheilung der Zeitdauer nicht, und der Sachverständige war bei diesem Verfahren nicht im Stande, das Gesetz mit einem sicheren Gutachten zu unterstützen. Mag deshalb, so lange bis die Währschaflsgesetzgebung im deutschen Reiche nach der allgemeinen Haftpflicht mit Beseitigung sämmt-licher Präsumptionsfristen geregelt sein wird, für den schwarzen Staar eine Gewährzeit von 28 Tagen bestehen bleiben. Das Urtheil über die Entwickelungszeit des Fehlers muss in allen B'ällen auf den pathologischen Befund gestützt werden. Der schwarze Staar unterscheidet sich in dieser
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IVr schwarze Staar in forensischer Hinsicht.
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Hinsicht nicht von anderen Krankheiten (Spat, Rehe), hei denen unser Gutachten auch stets an den pathologischen Befund gebunden ist.
Wir sind im raquo;Stande, die Veränderungen am Auge, welche in das Gebiet des schwarzen Staates gezählt werden, in weitaus den meisten Fällen zu erkennen. Nach Eintritt der Erblindung gehen in jedem Falle Veränderungen am Auge vor sich, durch welche man ungefähr bestimmen kann, seit wie lange die ersten Anfange der Sehstörungen eintraten. Sind dagegen an aniauro-tischen Augen gar keine pathologischen Veränderungen nachzuweisen, so ist ohne Zweifel die Annahme berechtigt, dass die Krankheit mich nicht lauge bestanden hat oder, dass möglicher Weise das Sehvermögen wiederkehrt. Denn die Heilbarkeit des schwarzen Staares würde bei gerichtlicher Begutachtung immerhin in Betracht zu ziehen sein, da anderen Falls das Hauptkriterium eines redhibitorischen Mangels fehlen würde. In welcher Weise eine Heilung noch möglich ist, richtet sich immer nach dem pathologischen Zustande, in dem die Augen sich befinden, und welcher in den vorhergehenden Theilen dieser Arbeit berücksichtigt ist. Bei dem Versuche, die einzelnen Leiden, welche zum schwarzen Staar gerechnet werden, in Bezug auf ihre Zeitdauer zu prüfen, erscheint mir die Annahme berechtigt, dass die Ausbildung der Papillenatrophie, welche durch primäre Erkrankung der centralen Sehorgane und des Sehnerven bedingt ist, annähernd an die Zeit gebunden ist, welche ich bis zur vollen Ausbildung der Sehnervenatrophie in zwei Fällen zu bestimmen Gelegenheit hatte (vergl. d. Casuistik). Auch diejenige Atrophie, die durch eine Papillitis oder Xeuropapillitis hervorgerufen wird, kann in einer kürzeren Zeit sich nicht entwickeln. Es rechtfertigt also die Papillenatrophie in dieser Hinsicht keine Unterscheidung, da man einer atrophischen Papillc nicht ansehen kann, wodurch die Atrophie bedingt war. Die Thatsache der Atrophie genügt deshalb für sich allein schon, um den Beginn des Leidens bezw. der Erblindung in eine Zeit zurück zu verlegen, welche mindestens 28 Tage vor die fragliche Untersuchung fällt.
Wenn ich nun auch besonders noch betonen will, dass von zwei Beobachtungen kein sicheres Urtheil in einer so wichtigen
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Der schwarzu Staat' in luirnsi^cluT llinsiHit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;55
Frage gefällt werden soll, so wage ich laquo;loch um so eher diese Zeitdauer fest zu halten, als in der Augenheilkunde der humanen
Medicin eine gleiche und längere Zeit zur Ausbildung der Atrophie angenommen wird. Ein ähnlicher Fall ist in der Beil. klin. Wochenschrift (1869) publicirt worden. Auch berechtigt der pathologische Vorgang an sich schon zu dieser Annahme. Denn wenn mau die Atrophie musculöser Theile auf Wochen zurlickdatirt, so ist einer Atrophie der nervösen Elemente mit Ersatz derselben durch neu gebildetes Bindegewebe eine entsprechend längere Zeit einzuräumen.
Eine vollständige Atrophie der Papilla optici bedarf zu ihrer Aushildmig eine Zeil von 2 3 Monaten. Dieser Annahme entsprechend ergehen sich graduell verminderte Zeiträume für diejenigen Erkrankungen der Sehnervenscheibe, durch welche das Sehvermögen geschwächt und Amblyopia und Hemeralopia bedingt wird. Danach ist eine Zeit von 28 Tagen und diese ist, so hinge die Präsumptionsfrisl in unserer Währschaftsgesetz-gebung beibehalten wird, zu berücksichtigen nicht ausreichend, um die Ausbildung dieser krankhaften Zustände der Papille zu ermöglichen. Wo also bei der Untersuchung amaurotischer und aniblyopischer Augen die theilweise oder gänzliche Atrophie der Papille gefunden wird, ist für die Entwickelungszeit des Fehlers eine Minimalfrist von 28 Tagen mit Sicherheit anzunehmen. Hierbei mache ich auf einen Umstand aufmerksam. Hei jüngeren Pferden im Besitze eines normalen Sehnerven wird die volle Atrophie erst in einer späteren Zeit (ca. 3 Monaten) zu Stande kommen, während bei älteren Pferden, bei welchen das Bindegewebe schon in Folge des Alters vorherrschend ist, und bei denen die Gefässe sowohl an Zahl geringer als auch die Tinction derselben erheblich eingebüsst hat, in der Kegel eine grössere Neigung zur Atrophie besteht. Immerhin sind aber auch hier mindestens zwei Monate zur vollen Ausbildung der Sebnerven-atrophie erforderlich.
Schwieriger für die Beurtheilung der Zeitdauer des schwarzen Staares können unter Umständen die übrigen Erkrankungen an den inneren Organen des Auges sein. Chronische Veränderungen der Netzhaut, welche als die Bedingung der Amaurosis mittelst
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Der schwarze Slaar in Corpusischer Hinsicht.
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des Spiegels erkannt werden können, vermögen sieh nicht innerhalb der bestellenden Präsunoptionszeit auszubilden.
Von der Mondblindheit ist ein Theil der Fälle als schwarzer Staar, ein anderer als Iritis und Iridocyclitis (periodische Augenentzündung) zu betrachten. Es handelt sich hierbei in erster Linie um abgelaufene, ältere Processe, da frische Erkrankungen in das Gebiet der periodischen Augenentzündung und der damit verbundenen Präsumptionszeit gehören. Aber gerade die älteren Processe sind es, die dem Anfänger oft Verlegenheit in der Beurtheilung der Zeitdauer bereiten. Ausgebreitete schwimmende Trübungen des Glaskörpers, namentlich solche, welche eine graue oder grauweisse Farbe haben, forner organisirtes Gewebe in demselben, bedürfen zu ihrer Ausbildung eine längere Zeit als 28 Tage. In dieser Zeit kann ferner nicht entstehen die neben den Trübungen im Glaskörper auftretende Atrophie der Gefässe und der nervösen Elemente der Papille. Und endlich erfordert die wirkliche Ablösung der Netzhaut, d. h. das theilweise Umherschwimmen derselben in dem Glaskörper neben dem weisslichen Aussehen derselben zu ihrer Ausbildung eine Zeit von mehr als quot;28 Tagen.
An der Hand dieser Thatsachen kann die Begutachtung con-creter Fälle auf Grund einer vollständigen Befunderhebung mit Sicherheit erfolgen; man braucht sich nicht durch Nachfragen über die Ursache des schwarzen Staares in eine unsichere Lage zu bringen und würde auch in den meisten Fällen die Ursachen nicht erfahren können, da Pferde mit dem schwarzen Staar gewöhnlich dauernde Handelsobjecte (Marktbesucher) sind und von einer Hand zur andern wandern. Ein Blick mittelst des Spiegels in das Innere des Auges genügt, um zu einer sicheren Diagnose und zu einem richtigen Urlheil über die Dauer der Krankheit zu gelangen.
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IV. Casuistik.
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1. Entstehung der Amaurosis bezw. Sehnervenatrophie durch Blutverlust
Mittelst des Transportwagens wurde dem Spitale der Thier-urzneischule am Morgen des 26. Juni 1884 ein achtjähriges, dem veredelten Landschlage angehörendes, dunkelbraunes Arbeitspferd mit dem Vorbericht zugeführt, dass die Pferde des Besitzers T. sich während der Nacht im Stalle geschlagen hätten, wobei this kranke Pferd gefallen sei und mit Midie aus der Halfterkette und den zerbrochenen Latirbämnen hätte befreit werden müssen.
Status praesens: Das Pferd steht in einem geräumigen Stalle mit tief zur Erde gesenktem Kopfe und hält die Augenlider geschlossen. Bei der Annäherung hebt es den Kopf in die Höhe, wobei es taumelt und schwankt. Ks öffnet die Augenlider so weit, dass ein Theil der Sclera sichtbar wird, und bekundet in Ilalttuiij; und Benehmen eine grosse Unruhe. Dieselbe steigert sich noch, wenn es an die Halfter gefasst wird, wobei ein allgemeines Muskelziltern eintritt. Die Haut des Patienten fühlt sich auffallend feucht und kalt an. Mastdarmtemperatur beträgt 37,äu C. Die Conjunctiva, sowie die Schleimhaut der Lippen und des Zahnfleisches ist weiss. Die Pulswelle an der Art. maxill. extern, nicht fühlbar: Arterie contrahirt, aber nicht hart. Herzschlag arhythmisch, es erfolgen pp. 120 Contractionen pro Minute; von 10 Contractionen fallen '14 aus, an Stelle der letzleren hört man ein summendes Geräusch. Darauf setzen die Herzschläge wieder ein, halten aber den Rhythmus nicht inne, sondern es ist weder die Zeit zwischen dem ersten und zweiten, noch die Zeit zwischen dem zweiten und ersten bei jeder Con-
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Casuistik.
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traction einu gleiche; die Herzschläge scheinen sich Überholen zu wollen. Oftmals fällt der erste Herzton, mitunter auch der zweite aus: stellenweise ist der Herzschlag pochend. Die Athmung erfolgt 27 Mal pro Minute mit, angestrengter Inspiration. Die physikalische Exploration der Lungen ergiebt nichts Normwidriges. Der Hauch erscheint aufgetrieben, und beim Druck auf Brust-und Bauchwandung äussert Patient Schmerz. Die erzwungene Bewegung sucht das Pferd tlieils aus Schmerz zu vermeiden, theils zeigt es in Haltung der Augen, Ohren und des Kopfes, dass es sich fürchtet, einen Schritt vorwärts zu thun. Zur Entleerung des stark angefüllten Digestionsapparates wird eine Physostigmin-lösung verwendet, worauf das Pferd unter Stöhnen eine grössere Quantität Mist entleert. Die Schmerzensäusserungen erfolgen dann, wenn der Schweif im Momente der Defäcation gehoben wird. Appetit ist nicht vorhanden Wasser wird viel und in kleinen Portionen genoninien, aber auch nur dann, wenn dem Pferde der Eimer vorsichtig vorgehalten wird, so dass es nicht unverhofft an den Rand desselben stüsst. Durch diese und andere Manipulationen wird leicht und sicher constatirt, dass das Pferd auf beiden Augen erblindet ist.
Diagnose: Innere Blutung (Leberblutung?).
Bei der Verfolgung der Blindheit resp. der Veränderungen, welche an den Augen zu constatiren waren, bemerke ich zunächst, dass die erste Untersuchung der Augen am zweiten Page lies Spitalaufenthalts erfolgte. Jede der angeführten Untersuchungen geschah im aufrechten Bilde und bei Gaslicht. Die Prüfung auf das Sehvermögen ergab unzweifelhaft, dass das Pferd plötzlich auf beiden Alicen vollständig erblindet war.
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Die Augen des Pferdes sind gross und ragen, wie Jas bei veredelten Racen beobachtet wird, aus der Orbita etwas heraus. Beide Augenlider werden zeitweise weit gei'iH'nct. so dass ein breiter Streifen der Solera sichtbar ist. Conjunctiva gesund: Thränenfluss besteht nicht. Pupillen rund und sein- stark erweitert; sie geben den nonualen. bell bläulichen Reflex erweiterter Pupillen und reagiren selbst nicht auf starke Lichtreize. Medien [Bornbaut, Kammerwasser, Linse und Glaskörper) klar und durchsichtig. An der Papille ist nichts Abnormes zu bemerken, die Farbe derselben ist vielleicht etwas beller, als normal (gelblicbrotb,!. Die Gelasse derselben nicht stärker oder schwächer injicirt, wie bei ganz gesunden Augen; ihre Zahl und ibr Durchmesser, sowie ihr stellenweise geschlängeltet
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Casuistik,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;59
Vorlauf entspreclien g;in/, dem Normalen. Der Sclcroücalrin^ ist deutlich sichtbar, desgleichen ilie beiden rotlien Punkte im Centrum dor Papille. Uio Gestalt derselben queroval, Tapetum grünlich, Netzhaut klar, ohne Vcräiidertiugen.
Befund*) vom lö. August 1884, 46 Tage nach der Erkrankung:
Es bestellt Tollständige Blindheit, iiulbi an Grüssc nichts cingebüsst, Augenlider weit geüfi'net. Iris stark zurückgezogen, Pupille rund. liefert hell bläulichen Uellex. Auf Liclitreize liiulet keine Contraction der Iris statt. Medien klar und durchsichtig. Papille blass gelblich, erscheint etwas welk. Die sichtbare Ausbreitung der Gefässe entspricht nach dem Sussereo oder inneren Augenwinkel zu viilleicht dem halben Querilurchmesscr der Papille. walirend oben und unten ebenfalls die Ausbreitung der Gefässe der Länge nach um die Hälfte, wie sie beim normalen Auge zu sehen ist, verschmälert erscheint. Auffallend ist. dass nur circa 10 Gefässstämme deutlich zu sehen sind. Jedoch ist ihr I,innen kleiner, auch ist ihr Verlauf ein mehr gerader, als geschlängelter. Sie versflnviuden. so weit sie sichtbar sind, nicht plötzlich in der Retina, sondern lassen .sich au den äussereu Baden als schmale helle Streifen erkennen; auch haben die Gefässe im Ganzen eine hellere Tiuction. Diese beschriebenen, noch sichtbaren Gefässe sind im gesunden Zustande oil'onbar die grüsseren gewesen, während mau von den kleineren nichts sieht, als ab und zu einen leichten Schatten oder Streifen von weissgrauer Farbe zwischen den grüsseren. Die Atrophie der Gefässe scheint von ihren peripheren Theilen ausgegangen zu sein Die veränderte Tarbe der l'apille trägt auch dazu bei, dass der Scleroticalring nicht mehr so deutlich absticht, wie in gesunden Vcr-hälluissen. Kr ist erst nach genauerer Prüfung an dem oberen Rande zu erkennen und scheint mit den angrenzenden Theilen der Papille inniger verschmolzen. Die Gestalt der Papille nähert sich mehr der runden Form. Die im centralen Theile der l'apille gelegenen rotlien Flecke sind kaum noch zu sehen. Oberhalb und unterhalb des Centrums sind die welssgrauen, scharf berjrenztoii Streifen der Lamina cribrosa sehr deutlich sichtbar, und bei genauerer Beleuchtung scheinen einzelne graue Züge die Verbindung; derselben mit der Peripherie herzustellen.
Befund vom 10. September 1884, nach 72 Tagen.
Augenlider normal geöffnet, Sclera nicht sichtbar. Der Augapfel normal gross. Iris bis zum schmalen Streifen zurückgezogen, Pujiilleu fast rund, liefern hell bläulichen Reflex und sind selbst bei intensivem Liclitreize stabil. Medien rein, l'apille von blasser Farbe und mehr rundlicher Form, sie ist in ihrem Durchmesser kleiner geworden. (Leider lässt sich für die Angabe der Griisse des Spiegelbildes kein einheitliches Maass erzielen. Ihre Peripherie ist scharf begrenzt, aber etwas uneben. Von den austretenden Bhitgelässen sind nur zwei mit Sicherheit als solche zu erkennen und auch nur bis zum Ramie der l'apille, eines verläuft nasalwärts und eines nach oben. Die Farbe derselben ist blass. Von den übrigen
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*) Ich habe die Befunde nach gewissen Abständen erwähnt, weil in den Zwischenzeiten die Veränderung nicht wesentlich von dern Gescliildertcn differirte.
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Casuistik.
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GefSssen ist aichts mclir zu sehen, als bei fjpiiaueror Beleuchtung ab iiiid zu ein ganz schwacher Streifen am Rande dor Papille. Der Scleroticalring ist innig mit der I'ajiille verschmolzen und fast in gleicher Farbe mit derselben und in gloidier lireitc rund um die Papille sichtbar. 10s verlaufen deutlich dicke weissgrauo Streifen in der Querrichtuug der Papille, welche sich zu undeutlichen concentrischen Linien anordnen. Auch sind einzelne Züge als schwache Streifen vom Centrun zur Peripherie zu verfolgen. - Nasalwärts-von der Papille in der Netzhaut machen sich phospborescirende kleine Pünktchen auf einem Felde bemerkbar, welches an Orüsse einem Fapillendurchmesser entspricht.
Befund vom ^O. October 1884-, nacli 12quot;2 Tagen.
Die hier nicht erwähnten Tlieile sind so beschauen, wie im vorigen Befunde angegeben. Ks besteht noch vollständige Blindheit. Pupille starr, reactlonslos, von runder Form und graubläulichem Reflex. Am Rande der Papille sind einzelne weisse Striche zu sehen, welche den atrophirten Blutgefässen anzugehören scheinen. Papille blass. rund, kleiner, als normal, und von gratnveissen Zügen durchzogen, welche Verbindungen mit der Peripherie eingehen. Vom Centrum nach der Peripherie zu kann man concentrisch angeordnete Streifen in der Papille seilen. Die Peripherie ist scharf begrenzt, aber uneben. Der von Prof. Berlin erwähnte Vergleich einer atrophischen Papille mit einem quer durchschnittenen Rettig ist auch hier vorbanden, nur ist in diesem Falle die F'arbe der Papille noch etwas liithlicher. als ein Rettig.
Die bei vorigem Befunde erwähnten Pünktchen in der Netzhaut sind zu grüsseren. Stecknadelknopfgrossen Punkten geworden und haben sich auch an Zahl vermehrt. Sie nehmen nasalwärts ungefähr einen Papillendurchmesser und nach unten vom Sehnerven einen halben Durchmesser ein und schillern sowohl bei Oaslicht, als auch bei Tagesbeleuchtung in allen Farben, und zwar hauptsächlich ihre Spitze. Ihr Aussehen ist fast, als ob mit einem Spatel schräg in eine transparente Masse gestochen wäre, und diese alsdann entstandenen Abhebungen hei schräg auffallendem Sonnenlicht betrachtet würden.
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Befund
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voi
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n 9. December 1884, nticli circa 5 Monaten.
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Bnlbi nicht verkleinert. Augenlider normal geüllhet. Pupille liefert grau-bläulichen Reflex. Iris bis zu einem schmalen Streifen zurückgezogen. Papille hlass, Gefässe oder deren Reste sind auf ihr nicht zu sehen. Die Anordnung der bindegewebigen Züge innerhalb der Papille ist sehr deutlich zu erkennen. Ihre Farbe ist grauweiss. Die Punkte in der Netzhaut haben sich vergrössert und conlluiren zum Theil unter einander. Diese Verbindung ist durch Furchen her-gestellt, deren Grund hraun gefärbt ist. Die übrige Netzhaut, namentlich der Theil. der das Tapetum deckt, erscheint in hellblauer F'ärbung und von weisslichen Pünktchen und Streifen durchsetzt.
Befand vom IG. Februar 188;), nacli circa 7 Monaten.
Der graublänlidic Reflex der grossen, stark erweiterten Papillen ist noch etwas heller geworden, wie derselbe bei der vorigen Untersuchung angegeben wurden
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Casuistik.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;61
ist. Die Netzhaut ist oberhalb der Papille in der Tapetumregion in ein Gemiscb von hellblau mit weisslicben Streiten verwandelt. Das prachtvolle Mosaikbild in
der Netzhaut bat sieb noch mehr ausgebreitet und rund um die Papille sieb erstreckt; die einzelnen Partien leuchten in allen Farben. Papille blass, mit der Mondscheibe zu vergleichen.
Befund vom quot;27. Mai, nach citen 11 Monaten.
Besondere Veränderungen sind nur an der Mosaikzeichnung eingetreten*). Der unter der Papille gelegene Theil des Hildes ist stark gerütbet. Die Rütliung ist an einzelnen Stellen durch eine schwarzbraune Zeichnung in Form von tmregel-mässigen Furchen unterbrochen, und in dieser Partie lässt sich auch ein Blutgefäss mit zwei deutlichen Zweigen in senkrechter Richtung erkennen. Diese Partie der Netzhaut ähnelt fast dein Aussehen der gesaininten Netzhaut, wie ich dieselbe bei dem herzkranken Pferde (S. 30) fand. Andere Veränderungen sind an den Augen nicht weiter zu finden, und ich bemerke zum Schluss noch, dass der Befund an beiden Augen stets ein gleicher war,
#9632;_'. Entstehung tier Amaurose bezw. Sehnervenatrophie
durch Kolik.
Der FuhrheiT J. brachte am 19. Juni d, J. zur Poliklinik einen 13 Jahre alten Wallach zur Untersuchung, weil derselbe am D. und 10. .Iiini eine Kolik überstanden hatte und ^eit dieser Zeit nicht sehen konnte.
Der Befund war folgender:
Durch Sehproben wurde festgestellt, dass das Pferd auf beiden Augen vollständig erblindet war. Die Schntzorgane der Augen zeigen keine krankhaften Ver-
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*) Diese pathologische Veränderung, welche von den Herren Prof. Vocel und Dr. Eversbusch (Repertnrium. 39. Jahrgang, S. 11, und 3, Jahrgang der vergleichenden Augenheilkunde, S. V3) als ..Chorioiditis disseminataquot; bezeichnet worden ist, ist mir in kleinerem Umfang gelegentlich der Untersuchungen von Augen zur Feststellung solcher Veränderungen des Augenhintergrundes, welche das Sehvermögen beeinträchtigen könnten, mehrfach aufgefallen. Die Pferde waren nicht mit Augenkrankheiten behaftet und bekundeten keine Spuren abgelaufener Zustände, insbesondere nicht der Irido-Chorioiditis, auch war das Sehvermögen nicht gestört Zwei Pferde habe ich innerhalb des Zeitraumes eines Jahres öfter wegen dieser Veränderung untersucht, weil ich glaubte, die Veränderungen gehörten aus-schliesslich der periodischen Augenentziindung an und dürften deshalb in forensischer Beziehung als Residuen derselben zu verwerthen sein. Indess sind die Pferde innerhalb des genannten Zeitraumes von keiner anderweitigen Erkrankung der Augen befallen, und die Mosaikzeichnung hat sich auch nicht nachweisbar ver-grössert. Das Sehvermögen ist ungetrübt gehlieben.
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(iquot;2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Casuistik.
iimlerutigcn. Die Bulbi normal gross und die Tension derselben ohne VeründeruDg. Pupille ad maximum erweitert und vollständig stabil. Rellex derselben normal, d. h. bei dieser Weite der Pupillen hei! bläulich. Die brechenden Medien klar und durchsichtig. Netzhaut in den oberen Theilen ohne Veränderung, in der Umgebung des Sehuerveneintrittes ditl'us gerüthet. so dass die Abgrenzung der Papille nicht deutlich sichtbar ist. Papille röthlich. ihr Aussehen ist nicht ganz rein. Aus der Gefässregion derselben breiten sich die Gefässe etwas unregelmässig aus; einzelne Gefässe vertbeilen sich am Rande der Papille knäuelartig. Das Lumen der Gefässe ist nur gering, die Zahl derselben lässt sich nicht genau feststellen. immerbin sind aber noch 15 bis 20 deutlich zu erkennen. Die Papille ist nicht scharf begrenzt, sondern ihr Rand etwas uneben. Im unteren Quadranten der Papille des linken Auges macht sich ein und an der ganzen UmQäche derselben vom rechten Auge mehrere wachsartig aussehende weisse Flecke von Keulenform bemerkbar; sie scheinen dem untersuchenden Auge näher zu liegen, als das Niveau des Sehnerven, doch zieht über einen dieser Flecke ein Blutgefäss der Papille quer hinüber, und ein anderer Fleck wird von einer Gefässschlingc umschlossen. Die Spitzen der Keulen sind der Papille zugekehrt. Auch in der Netzhaut heider Augen sind am nasalen Theile runde weisse Stellen sichtbar, welche als die Anfänge dieser Flecke scheinen*;.
Acht Tage später war der Befund noch derselbe, nur war die Farbe der Blutgefässe etwas heller, die Papille und die dieselbe umgebende Netzhaut etwas blass geworden.
Befund vom 10. Juli 4 Wochen nach lt;lei- Erblindung.
Iris in derselben Weise zurückgezogen. Bewegungen derselben aufgehoben. Reflex der Pupille graubläulich. Medien klar und durchsichtig. Im Glaskörper des rechten Auges bewegen sich einige weisse Flecke, wie sie bei der Untersuchung an der Papille sich vorfanden. Netzhaut um die Papille bedeutend weniger gerüthet, wie am 1!'. .luni. Durch diese Anaemie markirt sich auch die Papille deutlicher mit ihrer Peripherie, namentlich tritt dadurch der Scleroticalrand deutlicher hervor. In der Papille sind die weisseu geschwungenen Linien der Lamina cribrosa deutlich sichtbar, wie man dieselben bei ganz gesunden Papillen in der Regel sieht. Von den Blutgefässen sind ungefähr S bis 10 zu erkennen; ihr Lumen ist verkleinert und ihre Farbe eine blass röthliche. Insbesondere haben die Gefäss-knäuel an intensiver Farbe sehr eingebüsst. Die weissen Keulen sind unverändert geblieben, nur ihre F'arbe hebt sich nicht so stark hervor.
Befund vom quot;2quot;). Juli (gt; Wochen nach der Anmurosis.
Es besteht noch vollständige Blindheit. Iris auf jeden Lichtreiz stabil, Pupillen
*) Ich bemerke hier ausdrücklich, dass dieser Befund bei einem 13 Jahre alten Pferde nichts Abnormes ist und speciell mit der Erblindung nichts zu thun hat. Denn ich ki'mnte zahlreiche Fälle mit ähnlichen Befunden registriren. bei denen durch Sebproben jeglicher Art eine Störung des Sehvermögens, trotzdem die Netzhaut in ähnlicher Weise verändert, nicht nachzuweisen war.
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rund uiul liefern graubläuliclien Reflex. Der Sehnorveneintritt ist blass und welk. Von den Blutgefässen, welche demselben entspringen, sind nur schwache Andeutungen zu sehen, sowohl von den einzelnen Gefässen. wie von den Gefäss-sclilingen. Am unteren Quadranten der linken Papille scheinen noch einzelne ganz zarte weisse Striche als letzter Rest der Blutgefässe hei genauer Beleuchtung aufzutauchen. Der Scleroticalring ist in der ganzen Umlliiclie der Papille deutlich sichtbar. Im Centrum der Papille und von da nach der Peripherie sind in der Querrichtung stärkere geschwungene weisse Züge zu sehen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Die weissen Flecke
besitzen nicht mehr die Keulenform, sondern sind an beiden Enden gleichmässig stark; ihr Umfang hat sich sehr verkleinert, sie sind welk und fallen auch bei der Besichtigung der Papillen nicht auf. Die Netzhaut oberhalb der Papillen hat eine gleichmässig graubläuliche Farbe; nasalwärts von der Papille und unterhalb der letzteren ist sie etwas geröthet; ihr Aussehen ist hier zerfetzt und von undeutlichen rotheu Streifen (Chorioidalgefässe?) durchzogen.
Befund vom '20. September 3 Monate nucli der Erblindung.
Sehvermögen nicht vorhanden. Augenlider normal geöd'net. Bulbi in ihrer Beschaffenheit unverändert. Pupille und Iris wie bei der vorigen Untersuchung. Der Sehnerveneintritt rund, weissgelblich gefärbt und erscheint kleiner, als normal. Blutgefässe oder Reste von solchen sind in der Papille nicht nachzuweisen, desgleichen sind die keulenförmigen weissen Stellen verschwunden. In der Papille sind deutliche weisse Züge sowohl in radiärer als horizontaler Anordnung zu sehen. Der Augenhintergrund in seinen oberen Theilen ist matt und die Gesainmtfarbe desselben weissbläulieb. Die Netzhaut um die Papille ist seit der letzten Untersuchung nicht wesentlich verändert.
gt;). Netzliautablüsunquot;-.
Eine sechsjährige Schimmelstute ostpreussischer Race war S Wochen vor meiner Unter-sucliung (3. Februar 1885) gekauft und liatte, so lange sie im Besitz ilires jetzigen Eigenthümers, eines Arztes, gewesen war, keine Erkrankung der Augen gezeigt.
Der Blick des Pferdes ist munter: krankhafte Zustände an den Schutzorganen und der durchsichtigen Hornhaut heider Augen lassen sich nicht nachweisen. Beide Bulbi normal gross, sie zeigen bei der Palpation keine verschiedene Härtegrade. Bei hellem Tageslicht sind beide Pupillen gleich weit contrahirt und liefern einen dunkelblänlichen Reilex. Sieht man indess von hinten her in das linke Auge, so hat diese Pupille eine graubläuliche Farbe. Nach Einwirkung der Dunkelheit ist die Pupille des linken Auges bedeutend erweitert und liefert einen allgemein graubläuliclien Reflex, und zwar nasalwärts stärker, als lateralwärts. Die Pupille des rechten Auges ist nicht so stark erweitert und hat bläuliche Farbe. Die Iris beider Augen ist braun gefärbt, die Ränder derselben sind glatt. Nachdem das rechte Auge mit einem Tuche verbunden ist. erweitert sich rasch die Iris des
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linken, bis die Pupille fast kreisrund wird: sie verengt sicli imiess auch um ein Geringes (sie ist jetzt von der ungefähren Weite, wie sie bei der Dunkelheit gewesen wäre), wenn das linke Auge dem Sonnenlicht ausgesetzt wird Die Sehproben ergeben, dass das Pferd auf dem linken Auge total erblindet ist. Die Spiegeluntor-suchnng des linken Auges liefert folgenden Befund: An der vorderen Linsenkapsel befinden sich einige schwarze Pünktchen; im Glaskörper machen sich grauweisse Trübungen von verschiedener Grüsse bemerkbar, einige sind von kaum sichtbarer Grüsse, andere von der Stärke eines Sireichholzkopfes. Dieselben bewegen sich bei jeder Bewegung des Augapfels. Am inneren Pupilleuwinkel ist ferner im Glaskörper ein schräg von oben nach unten laufender Streifen zu sehen, der auf den ersten Blick wie ein Sprung in einem dicken Glase aussieht. Bei der Bewegung des Bulbus ändert jedoch dieser Streifen seine Lage, und man sieht nun deutlich, dass man es mit dem llande einer Membran zu thun hat. Dieselbe flottirt hei jeder Bewegung des Augapfels wie ein mikroskopischer Schnitt im Wasser. Bei genauerer Untersuchung ist dieselbe deutlich als ein Theil der abgelösten Netzhaut zu erkennen, denn mau kann mit Sicherheit eine Verbindung mit der Papille nachweisen. Diese abgelöste Netzhaut ist grau und sieht genau so aus, wie eine solche in einem mit Wasser angefüllten Bulbus aussieht. Die Papille ist nur als ein verschwommenes Roth zu erkennen, ohne Gefässe und ohne schärfere Umgrenzung. Oberhalb der Papille scheint die Netzhaut noch durchsichtig und der Chorioidea anzuhaften, l'.s sind hier einzelne helle unrcgelmässige Stellen zu bemerken, im Uebrigen aber scheint dieser Theil normal zu sein. Am rechten Auge sind ausser einigen schwimmenden Trübungen im Glaskörper keine Veränderungen nachzuweisen.
4. Partielle Netzhautablösung.
Der Besitzer eine? Reitinstituts, an dessen Glaubwürdigkeit ich keinen Zweifel hege, besitzt eine siebenjährige, ostpreussische, bratine Suite, welcbe nacli dessen Versicherung seit l'/., Jahren nielit an Augenentziindung gelitten hatte. Von mir 1st lt;1as Pferd seit 1' ., Jahren beobacbtet, und der Zustand hat sich innerhalb dieses Zeitraumes durchaus nicht verändert Die Prfifungen auf das Sehvermögen ergaben, dass das Pferd auf dem rechten Auge vollständig erblindet ist und auf dem linken an ausgeprägter Am-blyopia leidet. Das Pferd wird als Reitpferd benutzt und von den Besuchern des Reitinstituts als ein sicheres und zuverlässiges Pferd geschätzt.
Die Untersuchung ergiebt Folgendes:
Das Benehmen des Pferdes ist sehr munter und lebhaft: die Stellung der Ohren ditl'erirt nur sehr wenig unter einander. Die Augäpfel werden selten in zweckwidriger Richtung gehalten, sondern entsprechen der jeweiligen Haltung des
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Casuisük.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 65
Kopfes und Halses. Die Bulbi, um ein Geringes kleiner, ragen, der Kopfliildung des Pferdes entsprechend, nicht aus der Orbita heraus. Durch Palpation ist an ihnen nichts Abnormes zu entdecken: die Schutzorgane dos Auges zeigen aussor kleinen Querfalten an jedem oberen Augenlide keine Veränderung. Pupillen von der Weite, wie sie nach längerer Einwirkung von Dunkelheit gewesen wären, wenn beide Augeu in gesundem Zustande sich befanden. Sie reagiren deutlich auf Lichtreize, nur ist ihre Contraction, selbst bei grellem Tageslicht, gehemmt. Pupillen reflex bläulich, der des rechten Auges etwas mit Grau untermischt. Die Iris, das Kammerwasser und die Linse gesund und ungetrübt.
Im Glaskörper des rechten Auges tanzen bei der Uewegung desselben einzelne Stecknadel- bis streiehholzkopfgrosse weissgraue Flocken; der ganze Augcuhinteigrund zeigt eine durchweg gleichmässige graugrüne Färbung, ohne dass dieselbe durch irgend einen anderen Farbenton unterbrochen wäre. Die Papille schimmert als blassrüthlicher Punkt in dieser Färbung nur schwach durch. Bei oberflächlicher Untersuchung mittelst des Spiegels ist ausser dem Angeführten nichts zu sehen. Bei genauerer Durchmusterung des Augapfels, speciell des Grundes des Bulbns, wobei der Kopf tief gesenkt und das obere Augenlid mit dem Zeigefinger etwas zurückgeschoben werden muss, sieht man deutlich eine weissgraue Membran mit weissen Zügen der Längsrichtung nach durchzogen; das Aussehen dieser Membran ist im Kleinen fast wie das des Fusses eines Wasservogels. Dieselbe macht bei der Bewegung des Bulbus geringe seitliche Schwingungen, kommt aber nicht so hoch, dass man sie in verticaler Richtung durch die Pupillenöffnnng sehen kann, sondern verbleibt am Grunde des Bulbus. Dagegen ist mit Sicherheit ihre Verbindung mit der Sehnervenscheibe nachzuweisen und hierdurch der Beweis geliefert, dass es die zum Theil abgelöste Netzhaut ist.
Im linken Auge zeigen sich ebenfalls Glaskörpertrübungen, sowie eine allgemeine blaugraue Färbung des Augenhintergrundes. Doch zum Unterschiede von dem rechten Auge herrscht hier die normale Farbe der Netzhaut in der oberen Abtheilung mehr vor, und die Papille ist intensiver geröthet, wie die des rechten Auges; weitere Unterschiede gegenüber der Papille des rechten Auges sind nicht wahrzunehmen. Im Augengrunde ist ausser der blaugrauen Färbung nichts Abnormes nachzuweisen.
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5. Periodische Augenentzündung mit Luxation der Linse und Netzhautablüsung.
Ein ISjähriger Rappwallach von lebhaftem, nervösem Temperament wurde dem Spital am 3. Mai 1884 zur Untersuchung überwiesen, weil er sich des Dummkollers verdächtig mache. Der Dummkoller war nicht festzustellen, dagegen litt das Pferd an hochgradiger Amblyopie des rechten Auges.
Der Befund war folgender:
Peters, Schwarzer Staar dos Pferdes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,
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Die Lidspalte beider Augen gleich weit geöffnet. Füllung der Bulbi normal, durch Palpation koine erhebliche Veränderung nachweisbar.
Hechtes Auge: Die Sehachse desselben wurde von dem Pferde in eine auffallend zweckwidrige Richtung bei der Untersuchung nicht gebracht; dagegen war der Blick des rechten Auges stier und ausdruckslos, und das Pferd zeigte üfter ein unregelmässiges Ohrenspiel und eine nicht normale Kopfhaltung. Die durchsichtige Hornhaut und das Kammenvasser klar und durclisichtig. Pupillenöll'nung bei Tageslicht vielleicht noch etwas grosser, wie sie nach längerer Einwirkung der Dunkelheit gewesen wäre. Die Form derselben oval, der Rand der Pupillenüffuung am nasalen Theile etwas gefranzt. und der Reflex der Pupille ein graublauer. Die Irritabilität der Iris nicht ganz aufgehoben, die Bewegung derselben schwach, sie reagirte in gleich schwacher Weise sowohl für sich allein, als auch in Gemeinschaft mit dem linken Auge. Die Farbe der Iris erschien etwas heller, als die des linken Auges. Nachdem der Kopf des fast 180 cm hohen Pferdes herabgedrückt war, erblickte man die matt glänzende weisse Linse im Augengrunde. Die Untersuchung mittelst des Spiegels ergab zunächst, dass der Glaskörper klar und durchsichtig war. Die Papille war um fast zwei Drittel kleiner, als normal. Sie machte sich als eine scharf markirto röthliche Stelle bemerkbar, ohne dass das Gewebe derselben näher zu unterscheiden gewesen wäre. Gefässe und deren Ueber-reste waren an derselben nicht zu erkennen. Sie wurde öfter halb verdeckt durch die luxirte Linse, welche sich bei der Bulbusbewegung etwas in die Höhe hob. Die Sehachse des Auges erschien verkürzt. Die Netzhaut zeigte durchweg eine grauweissliche Farbe. Das Sehvermögen des rechten Auges war trotz dieses Befundes nicht ganz aufgehoben. Obgleich das Pferd Hindernisse nicht sah, wurden doch Bewegungen eines dicken Stockes, welche in einer Entfernung von circa 2 m vom Auge und in der Sehachse ausgeführt wurden, öfter bemerkt und Hessen das Pferd alsdann heftig erschrecken. Die Bewegungen des Stockes sah das Pferd dann immer, wenn dieselben in der Querrichtuug der abgedämpften Lichtstrahlen gemacht wurden, welche durch ein hoch angebrachtes Fenster dem Pferde entgegen fielen.
Ich habe viele Pferde mit ähnlichen pathologischen Veränderungen beobachtet, aber bei keinem gefunden, dass noch Lichtstrahlen durch die so veränderte Netzhaut und derartig geschrumpfte Papille zur Perception gelangt wären.
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6. Ambiyopia durch Netzhauterkrankung.
Der Käufer eines l1 2jährigen Rappwallachs war durch das Benelnuen desselben zu der Vennuthung gelangt, dass das Selivermügen nicht normal sein könnte, weshalb er das Pferd am 9. December 1884 der Klinik zur Untersuchung zuführte.
Im Stalle zeigte das Pferd im Allgemeinen ein aufmerksames munteres Verhalten; doch öifter wurden Kopf- und Obrenhaltung in eine lauschende Stellung gebracht. Wurde es angetrieben, so trat es in dem Stande mit lang gestrecktem
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Kupfe and hochgehobenen Beinen vorsichtig vorwärts und drehte alsdann den Kopf ganz nach der Seite herum, von der die Änffbrderung bergelangt war. Es geschah dies nicht so, wie gesunde Pferde es thun, sondern die Sehachse heider Augen war voll und ganz nach hinten gerichtet. Der Blick war hierbei glotzend, und das Auge hatte einen matten Glanz; das Ohrenspiel lebhaft und lauschend. Drohungen mit dem Stocke sah das Pferd nur. wenn die Sehachse voll nach hinten gerichtet war und riefen dann heftiges Erschrecken hervor. Hatte das Pferd sich wieder beruhigt, so hielt es den Kopf nach hinten und oben und bewegte lauschend die Ohren nach allen Richtungen. Während dieser Stellung sah das Pferd die Drohungen nicht, auch wenn sie zu beiden Seiten des Pferdes ausgeführt wurden. Erst dann, wenn es den Kopf ganz herumdrehte, schrak es zusammen. Beim Ueberschreiten heller Barrieren bei Tageslicht neigte das Pferd den Kopf ganz tief und ging mit hochgehobenen Beinen vorsichtig herüber. Dunkele Barrieren in einem bedeckten Räume (Operationshalle) wurden nicht gesellen. Ferner sah das Pferd nicht einen Eimer, und es wäre beinahe mehrere Male hinter einander über denselben gefallen. Gegen die geschlossene Hälfte einer dunkel gefärbten Stnllthflr, deren anderer Theil geöffnet war, stiess es heftig mit dem Kopfe an. Weisso Wände mied das Pferd, aber erst dann, wenn es kurz vor denselben stand: vorher schienen sie ihm nicht zu Gesicht gekommen zu sein.
An den Scbutzorgancn der Augen -war nichts Krankhaftes zu constatiren. Beide Bulbi erschienen etwas kleiner, wie normal, ihre Spannung Hess keinen Unterschied mit der normaler Augen erkennen. Iris, Kammerwasser und Cornea gesund. Die Iris reagirt in starken Excursionen auf Lichtreize, doch werden die Contractionen nicht so ausgiebig ausgeführt, wie die Erweiterungen. Der Reflex der Pupillen tief dunkelblau: sie werden nur um ein Geringes heller bei künstlicher Mydriasis. Glaskörper gesund. Die Sehnervenscheibe etwas verschwommen. kleiner, als normal, und stärker gerüthot. Im Centrum sind einige derbe Züge der Lamina cribrosa zu sehen. Von der Papillo gehen nur circa 7 bis 1) blass-riithliche schmale Blutgefässe in die Netzhaut über: hier sind sie nur eine kurze Strecke zu verfolgen. Die ganze Netzhaut ist tief dunkelblau gefärbt, in der Nähe der Papillo intensiver, als am Räude. Von den Gefässen der Chorioidea ist nichts zu sehen.
7. Amblyopia durch krankhafte Veränderung der
Netzhaut.
Dem Spital der Thierarzneischule wurde eine circa 15jährige Fuchsstute (wegen Struppirtheit ausrangirtes Militärpferd) zur
Untersuchung wegen Appetitlosigkeit zugeführt. Das Pferd war noch sehr lebhaft und bekundete in seinem Benehmen viel Energie und Munterkeit. Ohrenspiel und Blick waren für den Sachverständigen allerdings in Bezug auf gestörtes Sehvermögen etwas verdächtig, während der Besitzer das Letztere bestritt und ge-
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neigt war, dieses Benehmen auf die Lebhaftigkeit des Pferdes zu schieben.
Schprobou ergaben denu auch, dass das Pferd helle grüsscre Barrieren bei hellem Tageslicht unter dem Reiter tadellos in sicherem Sprunge nahm, während es an kleine von dunkeler Farbe bei Tageslicht vorsichtig mit gesenktem Kopfe heranging und regelmässig anstiess, so dass es in einzelnen Fallen fast zum Fallen gekommen wäre. Rarrieren in vom Licht abgedämpften Räumen, sowie den Trankeimer im matt erleuchteten Stalle sah es nicht. Plötzliche Geräusche im Stalle bewirkten, dass das Pferd nach der Seite, -woher diese kamen, den Kopf und Hals ganz herumbog, uni die Sehachse voll auf diese richten zu können. Drohungen mit der Gerte wurden vun dem Pferde nicht bemerkt; dagegen erschrak es heftig, wurden die Drohungen mit armdicken weissen Gegenständen in circa 1' ., Meter Entfernung vom Pferde ausgeführt. Drohungen vom Hintertheil her sah das Pferd nur, wenn es den Kopf hcrumbog und auf diese Weise die Sehachse voll und ganz nach hinten richtete. Hielt ein Wärter den Kopf gerade, so sah es Drohungen erst, wenn dieselben in Hüho der Schulter und in Richtung der Sehachse ausgeführt wurden.
Die Uutersuchung der Augen ergab, dass der Augapfel nicht mehr verkleinert war, wie man dies sonst bei alten Pferden in der Regel findet. Die Pupillen, von normaler Grosse, reagirten mit starken Excursionen auf Licht und Dunkelheit und zeigten graublauen Reflex. Diu Hornhaut, das Kammerwasser, die Linse und der Glaskörper klar und durchsichtig. Die Papillen von blassrother Farbe und erschienen etwas coutrahirt. Im f'ontrum und auch in dem Theile der Papille, aus dem die Gefässe entspringen, streifiges Bindegewebe. Von den Blntgefässen der Papille sind fi bis 8 kleinere zu sehen, ihre Farbe ist schwach röthlich. Die Netzhaut ist grau, stellenweise graublau und ohne Glanz. Die bei normalen Augen deutlich punktirte Zeichnung des Augenhintergrundes hatte einer allgemeinen, gleichmässigen, in's Graue spielenden Farbe Platz gemacht. Papille und Netzhaut hatten deshalb auffallend lichte Färbung und den gewöhnlichen Glanz verloren. lt;ie sahen sehr welk und trocken aus.
8. Kapselstaar an der hinteren Linsen fläche.
Bei einem 9jährigen schwarzen Wallach, welchen der Besitzer kurz vor meiner Untersuchung erworben hatte und von demselben glaubte, dass er nicht recht sehen könnte, constatirte ich einen partiellen Kapselstaar an der hinteren Fläche der Linse.
Zunächst war ohne Hülfsmittel nichts Krankhaftes an beiden Augen zu sehen. Die Pupillen lieferten dunkelbläulichen Reflex und reagirten mit normalen Excursionen. Durch Sehproben wurde festgestellt, dass das Pferd auf dem linken Auge amblyopisch war. Namentlich wurden Gegenstände bis Meterhohe nicht gesehen. Erst nach künstlicher Mydriasis fand sich die hintere Fläche der Linse
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vom ccntralen Theile nach aufwärts getrübt und undurchsichtig. Der Augenhintergrund Hess keine krankhaften Zustände erkennen.
9. Irislähmung, Mydriasis.
Ein Tjähriges Reitpferd (englisches Halbblut) von sehr leb-haftem Temperament scheute nach Aussage des Besitzers oft so heftig, class es lebensgefährlich sei, dasselbe zu reiten. Bei aufmerksamer allgemeiner Beobachtung zeigte es auch bei ruhigem Stehen durch Kopf- und Ohrenhaltung, sowie unter dem Reiter durch den Gang das Benehmen eines Pferdes, dessen Sehvermögen nicht ganz normal ist. Der Blick des Pferdes war frei und etwas glotzend, die oberen Augenlider stark erweitert. Alles dieses war von dem Besitzer auf das lebhafte Temperament des Pferdes geschoben worden.
Bei meiner Untersuchung fand ich, dass die Pupillen constant erweitert waren, ungefähr von der Weite, wie sie nach der Kinwirkung von Dunkelheit gewesen wären. Jede Einwirkung des Lichtes, auch der mit dem Spiegel hervorgerufene starke Reflex, genügte nicht, die Contraction der Pupille zu bewirken. Die Untersuchung der Augen ergab nichts Abnormes, die Medien waren rein und der Augenhintergrund normal. Ich nehme eine Lähmung der Accommodation an und bringe das Scheuen des Pferdes hiermit in Verbindung. Ob das Pferd in der Dunkelheit besser sah, entzog sich deshalb meiner Beurtlieilung, weil der Besitzer eine genauere Untersuchung des Leidens entschieden nicht zugab, vielleicht deshalb, weil er das Pferd alsdann als ehrlicher Verkäufer wieder weiter veräussern wollte. Ich bemerke, dass eine künstliche Mydriasis wohl nicht vorgelegen bat, denn dazu waren die Pupillen nicht stark genug erweitert.
10. Versuch zur künstlichen Erzeugung einer Stauungspapille.
Um das Verhalten der Papillen in Bezug auf die Lymph-stauung in denselben durch Circulationsstörungen zu prüfen, unterband ich einem an brandiger Pneumonic leidenden 1215jährigen Wallach die Jugularvenen.
Der Befund vor der Untersuchung war folgender:
Bulbi normal gross, Medien durchsichtig, Iris gesund, Papillc etwas blass; es entspringen derselben circa S bis 10 blassröthliche Gcfässe, welche ebenso wie die Streifen der Lamina cribrosa deutlich zu sehen sind. Im Centruin der Papille der nasalwärts gelegene Punkt blassriithlich und kaum sichtbar, der lateralwärts gelegene etwas rother. Sehvermögen nicht geschwächt.
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Nach Unterlmulung and DurchscbDeidung dor rechten Jugiihiris zeigten sich an der Papille und den BlutgefSssen derselhen keine erhehliclien Veränderungen, worauf nacli 24 Stunden auch die linke Jugularvene unterbunden wurde. In den ersten Stunden nach der beiderseitigen Unterbindung waren ausser einer st.'irkeren Füllung der vorher sichtbaren Gefässe keine namhaftcii Veränderungen am Augen-innern eingetreten.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;j
Nach 14 Stunden lieferte die Untersuchung folgenden Befund:
Das Sohverniiigeu nicht nachweisbar gestört, die Medien klar, Papille klar und rein, jedoch zeigte dieselbe eine sehr starke Riithung. Die Blutgefässe derselben waren strotzend gefüllt intensiv roth gefärbt und ihr Verlauf stark geschlängelt. Während vor der Unterbindung nur 8 bis 10 rüthliche Gefässe zu sehen waren,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i
nahm man jetzt deutlich eine sehr grosse Anzahl wahr; nasalwärts entsprangen der I'apille gleich 7 bis 8 Gefässe in horizontaler linearer Anordnung. Auch die Gefässe der Chorioidea traten stark hervor. Die beiden rotlien Punkte in der Papille #9632;waren in ihrem Durchmesser vergrössert und intensiv dunkelroth gefärbt*;. Ein Oedem der Papille war nicht eingetreten, sie war rein und klar. Auch die Netzhaut zeigte keine Veränderung, ausser einer vermehrten Böthang in der Umgebung tier Papille.
Bis zum 5. Tage wurde das Pferd genau beobachtet, aber es traten ausser den genannten Störungen andere nicht auf. Eine nachweisbare Einschränkung des Gesichtsvennögens war ebenfalls nicht vorhanden. Die Gefässe büssten an der intensiven Böthe etwas ein. In dem übrigen Belinden des Pferdes waren durch die Unterbindung der Jugularveuen keine anderweitigen Störungen seines ZuStandes eingetreten.
11. Entstellung der Atrophie ties Sehnerven durch A tlie in he seh wer de (?).
Ein lOjähriger Wallach litt (30. Januar 1885) an einem Sclerom der falschen Nasenlöcher, wodurch das Athnicn sehr erschwert wurde. Das Einathmen geschah schon im Stande der Kühe mit einem lauten kreischenden Geräusch.
Die Augäpfel quollen geradezu aus den Höhlen hervor, und die episcleralen Gefässe waren stark erweitert und tief roth von Farbe. Das Sehvermögen des Pferdes war nicht nachweisbar beeinträchtigt. Die Bewegungen der Iris erfolgten in normalen Grenzen. Medien gesund und klar. Der Sehnerveueintritt tief dunkelroth gefärbt, und das Gewebe derselben unklar und versclnvornmcn. Die Abgrenzung der Papille von der Netzhaut nur sehr undeutlich, letztere in der Um-
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*) Es scheint dies ein neuer Beweis für die Erklärung Berlin's und Evers-busch's zu sein, dass diese beiden rothen Punkte das Knie der Centralgefässe darstellen. Auch ist hier in der Klinik mehrfach beobachtet worden, dass ein Gefäss aus einem dieser Punkte austrat: solche Augen zeigten indess keine anderweitigen Abnormitäten.
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gebnng der Pupille geröthet. Ans der Gefässregion der Papille entsprangen zahlreiche tief dunkelrothe Gefässstänune, welche auf der Papille zahlreiche Anastomosen eingingen. Der Verlauf der Gefässe und ihre dichotomische Theilung war weit bis in die Retina zu verfolgen; sie waren in der Umgebung der Papille so zahlreich, dass das übrige Gewebe kaum zu erkennen war.
Durch die Abtragung der falschen Nasenliichor wurde das Athmen wieder viillständig normal.
Nach und nach hatte innerhalb 8 Tagen die intensive Küthe der Papille nachgelassen. Von den kleinereu Gefässen waren viele nicht mehr zu sehen, und die vorhandenen hatten an Röthe sehr eingebüsst.
Nach Verlauf von ö Monaten suchte icli das Pferd wiederum auf. Das Athmen war nicht angestrengt, trotzdem die scleromatöse Entartung wieder einige Fortschritte gemacht hatte. Der Blick des Pferdes war etwas glotzend, Reflex der Pupillen graublau. Die Papille blass, im Centrum. derselben dicke binde-gewebige Stränge, welche mit der äusseren Peripherie eine Verbindung eingingen. Auch liessen sich radiarfürmige Streifen in derselben nachweisen. Von den zahl-Insen Gefässeu der Papille sind nur 7 bis 8 schmale gelbrüthliche Gefässe zu sehen. Die Netzhaut im Umkreise der Papille erscheint uneben, etwas zerfetzt und blass, der übrige Theil der Netzhaut nicht so glanzvoll, sondern etwas welk. Der Besitzer theilte mir mit, dass das Pferd bei Abend die Stallthür weniger gut fände und im Stalle meistens an den Eimer erst anstiesse, ehe es denselben fände.
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12. Strabismus.
Zum Schluss erlaube ich mir noch einen Fall in die Casuistik mit aufzunehmen, der insofern von Interesse ist, als das hier in Rede stehende Pferd in Folge sachverständiger Begutachtung wegen Amblyopia Gegenstand eines Processes geworden war. Der hierauf angestrengte Process wurde aber zu Ungunsten des Klägers entschieden, da das Pferd nicht mit redhibitorischem Augen-fehler behaftet war, sondern schielte und am Dununkoller litt.
Der 1 quot;2jährige struppirte Wallach bekundete einen wenig intelligenten Gesichts-ausdruck. Der Kopf wurde meistens nach rechts gehalten, und die Ohren wurden in lauschende Stellung gebracht. Die Sehachse des rechten Auges war nach oben gerichtet; das rechte Augenlid bedeckte den Bulbus etwas mehr, wie das linke, und ersterer erschien dadurch kleiner. Auch bewegte das Pferd den Augapfel bei Veränderung der Sehachse, wie blinde Pferde dieses zu thun pflegen: nach jeder Bewegung richtete sich die Sehachse desselben in rollender Bewegung wieder nach oben. Die rechte Orbita lag in verticaler Richtung um ein Geringes höher, als die linke.
Der Gang des Pferdes war tappend. Die Vorderfüsse wurden noch mehr hochgehoben, wenn das eine oder andere Auge verbunden wurde. Bei dieser Unter-
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Casuistik.
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suchung schien es fast, als ob in der That das Pferd mit dem rechten Auge Barrieren an der Erde schlechter sah, wie mit dem linken. Auf Drohungen reagirte das Pferd auf beiden Augen nur sehr wenig, und bei der gewühnlichen. nach oben gerichteten Stellung des rechten Auges schien es mit demselben häufig die Bewegungen des Stockes nicht zu bemerken.
Der Befund an den Augen war folgender: Tension beider Augäpfel gleich-massig. Die Iris beider Augen zeigte gleiche Pupillenweite. Die Pupille lieferte einen hellbläulichen Reflex. Die Pupillenreaction war ausreichend, aber träge und langsam. Die Medien gesund. Der bei gewöhnlicher, d. h. nach oben gerichteter Augenstellung sichtbare Theil der Netzhaut des rechten Auges etwas blasser, als der des linken. Den tapetirten Theil konnte man erst dann sehen, wenn man den Kopf tief beugte und die Augenlider mit den Fingern auseinander hielt. Auch jetzt wurde erst die Sehnervenscheibe sichtbar, dieselbe war ebenso gross, wie die des linken gesunden, und auch von gleicher Beschaftenheit in Bezug auf Gewebe und Blutgefässe.
Ich habe öfter bei Pferden gefunden, dass die Sehachse beider Augen nicht in einer Richtung liegen, ohne wie im vorliegenden Falle eine Abnormität des Knochengerüstes oder einen anderen Grund hierfür ausfindig machen zu kSnnen, Tn der Regel wird dann auch noch der Knpf öfter etwas schief gehalten, und man kann sich nicht verhehlen, dass bei der Besichtigung eines solchen Pferdes der Verdacht aufstösst, dasselbe könne an einem Augenleiden erkrankt sein.
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Literatur.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 73
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Literatur.
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Fig. 1. Lamp;ngsscbnitt einer normalen PapUIe GelKirtet in Chromsäure. Vergr. Seibert. Oc III. Obj. I. a. Sehnerv, b. Lamina cribrosa. c. Chorioidea. d. Netzhaut, e. Hornhaut, f. Sehnervenscheide. g. Durchschnittene Nervenfasern .
Fig. -. Längsschnitt einer atrophischen I'apille. Oc. III. Obj. I. a. Reste von Nervenfasern und Stränge von neugebildetem Bindegewebe, b. Stark verdickte Lainina cribrosa. c. Lücken in derselben, aus denen die Nervenfasern geschwunden sind. d. Chorioidea
Fig. ;!. Quersohnitl einer normalen I'apille. Oc. III. Obj. I. a. Sehnerveu-scheide. b. Nervenfasern, c. Lamina cribrosa d. Blutgeßisse.
Fig. 4, Querschnitt einer atrophischen I'apille. Oc. III. Obj. 1. a. Sehnervenscheide, b. Lücken in der Lamina cribrosa, aus denen die Nervenfasern geschwunden sind. c. Stark verdickte Lamina cribrosa. d. Rest eines Blutgefässes.
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