ocr page 1
Thierärztliche
Arziieiverordnmigslelire,
Fünfte verbesserte Auflage
der
Dr. Erdmann und Dr. Hertwig'schen thierärztlichen Receptirkunde und Pharmakopöe
nebst einer
Sammlung bewährter Heilformeln
bearbeitet tod
Prof. L. Hoffmann,
Kliniker an der Königl. Thierärztlicheraquo; Hochschule iu Stntlgsrt.
j™ '%?' #9632;*•.#9632;;'.
^'-^^
Berlin 1891.
Verlag von August Hirschwald.
NW. Unter den Linden 68.
ocr page 2
ocr page 3
ocr page 4
RIJKSUNIVERSITEIT TE UTRECHT
2325 430 7
ocr page 5
Thierärztliche £?. J^fYé
Arzneiverordnungslehre.
Fünfte verbesserte Auflage
der
Dr. Erdmann und Dr. Hertwig'schen thiei-ärztlichen Receptirkundo und Pharmakopöe
nebst einer
Sammlung bewährter Heilformeln
bearbeitet von
Prof. li. Iloft'maiiii,
Kliniker an iler Königl. Tliierärzllithen Hocbachule zu Slutlgart.
r WAM
Berlin 1891. \r: • if'^vJ \ M Verlag von August irirsc^^nl4-5-'#9632;•''^jt/ *
}nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;NW. Unter den Linden laquo;S. X^ ^~ ' -quot;'- ^--,''
t :
ocr page 6
ocr page 7
Vorwort zur ersten Auflage.
'Jeder Sachverständige kennt die Schwierigkeiten, welche dem jungen Arzte und Thierarzic heim Beginn seiner Praxis, besonders in der Auswahl und Verordnung der Arzneimittel, entgegentreten, und es unterliegt wohl keinem Zweifel, class die richtige Wahl der für einen ge-gebencnKrankheitsfall geeigneten Arzneimittel, die zweck­massige Zusammenstellung und Verbindung derselben, sowie die passende Form der anzuwendenden Arznei, wesentliche Bedingungen zur Erreichung glücklicher Heil­erfolge sind, und dass, wenn diese Punkte vom Arzte nicht gehörig erwogen werden, der beste von ihm ent­worfene, auf eine richtige Krkennmiss der Krankheit sich stützende Heilplan, Gefahr läuft, zu sebeitern.
Von dieser (Jeberzeugung ausgehend, haben wir das vorliegende Buch, dessen Zweck aus dem Titel sich näher ergiebt, bearbeitet und im ersten Theilc des­selben „die thierärztliche Iveccptirkundequot; in solcher Weise abgehandelt, wie sie nach dem Modus des Unterrichts in unserer Anstalt den Von ragen über Therapie, Phar­makologie und praktische Arzneimittellehre eng sich an-schliesst. Bei den die einzelnen in der Thicrheilkunde gebräuchlichen Arzneiformen erläutoinden Beispielen
ocr page 8
— IV —
liabcn wir meistens ihre Anwendung gegen verschiedene Krankheiten in kurzen Worten angegeben, indem wir dies für nützlich erachteten.
In dem zweiten Theile, der eine „Pharraakopöe für die Rossärzte der Königlich Preussischen Armeequot; enthält, haben wir eine Lücke auszufüllen und einem Bediirfniss zu entsprechen gesucht, welche Jahre lang sich fühlbar machten. — Die vom Professor Dr. Schu-barth im Jahre 1820 herausgegebene „Pharmakopoc für Thierarztequot;, welche nach der Bestimmung des früheren Herrn Chefs des Militair-Medicinal-Wesens auch den Militair-Thierärzton bisher zur Richtschnur diente, war nämlich vollständig vergriffen, und eine neue Auflage derselben vom Verfasser nicht zu erwarten; auch hatte sich in den 36 Jahren seit ihrem Erscheinen Manches im Gebiete der Thicrhcilkunde geänderl, so dass dies seiner Zeit sehr nützliche kleine Buch den heutigen An­forderungen nicht mehr ganz entsprach.
Der von Einem hohen Kriegs-Ministerio ausge­sprochene Wunsch und die in Folge dessen von dem Jetzigen Chef des Militair-Modicinal-Wesens, Herrn Gene­ral-Stabsarzt Dr. Grimm, an uns ergangene specielle Aufforderung war für uns eine ehrenvolle Veranlassung, eine „Pharmakopoc für die Bossärzte der Königlich Preussischen Armeequot; zu entwerfen. Um dieselbe jedoch den Anforderungen, welche die Militair-Medicinal-Bebörde daran macht, möglichst entsprechend zu bearbeiten, war eine genaue Kenntniss der das Militair-Medicinal-Wesen betreffenden Verordnungen und Einrichtungen durchaus erforderlich. Durch die Güte des zu Folge höheren Auf­trages mit uns in Verbindung getretenen Herrn Ober-Stabs-Apolhekers Kleist, der sich lebhaft für diese
ocr page 9
,1
— V —
Arbeit intercssirte und durch seinen Rath uns freund­lich dabei unterstützte, wurden wir in den Stand geset/ct. diese Veterinair-Pharmakopöe sowohl mit den bestehen­den Medicinal-Gesetzen, als auch mit den in Bezug auf das Veterinair-Medicinal-Wesen der Armee erlassenen Verordnungen in Einklang zu bringen. Eine wichtige Aufgabe bei Bearbeitung der Pharmakopöe war die sorg­fältige Auswahl guter und sicher wirkender Arznei­mittel, sowie möglichste Billigkeit und Kosten-Erspar-niss bei der Bereitung der Pferde-Arzneien, welche Auf­gabe zu erfüllen wir uns bemüht haben.
Der dritte Theil dieses Buches enthält eine „Aus­wahl von Heilformelnquot;, welche bei ihrer Anwendung sich bewährt haben und dem soeben in die Praxis eintreten­den jungen Thierarzt als Anhaiispunkte in bestimmten, concreten Krankheitsfällen einstweilen und zwar so lange dienen soll, bis er durch'eigene Erfahrung und Erkennt-niss dahin gelangt ist. gute Cumbinationen von Arznei­mitteln, den Heilindicationen in Jedem speciellen Krank­heitsfälle gemäss, zu verfassen.
Indem wir uns bewusst sind, nach dem heutigen Standpunkte der Wissenschaft dem angehenden Thicr-arzte in der vorliegenden Arbeit den Weg zu einer von glücklichen Heilerfolgen begleiteten praktischen Laufbahn angedeutet und den Einlritl in die Praxis erleichtert zu haben, empfehlen wir dies kleine Werk der günstigen Aufnahme des thicrärztlichen Publikums.
Berlin, den 1. April I85tgt;.
Dr. Erdmann. Dr. Hertwig.
ocr page 10
Vorrwlc zur (niiftcn Auflage.
INaclulem die vierte Auflage der tliierärztliclien Keeep-ürkunde von Erdmann und Hertwig schon einige Jahre vergriffen ist, aus dem Kreise der Praktiker aber vielfach Nachfragen nach dem bewahrten und beliebten Bache eintrafen, eulschloss sich die Verlagsbuchhand­lung, eine Neuausgabo zu veranstalten und mich mit der Bearbeitung der vorliegenden fünften Auflage zu betrauen. Ich habe mich dieser Arbeit um so lieber unterzogen, weil ich nicht nur der Ansicht bin, dass dieses so ausgezeichnet eingeführte und bewährte Buch auch jetzt wieder Platz linden und als gerngesehener Gast und Rathgeber von meinen Collegen in der Praxis angenommen werde, sondern, weil ich auch noch gleich­zeitig eine gewisse Befriedigung in dem Punkte meines Gemüthes emplinde, welcher dem Andenken der früheren Herausgeber, meiner hochverehrten Lehrer, ganz be­sonders Ilertwig's, gewidmet ist.
In der neuen Auflage ist die bisher bestandene bewährte Einrichtung thunlii-hst beibehalten worden. Es sind aber durch die Fortschritte der Wissenschaft, insbesondere der Pharmakologie und der praktischen Thierheilkunde zahlreiche Abänderunücn, Zusätze oder
ocr page 11
- vn —
Neubearbeitungen noting geworden. Der gesammle Arzneischatz ändert gegenwärtig in einer sehr raschen Aufeinanderfolge. Sind doch für das soeben erschienene Arzneibuch für das Deutsche Reich einige 50 neue Arzneimittel aufgenommen, 30 seither angeführte ge­strichen und 1240 Arzneimittel, für die noch Neuauf­nahme verlangt wurde, zurückgewiesen worden.' — Auf die Auswahl der wirksamen und erprobten Arzneimittel und deren Anwendung habe ich ebenso, wie dies in den früheren Auflagen dieses Buches geschah, ganz be­sonderes Gewicht verlegt. Es sind die hier angeführten Reeeptformen nicht nur als Formeln anzuseilen, wie man verschreiben soll, sondern es sind dieselben für die praktischen Bedürfnisse berechnet. Wesentliche Ab­änderung tnusste das Buch dadurch erfahren, weil der Theil „Pharmakopöe für die Bossärzte der Königlich pieussischen Armeequot; durch die „Ausführungsbestimmun-genquot; des Königlich preussischen Kriegsministeriums wesentlich umgeändert wurde. Ferner, dass durch die Herausgabe des Arzneibuches für das Deutsche Reich in deutscher Sprache, mit der Uebcrlieferung gebrochen wurde, dass sich zum Receptiren nur die lateinische Sprache schicke. Nicht ganz auf einmal sind alle la­teinischen Ausdrücke und Fremdwörter aus dem deutschen Arzneibuche gestrichen worden, weil es vor allem dar­auf ankam, Missverständnisse sicher zu verhüten.
In der. Gesammtcommission für die Ausgabe des neuen Arzneibuches für das Deutsche Reich, an Stelle der lateinischen Pharmakopöe haben für die Interessen der Thierheilkunde ein Lehrer von der thierärztlichen Hochschule zu Berlin, sowie das thierärztliche ordent­liche Mitglied des Kaiserlichen Gesundheilsamtes mit-
ocr page 12
— vin —
gewirkt, ausserdem waren dem Veterinairvresen nalio stehende ausserordentliche Mitglieder des Gesundheits­amtes bei den Vorarbeiten thätig. Diese hervorragende Rücksichtnahme auf die thierärztlichen Bedürfnisse ist der Bedeutung der ïhierheilkundc und zwar nicht nur allein dos Arznei Verbrauches wegen, entsprechend.
Dass zu dein Obengenannten auch diejenigen Vor-theilo, welche durch das gesetzlich güiiige Deutsche Arzneibuch der Thierheilkunde erwachsen können, recht bald zeit igen mögen, dazu möge dieses A rzneiverordnungs-buch beitragen.
Herrn Apotheker Käfer, weicher die Correctur-bogen dieses Buches mitgelesen hat, spreche ich auch an dieser Stelle gebührenden Dank aus.
Stuttgart, im August 1890.
L. Hoffmann.
ocr page 13
Inhalt.
Sraquo;lts
Einleitung.............. 1
Allgemeine Recejotirkunst...... 5
Inhalt des Receptes 14 — Maass, Gewicht, Do­sis 18 — Methoden der Anwendung der Arz­neien 21 — Form der Arzneien 22 — Von den wechselseitigen chemisclien Einwirkungen der in einer Arznei enthaltenen Mittel auf ein­ander 26.
Specielle Receptirkunst......31
Trockene Form, Speciesform, Theegemisch 31 — Pulverform 38 — Weiche Form 38 — Lat­wergenform 38 — Pillenform 45 — Bissenform 52 — Breiumschlag 54 — Pllasterform 59 — Salbenform 64 — Mixturform 71 — Auflösungen 78 — Eigentliche Mixturen 80 — Schüttelmixtu­ren 82 — Maulwässer 84 — Emulsionen 84 — Aufgussform 91 — Heisse Aufgüsse 98 — Ab­kochungen 99 — Linimentform 105 — Salben-liniment 107 — Gas- und Dampfform 109.
Officinelle Formeln.........121
Magistralformeln..........138
Receptsammlung..........138
Vorschriften für die Dispensiranstalten .... 193
ocr page 14
ocr page 15
Einleitunff.
D
ie von dem Thierarzte zur Heilung der Krankheiten für
nütliig gehaltenen Arzneimittel lässt er entweder auf eine von ihm gegebene mündliche1) oder schriftliche Anweisung aus der Apotheke (oder aus einer Droguerie-Handlüng) holen, oder er dispensirt dieselben auch selbst. Die schrift­liche Verordnung geschah seither in lateinischer Sprache und in einer seit lange schon gebräuchlichen Form, welche mit dem Worte „Recipequot; beginnt: sie wird deshalb ein Recept oder eine Arzneiformel genannt.
Da jedoch das Arzneibuch für das deutsche Reich in deutscher Sprache abgefasst ist, so wird logischerweise auch . im Receptschreiben die deutsche Sprache überall da anzu­wenden sein, wo dies ohne Zwang und ohne Missverständ-niss geschehen kann.
Es giebt in allen civilisirten Staaten gesetzliche Vor­schriften, nach denen in den Apotheken nicht nur eine gewisse Anzahl Arzneien von guter Qualität vorräthig ge­halten werden, sondern auch, wie die Bereitung der Prä­parate geschehen soll. Diese Vorschriften sind in einem.
') Mündliche Anordnungen passennbsp; nbsp;nur für solche Mittel,
welche allgemein bekannte Namen habennbsp; und keine heftigeraquo; Wir­kungen erzeugen. .
'I'hifriirztjirlie Keceptirkttmle.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; i
ocr page 16
__ 2 __
von der Regierung herausgegebenen Apothekerbuche oder Pharmakopöe, welches in Deutschland jetzt amtlich als Arzneibuch bezeichnetwird, enthalten, und haben den Zweck, dass überall in dem betreffenden Lande die nöthigen Arznei­mittel von gleicher Beschaffenheit, Güte und Stärke zu haben sind. Diese im Arznei buche vorgeschriebenen Mittel heissen officinelle Mittel und die in dem Arzneibuche enthalte­nen Formeln oder Vorschriften zu ihrer Bereitung heissen Officinal-Formeln1). Der Thierarzt soll die Officinal-Formeln des Landes, in welchem er prakticirt, kennen; er gewinnt dadurch, abgesehen von der Notwendigkeit dieser Kenntniss für die Therapie, bei dem Verordnen solcher Mittel, welche eben nach Officinal-Formeln in den Apo­theken bereitet werden, eine kleine Erleichterung, indem er auf dem Recepte nur den officinellen, d. h. den in dem Arzneibuche für das Mittel vorgeschriebenen oder einen sonst dafür gebräuchlichen Namen zu nennen braucht, da die Bereitung dieses Medicameutes nach der gesetzlichen Vorschrift immer feststehend ist.
Alle anderen Arzneiverordnuugeu, welche der Thierarzt je nach dem besonderen Falle der Krankheit, der Thier-art, dem Alter, der Grosse des Patienten etc. entsprechend macht und nach seiner eigenen Einsicht in den einzelnen Fällen modificirt, heissen Magistral-Formeln2).' Die­selben sind nach den eben gegebenen Andeutungen sehr verschiedenartig und ihre richtige Abfassung setzt nicht nur eine genaue Kenntniss und Berücksichtigung des kran­ken Thieres in allen seinen Eigenthümlichkeiten, sondern auch oiiu' genaue Kenntniss der Arzneiwirkungen, der natür-
') Weil die Apotheken auch den Namen Officin (Officina pharmaceutica) führen.
-) Diese Bestimmung wurde ursprünglich denjenigen Mitteln beigelegt, welche die Meister der Kunst (Magistri) als Geheim-niss für sich behielten, und daher auch nur auf deren besondere Vorschrift bereitet werden konnten.
ocr page 17
lichen physikalischen und chemischen Eigenschaften der einzelnen Arzneimittel voraus, so dass namentlich in den Fällen, in denen mehrere Arzneisubstanzen in einem Medi­cament vereinigt werden, auch die daraus etwa entstehen­den neuen Verbindungen oder die gegenseitigen Zersetzungen beachtet werden müssen.
Die aus diesen Kenntnissen für den in Rede stehenden Zweck gewonnenen theoretischen und praktischen Regeln bilden zusammen einen Lehrgegenstand, den man mit dem Kamen Arzneiverordnungs-Lehre, oder Receptirkunst bezeichnet hat. Diese Disciplin kann in einen allgemei­nen und in einen besonderen Theil unterschieden werden. Jener enthält die Regeln, welche bei dem Verordnen von Arzneimitteln oder bei dem Receptschreiben im Allgemeinen zu befolgen sind, wogegen die specielle Reeeptirkunde sich mit den Regeln beim Verschreiben der einzelnen Arznei-formen, wie z. B. der Pulver, Pillen, Latwergen u. s. w. beschäftigt.
Ehe der Thierarzt an die Verordnung der Arzneimittel — an das Aufschreiben des Receptes — geht, muss er über den vorliegenden Krankheitsfall, hinsichtlich des patholo­gischen Zustandes in dem leidenden Theile und hinsicht­lich der Art, denselben zu beseitigen, mit sich im Reinen sein; und nachdem er die Heilanzeigen, welche ihm die allgemeine und specielle Therapie lehren, aufgestellt hat, verordnet er die denselben entsprechenden Mittel, — deren Eigenschaften und Wirkungen er durch das Studium der Arzneimittellehre kennen gelernt hat.
Das Recept ist demnach ein schriftliches Zeugniss von der Diagnose und dem Heilverfahren des Thierarztes — eine Erklärung über seine persönliche Ansicht und über sein Ürtheil bei einem gegebenen Krankheitsfalle und den da­bei zu verfolgenden Heilplan —, mit anderen Worten: das Recept ist ein Belag seiner wissenschaftlichen Kenntnisse und seines praktischen Handelns.
1*
ocr page 18
#9632;^
— 4 —
Deshalb muss der TMerarzt beim Verfassen der Re-cepte mit Bedacht und Umsicht zu Werke geheu. da die­selben jedweder Beurtheilung unterworfen sind. Der ra­tionelle, denkende Thierarzt soll auch nicht die Recepte be­währter, praktischer Thierärzte, wie sie in den Lehrbüchern enthalten sind, blos nachschreiben, sondern er muss sich bestreben, bei den Krankheiten der Thiere nach richtig auf-gefassten Heilanzeigen die geeigneten Arzneimittel selbst auszuwählen und in passenden Formen zu verordnen.
ocr page 19
I. Allgemeine Receptirkimst.
Erstes Kapitel. Die äussere Form des Receptes.
Die Recepte müssen auf ein entsprechend grosses und reines Stück Papier in leserlicher Handschrift so geschrie­ben werden, dass der Apotheker und jeder andere Sach­verständige über die einzelnen verordneten Mittel, über deren Menge, über die Art ihrer gegenseitigen Verbindung oder über die ihnen zu gebende Form gehörig unterrichtet wird und nirgends ein Zweifel über den einen oder den andern dieser Punkte entsteht. Ausserdem soll das Recept auch noch die Vorschrift über die Art der Einpackuug der Arznei und über die Art und Zeit ihrer Anwendung auf einmal oder in mehreren bestimmten Abtheilungen, sowie auch die Bezeichnung des kranken Thieres und seines Eigen-thümers enthalten und endlich noch mit dem Namen des Ortes, mit dem Datum, der Jahreszahl und dem Namen des Thierarztes versehen sein.
Diese verschiedenen Bedingungen müssen leicht zu über­sehen und deshalb in einer bestimmten Folgereihe und Form geschrieben sein, und zwar so, dass man folgende sechs Punkte hervorhebt:
1. Die üeberschrift. Sie enthält den Namen des Ortes, das Jahr und Datum der Arznei-Verordnung. Indem
'
ocr page 20
BHHBHH
— 6 -
hiermit das Recept beginnt, wird in den Fällen, wo wäh­rend des längeren Verlaufs einer Krankheit mehrere Re-cepte geschrieben worden sind, bei einer späteren Ver-gleichung des ganzen Heilverfahrens die üebersicht sehr erleichtert und der fortgeführte Heilplan daraus ersichtlich, was namentlich auch dann von Nutzen ist, wenn ein an­derer Arzt das Thier in Behandlung nimmt. Die Angabe des Datums ist auch bei den Wiederholungen einer Arznei nothwendig.
2.nbsp; nbsp; Das Anweisungswort. Hierzu dient für zusam­menzusetzende oder in gewisser Weise frisch zu bereitende Arzneien das Wort „Recipequot; (Nimm:) abgekürzt blos als R. oder Rp. — bei Verordnung einfacher Arznei-Substanzen oder der nach einer Officinalvorschrift bereiteten Mittel auch das Wort „Giebquot;. lateinisch „Daquot; oder abgekürzt blos ein lateinisches D. Diese Worte oder Buchstaben stellt man linkerhand an den Anfang der ersten Zeile des Re-ceptes vor den Namen des hier stehenden ersten Mittels, und zwar einige Linien breit vor diesen und den übrigen Mitteln vorgerückt oder in die Mitte.
3.nbsp; nbsp; Die Bezeichnung der einzelnen Arznei-Sub­stanzen und ihres Gewichtes oder Maasses. Diese Bezeichnung geschieht für jedes einzelne Mittel in einer besonderen Zeile und in der Regel so, dass jede Zeile mit einem grossen Buchstaben angefangen wird. Es sind dabei die officinellen oder sonst allgemein gebräuchlichen Namen der Mittel zu wählen und diese Eigennamen ebenfalls mit grossen Anfangsbuchstaben zu schreiben, wogegen bei Pflan­zenmitteln die Theile der Pflanzen, als: Blüthen. Samen, Blätter, Wurzeln und ebenso auch die etwa zu den Namen gehörenden chemischen Eigenschaften der Mittel mit kleinen Buchstaben geschrieben werden. Dabei muss-für den Fall, dass man sich nicht der eben so gut anwendbaren deutschen Sprache bedient, eine richtige lateinische Sprach-Construc­tion beobachtet werden, so dass mit Rücksicht auf das
ocr page 21
voranstehende Recipe die Namen der Mittel im lateinischen Genitiv, aber die Bezeichnung ihres Maasses oder Gewichtes im Accusativ ausgedrückt werden.
Es ist sehr gebräuchlich, die Namen der in den Re­cepten verordneten einzelnen Mittel abgekürzt zu schreiben; dies darf jedoch nur dann und so geschehen, dass durch die Abkürzung für denjenigen, welcher die Arznei bereitet, kein Zweifel in der Wahl eines vielleicht in einzelnen Sil­ben ähnlich geschriebenen Mittels veraulasst werden kann, wie dies z. B. der Fall sein würde, wenn bei dem Schrei­ben der Worte Natruin oder Kali sulphuricum die Abkür­zung des letzteren Wortes auf die erste Silbe, etwa in der Weise „sulph.quot; geschähe; denn dieses könnte ebenso gut auf sulphuratum wie sulphuricum gedeutet werden. Es ist ferner hierbei die Regel, dass man die .Abkürzungen so macht, dass sie mit Beibehaltung eines Consonanten der folgenden Silbe geschehen, ebenfalls um Zweideutigkeiten zu vermeiden, z. B. Pulv. radic. Althaeae oder Radic. Althaeae pulv.
4. Die BereitungsVorschrift. Sie enthält die An­weisung über die Zubereitung, über die Form, in welche die Arznei gebracht, und über die Art ihrer Verabreichung oder über das Gefäss u. s. vv.. in welchem das Medicament gegeben werden soll. Es wird z. B. gesagt: dass die ver­ordneten einzelnen Mittel blos mit einander durch Zusam­menreiben gemengt in Pulver-, in Pillen-, in Latwergen­oder in Salbenform u. s. w. gebracht, oder dass sie auf­gelöst, oder mit kochendem Wasser Übergossen werden und eine gewisse Zeit stehen bleiben, oder dass sie gekocht werden sollen u. s. \v., sowie auch, dass sie in Papier oder in Schachteln, in Büchsen, Töpfen (Kruken) oder in Gläsern u. s. w. gegeben werden sollen.
Die seither auf den Recepten gebräuchlichen Ausdrücke für die Zubereitung der Arzneien sind folgende:
„Das Zerschnittene und Zerstossene mischequot;, Goncisa
ocr page 22
et coutusa misce; — „es werde ein Pulver, eine Pillen-oder Bissen-Massequot;, fiat pulvis, fiat massa pilularum s. massa boli; — „theile es in so und so viele gleiche Theile;', divide in partes aequales No. . . .; — „es sollen solcher einzelnen Gaben so und so viel gegeben werdenquot;, dentur tales doses No. . . .; — „kochequot;, coejue, oder „giesse aufquot;, infande; — „löse es auf in . . .quot;, solve in . . .; — „reibe es ab mit . . .quot;; tere s. subige cum ... u. s. w. — (Das Ausführliche hierüber siehe bei den einzelnen Arznei­formen).
Die Verabreichung der Arznei, wie dieselbe geschehen soll, deutet man in folgender Weise, an: „Es soll in Papier, in eine Schachtel, iu eine Büchse, Kruke (tliönernes Ge-, fäss). Flasche oder in ein Glas gegeben werdenquot;, Detur ad chartam. scatulam, pyxidem, ollam (fictile), lagenam seu vitrum.
Zuweilen ist auch die Verstopfung oder der genaue Verschluss des Glases oder Gefässes anzugeben nothig, namentlich bei scharfen Säuren, Laugen, bei der Blausäure und anderen Giften, die man zur Verhütung von Unglück auch wohl noch in auffallender Weise, z. B. mit einem Grab-kreuze oder Todtenkopfe und dem Worte „Giftquot; auf der Signatur bezeichnet. Man sagt dann: „Es solle in einem gut verschlossenen oder gut verstopften Glase (oder Ge-fässe) gegeben (verabreicht) werdenquot;, detur in vitro (s. vase) bene clauso, s. bene obturato, s. bene munito oder „Glas mit eingeriebenem Stopfenquot;.
Der Anfang dieses ïheiles des Receptes wird stets in einer besonderen Zeile gemacht und entweder vor den übrigen Zeilen, in denen die Namen der Mittel geschrieben sind, ein wenig vorgerückt, oder auch, wenn die Vorschrift nur eine sehr kurze ist, wird sie etwa unter die Mitte des zuletzt stehenden Mittels geschrieben. Auch in diesem Theile des Receptes sind Abkürzungen sehr gebräuchlich, von denen die wichtigsten folgende sind:
ocr page 23
#9632;#9632;#9632;
^
aa oder aa für ana, bei dem fiewicht oder .Maa.s.s, d. h. gleich massig, wenn von zwei oder mehreren Arznei-Substanzen einerlei Gewicht oder Maass ge­nommen werden soll.
add. adele, füge bei.
ad 1. ad lib. ad libitum, nach Belieben.
ad rat. ad rationem, auf Rechnung.
c. für cnm, „mitquot; (z. B. wenn Arznei-Substanzen mit Flüssigkeiten übergössen, oder abgekocht, oder mit Säuren u. s. w. gesättigt, oder mit Dicksäften, mit Seife u. dgl. zur Latwergen- oder Pillen-Masse gemacht werden sollen).
col. für cola, „seihe durch.quot; (bei Aufgüssen, Abkochun­gen, oder Auflösungen u. dgl.. wenn die Flüssig­keit klar und frei von allen gröberen Theilen er­halten und deshalb durch ein Seihetuch oder Filtrum gegossen werden soll).
Col. oder Colat. für Colatura, „die durchgeseihete Flüssigkeitquot;.
coq. für coqne, „kochequot;.
D. für Da oder Detur, oder Disp., Dispensa, Dispen-sentur, „gieb, es werde gegeben oder verabreichtquot;.
D. S. für Detur, Siguetur. „es werde gegeben und be­zeichnetquot;.
Dect. für Decoctum, „Abkochungquot;.
Dect. Inf. für Decocto-lnfusum, „Abkochnngs-Aufgussquot;.
Div. für Divide, „theilequot;.
f. für fiat oder fiant, „es werde oder es werdenquot;.
f. 1. a. für fiat lege artis. oder
f. s. a. für fiat secumlum artem, „es werde nach den Regeln der Kunstquot; (Apothekerkunst).
G. Gramma, ein „Grammquot;. .
Gtt. Gutta, „ein Tropfenquot;.
Inf. für Tnfusum, „Aufgussquot;.
ocr page 24
mÊBmmmmmmm
— 10
Infand. lufunde, „übergiessequot;.
Inf. üect. für Iiifuso-Decoctuin, „Aufguss-Abkocliuugquot;.
1. a. für lege artis. „nach dem Gesetz der Kunst, oder
kunstgemässquot;. M. für Misee. „mische oder mengequot;. M. D. S. für Misce, Detur, Signetur. „mische, gieb und
bezeichuequot;. M. f. für Misce Hat. „mische, es werde''. Nr. für Nummero, „an Zahl4'. q. s. für quantum satis oder quantum sufficit, „soviel
als genug istquot;. q. r. für quantum requiritur, „soviel als erforderlich istquot;, q. v. für quantum vis. soviel als beliebtquot;. S. für Signa oder Signetur. „bezeichne es oder werde
bezeichnetquot;. s. a. für secundura artein, „nach der Kunstquot;. s. q. für sufficiens quantitas. „die hinreichende Mengequot;, s. f. für sub finem oder sub fine (z. B. coctionis),
„gegen Ende (des Kochens)quot;.
5. Die Signatur oder die Bezeichnung der Gebrauchsweise der Arznei, wodurch dem Besitzer resp. dem Wärter die im Recept verordnete und von dem Apotheker der Arznei beizugebende schriftliche Anweisung ertheilt wird, in welcher Menge, in welchen Zwischenzeiten und in welcher Weise er die Arznei dem kranken Thiere geben soll; z. B. den 3. oder 4. Theil auf einmal in Zwischenzeiten von 2 Stunden, in warmem Wasser einzu­geben; oder: den 4. Theil auf einmal des Morgens und des Abends in die Schulter einzureiben.
Bei dieser Vorschrift wird zugleich die Art des kranken Thieres und der Name des Eigenthümers angegeben, um hierdurch theils dem Apotheker eine Notiz für seine Rech­nung zu geben, hauptsächlich aber um Verwechselungen mit anderen Thieren zu vermeiden.
ocr page 25
#9632;#9632;
— 11 —
6. Zuletzt folgt der Name des Thierarztes, welcher das Recept verordnet hat: derselbe wird gewöhnlich unten rechts geschrieben. Die Medicinalgesetze verlangen die Unterschrift des Arztes und nur durch diese erhält ein Kecept seine Gültigkeit. Ein vom Arzte oder vom Thier-arzte nicht unterschriebenes Recept soll (namentlich, wenn heftig wirkende Mittel darauf geschrieben sind) vom Apo­theker nicht angefertigt werden.
Es ist aber darauf hinzuweisen, dass einfache Arznei-stofte, die im Handverkaufe zu haben sind, nach der Arznei­taxe berechnet werden, wenn sie in Receptform und mit dem Namen des Thierarztes unterschrieben verlangt werden, was nicht geschieht, wenn das Recept nicht unterschrieben ist. Wenn z. B. aufgeschrieben wird: D. od. G. (Da) (Gieb) Natrium sulfuricum 500, (Glaubersalz 1 Pfund). S. od. B. (Signa) (Bezeichne).
n. B. z. g. (Nach Bericht zu geben).
Thierarzt X. so kostet dies in der Apotheke — Wird jedoch aufgeschrieben:
1 Pfd. Glaubersalz, so kostet dies —
Soll in dringenden, gefahrdrohenden Krankheitsfällen, wie z. B. bei Vergiftungen, Krämpfen u. s. w., die Arznei sogleich bereitet und verabfolgt werden, so setzt man oben auf das Recept das Wort Schnell (Cito) oder das Wort Sogleich (Statim), welches gross geschrieben und unterstrichen wird, damit es der Apotheker nicht übersieht. Wenn eine früher in einem Recept verordnete Arznei auf dasselbe Recept wiederholt gegeben werden soll, so muss dieses von dem Thierarzt mit dem Worte Wiederholung
ocr page 26
mgmmm
— 12 —
..Ueïteretuvquot;. liebst Datum und Xameiisuiiterschiift, an­geordnet werden.
In grosseren Städten wird vielfach von den Droguen-liaiullungen dem monopolisirteu Apothekergewerbe dadurch Concurrenz gemacht, dass sie sich vollständige Einrichtungen für Keceptur anschatt'en, unter Umständen einen gelernten Apotheker als Gehilfen halten und nach Uebereinkunft mit den Verschreibenden solche Stoffe, die freigegeben sind, in jeder beliebigen Form. Mischung und mit Vorschriften ver­sehen, aber um weit billigeren Preis, als dieselben in der Apotheke zu erlangen wären, abgeben. Auch die Concurrenz der Apotheker unter sich ist oft derart, dass. wenn ein Vertrag abgeschlossen wird. die Lieferungen aus den Apo­theken um .!30 oder 40 Procent unter der Taxe übernommen werden.
Im Interesse des thierbesitzenden Publikums hat man auf diese Vortheile zu achten.
Ein Recept schreibe man stets mit Tinte, nie mit Blei­stift. Das Hecept ist eine Urkunde. Verwechselungen, ündeutlichkeiten können sehr unangenehm werden, auch ist der Apotheker nicht verpflichtet, Arzneien nach Recepten, die mit Bleistift geschrieben sind, anzufertigen. Man ver­wende grosse Sorgsamkeit auch auf seine Handschrift, schreibe schön und deutlich, namentlich die Zahlen. Letztere setzt man zweckmässig erst zuletzt, wenn alles andere geschrieben ist. Vor der Abgabe liest man das Recept noch einmal durch.
Für die Receptschreibung ist noch Folgendes von Be­deutung zu beachten: Das deutsche Arzneibuch bestimmt:
1. Wo von Theilen die Rede ist, sind Gewichtstheile gemeint, wenn im Einzelfalle etwas Anderes nicht ausdrück­lich bestimmt ist. 2. Bei der Angabe der Lösungsverhält­nisse bedeuten die Avisdrücke 1 = 10, 1 — 20 u. s. w., dass ein Theil Substanz in neun, bezüglich neunzehn Flüssigkeit u. s. w. zu lösen ist. 8. Unter Lösungen sind, soweit etwas
ocr page 27
— 13 —
Anderes nicht ausdrücklicli vorgeschrieben oder aus dem Zusammenhange zu entnehmen ist. \Yässerige Lösungen zu verstehen. 4. Sind besondere Vorschriften nicht gegeben, so müssen die benutzten Stott'e rein sein. 5. Unter Wasser ist stets auch bei Aufgüssen und Abkochungen destillirtes Wasser zu verstehen. 6. Bei den Wärmeangaben ist überall das lOOtheilige Thermometer zur Grundlage genommen. 7. Sind bei Prüfungen besondere Wärmegrade nicht au­gegeben, so ist eine Wärme von 15 Grad gemeint. Auch die volumetrischeu Lösungen sind bei dieser Wärme zu be­reiten und zu verwenden. 8. Die qualitativen Untersuchungen sollen in der Kegel in Probirrohren von ungefähr 20mmWeite, und zwar, soweit im Einzelfalle nicht anders bestimmt ist, mit 10 ccm der zu prüfenden Flüssigkeit ausgeführt werden. 0. Das Maass der Zerkleinerung ist in der Weise festgestellt, class
grob zerschnittene Drogen mittels eines Siebes von
4 mm Maschenweite (So. 1). mittelfein zerschnittene Drogen mittels eines Siebes
von :gt; mm .Maschenweite (No. 2). fein zerschnittene Drogen mittels eines Siebes von 2mm
Maschenweite No. 3). grobe Pulver mittels eines Siebes, welches 10 .Maschen
auf 1 cm Länge zeigt (No. 4). mittelfeine Pulver mit einem solchen von 26 Maschen
auf 1 cm (No. 5) feine Pulver mit einem solchen von 4u Maschen auf 1 cm (No. G) fertiggestellt sein müssen.
Die nach Maassgabe des Siebes No. 1 bis ciuschliesslich No. 4 zerkleinerten Mittel sind von den beim Zerkleinern entstandenen feineren Theilen zu befreien. 10. Zur Bereitung pharmaceutischer Präparate sind die Pflanzentheile im ge­trockneten Zustande zu verwenden, sofern das Gegentheil nicht ausdrücklich vorgeschrieben ist. 11. Bei Anfertigung
ocr page 28
mmmmmmm
— 14 —
von Extracten, Theegemischen, Salben, Tincturen u. s. w. sind die in den betreffenden allgemeinen Artikeln enthalteneu Vorschriften zu beachten. 12. Das Maceriren geschieht bei 15—20 Grad, das Digeriren bei 35—40 Grad, in beiden Fällen unter wiederholtem Umrühren oder Bewegung der Gemische.
Zweites Kapitel. Inhalt des Receptes.
Der wesentliche Inhalt eines Receptes ist oder sind die für einen bestimmten Heilzweck als nothweudig erachteten Arzneimittel in derjenigen Menge und Form, welche der Individualität des Thieres wie auch der Art der Anwendung entsprechen. Bei der Wahl des einen oder des anderen Arzneimittels kommen die theoretische Ansicht, das practi-sche Talent, die Erfahrung, selbst die Gewohnheit des Thier-arztes, und häufig auch die Berücksichtigung des Werthes des kranken Thieres, sowie die Vermögensverhältnisse seines Besitzers in Betrachtung, jedoch ist dabei Folgendes soviel wie möglich zu beachten.
1. Die Wahl der Arzneimittel. Dieselbe setzt zunächst die genaue Kenntniss des besonderen Krankheits­falles in allen seinen Eigenthümlichkeiten, wie dieselben durch die Ai't, den Sitz, das Stadium u. s. w. der Krank­heit, sowie durch die Art des Thieres, die Grosse, das Alter u. s. w. desselben bedingt sind, aber auch ebenso die ge-naueste Kenntniss der Arzneimittel nach ihren chemischen Eigenschaften, ihren Wirkungen u. s. w. voraus. Findet man bei der Vergleichung mehrerer Arzneimittel eins, wel­ches den gestellten Heilindicationen in den Hauptmomenten entspricht, so wähle man dies und wende es in einer mög­lichst einfachen Form an. Sind mehrere Arzneimittel von ähnlicher Qualität vorhanden, so wähle man für den inneren
ocr page 29
— lö —
Gebrauch dasjenige, welches schon in kleinen Quantitäten die genügende Wirksamkeit entwickelt, damit man nicht nöthig hat, zu grosse Massen in den einzelnen Gaben an­zuwenden. Hiermit soll jedoch keineswegs für die meisten Fälle die Wahl der sogenannten heroischen Mittel empfohlen sein; im Gegentheil muss man dieselben auf den äussersten-Grad der Notwendigkeit beschränken. 1st bei sonst gleichen Eigenschaften die Anwendungsart irgend eines Arzneimittels leichter, ist es ohne grosse Mühe, ohne besondere Kosten und ohne grossen Zeitverlust in eine passende Form für den Gebrauch zu bringen, so verdient ein solches Mittel den Vorzug vor anderen. Zuweilen ist auch der Eigensinn und die Widersetzlichkeit der Thiere gegen das Eingeben der Medicamente und die hierbei entstehende Gefahr für den Wärter, — die Beunruhigung und Aufregung des Thieres selbst und der häufig entstehende Verlust eines grossen Theiles der Arznei hierbei, massgebend. Endlich müssen auch, besonders bei den Thieren armer Leute, der Preis der Arzneimittel und die Kosten der Arzneibereitung sehr be­rücksichtigt werden, damit nicht diese Kosten den Werth des Thieres übersteigen. Es ist in der letzten Hinsicht sehr zweckmässig. wenn die angehenden Thierärzte sich mit der gesetzlichen Apothekertaxe bekannt machen. Nur bei so­genannten Lieblingsthieren reicher Leute dürfen diese Rück­sichten vollständig wegfallen.
Werden mehrere Arzneisubstanzen in einer Arznei mit einander verbunden, um gewisse Nebenzwecke hierdurch zu erreichen, so ist hauptsächlich auf die gegenseitigen chemi­schen Eigenschaften dieser Substanzen Rücksicht zu nehmen, und diejenigen müssen ausgeschlossen bleiben, welche ein­ander in dieser Hinsicht entgegenstehen oder sich zersetzen.
2, Wahl des Präparates. Obgleich fast alle Prä­parate, welche aus einem Arzneistoff hervorgehen, eine bald mehr, bald weniger ähnliche Wirksamkeit besitzen, so finden sich doch bei den einzelnen Präparaten theils in der leich-
ocr page 30
fmmmm
— 16 —
teren Auflöslichkeit des einen vor dem andern, in der ge­nügenden Wirksamkeit schon bei kleinen Gaben, in der grosseren Wohlfeilheit n. s. w., Verschiedenheiten, die in den einzelnen Fällen bei der Wahl des einen oder des anderen Mittels von Bedeutung sein können. Es ergiebt sich ans diesen Andeutungen, dass. um eine ganz richtige Wahl zu treffen, der Thierarzt mit den chemischen und pharma-kodynaniischen Eigenschaften und mit dem Werthe der ver­schiedenen Arzneipräparate genau bekannt sein müsse. Von ganz besonderer Wichtigkeit ist hierbei noch die Form und die Art der Anwendung, welche für die Arznei vorausgesetzt wird, und diese Imstande sind wieder abhängig von dem Orte der Anwendung, ob innerlich oder äusserlich. von der gewünschten Dauer der Berührung, zuweilen selbst von dem Benehmen des Thieres und von der Zeit und der Gelegen­heit der Abwartuug seitens des Besitzers oder des Wärters, — wie dies noch weiter unten erörtert werden soll.
3. Gabe der Arznei. Da jedes Arzneimittel seine vollständige Wirkung nur dann entfaltet, wenn es in einer gewissen Quantität mit • dem Thierkörper in Berührung kommt, und da die meisten Mittel. wenn sie in zu kleiner Gabe augewendet, eine ungenügende, zuweilen dem Zwecke gar nicht entsprechende, in zu grossen Gaben aber eine zu heftige, selbst giftige und tödtliche Wirkung erzeugen, so ist es uötlüg. die Arzneimittel für den jedesmaligen Zweck in der richtigen Gabe zu verordnen und diese auf dem Recept in einer bestimmten Weise so deutlich zu bezeich­nen, dass der Apotheker in dieser Hinsicht keinen Fehlgriff thun kann. Was die Bestimmung der einzelneu Gaben be­trifft, so ist dies Sache der Erfahrung über den Grad der Wirksamkeit der einzelnen Arzneimittel bei den verschie­denen Thiergattungen und mit Rücksicht auf die Indivi­dualität nach Alter, Grosse, Race, Geschlecht, mit Beachtung des Kraukheitszustandes und ebenso mit Rücksicht auf die bereits angewendeten Galten von demselben Mittel und der
ocr page 31
— 17 —
hiervoii eingetretenen oder auch erwarteten Wirkung. In dieser Hinsicht lehrt die Erfahrung: dass a) die Empfäug-lichkeit der einzelnen Thiere, besonders im kranken Zustande, für ein und dasselbe Mittel sehr verschieden sein kann, und b) dass fast immer bei länger fortgesetzter Anwendung eines und desselben Mittels die Empfänglichkeit für das­selbe sich allmälig mindert, oder wie bei Calomel, mehrere kleine Gaben gefährlich werden, während dieselben Mengen in einmaliger Gabe noch unschädlich sind.
Hieraus ergeben sich als Kegeln: 1. Dass man auch bei bekannten Wirkungen eines Arzneimittels stets in der ersten Zeit nur mit massigen Gaben beginnen dürfe, dass man aber späterhin die Gaben allmälig verstärkt, bis die gewünschten Wirkungserscheinungen auftreten. 2. Dass mau nicht vollständig erprobte Heilmittel in der Praxis nicht anwendet, es sei denn in Form eines wissenschaftlichen Versuchs. Ij. Dass ein Arzneimittel niemals schaden darf.
Wird es voraussichtlich nüthig, eine Arznei in mehreren Gaben wiederholt zur Anwendung zu bringen, so verordnet man in der Regel die ganze Arznei für einen oder selbst für mehrere Tage auf demselben Recepte zusammen und lässt dabei entweder a) vom Apotheker jede Gabe ein­zeln abgetheilt, oder — b) man lässt mehrere Gaben in einem grosseren Arzneiquantum dispensiren und schreibt dem Eigeuthümer oder Wärter auf dem Recepte vor, in wie viele einzelne Theile er dieses Quantum theileu, wann und wie er es geben soll. Ersteres Verfahren ist sicherer, als das letztere, weil der Apotheker mit Maass und Ge­wicht versehen, gewissenhaft eine gleichere und genauere Theilung bewirkt, als dies von dem in solchen Geschäften unkundigen, oft ohne alle Einsicht und ohne die nöthigen Hülfsmittel zum Abmessen versehenen Wärter oder Eigeu­thümer geschehen kann. Ks wird in solchen Fällen, nament­lich bei den in der Pferdepraxis so häufig gebräuchlichen Latwergen, für die ersten Gaben bald zu viel, bald zu wenig
Thierärxtliche liecepUrkundlaquo;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;o
A
ocr page 32
— IB —
aus der Latwergenbüchsé entnommen und dadurch unver­meidlich eine sehr ungleiche Wirksamkeit in den folgenden Gaben herbeigeführt.
Dagegen ist bei der Verabreichung einer grosseren Arz-neimenge, welche der Eigenthümer in die nothwendigen einzelnen Gaben theilt, eine Ersparniss der Kosten bedingt, welche der Apotheker für das Theilen und das abgeson­derte Einpacken der einzelnen Gaben iu Rechnung bringt.
Wenn man in der ersten Weise (a) zu Werke geht, kann man entweder eine einzelne Arzneigabe auf dem Re-cepte vorschreiben und dann anordnen, dass diese Gabe so und so viele Mal in einzelnen Gaben angefertigt und ver­abreicht werden soll, oder man schreibt eine gewisse grös-sere Quantität vor und lässt dieselbe so theilen, dass in jedem Theile die dem Zwecke entsprechende einzelne Arzneigabe enthalten ist. z. B.:
Lateinische Form:
Berlin, den
Rp. Pulv. Opii 8,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; quot;fquot;
„ florum Chamomillae 60,0. Misce, divide in pulveres aequales Numero quatuor, Dentui' in chartam. Signetur. Alle S Stunden ein Pulver in einem halben Liter warm Wasser zu geben. (Gegen Diarrhöe.) Für ein Pferd des Herrn X.
Thierarzt N.
Deutsche Form:
N. Opiumpulvor 8,0.
Chamillenblumen 60,0. Mische, Gieb u. bezeichne. (M. G. b.) Alle 3 St. 1 P. z. g.
Für 1 Pferd d. H. X.
Thierarzt N.
Maass, Gewicht und Dosis. In früheren Zeiten bestand fast überall, in Deutschland bis 1868. ein besonderes Medicinal- oder Apothekengewicht.
ib
ocr page 33
T
— 19 —
Dessen Grundlage war das Pfund tl. dasselbe hatte 12 Uu-zen =, die Unze 8 Drachmen ö. die Drachme 3 Skrupel ;#9658;), der Skrupel 20 Gran Gr. (Eine Unze ist 30 Gramm.)
Seit 1868 ist das seit 1871 auch allgemein giltige Gram men gewicht auch Apothekergewicht. Dessen Ein­heit, das Gramm, entspricht genau dem Gewicht eines Cubikcentimeters destillirten Wassers bei -f- 4quot; C. gewogen. Die grosseren Gewichte werden durch Multiplikation des Gramms mit 10, mit 100, mit 1000 und mit 10000 be­stimmt und der Reihe nach erhält man:
10 Gramm = 1 Decagramm. 100 „ = 10nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; =1 Hectogramm.
1000 ., = 100nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;„nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;=10nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; „nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; =
1 Kilograuim. Entgegengesetzt sind die kleineren Gewicht-Bruchtheile der Gramme durch Dividiren mit 10, mit 100, mit 1000 und mit 10000:
1 Gramm =nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10 Decigramm.
1 ,. = 100 Centigramm. 1 „ = 1000 Milligramm. 1 „ =: 10000 Decimilligramm. Diese Gewichtstheile bezeichnen wir folgendermassen: 1 Kilogramm = 1000. 1 Hectogramm = 100. 1 Decagramm = 10,0. 1 Gramm — 1,0.
1 Decigramm = 0,1. 1 Centigramm = 0,01. 1 Milligramm = 0,001.
1 Decimilligramm = 0,0001.
:
ocr page 34
— 20 —
Folgendes Schema veranschaulicht die ïheilung:
s
.
E a
tograini agrainn
mm.
_3d
s
i
igramm imilligr
w o s
'3
_ ö
o a ^
o
o
— $
^
S Q O
—,
o
S ö
1 =
10=100=1000 =
10000 =
100000 =
1000000
1= 10= 100 =
1000 =
10000 =
100000
1= 10 =
100 =
1000 =
10000
1 =
10 =
100 =
1000
L
10 =
100 10 1 10
4raquo;
Bei dem Verordnen sehr getheilter oder sehr verviel­fältigter Gramme bedient man sich besser der betreffenden Namen des Gewichtstheiles, so dass man zweckmässig fol-gendermassen aufschreibt:
Kilogramm 1 Kgrm.
Hectogrm.' Decag. 100,0. 1 10,0.
Gr. iDecig. Centig. 1,0. 0,1. 0,01.
Deti-Millig. i milUgrm. 1 Millig.! i.Dlaquo;quot;-
Für gewisse Flüssigkeiten hat man die Bestimmung durch Tropfen. Dieselbe ist etwas ungenau, weil die Tropfen nicht immer gleich gross sind. So wird z. B. das Crotonöl regelmässig in Tropfenform vorgeschrieben, es schwankt aber die Zahl der Tropfen Crotonöl, die auf 1 Gramm gehen, zwischen 24—28. Im Allgemeinen wird berechnet, dass:
1.nbsp; nbsp; Von Fetten und specilisch schweren ätherischen Oelen und von Tincturen 20 Tropfen auf 1 Gramm kommen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^
2.nbsp; nbsp; Von den übrigen ätherischen Oelen, Chloroform, Essigäther. Aetherweingeist und wässerigen Flüssigkeiten 25 Tropfen auf 1 Gramm.
'5. Von Aether gehen 30 Tropfen auf 1 Gramm.
*
ocr page 35
— 21 —
Hiernach berechnet sich das Gewicht eines Tropfens von 0,02-0,06.
Für die Anordnung, wie die Arzneien gegeben werden
„*
sollen, sind Maasse, die sich im täglichen Gebrauche befinden,
zu verwenden. Man rechnet auf:
1 Thee- oder Kaffeelöffel. . 4—6 Gramm.
1 Esslöfifel......10—15 „
1 Weinglas oder Tassenkopf 90—120 ,,
1 Schoppen...... 500nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,,
1 Quart.......1 Liter.
1 Stalleimer......10—15 Liter.
Diese Gewichtsangaben bezieben sich auf Flüssigkeiten. Werden Pulver in dieser Weise angewandt, so ist das Ge­wicht überhaupt nicht mehr massgebend, denn es wiegt z. B. ein Kaffeelöffel voll gebrannter Magnesia 0,7 und ein solcher voll Kalomel 18,0.
Die Methoden der Anwendung der Arzneien. Application.
1.nbsp; nbsp; Aeusserlich, epidermatisch. Die Arzneien müssen in eine Form gebracht werden, dass sie dortselbst zur örtlichen oder allgemeinen Wirkung gelangen können. Man verwendet: Salben, Lösungen und Pulver. Dieselben werden eingerieben, eingepinselt, als Waschungen. Bäder oder als Streupulver gebraucht.
2.nbsp; nbsp; nbsp;Innerlich, stomachical oder per os. Die Arzneien werden als Pulver oder flüssig, als Latwergen oder in Gelatinekapseln in den Magen gebracht. Die Stoffe müssen der Art sein, dass locale Schädigungen, Anätzungen nicht ent­stehen, dass sie den Geschmack nicht der Art unangenehm
raquo;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; beeinflussen, dass sich die Thiere der Aufnahme widersetzen,
^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; dass die Stoffe im Magen- und Darmsaft löslich sind und
dass sie den Appetit nicht beeinträchtigen. Es ist ein Unterschied, ob die Stoffe in den vollen oder leeren Magen gegeben werden.
rit
ocr page 36
— 20 — Folgendes Schema veranschaulicht die Theilung:
s
g
?*
Ä
tx
Sm
fcß
^
o
o
—
i)
o
s s
fcE
t-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;O)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;anbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .—nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; laquo;
1 = 10 = 100 = 1000 = 10000 = 100000 = 1000000
1= 10= 100= 1000= 10000= 100000
1= 10= 100= 1000= 10000
1= 10= 100= 1000
i = ig = loo
1=nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10
1 10
Bei dem Verordnen sehr getheilter oder sehr verviel­fältigter Gramme bedient man sich besser der betreffenden Namen des Gewichtstheiles, so dass man zweckmässig fol-gendermassen aufschreibt:
i
Kilogramm Hectogrm. 'lt; Decag. 1 Kgrm. | 100,0. ! 10,0.
Gr. Decig. Centig. 1,0. 0,1. 0,01.
; Deci-Millig. | milligrm.
1 Milllg. I 1 Deelquot;
| millignu.
Für gewisse Flüssigkeiten hat man die Bestimmung durch Tropfen. Dieselbe ist etwas ungenau, weil die Tropfen nicht immer gleich gross sind. So wird z. B. das Crotonöl regelmässig in Tropfenform vorgeschrieben, es schwankt aber die Zahl der Tropfen Crotonöl, die auf 1 Gramm gehen, zwischen 24—28. Im Allgemeinen wird berechnet, dass:
1.nbsp; nbsp; Von Fetten und specifisch schweren ätherischen Oelen und von Tincturen 20 Tropfen auf 1 Gramm kommen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; y.
2.nbsp; nbsp; Von den übrigen ätherischen Oelen, Chloroform,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;J^ Essigäther. Aetherweingeist und wässerigen Flüssigkeiten 25 Tropfen auf 1 Gramm.
'5. Von Aether gehen i30 Tropfen auf 1 Gramm.
A
ocr page 37
— 21 —
Hiernach berechnet sich das Gewicht eines Tropfens von 0,02-0,06.
Für die Anordnung, wie die Arzneien gegeben werden sollen, sind Maasse, die sich im täglichen Gebrauche befinden, zu verwenden. Man rechnet auf:
1 Thee- oder Kaffeelöffel. . 4—6 Gramm.
1 Esslöffel......10—15 „
1 Weinglas oder Tassenkopf 90—120 „
1 Schoppen...... 500nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,,
1 Quart.......1 Liter.
1 Stalleimer......10—15 Liter.
Diese Gewichtsangaben beziehen sich auf Flüssigkeiten. Werden Pulver in dieser Weise angewandt, so ist das Ge­wicht überhaupt nicht mehr massgebend, denn es wiegt z. B. ein Kaffeelöffel voll gebrannter Magnesia 0,7 und ein solcher voll Kalomel 18,0.
Die Methoden der Anwendung der Arzneien. Application.
1.nbsp; nbsp; Aeusserlich, epidermatisch. Die Arzneien müssen in eine Form gebracht werden, dass sie doi'tselbst zur örtlichen oder allgemeinen Wirkung gelangen können. Man verwendet: Salben, Lösungen und Pulver. Dieselben werden eingerieben, eingepinselt, als Waschungen. Bäder oder als Streupulver gebraucht.
2.nbsp; nbsp; Innerlich, stomachical oder per os. Die Arzneien werden als Pulver oder flüssig, als Latwergen oder in Gelatinekapseln in den Magen gebracht. Die Stoffe müssen der Art sein, dass locale Schädigungen, Anätzungen nicht ent­stehen, dass sie den Geschmack nicht der Art unangenehm beeinflussen, dass sich die Thiere der Aufnahme widersetzen, dass die Stoffe im Magen- und Darmsaft löslich sind und dass sie den Appetit nicht beeinträchtigen. Es ist ein Unterschied, ob die Stoffe in den vollen oder leeren Magen gegeben werden.
:
$
éL
ocr page 38
3.nbsp; nbsp;Anwendung auf die Schleimhäute der Ath-raungsOrgane, a) Einathmen, Inhalation gas-, dampf-, staubfönniger Arzneistoffe mittelst besonderer Apparate und Einrichtungen, b) Einbringen flüssiger Arzneimittel durch Gummischläuche in die Nase, nasal, oder mittelst Spritze durch die Luftröhre in die Lungen, intratracheal.
4.nbsp; Anwendung auf die Schleimhäute der übrigen natürlichen Körperöffnungen. Mastdarm, Scheide, Ute­rus und Blase, Auge und Ohr, rectale, vaginale, intrauterine und vesicale Methode. Meist will man locale Wirkungen erreichen gegen Krankheiten, gegen welche das Mittel direct auf gebracht werden kann. Allgemeine Wirkungen werden oft durch Einspritzungen in den Mastdarm, eine der ältesten Methoden der Arzneianwendung, die Klystiere, zu erlangen gesucht. Auch feste Stoffe, die Stuhlzäpfchen, kommen dort in Anwendung. In die Scheide. Uterus und Blase kommen desinficirende und leicht adstringirende Lösungen, desgleichen auf die Schleimhäute von Auge und Ohr, doch werden hier auch Pulverformen und Salben gebraucht.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; sgt;
5.nbsp; nbsp; Einbringen flüssiger Arzneien direct in die ßlutbahn, intravenös. Eröffnen einer grossen Vene, Einführen eines Trichters und durch denselben Eingiessen der Arznei, oder Einstechen und Einspritzen mit der Pra-vaz'schen Spritze. Die früher angewandten, heftig wirken­den Stoffe sind gefährlich. Es handelt sich jetzt in der Regel nur noch um Kochsalzinjectionen bei Verblutungen.
6.nbsp; nbsp; Unter die Haut, subcutan oder hypoderma-tisch, und direct in erkrankte Theile, parenchymatös.
Die Anwendung geschieht mit der Pravaz'schen Spritze subcutan, um allgemeine, parenchymatös mehr, um locale Wirkung zu erzeugen. Die Arzneien sind kräftig wirksam, sie müssen nicht ätzen oder Schmerz erzeugen und sie müssen steril sein, sonst giebt es Abscesse.
.lede der genannten Methoden der Anwendung hat ihre Vortheile und ihre Nachtheile. Der Thierarzt muss alle
ocr page 39
4raquo;
— 23 —
nicht nur kennen, sondern anzuwenden verstehen. Die rich­tigste Diagnose, die beste Arznei sind vergeblich, wenn die Anwendung eine mangel hafte ist.
Die Form der Arznei.
Die Arzneimittel besitzen, theils von Natur, theils durch die Kunst bewirkt, verschiedene Formen und sie können dieselben entweder bei der Anwendung auf den Thierkörper behalten, oder sie müssen hierzu in eine andere Form ge­bracht werden, je nachdem der Ort der Anwendung, der therapeutische Zweck, die leichtere oder schwerere Auflös-lichkeit der wirksamen Bestandtheile, die örtliche und die allgemeine Wirkung der Mittel, die Art der Krankheit und selbst das Benehmen der Thiere bei der Anwendung der Mittel dies bedingt.
Die natürlichen Formen der Arzneimittel sind, je nach den drei Naturreichen und nach den einzelnen Naturkörpern verschieden, wie z. B. aus dem ïhierreiche: die Ameisen, die Kanthariden; aus dem Pflanzenreiche: Wurzeln, Rinden, Hölzer, Blätter, Blüthen und Samen; aus dem Mineralreiche: reine Metalle, Erze, Salze u. dergl. In diesen natürlichen Formen werden jedoch nur sehr wenige Mittel angewendet und daher auch selten verordnet, weil sie in diesen Formen ihre Wirksamkeit nur unvollständig und ungleich entwickeln können. Denn jemehr kleine Theil-chen einer Substanz mit dem Thierkörper in Berührung kommen, um so mehr wird auch die Auflöslichkeit dieser Substanz und somit die Wirksamkeit derselben bedeutend befördert.
Die künstlichen Formen der Arzneimittel sind 1. dieTheeform, Species, 2. die Pulver. .'3. die Pillen und Bissen, 4. die Latwergen, 5, die Pflaster, 0. die Salben und Linimente. 7. die Schüttelmixturen und
ocr page 40
m
24 —nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;%
Auflösungen. 8. die Aufgüsse, 9. die Abkochungen und die Zusammensetzungen der beiden letzteren, 10. die Emulsionen. 11. die Gas-, Dampf- und Rauchform, 12. Extracte, 13. Sirupe, 14. Seifen, 15. Gekochtenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;^
Oele, 10. Saturationen, 17. Bougie, 18. Stuhlzäpf­chen, 19. Macerationen und 20. Digestionen.
Durch die passende Form einer Arznei wird die An-#9632;wendungsart derselben erleichtert und zum Theil auch die Wirkung befördert, sowie entgegengesetzt durch eine un­passende Form Beides erschwert. Ausserdem kommt aber noch hierbei in Betracht, class gewisse Arzneiformen die Aufbewahrung für längere Zeit begünstigen oder auch um­gekehrt dieselbe nicht zulassen, und dass einzelne Formen wegen der Schwierigkeit ihrer Bereitung auch den Preis der Medicin sehr vertheuern. Es gehört daher, wenn man über die Wahl des Hauptmittels, des Präparates und über die Bestimmung der Gabe für den jedesmaligen Fall mit sich im Klaren ist. — eine ganz besondere Berücksichtigung der Form — auch zu der Aufgabe bei dem Keceptschreiben.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; laquo;*,
Hierüber ist das Nöthige bei den einzelnen Formen selbst nachzusehen; hier im Allgemeinen ist nur noch zu bemerken, dass diejenige Form, welche die einfachste ist und dabei eine leichte Art der Anwendung und die Entwicklung der vollen Wirksamkeit gestattet, als die vorzüglichste zu be­trachten ist.
Sämmtliche genannte Formen können, eine jede in ihrer Art. entweder einfach oder zusammengesetzt sein. Im ersteren Falle enthalten sie nur ein einzelnes Hauptmittel und höchstens eine oder zwei Nebensubstanzen, durch welche ihnen die Form gegeben wird. Im andern Falle sind aussei' den formgebenden Substanzen noch mehrerenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; J #9632;
andere Mittel in der Arznei vorhanden, wie z. B. bei einem Einstreupulver, welches aus Holzkohlen- und Eichenrinden­pulver, Alaun u. dergl. zusammengemengt ist.
ocr page 41
tnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;--nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; - 25 -
Solche Zusainmensetzungeu von mehreren Mitteln waren ehedem mehr gebräuchlich, als jetzt und hatten zum Grunde die Absicht. 1. das Hauptraittel zu unterstützen, oder 2. die .j\nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Wirkungen desselben und auch wohl die des Unterstützungs-
mittels in gewissen Richtungen zu verbessern, oder auch 3. dem Ganzen eine gewisse Form zu geben. Man hat hier­nach in vollständigen Recepten für zusammengesetzte Arznei­formen vier verschiedene Mittel als wesentliche Theile angenommen, nämlich:
a)nbsp; das Hauptraittel (die Basis), welches der Hanpt-heilindication entspricht und nöthigenfalls für sich allein dem Heilzwecke genügt;
b)nbsp; nbsp;das Unterstützungsmittel (Adjuvans). welches die Wirksamkeit des Hauptmittels befördert oder in einer gewissen Richtung weiter ausdehnt und verlängert, wie z. B. dies durch den Zusatz der Brechwurzel zu dem Brech­weinstein, oder der Digitalis zu dem Calomel geschieht;
c)nbsp; nbsp;das Verbesserungsmittel (Corrigens), welches .4, die in einer Richtung unpassenden oder zu heftigen Wir­kungen der ersten beiden Mittel verbessert, namentlich den widrigen Geruch und Geschmack, oder die örtliche, zu starke reizende Einwirkung auf die Schleimhaut des Magens und Darmkanals, wie z. B. Leinsamen- oder Alttheewurzel-schleim bei dem Gebrauche des Aetzsubliraats und dergl.;
d)nbsp; nbsp;das formgebende Mittel (Constituens). durch welches die in der Arznei enthaltenen einzelnen Mittel mit einander verbunden und in diejenige Form gebracht werden, welche eben zur Anwendung kommen soll.
Es ist sehr oft nicht nöthig, diese verschiedenen Mittel
in einem Recept sämmtlich mit einander zusammenzubringen;
JJlnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; denn wenn ein Mittel für sich allein dem Heilzweck ge-
1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;nügt so ist neben diesem nur noch ein gestaltgebendes oder
ein Bindemittel erforderlich. Ueberall verordne man so
weit wie möglich einfache Mittel. Es finden sich aber doch
ocr page 42
^^mmm^*mmmm
— iv, —
auch Fälle, in deuen ein Adjuvans und ein Corrigeus er­forderlich oder erwiesen nützlich ist, wie man dieses in mehreren zusamineugesetzten specitischen Mitteln gegen ein­
zelne Krankheiten kennen gelernt hat. Die aus der Zu-
*
sammensetzung von mehreren Mitteln entstehende Wirksam­keit lässt sich aber mehrentheils im Voraus uicht berechnen, sondern sie ist nur durch die Erfahrung zu erforschen, und es ist eben deshalb bei solchen, durch die Erfahrung be­währten, zusammengesetzten Heilmitteln in der Regel auch nicht gut, eine Abänderung zu machen.
Von den wechselseitigen chemischen Einwirkungen der in einer Arznei enthaltenen Mittel auf einander im Allgemeinen.
Eine Hauptrücksicht bei der Wahl der in einer Arznei zu vereinigenden Mittel ist die auf die chemischen Wahl­verwandtschaften der in diesen Mitteln enthaltenen Stoffen, weil bei der Nichtbeachtung dieses Punktes sehr leicht grobe chemische Veränderungen entstehen und dadurch auchnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4raquo;
die Wirksamkeit der Arznei verändert wird. Die wichtig­sten Verhältnisse der Art sind bei den folgenden Mitteln zu beachten, und zwar:
1.nbsp; nbsp;Aether. Derselbe macht mit concentrirter Schwefel­säure, Salzsäure und Salpetersäure, sowie mit ätzenden und kohlensauren Alkalien, mit Chlor und Jod Zersetzungen und wird selbst zersetzt.
2.nbsp; nbsp; Aetherische Oele erleiden durch Salpetersäure, Schwefelsäure, Hydrochlorsäure, durch Jod, Brom, Sublimat und salpetersaures Silber Zersetzungen.
3.nbsp; nbsp; Die natürlichen Balsame werden ebenso durch dieselben Stoffe zersetzt und ausserdem werden sie aus Auflösungen in Weingeist durch Zusatz von Wasser nieder­geschlagen. Ebenso der Kampher.
4.nbsp; nbsp; Alle Basen werden durch Säuren, durch Jod, Chlor. Brom, saure Salze. Fett und fette Oele. zum Theil
ocr page 43
— 27 —
zersetzt, mehrentheils aber in Salze umgewandelt, oder, je nach der Affinität der neben ihnen gebrauchten Säuren, auch aus anderen Verbindungen ausgeschieden und in ueue Salz­
laquo;p
verbindungen gebracht.
5.nbsp; nbsp;Fette und fette Oele werden durch Jod, Chlor, Brom, hauptsächlich aber durch starke Basen und durch concentrirte Säuren zersetzt.
6.nbsp; nbsp; Harze erleiden durch concentrirte Mineralsäuren, durch mehrere Alkalien und Erzmetallsalze, besonders durch essigsaures Blei, Zersetzungen. Aus weingeistigen Auf­lösungen scheidet sich das Harz durch Wasser aus.
7.nbsp; nbsp; Die Proteinstoffe. namentlich Eiweiss, Käsestoff, Kleber, Gallerte — ferner auch Gummi und Pflanzenschleim werden zersetzt durch Säuren, starke Basen, durch Gerb­säure, Chlor, Alaun, salpetersaures Silberoxyd, Bleiessig, (Quecksilber-Chlorid (Sublimat) und zum Theil auch durch Weingeist in grossen Quantitäten.
8.nbsp; nbsp; Säuren zersetzen sich mit Basen, mit basischeraquo; Salzen und mit solchen Neutralsalzen, welche sich durch Abgabe eines Theiles ihres basischen Bestaudtheiles an die hinzukommende Säure zu sauren Salzen umwandeln.
9.nbsp; nbsp; Salze werden oft zersetzt durch Säuren. Basen, auch durch andere Salze und die Seifen. Fast durch­schnittlich werden die sauren Salze durch basische und umgekehrt die basischen durch saure Salze zersetzt. Kohlen­saure Salze werden durch fast alle Säuren —, die essig­sauren, die weinsteinsauren und phosphorsauren Salze durch die Mineralsäuren —, die salpetersauren Salze durch die Schwefel- eventuell auch Salzsäure —, und die schwefel­sauren Salze w'erden durch Barytsalze und Bleioxydsalze zersetzt. Schwefelsaures Kali wird durch Weiusteinsäure
£nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;—, hydrochlorsaure oder hydrojodsaure Salze werden durch
Schwefelsäure und Salzsäure zersetzt; chlorsaures Kali und Schwefel giebt sogar durch Mischen und Stossen Ex­plosion.
ocr page 44
— 28 —
10.nbsp; nbsp; Die Seifen erleiden durch die Säuren. Erdalkali, Mctallsalze und Bleisalze Zersetzungen.
11.nbsp; nbsp; Schwefelmetalle (Schwefellebern) werden durch Jod, durch Brom, zum Theil auch durch Chlor, sowie durch Säuren, durch kaustische und kohlensaure Alkalien, durch saure Salze, Erdmetallsalze und durch gährende Stoffe zersetzt.
12.nbsp; nbsp; Stärkemehl wird zersetzt durch Jod, Gerbsäure, Kleiessig, Kalkwasser und Weingeist. Stärkemehlauflösungen werden durch Borax verdickt, und concentrirte Säuren, kaustische Alkalien und Chlor zersetzen das Stärkemehl, wenn dasselbe längere Zeit mit diesen Stoffen in Verbindung bleibt, besonders aber, wenn dabei zugleich ein erhöhter Grad von Wärme auf die Masse einwirkt.
13.nbsp; nbsp; Weingeist wird durch Chlor, durch Brom, durch kaustische Alkalien und durch concentrirte Mineralsäuren zersetzt.
14.nbsp; nbsp; Zucker erleidet ebenfalls durch concentrirte Mine­ralsäuren, durch Chlor, kaustische Alkalien und viele Erz­
I
metallsalze Zersetzungen und durch längeres Kochen wird er in Schleimzucker umgewandelt.
Wo solche in chemischer Hinsicht unpassende Mittel zusaninienkommen, entsteht nicht eben ein absolut unwir-kendes Mittel, aber doch oft eine Arznei von ganz anderer Wirksamkeit, als diejenige ist, die man beabsichtigt, und es ist deswegen nothwendig. dergleichen Verbindungen zu vermeiden und lieber das Hauptmittel entweder ganz ein­fach oder in einer anderen Verbindung und selbst wohl in anderer Gestalt zu geben.
Uebrigens ist es eine gewohnte Ordnung, class man auf dem Recept die einzelnen Mittel in der oben angedeuteten Folgereihe schreibt, also zuerst das Hauptmittel oder dienbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; A
Basis, dann das Ünterstützungs- und Verbesserungsmittel und zuletzt das gestaltgebende Mittel.
Wenn bei den auf einem Recept zu verschreibenden
ocr page 45
4
— 29 —
Mitteln eine solche Unterscheidung hinsichtlich der Wirk­samkeit nicht stattfindet, so lässt man diejenigen Heilmittel, welche entweder in der äusseren Form oder im Gewichte, oder in ihrer Heilkraft übereinkommen, unmittelbar auf einander folgen. Diejenigen Arzneistoffe, welche einer Vor­bereitung bedürfen, werden den übrigen stets vorange­stellt; wie z. B. die zu einem Aufguss und zu einer Ab­kochung, Emulsion u. s. w. erforderlichen vegetabilischen Substanzen, welche vorher zerschnitten oder zerstossen wer­den müssen.
Die in dem Vorhergehenden angegebenen allgemeinen Regeln finden ihre Anwendung auch auf die einzelnen Formen der Arzneimittel. Die gebräuchlichen Arzneiformel! hat man nach ihrer Consistenz. d, i. nach ihrer äusse­ren Beschaffenheit, in mehrere Abtheilungen gebracht und man unterscheidet:
a)nbsp; nbsp;die trockene Form, zu welcher die Species und Pulver gehören.
b)nbsp; nbsp;die weiche Form, zu der man die Latwergen, Pillen, Bissen, Pflaster, Salben, Breiumschläge etc. rechnet.
c)nbsp; nbsp;die flüssige Form, zu welcher die Mixturen, Auf­lösungen, Aufgüsse. Abkochungen, Emulsionen, Einreibungen (Linimente) u. s. w. gezählt werden; und endlich
d)nbsp; die (ias- und Damjjfform, zu welcher die des-inficirenden Räucherungen mit Chlor, Brom, Jod, Kreosot, Salmiakgeist, Salzsäure oder Salpetersäure, ferner die durch Hitze aus dem Theer ent­wickelten brenzlichöligen und säuerlichen Dämpfe, die Dampfbäder, die Tabaksrauch-Klystiere u. s. w. gehören.
Ausser dieser, fast allgemein angenommenen, eine gute Uebersicht gewährenden Eintheilung hat man die Arznei-
ocr page 46
— 80 —
formen auch wohl nach dem Orte ihrer Anwendung, in innerliche und äusserliche unterschieden. Diese Eintheilung hat jedoch für die Receptirkunde keinen be­sonderen Werth.
Was in Bezug auf die Anwendung und Vorzüge der einzelnen Arzneiformen bei den verschiedenen Gattungen der Hausthiere und auf die Art und den Sitz der Krank­heit, für welche sie sich eignen, zu sagen ist, wird an den geeigneten Orten angeführt werden.
I
ocr page 47
wmmm
II. Specielle ßeceptirkimst.
1 \
A. Trockene Form.
Erste Abtheiltmg. Die Speciesform. Theegemisch.
Als Species (Species) bezeichnet man rohe Arznei-Substanzen im gröblich zerkleinerten Zustande und gewöhn­lich in zwei- oder mehrfältigem Gemenge.
Sie sind dazu bestimmt, im Hause des Thierbesitzers zum innerlichen oder äusserlichen Gebrauch die weitere Zurichtung zu erhalten. Man benutzt hierzu solche Arznei­körper, welche durch Wasser ausziehbare oder durch Wärme zu verdunstende Bestandtheile besitzen, wie namentlich schleimige, bittere, süsse. adstringirende oder auch aroma­tische, oder narkotische vegetabilische Substanzen, wie Blü-then, Blätter. Kräuter und Samen, seltener Stengel, Wurzeln und Rinden. Auch nimmt man mitunter Kampher, lösliche Salze, wie Salmiak, Kochsalz, Salpeter u. dergl. mit hinzu.
Nicht passend hierzu sind unauflösliche, harte, fest­holzige Substanzen, ätzende Salze und Metalle.
Die zur Bereitung von Theegemischen zu verwendenden Substanzen müssen durch Schneiden, Raspeln oder Stossen möglichst gleichmässig zerkleinert, weichere Früchte und ähnliche Stoffe leicht zerquetscht werden. Das beim Zer­kleinern entstehende feine Pulver ist vor der Mischung der einzelnen Bestandtheile zu entfernen.
ocr page 48
11 *mmmmmmmmmmmmmm
— 32 —
Die Pflauzeutlieile sind bei deujeuigen Theegemischeu, welche zu Aufgüssen oder Abkochungen dienen, je nach dem Grade der Ausziehbarkeit grob oder uiittelfein, bei denjenigen Mischungen, welche zur Ausfüllung von Kräuter-säckchen gebraucht werden, fein zu zerschneiden. Thee-gemische zu Umschlägen sind grob zu pulvern.
Zum innerlichen Gebrauch in Form von Eingüssen wer­den die Species durch Aufgiessen oder Abkochen mit Wasser bearbeitet, für den äusseriichen Gebrauch dienen sie zu trockenen Kräuterkissen, sowie auch mit kochendem Wasser Übergossen, oder gekocht, zu Bädern oder Bähungen der leidenden Theile, zu Klystieren oder auch mit weniger Wasser zu Breiumschlägen.
Diese verschiedenen Arten der Benutzung der Species sind theils von der Art der Bestaudtheile der einzelnen Arzneimittel, theils von dem Krankheitszustande abhängig. Die schleimhaltigen, die bitteren, die sttssen und die gerb-stotthaltigeu Mittel werden zur Bereitung flüssiger Arznei­formen gewöhnlich in dem Verhältniss von 50,0 zu einem Pfund (500,0) Wasser gekocht oder, wenn sie zu Brei­umschlägen dienen sollen, so kocht man sie mit der Hälfte der bezeichneten Menge des Wassers und rührt zu der kochenden Masse noch so viel Kleie, oder Leinsamenmehl, oder fein zerriebenes Brod hinzu, dass ein Brei daraus wird. Dagegen dürfen die Species, welche aromatische, flüch­tige oder narkotische Arzneimittel enthalten, nur mit kochendem Wasser in der bezeichneten Menge für die ver­schiedenen Arzneiformen üb er gössen werden; und zur Be­reitung eines Breies rührt man in das kochende Wasser nur die nöthige Menge von den Species hinzu.
Die Bereitung der Species in der Apotheke ist eine so einfache, dass es auf den Recepten mehrentheils keiner ausführlichen Vorschriften für den Apotheker hierzu bedarf, besonders da jeder Apotheker es weiss, wie er die ver­schiedenen Mittel, welche in die Species aufgenommen werden
ocr page 49
— 33 —
sollen, für diesen Zweck zu verkleinern hat. Indess ist es doch gebräuchlich, dass man entweder a) bei den einzelnen Mitteln hinzufügt, wie sie beschatten sein sollen, oder — b) dass man am Ende der verordneten Mittel angiebt, class sie in eine Form der Species gebracht werden sollen. Auf erstere Weise verordnet man z. B.:
a) Nimm: Zerschnittenes Jlalvenkraut Gramm 180.
Zerstossenen Leinsamen Gramm 8(50.
Menge es als Species. Gieb und bezeichne: Mit Wasser soviel, wie nöthig ist, zum Brei
gemacht und diesen zu Umschlägen zu benutzen. Gegen Druseabscess.
b) Auf die zweite Weise lautet die Vorschrift z. B.
folgendermassen:
Nimm: Fliederblamen, Kamillenblumen, von jedem W Gramm. Qaendelkraut und lUüthen ISO Gramm. Zerschneide und menge es zu Species. Gieb und bezeichne: Mit 3 Quart kochendem Wasser Übergossen und durchgeseiht, zu Waschungen anzuwenden.
Weitere Beispiele von Species sehe man im dritten Theil sub A.
Zweite Abtheilun
o
Die Pulverform.
Die Pulver (Pulveres) sind aus kleinen Körnchen bestellende, trockene, nicht zusammenhängende Massen. Dieselben sind bald feiner, bald gröber mid mau unter­scheidet hiernach drei verschiedene Grade der Feinheit (vergl. Seite 18).
Das grobe Pulver wird durch kurzes Zerstossen und Zerreiben gewonnen und mehrentheils nur zu Aufgüssen und Decocten benutzt; das mittelfeine oder gewöhnliche Pulver erhält man durch länger fortgesetztes, gleichmässiges
Xhierarztliclie Receptirkunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .gt;
ocr page 50
— 34 —
Zerstosseu und Zerreiben und mittelst Durcbschlagens durch ein mittelfeines Haarsieb; und das feinste Pulver durch ein andauerndes Zerreiben und Durchsieben der zerstossenen Massen durch ein feines Haarsieb oder durch einen Beutel von feiner Gaze. Metallische Substanzen werden oft auch auf dem Reibsteine zerrieben und mit Wasser abgeschwemmt oder laevigirt, und einzelne Metall- sowie auch Schwefel­präparate werden als höchst feines Pulver auch durch das Präcipitiren oder auch durch das Sublimiren gewonnen.
Zum medicinischen Gebrauch für Thiere nimmt mau die feinen, wenigstens die mittelfeinen Pulver, weil die groben Pulver schwer in den Verdauungssäften auflOslich sind, daher später und weniger wirken, dagegen aber den Magen auf mechanische Weise belästigen und reizen.
Für die Pulverform eignen sich nur trockene, zerreib­bare oder zerstossene Arzneimittel, wie namentlich Blüthen, Samen, Blätter, Kinden und Wurzeln, ferner Zucker, Stärke­mehl und Gummi, sowie auch fast alle Metallpräparate, zum Theil auch die Schwefelpräparate, Kohle, trockene Extracte, reine und brenzliche Harze in trockenem Zustande. Etwas schwieriger ist schon die Pulverisirung der Gummiharze, welche letztere nur im Winter bewirkt werden kann, weil in der gewöhnlichen Sommerwärme diese Mittel fest zu­sammenkleben und dem Pulvern widerstehen. Zum irinern Gebrauch als Pulver einzugeben eignen sich (wenigstens für sich allein) nicht: die ätzenden Alkalien, die ätzenden Me­tallpräparate, alle scharfen Mittel aus dem Thier- und Pflanzenreiche, sowie auch alle diejenigen Mittel, die einen sehr widrigen Geruch und Geschmack besitzen. Die Pulver werden für den inneren Gebrauch in der Thierheilkunde nur wenig benutzt, weil das Eingeben in dieser Form schwer zu bewirken ist. Man ist daher mehrentheils darauf be­schränkt, die pulverigen Arzneimittel den Thieren auf das Futter zu streuen und dieselben mit dem letzteren ver­zehren zu lassen, oder auch ihnen die Pulver in recht
ocr page 51
kleinen Quantitäten auf die Zunge zu streuen. Die erstere Anwendungsart setzt jedoch voraus, dass die Thiere bei den vorhandenen Krankheiten noch hinreichenden Appetit zur Nahrung besitzen müssen; da dies aber nur bei den leichteren Krankheiten der Fall ist. so ergiebt sich, dass in den bei weitem meisten Fällen, in welchen der Thier-arzt zu Hülfe gerufen wird, namentlich bei den acuten Krankheiten, die Pulverform nicht anwendbar ist. Dagegen kann man von ihr einen zweckmässigen Gebrauch machen in den leichteren Fällen von Druse und überhaupt bei den katarrhalischen Krankheiten. bei Hautausschlägen und bei den meisten chronischen Krankheiten, sowie auch in den­jenigen Fällen, wo man es mit einer grosseren Anzahl von Thieren, sei es der Kur oder der Prophylaxis wegen, zu thun hat, wie z. B. bei der Fäule der Schafe u. dergl. Wählt man zu dieser Anwendungsart, durch die Umstände bedingt, scharfe Arzneimittel, so dürfen diese immer nur in sehr kleinen Gaben benutzt und mit milden, schleimigen.
süssen oder ander
inliüllendeu Mitteln in Krösserer Menge
verbunden werden, damit nicht zu starke, örtliche Ein­wirkungen auf die Schleimhaut der Maul- und Nasenhöhle, oder des Magens und Darmkanals entstehen. Eben deshalb ist es auch zweckmässig. nach Jedesmaligem Eingeben eines solchen Pulvers den Thieren Getränk vorzuhalten, damit die etwa in einzelnen Falten des Maules. an der Zunge u. s. w. anklebenden Pulvertheile weggespült werden.
Pulver, welche heftig wirkende Arzneimittel enthalten, sollen schon in der Apotheke in die einzelnen Gaben ge-theilt werden, wogegen Pulver, aus milderen Substanzen be­stehend, in grosseren Quantitäten zusammen dispeusirt und von dem Eigenthümer oder Wärter der kranken Thiere bei dem jedesmaligen Eingeben in die vorgeschriebenen Einzel­gaben getheilt werden können. Im ersteren Falle kann man entweder jede bestimmte Dosis für sich allein bereiten und
3*
ocr page 52
— 86 —
eiue gewisse Anzahl gleicher Gaben hiernach anfertigen
lassen, wie z. B.:
Rp. Hydrargyri chlorati, Fol. Digitalis pulv. ana
urm. 0,06. Sacchari albi pulverisati Grm. 0,6. Misce, fiat pulvis. Dispensentur tales doses numero
sex; dentur in charta.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ein P. z ^
Dem Hunde dos H. X.
Gegen Herzfehler.
lisblättern 0,06. r 0,6. Abends je
den Hund des Herrn N.;
Oder man lässt für denselben Fall eine grössere, für mehrere Pulver bestimmte Quantität Calomel und eben­soviel pulverisirte Blätter des rothen Fingerhutes zusammen mengen, setzt dem die entsprechende Menge Zucker hinzu und tiieilt es in die vorgeschriebene Anzahl Pulver, z. B.: sollen sechs gleiche Pulver, aus den oben stehenden Mitteln bereitet, verordnet werden, so lautet die Formel folgender-niassen:
Rp. Hydrargyri chlorati,
Fol. Digitalis purp. pulv. ana 0,36 (0,4),
Sacchari albi pulv. Grm. 4,0. M. f. p.
Dividatur in partes sex aequales; dentur ad chartam. Sig. Früh und Abends u. s. w.
Zum äusserlichen Gebrauch können für verschiedene Heilzwecke Arzneimittel fast von jeder Qualität zur An­wendung in Pulverform benutzt werden, so z. B. zum Aetzen die reinen Alkalien und die ätzenden Metalisalze, zum Er­regen der Lebensthätiglceit in Wunden und Geschwüren die aromatischen Mittel, die Harze, der Kampher und einzelne Metalloxyde und Salze —, zum Condensiren einer zu schlaffen Granulation und zur Verminderung der profusen Absonde­rungen die adstriugirenden Wurzeln, Rinden u. s. w. — und theils zur Absorption der überflüssigen Secrotionsstoffe. theils zur Abhaltung der Luft die indifferenten, mehligen, stärke-
ocr page 53
mehligen Substanzen, Kohle u. dergl. Zur Desinfection wer­den die antiseptischen Pulver sehr vielfach gebraucht. Die für diese Zwecke bestimmten Substanzen müssen in der Regel höchst fein gepulvert sein.
Bei den zusammengesetzten Pulvern, sowohl zum inner­lichen, wie zum änsserlichen Gebrauch, hat man die che­mischen Qualitäten der einzelnen Mittel zu einander aller­dings auch zu beachten, doch entstehen hier wohl weniger leicht Zersetzungen, als dies bei anderen Arzneiformen der Fall ist.
Zu denjenigen Pulvern, welche den Thieren auf das Futter gestreut oder in die Krippe überhaupt gegeben wer­den, setzt man oft noch, um den Geschmack zu verbessern und hierdurch den Geuuss der Pulver den Thieren ange­nehmer zu machen, süsse Mittel, wie namentlich Zucker, Süssholzwurzelpulver — oder auch Kochsalz, braungeröstetes und fein zerriebenes Brod, oder geschrotenes Malz, oder auch wohl die süsslichen, gelind aromatischen Mittel, wie nament­lich Anis, Fenchel, Wachholderbeeren und dergl. hinzu.
Wenn dergleichen Pulver in mehr gröblicher Gestalt und in überwiegender Menge von ernährungsfähigen Sub­stanzen für Schafe bereitet werden, pflegt man sie mit dem Namen Lecken zu bezeichnen. Dieselben werden gewöhn­lich für eine grössere Anzahl von Schafen bestimmt und man hat deshalb bei ihrer Zusammensetzung und bei der Abtheilung der einzelnen Gaben der Arznei nach den für die grosseren Quantitäten von Arzneipulvern gegebenen Kegeln zu verfahren.
Dabei ist es in gewissen Fällen zweckmässig, mit der Quantität das Volumen der Arzneigaben bei den Pulvern zu berücksichtigen. Man giebt die Pulver unter diesen Um­ständen oft in der Quantität einer Messerspitze oder in der Quantität eines Theelöffels oder auch wohl in der eines halben oder ganzen Esslöffels. Da aber bei Arzneimitteln von verschiedenem, specifischem Gewicht in diesen Gaben
ocr page 54
1
— 38 —
sehr verschiedene QuantitäteD enthalten sein können, so muss man das specifische Gewicht einigermassen beachten. Für diesen Zweck pflegt man im Allgemeinen leichte und schwere Pulver zu unterscheiden. Von den leichten Pulvern rechnet man auf einen Theelöfl'el:
Von Blüthen und Blättern 0,7—1,0 Gramm,
von Samen, Rinden, Stengeln, von Kohlenpulver, von Schwefelblütlien und dergl. 1,0—1.5 Gramm.
von Wurzeln ebensoviel und bis 2,0 Gramm.
von gebrannter Magnesia 0,6 Gramm.
von kohlensaurer -Magnesia 0,4—0,5 Gramm.
Von den schweren Pulvern, zu denen besonders die Metalloxyde. Metallsalze, Schwefelmetalle, Erdmetalle und Erden gehören, rechnet man auf einen Theelöfl'el:
Von dem Calomel 0—8 Gramm.
vom Zinnober 1,8 Gramm,
vom Eisenvitriol 4.7 Gramm.
vom Bleizucker 6,0 Gramm.
vom Schwefelspiessglanz 6,0 Gramm.
Allerdings ändert sich das Volumen, wenn Mittel von verschiedenem specifischem Gewicht mit einander gemengt werden.
B. Weiclie Form.
Dritte Abtheilung. Die Latwergenform.
Die Latwerge (Electnarhun)1) ist eine teigartige, halbfeste Arznei aus Pulvern und einem flüssigen, gewöhn­lich süssen Saft, oder statt des letzteren, aus einem mehligen
') Von èxXefyetv, ablecken, davon èxlscy/ta, ecligma, elec-tuarium, d. i. das Abzuleckende.
ocr page 55
89
oder anderen klebrigen Bindemittel und Wasser zusamraeu-gesetzt. Sie dient nur zum inneren Gebranch und wird in der Thierheilkunde am häufigsten bei Pferden. Hunden und Schweinen benutzt; für wiederkäuende Thiere eignet sie sich aus dem Grunde nicht, weil sie in dem ersten Magen dieser Thiere, in den grossen Futtermassen zu lange ver­weilend, sich zu langsam auflöst und daher zu spät und zu wenig ihre Wirksamkeit entwickelt. Dagegen hat sie sich durch die leichte und bequeme Anwendungsart empfohlen und sich ausserdem bei den oben genannten Thiergattungen genügend wirksam gezeigt. Sie darf jedoch auch hier nicht zu weicli oder gar flüssig sein, entgegengesetzt auch nicht zu viel Mehl oder Altheewurzel oder dergl. Bindemittel enthalten, weil sie sonst zu zähe und kleistrig wird und bei dem Eingeben nicht selten zwischen den Zähnen und der Zunge oder zwischen den Zähnen und den Backen zum Theil sitzen bleibt.
In die Latwergenfovtu lassen sich fast alle Arznei-substanzen bringen, so dass in dieser Hinsicht kaum über irgend ein Mittel eine besondere Erinnerung zu machen ist; doch dürfen scharf reizende und ätzende Substanzen wenig­stens nicht in solcher Menge hierzu verwendet werden, dass diese Wirkungen über die der übrigen hinzugesetzten Mittel hervortreten und in der Maul- und Rachenhöhle oder tiefer im Magen u. s. w. Entzündung, Bläschenbilduug und Aetzung erzeugen. Man darf daher solche Mittel, wie z. B. Cantharidenpulver, gepulverten Pfeffer, schwarze Nieswurz. Crotonöl, Aetzkalk, Chlorkalk. Schwefelleber, Brechwein­stein, Aetzsublimat u. dergl. stets nur in angemessenen kleinen Gaben und mit einer grosseren Menge anderer Mittel gemengt, namentlich mit einer grosseren Quantität von mil­den Bindemitteln in die Latwergenform bringen. Ausserdem ist es zweckraässig, dass man dergleichen Mittel, insoweit sie auflöslich sind, und ebenso auch alle anderen in Wasser auflöslichen Mittel, vor ihrer Hinzumensjune; zu den
ocr page 56
— 40 —
übrigen Substanzen mit der etwa zur, Bereitung der Latwerge erforderlichen Quantität Wassers auflöse. Hierdurch wird die Meiigung eine viel gleich-massigere und die Wkkung ebenfalls eine mehr gleich-massige und örtlich eine mildere.
Als Bindemittel bei der Bereitung der Latwergen ge­braucht man, wie oben angedeutet, entweder süsse Dick­säfte, wie namentlich Honig, Zuckersirup, Mohrrübensaft, selbst eingekochten Pflaumensaft. ebensolchen Süssholz-wurzelsaft (Lakritzensaft) u. dgl. — oder man benutzt hier­zu Mehl, Stärkemehl, Altheewurzelpulver oder Leinsamen-pulver u. dgl. in Verbindung mit Wasser. Die ersteren Mittel waren ehedem fast allgemein im Gebrauch, sind jetzt aber nur auf diejenigen einzelnen Fälle beschränkt, in denen entweder die Thiere einen grossen Widerwillen gegen Arz­neien überhaupt zeigen, oder wo sie nicht gut schlucken können, wie bei Bräune, bei dem Trisinus, bei Verletzungen in der Maul- und Rachenhöhle, und in ähnlichen Fällen, in welchen man durch den süssen Geschmack die kranken Thiere mehr zum freiwilligen Genuss der Arzneimittel ver­locken will. Die Ursache dieser jetzt so beschränkten An­wendung liegt zum Theil in der durch die süssen Säfte entstehenden bedeutenden Vertheuerung der Arznei, zum Theil aber auch in der leichteren Verderblichkeit derselben, besonders im Sommer und überhaupt bei warmer Witterung, wo die süssen Säfte schnell in Gährung übergehen und da­durch selbst zum Verderben der Arzneisubstanzen Veran­lassung geben. Dieser letzteren Ursache wegen ist es auch niemals zweckmässig, grössere Quantitäten von Latwergen, als mau in etwa zwei Tagen verbrauchen kann, mit süssen Säften vorräthig bereiten zu lassen.
Die Quantität der Bindemittel, welche man zur Be­reitung einer Latwerge für eine gegebene Quantität von trockenen Arzneisubstanzen bedarf, ist zwar bei den ein­zelnen Bindemitteln ein wenig verschieden, im Allgemeinen
ocr page 57
\
— 41 —
aber kann mau aunelimeii. dass (unter Zusatz der erforder­lichen Menge Wassers) von dem Altheewurzelpulver ein Gewichtstheil für sechs Gewichtstheile (30.0 für 180,0) pulverisirter anderer Wurzeln, Kinden, Samen oder Metall-präparate genügt; vom Mehl gilt ziemlich dasselbe Verhält-niss; die Schwarzwurzel bindet etwas weniger und giebt eine mehr steife, consistente Latwerge, als das Mehl; vom Lein-samenmehl ist fast die doppelte Quantität, wie von dem Mehl erforderlich; aber die Salze verlangen stets fast noch einmal soviel Bindemittel, wie die Wurzeln u. s. w. — Honig, Sirup, Mohrrübensaft und dergleichen ist in derselben Gewichtsmenge erforderlich, wie die der trockenen Pulver beträgt.
Die Menge des zu der Latwergenbereitong erforder­lichen Wassers lässt sich bei der verschiedenen Trocken­heit und Porosität der einzelnen Mittel nicht genau be­stimmen, sondern dasselbe wird gewöhnlich bei der Be­reitung der Latwerge allmälig mehr und mehr zu der übri­gen Arzneimasse hinzugeschüttet, bis die richtige Consistenz der Latwerge hervorgebracht ist. Bei Latwergen, in denen eine grössere Quantität von Salzen enthalten ist, hüte man sich aber, im Anfange des Zusammenmengens zu viel Wasser hinzuzuschütten, weil bei dem Schmelzen der Salze sehr bald die Latwerge zu dünnflüssig wird.
Ueberhaupt gehört, wie bei den Pillen und Bissen (siehe die folgenden Arzneiformen), eine Kenntniss und Be­achtung der hygroskopischen Eigenschaften und der leichte­ren oder schwereren Auflöslichkeit der in die Latwergen aufzunehmenden Mittel zu den Hauptbedingungen, wenn eine Latwerge gehörige Consistenz erhalten und behalten soll, üa aber diese Kenntniss nicht Jedem hinsichtlich der ein­zelnen Mittel eigen oder gegenwärtig ist, so pflegt man häufig bei dem Verschreiben einer Latwergeninasse sowohl von den Bindemitteln, wie auch von dem Wasser die Quantität nicht speciell anzugeben, sondern dieselbe nur
ocr page 58
— 42 —
mit don Worten: soviel als genug ist oder soviel als erforderlich ist, quantum satis s. quantum sufficit (q. s.) zu bezeichnen und es dann dem Apotheker zu überlassen, wieviel er entweder nach seiner Erfahrung oder bei der Anfertigung selbst von diesen Hülfsmitteln für nothwendig findet.
Die Bereitungsvorschrift lautet nach dem Arzneibuche:
„Brei- oder teigförmige, zum innerlichen Gebrauche bestimmte Mischungen aus festen und flüssigen oder halb-flüssigen Stoffen: Die festen Stoffe müssen in feiner Pulver­form verwendet und vor dem Zusätze der flüssigen oder halbfittssigen Bestandtheile unter sich gut gemischt werden; sind mehrere der letzteren vorgeschrieben, so sind auch sie unter sich vorher in der Weise zu mengen, dass der dickere Stott' allmälig mit den anderen verdünnt wird, wenn im Einzelfalle etwas anderes nicht bestimmt ist. Zur Auf­bewahrung bestimmte Latwergen sollen, sofern sie nicht leicht flüchtige Bestandtheile enthalten, nach der Mischung kurze Zeit im Dampfbade erwärmt werden. Latwergen müssen durchaus gleichmässig gemischt sein.quot;
Bei theueven Bindemitteln muss eine bestimmte Quan­tität des Dicksaftes, Honigs, Sirups oder eines sonstigen Bindemittels verschrieben und dem Apotheker nur der Zu­satz des ausserdem erforderlichen Wassers in der genügen­den Menge überlassen werden. Wird eine Latwerge beim längeren Stehen oder wegen zu grosser Einsaugungsfähig-keit der in ihr enthaltenen Pulver zu trocken, so dass sie sich nicht mehr gut in zusammenhängende Bissen abtheilen lässt, so kann der Thierarzt oder der Wärter durch nach­trägliche Hinzufügung von etwas Wasser sehr leicht eine mehr weiche Consistcnz wieder herstellen. Beifügen von etwas Glycerin schützt vor dem Austrocknen.
Die Bereitungs-Vorschrift drückt man durch eine ein­fache Formel aus, z. B.: „Mische es zur Latwergequot; (misce [ut] fiat Electuarium), oder, wenn man die Menge des
ocr page 59
— 43 —
flüssigen Bindemittels dem Apotheker überlässt: „Soviel als hinreicht zur Latwergequot; (quantum satis) oder (quantum sufficit ut fiat Electuarium) oder (q. s. ad Electuarium). Zuweilen deutet man, je nachdem der Kranklieitsznstand es erfordert, an, ob die Latwerge dick (spissum) oder dünn (tenue s. molle) sein soll. z. B. fiat Electuarium spissum oder fiat Electuarium tenue s. molle. Dünnere Latwergen pflegt man gewöhnlich bei Krankheiten des Halses und der Sclilingorgane, z. B. bei Bräune u. s. w. zu verordnen.
Die Latwergen müssen stets in glasirten irdenen oder in gläsernen Gelassen, in Töpfen, Kruken oder Büchsen verabfolgt und mit einem Deckel von blossem Papier oder auch von Wachspapier (Charta cerata) bedeckt und zuge­bunden, dispensirt werden. Auf diesem Deckel oder auf be­sonderem Schild wird, namentlich wenn in einem Stalle meh­rerlei Latwergen oder Salben in ähnlichen Gefässen für andere gleichzeitig kranke Thiei'e gebraucht werden, die Signatur über die Bestimmung für das betreffende kranke Thier und über die Art und Zeit des Verbrauchs geschrieben, um hier­durch Verwechselungen der Medicamente zu vermeiden.
Beispiele.
No. 1. Ep. Tartari stibiati 0,4. Kali nitrici pulv. 8,0. Natri sulphurici pulv. Rad. Liquiritiae pulv. ana
45.0. Sirupi albi qu. s. ut fiat electuarium molle. M. D. S. Alle 2 Stunden eine Messerspitze voll dem Schweine in das Maul zu streichen. Für das an Pleuritis leidende Schwein des Herrn N.
No. 1.
N. Brechweinstein 0,4. Kaliumnitrat 8,0. Natriumsulfat, Süssholzpulver ana 45,0. Weisser Sirup soviel nöthig.
Mische es zur Latwerge. Gieb und bezeichne etc.
ocr page 60
44
No. 2.
Rp. Flor. Kosso 15,0.
Sem. Faenugraec. pulv. 10,0. Sirup, q.s. ad electuar. molle.
M. D. S. Den dritten Theil halb­stündlich nach einander ein­zugeben. Für
den mit Bandwurm quot;behafteten Jagdhund des Herrn N.
No. 2. N. Kosoblüthen 15. bockshornsamen 10. Weissen Sirup q. s. M. es zur weichen Latwerge. Gieb und bezeichne.
Für
den Hund des H, X. Gegen Bandwürmer.
No. 3. Rp. Kali tartarici 8,0.
Pu!v. Ammoniaci chlorati crudi Gü,0. „ Fruct. Juniperi,
Sem. FYieniculi ana,
.. Rad. Althaeae 45,0.
Aquae fontanae quantum
satis ut fiat Electuarium.
Detur ad ollam
Signetur. Alle 2 Stunden so viel, wie ein Hühnerei gross hiervon zu geben. Für ein Pferd des Herrn N. Gegen alte Druse.
No. 3. N. Kaliumtartat 8.
Ammoniumchlorid CO. Pulver von Wachholder-beeren. _ von Fenchel, ,. von Eibischwurzel von jedem 45. Quellwasser, soviel nöthig. Mische zur Latwerge Bezeichne.
No. 4. Rp. Hydrargyri chlorati,
Pulv.Folior. Digitalis anaS.O. Natri sulphurici Grm. 350,0. _ Rad. Althaeae 45,0. Misce cum Aquae fontanae quan-titate sufficiënte ut fiat Elec-tuarium. Detur in ollam.
Signetur. In sechs Theile zu theilenund davon alle 3 Stun­den einen zu reichen. Für ein Pferd des Herrn N.
Gegen Lungen- und Brust­fellentzündung.
No. 4. N. Quecksilberchlorür,
Pulver von Digitalisblättern von jedem 8, „ Natriumsulfat 350, „ von Eibischwurzel. Mische mit Quellwasser zur Lat­werge. Gieb es in einen Topf und be­zeichne.
ocr page 61
45
No. 5. Rp. Pulv. Stibii sulphurati nigri, „ Herbae Couii, „ Bad. Gentianae, „ NatriichloratianafiO,0. Rad. Althaeae 45,0. Aquae fontanae quantum sufficit ut fiat Eleotuarium spissum; divide in partes sex acquales. Dentnr ad cliam. Signatur. Zum innerlichen Ge­brauche nach .Verordnung. Für ein Pferd des Herrn N.
Gegen Harnbeschwerden.
No. 5.
N. Spiessglanz.
Pulv. von Schierling,
„ von Enzian, Natri umchlorid von jedem 60. Pulv. von Eibisch 45. Mische mit Quellwasser zur festen
Latwerge. Thoile dieselbe in GgleicheTheile. Gieb sie in einem Topfe und be­zeichne.
No. 6. Rp. Tartari stibiati.
Camphorao tritae ana 8,0. Pulv. Sem in. Lini 120,0. Fiat cum Aqua fontis, quantum requiritur Electurium molle. Dentur in pyxide charta cerat
bene clausa. Signetur. Nach Bericht zu ve
oder:
No. 6. N. Brechweinstein,
Kampfer von jedem. S. Leinsamen pulver 120. Es werde mit Qucllwasser in ge­nügender Menge eine weiche Latwerge. Gieb sie in Wachspapier gut ver­schlossen. Bezeichne, nach Bericht z. s.
brauchen. Für ein Pferd des Fuhrmanns Herrn N.
Für Pf. des H. N.
Gegen Lungencongestion.
Vierte Abtheiltmg. Die Pillenform.
Die Pillen, Pilulae, sind kugelförmige oder (für grössere Thiere) länglichrunde Arzneien von bestimmter Grosse und aus einer zälien. teigartigen .Masse geformt. In der Be­schaffenheit der Masse haben sie mit den Bissen (man sehe die folgende Arzneiform) die grosste Aehnlichkeit und sie
ocr page 62
— 46 —
unterscheiden sich von den letzteren nur durcli ihre ge­ringere Grosse und durch die rundliche Form. Von den Latwergen sind sie theils durch ihre derbere Consisteuz, hauptsächlich aber darin verschieden, dass in den letzteren eine grössere Arzneimasse vorhanden ist, welche bei dem Eingeben erst in kleinere Portionen getbeilt wird, und dass diese Theilgabcn nicht rundlich geformt werden.
Die Pillen sind dazu bestimmt, ungekaut bei dem Kin­geben sogleicli in die Kaebenhöhle zu gelangen und ver­schluckt zu werden, so dass das Thier von der Arznei wenig oder gar nichts schmeckt und eben so wenig davon riecht. Dieserhalb eignet sich die Pillenform ganz besonders für solche Mittel, welche unangenehm schmecken oder widrig riechen, sowie auch solche, die im Maule eine zu heftige, örtliche Wirkung erzeugen, wenn sie im concentrirten Zu­stande in anderer Form zur Anwendung gelangen, und ebenso für diejenigen Mittel, welche man in einer genau bestimmten .Menge in den Magen bringen will.
Eine gute Pillenmasse muss einen zähen, knetbaren Teig bilden, welcher sich mit den Fingern leicht bearbeiten lässt, ohne zu zerbröckeln, und welcher auch nicht so weich ist, dass er beim ruhigen Liegen, oder wenn bereits Pillen daraus gebildet sind, die ihm gegebene Form von selbst ändert, oder gar zerfliesst. Doch dürfen andererseits die Pillen auch nicht so übermässig hart werden, dass sie im Magen und Darmkaual sich nur schwer auflösen oder gar unvollständig aufgelöst mit den Excrementen wieder ab­gehen.
Die Grosse der Pillen ist für die verschiedenen Thier-arten sehr verschieden und zwar so, dass für Pferde und Rindvieh Pillen von etwa 2—8 Centimeter in der Dicke und 3—5.Centimeter in der Länge, für Schafe, Ziegen und Schweine Pillen von '/s—1 Centimeter im Durchmesser, für Hunde Pillen von 5—10 Millimeter, für Katzen und Vögel Pillen von 8 — 5 Millimeter im Durchmesser bereitet wer-
ocr page 63
— 47 —
den. Zu kleine Pillen sind schwer einzugeben, sie setzen sich oft unter die Zunge oder zwischen die Backen und die Backenzähne und erzeugen örtliche Reizungen; zu grosse Pillen bleiben zuweilen im Schlünde sitzen und bringen ebenfalls durch ihren Druck heftige und unange­nehme Zufälle hervor. Den wiederkäuenden Thieren pflegt mau Arzneien in Pillenform nicht gern zu verordnen, weil bei diesen Thieren die consistenten Substanzen gewöhn­lich in den ersten Magen gelangen und hier zwischen den grossen Futtermassen längere Zeit wirkungslos liegen, mit diesen wiederkäut werden und erst spät, sowie überhaupt nur unvollkommen ihre Wirkung entfalten können.
Die Bereitung einer guten Pillenmasse ist schwierig, wenn man nicht die physikalische Eigenthümlichkeit der zur Bereitung des Teiges dienenden trockenen Pulver und ebenso der Bindemittel gehörig berücksichtigt. Man kann in dieser Hinsicht ii verschiedene Abstufungen von Arznei­körperu unterscheiden und zwar:
1.nbsp; nbsp; Pflanzenextracte in Verbindung mit Pflanzeupulvern. Es entstehen hieraus am leichtesten gute Pillenmassen, wenn das richtige quantitative Verluiltniss von beiden und nöthigeu-falls von etwas hinzugekommenem Wasser getroffen wird.
2.nbsp; nbsp; Trockene Pflanzenpulver und trockene Extracte. Sie geben mit Zusatz von mehr Wasser ebenfalls eine gute Pillenmasse.
3.nbsp; nbsp; Gummi, Harze und natürliche Balsame mit Sei­fenpulver oder mit halbweicher Seife und zuweilen mit Zusatz von etwas Pottasche. Sie sind etwas schwerer zu bearbeiten, die Masse hat aber eine feste, zusammenhängende Consistenz.
4.nbsp; nbsp; Harze und Gummi in Verbindung mit Weingeist geben keine gut zu behandelnde Masse, und nach dem Verdunsten des Weingeistes werden die Pillen gewöhnlich sehr trocken uud brüchig, auch löst sich diese Masse im Magen sehr schwer auf.
ocr page 64
— 48 —
5.nbsp; nbsp; Harze, Schleim, Balsame. Kampfer und ätherische oder fette Oele mit Eigelb oder mit Altheewurzelpulver
oder auch mit Mehl und mit Wasser bilden eine ziemlich gute Pillenmasse, von welcher jedoch ebenfalls beim Ver­trocknen die einzelnen Pillen sehr hart und spröde werden.
6.nbsp; nbsp; Säuren. Salze, Metallpräparate, Schwefel u. dergl. schwere und schwer oder gar nicht auflösliche Mittel kön­nen nur neben gleichzeitig hinzngenonimenen Pflanzenpulvern mit Mehl oder Altheewurzelpulver iind mit Dicksäften zu einer brauchbaren Pillenmasse gebracht werden.
Die Quantität der Bindemittel im Verhältuiss zu den trockenen Pulvern ist ungefähr so, dass von den süssen Säften, von den Extracten und von dem Eigelb gleiche Gewichtstheile der trockenen Pulver eine Pillenmasse bil­den —. von dem Altheewurzelpulver, von dem Mehl und Stärkemehl 3 Theile mit 2 Theilen Wasser für sich eben­falls eine bindende Masse darstellen, welche die doppelte Quantität von anderen trockenen Pulvern zur Pillenmasse bildet. Trockene Pfianzenpulver 2 — 3 Theile geben mit einem Theile eines Extractes oder mit eben soviel Seife auch eine gute Pillenconsistenz. Glyceriuzusatz ist oft zweck-mässig.
Die Vorschrift zur Herstellung von Pillen lautet: ..Es werden die Arzneistoffe nöthigenfalls mit einem geeigneten Bindemittel, sorgsam gemischt, zu einer bild­samen Masse angestosseu und sodann in kugel-, oder ei­förmige Gestalt gebracht. 1st ein bestimmtes Bindemittel überhaupt nicht oder in unzureichender Menge verordnet, so hat als solches eine Mischung aus gleichen Theilen ge pulvertem Siissholz und Süssholzsaft mit oder ohne Zusatz eines Gemisches von 1 Theile Glycerin und 2 Theilen Wasser, zu dienen. Enthält die Pillenmasse Körper, welche sich mit organischen Stoffen leicht zersetzen, z. B. Silbernitrat, so ist als Bindemittel weisser Thon zu benutzen. Zur Ver­dickung einer Pillenmasse, welche Balsame, Kreosot, ätherische
ocr page 65
— 49 —
oder fette Oele enthält, schmelze man diese mit 1—2 Tlieilen gelbem Wachs zusammen.
Zum Bestreuen der Pillen ist. wenn etwas anderes nicht verlangt wird, Bärlappsamen zu verwenden. Zum Lackiren ist eine Lösung von Tolubalsam. zum Keratiniren eine Lö­sung von Honistottquot; in Ammoniakflüssigkeit, nöthigenfalls in Essigsäure. Zum Versilbern reines Hlattsilber zu verwenden.quot; Bei dem Verordnen der Pillen kann mau, wenn mehr als ein Stück davon bereitet werden soll, in dreifach ver­schiedener Welse verfahren, nämlich: a) indem man die Mittel nur in den Quantitäten für eine Pille vorschreibt und dann in der Unterschrift bestimmt, wie viel solche Pillen dispensirt werden sollen, oder b) man verordnet die für eine gewisse Anzahl von Pillen erforderlichen Quantitäten der einzelnen Arzneimittel im Ganzen, lässt die Masse zu­sammen verarbeiten und dieselbe dann in einzelne gleiche Pillen theilen und formen, oder c) man lässt eine grössere Quantität der Pillenmasse bereiten und hieraus die einzelnen Pillen in einem vorgeschriebenen Gewicht abtheilen und formen. Im ersteren Falle schreibt man z. B.:
No. 1. a) Rp. Hydrargyri chlorati,
Gummi Gutti pulveratae
ana 0,18. Meilis crudi q. s ut fiat
1. a pilula.
No. 1. N. Kalomel,
Gummigutt ana U,1S. Honig soviel nöthig. Mische es zur Pillenform. Gieb solcher 4 Stück.
Dispensentur tales pilulae Nu­mero quatuor.
Für 1 mittelgrossen Hund des U. N. Abführpillen.
b) auf die zweite Weise schreibt man dagegen: No. 2.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;No. 2.
Rp. Hydrarg. chlor, miti's,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ' N. Kalomel,
Gummi Gutti pulv. ana 0,7. ;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Gummigutt ana 0,7.
Mellis crudi q. s. u. f. massa [nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Honig soviel nöthig.
pilularum, e qua formen- ; Zur Pillenmasse, tur pilulae Numero qua- i Dieselbe werde in 4 gleiche Pillen tuor aequales.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; getheilt.
1 Für den Hund des H. X. Abführpillen. Thierirztlicblaquo; Keceptirknnde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 4
H
ocr page 66
— 50 —
c) Nach dem dritten Modus werden die einzelnen Mittel verordnet wie sub b); aber es ist hier zweckmässig, die Quantität des Bindemittels dem Apotheker vorzuschreiben und dasselbe bei den einzelnen Pillen in Rechnung zu bringen. Die Unterschrift lautet dann so: M. fiat 1. a. mass, pilular., e qua torment, pilnlae ponderis Gramm. 0,5 etc.
In solchen Fällen, wo man sehr heftig wirkende Mittel, wie z. B. Crotonöl, Strychnin, Sublimat, Arsenik oder dergl. verordnet und genau die Menge der Heilsubstanz bestimmen will, welche in einer Pille enthalten sein soll, ist es noth-wendig, aus der Masse eine bestimmte Anzahl von Pillen anfertigen zu lassen: in anderen Fällen dagegen, wo die Ingredienzien zu den Pillen weniger heftig wirkende Mittel sind, bestimmt man gewöhnlich das Gewicht der anzu­fertigenden Pillen.
Damit die Pillen, wenn mehrere zugleich dispensirt werden, nicht mit einander zusammenkleben, lässt man sie mit einem Pulver bestreuen, welches in der Pegel von indifferenter Wirksamkeit ist, wie z. B. Süssholzwurzel-pulver. Mehl. Bockshornsamenpulver, oder auch welches einen leichten aromatischen Geruch besitzt, wie Fenchel, Anis u. dergl. Dem Apotheker schreibt man dies Bestreuen vor mit den Worten: Consperge, oder conspergantur oder conspergendae puly. rad. Liquirit. etc.
Pillen, welche einen scharfen oder ätzenden Stoff ent­halten, oder die für Thiere dienen sollen, welche bei dem Kingeben sehr widersetzlich sind, werden zweckmässig in weiches Papier eingewickelt gegeben, um so die örtliche Einwirkung auf das Innere des Maules möglichst zu ver­meiden.
Die Pillen werden entweder in steifes Papier einge­wickelt, oder auch in einer kleinen Schachtel aus der Apo­theke verabreicht, und äusserlich wird an diesen Vehikeln die Signatur bemerkt, für welches Thier, in welcher Anzahl und in welcher Zeit die Anwendung geschehen soll. Soll
ocr page 67
51 —
der Apotheker die Pillen iu Schachteln oder anderen Ge-fässen verabfolgen, so muss dies auf dem Recept bemerkt werden, -weil die Kosten sich hierdurch steigern.
Beispiele.
No. 1.
Rp. Aloi-s pulveratae,
Rad. Senegae pulveratae, Saponis med. ana 15,0. Saponis Kal. ven. 15,0.
Misce fiat loge artis pilula.
Detur ad Chartam.
Signetur. Laxirpille: früh, auf einmal zu geben. Kür
ein Pt'erd des Herrn N. N.
No. 2. Rp. Acid. Arscnioos. subtilissime pulverat. 4,0. Pulv. Cantharidum 8,0. Fruct. Juniperi, ., Rhicom. Calami ana
30.0. ., Rad. Althacae 15,0. Aquae fontanae q. s. ut fiat I massa pilularum, e qua lormentur pilulae No. sex. Consporgantur pulvere Rad. Liquiritiac. Dentur in olla bene obturata. Signetur. Arsenikpillen: vor- | sichtig aufzubewahren: jeden Morgen eine vor dem Kutter zu geben. Für das Pferd des Herrn N. Gegen Würmer.
No. 3. Rp. Olei ïerebinthinae 5,0.
Pulv. Radicis Althaeae 15,0. Aquae fontanae quantum satis. Misce fiat massa pilulae. Dentur tales doses No. III. Signetur. Kür 1 Pferd des H. X.
No. 1. N. Aloepulver, Senegapulver,
Medieinische Seife soviel als nöthig. Mische es regelrecht zur Pille. Gieb es in Papier. Bezeichne.
Für 1 Pferd.
Laxirpille.
No. 2. N. Pulver von arseniger Säure 4,0. „ Canthariden 8,0. „ „ Wachholder-
beeren, „ „ Calmus ana 30,0. „ „ Eibisch 15,0. Quellwasser genügend zur Pillenform, in (i Pillen geformt, mit Süssholzpul-ver bestreut. In wohlverschlossenem Topfe ab­zugeben. Bezeichne. Arsenikpillen. Vor­sicht! Jeden Morgen vor dem Futter 1 Pille zu geben. Kür 1 Pferd des Herrn X. Gegen Würmer.
No. 3. N. Terpentinöl 5,0. Eibischpulver 15,0. Quellwasser nach Bedarf. Mische es zur Pille und gieb
3 solche. Bezeichne. Für 1 Pferd des H. X. Gegen Lungenentzündung.
i::'
ocr page 68
mm
— 52 —
Fünfte Abtheilung. Die Bissenform.
Als Bissen oder Ballen (Bolus) bezeichnet man ein­zelne Arzneigaben, welche aus einer der 1'illenraasse ähn­lichen oder auch aus einer etwas weicheren Masse und in grösserem Volumen, in runder oder länglich runder Form bereitet werden.
In den einzelnen Bissen sind, wie in den Pillen, be­stimmte Arzneiquantitäten von dem Apotheker abgetheilt enthalten und hierin beruht ihr Vorzug vor der Latwerge, in welcher Letzteren der Wärter bei dem Eingeben die einzelnen Gaben abtlieilt. Im Ucbrigen ist in der Regel die Consisteuz und die Znsammensetzung in der Masse für die Bissen und für die dickeren Latwergen ziemlich gleich. Der Umfang der einzelnen Bissen ist gewöhnlich um etwa ein Drittel grosser, als der der Pillen, er muss aber doch in den einzelnen Fällen der Weite des Schlundkopfes und des Schlundes der kranken Thiere entsprechend sein.
Die Bissenform gewährt, aussei- der bestimmten Ab­messung der Gabengrössen, den Vortheil, dass der Ge­schmack und Geruch der einzelnen Arzneimittel in der Maul- und Placlienhöhle nicht zur deutlichen Wahrnehmung des Thieres kommen, weil die Bissen nicht gekaut, sondern sogleich verschluckt werden. Mau benutzt deshalb für diese Form ganz besonders die scharfen, die widrig schmecken­den und eben so riechenden Arzneimittel.
Die in die Bissenform' zu bringenden trockenen Haupt­mittel bedürfen zur Herstellung dieser Form noch entsprechen­der Bindemittel, welche ganz in derselben Art, wie bei den Pillen und Latwergen, aus Mehl oder aus Altheewurzel, aus Boxhornsamen u. s. \\. und aus Wasser —, oder aus einem eingedickten Safte (Sirup oder Honig) bestehen können. Die
ocr page 69
— 53
Menge dieser Bindemittel ist. je nach der Art und Be­schaffenheit der pulverisirten, trockenen Hauptmittel, sehr verschieden, im Allgemeinen jedoch von der Art, dass die Quantität von Sirup u. s. w., der Gewichtsmenge der trockenen Substanzen einigermassen gleichkommt.
Die Bereitung der Bissenform ist eine der Latwergen-und Pillenform durchaus sehr ähnliche, aber die Abtheilung der einzelnen Bissen aus der verordneten grosseren Masse geschieht gewöhnlich durch genaues Abwiegen der einzelnen Bissen, worauf mit den Fingern die abgewogene Masse in eine länglich runde Form gebracht und dieselbe, wie bei den Pillen angegeben, entweder mit einem indifferenten Pulver bestreut oder jeder Bissen für sich in dünnes Papier eingewickelt und mit demselben eingegeben wird.
Bei dem Verordnen der Bissenfonn kann man ganz auf dieselbe dreifache Weise verfahren, wie dies bei den Pillen oben (S. 40, 50) angedeutet ist, indem man ent­weder a) die Vorschrift zur Bereitung eines einzelnen Bissen auf dem Recept giebt und dabei bestimmt, wie viel an Zahl solcher Bissen bereitet und verabfolgt werden sollen, oder
b)nbsp; indem man die für eine gewisse Anzahl von Bissen er-frxrderlichen Arzneiquantitäten nebst den dazu gehörigen Bindemitteln aufschreibt und dann die gewonnene Masse in eine gewisse Anzahl theilen und dieselben formen lässt, oder
c)nbsp; indem man zu einer ähnlichen grosseren Arzneimasse die Unterschrift hinzufügt: class aus derselben Bissen von einem bestimmten Gewicht bereitet werden sollen. Für den letzte­ren Fall ist es am zweckmässigsten. wenn das zur Bereitung der Bissenfonn dienende Bindemittel in einer bestimmten (Quantität zu der übrigen Arzneimasse hinzugefügt und nicht willkürlich dem Apotheker überlassen wird. Das erstere Verfahren ist das sicherste, das andere das in der Regel am meisten gebräuchliche.
Die Vorschrift in allen drei Fällen ist durchaus ähn­lich, wie für die Pillen unter denselben drei verschiedenen
l
ocr page 70
52
Fünfte Abtheilung. Die Bissenform.
Als Bissen oder Balleu (Bolus) bezeichnet man ein­zelne Arzneigaben, welche aus einer der l'illenraasse ähn­lichen oder auch aus einer etwas weicheren Masse und in grösserem Volumen, in runder oder länglich runder Form bereitet werden.
In den einzelnen Bissen sind, wie in den Pillen, be­stimmte Arzneiquantitäten von dem Apotheker abgetheilt enthalten und hierin beruht ihr Vorzug vor der Latwerge, in welcher Letzteren der Wärter bei dem Eingeben die einzelnen Gaben abtheilt. Im Uebrigen ist in der Regel die Consistenz und die Zusammensetzung in der Masse für die Bissen und für die dickeren Latwergen ziemlich gleich. Der Umfang der einzelnen Bissen ist gewöhnlich um etwa ein Drittel grosser, als der der Pillen, er muss aber doch in den einzelnen Fällen der Weite des Schlundkopfes und des Schlundes der kranken Thiere entsprechend sein.
Die Bissenform gewährt, aussei- der bestimmten Ab­messung der Gabengrössen, den Vortheil, dass der Ge­schmack und Geruch der einzelnen Arzneimittel in der Maul- und Rachenhöhle nicht zur deutlichen Wahrnehmung des Thieres kommen, weil die Bissen nicht gekaut, sondern sogleich verschluckt werden. Man benutzt deshalb für diese Form ganz besonders die scharfen, die widrig schmecken­den und eben so riechenden Arzneimittel.
Die in die Bissenform'zu bringenden trockenen Haupt-mittel bedürfen zur Herstellung dieser Form noch entsprechen­der Bindemittel, welche ganz in derselben Art, wie bei den Pillen und Latwergen, aus Mehl oder aus Altheewurzel, aus Boxhornsamen u. s. w. und aus Wasser —, oder aus einem eingedickten Safte (Sirup oder Honig) bestehen können. Die
ocr page 71
mm
— 53 —
Menge dieser Bindemittel ist. je nach dev Art und Be­schaffenheit der pulverisirten, trockenen Hauptmittel. sehr verschieden, im Allgemeinen jedoch von der Art, dass die Quantität von Sirup u. s. w., der Gewichtsmenge der trockenen Substanzen einigermassen gleichkommt.
Die Bereitung der Bissenform ist eine der Latwergen-uud Pillenform durchaus sehr ähnliche, aber die Abtheilung der einzelnen Bissen aus der verordneten grosseren Masse geschieht gewöhnlich durch genaues Abwiegen der einzelneu Bissen, worauf mit den Fingern die abgewogene Masse iu eine länglich runde Form gebracht und dieselbe, wie bei den Pillen angegeben, entweder mit einem indifferenten Pulver bestreut oder jeder Bissen für sich in dünnes Papier eingewickelt und mit demselben eingegeben wird.
Bei dem Verordnen der Bissenform kann man ganz auf dieselbe dreifache Weise verfahren, wie dies bei den Pillen oben (S. 40. 50) angedeutet ist, indem man ent­weder a) die Vorschrift zur Bereitung eines einzelnen Bissen auf dem Recept giebt und dabei bestimmt, wie viel an Zahl solcher Bissen bereitet und verabfolgt werden sollen, oder
b)nbsp; indem man die für eine gewisse Anzahl von Bissen er­forderlichen Arznei((uantitäten nebst den dazu gehörigen Bindemitteln aufschreibt und dann die gewonnene Masse in eine gewisse Anzahl theilen und dieselben formen lässt, oder
c)nbsp; indem man zu einer ähnlichen grosseren Arzneimasse die Unterschrift hinzufügt: dass aus derselben Bissen von einem bestimmten Gewicht bereitet werden sollen. Für den letzte­ren Fall ist es am zweckmässigsten. wenn das zur Bereitung der Bissenform dienende Bindemittel in einer bestimmten Quantität zu der übrigen Arzneimasse hinzugefügt und nicht willkürlich dem Apotheker überlassen wird. Das erstere Verfahren ist das sicherste, das andere das in der Regel am meisten gebräuchliche.
Die Vorschrift in allen drei Fällen ist durchaus ähn­lich, wie für die Pillen unter denselben drei verschiedenen
ocr page 72
54
Verhältnisseu, so class man im ersteren Falle schreibt, zum Beispiel:
a) Rp. Pulv. Aloes 8,0.
Natrii chlorati 15,0.
Pulv. Rad Gentianae 30,0.
Aquae destill, q. s. ut fiat 1. a. bolus. Dispensentur tales boli No. sex. D.S. Täglich dreimal einen Bissen
zu geben. Für eine Kuh mit Indigestion.
a) N. Aloe 8,0.
Natriumchlorid 15,0.
Enzianpulver 30,0.
Quellwasser nach Bedarf, dass es werde Bissenform. Gieb solche Theile No. 6. Bezeichne täglich 3 Bissen.
b) Im zweiten Falle würde man z. B. verordnen:
Rp.
Pulv. Aloës socotrinae 45,0. Natrii chlorati 90,0. Pulv. Rad. Gentianae 180,0. Aq. dest. q. s. ut flat massa,
e qua forinentur boli No.
sex aequales; dentur in
papyro involuti. Wie im Vorstehenden.
N. Aloe 45,0.
Natriumchlorid 100,0. Althäapulver 150.0. Quellwasser nach Bedarf, dass es werde Bissenmasse. In G gleiche Theile getheilt und in Papierkapseln abgegeben.
S.
c) Für den dritten Modus lautet die Vorschrift ganz ähnlich, wie eben (sub b) angegeben, aber die Unterschrift besagt: Misce ut fiat massa, e (jua formentur boli ponderis Gramma 45; die Vorschrift über den Verbrauch lautet wie
im Vorhergehenden.
Sechste Abtheilung. Die Breiumschlagform. Cataplasma.
Der Breiumschlag (Cataplasma) ist, wie der JN'ame schon andeutet, eine breiartige, zum äusserlichen Gebrauche bestimmte und häufig benutzte Ai-zneiform. welche aus trockenen, fein zerschnittenen oder gröblich gepulverten
ocr page 73
vegetabilischen Substanzen, wie z. B. Blumen. Kräutern, Samen u. s. w., zuweilen auch aus Mehl, Kleie. Grütze, weicher Brod- und Semmelkrume, und verschiedenen Flüssig­keiten, z. B. Wasser, Milch, Bier, Essig, mitunter auch Honig. Seife u. dergl.. entweder durch blosses Zusammen­mengen (roher Breiumschlag, Cataplasma crudum) oder durch Kochen (gekochter Breiumschlag. Cataplasma coctum) bereitet wird.
Je nach dem therapeutischen Zweck wendet mau küh­lende, erweichende, zertheileiide, reizende und andere Brei­umschläge von verschiedenen Mitteln an. z. B. auf entzün­dete Theile und bei Verbrennungen einen rohen, kühlenden Breiumschlag von frisch zerriebenen Kartoffeln (Tubera So-lani), oder Mohrrüben (l)aucus Carota), bei Hufentzündungen Umschläge von Lehm, der mit Wasser oder Essig angerübrt worden ist, oder von frisch bereitetem Käse und dergleichen Substanzen1).
Erweichende Breiumschläge gebraucht mau bei ent­zündlichen schmerzhaften Geschwülsten, um die sich bilden-•den Abscesse zu zeitigen, und verordnet hierzu entweder mit Wasser oder Milch zum Brei gekochtes Leinsameumehl, oder zerschnittenes, mit Wasser breiig gekochtes Malven­kraut, oder auch eine Mischung verschiedener, hierzu ge­eigneter Pflanzenstoffe, nämlich die officinellen, sogenannten erweichenden Species (Species emollientes); zur Linde­rung des Schmerzes pflegt man den erweichenden Brei­umschlägen häutig narcotische Stoffe, namentlich Bilsen­kraut, oder Belladonnakraut, oder Schierlingskraut im fein zerschnittenen Zustande hinzuzusetzen. Derartige narcotische
') Der Kuhmist, Rindermist (Stercus boum) kann bei Thieren für sich, oder mit Kleie, oder mit Lehm und kaltem Wasser gemengt, als der wohlfeilste kühlende Breiumschlag, für sich allein als erweichender Umsehlag dienen, der aber sehr übelriechend ist und überall, wo Lehm zu haben ist. besser von diesem ersetzt wird.
ocr page 74
— 50 —
Mittel werden am besten immer erst gegen das Ende des Kochens des Breiumschlages hinzugesetzt, weil sie sonst hei anhaltendem Kochen ihre Wirkung verlieren. Coca'inpinse-lungen machen diese narcotischen Stoffe vielfach entbehrlich.
Breiumschläge, welche gelind erregend, zertheilend wirken sollen, lässt man aus ätherisch-öligen (aromatischen) Pflanzenstoffen. Kamillenblnmen. Lavendelblumen u. dergl. m. durch Infusion mit heissem Wasser bereiten; oder auch als wohlfeiles Hausmittel gute Heublumen (Heusamen) dazu verwenden.
Zu stärker reizenden, ableitend wirkenden Breiumschlägen dienen solche Pflanzensnbstanzen. die ein scharfes, flüchtig­reizendes, ätherisches Gel entwickeln, wenn sie mit warmem (nicht heissem) Wasser in Berührung gebracht werden; ganz besonders eignen sich hierzu frisch gepulverter schwarzer Senfsamen, sowie frischer zerriebener Meerrettig. Der aus ersterem mit dem nöthigen Wasser bereitete Breiumschlag führt den Namen: Senfbrei. Senfpflaster oder Senf­teig (Sinapismus). Der Senfteig ist ein stark und schnell wirkendes antagonistisches Reizmittel, er muss aber unmittel­bar vor dem Gebrauch erst, am besten aus frisch pulveri-sirtem Senfsamen zubereitet, fingerdick auf Leinewand ge­strichen und sogleich auf die womöglich geschorene Haut­stelle gelegt und durch eine geeignete Bandage daran be­festigt werden; oder der Brei muss, wenn man die Bandage vermeiden will, in ganz weicher Gonsistenz bereitet und zwischen die Haare auf die Haut gestrichen werden; und damit er mehr anklebt, kann man ihm eine kleine Quantität Mehl (zu 200,0 Senf einen Esslöftel voll) zusetzen. Ebenso kann man, wenn man befürchtet, dass eine zu heftige Wir­kung eintreten werde, z. B. auf zarter Haut, junger, sehr empfindlicher Thiere die Wirkung durch Zusatz von Mehl, Altheewurzelpulver oder Lcinsamenpulver mildern; will man dagegen die Wirkung des Senfteiges noch verstärken, so kann man gepulverten spanischen oder schwarzen Pfeffer,
ocr page 75
spanische Fliegen, Euphorbium oder zerquetschten Meef-rettfg, oder einige Tropfen Terpentinöl oder Salmiakgeist hinzuthnn. Der Senfteig muss, wenn er am Körper trocken geworden, ehe die Wirkung erfolgt ist, wieder befeuchtet aufgelegt werden.
Die erweichenden Breiumschläge werden warm, und zwar zwischen Leinwand eingeschlagen, aufgelegt; sie wirken, indem sie die Wanne und Feuchtigkeit lange in sich zurück­halten, erschlaffend, massigen durch die feuchte Wärme die Spannung und den Schmerz der Geschwülste und veranlassen die schnellere Reife des dabei sich bildenden Abscesses.
Die zertheilenden Breiumschläge, welche in gleicher Weise und ebenfalls warm angewendet werden, bewirken durch Steigerung der Thätigkeit der GapiUargefässe eine vermehrte Resorption, und in Folge derselben die Zerthei-lung gewisser Geschwülste; ein Zusatz von Salmiak ist hierbei oft nützlich.
Den kühlenden Breiumschlägen setzt man nicht selten noch entzündungswidrige Mittel, wie z. B. Bleiessig, hinzu.
Die Breiumschläge lässt man. der Kostenersparniss wegen, gewöhnlich nicht in der Apotheke bereiten, sondern verschreibt nur die dazu erforderlichen Ingredienzien, in der Form der Species oder gröblichen Pulver, und lässt dieselben dann vom Thierbesitzer selbst bereiten, indem man ihm blos angiebt, in welcher Weise die verschriebenen Arznei­stoffe in die Breiform gebracht werden sollen. In vielen Fällen, namentlich bei der Praxis auf dem Lande, reicht man meistens mit den dort vorhandenen Hausmitteln aus.
Bei den gekochten Breiumschlägen, die in der Regel nur warm angewendet werden, muss man genau auf die Temperatur achten, so dass sie nicht zu heiss umgeschlagen werden, indem sie sonst schaden: ihre Wärme darf 35 bis 40quot; R. nicht übersteigen. Auch müssen sie, ehe sie ganz erkaltet sind, immer wieder im erwärmten Zustande er­neuert werden, weshalb man sie beim Gebrauch gewöhn-
ocr page 76
lieh in mehrere Portionen eintheilt und diese stets erwärmt hält, um sie nach einander aufzulegen.
Die Ueceptformel zu den Breiumschlägen (wenn man sie überhaupt in der Apotheke bereiten lassen will) ist sehr einfach; nachdem die dazu bestimmten Arzneistotte im geschnittenen oder gepulverten Zustande, in gewöhnlicher Weise in dem Recepte aufgeführt worden sind, schreibt man bei den rohen angekochten Breiumschlägen: „Mische es mit Wasser (oder Milch oder Essig), so viel als erforderlich ist, zum Breiumschlagquot;, misce cum Aqua fontana (sea Laote s. Aceto), quantum sufticit ut tiat Cataplasma. Bei den ge­kochten Breiumschlägen ist die Formel: „Koche es mit einer hinreichenden Menge Wassers bis zur (Jonsistenz eines Breiumschlagesquot;, coque cum Aquae fontanae quantitate suf­ficiënte ad consistentiam Cataplasmatis. Da sich die zur Breiform erforderliche Menge der Flüssigkeit in der Regel nicht genau angeben lässt, so überlässt man es dem Apo­theker, davon soviel zu nehmen, als noting ist.
No. 1. Rp. Farinae Sem. Lini Gramm 1000. Coque cum Aqua fontana quantum sa­tis ad consistentiam Cata­plasmatis sub finem coc-tionis.
Detur ad ollam.
Signetur. Erwärmt zwischen Lein­wand einzuschlagen und auf­zulegen.
Breiumschlag auf einen Abscess.
No. 2. Rp. Fol. Malvae concis. 180,0. Coque cum Aquae fontanae quantitate sufficiënte per horae (par-tem) quandrantem ad Ca­taplasma; sub finem coc-tionis adde.
Detur ad pyxidem.
Signetur. SchmerzlindernderBrei-umschlag; warm, wie ver­ordnet, umzuschlagen.
ocr page 77
— 59
No. 3. Rp. Sem. Sioapis recens pulv. 3fiO,0. Misce cum Aquae calidae quantitate sufflciente ut flat Sina-pismus. Detur in ollam bene clausam. Signetur. Senfteig auf Lein­wand zu streichen und wie verordnet umzuschlagen.
No. 4. Bp. Sem. Sinapis recent coutus. pulv. Pulv. Piperis nigri 00,0. Karin, secalini 120,0. Aq. fontan. quantum satis ut fiat Calaplasma con-sistentia. Detur. Signetur. Senfteig. Dick auf ein Stück Leinwand von der Grosse eines Quadrat-fusscs zu streichen und wie verordnet aufzulegen. Für ein Pferd u. s. w.
Siebente Abtheilimg. Die Pflasterform. Emplastra.
Das Pflaster, Emplastmni, ist ein zum äusserlidieu Gebrauch bestimmtes Arzneimittel, welches eine Masse bildet, die in der Kälte fest, mitunter sogar spröde und brüchig ist, bei der mittleren Temperatur jedoch weich, zähe und klebend wird, so dass sie sich bequem mit einem Spatel oder Messer auf eine Unterlage sh-eichen lässt; bei einer höheren Wärme können die weichen Pflaster noch mehr erweicht und sogar flüssig werden. Die Pflaster finden bei den Thieren, besonders bei Pferden und Rindern, wegen des dicht behaarten Körpers und wegen der heftigen Be­wegungen derselben, nur eine beschränkte Anwendung. Mau kann sie benutzen: 1. um Wundränder bei oberflächlichen Wunden zu vereinigen; 2. um Verbandstücke, Watte u. dergl. in ihrer Lage zu erhalten; 3. um Wunden und Geschwüre zu bedecken und gegen schädliche Einflüsse zu schützen; und 4. um örtliche Arzneiwirkungen durch die in der Pflastermasse enthaltenen Mittel zu erzengen.
ocr page 78
— 60 —
Die Bestandtheile eines jedeu Pflasters zerfallen in aufnehmende und aufzunehmende Ingredienzien. Die aufnehmenden oder gestaltgebenden Mittel oder die Grundlage der Pflaster (Excipiens) sind ge­wöhnlich ölige, fettige Substanzen, wie z. B. ausgepresste, milde Oele (Baumöl. Leinöl u. s. w.), thierische Fette, Schweineschmalz, Hammeltalg, ferner Wachs. Harze, Pech, Terpentin (Schleimharze), Seife; nicht selten bilden mehrei-e dieser Substanzen, mit einander verbunden, die Grundlage des Pflasters. Die aufzunehmenden Substanzen (Ex-cipienda) sind bald trockene Pulver von vegetabilischen Stoffen, von Kräutern. Gewürzen u. s. w.. auch von thieri-schen Stoffen, namentlich von spanischen Fliegen, ferner von .Metalloxyden, besonders von Bleioxyd —, bald flüssige oder halbflüssige Körper, wie z. B. ätherische Oele. Extracte. Schleimharze, Balsame (Terpentin1) u. s. w.
i)as Verbältniss der aufzunehmenden Substanzen zu den aufnehmenden oder der Grundlage des Pflasters muss ein solches sein, dass dié Pflastermasse die gehörige Con-sistenz erhält, weder zu fest, noch bröcklig, oder umge­kehrt zu weich oder schmierig wird, dass ferner das Pflaster in der Kälte nicht an die Finger klebt, dagegen in der Wärme leicht erweicht, sich gut streichen lässt und auf Leder und Leinwand, worauf es gestrichen wird, wie auch auf der Haut gut klebt. Die Mengung der in dem Pflaster enthaltenen Stoffe muss möglichst gleichförmig sein.
Die Vorschrift über die Bereitung lautet:
..In Tafeln. Stangen oder Stücke verschiedenster Form gebrachte oder auf Stoff gestrichene, zum äusserlichen Ge­brauch bestimmte Arzneimittel, welche aus einer aus Oel, Harzen. Wachs oder Fett durch Kochen oder Zusammen­schmelzen mit anderen Körpern erhaltenen, harten oder
') Die Schleimharzo und der Terpentin sind zuweilen das Excipiens, zuweilen auch das Excipiendum.
ocr page 79
— Gl —
knetbaren Grundmasse mit oder ohne weitere Zusätze be­stehen.
Zu ihrer Darstellung werden, soweit etwas anderes nicht vorgeschrieben ist, die schwerer schmelzbaren Bestand-theile zuerst für sich geschmolzen, dann die leichter schmelz­baren zugesetzt und der halb erkalteten Masse die gut ge­trockneten pulverförmigen, sowie die flüchtigen Stoffe und anderen Zusätze durch Rühren beigemischt. Das Rühren ist so lange fortzusetzen, bis die Masse so dick geworden ist, dass die einzelnen Bestandtheile sich nicht wieder ab­sondern. Darauf ist die Masse in die entsprechende Form zu bringen.quot;
Die in der Menschenheilkuude verwendeten und vor-räthigen Pflaster sind in der Regel für unsere Zwecke zu dünn gestrichen.
Man hat die Pflaster nach der Beschaffenheit der in ihnen enthaltenen Ingredienzien, besonders nach der Grund­lage, unterschieden in:
1.nbsp; nbsp; Wachspflaster (Ceratum). in welchem die Grund­lage vorherrschend Wachs ist;
2.nbsp; nbsp; Harzpflaster (Dropax). bei welchem Harze, auch Pech oder Theer, die Grundlage bilden;
3.nbsp; nbsp; Gemischtes Pflaster (Kimplastrum mixtum), wel­ches aus verschiedenen Substanzen, Wachs, Harz, Cantha-ridenpulver, Terpentin u. s. w., besteht:
4.nbsp; nbsp; Bleipflaster (Empiastrum Plumbi), welches eine Verbindung von Bleioxyd mit Fettsäuren enthält:
5.nbsp; nbsp; Guttaperchapflaster, besonders als Hufkitt ver­wendet;
6.nbsp; nbsp; Kautschukpflaster (Oollemplastruni).
Die Vereinigung der verschiedenen Bestandtheile eines Pflasters geschieht theils durch Schmelzen über gelindem Feuer (am besten im Dampfbade, in balneo vaporis). theils durch längeres Kochen. Bei der Bereitung des Blei­pflasters wird Bleioxyd (gewöhnlich sehr fein gepulverte
ocr page 80
— 02 —
Blciglätte mit Olivenöl) unter .stetem Umrühren und öfterem Zusatz von etwas warmem Wasser so lange gekocht, bis die Masse die sogenannte Pflasterconsistenz erreicht hat, d. h. bis sich die im Oel enthaltenen Fettsäuren, unter Abscheidung von Glycerin, mit dem Bleioxyd vollständig vereinigt haben. Will man mehrere Pflaster mit einander mengen, so geschieht dies gewöhnlich durch blosses Zu-saramenkaeten (Malaxiren) mittelst der Fingerspitzen, wozu man die zu mengenden Pflaster durch Eintauchen in Warmes Wasser vorher erweicht, oder auch, wie schon er­wähnt, durch gelindes Zusammenschmelzen im Dampfbade. Sollen flüchtige Substanzen, wie z. B. Kampher, ätherische Oele, Canthariden, oder narkotische Stoffe, z. B. Opium, narkotisclu' Extracte u. s. w. einem zusammenzuschmelzen­den Pflaster hinzugesetzt werden, so darf dies erst ge-schehen. nachdem dit' geschmolzene Masse vom Feuer ge-nommen worden ist und sich hinlänglich abgekühlt hat.
Die beim Verschreiben von Pflastern, in Bezug auf die Bereitimg derselben, üblichen Ausdrücke sind etwa folgende: ..Lasse sie (d. i. die Ingredienzien) im Dampfbade zu­sammen flüssig werdenquot;, collique flaut in balneo vaporis; — ..nachdem sie bei gelindem Feuer flüssig gemacht wor­den, sollen hinzugemischt werden ....quot;, leni igne lique-factis admisceautur . . . . : — „nachdem sie über gelindem Feuer geschmolzen worden und wieder halb erkaltet sind, setze hinzu ....quot;. supra lenem ignem liquefactis et semi-refrigeratis adde . . . . : — „nachdem sie (nämlich die geschmolzene Masse) vom Feuer genommen und etwas erkaltet ist, mische hinzu ....#9632;'. ab igne remotis et ali-quantulum refrigeratis admisce . . . . : — „knete sie zu­sammenquot;, raalaxentur: „oder mische sie durch Zusammen­knetenquot;, malaxando misce; — „knete sie in gelinder Wärme zusammenquot;, leni calore malaxentur. Ueberlässt mau, nach­dem man die zum Pflaster bestimmteu Ingredienzien und deren Quantitäten auf dem Recepte verschrieben hat, die
ocr page 81
63
kunstgemässe Anfertigung der Einsicht des Apothekers, so schreibt man: „Mische sie nach den Regeln der Kunst, so dass daraus ein Pflaster werdequot;, Misce fiat lege artis Em-plastnm.
Soll das Pflaster in der Apotheke auf Leinwand oder Leder gestrichen werden, so giebt man dies zugleich mit Bestimmung des Stoffes, worauf es gestrichen werden soll, sowie der Grosse und Form desselben, auf dem Recept etwa in folgender Weise an: ..Streiche es auf ein Stück Leinewand von der Grosse und Gestalt eines Thalers (oder einer Spielkarte)quot;, extende supra linteum niagnitudine et forma mouetae thaleri (seu chartae lusoriae); ,.das durch Zu-sammenkueten in gelinder Wärme erhaltene Gemisch streiche auf ein Stück Leder von der Grosse einer Handquot;, leni ca-lore uialaxando niixta. extende supra alntain magnitudine manus. oder nach bestimmtem Metenuaass, wobei man die Länge und die Breite des Pflasters angiebt, z. B.: ..extende supra linteum longitudine 6 Ctm. et latitudin. 4 Ctm.
No. I.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;No. 1.
Rp. Guttae porchae partes 6. i N. Guttapercha j Theile.
Adipis suillac part. 2.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Schweinefett 'i Theile.
Resin. Pini part, l'/i-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Fichtenharz !'/j Theile.
Liqueface sub ignc et raisce. j Schmelze über Feuer und mische. D. S. Im geschmolzenen Zu- Gieb und bezeichne.
stände auf feste Leinwand I
in passender Grosse und
doppelter Breite desGlieder-
thcils gestrichen, bei Kno­chenbrüchen zur Bildung
von genau anschliessenden
Schienen.
No. 2. Rp. Cerae flavae 100,0. Resinae flavae 50,0. Terebinthinae communis, Sebi ana 25,0. Liqueface leni calore ad em-
plastrum. Detur ad chartam ceratam. Klebepflaster.
No. 2. N. Gelbes Wachs 100,0. „ Harz 50,0. Terpentin,
Hammeltalg von jedem 25,0. Schmilz bei gelindem Feuer zum Pflaster und gieb es in Wachspapier. Klebepflaster.
ocr page 82
p
— 64
No. 3. Ep. Plumbi oxydati. 01. Lini ana 150,0. Coque per horam dimid. ad
misce Colophonii SO,''. Resinae ßurgund. 150,0. M. f. 1. a. Emplastmm. D. S. llertwig's Heftpflaster.
No. 3. N. Bleioxyd,
Leinöl von jedem 150,0. Koche '/a Stunde und mische
hinzu Colophonium 30,0. Burgunder Harz 150,0, Mische es nach den Kegeln der
Kunst zu Pflaster. Bezeichne:
Hertwig's Heftpflaster.
Achte Abtheilung. Die Salbenform.. Unguenta.
Die Halbe (Ünguentum) ist eine, nur zum fuisser-licheu Gebrauch bestimmte, ziemlich häufig angewendete Arz-neiform, von fettiger, weicher, schmieriger, in der Wärme zerli iesslicher Beschaffenheit. Sie besteht aus sehr ver­schiedeneu Substanzeu und wird entweder auf die Haut gestrichen. oder mit der Hand eingerieben, oder auch auf Werg oder Watte gestrichen, und so in Wunden, Geschwüre u. s. w-. applicirt. Je nach den Stoffen, welche eine Salbe entliält. ätissert sie entweder nur eine örtliche Wirkung au der Anwendungsstelle, oder die Wirkung erstreckt sich auch auf innere Organe und auf entfernte Theile. So z. 1raquo;. er­zeugt die Spanischfliegensalbe bei manchen Individuen (be­sonders wenn sie auf einer grossen Fläche reichlich ein­gerieben worden ist) eine Reizung der Niereu und Harn­werkzeuge (auch der Geschlechtstheile): nach starken oder öfters wiederholten Einreibungen von grauer Quecksilber­salbe entsteht zuweilen Speichelfluss u. s. w. Der Thier-arzt hat daher bei dem Verordnen und der Auweuduuar
1
I
l #9632;#9632;#9632;
ocr page 83
— 65 —
derartiger Salben auf diese Wirkungen, sowie auf diejenigen, welche oft durch das Abfllessen, Ablecken und Abreiben der Salben entstehen und die sich weiter erstrecken, als er es wünscht. Rücksicht zu nehmen, weil sie störend in den Heilplan eingreifen und die Thiere belästigen.
In ihrer Zusammensetzung haben die Salben mit den Pflastern eine Aehnlichkeit und bestehen, wie diese, aus einer Grundlage, dem aufnehmenden Mittel (Ex-cipiens) und aus aufzunehmenden Substanzen (Ex-cipienda). Die Grundlage ist ein Fett, gewöhnlich Schweine­fett, zuweilen auch wohl frische, durch Auswaschen vom Salze befreite Butter oder ein mildes Oel (Baumöl, Mohnöl, Leinöl. Rüböl); es können aber auch Hammeltalg, Terpentin, Wachs. Harz, grüne Seife1), ja zuweilen auch Honig in Ver­bindung mit einer hinlänglichen Menge von Oel oder Fett, in der Neuzeit meist Yaselin oder Lanolin, dazu verwendet werden. Die aufzunehmenden Substanzen sind Pulver von vegetabilischen Stoffen, Extracte, Schleimharze. Balsame, ätherische Gele (Terpentinöl, Lavendelöl u. s. w.). Kam­pher, Opium. Canthariden, ferner: mineralische Arzneimittel, wie z. B. Salze (Pottasche, .lodkalium), Metalloxyde (Queck­silberoxyd, Zinkoxyd u. dergl.), metallische Salze (Sublimat, Zinkvitriol. Brechweiustein u. s. w.), weisscr Arsenik, Oper­ment und dergleichen mehr. Sämmtliche aufzunehmende, feste Substanzen müssen (mit Ausnahme der Canthariden) sehr fein gepulvert sein. Sind Talg, Wachs, Terpentin oder Harze in Verbindung mit Fett oder Oel das aufnehmende Mittel, so müssen sie durch gelindes Erwärmen erst in den
') Diese Stoffe geben den Salben mehr zähe Consistenz und verhindern das Zerfliessen in der Körperwärme; ihr Zusatz ist daher nützlich bei solchen Salben, welche scharfe Stoffe enthalten und etwas dick auf die Haut aufgetragen werden, wie dieses bei Unguontura Cantharidura, üng. Hydrargyrum bijodatum rubrum u. a. sog. Blistern, d. h. Ausschwitzung auf der Haut erzeugenden Mitteln mehrontheils geschieht.
Tliicrär/.tiiclic Receptirkunde,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;-
ocr page 84
mmmmm^tmm
— 66 —
flüssigen Zustand versetzt werden, worauf man der etwas abgekühlten Masse die aufzunehmenden Ingredienzien, Pulver u. s. w. hinzusetzt und zwar in der Weise, dass flüchtige Stoffe, wie z. B. ätherische Oele, Kampher. ebenso narko­tische Stoffe, wie z. B. Opium, narkotische Extracte u. s. w. erst zuletzt hinzugemischt werden, wobei mau auch darauf zu achten hat, dass die Salbe gleichförmig, nicht klümprig oder körnig sei. Sind heftig wirkende Stoffe oder gar Gifte dabei, so ist eine möglichst innige, genaue Mengung ganz besonders nöthig.
Da die Bereitung mancher Salben, wie z. B. die der grauen Quecksilbersalbe oder solcher, die erst zusammen-gesclimolzen werden müssen, zeitraubend ist. und einige, wie die soeben genannten, sehr häufig gebraucht werden, so hält man verschiedene Salben in den Apotheken vor-räthig, deren Bereitungsformeln in dem Arzneibuch ent­halten sind. Der Thierarzt kann diese ofticinellen Salben zum grössten Theil auch in seiner Praxis anwenden, und denselben beliebig noch verschiedene Arzneistoffe hinzusetzen lassen. Will er magistraliter eine besondere Salbe ver­schreiben, so kann er entweder blosses Schweinefett (Adeps suillus) oder auch die officinelle Wachssalbe (Unguen-tum cereum), die aus Wachs und Olivenöl besteht, auch wohl Seifen, Glycerin, Paraffin, Lanolin oder Mollin, als Aufnahmsmittel (Vehikel) anwenden und die anderweitigen Stoffe, z. B. Kampher, Canthariden, Opium, Pottasche. Ter­pentinöl und dergl. durch Zusammenreihen in einem Por­zellanmörser damit mengen lassen. Die Augensalben müssen jederzeit frisch zubereitet werden, weil manche Salben und Fette (auch das gewöhnliche reine Schweinefett) bei längerer Aufbewahrung leicht ranzig werden und dann nachtheilig wirken. Deshalb wählt man auch gewöhnlich frische Butter, die man durch Auskneten mit Wasser von allem Salz befreit hat (Butyrmn recens insulsum), zu den Augensalben oder Yaselin. welches nicht ranzig wird.
ocr page 85
mmÊmmÊmmÊÊmmÊmmmaÊmmmmmmmmm
— 07 —
Der Thierarzt dürfte selten in den Fall kommen. Salben erst zusammenschmelzen zu lassen; sollte er dennoch hierzu eine Veranlassung haben, so muss das Verhältniss der In­gredienzien einer Salbe zu einander immer ein solches sein. dass die Consistenz butterartig bleibt. So rechnet man auf 30 Gramm Fett oder Oel 10 Gramm Wachs oder 10 Gramm Wachs und 5 Gramm Pulver; oder auf .'30 Gramm Fett höchstens 10—15 Gramm Pulver. Bei nicht scharfen oder giftigen Arzneimitteln ist es am leichtesten, dem Apotheker die Bestimmung der Menge des Fettes oder Oeles zu überlassen; man schreibt dann: „soviel als nöthig ist. dass es eine Salbe werdequot;, quantum satis (quantum sufficit) ut fiat unguentum.
Beim Verschreiben solcher Salben, die erst zusammen­geschmolzen werden müssen, kann man auf zweierlei Weise verfahren:
1.nbsp; nbsp; Zuerst werden das Oel, Fett. Talg, Wachs, Harz, der Terpentin u. s. w. im Recepte in gewöhnlicher Weise aufgeführt, worauf mau dann dem Apotheker die pharma-ceutische Zubereitung mit ähnlichen Worten vorschreibt, wie diese bei den Pflastern erwähnt worden sind, näm­lich: „Das bei gelindem Feuer (oder in gelinder Wärme oder im Dampfbade) Geschmolzene (oder flüssig Gemachte) mischequot; leni igne (s. leni calore s. in balneo vaporis) lique-facta (s. liquata) misce. Oder wenn noch pulverige oder sonstige Substanzen hinzugesetzt werden sollen. schreibt man: leni igue etc. liquefactis (liquatis) admisce. . . . Sollen noch flüchtige; Stoffe zu der wieder erkalteten oder halb er­kalteten Masse hinzugemischt werden, so sagt man: lique­factis (liquatis) et refrigeratis (s. semirefrigeratis) ad­misce etc.....— oder
2.nbsp; nbsp; Man verschreibt auf dem Recepte bios die einzelnen Substanzen und überlässt der Einsicht und Keuntniss des Apothekers die weitere kunstgemässe Zubereitung der Salbe, indem man schreibt: Misce, fiat lege artis Unguentum (misce lege artis ut fiat Unguentum).
5*
#9632;
ocr page 86
—
mmmmmmmmm
— GS —
Ist mir ein blosses Zusaounenreiben nötliig. so genügt die einfache Formel: Misce fiat Dnguentum. Bei Augcn-salben n. s. w.. wo das Zusammenreiben mit grosser Ge­nauigkeit und Sorgfalt geschehen muss, bedient mau sich der Formel: .Misce exacte (esactissime) fiat üngt. Zuweilen, namentlich wenn metallische Präparate, wie z. B. Queck­silberoxyd. Sublimat. Calomel, Jodquecksilber, .lodkalium, Brechweiustein u. dergl. mit Salben vereinigt werden sollen, muss die Mischung in einem steinernen oder gläser­nen, oder porzellanenen Mörser geschehen.
Die Salben lässt man gewöhnlich in glasirten irdenen, oder besser in Steingut-Kruken oder Büchsen disponsiren und verschreibt davon nur massige Quantitäten, etwa 10 bis 50—100 Gramm, damit sie nicht ranzig werden uud ver­derben. Auf der Signatur muss immer bemerkt werden, dass das Medicament zum äusserlichen Gebrauch bestimmt sei, sowie die Art des Gebrauchs, ob dieselbe zum Auflegen oder Einreiben u. s. w. dienen soll. Auch muss der Wärter u. s. w. davon unterrichtet werden, ob er die Salbe mit der blossen Hand einreiben darf oder ob dies mit der durch Handschuhe oder Blase geschützten Hand geschehen muss, wie z. B. beim Einreiben der Canthariden-, oder Queck­silber-, oder Brechweinsteinsalbe u. s. w.
No. 1. Ep. Olei Olivari 45,0. Cerae flavae, Colophomi, Sebi ovilli 15,0, Terebinthinae 8,0. Liqueface leni caloreUnguentum. Dctur ad ollain.
Beispiele.
No. 1.
N. Olivenöl 45.0. Gelbes Wachs. Colophonium.
Hammeltalg von jedem 15,0. Terpentin 8,0. Schmilz bei gelin-icm Feuer zur
Salbe.
Gieb und bezciclnic.
Wundsalbo.
Signetur. Eine llasclnuss gross
davon auf Werg zu streichen
und die quot;Wunde jeden Morgen
wie verordnet zu verbinden.
Für u. s. w.
ocr page 87
— 69
No. 2.
Rp. Unguenti Hydrargyri cinerci 20,0 Camphorae tritae, Olei Terebinthinae an.) 4,0 Misce exacte, fiat Unguentum.
Detur in pvxide.
Signetur. Um die Geschwulst herum täglich 2 Mal einzu­reiben.
Für u. s. w.
No. 2. N. Graue Quecksilbersalbe 20,0 Campherpulver, Terpentinöl von jedem 4,0 Mische sehr sorgsam. Gieb es in einer Büchse und be­zeichne.
Aeusserlich für das Pferd des Herrn X.
Gegen entzündliche An­schwoll mij;.
No. 8.
Rp. Zinci sulfurici 0,5 Vaselini 10,0 Intime misceantur.
Detur in ollara adlatam.
Signetur. Augensalbe; davon jeden Morgen soviel, wie eine Bohne gross auf die Augen­lidränder zu streichen.
Für das Pferd dos Herrn N.
No. ö. N. Zinksulfat 0,5 Vaselin 10,0 Mische sehr sorgsam. Gieb es in einem Topfe. i3ezeichne.
Augensalbe.
No. 4.
Rp. Unguenti cerei 25,0 Olei Lauri 15,0 Pulv. Cantharidi,
5.0.
No. 4. N. Waohssalbe 25,0 Lorbeeröl 15,0 Cantharidenpulver, Terpentinöl von jedem 5,0. Mische es zur Salbe. Gieb und bezeichne. Aeusserlich. Reizsalbe, gegen chronische Anschwellung für 1 Pferd.
01. Terebinthinae .ana
Misce fiat Unguentum.
Detur in olla obturata.
Signetur. Reiz salbe; davon jeden Abend so viel als eine Wallnuss gross auf die an­geschwollene Stelle einzu­reiben.
Ful­das Pferd des Herrn N.
,
ocr page 88
70 —
No. 5.
Rp. Sulphuris sublimati, Zinci sulphur, ana 15,0 Rhizoma Veratri albi pulve-
rati 4,0 Adipis suilli G0,0 Misceantnr lege artis ut fiat Unguentum. Detur ad pyxidem. Signetur. Jeden dritten Tag ein­mal die räudigen Stellen damit einzureiben. Für ein Pferd dos Rerrn N.
No. 5. N. Schwefel,
Zinksulfat von jedem 15,0 Weisses Niesswurzelpul-
ver 4,0 Schweinefett G0,0 Es werde nach den Regeln der Kunst gemischt zur Salbe. Gieb und bezeichne. Aeusserlich.
Für
ein Pferd des Herrn X.
Gegen Räude.
No. G. Rp. Hydrargyri oxydati 0,5
Ungt. Paraffini 25,0
Misce exaetissime, ut fiat ' Unguentum ophthalmicum. Detur ad pyxidem, charta cerata
obturaadam. Signetur. Augonsalbe. Früh
und Abends eine Erbse gross
zwischen die Augenlidränder |
zu streichen. Für das an chronischer Conjunctivi-
tis leidende Pferd dos Guts- '|
besitzers Herrn N.
No. 6. N. Quecksilberoxyd 0,5 Paraffmsalbe 25,0 Mische sehr sorgsam. Gieb es in einer Büchse und mit
Waohspapier verschlossen. Bezeichne.
Augensalbe gegen chronische Con­junctivitis. E'ür ein Pferd.
No. 7. Rp. Unguenti Hvdrargyri cinerei 80,0 Saponis viridis 15,0 Misce, detur ad ollam. Signetur. Auf die schmerzhafte Stelle täglich einmal hiervon einzureiben.
No. 7. N. Graue Quecksilbersalbe 30,0 Schmierseife 15,0 Mische, gieb es in einem Topfe und bezeichne. Täglich 1 Mal einzureiben.
Für ein Pferd.
Gegen Rothlauf.
Für ein Pferd des Herrn Destillateur N.
Noch andere Vorschriften zu Salben sehe man unten bei den „Heilformelnquot;.
ocr page 89
— 71 —
C. Flüssige Form.
Nennte Abtheilung. Die Mixturform.
Die Mixtur oder dünnflüssige Miseliung (Mixtura) ist eine Arznei, welche überwiegend aus einer Flüssigkeit und aus einer in derselben aufgelösten oder blos mit der­selben gemengten löslichen oder unlöslichen Arzneisubstanz besteht und. je nach der Art und Concentration der wirk­samen Bestandtheile, bald nur in Tropfen, bald in Thee-löffeln oder Esslöffeln, für die kleineren Hausthiere —. bald in Quantitäten zu ' 4 bis zu einem ganzen Liter eingegeben oder auch äusserlich angewendet wird.
Je nach der Art der Flüssigkeit und der mit ihr zu-sammengebrachten Bestandtheile und nach der hierbei er­folgenden vollständigen Auflösung oder blossen Mengung dieser Bestandtheile. unterscheidet man folgende Unter­arten der Mixturen:
1.nbsp; nbsp; Die Auflösung (Solutio), in welcher vollständig lösliche Mittel mit einer Flüssigkeit gemischt werden.
2.nbsp; nbsp; Die eigentliche Mixtur (Mixtura stricte sic dicta), welche aus der Vermischung fester und flüssiger Bestand­theile in der Art zusammengesetzt ist, dass die ersteren von selbst in der letzteren gleichmässig vertheilt und gemengt erhalten bleiben, selbst wenn die Arznei durch längere Zeit ruhig stehen geblieben ist. Man hat diese Art der Mixtur früher auch Elixir (Elixirum) genannt.
3.nbsp; nbsp; Die Schüttelmixtur oder Mittelmixtur (Mix­tura media), welche solche pulverige, unauflösliche Sub­stanzen enthält, die in der Flüssigkeit nur durch wieder-
ocr page 90
mmma
holtes ümscMtteln gleicbmässig vertlieilt und schwimmend erhaltei] werden können.
1. Die Auflösung. Die Flüssigkeiten, welche zur Bereitung der Auflösungen dienen, sind gewöhnlieh Wasser oder auch Aufgüsse oder Abkochungen von Pflanzenmitteln, seltener Essig oder Weingeist. Bei ihrer Bereitung kommt es hauptsächlich darauf an, das richtige Verhältniss dieser Flüssigkeiten zu dem aufzulösenden Mittel zu beachten, da diese letzteren einen verschiedenen Grad der Auflöslichkeit, je nach ihrer chemischen oder physikalischen Beschaffen­heit, besitzen. Warme Flüssigkeiten lösen von fast allen Salzen und Extracten eine bedeutend grössere Menge auf, als kalte Flüssigkeiten es thun. liäulig aber scheidet sich beim Erkalten ein Theil der aufgelösten Stoffe wieder aus der Flüssigkeit aus. und dieselben senken sich in ihr mehr oder weniger zu Boden, .so dass die oberen Schichten der Auflösungen weniger concentrirt und daher auch weniger wirksam sind, als die unteren. Nicht selten finden sieb in den letzteren wieder vollständige Krystalle von den auf­gelösten Salzen. Es ist deshalb im Allgemeinen nicht zweck-mässig. über einen gewissen Grad der Concentrationen bei diesen Auflösungen hinauszugehen, oder man muss wenig­stens auf der Signatur der Recepte für solche concentrirte Auflösungen es vorschreiben: dass die Arznei vor der An­wendung in dem Gefässe geschüttelt werden soll. Als das geringste Maass von Flüssigkeit zur Auflösung von Salzen betrachtet man drei Theile Flüssigkeit auf einen Theil Salz. für Extracte wenigstens sechs Theile der Flüssigkeit, aber gewöhnlich wird von beiden zu einem Theile des Mittels die 12—20faclie Menge Wassers u. s. w. genommen. Man unter­scheidet mit Bezug auf die Mengenverhältnisse zwischen dem aufzulösenden Körper (Solveudura) und der auflösen­den Flüssigkeit (Solvens s. Menstruum), eine gesättigte Auflösung (Solutio saturata), wenn die Flüssigkeit von
ocr page 91
dem aufgelösten Stoffe so viel in sich enthält, als sie auf-zunelimen vermag —. eine concentrirte Auflösung (So-lutio concentrata), wenn sie eine grosse Menge der aoi-gelösteu Substanz enthält, aber noch nicht ganz damit ge­sättigt ist, oder endlich eine verdünnte Auflösung (So-lutio diluta), wenn die Menge der Flüssigkeit im Vergleich zu der des aufgelösten Körpers sehr überwiegend ist. IHe Auflösungen werden zur innerlichen und äiisserlicheu An­wendung, auch zu Injectidnen subcutan u. s. w. sehr häutig benutzt, weil a) ihre Bereitung einfach, leicht und wohlfeil ist; — b) weil von ihnen die Wirkungen schneller und gleichmässiger eintreten, als von den meisten anderen lie-reitungsformen: c) weil in ihnen der speeifische Charakter der Arzueiwirkung fast gar nicht verändert wird; und — d) weil man in ihnen die .Menge des wirksamen Stoffes in den abzutheilenden Dosen genau berechnen kann. Es ist jedoch zu bemerken: dass die Intensität der Wirkung durch die Menge der Auflösungsflüssigkeit im Procent-Verhältniss zu dem Arzneistoff verändert wird, und zwar in der Art. dass die concentricten Lösungen die gauze Kraft des Mittels, besonders in der localen Wirkung zeigen, wogegen die verdünnten Lösungen immer weniger wirken, je grosser die Procenttheile der Flüssigkeit im Verhältniss zu dem wirksamen Stoff sind. Man verordnet hiernach häufig, besonders bei solchen Arzneimitteln, welche schon in ganz kleinen Dosen heftige Wirkungen erzeugen, die So-lutionen mit '/.,• mit '/„, mir 3, 2. 3 und mehrproeentigem Gehalt der Arzneistoffe und benennt sie auch nach diesem Gehalt, z. B. zehnprocentig u. s. w.
Zur Auflösung vonKampher dient reiner Weingeist. Aetlier. Olivenöl oder concentrirter Essig, zur Auflösung der Harze und ätherischen Oele. Kreosot, sowie von Jod kann nur reiner Weingeist, zur Auflösung der Schleimharze nur wässriger Weingeist benutzt werden. Zur Auflösung von Höllenstein.
ocr page 92
9m
— 74 —
Brechweinstein, Arsenik, Sublimat. Bleizucker, reinem Kali, Schwefelleber und Jodkalium muss destillirtes Wasser ge­nommen werden, weil Brunnenwasser gewöhnlich Salze von Alkalien. Kalk und dergl. enthält, durch welcbe die ge­nannten Substanzen mehr oder weniger eine chemische Zer­setzung erleiden.
xVnmerkung'. Zu den Auflösungen, welche mit Weingeist bereitet werden, gehören auch die Essenzen oder Tincturen, Essentiae s. Tincturae, über deren Herstellung das Arzneibuch angiebt: „Die Tincturen werden, soweit nicht etwas anderes vor­geschrieben ist, in der Weise bereitet, dass die mittelfein zer­schnittenen oder grob gepulverten Substanzen mit der zum Aus­ziehen dienenden Flüssigkeit Übergossen und in gut verschlossenen Flaschen an einem schattigen Ort bei ungefähr 15—20quot; eine Woche stehen gelassen, dabei aber wiederholt nrageschüttelt werden. Alsdann wird die Flüssigkeit durchgeseiht, erforderliehen Falls durch Auspressen von dem nicht gelösten Rückstande getrennt und nach dem Absetzen flltrirt. Wahrend des Filtrirens ist eine Verdunstung der Flüssigkeit soviel als möglich zu vermeiden. Die Tincturen müssen klar abgegeben worden.quot;
2. Die eigentliche Mixtur wird aus aufgelösten Harzen oder Schleimharzen, aus Pflanzen pulvern. Kampher, ätherischen Oelen u. dergl., entweder auf löslichen oder wenig­stens leicht in den Flüssigkeiten schwimmend erhaltenen Substanzen mit irgend einer wässrigen Flüssigkeit bereitet. Je nach Art dieser Substanzen ist hierzu zuweilen ein Binde­mittel erforderlich, welches die innige Verbindung zwischen ihnen und der Flüssigkeit in dem Grade herbeiführt oder vervollständigt, dass sie in der letzteren fortwährend schwim­mend erhalten bleiben. Es gehören hierher l'flanzenextracte, auflösliche Salze, leichte vegetabilische Pulver, Kampher und die wässrigen Auszüge, welche man durch Maceriren oder Aufgiessen oder Kochen aus vegetabilischen oder ani­malischen Arzneisubstanzen erhält.
Die hierzu benutzten Flüssigkeiten sind folgende: Als Bindemittel für Kampher. Harze, ätherische Oele, na­türliche Haisame wird Gummi, Eigelb oder Stärkemehl ver-
ocr page 93
wendet. Je grosser die -Menge Flüssigkeit ist, desto mehr ist auch von dem Bindemittel erforderlich. (Zu dieser Art der Mixtur kann mau auch die Emulsion rechnen.)
3. Die Schüttelmixtur (zum innerlichen Gebrauch als Schütteltrank) entsteht durch Zusammeumenguug solcher Arzneimittel mit Flüssigkeiten, welche in den letz­teren entweder gar nicht oder unvollständig auf löslich sind, oder welche eine solche specilische Schwere haben, dass sie in den Flüssigkeiten zu Boden sinken, wie z. B. Kalo­mel, (joldschwefel. Schwefel. Eisenfeile u. dergl. und von den Salzen diejenigen, welche sich nur in einer so grossen Menge Wassers auflösen, dass dieselbe das Eingeben der Arznei sehr erschweren würde, wie z. !!. Weinstein, Chlor­kalk. Aetzkalk u. dergl. Auch solche Stoffe, die sich che-miscli mit dem Auflösungsmittel nicht gut vertragen, wie ätherische Gele und Säuren, adstringirende n. a. Pulver und schleimige oder eiweissstoffiialtige Substanzen sind in diese Mixtur zu bringen.
Da eben diese Substanzen sämmtlich mit den Flüssig­keiten weder eine Auflösung geben, noch die letzteren sie in sich schwimmend erhalten können, so ist vor der An­wendung das Umschüttelu der Arznei erforderlich und ist auf der Signatur ausdrücklich zu bemerken, z. B.: D. S. Gut umgeschüttelt die Hälfte etc. auf einmal zu quot;geben.
Beim Verschreiben der Mixturen verfährt man nach den bekannten, in der allgemeinen Receptirkonst (S. 14 n. ff.) erörterten Regeln. Sind die Ingredienzien alle flüssig, so schreibt mau dasjenige Arzneimittel, von welchem die ge­ringste Quantität verordnet werden soll, zuerst, und lässt dann die anderen nach den zunehmenden Gewichtsmengen folgen: die Unterschrift ist dann ganz einfach: ..Mische es'', misce. oder, „es weixle eine Mixturquot;, fiat mixtura. Sind aufzulösende Arzneistoffe, z. B. Salze. Extracte u. s. w.
ocr page 94
— 70 —
zu verordnen, so setzt man diese oben an und schreibt dann: „Löse auf in-', solve in ... . indem man alsdann die auflösende Flüssigkeit folgen lässt; soll der Lösung noch etwas hinzugefügt werden, so sagt man: ..Zu der Lösung setze (oder mische) hinzuquot;. solution] adde (s. ad-misce) . . . ; sind unauflösliche Stoffe, wie z. B. Pflanzen­pulver, Kampher, Harze u. s. w. Mnznzumengen, so lässt man diese mit einem Theile der Flüssigkeit und dem etwa vorhandenen Bindemittel abreiben und schreibt: ..reibe ab mit (tere s. subige) cum. . . . quot;
Bei dem Verordnen der Mixturen wird fast immer eine solche Quantität vorgeschrieben, class dieselbe für mehrere Gaben ausreicht. .Man hat hierbei in der Bestimmung der letzteren sowohl die Quantität der in die Mixtur genomme­nen Hauptmittel und der Unterstützungsmittel, wie auch die Menge der zur Bereitung genommenen Flüssigkeit zu berücksichtigen. Die erstere Rücksicht ist zunächst bei dem Verordnen leitend; indem man am besten die für das kranke Thier entsprechende einzelne Arznei-Quantität so vielfach nimmt, wie viel mau eben Gaben von dem Mittel in einem gewissen Zeitraum verbrauchen will. Hierzu setzt inan dann die zur Auflösung erforderliche Menge der Flüssig­keit, berechnet dann diese nach den einzelnen (iahen als eben so viele einzelne Theile und drückt dies auf dem Re­cept in einem bekannten Maasse aus. wie z. B. Theelöffel oder Esslöffel, oder ein halbes Liter und dergl. Für grosse Thiere müssen die Mengen in einer solchen Grosse berech­net sein, dass das Eingeben gehörig geschehen kann, ohne dass man zu fürchten hat, es werde der grösste Theil der Gabe in der Maul- und Bachenhöhle sitzen bleiben. Lin Viertelliter (Gramm 250 — 500) ist hier ein gewöhnliches Maass. welches aber oft überschritten wird. Kleineren Thieren pflegt man Gaben von einem halben Theelöffel bis zu einem ganzen ßsslöffel zu bestimmen.
ocr page 95
.Man pflegt grössere Quantitäten von Mixturen in den Apotheken nicht gern bereiten zu lassen, theils weil die­selben dadurch zu tbeuer werden, theils auch, weil sie sich leicht zersetzen,, und endlich weil sie auf grössere Entfer-nungen schwer zu transportiren sind. Dieser Umstände wegen lässt man vielmehr die meisten flüssigen Mixturen im Hause des ïhierbesitzers aus den Arzueisubstanzeu selbst bereiten und verschreibt für diesen Zweck nur die letzteren im trockenen oder im sonst nicht weiter zubereiteten Zu­stande, in einzelnen, abgetheilten Portionen, z. B.:
Rp. Tart. stibiat. pulv. 8,0
Kali nitric, pulv. 50,0 (oder Kali sulphuric, pulv. 120,0) M. Divide in pulv. aequal. No. 4. D. S. Früh und Abends ein Pulver ins Trinkwasser zu geben. (Für Pferde bei innerlicher Entzündung.)
Da die Mixturen aus den verschiedenartigsten Arznei-stott'en zusammengesetzt und in den mannigfaltigsten Krank-lieitszustäuden. innerlich wie äusserlich. augewendet werden, so können sie zur Erreichung sehr verschiedener Heilzwecke dienen, und es lassen sich deshalb über die Anzeigen zu ihrer Anwendung hier keine allgemeinen Andeutungen geben; doch ist bei den unten (in dem dritten Theil bei der „Auswahl von Heilformelnquot;) angeführten Beispielen hier­auf Rücksicht genommen worden. .
Zu den Mixturen kann man auch noch 4. die Schlecke (Linctus), sowie auch 5. das Maul wasser (Gargarisma s. Collatorium) rechnen; es sind dies flüssige Arzneien, welche bei Krankheiten der Maul- und Rachenhöhle eine locale Anwendung linden.
Die Schlecke ist eine Mixtur von der Consistenz eines dünnen Sirups, welche aus verschiedenen Ingredienzien zu­sammengesetzt wird; bald wird dazu ein Aufguss, oder ein Decoct in Verbindung mit Honig. Säuren, kühlenden Salzen, bald eine Mengnng eines milden Oeles mit Honig. Eigelb
ocr page 96
m
- #9632; 78 — .
oder Gimmiischlehn. oder Mehl u. s. \v. verordnet. Die Cou-sistenz ist dick- oder düimflüssig, wie es die Anzeige, dem jedesmaligen Krankheitszustande entsprechend, erfordert. Die Bereitungsvorschrift zu einer Schlecke lautet: „Mische es zur Schleckequot;, misce fiat linctus.
Die Schlecke wird bei krankhaften Atfectionen der Maulhöhle (der Schleimhäute derselben, des Gaumens, der Zunge), des Schlundes und der Luftröhre, z. B. bei Hals­entzündungen. Bräune u. s. w. vermittelst eines an einen Stab gebundenen Schwammcs oder eines Stückes weicher Leinewand, oder mit einem weichen Pinsel eingegeben.
Das Maulwasser hat eine der Schlecke ähnliche Zu­sammensetzung, jedoch ist es dünnflüssiger als jene, es kann aber wie die Schlecke oder auch mit einer Spritze bequem in die Maulhöhle eingeführt werden, um die leiden­den Theile damit zu bespülen.
Beispiele.
1. Auflösungen (Solutiones).
No. 1. Rp. Kali nitrici 5,0
Natri sulfurici 50,0
Solve in Aquae fontanae 300,0
Adde Sirupi albi 25,0 Detur ad vitrum. Signetur. Alle 4 Stunden einen halbenTassenkopfvoll davon einzugeben.
Für ein Kalb des Herrn N.
No. 1. N. Kaliumnitrat 5,0 Natriumsulfat 50,0
Gelöst in Quellwasser 300,0
Hierzu Weissen Sirup 25,0 Gieb und bezeichne. Alle 4 Stunden einen halben Tassenkopf voll davon ein­zugeben.
Für ein Kalb mit leichter Indigestion.
ocr page 97
— 79
No. 2. Rp. Ammonü chlorati,
Sued Liquiritiae ana 5,0
Solve in Infusi flor. Chamomill. [ex 15,0 parati] 120,0 Admisce Extract! Hyoscyami 0,5 Misceatur. Detur. Signetur. Zweistündlich einen Esslöffel voll hiervon einzu­geben.
Für den Hund des Herrn N. Gegen Kropf.
No. 2. N. Ammoniumchlorat,
Süssholzsaft von jedem 5,0
Gelöst in Chamillen;i.ufguss 120,0 (1 : 10).
Hierzu gemischt Bilsenkrautextract 0,5. Mische. Gieb und bezeichne. Alle 2 Stunden 1 Esslöffel zu geben.
Einem Hunde des Herrn X. Gegen Katarrh.
No. 3. Rp. Kalii jodati 10,0 Solve in Aquae destülatae 500,0
Solutioni adde Mucilaginis Gummi 30,0 Misceatur. Detur in vitrum. Signetur. Täglich viermal 3 Ess­löffel voll zu geben. Für das Füllen des Herrn N.
No. 3. N. Jodkalium 10,0. Gelöst in Destill. Wasser 500,0
Hierzu Gummischleim 30,0. Mische. Gieb und bezeichne. Täglich 4 Mal 3 Esslöffel voll zu geben. Für ein Füllen des Herrn N. Gegen Kropf.
No. 4. Rp. Magnesiae sulphuricae 15,0 Solve in Aquae fontanae 100,0
Admisce Mellis depurati 30,0 Detur in vitro.
Signetur. Früh vor dem Futter die Hälfte auf einmal, als­dann stündlich einen Ess­löffel voll zu geben, bis hin­längliche Wirkung erfolgt. Für den Hofhund des Kaufmanns Herrn N. Gegen Verstopfung.
No. 4. N. Magnesiumsulfat 15,0 Löse es in Quellwasser 100,0 Mische hinzu Gereinigten Honig 30,0 Gieb es in einem Glase. Bezeichne.
ocr page 98
— 80
No. 5. Rp. Argenti nitrici 0,5 Solve in Aquae destillatae 50,0 Detur in vitrum denigratum. Signetur. Täglich ein Mal den Pistelgang, wie verordnet, damit auszuspritzen. Für den Hund des Herrn v. N.
No. 5. N. Silbernitrat 0,5 Gelöst in Destill. Wasser 50,0 Gieb es in schwarzem Glase. Bezeichne. Täglich 1 Mal auszuspritzen.
Für einen IJund des Herrn v. N. Gegen Fistel.
No. Ck Rp. Morphii hydrochlorici 0,4. Aquae destill. 10,0 Solve. D. S. Bei Kolik.
No. 6. N. Morphium 0.4.
Destill. Wasser 10,0 Löse Gieb und bezeichne. Zur subcutanen Injection.
Für ein Pferd.
Gegen Kolik.
No. 7. Rp. Baisami Peruvian 10,0 Spirit, diluti 30,0 Solve. D. S. Zum Einroiben, jeden 4. Tag einmal. Bei Räude.
No. 7. N. Perubalsam 10,0 Spiritus 30,0 Löse. Gieb und bezeichne. Zum Einreiben.
Für den Hund des Herrn X. Gegen Räude.
2. Eigentliche Mixturen,
No. 1.
Rp. Opii pulverati 0,50
Radiois Rhei pulveratae 4,0 Magnesiao carbonioae 10,0 InfusiFlor. Charaomillae [15 ex parati] 120..
Misce. D. S. Auf ein Mal zu geben.
Für
das (an der weissen Ruhr lei­dende) Kalb des Pächters Herrn N.
No. 1. N. Opium 0,5
Rhabarberpulver 4,0 Magnesiumcarbonat 10,0 Chamillenaufguss 120,0 M. G. B. Auf 1 Mal zu geben.
Für ein Kalb des Herrn N. Gegen Ruhr.
ocr page 99
81 —
No. 2.
Rp. Camphorae pnlveratae 5,0 Misce cam
Mucilaginis Gnmmi 50,0 Detur. Signetur. Aeusserlich bei schlecht
granulirender Wunde.
No. 2.
N. Campherpulver 5,0
Mische es mit
Gummischleim 50,0
Gieb und bezeichne.
Aeusserlich bei schlecht
lirender Wunde.
granu-
No. 3.
Rp. Terebinthinae 15,0 Subige cum Vitello Ovi unius; massae homogenae sensim affunde Aquae Calcariae 250,0 Detur in vitrum. Signetur. ümgeschüttelt hiervon täglich ein Mal in die Fistel einzuspritzen. Für das Pferd des Frachtfuhrmannes Herrn N.
No. 3.
N. Terpentin 15,0
Gemischt mit Einem Eigelb zur gleich­artigen Masse. Hierzu Kalkwasser 250,0 Gieb es in einem Glase, bezeichne. Aeusserlich.
Vor dem Gebrauche umzusohüt-teln. In eine Fistel.
No. 4.
Rp. Linimenti ammoniati,
Tincturae Cantharidum ana
50,0 Spiritus Vini 250,0
Misce. D. S. Morgens und Abends die Schulter, wie verordnet, damit einzureiben. Für
das (bnglahme) Pferd des Fuhr­mannes Herrn N.
No. 4.
N. Flüchtiges Liniment, Cantharidentinctnr von
dem 50,0 Weinbranntwein 250,0 M. G. B. Aeusserlich.
Für ein Pferd des Herrn X. Gegen Schulterlähmo.
je-
Thierärztliclic Receptirkundc.
ocr page 100
— 82
3. Schüttel-Mixturen (Mixturae mediae).
No. 1.
No. 1.
Brechweinstein 0,2
Rp. Tartari stibiati 0,2
Solve in Aquae destillatae 00,0
Adde Pulveris Rad. Ipecacuanhae 1,0
Gelost in Destill. Wasser 50,0
Hierzu Brechwurzelpulver 1,0 Gieb es in einem Glase. Bezeichne. Brechmixtur.
Detur ad vitrnm. Signetur. Brechmixtur. Gut j Gut umgeschüttelt etc umgeschüttelt die Hälfte auf ein Mal; dann von dem Rest alle 74 Stunden einen Ess-' löffel voll nachzugeben, bis 4—Smaliges Erbrechen er­folgt ist. Für den Hund des Schlächtermeisters Herrn N.
No. 2.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;No. 2.
Rp. Pulveris Seealis cornuti rec. ) N. Mutterkorn, frisch pulveri-cont 40,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;sirt 40,0
Cerevisiae 1 Liter.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bier 1 Liter.
M.D.S. Wehenbefördernder M. G. B.
Einguss;umgeschütteltauf Wehenbefördernder Einguss. 2 Mal zu geben.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;l Auf 2 Mal zu geben.
Fürnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I?quot;1
eine Kuh des Landraannos N. eine Kuh des Herrn X.
x\o. 3. Rp. Pulveris Rhizom.Veratri 0,2 Radicis Ipecacuan­hae 0,.ri Aquae fontanae 30,0 Misce. D. S. Brechmittel. Auf ein Mal einzugeben. Für ein Schwein der Wittwe N.
No. :;. N. Vuratrumpulver 0,2 Brechpulver 0,5 Quellwasser 30,0 M. G. B. Brechmittel. Auf ein Mal zu geben.
Dem Schwein des Herrn X.
ocr page 101
S3 —
No. A.
No. 4.
Bp. Decocti Radicis Altbaeae [ex ! N. Abkochung von Eibisch-
30,0 parati] 500,0 Adde Pulv. Opii 2,0 ,, Radicis Valerianae
10,0. . Catechu 15,0 „ Calc. carbonici 30,0 M. D. S. Gut umgeschüttelt, Mor­gens und Abends 2 Esslöffel voll davon zu geben.
Für die (mit asthen. Durchfall be­hafteten) Lämmer des Hrn. N.
wurzel 500,0 Hierzu
Gummipulver 2,0
Baldrianpnlver 10,0
Katechn 15,0
Calciumcarbonat 30,0 M. G. B. Gut umgeschüttelt, Morgens und
Abends je 2 Esslöffel voll
zu geben.
Für die Lämmer des Herrn X. Gegen Durchfall.
4. Schlecken (Linctus).
No. 1.
Rp. Olei Olivarum 250,0 Subige cum Vitellis Ovorum quatuor;
Admisce Meilis communis 350,0 Kali nitrici 30,0 Fiat lege artis Linctus.
Detur ad lagenam.
Signetur. Vor dem jedesmaligen Gebrauche gut umzuschüt­tein, und alsdann die Zunge, wie verordnet, damit zu be­streichen.
Für
die an Maulentzündung leidenden Kühe des Herrn Ober-Amt­mann N.
No. 1.
N. Olivenöl 250,0
Mische darunter Eigelb 4 Stück. Gebe dazu Honig 350,0 Kaliumnitrat- 30,0 Gieb und bezeichne. Vor dem jedesmaligen Gebrauche gut umzuschüttein.
Für
die Rinder des Herrn X. Gegen Maulentzündung.
ocr page 102
84
5, MaillwäSSer (Gargarismata s. Collutoria).
No. 1. Rp. Boracis 30,0
Mellis crudi 100,0
Solve in Infusi foliorum Salviae [ex 40,0 parati] 500,0 Adde Aceti 150,0 Detur in vitrum. Signetur. Dreimal des Tages die Maulhöhle damit auszu­spritzen. Für ein Kalb des Herrn N.
No. 1.
N. Natriumborat 30,0 Honig 100,0
Gelöst in Salbeiaufguss 500,0
Hierzu Essig 150,0 M. G. B.
Täglich 3 Mal die Maulhöhle aus­zuspritzen. Für ein Kalb des Herrn N.
No. 2.
Rp. Decocti Rhiz. Calami [ex
45,0 parati] 350,0
Ammonii ehlorati 15,0
Solutioni adde Oximellis Scillae 50,0 M. D. S. M aulwasser. Die Maul­höhle mittelst eines Schwam-mes Morgens und Abends mit dieser Flüssigkeit aus­zuwaschen. Für ein Füllen des Herrn N.
No. 2. N. Abkochung aus Kalmus 350,0 Ammoniumchlorid 15,0
Hierzu Meerzwiebelhonig 50,0 G. B. Maulwasser. Die Maulhöhle täglich 2 Mal mit einem Schwamm zu befeuch­ten.
Für ein Fohlen des Herrn X.
Zehnte Abtheilang. Die Emulsionform.
Unter Pflanzen-Milch, Samen-Milch, oder Emul­sion (Emulsio) verstellt man eine flüssige Arznei von trüber, weisser, milchartiger, etwas dickliclier Beschaft'enlieit, welche eine in Wasser entweder gar nicht oder doch nur theihveis
ocr page 103
— 81
lösliche, vegetabilische Substanz durch Hülfe eines Binde­mittels in sich suspeudirt enthält, in ähnlicher Weise, wie in der Milch der Säugethiere das an sich unlösliche Fett (die Butter) durch den Käsestott' als Zwischemnittel mit dem Serum ineclianisch verbunden ist.
Die Bestandtheile einer Emulsion sind demnach: 1. eine wässrige Flüssigkeit (das Menstruum); 2. eine mit derselben zu mengende vegetabilische Substanz (das Emulgendum); .!. ein Bindemittel oder Zwischemnittel, welches die mecha­nische Mengung der beiden ersten vermittelt (das Emulgens),
Die in einer Emulsion enthaltene Flüssigkeit kann ent­weder blosses Wasser, oder eine Auflösung vou irgend einem leicht löslichen Salze, z. B. vou salpetersaurem Kali oder Natron, oder von Glaubersalz, Bittersalz u. s. \v. —, oder irgend ein Aufguss oder Decoct sein. Die mit der Flüssig­keit zu mengenden, vegetabilischen Substanzen sind: Milde fette Oele (seltener ätherische Oele), Harze (Gummiharze), Balsame. Kampher und dergleichen mehr. Als Bindemittel (Zwischemnittel oder aneignendes Mittel) dient Gummi, oder irgend ein anderer Pflanzenschleim, z. B. Traganthschleim — oder auch Eigelb; weniger hierzu geeignet und gebräuch­lich sind Honig und Seife. Bei Oelen, sowie auch beim Kampher wendet man gewöhnlich den Schleim von Gummi (Mucilago Gummi, den man aus einem Theil gepulvertem arabischen Gummi und 3 Theilen Wasser frisch bereiten lässt) in einer dem Oel etwa gleichen Menge —. aber bei Harzen. Gummiharzen, Balsamen am besten Eidotter an; man kann jedoch auch Oel mit Eidotter abreissen lassen und nimmt dann auf :50 Gramm Oel ein Eigelb. Zuweilen lässt man die Harze und Gummiharze auch wohl mit Man­deln oder Seife abreiben, um sie mit dem Wasser u. s. w. zu verbinden und in die Emulsionform zu bringen. Die Bereitung dieser Emulsionen geschieht in der Weise, dass man das Oel. Harz, den Balsam. Kampher u. s. w. zu dem in einem Mörser enthaltenen Gummischleim oder Eigelb
ocr page 104
80
nach und nach und unter .stetem Reiben hinzusetzt; nach erfolgter Vereinigung der Substanzen wird dann zu der Masse die Flüssigkeit in ähnlicher Art nach und nach hinzugesetzt.
In manchen Fflanzenstoffen, z. B. in den öligen Samen, ist die mit der Flüssigkeit zu mengende anlösliche Substanz. nämlich das Gel, schon von Natur aus mit dem Bindimgs-mittel (mit Schleim, Ehveissstotf. Käsestott') verbunden; es bedarf dann nur des Zerstossens der Samen in einem blan­ken, metalleneu Mörser, und des allmäligen Zugiessens des Wassers oder der sonstigen Flüssigkeit, um eine Emulsion zu erhalten, die hernach nur durch ein leinenes oder besser durch ein ttanellenes Tuch geseihet zu werden braucht, da­mit die Ueberreste der zerquetschten Samenkörner zurück­bleiben. Gewöhnlich wendet man hierzu die Hanf-. Lein-und Molmsamen. mitunter auch wohl die .Mandeln an.
Die auf die letztere Art darzustellenden Emulsionen nennt man ächte oder wahre Emulsionen (Emulsiones verae); wenn aber die, die Emulsion bildenden Substanzen. wie oben angegeben, erst künstlich zusammengesetzt werden. so nennt man sie unächte oder falsche Emulsionen (Emulsiones sjmriae); letztere hat man wieder in Oel-omulsionen (Emulsiones oleosae) und Harzemulsionen (Emulsiones resinosae) unterschieden.
Die Emulsionen werden zwar nicht häulig angewendet. Man verordnet die ächten Emulsionen, wie auch die mi-ächten Oelemulsionen als reizmildernde, besänftigende Arz­neien bei Entzündungen der Eingeweide, namentlich bei Darmentzündungen, Koliken, Nierenentzündungen, Krank­heiten der Harnwerkzeuge, bei Vergiftungen durch Säuren. scharfe metallische Salze, bei Krämpfen u. dergl. m. Häufig setzt man ihnen noch kühlende, auch wohl abführende Salze, zuweilen auch harntreibende Substanzen, sowie endlich auch beruhigend wirkende und schmerzlindernde, narkotische Mittel, wie z. U. Bilsenkrautextract, Opium, Opiumtinctnr, Morphium und dergleichen hinzu.
ocr page 105
— 87 —
Da die Emulsionen bei längerer Aufbewahrung leicht verderben, indem sie, besonders in der wannen Jahreszeit, in Gähruug übergeben, sauer und ranzig werden unter Bil­dung von Essigsäure. Milchsäure und Fettsaure, so darf' man sie nur in solcben. nach der Grosse des Thieres sich richtenden Quantitäten verschreiben, die in einem, höchstens zwei 'lagen verbraucht werden; auch muss man Zusätze von Weingeist oder anderweiten Spiri­tuosen Flüssigkeiten, von Säuren oder sauren Säften, im'-talliscben Salzen, die zersetzend auf die Emulsionen ein-wirken, vermeiden, oder ein Aiitirnykoticum zusetzen.
Das Verhältniss der Ingredienzien zu einer Emulsion kann verschieden sein, je nach dem therapeutischen Zweck, ob nämlich die Emulsion eoncoutrirt oder verdünnt sein soll.
Das Arzneibuch schreibt vor: „Die Samen-Emul­sionen werden, wenn nicht andere Verhältnisse vorgeschrie­ben sind, bereitet aus:
Einem Theile Samen........ 1.
und soviel Wasser, dass die Emulsion nach
dem Durchseihen
zehn Theile...........10
beträgt.
Die Oelemulsionen werden, wenn nicht andere Ver­hältnisse vorgeschrieben sind, bereitet aus:
Zwei Theilen Oel.........-'.
einem Theil fein gepulvertem, arabischen
Gummi............. i-
siebzehn Theilen Wasser ......17.
Wird Kmulsio oleosa verschrieben, sn ist dieselbe aus Mandelöl zu bereiten.quot;
Was die einzelnen Gaben anbetrifft, in denen man die Emulsionen reichen lässt. so sind diese nach der Natur der Krankheit, sowie nach der Thiergattung und der Grosse des Thieres, verschieden: bei kleinereu Thieren gieht man sie ess-löffelweise, bei etwas grosseren wohl in halben bis ganzen Tassen
ocr page 106
^
88 —
I
uud bei deu grossen Hausthiereu, Pferden u. s. \v. ein halbes bis ein ganzes Liter auf ein Mal. Die Emulsionen müssen, namentlich im Sommer, an kühlen Orten aufbewahrt werden.
Beim Verschreiben eines Receptes zu Emulsionen hat man folgende Regeln zu beachten:
a) Bei den ächten Emulsionen kommt zuerst das Emulgendum. also der. die Emulsion gebende (sogenannte emulsive) Same und dann das Menstruum oder die Flüssig­keit, deren Quantität man bestimmt. Sind Salze in der Flüssigkeit aufzulösen, so geschieht dies vorher, was be­sonders dann uöthig ist. wenn die Salze erst mit Hülfe der Wärme aufgelöst werden müssen, indem eine fertige Emul­sion nicht erwärmt werden darf, weil sie sonst, durch das darin enthaltene Pflanzenalbumin, gerinnt. Die. die Berei­tung der Emulsion anordnende Vorschrift wird durch fol­gende Formel ausgedrückt: ..Zerstosse es und während des Reibens giesse nach und nach hinzuquot;, contunde et terende, sensim affnnde; hiernach schreibt man: ..seihe es durchquot;, cola. oder wenn noch Zusätze gemacht werden sollen: „seihe hindurch und setze hinzuquot;, cola et adde: oder: ..dem Durch-geseiheten setze (oder mische) hinzu ...... Colaturae
adde (s. admisce) .... Man kann auch die Formel ge­brauchen : „Es werde nach den Regeln der Kunst eine Emul­sion von so und so viel Grammen Colatur ....''. Hat lege
artis Emulsio colaturae Grammatom .... Soll die Recept-
formel sehr kurz sein, so kann man auch gleich die fertige Emulsion verschreiben und derselben dann noch etwaige Zu­sätze machen lassen. Die Formel ist in diesem Falle in folgender Weise zu fassen, z. B.:
Rp. Emulsionis Seminis Cannabis #9632; N. Hanfsamen - Emulsion [aus [ex 30.0 paratae] 240,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gramm 30,0bereitet] Gramm
Adde etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 240,0.
Setze hinzu u. s. w. b) Bei den unächten Emulsionen verfährt man auf ähnliche Weise, wie. ad a. Zuerst verschreibt man das Emulgendum. nämlich das Oel, den Balsam, das Harz,
f
ocr page 107
89
Gummiharz, den Kampher u. s. w., dann folgt das Emul-gens oder aneignende Mittel, also der arabische Gummi­schleim oder das Eigelb, und darauf das Menstruum oder die Flüssiglceit, wobei man die Bereitung der Emulsion mit folgenden Worten vorschreibt: ..Reibe es ab und giesse hinzuquot;, subige et aft'uude; oder „reibe es zusammen mit...quot; (dem Gummischleim oder Eigelb) ..und setze hinzuquot;, tere cum .... et adde: oder ..unter Reiben mische es allmälig mit ...quot; (dem Menstruum), terendo sensim misce cum .. . . Folgende Beispiele werden die verschiedenen Formen der Emulsion erläutern:
a) Aechte Emulsionen (Emulsiones verae).
No. 1. Bp. Seminis Lini 00,0
Contunde, et terendo sensim allunde: Aquae fontanae 500,0
Colaturae admisce Hydrargyri chlorati 2,0 Detur ad vitrum. Signetur. Umgeschüttelt auf ein- i mal zu geben. Für das (an Darmentzündung lei­dende) Füllen des Herrn N. |
No. 2. Rp. Fructus Papavens immaturi 30,0
Contunde et tere cum ' Aquae fontanae quantitate sofamp;ciente utfiat lege artis Emalsio. Colaturae 250,0
Adde Kali nitrici 10,0 Sacehari 15,0 M. Detur in vitrum. Signetur. Alle Stunden 2 Ess-löifel voll davon zu geben. Für den (an Bronchitis leidenden) Hund des Herrn N.
No. 1. N. Leinsamen 50,0
Zerstosse und während des Reibens giesse hin­zu Quellwasser 500,0 Dem Durchgeseihten setze hinzu Quecksilberchlorür 2,0 Gieb es in einem Glase. Bezeichne. Umgeschüttelt auf ein
Mal zu geben. Für ein Füllen des Herrn N. Gegen Darmentzündung.
No. 2. -N. Unreife Mohnköpfe 30,0
Zerstosse und zerreibe nach Regeln der Kunst mit Quellwasser zur Emulsion 250,0 Setze hinzu Kalinitrat 10,0 Zucker 15,0 Gieb und bezeichne. Alle 2 Stunden 1 Bsslöffel voll zu geben. Für einen Hund des Herrn X. Gegen Bronchitis
ocr page 108
— 90 —
b) Unächte Emulsionen (Emulsiones spuriae). a. Oel-Emulsionen (Emulsiones oleosae).
No. 1. Bp Olei Olivarum 50,0
MucilaginisCtummi quantum
satis ut fiat cum. Aquae foiitanae 500,0 lose
artis Emulsio, cui adde Natri sulphurici 100,0 M. Detur.
Signetur. Wohl umgeschüttelt auf einmal einzugiesseu. Für das (an Darmentzündung leidende) Pferd des Herrn N.
No. 2. Rp. Olei Rioini 40,0 Subige cum Vitellis Ovorum duorum.
Ad de Solutionis Natri sulfurici [100,0 eontinentis] 350,0 : Detur.
Signetur. Gut umgeschüttelt alle halbe stunde I Tasse voll zu geben. Ful­das (au Verstopfung leidende) #9632; Füllen des Herrn N.
No. 1.
N. Olivenöl 50,0
Gummischleim hinreichend, mit Wasser zur Emulsion 500,0 Hierzu Natriumsulfat 100,0 Gieb. Bezeichne.
No. 2. N. Ricinusöl 40,0
Mische es mit Eigelb 2 Stück. Gebe hinzu Glaubersalzlösung 350,0 .aus 100,0) (üeb. Bezeichne. Gut umgeschüttelt alle halbe Stunde 1 Tasse voll zu geben.
Für ein Füllen des Herrn N. Gegen Verstopfung.
(Emulsiones resinosae).
No. 3. N. Terpentin 10,0 Eigelb 1 Stück. Quellwasser 200,0 Es werde Emulsion
Hierzu Gateehutinctur 5,0 Weissen Sirup 30,0 Mische.' (iieb. Bezeichne. Täglich 3 Mal. nach vorherigem Umschütteln, 1 Esslöffel voll zu geben. Für einen Jagdhund des Herrn N. Gegen Blasenkatarrh.
1). Harz-Emulsionen
No. ;-;.
Rp. Terebinthinae 10,0 Viteilum Ovi unius Aquae fontanae quot;200,0 Fiat lege artis Eraulsio;
Cui addc Tinoturae Catechu 5,0 Sirupi albi 30,0
M. Detur ad vitrum.
Signetur. Täglich 3 Mal, nach vor-herigem Umschütteln, einen j Esslöffel voll davon zu geben. | Für
den Jagdhund des Herrn N.
ocr page 109
— 91
Beispiel einer Kampher- und Phosphor-Emulsion.
No. 4. Rp. Camphorae tritae 5,0 Subige cum Mucilaginis Gummi Arabici
40,0 ut fiat massa homogenea:
deinde sensim admisce Infusi Radicis Valerianae [ex 50,0 parati] 400,0 Detur ad vitrum. Signetur. Nach vorherigem Um­schütteln auf ein Mal zu geben.
Für die Kuh des Herrn N. Gegen Krumpfe.
Nu. 5. Rp. Phosphori 0,3
Digere curn Olei Jecoris Aseüi 50,0 Solulioni admisoe Mucilag. Gummi ?)0,0 Infusi Radicis Angelicae [ex
10,0 parati] 100,0 Fiat lege artis Emulsio. M. Detur in lagena. Signetur. Vorher wohl umge­schüttelt. Für einen Hund des Herrn X. Gegen Eaehitis.
No. 4. N. Kampher 5,0
Gummischleim 40,0
Mische und setze hinzu Baldriauaufguss 400,0 (aus 50,0) Gieb. Bezeichne. Nach vorherigem Umschütteln auf ein Mal. F'ür eine Kuh des Herrn N.
No. 5. N. Phosphor 0.3
Schüttle ihn mit Leberthrau 50,0
Der Lösung mische bei Gummischleim 30,0 Angelikaaufguss 100,0
(aus 10.0) lie werde Emulsion. Gieb. Bezeichne. Jedesmal wohl umzuschüttein. Täglich drei Bsslöffel voll zu geben. Pur einen Hund des Herrn X. Gegen Rachitis.
Elfte Ahtheilung.
Die Aufgussfornt. Infusum.
Als Aufgus.s oder 1 nfusuin (Infusum s. Infnsiu) be­zeichnet inau die Auflösung solcher leicht auflöslicher oder micli flüchtiger vegetabilischer Arzneisubstanzen, welche durch blosses üebereiessen mit kaltem oder heissem Wasser und
ocr page 110
— !t2 —
mehr oder weniger Stehenbleiben mit demselben bewirkt und ausgezogen werden können.
Es eignen sich dazu die leicht auf löslichen, ätherisch-öligen, aromatischen, die flüchtigen, die seifeuartigen und bittern extractstoftigen Bestamltheile und zum Theil auch die adstringirenden. IHc flüchtigen Stoffe können durch einen heissen Aufguss vollständig ausgezogen werden, die laquo;ämmtlichen übrigen aber nur zum Theil. mehr oder weniger vollständig, je nachdem zu dem Aufgiessen, eben wie im Vorstellenden schon angedeutet ist, heisse oder kalte Flüssig­keiten benutzt werden und je naclidem das Stehen der Arz-neisubstanz mit denselben längere Zeit fortgesetzt wird oder nicht.
Nach den oben angedeuteten Verschiedenheiten hin­sichtlich der Temperatur der benutzten Flüssigkeiten und der Zeit, während welcher deren Einwirkung auf die Arznei­substanz geschieht, unterscheidet man folgende 3 Varietäten des Aufgusses:
1.nbsp; nbsp; Den heissen Aufguss oder die Brühe (lufusum fervidum). bei welcher die Arzneisubstanz (das Infundendum) mit siedend heissem Wasser (dem Infundens} übergössen wird und dann bis zum Abkühlen in einem blos bedeckten oder besser, in einem hermetisch verschlossenen Gefässe .stehen bleibt.
2.nbsp; nbsp; Die Digestion (Digestio). wo die Arzneisubstanz bald kalt, bald warm übergössen und dann mit der Flüssig­keit an einem warmen Orte, gewöhnlich in einem Sand­oder Wasserbade bei einer Temperatur von 25 — 40deg; R. durch 12 bis 24 Stunden und länger stehen bleibt, um .so alle anflöslichen Bestamltheile mehr vollständig auszu­ziehen.
ü. Den kalten Aufguss (lufusum frigidum) oder die Einweichung, Maceration (Maceratio); er wird be­reitet, indem die Arzneisubstanz mit Wasser von 15—20quot; über­gössen und längere Zeit, gewöhnlich über 24 Stunden, an
ocr page 111
— 93 —
einem kalten Orte stehen bleibt. Die letztere Art der Be­reitung dient zuweilen zur Vorbereitung für eine nachfolgende Kochung der Arznei, um die wirksamen Bestandtheile mög­lichst mit der Flüssigkeit zu erweichen, theilweise auszu­ziehen, und dann das Kochen in kürzerer Zeit vollenden zu können.
Die zu den Aufgüssen bestimmten Arzneisubstanzen werden in der Kegel zuerst in einen verkleinerten Zustand versetzt, nämlich die Blüthen und Blätter grobzerschnitten. die Wurzeln. Hölzer und Rinden gröblich pulverisirt und die Samen ebenso.
Die Menge der auf die Arzneisubstanzen aufzugiessen-den Flüssigkeiten richtet sich zum Theil nach der Menge der in den letzteren enthaltenen auflöslichen Bestandtheile. zum Theil auch nach der Schwierigkeit oder Leichtigkeit der zu bewirkenden Auflösung, zum Theil aber auch nach der Stärke und Concentration, in welcher man die Arznei zur Anwendung bringen will: gewöhnlich nimmt man zehn Theile Flüssigkeit zu einem Theile der Arzueisubstanz, zu­weilen aber auch die doppelte Menge der ersteren. In einem concentrirten Aufguss (Infusum concentratum) ist das Verhältniss der vegetabilischen Substanz zur Colatnr, wie 1:8: bei einem sehr concentrirten Aufguss (Infu­sum concentratissimum). wie 1 : 4—-6. Im schwachen oder verdünnten Aufguss (Infusum tenue) ist das Verhältniss wie 1:15—20 oder noch darüber.
Das Arzneibuch sagt über Infusa, Aufgüsse: ..Bei Auf­güssen, für welche die Menge der anzuwendenden Substanz nicht vorgeschrieben ist. wird auf 10 Theile Aufguss 1 Theil Substanz genommen. Ein Aufguss von Arzneikörpern, für welche eine grösste Gabe festgesetzt ist. darf nur gegeben werden, wenn die Menge des Arzneistoffes vom Arzte vor­geschrieben ist. Zur Herstellung eines Aufgusses wird die Substanz in einem geeigneten Gefässe mit heissem Wasser Übergossen, die Mischung unter bisweiligem Umrühren 5 Mi-
ocr page 112
— 94 —
nuten tien Dämpfen eines siedenden Bades ausgesetzt und die Flüssigkeit nach dem Erkalten mittelst Durchseihens abgeschieden.quot;
Hei der Bereitung der lieissen Aufgüsse und der Di­gestionen muss das Gefäss stets gut zugedeckt sein, um das Entweichen der flüchtigen Bestandtheile zu verliindern. In den Apotheken hat man hierzu eigene metallene (Jefässe mit einem recht dicht verschliessbareu Deckel, sogenannte 1 nfundirbüchsiMi. im Gebrauch.
Nach genügend erfolgter Ausziehung der wirksamen Bestandtheile wird in der Regel die Flüssigkeit von der Arzneisubstanz getrennt. Dies geschieht entweder durch blosses vorsichtiges Abgiessen oder besser mittelst Durch­seihung durch ungebleichte Leinwand, oder durch Beutel­tuch, oder auch durch feinen Flanell, oder durch Lösch-papier. Wenn man das Letztere benutzt, heisst diese Art des Durchseihens das Filtriren, und wenn man die zuerst bezeichneten Seihetücher hierzu anwendet, heisst es das Coliren; die Flüssigkeit aber wird als die gereinigte Flüssigkeit oder die Colatnr (Colatura) bezeichnet.
Zuweilen, namentlich aber, wenn die Arzneisubstanz etwas schwer auf lösliche, dickflüssige oder zähe Bestand­theile enthält, welche man in die Colatur zugleich mit den übrigen Bestamltheilen haben will, lässt man nach dem Abgiessen der Flüssigkeit den üeberrest innerhalb des Seihetuchs oder innerhalb eines Beutels noch ausdrücken oder auspressen.
ad 1. Bei dem Verordnen der lieissen wässrigen Aufgüsse kann man in zweierlei Weise verfahren: a) in­dem man entweder sowohl die Quantität des zur Aus­ziehung bestimmten Arzneimittels, wie auch die lt;1)uaiititä,t des zum Aufgiessen nöthigen Wassers bestimmt angiebt und dem Apotheker vorschreibt, dass er die Erstere mit dem Letzteren infundiren, dann coliren oder liltriren und die erhaltene Flüssigkeit für sich allein oder, wie man es
li,
ocr page 113
95
eben für zweckmässig tiiulet. in Verbindung mit anderen Arzneimitteln verabreichen soll; — oder b) man verordnet eine bestimmte Quantität eines Lnfosum von einem ange­gebenen Arzneimittel und schreibt dem Apotheker nur vor, aus wie viel Substanz des genannten Mittels dieses Infusuin bereitet werden soll. Alles Oebrige versteht der Apotheker, seiner Kunst gemäss, von seihst.
Auf die erstere Weise lautet das Recept:
a) Rp. Florum Ghamomillae 100,0
Infunde cum Aquae fervidae 1000,0 Post refrigerationem
cola. Colaturae adde etc.
a) N. Charaillenblumen 100,0 üobergiesse sie mit heissem Wasser 1 Liter. Seihe nach dem Erkalten und setze dem Aufgüsse hinzu.
Auf die zweite kürzere Weise lautet das Recept:
b) Ep. Infusi florum Chamo-nbsp; nbsp; nbsp;b) N. Chamillenaufguss 1 Liter millae [ex 100,0 pa-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(bereitet aus 100,0
rati] 1000,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Chamillenblumen)
Adde etc. etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Setze hinzu.
In den Fällen, wo eben das Abgiessen, das Durch­seihen, das Filtriren oder das Auspressen verlangt wird, bezeichnet man diese Geschäfte dem Apotheker mit den Worten: Decanta oder Cola, oder Filtra (oder Oiari-tica). oder Exprime, und wo das Abgiessen u. s. w. nach dem Erkalten geschehen soll, wird dies, wie in dem vor­stehenden eisten Beispiele, durch die Worte: post refrigera­tionem cola — ausgedrückt und andererseits, wenn eine Beimischung anderer Arzneien zu der noch heissen Flüssigkeit geschehen soll, wird auch dies dem Apotheker vorgeschrieben mit den Worten: Colaturae fervidae adde etc.
ad 2. Die Digestionen verzehren immer eine grös-sere Quantität Flüssigkeit, als man eben in der Colatur er­halten will, und es ist deswegen entweder gleich vom An­fange an eine arössere Quantität von Wasser u. s. w. zu
ocr page 114
:n
— 96 —
den Arzneimitteln hinzufügen, oder man muss während der Digestionszeit wiederholt das. was von der Flüssigkeit ver­dunstet, durch Zugiessen ersetzen. In der Regel bleibt dies Sache des Apothekers, und man hat demselben hierbei nur vorzuschreiben, wie viel Colatur man erhalten will und wie lange die Digestion dauern soll. Dies Verfahren kann man übrigens auch ad 1 a beobachten, indem man nur die Menge der Colatur bestimmt und dem Apotheker die Quantität der aufzugiessenden Flüssigkeit überlässt.
Zu den Flüssigkeiten für die Digestionen nimmt mau zwar in den meisten Fällen nur Wasser, zuweilen aber auch verdünnten oder concentrirten Weingeist, Essig, Bier, fette Oele u. dergl. Bei dem Verordnen dieser Aufgüsse lautet demnach die Formel in der Regel so:
Rp. Rhizomatis Calami aroma- I N. Calmuspulver 100,0 tici grossius pulveratinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Giesse auf mit
100,0
Infunde cum Aquae fervidae 1000.0
Heissem Wasser 1 Liter. Lasse 12 Stunden stehen und seihe dann durch.
Digere per horas duo-decim. Cola etc.
ad 8. Die kalten Aufgüsse oder Macerationen. insoweit dieselben mit blossem Wasser geschehen, sind in der Thierheilkimde wenig gebräuchlich, weil man durch dieselben mehrentheils nur einen geringen Theil eines wirk­samen Bestaudtiieiles des Arzneimittels erhält; doch sollen die so erhaltenen Auszüge von eigeuthümlicher milder Wirk­samkeit sein. Benutzt man Weingeist. Wein oder Essig zu diesen Auszügen. so kann man allerdings ätherische Oele, Harze und Schleimharze damit auflösen und ausziehen, hier­durch die sogenannten Tincturen (Tincturae) bereiten und in denselben sehr wirksame Arzneimittel erhalten. Das Ver-hältniss der Flüssigkeiten zu den Arzneisubstanzen ist hier­bei gewöhnlich wie 0 : 1 und die Zeit, während welcher die Maceration stattfindet, ist je nach der verlangten Concen-
1
;l
h! :-#9632;#9632;#9632;--
ocr page 115
1)7
tration des Arzneimittels von einer Stande bis zu 24 Stunden. Man drückt dies beim Verordnen in folgender Weise aus:
Rp. Herbae Serpylli 100,0 Affunde Aquae communis Cüü,ü Macera per viginti qua-
tuor ho ras. Cola et exprime resi­duum.
Colaturae adde Spiritus o Vino 50,0 D. S. Den sechsten Theil auf ein Mal einzugeben u. s. w.
N. Quendelkraut 100,0 Uebergiesse mit Quellwasser 600,0
iMacerire durch quot;24 Stun­den, seihe durch und presse den Rückstand. Setze hinzu Weinbranntwein 50,0 G. B. Auf fi Mal einzugeben.
Für ein Kalb des Herrn X.
Gegen chronische Unverdau-lichkeit
Die Aufgüsse, besonders die beiss bereiteten, linden eine sehr liäutiire Anwendung und werden sowohl innerlich als Eingüsse u. s. w., wie auch äusserlich zu sehr ver­schiedenen therapeutischen Zwecken verbraucht. Oftmals erhalten die Aufgüsse, uanientlich die zmn äusserlichen Gebrauch bestimmten, nach ihrer verschiedenartigen Ver­wendung auch wohl besondere .Namen. So v.. B. benutzt man Aufgüsse zu Bähungen oder L'msch lägen (Fomenta humida s. Fomentationes liquida). indem man leinene oder wollene Tücher damit tränkt und um die leidenden Theile legt; — zu Einspritzungen (Injectiones) in die natür­lichen Höhlen des Körpers, oder in Wunden, Geschwüre u. s. w.. vorzüglich als Klystiere (Glysmata), worunter man die zum Einspritzen in den Mastdarm bestimmten Flüssigkeiten verstellt: — zu Wasobmitteln, Wasch­wässern. Bädern verschiedener Art, zu Augen- und Mau 1 wässe rn.
Tliieritrotliche Receptirkuode.
ocr page 116
98 —
Beispiele von Recepten zu Aufgüssen:
Heisse Aufgüsse (Infusa fervida).
No. 1.
Rp. Infusi Floram Chamomillae [ex 50.0 parali] 500,0
Aride Tartar! stibiati 0,5 Kali nitriei 15,0 Camphorae 1,0 Signetur. Auf zwei Eingüsse.
Für das (an Harnverhaltung leidende) Füllen des Herrn N.
N. Chamillenaufguss '/, Liter (.bereitet aus 50,0) Setze hinzu Brechweinstein '',5 Kalinitrat 15,0 Cdmpher 1,0 Gieb und bezeichne. Auf 2 Mal zu geben.
No. 2. Rp. Herbae Absinthii conoisae 100.0
hifunde cum Aquae ferventis 1500,0 Stent in vase clauso per horamdimidiam. Colatu-rae expressae et refrige-ratae adde Ammonii chlurati 50,0 Spiritus e vino 350,0 Detur.
Signetur. Täglich 4 Mal 1 Tasse voll zu geben. Ful­das (an Unverdaulichkeit lei­dende) Kalb des Herrn N.
No. 2. N. Wermuthkraut 100,0 Giesse auf Heisses Wasser 1 '/i Liter. Lasse es in verschlosse­nem Gefässe 24 Stunden stehen, presse aus und setze nach dem Erkalten hinzu Ammoniumchlorid 50,0 Weinbranntwein. Gieb und bezeichne. Täglich 4 Mal 1 Tasse voll zu geben.
Einem Kalbe des Herrn N.
Gegen Unverdaulichkeit.
Digestionen und üdacerationen werden in der Praxis liingst Dicht mehr angewandt, da man die Arznei erst in ca. 24 Standen nach dem Ansetzen in der Apotheke haben könnte, die Sache ganz ungewöhnlich vertheuert würde und die Wirkung durch die Kxtracte. Alkaloïde, ätherische Gele etc. viel sicherer und sogleich zu haben ist. Auch
^
Uta
m
ocr page 117
'.)gt;.) —
Zwölfte Abtheilunff.
D
Die Abkochungen. Oecocta.
Der Abseid oder das Decoct (Dccoctuni).
Bei einigen vegetabilischen Arzneimitteln werden die durch blosses Kinweichen oder durch das Infundiren nur unvollständig und schwer auflöslichen Bestandtheile durch das Kochen mit Flüssigkeiten vollständig aufgelöst, aus den unwirksamen, faserigen, vegetabilischen Geweben aus­gezogen, und der zum Kochen benutzten Flüssigkeit mit-getheilt. Derartige Bestandtheile sind der Bitterstoff, die adstringireudeu Stoffe, die fixen scharfen Stoffe, die Pflanzen-alkaloide. gewisse narkotische Stoffe (wie 't.. B. die der Brechnuss. des Tabaks), der Schleim. Zucker und das Stärkemehl. Dagegen werden durch längeres Kochen die aromatischen Bestandtheile, die ätherischen Oele und der Kampher, theils verflüchtigt, theils zersetzt oder verändert, und dadurch wird die Arznei von solchen Substanzen bei dieser Bereitung geschwächt oder unwirksam, weshalb man Arzneimittel der letzteren Art nicht kochen, sondern nur infundiren darf1).
Zur Bereitung der Abkochungen benutzt man als Flüssig­keit (als Decoquens s. Extrahens) in der Regel das Wasser, sehr selten Bier oder Milch, niemals Wein oder Weingeist, weil diese letzteren beiden Flüssigkeiten ebenfalls durch das Kochen verflüchtigt und unwirksam gemacht werden.
Zuweilen lässt man eine Arzueisnbstanz nur ganz kurze
') So wird z. H. der kratzende, bittere, purgirend wirkende Stoff in den Sennesblältern (das Cathartin) durch einen Aufguss rein ausgezogen, dagegen durch Kochen so verändert, dass dann die Abkochung heftiges Bauchgrimmen zu erregen pflegt. Aehn-lich verhält sich die Süssholzwurzel, deren Decoct einen kratzen­den, bittern Nachgeschmack erhält. So erregt die Abkochung der Amikablüthen Erbrechen, der Aufguss aber nicht.
.
ocr page 118
100
Zeit kochen, nur einigemale mit der Flüssigkeit aufwallen. Man nennt eine solche Zubereitung eine Aufwallung.
Die Vorschrift über Üecocta, Abkoclumgen im Arznei­buche für das Deutsche Reich lautet: „Bei Abkochungen, für welche die Menge der anzuwendenden Substanz nicht vorgeschrieben ist, wird 1 Theil Substanz auf 10 Theile Ab­kochung verwendet. Ausgenoinnien hiervon sind Arznei­körper, für welche eine grösste Gabe festgesetzt ist. und starke schleimige Substanzen. Von erstereu ist eine Ab­kochung nur dann abzugeben, wenn der Arzt die Menge des Arzneistoffes vorgeschrieben hat. bei letzteren wird die Menge dem Ermessen des Apothekers anheimgestellt.
Abkochungen sind in der.Weise zu bereiten, dass die Substanz in einem geeigneten Gefässe mit kaltem Wasser Übergossen und eine halbe Stunde lang den Dämpfen des siedenden Wasserbades unter bisweiligem umrühren aus­gesetzt wird. Darauf wird die Flüssigkeit noch warm ab-gepresst. Wenn Decoctum Althaeae oder Decoctum Semi-num Lini verschrieben sind, so werden diese in der Weise bereitet, dass die Substanz eine halbe Stunde mit kaltem Wasser ohne Umrühren stehen gelassen und darauf der schleimige Auszug durch leichtes Abpressen von der Sub­stanz getrennt wird.quot;
Die zur Bereitung der Abkochungen bestimmten Arznei­mittel (das Decoquendum s. Fxtrahendum) können gröblich gepulvert, oder, was Blätter und Blüthen betrifft, wenigstens durch Zerschneiden zerkleinert sein. Das Kochen selbst geschieht entweder in Gefässen über offenem Feuer, oder auch wohl im Dampfapparate. .Nachdem das Kochen in der gewünschten Zeit geschehen ist. lässt man die Flüssigkeit mit dem Arzneimittel entweder erst erkalten und verfährt dann weiter, je nach Art der Bestimmung und Benutzung, oder die weitere Bearbeitung geschieht sogleich im warmen Zustande der Arznei. Gewöhnlich will man die blosse Flüssigkeit des Decoctes benutzen und lässt dieselbe wann
ocr page 119
101
oder abgekühlt, entweder blos.s abgiessen (decantiren) oder durch Durchseihapparate giessen (coliven oder t'iltriren), um sie ganz klar und rein zu erhalten. Zuweilen findet auch noch hierbei ein Auspressen des Rückstandes der Flüssig­keit statt.
Bei dem Verschreiben der Abkochung deutet man dem Apotheker die Bereitung der Arznei in der einen oder in der anderen der vorstehenden Bereitungsweisen an und schreibt ihm hierzu sowohl die Menge des Arzneimittels, wie auch des Wassers, oder auch die bestimmte Zeit der Kochung vor und ebenso ordnet man an, was mit der Ab­kochung weiter geschehen soll. z. B.:
No. 1. Rp. Herbae Malvaeconcisae 30,0 Coque cum Aquae communis 350,0 per quadrantura horae. Colaturae adde Ammonii carbonici 5,0 Detur in vitrum. ijignetur. Alle Stunde 1 Thee-löffel voll zu geben. Dem Hunde des Herrn X. Gegen Husten.
No. 1. N. Malvenkraut 30,0 Gekocht mit Quellwasser 3j0,0
Durch 4 Stunden. Dem Durchgeseihten
setze hinzu Ammoniumchlorid 5,0 Gieb es in einem Glase und be­zeichne. (Wie nebenstehend.)
No. '2. Rp. Radic. Ipecacuanhae pulv. 0,05
Coque cum Aquae fontanac 120,0 Colatura 60,0
Adde Morph. hydrochlorici 0,05 Detur ad vitrum.
No. 2. N. Brechwurzelpulver 0,05 Koche mit Wasser 120,0
bis zur Abkochung auf 60,0 Setze hinzu Morphiumhydrochlorid 0,05. Gieb es in einem Glase.
Signetur. Alle 3 Stunden einen t Bezeichne.
Theelöffel zu geben.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (Wie nebenstehend.)
Für den kleinen Hund des Herrn N. Gegen Durchfall.
ocr page 120
— 102 —
Wenn mau in der vorstellenden Weise ein Decoct von solchen Arzneimitteln, welche iixe. das Kochen ertragende Hestandtheile enthalten, bereiten und demselben zugleich solche Arzneimittel zusetzen will, welche nur das Infun-diren ertragen, so lässt man diese letzteren Mittel ent­weder erst am Ende der Kochung zu der Flüssigkeit thuu. oder man lässt sie mit der Decoctflüssigkeit im kochenden Zustande ttbergiessen und dann zugedeckt durch einige Zeit stehen. Auf diese Weise erhält man einen Abkochungs-Aufguss oder Decoct-Aufguss (Decocto-lnfusum). Es gilt von dieser Bereitung im Wesentlichen alles das. was über die Infusionen und über die Decocte angegeben worden ist. Die Vorschrift für den Apotheker zu einem Decoct-Infusum lautet so:
No. 1.
Rp. Radicis lientianae concisae 50,0
Coque cum Aquae fontanae IOüQ.O per horam dimidiam; sub finem coctionis infunde: Foliorum Menthae piperitae 30,0
stent in vase tecto, post refrigerationem cola. Colatura detur in olla. Signetur. Den dritten Theil auf einmal einzugeben. Für eine Kuh etc.
Bei Festliegen nach der Ge­burt.
No. 1.
N. Enzianwurzel zerschnitten 50,Ü
Koche mit Quellwasser 1 Liter durch 2 Stunden. Gesen das Ende des Kochens giesse auf PfetTerminzblätter 30,0 Lasse es in zugedecktem Gefässe stehen, nach dem Erkalten seihe durch und gebe die Abkochung in einem Kruge. Bezeichne.
(Wie nebenstehend.quot;
Sowohl zu den Abkochungsfiüssigkeiten. wie auch zu deu Decoctinfusioneu werden, wie zu den einfachen Infti-sionsflüssigkeiten, .sehr häutig andere Arzneimittel, nament­lich Salze, Säuren. Metallpräparate u. s. w. hinzngeifügt, zum Beispiel:
I
'mm
ocr page 121
- 10:',
No. 2. Rp. RadicLiquiritiae pulv. 15,0 Coque cum Aquae funtanae quantit. sufficiënte
per horae quadrant. Colat. 120,0 •
Adde Ammou. chlorati ferrati 5,0 D. S. Alle 3 Stunden einen Ess­löffel davon zu geben. Für den Hund des Herrn N. Gegen Schwäche.
N.
No. 2.
Süssholzwurzel 15,0
Koche mit Qaellwasser in hinreichender Menge durch 4 Stunden zur Abkochung 120,0 Setze hinzu Eisensalmiak. Gieb und bezeichne.
(Wie nebenstehend.)
Bei diesen EAiscIiuugen hat man die chemisclie Qualität der in den Elüssigkeiten enthalteneu Bestandtheile und ebenso auch die der hinzugesetzten Mittel zu beachteu, am gegenseitige Zersetzungen möglichst zu vermeiden.
Die Anwendung der Abkochuugsflüssigkeiten findet innerlich und äusserlich für verschiedene Zwecke statt, wie namentlich zu Maulwässeni. zu Klystieren, zu Bähungen, Waschungen und Fassbädern u. s. w. Ks ist jedoch eine besondere Art der Bereitung für diese verschiedenen An­wendungen nicht erforderlich, sondern es wird nur die Con­centration der Abkochungen nach der Empfindlichkeit der Anwendungsstelle, oder für den innerlichen Gebrauch wird der Grad der Schwäche und Reizlosigkeit des kranken Thieres berücksichtigt. Nur bei der Bereitung von denjenigen Breiumschlägen, welche durch l£ochung der betreffenden Arzneimittel geschieht, ist zu bemerken, dass man entweder gleich von vorn herein nur eine so geringe Quantität des Wassers hierzu nimmt, dass bei dem Aufkochen ein Brei entsteht, oder man bereitet denselben, indem man zu dem halbflüssigen Decoct noch soviel trockene Substanz hinzu-fügt, dass durch gegenseitige Menguug ein Brei entsteht.
Wenn man eine Arzneisubstanz mit einer Flüssigkeit (z. B. mit heissem Wasser) infundirt und einige Zeit damit dieerirt. dann colirt und den Rückstand vom Coliren mit
ocr page 122
m
104 —
einer neuen Quantität derselben (oder einer änderen) Flüssig­keit kochen läs.st. darauf wieder colirt und die beiden durch-geseiheten Flüssigkeiten dann zusammen mischt, so erhält man eine A-ufguss-Abkochung oder ein Aufguss-De-coct (Infuso-Decoctum). Dieses ist ein flüssiges Arznei­mittel, welches sowohl die flüchtigeu als auch die fixen Bestandtheile einer und derselben Arzueisnbstanz enthält, indem jene durch das liit'uudiren und Digeriren, diese durch das Kochen ausgezogen wurden. Ks eignen sich zu dieser Form solche vegetabilische Arzneimittel.v welche sowohl im Aufguss. als auch in der Abkochung verordnet werden kön­nen, d. h.. welche sowohl flüchtige als auch fixe Bestand­theile enthalten, wie z. 1!. die Kalmus-, die Nelken-, die Aland-. Angelika-. Baldrianwurzel u. a. m.. das Wermuth-kraiit, die Chinarinde. Pommeranzenschalen u. s. w. — Die
Art der Verschreibung eines
[nfuso-Decoct ist folgende:
No. 1. R]gt;. Rhizomatis Calami pulverati 100,0
Infunde cum Aquae fontanae sufficiënte quantitate ad Colaturam 500,0 Stent in digestione loco tepido per horam di- i midiam, vase clause Rhizomatis Zingiberi coque
cum Aquae fontanae 350,0 ad | colaturam fortiter expres-sam 180,0 Liquores colatos misce, et refrigeratis adde
Receptes zu einem solchen
No. 1. N. Calmuswurzelpulver 100,0 üiessc auf mit hinreichender Menge Quellwasser zu einerCola-tur 500,0 Digestionire es in einem verschlossenen Gefässe 2 Stunden Zingiberwurzel koche mit Wasser 350,0 Das Abgekochte presse
aus zu 180,0 Mische beide Flüssig­keiten und wenn er­kaltet, gebe hinzu Aetherweingeist 15,0
Spiritus aetherei 15,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; j Gieb es in wohlverschlossenem
Detur in vitrum bene obturatum.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Glase.
Signetur. 4maUäglich eine halbe ; Bezeichne.
Tasse voll davon zu geben. ;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(Wie nebenstehend.)
Für einen (an Schwäche der Ver- j dauungseingeweide leiden-den) Hund des Herrn N.
i^ä
ocr page 123
— 105 —
Dreizehnte Abtheilung.
Die Linimentform.
Unter Liniment (Linimentum), oder flüssige Salbiraquo;, versteht man eine salhenähnliclie, aber mehr flüssige Arz-nèiform, die nur zum änsserlichen Gebrauch — zum Ein­reiben — bestimmt ist. Während man die Salben vielfach mittelst Leinwand. Leder oder Werp,- auflegt, werden die Linimente nur in die Haut eingerieben, von der sie auch leicht aufgenommen werden. Weil das Einreiben in der Volkssprache auch wohl Einschmieren heisst. nennt man die Linimente aiich Schmiersalben. Hinsichtlich der Con-sistenz steht das Liniment zwischen der Salbe und dem Oel.
Das Liniment besteht gleich der Salbe aus einem auf­nehmenden Mittel oder einer Grundlage (Basis s. Exci-•piens) und aus aufzunehmenden Sabstanzen(Excipienda). Das aufnehmende Mittel besteht gewöhnlich aus fetten Stoffen, z. B. aus Salben. Fetten (Schweinefett), fetten Oelen (Baumöl. Leinöl, Kiiböl). Eigelb, grüner Seife. Paraffin. Lanolin u. s. w. Diesen Grundlagen setzt man verschiedene Arzneimittel hinzu, z. ß von fluchtig reizender Natur, wie z. M. ätherische Gele (Lavendelöl, Rosmarinöl, Terpentinöl. Kampher. caustisches Ammoniak, sogar gewisse Tincturen. Canthariden-Tiactnr — oder von entgegengesetzter, die Thätigkeit des Nerven-und Blutgefäss-Systems herabstimmender, beruhigender oder schmerzlindernder Wirkung, wie z. H. Opium (zuweilen auch wohl Opium-Tinctur). narkotische Extracte (z. B. Bilsenkraut-. Belladonnakraut-. Schierlingskrautextract, Morphium. Cocain-lösungen u. s. w.). wie, auch Alkalien (caustisches Kali. Pottasche), ferner Salze (Jodkalium. Sublimat u. s. w.). Auch Schleimharze, mit Eigelb oder Seife abgerieben, wer­den, obgleich selten, in Linimenten verordnet. Pulverige Substanzen (mit Ausnahme von Canthariden. Euphorbiuni. Opium. Sublimat. Arsenik u. e. a.) vermeidet man bei den Linimenten.
ocr page 124
— 106 —
Beim Verschreiben der Linunente muss man .solche Stoffe wählen, die sich innig vermischen lassen; auch muss •las Liniment die gehörige Consistenz haben, d. h. weder zu dick, noch zu flüssig sein.
Es giebt zwar auch Mittel zu Einreibougeu, die ganz flüssig sind, und bei manchen Krankheiten, z. B. bei Läh­mungen. Rheumatismus, Anschwellungen u. s. w. auf die Haut an den leidenden Stellen eingerieljeii( werden; sie wer­den aus verschiedenen flüssigen Medicamenten von reizender Eigenschaft, z. B. Salmiakgeist. Tincturen. Spiritus. Seifen-geist u. s. w.. mit und ohne Zusatz von ätherischen Gelen und dergl. zusammengesetzt. Diese Arten von Einreibungen gehören nicht zu den eigentlichen Linimeuten, sondern zu den Mixturen.
Was den Gebrauch und die Wirkung der Linimente betrifft, so können sie. je nach ihrer Zusammensetzung, sehr verschiedenen therapeutischen Zwecken entsprechen, und demnach in sehr von einander abweichenden Krankheits­formen eine Anwendung finden; ihre Wirkung kann eine eutzündungswidrige. oder eine erweichende, oder eine zer-theüende, oder eine reizende, oder eine ableitende, oder eine schmerzlindernde u. s. w. sein, je nach der Auswahl und Beschaffenheit der in ihnen vereinigten Arzneisubstanzen. Die Wirkung der Linimente äussert sich jedoch nicht immer nur örtlich, sondern sie kann sich auch auf innere Organe und gewisse Systeme des Organismus erstrecken, indem sie von den Poren und Gelassen der Haut aufgenommen und in den Körper übergeführt werden können. Die Linimente müssen gleichmässige Misclumgeu darstellen.
Die Receptformel zu einem Liniment ist von der einer Salbe nicht wesentlich verschieden: ein Zusaininenscliinelzen der Ingredienzien in der Wärme ist jedoch selten erforder­lich, die in die Linimentform zu bringenden Substanzeu werden meistens, entweder nur durch Zusammenreibeu in einem Serpentin- oder Porzellan-Mörser —. oder durch
;!,
l-
h
#9632;
ocr page 125
— 107 —
hlosses Umscbütteln in einem, mit nicht zu enger Oefiuung versehenen Glase —, gemischt. Die Bereitungsformel lautet einfach: „Mische es. dass es ein Liniment werde-', misce fiat Lininientum. Enthält das Liniment flüchtige Bestand' theile. so schreibt man wohl: ,.Gieb es in einem gut ver­stopften oder verschlossenen Glase (oder Gefäss)quot;, detur in vitro (s. vase) bene obturata (s. clauso); ..oder in einer gut verstopften (oder verschlossenen) Kruke (oder Büchse)quot;, in oila (s. pyxide) bene obturata (s. clausa). In der Bezeich­nung (Signatur) muss, wenn dies aus derselben nicht schon von selbst hervorgeht, angegeben werden, dass das Medi­cament zum äusserlichen Gebrauch bestimmt ist. Bei der jedesmaligen Anwendung sind die Linimente auch umzurühren oder umzusch ütteln. was man derjenigen Person, die das Einreiben besorgt, auch wohl mündlich sagt. Die Quantität, in der man Linimente verordnet, ist für die kleineren Thiere etwa 15 — 50 Gramm, für die grosseren 50—120 Gramm, selten mehr; flüssige Linimente werden etwa in ähnlichen Mengen, bei grosseren Thieren bis zu 250 Gramm verschrieben.
Einige für die Praxis geeignete Beispiele von Linimeuten und Einreibungs-Mischungen werden diese Arzneifonn zur Anschauunï bringen.
Beispiele.
1. Eigentlichs oder salbenartige Linimente (Linimenta stricto).
No. I. Rp. Olei Lauri,
. Terebinthinae ana 50,0 Pulveris Cantharidum.
Euphorbii ana 10,0 Misce fiat Lininientum. Detur in olla obturata.
No. 1. N. Lorbecröl,
Terpentinöl von jedem 50,0 Canthariden pulver, Euphorbi um pulver von jede iu 10,0 Mische es zum Liniment.
Signetur. Täglich zwei Mal aufdie I Gieb es in wohl verschlosseneiu
gelähmtei-tellesovielwieein !nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Glase.
Theelöffel voll einzureiben. Bezeichne. Für den (an Lähmung leidenden)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; (Wie nebenstehend.)
Hund des Herrn N.
ocr page 126
w
los
'
No. 2.
Rp. Cupr. aluminati 50,0 Olei Lini 250,0
Misce exacte fiat Linimentum.
Detur in vitro.
Signetur. Mit dieser vorher gut umgeschüttelten Mischung Morgens und Ahends die Ge­sehwülste mittelst eines Pin­sels zu bestreichen. Für
die (mit der bösartigen Klauen­seuche behafteten) Schafeauf dem Dominium N.
No. 2. N. Kupferalaun 50,0
Leinöl 250,0 Mische sorgsam zum Liniment. Gieb es in einem Glase. Bezeichne.
(Wie nebenstehend.')
2. Flüssige Linimente oder Einreibungs-Mischungen
(Linimenta Liquida).
No. 1. Rp. Spiritus camphorati 100,0 Liquoris Ammonii caustici, Olei Terebinthinae ana 15,0 I Misce.
Detur in vitro bene obturate. Signetur. Täglich ein Mal die schmerzhafte Stelle nach Vor­schrift damit einzureiben. Für den (an Gelenk-Rheumatismus leidenden) Hund des Herrn N.
No. 1. N. Kampherspiritus 100,0 Ammoniakflüssigkeit, Terpentinöl von jedem Mische. Gieb es in wohl
schlossenem Glase. Bezeichne.
(Wie nebenstehend.)
15,0 ver-
:
No. 2.
Rp. Spiritus camphorati,
,. saponati ana 100,0 Misce.
Detur in vitro.
Signetur. Die leidende Stelle täg­lich 2 Mal damit, zu waschen. Für das lahme Pferd des Herrn N.
No. 2. N. Kampherspiritus,
Seifenspiritus von jedem 100,0 M. G. B.
Reizende Einreibung.
Anderweite Verordnungen von Linimenten und flüssigen BinreibnDgs-Mischtingen sehe man im dritten Theile „bei den Heilformelnquot;.
Hl
ocr page 127
109
D. Gas- und Dampfform.
Vierzehnte Abtheilung.
Die Gasform.
Gase ((jia.sa) sind luftförmige Stoffe, welche entweder fast unter allen Umständen die [iiiftfoim beibehalten, wie z. B. das Wasserstoffgas. Stickstoffgas und die atmo­sphärische Luft — oder (lurch einen hohen Grad von Zu-sammendrfickung oder Kälte in einen tropfbar-flüssigen oder festen Znstand, obgleich nur vorübergehend — ge­bracht werden können, wie #9632;/.. 1gt;. das Ghlorgas, salpetrig-saure Gas. schwefligsaure Gas, Ammoniakgas, kohlensaure Gas, Schwefelwasserstoffgas u. a. m. Die ersteren luftförmig bleibenden Gase hat man permanente oder coercible Gase genannt.
.Man hat seit lange verschiedene Gasarteu zu niedici-nischen Zwecken benutzt, theils zur Heilung, theils zur Ver­hütung von Krankheiten. Da die Gase vermöge ihrer Luft­form leicht zu denjenigen Organen, auf welche man durch die anderen Arzneitormen direct nicht einzuwirken vermag, gelangen kruinen, wie z. B. zu den Nasenhöhlen (der Luft­röhre, den Lungen u. s. \v.). sowie zu den andern Höblungen des Körpers, so können sie (und ebenso die Dämpfe), bei gewissen Krankheiten von grossem Nutzen sein. Man des-inticirt. narkotisirt und heilt mit Gasen.
Die Gasarten hat man theils a) von den kranken Thieren selbst als Heilmittel einathmen lassen: b) theils benutzt man sie zur Verbesserung der durch animalische Kffluvien verdorbenen atmosphärischen Luft in Räumen, wo sich Kranke befinden oder befunden haben: und ebenso zum
ocr page 128
w
_.. no —
T)esirificireii. d. i. uni luftfönnige Ansteckungsstoffe in der-artigen Räamen zu zerstören und unschädlich zu machen.
a) Zum Einathmon wird das Sauerstoffgas. Chlor, Brom, (quot;nloroform etc. benutzt.
h) Die Reinigung der Luft von üblen, stinkenden Ge­rüchen oder die Zerstörung der Ansteckungsstoffe. .Mikro­organismen, oder sonst nachtheiliger Stoffe aus derselben kann durch Gase bewirkt werden, vorzugsweise: durch das Chlorgas, das Salpetersäure und salpetrigsaure Gas, n. A. m.
Die Entwickelung der oben erwähnten Gase geschieht tlieils mit Hülfe der Wärme, theils ohne dieselbe; im ersteren Falle muss man — ganz besonders in Ställen — den Gas-Entwicklungs-Apparat (gewöhnlich eine irdene, oder besser, eine Porzellanschale, die man über einer Spiritus­lampe oder über einem Kohlenbecken, massig und vorsichtig erhitzt) so einrichten und aufstellen, dass keine Feuersgefahr dadurch entstehen kann. Am besten ist es. den Entwick-lungs-Apparat in einen metallenen Behälter, z. B, in einen kupfernen Kessel oder in einen leeren Wassereimer u. dergl. zu setzen und. wo möglich. etwas erhöht so aufzustellen, dass das sich entwickelnde Gas die Ijiift leicht durchdringen und in ihr sich herabsenken kann. Die zu diesen Gas-Entwicklungen erforderlichen Ingredienzien, z. H. das Koch­salz, den Braunstein, den Chlorkalk, den Salpeter, die Schwefelsäure und Salzsäure verschreibt man aus der Apo­theke: häufig trifft man jedoch den einen oder andern dieser Stoffe schon in den Hanshaltungen an.
Kann der Thierarzt bei der Entwicklung des Gases behufs der Desinfection eines Stalles n. s. w. nicht selbst gegenwärtig sein, so muss er jedenfalls die Personen, denen T-r dieselbe überträgt, genau instruiren, und sie auf die Gefährlichkeit der dabei in Anwendung kommenden Sub­stanzen (namentlich der scharfen ätzenden Säuren), auf die Schädlichkeit des Einatbmens des desinficirenden Chlor­gases n.s. w.. aufmerksam machen, indem er allein für
ocr page 129
— Ill —
jeden hierdurch etwa entstehend-en Schaden ver­antwortlich bleibt.
Es versteht sich von selbst, dass bei der Entwicklung von Chlorgas oder salpetrigsaureua Gas behufs der Desquot; infection eines der Ansteckll^£^#9632; verdächtigen Raumes die darin etwa noch befindlichen Thiere aus demselben entfernt #9632;werden müssen. Die Thiere dürfen erst dann wieder in den Stall zurückgebracht werden, nachdem das desinficirende Gas mit der Luft in dem verschlossenen Räume mindestens 12 Stunden in Berührung gewesen, und der Stall hernach durch Oeffnung aller Fenster. Luken und Thüren wieder gehörig gelüftet worden ist und mit frischer, reiner Luft sich von Neuem angefüllt bat1).
Man hat die desiulicirenden Gas-Entwicklungen auch wohl Räucherungen (Fumigationes) genannt — eine Be­nennung, welche jedoch nicht ganz passend ist: denn es ist zur Desinfection der Luft in einem Stalle u. s. w. durchaus nicht nöthig. das Chlorgas, salpetrigsaure oder salpeter­saure Gase in solcher Menge zu entwickeln, dass sich ein dicker Dunst oder Rauch bilde: es genügt vielmehr voll­kommen, wenn diese Gase sich durch den Geruch in dem Räume zu erkennen geben.
Anw. 1. Teuffel's Apparat. 2. Dampfsack. 3. Dampf­teppich. 4. Siedendes Wasser. 5. Futterbeutel mit Schwamm für a) Kreosot, b) .lod. R. Räucherungen mit Bacc. jnnip. u. dergl., und 7. Ferr. sesquichlor. auf heissem Stein.
Ist es der Zweck, die Luft in einem Räume nur von animalischen, übelriechenden Effluvien. wie sie durch das Beisammensein vieler Thiere entstehen (und die möglicher-
'j Die Person, welche das Lüften des Stalles — nachdem das desinficirende Gas seine Wirkung gethan bat — besorgt, muss 5^ase und Mund mit einem, mit Wasser, oder besser noch mit Branntwein (Spiritusi benetzten Tuche verbinden und sich in fiem mit Gas erfüllten ßaume nar so lange aufhalten, als zum Oeffnen der Thüren und Fenster eben nölhig ist.
II
ocr page 130
— 112
f I.
wei.su Krankheiten veranlassen kc'innten). zu reinigen, so genügt eine ganz schwache Entwicklung von Chlorgas­oder salpetersaurem Gas. und es ist dann nicht nöthig, die Thiere ans dem Stalle zu entfernen. Man braucht in diesem Falle nur an einer etwas hoch gelegeneu Stelle (in einem grossen Stalle an zwei oder mehreren, von einander entfernten Orten) Hache (iefässe. Tassen mit öO—120 Gramm Chlorkalk, den man mit Wasser zu einem dünnen Brei an­gerührt hat. aufzustellen und die Mischung jeden Tag eiu-mul umzurühren; durch Anziehung von Kohlensäure aus der
II!
Luft des Stalles dunstet der Chlorkalk dann allmalig so
viel Ghlorgas aus. wie zur Reinhaltung der Luft von üblen Gerüchen erforderlich ist. Soll die Gasentwicklung etwas intensiver sein, so braucht man nur etwas verdünnte Schwefel-oder Salzsäure hiuzuzuiiiessen. in ähnlicher Weise kann man die luftreinigenden salpetersauren Dämpfe entwickeln, wenn mau 30—50 Gramm gepulverten Salpeter in flache (iefässe schüttet und nach und nach die Hälfte vom Gewicht des Salpeters, gewöhnliche Schwefelsäure, hinzutröpfelt, wo­durch sich wcisse Dämpfe (salpetrige Säure in Verbindung mit Wasserdampf) entwickeln und in dem Stall verbreiten.
I'm das in einem Pferdestalle sich anhäufende Ammo­niakgas zu entfernen, stellt man in demselben an einem l|nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;sichern und etwas hohen Orte eine Schale mit L20 bis
iJ
200 Gramm Salzsäure auf. welche jenes Gas absorbirt: mau
kann von Zeit zu Zeit (etwa alle 4 — 0 Wochen) die Salz­säure erneuern. Ob dies nöthig sei. erkennt man au der nicht mein- sauer reagirenden Flüssigkeit, in der sich Salmiak (Ainmoniumchlorid) in Krystallen gebildet hat.
Zur Erzeugung des Chlorgases giebt es verschiedene Vorschriften, nach denen die Entwicklung desselben bald mehr oder weniger intensiv und reichlich stattfindet. Für #9632;eine stärkere und für eine schwächere Chlorräucherung;
ocr page 131
113 —
I
No. 1. Ad fumigationem for-tiorem: Rp. Natri chlorati cum pari pon-flere Mangani hyperoxydati mix-turn Acidi sulphurici erudi
partib. duabus, antea Aquae parte una dilutis, superfunda-tur.
No. 2. Ad fumigationem mi-tiorem: Rp. Calcariae chloratae
cum Aqua ad pultem mixtae Ace tam
addatur.
Nach letzterer Vorschrift gt' allerdings nur sehr schwach.
Andere Formeln zum Ver zu .stärkeren Chlor- und zu rangen sind die folgenden:
No. I.
N. Kochsalz mit gleichen Theilen Braunstein gemischt, mit Wasser angerührt und ver
dünnt und 2 Tbeile Schwefelsäure nach­gegossen. Heftige Chlorgasentwickluug.
No. 2. N. Chlorkalk mit
Wasser angerührt und Essig hinzugesetzt. Schwächere Chlorgasentwick-lung.
•schieht die Chlorentwicklung
schreiben der Ingredienzien den salpetersauren Räuche-
1. Chlor-Räucherungen.
Rp. Mangani hyperoxydati pulverati 30,0 Natri chlorati luü,0 Slisce. Detur in olla obturata. Signctur. No. 1. Salzpulver zu den Chlor-Räucherungen.
Acidi sulphurici crudi,
Aquae communis ana(')U,0 Misce caute (durch Zutröpfeln der
b
Kochsalz,
Wasser von jedem fiü,0 Mische regelrecht.
a
Säure zum Wasser) lege artis. Dispensentur in vitro. Signetur. No. 2. Schwefelsäure zu den Chlor-Räuche­rungen. Dieselbe ist auf folgen-ie Weise anzuwenden: Das Pulver No. 1 wird in eine flache, irdene glasirte Schale oder in eine Por-zellanschale geschüttet, darauf die t-äure aus der Flasche No. quot;J unter Umrühren mit einem Stäbchen hinzugemischt. Wenn man das Ganze an Ort und Stelle übereiuerSpirituslampe (oderKohlenpfanne) gelinde erwärmt, wird die Entwicklung der Dämpfe viel intensiver.
ThiPTirztliche Rt'ceptirkunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;o
.
ocr page 132
— 114 —
Anmerkung. Die sub 1 und 2 verschriebenen Quantitäten sind zur Desinfection eines Raumes von etwa '20 Fuss Länge und Breite ausreichend. Zweckmässig ist es, die Schale mit der Mischung hoch zu stellen. Hinsichtlich der Vorsichtsmassregeln wegen Feuersgefahr wird auf das oben bereits Angeführte verwiesen. Blanke Metalltheile sind aus dem Räume zu entfernen.
Man kann das Cblorgas auch entwickeln, indem mau gepulverten Braunstein mit 2—4 Theilen gewöhn­licher roher Salzsäure (Acidum hydrochlorioum) über-giesst und mit dieser Mischung in gleicher Weise, wie so­eben angegeben, verfährt.
Am bequemsten und ohne Anwendung von Wärme geschieht die Entwicklung des Chlorgases aus dem Chlor­kalk unter Zusatz des doppelten Gewichtes roher Salzsäure oder Schwefelsäure.
2. Salpetersäure-Räucherungen.
Rp. Kali nitrici 40,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;N. Kalinitrat 40,0
Detur ad chartam.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gieb es in einer Düte.
Signetur. No. 1. Salpeter,nbsp; nbsp;Bezeichne.
zu den Salpetersäuren Räu-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Salpeter No. 1.
oherungen.
#9632; ijl
' ii
\\\ #9632;f \}
Rp. Acidi sulphurici 10,0
Dispensentur in vitro.
N. Schwefelsäure 10,0 Gieb es in einem Glase.
Signetur. No. 2. Schwefel-| Bezeichne.
säure, zu den salpeter- | Schwefelsäure No. 2
sauren Räucherungen wie folgt zu verbrauchen: Das
Ferner (Wie nebenstehend.)
Pulver No. 1 in ein Por-zcllanschälchen (eine Tasse) zu thun, darauf die Schwefel­säure tropfenweise hinzu zu giessen, die Mischung mit einem Glasstäbchen umzu­rühren und an den bestimm­ten Ort hinzustellen.
I
ocr page 133
115
Fünfzehnte Abtheiltmff. Die Oampfform.
Uutev Dampf (Vapor) versteht man eine luftfiuinige Substanz, welche von dem Gase dadurch sich unterscheidet, dass sie schon durch eine geringe Zusaminendrückuug und Abkühlung die Luftform verliert, und wieder in den tropf­bar-flüssigen oder festen Zustand übergeht.
Die Dämpfe bilden sich —. je nach der grosseren oder geringeren Flüchtigkeit der flüssigen oder festen Körper, aus denen sie überhaupt sich erzeugen können — . bald leichter, bald schwieriger; viele Stoffe verdampfen (ver­dunsten) schon bei der gewölinlicheii mittleren Lufttempe­ratur, wie z. 15. der Alkohol, der Aether, das Chloroform. Chloral, die Blausäure, der Salmiakgeist, auch gewisse sehr flüchtige ätherische Oele, wie z. U. das Senföl, Meerrettigöl. ebenso die Carbolsäure it. s. \v., sowie selbst das gewöhn­liche Wasser; — andere bedürfen dazu einer mehr oder weniger erhöhten Temperatur, wie z. 1!. die meisten äthe­rischen Oele aus dem Pflanzenreiche, deren leichtere und schnellere Verduustuug durch sich beimischende Wasser-dämpfe noch befördert wird, ferner die flüchtigen, destiilir-baren Säuren (wie z. B. die Essigsäure, Schwefelsäuren, s. w.). sowie gewisse feste Stoffe, unter denen namentlich der Kam­pher, der Salmiak und mehrere andere Ammoniaksalze n. s. w. hier zu nennen sind.
Die schon bei der gewöhnlichen Lufttemperatur sichi verflüchtigenden Substanzen bilden natürlich in erhöhter Wärme noch reichlichere Dämpfe und können sieh in diese-vollständig auflösen, so dass die Flüssigkeiten, aus denen diese Dämpfe hervorgehen, zuletzt verschwinden, d. h. voll­kommen verdunsten, ohne einen Rückstand zu hinterlassen.
8*
ocr page 134
1'
,\ :#9632;
#9632; #9632;
— 110 —
Wie bei der Verdampfung der ätherischen Oele, so befördert auch bei vielen anderen, namentlich vegetabilischen Stoffen, aus denen man mit Hülfe der Wärme Dämpfe ent­wickeln kann, das in ihnen enthaltene Wasser die Dampf­bildung in bedeutendem Grade, und oft setzt man absicht­lich noch Wasser hinzu, um die in den Pflanzenstoffen im gebundenen Zustande! enthaltenen, flüchtigen Bestandtheile, nänilicb das ätherisclie Oel u. s. \v.. in der Form der Dämpfe frei zu macheu und mit den Wasserdämpfen zu­gleich ans ihnen fortzuführen, wie dies z. ß. bei der Be­reitung der aromatischen Dämpfe und bei Destillationen gesell ieiit.
Zuweilen werden gewisse Arzneistoffe auch wohl un­mittelbar auf glühenden Kohlen verbrannt, um durch den hierbei erzeugten Dampf (oder richtiger Rauch) gewisse Heilerfolge zu erreichen, wie z. E. bei dem Räuchern mit Wacliholderbeeren, Bernstein. Zucker u. dergl.; bei Anwen­dung der ersteren verbreiten sich in Folge der damit ver­bundenen theilweisen trockenen Destillation (neben den anderweiten Producten der Verbrennung) zum Theil ätheri­sches, hauptsächlich aber ätherisch-brenzliches Oel und flüchtige, brenzliche Säuren.
Die Dampfform findet bei Thieren nicht selten An­wendung, indem die Dämpfe, gleich den Gasen, leicht in den Thierkörper eindringen und schnell von ihm absorbirt werden; sie wirken sowohl durch ihre unmittelbare Berüh­rung mit denjenigen Körpertheilen. zu denen sie, ihrer Form wegen, leicht gelangen können, als auch durch ihren theil­weisen oder gänzlichen üebergang in die Säftemasse des Körpers. Die Dämpfe verschiedener dazu geeigneter Arznei­stoffe werden deshalb vorzüglich bei örtlichen Krankheiten der Nasen-, der Stirn- und Rachenhöhle, der Luftröhre und der Bronchien, des Mastdarms und der Haut, gebraucht. Es hat auch, besonders wenn die Dämpfe durch künstliche Wärme erst erzengt werden, die. in ihnen gebundene Wärme
ocr page 135
— 117 —
an den günstigen Heilerfolgen einen weseutlichen Anrlieil. wie dies bei den gegen die zuletzt genannten Krankheiten angewendeten Dampfbädern ganz besonders der Fall ist. welche zugleich schmerzlindernd und heilend wirken.
Zu der Dampffohn sind, aussei- den schon genannten, alle diejenigen Arzueistoffe geeignet, welche theils und für sich, theils unter Verniittelnng der Wärme in diese Form übergehen, also sich verflüchtigen können, was oft durch die Gegenwart des Wassers noch befördert wird. Demnach sind alle sogenannten flüchtigen Mittel (also Alkohol. Aether. Chloroform, Salmiakgeist), ferner die ätherisch-öligen (aroma­tischen), die brenzlich-öligen (empyreumatischen). die flüchtig-scharfen, mehrere narkotische Stoffe, wie z. B. der Tabak, ferner die Essigsäure, der Kampher. die Harze und Gunmii-harze. sowie auch gewisse mineralische Stoffe in der Dampf-form anwendbar.
Wendet man hierbei eine höhere Temperatur, die mit­unter fast bis zur Glühhitze gesteigert wird, an. oder be­nutzt man die bei der wirklichen Verbrennung sich erzeugen­den dampf- und gasförmigen Stoffe zu Heil- oder Desinfec-tionszwecken. so nennt man sie Räucherungen. Finniga-tiones.
Die Art der Erzeugung der zu den medicinischen Zwecken dienenden Dämpfe geschieht auf verschiedene Weise und richtet sich natürlich nach der grosseren oder geringeren Flüchtigkeit der dazu geeigneten Stoffe: so z. B. verdunsten Aether und Chloroform schon bei der gewöhn­lichen Lufttemperatur, besonders wenn sie in einer grossen Fläche ausgebreitet sind.
Die Dämpfe des Aethers und des Chloroforms wendet man am einfachsten auf die Weise an. dass man diese sehr flüchtigen Substanzen auf einen Schwamm tröpfelt oder Tuch oder besondere Apparate verwendet, und die sich bildenden Dämpfe von den Thieren einathmen lässt. um die
ocr page 136
[m^
mmmmm
118 —
m
Thiere bei chirorgischen Operationen bewusstlos und für den
Schmerz unempfindlich zu machen.
Die aromatischen Dampfbäder (Dunstbäder), welche bei katarrhalischen, rheumatischen Leiden u. s. w. •eine häufige Anwendung finden, werden durch einfaches üebergiessen der hierzu verordneten Pflanzenstoffe (Blumen, Kräuter u. dergl.. am billigsten Heublumen oder Hen-samen mit kochendem Wasser in einen passenden Gefässe (Eimer, Zuber oder Fass). welches man so lange zugedeckt erhält, bis sich die Flüssigkeit auf 30 — 40quot; R. abgekühlt bat. also ähnlich, wie die Aufgüsse bereitet; das Gefäss wird dann unter den leidenden Theil gebracht und der letztere von oben her mit einer etwas dichten (z. B. wolle­nen) Decke, die an den Seiten bis über das Gefäss hinab-reicht. behangen, um die Dämpfe zusammenzuhalten und ihnen eine bestimmte Richtung zu geben. Soll die, Dampf-entwicklung längere Zeit hindurch dauern, so muss man der sich abkühlenden Flüssigkeit von Zeit zu Zeit wieder heisses Wasser hinzusetzen oder glühend gemachte Steine, Eisen oder dergl. in die Flüssigkeit legen. Dabei ist jedoch die Vorsicht anzuwenden, dass die Dämpfe nicht zu heiss werden und eine Temperatur von 40quot; R. nicht übersteigen, weil sonst leicht ein Verbrühen der Haut stattfinden kann; nicht minder muss jedwede Erkältung durch Zugluft u. dergl. dabei vermieden werden.
Die sogenannten Theerräucherungen, sowie die Käucherungen mit Essigdämpfen, geschehen auf die Weise, dass man auf erhitzte, höchstens rothheisse Eisen­stücke oder erhitzte Backsteine den Theer oder Essig tröpfelt und die Dampfe möglichst nahe dort entwickelt, wo sie ihre Wirkung entfalten sollen. In gleicher Weise werden die Mäucherungen mit Gummiharzen, Wachholderbeeren u. s. w. ausgeführt, mit dem Unterschiede, dass das eiserne Geräth noch stärker (gewöhnlich bis zum Glühen) erhitzt werden muss, wenn man es überhaupt nicht vorzieht, die Substanzen
\l
II:
#9632;'
ocr page 137
— Ill)
unmittelbar auf glüliende Kohlen zu schütten und zu ver­brennen. Die auf diese Art entwickelten empyreuuiatischen Dämpfe, sowie auch die Theerdämpfe. welche neben dem brenzlichen Oel noch brenzliche Essigsäure enthalten, wer­den als ein reizendes Heilmittel bei rheumatischen katar­rhalischen Leiden der Nase und der Lungen. ferner auch, um die Lungenwürmer, die sogenannten I^uftröhrenkratzer (Strongylus Filaria) der Kälber und Lämmer, sowie die Oestrus-Larven aus den Nasen- und Stirnhöhlen der Pferde und Kinder zu entfernen, angewendet.
Der Tabaksrauch, d. i. der Hauch vom verbrennen­den Tabak, wird noch selten als reizendes Klystier (Tabaks-rauch-Klystier) bei Krämpfen, Windkolik, Verstopfungs-Kolik u. s. w. zur Beförderung des Kothabsatzes angewendet und vermittelst einer, mit einem kleinen Blasebalg ver­sehenen, sogenannten Ta bak srauchklystier-M aschine oder, in Ermangelung derselben, vermittelst einer gewöhn­lichen Tabakspfeife mit elastischem Rohr, in den Mastdarm applicirt. Neben den narkotischen Bestandtheilen des Ta­baks enthält der Tabaksrauch auch noch durch das Ver­brennen orzengte, empyreumatische Theile. welche seine Wirksamkeit erhöhen. Dass bei allen derartigen Räuche­rungen, bei denen Feuer zur Anweudung kommt, möglichste Vorsicht in Bezug auf Feuersgefahr obwalten muss, versteht sich von selbst.
Da die Dampfentwicklungen. Räucherungen u. s. w. stets an Ort und Stelle, wo die kranken Thiere sich be­finden, geschehen müssen, so hat der Thierarzt nur die dazu erforderlichen Ingredienzien —. insofern sie nicht im Besitze des Thierbesitzers sich etwa vorfinden —, aus der Apotheke in gewöhnlicher Weise zu verschreiben, wie es die folgenden Beispiele noch näher erläutern werden.
ocr page 138
mem
120 —
No. 1.
Rp. Chloroformii,
Aetheris sulphuric! ana 50,0
Detur in vitro bene obturate. M.
Signetur. Chloroform-Aether, zum Gebrauch bei der Ope­ration. Für
das Pferd des Herrn N.
No. 2. Rp. Chloroformii Gramm 15,0 Detur in vitro nigro bene clause. Signetur. Zum Chloroformiren bei der Operation. Für ein Wachtelhüudchen eto.
'
Anmerkung. Für den genannten Zweck ist es nöthig, von dem Aether oder Chloroform 2 auch 3 Portionen zu ver­schreiben, weil bei manchen Thieren die Wirkung von einer Portion nicht genügend erfolgt, und dann die zweite sogleich bei der Hand sein muss.
J'
No. 3.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;No. 4.
Rp. Klomm Chamomillac.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rp. Florum Chamomillau,
„ Sambuei ana 200,0 :nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Herbae Serpylli ana -.'50.0
Concisa misce.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Misceantur.
Detur ad Chartara.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; : Detur in Chartam.
signetur. Zu den Dampfbädern, j Signetur. Zum Dampf bade nach wie verordnet, zu verbrauchen. |nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Verordnung anzuwenden.
Fürnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Für
eine an Husten leidende Kuh. | die an Druse leidende Stute des
Herrn N.
!
#9632; Ï
i I
II
#9632;#9632; #9632;
Ü
ocr page 139
mraquo;
Vorschriften zu den zusammen­gesetzten Arzneimitteln.
Offlcinelle Formeln.
(Der Thierarzt schreibt nur den angeführten Titel (ieutsch oder
lateinisch und er bekommt sodann das Mittel in angogebener
Zusammensetzung.)
(Die Zahlen sind Theiie.)
No. 1. Adeps benzOatUS. — Benzoeschmalz.
Ein Theil Borsäure.......1
wird in neunundneun/.iraquo;' Theilen Schweineschmalz . 99,
#9632;weiche im Dampfbade geschmolzen sind, gelöst.
No. 2.
Aqua Calcariae. — Kalkwasser.
Bin Theil gebrannter Kalis.....1
werde mit vier Theilen Wasser.......4
gelöscht und unter Umrühren mit fünfzig Theilen Wasser......50
gemischt. Kach einigen Stunden giesse
man die Flüssigkeit fort und vermische den
Bodensatz mit weiteren fünfzig Theilen Wasser.......50.
ocr page 140
raquo;^i
mm
mm
— 122 —
Zum Gebrauche werde filtrirt, das erhaltene Kalkwasser sei klar, farblos und von starker alkalischer Reaction.
100 Cctm. Kalkwasser mit 4 Cctm. Normalsalzsäure ge­mischt, dürfen eine saure Flüssigkeit nicht geben.
No. 3. Aqua CarbOlisata. — Karbolwasser. Eine Mischung aus
dreinnddreissig Theilen verflüssigter Karbol­säure ...........33
und neunhundertsiebcnundseclmg Theilen Wasser 967. Klare, in 100 Theilen 3 Theile Karbolsäure enthaltende Flüssigkeit.
No. 4.
Aqua Plumbi. Bleiwasser.
Ein Theil Bleiossig.......1
wird mit neunundvierzig Theilen destillirtem Wasser . 40
gemischt. Bleiwasser sei etwas trübe. Vor der Abgabe werde es iirngeschüttclt.
No. 5.
Collodium cantharidatum. — SpaniscMiegen-KoUodium.
Ein Theil grob gepulverte Kanthariden . . I wird mit hinreichender Menge Aether er­schöpft; der klare Auszug wird in gelinder Wärme zur Sirupdicke eingedampft und mit soviel Kollodium vermischt, dass das Ge-sammtgewicht
einen Theil..........1
beträgt. Spanischfliegenkollodium sei eine olivengrüne, sirupdicke, klare Flüssigkeit von schwach saurer Reaction, in dünnen Schich­ten nach dem Verdunsten des Aetherweingeistes ein grünes, fest laquo;usammenhängendes Häutchen hinterlassend.
ocr page 141
— 123 —
No. 6. CollOdium Clasticum — Elastisches Kollodium. Eine Mischung von
einem Theile Ricinusöl......',
fünf Theilen Terpentin......5
nnd viernndneunzig Theilen Kolloriium ... 94.
No. 7.
Eleosacchara. — Oelzucker.
Ein Gramm ätherisches Oel.....1
wird mit fünfzig Gramm mittelfein gepulvertem Zucker 50
gemischt. Nur auf Verordnung m bereiten. 1 Gramm ätherisches Oel gleich 25 Tropfen.
No. 8.
Emplastrum Lithargyri. Bleipflaster.
Fünf Theile gemeines Olivenöl ..... 5
fünf Theile Schweineschmal?:.....5
und
fünf Theile fein gepulverte Bleiglätte ... 5, welche letztere mit
einem Theile Wasser.......1
zu einem Brei angerieben, zugesetzt wird, werden bei massigem Feuer unter fortdauern­dem Umrühren so lange gekocht, bis die Pflasterbildung vollendet ist und das Pflaster die nöthige Härte erlangt hat. Das noch warme Pflaster wird sofort durch wieder­holtes Durchkneten mit warmem Wasser von Glycerin und darauf durch längeres Erwär­men im Dampfbade von Wasser befreit.
Bleipflaster soll gelblichweiss sein und darf ungelöste Blei­glätte nicht mehr enthalten.
ocr page 142
-#9632;^^laquo;—^
— 124
*
Ho. 9.
Emplastrum Cantharidum pro usu veterinario.
Spanischfliegenpflaster für thierärztlichen Gebrauch. Sechs Theile Kolophonium.....t;
werden im Dampfbade mit sechs Theilen Terpentin......6
zusammengeschmolzen, und der halb it-
kalteten Mischung drei Theile grob gepulverte Spanische Fliegen 3
und ein Theil mittelfein gepulvertes Euphorbinm 1
gleichmässig beigemengt. Das Pflaster- sei hart.
1
-1
;#9632; f
No. 10.
Infusum Sennae compositum. — Wiener Trank.
Ein Theil mittelfein zerscliniltene Sen neshlät ter 1 wird mit
sieben Theilen beissem Wasser .... 7 Übergossen und 5 Minuten im Dampfbade erwiirmt. In der nach dem Erkalten durch­geseihten Flüssigkeit werden
ein Theil Kalium-Natriumtartarat ... 1 und
drei Theile Manu........:-;
gelöst. Die erhaltene Flüssigkeit soll nach dem Absetzen und Durchseihen 10 Theile betragen.
U
!;
I'
No. 11.
Linimentum saponato-camphoratum liquid- Upodeidok.
Vierzig Theile medicinische Seife ...nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;40
zehn Theile Kampher......nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10
werden bei gelinder Wärme in vierhundert-
zwanzig Theilen Weingeist.....nbsp; nbsp; nbsp;420
ocr page 143
#9632;
— 12Ó —
gelöst. Nachdem die noch warme Lösung unterBenutzung eines bedeckten Trichters in das zur Aufbewahrung des fertigen üpodeldoks bestimmte Gefriss liltrirt, werden
zwei Theile Tbymianöl......
drei Tlieile Rosmarinöl......
fünfundzwanzig Theile Ammoiiiakfliissigkeit hinzugefügt und das Ganze schnell abge­kühlt. Opodeldok sei farblos, wenig opalisirend und Wärme der Hand leicht schmelzend.
2
3
•25
lurch die
No. 12.
Liquor Kalii arsenicosi - Fowler'sche Lösung.
Ein Theil arsenige Säure...... 1,
ein Theil Kalinmcarbonat......1
werden mit einem Theile Wasser ....... 1
bis zur völligen Lösung gekocht, und hierauf
vierzig Theile Wasser.......40
hinzugefügt. Nach dem Erkalten sind fünf­zehn Theile Karmelitergcist.....15
und soviel Wasser zuzugeben, dass das Ge-sammtge wicht
hundert Theile.........100
beträgt. Stark alkalische, in 100 Theilen 1 Theil arsenige Säure enthaltende Flüssigkeit, welche nach dem Ansäuern mit Salz­säure nicht gelb gefärbt wird, wohl aber durch nachherigen Zusatz von Schwefelwasserstoffwasser 5 Gctm. mit 20 Cctm. Wasser, 1 Gramm Natriuracarbonat und einigen Tropfen Stärke­lösung vermischt, müssen 10 Cctm. Zehntel-Normal-Jodlösung entfärben; ein weiterer Zusatz von 0,1 Cctm. Zehntel-Norm al--Jodlösnng färbt die Flüssigkeit bleibend blau.
Sehr vorsichtig aufzubewahren.
ocr page 144
rajrquot;
11 ii
1
— 126
No. 13. Liquor Plumbi subacetici. — Biuiessig.
Zu bereiten aus:
Drei Theilen rohem Blciacelat .... 3,
einem Tlieil Bleiglätte......1,
zehn Theilen Wasser.......10.
Das Bleiacetat wird mit der Bleiglätte verrieben und unter Zusatz von 0,5 Theilen Wasser in einem bedeckten Gefässe auf dem Wasserbade erhitzt, bis die anfänglich gelbliche Mischung gleichmässig weiss oder röthlichweiss geworden ist. Alsdann wird das übrige Wasser allmälig zugefügt und wenn die Masse ganz oder bis auf einen kleinen Rückstand zu einer trüben Flüssigkeit gelöst ist, die letztere in einem wohlverschlossenen Gefässe zum Absetzen bei Seite gestellt und endlich iiltrirt. Vorsichtig au fz übe wahren.
No. 14. MiXtura SUlfurica aCida. — Haller sehelaquo; Sauer.
Ein Theil Schwefelsäure...... . 1
wird unter Umrühren mit
drei Theilen Weingeist......3
mit der Vorsicht gemischt, dass die Wärme nicht über 50deg; steigt. Klare, farblose Flüssigkeit von 0.993 — 0,997 speeifischem Gewichte.
No. 15.
Mucilago Gummi arabici. — Gummisclüeim.
Ein Theil arabisches Gummi.....1
wird, mit Wasser abgewaschen in
zwei Theilen Wasser.......2
gelöst und die Lösung durchgeseiht. Er darf nicht bräunlich gefärbt sein, soll von fadem, nicht süssem Geschmacke sein und blaues Lakmus nur schwach TÖthen.
ocr page 145
— 127 —
No. 16.
PuiviS Ipecacuanhae OpiatUS. — Dower'sches Pulver.
Ein Tlieil mittelfein gepulvertes Opium . 1, ein Theil fein gepulverte Brechworzel . . 1, acht Thoile fein gepulverter Milchzucker . 8 werden gemischt. Hellbriiunliches Pulver, bei welchem Geruch ondGeschmaolf vorwiegen.
Vorsichtig au fzubewahren.
No. 17. PulviS salicyliCUS CUm Talco. — Salicyistreupulver.
Drei Theile mittolfein gepulverte Salicylsäure 3 zehn Theile fein gepulverte Weizenstärke . 10 siebenundachtzig Theile fein gepulverter Talk 87 werden gemischt, Weisses, trockenes Pulver.
No. 18. Sal CarOlinum factitum. — Künstliches Karlsbader Salz.
Zweiundzwanzig Theile entwässertes Natriam-
suifat..........22
Ein Theil Kaliumsulfat......1
neun Theile Natriumchlorid.....9
achtzehn Theile Natriumbicarbonat ... 18 werden in mittelfein gepulvertem Zustande gemischt. Künstliches Karlsbader Salz ist ein weisses, trocknes Pulver. 6 des Salzes, in 1 Liter Wasser gelöst, geben ein dem Karls­bader ähnliches Wasser.
No. 19.
Sebum salicylatum. — Salicyltalg.
Zwei Theile Salicylsäure......2
werden in achtundneunzig Theilen Hammeltalg . . 98,
ocr page 146
#9632;#9632;#9632;#9632;
- 128 —
welcher im Dampfbade geschmolzen ist, gelöst. Salicyltalg ist eine weisse Masse, frei von ranzigem Gerüche.
No. -20.
Spiritus aethereus.
Aetherweingeist.
.
liinc Mischung aus
Einem Theile Aether.......1
mit
drei '{'heilen Weingeist......3.
Klar, farblos, neutral, völlig tlüclitig. Specifisches Gewicht 0,805—0,809.
Wird ein Kanmlheil Aetiierweingeist in einem abgetheillon Glase mit 1 Kaumiheil Kaliumacetatlösiing geschüttelt, so muss er 0.5 Haunitheilc ätherische Flüssigkeit absondern.
x
No. 21. Styli caustici. Aetzstifte.
Stifte oder Stäbchen, welche je nach Ali des Stoffes und Zweckes durch Drehen oder Schleifen von Krystallën durch Aus-giessen oder Aufsaugen geschmolzener Substanzen in Formen oder Röhren, sowie durch Kneten oder Ausrollen bildsamer, unter Zusatz von Weizenmehl oder Gummipulver, Glycerin und Wasser erhaltener Massen hergestellt werden. Sind Aetzstifte ohne An­gabe von Grosse und Form verordnet, so sollen dieselben walzen­förmig. 4—5 Ctm. lang und 4—ó Mm. dick abgegeben werden.
! I
No. 22. TinCturae. — Tincturen. Die Tincturen werden in der Weise bereitet, dass die mittel-fein zerschnittenen oder grob gepulverten Substanzen mit der zum Ausziehen dienenden Flüssigkeit übergössen und in gut ver­schlossenen Flaschen an einem schattigen Ort bei ungefähr lä bis 20deg; eine Woche, stehen gelassen, dabei aber wiederholt umgo-schuttelt werden. Alsdann wird die Flüssigkeit durchgeseiht, erforderlichen Falls durch Auspressen von dem nicht gelösten
ocr page 147
— 129 —
Rückstände getrennt und nach dem Absetzen flltrirt. Wahrend des Filtrirens ist eine Verdunstung der Flüssigkeit soviel als möglich zu vermeiden.
Die Tincturen müssen klar abgegeben werden.
No. 23. TinCtura ACOniti. — Aconittinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile grob gepulverten Aconitknollen 1
mit zehn Theilen verdünntem Weingeiste ... 10. Aconittinctur sei von braungelber Farbe, anfangs schwach bitterem, später nachhaltig brennend-kratzendem Geschmacke, ohne hervorstechenden Geruch.
Vorsichtig aufzubewahren.
No. 24. TinCtura AlOëS COmpOSita. — Zusammengesetzte Aloetinctur.
Zu bereiten aus
Sechs Theilen grob gepulverter Aloe ... 6
einem Theile mittelfein zerschnittener Rha-
barhenvurzel........1
einem Theile milti'H'cin zerschnittener Enzian­wurzel ..........1
einem Theile mittelfein zerschnittener Zittwer-
wurzel..........1
einem Theile Safran.......1
mit zweihundert Theilen verdünntem Weingeiste 200. Zusammengesetzte Aloetinctur sei von gelblich-rothbrauner Farbe, aromatischem Gerüche nach Safran und Aloe und gewürz­haftem, stark bitterem Geschmacke, mit Wasser in allen Verhält­nissen ohne Trübung mischbar.
iNo. 25. TinCtura Arnicae. — Amikatinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theil Arnikablüthen.....1
mit zehn Theilen verdünntem Weingeiste . . 10.
ThierSr/.tli.-lw Reccptirknnde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; q
ocr page 148
TI-ÜBB
i I
f,-i
— 130 —
Arnikatinctur sei von bräunlich-gelber Farbe, bitterlichem Geschmacke und dem Gerüche der Arnikablüthen.
No. 26.
Tinctura Benzoes. — Benzoetinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile grob gepulverter Benzoë . . 1 mit
fünf Theilen Weingeist......5.
Benzoetinctur sei von rothlich-braungelber Farbe und ben-zoeartigem Gerüche. Sie gi^bt mit Wasser eine milchähnliche, stark sauer reagirende Mischung.
No. 27. Tinctura Cantharidum. — Spanischfliegentinctur. Zu bereiten aus Einem Theile grob gepulverten spanischen
Fliegen..........1
mit
zehn Theilen Weingeist......10.
Spanischfliegentinctur sei von grünlich-gelber Farbe, bren­nendem Geschmacke und dem Gerüche der spanischen Fliegen. Vorsichtig aufzubewahren.
No. 28.
Tinctura Chinae. — Chinatinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile grob gepulverter Chinarinde . 1
mit fünf Theilen verdünntem Weingeiste ... 5. Chinatinctur sei von roih brauner Farbe und stark bitterem Geschmacke.
No. 29. Tinctura Cokhi :i. — Zeitlosentinctur. Zu bereiten aus EinemTheile grob gepulvertemZ.itlosensamen 1
mit zehn Theilen verdünntem Wein^eiste . . 10.
: ii 'I::
ocr page 149
— 131 —
Zeitlosentinctur sei von gelber Farbe und bitterem Ge-schmacke ohne hervortretenden Gerach.
Vorsichtig aufzubewahren.
No. 30. TinCtUra Digitalis. — Fingerhuttinctur. Zu bereiten aus
Fünf Theilen zerquetschtem, frischem Finger­hutkraute .........5
mit
sechs Theilen Weingeist......6.
Fingerhuttinctur sei von braungrüner Farbe. Vorsichtig aufzubewahren.
No. 31.
TinCtUra Jodi. — Jodtinctur.
Eine Lösung von
Einem Theile zerriebenem Jod .... 1 in
zehn Theilen Weingeist......10.
Dieselbe ist ohne Erwärmen in einer mit Glasstöpsel ver­schlossenen Flasche zu bereiten.
Dunkelrothbraune, nach Jod riechende, in der Wärme ohne Rückstand sich verflüchtigende Flüssigkeit. Specifisches Gewicht 0,895—0,898.
No. 32. TinCtUra Opil Simplex. — Einfache Oplumtinetur. Zu bereiten aus Einem Theile mittelfein gepulvertem Opium. 1
mit fünf Theilen verdünntem Weingeiste ... 5 und
fünf Theilen Wasser.......5.
Sei von röthlichbrauner Farbe, dem Gerüche des Opiums und bitterem Geschmacke. Specifisches Gewicht 0,974—0,978. Sie enthält in 100 Gramm nahezu das Lösliche aus 10 Gramm Opium oder annähernd 1 Gramm Morphin.
Vorsichtig aufzubewahren.
9*
ocr page 150
^m—m^^m
#9632;
•I.
— 132 —
No. 33.
Tinctura Valerianae. — Baldriantinctur.
Zu bereiten aus
Einem Theile mittelfein zerschnittener Bal-
drianwurzel.........1
mit fünf Theilen verdünntem Weingeistc ... 5. Baldriantinctur sei von röthlich-braunorFarbe und kräftigem Gerüche und Gesohmacke nach Baldrian.
#9632; k-
No. 34. Tinctura Valerianae aetherea. — Aetherische Baldriantinctur. Zu bereiten aus Einem Theile mittelfein zerschnittener Bal-
drianvvurzel.........1
mit
fünf Theilen Aethcrweingeist.....5.
Aetherischo Baldriantinctur sei von gelber Farbe, vom Ge­rüche und Gesohmacke der Bestandtheile.
No. 35. \nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tinctura Veratri. — Nieswurzeltinctur.
Zu bereiten aus
EinemThcile mittelfein zerschnittener weisser
Nieswurzel.........1
| .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; mit
zehn Theilen venlünntem Weingeiste .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10.
NieswurzeUinctur sei von dunkelröthlich brauner Farbe und bitterem, kratzendem fjeschmacke.
Vorsichtig aufzubewahren.
No. 36.
Urnuentum aeidi borici. — Borsalbe.
Zu bereiten aus
Einem Theile fein gepulverter Borsäure . . 1 und
neun Theilen Paraffinsalbe.....9.
Eine weisse Salbe.
-
ocr page 151
— 133 —
No. 37.
Unguentum Cantharidum. — SpaniscMiegeDsaibe.
Zu bereiten aus
Drei Theilen Spanischfliegenöl .... 3 und
zwei Theilen gelbem Wachs.....2.
Eine gelbe Salbe.
No. 38.
Unguentum Cantharidum pro usu weterinario.
Spanischfliegensalbe für thierärztlicben Gebrauch. (Nicht officinell im Arzneibuch.)
Zu bereiten aus
Sieben Theilen Colophonium.....7
einem Tlieile gelbem Wachs.....1
vier Theilen Terpentin......4
acht Theilen Schweinefett......8
auf gelindem Feuer zerschmolzen und hin­zugesetzt drei Theile Cantharidenpulver ..... 3. Die Salbe sei von grünlicher Farbe.
No. 39.
Unguentum cereum. — Wacbssaibe.
Zu bereiten aus
Sieben Theilen Olivenöl......7
und drei Theilen gelbem Wachs.....3.
No. 40.
Unguentum Cerussae. — Bleiweisssalbe.
Zu bereiten aus
Drei Theilen fein gepulvertem Bleiweiss . . 3 und
sieben Theilen Parafßnsalbe.....7.
Eine sehr weisse Salbe.
ocr page 152
^^1
^mm
#9632;ww
#9632;n
mmmmtm
IP
Is-
— 134 — . No. 41.
Unguentum cerusae camphoratum.
Kampherhaltige Bleiweisssalbe.
Zu bereiten aus
Neunzehn Theilen Bleiweisssalbe
und einem Theile fein zerriebenem Kampher . Eine weisse, nach Kampher riechende Salbe.
19 1.
No. 42. UnguentUID diachylon. — Bleipflastersalbe.
Ein Theil Bleipflaster......
wird mit
1
1
einem Theil Olivenöl......
bei gelinder Wärme auf dem Wasserbade zusammengeschmolzen und darauf bis zum völligen Erkalten umgerührt. Nachdem die fertige Salbe einige Stunden gestanden hat, wird dieselbe nochmals durchgerührt. Eine fast weisse Salbe.
BO''
No. 43.
Unguentum Glycerin!. — Glycerinsalbe.
Zehn Theile Weizenstärke .....10
werden mit
fünfzehn Theilen Wasser......15
angerührt,
hundert Theile Glycerin......100
zugesetzt, alsdann wird der Mischung eine Abreibung von
zwei Theilen fein gepulvertem Traganth . 2 mit
fünf Theilen Weingeist......5
hinzugefügt, und das Ganze unter Umrüh­ren so lange erhitzt, bis derWeingeistgeruch verschwunden und eine durchscheinende Gallerte entstanden ist.
ocr page 153
— 135 —
No. 44. Unguentum Hydrargyri album. — Weisse Quecksilbersalbe. Zu bereiten aus
Einem Theil weissem Quecksilberpräcipitat . 1 und
neun Theilen Paraffinsalbe.....9.
Eine weisse Salbe.
No. 45.
Unguentum Hydrargyri cinereum. — Graue Quecksilbersalbe.
Dreizehn Theile Schweinesclimalz ... 13
sieben Theile Hammeltalg.....7
zehn Theile Quecksilber......10.
Mit Maschinen gerieben, bis Quecksilberkügelchen mit blossem Auge nicht mehr zu erkennen sind.
No. 46.
Unguentum Hydrargyri rubrum. — Rotbe Quecksilbersalbe.
Zu bereiten aus
Einem Theile rothem Quecksilberoxyd . . 1 und
neun Theilen Paraffinsalbe.....9.
Eine rothe Salbe.
No. 47.
Unguentum Paralfini — Paraffinsalbe.
Zu bereiten ans
Einem Theil festem Paraffin.....1
und vier Theilen flüssigem Paraffin .... 4. Eine weisse Salbe, sie verflüssige sich zwischen 40—50deg;.
No. 48.
Unguentum Piumbi. — Bleisalbe.
Zwei Theile Bleiessig.......2
werden im Wasserbade auf 1 Theil einge­engt, und dann mit
neunzehn Theilen Paraffinsalbe .... 19
gemischt. Eine weisse Salbe.
I
ocr page 154
^#9632;Hquot;^'
#9632;
— 136 —
No. 49. Unguentum Plumbi tannici. — Tannin-Bleisalbe
Ein Theil Gerbsäure.......1
und
zwei Theile Bleiessig.......2
werden zu einem gieichmässigen Brei zer­rieben, welcher mit siebzehn Theilen Schweineschmalz . . .17 gemischt wird. Eine etwas gelbliche Salbe. Sie werde zur Abgabe frisch bereitet.
I
•f '1
M
So. 50.
Unguentum Tartar! stibiati. — Brechwelnsteinsalbe.
Zu bereiten aus
ZweiTheilen fein gepulvertem Brechweinstein 2
und
acht Theilen Paraffinsalbe.....8.
Eine weisse Salbe.
kif
No. 51.
Unguentum Terebinthinae. — 'I
Zu bereiten aus
Einem Theile Terpentin .
einem Theile gelbem Wachs .
und einem Theile Terpentinöl . Eine weiche Salbe von gelbor Farbe
quot;erpentinsalbe.
1,
No. 52.
Unguentum Zinci. — Zinksalbe.
Zu bereiten aus
Einem Theile rohem Zinkoxyd
und neun Theilen Schweineschmalz Eine weisse Salbe.
ocr page 155
'
— 137 —
No. 53.
Vinum stibiatum. — Brechwein.
Eine filtrirte Auflösung von
Einem Theile Brechwcinstein.....1
in zweihundertfiinfzig Theilen Xereswein . . 250. Klar, braungelb.
Vorsichtig aufzubewahren.
Officinell empfohlenes Riiudebad. 1500 Gramm rohe Carbolsiiure, 1U00 „ Aetzkalk, 3000 „ Sodasalz und 30(X) ,, Schmierseife werden in 260 Liter heissem Wasser aufgelöst.
Diese Quantität ist für 100 Schafe berechnet, welche mit der erwärmten Flüssigkeit in einem grossen Schaff (Kübel, Zuber) mittels einer Wurzelbürste gewaschen werden.
Ein zweites Bad ist bei sehr räudigen Schafen nach 4 bis 5 Wochen nöthig.
ocr page 156
^mmmmmmmm
'#9632;#9632;: #9632;
Auswahl von Heilformeln,
welche sich besonders bewährt haben gegen gewisse
Krankheiten. Diese Mittel sind nicht officinell, müssen daher voll­ständig aufgeschrieben werden. Sie bilden zugleich Beispiele für die Magistralformeln.
in
#9632;,'
Pulver.
No. 1.
Rp. Kai. nitric, pulv. 4,0
Natr. sulfuric. pulv. 30,0 Pulv. Fol. Digital. 0,12 M. Divide in pulv. aequal. No. III.
D. S. Schafen, Ziegen, Schweinen und grossen Hunden, Meinen ein halbes Pulver. Gegen acute Gehirnentzündung.
No. 2. Rp. Hydrarg. chlorat. mitis 1,0 Pulv. Fol. Digital. 1,5 Sacchari 10,0. M. Divide in pulv. aeq. Ko. 5.
D. S. Für junge Schweine und kleine Hunde, alle 3 Stunden ein Pulver zu geben. Bei acuten inneren Entzündungen.
ocr page 157
quot;'
— 139 —
No. 3.
Rp. Pepsini 0,5 D. tal. dos. No. V. S. Täglich 1 Pulver zu geben.
Einem Hund mit Dyspepsie.
No. 4. Rp. Pulv. Rhizom. Veratri 20,0 „ Aloes 10,0 Natri chlorati 15,0 „ snlfuric. 200,0 M. f. pulv. Divide in part, aequal. No. III. Täglich 1 Pulver im warmen Wasser zu geben. Für 1 Rind mit Indigestion.
No. 5. D. Acid, carbolici crudi 500,0 S. Mit einer handvoll Heublumen und heissem Wasser zum Dämpfen. Für 1 Pferd mit chronischem Katarrh.
No. 6. Rp. Acid, benzoie. 0,2 Camphor, tritic. 0,1 Sacch. alb. 0,5 M. f. pulv. D. tal. dos. X. Ad. capsulam.
S. Für 1 Hündchen mit chronischem Bronchialkatarrh täglich 3 Pulver zu geben.
No. 7. Rp. Bismuth, subnitric, Sacch. alb. ana 0,5 M. f. pulv. Dent. tal. dos. X. S. Täglich ein Pulver zu geben.
Gegen chronischen Magen-Darmlcatarrh.
ocr page 158
— 140 —
So. 8. Rp. Natrii bicarbonic. 0,2 Pulv. rad. Rhei 0,1 Sacch. alb. 0,5 M. f. pulv. Dent. tal. dos. X. S. Täglich 1 Pulver zu geben. Für 1 Katze. Gegen chronische Appetitlosigkeit.
No. 9. Rp. Ferri sulfurici,
Frnct. Junip. pulv., Rhizomatis Calami pulv. ana 200,0 Natr. chlorat. 500,0 M. D. S. Mit Hafer oder Gerstenschrot gemischt als Lecke für 50 Schafe in die Krippe gestreut.
:w
No. 10. Rp. Natri chlorat., „ sulfuric. Pulv. fruet. junip. ana 150,0 (recenter contusa). M. f. pulv.
D. S. Auf jedes Futter 1 EsslölTel voll zu geben. Appetiterregendes Pulver.
No. 11. Rp. Acid, arsenicos. subtil, pulv. 0,2 Kai. carbon, dep. 2,0 Pulv. seminis Lini, ,, Stibii sulfurati nigri ana 10,0 M. exacte.
Dispens, tal. pulv. No. VI.
S. Gift! Dem Pferde früh und Abends je 1 Pulver auf das Futter zu geben. Gegen Dämpfigkeit oder mangelhafte Ernährung.
ocr page 159
n
— 141 —
No. 12. Rp. Carbonis vegetabil. pulv. subtiliss. 100,0 S. Zum Einblasen für 1 Pferd mit Nasenausfluss.
No. 13. Rp. Kali nitrici 60,0
Natri sulfurici 180,0 M. D. S. Die Hälfte in einem Eimer Wasser zum Trinken. Für 1 Pferd bei Bräune.
No. 14. Rp. Foliorum Malvae conc,
Farinae Seminis Lini ana 250,0 Misce ut fiant Species.
D. S. Mit Wasser zum Brei gekocht und als Umschläge verwendet bei Druse.
No. 15. Rp. Stibii sulfurati nigri pulv. 180,0 Semin. Anisi pulv. Fructus Juniperi ana 120,0 M. f. pulv. D. S. Für 1 Pferd. Gegen Druse.
No. 16. Rp. Hydrarg. chlorati mit. Opii pulverati ana 4,0 Rad. Althaeae et Aq. font, ana q. s, M. f. pil. D. S. Für 1 Pferd mit Darmentzündung.
No. 17. Rp. Pulv. Opii 5,0
„ Rad. Rhei 10,0 Magnes. carbonic. 2,0.
ril
ocr page 160
— 142 —
M. f. pulv. Divide in part, aequal. No. II. Täglich 1 Pulver.
Für 1 Kalb mit Ruhr.
No. 18. Rp. Pulv. rad. Ipecacuanhae 0,03 Opii pulv. 0,02 Sacch. lact. 0,5 M. f. pulv. Dent. tal. dos. X. S. Täglich 3 Pulver zu geben.
Für 1 Hund (mittelgross) gegen Durchfall.
No. 19. Rp. Rad. Ipecac, pulv., Opii pulv., Sacch. alb. ana 0,2 f. pulv. Dent. tal. dos. VI. Täglich 2 Pulver zu geben. Für 1 Hund gegen Durchfall.
No. 20. Rp. Opii pulv. 0,05
Bismuth, subnitric. 1,0 Sacch. alb. 0,5 M. f. pulv. Dent. tal. dos. X. S. Täglich 1 Pulver zu geben. Für 1 Hund des Herrn X. Gegen chronischen Durchfall.
Ko. 21.
Rp. Plumb, acetic. 0,1
Opii pulv. 0,2
Sacch. alb. 5,0 M. f. pulv. Div. in part. aeq. No. X. S. Für 1 Katze gegen Durchfall.
No. 22. Rp. Calomelan. 0,2
Pulv. Resinae Jalapae 0,1 Sacch. alb. 0,5
I
ocr page 161
— 143 —
M. f. pulv. Dent. tal. dos. V. Täglich 2 Pulver bis zur Wirkung.
Für 1 kleinen Hund.
Gegen Verstopfung.
No. 23. Rp. Hydrarg. chlorat. mit.,
Gummi Guttae pulv. ana 0,15—0,3 M. D. S. Abführmittel.
Für kleine Hausthiere.
No. 24. Rp. Pulv. rad. Ipecacuanhae 1,0 Tart. stib. 0,1 M. f. pulv. Dent. tal. dos. III. S. Alle Stunde 1 Pulver zu geben bis zur Wirkung. Brechpulver für 1 Hund.
No. 25. Rp. Rhicomat. Veratr. albi 0,4 Sacch. alb. 0,5 M. D. S. Brechpulver.
Für Schweine und grosse Hunde.
Ko. 26. Rp. Tart. stib. 0,2—0,4
Rad. Ipecacuanhae 0,5—1,0 M. D. S. Brechpulver.
Auf 2 Mal zu geben.
No. 27. Rp. Lithium carbonic. 5,0 Kal. acetic. 10,0 M. f. pulv. dent. tal. dos. No. VI. Täglich 1 Pulver aufs Futter zu geben.
Für 1 Pferd d. H. X. mit Blasensediment.
ocr page 162
— 144 —
No. 28. Rp. Natr. boracici pulv. 60,0 Fruct. Juniperi pulv. 120,0 M. D. S. Innerhalb 4 Tagen auf das Futter zu geben. Gelindes Diureticum.
No. 29. Rp. Kali bicarbon. 250,0 Aluminis usti 50,0 M. D. In vase clauso.
S. Alle 2 Stunden 1 Esslöffel voll in Wasser gelöst zu geben. Für 1 Kuh bei Blutharnen.
No. 30 a. Rp. Seealis cornuti rec. pulv. 25,0 D. tal. dos. No. III.
S. 3stündlich ein Pulver mit warmem Wasser einzuschütten für 1 Rind bei Nichtabgelicn dor Nachgeburt.
No. 30b.
Rp. Santonini 0,1 Sacch. alb. 0,5 51. 1. pulv. D. tal. dos. No. 111. S. 2 Mal täglich 1 Pulver zu geben.
Für 1 Hund gegen Rundwürmer.
No. 31. Rp. Pulv. Seealis cornut. 1,0
Dent. tal. dos. ad chart, cerat. III. S. Halbstündlich 1 Pulver zu geben für eine .Jagdhündin. Wehen pulver.
No. 32. Rp. Kal. lquot;onial. 1.5 Saccuari 0,5 M. f. pulv. Dent. tal. dos. XX.
in chart, cerat.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M
S. 3 Mal täglich I Pulver zu geben für 1 mittelgrossen Hund.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;S.
Gegen Epilepsie.
.#9632;
ocr page 163
m
iPBuwwu-jgnggg
— 145 —
No. 33. Rp. Calcii carbon, praecip.
„ phosphoric, ana 25,0 M. D. in scatul.
S. 1 Messerspitze voll der Milch zuzusetzen. Für 1 jungen Hund des H. N. Gegen Rachitis.
No. 34. Rp. Fern pulverati 1,0 Natri chlorat. 5,0 M. f. pulv. D. S.
Gegen Bleichsucht.
No. 35. Rp. Jodoformii 3,0 Solve in Aetheris 30,0 D. S. Zur parenchymatösen Injection. Gegen Drüsenverhärtung.
No. 36. Rp. Acidi arsenicosi suhtilissime pulv. 2,0 Kilo Ferri sulfurici 20,0 Kilo ,, oxydati pulv. 540,0 Pulv. radio. Gentianae 360,0 M. exacte. D. in vase bene clauso. S. Gift! Mit der lOfachen Menge Wasser gekocht. Zum Baden von 200 Schafen.
Vorschrift von Tessier.
No. 37. Rp. Zinci oxydati 2,0 Lycopodii 20,0 M. f. pulv. D. in scatul. S. Streupulver.
Gegen nässendes Ekzem.
Thicrärztlidie Rcccptirkunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;..„
d
ocr page 164
— 146 —
No. 38. Rp. Puk. acid, saücyl. 3,0 Talci 10,0 Amylum 87,0 M. f. p. D. S. Streupulver. Gegen nässendes Ekzem.
Ho. 39.
Rp. Acid, salicyl. 1,5
Amyl. Tritic. .r),0
ïalc. renet. 45,0
M. f. p. D. S. Streupulver.
Gegen Ekzem.
No. 40.
Rp. Kai. caustic, pulv. 20,0 Calcis ustae pulv. 24,0 Misce terendo in mortario calefacto. D. S. Wiener Actzpulver.
No. 41. Rp. Hydrarg. oxydat. rub. 10,0 Corticis Quere, pulv., Garbonis Ligni pulv. ana 30,0 M. f. p. D. S. Zum äusseren Gebrauch. Auf Geschwüre.
No. 42.
Rp. Aluminis crudi,
Cortic. Quercus pulv. ana 30,0 Carbonis Ligni pulv. 15,0 M. f. p. D. S. Zum äusserlichen Gebrauch. Gegen Geschwüre.
No. 43. Rp. Aluminis usti 180,0
Ferri sulfuric. pulv. 100,0 Cupri sulfuric. 30,0 Camphorae rasae 10,0 M. f. p. D. S. Gegen Hufkrebs.
ocr page 165
— 147 —
No. 44. Rp. Zinc, oxydat. 10,0 Amyli 50,0 M. f. paly. D. in scatul. S. Streupulver.
Gegen Mauke.
No. 4a. Rp. Argent, nitric, pulv. 1,0 Amylum ä,0 M. f. pulv. D. in scat. S. Aeusserlich.
Gegen Ohrgeschwüre.
No. 46. Rp. Acid, salicyl. 20,0 Talci 30,0 Amyli Tritici 25,0 Sapon. medic. 10,0 M. I. pulv. D. in scatul. S. Aeusserlich.
Für 1 Pferd des Herrn Major von H.
Morgens und Abends einzustreuen gegen Satteldruck.
No. 47. Rp. Alumin. jmlv.,
Sin-ciiiir. alb. ana 50,0 Opii pulv. 2,0 M. f. pulv. D. in scatul. S. Zum Aufstreuen für 1 Pferd mit aufgefallenen Knieën.
No. 48. Kp. Zinci oxydat.,
T.i).-. präparat. ana 10,0 M l.j .v. Lgt;. S. Gegen alte Geschwüre, vortrefflich austrocknend.
No. 49,
rraquo;|i. Calomdanos 5,0 S. Aut ai W .ijlden.
10*
ocr page 166
— 148 —
No: 50. Rp. Jodoformii,
Acid, tannic. ana 5,0 M. f. pulv. D. in scatul. S. Aeusserlich.
In frische quot;Wunden.
No. 51.
Rp. Jodoformii 1,0
Collodii elastic. 20,0 M. f. solut. quot;D. S. Aeusserlich zum Aufpinseln. Gegen Decubitus.
No. 52.
Rp. Acid, boric, pulv.,
Jodoformii pulv. ana 10,0 M. f. p. D. ad vitr. S. Aeusserlich.
Gegen alten Kronentritt.
No. 53. D. Jodol. 20,0 S. Zum aseptischen Verband.
No. 54.
Rp. Acid, boric, pulver. 10,0 D. in scatul. S. Zum äusserlichen Gebrauch.
Für 1 Hund des Herrn X.
In den Gehörgang bei eiteriger Otitis.
No. 55. Rp. Hydrargyri biohlorat. corrosiv. 1,0 Natri chlorati 2,0 M. f. pulv.
Dispens, tal. Dos. No. X. D. in tubulis vitreis in usum proprium. S. Sublimatpulver zur Herstellung von 1deg; 00 Sublimatwasscr.
ocr page 167
fffs
— 149 —
No. 56. Rp. Acidi borici 20,0 Creolini 0,5 M. f. pulv. D. ad viti-um. S. Streupulver auf Wunden.
No. 57. Rp. Hydrarg. bichlor. corr. 0,5 Sacch. alb. 500,0 M. f. pulv*. D. S. Zum antiseptischen Verband.
Mixturen.
No. 58. Rp. Acid, tannic. 5,0 Aq. destil. 1000,0 M. f. solut. D. S. Zur Inhalation. Für 1 Pferd mit Nasenkatarrh.
No. 59. Rp. Morphin, hydrochlor. 0,06 Kalii bromat. 10,0 Aq. destil. 150,0 Sacch. alb. 20,0 M. D. S. Gegen Husten.
Für 1 Hund, täglich 3 Kaffeelöffel voll zu geben.
No. 60. Rp. Infus. folior. Salviae (15 : 200,0) adde Kai. chlorici 5,0 M. D. S. Täglich 3 Esslöffel voll zu geben. Gegen Rachenkatarrh eines Hundes.
No. 61. Rp. Ammon. chlorat. pulv. 1,0 Mell. crud. 5,0 Aq. Fönicul. 50,0
I
ocr page 168
— 150 —
M. f. sol. D. S. Täglich 3 Esslöffel voll zu geben. Für 1 krankes Huhn. Gegen Bronchialkatarrh.
Ho. 62. Rp. Ammon. chlorat. 5,0 Extract. Opii 0,3 ' Aq. destil. 100,0 Sacch. albi 5,0 M. D. S. Täglich 3 Esslöffel voll zu geben. Für 1 Hund des Herrn X. Gegen Bronchitis.
Iso. 63. Rp. Acid, phosphoric. 30,0 S. In das Trinkwasser.
Für 1 Pferd mit Fieber.
No. 64. Rp. Acid, sulfur, dilut. 30,0 Spir. vini 100,0 M. D. S. Haller'sches Sauer.
In das Trinkwasser je 2 Esslöffel voll zu geben. Für 1 Pferd mit Fieber.
No. 65. Rp. Tart. stibiat. 5,0 Ammon. chlorat. Aq. destil. q. s. Sirup. Holland. 20,0 M. D. S. Auf 2 Mal einzugeben. Für 1 Pferd des Herrn X. Gegen Pleuritis.
No. 66. Rp. 01. Terebinth, crud. 20,0 Chloroform. 10,0 Spir. vini 200,0 Aq. destil. 250,0
ocr page 169
— 151 —
M. D. S. Auf 2 Mal einzugeben. Für 1 Pferd des Herrn X. Gegen vorgeschrittene Pneumonie.
No. 67. Rp. 01. Terebinth, orud., Aetheris ana 10,0 M. D. S. Täglich 3 Mal je 30 Tropfen mit Kaffee zu geben. Für 1 Hund mit nervöser Staupe.
No. G8. Rp. 01. Terebinth, orud. 50,0 Tinct. Digital. 15,0 M. D. S. Täglich 2 Mal je 1 Esslöffel voll mit 1 geschlagenem Ei und '/j Liter Milch einzuschütten. Für 1 Pferd des Herrn X. Gegen vorgeschrittene Lungenentzündung.
No. 69. Rp. Sem. Coffeae arab. tost. 15,0
Infunde Aq. fervid, q. s. ad colatur. 50,0 Sirup. Holland. 20,0 Spir. vini 15,0 M. D. S. Alle Stunde 1 Kaffeelöffel voll zu geben. Für 1 Hündchen des Fräulein v. X. Gegen Krämpfe.
No. 70. Rp. Kalii bromat. 15,0 Aq. destil. 150,0 M. f. solut. D. S. Täglich 3 Esslöffel voll zu geben. Für 1 Hund gegen Epilepsie.
No. 71. Rp. Strychnin, nitric. 1,0 Aq. destil. 100,0 M. f. solut. D. S. Innerlich gegen Krämpfe.
Anmerkung. Von den Injectionen tritt die Wirkung viel schneller und vier bis fünffach stärker ein, als bei innerlicher
ocr page 170
— 152 —
Anwendung, und es müssen deshalb hiernach die Gaben sehr genau abgemessen werden. Bis 2 Milligramm pro 1 Kilo Körper­gewicht sind als passende Injectionsgaben —, und als Maximal­dosis für den subcutanen Gebrauch ist, für ein kräftiges Arbeits­pferd von 400—500 Kilogramm, IDecigramm (also von der ganzen obigen Lösung der 10. Theil) ermittelt; man soll jedoch die ersten Injectionen bei kranken Thieren nur mit der halben Maximal­dosis machen, die Wirkung 6 Stunden abwarten und hiernach die folgenden Gaben entsprechend verändern, so dass man sie bei zu geringer Wirkung um 1 — 2 Milligramm des Strychnins für je 10 Kilo des Körpergewichts grosser macht, und entgegengesetzt, wenn die Wirkung von der halben Maximaldosis zu heftig er­scheint, man dieselbe ebenso um 1—2Milligramm pro 10 Kilo Kör­pergewicht vermindert; 0,4 Decigramm Strychn. nitric, pro Kilo Pferd in subcutaner Injection tödtet unter heftigen Krämpfen sicher. — Innerlich giebt man 3—5 Decigramm in bittern oder aromatischen Flüssigkeiten, oder in Latwergen und Pillen, auch mit Arsenik, oder mit Kampher in Verbindung.
No. 72. Rp. Kai. bromat. 5,0 Aq. destil. 120,0 Sacch. alb. 10,0 M. D. S. Stündlich 1 Esslöffel voll zu geben. Für 1 Hund mit Epilepsie.
No. 73. Rp. Jod. puri 1,0 Kalii jodat. 5,0 Glycerin 50,0 M, f. solut. D. S. Aeusserlich.
Zum Einreiben gegen alte Drüsenverhärtung.
No. 74. Rp. Apomorphin. 0,2 Aq. destil. 20,0 M. fiat sol. D. S. Zur subcutanen Injection.
Für 1 Rind bei chronischem Appetitmangel.
ocr page 171
— 153 —
No. 75. Rp. Acid, tannic. 3,0 Aq. destil. 100,0 M. f. solut. D. S. Halbstündlich 1 Esslöffel voll zu geben. Gegengift gegen metallische Vergiftung des Geflügels.
No. 76. Rp. Acid, tannic. 1,5 Aq. destil. 100,0 M. f. solut. D. S. Täglich 3 Mal je 1 Kaffeelöffel voll zu geben. Für krankes Geflügel. Gegen Magen-Darmkatarrh.
No. 77. Rp. Acid, hydrochloric. 2,0 Aq. destil. 150,0 Sirup. Holland. 30,0 M. f. solut. D. S. Täglich 3 Esslöffel voll zu geben. Für 1 Jagdhund des Herrn N. Gegen Magenkatarrh.
No. 78. Rp. Morph. hydrochlor. 0,5 Aq. destil. 10,0 M. f. solut. D. S. Zur subcutanen Injection. Für 1 Pferd. Gegen schmerzhafte Kolik.
No. 79. Rp. Tinct. Opii simpl. 1,0 Vin. rubr. 10,0 M. D. S. 3—10 Tropfen zu geben. Für Geflügel gegen Durchfall.
No. 80. Rp. Acid, carbolic. 1,0 Tinct. Jodi 0,25 Tinct. Opii simpl. 1,5 Tinct. Valerian, aeth. 3,5 Aq. destil. 15,0
ocr page 172
f
— 154 -
M. D. S. Alle Stunde 10—20 Tropfen Für 1 Hündchen mit Diarrhöe.
zu geben.
No. 81.
Rp. Tinct. Opü sitnpl. 0,5 Acid, hydrochlor. 1,0 Aq. Month, pip. 150,0 M. D. S. Stündlich 1 Kaffeelöffel voll Für 1 Katze mit Diarrhöe.
zu geben.
No. 82.
Rp. Tinct. Opü simpl. 10,0 „ Nuc. vomic. 2,0 Aq. destil. 250,0 Sirup, simpl. 10,0 M. D. S. Auf 2 Mal zu geben. Für 1 Pferd des Herrn X. Gegen Durchfall.
•
No. 83.
Rp. Tinct. Rhei aquos. 10,0 Natr. bicarbon. 2,0 Aq. Foenicul. 100,0 M. D. S. Täglich 2 .Mal 1 Kaffeelöffel Für 1 jungen Hund.
* voll zu geben.
Gegen Gährungsdurchfall.
No. 84.
Rp. Infus. folior. Salviae 15,0: 250,0 Aluminis 20,0 M. D. S. Vor dem Gebrauch als Klystier zu schütteln. Für 1 Hund. Gegen blutige Diarrhöe.
No. 85. Rp. Infus. folior. Digitalis 10,0 : 500,0 Spiritus Aeth. nitros. 50,0 Sirupus Holland. 30,0
ocr page 173
— 155 — -quot; M. D. S. Auf 2 Mal zu geben.
Für 1 Pferd gegen Herzschwäche.
No. 86. Rp. Fruct. Juniperi,
,, Petroselin. ana 20,0 M. f. spec. Dent tal. dos. X. D. S. Je ein Pulver zum Theeaufguss für 1 Tag. Für 1 Hund mit Wassersucht.
No. 87. Rp. Infus. Fructus Juniperi (15,0 : 150,0) Liquor Kal. acetic. 15,0 Tinct. Cantharid. 5,0 M. D. S. Täglich 3 Esslöffel voll zu geben.
Für 1 mittelgrossen Hund gegen Wassersucht. Als Diureticum.
No. 88. Rp. Balsam. Copaiv., 01. Terebinth.,
Spir. Aether, nitros. ana 10,0 „ Vini 70,0 M. D. S. Zum Einreiben gegen Hautwassersucht.
No. 89. Rp. Extract. Seealis cornut. 5,0 Aq. destil. 30,0 Acid. carbol. 0,2 M. filtra.
D. S. Auf 3 Mal, mit der gleichen Menge lauem Wasser verdünnt, einzuspritzen. Für 1 Hündin gegen Blutfluss nach der Geburt.
No. 90. Rp. Ergotini 0,2
Spir. vini rectific., Glycerin, ana 5,0 Aq. destil. 30,0
ocr page 174
— 15G —
M. D. S. In kurzen Zwischenzeiten zu injiciren. Für 1 Jagdhündin. Wchenerzengende Injection.
No. 91. Rp. Collod. elast.,
Tinct. Cantli. ana 15,0 M. D. S. Zum Bestreichen von alten Geschwülsten.
No. 92. Rp. Olei Croton. 1,0 Tinct. Jodi 30,0 M. D. S. Aeusserlich. Delvarts Mittel gegen alte Gallen.
No. 93. Rp. Tinct. Colclüci, Aq. destil. ana 5,0 M. D. S. Täglich 2-5 Tropfen.
Krankem Geflügel gegen gichtische Gelenkentzündung.
No. 94. Rp. Olei Croton. 1,0 Aetheris 10,0 M. D. S. Zum einmaligen Einreiben gegen alte Selmenscheiden-gallen.
No. 95. Rp. Camphor 15,0
01. Terebinth. 70,0 Liq. Ammon. caust. 20,0 M. D. S. Aeusserlich. Zu Einreibungen.
No. 96. Rp. Liq. Ammon. caust.,
,,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; „ hydrochlor. ana 60,0
Calcar. ustae, Spir. camphor, ana 30,0 Aq. fontan. 1 Kilo. M. D. S. Restitutionsfluid.
M S
ocr page 175
— 157 —
No. 97. Rp. Natr. chlorat. 100,0 Spir. camphor., Aether, sulf., Spir. vini,
Liq. Ammon. canst, ana 100,0 Tinct. Foenicul. 50,0 Aq. fontan. 500,0 M. D. S. Franzbranntwein mit Salz. Gegen alle Schäden.
No. 98. Rp. Olei Sinapis 5,0 Spir. rectific. 250,0 M. D. in vitree bene clauso. S. Flüchtig scharfe Einreibung.
No. 99. Rp. Hydrarg. bichlor. corr. 4,0 Spirit, rectificat. 50,0 M. f. sol. D. S. Jeden dritten Tag einzureiben mittelst Kork. Bei frisch entstandenen Piephacken und Gallen.
No. 100. Rp. Hydrarg. bichlorat. 4,0 Solve in Spir. vin.. Acid, acetic, ana 30,0
Addc Camphorae, Alaminis, Cerussae ana 4,0 M. D. S. Aeusserlich. Aetzmittel. Gegen Strahlkrebs.
No. 101. Rp. Acid, arsenicos. pulv. 0,5 Kal. caustic. Aloes pulv. ana 5,0 Aq. fervidae 60,0
ocr page 176
- 158 —
M. D. S. Umgeschüttelt zum Verband. Gegen Strahlkrebs.
No. 102. Rp. Cupri sulfuric,
Zinci sulfuric. ana 60,0
Solve in Aceti crudi 720,0
Adde agitando Aceti plumbici 115,0 D. S. Gut iimgeschüttelt. -Zum Einspritzen in Fisteln, Wider­ristschäden. Villate 's Liquor. (Chemisch unrichtig, aber sehr wirksam.^
No. 103. Rp. Ammon. sulfo-ichthyolic. 5,0 Aq. destil. 100,0 M, D. S. Aeusserlich.
Gegen Erythem und Rheumatismus.
No. 104. Rp. 01. Terebinth. 30,0 Spir. vini 150,0 M. D. S. Zum Einreiben. Bei Rheumatismus.
No. 105.
Rp. Acid, boric. 3,0 Acid, salicyl. 1,0 Aq. destil. 100,0 M. D. S. Aeusserlich.
Für 1 Pferd.
Augenwasser.
No. 106. Rp. Atropin. sulfuric. 0,1 Acid, boric. 0,4 Acid, carbolic. 0,02 Aq. destil. 20,0
ocr page 177
— 159 —
M. D. S. Vorsichtig anzuwenden! Augentropfen. Für 1 Pferd des Herrn N. mit periodischer Augenentzündung.
No. 107. Rp. Atropin. sulfuric. 0,1 Aq. destil. 10,0 M. D. S. Sub venena.
Alle 10 Minuten einige Tropfen in das Auge als Mydriaticum. (Ein Tropfenzähler.)
No. 108. Rp. Solut. Zinci sulfur. 0,3 : 20,0 S. Aeusserlicli.
Augentropfen.
No. 109. Rp. Acid, acetic, diliit., Spiritus ana 500,0 M. D. S. Aeusserlicli bei übelriechenden Secretionen oder gangrä­nösem Gewebszerfall,
No. 110. Rp. Acid, carbolic. 50,0 Aq. destil. 1000,0 H. D. S. Aeusserlicli. Zur Desinfection.
No. 111. Rp. Acid, boric. 20,0 Aq. destil. 1000,0 M. D. S. Aeusserlicli.
Äntimykotisches Wasser.
No. 112. Rp. Aluminis crud. 400,0 Plumb, acetic. G25,0 Aq. destil. q. s. ad 5000,0
ocr page 178
r---------------------—^
— 160 —
M.
D. S. Mit 10 Theilen Wasser noch zu verdünnen.
Verbandwasser.
Burrow'sehe Lösung.
No. 113.
Rp. Argent, nitric. 2.0
Aq. destil. 20,0
M.
D. in vitro nigro.
S.
Aeusserlich.
(Nebst Pinsel) oder Penicil. pil. minimal. I.
No. 114. Rp. Kalii hypermangan. 1,0 Aq. destil. 200,0 M. D. S. Zum Ausbürsten des Maules beim Hund gegen üblen Geruch.
No. 115. Rp. Thymoli 0,5 Spiritus 5,0 Glycerini 10,0 Aq. destil. 500,0 M. D. S. Aeusserlich. Verbandflüssigkeit.
No. 116. Rp. Hydrarg. bichlor. corr. 0.05 Natr. chlorat. 0,25 Acid, carbolic. 2,0 Zinc, chlorat.,
„ sulfocarbolic. ana 5,0 Acid, boric. 3,0
., salicyl. 0,6 Thymol. 0,1 Acid, citric. 0,1 Aq. destil. 20 Liter. M. D. S. Retterin.
Antiseptisches Spülmittel nach Rotter.
ocr page 179
— 161 —
No. 117. Rp. Aqua destil. 100,0 Kal. nitric. 2,0 Acid, boric. 3,0 Sacch. alb. 4,0 Natr. chlorat. 15,0 M. D. S. Gravitz'sche Consemrflüssigkeit.
No. 118. Ep. Jod. pur. 1,0
Collodii elastic. 10,0 M. D. S. Zum Bepinseln. Gegen Hautschürfung.
No. 119. Rp. Ammon. sulfoichthyol.. Acid, salicylic, ana 2,5 Spiritus vini 10,0 Collodium elastic. 20,0 M. D. S. Aeusserlich. Gegen Furunkel.
No. 120. Rp. Acid, carbolic, Spiritus ana 5,0 Aq. destil. 25,0 Tinct. Jodi 2,0 M. D. S. Aeusserlich.
Zum Verband gegen Ohrgeschwür beim Hunde.
No. 121. Rp. Acid, boric. 1,0 Zinc, sulfnric. 0,1 Aq. destil. 40,0 M. D. S. Aeusserlich.
Gegen Ohrentzündung.
Tliicriirztliflic Receptirknnde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;. .
I
ocr page 180
— 162 —
No. 122.
Rp. Acid, tannic. 5,0 Vin. rubr. 50,0 M. f. solut. D. S. Für 1 Hund zum Einspritzen. Gegen Tripper.
No. 123.
Rp. Solut. acid, salicyl. 3,0: 1000,0 S. Zum Reinigen und Ausspülen des Mastdarmes. Für 1 Katze bei Vorfall.
No. 124.
Rp. Resorcin. 2,5—5,0 Aq. destil. 50,0 M. f. solut. D. S. Aeusserlich. Gegen Psoriasis.
No. 125. Rp. Hydrarg. bichlor. corros. 1,0 Spir. vini 100,0 M. f. solut. D. S. Gift!
Gegen pflanzliche Hautparasiten.
No. 126.
Rp, Balsam. Copaiv., Spir. vini ana 25,0 #9632;M. D. S. Aeusserlich.
Gegen Acarusräude.
No. 127. Rp. Liq. Kai. arsenicos. 5,0 Aq. Föniculi 15,0 M. D. Sub signo veneni. S. 3 Mal täglich 10—15 Tropfen zu geben. Für 1 Hund mit Psoriasis.
ocr page 181
163 —
No. 128. Rp. Tinct. Jod. 15,0
„ Cantharid. 5,0 „ Aloes. 30,0 Spirit, vini 50,0 M. D. S. Gegen Haarlosigkeit.
No. 129. Rp. Strychnin, nitric. 0,5 Aq. destil. 50,0 Acid, carbolic. 1,0 M. D. Sub signo veneni.
Zur subcutanen Injection je 10 Gramm. Für I Pferd gegen Schulterlähme.
No. 130. Rp. Apomorphin. hydrochl. 0,1 Aq. destil. 10,0 M. D. S. Zur subcutanen Injection. Brechmittel für 1 Jagdhund.
No. 131.
Rp. Camphor 5,0 Aetheris 50,0 M. f. solut. D. S. Zur subcutanen Injection, täglich 3 Mal je 10 Gramm. Für 1 Pferd mit Pneumonie.
No. 132. Rp. Acid. carbol. 0,6 Aq. destil. 30,0 M. f. solut. D. S. Zur subcutanen Injection. Gegen Rothlauf.
No. 133 a. Rp. Eucalyptol. 1,0
Vaselin. antisept. 5,0 M. D. S. Leicht erwärmt, zur subcutanenlnjection nachMeunier. Gegen Fieber, Husten, Appetitstörungen.
11*
ocr page 182
164
No. 133b. Rp. Liquor Fowleri, Aq. destil. ana 10,0 M. D. Sub signo veneni.
Zur parenchymatosen Injection gegen Warzen.
No. 134. Rp. Hydrarg. biehlorat. 0,1 Natri clilorat. 1,0 Aq. destil. 10,0 M. filtra.
D. S. Zur subcutanen Injection. Für 1 Pferd gegen Abscess.
No. 135. Rp. Liq. Kal. arsenicos. 5,0 Aq. destil. 10,0 M. D. S. Zur subcutanen Injection 0,5—10,0, je nach Thiergrösse.
No. 136. Rp. Jod. puri 2,0 Kalii jodati 10,0 Aq. destil. 200,0 M. D. S. Zur intratrachealen Injection täglich 2Mal je 20 Gramm. Gegen Blutfleckenkrankheit.
,
1 I
No. 137. Rp. Acid, hydrochloric. 1,5 Aq. destil. 30,0 M. D. S. Täglich 3 Kaffeelöffel voll zu geben. Für 1 kranke Taube. Gegen harten Kropf.
No. 138. Rp. Acid, salicylic. 0,5 Aq. destil. 300,0 M. ü. S. Täglich 3 Mal je 1 Kaffeelöffel voll zu geben. Für krankes Geflügel. Gegen weichen Kropf.
ocr page 183
165 —
No. 139. Rp. Creosot.,
Liq. Ammon. caustic, ana 30,0 Spiritus 60,0 M. D. S. Täglich 2 Mal auf Schwamm im Futterbeutel anzu­wenden. Riechmittel. Für 1 Pferd mit chronischem Katarrh der oberen Luftwege.
No. 140. Rp. Zinci chlorat. 10,0 Aq. destil. 20,0 M. f. solut, D. S. Tief ätzend.
Bei Strahlkrebs oder Warzen.
No. 141. D. Acidum nitricum fumans 20,0 D. S. Zum Betupfen der Warzen eines Rindes, mit Glasstab.
No. 142. D. Acid, acetic, trichloratum 10,0 S. Gegen Warzen im Maule zum Betupfen. Einem Hunde.
Pillen und Boli.
No. 143. Rp. Hydrargyx. chlorat. mit.,
Foliorum Digital, pulv. ana 8,0 Radio. Althae. pulv. 60,0 Aq. fontan. q. s. M. f. pilul.
üiv. in part. aeq. No. 3. S. In 2 Tagen zu geben.
Für 1 Pferd mit acuter Hirnentzündung.
ocr page 184
- 166
No. 144. Rp. Tart. stibiat. 5,0 Aq. destil. q. s. Kal. nitric. 10,0 Pulv. Sem. Lini q. s. M. f. pil.
D. S. Für 1 Pferd des Herrn X. Gegen Würmer.
No. 145, Rp. Tart. stib. 5,0 Solve in Aq. destil. q. s.
Adde Ammonii chlorati 10,0 Pulv. Alth. q. s. M. f. pil. Dent. tal. dos. No. 4. S. Täglich 1 Pille zu geben.
Für 1 Pferd mit Lungencongestion.
!j
No. 14G. Rp. Antifebrini 30,0 Tart. stibiat. 5,0
Solve in aq. q. s. Pulv. Althae. et Aq. destil. q. s. M. f. pil. D. S. Gegen Fieber und Lungencongestion.
No. 147. Rp. Flor, sulfur. 60,0 Acid, carbolic. 25,0 Pulv. Sem. Lini 100,0 Aq. dest. q, s. M. ut fiat 1. a. boli div. in part. No. VI. D. S. Täglich 2 Bissen zu geben.
Für 1 Pferd mit Typhus, Blutfleckenkranldieit.
ocr page 185
— 167 —
No. 148. Rp. Tart, stibiat. 8,0 Kal. sulfuric. 150,0 Had. Althae. 50,0 Aq. destil. q. s. M. f. massam pilularum. Divide in pilulas No. 3. D. S. An einem Tage zu geben.
Für 1 Pferd mit frischer Hufrhehe.
No. 149. Rp. Acid, salicyl. 10,0 Pulv. Alth. et Aq. destil. ana q. s. M. f. pil. Dent. tal. dos. No. VI. S. Täglich 1 Pille zu geben.
Dem Pferde des Herrn N. mit Hufrhehe.
No. 150.
Rp. Arsenic, albi subtil. 1,0 (!) Pulv. Rhizomat. Calam.,
,, Bacc. Junip. ana 10,0 Aq. fontan. q. s. M. eiactiss. ad pil. Dispensentur tal. pil. No. IV. D. in vase bene clauso. S. Arsenikpillen! Gift!
Vorsichtig aufzubewahren. Für 1 Pferd. Gegen Dampf und chronische Abmagerung.
No. 151. Rp. Acid, arsenicos. 0,2 Pulv. Alth., Succ. Liquirit. ana 2,0 M. ut f. pil. Divid. in part. aeq. No. 30. D. S. Täglich 2 Mal 1 Pille, je nach der Mahlzeit. Für 1 Jagdhund des Herrn X.
ocr page 186
— 168
No. 152. Rp. Phosphor! 0,05
Redige in pulv. subtil, ope Sirupi simplic. 7,5
Calefactis et oonquassatis usque ad refrig. adde Puly. Rad. Liquirit. 10,0 „ Gi. arabic. 5,0 ,, Traganth. 2,5 M. f. Pilulae No. 200. Consperge Pulv. Cinamom.
D. S. Sstündlich 1 Pille für 1 Hund mit Rachitis. Wegner'sche Phosphorpillen.
No. 153.
Rp. Acid, arsenic. 0,5 (!) Pip. nigr. 5,0 Pulv. Liquirit. 3,0 Mucil. Gumm. q. s. Ad. pilul. No. 100.
D. S. 1—10 Pillen täglich zu geben je nach der Fütterung. Asiatische Pillen.
No. 154. Rp. Rhic. Veratr. alb. 0,4 Tart. stib. 0,2 Mel. crud. M. f. lege artis bolus. D. S. Auf 1 Mal für 1 Schwein. Brechbissen.
'
No. 155 a. Rp. Ferri sulfuric. 15,0 Magnes. ust. 2,5 Glycerini 1,5 et Aq. dest. q. s. M. f. pil. Div. in part. aeq. XX. D. S. Täglich 2 Mal je 3 Pillen zu geben. Für 1 Papagei. Gegen Durchfall.
ocr page 187
— 161 —
No. 117. Rp. Aqua destil. 100,0 Kal. nitric. 2,0 Acid, boric. 3,0 Sacch. alb. 4,0 Natr. chlorat. 15,0 M. D. S. Gravitz'sche Conserviriliissigkeit.
No. 118. Rp. Jod. pur. 1,0
Collodii elastic. 10,0 M. D. S. Zum Bepinseln. Gegen Hautschürfung.
No. 119. Rp. Ammon. sulfoichthyol., Acid, salicylic, ana 2,5 Spiritus vini 10,0 Collodium elastic. 20,0 M. D. S. Aeusserlich. Gegen Furunkel.
No. 120. Rp. Acid, carbolic, Spiritus ana 5,0 Aq. destil. 25,0 Tinct. Jodi 2,0 M. D. S. Aeusserlich.
Zum Verband gegen Ohrgeschwür beim Hunde.
No. 121.
Rp. Acid, boric. 1,0 Zinc, sulfuric. 0,1 Aq. destil. 40,0 M. D. S. Aeusserlich.
Gegen Ohrentzündung.
Tliierürztliclie Receptirkumle.
11
ocr page 188
162
No. 122. Rp. Acid, tannic. 5,0 Vin. rubr. 50,0 M. f. solut. D. S. Für 1 Hund zum Einspritzen. Gegen Tripper.
IsTo. 123.
Rp. Solut. acid, salicyl. 3,0 : 1000,0 S. Zum Reinigen und Ausspülen des Mastdarmes. Für 1 Katze bei Vorfall.
No. 124. Ep. Resorcin. 2,5—5,0 Aq. destil. 50,0 M. f. solut. D. S. Aeusserlich. Gegen Psoriasis.
No. 125. Rp. Hydrarg. bichlor. corros. ],0 Spir. vini 100,0 M. f. solut. D. S. Gift!
Gegen pflanzliche Hautparasiten.
No. 126. Rp. Balsam. Copaiv., Spir. vini ana 25,0 M. D. S. Aeusserlich.
Gegen Acarusräude.
No. 127. Rp. Liq. Kai. arsenicos. 5,0 Aq. Föniculi 15,0 M. D. Sub signo veneni. S. 3 Mal täglich 10—15 Tropfen zu geben. Für 1 Hund mit Psoriasis.
ocr page 189
— 163 —
No. 128. Rp. Tinct. Jod. 15,0
,, Cantharid. 5,0 „ Aloes. 30,0 Spirit, vini 50,0 J1. D. S. Gegen Haarlosigkeit.
No. 129. Rp. Strychnin, nitric. 0,5 Aq. destil. 50,0 Acid, carbolic. 1,0 M. D. Sub signo veneni.
Zur subcntanen Injection je 10 Gramm. Für 1 Pferd gegen Schulterlähme.
No. 130. Rp. Apomorphin. hydrochl. 0,1 Aq. destil. 10,0 M. D. S. Zur subcutanen Injection. Brechmittel für 1 Jagdhund.
No. 131. Rp. Camphor 5,0 Äetheris 50,0 Sf. f. solut. D. S. Zur subcutanen Injection, täglich 3 Mal je 10 Gramm. Für 1 Pferd mit Pneumonic.
No. 132. Rp. Acid. carbol. 0,6 Aq. destil. 30,0 H. f. solut. D. S. Zur subcutanen Injection. Gegen Rothlauf.
No. 133 a. Rp. Eucalyptol. 1,0
Vaselin. antisept. 5,0 M. D. S. Leicht erwärmt, zur subcutanenlnjection nachMeunier. Gegen Fieber, Husten, Appetitstörungen.
11*
ocr page 190
;:
— 164 —
No. 133b. Rp. Liquor Fowled,
Aq. destil. ana 10,0 M. D. Sub signo veneni.
Zur parenchymatösen Injection gegen Warzen.
No. 134. Rp. Hydrarg. bichlorat. 0,1 Natri chlorat. 1,0 Aq. destil. 10.0 M. filtra.
D. S. Zur subcutanen Injection. Für l Pferd gegen Abscess.
No. 135. Rp. Liq. Kal. arsenicos. 5,0 Aq. destil. 10,0 M. D. S. Zur subcutanen Injection 0,5—10,0, je nach Thiergrösse.
No. 136. Rp. Jod. puri 2,0 Kaliijodati 10,0 Aq. destil. 200,0 M. D. S. Zur intratrachealen Injection täglich 2Mal je 20 Gramm. Gegen Blutlleckenkrankheit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;quot;'
No. 137. Rp. Acid, hydrochloric. 1,5 Aq. destil. 30,0 M. D. S. Täglich 3 Kaffeelöffel roll zu geben. Für 1 kranke Taube. Gegen harten Kropf.
No. 138. Rp. Acid, salicylic. 0,5 Aq. destil. 300,0 M. D. S. Täglich 3 Mal je 1 Kaffeelöffel voll zu geben.
Für krankes Geflügel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;• . .'
Gegen weichen Kropf.
1
ocr page 191
165 —
No. 139. Rp. Creosot.,
Liq. Ammon. caustic, ana 30,0 Spiritus 60,0 M. D. S. Täglich 2 Mal auf Schwamm im Futterbeutel anzu­wenden. Riechmittel. Für 1 Pferd mit chronischem Katarrh der oberen Luftwege.
No. 140. Rp. Zinci chlorat. 10,0 Aq. destil. 20,0 M. f. solut. D. S. Tief ätzend.
Bei Strahlkrebs oder Warzen.
No. 141. D. Acid um nitricum fumans 20,0 D. S. Zum Betupfen der Warzen eines Rindes, mit Glasstab.
No. 142. D. Acid, acetic, trichloratum 10,0 S. Gegen Warzen im Maule zum Betupfen. Einem Hunde.
Pillen und Boli.
No. 143. Rp. Hydrargyr. chlorat. mit.,
Foliorum Digital, pulv. ana 8,0 Radic. Althae. pulv. 60,0 Aq. fontan. q. s. M. f. pilul.
üiv. in part. aeq. No. 3. S. In 2 Tagen zu geben.
Für 1 Pferd mit acuter Ilirnentzündung.
i
ocr page 192
- 16ß —
No. 144. Rp. Tart. stibiat. 5,0 Aq. destil. q. s. Kai. nitric. 10,0 Pulv. Sem. Lini q. s. M. f. pil.
D. S. Für 1 Pferd des Herrn X. Gegen Würmer.
No. 145.
Rp. Tart. stib. 5,0 Solve in Aq. destil. q. s.
Adde Ammonii chlorati 10,0 Pulv. Alth. q. s. M. f. pil. Dent. tal. dos. So. 4. S. Täglich 1 Pille zu geben.
Für 1 Pferd mit Lungencongestion.
No. 14C. Rp. Antifebrini 30,0 Tart. stibiat. 5,0
Solve in aq. q. s. Pulv. Althae. et Aq. destil. q. s. M. f. pil. D. S. Gegen Fieber und Lungencongestion.
No. 147. Rp. Flor, sulfur. 60,0 Acid, carbolic. 25,0 Pulv. Sem. Lini 100,0 Aq. dest. q. s. M. ut fiat 1. a. boli div. in part. No. VI. D. S. Täglich 2 Bissen zu geben.
Für 1 Pferd mit Typhus, Blutfleckenkrnnldieit.
ocr page 193
— 167 —
No. 148. Rp. Tart, stibiat. 8,0 Kal. salfuric. 150,0 Had. Althae. 50,0 Aq. destil. q. s. M. f. massam pilularum. Divide in pilulas No. 3. D. S. An einem Tage zu geben.
Für 1 Pferd mit frischer Hufrhehe.
No. 149. Rp. Acid, salicyl. 10,0 Pülv. AM. et Aq. destil. ana q. s. M. f. pil. Dent. tal. dos. No. VI. S. Täglich 1 Pille zu geben.
Dem Pferde des Herrn N, mit Hufrhehe.
No. 150. Rp. Arsenic, albi subtil. 1,0 (!) Pulv. Rhizomat. Calam.,
„ Bacc. Junip. ana 10,0 Aq. fontan. q. s. M. exaetiss. ad pil. Dispensentur tal. pil. No. IV. D. in vase bene clauso. S. Arsenikpillen! Gift!
Vorsichtig aufzubewahren. Für 1 Pferd. Gegen Dampf und chronische Abmagerung.
No. 151. Rp. Acid, arsenicos. 0,2 Pulv. AM., Succ. Liquirit. ana 2,0 M. ut f. pil. Divid. in part. aeq. No. 30. D. S. Täglich 2 Mal I Pille, je nach der Mahlzeit. Für 1 Jagdhund des Herrn X.
ocr page 194
— 168 —
No. 152. Rp. Phosphori 0,05
Redige in pulv. subtil, ope Sirupi simplic. 7,5
Calefactis et conquassatis usque ad refrig. adde Pulv. Rad. Liquirit. 10,0 ,, Gi. arabic. 5,0 „ Traganth. 2,5 M. f. Pilulae No. 200. Consperge Pulv. Cinamom.
D. S. 3stündlich 1 Pille für 1 Hund mit Rachitis. Wegner'sche Phosphorpillen.
No. 153. Rp. Acid, arsenic. 0,5 (!) Pip. nigr. 5,0 Pulv. Liquirit. 3,0 Muoil. Gumm. q. s. Ad. pilal. No. 100.
D. S. 1—10 Pillen täglich zu geben je nach der Fütterung. Asiatische Pillen.
No. 154. Rp. Rhic. Veratr. alb. 0,4 Tart. stib. 0,2 Mel. crud. M. f. lege artis bolus. D. S. Auf 1 Mal für 1 Schwein. Brechbissen.
No. 155a. Rp. Ferri sulfuric. 15,0 Magnes. ust. 2,5 Glycerin! 1,5 et Aq. dest. q. s. M. f. pil. Div. in part. aeq. XX. D. S. Täglich 2 Mal je 3 Pillen zu geben. Für 1 Papagei. Gegen Durchfall.
ocr page 195
— 169 —
No. 155 b. Rp. Acid, carbolic. 0,2 Pulv. Althaeae, Succ. Hollandic. ana 1,0 Ut f. pil.
Obducantur mucilag. Gi. arabic, et amylo Saccharato ana q, s. F. pil. 15.
D. in vitro bene clause. S. Täglich 3 Mal je 2 Pillen zu geben.
Für 1 Hündchen von Fräulein von H. Gegen chronischen Durchfall.
No. )5r). Rp. Acid, tannic. 15,0 Opii pulv. 10,0 Pulv. Alth. et Aq. dest. ana q. s. M. f. pil. Div. in part. aeq. No. 6. S. Täglich 2 Pillen zu geben. Für 1 Pferd des Herrn X. Gegen Diarrhöe.
No. 157. Rp. Pulv. Opii 0,05 „ Althae. 0,5 Aq. destil. q. s. M. f. pil. Dent. tal. dos. No. X.
S. Täglich 2 Mal 1—10 Pillen je nach der Grosse zu geben. Für Geflügel gegen Durchfall.
No. 158. Rp. Pulv. Rad. Rhei 5,0 Mell. crudi Pulv. Alth. aiia q- S-M. f. pil. Div. in part. aeq. No. 10. S. 2 stündlich 1—3 Pillen.
Gegen Verstopfung der Hühner.
ocr page 196
— 170 —
No. 159.
Rp. Pulv, tuber. Jalap.,
Magnes. sulfuric. ana 2,0 Mellis crud. q. s. M. f. 1. a. bolus. D. S. Auf 1 Mal.
Purgirbissen für 1 Hund.
No. 160. Rp. Pulv. tuber. Jalap. 4,0 Sapon. virid. q. s. M. ad massam pilul. Divid. in pil. No. IV.
Consperge cum pulv. Liquirit. D. Für Schweine oder grosse Hunde. Gegen Verstopfung.
No. 161.
Rp. Aloe, socotrin. 30,0 01. Croton. gtt. XU Farin. secalin. 15,0 ',nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sirup, commun. q. s. ad pilul.
M. exacte. D. S. Stark wirkende Abführpille für 1 Pferd
No. 162. I .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rp. Aloes lucid. 30,0—45,0
Sapon. virid. q. s. M. f. pilul.
Abführpille für 1 Pferd.
No. 163. Rp. Aloe lucid. 30,0 Sapon. virid. 10,0 Pulv. AM. q. s. 01. Croton. gtt. X. M. f. pil. D. S. Laxirpille für 1 Pferd.
ocr page 197
— 171 —
No. 164.
Rp. Camphor, trit.,
Pulv. Sem. lin. ana 10,0 Aq. destil. q. s. M. f. pil. D. S. Für 1 Pferd.
Gegen heftiges Rossen.
No. 165.
Rp. Extract. Aloës 15,0 Natri sulfuric. 250,0 Pulv. Rad. Rhei 50,0
Farinae et Aquae font, ana q. s. f. massa pilul. D. S. Für 1 Pferd mit Kolik.
No. 166.
Rp. Acid, arsenicos. pulv. 3,0 Extracti Aloës 10,0 Pulv. Rhizom. Filio. 25,0
„ Rad. Althae. et Aq. q. s. f. pilulae. Dent. tal. dos. No. III. S. Für 1 Pferd mit Spulwürmern.
No. 1G7. Rp. Pulv. rhicom. Filic. mar. 15,0 Hydrarg. chlor, mit , Gummi Gutti ana 0,5 M. cum Sirup, alb. q. s. Ad. massam boli. Div. in part. aeq. No. III. D. S. In einer Stunde zu geben.
Für grosse Hunde und Schweine gegen Bandwurm.
No. 168.
Rp. Opii pulv. 8,0 Plumb, acetic. 4,0
ocr page 198
— 172
Pulv. Alth. 75,0 Aq. font. q. s.
M. f. pilul.
Divid. in pilul. No. 4.
D. S. Gegen Harnruhr.
#9632;
Electuarium.
No. 169. Rp. Tartari stibiati 8,0 Natri sulfurici 250,0 Pulv. rad. Alth. 100,0 Misce cum Aqua com. quant. sat. ad elect. D. S. Den 4. Theil alle 2-3 Stunden zu geben. Bei innerer Entzündung der Pferde.
No. 170. Rp. Hydrarg. chlor, mit.,
Pulv. Pol. Digit, ana 8,0 ,, rad. Liquirit., ,, sem. Lini ana 50,0 Aqua fontan. q. s. M. f. electuar.
D. S. Den 4. Theil alle 3 Stunden zu geben. Bei Gehirn- und Lungenentzündung.
No. 171. Rp. Camphor, ras. 8,0 Kai. nitric,
Pulv. radio. Valerianae ana 60,0 Farinae secalinae 30,0 M. c. Aq. font. q. s. f. electuar. S. Den 4. Theil alle 3 Stunden zu geben. Für 1 Pferd mit Brustentzündung.
s
No. 172.
Rp.
Plumb, acet. 3,0 Fol. Digital. 5,0
*
#9632;
ocr page 199
— 173 -
Rad. Liquirit.,
Pulv. Althae. ana 30,0
M. c. Aq. font. q. s. f. electuar.
D. S. Sstündlich den 4. Theil. Bei Herzbeutelentzündung.
No. 173. Rp. Stibii sulfurati nigr. pulv., Natr. sulfuric. ana 200.0 Farinae secalinae 100,0 Aq. destil. q. s. M. f. electuariuin.
D. S. Täglich 2 Spatel voll zu geben. Für 1 Pferd mit Druse.
M. D.
No. 174. Rp. Ammon. chlorat. 15,0 Pulv. fruct. Anisi 45,0 Sirup. Hollandic. q. s. f. electuar.
S. Täglich 3 Theelöffel voll zu geben. Für 1 Hund mit Staupe.
No. 175. Rp. Aloe lucid. 30,0 Natr. chlorat. 100,0 Pulv. fruct. Lini 250,0 Glycerin. 10,0 Aq. fontan. q. s. M. f. electuar. D. in olla. S. Täglich 2 Spatel voll zu geben.
Gegen chronische Dyspepsie der Pferde.
No. 176.
Rp. Opii pulv. 15,0 Rad. Alth. 50,0 Aq. destil. q. s.
ocr page 200
— 174 —
M. f. electuar.
D. S. Täglich 2 Mal taubeneigross zu geben. Für 1 Schwein mit Gastricismus.
No. 177.
Rp. Magnes. carbonic,
Carbon, vegetabil. ana 50,0 Pulv. sem. Lini 100,0 Aq. destil. M. f. electuar. D. S. Täglich 3 Spatel voll zu geben.
Für 1 Pferd gegen chronischen Darmkatarrh.
No. 178. Rp. Natri biboracici pulv. 40,0 Pulv. fruct. Junip. 120,0 Farinae secalinae 55,0 Aq. fontanae q. s. Ad. electuarium.
M. D. S. Den 4. Theil alle 4 Stunden zu geben. Als Diureticum bei Influenza.
No. 179. Rp. Acid. carbol, liq. 50,0 Pulv. cortic. Quere,
,, rhizom. Calam. ana 100,0 Farinae secalinae 60,0 Misce cum Aq. font. q. s. ut f. electuar. D. S. Den 6. Theil alle 4 Stunden zu geben. Für 1 Pferd mit schwarzer Harnwinde.
No. 180. Rp. Ferr. sulfur.,
Campbor. ana 15,0
Pulv. Rhizomat. Calami 120,0
Pulv. rad. Alth. 50,0
Aq. font. q. s. ut f. electuar.
^
ocr page 201
— 175 —
D. S. Auf 4 Mal zu geben.
Für grosse Hausthiere gegen Harnruhr.
No. 181. Rp. Pulv. Opii 8,0
„ sem. Lini 50,0 Aq. destil. q. s. M. f. elect. D. S. Für 1 Pferd oder Rind mit Durchfall.
No. 182. Rp. Florum Sulfuris 60,0 Tart. stibiat., Camphor, tritae ana 8,0 Pulv. Althae. 100,0 Aq. tont. q. s. M. f. electuar.
D. S. Auf 4 Mal in 2 Tagen zu geben. Hautsecretion befördernd.
No. 183. Rp. Natr. sulfurici pulv. 12,0 Calcar. ustae, Amyli pulv. ana 40,0 M. D. S. Depilatorisches Pulver, mit etwas Wasser zu Brei ge­macht und aufgestrichen. Der Teig muss nach 2—3 Minuten wieder mit einem hölzer­nen Spatel von der Haut abgeschabt werden.
Cataplasma.
No. 184.
Rp. Boli Armenae pulv. 400,0 Natr. chlorat. 120,0 Aceti crudi q. s. Ad. Cataplasma.
D. S. Fingerdick aufzutragen und mit Essig feucht zu erhalten. Gegen Gallen.
ocr page 202
— 176 —
No. 185. Rp. Flor. Chamomill. 50,0 „ sem. Lini, Farin. tritic. ana 500,0 Aq. fervidae q. s. M. f. 1. a. massa Cataplasmatis.
D. S. Im warmen Zustande in einem Tuche aufzulegen. Bei Abscessen, die zur Schmelzung kommen sollen.
Pflaster.
No. 186. Rp. Terebinth, artific. 60,0 Hydrarg. bichlor. corr. 5,0 M. exacte. D. S. Auf Leder gestrichen aufzulegen.
Gegen Stollbeule:'., Piephaken, alte Gallen.
No. 187. Rp. Cerae flav. 120,0
Terebinth, artific. 30,0 Resinae Burgund. 15,0
Liquefacta admisce Jodoformii 5,0 F. 1. a. Emplastrum.
D. S. Auf Leinwand oder Leder gestrichen. Gegen Druckschaden, Decubitus.
No. 188. Rp. Resin. Burgund. 150,0 Colophon. 30,0 Terebinth, artific. 50,0
Liquefac. et admisce Hydrarg. bichlor. corros. 1,0 D. S. Auf Leinwand oder Leder gestrichen aufzulegen. Gegen Druckschaden oder Ekzem.
ocr page 203
— 169 —
No. 155 b. Rp. Acid, carbolic. 0,2 Pulv. Althaeae, Succ. Hollandic. ana 1,0 Ut f. pil.
Obducantur mucilag. Gi. arabic, et amylo Saccharato ana q. s. F. pil. 15.
D. in vitro bene clauso. S. Täglich 3 Mal je 2 Pillen zu geben.
Für 1 Hündchen von Friiulein von H. Gegen chronischen Durchfall.
No. 15lt;). Rp. Acid, tannic. 15,0 Opii pulv. 10,0 Pulv. Alth. et Aq. dest. ana q. s. M. f. pil. Div. in part. aeq. Iso. 6. S. Täglich 2 Pillen zu geben. Für 1 Pferd des Herrn X. Gegen Diarrhöe.
No. 157. Rp. Pulv. Opii 0,05 „ Althae. 0,5 Aq. destil. q. s. M. f. pil. Dent. tal. dos. No. X.
S. Täglich 2 Mal 1—10 Pillen je nach der Grosse zu geben. Für Geflügel gegen Durchfall.
No. 158. Rp. Pulv. Rad. Rhei 5,0 Mell. crudi Pulv. Alth. ana q- S-M. f. pil. Div. in part. aeq. No. 10. S. 2stündlich 1—3 Pillen.
Gegen Verstopfung der Hühner.
i
ocr page 204
'.
— 170 —
No. 159, Rp. Pulv. tuber. Jalap.,
Magnes. sulfuric. ana 2,0 Mellis crud. q. s. M. f. 1. a. bolus. D. S. Auf 1 Mal.
Purgirbissen für 1 Hund.
No. 160. Rp. Pulv. tuber. Jalap. 4,0 Sapon. virid. q. s. M. ad massam pilul. Divid. in pil. No. IV.
Consperge cum pulv. Liquirit. D. Für Schweine oder grosse Hunde. Gegen Verstopfung.
No. 161.
Rp. Aloe, socotrin. 30,0 01. Croton. gtt. XII Farin. secalin. 15,0 Sirup, commun. q. s. ad pilul.
M. exacte.
D. S. Stark wirkende Abführpille für 1 Pfert
No. 162. Rp. Aloes lucid. 30,0—45,0 Sapon. .virid. q. s. M. f. pilul.
Abführpille für 1 Pferd.
No. 163. Rp. Aloe lucid. 30,0 Sapon. virid. 10,0 Pulv. Alth. q. s. 01. Croton. gtt. X. M. f. pil. D. S. Laxirpille für 1 Pferd.
I
ocr page 205
— 171 —
No. 164. Rp. Camphor, trit.,
Pulv. Sem. lin. ana 10,0 Aq. destil. q. s. M. f. pil. D. S. Für 1 Pferd.
Gegen heftiges Rossen.
So. 165. Rp. Extract. Aloës 15,0 Natri sulfuric. 250,0 Pulv. Rad. Rhei 50,0
Farinae et Aquae font, ana q. s. f. massa pilul. D. S. Für 1 Pferd mit Kolik.
No. 166.
Rp. Acid, arsenicos. pulv. 3,0 Extracti Aloës 10,0 Pulv. Rhizom. Filic. 25,0
,, Rad. Althae. et Aq. q. s. f. pilulae. Dent. tal. dos. No. 111. S. Für 1 Pferd mit Spulwürmern.
No. 167. Rp. Pulv. rhicom. Filic. mar. 15,0 Hydrarg. chlor, mit , Gummi Gutti ana 0,5 M. cum Sirup, alb. q. s. Ad. massam boli. Div. in part. aeq. No. III. D. S. In einer Stunde zu geben.
Für grosse Hunde und Schweine gegen Bandwurm.
No. 168. Rp. Opii pulv. 8,0 Plumb, acetic. 4,0
ocr page 206
— 172 —
Pulv. Alth. 75,0 Aq. font. q. s.
M. f. pilul.
Divid. in pilul. No. 4.
D. S. Gegen Harnruhr.
M
I)
Electuarium.
No. 169. Rp. Tartari stibiati 8,0 Natri sulfurici 250,0 Pulv. rad. Alth. 100,0 Misce cum Aqua com. quant. sat. ad elect. D. S. Den 4. Theil alle 2—3 Stunden zu geben. Bei innerer Entzündung der Pferde.
No. 170. Rp. Hydrarg. chlor, mit.,
Pulv. Fol. Digit, ana 8,0 „ rad. Liquirit., „ sem. Lini ana 50,0 Aqua fontan. q. s. M. f. electuar.
D. S. Den 4. Theil alle 3 Stunden zu geben. Bei Gehirn- und Lungenentzündung.
No. 171. Rp. Camphor, ras. 8,0 Kai. nitric,
Pulv. radio. Valerianae ana 60,0 Farinae secalinae 30,0 M. c. Aq. font. q. s. f. electuar. S. Den 4. Theil alle 3 Stunden zu geben. Für 1 Pferd mit Brustentzündung.
I
No. 172.
Rp. Plumb, acet. 3,0 Fol. Digital. 5,0
ocr page 207
— 173 —
Rad. Liquirit.,
Pulv. Althae. ana 30,0
M. c. Aq. font. q. s. f. electuar.
D. S. 3 stündlich den 4. Theil. Bei Herzbeutelentzündung.
No. 173. Rp. Stibii sulfurati nigr. pulv., Natr. sulfuric. ana 200,0 Farinae secalinae 100,0 Aq. destil. q. s. M. f. electuarium.
D. S. Täglich 2 Spatel voll zu geben. Für 1 Pferd mit Druse.
Rp. Ammon. chlorat.
No. 174. 15,0
Pulv. fruct. Anisi 45,0
Sirup. Hollandic. q. s. M. f. electuar.
D. S. Täglich 3 Theelöffel voll zu geben. Für 1 Hund mit Staupe.
No. 175. Rp. Aloe lucid. 30,0 Natr. chlorat. 100,0 Pulv. fruct. Lini 250,0 Glycerin. 10,0 Aq. fontan. q. s. M. f. electuar. D. in olla. S. Täglich 2 Spatel voll zu geben.
Gegen chronische Dyspepsie der Pferde.
No. 176.
Rp.
Opii pulv. 15,0 Rad. Alth. 50,0 Aq. destil. q. s.
ocr page 208
— 174 —
M. f. electuar.
D. S. Täglich 2 Mal taubeneigross zu geben. Für 1 Schwein mit Gastricismus.
No. 177. Rp. Magnes. carbonic,
Carbon, vegetabil. ana 50,0 Pulv. sem. Lini 100,0 Aq. destil. M. f. electuar. D. S. Täglich 3 Spatel voll zu geben.
Für 1 Pferd gegen chronischen Darmkatarrli.
No. 178. Rp. Natri biboracici pulv. -10,0 Pulv. fruct. Junip. 120,0 Parinae secalinae 55,0 Aq. fontanae q. s. Ad. electuarium.
M. D. S. Den 4. Theil alle 4 Stunden zu geben. Als Diureticum bei Influenza.
No. 179. Rp. Acid. carbol, liq. 50,0 Pulv. cortic. Quere,
„ rhizom. Calam. ana 100,0 Farinae secalinae 60,0 Misce cum Aq. font. q. s. ut f. electuar. D. S. Den 6. Theil alle 4 Stunden zu geben. Für 1 Pferd mit schwarzer Hamwinde.
No. 180. Rp. Ferr. sulfur.,
Camphor, ana 15,0
Pulv. Rhizomat. Calami 120,0
Pulv. rad. Alth. 50,0
Aq. font. q. s. ut f. electuar.
ocr page 209
— 175 —
D. S. Auf 4 Mal zu geben.
Für grosse Hausthiere gegen Harnruhr.
No. 181. Rp. Pulv. Opii 8,0
,, sem. Lini 50,0 Aq. destil. q. s. M. f. elect. D. S. Für 1 Pferd oder Rind mit Durchfall.
No. 182. Rp. Florum Sulfuris 60,0 Tart. stibiat., Camphor, tritae ana 8,0 Pulv. Althae. 100,0 Aq. lont. q. s. M. f. electuar.
D. S. Auf 4 Mal in 2 Tagen zu geben. Hautsecretion befördernd.
No. 183. Rp. Natr. sulfurici pulv. 12,0 Calcar. ustae, Amyli pulv. ana 40,0 M. D. S. Depilatorisches Pulver, mit etwas Wasser zu Brei ge­macht und aufgestrichen. Der Teig muss nach 2—3 Minuten wieder mit einem hölzer­nen Spatel von der Haut abgeschabt werden.
Cataplasma.
No. 184.
Rp. Boli Armenae pulv. 400,0 Natr. chlorat. 120,0 Aceti crudi q. s. Ad. Cataplasma.
D. S. Fingerdick aufzutragen und mit Essig feucht zu erhalten. Gegen Gallen.
ocr page 210
176
No. 185. Rp. Flor. Chamomill. 50,0 „ sem. Lini, Farm, tritic. ana 500,0 Aq. fervidae q. s. M. f. 1. a. massa Cataplasmatis.
D. S. Im warmen Zustande in einem Tuche aufzulegen. Bei Abscessen, die zur Schmelzung kommen sollen.
Pflaster.
So. 186.
Rp. Terebinth, artific. 60,0 Hydrarg. bichlor. corr. 5,0 M. exacte. D. S. Auf Leder gestrichen aufzulegen.
Gegen Stollbeulen, Piephaken, alte Gallen.
No. 187. Rp. Cerae flav. 120,0
Terebinth, artific. 30,0 Resinae Burgund. 15,0
Liquefacta admisce Jodoformii 5,0 I. a. Emplastrum.
S. Auf Leinwand oder Leder gestrichen. Gegen Druckschaden, Decubitus.
No. 188. Rp. Resin. Burgund. 150,0 Colophon. 30,0 Terebinth, artific. 50,0
Liquefac. et admisce Hydrarg. bichlor. corros. 1,0 S. Auf Leinwand oder Leder gestrichen aufzulegen. Gegen Druckschaden oder Ekzem.
1'
IM
mmm
ocr page 211
— 177 —
No. 189. Rp. Picis nigrae,
Terebinth, artific. ana 200,0
Liqueface et misce in leni calore D. S. Klebcpflaster.
Zum Ausziehen der Haare bei Flechten.
Salben.
No. 190. Rp. Zinc, sulfuric. 0,5 Vaselin 15,0 M. f. ungt. D. S. Gegen Bindehautkatarrh.
No. 191.
Rp. Ilydrarg. oxyd. flav. via humid, parat. 0,2 Ungt. Glycerini 10,0 M. f. ungt. D. S. Aeusserlich.
Gegen Keratitis.
No. 192. Rp. Calomelan. 3,0 Vaselin 10,0 M. D. S. Augensalbe.
No. 193. Rp. Arsenic, albi subtiliss. pulverat., Gt arabic, pulv. ana 10,0 Ungt. Paraff. 20,0 51. exacte. D. Arseniksalbe.
Gegen Warzen.
No. 194. Rp. Picis liquid.,
Sapon. virid. ana 30,0 Kalii sulfurati 10,0 TbierHrztlicIie Receptirkaude.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; -I p
ocr page 212
— 178 —
M. f. ungt.
D. S. Täglich 1 Mal einzureiben.
Gegen Hautkrankheiten des Hundes.
No. 195. Rp. Hydrarg. bichlor. corr. 0,5 Acid, carbolic. 20,0 Vaselin. 500,0 M. f. ungf. D. S. Aeusserlich.
Unna'sche Salbe, zur Hautdesinfection.
No. 19G. Up. Bismuth, subnitric. 3,0 Lanolin. 30,0 M. D. S. Aeusserlich.
Gegen Hautkrankheit.
No. 197.
Rp. Creolini 2,0
Axung. porci 20,0 M. f. ungt. D. S. Creolinsalbe.
I
No. 198.
Rp. Acid, salicyl. 1,5 Spiritus 3,0 Ungt. Paraffini 15,0 M. f. ungt. D. S. Aeusserlich.
Verbandsalbe. Salicylsalbe.
No. 199. Rp. Acid, boric. 5,0
Lanolin, puriss. 15,0 01. Olivar. gtt. 10,0 Aq. destil. 5,0
ocr page 213
— 179 —
M. f. ungt.
D. in olla.
S. Aeusserlioh.
Bor-Verbandsalbe.
No. 200. Rp. Acid, carbolic. 5,0 Ungt. Paraffini 50,0 M. f. ungt. D. in olla. S. Carbol-Verbandsalbe gegen Strahlkrebs.
No. 201. K]gt;. Argent, nitric. 0,3 Balsam, peruv. 3,0 Vaselin. 30,0 M. 1. a. D. S. Aeusserlich.
Gegen Geschwür.
No. 202. Rp. Tart. stib. 5,0 Adip. snill. 30,0 M. f. ungt.
D. S. Aeusserlich. Zum Einreiben auf die Kruppe einer Kuh. Brechweinsteinsalbe. Gegen Lähmung des Hintertheils.
No. 203.
Rp. Veratrin 1,0
Spiritus q. s. ad. solut.
Axung. porci 10,0 M. f. ungt. D. S. Aeusserlich. Zum Einreiben.
Veratrinsalbe. Gegen Muskelschmerz.
No. 204. Rp. Hydrarg. bij od. rubr. 1,0 Lanolin. 20,0
12*
.
ocr page 214
mm
!
— 180 —
M. exacte.
D. S. Aeusserlich. Zum Einreiben gegen alte Gallen, Knochen-leiden etc. Rother ßliester.
No. 205.
Rp. Ungt. Hydrarg. ein. 2,0 In charta cerata. Tal. dos. X. Dispensa in olla. S. Täglich 1 Portion einzureiben.
Einem Pferd des Herrn X.
Gegen Sehnenklapp.
No. 206, Rp. Pulv. Cantharid. 3,0 ,, Euphorb. 1,0 Olei Terebinth. 4,0 Terebinthinae 8,0 M. f. ungt. D. S. Verstärkte Scharfsalbe.
No. 207. Rp. Ungt. Canthar.,
,, Hydrarg. ein. ana 100,0 Carbon, vegetabil. 50,0 Pulv. Cantharid. 35,0 M. f. ungt. I). S. Coculet's Scharfsalbe.
Gegen verhärtete Geschwülste.
No. 208. Rp. Kai. chromic. 2,0 Lanolin. 30,0 M. f. ungt. D. S. Zum Einreiben.
Chromsalbe. Gegen Gallen, Ueberbcine.
mm
ocr page 215
— 181 —
No. 209.
Rp. Arsenic, alb. pulv. subtiliss. 1,0 Lanolin. 15,0 M. f. ungt. D. Arsenilisalbe! S. Täglich 1 Mal und nur etwa 3 Tage einzureiben.
Gegen alte Knochenleiden, üeberbein, Scliaale, Spat.
No. 210. Rp. Acid, boric. 5,0
Terebinth, commun. 30,0 Vitellum ovor. II. M. f. ungt. D. S. Granulationsbefördernde Salbe.
No. 211. Rp. Picis liquid.,
Axung. porci ana 50,0 M. D. S. Theersalbe.
No. 212. Rp. Hydrarg. praeeip. alb. 1,0 Ungt. Paraffini 30,0 M. f. ungt. D. S. Täglich einzureiben.
Für einen hautkranken Hund.
No. 213. Rp. Flores sulfur. 5,0 Lanolin. 20,0 Sapon. virid. 10,0 M. f. ungt. D. S. Schwefelsalbe. Gegen Räude der Katzen.
No. 214. Rp. 01. Rusci,
Flor. sulf. ana 10,0 Sap. virid., Vaselin. ana 20.0
ocr page 216
— 182 —
M. D. S. Aeusserlich,
Hebra-Wilkinson'sche Salbe. Gegen Räude der Hunde.
No. 215.
Rp. Flor, sulf.,
Styrac. liquid, ana 20,0 Sapon. virid., Lanolin, ana 30,0 M. D. S. Aeusserlich.
Weinberg's Krätzsalbe.
No. 216.
Rp. Napbtol. 15,0
Sapon. virid. 20,0 Lanolin. 30,0 M. f. ungt. D. S. Naphtolsalbe. Gegen Katzenkrätze.
No. 217. Rp. Naphtoli 1,5 Vaselin. 30,0 M. f. ungt. D. S. Aeusserlich. Gegen Mauke.
:No. 218. Rp. Ungt. Hydrarg. ein. 30,0 Sapon. virid. 150,0 Kai. carbon, crud. 10,0 M. f. ungt.
D. S. Gegen chronisches Ekzem und verhärtete Schäden an den Extremitäten.
No. 219. Rp. Hydrarg. praeeip. alb. 4,0 01. Tej-ebinth. 2,0 Lanolin. 30,0
M
ocr page 217
— 183 —
M. D. S. Täglich 1 Mal aufzustreichen. Gegen Flechten.
No. 220.
Rp. Hydrarg. bichlorat. 1,0 Ungt. Paraffini 100,0 M. f. ungt. D. S. Aeusserlich.
Gegen Erysipel.
No. 221. Ep. Balsam. Peruvian. 4,0 Jodoformii 2,0 üngt. Glycerin. 30,0 M. f.'ungt. D. S. Gegen Satteldruck.
No. 222. Rp. Acid. salicyl. 5,0
Spirit, q. s. ad. solut. Tinct. Benzoës 2,0 Ungt. Glycerini 70,0 M. f. ungt.
D.S. Aeusserlich. Täglich 2 Mal einzureiben. Gegen Druckschaden.
No. 223. Rp. Ghrysarobini 3,0 Vaselini 40,0 M. f. ungt. D. in olla.
S. Chrysarobinsalbe. Aeusserlich. Für 1 Hund mit Erythem.
No. 224. Rp. Acid, boric, pulv. 2,0 Ungt. Paraffini 20,0 M. f. ungt.
D. S. Borsalbe. Aeusserlich. Gegen Ekzem.
ocr page 218
#9632;#9632;
— 184 —
No. 225. Rp. Emplastr. Litharg. simpl,, Olei Olivar. ana 25,0 M. 1. a.
D. S. Hebra'sche Diachilonsalbe. Gegen Ekzem.
#9632;
Linimente. Emulsionen.
No. 226. Rp. 01. Crotonis 4,0 Olei Terebinth., Sapon. virid. ana 15,0 M, f. liniment. D. S. Sehr scharfe Einreibung.
No. 227. Rp. Olei Sinapis 20,0 Spiritus 250,0 M. f. liniment. D. S. Scharfes Liniment für 1 Kind.
'
No. 228 a. Rp. Hydrarg. muriatici corrosivi 4,0 Pulveris Gantharidum, Pulv. Resinae Euphorbii ana 8,0 M, D. S. Beim Gebrauch mit den folgenden Säuren zu mengen.
No. 228 b. Rp. Acidi nitrici concentrati 12,0 Acidi sulfurici concentrati 24,0 M. D. in vitro.
S. Beim Gebrauch mit dem obigen Pulver No. 228 a in einem irdenen Gefäss, z. B. einer Kruke, welche den doppelten Raum für diese Mittel besitzen muss (weil dieselben heftig aufbrausen), unter schnellem Umrühren zu mengen, und die
I I
ocr page 219
— 185 —
erhaltene schmierige Masse sogleich mittelst eines Spatels auf den kranken Theil massig aufzustreichen.
Eine veraltete, chemisch unrichtige Mischung, aber bei harten und schwammigen Stollbeulen, bei Brustbeulen und dergleichen schwammigen Bildungen und Indurationen die allmäligeZertheilung mehr als jedes andere Mittel befördernd.
Hertwig.
No. 229. Ep. 01. Croton. 1,0 01. Terebinth. 10,0 M. D. S. Sehr scharfe Einreibung. Nur bei Bindern anzuwenden. Die Haut runzelt, schrumpft und wird abgestossen.
No. 230. Ep. 01. Olivar.,
Liq. Ammon. caust., 01. Terebinth, ana 50,0 M. f. liniment. D. S. Gegen Rheumatismus, Schulter- und Hüftlahme.
No. 231. Ep. Liq. Ammon. caust., 01. Terebinth, ana 30,0 Spir. camphorat., ,, saponat. ana 45,0 M. D. S. Den kranken Theil damit einzureiben. Gegen Eheumatismen, Gelenksteifigkeiten.
No. 232. Ep. Tinct. Arnic. 240,0 Spir. Camphorat. 60,0 Liq. Ammon. caust. 30,0 Natr. chlorati 30,0 M. D. S. Eestitutionsfluid.
J
ocr page 220
— 186 —
So. 233. Rp. Chloroformii,
01. Hyoscyami ana 30,0 II. f. liniment.
D. S. Aeusserlich. Zur Einreibung. Gegen Rheumatismus.
No, 234. Rp. Lithargyri pulv. 120,0 Camphor, pulv. 4,0 Acet. crudi q. s. M. ut fiat linimentum. D. S. Dick aufzustreichen. Gegen frische Gallen.
No. 235. Rp. Olei camphorati 80,0
Liq. Ammon. caust. 20,0 M. Tgt;. S. Flüchtiges Liniment.
No. 236. Rp. Jod. puri 2,0 Kai. jodat. 1,0 Glycerin. 10,0 M. D. S. Leichtes Aetzmittel.
No. 237. Rp. Acid, sulfuric. 10,0 Acet. crud., Spirit, vini, Mell. crudi ana 30,0 M. D. S. Theden'sches Schusswasser oder Arquebusade.
No. 238. Rp. Plumb, acetic. 15,0 01. Olivar. 120,0
i
ocr page 221
#9632; #9632; 187 —
M. f. liniment. D. S. Aeusserlich.
A\if Excoriationen.
No. 239.
Kp. Creolini,
Sapon. Kalini ana 200,0
Spiritus 100,0 M. f. liniment. D. S. Creolinliniment.
No. 240. Kp. Hydrarg. bichlor. corr. 0,1 Glycerin. 50,0 Vitellum ovorum 40,0 M, f. liniment. D. S. Bei Verbrennungen, Aetzungen, Excoriationen.
Ist sehr mild, bildet leichte firnissartige Decke, die sich mit warm Wasser abwaschen lässt.
No. 241.
Rp. 01. Olivar. 20,0
Liq. Ammon. caust. 15,0 M. D. S. Gegen Verbrennung.
No. 242.
Rp. 01. Lini,
Aq. Calcariae ana 100,0
Acid. carbol. 1,5 M. f. liniment. D. S. Gegen Verbrennungen.
No. 243. Rp. Acid, carbolic. 20,0 01. Olivar. 500,0 M. D. S. Carbolöl zum Einfetten der Hände.
ocr page 222
188
No. 244. Rp. Ammon. sulfoiohthyol. 2,0 Collod. elastic. 20,0 M. D. S. Zum Auftragen auf flache Hautwunden. Deckmittel.
M D
No. 245. Kp. Zinc, oxydat., Gelatine ana 15,0 Glycerin. 25,0 Aq. destil. 45,0 M. f. liniment. S. Weicher Zinldeim.
Mit dem Pinsel aufzutragen. Gegen Hautkrankheit.
No. 246.
Rp. Picis liquid.,
Spiritus ana 100,0 M. D. S. Aeusserlich. Theerliniment.
jSo. 247. Rp. Balsam, peruvian., Styrax liquid., Spiritus,
01. Olivar. ana 25,0 M. f. liniment. D. S. Aeusserlich. Zum Einreiben. Gegen Krätze.
No. 248. Rp. Styrac. liquid. 20,0 01. Olivar. 15,0 M. D. S. Gegen Räude der Hunde und Katzen.
i
ocr page 223
— 189 —
No. 249. Rp. Petrolei 100,0
Olei Olirar. crud. 50,0 Balsam, perav. 10,0 M. f. liniment. D. S. Aeusserlich. Gegen Läuse.
No. 250. Kp. 01. Croton. gtt. II. 01. Ricini 40,0 Gi. arabic. 15,0 Aq. destil. q. s. M. f. emulsio 150,0 D. S. Alle Stunde 1 Esslöffel voll bis zur Wirkung. Für 1 Hund mit Verstopfung.
No. 251. Rp. Flor. Koso 15,0
Mucilag. Gi. arabic, q. s. M. f. liniment. D. S. An 1 -Tage zu geben.
Für 1 mittelgrossen Hund. Gegen Bandwürmer.
No. 252. Rp. Aq. Petroselin 120,0 Liq. Kai. acetic. 50,0 Sirup. Holland. 20,0 M. D. S. Täglich 3 Esslöffel voll zu geben.
Für 1 Hund (mittelgross) mit Herzfehler.
No. 253. Rp. Olei Croton. gtt. IV. Olei Ricin, 15,0 Gi. Arabic. 10,0 Aq. fontan. 120,0
i
ocr page 224
— 190 —
M. fiat lege artis Emulsio.
D. S. Alle Stunde 1 Esslöffel voll zu geben, bis Purgiren erfolgt. Für Schweine oder Hunde.
No. 254. Rp. Tinct. Digitalis 10,0
,, Valerian, aeth. 20,0 Glycerin. 50,0 M. D. S. 3 Mal täglich 1 Kaffeelöffel voll zu geben. Für 1 Hund gegen Herzfehler.
No. 255. Rp. Jod. puri 1,0 Kalii jodat. 5,0 Lanolin 40,0 01. Olivar., Aq. destil. 10,0 M. f. ungt. D. S. Aeusserlich.
Zum Einreiben gegen Kropf.
No. 256.
Rp. Chloral, hydrat. 2,5
Aq. destil.,
Mucil. Gi. arab. ana 30,0 H. D. S. Als Klysma zu geben. Für 1 Hund. Schlafmittel.
Pasten, Stifte etc.
No. 257. Rp. Acid, boric. 4,0 01. Cacao 1,0 M. f. Bacillus.
Dent. tal. dos. XX. in scatul. S. Borstäbchen.
In Fistelgänge.
ocr page 225
— 191 —
No. 258.
Rp. Jodoformii 0,5 Butyr. Cacao 4,0 H. f. supposit. Dent. tal. dos. VI. in olla. S. Täglich 1 Stück in die Fistel einzulegen.
No. 259., Rp. Zinc, chlorat. 5,0 Farin. tritic. 10,0 Glycerin. 2,0 M. f. pasta. S. Aetzmittel.
Gegen Warzen und Strahlkrebs.
No. 260. Rp. Acid, arsenicos. 1,0
Hydrarg. sulfurat. ru.br. 3,0 Vaselin. 10,0 M. D. S. Sub sign, veneni. Aeusserlich. Arsenikpaste.
No. 261.
Rp. Jodoformii 6,0 Butyr. Cacao et Lanol. q. s. F, Massa, e qua formentur Bacilli supposit. longitudine = 5 cm;
crassitudine = 0,5 S. Jodoformstifte._
No. 262.
Rp. Acidi arsenicos. pulv. 5,0 Farin. secalin. 20,0 Aq. destil. q. s. F. Pasta.
D. Sub sigillo et sub signo veneni ad ollam. Aetzpaste.
.
ocr page 226
192
No. 263. Rp. I. Infus. Fol. senn. 50,0 (parat. ex 10,0)
II.nbsp; nbsp;Kamala 5,0
Sacch. alb. 3,0. M. f. pulv.
III.nbsp; nbsp;01. ricin. 20,0
D. S. No. I. Morgens 8 Uhr; No. II. die Hälfte um 10 Uhr, die andere um 12 Uhr; No. III. Mittags 3 Uhr zu geben. Einem Jagdhund des Herrn X. Gegen Bandwürmer.
No. 264. Ep. Extract. Opii 0,2 Butyr. Cacao 2,0 M. f. supposit. dent. tal. dos. No. 4. D. in scatul. S. Zäpfchen.
Für 1 Katze.
Gegen Mastdarmzwang.
No. 265.
Rp. Extract. Fil. mar. 0,5—2,0 D. tal. dos. ad. capsul. gelat. No. V. S. Für 1 Hund.
Gegen Bandwürmer.
No. 266. Rp. Extract. Aloes 10,0
Hydrarg. chlorat. mit. 4,0 01. Groton. gtt. X. Pulv. Allhae. 15,0 M. f. pulv.
D. ad. capsula gelatinosa. S. Für 1 Pferd mit Kolik.
ocr page 227
Ausführnngs-Bestimmungen
zur thierärztlichen Eeceptirkunde und zum Arzneibuche
für das Deutsche Reich, betreffend die Einrichtung und
den Betrieb rossärztlicher Wispensir-Anstalten.
1. Locale.
Erforderlich ist eiue unbedingt trockene, belle, verschliess- und heizbare Stube von ca. 20 Quadratmeter Bodenfläche. mit einer freien, von keiner Oeffnung durch­brochenen Wandfläche.
2. Ausstattung.
a. An Mobilien sind erforderlich:
Ein Receptirtisch mit Schublade zur Aufnahme von Recepturbedürfnissen und mit verschliessbaren Fächern zur Aufnahme der Utensilien (s. Anlage 1).
Ein Repositorium mit Schubladen zur Aufnahme von Arzneimitteln und zur Aufstellung von Standgefässen.
Die Aufstellung der letzteren geschieht in alphabetischer Ordnung und derart, class die grosseren Gefässe in die un­teren und die kleineren in die oberen Fächer gestellt wer­den. Im Separanda werden die Standgefässe mit rother Schrift untergebracht. Dem Giftschrank ist die unter Ziff. 88 der Arznei-Instruction beschriebene Einrichtung zu geben.
Tbieramp;rztliche Receptlrkunde,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;iq
ocr page 228
T-quot;quot;
#9632;Wquot;
#9632;laquo;l*
#9632;#9632;#9632;#9632;#9632;
#9632;#9632;
— 194 —
b. Staudgefässe von Glas, Kruken und Kasteu-schilder von Porzellan (s. Anlage 2). Die in der An­lage aufgefülirten Gefässe und Kastenschilder sind als Grund­lage bei Beschaffung derselben zu nehmen, jedoch ist nicht ausgeschlossen, das eine oder andere ausfallen und für ein im Gebrauch stehendes Arzneimittel signiren zu lassen. Für in Gebrauch kommende Arzneimittel sind gewöhnliche Medi-cingläser zu nehmen und mit Papierschildern zu versehen.
In Bezug auf die Farbe der Gläser, der Aufschriften und der Grundfarbe der Schilder ist das in der Rubrik Be­merkungen der Anlage 1 und Anmerkung der Arzn.-Inst. Enthaltene massgebend.
der
Vcrzeichniss
Utensilien und Gerätlic. welche zum Selbstdispensiren der Pferde-Arzneien erforderlich sind.
1.
Eine hölzerne, mit LeinöJfiniiss getränkte Reibschale
1
mit hölzerner Reibkeule.
2.nbsp; nbsp; Ein eiserner Mörser mit eiserner Pistille, zusammen 15—20 Pfund schwer.
3.nbsp; nbsp; Eine Waage mit Stahlbalken und Messingschalen in der Stärke, um 1 Pfund darauf zu wiegen.
4.nbsp; nbsp; Eine dergleichen kleinere, um '/a Pfund zu wiegen.
5.nbsp; nbsp; Eine Decigrammwaage mit Messingbalken und Horn-schalen.
6.nbsp; nbsp; Ein Pfund Einsatz-Gewichte.
7.nbsp; nbsp; Ein Satz Medicin- (Grammen-) Gewichte.
8.
0.
10.
11.
12.
Ein Mixtur-Mörser mit Ausguss von Sanitätsmasse No. 4, mit dergleichen Pistille No. 7.
Ein Salben-Mörser von dergleichen Masse mit Ausguss und Pistille No. 6.
Eine Glasmensur (Mensurir-Glas) ä 90 Gramm (3 Unzen). Ein eiserner Löffel mit Spatel. Ein in '/4 Liter eingetheiltes Litermaass mit Yerschluss,
ocr page 229
— 105 —
zur gleichzeitigen Benutzung als Infuudir-Büclise, von Neuwieder Blechgeschirr.
13.nbsp; nbsp; Einige dergleichen Kochtöpfe, welche zugleich zur Auf-uahnie der bereiteten Aufgüsse, Decocte u. s. w. dienen können.
14.nbsp; nbsp; Ein Wasserkrag.
15.nbsp; nbsp; Ein Handtuch.
16.nbsp; nbsp; Ein Seihetuch von Flanell.
17.nbsp; nbsp; Ein Tenakel zum Coliren.
18.nbsp; nbsp; Eine Blechflasche mit ovaler Oeffnung, abgerundetem Rand, :i 2 Liter Inhalt, zum Eingeben flüssiger Arzneien.
Ferner:
c.nbsp; nbsp; Utensilien: 1 Borstwisch, 1 Tintenzeug, Gewichte von Eisen: 1 Stück a 1 Kilogramm, 2 Stück :i 2 Kilogramm, 1 Kochapparat, 1 Leuchter, 1 Lineal, 1 grösserer Löffel von Holz oder Horn, 1 Pfanne, von Kupfer getrieben, mit rundem Boden ;i 1 Liter Inhalt, 1 Scheere, mehrere Seihtücher aus Nonnentuch, 1 Spülwanne, 1 .Tarirwaage zum Abwägen flüssiger Arzneimittel von mindestens 500 Gramm Tragkraft, je 1 Trichter von Glas und Blech, 1 Waschbecken und Ge-räthe zum Bedienen des Ofens, 1 Handels-, eventuell Tafel­waage von 5 Kilogramm Tragkraft.
Zum Dispensiren der Gifte ist ein kleiner Porzellan-mörser, ein kleiner Hornlöffel und eine Decigrammwaage erforderlich, welche Gegenstände im Giftkasten aufzu­bewahren sind.
d.nbsp; nbsp; Nebenbedürfnisse: Medicingläser, Töpfe, Bind­faden, Papier und Beutel aus Papier.
e.nbsp; nbsp; Druckschriften (seither): Thierärztliche Keceptir-kunde und Pharmakopöe von Hertwig, Deutsches Arznei­buch.
3. Verwaltung und Dienst.
In jedem Truppentheil wird die Dispensir-Anstalt von der Kassen- oder einer besonderen Commission verwaltet.
13*
ocr page 230
i
— 106 —
Dieser Commission ist der Oberrossarzt als Vorstand der Dispensir-Anstalt beigeordnet.
Das Dispensiren der Arzneien und die Anfertigung der selbst zu bestreitenden Vorräthe an Arzneimitteln übernimmt ein geeigneter Rossarzt, der Seitens des Regiments minde­stens auf ein halbes Jahr hierzu command irt wird und pro Monat eine Remuneration von 2—4 Mark aus den Erspar­nissen erhält.
Derselbe hat auch die Bücher unter Controle des Ober­rossarztes zu führen und quartaliter den Abschluss vorzu­legen.
4. Beschaffung und Bereitung der Arzneimittel etc.
Die Beschaffung aller Gegenstände geschieht auf Grund von Anweisungen (Bestellzettel), welche von der Verwaltuugs-Commission zu unterzeichnen sind. Vor Abgabe derselben an die Lieferanten ist deren Inhalt in das Ankaufsbuch ein­zutragen, welches am Schluss des Quartals von der Ver-waltungs-Commission in analoger Anwendung der Seite 148 der Arznei-Instr. bemerkten Attestes zu bescheinigeu ist. Als Maassstab der Quantität der zu beschaffenden Arznei­mittel dient deren Verbrauch in Verbindung mit ihrer Halt­barkeit, sowie das Fassungsvermögen des Vorraths-Gefässes.
Die Vorräthe an Arzneimitteln sind mit Ausnahme der Materialwaareu, wie Essig, Schweinefett. Stärke, Spiritus etc. (s. Anlage 3), aus einer örtlichen Civil-Apotheke zu be­ziehen, mit welcher ein der Anlage entsprechender Vertrag abzuschliessen ist. Die Materialwaareu sind zu ortsüblichen Preisen aus örtlichen Handlungen zu beziehen. Die Pferde­arzneien, sowie die auf Seite 121 ff. aufgeführten offici-nellen Formeln können in der Dispensir-Anstalt selbst zu­bereitet werden. Oder es können Arzneien, wie Tincturen etc., zu welchem die vorhandenen Utensilien nicht ausreichen, unter Angabe der Vorschrift aus der Civil-Apotheke bezogen werden. Sänimtllche Arzneien sind beim Einkauf auf Ge-
*
üäu
VvV
ocr page 231
— 197 —
wicht und äassere Beschaffenheit zu controliren. Besteht ein Zweifel hinsichtlich der richtigen Beschaffenheit eines Arzneimittels, so hat die Verwaltungs-Commission dessen rrafung in der Dispensir-Anstalt des örtlichen Garnison-Lazareths zu beantragen.
5. Verordnen der Pferdearzneien.
Die aus der Dispensir-Anstalt zu entnehmenden Arzneien sind nummerirt bis zum Schluss des Quartals im Ordinations-hefte einzutragen, welche der Oherrossarzt mit seinem Vidit versieht.
6. Rechnungslegung.
Am letzten Tage des Quartals ist in ähnlicher Weise, wie in sect; 40 der Arzn.-Instruction bemerkt, eine Inventur vorzunehmen, von den Lieferanten sind die Rechnungen fiber das Gelieferte mit den Bestellzetteln belegt, einzufor­dern und ist sodann zur Rechnungslegung zu schreiten.
Dieselbe ist eine vierteljährliche und umfasst:
1.nbsp; nbsp; Die Liquidation über verausgabte Kosten mit ge­trennter Aufführung der Ausgabe für Arzneien, Nehenbedürf-nisse und Utensilien.
2.nbsp; nbsp; Die nach Beilage 28 der Arznei-Instructioii anzu­fertigende Inventarieurechnung. Die Justification der Geld-ausgaben geschieht durch die als Beläge beizufügenden Liquidationen der Lieferanten, welche in Bezug auf richtige Lieferung bezw. Vereinnahmung von dem Oberrossarzt und dem in die Dispensir-Anstalt commandirten Rossarzt zu attestireu sind.
Die Justification der Medicamenten- und Inventarien-Kechnung, welchen das Ankaufsbuch und die Ordinations-hefte als Unterbeilagen beizufügen sind, geschieht in analoger Weise, wie dies Seite 84 der Arznei-lnstruction bemerkt ist.
Gegenstände, welche durch Verderben oder Verunglücken abgängig gemacht werden, sind, unter Angabe der Art des
ocr page 232
#9632;#9632;
198
Abgangs in der Rubrik „Bemerkungenquot; in Ausgabe zu stellen.
Die Neberibedürfhisse werden nicht weiter verrechnet, jedoch ist darauf zu sehen, dass damit gut gewirthschaftet wird.
7. Revision.
Die vorgeschriebenen Liquidationen und Berechnungen nebst den zu ihrer Justification erforderlichen Belägen, wozu auch die Rechnungen des vorausgegangenen Quartals ge­hören und unter Anschluss der für die Zeit der Lieferung geltenden Preisliste der üroguisten sind 14 Tage nach Schluss des Quartals an den Corps-Rossarzt einzusenden, welcher dieselben gemäss sect; 30 des Veterinär-Wesens in analoger Anwendung des sect; 56 der Arznei-Instruction revi-ilirt. Nach erfolgter Revision giebt der Corps Rossarzt die­selben mit seinen eventuell nothwendig werdenden Bemer­kungen dem Trnppentheil zurück, worauf die Ausbezahlnng der liquidirten Beträge erfolgt. Revisionen der Dispensir-Anstalten wird der Corps-Rossarzt und in technischer Be-zieliung der Corpsstabs-Apotheker gelegentlich ihrer dienst­lichen Anwesenheit in den betreffenden Garnisonen vorneh­men und über das Ergebniss Vortrag erstatten. Bei den Musterungen, welche durch die Brigade-Commandeure abge­halten werden, unterliegen die Bücher der Dispensir-Anstalt einer Revision.
8. Acten der Dispensir-Anstalt.
Die Bestellzettel werden nicht an den Corps-Rossarzt gesendet, sondern von der Verwaltungs-Commission in Ver­wahrung genommen. Die Geldbeläge werden von der Ver­waltungs-Commission, die übrigen Berechnungen und Beläge von der Dispensir-Anstalt versiegelt 10 Jahre aufbewahrt und dann vernichtet.
't'U.
ocr page 233
— 199 — Anlage 1.
Receptirtisch.
e
EU
Clrcn 1,5 Met. lans, 0,9 M.^f. hoch, 0,T JK-t. tief.
Repositorinm.
v^.
Stpara/ida
!
amp;ft.
__
o
e
r
n
o
o
c
o
o
o
o
o
o
c
o
c
rr — i 1
Circa 2 Met. lang. Pie Facber mhen auf Znhnleiston. Die Rnckvand des Aufsatzes wird mit hell­blauer Farbe angestrichen. Die Aussenseite ist Kichenhol/.farbe. Der Aufsatz wird mit Bandleisteii befestigt
ocr page 234
200 —
1
Anlage 2. Verzeichuiss der Standgefässe uud Kasteuschilder.
1.nbsp; nbsp; Pulvergläser mit Deckelstöpsel, Schild, Schrift und Taravermerk :i 30 Gramm Inhalt, signirt zu Argent, nitric, Hydrarg. bichlorat, Jodoformium, .Todum und Mor-phium hydrochloric, Plumb, nitric.
Dergleichen :i 125 Gramm Inhalt, signirt zu Acidum taunic, Camphora, Cantharides, Ferr. sulfuric pulv.. Folia, Digitalis pulv., Hydrarg. bijodatum, Hydrarg. clilorat., Ka­lium suliurat, Opium pulverat., Plumb, acetic, Tartar. stibiat, Zincum chlorat. und Zincum sulfuric.
Dergleichen ii 1 Kilogramm Inhalt, signirt zu Aluinen, Ammon. carbonic, Amnion. chlorat., Borax pulv.. Galcar. chlorat., Kalium carbonic. Natrum bicarbonic., Semen Si-uapis pulv. und Tartarus depurat.
2.nbsp; nbsp; Standflaschen für Flüssigkeiten mit Deckelstöpsel, Schild, Schrift und Taravermerk 5 Kilogramm Inhalt. signirt zu Acetum, Aq. destillata und Spiritus.
Dergleichen zu 1 Kilogramm Inhalt, signirt zu Acid, carbol.. Acid, carbolic, crud., Acid, hydrochloric, crudum, Glycerinum, Liquor Ammon. caustic. Liquor Plumb, subacet.. Oleum Lini, Oleum Papaveris, Oleum Terebintiiin., Spirit, camphorat. Tinctura Aloes und Tiuct. Arnicae.
Dergleichen ii 125 Gramm Inhalt, signirt zu Acid, nitric crud.. Aether, (Joilodium, Liquor Forri sesquichlorat, Oleum Orotonis, Tinctura Jodi, Tiuct. Opii simpl.
8. Kruken von Porzellan, mit direct eingebrannter Schrift und Taravermerk, ii 500 Gramm Inhalt, signirt zu Adeps suillus. Cupr. sulfuric, Lxtr. Aloes, Oleum lauri, Sapo calinus, Üngt. cereum, Üugt. Hydrarg. cinereum, Ungt. Paraffina und Ungt. Plumbi.
4. Kastenschilder von Porzellan, signirt zu Aloe pulv., Gort. Quercus pulv., Flor. Arnicae. Flor. Chamomill., Flor, sambuci, Fruct. Foenic pulv., Fnictus juniperi pulv.,
11
L-'Xj-;
ocr page 235
quot; #9632;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;— 201 —
Herba Absinthii pulv., Kali nitric, Natrium chlorat., Natrium sulfuric, Radix Althaeae pulv., Radix Calami (eventuell Bezeichnungen für andere Mittel).
Anlage 3. Vertrags-Entwurf.
Zwischen dem unterzeichneten Regiment einerseits und Herrn Apotheker N. N. andererseits ist nachsteheuder Arznei-lieferuugs-Vertrag abgeschlossen worden.
sect; I-Herr Apotheker N. N. übernimmt die Lieferung der Arzuei-Gegenstände für Pferde, welche auf Rechnung des unterzeichneten Regiments von ihm verlangt werden.
sect; 2.
Pharmazeutische Präparate, zu (leren Bereitung be­sondere Vorschriften gegeben sind, wird Herr N. N., nach diesen Vorschriften bereitet, liefern, für die Bereitung aller übrigen aber das Arzneibuch für das Deutsche Reich, III. Ausgabe, 1890, zur Richtschnur nehmen, deren Be­stimmungen auch hinsichtlich der Beschaffenheit der von ihm zu liefernden Drongen und chemischen Fabrikate mass-gebend sein sollen.
Nicht in vorschriftsmässigem Zustand gelieferte Arznei-Gegenstände muss Herr N. N. zurücknehmen und ohne Zeit­verlust und weiteren Entgelts in vorschriftsmässiger Qualität nachliefern. Kommt Herr N. N. dieser Verpflichtung nicht oder nicht rechtzeitig nach. ist das Regiment berechtigt, die Gegenstände anderweitig zu beschaffen und die über die Contract-Preise erwachsenen Mehrkosten von Herrn N. N. zu verlangen.
ocr page 236
TT
— 202 —
Die Einrichtung einer tliierärztlichen Hausapo­theke erfolgt zweckmässig in ähnlicher Weise, wie dies die vorstellend für das Militär gegebenen Bestimmungen verlangen.
Für eine solche Hausapotheke braucht man ein be­sonderes, kleines, helles Zimmerchen und Platz auf dem Receptirtisch. Ich warne ausdrücklich vor den kleinen Kästchen mit ungenügenden Raumverhältnissen. Diese sind stets ungenügend, unreinlich und verleiden schliesslich die Freude am Sclbstdispensiren.
ocr page 237
Register.
A.
Abführmittel 143, 190. Abführpille 49, 51, 170. Abgiesseu 94. Abkochungen 24, 99. Abkürzungen 9. Akmagening 167. Abscess 176. Acarusräurte 162. Aconittinctur 129. Adeps benzoatus 121. Adjuvans 25. Aetzmittel 185, 186. Aptzpaste 191-Aetzpulver 146. Aetzstifte 128 Aloëtinotur 129. Antiseptische Flüssigkeit
189. Apothokerbuch 2. Appetitlosigkeit 139. Appetitmangel 152. Appetitstörung 163. Application 21. Aqua Calcaria 121.
—nbsp; nbsp;Carbolisata 122.
—nbsp; Plumbi 122. Arnikatinctur 129. Arqucbusade 186. Arsenikbad 145.
—nbsp; -Lösung 125.
—nbsp; nbsp;-Paste 191.
148,
Arsenikpillen 51, 168. Arzneianwendang 21. Arzneiforraen 1, 23. Arzneiverordnungslehre 3. Asiatische Pillen 163. Aufgüsse 24. Aufgussform 91. Auflösung 71, 72. Auflösungen 78. Augensalbc 69. Augenwasser 158.
B.
Baldriantinctur 132. Bandwürmer 44, 171, 189, 192. Benzoeschmalz 121. Honzoetinotur 130. Bindehautkatarrh 177. Bindemittel 40. Bissen- 23, 52 Blasenkatarrh 90. Blasenkrankhcit 143. Bleichsucht 145. Bleiessig 126. Bleipflaster 61, 123. Bleipflastersalbe 134. Bleisalbe 135. Bleiwasser 122. Bleiweisssalbe 133. Bliester 180, 189. Blutfleckenkrankheit 164. Bluttluss 155.
ocr page 238
— 204 —
#9632;#9632;.
Blutharnen 144. Bolus 52. Borsalbe 132. Borverbandsalbe 179. Bräune 141. Brand 159. Brechmittel 82, 163. Breohpulver 143. Brech weinsteinsalbe 13G, 179. Brechwein 53. .Breiumschlag 54, 58. Bronchialkatarrh 139, 150. Bronchitis Si), 150. Brustentzündung 172. Buglahmheit 81.
Desinfection 113. Diachylonsalbe 134. Diarrhöe 83, 101, 154. Digestion 24, 92, 95. Diureticum 144, 155. Dosis 18.
Dower'sehes Pulver 127. Drnckschaden 176, 183. Drüseuverhärtung 145, 152. Druse 44, 141, 173. Durchfall83, 101, 142, 153, 168, 169.
E.
Ekzem 145, 146, 182, 183, 184.
Klectuarium 38.
Eleosacchara 123.
Kmplastra 59.
Emplastrum cantharidum 124.
— liithargyri 123.
Emulsion 24, 84.
Epilepsie 151, 152.
Entzündungsgeschwalst 69.
Entzündung, innere 77, 138,172.
Epidermatisch 21.
Epilepsie 144.
Erbrecheü 82.
Erythem 158, 183.
Essenzen 74.
Essigdämpfe 118.
Excoriation 187.
Extract 24.
c.
Cantharidensalbe 09. Cantharidentinetur 130. Carbolöl 181. Cataplasma 54. Chinatinotur 130. Chloniiuchorung 113. Chromsalbe ISO. Coculet's Scharfsalbe 180. Collemplastium 61. Collodium cantharidatum 122. Collodium elasticum 123. Conjunctivitis 70. Conservirungsflüssigkeit 161. Constituens 25. Corrigens 25. Creolinliniment 187. Creolinsalbe 178.
F.
Fieber 150. Filtriren 94. Fingcrhuttinotur 131. Fistel 80, 190, 191. Flechten 183. Flüchtige Einreibung 157. Eiüssiges Liniment 108. Formgebendes Mittel 25. Fowler'sche Lösung 125. Franzbranntwein 157. Fuiunkel 161.
D.
Dämpfigkeit 140. Dampfform 24, 115, 118. Darmentzündung 89, 90, 141. Darmkatarrh 139, 153, 174. Deckmittel 118 Decocta 99. Decubitus 148, 176. Depilation 177.
11
ocr page 239
1
205
6.
Gährungsdiirchfall 154. Gallen 156, 157, 175, 186. Gase 24. Gangrän 159. Gargarismen 84. Gas- und DampiTorm 109. Gastrieismus 174. Gehirnentzündung 138, 172, 174. Gelenkentzündung 156. Gelenkrheumatismus 10S. Gelenksteifigkeit 185. Geschwür 81, 108, 140, 147, 179. Gewicht 18. Glycerinsalbe 134. Granulationsbefördernd 181. Gravitz'sche Flüssigkeit 161. Gummischlcim 126.
Uufkrebs 146, 167. Husten 101, 120, 149. Hypodermatisch 22.
I. J.
Indigestion 97, 98, 139. Influenza 174. Infundirbüohse 94. Infusura 91. — Sennae 124. Inhalation 22. Intravenös 22. Jodoformstifte 191, Jodtinctur 13K
K.
Kalkwasser 121.
Kamphersalbe 134.
Karbolwasser 122.
Kautschukpflaster 61, 63.
Katarrh 139, 165.
Katzenräude 181.
Keratitis 174.
Klebepflaster 61, 63.
Knie aufgefallen 147.
Kolik 80, 153, 170.
Krämpfe 91, 151.
Krätze 182, 188.
Kronentritt 149.
Kropf 79, 164, 190.
Künstliches Karlsbadersalz 127.
H.
Haarausziehen 174. Haarlosigkeit 163. Hamoglobinämie 174. Haller'sches Sauer 126. Harnbeschwerden 45. Harnverhaltung 98. Harnwiride 174. Harnruhr 172. Harzpflaster 61. Haupfmittel 25. Hantröthendes 156. Hautkrankheit 178, 181. Hautparasiten 162. Hautschürfung 161. Hantwassersucht 155. Hebra'sche Salbe 182. Heftpflaster 64. Heilformeln 138. Hertwig'sches Mittel 184. Herzbeutelentzündung 173. Herzfehler 36, 189, 190. Herzschwäche 155. Hirnentzündung 165. Hüftlähme 163, 185.
L.
Lähmung 107, 179. Läuse 189. Latwergen 23, 38. Laxirpille 170. Linimente 23. Linimentform 105. Liquor Kali arsenicosi 125. — Plumbi subacetici 126. Lungen-Brustfellentzündung 44, 51.
ocr page 240
206
t
Lungencongestion 45, 166. Lungenentzündung 172.
Phosphorpillen 168. Pillen 23. Pillenform 45. Piphacken 176. Pleuritis 43, 44, 150. Pneumonie 151. Psoriasis 162. Pulver 23. Pulverform S3. Purgirbissen 170. Purgirmittel 190.
S(
Si S.
s.
s s s s s s s
c
M.
Maass 18. Maceration 24, 92. Magen-Darmkatarrh 139, 153. Magistralformeln 2, 138. Malaxiren 62. Mastdarmzwang 192. Mauke 147, 182. Maulentzündung 83. Maulwasser 84, 160. Milch, künstliche 84. Mixturform 71, 80, 82.
!
Quecksilbersalbe 134.
1'
N.
Nabelbruch 184. Nasenausfluss 141. Nasenkatarrh 149. Nekrose 159. Niesswurzeltinctur 132.
R.
Rachitis 91. 145, 168.
Räude 70, 80, 137, 181.
Rämlebad 131.
Räudemittel 80.
Räudesalbe 70.
Recept 3, 5.
Receptinhalt 14.
Receptirkunst 3, 5.
Reizende Einreibung 156.
Reizmittel 108.
Reizsalbe 69.
Rheumatismus 108.158,185,186.
Hestitutionsfluid 156, 185.
Rossen 171.
Rothlauf 71, 163.
Retterin 160.
Ruhr 80, 142.
Rundwürmer 144.
'#9632; -
0.
Oelzucker 123. Officin 2.
Olficinelle Formeln 2, 121. Ohrenentzündung 161. Ohrgeschwür 147, 148, 161. Opiumtinctur 131. Opodeldok 124. Otitis 147, 148.
P.
Parenchymatös 22. Pechpflaster 177. Periodische Augenentzündung
159. Pflaster 23, 59. Pharmakopöe 2.
s.
Salben 23. Salbenform -64. ~albenliniment 107. ^alicvlstreupulver 127. SHhcyltalg 127. Salpetrigsaure Räucherung 14.
,
Hamp;fe
ocr page 241
1
— 20quot;;
Saturation 24.
Satteldrücke 147, 183.
Schale 181.
Scharfe Einreibung 184, 185.
Scharfsalbe ISO, 183.
Schlafmittel 190.
Schlecke 77.
Schmerzlindernd 58.
Sohüttelmixtur 27, 71, 82.
Schulterlähme 1G3, 181, 185.
Schusswasser 186.
Schwäche 103, 104.
Schwarze Harnwinde 174.
Schweisstreibend 175.
Sebum salicylatum 127.
Sehnenklapp 180.
Senfbrei 56, 59.
Signatur 10.
Solutio 71, 78.
Spanischfliegencollodium 122.
Spanischfliegensalbe 133.
Spat 180, 189.
Species 23, 55.
Speciesform 31.
Spiritus äthereus 128.
Spulwürmer 171.
Staupe 151, 173.
Stollbeulen 176.
Stomachical 21.
Strahlkrebs 157, 165, 179, 191.
Streupulver 145, 149.
Strychnininjection 131.
Stuhlzäpfchen 24.
Styli caustici 128.
Tinctura Benzoes 13C.
—nbsp; Cantharidum 130.
—nbsp; Chiuae 130.
—nbsp; Colchici 130.
—nbsp; Digitalis 131.
—nbsp; Jodi 131.
—nbsp; Opii 131.
—nbsp; Valerianae 132.
—nbsp; Veratri 132. Tincturen 74, 128. Tripper 162. Trockene Form 31. Typhus 164, 166.
u.
üeberbeine ISO, 181.
Unguenta 64.
Unguentum acidi borici 132.
—nbsp; Cantharidum 133.
—nbsp; oereum 133.
—nbsp; Cerussae 133.
—nbsp; diachylon 134.
—nbsp; Glvcerini 134.
—nbsp; Hydrarg. alb. 135.
-------ein. 135.
-------rubr. 135.
—nbsp; Paraffini 135.
—nbsp; Plumbi 135. 136.
—nbsp; Tart. stib. 136.
—nbsp; Terebinth. 136.
—nbsp; Zinci 137. Unterstützungsmittel 25. Unverdaulichkäit 97, 98.
T.
Tabakrauchklystier 119. Tanninsalbe 136. Theden'sches Schusswasser 186. Theelorm 23. Theegemisch 31. Theerliniment 188. Theerräucherung 118. Tinctura Aconiti 129.
—nbsp; Aloes 129.
—nbsp; Ärnicae 129.
V.
Veratrinsalbe 179. Verbandflüssigkeit 160. Verbandsalbe 178. Verbesserungsmittel 25. Verbrennung 187. Vergiftung, metallische 153. Verstopfung 79, 90, 143, 169, 170, 189.
ocr page 242
m
— 208
quot;Villate'scher Liquor 158. Vinum stibiatam 137.
Wiener Trank 124. Wilkinson'sche Salbe 182. Würmer 51, 166, 171. Wundmittel 148. Wundsalbe 68.
t:
w.
Wachspflaster 61. Wachssalbe 133. Wassersucht 155. Warzen 165, 177, 191. Wehenbefördernd 82, 144, 156. Weirberg'sche Krätzsalbe 182. Wiener Aetzpulver 146.
#9632; #9632;
z.
Zahn wasser 160. Zeitlosentinctur 130. Zinksalbe 130.
#9632;.:
Gedrückt bei L. Schmnacher in Berlin.
ocr page 243
1
ocr page 244
n-T- I il raquo;laquo;#9632;
ocr page 245
A II JAN.
ocr page 246
/