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PATHOLOGIE
DER
GESCHWÜLSTE BEI TIEREN.
FÜR TIERÄRZTE, STUDIERENDE UND ÄRZTE
BEABBJilTET VON
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Dr. med. MAX CASPER,
TIERARZT AN DER BAKTEEIOLOOTSCHEN ABTEILUNG DER FARBWERKE ZU HÖCHST AM MAIN.
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WIESBADEN.
VERLAG VON J. F. BERGMANN. 1899.
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PATHOLOGIE
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GESCHWÜLSTE BEI TIEREN.
FÜR TIERÄRZTE, STUDIERENDE UND ÄRZTE
GEARBEITET VON
Dr. med. MAX CASPER,
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RIJKSUNIVERSITEITTE UTRECHT
2424 416 6
W I E S B A D E N.
V E R L AU VON J. F. U E K ü M A N N. 1899.
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A11 (! Roclito vorbehalten.
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Vorwort.
Als mir vor einigen Jahren der Auftrag zu teil wurde, für die „Er­gebnisse der allgemeinen Pathologie von Lubarsch und Oster-tugquot; die tierischen Geschwülste zu bearbeiten, sah ich mich in die Not­wendigkeit versetzt, eingehende litterarische Studien anzustellen und das erforderliche Material mühsam zusammen zu suchen. Denn wie es bisher an einem Lehrbuch der allgemeinen pathologischen Anatomie der Haustiere fehlt, welches den Bedürfnissen der neueren Zeit Rechnung trägt, so machte sieh liier auch der Mangel einer zusammenhängenden anatomischen Dur­stellung der tierischen Geschwülste fühlbar. Die Lehrbücher der tierärzt­lichen Chirurgie beschäftigen sich nur insoweit mit den Geschwülsten als dieselben chirurgisches Interesse bieten. Abgesehen hiervon und von einer Abhandlung Johne's, welche in den „Vorträgen für Tierärztequot; publiziert ist und die Geschwülste zum Gegenstande hat, aber nur allgemein gehalten ist und die Verhältnisse bei Tieren zu wenig berücksichtigt, sind wir auf diejenigen Bemerkungen angewiesen, welche Johne in Birch-Hirsch-felds Lehrbuch der allgem. path, Anatomie der Darstellung der Geschwülste des Menschen augereiht hat.
Unter diesen Umständen blieb mir, sollte anders der Bearbeitung einiger Wert beizumessen sein, nichts anderes übrig, als selbst in der Litteratur das einschlägige Material zu sammeln. Aber war es einerseits schon zeitraubend genug, die überall zerstreuten Mitteilungen zu sammeln, so war die Aufgabe noch weit schwieriger, das Brauchbare von dem Wertlosen zu scheiden. Nachdem ich die Bearbeitung, wie sie mir für die Zwecke der „Ergebnissequot; geeignet erschien, beendigt hatte, wurde ich nicht zum wenigsten durch Zu­schriften von verschiedenen massgebenden Seiten, die meine Darstellung zu billigen schienen, dazu ermutigt, die tierischen Geschwülste im Rahmen
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einer zusammenhängenden anatomischen Darstellung für sich herauszugeben. Dieser Schritt schien mir, abgesehen von der Bedürfnisfrage, um so berech­tigter, als loh Grund zu der Annahme habe, dass die „Ergebnissequot; nur einem verschwindend kleinen Teile meiner Kollegen zugänglich sind.
Auf diese Weise kam das vorliegende Büchlein zustande, dem ich nur wenige Worte vorauszuschicken habe, Wie nicht anders zu erwarten, habe ich mich in der Anordnung des Stoffes an die medizinischen Lehrbücher angelehnt. Insbesondere bin ich im allgemeinen Teil den vorzüglichen Dar­legungen gefolgt, welche wir Lücke und Zahn in Billroths Chirurgie verdanken, während im speziellen Teile die Anordnung beibehalten wurde, welche Lubarsch in den „Ergebnissenquot; zu Grunde gelegt hat. Von Lehr­büchern der pathol. Anatomie des Menschen wurden ferner benutzt die bekannten Werke von Birch-Hirschfel d. Ziegler, Perls, Ribbert, Han semann u. a.
Von fach wissenschaftlichen Werken muss ich in erster Linie Kitts pathologisch anatomische Diagnostik nennen. In diesem ausgezeich­neten Werke ist eine solche Fülle von wertvollem Material zusammen ge­tragen, dass mir die Bearbeitung wesentlich erleichtert wurde. Es ist mir geradezu Bedürfnis, dem Herrn Verfasser an dieser Stelle meinen Dank aus­zusprechen. Demnächst verdanke ich viel Anregung und Belehrung der bereits oben erwähnten Darstellung Jo lines, den Lehrbüchern der allge­meinen Chirurgie von Möller und Fröhner und der Bearbeitung der Ge­schwülste von Bournay in der „Encyclopädie Cadeacquot;, welcher ich viel ausländische Litteratur verdanke. Im übrigen sind auch die Lehrbücher der speziellen Pathologie und Therapie und der Geburtshülfe herangezogen worden, soweit dieselben brauchbares Material boten.
Das Werkchen ist in erster Linie für die praktischen Tierärzte und Studierenden bestimmt, daher wurde auf eine möglichst gedrängte Darstellung gesehen und aller überflüssige Ballast fortgelassen. Es soll gezeigt werden, was bisher auf diesem Gebiete erarbeitet ist, und gleichzeitig erkennen lassen, was für uns hier noch zu thun übrig ist. Bei dem bisherigen Mangel eines Lehrbuches ist es begreiflich, dass die Darstellung viele Lücken aufzuweisen hat. Aber ich habe geglaubt, dass man wenigstens den Anlauf dazu nehmen muss, diese seit langer Zeit fühlbare Lücke in der Veterinärpathologie aus­zufüllen und eine Grundlage für bessere Bearbeitungen zu schaffen.
Die Litteratur ist nach Möglichkeit angeführt; kann dieselbe auch auf Vollständigkeit keinen Anspruch machen, so sind wenigstens die Angaben und Zahlen von mir sorgfältig nachgeprüft; auf diese Weise glaube ich eine
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grosso Genauigkeit iler littorarischen Angaben erreicht zu haben, die in manchen Lehrbüchern sehr zu wünschen übrig lässt.
Auf Abbildungen habe ich verzichtet, weil ich mich nichtdazucntschliessen konnte, die Abbildungen der medizinischen Lehrbücher einfach herüberzu-nehnien, und den Umfang des Buches nicht vermehren wollte.
Dem Herrn Verleger spreche ich für sein Entgegenkommen und die gute Ausstattung des Buches meinen besten Dank aus.
Höchst a. Main, im Juli 1898.
Max Casper.
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Inhalts-Verzeichnis.
Soito
EinlcitiniA'............................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
A. Allgemeine Pathologie der Geschwülste.
I. Rc^nfTsbcKtimmung.
Schwiwigkoit der Definition. Kinsclivänluing lt;los Begriffes pQesohwölstquot; mit zunehmender Erkenntnis ilor Ursachen. Definition dor Qesohwttlste. Ali-grenzung derselben gogon andere Prozesse............ 3
II. Kintcilnng der (Jesclnvülstc.
Verschiedene Gieslohtspnnkte' bei der Fünteilimg. Morphologische Klntellnng der (lltei'en Zeit. Vircliowraquo; Rinteilong. llnmögliclikeit einer Kinteiliing vom fttiologisohen Standpunkte. Einteilung nach Lnbarsoh..... 4
III. Atlologic der Gescliwülste.
Kongenitale Anlage der Goscliwiilsto (Coh nlio imsolio Theorie). Infektiöse Natur derselben. Mntsteluing durch Parasiten. Einfluss traunnatisoher und entzttndlioher Reize. Bedeutung der Vererliung. Einilnss des Alters, des Geschlechtes, der Hautfarbe, der Tierart. Ribberts Geseliwulsttlioorio .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ci
IV.nbsp; Bau und Kntwickclung der Geschwülste.
Bestandteile der Tumoren; Zellen (Kernteilung), Bindegewebe, Blutgefiisse, Lymphgefüsse, Nerven. Wachstum, Verschiedene Schnelligkeit desselben Wachstnmseinflflsse. Regressive Verftnderungen in den Tumoren. Fett-inetamorphose. Schleimige Degeneration. Colloide, hyaline und nraylolde Entartung. Verkalkung, Verknöcberiiiig. Verkiisung, Verboinuug, Pigmen-tierung, Verscliwärung....................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9
V.nbsp; Verhalten der Geschwülste zu ihror Umgebung und /um GtasamtorganisnitMi
Versobtedene Formen des Waclistunis. Infiltration. Enotenbildung. Centrales und peiipheres Wachstum. Reglonttre Infektion. Wachstnmsenergie dor Goscbwulst/.ellen. Widerstandsfähigkeit der umgebenden Gewebe. Mecha­nischer Druck. Gutartige und bösartige Geschwülste, (leneialisieiting der Geschwülste. Verbreitung derselben durch Kontinuität, Kontiguität und Dissemination. Metastasen. Transplantation der Geschwulstzellcn. Arten der Metastasierung. Disposition der Organe für die Metastusenbildung. Übereinstimmung der Metastasen mit der Hauptgesehwulst. Recidivo. Oo-scliwnlstkachexie. Ursachen derselben.............. 13
VI. Statistik der Geschwülste.
Unzulänglichkeit der Statistik. Material derselben. Häufigkeit der Qesohwttlste im allgemeinen bei Pferden, Hunden und Hindern. Häufigkeit dor bös­artigen Geschwülste (Sarkome und Carcinome). Topographische Ver­breitung dieser Tumoren. Altersstatistik. Einfluss dos Geschlechts ... 18
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B. Spezielle Pathologie der Geschwülste.
I.nbsp; Bi iidcsulmtaiizg-eachw iilste.
Seite
1.nbsp; Fibiomo...........................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;27
2.nbsp; Lipomo............................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;31
3.nbsp; Myxoniü...........................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;34
4.nbsp; Eiichomlroino.........................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;36
5.nbsp; Ostoomü und Odontome......................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;39
6.nbsp; Myome............................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;43
a) Rlialicloinyonui.......................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;43
1)) Lelomyome........................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;45
7.nbsp; Gliomo und Nisuroino.......................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;48
8.nbsp; Hämangiomo und Lympliangioino..................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;52
9.nbsp; Sarkome...........................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;07
a) Rund- und Spindelzellensarkomo................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;fiO
li) Btesenzellensarkome....................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;CS
o) Molanosiirkoiiio......................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;70
d)nbsp; Melauosen........................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;76
e)nbsp; Endothelialsarkome.....................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;78
f)nbsp; Psatnmome........................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;80
II.nbsp; Kpitlieliuic Neubildungen.
1.nbsp; Epitliolioino und Papillome....................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;80
2.nbsp; Adenome und Gai'oinome.....................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;88
*.
Anhang.
1.nbsp; Cholesteatome.........................nbsp; nbsp; nbsp; 109
2.nbsp; Oysten............................nbsp; nbsp; nbsp;W
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Einleitungquot;.
Die Lehre von den Gesehwülsten, die Onkologie {to (iyms, der Höcker) ist in der tierischen Pathologie bei weitem nicht in dem Masse ausgebildet wie dies in der humiineu Medizin der Fall ist. Noch im Anfange dieses Jahr-iumderts behauptete Otto in seinem „Hund buch der pathologi seilen Anatomie des Menschen und der Tiere, Breslau 1830quot;, dass der Krebs bei den Tieren überhaupt nicht vorkommt. Dem gegenüber konnte sich Gurlt (Lehrbuch der pathologischen Anatomie der Haussäugetiere, Berlin 1831) durch „mehrfache Untersuchungenquot; davon überzeugen, dass diese Neu­bildung doch bei Tieren anzutreffen ist. Allein bis zu der Zeit, in welcher mit Hilfe des Mikroskopes eine genauere Untersuchung der inneren Struktur ermöglicht wurde, war an eine wissenschaftliche Bearbeitung und Klassifikation der Geschwülste nicht zu denken. Bis dahin Hess man die äussere Form und die grobe Beschaffenheit das Bestimmende bei der Einteilung und Be­urteilung sein und benannte die Neubildungen nach nebensächlichen Merk­malen, die zufällig in den Vordergrund gerückt waren. Aus dieser Zeit stammen Ausdrücke wie: Tuberkel (aber in ganz anderem Sinne gebraucht als heute), Polypen, Atherom, Markschwamm, Honiggeschwulst, Sarkom u. dergl.
In der Medizin wurde die wissenschaftliche Untersuchung und Klassi­fikation der Geschwülste angebahnt durch Johannes Müller und durch­geführt von Kudolf Virchow, welcher die Resultate seiner Arbeiten und die in der Litteratur zerstreuten casuistischen Mitteilungen, kritisch gesichtet, in seinem klassischen Geschwulstwerke zusammentrug. Erst seit dieser Zeit-periode, etwa seit Beginn der GOer Jahre, begann man auch in der Tierheil­kunde die vorkommenden Geschwülste genauer zu beschreiben, histologisoh zu untersuchet) und an der Hand der medizinischen Lehrbücher zu klassi­fizieren. Es bleibt ein dauerndes Verdienst der Dresdener Schule, zuerst
Civspor, Pathologie lt;lor Uoschwiilste.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
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mmmga?
Einleitung.
ausl'ülirliclie und brauchbare Beschreibungen von allerhand tierischen Neu-bilduugen in grösserem ütnfange veranstaltet zu haben. Leise ring an der Spitze derselben, weiterhin Siedamgrot/ky und Johne haben mit grossem Fleisso eine Fülle von wertvollem Material in den „Berichten über das Veteriniirwesen im Königreich Sachsenquot; niedergelegt und diese Be­richte /Ai einem wahren Schatzkästlein für alle gemacht, welche sich mit diesem Gegeustande zu beschäftigen haben. Auch aus der Müuebener Schule haben namentlich Bollingor, Bonnet, Martin und Kitt in den „Mün­chener Jahresberichtenquot; zahlreiche und wertvolle Einzelabhaiidlungen über Geschwülste bei Tieren, zum Teil mit Litteraturangaben, uns zugäng­lich gemacht. Abgesehen von diesen beiden Berichten, welche unstreitig als die Hauptquellen für Onkologen in der deutschen Veterinär-Litteratur anzu­sehen sind, finden sich in den Zeitschriften zerstreut zahlreiche, zum Teil ausgezeichnete Arbeiten. Es seien hier nur die Namen Gerlach, Kolol'f, Fried herger. Schütz, Dammann, Rabe, Möller, üieckerholf, Fröhner aufgezählt; auch aus der Feder der praktischen Tierärzte rühren recht gut beobachtete und vorzüglich beschriebene Mitteilungen über Neu­bildungen genug vor. Die Autoren alle zu nennen, welche durch Beiträge um die Vervollkommnung unserer Kenntnisse auf diesem Gebiete sieh ver­verdient gemacht haben, würde zu weit führen.
Aber neben dem brauchbaren Material, neben den Weizenkörnern, stösst man in unserer Litteratur auch auf viel Spreu. Zahlreiche Mitteilungen) In denen nur die äussere Form beschrieben ist, bleiben für die Beurteilung und Statistik wertlos, bei vielen anderen vermag die Diagnose einer vorurteils­freien Nachprüfung nicht Stand zu halten.
War im Vorstehenden nur die Rede von Erzeugnissen der deutschen Litteratur, so darf man andererseits nicht verkennen, dass auch die ausländische Litteratur reich ist an ausgezeichneten einschlägigen Arbeiten. Männer wie Trasbot, Nocard, Leblanc, Beuch, Cadeac, Cudiot, Lucot, Gou-beaux, Morot u. a. in Frankreich, — Roll, B ruck m ül ler, C so kor, llutyraund Bayer in Österreich — Lanzilo tti und Perroncito in Italien, — Mac Fadyean und Williams in England — Degive in Belgien, Hess und Ouillebeau in der Schweiz, Stockfleth und Bang in Dänemark haben wesentlich dazu beigetragen, unsere Kenntnisse auf dem Gebiete der tierischen Geschwulstlehre zu begründen und zu erweitern.
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A. Allgemeine Pathologie der Gesehwülste.
I. Begriftäbestiiiiniung.
Litteratur.
1.nbsp; nbsp;R. Virohow, Bio krankhaften QesohwQlste. Berlin 1863—1867.
2.nbsp; Klobs, Allgera. Pathologie. Bd. 11. 1889. 8. 252 ff.
3.nbsp; Liicklaquo;, Die Ooschwlllste in Pitha und liillroth, Handbuch der Chirurgie. II. Bd. 1. Abt. S. 4. 1869.
4.nbsp; nbsp;Fr. Schuh, Pathologie und Therapie der Pseudoplasmen. Wien 1854.
5.nbsp; Colin ho im, Vorloaungen über allg. Pathologie. Ud. I.
6.nbsp; Waldeyor, Virchows Arohiv 1867 und 1872.
7.nbsp; Zicglcr, Lehrbuch der allgem. pathol. Anatomie. IX. Aull. 1898.
8.nbsp; Thema, Lehrbuch der allgem. pathol. Anatomie 1894.
9.nbsp; Lubarsch, Ergebnisse der allgemeinen Pathologie. II. Jahrgang 1895. y. 289 ff.
Seit jeher ist die Definition des Begriffes „Geschwulstquot; auf grosse Schwierigkeiten gestossen. Der Ausspruch Virchows: „Wollte man auch jemand auf das Blut pressen, dass er sagen sollte, was Geschwülste eigent­lich seien, so glaube ich nicht, dass man irgend einen lebenden Menschen linden würde, der in in der Lage wäre, das sagen zu können,quot; hat auch heute, nach 26 Jahren, noch seine volle Gültigkeit. In früheren Zeiten wandte man die Bezeichnung „Tumorquot; auf jede lokale, sei es physiologische oder pathologische Vohunenvergrösserung dos Körpers an, und es wurden hierher auch die hypertrophischen Zustände sowie die entzündlichen Gewebsneu-bildungen gerechnet. Auch Virohow hat in seiner klassischen Geschwulst-lehre das Wort noch im weitesten Sinne aut'gel'asst.
In der neueren Zeit hat man den Begriff „Geschwulstquot; wesentlich eingeschränkt und von den eigentlichen Tumoren die sogenannten In-fektionsgoschwülste und vor allem jene Bildungen getrennt, welche auf entzündlicher Basis beruhen. Aber schon aus dieser Trennung erhellt zur Genüge, wie unsicher die Grenzen dieses Gebietes noch heute sind. Je mein- die Gruppe der Infektionsgeschwülste bei der zunehmenden Erkenntnis der Krankheitsursachen an Umfang gewinnt, um so mehr wird naturgeinäss die Reihe der eigentlichen Neubildungen eingeschränkt werden müssen.
So sind im Laufe der Zeit von Virohow, Cohnhcim, Lücke, Wallaquo; deyer, Klebs, Ziegler u. a. verschiedene Definitionen aufgestellt werden, von denen keine den Kernpunkt der Sache ganz trifft. Der Begriff der (ie-laquo;ohwulst ist bisher ein rein konventioneller, es gibt für denselben kein durch­greifendes Kriterium, welches von der inneren Natur dieser Gebilde selbst hergeleitet wäre. Auch durch die Versuche, andere Bezeichnungen einzu-
1*
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4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;BogriffshesUmninng.
führen, wieN60plasmen, Bltistomc (Klebs), Pseudoplasmen (Schuh), autonome Neubildungen (Thoma), ist man in dor Erklärung des Wesens der Neubildungen nicht weiter gekommen.
Von den verschiedenen Definitionen schlage ich in Anlehnung an die Darstellung Lubarschs hier folgende vor:
Wir verstehen nach dem jetzigen Standpunkte der Wissenschalt unter echten Geschwülsten Gewebswucherungen, die, oft ohne nachweisbaren Anlass entstanden, zwar in Bezug auf die Ge-websstruktur mehr oder weniger mit dem Mutterboden überein-stimmen, in Bezug auf die Körperform aber atypisch sind und keine physiologische Funktion besitzen.
Nach dieser Definition sind also von den e i g e n tli ch en G es ch w ü 1 s t e n abzutrennen und kommen hier nicht in Betracht
1.nbsp; alle auf entzündlicher Ursache beruhenden Gewebsneu-bildungen (Granulationsgewebe, chronische Entzündung der inneren Organe u. s. w.);
2.nbsp; die hypertrophischen und hyperplastischen Prozesse (Milz­tumor, Hypertrophie des Herzens, Struma u. s. w.);
3.nbsp; die infektiösen Neubildungen (Rotz, Tuberkulose, Aktino-mykome, Botryoraykome);
4.nbsp; alle jene Bildungen, welche durch Ansammlung und Retention von flüssigen und zelli gen Absonderungen bedingt sind, wie die Hygronie, Haematoine, Hydrocelen, Cysten aller Art, kurz alle diejenigen Gebilde, die unter dem Namen Retontionsgeschwülste zusammengefasst werden.
11. Einteilung der Geschwülste.
Für die Einteilung der Geschwülste sind verschiedene Gesichts­punkte massgobend gewesen. Die von den Klinikern gebrauchte Unter­scheidung in gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Neubildungen ist, wie zuerst Virchow hervorgehoben hat, für die anatomische Klassifikation nicht angebracht, so berechtigt dieselbe auch vom klinischen Standpunkt sein mag. Auch das grobanatomische Aussehen, auf welches in früherer Zeit viel Gewicht gelegt wurde, ist heutigen Tages nicht mehr massgebend für die Einteilung. So bezeichnete man als tuberose (von tuber, der Höcker) Tumoren Geschwülste, welche in Form von Kugolsegmenten über die Ober­fläche hervorragten; war die Kuppe breiter als die Basis und überragte letztere wie ein Dach, dann sprach man von einem Fungus (Schwamm), waren sie gestielt, so nannte man sie Polypen (von mMg, viel und mwg, Fuss), Man redete ferner von zottenfönnigen (verrueosen, papillösen) Neubildungen oder kurzweg von Papillomen, welche in ihrem Typus
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Kinteilung der (ioschwiilsto.
die Zotten des Darmes oder die Fapillen der äusseren Haut nachahmten; waren dieselben selir lang und ästig verzweigt, so nannte man das eine den­dritische Vegetation.
Wie gesagt, sind diese Bezeichnungen nur deskriptiv, aber nicht be­stimmend für die Einteilung. Die wissenselmftlidie Klassifikation datiert erst seit der Zeit, wo der histologisohe Aufbau der Gewebe durch mikro­skopische Untersuchungen erschlossen wurde, und ist vor allein Virohow ZU danken.
Virohow teilte die Geschwülste vom morphologischen Standpunkte aus in drei grosso Gruppen ein:
1.nbsp; nbsp;histioide Geschwülste, die nur aus einem einfachen Gewebe be­stehen und in ihrem Bau irgend einem Gewebe des normalen Körpers entsprechen (Fibrom, Lipom, Myxom, Gliom, Chondrom, Osteoin, Lymphom, Angiom, Myom, Neurom, Sarkom);
2.nbsp; nbsp;organoide Geschwülste, an deren Aufbau sich mehrere Gewebe beteiligen, die zu einem organartigen Ganzen geordnet sind (Adenom, (Jareinom);
.3. t er a toi de Geschwülste, welche aus mehreren organartigen Teilen zusammengesetzt sind, z. B. Dermoidcyston.
Von diesem morphologisch - histologischen Einteilungsprinzip kam man jedoch bald ab und stellte sich auf den histogonotischon Stand­punkt, der besonders von Waldeyer und Klobs vertreten wurde. Aber auch die histogenetische Einteilung land nicht die allgemeine Zustimmung und lässt sich nicht streng durchführen. Von ätiologischen Gesichts­punkten aus die Geschwülste zu klassifizieren — was unstreitig am ehesten Klarheit bringen würde, — erscheint bei unserer Unkenntnis von den Ur­sachen der Neubildungen nicht angängig.
Unter diesen Umständen kann es nicht Wunder nehmen, dass in der Klassifikation der Geschwülste bisher keine Einigkeit sieh erzielen iiess und fast jeder Autor seine besondere Einteilung trifft. Indem hier davon abge­sehen werden soll, die wichtigsten Einteilungssysteme der einzelnen Autoren aufzuführen, wird in der nachstehenden Darstellung die Klassifikation zur Anwendung kommen, welche Lubarsch unter Berücksichtigung histo-genetischer und phyiologischer Grundsätze aufgestellt hat.
Danach zerfallen die Geschwülste in;
A. B1 ndesubslanz n eüb 11 d un gen.
1.nbsp; Fibrome
2.nbsp; Lipome 8. Myxome
4.nbsp; Enehondrome
5.nbsp; Osteome
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0
Ätiologie der Geschwülste.
G. Myome
a)nbsp; Rhabdamyome
b)nbsp; Leiomyome
7.nbsp; Gliome und Nenrome
8.nbsp; Hämangiorae und Lyinpbangiome
9.nbsp; Sarkome.
B. Epitboliale Neubildungen.
1.nbsp; Epitlielionie und Papillome
2.nbsp; Adenome und Carcinomo.
Anhangsweise solloi dann noch die Cholesteatome und Cysten Besprechung finden.
HF. Ätiologie der Geschwülste.
Littoratur.
1.nbsp; Oobnheim, Vorlesungen über nllgcm. Pathologie, lid. I.
2.nbsp; Dieckcrhoff, Spezielle Pathologie und Tliorapie. I5d. I.
3.nbsp; Froh nor. Allgemeine Chimrgio.
4.nbsp; Derselbe, Über das Vorkommen der Gescbwillsto bei Hunden. Monatshefte für Tier­heilkunde. Bd. Vt. S. 10.
6, Hering, Spezielle Pathologie und Therapie.
6.nbsp; Hertwig, Handbuch der Chirurgie für Tierärzte III. Aufl. S. 729.
7.nbsp; nbsp;llansomann. Die mikroskopischo Diagnose bösartiger Gcsclnvülste. Berlin 1897. S. 159.
8.nbsp; Lubarsch, Ergebnisse der allgom. Pathologie. Jahrgang II.
9.nbsp; Ziegler, Mttnohenei medizin. Wochensohr. 1898.
10.nbsp; Ziegler, Lehrbuch der allg. path. Anatomie. IX. Aufl. 1898.
11.nbsp; Ribbert, Deutsche medizin. Wochenschr. 1895. Nr. 1—4.
Die Entstehung der Geschwülste ist bis zum heutigen Tage sehr wenig aufgeklärt. Seit langer Zeit sind hierüber die mannigfachsten Hypo­thesen aufgestellt worden, ohne dass bisher eine einzige dorsclhon sieh all­gemeine Anerkennung verschafft hätte. In der Hauptsache stehen sich hier zwei Ansichten gegenüber, die Annahme der angeborenen Anlage und diejenige der infektiösen Natur der Geschwülste.
Die Lehre von der angeborenen Anlage der Geschwülste ist besonders von Cohnheim in höchst geistreicher Weise aufgebaut worden. Cohnheim führte die Genese aller Geschwülste auf „en twickelungs-geschichtliche Versehen zurück, die bei der ersten Anlage der Organe passiert seienquot;. Erstellte sich vor, dass in einem frühen Stadium der embryonalen Entwickelung mehr Zellen produziert wurden, als für den Aufbau des betretenden Teiles nötig waren, und dass diese überschüssigen Zellengruppen für sich liegen blieben. Diese embryonalen Zellen sollen nun bei der Mehrzahl der Individuen unentwickelt bleiben, während sie bei anderen im Anschluss an iiussere Zufälligkeiten (Verletzungen, mechanische
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Ätiologio der QesohwttUte.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
und chemische Reize, Hyperämie, Entzündung U. S. w.) zu wuchern beginnen und zur Oeschwulstbildung führen. Cohnhcim führte zu Gunsten seiner Hypothese die nicht seltene Vererbung und das kongenitale Vor­kommen mancher Geschwülste (z. B. von Angiomen, Rhabdomyomen) ins Feld, er erinnerte auch an die Fälle, in welchen die Neubildung, wie bei vielen Teratomen und Dermoiden, den Rhabdomyomen, auf die fötale Ab-sprengung verirrtet Keime zurückgeführt wird.
Diese Colin heimgehe Theorie von der kongenitalen Anlage der Geschwülste fend zahlreiche Anhänger und giebt in der That für die Entstehung gewisser Geschwulstarten eine befriedigende Erklärung, aber sie ist bei weitem nicht für alle Neubildungen anwendbar. Gegenwärtig herrscht wohl unter den Pathologen darin Übereinstimmung, dass derselben eine all­gemeine Gültigkeit nicht zugesprochen werden kann.
Eine infektiöse Ursache wenigstens bei einem Teile der echten Neu­bildungen anzunehmen, lag ja freilich nahe, nachdem man die pflanzlichen Erregerder Infektionsgeschwülstenacbgewiesen hatte, von denen manche (Aktinomykome, Botryoinykome) früher zu den eigentlichen Neoplasmcn ge­rechnet wurden. In der That hat man in der neuesten Zeit namentlich bei Sarkomen und Carcinomen nach pfanzlichon und tierischen Parasiten gesucht und von vielen Seiten kamen Mitteilungen über die angebliche Entdeckung derselben. Es verlohnt nicht der Mühe, die diesbe­züglichen Arbeiten hier auch nur anzuführen, sondern es genügt, festzustellen, dass bisher noch für keine Gescbwulstart Spaltpilze oder Protozoen mit Sicherheit als Erreger nachgewiesen sind, und dass bisquot; zu dieser Stunde ein zwingender Beweis für die infektiöse Natur der Geschwülste nicht erbracht ist.
Eine gewisse Rolle bei der Entstehung der Geschwülste wird ferner traumatischen und entzündlichen Reizen beigelegt. Dass in manchen Fällen Neubildungen im Anschluss an Verletzungen oder chronische Heize entstehen, ist ja freilich nicht zu leugnen, und auch bei Tieren sind der­artige Beobachtungen gemacht worden. Aber ans dem immerhin geringen Prozentsatz der Fälle, in denen Ncaplasmen im Anschlüsse an Traumen sich entwickeln, ist man nicht berechtigt, in äusseren Reizen die einzige und zugleich zur Gescbwulstbildnng nötige Ursache zu erblicken. Dasselbe gilt von den chronischen Entzündungsprozessen; auch diese können höchstens als Gelegenbeitsursaohe, als prädisponierendes Moment, aber nicht als die direkte und einzige Veranlassung ungesehen werden.
Über die Bedeutung der Vererbung ist bei den Geschwülsten der Tiere kaum etwas Sicheres bekannt. Bezüglich der Papillome wird von manchen Seiten (lleri ng , Hertwig, Fröbner u. a.) behauptet, dass die Neigung zur Bildimii derselben sich vererben könne. Auch hei den Melanomen wird viel-
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8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ätiologilaquo; der Geschwülste.
fach die Möglichkeit der Vererbung angenommen; so erwähnt z. B, Dieoker-hoff, dass ihre Entstehung nach zalilreiclien, oinwandst'reicn Beohaclitungen . sein- oft auf einer ererbten Anlage beruhe. Jedenfalls ist der Krhliehkeit, wenn sie überhaupt einen Einfluss hat, bei der Entstehung der Geschwülste nur eine ganz geringe Rolle beizumessen.
Dagegen macht sich der Einfluss des Alters ganz entschieden auch bei Tieren geltend. Statistische Erhebungen beim Menschen haben bekannt­lich gelehrt, dass das Carcinom vorwiegend eine Krankheit des höheren Lebens­alters ist und am häufigsten zwischen dem 40. und 70. Lebensjahre (ca. 7U0/o der Fälle) auftritt. Bei Hunden hat nun Fröhner an der Hand eines Materiales von 202 Fällen feststellen können, dass nur ältere Hunde vom Carcinom befallen werden, während er bei Hunden unter zwei Jahren nie­mals Krebs beobachtete. 870/o der krebsig erkrankten Tiere waren über fünf Jahre, 540/o über sieben Jahre alt. Das Carcinom bildet hier nach Fröhner einen Gegensatz zum Sarkom, das häufig bei ganz jungen Hunden vorkommt. Hiermit steht im Einklänge die Thutsache, dass bei Rindern und Schweinen, welche aus wirtschaftlichen Gründen in einem verhilltnismässig frühen Lebens­alter abgeschlachtet werden, das Carcinom ungleich viel seltener zur Beobach­tung kommt, als das Sarkom (s. auch die Statistik S. 23).
Über die Bedeutung, welche dem Geschlecht bei der Gesohwulst-bildung zukommt, ist bei Tieren wenig zu sagen. Soviel jedoch steht fest, dass der weibliche Geschleehtsapparat, indessen Bereiche bei Menschen so ungemein häufig Neubildungen auftreten, bei Tieren verhältnismilssig selten von solchen befallen ist. Am ehesten kommen noch Geschwülste der Mamma bei Hunden vor, viel seltener schon bei Kühen, während beispiels­weise die Carcinome dos Uterus bei Tieren so selten sind, dass icli in der ganzen Litteratur nur vier sichere Fälle auffinden konnte. Im übrigen lässt sieh nicht annähernd angeben, ob bei Tieren das männliche oder das weib­liche Geschlecht mehr lür die Entstehung von Neubildungen disponiert ist.
Eine gewisse Rolle für die Entstehung von Neubildungen ist der Haut­farbe insofern zuzuschreiben, als Melanosarkome vorwaltend bei Pferden mit pigmentloser Haut (Schimmeln) aufzutreten pflegen (s. unter Melano­sarkome).
Was den Einfluss der Tierart anlangt, so fehlte es bisher an statistischen Angaben; ich habe daher in dem Abschnitt Statistik, S. 18 versucht, auf der Basis eines umfangreichen Materials eine statistische Über­sicht der Goschwülste bei Tieren aufzustellen. Dass bei Hunden Verhältnis* massig häufig Carcinome, bei Rindern und Schweinen dagegen mehr Sarkome beobachtet werden, erklärt sich wohl zum Teil daraus, dass letztere im allgemeinen kein hohes Alter erreichen. Bemerkenswert ist, dass z. B. die Cholesteatome nur bei Pferden vorkommen; auch die Melanosarkome treten weitaus am häufigsten beim Pferdegesc.hlecht auf.
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Ätiologio der Geschwülste.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Q
Ganz unriobtig ist die in medizinisohen Lehrbüchern immer wiederkehrende Belmuptung, dass die Pflanzenfresser (das Pferd) so gut wie gar nicht von Krebs befallen werden. Es muss sogar im Gegenteil ausdrücklich betont werden, dass das Carcinom bei dein Pferdegoschlecht zu den liäuHgeren Neubildungen gehört. (Statistische Mitteilungen s. unter Statistik S. 23 ft'.)
In neuerer Zeit hat Bibbert den Versuch gemacht, die Genese der Geschwülste auf einen einheitlichen Vorgang zurückzuführen, und eine neue Geschwulsttheorie autgestellt, die er für eine fest begründete hält. Der Kern­punkt derselben liegt in folgenden Sätzen:
„Die Geschwülste entstehen vor und nach der Geburt auf Grund einer teilweisen oder völligen Abtrennung von Zellen oder Zellgruppen aus dem organischen Zusammenhange, Die abgespaltenen Keime, dem Einliuss eines in sich geschlossenen Zcllverbandes entzogen, wachsen, sofern sie nur vermehrungsfähig sind und ohne eine erheb­liche Unterbrechung ihrer Ernährung in eine für ihre Fortexistenz günstige Umgebung gelangen, selbständig und werden zu Tumoren, die je nach der Grosse und Organisation des abgesprengten Keimes bald in der Hauptsache mit dem Organ, von welchem sie herrühren, übereinstimmen, bald mehr, bald völlig von ihm abweichen.quot;
Aber auch diese Ribbert sehe Hypothese, so bestechend dieselbe aus­sieht, scheint keinen allgemeinen Anklang zu finden, von verschiedenen Seiten, so u. a. von Lubarsch, Hansemann, Ziegler sind bereits ge­wichtige Gründe gegen die allgemeine Gültigkeit derselben ins Feld geführt worden.
Danach müssen wir unter Berücksichtigung der vorstehend angeführten Momente gestehen, dass es zur Zeit unmöglich ist, einen einheitlichen Erklärungsversuch für die Ätiologio der Geschwülste aufzu­stellen. Die Auffindung der Ursachen für die Neubildungen bleibt immer noch späteren Forschungen vorbehalten.
IV. Bau und Entwickelung der Geschwülste.
Litteratur.
1.nbsp; W. Krause, Deiit.sclio Klinik 1863. Hd. 39.
2.nbsp; Schroodor van der Kolk, s. Lttoko n. Zahn, Cliiringio dor QesohwOlsto, 1896. S. 18.
3.nbsp; Znlin, ibidem.
Alle Geschwülste bestehen ans Zellen, Bindegewebe und Blutgefässen.
a) Die Zellen bilden den wesentlichsten Bestandteil und entwickeln sich nach denselben Gesetzen, die bei dem Aufbau des normalen Organismus massgebend sind, d. b. sie entstehen laquo;lurch Proliferation aus bereits
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quot;quot;quot;#9632;^^^#9632;^•#9632;quot;Wl
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linn mid Kiitwic.koliiiig dor Qeaobvülate.
vorliaiulunen Zellen. Die Kernteilung erfolgt boi den Geschwulst-
zellen vorwiegend uuf indirektem Woge, durch die sogen. Mitose (Plemming) oder Karyokinose (Schleicher); die direkte Kernteilung ist, wenn sie überhaupt bei Qesobwulstzelleu vorkommt, jedenfalls sehr selten. Während in der menschlichen Pathologie von Arnold, Pl'itzner, Hauser, Hanse mann u. a. einzelne Besonderheiten bei der mitotischen Teilung der Geschwulstzellen beobachtet wurden, finde ich in der tierärztlichen Litteratur keine diesbezügliche Mitteilung; man kann daher annehmen, dass die Ver­hältnisse hier ähnlich liegen.
Die Form der Zellen ist in den einzelnen Geschwülsten verschieden, von den lymphoiden Zellen zu den Epithelien und Muskellasern sind alle Arten vertreten und verleihen der Neubildung ihren spezifischen Charakter. Die U rosse der Zellen schwankt zwischen-weiten Grenzen, manche unter ihnen erreichen ganz beträchtliche Dimensionen und enthalten zahlreiche Kerne (Riesenzellen).
b) Das Bludege webe ist ein accessorischer Bestandteil der Geschwülste, es bildet das Gerüst (Stroma), weiches den zelligen Kiementen als Substrat dient. Dasselbe tritt bald in Form des lockeren, areoläron, bald in Form des stradTaserigen Bindegewebes, bald als Schleimgewebe auf. In manchen Ge­schwülsten ist das Bindegewebe nur sehr spärlich vertreten, in anderen wieder ist es sehr reichlich vorhanden und kann den Hauptbestandteil ausmachen. Von dem quantitativen Verhältnis des zeiligen Materiales zum bindegewebigeu Stroma hängt zum Teil die Konsistenz einer Geschwulst ah; ein reichlicher Gehalt an Bindegewebe bedingt im allgemeinen eine harte Konsistenz.
C) Blutgel'ässe sind in allen Neubildungen vorhanden. Manche Tumoren, wie z. B. das Enchondrom, dasOsteoma ehurneum, enthalten zwar nur sehr wenig Blutgel'ässe, so dass sie vielfach als gefässlos galten, aber absolut gefässlos sind auch diese nicht. Die Blutgel'ässe der Geschwülste stehen mit dem Gel'ässsystem des übrigen Körpers im genetischen Zusammen­hange und sind teils vorgebildet, teils neugebildet, Die Neubildung derselben geht genau in derselben Weise vor sich, wie wir es von denn physiologischen Wachstum der Organe her kennen, also aui' dem Wege der Sprossung. Die Endothelien der vorhandenen Kapillaren fangen an zu wuchern, treiben seitliche, knospenartige Auswüchse, die sich immer mehr verlängern und mit ebensolchen von anderen Gefässen ausgehenden Fortsätzen verschmelzen. Die anfangs soliden Stränge werden hohl, der Hohlraum tritt mit dem Lumen des alten Clefässes in Kommunikation und wird durch den eintretenden Blut-strom erweitert.
Manche Geschwülste enthalten nur sehr wenige, andere sehr zahlreiche Blutgel'ässe, ja sogar innerhalb ein- und derselben Neubildung kommen die grüssten Differenzen hinsichtlich des Gelassreichtums vor. Die Menge und
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Bau und Entwickolung lt;loi' (ioschwillsto.
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Beschaffenheit der Blutgefässe in den Geschwülsten ist von Einlluss auf die Schnelligkeit der Entwickelung und auch auf die iiussere Form. Wenn die Blutgefässe in sehr reichem Masse vorhanden sind, dann entsteht die telangiektatische (von rikog Ende, dyyEtov Gcl'äss, i'xraaig Ausdehnung) Neubildung. Auch die Verteilung der Gefässarten ist in den einzelnen Neu­bildungen verschieden. Bald überwiegen die Kapillaren, bald ist das Venen-systera besonders gut entwickelt, noch andere Geschwülste sind endlich durch einen so grossen Jieichtum an Arterien ausgezeichnet, dass sie pulsieren (pulsierende T u m o r e n).
Lyniphgefässe sind ebenfalls in Geschwülsten nachgewiesen worden. Schröder van der Kolk berichtete zuerst über ihr Vorkommen in Tumoren, später wurden sie auch von W. Krause In Oarcinoinen gefunden. Auch in Fibromen und Fibromyomen wurden sie von Zahn ermittelt, während man in Sarkomen bisher vergeblich nach ihnen gesucht hat (Zahn).
Der positive Nachweis von Nerven ist nur für einzelne Geschwülste geführt worden, doch lässt sich aus klinischen Erfahrungen, insbesondere aus der grossen Schmerzhaftigkeit vieler Tumoren, auch bei anderen auf das Vorhandensein sensibler Nervenfasern schliessen.
Die Anfangsstadien der Fintwickelung sind bei den Geschwülsten bisher unaufgeklärt geblieben. Sowie dieselben für das Auge in die Er­scheinung treten, haben sie bereits eine bestinnnte Grosse erreicht; deshalb konnte das Wachstum immer erst eine gewisse Zeit nach dem Beginn ihrer Entstehung studiert werden. Wie bereits erwähnt, erfolgt dasselbe durch Proliferation der zelligen Elemente.
Die einzelnen Neubildungen wachsen mit einer sehr verschiedenen Geschwindigkeit. Die einen erreichen verbältnismässig rasch erstaun­liche Dimensionen, die anderen entwickeln sich äusserst langsam. Zuweilen beginnen Geschwülste, die anfangs langsam herangewachsen sind, auf einmal sich schnell zu vergrössern, während umgekehrt bei anderen schnell wachsen­den Tumoren plötzlich ein langsamer Fmtwickohmgsniodiis oder sogar ein völliger Stillstand Platz greift. Die Ursachen für diese Differenzen im Wachs­tum sind sehr wenig bekannt; in manchen Fällen scheinen iiussere Reize (Stösse, Verletzungen, Quetsohungeu, Atzungen u. s. w.) den Anlass zur Be­schleunigung im Wachstum abzugeben. Im allgemeinen kann man sagen, dass die zellenreichcn Neubildungen rascher sich entwickeln als die-zollen-annen.
Alle regressiven Veränderungen, welche wir beim normalen Gewebe kennen gelernt haben, kommen auch in den Geschwülsten vor und gehen nach genau denselben Gesetzen vorsieh. Solche Metamorphosen sind: die Verfettung, die schleimige, colloidc, hyaline und amvloide Degeneration, die Verkalkung, Verknöcherung, Verhoruüng, Verkäsung, Pigmentbildung und
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12nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bau und Entwickeln ng der Guschwüluto.
Gesohwürsbildung. Im allgerasinen neigen die einzelnen Geschwülste be­sonders zu denjenigen Formen der Degeneration, für welche ihr Mutterboden disponiert ist. So tritt an den Carcinomen der Milchdrüse leicht Verfettung ein, die Krebse der äusseren Haut verliorneu gern u. s. w.; doch kommen auch Ausnahmen von dieser Kegel vor.
Die Fettmetamorphose ist unter allen regressiven Veränderungen der Geschwülste weitaus die häufigste. Dieselbe ist stets auf Störungen in der Oirkulation (Ernährung) zurückzuführen, sei es, dass die Blutgefftsse im Verhältnis zur Masse der Goschwulst unzureichend sind, sei es, dass die (Zirkulation in den genügend vorhandenen Gefässen durch gewisse Ursachen (Thrombose, Kompression etc.) erschwert ist. Die Fettmetamorphose beginnt auch hier damit, dass innerhalb der Zellen kleinste Fetttröpfohen auftreten, welche sieb auf Kosten der Kern- und Zellsubstanz vermehren, ohne zu konfluieren. Die Verfettung tritt besonders häufig bei zellenreiohen, schnell wachsenden Tumoren ein.
Verbältnisinässig häutig ist auch die schleimige (gelatinöse) Dege­neration zu beobachten, welche hier unter denselben Bedingungen auftritt wie bei anderen pathologischen Geweben. Der dabei produzierte Schleim enthält Mucin, welches mit Essigsäure fädige Gerinnung giebt; der Schleim wird von den Geschwulstzellen entweder einfach abgeschieden, wobei die Zellen erhalten bleiben, oder er entsteht durch schleimige Entartung und Zerfall der Zellen.
Der schleimigen Entartung nahesteht die colloid e Degeneration, nur unterscheidet sich die Colloidsubstan/ vom Schleim dadurch, dass Essigsäure keine Gerinnung, sondern nur eine Aufquellung hervorruft.
Als hyaline Degeneration wird von v. Kocklinghausen eine Metamorphose des Zellprotoplasmas bezeichnet, durch welche eine eigentüm­liche, der Amyloidsubstanz ähnliche, aber durch ihre Reaktion von derselben verschiedene Masse gebildet wird. Diese Formen der Metamorphose kommen an einzelnen Zellen vor oder betreffen grössore Abschnitte. — Selten ist in Geschwülsten die amyloide Degeneration anzutreten,
Die Verkalkung (l'etrifikation) wird bei Geschwülsten jeder Art gelegeldlich beobachtet und kann sowohl die Geschwulst/ollen selbst wie auch die Tntercellularsubstanz betreffen. Mitunter treten nur au einzelnen Stellen Kalkablagerungen auf, zuweilen aber verkalkt auch die ganze Ge­schwulst. — Nicht zu verwechseln mit der Verkalkung ist die echte Vcr-knöcherung (Ossifikation), welche ebenfalls, besonders bei den Binde-gewebsneubildungeu, eintreten kann.
Wenn in einer Geschwulst Nekrose in grösserem Umfange Platz greift und die vorhandene Flüssigkeit rasch verschwinden kann, dann haben wir den Prozess der Verkäsung vor uns. — Die Verhornung wird mitunter in Epithelialgesohwülsten der ilusseren Haut beobachtet, dabei können nicht
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Verhalten der rtesohwülste zu ihrer Umgehung.
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nur die an der Oberfläche gelegenen Qesohwulstftellen betroffen sein, sondern auch in der Tiefe verhornen zuweilen Epithclnoster und bilden dann die sogenannten Epithelperlen (s. bei Carcinom).
Was die Pigmentierung anlangt, SO tritt in den Geschwülsten der Tiere, besonders bei Pferden, ziemlich häulig ein schwarzer Farbstoff, das Melanin, auf, über dessen Entstehung bei dem Kapitel „Melanosarkomquot; nachzulesen ist.
Die Geschwürsbildung (Verschwilrung) kommt namentlich den an der Oberfläche der äusseren Haut oder der Heb leim baute gelegenen Carcinomen zu und wird begünstigt durch äusserliche Insulte (Ulcus carcinomatosum).
V. Verhalten der Geschwülste zu ihrer Umgebung und zum Gesaintorganlsmus.
Die Neubildungen wachsen entweder in Form von umschriebenen, scharf begrenzten Anschwellungen (Knoten) oder aber sie heben sich gegen das gesunde Gewebe niebt scharf ab, sondern verbreiten sich derart, class eine genaue Trennung von der gesunden Umgebung nicht mög­lich ist. Im letzteren Falle spricht man von der infiltrierten Form (Infiltration). Aber Knoten und Infiltration sind keine scharfen Gegen­sätze, eine Form schliesst die andere nicht aus; zuweilen kann auch in der Peripherie eines Knotens die diffuse Ausbreitung sich geltend machen.
Das Wachstum, die Massenzunahme der Geschwülste kann auf zweierlei Weise stattfinden, entweder dadurch, dass die Gcschwulsteleincnte selbst sich vermehren und das Nachbargewebe lediglich verdrängt wird (contrales, expansives Wachstum), oder in der Weise, dass immer neue Gewebsteile der unmittelbaren Umgebung in den Bereich der Geschwulst gezogen werden (peripheres, appositionelles, excentrisches Wachs­tum). Virchow dachte sich, dass die Geschwulst einen besonderen Pelz auf die unmittelbare Umgebung ausübt und dadurch die Wucherung ver-anlasst und sprach in diesem Sinne von einer regionären Infektion. Diese Vorstellung trifft aber, wie sicli herausgestellt hat, nicht zu; verschiedene Umstände sprechen dafür, dass auch beim peripheren Wachstum nicht die angrenzenden Gewebszellen in die Geschwulst hineingezogen werden, sondern dass auch hier die eigentlichen Geschwulstzellen in der Peripherie sich durch Teilung vermehren und, das Nachbargewebe verdrängend, die Grössen-zunalnne des Tumors bedingen.
Die Schnelligkeit des Wachstums hängt wesentlich von zwei Umständen ab, von der Wachstumsenergie der Gesohwulstzellen und der Widerstandsfähigkeit der umgebenden Gewebe. Die
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linbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Verhalten der Geschwülste zu ihrer Umgebung.
llosisten/- der Gewebe ihrerseits ist in den liistologisclien Eigentümlichkeiten derselben begründet; je reicher dieselben an Gewebslücken (Saftkaualchen, Lymph- und Blutgetassen) sind, um so leichter können die Geschwulstelemcnto in sie eindringen. Aus diesem Grunde leistet das lockere Bindegewebe sehr geringen Widerstand, während flbrösö Häute (Periost, Seimen, Pasöien) der Geschwulstinvasion weit besser widerstehen. Vcrhältnismässig wenig resistent gegenüber dem eindringenden Geschwulstgewebe sind auch die Knochen und die Muskulatur; Knorpelgewebe erweist sich viel widerstandskrüftiger. Von den Blutgeiassen leisten die Arterien bedeutend mehr Widerstand als die Venen; dies erklärt sich schon aus den histologischen Strukturverhältnissen. Die Venen werden wegen der Dünno ihrer Wandungen leicht komprimiert, es kommt dann zur Thrombose mit allen ihren Folgen. Ausserdem durch­dringen bösartige Neubildungen leicht die Venenwand und gelangen in das Geiässinnere, wo sie in der Richtung des Gelässstromes ungehindert weiter wachsen. Ähnlich wie die Venen verhalten sich die Kapillaren und Lymph-gei'ässe.
Aber die Geschwülste dringen nicht nur in das benachbarte gesunde Gewebe vor und bringen dasselbe teilweise zum Schwinden, sondern sie üben auch einen mechanischen Druck auf das Nachbargewe bc aus, der um so stärker ist, je rascher die Massen/unahme derselben cri'olgt. Durch diesen mechanischen Druck worden verschiedenartige Störungen bedingt, es kommt zu Cirkuhitionsstönmgen (Ödem, Thrombose), zu Druckatrophie, zu Dislokationen, Usur etc. Diese lokale Störung wird ceteris paribus um so gelahrlicher für das Leben sich gestalten, je wichtigere Funktionen das betroffene Organ für den Lebensprozess besitzt. Es leuchtet beispielsweise ohne weiteres ein, dass ein Tumor im Gehirn oder im Herzen eine ganz andere Bedeutung besitzt als ein Tumor desselben Baues in der Unterbaut. Also auch der Hitz einer Neubildung entscheidet über die Gefährlichkeit derselben.
Nach ihrem Verhalten zum Gesamtorganismus teilt man be­kanntlich vom klinischen Stundpunkte die Geschwülste ein in gutartige (benigue) und bösartige (maligne). Die Malign ität einer Neubildung manifestiert sich durch die Schnelligkeit des Wachstums, die Inliltratiou der Umgebung, die Tendenz zur Generalisierung und zu Recidiven. Für den pathologischen Anatomen ist dieses Einteilungsprinzip nicht verwertbar.
Einem Teile der Geschwülste also kommt die Eigenschaft zu, dass sie nicht auf ihren ursprünglichen Platz beschränkt bleiben, sondern im Körper sich verbreiten: es tritt bei ihnen, wie man sagt, die Generalisierung ein. Diese Verbreitung kann im allgemeinen in 4 Möglichkeiten vor sich gehen; auf dem Wege der Kontinuität, der Kontiguitüt, der Disse­mination und der Metastasen.
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öenernllsierung der Geschwülste.
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Das Wachstum durch Kon tinuitilt, das Übergreifen auf die un­mittelbare Nachbarschaft kommt allen echten Geschwülsten zu und ist ohne weiteres verständlich. (Vergl. das über das periphore Wachstum Gesagte).
Die Verbreitung durch Kontiguität (Berührung) kann überall dort vor sich gehen, wo 2 Stellen des Körpers mit einander in Berührung konnnen, ohne unmittelbar benachbart zu sein, wie /. B. Praeputlum und Glans penis, über- und Unterlippe. So kann ein Sarkom der Pleura costalis durch Kon­tiguität übergreifen auf die Pleura puhnonalis.
Die Dissemination äussert sich dadurch, dass Teile eines Tumors sich loslösen und an anderen Stellen ansiedeln. Das geschieht besonders in serösen Höhlen, indem z. B. die Zellen eines Carcinoms des Bauchfelles auf der Serosa hinabgleiten, bis sie an irgend einer Stelle haften bleiben und sich hier zu selbständigen Geschwülsten weiter entwickeln.
Weitaus am häutigsten aber erfolgt die Generalisierung der Geschwülste auf dem Wege der Metastase. Wir sprechen bekanntlich dann von Me­tastase, wenn an irgend einer Stelle des Körpers gelegene Substanzen durch den Lymph- und Blutstrom an eine andere Stelle des Körpers getragen werden und dort in sichtbarer Form zur Ablagerung gelangen. In dieser Weise können auch Teilo einer Geschwulst losgelöst und mit dem Lyniph-und Blutstrome In mehr oder weniger entfernte Organe fortgetragen werden, wo sie sich weiter entwickeln. Die solcher Art von einer „primärenquot; oder „Ilaup tgesch wul stquot; aus entstandenen Tumoren nennen wir „sekundäre Tumoreu. Tochterknotcn, Gcschwu 1 st metasta senquot;.
Während man früher annahm, dass in der Ilauptgeschwulst ein in­fektiöser Stoff (Virus) produziert wird, der sich mittels des Säftestroms im ganzen Körper verbreitet und zur Entstellung neuer Tumoren führt, herrscht wohl jetzt allgemein die Anschauung, dass die Geschwulstzellen selbst es sind, welche verschleppt werden, class also Metastasen durch „Trans­plantationquot; der Geschwulstzellen entstehen. Diese Lehre von der Transplantation der Geschwulstelemente, experimentell begründet durch von Langenbock für den Krebs, erhielt allgemeine Anerkennung durch ge­lungene Versuche ähnlicher Art und namentlich durch die anatomische Unter­suchung zahlreicher sekundärer Tumoren aller Art. Die sekundären G e-sehwülste stimmen mit der ursprünglichen Ilauptgeschwulst in ihrem histologischen Bau genau überein. Zuweilen können die Metastasen, worauf Virchow zuerst aufmerksam gemacht hat, viel grosser sein als die Primärtuinoren, so dass nicht selten kleine Geschwülste übersehen und die Metastasen als Primärtuinoren aufgefasst werden.
Die Metastasen können mit alleiniger Ausnahme des Knorpels gelegent­lich in allen Organen und Geweben, am häufigsten in den Lungen und in der Leber, angetroffen werden. Es ist leicht erklärlich, dass diejenigen
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16nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Genoralisieruiig dor (Je.schwülste.
Geschvvulstl'orineu am meisten zur Motastusenbildung neigen, welche am zellon-reiohsten sind und deren Elemente nur im lockeren Zusammenhange stehen.
Wie bereits hervorgehoben wurde, erfolgt die Bildung von Metastasen durch die Lymph- und Blutbahn; der häufigste von beiden Wegen ist der Lymphstrom. Die Geschwülste wuchern in die Gewebsinterstitien hinein, und da hier die Anfänge des Lymphget'ässsystems liegen, so gelangen sie aueb in die Lymphspalten und Lymphgel'iisse. Von hier aus werden die Geschwulst-elemento in die regionären Lymphdrüsen verschleppt, wo sie sieh weiter ent­wickeln und das Organ durchsetzen. Schliesslich dringen sie auch in die ab­führenden Lymphgefässo und in andere Lymphdrüsen. Von den Lymph­drüsen aus können sie endlich in den Blutstrom und mit diesem in andere Organe verschleppt worden. Diese Art der Generalisierung ist z, B. dem Carcinom eigentümlich.
Seltener wuchern Geschwülste direkt in die Blutgefässe, besonders in die dünnwandigen Venen hinein. Dort bilden sie zunächst wandständige Tbromben, von welchen durch den vorbeiströmenden Blutstrom Stücke ab­gerissen und in die verschiedenen Organe verschleppt werden können. Wo­hin auf diesem Wege die Geschwulstkeime gelangen, das ist in erster Linie abhängig vom Sitze der HauptgcschwulHt; in dieser Beziehung gelten hier dieselben Gesetze wie bei der Embolic überhaupt. Demnach gelangen die Gesellwulstkeiine aus dem Pfortadergebiet in die Lober, aus dem Venengebiet des grossen Kreislaufes in die Lungen, aus dem Gebiete der Lungenvenen in die Arterien des grossen Kreislaufes. Für die in der arteriellen Blutbalm entstandenen Geschwulstthromben sind die Bezirke der Metastasen die peripher gelegenen Arterien. Doch kommen auch Ausnahmen von dieser Regel vor. Sind beispielsweise die Geschwulstzellen sehr klein, so können sie unter Um­ständen die relativ weiten Lungenkapillaren passieren und im Gebiete des grossen Kreislaufes sich ansiedeln. Es können auch Emboli aus der venösen Bahn in die arterielle gelangen, wenn z. B. das Foramen ovale offen bleibt.
Die in die Blutbahn gelangten Geschwulstkeimc werden auch nicht innner in der Richtung des Blutstromes (durch direkten Transport) fortgetragen, sondern zuweilen auch in der umgekehrten Richtung, dem Blut-strome entgegen (durch retrogradon Transport), wie von Reckling hausen und Arnold festgestellt haben.
Wenn eine Geschwulst exstirpiert ist, so können zwei Möglichkeiten eintreten. Entweder erfolgt vollkommene Vernarbung und Heilung, oder aber die Vernarbung stellt sich zwar ein, aber nach erfolgter Vernarbung oder, noch bevor dieselbe zum Abschlüsse gekommen ist, tritt die Geschwulst an derselben Stelle von neuem auf. Im letzteren Falle spreehon wir von einem lokalen Recidiv. Diese Eigenschaft der Recidivfähigkcit, welche früher für ein Zeichen der Malignität angesehen wurde, kommt den Ge­schwülsten offenbar nur dann zu, wenn für das blosse Auge unsichtbare
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Geschwulstkachexie.
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Gesobwulstzellen zurückgeblieben sind. Mitunter treten nacli Exstirpation eines Tumors Knoten desselben Baues in einiger Entfernung von der Narbe auf. Diese sind aber nicht als Recidive aufzufassen und stammen nicbt von den Resten der operierten Gescbwulst, sondern es ist anzunehmen, dass die­selben schon vor der Exstirpation, wenn auch für das Auge nicht erkennbar, in der Anlage vorhanden waren und sich nachträglich selbständig weiter entwickelt haben.
Die Bedeutung der Geschwülste für den Gesamtorganismus beruht also, wie aus dem Vorausgegangenen ersichtlich, darin, dass sie
1.nbsp; durch ihren Sitz nachteilig auf die Umgebung wirken können und
2.nbsp; die Fähigkeit besitzen, sich im Körper zu generalisieren und zu recidivieren.
Ausserdem wird
3.nbsp; durch ihre Entwickelung dem Organismus ein Quantum hochorgani­sierten Materiales entzogen und
4.nbsp; durch ihr Auftreten normales fertiges, physiologisches Gewebe ver­drängt und zerstört.
Was speziell die bösartigen Neuhildüngen anlangt, so sind die­selben oft von allgemeinen Störungen des Organismus hegleitet, die seit alter Zeit zu ihnen in ursächliche Beziehungen gebracht werden. Diese Erscheinungen bestehen in allgemeiner fortschreitender Schwäche, Ab­magerung, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Blässe der Schleimhäute, kurzum in einem Symptomenkomplexe, den man, weil er hauptsächlich bei Krebskranken beobachtet wurde, geradezu als Kr eh ska ehe xie zu bezeichnen pflegt. Die Schwere dieser Allgemeinstörung ist im grossen und ganzen abhängig von der Art, der Zahl, der Grosse, dem Sitz, dem Alter der Geschwülste und der Schnelligkeit des Wachstums. Die Störungen können aber auch zuweilen fehlen und umgekehrt wider Erwarten sich einstellen, wo nur ein einziger, wenig umfangreicher Tumor vorhanden ist. Jedenfalls kann dieses kachektische Allgemeinbefinden für sich allein nicht als pathognomonisches Zeichen angesehen werden, da es bekanntermassen auch vielen anderen chronischen Krankheiten eigentümlich ist.
Wodurch die im Verlaufe mancher Geschwülste sicher zu beobachtende Kachexie zustande kommt, ist nicht ganz aufgeklärt. Die einen lassen sie bedingt sein durch gewisse toxische Substanzen, welche bei dem Zerfall der Geschwülste produziert werden sollen, — Virchow spricht in diesem Sinne von rekrementiellen Stoffen. — Indes haben zahlreiche, bis in die neueste Zeit vorgenommene Stoffwechseluntersuchungen keinen bestimmten Anhaltspunkt für die Richtigkeit dieser Annahme ergeben. In manchen Fällen mag wohl durch die Resorption der bei gewissen regressiven Ver­änderungen — Verjauchung, Geschwürsbildung u. dergl. — auftretenden Stoffe der kachektische Zustand bedingt sein.
Caeper, Pathologie der GosohwUltte.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2
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Statistik der Geschwülsto.
VI. Statistik der Geschwülste bei Tieren.
Littcrutur.
1.nbsp; Oaspor, Obdnktlonabefnnde. Archiv fllr Tierheilkunde. IM. XfX. 1893. S. 43.
2.nbsp; Fadyean, The ooourenoe of triimora In the domestloated nniniala. Journal of comp. path, and therap. Vol. VI. 143, 243.
3.nbsp; Pröhner, Statistische Mitteilungen über das Vorkommen der Geschwülste heim Hunde. Monatshefte für Tierheilkunde. Bd. VI. S. 1.
4.nbsp; Derselbe, Über das Vorkomnien der Sarkome beim Pferde. Ibidem. Bd. VII. S. 402.
5.nbsp; Derselbe, Lehrbuch der allgemeinen Chirurgie. C. Johiiü, Birch-llirschfolds allgem. path. Anatomie.
7.nbsp; l'licque, Les tumeurs chez les animaux. Revue de chirurg. 1889. Nr. 7.
8.nbsp; Semmer, Über allgemeine Carcinose und Sarkomatoso bei den Haustieren. Deutsche Zeit­schrift für Tiermedizin. Bd. XIV. 1888 S. 245.
Wer os unternehnien will, eine statistische Darstellung der Ge­schwülste hei Tieren zu geben, ähnlich wie sie in der niedizinischen Litteratur vielhich vorliegen, wird sich gezwungen sehen, das Material zu benutzen, welches in den Jahresberichten der tierärztlichen Lehranstalten niedergelegt ist. Aber diese ans der Zusaimnenstellung des klinischen und anatomischen Muteriales sich ergebenden Resultate leiden an verschiedenen Mängeln, die freilich nicht gut zu vermeiden sind. Einmal können diese Zahlen keinen Anspruch auf Vollständigkeit machen, weil den Kliniken haupt­sächlich nur die schwer erkrankten und bei weitem nicht alle kranken Tiere einer Gegend zugeführt werden. Sodann sind in vielen dieser Berichte die Angaben für die statistische Bearbeitung wenig oder gar nicht brauchbar. Entweder sind die Geschwülste überhaupt nicht gesondert aufgeführt oder aber sie sind summarisch zusammengestellt, so dass man auf die Häufigkeit der einzelnen Arten gar keinen Büokscbluss machen kann, oder endlich es sind nur einzelne Arten derselben (Careinome, Sarkome) berücksichtigt. Da­zu kommt noch, dass die Anschauungen über den Begriff „Geschwulstquot; im Laufe der Jahre mannigfache Wandlungen erfahren haben. Viele Gebilde, die man vor 20 Jahren noch zu den Geschwülsten rechnete, finden heute ihren Platz an dieser Stelle nicht mehr. Ich erinnere nur an die Neubildungen infektiösen Ursprunges (Aktinomykoiue, Botryomykome), welche früher als Sarkome und Fibrome registriert wurden, heute aber völlig aus der Geschwulst-reihe ausgeschieden sind.
Es muss hier anerkannt werden, dass die erwähnten Mängel in den Berichten immer mehr sieh verringern und dass die Angaben für eine statistische Verwertung beinahe von Jahr zu Jahr brauchbarer werden. Es existieren auch bereits wertvolle tabellarische und statistische Übersichten, welche als Grundlage für eine giössere Statistik dienen können. So hat Johne das
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Statistik der Geschwülste.
19
reichhaltige Material des von ihm geleiteten pathologischen Institutes seit 16 Jahren in den „Sächsischen Berichtenquot; übersichtlich geordnet niedergelegt und dadurch die Aufstellung der anatomischen Statistik der Geschwülste ermöglicht. Vor kurzer Zeit hat auch Fröhner in dankenswerter Weise uns über ein grosses, in der Klinik für kleine Haustiere während 8 Jahren beobachtetes Material statistische Angaben gemacht, welche in mancher Beziehung als Muster dienen können. Auch von anderer Seite sind in der Litteratur /um Teil schätzenswerte Beiträge vorhanden, welche für die statistische Darstellung verwertbar sind (Johne, Semmer, Mc. Fadyean, Casper, Plicque).
Ich habe versucht, mit Benutzung der erwähnten Zusammenstelhmgen Johne's und Fröhner's und an der Hand der Zahlen, welche in den Jahresberichten der Berliner, Dresdener und Münchener Hochschule und anderswo in der Litteratur für den vorliegenden Zweck brauchbar sind, die Geschwülste bei den Haustieren von verschiedenen Gesichtspunkten aus statistisch zu bearbeiten. Freilich kann die nachfolgende Darstellung aus oben entwickelten Gründen keinen Anspruch auf Vollständigkeit machen, immerhin aber, denke ich, als Grundlage für weitere und umfangreiche statistische Arbeiten dienen. Vielleicht regt auch dieser erste mühevolle Ver­such, die Geschwülste bei Tieren auf Grund eines aus verschiedenen Quellen stammenden grösseren Materiales statistisch zu bearbeiten, die Bericht­erstatter dazu an, dass sie in den Zusammenstellungen mehr Rücksicht auf die Natur der Neubildungen nehmen und die statistische Darstellung fördern helfen.
Über die Häufigkeit der Neubildungen überhaupt gibt folgende Über­sicht Auskunft.
I. Pferde.
A. Spitalklinik.,
Zahl der
beliandolten
l'terde
Zahl der
Nou-büduDKen
Prozentsatz der Nou-bildangen
1.nbsp; Klinik der Berliner tieriiiütlichen Hochschule während
ö Jahren (1889, 92—96)...........
2.nbsp; Klinik der Miinchener Hochscliule während 12 Jahren
(1876—1888)...............
3.nbsp; Klinik der Dresdener Hochschule während 4 Jahren
(1892, 93, 94, 96).............
11983 6396 3407
137 127
87
ca. 1,1 gt;
ca. 2,0 gt; ca. 2,5 0/o
(jesammtsumme dor in den Kliniken hehandelten Pferde
2178laquo;
351
ca. 1,6 laquo;/o 2*
ocr page 32
20
Statistik der Geschwülste.
B. Poliklinik.
Zahl der
bohandolton
Pferde
Tiulil der
Neu­bildungen
Prozentsatz dor Nou-biWungon
1. Poliklinik der Berliner Hochschule wühveml derselben
6 .Iahte ....
50992
992
12343
443 29
308
ca. 0,9 0/o ca. 2,9 0/o ca. 2,5 0 'o
2. Poliklinik der Münchener Hochschule während derselben 19 Jahre. . . . ......
3. Poliklinik der Dresdener Hochschule während derselben
Geannitsunnne der in dor Poliklinik behandelten Pferde
raquo;1837
780
ca. 1,2 u/o
Gesamtsumme aller behandelten Pferde.......
80113
1181
ca. 1,8 0
Aus der vorstehenden Tabelle ergibt sich, dass von allen in den drei Anstalten während der gedachten Zeit behandelten 86113 Pferden 1131 = ca. 1,3quot;/o mit Neubildungen behaftet waren. Weiter ersieht man daraus, dass der Prozentsatz der Neubildungen bei den in der Berliner Hochschule behandelten Pl'erden (ca. 0,90/0) wesentlich geringer ist als in München (2,10/p) und Dresden (2,5 o/0).
II. Hunde.
A. Spitalklinik.
Zahl der
bohandolton
Hunde
Zahl der
Neu­bildungen
Prozentsatz der Nou-bildungon
1.nbsp; Klinik der Berlin. Hochschulo während 8 Jahren (86—93)
2.nbsp; nbsp; nbsp; , , Münch. Hochschule Vühr. 12 Jahren (76-88)
3.nbsp; nbsp; nbsp; , „ Dresden. Hochschule wilhrend 4 Jahren (92, 93, 94, 96).................
8997 3386
1499
643 237
154
ca. 7,3 0/o ca. 7,0 raquo;/o
ca. 10,3 0;o
Summe der in den Kliniken behandelten Hunde.....
13882
1034
ca. 7,4 0/o
B. Poliklinik.
1.nbsp; Poliklinik zu licrlin während derselben 8 Jahre . . .
2.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; , „ Münclien , , 12 ... .
3.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; , „ Dresden „ , 4 , . . ,
51474
4508
15673
2228 107 651
ca. 4,3 0/o
ca. 2,4 quot;/o ca. 4,2 quot;/o
Summe der poliklinisch behandelten Hunde......
71658
208laquo;
ca. 4,1 raquo;/o
Gesamtsumme aller behandelten Hunde........
8Ö537
4020
ca. 4,7 raquo;#9632;#9632;
ocr page 33
Statistik der Geschwülste.
21
Aus der Tabelle folgt, dass von den 85537 behandelten Hunden 4020 = ca. 4,7 0/0 mit Neubildungen behaftet waren. Von den in der Berliner Hochschule behandelten Hunden hatten 4,7 0/0, von denen in München 4,4deg;/,,, von denen in Dresden 4,7 0/o der Tiere Tumoren.
III. Rinder.
Zahl der
behandelten
Kinder
Zahl der
Neu­bild ungen
Prozentsatz der Neu­bildungen
1,nbsp; Ambulat. Klinik der Borlinor tierärztliclion Hochschulo
Während 6 Jahren (89, 92—96)........
2.nbsp; Ambulat. Klinik der Dresdener Hochschule während
8 Jahren (93, 94, 96)......
3560 1412
75
27
ca. 2,10/o ca. 1,9 raquo;/o
Summe der behandelten Binder..........
4raquo;72
102
ca. 2,0 0/o
Demnach waren von 4972 kranken Rindern 102 (—2 0/0) mit Tumoren behaftet.
Vergleichen wir die Zahlen vorstehender Tabellen über die absolute Häufigkeit der Neubildungen, so sehen wir, dass die letzteren am häufigsten bei Hunden (4,7 0/0 aller Erkrankungen) zur Beobachtung gelangen, etwas seltener bei Rindern (20/o) und noch seltener bei Pferden (1,8 0/o a'le1' Krankheitsfälle).
Was die Häufigkeit des Vorkommens der einzelnen Ge­schwulstarten bei Tieren anlangt, so liegt von klinischer Seite mir *)ine umfangreiche Spezialstatistik vor, welche Fröhner bei einem grossen Hunde-material gewonnen hat. Es befanden sich unter 643 im Laufe von 8 Jahren operierton Tumoren:
262 = 40 quot;/o Carcinome, 97 = 180/0 Fibrome, 65 — l00/0 Rapillome^ 44 = 7 0/0 Sarkome, ' 89 = (i o/0 Lipome, 2 == 0,3 0/o Angiome. Diese Zusammenstellung berücksichtigt zwar nur die chirurgisch in Betracht kommenden Tumoren, immerhin aber geht schon hieraus hervor, dass die Carcinome bei Hunden ungewöhnlich häufig sind.
Bei Pferden hat Fröhner ebenfalls eine klinische Zusammenstellung gemacht, die sich freilich auf ein kleines Material beschränkt. Danach waren unter 47 im Laufe eines Jahres operierten Tumoren:
JO 1= 21 quot;/„ Sarkome, 17 = 86 o/o hipillome.
ocr page 34
22
Statistik der Geschwülste.
6 = 130/0 Fibrome, 3 = 6 0/0 Carcinome, 1 = 20/0 Lipome, 1 = 20/0 Osteome. Danach gehören bei Pferden die Sarkome klinisch zu den häufigsten Neubildungen und kommen bei weitem öfter vor als die Carcinome.
Bezüglich der Rinder finde ich nur Angaben über das Vorkommen von Sarkomen und Carcinoiaen. Unter den bei Rindern der ambulat. Klinik zu Berlin beobachteten 75 Tumoren waren 20 aas 27 0/0 Sarkome und 2 = 2,7 0/o Carcinome.
Auch bei Rindern sind die Sarkome weitaus häufiger als die Carcinome.
Stellen wir zur Vergleichung folgende (klinische) Tabelle auf:
boi Pferdon
bei Hunden
bei Rindern
Es bilden: 1. die Sarkome ...
21 o/o
60/o
7gt; 40 0/o
27 gt;
2,7 0/o
aller Tumoren
2, die Carcinome.........
Wesentlich anders als die von klinischer Seite aufgestellte Statistik gestaltet sich diejenige des pathologischen Anatomen. Es erklärt sich dies schon aus dem Umstände, class der letztere auch die Geschwülste der inneren Organe berücksichtigt, welche für den Kliniker nur zu einem verscliwindcnd kleinen Teil diagnosticierbar sind; dafür bleiben bei der Sektion manche kleine Neubildungen der äusseren Haut (Papillome, kleine Fibrome) unbe­achtet. Johne hat das Material der von ihm aufgenommenen anatomischen Befunde so übersichtlich geordnet, dass man dasselbe ausgezeichnet für statistische Zwecke verwerten kann.
Johne konstatierte im*Laufe von 16 Jahren anatomisch bei 4439 Tieren 325 Tumoren und zwar „ 1181 Pferden 128 „ 1600 Hunden 93 „ 1658 Rindern 104 Die Neubildungen verteilen sich ihrer Art nach bei den einzelnen Tier­spezies wie folgt:
A. Pferde. Unter 128 Neubildungen waren
60 = ca. 47 0/0 Sarkome 28 = „ 22 0/0 Carcinome
ocr page 35
Statistik der Geschwülste.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 23
17 = ca. 13 0/0 Fibrome 8 = „ 6 0/0 Angiome
4nbsp; — ,, 3 0j0 Lipome 3 — „ 2 o/0 Myome
2 raquo;B „1,5 0/0 Adenome
1nbsp; = „0,8 quot;/0 Myxome
Auch hieraus ist das Überwiegen der Surkoine über die Carcinome l)ei Pferden ersichtlich.
B.nbsp; nbsp;Hunde.
Unter 93 Neubildungen waren
48 = ca. 52 0/0 Carcinome 26 = „ 28 0/0 Sarkome
7nbsp; nbsp;== „ 7,5 0/o Fibrome
5nbsp; = ,, 5 0/0 Adenome
8nbsp; = „ 8 0/0 Myome
2nbsp; = „ 2 0/0 Choiuh'ome 1 = ,, 1 quot;Zu Lipome
l = „ 1 laquo;/„ Papillome Wiederum i'ällt bei Hunden die Häufigkeit der Carcinome auf.
C.nbsp; nbsp;Rinder.
Unter 104 Neubildungen waren
36 = ca. 35 0/0nbsp; Sarkome
28 = „ 27nbsp; (,/onbsp; Angiome
12 = „ 11nbsp; nbsp;quot;/„nbsp; nbsp;Adenome
8 == „ 8nbsp; quot;/„nbsp; Carcinome
6nbsp; = „ 6nbsp; quot;/onbsp; Papillome 6 = „ 5nbsp; 0/0nbsp; Fibrome 6 = „ 5nbsp; 0/0nbsp; Lipome
3nbsp; = „ 3 0/0 Myome
1 =^: ,, 1 o/0 Myxome
Es wurden also anatomisch bei Rindern Sarkome etwa 4mal so oft als Carcinome (klinisch Sarkome etwa lOmal so oft wie Carcinome, s. S. 22) beobachtet. Recht häufig wurden Angiome gefunden, welche in der Leber ihren Sitz; hatten, und Adenome, letztere zum grösseron Teil in der Leber, zum kleineren in den Lungen.
Stellen wir für die Sarkome und Carcinome die klinisch und anatomisch gefundenen Zahlen neben einander, so ergiebt sich folgendes Bild:
ocr page 36
24
Statistik der Geschwülste.
bei Pferden
bei Hunden
bei Bindern
I.Sarkome: a) klinisch. . .
b) anatomisch 2. Carcinome: a) klinisch . . b) anatomisch
21nbsp;quot;/o 47 gt;
60/o
22nbsp;o/o
70/o 28 quot;,'0 40o/o 52 o/o
27 0/onbsp; aller Tumoren
37 laquo;/o ,
2,7deg;.laquo; ,
87laquo; .
Sind freilich die Carcinome bei Hunden ungleich häufiger als bei Pferden und Rindern, so lehrt andererseits die Tabelle, dass die Carcinome bei den Pflanzenfressern nicht so selten vorkommen, wie es in vielen, besonders medizinischen Lohr-büchern immer wieder dargestellt wird.
Die topographische Verteilung der Geschwülste.
Über die topographische Häufigkeit der Geschwülste bei Tieren liegt von klinischer Seite keine statistische Mitteilung vor. Dagegen lässt sich aus dem übersichtlich geordneten Sektionsmateriale J o h n e s eine statistische Aufstellung konstruieren, ausserdem hat Casper die im pathologischen Institute der Berliner Hochschule beobachteten Carcinome topographisch ge­ordnet. Es ergeben sich für die Carcinome und Sarkome folgende Zahlen:
I. Carcinome.
A
. Bei Pfei
den.
Unter 29 von Joh
n e gesehenen
Unte
•27
Carcinomen vv
aren nach
Carcinomen waren:
Casper
Carcinome der
Nieren
9 r^
ca.
32 0,o
Car
cinome
der
Nieren
4
—
CII.
I6O/0
y
-
Kieferhöhlen
6 =
n
21 quot;/o
quot;
n
Mamma
5
—
ff
190'o
ri
n
Ovarien
2 =
V
7 quot;/o
n
n
Kieferhöhlen
3
—
11 quot;/o
n
n
Nebennlüreu
2 =
„
7 o/o
w
_
Hoden
3
am
n
11 raquo;/o
n
,
Lungen
2 =
r
7 o/o
M
„
Lymphdrüsen
3
—
ff
ll0/o
v
„
Lymphdrüsen
1 =
n
3,5 quot;o
n
Ovarien
2
—
„
7 0/o
n
ji
Schilddrüse
1 z=:
H
3,5 0,o
n
des
Mesenteriums
2
—
7deg;/o
rt
„
Thymusdrüse
1 =
„
3,5quot;/quot;
„
dei
Nebennieren
=
„
4quot;/o
raquo;
„
Leber
1 =
rt
3,5 quot;/o
51
dos
Peois
—
„
4lquot;o
n
„
Harnblase
1 —
„
3,5 quot;/o
-
_
Magens
isa
H
4quot;;raquo;
Tgt;
r
Aorta
1 ™-
T1
8,5 0/o
H
raquo;
Samenstranges
r=
11
4quot;/o
r
#9632;n
des der
Penis Haut
1 =;
W
3,5 0/o 3,5deg;, e
raquo;
raquo;
Kehldeckels
=
fl
40/
ocr page 37
Statistik der Geschwülste.
B. Bei Hunden.
Von
48 Carcinomen
waren
nach
Von
51 Carcinomen
waren
nach
Johne
C
asper
Carcinome der Schilddrüse
17
___
ca
350/o
Carcinome
der Mamma
9
-B
ca
18 raquo;/o
n
„ Leber
7
=
raquo;
150/o
n
„
Lymphdrüsen
8
=
laquo;
160/o
n
, Haut
5
na
ii
100r/o
.
n
Leber
7
=
n
140/o
raquo;
, Lymphdrüsen
4
=
ff
80/o
n
n
Schilddrüse
4
—
raquo;
80/o
raquo;
, Mamma
4
=
R
8deg;/laquo;
j,
_
Prostata
4
:z^
n
S0/o
n
, Lungen
4
—
11
80/o
raquo;
n
Lungen
3
__
5lt;gt;/o
V
, Nieren
2
=
R
4%
_
B
Hoden
B
=
n
50/o
V
„ Backen
2
Wl
n
40,o
n
„
Pleura und des
„
des Uterus
•2
=
n
4lVo
Poricarda
3
=
n
50
n
der Nebennieren
1
=
n
2lVo
n
H
Nieren
a
SB
40/o
„
n
Haut
2
—:
„
4('/o
raquo;
n
Vagina
1
=
raquo;
2gt;
laquo;
des Uterus
1
—
raquo;
20/o
H
n
Ovariums
1
laquo;#9632;
n
2raquo;o
ji
„
Pankroas
1
=;
n
2raquo;/o
raquo;
der
des
Milz
Afters
1
1
r^;
i
2raquo;/o 20/o
C. Boi Rindern.
Von 8 Carcinomen waren nach Johne:
Carcinome der Nierennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4 =a 50 quot; o
,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;„ Lymphdrüsen 1 = r2,50/o
, Lungennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1 = 12,6 0/o
„ Ovariennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1 = 12,5 0/o
des Uterusnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1 = 12,5deg;,laquo;
II. Sarkome.
A.. Bei Pferd
e ii.
B. Bei Hund(
'ii.
Von
60 Sarkomen
waren nach
Voi
26 8 a r k O m e n
waren
nach
Joline
J ohne
Sarkome
dei
Kieferknoclien
15
= 25deg;;laquo;
Sarkome
dei
Knochen
7
_
ca
270/o
raquo;
,
Lungen
18
= 22 raquo;o
_
n
Mamma
4
=
„
15raquo;/o
•n
,
EopfhOhlen
8
= IS^o
fl
des
Peritonetuns
2
wm
n
80/o
n
9
Lymphdrüsen
5
= 8quot;/o
„
dei
Leber
2
^^
n
80/o
T)
,
Leber
4
= 7quot;/c,
n
_
Milz
2
—
8quot;/quot;
„
#9632;K
Milz
4
= 7%
n
„
Nieren
1
=
n
4t'/o
n
laquo;
Unterhaut
4
= 7gt;
p
„
Lungen
1
=
n
40/o
n
n
Haut
2
= 80/(p
rr
_
Haut
1
=s
n
40/o
n
des
i'eritoiuninis
2
= 8laquo;gt;/o
w
„
Hoden
1
40,o
r
dor
Scliilddrüso
1
= 2raquo;/o
n
Vagina
1
—
4,Vo
1gt;
n
Cornea
1
= 20/o
_
n
Nasenhöhlen
1
=
n
4raquo;/o
n
it
Nebennieren
1
= 20/o
n
D
Muskeln
1
a
n
40/o
laquo;
des
Herzens
1
=r=
n
40/o
n
n
Mudiastinums
1
=
n
40/o
ocr page 38
26nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Statistik der Geschwülste.
C. Bei Rindern. Von 36 Sarkomen waren nach Johne:
Sarkome der Leber
9 =
250/o
raquo;
r Nieren
7 #9632;#9632;
ca.
19%
n
„ Kopfknochen
5 =
71
140/o
11
„ Rumpfknochon
3 mi
„
8U/laquo;
11
„ Mainma
2 =
n
60/o
n
„ Lungen
2 =
n
60/a
n
des Mediastinums und
Peritonoums
2 =
_
60/o
n
„ Herzens
2 sa
n
60/o
n
„ Mastdarmes
2 er
n
60gt;
n
der Lymphdrüsen
1 =
^
30/lt;i
r
, Dura
1 =
H
30/o
Vergleichen wir die Zahlen der topographischen Statistik unter sich und mit den beim Menschen gefundenen Zahlen, so können wir zunächst fest­stellen, dass die Verhältnisse bei Tieren wesentlich anders liegen als beim Menschen. So gehören z. B. beiMenschen dieCarcinome des Magens, des Uterus, der Lippen, zu den häufigen Erscheinungen; nach einer Statistik von R. Virchow kommen auf 100 Fidle von Oarcinomen 34,9 Krebse des Magens, 18,5 Krebse des Uterus und der Scheide und 4,9 Carcinome der Lippen. Bei den Tieren dagegen gehört das Carcinom des Magens zu den allergrössten Seltenheiten; beispielsweise wurde bei Hunden, die gewiss für Carcinome inklinieren, bisher nur ein einziger einwandsfreier Fall von Magenkrebs von Eberlein festgestellt (s. unter Carcinome). Auch die Carcinome des Uterus, der Vagina und der Lippen sind bei Tieren äusserst selten. Auffallend ist andererseits, dass bei Tieren zuweilen die Lymphdrüsen primär an Krebs erkranken, ja man könnte fast behaupten (s. die Statistik und unter Carcinome), dass sie eine bevorzugte Stelle für die Entwickelurtg primärer Carcinome abgeben. Im allgemeinen kann man bei Tieren als Lieblingsstellen für das Auftreten der primären Carcinome bezeichnen: die Nieren, die Mamma, die Kieferhöhlen, die Schilddrüse, die äusserc Haut, die Lymphdrüsen und Hoden.
Die Sarkome treten bei Tieren mit Vorliebe auf in den Knochen (hauptsächlich in den Kieferknochen), in den Lungen, in der Leber, in den Lymphdrüsen, der Schilddrüse, der Mamma und in den Nieron.
Statistische Altersangaben sind mir für dieCarcinome bei Hunden vorhanden und sind von Fröhner aufgestellt. Von 65 Hunden, bei denen Carcinome operiert wurden, waren nur
JO = ca. 150/0 unter 6 Jahren
18 = „ 280/0 5— (5 jährig
22 = „ 34% 7- Sjährig
12 =#9632; „ Jlaquo;0/0 9-10jährig 8 = „ 40/0 11-13 jährig
ocr page 39
Statistik der Geschwülste. Fibrome,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;27
Bei Hunden unter zwei Jahren hatFröhner niemals Car-cinome beobachtet.
Hieraus geht hervor, dass, wie beim Menschen, so auch beim Hunde die Häufigkeit der Carcinome mit dem Alter der Tiere zunimmt. Diesem Umstände ist es wohl auch zuzuschreiben, dass bei Rindern, Schweinen und Schafen, welche aus wirtschaftlichen Gründen in einem frühen Lebens­alter abgeschlachtet werden, verhältnismässig selten Carcinome zur Beob­achtung gelangen.
Im Gegensatze zu dem Carcinom wird das Sarkom auch bei jungen Tieren angetroffen und kommt sogar angeboren vor. Indes fehlen hier statistische Zahlen vollständig.
Über den Einfluss, welchen das Geschlecht auf die Häufigkeit der Neubildungen ausübt, fehlen bei Tieren statistische Angaben ganz und gar. Soviel jedoch steht fest, dass die Tumoren der inneren weiblichen Geschlechts­organe (Vagina, Uterus, Ovarion) bei weitem nicht so häufig sind wie beim menschlichen Weibe. Am ehesten kommen an diesen Organen noch Fibrome und Fibromyome vor, während z, B. Carcinome des Uterus und der Ovarien, wie schon erwähnt, zu den grössteu Seltenheiten gehören. Auf der anderen Seite sind die äusscreu Geschlechtsorgane (Mamma, Penis, Hoden) bei Tieren, zumal bei Hunden, häufiger Sitz von Neubildungen. (Papillome, Carcinome, Sarkome.)
B. Spezielle Pathologie der Geschwülste.
I. Bindesnbstanzgeschwillste.
1. Fibrome.
Litt 6 r a t u r.
1.nbsp; Barnick, Fibroma cysticum in dor Harnblase. Zeitschr. f. Veteriiiäik. Bd. II. S. 322.
2.nbsp; CaiHot, Sociotö de möd. vot. 1889.
8,nbsp; Essmaiin, Magazin für Tierlioilk. lid. X[V. S. 382.
4.nbsp; Fröhner, Allgemeine Chirurgie
5.nbsp; Gorlach, Magazin für Tierheilkunde Bd. XX.
6.nbsp; Huss, Schweizer Arohiv für Tiorheilk. Bd. XXXIV. S. 8B.
7.nbsp; Hertwig, Magazin für Tiorlioilkumlo Bd. XXXVI.
8.nbsp; Hink, Deutsche ticrilrztl. Woohensohr. 1894. S. 172. i).nbsp; Johno, Sächsischer Bericht 1882, S. 57.
10. Kitt, Münchener Jahresbericht 18!):5. S. 77.
ocr page 40
28
Fibrome.
11.nbsp; Kitt, Münchener Jahresbericht 1893. S. 67.
12.nbsp; Derselbe, ibidem 1892.
13.nbsp; Derselbe, patholog. anatom. Diagnostik.
14.nbsp; Leisering, Uterusfibroide bei Kühen, SHchs. Bericht. 1860. S. 27.
15.nbsp; Derselbe, Uterusfibroido bei Schweinen, ibidem. 1869. 8. 30.
16.nbsp; Derselbe, Fibrom im Herzen eines Pferdes, ibidem. 1866. S. 21.
17.nbsp; Derselbe, Fibrom der Unterhaut einer Ratto, ibidem. 1869. S. 37.
18.nbsp; Martin, Münchener Jahresbericht 1884. S. 104.
19.nbsp; Mihiilyi, Veterinrius. 1895. Nr. 2.
20.nbsp; Möller, Allgemeine Chirurgie.
21.nbsp; Morot, Annal. belgiqu. 1886. p. 620.
22.nbsp; Derselbe, Lyoner Journal. 1888. p. 428.
23.nbsp; Roloff, Mitteilungen aus der tierilrztl. Praxis. 1876. S. 101.
24.nbsp; Siedamgrotzky, Multiple Fibrome der Haut und Unterbaut. Sachs. Bericht 1878. S. 60.
25.nbsp; Völlers, Mitteilungen aus der tioiiirztl, Praxis. Neue Folge. Bd. V u. Vll.
26.nbsp; nbsp;Wallesen, Maanedskrift for dyrlaegor. 1894 95. Bd. VI. S. 361.
27.nbsp; nbsp;Walley, The journal of comp. path, and tberap. Vol. V. p. 358.
28. Wlaquo;5henkol, Annales de med. \4t. 1872.
Die Fibrome sind Neubildungen, welche ausschliesslich aus gefäss-haltigem Bindegewebe bestehen. Entsprechend den beiden Arten des letzteren treten sie in zwei Formen auf:
a)nbsp; als weiches Fibrom (Fibroma molle, Fibroma molluscum) bestehend aus lockercin Bindegewebe, welches kleinere und grössere mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume einschliesst. Die mikroskopische Untersuchung lässt lockeres Bindegewebe erkennen, welches aus leinen, in verschiedenen Richtungen sich kreuzenden und durchflechtenden Fibrillen zusammengesetzt ist, zwischen denen verschieden weite, mit Flüssigkeit und kleinen Rundzellen angefüllte Hohlräume hervortreten. Neben den kleinen Hundzellen, die als ausgewanderte weisse Blutkörperchen anzusehen sind, linden sich auch spindel­förmige Bindegewebszellen. Die weichen Fibrome sind meist rundlich, nie scharf abgegrenzt, von lappigem Bau, und haben ihren Sitz vorzugsweise in der Haut und Unterhaut.
b)nbsp; als hartes Fibrom (Fibroma durum, Desmoid), bestehend aus festem, straff faserigem Bindegewebe, vergleichbar dein Selmongewebo. Mikro­skopisch findet man strafffaseriges Bindegewebe, in welchem die Fasern in paralleler Richtung dicht aneinander liegen und oft wellig gelockte Züge bilden, wobei nur spärliche Zwischenräume bleiben, Im Verlaufe der dicht gedrängten Fasern bemerkt man auch zahlreiche lange und schmale Kerne. Die harten Fibrome sind meist scharf umschriebene, rundliche Gebilde von harter, derber Konsistenz und weisslichcr, sehnig glänzender Schnittfläche, welche beim Durchschneiden knirschen.
Die Fibrome kommen bei den Haustieren baldig vor und zwar über­wiegen der Zahl nach die harten Formen, im übrigen linden sich zwischen weichen und harten Fibromen die verschiedensten Übergänge, Sie wuchsen langsam, erreichen aber zuweilen eine ganz erstaunliche Orösse; so bcob-
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Fibrome,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;29
achtete Wehenkel bei einer Kuh ein Fibrom, welches 178 kg wog, während Leisering bei einer Ratte ein subkutanes Fibrom sah, welches 145 g wog, also nahezu die Hälfte des ganzen Körpergewichts (310 g) betrug.
Die Fibrome können bei den Tieren denselben regressiven Verände­rungen unterliegen wie die des Menschen. So beobachtet mau Verfettung, schleimige Erweichung, Verkalkung, gar nicht selten auch echte Verknöche­rung. Bei denjenigen Tumoren, welche in der Haut oder dicht unter einer Schleimhaut sitzen, kommt auch gelegentlich oberflächliche Ulceration zu­stande.
Das multiple Auftreten der Fibrome wird auch bei Tieren nicht selten beobachtet. So zählte Siedain grotzky bei einer 13jährigen Stute über 100 haselnuss- bis handtellorgrosse Fibrome in der Haut, welche sich im Laufe von 3 Monaten an der Brust, dem Bauche, Hals und im Gesicht gebildet hatten. Cadiot sah eine grosse Zahl derselben beim Hunde, auch Fröhner spricht von einer „Fibrom atos equot; bei Hunden.
Die Fibrome kombinieren sich auch bei Tieren häufig mit anderen Ge­sell wulstformen, die dadurch entstehenden Mischgeschwülste nennt man je nach ihrer Zusammensetzung Fibromyxome, Fibrolipome, Fibromyome etc. Durch Zunahme der zelligen Elemente gehen die Fibrome in Sarkome über (Fibrosarkom e), gelegentlich schliessen sie auch grössere Cysten ein (Fibroma cysticum). Die im Verlaufe der Nerven auftretenden Fibrome (Neurofibrome) werden bei den Neuromen besprochen.
Die Fibrome kommen überall vor, wo Bindegewebe vorhanden ist, be­sonders in der Haut, Unterhaut, im intennuskulären Gewebe, in der Sub-mukosa und Subserosa. — Die Fibrome der Haut kommen an allen Körper­stellen vor, sind meist scharf begrenzt, von derber Konsistenz, von ver­schiedener Gestalt, nicht selten gestielt. Die subkutanen Fibrome bilden bei Tieren mehr oder weniger scharf begrenzte, die Haut herabziehende (Cutis pendula) Gebilde, welche auf der Unterlage vorschiebbar, aber mit der Haut untrennbar verbunden sind. Sie bestehen aus saftig gallertigem oder auch aus derbem speckigem Bindegewebe. Beim Pferde beobachtet man sie am häufigsten in der Kummetlage, beim Rinde am Triel, beim Hunde am Ellen­bogen. (Kitt.)
Nicht ganz selten kommen Fibrome bei Rindern am Herzen vor, woselbst sie ihren Ausgang vom subemlokardialen und subepikardialen Binde­gewebe nehmen. Es sind nach Kitt haselnuss- bis wclschnussgrosse rund­liche gelappte Gebilde von glatter Oberfläche, teils elastisch derb, teils sulzig weich, teils fluktuierend. Man könnte dieselben wegen ihrer gelatinösen Be­schaffenheit auch als M yxof ibrome bezeichnen, oder, da genügender Zellen­reichtum vorhanden ist, als Fibrosarkorae oder Myxosarkome. Diese am Herzen vorkommenden Fibrome sind oft gestielt und hängen danu frei in
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Fibrome.
den Herzbeutel oder in die Horzkanmiern hinein, wobei sie Faustgrösse erreichen können. Derartige Neubildungen wurden bei Rindern besonders eingehend von Kitt beschrieben, weiterbin aucb von Essmann, Martin, Hess (Fibromyxom), Hink (Fibrosarconia inyxoniiitodes) u. a.; bei Pferden scheinen sie seltener zu sein, doch wurden solche u. a. von Leisering und Kitt beschrieben.
Ein multiples Fibrom der Lunge beobachtete Kitt bei einem Pferde; ein Lungenlappen trug einen armdicken Strang von derben, kugelig vor­springenden Knoten, die bis welschnussgross, fest, von grauweisser Farbe und gleichmässiger Konsistenz waren.
Fibrome am Flotzmaul und an der Zunge finde ich bei Kitt beschrieben; die Zunge hatte durch das Fibrom das Aussehen einer sog. Holz­zunge erlangt, lloloff beobachtete bei einem Rinde ein doppeltfaustgrosses Fibrom der Oberlippe mit breiter Basis. — In der Haube eines Ochsen wurde von Mihälyi ein 2,25 kg schweres, aus zahlreichen Knoten zusammen­gesetztes Fibrom gefunden.
Von den in der Harnblase bei Tieren mehrfach beobachteten Fibromen sei hier wegen seiner bedeutenden Orösse nur das von Bar nick bei einem Pferde beschriebene Fibroma cysticum erwähnt, welches die doppelte Grosse eines menschlichen Kopfes besass und zahlreiche gänseei-grosse, mit Flüssigkeit gefüllte Cysten enthielt.
Ziemlich häufig werden in der Litteratur Fibrome des Uterus und der Scheide besonders bei Kühen und Schweinen erwähnt. Dieselben zeichnen sich durch die unglaubliche Grosse aus, welche sie erlangen können; so finden sich Beschreibungen von 100 kg schweren Tumoren, Indes vermag man bei vielen der beschriebenen Neubildungen nicht recht zu entscheiden, ob es sich um reine Fibrome oder, was wahrscheinlicher ist, um Fibromyome gehandelt hat. Die Fibrome des Uterus kann man nach ihrem Ausgange in submuköse und subseröse unterscheiden; sie können entweder in der Wand eingelagert sein, oder nach dem Lumen vordringen und durch den Mutter­mund in die Scheide hineinwachsen, oder endlich über die Aussenfläche hervorragen und gegen die Bauchhöhle zu wachsen. Derartige Tumoren wurden u. a. von Leisering, GerlacK, Hoffmann, Völlers, Kitt, Walley beschrieben (s. auch unter Leiomyome). Die Fibrome der Scheide, ausgehend von der Submukosa, sind gern gestielt; Walle sen bschreibt u. a. drei solcher Fälle bei Kühen.
Die Fibrome der Mamma, oft bei Hunden, vereinzelt bei Pferden konstatiert, bilden knollige, harte, scharf abgegrenzte Tumoren, welche aus dem interstitiellen Bindegewebe hervorgehen und die Driisenräume und Gänge umziehen (Fibroma pericanali culare, Kitt). Häufiger noch als reine Fibrome scheinen die Adenofibrome des Euters zu sein.
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Fibrome. Lipome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 31
Fibrome der Nasenhöhlen, ausgehencl von der Nasenscheidewand oder den Nasenmnscheln, wurden nicht ganz selten bei Pi'enlen, Rindern und Hunden konstatiert. Dieselben sind weich, welssllohgrau, an der Oberfläche glatt, gern gestielt und tragen einen Schleinihautübcrzng, der als Fortsetzung der Nasensohleimlmut nicht zur Oesclnvulst gehört.
Zu den harten Fibromen gehört auch das Koloid, welches als knollige oder plattenfönnige, wohl auch strahlenförmige (:ie.schwulst auftritt und seinen Sitz unter dem Papillurkörper hat. Diese bei Menschen nicht seltene Neu­bildung besteht im iinsgebildeteu Zustande fast ganz aus derben Faser­bündeln. Geht eine ähnliche Neubildung von einer Narbe aus, so bezeichnet man sie als falsches oder als Narbenkeloid. Charakteristisch ist bei beiden die porivaskulüre Anlage der Bindogewebswucherung, so dass die (lewebszüge wurzelartig aus einzelnen Gofässen entspringen und der Haupt-gefässrichtung parallel verlaufen (Lubarsch).
Während echte Keloide meines Wissens bei Tieren noch nicht beschrieben sind, begegnet man den Narbenkeloiden nach Möller und Fröhner am häufigsten in der Beuge fläche der Gelenke, besonders in der Küthe der Pferde, ander Krone und am Ballen nach Verletzungen oder Brandmauke. Diese Wucherungen sind eigentlich weiter nichts als hypertrophische Narben. Dagegen beschreibt Johne sehr genau ein echtes Narbenkeloid beim Pferde, welches an der hinteren Fläche des Metatarsus sass und eine 27 cm lange, 17 cm hohe und an der Basis 18 cm breite Geschwulst von ovaler Form bildete. Die Neubildung reichte vom oberen Rande des Fesselgelenkes bis einige Finger breit unter das Sprunggelenk. Die Schnittfläche war gelblich bis grauweiss, und Hess deutlich die Zusammen­setzung der Neubildung aus dichten, festen, in mehrfachen Ebenen sich kreuzenden Bhulegewebsbündein erkennen. Den Ausgangspunkt bildete zweifelsohne eine in der Mitte des Schienbeins befindliche Narbe in den an dieser Stelle fest verwachsenen Sehnen des Kronen- und Hufbeinbeugers. Der Tumor sprosst geradezu pilzartig aus der Narbe hervor und ist besonders in seiner Basis von zahlreichen, weiss und sehnig glänzenden, sich büschel­förmig in der Geschwulst verzweigenden, dicken Faserzügen durchsetzt, welche direkt aus dem narbigen Selmengewebe hervorzusprosseu scheinen.
2. Lipome. Litteratur.
1.nbsp; nbsp;Eberhanlt, Lipom boi einem Fohlen, Magazin für Tierheilkunde. Bd. XIV. S. 374.
2.nbsp; Fröhnor, Allgemeine Chirurgie.
3.nbsp; Derselbe, Monatshefte für Tierheilkunde. Bd. VI. S. 124.
4.nbsp; Derselbe, 2 Fälle von Lipom beim Pfade, ibid. Bd. VIII. S. 301.
5.nbsp; Fürstenberg, Magazin für Tierheilkunde. Bd. XV11. S. 1 U. 147.
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Lipome.
C. Johne, Biich-Hiiachfelds a\]g. pathol. Anatomie unter ,Lipomequot;.
7.nbsp; Kühne, Magazin für Tierheilkunde. Bd. XXX1T. S. 58.
8.nbsp; KUhnau, Gehirnlipom beim Rind. Mitteilungen für Tierilrzte. Bd. II. Heft. 6.
9.nbsp; Derselbe, Multiple Lipome beim Pferd, ibid. Bd. HL Heft 6.
10.nbsp; Derselbe, Lipomatose des Bauchfelles bei einer Kuli. Zentral-Zeitg. für Veterinär-Ange-
legenheit 1897. Nr. 30.
11.nbsp; Kitt, patholog.-anatom. Diagnostik.
12.nbsp; Lund, Tiermed. Rundschau 1888/89. S. 150.
13.nbsp; Möller, Allgemeine Chirurgie S. 384.
14.nbsp; Ostertag, Handbuch der Fleischsclmu.
15.nbsp; Rohde, Magazin für Tierheilkunde. Bd. III. S, 378.
16.nbsp; Semmer, Deutsche Zeitschr. f. Tiermedizin. Bd. XIV. S. 245.
17.nbsp; Siedamgrotzky. Sächsischer Bericht 1877. S. 61.
18.nbsp; Stockfleth, Tierärztliche Chirurgie.
19.nbsp; Williams, The veterinary journal. Vol. XLI p. 245.
Lipome sind Neubildungen, welche aus Fettgewebe bestehen; ihr Bau ist analog dem des normalen subkutanen Fettgewebes. Sie sind im allgemeinen von rundlicher oder knolliger Gestalt, von lappigem Bau, von weicher Konsistenz, aber nicht fluktuierend, und erreichen mitunter eine sehr bedeutende Grosse. Die Lipome wachsen sehr langsam, sind durch eine verdickte Schicht von Bindegewebe von dem Nachbargewebe abgegrenzt und lassen sich leicht aus ihrer Umgebung auslösen. Der Bau der Schnitt­fläche ist deutlich lappig, beim Einschneiden beschlägt das Messer fettig. Wenn in einem Lipome das Bindegewehe, welches immer vorhanden ist und das Stroma bildet, sehr stark entwickelt und die Konsistenz infolgedessen eine derbere ist, dann reden wir von einem Lipoma fibrosum s. Lipo-fibrom s. Steatom (Müller).
Die Lipome entwickeln sich von dem präformierten Fettgewebe aus. Die Auffassung Virchows, dass in gewissen Fällen das Fettgewebe durch Metaplasie aus dem Bindegewebe entstehen kann, hat sich nicht bestätigt, sondern es scheint, als ob es sich immer nur um einfache hyperplastische Fettgewebswucherungen handelte (L u h a r s c h).
Bei Tieren kommen die Lipome im allgemeinen nicht sehr häufig vor, am meisten noch bei Pferden und Hunden ; sie gehen besonders von dem subkutanen, submukösen und subserösen Gewebe aus. Wie beim Menschen, treten auch hier die Lipome zuweilen multipel auf; so fand Sem me r die Lungen eines alten Hundes durchsetzt von zahlreichen kleinen Lipomen. Kühnau sah bei einem älteren Pferde die ganze Bauchmuskulatur und die Interkostalräume von kleinen Lipomen durchsetzt; derselbe konstatierte bei einer drei Jahre alten Kuh neben allgemeiner Tuberkulose am Netze und am visceralen, namentlich aber am parietalen Blatte des Peritoneums zahl­reiche bis faustgrosse Fettgeschwülste.
Die Ätiologie der Lipome ist auch bei Tieren gänzlich unbekannt. Zuweilen sind dieselben schon kongenital vorhanden, wie u. a. der von Kühnau (s. unten) beobachtete Fall lehrt.
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Lipome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 33
Von regressiven Veränderungen und Metamorphosen seien erwähnt die Verkalkung, schleimige Erweichung, Cystenhildung, Nekrose und Verjauchung. Diese Veränderungen kann man besonders bei den i'rei in der Bauchhöhle vorkommenden Lipomen antrett'en. Fürsten berg hat die Zusammensetzung der Lipome bei Tieren genauer untersucht und gefunden, dass dieselben bei den einzelnen Gattungen in der Konsistenz und Farbe etwas differieren. Die des Pferdes (Hauptbestandteil üleiin) sind in der Regel gelblich, weich, die des Rindes (Stearin und Palmitin) mehr weiss, talgartig fest. Die Fettzellen hatten die gleiche Grosse wie im normalen Fettgewebe der Tiere und ent­hielten vielfach krystallinisches Margarin.
Bei Pferden bildet das subseröse Gewebe des Peritoneums, besonders des visceralen Teiles, eine Lieblingsstelle für das Auftreten von Lipomen. Von kleinen Fettlappen, welche zu beiden Seiten des Gekrös-ansatzes namentlich am Mastdarm herabhängen (A p pen dices epiploicae), bis zu langgestielten Geschwülsten giebt es allerhand Übergänge. Diese Lipome, welche durch das eigene Gewicht gestielt werden, geben bei Pferden oft Veranlassung zu tödlich verlaufenden Umschnürungen und zu Ver­schlingungen von Darmteilen. Mitunter reisst der Stiel, dann werden die Lipome zu freien Körpern, welche man bei der Sektion im freien Räume der Bauchhöhle vorfindet. Auch bei Rindern und Schweinen kommen im Netz und im Darm- und Nierenfettgewebe Lipome in Form von harten, knollenartigen Gebilden vor (Ostertag, Kühnau). Seltener werden bei Pferden am Überzuge des Herzbeutels und Zwerchfells Fettgewebs-wucherungen als langgestielte kleine Tumoren beobachtet. —
Eine zweite Lieblingsstelle für Lipome scheint bei Pferden die Gegend des Biceps femoris bezw. des Kniegelenks zu sein. Frohner beschrieb neuerdings zwei derartige Fälle bei Fohlen und schildert diese Geschwülste als auffallend grosse, stetig wachsende, weiche, beinahe fluktuierende, unter der Haut gelegene Tumoren. Auch Möller sah bei einem Pferde ein sub­kutanes Lipom am unteren Ende des Biceps femoris, welches nach der Aus-scbälung 26,5 kg wog; endlich finde ich in der älteren Litteratnr eine ähn­liche Angabe von Rhode, welcher ein doppelfaustgrosses Lipom an der äusseren Seite des Hinterschenkels, dicht oberhalb der Kniescheibe bei einem 14jährigen Pferde fand. In einem von Siedamgrotz ky beschriebenen Palle hatte ein 3 kg schweres Lipom bei einem 2'/a jährigen Pferde seinen Sitz zwischen dem Schlauche und der Kniefalte.
Köhne beobachtete bei einem Pferde ein 4 kg schweres Lipom an der Brustwand unter dem Ilautmuskel, während Eberhardt ein solches an der inneren SprunggelenkHäcbe bei einem Sauglullen feststellte.
Bei Hunden sind nach Kröhner Lieblingsstellen für das Auftreten von Lipomen die Extremitäten, insbesondere die Innenfläche der Oberschenkel,
Oasiior, Palholugie ilor Oescliwülsle.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8
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34nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Lipoine. Myxome.
die Kniefaltengegend und die Kruppe; Pröbner fand einmal ein den After ringförmig umgebendes Lipom.
Lipome der inneren Organe sind, abgesehen vom Pei'itoneum, recht selten. T ras bot konstatierte zwei kindskopfgrosse Lipome in der Leber eines Hundes, Hemmer zaldroicbe kleine Lipoine in den Lungen eines alten Hundes. Ich selbst fand bei der Sektion eines Hundes ein hühnerei-grosses Lipom, welches zwischen der Museularis und Sorosa des Magens seinen Sitz hatte.
Lund konstatierte im Uterus einer anscheinend trächtigen Kuh ein ausserordentlich grosses Lipom, welches etwa 75 kg Gewicht hatte.
Den seltenen Fall eines Lipomes des Gehirns beobachtete Kühn au bei einem 3jährigen Rinde. Die Neubildung nabin ihren Ursprung in der linken Hemisphäre des ürosshirns von einer Gefässsehlinge der Pia mater in der Gegend der Balkenwulst, war nach vorn in die Hirnmasse hinein­gewachsen und schliesslich durch das linke Stirnbein nach aussen hindurch* gebrochen. Der in der Schädelhoble befindliche Teil war kugelförmig und mass 4 cm im Durchmesser; zwischen Geschwulst und der Hirmnasse bestand inniger Zusammenhang, Die chemische Untersuchung ergab, dass das Fett am meisten Ähnlichkeit hatte mit Oleuininargarine; Obolcstearin war nicht nachweisbar. Die Entstehung der Geschwulst muss auf die embryonale Ent-wickelung zurückgeführt werden, da dieselbe schon aur Zeit der Geburt vor­handen war.
Williams fand bei einem 4jährigen Hengste an jedem Auge ein Lipom, das, von der inneren Fläche der Nickhaut ausgebend, den Raum zwischen dieser und der Cornea einnahm; auch Fröhner beobachtete Lipome der Nickhaut bei Hunden.
Lipoine der Mamma bei Hunden beschreibt Stockfletb als weiche, zuweilen pseudotluktuierende und lappige, oft bedeutend grosse Geschwülste.
3. Myxome.
L i 11 e r a t u r.
1.nbsp; Bratsohikow, Myxom im Wirbelkanale beim Rinde. Petersburger Arcliiv flir Veteriniir-medizin 1889.
2.nbsp; Cagny, Myxom in den EopfhOhlen beim .Scliafo. Kecueil. Bullet. 1894. p. 547.
3.nbsp; Klilers, Myxoniii gclatinosum in der Subkutis eines Pferdes. Rundschuu auf dem Gebiete der Tiermedizin 1888. S. 89.
4.nbsp; Fadyoan, The journal of comp. path, and therap. 1890. p. 429.
5.nbsp; Frühner, Allgemeine Chirurgie.
6.nbsp; Hamburger, Myxofibrom der Nasenscheidcwand beim Pferde. Virchow's Archiv. Bd. 117. S. 429.
7.nbsp; Hohnzann, Deutsche Zeitschrift für Tiermedizin. Bd. XIII. S. 197.
8.nbsp; Koch, Myxoma cordis. Archiv für Tierheilkunde. Bd. XI. S. 295.
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Myxome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;* 35
9. Kitt, Patholog. anatom. Diagnostik.
10.nbsp; Leiaering, Sttohsisoher ßerioht 1863. S. 30.
11.nbsp; Martin, Miiuchoner Jahresbericht 1882/83. S. 125.
12.nbsp; Möller, Allgomoiiie Chirurgie.
13.nbsp; Perrusaol, Encoplialitis, bedingt durch ein Gerebralmyxotn. IVogres vetoiinaire 1895.
14.nbsp; Rabe, Jahresbeiicht über die Tiorarzneischule zu Hannover 1875. S. 99.
Das Myxom, die Schlei mgeschwulst, entspricht in seinem Bau dem TyP118 ('es embryonalen Sobleimgewebes, wie es während des Fötallebens beispielsweise in der Wh art on sehen Sülze des Nabelstranges vorkommt. Ks kann sowohl aus dem Bindegewebe hervorgehen durch Aufnahme von Flüssigkeit in die Grmulsubstanz (ödematöses Fibrom), wie auch aus normalem und patliologischem Fettgewebe, indem das Fett aus den Zellen verschwindet,, während zugleich gallertige Flüssigkeit sich zwischen denselben ansammelt.
Neuerdings ist man nach dem Vorgange Küsters geneigt, das Myxom als besondere CJeschwulstform aufzugeben, indem diese Neubildungen nichts anderes seien als ödematöse Fibrome oder Lipome; man bezeichnet sie daher besser als Myxoi'ibrome bezw. Myxolipome.
Es sind rundliche, mehr oder weniger scharf umschriebene Geschwülste von weicher, fluktuierender Konsistenz, die Schnittfläche von grauer Farbe und gallertiger Beschaffenheit. Mikroskopisch findet man rundliche, ziemlich grosse Zellen, welche durch einen oder mehmre Ausläufer zusammenhängen und dadurch ein sternförmiges Aussehen erhalten, sowie homogene, schleimige Zwischensubstanz. Auf Zusatz von Essigsäure erfolgt in der Grundsubstanz feine, netzförmige Ausscheidung des Mucins.
Die Myxome kommen bei Tieren verhältnismässig selten vor, sie wurden beobachtet im subkutanen, subserösen und submuküsen Gewebe. Dieselben treten meist einzeln auf, selten multipel und sind durchaus gut­artige Geschwülste. Der am Herzen besonders bei Rindern mehrfach gefundenen myxomatösen Tumoren, welche man ebenso gut als Myxofibroine bezeichnen kann (Hess, Hink, Kitt, Koch, Leisering u. a.), ist schon bei Besprechung der Fibrome (S. 29) gedacht worden. Myxome bezw. Myxo-fibrome der Nasenhöhlen und deren Nebenhöhlen wurden bei Pferden (Hamburger, Kitt, Möller), Rindern (Bruckraüller) und Schafen (Cagny) festgestellt. Diese Tumoren sind sammetaitig und bestoben aus einer glasig gequollenen Bindegewebsmasse von gelblicher Farbe, das gallertige, feucht glänzende Gewebe lässt sich leicht zerdrücken (Kitt).
Myxuino bezw. Myxofibrome der Mamma wurden bei Hunden und Pferden von Kitt, bei Hunden von Fadyean festgestellt.
Über subkutan gelegene Myxome finde ich nur eine Mitteilung von Ehlers, welcher einen Fall beim Pferde beschreibt. Leisering sah ein Myxom der Harnblase bei einem l1/raquo;jährigen Ochsen.
3*
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8(5 'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Myxomo. Enclioiidromc.
Im Bereiche des Centralnorvonsystems, wo beim Monschen diese Geschwülste nicht ganz seiton vomikommen scheinen, wurden audi bei Tieren meiirlach rayxomatöse Tumoren beschriebon. Holzmanu land bei der Sektion eines Hundes, der überfahren worden war und seitdem an Diabetes insipidns litt, ein Myxoma hyalinum, welches das ganze Rücken­mark mit Ausnahme des Halsniarkes umgab und zwischen Periost und Dura lag. Bratschikow beobachtete gelatinöse Myxome im Lendenteil einer Kuh zwischen Dura und Wirbelknochen. Neuerdings konstatierte Perrussel bei einer neunjiüirigen Btute, welche starke Depressionserschoinungen gezeigt hatte, an der Gehirnbasis an einer nicht näher beschriebenen Stelle eine eiförmige, nussgrosse, weiche Geschwulst, welche als Myxom erkannt wurde.
Ein Myxosarcoma fibrosum der Parotis wurde von Rabe be­schrieben. Dasselbe hatte sich bei einem älteren Pferde innerhalb sieben Jahren langsam bis zu einem Gewichte von 11 Va kg entwickelt und bestand aus einer Anzahl von hülmerei- bis kindskopfgrossen Geschwülsten, die durch starke Bindegewebszüge zu einem Konvolut vereinigt waren.
Bezüglich der M y xome, welche im Verlaufe der peripheren Nerven bei Tieren mehrfach, gewöhnlich in grosser Anzahl, angetroffen wurden und als Neuromyxome autzufassen sind, siehe unter Neurome, S. 60.
Die Trauben- oder El äsen mole, welche man bisher als eine Hyper-trophie der Chorionzotten mit nachfolgender inyxomatöser Metamorphose aufgefasst und zu den Myxomen gerechnet hat, wird, wie neuerdings Marchand (Zeitschrift für Geburtshilfe, Bd. 22) nachgewiesen, durch eine regellose Wucherung des Zottene pith eis mit anschliessender hydropi-scher Quelhmg und Nekrose hervorgerufen, darf demnach nicht mehr als Myxom des Chorious bezeichnet werden.
4. Enchondrome.
Litteratur.
1.nbsp; Cadeac, R(5vuo vtHtjrinairo 1885. p. S79.
2.nbsp; ,1anson, Archiv für Tierheilkunde. Bd. VI(. S. 207. 8. Kitt, Münchener .laliresbericht 1885/80. S. 75.
4.nbsp; Derselbe, Patholog, anatomische Diagnostik.
5.nbsp; Leise ring. Sächsischer Bericht 1866. S. 29.
6.nbsp; Möller, Allgemeine Chirurgie.
7.nbsp; Morot, Lyoner Journal 1897. p. 84.
8.nbsp; No card, Arch, vtiter. 1877. p. 328.
9.nbsp; Ostapenko, Archiv für Votoriiiärmodizin.
10.nbsp; Peach, Enchoiidrom der Lunge eines Esels. The veterinarian. 1851. p. 120.
11.nbsp; Kenner, Knchondroin der Glaskörper eines Fohlens. Archiv für Tierheilkunde. Bd. XI. S. 308.
12.nbsp; Schmidt, Chondro-Adenom der Lunge. Üsterr. Revue 1886. Nr. 12.
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Enchondrome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 37
13.nbsp; Siedamgrotzky, Osteoidchondrom der Schilddrüse. Sftchs. Bericht 1871. S. 56.
14.nbsp; Derselbe, Osteoidchondrom am Fesselbein einer Kuh. ibid. 1874. S. 43.
15.nbsp; Zahn, Condro-Osteoidsarkom beim Hunde. Deutsche Zeitsohr. für Chirurgie. Bd. XXIII. S. 509.
Unter einem Enchondrora oder Chondrom versteht man eine Ge­schwulst, die im wesentlichen aus Knorpelgewebe besteht. Entweder ist der ganze Tumor aus Knorpelgewebe zusammengesetzt, wobei immer eine geringe Menge von Bindegewebe die Oberfliiclic bedeckt und in Form von Zügen das Innere durchsetzt, oder es finden sich daneben Übergänge in andere Gowcbsarten, wonach die Neubildungen dann Osteochondrome bezw. Chondrosarkeine bezw. Myxochondrome genannt werden. Die Enchondrome bestehen meist aus hyalinem Knorpel, seltener aus Netz- oder Faserknorpel. Die Knorpelzellen wechseln nach Zahl, Grosse und Form sehr erheblich; manche Chondrome sind zellreich, andere zellarm, bald grosszellig, bald kleinzellig; die Zellen selbst sind meist kugelig, mitunter aber auch spindcl-und sternförmig, besitzen teils eine Kapsel, teils liegen sie frei in der Grund-Substanz.
Die Enchondrome sind rundliche, meist unebene, knollige, scharf um­schriebene Geschwülste, deren Konsistenz je nach der Entwickelung des Stromas verschieden ist. Sie entwickeln sich hauptsächlich an Stellen, die normalerweise Knorpel enthalten (hyperplastische Chondrome), doch kommen sie auch in Geweben vor, die sonst keinen Knorpel enthalten, z. B. in den Moden und in der Mamma (heteroplastische Chon drome). Knorpel­geschwülste, welche vom Knorpel ausgehen, bezeichnet man direkt als Ek-chondrosen, solange sie keinen grosseren Umfang annehmen.
Die von den Knochen ausgebenden Chondrome sollen nach H. Vir-chow ans Knorpelresten entstehen, die bei der Ossilikation stehen geblieben sind. Auch die in den Weichteilen vorkommenden Enchondrome sind wahrscheinlich auf fötal verlagerte Knorpelreste zurückzuführen.
Als besondere Form ist von Virchow das Osteoidchondrom auf­gestellt worden. Dasselbe stobt dem Fibrom nahe und besteht aus osteoider Substanz, d. h. aus einer Substanz, die dem kalklosen Knochengewebe im Aufbau entspricht. Mikroskopisch findet man eine homogene Grundsubstanz (die beim Kochen Leim giebt) und Zellen, die ohne Kapsel sind und in mit reichlichen Ausläufern versehenen Lücken liegen. Dieses Osteoidchoiulrom entwickelt sich vorwiegend am Periost.
Die bei Tieren im ganzen selten vorkommenden Chondrome wurden vorzugsweise an Knorpeln und am Knochensysteme, in der Maminu, in der Lunge und in der Nasenhöhle, seltener in der Unterhaut, in den Hoden und in der Schilddrüse beobachtet; vereinzelt steht ein Fall von Chondrom des Magens bei einem Kalbe.
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Enchondrome.
Die Chondrome kommen besonders bei jugendlichen Tieren vor und sind zum Teil angeboren.
Auch bei Tieren sind die Chondrome sehr disponiert zu rückgängigen Metamorphosen; häufig treten schleimige Erweichung der Grundsubstanz, Fettmetamorphose der Zellen und Cystenbildung auf, vielfach auch Ver­kalkung. Auch echte Verknöcherung ist beobachtet worden.
Im Ganzen sind die Chondrome gutartige Geschwülste, ciocli kommen auch Metastasen vor; bei Tieren ist dies von Nocard und Cadeac nach­gewiesen.
Ekchondrosen wurden bei Tieren mehrfach an Rippenknorpeln ge­funden (Bruckmüller, Kitt). Gurlt (pathol. Anatomie) beobachtete Chon­drome bei Pferden, Ziegen und Hunden an den Kiefern.
Von Chondromen der Unterbaut finde ich vier Mitteilungen. Leisering konstatierte ein Enchondrom in der Unterbaut der ßippenwundung eines Pferdes, Janson ein 28 kg schweres in der Unterhaut eines Rindes, Morot ein solches an der Halsseite einer etwa 15 jährigen Kuh und Ostapenko ein subkutanes Enchondrom bei einem Munde.
über Chondrome der Lungen liegen bei Pferden, Rindern und Eseln mehrere Mitteilungen vor (Gurlt, Bruckmüller, Peach (7), Kitt (2), Schmidt(8), sie nehmen ihren Ausgang von den Bronchialknorpeln. Kitt (2) beschreibt z. B. ein Chondro-Adenom beim Pferde, welches in dem rechten Hauptbronehus von der Wand aus in Form eines blumenkohlartigen Gebildes von bernsteingelber Farbe und höckeriger Oberfläche in das Lumen vorge­drungen war. Ahnlich gebaute Geschwülste durchsetzten in Hirsekorn- bis Waluussgrösse die ganze rechte Lunge, derselben ein höckeriges Aussehen verleihend.
Am häufigsten werden Enchondrome namentlich bei Hunden in der Mamma gefunden (Kitt, Möller, Fröhner, Johne u. a.), wo dieselben oft multipel und meist als Mischgeschwülste auftreten; der Bau derselben ist namentlich von Kitt sehr eingehend beschrieben worden. Nach Kitt wurden auch in den Hoden der Pferde wiederholt Chondrome als selbständige Ge­schwülste angetroffen, während über Enchondrome der Parotis bei Tieren meines Wissens keine Mitteilungen vorliegen.
In der Schilddrüse dagegen konstatierte Sied a m gr otz ky beim Hunde ein Osteoidchoudrom. Zahn fand bei einem Hunde vor und um den Kehlkopf und die Luftröhre eine fast mannskopfgrosse Geschwulst, welche sich nach dem Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchung als eine Misch-gesebwulst, als ein Chondro-Osteoid-Sarkom erwies. Die Genese dieser Neu­bildung ist unklar, eine Verwachsung mit den benachbarten Weichteilen, mit Trachea und Larynx bestand nirgends (vielleicht auch von der Schilddrüse ausgehend).
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Enchondrome. Osteome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;39
In der Nasenhöhle eines Hundes beobachtete Kitt zwei symmetrische Osteoidchondrome, während Sieda mgrotz ky ein doppeltfaustgrosses Osteoidchondrom am Fesselbein einer Kuh feststellte.
Als Rarität ist das von Kitt (2) einmal konstatierte Vorkommen eines Enchondroms in der Wand des Pansens eines Kalbes anzusehen; ein faustgrosser, höckeriger Tumor war aus der Wand nach aussen hervorge­wachsen, als Ohonclrom leicht erkenntlich an seiner Märte, seinem milch-weissen bis bläulichen Aussehen und dem mikroskopischen Befunde, welcher hyalines Knorpelgewebe erkennen Hess, umsäumt und durchbrochen von gefässhaltigem Bindegewebe.
Vereinzelt in rler tierärztlichen Litteratur steht auch ein von Renner beobachteter Fall von E n c h o n d ro m des Glaskörper s. Bei einem Fohlen, welches vollständig blind geboren wurde und noch andere Abweichungen an den Augen erkennen Hess, fand sich an Stelle des Glaskörpers im rechten Auge ein bohnengrosses, im linken ein erbsengrosses Fnchondrom, welches von einer trüben Flüssigkeit umgeben war und durch mehrere zarte, nicht pigmentierte, bindegewebige Züge mit der Aderhaut in Verbindung stand. Um jedes Enchondrom lag eine derbe, bindegewebigo Kapsel, von der Fortsätze in die Geschwulstmasse hineinreichten. Letztere bestand aus runden oder ovalen Zellen, die von dicken Kapseln umgeben waren; einzelne Kapseln enthielten mehrere Zellen. Die Zwischensubstanz war hyalin. (Die mikroskopische Untersuchung wurde Im patholog. Institute der tierärztl. Hochschule zu Berlin ausgeführt.)
5. Osteome und Odonlome.
a) Ostoomelaquo;
Litterat u r.
1.nbsp; Bruokmttller, Lehrbuch der pathol. Zootomie der Haustiere.
2.nbsp; Ooromans, Annal. de mod. vöt. 1893.
3.nbsp; Oornevin, Lyoner Journal 1889. S. 325.
4.nbsp; A. libor, Deutsche Zeitsohr, f. Tiennediziu. 1890. II. 2 n, 3.
5.nbsp; Fretjaiioff, Mitteilungen dos Kasaner Veterlnftr-Institutes 1890. S. 125.
6.nbsp; Gurlt, Lehrbnoh dor patholog. Anatomie.
7.nbsp; Derselbe, fiber Exostosen in den Koplliölilon. Magazin für Tiorboilkimdo. Bd. IV. S. 505.
8.nbsp; Derselbe, Über Kiiocliciiauswiicbse Jiu den Stirnbeinen des Pferdes, ibidem. Bd. XXIII. S. 93
9.nbsp; Derselbe, Knoclien-Neubildiing an den serösen lliliiten. ibidem, lid. XXXVI. S. 93.
10.nbsp; (jfoubaux, Refer, in lloiiiigquot;s Bepertorlnm. Bd. XVI. S, 227.
11.nbsp; Johne, Birch-Hirsehfeld's allg. path. Amitoniio.
12.nbsp; Kitt, l'atholog. anatom. Diagnostik.
13.nbsp; Derselbe, Miincboiior Jabrosbericbt 1894/95. S, 94.
14.nbsp; Lei soring. Sächsischer Bericht 1869/8. 33.
15.nbsp; Müller, Österreich. Zeitschrift f. wissonsoh, Veterintlrkunde 1888. S. 25.
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40nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Osteome.
16.nbsp; Roth, Schweizer Arohiv für Tierheilkunde 1888. S. 57.
17.nbsp; Schlegel, Deutsche tierSrztl. Wochcnsohr. 1895. S 229
18.nbsp; Schlampp, Kitts patholog. anatotn. Diagnostik, lid, II. S. 666.
19.nbsp; Stockfleth, Handbuch der tierärzti. Chirurgie.
20.nbsp; Voigtländer, Sächsischer Bericht. 1870. S. 29.
21.nbsp; Willigk, Kitts pathol. anatom. Diagnostik. Bd. II. S. 556.
Als Osteome bezeichnet man geschwulstförmige, deutlich abgegrenzte Neubildungen, welche aus typischem Knochengewebe gebildet und nicht entzündlichen Ursprungs sind. Die am Knochonsystein auftretenden Knochenneubildungen hat man je nach ihrem Sitze und ihrer Entstehung verschieden benannt. Als Hyporostose bezeichnet man eine diffus aus­gebreitete Massenzunahme des Knochens. Osteophyt nennt man die durch produktivlaquo; Entzündung der Knochenhaut entstandene Neubildung, solange dieselbe noch einen spongiösen Bau hat und dem Knochen locker aufgelagert ist. Ist dieselbe vollständig verknöchert und mit dem Knochen innig ver­bunden, dann bezeichnet man sie als Exostoso (also späteres Stadium). Enostosen sind umschriebene Knochenneubildungen im Innern von Knochen. Diskontinuierliche Osteome sind solche, welche vom Knochen entfernt in den Seimen und Muskeln, heteroplastische Osteome solche, welche in anderen Organen (Lunge, Scbädelhohle, Hoden etc.) ihren Sitz haben. Nicht zu den Osteomen zu rechnen sind die Produkte einer chronischen Entzündung, diese gehören in das Gebiet der Periostitis ossifieuns und Ost eosclerosis.
Nach dem Baue kann man drei Formen der Knochongeschwulst unter­scheiden: Osteoma durum s. ebur neum (nur Knochengewebe und Gefässe), Osteoma spongiosum (schwammiges Knochengewebe mit Markräumen) und Osteoma inedullosuin s. molle, bei dem die Markmasse vorwiegt.
Die Osteome entstehen am häufigsten aus ursprünglichen Knochen, können aber auch aus dem Bindegewebe der Weichteile durch Metaplasie sich entwickeln.
Die reinen Osteome gehören zu den durchaus gutartigen Geschwülsten, sie können nur durch ihren Sitz nachteilig werden. Nicht selten aber kom­binieren sich die Osteome mit anderen Geschwulstformen (Osteosarkome, Osteofibrome), wobei sich natürlich auch ihr Charakter ändert.
Die Osteome kommen bei unseren Haustieren ziemlich häufig vor. Am Unter- und Zwischenkiefer lassen sich dieselben zuweilen auf traumatische Einwirkungen mrückfübren (Kitt). Viellach sind in der Litteratur Osteome der Kopfhöhlen bei Kindern, Pferden und anderen Tieren beschrieben (Gurlt, Br uckmülle r, (loubaux, Stockfleth, Voigtlander, etc.). Hier gehen dieselben meist vom Keilbein und Siebbein aus und entwickeln sich zuweilen zu ganz kolossalen Knochenmassen. Wahrscheinlich gehen sie aus Knorpel-inseln hervor, welche als Reste des Chondroeraniuins zurückbleiben. Von
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Osteome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;41
neueren Mitteilungen seien folgende erwähnt: Schlegel beobachtete ein Osteosarkom der rechten unteren Nasenmuschel bei einem dreijährigen Fohlen. Die Nasenmuschel war zu einem doppeltfaustgrossen, hohlen Kegel heran­gewachsen, dessen Mantel bis 5 cm dick war. Der Querschnitt der porösen Knochenmasse bestand aus einem Fachwerke von feineren und gröberen Knochenbälkchen mit zahlreichen kleinen, kommunizierenden Lücken. A. Eber konstatierte ein myelogenes Osteosarkom des Jochbeins bei einer Kuh. Die Neubildung hatte, vom Jochbein ausgehend, die Oberkiefer- und Gaumen­höhle der entsprechenden Seite angefüllt, den Oberkiefer seitlich aufgetrieben, den Nasengang vorlegt und die Nasennmscheln zum Schwinden gebracht. Weiter durchbrach die Geschwulst den harten Gaumen und drang in die Maulhöhle vor, nach oben wucherte dieselbe durch die Beule des Oberkiefers bis in die Schiäfengrube und Augenhöhle. Fretjanoff beschreibt ein Osteoiibrom auf der Innenwand der Paukenhöhle an der Grenze des mittleren und inneren Ohres. — Die vom Siebbein ausgehenden Osteoine wachsen nicht selten in die Schädelhöhle hinein und drücken als kompakte, halbkugelige Tumoren, welche der Siebbeingegend breit aufsitzen, auf das Gehirn (Kitt). Durch Lösung der knöchernen Verbindung mit der, Höhlenwandung können die Geschwülste absterben, sie liegen dann als freie tote Knoclienmassen in der betreffenden Höhle (tote Osteoine, Tillmanns).
Als Osteome sind nach Johne auch die Knocbenauswüchse an den Stirnbeinen des Pferdes aufzufassen, die unter dem Namen „Stirn hörn erquot; bekannt sind. Dieselben entstehen nach Our Its Ansieht in der Weise, dass ein Teil der grossen Keilbeinflügel über den Spalt des Stirnbeines hinaus wächst, bevor sich die vordere Platte des Stirnbeines ganz geschlossen hat. (Die Inder tierärztlichen Litteratur mehrfach, am genauesten von Roth und Kitt beschriebenen i n trakianiellon Dentalosteome (die ,,ver­steinerten Gehirnequot; der älteren Autoren), welche in die Sehädelhöhe hinein-wuchern, das Gehirn mehr oder weniger verdrängen und im Innern einen Bac'enzalm einsehliessen, gehören in das Gebiet der Teratologie unter die Kiemen f urchentcratome (K i tt).
Heteroplastische Osteome kommen bei Tieren in den Lungen, im Peri­toneum, in der Mamma, in den Hoden, im Gekröse und im Glaskörper des Auges vor. Oorcmans fand in den Lungen eines Ochsen ein Eaustgrosses, spongiöses Osteom. Ein Präparat der Lunge eines Rindes, in welchem die Bronchial Verzweigungen verknöchert sind und als skelettähnliches, aus spiessigen und blätterigen Knoclientäl'elchen bestehendes Gerüst die Lunge durchziehen, befindet sich nach Kitt in der Mtinchener Sammlung. Knochen-neubildungcn wurden auch im Peritoneum bei Rindern, Schweinen und Hunden von Gurlt beobachtet. Zuweilen lässt sich ihre Entstehung auf traumatische Einflüsse zurückführen. So werden bei weiblichen Schweinen nach der Kastration im Peritoneum an der Operationsstelle mitunter Knochen-
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Osteome. Odontome.
platten gefunden (Gurlt). Am merkwürdigsten aber sind die einem Korallen-geriist nicht unähnlichen Knochengerüste, welche Gurlt in dem Gekröse bei zwei fetten Schweinen nachweisen konnte. Dünnere und dickere Knochen­teile waren so mit einander verbunden, dass verschieden grosse, mit Fett aus­gefüllte Zwischenräume blieben.
Verknöcherungen der rechten Vorkammerwand des Herzens sind bei der Sektion alter Pferde oft konstatiert worden.
In dem Euter, namentlich von Hündinnen, aber auch von Kühen sind ebenfalls Knochcnneubildungen beobachtet worden. Sie treten sowohl als scharf umschriebene, rundliche Osteome und Osteochoiidrome auf, als auch in Form von ästigen Knochenspangen.
Über Knochenneubildung in dem Hoden eines Hengstes berichtet Gurlt (Magaz. f. Tierheilk. Bd. 40. S. 468). Willigk fand im Hodensacke eines Ochsen ein eiförmiges, 1180 g schweres Osteom, welches auf den Säge-(lächon bimsteinartig rauh war und mikroskopisch die Knochentextur und etwas Knorpelgewebe vollendet erkennen liess (Kitt, Diagnostik It. S. 656). Ein Osteoma spongiosum dor Untorhaut an der vorderen Fläche des Halses beschreibt Leisering bei einem Hunde.
Über zwei Fälle von Osteom des Hornfortsatzes beim Rinde, zu denen aus der Litteratur noch zwei weitere Beobachtungen von Müller und Cornevin hinzukommen, macht Kitt neuerdings Mitteilung. Nach seiner Ansicht ist dieses Osteom, von welchem er eine Abbildung bringt, bedingt durch expansives Wachstum des Hornfortsatzes, welches dabei seinen Horn-überzug dehnt und zum Platzen bringt; es liegt nahe, eine Verletzung als äussere Veranlassung anzunehmen.
Endlich ist nach Schi am pp das Vorkommen von Osteomen im Glas­körper des Pferdes nicht gerade selten; dieselben entwickeln sich im Ver­laufe destruierender Prozesse aus den bindegewebigen Elementen heraus und nehmen erst die Form zerbrechlicher Scherbchen oder dünner Lamellen an, können aber auch als spongiöse Knochenkugeln nahezu den ganzen (Ilas­körperraum ausfüllen.
ii) Odontome. Litteratu r.
1.nbsp; Bland-Sutton, The journal of coinp. med. 1890.
2,nbsp; Kitt, Monatshefte f. praktische Tierheilkunde. 1892. H. 8—10. B Derselbe, Pathol. anatom. Diagnostik. Bd. I. 8. 409.
4.nbsp; Derselbe, Zahngesohwtllste beim Rindo und Pferde. Mttnoh. Hericht. 189495.
5.nbsp; Leisering, Silchsischer Bericht. 18f)ü. S. 13.
Unter Odontomen versteht man Neubildungen, welche von den Zähnen selbst ausgehen und aus echtem Zahngewebe bestehen; Dental-Osteome dagegen sind von den Zähnen oder dem Alveolarfortsatz der Kiefer aus-
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Odontome. Myome. Rhabdomyome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;43
gehendeKnochenneubildungen. DioOdontome sindauf eine hyperplastische Wucherung der Pulpa während der Entwickelung der Zähne zurückzuführen. Die im späteren Lehen auftretenden Neubildungen von Zahnsubstanz werden als Odontinoide bezeichnet.
Odontome sind bei Hauatieren, namentlich bei den Pflanzenfressern öfter beobachtet worden. Die Littcratur darüber ist von Kitt mit grosser Sorgfalt zusammengestellt. Auch Bland-Sutton hat diese Geschwülste bei Tieren eingehend studiert. In der allerncucsteu Zeit hat Kitt wiederum vier Zahngewebsneubildungen beim Rinde untersucht, welche er als das Produkt einer abnormen Wucherung der Zalmsäckchen auffasst und als Odonto-blastome bezeichnet, sowie eine beim Pferde, welche aussei! wie Knochon-rindc beschaffen war, innen aber spongiösen Bau zeigte und die Bezeichnung Osteokystom erhielt.
6. Myome.
Myome nennt man diejenigen Geschwülste, welche neben gefiisshaltigem Bindegewebe als Hauptbestandteil Muskelgewebe enthalten. Nach der Form der muskulären Elemente unterscheidet man das Ilhabdoinyom s. Myoma striocellulare, wenn es sich um quergestreifte Muskelfasern handelt, und das Leiomyom s. Myoma lae vicellu lare, welches durch glatte Muskel­fasern charakterisiert ist.
a) Khahdoiiiyomc. Litteratur.
1.nbsp; Gratia, Aimal. Mgiqu. 1884. 1. 041). Ref. im Jahresbericht von Kllenborger-Sohtitz. 1885. S. 83.
2.nbsp; Johne, Adeno-Sarko-lthalKlomyoin der Niere eines SohwoitieB, Siiclisisclier liericilt. 1886. 8. 63
3.nbsp; Kolessnikolf, Virohows Archiv. Bd. 68. S. 554.
Die Rhabdomyome (Zenker) oder das Myoma striocellulare (Vir-chow) sind beim Menschen seltene Geschwülste und treten teils rein, teils in Form von Mischgeschwülslen (Myosarkom) auf. Da dieselben meistens in Organen gefunden werden, die quergestreifte Muskulatur nicht enthalten (Nieren, Hoden, Eierstöcke), und nur im jugendlichen Alter vorkommen, so nimmt man jetzt allgemein an, dass sie kongenitaler Natur und auf fötale Einschlüsse muskulärer Elemente zurückzuführen sind.
Noch viel seltener sind die Uliatnlomyome bei Tieren; es liegen bisher im ganzen drei Beobachtungen vor, von denen zwei insofern ganz merk­würdig sind, als es sich um ältere Tiere handelt. K o I e ssn i ko ff fand ein llhabdomyoma melanodes am Schweif und im perianalen Binde­gewebe bei einem 20 Jahre alten Hengste. Die grossen Tumoren hatten
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Rhabdomyome.
zahlreiche Metastasen in der Leber, Milz, Peritoneum und Pleura gemacht. Nach der histologischen Beschreibung handelte es sich zweifellos um Rhabdo-myosarkome. Die Hauptmasse der Goschwülste bestand aus spindligen, teils unpigmentierten, teils pigmentierten Zellen mit und ohne Querstreifung. An anderen Stellen fanden sich quergestreifte Spindelzellen und deutliche quergestreifte Muskelfasern mit und ohne Pignientierung. Die Ansicht Koless-nikoffs, dass die quergestreiften Muskelzellon z.T. aus indifferenten Granu-lationszellen, die ihrerseits sowohl von Leukocyten, als auch von Bindegewebs-zellen abstammten, sich entwickelt hätten, wird heute wohl kaum mehr auf­recht zu erhalten sein; ebenso wie es auch zweifelhalt ist, ob die Pigmen­tierung von roten Blutkörperchen abgeleitet werden darf. Die quergestreiften Spindelzellen sind vielmehr mit Sicherheit als embryonale Muskelzellen anzu­sehen, wie durch die späteren Untersuchungen Koliskos und Hauaus sicher gestellt worden ist. Gratia beobachtete bei einem alten Anatomie-pl'erde an einem der beiden Nervi vagi ungefähr in der Mitte des liaises eine fusiforme Anschwellung von 8—10 cm Länge und der doppelten Dicke des normalen Nerven. Makroskopisch konnte man auf dem Querschnitte des Nerven, der nirgends mit der Nachbarschaft verwachsen war, zwei Zonen unterscheiden, eine centrale weisse und eine periphere rote. Die mikro­skopische Untersuchung ergab, dass die äussere Zone aus quergestreiften Muskelfasern bestand, welche zum Teil zwischen die Nervenfasern eingeschoben waren. Die Nervensubstanz selbst erschien normal.
Johne berichtet über ein Adeuo-Sarko-Khabdomyoin der Niere eines Schweines, von ;{2 cm Länge, 2'2 cm Breite, 15 cm Dicke und einem Gewicht von 14 kg. Die Geschwulst war glatt, derb-fleischig, zwischen Nieren­kapsel und Niere liegend, aber in diese übergehend, die Niere selbst war zu einem dünnen Anhängsel geschwunden. Die Schnittfläche des Tumors erschien glatt, grauweiss, aus Läppchen bestehend, die von radiären und sich kreuzenden Hindegewebszügen und (lefässen umgeben und durchbrochen waren. Dazwischen lagen Züge und Inseln von blassroter Farbe und markiger Beschaffenheit. Mikroskopisch bestand der Tumor aus einer sarkomatöson, sehr viele Spindel-, lymphoide und epitholialc Zellen enthaltenden Grund-substanz, ferner ans Haufen von Driisenschläuchen, ausgekleidet mit einer einschichtigen Lage niedriger Cylinder-oder kubischer Epithelzellen und zahl­reichen, in Zügen und Bündeln gelagerten quergestreiften Muskelfasern. Die letzteren haben sich nach John es Ansicht aus Zügen und Bündeln glatter Muskelfasern entwickelt. Bezüglich der Genese ist Johne abweichend von anderen Autoren (s. Lübarsch) der Meinung dass die quergestreiften Muskel­fasern nicht embryonalen Keimen, sondern jenem Netze von Bündeln glatter Muskelfasern entstammen dürften, welches nach Kberth im subkapsuläreu Bindegewebe eingebettet ist. Verf. glaubt die Entstehung der heteroplasti-scheu Rhabdomyome überhaupt auf eine Metaplasie aus glatter Muskulatur
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Rhabdomyonio. Loioinyome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 45
zurückfiiliveii zu köimon, da cine Durclisiclil der Kasuistik lehre, dass fast in allen Organen, die Sitz .von Rhabdomyomon gewesen wären, glatte Muskel­fasern enthalten seien. Dem gegenüber nmss hier ausdrücklich betont werden, dass zur Zeit die Mehrzahl der Ansichten dahin geht, dass die Rluibdomyome kongenitaler Natur und auf Störungen in der embryonalen Entwickelung zurückzuführen sind.
b) Leiomyome.
Litteratur.
1.nbsp; Cadöac, Rovuo vetör. 1885. p. 6. (Myom dos D(inndtirmea.)
2.nbsp; A. Eber, Doutseho Zeltsohr, f. Tiermedizio. 1892. S. 31C.
3.nbsp; Frank, Tiei'ttiztUobe (Jebuitsliiilfe.
4.nbsp; Gratia, Aimalea de med. \6t. Vol. XXXIX. p. 508.
5.nbsp; Görig, Deutsche tioriirztl. Wodionsclir. 1896. S. 29.
6.nbsp; Kitt, Leiomyom vom Pferd. MUnch. Jahresbericht 1884/85. S. 74.
7.nbsp; Derselbe, Leiomyom beim Schwoin. ibidem. 1885/86. S. 79.
8.nbsp; Derselbe, Patholog. anatomische Diagnostik.
9.nbsp; Kohlhepp, Myofibrom hei einer Kuli. Hadiache Mitteilungen. 1885. S. 71.
10.nbsp; Liönaux, Myome de la vessio. Annalos belgiques. Annee 43. p. 662.
11.nbsp; Lothes, Leiomyom des Pferdemagens. Berlin, tieräiztl. Woclienschr. 1890. 8. 185.
12.nbsp; Lucet, R6c. do möd. vet. 1894. Nr. 23. (Myome des Oesophagus.)
18, Maguire, The veterinarian. Vol. LXV11. p. 609 (Myom des Fferdemagens).
14.nbsp; Rabe, .lahresbericht der Tierarzneischuie zu Hannover. 1876. S. 68.
15.nbsp; Schütz, Archiv für Tierheilkunde. Bd. VII. S. 14.
16.nbsp; Siedamgrotzky, Sächsisoher Bericht. 1871. S. 25.
17.nbsp; Derselbe, Myom der Albuginea des Hodens, ibid. 1873. S. 25.
18.nbsp; Derselbe, Leiomyom am Sphincter ani. ibid. 1877. S. 36.
19.nbsp; Tetzner, Zeitschr. f. Veterinärkunde. Bd. I. 1890. S. 421.
20.nbsp; van Tright, Myom der blaas. Holland. Zeitschr. 1884. 8. 12.
Die Leiomyome bilden rundliche, scharf umschriebene Geschwülste, deren Konsistenz im allgemeinen fest, aber abhängig von der Menge des darin enthaltenen Bindegewebes ist. Nimmt das letztere einen bedeutenden Teil der Neubildung ein, so bezeichnet man sie als Myofibrom. Die Unter­scheidung eines Myoms von einem Fibrom ist unter Umständen sehr schwierig. Makroskopisch erscheinen auf der Schnittfläche die bindegewebigen Anteile der Geschwulst weiss, die muskulösen rötlich weiss oder rötlich grau. Die Muskelzellen lassen sich durch einfaches Zupfen schwer isolieren, leichter nach 24 stündiger Einwirkung von 20 quot;/o Salpetersäure oder nach 20—30 Minuten langer Behandlung mit SSW/o Kalilauge. Die mikroskopische Dia­gnose stützt sich ferner auf das eigentümliche Verhalten der Myomzellen gegen Pikrokarmin, welches die Muskelfasern gelb, das Bindegewebe rot färbt.
Im Verhältnis zu dem bei Menseben so hünligen Auftreten von Myomen (nach Fritsch findet man fast bei Jeder zehnten Frau ein oder mehrere Myome im Uterus) erscheinen die höchstens 30 in der tierärztlichen Litteratur niedergelegten Befunde doch sehr spärlich. Die meisten dieser Beobachtungen
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Leiomyomo.
beziehen sich aul' den Uterus und die Vagina, es folgen der Häufigkeit nftoh
die Myome des Magens, des Darmes, des ösophagUS, der Unterbaut, der Prostata und der Harnblase.
Die Leiomyome sind im ganzen gutartige (lesehvvülste. Beim Menschen sind in neuerer Zeit Metastasenbildungen beobachtet worden, während etwas iümlielies bei Tieren nicht bekannt geworden ist.
Von regressiven Metamorphosen kommen bei denselben vor: Verkalkung, Fettmetainorphose, hyaline Degeneration und Oystenbildung. (Myoma cysticum.)
Von Myomen (Fibromyoraen) des Uterus hat Krank neun Fälle zu­sammengestellt, zu denen in der neueren Litteratur nur noch sechs kommen. A.Eber, der diese letzteren Mitteilungen gesammelt bat, beobachtete neuer­dings im Uterus eines Kbinozeros multiple Leiomyome. Fast die ganze Uteruswand war von dicht gelagerten, rundlichen Geschwulstknotcu von Haselnuss- bis Kindskopfgrösse durchsetzt. Dieselben lagen in der Submukosa, waren von intakter Schleimhaut überzogen und liessen sich in toto heraus­lösen, es bandelte sich demnach um submuköse Leiomyome. Die Myome bezw. Fibromyome des Uterus, vorwiegend bei Kühen, aber auch bei Schweinen und Hunden gefunden, entwickeln sich submukös, intramuskulär oder sub-peritoneal. Die ersteren können nach dein Lumen vordringen und durch den Muttermund in die Scheide hineinwachsen, die letzteren ragen bald über die Aussenfläcbe hervor und wachsen gegen die Bauchhöhle zu. Die Uterus­myome bezw. Myofibrome nehmen zuweilen kolossale Dimensionen an; die Litteratur registriert Geschwülste des Uterus von 36 kg beim Schwein und bis 100 kg Gewicht beim Rinde (Kitt path. anat. Diagnostik 11 S. 583). Die nach der Bauchhöhle zu wachsenden Tumoren werden gern gestielt, so be­sehreibt Kitt ein 18'/laquo; kg schweres Leiomyom, welches bei einem Mutter­schweine in der Bauchhöhle gefunden wurde und mit dem Uterushorn nur durch ein schmales Band in Verbindung stand.
Ähnlich gebaut wie die Myome des Uterus sind die myomatösen Neu­bildungen der Scheide, wie sie z. B. vonKohlhepp, Görig, Gratia bei Kühen, von Müller bei Hündinnen angetroffen wurden.
Leiomyome des Magens bei Pferden haben Rabe, Lothes und Maguire beschrieben; diese Myome entwickeln sich aus der Muscularis und wachsen entweder nach innen oder nach aussen vor. Um ein Leiomyom handelt es sich wohl auch in dem Falle, den Si eda mgrotzky als Spindel­zellensarkom am Magen aufführt. — Auch in der Darmwandung kann es zur Bildung von Leiomyomen kommen; so beschreibt Cadeac eine kinds­kopfgrösse Geschwulst, welche das Duodenum einer Stute umgab und ver­engerte, Schütz ein Myom des Jejunum undTetzner ein faustgrosses, sub­seröses Myom des Mastdarmes, ebenfalls beim Pferde. Ein Leiomyom am After konstatierte Siedamgrotzky bei einem ca. 8/4 Jahre alten Kalbe
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Loiomyome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;47
(Hyperplasle lt;los luoeren Sohllessmukels). Dieser Muskel bildete eine 11,5 cm lange und cn. 5 ein dicke Zwinge um den Mustdann, welche nur aus weisslich-rötliclien Bündeln von Ringinnskel/ügen bestand, Das Oewcbe war weicli und aussohliesslioh ausaramengesetzt aus grossen glatten Muskel­fasern mit stilbelieiiförmigem Kern. — über das Auftreten von Myomen des OspphagUS beim Pferde berichtet Lucet.
Über Leiomyome der Harnblase finde ich in der tierärztlichen Litteratur zwei Mitteilungen. Lienaux entfernte bei einem Hunde operativ eine manns-kopfgrosse, derbe, vveissliehe Geschwulst, welche aussei! auf der Harnblase aufsass und in die Beckenhöble hineinragte. Augenscheinlich nahm das glatt­faserige Myom seinen Ursprung aus der Muscularis der Blascuwand. Ein zweites Myom fand van Tright bei der Sektion eines Hundes an der rechten Seitenwand der sehr vergrösserten Harnblase. Die Neubildung füllte die Harnblase fast ganz aus, war auf dem Durchschnitt blassrot und verlegte die Mündungsstelle des rechten Harnleiters.
Siedamgrotzky beschreibt ein Leiomyom, welches bei einem alten ri'erde auf der äusseren Fläche des Hodens, in der Furche zwischen diesem und dem Nebenhoden gefunden wurde. Die walnussgrosse Geschwulst war von der Albuginea überzogen,quot;aber mit derselben innig verbunden; neben diesem Tumor fanden sich noch mehrere kleinere. Mikroskopisch bestand die Neubildung aus glatten Muskelfasern, zwischen denen nur sehr wenig Bindegewebe und spärlich Blutgefässe vorhanden waren. Die Entstehung dieses Myoms erklärt sich aus den normalerweise dort vorhandenen Zügen glatter Muskelfasern. (Beim Menschen scheinen Leiomyome des Hodens noch nicht beobachtet worden zu sein, dagegen einige (etwa vier) Fälle von Khabdo-myom des Hodens.)
Den ebenfalls seltenen Fall eines subkutanen Leiomj'omes teilt Kitt mit. Bei einem ö1/raquo; jährigen Pferde sass in der Gegend des Kniegelenkes ein 250 g schwerer Tumor; derselbe Hess sich von der Unterhaut und teil­weise von der Muskulatur leicht ausschälen, nur an einer Stelle war er mit der Muskelmasse verwachsen. Ihren Ausgang hat die Neubildung nach Kitts Ansicht von den glatten Muskelfasern der hier befindlichen Arterien ge­nommen. (?)
In der Prostata kann es bei Hunden durch Hyperplnsie des fibro-muskulären Gewebes zur Bildung von Knoten kommen, wobei das Drüsen-gewebe cystisch entartet. (Fibromyoma cysticum [Kitt].)
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Ciliome.
7. Gliome und Neurome.
a) (laquo;lionic.
L i 11 e r a t u r.
1.nbsp; nbsp;Dörrwiich tor, tiliosarkom am HUckemnurke oiner Kuh. Deutsche tieiilrztliclie Woclien-schrift. 1896. S. 79.
2.nbsp; Gratia, Tumeur du Ganglion do Qa880r correspoudunt. Aimal. do mod. vöt. 1889. p. 247. Ref. im Jahresbericht Ellenborgor-Seh litz. 1890. S. 84.
3.nbsp; Piana, Glioma della midolla spinale di un cane. Clin. vet. Vol. XII p. 5 ff. Ref. in Jahresbericht Kllenborger-SchUtz. 1890. S. 84.
Als Ciliome bezeichnet nuni Neubildungen, welche duroh eine Wuche­rung der Gliazellen bedingt sind und im Centmlnervensystem sowie im Auge vorkommen. Die Struktur entspricht dem normalen Neurogliagewebe; rund­liche, spindelförmige, zuweilen vielfach verästelte Zellen in körniger Grund­substanz. Die Gliome treten auf in Form kleinster bis etwa faustgrosser Geschwülste, welche von massig fester Konsistenz und grauem, markigen Aussehen, bei stärkerem Gei'ässgelmlt rötlich sind. Kombinationen kommen vor mit Fibromen, Myxomen und Sarkomen.
Die Gliome treten meist solitär auf und sind durchaus gutartige Ge­schwülste, die nur durch ihren Sitz gefährlich werden können.
Über gliomatöse Neubildungen finde ich in der tierärztlichen Litteratur nur drei Mitteilungen, welche sich auf das Ceutralnervensystem beziehen, während Gliome der Netzhaut bei den Haustieren bisher nicht beschrieben worden sind. Gratia fand bei einem Jagdhunde, an dem während des Lebens Atrophie der Temporal- und Orbitalgegend und Lähmung der linken Überlippe konstatiert worden war, ein Gliom, welches vom Ganglion Gasseri ausging. Dasselbe war haselnussgross, von länglicher Gestalt, von rötlicher Farbe, wurde von einer glatten, festen Hülle umschlossen und barg im Innern eine schlaffe, fast zerHiessende Masse. Die Geschwulst dehnte sich nach oben bis zu den Wurzeln des 5. Nerven aus und begleitete nach unten, indem sie sich teilte, den Ober- und Unterkieferast dieses Nerven auf I—2 cm hin, Der Tumor hatte an der Varolsbrücke eine Vertiefung veranlasst und auf die Wurzeln der Nn. abducens, facialis und acusticus einen Druck ausgeübt.
Bei der Sektion eines unter Lähmungserscheinungen zu Grunde gegangenen Hundes fand Piana eine kleine Geschwulst im Niveau des 2. und 8. Bauch-wirbeis an der rechten Hälfte der dorsalen Fläche des Rückenmarks. Die­selbe war länglich oval (10 bezw. (5 mm), von scheibenartiger Gestalt, von weisslich gelber Farbe und wurde von der Dura bedeckt. Der Aufbau dieses Tumors, zu dessen Krläutorung mehrere Abbildungen beigefügt sind, glich dem der Neuroglia. In dem dorsalen und mittleren Teile der Geschwulst konstituieren die zarten Fäden ein feines Netzwerk mit massig weiten Maschen,
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(iliomo. Neuromo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 49
wie in der weissen Rückenmarksubstam. Die spärlichen Kerne lassen ihre Umgebung zu einem protoplasmatiscben Zeilenkürper, einem Kiioten]gt;unkt der davon abgehenden Fasern anschwellen. Die Charaktere der Neuroglia der grauen Substanz beschränken sieh auf zwei Züge, deren einer gegen die Mitte des Tumors vordringt, deren anderer nahe an dessen ventraler Ober­fläche lateralwärts zieht. Das Gewebe zeigt liier in seiner Grundlage einen dichten, oftmals der Maschen gänzlich entbehrenden Filz von Fasern, in welchen deutlich verzweigte Ganglienzellen eingesprengt sind, deren Fortsätze an ihrer Basis zart gestreift sind und sich in dem Stroraa verlieren; ihre Kerne sind bedeutend grosser als die der bindegewebigen Grundlage. Heziig-lich der ausführlicheren Beschreibung des miskroskopischen Bildes inuss auf das Original oder auf den Jahresbericht verwiesen werden (s. Litt).
Derrwächter konstatierte bei der Schlachtung einer Kuh, welche einen unsicheren, schwankenden Gang gezeigt hatte, im Bereiche des 1.—8. Rückenwirbels folgende Abnormitäten: Unmittelbar unter den Wirbelkürpern befand sich eine faustgrosse Geschwulst von grauweisser Farbe, weicher Kon­sistenz und glatter Oberfläche; die Schnittfläche war markig, gallertig. Bei näherer Untersuchung ergab sich, dass der Tumor durch Stränge fest mit der Wirbelsäule verbunden war, die sich als der letzte Halsnerv und der erste Rtiekennerv erwiesen und von der Neubildung vollständig umschlossen waren. An der Dura mater spinalis befanden sich linkerseits an der ent­sprechenden Stelle fünf polypenartige Geschwülste von Erbsen- bis Hasel-nussgrosse, welche graugelbe Farbe, massig feste Konsistenz, glatte Ober­fläche und weisse, markige Schnittfläche zeigten. Mikroskopisch wurden zahl­reiche rundliche, spindel- und sternförmige Zellen nachgewiesen, die ein granu­liertes Aussehen und einen centralen Kern zeigten. Dörr Wächter bezeichnet daraufhin die Neubildung als ein Gliosarkorn. (Ein Zusammenhang der Ge­schwulst mit dem Rückenmark geht aus der Beschreibung nicht hervor, sondern nur mit der Dura und Pia; die Diagnose „öiiomquot; erschoint mir nicht gesichert, wahrscheinlich handelt es sich um ein Sarkom mit polymorphen Zellen).
b) Neui'unic. Litteratur.
1.nbsp; nbsp;lilanc, Lyouor Journal 1897. p, 385.
2.nbsp; nbsp;H ran oll, Magazin für Tiüihoilkumlp. Bd. XI. S. 38.
3.nbsp; Kitt, Pathol. anatom. Diagnostik. Bd. II. S. 612.
4.nbsp; Loisoiing, Nomofibiom beim Pferde. Sächsischer Bericht 18C7. S. 9.
5.nbsp; Möller, Allgemeine Ohirorgie. S. 397.
6.nbsp; Mo rot, Annalcs belgiques 1886. p. 620.
7.nbsp; Derselbe, Journnl de ined. vet. (Lyon) 1888. p, 248.
8.nbsp; nbsp;Derselbe, ibidem. 1897. p. 385.
9.nbsp; Ostertug, Handbuch raquo;'er Fleischbeschau. 8. 3ü0.
Casper, Pathologie der OesohwUlsle.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
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Nonnimi).
10.nbsp; Roy, Herioga Bepertorlum. Bd. XIV. S. 1:12.
11.nbsp; nbsp;Bigot, Kocueil de raöd. vöt. 1H29. p. 624.
12.nbsp; Tiasbot, Sue. cent.iiile 18 imirlaquo; 1879.
Als Neurome kann man streng gouommen nur solche Ocsclnvülsto bezeiohuen, welche wesentlich uns neugebildeten Nervenfasern bestehen. Die in der Littemtur beschriebenen Neurome aber sind grösslcnteils fibröse oder niyxom utö se Neubildungen, welche aus der Wucherung des Perineurlum und des Nenrilennn hervorgehen, während die nervösen Elemente selbst sicli passiv verhalten, Hie bilden meist spindelförmige Anschwellungen im Ver­laufe der Nerven und treten sehr häufig multipel auf. Verbreitet sicli die knotige Auftreibuug über ein ganzes Nervengebiet und ist sie mit Sohlängelung der Nerven verbunden, so entstehen aus Knoten zusammengesetzte Stränge, welche man nach Verneuil als plexit'ormes Neurom, nach Bruns als Bankenneurom bezeichnet. Die echten Neurome gehören bei den Menschen, wenn sie überhaupt vorkommen, zu den allerseltensten Neoplasmen (Luba rsch).
Bei Tieren sind wahre Neurome bisher mit Sicherheit überhaupt noch nicht nachgewiesen worden. Alle unter dieser Bezeichnung beschriebenen Tumoren sind falsche Neurome, d. h., es sind Fibrome und Mj'xome des bindogewebigen Teiles der Nerven. Dieselben hätten ihrem Baue nach bei den Fibromen und Myxomen Platz finden müssen; wenn sie trotzdem an dieser Stelle liier besprochen werden, so geschieht dies deshalb, weil man diese Neubildungen unter der Rubrik „Neuromequot; zu linden gewohnt ist.
Die Zunahme des Bindegewebes erfolgt bald mehr im Innern der Nervenbündel durch Wucherung des Endoneurium, bald mehr in den äusscren Teilen durch Proliferation des Perineurium. Im ersteren Falle werden die Nervenfasern auseinander gedrängt, im letzteren werden die Nervenbündel, bezw. der ganze Nerv ringsum durch Bindegewebe eingehüllt.
Nach Ostertag kommen bei Rindern Neuromyxome der Inter­kostalnerven vor, welche anfangs hanfkorn- bis erbsengrosse, später bis kar-toi'felgrosse, graue und feste Knoten bilden, welche den Nerven ringförmig innschliessen. In den grösseron Knoten tritt das myxomatöse Gewebe mehr in den Vordergrund. Sie kommen oft in grosser Zahl vor, wodurch der Nerv ein rosenkranzförmiges Aussehen annimmt (plcxil'ormes Neuromyxom). — Mo rot beobachtete an den dorsalen, koslalen und sternalen Nerven bei Kühen „Neuromequot;; bei zwei Tieren wurden mehr wie 120, bei einer mehr wie 10O und bei zweien mehr wie 80 beobachtet. Der makroskopischen Beschreibung nach handelte es sieh um Neuromyxome. Derselbe A utor (4) fand bei einer alten Kuh liUö Neurome, von denen 134 an der Basis des Herzens, 30 am Kehlkopf und Zungengrunde, 358 in den Aruigeflechten und 811 in den
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Neurome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;51
/wischenrippenräununi sasson. Ihro (Irösso schwankte zwisclien der einer Efrbse bis zu der einer Nuss. Neuerdings konnte Mo rot diese Nenromyxomo bei gesoblaohteten Rindern sogar an den Nerven des Schlundes und Herzens nachweisen. — Auch Blanc studierte die Fibromyxome der Nerven bei Wiederkäuern und konnte sicli davon überzeugen, dass iiir Bau in jeder Beziehung mit den sogen, falschen Neuromen des Menschen übereinstimmt.
7ai den Neurofibromen bezw. -myxomen gehören offenbar auch jene Neubildungen, welche Leisering bei einem Pferde land und sebr ein­gebend bescbrieben hat. An den Nervenbündeln der Cauda equina waren, einige Zoll von ihrer Ursprungsstelle entfernt, spindelförmige Knoten von ver­schiedener Länge und Dicke bemerkbar. Der grosste davon war T'/a ein lang, bis 17 mm breit, flach zusammengedrückt, die übrigen waren kleiner, mebr rundlich, alle aber waren von fester Konsistenz. Ähnliche Abweichungen bestanden aueb bei einzelnen peripberiseben Nerven, so bei dem Wangen­nerv, dem Zungennerv, dem Gaumennerv, dem Nerv des Nasenrückens und den Mittelnorven beider Armgeflccbto. Die diese Verdickungen ver-ursachenden neugebildetcn Massen batten ein graurötliches, stellenweise halb-durebsebeinendes Aussehen und Hessen auf Querschnitten die einzelnen mebr auseinandergedrängten Nervenfäden sebr schon erkennen. Die zwischen die Nervenfasern gelagerte, graurötlicbe, neugebildete Masse bestand teils aus Bindegewebe, hauptsäeblich aber aus einer amorphen körnigen Masse, die sich nach Zusatz von Essigsäure klärte. Leise ring hält das Neurilemm für den Ausgangspunkt dieser Wucherungen und betont selbst, dass man diese Verdickungen nicht als echte Neuromo auffassen könne.
Nach der Neurotomie treten auch bei Pferden am centralen Nerven­stumpfe zuweilen Neubildungen auf, welche in jeder Beziehung den Ampu-tationsneuromen des Menschen gleichen. Derartige Tumoren wurden bei Pferden zuerst von Rigot (1829) beschrieben, seitdem liegen von Brauell, Trashot, Rey, Möller und anderen Mitteilungen darüber vor. Sie wurden bald am N. modianus (Rigot, Trasbot, Möller), bald am N. plantaris (Brauell, dey, Hardy, Hugues u. a.) beobachtet. Möller hält diese Geschwülste noeb für echte Neurome, doch ist ein Beweis dafür keineswegs erbracht. Wie bei den Amputationsneuromen des Menschen mag es sieb aueb hier nicht um eine eigentliche Neubildung von Nervenfasern, sondern im wesentlichen um eine Wucherung des Nervenbindegewebes bandeln; von einem Regenerationsversuch der durchschnittenen Nerven kann nur insofern die Rede sein, als ein Längswachstum der alten Fasern nachweisbar ist. Man wird deshalb gut tbun, auch diese Ueschwiilste als Neuroiibrome zu bezeichnen, bis exakte Untersuchungen uns von dem Vorkommen wahrer Neurome bei Tieren überzeugt haben.
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52nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hiimnngiomn und LytnpIiangioinelt;
8. Häinangionie und Lyniphangioine.
a) Htiimingioine.
Litteratur.
1.nbsp; Bounct, Fibroangiom vom i'l'eid. Mttnohener Jahresbericht 1881/82. S. 98.
2.nbsp; (Jiidioi, Handbnoh der Ohirurgie von Bay or und FrOhner. Bd. ill. Lieferung 8.
3.nbsp; Deigendesob, Repertorinm der Tierheiikaudelt; 1882.
4.nbsp; Dieckerliol'f, Spezielle Pathologie und Therapie.
6.nbsp; Egge ling, Tierilr/.tliciie Mitteilungen 1882 S, 61.
(gt;. Krcolani, Referat im liepertorium der Tierheilkunde 1854.
7.nbsp; Grebe, Archiv für Tierheilkunde. Bd. IX. S. 350.
8.nbsp; Francesco, Angiom der glans penis. La clinica vet. 1897. p. 174.
9.nbsp; Heyne, Angiom der Nase. Schneidemlihls Rundschau 1885. S. 75.
10.nbsp; IT of in a im, Hepertorium der Tierheilkunde 1891. S. 290.
11.nbsp; Kitt, Patbolog, anatomische Diagnostik.
12.nbsp; Leisering, Gefässgeschwulst heim Hunde. Sächsischer Bericht 1861. S. 35.
13.nbsp; Derselbe, Angiom der Schamlippo einer Kuh. ibidem. 1869. S. 28.
14.nbsp; Lübkc, Zeitschrift für quot;Vetorhiiirkunde.
15.nbsp; Lucet, Recueil do mod. vet. 1890. p. 379.
16.nbsp; Martin, Münchener Jahresbericht 188283. S. 104.
17.nbsp; Möller, Allgemeine Chirurgie.
18.nbsp; Montane, Kevue vetör. 1890. p. 633.
19.nbsp; H. Saake, Archiv für Tierheilkunde. Bd XIX S. 193.
20.nbsp; W. Saake, Über nngiotnatöse Entartung der Leber. Deutsche Zeitschrift für Tiermedizin. Bd. XXII. S. 142.
21.nbsp; Siedain gro tzk y, Angiom eines Hundes. Hilchsischer Bericht 1874. S. 39.
22.nbsp; Stockman, Journal of conip. path, and therap. 1896. H. 9.
23.nbsp; nbsp;Urban, Wochenschrift für Tierheilkunde 1887.
H uniaugi omo oder kurzweg Angiom6 nennt raun Geschwülste, die vorwiegend aus neugebildeten Blutgel'ässen bestehen. Danach sind solche pathologische Bildungen ausgeschlossen, welche durch blosse Erweiterung präformierter Blutgefässe entstanden sind (Aneurysmen, Varices).
Man unterscheidet:
1.nbsp; nbsp;Das Angioma simplex s. plexiforme (Telangiektasie) be­stehend aus schon vorhandenen, aber erweiterten und unter starker Schlänge-hing wuchernden Kapillaren und Venen. Mikroskopisch findet man die Kapillaren stark erweitert und geschlängelt, dabei ist die Wand zuweilen zart, in anderen Fällen aufi'allend verdickt.
2.nbsp; Das Angioma cavernosum (Tumor cavernosus), bestehend aus einem System weiter, mannigfach gestalteter Hohlräume, welche von ein-andor nui durch bindegewebige Scheidewände getrennt sind., Die Scheide­wände bestehen aus kernhaltigem Bindegewebe oder aus Spindelzellengewehe und sind hier und da von Öffnungen durchbrochen. Die Innenfläche der Hohlräume, welche mit Blut angefüllt sind, ist mit Endothel ausgekleidet. Die ganze Neubildung ist am besten zu vergleichen mit dem Corpus caver­nosum penis.
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Hflmangiome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;53
Die Angiome werden bei Tieren nicht gerade häufig beobachtet. Die beim Menschen stets angeborenen Telangiektasien der Haut, bekannt unter dem Namen „Feuermal, Muttermal, (Naevus vasculosus), kommen bei Haustieren entweder selten vor oder entgehen wegen der pig­mentierten und behaarten Haut meist dem Auge des Beobachters.
Bei weitem die Mehrzahl der uns interessierenden Angiome wurde in der Leber und in der Schleimhaut der Nasenhöhlen angetroffen, seltener sind Angiome der Unterhaut, der Scheide, des Herzens und der Maulhöhle.
Abgesehen von den Hämangiomen der Leber, welche immer multipel auftreten, sind die Angiome bei Tieren solitilr und durchweg gutartiger Natur. Hei den meisten derselben muss man eine kongenitale Entstehung annehmen; bezüglich der Entstehung der Leberangiome gehen indes die Ansichten noch weit auseinander.
Für den pathologischen Anatomen stehen von den bei Tieren vorkommen­den Hämangiomen unstreitig die Angiome der Leber im Vordergründe des Interesses. Während IT. Saake diese Neubildungen, welohe in der Leber geschIaditeter Kinder nicht gerade selten anzutreffen sind, als multiples disseminiertes Leberangiom bezeichnet, spricht Kitt von kapillarer fleckiger Angiomatose s. Telangiektasie. H. Saake sah kurz nach einander drei Fälle. Die Lebern waren im ganzen normal, nur liesson die­selben unter der Serosa viele hirsekorn- bis linsengrosse dunkelbraune Flecke erkennen, welche scharf umgrenzt waren und unter der Oberfläche ein wenig zurückblioben. Bei der mikroskopischen Untersuchung gehärteter Präparate zeigte es sich, dass an den betreffenden Stellen die Kapillaren sich zu grösseren Käumen erweiterten und die Leberzellenbalken teils schmäler waren, teils ganz fehlten. Die teils leeren, toils mit Blut und thrombotischem Cic-rinnsel angefüllten Herde waren nicht regclmässig angeordnet, sondern befanden sich sowohl in der Peripherie wie im Centrum der Acini. Überall waren die Räume mit lOndothol umgeben, demnach muss es sich um erweiterte Gefässe und nicht um Extravasatc handeln. 11. Saake fand ausserdem in den Arterien und Pfortaderästen in dem interlolmlilren Gewebe vielfach Thromben und darin Leberzellen. Er glaubt nun, dass diese Leberzellen-embolie die Ursache für das Angiom abgegeben habe, indem die Verlegung der kleinen Gefässe durch die Leberzellen Stauung bedingen konnte, welche ihrerseits zur Dilatation führte. Da nun gerade in der Leber die Kapillaren Sehr schwaehwandig sind, so konnten sieh die erweiterten Kapillaren bei dem durch Stauung erhöhten Blutdruck leicht zu den sinuösen Bäumen aus­bilden.
Diese Auffassung 11. Saakes war aber mit grosser Vorsicht aufzu­nehmen, zumal Seh morl (Pathologisch-anatomische Untersuchungen über Puer-peraleklampsie, 185);J) und Lubarsoh (Fortschritte der Medizin, 18!)3) nach­gewiesen hatten, dass die vermeintlichen Leberzellenombolicn in der Leber-
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Hilmangiome.
arterie und Pfortader fast immer durch das Zerschneiden des Organs hervor­gerufene Kunstprodukte seien. Nach Schmorl kann man den Befund von Leberzeilen innerhalb der Blutgefässe nur dann als pathologisch, d. h. als intra vitam entstandene Erscheinung beweisen, wenn man grosse Stücke aus verschiedenen Stellen der Leber in Müll er scher Flüssigkeit, der etwas Sublimat zugesetzt war, bei Brüttemperatur 14 Tage lang härtet und nach Ablauf dieser Frist aus denselben kleine Stücke herunterschneidet, dergestalt, dass nur die centralen Partien benutzt werden. Ganz neuerdings hat nun \V. Saake (Sohn) 11 weitere Fälle von Leberangiom heim Rinde unter An­wendung dieser von Schmorl verlangten Kautelen eingehend untersucht und sein Augenmerk besonders auch auf die Frage der Leberzellenembolien gerichtet. Er konnte nun in 6 dieser 11 Fälle mit absoluter Sicherheit Leber­zellenembolien nachweisen, und zwar nicht nur in den Venen oder Verzweig­ungen der Pfortader, sondern auch in den Arterien. „Die Leberzellen waren mit der allergrössten Deutlichkeit in allen Stadien vom völlig intakten Zustand bis zum gänzlichen Zerfall in den Thromben erkennbar.quot; Während aber in den drei von H. Saake untersuchten Fällen die Blutanhäufungen immer und unbedingt als angiomatüse Erweiterungen der heberkapillaren aufzufassen waren, erwiesen sich in den von W. Saake untersuchten Lebern die Blut­anhäufungen nur zum Teil als Angiome, zum Teil aber auch als Jlämor-rhagien in der Lebersubstanz. Die Bezeichnung ,,angiotnatöse Entartungquot; ist daher nicht mehr zutreffend, da neben den angioiuatösen Erweiterungen auch echte Uämorrhagien vorhanden sind; aus demselben Grunde passt aber auch die von W. Saake nach Jürgens Vorgange vorgeschlagene Bezeich­nung „hämorrhagische Hepatitisquot; nicht für diesen Prozess, Für die schon von H. Saake aufgestellte Hypothese, dass die angiotnatösen Erweiterungen der Leberkapillaren durch eine Drucksteigerung in dem Kapillarsystena infolge der Thrombosen zustande kämen, macht W. Saake weiter geltend, dass die Thrombosenbildung durch die an vielen Qefässwänden nachweisbaren Alterationen begünstigt und der Entstehung von Uämorrhagien durch eine verminderte Festigkeit dieser Gefässwände Vorschub geleistet wird, Sämt­liche Lebern stammton aul'fallenderweise von Kühen, die gekalbt oder ver­kalbt hatten. Die Vermutung, dass die Leberveränderungen mit der Gebär-thätigkeit in ätiologischem Zusammenhange stehen, ist daher um so weniger von der Hand zu weisen, als die Befunde Snakes grosse, Ähnlichkeit haben mit denen, welche Klebs, Lubarscb, Schmor! u. a. in der Leber bei an l'nerperaleklampsio verstorbenen Frauen erheben haben.
Kitt versucht für das Zustandekommen dieser eben beschriebenen Leberangiome eine andere Erklärung zu geben. Er gewahrte an mikroskopi­schen Schnitten zwischen den heberläppcbon Herde, die als ein Maschen­werk bluterfüllter Räume erschienen, vergleichbar dem Aussehen der embryo­nalen Leber. Diese Blntlakunen, teils mit Blut, teils mit Plasma angefüllt.
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Hämangiome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 55
teils auch leukocytenreich, waren allenthalben vom Endothel umgeben, dem-gemäss als übermässig ausgeweitete Kapillaren aufzufassen. „Die Schnitt-bilder machen den Eindruck von embryonalen Lebern, an welchen die soliden Leborcylinder in das grosse Blutriiume führende Bindegewebe des vorderen Danngokröses einwachsen und so ihr Kapillar- und (ierüstwerk erhalten. Demnach wäre die Anomalie eine kongenitale, eine Henunungshildung durch Stellenwelses Unterbleiben des Eiusprossens der Leborzcllencylindcr in die Gerüstsubstanz, deren kapillare Maschen hierdurch nicht genügend eingeengt werden, entstehend.quot;
Dieser Auffassung Kitts gegenüber betont W. Saake, dass beim Menschen die Leberangiome mit zunehmendem Alter häufiger werden, dass dieselben also nicht den kongenitalen, sondern den erworbenen Abnormitäten angehören. Damit stehe im Einklänge, dass, soweit er erfahren konnte, bis­her bei Kälbern kein derartiger Fall beobachtet worden sei. —
Martin beobachtete zugleich mit der Angiomatose der Leber beim Pferde kavernöse Geschwülste der Milz und Lunge, bei einem Rinde ein Angiom der Milz.
Von verschiedenen Seiten, so von Deigendesch, Heyne, Urban, Lübke, Hofmann, u. a. wurden Hämangiome der Nasenscheidewand beschrieben. Dieselben treten in der Regel im oberen Teile der Scheide­wand auf, sind flächenartig glatt, nicht scharf abgegrenzt und rot oder bläu­lichrot. Die geringsten meohanisohen Läsionen veranlassen Blutungen, ausserdem neigen dieselben sehr zur Geschwürsbildung, Indes handelt es sich hei manchen der beschriebenen Tumoren, /.. B. im Falle Heyne, nicht um eine Neubildung von Blutgefässen, sondern um eine einfache Er­weiterung der geräumigen Venen der Submukosa (Phlebektasie). Ob die Ansicht DieckerholTs zu Recht besteht, laquo;lass die als „Flächenangiomequot; beschriebenen Prozesse der Nasenschleimhaut nichts weiter darstellen als eine chronische libiösc Entzündung mit Wucherung und amyloider Degeneration der Schleimdrüsen, steht noch dahin, wenn auch Qrawitz in einem speziellen Falle diese Veränderung Eestgestellt hat. Die Bezeichnung „Rhinoskl eromquot; für diesen Prozess ist jedenfalls nicht am Platze, denn als Khinosklerom bezeichnet man in der Medizin eine ganz, spezifische AlVeklion, für welche wir bei Tieren bisher kein Analogen haben.
Seltener sind bei Tieren die Angiome der Haut und Unterbaut, doch liegen Mitteilungen darüber von Leisering, Bonnet, Siedamgrotzky, Möller, Lucetu. a. vor. Leisering beschreibt heim Hunde ein hühnerei-grosses Angiom der Unterhaut an der unteren iSchwanzIläche, Bonnet ein kindskopfgrosses kugeliges Fibroangiona, welches bei einem Pferde im Papillar-körper der Haut an der Schwanzwurzel seinen Sitz hatte, Siedamgrotzky ein Angiom der Unterhaut eines Pudels, welches durch die Haut blauschwarz durchschimmerte. Die Geschwulst; bestand aus stark gewundenen, gcknäuelten
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56nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hitmangiome. Lymphangiome.
Gefässen von 0,06—0,25 mm Dicke, welche von der hinteren Bauchdecken­arterie versorgt wurden.
Angiome der Scheide wurden bei Kühen von Leisering und Egge ling beobachtet, in beiden Fällen verursachte das Platzen der Geschwulst eine tödliche Blutung.
Ein ulcerierendes Augiom an der glans penis eines Pferdes operierte Francesco. Grebe beobachtete ein diffuses cavernöses Angiom an den Lippen, am Zahnfleisch und am Gaumen eines Pferdes.
Als äusserst seltene Befunde seien noch erwähnt ein von Ercolani in der Wand der linken Herzkammer und ein von Montane im Endocardium eines Pferdes gefundenes Hämangiom.
b) Lyinphangioine. Litteratur.
1.nbsp; Kitt, Teiangiektasia lymphatica vom Herzen des Pferdes. MUnohener Jahresbericht 1886/86. S. 77.
2.nbsp; Schindolka, Lympbttngiome bei einer Katze. Österreichische Zeitschrift für wissonach. VeterinUrkimde. bd. IV. 1892. S. 140.
Das Lytnphangiom (Angioma lymphaticum, Telangiektasia lymph at ica) ist für das Lymphgel'ässsystem dasselbe, wie das Angiom für das Blutgefässsystem. Es handelt sich um Erweiterungen der Lymphbalmen zuweilen gleichzeitig verbunden mit einer Hypertrophie der Lyinphgefäss-wände und des dazwischen liegenden Gewebes, in den Maschenräumen findet man klare, selten milchig aussehende Lymphe. Mitunter komplizieren sieh Bindegewubswucherungen der flaut mit Ektasien der Lymphgefässe (Elephan­tiasis lymphangieetatica).
Bei Tieren ist das Lymphangiom eine grosse Rarität. Ich finde in der ganzen Litteratur nur zwei Mitteilungen darüber. Schindelka beschreibt ein Lymphangiom der Mamma einer Katze, die Lymphgefässe waren er­weitert, geschlängelt, kleinlingerdick.
Kitt beobachtete ein flächenhaftes Lymphangiom, welches bei einem vierjährigen Pferde an der Oberfläche des Herzens nahe der Spitze seinen Sitz hatte. Dasselbe wurde gebildet durch ein ziorlicli geschlungenes, in sich zurücklaul'endes und anastoinosierende Aste treibendes Lymphgefäss von 2,5 mm Dicke, welches eine fast klare, bernsteingelbe, etwas zähe Flüssigkeit enthielt. Mikroskopisch erkannte man, dass das erweiterte Lymphgefäss die normale endotbeliale Auskleidung trug und nur die Wandung durch Spindelzellen etwas verstärkt war.
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Sarkome. Definition. Bau. Einteilung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;57
9. Sarkome.
a) Deflnition, Bau, Einteilung, Yorkoininen, Entstehung.
Litteratur.
1.nbsp; nbsp;Birch-Hl rschfeld, Allgem. pathol. Anatomie.
2.nbsp; nbsp;Frey, Socidtö oentrale de med. vlt;H. 26 mars 1891.
3.nbsp; nbsp;Fröhner, Allgemoinn Chirurgie. S. 108.
4.nbsp; nbsp;Jürgens, Verhandl. dor mod. (.iesellsoh. zu Berlin. 1. Teil. S. 99 u. 119. 1890.
5.nbsp; nbsp;Leisoring, Sarkomatöso Neubildung infolge eines Uippenbruches. Sachs. Bericht. S. 16. 1861.
6.nbsp; nbsp;Lungwitz, Fibrom und Fibrosarkom bei einem Pferde. Sachs. Bericht. S. 54. 1873.
7.nbsp; nbsp;Sernmer, Über allgemeine Carcinose und Sarkomatose bei den Haustieren. Zeitschr. f. Tiermed. Bd. XIV. S. 245. 1888.
8.nbsp; nbsp;Derselbe, Allgemeine Sarkomatose bei einer Kuh. Ibid. Hd. XVIII. S. 451. 1892.
9.nbsp; nbsp;Ziegler, Allgem. path. Anatomie. IX. Auflage.
Mit dem Namen Sarkom belegt mau Geschwülste, welche nach dem Typus des Bindegewebes gebaut sind, hei denen aber die zelligen Elemente gegenüber der Zwischen Substanz vollkommen prädominieren, Die Sarkome entstehen immer in einem Gewebe der Bindesubstanzgruppe, und zwar ent­spricht die Zusammensetzung meist der Beschaffenheit des Mutterbodens, Die Ausbildung und Form der Zellen wechselt in den einzelnen Sarkomen, nach (der Form derselben bat man die Sarkome in verschiedene Unterab­teilungen eingeteilt (s. unten). Auch die Intercellularsubstanz kann der Menge nach sehr verschieden sein, aber sie ist immer vorhanden, niemals liegen die Zellen — im Gegensatze zum (kreinom — unmittelbar an einan­der, Ausserdem finden sich in den Sarkomen stets Blutgefässe, mitunter in reichlichem Masse. Lymphgelasse sind in Sarkomen bisher nicht nachgewiesen.
Nach der Form der Zellen unterscheidet man bei den Sarkomen herkömmhoher Weise vier Arten:
1 das Rundzellensarkom (Sarcoma rotun d ocellul are),
2.nbsp; das Spi ndel zellensarkom (S. l'usocellulare),
3.nbsp; das Riese nzellensarkom (S. gigantocellulare),
4.nbsp; das Stern- oder Netzzellensarkom.
1. Das Rundzellensarkom bestellt fast ausschliesslich aus Rund­zellen; es zerlallt, in die kleinzellige und grosszellige Form. Das kleinzellige Rundzellensarkom besteht vorwiegend aus lymphoideu Zellen und wird daher, weil es eine grosso hiatologische Übereinstimmung mit dem Granulationsgewebe besitzt, von Billroth geradezu als Granulations­sarkom bezeichnet. Es sind meist sehr weiche, schnell wachsende, sehr bös­artige Geschwülste, die auf der Schnittfläche grauweiss oder milchweiss aus­sehen. Die Intercellularsubstanz ist meist sehr spärlich. Zuweilen ahmen diese
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Sarkome. Einteilung. Vorkommen.
Sarkome den Bau der Lymphdrüsen insofern nach, als die Intercellular-substanz netzförmig angeordnet ist (Lymphosarkom).
Das grosszellige Rundzellensarkom bestellt aus Zellen, die erheb­lich grosser sind, reichlich Protoplasma und grosso, blftsdienfönnige, ovale Kerne enthalten; die Zwischonsubstanz ist netzförmig angeordnet. Das gross­zellige Rundzellensarkom ist in der Regel weniger weich und weniger bös­artig als das kleinzelligo.
2.nbsp; Das Spindelzellensarkom besteht aus mehr oder weniger lang­gestreckten, meist in Bündeln liegenden Spindelzellen. Die Intercellular-substanz ist bald spärlich, bald reichlich entwickelt, zuweilen so massenhaft, dass die Geschwülste den Übergang bilden zu den Fibromen (Fibrosarkome). Die Spindelzellensarkomo sind meist fester als die Rnndzollensarkome, im allgemeinen aucli von langsamerem Wachstum und daher gutartiger.
3.nbsp; nbsp;Das Riesenzelleii sarkom ist ausgezeichnet durch den Gehalt an Riesenzellen, kann im übrigen seiner Natur nach ein Rund- oder Spindel­zellensarkom sein.
4.nbsp; nbsp;Das Stern- oder Netzzellensarkom ist gekennzeichnet durch reichlichen Gehalt verzweigter und unter einander zusammenhängender Zellen.
Die Form der Zellen ist aber für die systematische Kinleilung der Sarkome nicht immer verwertbar. Einmal kommen in derselben Geschwulst oft mehrere Zellformen neben einander vor, zum anderen finden sich häufig Neubildungen, welche Übergangsformen von anderen Qeschwulstarten in Sarkome darstellen. Diese Misclifonneii benennt man hergebrachter Weise nach der Art der Gewebselemente, so kenneu wir: Fibrosarkome, Myxo-sarkome, Chondrosarkome, üsleosarkome, Lymphosarkome, Myosarkome, (iliosarkome. Ausserdem kommen noch in Betracht die pigmentballigen Sarkome (Melanosarkome), die Endotheliome und Psammome; diese drei letztgenannten Korinen sollen einer gesonderten Besprechung unterzogen werden (s. S. 70 ff.).
Die Sarkome gehören bei den Haustieren, insbesondere bei Pferden und Rindern zu den häufigsten Neubildungen, bei Hunden scheinen dieselben etwas weniger häufig angetroffen zu werden. Freilich Ist ein grosser Teil der in der älteren Litteratur als Sarkome beschriebenen Neubildungen zumal bei Rindern in das Gebiet der Tuberkulose und, so besonders die am Ober-und Unterkiefer beobachteten Fälle, in das Gebiet der Aktinomykose zu verweisen, fiber die absolute Häufigkeit der Sarkome bei den einzelnen Tierarten geben die von mir in dem Abschnitt Slntistik (S. 21 ff.) auf­gestellten Zahlen am besten Aulschluss.
Was den Sitz der Sarkome bei Tieren anlangt, so sind auch hierüber S. 25 statistische Angaben gemacht worden. Danach werden dieselben besonders häufig im Knocliensystem (Ober- und Unterkiefer), in den Neben­höhlen der Nase, in den Lymphdrüsen, in den Lungen, in den serösen Häuten
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Sarkome. Vorkommen. Ätiologle.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;59
in der Leber und in den Nieren beobachtet. Verhältnismässig selten sind der Urogenitaltraktus und das Centralnervensystem Sitz sarkomatöser Neubildungen.
Bei den Haustieren müssen , wie auch S e m m e r hervorgehoben hat, die Sarkome als die bei weitem bösartigste Gruppe der echten Neubildungen angesehen werden; ihre Malignität ist unbedingt grosser als die der Carci-nome. „Während die Krebse sich vorzugsweise an äusseren zugänglichen Körperteilen primär entwickeln und durch zeitige radikale Operation oft mit Erfolg entfernt werden können, entstehen die Sarkome mit Vorliebe an inneren, schwer zugänglichen Organen, wachsen schnell und haben grosse Neigung zu metastatischor Verbreitung. Allgemeine Sarkoinatose und Me-lanosarkomatose ist bei Tieren viel häufiger als allgemeine Carcinose.quot; (S e m XXX e r).
Über die Ätiologie sind auch bei den Sarkomen der Tiere unsere Kenntnisse äusserst mangelhaft. Die bisherigen Versuche, die Sarkome als Infekt löse Neubildungen hinzustellen, müssen als gescheitert angesehen werden. Von verschiedenen Seiten wurde zwar mitgeteilt, dass es gelungen sei, Sar­kome durch Impfung von Menschen auf Tiere zu übertragen; aber die Nachprüfungen ergaben stets ein negatives Resultat. Die neuerdings von Jürgens mitgeteilten Versuche sind ebenfalls nicht überzeugend, da von anderer Seite Zweifel an der Diagnose der angeblich erzeugten Tumoren er­hoben wurden. Bisher war es nur möglich, maligne 'rumoren von einem Tier auf ein anderes Tier derselben Gattung zu übertragen, namentlich von Ratte auf Ratte; aber dabei handelt es sich, wie Hanau ausgeführt hat, nicht um eine durch Infektion erzeugte Neubildung, sondern um eine echte Transplantation. Jedenfalls ist bis zur Zeit ein zwingender Reweis für die Infektiosität der Sarkome ebenso wenig erbracht wie für die der Oarcinome.
—nbsp; Wiederholt sind auch schon bei Tieren Mikroorganismen als ursächliche Erreger des Sarkomes angeschuldigt worden, ohne dass dies bisher einwands-frei bewiesen wäre. Auch die namentlich in der neuesten Zeit häufiger mit­geteilten Protozoönbefunde haben einer objektiven Kritik nicht stand gehalten.
—nbsp; Welche Bedeutung entzündliehe und traumatische Schädlichkeiten für die Entstehung der Sarkome besitzen, ist schwer zu beantworten. In der tier­ärztlichen Literatur wird mehrfach über das Auftreten dieser Neubildung im Anschluss an Verletzungen berichtet. So beobachtete Leisering bei einem Hund eine sarkomatöse Neubildung als Folgezustand eines Rippen­bruches; Frey sah bei einem Maulesel ein Sarkom nach einer Verletzung mit einem Säbelhiebe sich entwickeln.
Aber es ist wohl entschieden zu weit gegangen, wenn man das Trauma allein als die Ursache des Sarkomes beschuldigt. Wahrscheinlich stellt die Verletzung nur eine (iclegenheiisursache dar, welche die Kntwiekelung des bereits früher vorhandenen Geschwnlstkeimes begünstigt. — Die Frage, ob gutartige Neubildungen in bösartige sich umwandeln können, ist, in der
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60nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sarkome. Ätiologie. Genevalisienms. Rind- und Spindelzellensnrkome.
tierischen Pathologie noch sclnvieriger zu beantworten als in der mensch­lichen. Eine hierher gehörige Mitteilung von L u n g w i t z, nach welcher eine fibröse Neubildung am Schlauche eines Pferdes in ein Sarkom über­gegangen sein soll, ist insofern nicht ganz überzeugend, als der makro­skopischen Beschreibung zufolge das Vorliegen eines botryomykotischen Pro­zesses nicht ausgeschlossen erscheint. Im übrigen finden sich in der Litteratur kaum Beobachtungen, welche diese Frage zur Entscboidung bringen könnten.
Die Verbreitung des Sarkomos im Körper geht auch bei Tieren auf dem Wege der Blutbahn vor sich; die Lymphdrüsen werden entweder gar nicht oder erst spät in Mitleidenschaft gezogen. Die Källe von allgemeiner Karkomatose sind bei 'Heren verhilltnismässig häufig, die meisten derselben bedingen einen kaehektischen Zustand; mitunter aber wird auch zufällig allgemeine Sarkomatose bei der Schlachtung konstatiert, ohne dass das Tier bei Lebzeiten Krankheitserscheinungen oder schlechten Ernährungszustand gezeigt hätte.
Der Form der Zellen nach werden bei Tieren bei weitem am häufigsten Rundzellensarkome, und zwar meist kleinzellige, beobachtet, darauf folgen die Spindelzellensarkome; sehr häutig auch begegnet man Mischformen, in denen Rund- und Spindelzellen neben einander auftreten. Von echten Riesenzellensarkomen sind nur verhältnismässig wonige Befunde mitgeteilt, auch Endothelialsarkomo kommen bei Tieren anscheinend selten vor.
Die Rund- und Spindelzellensarkome, als die gewöhnlichsten Formen, sollen zusammen abgehandelt werden, während die Riesenzellensarkome, Mclanosarkome, Endothclialsarkome und Psatnmome einer gesonderten Be­sprechung unterzogen werden.
b) KiiikI- und SpiiHlelzclleiisHi'koniß.
Litterat nr.
1.nbsp; nbsp;Baranski, Spindelzollensarkom der Dmiiiwiind. Aroli. f. Ticrkeilk. S. '6'M. 1887. la. Besnoit, Multiple Sarkome im Magen eines Hundes. Revue vet. p. 486. 1895.
2.nbsp; nbsp;Born, Rundzellonsarkoin im Pferdeauge. Ibid. lid. II. 8. 405. 1876.
3.nbsp; nbsp;Cadtiac, Revue v(5t. p. 5'26. 1886.
4.nbsp; nbsp;Dam mann, Ein Sarkom der lliglimor.sliöhle. Magazin f. Tierlieilk. Bd. XXX. S. 1. 1864.
5.nbsp; nbsp;Dieckerh of f, Spezielle Pathologie und Therapie! Bd. I.
6 Eber, A., Über ein vom Jochbein ausgehendes Osteosarkom beim Rinde. Deutsche Zeit­schrift f. Tiermed. Bd. XXII. S. 161. 1896.
7.nbsp; nbsp;Eggeling, Arcli. f. Tierlieilk. Bd. XI. S. 105. 1885.
8.nbsp; nbsp;Emmerich, Tiorärztl. Mitteilungen. Bd. IV. S. 91.
9.nbsp; nbsp; [Tröhner, Ein seltener Fall von perio.staler generaliisiertor Siirkoinatose. Monatshefte f. Tierlieilk. Bd. V. S. 67.
10.nbsp; nbsp;Derselbe, Sarkomatose des Herzens. Ibid. Bd. V. S. 570.
11.nbsp; nbsp;Derselbe, Ober das Vorkommen der GesohwUUto beim Hunde. Ibid. Bd. VI. S. 90.
12.nbsp; nbsp;Derselbe, Über das Vorkommen der Sarkome beim Pferde. Ibid. Bd. VII. 8, 402. 18,nbsp; nbsp;Derselbe. Sarkombildung in der Kiefer- und Stirnhöhle. Ibid. Bd. VIII. 8. 'Ml
14. Görig, Sarkomatose bei einem drei Wochen alten Kalbe. Doutscho tiorärztl. Wochenscbr Nr. 37. 1893,
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Rund- und Syiimlul/.cllonsnrkomo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Cl
l.r). Hink, Sarkom in dor Lnftriihro eines Ochsen. Badische tieriiiztl. Mitteil. ö. 93. 1889.
16.nbsp; nbsp; Joh no, Lyniphosarkom an der liifnrkationsstello der Traoliea. Silchs. Bericht. S. 70. 1881.
17.nbsp; nbsp;Derselbe, Humlzolleiisarkom an der Zunge einos Pferdes. Ibid. S. 43. 1879.
18.nbsp; nbsp;Derselbe, Ibid, S. 43. 1881.
18a. Derselbe, C'entrales Osteoidaarkom des Zwischenkieferbeiues vom Pferde. Sachs. Bericht.
S. 42. 1880. 18b. Derselbe, Kieforsnrkom vom Pferde. Ibid. S. 43. 1880.
19.nbsp; nbsp; Kainmerman ii, Sarkom dos Hiickemnarkos bei einor Kuh. Schweiz. Arch. f. Tierheilk. S. 337. 1887.
20.nbsp; nbsp;Kitt, Lehrbuch der pathol.-aiiatom. Diagnostik.
21.nbsp; nbsp;Derselbe, Über Mastdarmgeschwiilsto. Miinch. Bericht. S. 85. 1891/92.
22.nbsp; nbsp;Derselbe, Geschwülste des Euters. Ibid. S. 69. 1890/91.
23.nbsp; nbsp; Derselbe, Sarkom am Bliltterinagen. Ibid. S. 35. 1894.
24.nbsp; nbsp; Kielt, Chondrosarkom bei einem Rindorfötus. Deutsche tieriiiztl. VVochenschr. S. 322. 1893.
25.nbsp; nbsp; Leisering, Sarkom am Magen einer Kuh. Sachs. Hericht. S. 22. 1801. 20. Derselbe, Sarkom an der Harnblase eines Ochsen. Ibid. S. 30. 1863.
27.nbsp; nbsp; Lydtin, Badische tierärztl. Mitteilungen. S. 20. 1881.
28.nbsp; nbsp; Martin, Spindolzellensarkoin des zungenförmigeu Lappens der Lunge. Münch. Bericht. S. 104. 1882/83.
29.nbsp; nbsp; Möller, Lehrbuch der tierärztl. Chirurgie. S. 390.
30.nbsp; nbsp;Pauli, Arch. f. Tierheilk. S. 214. 1881.
31.nbsp; nbsp;Babe, Hamiov. Jahresbericht. S 96. 1875.
32.nbsp; nbsp;Schlegel, Osteosarkom der rechten unteren Nasenmuschel. Deutsche tierärztl. Wochen­schrift. Nr. 27. 1896.
33.nbsp; nbsp; Schuemachcr, Rundzellensarkom im Hoden eines Hengstes. Ibid. S. 408. 1896.
34.nbsp; nbsp;Semmor, Deutsche Zeitschr. f. Tiormed. Bd. IX. S. 89.
85.nbsp; nbsp;Siedamgrotzky, Spindelzollensarkom am Magen Sachs. Bericht. S. 22. 1871.
36.nbsp; nbsp;Derselbe, Epulis vom Pferde. Ibid. S. 20. 1871.
37.nbsp; nbsp; Derselbe, Medullarsarkom des Hodens. Ibid. S. 78 1871.
38.nbsp; nbsp;Sticker, Drei Fälle von allgemeiner Sarkomatose beim Pferde. Arch. f. Tierheilkunde. Bd. XII. S. 373. 1886.
39.nbsp; nbsp; Voigtländor, Silchs. Bericht. S. 45. 1879.
40.nbsp; nbsp;Wilhelm, Multiple Sarkome der Lunge. Sachs. Bericht. S. 97. 1892.
Die Sarkome haben bei Tieren ihren Sitz oft in der Haut und unter­baut und nehmen dabei nicht selten ihren Ausgang von wunden oder ge­quetschten Stellen. Dieselben durchbrechen zuweilen die Haut, nehmen dann pilzförmige Gestalt an und gehören der Regel nach den derben Spindelzell-sarkomen und Fibrosarkomen an (Kitt [20]). Auch von dem Periost und dem Knochenmark aus entwickeln sich ol't sarkomatose Tumoren, teils als ziemlich reine, dem Knochenmark selbst ähnelnde My elosarkome, teils in Verbindung mit Knochengewebe, centrale und periostale Osteoidsarkome, teils in Verbindung mit Knorpelgewebe, Chondro sarkome (Kitt [20]).
Nach Frölmer (11) werden derartige Sarkome sehr häutig am Oberkiefer, etwas seltener am Unterkiefer bei Hunden beobachtet. Sie beginnen in der Kegel am ZahnHeisch (Epulis sarkomatosa), wuchern nach innen oder nach aussen, greifen häufig auf den harten Gaumen über und wandeln zuweilen den ganzen Ober- und Unterkiefer in eine geschwulst-
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Sarkome tlw Kopfknochen.
artige Masse um. üharakteristisob für die Sarkome der Kiefer Ist nach Fi'ölincr ihre uuregelmässlge, höckerige, granulierte, gelappte OberHiiche und Ihre derbe, selbst, knorpel- und knooheuharte Konsistenz. Die Zähne werden durch die siirkomiitösen Wucherungen gelockert, gehoben, auseinander-gedrängt, verschoben und ahgestossen. Auch am Kiefer des Pferdes bilden die Sarkome oft ungemein grosso, plumpe Geschwulstniassen, welche den Kopf auffallend deformleren, die Zähne auselnanderdrftngen, in die Kopf­höhlen hineinragen und die Knochen aufblähen, Diese bis inannskopfgrossen 'rumoren sind bald weich, bald fester bis knochenhart und oft von einem Faohwerke feiner und grober knöcherner Balken (kirchsetzt. Kitt (20), Sledamgrotzky (86), Voigtländer (39), Johne (18a und 18b) u. a.
An den Kopf knochen des Rindes scheinen die Sarkome seltener vorzu­kommen. Ein grosser Teil diesbezüglicher Mitteilungen aus der älteren Litteratur dürfte wohl unstreitig der Aktinomykoso zuzurechnen sein. Habe betont ausdrücklich, dass er den Aktinoinycespilz in allen von ihm untersuchten Geschwülsten des Kindskopfes gefunden habe. Indes sind auoh neuerdings echte primäre Sarkome an den Kieferknochen des Rindes fest­gestellt worden. So berichtet A. Eber ((gt;) ausführlieh über ein polymorph-zelliges, myelogenes Osteosarkom des Jochbeins bei einer Kuh. Dasselbe war von den an die Oberkieferhöhle angrenzenden Teilen dieses Knochens aus­gegangen, hatte sehr schnell wachsend zunächst die Oberkiefer- und Gaumen-hohle der betreffenden Kopfseite völlig angefüllt und eine sehr starke Auf­treibung des Oberkiefers verursacht. Zugleich hat die Geschwulst, die innere Wand der Oberkiefer- und Gaumenhöhle vor sieh herschiebend, den Nasen­gang derselben Seite völlig verlegt und die Nasenmuscheln zum Schwinden gebracht. Nach vorn und abwärts hat die schrankenlos wuchernde Neu­bildung den harten Gaumen durchbrochen und Eingang in die Maulhöhle gefunden, wahrend nach oben und hinten ein anderer Teil des Tumors durch die Beule des Oberkiefers hindurch in die Sehläfengrube bzw. Augen­höhle eingedrungen ist und die hier gelegenen Muskeln fast völlig vernichtet hat. Der Knocbenwnlst des Jochbeins erwies sich nach erfolgter Maceration ausserordentlich porös und fast nur aus dünnen Knüchenbälkchen zusammen­gesetzt, von denen einzelne besonders leine und lange Nadeln frei in das Lumen der Oberkieferhöhle hineinragten. — Mikroskopisch liess sich fest­stellen, dass diese Geschwulst in der Hauptsache aus verschieden gestalteten epitheloiden Zellen mit grossen, bläschenförmigen Kernen und spär­lichem Zwischengewebe zusammengesetzt war. Zwischen den meist einkernigen Zellen, deren Kerne alle Übergänge zwischen der runden und ausgesproche­nen Spindelform erkennen lassen, fanden sich vereinzelte, welche zwei und mehr Kerne enthielten.
In einzelnen Abschnitten der Geschwulst häufen sich die mehrkernigen Zellen derart, dass die 8—10 Kerne enthaltenden Zellen (Riesenzellen) einen
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Sarkome dor Kopfknochon und Uumpfknochen.
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regelmamp;ssigen Bestandteil ausmaohen. Im übrigen erweist sich die GesobwulBt
iiussorordoutlicli dicht mit kleinen und kleinsten Blutgefflsseu durchsetzt, in deren Umgebung die feinstreiflge Zwisobensubstanz deutlicher hervortritt. — Görig (14) beobachtete um Oberkiefer eines drei Wochen alten Kalbes ein kleinzelliges Spindelzellensarkoiii, welches der rechtem Seite des (iesiclits aufsiiss. Die Gesohwulst hatte das Oberkieferbein vollständig, Nasen- und Thriinenhein teilweise durchsetzt und war noch tief in die Nasen- und Ober-kicl'erhöhle liineiugewuchert. Ausserdem zeigten sich Lungen, Nieren, Milz und ein Unterschenkelbein von Metastasen durchsetzt.
Von den Knochen bezw, dem Periost gehen auch in der Regel die Sarkome aus, weiche nicht selten in den Nasenhöhlen und deren Neben­höhlen vorkommen, die Nasengänge verengern und die angrenzenden Knochen zum Schwinden bringen. So teilt Fröhner (18) einen Fall von Sarkoni­bildung in der Kieler- und Stirnhöhle eines Pferdes mit.
Das Siebbein, die vordere und mittlere Nasenmuskel der rechten Seite und die zwischen Stirn und Oberkieferhöhle liegenden Knochen teile waren eingeschmolzen. In den Kopt'hühlen befanden sich bis hühnereigrosse, in Zerfall begriffene Neubildungen, welche mikroskopisch teils aus eingelagerten Sarkomzellennestern, teils aus sarkomatösen diffusen Infiltrationen bestanden. Der Zellform nach handelte es sich um ein Rundzellensarkom. — Seh 1 egel (32) beobachtete ein Osteosarkom der rechten unteren Nasenmuschel bei einem dreijährigen Fohlen. Die Nasenmuschel war zu einem doppelfaustgrossen hohlen Kegel herangewachsen, dessen Mantel bis 6 cm dick war. Der Quer­schnitt der porösen Knochennmsse bestand aus einem Fachwerke von feineren und gröberen Knochenbälkchen mit zahlreichen kleinen kommuni­zierenden Lücken.
Ein Sarkom des Antruin Jlighmori, welches zu umfangreichen Zer­störungen der Kopiknochen führte, wurde von Dammann (4) bei einem Pferde beobachtet und sehr eingehend beschrieben.
Bei einem Hunde traf Kitt (20) zwei symmetrisch gelagerte Osteosarkome in den Nasenhöhlen, wobei die wandständigen Knochenpartien ganz in der Neubildung aufgegangen waren und der Oberkiefer so elastisch war, als be­stände er aus Kautschuk. Vom Stirnbein und Siebbein ausgehende Sarkome sind auch bei Rindern mehrfach beschrieben worden (liruckmüller, Kitt [20)).
Über den seltenen Fall von periostaler generalisierter Sarkomatose mit Metastasenbildung berichtet Fröhner (1gt;). Die Aussenseiten der Knochen aller vier Gliedmassen eines siebenjährigen Hühnerhundes trugen starke Auflagerungen von grauweisser Farbe; die an die Knochen anstossenden Abschnitte waren mehr oder weniger verknöchert. Mikroskopisch bestanden diese diffusen, vom Perioste der Röhrenknochen ausgehenden Neubildungen der Hauptsache nach aus grossen und kleinen Rundzellen, von denen die ersteren teilweise mehrere Kerne enthielten; ausserdem traten darin spindel-
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Snrkoine der Knochen, I^nipliilrUsen, lies Contrnlnervensystoms, dor Tjimgen.
l'önnigo Zellen auf. In dm Nieren und in der rechten Lunge befanden sich sekundäre Sarkomknoten.
Dleckerhoff (5) beschreibt eine diffuse Erknmkung des Knochen­gewebes beim Pferde, welche er nach dem Ergebnisse der mikroskopischen Untersuchung als „myelogenes Spindelzellensarkomquot; bezeichnet. Ob diese Auffassung zu Recht besteht, ist indes mehr als fraglich; auffallend dabei ist das Fehlen von Metastasen.
Recht bäuflg sind auch, namentlich bei Hunden, die Lymphdrüsen Sitz von sarkomatösen Neubildungen. Die r^ymphosarkoine sind bei Hunden nach Fröhner (11) die bösartigsten, weil sie sehr bald zu generalisierter öarkomatose führen und ausgezeichnet durch Ihre Neigimg zu jauchigem Zerfalle sind. Auch bei Pferden und Rindern werden oft genug Neubild­ungen der Lymphdrüsen beschrieben und als Sarkome bezeichnet. Ein grosser Teil dieser Geschwülste gehört sicherlich in das Gebiet der sogen. Pseu-doleukämie, deren Ätiologie vollkommen unklar ist.
Im Bereiche des Centralnervensystems sind bei Haustieren be­reits mehrere Fälle von Sarkomen beobachtet worden, Lydtin (27) fand in der Schädelhöhle eines 20 Jahre alten Pferdes eine von der Dura in der Gegend des Felsenbeins ausgehende höckerige Geschwulst, welche halb so gross war wie das Kleinhirn, den Nervus trigeminus umfasste, sich nach vorn bis zur rechten Hemisphäre und nach hinten bis zur Medulla oblongata erstreckte. Sie charakterisierte sieb als ein Fibrosarkom, welches in der Dura entstanden war und bei seinem Wachstum den Trigeminus teils durchwuchert, teils verdrängt und zur Atrophie gebracht hatte. Di eck erhoff (5) konsta­tierte bei einem Pferde ein knotenförmiges flaches Sarkom in der Dura mater spinalis, welches vom fünften Lendenwirbel bis zum letzten Kreuz­wirbel das Rückenmark umfasste und sich auch auf die Nervenscheiden fortsetzte.
Bei einem Hunde fand Kitt (20) ein in das Rückenmark eingewach­senes, primäres Rund- und Spindelzellensarkom, welches als bolmenfürmiges Gebilde dem Marke aufsass und in die weisse Substanz hineinragte. Kammermann (19) sah bei einer Kuh ein Spindeizellensarkom, welches in der Flügelgrube des Atlas vom Knochen ausging, durch das Zwischenwirbel-loch bineingewuchert war und das Halsmark auf eine Länge von 5 cm in der Weise durchwachsen hatte, dass die Nervenelemcnte und das Sarkom-gewebe aufs innigste vermischt waren. Bei einem dummkollerigen Pferde land Cadeac (3) im llirnbalken zwischen den Wurzeln der Riechkolben ein haselnussgrosses, kleinzelliges Bundzellensarkom,
Sekundäre Sarkome der Lungen sind namentlich bei Hunden keine Seltenheit; doch sind auch Fälle von primären Sarkomen bei Pferden und Hunden beobachtet. Martin (28) beschreibt ein primäres Spindelzellen-sarkom am zungenförmigen Lappen der Lunge eines Pferdes; die Geschwulst
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Snikoine der Lungen, des Herzens, des Verdnuungsapparates.
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war von pyminidonförmiger Gestalt mit höckeriger, traubiger Oberfläche, von massig derber Konsistenz und grauer, speckiger Farbe. Die mikrosko­pische Untersuchung ergab die Sepien ans Spindelzellen bestehend, die weichen Geschwulstmassen aus spindelförmigen, rundlichen und unregel-mässigen Zellen zusammengesetzt. Das Sarkom nahm seinen Ausgang vom Bindegewebe der Lunge und wucherte frei in die Alveolen und Bronchien hinein, anstatt den vorhandenen bindege webigen Bahnen zu folgen. Johne (16) fand ein faustgrosses Lymphosarkom an der Bifurkation der Trachea eines Hundes. Dasselbe war von der Schleimhaut überzogen, durch vier Ringe hindurchgewuchert und verengerte den einen Hauptbronchus durch Kompression zu einem kleinen Spalt. An der Luftröhre eines Ochsen vor deren Eintritt in die Brusthöhle sah Hink (15) einnussgrosses, das Lumen fast vollständig ausfüllendes Rundzellensarkom.
Den seltenen Fall von primärer sarkomatöser Infiltration des Herzens bei einem Hunde teilt Fröhner (10) mit. Aus dem Sektionsberichte ent­nehmen wir folgenden Befund: Die Wände der rechten Vor- und Herz­kammer besitzen kleinere grauweisse Flecke und grössere Abschnitte von gleicher Farbe. Auf dem Durchschnitt bemerkt man, dass besonders die grösseren Abschnitte sich durch die ganze Wand erstrecken, sodass das braunrote normale Herzfleisch nur stellenweise sich vorfindet. Im Herzfleisch der linken Kammer sieht man ebenfalls graue, wenig umschriebene Herde, jedoch in geringerer Anzahl und Ausdehnung. — Die mikroskopische Unter­suchung ergab Rund- und Spindelzellensarkom.
Ein Sarkoma lymphangiektaticum als wclschnussgrossc, blau­graue, glatte rundliche Geschwulst, an der Basis der Arteria pulmonalis breit aufsitzend, traf Kitt (20) bei einem Hunde, Johne (18) ein Spindelzellen­sarkom unter den Semilunarklappen ebendaselbst, ausgehend von dem sub-endokardialen Bindegewebe.
Im Bereiche der Maul- und Rachenhöhle scheinen echte Sarkome bei Thieren eine grosse Seltenheit zu sein, wenn man von der schon er­wähnten Epulis sarkomatosa absieht. Ich finde eine Mitteilung von Johne (17) über ein Rundzellensarkom an der unteren Seite der Zungenspitze bei einem Pferde. Die Neubildung, welche, gegen Muscularis und Schleimhaut selbst scharf abgegrenzt, unmittelbar aus dem interstiticllen Bindegewebe des Zungenmuskels hervorging, bestand aus einem woisslichon, derben Stroma, in dessen Lücken eine blassgelbe weichere Masse eingebettet war. Dem mikroskopischen Bau nach lag ein retikulär gebautes Rundzcllensarkom vor.
Sarkome des Magens, ausgehend von der Subserosa oder der Submucosa, wurden vereinzelt bei Pferden, Rindern und Hunden beobachtet. Einen eigentümlichen Bau besitzen die in der Wand des Psalters bei Rindern von Pauli (30) und Kitt (20) beschriebenen Neubildungen. Dieselben breiten sich in der Wand in einer Weise aus, dass diese eine starre panzerartige Be-
Casper, Pathologio der Ooschwülste.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;5
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66nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Sarkome den Veidaungsnpparates und der Leber.
schaffenheit erlangt, weshalb der Tumor von Schütz als pauzerartiges Sarkom — Sarcoma capsulare omasi, Kitt — bezeichnet wurde. Die Aussen-seite des Psalters lässt buckeiförmig vorspringende, knochenhart anzufühlende Stellen erkennen, welche teils rauhe OberHäche besitzen, teils von der Wand überzogen sind. Die Buckel sind bis faustgross, die Psalterwand ist an ihrer Stelle konkav ausgebuchtet; die Höhlung stellt einen Zerfallsherd dar, indem die innere Oberfläche mit teils käsig bröckeligen, teils verkalkten Massen bedeckt ist. Die Wand dieser Höhlen besteht aus schwieligem, bis finger­dickem, knirschendem Bindegewebe. Diese eigentümlichen Neubildungen be­standen in dem von Kitt beobachteten Falle aus Spindelzellen und lagen zwischen Mucosa und Muscularis, während das von Pauli beschriebene Sarkom weicher, hirnmarkähnlich war, aus Rundzellen bestand und subserös lag.
Leisering (25) berichtet über ein kleinzelliges Rundzellensarkom vom Magen einer Kuh, welches, subserös gelegen, aus unzähligen Knoten und Wülsten bestand und die Furchen zwischen den einzelnen Magenabteilungen ausfüllte. In der Wand des Labmagens wurden bei Rindern wiederholt Sar­kome, wohl vorwiegend kleinzellige, nachgewiesen. — Ein Sarkom des Magens beim Pferde beobachtete u. a. Kitt (20), während es sich in dem von Siedam-grotzky (35 mitgeteilten Falle — Spindelzellensarkom am Pferdemagen — um ein Leiomyom zu handeln scheint. — Besnoit (la) fand in der Muscularis des Magens eines Hundes zahlreiche Rundzellensarkome in Form von Knoten und neben diesen erhebliche Verdickungen der Falten; auch die letzteren waren durch die Einlagerung eines weichen Sarkomgewebes aus kleinen Rund­zellen bedingt.
Am Darme treten die Sarkome nach Kitt (20) in zwei Formen auf, als solitäre, umschriebene knollige Tumoren und als diffuse Infiltrationen. Die letzteren Formen, u. a. von Rabe (31) und Kitt (21) am Mastdarme des Rindes konstatiert, scheinen von den Lymphfollikeln der Schleimhaut auszu­gehen, und durchsetzen zuweilen den Darm derartig, dass derselbe in ein plumpes, starres Rohr umgewandelt ist, welches den Umfang eines mensch­lichen Oberschenkels erlangen kann. — Ein Spindelzellensarkom in der Wand des Grimmdarmes beim Pferde ist u. a. von Baranski (1) beschrieben worden. Sarkome am Mastdärme bei Pferden werden mehrfach mitgeteilt; ein von Stick er (38) festgestelltes Spindelzelleusarkom nahm seinen Aus­gang von den Gefässwandungen.
Echte primäre Sarkome der Leber sind bei Pferden, Rindern, Hunden und Ziegen vielfach gesehen worden, sie bestehen aus Rund- oder Spindel­zellen. Metastatische Sarkome kommen in der Leber mit Vorliebe vor. — Die als Lymphosarkome zu bezeichnenden sarkomatösen Tumoren der Milz treten teils einzeln, teils multipel auf als speckige oder markig weisse scharf abgesetzte Knoten verschiedenster Grosse, besonders häufig beim Hunde, demnächst bei Pferden und Rindern auf (Kitt).
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Sarkome des Harn- und Geschlechtsappwates und der Augen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 67
In den Nieren sind reine Sarkome recht selten; Kitt (20) berichtet über ein 17 kg schweres Rundzellensarkom, welche bei einem Pferde ange­troffen wurde. Des von Johne in der Niere eines Schweines gefundenen Adeno-Sarko-Rhabdomyoms wurde bereits bei Besprechung der Rhabdomyome Erwähnung gethan. — Über das Vorkommen von Sarkomen in der Harn­blase finde ich nur zwei Notizen. Die eine rührt von Leisering (26) her, welcher ein kleinzelliges Rundzellensarkom in der Harnblase eines Ochsen antraf. Dieckerhoff (5) beobachtete bei drei Pferden Sarkom der Blasen­wand, in zwei Fällen hatte der Tumor eine flächenartige Ausbreitung in .der oberen Wand der Blase und stellte ein Spindelzellensarkom dar. Bei dem dritten Pferde hatte sich am Grunde der Blase eine gänseeigrosse Neubildung entwickelt, welche auf der Oberfläche fettigen Zerfall zeigte; hier handelte es sich um ein Rundzellensarkom.
Siedaragrotzky (37) beschrieb ein Medullarsarkom des Hodens vom Hunde, welches noch einen knolligen Tumor in der Bauchhöhle zur Seite hatte und in die Hohlvene durchgebrochen war. Neuerdings publizierte Schuemacher (33) einen Fall von Rundzellensarkom des Hodens eines Hengstes; der betr. Hoden wog 1450 g, während der andere nur ein Ge­wicht von 130g aufwies. Möller (29) und Kitt (20) haben Hodonsarkome bei Pferden und Hunden gesehen.
Über das Vorkommen von Sarkomen in der Scheide und der Ge­bärmutter finden sich in der Litterutur mehrere Mitteilungen, doch kann man aus denselben nicht ersehen, ob es sich in der That um echte Sarkome gehandelt hat, oder, was wahrscheinlicher ist, um Myome bezw. Myo-fibrome bezw. Myosarkome (s. unter Myome).
Die Sarkome des Euters, öfter bei Hunden und Pferden gesehen, [Fadyan, Fröhner (11), Möller (29)] sind als knollenförmige Tumoren be­schrieben, welche eine starke Vergrösserung des Organs mit Kompression des Drüsengewebes bewirken (Kitt). Mitunter handelt es sich um Mischgeschwülste, wie Osteosarkome, Chondrosarkome, Cystosarkome. Nach Fürstenberg kommen Sarkome auch im Euter von Kühen vor.
Möller (29) hat bei Hunden wiederholt Sarkome der Orbita ange­troffen. Bei einer Kuh fand Emmerich (8) ein orbitales Sarkom, welches den Bulbus her vorgedrängt, die Knochen der Orbita perforiert hatte und bis in die Oberkiefer- und Nasenhöhle hineingewachsen war. Die Gesehwulst wog 3,5 kg und hatte durch Eindringen in die Schädelhöhle eine Pachy-meningitis bedingt. Fröhner (12) konstatierte im Bereiche dos unteren Augenlides eines Pferdes eine hühnercigrosse, derbe Geschwulst, welche einen knolligen Bau besass, drüsenähnliche Konsistenz zeigte und den Bulbus in seiner unteren Hälfte von allen Seiten bis tief in die Orbita hinein umwuciiert hatte. Die mikroskopische Untersuchung der exstirpierten Geschwulstmasse ergab ein typisches Rundzellensarkom.
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68nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Sarkome der Augen. Riesenzellensarkomc.
Eine sehr eingehende Beschreibung eines Kundzellensarkoms im Auge eines Pferdes verdanken wir Born (2). Die Neubildung nahm ihren Aus­gang von der Retina, zeichnete sich durch grosse Malignität aus füllte bald die Binnenräume des Augapfels aus und wucherte nach Perforation der Hornhaut an der äusseren Oberfläche des Bulbus weiter. Bezüglich der Details dieses in unserer Litteratur einzig dastehenden Falles muss auf das Original verwiesen werden. Bayer beobachtete beim Pferde ein Sarkom zwischen Chlorioidea und Sklera.
c) Rioseuzellensarkome.
Litteratur.
1.nbsp; nbsp;Eber, A., Über ein vom Jochbein ausgehendes Osteosarkom beim Rinde. Deutsche Zeit­schrift f. Tiermed. Bd. XXII. S. 161.
2.nbsp; nbsp;Fadyean, The oecurence of Tumours in the domesticated animals. The Journ. of comp. patholog. 1890 (ref. nach Kitt).
3.nbsp; nbsp;Morot, Bericht über ein Fibrosarkom am Hinterbein eines Esels. Rövue veterin. p. 96. 1891.
4.nbsp; nbsp;Derselbe, Intermaxilläre Sarkome und zahlreiche Riesenzeliensarkome in der Lunge eines Pferdes. Ibid. p. 402. (Ref. nach Ellenberger-Schütz, Jahresber. S. 67. 1891.)
5.nbsp; nbsp;Martin, Riesenzellensarkom der Milz und Lunge vom Pferde. Münch. Bericht. S. 108. 1882/83.
6.nbsp; nbsp;Ostapenko, Cachexia sarcomatosa beim Hunde. Ref. nach Ellenberger-Schütz. Jahresber. S. 159. 1883.
7.nbsp; nbsp;Siedamgrotzky, Multiple Sarkome der Knochen. Sachs. Bericht. S. 61. 1873.
8.nbsp; nbsp;Derselbe, Multiple Riesenzeliensarkome der Milz eines Pferdes. Ibid. S. 21. 1878.
Die liiesenzellensarkome sind ausgezeichnet durch die Gegenwart mehr oder weniger zahlreicher, durch ihren beträchtlichen Umfang auffallender Zellen, die man als liiesenzellen bezeichnet. Aber dieselben bilden den Tumor nicht ausschliesslich, sondern liegen zerstreut in einem aus Spindel­oder Rundzellen zusammengesetzten Grundgewebe. Am häufigsten sind Riesenzellen in Sarkomen anzutreffen, welche vom Knochen und vom Knochenmark ausgehen, doch hat man dieselben auch in anderen Sarkomen, z. B. in Mammasarkomen, beobachtet.
In der tierärztlichen Litteratur sind die Mitteilungen über das Vor­kommen solcher Sarkome recht spärlich. Es muss zwar angenommen werden, und man findet demnach in den Lehrbüchern der Chirurgie und Pathologie angegeben, dass auch bei Tieren die vom Knocheusystem ausgehenden Sar­kome oft Riesenzellen einschliessen, indes sind unzweideutige Befunde von derartigen Geschwülsten nur wenig mitgeteilt. A. Eber(l) beschreibt neuer­dings ein polymorphzelliges, myelogenes Osteosarkom des Jochbeins bei einer Kuh. An der Neubildung, welche bereits im vorigen Abschnitt (S. 62) be­sprochen wurde, interessiert uns hier nur das Vorkommen von Riesenzellen. Dieselben fanden sich in manchen Teilen der Geschwulst nur vereinzelt, häuften sich aber in anderen Abschnitten derartig, dass sie einen regel-
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Riesenzellensarkome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; G9
massigen Bestandteil ausmachten. Die chromatische Substanz derselben zeigte besonders an den mit Hämatoxylin gefärbten Schnitten deutliche Kern­teilungsfiguren. — Morot (3) beobachtete ein Fibrosarkom, welches viel Riesenzellen enthielt, am Hinterbein eines Esels; wahrscheinlich ging das­selbe vom Knochen aus, doch war mir die Originalarbeit, nicht zugängig. Derselbe Autor (4) konstatierte intermaxilläre, eine Schwellung der Kehlgangs­drüsen vortäuschende Sarkome und zahlreiche Riesenzellensarkome in der Lunge eines Pferdes. (Das Original war mir ebenfalls nicht zugängig).
Martin (5) teilt einen Fall von Riesenzellensarkom der Milz und Lunge eines Pferdes mit. Beide Organe waren von zahlreichen derben Knoten ver­schiedener Grosse durchsetzt. Die kleineren Knoten waren von graugelber Farbe und wenig derber Konsistenz, während die grössoren gelblichweiss und sehr derb sich erwiesen. Die bronchialen und lienalen Lymhdrüsen waren vergrössert, derb und von Knötchen durchsetzt. Mikroskopisch bestanden die jüngeren Knötchen aus einem lockeren Bindegewebe, während die älteren strafferes Gewebe aufwiesen. In beiden Arten jedoch fanden sich in verschie­dener Anzahl Riesenzellen eingestreut vor, die eine rundliche Gestalt besassen und aus einem leicht granulierten Protoplasma mit an der Peripherie zahl­reich eingelagerten Kernen bestanden. Martin spricht die Geschwülste als multiple Riesenzellensarkome an und vermutet, dass das Stroma der Milz, speziell aber die Malpighischen Körperchen, den Ausgangspunkt derselben abgegeben haben. (Sollte es sich nicht um Tuberkulose gehandelt haben?
Fadyean (2) hat Riesenzellensarkome an dem Euter des Hundes mehr­fach beobachtet. — Bei der Sektion eines zehnjährigen Hundes fand Osta-penko (6) in der Brusthöhle eine faustgrosse Geschwulst, welche mit dem Osophagus und der Trachea locker, mit der vorderen Aorta dagegen fest verwachsen war. Dieselbe bestand aus einem faserigen bindegewebigeu Stroma mit zahlreichen granulierten, sphärischen #9632; und spindelförmigen Zellen und einzelnen Riesenzellen, die bis 30 Kerne enthielten. Neben dieser grossen Geschwulst befanden sich auf der Aorta mehrere kleinere, hanfkorn- bis bohnengrosse Tumoren, die teilweise in das Lumen der Aorta hineinragten. Ausserdem bestanden Metastasen an der Pleura, dem Magen und Darmkanal, an der Leber, der Harnblase und an den Nieren.
Zu den Riesenzellensarkomen gehören auch die myelogenen Sarkome, welche Siedamgrotzky (7) im Schulterblatt, im Armbein und im Ober­schenkel eines 10jährigen Hundes vorfand; metastatische Knoten waren in der Leber und Milz vorhanden. Bei der mikroskopischen Untersuchung wurden zahlreiche runde und vielgestaltige Zellen mit rundem, ovalem Kerne, sparsame, schlanke und kürzer gedrungene Spindelzellen und hin und wieder Eiesenzellen von 0,03 bis 0,08 mm Durchmesser nachgewiesen.
Dagegen erscheint die Diagnose „Multiple Riesenzellensarkome der Milz eines Pferdesquot; bei einem zweiten von Siedamgrotzky (8) mitgeteilten
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Riesonzellensarkome. Melanosarkome.
Falle nicht ganz sicher. In der Milz eines 18 Jahre alten, abgemagerten Pferdes fanden sich zahlreiche weissliche, fleischähnliche Knoten, die auf der Schnittfläche ein festeres, schwach bräunlich gefärbtes Centrum und eine weissere und weichere llandzone darboten. Die konstituierenden Bestandteile der Tumoren waren vorwaltend Zellen, und zwar wenig kleinere, runde und zahlreiche grössere, schwach granuliert, polyedrisch; ausserdem zahlreiche Riesenzellen mit 10 bis 15 ovalen Kernen. Die Anordnung der Zellen war derartig, dass in der peripheren Zone vorwaltend die einfachen Zellen, in der mittleren die Riesenzellen und im Centrum wiederum kleinere, vielfach fettig degenerierte Zellen lagen. (Vielleicht handelte es sich um Tuberkulose, welche bei Pferden mit Vorliebe in der Milz sich zu lokalisieren scheint [eig. Beob-acht.], die Form und Lagerung der Zellen spricht ebenfalls dafür. Doch sei bemerkt, dass dem Verf. der Dannkanal und die Lungen nicht vorgelegen haben, und die Diagnose vor der Entdeckung der Tuberkelbacillen gestellt wurde).
(1) Melanosarkome.
9. 10. 11,
12. 13. 14.
15.
16. 17.
18. 19.
20. 21.
22. 23. 24. 26. 26.
27.
Litterat ur.
Adam, Einiges über Melanosen. Adams Wochenschr. S. 73. 1882.
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Beeger, Sachs. Bericht. S. 36. 1869.
Besnard, Rocueil de möd. v6t. p. 683. 1881.
Bellinger, MUnch. Bericht. S. 37. 1876/77.
Brückmüller, Lehrbuch der pathol. Zootomie.
Csokor, Österr. Vierteljahrsschr. Bd. 59. S. 103. 1883.
Dexler, Die Melanosarkome dor Herzdrüsen. Österr. Zeitschr. f. Veterinärk. Bd. IV.
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Dieckerhoff, Lehrbuch der spez. Pathol. Bd. I.
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Degive, Melanose bei einer Kuh. Annal. belg. p. 362. 1885.
Gohier, Proces verbal de l'ccole vötör. de Lyon 1809.
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Johne, Birch-Hirschfelds allgem. pathol. Anatomie.
Käsowurm, Melanotischo Degeneration der Bauchspeicheldrüse. Zeitschr. f. Veterinärk.
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Derselbe, Münch. Bericht. S. 92. 1893/94.
Krekeler, Arch. f. Tierheilk. Bd. XII. S. 117. 1886.
Loisering, Sachs. Vet.-Bericht. S. 22. 1860 und S. 35. 1869.
Macgillivray, The voter. Journ. Vol. XXVII. p. 153. 1884.
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1893.
Möller, Lehrbuch der allgemeinen Chirurgie. S. 406.
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Melanosavkome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 71
28.nbsp; nbsp;Morot, Recuoil. p. 451. 1887.
29.nbsp; nbsp;Perroncito, II med. vet. p. 193. 1886.
30.nbsp; nbsp;Popow, Zur Kasuistik der Melanosarkome. Kasaner Mitteil. 1885.
31.nbsp; nbsp;Railliot, Arch. viSt. Nr. 5. 1878.
32.nbsp; nbsp;Semmer, Mclanosarkomatose und Melanämie bei Schimmeln. Deutsche Zeitschr. f. Tior-med. Bd. IX. S. 89. 1883.
33.nbsp; nbsp;Spruell, Melanosis producing paralysis. The vet. Journ. 1882.
34.nbsp; nbsp;Trasbot, Recueil do med. v(5t. Sept. 1864.
35.nbsp; nbsp;Wulf, Prouss. Mitteii. Bd. VI. S. 85. 1881.
36.nbsp; nbsp;Worsley, Melanotic deposit in a sheep. The vet. Vol. 61. p. 138.
37.nbsp; nbsp;Bournay, Lyoner Journ. p. 282. 1893.
Die Melanosarkome (Pigmeutsarkome, Melanome) sind aus­gezeichnet durch das Auftreten von bräunlichem oder schwarzem Pigment, wodurch die Neubildung eine graue bis schwärzliche, ja tiefschwarze Farbe annimmt. Das Pigment liegt in Form von amorphen Körnern teils in den Geschwulstzellen selbst, teils in der bindegewebigen Substanz und in den Gefässwänden.
Das Melanosarkom beansprucht in der tierischen Onkologie ein ganz besonderes Interesse. Dasselbe ist weitaus am häufigsten bei Pferden, und zwar vorwiegend bei Schimmeln und hellfarbigen Pferden, angetroffen worden, selten bei Füchsen und Braunen (Harrison [15], Huelsen [17], Mauri [25], Dexler [8]), nur in einem Falle bei einem Rappen (Hall [13]), dann in einigen Fällen bei Rindern (Adam [1], Degive [11], Macgillivray [24], Bel­linger [5], Morot [28], Metz [26], Perroncito [29]) u. a., bei Hunden (Bruckmüller [6], Kitt [20]) und ein einziges Mal beim Schafe (Worsley [36]).
Die Melanosarkome treten bei Tieren nach Johne (18) in zwei Formen auf: als harte, auf der Schnittfläche mehr oder weniger derbe, saftarme Neu­bildungen (Spindelzellen- oder Fibrosarkonie) und als weiche, auf der Schnittfläche spontan und bei Druck eine dicke, schwarze, tuscheähnliche Flüssigkeit entleerende Tumoren (Ru nd zellensarkom). Während die ersteren oft eine enorme Grosse erreichen und vielfach solitär bleiben, stellen die letzteren die malignere Form dar und zeigen eine ausserordentliche Nei­gung zur Metastasenbildung, welche, wie Leisering (23) nachweisen konnte, ganz nach dem Typus der malignen Geschwülste durch Hineinwuchern der melanotischen Sarkommassen in die Gefässe und Embolienbildung erfolgt (Johne [18]). Mit Vorliebe entwickeln sich diese Geschwülste, bei Pferden wenigstens, in der Subkutis der Umgebung des Afters, des Schweifes und der äusseren Geschlechtsteile (Vulva, Penis), seltener in der Gegend der Ohr­speicheldrüse, des Kiefers, der Schulter, aber auch in inneren Organen (Milz, Lymphdrüsen des Mediastinums, Leber, Lunge etc.).
Mikroskopisch präsentiert sich das Pigment in Form braunsebwarzor Körnchen, welche in verschieden dichter Lagerung in den Zellen sich vor­finden und auch frei im Tumorsafte zu sehen sind. Der Regel nach sind
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Melanosarkomo.
die Zellen mit Farbstoff so beladen, dass Kern und Kernkörperchen voll-iständig verdeckt sind und nur ungleiehraässige schwarze Massen vorliegen. Schnitte durch die ganz schwarzen Tumoren liefern schlechte Bilder; besser sind die Strukturverhältnisse in den harten, grau gefärbten Gesehwülsten zu sehen (Kitt [20]).
Die Melanosarkome werden am häufigsten bei Pferden mittleren und höheren Alters angetroffen. Go hi er (12) behauptete, dass die Melanome bei Pferden vererbt würden, aber nur auf die weissen Nachkommen, nicht auf solche mit pigmentiertem Haar. Auch Dieckerhoff (9) erwähnt, dass ihre Entstehung nach zahlreichen einwandsfreien Beobachtungen sehr oft auf einer ererbten Anlage beruht. Von Bollinger (5) ist ein kongenitales tnelanotisches Sarkom der Schädelbasis beim Kalbe beschrieben worden.
Bei den Tieren, speziell bei Pferden, müssen die Melanosarkome un­bedingt zu den bösartigsten Neubildungen gerechnet werden. Einmal neigen dieselben, wie schon erwähnt, sehr zur Metastasenbildung. So sind denn auch in der Literatur zahlreiche Fälle von allgemeiner Melanosarkomatose mitgeteilt, z. B. von Mauri (25), Popow (30), Semmer (32), Adam (1), Dieckerhoff (9). Sodann üben diese Tumoren während des Wachstums einen Druck bezw. Zug auf die Nachbarschaft aus. Es liegen Beobachtungen vor, wo durch Druck auf das Rückenmark und die Ursprungsstelle des Ischiadicus Lähmungen eines oder beider Hinterschenkel verursacht wurden (Spruell [33], Trasbot [34], Railliet [31), Mauri [25]. Auch sind bei Pferden und Hunden infolge Berstung grosser Melanome oder innerer, mit solchen durchsetzter Organe (Leber, Milz — Bruckmüller Lunge —, Besnard [4]j Darm Csokor [7]) innere Verblutungen beobachtet worden (Johne).
Die Frage nach der Herkunft des Pigmentes in den melanotischen Tu­moren ist noch immer nicht endgültig gelöst. Der Umstand, dass diese Geschwülste vornehmlich bei Schimmeln vorkommen, hatte frühzeitig zu der Annahme geführt, dass der Organismus die Geschwulstbildung benutze, um sich des überflüssigen Pigmentes zu entledigen. Für diese Ansicht hat man noch die Thatsache herangezogen, dass im Blute der mit Melanomen hoch­gradig behafteten Tiere Pigmentkörner angetroffen wurden (Bruckmüller, Semmer [32]). Demgegenüber führte Bollinger (5) aus, dass dieses cirku-lierende Pigment aus den zerfallenen Zellen der Geschwülste stammt und aus diesen erst in die Blutbahn gelangt.
Viel mehr Wahrscheinlichkeit hat die Annahme, dass es sich bei der Pigmentbildung um eine spezifische metabolische Thätigkeit der Gewebszellen handelt. Hierfür sprechen einmal die Resultate vielfacher Untersuchungen aus der neueren Zeit, welche Lubarsch im ersten Jahrgange der Ergeb­nisse sehr eingehend besprochen hat, und auf welche deshalb hier verwiesen werden kann. Mit dieser Annahme lässt sich auch das Vorkommen pig­mentierter und pigmentfreier Tumoren bei ein und demselben Individuum
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Melanosarkome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;73
in Einklang bringen, wieBeeger(^) Leisering (23) u.a. beobachtet haben. In einem von Beeger und Leisering (3) mitgeteilten Falle war das Pferd bereits längere Zeit am Schweife, am After und an der Scham mit Molanosen behaftet, als sich erst später eine mannskopfgrosse, nicht pigmentierte Ge­schwulst am Schweife entwickelte. „Jedenfalls weisen alle oben an­geführten Gründe und vor allem der starke Scbwefelgehalt des Melanins darauf hin, dass das Pigment durch eine spezifische Zellthätigkeit gebildet wird aus eiweisshaltigem Material, das wohl vom Blute aus den Zellen zugeführt wird.quot; (Lubarsch.)
Nach Bayer (2) soll Klenke und Goujon die Übertragung eines Melanoms von Pferd auf Pferd und Hund durch Impfung gelungen sein.
Die meisten der bei Pferden in der Litteratur mitgeteilten Fälle von Melano-Sarkomen bieten nichts besonderes dar und können füglich über­gangen werden. Hier sollen nur einige seltene und bemerkenswerte Befunde Erwähnung finden. Es wurde oben schon hervorgehoben, dass die melano-tischen Geschwülste mit Vorliebe in der Unterhaut der Umgebung des Afters, des Schweifes und der äusseren Geschlechtsteile auftreten. Aber auch andere Organe, wie Lymphdrüsen, Pleura, Milz, Leber, Lungen, sind zuweilen Sitz primärer Neubildungen. Als Parität muss die melanosarkomatöse Entartung der Bauchspeicheldrüse bezeichnet werden, welche Käse w u r m (19) bei einer 10jährigen Stute beobachtet hat. Der Körper und rechte Lappen des Pankreas stellte eine schwarzrote, kopfgrosse, festweiche Masse dar, während der linke Lappen nicht verändert war. Die äussere Schicht der Neubildung bestand aus einer schwarzroten, teigartigen Substanz, in der zahlreiche sand-korngrosse Körnchen verstreut lagen, die beim Betasten eine festere Konsistenz erkennen Hessen. Das Innere der Geschwult nahm mit zunehmender Tiefe einen immer helleren Farbenton an, sodass ihr Kern braungelb fingiert er­schien. Übrigens traf auch Bruckmüller (6) in dem Bindegewebe der Bauchspeicheldrüse sekundäre Melanome als erbsen- bis haselnussgrosse Knoten.
Csokor (7) konstatierte ein faustgrosses, schwarzbraunes Sarkoma mela-nodes in der magenähnlichen Erweiterung des Kolon und zahlreiehe, tusch­schwarze erbsengrosse Tumoren in der Snbmucosa des Blinddarmes. Ein Teil der ersteren Geschwulstmasse war spontan abgerissen; dadurch waren starke, handtellergrosse Substanzverluste der Schleimhaut entstanden, welche eine tödliche Verblutung in die Darmhöhle zur Folge hatten. In der Snb­mucosa der Blinddarmspitze eines Pferdes, welches (i Jahre lang schwarze Faeces abgesetzt hatte, wurde ein 4 Pfund schweres Melanom von Harrison angetroffen. — Kitt (20) sah bei einem alten Schimmel, der an allgemeiner Melanosis litt, im Fleischstrahl und in der Umgebung der Sohlenwinkel zahlreiche stecknadelkopf- bis erbsengrosse Melanome. Die kleineren Neu­bildungen sassen im Gewebe des Fleischstrahles, während die grösseren die
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74nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Melanosnrkome.
Oberfläche desselben weit überragten, wodurch an der Innenfläche des Horn-strahles entsprechend grosse Vertiefungen entstanden waren. — Dexlor (8) beschreibt sehr eingehend ein Melanosarkom an der Basis des Herzens bei einem vierjährigen, dunkelbraunen Pferde. Der Tumor stellte augen­scheinlich die entarteten hinteren Mittclfelldrüsen dar, war in das rechte Atrium durchgebrochen, hatte die hintere Hohlvene teilweise verlegt und die Linigenarterie komprimiert. Aus diesem Befunde erklärt sich die bei Leb­zeiten beobachtete Dämpfigkeit. Die histologische Untersuchung ergab ein Rundzellensarkom mit weitmaschigem Bindegewebsstroma. Im Centrum dicke Bindegewebssepten mit Kalkinkrustationen, aber keine wahren Verknöcherungen. — In einem von Kr ekeler (22) beobachteten Falle von allgemeiner Melano-sarkomatose war das Herzfleisch fast vollständig durch teils derbe, teils markweiebe Geschwulstmassen verdrängt und nur an der Herzspitze noch spurenweise vorhanden; das Herz war doppelt so gross als normal, die Wandstärke des linken Ventrikels betrug 5 Zoll. — t'Eboen (10) exstirpierte bei einem 14 Jahre alten Hengste ein kindskopfgrosses Melanosarkom aus dem linken Musculus gracilis.
Bei Rindern und Kälbern sind melanotische Tumoren seltener zur Beobachtung gelangt. Bemerkenswert ist der Befund eines angeborenen melanotischen Sarkoms der Schädelbasis, welchen Bellinger (5) bei einem 30 Tage alten Saugkalbo aufgenommen hat. Die Neubildung hatte die Grosse einer Mannesfaust, erstreckte sich von der linken mittleren Schädolgrube aus nach allen Seiten und nahm auch den grössten Teil der hinteren Schädel­grube ein. Nach unten drängte sich dieselbe zwischen dem Felsen- und Hinterhauptsbein bis zur unteren Fläche der Schädelbasis vor, während sie nach oben durch die emporgewölbte Dura mater abgegrenzt war. Der ganze Schädel war durch die Geschwulst deformiert, das Gehirn in hohem Grade komprimiert. Der Tumor selbst war wenig derb, tiefschwarz und unterschied sich in keiner Weise von den bei Pferden vorkommenden. Daneben lag eine förmliche Melanämie vor, diffuse Melanose der Lungen, der Leber, des Eudocardiums und des intramuskulären Bindegewebes; auch im Blute fanden sieh mikroskopisch zahlreiche punktförmigo Piginentkörnchen. Merkwürdiger­weise bestanden keine melanotischen Knoten — Metastasen im gewöhnlichen Sinne — in anderen Organen. — Ein weiteres kongenitales Melanosarkom beobachtete Wulf (35) in der Subkutis des Sprunggelenkes eines Kalbes.
Metz (26) sah beim Rinde zwei Fälle von Melanomen, das eine Mal sass eine kindskopfgrosse Geschwulst am Triel, im anderen Falle hatte die Neubildung ihren Sitz in der Beckenhohlo neben dem Uterus. Interessant ist, dass beide Tiere — Kuh und Rind — Schimmel waren. — An der Pleura diaphragmatica eines Rindes ermittelte Hamburger (14) ein Melano­sarkom. Ho are (16) exstirpierte bei einem braunen Ochsen ein 15 kg schweres Melanom, welches seinen Sitz in der Schläfengogend hatte. Auch
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Melnnosmkome. Melanosis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 75
Adam (1), Morot (28), Perroucito (29), Leisering und Johne teilen Fälle von Melanosarkom beim Rinde mit.
Über das Vorkommen von melanotischen Geschwülsten bei Schafen finde ich in der Litteratur nur eine Mitteilung von Worsley (36), welcher im Euter, in der Lendcugegend, in der Lunge und Leber derartige Neu­bildungen von grossem Umfange beobachtete.
Beim Hunde sind nach Kitt (20) Melauome am Halse gesehen werden; Bruckmüller (6) traf kleine melanotische Tumoren bei Hunden an der Gehirnbasis. Bournay (37) fand bei einem Hunde multiple Sarkome teils melanotischer, teils telangiektatischer Natur im Maule, in den Lungen, an der Schulter und im Herzen.
e) Die Mclanosis.
Litteratur.
1.nbsp; nbsp;Andrieu, Molanose des reins chez une genisse. Recueil 1886. p. 210.
2.nbsp; nbsp;Degive, Annal. belg. p. 362. 1885.
3., Johne, Bi rch-Hirschfolds allgem. pathol. Anat.
4.nbsp; nbsp;Kitt, Lehrb. d. pathol.-anat. Diagnostik.
4a. Leisering, Pigmentiertes Fettgewebe. Silchs. Bericht. S. 35. 1866.
5.nbsp; nbsp;Lemcke, Pigmentbildung bei einem Schwein und einem Kalbe. Arch. f. Tierheilk. S. 479. 1883.
6.nbsp; nbsp;Macgillivray, The vet. Journ. Vol. XXVII. p. 153. 1884.
7.nbsp; nbsp;Morot: Recueil 1887. p. 451.
8.nbsp; nbsp;Ostertag, Handbuch der Fleischbeschau,
9.nbsp; nbsp;Saako, Arch. f. Tierheilk. S. 227. 1878.
10.nbsp; nbsp;Siedamgrotzky, Melanotische Leber bei Schafen. Sachs. Bericht. S. 29. 1874.
11.nbsp; nbsp;Derselbe, Molanose beim Kalbe. Ibid. S. 30. 1874.
Von den eigentlichen melanotischen Tumoren zu trennen ist die sog. Melanosis, das Auftreten von Pigment in Form einer Infiltration, wobei es nicht zur Bildung von Geschwülsten kommt. Wiewohl dieser Zustand nicht In das Gebiet der Neubildungen gehört, so soll er doch hier abgehandelt werden, weil er in tierärztlichen Lehrbüchern vielfach gelegentlich der Melano-sarkome besprochen wird.
Gurlt trennte bereits in seiner pathologischen Anatomie die schwarzen Flecke (Melanosis maculosa) von den schwarzen Knoten (Melanosis tu be rosa). Die Melanose kommt besonders häufig bei Kälbern vor, aber auch bei erwachsenen Rindern, bei Pferden und ausnahmsweise bei Schweinen und Schafen. Es handelt sich wohl um eine angeborene Anomalie, nach Kitt (4) um „eine heterotope Hyperplasie von Pigmentgewebe mesoder-maler Naturquot;.
Bei Kälbern hat der Prozcss mit Vorliebe seinen Sitz im Unterhautzell­gewebe, in den Muskelüborzügen, in der Pleura, den Gehirn- und Rückeraquo; markshäuten, in den Lungen und in der Leber. Man findet nach Kitt (4
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Melanosis.
beim Abhäuten der Kälber auf der Unterfläche der Cutis umschriebene, glänzend schwarze, abfärbende Stellen oder braunschwarze Striche, die ein gefiedertes Aussehen haben. Mikroskopisch sieht man neben Fibrillenbündeln grosse, spindelförmige, mit braunen Körnern besetzte Zellen, deren Kerne ganz farblos sind, Zellen also, die ganz gleichartig sind denen der Lamina fusca des Auges. Die schwarzen Flecke sitzen ausserdem im Bindegewebe zwischen den Muskeln, während die eigentliche Muskelmasse frei von Pigment ist, „Die Pia mater spinalis ist meist sehr stark betroffen, zuweilen vom Kopf bis zum Kreuzbein kohlschwarz, die Scheiden einzelner Nerven, z. B. des Ischiadicus, sind ganz schwarz, andere teils weiss, teils in Abständen schwarz. Die Luftröhre zeigt aussen und innen schwarze Striche, wie dicke Tintenfederstriche quer über die Knorpelringequot; (Kitt).
Bei allgemeiner Melanose sind auch die Leber und die Lungen von schwarzen Flecken durchsetzt.
Lemcke (5) beobachtete bei einem Kalbe und bei einem Schweine diffuse Schwarzfärbung der Unterhaut, des intermuskulären Gewebes, der Leber, Lunge und der Häute des Gehirns und Rückenmarkes. Die Pigraent-bildung war besonders stark in der Nähe der Blutgefässe. In der Leber lagen die Pigmentkörner extralobulär, in dem die portalen Gefässe umgebenden Bindegewebe. — Ein Fall von allgemeiner Sarkomatoso beim Kalbe wird auch von D e g i v e (2) mitgeteilt.
Siodamgrotzky (11) berichtet über einen Fall von Melanose bei einem Kalbe, das von gelbbrauner Farbe war und von Eltern stammte, welche bis auf die weisse Nabelgegend ganz schwarz gewesen waren. Am auffälligsten verändert war die Leber. Abwechselnd mit der normalen Farbe zeigten sich überall zahlreiche blauschwarze Flecke von Linsen- bis Pfenniggrösse, oft in­einander fliessend. Schon mit blossom Auge erkannte man, dass besonders das interstitielle Gewebe intensiv schwarz gezeichnet war, während die Leber-acini matter blau- und braunschwarz gefärbt waren. Unter dem Mikroskop erwies sich das interstitielle Gewebe fast ganz von Pigment durchsetzt, während in den acinis nur einzelne Leberzellen körniges, schwarzes Pigment enthielten. Das Herz zeigte weniger zahlreiche aber sonst gleiche Flecke, und zwar so­wohl an der Oberfläche und in der Tiefe der Muskulatur, als auch im Fett. Die Muskelschläuchc selbst waren frei von Pigment; dasselbe lagerte im intorstitiellen Gewebe und zwar vereinzelt in platten, dem Sarkolemm auf­liegenden Zellen, oder in langen, zarten Linien, die wahrscheinlich mit den Kapillaren verliefen. Auch im Herzfett lag das körnige Pigment nur den Kapillarwänden an.
Bei erwachsenen Rindern scheint dieser Zustand bei weitem seltener vorzukommen, es macht demnach den Eindruck, als ob das Pigment bei vorrückendem Alter verschwinden könnte. Der eine von Morot (7) beobachtete Fall betraf eine 21/laquo; Jahre alte Kuh. Beim Schlachten derselben fand sich
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Melanosis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;77
das parietale Blatt der Pleura auf beiden Seiten schwarz gefärbt, wie mit chinesischer Tusche bestrichen, auch das subpleurale Gewebe war zum Teil schwarz, ebenso das Periost der Rippen. Die Lungen waren mit schwarzen Flecken übersät; ausserdem zeigten sich die 8 letzten Rückenwirbel sowie die Epithelien an der Pharynxschleimhaut zum Teil melanotisch. In einem zweiten von Morot beobachteten Falle war das parietale Blatt des Peritoneumlaquo; Sitz derartiger Schwarzfärbung. — Macgillivray (6) fand bei einem drei­jährigen Ochsen die Pleura, das Peritoneum, die Luftröhren-, Kehlkopf- und Nasenschleimhaut sowie das Unterhautbindegewebe vollständig schwarz gefärbt
Als Rarität ist wohl die von Andrieu (1) bei der Sektion einer Färse beobachtete Melanose der Nieren anzusprechen. Beide Nieren waren vollkommen schwarz, das die Nieren umgebende Fett hatte auf die Aus­dehnung von 3—4 cm um jede Niere eine graue Farbe angenommen. Auf dem Durchschnitte der normal grossen Nieren bemerkte man eine schwarze gleichmässige Schiebt von 3-4 mm Dicke, welche um jede Niere gleichsam eine Hülle bildete. Hierauf folgte eine etwa 1 cm breite Zone von grauer Farbe. Die centrale Schicht war bleicher als normal. Die Wände des Nieren­beckens waren ebenso grau wie die Gei'ässe, welche in die Nieren eintraten, und ebenso zeigte auch das Anfangsstück der üreteren auf 3—4cm Ent­fernung dieselbe Verfärbung. Die übrigen Organe erschienen gesund.
Als grosse Seltenheit muss die melanotische Pigmentinfiltration bei Schweinen und Schafen angesehen werden. Bei Schweinen hat meines Wissens Leisering (4a) die erste Mitteilung gemacht. Derselbe konstatierte in einem Stück bereits gekochten Schweinefleisches ein eigentümlich schwarz gesprenkeltes Aussehen des Panniculus adiposus. Überall fanden sich hier sehr dicht neben einander stehende, aus kleinen Punkten und Strichen ge­bildete Flecke, die öfter zierliche Figuren bildeten; seltener kamen isolierte Striche und Punkte vor. Das zwischen den Muskeln liegende Fett war voll­kommen weiss, ebenso waren die Muskeln und die Haut ohne jegliche Färbung. Die Ablagerung des Pigmentes hatte besonders in den zwischen den Fettzellen sich hindurchziehenden Bindegcwebsschichten stattgefunden, doch waren auch einzelne von den Fettzcllen selbst mit schwarzem Farbstoffe angefüllt. — AuchSaake (9) beobachtete eine bläuliche bis schmutzig braune Pigmentierung des Speckes beim Schweine, wobei die Pigmentkörnchen eben­falls im Bindegewebe lagen. — Eine dritte, von Lenicke (5) mitgeteilte Beobachtung diffuser Schwarzfärbung der Unterbaut bei einem Schweine wurde bereits oben (S. 773) angeführt.
Melanotische Infiltration wurde auch in der Leber bei einer grösseren Anzahl russischer Schafe ermittelt, welche in Dresden zur Schlachtung kamen. Die betreifenden Lebern waren, wie Siedamgrotzky (10) berichtet, sowohl an der Oberfläche wie auf Schnitten gleiobmässig bläulich- oder bräunlich-schwarz gefärbt. Bei der mikroskopischen Untersuchung lag
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Melanosis. Endotlielionie.
massenliaftes schwarzes Pigrnont in Punkt- und Stfibohenform in den Leber­zellen, im interstitiellen Bindegewebe und in den Gefasswänden. Der Farb­stoff war so reichlich und gleicbmässig eingelagert, dass mikroskopische Schnitte das AVaschwasser wie Tinte färbten. Eine Untersuchung des Blutes konnte leider nicht ausgeführt werden, auch Hess sich über die Herkunft jener Schafe nichts Näheres ermitteln.
Bei Pferden, auch mit pigmentierter Haut, findet man recht häufig unter der Serosa des Dünndarmes, namentlich des Hüftdarmes, blauschwarz pigmentierte, ziemlich umfangreiche, unrogelmfissig geformte Flecke, welche nur ein wenig beetartig über die Oberfläche hervortreten. Diese Pigmentin filtration, mit welcher Neubildung von Bindegewebe verbunden ist, soll angeboren sein. Abgesehen hiervon ist das Auftreten von schwarzem Pigment ohne Neubildung bei Pferden recht selten. Vereinzelt kommt bei Pferden, und zwar nicht bei Schimmeln allein, eine graue bis grausehwarze Färbung der Milz zur Beobachtung, entweder für sich allein oder gleichzeitig mit der Schwarzfärbung der Leber, ausnahmsweise sogar der Lunge. Diese abnorme Färbung ist bedingt durch die Einlagerung von Pigmentkörnchen, die ent­weder in dem trabekulären Gewebe oder in den Milzzellen oder in beiden zugleich auftreten. Beim Menschen beobachtet man diese sog. „Melanämie der Milzquot; bekanntlich nach schweren Intermittensfällen; beim Pferde sind die Befunde zufällig gemacht, ohne dass man bisher anzugeben vermag, an welche allgemeine oder Organkrankheiten diese Pigmentierung gebunden ist (eigene Beobachtung).
f) Die Endotheliomc.
Litteratu r.
1.nbsp; nbsp;Dexler, Z^voi Fälle von Tumoren der Rückenmarkshiiuto. Monatsh. f. Tierlieilk. Bd. VII. S. 112. 1896.
2.nbsp; nbsp;Hutyra, Eiidotheliales Papillom der Pleura. Ostorr. Vierteljahrsscluift. Nr. IV. S. 10. 1890.
3.nbsp; nbsp;Montane und Viaud, Über ein gelapptes Endotheliom der serösen Häute. Revue vet. /// P-M 1893.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; fU
' 4. Morot, Revue vet. p. l/Z. 1893.
5. Schiiulclka, Endotheliome an dem Brust- und Bauclifcllo eines Pferdes. Osterr. Zeit-schr. f. wissensch. Vetorinürk. Bd. II. S. 59.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; , ,
. -„.,-/ . #9632;-,. I .nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Lee. , ••' /.A *-. '#9632;#9632; .
Die als E nd o t heliome (En do thelial sarkome) bezeichneten Geschwülste sind im allgemeinen dadurch avisgezeichnet, dass die zellige Wucherung von dem Endothel der Blutgefässe, der Lymphgefässe und Lymphspalten ausgeht und dass späterhin dieses Verhältnis in der Anordnung der Zellmassen noch erkennbar ist (Zlegler). Die anatomische Stellung dieser Bildungen in der Onkologie ist zur Zeit noch eine sehr umstrittene.
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Emlotholiome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;79
In der tierärztlichen Litteratur sind erst in den letzten Jahren einige Fälle von endothelialen Neubildungen mitgeteilt worden. Dieselben gingen fast durchweg von den serösen Häuten der grossen Körperhöhlen (Pleura und Peritoneum), in einem Falle von dem Endothelbelage der Dura mater spinalis aus.
Montane und Viaud (3) fanden auf dem Peritoneum eines Pferdes zahlreiche erbsengrosse, maulbeerförmige Tumoren von weisser Farbe, auf der Pleura eine kleine Zahl stecknadelkopfgrosser Geschwülste derselben Art. Die Tumoren bestanden aus einem bindegewebigen Gerüste, welches Alveolen umschloss; in der letzteren lagen flache Zellen mit unregelmässigon Rändern und einem bläschenförmigen Kerne, welche als Endothelien angesehen werden mussten. Der von Morot (4) mitgeteilte Befund — zahlreiche cystoide Endotheliome auf dem Bauchfell, den Baucheingeweiden, den Lungen, einer Niere, eines Ovariums und mehrerer Lymphdrüsen — war mir im Original nicht zugänglich. — Zahlreiche Endotheliome am Brust- und Bauchfelle eines Pferdes beobachtete Schind elka (5); (die anatomische und histologisohe Beschreibung war mir ebenfalls nicht zugänglich).
Dexler (1) konstatierte bei der Sektion eines 6jährigen Hundes im 4. Rückenwirbel, zwischen dem 12. und 13. Spinalnervenpaare einen stumpf kegelförmig gestalteten, grauweissen, 2,5cm langen, extraduralen Tumor. Derselbe hatte das Rückenmark etwas verdrängt und abgeflacht und war mit der Dura mater durch einen schwachen, bandartigen Fortsatz und mehrere feine Stränge verbunden. Histologisch bestand die Geschwulst vor­wiegend aus runden, dicht gelagerten Zellen, welche von einem ungemein feinen Netzwerke von Bindegewebe umschlossen waren. Die Geschwulstzellen waren breit und flach, reich an Protoplasma und glichen ganz den Endothel-zellen der Dura mater. Im Centrum hatte eine ausgedehnte fettige Degeneration Platz gegriffen. (Näheres siehe Original.) Dexler erklärte die Neubildung für ein Endothelialsarkom, welches von dem Endothelbelage der Innenfläche der Dura bezw. den die harte Haut durchdringenden Gefässöffnungen ausgegangen sein soll.
Hierher zu rechnen sind wohl auch die zottenartigen Wucherungen, welche Hutyra (2) an der Pleura eines Hundes beobachtet und als „ondotheliales Papillomquot; beschrieben hat. Die Pleura pulmonalis, mediastinalis und diaphragmatica waren mit bauinf'örmig verästelten Zotten besetzt, welche eine bis 2 cm hohe Lage bildeten. Mikroskopisch fiel der grosse Blutgefilssreichtum auf. Zwischen den Gefässen sah man im zarten Netzwerk zahlreiche Zellen mit ovalem Kern und lichtem Protoplasmasaum. An der Wand einiger grösserer Blutgefässe schien ein Spalt zu bestehen, der ebenfalls von jenen Zellen ausgefüllt war (s. d. Original).
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Psamniome. Epitheliome und Papillome.
g) I'saiiimoiiii'.
Litte ratu r.
1.nbsp; Künnemann, Sandgeschwulst der Dura mater bei einer Kuh. Deutsche tierärztliche Wochenschrift. 1898. S. 153.
2.nbsp; Ziegler, Allg. path. Anatomie. IX. Auflage. S. 439.
Als Psammom oder Sandgescbwulst (Acervulom) bezeichnet man nach Virchow Sarkome bezw. Fibrosarkome der Dura, der Pia und der CJlandula pincalis, welche durch das Auftreten weisser Kalkkonkremente aus­gezeichnet sind. Ihr physiologisches Vorbild ist in den Sandkörnern der Glandula pinealis, dem Acervulus cerebri gegeben. Die Sandkörnchen erscheinen mikroskopisch in Form von Keulen, Nadeln und Kugeln. Die­selben entstehen wahrscheinlich zum Teil aus hj'alin degenerierten Zellen (Kugelform), zum Teil aus hyalin degeneriertem Bindegewebe und Blutgefässen (Nadelform) durch Einlagerung von Kalk.
Während diese Psammome beim Menschen bereits häufig gefunden wurden, liegt bei Tieren nur eine einzige genaue Beschreibung aus der jüngsten Zeit vor. Künnemann fand bei der Sektion einer Kuh, welche vor ihrem plötzlichem Tode niemals Krankheitserscheinungen gezeigt hatte, eine enteneigrosse, ziemlich derbe Geschwulst, welche in dem oberen vorderen Abschnitte des Grosshirns ihren Sitz hatte, von der harten Hirnhaut aus­gegangen und in die Gehirnsubstanz so vorgewuebert war, dass eine innige Verbindung zwischen Dura und Gehirn verursacht wurde. Mikroskopisch wurde der Bau eines Fibrosarkoms erkannt, welches dadurch ausgezeichnet war, dass in demselben verschieden grosse, kugelige Gebilde von lamellösem Bau sich fanden, die in ihren zentralen Abschnitten verkalkt waren.
Epitheliale Neubildungen.
1. Epitheliome iuhI Papillome.
L i 11 e r a t u r.
1.nbsp; nbsp;Bellinger, Virchows Arch. Bd. 68. S. 349.
2.nbsp; nbsp;Csokor, Über den feineren Bau der Gefltigelpocke. Vorträge für Tierärzte. VI. Serie. H. 11. 1884.
3.nbsp; nbsp;Csokor und MttUer, Österr. Vierteljahrsschr. f. Tierheilk. Bd. 54. S. 134.
4.nbsp; nbsp;Esser, Tierärztl. Mitteil. S. 170. 1875.
5.nbsp; nbsp;Fessler, Über multiple Papillome des Schlundes beim Rinde. Deutsche Zeitsclir. f. Tier-mod. Bd. XII. S. 37. 1886.
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Epithelionie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;81
6.nbsp; nbsp;Fröhner, Lehrb. der allgem. Cliirurgie (Papillome).
7.nbsp; nbsp;Derselbe, Über das Vorkommen der Geschwülste beim Hunde. Monatsh. f. Tierheilk. Bd. VI. S. 120.
8.nbsp; nbsp;Gratia, Contribution ii la pathogenic des verruos buccaies du chien. Annal. belg. p. 432. 1886.
9.nbsp; nbsp;Gurlt, Lehrb. der pathol. Anat. S. 84. 1831.
10.nbsp; nbsp;Hutyra, Ein vaskuläres Papillom an der unteren Oberfläche des Rückenmarkes beim Pferde. Österr. Zeitsohr. f. Veterinärk. Bd. I. 8. 115. 1887.
11.nbsp; nbsp;Derselbe, Multiple Hauthörner beim Huhn. Ibid. Bd. I. S. 182.
12.nbsp; nbsp;Johne, Fibroma papillare auf dor Rachenschleiinhaut eines Rindes. Sachs. Bericht. S. 67. 1881.
13.nbsp; nbsp;Derselbe, Jahresbericht von Ellenborger-Schütz. IX. Jahrg. S. 107. 1890.
14.nbsp; nbsp;Kitt, Lehrb. der pathol.-anat. Diagnostik.
15.nbsp; nbsp;Derselbe, Die Papillome im Psalter des Rindes. Monatsh. f. Tierheilk. Bd. I. S. 358.
16.nbsp; nbsp;Kozourok, Über Hauthörner beim Rinde. Ungar. Veterinärber. pro 1886/87. p. 218.
17.nbsp; nbsp;Lehnert, Berl. tierärztl. Wochensohr. S. 69. 1882.
18.nbsp; nbsp;Labat, Hauthorn bei einem Widder. Revue vät. p. 309. 1894.
19.nbsp; nbsp;Leisering, Hautpapillom beim Rinde. Sachs. Bericht. S. 36. 1868.
20.nbsp; nbsp;Derselbe, Papillom der Harnblase. Ibid. S. 27. 1868.
21.nbsp; nbsp;Lesbre, Lyoner Journ. p. 374. 1891.
22.nbsp; nbsp;Luschka, Virchows Arch. Bd. 50. S. 161.
28. Mingazzini, II mollusco contagioso ed il vaiolo dei columbi. Bull, de R. accad. med. Roma. 1894.
24.nbsp; nbsp;Möller, Lehrb. der allgem. Chirurgie (Papillome).
25.nbsp; nbsp;Derselbe, Hufkrankheiten. S. 153.
26.nbsp; nbsp;Nörner, Über Hauthörner. Schweiz. Arch. f. Tierheilk. S. 57. 1887.
27.nbsp; nbsp;Pirl, Verrucae congenitae. Berl. tierärztl. Wochensohr. S, 470. 1892.
28.nbsp; nbsp;Rivolta und Delprato, L'ornitojatria. Pisa 1881.
29.nbsp; nbsp;Sanfolice, Beiträge zur Ätiologie der sog. Pocken der Tauben. Zeitschr. f. Hygiene. Bd. XXVI. S. 298. 1897.
30.nbsp; nbsp;Savarese, Contribuziono allo studio dei corneomi. Clinic, vet. Vol. XII. p. 99. 1889.
31.nbsp; nbsp;Schmid, Münch. Jahresber. 1862.
32.nbsp; nbsp;Schütz, Das Fibroma papillare des Schlundes beim Rinde. Arch. f. Tierheilk. Bd. I. S. 66. 1875.
33.nbsp; nbsp;ütz, Bildung von Papillomen in der Haube. Badische tierärztl. Mitteil. S. 110. 1889.
34.nbsp; nbsp;Virchow, Über Molluscum contagiosum. Virchows Aroh. Bd. 32. S. 144.
35.nbsp; nbsp;Wulf, Tierärztl. Mitteil. S. 171. 1876.
36.nbsp; nbsp;Zürn, Über Hauthörner bei Vögeln. Goflügelbörse. Nr. 54. 1893.
Die Bezeichnung Epitheliom ist in der menschlichen Pathologie zur Zeit wohl ausschliesslich für das sogen. Epithelioma oder Molluscum contagiosum reserviert. Nach Virchow versteht man darunter eine Ge­schwulst mit dem Charakter des Epithelioms, welche jedoch kontagiöser Natur ist und nicht nur an einem Individuum von Stelle zu Stelle sich ausbreitet sondern auch auf andere Individuen übertragen werden kann. Was den histo-logischen Bau des Molluscum contagiosum beim Menschen anlangt, so stimmen alle Untersucher darin überein, dass, im Gegensatze zu den eigentlichen Papillomen, das Bindegewebe am Aufbau der Tumoren so gut wie unbeteiligt ist und man es in der That mit einer rein epithelialen Neubildung zu thun hat (s. Lubarsch, I. Jahrg. Abteil. 2. S. 401).
Caspor, Pathologio dor Goschwülsto.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 6
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Beim Geflügel, vorzugsweise bei Hühnern, Truthühnern und Tauben kommt eine von Alters her als Geflügelpocke be/eichnete Hautkrankheit vor, welcbe von Bellinger dem Molluseum contagiosum des Menschen gleichgestellt worden ist. Die Aft'ektion äussert sich in dem Auftreten hanf-korn- bis maiskorngrosser gelbbrauner, rundlicher und ovaler Knoten, die vornehmlich au den Kämmen und Kehllappen, am Schnabelwinkel, an den Nasenrändern und Augenlidern sich bilden, manchmal eine centrale Delle haben und im Innern eine grützige, gelbe Materie einschliessen. Mikroskopisch erkennt man besonders eine auffällige Hyperplasie der Epithelien des Stratum Malpighi; die Epithelien erscheinen vergrössert und enthalten eigentümliche, stark lichtbrechendc, fettig glänzende Gebilde, welche neben dem geschrumpften Zellkern liegen. Diese eigentümlichen Gebilde wurden für niedere Organismen aus der Gruppe der Gregamen angesprochen, so auch von Boiling er. Csokor (2) hat später die Annahme Bollingers, dass diese Geflügelpocke identisch sei mit dem Molluseum contagiosum des Menschen, bestätigt, aber die Frage offen gelassen, ob die sog. Molluskumkörperchen wirklich selbst ständige Organismen sind.
Auch Mingazzini und Casagandri (23) sprachen sich für die Identität der Gefiügelpocken mit dem Molluseum contagiosum des Menschen aus, während Rivolt.a und Delprato (28) einen pflanzlichen Parasiten, dem sie den Namen „Epitheli omycesquot; gaben, für die Ursache erklärten , angeblich ist ihnen auch die Reiuzüchtung dieses Parasiten gelungen.
Neuerdings nahm Sanf elice (29) die Untersuchungen über die Aetiologie dieser Krankheit von neuem auf. Schon bei schwacher Vergrösserung erkannte er in den in Glycerin zerzupften Knötchen die Parasiten als lichtbrechende, bald rundliche, bald ovale oder etwas verlängerte Körper von verschiedener Grosse; die Vermehrung erfolgt stets durch Knospung. Mit der ceutralen Masse der Knötchen wurden zahlreiche Impfungen in die Augenlider gesunder Tauben immer mit positivem Erfolge vorgenommen. Nach 6 Tagen (Inkubations­dauer) trat eine Schwellung der Augenlider ein, welche etwa in 2 Tagen zum vollständigen Verschluss der Augen führte. Nach 10—12 Tagen traten Knötchen auf den Augenlidern auf; der Tod erfolgte bei der Mehrzahl der Tiere zwischen dem 20. und 25. Tage. Junge wie alte Tauben verhielten sich in ganz gleicher Weise für die Infektion empfänglich.
In gefärbten Schnitten — die Technik wird genau beschrieben —kann man feststellen, dass die jüngsten Parasiten sich nach der Basis der Malpighi sehen Schicht zu finden; die in Fortpflanzung befindlichen nehmen die Mitte ein, und die erwachsenen liegen nach der Oberflache zu. Die jüngsten Parasiten färben sich meist homogen; im mittleren Teile des Epithels, wo die Parasiten in der Fortpflanzung begriffen sind, erblickt man an denselben eine, zwei oder drei Knospen, von den nahe der Oberfläche gelegenen Parasiten sehen einige normal aus, andere besitzen eine oder mehrere Vakuolen. Was die
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Epitheliome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 83
Zellen anlangt, so besitzen diejenigen der tieferen Schicht ein normales Aus­sehen, die der mittleren und oberen Schicht dagegen erscheinen gequollen. Die Volumensvergrösserung der Mal pighischen Schicht ist weniger der Ver­mehrung der Zellen, als vielmehr dem Vorhandensein der Parasiten und dem damit verbundenen Anschwellen der Zellkörper zuzuschreiben. Die Knötchen werden aussei- durch die Quellung der Zellen auch durch eine bedeutende Infiltration des subepithelialen Bindegewebes hervorgerufen. Aus diesen Gründen ist die Bezeichnung „Epithelioma contagiosumquot; für die Tauben­pocken gar nicht mehr zutreffend, da es sich gar nicht um eine Vermehrung der Epithelzellen handelt.
Sanfelice ermittelte weiter, dass die Übertragung auf Tauben nicht nur gelingt nach vorausgegangenem Skarifizieren, sondern dass die einfache Berührung zweier Hautoberflächen genügt, um die Krankheit hervorzurufen. Auch konnte er im Gegensatze zu Mingazzini nachweisen, dass die ober­flächlich gelegenen (ältesten) Parasiten in ganz gleicher Weise kontagiös wirken, wie die tiefer gelegenen (jüngsten). Auf andere Tierarten (Hühner, Enten, Truthühner) lassen sich die Geflügelpocken nicht so leicht übertragen, die Parasiten scheinen die Fähigkeit zu verlieren, auf Tiere einer anderen Spezies pathogen zu wirken. Impfungen auf Kaninchen und Hunde blieben ganz resultatlos.
Von Interesse war es noch, festzustellen, ob wirklich, wie Mingazzini behauptete, der Parasit der Taubenpocken durch Ohytridiopsis socius, welcher in den Epithelzcllen des Darmes von Blaps lebt, dargestellt wird. Sanfelice fütterte daher einige Blaps mitKnötchen von Taubenpocken undimpfte mit dem Kote der Käfer Tauben. Es erkrankten nun diejenigen Tauben typisch, welche mit dem Kote geimpft waren, der vom dritten Tage nach der Impfung an gewonnen wurde.
Daraus ergiebt sich, dass die Parasiten der Taubenpocken den Darm vom Blaps passieren und dabei ihre Lebensfähigkeit und Virulenz bewahren. Andererseits konnte aber Sanfelice im Gegensatze zuMingazzini den ein-wandsfreien Beweis erbringen, dass der Parasit der Taubenpocken ein von dem Chytridiopsis socius vollkommen verschiedenes Wesen ist. — Alle Versuche, den Parasiten in künstliehen Nährböden zu züchten, schlugen fehl, auch aus den Fäces der Blaps konnte ein spezifischer, pathogener Erreger nicht ge­wonnen werden. Dagegen gelang es dem Verfasser, von der Haut der Tauben einen Blastomyceten zu züchten, welcher nach Einimpfung in die Augenlider von jungen Tauben die typische Krankheit erzeugte, wobei freilich die Inkubationsdauer 15—20 Tage betrug. Vergleichende Untersuchungen führteil Sanfelice zu der Überzeugung, dass die Geflügelpocken und das Molluscum contagiosum des Menschen wohl zu demselben Typus gehören, aber nicht mit einander identisch sind. Es unterliegt nach Ansicht des Verfassers keinem
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Zweifel mehr, dass die Taubenpocken eine durch pathogene Blastomyceteu hervorgerufene Affektion sind.
Ob die von Sauf elice beschriebenen Gebilde in der That als Protozoen 7Ai betrachten sind, müssen weitere Untersuchungen lehren. —
Die Papillome gehören zu den zusammengesetzten Geschwülsten, sie gehen aus von einer Wucherung der Deckepithelien der äusseren Haut oder der Schleimhäute, womit gleichzeitig eine Neubildung von Bindegewebe, namentlich des Papillarkörpers und der Gefässe, einhergeht. Wenn man die Hyperplasie des Bindegewebes in den Vordergrund stellt, kann man die Neubildungen auch zu den Fibromen rechnen (Fibroma pap ilia re), in der Regel aber legt man mehr Gewicht auf die Epithelneubildung. Ihr physiologisches Vorbild finden die Papillome in den Hautpapillen und Darm­zotten. Man unterscheidet harte und weiche Papillome; die ersteren gehören vorzugsweise der Haut und den kutan eingerichteten Schleimhäuten an, die letzteren finden sich namentlich auf echten Schleimhäuten.
Die Papillome kommen bei Tieren, namentlich bei Hunden, aber auch bei Pferden und Hindern recht häufig vor; besonders bei jungen Tieren findet man dieselben oft, zuweilen multipel in Form der sog. Papillomatose. — Für die Genese der Papillome scheinen in erster Linie entzündliche Reizungs-zustände von Bedeutung zu sein. So hat man bei Pferden und Rindern nach dem Weidegange Lippenpapillome als Folgezustände entzündlicher Prozesse auf der Haut und Schleimhaut entstehen sehen (Fröhner 6). Die sogenannte verrueöse Form der Mauke des Pferdes ist ebenfalls als das Produkt eines chronischen Reizzustandes der Haut aufzufassen. — Zuweilen sind die Warzen angeboren. So beobachtete Pirl (27) bei einem neugeborenen Fohlen ausgedehnte Warzenbildung an der linken Halsseite. Von manchen Seiten wird angenommen, dass die Neigung zur Warzenbildung sich vererben könne. Die von mehreren Autoren besonders aber von Gratia (8) ver-fochtene Ansicht, dass die Papillome infektiöser Natur seien und durch spezifische Mikroorganismen verursacht würden, ist bisher absolut nicht be­wiesen; es ist dies auch für die bei Tieren auftretenden Warzen nicht anzu­nehmen, während freilich gewisse papillärc Wucherungen des Menschen (Kondylome) in den meisten Fällen auf eine gonorrhoische Infektion zurückzu­führen sind. Jedenfalls sind die Übertragungsversuche von Tier auf Tier bisher negativ ausgefallen.
Die Papillome kommen überall auf der Haut, namentlich aber an den Übergangsstellen der Haut in die Schleimhaut vor. Bei Hunden sind nach Fröhner (7) Lieblingsstellen die Lippen, die Maulschleimhaut, die Augen­lider, die Backen und Ohren, das Präputium, der Penis, der After und die Scheide, bei Pferden sind vornehmlich der Schlauch, die Lippen, die Augen-
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lider, der Hals und der Fessel befallen. Bei Rindern kommen die Papillome besonders am Kopfe, am Halse, am Euter, an den Beinen und im Schlünde zur Beobachtung. Die äussere Form derselben ist auch bei Tieren sehr ver­schieden, bald stellen sie einfache hügelige Erhabenheiten oder fadenförmige Fortsätze dar, (Warzen, Verrucae), bald bilden sie grosse hahnenkamm-oder blumenkohlartige Gewächse mit tief zerklüfteter, gelappter Oberfläche (Feigwarzen, Condylomata). Diese letzteren sind gewöhnlich weicher, sehr reich an Blutgefässen und unterliegen leicht regressiven Metamorphosen, Blutungen und Ulcerationen.
Wie schon erwähnt, treten die Papillome der äusseren Haut oft in grosser Zahl auf, so besonders auch am Euter der Kühe. Kitt (14), C so kor und Müller (3) sahen das Euter mit zahllosen fadenförmigen und warzenartigen Papillomen übersät. Lehnert (17) fand eine Kuh am ganzen Körper über und über mit Warzen bedeckt. Leise ring (19) berichtet von einer zweijährigen Kalbe, deren Vorderfüsse so stark von Papillomen bedeckt waren, dass von der eigentlichen Haut nichts mehr zu sehen war.
Eine eigentümliche Art des Papilloms ist bei Pferden der sog. H u f -oder Strahlkrebs, welcher einen starken Wucherungsprozess im Papillar-körper und in der Reteschicht mit überreicher Absonderung von Transsudat darstellt (Kitt 14). Die neugebildeten Retezellen verhornen nicht, sondern gehen bald zu Grunde, indem sie mit dem Transsudate zu einer übelriechenden Masse zerfallen. Der Prozess ist wahrscheinlich infektiöser Natur und auf die Ein­wirkung gewisser Mikroorganismen zurückzuführen. Möller (25) will den Huf­krebs nicht zu den eigentlichen Neubildungen gerechnet wissen, sondern be­trachtet denselben als eine chronisch verlaufende Entzündung der Huflederhaut.
Die Maulschleimhaut, speziell die der Lippen, bildet einen Lieblingssitz für papilläre Neubildungen. Bei Rindern wachsen die Papillen der Zunge gern zu fadenförmigen borstigen Gebilden aus. Johne (12) fand die Schleim­haut der Rachenhöhle beim Rinde mit teils vereinzelt, teils beetartig zu­sammenstehenden, gestielten, knospenartigen Wucherungen besetzt, die an der Spitze pinseiförmig aufgefasert waren. Häufig gehen bei Rindern und Hunden auch Papillome vom Zahnfleisch aus, teils als gestielte glatte Warzen, teils als weiche Kondylome.
Bemerkenswert sind die von der Schleimhaut des Oesophagus bei Rin­dern ausgehendem Papillome, wie sie eingehend von Schütz (32) L u s ch k a (22), Fessler (5), Kitt (14) u. a. beschrieben worden sind. Zuweilen finden sich nur vereinzelte papilläre Hypertrophien in Form von spitzkegelförmigen, bis 3 cm langen Wucherungen; mitunter aber ist die innere Oberfläche allenthalben mit warzigen und pinselförmigen Auswüchsen besetzt, welche in der Nähe des Pharynx sehr klein sind, gegen die Mitte des Oesophagus bis bolmen-gross werden und Beete von borstenförmigen Büscheln mit starren, nach dem Magen zu gerichteten Spitzen bilden. Jeder Auswuchs stellt einen Borsten-
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häufen dar, der sich aus 10—30 Fäden zusammensetzt. Mitunter wachsen auch die Büschel korallenförmig von einer begrenzten Stelle aus zu einer umfang­reichen zottigen Masse heran (Papilloma coralliforme). Alle Papillome des Oesophagus sind dadurch ausgezeichnet, dass sie eine glatte und glänzende Oberfläche haben und niemals zu Ulcerationen neigen. — Im Psalter (Hlättermagon) des Rindes hat Kitt (15) wiederholt papilläre Neubildungen eigentümlicher Art beobachtet und dieselben als Papilloma polyposum myxomatodes omasi bezeichnet. Es sind beeren- oder blasenförmige Ge­bilde, vergleichbar den Beeren der Muskatellertraube, teils durchscheinend weiss, teils fleischfarben, mit ganz glatter Oberfläche; sie sitzen meist an der Haubenöffnung, an der Basis der Blätter. Die abziehbare Epithelmembran ist durchsichtig, die bindegewebige Substanz saftig glänzend, und sieht aus wie ödematöses Bindegewebe. Mikroskopische Schnitte lehren, dass jede Beere aus einem weitmaschigen Bindegewebe und einem Stratum epitheliale gebaut ist; das Epithellager ist verschieden mächtig, zeigt die bekannten Zellagen verhornter und nicht verhornter Plattenepithelien. Die myxomatöse Beschaffenheit der Papillome ist nach Kitt nicht auf echtes Schleimgewebe, sondern auf ödematöso Durchtrilnkung zurückzuführen.
U tz (33) und auch Johne (13) fanden bei Rindern in der Wand der Haube rundlich-kugelige bis über walnussgrosse Papillome, deren Entwicklung aus den kleinen Papillen der Haube deutlich nachgewiesen werden konnte. In beiden Fällen hatten die Papillome chronische Blähsucht hervorgerufen. — Auch bei Pferden findet man im Magen — an der Grenze des drüsenlosen und drüssigen Teiles — oft multiple warzige, zerklüftete Papillome, welche bis erbsengross werden und halskrausenartig an der Grenze sich hinziehen.
Ziemlich häufig scheinen in der Harnblase bei Pferden, Rindern und Hunden, auch bei Schweinen Papillome aufzutreten, welche meist unter dem Namen „Zottenkrebsquot; beschrieben werden. Aussei- den in der Litteratur mitgeteilten und richtig als „Fibroma papillärequot; oder „Papillomquot; diagnostizierten Neubildungen gehört ohne Zweifel ein grosser Teil derjenigen Geschwülste hierher, welche als „Blasenkrebsequot; und „Blasenpolypenquot; beschrieben worden sind. Diese sog. ,,Zottenkrebsequot; ragen in Form von zottigen, oft baumförmig verzweigten Wucherungen in das Lumen der Blase hinein, ihr Lieblingssitz st die obere Wand in der Nähe der Harnröhrenöffnung, das sog. Trigonum. Sie bestehen aus bindegewebigen Papillen, die fadenförmig lang und dünn sein können, und von zartwandigen weiten Gefässen durchzogen werden, woraus sich ihre grosse Neigung zu Blutungen erklärt. Diese Zotten sind von einem vielschichtigen, polymorphen, dem Ilarnblasenepithel entsprechenden Über­züge bedeckt. Bezeichnend für die einfach papilläre, nicht carcinomatöse Natur dieser Geschwülste ist der Umstand, dass sie nicht in die Tiefe der Schleimhaut greifen, sondern aus derselben herauswachsen. Gelegentlich werden auch Zottenstücke losgerissen und mit dem Urin entleert. Zwischen
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Papillome. HauthOrnor.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;87
den weichen Zotten ist ein trüber, blutiger oder jauchiger Harn; dieselben sind an der Überfläche nicht selten durch Harnsedimente inkrustiert. Daneben kommen freilich auch echte Carcinome der Harnblase vor. Echte Papillome wurden u. A. von Esser (4) und Wulf (35) in der Harnblase einer Kuh, von Sie dam grot zky und Schmid (41) beim Pferde nachgewiesen.
Die von der Schleimhaut der Vagina und des Uterus ausgehenden Papillome, welche bei Hunden und Kühen nicht selten sind, bieten keine besonderen Eigentümlichkeiten. Als Rarität ist ein Papilloma vasculosum der Pia mater eines Pferdes an/Aisehcn, welches Hutyra (10) beschreibt. Die haselnussgrosse, zottige Geschwulst, welche mittels kurzen Stieles an der Unterfläche des verlängerten Markes sass, war aus einem von weiten Blut-gefässen durchzogenem Bindegewebsstroma aufgebaut und mit epithelialem Überzüge versehen.
Zu den epithelialen Neubildungen sind auch die sog. Hauthörner (Cornua cutanea) zu rechnen, die Entwickelung derselben ist analog dem Wachstum des normalen Hufhornes. „Es liegt hier eine Hyperplasie der Cutispapillen vor, die Papillen erfahren eine starke Verlängerung und um diese lang ausgewachsenen Papillen lagern sich neugebildete, verhornende Epidermiszollon in koncentrischen Schichten ab; so entstehen Hornröhrchen, welche innen durch lange Cutispapillen ausgefüllt sind und welche durch ihre peripheren Mantelzellen zusammengehalten werden, so eine kompakte Horn-masse darstellendquot; Kitt (12).
Man hat dieselben am häufigsten bei Rindern beobachtet, besonders scheint das ungarische graue Steppenvieh für die Bildimg von Haut-hörnern zu inklinieren, welche bei dieser Race bis ,/2 m lang werden und bis 30 cm basalen Umfang erreichen. Otto1), Voss, Nörner (26) Kozourek (16) Savarese (30) fanden solche Hauthörner bei Rindern an der Stirnhaut, Nörner (26), Lesbre (21) und Kozourek (16) am Halse, Kozourek (16) und Gnrlt (9) am Nacken, Kitt (14) am Euter. Seltener sind diese Gebilde bei anderen Tierarten, doch wurden sie auch bei Pferden an der Stirn (Büchner) und am Ohre Kitt (14), bei Schafen am Ohre (Andre, Kund­mann, Spinola) am Rücken Labat (18) und an der Kehle (Gurlt[9]), bei Ziegen an der Brust(Aldrovandi, Caparini) und am Bauche Savarese (30), bei Hunden an der Stirn (Kundinann), am Ohre (Peschel), und an der Vorhaut (Sevarese [30]) beobachtet. — Diese Hauthörner sind entweder klein, kegelförmig, oder von der Grosse und dem Aussehen der Stierhörner, dabei auch gewundene Formen zeigend.
Beim Geflügel ist eine zweite Art von Hauthörnern mehrfach be­schrieben worden, die eine einfache horizontale Aufschichtung von homogenem Epidermisgewebe, also nichts weiter als eine grosse, hornige Schwiele darstellt
• ) Die älterlaquo; Litteratur s. bei Gurlt, Patliol. Anatomie (9).
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Kitt (14). Diese Gebilde, welche manchmal bedeutende Dimensionen erreichen, sind besonders von Hutyra (11) des genaueren untersucht worden; sie sitzen als höckerige, harte, gelblichbraune Auswüchse einzeln oder multipel auf der Haut der Hühner, Papageien und Kanarienvögel (Zürn [36]).
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2. Adenome und Carcinome.
a) Adonome.
L i 11 e r a t u r.
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Derselbe, Schleimdrüsonadenom im Kehlkopfe einer Kuh. Sachs. Beriebt. S. 17. 1879.
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Unter den Begriff des Adenoms, der Drüsengeschwulst, fallen diejenigen geschwulstförmigen Neubildungen, welche nach dem Typus des echten Drüsen­gewebes gebildet sind. Die Abgrenzung dieser Geschwulstart stösst auf mancherlei Schwierigkeiten. Einmal haben wie ausserordentlich viel Be­rührungspunkte mit einfach hypertrophischen Zuständen der Drüsen; in dieser Beziehung ist bei der Definition des Adenoms Wert zu legen auf das geschwulst­artige Wachstum, eine gewisse Selbständigkeit gegenüber den physiologischen Geweben und zugleich eine entschiedene Fremdartigkeit in f unktioneller Hinsicht. Es gehören also nicht unter den Begriff des Adenoms die durch physiologische oder den physiologischen Bedingungen nahe stehende Erregungen verursachten
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Adenomo.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;89
Drüsenwucherungen (z. B. Hypertrophie der Mamma während der Schwanger­schaft, hypertrophische Drüsen katarrhalisch gereizter Schleimhäute, kompen-satorische Nierenhypertrophie u. a.).
Auf der anderen Seite ist es zuweilen sehr schwer, eine scharfe Grenze zwischen Adenoinen und Curcinomen zu ziehen. In dieser Hinsicht muss man, wie neuerdings wieder Lubarsch (I. Jahrg. der Ergebnisse der allgemeinen Pathologie, Abteil. 2. S. 414) betont hat, die Bezeichnung Adenom auf solche Neubildungen beschränken, weiche aus mit Epithelien ausgekleideten, eine besondere bindegewebige Wand besitzenden Hohlräumen zusammengesetzt sind. Das Aussehen der Adonome ist je nach dem Sitze und der Art des Drüsengewebes verschieden. Die im Innern der grossen Drüsen sich entwickeln­den Tumoren stellen rundliche, fleischartige, in der Regel deutlich abgekapselte Geschwulstknoten dar; in den häutigen Organen (äussere Haut, Schleimhäute) pflegen sie als breit aufsitzende oder gestielte Polypen aufzutreten, die meist schwammige, weiche Konsistenz und oft zottigen Bau besitzen.
Nach dem histologischen Aufbau kann man, entsprechend den beiden Haupttypen des Düsengewebes, ein Adenoma acinosumund ein Adenoma tubulare unterscheiden, Als heterotope Adenome werden Gieschwülsto be­zeichnet, welche zwar den typischen Bau einer Drüsenbildung charakteristisch zeigen, aber von der Struktur ihres Standortes doch wesentlich abweichen (Birch-Hirschfeld).
Die Adonome können verschiedenartigen regressiven Metamorphosen anheimfallen: der Fettmetamorphose, schleimiger Degeneration, cystoider Ent­artung, Ulceration. Die Metamorphosen entsprechen immer denen der Drüsen­zellen des Standortes, so verfetten die Talgdrüsen- und Mammaadenome, Schleimdrüsenadenome neigen der schleimigen Degeneration zu u. s. w. — Im allgemeinen gelten die Adenome als gutartige Geschwülste. Es giebt aber auch Adenome, welche die Nachbarschaft infiltrieren, in die Lymphbahnen vordringen, ja sogar in Venen oder Lymphgefässe durchbrechen und Metastasen in den verschiedensten Organen bedingen. Solche Neubildungen bezeichnet man wohl auch als Adenoma malignum s. dostruens.
Die Adenome der Sehleimhäute lassen sich nicht immer scharf von den Carcinomen trennen, indem sie zuweilen zerfallen, in Geschwüre sich um­wandeln, in deren Grunde die Infiltration fortschreitet, und indem das ccntrale Drüsenlumen soliden Epithelnestern weicht. Von vielen Seiten werden derartig vorgeschrittene Neubildungen als Adenocarcinome bezeichnet, womit man ausdrücken will, dass das ursprüngliche Adenom sich in ein Carcinom um­gewandelt hat. Indes ist diese Frage, ob gutartige Neubildungen sich in Carcinome umbilden können, noch viel umstritten.
Bei den Haustieren gehören die Adenome zu den seltenen Neubildungen. Sie wurden bisher beobachtet:
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1. in den Talg- und Sehweissdrtisen der Haut. Die Mehr­zahl der bisher konstatierten Talgdrüsenadenome wurde bei Hunden gesehen und es scheinen nach Si ed aragr o t zky (21) besonders die Cir-cumanaldrüsen dafür disponiert zu sein. Die erste genaue Beschreibung mehrer solcher Tumoren am Vorderfusse eines Dachshundes vordanken wir Leisering (12). Es fanden sich an der hinteren Schenkelfläche drei rundlich­ovale Hantbeutcl, welche stark gewucherte Talgdrüsen darstellten. Die mikro­skopische Besichtigung ergab eine ausserordentlich weitgehende Teilung und Kamifikation der Talgdrüsen; dieselben stellten prächtige baumförmige Bilder dar, welche sich an durchsichtig gemachten Präparaton schon mit blossem Auge erkennen liessen. Teils in den Ausführungsgängen, teils in den Ver­ästelungen der Talgdrüsen fanden sich ovale, hellgelbe Talgmassen, die sich durch Anhäufung und Zusamnienpressung des Hauttalges gebildet hatten. Bald darauf hatte Siedamgrotzky (10 u. 21) Gelegenheit, mehrere ähnliche Befunde bei Hunden festzustellen. Der eine am Vorderschenkel eines Jagd­hundes gesehene Fall hat Ähnlichkeit mit dem Leiseringschon. Zwei andere Befunde betreffen die Circumanaklrüsen und seien hier etwas näher beschrieben. Es waren weiche, rundliche Gebilde, teils unter der Haut verschiebbar, teils auch auf die Hautoberfläche vorbrechend oder doch die überziehende Haut verdünnend. Die Farbe war rötlichgelb oder weissgelb, die Schnittfläche zeigte radiären, lappigen Bau, die Driisenläppchen hatten nur ganz wenig lockeres Bindegewebe zwischen sich. Mikroskopisch konnte man auf den ersten Blick erkennen, dass die Hauptmasse der Geschwulst nur aus Drüsengewebe bestand; die Neubildung ahmt vollständig den Typus der normalen Circumanaklrüsen nach, nur mit dem Unterschiede, dass nirgends die Tendenz zur Sekretbildung hervortritt. Derartige Circumanaldrüsen-Adenome, welche kein Lumen und keine Sekretion, auch keine Ausfülirungsgänge autweisen, entstehen nach Siedamgrotzky (21) aus Drüseninseln, welche sichdurch zufällige Abschnürung eines tief in das perianale Bindegewebe verschobenen Läppchens dieser Drüsen bilden. — Kitt (11) beobachtete bei einem Hunde ein in Form und Grosse einer Kalbsniere gleichendes Talgdrüsenadenom, welches neben der Vorhaut in die Subcutis vorgedrungen war.
Zu den Talgdrüsenadenomen müssen auch die Adenome der Harderschen Drüse gerechnet werden, welche nach Schimmel (16) und Fröhner (5) namentlich bei jugendlichen Hunden keine Seltenheit sind.
Ein zottiges Schweissdrüsenadenom im äusseren Gehörgange eines Hundes wurde von Siedamgrotzky (18) beobachtet; bezüglich der genaueren Beschreibung dieses einzig dastehenden interessanten Befundes muss auf das Original verwiesen werden. Auch Lienaux (13) teilt einen Fall von Schweiss drüsenadenom mit. — In den Adenomen der Haut kommt es zuweilen durch Anhäufung von Sekret zur Cystenbildung (Adenokystom), In diesem Sinne ist jedenfalls eine Neubildung aufzufassen, welche quot;Werner (24) unter dem
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Adonome.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;91
Namen Cystoma proliferum von der Haut eines Hundes beschrieben hat. Es handelt sich offenbar um ein typisches Adenom der Schweissdrüsen, in welchem durch regressive Metamorphosen des Epithels und Verflüssigung grössere Hohlräume entstanden sind.
2,nbsp; Adenome der Schleimhäute. Dieselben bilden breit oder schmal gestielte, rundliche oder faltenartige, einfache oder gelappte, häufig polypose, aber meist sehr weiche Erhebungen der Schleimhautoberfläche. Sie bestehen in einer umschriebenen quot;Wucherung des gefässreichen, lockeren Schleimhaut­gewebes, hervorgerufen durch Wucherung und Erweiterung der darin enthaltenen Schleimdrüsen. Ihre glatte Oberfläche lässt die etwas erweiterten Ausführungs­gänge der Schleimdrüsen meist deutlich wahrnehmen. Infolge Zurückhaltung des Schleimes kommt es häufig zur Cystcnbildung Johne (6). Derartige Adenome wurden in der Schleimhaut des Labmagens beim Kinde, in der Pylorushälfte des Magens beim Hunde und in der Darmschleimhaut bei Pferden und Rindern beobachtet. Hierher gehören auch die Neubildungen der drüsigen Hälfte des Pferdemagens, welche u. a. Si edamgrotzky (22) unter der Be­zeichnung „Schleimpolypcnquot; beschrieben hat. Dagegen ist es bei zwei einander ähnlichen Neubildungen, welche Sied amgrot zky (23) und Johne (7) im Kehlkopf einer Kuh gefunden und als „Schleimdrüsenadenomquot; bezeichnet haben, zweifelhaft, ob es echte Adenome sind; es will dem Verf. der makroskopischen Beschreibung nach scheinen, als ob es sich um aktinomy-kotische Prozesse handelte. — Die Adenome der Schleimhäute, speziell des Darmes, nehmen gern destruierenden Charakter an, indem zuweilen Infiltration der Submukosa und Muscularis eintritt, und werden vielfach als Ado no-carcinome beschrieben (s. unter Carcinome).
3.nbsp; Endlich kommen die Adenome bei Tieren in den grösseren Drüsen, besonders in der Leber als rundliche, fleischartige, weiche, gelappte, deutlich abgetrennte Tumoren vor. In der Leber handelt es sich dabei um eine atypische Wucherung von Leberzollen (Leberadenome) oder um eine Neu­bildung von Cylinderepithelicn und Wucherung von Gallengängen (Adenome) cholangiosum, Kitt) oder um beides gleichzeitig (gemischte Adenome). Reine Leberadenome wurden u. a. von Bellinger (1) und Martin (14) beim Rinde, von Siedamgrotzky (20) und Johne (10) beim Schafe konstatiert. Kitt (11) beschreibt ein primäres Gallengangsadenom beim Pferde, welches Übergang in Carcinomgewebe zeigte. Die periportalen Lymphdrüsen waren zu gänseeigrossen Konglomeraten herangewachsen. Auf der Grenze zwischen Adenom und Carcinom steht auch eine von Johne (8) bei einem Hunde be­obachtete Neubildung, welche er als Drüsen- und Gallengangsadenom bezeichnet. — Gemischte Adenome wurden von Eadyean (4) bei Schafen konstatiert.
Nächst der Leber ist bei Tieren die Milchdrüse noch am ehesten Sitz von adenomatüsen Bildungen, welche in der Regel als Fibroadenome auftreten.
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Adenome. Carcinomo.
Der makroskopische und histologisclie Bau derselben ist besonders von Kitt (10) eingehend beschrieben worden. Diese Adenofibrome neigen sehr zur Cysten-bildung, indem regressive Metamorphosen des Epithels Flüssigkeitsan­sammlungen bedingen (Cystadenome). Mitunter ragen die bindegewebigeu Neubildungen als warzige oder zottige Fortsätze in die Cystenräume hinein, sodass komplizierte Bildungen entstehen, die man als Fibroadenoma papilliferum oder intracanaliculare bezeichnet (Bruckmüller).
Selten ist das primäre Vorkommen von Adenomen in den Lungen; A. Eber (3) beschreibt einen solchen Fall bei Schafen. Er fand in einer Anzahl von Schaflungen unregelmassige Knoten von Haseluuss- bis Apfelgrösse. Diese Knoten, welche nicht immer scharf vom umgebenden normalen Binde­gewebe abgrenzten, zeigten auf der Schnittfläche eine weisse bis graurötliche Farbe. Beim Abstreichen der Schnittfläche erhielt man einen trüben grau­roten Saft, der mikroskopisch neben Rundzellen zahlreiche wohlerhaltene Cylinderzellen aufwies. Die Knoten selbst bestanden aus Drüsenschläuchen, die mit Cylinderepithel ausgekleidet und von Granulationsgewebe umschlossen waren. In das Lumen der Schläuche sprangen verästelte, mit Cylinderzellen besetzte Papillen vor. Es handelt sich um ein multiples, von den Schleim­drüsen der Bronchiahvandung ausgehendes Adenoma proliferum papillare. Ein Chondro-Adenom der Lunge, welches in dem rechten Hauptbronchus von der Wand aus in Form eines blumenkohlartigen Gewächses in das Lumen vorgedrungen war, beobachtete Schmidt (15) beim Pferde. Ähnlich gebaute Geschwülste durchsetzten in Hirsekorn- bis Walnussgrösse die ganze rechte Lunge. Mikroskopisch bestanden die Neubildungen aus grossen, vielfach aus­gebuchteten Drüsenschläuchen, welche von Bindegewebslagen zusammengehalten wurden und von Knorpelleisten und Knorpelinseln umgeben waren.
In den Nieren scheinen bei Tieren reine Adenome nicht gefunden zu sein. Dagegen finden sich vereinzelte Mitteilungen von Kombinationen mit anderen Geschwulstformen. So beschreibt Rieck (15) ein Adenosarkom in der Niere eines Schweines. Ein Adenocarcinom, dessen Ausgangs­punkt in dem Epithel der geraden Harnkanälchen zu suchen ist, wurde u. a. von Johne (9) in der Niere eines Schweines festgestellt. Des von Johne eingehend untersuchten Adeno-Sarko-Rhabdomyoms der Niere ist bei der Darstellung der Rhabdomyome gedacht worden.
b) Carcinomc. Litteratur.
1.nbsp; nbsp;Bang, Stockfleths Chirurgie für Tierärzte.
2.nbsp; nbsp;Barrier, Recueil Bulletin. 1888.
3.nbsp; nbsp;Bayer, Zoitsclir. für vergl. Augenheilk. IV. Jahrg. 9. 75.
4.nbsp; nbsp;Besnoit, Revue vät. p. 177. 1895.
5.nbsp; nbsp;Brennekcam, Magazin f. Tierhoilk. Bd. 35. S. 365. 1869.
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Cavcinomo.
93
6.nbsp; nbsp;Bru ckmüller, Lehrb. der pathol. Zootomie.
7.nbsp; nbsp;Bellinger, Münch. Jahresber. S. 30. 1876/77.
8.nbsp; nbsp;Cadiot, Roc. Bull. p. 507. 1893.
9.nbsp; nbsp;Cadiot ot Fournier, Cancer de prostata. Rec. Bull. p. 348
10.nbsp; nbsp;Casper, Primäres Carcinom der mesenterialen Lymphdrüsen.
1888.
Arch. f. Tierheilk. Bd. 19.
S. 14. 1893.
11.nbsp; nbsp;Derselbe, Carcinom der retrepharyngealen und submaxillaren Lymphdrüsen. Ibid.
12.nbsp; nbsp;Dammann, Ein Cylinderepithelkankroid. Magazin f. Tierheilk. Bd. XXXI. S. 290. 1865. 18. Dieckerhoff, Lehrb. der spez. Pathol. Bd. I.
13a. Eberlein, Primärer Magenkrebs beim Hunde. Monatsh. f. Tierheilk. Bd. VIII. 8. 289. 1897.
14.nbsp; nbsp;Fadyean, Journ. of comp. path. Vol. III. p. 41. 1890. -
15.nbsp; nbsp;Peg er, Uterus-Carcinom der Kuh.
16.nbsp; nbsp;Fröhner, Allgemeine Chirurgie (Carcinomc).
17.nbsp; nbsp;Derselbe, Repertorium der Tierheilk. H. 4. 1883.
18.nbsp; nbsp;Derselbe, Vorkommen der Geschwülste beim Hunde. Monatsh. f. Tierheilk. Bd. VI. S. 1 ff.
19.nbsp; nbsp;Derselbe, Vorkommen der Carcinome bei Pferden. Ibid. Bd. VIII. S. 69. 1896.
^-20. Grammlich, Primäres Lungencarcinom beim Pferde. Zeitschr. f. Voterinärk. Bd. H. S. 10.
21.nbsp; nbsp;Gratia et Liönaux, Rocherches experimentalos sur l'inoculabilite du cancer. Ann. belg. T. 43. p. 596. T. 45. 492.
22.nbsp; nbsp;Grimm, Ovarialcarcinom bei einer Kuh. Sachs. Bericht. S. 69. 1887.
23.nbsp; nbsp;Hahn, Epithelkrobs im Larynx eines Pferdes. Wochenschr. f. Tierheilk. Bd. XXV. S. 201. 1881.
24.nbsp; nbsp;Hahn, Münch. Jahresber. 1862.
25.nbsp; nbsp;Hell, Ref. in der Bcrl. tiorärztl. Wochenschr. S. 236. 1897.
26.nbsp; nbsp;Hink, Blasenkrebs beim Pferd. Badisohe tierärztl. Mitteilungen. S. 57. 1889.
27.nbsp; nbsp;Hinrichsen, Zwei Fälle von Carcinomatose beim Pferde. Deutsche tierärztl. Wochen­schrift. S. 391. 1897.
28.nbsp; nbsp;Hutyra, Medullar-Carcinom der Schilddrüse
Österr. Vierteljahrsschr. Neue Folge. IV.
S. 20.
29.nbsp; nbsp;Johne, Birch-Hirschfelds allgemeine Patholegio (Carcinome).
30.nbsp; nbsp;Derselbe, Carcinom der Schilddrüse beim Pferde. Sachs. Bericht. S. 44,
1880.
.,.31. Derselce, Carcinose der Lungen und Bronchialdrüsen. Ibid. S. 45. 1880.
32.nbsp; nbsp;Derselbe, Scirrhöses Epitheliom beim Schwein. Ibid. S. 46. 1880.
33.nbsp; nbsp;Derselbe, Carcinom der Nebenniere eines Pferdes. Ibid. S. 47. 1880.
34.nbsp; nbsp;Derselbe, Adenooarcinom der Niere eines Schweines. Ibid. S. 72. 1881.
35.nbsp; nbsp;Derselbe, Zwei primäre Carcinome der Niere eines Pferdes. Ibid. S. 74. 1881
36.nbsp; nbsp;Kitt, Pathol.-anat. Diagnostik.
37.nbsp; nbsp;Korb, Epithelialkrebs im Larynx. Deutsche Zeitschr. f. Tiermcd. S. 294.
38.nbsp; nbsp;Krüger, Carcinomatose Entartung dos Eierstocks beim Pferde. Zeitschr. Bd. IV. S. 274.
39.nbsp; nbsp;Loisering, Epithelialkrebs am Penis des Pferdes. Sachs. Bericht. S. 26
1890. f. Vetorinärk.
1889. S. 24.
1860.
40.nbsp; nbsp;Derselbe, Epithelialkrebs am Auge. Ibid. S. 13. 1861. S. 12. 1863.
41.nbsp; nbsp;Derselbe, Krebs am Kopfe des Pferdes. Ibid. S. 13. 1866.
42.nbsp; nbsp;Derselbe, Epithelkrobs am Zahnfleisch dos Schweines. Ibid. S. 21. 1868.
43.nbsp; nbsp;Derselbe, Epithelkrobs am Oberkiefer eintss Pferdes. Ibid. S. 21. 1871.
44.nbsp; nbsp;Derselbe, Medullarcarcinom einer Rindsniere Ibid. S. 23. 1872. •44a. Derselbe, Krebs in der Brusthöhle eines Pferdes. Sachs. Bericht. S. 12. 1870,
44b. Loblnnc, Recueil de ni(5d. vet.
45.nbsp; nbsp;Lemhöfer, Referat in Bcrl. tierärztl. Wochenschr. S. 236. 1894'
46.nbsp; nbsp;Martin, Münch. Jahresber. S. 115 ff. 1882 83.
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Cnrcinome.
47.nbsp; nbsp;Maun, Cancer de la vessie. Revue vet. p. 60. 1881.
48.nbsp; nbsp;Mii 1 lor, Lehrbuch der Chirurgie.
49.nbsp; nbsp;Derselbe, Lehrbuch der Augenheilk.
50.nbsp; nbsp;Morot, Revue vet. p. 587. 1892.
51.nbsp; nbsp;01 Im ami, Proussisclie Mitteilungen. 1878.
52.nbsp; nbsp;Ostertag, Handbuch der Fleischschau.
53.nbsp; nbsp;Pflug, Die Krankheiten des uropoetisohen Systems.
54.nbsp; nbsp;Pierre Causse, Recueil 1875.
55.nbsp; nbsp;Prävost, Tumeur de la capsule suirünale droite. Recueil de med. vdt. Nr. 19. 1894.
56.nbsp; nbsp;Rabe, Hannov. Jahresber. 1877.
57.nbsp; nbsp;Roll, Spezielle Pathologie und Therapie.
58.nbsp; nbsp;Derselbe, Carcinom der Highinorshölile. Osten-. Vierteljahrsschr. Bd. III. S. 43. 1853. 58a. Roloff, Melanocarcinom im Schlauche des Pferdes. Magazin f. Tierheilk. Bd. XXXIV.
S. 187. 1S68. 58b. Derselbe, Magenkrebs beim Pferde. Ibid. Bd. XXXIV. S. 183. 1868. 58c. Saake, Epitheliom in der Highmorshöhle. Berl. tieriirztl. Wochenschr. S. 380. 1893. 58d. Schütz, Preuss. Mitteil. S. 44. 1880.
59.nbsp; nbsp;Derselbe, Ein Epidermoidal-Cancroid. Magazin f. Tierheilk. Bd. 34. S. 163. 1868.
60.nbsp; nbsp;Schulz, Ein Fall von Binsenkrebs beim Hunde. Monatsschr. f. Tierheilkunde. Bd. IV. S. 506.
61.nbsp; nbsp;Sommer, Über allgemeine Carcinose und Sarkomatose bei Tieren. Deutsche Zeitschr. f. Tiermed. S. 245. 1888.
62.nbsp; nbsp;Siedamgro tz ky, Cylindorepithelialkrebs im Dickdaim eines Pferdes. Sachs. Bcrich t S. 25. 1871.
63.nbsp; nbsp;Derselbe, Carcinom des Harnleiters. Ibid. S. 76. 1871.
64.nbsp; nbsp;Derselbe, Medullarcarcinom beider Nieren einer Kuh. Ibid. S. 28. 1872.
65.nbsp; nbsp;Derselbe, Epitheliom der Schilddrüse. Ibid. S. 59. 1872.
66.nbsp; nbsp;Derselbe, Carcinom der Niere etc. Ibid. S. 38. 1876.
67.nbsp; nbsp;Derselbe, Carcinom des Ovariums einer Henne. Ibid. S. 40. 1876.
68.nbsp; nbsp;Derselbe, Carcinom der Leber bei einem Halme. Ibid. S. 38. 1877.
69.nbsp; nbsp;Derselbe, Carcinom der Niere eines Pferdes. Ibid. S. 41. 1877.
70.nbsp; nbsp;Derselbe, Cancroid der Harnblase eines Pferdes. Ibid. S. 42. 1877.
71.nbsp; nbsp;Derselbe, Eigentümlicher Fall von Carcinomatose. Ibid. S. 20. 1892.
72.nbsp; nbsp;Derselbe, Plattenepithelialcancroid. Magazin f. Tierheilk. Bd. XXXVI. S. 163. 1870.
73.nbsp; nbsp;Stolz, Krebs der Harnblase. Arch. f. Tierheilk. S. 288. 1886.
74.nbsp; nbsp;Trasbot, Sur le caroinome de testicule. Bull. p. 178. 1885.
75.nbsp; nbsp;Uhlich, Magenkrebs beim Pferde. Sachs. Bericht. S. 76. 1886.
76.nbsp; nbsp;Wolff, Carcinom der Mesenterialdrüsen. Arch. f. Tierheilk. S. 286. 1886.
77.nbsp; nbsp;Zschokke, Schilddrüsenkrebs beim Pferde, Schweiz. Arch. f. Tieiheilk. S. 78. 1888.
Das Carcinom ist eine Geschwulst, die durch atypische Wucherung epithelialer Elemente ausgezeichnet ist. Diese atypische Wucherung führt zu einem Durehbruch der physiologischen Gren­zen, zur Infiltration und zum Untergänge des angrenzenden Gewebes, sowie endlich zur Generalisierung. Gerade durch das atypische Wachstum unter­scheidet sich das Carcinomwesontlich von den gutartigen epithelialen Ge­schwülsten (Papillomen, Adenomen).
Die Anschauungen über die Entstehung des Krebses haben im Laufe der Zeit mannigfache Wandlungen erfahren, auf die hier nicht eingegangen werden kann. Gegenwärtig findet die Tiiiersch-Waldeyersche Theorie,
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Cnrcinomo. Bau. Einthoilung.
nach welcher die Zellen der Carciuome ausschiiessiich vom Epithel ausgehen, fast allgemeine Anerkennung.
An jedem Carcinom unterscheiden wir ein von den gewucherteu Epithel­zellen hervorgegangenes Parenehym (Krebskörper, Krebszelleunester, Krebszapfen) und ein aus Bindegewebe bestehendes tlerüst (Krehs-stroma). Die Form der gewucherten Epithelien (Krebszellen) kann eine sehr verschiedene sein. Häufig behalten sie noch die besonderen Eigentüm­lichkeiten des Muttergewebes bei; so sind die Zellen der oberflächlichen Haut-krebso denen der Epidermis ähnlich, Carcinome des Magens und Darmes enthalten charakteristische Cylinderzellen u. s. w. Doch kommen namentlich in weiter entwickelten Carcinomen infolge der gegenseitigen Raumbeengung Abweichungen vom normalen Typus vor. (Polymorphio der Krebszellen).
Der zweite Bestandteil, das gefässhaltige Bindegewebe, wechselt eben­falls sehr in Form und Menge. Dasselbe entspricht teils dem alten, teils ist es neugebildet, bald ist es zellenreich, bald zellenarm, straffl'aserig.
Nach der Form der Krebszellen, nach dem Verhalten der Stromas zum Parenehym oder nach irgend einem hervorstechenden Merkmale hat man bis in die neueste Zeit die Carcinome in verschiedene Unterabteilungen zerlegt.
1.nbsp; nbsp; Die Plattenepithelkrebso (Cancroide), ausgehend von der Epidermis der Haut und den mit Plattenepithel ausgekleideten Schleimhäuten, sind ausgezeichnet durch die Bildung grosser Krebszapfen, die aus polymorphen grossen Plattenepithelien bestehen. Zuweilen kommen in den von der Epidermis ausgehenden Krebsen Zellen zur Verhornung und legen sich zwiebelschalenartig aneinander, wodurch die sogenannten Krebsperlen (Globes epidermiques, Cancroidkörper) entstehen. Die Peripherie dieser Körper enthält die jüngsten Zellen und entspricht der Keimschicht der Epidermis, während das Centrum die verhornten Zellen enthält. Diese Form der Krebse hat man eine Zeit lang von den Carcinomen getrennt und als Cancroide bezeichnet; auch heute noch, wo man weiss, dnss sie zu den Carcinomen gehören, hat man diese Bezeichnung beibehalten.
2.nbsp; nbsp; Die Cylinder epithelkrebse, ausgehend von den mit Cylinder-epithel ausgestatteten Schleimhäuten, besitzen ein aus Cylindcrepithelzellen bestehendes Parenehym. Die Zellen lagern sich nach Art der Drüsenzellen schlauchförmig aneinander, es kann sogar ein Drüsenlumcn vorhanden sein; im letzteren Falle hat man die Neubildungen auch als destruierende Adenome oder als Adenocarcinome bezeichnet (s. Adcnome).
3.nbsp; nbsp; Die Glandular- oder Drüsenzellenkrebse, ausgehend von dem Epithel der verschiedenen drüsigen Organe, sind ausgezeichnet durch polymorphe Zellen, die bald rundlich, bald polygonal, oval, spindelig oder mit Fortsätzen (geschwänzte Krebszellen) versehen sind.
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Carcinomo. Regressive Veriindcmngen. Geneialisierung.
I I
Ist in einem Curciuom die Zahl der Krebszellennester sehr reichlich, während das Stroma nur zart und spärlich entwickelt ist, so erhält die Ge­schwulst eine weiche Beschatt'enheit und wird als Carcinoma medullare (Encephaloid, Mark schwamm) bezeichnet. Ist das Bindegewebe stark entwickelt, sodass das Parenchym ganz in den Hintergrund tritt, so nennen wir das einen Skirrhus. Ist das Parenchym gallertig oder schleimig ent­artet, so entsteht das Carcinoma gelatinosum s. colloides s. alveolare (Gallertkrebs). Als Carcinoma myxomatodes bezeichnet man einen Krebs, in welchem das Stroma sich in Schleimgewebe umwandelt. Selten sind die pigmentierten Krebse (Melanocarcinome).
In den Carcinoinen treten bald früher, bald später mancherlei regressive Veränderungen ein, welche teils die Epithelzellen, teils das Stroma, teils beide zugleich betreffen. Wie bei den Adenomen, so ist auch hier in der Art der Metamorphosen eine Beziehung zu dem Standort unverkennbar. So neigen die Zellen der Hautkrebse zur Verhornung, die der Mammakrebse zur Fett-entartung u. s. w. Am häufigsten findet sich Fettmetamorphose; sie beginnt mit dem Auftreten einzelner Fetttröpfchen in dem Protoplasma, die sich auf Kosten der Zeil- und Kernsubstanz vermehren. Später kann auch das Stroma der fettigen Degeneration anheimfallen. Durch die Resorption der zerfallenen Krebszellen entsteht bei Krebsen, die an der Oberfläche eines Organes sitzen, eine centrale Vertiefung, eine Delle, der sogen. Krebsnabel. Der Ver-hornung ist bereits oben gedacht worden. Die schleimige (gallertige) Degeneration tritt ebenfalls häufig auf, sie betrifft vorzugsweise die Zellen, mitunter aber auch das Stroma. Ausserdem werden die hyaline Degeneration, Verkalkung und Cystenbildung beobachtet. Von grosser Wichtigkeit ist die Neigung der Krebse, welche an der Oberfläche der Haut oder der Schleimhäute gelangen, zu Ulcerationen (Krebsgeschwür).
Die Krebse verbreiten sich zunächst in demjenigen Organ, in welchem sie entstanden sind, greifen indes auch nicht selten auf benachbarte Organe über. Häufig gelangen die wuchernden Krebszellen in die Gewebsspalten und in die Lymphgefässe; auf diese Weise entstehen die Tochterknoten, welche häufig die primären Krebsherde ringförmig umgeben (regionäre Infektion). Die Metastasen des Carcinoms entstehen nur in seltenen Fällen durch direkten Einbruch in die Blutgefässe, meist kommen sie zunächst durch Verbreitung auf dem Lympligefässwege und erst sekundär durch Eintritt ins Blut zu stände. Die erste nachweisbare Metastase ist gewöhnlich die in den Lymphdrüsen. Diese Neigung zur Infektion auf dem Wege der Lympfbahn und der Lymphdrüsen ist charakteristisch für das Carcinom. Die Metastasen stimmen in der Struktur mit dem Primärtumor überein oder entfernen sich von dem Typus der Muttergeschwulst, sowohl in der Zellform als auch in der Entwickelung des Stromas. Was die Aetiologie der Carcinome anlangt, so fehlt bisher noch jede genügende Erklärung. Die Auffassung, dass der
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Carcinome. Atiologie. Statistik.
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Krebs eine durch Parasiten erzeugte Neubildung sei, ist bis jetzt nicht bewiesen. Die Versuche, Spaltpilze oder höher organisierte pflanzliche Lebe­wesen als Erreger des Carcinoms nachzuweisen, haben bisher zu keinem positiven Resultate geführt. In der neueren Zeit hat man vielfach Protozoen als Krebserreger beschuldigt. Lubarsch (Jahrgang I der Ergebnisse) hat sich die Mühe gegeben, die nicht unbeträchtliche Litteratur über die Carcinomprotozoen kritisch zu besprechen und kommt dabei zu dem Ergebnis, dass
raquo;1. die Protozoennatur der in Carcinomen beschriebeneu Ge­bilde keineswegs beweisen, vielmehr ihre Entstehung durch die verschiedensten Zeil-, Kern- und Kernkörperchen-Degenerationen der Hauptsache nach sicher gestellt ist, dass 2. bis jetzt noch keine Analogien dafür vorliegen, dass durch Protozoen epitheliale Tumoren entstehen können, und 3. eine Reihe von Gründen all­gemein pathologischer Natur überhaupt dagegen sprechen, dass die Krebsentwickelung direkt auf der Wirkung parasitärer Organismen beruht.laquo;
Die Carcinome kommen bei den Haustieren verhältnismässig häufig vor. Da sie indess vornehmlich eine Krankheit des späteren Lebens­alters darstellen, so erklärt es sich, dass dieselben am häufigsten bei Hunden, demnächst bei Pferden zur Beobachtimg gelangen, denn die übrigen Haus­tiere erreichen aus wirtschaftlichen Gründen in der Regel kein hohes Alter. Speziell bei Hunden sind die Carcinome von allen Neubildungen die weitaus häufigsten; sie bilden nach einer klinischen Zusammenstellung Fröhners (18) fast die Hälfte (400/o) aller Tumoren. Etwa 3 0/0 der von Frohner in den Jahren 1886—94 klinisch behandelten 8997 Hunde waren mit Carcinom behaftet. Bei Pferden hat Fröhner ebenfalls eine klinische Zusammen­stellung gemacht, die sich freilich auf ein kleines Material beschränkt. Da­nach waren unter 47 im Laufe eines Jahres operierten Tumoren 3 —G0/,, Carcinome. — Von anatomischer Seite sind zwei Zahlenreihen von Johne und Casper aufgestellt worden. Johne konstatierte bei 1600 obducierten Hunden 48 = 30/0 Carcinome, während von 702 im pathologischen Institut der Berliner tierärztlichen Hochschule obducierten Hunden nach C asp er 51 sb ca. 7 0/0 mit Carcinom behaftet waren. Nach Johne waren bei Hunden unter 93 Neubildungen 48 = ca. 520/0 Carcinome; bei Pferden unter 128 Neu­bildungen 28= ca. 22% Carcinome und bei Rindern unter 104 Tumoren 8 = ca. 80/0 Carcinome.
Was das Lebensalter anlangt, so ist auch bei Tieren das Carcinom hauptsächlich älteren oder wenigstens erwachsenen Individuen eigen. In dieser Hinsicht hat Fröhner (18) bei Hunden die erste Statistik geliefert. Von 65 Hunden,, bei denen Krebse operiert wurden, waren nur 10 = ca. 150/o
Caspor, Pathologie dor Goschwülste.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7
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89nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Caieiuome. Statistik.
unter 5 Jahren (2 - 4jährig, 18 = ca. 280/o waren 5—6jahrig, 22 = ca. 340/o 7—8 jährig, 12 = 18quot;/o zwischen 9 und 10 Jahren alt und 3 = ca. 40/o hatten ein Alter von 12—13 Jahren erreicht. Bei Hunden unter 2 Jahren hat Froh ner niemals Carcinome heobachtet.
Über die topographische Verteilung der Carcinome bei Tieren liegt von klinischer Seite keine statistische Mitteilung vor. Dagegen lässt sich aus dem übersichtlich geordneten Sektionsmateriale Johne's eine statistische Aufstellung konstruieren, ausserdem hat Casper die im patho­logischen Institute der Berliner Hochschule beobachteten Carcinome topo­graphisch geordnet. Wenn wir die Zahlen dieser topographischen Statistik, welche auf S. 24 ff angegeben sind, unter sich und mit den beim Menschen gefundenen Zahlen vergleichen, so können wir zunächst feststellen, dass die Verhältnisse bei Tieren wesentlich anders liegen als bei Menschen. So gehören z. B. beim Menschen die Carcinome des Magens, des Uterus, der Lippen, zu den häufigen Erscheinungen; nach einer Statistik von li. Virchow kommen auf 100 Fälle von Carcinomen 34,9 Krebse des Magens, 18,5 Krebse des Uterus und der Scheide und 4,9 Carcinome der Lippen. Bei den Tieren dagegen gehört das Carciuom des Magens zu den allergrössten Selten­heiten; beispielsweise wurde bei Hunden, die gewiss für Carcinomo inklinieren, bisher nur ein einziger einwandsfreier Fall von Magenkrebs von Eberlein festgestellt. Auch die Carcinome des Uterus, der Vagina und der Lippen sind bei Tieren äusserst selten. Auffallend ist anderer­seits, dass bei Tieren zuweilen die Lymphdrüsen primär an Krebs er­kranken, ja man könnte fast behaupten (s. die Statistik und S. 100), dass sie eine bevorzugte Stelle für die Entwickelung primärer Carcinome ab­geben. Im allgemeinen kann man bei Tieren als Lieb lings stellen für das Auftreten der primären Carcinome bezeichnen: die Nieren, die Mamma, die Kieferhöhlen, die Schilddrüse, die äussere Haut, die Lymphdrüsen und
Hoden.
Über den Einfluss, welchen das Geschlecht auf die Häufigkeit der Carcinome ausübt, fehlen bei Tieren statistische Angaben ganz und gar. Soviel jedoch steht fest, dass die Krebse der inneren weiblichen Geschlechts­organe (Vagina, Uterus, Ovarien), welche beim menschlichen Weibe so häufig anzutreffen sind, bei Tieren zu den grössten Seltenheiten gehören.
Die seitherige Annahme, dass der Krebs leicht auf andere Individuen übergehe, kann nicht mehr aufrecht erhalten werden. Es liegt eine Reihe von Versuchen vor, wobei der Krebs sowohl durch Impfung unter die Haut, in die Bauchhöhle, in die Leber, in die Lymphdrüsen, als auch durch Ein­pfropfung in die Schleimhäute von einer Tierart auf die andere zu über­tragen gesucht wurde. Trasbot (21) hat in hunderten von Versuchen nie­mals ein positives Resultat erhalten. Du play und Cazin machten über 120 Versuche an Hunden und Ratten vergebens, auchCadiot und Gilbert
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Caicinome. Übertragungs vorsuche. Hautcaicinoine.
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inokulierten Geschwülste in mehr als 40 Fällen von einer Tierart auf die andere ohne Erfolg. Auch die Versuche von Gratia und Lienaux (21), welche die verschiedensten Methoden der Ühertragung, auch Einspritzungen in Venen, in seröse Höhlen, subkutane Injektionen, Transplantationen u. s. w. in Anwendung brachten, hatten ein negatives Ergebnis. Sie vermochten den Krebs weder von Hund zu Hund noch von Menschen auf Hunde zu über­tragen und sind der Meinung, dass der Krebs selbst bei Tieren derselben Art nicht überimpfbar ist.
Das Verhalten der Krebse zur Nachbarschaft, die Metastasenbildung Generalisierung und die Wirkungen auf den Gesamtorganismus unterscheiden sich bei Tieren nicht wesentlich von den Verhältnissen beim Menschen.
Die Carcinome der Haut kann man auch bei Tieren in Ober­flächenkrebse (Epidermoidalkrebse, Cancroide) und Drüsen­krebse einteilen; letztere entwickeln sich aus den Talg- oder Schweissdrüsen und zeigen niemals Verhornung. Die Cancroide haben ihre Lieblingsstelle an den Übergangsstellen der äusseren Haut in Schleimhäute, kommen aber im übrigen an allen Körpergegenden vor. Sie treten auf entweder in Form einer Intiltration, wobei die Neubildung in der Haut sitzt und nur geringe Prominenz an der Oberfläche macht, oder in Form von warzigen oder papillären Wucherungen. Indem die gewucherten Papillen sich baumförmig verästeln, können grosse Geschwülste entstehen, welche ein blumenkohlartiges Aussehen haben. Das infiltrierte Carcinom beginnt mit einer Hautverdickung, die knollig und höckerig ist, auf der Oberfläche zerfällt und in ein unregelmässiges Geschwür sich umwandelt, welches einen nässenden Grund und wallartigen Rand besitzt. Charakteristisch sind die Neigung zur Infiltration in die Tiefe und in das Nachbargewebe, die Ulceration, die Att'ektion der regionären Lymphdrüsen und die Neigung zu liecidiven. Die Cancroide verhornen auch bei Tieren bald, man kann dann sehr leicht die oben erwähnten Epithel­perlen zur Sicherung der Diagnose nachweisen. Im Übrigen unterscheiden sich die Carcinome der Haut von den ähnlich aussehenden Papillomen da­durch, dass das zwischen den Papillen sitzende Epithel auch wirklich zapfen­artig in die Tiefe vordringt. Befunde von Hautcarchiomen sind in der tier­ärztlichen Litteratur vielfach mitgeteilt. Nach Fröhner (18) findet man sie bei Hunden am häufigsten am Kopf (Ohren und Augenlider), auf dem Kücken, in der Nähe der Schweifwurzel, am Skrotum, am Präputium, am After und am Scheideneingange. Die Carcinome des Afters stellen höckerige, pilz- und blumenkohlartige, gelappte, zuweilen auch gestielte Tumoren dar, deren Ober­fläche meist mit einem schmierigen, stinkenden Sekret bedeckt ist. Bei Pferden und Ochsen wurden echte Plattenepithelkrebse wiederholt am Pen is und an der Vorhaut beobachtet, sie bilden dort papillomatöse, zottige und blumenkohlartige, zuweilen sehr umfangreiche Geschwülste. Leisering (89) und Möller (48) sahen solche Cancroide wiederholt bei Pferden und Ochsen,
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100nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cnrcinomo der Haut, der Mamma, der Lymphdrüsen.
Schütz (59) beschreibt ausführlich ein recidivierendes Carcinom am Penis eines Ochsen, Roloff (58a) ein Melanocarcinom am Schlauch des Pferdes. — Dieckerhoff (13) sah von der Ellenbogengegend eines 16 jährigen Pferdes aus ein Carcinom entstehen; nach mehreren Wochen zeigten sich sekundäre Krebsknoten in den Bugdrüsen und in der Drosselrinne am Halse.
Die Carcinome der Mamma werden besonders häufig bei Hündinnen [ßang(l), Fadyean (14), Fröhner (18), Johne (29), Kitt (36), Möller (48), Habe (56) u. a.], seltener bei Pferden Cadiot (8) und Rindern angetroffen. Dieselben treten in sehr verschiedenen Formen auf, je nachdem sie vom Drüsenepithel (Drüsenkrebse), vom Epithel der Avisführungsgänge (Cylind er-epithelkrebse) oder von der überkleidenden äusseren Haut (Cancroid e) ausgehen; bald sind dieselben hart, bald weich. Die harten Formen verkalken nicht selten und kommen dadurch zum Stillstand, (eine Art Selbstheilung); die weichen Formen zeigen grosse Neigung zur Ulceration und Fettmetamorphose. Die Mammacarcinome treten bei Hündinnen selten diffus auf, meist in Form von Knoten, zuweilen multipel; wie Fröhner (18) angiebt, bekommt man zuweilen den Eindruck einer miliaren Carcinomatose, namentlich in der Nach­barschaft grösserer Knoten finden sich oft mehrere disseminierte kleine Herde. Nicht selten beobachtet man bei den Mammakrebsen cystoide Entartung (Cystocarcinom). Fröhner konstatierte auch einen Fall von Mammacarcinom bei einem männlichen Hunde.
Auffallend ist, wie schon oben S. 98 erwähnt wurde, dass bei Tieren wiederholt in den Lymphdrüsen primäre Carcinome angetroffen worden sind. Casper (10) teilt zwei Fälle vom Pferde mit; in dem einen waren die submaxillaren und retropharyngealen, in dem anderen die mesenterialen und lumbalen Lymphdrüsen Sitz der Neubildung. Die Carcinomatose ging mit bedeutender Vergrösserung der Lymphknoten einher; in dem einen Falle waren sie in Geschwülste von Mannskopfgrösse und 14 kg Gewicht verwandelt, welche aus lauter ovalen, bis hühnereigrossen Knoten zusammengesetzt waren, die eine dicke, feste, fibröse Kapsel und einen gelbweissen, vielfach zer­klüfteten käseähnlichen Inhalt besassen. Wie derselbe Verfasser angiebt, sind im pathologischen Institute der Berliner tierärztlichen Hochschule vorher be­reits 4 Fälle von primärer Carcinombildung in den Lymphdrüsen beim Pferde, 1 Fall beim Schafe und 8 bei Hunden beobachtet worden. Auch Kitt (36) konstatierte einen primären (intramuskulären) Lymphdrüsenkrebs beim Pferde. Desgleichen sah Fröhner (18) ein Carcinom der mittleren Halslymphdrüsen beim Hunde; dasselbe hatte die linke Carotis angegriffen und zu einer aneurys-matischen Erweiterung derselben geführt. Auch Leisering (44 a) berichtet über ein Carcinom, welches von den unteren Hals- und vorderen Brust-Lymphdrüsen eines Pferdes ausgegangen war. „Die Schläuche und besonders die dieselben konstituierenden Zellen waren sehr gross, die Zellen selbst dem Pflasterepithel ähnlich.quot; Ausserdcm finde ich in der Litteratur eine Mitteilung
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Carcinome der Nieren und dor Nobennieren.
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von Wolff (76) über den Befund eines primären Caroinomes der raesen-terialen Lymphdrüsen beim Pferde.— Ganz neuerdings hat Hinrichsen (27) noch zwei weitere Beobachtungen von primärem Krebs der Lymphdrüsen beim Pferde mitgeteilt. Das eine Mal handelte es sich bei einem 7 jährigen Wallach um primäre krebsige Erkrankung (Carcinoma medullare) der Lymphdrüsen des Kopfes mit Bildung von Metastasen in den Lungen, in der Leber und in den Nieren. Die anatomische Diagnose wurde von Geheimrat Schütz gestellt.
Bei dem zweiten Pferde, einer 6jährigen Stute, waren die Bug-, Arm-und Achseldrüsen, sowie die unteren Luftröhrendrüsen enorm vergrössert und bildeten eine zusammenhängende Geschwulstmasse. Aussordem wurden im Pankreas und in der Milz Knoten nachgewiesen. Die mikroskopische Untersuchung ergab ein Carcinoma fibrosum.
Verhältnismässig häufig begegnet man bei den Haustieren Carcinomen im Bereiche des Urogenitaltraktus. So wurden in den Nieren bei Pferden, Rindern, Hunden und Schweinen vielfach primäre Krebse teils in infiltrierter, teils in lappig knotiger Form gefunden [Bruckmüller (5), Johne (34 und 35), Leisering (44), Kitt (36), Siedamgrotzky (64, 66, 69) Pflug (63,), Dieckerhoff (13)]. Die betroffene Niere — in der Regel ist nur eine erkrankt — kann dabei einen kolossalen Umfang (bis zu 25 kg Ge­wicht) erreichen und ist entweder ganz in dem Tumor aufgegangen, oder ein geringer Rest derselben hängt als flachgedrückter Lappen, schalenartig der Neubildung an. In den meisten Fällen ist die Geschwulstmasse weich, hirn-markähnlich, seltener derb; oft sind ansehnliche hämorrlmgische Herde zu­gegen, einzelne Abschnitte gehen regressive Metamorphosen ein. Auf diese Weise kommt auf der Schnittfläche ein buntfarbiges Bild zustande. Die Nierencarcinome gehen von den Harnkanälchon, bald von den gewundenen, bald von den geraden, aus und weisen mikroskopisch Schläuche mit Cylinder-epithel auf (Adenocarcinome). Das Charakteristische für die carcino-matöse Natur besteht darin, dass man neben den hellen Epithelschläuchen auch solide Zapfen antrifft, deren zelliger Inhalt die Membrana propria durch­brochen hat und regellos in die Umgebung hineinwuchert. Die einzelnen Schläuche und Stränge verlaufen in den verschiedensten Richtungen, zum Teil in ganz verschlungener AVeise. In seltenen Fällen wachsen die Krebs­zapfen in die Nierenvenen hinein, und es kann auf diesem Wege sogar die Vena cava inferior und selbst der Milchbrustgang und ein Teil des rechten Vorhofes mit Krebsmassen erfüllt werden. — Ostertag (52) konstatierte beim Schwein ein Nierencarcinom im Gewichte von 18 kg.
In den Nebennieren sind nur beim Pferde in einigen Fällen Carcinome gefunden worden. Johne (33) beschreibt als Adenocarcinom derselben eine walnussgrosse, runde glatte Geschwulst von derber Konsistenz und verwischter rötlichbunter Farbe, von Hämorrhagien durchsetzt, durch eine schmale, binde-gewebige Kapsel von der äusseren Parenchymzone abgegrenzt. Die Geschwulst
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Carcinome des Harnnpparates.
bestand aus epithelialen, in den Alveolen eines gei'ässannen Stromas ziemlich regelmässig eingebetteten Zellen. Prevost (55) sah bei einem 23iährigeii Pferde eine von der rechten Nebenniere ausgehende doppeltkopfgrosse Neu­bildung, welche von einer dem Perikard ähnlichen fibrösen Haut umgeben war. In der entarteten Nebenniere fanden sich mehrere fluktuierende Cysten, welche teils eine rotbraune Flüssigkeit, vermischt mit vielem Blute, teils eine gelatinöse Masse enthielten (Cystocarcinom). Ein dritter Fall von Carcinom der Nebenniere des Pferdes würde im pathologischen Institute der Berliner tierärztlichen Hochschule beobachtet Casper (11).
Ein Carcinom des Harnleiters wurde bei einem sechsjährigen Hunde von Siedamgrotzky (63) festgestellt. Der linke Harnleiter war um das Doppelte verdickt, derb, knotig aufgetrieben. Die Schleimhaut zeigte flache, rötliche, weiche Erhobungen, die anfangs isoliert, weiter gegen die Niere hin zusammen­flössen, sodass die ganze Schleimhautoberfläche von ineinander übergehenden, woisslichen, weichen Knoten besetzt war. Die Substanz war sehr weich, zer-reisslich, hirnmarkälmlich und entleerte auf den leisesten Druck einen milcli-ähnlichen Saft. Die Grenze des Harnleiters gegen das Nierenbecken war noch von einem Kranze gleicher Wucherungen besetzt. Mikroskopisch erwiesen sich die Geschwülste als Plattenepithelkrebse. Metastasen bestanden in den bronchialen Lymphdrüsen.
Primäre Carcinome der Harnblase, welche bei Menschen zu den seltenen Geschwülsten gehören, sind bei Pferden, Rindern und Hunden wiederholt beobachtet worden. Es wurde bereits bei Besprechung der Papillome der Blase erwähnt, dass wohl ein grosser Teil der als Blasenkrebs beschriebenen Tumoren zu den Papillomen zu rechnen ist. Für die Diagnose „Carcinomquot; ist entscheidend, dass die Neubildung in die Tiefe der Schleimhaut, ja sogar auch in die Submukosa und Museularis vordringt; gesichert wird dieselbe auch durch die Ausbreitung der Geschwulst über einen grösseren Abschnitt der Harnblase und Metastasenbildung. Echte Carcinome, welche diesen An­forderungen entsprechen, wurden, soweit mir die Litteratur zugängig war, von Stolz (73), Mauri (47), Bang (1), Hink (26), Siedamgrotzky (70) bei Pferden von Bollinger (7) und Halm (24) bei Rindern, von Schulz (60) Möller (48) und Fröhner (18) bei Hunden festgestellt.
Am besten sind drei derartige echte Blasenkrebse von Bollinger (7) bei Rindern beschrieben worden. In dem ersten Falle fand sich in der Blase unmittelbar angrenzend an die Ursprungsstelle der Harnröhre ein handteller-grosses Geschwür mit zerfressenem Grunde; dieses Geschwür erstreckte sich an einer Stelle durch die abnorm verdickte und weisslich infiltrirte Blasenwand bis zur Serosa, die im Umfange eines Zweimarkstückes vollkommen bloss lag. Die Ränder des Geschwürs waren fast allenthalben wallartig aufgeworfen und derb. In der Nachbarschaft des Geschwüres enthielt die Schleimhaut noch 6—7 linsen- bis erbsengrosse weissliche und halbweiche Knoten. — In einem zweiten
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Carcinome des Geschleclitsapparates.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 103
Falle sass in der Mitte der Blasenwand eine thalergrosse, beetartig protni-vende halbweiche braunrote Geschwulst. Daneben fanden sich auf der Blasen­schleimhaut zerstreut zahlreiche linsen- bis bohnengrosse Knoten, die sich scharf von der Schleimhaut abhoben. Bei einem dritten Rinde wurden zwischen den Mündungen der beiden Harnleiter unregelmässige Geschwüre mit induriertem Grunde und aufgeworfenen Rändern konstatiert. Von den Geschwüren aus erstreckte sich eine markige Infiltration auf einen grossen Teil der Blasenwand. Die retroperitonealen Lymphdrüsen waren sekundär krebsig erkrankt.
Die Carcinome des Penis wurden bereits bei den Hautcarcinomen be­sprochen. In der Prostata kommen bei alten Hunden zuweilen Carcinome vor, welche nach Fröhner (16) ein eigenartiges Krankheitsbild bedingen, indem die durch rektale Untersuchung nachweisbare, oft über Faustgrösse erreichende Geschwulst oft habituelle Verstopfung verursacht. Beim Pferde liegt nur eine Beobachtung von Cadiot und Fournier (9) vor.
Die Carcinome des Hodens, bei Pferden und Hunden vielfach be­schrieben, bilden teils weiche, teils derbere Tumoren, in denen nicht selten die einzelnen Abschnitte verschieden gebaut sind. Durch Verschleimung und kolloide Entartung der Krebszellennester können auch Cysten mit gallertigem Inhalte entstehen (Cystocarcinome). Die Hodencarcinome wuchern gern über den Nebenhoden hinaus längs des Samenstranges bis in die Bauchhöhle hinein und bedingen dann Infiltration des Samenstranges, Schwellung der Leistendrüsen, Garcinomatose des Bauchfells und Metastasen. Derartige Fälle beschreiben z. B. Trasbot (74) und Fröhner (17) bei Pferden. Trasbot exstirpierte den kindskopfgrossen krebsig entarteten Hoden; nach einiger Zeit hatte sich aber auf dem Wege der Lymphgefässe eine enorme Neubildung in der Bauchhöhle gebildet, auch traten Metastasen im Gehirn auf. Ähnlich verhielt es sich in dem von Fröhner mitgeteilten Falle. Bei Hunden scheinen die in der Bauchhöhle retinierten Hoden mit Vorliebe krebsig zu entarten Fröhner (IG) (eigen. Beob.). Leiscring konstatierte bei einem Kater Carcinombildung im linken Hoden und Krobsknoten im Mastdarmgekröse.
Über echte primäre Carcinome der Ovarien bei Tieren liegen wenig einwandsfreie Mitteilungen vor. Die meisten publizierten Befunde lassen es unentschieden, ob es sich um cystisch entartete Carcinome oder um echte „Cystomequot; gehandelt hat; das letztere scheint das wahrscheinlichere zu sein Auch die in neuerer Zeit von Krüger (38) gemachte Mitteilung von einem 22'/-' Pfund schweren Carcinom bei einem Pferde ist nicht überzeugend; ebensowenig ist meiner Ansicht nach die karcinomatöse Natur des von (Trimm (22) bei der Sektion einer plötzlich verendeten Kuh gefundenen raannskopfgrossen „Ovarialcarcinomsquot; bewiesen. Bei Hühnern dagegen scheinen öfter Carcinome der Ovarien vorzukommen, wenigstens liegen mehrere Mittteil­ungen von Siedamgrotzky (67), Johne, Zürn, Pauly, Kitt und Klee vor.
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Caicinome des Gesclilochtsnpparatos und Digestionsappaiatos.
Während beim Menschen die Ctircinoine im Uterus ausserordentlieh häufig angetroffen werden, scheinen dieselben bei Tieren in diesem Organe nur recht selten aufzutreten. Kitt (30) teilt 2 Befunde von Skirrhus carciuo-matodes beim Binde mit; das Corpus uteri und teilweise ein Horn war in, eine mächtige, knirschend harte Masse verwandelt, das Uterusgekröse enthielt knotige und strangförmigc Verdickungen (infiltrierte Lymphdrüsen). Die epithelialen Krebsnester machten sich als opak weisse und gelbliche Streifen be­merkbar. Auch in dem von Bruckmüller (6) mitgeteilten Befunde vom Hunde — eine weiche, saftige Geschwulst, von welcher aus sehr zahlreiche weiche, markige Knoten in der Wand des Uterus und der Eileiter sich aus­gebreitet hatten — scheint es sich um ein Carcinora gehandelt zu haben. Barrier (2) fand bei einer Kuh eine Krebsgeschwulst in der Wand des Uterus mit Metastasen in den Lungen und Lymphdrüsen.
Ebenfalls sehr selten sind die Carcinome der Vagina, von Martin (46) bei Pferden, von Bang (1) bei Kühen und Hunden, von Fröhner (18) bei Hunden beobachtet. Sie werden als polypöse, blumenkohlartige Wucherungen oder als diffuse Infiltrationen beschrieben; beide Formen ulcerieren sehr leicht und bedingen einen penetranten Geruch.
Carcinome im Bereiche des Digestionsapparates.
Die Schleimhaut des Verdauungskanales ist bei Tieren im allgemeinen kein günstiger Boden für die Entwickelung carcinomatöser Neubildungen. Die beim Menschen so häufig auftretenden Lippenkrebse und Zungen­krebse gehören bei unseren Haustieren, wie auch Fröhner (16) hervorhebt, zu den grössten Seltenheiten. Wenn Bruckmüller (G) erwähnt, dass Krebs­neubildungen an den Lippen bei Hunden und am Flotzmaul bei Kindern vorkommen, so liegt in Anbetracht des Umstandes, dass in der neueren Litteratur derartige Beobachtungen nicht gemacht sind, der Verdacht nahe, dass es sich um Papillome gehandelt hat. Einen Fall von Lippencancroid besclireibt Leblanc (44 b).
Über Zungenkrebs liegt eine einzige sichere Mitteilung von Fadyan (14) vor. Bei einer 12jälirigen Katze war eine Neubildung, aus­gehend von der Unterfläche der Zunge, in die Lymphspalten und Muskulatur vorgedrungen, sodass das ganze Mittelstück von massigen, soliden Epithel­sprossen durchsetzt war.
Vom Zahnfleisch der oberen Schneidezähne eines 15 Jahre alten Pferdes ging ein Carcinom aus, welches Dammann (12) auatomisch und klinisch gut beschreibt, aber unter der Bezeichnung Cylinderepithel-caneroid. [In diesem Falle möchte ich bemerken, dass an der Diagnose „Krebsquot; nicht zu zweifeln ist, aber auffallen müsste das Vorkommen von Cylinderepithelien an dieser Stelle, und es will mir bei Betrachtung der bei­gefügten mikroskopischen Abbildung auch scheinen, als ob es sich um einen
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Carcinome dos Digestionsapparates.
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veritablen Plattenepithelkrebs handelte. Die 115 ehr im Centrum gelegenen Epithelien gleichen vollkommen den Pflasterepithelien, während die an der Peripherie dicht aneinander liegenden Zellen infolge der gegenseitigen Raum­beengung schmälere Form besitzen und Cylinderepithelien vortäuschen.] Leise ring (42) sah bei einem Schwein ein Cancroid ebenfalls von dem Zahnfleisch der oberen Schneidezähne ausgehen; die Neubildung bestand aus kleinen und grösseren Höckern und Knoten, stellenweise begann schon Ulceration.
Im Pharynx und Oesophagus sind, soweit ich die Litteratur über­sehen kann, echte Carcinome bei Tieren nicht zur Beobachtung gelangt.
Am Pansen der Rinder kommt nach Kitt (36) ein krebsäbnlicher, mit atypischer Epithelwucherung verknüpfter, durch starke Bindegewebs-neubildung ausgezeichneter Geschwürszustand vor, den er als Ulcus car-ciuomatodes scirrhosum bezeichnet. Dabei sind eine oder mehrere bis über handgrosse Stellen der Pansen wand mächtig verdickt, hart und schwer schneidbar. An der Schleimthauoberfiäche erscheint die verdickte Partie als grauschwarze, tief zerklüftete, mit zottigen Anhängseln versebene Geschwürs­fläche, von welcher aus in die Wand buchtige und löcherige Vertiefungen sich hineinsenken, die mit jauchigen Zerfallsmassen belegt sind. — Auch Siedamgrotzky (72) giebt eine ausführliche Beschreibung eines warzigen Plattenepithelkrebses, welcher in der Schleimhaut des Pansens einer Kuh entstanden war und in seinem Gefolge Tochterknoten im submukosen Bindegewebe erzeugte.
Das beim Menschen so überaus häufige Carcinom des Magens ist bei Tieren merkwürdiger Weise äussert selten anzutreffen. In den wenigen bisher mitgeteilten Fällen hat es sich stets um die harte, scirrhöse Form des Krebses gehandelt, welche durch die reichliche Bildung eines derben, weiss-lichen, unter dem Messer knirschenden Bindegewebes ausgezeichnet ist. In der Regel ist der grösste Teil der Magenwand gleichmässig verdickt, schwarten­artig. Durch die Retraktion des neugebildeten fibrösen Gewebes kommt es zur Verkleinerung des Magens und Stenose des Pylorus. Die Schleimhaut trägt pilzartige Wucherungen oder Geschwürsflächeu mit unebenem zerfetztem Grunde und wallartigem Rande. Charakteristisch für das Carcinom ist auch hier das Vordringen der Infiltration in die Tiefe. — Beim Pferde hat Oll­mann (51) einen Fall von primärem Magenkrebs beschrieben, der zu Metastasen in den Lungen, in der Pleura und im Peritoneum, sowie zur Kachexie führte. Ausserdem sind beim Pferde nur noch 2 Befunde von Roloff (58 b) und Üblich (75) mitgeteilt. — Vom Labmagen des Rindes werden u. a. von Pierre Causse (54) und Brennekeam (5) Neubildungen unter dem Namen Scirrhus beschrieben, die wohl carcinomatöser Natur gewesen sein mögen. — Ausserordeutlich selten ist auch der primäre Magenkrebs beim Hunde; der einzige einwandfreie Fall wurde ganz neuerdings von Eber lein (13 a) bei
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106nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cnrcinome des Magens, des Darmes, der Leber.
einem 8 jährigen Leonberger beobachtet und genau untersucht. Aus dem Sektionsbericht entnehmen wir folgende Daten: „Die Magen wand zeigt durch-sohnittlich eine Dicke von '/stem, am Pylorus ist das Lumen so eng, dass man gerade nur mit dem kleinen Finger hindurchkommen kann. Die Wand des Pylorus ist unregehnässig verdickt bis zu P/acm Stärke, auch die Wand des Duodenum ist, aber nur an der Stelle, in welcher die Portia intestinalis des Ductus choledochus verläuft, in gleicher Weise verdickt. Die verdickten Teile schneiden sich schwer; auf dem Durchschnitte sieht man, dass die Schleimhaut und die Muscularis fast überall in ein derbes grauweisses Gewebe verwandelt sind, in welchem zahlreiche stecknadelkopfgrosse, gelbliche Herde eingesprengt liegen. Die Schleimhaut lilsst ebenfalls kleine, grieskorngrosse, gelbliche Knötchen erkennen. Etwa 2 cm vom Anfange der Pylorus liegt in der Schleimhaut eine schräg verlaufende, narbenartig vertiefte, strahlige Stelle quot; Mikroskopisch zeigte sich die Pyloruswand durchsetzt mit Nestern von Cylinderepithelzcllen, die umschlossen waren von einem reichlich vorhandenen Bindegewebsstroma. Ausserdem fanden sich sekundäre Krebsknoten in der Leber.
In der Sehleimhaut des Grimmdarmes wurden bei Pferden einige-male Carcinome gesehen [Siedamgrotzky (02), Morot(50), Kitt(86)]. Die­selben stellten faustgrosse, nach dem Lumen vordringende, blumenkohlartige Geschwulststrassen dar, welche bald weiche, bald knochenharte Konsistenz besassen. Dieselben waren zum Teil von kleineren Knoten umgeben, wobei auch die Gekröslymphdrüsen infiltriert waren. Mikroskopisch erkannte man lange, unregehnässig weite und verästelte Cylinderschläuche mit alveolärem, bindegewebigem Stroma. Wenn diese Bildungen noch den Bau schlauch-förmiger Drüsen mit Cylindorepithelien zeigen und auf die Schleimhaut be­schränkt bleiben, kann man sie als destruierendes Adenom bezeichnen. Sobald aber der drüsige Typus verloren geht und solide Epithelzellennester in die Muscularis vordringen, sind die Geschwülste zu den Carcinomen zu rechnen (Adenocarcinom). Das Carcinom des Darmes kann auch in Form einer diffusen Infiltration auftreten, wobei die ganze Darmwand verdickt ist. Kitt (36) sah bei einem Kinde ein ulcerüses scirrhöses Carcinom; die Schleim­haut war auf eine längere Strecke in eine zerklüftete höckerige Geschwürs­fläche umgewandelt, die Darmwand in toto enorm verdickt und gleichend einem starren Rohre.
Die am After bei Hunden öfterquot; vorkommenden Pflasterepithelkrebse wurden bereits bei den Hautcarcinomen besprochen.
In der Leber sind namentlich bei älteren Hunden öfter, aber auch bei Pferden wiederholt primäre Carcinome gesehen worden. Dieselben treten entweder in Form von solitären oder multiplen, verschieden grossen Knoten oder in Form einer Infiltration auf; den Ausgangspunkt bilden bald die Gallengänge, bald die Leberzellen. Die Trennung zwischen Adenomen und
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Cnrcinomo der Gallenblase, des Pankreas, des Bauchfelles, der Nasenhöhlen.
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Carcinomon ist auch in der Leber vielfach recht schwierig, man hat sich in solchen Fällen mit der Bezeichnung „Adenocarcinomquot; beholfen. Entscheidend #9632; für die krebsige Natur ist der Nachweis solider, wirr durcheinandergeworfener Epithelzellennester, welche in die Nachbarschaft und in das Lumen der Gefässe vordringen. Ein echtes, von den Gallengängen ausgehendes Carcinom beim Pferde beschreibt u. a. Martin (46); auch Kitt (36) und Johne haben Leberkrebs bei Pferden beobachtet. Die Krebsknoten können auch in die Pfortaderverzweigungen und Lebervenen einbrechen (s. auch Kitt [36]).
Als Krebs der Gallenblase beschreibt Kitt (36) zottige, baumförmig verzweigte Wucherungen, welche von der verdickten Wand der Gallenblase aus in das Lumen hineinragen und bei Rindern öfter vorkommen sollen. Aus der Beschreibung geht nicht klar hervor, ob diese Geschwülste wirklich carcinomatöser Natur sind oder ob es sich um cystisch entartete Papillomo handelt, die dem Fibroma papillare (Zottenkrebs) der Harnblase an die Seite zu stellen sind und z. B. von Gurlt mehrfach bei Rindern gesehen wurden.
Am Pankreas sind carcinomatöse Tumoren und Infiltrationen vor­nehmlich bei Hunden einige Male zur Beobachtung gekommen. Kitt (36).
Bei Pferden beobachtete Kitt (36) wiederholt primäre Carcinomatöse des Bauchfelles, welches mit einer Unmenge kleinster und grösserer rundlicher, weisser, lymphdrüsenähnlicher Knoten besät war. Mikroskopisch bestanden diese Knoten merkwürdigerweise zumeist aus Gylinderepithel, welches in schlauchförmigen Sprossen vorlag. „Das scheinbar heterotope Auftreten von Gylinderepithel in primären Gewächsen des Bauchfelles ist nicht so wunderbar, wenn man an die embryogene Gestaltung der Bauchhöhle, bezw. des Cöloms sich erinnert. Die echte Epithelnatur ihrer Auskleidung, thatsächlich Gylinder­epithel vorführend, lässt das Bauchfell ebenso gut als Mutterboden für Epitheliome prädestiniert erscheinen, wie der Eierstock und Hoden ihre Drüsenepithelien zum Teil vom embryonalen Peritoneum herleitenquot; (Kitt).
Carcinoma des Respirationsapparates. Abgesehen von den zu den Hautkrebsen gehörigen Carcinomen, welche zuweilen am Naseneingango beobachtet werden, kommen auch in der Schleimhaut der Nasenhöhle und deren Nebenhöhlen, besonders bei Pferden nicht ganz selten echte primäre Garcinome vor. Namentlich scheinen die Oberkiefer höhlen gern den Ausgangspunkt dieser Tumoren zu bilden, welche in die Kopfhöhlen hinein­wuchern, die angrenzenden Knochen zum Schwinden bringen, Lockerung und Ausfallen der Backenzähne nach sieh ziehen und starke Deformitäten des Gesichts zur Folge haben. In der Litteratur sind bald unter der Bezeich­nung Epithelialkrebs, bald als Epitheliome, zahlreiche derartige Fälle ver­öffentlicht, so bei Pferden von Roll (58), Leisering (41 u. 43), Lem-höfer (45), Hell (25) u. a. Auch die von Saake (58c) als „Epitheliom der Highmorshöhlequot; bezeichnete Geschwulst gehört offenbar hierher. Freilich kann man seinen Ausführungen über die Genese dieser Neubildung,
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108nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Caicinome des Kehlkopfes, der Lungen, der Schilddrüse.
welche vom Alveolurpeiiost ausgegangen sein soll, nicht beistimmen, vielmehr ist die Entstellung dieser Carcinome in dem Epithel der Schleimhaut zu suchen. Ein Carcinom der Stirnhöhle, welches in die Oberkiefer- und Schädel- ' höhle vorgedrungen war, wird im Militänaport des Jahres 1888 mitgeteilt.
Die beiden Fälle von Carcinom des Kehlkopfes, welche von Hahn (24) heim Pferde, von Korb (37) bei einem zweijährigen Rinde beschrieben sind, erscheinen nicht ganz einwandfrei. Beide Male wurde eine umfangreiche „KrebsWucherungquot; am Zungengrunde gesehen, die auf den Kehlkopf überging.
Primärer Krebs der Lungen wurde von Nocard, Schütz (58 d), Dieckerhoff (13), Grammlich (20) beim Pferde, von Besnoit (4) beim Schafe und von Kitt (36) bei der Katze beobachtet, er kommt aber nicht gerade selten auch bei Hunden vor (Johne 31) (eigen. Beobacht.). Derselbe tritt auch bei Tieren in 2 Formen auf, entweder als diffuse Infiltration, wobei das Organ in toto vergrösseit, schwerer und derber ist, oder in Form von einem oder mehreren grossen Knoten, welche von kleineren umgeben sind. Dabei können einzelne Partieen hart und knirschend, andere weich und breiig sein. Den Ausgangspunkt bildet entweder die Wand der Bronchien (Epithel der Schleimhaut oder der Schleimdrüsen) oder die Epithelien der Alveolen selbst. Mikroskopisch findet man solide Zapfen oder schlauchförmige Massen mit Cylinderepithel oder auch die Alveolen teilweise oder ganz erfüllt mit kubischem Epithel, wobei auch das interstitielle Gewebe eine Wucherung er­fährt. Die Carcinome der Lungen haben grosse Neigung zum Zerfall und können in die Bronchien durchbrechen. In einem von Johne (31) bei einem Hunde konstatierten Falle hatten die in den Bronchialdrüsen wuchernden Krebsraassen die Trachea im Verlaufe der Zwischenknorpelbänder durch­brochen und wölbten sich in Form von unregelmässig höckerigen, bolinen-bis haselnussgrosseu Wucherungen in das Lumen der Trachea und des linken Hauptbronchus hinein.
Das Carcinom der Schilddrüse wird ziemlich häufig bei Hunden [Siedamgrotzky (65), Hutyra (28), Fröhner (18), Möller (48) u. a.], aber auch zuweilen beim Pferde [Johne (30), Zschokke (77)] angetroffen. Es findet sich sowohl in unveränderten wie auch in strumosen Organen und zwar teils in Form des weichen Cylinderzellenkrebses, teils als Pflasterepithel­krebs. Besonders charakteristisch ist der Durchbruch in die Lymphgefässe und Venen. Es werden die benachbarten Muskeln von kolben- und zapfen-förmigen Knollen durch wuchert. Zuweilen setzen sich, von der Hauptge­schwulst beginnend, unregelmassige, knotige Stränge zu beiden Seiten der Trachea bis zum Brusteingange fort, welche die mit krebsigen Massen ange füllten Lymphgefässe darstellen (Johne). Bei Durchbruch des Tumors in die Venen werden diese erweitert mit wurstfönnigen Ausläufern angefüllt, auch an der Aussenwand lagern sich Krebsknollen an. Bei vorgerückter
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Cnrcinomo der ThymusdrüsG, des Augos. Cholesteatomc.
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Carcinomatoso werden auch die Lungen von zahlreichen embolischen Knoten durchsetzt.
Ein aus den Eesten der Thymusdrüse hervorgegangenes Carcinom beobachtete Siedamgrotzky (71) bei einem 6jährigen Pferde. Die krobsige Affektion erstreckte sich weiterhin auf die unteren Halslymphdrüsen, die Hauptlyniphstürame, die retropharyngealen und submaxillaren Lymphdrüsen; daneben bestand ausgedehnte Sklerose des subkutanen und intermuskulären Gewebes am Kopfe, an der unteren Halsseite und der Vorbrust.
Carcinome am Auge. Von verschiedenen Autoren werden Mit­teilungen gemacht über Carcinome der Augen, welche entweder die Nick-haut, oder die Conjunctiva Sclerae betreffen oder aber die ganze Orbita durchwuchern. Möller (49) berichtet über ein Cancroid, welches sieh bei einem Pferde am dritten Augenlide (Blinzknorpel) entwickelt hatte und mit diesem entfernt wurde. Später bildete sich die Geschwulst von neuem und erreichte etwa Faustgrösse, sodass sie über den Augenbogen hervorragte. Zuletzt trat Ulceration ein; der Tumor zerstörte den Augenbogen, das Ober­kiefer-, Thränen- und Jochbein und drang bis in die Nebenhöhlen der Nase vor. Auch Frohner (19) fand auf der Nickhaut eines 9jährigen Pferdes eine welschnussgrosse, höckerige, dunkelrote, derbe Geschwulst, welche sich als ein Plattenepithelkrebs erwies. — Leisering (40) beschreibt einen hühnereigrossen Epithelkrebs, welcher von der vorderen äusseren Fläche der Sclerotica eines Pferdes ausgegangen war und sich zwischen die Augen­lider geschoben hatte. Die Geschwulst hatte ein rötliches, speicheldrüsen­ähnliches Aussehen und eine glatte, saftige Schnittfläche. Auch hier trat nach der Operation ein Recidiv ein, wobei das ganze Auge zu Grunde ging und allgemeine Carcinomatoso eintrat. —Endlich beobachtete Bayer (3) bei einem Pferde ein Carcinom des Augapfels, welches von demselben nur die rückwärtige Partie der Sclerotica auf beiläufig 1 '/a cm vom Sehnerven hin freiliess.
c) Cholesteatonte.
Litteratn r.
1.nbsp; nbsp;Benoko, Zur Frage der meningealen Cholestcatome. Virchows Arch. Bd. 142.
2.nbsp; nbsp;Benda, Zwei Fälle von Cholesteatomen des Gehirns. Beil. klin. Woclienschr. Nr. 8. S. 167. 1897.
2a. Bournay, Cadeacs Pathologie generale.
3.nbsp; nbsp;Bruckm üller , Lehrhuch der pathologischen Zootomie.
4.nbsp; nbsp;Di eckerhoff, Spezielle Pathologie und Therapie. Bd. T.
5.nbsp; nbsp;Dieckerhoff, Obergutachten über die Bedeutung der Cholesteatome in den Ventrikeln des Grosshirns. Berl. tierärztl. Woclienschr. S. 1. 1893.
6.nbsp; nbsp;Fürstenborg, Die Fettgeschwülsto und ihre Metamorphose. Magazin f. Tierheilkunde. S. 29. 1851.
7.nbsp; nbsp;Gerlach, Lehrbuch der gerichtlichen Tierheilkunde.
8.nbsp; nbsp;Gurlt, Lehrbuch der pathol. Anatomie. S. 330. 1831.
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110nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cholosteatomü.
9.nbsp; nbsp;Heftwig, Handbuch der Cliiiuvgie für Tieriirzte.
10.nbsp; nbsp;Kitt, Angiosnrkomatöse Cholosteatome beim Pferde. Münch. Bericht. S. 66. 1885 86.
11.nbsp; nbsp;Derselbe, Pathologisoh-anatomische Diagnostik.
12.nbsp; nbsp;Lubarsch, diese Ergebnisse. II. Jahrgang.
13.nbsp; nbsp;Ribbert, Lehrbuch der pathologischen Histologie. 1896.
14.nbsp; nbsp;Kievel, Über Margaritome bei Pferden. Berl. tieriiiztl. Wochenschr. Nr. 19. 1894.
15.nbsp; nbsp;Roll, Spezielle Pathologie der Haustiere.
16.nbsp; nbsp;Virchow, Die krankhaften Geschwülste. Bd. I. S. 366. 1863.
17.nbsp; nbsp;Zernecke, Cbolesteatomo des Gehirns beim Pferde. Borl. tierärztl. Wochenschr. S. 25G. 1894.
Ausserst schwierig gestaltet sich die Definition und Klassifizierung einer Neubildung, welche bei Pferden in den Seitenventrikeln des Grosshirns nicht gerade ganz selten anzutreffen ist und hergebrachter Weise als Choleste-atom oder Margaritom bezeichnet wird. Bevor wir an die Beurteilung der­selben herantreten, wollen wir im Interesse der Klarstellung mit wenigen Worten auf die Cholesteatome des Menschen eingehen.
In der menschlichen Pathologie versteht man unter Chölesteatornen Geschwülste, welche sich durch einen eigentümlichen Perlglanz auszeichnen und histologisch zusammengesetzt sind aus einer dünnen äusseren Membran von zartem faserigem Bau mit einem Inhalt aus zwiebelartig geschichteten platten Zellen, welche iu konzentrischen Lamellen gelegen sind, epidermoidalen Charakter zeigen und an der Oberfläche verhornt sind. Zwischen diesen Zellen befindet sieh Cholestearin in variabler Menge. Diese Geschwulst kommt beim Menschen im Ohre, in der Unterhaut, im Gehirn, in den Hirnhäuten, im Knochen (Schädel), im Uterus, in den Ovarien und Hoden vor. Bereits Gruveilhier hatte 1830 derartige Bildungen unter dem Namen „Tumeur perlequot; beschrieben, wobei er den Nachdruck auf das äussere Aussehen, den perlenähnlichen Glanz legte. Johannes Müller glaubte, dass das Cholestearin den wesentlichsten Anteil darstelle und führte deshalb die Bezeichnung Cholesteatom ein. K. Virchow verglich diese Geschwülste mit dem Atherom und legte besonderes Gewicht darauf, dass es sich um cpidermoidale Bildungen handle. Diese Auffassung wurde von späteren Autoren angegriffen und die cpidermoidale Struktur in Abrede gestellt. Neuerdings sucht Benekc (1) den Beweis zu erbringen, dass es sich in einem Teil der Fälle nicht um Epidermiszellen, sondern um Endothelien handle; durch seine Methode dor Versilberung glaubte er die Epithelien von den Endothelien scharf unterscheiden zu können. Aber die glatten bezw. zackigen Silberlinien an der Grenze der Zellen sind keineswegs ein durchgreifendes Kriterium der Endo­thelien, wie Ribbert und Benda (2) nachwiesen. Nun hat in der jüngsten Zeit Benda (2) in der zelligen Wand zweier Cholesteatome des Gehirns unter Anwendung der modernsten Methoden sämtliche Schichten der nor­malen Epidermis nachgewiesen und resümiert sich dahin, dass die Choleste­atome als proliferierende Cystoide von epidermoidalein Charakter aufzufassen
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C'holesteatome.
Ill
sind, deren Ausgangspunkt hypothetisch das Epithel des Ventrikels bezw. Cervikalkanals bildet.
Zugegeben, dass diese Auffassung für die Cholesteutome des Gehirns und der Hirnhäute zutrifft — was noch nicht endgültig erwiesen erscheint —, so gilt doch das vorher Gesagte nicht ohne weiteres für die an anderen Stellen beim Menschen vorkommenden Cholesteatome. „Bezüglich der Cholesteatome des Ohres herrscht wohl allgemeine Übereinstimmung, dass sehr vieles, was von den Ohrenärzten als Cholcsteatom bezeichnet wird, kein Neoplasma ist, sondern dass man es vielfach nur mit desquamativon Prozessen zu thun hat. Die cholesteatomartigen Massen haben zwar täuschende Ähnlichkeit mit den echten Virchowschen Cholesteatomen, sind aber nicht mit ihnen identischquot; Lubarsch (12). Die im Bereiche der Haut selten vorkommenden Choleste­atome sind nach Ribbert (13) Epithelcysten ohne Drüsen und Haare, in denen daher lediglich eine Anhäufung abgestossener verhornter Epithelzellen stattfindet. Auch bei den in anderen Organen (Hoden, Ovarium, Parotis u. s. w.) konstatierten Cholesteatomen handelt es sich nach Ziegler (allg. path. Anat.) nicht um Geschwülste, sondern um Epithelanhäufungon in prä-formierten Bäumen, wobei die Epitheldesquamation durch Entzündungen ver­ursacht wird.
Aus dem Vorhergehenden erhellt bereits zur Genüge, dass die Be­zeichnung „Cholesteatomquot; in der menschlichen Pathologie kein einheit­licher Begriff ist, dass darunter Bildungen verschiedenartiger Genese zusammen-gei'asst werden, denen nur die eigentümliche Metamorphose der sich an­häufenden Zellen in kernlose, eigentümlich geschichtete Platten gemeinsam ist.
Wie verhält es sich nun mit den bei unseren Haustieren vorkonnnenden Cholesteatomen? Besteht eine Analogie mit den gleichnamigen Geschwülsten des Menschen oder nehmen dieselben eine Sonderstellung ein? Da inuss nun zunächst betont werden, dass diese Geschwülste — meines Wissens wenigstens — nur an einer bestimmten Stelle und nur hei einer Tierart, nämlich bei Pferden in den Seitenventrikeln des Grosshirns an den Adergeflechten, beob­achtet werden, niemals aber bisher weder in der Haut noch im Ohr noch in anderen Organen als im Gehirn angetroffen worden sind. Hierin, in der Be­schränkung dieser Geschwulst auf eine einzige Lokalität, liegt meines Er-achtens schon ein wesentlicher Unterschied. Bezüglich des äusseren Aus­sehens stimmen die Beschreibungen der tierärztlichen Autoren im grossen und ganzen überein, ich folge in dieser Hinsicht den Angaben Kievels (14). Die Grosse der Geschwülste ist sehr verschieden, sie schwankt zwischen der einer Linse und der einer Kinderfaust; ja sie können so gross werden, dass nicht allein die betreffende Seitenkammer des Gehirns vollständig ausgefüllt wird, sondern dass auch das Volumen der betr. Hirnhemisphärc vergrössert wird, indem die Decke derselben stärker vorgewölbt wird. Die Geschwülste selbst sind rundlich oder abgeplattet oval, und stehen immer im Zusammen-
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mm
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Cliolostentomo.
hange mit den Adergeflechten. Die Oberfläche ist in der Regel glatt und glänzend, seltener körnig; die Farbe schwankt zwischen graugelb und grau-woiss, aber selbst ae den kleineren Geschwülsten kann man oft schon kleine, weisse, glänzende, scharf begrenzte Herde erkennen, welche eine etwas festere Konsistenz besitzen und in der weichen gelblichweissen Grundsubstanz uu-regehnässig zertreut sind. Die Konsistenz der Geschwülste wechselt, bald sind dieselben gallertig weich, bald fest und derb, die Schnittfläche fühlt sich griesig an , ist gelblich weiss und schillernd. Konstant lassen sich mikro­skopisch zahlreiche Cholestearintafeln nachweisen, welche ja nach Virchow den eigenartigen Glanz hervorrufen sollen.
Über die Entstehung, die klinische Bedeutung und den histologischen Bau jedoch waren und sind noch heutigen Tages die Ansichten derartig divergierend, dass man nicht mit ein paar Worten die Frage zur Entscheidung bringen kann. Wer zuerst den Ausdruck „Cholcsteatomquot; für diese frag­lichen Neubildungen in die Tierheilkunde eingeführt hat, vermag ich nicht festzustellen; jedenfalls aber hat schon Fürstonberg (6) diese Geschwülste, welche er übrigens zu den Lipomon rechnet, als Cholesteatome bezeichnet. Domgegenüber bemerkt R. Virchow: (Die krankhaften Geschwülste Bd. I S. 366) im Jahre 1863: „Die von Fürstenberg als Cholesteatom bezeichnete Geschwulst aus den Plexus eborioidei der Pferde ist noch wieder verschieden von dem Cholesteatom; ich habe sie wiederholt untersucht und darin weder Epidermis noch Fettzellen gefunden. Sie muss daher auch von dem Lipom getrennt werden.quot; Brück mü Her (3) definiert diese Geschwülste als un­zweifelhafte Bindegewebsnenbildungen, während Hertwig (9) und Roll (15) dieselben als Gallenfettgeschwülste bezeichnen. Nach Dieckerhoff (4 u. 5) sind die Cholesteatome des Gehirns Produkte einer chronischen Entzündung der Adergeflechte, ohne dass dafür auch nur die Spur eines Beweises erbracht wird. In einer neueren Arbeit hat Zernecke (17) folgenden bemerkens-#9632;werten Satz geleistet: „Cholesteatome, eine Art Balggeschwülste, welche in den A7entrikeln des Grosshirns der Pferde als Produkt einer chronischen Ent­zündung des Adergeflechts mit nachfolgender Gehirnentzündung vorkommen, gehören nicht zu den seltenen Sektionsbefunden.quot; Dass dieser Autor nach dem Vorgange von Dieckerhoff „die Geschwülste als das Produkt chro­nischer Entzündung des Adergeflechtsquot; hinstellt, liesse sich noch entschuldigen, aber dass durch eine chronische Entzündung „Balggeschwülstequot; entstehen sollen, kann man unmöglich für ernst nehmen.
Schon aus dieser kleinen Blütenlese, die man mit Leichtigkeit noch ver­mehren könnte, lässt sich ersehen, dass die Meinungen ausserordentlich divergieren. Für die Beurteilung des histologischen Aufbaues, welcher von den vorstehend angeführten Autoren nur sehr oberflächlich gestreift wird, kommen eigentlich nur die folgenden drei Arbeiten in Betracht, auf die des­wegen näher eingegangen werden soll.
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Cholestoatome.
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Kitt (10) untersuchte 1885 zwei derartige etwa hülmereigrosse Cholestea-tome der Seitenventrikel eines Pferdes und giebt folgende histologische Be-sclireibung: „In tingierten Schnitten sieht man überall kreisrunde und läng­lich ovale, den Querschnitten von Arterien und Venen vollkommen gleich­geformte Bildungen, runde oder sehr schmale Spalträume umschliessend, welche wahrscheinlich den ehedem eingelagerten Cholestearintafeln angepasst sind. Man begegnet auch vielen röhrenförmigen Bildungen, welche im Längs­oder Schiefschnitte getroffen sind und auch hier einem Längschnitte gewöhn­licher Arterien vollends gleichen, mit dem Unterschiede, dass ihre Wand eben noch pathologische Veränderungen erfahren hat, namentlich rissig ge­spalten ist. Von diesen, höhergradig veränderten Blutgefässen normaler Aderhäute des Pferdes ähnlichen Gebilden finden sich alle Übergänge mit geringeren Veränderungen bis zu völlig normalen, ebenfalls reichlich im Tumor vorhandenen Gefässen. Die letzteren zeigen eine normale Intima, aber eine besonders dicke Media und Adventitia; bei den am wenigsten ver­änderten Röhrengebildon bietet die Wand eine massige Infiltration mit Rund­zellen , während an den bedeutender deformierton Abschnitten die stark ver­dickte Wand von Rundzellen und Fibroblasten verschiedener Form herge­stellt ist und gegen das Lumen zu sich Riesenzellen vorfinden. An vielen ist das Lumen geschwunden, an Stelle desselben ein homogenes, mit ganz blass tingierten Kernen versehenes Gewebe getreten; mitunter ist das Lumen zur Hälfte mit solchen homogenen Zellenbullen ausgefüllt, zur anderen Hälfte mit noch intensiv färbbaren Rund- und Spindelzellen von bekanntem epi-thelioidem Habitus und gewöhnlichen Rundzellen ausgedeckt, oder es roichen von der verdichteten Wandpartie zerklüftete epithelioide Massen in das Lumen hinein. Die, wie schon erwähnt, auffallend dicke Wandschicht der röhrigen Gebilde ist ausserdem von sehr dicht stehenden spin del lonnigen Bindegewebs­zellen hergestellt und gegen die zwischen den röhrigen Gebilden liegende Stromamasse gut abgrenzt. Diese trägt durchweg den Charakter zellrcichen Bindegewebes mit sehr dicht stellenden Elementen, welches Kapillaren und stärkere Blutgefässe in sich birgt und herdförmige, meist nächst der Wandung der vorbeschriebenen, in Degeneration befindlichen, als Gefässe aufgefassten Neubildungen stehende Anhäufungen grosser, intensiv brauner Pigmentlaquo; schollen aufweist.
Vorgleiche mit Schnitten durch eine normale Aderhaut des Pferdes geben zu erkennen, dass das in Geschwulstform aufgetretene Produkt nicht sehr weit von der normalen Struktur der Tola chorioidoa sich entfernt. Die Grundmasse der Neubildung gleicht, abgesehen von einem grösseren Zellen­reichtum, völlig dem Bindegewebe, welches in der Aderhaut die Gefässe zu­sammenhält, und diese selbst besitzen hier zum Teil schon normal auffallend dicke Wandungen advontitiellen Gewebes. Nur die zierliche endotholiale Decke, die der Schnitt durch die normale Aderhaut aufweist, fehlt der Neubildung,
Oaspor, Puthologio der Ooschwillste.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;g
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114nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cliolesteatomo.
welche auf ihrer Oberfläche mit einer verdickten Schicht ihres Grundgewebes (Rund- und Spindelzellen) einfach abschliesst.
Zellreichtum und Zollformen lassen die vorliegenden Neubildungen also auffassen als Angiosarkome, in denen die neugebildeten Gefässe einer hyalinen Degeneration mit Cholestearinbildung und accessorischer Pigmentiorung an­heimfallen, also eine Veränderung erleiden, welche dem atheromatösen Prozesse (Arteriosklerose) nahe steht, aber nicht ganz gleichzusetzen ist.quot;
Auf Grund dieses Befundes bezeichnete Kitt damals die Geschwülste als „angiosarkomatöse Cholesteatomequot;. Neuerdings geht derselbe in seiner pathologisch-anatomischen Diagnostik Bd. II S. 605 auf diese Gebilde nur mit ein paar Worten ein. „Diese Geschwülste, welche man als Cholestea-tomata vasculosa, Angiopsammoma telae chorioideae et ventri-culorum cerebri bezeichnen kann, bestehen aus zahlreichem Bindegewebe, gewucherten, ektasierten, den Plexus entstammenden Gelassen, in welchen massenweise die Krystalltafeln des Cholestearins anzutreffen sind.quot;
Weitere histologische Untersuchungen wurden vor einiger Zeit von Rievel (14) angestellt, welcher die Cholesteatome in den Seitenventrikeln des Grosshirns beim Pferde ebenfalls für verschieden erklärt von jenen, welche an der Basis des Gehirns beim Menschen angetroffen werden. Rievel er­mittelte ein sehr zartes, feinfaseriges Bindegewebe, in welches Zellen von verschiedener Form und Grosse eingelagert sind. Sehr zahlreich finden sich Rundzellen mit deutlichem Kern von der Grüsse der Leukocyten, mit denen sie auch in aller Beziehung übereinstimmen. Daneben kommen aber auch grössere Zellen vor, welche eine runde oder etwas ovale Form besitzen und etwa Via—2mal so gross sind wie die vorherigen; sie besitzen einen grossen fein granulierten Protoplasmaleib und mehrere kleinere oder einen dafür um so grösseren Kern mit deutlichen Kernkörperchen. Neben verschiedenen spindelförmigen Bindegewebszeilen sind noch Zollen vorhanden von rundlich kuhischer Gestalt, mit zartem, ganz schwach granuliertem Protoplasma und grossem rundem Kern. Häufig findet man noch 4—6 von diesen Zellen in zusammenhängenden Platten vor, indem die Zellen aneinanderliegen und Zwischonsnbstanz fehlt. Diese Zellen machen daher zweifelsohne den Eindruck von Epithelien.
Mehr nach dem Innern der Schnitte zu machen sich zahlreiche, fast immer mehr oder weniger runde Bezirke bemerkbar, die bei schwacher Ver-grösserung eine gleichmässig gefärbte Masse darstellen, welche keine Struktur mehr erkennen lässt. Die Gefässe sind nicht zahlreich, an den grösseren Arterien erscheint die Wand etwas verdickt; ihre Lumina sind mit Blut­körperchen angefüllt. Uborkleidet wird das Ganze von einer Lage Endotholion, von denen sich scheinbar Stränge bis ins Innere verfolgen lassen. — In einer zweiten von Rievel untersuchten Geschwulst war die Randzone aus sehr zellonreichem feinfaserigem Bindegewebe, dem Schleimgewebe ähnelnd, zu-
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Cholosteatomo.
llö
sammengesetzt, \s'elches auch die den Loukocyten ähnlichen Rundzellen in ziemlicher Menge enthielt. Die in der vorigen Geschwulst so zahlreich auf­tretenden Epithelplatten- und Stränge fehlton gänzlich, ebenso die homogenen strukturlosen, balkenartig geordneten Massen. Cholestearintafeln, waren nicht zu finden. Dagegen traten im Innern Stellen auf, welche lebhaft der Neuroglia ähnelten, mit grossen ovalen, scharf begrenzten Zellen. Bei einer dritten Geschwulst fand sich ebenfalls solches Gewebe nebst Epithelplatten- und Strängen. Bei den letzteren konnte Rievel feststellen, dass dieselben eine direkte Fortsetzung der die arkadenartig vorspringenden Schlingen der Adergeflechte begleitenden Epithelschicht bildeten. Hieraus folgert Rievel, dass die Genese der Margaritome keine gleichartige ist. „Während zwei der untersuchten Geschwülste als epitheliale Neubildungen, die von dem die Adergeflechte überziehenden Epithel ausgehen, anzusehen sind, kann in Betreff der dritten Geschwulst auf Grund dieses einen Befundes noch kein Urteil über dessen Genese abgegeben werden.quot;
In neuester Zeit hat 011 die Cholesteatome des Pferdes zum Gegenstande seiner Studien gemacht, Die Ergebnisse derselben sind noch nicht veröffentlicht, aber auf meine Bitte war Herr Dr. Olt so liebenswürdig, mir folgende interessante Notizen zu überlassen. ,,Das Cholesteatom des Pferdes ist sehr ungleich gebaut, es ist daher schwierig, die eigentümliche Anordnung seiner Gewehselemente lediglich durch Worte so treffend zu schildern, wie sie sich bei der mikroskopischen Betrachtung darbietet. In der Hauptsache besteht die Geschwulst aus Blutgefässgewebe, dem Mutterboden, aus dem sie sich entwickelt hat. Ein mikroskopischer Schnitt bietet jedoch keineswegs das Bild des Angiomes. Die erweiterten Gefässlumina sind durch Endothel-wucherung der Intima, eingelagerte Cholestearintafeln und kleine Nester kohlen­sauren Kalkes ganz oder teilweise verstrichen. Die Media und Adventitia der Gefässe sind aufgelockert, sie enthalten weitmaschige Räume und bilden das Gerüst der Neubildung. Ausscrdem nehmen noch sehr verschiedenartig ge­staltete Epithelzellen an dem Baue des Cholesteatoins einen wesentlichen Anteil. Diese Zellen stammen, wie ich an vielen Präparaten sicher ermitteln konnte, von den Perithelien der Adergeflechto ab, welche bekanntlich die äussere Begrenzung dieser Gefässe bilden. Für das Studium eignen sich die kleinsten stecknadelkopfgrossen Geschwülste am besten. In einer erst 3 mm dicken kugeligen feingestielten Neubildung, die sich durch silberglänzende Oberfläche auszeichnete, bestand der Stiel aus 2 kleinen Blutgefässen. Bei dem Bearbeiten auf dem Mikrotom wurde ein Blutgefäss genau in der Längs­richtung geschnitten. Die in dem Gefässlumen befindlichen Blutkörperchen waren noch sehr gut erhalten, es fiel aber auf, das die Gefässwände am Chor-gange in die Neubildung ganz eigenartig gelockert waren. Die Endothelien hatten sich vermehrt und bildeten zwischen sich schmale Längspalten. Auch in der Media und Adventitia fanden sich solche Spalten. Ob diese Lücken
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11Gnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cholostentome.
Cholestoarin enthaltet) hatten, Hess sich nicht mehr entscheiden, da sich etwa vorhandenes beim Einbetten in Toluol gelöst hatte, unmittelbar um das Geffiss fand sich viel lockeres Bindegewebe, das mit verstreut liegenden und auch zu Strängen angeordneten Epithelzellen durchsetzt war. Über die Herkunft dieser Zellen konnte kein Zweifel bestehen, denn an mehreren Stellen konnten solche Zellverbände bis zur Oberfläche des Cholesteatoms verfolgt werden und fanden sich Zellen von ganz demselben Charakter, Perithelien, wie sie die ganze Oberfläche der Plexus chorioidei aufweist. Die in den Cholesteatomen des Pferdes in wechselnder Menge — mitunter sehr spärlich — vorhandenen Zellen vom Typus der Epithelzellen müssen daher meines Erachtens alle als Abkömmlinge der Gefiissporithelien gedeutet werden.quot;
Vergleichen wir die Resultate dieser Untersuchungen, so stimmen die­selben in dem einen Punkte überein, dass wenigstens manche der sogenannten ,,Cholesteatomequot; des Pferdes aus einer Wucherung der Wandbestandteile der Plexus chorioidei hervorgehen, und es ist besonders durch die Ausführungen Olts plausibel gemacht worden, dass speziell die jene Gefässe von aussen über­ziehenden Epithelien den Ausgangspunkt der Proliferation darstellen. Es ist dies jene einfache Lage von kubischen, beim Neugeborenen flimmernden Zellen, welche die Plexus chorioidei als Grenze gegen den umgebenden perivaskulären Lymphraum rings bedecken und deshalb wohl Perithelien genannt werden. Demnach muss man als erwiesen ansehen, dass wenigstens ein Teil der seither „Oholesteatotnequot; genannten Neubildungen in den Seitenventrikeln des Gross­hirns bei Pferden als „ Angiosarkomequot; zu bezeichnen sind. Und wenn man gleichzeitig betonen will, dass nicht die Endothelien, im engeren Sinne als Zellen der Intima, sondern die Perithelien der Blutgefässe die wuchernden Elemente bilden, dann müsste nach dem Vorgange von Lubarsch (12) die Benennung „perivaskuläres Hämangiosarkom quot; eingeführt werden. Es muss an dieser Stelle ausdrücklich betont werden, dass, wie Bournay (2a) angiebt, in der französischen Litteratur die in Rede stehenden Neubildungen bei Pferden nicht die Bezeichnung Cholesteatome führen, sondern ganz richtig zu den Sarkomen gerechnet und als „Sarcomos angiolithiquesquot;, be­schrieben werden. Ereilich sind die Pathologen darüber noch nicht einig, ob diese Perithelien zu den Endothelien oder zu den Epithelien zu rechnen sind. Nach Ribbert (13) z. B. sind dieselben als Endothelien anzusehen und werden die durch Wucherungen dieser Zellen verursachten Neubildungen als „Endotheliomequot; (Angio-Endotheliome) bezeichnet. Ähnliche Meinungs­verschiedenheiten liegen bei den Franzosen vor. Während Lancereaux diese Neubildungen „Endotheliomesquot; nennt, heissen dieselben nach Cornil und Ranvier „Sarcomos angiolithiquesquot; Aber diese verschiedene Definition der Perithelien und die Differenz in der Bezeichnung ändern an der Histogenese nichts; ob man die Neubildung als Endotheliom oder als
I I
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Cholostoatoiue. Cyaton.
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Angiosarkom bezeichnet, ist wenig von Belang, wenn man nur über die Genese derselben einig ist.
Ist somit wenigstens für einen Teil dieser Tumoren die Histogenese klar­gestellt, so bleibt es die Aufgabe weiterer Studien zu prüfen, ob diese Erklärung für alle sogenannten Cholesteatome des Pferdes zutrifft. Es ist nicht aus­geschlossen, wie schon Kitt (10) betont hat, dass in den Seiteuventrikelu des Grosshirns auch rnyxomatöso, fibröse und carcinomatöse Neubildungen vor­kommen , welche nur den Gehalt an Cholestearin gemeinsam haben. Aber man muss Kitt unbedingt darin beistimmen, dass die Ablagerung von Cholestearin keine ausschliessliche Eigenschaft einer besonderen Geschwulst ist und teilweise als regressive Metamorphose zu betrachten ist. Auch die in diesen Neubildungen meist, aber nicht immer vorkommenden sandkörner-ähnlichen Körper können nicht das Kriterium für die systematische Stellung dieser Tumoren abgeben. Denn es ist nicht befremdend, dass diese Gebilde^ deren Vorbild, der Gehirnsand (Acervulus cerebri), unter normalen Ver­hältnissen dort anzutreffen ist, auch auf die pathologischen Produkte der Ventrikelauskleidung sich übertragen.
Es wäre sonach an der Zeit, dass man die Bezeichnung Cholosteatom, welche nach einem ganz nebensächlichen und zufälligen Bestandteil gebildet ist, in der tierischen Pathologie ganz fallen liesse und diese Geschwülste vom histogenetischen Standpunkte aus definieren würde. Sollte die namentlich von Olt sehr nahe gelegte Entstehung aus den Perithelieu der Adergeflechte für alle Tumoren der Gehirnventrikel bei Pferden zutreffen, dann würden dieselben als „Haemangiomasarkoma perivasculosumquot; oder kurzweg als „Angiosarkomquot; zu bezeichnen sein. Enthält die Neubildung, was, wie schon erwähnt, nicht immer der Fall zu sein braucht, sandkornförmige Körperchen, so könnte diese Eigenschaftim gegebenen Falle durch denZusatz „psammosumquot; hervorgehoben werden. Durch eine derartige präcisere Benennung wäre auch zugleich ausgedrückt, dass diese bei Pferden vorkommenden Geschwülste ihrer Genese nach absolut nichts zu thun haben mit den meningealen Cholesteatomen des Menschen.
Cysten bei Tieren.
L i 11 e r a t u r.
1.nbsp; nbsp;Albrecht, Ranula beim Rinde. Wooheusclir. f. Tierheilk. S. 317. 1890.
2.nbsp; nbsp;Derselbe, Über ein Eierstoekscystom beim Pferde. Deutsche tierärztl. Wochensclir. S. 127. 1896.
3.nbsp; nbsp;As track an zew, Über Lymphergüsso im subkutanen Bindegewebe beim Pferde. Petersb. Arch. f. Veterinarmed. Bd. II. S. 204.
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118nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cysten.
4.nbsp; nbsp;Besnard, Cyste am Grunde des Kehldeckels bei einer Stute. Revue v6t. p. 43. 1885.
5.nbsp; nbsp;Bollinger, Dermoidcyste aus der Bauchhöhle einer Gans. Münch. Bericht. S. 38. 1876/77. tgt;. BruckmUller, Lehrbuch der pathol. Zootomie.
7.nbsp; nbsp;Bugnion, Beschreibung eines Wasserkalbes. Deutsche Zeitschr. f. Tiermed. Bd. III. S. 282. 1877.
8.nbsp; nbsp;Caparini, Eine kolossale Cyste vom Magen eines Hundes, Bullet, veterinario. p. 330. 1880.
9.nbsp; nbsp;Csokor, Cystenbildung in der Prostata des Hundes. Wiener Vierteljahrsschr. Bd. LVII. S. 86. 1882.
10.nbsp; nbsp;Dobrade, Recueil. p. 564. 1892.
11.nbsp; nbsp;D6give, Kyste developpd en avant de la base de l'epiglotte. Annal. belg. p. 487. 1886.
12.nbsp; nbsp;Eichen berger, ßetentionscysten im Ösophagus des Hundes. Deutsche Zeitschr. f. Tier­med. Bd. XI. S. 111. 1884.
13.nbsp; nbsp;Ellinger, Über die Ranula, eine Retentionsgeschwulst der Unterzungendiüse. Deutsche Zeitschr. f. Tiermed. Bd. XIX. S. 261.
14.nbsp; nbsp;Francko, Multilokuläre Schleiracysto 'm Nierenbecken eines Pferdes. Bed. tiorärztl. Wochenschr. S. 256. 1894.
15.nbsp; nbsp;Flamichant, Enorme kyste de l'ovaire chez une vache. Recueil. p. 850. 1886.
16.nbsp; nbsp;Fröhner, Über das Vorkommen von Geschwülsten bei Hunden. Monatsh. f. Tierheilk. Bd. VI. S. 131.
17.nbsp; nbsp;Derselbe, Mastdarmcyste beim Pferde. Ibid. Bd. VII. S. 259.
18.nbsp; nbsp;Gouboaux, Tumeurs a la base de l'epiglotte. Recueil Bull. p. 181. 1888.
19.nbsp; nbsp;Grams, Haarbalggoschwulst bei einem Pferde. Berlin, tierärztl. Wochenschr. S. 461. 1896.
20.nbsp; nbsp;Grips, Kystom in der Hainblase eines Rindes. Mitteil. f. Tieriirzte, S. 114. 1895.
21.nbsp; nbsp;Gurlt, Über das Vorkommen von Haaren und einem Zahne in derselben Balggeschwulst. 21a, Derselbe, Eierstock mit Haaren. Mag. IV. 214.
22.nbsp; nbsp;Derselbe, Ibid. Bd. XV, S. 72.
23.nbsp; nbsp;Derselbe, Über Zahn- und Haarbildung in den Hoden des Pferdes. Ibid. Bd. XVII. S, 99.
24.nbsp; nbsp;Derselbe, Ein Kalb mit enormer Cyste an der rechten Seite des Halses. Ibid. Bd. XXIV. S. 129.
25.nbsp; nbsp;Derselbe, Drei Breigeschwülste vor dem Kehldeckel. Ibid. Bd. XL. S. 456.
26.nbsp; nbsp;Haas, Kolloidcysten des Eierstockes bei einer Kuh. Tierärztliche Rundschau, Nr. 4. 1886,
27.nbsp; nbsp;Hanzo, Hygroma colli congenitum. Arch, f, Tierheilk. S. 303. 1885,
28.nbsp; nbsp;Hering, Repertorium der Tierheilk, S. 143, 1874,
29.nbsp; nbsp;Hertwig, Die Krankheiten des Hundes.
30.nbsp; nbsp;Hey dt, Cyste am Kehldeckel eines Pferdes. Zeitschr, f, Veterinärk, April 1896.
31.nbsp; nbsp;Hoffmann, Lehrbuch der tierärztl. Chirurgie.
32.nbsp; nbsp;Derselbe, Über Lymphextravasate, Monatsh, f, Tierheilk. S. 98. 1890.
33.nbsp; nbsp;Hohenleitner, Ranula beim Rinde. Wochenschr. f. Tierheilk. S. 200. 1892.
34.nbsp; nbsp;Johne, Birch-Hirsch fe Ids allgemeine pathol. Anatomie.
35.nbsp; nbsp;Derselbe, Sachs, Bericht, S, 40, 1880,
36.nbsp; nbsp;Derselbe, Ibid. 1884. 36a. Derselbe, Ibid. S. 61. 1879.
37.nbsp; nbsp;Kitt, Lehrbuch der pathol.-anat, Diagnostik.
38.nbsp; nbsp;Derselbe, Kongenitale Lebercysten. Deutsche Zeitschr. f. Tiermed. S. 101. 1889.
39.nbsp; nbsp;Derselbe, Monatsh. f. Tierheilk. Bd. I,
40.nbsp; nbsp; Knoll, Cystenartiger Anhang der Leber eines Kalbes. Berl. tierärztl. AVochenschr. S. 425. 1892.
41.nbsp; nbsp;Köhne, Magazin f. Tierheilk. S. 372. 1862.
42.nbsp; nbsp;Lecla ncho, La pathologie du larynx chez le cheval. Recueil Bull. p. 717, 1888,
43.nbsp; nbsp; Lehnhardt, Retentionscyste am Kehldeckel eines Pferdes. Zeitschr. f. Veterinärkundö. Jahrg. IV. S. 168.
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Cysten.
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44.nbsp; nbsp;Leisering, Schleimcysten in der Kieferhähle des Rindes. Sachs. Bericht. S. 17. 1863.' 44a. Derselbe, Sachs. Bericht. S. 24. 1863.
45.nbsp; nbsp;Derselbe, Erweichungscysten in der Nasenscheidewand beim Pferde. Ibid. S. 10. 1871.
46.nbsp; nbsp;Lesbre, Sur im cas d'asphyxie causoe par un kyste mölicörique. Recueil. p. 605. 1886.
47.nbsp; nbsp;Lucet, Recueil de med. vöt. p. 747. 1891.
48.nbsp; nbsp;Lungers hausen, Über Hypotrichosis localis cystica. Schrotausschlag des Schweines. Inaug.-Diss. Leipzig 1894.
49.nbsp; nbsp;Marok, Oystoma glandulare ovarii. Veterinarius. Nr. 7. 1895.
50.nbsp; nbsp;Martin, Dermoidcyste im Hoden eines Pferdes. Münch. Bericht. S. 119. 1882/83.
51.nbsp; nbsp;Derselbe, Cysten in der Scheide von Kühen. Berliner ticrärztl. Wochenschr. S. 243. 1891.
52.nbsp; nbsp;May, Enorme Balggeschwulst bei einer Kuh. Magazin f. Tierheilk. öd. XXIVquot;, S. 321.
53.nbsp; nbsp;Mecke, Breigeschwulst am Kehldeckel. Ibid. Bd. V. S. 258.
54.nbsp; nbsp;G. Müller, Die Krankheiten des Hundes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,
55.nbsp; nbsp;L. Müller, Sachs. Bericht. S. 36. 1864.
56.nbsp; nbsp;Möller, Lehrbuch der tierärztl. Chirurgie.
57.nbsp; nbsp;Nowikow, Über Lymphextravasate. Petersb. Arch. f. Veterinftrmed. Bd, II. S. 222.
58.nbsp; nbsp;Olt, Der Schrotausschlag des Schweines. Arch. f. Tierheilk. Bd. XXII. S. 434. 1896.
59.nbsp; nbsp;Ostertag, Handbuch der Pleischschau.
60.nbsp; nbsp;Pflug, Die Krankheiten des uropoütischen Systems.
61.nbsp; nbsp;Ribbert, Lehrbuch der pathol. Histologie,
62.nbsp; nbsp;Röder, Cystoide Degeneration der Ausführungsgänge der Bartholinischen Drüsen, Sachs. Bericht. S. 77. 1889.
63.nbsp; nbsp;Schilling, Dermoidcyste am Schultergelenk einer Kuh. Badische Mitieil. Bd. 107.
64.nbsp; nbsp;Schlitzberger, Neubildung am Zungengrundo eines Pferdes. Arch. f. Tierheilkunde.
65.nbsp; nbsp;Schneidemühl, Beitrag zur Kasuistik der Tubo-Ovarialcysten beim Pferde. Deutsche Zeitschr. f. Tiermed. S. 277. 1883.
66.nbsp; nbsp;Schwartz, Cystoide Degeneration des rechten Ovariums. Arch. f. Tierheilk. Bd. XVII. S. 375.
67.nbsp; nbsp;Siedamgrotzky, Sachs. Bericht. S. 59. 1873.
68.nbsp; nbsp;Derselbe, Ibid. S. 27. 1878.
69.nbsp; nbsp;Derselbe, Ibid. 1879. 69a.Derselbe, Ibid. 8. 11. 1871. 69b. Derselbe, Ibid. S. 32. 1876. 69c. Derselbe, Ibid. S. 45. 1877.
70.nbsp; nbsp;Strebel, Grosse Kolloidcyste in der rechten Nasenhöhle eines Ochsen. Schweiz. Arch. Bd. XXXIII. S. 189.
71.nbsp; nbsp;Tempel, Zahnbalggeschwulst in der Oberlippe eines Pferdes. Berl. tierärztl. Wochenschr. S. 625. 1893.
72.nbsp; nbsp;Vanwallendael, Urocystite chronique chez une vache. Annal. belg. p. 525. 1885.
73.nbsp; nbsp;Werner, Adams Wochenschr, Nr. 19. 1857.
74.nbsp; nbsp;Wiart, Recueil de mlt;Sd. v6t. 1870.
75.nbsp; nbsp;Wiesner, Chalaceum am unteren Augenlide eines Pferdes. Zeitschr. f. Veterinärkunde. Bd. It. S. 325.
76.nbsp; nbsp;Zschokke, Schweizer Arch. f. Tierheilk. Bd. XXX. S. 72.
Definition, Entstehung und Einteilung.
Unter einer Cyste verstehen wir einen kugeligen, oder der Kugelforra /Aistrebenden Körper, der eine derbere Wand und einen mehr oder weniger gleichmässigen, anders gearteten Inhalt meist weicher Konsistenz besitzt. Die scharfe Trennung zwischen Wand (Balg) und Inhalt ist zwar für das
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Cystcn.
blosse Auge nicht immer sichtbar, aher mit Hilfe des Mikroskopes kann man sich davon überzeugen, class immer eine hesondere Wand existiert, die ent­weder aus einer Bindegewehskapsel besteht oder aus einer einfachen Epithel-bezw. Endotholschicht. Gilt dies für alle cystischeu Bildungen, so bezeichnet man speziell als echte Cysten diejenigen, welche aus vorher vorhandenen, physiologisch oder pathologisch gebildeten, epithelial oder endothelial be­grenzten Hohlräumen hervorgegangen sind.
Eine andere Art von Hohlräumen entsteht durch regressive Metamorphosen soliden Gewebes; von einer scharfen Begrenzung dieser Höhlungen durch gleichmässige Zellagen ist hier nicht mehr die Rede. Derartige Cysten-bildungen (cystoide Entartung) können in allen möglichen Neubildungen zustande kommen, wobei der unveränderte Teil derselben die Cystenwand darstellt; man bezeichnet dieselben als falsche Cysten (z. B. Cystosarkom, Oystoadenom, Cystocarcinom).
Eine dritte Form kann durch Wucherung von Gewebe um Fremdkörper (tote und lebende) hervorgerufen werden. (Fremdkörpercysteu, parasitäre #9632;Cysten).
Der Inhalt der echten Cysten kann aus seröser, blutiger, schleimiger, honigälmlicher, grützeartiger u. s. w. Masse bestehen, er kann arm oder reich sein an zelligen Elementen.
Die Cysten sind entweder einfach (unilokulär) oder durch Septa in eine Anzahl von Unterabteilungen zerlegt (fächerige, multilokuläre Cysten), oder endlich die Hauptcyste enthält in ihrem Innern oder in ihrer Wand geschlossene Cysten (Cystoide).
Manche Formen bleiben auf einer niedrigen Stufe des Wachstums stehen, andere entwickeln sich langsam, aber stetig zu Geschwülsten von kolossalen Dimensionen. Das Wachstum erfolgt in erster Linie durch Wucherungs­prozesse in der Wandung, durch Vermehrung der auskleidenden Zellen oder des Eindegewebes Ribbert (61) (Proliferationscysten). In anderen Cysten geht das Wachstum durch Vermehrung des Inhaltes vor sich, welcher nicht entfernt werden kann, (Retentionscysten). Aber auch für diese Form der Cysten hat Ribbert geltend gemacht, dass hauptsächlich die Wucherung der Waudbestandteile zur Vergrösserung des Raumes führt und die Ausfüllung des Hohlraumes erst in zweiter Linie kommt.
Für die bei unseren Haustieren vorkommenden Cysten sind bezüglich der Entstehung und Einteilung dieselben Momente massgebend wie in der menschlichen Pathologie. Im Interesse der gleichinässigen Darstellung sollen auch die Cysten bei Tieren vom topographischen Standpunkte, bei den einzelnen Organen, besprochen werden, ähnlich wie Asch off (Ergebnisse der allgem. Pathologie, II. Jahrgang, S. 455) diesen Gegenstand aus der Geschwulstlehre des Menschen behandelt hat.
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Cyston dor Haut und Uuteiimut. Dennoido.
lai
u) Die Oysteu der Haut und des Unterluiutbiudegewebes und die liaut-bekleideten Cysteu (Dcrinoide).
Cysten der äussereu Haut. Auch bei Tieren ist die äussere Haut verhalltnismässig reich an cystoiden Bildungen, die freilich wegen der Be­kleidung mit Maaren (bezvv. Wolle oder Federn) sehr viel weniger in die Augen fallen und nur ein geringes oder gar kein praktisches Interesse bieten. Die bei verschiedenen Krankheitsprozessen (Aphthenseuche, Bläschenausschlag, Pocken u. s. w.) auftretenden Bläschen, teils mit klarer, wässeriger (Vesicao, Vesiculae), teils mit eiteriger Flüssigkeit (Pustulae) gefüllt, sollen hier nicht besprochen werden.
Schweissdrüsencysten. Mit den Schweissdrüsen ist neuerdings von ölt (58) eine multiple Cystenbildung in Zusammenhang gebracht worden, welche in der Haut des Schweines nicht selten vorkommt und nach dem Vorgange von Zschokke (77) als Schrotausschlag bezeichnet wird. Die Cystchen sind auf der mit Borsten besetzten Haut nicht leicht zu erkennen, sondern werden erst nach der Entfernung der Borsten beim Schlachten deutlich sichtbar. Die kleinen, durchschnittlich pfefferkorn- bis höchstens erbsengrossen Gebilde finden sich vorwiegend auf dem Rücken, an den Hinter­backen, der Kruppe und dem Schwänze, zuweilen zu Hunderten auf einem engbegrenzten Hautbezirk. Die Cysten sind mit einer wässerigen, trüben, meist rötlichen Flüssigkeit gefüllt und die Wand mit einem niehrschichtigen Epithel ausgekleidet; die meisten Bläschen, aber nicht alle, enthalten Borsteti, deren Wurzel in der Wand des Bläschens liegt.
Über die Ursachen und die Entwickelung dieser Bildungen sind ver­schiedene Meinungen laut geworden. Zschokke (77) fasst die Bläsehen als kleine Hauthohlen auf, die durch einen spezifischen Coccus bedingt werden. Oster tag (59) bezeichnet in Übereinstimmung mit Johne den Prozess als multiple Dermoidcystenbildung. Kitt (37) rechnet diese Gebilde zu den Epidenniscystehen oder zu den Atheromen kleinsten Kalibers und stützt sieh hauptsächlich auf die Angaben von Zschokke. In neuerer Zeit hat Lungershausen (48) diesen Gegenstand genauer studiert; er rechnet diese Cysteu zu den von Bonnet unter dem Namen „Hypotrichosisquot; zusammen-gefassten Hemmungsbildungen und führt die Entstehung derselben auf mechanische Momente zurück, die durch die in den Cysten bemerkbaren, nicht nach aussen entwickelten Borsten gegeben sein sollen. Dieser Erklärung hält 01t (58) mit Recht die gewichtige Thatsache entgegen, dass sich nicht in allen Cysten derartige Borsten finden und vor allem gerade in den jüngsten nicht. 01t ist auf Grund eigener, sehr zahlreicher und genauer Schnitt­untersuchungen zu dem Ergebnisse gekommen, dass die Entwickelung dieser Cysten von den Schweissdrüsen ausgeht und durch eine bisher unbekannte
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Schwoissdriiscncyston.
Coccidienart veranlasst wird, welche in die Schweissdrüsen eindringt und letztere reizt. Die Krankheit ist deshalb als eine Coccidiose der Knäuel-drüson, als Spiradenitis coccidiosa suis zu bezeichnen. Die jüngsten Stadien dieses durch seine braune Farbe leicht erkennbaren Coccidium fuscum finden sich in den Epithelzcllen neben dem Kerne, einzeln und ZU mehreren in derselben Zelle. In der Zelle wachsen die Parasiten und bedingen dadurch einen Zerfall derselben, womit eine vermehrte Proliferation der angrenzenden Epithelzollen einhergeht. Durch Nachschub neugebildeter Zellen werden die Parasiten mit den abgestorbenen Zellen in das Drüsen­lumen vorgeschoben, und indem die Konsistenz des Sekretes kolloide Be­schaffenheit annimmt, kommt es zu einer Stauung in den erkrankten Drüsen­abschnitten. Diese Vorgänge erklären das Zustandekommen der Stauung in den Kanälchen, zumal der enge Drüsenschlauch infolge der korkzieherartigen Windung der Knäueldrüsen für Ketentionen besonders geeignet ist.
Die auf solche Weise entstandenen Bläschen sitzen verschieden tief, bald innerhalb der Lederhaut, bald zwischen dieser und der Unterhaut; dieser verschiedene Sitz wird bedingt durch die Stelle der Drüse, an welcher die Retention beginnt. — Die von Olt beobachteten, wegen ihrer Farbe als Coccidium fuscum bezeichneten Parasiten treten in zweierlei Gestalt auf, als nackte Gebilde und eingekapselt in einer Schale. Die nackten Formen bewohnen im frühesten Stadium die Epithelien der Schweissdrüsen, wo sie ein punktförmiges, granuliertes Plasmaklümpchen bilden, welches wegen seiner braunen Farbe für Pigment gehalten werden könnte und nur durch die Feinheit der Körnchen und die scharf kugelige Form sich von den pigmentierten Zellen unterscheidet. Bei weiterem Wachstum innerhalb der Zellen bilden sie gekörnte kugelige Ballen, in denen ein kleiner Kern er­kennbar ist. Durch den Untergang der sie einschliessenden Zellen werden die Parasiten frei und wachsen im Drüsenlumen weiter. Sie zeigen dann einen grossen Kern und ihr Plasma sendet nach den verschiedensten Richtungen Pseudopodien aus, wodurch eine grosso Mannigfaltigkeit der Form bedingt wird. — Die vollständig entwickelten und mit Schalen umgebenen Formen sind bis 0,034 mm lang und 0,0275 mm dick, also etwas bauchiger als das Coccidium oviforme. Die Schale ist aussergewöhnlich dick 0,0025—0,003 mm, vollständig glatt und sehr widerstandsfähig gegen Chemikalien.
Die Fragen, wie sich diese Coccidien in der Aussenwelt verhalten und auf welchem Wege dieselben in die Knäueldrüsen des Schweines eindringen, ob direkt von aussen her oder auf dem Woge der Blutbahn, harren noch der Beantwortung. Nachprüfungen der von Olt mitgeteilten Befunde werden er­geben, ob seine genauen Beobachtungen eine richtige Deutung erfahren haben. Sollten die Untersuchungen Olts sich bestätigen, woran wir nicht zweifeln, so wäre für die Atiologie der tierischen Hautkrankheiten ein neuer Gesichts-
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Cysten dor Haarbiilgc und Talgdrüsen. Dermoide.
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punkt gewonnen, der den Ausgang zu weiteren interessanten Studien abgeben würde.
Dass in den S c h w e i ss d r üs en a d e n o m e n, welche bei Hunden zuweilen beobachtet werden, cystoide Entartung eintreten kann (Cystoadenom), wurde bereits bei den Adenomen erwähnt.
Cysten der Haarbälge und Talgdrüsen. In den Talgdrüsen den Haarbälgen und den Ausführungsgängen beider können durch Stauung des Sekretes oder Epithelanhäut'ung Cysten entstehen, die je nach dem Sitze und Inhalte verschiedene Bezeichnungen erhalten haben. Unter M ilium versteht man ein kleines, weisses oder gelbweisses, perlartiges Gebilde, welches durch Ansammlung von EpideiTniszellen in den Talgdrüsen entsteht und etwas über die Oberfläche der Haut hervorragt. Corned o (Mitesser) nennt man einen wurstförmigen Pfropf, der sich in dem Ausführungsgange einer Talgdrüse oder im gemeinsamen Ausführungsgang dieser und eines Haar­balges gebildet hat. Comedonen sind nach Kitt (57) häufig bei Schafen au der inneren Schenkelfläche und angrenzenden Brust- und Bauchflächo, bei Pferden am Hals und Rumpf anzutreffen. Die At hero me würden nach Virchows Lehre nur eine weitere Entwickelungsstufe des Milium dar­stellen und dann zustande kommen, wenn nach Verstopfung des Aus-führungsganges die Sekretion der Talgdrüse fortdauert, so dass eine grössere Cyste entsteht. Der Inhalt der Atherome ist eine grützbreiälmliche bis flüssige Masse, bestehend aus Epidermiszellen, Fetttröpfchen und Chole-stearintafeln. Aber die Virchowsche Erklärung ist nicht allgemein accep-tiert worden, es sieht aus, als ob ein Teil der Atherome, speziell der subkutan gelegenen, auf embryonale Abschnürungen zurückzuführen wäre. Sie ähneln zum Teil den Der meiden, und der Unterschied dieser beiden Bildungen würde im wesentlichen darin liegen, dass die Atherome durch fötale Abschnürung von Epithelzapfen zustande kommen, während die Dermoide auf Einstülpungen und Abschnürungen ganzer Hautteile mit ihren Anhängen beruhen (vergl. Aschoff, Cysten, Jahrgang II).
Über Atherome bei Tieren finden sich nur spärliche Mitteilungen. Möller (56) sah wiederholt Atherome bei jungen Pferden über dem Grunde des falschen Nasenloches; dieselben waren bis hühnereigross und enthielten eine grützeähnliche Masse. Bei Hunden kommen nach Fröhner (10) Atherome an verschiedenen Stellen der Haut, namentlich auf dem Kücken und am Kopf vor.
Cysten der Subkutis. Von den in der Subkutis vorkommenden Cysten beanspruchen bei Tieren weitaus das meiste Interesse die Dermoide (Dermoidcysten). Diese sind im Gegensatze zu den Atheromen da­durch ausgezeichnet, dass ihr Balg mehr oder weniger vollkommen die Struktur der Haut wiederholt. Die Innenfläche der Cystenwand enthält also
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Dormoidcyston. Zalmcysten.
eine vollkommene Epidermis und (hirunter ein mit Papillen besetztes Corium; häufig enthält die Membran auch noch die Attribute der Haut, wie Talgdrüsen und Haarbälge. Zuweilen hat nur ein Teil des Balges hautälmliche Struktur, während an anderen Stellen nur Epithelschicht und Bindegewebe vorhanden ist. Diese Dennoide entstehen, wie bereits erwähnt, durch fötale Einstülpungen und Abschnürungen ganzer Hautteile mit ihren Anhängen. Die reinen Dermoide sind vollständig abgeschnürt von der äusseren Decke, so dass zwischen der Cutis der Cyste und der Cutis des Tierkörpers eine Abgrenzung durch Binde­gewebe besteht; viele dieser Gebilde kommunizieren mit der äusseren Haut und so kommen alle Übergänge von geschlossenen Cysten zu fistelartigen Höhlen und zu völlig offenen Einstülpungen der Haut vor. Die Dermoide sitzen an Stellen, welche Beziehung zu den embryonalen Nahtstellen haben.
Auch bei Tieren werden die Dermoidcysten nicht selten angetroffen, dieselben enthalten zuweilen Haare bezw. Federn. Am häufigsten wurden dieselben am Grunde des Ohres bei Pferden, seltener bei anderen Tieren beobachtet. Diese eigentümlichen Bildungen, welche als Merkwürdigkeiten vielfach unter den verschiedensten Namen — Zahncysten, Zahnbalg-cysten, erratische Zähne, Ohrfisteln, Kiemenfurchenteratome, Fistula colli et auris congenita — in der Litteratur registriert wurden, beherbergen einen oder mehrere bald rudimentäre, bald normal entwickelte Zähne. Krabbe, Buonsanti und Generali haben bis zum Jahre 1873/75 solcher Fälle zusammengetragen, wozu noch verschiedene aus der neueren Zeit kommen Johne (34). Man trifft am äusseren Rande des unteren Ohr-muschelteiles eine nach unten zum Schläfenbein sich erstreckende 2—4 cm lange Fistel an, aus der sich für gewöhnlich nur eine geringe Menge seröser oder fadenziehender Flüssigkeit entleert. Dieser Fistelkanal führt in der Tiefe zu einer haselnuss- bis hühnereigrossen Erweiterung, in welcher ein oder mehrere Backenzähne vorhanden sind. Der Sitz des Zahnes ist meist die Schuppe des Schläfenbeins; in einem von Gurlt mitgeteilten Falle schien der Zahn vom Zitzenteil ausgegangen zu sein.
„Dass es sich in diesen genau beschriebenen Fällen nicht, wie man nach R. Virchows Vorgange annahm, um sogenannte verirrte, dislocierte Zähne handelt, beweist einmal die Konstanz der Lokalität, sowie die von mehreren Beobachtern bestimmt konstatierte Vollständigkeit des Backeuzahngebisses. Es sind diese sogenannten Zahnbalgcysten vielmehr als Residuen der ersten Kiemenspalte, als cystenartig erweiterte Halskiemenfisteln anzusprechen. Dass das Schleimhautepithel der ersten Kiemenspalte als direkte Fortsetzung des Mundschleimhautepithels aber mindestens ebenso zur Zahnbildung befähigt sein dürfte, als die Epidermis der äusseren Haut, darf ohne weiteres ange­nommen werdenquot; Johne (34).
Diese Zahnbalgcysten dürften streng genommen nicht den eigentlichen Cysten zugezählt werden, da ihnen das Hauptkritcrium der letzteren, der
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Donnoideyston. Schloimcysten.
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allseitig geschlossene Balg, in der Mehrzahl der Fälle fehlt (Johne). Deshalb rechnet auch Kitt dieselhen zu den Misshildungen und führt, sie als Kiemen-furchenteratome auf. Die Anomalie wurde hier nur kurz berührt, weil sie auch in den Lehrhüchern der Pathologie vielfach unter der Eubrik „Cystenquot; abgehandelt wird. Bezüglich der genaueren Entwickelung muss in dein Kapitel „Teratome bei Tierenquot; nachgelesen werden.
Bei den übrigen Tieren werden diese Zahncysten nur selten an­getroffen. Siedamgrotzky (69b) beschreibt zwei Zahncysten, welche von den Siebboinmuscheln eines Schweines herrührten. Die eine, von losem Binde­gewebe umgeben, erschien rundlich und ziemlich derb, die Wand bestand aus osteoidem Gewebe. Auf ihrer Innenfläche trug sie saftreiches, graues Bindegewebe und auf massig weichem Pulpapolster sitzend einen 3 cm hingen, 1'/laquo; cm hohen und 11la cm breiten Zahn mit zahlreichen Höckern. Die zweite Cyste war der ersteren ähnlich. Die mikroskopische Untersuchung bestätigte, dass die Cystenwand namentlich aus osteoiden Gewebe bestand, von dem nur wenige Balken verkalkt waren, und dass der aus Dentin aufgebaute Zahn einen nur dünnen und weichen Schmelzüberzug trug, dessen Schmelzprismen sich leicht abstreichen und isolieren Hessen.
Hertwig fand eine Zahncyste bei einem Ochsen, Berger-Perriöre beim Kameel und Verwey notierte das Vorkommen einer Zahncyste am Felsenbein eines Hundes, welcher infolgedessen an Otitis externa litt. — An anderen Stellen der Unterhaut als am Grunde des Ohres kommen sehr viel seltener Zahncysten vor. Gurlt (21) beschreibt als Rarität eine faustgrosse, mit Haaren und Flüssigkeit gefüllte und einen Zahn einscbliessendo Cyste, welche bei einem Pferde zwischen den beiden Asten des Unterkiefers, eine Strecke von Kinnwinkel entfernt, ihren Sitz hatte.
Mitteilungen über Dermoidcysten der Unterhaut, welche keine Zähne einschliessen, sind mehrfach in der Litteratur veröffentlicht. Die grossen verraten ihre Anwesenheit durch eine Hache Hautbeule, die kleineren wurden schon zufällig erst beim Vorspeisen von Bindfleisch entdeckt (Kitt 37). Bei Rindern wurden derartige Dennoidcysten u. a. am Unterkiefer von Leise ring (44 a), an der Vordcrfusswurzel (als eine Form des sog. Knie-schwammes) von Johne (36a), am Schultergclenk von Schilling (63), ferner am Ellenbogen, in der Nabelgegend und im Triel beobachtet. Grams (19) beschreibt eine Dermoidcyste beim Pferde, welche am hinteren Winkel des Schulterblattes sass.
[Die Dennoidcysten des Hodens und Eierstockes s. bei den betreffenden Organen].
Schleimcysten. Bei Hunden kommen in der Unterhaut der Kehl-gegend nicht selten Oysten vor, welche eine honigähnliche oder blutig-schleimige Flüssigkeit enthalten. Sie liegen seitlich am Schlund- und Kehl-
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Kchlpimcyston. Lymplicyston. Blutcysten.
köpf, bedeckt vom Halshiiutmuskel, erreichen verschiedene, meist bedeutende Grosse und bilden entweder einfache, ruiidlicho Blasen oder multilokuläre Cysten. Charakteristisch für diese Schleimcystcn ist nach Frohner (IG) die Lage unter der Haut, die allseitige Verschiebbarkeit der Haut über der Cyste, der deutliche Nachweis einer derben Kapsel und des fluktuierenden, dicklichen Inhaltes. Die Entstehung dieser Cysten ist nicht ganz klar. Während beim Menschen die am Halse häufig aufü'etenden sog. Cystenhygrome kongenitalen Ursprunges sind (Aschoff), scheint es sich bei Hunden um Retentions-cysten zu handeln. Biedamgrotzky (67), Hoffmann (31). Si edamgr otzky hält dafür, dass diese Retentionscysten von einem Lappen der Submaxillar-drüse, violleicht auch von anderen traubigen Drüsen am Grunde der Maul-und Rachenhöhle ausgehen, nach Verschluss des Ausführungsganges zwischen den Muskeln sich nach unten drängen und zur Hauptentwickelung im sub­kutanen Bindegewebe gelangen. Froh ner (16) identifiziert dieselben patho-genetisch geradezu mit Ranula. „Durch die Retention des Sekretes der unter der Zunge gelegenen Drüse können offenbar Cysten mit verschiedener Lagerung entstehen. Findet eine Ausbauchung der Cystenwand mehr nach der Maul­höhle zu statt (oraler Teil der Sublingualis), so hat man es mit der sog. Ranula zu thun. Senkt sich dagegen die Retentionsgeschwulst in die Tiefe (aboraler Teil), so gelangt sie allmählich in die Gegend des Kehlganges und Kehlkopfes und kommt gänzlich ausserhalb der Maulhöhle zu liegen.quot;
Dass aber auch bei Tieren kongenitale Cysten am Halse vorkommen, beweisen u. a. folgende Mitteilungen. Hanzo (27) fand bei einem Fötus an jeder Seite des Halses eine grosse subkutane Cyste. Beide waren am Nacken durch eine dicke, fibröse Scheidewand getrennt. Jede Cyste enthielt ungefähr 2 Liter gelber Flüssigkeit, in welcher weisse membranartige Flocken schwammen (Hygroma colli congenitum). — Einen ganz ähnlichen Befund machte Bugnion (7) bei einem 8 Monate alten Kalbsfoetus: 2 grosse, jederseits am Halse sitzende Cysten, welche in der Mittellinie durch eine ungefähr 2 cm dicke, fibröse Scheidewand von einander getrennt waren. Beide waren unilokulär, besassen glatte Wände und enthielten eine klare gelbliche Flüssig­keit mit membranartigen Flocken. Endlich sah Gurlt (24) bei einem ungeborenen Kalbe eine enorme Cyste von 1 Fuss Durchmesser an der rechten Seite des Halses und unter dem Ohre; dieselbe gab ein Hindernis für die Geburt ab.
Lymphcysten und Blutcysten. Von Hoffmann (32) wurde be­sonders die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass bei Tieren nicht ganz selten durch mechanische Insulte Zerreissung von Lymphgofässen, Ausfluss von Lymphe und Ansammlung derselben in den subkutanen Räumen mit nach­folgender Abkapselung vorkommt. Hoff mann traf solche Lymphcysten bei Pferden und Kindern; in der neueren Zeit haben u.a. Astrachanzew und Nowikow (57) über derartige Lymphergüsse im subkutanen Gewebe bei
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Cysten des Augea, der Ohren, der Nase.
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Pferden berichtet. Zweifellos gehört hierher auch ein Teil der subkutanen Cysten am Halse bei Hunden, denn manche derselben lassen sich auf traumatische Insulte (Beissen) zurückführen. — Die Blutcysten entstehen ebenfalls meist nach Verletzungen; ein Teil derselben stellt vielleicht mit Blut angefüllte Lymphcysten dar.
b) Die Cysten der eiiizcliien Organe.
1. Auge. Echte cystische Neubildungen scheinen an den Augen bei unseren Haustieren äusserst selten vorzukommen. (Die häufiger angetroffenen Dermoide gehören nicht in den llahmen dieser Besprechung). Wiesner (76) berichtet über eine haselnussgrosse Cyste am unteren Augenlide eines Pferdes, welche mit einer bröckelig gelatinösen Masse angefüllt war und eine cystische Erweiterung einer Meibomschen Drüse (Chalazion) darstellte.
2. Ohr. Von der am Grunde der Ohrmuschel bei Pferden nicht gerade selten beobachteten „Zahn cystequot; war bereits S. 124 die Rede. Cystoide Bildungen der Ohrmuschel sind die sog. Otliämatome (Blutohr). Dieselben kommen besonders häufig bei langohrigen Hunden vor und sind wold stets auf mechanische Einwirkungen zurückzuführen. Es handelt sich um eine Ansammlung von Flüssigkeit, welche bald blutig, bald rein serös ist, zwischen Knorpel und Perichondrium bezw. äussercr Haut. Während die meisten Autoren diesen Zustand als ein durch Zerreissung von Blutgefässen bedingtes Hämaton auffassen, will Hoff mann (31) in demselben ein Lymphextravasat erblicken. — Am Ohre einer Kuh beobachtete Burmeister ein faustgrosses Hämatom. — Cystische Erweiterungen der Talgdrüsen (Atherome) entwickeln sich bei Pferden, Rindern und Hunden zuweilen an der äussoren Mündung des Gehörganges.
'6. Respirationsorgane, a) Nase und Nebenhöhlen. In der Scheidewand und den Flügelknorpeln der Nase kommen bei Pferden nicht selten intrakartilaginäre Cysten vor, welche durch partielle, schleimige Degeneration des Knorpelgewebes bedingt sind [Leisering (45), Müller, Siedamgrotzky (69a), Kitt (87)]. „Der Knorpel bildet dann zu beiden Seiten Auftreibungen knotigblasiger Art, entweder mehrere bis haselnussgrosse oder einen einzigen, bald flächenartigen, bald fächerförmigen Hohlraum. Die Wand der Höhlen besteht aus einem normalen oder verdickten Knorpel, welcher normalen Schleimhautüberzug besitzt; in den Höhlungen selbst befindet sich ein# gallertige oder schleimige Masse, bestellend aus verquollenen Knorpelzellen und mucinöser Grundmasse.quot; Kitt (37). — In der Oborkiefer-höiile bei Rindern werden nach Kitt (37) oft Schleimcysten als rundliche, erbsen- bis taubeneigrosse, sackige Anhängsel der auskleidenden Schleimhaut angetroffen, welche von durchscheinend weissgelblicher Farbe sind und einen
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Cyston dps Kolilkopfos, dor Lungpn, der Milz.
dünnen, golässhultigen Überzug besitzen, welcher eine fadenziehende, sirup-ahnliche Flüssigkeit umschliesst. Diese Cystcn, welche anch beim Menschen oft in grosser Zahl auftreten, sollen dort nach Giraldes als Retentionscysten der Schleiiuhautdrüsen des Antnun Ilighmori aufzufassen sein. (Hier sei bemerkt, dass nach Felischs Untersuchungen die Schleimhaut der Neben­höhlen beim Pferde wenigstens keine Spur von Drüsen enthält; wie es sich beim Rinde verhält, entzieht sich meiner Kenntnis.)
Auch Leise ring (44) berichtet über das Vorkommen derartiger Sehleimcysten in den Nebenhöhlen der Nase bei einem Rinde; er hält die­selben lediglich für Vergrösserungen der Schleimdrüsen als Folgezustand eines chronischen Katarrhes.
Strebe 1 (70) beobachtete eine grosse Kolloidcyste in der rechten Nasen­höhle eines Ochsen.
b)nbsp; Kehlkopf. Vielfach sind bei Pferden, sehr viel seltener bei Rindern, auf der oberen Fläche des Zungengrandes, unmittelbar vor der vorderen Fläche des Kehldeckels, an dessen Basis Cysten angetroffen worden, welche zu plötzlichen Todesfällen durch Erstickung Anlass gegeben haben. Diese Cysten sind bis wallnuss- und hühnercigross, zuweilen gestielt und enthalten eine trübe, gelbbraune Flüssigkeit. Über die Entstehung derselben divergieren die Ansichten der Berichterstatter sehr, nmnehe führen dieselben ganz irrtüm­licherweise auf eine mechanische Verletzung durch Fremdkörper (stacheliges Futter) zurück. Es unterliegt indes keinem Zweifel, dass die Entwickehmg derselben auf Schleimdrüsen zurückzuführen ist und wir es mit Retentions­cysten zu thun haben. Derartige Bildungen wurden beim Pferde von Gurlt (25), Mecke (58), Siedamgrotzky, Besnardt (4), Lesbre (46), Degive (11), Schlitzberger (G4), Goubeaux (18), Leclainche (41), Heydt(42), und Lehnhardt (43) beschrieben. DievonHeydt beobachtete, hühnereigrosse Geschwulst füllte den Raum zwischen Zungcngmnd, Kehldeckel und Gaumensegel vollständig aus und zerfiel durch seichte Einschnürungen in einen wallnussgrossen, einen taubeneigrossen und einen haselnussgrossen Abschnitt. Die glatte Kapsel war an der Innenfläche mit Epitiiol bekleidet. Goubeaux traf in einem Falle drei solcher Cysten an. Ein grosser Teil der in der älteren Littcratur beschriebenen Atherome und Cysten im Rachen und Kehlkopfe bei Rindern ist zweifelsohne aktinomykotischer Natur.
c)nbsp; nbsp;Luftröhre und Lungen. In der Luftröhre und den Lungen scheinen bei Tieren bisher keine Cysten beobachtet worden zu sein.
4. Milz. Abgesehen von den hämorrhagischen Cysten kommen in der Milz bei Tieren keine echten Cysten vor, auch in den Lymphdrüsen und im Knochenmarke hat man meines Wissens bisher keine angetreffen. Cystoide Degenerationen der verschiedenartigsten Tumoren der Schilddrüse sind regressive Erscheinungen.
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Cysten dos Euters, der Maul- und Riiclienliölilo.
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5.nbsp; Euter. Die Neigung zur Cystenbiklung kommt bei Tieren den ver­schiedenartigsten Neubildungen des Euters in hohem Masse zu. Das Vor­kommen von echten Cysten, wie sie in der ruhenden Mamma bei Frauen auftreten, ist bei Tieren bisher nicht einwandfrei bewiesen.
6.nbsp; Maul- und Rachenhöhle. Nach Möller (5G) finden sich Balg­geschwülste nicht selten an den Lippen des Pferdes; sie liegen dicht unter der Schleimhaut, erreichen bis Taubenoigrösse und enthalten eine dickflüssige honigähnliche Masse. Dieselben stellen Retentionscysten dar, entstanden durch Verstopfung von Ausführuugsgüngen der Schleimdrüsen. Tempel (71) fand bei einem G jährigen Pferde an der linken Oberlippe in der Gegend des Hakenzahnes eine walnussgrosse, glattwandlge Cyste, welche einen Zalm| ein-schloss. Der am Zungengrunde, besonders bei Pferden, mehrfach beschriebenen Oysterraquo; ist bereits beim Kehlkopfe gedacht worden.
Ein besonderes Interesse nehmen auch bei Tieren . die sublingual ge­legenen Cysten in Anspruch, die unter dem Namen „Ranulaquot; zusammen-gofasst werden. Freilich hat man unter diesen Begriff in der tierischen Pathologie die heterogensten Dinge zusammengeworfen. Die echte, klassische Panula entsteht nach von Rec kling hausen durch eine cystische Er­weiterung eines Hauptdrüsonganges der in der Spitze der Zunge gelegenen B1 an d i n - N n h nsehen Schleimdrüsen. Diese Cyste liegt neben dem Frenulum linguae. Neben dieser Ranula im engeren Sinne giebt es unter der Zunge noch andere cystische Bildungen, die ebenfalls unter den Begriff „Ranulaquot; gerechnet werden. Da kommen vor allem der Ductus Whartonianus, der Ausführungsgang der Glandula submaxillaris und der Ductus Rivinianus, Aus­führungsgang der Gl. sublingualis in Betracht, die sich ebenfalls cystisch er­weitern können. Alle diese cystischen Bildungen stimmen wenigstens in der Genese überein.
Für die Haustiere kann die von v. Rocklinghausen für die Ent­stehung der Ranula beim Menschen aufgestellte Theorie, wie besonders Ellinger (13) dargethan hat, keine Geltung besitzen, weil bei den Tieren die Nuh nsehe Schleimdrüse, abgesehen vom Schaf, nicht nachgewiesen ist. Man muss daher den Ausdruck Ranula, wenn er überhaupt zulässig ist, be­schränken auf lletcntionszustände in den Ausführungsgüngen der Glandula sub-imixillaris und sublingualis. Solche Ranula kommen noch am häufigsten bei Hunden vor. Frühner (IG), welcher dieselben als Retentionscysten der Unterzungendrüse, speziell des oralen Teiles betrachtet, traf sie am Boden der Maulhöhle seitlich von der Zunge in verschiedenen Formen an. Bald ist die Geschwulst walzen-, cylinder-, wulst- oder fingerförmig, bald oval, bis gänseeigross, weich-elastisch, deutlich fluktuierend; zuweilen sieht man den graugelben oder rötlichgelben, zähschleimigen Inhalt durchsehimmern. Andere Autoren, wie G. Müller (54), Wiart (75) sprechen die Ranula des Hundes als Retentionscysten des Ductus Whartonianus an. (Die an der Unterseite
Caspor, Pathologio dor UoschwiUsto.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 9
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(Jywton dos OeBOphagUS, Magens iiiul Darmea.
dos Halses bei Hunden vorkommenden Cysten, die z.B. von Fröhner (10) ebenfalls zu der llanula gerechnet werden, sind bereits S. 820 besprochen worden. Nach Siedamgrotzky (67) nimmt diese Art Cysten in der Haupt­sache ihren Ausgang von den Läppchen der Sublingualdrüse selbst. Beim Pferde hat neuerdings Elliuger (13) zwei Fälle von Eauula eingehend studiert und beschrieben. In beiden Fällen lag eine Retention der Glandula sublingualis vor. Doch wurden von .früheren Autoren auch andere pathologische Prozesse, #9632;/.. B. die sog. (lamnengeschwulst, d. h. eine Hypertrophie des submukösen Venon-netzes am Palatum durum fälschlicherweise als Froschgeschwulst hesclirieben. — Bei Kühen wurden echte Ranula von Siedamgrotzky beobachtet, während andere Autoren diese Bezeichnung für Prozesse von vollkoininon anderem Charakter anwenden. So sind nach Albrecht(l) die als Ranula bezeichneten Geschwülste in den meisten Fällen entzündlich veränderte Kinn­backendrüsen, zuweilen auch Unterzungendrüsen und sollen durch mecha­nische Einwirkung des Futters entstehen. Hohen leitner (33) fand in drei Fällen von ßanula beim Rinde zweimal Aktinomykose als Ursache derselben. Es soll ja das Vorkommen von Aktinomykose an dieser Stelle, wo die echte Ranula ihren Sitz hat, hier keineswegs in Abrede gestellt werden, aber es ist entschieden unrichtig und führt zu Verwirrung, wenn man derartige Bildungen unter den Begriff der Ranula rechnet.
7.nbsp; Ösopbagus. Von echten Cysten im OsophagUS finde ich in der Litteratur nur zwei Fälle beschrieben: Eichenberger (12) fand bei einem jungen Hunde zufällig viele kleine, wie braunschwarze Pünktchen aussehende Cystchen, deren Inhalt aus einer gelbbraunen, ganz homogenen, zu Klümpchen zusammengeballten Substanz, aus Epithelien und körniger Zerfallsraasse be­stand. Die Cystchen stellten sich als erweiterte Ausführungsgänge der Schleim­drüsen heraus, welch letztere, wie Eichenberger nachwies, bei Hunden im ganzen Verlaufe des Ösophagus anzutreffen sind (Eetentionscysten). Eine zweite Mitteilung über Cysten im Ösophagus rührt von Lucet (47) her.
8.nbsp; Magen. Abgesehen von den schleimigen Iletentionscysten, die im Verlaufe der proliferiorenden Gastritis gelegentlich in der Schleimhaut angetroffen werden, kommen echte Cysten im Magen bei Tieren wohl kaum vor. Der von Caparini (8) mitgeteilte Fall ist der Genese nach sehr unsicher.
9.nbsp; Darm. Ähnlich wie in der Schleimhaut des Magens können auch in der des Darmes im Verlaufe der chronischen Enteritis kleine Retentions-cysten entstehen, indem die Drüsenausführungsgänge durch die Schwellung des interglandulären Gewebes eine Verengerung erfahren und ganz ge­schlossen werden. Von echten Cysten des Mastdarmes sind mehrere Fälle bei Pferden registriert. Siedamgrotzky (69) beobachtete eine faustgrosse Cyste in der unteren Mastdannwand beim Pferde. Fröbner (17) fand an der oberen Mastdarm wand eines Pferdes, 10 cm vom After entfernt, eine rund­liche, etwa faustgrosse, prall elastische, von der Schleimhaut überzogene Ce-
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(Jystcn der Leber und Niuren.
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.schwulst, welche mit ziemlich hreiter Basis uui'sass und sich in Form zweier Stränge nach vorn und hinten fortsetzte; der Inhalt bestand aus fast wasser-klarer, seröser Flüssigkeit. In der älteren Litteratur wird von Kühne (41) über eine doppelfaustgrosse Cyste im Mastdärme eines Pferdes berichtet, welche 1 Fuss von den After entfernt ihren Sitz hatte.
10.nbsp; Leber. Die beim Menschen meist multipel auftretenden, eigent­lichen Lebercysten, welche häufig zugleich mit Nierencysten angetroffen werden und wohl auch in genetischer Beziehung diesen nahe stehen, scheinen bei Tieren nicht vorzukommen. Dagegen wurden schon wiederholt bei der Schlachtung sonst gesunder Kälber an der Leber eigentümliche grosso Cysten gefunden, auf welche besonders Kitt (38) die Aufmerksamkeit hingelenkt hat. In der älteren Litteratur ist bereits von Werner (74) ein solcher Fall genau beschrieben worden und neuerdings hat auch Knoll (40) einen ähn­lichen Befund erhoben. Die Lebern sind dabei im allgemeinen normal, die Gyste hängt meist an der vorderen Fläche der Leber als fluktuierender, darmähnlicher oder beuteiförmiger Sack von dem Organ herab. Das benach­barte Gewebe der Leber ist an der Anheftungsstelle dieses Gebildes mulden­förmig eingezogen. Die Cystemvand ist sehr dünn, der Inhalt besteht aus dünner, durchsichtiger, gelber Flüssigkeit. Beim Eröffnen erkennt man, dass die Gyste nicht einen einzigen geschlossenen Sack darstellt, sondern fächerig eingerichtet ist; die Scheidewände werden durch dünne, bindegewebige Häute gebildet. Diese Gebilde erreichen die Grosse einer Mannesfaust. Wenn die Gyste vom Leberrande ausgeht, macht es den Eindruck, als sei dieser gespalten und bilde atrophisches Lebergewebe, und die auseinander getrennte Platte der Glissonschen Kapsel die Cysten wand (Kitt).
„Nach den makroskopischen Charakteren und nach dem histologischeu Befund (s. d. Original) sind diese Lebercysten des Kalbes weder den beim Menschen vorkommenden Flimmercysten zuzurechnen, noch sind sonstwie anatomische Anhaltspunkte gegeben, dass man sie als Retentions-Follicular-cysten, als Proliferationscysten oder Lymphangiektasien ansehen könnte oder auf Abschnürungsvorgänge und Persistenz fötaler Kanäle zu beziehen im­stande wärequot; (Kitt). Der Umstand, dass schon sehr junge Kälber solche Cysten grossen ümfangs au der Leber trugen, macht es wahrscheinlich, dass es sich um eine kongenitale Anomalie handelt. Bezüglich der Genese nimmt Kitt rein hypothetisch an, dass die Cysten entweder durch Spaltbildung, Dehiscenz in der bindegewebigen Substanzplatte, welche die Leberanlage um-giebt, geschaffen werde oder durch eine subseröse, subkapsuläre Blutung als Hämatombildung in der Fötalzeit anhebt.
11.nbsp; Nieren. In der Substanz der Nieren werden bei allen Haustieren, besonders bei Rindern, Hunden und Pferden nicht selten Cysten angetroffen. Die Grosse derselben schwankt von Stecknadelkopt'grösse bis zu der einer Faust und darüber, die kleineren treten in der Kegel multipel auf. Der In-
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Cysten der Haniorgaiie.
halt besteht entweder aus klarer, wässeriger Flüssigkeit oder ist auch wohl gallertig, selten ist etwas Blut beigemischt. Die Wand ist meist sehr dünn, die Innenfläche meist ganz glatt, nur zuweilen mit leistenartigen Vorsprüngon versehen. Mitunter ist die Zahl der Cysten so gross, dass die Niere in ein Konglomerat von Blasen umgewandelt ist (Hydrops renum cysticus). Die Entstehung dieser Cysten ist nicht sicher aufgeklärt, sie finden sich so-wold in gesunden Organen wie auch in cirrhotischen. Die erstere Form ist wohl sicher immer kongenital, man hat wenigstens diese Anomalie auch bei Föten und neugeborenen Tieren wiederholt beobachtet (Gurlt, Pflug, Kitt). Bei den in cirrhotisch veränderten Nieren angetroffenen Cystchen handelt es sich wenigstens zum Teil um Ueteutionszustände, welche durch Vorlegung der Harnkanülehen mit nachfolgender Erweiterung zustande kommen. Diese Vorlegung wird meist durch sklorotische Zustände , Binde-gowebsneubildung im interglandulären Gewebe mit Refraktion, seltener durch Konkremente, Jlarncylinder bedingt sein. Johne (35), welcher u. a. solche Cystonnieren beim Pferde beschrieben hat, beobachtete (3G) eine andere, wohl angeborene, seltene Cyste beim Pferde, welche intrakapsulär gelegen und lacherig eingerichtet war. Johne hält diese Bildung für eine Retentions-cyste, entstanden in den Spalträumen desjenigen Bindegewebes, welches das iiussere und innere Blatt der Nierenkapsel vereinigt.
Franoke (14) beobachtete neuerdings eine multilokuläre Schleimcyste im Nierenbecken eines Pferdes mit gleichzeitiger Atrophie der betroffenen und Hypertrophie der anderen Niere. Im erweiterten Becken der linken Niere sass gegenüber der Einmündung des einen Nierenhornes ein kurz gestielter, kugeliger, etwa walnussgrosser Tumor mit unebener Oberfläche und deutlich alveolärom Bau auf der Schnittfläche. Die Alveolen wurden durch glatt-wandige, zum Teil papierdünne Septen voneinander getrennt, kommunizierten aber auch vielfach miteinander. Die Geschwulst trug auf der Oberfläche ein Epithel von wechselnder Beschaffenheit, die Alveolen waren mit kubischem Epithel ausgekleidet und mit einer gelblichweissen, erstarrten, Hülmereiweiss ähnlichen Masse angefüllt. Francke bezeichnet diese Geschwulst als multi­lokuläre Retentionscyste, welche im früheren Lebensalter aus einer Gruppe zusammenliegender Schleimdrüsen des Nierenbeckens entstanden sein soll.
12. Harnleitende Wege. Von den ableitenden Harn wegen, Harn­leiter, Blase und Harnröhre ist bei Tieren anscheinend nur die Harnblase und auch diese nur selten Sitz von Cysten. Die sogenannten Urachus-cysteu, welche durch eine Erweiterung des offen gebliebenen Restes des Urachus entstehen, werden zuweilen bei Hunden und Kälbern vorgefunden; Gurlt (pathol. Anatomie) sah dieselben auch bei der Kuh und dem Pferde. — AlsCystom beschreibt Grips (20) eine kindskopfgrosse Geschwulst, welche bei der Schlachtung einer älteren Kuh angetroffen wurde und welche die
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Cyston dar HaMiorgano und GoHchloctitsorgaiio.
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Harnblaso vollständig ausfüllte. Dieselbe stand mit der vorderen Blasenwand durch einen kurzon Stiel in Verbindung nnd setzte sich aus einer grossen Zahl von kleinsten bis zu erbsengrossen Cysten zusammen. Die einzelnen Hohlräume waren durch Bindegewebszüge getrennt, in denen wieder kleine Cystchen lagen. Mikroskopisch bestand der Inhalt der Cystchcn ans schmalen, vielfach gewundenen Zellsträngen (Epitbelien), die stellenweise mit der Wand der Hohlräume im Zusammenhange standen. Das Zwischengewebo war geiass-haltiges Bindegewebe, stark mit Rundzellen infiltriert, vom Charakter des Granu­lationsgewebes. Diejenigen Schnitte, welche aus dem Übergange der Geschwulst in die Blascnwand entnommen waren, gaben bezüglich der Entstehung Auf-Bühluss darüber, dass die Geschwulst anzusehen ist als eine von der Blasen­schleimhaut ausgehende Wucherung von Epithelzapt'on, deren Inneres sich zu eystenartigen Hohlräumen umgestaltet hat. Grips hebt als besondere Eigentümlichkeit dieses Gystoms hervor, dass es sich aus der drüsenlosen Harnblasenschleimhaut entwickelt hat, während sonst Oystoine meist aus Drüseneinlagerungen hervorzugehen pflegen. (Demgegenüber sei hier bemerkt, dass in der Blasenschleimhaut des Menschen kleine, solide Epitheleinsenkungen, sogenannte Epithelnester von v. Brunn nachgewiesen wurden; A seh off und Key fanden weiter, dass im höheren Alter die Menge dieser Epithel­einsenkungen zunimmt und dass sie allmählich in drüsige Gebilde übergehen. Aus ihnen leitet man (Lubarsch) einen Teil der Cysten ab; wahrscheinlich lässt sich diese Erklärung auch für die Entstehung der Harnblasencysten bei Tieren verwerten. D. Ref.) Das multiple Auftreten von lumderten von kleinen Cysten beschreibt Vanwallcndael (72) bei einer Kuh. An der inneren Fläche der sehr verdickten Blasenwand sassen eine Menge kleiner Blasen, welche Lachseiern glichen; der Inhalt erinnerte, an veritablen Fischlaich. Die Gebilde waren durch einen zarten Stiel an die Schleimhaut befestigt.
13.nbsp;Nebenniere. An den Nebennieren desPferdes werden hin und wieder Kolloidcysten gefunden [Bruckmüller (6), Kitt (37)] in Form von bläulich­braunen, fluktuierenden, etwa welsclmussgrossen Blasen mit zäh gallertigem braunem Inhalte. Die Cysten sind glattwandig, von Bindegewebe und atro-phischem Nebenniorengewebe gebildet, der Inhalt besteht aus Epitbelien und hyaliner Substanz (Kitt).
14.nbsp; nbsp;Centralnervensystem. Im Gebiete des Gehirns und Rücken­markes sind bei Tieren echte Cystenbildungen anscheinend bisher nicht be­kannt geworden.
15.nbsp; Männliche Geschlechtsorgane. Die eigentliche Hydrocole, welche weiter nichts darstellt, als eine Ansammlung von Flüssigkeit zwischen den Blättern der Tunica vaginalis, gehört nicht zu den Cysten. Nicht zu verwechseln damit sind die Spermatocelen, die samenführenden Cysten, welche nach Virchow als Retentionscysten der samenleitenden Kanäle an­zusehen sind.
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Cyston dor Geschlechtsorgane.
In den Hoden der Pferde wurden wiederholt Dermoidcy sten mit einem aus Haaren, ja auch aus rudimentaron Backenzähnen bestehenden Inhalt vor­gefunden, (lurlt, Kitt (37). Die Entstehung derselben ist nach Wilms (Aschoff, Cysten S, 405) auf dreiblätterige Keimanlagen zurückzuführen. Audi Martin (50) teilt 2 Beobachtungen von Dermoidcysten im Hoden dos Pferdes mit. In beiden Fällen enthielt die Cyste ausser Fett und Epidermis-zellen auch Ilaaro. Martin denkt sich das Zustandekommen dieser Dermoid­cysten in der Art, dass bei der Anlage des Wolffschen Körpers, welcher zu einer gewissen Zeit dicht unter dem Ektoderm liegt, Teile des Ektodenns mit in die Tiefe gerissen werden, welche sich hinterher weiter entwickeln können. Aber dies trifft nicht zu, denn die Hoden- und Eierstockscysten sind keine reinen Hautcystcn, sondern stets komplizierte Cysten, Teratome. Würde die Entstehung derselben auf einer Einsenkung und Abschnürung des Ektoderms der Genitalgegend beruhen, dann wäre das Vorkommen von Zähnen in solchen Cysten ganz unerklärlich. (D. lief.)
In der Prostata kommt es bei Hunden durch Anstauung des Sekretes oft zur Bildung kleinerer oder grösserer Cysten [Csokor (9), Kitt (37)].
lö. Vagina. Bei Kühen wurden im Scheidonvorhof mehrfach Cysten angetroffen. So fand Köder (62) 3 hülmerei- bis gänseeigrosse Cysten an dem linken Labium, welche eine helle, fadenziehende, mucinhaltige Flüssig­keit enthielten. Köder und L. Müller (55) lassen diese Cysten durch Retention aus den Ausführungsgängen der Bartholinischen Drüsen hervor­gehen. Martin (51), welcher ebenfalls mehrere solcher Cysten bei Kühen beobachtete, l'asst dieselben als abgeschnürte Reste der Wolffschen Gänge auf. In der Vagina einer Stute fand Köhne (41) eine doppclfaustgrosso Cyste, doch fehlen über den genaueren Sitz und die Entstehung nähere An­gaben. Die durch Zerreissung von Blutgefiissen bedingten Cysten (Hämatome), welche bei Rindern und Schweinen nicht selten unter der Schleimhaut der Vagina liegend angetroffen werden (Kitt), gehören nicht hierher.
16.nbsp; nbsp;Uterus. Cystische Erweiterungen der Uterindrüsen werden im Verlaufe der chronischen Endomctritis namentlich bei Hunden nicht selten beobachtet, sie entsprechen vollkommen den sogenannten Nabothseiern, (Ovula Nabothi) des Menschen. Kitt (37) sah auch in der Schleimbaut des Uterus eines Pferdes bis gänseeigrosse Cysten mit bernsteinfarbigem serösem Inhalt. Ausser diesen auf entzündlicher Basis beruhenden Cysten kommen nach Kitt (37) in den Uterushörnern bei Hündinnen ab und zu angeborene Cysten einzeln und reihenweise sitzend vor, in Form von bis erbsengrossen hellen Blasen, welche gestielt und mit seröser, klarer oder trüber, leimiger Flüssigkeit gefüllt sind. Diese mit Cylinderepithel ausgekleideten Blasen ent wickeln sich aus abnormen Resten der Uruierc oder der Wolffschen Gänge.
17.nbsp; nbsp;Tuboovarialeysten. Die beim Menschen gelegentlich vor­kommenden und von Richard sogenannten Tuhuovariaicysten scheinen bei
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Cyston der Geschlechtsorgane.
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Tieren sehr selten vorzukommen. In der mir zugängigen Littcratur finde ieh' nur einen Fall mitgeteilt, den Seh neide müh 1 (65) zufällig bei der Rektion eines Anatomiept'erdes beobachtet und genau besehrieben hat. Das ganze linke Ovarium war in eine einzige birnähnlich gestaltete Blase von 26 cm Längen- und 18 cm Breitenclurchmesser umgewandelt, deren Wände durch Flüssigkeit stark gespannt waren. An dem medial gelegenen Teil verjüngte sieh dieselbe allmählich und zeigte ausson au der Stelle des sonstigen Ostium abdominale des Eileiters eine schwache Einschnürung. Von hier aus setzte sich die blasige Erweiterung unmittelbar auf die Tube fort, wobei der Umfang des erweiterten Eileiters ziemlich schnell wieder zunahm, um darauf etwa 9 cm vor der Einmündung in das Uterushorn die normale Weite durch allmähliche Verengerung zu erreichen. Die Cyste war mit klarer, hellgelber Flüssigkeit angefüllt, die innere Wand vollständig glatt. Seh neid emühl denkt sich diese Tuboovarialcyste in der Weise entstanden, dass in der fötalen Periode keine freie Baucboft'nung an der Tuba entstanden ist, sondern diese innerhalb des Eierstocks endigt. Durch dieses Vitium priniae formationis würde der Boden geschaffen sein, um bei Erkrankungen des Ovariums, die zu Cystenbildung führen, die Tuboovarialeysten zur Entstehung zu bringen. (Ob diese Annahme zutrifft, bleibt dahingestellt, übrigens ist man auch in der menschlichen Pathologie bezüglich der Entstehung dieser (Jysten noch nicht über Theorien hinausgekommen. D. Ref.)
18. Ovarium. An den Ovarien haben wir auch bei Tieren mehrere Formen von cystischen Bildungen zu unterscheiden: l.eine einfache cystische Erweiterung der Follikel — Hydrops folliculorum; 2.Cysten, hervorgegangen aus dem Drüsenepithel, — die Kystome; endlich 3. cystische Neubildungen, entstanden aus der Entwickelung von Resten fötaler Anlagen— Dermoidcysten.
Die Bedingungen, unter denen der Hydrops folliculorum, die cystische Erweiterung der Graafscheu Follikel, zustande kommt, sind nicht genau bekannt. Ob eine zu reichliche Produktion des Liquor folliculi vorliegt oder ob eine abnorme Widerstandsfähigkeit der Theca folliculi oder auch der Albuginea das Ausbleiben der Berstung bedingt, woiss man bisher noch nicht. Bald sind nur einzelne, bald sehr zahlreiche Follikel betroffen ; die Flüssigkeit ist meist wässerig, zuweilen durch Beimengung von Blut gelblichrot. Diese Cysten kann man besonders häutig bei Schweinen und Pferden, aber auch bei Kühen und Hunden beobachten; sie treten als walnuss- bis bühnercigrosse, kugelige, pralle Blasen über die Oberfläche des Eierstockes hervor.
Die meisten der in der tierärztlichen Littcratur unter dem Namen „Ovarialcystenquot; beschriebenen Bildungen scheinen aber nicht hierher zu gehören, sondern echte Neubildungen, Kystome, darzustellen. Diese Kystome gehen aus den im Eierstocke vorhandenen Epithelschläuchen hervor. Siebestehen bald aus zahlreichen, neben einander liegenden Cysten (multilo-kulilre Kystome), bald aus wenigen oder auch nur aus einer, au welcher
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Cyston dor Ovarien. Fodorbalgcyston.
dtinu häufig ins Innere vorspringende Leisten orkennbar sind, aus welclion man auf die Konfluenz aus mehreren Cysten scldiessen kann. Der Inhalt ist bald wässerig, bald zähflüssig, bald dickflüssig wie Leim; die Farbe des­selben wasserhell oder grau und trüb oder rötlichgrau. Mikroskopisch findet man darin verfettete Epithelicn, Fettkürnchenkugcln, Leukocyten, Cholo-stearintafeln und körnige Massen. Zuweilen nehmen die bindegewebigen Wucherungen auf der Cysteninnenfläche mehr papillärcn Charakter an; es entstehen längere, vielfach kolbenförmig angeordnete Erhebungen, die mit einem cylindorförmigen oder mehr kubischen Epithel überzogen sind. Lurch Verästelung der PapUlen entstehen zottige Auswüchse, welche zuweilen den Cystenraum ganz ausfüllen(Kystoma papilliferum). Diese Kystome werden besonders bei Pferden, demnächst bei Hindern nicht ganz selten angetroffen und erlangen zum Teil ganz ausserordentliche Dimensionen. 80 besass ein unlängst von AI brecht (2) bei einem 8 jährigen Pferde konstatiertes Ovarial-kystom das Gewicht von 40 kg. Die Albuginea war stellenweise mehr als 2,5 cm stark, die einzelnen Cysten waren erbsen- bis faustgross. In einem von Flamiohant (15) beschriebenen Falle wog das linke Ovarium einer Kuh 22'/2 kg und enthielt eine rötliche, mit Fibringerinnseln (?) vermischte Flüssigkeit. Haas (26) sah das 2 Mannsköpfe grosso, 9500 g schwere Ovarium einer Kuh angefüllt mit einer kolloiden, gelblichen Masse von wachsartiger Beschafl'onheit. Schwartz (06) fand an Stelle des rechten Ovariums eines Pferdes eine ca. scheffclsackgrosse derbe Neubildung. Beim Durchschneiden zeigte die Geschwulst eine derbe, ca. 10 cm dicke Kapsel, die ganze Schnitt­fläche war mit erbsen- bis faustgrossen Hohlräumen besetzt, die eine golbliclio, gallertartige Flüssigkeit enthielten. Kleinere Kystome finden sich in der Litteratur vielfach beschrieben, es würde zu weit führen, alle Beobachtungen liier zusammen zu tragen.
Die Dermoid cysten der Ovarien entstehen, wie namentlich Wilms nachgewiesen hat, alle uns einer dreiblätterigen Keimaiilagc und sind eigentlich den Teratomen zuzurechnen (s. Aschoff, Cysten S. 494 ff). Derartige Dermoidcysten wurden wiederholt [Ourlt, Bruckmüller (6), Siodamgrotzky (09c)J bei Pferden gefunden. Der Inhalt derselbe bestand aus einem Brei von Fett, Cholestearin und Epithelicn, zuweilen fanden sich auch Haare und Talgdrüsen. In seltenen Fällen birgt die Cyste auch Zähne (Kitt).
Federbalgcy ston. Im Anschlüsse an die Dermoidcysten der Ovarien sollen auch die sogenannten „Federbalgcystenquot; besprochen werden, welche am häufigsten bei Gänsen und Enten in der Bauchhöhle und Brusthöhle vorgefunden wurden, aber auch bei der Henne gesehen worden sind. Diese Cysten imponieren von aussen als Lipome, sind in der Regel oval bis gänseei-gross und darüber und scldiessen mehrere hundert dicht aneinander gedrängte, parallel stehende, starre, ziemlich unvollkommen entwickelte Federn ein, die meist einem Ende des Balges entsprossen. Zuweilen gehen die Federn
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Koderbalgcyston.
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von beiden Polen des Sackes aus. Diese Federbalgcysten, welche nach Bolllinger (5) offenbar den haargefüllten Derraoidcj'sten am Eierstock dos menschlichen Weibes entsprechen, gehen wahrscheinlich ursprünglich vorn Eierstocke aus, von dem sie sich später (vielleicht durch die eigene Schwere, Verschiebungen?) trennen; zuweilen werden sie freiliegend in der Leibeshühle angetroffen. In der älteren Litteratur finden sich bereits mehrere Mitteilungen, welche Bollinger (5) /Aisaminengestellt und durch einen eigenen Befund ergänzt hat. In der neueren Litteratur werden derartige Fälle wohl deshalb seltener publiziert, weil man über die Entstehungsweise und Bedeutung derselben aufgeklärt ist.
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Alphabetisches Sachregister.
(Die Zahlet) bedeuten du' Seilen.)
A.
Acervulom 80. Acervulus oerebri 80. Adenociiroinome 89. Adcnotibrome 92. Adenokystome 90. Adenoma 88.
—nbsp; acinosum 89.
—nbsp; destmeiis 88.
—nbsp; nbsp;heteroplastisehes 89.
—nbsp; nbsp;tubulare 89.
—nbsp; nbsp;der Lober 91.
—nbsp; — Lungen 92.
—nbsp; — Mannna 91.
—nbsp; nbsp;— Nioren 92.
•— — Schleimhäute 91.
—nbsp; nbsp;— Talg- und Sohwciss-
drüson 90. Adenosarkorhabdomyom 44. Ätiulogie der Goschwülsto 6. After, — Liponi des 34.
—nbsp; nbsp;Myom dos 40.
Alter, Bedeutung desselben 8,
26, 97. Ainputationsneurom 51. Amyloidc Degeneration 12. Angioma 52.
—nbsp; cavernosum 52.
—nbsp; plexiforme 52.
—nbsp; nbsp;simplex 52.
—nbsp; lymphaticum 56. Angiopsamniomo 114. Angioaarkomo 116. Appositionollcs Wachstum 13. Appendices opiploicae 33. Atherome 123.
Auge. — Carcinome des 109.
—nbsp; nbsp;Cyston 127.
—nbsp; Enchondrome 39.
—nbsp; nbsp;Lipome 34.
—nbsp; nbsp;Sarkome 67. Autonome Neubildungen 4.
Ji.
Bauchfell s. Peritoneum. Bauchhölilc — Lipome der 33.
liaiicbspeicbeldrüse
s. Fankreas, Benigne Neubildungen 14. liindogewebo, in Geschwülsten
10. Blasenkrebs 102. Ulasonmole 36. Blastomo 4. lilutbahn, Verbreitung durch
16. Blutoysten 126. lilutgefässo in Tumoren 10. Blutohr 127. Bösartige Neubildungen 14,17.
Congenitalo Neubildung 7. Oornu cutaneum 87. Corpora libera 33. Cutis pondula 29. Cyliiideropithelkrcbso 95. Cysten 117.
—nbsp; unilokuläre 120.
—nbsp; inultiloculäre 120.
—nbsp; der Organe, s. diese Cystoido 120.
D.
Darm —, Carcinome des 106.
—nbsp; Cysten 130.
—nbsp; Myome 46.
—nbsp; nbsp;Sarkome 66. Degeneration, amyloide 12.
—nbsp; nbsp;colloide 12.
—nbsp; nbsp;fettige 12.
—nbsp; gelatinöse 12.
—nbsp; hyaline 12.
—nbsp; nbsp;schleimige 12. Dondiitischo Vegetation 5. Dontalosteomo 41, 43. Dermoide 123. Dermoidcysten 123, 135. Dermoid 25. Dissemination 15. Drüsen krebse 95, 99.
Cancroid 95. Cancroidkürper 95. Carcinoma 92.
—nbsp; nbsp;gelatinosum 96.
—nbsp; glandulare 96. ..... medullare 96.
—nbsp; nbsp;myxomatodes 96.
—nbsp; nbsp;Ätiologio 96.
—nbsp; nbsp;Definition 94.
—nbsp; nbsp;Statistik 97.
—nbsp; nbsp;Übortragbarkeit 98.
—nbsp; nbsp;der einzelnen Organe s.
diese. Centralos Wachstum 13. Chalazion 127. Cholesteatoma 109,
—nbsp; nbsp;der Ohren 111.
—nbsp; nbsp;anglüsnikoniatoHum 114. Chomlroma 37.
—nbsp; nbsp;heteroplastischos 37.
—nbsp; nbsp;hyporplastisches 37. Chondro osteoid-sarkom 38. Chondrosarkome 37. Coccidiose der Knäueldiüsen
122. Coccidium luscura 122. Colloide Degeneration 12. Combinationsgoschwülste 29. Comedo 123. Condylomata 85.
Eierstock s. Ovarium Ekchondiose 37. Elephantiasis lymphangiek-
tatica 56. Embolio
Enchondrome 37. Encephaloid 96. Emlotbeliales Papillom 78. Endothelialsarkoin 78. Endotheliom 78. Enostoso 40.
Entzündliche Einflüsse 7. Epidormoidalkrebse 99. Epitholioma 81.
ocr page 151
Saohipgister,
139
— contagiosum 81. Epitheliomycos 82. Epulis sarkomatosa 61. Erblichkeit, Einfluss derselben
7. Erweichung, schleimige 12. Euter s. Mamma Excentrischos Wachstum 13. ExostoHO 40. Expansives Wachstum 13.
H.
Ilaarbälge, Cysten 123. Haemangiomo 52. Haemangiosax-koma perivascu-
losum 116. Harder'sche Drüse, Adenome
90. Harnblase, Carcinomo 102.
—nbsp; Cysten 132.
—nbsp; Fibrome 30.
—nbsp; Myome 47.
—nbsp; Myxome 35.
—nbsp; Papillome 86.
—nbsp; Sarkome 67. Harnleiter, Carcinomo 102. Hauptgoschwulst 15. Haut, Angiomo 55.
—nbsp; Carcinome 99.
—nbsp; Cysten 121.
—nbsp; Fibrome 29.
—nbsp; Lipome 33.
—nbsp; Papillome 85.
—nbsp; Sarkome 61. Hautfarbe, Einiluss 8. Hauthörnor 87. Herz, Angiome 56.
—nbsp; Fibrome 29.
—nbsp; Lipome 33.
—nbsp; Lymphangiome 56.
—nbsp; Myxome 35.
—nbsp; Osteome 42.
—nbsp; Sarkome 65. Highmorshöhlo,Carcinoinol07. Histioide Geschwülste 5. Hoden, Carcinome 103.
—nbsp; Cysten 134.
—nbsp; Enchondromo 38.
—nbsp; Myome 47.
—nbsp; Osteome 42.
—nbsp; Sarkome 42. Horntortsiitze, Osteome der 42. Hulkrebs 85.
Hyaline Degeneration 12. Hydrocelen 183. Hydrops folliculorum 135.
—nbsp; renum cysticus 132. Hygroma colli congenitum
126. Hyperostose 40. Hypotrichosls 121.
I.
Infektiöse Natur dor Ge­schwülste 7. Infektionsgeschwülsto 7. Infiltrierte Neubildung 18.
K.
Kachoxie 17. Kalkablagerung 12. Kiisige Degeneration 12. Karyokinese 10. Kehlkopf, Carcinomo 108.
—nbsp; Cysten 128. Keloid 31.
—nbsp; falsches 31.
Kornthoilung 10. Kieferknochen, Ekchondroscn 38.
—nbsp; Sarkome 61.
Knochon, Kiesenzellensarkome 69.
—nbsp; Sarkome 61, 63. Knotenförmige Neubildungen
18. Kopfhöhlon, Carcinomo 107.
—nbsp; Cysten 127.
—nbsp; Osteome 40.
—nbsp; Sarkome 62, 68. Kontiguität 15. Kontinuität 15. Krebs 92. Krebsgoschwür 96. Krebskachexie 17. Krebskörper 95. Krebsmilch 96. Krebsnabel 96. Krebspcrlen 95. Krcbsstroma 95. Krebszapfen 95. Krebszellen 95. Kystoma 135.
—nbsp; multilokulnre 135.
—nbsp; papllliferum 136.
L.
lieber, Adenome 91.
—nbsp; Angiome 53.
—nbsp; Carcinomo 106.
—nbsp; Cysten 131.
—nbsp; Lipome 84.
—nbsp; Sarkome 66. lioiomyomo 45. Lipolibrome 32. Lipome 31.
Lippen, Carcinome 104. Lungen, Adenome 92.
—nbsp; Carcinome 108. -- Cysten 128.
—nbsp; Enchondrome 38.
—nbsp; Fibrome 80.
—nbsp; Lipome 34.
—nbsp; Osteome 41.
—nbsp; Sarkome 64. Lymphangiome 56. Lymphbahn, Verbreitung durch
16. Lymphcysten 126. Lymphdrüsen, Carcinome 100.
—nbsp; Sarkome 64. Lymphgefüssoin Geschwülsten
11. Lymphosarkom 64.
M.
Magen, Carcinomo 105.
—nbsp; Cysten 130.
—nbsp; Myome 46.
—nbsp; Papillome 86.
—nbsp; Sarkome 65.
Maligne Neubildungen 14, 17. Mamma-Adenome 91.
V.
Eoderbalgcyston 136. Eeigwarzen STgt;. Fettmetamorphose 12. Feuormal 53. Fibroadenoma 91.
—nbsp; intracanaliculare 92.
—nbsp; papilliferum 92. Fibroupom 29. Fibroma 27.
—nbsp; cysticum 29.
—nbsp; durum 28.
—nbsp; mollo 28.
—nbsp; oedematosum 35.
—nbsp; papillare 84.
—nbsp; poricanaliculare 80. Fibromatose 29. Fibromyom 29, 46. l'ibromyxom 29. Fibroneurom 50. Fibrosarkom 29.
Fistula colli congenita 124. Flächenangiom 55. Fungus 4.
G.
Gallenblase, Carcinome der
107. Oallengangsadenom 91. Gallertige Erweichung 12. Gallcrtkrobs 06. Geflilgelnocken 82. Gehirn Cholesteatome 109.
—nbsp; Gliome 48.
—nbsp; Lipome 34.
—nbsp; Melanosarkome 74.
—nbsp; Myxome 36.
—nbsp; Psammome 80.
—nbsp; Sarkome 64. Gelatinfise Degeneration 12. Generalisierung 14. Geschlecht, Einfiuss des 8,
27, 98. Geschwürsbildung 13. Glandularkrebso 95, 99. Glaskörper, Enchondrom 39.
—nbsp; Ostoom 42. Gliome 48. Glioaarkome 49. Globes epidenniqucs 95. Graaf'sche Follikel, Cysten
135. (; ranulationssarkom 57. Qutartigc Geschwülste 14.
ocr page 152
140
Siichicgister,
Mainma-Carcinomo 100. #9632;— Cysten 129,
—nbsp; nbsp;Kncliondromo 38.
—nbsp; Fibrome 30.
—nbsp; Lipome 34.
—nbsp; nbsp;Lymphaiigiome 56.
—nbsp; Myxome 35.
—nbsp; Osteome 42. —#9632; Sarkome 67. MarKaritome 110. Markschwainm 96. Maul- mid liachenliiihle,
Angiome 56.
—nbsp; Carciiioiue 104.
—nbsp; Cyston 129,
—nbsp; Fibrome 30.
—nbsp; Papillome 85.
—nbsp; nbsp;Sarkome 65. Molaniimie 78. Melaiiocarcinome 96. Molanome 70. Mclanosarkomo 70.
—nbsp; bei Pferden 72.
—nbsp; nbsp;— Hunden 75.
—nbsp; nbsp;— Rindern 74.
—nbsp; nbsp;— Schalen 75. Mclanosis maculosu 75.
—nbsp; nbsp;tuberosa 75.
—nbsp; bei Pferden 78.
—nbsp; nbsp;— Kindern 75. --------Schafen 77.
—nbsp; nbsp;— Schweinen 77. Metastasen 15.
M ilium 123. Milz, Cysten 128.
—nbsp; nbsp;Sarkome 60. Mitesser 123. Mitose 10.
Molluscum oontagiosutn 81. Molluscumkörperchen 82. Muttermal 53. Myofibromo 45. Myelosarkomo 61. Myoma laevicollulare 43.
—nbsp; nbsp;striocollulare 43. Myosarkomo 43. Myxoflbrome 29, 35. Myxolipome 35. Myxomo 34. Myxoneuromo 36, 51.
N.
Naovus vasculosus 53. Narbe, hyportrophischo 31. Narbenkoloid 81. Nasenhöhle, Angiome 55.
—nbsp; nbsp;Carcinomo 107.
—nbsp; nbsp;Cysten 127.
—nbsp; nbsp;Fibrome 31.
—nbsp; nbsp;Myxome 35.
—nbsp; nbsp;Osteoidchondromo 39.
—nbsp; nbsp;Sarkome 63. Nobennieren, Carcinomo 101.
—nbsp; nbsp;Cysten 133. Neoplasma 4.
Nerven, Fibrome der 50.
—nbsp; nbsp;Myxome der 36, 50.
Nerven, in Geschwülsten 11. Netzzellensarkome 58. Neurotibrome 50. Neuroma 49.
—nbsp; plexiformo 50. Neuromyxonie 50. Nickhaut, Carcinome 109.
—nbsp; nbsp;Lipome 34. Nieren, Adenome 92.
—nbsp; Adeiiosarkorhabdomyomo
44.
—nbsp; Carcinome 101.
—nbsp; Cysten 131.
—nbsp; Melanose 77.
—nbsp; Sarkome 67.
O.
Odontoblastome 43. Odontinoide 43. Odontomo 42. Oedematiises Fibrom 35. Oesophagus, Cyston 130.
—nbsp; Myome 47.
—nbsp; Papillome 85. Ohr, Cysten am 127. Ohrfisteln 124. Organoide Neubildungen 5. Ossiiikation 12. Ostoofibromo 40. Osteoidchondromo 37. Osteoidsarkome 40. Osteokystomo 43. Osteoma 39.
—nbsp; durum 40.
—nbsp; discontinuirlichos 40.
—nbsp; eburnoum 40.
—nbsp; heteroplastischos 40.
—nbsp; mollo 40.
—nbsp; medullosum 40.
—nbsp; spongiosum 40.
—nbsp; totes 41. Osteophvt 40. Ostoosklerosis 40. Othämatom 127. Ovaricn, Carcinome 103.
—nbsp; Cysten 134. Ovula Nabothi 134.
P.
Pansen, Chondrom 39.
—nbsp; s. a. Magen. Papilloma 84.
—nbsp; coralliformo 86.
—nbsp; endotheliales 79.
—nbsp; polypo8ummyxomatodes86.
—nbsp; vasculosum 87.
—nbsp; der einzelnen Organe s.
diese. Papilloinatose 84. Papillose GeschwUlato 4. Parotis, Myxorn 36.
—nbsp; nbsp;Chondröme 38. Penis, Angiome 56.
—nbsp; nbsp;Carcinome 89.
—nbsp; nbsp;Papillome 84. Periostitis ossificans 40.
Peripheres Wachstum 13. Peritoneum, Carcinome 107.
—nbsp; Lipome 33.
—nbsp; Osteomo 41. Perlgeschwulst 110. Petriiikation 12. Phlebektasie 55. Pigment, Herkunft desselben
72. Pigmontierung 13. Pigmentsarkom 70. Plattenepitholkrebs 95. Polymorphie der Krebszellen
95. Polypöse Geschwülste 4. Primäre Geschwlllste 15. Proliforationscysten 120. Prostata, Carcinome 103.
—nbsp; nbsp;Cyston 134.
—nbsp; Myome 47. Psammomo 80. Pulsierende Tumoren 11. Pustulae 121.
R,
Kankenneurom 50. Ranula 129. Kocidive 16.
Regressive Veränderungen 11. Rekrementielle Stoffe 17. Resistenz der Gewebe 14. Retontionscyston 120. Retina, Sarkom 67. Retrograder Transport 16. Rhabdomyoma 43.
—nbsp; melanodes 43. Rhabdomyosarkom 44. Rhinosklerom 55. Riesenzellen 10, 68. Riesenzellonsarkomo 68. Rundzellensarkomo 57. Rückonmark, Myxome 36.
—nbsp; Sarkome 64.
S.
Sandgeschwulst 80. Sarkome 57.
—nbsp; Ätiologio 59.
—nbsp; angiolithiques 116.
—nbsp; Riesenzellon — 68.
—nbsp; Rundzellon — 57, 60.
—nbsp; Spindelzellen — 57, 60.
—nbsp; Sternzellen — 57.
—nbsp; der einzelnen Organe s.
diese. Scheide s. Vagina. Schilddrüse, Carcinomo 108.
—nbsp; Osteoidchondrom 38. Schleimcyston 125. Schloimdrüsonadenomo 91. Schleimhäuto, Adenome der 91. Schleimige Degeneration 12. Schleimpolypen 91. Schlund s. Oesophagus. Schnelligkeit des Wachstums
13.
#9632;^J-
ocr page 153
Saehregister.
141
Schrotaussohlag 121. SchweissdrUsen, Adenomo 90.
—nbsp; nbsp;Cyston 121. Sekundäre Tumoren 15. Skirrhus 96. Spermatocolen 133. Spindelzellonsarkome 58, 60.
—nbsp; nbsp;myelogene 62. Spiradenitis coccidioHa 122. Sprossung 10.
Statistik 18. Steatom 32. Sternzellensarkom 58. Stirnhörner 41. Strahlkrebs 85. Stroma 10.
T.
Talgdrilsen-adenome 90.
—nbsp; nbsp;-cyston 123. Taubenpocken 82. Tolangiektasia 52.
—nbsp; lymphatica 56. Tolangiektatische Neubil­dungen 11.
Toratoide Neubildungen 5. Tierart, Einfiuss derselben 8. Thrombose 16. Thymusdrüse, Carcinom 109. Tochterknoten 15. Transplantation 15. Traubenmole 36. Traumatische KinflUsao 7. Tuberose Neubildungen 4. Tuboovarialcysten 134.
Tumor cavernosus 52. Tyrosis 12.
U.
Uloeration 13, 96. Unterhaut, Angiome 55.
—nbsp; nbsp;Cysten 123.
—nbsp; Enchondrome 38.
—nbsp; Myome 47.
—nbsp; nbsp;Osteome 42.
—nbsp; nbsp;Sarkome 61. Urachuscysten 132. Uterus, Carcinomo 104.
—nbsp; nbsp;Cysten 134.
—nbsp; Fibrome 30.
—nbsp; Lipome 34.
—nbsp; nbsp;Myome 46.
—nbsp; nbsp;Papillome 87.
—nbsp; Sarkome 67.
V.
Vagina, Angiome 56.
—nbsp; Carcinomo 104.
—nbsp; nbsp;Cysten 134.
—nbsp; Fibrome 30.
—nbsp; Myome 46.
—nbsp; Papillome 87.
—nbsp; Sarkome 67. Vegetation, dendritische 6, Vererbung, Einfluss der V. Verfettung 12. Vorhornung 12. Verkalkung 12. Verkftsung 12.
Verknöchorung 12.
Verschwärung 13.
Verrucae 85.
Verruköse Neubildungen 4.
Vesicao 121.
Vesiculae 121.
W.
Wachstum 13.
—nbsp; appositionelles 13.
—nbsp; centrales 13.
—nbsp; excentrisches 13.
—nbsp; expansives 13.
—nbsp; peripheres 13. Wachstumsenergio 18.
—nbsp; geschwindigkeit 13. Warzen 84.
Z.
Zalmcysten 124.
—nbsp; nbsp;bei Pferden 124.
--------Hunden 125.
--------Rindern 125.
--------Schweinen 125.
Zahnbalgcyston 124. Zähno erratische 124. Zahnfleisch, Carcinom 104. Zellen der Geschwülste 10. Zottenfönnige Neubildungen' Zottenkrebs 86.
Zunge, Carcinom 104.
—nbsp; Cysten 129.
—nbsp; Fibrome 30. Zungengrund, Cysten 128. Zwerchfell, Lipome 33.
ocr page 154
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(ir. Bail. Modiz.laquo;Batbj lioforont im Minist, dosnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;IVofossor dor liy.trieno an dor UnivorsitRt
Innern und ausserordonti. Mitglied ilos K^t.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Froibur^.
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wmam
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pathologischen Anatomie.
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herausgegeben von
O. Lubarsch,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;undnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;R. Ostertag,
o. Professor der pathologischen Anatomie an der Universität Rostock
Professor der Hygiene an der thierärzil. Hochschule Berlin.
Dritter Jahrgang: 1896. Zweite Schluss-Hälfte. M. 25.40. Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:
Spezielle patholosiselie Anatomie und Physiologie. A. Respirationstraktus.
1. Pathologie der Luftwege excl. Bronchien. Von H. Suchannek, Zürich. ü. Krankheiten der Lungen und Bronchien. Von H. Epplnger, Graz.
B. Harnorgniic.
Erkrankungen der Harnorgane beim Menschen. Von L. Jorcs, Bonn.
C. Männliche Genitalien.
Allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie der inännlichen Geschlechts­organe. Von E. Finger, Wien.
D. Weibliche Genitalien bei a) Menschen und b) bei Tieren.
1.nbsp; Die Bakterienbefimde bei den pucrperalen Erkrankungen. Von A. Gcssuer, Erlangen,
2.nbsp; Die Beziehungen der weiblichen Greschlechtsorgane in ihren physiologischen und
pathologischen Veränderungen zu anderen Organen. Von II. W. Freund in Strassbnrg.
3.nbsp; Weibliche Gcnitalorgane bei Tieren. Von A. Eber, Dresden.
4.nbsp; Krankheiten der Harnorgane bei Tieren. Von O. Künermann, Jena.
E. Verdanungstraktus.
1.nbsp; Pathologie der Zähne, des Zahnfleisches, der Kiefer und des harten und weichen
Gaumens. Von H. Körner, Halle.
2.nbsp; Allgemeine Pathologie des Verdauungstraktus. Von A. Schmidt, Bonn.
F. Nervensystem.
Pathologie und pathologische Anatomie des centralen und peripheren Nerven­systems der Tiere. Von H. Dexler, Wien.
G. Pathologie der Sinnesorgane.
1.nbsp; Pathologie des Auges. Bericht über die Jahre 1895/90. Von Th. Axenteld, Rostock und
A. Ei Fi ck, Zürich.
2.nbsp; Pathologie des Gehörorgans. Von K. Grunert, Halle, C. Donalies, Leipzig und F.
Matte, Köln.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;________
Nachtrag); Geschwülste der Tiere: Die bösartigen Geschwulstlaquo;. Vou Mi Casper, Höchst.
ocr page 158
Verlag von J. F. Bergmann in Wiesbaden.
Die
Therapeutischen Leistungen
des
Jahres 1897.
Ein Jahrbuch für praktische Aerzte
boarbeitdt und herausgegeben von
Dr. Arnold Pollatschek,
Brunnen- u. prakt. Arzt in Karlsbad.
IX. Jahrgang.
Preis: M. 7.—.
Taschenbuch
der
Medizinisch-Klinischen Diagnostik.
Dr. Otto Seifert,
rrotessor in Wurzburg.
Von und
Dr. Friedr. Müller,
Professor in Marburg.
Neunte verbesserte und vermehrte Auflage.
Mit Abbildungen. In englischem Einband. Preis M. 3.60.
Hlutkörpcrchon Cylinder
Cekürnter Cylinder
Hjaliner Cylinder
Wachsartiger Cylinder
Epithol-Cylinder
Salpetersaurer Harnstoff.
INHALT. I. Blut. II. Körpertemperatur. III. Kespirationsorgane. IV. Sputum. V. Laryiigoskopie. VI. Cirkulationsap parat. VII. Ver-dauungs-undUnterleibBorgane. VIII.Uropo etisclies System. IX.l*unk-tionsfliissigkeiten. X. Parasituu und Mikroorganismen. XI. Ner­vensystem. XII. Analyse pat b ol o giscberKonkr einem e. X1I1. Stoff-wecbsel und Krnähruug. XIV. Einige Daten über die KutWicke­lung und Ernilhrung des Kindes. XV, Zusammen Stellung der wichtigsteu Heilquellen.
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Verlag von J. F. Bergmann in Wiesbaden.
Grundriss
der
pathologischen Anatomie.
Von Dr. Hans Schmaus,
erster Assistent am pathol. Institut und Privatdozent an der Universität München. Vierte vermehrte Auflage.
Mit 260 Holzschnitten. Preis M. 12.—.
Grundriss
der
chirurg. - topographischen Anatomie
mit EinscIiIugB der
llntersiiclmngen am Lobenden.
Von
Dr. Otto Hildebrand,
Professor an der UnivprsilHt llerlin.
Mit einem Vorwort von Dr. Franz König,
ord. Professor der Chirurgie, Geh. Med.-Eath, Direktor der clürurj,'. Klinik in Itorlin.
Mit 92 theilweise farbigen Abbildungen im Text, — Preis M. 7.—, geb. M. 8.—.
Lehrbuch
der
Histologie des Mensehen
einschliesslich der
Mikroskopischen Technik
von Dr. A. A. Böhm, und Dr. M. von Davidoff,
Prosektornbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;vorm. Assistent
am Anatomischen Institut zu München.
Zweite umgearbeitete Auflage.
Mit 246 Abbildungen. Preis: M. 7.—, geb. M. 8.—.
Das Werk giebt, den Uedilrfnissen des Studenten sich in bester Weise an­passend, den neuesten .Stand der Histologie des Menschen und der histologischen Technik wieder. In vielen Abschnitten übrigens stossen wir auf ganz neue, bisher noch nirgends beschriebene Thatsachen. Der wcsenllichstu Charakter des Werkes aber, wie es die Autoren selbst in der Vorrede andeuten, besteht darin, dass die Verfasser bei der Ausarbeitung des Lehrbuches denjenigen .Methoden des Unterrichts der praktischen und theoretischen Histologie gefolgt sind, welche in dem berühmten histologischen Institute von C. v. Kupffer in München ge­übt werden. Beide Autoren sind offiziell angestellte, wissenschaftliche Beamte der erwllhnten Anstalt und wurden bei ihrer dem Herrn Professor v. Kupffer sewidmeten Arbeit durch letzteren in sachlicher und formeller Hinsicht unter-gtützt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Prof. A. Rauher in der „Medizinquot; Jahrg. 7, Nr. 3.
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Verlag von J. F. Borgmami in Wiesbaden.
Soeben erschien:
Handbuch der Gynäkologie.
Bearbeitet von
E. Bumtn, liasel, A. Döderlein, Tübingen, H. Fritsch, Bonn, R. Frommel, Erlangen, K. Gebhard, Berlin, A. Gessner, Erlangen, O. Küstner, Breslau, H. Löhlein, üiessen, W. Nagel, Berlin, R. Olshausen, Berlin, J. Pfannen­stiel. Breslau, A. von Rosthorn, Prag, R. Schaeffer, Berlin, J, Veit, Leiden, F. Viertel, Breslau, G. Winter, Königsberg.
In drei Bänden herausgegeben
von
J. Veit,
Professor an dor Univorsitllt Leiilon.
/. Band. Mit 135 Textabbildungen. M. 13.60.
II. Band. Mit 170 Textabbildungen und 4 Tafeln. M. 18.60.
III. Band, I. Hälfte. Mit 115 Textabbildungen und 1 Tafel. M. 12.60.
Inhaltsver/eichnis des I. Bandes:
Asepsis und Antisepsis in der Gynäkologie. Von 11. Loblein, Gicssen.
Lage- und Bewegungs-Anomalien des Uterus und seiner Nachbar­organe. Von Otto ICüstner, Breslau.
Erkrankungen der Vagina. Von J. Veit, Leiden.
Die gonorrhoischen Erkrankungen der weiblichen Harn- und Ge­schlechtsorgane. Von E. Eumin, Basel.
Entwicklung und Entwicklungsfehler der weiblichen Genitalien. Von W. Nagel, Berlin.
Inhaltsverzeicbnis des II. Bandes:
Die Krankheiten der weiblichen Blase. Von H. Fritsch, Bonn. Physikalische Untersuchungsmethoden der Blase. Von F. Viertel,
Breslau. Die Entzündungen der Gebärmutter. Von A. üüderlein, Tübingen. Atrophia uteri. Von H. Üüderlein, Tübingen.
Anatomie und Physiologie der Myome. Von C. Gebhard, Berlin. Ätiologie, Symptomatologie, Diagnostik, Prognose der Myome. Von
J. Veit, Leiden. Die elektrische Behandlung der Myome. Von R, Schaeffer, Berlin. Die palliative Behandlung und die vaginalen Operationen der Uterus
myome. Von J. Veit, Leiden. Die abdominalen Myom-Operationen. Von K. Olshausen, Berlin. Myom und Schwangerschaft. Von li. Olshausen, Berlin.
Inhaltsverzeichnis des III. Bandes, I. Hälfte:
Die Menstruation. Von C. Gebhard, Berlin. Die Erkrankungen der Vulva. Von J. Veit, Leiden. Die Erkrankungen des Eierstocks und des Nebeneierstocks. Von J. Pfauuensti el, Breslau.
Die zweite Hälfte des III. Bandes (Schluss des ganzen Werkes), erscheint
demnächst.
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Verlag von J. F. Bergmann in Wiesbaden.
Soeben erschien:
Mikroskopie
des
Auswurfes.
Von Dr. Albert Daiber,
Physiologisches und Bakteriologisches Laboratorium Zürich.
Mit 24 Abbildungen auf 12 Tafeln.
geb. M. 3.60.
Auszug aus dem Inhaltsverzeichnisse:
A.nbsp; Organisirte (morphotische) Elemente.
Leukocyten — Rotlie Hin tkürperolien — Epithelien — Schleim- und Speioholkörperoheu — Elastische Fasern — Ourscbmann'sche Spiralen — Bindegewebsfetüon und Knorpelstüoke — Fibrin und F i bringerinnsel — Pflanz­liche Parasiten — Sprosspilze — Schimmelpilze — Spalt­pilze — Tuberkelbazillus — Pneu moniecoccu s — Aoti-nomyces —Mikroorganismen im Eiter —Thiei'ische Pani-siten.
B.nbsp; Nicht organisirte Elemente.
Cholori nkrystalle — Cb arcot-Ley den'sche ICrystalle — Leucin und Tyrosin — Haemato idinkrystalle — Oxaler Kalk und Tripel ph osph ate.
Mikroskopie der Harnsedimente.
Von Dr. Albert Daiber,
— Physiologisches und bakteriologisches Laboratorium Zürich
Mil 106 Abbildxmgen auf 53 Tafeln. — Preis M. 12.60.
Die Uroskopie ist eine Wissensclial't, welche eigentlich nur der Medizin au-gebürt, bei der heutzutage üblichen Avbeitstheilung aber oft auch in chemischen Laboratorien, wo Harnanalysen angefertigt werden, mit berücksichtigt weiden muss. Dies ist nur möglich, wenn dem die Untersuchung Ausführenden ein mit vielen zuverlässigen Abbildungen ausgestattetes Werk zur Verfügung steht. Auch dem angehenden Mediziner und dem jungen Arzte ist ein derartiges Hiilfsbuch unentbehrlich, denn er kann die Fülle dessen, was im Harnsedimeute Kranker mit dem Mikroskope wahrgenommen werden kann, unmöglich vom einmaligen Sehen in der Klinik im Kopf bebalten. Für beide Zwecke ist es wiinschens-wertb, dass die nicht sehr grosse Zahl der vorhandenen Bilderwerke von Zeit zu Zeit durch neu hinzukommende vermehrt und der Preis derselben durch die ent­stehende Konkurrenz etwas herabgesetzt wird. Von diesem Gesichtspunkte aus begrüssen wir das vorliegende neue Werk mit Freuden. Es liefert eine grosso Anzahl von Originalbildern und einen kurzen beschreibenden Text dazu. Das Dargestellte und Beschriebene sind Epithelien, Blutgebilde, die verschiedensten Formen von Cylindern und Krystallen, Spermatozoiden, Uiethralfllden, Mikroben, Pilze, Würmer etc. Auch diejenige Form dor Centrifuge, welche zur raschen Gewinnung von Harnsedimenten heutzutage mit viel Erlolg verwendet wird, ist abgebildet. Es unterliegt keinem Zweifel, dass dieses Buch seinen Leserkreis finden wird. Bilder und Text sind fast ausnahmslos tadellos.
Prof. R. Robert (Dorpat).
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C. W. Kreidel's Verlag in Wiesbaden.
Vorlesungen
fiber die
Zelle und die einfachen Gewebe
des
thierischen Körpers.
Von Dr. R. S. Bergh,
Dozent der Histologie und Embryologie an der Universität Kopenhagen.
Mit 138 Textfiguren. — M. 7.—.
Vorlesungen
über
Allgemeine Embryologie
von Dr. R. S. Bergh,
Dozent der Histologie und Embryologie an der Universität Kopenhagen.
Mit 126 Figuren im Text. — Preis M. 7.—.
Die Methoden
der
Bakterien-Forschung.
Handbuch der gesammten Methoden der Mikrobiologie.
Von
Dr. Ferdinand Hneppe,
Professor der Hygiene an der deatschen tT n i vor si ttt t Prag.
Fünfte verbesserte Auflage.
Mit 2 Tafeln in Farbendruck und 68 Holzschnitten. Preis: M. 10.65.
Die Formen der Bakterien
und ihre Beziehungen zu den Gattungen und Arten.
Von Dr. Ferdinand Hueppe,
Professor der Hygiene an der Deutschen Universität zu Prag.
Mit 24 Holzschnitten. Preis: M, 4.—,
Naturwissenschaftliche
Einführung in die Bakteriologie.
Von Dr. Ferdinand Hueppe,
Professor der Hygiene an der Deutschen Universität zu Prag.
Mit 28 Hohschniitcn im Texte. Preis: M. 6.—.
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Verlag von J. F. Bergmann in Wiesbaden.
Die
Arbeit der Verdauungsdrüsen.
Vorlesungen
von
Prof. J. P. Paw low
in St. Petersburg.
Autorisicte Ueber Setzung aus dem liussischon
von
Dr. A. Walther
in St. Petersburg.
Mit einem Vorwort und Zusätzen des Verfassers. = Mk. 4.60. =
Auszug aus dem Inbaltsverzeichniss:
I. Allgemeine Uebersicht des Gegenstandes. Die Methodik. — II. Die Arbeit der Drüsen während der Verdauung. — Hf, Die ceutrifugalen Nerven der Magendrüsen und des l'unknias. IV. Allgemeines Schema eines Innervatiousapparates. — Die Arbeit des luncr-vatiuusapparates der Speicheldrüseu, — Der Appetit als erster und DiUcbtigster Erreger der Nerven der Magendrüsen. V. Zeitliche Stellung und Bedeutung des psychischen oder AppetitsaCtes in der gesammten sekretorischen Arbeit des Magens. — Die Unwirksamkeit des mechanischeu Reizes auf den Innervationsapparat der Magundrüseu. VI. Die chemischen Erreger des Inuervationsapparates der Magendrüsen, — Rechtfertigung der Methode des isolirten Mageubliudsacks; der AugrifTs-ort der chemischen Erreger. — Historisches, VII. Die normalen Erreger des Innervationsapparafes der Bauchspeicheldrüse. — Uebersicht über das mitgeteilte Material und Aufgaben weiterer Forschung, VIII. Die physiologischen Ergebnisse und die Lehren des Instinkts und der ärzt­lichen Erfahrung,
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Verlag von J. F. Bergmann in Wiesbaden.
Vorlesungen
Über
PatMogie iiii Tberapie der Syplilis
Von Prof. Dr. Eduard Lang,
k. k. Primftrarzt am alJgemeinen Knmkenhanse in Wien , Mitglied der Kaiserl. Leopoldinisch-Carolinisohen Akademie, auswärtiges Mitglied der Soo. Franp. de Dermat. et de Syphiligr. etc.
Zweite umyenrheitete und erweiterte Auflage.
Preis Mk. 25.—. Mit 122 Abbildungeu.
Auszüge aus Besprechungen und Proben der Textabbildungen.
.... Mit Freuden begriissen wir das Erscheiueu der lange erhofften zweiten Auflage der ausgezeichneten Vorlesungen Eduard Laug's. Wenn der Verf.
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Fig. 39.
Uhmosklorom, durch Cauterisation theilweiso zerstört.
Dauernde VerKndernng sKmmtliolier Nligel einer llaiul nach Unyohia syphilitica.
sein Werk als umgearbeitet und erweitert bezeichnet, so thut er das mit vollem Hecht. Alle Vorzüge des alten Buches sind aber geblieben; alles Neue, das irgend werthvoll sich erwies, und darunter die eignen Erfahrungen des Autors, ist sorgsam hinzugefügt worden.
Eine besondere Bereicherung haben auch die Abbil du ngen erfahren, die durchwegs vortrefflich sind und zusammen eine Art Atlas bilden....
Prof. Caspary in Archiv Jür Dermatol. u. Syphilis.
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