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BIBLIOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
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lt;^. /t I /JJamp;
Die
Krankheiten des Hnndes
und deren Behandlung.
Von
J. B. Arnous,
prakt. Tierarzt.
.
Iterlin 1805. Verlag von Richard Sohoetü.
Luisenstrasso No. MC.
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Alle Hechte vorbehalten.
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Vorwort.
Tici dem Vorhandensein vorzüglicher Werke über speciellc Patho­logie und Therapie der Haustiere erscheint es gewagt, mit einem Buche über die Krankheiten des Hundes in die Öffentlichkeit zu treten.
Aber gerade der Umstand, dass in diesen grösseren Werken die Hundekrankheiten meist nur nebenher behandelt werden, so dass eine schnelle Orientierung nur schwer zu ermöglichen ist, liessen den Ver­lasser die vorliegende Arbeit unternehmen.
Um den Umfang des Werkes nicht zu sehr zu erweitern, sind diejenigen Krankheiten nicht abgehandelt worden, welche ein nur rein wissenschaftliches Interesse bieten; dagegen aber die Erkrankungen, die häufig vorkommen und dem Tierarzte in der Praxis nicht selten Schwierigkeiten bereiten, um so ausführlicher beschrieben worden.
Zu der Bearbeitung des in Rede stehenden Stoffes glaubte sich Verfasser berechtigt, weil er in seiner ausgedehnten Privatpraxis vielfach Gelegenheit gefunden hat, seine als mehrjähriger Assistent an der Klinik für kleine Haustiere der Tierärztlichen Hochschule zu Berlin erworbenen Erfahrungen zu verwerten und, soweit es für den praktischen Tierarzt möglich ist, auszubauen.
Es würde dem Verfasser eine Freude sein, wenn er mit diesem Buche, zu dessen Herausgabe er seit Jahren aus den Reihen der praktischen Tierärzte immer wieder angeregt wurde, den Kollegen einen kleinen Dienst erwiesen hätte.
Berlin, Oktober 1895.
Der VerfaHser.
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InhaltsverzeiclmisH.
Vorwort........................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I
Infektions- und Intoxikations-Krankheiten .............nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
Die Staupe.....................nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1
Die Septikämie und Pyiimic...............nbsp; nbsp; nbsp; 12
Die Tollwut. Wutkranklieit, Lyssa. Kabies.........nbsp; nbsp; nbsp; 15
Der Gelcnkrheuniatismus. Polyarthritis rlieuinatita.......nbsp; nbsp; nbsp; 20
Die Tuberkulose...................nbsp; nbsp; nbsp; 23
Der Milzbrand. Anthrax................nbsp; nbsp; nbsp; 2(i
Vergiftungen. Intoxikationen..............nbsp; nbsp; nbsp; 28
Die Fleischvergiftung. Ptomainevergift.ung.........nbsp; nbsp; nbsp; 2i)
Diverse, gelegentlich vorkoinmende Vergiftungen.......nbsp; nbsp; nbsp; itü
Konstitutionelle Krankheitennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 88
Die Blutarmut. Anämie. (Bleichsucht.)..........nbsp; nbsp; nbsp; iül
Leukämie .....................nbsp; nbsp; nbsp; ,'54
Bluterkrankheit. Ilämophilie ..............nbsp; nbsp; nbsp; ,'15
Die Fettleibigkeit. Fettsucht. Obesitas ..........nbsp; nbsp; nbsp; 88
Die Zuckerbarnruhr. Diabetes mellitns...........nbsp; nbsp; nbsp; 31
Krankheiten der Respirationsorgane...............nbsp; nbsp; nbsp; 89
Nasenkatarrb. Rhinitis catarrbalis aouta. lihinitis catarrbalis ohronicanbsp; nbsp; nbsp;.'i'J
Nasenbluten. Epiataxis.................nbsp; nbsp; nbsp; 41
Pentastoma taenioides in der Nasenhöhle..........nbsp; nbsp; nbsp; 42
Laryngitis aenta, acuter Kehlkopfkatarrh..........nbsp; nbsp; nbsp; 44
Laryngitis ohronica, chronischer Kehlkopfkatarrh........nbsp; nbsp; nbsp; 47
Katarrh der Luftröhren- und Bronchialscbleimhaiit. Tracbeitis, Bron­chitis catarrbalis acuta. Broncbiolitis..........nbsp; nbsp; nbsp; 49
Der chrouische Bronchialkatarrb. Bronchitis catarrbalis ohronica . .nbsp; nbsp; nbsp; raquo;;!
Hyperämie der Lunge und Lungenödem...........nbsp; nbsp; nbsp; 66
Lungenentzündung. Pneumonia.............nbsp; nbsp; nbsp; 57
Lungengeschwülste, Krebs und Sarkom...........nbsp; nbsp; nbsp; 68
Die Brustfellentzündung. Pleuritis............nbsp; nbsp; nbsp; 68
Die Brustwassersucht. Hydrotborax............nbsp; nbsp; nbsp;
Krankheiten der Digestionsorgane................nbsp; nbsp; nbsp; (i8
Katarrh der Maulschleiinhaut. Stomatitis catarrbalis......nbsp; nbsp; nbsp; 68
Die Maulfaule. Stomatitis ulcerosa. Stomakace.......nbsp; nbsp; nbsp; (59
Die Entzündung der Ohrspeicheldrüse. Parotitis .......nbsp; nbsp; nbsp; 71
Entzttndung der BachenBohleimhaut, Pharyngitis catarrhalis . . .nbsp; nbsp; nbsp; 73
Die Krankheiten der Speiseröhre.............nbsp; nbsp; nbsp; 74
Akuter Magenkatarrh. Akute Dyspepsie. Gastritis acuta catarrhalisnbsp; nbsp; nbsp; 77
Der chronische Magenkatarrh. Gastritis catarrbalis ebronica ...nbsp; nbsp; nbsp; 79
Darmkatarrb. Enteritis catarrhalis. Oatarrhus intestiimlis ....nbsp; nbsp; nbsp; 81
Hartleibigkeit. Verstopfung. Obstipatio. Obstructio alvi ....nbsp; nbsp; nbsp; 85
Verschluckte Fremdkörper................nbsp; nbsp; nbsp; 88
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Seite
Würmer im Darmkanal. Helminthiasis...........nbsp; nbsp; nbsp; 90
Gelbsucht. Ikterus..................nbsp; nbsp; nbsp;96
Krankheiten des Bauchfells..................nbsp; nbsp; nbsp;101
Entzündung des Bauchfells. Peritonitis...........nbsp; nbsp; 101
Bauchwassersucht. Ascites...............nbsp; nbsp; 105
Krankheiten der Nieren...................nbsp; nbsp; nbsp;111
Nierenhyperäinie...................nbsp; nbsp; 111
Akute Nierenentzündung. Nephritis acuta..........nbsp; nbsp; 112
Chronische Nierenentzündung. Nepiaitis chronica.......nbsp; nbsp; 115
Krankheiten der Harnblase..................nbsp; nbsp; nbsp;118
Entzündung der Harnblase. Blasenkatarrh. Cystitis......nbsp; nbsp; 118
Blasenblutung....................nbsp; nbsp; 122
Blasenliihmung........,...........nbsp; nbsp; 123
Harnsteine. Blasensteine................nbsp; nbsp; 125
Krankheiten des Herzens...................nbsp; nbsp; nbsp;128
Vergrössernng und Erweiterung des Herzens. Herzhypertrophie und
Heizdilatation...................nbsp; nbsp; 128
Entzündung des Herzmuskels. Myocarditis.........nbsp; nbsp; 181
Herzbeutelentzündung. Pericarditis............nbsp; nbsp; 132
Endocarditis acuta..................nbsp; nbsp; 133
Endocarditis chronica. Klappenfehlet ...........nbsp; nbsp; 135
Krankheiten des Nervensystems.................nbsp; nbsp; nbsp;141
(iehirnhyperiimie und Gehirnanämio............nbsp; nbsp; 141
Gehirnblutung. Schlaganfall. Gehirnapoplexie........nbsp; nbsp; 145
Gehirnentzündung. Meningitis. Encephalitis.........nbsp; nbsp; 147
llückeninarkentzündung. lUickenmaikshautentzündung. Myelitis und
Meningitis spinalis.................nbsp; nbsp; 151
Fallsucht, Epilepsia..................nbsp; nbsp; 154
Eklampsie.....................nbsp; nbsp; 167
Krankheiten der Bewegungsorgane................nbsp; nbsp; nbsp;160
Muskelrhcumatismns. Rheumatismus muscnlaris........nbsp; nbsp; 160
Englische Krankheit. Rachitis..............nbsp; nbsp; 162
Krankheiten der Haut....................nbsp; nbsp; nbsp;166
I.nbsp; Nichtparasitäre Hantkrankheiten..........nbsp; nbsp; 166
Hautröte. Dermatitis erythematosa............nbsp; nbsp; 166
Ekzem. Pettriiude. Flechte. Rückenflechte. Ekzema.....nbsp; nbsp; 167
Nesselfieber. Nesselsucht. Urticaria............nbsp; nbsp; 172
Furunculosis. Acne..................nbsp; nbsp; 174
Haarausfall. Alopecia.................nbsp; nbsp; 176
II.nbsp; Parasitäre Hautkrankheiten...........nbsp; nbsp; 177
Ring- oder Glatzflechte. Herpes tonsurans..........nbsp; nbsp; 177
Erbgrind. Wabengrind. Pavus.............nbsp; nbsp; 179
Sarcoptesräude....................nbsp; nbsp; 180
Aearusausschlag. Acarusriiude..............nbsp; nbsp; 184
Register........................nbsp; nbsp; 188
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Infektions- und Intoxikations-Krankheiten.
Die Staupe.
Aetiologie.
Die Staupe der Hunde ist ein üusserst häufiges Leiden, für das die einzelnen Beobachter verschiedene Namen machten, so z. B. Sucht, Ilunderotz, Hundeelend, Katarrhalfieher, Hundekrankheit, llade-seuche, Hunderotlauf u. dergl. m. Von jeher ist die Krankheit sehr gefürchtet worden, und es wurden mannigfache Ursachen für dieselbe aufgeführt.
Nach dem heutigen Standpunkte der Wissenschaft gehört die Staupe den contagiösen Infektionskrankheiten an. Es ist bis jetzt noch nicht gelungen, den Ansteckungsstoff in Reinkulturen zu züchten, jedoch lehrt die Erfahrung, dass es sich um ein Contagium handelt, welches sowohl fix als flüchtig ist. Zu Impfzwecken wurde von den einzelnen Autoren der Nasenausfluss, das Sekret der Conjunctiva oder der Pustelinhalt verwendet. Fast alle hatten bei den einschlägigen Versuchen einen posivitiven Erfolg und fanden, dass das Inkubations­stadium einen Zeitraum von 4 1 Tagen einnimmt. Im allgemeinen wird jedoch die Krankheit durch Impfung nur selten übertragen, sondern wohl meist mit der Atmungsluft weiterverbreitet. Eine Immunität scheint durch einmaliges Überstehen der Seuche nicht herbei­geführt zu werden. Dem Contagium soll eine gewisse Zähigkeit eigen sein, so wurde z. B. seine Lebensfähigkeit durch Eintrocknen oder Oe-fricrenlassen nicht aufgehoben. Es gelang, das Virus monatelang auf­zubewahren, es war dann immer noch wirksam; allerdings schien seine Intensität geringer geworden zu sein.
Vorkommen. Am häufigsten erkranken junge Hunde an der Staupe, von welcher sie meist in dem ersten Lehensjahre befallen werden.
AmoiM, Kiunkhelten des Hunderaquo;.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I
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Die Disposition der jungen Hunde zur Stftupe wird durch die häufig ganz unrichtige Fütterung wesentlich erhöht. Merkwürdiger­weise ist die irrige Ansicht „Fleischkost rufe bei jungen Hunden Staupe hervorquot; fast allgemein verbreitet. Nicht selten kann man beobachten, wie die kleinen Tierchen mit Brod und Kartoffeln, welchen Nahrungs­mitteln höchstens noch etwas Milch zugegeben wird, gefüttert Averden, obgleich es doch eigentlich viel näher läge, den Fleischfressern — denn als solche sind sie jedermann bekannt — Fleisch und Knochen zu geben. Sind die Nahrungsmittel nun schon an und für sich falsch gewählt, so werden sie häufig auch noch in sofern unrichtig ver­wertet, als die tägliche Ration bei einer Mahlzeit verfüttert wird, wodurch die scbwerverdauliclieu Stoffe die Tiere nur um so mehr be­lästigen. So kommt es, dass die Constitution der jungen Hunde ge­schwächt wird.
Alle durch die Zucht verfeinerten Hunderassen sind für die Krank­heit prädisponiert, sowie Überhaupt schwächliche oder verzärtelte Tiere besonders leicht von ihr befallen werden. Die Annahme, dass Ver-bastardierung oder Kurzhaarigkeit des Felles die Disposition junger Hunde zur Staupe erhol ic, beruht wohl auf einem Irrtume. Sicher wird jedoch durch Erkältung in dem Tierkörper ein prädisponierendes Moment für die Erkrankung geschaffen, insofern niünlicb, als durch die katarrhalischen Affektionen der Schleimbaut der Luftwege das Eindringen des Staupegiftes direkt erleichtert wird, oder durch die Schwächung der Körperconstitution das erkrankte Tier dem Virus ge­ringeren Widerstand leisten kann. Jedenfalls kann aber eine Erkältung an und für sich niemals „Staupequot; hervorrufen.
Symptome.
Das Krankheitsbild der Staupe stellt einen fieberhaften, infektiösen, specifischen Katarrh der Schleimhäute des Körpers dar. Nicht selten be­obachtet man gleichzeitig Reizerscheinungen an den Centralnervenorganen oder einen pustulösen Hautausschlag. Die Symptome der Staupe in den einzelnen Krankheitsfällen unterliegen relativ erheblichen graduellen Verschiedenheiten. Garnicht selten lokalisiert sich der krankhafte Prozess, so dass man nur ein Organ als krank ansprechen kann. Diese Tbatsache bat dazu geführt, dass man das Leiden je nach dem Sitze benannte und von Augenstaupe, einer gastrischen oder pulmonalen Form der Staupe sprach. Der Regel nach jedoch sind gleichzeitig mehrere Organe krankhaft afficiert, ja man ist sogar gewöhnt, erst,
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wenn nicin an mehreren Organen des Körpers zu derselben Zeit Katarrhe findet, die Krankheit als Staupe anzusprechen.
Man unterscheidet heutzutage in der Regel 8 verschiedene Können der Staupe, je nachdem sich nämlich der krankhafte Prozess an den Schleimhäuten, dem Centralnervensystem oder auf der Haut abspielt: die katarrhalische, — die nervöse — und die exanthematische Staupe. Diese Formen können nun entweder ganz selbständig oder mit ein­ander gepaart bei einem Tiere angetroffen werden. Am häufigsten Averden die Hunde von der katarrhalischen, demnächst von der ner­vösen und am seltensten von der exanthematischen Form der Staupe heimgesucht.
Die katarrhalische Staupe hat in den leichteren Fällen einen Verlauf von 8 — 10 Tagen. Man beobachtet einen serösen Nasenausthiss, öfteres Niesen und mittelhochgradiges (39,5 c.) Fieber. Das Allgemein­befinden ist gestört, die Tiere sind mürrisch und in ihren Bewegungen matt und träge. In den Augenwinkeln sammelt sich eine grauweisse, schmierige Masse an. Die Fresslust liegt fast ganz darnieder; in vielen Fällen kann man vormehrte VVasseraulhahme nachweisen. In den höheren Graden sind meist bedeutende Fiebererscheinungeu zugegen, welche sich durch Trägheit, Abgeschlagenheit und unregelmässige Temperatürverteilung auf der Körperoberfiäche bekunden. Die Nase ist bald kalt, bald warm, meist ist sie trocken und i'issig. Neben dem Niesen stellt sich ein kurzer schmerzhafter Husten ein, aus der Nase wird ein grünlichgelbes Sekret entleert. Die Augenlidspalte ist nicht selten vollständig verklebt. Die Conjunctiva sondert gelben, zähen Eiter ab. Die durchsichtige Hornhaut erscheint trübe, bis­weilen kann man in der Mitte derselben ein kleines Geschwür nach­weisen. Dasselbe ist kreisrund, mehr oder weniger tief und veranlasst im Verein mit dem eitrigen Katarrh der Augenbindehaut einen starken Juckreiz. Ist die Krankheit bis zu diesem Grade gediehen, so ver­schwindet der Appetit immer mehr und mehr. Es stellt sich auch wohl ein anfangs wässeriger, schliesslich blutiger, höchst übel riechender Durchfall ein. Die Tiere liegen fast beständig im Schlaf, werden jedoch häufig durch Zuckungen in den Gliedmassen aufgeschreckt. So ist allmählich die katarrhalische Form der Staupe in die nervöse übergegangen. Gelingt es nun, den Durchfall zu sistieren und die Tiere bei Kräften zu erhalten, so stellt sich auch wohl die Fresslust wieder ein und die Lebensgefahr ist beseitigt. Als einziges Symptom der überstandenen Krankheit bleiben die Zuckungen in den Extremitäten zurück, eine Complication, welche jeder liehandlung spottet. Es sind
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mir Fälle bekannt geworden, bei welcben die wieder gesundeten Tiere dauernd mit diesen nervösen Erscheinungen behaftet blieben, anderer­seits verloren sieh diese Symptome nach einigen Monaten. Nicht gar zu selten beginnt die Krankheit aucli mit einem pustulösen Ausschlage. Auf dem Bauche und an der Innentläche der hinteren Gliedmasson, an der Vorhaut und dem Hodensacke, in schweren Fällen auch an der Innentläche der Ellenbogen sieht man Hohstichälmliche Flecken. Etwa vom dritten Tage an hebt sich über denselben die Oberhaut ab und das Knötchen hat sich in ein Bläschen mit trübem, eitrigem Serum angefüllt, umgewandelt. Die Pusteln sind linsengross, confluieren aber häutig, so dass die Oberhaut wohl bis zu Bohnengrösse abgehoben ist. Neben dieser Erkrankung der Haut lässt sich dann wohl noch an irgend einem anderen Organ ein Katarrh nachweisen oder es besteht gleich­zeitig eine Schwäche in der Nachhand oder ein hochgradiges (41,0) Fieber.
Es ist geradezu unmöglich, ein einheitliches Krankheitsbild der Staupe zu entwerfen. Die Zahl der Variationen und Complicationen ist eine so gewaltige, class es nicht angeht, ein auf alle Krankheits­fälle oder wenigstens auf die Mehrzahl derselben passendes Bild der Staupe zu geben. Die angeführten Schilderungen i mögen nur dazu dienen, den Begriff „Staupequot; besser zu detaillieren. Nachstehend will ich die wichtigsten Affektionen der einzelnen Organe schildern.
Affektion der Augen. Am häufigsten erkrankt die Augenbindehaut, und zwar wird sie von einem anfangs serösen und später eitrigen Katarrh betroffen. Diese letztere Form bedingt nicht selten eine so starke Sekretion, dass man den Zustand sehr wohl mit Blennorrhoea bezeichnen kann. Durch das starke Juckgefübl veranlasst, scheuern sich die Hunde viel an den erkrankten Augen, wodurch das libel nur noch verschlimmert wird, und die Augenlider selbst entzündlich erkranken (Blepharitis). Die episcleraleu Oefässe sind bei solcher Erkrankung mehr oder weniger mit Blut angefüllt. Auf der Cornea treten Substanzverluste und Geschwüre auf, welche wahrscheinlich nur durch das Scheuern der Hunde veranlasst werden. Von der Seite betrachtet, sieht die Oberfläche der durchsichtigen Hornhaut dann uneben und stumpf aus. Man nimmt keine Spiegelbilder mehr auf derselben wahr, und die Tiere bekunden starke Lichtscheu, oder es treten kleinere Ge­schwüre in der Cornea auf. Dieselben sind oft nur stecknadelknopf gross, manchmal nehmen sie aber fast '/s dör ganzen Cornea ein.
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Der Grund solcher Geschwüre ist uneben und häufig mit Eiter be­deckt. Dauert der krankhafte Reiz fort, so wird das Geschwür immer tiefer, bis es die ganze Cornea an der erkrankten Stelle zerstört hat. Die Descemet'sche Haut wird hervorgewölbt, und es kommt nach einigen Tagen zum Durchbruche des Geschwürs in die vordere Augen­kammer. Die Iris fällt vor und es bildet sich ein Stapbylom aus. Dieser letztere Zustand kennzeichnet sieb durch eine beerenartige Aus­buchtung, welche meist grünschwarz aussieht. Die Iris ist mit den Rändern des erwähnten Hornhautdefektes verwachsen und produziert nun dieses undurchsichtige Narbengewebe. Neben dieser Art der Ge-schwürsvernarbung kann dieselbe auch noch unter schwarzer Pig­mentierung der Cornea oder der Ausbildung bleibender weisser Flecke (Leukoma) vor sich gehen. Wenn der Prozess nicht mit Vernarbung endet, so fällt der Augapfel der eitrigen Zerstörung (Panophtahnie) anheim, was sich jedoch durch geeignete Behandlung fast immer ver­hindern lässt.
Affektionen am Respirationsapparate. gt; Als erstes Krankheitssymptom an der Schleimhaut der Luftwege bemerkt man einen Nasenkatarrh. Der Hund niest des öfteren und verliert aus den Nasenöffnungen eine wässerige oder in schwereren Fällen eitrige Flüssigkeit. Der later siebt gelbgrün aus und ist nicht selten von blutigen Striemen durchsetzt, was immer ein sicheres Merkmal dafür ist, dass sich in der Nasenschleimhaut geschwüriger Zerfall geltend macht. Häufig wird gleichzeitig die Kehlkopfschleim­haut von der Erkrankung betroffen. Der Husten ist anfangs rauh und schmerzhaft, wird aber später weicher und ist (hum mit Auswurf verbunden. Auch auf die Trachea geht der katarrhalische Prozess über; man kann dann leicht durch Druck auf den Kehlkopf oder die Luftröhre Husten auslösen. Eine Beilinderung der In- und Expiration wird aber hierdurch noch nicht bedingt, erst wenn die Hronchial-schleimhaut erkrankt ist (Bronchitis, Bronchiolitis) , machen sich Atembeschwerden bemerkbar. Man nimmt bei der Auskultation des Thorax feuchte Rasselgeräusche wahr oder kann auf der Höbe der Inspiration Knisterrasseln hören. Der Husten wird sehr quälend, und der ausgeworfene Schleim reizt die Tiere zum Erbrechen. Stagnieren die Sekrete in den Alveolen, so bildet sich eine katarrhalische Pneu-monie aus.
Den Anfang soldier Lungeiientzündung macht die Broiicbopneumonie. Die feinsten Enden der Bronchien (Uronchiolen) sind katarrhalisch
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ai'ticiert und ziehen das NaehbargeweLe mit in den Krankhoitsprozoss hinein. Diese Complication ist danin zu erkennen, dass das Allgemein-beünden der Tiere sich crlieblich verschlechtert und die Dyspnoe zu-niinnit. Schliesslich lassen sich durch die Perkussion Dämpfungen nachweisen, die Temperatur steigt bedeutend an, und die Atmung wird pumpend. Viele Tiere blasen dann bei jeder Exspiration die Backen­wandungen (Trompeterbaoken) auf. Herzschlag und Puls sind sehr beschleunigt Symptome der Herzschwäche.
. Die Ausgänge der katarrhalischen Staupepneumonie sind entweder vollkommene Genesung nach etwa 14tJigiger Dauer, infolge Resorption und Expektoration der entzündlichen Produkte oder Übergang in chronische Folgezustände (Hronchiektasie etc.). Seltner beobachtet man Lungenvereitcrung.
Affektionen am Digestionsapparate.
Die Erkrankung dos Vordauungstraktus giebt sich häutig nur durch unterdrückte Fresslust kund, meist verliluft sie jedoch unter dem Bilde eines akuten Magendarmkatarrhs. Die Wasseraufnahme ist ver­mehrt, die Schleimbaut des Maules erscheint höher gerötet und ist trocken. Erbrechen, Durchfall. Selten auch wohl verzögerter Kot­absatz. Die Diarrhöe ist oft recht heftig und der Kot änsserst übel­riechend, schaumig oder sogar blutig. Diese Erkrankung am Darm­kanal ist entweder primärer Natur oder sie bildet eine Complication resp. einen Folgezustand des pulmonalen Leidens bei der Staupe. Wenn nämlich der Nasenausfluss copiös ist, und die Tiere das gelieferte Sekret, welches sie belästigt, auflecken und abschlucken.
Oft kommt auch ein geschwüriger Zerfall der Maulschleimhaut zustande (Stomatitis nlcerosa). Die Patienten speicheln dann viel, verbreiten einen üblen Geruch aus dem Maule und können auch hierbei durch Abschlingen der Produkte des geschwürigen Zerfalls einen Darm-katarrh acquirieren.
Affektionen am Nervensystem. Das Krankheitsbild des cerebralen Leidens im Verlauf der Staupe tritt entweder in Form von schwerer Depression und Eingenommenheit des Bewusstseins oder unter den Symptomen der aktiven Gehirn-hyperämie auf. Schwächliche und blutarme Tiere inklinieren zu der erst genannten Affektion, während kräftige Hunde meist von der zweiten Form befallen werden. Dieses Leiden beginnt oft plötzlich, in anderen Fällen mehr allmählich mit Erscheinungen der Unruhe
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und Aufregung, welche sich bis zur Raserei steigern können. Die Tiere sind sein- schreckhaft, und man beobachtet oft Muskelzittern. Einzelne Muskelgruppeft werden von tonisch-klonischen Krämpfen be­fallen. Am Kopfe z. B. leiden die vom nervus facialis versorgten Ge­sichtsmuskeln und die Kaumuskeln, sodass neben Zucken der Lippen, Augenlider und Backen ein fortwährendes Offnen und Schliessen des Maules herbeigeführt wird. Auch epileptiforme Krämpfe kann man beobachten; die Tiere fallen plötzlich um, laufen auch wohl zuerst ängstlich wie besinnungslos umher, blicken eigentündich starr und glotzend um sich, bis sie momentan zusammenstürzen. Die sich hier anschliessenden convulsivischen Zuckungen beginnen in der Regel am Kopfe. Blinzeln der Augenlider, Rollen und Verdrehen des Augapfels, sowie krankhafte Kaubewegungen, wobei der Speichel zu Schaum ge­schlagen wird. Vollkommene Bewusstlosigkeit. Ein solcher Anfall dauert Vg—IVs Minuten und wiederholt sich des öfteren.
Manchmal werden auch Zwangsbewegungen (Drehen um die Längs­achse oder Zeigerbewegungen) von den Patienten ausgeführt. Auch Lähmungen treten auf, von denen namentlich die motorischen Nerven betroffen werden; so ist eine häufige Complikation die Parese der Nachhand, wobei die Tiere sich garnicht erheben können und bei dem Gehen die hinteren Extremitäten nachschleifen.
Affektionen auf der Haut. Dieselben bestehen entweder in dem Auftreten des oben ge­schilderten pustulöscn Hautexanthems oder eines über den ganzen Körper verbreiteten Quaddelausschlages.
Prognose. Der Verlauf der Staupe ist ein äussorst verschiedener, die Krank­heit nimmt einen Zeitraum von 8—10 Tagen oder 3 — 4 Wochen in Anspruch. Ihre Mortalitätsziffer beträgt 50- 600/0. Grosso Jugend, Anämie und Schwäche oder gleichzeitige Erkrankung vieler Organe be­dingen immer eine grosso Lebensgefahr. Recht oft bleiben Lähmungen oder krankhafte Zuckungen einzelner Muskelgruppcn zurück.
Differentialdiagnose. Die Staupe kann verwechselt werden zunächst mit einfachen pri­mären Katarrhen der einzelnen Organe, und es ist häutig auch recht schwer, gleich bei der ersten Untersuchung eine sichere Diagnose zu
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stellen. Meist hat man jedoch an dem atypischen, hohen Fieher, der Jugend der Tiere, der gleichzeitigen Erkrankung verschiedener Organe, sowie auch dem ungünstigen Verlauf signifikante Merkmale.
Zweifellos ist ein Hund staupekrank, wenn er mit dem pustu-lösen Hautexunthem behaftet ist. Der akute Verlauf der epilepti-formen Krämpfe sichert vor einer Verwechselung mit wahrer Epilepsie. Die Reizerscheinungen von Seiten des Gehirns können gelegentlich Tollwut vortäiisclicn. Es fehlt jedoch hei dem gedachten Leiden das aggressive Benehmen wutkranker Patienten, auch beseitigt der weitere Verlauf bald jeden Zweifel.
Therapie.
Die Behandlung hei der Staupe hat sich in der Hauptsache auf die Bekämpfung der einzelnen Symptome zu beschränken und ergiebt sich aus der Lokalisation des krankhaften Prozossos. Im allgemeinen muss man anstreben, durch schmackhaftes Futter die Patienten bei Kräften zu erhalten. (Fleisch, Milch, Bouillon mit Ei etc.) Des weiteren mache man es sich zur Regel, jedes Symptom anfangs mit schwachen Arzneimitteln zu bekämpfen und erst, wenn diese im Stiche lassen, zu stärker wirkenden überzugehen.
Die erkrankten Augen müssen nach den Regeln der Chirurgie behandelt werden. Bei geringgradiger Sekretion der Conjunktiva genügt ein mehrmaliges Auswaschen der Augen mit Kamillenthee. Stärkere Katarrhe werden mit Adstringentien behandelt.
Rp. Zinc, stdfimc, 0,5—1,0. Aq. dest. 100,0. M. f. Sol. D. S.: Ausserlich. Augenwasser,
3 mal täglich 10 Tropfen
einzuträufeln.
Bleibt nach regelrechter Applikation die erwünschte Wirkung aus, so ist eine Kupfersulfatlösung zu empfehlen.
Rp. Gupri sulfuric. 0,5—1,0. Aq. dest. 100,0. M. f. Sol D. S.: Ausserlicli. Augenwasser,
3 mal täglich 10 Tropfen
einzuträufeln.
r
Rp. Argent, nur. 0,5—3,0.
Aq. dest. 100,0.
M. f. Sol.
Det. ad. vitr. nigr.
D. S.: Ausserlicli, Augenwasser,
3 mal täglich 5 Tropfen einzuträufeln.
Bei Anwendung der Höllensteinlösung versäume man nicht, den Lidsack nach einigen Sekunden mit einer Kochsalzlösung (etwa 2 0/0)
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uuszuspiilen. Bei Geschwürsbildung empfiehlt sich die tropfenweise Anwendung von 0,5—1,0 0/() Oeolinwasser oder
ßp. Acid, boric. 6,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oder Rp. Chinin, muriat. 0,5.
Äq. dest. 250,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aq. dest. 50,0.
M. f. Sol.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. f. Sol.
J). S.: Äusserlich.nbsp; nbsp;Augenwassernbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;D. S.: Ausserlicli etc.
etc.
Ist der Juckreiz aber sehr stark, so wende man aussei1 der Bor­säure noch an:
Rp. Cocain. hydrochlor. 0,1 (0,35). Aq. dest. 10,0 (30,0). M. f. Sol. D. S.: Äusserlich. Augontropfon,
2 stündlich ö Tropfen in
das Auge zu träufeln.
Contraimliziert sind bei Ulcerationen der Cornea, Adstringentien und Atropin, weil diese Medikamente durch ihre Aetzwirkung resp. die Steigerung des intraokuliiren Druckes Perforation herbeiführen können.
Bei Erkrankung des Ilespirationsapparates empfiehlt es sich, die erkrankte Schleimhaut durch Inhalatiotien (besonders anfangs) mit 0,5--1,0 quot;/o Creolimvasser zu desinfizieren. Sodann kommen Ex-pektorantien in Anwendung. Bei leichteren Katarrhen etwa:
Rp. Ammon. chlor. 5,0.
oder Rp. Slibii sulfural. uuruntiiic. 0,05
Succ. Liquirit. 10,0.
Aq. dest. 150,0.
M. f. Sol.
D. S.: Innerlich. Sinai täglich
1 E8s(Thee)loftel voll zu
geben.
Pulo. Had. Liquirit. 0,5 M. f. Pulv. Dent. tal. Dos. No. X. D. S.: Innerlich. Sinai täglich 1 Pulver.
Bei der Pneumonie Pricssnitzsche Umschläge um den Thorax und innerlich:
Rp. Apomorphin. hydrochloric. 0,05. Acid, hydrochloric. 1,0. Aq. dest. 300,0. M. f. Sol. D. S.: Innerlich, 8—8stündlich
l Thee(Bs8)UJffel voll zu
geben.
Ist der Hustenreiz sehr stark, so gebe man Morphium etwa nach folgender Vorschrift:
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Rp. Morphin, muriat. 0,1.
Aq. Ämygdal. amarar. 10,0.
Äq. (lest. 300,0.
M. f. Sol.
Da. ml. vitr. nigr.
D. S.: Innerlich. 3mal täglich
1 Thec(Kss)löttel voll zu
geben.
Die Km' des erkrankten Verdiiuungstraktus leitet man zweck-milssig mit einer Desinfektion des Dannrohres ein:
Rp. Hydrarg. chlorat. mit. 0,05. Sacchar. lad. 0,1. M. f. Fulv.
Dent. tal. Dos. No. II. D. S.: Innerlich. Einen Hin den anderen Tag ein Pulver.
Auch bat sich im Anfange der Erkrankung die Anwendung eines Brechmittels oft bewährt.
Rp. Apomorphin. hydrochlor. 0,003 (bis 0,01). Aqu, dest. 5,0.
M. f. Sol. IM. in vitro niyro. D. S.: Innerlich. Zur Injektion.
Als Stomachica sei Tc. Rhei vinosa (theelöffelweise) empfohlen oder bei robusteren Tieren:
Rp. Acid, hydrochlor. 5,0. Tc. Gentian. 10,0. Aq. dest. (font.) 300,0. M. f. Sol. D. 8.! Innerlich. 3mal täglich
einen Esslöffel voll zu
geben.
Zeigt sich die Erkrankung durch Diarrhöe, so reguliere man zu­erst die Diät. Möglichst wenig Wasser; an Stelle desselben gebe man zur beliebigen Aufnahme Haferschleim oder Brennsuppen. Vorzüglich wirkt Pulv. Doweri 0,5-—2,0 zweimal täglich. Bei blutigem Durchfall ist anzuwenden:
Rp. Acid, tannic. 0,35. Pulv. ffummos. 0,5. M. f. Fulv.
Dent. tal. Dos. No. VI. D. S.; Innerlich. Sstündlich ein Pulver.
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oder in ganz hartnäckigen Fällen:
Rp. Argent, nitric. 0,36. Argillae 2,5.
Aq. dest. qu. s. f. Püul. No. X. Det. ad. vitr. nigr. D. 8.: Innerlicjh. 8 mal tilgl. eine Pille.
Will man gleichzeitig excitierend behandeln und den Durchfall bekämpfen, so verwende man:
Rp. Opü ptdverati 3,0 oder {Acid, tatmic.) 2,0. Vini rubri 150,0. M. f. Sol. D. S.: Innerlieh. 3 mal täglich
einen Bsslöttel voll zu
geben.
Gegen das Erbrechen sind die zuletzt angeführten Vorschriften auch zu empfehlen, noch prompter wirkt häutig Bismut. subnitr. 0,25 bis 2,0. Ein- bis zweimal täglich.
Treten Gescbwüre in der Maulhohle auf, (bei schwer zu stillenden Diarrhoeen versäume man nie jene genau zu untersueben) so ist dem Patienten mehrmals am Tage frisches Wasser vorzuhalten, dem der Desinfektion halber pro Liter Flüssigkeit Acid, boric. 2,0 oder Kai. chlor. 2,0 zuzusetzen ist. Tiefer gehende Geschwüre betupfe man einen um den anderen Tag mit
Rp. Zinc, chlorat. 2,0. Aq. dest. 50,0.
Acid, hydrochlor. q. s. f. Sol. D. S.: Äusserlich. Nach Bericht.
Bei den nervösen Erscheinungen von Seiten des Centralnerven-systems verwende man krampfstillende Mittel, etwa
Rp. Kai. bromat.
oder Rp. Sulfonal. 0,5—4,0.
Natr. bromat. na 5,0.
Aq. dest. 300,0.
M. f. Sol.
Dent. tal. Bos. No. VI. D. S.: Innerlich. Morgens und abends 1 Pulver.
D. S.: Innerlich. 3mal täglich
l Thee(Essllaquo;ffel) voll zu
geben.
Gegen die Lähmungs- und Schwächezustände gehe man mit Ex-citantien vor. Kaffee, Wein, Fleiscbextrakt.
.
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Gegen allgemeine Schwäche und Parese der Nuchhand empfiehlt es sich zu gehen:
Kj). Ijiq. Ammon. amnat. 20,0.
D. S,: Innerlich, 3 mal täglich 5 (10) Tropfen mit IThee-löft'el Kaffee oder Wein.
Die Erkrankung der Haut erfordert in der Kegel keine Behandlung. Grosse nässende Stellen werden eventuell mit Streupulvern behandelt, z. B. mit Bohnenmchl oder
Rp. Zwei oxydati 1,0. Lycopodii 10,0.
m. f. rtdv.
D. S.: Ausserlich. Streupulver.
Das Fieber hei den staupekranken Hunden lasse man unberück­sichtigt, sofern es nicht eine abnorme Höhe erreicht oder durch langes Bestehen desselben den Patienten Gefahr droht.
Ausgezeichnete Fiebermittel hei der Staupe sind das Antipyrin, Antifehrin und Phenacetin. Man gebe entweder, bis die Temperatur gesunken ist, stündlich kleine Dosen (0,25 — 1,0) oder einmal täglich gvössere Mengen (0,5 — 2,0—3,0).
In prophylaktischer Hinsicht ist eine Trennung der gesunden von den kranken Tieren nötig, ausserdem muss der Stall resp. das Lager der Staupe-Patienten vernichtet oder wenigstens gründlich des­infiziert werden. Zu diesem Zwecke geeignete Desinfizientia sind: kochendes Wasser, heisse Sodalösung, Sublimatlösung 10/00, Creolin-wasser 2,5 0/0, sowie endlich Schwefeldämpfe oder trockene Hitze.
Die Septikäinie und Pyämie.
Definition und Allgemeines. 1, Die Septikämie umfasst eine Gruppe von Krankheiten, deren Zusammengehörigkeit sich aus dem Verlaufe und dem patholigisch-anatomischen Befunde ergiebt. Sie schliessen alle eine grosse Lebens­gefahr für das von ihnen befallene Individuum ein, sie besitzen den Charakter einer akut verlaufenden, fieberhaften Infektionskrankheit, mit deren Erreger das Blut als Träger desselben behaftet isst. Im Verlaufe der Krankheit kommt es zu einer Milzschwellung und paren-chymatösen Degeneration des Herzmuskels, der Leber und Nieren. Man scheidet in der medizinischen Wissenschaft zwischen spezifischen
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Septikämieen und einfacher Septikiimie. Von den ersteren sind die sie erzeugenden Mikrooi'ganismen bekannt, weshalb man die be­treffenden Erkrankungen mit besonderen Namen belegt hat. Wir haben an dieser Stelle nur mit der einfachen Septikiimie zu thun. Der Charakter dieser Krankheit ergiebt mit Sicherheit, dass sie durch die Aufnahme spezifischer Infektionsstoffe in das Blut bedingt wird. Vorzugsweise kommen die septikämischen Erkrankungen durch Vermittelung von Wunden und Geschwüren zustande, oder sie ent­wickeln sich infolge gangränöser Krankheitszustäude innerer Organe.
2. Die Pyämie ist eine akute, fieberhafte Infektionskrankheit, welche durch die Aufnahme Eiter erzeugender Mikroorganismen be­dingt wird. Die Gefahr bei dieser Krankheit liegt in der Möglichkeit der Entstehung eiteriger Metastasen.
Septikiimie wie auch Pyämie kommen beim Hunde nicht oft vor. Es wurden z. B. im Jahre 1887 — 1888 an der Spital- und Poliklinik für kleine Haustiere der Königl. Tierärztlichen Hochschule zu Berlin insgesamt 9060 Hunde behandelt, von denen 4 mit Septikiimie und 3 mit Pyämie behaftet waren. In dem Jahre 1889 1890 betrug die Gesamtzahl der behandelten Hunde 10081 und es waren 7 Patienten mit Septikämie und 8 mit Pyämie darunter.*)
Symptome und Verlauf. Bemerkenswert ist im Beginne der Septikämie das hohe Fieber (41deg;—42deg;); diese hohen Temperatursteigerungen dauern jedoch meist nur 2-3 Tage an. Von da ab sinkt die Temperatur, und zwar oft ganz plötzlich bis unter die Norm; so ist die Agonie, welche nicht selten 24 36 Stunden dauert, immer durch abnorm niedrige Blut-temperatur (36,0) gekennzeichnet. Die Pulsfrequenz ist anfangs massig stark, in späteren Stadien der Krankheit wird jedoch häufig noch das Doppelte der Norm überschritten, die Pulswelle ist dann kaum fühl­bar oder spritzend. Die Respiration ist etwas angestrengt und be­schleunigt. Die Futteraufnahme liegt ganz darnieder. Die Palpation des Hinterleibes löst oft Schmerzen aus. Fast regelmässig bekundet sich die Erkrankung des Verdauungsapparates durch Erbrechen. Die Patienten drängen auf den Kot, der äusserst übelriechend und zu Ende des Leidens immer diarrhoeisch ist. Man beobachtet dunklere, oft ikterische Verfärbung der Kopfschleimhäute. Die Psyche ist hoch-
*) Cfr. Bericht über die Königl. Tierarzt!. ITociiHclinle zu Berlin Im Archiv für wissenschaftliche und praktische Tierheilkunde.
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gradig eingenommen und die Patienten zeigen eine grosse Schwäche. Lokalaffektionen sind nur selten nachzuweisen (z. B. Stomatitis ulcerosa). Die Krankheitsdauer ist eine kurze und der Ausgang des Leidens fast ausnahmslos ein tödlicher.
Die Symptome der Pyämie sind nicht in allen Fällen die gleichen. Die örtlichen Erscheinungen können sich äusserst verschieden gestalten. Man heohachtet z. B. als ursächliche Momente: Quetsch­wunden mit Unterminierung der Haut, stark gespannte Abscesse oder auch wohl gelegentlich im Verlaufe der Staupe eine Furunculosis am Kopfe mit sekundärer Vereiterung der regioniiren Lymphdrüsen etc. Mit diesen chirurgischen Lokalsymptomen verbinden sich: Fieberhafte Temperatiirerhöhung, wobei das Fieber oft mit Schüttelfrösten ein­setzt, gestörte oder vollkommen unterdrückte Flitteraufnahme und Niedergeschlagenheit.
Gelingt es nun durch sachgemässe Behandlung die lokalen Eiterungsherde zu beseitigen, so dass die Quelle für die purulente In­fektion zerstört ist, so gehen die Allgemoiusymptome nach wenigen Tagen zurück. Oft kann man beobachten, wie die hochgradig gesteigerte Bluttemperatur innerhalb 24 Stunden bis fast auf die Norm herunter­sinkt und sich auch, sofern es nicht zur Metastasenbildung kommt, bis zur Genesung des Patienten auf normaler Höbe hält. Wie schon oben gesagt, liegt die Gefahr einer pyämischen Erkrankung in der „Fernwirkungquot; des Eiters. Je nach dem Organe des Körpers, in welches das Blut die resorbierten Elemente des Eiters hineinträgt, kommt es zu einer metastatischcn Lungenentzündung oder der Aus­bildung von Abscessen in der Leber, den Nieren etc. Hieraus erhellt, dass das Krankheitsbild der Pyämie äusserst vielseitig sein kann, und ihr Verlauf hauptsächlich von der Dignität der betroffenen Organe abhängt. Im allgemeinen ist die Krankheitsdauer länger als bei der Septikämie, und die Ausgänge in Genesung sind häutiger.
Diagnose. Hauptmerkmale für die Diagnose bei der Form von Septikämie, welche nicht auf traumatischem Wege entsteht, und nur diese macht diagnostische Schwierigkeiten, bieten: Das hohe Fieber und die schweren Störungen des Allgemeinbefindens, ohne dass man eine Krankheit in einem bestimmten Organe nachweisen kann. Verwechselungen können vorkommen mit den schweren 1'allen von Ikterus, jedoch ist hierbei als prävalierendes Symptom die hochgradige Gelbfärbung der sicht­baren Schleimhäute, sowie der Haut an den unpigmentierten Körper-
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stellen zu nennen. Auch kennzeichnet sich eine derartig schwere Er­krankung an Gelbsucht durch die dunkelcitronengelbe Farbe des Harnes. Vergiftungen (z. B. mit Phosphor oder Kochsalz) lassen sich durch sorgfältiges Erheben der Anamnese ausschliessen.
Die Erkennung einer Krankheit als Pyämie gründet sich auf die Erscheinungen der fieberhaften Infektion und gleichzeitig auf den Nachweis der primären oder metastatischen eiterigen Entzündungsherde.
Therapie.
Sowohl bei der Soptikänlie wie auch bei der Pyämie ist die Be-bandlung vorwiegend eine chirurgische. Von inneren Mitteln sind zu empfehlen das Kalomel in Dosen von 0,05—0,1, womit man eine Des­infektion des Darmkanales herbeiführen kann.
Das hocbgradige Fieber ist mit Antipyreticis zu bekämpfen. Bei der Septikämie wende man den Kampfer an und zwar entweder innerlich in Form von Emulsionen oder subkutan als Kampferspiritus resp. Kampferöl.
Ep. 01. camphorat.
(oder Spirit, camplmrat.) 10,0.
1). S.: Innerlich. 1—2mal tägl. eine 6 yr. Spritze voll mir subkutanen Injektion.
oder Rp. Camphor, tritae .rgt;,0.
Aq. dent. 150,0.
Fiat ope Gummi arahiei Emulsio.
D. S.: Innerlich. 2 mal tiiglich
1 Easlöft'el voll üu geben.
Auch gegen die Schwächezustände ist der Kampfer als bestes Mittel anzuwenden, (legen das pyämische Fieber gehe man mit Chinin vor, dessen spezitisebe Wirkung auf die farblosen Blutkörperchen hier zur Geltung kommen kann.
Rp. Decoct. Cortic. C/nnae 5,0:150,0 oder Rp. Chinin, muriat. 2,0.
D. S.: Innerlich. 3mal täglichnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Gummi aralnci et Sdcchari älhi
1 Essliiffel voll zu geben.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;qu. s. f. mnssa IHlulur. e qua
furment, Pilulae No. X. 1). S.: Innerlich. 3—4 mal tägl. 1 Pille.
Die Tollwut. Wutkrankheit. byssa. Rabies.
Aetiologie.
Während man früher allgemein annabm, dass die Tollwut bei den Hunden spontan entstehen könne und als Ursachen der Selbstentwicklung Rasseneigentümlicbkeit, unbefriedigten Geschlechtstrieb, grosse Sommer-
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liitze, sowie auch bedeutende Winterkälte, Mangel an Trinkwasser, zu üppige Nahrung, Nervosität etc. beschuldigte, gilt es heutzutage als eine unbestrittene Thatsache, dass sich die Krankheit nur durch An­steckung erhält und weiterverbreitet. Allerdings ist es bis jetzt, trotz zahlreicher Forschungen, noch nicht gelungen, die Mikroorganismen, welche das Contagium darstellen, aufziifinden. Aber die einschlägigen Untersuchungen Pasteurs ergaben mit Bestimmtheit, dass sich der Ansteckiiugsstoff in der Substanz des Gehirns, des Rückenmarkes und der Nerven fortentwickelt. Durch Resorption gelangt derselbe in die Blutbahn und wird dann hauptsächlich mit dem Speichel ausgeschieden. Wahrscheinlich geschieht in allen Fällen die Übertragung des Infektions-stoffes auf gesunde Tiere dadurch, dass der Speichel eines wutkranken Hundes, seltener eines anderen Tieres, gelegentlich eines Bisses in die Haut oder Unterbaut eingeimpft wird. Nicht unmittelbar nach der erfolgten Ansteckung wird ein Tier offenkundig wutkrank; es verstreicht erst eine verschieden lange Zeit, bis sich die ersten Krankheitssymptome zeigen. (Inkubationszeit.) Die Inkubationszeit bei dem Hunde beträgt 8—6 Wochen; häufig beläuft sie sich auf viele Monate und oft nur auf wenige Tage. Wodurch diese Verschiedenheit in der Wirkung des Contagiums bedingt wird, ist noch nicht aufgeklärt. Es ist wohl denkbar, dass dasselbe an der Impfstelle längere Zeit liegen bleibt, ohne die für seine Weiterentwickelung günstigen Bedingungen vorzu­finden, und so nur langsam in den Körper eindringen kann, während ein anderes Mal die Resorption schneller von statten geht.
Symptome.
In den Symptomen tritt bei den Hunden bald ein mehr auf­geregtes, heftiges und wütendes Benehmen, grosse Reizbarkeit, Tob­sucht, Drang zum Entlaufen und Neigung zum Beissen (rasende Wut) hervor, während sich in anderen Füllen das Krankheitsbild mehr durch ein ruhiges Benehmen, Aufsuchen einsamer Orte, grosse Schwäche und Niedergeschlagenheit, sowie Lähmung einzelner Körperteile zeigt (stille Wut). Pasteur nimmt an, dass die rasende Wut entsteht, wenn das Contagimn vorwiegend im Gehirn zur Fntwickelung kommt, die stille Wut hingegen dann auftritt, wenn hauptsächlich das Rückenmark in Mitleidenschaft gezogen ist. Interkranielle Impfung bedingt nach ihm die rasende Form, während subkutane Übertragung des virulenten Materials den Ausbruch der stillen Wut nach sich zieht.
Beide Formen haben einen akuten, typischen und sicher tödlichen Verlauf.
.
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I. Rasende Wut. Das Krankheitsbild setzt sich aus drei aufeinanderfolgenden Stadien zusammen; man unterscheidet:
1.nbsp; nbsp;Das melancholische = prodromale Stadium.
2.nbsp; nbsp;Das maniakalische == Irritations-Stadium.
3.nbsp; nbsp;Das End- == paralytische Stadium.
Das melancholische Stadium umfasst einen Zeitraum von 12—48 Stunden. Es ist hauptsächlich gekennzeichnet durch eine Änderung in dem gewöhnten Benehmen der Hunde. Einige Tiere sind scheinbar munter und auffallend freundlich, viele sind mürrisch, träge und nicht zutraulich; sie wechseln häufig ihr Lager, wobei sie oft ganz plötzlich, wie erschreckt aufspringen. Der Appetit ist ver­mindert, oder es wird gar keine Nahrung aufgenommen. Dagegen zeigt sich gewöhnlich eine deutlich hervortretende Neigung, ungeniess-bare Gegenstände (Holz, Steine, Leder, Stroh etc.) zu benagen und selbst abzuschlucken. Nicht selten plätschern wutkranke Hunde mit der Zunge in kaltem Wasser. Die Ansicht, dass die Hunde in der Tollwut eine Scheu vor dem Wasser hätten, ist falsch. Des weiteren wird Würgen, Neigung zu Erbrechen, auch wohl eine leichte Be­schwerde bei dem Schlingen beobachtet. Fast in allen Fällen leiden die Tiere an Verstopfung.
Während des maniakalischen Stadiums sind die wichtigsten Erscheinungen der Tollwut zu beobachten. Es hat eine Dauer von 3 — 4 Tagen, während welcher Zeit Wut- und Krampfanfälle auf­treten. Die Symptome sind nicht dauernd gleich stark, sondern an­fallsweise deutlicher ausgeprägt, worauf wieder vollständige Beruhigung eintritt.
Die Unruhe steigert sich und die Tiere werden von einem un­widerstehlichen Drange zum Entweichen befallen. Stubenhunde wechseln oft ihr Lager und gehen auffallend häufig an die Thür, um zu fliehen. Angebundene oder eingesperrte Hunde suchen ihre Ketten und Stricke zu zerbeissen oder die Wände des Käfigs zu zernagen. Ist es ihnen gelungen, zu entkommen, dann irren sie planlos umher und durch­laufen oft in kurzer Zeit bedeutende Strecken; zuweilen kehren sie aber noch an demselben oder am folgenden Tage zurück. Sie ver­kriechen sich dann an abgelegenen Orten, um nach kurzer Zeit der Ruhe von neuem zu fliehen. Nebenbei zeigen sie eine grosse Beiss-wut, sie fahren auf alles, was ihnen in den Weg kommt, los, beissen sich auch wohl an leblosen Gegenständen fest. Die Stimme ändert
Arnims, Krankheiten des Hundes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2
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sich, sie wird heiser; die hervorgestossenen Töne halten die Mitte zwischen Bellen und Heulen.
Während des Endstadiums magern die Hunde meist hochgradig ab, sie erhalten „durch ihr struppiges Haar, die eingefalleneu Flanken, die matten, zurückgesunkenen Augen, die getrübte Hornhaut, das meist offenstehende, trockene Maul mit hervorhängender, bleifarbiger Zunge ein unheimliches und ekelhaftes Aussehenquot;. Verschiedene Lähmungen machen sich geltend. Meist beginnen diese Zustände mit einer Lähmung des Unterkiefers und der Zunge, das Schlingvermögen ist vollkommen aufgehoben. Die Tiere schwanken bei dem Gehen und fallen oft auf die Seite. Endlich ist auch die Nachhand vollkommen gelähmt, so dass die Hinterfüsse nachgeschleppt werden und der Schweif kraftlos herabhängt. Zuweilen treten bei den Patienten, die schliesslich schlaf­süchtig darniederliegen, Convulsionen ein, welche in immer grosser werdenden Zwischenräumen erfolgen. Am 5.-8., spätestens jedoch am 10. Tage der Krankheit endet das Leiden; an allgemeiner Er­schöpfung und Gehirnlähmung gehen die Patienten zu Grunde.
II. Stille Wut.
Diese Form der Tollwut hat einen kürzeren Verlauf als die so­eben geschilderte, von der sie sich hauptsächlich nur durch das Fehlen des mittleren Stadiums (maniakalisches oder Irritations-Stadium) unterscheidet. Die Lähmungserscheinungen treten häufig schon im Beginne der Krankheit hervor und zwar ist meist zuerst der Unter­kiefer gelähmt.
Der Tod erfolgt bei der stillen Wut schon am zweiten oder spätestens am dritten Tage.
Diagnose. So charakteristisch das Gesamtbild der Tollwut ist, so wenig markant sind die einzelnen Symptome der Seuche. Die Diagnose ist wesentlich erleichtert, wenn durch die Anamnese festgestellt wird, dass die Krankheitserscheinungen sich in Anschluss einer Bisswunde aus­gebildet haben. Berücksichtigt man dann die Veränderung des Be­nehmens und der Stimme des Hundes, den Drang zum Entweichen, die aggressive Beisssucht, die Lähmungserscheinungen und den akuten, typischen Verlauf des Leidens, so ist ein Irrtum in der Deutung des Leidens kaum möglich. Recht schwer ist es häufig, die stille Wut zu erkennen, besonders, wenn es sich um gut dressierte Hunde
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handelt,, und die Anamnese und der Krankheitsbericht ungenau oder falsch sind.
In allen solchen Fällen, hauptsächlich jedoch, wenn ein Mensch von dem der quot;Wut verdächtigen Tiere gebissen ist, empfiehlt es sich, eine interkranielle Impfung vorzunehmen.
Zu diesem Zwecke überträgt man ein frisches Stückchen Gehirn oder Rückenmark auf einen Hund oder ein Kaninchen, wodurch dann, sobald die Impfung mit virulentem Material ausgefü hrt wurde, innerhalb 15 Tagen ein charakteristisches Bild der Tollwut bei den Versuchs­tieren auftreten muss.
Das Krankheitsbild der Tollwut bietet einige Ähnlichkeit mit den Symptomen anderer Krankheiten, von denen die wichtigsten etwa folgende sind: Gehirnentzündung, Gehirnhyperämie, Staupe (nervöse Form), Fremdkörper im Maule, im Schlünde oder im Darme, Parasiten in der Nasenhöhle (Pentastomum tänioides) oder in dem Darmkanal (speziell Tänia Echinococcus), Lähmung einzelner Muskelgruppen, Bösartigkeit, Sonnenstich, Reizerscheinungen nach Wegnahme der Jungen u. dergl. m.
Therapie.
Nach dem Aussbruche der Wutkrankheit ist eine direkte Be­handlung erfahrungsgemäss aussichtslos. Alle zur Bekämpfung dieses Leidens angeführten Mittel haben sich nicht bewährt und es ist zweifelhaft, ob es überhaupt jemals gelingen wird, ein erfolgreiches Heilverfahren aufzufinden. Zweckmässig ist immer die prophylaktische Behandlung der Wunden, die ein wutkranker Hund einem anderen zugefügt hat. Cauterisation der Bisswunde mit dem Glüheisen oder die Applikation von Ätzmitteln (Ätzkali, Schwefelsäure, Sublimat etc.) oder schliesslich die Pbcstirpation der gebissenen Stelle resp. Narbe ist immerhin ratsam. Es hält jedoch oft recht schwer, die Wunden ausfindig zu machen, und hauptsächlich sind die kleinsten Verletzungen, welche als die gefährlichsten in Bezug auf die Infektion angesehen werden müssen, meist gar nicht zu entdecken.
Über die in der neuesten Zeit von Pasteur in Vorschlag gebrachte Präventiv-Impfung läsect;st sich nach der thatsächlichen Erfahrung noch kein definitives Urteil abgeben.
Es muss sich demnach das prophylaktische Verfahren vor allen Dingen daraufhin erstrecken, durch die Anwendung indirekter Schutz­massregeln gegen die Verbreitung der Seuche vorzugehen. Hierzu gehört eine strenge Durchführung der polizeilichen Schutzmassregeln,
2*
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wie sie das „Reichsgesetz, betreffend die Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 23. Juni 1880quot; vorschreibt. Sodann die Ein­führung des Maulkorbzwanges an allen Orten und die Erhebung einer nicht zu gering bemessenen Hundesteuer. In welchem Masse, z. B. in Baden, die Verbreitung der Tollwut seit der Erhöhung der Hunde­steuer und der mit dieser eingeführten Hundemarke abgenommen hat, ergiebt sich aus folgender Übersicht*):
1871 waren 18 Hunde wutkrank ) Alte Steuer,
1873
laquo;
37
1875
raquo;
43
1876
n
28
1878
raquo;
4
1880
n
2
1882
raquo;
3
1884
ii
2
keine Hunde­marke.
Erhöhte Steuer und Hunde­marke.
1886, 1888, 1889 kam kein Fall mehr zur Behandlung.
Der Oelenkrheuniatismus. Polyartritta rheumatica.
Definition und Aetiologie.
Der Gelenkrheumatismus ist eine Infektionskrankheit, welche sich durch die Entzündung meist mehrerer Gelenke (Polyarthritis) und ein durch Fieber gestörtes Allgemeinbefinden kennzeichnet.
Der Infektionsstoif ist zur Zeit noch nicht bekannt. Während man früher als Hauptursache der Erkrankung Erkältung annahm, so unterliegt es heutzutage wohl keinem Zweifel mehr, dass die Gelenk­entzündung hier nur symptomatische Äusserungen eines allgemeiner wirkenden Vorganges darstellen. Hierfür spricht das Auftreten der Entzündung an zahlreichen von einander entlegenen Gelenken, das Rückgängigwerden des Prozesses an dem einen und das Auftreten desselben an einem anderen, bisher gesunden Gelenke, die so häufig entzündliche Mitbeteiligung des Herzens (Endocarditis) und die fieber­haften Allgemeinerscheinungen. Es hat jedoch .den Anschein, als ob durch eine Erkältung eine gewisse Prädisposition für den Gelenk­rheumatismus geschaffen werde.
*) Tierärztliche Mitteilungen von Ober-Regierungsrath Dr. Lydtin, XXIV. Jahr­gang 1889, pag. 186.
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Symptome und Verlauf. Die Krankheit kann in verschiedenartiger Weise beginnen, und gar nicht selten lassen die ersten Erscheinungen noch keineswegs er-schliessen, was man eigentlich vor sich hat. Allgemeine Mattigkeit, verminderte Fresslust und verzögerter Kotabsatz sind oft die einzigen Erscheinungen, welche sich zeigen, oder es tritt Fieber auf, welches sich durch Frösteln bekundet. In noch anderen Fällen machen sich gleich anfänglich Gelenkschmerzen geltend, so dass die Patienten bald auf diesem, bald auf jenem Fusse lahmen. Die Krankheit setzt oft ganz momentan ein, so dass die Tiere, ohne nachweisbare Ursache die geforderte Dienstleistung versagen oder nach kurzem Aufschrei ihren Weg „auf drei Beinenquot; fortsetzen. Charakteristisch ist es, dass im Verlaufe der Krankheit gewöhnlich mehrere Gelenke befallen werden. Man kann fast immer beobachten, dass die verschiedenen Gelenke nicht gleichzeitig, sondern nach einander ergriffen werden und zwar meist so, dass identische Gelenke der beiden Körperseiten gleichzeitig oder bald nacheinander krank sind. Ein markantes Merkmal der rheumatischen Polyarthritis anderen Gelenkentzündungen gegenüber ist es, dass die betroifenen Gelenke, selbst wenn sie hochgradig krank sind, oft unerwartet schnell wieder vollkommen frei werden; wobei es dann aber auch geschehen kann, dass das gesunde Gelenk ein zweites und drittes Mal befallen wird. Am häufigsten beobachtet man die Erkrankung an den Knie- und Ellenbogengelenken, dann folgen die Carpal- und Tibiotarsalgelenke. Das erkrankte Gelenk ist meist vermehrt warm und ödematös geschwollen, oder es fühlt sich gespannt an und man kann durch Fluktuationsgefühl einen Erguss in die Ge­lenkhöhle konstatieren. Die Schmerzen sind laquo;tets recht heftig. Bei massigen Graden des Übels werden sie oft nur bei Bewegungen des Gelenkes (aktiven oder passiven) empfunden; in intensiven Fällen hin­gegen macht sich der quälende Schmerz auch bei •vollkommener Ruhe des Teiles bemerkbar, so dass empfindliche Patienten nicht selten vor sich hin stöhnen. Die innere Körpertemperatur ist fieberhaft erhöht, was sich besonders im Anfange der Krankheit bemerkbar macht (40,5deg; C). Der Gang des Fiebers ist im allgemeinen ein unregolmässiger und ent­spricht in dieser Hinsicht dem wechselvollen Verlaufe der Gelenk­affektionen. Wie sich nämlich diese letzteren oft tagweise ermässigen, und die Schmerzen derartig nachlassen, dass man der Genesung schon nahe zu sein glaubt, dann aber dieselben Gelenke oder bisher gesunde von neuen Anfällen heim gesucht werden, so sinkt aucii die Körper­temperatur oft bis zur Norm herab, um bei Verschlimmerung der Ge-
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lenkleiden einen neuen Aufschwung zu nehmen. Der Puls bietet gewöhnlich eine der Temperatursteigerung entsprechende Beschleu­nigung dar.
Der Verlauf der Krankheit bei dem Hunde ist der Regel nach ein akuter. Die Dauer des Leidens nimmt einen Zeitraum von durch­schnittlich 6—10 Tagen in Anspruch, wenn nicht Recidive auftreten, durch welche dann die Krankheit doppelt so lange andauern kann. Der Erfahrung gemäss wird eine entzündliche Beteiligung des Herzens, namentlich eine Endocarditis, seltner eine Pericarditis, als Komplikation des akuten Gelenkrheumatismus beim Rinde recht häufig beobachtet. Bei dem Hunde lässt sich eine derartige Mitleidenschaft des Herzens nur selten nachweisen, weil die Hunde schon an und für sich recht häufig mit Klappenfehlern behaftet sind, und man die zuverlässigsten Anhaltspunkte für das Bestehen einer Endocarditis erst aus dem Nach­weise eines durch die Entzündung gesetzten Klappendefektes schöpft.
Differentialdiagnose. Diagnostische Schwierigkeiten können sich darbieten, besonders im Beginne der Krankheit, wenn neben dem bestehenden Fieber die (ielenkaffektionen noch nicht entschieden hervortreten oder wenn gar andere Erkältungskrankheiten: ein Muskelrheumatismus oder eine Bronchitis etc. der Lokalisation an den Gelenken vorausgeht. Zu recht unangenehmen Täuschungen geben insbesondere jene sekundären multiplen Gelenkentzündungen Anlass, welche zuweilen im Geleite der Pyämie auftreten, was besonders dann leicht möglich ist, wenn der primäre, die Infektion vermittelnde Krankheitsherd versteckt liegt und der Fall durch den anamnestischen Befund nicht hinreichend aufgeklärt werden kann. Jedoch gelingt es wohl immer schon nach wenigen Tagen, sich über das Krankheitsbild klar zu werden, wenn man beobachtet, wie oft plötzlich und unerwartet eine Wendung zum Besseren eintritt (cf. oben).
Therapie. In prophylaktischer Beziehung schütze man Hunde vor Erkältungen, man lasse z. B. speciell grosse Hunde nicht, wie es häufiger geschieht, ohne jede Unterlage auf dem Erdboden liegen. Nach dem Baden müssen die Tiere, und insbesondere solche mit langhaarigem Fell gut getrocknet werden. Geschorene Hunde halte man mehrere Tage lang im Zimmer, lasse sie jedenfalls zunächst nicht bei Regenwetter ins Freie.
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Die geschwollenen Gelenke sind mit wollenen Binden zu banda­gieren und zuvor mit desinfizierenden Salben einzureiben, wozu sich am besten Kampher-, Karbol- oder Creolinsalben eignen.
Kp. Vcmphor. tritae 3,0. Vng. Paraf. 30,0. M. f. Ung. D. S.: Äusserlicli zur Kinreibung.
In verzögerten Fällen empfiehlt es sich, Jodtinktur aufzupinseln und die Aufsaugung des arthritischen Exsudates durch Laxantien zu fördern.
Kp. Sal. Carol, factit. 10,0. Äq. Destill. 150,0. M. f. Sol
D. S.: Innerlich 3stündlich einen Thee(E88)18ftel voll zu geben.
Ausser dieser symptomatischen Behandlung der Lokalaffektionen, gehe man gegen die Krankheit selbst mit Antirheumaticis vor. Ganz besonders zu empfehlen ist die Applikation des Salols und demnächst der Salicylsäure resp. des Natrium salicylicum
Rp. Saloli 0,25—0,5—1,0. Bent. tat. Dos. JVo. X. 8.: Innerlich. 3 stund lieh Pulver zu geben.
Rp. Natr. salicylic. 20,0. Aq. dest. 300,0. einnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. f. Sol.
D. S.: Innerlich. 3stündlich 1—2 Thee (Ess) löffel voll zu geben.
Ferner ist für einen warmen, gut ventilierten Aufenthaltsort und absolute Ruhe der Patienten Sorge zu tragen.
Die Tuberkulose.
Aetiologie. Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, welche durch das Eindringen eines spezifischen Spaltpilzes (Bacillus tuberculosis) in den Tierkörper hervorgerufen wird. Dieser Mikroorganismus ist ein kleines schlankes Stäbchen, welches etwa so lang ist, wie zwei Dritteile des Durchmessers eines roten Blutkörperchens. Es vermehrt sich durch Queerteilung, bildet aber auch ovale Dauersporen, welche dann wieder zu Bacillen auswachsen.
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Der als Tuberkulose bekannte Krankheitsprozess ist durch die Bildung kleiner, zelliger, gefässloser Knötchen, welche käsig zerfallen oder verkalken, ausgezeichnet. Während man früher alle Krankheits-zustände, bei welchen Knötchen, Knoten oder käsige Herde entstanden, gemeinhin den tuberkulösen Afl'ektionen subsunnnierte, rechnet man heutzutage nur diejenigen pathologischen Zustände zu der Tuberkulose, welche durch den Tuberkelbacillus verursacht und unterhalten werden.
Durch das Eindringen der Bacillen in ein Gewebe wird ein spezi­fischer Reiz ausgeübt, welcher eine Kernveränderung und Wucherung der fixen Gewebszellen hervorruft und die Bildung einer grossen An­zahl „epithelioider Zellenquot; zur Folge hat. Diese Zellen gruppieren sich zu knötchenartigen Haufen und zwar so, dass sie von einander durch Bindegewebsfasern (Reticulum) getrennt sind. Mit der Bildung dieser Knötchen kommt es gleichzeitig zur Auswanderung weisser Blut­körperchen in die Nachbarschaft derselben. Solches Knötchen ist schliesslich hirsekorngross und sieht grau und durchscheinend aus. Allmählich machen sich in den Tuberkeln regressive Veränderungen bemerkbar, welche sich dadurch zu erkennen geben, dass die Knötchen undurchsichtig, gelblichweiss werden und in der Mitte eine körnig krümmliche Masse, als Ausdruck der vom Centrum beginnenden Ver­käsung zeigen.
Die Tuberkulose kommt bei dem Hunde nicht so selten vor, wie man früher allgemein annahm, wenn auch Hunde für die pathogenen Wirkungen der Tuberkelbacillen nicht in demselben Grade inklinieren wie viele andere Tiere. Nach den neuesten Untersuchungen, welche von Jensen*) vorgenommen wurden, erinnert das Auftreten der Tuber­kulose beim Hunde stark an die Eigentümlichkeiten der Rindertuber­kulose. Die Krankheit befällt besonders häufig Lunge und Lebei, auch die Nieren und die serösen Häute. Von 28 Fällen, die der letzt­genannte Autor beobachtete, war 19 Mal die Lunge ergriffen; Miliar­tuberkulose war selten. Meist wurden zerstreute, oft käsige, bis bohnengrosse, in 2 Fällen bis eigrosse, im Innern zerfallene Knoten nachgewiesen. Häufig war der Charakter einer m. o. w. ausgebreiteten, zuweilen lobulären Pneunomie zu erkennen, bei der keine Verkäsungs-prozesse, wohl aber Eiterung und Kavernenbildung beobachtet wurden. Die Bronchien schienen nur selten ergriffen; die Lymphdrüsen der Brusthöhle waren häufig tuberkulös infiziert, oft in grosse speckige Tumoren mit centralem Zerfall verwandelt. Auch hier fand sich keine
*) Deutsche Zeitschrift für Tiermedizin cf. 4.
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wahre Verkäsung, dagegen oft eine eigentümliche Einschmelzung mit fettiger Degeneration, so dass zuweilen die Geschwulst geradezu in eine Cyste mit weissem Inhalte verwandelt war. In der Hälfte der Fälle war die seröse Auskleidung der grossen Körperhöhlen und am häufigsten die Pleura ergriffen. Der krankhafte Prozess führte hier zu weicher Bindegewebsneubildung von zahlreichen, zusammenfiiessen-den Knötchen oder grösseren Tumoren; vereinzelt bedingte er eine Pleuritis sero-fibrinosa oder purulenta. Zweimal bestand eine ähnliche Entzündung im Perikardium. Wiederholt wurde gefunden, dass das Mediastinum in ein sehr dickes, gefaltetes Blatt umgewandelt war, welches zahlreiche Tuberkel enthielt. Im Herzen, sowie in den Lymph­drüsen am Kopfe und Halse fanden sich nur selten tuberkulöse Prozesse. Häufig waren dagegen die Mediastinaldrüsen und in mehreren Fällen ganz ähnlich wie dies bei den Brustdrüsen beschrieben, erkrankt. Darmtuberkulose war recht selten und auf einzelne unbedeutende Geschwüre beschränkt. Die Leber war häufig mit kleinen Knötchen durchsetzt; bis eigrosse Herde waren hier seltner, sie enthielten jedoch dann regelmässig im Centrum den milchweissen, von fettiger Degene­ration herrührenden Inhalt. Während die Milz nur zweimal tuberkulös befunden wurde, liess sich zwölfmal eine tuberkulöse Nierenentzündung nachweisen. Es zeigten sich dabei meist zerstreute Knoten in der Mark- und Rindensubstanz, oft aber wurden auch bei indurierender Nephritis, besonders in der Marksubstanz, käsige Herde angetroffen. In einem Falle war das Nierenbecken ulceriert. Tuberkulose der Urethra und Blase wurde auch je nur einmal konstatiert.
Symptome.
Die Tuberkulose des Hundes ist durch eine ganz allmähliche Entwickelung ausgezeichnet. Die Patienten sind mit einem matten, dumpfen Husten behaftet, der sich gewöhnlich bei Aufregung der Tiere zeigt und besonders des Morgens stärker hervortritt. Die physikalische Untersuchung der Lunge liefert bei der Perkussion häufig den normalen Befund; sind die krankhaften Veränderungen stärker ausgeprägt oder liegen die Herde mehr an der Oberfläche der Lunge, so ist der Perkussionsschall stellenweise gedämpft. Bei der Auskultation hört man verstärktes Vesikuliiratmen, Rasselgeräusche oder auch wohl Bronchialatmen. Die Atmung ist meist beschleunigt und mehr oder weniger erschwert.
Ausserdem sind die Patienten stark abgemagert, zeigen ein glanz­loses Deckhaar und sind sehr hinfällig.
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Diagnose.
Für gewöhnlich ist eine sichere Feststellung • dieses Leidens bei Lebzeiten des Hundes nicht möglich.
Die chronische Pneumonie, die Carcinomatose oder Sarkoraatose der Lunge liefern häufig ganz ähnliche Befunde wie die Tuberkulose.
In einzelnen Fällen gelingt es jedoch in dem Nasenausflusse oder dem Auswurfe Tuberkelbacillen nachzuweisen, wodurch dann natürlich jeder Zweifel beseitigt wird. Wie weit wir in dem Kochschen Mittel ein sicheres lloagens für die Hundetuberkuloso haben, lässt sich bei der geringen Anzahl von einschlägigen Untersuchungen zur Zeit noch nicht mit Sicherheit sagen*).
Therapie. Es giebt keine Mittel oder Kurverfahron, durch welchen man dem tuberkulösen Prozess Einhalt thun kann. Es bleibt für die Therapie nur übrig, das in jedem einzelnen Falle prävalierende Symptom zu bekämpfen und durch gute Fütterung die Konstitution der Patienten aufzubessern.
Der Milzbrand. Anthrax.
Definition und Allgemeines.
Der Milzbrand ist eine Infektions - Krankheit, welche durch den Milzbiandbacillus (Bacillus Anthracis) hervorgerufen wird. Ungleich seltner als die anderen Haustiere werden Hunde von dieser Seuche befallen. Ich will deshalb auch nicht eingehend darüber abhandeln.
Wohl fast ausnahmslos scheint bei Hunden das Fressen des Fleisches oder das Auflecken des Blutes milzbrandkranker Tiere das ursächliche Moment der Infektion zu sein. Browns**) sah z. B. zwei Hunde, welche das Blut eines milzbrandkranken Ochsen aufleckten und von dem Kadaver dieses Tieres frassen, „nach wenigen Stunden verendenquot;. Wiltshire***) beschreibt einen Ausbruch der Seuche in Natal und berichtet, dass Hunde nach dem Genüsse des Fleisches milzbrandkranker Rinder Schwellungen am Kopfe bekommen hätten und gestorben seien.
*) Monatshefte für prakt. Tierheilkunde. Frühner, Bd. II, Heft, 12. **) The Veterinarian etc. for. 1888, pag. 367. #9830;*#9830;) The veter. journal. Vol. XXV, pag. 327.
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Peuch*) beobachtete die Krankheit bei einem Hunde, welcher eine Verletzung an der Zungenspitze hatte und krankes Fleisch verzehrte.
Symptome und Verlauf.
Meist schon wenige Stunden nach der Aufnahme des virulenten Materials machen sich bei dem Hunde die ersten Krankheitser­scheinungen bemerkbar. Die Tiere bekunden eine auffallende Mattig­keit und Abgeschlagenheit. Die innere Körpertemperatur ist hoch fieberhaft erhöht; die sichtbaren Schleimhäute sind höher gerötet und bluten leicht. Einige Tiere liegen teilnahmslos darnieder, andere da­gegen sind unruhig und bekunden deutlich Kolikschmerzen; der ab­gesetzte Kot ist nicht selten diarrhoeisch und mit Blut vermischt. Neben diesen Allgemeinsymptomen findet man fast ausnahmslos auch noch „sichtbare Lokalisationenquot; des Krankheitsprozesses auf der Schleimhaut der Maul- und Kachenhöhle oder auf der Haut. An den betroifenen Organen treten im Plrkrankungsfalle umfangreiche Oedeme auf. Dieselben stellen diffuse, flache, teigige Schwellungen dar, welche schmerzlos sind und oft fluktuieren. Man hat sie haupt­sächlich am Kopfe und Halse beobachtet. In anderen Fällen bilden sich durch die Lokalwirkung des Milzbrandvirus Karbunkel; es sind dieses umschriebene, anfangs harte, heisse und schmerzhafte An­schwellungen der Haut, welche in späteren Stadien des Krankheits­verlaufes brandig zerfallen; sie fühlen sich dann kalt an und sind schmerzlos. Auch diese Form der Erkrankung etabliert sich besonders am Kopfe und Halse, also an Stellen, welche gelegentlich der Futter-aufnahme am meisten mit den infektiösen Stoffen in Berührung kommen.
Der Krankheits-Verlauf ist ein äusserst stürmischer und führt immer zum Tode. Hei dem mit Karhunkelbildung einhergehenden Milzbrande verzögert sich der Ausgang gelegentlich um 1—2 Tage, während sonst die erkrankten Tiere meist schon nach wenigen Stunden verenden.
Diagnose.
Das Krankheitsbild ist ein so charakteristisches, dass sich bei sorgfältiger Erhebung der Befunde diagnostische Schwierigkeiten kaum ergeben dürften.
In zweifelhaften Fällen wird durch die mikroskopische ünter-
#9830;) Revue vfetfer. 1886.
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suchung des Blutes und des Milzparenchyms oder die Impfung der bekannten Versuchstiere (Maus, Meerschweinchen) die Diagnose gesichert.
Therapie. Alle Heil versuche, welche bis jetzt angestellt sind und welche die Tötung der Milzbrandbacillen im Körper oder die Einschränkung ihrer pathogenen Wirkung bezw. ihrer Vermehrung bezweckten, sind erfolglos gewesen. So erübrigt es nur in prophylaktischer Hinsicht, die Tiere vor einer Infektion zu schützen, was am besten durch die strikte Be­folgung der Vorschriften der deutschen Reichs - Viehseuchen - Gesetz­gebung, auf welche hierdurch hingewiesen sei, erreicht wird.
Vergiftungen. Intoxikationen.
Allgemeines. Vergiftungen kommen bei Hunden im allgemeinen nur selten vor, weil diese Tiere trotz ihrer Naschhaftigkeit eine gewisse Vorsicht bei der Aufnahme irgend welcher Substanzen nie ausser Acht lassen. Es liegt auf der Hand, dass das unverwahrte Hinstellen, das Ausschütten oder Fortwerfen von Giftstoffen, die falsche Dosierung bez. unrichtige Anwendung eines Arzneimittels etc. gelegentlich zur Vergiftung eines Hundes führen kann, jedoch sind derartige Vorkommnisse nur selten, so dass eine kurze Uebersicht über die wichtigsten solcher Intoxikationen und deren Behandlung an dieser Stelle genügen dürfte.*) Nur eine Art der Vergiftung sei weiter unten, weil sie der Besitzer meist selbst verschuldet und man sie ziemlich häufig beobachtet, besonders hervor­gehoben; es ist die Fleischvergiftung.
Diagnose einer Vergiftung. Um die Diagnose „Vergiftungquot; kliaisch sicher zu stellen, hat man hauptsächlich folgende Punkte in Betracht zu ziehen:
1.nbsp; Die Anamnese, welche nachstehende Gesichtspunkte erwägen muss: Gesundheitszustand vor der Erkrankung, Alter, Fütterung, Auf­enthalt, die im Hause betriebenen Gewerbe bez. die dabei gebräuch­lichen giftigen Substanzen.
2.nbsp; nbsp;Die Krankheitserscheinungen. Der Verdacht einer Ver-
*) AusführlicliCH cf. in dein Lehrbuclie der Toxikologie von Prölmer oder dem „Tierärztlichen Arzneibuchquot; von Tereg und Arnold.
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giftung ist gerechtfertigt, wenn die Untersuchung ergiebt: Schwere, plötzlich auftretende Erkrankung, ohne sicher nachweisbare Ursache für dieselbe. Stürmischer (tödlicher) Verlauf, Beginn der Krankheit unmittelbar- nach der Futteraufnahme, eventuell gleichzeitige und gleichartige Erkrankung mehrerer Tiere, ein Krankheitsbild, welches aus der Kombination von gastrischen und nervösen Symptomen resultiert (Speicheln, Erbrechen, Durchfall und Benommenheit, Schwindel, Läh­mungen oder Unruhe, Tobsucht, Krämpfe).
Die Fleischvergiftung. Ptoinainevergiftnng.
Aetiologie.
Nehmen Hunde krankes, verdorbenes, /ersetztes oder in Fäulnis übergegangenes Fleisch auf, so erkranken sie häufig unter eigenartigen Erscheinungen, welche mit dem Namen Fleischvergiftung belegt werden. Man unterscheidet drei verschiedene Gruppen von Ptomainevergiftungen. 1. Fleischvergiftung, 2. Wurstvergiftung (Botulismus Alcantiasis), 3. Fischvergiftung. Die Giftigkeit dieser Nahrungsmittel ist bedingt, zum Teil durch den Gehalt derselben an Spaltpilzen (Bacillus enteri-tidis z. B.), zum Teil durch ihren Gehalt an chemischen Substanzen, welche als Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen anzusehen sind.
Obwohl man je nach der Art des aufgenommenen Nahrungs­mittels die einzelnen Intoxikationen verschieden benennt, so lässt sich aus den Symptomen doch nicht immer mit Sicherheit sagen, welches derselben die Vergiftung hervorgerufen hat. Man findet z. B. in ver­dorbenen Würsten (hauptsächlich in denen, die mit Semmel zubereitet werden) als giftige Substanz das „Ptomatropinquot;, welches sich jedoch gleichfalls in Fiscbfleisch, Schinken, Corned beef und rohem Fleisch bilden kann. (Tereg.)
Symptome. Die eben noch gesunden Hunde fangen plötzlich an zu würgen und erbrechen sich schliesslich wiederholt (übelriechende Massen). Es stellen sich äusserst heftige, auch oft blutige Diarrhöeen ein, und die Patienten bekunden starken Durst. Die Körpertemperatur beträgt nicht selten 40—42deg; C. Immer kann man eine ausserordentliche Schwäche, Hinfälligkeit und Mattigkeit nachweisen, Zustände, die bald in vollständigen Kollaps übergehen. Das Leiden führt meistens inner­halb 12—24 Stunden zum Tode, nachdem oft noch zuvor charakteristische Lähmungen (Ptosis, Aphonie) das Symptomenbild vervollständigt haben.
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Erliegen die Patienten dieser Vergiftung nicht, so erholen sie sich nur langsam.
Therapie.
In prophylaktischer Hinsicht muss man die Verfütterung ver-dorheneu, oder von kranken Tieren herrührenden Fleisches verhindern.
Die Behandlung derartig vergifteter Hunde leitet man am hesten durch ein Brechmittel oder die Anwendung der Magenpumpe ein. Als Emeticum ist das Apomorphin zu empfehlen.
Rp. Apomorphin. hydrochloric. 0,05. odernbsp; Kp. Gupri sulfuric. 1,0.
Aq. dest. 10,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aq. dest. 150,0.
M. f. Sol.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;D. S.: Innerlich. Stündlich einen
B. S.: Innerlich. 1 — 2 Grammnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bsslöffel bis ünr Wirkung.
spritzen zur subeutanen
Injektion,
Nach der so erfolgten Entleerung des Magens, versuche man den Darmkanal durch die Applikation von Calomel, Borsäure, Creolin, Salol., Bismut. subnitr. zu desinfizieren; z. B.
Rp. Creolin anglic. 0,25.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oder Ep. Acid, boric. 5,0.
Dent. tal. Dos. in capsul. gelati-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aq. dest. 150,0.
laquo;os. No. X.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. f. Sol
S.: Innerlich 2 mal täglich einenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;D. S.: Innerlich 3 mal einen
Kapsel.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bsslöffel voll.
In noch späteren Stadien der Krankheit erübrigt es nur noch, durch Excitantien den drohenden Kollaps fern zu halten.
Rp. Spirit, camphorat. 20,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;oder Rp. Spirit, aetherei 15,0.
D. S.: Innerlich, den 4. Teil zunbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;D. S.: Innerlich, stündlich 10
subeutaner Injektion.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tropfen mit einem Thee-
löffel Kaffee oder Wein zu geben.
Diverse gelegentlich vorkommende Vergiftungen:
J. Arsenik. (Durch das Auslegen von Rattengift in Form arsenikhaltiger Brodkugeln; Schwabenpulver — Schweinfurter Grün.) Symptome: Erbrechen, Speicheln, Würgen, (Anätzungen der Maul­schleimhaut) Verstopfung, Kolik, später übelriechender (blutiger) Durch­fall. Lähmungsartige Schwäche, frequenter (unfühlbarer) Puls. Coma. Behandlung: Antidotum Arsenici (viertelstündlich einen Esslöffel voll). Eisenfeile, Hammerschlag. Löschwasser der Schmiede. Magnesia usta (viertelstündlich eine Messerspitze voll). PMweisslösung, Schleim.
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Ü. Chloroform (gelegentlich der Narkose; wenn hierzu überhaupt Chloroform verwendet wird, so soll die eingeatmete Luft höchstens 40/0 davon enthalten.) Symptome: Aussetzender schwacher Puls, un-i'ühlharer Herzschlag, Sistieren der Atmung, Pupillenerweiterung, venöse Farbe des abfliessenden Blutes. Behandlung: Aussetzen der Narkose, künstliche Atmung (man bringe den Patienten in Rückenlage und führe mit den vorderen Extremitäten desselben solche Bewegungen aus, wie sie ein Mensch gelegentlich des Schwimmens mit den Armen machen würde). Kalte Douchen auf den Kopf. Subeutane Anwendung von Aether, Camphor, Atropin. (Atropin. sulfuric. 0,1. ]Aq. dest. 5,0. Eine Grammspritze voll).
8. Jodoform (durch das Ablecken von mit Jodoform behandelten Wunden, nach parenehymatösen Injektionen vorraquo; Jodof. - Emulsionen oder Lugol'scher Lösung). Symptome: Appetitlosigkeit, Erbrechen, Verstopfung. Schläfrigkeit, Betäubung, unterbrochen von Krämpfen. Subnormale Temperatur. Herzschwäche. Behandlung: Breclmnttcl. Kalium bicarbonicum (stündlich 1—2 Messerspitzen voll). Stärkemehl. Excitantien.
4.nbsp; nbsp;Karbolsäure (gelegentlich der Wundbehandlung mit derselben [Gebärmutterausspülungen] durch Ablecken von Theerpräparaten). Symptome: (Anätzungen der Maulschleimhaut) Speicheln, Erbrechen, Diarrhöe, Kolik, Lähmungen, tonisch-clonische Krämpfe. Coma. Sinken der Körpertemperatur. Dunkler, olivengrüner, nach Karbolsäure riechender Harn. Behandlung: Magenpumpe, Glaubersalz, Bittersalz. Eiweiss, Leimwasser. Excitantien wenn erforderlich.
5.nbsp; MwphM/m (zu grosso Dosen bei alten, fetten oder mit Herz­fehlem behafteten Hunden, individuell*) verschiedene Empfänglichkeit der einzelnen Tiere). Symptome: Betäubung, starke Pupillenver­engerung, Sistieren der Atmung. Herzschwäche. Behandlung: Exci­tantien. Kaifee. Atropin.
6.nbsp; nbsp;Phosplior. (Durch das Auslegen von Rattengift (Gerstenmehl mit Ph. als Latwerge.) Symptome: Blutiges Erbrechen (die er­brochenen Massen riechen nach Knoblauch und leuchten im Dunklen). Kolikanfälle, Durchfall; lähmungsartige Hinfälligkeit, Herzschwäche, Schleimhautblutungen. Behandlung: Cuprum sulfuricum in wässeriger Lösung (2,0 : 150,0 esslöffelweise) oder altes Terpentinöl (1—2 Thee-löffel voll mit Milch). Excitantien. Zu vermeiden sind fette Ode (Leherthran).
*) cf. Frölincr, Toxikologie, pag. 110.
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7. Strychn'm. (Durch das Auslegen von Mäusegift (Strychnin-butterj oder mit Sti-ychuin vergifteten Fleisches im Jagdrevier.) Symptome: Plötzlich auftretender Starrkrampf von Sekunden- bis minutenlanger Dauer. Schreckhaftigkeit. Atemnot. Die Auslösung eines Krampfanfalles, wenn die Tiere durch ein plötzliches Geräusch erschreckt werden. Behandlung: Chloralhydrat (innerlich, nicht subkutan!).
Rp. Chlorat. hydrat. 5,0. Gum. arab. 10,0. Aq. dest. 150,0. M. D. S.: Innerlicli. Stündlich
einen Bsslöffel voll bis zum
Aufhören der Krämpfe,
Künstliche Atmung, im Notfalle schwarzen Kaffee oder Thee.
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Konstitutionelle Krankheiten.
Die Blutarmut. Anämie (Bleichsucht).
Definition und Aetiologie.
Mit dem Namen Anämie belegt man eine Krankheit, deren Eigen­tümlichkeit in einer Verminderung der Gesamtblutmenge des Körpers besteht. Das betreffende Tier ist „blutarmquot;, gerade so wie nach starken Blutverlusten gelegentlich einer Verletzung. Man kann bei anämischen Tieren speziell eine Verringerung der Zahl der Blut­körperchen nachweisen. Mit der als „Bleichsuchtquot; (Chlorose) bezeich­neten Krankheit des Menschen, bei welchen man hauptsächlich eine Herzaplasie und eine aorta angusta nachweisen kann, hat dieses Leiden nichts zu thun.
Die Anämie ist häufig angeboren*), man findet sie vorwiegend bei den grösseren Hunderassen. Sie kann sich infolge dauernder schlechter Ernährung eines Hundes ausbilden und ist dann die Ursache der all­gemeinen konstitutionellen Schwäche solcher Patienten. Endlich ent­steht die Blutarmut noch im Verlaufe langwieriger erschöpfender Krankheiten (symptomatische Anämie).
Symptome. Als Haupterkennungszeichen dieser Krankheit bietet sich eine auffallende Blässe der sichtbaren Schleimhäute dar; dieselben haben bei hohen Graden des Leidens eine grauweisse Farbe. Nebenbei be­steht noch allgemeine Ermüdung, Minderung des Appetites und Ab­magerung. Der Puls ist klein und gespannt; der Herzstoss wird oft abnorm stark. Der Verlauf des Leidens ist ein chronischer, endet jedoch meist mit Genesung der Patienten.
*) Während bei erwachsenen Hunden die Gesamtblutmenge '/ts d68 Körper­gewichtes beträgt, findet man bei ganz jungen Hunden (Steinberg) nur '/i? ihres Gewichtes an Blut.
ArnouH, Krankheiten des Hundes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;3
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Therapie. Vor allen Dingen ist die Ernährung der Hunde derart zu regeln, dass man ihnen ein kräftiges, leicht verdauliches Futter giebt (Fleisch, Milch, Louillon ete.). Man verabfolge mehrmals am Tage kleinere Rationen, weil dieselben bei der geschwächten Verdauung besser ver­tragen werden. Von Arzneimitteln, welche die Neubildung des Blutes anstreben sollen, ist am besten das Eisen zu verwerten.
Rp. Ferr. carbonic, saccharat. 20,0. odernbsp; nbsp;Rp. Liq. Fern albuminat. 50,0.
S.: Innerlich. 2—3 mal täglichnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;D. 8.: Innerlich. Täglich einen
eine Messerspitze voll auf dasnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Thecliitl'rl voll zu geben. Futter zu geben.
Rp. Tc. Fern pomat. 5,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oder Rp. Ferri reducti 0,5.
Aq. dest. 150,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Gumm. arah. et Sacchar. q. s. f.
D. S.: Innerlich. 2 mal täglichnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Filul. No. X.
einen Theelöffel voll.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;lt;S.; Innerlich. 2 mal täglich eine
Pille.
Leukämie.
Allgemeines.
Die Leukämie stellt nach der Definition Virchows „eine veränderte Gewebsbildung des Blutesquot; dar; es werden dauerd an Stelle der roten Blutkörperchen zum grossen Teile nur farblose gebildet, sodass die Zahl der erstereu abnimmt, während die Anzahl der letzteren sich be­trächtlich vermehrt. Nach dem Ursprünge der Erkrankung unter­scheidet man eine lienale, lymphatische und myelogene Form derselben, je nachdem eine Hyperplasie in der Milz, den Lymphdrüsen oder dem Knochenmarke obwaltet, obschon wohl meist eine Kombination dieser Unterarten zu bestehen scheint. Mit „Pseudoleukämiequot; bezeichnet man eine Krankheit, hei welcher man eine allgemeine Hyperplasie der Lymphdrüsen nachweisen kann, bei welcher jedoch eine Vermehrung der farblosen Blutkörperchen nicht angetroffen wird.
Ueber die Ursache dieser Erkrankungen ist nichts Sicheres be­kannt. Leukämie und Pseudoleukämie trifft man bei Hunden öfters an; speziell gehört das zuletzt genannte Leiden nicht zu den Selten­heiten.
Symptome. Die Krankheitserscheinungen sind nicht sehr ausgeprägt. Die Patienten machen durch ihre Mattigkeit, ihre beschleunigte Heizaktion
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und die blasse Farbe der sichtbaren Schleimhäute den Eindruck der „Blutarmutquot;. In einzelnen Fällen kann man beobachten, dass alle der Palpation zugänglichen Lymphdrüsen vergrössert sind. Eine be­stimmte Organerkrankung kann man nicht nachweisen, so dass die Diagnose erst durch einen mikroskopischen Befund gesichert wird. Der Verlauf der Leukämie ist ein chronischer, so dass das Leiden Monate und Jahre lang dauert. Gegen Ende desselben findet man oft Schleimhautblutungen und wassersüchtige Zustände.
Therapie. Die Behandlung besteht auch bei diesem Leiden zunächt nur in einer zweckmässigen diätätischen Verpflegung. Ausser Eisenpräparaten (cf. Anämie) würde sich eine Arsenikkur empfehlen oder die An­wendung des Chinin zu versuchen sein. Ratsam ist es auch, die beiden zuletzt genannten Mittel gleichzeitig zu geben.
Rp, Chinin, muriat. 5,0. Acid, arsenicos. 0,05, Gumm. arah. ä Sacchar. alb.
q. s. f. Pilul. XX. D. S.: Innerlich. Sinai täglich
eine Pille.
Bluterkrankheit. Hämophilie.
Definition und Aetiologie.
Die Bluterkrankheit ist ein Leiden, welches durch eine angeborene Neigung zu Blutungen bei heiler Haut und zu reichlichen Blutergüssen bei geringfügigen Verletzungen gekennzeichnet ist.
Man bekommt die Hämophilie bin und wieder bei Hunden zu sehen. Meist geben oberflächliche Verletzungen die Veranlassung zu diesen Blutungen (eingerissene Zitze), lieber die Ursachen ist nichts bekannt. Weitere Untersuchungen müssen ergeben, ob man bei der Bluterkrankheit der Hunde ähnliche Veränderungen des Gefässsystems nachweisen kann, wie dies häufig beim Menschen gelungen ist.
Symptome.
Als krankhafte Erscheinung bei einem Bluter ist eigentlich nur
die abundante Blutung zu nennen, wie das Leiden der Regel nach
überhaupt erst gelegentlich einer Verletzung zur Beobachtung kommt.
Meist sind es kleine Wunden, aus denen das Blut trotz Anwendung
3*
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der gewöhnlichen Mittel dauernd hervorquillt. Das Blut selbst sieht wässerig aus und gerinnt nicht so schnell. Verbluten sah ich einen solchen Patienten noch nie.
Therapie.
Ob es Mittel giebt, mit denen man die angeborene hämorrhagische Diathese erfolgreich bekämpfen kann, steht dahin. Ist die Krankheit bei einem Hunde festgestellt, so schütze man demselben nach Möglich­keit vor Verletzungen. Derartige Tiere sollte man nicht zu Zucht­zwecken verwenden, weil die Hämophilie der Hunde, vorausgesetzt, dass sie der analogen Krankheit des Menschen entspricht, wahrscheinlich auch wie jene, erblich ist.
Die Blutung versuche man durch Kompression, Tamponade, Unter­bindung oder womöglich durch Umschnürung der ganzen Stelle, sofern sie sich mit einer Hautfalte abheben lässt, zu stillen. Vorteilhaft be­tupft man die Wunde zuvor noch mit styptischen Mitteln (Argent, nitric., Liq. Ferri sesquichlor. etc.). In manchen Fällen ist es praktisch, die Blutung durch eine Schieberpinzette zu stillen, welche in den nachher anzulegenden Verband mit hineingenommen wird. Es sei darauf aufmerksam gemacht, dass man allein mit dem Ver­nähen einer solchen Wunde, meist nicht zum Ziele kommt, weil auch die Stichkanäle abnorm stark bluten.
Die Fettleibigkeit, Fettsucht. Obesitas.
Definition und Aetiologie.
Unter Fettleibigkeit versteht man eine abnorm gesteigerte Ab­lagerung von Fett an allen Stellen des Körpers, wo sich normaler Weise Fett befindet. Diese vermehrte Produktion zeigt sich zuerst im Unterhautgewebe und im Netz und macht sich in den höchsten Graden des Leidens (Fettsucht) auch an solchen Stellen geltend, an denen sich normal gar kein Fett befindet, wie z. B. zwischen den Muskelbündeln, am Endokardium, wozu sogar noch fettige Infiltrationen der Parenchymzellen in den einzelnen Organen (Leber, Niere) kommen kann.
Die Fettsucht kann man bei allen Hunderassen beobachten, am häufigsten bei Möpsen und Bulldoggen.
Die Hauptursachen der Fettsucht sind in zu reichlicher Fütterung und Mangel an Bewegung zu suchen; ein prädisponierendes Moment für dasselbe wird durch Kastration geschaffen.
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Symptome.
Bis zu einem gewissen Grade der Fettleibigkeit wird das Allge­meinbefinden der Hunde durch das Leiden nicht gestört. Die Tiere bekommen rundliche Körperformen, das Fett in dem Unterhautgewebe nimmt aber schliesslich an Masse derart zu, dass die Haut oft in Form von dicken Falten und Wülsten von ihrer Unterlage abgehoben wird. Solche Hunde zeigen sich allmählich träge, ihre Leistungs­fähigkeit und Lebhaftigkeit vermindert sich mehr und mehr; endlich werden sie kurzatmig (Herzverfettung) und leiden oft an Verdauungs­störungen.
Besonders ungünstig für die weitere Existenz der mit Fettsucht behafteten Hunde, ist der Umstand, dass sie zu Erkältungskrankheiten neigen. (Muskelrheumatismus).
Therapie. Am sichersten und einfachsten bekämpft man die Fettsucht durch Herabsetzung der Fütterung und Steigerung der Bewegung (Arbeit). Arzneimittel sind am besten ganz zu vermeiden, vorteilhaft enveisen sich jedoch häufig (besonders wenn der Patient an Darmkatarrhen leidet) kleinere Dosen von Sal. Carol, factit., welches man einige Tage lang hintereinander zwischen das Futter giebt. (1—2 Theelöffel voll).
Die Znckerharnruhr. Diabetes mellitus.
Definition und Aetiologie.
Unter Zuckerharnruhr versteht man eine Krankheit, welche sich durch das Auftreten mehr oder minder grosser Mengen von Zucker (Traubenzucker) im Harn charakterisiert. Das Wesen dieses Leidens ist bis jetzt noch nicht erforscht. Man nimmt an, dass die Zncker­harnruhr durch eine Stoffwechselanomalie unterhalten werde, bei welcher der Zucker aus dem Blute unzersetzt ausgeschieden werde.
Beim Hunde ist diese Krankheit von einzelnen Autoren beobachtet, im Allgemeinen kommt sie aber sehr selten vor.
Symptome. Das Leiden wird durch unlustiges Benehmen, Mattigkeit und fort­schreitende Abmagerung offenkundig. Die Futter- und Wasseraufnahme ist auffallend vermehrt. Der Harn wird häufiger und in grösseren
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Mengen als sonst abgesetzt. Er sieht trübe und wässrig aus; sein spezifisches Gewicht ist gewöhnlich erhöht (bis 1060), der Zucker­gehalt ist ein wechselnder und kann bis zu 12 0/0 betragen. Eine gewöhnliche Komplikation der Krankheit ist die Staarbildung auf beiden Augen (cataracta diabetica), so dass die Patienten schliesslich vollkommen erblinden. Der Verlauf der Zuckerharnruhr ist ein chro­nischer und dehnt sich über Monate aus. Die Krankheit endet meist mit dem Tode des Patienten.
Therapie. Die Regulierung der Diät bildet den wichtigsten Teil in der Therapie des Diabetes. Es sind bei der Ernährung eines Zuckerkranken möglichst alle Nahrungsmittel zu vermeiden, welche Kohlehydrate ent­halten. Es ist nicht geraten, den Patienten irgend welche Mehl­nahrung zu geben, dieselben werden vielmehr am besten auf aus-schliessliche Fleischdiät gesetzt. Von Medikamenten sind wie in der Menschenheilkunde Alkalien, Opium oder salicylsaures Natrium zu ver­suchen.
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Krankheiten der Respirationsorgane.
Nasenkatarrh. Rhinitis catarrhaiis acuta; Rhinitis catarrhaiis
chronica.
Definition und Aetiologie.
Eine Entzündung der Nasenschleimhaut, welche eine vermehrte Sekretion von seiten derselben bedingt (Katarrh), wird schlechthin mit dem Namen des „Schnupfensquot; belegt.
Nicht alle Hunde neigen in gleicher Weise zu katarrhalischen Affektionen, denn man kann häufig beobachten, dass Tiere, die den­selben schädlichen Einflüssen ausgesetzt sind, eine ungleiche Disposition für Katarrhe zeigen. Wenn man nun auch, sich auf diese Thatsachen stützend, eine gewisse Prädisposition der einzelnen Tiere zugestehen muss, so fehlt es zur Zeit doch noch an jeder Erklärung, wieso eine die Gesamtheit des Körpers treffende Schädlichkeit das eine Mal einen Katarrh der Nasenschleimhaut bedingt und das andere Mal z. B. einen Darmkatarrh hervorruft. Jede Verweichlichung scheint die Anlage zu Katarrhen im allgemeinen zu steigern, und eine Schleimhaut, die wiederholt in dem gedachten Sinne erkrankt war, ist im besonderen vulnerable!quot;, so dass dann schon oft geringfügige Schädlichkeiten hin­reichen, um einen frischen Katarrh auszulösen. Die Gelegenheits­ursachen, welche zu einem Katarrhe der Nasenschleimhaut fuhren, sind sehr manigfach. Der akute selbständige (primäre) Katarrh wird am häufigsten durch Erkältung herbeigeführt, zu welcher ein plötz­liches Umschlagen der Witterung, das Abscheren des Deckhaares oder ein Durchnässen desselben gelegentlich des Badens Veranlassung giebt. Nächstdem führen örtlichwirkende Schädlichkeiten zu einem Nasen­katarrh; z. B. das Einatmen von Staub, Rauch und scharfen Gasen oder das Eindringen von Fremdkörpern in die Nasenhöhle. Die sekundäre Rhinitis catarrhaiis wird im Verlaufe der Staupe beobachtet und entsteht des weiteren häufig dadurch, dass sich eine Ent­zündung von der Nachbarschaft auf die Nasenschleimhaut fortpflanzt.
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Chronische Nasenkatarrhe sind oft Folgezustände ander­weitiger Erkrankungen: Geschwüre, Neubildungen, Parasiten (cf. diese).
Symptome.
Die Erscheinungen des akuten Nasenkatarrhs sind im Anfange dadurch gekennzeichnet, dass die Patienten ein Gefühl von Trockenheit in der Nase verspüren, was sie nicht selten dazu veranlasst, die Nase mit den Pfoten oder auf dem Fusshoden zu scheuern. Dieses Juck­gefühl ist häufig so deutlich ausgeprägt, dass der Laie einen Fremd­körper in der Nasenhöhle seines Hundes vermutet. Bald folgt auf die Trockenheit der Schleimhaut eine mehr oder weniger profuse Sekretion, welche anfangs wässerig ist und später eine schleimige oder eitrige Beschaffenheit annehmen kann. Die Tiere niesen des öfteren, und man kann hei der In- und Exspiration schniefende und rasselnde Geräusche wahrnehmen.
Die Dauer des akuten Katarrhs ist gewöhnlich eine kurze. Schon nach wenigen Tagen wird die Absonderung weniger reichlich dick­flüssig, undurchsichtiger und trocknet auch wohl, namentlich des Nachts, zu derben adhärierenden Krusten ein.
Verwechselungen dieses selbständigen Katarrhs sind leicht möglich mit der sekundären Erkrankung der Nasenschleimhaut, wie man sie im Verlauf der Staupe zu beobachten Gelegenheit hat.
Therapie.
Eine Behandlung ist bei, den leichten Fällennbsp; dieses Leidens meist
nicht erforderlich. Länger dauernde Katarrhenbsp; nbsp;bekämpft man mit
Inhalationen von warmen Dämpfen, die man ausnbsp; Salzlösungen (Koch-
salz, Salmiak) oder Creolinwasser
1 0/0 darstellt. Oft bewährt
sich die Anwendung antikatarrhalischer Salze z. B.
Rp. Sal. Carol, factit. 5,0. Aq. destill. 150,0. M. f. S.
D. S.: Innerlich. 3 mal täglich einen Esslöffel voll.
Das Symptomenbild des chronischen Nasenkatarrhs ist anfangs im wesentlichen dasselbe wie bei dem akuten Leiden; jedoch hat das von der Schleimhaut abgesonderte Sekret eine mehr gleichmässig trübe Beschaffenheit, ist nicht selten mit Blut untermischt und übelriechend. Es ist nicht so abundant und führt häufig einen mehr oder weniger vollständigen Verschluss eines oder beider Nasenlöcher herbei, so dass
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sich Atembeschwerden einstellen können. In schweren Fällen scheint der Geruchssinn beeinflusst zu werden (cf. Pentastomum täniodes).
Dieses Leiden ist nicht allzuhäufig und wird fast nur bei Möpsen und Bulldoggen beobachtet; was bei der eigentümlichen Bauart der Nase dieser Rassen wohl erklärlich ist.
Therapie. In vielen Fällen kann man den chronischen Katarrh schon durch die oben geschilderte Behandlung beseitigen, häufig jedoch muss man zu stärker wirkenden Mitteln seine Zuflucht nehmen. Die gewulstete Schleimhaut wird vorteilhaft ein bis zweimal täglich mit einer Lösung von Argent, nitric. 0,2—1,0:30,0 Aq. bepinselt. Ist der Ausfluss übel­riechend und verliert er diese Beschaffenheit bei der angeführten Kui-methode nicht, so mache man den Versuch, ob Einspritzungen von Creolin. angl. oder Kai. hypermanganic. 0,1 —0,5 : 100,0 Aq. diesen Zweck erfüllen. Leichter anzuwenden und meist auch ausreichend ist das Einblasen von Acid, boric, pulv. in die Nasenhöhle.
Nasenbluten. Epistaxis.
Die Ursachen der Epistaxis sind dieselben wie bei jeder anderen Blutung: traumatische Einflüsse durch Stösse, Schläge, Bisse oder direkte Verletzungen der Nasenschleimhaut, schwere diffuse Entzündungen oder ulceröse Zustände der letzteren, Gef ässerkrankungen, Neubildungen, verstärkter Blutdruck (auf aktivem oder passivem Wege entstanden) und endlich allgemeine Krankheiten mit hämorrhagischer Diathese (Hämophilie, Milzbrand, Leukämie etc.).
Symptome. Es ergiesst sich Blut aus einem, oder was häufiger der Fall ist, aus beiden Nasenlöchern, bald tropfenweise, bald kontinuierlich in einem mehr oder weniger starken Strome. Bei starken Blutungen zeigen die Hunde Eingenommenheit des Bewusstseins und Dyspnoe neben einem kleinen und frequenten Puls.
Die Diagnose bietet meist keine erheblichen Schwierigkeiten, wenn es auch nicht immer gelingt, den Sitz der Blutung mit Sicherheit zu eruieren. Als Unterscheidungsmerkmal zwischen dem Nasenbluten und der Lungen­blutung wurde bisher hervorgehoben, dass das aus der Lunge kommende Blut schaumig sei und besonders gelegentlich einzelner
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Hustenstösse entleert werde. Es kann jedoch ein Teil des Blutes durch die Choanen in die Rachenhöhle und von da in den Kehlkopf gelangen und schliesslich durch Aushusten entfernt werden, so dass eine Täuschung über den Sitz der Blutung leicht möglich ist. In einem mir bekannten Falle gab ein solches Blut, indem es hinabgeschluckt und später er­brochen wurde, zur Verwechslung mit einer Magenblutung Veranlassung.
Therapie. Ein nicht zu heftiges Nasenbluten bei kräftigen Hunden erfordert keine weitere Behandlung, da es meist bei ruhigem Verhalten der Tiere von selbst aufhört. Starke Blutungen bekämpft man am besten durch das Einblasen styptischer Pulver oder das Einspritzen von solchen Lösungen in die Nasenhöhle; z. B.:
Rp. Acid, tannic.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;oder Rp. Liq. Ferri sesquichlor. 5,0.
Amyl tritic. 10,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Aq. destill. 100,0.
M. f. P.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M. f. 8.
D. S.: Äusserlich nach Bericht.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Zgt;. ä .-Äusserlich zur Einspritzung
in die Nasenhöhle.
Bleibt dieses Verfahren ohne Erfolg, werden die Patienten durch fortbestehende oder erneute Blutung schwächer, so schreite man zur Tamponade der botreffenden Nasenhöhle, wozu man am besten Eisen­chloridgaze, Creolin oder Sublimatwatte verwendet. Innerlich kann man gleichzeitig styptische Mittel darreichen.
Ep. Secal. cornut. recent, pulv. odernbsp; nbsp;Rp. Plumb, acetic. 0,05. 0,5—2,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sacchar. alb. 0,1.
Dent. tal. Dos. No. VI.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Dent. tal. Dos. No. X.
S. Innerlich SstUndlich ein Pulver.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8. Innerlich; stündlich ein Pulver.
IViiiastonia taenioides in der NaHenhöhle.
Naturgeschichtliches.*)
Das Pentastumum taenioides (bandwurmähnliches FUnfloch) gehört zu der Klasse der Spinnentiere, deren V. Ordnung (Linguatulidae, Fam. Pentastomidae) es zuge­zählt wird. Es sind dies „parasitische Arachnoideen von wurmförmig gestrecktem, geringeltem Korper, mit zwei Paar Klnmmerhaken in der Umgehung der kiet'er-losen Mundöffnung. Männchen und Weibchen unterscheiden sich durch beträcht­liche Grössemlifferenzen und durch die abweichende Lage der Oeschlechtsöffnungen. Während die Geschlechtsöffnung des auffallend kleinen Männchens (18—20 mm, Weibchen 80—85 mm lang) nicht weit hinter dem Munde liegt, findet sich die weibliche GeschlechtsOft'nung in der Nähe des Afters am hinteren Körperende. Die
*) Dr. Clnus, Lchrb. der Zoologie, pag. 498.
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Zungenwürmer leben im geschlechtsreifen Zustande in Lufträumen von Warm­blütern und Amphibien.quot; Das Pentastomnm taen. httlt sich in den Nasenhöhlen und im Stirnsinus des Hundes auf. „Die Embryonen dieser Art gelangen in den Ei-httllen mit dem Schleim nach aussen auf Pflanzen und von da in den Magen der Kaninchen und Hasen, seltener in den des Menschen. Dieselben durchsetzen dann von den EihUUen befreit die Darmwandungen, kommen in die Leber und umgeben sich mit einer Kapsel, in welcher sie eine Keihe Veränderungen durchlaufen und sich nach Art der Insektenlarven mehrmals häuten. Erst nach Verlauf von 6 Monaten haben sie eine ansehnliche Grosse erreicht, die 4 Mundhaken und zahlreiche feingezähnelte Ringel der Oberfläche erhalten; sie sind in das früher als P. denticulatum bezeichnete Stadium eingetreten, in welchem sie sich von neuem auf die quot;Wanderung begeben, die Kapseln durchbrechen, die Leber durch­setzen und, falls sie in grösserer Zahl vorhanden sind, den Tod des Wirtes ver­anlassen, im anderen Falle dagegen bald von einer neuen Kruste umschlossen werden. Gelangen sie zu dieser Zeit mit dem Fleische des Hasen oder Kaninchens in die Rachenhöhle des Hundes, so dringen sie von da in die benachbarten Luft­räume und bilden sich in Zeit von zwei bis drei Monaten zu Geschlechtstieren aus.quot;
Symptome.
Durch den Aufenthalt der Pentastomen in der Nasenhöhle wird die Schleimhaut der letzteren in Entzündung versetzt, so dass man an ihr Rötung, Schwellung und selbst brandigen Zerfall beobachten kann. Zunächst erinnert das Krankheitsbild an die Erscheinungen des chro­nischen Nasenkatarrhes. Es stellt sich Niesen bei den Patienten ein, und sie bekunden durch Scheuern der Nase etc. einen starken Juck­reiz. Das reichlich abgesonderte Sekret ist schleimig, eitrig und nicht selten blutig; es fliesst kontinuierlich ab, wird aber auch häufig ge­legentlich einer heftigen Exspiration in grösserer Menge auf einmal abgesetzt. Die Schwellung der erkrankten Schleimhaut ist oft äusserst stark, so dass die Hunde heftige Atembeschwerden bekommen; in vielen Fällen geht der Geruchsinn verloren. Einzelne Autoren sahen bei derartig kranken Hunden einen starken Speichelfluss auftreten; bei genauer Untersuchung wurde eine Perforation des harten Gaumens durch die Pentastomen festgestellt.
Neben diesen Erscheinungen kommen häufig auch noch die Symptome cerebraler Störungen zur Beobachtung. Die Tiere werden unruhig und sind verstimmt, sie heulen anhaltend und schleudern viel mit dem Kopfe. Andere machen Zwangshewegungen, so dass sie mit nach unten gehaltenem, vorgestrecktem und seitlich verdrehtem Kopfe im Kreise herumlaufen. Einige Patienten zeigen deutlich eine starke De­pression des Bewusstseins, sie versagen die Futteraufnahme und liegen apathisch darnieder.
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•nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; — 44 —
In leichteren Fällen, bei denen die zuletzt geschilderten Symptome nie beobachtet werden, genesen die Tiere nach längerer Dauer der Krankheit wieder, während der Tod, sobald das Gehirn in Mitleiden­schaft gezogen ist, sonst schon meist innnerhalb weniger Tage erfolgt.
Diagnose.
Die Diagnose bietet keine Schwierigkeit, sobald es gelingt, Pentastomumeier im Nasenausflusse nachzuweisen j während sonst das Leiden leicht mit dem akuten oder chronischen Nasenkatarrh ver­wechselt werden kann. Eine genaue Untersuchung schützt vor dem Irrtume, die Krankheit für Staupe zu halten. Von hervorragender Wichtigkeit ist es, die Krankheit von der Tollwut zu unterscheiden, welche durch die cerebralen Störungen leicht vorgetäuscht werden kann. Man muss daher bei jeder Sektion eines der Wut verdächtigen Hundes die Stirn- und Nasenhöhle desselben sorgfältig besichtigen. Findet man den Parasiten an den gedachten Stellen, ohne dass sich hochgradige Veränderungen an der Schleimhaut nachweisen lassen, so versäume man, bei der Wichtigkeit der richtigen Diagnose, niemals interkranielle Impfungen vorzunehmen (cf. Diagnose der Tollwut).
Wenn auch immer eine Complikation der Pentastomenkrankheit mit Tollwut selten ist, so wird man dennoch die Möglichkeit des Vor­kommens derselben nicht von der Hand weisen können, und man ist jedenfalls als Sachverständiger im Interesse seiner Mitmenschen dazu verpflichtet, derartig zweifelhafte Fälle klarzustellen.
Laryngitis acuta, akuter Kehlkopfkatarrh.
Die Aetiologie.
Die Schleimhaut des Kehlkopfes erkrankt verhältnismässig leicht am akuten Katarrh. Die entzündliche Affektion hat fast regelmässig ihren Sitz am Kehlkopfseingange und befällt dort am meisten den Kehldeckel, die aryepiglottischen Falten und den Überzug der Giess-kannenknorpel. Zuweilen beschränkt sich die Entzündung auf diese Gebiete, breitet sich jedoch häufig in der Richtung nach unten bis in die Luftröhre und nach oben auf die Rachenschleimhaut aus.
Nicht selten kann man auch beobachten, wie in umgekehrter Weise ein Katarrh an den zuletzt genannten Stellen einsetzt und sich in einigen Tagen an der Kehlkopfsschleimhaut geltend macht, und schliesslich sei noch erwähnt, dass der Kehlkopfkatarrh sekundär als
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Teilerscheinung verschiedener allgemeiner Krankheiten (Staupe etc.) auftreten kann. In Bezug auf die Ätiologie des akuten primären Kehlkopfkatarrhes gilt vielfach dasselbe, was oben bei der Entstohungs-weise des Nasenkatarrhes gesagt war. Neben örtlich einwirkenden Schädlichkeiten ist es vorwiegend die „Erkältungquot;, welche die Schleim­haut des Kehlkopfes in dem gedachten Sinne erkranken lässt.
Symptome.
Der akute Kehlkopf katarrh kennzeichnet sich hauptsächlich durch den Husten. Derselbe ist anfangs rauh, trocken und krächzend, später wird er lockerer und ist mit Auswurf verbunden. Im Beginne der Erkrankung ist der Husten schmerzhaft, so dass ihn die Patienten zu unterdrücken suchen. Die Hustenstösse folgen mehr oder weniger häufig aufeinander und die einzelnen Anfälle sind von verschieden langer Dauer. Bei längerem Bestehen des Leidens krächzen die Tiere nicht selten eine ganze Zeit lang hintereinander, bis endlich Würgen und Erbrechen eintritt, wobei dann ein glasiger zäher Schleim heraus­gebracht wird.
Ausserdem lässt sich eine erhöhte Reizbarkeit gegen Druck auf den Kehlkopf nachweisen. Die Hunde suchen sich dieser Manipulation zu entziehen und bekunden Schmerzen bei der Palpation, welche regel-mässig einen Hustenanfall auslöst. Die regionalen Lymphdrüsen sind nicht selten geschwollen und leicht schmerzhaft. Bei schweren Fällen tritt infolge erheblicher Schwellung des submueösen Gewebes eine Verengerung des Lumen am Kehlkopfseingange auf, so dass die In­spiration forciert werden muss. Man hört dann gellende oder pfeifende Rasselgeräusche, welche man oft schon ohne direkte Auskultation des Kehlkopfes wahrnehmen kann. Bei derartiger Ausbildung des Leidens machen sich auch immer noch Störungen des Allgemeinbefindens geltend; die Futteraufnahme ist unterdrückt und die Patienten leiden an einem mindergradigen Fieber.
Was den Verlauf, die Dauer und die Ausgänge des akuten Kehl­kopfkatarrhes anbelangt, so pflegt meist schon nach wenigen Tagen mit dem Eintritt des loseren Hustens die Empfindlichkeit nachzulassen und die Krankheit nach kaum achttägiger Dauer zu enden. In anderen Fällen hält solcher Kehlkopfkatarrh wochenlang an, die Tiere sind dabei aber ganz munter und gesund, nur periodisch, besonders des Morgens oder jedesmal, wenn sie in das Freie gelassen werden, plagt sie ein heftiger Hustenanfall; bis sich endlich auch in diesen Fällen oft mit eintretendem Witterungswechsel die Krankheit verliert.
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Diagnose.
Die Diagnose ist gesichert, wenn man neben Husten erhöhte Empfindlichkeit des Kehlkopfes gegen Druck nachweisen kann. Eine sorgfältige Untersuchung der Brustorgane wird immer vor Ver­wechselungen des Leidens mit Bronchitis und Pneumonic, bei welchen Leiden sich auch Husten unter den Krankheitserscheinungen findet, schützen.
Therapie.
Eine vorsichtige Gewöhnung der Hunde an die Unbilden der Witterung ist in prophylaktischer Hinsicht geboten und jedenfalls ge­ratener als eine übertriebene Verweichlichung, wie sie den zarteren Hunderassen nur allzu oft von ihren Herrinnen zu teil wird. Bei diesen Tierchen genügt es dann schon, wenn nur ein einziges Mal das sonst so sorgsam umgebundene Halstuch oder die engauschliessende Rückendecke vergessen wird, eine Erkältung mit ihren schädlichen Folgen auszulösen.
Sind direkte Reize, welche die Kehlkopfsschleimhaut getroffen haben, die Ursache des Katarrhes, so muss man die Patienten vor der ferneren Einwirkung derselben schützen; man bringe sie in massig temperierte Räumlichkeiten und halte jede Aufregung von ihnen fern, weil durch diese der schon vorhandene Hustenreiz gesteigert wird. Recht vorteilhaft ist das Einhüllen des Halses durch einen Priessnitz-Umschlag (ein mit kaltem Wasser getränktes Stück Leinwand wird um den Hals gebunden und eine wollene Binde darüber gewickelt); ein solcher Umschlag muss recht fest angezogen und alle 3 Stunden gewechselt werden. Einigen Nutzen gewährt auch die Einreibung der Kehlkopfsgegend mit Fett oder warmem 01.
Innerlich empfiehlt es sich eines von jenen Mitteln zu verordnen, welche die Katarrhe der Luftwege rascher dem Lösungsstadium ent­gegenzuführen vermögen. (Ammon. chlorat., Stib. sulfurat. au-rantiac. etc.). Häufig ist es auch angezeigt, den Hustenreiz durch Narkotika herabzusetzen; nachstehende Vorschrift z. B. entspricht beiden Indikationen.
Rp. Stib. sulfurat. aurant. 0,05. Morph. murüit. 0,02. Sacchar. all). 0,5. M. f. Pulv.
Dent. tal. Dos. No. X. D. S.: Innerlich 2—3 mal täglich ein Pulver.
Rp. Tartar, stibiat. 0,2. Ammon. chlorat. 3,0. Succ. Liquirif. 10,0. Aq. destill. 150,0. M. f. Sol.
D. S.: Innerlich 3 mal täglich einen Tliee(Ess)Iött'el voll.
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Laryngitis catarrhalis chronica, chronischer Kehlkopfkatarrh.
Definition und Aetiologie.
Mit den Namen des chronischen Kehlkopfkatarrhes, auch wohl Krampf- oder Reizhusten henannt, belegt man eine Krankheit, deren Haupterscheinung in meist unheilbarem Husten hesteht. Während man sonst bei chronischen Schleimhautkatarrhen in der Regel gewisse konstante Veränderungen, Verdickung des Epithels, Schwellung und Hypertrophie der Schleimdrüsen, papillare Wucherungen o. d. m. nach­weisen kann, findet man bei dem hier gedachten Leiden oft gar keine erkennbare Veränderungen an der Kehlkopfsschlehnhaut; es ist also der Name „chronischer Katarrhquot; mehr im Sinne des Klinikers ge­braucht, während der pathologische Anatom sich vielfach anderer Be­zeichnung bedienen würde.
Das Leiden tritt häufig nach unvollständiger Abheilung des akuten Laryngealkatarrhes auf oder bleibt nach der Staupe zurück. Die Gelegenheitsursachen, welche imstande sind, einen chronischen Kehlkopfkatarrh hervorzurufen, sind im wesentlichen dieselben, wie sie bei der akuten Erkrankung der Kehlkopfsschleimhaut erwähnt wurden, so dass auch hier zunächst Erkältung ein Hauptfaktor in der Aetiologie ist. Als ursächliche Momente müssen des weiteren Ge­schwülste, die im Kehlkopfe auftreten, angesprochen werden; Papillome, Carcinome, Polypen, Tuberkel etc.
In vielen Fällen scheint es sich um eine krankhaft erhöhte Reiz­barkeit der sensibelon Kehlkopfsnerven zu handeln; so beschreibt z. B. Nocard einen Fall von chronischen Husten, der durch den Druck von Geschwülsten des Mediastinums auf den Vagus bedingt war*), und ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, dass Hunde, bei denen mir die Obduktion Sarkomatose der Lunge und der Pleurablätter ergab, unter dem Bilde „der chronischen Laryngitisquot; bei Lebzeiten er­krankt waren; ich muss jedoch erwähnen, dass ich diese geschwulst­bildenden Prozesse, auch bei Hunden konstatiert habe, bei welchen sich ein krankhafter Reiz der Kehlkopfschleimhaut zuvor nicht nach­weisen liess.
Ich habe das Leiden bisher fast nur bei kleinen Hunderassen oder Jagdhunden beobachtet und zwar waren es meist langhaarige Tiere: Pintscher, Spitze, Pudel und Wachtelhunde.
*) „Thierarztquot; 1877, Nocard, pag. 212 of.
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Symptome. Das wichtigste und häufig auch das einzige Symptom des chro­nischen Kehlkopfkatarrhes besteht in einem Husten, der anfallsweise auftritt. Dieser Husten ist heiser, krächzend oder bellend und steigert sich idcht selten zu krankhaften Paroxysmen. Auswurf wird meist nicht nachgewiesen, was vielleicht deshalb der Fall ist, weil die Patienten die Sputa gleich wieder abschlucken. Der Husten ist nicht selten so stark und anhaltend, dass die Tiere schliesslich durch den consensuellen Reiz der Rachenschleimhaut veranlasst, Brech- und Würgebewegungen machen. Jede Aufregung und Erschütterung des Körpers, jeder auf den Kehlkopf ausgeübte Druck, wozu schon oft ein grösserer, gierig abgeschluckter Bissen ausreichend ist, löst einen neuen Anfall aus. In gleicher Weise wirkt auch ein plötzlicher Temperatur­wechsel, so dass die Hunde, in das Freie gelangt, oft Minuten lang husten. Bemerkenswert ist es des weiteren, dass die Anfälle während der Nacht häufiger sind als bei Tage, weil bei der ruhigen Lage des Tieres die abgesonderten Schleimmassen stagnieren. Das Allgemein­befinden der Patienten ist sonst nicht beeinflusst, wie auch überhaupt eine weitere Untersuchung des Körpers der Regel nach einen nega­tiven Befund liefert. In der Mehrzahl der Fälle ist das Leiden un­heilbar oder dauert wenigstens Wochen und Monate lang an.
Diagnose. Eine Verwechselung kann vorkommen mit dem krankhaften Husten, wie er häufig nach akuten Laryngeal- oder Bronchialkatarrhen noch längere Zeit zurückbleibt. Man stellt die Diagnose vorwiegend da­durch, dass man andere Leiden, welche in ihrem Symptomenbild auch Husten zeigen, ausschliesst. Besondere Schwierigkeiten bieten sich übrigens bei sorgsamer Erhebung der Befunde meist nicht dar.
Therapie. In vielen Fällen des chronischen Kehlkopfkatarrhs ist jede Be­handlung erfolglos, was eben in der Natur des Leidens bedingt ist. Man sorge für ein möglichst ruhiges Verhalten der Tiere und schütze sie vor jeder Aufregung. Es ist recht vorteilhaft, besonders bei rauher Witterung, den Patienten, jedesmal bevor sie in das Freie gelassen werden, kaltes Trinkwasser zu reichen, weil so die krankhaft reizbare Kehlkopfschleimhaut in gewissem Sinne auf den Temperaturwechsel vorbereitet wird. Handelt es sich im wahren Sinne des Wortes um
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einen chronischen Katarrh, so erzielt man nicht selten gute. Resultate mit der innerlichen Anwendung des Sal. Carol, factit., das man in kleinen Dosen mehrmals täglich verabreicht; das Mittel ist in der An­wendung sehr bequem, denn man kann es messerspitzenweise mit dem Futterquantum geben. Vorzüglich wirken auch Narkotica und am besten das Morphium in Verbindung mit Blausäure.
Morph. muriut. 0,1. Aq. Atnygdal. amar. Aq. destill, ää 15,0. M. f. Sol.
ü. S. Innerlich; 3 mal täglich 10—16 Tropfen.
r Rp. Kai hromat. 10,0.
Morphin, muriat. 0,1. Aq. destill. 150,0. M. f. S.
D. 8.: Innerlich 3 mal tägl. einen Thee(Ess)löftel voll.
Das Vertrauen zu der früher üblichen Anwendung gewisser starker Hautreize, zur Seite des Schildknorpels appliciert, ist mehr oder weniger ganz geschwunden, es sei jedoch darauf hingewiesen, dass in manchen Fällen eine vorübergehende Besserung durch die Anwendung von Scharfsalben erzielt wird (z. B. Ung. Tartar, stibiat.)
Den obersten Platz verdient bei hartnäckigen Katarrhen die lokale Behandlung der Kehlkopfschleimhaut. Man liisst die Patienten Dämpfe inhalieren, wozu man zweckentsprechend die in der Menschen­heilkunde gebräuchlichen Apparate verwenden kann. Man benutzt zu diesen Inhalationen 1 o/0 Lösungen von Chlornatrium, Ammonium chlo-ratum, Alumen crudum etc. Von noch besserem Erfolge sind intra-laryngeale Injektionen, wenn auch immer derartige Einspritzungen nicht ganz ungefährlich sind. Zu dieser Lokalbehandlung eignet sich Argent, nitric, oder Acid, tannic. in 0,5-—1,0 quot;Z,, Lösung; man macht bei Hunden vorteilhaft den Einstich mit der Hohlnadel in das Lig. cricothyreoideum.
Katarrh der Luftröhren- und Kroiichialschlnniliaui. Tracheitis, Bronchitis catanhaüs acuta. Bronchioiitis.
Pathogenese und Aetiologic.
Die hier zu besprechenden Katarrhe sind sowohl wegen ihres häufigen Vorkommens als auch hinsichtlich ihrer Wirkungen und Folgen von grosser Bedeutung. Sie zeigen mannigfache Verschieden­heiten in ihrem Verlaufe, so dass man sie von verschiedenen Ge­sichtspunkten aus betrachten und klassifizieren kann. Man unter­scheidet 1) nach dem Verlaufe: einen acuten und chronischen Katarrh; 2) nach dem besonderen Sitze: einen Katarrh der oberen, weitereu
Arnouraquo;, Kiuiikheitcn Ueu Hundes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
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Bohren des Bronchialbaumes (Tracheobronchitis) und einen solchen der feineren und feinsten Bronchien (Bronchiolitis); 8) nach der Entstehungsweise: einen als selbstständige Erkrankung auftreten­den primären Bronchialkatarrh und einen sekundären Katarrh, der durch ein gleichzeitig bestehendes anderweitiges Leiden bedingt ist; 4) nach dem katarrhalischen Sekrete einen serösen, schleimigen, eitrigen, fötiden etc. Katarrh.
Wie schon oben bei dem Katarrh der Nasenschleimhaut erörtert wurde, zeigen die einzelnen Individuen eine verschiedene Empfänglich­keit für katarrhalische Affektionen, eine zur Zeit nicht aufgeklärte That-sache, welche auch durch Ausdrücke, wie etwa — erhöhte Vulnera-bilität etc. — nicht erläutert wird. Indessen kann man einige indivi­duelle Zustände als erfahrungsgemäss disponierende Momente aufzählen.
Schlaffe oder heruntergekommene und schlecht ernährte Hunde haben unverkennbar eine Neigung zu Katarrhen im allgemeinen, und wenn nun bestimmte oft unbedeutende Schädlichkeiten mitwirken, speziell auch für Bronchialkatarrhe. Sehr deutlich zeigen Hunde, welche schon öfter an dieser Krankheit gelitten haben, eine erhöhte Disposition für das Leiden.
Die erregenden Ursachen, welche einen Bronchialkatarrh auslösen, sind äusserst zahlreich. Es sind dies zum Teil Reize, welche die Schleimhaut direkt treffen, wie z. B. Staub, Rauch, scharfe Gase etc., Substanzen, welche mit eingeatmet werden und nun zunächst eine Hyperämie der Bronchialschleimhaut bedingen. Erkältung ist auch hier gerade so wie bei der Laryngitis weitaus die häufigste Vei-an-lassung, so dass das Leiden bei rauher Witterung sehr oft zur Beobachtung kommt. Manche Bronchialkatarrhe entwickeln sich auch in dem Sinne sekundär, class ein ursprünglicher Nasen-, Schlund- oder Kehlkopfkatarrh sich nachträglich über die Luftröhre und die Bronchien ausbreitet, schliesslich ist die akute Bronchitis eine Begleiterscheinung der Staupe.
Symptome.
Der akute Katarrh der Luftröhre und der grösseren Bronchien wird erst offenkundig, wenn die Patienten zu husten beginnen. Der Husten ist nicht ganz so quälend wie man ihn bei dem Katarrhe der Kehlkopf-schleimhant beobachtet. Er ist anfangs meist rauh und trocken, wird aber später lockerer und ist mit Auswurf verbunden. Die ausgehusteten Massen haben eine zähe, glasige nicht selten eitrige Beschaffenheit.
Der Puls ist nur massig beschleunigt, Fieber wird nur in schwereren Fällen beobachtet, jedoch zeigen die Tiere nicht selten
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im Beginne der Krankheit Frösteln. Die Perkussion der Brust-wandmig liefert den normalen Befund. Bei der Auskultation der Lunge hört man im ersten Stadium der Krankheit verstärktes vesi-kuläres Atmen, das meist auch verschärft ist. Später treten trockene Kasselgeräusche auf, d. h. pfeifende, giemende oder schnurrende Laute, welche am deutlichsten auf der Höhe der Inspiration zu hören sind. Ist im weiteren Verlaufe des Leidens eine grössero Menge minder zähen Sekretes in den Bronchien angehäuft, so vernimmt man gross- oder kleinhlasige (feuchte) Rasselgeräusche, ein Befund, durch welchen die Diagnose Bronchitis gesichert ist. Atemnot tritt bei dem einfachen Katarrh der Trachea und der grösseien Bronchien nicht auf; selbst eine erhebliche Schwellung der Schleimhaut und reichliches Sekret vermag das Lumen dieser Kanäle nicht wesentlich und mit nachteiligen Folgen zu verengern.
Der durch Erkältungseinflüsse herbeigeführte selbständige Katarrh nimmt meistens in kurzer Zeit einen günstigen Verlauf. Jedoch ziehen sich solche Katarrhe nicht selten längere Zeit hin, ohne im Grunde chronisch geworden zu sein, weil die Tiere anscheinend gesund den Unbilden der Witterung oder sonstigen kausalen Schädlichkeiten aus­gesetzt worden, bevor der Katarrh vollkommen beseitigt ist.
Der akute Katarrh der feineren Bronchien (Bronchioiitis, Bronchitis capillaris) wird durch ein eigenes Symptomenbild ge­kennzeichnet. Das Leiden geht wohl ausnahmslos aus der akuten Bronchitis hervor, und man darf die beiden in Hede stellenden Krank­heiten nicht als scharf getrennte Affektionen auffassen. Die wichtigste Eigentümlichkeit des Bronchioiitis ist nämlich in dem Unistande zu suchen, dass die kleineren Bronchien vermöge ihrer relativen Enge, wenn durch den katarrhalischen Prozess ihr Lumen noch mehr ver­engert wird, den Durchtritt der Luft nur schwierig und häufig selbst garnicht gestatten. Es entspringen hieraus wichtige Störungen für die Respiration und Cirkuhition, so dnss die Prognose immer einige Vorsicht erheischt. Man kann regehnässig Dyspnoe und beschleunigtes Atmen nachweisen; die Perkussion liefert den normalen vollen Schall, Der Husten bleibt im ganzen Krankheitsverlaufe weit angestrengter und bedingt längere Anfälle als bei dem vorigen Leiden.
Der Hustenreiz ist meist so stark, dass schon die leichte Er­schütterung des Thorax gelegentlich der Perkussion hinreicht, um die Patienten zum Husten zu zwingen. Bei der Auskultation der Lunge hört man auf der Höhe der Inspiration Knisterrasseln. Man findet eine derartige capilläre Bronchitis hauptsächlich bei ganz jungen oder
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sehr alten Hunden, die dann nicht selten an Lungenödem zu Grunde gehen.
Die Genesung der erkrankten Hunde pflegt sehr langsam fort­zuschreiten und erst nach längerer Zeit eine vollendete zu sein. Er­folgt der Tod, so geschieht dies meist innerhalb der ersten 14 Tage infolge von Kohlensäureiutoxikation, hiiufig jedoch auch erst später nach der Ausbildung von Komplikationen, so z. B. der Atelektase oder der katarrhalischen Pneunionie. Bei der Abhandlung dieser letzteren Krankheit, welche ein der Bronchiolitis sehr ähnliches Bild darbietet, wird die Differentialdiagnose beider Leiden Berücksichtigung finden.
Therapie.
Für die Behandlung der akuten Bronchitis ist es ein wesentliches Erfordernis, die erkrankten Hunde in einem gut ventilierten Räume zu halten, wo sie Schutz vor Zugluft und starken Refrigerationen finden. Es ist dringend geboten, bei jedem mit einer Bronchitis behafteten Patienten sowohl die eventuelle Disposition, als auch die erregenden Ursachen für den Katarrh bei der Therapie zu berücksichtigen. Man wird z. B. bei derartigen Patienten, welche eine schlaffe Konstitution aufweisen und blutarm sind, durch eine geregelte Diät weit mehr er­zielen, als durch die Verabreichung von Arzneimitteln. Bei der Aus­wahl der letzteren wird derjenige imstande sein, die beste Wahl zu treffen, dem es gelang, durch eine genaue Untersuchung die Eigen­tümlichkeit des einzelnen Falles herauszufinden.
Liegt ein Katarrh vor, bei welchem bedeutende Reizbarkeit der Schleimhaut besteht, sodass die Patienten von unaufhörlichem Husten geplagt werden, so wirken die Narkotica vorzüglich. Man gebe Pv. Doweri 0,5— 2,0 2- 3mal täglich oder die bekannten „Hustentropfenquot; (cf. Laryngit akut.). Nicht selten prävaliert in dem Symptomenbild eine periodisch wiederkehrende stärkere Atemnot mit gleichzeitig nach­weisbaren, verbreiteten, pfeifenden Rasselgesäuschen; dieser Befund lässt darauf schliessen, dass es sich um eine krampfartige Kontraktion der Bronchialmuskulatur handelt. Auch hier sind die angegebenen Mittel gut zu verwenden oder man verordnet kleine Dosen von Brechweinstein
Rp. l'art. siihiut. 0,02. Syntp. Altheae 10,0. Aq. fünicul: 150,0. M. f. Sol.
1). S.: Innerlich. 3mal täglich einen Esslöft'cl voll.
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Nicht dringend genug ist für diese Fälle das Jodkalium zu empfehlen; der Erfolg dieser Verordnung ist hei manchen Tieren ein eklatanter, sodass schon häufig nach den ersten Gaben eine Erleichterung nachzuweisen ist.
Rp. Kai. jodat. 2,0 (4,0). Aq. dest. 150,0. M. f. Sol.
D. 8,1 Innerlich. 3 mal täglich einen Esslöffel voll.
Es giebt nun aber auch Katarrhe, welche einen entgegengesetzten Zustand bedingen, Fälle, bei denen eine Erschlaffung der Bronchial­wände bezw. eine Erweiterung der Bronchien selbst herbeigeführt wird. Die Sekretion ist hier meist sehr reichlich und die Hustonstösse vermögen, von der Bronchialmuskulatur schlecht unterstützt, das Sekret nur unvollständig zu entfernen. Für solche Zustünde wende man reizende Expektorantien an:
Rp. Acid, benzoie. 0,3.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oder Rp. Liq. Ammon. anisat.
Sacchar. alb. 0,5.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Suce. Liquirit. ää 15,0.
M. f. Pulv.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aq. fönicul. 150,0.
Deut. tal. Dos. No. X.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M. f. Sol.
D. S.: Innerlich. 2—3 mal tag-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;D. S.: Innerlich. 3 mal täglich
lieh ein Pulver.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; einen Theelöffel voll zu
geben.
Recht gut wirkt in diesen Fällen auch das Apomorphin und die Rad. Senegae.
Rp. Apomorphin. tmiriat. 0,03.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oder Rp. Inf. Had. Senegae 10,0:150,0.
Acid, hydrochlor. 1,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Syrup. Altheae 10,0.
Aq. destill. 150,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M. f. Sol.
M. f. S.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;D. S.: Innerlich. 3 mal täglich Det. ad vür. nigr.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; einen Theelöffel voll.
D. S.: Innerlich. 4 mal täglich einen Ess(Thee)löflel voll.
Endlich kann man auch die erkrankte Bronchialschleimhaut mittels Inhalationen behandeln, wozu sich besonders Theer, Creolin und Terpentinöl empfehlen.
Der chronische Jironchialkatarrh.
chronica.
Bronchitis catarrhalis
Actiologie. Bei dem chronischen Bronchialkatarrh kann sich der krankhafte Prozess ebenso wie bei dem akuten Leiden an allen Teilen des Bronchialbaumes abspielen.
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Nur selten kommt es zu einer selbständigen Entwickelung des chronischen Katarrhes. Derselbe gebt vielmehr meist aus dem akuten Leiden hervor, sodass in vielen Fällen für beide Krankheiten dieselben Ursachen angeführt werden müssen.
Recht häufig ist das ursächliche Moment für den Ausbruch des in Rede stellenden Prozesses ein chronisches Herzleiden.
Es handelt sich meist um Klappenfehler des linken Herzens, wo­durch es zu Blutstauungen in den Bronchiahrenen kommt, da bekanntlich eine Kommunikation der Kapillarnetze der Lungenartcrie und der Bronchialarterien besteht.
Endlich kann man bei verschiedenen Allgemeinerkrankungen einen chronischen Bronohialkatarrh ids Teilerscheinung nachweisen, z. B. bei der Leukämie und der llhachitis. Der Verlauf des Leidens ist ein äusserst langsamer. Nicht selten entsteht bei langer Krankheits­dauer infolge nntritiver Störungen der Bronchiahvandung und des fortwährend auf ihr lastenden Hustendruckes, eine krankhafte Er­weiterung der Bronchien (Bronchiektasie) und ein alveoläres Lungen-emphysem.
Symptome.
Bei der chronischen Bronchitis hat man im allgemeinen dieselben Krankheitserscheinungen wie bei der akuten. Lästiger gewöhnlich anfallsweise auftretender Husten, der mit starken Schleimauswurf ver­bunden ist. Hei der Auskultation weist man trockene oder feuchte Rasselgeräusche nach; die Perkussion liefert, so lange noch keine sekundären Erscheinungen aufgetreten sind, den normalen Befund. Die Atembeschwerde ist oft äusserst hochgradig.
Durch die Entwickelung der Bronchiektasie wird das Krankheits­bild der chronischen Bronchitis keineswegs in allen oder auch nur in den meisten Fällen in der Weise modifiziert, dass man diese Kom­plikation mit Sicherheit anerkennen könnte. Zuweilen aber gestattet die Beschaffenheit der Auswurfsmassen die Diagnose „Bronchiektasiequot;. Das Leiden kennzeichnet sich dann durch massenhaften, plötzlich herausbeförderten Auswurf, der meist höchst übelriechend ist; in Ausnahmefällen kann man auch gelegentlich der Perkussion an um­schriebenen Stellen einen tympanitischen Ton nachweisen.
In
Therapie. Chronische Bronchialkatarrhe werden nur selten dauernd geheilt. Dünstigen Fällen schwindet das Übel zu Beginn der wärmeren
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Jahreszeit, aber es bleibt eine Disposition zu Ilecidiveu zurück, soduss schon oft eine geringfügige Ursache hinreicht, um das Leiden wieder hervorzurufen.
Bezüglich der einzelnen Kurverfahren muss auf das im vorigen Abschnitte erläuterte verwiesen werden.
Hyperämie der Lunge und Lniigeiiödeni.
Definition und Allgemeines.
Eine Überfüllung der Longe mit Blut wird mit dem Namen Lungen­hyperämie oder Lungenkongestion belegt. Dieses Leiden kommt zwar als selbständige Krankheit vor, spielt aber weit häufiger nur die Bolle eines Nebensymptomes bei verschiedenen Erkrankungen der Lunge selbst oder anderer Organe.
Hergebrachter Weise unterscheidet man eine aktive und passive Lungen hyperämie.
Bei der ersteren strömt mehr Blut in die Lunge als unter normalen Verhältnissen, es liegt also eine vermehrte Propulsion vor und zwar handelt es sich hier immer um venöses Blut. Nun hat aber auch der umgekehrte Fall statt; das in der Lunge vorhandene Blut kann nicht in genügender Menge abiiiessen, es kommt zur Retardation des­selben, ein Zustand, den mau mit dem Namen der passiven Lungeu-kongcstiou bezeichnet.
Es ist keineswegs immer möglich, für das Zustandekommen einer Lungenhyperämie eine genügende Erklärung zu geben.
Man beobachtet eine aktive Lungenhyperämie (Kongestion, Fluxion etc.) zunächst bei gesteigerter Herzaktion. Es handelt sich meist um Hunde, welche eine schwach entwickelte Vorhand aufweisen; schon geringfügige Anstrengungen rufen nicht selten bei solchen Tieren Herz­klopfen hervor, und man sieht dann, wie sich gelegentlich eines solchen Anfalles auch die Erscheinungen der Lungenhyperämie hinzugesellen.
Schädlichkeiten, welche das Lungengewebe selbst treffen, haben oft dieselbe Wirkung. Hierher gehört das Einatmen sehr heisser, kalter oder mit reizenden Substanzen vermischter Luft. Wahrscheinlich werden auf diese Weise die Gefässnerven reflektorisch becinibisst, so dass als Endresultat eine Erschlaffung bezw. Erweiterung der be­treffenden Arterien hervorgeht.
Viel häufiger als diese aktive Hyperämie der Lunge ist die passive, welche fast immer auf Blutstauungen zurückzuführen ist.
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In vielen Fällen werden solche Zirkulationsstörungen durch Stenosen am ostium venosum sinistrum und durch Insul'ficienz der Mitralis bedingt. Durch die Verengerung des ostium venosum wird die Ent­leerung des Vorhofes gehemmt, und der ungenügende Schluss der linken Atrio-Ventricular-Klappe lilsst hei jeder Systole Blut in den Vorhof zurücktreten — heides Vorgänge, welche den Ahfluss aus den l'ulmonalvonen hemmen und eine Üherfüllung der Kapillaren hervor­rufen. Bei geschwächter Ilerzaktion weiden die Herzhöhlen nur unvollständig entleert, was gleichfalls eine Blutstauung in der Lunge bedingt. Werden die Kontraktionen des Herzens energisch ausgeführt, so genügt der daraus resultierende Blutdruck, um eine Senkung des Blutes nach ahschüssigen Partieen der Lunge zu verhindern, während bei mangelhafter Herzarheit dem Gesetze der Schwere zufolge eine Senkungshyperämie zustande kommen muss. Endlich wird eine Stauung des Lungenhlutes noch durch Kompression der grösseren Gefässe des Hinterleibes hervorgerufen, wenn dieser durch Gasansammlungen im Magen oder Darm stark aufgetrieben wird. Ein Folgezustand der Lungenhyperämie ist häufig das Lungenödem, welches in dem Aus­tritt von Flüssigkeit aus dem Blute in die Interstitien, Alveolen und Bronchien besteht. Wahrscheinlich werden die Kapillargefässwände bei relativ langer Dauer einer passiven Blutstauung in den Lungen durchlässig. Das Leiden entsteht auch, wenn reizende Gase (Rauch, schweflige Säure, Blausäure etc.) eingeatmet werden oder wenn der Respirationstraktus partiell verletzt wird.
Symptome. Die Krankheitserscheinungen einer Lungenkongestion wie sie bei abnorm gesteigerter Herzthätigkeit beobachtet werden, treten meist rasch und unerwartet' hervor und bedrohen fast immer das lieben der Patienten. Bei forcierter Anstrengung z. B. gelegentlich der Jagd oder der Dressur brechen die Hunde plötzlich zusammen. Die sicht­baren Kopfschleimhäute nehmen eine blaurötliche Färbung an, und die Atmung ist äusserst beschleunigt. Der Herzstoss ist pochend und oft deutlich sichtbar; die Patienten verraten grosse Unruhe und Be­ängstigung. Sie richten sich auf, versuchen auch wohl vorwärts zu laufen, fallen aber schon nach einigen Schritten wieder auf die Seite. Es machen sicli bald die Erscheinungen des Lungenödems, welches zu dieser Form hochgradiger Hyperämie leicht hinzutritt, bemerkbar. Die mit Blutflüssigkeit sich füllenden Alveolen können keine Luft mehr aufnehmen und die plötzliche Überladung des Blutes mit Kohlen-
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säure ändert das Bild. Die eben noch unruhigen Patienten liegen betäubt danieder. Die Atmung geschieht pumpend und hei dem Husten, der sich jetzt meist einstellt, wird ein schaumiges, zähflüssiges Dejekt entleert. Die Perkussion der Brustwandung liefert den normalen oder einen tympanitischen Schall; bei der Auskultation hört man gross­blasige Rasselgeräusche und verstärktes vesikuläres Atmen. Es treten krampfartige Zuckungen auf, und der Tod erfolgt unter den soeben geschilderten Symptomen oft schon nach wenigen Minuten.
Prognose. Die Vorliersage bei der Lungenhyperämie und dem Lungenödem richtet sich quot;wesentlich nach den veranlassenden Ursachen. Im all­gemeinen sind Hyperämien sofern sich ihr Auftreten auf plötzlich ein­wirkende Schädlichkeiten zurückführen lässt, günstiger zu beurteilen als solche, denen organische Veränderung zu Grunde liegen, welche Blutstauungen hervorrufen. Der Verlauf ist ein sehr kurzer; das Leiden dauert meist nicht über 12—24 Stunden.
Therapie.
Die Behandlung hat vor allen Dingen die Entlastung der Lunge zur Aufgabe, -was man zweckentsprechend am besten durch einen Ader-lass erreicht, der in schweren Fällen immer indiciert ist. Sonst leisten evakuierende Klystiere, kalte Infusionen in den Mastdarm, Frottieren der Brustwandung oder reizende Einreibung auf die Haut auch gute Dienste.
Nebenbei ist selbstverständlich für eine gute Ventilation des je­weiligen Aufenthaltsortes der Patienten Sorge zu tragen und jede Auf­regung von denselben fern zu halten.
Die Lnngenentziinduiig. Pneuinoiiia.
Es entspricht nicht dem Zwecke dieser Abhandlung, des näheren auf die versdüedcnen krankhaften Prozesse einzugehen, welche der Lungenentzündung begrifflich untergeordnet und anatomisch unter­schieden werden.
Vom klinischen Standpunkte aus betrachtet zerlegt man die Pncumonieibrinen beim Hunde am besten in die katarrhalische, die Fremdkörper- und die chronische Pneumonic und in dieser lleihenfolge sollen dieselben hier abgehandelt werden.
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I, Die katarrhalische Lungenentzündung. Pneumonia catarrhalis.
Aotiologio.
Direkte Roizc, welche die Lunge treffen, sehr kalte, sehr heisso Luft, welche eingeatmet wird, fremde Körper, welche in die Luftröhre gelangen und einen Bronchus verstopfen, Rippenbrüche, Wunden des Thorax (of. Fremdkörper-Pneumonie) können zu den Gelegenhoits-ursachen der katarrhalischen Pneumonie gerechnet werden.
Am häutigsten jedoch kommt diese Form der Lungenentzündung im Verlaufe der Staupe vor, und ich glaube, dass unter 50 Füllen von Katarrhalpneumonie kaum einmal eine andere Ursache für dieselbe obwaltet.
Symptome.
Es liisst sich kaum ein übersichtliches Krankheitsbild der katarrhalischen Lungenentzündung entwerfen, weil dieselbe niemals primär auftritt, sondern sich stets zu einer kapillaren Bronchitis hinzu­gesellt und die Erscheinungen dieses Leidens bald mehr bald weniger deutlich modifiziert.
Im Beginne der Frkrankung liefert die physikalische Unter­suchung der Lunge häufig noch keine charakterischen Merkmale, man hat dann jedoch meist an der Art und Weise des Hustens und dem Verlaufe des Fiebers signifikante Erscheinungen für die Erkennung der eingetretenen Komplikation. Es muss als sehr verdächtig gelten, wenn die mit einer Bronchitis behafteten Hunde sich vor dem Husten fürchten, weil er ihnen Schmerzen verursacht; man kann beobachten, wie die l'atienten sich in solchen Fällen bemühen, den Husten zu unterdrücken. Des weiteren lässt sich konstatieren, class die Körpertemperatur durch das Hinzutreten einer Lungenentzündung zu einer Bronchitis erhöht wird; man kann tnittelhochgradiges und in schweren Fällen selbst hochgradiges Fieber nachweisen. Der Puls wird frequenter und die Atmung beschleunigt. Der Befund bei der Perkussion und Auskultation bleibt meist noch einige Tage unverändert. Erst wenn grössere Ab­schnitte der Lunge erkrankt sind oder die pneumonischen Herde eine mehr oberflächhohe Lage haben, findet man bei gehöriger Übung im Perkutieren umschriebene Dämpfungen und zwar namentlich am unteren Bande der Lunge. Das Atmungsgeräusch wird an den kranken Stellen versdiwächt befunden, und man hört ausserdem noch Ilassei­geräusche durchklingen.
Der Verlauf der katarrhalischen Lungenentzündung ist mitunter,
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wenn auch selten, ein rascher. Das Leiden kann, zumal wenn es seiir junge oder sehr schwächliche Hunde befällt, schon in der ersten Woche zum Tode führen. Bei solchen Patienten sieht man bald grosse Niedergeschlagenheit und Somnolenz, es treten somit schnell die verderblichen Folgen der behinderten Respiration ein, der Giisaustausch in den Lungen wird unvollständig und bedingt eine Überladung des Blutes mit Kohlensäure. Endet die Krankheit mit Genesung, so hat sie eine Dauer von 2—8 Wochen. Das Fieber geht zurück, die Atmung wird ruhiger und der Hustenreiz schwächer. Infolge Re­sorption und Expektoration der entzündlichen Produkte verschwinden die Dämpfungen und die zuerst trockenen Rasselgeräusche werden all­mählich in feuchte umgewandelt.
Diagnose.
Eine Verwechselung der katarrhalischen Lungenentzündung ist vor allen Dingen leicht möglich mit der kapillaren Bronchitis. Die Diagnose ist jedoch immer gesichert, wenn der Patient fieberhaft er­krankt ist, an einem schmerzhaften Husten (cf. oben) leidet, wenn es ferner gelingt unrcgelmässige, umschriebene Dämpfungen nach­zuweisen und man bei der Auskultation unbestimmtes oder nester­weise unterdrücktes Atmen findet. In der Mehrzahl der Fälle jedoch sind diese für die katarrhalische Pnetunonie charakteristischen Kenn­zeichen nicht vollkommen ausgeprägt, so dass eine sichere Diagnose erst nach mehrmaliger Untersuchung zu stellen ist.
Bei Sarkomatose oder Karcinomatose der Lunge hat man ge­legentlich der Perkussion und Auskultation häutig auch den soeben geschilderten Befund, es fehlen jedoch der Regel nach die Fieber­erscheinungen und der schmerzhafte Husten.
II. Die Fremdkörperpneumonie. Lungenbrand.
Aetiologie.
Die Fremdkörperpneumonie ist zu Anfang der Erkrankung eigentlich auch nur eine katarrhalische Lungenent/ündnng, sic muss aber wegen der eigenartigen ursächlichen Momente besonders besprochen werden.
Man scheidet meist zwei Formen dieser Erkrankung, je nachdem nämlich der fremde Körper auf dem Wege der Luftröhre und der Bronchien in die Lungen gelangt (Verschluckpneumonie, Ein-gusspneumonie) oder von der Lungenoberfläche aus in dieses Organ hinein dringt (traumatische Pneumonic). Die Verschluck-
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pneuinonic kommt äusserst selten bei den Hunden vor; es kann z. B. eine schwere Kntziindung oder eine Lähmung des Schlundes die Veranlassung dazu gehen. Auch können sich Hunde leicht „ver­schluckenquot;, wenn sie sich bei zugebundenem Maule erbrechen müssen, wie dies gelegentlich von Operationen unter Morphium-Narkose vor­kommen kann; es ist daher dringend geboten nach der Applikation dieses Mittels den Patienten das Maul sofort wieder aufzubinden, da häufig schon nach kurzer Zeit als erste Erscheinung der beginnenden Morphiumwirkung Erbrechen eintritt.
Die Eingusspneumonie ist häufiger beim Hunde zu beobachten. Die Ursache derselben ist in dem fehlerhaften Eingeben von Arzneien, speziell von flüssigen, zu suchen. Es ist falsch, bei dem Einschütten von Medikamenten, dem Hunde die Nase zuzuhalten, die Zunge heraus­zuziehen, die Kehle zuzuschnüren o. d. m. wie es vielfach üblich ist. Auch hüte man sich zu grosse Mengen auf einmal cinzugiessen und überwinde die Widersetzlichkeit der Tiere durch Geduld. Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass sich beim Hunde am leichtesten Pulver eingeben lassen.
Die traumatische Pneumonie tritt nach Kontusionen des Thorax durch Stösse oder Quetschungen, bei Lungenverletzungen nach Rippenbrüchen oder penetrierenden äusseren Verwundungen auf. End­lich können auch noch Nadeln, welche vom Schlünde aus in die Lunge gelangen, eine traumatische Pneumonie hervorrufen.
Symptome.
Das Krankheitsbild der Fremdkörperpneumonie entspricht zunächst vollkommen dem der herdförmigen katarrhalischen Lungenentzündung. Erst wenn einzelne Partien in der Lunge unter der Einwirkung der eingedrungenen Massen absterben und brandig werden, sind bestimmtere Anhaltspunkte gegeben. Die ausgeatmete Luft riecht anfangs süsslich und nimmt schliesslich einen geradezu stinkenden Geruch an; nicht selten entleert sich aus den Nasenöffnungen ein missfarbener mit Ge-websfetzen untermischter Ausfluss. Die Patienten leiden an hoch­gradigem Fieber, zeigen oft Schüttelfrost und haben einen kleinen un-regelmässigen Puls. Zuweilen giebt die physikalische Untersuchung der Lunge weiteren Anhalt: tympanitischen Perkussionsschall, Rassel­geräusche oder Bronchialatmen.
Der Verlauf der Erkrankung ist der Regel nach ein kurzer und endet meist schon nach wenigen Tagen mit dem Tode der Patienten.
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III. Die chronische, interstitielle Lungenentzündung. Lungenphthise.
Die chronische Pneumonia kommt recht oft beim Hunde vor; sie ist ein nicht ungewöhnlicher Ausgang der katarrhalischen Lungen­entzündung, wie sie im Verlauf der Staupe auftritt oder bleibt als Folgezustand von Bronchialkatarrhen zurück. Dieses Leiden ist cha-rakterisiort durch eine krankhafte Neubildung von Bindegeweben in der Lunge; das Lungengerüst nimmt an Masse zu und bedingt folge­recht eine Verengerung der Lungenbläschen und feinsten Bronchien. Das neugebildete Gewebe, das anfangs weich und blutreich ist, erleidet später eine Schrumpfung und wird in ein schwieliges blutarmes Ge­webe umgewandelt (Induration).
Symptome. Die indurierende Lungenentzündung ist im Initialstadium kaum mit Sicherheit zu erkennen. Ihre Erscheinungen resultieren alle aus dem Umstände, dass durch die anatomischen Veränderungen in der Lunge die respirierende Obertiäche derselben verkleinert ist. Man hat Dyspnoe und meist auch einen matten dumpfen Husten; aus der Nasenöffnung wird häufig ein grauweisses bis wässeriges Sekret ent­leert. Die Perkussion und Auskultation ergiebt häufig den normalen Befund, was besonders dann der Fall ist, wenn nur kleinere, zerstreut liegende Herde erkrankt sind. Sind grössere Lungenabschnitte indu-riert, so gelingt es, Dämpfungen und abgeschwächtes Vesikuläratmen nachzuweisen. Fieber ist der Kegel nach nicht vorhanden. In der grossen Mehrzahl aller Fälle ist das Leiden unheilbar und führt unter allmählicher, allgemeiner Abmagerung zum Tode. Nicht selten bilden sich in den letzten Wochen des Leidens noch wassersüchtige Zu­stände aus.
Therapie. Es ist leicht verständlich, dass für die Behandlung der katarrha­lischen Lungenentzündung, weil sie sich aus einer kapillaren Bronchitis entwickelt, im wesentlichen dieselben Vorschriften, wie sie für die Behandlung dieser Krankheit angegeben wurden, Geltung bebalten (cf. Bronchitis, Staupe). Das Kurverfahren ist nur in sofern etwas abweichend, als es häufig erforderlich wird, das Fieber und die Herz­schwäche zu bekämpfen. Die Herzthätigkcit wird recht vorteilhaft beeinflusst durch Alkohol (Wein esslöffelweise) oder durch die Digitalis und das Coffein.
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Rp, Coffein. nair. henzoic. 0,2. Sacchar. alb, 0,5. M. f. Fulv.
Dent. tul. Bos. No. X. S.: Inncrlicli. ,!tinal täglich ein Pulver.
Rp. Infus. Foliar. DiyiUil.
oder
1,0 : inlt;),0. D.H: Innerlich. 2mal täglich einen Tliee(Ess)löffel voll.
Von den Fiebermitteln Phenacetin /u empfehlen.
sind das Antifebriu, Antipyriu und
Rp, Aniif'ebrin. 5,0.
oder
Rp, Antipyrin 2,5. I'in. rühr. 150,0. M. f. Sol. ]gt;. S.: Innerlich.
3 mal täglich
Sttvc. Liquirit. et Aq. q. S. f. Pil. No. X. 1). S: Innerlich 4 stündlich eine Pille.
einen Essliltt'el.
VT()n grosser Wichtigkeit ist die Ernährung des Patienten, man reiche ihnen gute Fleischbrühe, rohe Eier, Milch und rohes geschabtes Fleisch. Das Futter darf aber nicht an das Krankenlager des Hundes hingestellt werden, sondern mnss demselben öfters am Tage angeboten werden, weil dadurch seine Fresslust gesteigert wird.
Die Behandlung der Fremdkörperpneumonie gestaltet sich ebenso wie hei der katarrhalischen. Macht sich brandiger Zerfall in der Lunge geltend, so ist eine Aussicht auf therapeutischen Frfolg nur bei umschriebenen wenig ausgedehnten Herden gegeben. In solchen Fällen hat man die Desinfektion der ergriffenen Lungenpartie, das Zustandekommen der Demarkation und die Abstossung und Entleerung der toten Masse anzustreben. Diese Indikationen erfüllt man am besten durch die Anwendung (1—2—8 mal täglich) von Inhalationen, wozu man Terpentinöl, Karholsäure, Theer oder Kreolin (1—H ü/0) verwenden kann. Das septische Fieber ist durch Antipyretica speziell durch Camphor zu bekämpfen.
Die Behandlung der interstitiellen Lungenentzündung ist fruchtlos. In dem Stadium, in welchem dieses Leiden erkannt wird, ist es ebenso unmöglich, die Verödung des betreffenden Lungen­teiles abzuwenden, als es gelingt, ein anderes Narbengewebe zu zerteilen. Man kann jedoch durch eine gute nahrhafte Kost sehr #9632;wesentlich zur Verlängerung der Existenz und eines erträglichen Befindens solcher Patienten beitragen.
liiingeiigescliwiilste, Krebs und Sarkom.
Beim Hunde treten hauptsächlich nur Carcinorae und Sarkome in der Lunge auf. Meist werden diese Tumoren jedoch bei Lebzeiten
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nicht diaguosticiert, weil sie fast dieselben Symptome wie andere Lungeu-verdichtungen machen.
Es gelingt meist mir in solchen Fällen Lungenkrobs fest­zustellen, in welchen eine carcinomatöse Brustdrüse exstirpiert wurde oder in welchen man verbreitete Krebsbildungen im Körper nach­weisen kann. Treten in diesen Fällen Erscheinungen auf, welche auf ein chronisches Lungenleiden hinweisen: Atemnot, blutiger Auswurf, Husten, Schmerzen am Thorax, so hat man an Lungenkroba zu denken. Die Diagnose wird gesichert, wenn die Perkussion und Auskultation Verdichtungen des Lungenparenchyms ergieht, zumal wenn der Sitz derselben nicht in dem unteren Drittel der Lunge (Lungenspitzen) ist. Der Lungenkrebs befällt die Hunde nur in vorgerücktem Lebensalter, er ist eine verhältnismässig nur selten vorkommende Erkrankung und stellt wohl niemals ein primäres Leiden dar.
Häufiger als Carcinome findet man Sarkome in der iiiingp. Gelingt es durch sorgfältige Erhebung der Befunde Carcinomatöse und Tuberkulose der Lunge (cf. diese) auszuschliessen, so kommt differential* diagnostisch nur noch die chronische interstitielle Pneumonie in Be­tracht. Es ist nun der Verdacht der Lungensarkomatose bei Hunden, die mit einem chronischen Lungenleiden behaftet sind, gerechtfertigt, wenn durch die Anamnese festgestellt ist, dass das zur Untersuchung kommende Leiden nicht im Anschluss an eine Lungenentzündung (Staupe) aufgetreten ist.
Therapie. Von einer Behandlung des Lungenkrebses oder der Lungen­sarkomatose selbst kann nicht die Rede sein. Man muss sieb darauf beschränken, die jeweiligen hauptsächlichen Krankheitserscheinungen systematisch zu bekämpfen. Empfehlenswert ist, die Patienten einer Arsenikkur zu unterwerfen. Rp. Liq, Kul. arsenicos.
Aq, Cinnamoni ~ 35,0. M. f. S.
D. S.: Innerlich täglich 6—10—15 Tropfen.
Die Hnistfellentziindiiiig. Pleuritis.
Aetiologie. Brustfellentzündungen sieht man sowohl als selbständige, primäre Erkrankungen bisher gesunder Hunde, als auch, und zwar weit häufiger
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sekundär, als Folgezustände anderer Krankheiten auftreten. Im All­gemeinen bemerkt, scheint die Pleura des Hundes ebenso widerstands­fällig zu sein, wie das Peritoneum desselben. Es gehört zu den grossen Seltenheiten, wenn man beim Hunde eine selbständige Brustfellent­zündung festzustellen Gelegenheit hat. Die primäre Pleuritis soll hier ebenso wie bei den anderen Tieren durch Erkältung hervorgerufen werden. Sekundär kann sich eine Entzündung des Brustfells zu den verschiedensten Erkrankungen hinzugesellen. Weitaus am häufigsten verdankt eine sekundäre Pleuritis ihre Entstehung der Fortpflanzung eines von einem benachbarten Krankheitsherde ausgehenden Reizes auf das Brustfell. So komplicieren sich viele Erkrankungen der Lunge mit dieser fortgeleitetcn Pleuritis (Tuberculose, Carcinomatose, Sarko-matose, Lungenbrand etc.). Der fortgepflanzte Heiz kann aber auch noch von anderen Organen aus schädlich auf die Pleura einwirken, so vom erkrankten Herzen und Herzbeutel aus, von einem subpleuralen Abscess an der Brustwand, von einem Divertikel oder einer Verletzung des Schlundes, wenn derselbe z. B. durch eine Nadel oder einen anderen Fremdkörper perforiert wird. Ja es kann sogar durch die Lymphräume des Zwerchfells hindurch eine Entzündung des Bauchfells auf die Pleura übergehen. Auch durch traumatische Veranlassungen, Verletzungen oder Kontusionen der Brustwand und Pleura sieht mau gelegentlich eine Pleuritis entstehen. In noch anderen Fällen treten Pleuritiden, ebenso wie Entzündungen auch anderer seröser Häute und sonstiger Organe unter der Wirkung einer allgemeinen Blut-Krankheit auf, z. B. im Verlaufe der Pyiimie und Septikämie, des Gelenkrheumatismus u. dgl. m.
Symptome. Herabgesetzte Munterkeit, unlustiges Benehmen und Fieberzufälle (wechselnde Temperatur [39,0—40,5], schneller Puls) kennzeichnen den Ausbruch der Erkrankung. Fast regelmässig kann man beobachten, dass die Patienten auf der Seite (der erkrankten) liegen und nur un­gern aufstellen. Gerade diese zuletzt genannte Erscheinung fällt dem Besitzer meist zuerst an seinem Hunde auf. Die weitere Untersuchung ergiebt, dass die Patienten beim Drücken auf die Brust stöhnen und husten. Die Atmung ist beschleunigt und erschwert, wobei der ab­dominale Atemtypus vorwiegt. Im Anfang der Erkrankung hört man bei dem Auskultieren oft noch das normale Bläschengeräusch und beim Perkutieren einen lauten und vollen Ton. Dieser Befund ändert sich aber im weitern Verlauf des Leidens, wenn die Exsndation zugenommen
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hat, wofür die starke horizontale Dämpfung des Perkussionsschalles ein charakteristisches Merkmal ist. Man hört auch wohl knarrende Reibungsgeräusche, welche jedoch hei dem Auftreten von Flüssigkeit wieder verschwinden. Je stärker das Exsudat wild, um so mehr wird das versikuläre Atnmngsgeriiusch ahgeschwacht, so dass es in den höchsten Qradon Überhaupt nicht mehr walirgenominen werden kann. Infolge von der Lungenkompression hört man oberhalb der Dämpfungs­linie nicht selten bronchiales Atmen. Der Verlauf der Brustfellent­zündung ist der Regel nach schleppend, so dass die Krankheit oft 3 — 4 Wochen dauert. Bei nicht zu umfangreicher Exsudation ist die Störung häufig schon nach wenigen Tagen vollkommen heseisigt; Ein nicht ungewöhnlicher Ausgang ist die chronische Pleuritis; hierbei verringern sich die Krankheltserscheinnngen oft mehrere Tage lang, dann erkranken die Tiere plötzlich wieder fieberhaft und es macht sich eine stärkere Atemnot in Verbindung mit den lokalen Krankheits-symptomen von Neuem bemerkbar. Durch den dauernden Druck des Exsudates auf die Brusteingeweide, kommt es in solchen Fällen meist zu chronischen Cirknlationsstörungen, welche oft wassersüchtige Zu­stände im Gefolge haben.
Therapie. Die Behandlung der Brustfellentzündung stützt sich im wesent­lichen auf symptomatische Indikationen. Im Anfange der Erkrankung leisten kalte (hez. feuchtwarme) Einhüllungen des Brustkorbes vor­zügliche Dienste. Die Anwendung innerer Mittel ist, wenn sie nicht durch bestimmte Erscheinungen gefordert wird, in vielen Fällen im Grunde genommen überflüssig; jedoch mag man immer hei frischen Pleuritiden raquo;'ine oder zwei grössere abführende Dosen Calomel (0,1) in Gebrauch ziehen. Ist das Fieber sehr hochgradig oder hält es sehr lange an, so ist eine antipyrctische Behandlung am Platze. Besonders empfehlenswert ist die Darreichung der Digitalis, die man zweckmässig als Infus (0,5 — 1,5 : 150,0) giebt. In protahierten Fällen kann man die Resorption des Exsudates durch die Anwendung von diuretiscben oder drastischen Mitteln zu befördern versuchen, man darf sich jedoch von diesem Verfahren nicht zu viel versprechen. Man verordne z. B.:
Klraquo;. Inf. Fol. Digital, Ofi: 150,0, odernbsp; nbsp;Rp. Hydrargyr, vhloml. mit. 0,05. Succ. Junip. inspissat,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1'. J''lt;)1. Digital, 0,1.
Liq. Kai. acel. ~i 10,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hucchar. all). (),'gt;.
M f. Sol.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M. f. P.
lt. S.l liinerlicli. iJinal tiigliolinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Deut. tat. Dos. No. VI.
einen Theelöfflsl voll.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8.! Innerlich. Tilglioh 1 Pulver.
Aiiiüus, Kiuiikhuiti'ii des Uumlea.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;0
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Hinsichtlich der Diät ist zu hemerken, dass den Patienten möglichst kräftiges Futter gegehen, die Verabreichung von Trinkwasser aber thunliclist eingeschränkt werde. („Trockendiätquot;).
Die Hnistwiissersucht. Hydrothorax.
Aetiologie.
Bei diesem Leiden handelt es sich nicht um ein entzündliches Exsudat, sondern mau hat es hier mit einem durch anderartige Be­dingungen geleisteten Transudate in die Plcnrahöhle zu thun. Diese Krankheit trifft man im Gegensatze zu der vorigen ziemlich häufig bei Hunden an. Die Ursachen derselben sind entweder allgemeine Wassersucht infolge einer Verarmung des Blutserums an Kiweiss und grösseren Durchlässigkeit der (Jefässe oder Dlutstauungen in den Venen des grossen Kreislaufes, wie sie bei chronischen Herz-, Lungen- und Nierenkrankheiten zustande kommen. Da die Bedingungen, welche zur Wassersucht führen, in der Regel nicht nur an dem Brustfell, sondern auch an allen übrigen Teilen des Körpers zur Aeusserung kommen, so ist der Hydrothorax häufig nur Teilerscheinung eines universellen Leidens. Jedoch sieht man ihn eben so oft auch als alleinige oder früheste Aeusserung einer allgemeinen Wassersucht er­scheinen, speziell wenn die Krankheit die Folge von zunächst rein lokal wirkenden Cirkulationsstörungen ist, wie sie z. B. durch den Druck einer Geschwulst in der Brusthöhle, durch Krebs oder Sarkoma-tose des Brustfells geschaffen werden.
Symptome und Differentialdiagnose. Unter den Krankheitserscheinungen der Brustwassersucht prävaliert die hochgradige Atemnot. Fieber fehlt meist vollständig; das Allgemein­befinden ist in vielen Fällen nur unerheblich gestört. Die physikalischen Zeichen des Hydrothorax haben mit denen der pleuritischen Ergüsse viel Uebereiustimmendes, ohne sich jedoch mit denselben vollkommen zu decken. Die hydropische Flüssigkeit sucht ebenso wie das pleu-ritische Exsudat die abhängigsten Stelleu der Brusthöhle auf und vermittelt somit gleichfalls eine horizontale Dämpfung und ändert die Atmungsgeräusche in derselben Weise, wie dies ein entsprechend grosser pleuritischer Erguss thun würde. Zwischen beiden Zuständen jedoch bieten sich folgende Unterschiede: 1. Der pleuritische Frguss er­scheint nicht so beweglich wie das hydropische Transudat, dessen
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Dämpfungslinie je nach der veriliulerten Lagerung des Tieres sofort wechselt, während dieser Ausgleich hei der Pleuritis sich langsam vollzieht und häufig bei der Perkussion nicht nachgewiesen werden kann. 2. Hydropische Ergüsse sind in der Regel, pleuritische aher nur selten doppelseitig. 8. Es ist bei der Hrnstwassersucht, im Gegen­satz zur Pleuritis, das Rippenatinen nicht aufgehoben, weil ein ent­zündlicher, schmerzhafter Zustand In der Brusthöhle nicht vorliegt.
Therapie.
Die Behandlung des Hydrothorax hat das fl rundleiden der Er­krankung zu hekilinpfen, jedoch kann man gegen dasselbe meist nicht viel ausrichten. Aber es gelingt in manchen Fällen, hesonders wenn ein Herzleiden das ursächliche Moment der Krankheit ist, durch den Gebrauch der Digitalis und anderer Diuretica den Hydrothorax vor­übergehend zu beseitigen. Gleiche Erfolge erzielt man auch hei An­wendung der Trockendiät; nachteilig auf den Ilesorptionsvorgang wirkt es ganz entschieden, wenn es den Patienten an gehöriger Bewegung mangelt. Besteht ein sehr hoher Grad von Atemnot und hängt der­selbe unverkennbar hauptsächlich von dem massenhaften Transudate ab, so ist die Entleerung des letzteren durch die Punktion angezeigt. Der Nutzen dieser Operation ist in solchen Fällen oft ein überraschender, wenn auch immer die Wirkung derselben nicht lange vorhält. Schliesslich sei noch erwähnt, dass subeutane Injektion von I'ilocarp. hydrochlor. (0,005—0,02) nicht selten eine Besserung des Leidens wenigstens vor­übergehend, schaffen.
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Krankheiten der Digestionsorgane.
Katarrh der Manlsdileimhaut. Stomatitis catarrhalta.
Aetiologie.
Kataiihe der Maulschleirnhaut des Hundes können als selbst­ständige Affektionen infolge von direkt auf dieselbe wirkenden Reizen (traumatische, cbemiscbe, thermische) entstellen, häutiger sieht man sie sekundär und nebensächlich im Geleite anderer Krankheiten auf­treten.
Von den direkt einwirkenden Schädlichkeiten gehen beim Hunde am häufigsten traumatische Einflüsse die Veranlassung zu Stoma­titis catarrhalis; als solche sind zu nennen: Bisswunden in der Zunge, zwischen den Zähnen eingekeilte Fremdkörper, der Durchbruch der Zähne bei dem Zahnwechsel etc. Chemische oder thermische Reize rufen das Leiden viel seltener hervor, wenn auch wohl die fahrlässige Anwendung der in zu konzentrierter Lösung ätzend wir­kenden Medikamente (Vergiftungen) oder zu heisser Eingüsse dasselbe gelegentlich verursachen.
In vielen Fällen pflanzt sich auch die Entzündung von Nachbar­organen auf die Maulschleimhaut fort (Angina), oder die Stomatitis catarrhalis ist ein Symptom eines Allgemeinleidens (Staupe, Papilio-rnatose).
Symptome.
Höhere Rötung und Trockenheit der Schleimhaut trifft man im Beginne der Erkrankung, später ist sie mit einem hellen, glasigen oder trüblich gelben Schleime bedeckt, liegelmässig kann man auch eine erhöhte Temperatur in der Maulhöhle nachweisen, sowie auch häutig einen faulen, süsslichen Geruch in derselben konstatieren.
Bei schwereren Fällen ist die Speichel- und Schleimabsonderung derart vermehrt, dass sich die zähen, glasigen Massen in langen
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Strälinen mis beiden Maulwinkeln henibspinnen. Die Patienten sclileudern dann viel mit dein Kopie und besehnmtzen sieh und ihre Umgehung. Die Fresslust ist bedeutend herabgesetzt und die Wasserlaquo; aufnähme nicht selten vermehrt. Der Verlauf und die Dauer dieses Katarrhs hängt von der Natur der bedingenden Ursachen ab; im allgemeinen ist die Prognose günstig, wenn das Leiden nicht durch Zahnkrankheiten bedingt wird.
Therapie.
Die Behandlung hat sich zunächst gegen die veranlassenden Ursachen zu richten, die soweit angängig zu beseitigen sind. Man gebe den Patienten weiche Nahrung und trage dafür Sorge, dass dauernd frisches Trinkwasser zur Stelle ist, damit die Tiere es nach Belieben aufnehmen und sieb dabei die Annehmlichkeit der Kühlung ihres heissen Maules verschaffen können. Dem Wasser setzt man vorteilhaft zur Verflüssigung des Schleimes Alkalien zu; natürlich nur geringe Dosen, damit der Geschmack desselben nicht zu stark alteriert wird. (Sal. Carol, factit., Natr. chlorat. etc. einen Theelöffel voll pro läter.) Für leichtere Fälle der Stomatitis reicht diese Behand­lung vollkommen aus, während schwere Erkrankungen der Schleimhaut, die lokale Applikation von Adstringentien oder Desinficientien er­forderlich machen. Man lässt die Maulhöhle 2-3 mal täglich mit den Adstringentien auspinseln und verwendet dazu am besten Lösungen von Alum. crud. oder Aeid. tannic. 1 0/0. Von den Desinficientien, welche man auch mit einer Spritze oder dem Irrigator applizieren kann, haben sich am besten bewährt: Kai. chloric. 2 0/0, Acid, boric. 2—4laquo;/0, Creolin. anglie. 0,6-1 0/0.
In allen Fällen der Lokalbehandlung mit Medikamenten achte man darauf, dass die Tiere nicht zu viel von den letzteren abschlucken und sich so Vergiftungen zuziehen.
Die Maulfaule. Stomatitis nlcerosa. Stomakace.
Aetiologie.
Das Wesen dieser eigentümlichen Fntzündungsform besteht in einer entschiedenen Hinneigung der entzündlich ergriffenen Gewebe zum Absterben und zum Zerfall.
Das Leiden kommt am häutigsten bei schwächlichen und blut­armen Hunden vor, alte Tiere werden öfter davon befallen als junge.
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Sicht man von Aiiiitzuiigcn der Maulsobleimhaut ab (Quecksilber-, Phosphorlaquo;, Arsenikvergiftungen), so wird die Stonuititis ulcerosa in der Mehrzalil aller Fälle durch kranke Zähne (Weinsteinhildung) bedingt und unterhalten.
Recht oft tritt die Maulfäule auch im Verlaufe der Staupe auf (cf. pg. 6). Der geschwürige Zerfall der Maulscblcinibaut macht sich an allen Teilen derselben geltend, betrifft jedoch meist das Zahnfleisch in der Umgebung der einzelnen Zähne, ja, man kann sogar beobachten, dass zahnlose Stellen des Kiefers auch bei erheblichen Graden des Leidens der Regel nach nicht in den krankhaften Prozess mit hinein­gezogen werden. igt;ie Stomatitis ulcerosa der Staupe beginnt garnicht selten an den Stellen der Lippen- bez. Rackenschleimhaut, an welche dieselbe den Zähnen unmittelbar anliegt (z. B. dem Hakenzahn gt'g*m-über an der Oberlippe), so dass hier neben den vielleicht speeifischeu Ursachen auch noch ähnliche Verhältnisse, wie heim Decubitus (dauernder Druck bei verminderter lierzthätigkeit) obwalten.
Symptome.
Im Beginne der Stomakace, findet man das Zahnfleisch durch hochgradige Hyperämie dunkel gerötet nnd stark geschwellt. Schon nach einigen Tagen zeigt sich an der Umgebung des Zahnhalses und zwar fast immer zuerst an den Fangzähnen des Oberkiefers eine graue, memhranartige Masse, die jedoch dem Zahnfleische nicht etwa aufliegt, sondern aus dem nekrotisierten Gewebe desselben besteht. Die kranken Stellen bluten sehr leicht, so dass sich schon bei dem Oefl'nen des Maules häufig Blutungen einstellen. Nach Abstossung jeuer Massen kommt ein Substanzverlust des Zahnfleisches zu Tage, an dessen Ober­fläche und Peripherie sich derselbe Prozess, so lange die Krankheit fortschreitet, wiederholt, bis in schweren Fällen das Zahnfleisch in der Umgebung der Zähne gänzlich vernichtet ist, diese selbst gelockert werden und scbliesslich ausfallen. Aus dem Maule verbreitet sich ein aashafter Gestank; der oft blutige und missfarbene Speichel fliesst in langen Strähnen aus den Maulwinkeln ab. Meist sind die regionären Lymphdrüsen vergrössert und schmerzhaft. In vernachlässigten Fällen kommt es auch wohl zur Caries und Nekrose des Alveolarrandes der Kieferbeine oder zu einer Perforation des Gaumenbeines, deren Folge­zustand Fistelbildung nnd ein eitriger Katarrh der Nasenschleim­haut ist.
In leichteren Füllen ist das Allgemeinbefinden nicht erheblich gestört, so dass die Patienten einen ganz regen Appetit zeigen; bei
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schwereren Erkrankungen machen sich öfters die Symptome der Sep-tikämie geltend.
Bei sachgomässor Behandlung erzielt man in der grossen Mehrzahl aller Fälle nach 8—10 Tagen eine wesentliche Besserung bez. voll­kommene Heilung. Vernachlässigt und unzweckmiissig behandelt dauert die Krankheit wochenlang) gefährdet aber das Leben der Patienten nur selten.
Therapie.
In Bezug auf die Therapie gelten, was die Verpflegung der Patienten anbelangt, dieselben Grundsätze wie sie bei dem vorigen Leiden erörtert wurden. Bei der lokalen Behandlung der Geschwüre muss man so schonend zu Werke geben wie irgend möglich, damit sich die Patienten die Applikation von Medikamenten, der sie sich bei diesem Leiden mehr als sonst widersetzen, gefallen lassen, und man durch unvorsichtige Einführung von Instrumenten in die Maul­höhle nicht Verletzungen der so leicht vulnerabelcn Schleimhaut her­beiführt. Am besten bewirkt man die Roinigung der kranken Partien durch Bepinselung derselben oder durch Ausrieseln der Maulhöhle mit dem Irrigator. Vorzügliche Dienste leisten hier (besonders in Bezug auf Beseitigung des üblen Geruches) 1 2()/(| Creolinlösungen. Grössere Geschwüre betupft man vorteilhaft hin und wieder mit stärkeren Adstringentien.
Kp. Acid, tannic. 5,0. Glycerin.
Aq. dest. ää 50,0. M. f. Sol. 1). S.: Äusserlich etc.
Kp. Zinc, chloral. 10,0.
oder
Aq. dest. 100,0.
Acid, hydrochlor. q. s. f. Soluf. D. S.: Ausnerlich. Maulwasser,
Von weiteren Medicamenten sind zu empfehlen: Liq. aluin. acet. (4 0/n) Acid, boric, Kai. chloric. (2 0/0); Spirit. Cochleariae; Tc. Aloes. Tc. Myrrhae gf. .
Schliesslich sei noch erwähnt, dass kariöse, lockere Zähne oder abgestossene Teile der Kieferknochen entfernt werden müssen.
Die Liilziindmig der Ohrspeicheldrüse. Parotitis.
Aetiologie. Die Entzündung der Ohrspeicheldrüse kann durch verschiedene Ursachen bedingt werden und stellt zum Teil ein rein chirurgisches
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Leldeu dar (tiwimatisclif, Ibrtgopllanzte Parotitis). Sie bildet sich des weiteren auf metastatiseliem Wege im Verlaufe der Septikiimie und Pyämie aus und stellt endlich ein primilres Leiden dar, welches durch einen bestimnaten Infektlonsstoff l)0(lingt stün soll. Das Leiden kommt nicht sehr liäutig bei Flumlen vor; die von einigen Autoren beschriebene seuohenartlge Verbreitung desselben hatte ich bisher noch nicht Gelegenheit zu beobachten.
Symptome. Das Leiden giebt sich durch eine Anschwellung zu erkennen, welche, in der Umgehung des unteren Randes der Ohrmuschel be­ginnend sich bald über die ganze (lesichtsseite ausbreitet, so dass der Kopf des Patienten oft erheblich entstellt wird. Die Geschwulst fühlt sich vermehrt wurm an und ist bei der Palpation oft nur in so ge­ringem Masse schmerzhaft, dass die Hunde erst einem stärkeren Drucke auszuweichen suchen. Oft bekunden die Patienten eine schiefe und etwas gestreckte Haltung des Kopfes, sind traurig und speicheln viel. In günstig verlaufenden Füllen ist das Leiden in 8 — 12 Tagen durch vollständige Rückhildung der Schwellung beseitigt. Seltener wird nach einigen Tagen die Geschwulst sehr schmerzhaft, dunkel gerötet und geht in Absccdierung über.
Therapie.
Die Behandlung hat zunächst die Aufgabe, den Patienten während der Dauer des Leidens vor Erkältung zu bewahren und etwaige Un-regelmässigkeiten der Verdauung zu regeln. Die Geschwulst werde mit einer deckenden oder desinticierenden Salbe eingerieben (Ung. Paraff., Ung. acid, boric, Camphor, trit., Jodoform, Creolin 1:9) oder mit Priessnits'schen Umschlägen behandelt. Es empfiehlt sich in allen Fällen einen leichten Verband anzulegen. Liisst ein bedeutender Schmerz und eine beträchtliche Härte und Röte der Geschwulst den Uebergang in EHterung annehmen, so erfordert die üeberwachung derselben doppelte Aufmerksamkeit, damit man etwa auftretende Abscossc frühzeitig öffnen kann, um eine weitere; Zerstörung der Drüse zu vorbindern.
Eine hinterbleibende Induration sucht man durch Jodtinktur oder Jodsalbe (Jodi pari 1,0; Kai. jodat. 5,0; Ung. Paraff. 25,0) zu beseitigen.
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EntKÜiidiing der Rachensclileimhaiit. Pharyngitis catarrhalis.
A.etiologie und allgemeines,
Die Sobleitnbaut der Raohenhöhle und des Sohlundkopfes ist
liilufig der Sitz eines akuten Kutarrlies. Das Leiden tritt sowohl selbständig beim Hunde auf als aueli, und das weit häufiger, in Be­gleitung einer catfirrhalisciien Affektion der oberen Luftwege. Mau beobachtet es fast nur bei den feineren Hunderassen (Mose, Piuseher etc.). Für die Entwickelung der Pharyngitis walten meist dieselben Ursachen ob, die auch imstande sind, eine Laryngitis zu erzeugen. Neben örtlich einwirkenden Schädlichkeiten (wozu speciell Fremd­körper, welche im Schlundkopie stecken bleiben, zu rechnen sind), ist es in vielen Fällen eine allgemeine Refrigeration, welche die Rachenschleimhaut katarrhalisch erkranken lässt. Rocht häufig be­obachtet man auch, wie sich durch Fortschreiten des entzündlichen Processes ein Katarrh der Nase, des Maules oder des Kehlkopfes auf die Rachenschleimhaut fortsetzt; so dass man iu der Mehrzahl der Fälle keine scharfe Grenze zwischen beiden Leiden ziehen kann.
Symptome.
Die Entzündung der Rachenschleimhaut, wie sie nach einer Er­kältung entsteht, ist nur in ihrem geringsten Grade tieberlos; ge­wöhnlich leitet ein massiges Fieber, welches sich durch unlustiges Benehmen und Frösteln bekundet, die Erkrankung ein. Hecht häutig sprechen sich entweder vor dem Auftreten der Pharyngitis, während oder nach derselben, noch andere aus den gleichen Ursachen hervor­gegangene lokale Störungen aus (Nasen- oder Kehlkopfkatarrh, Sto­matitis etc.).
Die Patienten haben einen regen Appetit, sie gehen mit gewohnter Lebhaftigkeit au das Futter heran, lassen es aber oft schon nach wenigen Rissen stehen; am liebsten nehmen sie noch Flüssigkeiten auf, während sie feste Nahrung oft ganz verschmähen. Sie speicheln viel und bekunden bei der Palpation des Schlundkopfes oft lebhafte Schmerzen. Rei der Inspektion der Rachenhöhle sieht man die Schleimhaut derselben bald diffus, bald Heckig gerötet und mit gla­sigem, zähem oder eitrigem Schleim bedeckt. Rei sehr heftiger Er­krankung erscheinen die hochgerötete Schleimhaut und die Tonsillen geschwellt, so dass letztere oft wulstartig hervortreten.
Die regionalen Lymphdrüsen sind mehr oder weniger an dem
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eiitzüiidlicheii Prozesse beteiligt, so dass sie vergrössert und sehmerz-luii't sind.
Das Leiden hat der Regel nach einen gutartigen Vorlaut' und dauert nur wenige Tage.
Therapie.
Eine geringgradige Pharyngitis bedarf bei ihrem gutartigen Ver­lauf meist keiner besonderen Behandlung, während heftigere Fälle oft dringend dazu mahnen. Man hüte sich vor dem Eingehen von Arz­neien, weil durch das erzwungene Ahsehlingen derselben nur allzu leicht eine Schluckpneumonie (cf. pag. 60) erzeugt werden kann. Von Wichtigkeit ist es, die Patienten in einen trockenen, zugfreien und massig temperierten Raum unterzubringen und ihnen ein weiches, reizloses Futter zu geben (Suppen). Im Uebrigen kann sich die He-handlung auf die Anwendung von Friessnitz'schen Umschlägen um den Hals beschränken, welche recht fest angelegt und alle drei Stunden gewechselt werden müssen. Vorteilhaft erweisen sich oft auch leicht reizende, zu beiden Seiten des Scblundkopfes applicierte Einreibungen (01. Lauri; Liniment, volat. etc.).
Bei starker Schwellung der Schleimhaut oder der Tonsillen kann man die bei der Stomatitis angegebenen Maulwilsser anwenden oder noch hesser Bepinselungen (einmal täglich) der erkrankten Stellen mit Adstringentien vornehmen. (Argent, nitric. 1,0:16,0—10,0; Acid, tannic. 10 0/0.)
Die Krankheiten der Speiseröhre.
Allgemeines.
Krankheiten des Schlundes gehören heim Hunde, sofern sie nicht durch in demselben stecken gebliebene Fremdkörper bedingt werden, zu den grossen Seltenheiten.
Man hat sowohl Erweiterungen als auch Verengerungen der Speiseröhre hin und wieder beobachtet; es lohnt sich jedoch nicht, hier des Näheren darauf einzugehen, weil eine Behandlung dieser Leiden wohl kaum erfolgreich sein dürfte und die damit behandelten Tiere wertlos sind. Die Entzündung des Schlundes (Oesopha-gitis) wird auch nur sehr selten diagnosticiert, weil sie keine erheb­lichen Symptome macht und ausserdein meist nebensächlich und wich­tigeren Krankheitsvorgängen an anderen Organen untergeordnet ist. Wichtig sind nur die Kiankhcitserscheinungen, welche durch das
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Steckenbleiben von fremden Körpern im Schlünde bedingt
worden. Diese Fremdkörper bieten in Bezug auf Grosse, Gestalt und Konsistenz viele Verscbiedenbeiten dar. Am häufigsten sind es Nab-rungsmittel, die in zu grossen Stücken versclilungen wurden: Fleisch-stiicke, Knoelieu, Fisdigriiten. In anderen Füllen, die aber seltener vorkommen, handelt es sieb um Dinge, die zufällig, entweder allein (beim Apportieren oder Spielen mit denselben) oder indem sie den Speisen beigemischt waren, verschluckt wurden, wie Nadeln, Steine, Ilokstücke, Münzen etc.
Von Belang ist die Art der Einklemmung der fremden Körper in dem Schlünde. Manche werden allein durch die krampfhaften /u-sammcnziebungen desselben f'estgebalten; andere dringen mit ihren Spitzen und Zacken bald in die Schleimhaut, bald noch weiter, sogar bis zur vollständigen Durchbohrung, in die Wand der Speiseröhre ein. Vtü resultieren hieraus wesentliche Verschiedenheiten. Ob Fälle vor­kommen, bei denen Gegenstände, welche ans dem Magen beim Er­brechen emporsteigen, in der Speiseröhre stecken bleiben, lasse ich dabingestellt, ich sah wenigstens schon erstaunlich grosse Objekte von Hunden erbrechen. Die Mehrzahl von Fremdkörpern gelangt von der Maulböble aus in den Sehlund und bleibt entweder schon im Fiiaryngs oder erst im Hals- bez. Brustteil des Oesophagus stecken. Spitze, längliche Körper (Nadeln, Fischgräten) werden nieist schon im Schlund­kopfe festgehalten, in dessen Wandungen sie sich einbohren. Grössere Gegenstände, welche nicht mit allzu scharfen Hervorragungen verseben sind, passieren oft den Pbaryngs, werden aber in dem Halsteile der Speiseröhre festgehalten; die etwa vorhandenen Rauhigkeiten reizen die Schleimhaut (Oesophagitis) oder dringen in dieselbe ein. Durch die F,lasticität der Wandungen des Schlundes und die sich bald ein­stellenden Schling- und Brechbewegungen wird nun die Einklemmung noch gesteigert. Hat ein fremder Körper den Weg durch die Hals-portiou des Schlundes glttcklich zurückgelegt, so kann er noch an zwei Stellen der Speiseröhre, welche sich durch ein engeres Lumen auszeichnen, sitzen bleiben; es sind dies die Stellen, an welcher sie durch das Zwerchfell tritt bez. in den Magen einmündet.
Symptome. Mat sich ein Fremdkörper in der Speiseröhre festgesetzt, so wird der Patient unruhig und macht alsbald heftige Anstrengungen, um durch Erbrechen den verschluckten Gegenstand wieder heraus zu be­fördern. Der Kopf und Hals werden gestreckt und in schräger hieb-
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-Tö­tung nach unten gebracht, und der Hund versucht hei weit geöffneter Maulspalte zu erbrechen, schleudert mit dein Kopfe oder wischt auch wohl mit den Pfoten danach. Meist werden nur geringe Mengen von Schleim, der nicht selten hlutig ist, herausgebracht. Diese primären Krankheitserscheinungen spielen sich unmittelbar nach dem Verschlucken des Fremdkörpers ab und wiederholen sich je nach dem Temperament des Tieres mehr oder weniger oft in den ersten Stunden, lassen jedoch nach einiger Zeit immer nach, seihst wenn der verschlungene Gegen-stand an seiner Stelle bleibt.
Der Hund ist matt und traurig, versagt Futter- und Wasser-aufnahme und verliert viel Speichel. Hei der näheren Untersuchung der Bachenhöhle sieht ma?i den Fremdkörper je nach der Lage des-selhen entweder im Schlundkopfe oder fühlt ihn im Anfangsteile der Speiseröhre oder stösst weiter unten mit der eingeführten Schlund' sende auf ihn. In manchen Fällen lässt sich hei der Palpation des Schlundes auch die Stelle der Einklemmung von aussen feststellen.
Bei längerem Verweilen des fremden Körpers entsteht in seiner Umgehung Entzündung, welche, wenn er hald wieder entfernt wird, sich schnell zerteilt, wenn er aber längere Zeit festsitzt, zur uleeröseu Zerstörung der erkrankten Stelle führt. Zuweilen wird auch in der Umgebung des fremden Körpers die Speiseröhre durchhrochen, so dass in der Nachbarschaft beträchtliche Eiter-Ansammlungen ent­stehen, hei deren Entleerung der Gegenstand mit heraushefordert wird und so unter Bildung einer Halsfistel an der linken Seite des Halses zum Vorschein kommt (Nadeln); in anderen Fällen fand der Durchbruch in die Pleurahöhle hinein statt und bedingte den Tod des Patienten.
Therapie. Die Behandlung muss möglichst früh und energisch eingeleitet werden. Ist der Fremdkörper noch von der Maidhöhle aus zu sehen, so gelingt es hei der gehörigen Ruhe und Ausdauer wohl immer, den­selben mit den Fingern oder einem zangenförmigen Instrumente zu entfernen. Weist man ihn aber erst gelegentlich des Sondierens in den tiefer gelegenen Schlundabschnitten nach und gelingt es nicht, ihn ohne grössere Kraftanwendung in den Magen hinabzustossen, so ist es empfehlenswert zu versuchen, ihn durch die Applikation eines Brechmittels zu entfernen. Am besten verwendet man subeutanc Injektionen von Apomorphin. muriat. (0,005-0,01). Wenn auch dieses Mittel im Stiche lässt, so scheue man sich nicht den Schlundschnitt
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auszuführen. Die Operation ist auch beim Hunde ohne besondere Schwierigkeiten auszuführen; es heilt die Operationswunde aber nur dann, wenn sich noch keine diphtherische Entzündung der betroffeneu Schlundpiirtie ausgebildet hat, einen Zustand, den ich Gelegenheit hatte, nach 30stündiger Dauer des Leidens zu konstatieren. Dieser Thatsache sei jedoch eine andere gegenübergestellt; man kann nilin-lich auch beobachten, dass, wenn die Applikation dos Brechmittels im Stiche gelassen hatte, der Fremdkörper nach einigen Stunden bei nochmaliger Anwendung eines Emetioums entfernt wurde.
Akuter Alageukatarrh. Akutlaquo; Dyspepsie. Gastritis acuta catharrlialin.
Aetiologie.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;. .
Hecht häufig erkranken Hunde an akuter Dyspepsie oder, wie das Leiden auch sonst benannt wird, an akutem Magenkatarrh. In der Mehrzahl aller Fülle liegen dem Magenkatarrh Diätfehler zu Grunde, sei es, dass abnorm grosse Mengen an sich leicht verdaulicher Nahrungsmittel aufgenommen werden, sei es, dass schwer verdauliche Stofi'e verzehrt werden. Beide Ursachen haben dieselbe Wirkung, insofern nämlich, als der secernierte Magensaft nicht im Stande ist, die aufgenommenen Speisen zu verdauen, und sich so Zersetzungs­produkte bilden, welche einen schädlichen Eintluss auf die Magen­schleimhaut ausüben.
Ueberladungen des Magens kommen überaus häufig heim Hunde vor. Die Tiere verzehren ihr Kutter oft mit grosser Gier, so dass sie, besonders wenn sie sehr hungeiig waren, das Gefühl der Sättigung unbeobachtet lassen und mehr Nahrungsmittel aufnehmen, als ihr Magen bewältigen kann, oder sie werden fälschlich, wie es fast allge­mein üblich ist, nur einmal des Tages gefüttert, wodurch sie ge­zwungen sind, die verhältnissmässig grosse Ration hintereinander auf­zunehmen, Der akute Magenkatarrh entsteht des weiteren häufig durch die Einverleibung von Substanzen, welche in Zersetzung be­griffen sind (verdorbenes Fleisch, Kot etc.) oder welche absolut un­verdaulich sind, wie Sand, Steine oder andere Fremdkörper, die ge­legentlich ahgeschluckt werden. Das Leiden ist nicht selten auch die Folge einer Reizung der Magenschleimhaut durch sehr heisses oder sehr kaltes Futter, wie auch eine allgemeine Erkältung (z. B. nach dem Baden, dem Scheeren, im Verlaufe der Räudekur) als Ursache für dasselbe zu beschuldigen ist.
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Endlich ist der akute Magenkatarrh eine Teilerscheiuung ver-sohiedsner fieberhafter Krankheiten, so besonders im Verlaufe der Staupe, bei Darmkatarrhen eto.
Symptome,
Vor allen Dingen bekunden Hunde, welche am akuten Magen­katarrh leiden, eine mehr oder wenig starke! Appetitlosigkeit; sie sind wählerisch hei der Kutteraufnahme oder verzehren überhaupt nichts. In fast allen Fällen findet man als weitere Krankheitserscheinung Erbrechen, welches bald nur unmittelbar nach der jedesmaligen Kutteraufnahme stattfindet, bald auch, und besonders hei heftigerer Erkrankung, mehrmals am Tage erfolgt, ohne dass zuvor Nahrungs­mittel verzehrt wurden. Ein auf die Magengegond ausgeübter Druck, wird von den Patienten unangenehm oder sehmerzhaft empfunden; die Tiere sind des weiteren unlustig und traurig, andere hingegen zeigen eine auffallende Unruhe, winseln und wechseln häufig ihr Lager (Magenüherladung). In manchen Fällen sind auch Fieher-ersoheinungen zugegen; fast immer ist das DurstgefUhl gesteigert, und die daraus resultierende vermehrte Wasseraufnahme führt häufig zu neuem Erbrechen. Das Leiden hat fast immer einen kurzen Ver­lauf, so dass es oft schon nach 1—2 Tagen mit vollkommener Ge­nesung des Patienten endet, (raquo;elegentlich jedoch schreitet der ka­tarrhalische Prozess auf den Darmkanal fort, so dass es zu einer Entzündung des Zwölffingerdarms und katarrhalischer Gelbsucht kom­men kann.
Bei sehr jugendlichen Tieren ist der Verlauf des Leidens häufig kein so gutartiger, man kann beobachten, wie solche Patienten bei längerer Dauer des Leidens an Entkräftung zu Grunde gehen, be­sonders, wenn als weitere Komplikation der Mageiierkiankung ein Darm­katarrh hinzukommt.
Therapie. Die Behandlung kann in den Fällen, in welchen schädliche Ingesta oder deren Zersetzungsprodukte im Magen verweilen, die Dar­reichung eines Brechmittels fordern, (ApomoipJiin. niuriat. [sub­kutan 0,008—0,01]; P. Had. Ipecacuanhae [0,5—1,0]; Vinum stibiat | stündlich 1 Theelöffel voll Ids zur Wirkung]), von dem man sich natürlich nur zu Beginn des Leidens Erfolg vorsprechen darf. In vielen Fällen sind medikamentöse Behandlungen ganz überflüssig, denn die Erfahrung lehrt, dass akute Magenkatarrhe leicht und schnell zur
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Norm zurückkehren, wenn die Ursachen, welche die Störung hervor­gerufen haben, beseitigt, und wenn neue Schädlichkeiten, welche das Uebel unterhalten könnten, fern gehalten werden. Kräftige Patienten lässt man am besten vollkommen fasten, während bei jugendlichen und schwächeren Tieren eine vollständige Entziehung des Futters nicht ratsam erscheint. Man wälde zur Ernährung derselben jedoch nur Speisen der leichtesten Art, also hauptsächlich solche in flüssiger Form: dünne Fleisch-, Milch- oder Brennsuppen. Besonders ver­bindere man in allen Fällen die oft unmässige Wasseraufnahme. Führt dieses diätiltische Kurverfahreu nicht zum Ziele und zeigen insbe­sondere die Patienten noch keine Fresslust, welche das sicherste An­zeichen für die beginnende Qenesung ist, so empfiehlt es sich, Sto-maohica zu geben; man muss jedoch bei der Wahl derselben mehr als sonst auf die Konstitution des Patienten Rücksicht nehmen. Jugendliche Tiere oder solche feinerer Rassen erhalten am besten Rhabarberwein (2—3mal einen Theelötfel voll); auch das P, Magnes. e. Rheo (mehrmals täglich eine Messerspitze voll) wirkt recht günstig. Für grössere Hunde eignen sich besser nachstehende Vorschriften:
Rp. Acid, muriat. ii,5.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;odernbsp; Rp. Pepsin.
Tc. Gentian. 10,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Acid, hydrochloric. Ja ~V-
Aq. font. 150,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aq. dest. 150,0.
M. f. Sol.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. f. Sol.
D. S.: Innerlich ;? mal tägl. einennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; J). S.: Innerlich Bmal tttgl. einen
Esslöftel voll.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Esslöftcl voll.
Gegen das Erbrechen gebe man: Bismut. subnitric. (0,25—2,0) mehrmals täglich und in hartnäckigen Fällen dasselbe Mittel in Ver­bindung Opium:
Rp. Bismut. mtbnitr. 0,rgt;. Opii pulvemt. 0,3. M. f. Pulv. Dent. tal. Dos. No. VI. S.: Innerlich 2—3 mal tägi. ein Pulver.
Der chronische Magenkatarrh. Gastritis catarrhalin chronica.
Aetiologie.
Der chronische Magenkatarrh kommt als alleinige, selbständige
Erkrankung des Oefteren beim Hunde zur Beobachtung, das Leiden
ist jedoch der Regel nach mit chronischen Katarrhen des Darmes
gleichzeitig vorhanden. Man sieht es auftreten im Anschluss an einen
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akuten Katarrh der Magenschleimhaut und nach mehrfachen Recidi-ven dieser Erkrankung, so besonders bei Hunden, welche diätiitisch unrichtig verpflegt werden, oder in Folgtraquo; von schmerzhaften Leiden der Maulhöhle (Stomatitis, Carles dentium) die vorgesetzten Speisen unzerldeinei t ahschlingen. Weit häutiger ist die chronische Gastritis ein sekundäres Leiden und hängt von Stauungen in den Geiassen der Magensohleimhaut ah, wie sie bei Erkrankungen der Leber oder des Herzens und der Lunge zu stände kommen können; und so begegnen wir bei chronischen Erkrankungen jener Organe ebenso häufig einem chronischen Magenkatarrh wie einer allgemeinen Wassersucht; ja, es paaren sich sogar oft beide Zustände mit einander und müssen auf gleiche Weise entstanden gedacht werden.
Symptome. Das Leiden giebt sich vorwiegend durch eine dauernde Appetit-verniiiulerung und häufiges Erbrechen kund, es ähnelt also das Krank-heitshild demjenigen, wie es bei dem akuten Magenkatarrh beschrieben wurde. Als Unterschied ist nur hervorzuheben, dass die Symptome bei der chronischen Erkrankung nie so hochgradig sind und sieb bäniig ein vollständiger Rückgang in denselben bemerkbar macht. In vielen Fällen ist der Nährzustand der Patienten ein schlechter, was besonders dann stark hervortritt, wenn die Krankheit nur Symp­tom eines universellen Leidens ist. Was den Verlauf und die Aus­gänge des chronischen Magenkatarrh anbelangt, so können die geschil­derten Erscheinungen mehr oder weniger stark und unter häutigen Schwankungen der Intensität des Leidens Wochen lang andauern. In den Fällen, in welchen die ursächlichen Momente der Erkrankung zu beseitigen sind, endet das Leiden bei sachgemässer Behandlung oft mit Genesung. Der Tod solcher Patienten ist der Kegel nach nur Folge desjenigen schweren Leidens, welches den chronischen Magen­katarrh sekundär hervorrief oder seinen Verlauf komplicierte.
Therapie,
Von borvorragender Wichtigkeit ist bei der Behandlung des chronischen Magenkatarrhs die Diät. Es ist natürlich nicht möglich, dass man die Patienten bei der laugen Dauer ihres Leidens teilweise oder vollständig fasten lässt. Man muss jedoch die Ernährung mög­lichst zweckentsprechend einrichten und die Nahrungsmittel in kleineu Portionen und in leicht verdaulicher Form zubereitet verfüttern. Am meisten empfiehlt es sich. Fleisch, welches man im rohen oder ge-
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kochten Zustande, gescliabt bez. anderweitig zerkleinert verfüttert, als alleinige Kost zu geben. Koutraindizirt sind alle stärkehaltigen Futtermittel, sowie auch alle süssen Substanzen, welche letzteren ver­zärtelten Hunden nur allzuhäufig gegeben werden und in nicht seltenen Fällen die hauptsächliche Ursache des chronischen Magenkatarrhs jener Hunde sind. Manchen Patienten bekommt eine ausschlicssliche Milchnahrung vorzüglich, allerdings wird Milch als alleinige Kost von vielen Hunden nicht gern (lauernd genommen, so dass sie gelegentlich die Futteraufnahme versagen. Hat mau jedoch seine Vorschriften be­züglich der Verpflegung der Patienten präcise genug gegeben, so dass sie kein anderes Futter weiter bekommen, dann wird ihnen schliesslich auch die sich selbst auferlegte knappe Diät, wozu sieh die Besitzer von Hunden meist nur schwer verstehen, nutzbringend sein.
Nicht so häufig wie bei dem akuten Magenkatarrh reicht man bei der Behandlung dieses Leidens mit diätätischen Vorschriften allein vollständig aus; jedoch giebt es gegen dasselbe recht prompt wirkende Arzneimittel, in deren erster Linie die Alkalien zu nennen sind. Be­sonders empfehlenswert ist die Anwendung des künstliehen Karls­badersalzes, welches man in Dosen von einer Messerspitze (ein Thee-löffel) voll zwischen das Futter geben lässt. Ks gewährt dieses Salz neben seiner Wohlfeilheit, seiner spezifischen Wirkung auf Schleim­hautkatarrhe, noch den Vorteil, dass selbst der ungläubigste Besitzer davon überzeugt wird, sein Hund mache „eine Kur durchquot;, und nun die gegebenen diätätischen Vorschriften oft mit peinlicher Gewissen­haftigkeit befolgt. Weiter zu empfehlende Vorschriften sind:
Rp, Nalr. bivarhonic. 0,25. P. Had. lihci 0,5. M. f. l'ulo. Dent. tal. Vos. No. X. (S*.; Innerlich 2—3 laquo;ml üigl. ein Pulver.
oiler Kp. Acid, tannic. 0,1.
h'/acosacchar. Anist 0,5. M. f. l'iüv. Dent. tat. Dos. No. VI. S.: Innerlich 2 mal täglich ein Pulver.
Dai'inkatari'li. Kiiteritis cataniialis. (aiari-lius iiiteslinalis.
Aetiologie.
Darmkatarrhe treten sowohl selbständig, als auch in Geleite anderer Leiden auf, die veranlassenden Ursachen sind sehr mannigfach. Die selbständigen (primären) Darmkatarrhe entstehen in der Mehrzahl aller Fälle durch den Reiz eines abnormen Darminhaltes; besonders durch die Einwirkung schwer oder unverdaulicher Stoffe, verdorbener und in Zersetzung übergegangener Nahrungsmittel, sehr kalten Trink-
Arnous, Krankheiten des iiumlcs.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;6
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wassers und verschiedener s'ftigoiquot; Substanzen und Parasiten. Auch cino allgemeine Erkältung ist imstande, einen Darmkatarrh zu er­zeugen. Nicht selten entsteht das Leiden durch Fortpilanzung eines entzündlichen Vorganges von einem benachbarten (Jehilde auf die Darm-schleiinhaut; so speciell auch im Anschlüsse an einen Magenkatarrh.
Wie andere Schleimhäute, wird auch jene des Darines im Ge­leite infektiöser Krankheiten häufig von einem Katarrh betroffen (Staupe, Septikämie etc.).
Endlich geben noch Stauungen im Pfortadersystem, wie mau sie bei chronischen Herz*, Lungen- und Lcberkrankheiteu beobachtet, eine nicht ungewöhnliche Veranlassung zu jenem Leiden. Darm­katarrhe haben entweder einen akuten oder chronischen Verlauf; bald sind sie über den ganzen Darmtraktus ausgebreitet, bald auf be­stimmte Abschnitte desselben lokalisiert. Nur in einer Verhältnis-massig geringen Anzahl von Fällen ist man imstande, mit Sicherheit den Sitz der katarrhalischen Affektion festzustellen (Duodenitis, l'roctitis), so dass sich dann bezüglich der üehandlung besondere Indikation ergeben.
Symptome.
Dei dem akuten Darmkatarrh ist das konstanteste und zuweilen einzige Symptom der Durchfall. Eigentliche Schmerzen oder andere Beschwerden können fehlen, so dass die Ernährung, die Kräfte und das Allgemeinbefinden des Patienten, so lange die Entleerungen nicht zu häufig oder zu copiös sind, nur geringgradig oder garnicht alteriert sind. Anfangs bestehen die Ausleerungen aus verdünnten Fäkalmassen, werden jedoch, je massenhafter sie sind, um so flüssiger und blasser; wird noch Nahrung aufgenommen, so findet man nicht selten vollkommen unveränderte Speisereste in denselben. Hat der Durchfall so einige Stunden oder Tage lang angehalten, dann werden die Entleerungen in manchen Fällen seltener, nähern sich ihrer nor­malen Beschaffenheit oder hören plötzlich ganz auf, so dass man einen erheblich verminderten Kotabsatz nachweisen kann.
Bei anderen Fällen gesellen sich zu dem Durchfall kolikartige Schmerzen, so dass die Patienten häufig winseln, mit dem Eintritte einer neuen Entleerung jedoch wieder ruhig werden; dann kann man auch meist durch die Palpation des Hinterleibes mehr oder weniger heftige Schmerzen auslösen. Zuweilen ist der Leib durch Gase massig aufgetrieben, was namentlich dann zu beobachten ist, wenn noch nicht alle Fäkalmassen oder in der Zersetzung begriffene Ingesta ausge-
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leert wurden. Ist der Magen nicht in Mitleidenschaft gezogen, so ist der Appetit unverändert. Fast immer machon sich leichte Fieber-orscheinungen geltend, sowie man auch in fast allen Fällen eine ver­mehrte Wasseraufnahme nachweisen kann. Im Harn findet man regelmässig Galleufarhstoft'e. Das ist das Krankhoitsbild, unter welchem der akute Darmkatarrh verläuft, wenn er über den ganzen Darm ausgebreitet ist. Katarrhe des Zwölffingerdarms begleiten meist einen Magenkatarrh, sind aber nur dann mit Sicherheit zu erkennen, wenn sie durch Verlegung des Duetus choledochus zur Gelbsucht führen.
Ist vorwiegend oder ausschliesslich der Mastdarm katarrhalisch erkrankt, so bieten sich gewisse Krankheitserscheinungen dar, welche der Proctitis eigentümlich sind. Durch die entzündliche Reizung der Mastdarmschleimheit wird die Empfindlichkeit derselben erhöht, und die muscularis recti reflektorisch zu verstärkten Kontraktionen ange­regt (Tenesmus). Die Patienten drängen oft auf den Kot, so dass die gerötete und geschwollene Mastdannschleimluiut schon bei der geringsten Anhäufung katarrhalischen Sekretes oder selbst bei ganz leerem Darme hervorgepresst wird; bei schwächlichen oder jungen Tieren kann es infolge des fortgesetzten Drängens sogar zum Mast­darmvorfall kommen.
Der chronische Darmkatarrh führt nicht immer zu diarrhoeischen Entleerungen. Nicht selten ist der Kot fest, auch wohl mit Schleim überzogen und die Peristaltik auffallend träge, und an anderen Tagen wieder, violleicht bei einer Steigerung des Katarrhes, wie sie durch den Reiz des stagnierenden Darminhaltes zu stände kommen kann, treten Durchfälle auf. So sind die Erscheinungen von Seiten des Darmes wechselvolle.
Durch die dauernd gestörte Resorption wird die Ernährung solcher Patienten beeinträchtigt. Die Tiere verlieren an Kräften, magern ab, und haben ein glanzloses, aufgebürstetes Deckhaar. Das Haar fällt aus und nicht selten ist die Körporoberflächo, besonders die Haut des Rückens, mit Epidermisschuppen übersät, ein Zustand, der schlechthin mit dem Namen „Hungerrändequot; belegt wird (Ekzema squamosum). Der Regel nach haben solche Patienten einen regen, oft deutlich vermehrten Appetit.
Akkute Darmkatarrhe sind bei Hunden prognostisch nicht un­günstig zu beurteilen, so bald es sich um kräftige Tiere handelt; ihre Dauer beträgt durchschnittlich 8 Tage. Junge, schwächliche Patienten können jedoch, besonders bei lange andauernden Durch­fällen infolge der Entkräftung zu Grunde gehen. Chronische Darm-
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kiitarrhc der geschilderten Art gehören zu den lästigsten und hart­näckigsten Krankheiten; sie sind nicht nur oft unheilbar, sondern he-drohen auch häufig das Leben seihst erwachsener Tiere. Was end­lich die Vorhersage bei den sekundären Darmkatarrhen anbelangt, so richtet sich dieselbe nach dem bedingenden Grundleiden.
Therapie.
Hinsichtlich der diätätischen Behandlung gelten hei dem üann-katarrhe dieselben Vorschriften, wie sie bei den analogen Erkrankungen des Magens erörtert wurden; es sei deshalb, um Wiederholungen zu vermeiden, auf jene Auseinandersetzungen hingewiesen.
Den Durchfall sucht man zunächst durch die geeignete Diät zu bekämpfen. Man verordne Brennsuppen, Reisswasser, Gersten- oder Hafermehlsuppen oder schreibe vollkommene Trockendiät vor. Erst wenn dieses Kurverfahren sich als unzureichend erweist oder das Leiden wegen seiner Heftigkeit gefahrdrohend ist, gehe man gleich­zeitig zur Behandlung desselben mit Arzneimitteln über. Man be­ginne mit den Opiaten und wende schliesslich die pflanzlichen bez. metallischen Adstringentien an (cf. pag. 10 u. 11). Sind die ent­leerten Faces sehr übelriechend oder bekunden sich durch Flatulenz Gährungsznständc im Darmkanal, so ist es ratsam zur Desinfektion des Darmrohres Calomel (0,05), Creolin angl. (0,5) oder Naphtalin (0,5) zu verabfolgen.
Besteht eine entzündliche Reizung der Mastdarinschleimhaut, so behandelt man dieselbe am besten lokal durch Infusionen. Mittels eines Irrigators infundiert man 1—2 mal täglich Abkochungen bez. Lösungen schleimiger oder adstringierender Mittel. Bei kleinen Hunden genügt eine Menge von 0,5 Liter, während bei grossen Tieren oft 2 Liter erforderlich sind. Die Temperatur der zu applicierenden Flüssigkeiten muss lauwarm sein. (Decoct. Sem. Lini; Decoct. Cort. Quere. [1,0:20,0] Feri sulfuric. Alum, crud.; Argent, nitr. [LCVo bis 2,00/0]). Die Behandlung des chronischen Darmkatarrhs deckt sich mit der Bekämpfung des chronischen Magenkatarrhs (cf. diese), da beide Leiden nicht nur der Regel nach durch dieselben Ursachen hervorgerufen und unterhalten werden, sondern meist auch gleich­zeitig nebeneinander bestehen. Endlich ist noch zu erwähnen, dass man nach Ahlauf der Krankheit die Darmschleimhaut noch längere Zeit hindurch vor Insulten durch schwer verdauliche Nahrungsmittel, Erkältungen u. d. m. schützen muss, weil sich sonst leicht Recidive geltend machen.
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Hartleibigkeit. Verstopfung. Oltstipatio. Obstrnctio ulvi.
Aetiologie.
Schon innerhalb normaler Verhältnisse erfolgt die Entleerung der Darinexkremente nicht imnior gleich häufig; im allgemeinen setzten Hunde der Regel nach im Gegensatz zu anderen Tieren nur selten Kot ab.
Eine Verzögerung des Kotabsatzes bildet in sehr mannigfaltigen Krankheiten teils ein wesentliches, nur ausnahmsweise fehlendes, teils ein nur zufälliges Symptom; es kommt jedoch bei Hunden auch Hart­leibigkeit bez. Verstopfung als ein mehr selbständiges Leiden vor.
Die wesentliche Ursache der Verstopfung ist entweder in einer Trägheit oder in einem gänzlichen Aufhören der peristaltischen Be­wegungen des Darmes zu suchen, oder es stellen sich der Weiter­bewegung und Entleerung des Kotes mechanische Hindernisse entgegen. Man beobachtet daher Verstopfung bei Hunden, welche mit schwer verdaulichen oder reizlosen Nahrungsmitteln gefüttert werden, wie Knochen, Hülsenfrüchte, Brot, Kartoffeln etc., besonders, wenn es ihnen noch gleichzeitig an der nötigen Bewegung mangelt (Ketten-und Stubenhunde). An habitueller Konstipation leiden häufig alte Tiere oder Patienten, welche mit einem chronischen Darmkatarrh be­haftet sind. Als mechanische Hindernisse für den geregelten Kot­absatz sind etwa anzuführen; Strikturcn oder Erweiterungen des Darmes (Mastdarnulivertikel) Darmverschlingung, Brucheinklemmung, Kompression des Darmrohres durch benachbarte Geschwülste (Prosta­tahypertrophie) Retentionszustiindo in den Analdrüscn, Verfilzung der Haare vor dem After (falsche Verstopfung) u. dgl. m.
Symptome. Die hauptsächliche Krankheitserscheinung bildet der verzögerte oder ganz unterdrückte Kotabsatz. Die Patienten zeigen je nach der individuellen Empfindlichkeit mehr oder woniger lebhafte Schmerzen; hei dem Versuche Kot absusetzen, entleeren sie unter starkem Drängen kleine bröckeliche Massen von erdiger Beschaffenheit oder bringen trotz aller Anstrengung gar keinen Kot heraus. Nicht selten leiden solche Patienten auch an Flatulenz und entleeren öfters am Tage ge­ringe Mengen höchst übelriechender, dünnflüssiger Darmexkremente, so dass im Vorberichte das Leiden mit dem Durchfall verwechselt wird. Die Peristaltik ist unterdrückt und die Bauchdecken sind bald
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gespannt, bald aufgeschürzt. Bei der Palpation des Hinterleibes, welche meist schmerzhaft ist, gelingt es in der Regel, einen „Kot­strangquot; nachzuweisen, welcher als eine wurstfönnige, mehr oder weniger harte Masse meist am Eingänge in die Beckoiihöhlo zu fühlen ist. Nicht selten findet man bei der Exploration des Mastdarmes das rectum vollkommen leer, es fällt nur die Trockenheit und vermehrte Wärme der üarmschleimhaut auf, in anderen Fällen fühlt man harte Kotmassen in demselben.
Die Tiere sind meist traurig, zeigen vollkommene Inappetenz und in späteren Stadien dos Leidens eine deutliche Eingenommenheit der Psyche.
Die Dauer des Leidens ist in der Hegel nur eine kurze, jedoch gehen auch häufig, speciell, wenn es sich nur um llartleibigkeit han­delt, Wochen darüber hin. Meist sind Hunde, welche an Verstopfung leiden, 8—10 Tage krank.
Die Prognose ist nicht ungünstig, wenn die Behandlung frühzeitig genug eingeleitet wird. In vernachlässigten Fällen kann es jedoch in Folge der Einwirkung des angesammelten Kotes auf die Darm-schleimhaut zur Darmentzündung kommen, in deren Verlauf sich Darm-nekrose und eine l'erforativperitonitis entwickeln kann.
Therapie.
In den Fällen, in welchen die Verstopfung nur ein beiläufiges Symptom einer anderen Krankheit ist, behandelt man dieselbe nur dann, wenn etwa eine nachteilige Rückwirkung auf das llauptleiden von ihr befürchtet werden könnte oder das Allgemeinbefinden des Patienten durch den verzögerten Kotabsatz beeinträchtigt wird, weil meist das Uebel mit dem Grundleiden von selbst wieder vorschwindet. Gegen die mehr selbständigen Formen der Verstopfung muss man jedoch möglichst energisch von vornherein vorgehen. Zunächst regele man die Diät der Patienten dahin, dass sie während der Dauer ihres Leidens nur flüssige Nahrung erhalten; es ist sogar häufig angezeigt, die Kur mit der Verordnung vollkommener Hungerdiät zu heginnen, so dass nur Trinkwasser verabfolgt wird. Bei längerer Dauer des Leidens verfüttere mau Milch, gut gesalzene Fleischbrühe und rohes Fleisch und trage dafür Sorge, dass die Hunde möglichst viel in das Freie geführt werden.
Alle diese Massnahmen sind jedoch nur als zwockmässige Unter­stützung der eigentlichen Kur anzusehen und reichen zur Herbeiführung genügender Entleerungen nur in den seltensten Füllen aus. Am hosten
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erreicht man diesen Zweck durch die Applikation grösserer Mengen lauwarmen Wassers in den Mastdarm. Man verwendet hierbei am zweckmässigsten einen Irrigator und lässt je nach der Grosse des Tieres einen halben bis 2 und 5 Liter der Flüssigkeit in den Dann einfliessen; es werden dadurch in vielen Fällen die harten Kotmassen aufgeweicht und herausgespült. Nicht selten ist jedoch auch noch erforderlich, die angesammelten Massen mittels einer Zange zu zei--trümmern bez. zu entfernen. Zu dem Fnde führe man die ge­schlossene Kornzange (Kotzange), sofern angängig, zunächst bis an die Stelle der. Anschoppung durch den After ein, öffne sie nun vor­sichtig und schiebe das Maul derselben über die harten Massen hin­weg. Nachdem man sich durch leichte Drehungen des Instrumentes davon überzeugt hat, dass keine Schleimhautfalten mitgefasst wurden, kann man unter behutsamem Zuge versuchen, die ergriffenen Massen herauszubefördern. Gelingt dies bei massiger Kraftanstrengung nicht, so begnüge man sich damit, durch kräftiges Schliesseu der Zange jene Massen zu zertrümmern und spüle sie, wie oben angegeben, heraus.
Mit dieser mechanischen Kur der Verstopfung verbindet man vor­teilhaft eine innerliche medikamentöse Behandlung des Leidens, suche jedoch erst durch genaue Erhebung des Vorberichtes zu eruieren, was in dieser Beziehung schon von Seiten des Besitzers geleistet wurde, damit nicht fluroh übermässige Reizung der Darmschleimhaut eine Knizündung derselben herbeigeführt werde. Man giebt zunäclist Calomel (0,05—0,1) mit Zucker in Pulverform, hüte sich jedoch, wenn etwa der gewünschte Erfolg ausbleihen sollte, schon innerhalb der nächsten 24 Stunden eine zweite Dosis jenes Mittels zu applicieren, damit nicht bei der Anhäufung des Medikamentes im Darmrohre Anätzungen desselben herbeigeführt werden. In hartnäckigen Fällen gebe man im späteren Verlaufe der Krankheit, sofern es der Zustand des Darmes gestattet 01. Ricin. (30,0 — 50,0) in Verbindung mit 1—5 Tropfen 01. Croton. Bei der Durchführung einer solchen Kur erreicht man in der Mehrzahl aller Fälle schon oft nach kurzer Zeit eine vollkommene Wiederherstellung des Patienten; bei verzögertem Verlauf ist es vorteilhaft, noch einige Tage lang salinische Mittel oder Tc. Rhei aquosa (2—5 Esslöffel voll) zu geben. Auch wenn das Leiden vollkommen gehoben ist, muss man noch eine entsprechende nachherige Diät anordnen, weil sonst leicht Recidive auftreten.
In prophylaktischer Hinsicht endlich ist die Verpflegung der Hunde nach den anderen Orts erläuterten Grundsätzen zu regeln.
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Verschluckte Fremdkörper.
Aetiologie.
Die fremden Körper, welche im Bereiche der Vordauungsorgane angetroffen werden, sind fast immer durch die Speiseröhre hinein­gelangt; in Betreff ihrer sehr verschiedenen Beschaffenheit gilt daher auch Alles, was über „Fremdkörper in der Speiseröhrequot; gesagt wurde (cf. pag. 75).
Viele derselben gehen, wenn sie einmal erst die Speiseröhre hinabgeglitten sind, auch durch den Magen und den ganzen Darm­kanal, ohne das Leben zu gefäiirden, oft, selbst bei beträchtlicher Grosse, in spitzer oder zackiger Form. In einer anderen Reihe von Fällen (welche nicht allzu häufig bei Hunden sind) werden rein chirurgische Affektionen durch die Fremdkörper veranlasst, wenn sie nämlich nach Perforation des Magens oder Darmes durch die Bauch­decken nach aussen gelangen, worauf dann der Regel nach vollständige Heilung oder seltener eine Fistelbildung statt hat.
Neben diesen glücklich verlaufenden Fällen giebt es nun aber auch eine grosse Zahl solcher, welche das Loben des Tieres ernstlich bedrohen. Die Gefahr resultiert meist aus der Grosse bez. der be­sonderen Beschaffenheit des fremden Körpers, wodurch eine Darm­verengerung oder eine vollständige Verlegung des Darmrohres herbei­geführt wird.
Symptome.
Bleiben fremde Körper im Magen liegen, so machen sie oft gar keine Krankhcitserscheimingen, oft aber Störungen, die von denen des Magenkatarrhes nicht unterschieden werden können.
In anderen Fällen wird durch längeres Verweilen eines Fremd­körpers im Darme vielleicht, wenn derselbe nur eine Verengerung des Darmrohres bedingt, das Krankheitsbild des chronischen Magen-darmkatarrhes hervorgerufen, ohne dass man durch besondere Symptome auf die Anwesenheit eines Fremdkörpers aufmerksam gemacht wird.
Ganz anders jedoch gestalten sich die Folgen, welche durch Ab-schlucken eines Fremdkörpers hervorgerufen werden, wenn derselbe das Lumen des Darmes vollkommen verlegt. Zunächst fällt bei solchen Patienten nur der verzögerte Kotabsatz auf, die Tiere werden unruhig, versuchen öfters unter starkem Drängen sich ihrer Exkremente ZU entledigen, wobei, besonders zu Anfang des Leidens, gelegentlich nur dUnnflUssige, höchst Übel riechende Dei'äkationeu erfolgen, wiliirend
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späterhin überhaupt keine Entleerungen mehr statthaben. So hält der Laie die Krankheit für Kolik oder Verstopfung und verordnet seinem Hunde selbst ein Abführmittel, welches denselben schon so oft kurierte. Erst wenn die Hausmittel im Stiche lassen und sich weitere Krankheitserscheinungen hinzu gesellen, wird die Hülfe eines Sach­verständigen in Anspruch genommen, welcher durch den Vorbericht und eine gründliche Erhebung des Krankheitsbefundes, meist schon sofort den Zustand des Patienten als einen besorgniserregenden erkennen wird.
Die Tiere sind autfallend matt und niedergeschlagen, manche sind mürrisch und zeigen sogar wutähnliche Anfälle, bei denen sie sich zu verkriechen suchen und wohl auch eine wahre Zerstörungswut an den Tag legen, welche Zustände jedoch bald einem vollkommen apathischem Wesen Platz machen (Fröhncr). Es stellt sich Erbrechen ein, welches oft sehr hartnäckig ist. Die erbrochenen Massen sind schleimig, gallig und nehmen endlich eine kotartigo Beschaffenheit an. Die Futteraufnahme liegt ganz danieder; Wasser wird oft und in grossen Quantitäten aufgenommen, .aber häutig schon nach kurzer Zeit wieder erbrochen. Fieber fehlt oft, während sich subnormale Tem­peraturen gegen das letale Ende hin fast regelmässig tinden, und be­sonders dann beobachtet werden, wenn der Krankheitsverlauf durch Gelbsucht kompliciert wird. Der Puls ist klein, oft spritzend. In vielen Fällen gelingt es durch Palpation des Hinterleibes den Sitz des Fremdkörpers zu eruieren, welcher sich meist durch seine eigenartigen Konturen als ein solcher zu erkennen giebt.
Die Dauer des Leidens ist eine sehr verschiedene, so dass sich kaum bestimmte Zahlen für dasselbe angeben lassen. Oft tritt der Tod schon nach wenigen Tagen ein, oft aber zieht sich die Krankheit wochenlang hin, bevor das Leben des Patienten ernstlich bedroht wird.
Differential diagnostisch kommt hier zunächst die Ver-schliessung des Darmes durch harte Fäkalmassen in Betracht; das Übel ist leicht zu diagnosticieren, sofern die Massen vom Mast­darm aus gefühlt werden können, ausserdem lenkt eine vorausgehende hartnäckige Verstopfung, besonders, wenn die Tiere mit schwer ver­daulichen Nahrungsmitteln gefüttert werden, immer den Verdacht auf Koprostase (charakteristische Form des Kotstranges). Kompression des Darmes von aussen her (Prostatahypertrophie, Retentionszustände in den Analdrüsen etc.) wird man in der Mehrzahl aller Fälle bei der Exploration des Mastdarm mit Sicherheit feststellen können, während man Lageveränderungen des Darmes nur dann diagnosticieren wird, wenn andere Kausalleiden mit Bestimmtheit auszuschliessen sind.
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Therapie.
Der Regel nacli verweilen abgeschluckte Nahrungsmittel höchstens 12 Stunden im Magen des Hundes, so dass auch wohl dorthin ge­langte Fremdkörper nach dieser Zeit nur noch im Darmkanale an­zutreffen sind, wenn sie nicht durch besondere Verhältnisse länger im Magen zurückgehalten werden. Es ergieht sich hieraus, dass die Be­handlung nur in frischen Fällen darauf ausgehen kann, Fremdkörper auf dem Wege durch die Speiseröhre heraus zu befördern. Am bequemsten erreicht man diesen Zweck durch die Applikation eines Brechmittels (cf. diese pag. 30). In allen anderen Fällen ist es angezeigt, durch eine möglichst vollständige mechanische Einhüllung des Fremdkörpers seine eventuell schädliche Einwirkung auf die Darm-wandnngen bei dem Durchgange durch das Darmrohr zu verhindern und diesen letzteren selbst /u befördern. Man lässt solche Patienten Milch, Griitzhrei, zerriebene Kartoffeln, Brot mit viel Butter etc. in reichlicher Menge verzehren, es gehen dann kleinere Fremdkörper wohl sicher innerhalb der nächsten 24 Stunden ohne Nachteil mit dem Kote ab. Diese reichliche Füllung des Verdauungstraktus mit indifferenten, schleimigen und breiigen Substanzen, wirkt auch bei grösseren Gegenständen, welche abgeschluckt wurden, in sofern vor­teilhaft, als dadurch das Verdauungsrohr stark ausgedehnt und so die Passage für den Fremdkörper erweitert wird. Abführmittel können bei sehr grossen oder spitzigen Körpern leicht Schaden anrichten; es ist daher die Applikation solcher Medikamente (am besten 01. Ricin. 1—4 Esslöffel voll) nur dann statthaft, wenn man bestimmt weiss, dass der fremde Körper eine glatte Oberfläche hat und wenn derselbe nach Anwondnng des soeben geschilderton Kurverfahrens nicht entleert wurde.
Machen sich jedoch bei einem Patienten die Symptome der Darmverlegung geltend, so kann sichere Abhülfe von dem Leiden nur durch die operative Entfernung des Fremdkörpers erhofft werden, ein Verfahren, zu dem umsomehr geraten werden kann, als es einmal für Hunde verhältnismässig nur geringe Gefahr mit sich bringt und die Patienten auf der anderen Seite sicher zu Grunde gehen, wenn der Fremdkörper nicht entfernt wird.
Würmer im Danukanal. lielmiiilhiasis.
I. Naturgeschichtliches. Im Darmkanale des Hundes schmarotzen eine grosso Zahl von Eingeweidewürmern. Es sollen hier nur Bandwürmer (Taenion), Spul-
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wärmer und Pfriemenschwänze (A.scariden) angeführt werden, weil man diese häufig bei Hunden antrifft, während sonst noch zu er­wähnende Arten (Bothriocephaliden, Filarien) wohl mir ausnahms­weise gefunden werden bez. hei einheimischen Hunden noch nicht beobachtet wurden (Strongyliden).
I. Bandwürmer (Cestodos, Taeniadae). Der Bandwurm besteht aus einem Kopfe, dem Scolex (Muttertier oder Amme) mit den Haft­organen (Saugnäpfe, Haken, Rüssel) und den „Gliedernquot;, welche sich durch immerfort wiederholte Sprossung und quere Abschnürung des Halses bilden. Vollkommen entwickelt stellen diese Glieder (Proglottiden) selbständige Individuen dar, welche, mit Geschlechtswerkzeugen (männ­lichen und weiblichen) versehen, sich durch befruchtete Eier fortpflanzen, während das ganz anders gebaute Muttertier sich auch durch Knospung vervielfältigt. Bei den ältesten reifen Gliedern der Bandwurmkette sind die Frucbthalter strotzend mit entwickelten Eiern angefüllt. Diese haben eine äusserst harte, kalkige Schale und entwickeln sich, auf irgend eine Weise in den Magen eines für sie geeigneten Wirtes gelangt, nach Auf­lösung ihrer Umhüllung in einen vier- oder sechshakigen Embryo. Dieser durchbohrt die Mngenwand und wandert nun in den Körpergeweben, bis er an einen günstigen Ort (Leber, Bindegewebe, Auge, Hirn, Muskeln) gelangt ist. Dort angekommen, wird aus ihm ein Bandwurmköpfchen (Proscolex) mit Saugnäpfen und Ilakenrüssel. Die ursprünglichen Haken werden abgeworfen, und das Hinterteil erweitert sich durch Quellung in eine mit Flüssigkeit gefüllte Blase, in welche sich der Bandwurmkopf zurückziehen und einstülpen kann. In diesem Zustande ist der Wurm eine Fiume (Blasenwurm, Cysticercus). Gelangt nun solche Fiume wieder in den Darm eines für ihn geeigneten Tieres, dann wird die Blase verdaut, und der in ihr enthaltene Bandwurm-kopf ist frei. Dieser hakt sich in der Diirmschloimbaut fest und wächst wie oben geschildert in einem Bandwurm aus.
Bei Hunden findet man:
1. Taenia echinococcus. 2. T. cucuinerina. 8. T. serrata. 4. T. marginata. 6. T. coenurus.
1.nbsp; nbsp;Taenia echinococcus entstellt ans Echinococcus polymorphus des Schweines, der Herbivoren und des Menschen. Er ist 8—(i mm laiif;; hat 8—4 elliptische Glieder; lebt, in den vorderen DUnndarnipartieen zwischen den Dannzotten oft zu Hunderttansenden von Exemplaren. Ziemlich biiufig.
2.nbsp; nbsp;Taenia cueumerina; seine Larve (Oysticercoid) leht im Hnndelloh (Pulex serratieeps) und Floh des Menschen (P. irritans). Er ist 2 mm breit und 30—40 cm lang; findet sich im Hilft- und Leerdann immer ZU mehreren Exem­plaren, die nicht selten knänelartig oder strangartig zusammengedreht sind. Die
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Proglottiden sind kttrbiskernähiilich geformt und rötlich gefärbt. Die am häufigsten vorkommende Hamlwurmart.
8. Taenia serrata entstellt ans Cysticercus pisiformis des Kaninchen und Hasen (sük. llasenvenoiie). Er ist 90—100 cm lang und ca. 6 mm breit; zackig gerändert. Die einzelnen Glieder sind tonnenförmig. Lebt im Hilft- und Leer-dann meist nur wenige Exemplare zugleich. Wird nielit sehr häufig gefunden.
4. Taenia marginata stammt von ('ysticercus tenuicollis der Schweine und Herbivoren 2—4 m lang; die einzelnen Glieder quadratisch aucii wohl breiter als lang. Lebt im Leer- und Hüftdarm zu 1—2, häufig jedoch auch in zahl­reicheren Exemplaren. Findet sieh nur bei grösscren Hunden. Häufiger als der vorige zu finden.
ö. Taenia coenurus von Coenurus cerebralis (Drehwurm im Gehirn vom Schafe) 60—100 cm lang; lebt im Leer- und Hüftdarm meist zu mehreren Exem­plaren (2—15). Die einzelnen Glieder sind quadratisch oder länger als breit. Wird meist nur bei .Schäferhunden gefunden.
II.nbsp; nbsp; Spulwürmer (Ascaris marginata) sind Rundwürmer mit walzonfömiigom Körper, dessen Mund drei Lippen trägt. Die Männchen sind 50 — 60 mm, die Weibchen 120—130 mm lang. Sie leben im Zwölffingerdarm und im Anfangsteil des Leerdarmes zu ca. 20—300 Exemplaren. Meist nur bei jungen Hunden. Die Weibchen legen eine ungeheure Menge von Eiern, die mit dem Kote des Tieres, in welchem die Würmer leben, abgehen und wahrscheinlich mittels stärke-mehlhaltiger rHanzennahrung, auf der die Jungen als mikroskopisch kleine Würmchen hausen, wieder aufgenoimnen werden.
III.nbsp; nbsp; Pfriemenschwänze (Oxyuris vermicularis), eine zweite Art von llundwürmern. Die Männchen sind 3—4 mm, die Weibchen 9—12 mm lang. Sie leben im Dickdarm häufig in nahnihaften Mengen. Die Weiterverbreitung derselben erfolgt wohl gerade so wie bei den Spulwürmern. Auch sie werden meist nur bei jungen Hunden angetroffen.
Allgemeines.
Die Häufigkeit dos Vorkommens von Eingeweidewürmern steht in einem gewissen Verhältnis zu dem Alter, dem Geschlecht und zu der Rasse der Hunde. Hunde mittleren Alters (l—3 Jahre) werden öfter von ihnen befallen als jüngere Tiere. Man findet sie häufiger bei männlichen als bei weiblichen Individuen, wie auch die grösseren Hunderassen im Gegensätze zu den kleineren öfter Parasiten beher­bergen als diese.
Welche Krankheitserscheinungen und ob solche überhaupt von Eingeweidewürmern hervorgerufen werden, hängt nicht nur von der W urmgattung, sondern auch von dem Darniabschnittc, welchen dieselbe
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bewolint, besonders aber auoh von der Zabl der vorbandcneii Parasiten ab. In sehr vielen Fällen erzeugen Darmwimner gar keine Krankheit, bäutig jedoch siebt man auch scbworc Allgeineinorlminkungen dureb sie auftreten, obwohl in beZUg auf ihr ursilchlicbcs Moment dieselben Bedingungen erfüllt werden. Es iniisson somit auch wohl individuelle Verscbiedenheiten der einzelnen Hunde, z. 15. nervöses Temperament etc., mit zu den bedingenden Ursachen gerechnet werden.
Die Krankheitssymptome, welche durch einzelne Arten von Ein­geweidewürmern hervorgerufen werden, sind niebt so markant, dass man aus ihnen allein auch die betreffende Wunngattung scbliessen konnte. Sie bieten überhaupt so wenig charakteristische Eigenschaften, dass man mit Sicherheit als ihre Ursache Würmer nur dann annehmen kann, wenn diese selbst, Wurmteile oder Wurmcicr mit dem Kot ent­leert werden.
Symptome.
I.nbsp; nbsp;Bandwürmer. Viele Hunde, die mit Bandwürmern behaftet sind, erfreuen sich der besten Gesundheit, sie weisen weder lokale noch allgemeine oder sympathische Störungen auf, und man wird nur durch die mit dem Kote oder selbständig abgebenden Wurmglieder auf das Leiden aufmerksam. Häufig bekunden solche Patienten aber auch Leibschmerzen, Brechneigung, veränderten Appetit oder gar Durchfälle. Durch den Reiz, welchen der Parasit auf die Darmnerven ausübt, können verschiedenartige sympathische Erscheinungen mittels Übertragung auf andere Nervenbahnen ausgelöst werden, wie etwa grosse Unruhe, Herzklopfen, Harndrang. Ja selbst krampfartige Er­scheinungen oder Lähmungen und wutälinlichc Anfälle werden be­obachtet. Solche Zustände treten gern bei der Anwesenheit grosser Mengen von Bandwürmern (Taenia echinococcus oder cueumerina) oder bei besonders nervös veranlagten Hunden hervor.
Der allgemeine Nährzustand wird durch die Bandwiirnikrankbeit nur selten verschlechtert, zwar zeigen solche Patienten des Öfteren ein aufgebürstetes Deckhaar, eine starke Abmagerung hingegen wird aber meist andere Ursachen haben. Nur durch eine besondere Ver­kettung übeler Zufälle ist das Leben der Patienten gefährdet. So kann durch knäuelartige Anhäufung der bandwurmmassen eine tödlich ver-laufendeVerstopfung verursacht werden oder bei Perforation derDarmwan-dungeine nachfolgende Bauchfellentzündung den Tod des Tieres bedingen.
II.nbsp; nbsp; Spulwürmer. Die Anwesenheit von Spulwürmern im Darme macht, besonders, wenn es sich nur um wenige Exemplare handelt.
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der Regel nach keine krankhaften Erscheinungen. Ist hingegen die Anzahl iler vorhandenen Würmer eine grosso, so beobachtet man nicht sdten schwere Störungen nervöser Natur, -von denen vorzüglich epi-leptiforme Krämpfe zu erwähnen sind. Oft besteht auch ein stärkerer Brechreiz, wobei gelegentlich grössere Wurmmengen erbrochen werden. Während Bandwürmer nur in äusserst seltenen Fällen eine Perforation des Darmrohres herbeiführen, beobachtet man plötzliche Todesfälle durch diese Ursache bei Anwesenheit von Spulwürmern häutiger. Im Allgemeinen treten sonst dieselben Krankheitssymptome zu Tage, wie sie von Bandwürmern hervorgerufen werden.
III. Pfriemenschwänze. Für die Pfriemenschwänze ist es geradezu Regel, dass sie eine Krankheit im wahren Sinne des Wortes nicht bedingen. Sie verursachen, wenn sie sich dem After nähern durch ihre fortwährenden Bewegungen ein starkes, höchst lästiges Juckgofühl und belästigen dadurch ihre Wirte. Die Hunde belecken sich vielfach den After oder suchen ihn dadurch, dass sie mit den weit nach vorn und oben gezerrten hinteren Gliedmassen in sitzender Stellung auf dem Erdboden entlang schleifen, zu scheuern. Tiere, die sonst vollkommen „stubenreinquot; waren, verunreinigen häufig das Zimmer mit ihren Exkrementen. Und gerade soeben habe ich einen Fall von Sperrmatorrhoe zu beobachten Gelegenheit gehabt, für welchen ich keine andere Ursache als die Anwesenheit von Oxyuren finden konnte.
Therapie. Zum Zwecke der Entfernung der Eingeweidewürmer aus dem Darmkanale wendet man die wurmwidrigen Mittel an. Durch die ineisten derselben wird eine Abtötung der Parasiten nicht erreicht; diese werden nur derart geschwächt, dass sie nicht mehr die Fälligkeit besitzen, sich an den Darmwandungen festzuhalten und so leicht mit den Exkrementen heraus gestossen werden können. Wesentlich unter­stützt wird die Bandwurmkur, wenn man durch nicht zu reichliche Nahrung bez. vollkommene Hungerdiät tagszuvor den Darminhalt ver­ringert. Die Medikation erfolgt am besten des Morgens, so dass man die Patienten tagsüber beobachten kann. Im Allgemeinen muss man dreiste Dosen eingeben, nehme jedoch gebührende Rücksicht auf die Konstitution der Patienten. Nach einigen Mitteln erbrechen Hunde und man muss dann etwa die Hälfte des verordneten Medika­mentes nachgeben. Die Kur ist nur dann als gelungen anzusehen, wenn der Bandwurm mit Kopf abgegangen ist. Ob die Wirkung eine derartige wjir, und ob alle vorhandenen Würmer entleert wurden, ist
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nur schwer festzustellen, und man thut gut, den Kotabsatz des Patienten in den nächsten Tagen gut zu überwachen, um eventuell die voraus­gegangene Behandlung zu wiederholen. Besonders notwendig ist dies, wenn der Hund mit T. echinococcus behaftet, weil ja durch diesen eine Infektion des Menschen (cf. unter Naturgeschichtliches) möglich ist. Von der grossen Menge der wurmwidrigen Mittel wirken bei Hunden am besten die Präparate der Wurmfarnwurzel, der Arekanuss und das Kainala. Letzteres ist besonders deshalb sehr bequem in seiner Anwendung, weil nebenher kein Abführmittel eingegeben zu werden braucht, was bei der Wurmfarnwurzel immer und bei der Arekanuss häufig erforderlich ist.
Das Kainala giebt man in Pulverform mit möglichst wenig Milch oder Wasser (leichter zu mischen) zu einem Brei angerührt. In dieser Form verzehren es die Patienten, welche sich infolge der Hungerdiät nach Futter sehnen, oft ohne Beihülfe. Geschieht das nicht, so wird etwas mehr Flüssigkeit hinzugesetzt und das Medikament als Schiittel-mixtur eingegeben; Wirkung meist nach 4 — 5 Stunden. Rp. Komata 5,0 (—10,0).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rp. IMv. Sem. Arccae 10,0 (15,0).
D.S.: Innnerlich. Auf ein Mal nachnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Jiulyr. (Jacao et der. jlao. q. s. u.
Bericht.
/. pil. No. X. [XV.]. Obdncc, Kcratino. D. S.: Innerlich etc.
lili
Extr. Filicis mar. 0,5 {1,0).
Dent. tal. Dos. in capsul. gelatinös.
No. X. D. S.: Innerlich etc.
Kp. Eaitr. Filicis mar. #,5.
Ihilv. Sem. Fil. mar. 5,0. Aq. dest. 100,0.
Mucil. Gumm. arab. q. s. f. emuhiu. D.S.: Innerlich etc. (Für grössure Hunde.)
Weniger schwierig und umständlich ist die Vertreibung der Spul­würmer. Eine vorbereitende Kur vor dem Kingeben der erforderlichen Medikamente ist nicht erforderlich. Am hosten bewährt bat sich das
Santonin mit nachfolgender oder
Ilicinusöl.
Rp. Santonini 0,1 {0,3).
01. Bicini 50,0.
Solve leni calorc.
D.S.: Innerlich 2stiin(llicli einen Esslöffel (Theelöffcl) voll.
gleichzeitiger Verabreichung von
Kp. Santonin 0,1. Sacchar. alb. 0,2. M. f. pulv.
Dcnt. tal. Dos. Nu. JH. S.: Innerlich :i stündlich ein Pulver,
Zur Entfernung der Pfriemenschwänze aus dem Mastdärme wendet man am besten Klystiere, einige Tage lang, an. Es genügt eine Abkochung von Knoblauch in Milch. Auch Seifenwasser, Kalk­wasser oder Essigwasser leisten gute Dienste. Die in den Mastdarm
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gebrachte Flüssigkeit, wird kalt angewendet und darf nicht zu knapp bemessen sein. Sollte der After von dem Reiben und Sclieuern des Hundes entzündet sein, so ist er mit Zinksalbe zu bestreichen; in hartnäckigen Fällen, besonders, wenn Mastdarmzwang besteht, leisten Klystiere von warmem Mehlwasser gute Dienste.
(iclltsuclii. IkteniK.
Aetiologie.
Unter den Begriff der Gelbsucht fallen solche krankhaften Zu­stände, bei denen ein Teil der abgesonderten Galle durch Resorption in das Blut gelangt und so eine Gelbfärbung (Gallenfarbstoffe) der einzelnen Organe des Körpers hervorruft. Ks ist somit der Ikterus kein selbständiges Leiden, sondern nur ein Symptom, welches bei den verschiedenartigsten Krankheiten zu Tage treten kann.
Der Druck der in die Gallengänge der Leber ausgeschiedenen Galle ist ein nur unbedeutender, so dass schon geringe Kräfte aus-reieben, um die Entleerung der Galle in den Darm aufzuheben. Bestellt irgend ein Hindernis für den Gallenabtiuss, so werden die Gallenwege stark mit Galle angefüllt, bis endlich ein Ausgleich dieser Stauungsvorgänge dadurch herbeigefülirt wird, dass ein Teil ihres Inhaltes von den Blut- und Lymphgei'ässen aufgenommen wird. (Stauungs-Resorptionsikterus). Besteht z. B. ein Darmkatarrh, so bedingt nicht selten die Schwellung der erkrankten Schleimhaut eine Verengerung bezw. Verlegung der Mündung des Gallenganges in den Darm, und dann kommt es zur Gelbsucht (katarrhalischer Ikterus). Solclie Katarrhe pflanzen sich häutig auch auf die Gallengängo fort, so dass das feine Lumen derselben durch Schwellung ihrer Schleimhaut oder durch die Ansammlung des schleimigen Sekretes oft ganz verlegt wird. Auch Erkrankungen der lieber selbst (Leberhyperämie, Leber-entzündungen, Tumoren etc) können zu Gelbsucht führen. Da jedoch derartige Erkrankungen bei Hunden nicht oft zur Beobachtung kommen, während Darmkatarrhe mit zu den häutigsten Leiden gehören, so wird man gut thun, den hepatogenen Ikterus nur dann zu diagnosti-cieren, wenn Darmafl'ektionen mit Sicherheit ausgeschlossen werden, und sich bestimmte Anhaltspunkte zur Erkennung des eventuellen Leberleidens ergeben.
Der Magendarmkatarrh, welcher sich mit Gelbsucht kompliciert, kann durch die verschiedensten Schädlichkeiten bedingt sein, wie diese
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in früheren Kapiteln (cf. p.ag. 77 u. 81) erörtert wurden. Und man beobachtet den katarrhalischen Ikterus somit nicht nur hei den selbständigen Dannkatarrhen, sondern auch dann, wenn die Darm-schleimhaut im Verlaufe infektiöser Krankheiten (Staupe, Septikämie etc.) in Mitleidenschaft gezogen ist.
Symptome.
Der Regel nach gehen den charakteristischen Zeichen der Gallen­resorption die Symptome eines gastrischen Leidens voran. Appetit­mangel, Erbrechen, Verstopfung oder Durchfall dauern einige Tage lang an, bis plötzlich eine auffallende Gelbfärbung der sichtbaren Kopfschleimhäute zur Geltung kommt. Zunächst verfärbt sich die Angenbindehaut; der Farbenton ist ein citronen- bis tief orangegelber. Diese gelbe Färbung ist bei Tageslicht am besten zu erkennen, während man sie bei Lampenbeleuchtung vollkommen übersehen kann. Schon bald darauf sieht auch die Maulschleimhaut gelb aus, bis sich schliesslich die allgemeine Decke zu verfärben beginnt. An den Teilen des Körpers, an denen die Haut dünn oder von Natur unpigmentiert ist (weisse oder gefleckte Hunderassen), wie am Bauche oder an der Innenfläche der Schenkel, macht sich der iktcrische Farhenton zuerst bemerkbar. Der abgesetzte Urin ist bald nur bräunlich gelb bald dunkel braun, und nimmt an der Luft nicht selten einen grünlichen Farbonton an; taucht man weisse Leinwand oder Papier in solchen Harn, so werden auch diese Stoffe deutlich gefärbt. Der Kot ist mehr oder weniger entfärbt und sieht thonartig aus. Die Patienten leiden oft an Flatulenz, und sowohl die abgehenden Winde als auch die Kotmassen verbreiten einen penetranten Geruch.
Durch das Fehlen der Galle im Darmkanal vermindert sich die Peristaltik, so dass endlich Verstopfung eintritt.
Das Allgemeinbefinden ist je nach dem Grade des Leidens mehr oder weniger erheblich gestört. Gefährlich wird die Ilesorption der Galle dadurch, dass mit den Gallenfarbstoffen gleichzeitig auch die stark giftigen Gallensäuren zur Aufsaugung gelangen. Die Patienten zeigen, sofern nicht etwa Fieber besteht, eine Verlangsamung des Pulses und sogar ein Sinken der Körpertemperatur um mehrere Grade. Sie werden äusserst matt und hinfällig und bekunden eine starke Eingenommenheit der Psyche.
Der Verlauf und die Ausgänge des Ikterus hängen vorwiegend davon ab, ob der die Gallenresorption bedingende Krankheitsvorgang leicht oder schwer, oder garnicht zu beseitigen ist. Die meisten Fälle
Arnous, Kraukheiten dus iluiules.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 7
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enden mit vollkommener Genesung nach etwa acht Tagen. Zunächst nimmt der Kot wieder Farbe an, bald wird dann auch der Urin heller. Die Gelbfärbung der sichtbaren Schleimhäute geht oft auffallend schnell zurück, während sich die Verfärbung der Haut meist nur langsam zurückbildet.
Dauert die Gallenstauung längere Zeit hindurch an, oder ist sie überhaupt nicht zu beseitigen, so leidet das Allgemoinbeflndon der Patienten erheblich, und diese gehen schlicsslioh durch Marasmus zu Grunde. Zuweilen entwickelt sich eine hämorrhagische Diathose, die dann zu Blutungen in der Haut und den Schleimhäuten führt, genau so, wie man sie beim Skorbut beobachtet. Andere Fälle enden mit hydropiseben Erscheinungen, und es ist dann oft schwer zu ent­scheiden, ob der tödliche Verlauf durch die behinderte Gallenah-sonderung oder ein anderes, verderbliches Grundleiden bedingt wurde. Oft äusserst schnell und plötzlich endet die Gelbsucht letal, wenn es zu den oben geschilderten cholämischen Zuständen kommt, die ihre Erklärung in der giftigen Wirkung der Gullensäuren finden.
Therapie.
Die Behandlung hei der Gelbsucht unterscheidet sich nicht wesentlich von dem gegen Magcndarmkatarrhe einzuleitendem Kur-verfahren. Zunächst hat man der daniederliegenden Ernährung durch eine passende Diät Rechnung zu tragen. Alle fettreiche Nahrungs­mittel sind zu vermeiden, weil die Resorption von Fett bei dem Fehlen der Galle im Darm nur unvollkommen vor sich gehen kann. Flüssigkeiten (Milch, Fleischbrühe) müssen die Hauptmasse der Nahrung ausmachen, nebenher kann rohes geschabtes Rindfleisch verabreicht werden.
Zur Bekämpfung der katarrhalischen Zustände im Darme und in den Qallengängen giebt man die antikatarrhalischen Salze. Durch diese Mittel wird der zähe Schleim, welcher den Schleimhäuten auf­lagert, gelockert und gleichzeitig die daniederliegende Feristaltik an­geregt, wodurch die Verlegung des Gallenausführungsganges mit Schleimmassen beseitigt werden kann. Das vorzüglichste dieser Mittel ist das Karlsbadersalz.
Kp. Hal. Carol, faclit. J0,O. odernbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Up. Pulv. Magnes. cum Itheo 0,5.
Aq. (lest. 160,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Dmt. tal. Von. No. X.
M, D, S.; Innerlidi. 8mai taglichnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; S.; Innerlich, iistilndlich ein
einen Essliitlcl voll,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Pulver.
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Leichte Formen von Gelbsucht schwinden unter dieser Behandlung schon nach 3 — 4 Tagen. Hartnäckige Fülle jedoch kann mau häutig nur dadurch beseitigen, dass man die Therapie direkt gegen das Stagnieren der Galle richtet. Zu diesem Eucle sucht man durch vor­sichtiges Kneten und Streichen von der IJauchwand aus eine Ent­leerung der (lallcnhlase in den Darm zu erzwingen. Ebenso vorteil­haft ist oft die Applikation eines Brechmittels (Apomorphin. muriat.), weil durch das energische Wirken der Bauchpresse ein starker Druck auf die Leber und Gallenblase ausgeübt wird.
Eine besondere Berücksichtigung verlangt die eventuelle Tlart-leihigkeit der Patienten. Man bekämpft sie am besten durch Infusionen von kaltem Wasser in den Mastdarm und verabfolgt, wenn der erwünschte Erfolg ausbleibt, entweder die wässerige Rhabarbertinktur (2—5 Ess­löffel) oder Calomel 0,05—0,1, um eine stark laxierende Wirkung hervorzurufen. Eine wiederholte Applikation von Rhabarber ist nicht ratsam, weil auf die Ahfühnvirkung meist eine Verzögerung des Kot­absatzes durch den Gerbsäurogehalt jenes Medikamentes folgt.
Auch den Ilarnabsatz- muss man strengstens überwachen, weil die Gallensäuren durch die Nieren ausgeschieden werden, und man so am besten einer Anhäufung derselben im Blute, jener gefährlichen Komplikation des Ikterus, vorbeugen kann. Gleichzeitig mit den Gallensäuren gelangen auch die Gallenfarbstoffe durch die Nieren zur Ausscheidung, und man kann das Zurückgehen der ikterischen Ver­färbungen durch die Applikation von harntreibenden Mitteln sehr be­schleunigen. Die Verzögerung des Harnahsatzes resultiert aus der Resorption der Gallensäuren, die ein Sinken des Blutdruckes bedingen, oder sie ist die Folge von einer Verstopfung der geraden Ilarn-kanälchen mit Gallenpigment, die sogar eine Retention der llarn-bestandteile im Gefolge haben kann. Diesen Zuständen wird am besten dadurch vorgebeugt, dass man zur Ernährung der Patienten, wie schon oben angeführt, Flüssigkeiten wählt und sobald sich eine Unterdrückung oder Beschränkung der Harnsekretion bemerkbar macht, Diuretika verordnet, am meisten eignen sich hierzu;
Rj). IAq. Kai. acetic.
Succi. JunipeH ää io,o.
Aq. (lest. 150,0.
M.J. sol
D. S.! Innerlich. 3inal täglich einen Esslöffel (Thee-löffel) voll zu geben.
Itp. Tartar, horaxat. 1!),0. Aq. Föniculi 160,0.
M. f. sol.
1). S.: Innerlich, Smal tftglich einen
Essliiffel voll etc.
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Gegen die Scliwächezustände, wie sie bei tödlichem Verlauf zu Ende der Krankeit häufig auftreten, giebt man excitierende Mittel. (Aether, Campher, Kaffee). Besonders zu empfehlen ist der Kaffee-aufguss, weil er nicht nur anregend, sondern auch harntreibend wirkt.
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Krankheiten des Bauchfells.
EiitzUndnng des Kauchtells. Peritonitis.
Aetiologie und Pathognenesc.
Bei Hunden ist die Disposition für Bauclifellentzündungen ausseist gering, und sie kommen nur als Teilerscheimingen anderer Er­krankungen vor. Die Ursachen einer Peritonitis sind sehr mannig­faltig. Schwere Kontusionen des Unterleibes, perforierende Wunden gelegentlich operativer oder zufälliger Verletzungen lassen das Bauch­fell am häutigsten erkranken. Demnächst ist das Eindringen fremd­artiger Substanzen in die Bauchhöhle (Luft, Magen- und Darminhalt, Harn, Eiter etc.) bei Zerreissung oder Perforation der vom Bauchfell überzogenen Organe eine nicht seltene Veranlassung des Leidens. Ferner ptianzen sich Entzündungen und geschwiirige Processe benach­barter Organe leicht auf das Bauchfell fort.
Man scheidet zwischen akuter und chronischer Form der Peritonitis, welche seröse, fiberinöso, hämorrhagische, eiterige oder jauchige Prozesse umfassen kann oder durch maligne Neubildungen (Carcinom, Sarkome) unterhalten wird. Von besonderer Bedeutung ist es, die räumliche Ausdehnung der Entzündung zu berücksichtigen: Die Trennung der auf einen kleinen Abschnitt beschränkten, partiellen, oder auf einen grösseren Teil, bez. das ganze Bauchfell ausgedehnten, diffusen Peritonitis.
Symptome und Verlauf.
Je nach der Art der Ursache, der Dauer der Entzündung und dem Grade ihrer Ausdehnung sind die Krankheitserscheinungen der Bauchfell­entzündung bei der akuten und chronischen Form verschiedene.
Die akute partielle Bauchfellentzündung macht die ge­ringsten Symptome und verläuft oft unbemerkt. Ihre Krankheits­erscheinungen sind dann zu unwesentlich, als dass sie gegenüber der
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bez. Organkrankheit von der sie, infolge fortgesetzten Reizes ihren Ausgang nimmt, inurkante Symptome claihote. Erst durch den ab­normen Verlauf des primären Leidens, der sieh plötzlich mit schwerer Allgemeinerkrankimg komplieiert, in welcher die schmerzhaften Affek-tionen des Unterleibes prävalieren, wird der Verdacht auf eine Bauch-fellentziindung rege. Anfänglich ist der durch Palpation nachweisbare Schmerz an allen Teilen des Unterleibes gleich erheblich, so dass seine Ursache noch unaufgeklärt bleibt. Es besteht geringgradiger Metcorismus, und die Körpertemperatur wird eine höhere. Schliesslicb gelingt es bei sorgfältiger Abtastung der Bauchdecken, vielleicht gerade dort, wo das primär erkrankte Organ liegt, erhöhte Empfindlichkeit gegen Druck oder, in den mit Rücksicht auf die Diagnose sichersten Fällen, ein Exsudat nachzuweisen.
Die akute partielle Peritonitis verläuft nieist gutartig und endet nur selten letal. Man muss jedoch bedenken, dass bei der Fortdauer des Grundleidens eine erneute Entzündung des Bauchfells eintreten kann. In diesen Fällen wird die circumskripte Form der Peritonitis wegen der noch bestehenden grosseren Vulnerabilität des Peritoneum, zu einer diffusen. In nicht seltenen Fällen werden nicht die ganzen Massen des Exsudates, sondern nur die flüssigen Bestandteile desselben wieder aufgesaugt, dann kommen wohl Verwachsungen oder Ver­lötungen der erkrankten Partieon zu Stande. (Chronische Peritonitis.)
Die akute diffuse Peritonitis ist im Gegensatze zu der vorigen eine höchst gefährliche Krankheit und zwar um je gefährlicher je grosser ihre Ausdehnung. Die Patienten bekunden lebhalten Schmerz bei Berührung der Bauebdecken. Sie zeigen Kolikerscheinungen, heulen und winseln; jede Bewegung wird ängstlich vermieden. Fast immer besteht Erbrechen, und die Futteraufnahine liegt gänzlich danieder. Der Kotabsatz ist verzögert und sistiert in schweren Fällen voll­kommen, denn die seröse Durchtränkung der Darmmuskulatur führt zur Darmlähmung. Harn wird in der Regel nur wenig entleert. Der Leib ist aufgetrieben, teils infolge von Gasanhäufung im Darme, teils durch das mehr oder weniger reichliche Exsudat in der Bauchhöhle. So ergiebt die Perkussion (äussert schmerzhaft) in den oberen Ab­schnitten des Bauches tympanitiseben, hellen Schall und in den unteren den gedämpften, leeren Ton. Bei veränderter Lage des Patienten, wechseln die Grenzen der Dämpfung entsprechend dem Ausweichen der Flüssigkeit nach den am tiefsten gelegenen Stellen. Die zuletzt genannten Erscheinungen sind aber nur dann nachzuweisen, wenn reichliches und vorwiegend llüssiges Exsudat vorhanden.
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Durch die Auftreibiing des Leibes wird das Zwerchfell nach vorn gedrängt und komprimiert die hinteren unteren Lungenabschnitte. Das Atmen wird beschleunigt und erschwert. Durch Belastung des kleinen Kreislaufes machon sich endlich cyanotischo Erscheinungen geltend. Das AllgemeinbeHndcn ist erheblich gestört. Werden die Patienten nicht von ihren Schmerzen geplagt, so liegen sie meist vollkommen apathisch danieder. Folgen sie nach dem Zurufe, so schleichen sie mit schwankender oder gespannt gehaltener Nachhand daher. Uoi dem Kotabsatze heulen sie oft laut auf und taumeln zur Seite. Die Körpertemperatur ist eine wechselvolle, oft sieht man hochgradiges Fieber, oft subnormale Temperaturen. Die Pulszahl ist bedeutend vermehrt, die lilutwello oft auffallend klein.
Der Ausgang der akuten diffusen Peritonitis ist meist ein totlicher, und dann der Verlauf des Leidens ein kurzer. Massgebend hierfür ist nicht nur der Grad der Ausbreitung, sondern auch die Form der Erkrankung. Am schlechtesten zu beurteilen sind die durch Perforation herbeigeführten l'eritonitiden. Als signifikante Erscheinung für den bald erfolgenden Tod ist es anzusprechen, wenn die Elastizität der äusseren Decke derart nachlässt, dass hochgenommene llautfalten stehen bleiben. Ein Symptom, dass bei anderen Krankheiten nur selten hervortritt.
Die chronische partielle Bauchfellentzündung wird nur gelegentlich von Obduktionen festgestellt und macht bei Lebzeiten der mit ihr behafteten Hunde keine klinischen Erscheinungen. Sie besteht vorwiegend in der Verwachsung benachbarter Organe der Bauchhöhle, Anheftung derselben an die Bauchwandungen und chronisch entzünd­lichen Wucherungen ihrer peritoncalen Überzüge.
Die chronische diffuse Bauchfellentzllndung hat man häutiger Gelegenheit festzustellen, sie ist klinisch kaum von dem Krankheitsbilde der Bauchwassersucht zu trennen (of. diese).
Differentialdiagnose.
Fieber, Erbrechen, Meteorismus, hochgradige Schmerzen bei der Palpation des Leibes und der Nachweis von Exsudat in der Bauch­höhle als gleichzeitige Krankheitssymptome lassen eine andere Diagnose als die der akuten diffusen Bauchfellentzündung nicht zu. Die näm­lichen Erscheinungen werden auch durch Darmentzündungen hervor­gerufen, es fehlt aber das Exsudat in der Bauchhöhle. Bei sorgfältiger Erhebung des Krankheitsbefundes ist man davor geschützt, die be-
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stehende Atemnot als ein Symptom von Erkrankungen der Respirations-organe anzusprechen.
Therapie. Vor allen Dingen notlnvendig ist es, sobald das Grundleiden, welches zur Peritonitis fühlte, eruiert ist, soweit erforderlich und möglich, einer energischen Behandlung zu unterziehen. (Operation der einge­klemmten Hernie; gründliche Desinfektion der Bauchwunde, bei Retention der Wundsokrete eventuelle Erweiterung derselben; des­infizierende Ausspülungen der Blase, des Uterus etc.) Je nach der Lage des einzelnen Falles bekämpft mau nun mit lokalen oder inner­lichen Mitteln die Baucbfellentzündung selbst oder wendet seine Auf­merksamkeit den das Leben des Patienten unmittelbar bedrohenden Symptomen zu, wie sie in erheblicher Dyspnoe oder auft'allender Herz­schwäche gegeben sind. Zur lokalen Behandlung dor Peritonitis eignen sich am besten kalte oder warme Umschläge um den Leib. Manche Patienten werden bei der AppUkatlOQ der Killte äusserst unruhig oder bekunden lebhaften Schmerz, ein Zeichen, dass es für sie vorteilhafter ist, warme (feuebt-warme) Einwicklungon des Bauches vorzunehmen. Recht gute Erfolge hat man nicht selten von der Applikation starker Hautreize auf die Bauchdecken (01. sinap. 2,00; Spirit. 50,0 oder Collod. cantharidat 15,0). Um die peristaltischeu Darmbewegungen, welche zu einer Verschiebung des Exsudates in der Bauchhöhle führen und so die weitere Ausbreitung der Peritonitis begünstigen können, aufzuheben, giebt man Opium in grossen Dosen (Opii pulv. 0,1—0,5; Tc. Oppii: simpl. 20—100 Tropfen). Ist die Masse des Exsudates als Ursache der Dyspnoe gefahrdrohend, so entferne man einen Teil derselben durch Trokarierung der Bauchhöhle. Findet man Eiter in der entleerten Flüssigkeit, so sind desinfizierende Ausspülungen der Bauchhöhle (lauwarme Bor- oder Salicylsäurc Lösungen) angezeigt, welche entweder durch die Trokarhülse oder, nach eventueller Er­weiterung der ursächlichen Wunde in den Bauchdecken, eingeführt werden. Kontraindicicrt sind der Regel nach alle Abführmittel, weil sie die Darmbewegungen anregen. Die an und für sich schon be­stehende und durch die Opiumbehandlung noch gesteigerte Verstopfung wird am vorteilhaftesten mit lauwarmen Wasserinlüsionen in den Mastdarm bekämpft. Der oft hochgradige Meteorismus verliert sich gelegentlich nach Anwendung kalter Umschläge auf den Leib. Um das Erbrechen zurückzuhalten ist zunächst vollkommene Hungerdiät geboten, weil jede Nahrungsaufnahme den Brechakt anregt. Später
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kann man schleimhaltige Suppen oder verdünnte Milch versuchen und gegen den quälenden Durst die vorsichtige Aufnahme von Wasser gestatten.
Wird die fortschreitende Besserung der Bauchfellentzündung durch verzögerte Resorption des Exsudates in der Bauchhöhle aufgehalten (chronische Peritonitis.) so ist es ratsam, Diuretica (of. d. n. Kap.) anzuwenden.
Itanch Wassersucht. Ascites. Definition und Aetiologie.
Mit dem Namen „Bauchwassersuchtquot; helegt man die Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle, sofern dieselbe nicht auf Grund entzündlicher Vorgänge zu stände gekommen ist. Ebenso wie bei dem Hydrothorax (of. pag. 66.) entsteht die Flüssigkeit auf dem Wege der Transudation, und die Bauchwassersucht ist nicht als selbständiges Leiden anzusprechen, sondern nur als ein Symptom, das hei den verschiedenartigsten Krankheiten zu Tage treten kann. Vorwiegend sind die Ursachen für den Ascites in Cirkulationsstörimgen gegeben, welche zur Stauung in dem Blut- oder Lymphgefässsystein führen. So kann er bei Compression der Pfortader durch Geschwülste oder als Folgezustand von chronischen Erkrankungen des Herzens, der Lunge, und der Leber, der Nieren und der Milz auftreten (IStauungsascites), Auch im Verlaufe solcher Krankheiten, bei denen sich auf Kosten des Eiweisses der Wassergehalt im Blute steigert, kommt er zur Beobachtung (hydrämischer oder kachektischer Ascites).
Weil nun die verschiedenen Gmndleiden, welche Bauchwasser­sucht bedingen, der Regel nach auch an allen übrigen Körperteilen ihren schädlichen Einfluss in derselben Weise geltend machen, so ist der Ascites nicht selten nur das Vorstadium allgemeiner Wassersucht und zwar besonders dann, wenn jene durch Erkrankungen der Bauch­organe eingeleitet wird.
Schliesslich kann nun noch durch tuberkulöse, sarkomatöse oder carcinomatösc Entartung des Bauchfelles ein wassersüchtiger Zustand der Bauchhöhle geschaffen werden, den man aber mit demselben Rechte als der chronischen Peritonitis zugehörig ansprechen kann, weil es sich hier zunächst um exsudative Vorgänge handelt, und Bauchwassersucht vorliegt, welche auf Grund einer chronischen Bauch-fellerkrankung entstanden ist. Diese Erörterungen mögen zugleich
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darauf hinweisen, dass es nicht ininier möglich ist, eine scharfe Grenze zu ziehen zwischen chronisch diffuser Peritonitis und dem
Ascites.
Symptome. Hei ausgeprägter Hauchwassersucht zeigen Hunde und besonders die grösseren Rassen ein ganz charakteristisches Aussehen, so dass es gerade koine Kunst ist, das fragliche Leiden schon von -weitem ans zu erkennen. Der starke Hängebauch schwankt beim Gehen von einer Seite zur anderen, der Kücken ist senkig und die Flanken sind stark eingefallen. Die kurze Wegstrecke, welche von dem Patienten soeben zurückgelegt wurde, bat die schon bestellende Atemnot gesteigert, und seine Mattigkeit ist gross. Nimmt der Hund nun eine sitzende Stellung an, so bat man Gelegenheit zu beobachten, wie die in der Bauchhöhle angesammelte Flüssigkeit, dem Gewichte der eigenen Schwere folgend, nach unten und hinton fliesst und so die Bauebdecken seitlich aus­einander treibt. Dieses Krankheitsbild ist ganz allmäblig entstanden, so dass die ersten Stadien des Leidens unbemerkt blieben. Palpiert mau die Bauchdecken bei stehendem Tiere, so fühlen sie sieb in den oberen Abschnitten schlaff, in den unteren gespannt an. Legt man nun die eine Hand flach an den Bauch des Patienten und führt mit der anderen einen leichten Stoss an die gegenüberliegende Stelle, so erhält man Fluktuationsgefühl. Auskultiert man die Bauchhöhle und sucht sie gleichzeitig in der angegebenen Weise zu erschüttern, so vernimmt man ineist deutlich das Plätschern der angesammelten Flüssigkeit. Die Menge des Transudates ist eine wechselnde und schwankt in weiten Grenzen, bald kaum merklich, trifft man gelegentlich anderer Fälle viele Liter desselben, so dass der Bauch straff gespannt ist und auch bei Lageveränderungen seine tonnenförmige Gestalt bei­behält, weil die Spannung der Bauebdecken eine zu grosse ist, als dass diese dem Druck der ausweichenden Flüssigkeit nachgeben könnten. Pgt;ei der Perkussion findet sieb im Bereiche der letzteren ein leerer Schall, der sich horizontal von dem über ihm gelegenen tympanischen Darmtone abgrenzt und je nach der Lagerung des Patienten dem Spiegel des Transudates folgt, der ja bestrebt ist, sich immer wage­recht zu stellen. Der Druck der Flüssigkeilsmassen auf das Zwerchfell vermittelt Atemnot. Die Atmung erfolgt pumpend mit starker Er­hebung der Rippen, Der Puls ist beschleunigt und sehr klein. Fieber fehlt der Regel nach, wenn es nicht durch das den Ascites unter­haltende Grundleiden oder anderweitige Komplikationen bedingt ist.
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Vermehrt ist regelinässig das Durstgefühl, und der Appetit oft ganz ungestört. Der Kotabsalz ist bald verzögert, bald, wie häufig bei länger währenden Obstruktionen, vorübergehend diarrhoeiseh. Üie Menge des Harns ist in hochgradigen Fällen immer verringert.
Verlauf und Prognose.
Der Verlauf des Leidens ist ein chronischer und kann sich über Wochen und Monato hin erstrecken. Die mit Ascites behafteten Hunde sind immer lebensgefahrlieb erkrankt, wenn auch das Leiden selbst nur selten direkt das tödliche Ende herbeiführt, Häufiger er­liegen die Patienten der Organkrankheit, als Folge deren sich der Ascites ausbildete. Die Bauchwassersucht kann ferner nur den Beginn einer allgemeinen Wassersucht (Anarsarka, Hydrothorax und Ascites gleichzeitig) andeuten, so dass sich bald nach Schwellung in dem Unterhautgewebe und zwar an den abhängigen Körperstellen (Küsse, Unterbauch, llodensack etc.) oder Brustwassersucht (of. pag. 06) zu den bisher ausgeführten Symptomen hinzu gesellen. Dann erfolgt der Tod schliesslich durch allgemeinen Marasmus oder durch Lähmung der Lunge oder des Herzens.
So ist denn die Vorhersage bei dein Ascites immer zweifelhaft. Etwas günstiger gestaltet sie sich bei der Erkrankung junger Tiere (seltener) und wenn das Grundleiden in Herzfehlern zu suchen ist, weil sich diese häufig durch Kompensation ausgleichen, Die seidechteste Prognose hat offenbar der hydrämische (kacbektische) Ascites.
Diagnose.
Bei dem markanten Habitus der an Ascites leidenden Hunde und dem geschilderten physikalischen Verhalten des in der Bauch­höhle frei beweglichen Transudates bieten sich diagnostische Schwierig­keiten kaum dar. Nicht immer gelingt'die Unterscheidung von chronischer diffuser Peritonitis, hierzu sei bemerkt, dass Bauch­wassersucht annähernd zwanzigmal so häutig vorkommt wie jenes Leiden, und dass schliesslich die Therapie bei beiden Krankheiten die nämliche ist.
Die akute Peritonitis, mit den erheblichen Schmerzen und der meist fieberhaften Körpertemperatur sowie schwerer Störung des Allgemeinbefindens, lässt eine Verwechslung mit Ascites nicht zu. Bei Blasenlähmung und konsekutiver starker Anfüliung der Harnblase, palpiert man eine kugelige, schwappende Geschwulst in der Bauch­höhle, welche bei Lage Veränderung des Patienten nicht ausweicht und
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sich durch den Katheder entleeren lässt. Auch entscheidet die Pal­pation der Bauchdecken immer, ob etwa die Umfangszunahme des Leibes durch Gravidität bedingt sei. Manche Fälle von Fettleibig­keit (cf. pag. 36) erfordern sogar die Probepunktion des Bauches, um zu einer bestimmten Diagnose zu gelangen.
Nach Sicherung der Diagnose Ascites ist es von wesentlicher Be­deutung, wenn es gelingt, das Grundleiden desselben zu eruieren. Erfährt man bei den anamnestischen Erhebungen, dass schon vor Be­ginn der Anschwellung des Bauches Oedeme an den abhängigen Körpcrstellen bemerkt wurden, oder bestehen diese noch, so wird man selten fehlgehen, wenn man allgemeine Wassersucht als ursäch­liches Moment annimmt. (Hydrämie.) Chronische Erkrankungen der Lunge als Ursache des Ascites beobachtet man wohl kaum ohne die Komplikation des Ilydrothorax. Eine weitere Form des Ascites ohne Oedem kann von Stainmgsersuheinuiigen im Gebiete der Pfortader ab­hängen und wird sicher dadurch bedingt, wenn sich der Nachweis funktioneller Leberstörungen oder verändeter physikalischer Beschaffen­heit der Leber (rauhe Oberfläche durch Tumoren, Vergrösserung, Verkleinerung) erbringen liisst. Die noch übrig bleibenden Fälle des Ascites sind durch Erkrankungen des Bauchfelles selbst (Tumoren, ehren. Peritonitis) oder Erkrankungen des Herzens bedingt; es sei aber darauf hingewiesen, dass Herzkrankheiten bei Hunden Bauch­wassersucht seltener hervorrufen als es die schon angeführten übrigen Leiden thun. Bestehen mehrere der genannten eventuellen Ursachen gleichzeitig, so ist es oft äusserst schwer, die richtige Wahl bei ihrer Abwägung zu treffen.
Therapie.
„Beseitigung der die Krankheit bedingenden Ursachenquot;, jenes Grundprincip zweckmässiger Behandlung muss auch bei der Bauch­wassersucht Richtschnur für 'die Therapie sein. Aber nur in den allerseltensten Fällen gelingt es jene Grundleiden (cf. die bez. Kapitel) erfolgreich zu bekämpfen.
So erübrigt es nur noch, durch möglichst gehaltreiche Nahrung den geschwächten Organismus der Patienten zu kräftigen und die Wasseraufnahme desselben zu überwachen. Das Durstgefühl bei ascitischen Hunden ist meist erheblich gesteigert, so dass grosse Quantitäten von Getränk aufgenommen, wodurch die transudativen Vorgänge gefördert werden. Es ist somit dringendes Erfordernis möglichst wenig Getränk zu verabfolgen und gleichzeitig auch dafür
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Sorge zu tragen, dass die Patienten nicht Gelegenheit finden, ihren Durst anderweitig zu befriedigen. Durch zweckmassige Medikation muss man die Beseitigung der in der Bauchhöhle angesammelten Flüssigkeit zu erreichen suchen. Hierzu eignen sich am meisten Diuretica und Drastika. Die Anwendung der harntreibenden Mittel verbietet sich jedoch bei akut entziindlicheu Erscheinungen von Seiten der Nieren. Vorzügliche Erfolge sieht man nach Verabreichung der Digitalis, die man entweder allein oder, in Verbindung mit anderen Diureticis geben kann.
Rp. Infua. Fol. Digital 1,0:150,0. D. S.: Innerlich. 2 mal täglich einen Eäslüffel (Theelöffel) etc.
Rp. Infus. Fol Digital 3,0:200,0. Idq. Kai. acetici. Sttcc. Jumper, inspissat. aa 10,0, M. f. Sol.
D. S.: Innerlich. 2 mal täglich einen Esslöffel (Theelöffel)
Rp. Pulv. Fol. Digital 0,5.
Sacdtar. alb. 1,0.
M. f. p. Divide in pari, aequal.
S.: Innerlich. I—2inal tiiglioh ein Pulver. Rp. Tartar, natron. 10,0.
To. Strophant. 5,0.
Aq. dest. 100,0.
M. f. Sol.
D. 8.: Innerlich. 2 mal täglich einen Teelöffel.
Alle diese Mittel dürfen nicht ununterbrochen gegeben werden; sobald sich Verdauungsstörungen (Erbrechen, Durchfälle) einstellen oder die Herzaktion zu stark beeinflusst wird, muss mim ihre Applikation einen oder mehrere Tage lang aussetzen.
Wenn die Diuretica unwirksam sind oder ihre Anwendung nicht geboten erscheint, verabreicht man Drastika, deren Verordnung sich besonders in Fällen empfiehlt, in welchen der Ascites durch Cirkulations-störungen im Gebiete der Pfortader bedingt ist. Bei akut entzünd­lichen Darmaffektionen dürfen sie auf keinen Fall gegeben werden, wie man denn überhaupt ihre Wirkung streng überwachen muss. Sie schwächen die Patienten bedeutend mehr als die Diuretica und führen gelegentlich zu unstillbaren Durchfällen, ganz abgesehen davon, dass sie auch noch das schon bestehende Durstgefühl steigern. Zu empfehlen ist das Calomel (0,06—0,1 einen um den anderen Tag) oder
Rp.
Gutti 3,0.
Mesin. Jalap. 0,5.
Pulv. et Succ. Liquirit.
q. s. f. pil. No. X.
D. S.: Innerlich. Morgens und Abends je eine Pille (kleinere Hunde).
Rp,
01. Groton. gutt. X,
01. Bicin. 30,0.
Gum. Arahic. 10,0.
Aq. dest. 200,0.
M. f. emuls.
D. S,: Innerlich. An 8 aufeinander folgenden Tagen je ein drittel (grössere Hunde).
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no
Ist das Transudat in der Bauchhöhle ein sehr reichliches, so dass es zu erheblicher Dyspnoo oder Erstickungsgefahr führt, so muss die Paraceutcse des Bauches vorgenommen werden. Es ist dies eine fast immer gefahrlose Operation und der Erfolg ist ein eklatanter, wenigstens in Bezug auf die drohenden Erscheinungen seitens der Respiration. Nicht selten jedoch kann man beobachten, dass die Entkräftigung der Patienten noch der Punktion sehr zunimmt. Denn es werden nicht nur unmittelbar durch das Anzapfen dem Körper direkt betrilchtliche Eiweissmengen entzogen, sondern auch neuen KiweissVerlusten Vorsclmb geleistet, weil der Druck aufhört, den die angesammelte Flüssigkeit selbst ausübte und so weiteren transudativen Vorgängen hindernd entgegentrat. Und so eignet sich dieses Kur-verfabreu meist nur für jüngere resp. kräftige Tiere und wird am besten nur in Fällen wirklicher Gefahr vorgenommen.
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Krankheiten der Nieren.
Nterenbyperftinlelaquo;
Aetiologie.
Die Nierenhypcrämio, Rlutüborfüllung der Nieren ist meist nur ein vorübergeliender Zustund und wird nur selten als selbständige Krankheit beobachtet. Zwei Arten der Nierenliyperämie muss man auseinander halten; nämlich die aktive, bedingt durch ein überstarkes Hineinströmen von Blut in die Nieron und die passive, bei welcher es sich um Stauungsvorgänge handelt.
Unter den Ursachen für die aktive (congestive) Nicren-hyperämie ist vor allen Dingen jene vorübergehende Zunahme der Gesamtmasse des Blutes (Plethora) zu nennen, welche nach all zu reichlicher Getränkaufnahme erfolgt. Die Spannung in den Gefiissen der Niere wird dann so erhöht, dass es zu reichlicher Transudation aus den Glomerulis kommt, ein Vorgang, der bekanntlich diese Störung hauptsächlich ausgleicht. Ferner beobachtet man Nieren­hyperämie nach der Aufnahme verschiedener reizender Substanzen in das Blut, so bei unvorsichtiger Anwendung von Terpenthinöl, Canthariden oder scharfen Diureticis, sowie bei lläudekuren, wenn die Einreibungen in zu rascher Folge oder in zu reichlicher Menge vorgenonnnen worden. In solchen Fällen ist die Hyperämie nicht selten nur der Beginn einer nachfolgenden akuten Nierenentzündung. Schliesslich ist die aktive Hyperämie eine konstante Begleiterscheinung bei dem Beginne von Infektionskrankheiten. Stauungshyperämie in den Nieren findet sich meist als krankhafte Erscheinung bei allgemeinen Cirkulation-störungen, die bedingt sind durch Erkrankungen des Herzens oder der Lunge. Seltner wird das Leiden durch eine Compression oder Verengerung der hinteren Hohlvenen oder der Nierenvenen herbei­geführt, jedoch erscheinen gerade derartig bedingte Stauungen besonders hartnäckig.
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Symptome und Verlauf. Bei der aktiven Nierenhyperiimie findet man zunächst die Menge dos Harnes bedeutend vermehrt. Der Harn ist wenig koncentriert, hat ein niedriges speeifisches Gewicht und ist auffallend hell (Polyurie). Durch den bestehenden Harndrang haben die Patienten keine Ruhe, sondern wecbseln häufig ihr Lager, indem sie bald hier bald dort Urin lassen. Schmerzen bekunden sie nicht, haben aber häufig einen gespannten Gang. Febrile Temperaturerhöhungen werden nicht beobachtet. Bei der Stauungshyperämie besteht keine Polyurie, sondern die Harnnienge ist der Regel nach vermindert. Der Harn enthält Eiweiss, häufig sind ihm auch hyaline Cylinder oder Blut beigemischt. Auch dieser Zustand führt nicht zu fieberhafter Erkrankung. Das Leiden ist fast immer ein chronisches, und die durch die Eiweiss-verluste sich heranbildende Entkräftung führt oft zu Hydrämie, das erste Anzeichen der beginnenden hydropischon Erscheinungen.
Therapie. Bei der aktiven Nierenbyperämic ist eine Ableitung auf den Darmkanal geboten; in vielen Fällen genügt aber schon, eine genaue Regelung der Diät, um eine Besserung herbeizuführen. Es ergiebt sich von selbst, dass man Räudekuren oder den Gebrauch von scharfen Diureticis sofort aussetzen muss, sofern sie das ursächliche Moment für die Erkrankung abgegeben haben. Gegen die Stauungshyperämie der Nieren muss man versuchen durch vorsichtige Verabreichung von Digitalis oder Tc. Strophanti eine Steigerung des Blutdruckes herbeizu­führen. Ferner ist eine kräftige Ernährung geboten, um dem Kräfte­verfall vorzubeugen.
Akute Nicrcnoiitziinguiig. Nepliritis aciita.
Allgemeines. Aetiologie. Jenachdem das Parenchym oder das interstitielle Gewebe in den Nieren erkrankt ist, spricht man von parenehymatöser oder inter-stitieller Nephritis. Die Entzündung kann sich über die ganze Niere (diffuse Nephritis) ausbreiten oder nur an einzelneu Stellen entstehen (circumskripte N.). Nach der Aetiologie kann man bei Hunden eine infektiöse und eine toxische Nephritis unterscheiden. Vom praktischen Standpunkte aus ist es ratsam, die akute und die chronische Nieren­entzündung von einander zu trennen.
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Die akute diffuse Nephritis kann sieh aus der Nierenliyperämie entwickeln, so dass alles im vorigen Kapitel darüber erörterte auch hier für die Aetiologie in Betracht kommt (Vergiftungen etc.). Auf traumatischem Wege entsteht das Leiden durch Stösse oder Quetschungen der Nierenpartie, wie sie durch Überfahren etc. herbeigeführt werden können. Gelegentlich kann auch durch Erkältung bei allgemeiner Refrigeration der Haut eine Nephritis veranlasst werden. Weitaus am häufigsten jedoch beobachtet mau die akute Nierenentzündung im Verlaufe infektiöser oder toxischer Erkrankungen, sobald dieselben höhere Entwicklungsgrade erreichen. Vorwiegend kommen hier sep­tische oder pyämische Prozesse in' Betracht. Endlich entsteht die akute Nephritis noch sekundär durch Eortleitung entzündlicher Pro­zesse der Blase, der Harnleiter oder des Nierenbeckens (Nierensteine).
Symptome und Verlauf.
Weil die akute diffuse Nephritis nur in besonderen Ausnahme-fällen als selbständige Krankheit auftritt, so ist das Krankheitsbild je nach der zu Qrunde liegenden Ursache ein verschiedenartiges. In allen Fällen aber, in denen die akute Nierenentzündung als Komplikation zu anderweitigen Leiden hinzutritt, macht sie markante Symptome. Meist lässt sich mit Eintritt der Krankheit eine Steigerung der Körper­temperatur nach weisen. Der Gang der Patienten wird ein gezwungener. Bei schwerer Erkrankung machen die Patienten den Eindruck, als ob sie kreuzlahm seien und vermögen sich kaum auf der Hinterhand zu halten. Die Palpation des Hinterleibes ist schmerzhaft und wird be­sonders in der Nierengegend nur schwer vertragen. Die Patienten haben Plarndrang, aber es werden nur geringe Mengen Urins entleert. Der Harn zeigt meist eine anfänglich blutige Beschaffenheit und färbt sich später schmutzig braunrot. Beim Stehenlassen liefert er ein ähnlich aussehendes Sediment, das, wie die mikroskopische Unter­suchung lehrt, aus Blutkörperchen, körnig entarteten, runden Zollen, granulierten oder hyalinon Cylindern, Schleim und degenerierten Epi-thelien besteht. Er zeigt immer einen starken Eiweissgebalt. In den schwersten Fällen wird überhaupt kein Harn mehr abgesetzt.
Die Eutteraufnahmo ist unterdrückt; oft kommt es zu hartnäckigem Erbrechen. Bald besteht Verstopfung, bald finden diarrhoeische Ent­leorungen statt. Gewöhnlich, wenn auch nicht immer, treten schon frühzeitig wassersüchtige Zustände der Haut auf, die sich zuerst an den abhängigen Körperstellen zeigen.
Bei günstigem Verlaufe der Krankheit wird nach etwa achttägiger
Arnims, Krankheiten lies Hundes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 8
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Dauer, die ITarninenge eine grössere, der Harn hellt sich auf und die geschilderten Erscheinungen sind in weiteren acht Tagen vollkommen beseitigt. Wird jedoch infolge der mangelhaften Harnausscheidung eine Veränderung der Blutbeschaffenheit herbeigeführt, so verschlechtert sich das Grundleiden (Staupepneumonie z. B.) meist bedeutend und die Patienten erliegen dann der Regel nach an den Folgezustäudeu desselben.
Den Ausgang der akuten diffusen Nephritis, der zu einer chronischen Nierenentzündung führt, habe ich noch nicht beobachtet.
Die Vorhersage ist somit immer als eine vorsichtige zu bezeichnen. Die günstigste Prognose hat sicherlich die auf toxischem Wege ent­standene Nierenentzündung.
Therapie. Die Patienten müssen vor jeder unnötigen Erregung bewahrt werden, so dass zunächst eine vollkommene Zimmerhaltung geboten erscheint, was um so vorteilhafter ist, weil so etwaigen Erkältungen am besten vorgebeugt wird. Das Futter muss aus leicht verdaulichen Stoffen besteben, am besten wird die ausschliessliche Milchdiät ver­tragen. Unnötiges Trinken ist aber zu verhindern, weil dadurch, ebenso wie durch Diuretika, die Nieren gereizt werden. Entschieden vorteilhaft ist es, wenn man die Patienten möglichst warm hält. Recht warme Zimmerluft und ein gut vor Kälte geschütztes Lager; warme Bäder mit nachfolgender Einhüllung des Körpers in wollene Decken, täglich einmal angewendet, haben einen guten Erfolg. Bei sehr heftigen Schmerzen kann man versuchen, eine Ableitung von den Nieren durch die Applikation kalter oder feuchtwarmer Umschläge in des Nierengegend zu erzielen. Andere lokal anzuwendende Deri-vantien (Canthariden, Terpenthinöl etc.) sind entschieden unvorteilhaft. Bei kräftigen Patienten hat man gute Erfolge durch die Anwendung des Pilocarpins, welches durch die Speichelfluss erzeugende Wirkung eine Entlastung der Nieren bedingt. Es sei jedoch bemerkt, dasa Hunde auf Pilocarpin sehr stark reagieren, und man bei herzkranken Patienten besonders vorsichtig sein muss. Für einen grösseren Hund:
lip. IHlocarpin. imiriatic. 0,01. Aq. dest. 10.0. M. f. Sol. I). S.: Iimerlicli. Auf 2 mal in
fistiindiger Pause zu in-
jicieren.
r
lip. Pilocarpin muriat. 0,05.
Aq. dest. 50,0.
M. f. Sol.
1). S.; Innerlich. Stündlich einen Theelöffel voll bis zu deut­licher Wirkung.
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Bei anhaltender Verstopfung sind Abführmittel erforderlich.
Culomel (0,05-0,1) oder
Up. Infus. Seimae compos. 100,0. D. S.: Innerlich. Auf 2 mal ein-zugeben,
Jip. llxlr. Aloes. 3,0.
Sup. virid. q. s. f. pü. No. II. D. S.: Innerlich. Einen um den
anderen Tag eine Pille.
In protrabierten Fällen unterstützt man bei sehr herabgekommeneu Patienten die llekonvalescenz vorteilhaft durch die Zufuhr reichlicher Eiweissmengen oder verordnet Eisenpräparate, (cf. pag. 34.)
Chronische Nierenentzündung. Nephritis chl'onioa.
Definition und Aetiologie. Die chronische Nierenentzündung wird eingeteilt in die paren-chymatöse und intcrstitielle Form, wahrscheinlich handelt es sich aber nur um verschiedene Stadien desselben Leidens. Die chronische Nierenentzündung kommt nur sehr selten bei Hunden zur Beobachtung, so dass es zur Zeit auch noch nicht klar gestellt ist, welche speciellen Ursachen diese Erkrankung herbeiführen. Jedenfalls sind es dauernde Reizzustände, denen das Nierenparenchym ausgesetzt ist. Einige da­von sind bekannt, so z. B, die chronischen Vergiftungen mit Blei­oder Kupfersalzen. Erkältungseinflüsse scheinen eine nur unter­geordnete Rolle zu spielen, weil durch eine derartige Schädigung des des Körpers, sofern sie sich auf die Nieren erstreckt, der Regel nach akute Entzündungen hervorgerufen worden, deren Ausgang wohl nur in Ausnahmefällen die Nephritis chronica ist.
Symptome. Bei dem seltenen Vorkommen der chronischen Nierenentzündung sind genaue Beobachtungen der klinischen Erscheinungen in dem Anfangsstadium des Leidens nicht bekannt. Die ersten auffallenden Symptome sind ganz allgemeiner Natur und bestehen in unregel-mässiger Futteraufnahme und daraus (?) resultierende)' Mattigkeit. Das Leiden beginnt und verläuft an und für sich fieberlos. Schmerzen löst es nicht aus, so dass die allgemeinen Anzeichen einer wichtigen Störung wohl lange unbemerkt bleiben. Erst durch den Eintritt der Wassersucht, welche mit einer Anschwellung der abhängigen Körper­stellen beginnt, wird der bisher scheinbar gesunde Hund als ein chronisch erkrankter Patient erkannt. Bei der nun vorgenommenen
8*
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Harnuntersuchung findet man: Verminderung der Harnmenge und Steigerung dos spociiischen Gewichtes. Dor Harn ist stark eiwoisshaltig und enthält zahlreiche Epithelien, Fettkörnchen, hyaline und granulierte Cylinder und vorübergehend auch rote und weisse Blutkörperchen,
Die Wassersucht, das häufigste und wichtigste Symptom der chronischen parenehymatösen Nierenentzündung, hat seine Ursache zum Teil in einer ungenügenden Ausscheidung des Wassers hezw. der Retention desselben im Blute, zum Teil in der sich allmälig unter dem stetem Eiweissverluste heranhildenden hydiquot;änuschen Beschaffenheit des Blutes.
Der Puls ist hart und gespannt, der Herzschlag ist laut und pochend, so dass man ihn oft auf beiden Seiten der Brustwandimg fühlen kann. (Herzhypertrophie.) In diesem Stadium der Erkrankung wird häufig die Nierenentzündung (Nephritis parenehymatosa) derart gesteigert, dass infolge funktioneller Störungen Urämie auftritt, welche dann das tödliche Ende herbeiführt. Der Beginn urämischcr Er­scheinungen wird durch Erbrechen gekennzeichnet, welches so hart­näckig werden kann, dass es den Verdacht einer schweren Magen­erkrankung vortäuscht. Das Bewusstsein wird eingenommen, und die Patienten bekunden eine starke Ermüdung und Erschlaffung, ein Zu­stand, der sich bis zur Schlafsucht steigern kann. Auch treten plötz­liche Convulsionen auf, krampfartige Zuckungen, wie man sie bei der Epilepsie beobachtet. Diese Krämpfe nehmen gegen Ende des Leidens an Häufigkeit und Intensität zu. Nacli jedem Krampfanfall wird die Erschlaffung eine grossere. Die Patienten liegen in tiefer Bewusst-losigkeit danieder, die Atmung ist erschwert und geschieht röchelnd, bis ihr plötzlicbes Aufhören den erfolgten Tod anzeigt.
In anderen Fällen verläuft der Krankheitsprozess träger und erstreckt sich schliesslich fast nur auf das interstitielle Nierengewebe (indurative Nephritis). Dann verändert sich zunächst die Beschaffenheit dos Harnes, das specitische Gewicht desselben sinkt bedeutend und steht schliesslich, bei ausgebildetei Schrumpfniere, tief unter der Norm. In demselben Masse nimmt die wässerige Beschaffenheit des Harnes zu, und derselbe wird häufiger und in grösseren Mengen abgesetzt als zuvor; Eiweiss fehlt oft ganz. Der abnorme Widerstand für die Blutbewegung durch die Nieren, deren Gefilsssystem durch das wuchernde Bindegewebe in ihnen komprimiert wird, ruft eine Steigoruug des Blutdruckes in sämtlichen arteriellen Gefässen hervor, wie man an dem vollen und gespannten Pulse solcher Patienten erkennen kann. Die Arbeitslast des Herzens wird hierdurch derart gesteigert, dass es
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sclilicsslich bypertopbisch wird. Auf ilicso Weise wird zuniiehst noch ein Ausgleich erzielt, so dass iiucli z. B. die liydropisciieu Transildate zur Resorption gelangen, und sich die Patienten lange Zeit hindurch relativ wohl befinden können. In solchen Fällen kann dann nach längerer Zeit der Tod plötzlich infolge von apoplektischen Krsclieinungen erfolgen, wie sie unter dem Einflüsse des hypertrophischen Herzens besonders dann leicht entstehen können, wenn die Wandungen der Blutgefässe brüchig geworden sind.
In anderen Fällen folgt der Herzhypertroplue scliliesslich aber die Herzinsufficienz, die zu Blutstauungen in den einzelnen Organen fübrt. So entstehen dann auch noch chronische Bronchialkaturrhe, Lungeneniphyseni, sowie auch chronische Katarrhe des Magens und des Darmes, Komplikationen, welche das letale Ende oft schnell herbeiführen.
Therapie. Die Behandlung der mit chronischer Nierenentzündung behafteten Patienten ist in Bezug auf die Diät gerade so einzuleiten wie dies bei der akuten Erkrankung angegeben wurde. Bei dem nicht unbe­trächtlichem Eiweissverluste durch den Harn muss man dafür Sorge tragen, dass der Schwächung der Körperkonstitution durch vermehrte Zufuhr nahrhafter (eiweisshaltiger) Kost vorgebeugt werde. So empfiehlt es sich, Eier, Milch, gutes Fleisch und kräftige Fleischbrühe zu vor­füttern. Auch Eisenpräparate sind von nicht zu unterschätzender Wirkung. Recht vorteilhaft ist häutig die ausschliessliche Milchdiät, es wirkt hierbei die Milch nicht allein als leicht verdauliche Nahrung kräftigend, sondern sie befördert auch, durch ihren Wassergehalt die Harnabsonderung, die zu unterstützen man besonders bei wasser­süchtigen Erscheinungen, bestrebt sein muss. Ferner handelt es sich darum mit geeigneten Mitteln das jeweilig vorherrschende Krankheits-symptom zu bekämpfen, und so wird mau bald die Diuretioa (cf. pag. (39) anwenden oder bei drohender Herzschwäche die Herzmittel verordnen (cf. pag. 131).
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Krankheiten der Harnblase.
Entzuiulmig der Harnblaso. lUascnkalairli. Cystitis.
Aetiologio.
liei Entiäindungen der Blase wird der Regel nach nur die Schleim­haut derselben ergriffen, so dass diese Erkrankungen unter dem Bilde akuter oder chronischer Katarrhe vorlaufen. Blasenkatarrhe ent­stehen entweder direkt, oder sie sind die Folge von krankhaften Zu­ständen benachbarter Organe.
Zu den direkten Veranlassungen der Cystitis gehören nicht nur alle Verletzungen der Blase und die in ihr vorkommenden Fremd­körper, sondern auch chemische und infektiöse Reize, welche die Blasenschleimhaut treffen. Die mechanischen Ursachen, welche zum Blasenkatarrh führen, sind seltener als die zuletzt genannten; zu #9632; erwähnen sind etwa: Quetschung der Blase gelegentlich von Schwer-gcburten, Vorwuiulungen oder Infektionen beim Katheterisieren oder anderer operativer Eingriffe, die Anwesenheit von Blasensteinen etc. Chemiscbo Einwirkungen auf die Blasenschleimhaut können stattfinden durch schädliche Substanzen, die aus dem Blute mit dem Harn aus­geschieden werden, so z. B. Canthariden, Terpenthinöl. Noch häufiger beobachtet man sie bei Zersetzungen des Harnes in der Blase, wie sie bei Harnverhaltung infolge von Lähmung der Blase, bei Prostata-geschwülsten, Strikturen der Harnröhre oder Verlegung derselben durch Harnröhrensteine vorkommt.
In einigen Fällen lässt sich als Ursache für eine bestehende Cystitis kein anderer Grund ausfindig machen als Erkältungen der Haut. Häufig hat aber eine auf diese Weise entstandene Blascn-entzündung nur eine symptomatische Bedeutung oder bildet den Vor­läufer einer durch Refrigeration zum Ausbruch gelangenden Allgemein­erkrankung (z. B. Muskelrheumatismus).
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Bei cleu durch Fortplkuizung der entzUudllcheu lieizung von bu-nadibarten Organen auf die IJlascnschleimhaut auftretenden Rlascn-katarrhen, bestehen nebenher Entzündungen der Vorsteherdrüse, des Mastdarmes, der Scheide, der Gebärmutter, des Bauchfelles etc., wie endlich auch alle schwereren Erkrankungen der Harnwege eine Cystitis nach sich zu ziehen pflegen.
Symptome und Verlauf.
Heftige Blaseukatarrhe sind von Fiebererscheinungen begleitet, die oft den lokalen Symptomen vorausgehen, so class man anfänglich gar-nicht den Grund für das gestörte Allgemeinbefinden in einer Cystitis vermutet. Später wird dann die Palpation des Leibes, speciell in der Blasengegend schmerzhaft, und die Patienten müssen ungemein häufig Harn lassen und bekunden dabei lebhaften Schmerz. Meist werden nur geringe Mengen, oft nur Tropfen beim Urinieren abgesetzt. Der Harn erscheint auch wohl dunkler als sonst, nicht selten ist er schleimig oder enthält Beimengungen von Blut. Bei weitcrem Ver­laufe des Leidens ist der frisch abgesetzte Urin trübe und erhält beim Stehenlassen einen flockigen, schleimigen Bodensatz, Die saure Reaktion geht in die neutrale oder die alkalische über. Bei der mikroskopischen Untersuchung des Sedimentes findet man neben Schleim­zügen, roten und weissen Blutkörperchen Pflasterepithelien und Eiter-körperchen und ausserdem noch, sofern schon eine Harnzersetzung stattgefunden, Krystalle von phosphorsaurer Ammoniak-Magnesia (sargdeckelförmig) und Spaltpilze. Dann hat der Harn auch einen stechenden, ammoniakalischen Geruch.
Die Patienten sind sehr aufgeregt; der fortdauernde Drang zur Harnentleerung ohne die Möglichkeit, ihn zu befriedigen und die nach jedem Versuche des Urinierens sich steigernden Qualen, führen schliesslich zu einer Depression der Psyche. Die Futteraufnahme wird vollkommen verweigert, während oft ein ausgeprägtes Durstgefühl besteht.
Die Krankheit verläuft meist in wenigen Tagen und endet mit vollkomniener Genesung, sofern sie nicht durch schwere, anderweitige Erkrankungen unterhalten wird. Intensive Fälle ziehen sich auch wohl über 8—14 Tage hin, werden der Pegel nach aber auch geheilt, und os bleibt nur eine gewisse Neigung zu Uecidiven zurück.
Selten wird ein akuter Blasenkatarrh chronisch, und man be­obachtet diesen Ausgang nur dann, wenn die Krankheitsursache eine fortwirkende ist. (Blasen- oder Ilarnrölireiistoine).
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Moi dein ohroulsohen Blßsonkatarrhe sind diu BrsobeinutigeQ des
Harndranges, der quälenden Schmerzen beim Uriincruu etc. nicht so deutlich ausgesprochen und fehlen oft auch dauernd oder treten nur vorübergehend auf. Die vorhandenen krankhaften Erscheinungen be­ziehen sich sogar hiiuiig garnicht auf die chronische Cystitis, sondern nur auf das bedingende Grundleiden, das z. B. in einer Blasenlähmung zu suchen ist. Es ist dann eine sichere Erkennung des chronischen Blasenkartari'hes nur durch die krankhafte Beschaffenheit des Harnes möglich.
Auch die chronischen Hlasenkartarrhe werden nicht selten geheilt, wenn man im stände ist, das sie bedingende (irundleiden zu beseitigen. Häutig ist dies jedoch nicht möglich, und dann kann sich die Krank­heit durch Monate .oder selbst Jahre hindurch fortziehen, bis der Tod solcher Patienten, entweder infolge des Grundleidens, oder als un­mittelbare Folge der wieder akut gewordenen Cystitis, eintritt.
Therapie.
15ei der Behandlung der Blasenentzündung ist die Berücksichtigung der krankmachenden Ursachen unbedingt erforderlich, allerdings hat sie sich der Hegel nach immer erst gegen das Leiden selbst zu richten. In leichten Fällen genügen diätetische Vorschriften. Häutiges Anbieten von Getränk und die Verabreichung flüssiger Nahrung; man verstärkt hierdurch die Harnabsonderung, so dass der Harn nicht nur verdünnter wird, sondern auch die Harnblase häufiger gleichsam ausgespült wird. Jedenfalls achte man aber darauf, dass alle Getränke wann genossen werden, wenn auch immer die Patienten viel grössere Neigung haben, sie kalt zu nehmen. Ueberbaupt muss man für eine Erwärmung des ganzen Körpers Sorge tragen und ihn vor Erkältung zu schützen suchen. Wenn unter dieser Behandlung die Anzeichen des Harndranges fortdauern, so kann man zur Beruhigung des Patienten Infusionen mit warmem Wasser in den Mastdarm machen lassen, ein Verfahren, das etwa dreimal täglieii zu wiederholen ist, nnd bei intensiven Schmerzen noch Opiumpräparate geben. Hiiuiig reicht aber diese symptomatische Behandlung nicht aus, und man muss direkt gegen die katarrhalischen Zustände der Blasenschleimhaut vorgehen, indem man anstrebt, eine Desinfektion der letzteren herbeizuführen. Fine darauf hinzielende Behandlung der Cystitis besteht in der Verabreichung von Desinücientien (Acid, boricum, Kai, chloricum, Salol) oder Adstringentien (Acid. tannic, Resorcin.)
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lip. Kid. chloric 5,0,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hp.
Aq. FdniouM 160,0, M. f. Sot.
1). 8,\ Innerlich. 3mal tätlich einen TlieclOffel (Esslöffel)
Rp, Äcid. taniiic. 1,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rp.
Gummi arahic. 5,0, Aq. dcst, q, s. f. Vü. No. X. D. S.: Innerlich. !5—4 mal täg­lich eine Pille.
Opii pulvwat 0$,
Saioinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;(),;i.
M. f. Vulv.
Bent. Ud. Dos. No. VI. S.: Innerlich, 2 mal tftglloh ein Pulver.
Decoct. Fol. Uvae Ursi
10,00: 150,0. 1). S.: Innerlich. 8mal täglich einen Thee(Ess)löffel voll.
Noch wirksamer als diese innerliche Therapie ist in hartnäckigen Fällen lt;lie lokale Behandlung der Blasenschleimhaut. Es liegt auf der Hand, wie gross der Vorteil für die entzündete Schleimhaut sein muss, wenn nur der Heiz des zersetzten Harnes durch wiederholte Ausspülungen der Blase von jener hinfort genommeu wird, und er muss noch bedeutender sein, wenn man gleiclizeitig adstringierende oder dosinficierende Mittel auf sie einwirken lässt. Man bedient sich zu diesen Blasenausspülungen lauwarmer Lösungen von Acid, boric. (2quot;/(,), Zinc, sulfuric. 0,5quot;/,,, Kesorcin (10/0) etc. und lässt soviel Flüssigkeit in noch zu besprechender Weise in die Blase einströmen, bis ein Drang zum Urinieren entstellt, worauf man dann eine Ent­leerung der Blase herbeiführt. Es ist vorteilhaft, sofort eine zweite Injektion vorzunehmen, weil die medikamentöse Wirkung auf dör soeben gereinigten Schleimhaut mehr zur Geltung kommen kann.
Zum Zwecke der Blasen-Ausspülung führt man einen Katheter in die Blase ein und verbindet, nachdem der ganze Inhalt der Blase abgelaufen ist, das freie Ende des ersteren mit einer Spritztlasche, welche die zu verwendende Lösung enthält. Mit einem Gummigebläse treibt man nun unter massigem Drucke den Inhalt der Spritzflasclie in die Harnblase des Patienten hinein, bis derselbe beginnt unruhig zu werden. Dann entleert man die Blase und wiederholt das Ver­fahre]!. Es genügt einmal tiiglich eine derartige Behandlung vorzu­nehmen. Zur Bekämpfung des chronischen Blasenkatarrhes werden zum inneren Gebrauche namentlich adstringierende (cf. oben) oder harzige Mittel angewendet.
Kp. Old Terebinth. 0^. Olci Papaveris 0,6, M. J). tat. J)os. in eapsul, gelatin,
Nlt;gt;. V. 8.: Innerlich. Tiiglich cine Kapsel.
Rp. Hidsam. Gopaiv, 0,5. Dent. tal. Don. No. V. in. capsul. gelatinös, S.: Innerlich. Ttlglich t—2 Kapseln.
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Vorteilhaft ist es, neben dei1 Applikation dieser Medikamente Blasenausspülungen in Anwendung zu bringen.
Blasenblutung.
Aetiologie. Die meisten Blutungen aus den Gefässen der Blase sind trauma­tischen Ursprungs, und man findet sie gelegentlich hei Beckenfrakturen, Quetschungen des Leibes (z. B. durch Überfahren) oder bei der An­wesenheit von Steinen in der Blase, welche mit ihrer rauhen Ober-Hache Verletzungen der Schleimhaut hervorrufen. Von Krankheiten der Blase, welche zu Blutungen führen können, sind Blasenentzündungen mit hämorrhagischem oder ulcerösem Charakter zu nennen, wie sie bei Vergiftungen mit Canthariden oder chronischen Entzündungen, die Gefässeerwoiterungen bedingten, beobachtet werden. Diese letzte Ent­stehungsweise der Blasenblutungen ist äusserst selten. Auch Neu­bildungen der Blase (Sarcome, Carcinome, Papillome), sofern sie in Verjauchung oder Vereiterung übergehen, führen gelegentlich zu Blutungen.
Symptome.
Bei Blasenblutungen ist dem Harn Blut beigemengt, welches denselben hell- bis schwarzrot färbt und in ihm einen rötlichen zum Teil aus Gerinnseln bestehenden Bodensatz bedingt. Bei Blutergüssen in die Blase soll eine unvollkommenere Mischung zwischen Blut und Harn statthaben als bei Blutungen aus den Harnleitern oder den Nieren, so dass auch die Gerinnungen des Blutes umfangreicher sind als bei jenen. Doch sind diese Anzeichen nicht immer zu finden und es ist oft sehr schwer den Ort der Blutung mit Sicherheit anzugeben.
Das im Harne enthaltene Blut bedingt der Begel nach Zer­setzungen desselben und wird so die Ursache zu einem Blasenkatarrhe. Bei der Beurteilung solcher Patienten schützt nur eine sorglältige Aufnahme des Vorberichtes vor einer irrtümlichen Diagnose.
Die Prognose ist immer ungünstig, sofern sich schon starke katarrhalische Erscheinungen geltend machen. Das Allgemeinbetinden wird dann in hohem Masse beeinträchtigt. Die häufigen Blutverluste, deren Menge bei anstrengender Bewegung oft erheblich gesteigert wird, bedingt schliesslich eine chronische Anämie, endet auch wohl direkt tödlich durch Verblutung.
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Therapie. Die Behandlung der Blasenblutung ist nur dann von dauerndem Erfolge, wenn es gelingt, das Grundleiden wirksam zu bekämpfen. Gegen die Blutungen als solche macht man am besten Blasenaus-spülungen und verwendet dazu möglichst kalte Lösungen von Adstrien-gentien (Alum. crud. Acid, tannic. 0,50/o). Innerlich empfiehlt es sich Secal. cornut. oder Plumb, acetic, zu geben.
Ep. Seoul, cornut. recent, putv. 0,3. oder Rp. l'lumbi acelici 0,Oä. Dent. tat. Dos. No. IV.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Opü. pulverat. 0,06.
S.: Innerlich. 2mal täglich einnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Succhar. (Mi 0,6,
Pulver.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. f. pulu.
Dent. tal. Dos. No. IV. 8.: Innerlich. 2mal täglich ein Pulver.
Blasenliilumiug.
Allgemeines und Aetiologic.
Die Blasenläbmung kann den Sphinkter oder den Detrusor, oder sogar die ganze Muskulatur der Blase befallen.
Je nach dem Sitze der Lähmung bildet sich als Folgezustand des Leidens ein Unvermögen, den Harn in der Blase zurückzuhalten oder ihn zu entleeren, aus.
Befällt die Lähmung vorwiegend den Schlicssnniskel der Blase, so fliesst der Harn unwillkürlich ab, weil der Blasenverschluss kein vollkommener mehr ist. Ist der Detrusor gelähmt, so ist das Harn­lassen behindert und wird nur unter anstrengender Thätigkeit der Bauchpresse noch möglich.
Sind endlich beide Muskelgruppen gelähmt, so träufelt wohl der Harn beständig ab. Die Harnblase ist dauernd angefüllt und die überschüssige Menge desselben wird tropfenweise entleert (Harntröpfeln). Der Grund einer Hlasenlähmung kann entweder in Erkrankung öder Ver-letüung der Centralorgane oder in der Beschaffenheit der Blase selbst liegen, so dass man zwischen symptomatischer und selbständiger Blasen-lähmung unterscheidet. Die symptomatische Blasenläbmung ist am häutigsten eine Folge von Gehirn- oder llückmarksverletzungen, man beobachtet sie aber auch bei schweren Allgemeinerkrankungen, welche zu einer Herabsetzung der bewussten Empfindung führen. Die Patienten fühlen dann nicht, dass die Blase voll ist, und unterlassen eine will­kürliche Entleerung derselben.
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Die selbständige Blasenlähmung resultiert immer aus krankhaften Zustiiiulon der Blasenrauskulatur, deren direkte Ver­anlassung in Erkältung, in mechimischen Insulten (Zerrungen bei Seinvergeburten, überniässige Ausdehnung der Blase bei Harnverhaltung durch Strikturen, Blasen- oder Harnröiirensteine u. s. w.) oder in chronisch entzündlichen Prozessen der Blasenschleiinhaut zu suchen ist.
Symptome.
Die Blasenlähmung zeigt, je nach den ergriffenen Muskelgruppen (cf. oben), Verschiedenheiten! Ks sei jedoch bemerkt, dass die einzelnen Formen von Blasenlähmung meist neben einander bestehen bez. an­nähernd dieselben Krankheitserscheinungen bedingen. Das wesentliche Merkmal dieser Leiden ist die Harnverhaltung; entweder ist der Hainabsatz vollkommen aufgehoben (Ischurie) oder erfolgt nur tropfen­weise unter lebhaften Schmerzen (Strangurie). Durch die Anhäufung des Harns in der Blase entsteht ein dauernder Harndrang, der sich bei empfindlichen Patienten durch Kolikerscheinungen bekundet. Die Palpation des Leibes ist schmerzhaft, oft kann man durch sie eine ovale Geschwulst nachweisen, die sich bald prall anfüllt, bald nur fluktuierend erscheint. Nicht selten setzen die Patienten, be­sonders, wenn die Abtastung der Blasengegend energischer ausgeführt wird, ein grüsseres oder kleineres Quantum von Harn ab. Durch Einführen des Katheters kann man oft ganz bedeutende Mengen eines stechend riechenden Urines entleeren, welcher dann dieselbe physikalische Beschaffenheit bat, wie sie beim Blasenkatarrh erörtert Avurde, Das Allgemeinbefinden des Patienten ist nicht unwesentlich gestört. Sie sind unlustig und eingenommen und versagen die Futter- und Getränk­aufnahme meist vollkommen. Der Puls und die Athmung sind be­schleunigt. Alle diese Erscheinungen geben nach der künstlichen Ent­leerung der Blase zurück und steigern sich wieder allmälig.
Die Prognose der Blasenlähmung richtet sich ganz nach der Ur­sache für diese Erkrankung. Wenn der Ausgang des Leidens auch nur selten ein vollkommen günstiger ist, so ist die direkte Lebensgefahr doch nicht so gross, als dies zunächst scheinen sollte. Meist kann eben immer noch etwas Harn abfliessen, so dass die schlimmen Aus­gänge der Harnverhaltung (Blasenruptur, Urämie) nur selten durch sie herbeigeführt werden. Bei älteren Tieren gelingt es oft nur eine Besserung dieses Zustandes zu erreichen, so dass eine gewisse „Blasen­schwächequot; zurückbleibt, die den Recidiven Vorschub leistet.
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Therapie.
Vor allen Dingen muss immer für eine Entleerung des Harnes durch den Katheter oder durch vorsichtiges Comprinheren der lilase von den Bauchdecken her Sorge getragen werden. Man beugt da­durch nicht nur am hesten der Uarnzersetzung als auch einer ferneren Ausdehnung bez. Zerrung der Blase durch den sich stauenden Harn vor. Vorteilhaft ist es, mehrere Male am Tage Infusionen mit kaltem in den Mastdarm zu machen.
Von inneren Mittel gieht man Desinficientcn gegen den be­stehenden oder drohenden Blasenkatarrh und kann in hartnäckigen Fällen Strychnin, nitric, oder Secal. COrnut. zur Anregung der Blasen­muskulatur verordnen.
lip. Strychnin, nitric. 0,03. Aq, (lest. 10,0. li. S.', hineilich. Einen um den
anderen Tag I (Iranun zu
injicieien.
Ep. Secal, conmt. recent, puherat. 0,5. Dent, tat. Dos. No. 4. S.: Innerlicli. 2mal tiiglicli ein Pulver.
Haviisteiiio. Itlasenstoino.
Aetiologie.
Steinige Concremente können sich in allen Abschnitten der Harn­wege bilden und entstehen demnach nicht nur in den Nieren (Nieren­becken) selbst, sondern auch in den Harnleitern und in der Blase. Ihre Grosse ist eine sehr wechselnde; man findet sie in Form eines feinkörnigen Pulvers im abgesetzten Harn als Sediment (Harngries), senfkorn bis erbsengrosse Massen (meist als Harnröhrensteine) und noch voluminösere Stücke als Blasensteine, Klinische Erscheinungen rufen bei Hunden nur die Blasen- und Harnröhrensteine hervor.
Ihrer chemischen Zusammensetzung nach unterscheidet man: Urat-, Phosphat-, Oxalat- und Cystinsteino; die beiden ersten kommen häufiger vor als die zuletzt genannten. Die Steinbildung ist das Resultat von Niederschlägen, die sich meist um Fremdkörper herum auskrystallisieren, und so als Grundlage Blutgerinnsel, Epithelien, zusammen geballte Massen von Harngries, fremde Körper, im engsten Sinne des Wortes etc. haben. Ein prädisponierendos Moment zur Blasensteinbildung wird durch Blasenkatarrhe mit reichlicher Ab-sondernug und Zersetzung des Harnes geschaffen.
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Symptome und Verlauf.
Lediglich von der Grosse der sich bildenden Steine hängt es ab, in wie weit sie die Patienten belästigen. Kleinere Steinbildung in den Nierenbecken oder Nierenkelchen bedingen keine für dieses Leiden markante Ei'scheinungen. Werden sie mit dem Harn in die Harn­leiter hinein gespült, so gelangen sie in die Harnblase und im günstigsten Falle von dort nach aussen. Jetzt erst hat man einen sicheren Anhalt für die Erkennung des Leidens, während man zuvor die ge­legentlich auftretende Unruhe, bezüglich die Schmerzäusserungen der Patienten nicht zu deuten wusste. Werden die Steinchen nicht mit dem Harne nach aussen entleert, so bleiben sie in der Harnblase liegen und können dort den Kern für einen Blasenstein abgeben. In anderen Fällen sind die Steinchen zu gross, als das sie die Harnröhre passieren könnten. Dann bleiben sie in derselben stecken und werden durch den nachdrängenden Harn förmlich eingekeilt.
Die Blasensteine und Harnröhrensteine nehmen in Betracht auf die Möglichkeit, sie operativ zu beseitigen, vorwiegend das chirurgische Interesse in Anspruch, und es sei deshalb nur das durch sie erzeugte Krankheitsbild besprochen.
Bei der Anwesenheit von Blasensteinen fehlen anfänglich oft jede klinischen Symptome. Später wird ein Blasenkatarrh diagnosticiert; der abgesetzte Harn ist nicht selten blutig, und das Urinieren selbst verursacht den Patienten lebhafte Schmerzen. Diese, trotz sorgtältiger Behandlung fortdauernden Symptome eines Blasenkatarrhes und der Vorbericht, durch don z. B, öfteres Blutharnen oder auch plötzliches Unterbrechen des Harnstrahles u. s. w. festgestellt wird, lassen auf die Anwesenheit eines Blasensteines schliessen, die Diagnose wird aber erst gesichert, wenn man bei der Untersuchung mit der Steinsonde ein positives Ergebnis hat. —•
liegt sich der Blasenstein vor die Urethralmündung, so wird der Harnabsatz sehr erschwert oder auch ganz unmöglich, wenn eine voll­kommene Verlegung stattfindet, was besonders dann erfolgt, wenn der Stein weiter in die Harnröhre hineingepresst wird. (Harnröhrensteinej Jetzt treten die Erscheinungen der Harnverhaltung in den Vordergrund des Krankheitsbildes. Die Patienten zeigen ein ängstliches Wesen, sind unruhig und bekunden lebhafte Schmerzen bei den Versuchen Harn abzusetzen, ohne dass es ihnen möglich wäre, auch nur einen Tropfen heraus zu bringen. Wird nun das Hindernis für den Harnabfluss nicht beseitigt, so kommt es entweder zu einer Zerreissung der Harnblase und Ablliessen des Harnes in die Bauchhöhle, ein Ausgang, der selten
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länger als drei Tage auf sich warten lässt und den Tod durch Peri­tonitis herbeiführt, oder der Harn staut sich in den Nieren und Harnleitern an, wodurch daselhst schwere Texturveränderungen hervor­gerufen werden, die eine vollständige Unterdrückung der Harnsekretion und Uräinie bedingen.
1st Blasenruptur erfolgt, so lassen die Schmerzen des Harndranges plötzlich nach, die Blase seihst erweist sich bei der Untersuchung vollkommen leer. Jede Berührung der Bauchdecken wird jetzt in Folge der sich einstellenden Peritonitis sehr schmerzhaft; oft gelingt es eine horizontal verlaufende Dämpfung nachzuweisen. Der Tod erfolgt dann unter dem Bilde eines tiefen Coma, aus welchem die Patienten oft nur kurz vor ihrem Ableben durch krampfartige Zuckungen aufgeschreckt werden.
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Therapie. Die Entfernung der Harnsteine aus dem Körper ist nur auf opera­tivem Wege möglich und soll hier nicht näher erörtert werden. Im Allgemeinen werden die erforderlichen chirurgischen Eingriffe besonders, wenn sie nicht zu spät vorgenommen werden, gut vertragen. Häufig wird durch die Beseitigung der Steine nur eine vorübergehende Besserung erzielt, weil sich das alte Leiden wiederholt, was haupt­sächlich dann der Fall ist, wenn die Steinbildung als letzter Grund in einer Stoffwechselanomalie (harnsaure Diathese) zu suchen ist.
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Krankheiten des Herzens.
Vergrössernng uml Erweiterung lt;les Herzens. Herzhypertrophie
und Her/dilatatiou.
Definition und Aetiologie.
Bei der Herzhypertrophie bandelt es sich um eine Vergrössemng des Herzens, die dadurch zu stände kommt, dass eine Dickenzunahme der Herzmuskulatur statthat. Meist bleibt das Volumen der Herz­höhlen dabei unverändert. Die Herzdilatation stellt auch eine Herz-vergrösserung dar, aber es dehnen sich hierbei die Herzhöhlen aus, wodurch naturgemäss die Stärke der Wandungen abnehmen muss. Diese beiden Zustände gehen häufig in einander über und zwar so, dass ein zuvor hypertrophisches Herz schliesslich diktiert wird, und man spricht daher kurz von aktiver und passiver Herzhypertrophie. Die Ursachen der aktiven Herzhypertrophie finden sich moist in solchen Umständen, welche die Blutcirkulation behindern oder den Blutdruck erhöhen, so dass von 'dem Herzqn ein grösserer Wider­stand zu überwinden ist als unter normalen Verhältnissen. So stellt jede anhaltende oder vermehrte körperliche Arbeit erhöhte Anforderungen an die Herzthätigkeit und führt schliesslich, bei Überanstrengung, oder bei häufiger, hochgradiger Anspannung der Arbeitskräfte zur Herzhypertrophie (idiopathische). Diese Herzvergrösserung hat man Gelegenheit bei Jagd- und Ziehhunden zu beobachten. Die oft lange Zeit andauernde höchste Inanspruchnahme der Körpermuskeln, steigert den Blutdruck in den Muskelgefässen, weil diese hei jeder Muskel­kontraktion komprimiert werden, wodurch in letzter Linie auch die Herzmuskulatur zu höchster Kraftleistung gezwungen wird und so endlich eine bleibende Massenzunahme erfährt.
Die durch Inzucht verfeinerten bez. überzüchteten Hunderassen erwerben die idiopathische Herzhypertrophie schon sehr frühzeitig, so dass es scheint, als ob in der Nervosität solcher Hunde ein prädis-
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ponierendes Moment für dies Leiden gegeben sei. Sekundär kommt es zur Herzhypertrophie bei Clrkulationsstörungen, wie sie bedingt werden durch Compression der Aorta, durch Neubildungen, durch Lungenkrankheiten (Emphysem, Kongestion), durch Compression der Lunge infolge von Transudaten oder Exsudaten, durch Lungen-geschwülste etc. — alles Zustände, welche einen Teil der Lungen-gefässe verlegen und so zu einer Erhöhung des Blutdruckes im Gebiete des rechten Herzens führen. In welcher Weise chronische Nieren­entzündungen zur Herzhypertrophie führen, wurde in dem betreffenden Kapitel abgehandelt, bei diesen Leiden findet man die Herzhyper­trophie so regelmiissig vor, dass man beim Feststellen derselben sofort an die Eventualität einer Nierenerkrankung erinnert werden sollte. Endlich sind es noch Verwachsungen des Herzens mit dem Herzbeutel und Klappenfehler, welche die Arbeitskraft des Herzens in erhöhtem Masse in Anspruch nehmen und schliesslich zur Hypertrophie desselben führen.
Die Herzdilatation ist der Regel nach nur das Folgestadium der Hypertrophie. Dieses Leiden kommt dann zur Ausbildung, wenn die Herzwand nicht mehr kräftig genung ist, um den verstärkten Blutdruck zu überwinden. Dann erschlafft die Herzmuskulatur und die Herzhöhlen dehnen sich, indem sie dem abnorm starkem Druck der auf ihnen lastet ausweichen. Auch wenn kein erhöhter Blutdruck zu überwinden ist, kann es zur Herzdilation kommen, wenn die Herz-muskulatur in Folge von Texturerkrankungen erschlafft ist. (Fettige Degeneration, Myocarditis etc.).
Symptome und Verlauf. Nicht immer bedingt die Herzhypertrophie krankhafte Erschein­ungen, denn, wie aus dem üben gesagten hervorgeht, ist sie es gerade, durch welche gewisse Cirkulationsstörungen ausgeglichen werden. Ausserdem entwickelt sie sich so allmälig, dass krankhafte Äusserungen von Seiten des Herzens meist erst bei schon überwundener Hyper­trophie, nämlich durch Herzdilatation evident werden, und es gehört zu den Seltenheiten, wenn man Gelegenheit hat, die idiopathische Herzhypertrophie festzustellen. Man findet dann sehr laute und helle Herztöne, der Puls und der Herzschlag sind auffallend kräftig, die Herzdämpfung erscheint vergrössert. Viel häutiger beobachtet man gleichzeitig die Hypertrophie und Dilatation. Die Herzdämpfung ist vergrössert und oft in solchem Masse, dass sie sich bis zu der Gegend der letzten falschen Kippen erstreckt. Es besteht Atemnot, Ilerz-
ArnoiiH, Krankheiten ilos lliindus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 9
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klopfen; bald sind es Erscheinungen der Gehirnhyperämie, die in den Vordergrund des Krankheitsbildes treten, bald ist dieses nicht von Gehirnanämie zu unterscheiden. Der Herzschlag ist oft so stark, dass er den ganzen Körper erschüttert und ist auf beiden Seiten deutlich zu fühlen. Die Herztöne sind uuregelmässig und der erste oft abnorm hell oder schwirrend zu hören; der zweite ist oft schwach und aus­setzend. Der Puls ist in solchen Fällen ungleichmässig und hüpfend. Schwindelanfälle treten so häufig auf, dass gerade sie die Veranlassung für den Laien abgeben, sich tierärztlichen Rat einzuholen. Von der Eigenart des Falles ist es nun des Weiteren abhängig, in welchen entfernteren Organen sich die Schädlichkeiten der Cirkulationsstörungen zunächst geltend machen. Bald sind es chronische Schleimhaut­katarrhe (Bronchitis, Enteritis), bald sind es die Erscheinungen all­gemeiner Wassersucht, welche das Krankheitsbild komplicieren.
Ziemlich häufig beobachtet man auch bei beginnender Herz-1 dilatation Lähmungen der Nachhand. Die Prognose der Herz­hypertrophie ist im Allgemeinen als eine ungünstige zu bezeichnen, wenn man von jenem Stadium der Erkrankung absieht, in welchem sie den Cirkulationsstörungen gegenüber einen kompensatorischen Ein-fluss ausübt. Denn eine vollkommene Heilung wird nicht erreicht und es besteht immer die Gefahr, dass es zur Herzdilatation kommt. Direkt zum Tode führt die Herzhypertrophie nur ausnahmsweise (Apoplexie), meist ist es die Herzdilatation, welche den Grund zu mannigfachen anderen Erkrankungen abgiebt und das letale Ende be­schleunigt.
Therapie. Nicht immer ist es möglich, jenes Grundleiden, welches eine er­schwerte Herzarbeit veranlasste und dadurch zur Herzhypertropliie führte, richtig zu erkennen, geschweige denn, selbst wenn Zweifel über das ursächliche Moment ausgeschlossen sind, es vollkommen zu be­seitigen. Aber man kann durch geeignete Vorsichtsmassregeln Vieles dazu beitragen, dem Fortschreiten der Krankheit Einhalt zu thun. Vor allen Dingen ist die Futtcraufnahme des Patienten gründlich zu regeln. Das Futter sei ein leicht verdauliches und werde niemals, wie dieses eine weit verbreitete Sitte bei der Hundehaltung ist, in einer Ration verabfolgt, so dass nicht durch Überladungen des Magens die Blutcirkulation in den Bauchorganen behindert werde. Bei trägem Kotabsatz sind leichte Abführmittel zu geben. Überanstrengungen und Aufregungen sind sorgfältig zu vermeiden. Bleibt trotz Befolgung
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dieser Vorschriften die Herzthätigkeit eine zu erregte, so erweisen sich kleine Dosen von Kai. jodat. oft recht vorteilhaft (0,1—0,5), oft ist es zweckmässig, dieses Medikament gleichzeitig mit mittleren Gaben von Natr. sulfuric. (1,0—2,0) zu verabreichen.
Man hüte sich aber wohl, hemmend auf die Ausbildung der Hypertrophie durch die Applikation von Herzmitteln einzuwirken, wenn jene eine kompensatorische Bedeutung hat. (Kräftiger Puls.) Anders aber ist es, wenn das hypertrophische Herz zu erschlaffen droht, wenn die Herzerweiterung beginnt. Hier ist es geboten, mit Herzmitteln und excitierenden Medikamenten einzugreifen. Digitalis in kleinen und öfteren Dosen.
lip. Infus. Fol Digital. 1,00 : 150,0.nbsp; nbsp;oder Jty. Goftein 3,0.
D. S.: Innerlich. 3 mal täglichnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bad. et Succ. Liquirit. q. s. f.
einen Esslöffel voll (grös-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Pil. No. X.
serer Hund).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; D. S.: Innerlich. 3mal täglich
eine Pille.
Bp. Tc. Slrophanti. 30,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oder Bp. Infusi Bulbi Sdllae 1,0:150,0.
D. S.: Innerlich. 3 mal tiiglichnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;D. S.: Innerlich. 4 mal täglich
10 Tropfen in einen Thce-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; einen Theelöffel voll, loffel Kaffee.
Bei Schwächezuständen giebt man als belebende Mittel Wein, Cognak etc.
Entzündung des Herzmuskels. Myocarditis.
Die Entzündung des Herzmuskels kommt bei Hunden nur als sekundäre Erkrankung vor und wird hauptsächlich bei den Infektions­krankheiten (Staupe, Gelenkrheumatismus) beobachtet. Auch ausser-halb des Herzens gelegene Entzündungen, (Pleuritis, Pneumonic) be­dingen gelegentlich auf dem Wege der Fortleitung eine Herzfleisch-entzündung, wie sich auch eine Endocarditis oder Pericarditis auf den Herzmuskel fortsetzen kann.
Das Leiden verursacht eine Funktionsstörung des Herzens, die sich als Insufficienz zu erkennen giebt. Es besteht ein hoher Grad von Atemnot verbunden mit einem kleinen frequenten Pulse. Der Herzstoss ist sehr schwach und fehlt oft ganz. Das Krankheitsbild ist natürlich, je nach dem bez. Grundleiden, welches zur Myocarditis führte, ein verschiedenes und stellt eine immer ungünstige Kompli­kation desselben dar. Der Vorlauf der Herzmuskelentzündung ist ein kurzer. Manche Fälle vorlaufen sogar perakut, so dass die Patienten
plötzlich tot zusammenbrechen.
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Die Behandlung ist meist eine erfolglose und besteht in kräftiger Ernährung, sowie in der Verabreichung von Excitantien. Eine Abnahme der entzündlichen Erscheinungen tritt oft bei der An­wendung von Fiebermitteln ein.
Herzbenteleiitzündiing. Pericarditis.
Aetiologie. Die Herzbeutelentzündung als primäre Erkrankung kommt bei Hunden nur iiusserst selten vor und ist dann meist traumatischen Ursprungs, herbeigclübrt durch Kontusionen oder Schusswunden in der Herzgegend. Oft fehlt jede Erklärung für das Zustandekommen der Pericarditis, und es werden dann Erkältungseinflüsse dafür in An­spruch genommen. Häufiger entwickelt sie sich im Verlaufe von Infektionskrankheiten; vorwiegend zu nennen ist der Gelenkrheumatismus und die Septikämie. Die gewöhnlichste Entstehung der Pericarditis ist aber in der Fortsetzung eines von einem benachbarten Krankheits­herde ausgehenden Reizes zu suchen. So sieht man eine Pleuritis (Neubildungen) oder eine Pneumonie auf den Herzbeutel übergreifen, wie auch Krankheiten des Herzens selbst (Endocarditis, Myocarditis) oft den Ausgangsort für entzündliche Erscheinungen am Herzbeutel bilden.
Symptome und Verlauf. Das aetiologische Verhalten der Pericarditis bringt es mit sich, dass ihr Krankheitsbild nicht vollkommen rein ist. Ferner pflegt durch das Einsetzen einer Herzbeutelentzündung, z. B. im Verlaufe einer Pneumonie oder Pleuritis, das Bild dieser Krankheiten sehr wenig modificiert zu werden, so dass jene sehr leicht übersehen werden kann. Und selbst, wenn man sich der Möglichkeit einer Heizbeutelentzündung als Komplikation erinnert, ist dieselbe erst dann bei der Untersuchung mit Sicherheit festzustellen, wenn sich das Pericardium mit den Produkten der Entzündung füllt. Die Herz­dämpfung wird dann nach aufwärts und rückwärts vergrössert, man auskultiert pericardiale Eeibegeräusche, der Puls ist sehr frequent und schwer zu fühlen. Die Atmung ist meist dyspnoisch, und es be­steht oft Pulsieren der Jugularvenen. In vielen Fällen ist der Herzstoss sehr abgeschwächt. Der Verlauf ist entweder ein akuter und führt dann oft momentan durch Ruptur oder Lähmung des Herzens zum Tode oder er ist ein schleichender. In diesen Fällen kommt es zu den Symptomen der Wassersucht, welche die Patienten hochgradig
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abmagern lässt. Bei den tnuiimitilaquo;clieii Formen der Pericarditis ist der Ausgang in Genesung kein seltener.
Therapie. Vollkommene Ruhe und die Vermeidung jeder Aufregung sind die llauptbedingnngen, unter denen man die Behandlung der Pericarditis einzuleiten hat. Im Anfange der Erkrankung leisten kalte oder feuchtwarme Einhüllungen des Brustkorbes gute Dienste. Manche Patienten regen sich aber bei den hierzu erforderlichen Manipulationen stark auf, so dass man von diesem Kurverfahren Abstand nehmen muss. Für solche Fälle eignen sich scharfe Hautreize, in der Herz­gegend appliciert. (Collodinm cantharidatum oder Senfspiritus 50/0.) Innerlich verabfolgt man die Herzmittel zur Regulierung der Herz-thätigkeit in wiederholten kleineren Dosen, wie sie weiter oben (pag. 131) angegeben wurden. Ist der Verlauf ein chronischer, so hat man die Diuretika oder Drastika anzuwenden.
Rp. Liq. Kai. acetic.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;oder lip. Tartar, uatronal. 20,0.
Slice. Jumper, impimat. ää 10,00,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Syriij). simpl. :iO,0.
Aq. Fönkuli 300,0. M. f. Sol.
I). S.: Innerlich. 4 stündlich einen Esslöffel voll.
Aq, (lest. J\f. /. Sol.
D. S.: Innerlich. Sinai tiiylich einen Kssliiffel voll.
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Nimmt trotz dieser Medikation das Exsudat im Herzbeutel nicht ab oder wird es durch seine Grosse gefahrdrohend, so ist die Punktion des Pericardinms notwendig. Der Erfolg ist zwar häufig nur ein palliativer, aber die Patienten fühlen sich nach dieser Operation meist so erleichtert, dass schon durch ihr nun ruhiges Ver­halten viel gewonnen ist.
Eiidocarditis acuta.
Definition. Aetiologie.
Die feine seröse Haut, welche die Herzhöhlen auskleidet und den Klappenapparat überzieht, ist nicht selten der Sitz akuter und chronischer Entzündungen. Die entzündlichen Vorgänge spielen sich bald an den Klappen bald an den Wandungen ab und haben einen indurierenden, granulierenden oder ulcerösen Charakter.
Die aetiologischen Einflüsse für Endoearditiden sind vor­wiegend infektiöser Natur. Am häutigsten veranlasst sie die Staupe und demnächst der akute Gelenkrheumatismus. Auch bei Infektionen,
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welche septische oder pyämische Erkrankungen bedingen, heobachtet man der Regel nach akute (ulceröse) Endocarditis (rneumococcon). Neben diesen Hauptursachen scheint das Leiden auch durch Erkältung entstehen zu können, und endlich tritt es als fortgeleitete Entzündung, bei Erkrankungen des Myocardium oder des Tericardium, ja seihst der Lunge oder des Brustfells auf. Schliesslicli sei noch angeführt, dass eine unvorsichtige Dosierung der Digitalis oder des Veratrins Endocarditis hervorrufen kann.
Symptome. Nicht immer macht die Endocarditis, wenn sie sich zu einem anderen Leiden (Staupe) hinzugesellt, von vornherein so ausgeprägte Erscheinungen, dass man sie mit Sicherheit erkennen kann. Anfänglich besteht nur ein mehr oder weniger starkes Herzklopfen und eine leichte Beschleunigung des Atmens, Symptome, die fast allen tieber-haften Allgemeinerkrankungen zukommen. Bei weiterer Ausbildung des Leidens wird der Herzstoss verstärkt und abnorm ausgedehnt wahrgenommen. Die Herzaktion ist wohl auch so stürmisch, dass die Zahl der Herzschläge eine grössere ist als die Pulszahl. Anfänglich sind beide Herztöne rein und deutlich zu hören, später wird der erste Herzton dumpf, oft kaum hörbar und verschmilzt dann mit dem zweiten zu einem einzigen. Ausnahmsweise hört man auch einen doppelten ersten Herzton. Ist durch die entzündlichen Veränderungen erst das Gewebe der Klappen derart alteriert, dass es zu Verdickungen derselben kommt, so werden auch die Herztöne, soweit sie durch die Schwingungen der Klappen zu stände kommen, nicht mehr rein sein; man hört ein blasendes systolisches Aftergeräusch oder schwirrende, rauschende Klänge nach dem zweiten Herztone. Der Puls ist klein und äusserst frequent, so dass man bis zu 200 Schlägen in der Minute zählen kann. Das Allgemeinbeündcn solcher Patienten ist erheblich gestört, meist bekunden sie eine grosso Mattigkeit und Schwäche. Was den Verlauf der Endocarditis anbelangt, so kann derselbe sehr akut sein und schon nach wenigen Stunden oder Tagen zum Tode führen. Häufig ist die Krankheitsdauer eine wochenlange und führt dann zu der chronischen Endocarditis mit ihren wichtigen Folge­zuständen, den Klappenfehlern (cf. das folgende Kapitel).
Therapie. Obwohl die Ursachen der acuten Endocarditis genügend bekannt sind, so giebt es doch keine Mittel und Wege, vermöge derer man
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joner bedenklicheu Komplikation der Infektionskrankheiten vorbeugen könnte. So erübrigt es denn nur durch vollkommon körperliche Ruhe äussere Anlässe zu Aufregungen der Herzthätigkeit fern zu halten und die Herzaktion durch vorsichtige Anwendung der Herzmittel zu regulieren. Vorteilhaft finden bei hochgradigem oder langandauerndem Fieber die Antipyretika Anwendung. Zweifelhaft ist die Wirkung ableitender Hautreize, die in der Herzgegend appliciert werden, dagegen ist die Anwendung kalter Umschläge (Eisbeutel) sehr zu empfehlen und ist bei starker Fieberhitze und aufgeregter Herzthätigkeit von besonders guter Wirkung.
Endocarditis chronica. Klappenfehler.
Vorkommen. Aetiologie. Allgemeines.
Die meisten Klappenfehler des Herzens sind das Resultat chronisch endzündlicher Prozesse am Endocardium, deren Ursachen sich mit denen der akuten Endocarditis decken. Nur eine geringe Anzahl von Klappenfehlern stellt angeborene Defekte des Klappenapparates dar und soll hier nicht näher besprochen werden. Klappenfehler sind bei Hunden ein ungemein häufiger Befund, aber bei Weitem nicht so oft werden wirkliche Erkrankungen durch sie bedingt. Die wichtigsten Veränderungen, die an den Klappen auftreten sind die, welche mit Stenose oder Insufticienz bezeichnet werden. Meist findet man beide Zustände gleichzeitig vor, allerdings überwiegt der Regel nach der eine Fehler den anderen. Unter Insufficienz der Klappen ist ein Zustand zu verstehen, bei welchem das Schliessungsvermögen der Klappen derart verändert ist, class diese nicht im stände sind, durch vollkommenen Schluss ein Regurgitieren von Blut in die Höhlung, die sie normaliter abschliessen sollten, zu verhindern. Stenose der Klappen, oder richtiger gesagt, der zugehörigen Ostien, stellt einen Zustand dar, bei welchem die Herzostien enger geworden sind, so dass sie also den freien Abfluss des Blutes einschränken.
Was das Vorkommen der Herzfehler anlangt, so erkranken die Klappen des rechten Herzens beim Hunde ebenso häufig wie die des linken. Am seltensten finden sich Fehler an den Lungcnarterienklappen, fast ebenso vereinzelt an den Aortenklappen. Vorwiegend erkranken die Atrioventrikularklappen und am häufigsten von diesen giebt die Tricuspidalis zu Störungen Veranlassung.
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Die nächste Wirkung, welche ein Klappenfehler zeitigt, besteht in einer Verlangsamung der Blutcirkulatiou und zwar ruft sowohl die Stenose als auch die Insufficicnz einer Klappe stromaufwärts von der­selben eine Blutstauung hervor. Somit muss sich das Blut in beiden Herzkammern anhäufen, bei Erkrankung der Aorten- und Lnngen-arterien-Klappen; während fehlerhafte Beschaffenheit der Atrioventri-kularklappen Blutstauung in den Vorhöfen bedingt, die sich ausserdem bei rechtsseitiger Erkrankung (Tricuspidalis) noch auf die Körpervenen und bei linksseitiger (Mitralis) auf den Lungenkreislauf erstreckt. Durch compeusatorische Hypertrophie dos Herzens oder des bezw. Herzabschnittes werden diese Störungen oft lange Zeit hindurch aus­geglichen, so dass nur, wenn durch starke Aufregungen oder An­strengungen die Arbeitslast des Herzens besonders in Anspruch ge­nommen wird, die oben angedeuteten Störungen zu Tage treten. Nach und nach jedoch erlahmt die Arbeitskraft des Herzens, bis dieses schliesslich nicht mehr im stände ist, die sich stauenden Blutmassen fortzubewegen. Die Cirkulationsstörnngen werden immer gröbere, und ihr Endeffekt ist schliesslich die Herzdilatation.
Symptome und Diagnose der einzelnen Klappenfehler. I. Insufficicnz der Mitralklappe. Für die Diagnose der Mitralisinsufficienz markante Symptome sind: Stauung im Venensystem; systolisches Aftergeräusch, Verstärkung des zweiten Herztones, rechts­seitige Herzhypertrophie, frequenter, schwacher Puls. Bei diesem Herzfehler, der übrigens am häufigsten bei Hunden festgestellt wird, kommt es zur Ilückstauung des Blutes in den Vorhof, durch das nur ungenügend geschlossene Ostium venosum bei jeder Herzkontraktion. Hierdurch entsteht das systolische Aftergeräusch, weil die zurück­gestauten Blutmassen auf das neu hinzuströmende Blut aus den Lungen­venen treffen. Jetzt erhält der linke Vorhof von zwei Seiten Blut, eine Menge, die er nicht überwältigen kann und infolgedessen wird er dilatiert und hypertrophisch. Immer grössere Blutungen müssen sich nun in den Lungenvenen anstauen, so dass schliesslich auch die Blut-strömung in den Lungenkapillaren bezw. den Lungenarterien behindert wird. Die nächste Folge hiervon ist eine Anhäufung des Blutes im rechten Herzen, bis auch dieses hypertrophisch wird; ein Zustand, der sich durch Verstärkung des zweiten Herztones zu erkennen giebt. Auf diesem Stadium ist der Herzfehler kompensiert, und die Patienten können lange Zeit hindurch, abgesehen von geringen Atembeschwerden, Vollkommen gesund erscheinen. Schliesslich aber lässt die kompen-
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satorische Herzhypertroplüc des rechten Ventrikels nach (erneute Endocarditis, fettige Degeneration des Herzmuskels), der Puls wird schwach und unregelmassig. Die Jugularvenen sind strotzend mit Blut gefüllt und die sichtbaren Schleimhäute mehr oder weniger cyanotisch gefärbt. Solche Patienten leiden häufig an Schwindel, der infolge der gehemmten Entleerung des Blutes aus den Gehirnvenen resultiert. Die Stauung des Blutes in den Venen des Magen- und Darmkanales wird zur Ursache von akuten oder chronischen Ver­dauungsstörungen, Der abgesetzte Urin variert In Bezug auf Menge und Concentration, Eiweissharnen und Nierenblutungen können ent­stehen. Endlich kommt es zu wassersüchtigen Erscheinungen (cf. diese), das wichtigste und am häufigsten betroffene Symptom hei Erkrankung der Mitralklappe.
II. Stenose des Ostium venosum der Mitralklappen. Für die Verengerung der Atrioventrikularöffnung des linken Herzens sind als markante Symptome zu nennen: Hochgradige Atembeschwerden, diastolisches Aftergeräusch, accentuierter zweiter Herzton, sehr kleiner Puls. Auch dieser Klappenfehler ist ein häufiger Befund. Infolge der Verengerung der linken Atrioventrikulai'ütfnung ist die Zufuhr des Blutes in die linke Herzkammer behindert. So wird auch die Menge des Blutes, welches vom Herzen in die Arterien hineingeschickt wird, eine geringere, und es kommt eine Anhäufung desselben im kleinen Kreislaufe zu stände, die zunächst dadurch ausgeglichen wird, dass sich das Blut in den Körpervenen staut. Durch Hypertrophie des rechten Herzens gleicht sich auch dieser Fehler zunächst noch aus. Die verstärkte Herzarbeit treibt eine solche Menge Blutes in die Pulmonalis und die Gefässe des kleinen Kreislaufes hinein, dass ein erhöhter Blutdruck in den Pulmonalvenen besteht. So strömt das Blut mit solcher Schnelligkeit und Kraft in den linken Ventrikel ein, dass der schädliche Einfluss des verengerten Ostium ganz aufgehoben werden kann. Die Füllung der Aorta entspricht wieder der Norm, die Anhäufung des Blutes in den Körpervenen lässt nach. Nur eine Störung ist es, welche nicht durch die kompensierende Hypertrophie des rechten Herzens verhütet werden kann, dass ist jene hochgradige Überfüllung der Gefässe des kleinen Kreislaufes. Aus diesem Umstände resultiert nun auch das Krankheitsbild solcher Patienten. Diese sind in B'olge der hochgradigen Lungenhyperämie kurzatmig (Asthma). Nicht immer, aber doch sehr häutig werden sie ferner von Bronchialkatarrhen heimgesucht. Bei hochgradiger Stenose wird die Kompensation früh­zeitig eine unzureichende. Der Puls ist dann kaum fühlbar, die Atemnot
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wird eine immer grössere und tritt besonders dann in den Vorder­grund des Kraukheitsbildes, wenn sich wassersüchtige Zustände im Brustkorbe entwickeln (cf. pag. 66).
III.nbsp; nbsp; nbsp;Insufficienz der Tricuspidalklappe. Ist die Tricus-pidalklappe insufficient geworden, so findet man als konstanten Krank­heitsbefund: Starken Veiienpuls und ein systolisches Aftergeräusch. Dieser Klappenfehler tritt ebenso häufig wie die beiden vorigen auf, und ist häufig mit Fehlern der Mitralis kombiniert. Bei jeder Systole wird ein Teil des rechten Kammerinhaltes in die rechte Kammer und von dort in die Hohlvenen zurückgeworfen. Der rechte Vorhof ist abnorm erweitert und wird schliesslich wie das ganze rechte Herz hypertrophisch. Das Regurgitieren des Blutes in die Hohlvenen erfolgt mit grosser Gewalt (Hypertrophie der rechten Herzkammer), so werden auch schliesslich die Hohlvenen und die Jugularen erweitert, und man kann nun eine deutlich sichtbare und fühlbare Pulsation an den letzteren konstatieren. Bei keinem anderen Herzfehler ist die Blutstauung in dem Venensystem eine so hochgradige und so führt sie von allen Klappenfehlern am schnellsten zu hydropischen bezw. cyanotiscben Erscheinungen.
IV.nbsp; nbsp; nbsp;Stenose am rechten Ostium venosum ist ein seltener Krankheitsbefund und giebt sich zu erkennen durch ein diastolisches Aftergeräusch und Venenpuls. Der rechte Vorhof und später auch die rechte Herzkammer werden dilatiert und hypertrophisch. Aus dem Leiden resultieren wegen der Verlangsamung des Blutstromes in der Lungenarterie Atmungsbeschwerden und hydropische Erkrankungen.
V.nbsp; nbsp;Insufficienz der Semilunarklappen. Werden die Aorten­klappen insufficient, so konstatiert man; Starken arteriellen Puls, Dilatation und Hypertrophie des linken Herzens in bedeutendem Masse und ein diastolisches Aftergeräusch. Dieser Klappenfehler wird ebenso wie die Stenose, des Aortenostium selten gefunden. Während Erkrankungen der Atrioventrikularklappen meist aus endokarditischen Prozessen resultieren, stehen diese Klappenleiden meist mit Er­krankungen der Gefässwände im Zusammenhang, wie man sie bei älteren Hunden antrifft. Ist bei beginnender Diastole der Schluss der Semilunarklappen ein ungenügender, so strömt ein Teil des Blutes aus der Aorta in die Herzkammer zurück. (Diastolisches Aftergeräusch). Durch diese starke Bhitüberfüllung der linken Kammer, die ja zu derselben Zeit auch noch die Blutmassen der linken Vorkammer auf­nehmen muss, wird die Kammer zunächst dilatiert und schliesslich hypertrophisch. Die Hypertrophie am linken Herzen ist immer eine
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stärkere als am rechten, weil diese eine grössere Menge von Muskel­elementen enthält. So wird der Puls ein äusserst kräftiger, der sich uusserdem auch noch dadurch auszeichnet, dass die Pulswelle ganz plötzlich herabsinkt, synchron dem Eegurgitieren des Blutes in die Kammern. Die äusserst starke Hypertrophie des Herzens bedingt es
nun,
dass der Klappenfehler lange Zeit hindurch keine weiteren
Symptome einer Krankheit hervorruft, sondern in vollkommener Weise kompensiert wird. Die Gefahren, die dieses Leiden mit sich bringt, hängen daher auch meist von der Hypertrophie (of, diese) ab. Der starke Blutdruck in den Gefässeu ist bei Klappenfehlern der Aorta noch besonders gefahrvoll, weil ja meist, wie oben erwähnt, Gefässerkrankungen bestehen, und mithin die Patienten zu Zerreissungen der Blutgefässe neigen. (Apoplexie).
VI. Stenose des Aortenostium wird sehr selten bei Hunden festgestellt und ist gekennzeichnet durch: Linkseitige Herzhypertrophie, schwachen verlangsamten Puls und ein systolisches Aftergeräusch. Die Stenose des Aortenostium kommt der Regel nach nicht durch eine wirkliche Verengerung des Aorteneinganges zu stände, sondern rührt davon her, dass das bei der Systole aus der linken Kammer ausströmende Blut die erkrankten Semilunarklappen nicht vollkommen von einander zu entfernen bez. an die Aortenwand anzudrücken vermag. Es ragen dieselben vielmehr auch jetzt noch in das Lumen des Aorteneinganges hinein und behindern dadurch den Blutstrom. Es bleibt daher bei jeder Herzkontraktion noch ein Teil des linken Kammerinhaltes im Herzen zurück, und die Aorta und ibre Aste erhalten ein zu geringes Blutquantum, während sich das Blut in den Pulmonalvenen anstaut. Die linksseitige Herzhypertrophie jedoch, welche alsbald entsteht, paralysiert den nachteiligen Einfiuss der Klappenfehlers lange Zeit hindurch, und die Patienten haben vor der Hand keine weiteren Be­schwerden. Lässt später die kompensierende Wirkung des Herzens nach, so zeigen sich die Symptome einer allzugeringen Füllung der Arterien. (Gehirnanämie, Schwindel etc.). Schliesslich gehen die Patienten an zunehmender Herzschwäche und Wassersucht zu Grunde. Im Allgemeinen betrachtet, ist eine geringgradige Stenose des Aorten­ostium prognostisch günstiger aufzufassen als eine Insufficienz, weil die Gefahren, welche aus der Herzhyportrophie resultieren, mehr hintenan gehalten werden. Bei hochgradiger Stenose erlischt die Kompensationskraft meist frühzeitig und oft auffallend plötzlich.
VII. Insufficienz und Stenose der l'ulmonalklappen sind sehr seltene Klappeidehler und bei Hunden bisher noch nicht beobachtet worden.
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Therapie. Ein Kurverfahren, welches die krankhaften Veränderungen an den Klappen und Ostion des Her/ens erfolgreich beeinflussen kann, ist nicht durchführbar. Und so muss sich denn die Behandlung solcher Patienten darauf beschränken, die kompensierenden Vorgänge im Herzen zu unterstützen, um einem frühzeitigen Erlahmen desselben vorzubeugen. Am besten wird dieser Zweck durch eine kräftige Ernährung erreicht, so dass das Herz bei seiner vermehrten Arbeit eine genügende Menge von Nährstoffen erhält. Aufregungen und anstrengende Arbeiten sind thunlichst zu vermeiden. Besonders bei Jagd- und Ziehhunden muss man die von ihnen geforderte Arbeit so abwägen, dass sie die Leistungsfähigkeit der Patienten nicht über­schreitet, wenn man sie noch lange nutzbar machen will. Erst, wenn die Herzaktion nachlässt, und sich die Erscheinungen von Cirkulations-störungen und ungleicher Blutverteilung geltend machen, ist es not­wendig mit Herzmitteln die kraftlose und unrhytmische Herzthätigkeit zu regulieren. Dieser Indikation genügt am sichersten die Digitalis. Dieses Medikament erhöht den arteriellen Blutdruck und verlangsamt die Herzfrequenz, so dass die Herzpausen grössere werden, und das Herz Zeit gewinnt sich zu kräftigen. Die Dosierung der Digitalis muss aber sehr wohl beachtet werden, sie äussert sonst einen Effekt ganz entgegengesetzter Natur, nämlich Irregularität des Pulses und Beschleunigung der Herzaktion. Übermässige und zu lange Zeit hindurch fortgesetzte Anwendung der Digitalispräparate kann sogar Herzlähmung hervorrufen, und so ist bei schon bestehender Herz­schwäche besondere Vorsicht geboten. Man giebt kleine Dosen 8-4mal täglich (Infus. Fol. Digital. 1,0 (2,0): 200,0, für grössere Hunde Esslöffel, sonst Theelöffel voll, of, pag. 109). Im übrigen ist die Behandlung der verschiedenen Folgezustände der Klappenfehler eine rein symptomatische und kann in den, diesen Krankheiten gewidmeten Abschnitten eingesehen werden.
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Krankheiten des Nervensystems.
I. Krankheiten des Gehirns. Gchirnliyperäuiilaquo; und Oeliirnaiiiiiuie.
Definition und Allgeraeines.
Eine Überfullung des Gehirnes mit Blut wird mit dem Namen Geliirnhyperämie oder Gehirnkongestion bezeichnet. Man unter­scheidet eine aktive und eine passive Gehirnhyperämio. Die erstere, bei welcher mehr Blut in das Gehirn hineinströrat, als es unter normalen Ver­hältnissen zu geschehen pflegt, entsteht zunächst bei gesteigerter Arbeit des Herzens. Hunde mit nervösem Temperament neigen beson­ders hierzu; jede gesteigerte Aktion des (vielleicht ganz normalen) Herzens, wie sie durch forcierte Körperaustrengungen, durch psychische Erregungen, durch die erhöhte Temperatur im Fieber, durch zu grosse Hitze im Sommer, durch den Zahnwechsel etc. zu stände kommt, kann bei ihnen eine Gehirnkongestion auslösen. Ein gesteigerter Blut-zuHuss in das Gehirn kommt ferner bei Herzbypertrophie vor, und zwar besonders dann, wenn durch das vergrösserte Herz mehr an Arbeit geliefert wird, als zur Beseitigung der Cirkulationsstörungen, infolge welcher sie entstand, erforderlich ist. Die aktive Geliirnhyperämie kann auch dann eintreten, wenn irgend welche grössere Gefässgebiete des Kreislaufes verlegt worden sind, und so der Seitendruck in den Carotiden steigt. (Thrombose, Kompression durch Tumoren, durch Tympanitis etc.)
Sekundär endlich beobachtet man das Leiden bei Gehirn- und Infektionskrankheiten (Staupe, Tollwut) und bei manchen Vergiftungen (Narcotica).
Die passive Gehirnhyperä,mie stellt eine Überfüllung des Gehirnes mit venösem Blute dar und kann bedingt werden durch Kom­pression der Jngularvenen (Struma), durch alle diejenigen Herzkrank-
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heiten, welche die Leistung des Herzens herabsetzen, durch forcierte Exspiration (heftige Hustenanfälle), durch behinderte Inspiration (Bronchitis, Bronchiolitis), durch ausgebreitete Verödung oder Kom­pression der Gefässnetze in der Lunge (Lungengescbwülste, pleuritische Ergüsse) etc.
Eine Verminderung des arteriellen Blutgehaltes des Gehirnes be­zeichnet man mit den Namen der Gehirnanämie. Ursachen für diesen krankhaften Zustand sind zunächst alle diejenigen Einflüsse, durch welche die Gesamtblutmenge dos Körpers oder die wesentlichen Blutbestandteile verringert werden (Blutverluste, Anämie, Leukämie, erschöpfende Krankheiten, reichliche Exsudationen etc.). Als weitere ursächliche Momente müssen solche Zustände angesprochen werden, die das freie Einströmen des Blutes in die Schädelhöhle behindern, (Herzschwäche, Verlegung oder Kompression der Blut zuführenden Gefässe, Tumoren in der Schädelhöhle etc.). Gehirnanämie ist natur-gemäss die notwendige Folge jeder Verkleinerung des Schädelraumes durch die Ansammlung von Flüssigkeiten in demselben.
Symptome und Verlauf.
Die meisten Erscheinungen der akuten Gehirnhyperämie tragen den Charakter einer nervösen Erregung, andere dagegen denjenigen einer Depression oder Lähmung an sich. Je nach der Lokalisation der abnormen Blutfülle im Gehirn können die obwaltenden Störungen bald mehr die motorische, die sensible oder psychische Sphäre befallen. Man sollte glauben, dass die Symptome der aktiven Geliirnhyperämie sich wesentlich von denen der passiven unterscheiden müssten, denn während im ersteren Falle die Zufuhr von arteriellem Blute, welche für ein geregeltes Fortbestehen der Gehirnfunktionen unumgänglich nötig ist, abnorm gesteigert wird, ist dieser Blutzufluss bei der venösen Hyperämie, mehr oder weniger bedeutend herabgesetzt, und es kommt noch der Einfluss der Kohlensäureanhäufung hinzu. Wenn nun beide Formen der Geliirnhyperämie in ihren Symptomen dennoch manche Ähnlichkeit zeigen, so erklärt sich das aus dem Umstände, dass auch der Mangel an Blut im Gehirn oft ganz analoge Erscheinungen hervorzubringen vermag, so dass sogar unter Umständen die Ent­scheidung der Frage, ob Hyperämie oder Anämie vorliegt, recht schwierig ist.
Die Erscheinungen der Gehirnhyperämie setzen meist plötzlich ein. Die Patienten sind aufgeregt und unruhig, sie wechseln häufig ihr Lager, zeigen oft auch Boisssucht und mürrisches Benehmen;
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andere hingegen suchen sich zu verbergen, heulen und winseln oder bekommen Krampfanfälle. Die sichtbaren Kopfschleimhäute sind höher gerötet, der Elick ist stier oder glotzend; bei der Untersuchung mit dem Augenspiegel kann man eine starke Überfüllung der Seh-nerveupapille nachweisen. Die Herzaktion ist beschleunigt und der Puls gespannt. Diese Zeichen der Erregung dauern meist nicht lange an; sie verschwinden entweder ganz oder sie treten nach kürzerer oder längerer Zeit anfallsweise von neuem auf. Häufig folgt auch auf einen derartigen Anfall ein Zustand der Depression. Die Patienten taumeln bei Gehversuchen oder machen Zwangsbewegungeu; andere liegen wie im tiefen Schlafe teilnahmslos danieder. Die Pupille ist stark erweitert und der Puls oft kaum fühlbar. Im Allgemeinen wird eine Gehirnhyperämie an und für sich nur selten gefahrvoll, sofern nicht etwa die Ursache der Hyperämie (ein organisches Leiden des Herzens, der Lunge etc.) schon für sich allein Gefahr einschliesst oder die Blutüberfüllung zu lange unterhält, so dass es zu schweren Strukturveränderungen kommt.
Als Nachkrankheit der Gehirnkongestion kann man auch gelegent­lich Gehirnentzündung beobachten.
Die Symptome einer Gehirnanämie,- welche plötzlich entsteht und schnell einen hohen Grad erreicht, unterscheiden sich von den­jenigen, welche infolge einer sich allmählig entwickelnden Blutleere des Gehirnes auftreten. Bei akuten Fällen (z. B. bei Verblutungen) zeigen die Patienten Ohnmachtsanfälle, Schwindel, Erkalten der Haut, mangelhafte Herzthätigkeit, unregelmässige Respiration und häufig auch Erbrechen. Es können solche Fälle jedoch auch unter dem Bilde psychischer oder motorischer Erregung (Krämpfe, Convulsionen) verlaufen. Schwere Zufälle der Gehirnanämie lassen die Patienten in einem anhaltenden, schlafähnlichen Zustande verharren (Scheintod) und führen nicht selten plötzlich zum Tode. (Nervenschlag, Apoplexia nervosa.) Die chronisch verlaufende Gehirnanämie kennzeichnet sich durch verschiedene, wenig charakteristische Symptome, man beobachtet ähnlich wie bei der Gehirnhyperämie XJnruheerscheinungen mit nach­folgender Abstumpfung und ist nur unter Berücksichtigung der sonstigen Verhältnisse (allgemeine Anämie; überstandene, erschöpfende Krank­heiten etc.) imstande, jene Erscheinungen richtig zu deuten.
Differentialdiagnose. Rücksichtlich der Diagnose der Gehirnhyperämie oder Gehirn­anämie muss man bedenken, dass die funktionellen Störungen des
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Gehirnes, welche diese Leiden begleiten, durchaus nichts spezifisches darbieten. Die Diagnose der Gehirnkongestion ist wesentlich erleichtert, wenn auch die iiusseren Kopfteile an der Hyperämie teil­nehmen, ein Zustand, der sich bei der Palpation des Kopfes mit Sicherheit erkennen lässt. Vor Verwechselung dieses Leidens mit einer Gehirnentzündung ist man am besten durch die Beobachtung des Verlaufes der Krankheit geschützt: der rasche Wechsel zwischen Erregungs- und Depressionserscheinungen, der plötzliche und oft voll­ständige Rückgang aller Symptome, auch wohl der günstige Effekt einer entsprechenden Behandhing sind alles Momente, welche das Leiden als Gehirnkongestion erkennen lassen. Bei der Feststellung der Gehinianämie kann man sich vor Täuschungen am besten durch eine genaue Erhebung der Vorgeschichte und ein sorgfältiges Vergleichen dieses Resultates mit dem jeweiligen Krankheitsbefunde bewahren.
Therapie.
Die Behandlung einer akuten Gehirnkongestion hat neben der Beseitigung der krankmachenden Ursachen vor allen Dingen die Re­gulierung des abnormen Blutgehaltes des Gehirnes und seiner Häute zur Aufgabe. Es liegt auf der Hand, dass sich der Kurplan dieses Leidens bei seinen mannigfaltigen Ursachen ganz verschieden gestalten muss, jenachdem er sich z. B. gegen eine geschwächte oder gesteigerte Herzaktion, gegen einen durch körperliche Überan­strengung oder durch psychische Irritation geschaffenen Zustand zu richten hat.
Immer erfordert das Leiden die Unterbringung der Patienten in einem kühlen, gut ventilierten Aufenthaltsraume, wo sie vor jeder weiteren Aufregung geschützt sind. Notwendig ist die Vermeidung schwer verdaulichen Futters. Erhebliche Vorteile bringt die Ver­abreichung von geschabtem (rohem) Fleisch und reinem, frischen Trinkwasser. Für die leichteren Fälle der Krankheit genügt dies diätätische Verfahren vollkommen. Bestehen jedoch ernstere Er­scheinungen, so muss man durch Applikation von Abführmitteln das Blut vom Gehirne auf den Darm abzuleiten versuchen; man hüte sich jedoch, zu grosse Dosen anzuwenden, weil sich sonst leicht nach­teilige Wirkungen bei den Depressionszuständen, welche auf starke Erregungen meist zu folgen pflegen, einstellen können. Von innerlichen Mitteln sind zu empfehlen das Calomel (0,05—0,1 ein bis zweimal tagsüber) oder
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ßp. Magnes. siilftiric, 50,0,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;oder Rp. Infus. Sennae composit. 100,0.
Aq. font. 150,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I). S.: Innerlich. Auf zweimal
M. f. Sol.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; einzusclitttten.
D. S.: Innerlich. Dreistündlich einen Esslöffel voll bis zur Wirkung. In dringenden Fällen wende man Klystiere von Wasser oder Koch­salzlösung (1 Esslöffel voll auf einen Liter Wasser) an.
Bei den Stauungshyperämien, wie man sie gelegentlich bei Herz-öder Lungeideiden anzutreffen pflegt, eignet sich zur Regulierung der Herzthätigkeit am besten die Digitalis. Rp. Infus. Folior. Digitalis 1,0:150,0. D. S.: Innerlich. Zweimal täg­lich einen Th6e(E8B)löftel voll zu geben. Die Gehirnanämie erfordert, obwohl sie fast dieselben Symptome wie das vorige Leiden hat, eine wesentlich andere, meist entgegen­gesetzte Behandlung. Ist sie Teilerscheinung einer allgemeinen Blut­armut (chronische Gehirnanilmie), so muss die Therapie eine möglichst kräftige Ernährung anstreben. Viel Fleisch in kleineren Portionen öfters am Tage verabreicht und Milch zur beliebigen Aufnahme, wirken den Schwächezuständen am besten entgegen. Von Medikamenten giebt man vorteilhaft Eisenpräparate (cf. diese pag. 34).
Handelt es sich um akute Erscheinungen (Verblutungen etc.), die mit Ohnmachtsanfällen infolge gesunkener Herzkraft verlaufen, so ist eine excitierende Behandlung geboten. Man gebe Wein, Kaffee, starke Fleischbrühe, Fleisch extrakt etc.
Selbst, wenn es durch die Blutleere im Gehirn zu Krregungszu-ständen kommt, darf man sich nicht durch eine falsche Deutung jener Symptome dazu verleiten lassen, ein schwächendes Verfahren einzu­leiten.
Rp. Spirit, aetherei 15,0nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oder Rp. Aetheris 10,0.
J). S.: Innerlich. Stündlich 5nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I). S.: Innerlich. 2mal tiiglich
Tropfen mit einem Thee-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; eine Qrammspritze voll
löffel Kaffee.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; zur subkutanen Injektion.
Gehirnblutung. Schlaganfall. Oehiruapoplexie.
Aetiologie.
Im Gehirn kann eine Blutung innerhalb der Hirnsubstanz oder der Hirnhäute statthaben. Die Ursachen solcher Blutungen sind höchst mannigfaltiger Natur; sie wirken jedoch alle in der Art, dass sie
Arnoiis, KranUlicitun des Bandes,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;10
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einen abnorm hohen Seitendruck des Blutes gegen die Gefässwand bedingen. Der Regel nach reicht eine Drucksteigerung in den Ge-fässen jedoch nicht hin, um Blutungen zu stände kommen zu lassen, sondern es bestehen gleichzeitig auch noch Erkrankungen der Gehirn­arterien (atheromatöse oder fettige Degeneration), welche die Gefäss-wandungen derart verändert, dass sie eine abnorme Brüchigkeit bezw. Zorreissbarkeit erlangen. Und so ist es wiederum auch erklärlich, dass häufig schon bei einer nur massig vermehrten Spannung in dem Ge-fässsystem Gehirnblutungen entstehen können (Plethora). Daher bedingen auch alle die Ursachen, welche im stände sind, eine Gehirnkongestion (cf. diese) hervorzurufen, Gehirnblutungen, vorausgesetzt, dass Ver­änderungen der oben erörterten Art die Widerstandsfähigkeit quot;der Gefässwandungen herabgesetzt haben. Auf diese Weise finden auch jene Apoplexieen ihre Erklärung, welche sich an schon bestehende anderweitige Hirnleiden (Tumoren, Thrombosiernngen) anknüpfen.
Endlich ereignen sich Gehirnblutungen noch unter traumatischen Einflüssen.
Symptome. Die Erscheinungen der Gehirnblutungen beruhen in dem Drucke, den das ausgetretene Blut auf die nervöse Substanz des Gehirnes aus­übt. Sofern nicht traumatische Insulte die Ursachen der Gehirn­apoplexie sind, gehen derselben gewisse Vorboten voraus, welche den Verdacht zunächst auf eine bestehende Gehirnhyperämie hinlenken. Je nach dem Grade der Erkrankung stellen sich mehr oder weniger stark ausgesprochene cerebrale Störungen ein; die Patienten zeigen Be­nommenheit des Sensoriums, Schwanken, Schwindel, Zwangsbewegungen, krampfhafte Zuckungen etc. Ein derartiger Anfall hat eine verschieden lange Dauer, so dass er sich häufig der Beobachtung entzieht, nicht selten aber auch die befallenen Tiere stundenlang in einem schlaf-ähnlichen, bewusstlosen Zustande verharren lässt. (Schlaganfall). Neben­bei beobachtet man eine hochgradige Rötung der sichtbaren Kopf-schleimhäute; der Puls ist verlangsamt und oft unfühlbar; die Atmung geschieht pumpend. Erst nachdem diese Allgemeinsymptome vorüber sind, bilden sich die Erscheinungen aus, welche von der stattgehabten Hirnläsion unmittelbar abhängig sind. Es treten Lähmungserscheinungen auf, so dass entweder nur einzelne Muskeln oder Muskelgruppen (Monoplegie) gelähmt sind, oder eine bald mehr oder weniger voll­ständige halbseitige Lähmung auf einer Körperseite besteht (Hemiplegie). So beobachtet man z. B. Lähmung der Kaumuskeln, der Zunge, der
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Lippen, Lähmung eines Vorder- oder Hinterfusses, Blindheit etc. Der Verlauf des Leidens ist ein sehr verschiedener, er kann innerhalh weniger Minuten oder Stunden zum Tode führen, während in anderen Fällen die Patienten schon nach wonigen Tagen vollkommen geheilt sind. Es ist jedoch höchst selten, dass die vom Schlaganfall Betroffenen vollständig genesen, meist bleiben, sofern das Leiden nicht tödlich endet, Lähmungen zurück.
Therapie. Die Behandlung der Gehirnblutungen deckt sich mit dem in den vorigen Kapiteln abgehandelten Kurplane, so lange es sich um das Stadium des Leidens handelt, bei welchem sich die Lähmungs-erscheinungen noch nicht eingestellt haben; man hat also je nach dem Befinden des Patienten bald die Cirkulationsaufregung durch Ableitung des Blutes auf den Dannkanal etc, zu bekämpfen, bald durch die Applikation von Kxcitantien dem drohenden Collaps vor­zubeugen.
Um die Resorption des Blutextravasates im Gehirne herbeizuführen, kann man innerlich Kai. jodat, in kleinen Dosen geben und erzielt nicht selten recht gute Resultate dadurch:
Rp. Kul. jodat. 5,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; oder Hp. Kai. jodat. 5,0.
Aq. dest. 150,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Nati: sulfuric. 10,0.
M. f. Sol.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aq. dest. 250,0.
D. S.: Innerlich. 8 mal täglichnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. f. Sol.
einen Thee{EHS)l()ffel voll.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;I). 8.: Innerlich. 8 mal täglich
einen Tliee(Es3)li)ffel voll. Was endlich die Lähmungen anbelangt, so können, sofern dieselben unvollständig und noch nicht veraltet sind, gewisse erregend wirkende äussere Mittel zum Fortschreiten der Besserung entschieden beitragen. Man massiert oder frottiert die gelähmten Muskelgruppen mehrmals am Tage, nachdem sie zuvor mit Spirituosen Reizmitteln (cf. diese pag. 162) besju-engt wurden. Für einige Fälle empfiehlt sich auch die Anwendung der Elektricität, welche jedoch nur dann von Nutzen ist, wenn sie längere Zeit hindurch fortgesetzt wird; man hüte sich jedoch vor der Anwendung zu starker Ströme.
Ooliirnentziindniig. Meningitis. Encephalitis.
Allgemeines. Mit der Bezeichnung Gehirnentzündung werden verschiedene krankhafte Zustände belegt, die sich zum Teil an der llirnsubstanz,
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zum Teil an den Gehirnhäuton abspielen. Eine sichere Diagnose, an welchem Orte die „Gehinientzunchingquot; abläuft, lässt sich bei Lebzeiten nur gelegentlich feststellen, weil bei Hunden diese einzelnen Formen der Entzündung annähernd dieselben Krankheitssymptome hervorrufen. Während die Gehirnhäute bei entzündlichen Prozessen meist in ihrer ganzen Ausdehnung ergriffen werden, erkrankt die Gehirnsubstanz niemals in ilirer Totalität, sondern stets nur an einzelnen Punkten, in Form von unregelmässig gegen das Nachbargewebe abgegrenzten Herden, deren Grosse sehr variabel ist. Der Character der ent­zündlichen l'rozesse bei der Meningitis bez. Encephalitis kann ein seröser, fibrinöser oder eiteriger sein.
Aetiologie. Vorkommen. Gehirnentzündungen werden bei Hunden jeden Alters beobachtet; ganz junge Hunde erkranken seltener daran als Tiere von I—2 Jahren. Dass es gerade diese Jahre sind, die eine erhöhte Frequenz der Gehirn-krankheiten bei Hunden aufweist, hat seinen Grund darin, dass während derselben Altersperiode Erkrankungen an Staupe, die ja in vielen Fällen zur Gehirnentzündung führt, am häufigsten beobachtet werden. Die Ursachen der Gehirnentzündung stimmen der Hauptsache nach mit denen der Gehirnhyperämie überein, und so müssen auch hier forderte körperliche Anstrengungen, psychische Erregungen, die dauernde Einwirkung zu hoher Aussentemperatur und Verletzungen des Schädeldaches als direkte Veranlassung zu den primär entstehenden Gehirnentzündungen genannt werden. Als sekundäres Leiden wird die Erkrankung des Gehirns und seiner Häute bei verschiedenen Allgemeinerkrankungen betroffen, wie zum Beispiel bei der Staupe, dem akuten Gelenkrheumatismus und der Pyämie. Endlich sei noch erwähnt, dass eiterige Prozesse, welche die Weichteile des Kopfes, das Mittelohr und die Augen befallen, wohl unter Vermittelung der bestehenden Lymphgefäss- und Vonenverbindungen auf die Gehirn­häute übertragen werden können.
Symptome. Die Gehirnentzündung lässt im Allgemeinen zwei Perioden er­kennen; ein Stadium der Gehirnreizung und ein darauf folgendes der Gehirndepression, ohne dass immer eine scharfe Grenze zwischen beiden zu ziehen wäre. Eine derartige Aufeinanderfolge der Krankheits­symptome ist vorwiegend den Erkrankungen der Gehirnhäute eigen, wie überhaupt die Encephalitis bei Weitem nicht so stürmische
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Erscheinungen hci'vomift, wie man bei der Wichtigkeit des Orgaues annelimen sollte. Die Symptome der Erregung und der Depression bestehen nicht selten nebeneinander oder wechseln eine Zeit hindurch ab. Diese Erscheiuungeu der einen Art überwiegen häufig jene der anderen, nicht nur dem Grade nach, sondern auch in Bezug auf die Dauer. So weichen die Ileizerscheinungen oft ilusserst frühzeitig dem Stadium der Depression, welches dann um so länger dauert, während in anderen Fällen die Depressionserschehmngeu erst kurze Zeit vor dem Ableben der Patienten zu Tage treten.
Die Symptome der Gehirnreizung bestehen in Unruhe und Auf­regung und setzen meist ganz plötzlich ein. Die Patienten sind sehr schreckhaft und suchen sich zu verkriechen; sie verlassen plötzlich unter lautem Geheul ihr erst soeben gewähltes Lager und laufen plan­los umher. Sie erkennen ihren Herrn nicht mehr, ihr Blick ist wild oder stier, und die Pupillen sind ganz eng zusammen gezogen. In anderen Fällen beginnt das Leiden mit öfter wiederkehrenden und allgemeinen Konvulsionen, so dass zunächst ein ganz anderes Krankheits­bild vorgetäuscht wird, und man sich erst hei längerer Beobachtung eine klare Vorstellung über den Grund jener stürmischen Symptome machen kann. Meist besteht von Anfang an eine fieberhafte Erhöhung der Körpertemperatur, welche mit der Intensität der Erkrankung im Einklänge steht, sehr hochgradiges Fieber scheint aber mehr durch die causale Affektion (Infektionskrankheiten) bedingt zu sein. Der Puls ist sehr aufgeregt und der Herzstoss pochend. Die Futterauf­nahme liegt gänzlich danieder, es besteht sehr häufig Erbrechen. Das Stadium der Depression, welches, wie schon angedeutet, bald früher bald später eintritt, entwickelt sich manchmal plötzlich, gewöhnlich jedoch allmählig unter zunehmender Niedergeschlagenheit und Schlaf­sucht zu tiefer Bewusstlosigkeit. Dieser Zustand ist gelegentlich durch kurze Excitationszufälle unterbrochen; solche Patienten heulen dann wohl plötzlich laut auf oder bekunden vorübergehend eine gewisse Teilnahme für ihre Umgebung, so dass es fast den Eindruck macht als schreite die Genesung voran. Bald machen sich neben den angeführten Symptomen auch Lähmungen geltend. Der Gang wird unsicher und taumelnd, die Beine werden bald ZU hoch, bald zu wenig gehoben. Oft stellen sich Zwangsbewegungen ein, so dass die kranken Hunde längere Zeit hindurch nach einer Richtung im Kreise herumlaufen. Der Puls ist in diesem Stadium meist sehr frequent und besonders, kurz vor dem letalen Ende kaum noch zu fühlen.
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Der Tod erfolgt in der Mehrzahl der Fälle schon in den ersten Tagen der Erkrankung bei heftigem Axd'treten derselben. Günstiger ist die Prognose, wenn die Ileizerscheinungen wenig intensiv sind und keine schwere Depression besteht. Die vollkommene Genesung der Patienten geht aber meist nur langsam vor sich, so dass man oft noch nach Wochen mancherlei Störungen in dem einen oder dem anderen Bezirke wahrnehmen kann. Auch der Ausgang einer nur unvollkommenen Wiederherstellung ist kein seltener, so dass Taubheit, Blindheit, Parese der Nachhand oder chronische Gehirnwassersucht zurückbleiben.
Die Erkennung der Gehirnentzündung kann anfangs und oft auch während der ganzen Dauer des Leidens eine grosse Schwierigkeit dar­bieten. Charakteristische Erscheinungen ruft die Krankheit überhaupt nicht hervor und die Diagnose wird häufig erst bei fortgesetzter Be­obachtung des Falles durch die oben angedeutete Aufeinanderfolge der Symptome gesichert, wenn nicht gerade eine Kopfverletzung oder eine ähnliche augenfällige Erkrankung wichtige Fingerzeige bietet. Über Unterscheidung des Leidens von Gelurnhyperämie und Tollwut ist in diesen Kapiteln abgehandelt worden.
Therapie.
Die Patienten sind in einem kühlen, beschatteten Eaumc unter­zubringen, wo sie möglichst ungestört sind. Die Nahrung sei eine leicht verdauliche; am besten wird nur Milch oder Suppe verabfolgt. Von grösster Wichtigkeit ist die Anwendung kalter Umschläge oder einer Eisblase auf dem Kopf, die so lange fortzusetzen sind als sich noch Erscheinungen der Gehirnhyperämie geltend machen. Ferner wendet man kräftig ableitende Klystiere an, (Eiswasser, Kochsalz­lösung) und verordnet Calomel (0,05—0,2), Sind es vorwiegend De­pressionserscheinungen, die ein Eingreifen erfordern, so erweisen sich öfters wiederholte kalte Begiessungen des Kopfes als ein vorzügliches Reizmittel.
Hat man bei dieser Behandlung keinen Erfolg, so versucht man durch Morphium, Sulfonal (1,0 — 4,0) etc. die Hirnreizung herab­zusetzen oder, wenn der schlafsüchtige Zustand ein andauernder wird, durch Excitation (01. camphor. Aether, subkutan) das geschwundene Bewusstsein zurück zu rufen, wenn auch immer dann nur noch wenig Hoffnung vorhanden ist das letale Ende abzuwenden. Nimmt das Leiden einen chronischen Verlauf, so dass etwa zurückbleibende Lähmungen auf eine Herderkrankung schliessen lassen, so ist es er-
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forderlich die Resorption der Exsudate in der Schildelhölile durch Digitalis oder die Anwendung von Kai. jodat. (of. pag. 147) zu he-i'ördern. In späteren Tagen, wenn die Patienteu erst unter der zu­nehmenden Körpersclnväche zu leiden beginnen, ist die Applikation von Eisenpräparaten am Platze, von denen sich hier am besten der Syrupus Ferri jodati (3 mal täglich 5—10 Tropfen) eignet.
II. Krankheiten des Rückenmarkes und seiner Häute.
Riickeninarkentzüiidung. RückenmarkshaiitentziiiHliui^. Myelitis und Meningitis spinalis.
Aetiologie. Vorkommen. Die Myelytis und Meningitis spinalis gehörten zu den selteneren Erkrankungen der Hunde. Meist erkranken die Rückenmarkshäute und das Rückenmark gleichzeitig, und selbst, wenn dies nicht der Fall ist, macht sich in dem Krankheitsbilde kein wesentlicher Unter­schied bemerkbar. Das Leiden beobachtet man als selbständige Er­krankung am häufigsten nach traumatischen Einwirkungen (Wirbel-briiehe, Kontusionen oder Erschütterungen der Wirbelsäule durch Niederstürzen etc.) oder unter dem Einflüsse starker Erkältungen. Sekundär tritt die spinale Myelitis oder Meningitis gelegentlich als fortgeleitete Entzündung aus benachbarten Krankheitsherden auf und kann so z. B. durch eine Wirbelkaries oder durch einen Abscess im langen Rückenmuskel entstehen oder auch nur die Teilerscheinung einer gleichzeitig vorhandenen Gehirnhautentzündung sein. Ausserdem tritt sie im Geleit von Infektionskrankheiten auf und wird so bei der Staupe, der Pyämie und der Tollwut angetroffen.
Symptome und Verlauf. Die Myelo-Meningitis spinalis bildet sich, abgesehen von den durch traumatische Einwirkung entstandenen Fällen, allmählig aus und nimmt der Regel nach einen chronischen Verlauf. Das Rücken­mark, bekanntlich die Leitungsbahn für die motorischen und sensiblen Nervenfasern des Rumpfes und der Extremitäten und der Sitz ver­schiedener nervöser Centren, erkrankt nicht in seiner Totalität, sondern die entzündlichen Vorgänge nehmen der Regel nach ihren Ausgangs­punkt an dem peripheren Ende desselben und schreiten von da aus aufwärts. Die einzelnen Krankheitssymptomo sind nun je nach dem
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Orte der Erkrankung verschiedene laquo;ncl sind am schärfsten ausgeprägt, wenn das Rückenmark selbst in Mitleidenschaft gezogen ist. Anfäng­lich bestehen in den Körperteilen, die später von Lähmungen befallen werden, lleizerscheinungen. Bei akuten Füllen, die dann auch unter fieberhafter Erhöhung der Körpertemperatur verlaufen, bekunden Hunde lebhafte Rückenschmerzen, die sich bei dem Durchbiegen der Wirbelsäule steigern, und häufig mit rheumatischen Schmerzen der Rückenmuskulatur verwechselt werden. Empfindliche Tiere zeigen gleichzeitig auch eine erhöhte Reizbarkeit der Haut an den hinteren Glied­massen. Der Gang ist ein gespannter und das Rückgrat wird steif gehalten. Gesichert -wird die Diagnose durch das Eintreten von Lähmungen, die sich meist als Paraplegieen darbieten. Gewöhnlich sind zuerst die hinteren Gliedmassen gelähmt und die Tiere sind nicht mehr im stände, sich stehend zu halten; bei dem Versuche zu gehen, wird die Hinterhand nachgeschleift. Nur ausnahmsweise werden diese Lähmungen wieder rückgängig, der Regel nach bestehen sie, auch wenn die entzündlichen Erscheinungen geschwunden sind, ohne wesentliche Veränderung fort, nur sprechen sich in den befallenen Muskelgruppen Kontrakturen und Abmagerung immer deutlicher aus. Auch die Sensibilität ist in den betroffenen Teilen bei ausgebildeter Erkrankung derselben herabgesetzt, doch bleibt diese Abnahme der Erregbarkeit in Bezug auf den Grad ihrer Ausbildung meist hinter der motorischen Störung zurück. In schweren Fällen von Paraplegic besteht aber neben kompleter motorischer Lähmung auch eine voll­kommene Unempfindlichkeit der hinteren Gliedmassen (Paralyse der Nachhand). Nur selten fehlen bei Rückeninarkslähmungen Funktions­störungen der Blase, die sich als Inkontinenz oder Retention des Urines zu erkennen geben. Ebenso kommt es zur Anschoppung des Kotes im Mastdarme oder in schweren Fällen erfolgen unwillkürliche Kotabgänge. Die so entstandenen Lähmungen nehmen nun einen ver­schiedenartigen Verlauf. Leichtere Grade können sich dauernd bessern, so dass die vollkommene Heilung erreicht wird. Öfter bestehen die Lähmungen auf der einmal erreichten Höhe fort, so dass eine Kreuz­schwäche und ein unsicherer Gang an solchen Patienten hinge Zeit hindurch beobachtet werden kann, während sie sonst ganz munter er­scheinen. Ob solche Fälle durch ein späteres Fortschreiten der Lähmungen etc. zum Tode führen, entzieht sich der Beurteilung, weil diese Hunde auf die Dauer ihrem Herrn unbequem und infolgedessen bei einer Verschlimmerung ihres Zustandes meist früher getötet werden.
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Therapie. In akuten Fällen, bei denen man noch die Rückenschmerzen und die Ficberorschcinungen iifichweisen kann, empfiehlt es sich, kalte Um­schläge oder den Eisbeutel in der Kreuzbeingegend zu applicieren. Vorteilhaft erweisen sich auch kräftige Ableitungen auf den Darm­kanal durch scharfe Klystiere oder die drastisch wirkenden Arznei­mittel. Im ferneren Verlaufe der Krankheit oder bei mehr schleichendem (Jbarakter derselben wirken scharfe Hautreize an der erkrankten Gegend des Rückens angewendet vorteilhafter. Nach dem Abscheeren der Haare trägt man in dünnen Schichten Collod. cantharidat. auf und wiederholt dieses Verfahren nach 24 Stunden, wenn die Wirkung auf der Haut eine ungenügende war. Um die Aufsaugung der Krankheits-produkte zu fördern, giebt man eine Zeit hindurch Kai. jodat. (cf. pag. 147), wovon man sich vorwiegend bei alleiniger Erkrankung der Rückenmarkshäute einen Nutzen versprechen darf. Hat man zuvor als Abführmittel Calomel verordnet, so muss man, wegen der Un­verträglichkeit beider Medikamente, die Applikation des Jodkalium erst nach etwa 48 Stunden vornehmen. Lässt sich nun aber so keine Besserung erzielen oder verrät ein gewisses Stillstehen der Krankheits-erseheinungen, dass die entzündlichen Vorgänge aufgehört haben, so ist eine excitierende Behandlung zum Zwecke der Wiederbelebung der daniederliegenden Rückenmarksfunktioueu geboten. Vorteilhaft erweisen sich häufig dann möglichst warme Bäder oder, wo dieses Verfahren nicht angängig ist, heisse Umschläge. Noch besser wirkt der elektrische Strom (Induktionj. Man darf aber nicht zu starke Ströme anwenden und sie etwa nur 2—10 Minuten lang einwirken lassen. Den einen Pol des Induktionsapparates setzt man z. B. auf das Rückgrat und den anderen auf die Sohle der gelähmten Extremitäten oder appliciert die beiden Elektroden zu beiden Seiten des Rückgrates. Unterstützt wird dieses Kurverfahreu noch durch spirituöse Einreibungen und die Massage. Zu versuchen ist auch die Verabreichung von Strychnin, nitr., diese Behandlung ist aber meist nicht so erfolgreich wie die zuvor angegebene; mit der Applikation des Medikamentes ist alle drei Tage wegen seiner kumulativen Wirkung auszusetzen.
Up. Tc. Strychni 5,0. Up. Strychnin nitric. 0,02. Rp. Strychnin, nitric. 0,003.
Aq. (lest. 150,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Pule, et Succ. IJquirit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aq. dest. 15,0.
M. f. Sol.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; q. s, f. pit No. X.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. f. Sol.
/gt;. S..-Innerlich. 3mal Z). amp;; Innerlich. 3 mal /gt;. S ; Innoii. Täglich täglich einennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; täglich einenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; eine 5gr Spritze
Theelöftol voll.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Pille.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;voll als subkn-
tane Injektion.
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Machon sich Störungen im Harn und Kotabsatzc bemerkbar, so muss man diesen Übelstiinden durch Kompression der Blase von den Bauchdecken aus, Katherisation derselben und Entleeren des Mast­darmes durch Klystiere abzuhelfen suchen.
Fallsucht. Epilepsia.
Definition. Aetiologie.
Die Fallsucht ist eine chronische Gehirnkrankheit, die anfalls­weise, nach kürzeren oder längeren Pausen unter Krämpfen und Be-wusstlosigkeit auftritt. Über die Pathogenese ist bisher noch kein endgültiger Aufschluss erbracht worden. Nur so viel scheint fest zu stehen, dass die Krankheit ihren Sitz in den motorischen Centren der Grosshirnrinde hat, woraus sich auch das stets gleichzeitige Auf­treten von Krämpfen und Bewusstlosigkeit erklären lässt. Welcher Natur jedoch jene Veränderungen in der Grosshirnrinde sind, hat noch nicht festgestellt werden können. Die eigentlichen Ursachen der Epilepsie sind häufig gar nicht zu eruieren. Vererbung des Leidens kann man bei Hunden des Öfteren beobachten, und es genügt bei so prädisponierten Tieren ein heftiger Schreck oder andere psychische Erregungen, um den ersten Anfall hervor zu rufen.
Dem Wesen nach vollkommen verschieden stellt sich die sympto­matische Epilepsie bei chronischen Krankheiten des Gehirnes und seiner Häute ein und kann so gelegentlich durch ältere encephalitischc Herde, Verdickungen der harten Hirnhaut oder Exostosen bedingt sein. Auch bei Verletzungen des Schädeldaches werden häufiger epileptische Anfälle konstatiert. Bei besonders nervös veranlagten Hunden kann auf dem Wege des Reflexes Epilepsie hervorgerufen werden, wenn nämlich peripher gelegene Nerven irgend welchen Reiz­zuständen ausgesetzt sind. Auf diesem Wege können Quetschungen der Haut, zerrende Narben, Fremdkörper im Maule, Eingeweidewürmer und das Pentastoma tänioides die Krankheit erzeugen.
Symptome und Verlauf. Ein epileptischer Anfall tritt bei Hunden häufig ganz plötzlich auf, die Tiere stürzen unter einem lauten Aufschrei zu Boden und werden von Muskelkrämpfen befallen, die sich bald über den ganzen Körper, bald nur auf die Muskeln des Kopfes und des Halses er­strecken. Gewöhnlich gehen dem eigentlichen Anfalle gewisse Vor-
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boten -voraus. Die Patienten laufen entweder unruhig umher und er­scheinen wie besinnungslos; ihr Blick ist starr und glotzend, oder sie nehmen eine breitbeinige Stellung an und schwanken hin und her, weil ihnen das Gleichgewichtsgefühl zu schwinden beginnt. Auch Ohrensausen scheint sie zu befallen, denn sie schütteln ängstlich mit dem Kopfe. Nun beginnen die Muskeln des Kopfes und Halses in zuckende Bewegungen zu geraten. Die Augäpfel rollen unruhig um­her und die Lippen und Gesichtsmuskeln werden verzerrt. Endlich stellen sich Kaukrämpfe ein, die so heftig sind, dass nicht selten die Zunge zerbissen oder dass Zähne abgebrochen werden; der reichlich abgesonderte Speichel wird zu Schaum geschlagen und tritt wohl auch bei gleichzeitiger Verletzung der Zunge oder der Wangen mit Blut gemischt vor das Maul. Der Kopf wird ruckweise nach den Seiten oder nach hinten geworfen. Jetzt verbreiten sich tonisch-klonische Krämpfe über den ganzen Rumpf und die Extremitäten, und es werden schlagende, stossende, zuckende Bewegungen (Laufbewegungen ausgeführt. Im Verlaufe eines solchen Anfalles lilsst die Heftigkeit der Krämpfe auch momentan nach, so dass es scheint, als ob dieser vorüber sei, oder die Zuckungen hören auf und der Körper wird von .einer tonischen Starre ergriffen, wie häufig im Anfange eines Anfalles, bis schliesslich ein neuer Krampfanfall erfolgt und die Krämpfe und Zuckungen noch heftiger werden. Während der Dauer des Anfalles ist das Bewusstsein und die Empfindung vollkommen geschwunden. Die Respiration ist unregelmässig und erschwort, so dass bei längerem Anhalten des Zustandos die sichtbaren Schleimhäute hyperämisch er­scheinen. Harn und Kot gehen nicht selten währenddessen unwill­kürlich ab. Solcher Anfall dauert wenige Sekunden oder Minuten und wohl selten länger als eine viertel Stunde. Die Krämpfe lassen ganz allmählich nach, indem die Zuckungen schwächer und schwächer werden oder auch plötzlich ganz aufhören, so dass sich die eben noch stark angespannten Muskeln wieder schlaff anfühlen.
Nach dem überstandenen Anfalle sind viele Hunde vollkommen munter, springen auf und schütteln sich, andere benehmen sich auf­geregt und zeigen ein mürrisches Wesen. Besonders nach schweren Paroxysmen verfallen die Patienten in einen tiefen mehrstündigen Schlaf mit lautem Schnarchen. Derartigen Anfällen sind die an Epilepsie leidenden Hunde wiederholt ausgesetzt; die zwischen den einzelnen Paroxysmen liegenden Pausen varieren sehr in Bezug auf ihre Dauer. Häufig liegen nur wenige Tage und in anderen Fällen mehrere Monate zwischen zwei Krankheitsausbi'iicheii, und bei der durch Trauma be-
J
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dingten Epilepsie wiederholen sich die Anfülle sogar mehrmals an einem Tage. In der /wisclienzeit erscheinen die epileptischen Hunde meist vollkommen gesund, manche Patienten hekunden aber eine aus­gesprochene Abnahme ihrer Intelligenz, so dass sie.z. B. auf der Jagd in der Dressur versagen und überhaupt in ihren Verstandesfunktionen beschränkt erscheinen. Der Verlauf der Epilepsie ist ein ausgesprochen chronischer, so dass die krankhafte Erregbarkeit der Grosshirnrinde Jahre hindurch und selbst das ganze Leben lang fortbesteht. Der Ausgang des Leidens in Heilung ist ein äusserst seltener und man muss sich hüten, bei längerem Ausbleiben der Krampfanfälle der Hoffnung auf dieselbe allzugrossen Kaum zu gewähren. Am günstigsten ist ein solcher Krankheitsverlauf zu beurtheilen, bei dem die Anfälle nicht nur seltener, sondern auch nut verminderter Heftigkeit auftreten
Diagnose. Zu verwechseln ist die Epilepsie mit epileptiformen Krämpfen, wie sie bei der Staupe und verschiedenen akuten Gehindlt;rankheiten beobachtet werden, und die genau dasselbe Krankheitsbild erzeugen. Der Unterschied besteht hierbei nur in dem akuten Verlaufe des Leidens, so dass häufig die Feststellung nur unter Zuhilfenahme des anamnestischen Befundes ermöglicht wird. Leichter zu unterscheiden sind epileptische Anfälle vom Schwindel der Hunde, denn es fehlen hier nicht nur die tonisch-klonischen Krämpfe der Körpermuskulatur, sondern auch die vollkommene Bewusstlosigkeit der Patienten.
Therapie.
In prophylaktischer Beziehung müssen Hunde, welche mit Epilepsie behaftet sind, von der Zucht ausgeschlossen werden, weil das Leiden offenkundig vererbbar ist. Man verordene eine leicht verdauliche kräftige Kost und trage dafür Sorge, dass durch wiederholte Fütterung am Tage jeder Magenüberladung vorgebeugt werde. Die Grund­ursachen für die Epilepsie zu beseitigen, ist meist schon deshalb un­möglich, weil diese nur in Ausnahmefällen mit Sicherheit festziistellen sind (traumatische Epilepsie), und man darf ein glückliches Resultat bei diesem Kurverfahren wohl nur bei ganz frischen Fällen erwarten.
So erübrigt es nur die krankhafte Erregbarkeit der Centren der Grosshirnrinde durch geeignete Mittel herabzusetzen. Die Zahl der gegen Epilepsie angewendeten Medikamente ist eine sehr grosse und viele sind als speeifisch wirkende empfohlen worden, ohne es in der That zu sein. Am vorteilhaftesten von allen wirken die Brompräparate,
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die man entweder jedes für sich oder in Verbindung mit einander verordnen kann. Ob die Bromsalze dauernde Heilung von der Epilepsie herbeiführen können, ist schwer zu entscheiden, weil auch wirkliche Naturheiluiigen vorkommen. Sicher bewirken sie aber in vielen Fällen, dass die epileptischen Anfälle sowohl an Zahl als auch an Dauer und Heftigkeit ihres Auftretens abnehmen. Häufig genug aber ist ihre Wirkung auch nur auf die Zeit der Medikation beschränkt. Ks ist daher ratsam, die Bromsalze längere Zeit hintereinander geben zu lassen (ca. 14 Tage hindurch), und dann warte man ruhig ab, oh sich noch einmal Anfälle einstellen, um dann die Kur sofort wieder aufzunehmen. Von anderen gegen dieses Leiden empfohlenen Medika­menten seien hier angeführt: Argent, nitric, Zinc, oxydat., Atropin. sulfuric. Es fehlen aber der Hegel nach alle Anhaltspunkte für die Beurteilung, wann das eine und wann das andere Mittel angewendet werden muss; ratsam ist es aber, nicht gar zu bald von dem einen Mittel zu dem anderen üherzugehen; erst wenn es den Anschein hat, als ob eine Gewöhnung des Körpers an das Medikament eingetreten sei, sollte man es mit einem anderen versuchen. Man verordene etwa: Rp, Kai. hromat.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rp. Kai. bromat.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kp. Natr. hromat. 10,0.
Natr. bromat. aa lüfi.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Nalr.bromat.aalgt;,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aq. liest. 150,0.
Aq. dest. 300,0. M. f. sol.
D. S.: Innerlich 3 mal täglich einen (Theo-) Ess­löffel voll. Rp. Argent, nitric. 0,35. Anjillae 5,0. Aq. dest. q. s. f. pü.
No. XX. Zgt;. Ä.-Innerlich 2—;$-mal täglich eine Pille.
Amman, bromat. ;J/gt;. M. f. sol.
I). 8.: Innerlich 3mal täglich einen (Thee-) Ess-löflel voll. Rp. %i)ici oxydati. 0,5. Gummi arabici. Sacchari albi aa 2,5. Aq. dest. q. s. f. pü. D. S. i Innerlich Sinai täglich eine Pille.
M. f. sol.
D. S.: Innerlieh
täglich einen (Thee-) Ess­löffel voll.
Rp. Atropin. sulfuric. 0,1 Pull), Jiad.Liquirü.el Succ. Liquirit. q. s.f
pil. No. XV. J). S.: Innerlich 2raal täglich eine Pille.
Eklampsie.
Definition und Aetiologie. Bei der Eklampsie treten, wie bei der Epilepsie plötzlich tonisch-klonische Krämpfe mit mehr oder weniger vollständiger Aufhebung des Bewusstseins auf. Diese Anfälle wiederholen sich aber nicht nach kürzeren oder längeren Pausen, sondern sind nur auf die Dauer der akuten Krankheit beschränkt, die entweder zum Tode führt oder mit
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Genesung endet. Dieses Leiden resultiert ebenso wie die unter dem Begriffe der epileptiformen Krämpfe zusammengefassten krankhaften Zustände aus einer gesteigerten Erregbarkeit der Centren der Gross-liirnrinde, unterscheidet sich aber von jenen dadurch, dass es als* selbständige Erkrankung auftritt, also nicht von bestimmten Organ­krankheiten abhängig ist. Die Eklampsie habe ich bisher nur bei säugenden bezw. hochträchtigen Hündinnen gesehen. Die Konvulsionen jugendlicher Hunde, die man häufiger zu beobachten Gelegenheit hat und die aueb mit „Eklampsiequot; analog der Eklampsia infantum (Fraisen oder Gichter der Kinder) bezeichnet werden, sind wohl den epilepti-'formen Krämpfen hinzuzuzählen. Denn die erhöhte Reflexerregbarkeit jugendlicher Tiere findet meist in einer vorübergehenden nervösen Disposition, wie sie durch den Zahnwechsel, durch Darmkatarrhe oder durch Anämie gezeitigt wird, ihre Erklärung, was bei dem hier in Rede stehenden Leiden nicht der Fall ist.
Die Aetiologie der Eklampsie ist vollkommen dunkel; es scheint jedoch, als ob die Ursachen für dieselbe in irgend einem Zusammen­hange mit den Genitalorganen stehen, weil das Leiden ja nur bei hochträebtigen oder säugenden Tieren vorkommt. Man hat sieb dabei vielleicht einen von den Nerven des trächtigen Uterus oder den durch das Säugegeschäft erregten Nerven der Milchdrüsen ausgehenden Reiz als Veranlassung des Leidens zu denken. Auch Erkältungen und Gemütsaffektc sollen im stände sein, Eklampsie hervorzurufen.
Symptome. Werden säugende Hündinnen von der Eklampsie befallen, so erkranken sie entweder 1—2 Tage oder 3—4 Wochen nach dem Werfen; trächtige Tiere sind etwa 14 Tage vor dem Werfen dem Leiden am bäufigsten ausgesetzt; im Allgemeinen erkranken sie jedoch seltener als säugende Hündinnen. Die Krankheit setzt meist ohne jede Vorboten ganz plötzlich ein, manche Patienten legen jedoch kurz vor dem Anfalle eine grosse Unruhe und Aengstlichkeit an den Tag; der Puls und die Atmung sind beschleunigt und die sichtbaren Scbleim-häute des Kopfes sehr gerötet. Das Gesäuge fühlt sich oft prall gefüllt an. Der eigentliche eklamptische Anfall beginnt nun momentan mit vorwiegend tonischen Krämpfen. Die Patienten fallen zu Boden, der Kopf und der Körper ist rückwärts gebogen, die Extremitäten sind gestreckt, der Blick ist ein glotzender und die Atmung sistiert. Bald stellen sich nun auch klonische Krämpfe ein, welche am Kopfe anfangend, schnell die Muskeln des Bumpfes und der Gliedmassen
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befallen. Die Atmung geht jetzt in äusserst raschen Intervallen vor sich und erfolgt schliesslich mit geöffnetem Maule, so dass der nicht ahgeschluckte Speichel herausfliesst; die Zunge ist weit vorgestreckt oder zurückgebogen und es werden Schlingbewegungen ausgeführt. Der Herzschlag ist pochend und sehr frequent. Das Bewusstsein ist meist ungestört und die Sensibilität vollkommen normal. Die Futter-und Getränkaufnahme liegt gänzlich danieder. Der Verlauf der Krankheit ist ein akuter und führt in seltenen Fällen meist schon nach wenigen Stunden durch Gehirnlähmung oder Asphyxie zum Tode, welcher Ausgang auch fast regelmässig spätestens am dritten Tage erfolgt, wenn keine zweckentsprechende Behandlung eingeleitet wird. Spontane Genesung scheint selten zu sein. Während der Dauer des Leidens lassen die Krampfanfälle des Oefteren nach, die Patienten versuchen dann wohl auch sich zu erheben, vermögen sich aber meist nicht auf der Nachhand stehend zu erhalten. Vor dem letalen Ende verfallen die Patienten in einen comatösen Zustand, und dann kommt meist jede Hülfe zu spät, während eine rechtzeitig eingeleitete Be­handlung immer von Erfolg gekrönt ist und die Patienten oft schon nach einer Stunde genesen lässt.
Therapie. Zu der Behandlung der Eklampsie, die wie oben erwähnt, der Regel nach ein günstiges Resultat liefert, eignen sich die narkotischen Mittel. Ihre Wirkung ist hierbei meist eine so exakte, dass ihre Appli­kation nur in Ausnahmefällen wiederholt werden muss. Am bequemsten von ihnen ist das Morphium zu handhaben, das man als subkutane Injektion centigrammweise anwendet. Ist durch äussere Umstände diese Medikation nicht zu ermöglichen, so ist ein vorsichtiges Chloro­formieren des Patienten sehr zu empfehlen. Gute Erfolge liefern auch das Hypnon (0,2—1,5) und Chloral, hydrat.
Rp. (Moral, hydrat 1,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hp. Chloral hydrat 2,0.
Gummi arahici 2,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; J)ect. Sem. Lini 5,0:100,0.
Aq. dest 20,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 1). 8.1 Klysticr für einen
M. f. Sol.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hund.
I). S.: Innerlich. Auf einmal einzugeben.
#9632;
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Krankheiten der Bewegungsorgane.
Miiskelrheuiiiatisinus. IMioiiuiidisnuis imiscularis.
Definition und Aetiologie.
Alle schmerzhafton Affektionen der Muskeln, sowie der dazu gehörigen Sehnen und Fascieu, deren Entstehung man auf eine Er­kältung bezw. auf unbekannte Ursachen, welche man in die Atmosphäre verlegt, zurückführt, werden unter dem Namen „Muskelrheumatismusquot; zusammengefasst. Man glaubt, dass es sich um Cirkulationsstörungeii (Hyperämie, Exsudation) in den betroffenen Muskelgruppen oder um Reizzustände der intramuskulären Nervenendigungen handelt.
In Betreft' der Aetiologie des Muskelrheumatismus lassen sich nur wenige bestimmte Angaben machen. Am häufigsten sieht man das Leiden dann auftreten, wenn durch irgend welche Zufälle eine Refrigeration der Körperoberfläche herbeigeführt wird. Garnicht selten z. B. gelingt es festzustellen, dass die Krankheit nach dem Baden, nach Regenwetter, nach dem Aufentbalte im Freien während kalter Nächte, nach der Benutzung nicht geschützter Lagerstätten (Stein­pflaster) oder dergl. m. auftritt. Prädisponiert sind fette, verzärtelte, und alte Tiere; die schwersten Fälle von Muskelrheumatismus sah ich bisher bei Möpsen, Teckeln und Leonbergern. Man beobachtet natur-gemäss den Muskelrheumatismus im Winter, bei der unbeständigen Witterung häufiger als im Sommer.
Symptome. Das wichtigste und meist auch einzige Symptom des Muskel­rheumatismus ist der Muskelschmerz. Bei leichten Graden des Leidens tritt derselbe mir dann zu Tage, wenn die betroffenen Muskelgruppen kontrahiert bezw. passiv stark ausgedehnt werden. Bei schweren Affektionen wird der Schmerz auch im Ruhezustande der Muskulatur empfunden und kann leicht durch Palpation hervorgerufen werden.
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Meist werden nur ganz bestimmte Muskelgnippen von dem rheu­matischen Prozesse befallen; so lokalisiert sich derselbe mit Vorliebe in den Muskeln des Rückens, des Halses und in der Lendenmuskulatur; nur selten sind die Kaumuskeln oder die Muskeln der Extremitäten erkrankt. Je nach dem Grade des Leidens und der Loka­lisation des Rheumatismus modifiziert sich das Krankheitsbild. Die Patienten haben einen gespannten Gang, schreien, wenn sie die Treppe hinaufgehen oder auf einen Stuhl springen sollen; sie schreien bei dem Aufheben vom Roden oder schon aus Furcht vor der Berührung. Sonst ganz gutartige Hunde sind oft mürrisch und bissig, so dass ihnen nur schwer beizukommen ist. Fast regelmässig leiden die Patienten an Verstopfung, weil ihnen das Anstellen zum Kotabsatz Schmerzen verursacht, und sie deshalb den Kot zurückhalten. Die Futteraufnahme ist oft unterdrückt, auch ohne dass gerade die Kau­muskeln krankhaft aftiziert sind, weil die Patienten ängstlich jede Bewegung vermeiden (Halsmuskulatur).
Der Verlauf des Leidens ist ein akuter oder chronischer, und zwar ist der letzte Ausgang der häufigere. Die akute Erkrankung dauert oft nur kurze Zeit und verschwindet eben so unerwartet wie sie einsetzte, während der chronische Verlauf monatelang andauern kann. Meist bleibt eine deutlich ausgesprochene Neigung zu Rezidiven zurück.
Therapie.
Bei der Behandlung des Muskelrheumatismus muss man vor allen Dingen anstreben, die Patienten vor ferneren Erkältungseinflüssen zu bewahren. Eine gleichmässig andauernde Wärme ist das wichtigste Heilagens für den Rheumatismus. Durch eine zweckentsprechende Heizung des jeweiligen Aufenthaltortes der erkrankten Tiere kann man diese Bedingung am sichersten herbeiführen; die Patienten in Decken einzuhüllen ist nicht empfehlenswert, denn die Hunde werfen diese, sofern sie nicht daran gewöhnt sind, in unbewachten Augenblicken ab und ziehen sich dann leicht wiederum eine Erkältung zu.
Die medikamentöse Bekämpfung des Leidens kann entweder mit lokal oder mit allgemein wirkenden Mitteln angestrebt werden; für leichtere Fälle genügt die eine der beiden Methoden, während heftige Erkrankungen beide Arten der Behandlung gleichzeitig anzuwenden gebieten.
Die Lokalmittel kommou am besten dann zur Anwendung, wenn der Muskclschmerz auf bestimmte Muskelgruppen beschränkt ist. Man
Arnnus, Kninkhoiton des Hundes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 11
I
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frottiert die erkrankten Stellen mehrere Mal täglich, nachdem sie zuvor mit Spirituosen Reizmitteln besprengt wurden.
Rp. 01. Terebinth. (01. Rosmarin) 10,0 oder Rp, 01. Sinapis 3,0. Spirit, camphorat. 150,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Spirit. 100,0.
M. f. Solnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M. f. Sol.
D. S.: Äusserlich. Nach Bericht.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;D. S. Äusserlich etc.
Die Zahl der hier gebräuchlichen Mittel ist eine sehr grosse und ihre Wirkung eine annähernd gleiche bei allen. Es sei noch besonders darauf aufmerksam gemacht, dass diese Art der Behandlung leicht nachteilig wirken kann, wenn das Frottieren nicht lange genug aus­geführt wird, d. h. so lange bis die mit dem Mittel besprengten Stellen wieder vollkommen trocken sind, weil sonst durch die Verdunstung der Flüssigkeit leicht eine starke Abkühlung der betreffenden Partien herbeigeführt werden kann,
Bei allgemeinem Muskelrheumatismus oder zur Unterstützung des oben geschilderten Kurverfahrens ist die innerliche Anwendung der Antirheumatica geboten. Von diesen sind besonders zu empfehlen Salol, Natr. salicyl., Antipyrin. u. Tc. Colchici, welche man alle in kleineren aber öfteren Dosen anwendet.
Rp. Salol. 0,35 (0,5).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rp. Nair. salicylic. 10,0.
Dent. tal. Dos. No. X.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Aq. dest. 150,0.
Z). S.: Innerlich. 3 mal täglichnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M. f. Sol.
ein Pulver.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Z). S.: Innerlich. 4mal täglich
einen Thee(E8s)löffel voll. Rp. AntipyriH 3,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kp. Tc. Colchici 20,0.
Aq. dest. qu. s. ad ccm. VI.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; V. 8.1 Innerlich. 3—4 mal täglich
7gt;. gt;S.; Innerlich. Täglich 2 malnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10—20 Tropfen mit einem
eine Grammspritze zurnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Esslöffel voll Wasser,
subknt. Injektion. Die letztgenannte Arzneivorschrift ist besonders für solche Fälle geeignet, in denen die Patienten mit Verstopfung behaftet sind; es sei nicht unerwähnt, dass die gewünschte Wirkung dieses Medikamentes oft erst nach 24 Stunden eintritt.
Englische Krankheit. Rachitis.
Definition und Aetiologie. Die Rachitis ist eine Knochenentwickelungskrankheit, welche im Wesentlichen darin besteht, dass die Wucherung der Epiphysenknorpel und des Periosts, durch welche das normale Wachsen eines Knochens in die Länge und in die Dicke zu stände kommt, krankhaft gesteigert ist, und dass die so entstandenen fibrösen oder knorpeligen Gebilde
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(Übergangssubstanz) während fler Dauer des Leidens unvollständig verknöchern. Zahlreiche Versuche und klinische Erfahrungen haben ergeben, dass ein solches Weichbleiben der Knochen bei mangelhafter Kalkzufuhr zn denselben eintritt, aber es ist noch nicht gelungen, eine feststellende Theorie für die abnormen Wucherungen der knochenbil­denden Gewebe zu geben.
Manche Autoren sind der Ansicht, dass eine besondere Entmischung des Blutes hierbei mitwirken soll; nach Virchow verdicken sich die Epiphysen der Röhrenknochen infolge der Kompression, welche die anhaltende Körperbelastung mit sich bringt.
Die Rachitis kommt nur im jugendlichen Alter vor, ja sie kann sich schon zur Zeit des Uterinlebens entwickeln. Am häufigsten ent­stellt sie in den ersten Lebensmonaten und wird in den meisten Fällen durch eine irrationelle Fütterung hervorgerufen. So kann z. B. eine ausschliesaliche Fleischfütterung, wenn fälschlich keine Knochen damit vorabreicht werden, oder die Ernährung mit kalkarmer Milch (bei zu vielen Jungen während des Säugens) Rachitis erzeugen. Auch schwer verdauliche Nahrung kann das Leiden im Gefolge haben, besonders wenn sie Darmkatarrhe erzeugt, welche zu abnormer Säurebildung im Körper führen, die ihrerseits wieder eine Auflösung der abgelagerten Knochensalze bedingt oder, wenn infolge des Darmleidens die Resorp­tion der Nährstoffe eine mangelhafte wird.
Symptome. Der erste Anfang der Rachitis lässt sich schwer bestimmen, weil gewöhnlich Erkrankungen der Eingeweide mit denen der Knochen zugleich auftreten, deren Symptome neben den letzteren zur Geltung kommen. Die Patienten sind traurig und matt, sie haben häufig eine Abneigung gegen alle Bewegungen, da ihnen dieselben Schmerzen ver­ursachen. Der Appetit ist meist gut, die Wasseraufnahme gesteigert. In dieser Weise kann sich das Leiden allmählig ausbilden, und man erkennt die Krankheit oft erst dann als Rachitis, wenn sich Anschwellungen an den Gelenken oder Verbiegungeu der Röhrenknochen einstellen. Die Rippenknorpel sind an den Verbindungsstellen mit den Rippen knotig aufgetrieben (rachitischer Rosenkranz), die Gelenke der Glied­massen verdicken sich, so dass die Gelenkenden der einzelnen Knochen zunächst wie eingeschnürt erscheinen. Bei höheren Graden der Krank­heit verkrümmen sich die Röhrenknochen der Extremitäten, und es bilden sich fehlerhafte Stellungen aus (Dachsbeine, Säbelbeine). Der Gang der Tiere ist ein gespannter und unbeholfener. Die Form des
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Brustkorbes verändert sich auffallend, so dass man eine Abnahme seines Queidurcbmessers und eine Zunahme seiner Tiefe nachweisen kann (Hühnerbrust). Ähnliche Veränderungen zeigen die Schädelknochen.
Auch die Zahnbildung ist meist regelwidrig. Die Zähne sind klein, zeigen Schmelzdefekte, und ihr Wechsel geht unregelmässig und später als bei gesunden Tieren vor sich.
Nebenbei sind die Patienten meist hochgradig abgemagert und erkranken nicht selten an chronischen Bronchialkatarrhen oder werden von Hautausschlägen befallen.
Die Krankheit hat einen schleichenden Verlauf und endet ge­wöhnlich erst nach 3 — 4 Monaten. Die Heilung kommt durch Ver­knöcherung in den gewucherten Epiphysen zu stände; starke Ver­krümmungen, Difformitilten der Knochen oder fehlerhafte Stellungen der Gliedmassen bleiben aber meist zurück, so dass die Vorhersage nur bedingungsweise günstig zu stellen ist.
Terapie. Das Fehlen des Kalkes in dem neugebildeten Knochen der an Rachitis leidenden Patienten hat den Gedanken nahe gelegt, durch vermehrte Einfuhr von Kalk den Verknöcherungsvorgang zu begünstigen. Und in der That kann man durch Kalkpräparate (Calcium phospho-ricum) diesen Vorgang recht vorteilhaft beeinflussen. Man wird durch dieses und ähnliche Mittel allein aber niemals etwas ausrichten, wenn die Diät des Patienten nicht gleichzeitig gehörig geregelt werden kann. Leicht verdauliche, nahrhafte Kost, gute Milch, Fleischbrühe und Fleisch mit Knochenzusatz sind von eben so grossem Nutzen als die oben erwähnten Präparate. Den phosphorsauren Kalk giebt man am besten messorspitzen- bis theelöfi'elweise zwischen das Futter.
Von Medikamenten, welche sonst noch gegen dieses Leiden als wirksam empfohlen werden, ist vor allen Dingen der Phosphor zu nennen.
Rp. Phosphori 0,035.
01. Jecor. Aselli 160,0. M. f. Sol.
I). S.: Innerlich. Täglich einen Tliee(Ess)löffel voll. Man kann das Mittel längere Zeit hindurch anwenden, muss es jedoch, sobald Durchfälle auftreten, einige Tage lang aussetzen.
Höchst wichtig bei der Behandlung der Rachitis ist ferner die Bekämpfung jener Magen- und Darmstörungen, welche ja, wie oben erläutert, die Krankheit oft einleiten, bezüglich, nach der Ansicht
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vieler, selbst zu der Grundursache des Leidens in naher Beziehung stehen. Über die Therapie der Mageudarmkatarrhe cf. die bei jenem Kapitel gegebenen Erläuterungen. Endlich ist es noch Aufgabe der Behandlung rachitischer Hunde, diese vor Verkrümmungen ihrer Knochen zu bewahren und die entstandenen Formveränderungen zu redressieren. Diese erste Indikation kann man leicht dadurch erfüllen, dass man die erkrankten Tiere möglichst wenig gehen lässt, um so die weichen und widerstandslosen Knochen vor dem Druck des auf ihnen lastenden Körpers sorgfältig zu bewahren. Bilden sich dennoch Verkrümmungen aus, so kann man versuchen, diese durch das An­legen zweckentsprechender fester Verbände wieder auszugleichen.
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Krankheiten der Haut.
I. Nichtparasitäre Hautkrankheiten. Hautröte. Dermatitis erythematosa.
Aetiologie und Vorkommen. Symptome.
Alle auf Hyperämie beruhenden Hautrötungen werden als Haut-erythem bezeichnet. Das Erythem tritt entweder als selbständige Hautkrankheit auf oder bildet nur den Vorläufer anderer Haut­entzündungen. Die Hyperämie in der Haut befällt vorwiegend un-pigmentierte Körperstellen, kann sich aber auch über die ganze Körperoberfläche ausbreiten. Die nächste Veranlassung zu dieser verhältnismässig leichten Aifektion liegt in der Einwirkung äusserer Schädlichkeiten, die entweder eine mechanische oder chemische oder auch thermische Wirkung entfaltet. So entsteht das Erythema traumaticum gelegentlich des Scheerens der Hunde oder wenn diese sich aus irgend welchen Gründen die Haut stark scheuern. Chemische Reize wirken auf die Haut ein, wenn scharfe oder spirituöse Ein­reibungen angewendet werden, wenn bei paretischen Zuständen der Nachhand nicht für gründliche Reinigung der durch Kot oder Harn verunreinigten Hautstellen gesorgt wird. Das Erythema caloricum wird durch Einwirkung zu intensiv wirkender Hitze oder Kälte hervor­gerufen, es bildet somit das erste Stadium einer leichteren Ver­brennung oder Erfrierung.
Das Erythem bedingt nur ein rotes Aussehen der Haut an den erkrankten Stellen, welche sich bei hoftigeren Graden auch wohl ver­mehrt, warm anfühlen. In manchen Fällen besteht geringgradiger Juckreiz. Das Erythem verschwindet nach Beiseitigung der schäd­lichen Einflüsse, die es hervorgerufen haben, meist in kurzer Zeit ohne weitere Veränderung auf der Haut zurückzulassen. Hat der
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krankhafte Zustand ZU limgo angedauert, so wt'olgt unter der ein­geleiteten Behandlung eine mehr oder weniger reiehlicho Ahseluippung der Oberhaut.
Therapie. Für die Behandlung der Hauterythemes ist es häutig nur nötig, die krankmachenden Ursachen zu beseitigen und neue Schädlichkeiten fern zu halten. Ist der Juckreiz ein zu starker, so lässt man Um­schläge mit kaltem Wasser oder auch mit Bleiwasser machen. Einen gleichen Erfolg hat man durch die Anwendung von Streupulvern (Kartoffel- oder Bohnenmehl; Lykopodium etc.). Die durch Zersetzung des Kotes oder Harnes bedingte Entzündung schwindet schneller bei der Anwendung von deckenden Salben, selbstverständlich muss der Applikation derselben eine gründliche Reinigung der Haut vorangehen. (Ung. Zinci., Ung. cerei.)
Eküom. Fotiräudc. Flechte. Kiickenflechte. Ekzeina.
Definition. Aetiologie.
Das Ekzem stellt eine Hautentzündung dar, welche multipel auftritt und in ihrem Verlaufe Rötung der Haut, Bildung von haufen­weise stehenden Knötchen oder Bläschen, Schuppenbildung, nässende oder mit Krusten bedeckte Stellen hervorruft; es handelt-sich also um eine Entzündung exsudativen Charakters.
Das Ekzem entsteht infolge der Einwirkung direkter Reize auf die Haut, die mechanischer, chemischer oder thermischer Natur sein können. Anhaltendes Scheuern der Haut, welches durch Juckgefühl eines Hauterythems, die Anwesenheit von Parasiten oder sonstige Ver­unreinigungen der Körperoberfläche bedingt ist, gieht am häufigsten die Veranlassung zu dem Leiden. Die chemischen Schädlichkeiten bestehen in allen Substanzen, die eine Hauthyperämie bezw. ober­flächliche Anätzung der Haut herbeizuführen im stände sind; eine grosse Rolle spielt hierbei die individuelle Empfindlichkeit der einzelnen Hunde, denn leicht reizende Stoffe, welche das eine Tier ohne Schaden zu nehmen verträgt, rufen bei einem anderen schwere Entzündungen hervor, zu nennen wären hier etwa, die ätherischen Öle, Chloroform, Säuren, Alkalien (Schmierseife) etc. Ebenso wie abnorm hohe oder abnorm niedrige Temperaturen, wenn sie auf die Haut einwirken, zu Erythem führen können, sind sie häutig auch die Veranlassung zu
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Ekzemen. In vielen Fällen sind die ursächlichen Momente eines Ekzems überhaupt nicht festzustellen, so dass man gezwungen ist, in dem Körper der Patienten selbst entstehende Schädlichkeiten als solche anzunehmen. Es scheint bei manchen Hunden zu Zeiten eine gewisse Geneigtheit zu Ekzembildung zu bestehen, für die vielleicht eine vorübergehende fehlerhafte Innervation der Haut, das prädis­ponierende Moment schafft, so dass schon geringfügige äussere Reize, welche sich der Beobachtung entziehen, für das Zustandekommen der­selben genügen.
Symptome und Verlauf.
Das Ekzem bildet die häufigste Hauterkrankung bei Hunden und sein Krankheitsbild ist ein äusserst variabeles, so dass es nicht möglich ist, eine für alle Fälle passende Beschreibung zu liefern. Alle Hunde­rassen und Hunde jeden Alters können an dieser Hautentzündung er­kranken, am häufigsten jedoch befiillt das Ekzem sehr junge und ältere Hunde, sowie verweichlichte, feinhäutige und fette Tiere. Bei Leonbergern, Möpsen und Doggen beobachtet man Ekzeme etwa doppelt so oft wie bei den anderen hassen. Ausnahmsweise erkrankt die ganze Körperoberfläche, vielmehr sind die entzündlichen Vorgänge an umschriebene Stellen der Haut gebunden, wobei der Rücken und die Aussenfläche der Extremitäten bevorzugt werden.
Das Allgemeinbefinden der erkrankten Tiere ist der Regel nach nicht gestört, manche Patienten zeigen aber durch das anhaltende Juckgefühl belästigt ein aufgeregtes, unruhiges Verhalten. Sehr hart­näckige, oder stark verbreitete Ekzeme können bei schwächlichen und sehr jungen Tieren unter zunehmender Abmagerung den Tod der Patienten herbeiführen.
Der Verlauf des Ekzems ist ein akuter oder ein chronischer und kann sich je nach dem Grade oder den besonderen Eigentümlichkeiten des Einzelfalles auf wenige Tage oder viele Monate erstrecken; das chronische Ekzem ist nicht selten unheilbar.
Die ersten Äusserungen des Ekzemcs bestehen in dem Auftreten kleiner hellroter Flecken, die bald eine dunklere Färbung annehmen, Vorgänge, die man aber nur auf unpigmentierten Hautstellen wahr­nehmen kann. Diese Flecke wandeln sich durch Schwellung in kleine Knötchen um. Die Haut ist höher temperiert und leicht verdickt; es besteht ein mehr oder minder stark ausgeprägter Juckreiz; das Deck­haar ist an den erkrankten Stellen aufgebürstet oder steht in Büscheln.
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In diesem Stadium heilt das Ekzem oft ohne weitere Behandlung ah und unterscheidet sich kaum vom llauterythem. Häufiger jedoch schreiten die entzündlichen Vorgänge, durch das Scheuern und Nagen der Patienten fortdauernd gereizt weiter, und die Knötchen wandeln sich in kleine Bläschen um (Ekzema papulosum). Diese Bläschen stehen meist gruppenweise bei einander, und zeichnen sich durch ihre geringe Grosse aus. Frisch entstanden sind sie mit klarer Flüssigkeit gefüllt (Serum). Bald jedoch zerplatzen sie oder werden durch das Kratzen und Jucken zerrissen, so dass ihr Inhalt, weil nur gering, verdunstet. Die Bläschen troknen ah und sind mit leichten Schorfen oder Schüppehen bedeckt, unter deren schützender Decke die erkrankte Oberhaut abheilen kann. Das Haar füllt an diesen Stellen mehr oder weniger aus. War die Reizung der Haut eine intensivere, so konfluieren diese kleinsten Bläschen oft, so dass sich grössere Stellen bilden, an denen die Epidermis fehlt, und man nun stark nässende höher gerötete, fast haarlose, und bei der Berührung sehr schmerzhafte Partieen sieht. (Ekzema rubrum, E. madidans). Es besteht jetzt eine Neigung zur Elächenaushreitung, so dass Hand­teller grosse Stellen erkranken. Die Patienten belecken oder benagen sich fortwährend, die Entzündung nimmt hierdurch an Heftigkeit zu, so dass ihr Charakter ein ausgesprochen eiteriger wird. Der abge­sonderte Eiter trocknet nun häufig zu teils gelben, gummiartigen, teils grünen oder braunen Borken ein. (Ekzema crustosum). Der Heilungs-prozess kommt schliesslich durch Neubildung der Epidermis zustande, welche von der gesnnden Nachbarschaft aus ihren Anfang nimmt. In dfesem Stadium des Ekzemes bilden sich häufig an Stelle der Bläschen Pusteln, welche einen klebrigen, rahmartigen Eiter enthalten. Ist das Deckhaar auf den erkrankten Stellen nicht vollkommen ausgefallen, so sieht man es zu dichten Büscheln verklebt zusammen stehen, die sehr leicht ausziehbar sind und oft nur noch durch die eiterigen Massen festgeklebt erscheinen.
Auch diese Pusteln konfluieren gern und bilden dann starke ver­dickte, leicht blutende, eiterige Herde, welche ausgeprägt schmerzhaft sind. (Ekzema impetiginosum). In seltenen Fällen beteiligt sich an diesen Vorgängen auch das Unterhautgewebe, so dass umfangreiche phlegmonöse Entzündungen entstehen, und die ganze Partie, nach brandiger Zerstörung der Cutis, in eine Geschwürslläche verwandelt wird. Die Heilung macht dann oft grosse Schwierigkeiten und er­folgt unter Zurücklassung entstellender, haarloser Narben.
Sehr häufig nimmt das Ekzem ein chronischen Verlauf; eine
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Tendenz der Krankheit, die sich nicht gar so selten, von vornherein ZU erkennen gieht, aber eben so gut auch erst im späteren Verlaufe der Krankheit, und zwar in jedem Stadium derselben, zu Tage treten kann. Am häufigsten wird das Ekzeraa pustulosum chronisch, und auch das Ekzema papulosum zieht sich häufig recht lange hin. Es scheint die Haut noch lange Zeit nach der Erkrankung zu Reci-diven zu neigen, so dass diese häufig eintreten, was besonders dann der Fall ist, wenn es nicht gelingt, das anhaltende Jucken und Scheuern, wodurch sich die Patienten eine Erleichterung zu verschaffen suchen, abzustellen. Die Haut ist bei dem chronischen Ekzem er­heblich verdickt, so class sie wohl 3—4 mal so stark ist, als an ge­sunden Stellen. Auf der Oberfläche lagern dichte Anhäufungen von blangrauen Epidermisschuppen, nach deren Entfernung die Haut ein glänzendes, schimmerndes Aussehen zeigt. (Ekzema squamosum). Oft liegt die Haut in dicken Falten, deren Kämme rissig sind, und zwischen denen eine bleigraue, schmierige Masse lagert. Die Behaarung ist eine äusserst dünne, und die einzelnen Haare selbst sind oft leicht gekräuselt. In anderen Fällen ist die ganze Oberiiäche rauh und höckerig, wie mit feinsten Knötchen besät.
Therapie.
Das Haupterfordernis einer erfolgreichen Behandlung des Ekzomes, besteht in der Abstellung der das Leiden bedingenden Ursachen. Gleichzeitig muss man bestrebt sein, das Scheuern und Benagen der erkrankten Hautstellen seitens der Patienten zu verhindern. Oft genug scheitern aber gerade an der Unmöglichkeit, diese Hauptbedingungen zu erfüllen, alle Heilversuche; weil auf der einen Seite die aetiolo-gischen Momente nicht erkennbar sind und es andererseits nicht möglich ist, trotz der Anwendung von Maulkörben, Stiefeln, Verbänden etc., das Scheuern und Reiben der Patienten zu verhindern.
Die leichtesten Fälle des Ekzemes heilen bei Berücksichtigung der soeben erörterten Cardinalpimkte ohne weitere Behandlung oft von selbst, so dass man z. B. nur nötig hat die vorhandenen Flöhe durch Insektenpulver zu vertreiben oder die fernere Verwendung der zu harten Bürste bezw. der zu scharfen Seife bei dem Baden der Hunde zu verbieten. Unterstützt wird dieses Kurverfahren durch das Auftragen deckender Mittel auf die erkrankten Stellen, wozu sich die Zinksalbe und die Bleisalhe in gleicher Weise eignen. Bei lang­haarigen Tieren finden besser Streupulver Verwendung (Kartofl'el-ßohnenmehl. Zinc, oxydat. gemischt mit Stärke oder Lykopodium).
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Das Ekzema madidans schwindet am schnellsten nach der An­wendung des Höllensteines, der am energisclisteh in Spirituosen Lösung, und schwächer in Salbenform wirkt. Es sei aber erwähnt, dass dieses Medikament bei weissen oder hellfarbigen Hunden für den Besitzer oft recht störende Flecke in dem Fell erzeugt, die etwa ein viertel Jahr lang bestehen. Ein gut austrocknendes Streupulver ist die ge­pulverte Eichenrinde und noch intensiver wirkt Acid, tannic. Von Salben sind die Creohn-Zinksalbe und das Unguent. Plumbi tannici sehr zu empfehlen.
Für chronische Ekzeme erweisen sich die Thcerpräparate als gut wirksam, die man in Form von Seifenlinimenten verschreibt; noch besser, aber auch ungleich kostspieliger ist das Ichthyol. Vorhandene Pusteln sind vor dem Einreiben auszudrücken, sowie überhaupt bei allen Formen des Ekzem vor Anwendung der betreffenden Medika­mente die Haut einer gründlichen lleinigung zu unterziehen ist.
Bei schweren Erkrankungen sollte das Abscheeren des Deckhaares niemals unterbleiben. Besondere Sorgfalt muss man auch darauf ver­wenden, das Vorkehrungen getroffen werden, die es den Patienten unmöglich machen, die aufgetragenen, zum Teil giftigen Medikamente abzulecken. Man kann dies am besten durch das Anlegen von Ver­bänden, oder das Aufschnallen von Decken bewirken; das Anlegen eines (auch abgefütterten) Maulkorbes genügt der Eegel nach nicht, weil sich die Tiere durch das Scheuern mit demselben meist noch weiteren Schaden zufügen. Bei stark juckenden Ekzemen muss die medikamenteile Behandlung zwei bis dreimal am Tage wiederholt werden. Die Thcerpräparate etc. werden am besten einige Tage lang hintereinander mittels einer Bürste eingerieben, bleiben dann etwa acht Tage lang, durch Decken oder Verbände geschützt, liegen und werden schliesslich mit einer milden Seife abgebadet. Um eventuellen Vergiftungen (Carbolsäure) vorzubeugen, verabfolgt man vorteilhaft Natr. suifuric. in mittleren Dosen.
In besonders hartnäckigen Fällen erzwingt man gelegentlich auch noch dadurch die Genesung der Patienten, dass man sie streng diät hält und eine Zeit lang hindurch gar kein Fleisch verfüttert. Andere Fälle gehen erst nach der innerlichen Anwendung des Arseniks zurück, den man am bequemsten als Sohlt. Fowleri giebt. Man beginnt mit kleinen Dosen und steigert diese täglich etwa vierzehn Tage hindurch, worauf man in umgekehrter Weise eine tägliche Verminderung in der Dosierung vornimmt, bis man zu der anfänglichen Gabe zurück­gekehrt ist.
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Rp. Zinc, oxydat. 3,0, Lycopodii. 15.0. M. f. Pulv. ]). S.: Äusserlicli. Streupulver.
Ep. Magnesiae mtae. Amyl. tritic. laquo;7laquo; 10,0. M. f. Pulv. D. S.: Ausserlich. Streupulver.
Rp. Argent, nur. 1,5.
Ung. Paraff. 35,0.
Aq. dest. q. s. f. ung.
J). S.: Äusserlicli.
Wundsalbe.
Rp, Carh. Ligni pulverati P. Cortic. Quercus
m 10,0. M. f. Pulv. D. 8.: Äusserlich. Streupulver.
Rp. Ung. Dyachylon. 30,0. D. S.: Äusserlich. Wundsalbe.
Rp. Argent, nitric. 1,0.
Spiritusnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 30,0.
M. f. Sol.
Det. ad. oitr. nigr.
S.: Äusserlicli. Täg­lich einmal mit einem Pinsel auf­zutragen.
Rp. Ficis liquidae Sapon. Kalin.
äa 50,0. Spirit, q. s. f. liniin. D. S.: Äusserlicli etc.
Rp Ammon. sulfo. ichthyol. Sapon. virid nn 10.0. Spirit.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;100,0.
M. f. lin. D. S.: Äusserlich.
Rp. Liq. Kai. arsenicos.
Aq. Cinnumomi m 1^,0.
M. f. Sol.
D. S.: Innerlich.
Täglich 5 bis schliesslich 25 Tropfen und zurück bis 5 Tropfen.
Nesselfleber. Nesselsucht. Urticaria.
Definition. Aetiologie.
Die Urticaria stellt eine akute Hautkrankheit dar, im Verlaufe deren sich Quaddeln auf der Haut hilden. Es sind dies scharf um­schriebene, höhnen- oder linsenförmige Erhebungen, welche durch eine seröse Transudation in das Hautgewebe entstehen. Das Zustande­kommen dieser Quaddeln resultiert aus einer vasomotorischen Neurose, welche eine plötzliche Erweiterung in einzelnen Capillargebieten der Haut veranlagst und hierdurch die Transudationsvorgänge ermöglicht.
Die Ursachen der Urticaria bei Hunden sind grösstenteils voll­kommen unbekannt. Man nimmt an, dass äussere Reize, welche die Haut treffen, das Leiden auszulösen vermögen und nennt als solche Berührung der Haut mit Brennnesseln und Raupenhaaren (Prozessions­raupe) oder Insektenstiche und die schnelle Abkühlung der Haut nach starker Erhitzung. Auch wenn solche Verhältnisse nicht obwalten, beobachtet man Urticaria, deren Entstehen durch innere Ursachen veranlasst zu sein scheint. Wahrscheinlich handelt es sich um in das
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Blut aufgenommene schädliche Substanzen, welche bei gegebener Ver­anlagung der Hunde zu dem Leiden, die Eruption des Nesselfiebers bewirken, denn die Urticaria entsteht gelegentlich im Verlaufe von Katarrhen der Respirationsschleimhaut oder des Darmkanals. Ob nach dem Genüsse bestimmter Speisen, die bei manchen Menschen Nessel­fieber erzeugen (Seefische, Austern, verdorbene Wurst, Erdbeeren, Himbeeren etc.), auch bei Hunden Urticaria entsteht, ist bisher nicht erwiesen.
Symptome und Verlauf. Der Nesselausschlag tritt ganz plötzlich auf, verbreitet sich über die ganze Haut oder befällt auch nur einzelne Regionen derselben. Am häufigsten sieht man ihn am Kopf, an den Schultern, auf dem Rücken und der Innenfläche der Ilinterschenkel entstehen. Die An­schwellungen sind beetartig erhaben, linsen- bis bohnengross und haben eine teigige Consistenz; meist ist das Haar auf ihnen leicht gesträubt. In seltneren Fällen konfluieren diese Quaddeln, so dass grosse Beulen entstehen, und die Patienten oft ein ganz unförmiges Aussehen erhalten. Die Dauer des Ausschlages ist der Regel nach eine sehr kurze; die Quaddeln verschwinden oft schon nach wenigen Stunden und bestehen selten länger als 48 Stunden. Zuweilen tritt der Ausschlag aber unter dem Verschwinden der zuerst entstandenen Beulen an anderen Körperstellen wieder von Neuem auf, so dass sich die end­gültige Genesung hierdurch um mehrere Tage verzögern kann. Der Ausschlag selbst belästigt die Patienten meist garnicbt, und so beobachtet man einen Juckreiz auch nur ausnahmsweise. In anderen Fällen besteht geringgradiges Fieber, Appetitlosigkeit oder eine gewisse Abgeschlagen­heit. Bei den Erscheinungen eines Magen- oder Darmkatarrhes hat die Urticaria oft nur die Bedeutung eines Krankhcitssymptomes.
Therapie. Der Regel nach schwindet das Nesselfieber ohne jede weiteren Massnahmen von selbst, und dies geschieht oft so schnell, dass man bei dem Krankenbesuche nur noch die Erzählung des Falles mit an­zuhören braucht, denn der Patient ist längst genesen. Ist der Ver­lauf der Urticaria jedoch ein langsamerer oder machen sich Nach­schübe geltend, so wird die Behandlung des Leidens geboten. Durch sorgfältige Erhebung der Anamnese, die sich besonders auf die Fütterung und Haltung des Hundes zu erstrecken hat, suche man zu­nächst die Ursachen für das Zustandekommen des Ausschlages zu er-
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forschen, nach deren Abstellung dann die Genesung meist schnell er­folgt. Bei gastrischen Störungen genügt oft eine einfache Hungerdiät, in besonderen Fällen jedoch ist eine Entleerung des Magens durch Brechmittel (Apomorph. muriat. 0,00;} subkutan) oder eine Ableitung auf den Darmkanal durch Mittelsalze oder Purgantien erforderlich. Am meisten zu empfehlen ist die Verabfolgung von Calomel (0,05—0,1), welches ja bekanntlich neben der Abfiihnvirlaing eine Desinfektion des Darmrohres herbeiführt.
Fiininculosis. Acne.
Definition. Aotiologie. Die Akne ist eine Entzündung der gemeinschaftlichen Haar- und Talgfollikel- oder der Schweissdrüsen und ihrer Umgebung, wodurch Knötohen oder Pusteln in der Haut entstehen. Die Entzündung der Drüsen resultiert aus der Retention ihres Sekretes, welches sich nun anhäuft und der Zersetzung anheimfällt. Die Entzündung liefert ein fibrinöses Exsudat, ergreift die Cutis in ihrer ganzen Stärke und er­streckt sich bis in das Unterhautgewebe. Stirbt nun der infiltrierte Teil der Haut ab, so wirkt er als Fremdkörper und ruft eine eiterige Entzündung des angrenzenden Gewebes hervor (Furunkel). Unter welchen Bedingungen diese eigenartige Erkrankung vorkommt, ist nicht immer zu eruieren. Häufig wird sie durch örtliche Schädigungen bedingt und bildet sicli besonders hei einer längere Zeit hindurch wirkenden Quetschung oder Reibung der Haut aus, wie z. B. durch einen schlecht sitzenden Maulkorb oder ein zu enges Halsband (Korallenhalsband) veranlasst wird. Man beobachtet den Ausschlag aber auch an Körperstellen, wo derartige Irritamente nicht einwirken können, und auch anderweitige lokale Beschädigungen nicht nach­zuweisen sind. Vorwiegend handelt es sich in diesen Fällen um ältere Tiere. Es macht den Eindruck, als oh bei einer durch das Alter be­dingten Verschlechterung der Körperkonstitution auch eine- mangel­hafte Ernährung der Haut vor sich gehe und es erklärt sich dann leicht, wie eine verminderte Sekretion in den Drüsen Retentionszuständen in denselben Vorschub leistet.
Symptome. Der Ausschlag kommt fast ausschliesslich nur bei den grossen Hunderassen vor und befällt mit Vorliebe Jagdhunde, (Vorstehhunde
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und Schweisshunde) Griffons, Leonberger und Doggen. Hauptsitz des Leidens ist der Kopf, wo man es auf dem Nasenrücken und an den Backen und Lippen beobachtet, und wo es mit Sicherheit nur durch das fortgesetzte Scheuern des Maulkorbes hervorgerufen wird. Audi am Halse, bezw. im Genick werden Aknepusteln häufig gefunden. In seltenen Fällen sieht man den Ausschlag auf der Haut des Rumpfes verbreitet. Die Aussenseiton der Extremitäten, vorwiegend am Ellen-hogen- und Kniegelenk, weisen oft erkrankte Stellen aus.
Die Haut ist stark verdickt und besitzt eine derbe Consistenz. Das Deckhaar ist an diesen Stellen ausgefallen, und man sieht eine mehr oder weniger blaurot gefärbte, glänzende höckerige Anschwellung. Fresst man die Haut zwischen den Fingern, so entleeren sich aus den Knötchen oder auch zwischen denselben blutig-eitrige Massen. Oft drückt man einen Ffropf nekrotisierten Gewebes heraus, in dessen Centrum sich Haarreste befinden. Die Patienten bekunden einen leb­haften Schmerz. Ist das Leiden schon älteren Datums, so ist die Oberfläche der Anschwellung nieist blutrünstig und weist zahlreiche kleinere Öffnungen auf, die einen eitrigen schmierigen Inhalt entleeren. Während anfänglich nur kleine Hautstellen erkrankt sind, werden bald grössere Fartieen derselben ergriffen, und man sieht, je nach der eventuellen Möglichkeit sich auszubreiten. Thaler bis Handteller grosse Krankheitsherde. Die einzelnen Aknepustoln konflüieren häufig an manchen Stellen der Anschwellung, und so bilden sich dann Hasel-nuss grosse Furunkel, deren Kuppe endlich brandig zerfällt.
Der Verlauf des Leidens ist ein chronischer und die Frognose in den meisten Fällen eine ungünstige, weil der Prozess eine grosse Neigung bekundet weiter zu kriechen. Besonders häufig habe ich eine sehr schnelle Ausbreitung der Furunkulosis an den Extremitäten be­obachtet. Am günstigsten zu beurteilen ist die Lokalisation des Leidens auf dem Nasenrücken.
Therapie. Die Behandlung der Akne und Furunkulose ist eine fast aus-schliesslich chirurgische. Kleinere Stellen sind am besten von vorn­herein total zu exstirpieren. Ausgebreitete Anschwellungen werden sakrificiert, wobei man oft unendlich viele kleinere Abcesse eröffnet, die alle gründlich durch Auspressen oder unter Benutzung des scharfen Löffels gereinigt werden müssen. Oft bleibt aber auch bei grösseren Ilautstücken kein anderes Mittel übrig als den Krankheitsherd voll­kommen herauszuschneiden. Die Wunden müssen mehrere Male am
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Tage mit desinficierenden Mitteln (Liq. Alumin. acetic.) gewaschen werden, empfehlenswert ist auch die Anwendung des Höllensteinstiftes. Bei starker Verdicknng der Haut oder wenn die derhe Consistenz derselben trotz der eingeleiteten Behandlung fortdauert, erzielt man häutig durch das Einreiben einer Perubalsamsalbe gute Resultate. Noch schneller erweicht sicli die Haut mit einem gut aufgeklebten PHaster. (Emplastr. Lithargyri compositum.)
lip. Jialsmn. Veruttiunnbsp; 3,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;J{p. Creolin. anglic. 5,0.
üng. Zitioi 30,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ung. Paraff. 45,0.
M. f. ung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. f. ung,
D. S.: Ausscrlicli.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; D. 8.: Ausserlicli,
Haarausfall. Alopecia.
Aetiologie.
Unabhängig von sichtbaren Erkrankungen der Haut erfolgt häufig bei Hunden auch Ausfallen des Deckliaares, ein Leiden, welches sich entweder über die ganze Korperfläche erstreckt oder nur einzelne umschriebene Stellen (Alopecia areata) befallt. In den meisten Fällen hat diese Erkrankung nur eine symptomatische Bedeutung und tritt bei dem Obwalten mangelhafter Ernährungsverhältnisse, wie sie durch langwierige Krankheiten, durch Trächtigkeit oder durch das Säuge-geschäft bedingt werden, zu Tage. Häutig beobachtet man die Alopecia auch bei alten und sehr fetten Hunden (Möpse).
Dem fleckweisen Ausfallen des Haares sollen Ernährungsstörungen im Gebiete eines Hautnerven zu Grunde liegen; vielleicht handelt es sich aber um ein parasitäres Leiden (Mikrosporou Audouinii).
Symptome.
Der krankhafte Haarausfall bei der symtomatischen Alopecie beginnt gewöhnlich auf dem Rücken und ergreift schliesslich das ganze Deckhaar. Anfangs scheint dieses nur dünner zu stehen, aber bald bilden sich kahle Stellen, so dass die Patienten endlich voll­ständig nackt worden können. An den kahlen Stellen nimmt die Haut infolge von Pigmentablagerungcn in ihr eine dunklere Farbe an.
Bei der Alopecia areata findet der Haarausfall au einzelnen Stellen der Körperoberfläohe statt. So entstehen kleine kreisrunde kahle Flecke, die sich nach aussenhin immer mehr und mehr ver-grössern, gelegentlich auch wohl konfluieren. Diese Erkrankung be­ginnt auch auf dem Rücken der Patienten, ergreift dann die Seiten-
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flächen des Rumpfes und schliesslich auch die Aussenseiten der Extremi­täten. Die Pigmeutieruug der Haut tritt deutlich zu Tage.
Die Prognose ist bei der Alopecia meist eine ungünstige; und besonders hartnäckig, sogar meist nicht zu heilen ist die Alopecia areata.
Therapie. Um weiteren Haarausfall der Patienten zu verhindern, muss man durch eine kräftige Ernährung die Konstitution derselben zu heben suchen; speciell bei fetten Tieren ist die Anordnung einer genau zu befolgenden Diät anzuempfehlen (cf. pag. 37). Zur Hebung des Haar­wuchses sind zunächst warme Waschungen der Haut oder auch warme Bäder mit schwacher Sodalösung einen um den anderen Tag anzu­wenden. Ausserdem sucht man durch das Einreiben hautreizender Mittel die Haarpapillen zu kräftigen und ihr Wachstum anzuregen. Am besten genügen dieser Indikation spirituöse Lösungen von ätherischen Ölen oder verdünnte Cantharidentinktur. Auch Perubalsam und Jodtinktur haben eine gute Wirkung. In hartnäckigen Fällen ist eine Arsenikkur in Anwendung zu bringen, ein Verfahren, das oft gute Resultate liefert (cf. pag. 171).
Rp. 01. Lauri 5,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Rp. Tc. Cantharid. 10,0. Rp. liulsam. Peruvian.
Spiritus 150,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Spirit, saponat.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10,0.
M. f. Solnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;300,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Spirit. Lavandulae
D. -S.; Äusserlich.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. f. Sol.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;150,0.
D. S.: Äusseiiicli.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M. f. Hol.
D. S.: Äusaerlich.
II. Parasitäre Hautkrankheiten,
Ring- oder Glatzflechte. Herpes iousunins.
Aetiologie. Vorkommen. Die Glatzflechte wird durch einen Pilz (Trichophyton tonsurans) hervorgerufen, der in den Epidermiszellen, den Ilaarbälgen und in den Haaren selbst wuchert. Dieser Pilz gehört zu der Gruppe der Schimmelpilze. Seine mikroskopisch feinen Fäden umgeben die Haar­schäfte mit einem dichten Netze, das man schon mit unbewaffnetem Auge am Grunde eines ausgezogenen Haares als einen weissen Mantel erkennen kann. Der Pilz durchwuchert und zerfasert das Haar selbst, dringt In die Haarwurzeln ein und bedingt dadurch eine Lockerung
Arnoug, Krankhoiteu dua Hundes.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;12
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der Haare, so dass sie ausfallen. In den Epidermiszellen entstehen durch die inassenlial'te Ansiudelung der Pilzfäden und Sporen ganze Pilzlagei' (Pilzrasen).
Die Glatzflechte kommt nicht allzuhilufig .vor. Der Parasit schmarotzt wie heim Hunde auch bei den Übrigen Haustieren und dem Menschen. Er verbreitet sich nur auf dem Wege der An­steckung und zwar entweder direkt von einem Patienten zum andern oder durch Zwischenträger (verunreinigtes Putzzeug, Decken etc.).
Symptome. Die Glatzflechte tritt in Form kleiner, rundlicher, scharf be­grenzter l'lecke auf, die entweder ganz kahl sind oder mit ab­gebrochenen Haaren besetzt sind. Dieser Ausschlag befällt vorwiegend den Kopf, den Hals und die Extremitäten. Die anfangs kleinen Stelleu wachsen in der Peripherie weiter, wodurch nicht selten mehrere Stellen zu unregelmässig gestalteten kahlen Platten vereinigt werden. Häufig beginnt der Prozess im Centrum des ursprünglichen Herdes abzuheilen; so erhält die erkrankte Hautpartie die Gestalt eines Ringes. Die Haut selbst zeigt in vielen Fällen gar keine Ver­änderungen, so dass sich das Krankheitsbild nicht von der Alopecia areata trennen liisst, und eine sichere Diagnose nur durch die mikros­kopische Untersuchung erreicht wird. Nicht selten sind die kahlen Stellen mit faserigen, bleigrauen Schuppen bedeckt oder es lagert eine klebrige Kruste auf ihnen, aus welcher man abgebrochene Haare hervorragen sieht. Nach Entfernung dieser Borken tritt eine feuchte, rötlich gefärbte Stelle zutage, die oft granuliert erscheint. Bei hoch­gradiger Erkrankung findet man meist verschiedene der geschilderten Formen des Ausschlages nebeneinander. Der Juckereiz ist bei der Glatzflechte meist nicht erheblich, manche Tiere scheuern sich jedoch auch blutrünstig. Die Prognose ist eine günstige, weil bei sach-gemässer Behandlung die Genesung nie ausbleibt.
Therapie. Der parasitären Natur des Leidens entsprechend, besteht die wesentliche Aufgabe der Behandlung in der Beseitigung und Abtötung der Pilze. Zunächst sind vorhandene Schuppen oder Borken gründlich zu entfernen; in den meisten Fällen ist ein Abwaschen mit grüner Seife hierzu ausreichend, sonst trägt man die Seife in dünner Schicht auf und schabt sie nach 24 Stunden mit dem Messerrücken ab. So­dium werden die kahlen Stellen mehrere Tage lang hinter einander
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täglich einmal mit desinficierenden Mitteh) eingepinselt, wobei man auch noch besonders die Peripherie des Krankheitsherdes berück­sichtigen muss. Gute Erfolge werden durch Jodtinktur (rein oder unter Zusatz von Spiritus), Lösung von Salicylsäure oder Sublimat in Spiritus erzielt. Bei empfindlichen, feinhiiutigen Hunden genügen auch Einreibungen mit Creolinsalbe oder mit Ichthyolsalbe etc.
lip. Acid, salicyl. 5,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; lip. Ammon. sulfo ichthyol. 3,0, Spirit. 50,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ung. Faraff. 20,0.
M, f. Sol.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; M. f. ung.
1). S.: Äusseilich.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; D. S.: Äusserlich.
In prophylaktischer Beziehung ist ein Separieren der erkrankten Hunde erforderlich. Das Lager der Patienten, Decken, Geschirrteile, kurz alle Gegenstände, die mit den Hunden in Berührung gekommen sind, müssen sorgfältig gereinigt und desiniieiert werden. Bei dem Kurverfahren und der Benutzung solcher Patienten muss man vor­sichtig zu Werke gehen, um sich nicht selbst zu inficieren.
Erbgrind, Wabeugriud. Favns.
Aetiologie und Symptome. Therapie.
Der Erbgrind ist eine durch den Schimmelpilz „Achorion Schönleiniiquot; hervorgerufene ansteckende Erkrankung der Haut. Dieser Pilz vegetiert zwischen bezw. in den Epidermiszellen und dringt auch in die Haarfollikel und die Haare ein. Er bildet auf der Haut linsen-bis pfenniggrosse, scheibenförmige Erhöhungen, die schwefelgelb gefärbt und in der Mitte etwas vertieft sind. Dieser Ausschlag befällt vor­wiegend den Kopf (Nasenrücken, Backen und Stirn), den Bauch oder die Aussenfläche der Hinterschenkel der Hunde, durch die Borken hin­durch schieben sich vereinzelte Haare hervor. Hebt man diese Auf­lagerungen ab, so erscheint eine entsprechend grosso Delle in der Haut, welche auf dem Wege der Atrophie entstanden ist. Die Haut ist verdünnt und blutet leicht.
Der Ausschlag entsteht auf dem Wege der Ansteckung und wird gelegentlich durch mit demselben behaftete Menschen, Katzen oder Kaninchen auf Hunde übertragen, welche auch selbst die Weiter­verbreitung vermitteln können; im allgemeinen gehört der Favus zu den seltneren Hautkrankheiten. Je nach der individuellen Em­pfindlichkeit der Hunde bekunden dieselben einen mehr oder minder
stark ausgesprochenen Juckreiz.
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Die Prognose ist günstig, und man erzielt ineist in wenigen Tagen eine dauernde Heilung. Die Behandlung des Favusausschlages ist nacii denselben Grundsätzen wie bei der Glatzflechte einzuleiten, und man reicht mit den dort angegebenen Desinficientien vollkommen aus.
Sarcoptesrände.
Allgemeines.
Die Sarcoptesriiudo ist die häufigste Hautkrankheit bei Hunden und entsteht durch Infektion mit der Sarcoptesmilbe. Dieser Parasit (Sarcoptea squamiferus) gehört der Gruppe der Grabmilben an, be­sitzt einen hufeisenartigen Kopf und sehr kurze, stummelförmige Füsse, welche auf ungegliederten Stielen tulpenähnlieh geformte Haftscheiben tragen; seine Grosse beträgt etwa 0,2—0,5 mm. Die Milben leben unter der Epidermis und erzeugen in der Haut Gänge, in denen ihre Fortpflanzung vor sich geht. Durch ihre Thätigkeit wird eine ober­flächliche chronische Hautentzündung verursacht und unterhalteh, welche den Charakter eines Knötchenekzemes zeigt. Hierdurch neigt die Epidermis zur Schuppenbilduug und es bilden sich punktförmige, rote Knötcheu, welche an den zarteren Hautpartien zu Bläschen werden. So entsteht bald ein trockener, bald ein feuchter Hautaus­schlag. Das Hautgewebe verdickt sich und zwar oft in dem Masse, dass Faltenbildungen in ihr auftreten. Das Haar fällt aus, und die Patienten haben unter einem lebhaften Juckgefühle, das durch die Thätigkeit der Milben bedingt wird, zu leiden.
Die Entwickelung der Räude geht im allgemeinen langsam vor sich, so dass nach erfolgter Ansteckung immer ein längerer Zeitraum, der im Durchschnitt etwa 14 Tage beträgt, bis zum offenbaren Aus­bruche des Hautausschlages erforderlich ist. Ist das. Knötchenekzem aber erst entwickelt, so macht das Leiden in wenigen Tagen bedeutende Fortschritte.
Die Ansteckung erfolgt entweder durch Zwischenträger (Decken, Maulkörbe, Streu etc.) oder wird direkt von Tier auf Tier vermittelt. Die Milben sind sehr leicht übertragbar und gehen auch auf den Menschen über.
Symptome. Die Sarkoptesräude sucht mit Vorliebe die weniger gut behaarten Körperstellen auf, und so wird der Ausschlag zuerst am Kopfe, (Augen-bogeüi und äussere Fläche der Ohrmuscheln), an den Ellenbogen der
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Inuenfiiiche der Hinterschenkel und an der Unterbrust offenkundig und nimmt von diesen Stellen aus eine meist recht schnelle Ausbreitung über den ganzen Körper.
Die ersten Anfänge des Leidens werden hilufig übersehen, obwohl sie sich, besonders auf unpigmentierter Haut, als flohstichähnliche, rote Pünktchen markieren. An den erkrankten Stellen geht nun bald eine Knötchenbildung vor sich, so dass hiersekorngrosse Prominenzen entstehen. Auch die Bildung kleinster Bläschen kann man beobachten, jedoch ist deren Bestehen meist von nur kurzer Dauer und sie geben durch ihr Zerplatzen die Veranlassung zu dem Entstehen grössorer nässender Stellen (nasse Räude). Bei besonders empfindlichen Tieren werden die Knötchen nicht selten in Pusteln umgewandelt und finden sich dann Vorwiegend auf der Haut des Bauches und der inneren Schenkelfläche. Durch das Eintrocknen der Bläschen oder Pusteln entstehen schmutzig graugelbgefärbte Borken. Gewöhnlich findet nebenher eine starke Abschuppung der Oberhaut statt. Die erkrankten Stellen weisen ein eigenartiges Rot auf, das unter den bleigrauen Schuppen (Schinnen) hervorschimmert. Das Haar fällt fast vollkommen aus, und manche Patienten verbreiten eine unangenehm süsslich riechende Hautausdünstung. Besonders am Kopfe und an den Pfoten legt sich die stark verdickte Haut in Falten von runzligem Verlaufe. Autfallend ist der eminent stark ausgeprägte Juckreiz, der oft noch vor der offenkundigen Erkrankung der Haut den Verdacht der Räude rege macht. Dieses Symptom tritt besonders im geheitzten Zimmer und nach jeder längeren Bewegung der Patienten hervor. Die Tiere scheuern und benagen sich mit solcher Beharrlichkeit, dass sich nicht selten hierdurch eiterige Ekzeme accpiirieren. Ileibt man die erkrankten Hautstellen, so bekunden solche Hunde ein Wohlbehagen, wälzen sich über den Rücken oder führen auch wohl unwillkürlich kratzende Bewegungen mit den Hinterfüssen aus. Abgesehen von der grossen Unruhe der räudekranken Hunde ist das Allgemeinbefinden oft nicht gestört, manchmal magern sie stark ab und legen einen förmlichen Heisshunger an den Tag.
Die Diagnose ist der Regel nach durch den charakteristischen Sitz des Ausschlages und den heftigen Juckreiz gesichert. In zweifel­haften Fällen (gutachtliche Ausserungen) gewinnt man durch die mikroskopische Untersuchung von Hautproben bei welcher die Milben aufgefunden werden, ganz untrügliche Kenuzoichen für die Feststellung des Leidens. Der rnikroskopiscbc Nachweis der Milben erfordert oft die Durchmusterung einer stattlichen Anzahl von Präparaten!
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Die Prognose ist bei der Sarkoptesriiude als eine günstige zu bezeichnen, wenn es auch Fälle giebt, deren Heilung nur langsam er­zwungen werden kann, was besonders bei Erkrankungen sehr alter und heruntergekommener Patienten einzutreten pflegt.
Therapie.
Die wesentliche und meist auch einzige Aufgabe bei der Räudc-behandlung besteht darin, die in der Haut lebenden Milben und deren pjier nebst Brut zu zerstören. Von der grosseii Anzahl der gegen die Räude empfohlenen Mittel sollen hier nur einige erwähnt werden, deren Anwendung im besonderen Falle geboten sein kann, denn in der That erfordert manche Erkrankung an Räude eine andere Medi­kation oder eine von den sonst üblichen Verfahren abweichende Methode der Behandlung. So darf man bei jungen und schwächlichen Hunden oder bei Tieren mit sehr empfindlicher Haut niebt etwa die Behandlung einleiten, welche robuste Hunde ohne Schädigung ver­tragen. Auch der Preis der Räudemittel sollte immer billige Er­wägung bei ihrer Auswahl finden, es überwiegen sonst leicht die Kosten des Kurverfahrens den Wert des ganzen Tieres. So wird man unter Klarlegung der Gründe auch des öfteren die Tötung eines räudekranken Hundes anraten müssen, welcher, sofern er nicht zur Arbeit verwendet werden sollte, oder wenn seinem Besitzer mehr Zeit für die Behandlung zu Gebote stände, sieber geheilt werden könnte. Ferner bedenke man sehr wohl, dass bei unvorsichtiger Handhabung des Kurverfahrens durch Übertragung des Leidens auf den Menschen weit grössere und kostspieligere Umstände erwachsen können, als sie die Tötung des dem Besitzer vielleicht wertvoll erscheinenden Hundes mit sich bringen.
Langhaarige Hunde sind, wenn irgend angängig, vor der eigent­lichen Räudekur zu scheeren. Es ist zwar riebtig, dass bei manchen Tieren der nachwachsende Pelz nicht so feinhaarig und schön ausfällt, wie er zur Freude der Besitzer zuvor gewesen ist, aber die Kur wird bei ungeschorenen Hunden bedeutend mehr Zeit in Anspruch nehmen, so dass dieser Umstand scbliesslicb noch mehr in das Gewicht fallen muss. Bedeutend verschlechtert sich oft nach dem Scheeren die Behaarung des Schwanzes, so dass es häufig ratsam ist, nur diesen „ungeschoren'1 zu lassen. Die oberflächlichen Verwundungen der Haut, wie sie bei dem Scheeren immer vorkommen, gebieten es, dass man bis zum Beginn des eigentlichen Kurverfahrens erst einige Tage verstreichen
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liisst. Auch neigen die friscligoschorenen Patienten in den ersten Tagen besonders leicht zu Erkältungen und sind denselben durch die Ein­reibungen b/w. Waschungen, wie sie die Räudekur verlangt, nur zu leicht ausgesetzt. Um Vergiftungsersclieinungen oder Refrigerationen der Haut vorzubeugen, dürfen nicht zu grosse Partieen des Hundes auf einmal behandelt werden, sondern man reibt die Patienten höchstens nur Drittelweise ein und beginnt zweckmässig mit diesem Verfahren an den Stellen, welche die schwersten Veränderungen aufweisen. (Kopf).
So lässt man z. 13. am ersten Tage die Vorderhand, dann am nächsten die Mittelhand und schliesslich die Nachhand einreiben. Nach einigen Tagen werden die Einreibungen in derselben Reihenfolge wiederholt und vielleicht in der Zwischenzeit nur nachweisbar er­krankte Hautstellen behandelt. Bei starker Verdickung der Haut werden die erkrankten Stellen zuvor durch Baden oder Waschen des Patienten mit schwacher Sodalösung erweicht, wobei thunlichst die eventuellen Räudeborken zu entfernen sind. Nach dem Einreiben wird der ganze Hund gründlich gebadet, jedoch lässt man auch bis zum Baden erst einige Tage vergehen, damit das Räudemittel lange genug mit der Haut in Berührung gewesen ist. In der Zwischenzeit ist das Lager des Patienten, Geschirrteile, Decken etc. einer gründ­lichen Desinfektion zu unterziehen. Leichte Fälle gelangen nach ein­mal erfolgter Kur, die etwa zwei und eine halbe Woche in Anspruch nimmt, zur Heilung. Bei intensiveren Erkrankungen muss das ge­schilderte Kurverfahren wiederholt werden. Es liegt auf der Hand, dass man des öfteren gezwungen ist, in der Behandlung der Patienten, so fern sie durch dieselbe zu stark angegriffen werden, eine mehr­tägige Pause eintreten zu lassen.
Am mildesten von den Räudemitteln wirken die Alkalien und sind nur für schwächliche oder geringgradig erkrankte Tiere anzu­wenden. Solche sind: Bäder mit grüner Seife, Sodawasser oder Pottaschen-Lösung (1—5 0/0). Recht milde und gleichzeitig sicher wirken Schwefelpräparate. (Helmerichsche Salbe, Bäder mit Schwefel­leher 1^—3 0/0). Das beste Mittel ist der Perubalsam, der aber ziemlich kostspielig ist. Recht prompte Wirkungen werden auch durch Creolin, Kreosot, Ichthyol und Tlieer erzeugt.
Rp. Balsam. Peruvian.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Rp, Oreolin. anglic.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Kp. Kreosoti 10,0.
Sapon.Kalin. naSO.O.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Sapoii.virid.aalOO-0. 01. Promneial. com-
Spirit. 500 0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Spirit. 1000,0. mm. 100,0.
M. f. S.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. f. S. M. f. Sol.
D, ÄiÄusserHchetc,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Z), Ä.'Äuaserlioheto. Il .s'..-Ausscrlich.
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Rp. Sulf. sitblimat. 15,0.nbsp; nbsp; nbsp; Rp. Amon. sulfu ichthyol. Kal. carbonic. 8,00.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 10,0.
Adip. suill. 60,0.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Glycerin 200,0.
M. /. ung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;M. f. Sol.
D. S.: Ausserlich etc.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; D.S.: Ausserlich etc.
In prophylaktischer Beziehung gelten die in den vorigen Kapiteln über parasitäre Hautorkrankungen gegebenen Vorschriften. Das an­greifende Kurverfahren der Räude macht eine gute kräftige Verpflegung der Patienten erforderlich.
Acariisausschlag, Acarnsrände.
Der Acarusausschlag wird durch die Acarusmilbe (Demodex folli-culorum) hervorgerufen. Es sind dies Milben von ca. 0,3 mm Grosse mit wurmförmiger Gestalt. Der Kopf ist hufeisenähnlich geformt und trägt einen scherenartigen Kauapparat; die stummeiförmigen Extremi­täten sind beweglich am Thorax eingesetzt und tragen Krallen. Die Jugendform hat 3 Fusspaare, die ausgewachsene Milbe aber vier der­selben.
Die Acarusmilbe wandert in die Talgdrüsen und die Haarbälge ein, woselbst man sie zu 20—60 Exemplaren findet, in schweren Fällen der Erkrankung werden auch bis zu 200 Stück gezählt. Durch den Reiz der Milben veranlasst, erweitern sich die Talgdrüsen und in ihrer Umgebung etabliert sich eine starke Entzündung, welche endlich ebenso wie die Drüse selbst der eiterigen Einschmelzung anheim fällt. So resultiert aus den Schädigungen der Parasiten eine pustulöse Hautentzündung (Aknepusteln). Ist die Anzahl der Milben eine geringere, so kommt es nicht zur Pustelbildung, wohl aber zur Vernichtung des Haares infolge von Atrophie der Haarwurzeln.
Der Acarusausschlag kommt bei Hunden sehr häufig vor, besonders oft sieht mau ihn bei Jagdhunden und glatthaarigen Pinschern. Die Krankheit ist ansteckend, wenn auch in einem bedeutend geringeren Grade als es die Sarkoptesräude ist. Übertragungen auf den Menschen sind bisher noch nicht beobachtet worden. Der Verlauf des Leidens ist ein ausgesprochen chronischer und lokalisiert sich anfänglich auf umschriebene Krankheitsherde. Auf diesem Stadium kann der Ausschlag Monate hindurch beharren, verbreitet sich aber auch nicht selten äusserst rasch über den ganzen Körper.
Symptome. Die Haarsackmilben rufen bald ein squamöses und bald ein
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pustulöses Ekzem hervor, je nach der Menge der in den Talgdrüsen vorhandenen Milben.
Die squamöse Form des Ausschlages erzeugt einen umschriebenen Haarausfall und eine vermehrte Abschuppung der Epidermis. Die entzündlichen Vorgänge auf der Haut sind sekundärer Natur. In solcher Gestalt tritt der Ausschlag meist zuerst am Kopfe in der Umgebung der Augenlider hervor, woselbst sich kleinere oder grössere haarlose Stellen bilden, die eventuell mit Hautschuppen bedeckt sind. Das Krankheitsbild erinnert jetzt an die Glatzflechte bezw. an die Alopecia areata, so dass in vielen Fällen erst durch den mikroskopischen Befund eine Diagnose möglich ist. Vom Kopfe aus verbreitet sich der Ausschlag nun weiter und ruft an anderen Stellen des Körpers dieselben Veränderungen hervor, wozu jedoch meist ein längeres Be­stehen der Krankheit erforderlich ist.
Bei der pustulösen Form der Acarusräude bilden sich in der Haut Knötchen und Pusteln aus, die meist zuerst am Kopf (Lippen, Nasenrücken, Augenbogen) oder an den Pfoten auftreten und bald auch an der Kehle und am Halse nachzuweisen sind. Der Krankheits-prozess hat eine grosse Ähnlichkeit mit der zuvor unter „Furunculosis oder Aknequot; beschriebenen Hautkrankheit. Der Einwanderung der Milben entsprechend bilden sich etwa hirsekom grosse Knötchen von blauroter Farbe, die bald einen eiterigen, gelben Inhalt aufweisen. Die Haut ist an den erkrankten Stellen, welche pfennig- bis thaler-gross sind, stark verdickt und höher temperiert und hat die Neigung, sich in Falten zu legen. Das Haar ist hier vollkommen ausgefallen oder lässt sich sehr leicht ausziehen. Auf den kahlen Stellen liegen oft klebrige, eiterige Massen, in denen man Blutstriemen sieht. Aus einer zusammen genommenen Hantfalte kann man mit Leichtigkeit Blut und Eiterpfropfen herauspressen, eine für die Patienten recht schmerzhafte Manipulation. Der Kegel nach breitet sich Ausschlag nach kürzerem oder längerem Bestehen bald über weitere Distrikte des Körpers aus, und das Krankheitsbild der Haut ist manchen sekundären Veränderungen unterworfen, die zum grössten Teile durch das Kratzen und Scheuern der Patienten hervorgerufen werden. Neben derartig pustulös eiterig erkrankten Stellen findet man endlich auch chronische Hautverdickungen. Die Pusteln sind hier vertrocknet, und ihr ehemaliges Bestehen wird durch eine höckerige Beschaffenheit der Haut angedeutet. Diese ist um das Doppelte oder Dreifache verdickt, hat eine matt graublaue, glänzende Farbe. Man sieht oft dicke Schichten abgestossener Epidermisschuppen darauf; so entstehen
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Borken, die dureh Risse und Schrunden zerklüftet sind, und aus denen nicht selten vereinzelt stehende Haare hervorragen. So liat die Haut oft das Ansehen wie bei Dickhäutern. Der Juckreiz ist bei beiden Formen des Ausschlages bei Weitem nicht so erheblich als bei der Sarkoptesräude, und die pustulöse Erkrankung scheint eher mit Schmerzen verknüpft zu sein.
Es ist ein häufiger Befund, dass das Leiden, welches bisher nur auf einzelne Körperstellen beschränkt war, oft schnell die ganze Körper-obertläche ergreift, wenn man mit dem Einreiben von Arzneimitteln beginnt. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um eine artificielle Übertragung der Milben auf bisher gesunde Hautpartieen. Die Prognose der Acarusräude ist eine schlechte. Heilungen werden bei ausgebreiteter Erkrankung fast nie erzielt; im günstigsten Falle wird eine vorübergehende Besserung erreicht. Umschriebene Krankheits­herde sind gelegentlich zu beseitigen, doch darf man in dieser Be­ziehung nicht allzu sanguinische Hoffnung erregen.
Therapie. Die Zahl der zur Heilung der Acarusräude empfohlenen Mittel ist eine gewaltige, aber nur die wenigsten von ihnen können als solche angesehen werden, weshalb auch nur diese hier Erwähnung finden mögen. Die Behandlung muss im allgemeinen von denselben Grund­sätzen geleitet werden, wie sie bei der Sarkoptesräude besprochen wurden. Bei ausgebreitetem Ausschlage sollte man sich nie erst auf Heilversuche einlassen, sondern die Tötung der Patienten veranlassen. Umschriebene erkrankte Hautstellen werden am besten herausgeschnitten, soweit dies angängig ist. Zur Wundbehandlung habe ich in solchen Fällen häufig guten Erfolg durch das Anlegen eines feuchten Sublimat-verbandes erzielt. Bei grösseren pustulös entzündeten Herden ist nach Entfernung der eventuell vorhandenen Borken die Sakrification der Haut angezeigt. Die Pusteln sind gründlich von ilu-em Inhalte durch Ausdrücken zu befreien und die Wunden mehrere Male am Tage mit desinficierenden Mitteln zu behandeln. Vorteilhaft ist es, stark ver­dickte Hautstellen mit einem Cantharidenpflaster oder dem Empl. Lithargyr. composit., dessen Wirkung man noch durch den Zusatz von Acid, salicyl. (50/0) verstärken kann, zu überdecken. Man versäume nie, vor Anwendung der Räudemittel die erkrankten Hautstellen (auch bei der squamösen Form des Ausschlages) zu rasieren. Ist der Aus­schlag über den ganzen Körper verbreitet oder an vielen Stellen des­selben zu konstatieren, so sind methodisch durchgeführte Einreibungen
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reru-Balsam-riösung) doi1 Patienten, wie sie Lei der Sarkoptesräude geschildert wurden, angezeigt, Nebenher sind besonders schwer er­krankte Stellen noch mit Sublimatsulbe (1 0/0) oder reinem Creolin einzureiben, wenn die chirurgische Behandlung nicht geboten erscheint. Im allgemeinen hat man bei dem Kurverfahren gegen den Acarus-ausschlag mit den Einreibungen recht langsam vorzugehen, weil sonst Vergiftungen durch Resorption der angewendeten Mittel leicht erfolgen können. Die weiter oben angegebenen Vorschriften in Bezug auf die Prophylaxe und die Verpflegung räudekranker Hunde müssen auch hier genau durchgeführt werden.
]{p. Acid, salicyl. 3,0
01. Provincial, commun. 100,0
Solve lent calurc
D.S.: Änsserlich. Rp. Tc. Jodi
Chloroform. 00.50,0
I). S.: Äusserlich.
Ep, llydrary. hicldontt. corros, 0,6
üng, l'uraffini 50,0
M. f. uiig.
D. S.: Äusserlich. Rp. Natri. sulfo ichthyolici
Sapon. virid. TS ,80)0
M. f. ung.
D. S.: Äusserlich.
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Register.
A.
Abführmittel 87. 109. 115 AbSobappUNg der Haut. 167 AeariiRaiisRchlag 184 Acarus folliculoiiiiu 184 Acarusramle 184 Achorlon Schoenlelnii 17laquo; Acno 174
Acne]insteln 175. 184 Afterzwang 83 Akne 174 Alcantiasis 29 Alopecia 176
—nbsp; areata 176. 178. 185
—nbsp; symptomatica 176 Anämie 83. 122. 158 Anasarka 107 Angina 73 Anthrax 26 Antirlieuinatica 162 Anurie 124 Aphonie 29 Apoplexia 130. 139. 146
—nbsp; nervosa 148 Area Cclsi 176 ArsenikUnr 171 Arsenlkvergiftiing 80 Arthritis (lleformans 163 Arlhritlsclio Kxsudate 23 Askariden 92
Aacaris marginata 92 Ascites 105 Asphyxie 159 Asthma 61. 137 Aufblähen 103 Aiigenstaupo 4 Ausfallen der Haare 176
BanchfellentKündnng,acute lot
—nbsp; chronische 108 Bauchwassersucht 105 Hlaseniuisspiilung 121 Blasenherstung 124 Blasenblutnng 122 Blaseneiitzlindang 118 Blasenkatarrh 118 Hlasenniittel 121 ' Blaseulälinuing 107. 128 lilasenruptur 124 Blasenschwäche 124 HIasrnstein 125 Blasenzorreissung 124 Bleichsucht 33 Ulutannut 33
Bluter 35 Bluterkrankheit 35 Blutharnen 122. 126 Blutsclilag 145 Borkentlechte 177 Bothriocephalidcn 91 Botulism us 29 Bräune 73 Brechmittel 30 Bronchialkatarrh, acutcr 49
—nbsp; chroni scher 53 Bronchicktaaie ß. 54 Bronchiolitis 51 Bronchitis capillaris 51 Bronchitis cutarrhalls acuta 49
—nbsp; — chronica 58 Bronchopneumonle 5 Brustfollentzündung, acute 63
—nbsp; chronische 66 Brustwassersucht 66
Ccstodon 91 (üilorose 83 Cholämte 33 Coenurus cerebralls 92 ('onipressionstenosen des
Schlundes 75 Congestionsschwindel 187. 180 Oonvulsionen lie. 149 Coprostase 152 Cysticercus plsiformis 92 — tenuicollis 92 Cystitis 118
I).
Dachsboine 168 Darmentzündung 86 Darmincarceration 85. 104 Harmkatarrh, acuter 81
—nbsp; chronischer 88 Darmperforation 04. 101 Darmschmarotzer 90 Darmtuberkulose 25 Demodex folllculorum 184 Dermatitis 167
—nbsp; erythematosa 166 Diabetes mellitus 37 . Diarrhöe 82 Diuretica 99. 109 Divortikel 85 Drastica 109 Drucklähinungen 152 Dünndarmkatarrh 82 Duodenalkatarrh 88 Duodenitis 83 Durchfall 10. 11. 82 Dysenterie 1laquo;. 11. 82 Dyspepsie 77 Dysurie 184
B.
Balgmillicn 184 liandwurnnnittel 95 JJandwiinncr 91
C. Cachexic 105
Carcinoiuatose der Lunge 63 Cardltis 131 (!atarrhus intestiimlis acuta 81, 83
Kchinococcus 91
Eclampsle cf. Eklampsie 157
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Eozem cf. Ekzem 1B7 Eingoweldewiirnier 90 Eingusäpnounioiiie 59 Elseniiräparate 84 Eklampsie säugeiuler Hün­dinnen 157
—nbsp; junger Tiere 158 Ekzem 167
—nbsp; grindartlgcs 170 Ekzema cnistosum 169
—nbsp; erythematosiim 168
—nbsp; iinpetiginusum 169
—nbsp; madidana 169
—nbsp; papulosum 169
—nbsp; pustulosuni 169
—nbsp; rubnun 169
—nbsp; simplex 169
—nbsp; squiimosnin 170
—nbsp; veslculusum 169 Encüphalltla 147 Encephalo-Meningitis 147 Endocarditis 138
—nbsp; acuta 188
—nbsp; clironica 135 Englische Krankheit 162 Enteritis catarrhalis acuta 81
—nbsp; — clironica 83 Entzündung des Bauchfells 101 #9632;— der Harnblase 118
des Herzmuskels 131
—nbsp; der Hirnhaut 147
—nbsp; der Ohrspeicheldrüse 71
—nbsp; der Rachenschleimhaut 78 • — des Rückenmarkes und
seiner Haute 151
—nbsp; des Schlundes 74 Epilepsie 154 Epileptiforme Krämpfe
7. 94. 156. 158 Epistaxls 41 Erbgiind 179
Erbrechen 79. 89. 113. 149 Erweiterung des Herzens 128 Krythema 166 Exaiithcmatlschc Korm der
ätaupe 3 Excitantien 80 Expectorantlen 58
Flechte, kahlinttohende 177 Fleischvergiftung 29 Fremdkörper Im Danukanal laquo;8
—nbsp; Im Magen 88 ~ im Schlünde 75
—nbsp; verschluckte 88 Fiinfloch, bandwurm-
ähnllches 42. 154 Furunculosis 174 Furunkel 174
Harnblasenruptur 127 HarnblasenzerreissuBg 127 Harngrlos 125 Harnröhreiisteine 126 Harnsteine 125 Harntreibende Mittel 99. 109 Harntröpfeln 123. 152 Harnverhaltung 124. 126. 102 Hartleibigkeit 85. 99 Hautausschlag, pustnlöser 4 Hautentzündung 166 Hauterkrankungen 166 Hauterythem 166 Hautexantliem der Staupe 4 Hautgrind 167 Hautkranklielten 167
—nbsp; nicht parasitäre 167
—nbsp; nbsp;pflanzlich parasitäre 17V
—nbsp; tierisch parasitäre 180 Hautrüte 166 Ilautwassorsiicht 107 Helmluthiasis 90 Hemiplegle 146
Herpes tonsurans 177 Herzlieutelentziimlung 182 Herzdilatation 128. 136 Herzentzündung 131 Herzerweiterung, active 128
—nbsp; passive 128 Herzhypertrophie 128
—nbsp; compensatorische 129
—nbsp; einfache 128 Herzklappenfohler 135 Herzklopfen 55. 180. 184 Herzkrankheiten 128 Herzmittel 181 Herzmuskelentzündung 131 Herzverfettung 37 Herzvergrösserung 128 Hülsenwurm 91 Hundeelend 1 Hundekranklieit 1 Hunderotlauf 1 Hunderotz 1 Hundeseuche 1 Hundswut 15 Hundewurm 91 Hungerräude 83
Husten 45. 47
—nbsp; Mittel dagegen 10. 46. 49 Hydrämie 108. 112 Hydrooephalus chronicus 150 Hydrups, universeller 107 Hydrothorax 6laquo;. 107
I.
Icterus 96
Incontlnentia urinae 152 Indigestion 77
o.
Gastrioismus 77
Gastrische Form der Staupe 2
Gastritis, acuta catarrhalis 77
—nbsp; clironica catarrhalis 79 Gastro-Enterltls 81
—nbsp; catarrhalis acuta 77
-------chronica 79. 88
Gastrosls 77 Gehirmtnämio 139. 141 Gehirnapoplexie 145 Gehirnblutung 145 Gehirndepressiou 148 Gehirnentzündung 147 GehirnhautentKUudung 148 Gchirnhyperämie 141
—nbsp; active 141
—nbsp; congestive 141
—nbsp; passive 141 Gehirnkongestlon 141 Gehirnkrankhelten 141 Gehirnlähmung 159 Gehirnreizung 149 Gehirnschlag 145 Gehlrmvassorsucht 150 Gelbsucht cf. Icterus 96 Gelenkrheumatismus 20 Glatzflechte 177. 185 Glykosurle 37 Grabmilben 180
H.
Haarausfall 176 Haarsackmilben 184 Habituelle Veistopfung 85 Hämaturie 122. 126 Häinophille 35 Hämorrhagie cerebrl 145 Halsentzündung 44 Halsbräune 73 Halsflstel 76
Harnblasenausspülnng 121 Harnblasenblutung 122 Harnblasenmittel 121 Harnblasenuutzünduug 118 llaniblascnkatarrh 118
F.
Kavua 179 Fallsucht 154 Fettflechte 167 Fettleibigkeit 86 Fetträude 167 Fettsucht 36 Fischvergiftung 29 Flechte 167
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Infektionskrankheiten l. Insutflc.icnz der Aorton-
klappen israquo;
- der Mitralklappe 130
—nbsp; der Pnlmonalklaiiiicn 139
—nbsp; der Mcmilunaiklappen 1118
—nbsp; dor Trlciispidalis I:1H Intoxikationen 2raquo; Iscliurie 124
L.
Lftlininng dor Blase 123
—nbsp; des Uetrusur urlnae 123
—nbsp; der Kaumuskeln 146
—nbsp; del' Lippen 147
—nbsp; der Nachhand 130. 160 ~ des Sphincter vesicac 12!1
—nbsp; der Zunge 140 Laryngitis 44
—nbsp; catiirrlialis acuta 44
------- chronica 47
Laune 15
Loptonieningitis cf. Ence­phalitis 147
Leukämie 34. 54 Liiftröhronkatarrh 49 Lumbago rheumatlca 161 Lungenbrand 59 Lungoncarclnom 63 Lungoneinphysem 54. 129 Lungenentzündung 57
—nbsp; chronischo, interstitlelle 61
—nbsp; durch Kinguss 60
—nbsp; durch Fremdkörper 59
—nbsp; katarrhalische 58
—nbsp; traumattsuhe 60 LungenhypormEinie 55. 137
—nbsp; active 55
—nbsp; passive 50 LungcngeschwiUsto 62 Lnngoninduration 61 Limgenkongestion 55 Lungenkrebs 63 Lungenödem 50 Lungenphthise 61 Lungensarkoine 63 Lungentuberkulose 2:) Lungentuinoren laquo;2 Lyssa 15
Milzbrand 26 MilzHChweliung 12 Mltvalisinsufliciunz 136 Monoplcgie 146 Mumps 71 Mundfäule 69 Muskelentzündiing, rhounin-
tisciio 160 Miiskelkräinpfo 151 Muskeirheumatismus 160 Muskelschmerzen 160 Myelitis 151 — spinulis 151 Myelo-Meningltls 151 Myocarditis 131 Myositis rlieumatica 160
K.
KarbolsiiHrovorgiltunt' 171 Karbunkel 27 Katarrhallleber 1 KauUrämpfe 155 Kelilkoiifkatarrli, acuter 44
—nbsp; chronischer 47 Klappenfehler 135 Knooneuwelobe 162
Kohlensäure-Intoxication 52 Konstitutionelle Krank-
lielten 33 Konvulsionen 116. 149 Kopiostase 1B2 Koterhrechon 89 Kotstauung 85. 152 Kotstrang 86 Kranipfhusten 44. 47 Krämpfe,
allgemeine 116. 143. 155
—nbsp; epileptiformo 7 Krankheiten des Bauchfells 101
—nbsp; der Bewegungsorgane 159
—nbsp; der Digestionsorgane 68
—nbsp; des (iehlrns und seiner Häute 141
—nbsp; der Harnblase 118
—nbsp; der Harnorgaue 111
—nbsp; der Haut 166
—nbsp; des Herzens 128
—nbsp; der oberen Luftwege 89
—nbsp; der Lunge 55
—nbsp; des Magen- und Darm-kanales 77
—nbsp; der Nasenschlelmhaut 119
—nbsp; des Nervensystems 141
—nbsp; der Nieren 1U
—nbsp; der Resplratlonsorgano 39
—nbsp; des Rückenmarks und seiner Häute 151
—nbsp; des Schlundes 74
—nbsp; der Speiseröhre 71 Krebs der Lunge 63
des Peritoneum 108
—nbsp; der Pleura 64 Kreunschwäche 152 Kreuzläbinung 152
Nasenaustluss 3 Nasenbluten 41 Nascnkatanii 89 Nasensclileiuihaut-entziindung 39 Nasse Räude 181 Nephritis, acute 112
—nbsp; chronische 115 Nervcnsohlag 143 Nervöse Staupe 6 Nesseliieber 172 Nosselsucht 172 Nierenblutungen 137 Nierenentzündung, acute 112
—nbsp; chronische 116 Nierenkrankheiten Hl Nierenhypcrämic 111 Nierenhypeiämic, active 111
—nbsp; congestive 111
—nbsp; passive HI Nierensteine 118. 125
M.
Magenkatarrh, acuter 77
—nbsp; chronischer 79 Magendanncntziinduiig 86 Magondarnikatarrh, acuter 81
—nbsp; clironischer 83 Magenentzündung, auuto 77
- chronische 79 Magenmittol 7raquo; Mastdarmentzündung 88 Maulfaule 69
.Maiilraquo;chleiinhautcntziindung 6. 68
—nbsp; geschwürlgc 69 Meliturle raquo;7 Meningitis 147
—nbsp; splnalis 151 Mcteorisiuus 103
o.
Obesitas 3li Obstipation 85
—nbsp; habituelle 85 Obstructio alvl 85 übturatlonstenosen des
Schlundes 75 Oesophagltis 75 Oesophagotomie 76 Ühnmacht 143 Ohrspeiclicldrüscnentzündung
71 Omatitis, acuta 77
—nbsp; chronica 79 Oxynrcn 92
Oxyuris vermicularis 92
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— 191
P.
Pacliyniciiingilis 147
Paralyse der Nacliliaml 163
Paraplegic 152
Parasiten im DarmUanale 90
Parese dor Naeli hand 7.150.152
Parotitis 71
Pentastoma taenioliles 12. 154
Perforations-Peritonitis 'J4.101
Porlbroncliitis 54
Pericarditis 182
Peritonitis, acuta 101
—nbsp; elironica 1011 Pfrlemcnscliwanze 02 Pliaryngitis 7raquo; Pljthisis pulraonuni ill Pliosiiliorvergiftung 81 Pignieutablagerungen in der
Haut 17(i Pletliora 148 Pleuritis, acuta 88
—nbsp; carcinomatosa (H
—nbsp; elironica 88
—nbsp; sarcomatosa 84 Pneuinonle 57
—nbsp; clironlsolie intcrstltielle 61
—nbsp; Kinguss 60
—nbsp; Prenulkorper 59
—nbsp; katarrljalisclie 58
—nbsp; trauinatischc 60 Polyarthritis rhcuinatioa 20 Polyurie 112
Proctitis 88 Prozesslonsraupc 172 Pseudoleukiiinlo 84 Ptomainevergiftung 28 I'tosis 29
Pulmonale Form der Staupe 2 Pustulöses Exanthem der
Staupe 4 Pyämie 14. 22
Reizhuston 47
Itetontio urinae 152
Rheumatismus muscuiaiis 160
Rhinitis 8raquo;
— catarrhalis acuta 39
-------chroiilca 89
Ringlleclite 177 Rippenfellentzündung 83 Rosenkranz, rachitischer 103 Rotz 1
RUckeullechte 167 Ruckcnmarkentzündung 151 Ilüc.keuraarkerscliüttoruiig 151 Rilckonmarkshautentzündung
151 RUckenmarkslähinung 152
Staunngslkterus 98 Stenose des Ostiums der Aortenklappen 189
---------------Mitralklappen 137
-------— — Pulmonalklappen
139 -------#9632;------Triüuspidalis 188
—nbsp; des Schlundes 74 Stille Wut 18 Stoniachlca 79 Stomakace 89 Stomatitis catarrhalis 6. 68
—nbsp; ulcerosa 69 Strangiirle 124 Strycliuinvergiftung 82 Sucht 1
Synkope 148
Sähelheine 163 Salzllechte 167 Sarcomatose der l,unge 47. 68
—nbsp;- des Perltonäum 108
—nbsp; der Pleura 47 Sarcoptesmilhen 180 Sarcoptcsräude 180 Sarcoptes squainlferus 180 Schinnen 181 Sebeintod 143 Schlaganfall 146 SiOilaglluss 146 Soliüngkrampf 17 Schlunilcntzundiing 75 Scldundkopfentzündung 78 Schlundpei filiation 75 Sclilundschnitt 76 Schmarotzer Im Darm 90 Schnupfen 39 Sclinimpfniere 116 Sehlippenflechte 170 Schwächezustände der Harn-
lilase 121 Schwindel 137. 139 Sephtiimie 12 Sepsis intcstiualis 23 Septicämie 12
—nbsp; einfache 13. 71
—nbsp; speeifische 13 Seuche 1
Speicheldrüsenentzilnduiig 71 Speicheltreibende Mittel 114 Spniwürmer 92
Staupe 1
—nbsp; exanthematische 7
—nbsp; katarrhalische 5. 8
—nbsp; nervöse 6 Staupeexauthein 7 Staupe, Impfungen 1
—nbsp; nbsp; nbsp;Inkuhatioiiszeit 1
T.
Tabes dorsalis, of, Myelitis
spinalis 151 Taenia coeuurus 92
—nbsp; cucumerina 91
—nbsp; ecliinococcus 91
—nbsp; inarglnata 92 'renesimis 83 Tollwut 15 Tracheitis 49
Trichopliytou tonsurans 177 Trominelsucht 108 Tuberkel 24 Tuberkulose 28 Tympanitis 108
u.
Ueherlutterung, Of. Indi­gestion 77 llramie 124
Urinieren, vermehrtes 112 — tröpfelndes 188 Urethrotomie 126 Urticaria 178
Quaddelaussclilap Quaddeln 178
R.
liabies 15
Haclienentzündung 78 Eachenkatarrh 73 Raclienschleiiuliaut-
entzündung 73 Uadeseuchc 1 Hachitis 51. 182 Itiiudo isii Ilelloxepilepsic 91. 151. 158
V.
Venenpuls 138. 188 Verblutung 145 Vergiftungen 28
—nbsp; mit Arsenik 30 Vergiftung mit Chloroform 81 -------Jodoform 31
#9632; — Karhnlsänre 31
—nbsp; nbsp;— Morphium 81
ocr page 200
192 —
Vergiftung mit Phosphor 31
------Ptomainen 29
------Strychnin 32
------verdorbenem Fleisch 29
Vergrösserung des
Herzens 128 Vevscliliessung des
Darmes 89 Versoliluckimeumonie 59. 74 Versehluolito Kronidkiirper m Verstopfung 85 — falsche 85 Vertigo 137. 139
w.
Wabengriiid 179 Wasserscheu 15 Wassersucht, allgeineino 107 Wirbel brach 151 Wirbelfraktur 151 Wurmmittel 96 Wurstvergiftung 29. 173 Würmer im Darinkaiiale ito Wut 15
—nbsp; rasende n
—nbsp; stille 18
Wutgift 16 Wutkrankhoit 15
/.
Zeigerbewegungen 7 Zerrelssung der Harnblase 124 Ziegenpeter 71
Züokorbarnrnlu' i)7
Zwangsbewegungen 7.146.149 Zuckungen der Extremitäten
3. 14laquo;
Druck von H'.dmund Stein in Potsdam.
l6*r
ocr page 201
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