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BIBUOTHEEK UNIVERSITEIT UTRECHT
2911 026 3
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LEHRBUCH
DER
AUaENHEILKUNDE
FUR
THI ERÄRZTE
VON
Dr. H. MÖLLER,
PEOFESSOE AN DEE THIERÄßZTLICHEX HOCHSCHULE ZU BEUL1N.
MIT 30 ABBILDUNGEN UND 2 i'ARBENTAFELN.
STUTTGART. VERLAG VON FERDINAND ENKE
1889.
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Druck von Gebrüder ErSnei in Sinti gart.
J.
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Vorwort.
Ubgleich die Augenkrankheiten der Thiere wohl niemals die hohe Bedeutung erlangen werden, welche ihnen beim Menschen zukommt, so sind sie doch häufig Gegenstand ein­gehender, sachverständiger Beurtheilnng und Behandlung. Von dem Gesundheitszustände ihrer Augen hängt die Brauch­barkeit der meisten Luxus- wie Nutzthiere ab, wesshalb gewisse Augenleiden, insofern sie sich vererben, die mit solchen behaf­teten Thiero von der Zucht ausschliessen müssen. Im Pferde­handel werden Augenfehler häufig Gegenstand des Rechts­streites: das gestörte Sehvermögen eines werthvollen Liehlings-thieres macht seinem Besitzer oft schwere Sorgen.
Trotzdem wurde der Thieraugenlehre erst in neuerer Zeit die verdiente Aufmerksamkeit zu Theil. Dies lag vor­nehmlich darin begründet, dass man nur wenige Augen­krankheiten bei den Thieren genauer zu erkennen und zu beurtheilen im Stande war. Mit der Einführung des Augen­spiegels als Hilfsmittel der Untersuchung in dem letzten Jahrzehnt trat die thierärztliche Augenheilkunde in ein neues Entwickelungsstadium ein, und die nunmehr von ver­schiedenen Seiten in Angriff genommenen Forschungen ver­schafften ihr bald eine wissenschaftliche Unterlage. Männer wie Bayer, Berlin, Eversbusch, Hirschberg, Nagel und viele Andere haben sich um diesen Zweig unserer Wissenschaft
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1 'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Vorwort.
hohe Verdienste erworben. Leider blieben ihre Arbeiten bisher in der Literatur so zerstreut, dass sie dem Praktiker und Studirenden nur wenig zu Gute kamen. Als Vertreter des betreftenden Lehrfaches an der hiesigen Hochschule habe ich diese Unzulänglichkeit oft empfunden; auch bin ich von verschiedenen Seiten aufgemuntert worden, ihr zu begegnen. Da ich mich seil einer Reihe von Jahren mit den Augen­krankheiten namentlich der Pferde und Hunde praktisch beschäftigt habe, so entschloss ich mich, jenen Anregungen zu folgen, indem ich die Ergebnisse der neueren Forschungen in Verbindung mit den eigenen Erfahrungen auf diesem Ge­biete sammelte und in der vorliegenden Schrift veröffentlichte.
Aus der Fülle des literarischen Stoffes das Richtige und Wichtigste auszuwählen, erwies sich als eine überaus schwierige und mühevolle Arbeit, um so mehr, als manche der älteren Mittheilungen einer genauen Beschreibung und der wlinschenswcrthen Deutlichkeit ermangelten. Gern gebe ich daher zu, dass vielleicht auch werthvolles Material dabei von mir übergangen, anderes nicht zutreffend gedeutet sein könnte. Um jedem Fachgenossen die Möglichkeit zu bieten, diese Frage selbst zu prüfen, habe ich die literarischen Quellen, von den bekannten Lehrbüchern abgesehen, bei­gefügt.
Berlin, 2. März 1889.
H. Möller.
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Inhalt.
Seite
Einleitung....................nbsp; nbsp; nbsp; 1
I. Die Erkrankungen der äusseren Augenhaut........nbsp; nbsp; nbsp; 5
A.nbsp; Krankheiteo der Cornea..........nbsp; nbsp; nbsp; 5
1.nbsp; Wunden der Cornea............nbsp; nbsp; nbsp;7
2.nbsp; Entzündung der Cornea..........nbsp; nbsp; 1!
a)nbsp; nbsp;OberlUU-hlielu' Entzündung der Cornea . . .nbsp; nbsp;
b)nbsp; nbsp;Entzündung der Eigenschicht der Cornea . .nbsp; nbsp; 17
3.nbsp; Hornhautgeschwür............nbsp; nbsp; 20
4.nbsp; Trübimg der Hornhaut...........nbsp; nbsp; 23
5.nbsp; Hornhautstaphylom............nbsp; nbsp; 2(5
6.nbsp; Keratoconus...............nbsp; nbsp; 27
7.nbsp; Hornluuitlislel..............nbsp; nbsp; 28
8.nbsp; Neubildungen an der Hornhaut........nbsp; nbsp; 28
B.nbsp; nbsp;Krankheiten der Sclera . , .......nbsp; nbsp; 30
1.nbsp; Wunden und Verletzungen.........nbsp; nbsp; 31
2.nbsp; Entzündung der Sclera...........nbsp; nbsp; 32
II. Erkrankungen der mittleren Augenhaut.........nbsp; nbsp; 33
A.nbsp;Entzündung der Regenbogenhaut.....nbsp; nbsp; 33
1.nbsp; nbsp;Iritis idiopathica (plastica).........nbsp; nbsp; 34
2.nbsp; Iritis traumatica.............nbsp; nbsp; 38
3.nbsp; Iritis symptomatica............nbsp; nbsp; 4b
4.nbsp; Membrana puplllaris perseverans.......nbsp; nbsp; 43
•quot;gt;. Pupillarverschluss.............nbsp; nbsp; 44
6. Spaltbildung des Auges...........nbsp; nbsp; 47
B.nbsp; nbsp;Entzündung des Ciliarkörpers.......nbsp; nbsp; 4b
C.nbsp; Entzündung der Aderhaui.........nbsp; nbsp; öl
D.nbsp; Ir 1 d och o ri oid i ti s.............nbsp; nbsp; 55
E.nbsp; Panophthalmitis . . . ........nbsp; nbsp; 57
F.nbsp; Mondblindheit..............nbsp; nbsp; 60
G.nbsp; Tu nm reu am Cvealtractus.........nbsp; nbsp; 83
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VInbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;[nhalt.
Seite
III.nbsp; nbsp;Erkrankungen der Netzhaut und der Sehnerven......nbsp; nbsp; nbsp; 85
1.nbsp; nbsp;Entzündung der Netzhaut...........nbsp; nbsp; nbsp;89
2.nbsp; Neuroretinitis................nbsp; nbsp; nbsp;9quot;2
#9632;i. Retrobulbäre Neuritis.............nbsp; nbsp; nbsp;97
4. Netzhautablösungen..............nbsp; nbsp; 100
ö. Netzhautblutungen..............nbsp; nbsp; 105
ti. Der schwarze Staar..............nbsp; nbsp; 107
7. Tumoren der Retina.............nbsp; nbsp; 118
IV.nbsp; nbsp;Erkrankungen der Krystalllinse...........nbsp; nbsp; nbsp;118
Der graue .Slam-................nbsp; nbsp; 118
V.nbsp; nbsp;Krankheiten des Glaskörpers............nbsp; nbsp; nbsp;138
1.nbsp; Arieria hyaloidea persistens..........nbsp; nbsp; 139
2.nbsp; GlaskiJriiertriUmngen.............nbsp; nbsp; 139
Vi. Glaucom und Hydrophthalmus............nbsp; nbsp; 148
i. Glaucom..................nbsp; nbsp; 14:!
2. Augapfelwassersucht.............nbsp; nbsp; 156
VII. Erkrankungen der Schutzorgane des Auges.......nbsp; nbsp; nbsp;161
A.nbsp; nbsp;Krankheiten der Bindehaut .......nbsp; nbsp;
1.nbsp; nbsp;Entzündung der Bindehaut.........nbsp; nbsp; 161
a) Bindehautcatarrh...........nbsp; nbsp; lti:'
l.i Eiterige Entzündung der Bindehaut ....nbsp; nbsp; 166
c i Diphtheritische Entzündung der Bindehautnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;170
dl Conjunctivitis parenchymatosa......nbsp; nbsp; 171
e) Conjunctivitis follicularis........nbsp; nbsp; M'-'gt;
2.nbsp; nbsp;Neubildungen an der Bindehaut.......nbsp; nbsp; 175
3.nbsp; nbsp;Krankheitszustände des dritten Augenlides . . .nbsp; nbsp; 176
in Verwundungen der Nickhaut......nbsp; nbsp; 171)
10 Verdicknngen und Neubildungen an der Nick­haut ...............nbsp; nbsp; 176
e) Vorfall der Nickhaut.........nbsp; nbsp; 177
B.nbsp; Krankheiten derThränenorgane.....nbsp; nbsp; 177
1.nbsp; Entzündung des Thränensackes.......nbsp; nbsp; 177
2.nbsp; nbsp;Verschluss der- Thränenkanals........nbsp; nbsp; 179
3.nbsp; Thranenfistel..............nbsp; nbsp; 180
4.nbsp; Neubildungen an der Thränenkarunkel.....nbsp; nbsp; 181
C.nbsp; Krankheiten der Augenlider.......nbsp; nbsp; 182
1.nbsp; Wunden der Augenlider..........nbsp; nbsp; 182
2.nbsp; nbsp;Entzündung der Augenlider.........nbsp; nbsp; 184
3.nbsp; nbsp;ümstülpung des Lidrandes (Ectropinm und Entro-pium)................nbsp; nbsp; nbsp;18:.gt;
4.nbsp; Verwachsung der Augenlider........nbsp; nbsp; 188
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Inhalt.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; VII
Seite
5.nbsp; nbsp;Ptosis.................nbsp; nbsp; 189
6.nbsp; Tumoren an rlen Augeulidem........nbsp; nbsp; 189
D. Krankh eit en der 0rbita.........nbsp; nbsp; 189
1. Verletzungen an der Orbita.........nbsp; nbsp; lf)l
a)nbsp; Fracturen der Knochen der Orbita ....nbsp; nbsp; 191
b)nbsp; Quetschungen und Verwundungen ....nbsp; nbsp; 192 #9632;gt;. Geschwülste der Orbita..........nbsp; nbsp; 194
3.nbsp; nbsp;Vorfall des Augapfels (Exophthaltmis).....nbsp; nbsp; 196
4.nbsp; .Schielen................nbsp; nbsp; 200
5.nbsp; Nystagmus...............nbsp; nbsp; 202
VIII. Thierische Parasiten des Auges...........nbsp; nbsp; 203
1.nbsp; Filaria papillosa im Attge...........nbsp; nbsp; 203
2.nbsp; Filaria laorymalis..............nbsp; nbsp; 20t)
3.nbsp; Cysöcercus.................nbsp; nbsp; 206
IX.nbsp; Sehstörungen durch Anomalien der Accommodation und Refrac-
tion sowie durch Astigmatismus..........nbsp; nbsp; 207
X.nbsp; Die Augenuntersuchung..............nbsp; nbsp; 213
A.nbsp; Die Untersuchung ohne besondere Hilfsmittelnbsp; nbsp; 213
B.nbsp; Die Untersncliung mit focaler Beleuchtung . .nbsp; nbsp; 223
C.nbsp; Die Untersuchung mil dem Augenspiegel . . .nbsp; nbsp; 25ö
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Einleitung.
JNicht allein die Art der Erkrankungen, sondern auch die Beurtheilung und Behandlung der einzelnen Leiden hängt in erster Linie von der Natur der einwirkenden Schädlichkeit und von der anatomischen Einrichtung des betreffenden Or-ganes ab. Dieser Satz gilt auch für die Krankheiten des Auges. Die Ursachen derselben lassen sich in 4 (Truppen bringen:
1.nbsp; nbsp; Mechanische Insulte. Schon die Haltung und wirthschaftliche Ausnutzung der Thiere bietet vielfältig Ge­legenheit zu Verletzungen an den Augen. Geschirrthoile, Peitsche, Futterstoffe, besonders Rauhfutter kommen mit den empfindlichen Abschnitten des Auges in Berührung und rufen mehr oder weniger heftige, oft mit Continuitätstrennungen verbundene Entzündungen des Organes hervor. Im gegen­seitigen Kampf und Spiel werden durch Beisson, Stossen, Kratzen Verletzungen des Auges hervorgerufen. Fremdkörper gelangen zufällig in den C'onjunctivalsack, bleiben hier liegen und veranlassen eine Entzündung der Bindehaut, nicht selten auch der Cornea. Tiefer gehende Verletzungen der Cornea oder Sclera führen nicht nur den Verlust des Sehvermögens, sondern auch des Augapfels herbei.
2.nbsp; nbsp;Chemische Ursachen. Hierher gehört namentlich Staub von scharf reizender Beschaffenheit, wie z. B. Kalk,
.Müller, TMerärztl. ^ngenbeilkunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1
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2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Einleitung.
der in Kalkbrennereien und bei anderen Gelegenheiten in die Augen der Thiere gelangt und mehr oder weniger heftige Entzündungen der Bindehaut und Cornea zur Folge hat. Gleiche Wirkungen haben zuweilen unzweckmässig zusammen­gesetzte Augenwässer oder Salben, die, zur Heilung der Augen­leiden angewendet, diese nur unterhalten. Bei entzündlichen Zustünden an den Augen üben reizende Gase, wie das Am­moniak des Stalles, nachtheiligen Einfluss aus.
3.nbsp; Physikalische Schädlichkeiten. Durch plötzliche Abkühlung des erhitzten Körpers, sowie durch directe Ein­wirkung kalter Winde auf das Auge können entzündliche Erkrankungen desselben hervorgerufen werden (Erkältung). Intensive Lichteinwirkung und namentlich greller Lichtwechsel veranlassen zwar in der Regel keine entzündliche Erkran­kungen, wohl aber können sie vorübergehende Sehstörungen hervorrufen. Sobald die beim Sehen activ betheiligten Organe im Auge an entzündlichen Störungen leiden, werden solche Lichteinwirkungen leicht nachtheilig.
4.nbsp; nbsp;Specifische Krankheitserreger. Auch bei den Tliieren sehen wir im Verlaufe einer Reihe von Infections-krankheiten Augenentzündungen auftreten, wie bei der Druse und Brustseuche der Pferde, der Rinderpest, den Pocken, Aphthen und anderen Leiden der Wiederkäuer, sowie auch bei der Staupe der Fleischfresser. Offenbar wirkt hier die­selbe pathogeue Substanz, welche das Grundleiden hervorruft, und gelangt entweder von aussen an die Augen, wie bei der Staupe der Hunde, oder die Verbreitung des Krankheitsstoffes findet mit der Blutcirculation statt. Der letztere Verbrei-tungsweg dürfte namentlich da anzunehmen sein, wo die Binnenorgane (Uvealtractus, Retina) zuerst erkranken, wie es bei der Brustseuche der Fall zu sein pflegt. Auf dem Wege der Infection kommen auch selbständige Augenentzündungen zu Stande. Zu diesen gehört ohne Zweifel die ansteckende Bindehautentzündung, welche bei Rindern und Hunden, sel­tener bei den anderen Thierarten beobachtet wird. Hierher muss wahrscheinlich auch die. Mondblindheit der Pferde ge-
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h \
Einleitung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 3
I' rechnet werden. Gerade diese Krankheitszustände nehmen in neuerer Zeit in hohem Masse unser Interesse in Anspruch.
Die Bedeutung der einzelnen Augenleiden ist ausser-ordentlich verschieden. Es gibt solche, die als absolut un­gefährlich angesehen werden können, aber auch Krankheits-zustämle, die regelmässig mit Vernichtung des Sehvermögens und selbst des Augapfels abschliessen. Zwischen diesen beiden Extremen liegen zahlreiche Mittelstufen. Lebensgefährlich werden Augenleiden bei unseren Thieren seltener als beim M enschen.
In erster Linie hängt die Bedeutung von dem Sitze des Leidens und von dem Eiufluss des erkrankten Augenabschnittes auf das Sehvermögen ab. Hierbei spielt ferner die Krank­heitsursache und der Grad des Leidens eine grosse Rolle. Die anatomische Einrichtung und physiologische Bedeutung der einzelnen Abschnitte des Auges übt nicht nur auf die Entstehung, sondern auch auf den Verlauf und die Folge­zustände der Krankheitsprocesse einen hervorragenden Ein-fluss aus. Deshalb entspricht es nicht nur dem wissenschaft­lichen Interesse, sondern auch den praktischen Bedliifhisseu. die Augenkrankheiten vom anatomischen Standpunkte zu be­trachten, wie es in dem Nachtolgenden geschehen ist.
Die Behandlung muss sich in erster Linie gegen die krankmachenden Einflüsse richten. Zuweilen gestaltet sich diese Aufgabe leicht. Fremdkörper lassen sich unter Um­ständen (dme Schwierigkeiten entfernen. Infectionsstoffe zu beseitigen oder unschädlich zu machen, ist in der Regel nur an den äusseren Theilen des Auges möglich, aber auch hier durch die grosse Empfindlichkeit der Cornea gegen chemische Agentien erschwert. Bei der Auswahl der Mittel und ihrer Concentration muss daher stets mit diesem Factor gerechnet werden.
Bei der Behandlung ist ferner zu berücksichtigen, dass selbst physiologische Reize, welche das gesunde Auge leicht erträgt, an dem kranken nachtheilig werden können. Bei Erkrankungen der Binnenorgane des Augapfels, insbesondere
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4nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Einleitung.
der beim Sehen :ictiv betheiligten Apparate, wie der Netzhaut, Iris und des Ciliarkörpers, üben intensive Lichteinwirkungen,
namentlich greller Lichtwechsel, stets einen schädlichen Ein-fhiss auf den Ablauf acuter Entzündungsprocesse aus. Wie an anderen Organen fördert möglichste Kühe die reparatori-sehen Vorgänge und begünstigt somit den Heilungsprocess. Die hierbei regelmiissig auftretende Lichtscheu deutet schon auf diese Aufgaben der Therapie hin. Wir lassen das kranke Auge mit einem Tuch bedecken oder geben dem Thier einen dunklen Stall und Ruhe. Dasselbe gilt von der Einwirkung unreiner Luft; Staub und reizende Gase sind von dem er­krankten Organe möglichst abzuhalten.
Acute Entzündungen der Binnenorgane verlangen Fern­haltung aller Einflüsse, welche im Staude sind, Circulations-störungen in denselben hervorzurufen oder die schon bestehenden zu steigern. Eng anliegende Geschirrtheile, Kummete sind zu vermeiden; mit körperlichen Anstrengungen sind solche Thiere zu verschonen. Auch empfiehlt sich für eine rcgel-mässige und leichte Defäcation Sorge zu tragen, da die an­dauernde Wirkung der Bauchpresse Blutstauungen in dem erkrankten Auge zur Folge hat. Im Uebrigen richtet sieh die Behandlung nach dem Sitze und der Natur des Leidens.
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I, Die Erkrankungen der äusseren Augenhaut.
Die änssere Augenhaut (Tunica externa) besteht aus der Cornea und Sclera. Sie geben dem Augapfel seine Form, schliessen die für das Sehen wichtigen Organe ein und ver­halten sich zum Augapfel wie Uhrglas und Gehäuse zur Uhr: die Cornea, ausgezeichnet durch ihre transparente Beschaffen­heit, entspricht dem ührglase, während die sehnig glänzende Sclera mit dem metallenen Gehäuse der Uhr zu vergleichen ist. Beide Abschnitte der äusseren Augenhaut zeichnen sich durch einen derben, festen Bau ans: ihre Elasticität ist sehr gering, Grosse und Form des Bulbus sind daher wenig Schwan­kungen unterworfen. Die Cornea führt nur an ihrem Rande Blutgefässe, da, wo sie der Sclera eingefügt ist: diese ist ebenfalls an Blutgefässen sehr arm. Die anatomische Einrichtung und der Mangel an Blutgefässen verleiht den Erkrankungen der äusseren Haut Eigenthümlichkeiton sowohl in dem Auftreten wie im Verlauf. Aus naheliegenden Grün­den nehmen die Krankheitszustäude der Cornea ein bei weitem grösseres Interesse in Anspruch als die der Sclera, und sollen daher hier zunächst Berücksichtigung finden.
A. Ei'ankheiten der Cornea.
Anatomie. Die Cornea bildet eine unmittelbare Fortsetzung der Sclerotica, docli steht sie auch mit der Conjunctiva und dem Uveal-tractus in Verbindung. Von der vorderen zur hinteren Fluche lassen sich 3 .Schichten an derselben unterscheiden :
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Hornhaut.
I. Die Con j uncti vals chi oht, ein starkes Lager von I'lalten-eiiithel, dessen Zellen an der überlläclie der Hornhaut abgeplattet, aber kerahaltlg und nicht verhornt sind. Sie bildet eine unmittelbare Fort­setzung des Epithels der Bindehaut, und erklärt diese Einrichtung den häufigen üebertritt der Entzündiingsiirocesse von der einen zur anderen Membran (Fig. 1. 1).
2.nbsp; nbsp;Die Eigenschicht stellt eine Fortsetzung des Scleragewebes dar. macht den grössten Thcii der Cornea aus und bildet das Paren-
cliyni derselben. Sie besteht ans
Fiff. 1.
parallel zur Oberfläche gelagerten
Lamellen, die wiederum aus dicht liegenden Fibrillen bestehen. Eine Kittsubstanz verbindet Fibrillen bezw. Lamellen miteinander, enthält. indess Saftlücken, welche durch Fort­sätze miteinander in Verbindung stehen, so dass ein zusammenhän­gendes Caualsystem in dem Parent-chym der Hornhaut bestellt. In demselben liegen die Hornhautzellen, in ihm bewegt sich die Ernährungs-
[lüssigkeit für das Organ (Fig. 1, 3).
rHuvhscItmtt durcli die Cornea (u:\elt H ers i mg).
Zweierlei Hornhautzellen werden hier
angetroffen: die fixen Bindegewebs­zellen bilden eine cndotheliale Auskleidung des Canalsystems; dazu kommen Wanderzellen (Leucocyten). An der vorderen Fläche unter der Conjunctivalschicht ist das Gewebe so verdichtet, dass es eine struetur' lose Membran bildet (vordere Basal membran, Lamina elastica anterior s. Bowmani) (Fig. 1. 2). Beim Kochen gibt das Parenchym Chondrin.
3.nbsp; nbsp;Die Dvealschicht bildet die hintere, an die vordere Augen­kammer grenzende Schicht der Cornea. Sie besteht aus der hinteren, structurlosen, sehr elastischen Basalmembran (Descemefschen Haut), an deren überlläclie sich eine Lage polygonaler Endothelzellen llndet. Die üescemet'sche Haut geht in den Ciliarrand der Iris über und bildet den Iriswinkel der vorderen Augenkammer (Fig. 1, 4, 5).
Die Nerven der Cornea stammen von den Ciliarnerven und reichen bis in das vordere Epithel. Blutgel'ässe besitzt die Cornea nur in Ge­stalt der Handschlingeu, welche von den Ciliargelassen abstammen. Das Canalsystem des Parenchyms bildet zugleich seine Lympbgel'ässe.. Von diesen gehen auch die entzündlichen Ernährungsstörungen aus, erhalten aber durch Vascularisation von den Randschlingen aus weiteres Material. Nach den Versuchen Pflüger's (Einträufeln von Fluorescin in den Conjunctivalsack) geht der Säfteslrom vom Rande zum Centrum
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Hornhaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
der Cornea. Die oberflächlichen Schichten werden von der Conjunc­tiva, die liel'eren von der Sclern mit Ernülmingsmaterial versehen.
1. Wunden der Cornea,
Literatur. Steffen: Thierärztl. Mittheilgn. 1875. Dobrosmislow: Jahresbericht 1887. S. 55. Jewscjeuko: Jahresbericht 1887. Violet: Journal de raed. vet. 1885. Bay er : Oesterr. Zeitschrift für wissenschaftliche Veterinärmedizin 1888. Schlndelka: Zeit­schrift für vergl. Augenheilkunde 1885, S. 135.
Verletzungen der Cornea linden bei den Hansthieren recht häufig statt, und zwar durch Peitschenhiebe bei Arbeits-thieren, im Stalle durch Strohhalme, hartes Heu, Disteln, welche zufällig ins Auge kommen und die Cornea verletzen. Scharfe Gegenstände, wie Glas, Holzsplitter, spitze j^sägel kommen gelegentlich mit der Cornea so in Berührung, dass sie dieselbe verwunden. Hunde werden von Katzen hier ge­kratzt. Bei Reitpferden kommen zuweilen schwere Verwun­dungen der Cornea durch Säbel oder Säbelscheiden vor.
Nur scharfe Gegenstände führen zur Verletzuug der Coruea, stumpfe gleiten, ohne besonderen Nachtheil zu bringen, an dar glatten, widerstandsfälligen Oberfläche derselben ab. wenn sie nicht mit ungemeiner Schnelligkeit einwirken, wie z. B. die Schwinge der Peitsche.
Der Uinfaug solcher Verletzungen gestaltet sich verschie­den : bald ist nur die Conjunctivalschicht betroffen, Theile des Epithels werden abgelöst; nicht selten dringen Gegen­stände bis in die Parenchymschicht vor, zuweilen durch die­selbe hindurch bis in die vordere Augenkammer (perforirende Hornbautwunde).
Auch bei oberflächlichen Verletzungen tritt alsbald starker Lichtreiz hervor; das Auge wird geschlossen, und es findet starke Thränenabsonderung statt. Bei dem Vordringen des Nerven bis in das vordere Epithel erklärt sich diese Erschei­nung des Leidens.
Der Nachweis kleiner Verletzungen verlangt oft eine _genaue Untersuchung bei guter Erleuchtung. Man betrachte
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8nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Horahaut,
die Oberfläche der Cornea von verschiedenen Seiton. Kegel-mässig sind sie von Lichtreiz begleitet, wodurch die Unter-suchnng oft noch erschwert wird; Cocain findet alsdann vor-theilhat'te Anwendung.
Reicht die Verletzung bis in die tieferen Epithelschichten, so tritt bald eine Trübung und Schwellung der Umgebung ein. Hat Perforation der Cornea stattgefunden, so fliesst der Humor aqueus ab, und das Auge fällt zunächst zusammen, [n der Regel legt sich die Iris, welche mit dem Abfliessen der Augenflüssigkeit sich stark verengt, gegen die Perfora­tionsstelle und bewirkt Verschluss derselben, wonach sieh der Inhalt der vorderen Augenkammer bald ersetzt, während die Iris an der hinteren Fläche der Cornea liegen bleibt und mit derselben verklebt (vordere Synechie). Bei grösseren Horn-hautwunden wird die Iris nach Wiederfüllung der vorderen Augenkammer durch die Oeffnung in der Cornea nach aussen gedrängt (Irisvorfall).
Oberflächliche, d. h. nur das vordere Epithel betreffende Verletzungen der Cornea heilen meist in wenigen Tagen ohne Hinterlassung irgend welcher nachweisbaren Veränderungen, zuweilen ohne Auftreten irgend welcher Trübung. Sowie die Trennung bis in die Parenchymschicht reicht, verlangt die Heilung nicht nur eine längere Zeit, sondern auch compli-cirtere Vorgänge. Daher bleiben hier oft Trübungen zurück, indem das Narbengewebe nicht die Durchsichtigkeit der Horn-wand erlangt. So namentlich bei Pferden, während bei Hunden die Cornea ein ausserordentliches Restitutionsvermögen besitzt und oft nach grösseren Verletzungen ihre volle Pellucidität wieder erlangt.
Wie aber Narben an anderen Stellen mit der Zeit kleiner werden, so klären die hier zurückbleibenden Trübungen sich auch nach Wochen und Monaten allmählich auf. Die Basal-membranen ergänzen sich niemals wieder.
Tiefer in das Pareuchvm eindringende Hornhautwunden schliessen die Gefahr der späteren Perforation ein; diese ist stets vorhanden, sobald die Trennung bis auf die hintere Basal-
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Uoniliaut.
9
moinbnin reicht, welche sich dann auf dem Grunde der Wunde als eine durchsichtige Hervorwölbung bemerkbar macht.
Selbst ein leichter Druck auf das Auge oder Steigerung des intraocularen Druckes durch andere Umstünde kann ein Platzen der Membran und Ausfluss des Augenwassers zur Folge haben. Der Zustand stellt alsdann eine pert'orirende Wunde dar, welche meist zur eiterigen Erkrankung der Bin­nenorgane und Zerstörung nicht nur des Sehvermögens, son­dern auch des Bnlbus führt. Doch darf man die Hoffnung auf Erhaltung des Auges nicht gleich aufgeben. Eigene Be­obachtungen, sowie die Mittheilungen von Steffen, Dobros-mislow und anderen haben bewiesen, dass auch in solchen Fällen bei den Thieren nicht nur der Augapfel, sondern auch die Sehkraft des Auges unter Umständen noch erhalten werden kann. Am bedenklichsten sind Perforationen in der Mitte der Cornea und in der Nähe ihres Randes. Die ersteren, weil hier der Versdhluss durch die Iris oft ausbleibt, die letzteren, weil sich leicht eine Entzündung der Iris und des Ciliarkörpera ausbildet, die nicht selten auf die übrigen Binnenorgane des Auges übergreift und den Bulbus zerstört (Panophthalmitis).
Im günstigsten Falle schliesst sich beim Irisvorfall die Hornhautwunde durch Granulation, und die Iris wird wieder frei beweglich. Oft jedoch bleibt die Verbindung (vordere Syncchie) für immer bestehen. Zuweilen beginnt die gefass-reiche Iris in der Corneawunde zu wuchern und Granulationen zu bilden, welche an der vorderen Fläche der Cornea empor­wachsen. Das Irispigment gibt diesen als Iris-Staphylom bezeichneten Neubildungen meist ein braunschwarzes Aussehen.
Die Panophthalmitis spricht sich durch starke Anschwel­lung und eiterigen Ausfluss aus, dem sich bald die Linse und der Glaskörper beimischt.
Behandlung. Oberflächliche Wunden der Cornea heilen meist ohne Hilfe sicher und schnell; Defecte von mehreren Millimetern Umfang werden in wenigen Tagen ersetzt. Gegen starke Lichtscheu empfiehlt sich das Auge mit einem feuchten Tuch zu bedecken oder für einen dunklen Aufenthalt des
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10nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hornhaut.
Thierea zu sorgen. Audi können Instillationen von Cocain vortheilhaft werden.
Ebenso bedarf es bei der Verletzung der Eigenschicht oft keiner besonderen Medication, sondern nur der gleichen Massnahmen. Von den abfliessenden Secreten muss das Auge öfter am Tage gereinigt werden. Das Auftreten üppiger Granulationen verhindert schon der Druck der Augenlider; wo sie sich trotzdem einstellen, behandelt man sie mit Lapis infernalis. Gegen zurückgebliebene Verdunkelungen empfehlen sich Halben von Calomel oder Hydrargyrum oxydatum rubrum, auch flavum mit 10—2U Theilen Ugt. Vaselini oder Glycerini. Bei tieferen Verletzungen vermeide man vor allem Druck­wirkungen auf das Auge und suche durch Herbeiführung günstiger Bedingungen der Heilung Narbenbildung und Trü­bung der Cornea nach Möglichkeit zu beschränken. Wo die Defäcation erschwert, werden mit Vortheil leichte Abtuhr­mittel verabreicht. Die Verlöthungen der Iris mit der Cornea lassen sich zuweilen noch durch abwechselnde Anwendung von Atropin und Eserin lösen. Da nur die Eserinwirkung von Atropin, nicht aber umgekehrt die des Atropins vom Eserin aufgehoben wird, so beginne mau mit Eserin, und so­bald diese ausgiebig vorhanden, lasse man, wo erforderlich, Atropin folgen. Auch vermeide man grössere Mengen dieses Mittels bei tieferen Verletzungen, weil durch Atropin der iotra-ocnläre Druck gesteigert wird. Wo Perforation eingetreten ist, sind Antiscptica angezeigt: Sublimat 1 : 1000; Salicyl- und Car-bolsäure 1 : 100. Chlorwasser, um den Eiterungaprocess wenig­stens zu beschränken und die Panophthalmitis zurückzuhalten. Liegt ein grösscrer Theil der Iris vor, so kann derselbe mit der Schere entfernt werden, doch warte man damit einige Tage, bis Verlöthung derselben mit der Cornea erfolgt ist. Bei ruhigen Thieren empfiehlt sich das Auge zu verbinden: bei Pferden und Kindern gelingt unter Umständen das An­legen eines Heftpflasterverbandes. Anderenfalls wird das Auge mit einem feuchten Tuche bedeckt.
Zu vermeiden sind bei Corneawunden alle Mittel, welche
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Hornhaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;] ]
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unlösliche Bestandthcilo enthalten oder Niederschlüge hilden, z. B. Bleiacetat; welches mit der Kochsalz haltigen Thränen-flüssigkeit unlösliches Chlorblei liefert. Ehenso sind Blei-und Zinksalben zu vermeiden. Schon Her twig hat hierauf aufmerksam gemacht, und Violet konnte das Blei in den weissen Incrustationen der Cornea direct nachweisen, zum Theil auch durch Abschaben entfernen. Bayer hat neuer­dings durch Tätowirung der Cornea mit Bleisalbe diese Wir­kung direct nachgewiesen.
Sobald die Gefahr der Hornhautperforation vorliegt, em­pfiehlt sich, bei Pflanzenfressern, namentlich Pferden, weiche Nahrung, weil beim Kauen die vom Kronenfortsatz des Unter­kiefers ausgehende Druckwirkung leicht nachtheilig wird, in­dem sie die Perforation begünstigt.
2. Entzündung der Hornhaut. Keratitis.
Literatur. Gnilmot: Her. Rep. Bd. 25, S. 281. Fröhner: Her. Rep. Bd. 45, S. 217. Vogel: Massage. Stuttgart 1884. Bayer: Jahres­bericht 1880. S. 05. Schimmel: Jahresbericht 1887, S. 5ö. Fünf stück: Dresdener Berichte 1869, Klink: Dresdener Berichte 1801. Kayser: Adam's Wochenschrift 1877. Kotel-mann: Zeitschrift für vergl. Augenheilkunde 1885. S. 140. Eck: Magazin von Gurlt und llertwig Bd. 14, S. 506. May: Magazin von Gurlt und Hertwig Bd. 20, S. 181. Gurlt: Magazin von Gurlt und Hertwig Bd. 1, S. 18. Cagny: Jahresbericht 1885, S. 71. Nettelton: Jahresbericht 1885, S. 70. Labut: Jahres­bericht 1886, S. 91. Bell: Jahresbericht 1887, S. 55. Violet: #9632;Journal de nied. vet. 1885. Emmel: Thierärztl. Mittheilungen 1879, S. 93. Haltenhoff: Zeitschr. für vergl. Augenheilk.. VI, S. 71. li t u c k in üller: rathol. Anatomie S. 298 u. 856. Bouley : Bulletin 1885, S. 211.
Allgemeines. Man unterscheidet: entzündliche Pro-cesso in der Conjunetivalschicht: Keratitis s uper ficialis und solche im Parenchym der Cornea: Keratitis pro-funda s. parenchymatosa. Da die Lamina elastica an­terior an den entzündlichen Vorgängen keinen thätigen Au­theil nimmt, so erscheint diese Trennung natürlich; auch ist sie klinisch durchführbar und hat somit einen praktischen Werth.
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Hornhaut.
1)
tzürulücheii Vorgang
:e in
der Cornea gehen von
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den /.eiligen Elementen derselben aus and führen zu einer mehr oder weniger rapiden Vermehrung derselben. Ob diese durch Proliferation der vorhandenen Hornhautzellen oder durch Einwanderung zu Stande kommt, ist bisher nicht mit Sicher­heit entschieden, wahrscheinlich findet beides statt.
Bei der superficiellen Keratitis tritt lebhafte Wucherung des Epithels ein, wodurch die Oberfläche oft uneben wird (Fig. 2). Bald stellen sich Erhebungen, bald durch Zerfall Defecte ein. Wenn dies stellenweise, aber in grösserer Ausdeh-
Kovatiii.s superflcialis ilwanoff).
nung der Fall ist, so erscheint die Oberfläche der Hornhaut rauh; dem neugebildeten, wie auch dem entzündlich veränder­ten Material mangelt die, normale Einrichtung und Durch­sichtigkeit, die Cornea erscheint getrübt. Zuweilen kommt es zur Bildung von Eiter, der sich durch eine gelbe Farbe der Trübung zu erkennen gibt. Selten ist die Bildung von Bläschen an der Oberfläche der Cornea (Keratitis phlyc-taenulosa), doch hat man solche sowohl bei Hunden wie auch Pferden beobachtet. Bei den als l'hlyktänen an den Augen des Rindes in der Literatur beschriebenen Verände­rungen handelte es sich jedoch meist nicht um Bläschen,
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Hornhaut.
13
d. h. um einen Itauni mit wasserhelleni, klarem Inhalt, son­dern um kleine Abscesse in der Cornea. In diesen findet bei ulcerösen Processen ein allmählicher Zerfall statt, wodurch grössere Defeete entstehen können.
Die parencliyniatöse Keratitis führt zur Vermehrung der zelligen Elemente in der Eigenschicht der Hornhaut, ob durch Proliferation oder durch Einwanderung, bleibt auch hier da­hingestellt (Fig. 3). Die Zel­
Fis
len wirken wie in anderen Organen lösend, einschmel­zend, wodurch zunächst eine
Vergrösserung der normalen Spalträume eintritt. Ein solcher Zustand ist noch re­parabel, daher kann die Ent­zündung auch ohne Hinter­lassung dauernder Verände­rungen ablaufen. Doch dabei bleibt es oft nicht. Auch die Pibrillen und Lamellen werden unter Umständen zerstört und sind nicht zu
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ersetzen. Daher bleiben
hiernach meist Narben zu­rück, die durch ihre mangel­hafte Durchsichtigkeit mehr oder weniger Störungen in dem Sehvermögen hervor­rufen.
So lange die Gegenwart der Ivmphoiden Elemente im
(Jornealgewebe eine be-
Kinatitis pareuchymatosfi (Saemiscil).
schränkte ist und Zerfall noch nicht stattgefunden hat, nennt man den Zustand wie in anderen Organen eine Infiltration der Hornhaut; diese gibt sich je nach dem Grade der Füllung durch eine graublaue.
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1!nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hornhaut.
graue, schliessl ich weisse Trübung der Cornea zu erkennen. Sobald die Anhänfung so stark geworden, das Cornealgewebe zerstört und Bildung abnormer Hohlräume in grösserem Massstabe eingetreten ist, die mit lymphoiden Ele­menten angefüllt sind, spricht man von einem. Hornhaut-abscess. Hierbei erscheint die Trübung mehr gelb, grau­gelb, bei reinem Eiter oft strohgelb. In der Umgebung des Abscesses besteht Infiltration, doch setzen sich beide Zu­stände oft scharf von einander ab. Die Gestalt der Infiltra­tion, wie auch des Abscesses kann verschieden sein. Die Lagerung der Lamellen parallel zur Flüche der Cornea bringt es mit sich, dass beide oft strahlenförmig auftreten. Die Abscessbildung bringt weitere Gefahren mit sieh. Obgleich zuweilen Resorption des Inhalts beobachtet wird, so tritt doch meist Perforation ein. Erfolgt diese nach der vorderen Fläche der Hornhaut, so kann durch Granulationsbildung Heilung zu Stande kommen, zuweilen schliessen sich jedoch ulceröse Vorgänge an, welche zur Perforation der Cornea führen kön­nen. In anderen Fällen findet der Durchbrach an der hin­teren Fläche der Hornhaut statt und der Inhalt des Abscesses ergiesst sich in die vordere Aiigonkammer. Diesen Zustand bezeichnet man als Hypop von und die so verlaufende Horn­hautentzündung als Hypopyonkeratitis, ein bei Thieren im Ganzen seltener Vorgang, dessen Vorkommen manche sogar be­zweifeln. Zuweilen lässt sich vom Abscesse aus ein gelber Streifen nach unten verfolgen. Hierbei handelt es sich um eine Eiter-versenkung an der vorderen Fläche der Membrana Descemetii.
Auch diese Zustände können mit Erhaltung des Auges heilen, indem die Resorption des eiterigen Inhalts der vorderen Augenkammer von der Iris erfolgt.
Während der entzündliehen Vorgänge wird die Cornea oft von den Randgefässen aus vascularisirt. Die neugebildeten Blntgefässe dringen von der Peripherie nach dem Centrum der Cornea vor. Ein solcher Zustand, d. h. Trübung und gleichzeitige Vascularisation, wird als Pannus oder als Ke-ratitis pannosa bezeichnet.
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Hornhaut.
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a) Die oberflächliche Entzündung der Hornhaut (K er a tit is superficialis).
Sie kommt häutig und bei allen Thierarten vor, tritt bald partiell, bald diffus auf. Die partielle Form wird durch äussere Verletzungen, durch Reizwirkung des Entropiums, bei unvoll­ständigem Lidschluss (Lagophthalmus) der äusseren Luft ver-anlasst. Auch bei Gegenwart von Fiiaria lacrymalis wird diese Keratitisform beobachtet. Die diffuse Form ist meist Folge von Conjunctivitis, indem die eutzüiulliche Erkrankung des Conjunctivalepithels sich auf das der Cornea fortsetzt. So entstehen diffuse Trübungen der Cornea infolge von Binde-hantkatarrlien, wie solche nicht selten durch Erkältungen ver-anlasst werden. Daher sehen wir die Cornea regelmässig bei der infectiösen Conjunctivitis der Rinder und Schafe erkranken. Doch leidet hierbei auch das Parenchyra der Cornea.
Erscheinungen und Verlauf. Die Trübung ist graublau, grau oder grauweiss. Ausgebreitet über die ganze Cornea macht sie auf den Laien den Eindruck einer neuge-bildeten Haut. Sobald sich Defecte an der Vorderfläche der Cornea vorfinden, besteht auch Liehtreiz und Thränenfluss, Erscheinungen, die anderenfalls nicht selten fehlen. Hei par­tieller Erkrankung lässt sich oft die Schwellung des Epithels, sowie Defectbildung in demselben nachweisen, doch gehört zur Erkennung derselben eine zweckmässige Beleuchtung und ge­naue Untersuchung der Cornea. Von dem oberflächlichen Sitz einer Trübung überzeugt mau sich am besten durch Be­trachtung dos Auges von der Seite. Bei längerer Dauer des Leidens kommt es oft zur Vascularisation der Cornea, indem sich schon dein unbewaffneten Auge vom Rande ausgehende Blutgefässe bemerklich machen.
Diese Erscheinungen treten in der Regel plötzlich auf und können, so lange keine Vascularisation besteht, in wenigen Tagen wieder verschwinden. Je dunkler die Trübung, desto schwächer die Infiltration, und um so früher ist die Beseiti­gung derselben zu erwarten. Hellgraue und weisse Färbung
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](#9632;,nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hornhaut.
bildet ein Zeichen intensiver Veränderungen, welche daher längere Zeit zur Reparation verlangen; doch können auch solche in 8—14 Tagen wieder vollständig verschwinden. Zu­weilen bleiben Trübungen längere Zeit oder für immer zu­rück. Am vollständigsten pflegt die Rückbildung bei Hunden vor sich zu gehen, deren Cornea ein ansserordentliches Re­generationsvermögen besitzt. Auch die Blutgefässe bilden sich hier meist vollständig zurück; nur selten bleiben einzelne Gefässschlingeu als dauernde Andenken bestehen. ,
Während der Vascularisation der Cornea kommt es ge­legentlich zu Blutungen in derselben, welche nicht selten ein braunschwarzes Pigment hinterlassen.
Behandlung. Gegen die von der Conjunctiva aus­gehende Keratitis werden diejenigen Mittel angewendet, welche zur Beseitigung des Grundleidens dienen, wie Zincum sulfuricura, Älumen, Borax etc. (1 : 100). Fremdkörper suche man bald zu entfernen. Das Entropium muss operativ behandelt werden. Hiermit verlieren sich sowohl die entzündlichen Vorgänge wie auch die Cornealtrübung von selbst, wo nicht, da werden neben feuchter Wärme Salben von Calomel oder Hydrargyrum oxydatum rubrum 1:10 Paraffin angewendet. Gegen heftigen Lichtreiz empfiehlt sich ein Zusatz von Opium zum Augen­wasser, unter Umständen Cocain. Auch Antifebrin ist hier empfohlen. Zu den feuchten Umschlägen, welche ausser-ordentlich fördernd auf die Resolutionsvorgänge einwirken, können verdünnte Lösungen von Alkalien (0,5%) oder Sub­limat (1 : 2000) benutzt werden. Wo es zur Abscedirung nach aussen gekommen ist, sorge man für Reinlichkeit und wende Desinficientien an: Sublimat, Chlorwasser etc. in den früher angegebenen Concentrationsgraden.
Die Bläschen bei der Keratitis phlyctaenulosa platzen in der Regel von selbst; wo sie sich längere Zeit erhalten, kön­nen Incisionen nützlich werden.
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Hornhaut.
h) Die Entzündung der Eigenschicht der Cornea. Keratitis parenc hy ma t osa s. profunda.
Auch diese Form ist bei Thieren nicht selten, doch bei weitem nicht so häufig wie beim Menschen, wo Lues zur Entstehung des Leidens oft Veranlassung gibt. Sie tritt bald partiell, bald in diffuser Verbreitung auf.
Die örtliche Erkrankung ist meist Folge äusserer Ver­letzungen oder der Gegenwart scharfer Substanzen im Auge, z. B. Kalkstaub, reizender Salben. Die diffuse Form entwickelt sich oft infolge schwerer Erkrankung der Conjunctiva, wie bei der infectiösen Conjunctivitis der Wiederkäuer, bei der Diphtheritis, bei der Brustseuche, Pferdestaupe, Rinderpest. Im Verlaufe der Blutflockenkrankheit kommt es zuweilen, namentlich wenn die Augenlider stark angeschwollen sind, und infolge dessen der Lidschluss nicht mehr vollständig ist, zu entzündlicher Erkrankung der Cornea. Auch verschorft bei dieser Krankheit die Hornhaut zuweilen, und damit ist nicht nur das Sehvermögen, sondern auch der Bulbus verloren. Diffuse Keratitis parenehymatosa wird ferner im Verlauf der Pocken bei Schafen und Kühen, sowie auch bei der Gegen­wart von Filaria papillosa im Auge beobachtet. Ob unzweck-mässige Ernährung, namentlich Luxusernährung bei Hunden die Ursache dieses Leidens werden kann, wie Haltenhoff vermuthet, muss dahingestellt bleiben. Ich möchte dieses be­zweifeln , weil das Leiden sonst viel häufiger vorkommen müsste, namentlich in grösseren Städten, wo die meisten Hunde die Luxusernährung mit ihren Herren theilen.
Erscheinungen und Verlauf. Die Trübung, welche sich in der Regel langsamer entwickelt, als bei der super-ficiellen Entzündung bildet entweder graublaue, graue oder grauweisse Flecke ohne scharfe Begrenzung, oder die Cornea erscheint über die ?ganze Fläche getrübt. Aber auch dann gestaltet, sich die Trübung selten gleiohmässig, sondern er­scheint wolkig, streifig oder strahlenformig. Diese Erschei­nung stellt zwar ein wichtiges Symptom der Parenchym-Möller, Thierärzü. Augenheilkundenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2
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1 ynbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hornhaut.
erkrankung dar, doch empfiehlt sich nicht, sulche äussereu Merkmale zur weiteren Trennung verscliiedener Formen, wie beim Menschen in Anspruch zu nehmen; auch hier kommt man neuerdings mehr davon zurück. Eine von Guilmot mitgetheütc Beobachtung dieser Art lässt auf eine superficielle Erkrankung schliessen, während der von Fröhner erwähnte Fall wahrscheinlich einen Folgezustand der Keratitis darstellte.
Der tiefere Sitz der Trübung lässt sich durch Betrach­tung der Cornea in ihrem Profil erkennen, auch empfiehlt sich hierzu focale Beleuchtung. Abscessbildung kündigt sich durch gelbe Farbe und schärfere Begrenzung der Trübung an.
Lichtreiz und Thränenfluss verhalten sich verschieden. Sobald indess an der Vorderfläche der Cornea Defecte oder Abscesse auftreten, fehlen sie nicht.
Bei acutem Verlauf kommt in der liegel Heilung zu Stande, wenn auch zuweilen mit Hinterlassung einer Trübung. Die Resorptionsvorgänge dauern meist 3—G Wochen. Sobald der entzündliche Process länger anhält, kommt es zur Vas-cularisation der Cornea. Doch soll nicht behauptet werden, dass diese allein von der Dauer der Krankheit abhängt; auch die Ursachen scheinen hierbei eine wesentliche Rolle zu spielen, worüber jedoch Näheres nicht bekannt ist. Regelmässig stellte sich Vascularisation bei Abscessbildung oder bei Ulceration der Cornea ein und hat hier offenbar eine salutäre Bedeutung (vgl. Hornhautgeschwür). Sobald Abscessbildung eingetreten, ist auf Restitutio ad integrum nicht mehr zu rechnen, wohl aber mit der Gefahr der Hjpopyonbildung und Perforation der Cornea. Besonders häufig hat mau diese bei den Pocken eintreten sehen, während Abscedirungen bei der anstecken­den Conjunctivitis und Keratitis der Kinder solche Perforatio­nen und Verlust des Angapfels oft herbeiführten.
Bruckmüller will bei Pferden auch die sog. Keratitis neuro-paralytica beobachtet haben und zwar nach entzündlicher Erkrankung der Kleinhimschenkel, da wo der V. und VII. Hirnnerv entspringen. Nachdem Magendie zuerst nach Durchschneidung des Trigerninus diese eigenthümliche Augenentzündung beobachtet hatte, welche beim Men-
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Eoruhaut,
sehen aucli im Verlaine von Trigemiims Anaestiiesie vorkommt, liat man sicli lange über den Zusammenhang der Augeneskrankung mit der Nervenlühmung gestritten. Schiff glaubte, dass die Lähmung der im Ganglion Qasseri verlaufenden vasomotorischen Fasern niicliste Ur­sache der Entzündung sei, während Sneilen dieselbe auf traumatische Einllüsse zurückführte, welche die gefühllose Hornhaut treffen und nicht beachtet werden. Ferner wird infolge der Gefühllosigkeit der Lidschlag verringert und die Verdunstung der Thräncnllüssigkeit an der Oberfläche der Cornea beschleunigt, wodurch leicht Aastrocknung der Hornhaut eintreten kann. Gegenwärtig hält man meist an dieser lelzten Erklärung fest.
Mit Ausnahme der Angaben Bruckmüller's finde ich in der Veterinärliteratur keine Mitiheilungen, welche das Auftreten dieses Leidens bei den Thieren beweisen. Bruckmüller hat den Zustand ebenfalls nicht näher beschrieben. Aus eigener Erfahrung ist mir der Process nicht bekannt.
Behandlung. Beseitigung der Ursachen bildet, auch liier die wichtigste Aufgabe; also Entfernung de'r noch vor­handenen scharfen Substanzen, der Fremdkörper etc. Filaria papillosa kann nur auf operativem Wege beseitigt werden. Bei infectiösen Erkrankungen werden nach vorangegangener sorgfältiger Reinigung Desinfeetionsmittel (Sublimat, Chlor, Carbolsäure, Höllenstein, Jod, Borsäure) angewendet. Zur Förderung der Resorptionsvorgänge dient feuchte Wärme und Application von Calomel, Hydrargyrum oxydatum rubrum oder flavum in Salbenform. Vogel und Bayer haben hierbei Massage empfohlen, die in der Weise ausgeführt wird, dass man mit zwei Fingern das obere Augenlid gegen den Bulbus bewegt. Selbstverständlich setzt die Anwendung Fehlen von Lichtreiz und erheblichen Schmerzen voraus. Oberflächliche Abscesse können unter Umständen mit Vorsicht gespalten werden.
Anmerkung. Die häufig bei Rindern, selten bei Schafen und Ziegen auftretende infectiöse Erkrankung der Conjunctiva und Cornea würde man als eine C'onjunctivo-Keratitis bezeichnen können. Sie wird last nur im Sommer und häufig auf der Weide beobachtet, was zu der irrthümlichen Ansicht führte, dass es sich um eine schädliche Wirkung der Sonnenstrahlen handle (Schimmel). Es unterliegt keinem Zweifel, dass hier eine Infection besteht, denn häufig genug konnte die Ein-
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20nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; #9632;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hornhaut.
Bcbleppang direct nachgewiesen werden. Kays er berichtet über die Ansteckung durch einen Bullen. Fünfstück sah in einer Heerde von 300 Stück in wenigen Tagen 50 erkranken; Klink innerhalb 14 Tagen von 40 Sliiek 20. Von mir selbst sind almliche Beobach­tungen gemacht worden. Die Natur des Infectionsstoffes ist bisher nicht bekannt. Auf Menschen. Einhufer, sowie Fleischfresser scheint derselbe nicht übertragbar zu sein, wenigstens liegen keine derartigen Beobachtungen vor.
Erscheinungen und Verlauf. Die Krankheit pflegt auf der Conjunctiva einzusetzen und zwar unter starkem Lichtreiz, Gefassinjec-tion und Schwellung der Bindehaut. Schon nach 24 Stunden zeigt die Cornea eine intensive, diffuse Trübung, die oft eine milehweisse Farbe annimmt und das Sehvermögen vollständig aufheben kann. Zuweilen treten die Erscheinungen der Oonjunctivaerkrankuug in den Hinter­grund, die Absonderung bleibt gering, und es scheint hauptsächlich die Cornea zu leiden. Auf dem Centrum derselben bildet sich oft ein graugelber Fleck, der von Laien wohl für einen Fremdkörper (llal'er-korn) gehalten wird. Untersucht man diese rundliche oder längliche Stelle genauer, so bemerkt man bald, dass dieselbe die Vorderiläche der Cornea überragt, welche hier uneben und rauh erscheint. In den näch­sten Tagen kommt Perforation und zwar meist nach aussen zu Stande. Nach Ausfüllung der Abscesshöhle mit Granulation heilt der Zustand in 2—4 Wochen, wenn auch zuweilen mit Hinterlassung einer trüben Narbe. Selten stellt sich Hypopyonbildung oder Perforation der Cornea ein.
Behandlung. In prophylactischer Hinsicht ist selten etwas zu erreichen, weil die Uebertragung sehr schnell erfolgt. Gegen das Lei­den selbst sind Desinfectionen mit dem besten Erfolge angewendet. Die meisten neuereu Berichterstatter empfehlen Sublimat, die älteren Höllenstein, auch Jod, Calomel etc. (vgl. Conjunctivitis blennorrhoica).
3. Das Hornliautgeschwür. Ulcus corneae.
Greschwiirige Veränderungen an der Cornea werden am meisten bei Hunden und zwar sowohl im Verlauf der Staupe wie auch ohne diese als selbständige Augenkrankheit beobachtet. Bei den übrigen Thicren stellt sich das Leiden zuweilen im An­schluss an acute, eiterige Entzündung der Hornhaut ein. Schi u-delka berichtet über ülceration der Cornea bei Pferden im Verlaufe der Influenza. Bei diesen Thieren handelt es sich mehr um eine eiterige Einschraelzung des Cornealgewebes,
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Eornhaut.
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während das Leiden bei Hunden oft an der anscheinend intacten Cornea auftritt, vermittelt durch specifische lu-fectionsstoffe, deren Natur allerdings noch unbekannt ist. Der Uebergang von einem Auge auf das andere und die Uebertragung von Thier auf Thier beweisen zur Genüge den infectiösen Charakter. Zu gewissen Zeiten findet die Krank­heit unter den ITunden grösserer Städte, z. B. Berlins, in Verbindung mit Blennorrhoe der Bindehaut eine grössere Ver­breitung.
Erscheinungen und Verlauf. Schliesst sich das Leiden an eine mit Blennorrhoe der Conjunctiva verbundene eiterige Keratitis an, so entsteht zunächst ein Hornhautabscess, nach dessen Perforation die Einschmelzung des Cornealgewebes fortschreitet. Trübung der Cornea leitet in solchen Fallen den Process ein, der stets mit starker Lichtscheu und Thränenfluss verbunden ist. Bei Hunden dagegen beobachtet man zuweilen auf der vollständig durchsichtigen oder nur schwach getrübten Cornea zunächst einen kleinen Epitheldefect, der sich aber schnell vergrössert. Bevor noch deutliche Trübung eingetreten ist, entwickelt sich ein mehr oder weniger rundes Loch, welches oft das Aussehen hat, als ob es mit einem Locheisen ausge­schlagen wäre. Lichtscheu, Thränenfluss, pericorneale In­jection begleiten den Process, welcher bald langsamer, bald schneller, namentlich in die tieferen Schichten der Cornea vordringt. In diesem Stadium der Entwickelung erscheint der Grund des Geschwüres grau oder grauweiss, uneben, seine Ränder fallen steil ab. Ist die Ulceration bis auf die hintere Basalmembran vorgedrungen, so erscheint diese im Grunde des Geschwürs als eine oft etwas hervorgewölbte, durchsichtige Blase. .Schreitet der Process nun noch weiter vor, so wird die hintere Basalmembran zerstört, und die Cornea wird perforirt. Hört dagegen die Ulceration auf, so nimmt der Grund des Geschwürs eine glatte, der Geschwürsrand eine glänzende Beschaffenheit an. Infolge der heranrücken­den Vascularisation erscheint die Geschwürsfläche oft roth. Damit wird zugleich der Zerstörung eine Grenze gesetzt, und
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#9632;2-2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Hornhaut.
es beginnt der Heilung.sprocess. Die Gesellwürsflik-hu nimmt eiue spiegelnde Bes ehaffe nhei t an, wird muldenför­mig, ihre Umgebung klärt sich auf und der Reizzustand liisst nach. Allmählich wird der Defect kleiner und ver­schwindet mit Hinterlassung einer Narbe, welche sich bei Hunden nicht selten noch aufklärt. Zuweilen finden Blutungen in das Granulationsgewebe statt, wodurch später schwarze Flecke in der Cornea zurückbleiben. Bei umfangreicher Zerstörung derselben kommt es infolge von Narbenretractionen nicht selten zur Verkleinerung und Verunstaltung des Bulbns.
Der Ausgang des Leidens hängt in erster Linie von dem Verlauf und dem Sitze desselben ab. Geht die Zer­störung langsam vor sich, und befindet sich das Geschwür nicht weit vom Bande der Cornea entfernt, dann kommt die Vascularisation rechtzeitig heran und setzt der Ulceration eine Grenze: diese hat hier also eine salutäre Bedeutung. Greift die Zerstörung auf die hintere Basalmembran über, bevor die Vascularisation und Granulation herangerückt ist, so tritt Perforation der Cornea mit all den Folgen ein, die bei der Besprechung der Hornhautverletzungen bereits er­wähnt worden sind. Nicht selten vollzieht sich dieser Vor­gang in ;{—f Tagen. Bei Hunden, welche durch Krankheit heruntergekommen sind oder an allgemeinen Ernährungsstö­rungen leiden, pflegt der Vorgang schneller abzulaufen; eben­so bei manchen Racen, namentlich bei Möpsen und zarten Schosshündchen. Die meisten Patienten dieser Racen ver­lieren bei dem Leiden das eine, manche auch beide Augen.
Behandlung. Ein zuverlässiges Mittel gegen diese Krankheit ist bisher nicht bekannt. Die sonst wirksamen Desinfectionsmittel zeigen hier nur einen geringen Effect. Am meisten Nutzen Labe ich noch von Aqua chlori, concen-trirt oder mit 2—3 Theilen Wasser gesehen, ferner von Subli-matlösungcn 1 : 1000, Borsäure 2n/n. Aetzungen mit Höllen­stein scheinen den Process nicht wesentlich aufzuhalten und hinterlassen oft Trübungen. Dasselbe gilt von Bleimitteln (Seite 11).
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Hornhaut.
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ISouley sah in einem Falle nach der Anwendung von Cocain schnelle Heilung eintreten. Bei dem wechselnden Ver­laut' des Leidens darf aus einzelnen Beobachtungen kein Ur-theil über den Werth eines Arzneimittels gefällt werden.
Wo gleichzeitig Blennorrhöe der Conjunctiva besteht, behandle man diese, sorge für gute Ernährung und mög­lichste Ruhe des Patienten.
Wichtig ist die Vermeidung der Uebertragung auf das zweite Auge und auf andere Thiere. Man lasse die Mate­rialion, Schwämme, Pinsel etc. nur für das kranke Auge be­nutzen. Uebertragung des Leidens auf Menschen oder andere Thierarten habe ich trotz eines reichen Beobachtungsmaterials nicht beobachtet. Auf Kaninchen liess sich die Krankheit nicht verimpfen.
4. Trübung der Hornhaut. Macula corneae. Leucoma.
Als solche bezeichnet man Trübungen, welche nach Ver­letzungen , Entzündungen oder Ulcerationen in der Cornea zurückgeblieben und einer erheblichen Rückbildung nicht mehr fähig sind. Nach dem Sitze werden unterschieden :
1.nbsp; nbsp;Epitheliale Flecke. Im Epithel der Vorderfläche erscheinen die Trübungen meist als nebel- oder wolkenartige, halbdnrchsichtige, graublaue oder graue Flecke, die nicht scharf begrenzt sind (Nubeolae).
2.nbsp; nbsp;Parenchymatöse Flecke (Leucoma) zeigen sich mehr gleichmäasig grau oder weiss, zuweilen wie Milchglas, nicht selten in Gestalt von Streifen.
3.nbsp; nbsp;Sehnenflecke (Maculae fibrosae) sind schärfer begrenzt, mit durchsichtigem oder wolkig getrübtem Cor-nealgewebe umgeben: oft erscheinen sie als milchweisse, zuweilen perlmutterglänzende Flecke. Es handelt sich hierbei um echtes Narbengewebe.
4.nbsp; nbsp;Kreideflecke nennt man weisse oder gelbliche, scharf begrenzte, opake Trübungen, bedingt durch Niederschläge von schwer löslichen Salzen.
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2 [nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hornhaut.
quot;gt;. P igmen tf leck e stellen schwarze, wolkige oder fleckige Trübungen dar, die entweder durch Blutungen der vascularisirten Cornea oder durch Ablösen von Irispigment beim Irisvorfall hervorgerufen werden.
Von den entzündlichen Trübungen unterscheiden sich die Hornhautflecke durch das Fehlen von Reizerscheinungen, durch die Abwesenheit von Thränenflnss, Lichtscheu und Get'iiss-iujection.
Die Untersuchung erfolgt zunächst mit unbewaffnetem Auge bei guter Beleuchtung der Cornea. Durch Betrachten des Auges im Profil orientirt man sich über den Sitz der Trübung. Hierzu empfiehlt sich aber namentlich die focale Beleuchtung.
Beurtheilnng. Die mit den Trübungen verbundenen Sehstörungen hängen einmal vom Sitze derselben ab. Nur wenn sie sich im Pupillargebiete befinden, stören sie das Sehen, und zwar sowohl durch Behinderung des Eintritts von Licht­strahlen in das Auge als auch durch Zerstreuung derselben. Daher gestalten sich oft schwache Trübungen nachtheiliger für das Sehen als vollständige Undurchsichtigkeit der Horn­haut. Hierzu kommen endlich Sehstörungen durch Abände­rung der Hornhautoberfläche (Astigmatismus).
Auch können vordere Synechien dem deutlichen Sehen nachtheilig werden, weil die zur Abbiendung nöthigen Iris-
bcwegungen ausfallen.
Solche Beschränkung des Sehvermögens ist für Arbeits­pferde, besonders für Reitpferde oft dadurch nachtheilig, dass die Thiere infolge dessen scheuen. Dies pflogt namentlich der Fall zu sein, wenn die Flecke auf der unteren Hälfte der Cornea ihren Sitz haben.
Solange die Trübungen noch nicht lange, erst seit Wo­chen bestehen und noch von Keizzuständen begleitet sind, darf auf eine Abnahme derselben gerechnet werden. Un­günstig sind Trübungen infolge von Ulcerationen; Sehnen-und Kreideflecke können als unheilbar betrachtet werden. Bei Hunden stellt sich die Prognose im Ganzen günstiger
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Jlnmliiuit.
als bei den übrigen Thieren, namentlich beim Pferde. Un­günstiger als Epithelialdecke sind die im Parenchym der Cornea gelegenen zu beurtheilen.
Behandlung. Anregung der Circulation sowie der Re­sorptionsvorgänge bietet die wirksamste Handhabe der Therapie. Hierzu dient feuchte Wärme durch Auflegen von nassen Tüchern, welche bei grösseren Thieren leichter zu appli-ciren sind als bei kleineren. Ferner Calomel, rothes und gelbes Quecksilberoxyd, Mittel, die in Salbenform mit Ugt. Paraffini 1 : 1lt;1 vortheilhaft angewendet werden. Calomel hat wohl in Pulverform Anwendung gefunden, indem man es mit­telst einer Federpose ins Auge blasen liess. Die Thiere werden jedoch nach einer wiederholten Application in dieser Form bald unruhig und lassen sich solche nicht mehr ge­fallen. Daher sind Salben im Allgemeinen vorzuziehen, zu­mal die Anwendung der Mittel oft wochen- und monatelang fortgesetzt werden muss. Auch Jodkaliumsalben sind em­pfohlen. Die ftiiber vielfach angewendeten Salben aus kohlen­sauren Alkalien haben nur bei Epithelflecken einigen Nutzen. Von Vogel und Bayer wird Massage empfohlen. Nach­dem die eine oder andere der Salben unter das obere Augenlid gebracht worden ist, bewegt man mit zwei Fingern das obere Augenlid unter massigem Drucke kreisförmig auf dem Bulbus, da wto sich die Trübung befindet. Wo zur Aus­führung der Massage eine geschickte Hand zu Gebote steht und diese wochenlang fortzusetzen ist, dürfte die Anwen­dung derselben zu versuchen sein.
Die durch Einlagerung von anorganischen Massen (Blei etc.) entstandenen Trübungen können zuweilen durch Abtragen entfernt werden, sofern sie eine oberflächliche Lage haben. Violet führte dies beim Pferde aus, wenn auch mit unvoll­ständigem Erfolge. Möglicherweise liesse sich unter Um­ständen mit entsprechenden Lösungsmitteln etwas erreichen.
Um das Aussehen des Auges zu verbessern, sucht man beim Menschen die Trübung durch Tätowiren mit Tusche zu verdecken. Die von mir bei Hunden angestellten Ver-
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2(3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hornhaut.
suclie hatten nur einen unvollkommenen Effect. Auch Bayer gibt nach seinen Beobachtungen beim Pferde zu, dass viel Geduld dazu gehört. Dagegen hat Kotelniann das Ver­fahren bei einem Lämmergeier iu 2 Sitzungen innerhalb 8 Tage mit Erfolg durchgeführt,
5. Hornhautstapliylom 3).
Literatur, lick: Mag, von Grurlt u. Hertwig Bd. 14, S. 506. May: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 20, S. 481. Leblanc: Augen-kranUheiten der wichtigsten Hansthiere, 1825.
Als Staphylom der Hornhaut bezeichnet man im All­gemeinen jede durch krankhafte Vorgänge veranlasste abnorme Ausdehnung der Cornea. Im engeren Sinne des Wortes um-fasst dasselbe die durch Narbengewebe in der Cornea herbei­geführte Ausdehnung derselben. Das Narbengewebe kann, an Stelle eines Defectes in der Cornea entstanden, bei seiner mangelhaften Widerstandsfähigkeit, dem intraocularcn Drucke nachgebend, ausgedehnt werden, oder aber die durch ge­schwürige Veränderung verdünnte Hornhaut dehnt sich aus, und der so vergrösserte Defect wird durch Narbenmasse er­setzt (Xarbenstaphylom). Bei den Thieren entwickelt sich das Staphylom in der Regel erst nach erfolgter Perforation der Cornea durch Wunden oder Geschwüre und meist in Ver­bindung mit Irisvorfall.
Tritt nach erfolgter Perforation der Cornea und nach Ab-fluss des Kammerwassers die Iris in die Hornhautüffnung, so verklebt und verwächst dieselbe hier nicht selten und beginnt sodann über die vordere Fläche der Hornhaut hin-auszuwuchern. Diesen Zustand bezeichnet man auch spe-ciell als Irisstaphylom, und zwar, je nachdem die ganze Iris oder mir ein Abschnitt derselben dabei betheiligt ist, unterscheidet man ein totales oder ein partielles Staphylom. Schon Leblanc theilt eine Reihe von Beobachtungen dieses
') v, Bta'foXquot;raquo;) = die Traube.
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Hornhaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 2i
Zustandes bei Thieren mit. Eck sah ein Irisstaphylom mit einer 2 Zoll langen Wucherung der Iris beim Pferde, welche von Zeit zu Zeit abfiel, aber stets wieder wuchs. Eine gleiche Wucherung beobachtete Eck bei einem Ochsen, welche der Besitzer mit einem Pferdehaare schon mehrfach abgebunden hatte. May fand beide Augen eines Hundes mit Staphylom-bildung behaftet: mir selbst sind solche sowohl bei Pferden wie bei Hunden bekannt. Die Wucherung hat in der Regel ein schwarzbraunes Aussehen, zuweilen ist sie jedoch von Cornealepithel bedeckt und sieht mehr grau aus.
In differentiell-diagnostischer Beziehung kommen Granu­lationen der Cornea in Betracht, wie sie sich infolge von Verletzung oder ülceration und nach stattgefnndener Vas-eularisation bilden. Das Fehlen des schwarzen Pigments und das mehr rothc Aussehen liisst diese in der Kegel als Granu­lationsgewebe leicht erkennen.
Die Behandlung kann nur auf Verbesserung des Aus­sehens gerichtet sein, auf die Störung des Sehvermögens hat dieselbe keinen nennenswerthen Einfluss. Gestielte Wuche­rungen an der vorderen Piäehe der Hornhaut können mit der Schere abgetragen werden: durch Aetzmittel wird das Wieder­wachsen zurückgehalten. Wichtiger ist die Verhütung des Zustandes durch vorsichtige Behandlung der Hornhautwun­den, Entzündungen und ülcerationen.
6. Keratoconus,
auch Staphjloma pellucidum genannt, besteht in einer Form­veränderung der Cornea, wobei die Vorderfläche derselben eine kegelförmige Gestalt angenommen hat. Der Zustand ist in der thierärztlichcn Literatur oft mit dem Staphylom verwechselt worden. Auch hat man wohl angenommen, es handle sich um eine kegelförmige Verdickung der Cornea, die eventuell mit dem Messer abzutragen sei. Das Gegen-theil aber ist richtig; die Cornea, welche infolge entzündlicher Erkrankung ihr Widerstandsvermögen eiugebüsst hat, wird
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28nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hornhaut.
durch den Druck des Augeninhalts nach vorn ausgedehnt, sie ist demnach hier dünner geworden. Der Keratoconua stellt also eine couischo Ektasie der Cornea dar, deren Durch­sichtigkeit erhalten ist, und unterscheidet sich nur dadurch vom Staphylom. Stockfleth beschreibt eine derartige Beobachtung bei einem Fohlen, welches infolge dieses Leidens scheute.
Die Behandlung ist dem Znstande gegenüber machtlos. Abtragen führt leicht zur Perforation der Cornea.
7. Hornhautfistel. Literatur. Emmel: Tkierärztl. Mittheilgn. 1870. S. 03.
Eine kleine Oetfnung in der Conma, welche in die vor­dere Augeukammer führt, und durch welche beständig Augen-flüssigkeit ahfliesst, nennt man eine Hornhauttistel. Dieses Leiden bleibt zuweilen nach Verwundungen oder Ulceratiouen der Cornea zurück, ist im Ganzen jedoch recht selten. Em­mel beobachtete dasselbe bei einem Pferde. Er konnte mit der Solide durch die kleine Oeffnung in die vordere Augen­kammer eindringen. Nachdem 14 Tage lang Atropin einge­träufelt war, trat mit Hinterlassung eines weissen Punktes Heilung ein. Ob diese dauernd gewesen ist, geht aus den Mitthoilungen Emm eis nicht hervor. Beim Menschen kommt nicht selten spontaner Verschluss der Fistel zu Stande, die­selbe bricht aber in der Regel wieder auf.
8. Neubildungen an der Hornhaut.
a) Dermoid der Cornea.
Literatur. Gurlt: Mng. von Gurlt u. Hertwig Bd. 1- S. 18. Cagny: Jahresbericht 1885, S. 71. Kettet ton: Jahresbericht 1885,8.70. Labat: Jahresbericht 1886, S. 91. Beel: Jahresbericht 1887, S. 55. Müller: Thierärztl. Mittheilgn. 1880, S. 77.
Als angeborener Bildlingsfehler findet sich bei Thieren zuweilen an der Oberfläche der Hornhaut eine abnorme Bil­dung von Hautgewebe, welche als Dermoid bezeichnet wird.
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Hornhaut.
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Gurlt und Beel haben solche bei Kälbern, Nettelton bei einem Bullen, G-urlt, Cagny und Lab at bei Hunden be­schrieben. Mir selbst sind Fälle beim Pferde und Hunde be­kannt; Müller fand ein Dermoid beim Schaf. Diese Cutis-bilduneen sind in der Regel behaart und stören daher das
Linkes Auge eines Kalbes mit Dermoid der Cornea (naeli Gurlt).
Linkes Auge eines llumles mit Dermoid der Oomea (nach Gurlt).
Sehvermögen nicht nur durch Absperrung der Lichtstrahlen, sondern auch dadurch, dass die Haare einen dauernden Reiz auf Cornea und Conjunctiva ausüben. Je nach der Grosse und dorn Sitz — meist gehen sie vom nasalen Rande der Cornea aus — sind diese Störungen verschieden.
Behandlung. Das Dermoid lässt sich nur auf opera­tivem Wege beseitigen. Obgleich die Operation selbst nicht schwierig ist, so hinterlässt sie doch in der Regel eine starke Trübung der Cornea. Man trennt die Wucherung mittelst Messer oder Schere ab, nachdem durch Cocain locale An­ästhesie erzeugt worden ist. Bei Pferden kann das Nieder­legen und die Anwendung der Narkose nothwendig werden. Die Reizwirkung der Haare auf die Cornea fällt nach der Operation wenigstens fort.
b) Flügel feil. Pterygium.
Literatur. Dunewald: Her. Rep. Bd. XIII. S. 339.
Das Flügelfell stellt eine Wucherung von Conjunctival-gewebe dar, welches sich über die Grenzen der Cornea hinaus
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30nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hornhaut.
allmählich auf diese ausbreitet. Bald ist das Flügelt'el! fest mit der Vorderfläche der Cornea verbunden, bald liegt es derselben nur locker auf. Gefasse durchziehen das Flügel-t'ell von der Peripherie zum Centrum der Cornea. Bei Pferden sowohl wie bei Hunden habe ich solche Zustände wiederholt beobachtet. Dunewald will das Flügelfell häufig beim Rinde gesehen und operirt haben, üeber die Entstehung ist wenig bekannt. Oft ist der Zustand angeboren, zuweilen Folge ul-eeröser Processe an den Randbezirken der Hornhaut. Findet hier nämlich Narbenretraction statt, so gibt das Hornhaut­epithel nicht nach, dagegen wird die nur lose mit der Sele-rotica verbundene Conjunctiva auf die Oberfläche der Cornea gezogen. Diese Art wird auch speciell als Narben-Ptery-gium bezeichnet.
Die hiermit verbundenen Sehstörungen hängen von der Grosse und dem Sitze der Bildung ab.
Behandlung. Da wo das Pterygium angeboren ist und der Cornea locker aufliegt, lässt sich dasselbe mit dem Messer oder der Schere bequem abtragen; eine Trübung der Cornea bleibt auch hier meist zurück. Das Narben-Pterygium lasse man in Ruhe und erwecke nicht durch neue Reizungen eine noch weitere Entwickelung desselben.
B. Krankheiten der Sclera.
Literatur. Berlin: Zeitschr. für vergl. Augenheilkande 1883, S. 110. Koschel: Zeitschr. für vergl, Augenheilkande 1883, S. 93.
Anatomie. Die .Solera besteht aus fibrösem Bindegewebe, defsen Fasern äquatorial und meridional verlaufend sich unter rechtem Winkel kreuzen und durchflechten. Den Bindegewebsfibrillen ist ein feiner Filz elastischer Fasern beigemischt, der an der üebergangsstelle der Selera in die Cornea besonders stark wird (Schlamp). Die Sclera ist von einem dichten Maschenwerk feiner Lymphbahnen durchzogen, welche mit Endothel ausgekleidet sind. Bei Thieren linden sich zahlreiche Pigmentzellen in der Sclera, An Blutgefässen ist die Sclera arm: die für die Binnenorgane bestimmten Ciliargefässe durchbohren die Membran, ohne Zweige an diese abzugeben.
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Hornhaut,
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Beim Pferde ist die Sclera in der Mitte des Augenhintergmndes am süirksten (.ca. 2 mm), am schwächsten am Augenäquator (.0,4 nim, Koschel): vun liier ab wird sie durch Aufnahme der Sehnen der Augenmuskeln wieder stärker, welche in der Nähe des Cornealrandes 1,1 mm beträgt; am äussereu Augenwinkel ist sie etwas schwächer als am inneren.
Die Sclera der Rinder ist am Augenäquator stärker (1,0 mm) und nimmt nach der Cornea nur wenig an Dicke zu (Koschel).
Bei Fleischfressern ist die Sclera mit Ausnahme eines die Cornea umgebenden 5—7 mm breiten Ringes nur schwach (Koschel).
1. Wunden und Verletzungen.
Bei der geschützten Lage der Sclera siud Verwundungen derselben selten, doch können durch heftige Einwirkungen auf den Bulbus Verwundungen und Zerreissungen derselben eintreten. Berlin berichtet über 2 Fälle dieser Art. Indem einen war durch die Einwirkung einer Eisenstange eine Zer-reissung der Sclera am nasalen Augenwinkel eingetreten. Ich selbst beobachtete Verwundung der Sclera durch eine Säbel­scheide, welche beim Beiten in das Auge geschlagen war. Bei der geringeren Stärke der Sclera in der Aequatorial-gegend ist das häufigere Zustandekommen von Continuitäts-trennungen an dieser Stelle natürlich.
Blutungen aus dem Auge, blutige Ergüsse in die Con­junctiva bulbi weisen auf eine solche Verletzung hin. Da die Conjunctiva sowie auch Chorioides eine grüssere Elasti-cität besitzen als die Sclera, so wird die Coutinuität der erste-ren hierbei oft erhalten, während die Chorioides sich durch die Trennung der Sclera unter die Conjunctiva drängt. Die Augenfltissigkeit sowie der Glaskörper fliessen oft ab, und der Augapfel hat seine pralle Füllung verloren, erscheint kleiner und in die Orbita zurückgezogen. Dabei besteht hochgradiger Lichtreiz und starker Thränenfluss. Der Ausgang ist in der Regel i'anophthalmitis mit Schrumpfung des Bulbus und voll­ständigem Verlust des Sehvermögens: so auch in dem von mir beobachteten Falle. Diese Verletzungen sind daher im Allgemeinen noch bedenklicher als die der Cornea.
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32nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hornhaut.
Die Eeh a lull ung verlangt antiseptische Massnabraen. Durch Anlegung eines Tuches, das recht leicht sein muss, damit jeder stärkere Druck auf den Bulbus vermieden wird, und Anfeuchten desselben^ oder Irrigiren des Bulbus mit Des-inficientien ist die Abhaltung der Panophthalraitis zu ver­suchen. Ferner vermeide man, soweit möglich auch bei der Untersuchung jede Druckwirkung auf den Bulbus, und unter­suche deshalb schon das Auge so wenig als möglich.
2. Entzündung der Sclera. Scleritis.
Ueber die entzündlichen Processe in der Sclera ist bei Thie-ren wenig bekannt. Bei der geschützten Lage und der ge-fässarmen Beschaffenheit derselben sind diese im Ganzen selten. Abgesehen von den durch äussere Verletzungen ver-anlassten Entzündungen, kommen entzündliche Erkrankungen der Sclera seeundär, infolge von Chorioiditis und namentlich bei Panophthalmitis vor, wobei oft bedeutende Verdickungen der Membran beobachtet werden. In solchen Fällen spielt jedoch die Scleritis immer nur eine untergeordnete Rolle und entzieht sich meist der klinischen Beobachtung.
Bayer lässt aus entzündlichen Erkrankungen der Sclera den sog. Hydrophthalmus hervorgehen. Ohne Zweifel ist hier­bei die Sclera betheiligt, doch liegt nach meinen Beobach­tungen diesem Leiden vornehmlich eine starke Ausdehnung der Cornea zu Grunde (vgl. Hydrophthalmus).
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Irii
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II. Erkrankungen der mittleren Augenhant. des Uvealtractus.
Die mittlere Augenhaut, aus der Iris, dem Ciliarkörper
und der Ohorioidea bestehend, ist durch ihren grossen Reieh-thum an Blutgefassen und Bindegewebe zu acut entzündlichen Vorgängen besonders geeignet. Bei dem lockeren Bau der Gewebe bleibt die Entzündung selten örtlich beschränkt, breitet sich vielmehr oft über grössere Abschnitte derselben aus. Die Bedeutung dieser Processe wächst noch dadurch, dass hierbei die für das Sehvermögen wichtigsten Organe: Linse, Glaskörper und Retina leicht in Mitleidenschaft gezogen wor­den. Bei den Erkrankungen des Ciliarkorpers kommt vor­zugsweise die Linse, bei denen der Ohorioidea die Netzhaut und der Glaskörper in Gefahr. Man darf behaupten, dass die Mehrzahl aller bei den Hausthiorcn und namentlich bei Pferden vorkommenden Erblindungen durch entzündliche Pro­cesse an diesem Abschnitte des Auges herbeigeführt werden.
A. Entzitndnng der Begenbogenhaut. Iritis.
Literatur. Bayer: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 8, y.475. Hert-wig: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 20, S. 100. Lorge: Ref. Her. Rep. Bd. 38, S. 830. Schütz: Berliner Archiv Bd. 8, S. 149. Matthieu: Bull, de Wehenkel 1882, S. 59. Ref. Zeit­schrift für vergl. Augenheilkunde 1882, S. 72. Vogel: Her. Rep. Bd. 38, S.O. Prietsch: Dresdener Bericht 1882, S. 77. Schin-delka: Zeitschr. für vergl. Augenheilkunde 1885. 8.1:5quot;). Lustig: Hau. Ber. 1882/83, S. 48. Siedamgrotzky: Dresd. Ber. 1881. Gabbey: Vet. San. Bericht 1870. Busch: Mag. von Gurlt und Hertwig Bd. 1. S. 28.
Anatomie. Die Regenbogenhaut, als der vorderste Abschnitt der Tunica uvea, wird an ihrer Vorderdache von einem Kndothel bekleidet, unter welchem spindel- und sternförmige Zellen ein Netzwerk bilden, dessen Maschen Lymphräume darstellen (vordere Grenzschicht). Hinter dieser liegt die sog. Gefässschicht, ein biudegewebiges Schwammwerk, Möller, Thierärztl. Augenheilkunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8
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34nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Iris.
in dessen Maschen zahlreiche Blutgefässe vornehmlich in radiarer Rich­tung verlaufen. In der Nahe des Pupillarrandes findet sich in der­selben der Sphincter iridis. Pie hintere Flache dieser Schicht wird von zwei Lagen Pigmentzellen und einer Glaslamclle bedeckt.
Die Blutgefässe der Iris stammen aus den Ciliargelassen, ana-stomosiren mit denen des Ciliarkörpers und dem pericornealen Netze und bilden in der Kühe des Ciliarrandes den Circulus arteriosus iridis major, am Pupülarrande den Circulus arteriosus iridis minor. Die Nerven entstammen dem Trigeminus, Oculomotorius und Sympathicus. Der erstere derselben ist wahrscheinlich nur sensitiver Nerv, der Oculomotorius versorgt den Sphincter pupillae mit motorischen Fasern, der Sympathicus soll einen nicht näher bestimmbaren Einiluss auf die Secret!onsvorgänge ausüben.
Die entzündlichen Processe in der Iris nehmen meist einen acuten Verlauf, können zwar auf diese beschränkt blei­ben, breiten sich aber nicht selten auf die übrigen Abschnitte des Uvealtractus aus. Umgekehrt wird die Iris von jenen, namentlich vom Ciliarkörper aus leicht in Mitleidenschaft ge­zogen. Der grosse Gefässreichthum erklärt zugleich die Nei­gung der Iris zu exsudativen Vorgängen sowie zu Hämor-rhagien. Die von der vorderen Fläche der Iris gelieferten Exsudate fallen bald in den Humor aqueus, wo sich die plastischen (fibrinösen) in Gestalt zusammenhän­gender grauer Flocken, die eiterigen als gelbliches Sediment auf dem Boden der vorderen Augenkammer an­sammeln. Beide Arten sind oft mit Blut durchsetzt. Das Exsudat der hinteren Irisfläche häuft sich zum Theil zwischen dieser und der Linse an, wölbt die Iris oft in die vordere Augenkammer vor und führt zu Verklebungen und Verwach­sungen der Iris mit der Vorderkapsel der Linse (hintere Syneehie).
Vom klinischen Standpunkte lassen sich folgende Formen der Iritis unterscheiden:
1. Iritis idiopathica (rheumatica?) s. simplex s. plastica.
Ganz analog der am menschlichen Auge auftretenden Krankheit wird dieses Leiden am häufigsten bei Pferden be­obachtet. Ob bei der Entstehung desselben plötzliche Ab-
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Iris.
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kühlungen (Erkältung) als Ursache wirken, mag dabin ge­stellt bleiben. Von mir wurde das Leiden im Frühjahr 1877 bei einer grösseren Anzahl von Pferden desselben Stalles beobachtet. Krankheiten wie Brustseuche, Pferdestaupe etc. waren seit längerer Zeit in dem Bestände nicht vorgekommen. Nur wollte man vor dem Auftreten des Leidens häufiges Uri­niren und Drängen auf den Harn bei den Pferden beobachtet haben. Bei dem Pferde eines anderen Bestandes trat die Iritis während eines Anfalls von acntem Muskelrheumatismus auf. Erscheinungen. Das Leiden, welches in den mei­sten Fällen auf ein Auge beschriinkt bleibt, zuweilen aber
Fig. 6.
Rechtes Ange eines Pferdes mit Iriris plastica.
beide ergreift, setzt plötzlich mit starker Injection der Epi-scleralgefässe ein und führt bald zu fibrinösen Ausscheidun­gen, besonders an der vorderen Fläche der Iris. Die Cornea nimmt an der Entzündung oft nur geringen Antheil, zu­weilen wird jedoch stärkere Trübung derselben angetroffen. So lange Ciliarkörper und Chorioides nicht an dem Processe theilnehmen, pflegt sowohl Lichtreiz wie auch Thräncnfluss zu fehlen. An der Iris macht sich durch die entzündlichen
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T:
36nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ins.
Vorgänge zunächst eine Farbeveränderung bemerkbar: die Grundfarbe wird heller, allmählich grau. Zuweilen tritt bei focaler Beleuchtung Füllung ihrer Gefässe deutlich hervor. Die Pupille ist verengt: die Bewegungen der Iris erfolgen träge, d. h. langsam und schwach. Das fibrinöse Exsudat adhärirt zunächst der Iris, fällt aber bald ab und schwimmt im Humor aquens (Fig. 6). Der Hintergrund des Auges bleibt oft ohne krankhafte Veränderungen.
Der Verlauf gestaltet sich günstig, in den meisten Fällen tritt vollständige Heilung ein und zwar in Zeit von 8 bis 3 4 Tagen. Wo nicht rechtzeitig durch Behandlung Mydriasis bewirkt wird, kommt wohl eine hintere Synechie zu Stande, nach deren Lösung schwarze Pigmentmassen auf der Vorder­kapsel der Linse liegen bleiben. Diese Verbindungen der Iris mit der Vorderkapsel können auch zu Cataractbildungen führen. Recidive habe ich da, wo nur das Bild dieser Iritis vorlag, nicht beobachtet. Ohne Zweifel ist die Verwachsung der Iris mit der Linse stets eine unangenehme Complication des Leidens, die wir durch rechtzeitige Anwendung von Atropin zu verhindern suchen. Doch haben diese Synechien keinen so grossen Einfluss auf das Zustandekommen von Re-eidiven, wie man früher vielfältig annahm. Bedenklich wird die totale Synechie (vgl. S. 44).
Behandlung. Ruhe für das Thier und kranke Auge muss vor allem verlangt werden. Man gebe dem Thiere einen dunklen Aufenthalt oder lasse das kranke Auge be­decken. Zur Herbeiführung von Ruhe für die Iris sowie auch zur Verhütung von Synechien dient frühzeitige Anwendung von Atropin. Die Complication mit Rheumatismus muss je nach dem Zustande behandelt werden.
Casuistik. Am 1. Hai ISTti wurde dem hiesigen gt;Spitale ein 14 Jahre alter Schiinmelwallacli des Bierverlegers R. mit dem Vor­berichte übergeben, dass das Pferd sicli plötzlich steif gezeigt habe. Die Untersiicluing ergibt bei dem ziemlich gut genährten Arbeitspferde etwas stärker geröthelc Kopfschleimhaut. die Conjunctiva ebenfalls ge-rölhet und seliwaclie Injection der Episcleralgefasse; sonst nichts Ab-
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Iris.
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norraes an den Augen. Zahl dor Pulse 40, der Athemziige 10, die Mastdarmtemperatox betrug 38,3deg; C. Arterie gespannt. Puls kräftig-, steigt aber bei der geringsten Bewegung des Pferdes auf (J0 und darüber in der Minute. Appetit normal, Peristaltik rege. Zittern am ganzen Körper. Bewegung sehr schmerzhaft, die Schritte erfolgen kurz und zögernd (gebunden). Lgt;ie .Muskulatur des Rumpfes suwie der Schenke! fühlt sich hart, fest gespannt an und erweist sich auf Druck und Deh­nung schmerzhaft. Knacken der Gelenke bei Jeder Bewegung. In den Hufen nichts Abnormes zu constatiren, weder vermehrte Wärme und Pulsation, noch Schmerzen bei Anwendung der üntersucFiungszanffe.
Fk
:;;
Linkes Auge Jesspllien Pferdes mit Iritis plastiea.
Hiernach stand die Diagnose „acuter Muskelrheumatismusquot; ausscr allem Zweifel, gegen den mit einem kräftigen Aderlass, Eindecken des Thieres und Anwendung von Camphor mit Natr. sulfuric. innerlich vorgegangen wurde.
Am nächsten Tage blieb der Zustand unverändert, das Aufstehen fiel dem Thiere schwer, am zweiten Hessen die Schmerzen und das Zittern etwas nach, dagegen zeigte sich an den Augen Folgendes:
Linkes Auge: Starke Füllung der Episcleralgefässe. Cornea klar und durchsichtig, keine Lichtscheu, im medialen Augenwinkel schwacher, wässerig-schleimiger Auslluss. In der vorderen Augenkammer findet sich ein graues, stellenweise ins Gelbliche spielendes, flockiges Exsudat, welches die untere Hälfte der Iris halbkreisförmig bedeckt und bis in
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38nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Eris.
die Pupille hineinragt (Fig. 7). Diese ist verengt, über derselben zeigt die Iris eine leichte Her vor Wölbung, die eine Ausdehnung von etwa 8 mm hat. Die Hewegungen der Iris erfolgen langsam und schwach (trage). Im Augenhintergruude nichts Abnormes.
Das rechte Auge zeigte ähnliche Veränderungen; die Iris weniger verengt, das Exsudat in geringerer Menge, aber mit einigen kleinen Hämorrhagien durchsetzt.
Am 3. Mai war das Befindeu des Patienten besser, das Aufstehen verursachte dem Thiere nicht mehr so viel Schmerzen wie vorher. Die Muskulatur wurde weicher und weniger schmerzhaft. Der Zustand blieb fieberfrei und die Exsudate in den vorderen Augenkammern nahmen ab, die Pupille war infolge Anwendung von Atropin massig erweitert. Am 5. Mai war eine deutliche Aufklärung der flockigen Massen zu constatiren (Fig. 7). Die Bewegungen der Iris erfolgten in der oberen Hälfte derselben lebhaft, in der unteren noch träge. Auch trat nach erfolgter Resorption der Exsudate die Injectionsröthe an der Iris zurück.
Am 5. Mai waren die Bewegungen des Pferdes noch freier, die Resorption der Exsudatmassen hatte sichtliche Fortschritte gemacht; doch Hessen sich auch an der hinteren Fläche der Iris solche nach­weisen. Am 10. -Mai waren dieselben vollständig verschwunden und nur noch eine etwas stärkere Injection der Episcleralgefässe zu be­merken, welche noch einige Tage anhielt.
Aehnliche Fälle sind mir bei Pferden wiederholt vorge­kommen: dagegen habe ich bei Hunden nur zweimal eine Iritis plastica gesehen; Entzündungen der Iris sind bei diesem Thiere überhaupt selten.
Ob die Thatsache, dass die meisten der damals von mir behandelten, mit Iritis behafteten Pferde Bierbrauereien und Bierverlegern gehörten, Spiel des Zufalls war, oder ob hier ein besonderer Grund zur Entstehung des Leidens vorlag, mag dahingestellt bleiben.
2. Iritis traumatica.
Directc Verletzungen der Iris kommen, abgesehen von operativen Eingriffen, bei Verwundungen am Rande der Cor­nea, bezw. der Sclera vor. Diese geben rcgelmässig Aulass zu eiterigen Erkrankungen, welche selten auf die Iris be-sehränkt bleiben, sondern meist auf die übrigen Abschnitte des Uvealtractus übergreifen und zu einer Panophthahnitis
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Iris.
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mit Zerstörimg der Sehkraft und des Bulbus führen. Bei den Pflanzenfressern bat man solche Verletzungen häufig durch Strohhalme, Peitschenhiebe etc. entstehen sehen. Hunden sind Katzenpfoten in dieser Hinsicht gefährlich. Auch kann nach perforirenden Wunden und Geschwüren der Cornea mit Irisvorfall eine traumatische Iritis entstehen, die zuweilen auf den vorgefallenen Theil und dessen Nachbarschaft beschränkt bleibt, nicht selten aber auch zur Vernichtung des Bulbus führt (S. 57). Auch die bei der Gegenwart von Filaria pa-pillosa auftretende Iritis dürfte hierher zu zählen sein (Ab­schnitt VIII). Busch will eine Iritis beim Pferde durch Filaria lacrymalis in der vorderen Augenkammer beobachtet haben. Wenn nicht Gurlt selbst den Parasiten bestimmt hätte, würde man annehmen müssen, dass es sich um eine Filaria papillosa gehandelt hat. Vielleicht liegt dennoch eine Ver­wechselung vor.
Die Erscheinungen dieser Iritisform entziehen sich mehr der Beobachtung als die der vorigen, weil die Cornea regelmässig getrübt ist und stärkere Lichtscheu (Blcpharo-spasmus) besteht. Soweit diese Umstände einen Einblick in die Vorderkammer gestatten, lässt sich hier meist eiterig fibrinöses Exsudat nachweisen, welches bei directen Verletzun­gen oft mit llämorrhagien durchsetzt ist. Die Iris erscheint geschwollen, ihre Bewegungen erfolgen träge. Sobald der Ciliarkörper oder die Cornea mit erkrankt ist, besteht starke Lichtscheu und Thränenfluss, wodurch das Symptomenbild eine nicht geringe Aehnlichkeit mit der Mondblindheit erlangen kann, zumal das Exsudat in der Vorderkammer der Pupille nicht selten einen grünlichen Schimmer verleiht.
Der Ausgang des Leidens ist bei den directen Ver­letzungen der Iris sowie auch bei perforirenden Wunden und Geschwüren am Cornealrande gewöhnlich Panophthalmitis mit ihren Folgen, nämlich Vernichtung des Sehvermögens und Zerstörung des Bulbus. Bei der seeundären Iritis kommt es meist zur Bildung einer vorderen Synechie, zuweilen in Ver­bindung mit Irisstapliylom (S. 26).
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40nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Iris.
Behandlung. Bei Verletzungen am Cornearande suehe man soweit müglich infectiöse Vorgänge durch sorgfältige Reinigung mit Sublimatwasser 1 : 1000, Borsäure, Chlorwas­ser etc. abzuhalten. Wo es ausführbar ist, spüle man den Conjunctivalsack aus, indem man von diesen Flüssigkeiten mit einer Spritze so lange in denselben einführt, bis sie wieder abfiiessen. ^laa gebe dem Thiere einen dunklen Aufenthalt und bedecke das Auge mit einem Tuch, welches mit anti­septischen Mitteln feucht erhalten wird. Im Uebrigen müssen die etwra auftretenden Complicationen berücksichtigt und Cor-nealwunden nach ihrer Beschaffenheit behandelt werden (S. 7).
3. Iritis symptomatica s. metastatica.
Im Verlaufe einer Anzahl Infectionskrankheiten, wie der Brustseuche, der Pferdestaupe, Druse und anderer Leiden wird zuweilen eine acut entzündliche Erkrankung der Iris ange­troffen. Die Brustseucho complicirt sich in gewissen Seuche­gängen öfter mit diesem Leiden. Nicht selten breitet sich hierbei der Process auch auf den Ciliarkörper und die Cho-rioidea ans und erlangt dann grosso Aelmlichkeit mit der Mondblindheit.
Bayer machte schon 1841 zuerst auf diese Complication aufmerksam. Die in den Remontedepots Ostpreussens und Litthauens herrschende „Influenzaquot; war mit einer Augen­entzündung verbunden, die grosse Aelmlichkeit mit der Mond­blindheit hatte. In vielen Fällen ging dieselbe ohne Nach­theil vorüber, in anderen führte sie zur Erblindung.
Hertwig fand bei einer Influenza-Epidemie nur Con­junctivitis und Trübung der Cornea. Prietsch beobachtete wiederum bei Influenza Erkrankungen der Augen, die auf eine einfache Iritis schliessen lassen.
ScbindeIka traf bei der Mehrzahl der Influenzakranken Augenleiden an. Bei den meisten bestand heftiger Katarrh der Conjunctiva, zuweilen mit Keratitis und Ulcerationen der Cornea; in 6 Fällen trat Erkrankung des üvealtractus ein,
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Iris.
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von denen 3mal die Iris allein betroffen war, 3mal zugleich Chorioiditis bestand. Während die Iritiden schnell und ohne bleibende Folgen verliefen, führten die mit Chorioiditis ver­bundenen zu Grlaskörpertrübungen; 3mal wurde Neuritis mit Netzhautablösung beobachtet, die jedoch von entzündlichen Erkrankungen der Orbita ausgegangen war.
Lustig fand bei der Influenza Iritis mit starken con-quot; junctivalen Keizerseheinuugen. Siedamgrotzky beobachtete bei der Brustseuche im Jahre 1881 viele Augenkrankheiten. Meist handelte es sich ura Conjunctivitis und Keratitis, doch wurden auch exsudative Iriserkrankungen gesehen, die in Heilung übergingen.
Bei der Brustseuche und Pferdestaupe pflegen die Er­krankungen der Iris erst im Reconvalescenzstadium aufzu­treten; man darf sie daher wohl als Metastasen auffassen; daher erklärt sieh auch, dass der Process auf die Iris be­schränkt bleiben kann, zuweilen aber auf die übrigen Ab­schnitte des Uvealtractus übergreift. Eine zweifellos meta­statische Iritis kommt im Verlaufe der eiterigen Nabelent­zündung junger Thicre, namentlich Fohlen vor und ist oft mit Chorioiditis verbunden. Bald leidet nur ein Auge, nicht selten aber beide zugleich. Wahrscheinlich handelt es sich um Embolic der mittleren Augenhaut, daher die Iritis hier­bei eiteriger Natur zu sein pflegt.
Die Erscheinungen der Iritis symp tomatiea sind nach meinen Erfahrungen durch die Neigung zu Hämorrhagien vor de n übrigen Art en gekennzeich­net. In den fibrinösen, eiterigen Exsudaten der Iris finden sich regelmässig Blutergüsse. Zuweilen erseheint die ganze vordere Augenkammer mit Blut angefüllt, und an der Conjunc­tiva macht sich oft eine icterische Färbung bemerkbar.
Bei der Pferdestaupe pflegt die Iritis mit Affection der Conjunctiva, stärkerer Schwellung derselben verbunden zu sein. Oft wölbt sich die Conjunctiva bnlbi über den Rand der Cornea (Chemosis). Selten leidet der ganze Uvealtractus. Schütz fand bei der Brustseuche Iritis exsudativa haemor-
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42nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Iquot;laquo;-
rhagica. Lorgo beobachtete bei Pferden, die an Morbus maculosus litten, Exsudationen in die vordere Augenkammer mit günstigem Verlauf, d. h. es trat vollständige Resorption ohne bleibende Folgen für das Auge ein. Selten leidet die Iris bei der Druse, doch fand Gabbey hierbei plastische Exsudate im Auge.
Interessant ist eine Mittheilung Matthieu's über tuber-culose Iritis bei Kindern. Das Leiden, welches mit leichtem Thriinen des Auges begann, wurde in vier Fällen beob­achtet. Nach einiger Zeit nahm die Iris eine mehr graue Farbe an, ihre Oberfläche wurde uneben und schien sich der Cornea zu nähern. Die Pupille war oft ad maximum ver­engt. Die Schmerzen waren bedeutend, Thränen reichlich, Lider geschlossen; die Iris zeigte in diesem Stadium eine un­ebene Oberfläche, indem sich puuktförmige, graugelbe Er­hebungen entwickelten. Die Cornea blieb frei. Bei der Section fand Matthieu Tuberculose der Iris.
Die als Theilerschcimmg der Mondblindheit auftretende Iritis soll mit diesem Leiden besprochen werden.
Der Verlauf der Iritis symptomatica ist abgesehen von der durch Tuberculose bedingten im Allgemeinen nicht un­günstig, indem wie bei der idiopathischen in der Regel ohne Hinterlassung weiterer Störungen Heilung eintritt. Die Bil­dung von hinteren Sjuechien kann zur Entstehung von grauem Staar führen, vielleicht auch Recidive anregen. Sobald die entzündliche Erkrankung auf den Ciliarkörper übergreift, ist Cataractbildung zu erwarten.
Behandlung. Zur Verhütung dieser Complicationen dient Atropin. Mit dem Eintritt der Mydriasis rückt der Pupillarrand von der Vorderkapsel der Linse ab, wodurch die Bildung von Syncchien erschwert wird. Durch die läh­mende Wirkung des Atropins auf die Iris und den Ciliar-muskel hören die die Fortbewegung der phlogogenen Sub­stanzen begünstigenden Contractionen dieser Muskeln auf.
Zur Beseitigung der entzündlichen Exsudate, namentlich des Eiters aus der vorderen Augenkammer hat man wohl die
; ;
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Iris.
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Paracentese der Cornea vorgesehlagen. Die mit der Aus­führung dieser Operation verbundenen Schwierigkeiten und Gefahren für den Augapfel stehen offenbar nicht im Verhält-niss zu dem erreichten Nutzen (vgl. S. 79).
4.nbsp; Membrana pupillaris perseverans (Weber).
Literatur. Mayerhausen: Zeitschr. für vergl. Augenheilkunde 1883,
5.nbsp; 80. Schindelka: ibid. S. 102. Meyer: Mag. von Gurlt and Hertwig Bd. 17, S. 181.
Reste einer die secundäre Augenblase und Linse um­gebenden, gefiisshaltigen Gewebsschicht der Kopfplatten ent­springen als gröbere oder feinere Fäden an der vorderen Fläche der Iris und zwar in der Nähe des Pupillarrandes derselben, überschreiten diesen, um auf der Vorderkapsel der Linse zu enden oder auf den gegcuüberliegeudeu Papillar-rand überzugehen. Dieser Ursprung an der vorderen Fläche der Iris unterscheidet den Zustand von Synechien der Iris, sowie von Cataracten. Die Zahl der Fäden ist eine ver­schiedene: bald findet sieh nur einer, bald eine grössere Zahl. Der Pupillarrand behält dabei in der Regel seine freie Be­weglichkeit. Diese Reste der Pupillarmembran werden am häutigsten bei jungen Thieren (Fleischfressern) gefunden und verlieren sich oft noch zum Theil oder auch ganz, indem sie der Resorption anheimfallen.
Meyer beobachtete den Zustand bei einem 9 Monate alten Rinde. Eine feine, weisse Membran erstreckte sich vom äusseren zum inneren Abschnitte des Pupillarrandes, erschien scharf begrenzt, mit krausen Rändern. Zwei Monate später war die Bildung verschwunden.
Schindelka fand an dem sonst normalen Auge eines 7 Jahre alten Pferdes ein fadenförmiges Gebilde, welches nasalwärts von den oberen Traubenkörnern etwa 1 mm ober­halb des Pupillarrandes entspringend, ca. 3 mm lang mit seinein freien Ende im Kamraerwasser flottirte. Die Farbe des Fadens war braun, etwas heller als die der Iris, In der
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44nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Iris.
Mitte der Vorderkapsel der Linse befand sich eine 5—6 mm im Durchmesser betragende, scharf begrenzte Trübung, welche den Eindruck einer aufgelagerten grauweissen Platte machte, deren Fortsätze in der Form von Leisten in die vordere Augenkammer ragten.
Mayerhausen hatte Gelegenheit, den Zustand bei einer albinotischen Kaninchenfamilie (7 Junge und 3 Alte) zu beob­achten. Mir selbst sind solche Fälle wiederholt bei jungen Hunden begegnet. Man hüte sich, fibrinöse Exsudate der Iris mit diesem Zustande zu verwechseln; die mehr graue Farbe und flockige Beschaffenheit kennzeichnet indess die ersteren meist so deutlich, dass bei genauerer Betrachtung die Entscheidung der Frage nicht schwer fällt.
Die Beurtheilung hängt in erster Linie von den Seh­störungen und den nachtheiligen Wirkungen derselben auf den Gebrauch der betreffenden Thiere ab. Meist sind diese nicht von erheblicher Bedeutung. Bei jungen Thieren steht auch noch eine theilwcise, unter Umständen selbst vollstän­dige Resorption in Aussicht.
Eine Bebandlung dieses Zustandes ist so gut wie er­folglos: selbst auf die Resorptionsvorgänge würde man schwer­lich einen erheblich vortheilhaften Einfluss ausüben können.
5. Pupillarverschluss. Pupillarsperre. Occlusio pupillae.
Literatur. Eversbusch: Zeitschr. für vergl. Augenheilkunde 1886, S. 68. Müller: Wiener Vierteljahrsschr. Bd. 13, S. 87. Pallin: Jahresbericht 1885, S. 72. Zalaudeck: Wiener Vierteljahrsschr.
Bd. 11, S. 94.
Mit diesem Namen werden zwei verschiedene Zustände belegt. Bei einem derselben handelt es sich um eine totale hintere Synechie. Der Pupillarrand der Iris ist in seinem ganzen Umfange mit der Vorderkapsel der Linse verklebt oder verwachsen, wie es namentlich nach recidivirender Iritis beobachtet wird. Die Vorderkammer ist dadurch von der hinteren vollständig abgeschlossen', und die Iris pflegt
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4.quot;,
buckeiförmig nach vorn getrieben zu werden. Das Sehver­mögen geht alsdann unter Trübung der Linse regelmässig bald verloren.
Einen solchen Zustand hat Zalaudeck beim Pferde beobachtet. Das eine Auge des Thieres war vollständig cataraetös, und an dem anderen bestand eine vollständige hintere Synechie. Das Leiden sollte sich ohne nachweis­bare entzündliche Vorgänge entwickelt haben. Obgleich es sich um ein Militärdienstpferd handelte, welches allwöchent­lich von Zalaudeck untersucht wurde, dürfte der Zustand doch wohl die Folge der periodischen Augenentzündung ge­wesen sein. Das Pferd erblindete später vollständig.
So lange die Verbindung noch keine feste ist, kann durch Atropineinträufelung zuweilen eine Lösung herbeigeführt wer­den. Wo dies nicht gelingt, bleibt nur die Bildung einer kunstlichen Pupille übrig, welche darin besteht, dass ein Stück aus der Iris herausgeschnitten wird (Iridectomie). Diese Operation ist indess bei den grösscren Thieren selten mit er­heblichem Vortheile, dagegen mit um so grösseren Schwierig­keiten verbunden (vgl. S. 82). Ebensowenig ist von der mechanischen Ablösung der Iris von der Vorderkapsel der Linse (Corelyse) zu erwarten, da hiernach in der Regel um­fangreiche Trübungen der Linse zurückbleiben.
Als Pu pillar sperre hat man bei Pferden auch den Verschluss der Pupille durch stark vergrösserte Trauben-könier bezeichnet.
Eversbusch und Müller haben solche Fälle beschrieben: Eversbuseh bei einem Rennpferde, welches infolge dessen bei greller Beleuchtung plötzlich anfing zu scheuen. Die rraubenkörner hatten eine ungewöhnliche Grosse, in horizon­taler Richtung 2 cm, ihre Hohe betrug bis 1 cm. Nach Stockfleth will man in Dänemark ebenfalls Störungen in dem Sehvermögen bei Pferden durch stark entwickelte Trauben­körner beobachtet haben.
Müller fand angeborene Pupillarsperre bei einem Pferde mit Glasaugen, welches infolge dessen auf beiden Augen er-
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4Gnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Iris.
blindet war. Die Pupillen bildeten nur schmale Spalten, welche von Traubenkörnern geschlossen wurden. Die Iris selbst war pigmentlos und erschien am Ciliarrande rosaroth. Im Uebrigen waren die Augen gesund.
Pali in glaubt in der Vergrösserung der Traubenkörner oft eine Ursache des Scheuens beim Pferde erblicken zu müssen.
Bei weissgeborenen Pferden kommt infolge hochgradiger Empfindlichkeit der Augen gegen Licht zuweilen in hellem Sonnenschein Pupillarverschluss zu Stande, so dass die Thiere während dieses Zustandes nichts sehen. Schon Leblanc machte diese Beobachtung, die man in Deutschland, da wo Isabellen und weissgeborene Schimmel gezüchtet werden, be­stätigen konnte.
Behandlung. Während gegen den zuletzt genannten Zustand wohl nichts zu thun ist, würde bei der übermässigen Entwickelung der Traubenkörner vielleicht auf operativem Wege etwas zu erreichen sein. Die Entfernung derselben würde jedoch dieselben Vorsichtsmassregeln verlangen, welche bei der Iridectomie Anwendung finden.
Eversbusch entfernte die oben beschriebene Geschwulst­masse mittelst Lappenschnittes etwa '1—3 mm vom Horn­hautrande. Die Operation gelang vollständig, doch wurde das Auge in den nächsten Tagen verletzt, wonach eine eite­rige Irido-Chorioiditis zu Phthisis bulbi fahrte. Die Blutung war gering und es wäre die Heilung ohne Zweifel erfolgt, wenn nicht ein unglücklicher Zufall dieselbe gestört hätte. Man würde in ähnlichen Fällen zu derselben Operation schrei­ten müssen. Vorübergehende Besserung des Sehvermögens lässt sich durch Atropin erreichen ').
') Diesem Mittel gleich zu erachten sind IIomatro[iiii und Duboi-sin. Die Wirkung des llomatropins ist flüchtiger und deshalb von Arnold zu den Augenuntersuelamgen empfohlen. Duboisin dient bei Menschen als Ersatz für Atropin, wo dieses nicht gut vertragen wird, Kopischmerzen etc. bereitet. Beide sind erheblich theurcr als Atropin.
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Iris.
6. Spaltbildung des Auges. Coloboma.
Literatur. Dochtermann: Zeitschr. für vergl. Augenheilkunde 1882, S. 76. Renner: Berl. Archiv 1885, S. 308. Hering: Her. Rep. Bei. 25, S, 115. Berlin: Zeitschr. für vergl. Augenheilkunde 1887, S. 52.
Als „Colobom* bezeiebnet man eine Hemmungsbildung iim Auge, eine Störung in dem normalen Schliessungsprocess der fötalen Augenspalte. In vielen Fällen beschränkt sich die Spaltbildung auf die Iris, indem diese eine spaltförmige Oeftnung neben der Pupille und zwar meist unterhalb der-
Fig. 8.
Coloboma iridis beim Hunde.
selben zeigt (Iriscolobom), in anderen setzt sich die Spaltung auf die Chorioidea fort (Aderhautcolobom) und ist oft mit einem Defect in dem Ciliannuskel so wie auch in der Linse verbunden; die letztere zeigt sich an der betreffenden Stelle eingekerbt, und nicht selten ist sie getrübt. Das Colobom
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Iris.
kommt sowohl einseitig wie auch an beiden Augen vor und wird nach den Beobachtungen beim Menschen auch vererbt. Dochtermann beobachtete unter 64 von einem Eber und
Fig. 9. a
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Coloboma iridis beim Pferde (nacb Hering), a rechtes, ii linkes Auge desselben Pferdes.
4 Mutterschweinen gefallenen Ferkeln 36, die mit theils ein­seitigem, theils beiderseitigem Coloboma totale behaftet waren und bald eingingen. Wie Berlin später berichtete, waren die Thiere Producte der Inzucht. Der Eber war zum Be-
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Ciliarkörper.
lit
legen der Töchter und Enkelinnen herangezogen worden. Da der Schluss der fötalen Augenspalte an der unteren Hälfte des Bulbua erfolgt, so ist es erklärlich, dass hier auch regelmässig der Sitz des Coloboms ist. Renner fand ein Coloboma iridis et chorioideae verhunden mit einem intra-bulbären Enchoudrom beim Füllen. Im unteren inneren Quadranten der Tris reichte ein Spalt bis zum Ciliarrande. Mir sind wiederholt Colobombildnngen beim Hunde vorge­kommen; die Fig. 8 stellt einen dieser Fälle dar und macht eine weitere Beschreibung überflüssig. Hering fand ein Colobom beim Pferde (Fig. 9). Beide Augen erschienen mit Ausnahme der Iris normal. Auf der hellbraunen Iris (Birk-auge) zeigten sich zwischen dem lateralen Augenwinkel und dem Pupillarrande dunkle, beinahe schwarze Stellen, welche sich bei genauer Betrachtung als Oeffnungen in der Iris er­wiesen, durch welche man in die hintere Augenkammer sehen konnte. Sehstörungen sind nur sedten mit dem Zustande verbunden.
Therapeutisch lässt sich gegen denselben nichts aus­richten. In der Menschenheilkunde hat man neuerdings auch die durch Iridektomie künstlich erzeugten Lücken in der Iris als Coloboma bezeichnet.
B. Die Entzündung des Strahlen- oder Ciliarkörpers.
Cyclitis.
Literatur. Würdinger: Zeitsclir. für vergl. Aiigenlieilkumie Bd. 4. S. 121. Vogel: Her. Rep. Bd. 39, S. 8.
Anatomie. Der Ciliarkörper besteht aus dem Orbicolus ciliaris, einem bindegewebigen Ringe, welcher die Grundlage desselben abgibt und als das vordere Ende der Chorioides angesehen werden kann. An seiner Oberfläche trägt der Orbiculus die meridional angeordneten Pro-cessus cillares, welche aus fibrillarem Bindegewebe bestehen und sehr reich an Blntgefässen sind. Zum Ciliarkörper gehört drittens der Mus-culns ciliaris, ein ringförmiger Muskel, dessen glatte, Fasern theils meri­dional (Tensor chorioideae), theils radiär und circular verlaufen. Wür­dinger konnte bei den meisten Thieren last nur meridlonale Fasern #9632;Mollor. Thim-ürztl. Auseiihrilkimde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;4
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50nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Cüiarkörper.
nachweisen. Der Ciliarmuske! beginnt am Scleralwulst und endet an der Chorioidea. indem er dem Orbiculus und den Ciliarfortsätzen zum Theil aufliegt. Vorn hängt der Ciliarkörper mit der Iris zusammen, hinten geht derselbe ohne bestimmte Grenze in die Chorioidea über. Beim Pl'erd beträgt nach Wiirdinger die Länge des Corp. ciliare oben 10 mm, seitlich 8,6 mm: die Länge des Musculiis ciliaris oben 4,3 mm, seitlich 2,7 mm; die Dicke des Corpus ciliaris oben 0,6 mm. seitlich 0,3 mm. Bei allen Thieren mit querovaler Pupille ist das Cor­pus ciliare oben und unten länger als an den Seiten, und liier wiederum länger an der äusseren als an der inneren Seite (vergl. Abschnitt X).
Der anatomische Zusammenhang des Ciliarkörpers mit der Iris begünstigt den Uebertritt entzündlicher Processe von dem einen zum andern der beiden Abschnitte des Uvealtractus. Daher leidet der Ciliarkörper bei der Iritis häufig mit, nament­lich bei der traumatischen (eiterigen) und symptomatischen (intectiösen) Form derselben. Verletzungen am Rande der Cornea bezw. der Sclera können den Ciliarkörper direct treffen und eine entzündliche Erkrankung desselben ver­anlassen. Als selbständiges Leiden hat man bei Thieren die Cyclitis bisher nicht kennen gelernt: dagegen fehlt die Cyclitis niemals bei der sog. Mondblindheit.
Die entzündlichen Vorgänge im Ciliarkörper werden namentlich für die Linse gefährlich, indem entweder durch directe Zerstörung des Aufhängebandes der Linse, oder durch die nachfolgenden Schrumpfungsprocesse am Ciliarkörper die Linse ihre Verbindung mit dem Ciliarkörper verliert und luxirt. Durch Auflagerung von Exstidatmassen, die aus dem Ciliar­körper stammen, auf die Linse werden oft Trübungen derselben veranlasst. Dazu kommt, dass die Cyclitis sich leicht auf die Chorioidea fortsetzt, wodurch schwere Störungen an der Retina und dem Glaskörper hervorgerufen werden.
Erscheinungen. Als erstes Symptom der Cyclitis tritt Injection der Episcleralgefässe hervor, indem die Circulations-störungen im Ciliarkörper Stauungen in diesen Gelassen zur Folge haben. Hierzu gesellt sich Lichtreiz und Schmerz, infolge dessen das Auge dauernd geschlossen wird. Die Schmerzen werden offenbar durch die Contractionen der
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-
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Chorioidea.
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Muskelelemente in dem entzündeten Organe noch vergrössert. Bald stellt sich entzündliche Exsudation ein. Das Exsudat fällt theils in die vordere Augenkammer, theils sammelt es sich an der hinteren Fläche der Iris an und bewirkt im Verein mit der entzündlichen Schwellung des Ciliarkörpers eine Hervorwölbung der ciliaren Abschnitte der Iris in die vordere Augenkammer. Auch die Linse rückt oft gegen die Cornea nach vorn und wird im Verlaufe des Leidens wohl luxirt. In der Iris macht sich eine mehr oder weniger starke Füllung der Blutgefässe be­iner k 1 i c h. Wo diese Erscheinung bei intacter Iris auf­tritt, ist die Diagnose Cyclitis gesichert, was um so wichtiger ist, als die Lage des Ciliarkörpers hinter der Iris die In­spection desselben verhindert.
Behandlung. Auch bei diesem Augenleiden muss Atropin als das wirksamste Heilmittel angesehen werden. Die durch dasselbe bewirkte Lähmung des Ciliarmuskels mildert die Schmerzen, hält die Ausbreitung der entzündlichen Vorgänge vom Ciliarkörper auf seine Nachbarschaft zurück und verhindert endlich das Zustandekommen von hinteren Synechien. In gleicher Weise wird durch die Mydriasis der Abfiuss des Exsudats in die vordere Augenkammer und die baldige Resorption desselben begünstigt.
C. Entzündung der Aderhaut. Chorioiditis.
Literatur. Eversbusch: Zeitschr. für vergl. Augenheilkunde 1885, S. 71. Vogel: Her. Re|p. Bd. 29, S. 11. Peters: Der schwarze Staar der Pferde 1886, S. 42. Ripke: Tliieriirztl. Mittheil. 1876, S. 101. Roloff: Thierärztl. Mittheil. 1870, S. 100. Berlin: Zeit­schrift für vergl. Augenheilkunde 1882, S. 123.
Die Krankheitsprocesse der Chorioides lassen sich nur mit Hilfe des Augenspiegels direct erkennen, während die indirecten Symptome noch weniger ausgesprochen sind, als bei der Cyclitis. Auch beim Menschen stammen die Kennt­nisse über die chorioiditischen Processe erst aus der Zeit des
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I
52nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Chorioidea,
Augenspiegels. Sehr natürlich, class dieses Leiden bei den Thieren noch wenig in seinen Einzelheiten bekannt ist.
Anatomie. Die Chorioides stellt eine grösstentheils ans Blut- und
Lympligfl'ässen bestehende Membran dar, welche, die Innenlläche der Sclera auskleidend, von der IMina bedeckt wird. Zahlreiche Pigment-zellen sind in das Gewebe der Chorioidea eingelagert.
Auf der Sclera liegt die aus einem Gellechl elastischer Fasern und Pigmentzellen bestehende und mit zahlreichen Lymphraumen aus­gestattete Suprachorioidea s. Lamina fnsca sclerae. Auf diese folgt nach innen das Stroma chorioideae, ein dielitcs Gel'ässnetz, welches durch ein Gerüst von Bindegewebe und elastischen Fasern getragen wird. Darauf folgt das Tapetum, welches bei den llerhi-voren aus Fasern, bei den Fleischfressern aus Zellen besieht und nur dem Schweine fehlt. Auf dem Tapetum liegt die Clioriocapillaris der Aderhaut, ein dichtes Gcfassnetz in homogener Grnndsnbstauz. auf dieser eine Glaslamelle, welche die Retina trägt.
Bei der Untersuchung mit dem Augenspiegel erkennen wir also das Tapetum bezw. die Choriocopillaris, da sowohl Retina wie die Ulas-lamelle durchsichtig sind.
Während die Pigmentschicht offenbar den Zweck hat, absorbirend auf die Lichtstrahlen zu wirken, dient die Chorioides selbst in erster Linie ohne Zweifel dazu, die Ernäh rungs Vorgänge und den Stoffwechsel in der Retina und dem Glaskörper zu vermitteln. Daher leiden diese Organe bei Erkrankungen der Chorioides stets mehr oder weniger mit, und darin liegt die grosse Gefahr, welche mit der Chorioiditis stets verbunden ist.
Ursachen. Die häufigste Veranlassung zur Aderhaut­entzündung ist Fortpflanzung entzündlicher Processe von der Iris und dem Ciliarkörper. Daher leidet sie regelmässig mit, sobald dort ein entzündlicher Process auftaucht, der Neigung zur Ausbreitung besitzt. Das ist namentlich bei eiterigen Entzündungen, nach Äugapfelverletzungen, ferner bei allen infectiösen Processen, insbesondere bei der Mondblindheit der Fall. Auch manche der symptomatischen Iritiden pflanzen sich auf die Aderhaut fort, wodurch das Leiden der Mondblindheit oft täuschend ähnlich wird und klinisch unter Umständen gar nicht von derselben zu trennen ist. Im Verlaufe der eiterigen Nabelvenenentzündung sowie auch bei eiteriger Arthritis, be­sonders der infectiösen, multiplen Form, beobachtet mau nicht
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Chorioidea,
selten neben der Iritis (S. 41) Erscheinungen der Cborioiditis. Als selbständiges Leiden ist die Cborioiditis bei Thieren so gut wie unbekannt und nur zufällig entdeckt worden, was bei dem Fehlen dor subjectiven Symptome natürlich ist. Roloff berichtet über eine Cborioiditis cbronica bei Pferden, douli lässt sieh aus der Besehreibung desselben nicht ent­nehmen, welcher Zustand vorgelegen hat. Eversbusch be­schreibt einen Fall von Cborioiditis disseminata beim Pferde. Während die übrigen Thcile des Auges normal erschienen, waren in der Linse zahlreiche punktfürmigo Trübungen und in der Nachbarschaft der Papille in der Aderhaut eine An­zahl hellerer Stellen bemerkbar, welche als zickzackförmige, weissliche oder weissgrünliche Linien und Bänder hervortraten und von einem schmutzigbraunen Pigment umsäumt waren. An einzelnen Stellen liessen sich Bruchstücke grösserer Ge-fässe der Aderhaut erkennen; an zwei Stellen schimmerte die Sclera durch. Daneben waren zahlreiche punktförmige, das Licht stark reflectirende Flecke vorhanden: das Tapetum zeigte sich schmutzig graugrün. Beide Augen litten in gleicher Weise. Aebnliche Veränderungen beobachteten Fröhner und Peters beim Pferde. Peters fand einen grossen Fleck in der (Jhorioides, der weiss gefärbt und nach Peters durch Untergang des Ghorioidealpigments ent­standen war. Auch beim Menschen kennt man noch nicht alle Processc, welche zur Chorioides disseminata führen, jeden­falls handelt es sich nicht um einen speeifischen Vorgang, und die Bezeichnung „Cborioiditis disseminataquot; ist nur einem klinischen Symptom entnommen. Von Rijjke wurde beim Kinde Tuberculose der Chorioidea gefunden.
Von mir winden bei Hunden wiederholt intensiv rotb gefärbte Flecke beobachtet, deren Aussehen auf Blutungen in der Aderbaut schliessen Hess. Bei einem Hunde traten nach der Staaroperation heftige Blutungen aus den Aderhautge-fässen ein. Auch bei Pferden habe ich mehrfach starke Blu­tungen im Augenhintergrunde gefunden, die allem Anscheine nach aus der Aderhaut stammten.
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54nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Chorioidea.
Schon Berlin hat mit Recht darauf aufmerksam gemacht, class Unterbrechungen in der regelmässigeu Färbung des Augenhintergrundes namentlich bei Pferden als angeborene Bil­dungen vorkommen, welche nicbt mit C'horioiditis verwechselt werden dürfen. Einmal findet sich hier ein Zustand, wo­bei sowohl der Chorioides wie auch dem Retinaepithel das Pigment fehlt (Leucosis der Aderhaut). Da das Tapetum selbst, wie Berlin annimmt, nur als „trübes Mittelquot; wirkt, und die Färbung des Augenhintergrundes hauptsächlicb von jenen Pigmentmassen ausgeht, so schimmern an solchen Stellen die Chorioidealgefasse durch; oder es erscheint das Tapetum als wcisse Flecke, welche durch das unter ihm in der Aderhaut circulirende Blut ein rothes Aussehen annimmt. Ebenso werden unterhalb der ophthalmoskopisch nachweis­baren Tapetuuigrenze in dem dunklen Augenhintergrunde inscUormige, helle Flecke, oft in grösserer Zahl gefunden, welche dieselbe Grünfärbung zeigen wie das Tapetum und in der Regel von einem dunklen Rande umsäumt sind. Berlin hält sie für Tapetuminseln, welche durch das Fehlen des Pigmentes der Aderhaut sichtbar werden. Die grünliche Färbung, das regelmässige Auftreten in beiden Augen und das Fehlen von Erscheinungen der Entzündung und deren Folgen kennzeichnet auch diese als bedeutungslose Zustände.
Verlauf und Ausgang. Etwas Näheres über den Ausgang der Aderhautentzündung ist nur bei der Mondblind­heit bekannt, doch unterliegt es keinem Zweifel, dass auch die übrigen Formen der Cborioiditis gleiche Veränderungen zur Folge haben können, nämlich: Trübung und Ver­flüssigung des Glaskörpers und .Netzhautablösung. Die ersteren erklären sich leicht aus dein Einfluss der Ader­haut auf die Ernährung des Glaskörpers, sowie aus der Wir­kung des in den Glaskörper ergossenen Exsudats der Ader-haut. Bald tritt eine diffuse, staubförmige Trübung des Glaskörpers ein, oder man findet in demselben Flocken, Fäden und wolkige Trübungen. Ueber das Zustandekommen der Netzhautablösung ist man bisher noch nicht einig.
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Iridochorioiditis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; öü
Dass die Entzündung von der Chorioides leiclit uut' die Retina übergreift, liegt auf der Hand (Choriü-Retinitis). Nicht selten führen die entzündlichen Proeesse zu Ossifica-tionen in der Chorioides, die bei Pferden öfter angetroffen werden.
Erscheinungen. Die beim Menschen auf die Gegen­wart einer Chorioiditis hinweisenden Sehstörungen bleiben bei den Thieren meist unbemerkt. Hier bildet die pericorneale Injection die erste Erscheinung. Bei Anwendung des Augen­spiegels werden die Gefässe der Choriocapillaris iujicirt an­getroffen, wodurch eine sternförmige Röthung zu Stande kommt. Nicht selten zeigen sich Hämorrhagien in Form verwaschener rother Flecke. Dazu kommen die Folgezustände: Trübung des Glaskörpers und. Netzhautablösung (s. diese). Nach den Beobachtungen beim Menschen zu urtheiien, müssen acute Aderhautentzünduugcn mit mehr oder weniger Schmerz und Lichtscheu verbunden sein.
Die Behandlung ist dem Leiden gegenüber ohnmächtig: Hauptsache bleibt, bei Verletzungen des Bulbus, bei Iritis und Cyclitis präservativ vorzugehen, um den Entzündungsprocess von der Aderhaut fern zu halten. Wo dieser bereits einge­treten ist, dürfte Abhaltung des Lichts und Instillation von Atropin zu empfehlen sein, wodurch die für den Ablauf des entzündlichen Processes der Aderhaut offenbar nicht günstigeu Bewegungen in der Iris und dem Ciliarkörper aufgehoben werden.
D. Iridochorioiditis und Cyclitis.
Literatur. Clans: Dresd. Berichte 1860, S. 106. Kaiser: Adam's Wochenschrift 1887, S.'282. David: Mittheil, aus der thieriirztl. Praxis 1879, S. 94. Kowalewski: Ref. in Zeitschrift für vergl. Augenheilkunde 1882, Bd. 2., S. 149. Brauer: Dresd. Berichte 1884, S. 95. Durrechou: Her. Rep. Bd. 25, S. 317. Roloff: Thierärztl. Mittheil. 1867, S. 143.
Wie bereits betont, ist bei dem anatomischen Zusammen­hange die gleichzeitige Erkrankung^ des ganzen Uvealtractus
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5(3nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Iridochoriuiditis.
erklärlich; es breiten sieh namentlich iiit'ectiöse Entzündungen leicht auf die ganze mittlere Augenhaut aus, daher sehen wir dieses Leiden einmal bei perforirenden Wunden in der Nähe des Cornealrandes bezw. der Sclera, ferner bei der sympto­matischen Iritis im Verlaufe der Brustseuche und Druse (lioloff) auftreten. Bei der Mondblindheit ist diese Ausbrei­tung des Processes die Regel. Aber nicht mir hei Pferden, sondern auch bei Kindern bat man eine spontan auftretende Irido-Cyclo-Chorioiditis beobachtet, die in ihren Erscheinungen sowohl wie im Verlaufe die grösste Aehnlichkeit mit der periodischen Augenentzündung des Pferdes hat. Irgend welche ätiologische Beziehungen dieses Leidens der Wieder­käuer mit der Mondblindheit des Pferdes sind bisher nicht bekannt. Dabei- mag es zunächst gerechtfertigt sein, die Mondblindheit als eine besondere, specifische Iridochorioiditis des Pferdes aufzufassen und hier nur das im Sitze gleiche Leiden des Rindes zu besprechen. Die Zahl solcher Beob­achtungen ist eine grosse.
Im Jahre 1SG0 fand Claus eine exsudative Augeneut-zündnng bei einem Ochsen, welche 4 Jahre hindurch alle 2—3 Monate recidivirte und später auch das zweite Auge ergriff. Lichtscheu, Schmerz, Thränenfluss und flockiges Ex­sudat in der vorderen Augeukaramer kennzeichneten das Leiden, über dessen weitere Folgen leider keine Mittheilungeu vorliegen.
Kaiser sah eine ähnliche Erkrankung bei 5 Rindern. Nach dem ersten Anfall blieb die Iris zackig, blassgrün und nach wiederholten Anfällen bildete sich grauer Staar aus.
David machte die gleichen Beobachtungen bei Rindern, bald trat Heilung, bald Cataractbildung ein. Ebenso Kowa-lewski und Bräuer.
Leider fehlen in diesen Mittheilungen nähere Angaben über den pathologisch-anatomischen Befund; auch sind die klinischen Erscheinungen nur an vollständig beschrieben; es genügen die Mittheilungen daher nicht, um einen klaren Ein­blick in die Bedeutung und Stellung des Leidens zu gewinnen.
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Panojihlluilniitis.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 57
Iinpt'vemiche könnten hier ohne Zweifel noch manche Auf­klärung geben. Wahrscheinlich ist ein Theil der recidiviren-den inneren Augencntzündungen beim Einde auf die Gegen­wart von Fiiaria papillosa im Auge zurückzuführen. Dur-r^chou sah eine solche bei einem Ochsen durch diese Para­siten entstehen (vgl. Parasiten).
Die Behandlung muss nach den allgemeinen Grund­sätzen erfolgen. Auch hier wird Atropin besonders zu empfehlen sein, theils um dem Ciliarmuskel Ruhe zu geben, theils um durch Mydriasis zu verhindern, dass hintere Synechien entstehen.
E. PanopMhalmitis.
Als Panophthalmitis bezeichnet man eine eiterige Ent­zündung des Auges, von welcher sämmtliche Theile des Bulbus mehr oder weniger betroffen sind. Zu diesem Leiden geben änssere Verletzungen, namentlich perforirende Wunden der Cornea oder Sclera Veranlassung, indem nach erfolgter Eiter-infection der Binnenorgane die entzündliche Erkrankung sich schnell ausbreitet. Diese greift zunächst auf den Uvealtractus und auf die übrigen Abschnitte des Bulbus (Retina, Sclera, Cornea), dann auch auf die in der Orbita liegenden Gewebe über. Man spricht deshalb von einer Panophthalmitis.
Wie gewaltig die Wirkung einer Eiterinfeetion sein kann, zeigt folgender von mir bei einem jungen Fohlen ausgeführter Versuch:
Von einer frischen Cultur des Staphyl. pyog. aur., welche schwach getrübt war, wurde mittelst einer Pravaz'schen Spritze 1,0 in die vordere Augenkammer gebracht. Schon nach 24 Stunden zeigten sich heftige Entzündungserschei­nungen: Augenlider permanent geschlossen. Conjunctiva stark geröthet; in einem Augenwinkel schleimig-eiterige Massen. Cornea vollständig getrübt, doch noch soweit durchsichtig, dass man die Anhäufung von Eitermassen in der vorderen Augenkammer deutlich erkennen konnte. Iris stark verengt.
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58nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Panophtlialmitis.
Bulbus gespannt. Am nächsten Tage erschien der Bulbus vergrössert, die Augenlider gleichfalls geschwollen, ebenso die Conjunctiva, deren Baibusabschnitt sich über die Cornea wölbte (Chemosis); die letztere stark getrübt, von gelblicher Farbe, so dass ein Einblick in die Vorderkammer nicht mehr möglich war.
Durch Schwellung der orbitalen Weichtheile wurde der Bulbus aus der Augenhöhle hervorgedrängt und die Augen­grube ausgefüllt.
Hierzu gesellten sich bald fieberhafte Erkrankungen, unter denen die Ernährung des Thieres im hohen Grade litt. Am 5. Tage nach der Impfung wurde das Fohlen ge-tödtet.
Dieser Zustand des Auges entspricht dem als Panoph-thalmitis bezeichneten Leiden. Verletzungen der Cornea oder Sclera sind oft mit ähnlicher, wenn auch nicht so mas­siger Infection verbunden, sobald diese Wunden perforireu (S. 9). Zu den Erscheinungen der Entzündung in der Cornea bezw. Sclera gesellen sich die der eiterigen Iritis bezw. Irido-chorioiditis. Da die Erkennung derselben in der Regel durch die Corneatrübung ausgeschlossen ist, so erlangen die indirec-ten Symptome der Panophtlialmitis einen besonderen Werth. Dahin gehört namentlich die starke Füllung des Bulbus, entzündliche Schwollung der Augenlider und der orbitalen Weichtheile, welche sich zu dieser Erkrankung des Bulbus bald hinzugesellt. Unter Steigerung des intra-ocularen Druckes werden Linse und Glaskörper bald aus dem Bulbus ausgepresst; dann fühlt sich der Bulbus abnorm weich an und fällt zusammen. Die Eiterung besteht noch einige Zeit fort, lässt dann allmählich nach und hört schliesslich auf. Vom Bulbus ist dann in der Kegel nur ein Stumpf zurück­geblieben. Die Cornea erscheint stark geschrumpft und trübe. Das Sehvermögen des Auges ist selbstverständlich vollständig vernichtet.
Die Beurtheilung dieses Zustandes ist in Bezug auf das Sehvermögen und die Erhaltung des Augapfels schlecht;
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Panophthalmitis.
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beide werden durch denselben fast immer zerstört. Dagegen ist die Gefahr für das Leben sowie für das andere Auge bei Thieren hierbei nicht so gross, wie beim Menschen, bei dem der infectiöse Process leicht auf das andere Auge übergreift und dieses in derselben Weise vernichtet (sympathische Augen-entzüudung), unter Umstünden auch am Sehnerven entlang auf das Gehirn übergreift. Beides ist bei unseren Thieren selten, doch hat man solche Ausgänge ausnahmsweise auch hier beobachtet.
Die Behandlung verlangt in präservativer Hinsicht Anwendung antiseptischer Massnahmcn bei tiefergehenden oder perforironden Wunden der Cornea oder Sclera. Sublimat, Borsäure, Creolin bilden auch hier die wirksamsten Desiufec-tionsmittul, die möglichst sorgfältig nach Lage des Falles an­gewendet werden müssen. Wiederholtes Ausspülen des Con-junctivalsackes und Bedecken des Auges mit einem leichten, mit jenen Flüssigkeiten getränkten Tuche empfiehlt sich bei grösseren Thieren. Bei kleinen, namentlich Hunden, muss dafür eine öftere Instillation der Desinfectionsflüssigkeiteu stattfinden. Man vermeide jedoch hierbei einen Druck auf den Bulbus auszuüben. Im Uebrigen vgl. S. 9.
Wo bereits Panophthalmitis eingetreten ist, darf man für das Auge nichts mehr erwarten. Man lasse dasselbe täglich mehrmals mit desinficirenden Flüssigkeiten reini­gen, um die Entzündung möglichst bald zum Abschluss zu bringen.
Es ist empfohlen worden, unter diesen Umständen zur Exstirpation des Bulbus zu schreiten. Wo es sich um mög­lichst geringe Verunstaltung des Thieres handelt, empfiehlt sich diese Operation nicht. Ich muss Bayer darin zustimmen, dass das Aussehen der Thiere durch die Exstirpation des Bul­bus mehr leidet als mit dem nach der Panophthalmie zu­rückbleibenden Stumpfe. Da ausserdem die Folgen der Ent­zündung für das andere Auge und das Leben der Thiere ohne erhebliche Bedeutung sind, so entschliesst man sich zu dieser Operation nur da, wo es sich darum handelt, die ent-
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60nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mondblindheit.
zündlichen Processe am Auge möglichst bald zu beseitigen, um das Arbeitspferd wieder dienstbrauchbar zu haben, lieber das Verfahren selbst vgl. Abschnitt VII, D.
F. Die periodisehe (intermittirende) Augeuentzliudnng,
Mondbliudheit, Flux ion p^riodique, Moon blindness, Irido-
chorioidltis reeidivu.
Lite rat u r. Am mon: Abhandlung über Natur und Heilung der Augen-entzündung 1807. Berlin: Zeitschr. für vergl. Augenheilkunde 1888, S. 27. Bräuer: Dresd. Berichte 1885, S. 82. Bruck-müller: Pathol. Anatomie. Brusasco: Jahresbericht 1885. 'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Didot: Knie sur la nature etc. 18fi0. Eversbusch: Deutsche
Zeitschrift J'iir Thiermedicin 1882, Bd. 7. Friedberger: Mün-ehener Bericht 1873/74. Haase: Mondblindheit; Vorträge für Thierärzte, Her. II, Heft 3. HurtreJ D'Arboval: Dictionnaire 1820. Her twig: Mag. von Gurlt u, Hertwig Bd. 1, S. 132. Jaeobi: Mng. von Gurlt u. Hertwig Bd. 40, S. 101. Leblanc; Abhandl. über die Augenkrankheiten der Hausthiere 1825, übers, von Radius. Peters: Fuchs Mittheil. 1868, S. 89. Richter: Thierarzü. Mittheil. 1865, 13. Jahrg., S. 153. Werner: daselbst. Nagel; .Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 2d. S. 1. Schmidt: Mittheil, aus der thierärztl. Praxis. Sichel: Annales oculistiques 1861. Val. Trichter 1710. Vogel: Her. Rep. Bd. 39, S. 1. Z tin del: Der Gesundheitszustand der Hausthiere u. s. w. 1882.
Bereits vor der Entwickelang der wissenschaftlichen Thier-heilkunde lenkte diese Krankheit des Pferdes die Aufmerk­samkeit auf sich, und ihr intermittirender Verlauf gab zu der Annahme Anlass, dass das Leiden mit der Einwirkung des Mondes in ursächlichem Zusammenhang stehe. Man bezeich­nete es deshalb mit „münigquot; oder „mondsichtigquot;. Val. Trichter (1710) sucht diesen Zusammenhang durch den jj-'inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Einfluss des Mondes auf die Hautdünstung zu erklären. Die
Unbaltbarkeit dieser Annahme wurde jedoch bald empfunden und schon Leblanc trat dagegen auf. Auf Grund eingehen­derer klinischer und anatomischer Untersuchungen gelangte man schliesslich zu der Ueberzeugung, dass es sich um eine ent­zündliche Erkrankimg des Üvealtractus, um eine reeidivirende
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Mondblindheit,
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Entzündung in der Iris, Chorioidea und dein Ciliarkörper
handelt.
Erscheinungen und Verlauf. Die Mondblindheit des Pferdes setzt plötzlich mit Reizerscheinungen, grosser Lichtscheu und Thränenfluss ein. Das Auge wird durch seinen Grundmuskel zurückgezogen und liegt tiefer in der Orbita. Oetfuet man die permanent geschlossenen Augenlider (Blepharo-spasmus), so entleert sich ein Strom von Thränenflüssigkeit. Die Conjunctiva zeigt leichte Schwellung und diffuse Röthung. Durch Injection der Episcleralgefässe erscheint ein etwa 0,5 breiter, hellrother Saum um die Cornea (pericorneale Injec­tion). Die letztere zeigt zunächst an ihren Randbezirken eine schwache, diffuse Trübung, welche sich bald über die ganze Hornhaut ausbreitet. Diese Erscheinung, auf einer Verände­rung des Epithels beruhend, ist nur schwach ausgeprägt; die Membran erscheint fettig wie ein Glas mit einem dünnen Fett­belag. Zuweilen beobachtet man eine opalescirende Färbung an der Oberfläche der Cornea. Vom Rande derselben ent­wickelt sich in wenigen Tagen deutliche Vascularisation. Durch diese Trübung der durchsichtigen Hornhaut wird namentlich in den ersten Tagen der Einblick in das Augeninnere nicht verhindert. Hier fällt zunächst die enge Pupille, sowie das Exsudat in der vorderen Augenkammer auf. Die Pu­pille bildet oft nur noch einen schmalen Spalt, die Iris er­seheint an ihrer vorderen Fläche rauh, weniger glänzend, heller gefärbt, zuweilen mit einem festen, grauen Ex­sudat bedeckt, ihre Gefässe stark injicirt. Bayer fand an einem sogenannten Glasauge die sonst weisse Iris von schwefel­gelber Farbe (Eiter). Der Ciliartheil der Iris ist oft vorge­wölbt (S. 51), ihre Bewegungen auf verschiedene Lichtein­wirkungen erfolgen träge, langsam und schwach, auch im Dunklen kommt keine regelmässige Erweiterung zu Stande. Am Boden der vorderen Augenkammer findet sich ein grau-gelbes, theils sedimentartiges, thcils in Flocken auftretendes Exsudat, das zuweilen mit Blut durchsetzt ist. Die Menge desselben wechselt: auf der Höhe der Krankheit wird oft die
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(j2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Mondblindheit.
ffrössere Hälfte der Vorderkammer mit solclien Exsudcatmassen angefüllt. Sie sind in den Anfangsstadien, namentlich bei späteren Anfällen oft nur gering und erst bei focaler Be­leuchtung als leichte Trübungen erkennbar. Im Pupillarge-biet finden sich zuweilen spinngewebeähnliche Trübungen.
Durch die ad maximtun verengte Pupille erscheint der Reflex des Augenhintergrundes dunkelgrün 1). An der Linse lassen sich bei späteren Anfällen cataractose Trübungen er­kennen. Instillationen von Atropin wirken langsam, schwach und nicht gleichmässig. Einzelne Bezirke des Pupillarrandes der Iris bleiben verengt, andere nähern sich regelmässig dem Ciliurrande. Diese durch Verklebung oder Verwachsung der Iris mit der Vorderkapsel der Linse hervorgerufene Erschei­nung ruft eine unregehnässige (verzerrte) Form der Pupille hervor.
In der Conjunctiva und Sclera lassen sich bei der Unter­suchung der Augen keine erheblichen Veränderungen nach­weisen, zumal die Pigmentirung der Conjunctiva Bulbi in der Nähe der Cornea Farbenveränderungen in derselben schwer beurtheilen lässt. Doch erscheint der an die Cornea grenzende Abschnitt der Conjunctiva injicirt (pericorneale Injection). Dieses Symptom verdient bei der Diagnose besondere Beach­tung. Die Conjunctiva ist bei dem Process nicht direct be­troffen und selten erheblich in Mitleidenschaft gezogen, da­gegen finden sich die Episcleralgefasse mit Blut überfüllt. Diese entspringen mit den Gefässen des erkrankten Ciliar-
') Diese GrüniUrbung der Pupille ist mehrfach, auch von Ger­lach als ein charakteristisches Symptom des Leidens bezeichnet worden. Das ist indess nicht richtig. Ohne Zweifel gehört die meergrüne Fär­bung der Pupille zu den regelmassigen Erscheinungen der Mondblind­heit, allein sie kann auch fehlen, tritt oft nur vorübergehend auf und kommt noch bei anderen Krankheitszuständen des Auges vor. Ihre Ursache liegt in der Hegel in Glaskörpertrübungen oder in der Gegen­wart von hämorrhagischen Exsudaten zwischen Aderhaut und Netz­haut. Unter Umständen können auch Trübungen der Cornea oder das Kammerwasser diese Erscheinung veranlassen (vgl. Glaucomquot;).
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Mondblindheit.
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körpers aus den vorderen Ciliararterien ? daher müssen sich die Circulationsstörungen im Ciliarkörper auch in den Epi-seleralgefässen bemerkbar machen.
Sofern der Einblick in das Auge nicht behindert und die Pupille durch Atropin erweitert ist, lassen sich mit dem Augen­spiegel oft schon frühzeitig Glaskörpertrübungen nachweisen. Bei der Palpation des Bulbus findet sich derselbe oft abnorm hart und schmerzhaft.
Nachdem sich diese Zustände des Auges in einigen Tagen entwickelt haben, tritt theilweise Rückbildung derselben ein. Der Lichtreiz und die Thränenabsonderung lässt schon in 0—8 Tagen nach, sodann verlieren sich die acut entzünd­lichen Erscheinungen; das Exsudat der Vorderkammer wird anscheinend vollständig resorbirt, die Pupille erweitert sich und reagirt wieder regelmässig. Nach etwa 14 Tagen sind die Veränderungen zuweilen so vollständig verschwun­den, dass selbst der Sachverständige bei der Untersuchung mit unbewafi'uetem Auge nichts Abnormes an dem erkrankten Auge entdeckt. In der Kegel restiren jedoch erkennbare Ver­änderungen. Die Iris bleibt mit der Linse verwachsen (ver­zerrte Pupille), oder man findet an der Vorderkapsel der Linse Pigmentmassen, welche bei der Lösung der Verklebung von der hinteren Fläche der Iris abgerissen wurden: die Iris behält eine hellere, oft bläuliche Färbung. Leblanc ver­gleicht dieses Aussehen der Iris mit dem eines abgestorbenen Blattes. Nicht selten ist sie soweit nach vorn gedrängt, dass ihre vordere Fläche der hinteren Fläche der Cornea anliegt, die vordere Augenkammer also ganz verlegt ist. In der mattgrün gefärbten Pupille lassen sich nicht selten kleinere oder grössere Trübungen der Linse nachweisen. In seltenen Fällen bleiben Veränderungen zurück, die nur mit dem Augen­spiegel genauer ermittelt werden können, namentlich Glas­körpertrübungen und Netzhautablösungen. Bei starker Er­weiterung der Pupille lassen sich die ersteren auch ohne Spiegel erkennen. Durch zweckmässige Beleuchtung treten hierbei im Hintergründe des Auges flockige oder schleierförmige Trü-
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64nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mondblindheit.
bangen, sowie Netzhautablösangen (siehe diese) deutlich her­vor. Zuverlässiger ist der Nachweis derselben mit dem Augen­spiegel. Der Bulbns zeigt nach einem solchen Anfalle oft ungewöhnliche Weichheit.
Nach einem solchen acuten Anfall kann das Auge Monate und selbst Jahre hindurch verschont bleiben. Meist aber setzt nach je etwa 4—G Wochen ein zweiter, dritter u. s. w. ein, bis das Auge zerstört ist. Erblindung desselben tritt oft schon früher ein und zwar infolge Trübung der Linse und des Glas­körpers oder durch Zerstörungen an der Netzhaut, in den meisten Fällen durch beide zugleich. Darnach gestaltet sich auch der Befund. Bald besteht partieller oder totaler Grau­staar, seltener schwarzer Staar. Der letztere ist die Folge von Netzhautveränderungen, welche direct nur bei intacter Beschaffenheit der durchsichtigen Medien nachgewiesen werden können. Wie schon Her twig beschrieben, nimmt der Augen­hintergrund in solchen Fällen statt der lazurblauen Farbe einen mehr hellblauen Schimmer an, was Her twig auf theil-weise Resorption des Pigments zurückführt. Vielleicht tragen auch die Netzhautablösungen hierzu bei. Die späteren An­fälle zeigen sich in der Begel weniger heftig, werden nach Erblindung des Auges auch wohl übersehen.
Der Augapfel nimmt nunmehr an Umfang allmählich ab, sein senkrechter wie wagerechter Durchmesser wird kleiner. Diese Erscheinung steht mit den Schrumpfungsvorgängen im Uvealtractus und Glaskörper im Zusammenhang; auch seheint die Sclera dabei betheiligt zu sein. Die pralle Fül­lung des Bulbns verschwindet, er fühlt sich weicher an und tritt infolge der Umfangsverminderung in die Augenhöhle zurück: hierdurch wird am oberen Augenlid die Bildung deutlicher Falten, oft auch einer Knickung veranlasst, auf welche man nicht ohne Grund bei der Diagnose grossen Werth legt. Die Abnahme des intraoeularen Druckes spricht für die Gegenwart von Netzhautablösung und Schrumpfung des Glaskörpers.
Seitdem die Mondblindheit mit dem Glaucom identificirt
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Mondbliiullieit.
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worden ist, logt man auf die Zunahme des intraocularen Druckes als Merkmal des Leidens grosses Gewicht. Schon Everabusch hat mit Recht vor Täuschungen in dieser Hin­sicht gewarnt. Nicht selten liisst sich eine Zunahme in der Härte des Bulbus zweifellos nachweisen.
Das Leiden kann sich auf ein Auge beschränken; oft aber wird nach erfolgter Zerstörung des einen das andere ergriffen. Selten erkranken beide zugleich.
Anatomischer Befund. Nicht oft bietet sich Ge­legenheit zu anatomischen Untersuchungen des Auges wäh­rend des entzündlichen Anfalls. Daher finden sich in der Literatur auch nur wenig und meist unbestimmte Angaben über die pathologischen Veränderungen während desselben. Hertwig fand Verflüssigung des Glaskörpers mit gelbgrüner Farbe tind Mangel an Pigment im Augenhintergrunde. Ge­nauer sind die Ausgänge des Leidens bekannt. Eversbusch hat beide neuerdings eingehend beschrieben, seine Darstel­lung mag daher hier Berücksichtigung finden.
Mehr oder weniger- hochgradige Atrophie des Bulbus mit Netzhantablösnng, Trübung der Linse und des Glaskörpers bilden das Endresultat des Entzündungsprocesses. Während des Anfalls lassen sich folgende Veränderungen nachweisen : Leichte Trübung der Cornea, eiterig-fibrinöse, graugrünlich oder gelblich erscheinende Exsudate in der vorderen Augen­kammer sowie auf der Oberfläche der Iris. Diese sowie der Ciliarkörper ist entzündlich geschwollen, die Iris oft mit der Linsenkapsel durch Exsudate verklebt (hintere Synechie): die Retina durch solche von der Chorioidea abgelöst. Die letztere ebenfalls entzündlich geschwollen. Die mikroskopische Untersuchung ergibt, dass die Regenbogenhaut, die Chorioi­dea, der Ciliarkörper und die Netzhaut sammt ihren Gefässen mit zahlreichen weissen Blutkörperchen angefüllt sind. Die peripheren Abschnitte der Cornea vascularisirt und zellig infiltrirt. Die Vascnlarisation erstreckt sich namentlich auf die Lagen unter der vorderen Basalmerabran. Das Epithel an der vorderen Fläche der Cornea gelockert und zerklüftet,, Müller. Thierärztl. Äugenheükande.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 5
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GH
Mondblindbeit.
Im Glaskörper ist die normale Einrichtung durch den Entzündangsprocess mehr oder weniger zerstört, derselbe er­scheint trübe und von gleichem graugrünen Aussehen, wie das Exsudat der Augenkammer. Papilla optici bis über die Lamina cribosa geschwollen. Sclerotica dagegen wenig ver­ändert. Eversbusch suchte vergeblich nach Mikroorga­nismen.
In späteren Stadien werden Iris und Linsenkapsel durch fibröses Gewebe verwachsen gefunden. Iris, Ciliarkörper und Chorioidca im Zustande der Atrophie, die Wandungen ihrer
Fig. 10.
Fig. 11.
Durchschnitt eines normalen Pferde­auges (nach Eversbusch).
Totale Netzhautablösung heim Pferde
infolge von MondUindheit (nach
E versbusch).
Gefässe verdickt, die Retina von ihrer Unterlage abgelöst, bildet oft eine, strangförmige Verbindung zwischen Papilla optici und der hinteren Kapsel der getrübten Linse (Fig. 12). Durch den Zug dieses Stranges ist die Lamina cribrosa in den Biilbus oft vorgewölbt. Die Chorioidca hat ihre normale Einrichtung vollständig eingebüsst, unter Verdickung ihrer Gefässe ist das Struma derselben erheblich reducirt.
Zwischen Aderhaut und Netzhaut liegt eine bräunliche Flüssigkeit, aus Serum mit Blutfarbstoff und ausgewanderten Blutkörperchen bestehend. Ein gleiches Material fand Bruck-müller hier, fasst es aber als Residium einer Blutung auf.
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Mondblindheit.
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In einem Falle traf EvcrsLusch hierselbst grössere Mengen mit Blutt'arbstoft' durchsetzten Fibrins.
Linsenkapsel bald nicht erheblich verändert, bald ge­schrumpft; an der Vorderkapsel lässt sich oft Irispigment nachweisen. Die Linse selbst ist zuweilen ohne erhebliche Veränderungen, meist aber vollständig cataractös, nicht selten in die hintere oder vordere Augen­
Fig. 12
kammer Inxirt und mit der Cornea
verwachsen. Der Glaskörper bil­det mit der Retina zusammen jene strangförmige Masse, welche im Aequator des Auges liegt (Fig. 12).
Es handelt sich also bei der Mondblindheit um einen diffusen, mit plastischer Infiltration verbun­denen Entzündungsprocess, welcher in erster Linie den Uvealtractus
(Iris, (Jiliarkürper und Chorioidea)
Totale Ketzhautablösuug beim Pferde infolge von Mondblind­heit (nach Evorsbusch).
befällt, sich auf die Netzhaut und
Cornea ausbreitet und die Sclero-
tiea noch in Mitleidenschaft zieht,
Durch die zellige Be-
schaffenheit des parenchymatosen wie auch des in der vor­deren Augenkammer sich anhäufenden Exsudats, sowie durch die diffuse Ausbreitung erlangt der Process den Charakter einer phlegmonösen Erkrankung. Man könnte ihn gerade­zu als P h 1 e g m o n e des U v e a I t r a c t u s bezeichnen. Alle weiteren Veränderungen bilden die Folge dieses Pro­cesses.
Die ophthalmoskopische Untersuchung stösst in den meisten Fällen namentlich nach wiederholten Anfällen auf Schwierigkeiten, indem die Trübung der durchsichtigen Me­dien bereits zuweit vorgeschritten ist, dass man nicht mehr mit dem Augenspiegel einen Einblick in das Auge erlangt. Die Angaben der Literatur sind daher über diesen Punkt besonders dürftig. Eversbusch und Berlin fanden starke Hyperämie der Gefässe der Aderhaut sowie auch der Papilla
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(58nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mondblindheit.
optici, femer helle Flecke zwischen Aderhaut und Netzhaut, sowie punktförmige und membranöse Glaskörpertrübungen. In späteren Stadien zeigen sich verschieden grosse Stellen, an denen das Pigment der Aderhaut verloren gegangen ist, und ihre Gefässe deutlicher hervortreten. An den Rändern dieser Stellen erscheint das Pigment stärker aufgehäuft. Evers-busch macht indess schon darauf aufmerksam, dass derartige hellere Flecke auch an gesunden Augen beobachtet werden können (vgl. Abschnitt X). Berlin fand in diesem Stadium Trübungen der vorderen Abschnitte des Glaskörpers.
Diagnose. Während des entzündlichen Anfalls stösst die Diagnose nur selten auf Schwierigkeiten. Die grosse Lichtscheu, das eiterige Exsudat in der Vorderkammer, die pericorneale Injection, die maximale Verengerung der Pupille lassen in der Eegel keinen Zweifel über die Natur des Lei­dens bestehen. Wo gleichzeitig der grünliche Pupillarreflex vorhanden, ist die Diagnose auch für forensische Zwecke ge­sichert, denn alle unter diesen Erscheinungen auftretenden Augenentzündungen nehmen regelmassig einen intermittiren-den Verlauf und enden mit Erblindung. Aeussere Ver­letzungen, n a m c n 11 i c h V e r w u n d u n g e n d e r C o r n e a und Sei era müssen ausgeschlossen sein. Diese können unter Umständen in ihren Erscheinungen eine grosse Aehnlichkeit mit dem in Rede stehenden Leiden annehmen, im acuten Stadium bietet nur die Ausschliessung zweier Leiden Schwierigkeiten:
1.nbsp; nbsp; Der einfachen Iritis. Nach meinen Erfahrungen muss das Fehlen des starken Lichtreizes und das fibrinöse (graue, flockige), nicht eiterige (gelbe, sedimen-tirende) Exsudat der Vorderkammer bei der Iritis zur Unter­scheidung dienen. Da die einfache Iritis in der Regel nicht reeidivirt und auch nicht zu dauernden Sehstörungen und Veränderungen in der hinteren Augenkanimer, namentlich am Glaskörper und der Netzhaut Veranlassung gibt, so kann sie nicht als #9632;Mondblindheit angesprochen werden.
2.nbsp; nbsp;Im Verlaufe der Brustsenche werden verschieden-
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Mondblindheit.
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artige Erkrankungen beobachtet, insbesondere: Iritis, Irido-chorioiditis und Retinitis. Am häutigsten werden ent­zündliche Erkrankungen der Iris, zuweilen auch der übrigen Abschnitte des Uvealtractus gesehen. In der Beurtheilung dieser Leiden mnss ich mich der Ansicht Grerlach's und VogeTs anschliessen, welche dieselben von der Mondblindheit trennen. Schon die äusseren Erscheinungen derselben unter­scheiden diese Erkrankungen von der Mondblindheit durch die Affection der Conjunctiva und durch das gleichzeitige Auftreten an beiden Augen. Die Exsudate der vorderen Augenkammer bestehen bei der symptomatischen Irido-chorioiditis aus t'ibrinös - hämorrhagischem Material: fast niemals wird eine so ausgesprochen eiterige Beschaffenheit der Massen beobachtet, wie bei der Mondblindheit, welche dagegen weniger Neigung zu Ilämor-rhagien zeigt. Oft leidet bei den Infectionskrankheiten nur die Iris, der Ciliarkörper bleibt verschont: infolge dessen tritt das Leiden ohne grosse Lichtscheu auf und führt in seinem weiteren Verlaufe nicht zu jenen destruirenden Vorgängen in der Ilinterkammer. Ausnahmsweise können allerdings auch diese Abschnitte von dem entzündlichen Processe ergriffen werden; dann bietet die Diagnose grosse Schwierigkeiten. Da jedoch in solchem Falle auch die das Sehvermögen zer­störenden Folgen nicht; ausbleiben, so erscheint es gewisser-massen berechtigt, diese Fälle als .Mondblindheit aufzufassen. Dennoch würde jede entzündliche Erkrankung des Uveal­tractus, namentlich wenn die Chorioides mitleidet, forensisch als Mondblindheit aufzufassen sein, sobald dieselbe bereits zu Veränderungen im Auge geführt hat, die mit erheblichen und dauernden Sehstörungen verbunden sind; ebenso alle die­jenigen, die durch ihr Auftreten solche Sehstörungen mit Sicherheit erwarten lassen. Hierzu würde zu rechnen sein: Staarbildung, Glaskörpertrübungen und Netzhautablösungen. Es dürfte sich daher empfehlen, die Bezeichnung Mondblind­heit als forensischen Begriff zu gebrauchen, klinisch aber das Leiden nach seinem Sitze zu benennen. Das entspricht auch
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70nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Jlondblindheit.
dem Standpunkte Friedbergcr's, der die Moiullilindheit nicht als eine specifische Krankheit auffassen will.
Schwieriger gestaltet sieh die Diagnose pro foro während der Abwesenheit des acnten Processes. Leblanc und Andere wollen zur Sicherung derselben einen neuen Anfall abwarten, Kühne hielt sogar die Beobachtung zweier Anfälle für er­forderlich. In vielen Fällen wird damit dem Käufer die Möglichkeit abgeschnitten, seinen Rechtsanspruch geltend zu machen, weil der folgende Anfall oft erst nach .Monaten ein­tritt. Es erscheint daher gerechtfertigt, entweder mit den vorhandenen pathologischen Zuständen, z. B. dem Graustaar, die Klage zu begründen, oder aber diese als integrirende Theile der Mondblindheit anzusehen. Veränderungen am Angenhintergrunde, z. B. Trübungen der Linse, Netzhaut­ablösungen lassen sich oft mit Bestimmtheit als Producte der Mondblindheit bezeichnen und zwar durch den Nachweis anderer pathologischer Zustände, wie namentlich Synechien oder Folgen derselben, z. B. Pigmentflecke an der Vorder­kapsel der Linse.
3. Glau com. Nachdem Didot 1860 auf die (Jeber-einstimmung der Mondblindheit des Pferdes mit dem Grlau-com des Menschen aufmerksam gemacht und beide Leiden für identisch erklärt hatte, ist diese Ansicht bis in die neuere Zeit wiederholt vertreten worden. Van Biervliet und van Rooy verglichen in Ermangelung eigener Beobachtungen die Beschreibung Hurtrel d'Arboval's über Mondblindheit mit Gräfe's Darstellung des Glaucom und gelangten zu der An­sieht, dass beide Leiden in verschiedenen Punkten überein­stimmten. Ihnen trat aber Sichel bald entgegen. Nachdem sodann Jacobi, Eversbusch und Berlin durch Sectionen den Nachweis geliefert hatten, dass bei der Mondblindheit die dem Glaucom eigenthümliche Excavation der Papilla optici fehlt, zweifelt Niemand mehr daran, dass beide Leiden in ihrem Wesen wie auch in ihren Ursachen verschiedenartige Zustände darstellen. Das Vorkommen des Glaucoma beim Pferde ist überhaupt zweifelhaft (vgl. Glaucom).
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Mondblindheit.
71
Die irrige Annahme, class es sich bei der Mondblindheit um ein Glaucom handle, wurde später (Gerlach) dadurch unterhalten, dass man in der Thierheilkunde jede Griiii-förbung des Pupillarreflexes als Glaucom bezeichnete. Sofern nicht Trübungen der Linse das Bild verdecken, wird bei der Mondblindheit in der Hegel diese Grünfärbung beobachtet, allein diese rührt nach Sichel und Berlin vun der Geffen-
wart ilüssii
röthlich oder gelblich gefärbter Exsudate
zwischen Chorioidea und Retina bezw. Glaskörper her. Auch können diffuse Glaskörpertrübungen und die Verflüssigung
dieses Organs zu der Grünt'ärbung des Augenhintergrundes Veranlassung geben.
Nagel, welcher die Mondblindheit nicht als einheitlichen Krankheitsbegriif anfgefasst haben will, hat keine Beobach­tungen mitgetheilt, welche seine Ansicht, dass diesem Leiden zuweilen glaucomatöse Erkrankungen zu Grunde liegen, zu begründen im Stande sind. Nagel glaubt zwar einige Male Excavation der Sehnerven gefunden zu haben, doch stützt sich diese Behauptung auf ophthalmoscopische Untersuchungen, wobei ein Irrthum leicht möglich ist; auch steht dieselbe mit allen anderen Beobachtungen und namentlich mit den Ergebnissen vielfältig besonders von Eversbusch, Ber­lin, Jacob i u. A. ausgeführter Sectionen im Widerspruche. Mir ist es ebenfalls nie gelungen, eine pathologische Ex­cavation am Pferdeauge nachzuweisen, trotz zahlreich aus­geführter Untersuchungen der Augen vor und nach dem Tode.
Beurtheilung. Die Mondblindheit endet fast immer mit Erblindung durch Netzhautablösung, Glaskörper- oder Linsentrübung. Daher gestaltet sich die Prognose im Allge­meinen schlecht. Die Entwerthung der Pferde richtet sich indes theils nach der Gebrauchsart, theils hängt sie davon ab, ob beide Augen betroffen sind. Etwa die Hälfte der Erkrank­ten erblindet vollständig.
Bei Reitpferden tritt infolge einseitiger Erblindung noch der Uebelstand ein, dass sie zunächst unfähig sind, Distancen
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7^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mondblindheit.
zu schätzen, und duller unsicher springen. Mit der Zeit bessert sich dies hei vielen.
Dass die Prognose bei jungen Thieren sieh ungünstiger gestaltet als hei älteren, ht^gt auf der Hand. Aussicht auf totale Erblindung gewähren umfangreiche Synechien.
Ursachen. Trotz der in neuerer Zeit erlangton Auf­klärungen über die Natur des Leidens haben die Untersuchun­gen über die Aetiologie desselben bisher noch zu keinem end­gültigen Resultate geführt. Nach den neueren Erfahrungen kann es indes kaum zweifelhaft bleiben, dass es sich hierbei um infectiöse Vorgänge handelt, doch fehlt noch jeder Auf-scbluss über die Natur des Infectionsstotfes sowie über die Vorgänge bei seiner Invasion. Nach den heutigen Grund­sätzen der medicinischen Wissenschaft fehlt zwar noch der positive Nachweis des infectiösen Charakters, allein die Er­fahrungen, welche über das Auftreten des Leidens gemacht worden sind, lassen keinen Zweifel darüber bestehen, dass es sich um die Wirkung einer specifischen Schädlichkeit handelt. Frankreich bot vor allem Gelegenheit zu Beobachtungen, welche schliesslich zu dieser Auffassung führen mussten.
Die im Anfange des vorigen Jahrhunderts errichteten Gestüte Limousin und Pompadour hatten unter der Krankheit schwer zu leiden. In Limousin erkrankten die Füllen schon mit (3—9 Monaten, wenn sie in der Gegend verblieben. Wurden dieselben gleich nach dem Absetzen nach der Franche-Comte dislocirt, so blieben sie verschont (Kreutzer). Das­selbe beobachtete man in Pompadour. Hier liess die fran­zösische Regierung damals schon Versuche anstellen, die zwar zu keinem abschliessenden Resultate, aber doch zu der Uebor-zeugung führten, dass die Krankheit an gewisse Oertlichkeiten gebunden sei (Chabert).
In Spanien konnte man ebenfalls die Beobachtung machen, dass das Auftreten derselben mit gewissen äusseren Einflüssen in Verbindung stand. Als in Bouin die Pferde einige Monate eine Wiese beweideten, welche infolge Düngung mit Cloaken-wasser sehr üppigen Graswuchs zeigte, erkrankten fast alle
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Moudbliniilieit.
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an dem in Rede stehenden Leiden. Ebenso trat die Krank­heit nach einer Ueberschwemmung durch dun Guadalquivir in den feuchten Ebenen von Sevilla auf (Hurtrel D'Arboval).
Im Jahre 1811 herrschte die Mondblindheit im Departe­ment Öarthe epizootisch, nachdem daselbst grössere Ueber-schwemmungen stattgefunden hatten. Auch in Eisass-Loth-ringen tritt die Mondblindheit in bestimmten Gegenden, namentlich in den Niederungen der Seille- und Niedthäler sowie im Saarthal auf, während die hoher gelegenen Gegen­den in der Ivegel verschont bleiben. Schwarzneck er fand in dem an Thonboden reichen Kreise Saarburg von 210 Pfer­den 87 erblindet, also 40%, auf Kalkboden von 394 nur 24 = 68/o (Zündel). Die Thatsache, dass die Krankheit mit Vorliebe auf Thonboden, selten dagegen auf Kalkboden auf­trete, wurde schon von Mariot-Didieux und Lesson a festgestellt.
Einen weiteren Beweis für die Wirkung örtlicher Schäd­lichkeiten bei der Entstehung der periodischen Augenentzün­dungen liefern die Beobachtungen in der deutschen Armee. Die aus dem Osten nach Elsass-Lothringen und in die Um­gegend von Kassel (Hofgeismar) dislocirten Truppentheile hatten unter dem Herrschen der Krankheit schwer zu leiden, während man das Leiden früher kaum gekannt hatte. Von 700 Pferden, welche im April 1878 nach Saarburg und St. Avoid verlegt wurden, erkrankten im Jahre 1879 0, im Jahre 1880 84, im Jahre 1881 bis Ende April 5, im Ganzen also 95 Pferde (die meisten [52] litten im Februar und März 1880). In St. Avoid machte man gleiche Erfahrungen (Zün­del). Ein Dragoner-Regiment, weiches 1875 von Frank­furt a M. nach Hofgeismar verlegt wurde und vorher die Krankheit kaum kannte, hatte 1876 5; 1877 12: 1878 11; 1879 14; 1880 42 Erkrankungen, während in dem gleich­zeitig von Hofgeismar nach Frankfurt dislocirten Husaren-Regiment, welches in den Jahren 1871—1875 130 Fälle von Mondblindheit aufzuweisen hatte, mit diesem Wechsel der Garnison die Seuche fast vollständig erlosch, so dass im Jahre
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74nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mondblindheit.
1880 nur noch eine Erkrankung eintrat. Gleiche Erfahrungen machten noch andere Truppentheile. Audi bei diesen wurde das dritte Jahr des Aufenthalts in der gefährdeten Gegend das am meisten verhängnissvolle.
Solche Thatsachen sprechen zu deutlich und beweisen, dass das Leiden an Oertliehkeiten gebunden ist. üeberall konnte auch die Beobachtung gemacht werden, dass der Thon-boden in Flussgebieten in dieser Hinsicht besonders nach­theilig wirkte. Es ist ferner höchst wahrscheinlich, dass der Keim zur Krankheit an dem Futter haftet. In Elsass-Loth-ringen sollen die Besitzer, in der üeberzeugung von dieser nachtheiligen Wirkung desselben, das selbst gewonnene Futter verkaufen, um durch Ankauf den eigenen Bedarf zu decken.
Hierfür spricht ferner eine in Frankreich vielfach ge­machte Beobachtung, dass gleichsam als Verbote der Mond­blindheit eine eigenthümliche mit Erscheinungen von Icterus verbundene Erkrankung der Schleimhaute der Digestion und Respiration auftritt, welche etwa 8—10 Tage anhält. Nach diesem Leiden pflegen die meisten Pferde in den nächsten 4 Monaten an der periodischen Augenentzündung zu erkranken. 20 Pferde eines Regiments, welche an demselben gelitten hatten, erkrankten sämmtlich an Mondblindheit.
Es muss zunächst fraglich bleiben, ob mit diesem Leiden der Schleimhäute die Invasion verbunden ist, oder ob diese später erfolgt, weil die Thiere den ursächlichen Einflüssen ausgesetzt bleiben. Soviel steht fest, dass die Bedingungen zur Entstehung des Leidens da gegeben sind, wo Thon als ünterboden auftritt und Feuchtigkeit vorhanden ist. Daher sehen wir das Leiden in feuchten Jahren, namentlich wenn Ueberschwemmungen stattgefunden haben, häufiger und zu­weilen auch da auftreten, wo es sonst selten vorkommt, wie es z. B. im Jahre 18S4 in Mitteldeutschland der Fall war.
Obgleich der Verlauf der periodischen Augenentzündung anderen Infectionskrankheiten gegenüber noch manche unauf­geklärte Eigenthümlichkeiten besitzt, so steht doch fest, dass wir sie jenen zuzählen müssen. Ein intermittirender Verlauf
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Mondblindheit.
wird ja .inch bei der Malaria, dem Rückfallstypluis und Ke-cnrrens beobacbtet, Ki'ankbeiteu, an deren parasitärer Natur beute Niemand mehr zweifelt.
Für diese Annabme spricht noch das Auftreten einer der Moudblindheit sehr ähnlichen Augenkrankheit bei der Brust-seucbe. Diese wurde vielfältig mit dem in Rede stehenden Leiden identificirt, doch muss ich nach meinen Erfahrungen einige Bedenken dagegen hegen (vgl. Diagnose).
Von mehreren Seiten wurde bereits nach dem Infections-stoffe gesucht (nach Zündel schon von Lafosse, ferner Eversb lisch, Koch). Doch ist der Nachweis desselben bisher nicht möglich gewesen, hoffentlieh wird derselbe aber bald gelingen. Die einschlägige Arbeit von Krzysztofo-wiecz ist in wissenschaftlichen Kreisen kaum ernst genommen worden.
Von diesem Staudpunkte aus erklären sich nunmehr auch die Widersprüche in Bezug auf die ätiologischen Momente, z. B. die Prädisposition bestimmter Racen und Körperfor­men. Eine solche scheint in der That nicht zu bestehen. Unaufgeklärt bleibt hiernach ferner die Frage der Heredität. Mit Ausnahme der Interessenten für Gestüte (Ammon, Steiner, v. Burgsdorf) haben sich fast alle Beobachter für die Vererbung der Anlage zu dem Leiden ausgesprochen. In den preussischen Gestüten soll der Ende des vorigen Jahr­hunderts im Orient angekaufte Turk-Mayn-Atty, welcher einen grossen Einfluss auf die Zucht ausübte, zur Verbreitung dieser Krankheit namentlich beigetragen haben. Mit der An­nabme eines Infectiousstoffes fallen zwar manche, als Beweise für die Vererbung aufgestellten Thatsaeheu, wie das häufige Vorkommen in bestimmten Familien, weil diese in der Regel unter denselben äusseren Bedingungen leben, fort, allein manche Beobachtungen über die Vererbungsfähigkeit schliessen die Möglichkeit der ausschliesslichen Wirkung eines solchen Ein­flusses geradezu aus. So berichtet Bräuer über ein Fohlen, welches mit beiderseitiger Cataract geboren wurde, dessen Mutter an Mondblindheit gelitten hatte. Sowie die Vererbung
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7()nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mondblindheit.
einer Anlage zur Tubercnlose nicht wegzuleugnen ist, muss auch die Möglichkeit einer solchen bei diesem Leiden zuge­geben werden. Selbstverständlich kann es sich nur um die Vererbung zur Anlage, nicht aber der nächsten Ursache des Leidens handeln. Auch in dieser Hinsicht trifft der Vergleich mit der Tubercnlose zu.
Das Geschlecht scheint auf die Erkrankung keinen Ein-fluss zu üben, dagegen werden erfahrungsmässig jüngere Thiere häufiger von derselben befallen als ältere. Schmidt stellte dieselbe im Kreise Pr. Holland fest:
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Pferden 3mal
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nur 4mal.
Bei dem Mangel der Verhältnisse dieser Zahlen zu den effectiven Pferdebeständen können dieselben keinen grossen Anhalt geben, doch steht diese Beobachtung mit denen ande­rer Praktiker durchaus in üebereinstimmung, wonach die meisten Erkrankungen in das Alter vom 3.—1. Jahre fallen. Hierdurch wurden einige zu dem Schlüsse verleitet, dass die Entstehung des Leidens mit dem Zahnwechsel in Verbin­dung zu bringen sei (Sewell, Dupuy). Man glaubte eine Reizung des Trigeminus annehmen zu können. In Ermange­lung einer besseren Einsieht wurden früher alle möglichen Einflüsse als ursächliche Momente aufgestellt, wie Erkältungen, schlechte Stallluft, Störungen der Accomodation (Küttner) und Blutcirculation. Die von Chabert aufgestellte Behaup­tung, dass durch den Druck des Geschirrs auf die Halsgefässe das Leiden veranlasst werden könne, ist neuerdings, jedoch ohne zuverlässige Beweisgründe von Chelchowsky wieder aufgenommen. Gegen den Nachtheil des Stalles spricht eine Beobachtung in Saarburg, wo die Verbesserung der Ställe auf die Zahl der Erkrankungen ohne Einfluss blieb. Die vor-
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Mondblimllu'it.
zugsweise Erkrankung jüngere!- Thierc spricht ebenfalls zu Gunsten der Annahme eines lufeetionsätoffes.
In dem Charakter der Entzündung liegt ein weiterer Beweisgrund für den infectiösen Ursprung. Ob es sieh hier­bei stets um die gleiche Noxe handelt, oder ob Mikroorganis­men verschiedener Art diese Zustünde veranlassen können, dürfte vorläufig unentschieden bleiben. Nach dem Auftreten und Verlauf muss auf eine speeifische Ursache, etwa auf einen Mikroorganismus geschlossen werden, der die spontane oder mit leichten Darmaffectionen auftretende, intermittirende Augen-entzündung hervorruft, welche mit den beschriebenen Ver­änderungen verbunden ist. Andererseits ist nicht ausgeschlos­sen, dass ähnliche Processe auch durch andere pathogene Or­ganismen veranlasst werden können. Die bei der Brustseuche auch von mir oft beobachtete Augenerkrankung stellt eine Entzündung im Uvealtractus dar, jedoch mit anderen Erschei­nungen und anderem Verlaufe, so dass die Identität mit der Mondblindheit mindestens sehr zweifelhaft erscheint (vgl. Dia­gnose). Andererseits kann es nicht befremden, wenn einmal eine reeidivirende Iridochorioiditis durch änssere Verletzungen entsteht.
Vom ätiologischen Standpunkte muss die Mondblindheit der Pferde als eine speeifische Krankheit aufgefasst werden, welche als solche nur beim Pferde vorkommt. In ihren äus-seren Erscheinungen wie auch im Verlauf ähnliehe Krank­heiten werden zwar bei andern Thieren ebenso wie beim Pferde beobachtet, allein bisher ist meines Wissens noch nicht festgestellt, dass in jenen Gegenden, in denen die Mondblind­heit häufig vorkommt, auch die übrigen Thierc von dem Leiden öfter als anderswo betroffen werden. Bei Munden ge­hören reeidivirende Entzündungen des Uvealtractus zu den Seltenheiten. Trotz vieler Erfahrung habe ich bei dieser Thierart niemals etwas Aehnliches beobachten können.
Wir müssen daher auch heute noch mit Hurtrel D'Ar­boval sagen: „Das Wahre an der Sache ist, dass die Aetio-logie der periodischen Augenentzündung noch keine besondere
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78nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mondblindheit.
Aufklärung- gefunden hat.quot; Allein wir dürfen doch die Hoff­nung hegen, dass wir uns auf dem richtigen Wege zu diesem Ziele befinden.
Behandlung. Eine grosse Anzahl verschiedenartiger Mittel und Heilverfahren hat gegen die Mondblindheit An­wendung gefunden, aber keines von diesen zeigte sich zuver­lässig. Früher wurden namentlich Abführmittel und Ablei­tungen in Form von scharfen Einreibungen und Saarseilen applicirt. Auch spielte der Aderlass eine Zeit lang nament­lich in England eine Rolle hierbei.
Der Misserfolg dieser Behandlungen steht in voller IJeber-einstimmung mit unserer Annahme der infectiösen Natur des Leidens. Wo dasselbe bereits besteht, ist die directe Be­kämpfung unmöglich, weil eine Desinfection der leidenden Binnenorgane des Auges sich anausführbar erweist. Es bleibt dem Therapeuten nur übrig, die Umstände für den Ablauf des Anfalls mögliehst günstig zu gestalten und das Zurückbleiben nachtheiliger Veränderungen zu verhindern. Zu den letzteren gehören namentlich Syncchien. Deshalb findet auch das Atropin in Lösung zu 1—2 0,o um so vor-theilhafter Anwendung, je früher es applicirt wird. Die Sjnechien rufen nicht nur nach Ablauf des entzündlichen Processes durch die Irisbewegungen Zerrungen und neue Reizungen hervor, sondern sie führen auch bei vorhandenem Graustaar durch Verkleinerung der Pupille zuweilen Seh­störungen herbei. Bei Trübungen der centralen Abschnitte der Linse können durch eine weite Pupille mitunter noch hinreichend Lichtstrahlen in das Auge eindringen, nicht aber, wenn die Iris während der Verengerung der Pupille mit der Linsenkapsel verwachsen ist.
Br us as co empfiehlt dazu 2% ige Lösung von Cocain abwechselnd mit Atropin (0,8deg; o), und will hiernach nicht nur baldige Minderung der acuten Erscheinungen, sondern auch vollkommene Heilung (?) erzielt haben.
Als v. Gräfe in den 50iger Jahren die Iridectomic, d. h. das Ausschneiden eines Stückes der Iris gegen das
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Uondblindheit.
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Grlaucom dos Menschen empfohlen hatte, und die Ansicht verbreitet wurde, dass Moudblindheit und Grlaucom identische Krankheiten seien, lag der Gedanke nahe, auch hier zu der Operation zu schreiten. Sowohl Didot wie auch van Bier-vliet und van Rooy haben die Iridectomie als Heilmittel empfohlen, wahrscheinlich aber selbst nicht ausgeführt. Da entseldoss sicli Nagel 1862 zur operativen Behandlung. Er versuchte sowohl die einfache Punction des Bnlbus wie auch die Iridectomie. Durch die Punction der Cornea sollten die
Mi
Exsudate aus der Vorderkammer entleert und
intraoculare
Druckerhöhung beseitigt werden. Diese Operation will Nafjel oft ohne Narkose bei Pferden ausgeführt und niemals Nach­theil danach gesehen haben. Nachdem durch öfter wieder­holtes Berühren des Bulbus der Grundmuskel ermüdet war, wurde am Cornealrande der Einstich gemacht und eventuell wiederholt. Ueber den Nutzen dieses Verfahrens hat sich Nagel jedoch nach eigenen Erfahrungen nicht näher aus­gesprochen. Im Uebrigen war bereits von Ilnrtrel d'Arbo-val, Lafosse und Chabert die Paracentesc der Cornea als Heilmittel gegen die Mondblindheit, empfohlen, und im Jahre 1841 hatte Price eine Beobachtung raitgetheilt, dass nach zufälliger Punction der Cornea bei einem an reeidivirender Augenentzündung leidenden Pferde die Anfälle sistirten. Der Besitzer des Pferdes, ein Augenarzt, wollte die Conjunctiva scarificiren. Hierbei machte das Thier eine plötzliche Be­wegung, durch welche die Lancette in die Hornhaut eindrang, das Kammerwasser abfloss und der Bulbus zusammenfiel. Wider Erwarten heilte die Verletzung regelmässig und die entzündlichen Anfälle kehrten nicht wieder.
Bassi hat mehrmals die Punction des Augapfels bei dein Leiden versucht; die Anfälle blieben jedoch nicht aus. Sperino will von der Paracentese bei Hypopyon, Staar, Glaucom etc. günstige Wirkung gesehen haben. Ob auch bei Mondblindheit, geht aus den Mittheilungen desselben nicht hervor.
Sichel glaubt, dass von der Punction des Bulbus
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80nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Mondblindheit.
möglicherweise ein Vortheil zu erwarten sei, bezweifelt
dies jedoch von der Iridectomie. Nagel als der erste Ver­treter der Iridectomie hat keine Mittheilnngen gemacht, aus denen der Nutzen dieser Operation bervorgeht. Nach seiner Ansicht soll dieselbe als letzter Versuch dienen, das Auge zu erhalten, wo Erweichung des Glaskörpers und Netzhautab­lösung einzutreten beginnt, um weitere Aot'ülle abzuhalten. Nagel geht indess auch von der Ansicht ans, dass es sich oft um eine glaueomatöse Erkrankung handelt. Aber auch zur Lösung von Synechien will Nagel die Iridectomie an­wenden. Peters operirte ;,! Fälle ohne Erfolg.
Jacobi führte die Operation an '#9632;gt; Pferden aus, von denen eines an Pneumonie infolge unzweckmässig ausgeführter inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Narkose zu Grunde ging. Bei dem zweiten trat nach dor
Operation noch ein Anfall ein, auch war der Erfolg ein un-vollstiindiger. Bei dem dritten Pferde wurde nur geringe Sehkraft erhalten. Während der Operation floss ein Theil des Glaskörpers mit ab. Auch diese Mittheilungen können nicht gerade aufmunternd zur Ausführung der Operation wirken.
Friedberg er führte die Iridectomie in 4 Fällen aus (ob stets an erkrankten Augen, ist nicht gesagt), um die mit derselben verbundene Gefahr zu versuchen. Nur in 2 Fällen blieben keine wesentlichen Störungen infolge der Operation zurück. inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Auch ich hnbe die Iridectomie einigt; Male bei Versuchs-
pferden zur Ausführung gebracht und gefunden, dass die­selbe beim Pferde als eine für das Auge gefahrlose Opera­tion nicht angesehen werden kann.
Werner sah mehrere Pferde, welche nach der Iridectomie völlig erblindet waren. Richter will dagegen durch die Operation die Erkrankung des bis dahin intacten anderen Auges verhütet haben und glaubt diese Wirkung auf die Lösung der Synechien zurückführen zu müssen.
Nicht selten stösst die Operation auf grössere Schwierig­keiten. Die Iris zeigt sich fast immer sehr morsch, und ist
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Mondblindheit.
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das Hervorholen derselben oft nicht leicht: zuweilen ist dieses noch durch die Synechien erschwert (Peters). Auch darf man nicht vergessen, dass nach glücklich vollendeter Opera­tion sehr leicht durch Verletzungen des Auges der Erfolg vereitelt werden kann. Diese Gefahr liegt um so mehr vor, als manche Pferde nach der Chloroformnarkose sich unruhig zeigen, und ohne Narkose ist die Iridectomie bei diesen Thieren nicht ausführbar.
Aus den Erfahrungen, die bisher mit der Iridectomie gegen dieses Leiden gemacht worden sind, geht nur hervor, dass die Operation unter Umständen ohne Nachtheil aus­geführt werden kann. Die Misserfolge, welche fast alle Operateure zu verzeichnen hatten, mahnen indess zur Vor­sicht. Ein wirklicher Nutzen ist meines Erachtens bisher nicht in dem Masse, erzielt worden, dass man die Operation empfehlen kann. Wenn in einzelnen Fällen die Recidive ausbleiben, so beweist das noch keineswegs, dass die Opera­tion dies veranlasst hatte.
Wird endlich in Betracht gezogen, dass die Annahme der glaueomatösen Natur der Mondblindheit eine irrige ist, und ferner, dass die Drucksteigerung hier keineswegs wie beim Ghmcom den Ausgangspunkt der Erkrankung bildet, oft sogar fehlt, so liegt auch kein rechter Grund vor, die Iridectomie in Anwendung zu bringen. Gegen die Irido-chorioiditis wird die Operation beim Menschen neuerdings auch weniger als früher und meist nur gegen totale Syne­chien in Anwendung gebracht. Diese kommen aber bei der Mondblindheit Im Ganzen selten vor; ihre Entstehung kann bei frischer Erkrankung durch Atropin in der Regel verhin­dert werden. Nach längerem Bestehen des Leidens haben sich fast immer Veränderungen an den Binneuorganen des Bulbus (Linse, Glaskörper, Netzhaut und Chorioidea) gebildet, so dass die Operation hierbei ebensowenig einen Zweck hat, wie die Cataractoperation (vgl. diese).
Vielleicht kann gelegentlich bei partiellem Graustaar im Pupillargebiete durch Iridectomie das Sehvermögen verbessert Möller, Tliienirztl. Augenheilkunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 6
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Uondblindheit.
werden, wenn Glaskörper und Netzhaut nicht erheblich mit­leiden.
Somit steht wohl test, dass sieh Jaeubi im Irrthume befand, als er sagte: „der Kernpunkt der ganzen Augen­chirurgie beim Pferde ist die iridectomiequot;. Ich bin vielmehr der Ansicht, dass die Iridectomie das letzte Glied in der Kette: der Irrthümer gewesen ist, welche
man durch die [dentdficirung der Mond­blindheit mit dem Glaucom heraufbe­schworen hat.
Die Ausführung der iridectomie erfolgt in der Weise, dass an dem vollständig narkotisirten Pferde (eventuell zugleich unter Anwendung von Cocain im Auge) nach Fixirung des Augenlides und des Bulbus (s. Staaroperation) am oberen äusseren Quadranten mil dem Lanzen­messer der Einstich in die Cornea ge­macht wird, ebenso wie bei der Staar­operation. Darauf führt man eine ge­krümmte Pincette (Irispineette, Fig. IS) in die Vorderkammer ein und sucht den Pupillarrand der Iris zu erfassen, um denselben aus der Comealwunde hervor­zuziehen und mit einer Schere abzu­schneiden. Nachdem sodann die etwa noch in der Wunde liegenden Iristheile
Irispincette, dem Thiere Ruhe.
in die Augenkammer zurückgebracht sind, lässt man das Auge bedecken und gibt Die Hornhautwunde heilt in wenigen
Tagen, und das aus der Iris stammende Blut in der vorderen Augenkammer wird in einigen Wochen vollständig resorbirt. Ebensowenig wie die Iridectomie dürfte die Eridotomie, d. h. ein Einschnitt vom Pupillarrande zum Ciliarrande, die Core-lysis oder Pupillenlösung, d. h. die Trennimg der bestehenden hinteren Synechie und endlich auch die Iridodialysis, die Ab-
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Tumoren am Dvealtractus.
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lösung der Iris vom Ciliarkörper eine praktische Verwerthung bei der periodischen Augenentzündung des Pferdes findeu. Mit Rücksicht auf die Darstellungen in Bezug auf die Aetiologie würde die Desinfection des Auges Zielpunkt der Behandlung sein müssen: allein diese wird sich wohl schwer­lich jemals durchführen lassen, da die Binnenorgane den Sitz des Leidens abgehen. Ganz irrationell war die von Krzys-ztofowiecz empfohlene Mischung von 1 Theil Carbolsäure mit 19 Theilen Petroleum. Mehrfach von mir angestellte Ver­suche mit diesem Mittel an gesunden Augen haben gezeigt, dass diese 50/oige Carbolsäurelösung in Petroleum weniger Wirkung hervorruft, als eine 20/0ige Carbolsäurelösung in Wasser. Es erklärt sich dieses aus dem Umstände, dass das Carbolpetroleum mit der feuchten Oberfläche der Cornea und Conjunctiva gar nicht in innigen Contact gelangt, weil die Mischung in Wasser so gut wie unlöslich ist. Dieses Mittel verhält sich genau so, wie das Carbolöl bei der Wundbehand­lung, wodurch ebenfalls eine Desinfection nicht erreicht wird.
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*
(•. Tumoren am üvealtractus.
Literatur. Renner: Berl. Arohiv 1885, S. 208. Ripke: Thierarztl. Mittheil. ISTr.. S. 101. Eversbusch: AogenUntersuchung 1882.
lieber das Vorkommen von geschwulstbildenden Pro-cessen an der mittleren Aderhaut bei Thieren wissen wir bis­her wenig; nur vereinzelte Beobachtungen liegen vor, welche in der Literatur näher beschrieben worden sind. Bayer hat ein intrabulbäres kleinzelliges Sarcom beim Pferde gefunden. Um das seltene Präparat zu erhalten, stand man von einer näheren Untersuchung zur Ermittelung der ürsprungsstelle des Tumors ab. Wahrscheinlich aber stammte derselbe von der Chorioides. Der Augapfel war infolge der Geschwulst-bildung bedeutend ausgedehnt, die äussere Augenhaut durch­brochen und Caries der Knochen an der Schädelbasis ein­getreten. Beim Menschen stellt die bei weitem grösste Mehrzahl der am Üvealtractus vorkommenden Neubildungen
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£14nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Tumoren am Uvealtractus.
Sarcome dar, welche häufiger von der Chorioides als von der Iris ausgehen. Fuchs berichtet in seiner Monographie über 16 Irissarcomc, dagegen über 250 Sarcome der Chorioidea. Die Nenbildungen werden hier meist pigmentirt ange­troffen, ohne dass sie als Mclanosen in dem gewöhnlichen Sinne anzusprechen sind.
Bipke fand im Auge einer Kuh einen haselnussgrossen Knoten und mehrere in der Grosse einer Erbse, die von der Chorioides ausgingen und kiisige Herde einschlössen. Die Linse war bei Seite gedrängt und getrübt, die Geschwulst bis in die vordere Augenkammer vorgedrungen. Ripke be­zeichnet die Bildung als Tuberculose: da die Kuh au all­gemeiner Tuberculose litt, so wird diese Diagnose wahrschein­lich richtig sein. Dass Tuberculose hier vorkommt, ist bereits erwähnt. Matthieu fand 4-mal tuberculose Iritis bei Kühen (S. 42). Ebenso macht Eversbusch auf tuberculose Neu­bildungen an der Iris perlsüchtiger Kühe aufmerksam, welche zu einer derartigen Verdickung der Iris führen, dass die Vorderkammer völlig verschwindet.
Auch beim Menschen hat man Miliartubereulose der Iris und Chorioidea beobachtet.
Renner constatirte bei einem Füllen an beiden Augen ein Coloboraa Iridis et Chorioicieae, verbunden mit der Bil­dung eines Enchoiidroms, welches von der Aderhaut ausge­gangen war und in der Grosse einer Erbse bezw. Bohne die Stelle des Glaskörpers einnahm. Die Diagnose Enchondrom wurde auf Grund eingehender Untersuchung gestellt.
Alle diese Neubildungen haben über kurz oder lang voll­ständige Zerstörung des Bulbus zur Folge. Wenn sie bei Lebzeiten des Thiers entdeckt werden, kann die Entfernung des Auamp;rapfels aneezeist sein.
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Retina
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III Erkrankungen der Netzhaut und des Sehnerven.
Lite rat 11 r. Ayraud u. Marty: Kef. Her. Hep. Bd. 13, S. 141. Baker: T!ie Veterinarian 18o8. Burmeister: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 17, S. 365. Eversbusch: Zeitsclir. für vergl. Augenheilk. Bd. 4, S. 88. Eine Anleitung zu den verschied, klinisch, ünter-suchungsmethoden des Auges. Leipzig 1882. Friebel: Berlin. Archiv Bd. 11. S. 307. Günther: Hannov. Bericht 1873. Have-mann: Anleitung zur Beurtlieilung des Pferdes 180-5. Hertwig: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 1, S. 132. Hengst: Dresdener Bericht 1885, S. 76. Hubert: Zeitsclir. für vergl. Augenheilk.
1885,nbsp; S. 59. John: Vet. Sanitätsbericht 1870. Kiihnert: Thier-• ärztl. Miltheil. 1876. S. 93. Krüger: Mag. von Gurlt u. Hertwig
Bd. 1, S. 471. Möller: Berlin. Archiv Bd. 6, S. 65. Müller: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 32, S. 281. Naudin: Her. Rep. Bd. 26, S. 254. Peters: Der schwarze Staar der Pferde. Berlin
1886.nbsp; nbsp;Hirschwald, Reinemann: Monatsschr. der österr. Thier-arzte 1880. Schindelka: Zeitsclir. für vergl. Augenheilk. 1885, S. 139. Stamm: Thierärztl. Mittheil. 1882, S. 74. Williams: The Princip. and Practice of Veter. Surg. Ed. six. Loiulcm 1880. Wulf: Thierärztl. Miltheil. Jahrg. 13, S. 154.
Der Sehnerv ist von seinem Ursprünge im Gehirn bis zum Endapparat, der Netzhaut, verschiedenartigen Erkran­kungen ausgesetzt, infolge deren mehr oder weniger Störung des Sehvermögens eintritt. Diese anatomischen Veränderungen konnten, solange der Augenspiegel noch nicht bekannt war, nur selten nachgewiesen werden, deshalb wurden diese Lei­den unter dem Namen „schwarzer Staarquot; zusammen-gefasst. Seit Einführung des Augenspiegels hat man jedoch eine Anzahl derartiger Veränderungen im Auge genauer kennen gelernt. Auch ist man im Staude, einige der ausser-halb des Bulbus an dem Sehnerven auftretenden Krankheits­vorgänge mit mehr oder weniger Wahrscheinlichkeit festzu­stellen, wodurch der Begriff schwarzer Staar wesentlich ein­geengt worden ist. Obgleich mit der besseren Einsicht in diese Krankheitsprocesse für die Therapie keine grossen Er-
#9632;
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86nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Retina.
rungenschaften verbunden waren, so sind diese Kenntnisse für die Beurtheilung des Leidens, besonders in forensischen Frauen ausserordentlich wichtig.
Anatomie. .Man pllegt am Sehnerven 3 Abschnitte zu trennen:
1.nbsp; nbsp;Den Geliirnthei] (Tractus opticus), welcher von seiner Dr-sprungsstelle aus dem Tbalamus opticus und den Vierhügeln bis ein-schliesslich zur Kreuzungsstelle (Chiasmn) der Nervenstränge reicht. Das Sehcentrum der Hirnrinde liegt wahrscheinlich im Occipitallappen und steht mit dem Tractus opticus durch die Grati ol et'sche Seh­strahlung in Verbindung.
2.nbsp; nbsp;Den Orb it altheil, welcher vom Chiasma bis zum Eintritt des Nerven in den Bolbus reicht. Derselbe liegt In der Orbita, inn-geben von Weichtheilen und den Fortsetzungen der Meningen. Die Pia mater des Gehirns umgibt den Nerven unmittelbar und begleitet ihn bis in den Augapfel (Piaischeide). Auf dieser liegt die Arach-noidealscheide. eine Fortsetzung der Arachnoidea. Zwischen dieser und der Piaischeide linden sich grössere, mil Endothel ausgekleidete Hohlräume (Subarachnoidealraum), welche mit den Maschen der Arachnoidea des Gehirns einerseits, mit den Lympligefässen der Netz­haut andererseits in Verbindung stellen und als l.ymphräume aufzu­fassen sind. Die Dura mater gibt beim Austritt aus dem Foramen upticuiu eine Scheide an den Opticus ab. welche das Ganze umschliesst und als Duralseheide bezeichnet wird. Zwischen dieser und der vorigen liegt der sog. Su bdural räum. An der Eintrittsstelle in den Bulbus geht die Dural- und Arachnoidealscheide in die Sclerotica über. während die Piaischeide den Nerv bis zur Papilla optici begleitet und hier als Scleralring endigt. Durch den directen Zusammenhang der zwischen den Scheiden befindlichen Räume mit den Meningen des Ge­hirns (Schwalbe) ist es erklärlich, dass Krankheitsznstände der letzteren mit denen des Sehnerven und der Retina in naher Beziehung stehen, dass dieselben sowohl vom Gehirn auf das Auge, als auch umgekehrt gelegentlich übergehen, oder doch einen gewissen Einllnss aufeinander geltend machen können.
:'.. Nach der Perforation der Siebplatte verlieren die Fasern des Nerven ihr Mark und biegen sich mit den Centralgetassen der Netz­haut in fast rechtem Winkel um. um nun die Netzhaut zu bilden, welche im gesunden Zustande vollkommen durchsichtig ist, und deren Lymphgefässe mit denen des Glaskörpers und der Choriocapillaris, sowie mit dem Subarachnoidealraum in Verbindung stehen. Die Blut-getasse der Netzhaut commnniciren mit denen der Choriocapillaris der Aderhaut.
Die Ketina besteht aus 11 Schichten : 1. die äussere. der Chorioidea
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körper aufliegt.
Die Anordnung der Netzhautgefasse gestaltet sich bei den einzelnen Thierarten ansserordentlioli verschieden; namentlich zeigt das Pl'enl
Fig. 14.
1%
raquo;fWiR
[trv lt;ifiiisskvau/. der Pferderetina (iüicIi Braus;. Vex'^r. i ; i. Amstumose zwisdien zwei Hanpteefässen auf der Papille. I) em keüfiinujger Ab-scbnitl am unteren Rande der Papüle, c Gefässe dieses Abschnittes.
hierin eiiu1 eigenartige Abweichung. Wamp;hrend nämlich bei den meisten Hansthieren wie beim Menschen die Blutgefösse in einzelnen grösseren Stämmen ans dem Centrum der Papille bezw. des Opticus entspringen (Centralgefässe der Netzhaut), dringen dieselben beim Pferde in der Xiilie der Peripherie uns der Papille und zwar in einer grösseren An-zalil (nach Brnns :quot;!0—401 hervor (Fig. 14) und verlaufen von hier unter dichotomischer Theilnng strahlenförmig gegen den Aeqnator des Bul-bns. Doch lassen sich dieselben nur auf 1—1,5 Papillendurchmesser deutlich verfolgen . nm sodann auf dem Tapetum bezw. dem Pigment unsichtbar zu werden, bezw. zu verschwinden (Taf. I, Fig. 1).
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88nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Retina.
Nach Bruns gehen die Arterien, ohne ein CapiUarnetz zu bilden, mit engen Sclüeil'en direct in die Venen über, und ist die Verbreitung der Hauptgeffisse in der Retina des Pferdes auf ein die Papille um­gebendes Queroval beschrankt. Die Gelasse verzweigen sich nur in der Nervenfasersohicht der Retina (üruns).
Beim Rinde entspringen aus dem Centrum der verhältnissmässig kleinen und nicht scharf begrenzten Papille die Blutgetasse in grüsseren Stammen, welche nach oben und unten sowie nach beiden Seiten aus­strahlen und sich in der Retina vielfach verzweigen (Taf. I, Fig. 3). Die Capillaren bilden in der Nervenfaserschicht ein Ketz von 3—4 Ar­kaden, das dicht bis an die Ganglienzellenschicht reicht und mit dem an der inneren Körnerschicht gelegenen venösen CapiUarnetz in Ver-
Fig. 15.
Retmagefässe vom Bunde (naLli Bruus). Vergr. •;: 1.
binrlung steht iBruns). Auf der Papille des Hundes entspringen bald aus dem Centrum, oft aber aus den peripheren Abschnitten derselben 3 oder 4 grössere Gelasse (Arterien und Venen); ausserdem eine An­zahl kleinere Gefässe. Arterien und Venen laufen eine Strecke neben­einander, um sich dann voneinander zu trennen (Fig. 15 und Taf. 1. Fig. 4). Die grösseren Venen vereinen sich nicht selten auf der Pu­pille zu einem meist unvollkommenen Ringe I Venenbogen), an dem oft Pulsation wahrgenommen werden kann (Fig. l(i).
Die Capillaren bilden auch hier zwei Netzwerke, von denen das obere mit den Arterien, das tiefere mit den Venen in Verbindung steht. Sie liegen in der äusseren granulirten Schicht und reichen durch diese bis an die aussere Körnerschicht (üruns).
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Retina.
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Die Stäbchen- und Zapfensohicht ist also bei allen Thieren gefäss-los und wird wohl hauptsächlich von der Choriocapillaris ernährt. Die an die Ora serrata grenzenden, gelasslosen Abschnitte der Pferderetina
Fig. 16.
Papille des Hundes mit: a Venenbogen, b einer leinen venösen Capillare, die Oetlninig desselben iiberbräckend (nach Bruns).
empfangen ihr Nahnnaterial ausscbliesslich von der hier stark ent­wickelten Choriocapillaris.
Am vollkommensten gestaltet sich somit die Vascularisation der Ketina beim Hunde und der Katze, infolge dessen auch functionell viel höhere Ansprüche an dieselbe gestellt werden können (Bruns).
1. JMo Entzimdnng der Netzhaut. Retinitis.
Literatur. Fröhner: Jahresbericht 1886, S. 97. Peters: Der schwarze Staar der Pferde. Berlin 1886. Hirschwald. Schin-delka: Oesterr. Vierteljahrsschr. Bd. 59. Eversbusch: Jahres­bericht 1881, S. 54.
Ueber selbständige entzündliche Erkrankungen der Netz­haut bei Thieren wissen wir äusserst wenig, da erst mit Ein­führung des Augenspiegels ein Einblick in diese Vorgänge
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90nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Retina.
gewonnen worden ist. Dagegen nimmt die Netzhaut an den Erkrankungen der Chorioidea regelmässig Antbeil (Chorio-Retinitis) und erfahrt namentlich bei der Moudblindbeit der Pferde oft schwere Schädigung ihrer Einrichtung und Func­tion. Nicht nur dass sie durch Exsudate der Aderhaut ab­gehoben wird, sondern sie erleidet auch directe Störungen in ihrer Einrichtung. Eversbnsch fand sie durch ein grau­grünes Exsudat abgehoben, in zwei Blätter gespalten und verdickt.
Fröhner beobachtete bei einem an Leukämie leidenden Pferde am nasalen Rande der Pupille eine etwa linsengrosse, unregelmässig dreieckige, scharf umschriebene, weisse Stelle, die für eine leukämischeVeränderung gehalten wurde. Evers-busch wie auch mir sind wiederholt Blutungen und Trü­bungen der Netzhaut bei Hunden und Pferden begegnet. Ohne Zweifel kommen bei Thieren hier ganz analoge Ver­änderungen vor wie beim Menschen, namentlich tibrinöse und zellige Exsudate, welche sich besonders in der Faserschicht anhäufen, verbunden mit Schwellung und späterer Entartung der Membran. Fettige Degeneration der Nervensubstanz und Wucherung des Bindegewebes (Narbenbildung) zeigen sich an der sonst durchsichtigen Retina als graue oder weisse Punkte, Streifen oder Flecke.
Peters will solche Störungen beim Morbus maculosus, Schind elk a bei der Brustseuche beobachtet haben; sie kommen gewiss auch bei anderen Infectionskrankheiten und häufiger vor, als sie beobachtet werden.
Bei infectiösem Ursprünge, sowie bei der durch eiterige Erkrankung der Chorioides auftretenden Neuritis stellen sich oft neben Eiterung noch Blutungen in der Retina ein. ;.-.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bei Thieren fordern ausserdem Zustände, die mit Albu-
minurie verbunden sind, zur genauen Untersuchung der Augen auf. Sowohl bei der Morb. Brightii, wie auch bei acuter Nephritis, besonders infolge von Infectionen, haben diese Leiden beim Menschen Blutungen in der Netzhaut, Verdickungen in den Wandungen der Arterien und kolbige Anschwellung der
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Retina.
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Nervenfasern der Netzhaut zur Ffdge. Ferner werden Netz-hauterkrankungen bei der perniciösen Anämie und bei Dia­betes mellitus des Menschen beobachtet.
Die Erscheinungen dieses als Retinitis bezeichneten Zustandes bestellen aussei- den Sehstörungen, welche sich nach dem Grade und der Ausdehnung der Veränderungen in der Netzhaut richten, in Lichtscheu, Thränenflnss und stark verengter Pupille. Weiteren Aufschluss gibt der Augenspiegel. Die Retina zeigt sich hierbei namentlich in der Nähe der Papilla optici höher geröthet, geschwollen: ihre Getasse sind stärker injicirt, infolge dessen breiter und zeigen einen mehr geschlängelten Verlauf. Der Scleralring tritt weniger deut­lich hervor, erscheint verschleiert. raquo;Später machen sich in der Retina graue oder weisse Flecke bemerkbar, welche in bindegewebigen Wucherungen bestehen. Am deutlichsten pflegen sich diese im Verlaufe der Blutget'ässe zu zeigen, wodurch die Retina zuweilen ein streifiges Aussehen bekommt.
Ott sind Glaskörpertrübungen nachweisbar, deren Auf­treten um so weniger befremden kann, als in den Ernährungs-vorgängen zwischen Retina und Glaskörper offenbar nahe Be­ziehungen bestehen; doch pflegen diese Trübungen nicht den Grad und die Ausdehnung zu erreichen wie bei der Chorioiditis.
Es muss zwar zugegeben werden, dass die acut entzünd­lichen Veränderungen in der Netzhaut zur Resorption führen können, wie es beim Menschen beobachtet wird, allein dieser Ausgang ist im Ganzen doch selten. Meist bleiben chronische Veränderungen in der Retina zurück, welche je nach ihrer In- und Extensität das Sehvermögen in verschiedenem Grade stören und daher auf die Gebrauchsfähigkeit der Thiere einen verschiedenen Einfluss ausüben.
Behandlung. Auf den entzündlichen Process vermag die Behandlung nur im Anfangsstadium einzuwirken. Ab-leitungsmittel, namentlich auf den Darm sind am Platze. Sodann würde jeder Lichtreiz nach Möglichkeit vom Auge fern zu halten sein. Auch kann unter Umständen auf das Grund-leiden eingewirkt werden.
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02nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Retina.
•,'. Die Entzündung an der Eintrittsstelle des Sehuerren. Papillitis. Nenroretinitis. Stanungspapille.
Literatur. Schindelka: Zeitsohr. fürrergl. Augenheilk. 1883. S. 10o. Peters; Der schwarze Staar. 1886. Westrum: Zeitschr. liir vergl. Augenheilk. 1882, S. 37 u. 125. Seh lain],: ibid. 1883-S. 120. Hubert: ibid. 1885, S. 59. Mirschbcrg: Zeitschr. für blin. Med. I\'. 1882.
Entzündliche Erkrankungen an der Papilla optiei sind in der Regel mit gleichen Veränderungen in der Netzhaut verbunden, daher auch die Bezeichnung Nenroretinitis. Wäh­rend an der Netzhaut die oben beschriebenen Veränderungen ablauten, stellt sich an der Papilla und dem Sehnervenende Hyperämie und Anschwellung ein. Durch die entzündliche Schwellung, welche der Sehnerv erfährt, werden die Blut-gefässe bei ihrem Durchtritt durch die Lamina cribrosa com-primirt, wodurch eine stärkere Anfüllung und Ausdehnung der­selben veranlasst wird. Bei der ophthalmoskopischen Unter­suchung tritt diese abnorme Füllung der Gefässe deutlich hervor (Stauungspapille).
Die Bezeichnung Staaungspapille wird für Zustande gebraucht, bei denen eine Anstauung des Blutes in den Gelassen der Papille und der Ketzhaut stattfindet. Man beobachtet solche im Verlaufe entzündlicher oder gcschwulstbildender Processe im Gehirn und war Irüher der Mei­nung, dass durch Steigerung des intracraniellen Druckes der Abtluss des Blutes aus dem Sinus cavernostis gestört werde, infolge dessen eine Anstauung in der Vena ophthalmica stattlinde, wodurch die Füllung der Cenlralgelasse der Ketzhaut zu Stande komme (Graefe, Turk). Später hat Schwalbe in dem Zusammenhange des Bulbils mil dem Gehirn bezw. den Meningen durch die Opticusscheiden als Lymph­räume die Ursache der Stauung erkannt. Sobald der Ablluss der Lymphe durch diese Scheiden gehemmt wird, muss nothwendig peripher von dieser Stelle eine Anschwellung des N. opticus eintreten. 1st hier-Jl;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;mit schon Compression der Centralgefässe des Opticus und eine An-
stauung des Blutes in denselben verbunden, so wird dies noch unter­stützt durch die Sehlaquo; eilung des Nerven an seiner Eintrittsstelle in den Bulbus. Bei der geringen Nachgiebigkeit der Sclerotica rauss die Schwellung des Nerven hier zu einer starken Compression seiner Ge­lasse und Stauung in denselben führen. Die Venen erscheinen dicker und nehmen einen mehr geschlängelten Verlauf.
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Retina.
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Später bezeichnete man die aus einem solchen Zustande oft hervorgehende Erkrankung des Sehnerven, bestellend in Atrophie, Schwund der Gelasse, Verkleinerung der Papilla, Veränderungen ihrer Form als Staaungspapille. Hubert, Westrum und Schlamp haben solche beim Hunde beschrieben. Es empfiehlt sich jedoch für diesen Zustand die Bezeichnung Atrophie der Papille zu wählen, ein Xame, di-r zugleich die Natur des Leidens ausdrückt.
Stellen sich an der Papilla optici infolge des entzilud-lichen Processes Binclcgewebswncherungen ein, sn findet Unter-
Fig. 17.
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•. •#9632;gt;#9632;#9632;
Querschnitt einer normalen Papille vom
Pferde (nadr Pe I er - . ii Nervenseheide. b Nervenfasern, c La­mina cribrosa. d BIntgefässe.
Qaerschnitt einei'atrophisehen Papille vom
Pferde [nach Peters), a Nervenscheide, li Lücken in der Latuina cribrosa, in denen dir Nervenfasern voll-ständis verschwunden sind, e Stark rar-dickteXamina cribrosa. d Rest eines Blnt-ge^sses.
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gang der nervösen Elemente statt, während die neugebildeten Massen schrumpfen und nun zu dauernden Veränderungen an der Papilla führen. Ihre Gefässe werden mehr und mehr verlegt, wodurch dieselben nicht nur an Grosse, sondern auch an Zahl abnehmen; die Papille nimmt eine hellere Färbung an. Die Nervenfasern des Options gehen zu Grunde, wäh­rend das nengebildete Bindegewebe an ihre Stelle tritt, später schrumpft und somit zu einer Verminderung im Umfange des Xerven wie der Papilla führt. Eversbusch fand bei Hunden eine atrophische Aushöhlung (Excavation) der
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Retina.
Papille, Sie verliert später ihre normale Form, wird beiui Pferde mehr und mehr rund und kleiner, so dasa ihr Durch­messer zuweilen nur noch einige Millimeter beträgt (Atro-phia papillae) (Taf. 1, Fig. 2). In der Kegel bestehen hierbei wie bei der Retinitis Trübungen des Glaskörpers.
l-'ig. 19.
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l.iiii^ssi-lniiri einer normalen Papüle vom Pferde (nacb Peters).
a Sehnerv, h Lamina cribrosa. c Chorioidea. '1 Netzhaut, e Sclem. f Sehnen'en-
scheide. g Dnrchscliniüene Xervenfasern
Fig. 20,
\, #9632;#9632;-#9632; \l\
;'.;iÄ^^ä.'
Läugssclmitt einer atropbisdien Papille vom Pferde (nacb Peters), a Reste von Keivenfitsern und Stränge von neugebüdeteni Bindegewebe, ii .stark verdickte Lamina cribrcsa. c Lücken in derselben, ans denen Nervenfasern ver­schwunden sind, il Chorioidea,
Als Ursachen dieses Zustandes sind Infectionskrank-beiten und Bleivergiftungen zu nennen, auch hat man ihn nach starken Blutverlusten entstehen seilen. SchindeIka beobachtete das Leiden bei der Influenza. Peters will das-
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selbe bei Mmbus maculosus, Herzfehlern und starker Dvspnöe gefunden haben. Auch kann starke Erschütterung des ßui-bus die Ursache abgeben. Jiei den Infectionskrankheiten greifen die entzündlichen Processe oft vom Sehnerven auf die Papilla über.
Verlauf. Obgleich eine vollständige Heilung nicht aus­geschlossen ist, so kommt dieselbe doch nur selten zu Stande: meist endet die Krankheit mit mehr oder weniger ausgebil­deter Atrophie des Sehnerven und damit verbundenen Seh­störungen. Die Atrophie der Papilla optici bis zur Entfärbung und erheblicher Formveränderung bezvv. Verkleinerung be­ansprucht nach Peters bei jungen Pferden eine Zeit von 3, bei alten von mindestens 2 Monaten. Bei dem mehrfach erwähnten Mengst Vindex war bereits wenige Wochen nach dem Eintreten der Amaurosis Atrophie der Papilla nachweis­bar. Es muss indess zweifelhaft bleiben, ob die Amaurosis gleich bemerkt worden war. Im Uebrigen iiat man beim Menschen nach profusen Blutungen in ;i(i Tagen Atrophie der Papilla entstehen sehen (Hirschberg).
Die Beurtheilung des Leidens ist daher in erster Linie von der Gebrauchsart der Thiere abhängig. Meist tritt das­selbe nur auf einem Auge auf und ist dann von geringerer Bedeutung, als wenn die Erblindung eine doppelseitige ist.
Erscheinungen. Zu den beschriebenen Erscheinungen der Retinitis gesellt sich im Anfange des Leidens starke In­jection der Gefässe der Papilla und der Netzhaut. Es fallen besonders die venösen Gefässe durch ihre Ausdehnung und geschlängelten Verlauf auf, während die Arterien sogar schwächer als normal erscheinen können. Dabei ist die Papille zuweilen derartig geschwollen , dass sie über das Niveau des Scleral-ringes in das Innere des Bulbus hineinragt. Die Papilla er­langt eine diffuse, verwaschen röthliche Farbe. Nicht selten lassen sich in derselben Hämorrhagien und im Glaskörper Trübungen nachweisen.
Nach einiger Zeit tritt die Röthung und Schwellung zurück und macht den entgegengesetzten Erscheinungen Platz;
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00nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Ketina.
Blässe der Papilla und ihre Verkleinerung kennzeichnen die Atrophie des Sehnerven (vgl. Tat'. I, Fig. 2). Die letzt­genannten Veränderungen botreffen meist die ganze Papille, wobei dieselbe beim Pferde eine runde Form anzunehmen pflegt seltener einzelne Abschnitte, wodurch die Papille eine unrcgelmässige Gestalt erlangt.
Bei der durch Neuroretinitis entstandenen Atrophie der l'apilio nimmt diese oft eine schmutziggraue, zuweilen wachs­artige Farbe an; ihre Grenzen werden undeutlich; nicht selten tritt an Stelle physiologischer Excavation eine mehr oder weniger ausgesprochene Prominenz des Centrums oder auch der ganzen Papille. Noch unlängst hatte ich Gelegen­heit diese Eigenschaften bei einem Pferde zu beobachten.
Bemerkt sei noch, dass bei Pferden die runde Form der Papille allein nicht die Gegenwart der Atrophie beweist. Mir ist ein Pferd bekannt, dessen beide Augen fast kreis­runde Papillen besitzen. Die Grosse derselben erscheint nicht verändert, der Gefassgehalt ist normal; auch zeigt sich das Sehvermögen des Tliieres nicht gestört.
Ebensowenig kann bei Hunden die Gestalt der Papille entscheiden; diese ist bekanntlich ausserordentlich wechselnd. Oft erscheinen die Spitzen der dreieckigen Papille schärfer ausgezogen. Besonderes Gewicht muss hier auf die Be­schaffenheit der Centralgefasse der Netzhaut gelegt werden. Nur wo diese nachweislich schwächer und zum Theil ver­schwunden sind, erscheint die Diagnose Atrophie gesichert. Dies gilt namentlich von den Arterien. West rum konnte beim Hunde nur noch Venen mit Sicherheit nachweisen, welche von ihren Austrittspunkten sich steil in die Retina hinabbegaben, während das Centrum der l'apille knopfförmig gegen den Glaskörper vorsprang. Die Arterien erschienen so fadendünn, dass sie nur im aufrechten Bilde mit Sicher­heit zu erkennen waren. Auch diese stiegen scharf zum Papillarrande herab und zeigten sich an einzelnen Stellen unterbrochen.
Solange die Reizungsprocesse fortbestehen, erscheint die
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Sehnerv.
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Pupille verengt, später wird eine übermässige Erweiterung derselben angetroffen.
Die Behandlung wird sich ebenso wie bei der Retinitis
gestalten müssen.
;i. Die retrobulbäre Neuritis.
Alle entzündliehen Processe, welche den Sehnerven vor seinem Eintritt in den Bulbus treffen, werden unter diesem Namen zusammengefasst. Ist der Nerv in der Nähe des Bulbus betroffen, so greift der entzündliche Vorgang leicht auf die Papilla und Retina über: andererseits kann durch Fortsetzung der Entzündung gegen das centrale Ende des Nerven das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Einrichtung der Öehnerveneinhüllung, die weiten Lymphräume zwischen ihren Scheiden begünstigen die Ausbreitung ent­zündlicher Processe in hohem Masse. Daher setzen sich zu­weilen entzündliche Vorgänge vom Gehirn, namentlich von den Gehirnhäuten auf das Auge, und solche von diesem auf das Gehirn fort. Im ersteren Falle spricht man von einer Neuritis descendens, in letzterem von einer Neuritis ascendens.
Auf einer solchen im Sehnerven sich aushreitenden Entzündung beruht nach neueren Untersuchungen und Erfahrungen auch die sog. sympathische Augenentzündung. Der Entzündungsprocess greift am Chiasma des Nerven auf den der anderen Seite über und steigt hier am Nerven zum Auge herab (N. descendens). Früher glaubte man die sympathische Augenentzündung auf eine relleetorische Wirkung der Ciliarnerven zurückführen zu können. Es liegt auf der Hand, dass es viel von der Natur bezw. der Ursache der entzündlichen Erkrankung abhängig ist, ob eine solche Ausbreitung erfolgt. Im Ganzen ist die sympathische Augenentzündung bei unseren Thieren nicht häufig. Bei der Mondblindheit erfolgt die Erkrankung des zweiten Auges auf dem­selben Wege wie die des ersten. Bei Hunden handelt es sich fast immer um infectiose Zustände, wenn beide Augen erkranken. Die Ueber-tragung findet meist von aussen statt.
Mit dem Auftreten entzündlicher Schwellung in dem Sehnerven und seinen Hüllen durch Erguss entzündlicher Ex-
Müller , Tlüeriivztl. Aiigenheilkuiuli-.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;7
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9ynbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Sehnerv.
sudate in die Scheiden desselben findet zunächst eine An­stauung in dem Abflugs der Lymphe statt, womit eine weitere Schwellung des Nerven verbunden ist, welche sich oft bis auf die Eintrittsstelle in das Auge fortsetzt. Hier ruft die Schwellung Stauung in den Gefässen der Papilla und Retina hervor; es entsteht eine Stauungspapille.
Kommen später chronische ]iindegewebswucherungeu im Sehnerven und seinen Scheiden zu Stande, so geht daraus Atrophie des hiervon peripher gelegenen Sehnervenabschnittes und der Papilla hervor. Im Gegensatz zu der durch ent­zündliche Processe an der Papilla selbst hervorgerufenen Atrophie derselben, welche man als entzündliche Atrophie oder Stauungspapille bezeichnet, spricht man hier von einer einfachen Atrophie. Diese unterscheidet sich von der ersteren in der Hauptsache durch das Fehlen entzündlicher Verände­rungen an der Retina und Papilla. Die letztere erscheint hellgrau oder weiss, ihre Gefässe verdünnt, zum Theil ver­schwunden (Taf. I, Fig. -2).
Im Januar 1888 wurde dem hiesigen Spitale ein 15 Jahre alter Wallach wegen einer Lahmheit überwiesen. Aus dem Verhalten des Thieres licss sich schon mit grosser Wahrscheinlichkeit auf totale Er­blindung schliessen, die auch bei näherer Untersuchung nachgewiesen •wurde. Dabei waren die durchsichtigen Medien des Auges absolut klar, die Pupille ad maximum erweitert, bewegungslos, starr. Am rechten Auge war eine hochgradige Stauungspapille vorhanden. Ilie Papilla optici |war blassgrau, von runder Form und erheblich kleiner als normal. Die Netzhautgelasse erschienen bis aufquot; drei, welche sich am unteren Rande der Papilla befanden, verschwunden. Die Papilla des linken Auges zeigte ähnliche Veränderungen, nur nicht in so hohem Grade. An der Retina und den übrigen Theilen des Augenhintergrundes war. abgesehen von einer deutlichen Abnahme an Pigment, nichts Ab­normes festzustellen. Die Lahmheit des Pferdes stand mit dem Augen­leiden nicht in Verbindung, sondern war durch ein Hufleiden bedingt.
Ursachen. Die retrobulbäre Neuritis setzt in der Regel in der Orbita ein und zwar durch Uebergreifen entzündlicher Processe der Nachbarschaft. Meist sind es entzündliche Er­krankungen in der Orbita, die sich im Verlaufe von Infec-tionskrankheiten einstellen. So sah Peters das Leiden bei
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Sehnerv.
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dem Morbus raaculosus, Schindelka bei Brustseuche ent­stehen. Letzterer fand bei der Section neben den Verände­rungen der Lungen gelbsulzige Ergiessungen in dem orbitalen Zellgewebe; dasselbe war mit zahlreichen Hämorrhagien durch­setzt. Der Options zeigte sich vom Bulbus ab auf eine Ent­fernung von 2 cm geschwollen, weicher, röther, und sowohl im Nerven selbst wie auch in seinen Scheiden waren Blu­tungen nachweisbar. Die Papille erschien geschwollen und die Retina partiell abgehoben. Ausserdem bestanden Er­scheinungen der Iritis. Die retrobulbäre Neuritis kann jedoch auch von den Meningen aus eingeleitet werden, indem sich die entzündlichen Processe von diesen durch die Sehnerven-scheideu in der Richtung zum Bulbus fortpflanzen. Peters will bei acutem Hydrocephalus in der Regel Miterkrankungen des Auges gesehen haben. Straub beobachtete nach der sog. subacuten Gehirnentzündung der Pferde, Uebelen nach der Meningitis cerebrospinalis der Kühe Bildung von schwar­zem Staar. Die Bfhauptung, dass bei jedem Hydrocephalus Stauungapapille sich zeigen müsse (Lustig, Föhringer), trifft jedoch nicht zu. Mir selbst sind Fälle von Parotitis vorgekommen, welche zu einer entzündlichen Schwellung in der Orbita führten und mit Erblindung des gleichseitigen Auges an Sehnervenatrophie endeten. Auch können Tumoren in der Orbita zu Sehnervenatrophie führen, die sich oft schwer von den durch entzündliche Erkrankungen an dem Nerven hervorgerufenen trennen lässt.
Erscheinungen. Neben den Sehstörnngen lässt sich äusserlich an dem Patienten zuweilen nichts Abnormes fest­stellen. Die Untersuchung mit dem Augenspiegel ergibt in der ersten Zeit geringere oder stärkere Schwellung und Röthung der Papille und stärkere Injection ihrer Gefässe, sowie derjenigen der Netzhaut. Durch die Abwesenheit von Trübungen und Hämorrhagien in der Netzhaut und an der Papille unterscheidet sich diese einfache Stauungspapille von der entzündlichen. Namentlich erscheint die Papille hier schärfer abgegrenzt als bei jener. Im späteren Stadium
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:
100nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Netzhaut.
machen sich an der Papille und in der Netzhaut Erschei­nungen einfacher Atrophie bei intacter Retina und beim Fehlen von Glaskörpertrübungen bemerkbar. Die Pupille ist Anfangs wohl verengt, später indess mehr oder weniger er­weitert und reactionslos.
Zuweilen lassen sich entzündliche Veränderungen in der Orbita nachweisen und ihre Beziehungen zu dein Grundleiden erkennen.
Der Verlauf gestaltet sich ähnlich wie bei den vorigen Leiden, doch stehen die Erfahrungen hierüber noch sehr ver­einzelt da. In der Hauptsache hängt es von dem Grund­leiden ab, ob die Functionsfähigkeit in dem Sehnerven wieder hergestellt wird oder nicht. In dem letzteren Falle kommt es zu mehr oder weniger erheblichen Sehstörungen (schwarzer Staar).
Behandlung. Bekämpfung der entzündlichen Processe in der Orbita oder am Gehirn wird das Wichtigste sein. Im Uebrigen ist diätetisch zu verfahren. Abhaltung der physiologischen Reize, des Lichtes empfiehlt sich. Unter Um­ständen kann auch eine Ableitung auf den Darm nützlich werden.
4. Netzhautablösungeu. Amotio s. SuMatio rettnae.
Literatur. Peters: Der schwarze Staar. ßversbusch: Deutsche Zeitschr. für Thiermedicin Bd. 7. Schindelka: Zeitschr. für vergl. Augenheilk. 1885, S. 130. Berlin: Her. Repert. Bd. 39, S. 212. Eversbusch: Zeitschr. für vergl. Augenheilk. Bd. 4. S. 80. Müller: Gesammelte u. hinterlassene Schrirteii zur Ana­tomie u. Physiologie des Auges, herausgegeben von 0. Becker. Leipzig 1872. Jacobi: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 40, S. 104. Berlin: Zeitschr. für vergl. Augenheilk. Jahrg. I, S. 114 und Jahrg. II. S. 116. Schulz-Strübing: daselbst Bd. 5, S. 162.
Mit diesem Namen bezeichnet man die Abhebung der Netzhaut von der Aderhaut, wobei das Pigmentepithel meist an der Aderhaut haften bleibt.
Ueber die Entstehung solcher Ablösungen hat man lange
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Netzhaut.
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gestritten und ist auch heute hierüber noch nicht einig. Nach dem Vorgange von Arlt glaubten viele, dass es sich um subretinale Ergüsse handle, welche z. B. bei Chorioiditis die Netzhaut von der Aderhaut ab- und in den Glaskörper hinein­drängten (Seeretions- oder Exsudationstheorie). Natür­lich muss hierbei eine theilweise Resorption des Glaskörpers vorausgesetzt werden.
Dieser Auffassung gegenüber hat Stell wag die „E e-tractionstheoriequot; zu begründen gesucht. Hiernach soll der infolge von Netzhauterkrankung in seiner Zusammen­setzung gestörte Glaskörper schrumpfen und die Retina von ihrer Unterlage, der Aderhaut abziehen, wodurch zwischen diesen beiden Häuten, also unter der Retina e vacuo sich einenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ^quot;
Flüssigkeit ansammle. Unterstützt wurde diese Theorie dadurch, dass man den Glaskörper bei Netz-hautablösuug regelmässig verändert fand; doch lässt sich diese Er-
scheinung auch mit der zuerst ge-
nannten Theorie in Uebereinstim-inung bringen.
Wahrscheinlich haben beide
Parteien Recht, indem bald der
Triehteriormige Ablösung der Netz­haut aiu Pferdeange.
eine, bald der andere Factor hier­bei wirksam ist. Die Ablösung der Retina kann eine partielle sein, nicht selten aber zeigt sie sich im ganzen Umfange der Papilla losgelöst und bildet dann innerhalb des Eulbus einen Trichter, dessen Spitze an der Papilla, dessen OefFnung am Ciliarkörper sich befindet, oder doch in dieser Richtung liegt (Fig. 21). Häufig zeigen sich in der abgelösten Retina Risse und Löcher.
Bei den Thieren finden sich am häufigsten Netzhaut­ablösungen infolge der Mondblindheit des Pferdes. Berlin fand unter 21 Augäpfeln, welche mit diesem Leiden behaftet gewesen waren, 18malNetzhautablösung; ebensoEversbusch.
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102nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Netzhaut.
Auch ich habe diesen Zustand sehr oft an phthisischen Pferde­augen constatiren können. Bei Lebzeiten der Thiere wird die Ablösung in der Regel durch Linsentrübungen verdeckt.
Schulz und Strübing fanden bei einem Hunde, welcher an arteficieller Meliturie litt, doppelseitige totale Netzhaut­ablösung, sind indess nicht überzeugt, dass beide Leiden in einem ursächlichen Zusammenhange gestanden haben. Mir selbst sind wiederholt Netzhautablösungen bei Hunden ohne nachweisbare. Ursache vorgekommen.
Dass mit der Netzhautablösung regelmässig Trübung des Glaskörpers verbunden ist, liegt in der Natur der Sache. Ob die Ablösung durch einen secretorischen Druck oder durch einen Zug vom Glaskörper ausgehend entsteht, in jedem Falle muss dieser in Mitleidenschaft gezogen werden: es handelt sich nur darum, welcher Theil zuerst erkrankt.
Erscheinungen. Die abgelöste Netzhaut muss noth-wendig die Bedingungen zu ihrer regelmässigen Function wie auch Ernährung einbüssen. Daher ist die Ablösung mit einer der Ausbreitung und den sonstigen C'omplicationen entspre­chenden Sehstörung verbunden.
Am Pferdeauge liisst sich bei maximaler Pupillenweite die Netzhautablösung zuweilen direct erkennen. Man erblickt bei zweckmässiger Beleuchtung am Augenhintergrunde eine graue Trübung, die bei genauer Betrachtung wie ein Tuch erscheint, welches sich an einem Gewölbe aufgehängt befindet und langsam hin und her bewegt wird. In anderen Fällen wölbt sich die Retina wie eine graue oder graugelbliche, un­durchsichtige Blase in das Auge hinein und verdeckt oft einen Theil der Papilla optici. Bei focaler Beleuchtung und mittelst des Augenspiegels erlangt man eine nähere Einsicht in die Zustände, wenn nicht gleichzeitige Trübungen der durchsichtigen Medien den Einblick in das Auge verhindern. Namentlich sind Glaskörpertrübungen regelmässig mit der Netzhautablösung verbunden und erlangen in ihren Erschei­nungen eine gewisse Aehnlichkeit mit diesen. Schin-delka beschreibt die Netzhautablösung bei einem Pferdeauge,
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Netzhaut.
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welches die unverkennbaren Spuren der Mondblindheit zeigte. Die Netzhaut war in der Nähe der Papille in Form einer Blase abgehoben. Diese zeigte eine bohneuförmige Gestalt, eine graugrünliche Farbe und zwei radiär verlaufende Falten. Bei raschen Bewegungen des Auges war eine leichte Undu­lation der Blase wahrzunehmen. Die übrigen Abschnitte der Netzhaut besassen, abgesehen von einer kleinen Trübung, normale Durchsichtigkeit. Der Parbenton des Tapetums war ein eigenthümlich mattgelbgrünlicher. In einem zweiten Falle wurde totale Netzhautablösung infolge von Iridochorioiditis angetroffen. Aehnliche Zustände habe ich bei Hunden wie bei Pferden wiederholt beobachtet. Bei letzteren würde man sie weit häufiger wahrnehmen, wenn der Einblick in das Auge nicht so oft gestört wäre.
Die Farbe der abgelösten Netzhaut zeigt sich verschieden. Peters behauptet, dass sie in frischem Zustande getrübt, später grau, selbst weiss erscheine. Legen sich die los­getrennten Abschnitte zu Falten aneinander, so nimmt das Ganze meist eine grauweisse Farbe an. Blasenförmige Ab­hebungen lassen das Tapetum zuweilen mehr oder weniger grün durchschimmern. Bei Hunden traf ich wiederholt eine graugelbliche Färbung der abgelösten Netzhaut. Zuweilen finden sich in derselben dunklere Stellen (bei der Unter­suchung ohne Augenspiegel), welche entweder vom Pigment der Aderhaut oder von Blutungen herrühren.
Zuweilen lassen sich die Blutgefässe in dem abgelösten Theile der Retina noch nachweisen.
Eine gewisse Aehnlichkeit mit Netzhautablösungen am Rande der Papilla können markhaltige Fasern derselben er­langen. Wie bereits erwähnt, verlieren beim Menschen und den meisten Thieren die Opticusfasern bei ihrem Eintritt in den Bulbus das Nervenmark. Bei den Nagern (Kaninchen) ist dies nicht der Fall. Auch beim Menschen und den grös-seren Thieren finden sich zuweilen markhaltige Fasern in der Netzhaut. Durch Müller wurden solche bei einem Ochsen sowie bei Bären und Hunden, von Jacobi und Berlin bei
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104nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Netzhaut.
Pferden get'unden. Berlin besehreibt den Zustand bei einer an Pneumonie reconvalesceutea Stute wie folgt: „Der sonst normale Sehnerv hat an seinem unteren Umfange ein zartes grauweisses, stellenweise flockiges Anhängsel, welches hier und da durch den röthlich durchscheinenden Augenhinter-grund unterbrochen wird. Die Höhe dieses Anhängsels beträgt etwa 1ji des senkrechten Papillendurchmessers, während es in seiner Breitenausdehnung ca. Vs des gesammten Sehnerven-umfanges einnimmt. Der hintere Theil zeigt eine deutlich ausgesprochene, radienförmige Streifung, welche exact in der Richtung der Sehnervenfasernausbreitung verläuft. Sie er­innert in ihrer speichenartigen Anordnung und in ihrer Farbe lebhaft an die bei Kaninchen normal vorkommenden Aus­strahlungen doppolt contourirter Nervenfasern am oberen resp. unteren Papillarrande.quot;
Sehstörungen werden hierdurch nicht hervorgerufen.
Beurtheilung. Die Unheilbarkeit liegt in der Natur des Leidens begründet, und die Beurtheilung hängt daher von dem Grade der Sehstörungen und der Bedeutung der­selben für das betreffende Thier ab.
Die Behandlung ist dem Zustande gegenüber ohn­mächtig.
Cystenbildang in der Xetzhaut beobachtete Eversbusch beim Pferde und Rinde. Ein •24jähi,iger Kappe zeigte in den abhängigen Theilen des Glaskörpers eine last haibkreisfonuig gestaltete, intensiv schwarz gefärbte, ziemlich scharf contourirte Linie, die bei Bewegungen des Auges sich nicht veränderte. Die Convexität der Linie war nach dem Glaskörpercentrnm gerichtet, ihr nach abwärts verlaufendes Ende war nicht mit Sicherheit zu erkennen. Der von der Linie eingenom­mene Raum erschien durchsichtig, so dass der Augenhintergrund hinter demselben deutlich erkannt werden konnte. Eversbusch hielt den Zustand für Cystenbildang in der Hetina, wie solche durch Sectionen der Augen älterer Pferde, Hunde und Rinder nicht so selten nachzu­weisen seien.
Der Zustand besitzt eine gewisse Aehnlichkeit mit Netzhautab­lösungen und unterscheidet sich nach Eversbusch von denselben durch folgende Eigenschaften:
1. durch das mangelnde Flottiren;
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Netzhaut.
ior
2.nbsp; durch die Darchleachtbarkeit des mit klarer Flüssigkeit ge­füllten Hohlraumes;
3.nbsp; durch das Fehlen einer grauen oder weissen Färbung:
4.nbsp; durch das Fehlen von Pigmentverändcruiigen in der Pigment-epithelschicht;
5.nbsp; durch das Gleichbleiben des Aderhautbildes an der al'ticirten Stelle:
0. durch das Gleichbleiben des Zustandes;
7. durch den scharfen, bogenförmigen Begrenzungscontour.
5. Notzhanllduüuigen.
Literatur. Tsarenko: Zeitschr. für vergl. Augenheilkunde 188ö, S, 131. Kühne: Jahresber. der Thierarzneischule zu Hannover 1872, S. 18. Eversb usch: Anleitung etc. S. 38.
Zerreissimgen kleiner Blutgefässe der Netzhaut und Blu­tungen aus denselben kommen bei entzündlichen Processea in der Retina regelmiissig vor und zeigen sieh bei der Unter­suchung mit dem Spiegel als kleine rothe Flecke in der Netz­haut. Auch werden sowohl bei Pferden wie Hunden ohne nachweisbare Retinitis stärkere Blutungen aus den Netzhaut-gefässen beobachtet. Eversbusch sah eine Retinitis apo-plectica bei zwei Hunden, von denen der eine an Scorbut zu Grunde ging; ebenso bei einer Katze Zerreissung der Chorioidea und Netzhaut infolge einer starken Erschütterung des Auges (Steinwurf),
Erscheinungen. Blutungen in der Netzhaut von ge­ringerem Umfange lassen sich nur mit Hilfe des Augen­spiegels nachweisen. Sie erscheinen hier entweder als strich-förmige Röthungen oder als runde Flecke von geringerer oder grösserer Ausdehnung. Die ersteren liegen meist in der Faserschicht, die letzteren entweder in den Körnchen­schichten oder zwischen Retina und Glaskörper. Zuweilen umgeben sie spindelförmig die Netzhautgefiisse. Grössere Hämorrhagien durchbrechen wohl die Membrana hyaloidea und dringen in den Glaskörper ein, wodurch der ganze Augenhintergrund zuweilen eine gleichmässig dunkelrothe Färbung annimmt.
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lOßnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Netzhaut.
Aeltere Extravasate nehmen oft ein bräunliches Aus­sehen an. Die Sehstörungen hängen zwar in erster Linie von dem Umfange und dem Sitze der Blutungen ab, sind im Allgemeinen erheblich und führen oft zu vollständiger Erhlindung des Auges.
Ursachen. Veranlassung zur Entstehung von Blutungen in der Netzhaut können heftige Erschütterungen des Bulbus geben, wie die von Tsarenko, Eversbusch und Kühne mitgetheilten Fälle beweisen. Ohne Zweifel werden Netz­hautblutungen durch Infectionskrankheiten und Herzfehler begünstigt. Beim Menschen werden sie im Verlaufe der perniciösen Anämie, Leukämie, Nephritis, Scorbut (Evers­busch beim Hunde), Hämophilie, Pyämie, Diabetes u. s. w. beobachtet. Auch kann Embolie und Thrombose der Central-gefässe der Netzhaut solche veranlassen. Zuweilen entstehen dieselben auf spontanem Wege, wie folgender Fall zeigt:
Das Springpferd eines Cirkus blieb bei einer Probearbeit plötzlich stehen und gebärdete sich so ungewöhnlich, dass man dasselbe auf Gehirnleiden untersuchen liess. Nachdem diese Untersuchung negativ ausgefallen war. wurde mir das Pferd vorgestellt. Ich fand eine starke Erweiterung der Pupille und vollständige Erblindung des einen Auges. Der Pnpillarretlex zeigte eine eigentliüinliche, braunschwarze Farbe; Cornea. Kammerwasser und Linse waren durchsichtig, doch liess sich mit dem Augenspiegel der Augenhintergrund nicht erkennen. Bei fo-calerBeleuchtung zeigte der Hintergrund einegleichmässige. verwaschene, dunkle Rothlarbung. Das andere Auge war frei von krankhaften Ver­änderungen. Der Zustand blieb mehrere Wochen ohne weitere Ver­änderungen, später wurde das Pferd meiner Beobachtung entzogen. Ohne Zweifel handelte es sich um eine plötzlich eingetretene Netzhaul-blutung mit Durchbruch der Membrana limitans und Erguss in den Glaskörper. Die plötzlich eingetretene Erblindung war offenbar die Ursache des widersetzlichen Benehmens, was um so erklärlicher er­scheint, als der plötzliche Verlust der Sehkraft des einen Auges das Vermögen. Entfernungen zu schätzen störte 'und das Pferd vorläufig zum Springen untauglich machte. Ich habe dies wiederholt bei Pferden infolge schneller Erblindung beobachtet. Mit der Zeit lernen solche jedoch die Distancen zu schätzen und können wieder leidliche Springer werden.
Tsarenko theilte einen Fall mit, welcher ein Pferd betraf, das sich überschlasren hatte und infolge dessen voll-
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Netzhaut.
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ständig erblindete. Das Pferd lag einige Minuten bewegungslos da, dann erhob es sich, zeigte etwas Nasenbluten und voll­ständige Erblindung. Bei voller Durchsichtigkeit der Medien war die Pupille erweitert und ohne Reaction auf Lichteinwir­kung. Wahrscheinlich hatte hier eine Netzhautblutung statt­gefunden.
Köhne berichtet über eine ähnliche Beobachtung beim Hunde. Eine Bulldogge hatte sich beim Laufen überschlagen und war gleich darauf erblindet. Bei der Untersuchung zeigte sich das rechte Auge frei von entzündlichen Veränderungen, die Pupille ad maximum erweitert, durchsichtige Medien ohne Trübungen; der Augenhintergrund erschien gleichmässig pur-purroth, das Sehvermögen war vollständig aufgehoben. Das linke Auge sowie das Allgemeinbefinden war intact. Nach Ablauf eines halben Jahres hatte sich der Zustand in keiner Weise verändert. Kühne war dor Ansicht, dass es sich um eine Blutung aus der Chorioidea handle. Der Umstand, dass keine Resorption eingetreten war, spricht für eine Netzhaut­blutung.
Die Beurtheilung hängt in erster Linie von der Aus­dehnung des Blutergusses ab. Nach den Beobachtungen beim Menschen können dieselben resorbirt werden, doch dauert dies lange Zeit, oft Jahr und Tag und bleibt aber nicht selten aus. Es hängt dies namentlich von der Grosse der Hämor-rhagie ab.
Die Behandlung müsste sich gegen das Grundleiden richten und in Ableitungen, namentlich durch den Darm bestehen.
(raquo;. Der schwarze Staar. Amaorosis1). Imblyopia*). Nyktalopia.
Literatur. Baker; The Veterinarian 1838. Hengst: Dresdener Be­richt 1885, S. ?(). Barmeister: Mag. von Gurlt u. Hertwig
') äfiaupouv = verdunkeln.
-) ä[ißgt;,'j; = stumpf, lt;laquo;•} = Auge.
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108nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Amaurosis.
Bd. 17, S. 305. Diäter: Sachs. Bericht 1882, S. 83. Krüger: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 1, S. 471. Friebel: Berliner Archiv Bd. II, S. 807. Friedberger: Oesterr.-iingar, Blätter für Kaninchen- u. Geflügelzucht 1881, Nr. 22. Reineraann: Mnnatschr. d. Ver. üsterr. Thierärzte 1880. Hertwig: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 37, S. 90. Derselbe: ibid. Bd. 1, S. 132. Johow: Thierärztl. Mittheil. 1870. Günther: Hannöv. Bericht 1873. Hering: Her. Rep. Bd. 18, 8. 270. Moebius: Sachs. Be­richt 1881, S. 112. Müller: .Mag. von Gurlt n. Hertwig Bd. 32. S. 286. Ayrand a, Many: Her. Rep. Bd, 13, S. 141. Peters: Der schwarze Staar. Berlin 1886. S. 22. Gerlach: Gerichtliche Thierheükunde. Wulf: Thierärztl. Mittheil. Jahrg. 13, 8. 154. Martinack: Der Thierarzt 1872, S. 38. Tacheulin, Busch: Zeitschr. für ges. Thierheük. Bd. 2, S. 26. Hubert: Zeitschr. für vergl. Augenheilk. 1885, S. 59: 1880, S. 71. Ziegler: Bei­träge zur path. Anat. u. Phys. Bd. 2, S. 59.
Bis in die neueste Zeit hat man in der Thierheükunde alle Sehstörungen als schwarzer Staar bezeichnet, bei weloheu iu den durchsichtigen Medien keine krankhaften Veränderungen angetroffen wurden.
Schon Lafosse, Toggia und andere machten darauf aufmerksam, dass es sich hierbei um Kraukheitszustände des Sehnerven handle. Solange der Augenspiegel noch keine Anwendung gefunden hatte, war man selten in der Lage, bestimmte Veränderungen an dem mit schwarzem Staar be­hafteten Auge nachzuweisen. Daher konnte Beer mit Recht auch beim Menschen es als eine Eigenthümlichkeit des schwar­zen Staars bezeichnen, dass hierbei nicht nur der Patient, sondern auch der Arzt nichts sehe. Mit Zuhilfenahme des Spiegels lernte man bald eine Reihe krankhafter Verände­rungen kennen, welche die Function in dem Sehnerven und seinem Endapparate, der Netzhaut, störten bezw. vernichteten. Es liegt auf der Hand, dass damit zuverlässigere Anhalts­punkte für die Beurtheilung des Leidens in klinischer wie in forensischer Beziehung gewonnen wurden.
Obgleich wir für forensische Zwecke oft noch gezwungen sind, an der Bezeichnung „schwarzer Staarquot; festzuhalten, so bietet die genauere Spezialisirung des Leidens nicht selten
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Amatirosis.
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auch hier für die Beurtheilung der Zustände erheblichen Vortheil. Bisher ist indess eine strenge Scheidung noch nicht durchgeführt; oft ist diese auch nicht möglich.
Obgleich in der Menschenheilkunde gegenwärtig als Amblyopie die Herahsetzung, als Amaurose der vollstän­dige Verlust des Sehverniogens bezeichnet wird, die weder durch Veränderungen in dem dioptrischen Apparate des Auges noch durch ophthalmoscopisch nachweisbare Erkrankungen des Augeninnern bedingt werden, sondern auf centralen Ursachen beruhen, sollen hier doch aus praktischen Gründen in kur­zem alle diejenigen Veränderungen Besprechung finden, welche bei der Beurtheilung des Auges ohne Anwendung des Augenspiegels zu der Diagnose „schwarzer Staarquot; führen müssen. Wir können folgende Gruppen unterscheiden:
a) Krankh eitszustände der Retina. Dahin gehören: Retinitis und Papillitis mit ihren Folgen, Ablösungen der Netzhaut und Blutungen in derselben: die orsteren führen oft infolge von Mondblindheit zur Bildung von Amaurosis (S. 66).
Tscheulin fand die Netzhaut beim schwarzen Staar der Pferde oft fleckig, verdickt, den Sehnerven geschwunden.
Das Vorkommen von .Embolie der Ccntralgefässe der Netzhaut, welche bei Menschen zuweilen Ursache plötzlicher Erblindung wird, ist meines Wissens bei Thieren bisher noch nicht mit Sicherheit nachgewiesen. Ohne Zweifel wird man solche auch noch kennen lernen, wenn erst von dem Augen­spiegel mehr Gebrauch gemacht, wird, als es bisher der Fall war. In dieser Hinsicht dürften namentlich Kalbefieber, Sephthämie, Pyämie und die eitrige Entzündung der Nabel­vene Beachtung verdienen. Bei dem seltenen Ausgang dieser Krankheiten in Genesung gelangen derartige Complicationen nicht leicht zur Kenntniss der Therapeuten. Reduction der Netzhautgefässe, namentlich der Arterien, die anfangs ohne erhebliche Veränderungen an der Papilla optici be­steht, später mit Trübung der Netzhaut, nicht selten auch mit Blutungen und schliesslich mit Atrophie der Papille
^
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1 10nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Amauiosis,
verbunden ist, kennzeichnet neben der Erblindung diesen Zustand.
b)nbsp; nbsp;Erkrankung des Sehnerven: Retrobulbäre Neu­ritis mit ihren Folgen, namentlich Atrophie des Options: Druck auf den Sehnerven durch Blutungen, Geschwülste oder entzündliche Processe in der Orbita oder im Foramen opticum (Exostosen, Leblanc, Tscheulin). Hubert stellte eine solche Atrophie bei Hunden und bei einer Ente fest.
c)nbsp; nbsp;Veränderungen am Tractus opticus oder dem Sehcentrum (Cerebralamblyopie). Mehrfach wurden auch bei Thieren bestimmte Krankheitszustiinde im Gehirn an­getroffen. Bei Schafen werden nicht selten (Joenurusblasen Ursachen der Amaurose. Beim Vollbluthengste Vindex, welcher plötzlich amaurotisch wurde, ergab die Section eine dünnhäu­tige Blase im Gehirn, welche ca. 70 gr einer serösen, gelb­lich gefärbten Flüssigkeit enthielt und das Keilbein bereits zum Schwunde gebracht hatte (Kühnert). Man hielt die Blase für einen Coenurus; leider hat eine eingehende Unter­suchung derselben nicht stattgefunden. Na a din fand beim Pferde einen Abscess im Gehirn. Bei Hunden beobachtete ich Amaurose durch chronische Meningitis der Hinterhaupt-und Schläfenlappen (Seelenblindheit) 1).
Die Augen eines Pferdes, bei welchem 4 Tage vor­her plötzlich unter Auftreten von Unruhe und Athem-beschwerden totale Erblindung eingetreten war, Hessen nur die Erscheinungen einer massigen Stauungspapille erkennen.
') Nach den Forsclmngen von II. Munk und den Ergebnissen von Sectionen liegt das Sehcentram in der Rinde der Hinterhnuptlappen. An jeder Seite findet sicli hier ein Centrum, das mit beiden Augen zusammenhängt. Aus denselben entspringen gekreuzte und ungekreuzte Fasern, wahrend in den betreffenden Abschnitten der Hirnrinde die Elemente ebenso regelnlässig geordnet sind wie in der Netzhaut. Die im Sehcentrum entspringenden Nervenfasern verlaufen in derselben Hirnhemisphiire zu den sog. Intercalarganglien. welche sich in den Vierhügeln, im Thalamus opticus und in den Corp. geniculata befinden. Die durch Veränderungen an den Sehcentren veranlasste Erblindung bezeichnet man als Seelenblindheit.
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Araaurosif.
Ill
Die Papillen beider Augen waren wenig geschwollen, ihre Gefässe stärker als normal injicirt mit geschlängeltcm Ver­lauf. Die Erblindung bestand fort, doch konnte über die Ursache des Leidens Näheres nicht ermittelt werden, weil das Pferd nach einiger Zeit meiner weiteren Beobachtung entzogen wurde.
Wiederholt hat man Amaurose durch Blutungen ent­stehen sehen: Williams nach der Castration, Hengst nach Leberblutung. Aehnliche Beobachtungen finden sich zahlreich in unserer Literatur. M o e b i u s fand bei einem Pferde, das sich durch eine äussere Verletzung eine starke Blutung zu­gezogen hatte, 14 Tage nachher die Pupillen stark erweitert; dabei vollständige Erblindung. Oft kehrte das Sehvermögen nach einigen Tagen wieder, nicht selten aber bleiben die Thiere dauernd blind. Letzteres wird besonders dann häufig beobachtet, wenn die Erblindung eine vollständige und beider­seitige ist. Ob sich hierbei dauernde Ernährungsstörungen in der Retina bilden, oder andere Umstände wirksam sind, blieb bisher unbekannt.
Arlt betrachtete die Amaurosis infolge von profusen Blutungen als Ausdruck allgemeiner Erschöpfung; dagegen spricht der oft un­günstige Verlauf. Graefe vennuthete eine Blutung im Verlaute des Opticus. Wecker sucht die Ursache in pathologischen Veränderungen in den Centren. Fries in Anämie des nervösen Sehapparates. Durch Verminderung der Blulmenge des Gehirns soll der Liquor cerebro-spinalis in den Ventrikeln und in den Subarachnoidealräumen zuneh­men, mit der nun folgenden Anfüllung der üefässe der intracranielle Druck gesteigert werden, wodurch die Arachnoidealllüssigkeit in die Intervaginalräume des Sehnerven gepresat wird und Anschwellung der Papilla bewirkt. Hirschberg hält die Veränderungen an der Papilla für entzündliche, deren Zusammenhang mit der Blutung nicht genügend aufgeklärt sei. Ziegler land in seinem Falle fettige Degeneration in der Ketzhaut und zwar schon kurze Zeit nach dem Auftreten der Amaurose durch Blutung. Den Grund der Erblindung sucht Ziegler in einer ischämischen Degeneration des Sehapparates, besonders der Netzhaut.
Nicht selten findet sieh Amaurosis angeboren und wird anscheinend vererbt. Krüger berichtet über eine Stute,
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#9632;[]2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Amaurosis.
die quot;2 Füllen mit schwarzem Staar brachte. Burmeister
beobachtete angeborene Amaurosis bei einem Füllen, dessen Eltern auf beiden Augen krank bezw. erblindet waren. Baker fand den Sehnerven eines mit Amaurosis geborenen Füllens vollständig geschwunden. Unvollständige Entwicke-lung des Bulbus (Mikrophthalmus) ist hiermit oft verbunden. Nach Friebel waren von den 4 Füllen einer Stute 2, von einer anderen unter 6 zwei mit Amaurosis behaftet. Stamm fand bei einem mit congenitaler Amaurose behafteten Füllen Netzhautablösung. Wiederholt wurden die blind geborenen Fohlen für dummkollerkrank gehalten.
Schwarzer Staar wird ferner als Folge von Intoxicationen beobachtet, namentlich bei Vergiftungen mit Blei, Papaver Khoeas, Belladonna bei Schafen und Ziegen (Gerlach), mit Lolium temulentum (Klüver), mit Tabak, Morphin und Chinin. Doch kehrt mit Ausnahme der Amaurosis saturnina die Sehkraft in der Regel uugeschwäcbt zurück. Becker und Eversbusch konnten durch subcutane Chinininjectionen vorübergehende Amaurosen bei Hunden hervorrufen. Bei der ophthalmoscopischen Untersuchung fand sich eine auf­fällige Blutleere in den Netzhautgefässen, in dem übrigen Augenhintergrund aber keine krankhaften Veränderungen. Dagegen wurde von mir bei Hunden und hei Hühnern Amaurosis durch Vergiftung mit Leuchtgas und Kohlenoxyd beobachtet, die sich nicht wieder verlor. Dinter sah vor­übergehende Erblindung am schwarzen Staar plötzlich und unter Erscheinungen des Dummkollers mit starker Gelbfärbung der Schleimhäute eintreten.
Vorübergehende Erblindung fand Johovv bei einem Jagdhunde, der im Winter bei Sonnenschein und Schnee zur Jagd benutzt worden war. Aehnliches wird bei Menschen beobachtet. Die Pupille pflegt dabei krampfhaft verengt zu sein, wodurch heftige Schmerzen entstehen.
Zuweilen hat man Amaurose nach der Heilung anderer Lei­den, wie Strahlkrebs, Widerristfisteln und Kalbefieber (Reine-raann) entstehen sehen. In welcher Beziehung das Augen-
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Amaurosis,
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leiden zu diesen Krankheiten gestanden hat, lässt sich nicht bestimmen. Vielleicht wurde die schon vorher vorhanden gewesene Erblindung hierbei erst festgestellt. Beim Kalbe-lieber könnte möglicherweise Embolie der Centralgefasse der Netzhaut vorgelegen haben (8. 109).
Ebenso unaufgeklärt ist ein von Günther mitgetheilter Fall geblieben, in dem ein Pferd plötzlich erblindete und zu­gleich das Gehör verlor, als in dessen Nähe ein schweres Geschütz abgefeuert wurde. Wahrscheinlich war eine Gehirn­blutung eingetreten. Der Fall erinnert an den oben erwähnten, von mir beobachteten Verlust des Sehvermögens und des Gehörs beim Hunde durch Meningitis.
Erscheinungen. Der Nachweis einer vollständigen Er­blindung auf einem oder beiden Augen ist namentlich beim Pferde nicht schwer. Ebenso lassen sich auch erhebliche Sehstörungen bei anderen Thieren ermitteln. Vollständige Erblindung auf beiden Augen gibt sieh schon durch die Haltung des Kopfes und das Hochheben der Füsse beim Gehen zu erkennen. Dasselbe tritt bei vollständiger Er­blindung des einen Auges hervor, wenn man dem Thiere das andere Auge verbindet. Ferner lassen sich aus dem Benehmen der Thiere beim Führen gegen Hindernisse Stö­rungen des Sehvermögens nachweisen. Indem man Hinder­nisse verschiedener Art und Grosse wählt, kann auch über den Grad der Sehstörung zuweilen ein Urtheil erlangt werden. Ferner dient das Verhalten der Thiere gegen Drohungen als Anhalt für die Beurtheilung ihres Sehver­mögens. Beim Pferde führt man dies einfach mit der Hand aus, indem man gegen das Maul zu schlagen droht. Bei Hunden finden Drohungen mit dem Stock zweckmässiger Anwendung als das Hinhalten von Leckerbissen, die oft durch das Geruchsvermögen entdeckt werden. Im Uebrigen vergleiche man den Abschnitt X.
Geringere Störungen der Sehschärfe bleiben in der Regel bei Thieren verborgen.
Dagegen liegen einige Beobachtungen von Hemeralopie Möller, Thierärzü. Angenheilknnd^nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;8
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|]_j_nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Amaarosis.
vor. Als solche bezeichnet man diejenigen Öehstörungen, die besonders bei schwacher Beleuchtung hervortreten. Da, wo ein normal eingerichteter Mensch oder Thier noch gut sieht, erblicken die mit Hemeralopie behafteten Individuen wenig oder gar nichts mehr. Ayrand und Marty berichten über eine 4jährige Stute, deren Augen anscheinend vollständig gesund waren, die aber nach Sonnenuntergang überall an-stiess und sich vollständig erblindet zeigte.
lieber ähnliche Beobachtungen berichtet Martinack von Pferden, welche sich viel auf den Alpweiden aufhalten, bei Tage regelmässig sehen, nach Sonnenuntergang aber ein ängstliches Benehmen zeigen und bei massiger Dunkelheit vollständig erblindeten 1).
Auch der als „Nyetalopiequot; bezeichnete Zustand soll bei Thieren beobachtet sein. Hierbei sehen nämlich die Thiere bei massiger Dunkelheit besser als bei hellem Tage. Ein von Müller mitgetheilter Fall kann jedoch wohl kaum als einwandfreier Beweis für die Gegenwart eines solchen Zustandes gelten. Dagegen wird bei weissgeborenen Schim­meln oder Isabellen nicht selten beobachtet, dass sie an sehr hellen Sommertagen und im Winter auf Schnee vorüber­gehend erblinden. Wie schon Havemann richtig erkannte, liegt dem Zustande eine Blendung zu Grunde, wobei die Sehstörungen durch Verschluss der Pupille bedingt, also eigentlich nicht dem schwarzen Staar zuzuzählen sind. Nach Peters soll Nyctalopie nicht selten sein. Wulf beobachtete ein S1/laquo;jähriges Pferd, dessen Augen keine Abweichungen erkennen Hessen — auch die Pupillen
') Bekanntlich sehen Pferde wie auch die übrigen Hausthiere im Dunkeln besser als der Mensch. Der Keiler verlässt sich auf sein Pferd, wenn er nicht mehr im Stande ist, den Weg im Dunkeln zu erkennen. Wahrscheinlich spielt hierbei das Tapetum des Thierauges eine besondere Rolle. Indem durch dasselbe die Lichtstrahlen rellectirt werden, findet eine ausgedehntere Einwirkung auf den Sehnerven statt. Die Deutlichkeit in dem Erkennen kleinerer Gegenstände muss natür­lich darunter leiden.
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reagirten auf verschiedene Lichteinwirkungen regelmässig —, welches bei liellcm Tageslielit sich vollständig erblindet zeigte. Im Stalle dagegen fand es regelmässig die in der Ecke des­selben befindliche Krippe. Der Besitzer des Pferdes erklärte, dass dasselbe am hellen Tage gegen jeden in den Weg kom­menden Gregenstand laufe, an schattigen Orten und Abends in der Dämmerung sich aber gut zurecht finde und jeden Gegenstand beachte.
2. Die erweiterte und starre Pupille. Die Wirkung des Lichtreizes, welcher am gesunden Auge von der Netzhaut aus durch den Opticus zum Gehirn fortgeleitet und auf den Oculomotorius reflectirt den Sphincter pupillae zur Contraction bringt, fällt bei der Functionslosigkeit des Opticus oder seines Endapparates, der Netzhaut, aus. Infolge dessen hört die Thätigkeit in dem Sphincter pupillae auf; die Pupille wird stark erweitert und starr. Doch kann der Lichtreiz von dem gesunden Auge aus auf die Iris des kranken wirken, weshalb bei der Prüfung das andere bedeckt werden muss. Mau legt die Hände auf die Augen des Thieres und entfernt die eine Hand plötzlich von dem zu untersuchenden, während die auf dem anderen Auge in ihrer Lage verbleibt. Zugleich beob­achtet man nun die Bewegungen der Pupille.
Bei Verwachsungen der Iris mit der Vorderkapsel kann die Pupille ebenfalls nicht erweitert werden, oft wird sie sogar verengt angetroffen. Schon Hertwig hat dies betont und auf die Unregelmfissigkeiten in der Form derselben auf­merksam gemacht.
Bei der Amaurosis des Menschen ist man bereits früher darauf aufmerksam geworden, dass in einzelnen Fällen die Bewegungen der Iris keine Störungen zeigten. Arlt glaubt, dass das Licht in solchem Falle zu schwach sei, um das Sehen zu vermitteln, wohl aber die Irisbeweguugen aus­zulösen im Stande sei. Bei dem vorhin erwähnten Hengst Vindex beobachtete Nagel die gleiche Erscheinung. Ob­gleich vollständige Erblindung vorlag, so reagirten die Pu­pillen fast regelmässig gegen Lichtreize. Im Stalle waren
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Hi;nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Aiuaurosis.
die Pupillen ad inaxiimim erweitert, verengten sich jedoch, wenn aucli nicht so vollständig wie bei gesunden Augen, so­bald der ?Iengst ins Freie kam. Leider hat die Section keine genaue Auskunft über die Ausbreitung der Blase gegeben, sonst hätte man möglicherweise auch hierfür eine Erklärung gefunden. Nicht unwahrscheinlich dürfte die Pupillenreaction bei denjenigen cerebralen Amaurosen erhalten bleiben, welche durch Veränderungen in den Hemisphären des Gehirns ent­standen sind (Seeleublindheit).
3. Der Pupillarreflex entspricht in manchen Fällen der maximalen Erweiterung und erscheint graublau. Zuweilen wird ein hellerer Farbenton angetroffen: die graue Färbung tritt noch deutlicher hervor. Häufig ist Untergang des Pig­ments im Hintergründe des Auges die Ursache dieser Er­scheinung. Doch können auch die Veränderungen in der Netz­haut dazu beitragen, indem Trübungen derselben den grauen Schimmer bedingen (Peters). In anderen Fällen erscheint die Pupille mehr oder weniger deutlich grün (vgl. Glaucom).
So lange keine Coraplicationen bestehen, bleibt die Fär­bung der Pupille gleichmässig, während durch Netzhaut­ablösungen und Glaskörpertrübungen nicht selten Unter­brechungen in dem gleichmässigen Farbenton der Pupille hervorgerufen werden.
Die Untersuchung mit focaler Beleuchtung gibt in der Regel keinen näheren Aufschluss über die Natur des vor­handenen Krankheitszustandes, bestätigt nur die Durchsichtig­keit der lichtbrechenden Medien.
Mit dem Augenspiegel lässt sich jedoch in der Regel die eine oder andere der vorhin beschriebenen Veränderungen nachweisen: Atrophie der Papilla, Netzhautablösungen und Trübungen dieser Membran. In frischen Fällen trifft man auch wohl die Erscheinungen einer acuten Entzündung der Netzhaut oder des Sehnerven, oder Staiumgspapille an. Genau genommen sollte man diese Zustände nicht mehr zum schwarzen Staar rechnen, sondern, soweit dieselben objeetiv nachweisbar, nach ihrer Natur bezeichnen. Dann würde der Ausspruch
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Beer's auch wieder richtig sein, class hei der Amaurosis weder der Patient noch auch der Arzt etwas sieht. Für die forensischen Zwecke lässt sich jedoch diese Trennung nicht immer durchführen, namentlich da nicht, wo der schwarze Staar als besonderer Grewährsmangel gilt.
Beurtheilung. Da der schwarze Staar keineswegs ein einheitliches Leiden darstellt, so lässt sieh über den Verlauf desselben im Allgemeinen wenig Zuverlässiges vor­her sagen. In erster Linie muss die Zeit des Bestehens im Verein mit den Umstanden, unter denen die Erblin­dung aufgetreten ist, als Anhalt dienen. So lange das Lei­den noch frisch ist, liegt selbstverständlich noch grössere Hoffnung vor, dass dasselbe sich wieder verlieren wird, als wenn es schon längere Zeit besteht. Die nach Blutungen auftretenden Sehstörungen verlieren sich oft in wenigen Ta­gen, zuweilen jedoch erst nach einigen Wochen, nicht selten aber bleiben sie dauernd bestehen. Dass diese besonders bei beiderseitiger und vollständiger Erblindung ungünstig zu be-urtheilen sind, wurde schon erwähnt. liier kann wiederum der Augenspiegel das Urfheil zuweilen unterstützen.
Behandlung. Dieselbe muss in erster Linie gegen das Grundleiden gerichtet sein. Stilluug der Blutung, gute Er­nährung und Pflege, damit der Verlust recht bald gedeckt und der Opticus wieder regelmässig ernährt werde. Bei entzündlichen Processen wird gegen diese vorgegangen. Intoxicationen sind nach ihrer Art zu behandeln; doch bildet die Sehstörung hierbei in der Regel das am wenigsten be­deutsame Symptom.
Auch ist mehrfach Strychnin empfohlen. Wo keine pathologischen Veränderungen als Ursache der Amaurosis nachgewiesen werden können, lässt sich gegen die Anwendung des Mittels nichts einwenden, doch muss die Kur längere Zeit fortgesetzt werden. Wo aber Veränderungen in der Netzhaut und dem Sehnerven direct nachweisbar sind, wie namentlich bei Sehnervenatrophie, kann auch Strychnin schwer­lich irgend welchen Nutzen bringen.
#9632;m
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118nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Unse.
T. Tumoren tK'r Retma.
Literatur. Born: Berl. Archiv 187ii, S. 405.
üeber das Vorkommen geschwulstbildender Vorgänge an der Retina eutliält unsere Literatur wenig Beobachtungen. Ein zuverlässiger Nachweis und genaue Beschreibung eines Rnndzellensarcoms der Retina ist von Born geliefert worden. Der wegen der Geschwuistbildung enucleirte Bulbus zeigte sich bedeutend vergrössert. Die Neubildung hatte die Cornea perforirt und war an der Aussenfläche des Bulbus weiter gewuchert. Ausgegangen war die Neubildung von der Retina, welche mit stecknadelknopf- bis erbsengrossen grün oder gelb gefärbten Herden durchsetzt war und in Gestalt einer rothen Masse den grössten Thcil der hinteren Augenkammer einnahm.
Die mikroskopische Untersuchung der Geschwulstmasse ergab ein Rnndzellensarcom.
Das beim Menschen öfters vorkommende und typisch verlaufende Gliom der Netzhaut ist hei Thieren bisher nicht nachgewiesen.
IV. Erkrankungen der Krystalllinse. Der graue Staar. Cataracta.
Literatur. Bayer: Zeitschrift für vergl. Augenheilk. 1885, S. 80. Becker: Zur Anatomie der gesunden und kranken Linse. Ref. in Zeitschr. für vergl. Augenheilk. 1883, S. 131. Berlin: Zeit-schril't für vergl. Augenheilk. Bd. 5, S. 59 und Bd. 6, S. 27. Brauer: Dresdener Berichte 1885, S. 82. Eberhard t: Mag. von üurlt u. Hertwig Bd. 29, S. 431. Gerlach: Hannöv. Jahresbe­richt 1869, S. 108. Haltenhoff: Zeitschr. Tür vergl. Augenheilk. 1886. Haubner: Mag. von Gurll a. Hertwig Bd. 3, S. 263. Hert-wig: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 1, S. 133. Derselbe: ibid. Bd. 25, S. 504. Kreutzer: Adam's Wochenschrift 1801. Mag-
9r
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uns: Deutsche med. Wochenschrift 1888. Meyer: Mag. von Gurlt 11. Hertwig Bd. 17, S. 182. Mol ler: Zeitschr. für vergl. Augenheilk. 1886, S. 1. Derselbe: Diagnostik chirurgischer Krankheiten 1887. Peters: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 7, S. :j9. Prehr: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 9, S. :j8o. Seliin-delka: Oesterr. Viertel,]alirssolir. Bd. 59. Spierling; Thierärztl. Mittheil. 1879, S. 93. Schmidt: Mittheil, aus der thierärztl. Praxis in Kurhessen Lid. 1, S. 85. Schulz-Strübing: Zeitschr. für vergl. Augenheilk. lid. 5, S. 102.
Anatomie. Die Krystallünse besteht aus der Linsensubstanz, der Linsenkapsel und dem Linsenepithel. Die erstere wird durch die Linseu-fasern gebildet, welche durch Kittsubstanz- miteinander verbunden sind und meridional, von Pol zu Pol verlaufen. Das Centrum der Linse stellt eine festere Masse, den Linsenkern dar: ihre Peripherie, die Kinde ist weicher, doch lindet dieser Uebergang allmühlich statt. Die Linsen­kapsel, eine glashelle, aus Eiweisssubstanz bestehende Membran, um­kleidet die Rinde. .Sie ist undiirchgangig für feste Körper und auch für zellige Elemente. An der hinteren, starker gewölbten Fläche legt sich diese als sog. Hinterkapsel direct auf die Linsensubstanz, wäh­rend sich unter der Vorderkapsel eine Lage cubischer Zellen bellndet, welche als Linsenepithel bezeichnet werden und zwischen dieser und der vorderen Fläche der Linse liegen. An ihrer Peripherie ist die Linse durch die Zonula ciliaris sive Zinnii mit dem Ciliarkörper ver­bunden und wird von diesem gleichsam im Augapfel getragen. Alle drei Theile der Linse sind im normalen Zustande vollkommen durch­sichtig und enthalten weder Blutgefässe noch Nerven.
Als grauen Staar (Cataracta) bezeichnet man alle Trü­bungen der durchsichtigen Linse, gleichgültig, wodurch diese entstanden sind und welche Veränderungen ihnen zu Grunde liegen.
Pathologische Anatomie. Wahrscheinlich kommen auch in der Krystalllinse, namentlich am Epithel derselben entzündliche Processe vor, doch geben sich diese ebenfalls durch Unterbrechung in der Durchsichtigkeit der Linse zu er­kennen, die von anderen Trübungen klinisch in der Kegel nicht zu trennen sind. Die beim Graustaar auftretenden Veränderungen bestehen vornehmlich in Processen regressiver Natur, molekularem Zerfall der Linsenfasern mit Verlust der Pellucidität und unter Bildung von Fettkörnchen, Myelin,
w
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120nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Linse.
Cholestearin und anderen Zerfallsproducten. Nicht selten findet Kalkablagerung in der Linse statt, wodurch dieselbe ein mörtelartigos Aussehen erlangt.
Zuweilen geht die Staarbildung von dem Linsenepithel aus, indem hier zunächst Wucherung und später Zerfall ein­tritt, der sich oft auf die Linsensubstauz fortsetzt. Die Kapsel selbst wird dagegen selten Primärsitz solcher Veränderungen, wohl aber wird sie secundär sowohl von dem Vorderepithel, wie auch von der Linsensubstanz in Mitleidenschaft gezogen, indem der Krankheitsprocess von diesen auf die Kapsel übergreift.
Die dem grauen raquo;Staar zu Grunde liegenden Zustände stellen theils histologische Veränderungen, theils chemische Um­setzungen dar. Infolge der in der Linse ablaufenden Processe wird diese nicht selten von der Zonula ciliaris losgelöst (Luxation der Linse).
Eint hei lung des grauen Staars.
1.nbsp; nbsp;Cataracta spuria. Als solche werden Trübungen bezeichnet, welche durch Auflagerungen auf die Linsonkapsel entstehen. Meist sind es Entzündungsproducte, die von der Iris stammen oder Pigmentmassen der Iris, welche infolge Verklcbung zwischen beiden durch die Bewegungen von der Iris abgerissen werden und auf der Vorderkapsel haften bleiben. Da letztgenannte Trübungen durch eine dunkle, meist schwarze Farbe ausgezeichnet sind, so spricht man wohl von einer Cataracta spuria nigra.
2.nbsp; nbsp; Cataracta vera. Diese Trübungen finden sich in der Linsensubstanz' oder der Kapsel bezw. dem Epithel. Demnach wird Linsenstaar und Kapselstaar unterschieden.
a) Cataracta capsularis. Dieselbe geht meist vom Epithel der Vorderkapsel aus und tritt mit Vorliebe im Pupillargebiet auf. Die Kapsel selbst bleibt dabei oft durch­sichtig , schrumpft jedoch zuweilen und legt sich in Falten. Mit dem Mikroskop lassen sich alsdann amorphe Massen
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Linse.
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ntichweisen, die oft punktförmig oder in raquo;Streifen angeordnet sind. Nach den Untersuchungen Becker's findet hierbei eine Wucherung der Kerne und Zellen mit Zerfall der ge­wucherten Masse statt.
3. Cataraeta lentis. Trübungen in der Linsensubstanz, bei denen es, sich meist um atrophische Vorgänge mit Fett-degeueration handelt. Folgende Formen lassen sich unter­scheiden :
a)nbsp; nbsp;Cataraeta partialis. Die Trübung ist auf kleinere Abschnitte der Linse beschränkt und zeigt sich in Form von ruuktcn (Staarpunkte) und Strichen. Finden sich viele von einander getrennte Punkte, so spricht man von einer Cataraeta punetata.
b)nbsp; Schichtstaar. Trübungen, welche in Gestalt einer mehr oder weniger undurchsichtigen Schicht zwischen der durchsichtigen Corticalis und dem ebenfalls pelluciden Kern liegen. Bald zeigt sieh der Schichtstaar als gesättigt weisse Punkte oder Flecken, bald als radiär gestellte Streifen.
c)nbsp; nbsp;Cataraeta centralis anterior oder posterior. Als solche werden Trübungen am vorderen oder hinteren Pol der Linse bezeichnet. Da diese Form meist angeboren ist, so zeigt sie sich oft auf beiden Augen. Schiudelka beobachtete eine solche beim Pferde beiderseits. Eine erbsen-grosse, dichte Trübung fand sich am hinteren Linsenpol, von wo sich fadenförmige Trübungen gegen die Peripherie der Linse erstreckten. Auch Peters constatirte beim Pferde einen par­tiellen Staar der Hinterkapsel.
d)nbsp; Cataraeta corticalis. Trübungen in der Cortical-schicht werden am häufigsten bei jungen Thieren angetroffen (Cataraeta juvenilis). Sie sind meist mit Erweichung der Linse verbunden (weicher Corticalstaar); die Linse quillt auf, ihr vorderer Pol rückt gegen die Cornea und drängt die Iris mit nach vorn. Solche Trübung tritt zuweilen, jedoch nicht so regelmässig wie beim Menschen, in Gestalt einer An­zahl radiär gestellter, lichtgrauer Streifen von etwa 0,5—1,0 mm Breite auf. Dieselben sind beim Hunde auch wohl perlmutter-
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\'22nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Linse.
glänzend. Grosse Staare bei jungen Thieren mit bliiulich-weisser Farbe sind meist weich (Leblanc). Nach Becker
besteht diese Veränderung in ZerkliUtung der Linsensubstanz, und zwar zunächst ihrer periplleren, später auch der centralen Abschnitte. In den so entstandenen Lücken sammelt sich eine dem Kammerwasser ähnliche Flüssigkeit an.
e) Cataracta nuclearis. Der Kernstaar ist meist das Product seniler Veränderungen (Cataracta senilis), beginnt in den peripheren Schichten des Kernes und setzt sich allmählich auf die Corticalis fort. In den späteren Stadien erlangt die Linse oft ein hellweisses oder gelbes Aussehen, ein sicheres Zeichen des harten Staars. Nach Becker findet hierbei Schrumpfung der Linse statt, wodurch die Fasern derselben aus einander weichen. In die so ent-standenenLücken sammelt sich später eine Eiweiss enthaltende Flüssigkeit an.
Ursachen. Wie bereits erwähnt, ist grauer Staar kein einheitlicher, anatomischer Begriff, sondern nur eine klinische Erscheinung. Daraus erklärt sich, dass demselben verschieden­artige Krankheitsprocesse zu Grunde liegen. Diese lassen sich in folgende Gruppen bringen:
1. Ernährungsstörungen im höheren Alter. Mit zunehmendem Alter treten auch bei den Thieren regel-mässig Veränderungen an der Linse ein. Ihre Consistenz nimmt zu, indem namentlich im Centrum der Linse die Linsen-fasern einen der Verhornung ähnlichen Process durchmachen, ihre Kerne verlieren und ein höheres Brechungsvermögen annehmen. Dieser Process schreitet vom Centrum nach der Peripherie der Linse allmählich fort.
Infolge des ' veränderten Brechungszustandes findet an der Oberfläche der Linse eine stärkere Lichtspiegelung statt, wodurch der Pupillarreflex einen rauchgrauon Schimmer be­kommt ; indem die einzelnen Linsenfasern stärker spiegeln, entstehen mattgraue Streifen.
Diese senilen Veränderungen stellen sich bei den Thieren regelraässig bald nach dem 10. Jahre, zuweilen schon früher
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Lins
ein. Während dieselben bei den Pflanzenfressern nur selten so weit fortschreiten, dass daraus Sehstörungen hervorgehen, treten bei den Fleischfressern später regclmässig wirkliche Trübungen in der Durchsichtigkeit der Linse ein (Cataracta senilis). Die senilen Veränderungen unterscheiden sich vom grauen Staar dadurch, dass sie den Einblick in den Angen-hintergrund nicht verhindern ; bei der Cataract ist dies mehr oder weniger der Fall.
Berlin fand bei Anwendung des Augenspiegels bei Pferden nach dem 10. Lebensjahre eigenthl'unliche, concentrisch geordnete Streifen in der Linse, von denen es oft zweifelhaft blieb, ob es sich um Trübungen oder bloss Brechnngsdiflfe-renzen handelte, d. h. ob grauer Staar oder Altersverände­rungen vorlagen. Fs wird sich empfehlen, in solchen Fällen das genannte Kennzeichen entscheiden zu lassen.
2.nbsp; nbsp; nbsp; Ernährungsstörungen durch entzündliche Processe, welche direct die Linse treffen, z. B. Verletzungen der Linse (Cataracta traumatica). Gerlach u. A. haben durch Verletzungen künstlich grauen Staar bei Thieren hervor­gerufen. Die so entstandenen Trübungen können wieder ver­schwinden, bleiben aber nicht selten dauernd bestehen. Auch die Cataractbildung infolge von Filaria papillosa im Auge der Herbivoren muss wohl auf Verletzungen zurückgeführt werden.
3.nbsp; nbsp; Ernährungsstörungen der Linse durch ent­zündliche Processe in ihrer Nachbarschaft, und zwar:
a) in der [ris. Hier kommt es infolge exsudativer Iritis zunächst zu Verklebungen der Regenbogenhaut mit der Vorderkapsel, die, wenn sie nicht bald gelöst werden, zu Trübungen der Linsenkapsel und der Linse selbst führen, wie es bei der Moudblindheit des Pferdes oft der Fall ist. Bei Pferden gibt sich dieser Ursprung des grauen Staars später zuweilen noch zu erkennen, indem nur diejenigen Ab­schnitte der Linse bezw. Linsenkapsel getrübt angetroffen werden, welche mit der Iris verklebt waren, während der im Pnpillargebiete gelegene Abschnitt derselben seine Durch­sichtigkeit bewahrt hat.
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124nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Linse.
h) Vom Ciliarkörper aus. IS'acli den Versuchen von Deutscbmann, Ullrich, Schocler, Magnus u. A. liefern die Ciliarfortsätze und die hintere Fläche der Iris der Linse ihr Ernährungsmaterial, welches in der Hauptsache amAequator der Linse eintritt, um sich in der hinteren und vorderen Corti-calis nach dem Linsenpol zu verbreiten. Eine Entzündung des Ciliarkörpers bringt somit die Ernährung der Linse in Gefahr, und zwar sowohl direct, als die in Entzündung ver­setzten Ciliarfortsätze nicht in regelmässiger Weise das Er-nährungsmaterial liefern, aber auch indirect, indem die Zouula Zinnii zerreisst, und die Linse mit ihrer Nährstoffquelle aussei- Verbindung gelaugt. Daher können auch heftige Er­schütterungen und Quetschungen des Bulbus durch Zerreissung des Aufhängebandes der Linse zur Cataractbildung führen. Spierling beobachtete Bildung des Graustaars auf beiden Augen beim Pferde durch heftiges Gegenrennen mit dem Schädel gegen eine Wand. Die Cataract war 48 Stunden darauf bereits ausgebildet und blieb dauernd bestehen. Die bei Menschen durch heftige Erschütterung, z. B. durch Blitz­schlag hervorgerufene Cataract zeichnet sich dadurch aus, dass sie häufig nach kurzem Bestehen wieder verschwindet. Dies pflegt namentlich dann der Fall zu sein, wenn die Linsenkapsel intact geblieben war. Stein will bei Meer­schweinchen Linsentrübungen dadurch hervorgebracht habeu, dass er über dem Kasten, in welchem die Thiere sich be­fanden, eine Stimmgabel dauernd in Schwingung erhielt. Schon innerhalb eines Tages soll sternförmige Trübung der Corticalis eingetreten sein.
c) Perforation der Cornea durch Wunden oder Ge­schwüre. Wenn diese in der Nähe des Corneacentrums auf­treten, kommt die Vorderkapsel der Linse mit der Cornea in Berührung, verwächst hier und wird bald getrübt. Nach den Beobachtungen Schweigger's genügt schon die Be­rührung der Vorderkapsel mit der Cornea, um solche Trü­bungen hervorzurufen. Im Innern der unverletzten Kapsel entsteht Wucherung des Epithels; die neugebildeten Massen
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dringen in die Nachbarschaft ein und bilden hier zuweilen bis 2 mm dicke, trübe Schichten.
4.nbsp; nbsp; Hiimorrhagien in der Vorderkammer. Werden grössere Mengen Blutfarbstoff auf die Vorderkapsel nieder­geschlagen, und dringt dieser in die Linse ein, so entsteht eine Cataracta nigra durch Hämatoidinkrystalle.
5.nbsp; nbsp;Cataracta diabetica. Beim Menschen ist Cataract-bildung im Verlaufe des Diabetes meliitus eine häufige Er­scheinung. Beim Hunde will Haltenhoff infolge dieses Leidens in wenigen Wochen doppelseitige totale Cataract-bildung beobachtet haben. Da die Fehling'sche Zuckerprobe leicht Irrthümer aufkommen lässt, und acute Cataractbildungen bei Hunden nicht zu den Seltenheiten gehören, so würden weitere Beobachtungen dieser Art interessant sein. Die von Schulz und Strübing durch einseitige Ernährung künstlich hervorgerufene Meliturie beim Hunde hatte keine Cataract-bildung zur Folge (vgl. S. 102). Dass nicht die Gegenwart von Zucker in der Linse die Trübung derselben veranlasst, ist auch beim Menschen nachgewiesen, obgleich auch hier die Beziehungen zwischen den beiden Leiden noch nicht klar liegen. Die Behauptung Williams, dass Hunde infolge Zucker­genusses cataraetös würden, kann aber wohl als irrig be­zeichnet werden.
G. Cataracta congenita. Zuweilen entwickelt sich der Graustaar schon während der Fötalperiode. In der thier-ärztlichen Literatur liegen hierüber zahlreiche Beobachtungen bei den verschiedenen Thierarten vor. Meyer constatirte 2mal bei Füllen angeborene Cataract, Brauer mit Luxation in die Vorderkammer. Ich selbst habe öfters angeborenen Graustaar bei Pferden und Hunden gesehen. In der Regel finden sich gleichzeitig noch andere Veränderungen, nament­lich Bildungsfehler an dem betreffenden Auge. Ohne Zweifel liegt hierbei zuweilen ein hereditärer Einfluss vor. In dem von Bräuer mitgetheilten Falle hatte die Mutter an Mond­blindheit gelitten. Berlin vermuthet, dass Inzucht einen Einfluss auf die Cataractentwickelung ausüben könne.
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126nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Linse.
7. Staarbildung ohne nachweisbare Ursachen wird nicht selten bei Humlen beobachtet. Ohne jede nach­weisbare anderweitige Störung entwickelt sich bei jungen Hunden, zuweilen in wenigen Tagen totale Corticalcataract. Verlauf und Beurtheilung. Hei dem geringen Stoft'wechsel in der Krystalllinse des Auges erscheint es natürlich, dass Störungen in ihrer anatomischen Einrichtung und chemischen Zusammensetzung nicht leicht ausgeglichen werden. Dazu kommt, dass es sich meist um Veränderungen handelt, denen chronische Störungen zu Grunde liegen. Es kann daher nicht befremden, dass Linsentrübungen nur selten wieder verschwinden. Dass dies jedoch unter Umstanden mög­lich ist, haben Versuche und Beobachtungen bei Thieren er­geben (Gerlach, Spooner, Oartwright, Percival u. A.) Gerlach und Hertwig sahen durch Verletzungen entstandene Graustaare beim Kalbe verschwinden. Wahrscheinlich werden die Resorptionsvorgänge dadurch gefördert, dass die Iris die verletzte Stelle bedeckt (Hersing). Nach Versuchen an Kaninchen legt sich über die aus der Kapsel hervorquellende Linsenmasse eine Schicht zellarmen Fibrins, wodurch die Einwirkung des Kammerwassers verhindert wird. In den nächsten Tagen folgt Wucherung des benachbarten Kapsel­epithels : die neugebüdeten Zellen schieben sich über den blosgelegten Linsentheil und wandeln sich mit der Zeit in ein der Kapsel ähnliches Gewebe um (Leber). Prehr beob­achtete ein Gleiches bei einem Hengste, welcher infolge einer im Verlaufe der Brustseuche aufgetretenen acuten Erkrankung des Uvealtractus zwei Staarpunkte zeigte. Ebenso Eber-hardt, Kreutzer, Meyer u. A. Im Allgemeinen ist dieser Ausgang jedoch selten und erklärt sich zugleich in dem grossen Widerstände, welchen die Kapsel der Resorption entgegenstellt. Die Cataracts spuria verschwindet daher leichter als der echte Graustaar, eine Beobachtung, die schon Leblanc machte.
Viele Graustaare bleiben Jahr und Tag auf dem gleichen Standpunkte, andere entwickeln sich alimählich weiter bis
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Linst'.
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zum Totalstaar. Der angeborene, namentlich der vordere und hintere Centralstaar zeigt wenig Neigung zu Verän-derungen, während der senile Staar allmählich und anauf­haltsam, zuweilen bis zur vollständigen Trübung der Linse fortschreitet.
Die Entwickelung der Cataracte geht bald langsam, bald schneller von statten. Bei jungen Thieren, namentlich Hunden, erfolgt dieselbe oft schnell, in wenigen Tagen. Der Kcrnstaar braucht stets längere Zeit zu seiner Aus­bildung.
Die Beurt hei lung richtet sich in erster Linie nach den Störungen, welche mit der Staarbildung für die Ge­brauchsfähigkeit der betreffenden Thierc verbunden sind. Bei Zuchtpferden muss der Graustaar immer als eine sehr be­denkliche Erscheinung angesehen werden, sofern nicht fest­steht, dass er durch äussere Einwirkungen entstanden ist. Auch bei Luxus-, namentlich Reitpferden veranlasst die Cataract, abgesehen von der senilen Form, stets eine mehr oder weniger grosse Beeinträchtigung in dem Werte der Thiere, nament­lich dann, wenn die Eigenschaften des Staars auf Mondblind­heit als Ursache desselben schliessen lassen. Ich stimme in-dess der Anschauung Berlin's zu, welcher solche Fälle nicht als Graustaar, sondern als Mondblindheit aufgefasst haben will. Wo sich neben der Linsentrübung Erscheinungen der Mondblindheit am Auge vorfinden, z. B. Veränderungen der Iris, Verwachsung derselben mit der Linse, Pigmente der Iris auf der Vorderkapsel etc., da sollte man nach dem Grund­satze: „Denominatio fit a potioriquot; das Leiden als Mondblind-heit bezeichnen.
Einzelne kleine Staarpunkte, bei denen kein Verdacht auf Mondblindheit vorliegt, haben namentlich für gewöhnliche Arbeitspferde keine grösscre Bedeutung. Doch wird bei temperamentvollen Pferden zuweilen beobachtet, dass sie in­folge derselben scheuen und in ihrer Verwerthung besonders als Reitpferde erheblich beeinträchtigt werden können. Bei den übrigen Thieren, mit Ausnahme des Luxus- und Ge-
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l'2Snbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Linse.
brauchshundes, spielt der Graustaar keine besondere Holle. Die Altersstaare rufen nur selten, am häutigsten noch bei Hun­den erhebliche Störungen hervor. Wie schon Berlin hervor­gehoben, stehen diese aber nicht im Verhältniss zu der Linsen-trilbung, wie sie dem blossen Auge erscheint. Bei der An­wendung des Augenspiegels überzeugt man sich, dass die Trübung keineswegs so intensiv ist, wie sie scheint. Berlin glaubt den Grund hierfür in dem Sitze der Trübungen in den oberflächlichen Hellichten der Corticalis suchen zu können.
Complicationen des Graustaars müssen bei der Be-nrtheilung berücksichtigt werden. Es liegt auf der Hand, dass auch der Grad der Sehstörung hierbei mit in Betracht kommt. Durch vollständige Erblindung auf beiden Augen werden nicht nur Luxuspferde, sondern auch die meisten anderen Thiere fast werthlos.
Nicht selten hat eine Loslösung der getrübten Linse vom Ciliarkörper stattgefunden (Luxatio lentis). Bald ist diese nur theilweise erfolgt, und die Linse hängt noch an einem grösseren oder kleineren Abschnitte des Ciliarkörpers, oder die Linse ist in die vordere oder hintere Augenkammer ge­fallen.
Erscheinungen. Die Erkennung des grauen Staares ist zwar oft sehr leicht und erfolgt von dem Sachverständigen auf den ersten iraquo;lick; in anderen Fällen ist hierzu eine ein­gehende und sachgemässe Untersuchung erforderlich. Man beginnt diese mit dem unbewaffneten Auge. Wo das Leiden nicht sehr ausgeprägt ist, mnss auf eine zweckmässige Be­leuchtung gesehen werden. Kleine Thiere placiro man so auf einem Tisch, dass sie gegen ein helles Fenster sehen. Grössere Thiere werden so aufgestellt, dass nur von einer Seite und zwar von vorne Licht in das Auge gelangt. Man vergleiche im Uebrigeri Kapitel X. Bei nnzweckmässiger Be­leuchtung, namentlich unter freiem Himmel und bei allgemeiner Schneedecke ist ein Uebersehen des Graustaars leicht möglich.
Bei dieser Betrachtung zeigt sich der Graustaar als eine Unterbrechung oder Abänderung des normalen Pupillarreflexes.
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Derselbe erscheint bei totalem Graustaar im Ganzen abnorm hellgrau, selbst weiss, zuweilen gelblich. Bei partiellem Staat gibt sich eine mehr oder weniger ausgebreitete Graufärbung in der Pupille zu erkennen. Zinn sicheren Nachweis kleiner und schwacher Trübungen muss man das Auge von verschie­denen Seiten betrachten. Auch empfiehlt sich, das Licht bald von der einen, bald von der anderen Seite durch Gegen­halten eines Hutes oder einer Mütze vom Auge abzusperren.
Nach vorangegangener Anwendung von Atropin erlangt man durch die erweiterte Pupille einen besseren Einblick und vor allem einen üeberblick über grössere Bezirke der Linse. Dem Geübten fällt bei dieser Untersuchung jede noch so ideine Trübung in der Linse auf; auch verschafft er sich ein Urtheil über den Sitz derselben. Der Ungeübte lässt .lieh zuweilen durch Spiegelbilder oder bei stark erweiterter Pupille durch die Graufärbung der Eintrittsstelle des Seh­nerven täuschen. Die auf der Vorderkapsel erscheinenden Spiegelbilder von hellen, weissen Gegenständen verschieben sich jedoch bei jeder Bewegung des Kopfes, bezw. des Auges, wodurch sie sich von Linsentrübungen unterscheiden, bei welchen dies nicht der Fall ist. Die Eintrittsstelle des Seh­nerven zeigt sich beim Pferde wie ein etwa linsengrosser grauer, nicht scharf begrenzt erscheinender Fleck, der tief im Augenhintergrunde liegt und sich dadurch sowohl wie durch die gleichmässige Ausbildung an beiden Augen leicht zu erkennen gibt.
Zur Controlle des Ergebnisses dieser Untersuchung und zur genauen Ermittelung der Grosse und des Sitzes der Trü­bung dient die focale Beleuchtung. Indem die mit einer Convexlinse oder einem Hohlspiegel gesammelten Lichtstrahlen einer Flamme so geleitet werden, dass die Trübung im Focus der Linse, bezw. des Hohlspiegels (Reflectors) liegt, tritt die Trübung deutlicher hervor. Auch lässt sich durch Verglei­chen derselben mit dem Purkinje Sanson'schen Bildchen der Sitz des Staars genauer feststellen. Diese dienen ferner zur Unterscheidung der Cataracte von Glaskörpertrübungen. So-Möller, Thierärzö. ängenheüktmäe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;9
ilüft
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130nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Linse-
fern die letzteren mit Verflüssigung des Glaskörpers ver­bunden sind, werden sie durch ihre Beweglichkeit im Auge gekennzeichnet. Zuweilen besteht indess totale und intensive Trübung des Glaskörpers, die auf den ersten Blick eine grosse Aehnliehkeit mit dem grauen Stanr erlangen kann. Hier empfiehlt sich, wie Berlin bereits empfohlen, an dem umgekehrten Spiegelbilde einer Flamme, welches an der hin­teren Linsenkapsel erscheint, den Sitz der Trübung zu be-urtheileu. Dieses Bild pflegt bei intensiver Glaskörpertrübung, wobei derselbe oft gelbweiss erscheint, hier besonders deut­lich aufzutreten und macht die entgegengesetzten Bewegungen wie die Lichtquelle (vgl. S. 141).
Die Anwendung des Augenspiegels kommt fast nur bei ganz schwachen und kleinen Trübungen in Betracht. Man benutze indess einen licht seh wachen (möglichst planen) Spiegel bei Tageslicht und achte darauf, dass sich auf der Cornea keine Schleiraflocken, Ilaare und andere Fremd­körper linden, und dass in der Cornea selbst keine Trübung besteht. Unter Berücksichtigung dieser Vorsichtsmassregeln lässt sich jede noch so unbedeutende Trübung als eine Unterbrechung in der Durchsichtigkeit in der Krystall-liuse erkennen. Diese erscheinen bei durchfallendem Lichte als schwarze Punkte, Striche oder Flecke, welche sich nicht bewegen, sondern nur den Bewegungen des Auges folgen. Sofern die Trübung noch durchsichtig ist, nimmt man nur einen lichten Schimmer auf dem Augenhintergrunde wahr. Doch hüte man sich, den Astigmatismus des Pferde­auges mit diffusen Linsentrübungen zu verwechseln. In beiden Fällen geben sich oft concentrisch geordnete, stark glänzende Hinge zu erkennen, welche um den Linsenkern verlaufen. Bei der Cataract sind diese jedoch in der Pegel feiner, dünner, bilden fast niemals einen geschlossenen Ping und liegen dem Centrum der Linse näher als die breiten Streifen, welche beim Astigmatismus durch rotirende Bewegungen mit dem Spiegel sichtbar werden.
Luxation der Linse in die Vorderkammer wird auf den
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Linse.
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ersten Blick erkannt, zumal die Linse hierbei regelmässig getrübt ist. Bei partieller Luxation bewegt sich dieselbe an der noch bestehenden Verbindung mit dem Ciliarkörper oft deutlich hin und her. Ist die Linse vollständig und in die hintere Augenkaramer luxirt, so tritt der Pupillarrand der Iris nach rückwärts, weil ihm die Unterlage (Linse) fehlt, und zeigt bei Bewegungen des Auges ein deutliches Zittern oder Schlottern (Iridodonesis). Sofern der Glaskörper durch­sichtig ist, wird hierbei der Augenhintergrund oft dem un­bewaffneten Auge schon sichtbar. Bei Anwendung des Augen­spiegels erscheint die Papilla abnorm klein, da die Wirkung der Linsenvergrösserung fehlt, oder sie wird doppelt gesehen, indem die aus dem Auge kommenden Lichtstrahlen theils noch durch die Linse, theils an derselben vorübergehen.
Behandlung. Die Anwendung von Medicamenten, um die Trübungen zu lösen und zur Resorption zu bringen, ist nutzlos. Dasselbe gilt von den scharfen Ableitungen in Form von Scharfsalben, Haarseilen etc. Auch die früher benutzten Abführmittel haben sich als erfolglos bewiesen. In Prank­reich wurde vor etwa 25 Jahren von Vidal Phosphoröl ge­rühmt, doch hat man in Deutschland keinen Nutzen von dem selben gesehen. Diese Mittel verdanken ihren Ruhm dem Zufall, dass während ihrer Anwendung die Trübung sich verlor.
Nur durch operatives Eingreifen ist beim Graustaar etwas zu erreichen, bei den grösseren Thieren, namentlich dem Pferde, jedoch auch nicht viel. Dies liegt darin be­gründet, dass, abgesehen von den Schwierigkeiten in der Ausführung der Operation, beim Pferde der Graustaar in den meisten Fällen aus der Mondblindheit hervorgeht und daher regelmässig mit anderen Veränderungen im Auge com-plicirt ist. Wenn daher auch die Operation selbst gelingt, so ist damit für das Sehvermögen des Thieres wenig oder gar nichts gewonnen. Berlin empfiehlt mit Recht kein Auge zu operiren, welches die Folgen vorangegangener Regen-bogenhautentzündung an sich trägt. Nicht selten sind die
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];;onbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Linse.
Thiere nach der Operation noch weniger brauchbar als vor derselben. Hartwig musste nach gelnug-ener Staaroperation ein Pferd blenden, um es brauchbar zu erhalten. Schmidt berichtet, dass ein Pferd nach erfolgter Depression der Linse mehr scheute als vorher. Ein von Haubner durch Re-clination der Linse.; operirtes Pferd blieb auf dem betreifenden Auge blind.
Man überzeuge sich daher, ob das Auge für Licht noch empfindlich ist. Am besten gibt darüber, neben der Prüfung des Sehvermögens, die Beweglichkeit der Pupille Aufschluss. Nur da, wo diese auf verschiedene Lichtstärken noch reagirt, bietet die Operation Aussicht auf Erfolg. Nach Berlin eignet sich für diese Prüfung Tageslicht besser als künstliches. Auch iiiusä ich Berlin darin zustimmen, dass die Staaroperation bei Pferden nur dann Vortheil gewähren kann, wenn beide Augen erblindet sind. Die Operation des einseitigen Grau­staars bei gesundem anderem Auge kann keinen Nutzen bringen.
Die nächste Folge der Entfernung der Linse aus der Augenaxe ist Weitsichtigkeit, welche durch eine Staarbrille beim Pferde nicht ausgeglichen w-erden kann. Das unvoll­kommene Erkennen der Gegenstände wirkt auf das Verhalten des Thieres oft nachtheiliger ein als vollständige Erblindung auf dem Auge. Die Versuche, welche mit der Staaroperation beim Pferde gemacht worden sind, haben daher nur wenig Erfolg gehabt. Bayer versuchte die Reclination der Linse: Peters entfernte eine in die Vorderkammer luxirte Linse: durch die Verwachsung derselben mit der Cornea stiess die Operation auf Schwierigkeiten und bei der hierauf eintreten-
den
Trübun
der Cornea kam eine Verbesserung in dem
'6
Sehen nicht zu Stande. Auch bei den übrigen Herbivoren wird man selten Anlass zur Operation haben. Leblanc em­pfiehlt die Depression der Linse, doch macht er schon darauf aufmerksam, dasraquo; der graue Staar selten an gesunden Augen vorkomme, und die Operation daher wenig Nutzen
atewanre.
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Linse.
1;;::
Anders verhält es sieli beim Hunde. Hier lassen sich namentlich beim juvenilen Staar durch operative Eingriffe Verbesserungen in dem Sehvermögen und selbst theilweise Wiederherstellung desselben erreichen. Nach den von mir angestellten Versuchen stösst die Reclination der getrübten Linse auf Schwierigkeiten, dagegen habe ich mehrfach von der Discission sowie von der Extraction der Linse vortheil-haften Gebrauch gemacht und in der Zeitschrift für ver­gleichende Augenheilkunde genauer beschrieben. Folgende Operationen wurden ausgeführt:
1. Discission der Linsenkapsel. Nachdem die Pu­pille durch Atropin gehörig erweitert, und der Hund durch
#9632;
Fig. 22.
Fig. 23.
(1
Fig. 24.
k
Cystotom.
Bebogenenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Gerade
Staaraadel,
Morphin und Aether vollständig narkotisirt ist, wird derselbe auf einen Tisch gelegt und gehörig festgehalten. Mit einer Klemmpincette fixirt man das dritte Augenlid, erfasst mit einer anderen Pincette die Conjunctiva bulbi in der Nähe des medialen Augenwinkels und rollt mit derselben den Bul-bus so, dass der unter dem oberen Augenlide gelegene Ab­schnitt (obere äussere Quadrant) der Cornea in den lateralen
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134nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Linse-
Augenwinkel tritt. Sodann wird liier 2—3 mm vom Rande . der Cornea mit einer Staarnadel eingestochen, darauf das Cystotom (Fig. 22) eingeführt und mit demselben ein Krenz-schnitt in die Vorderkapsel gemacht, der etwa -'Is der Linsen­fläche einnimmt. Die getrübte, flüssige Corticalis fliesst hierauf in die Vorderkammer und wird in einigen Wochen resorbirt. Während dieser Zeit lässt man täglich Atropin instilliren, am die Resorption zu beschleunigen und Ver­klebungen, bezw. Verwachsungen der Iris mit der Linse zu verhüten.
Ein Verband ist nicht nothig; da die Morphinnarkose in der Regel bis 24 Stunden andauert, wird die Heilung der Corneawunde nicht gestört. Man gebe dem Thiere nur voll­ständige Ruhe, womöglich in einem dunklen Räume, und ver­meide jedwede Aufregung durch Verabreichung von Futter. Getränk wird demselben zum beliebigen Genuss hingestellt.
ßerlin hat die Operation auch ohne allgemeine Narkose bei Hunden ausgeführt. Zur localen Anästhesie sind nach ihm oft lOmalige Instillationen einer 10o/oigen Cocainlösung in Zwischenräumen von etwa 10 Minuten erforderlich; doch gelang diese wie auch die Operation in der Regel. Berlin seht auch etwas anders bei der Operation vor. Sobald der Hund gehörig befestigt auf einem Tisch liegt, legt Berlin den Mittelfinger der linken Hand gegen den Rand des oberen Augenlides und schiebt dieses gegen den Orbitalrand. Mit dem Zeigefinger wird gleichzeitig das untere Augenlid gegen den Orbitalrand gedrängt. Die rechte Hand hält das Cysto­tom so, dass die Spitze desselben nach unten, gegen das Auge gerichtet ist. Mit demselben wird rechts oben einge­stochen und die Linsenkapsel gespalten. Es muss diese Pro-cedur etwas schnell geschehen, weil die Thiere bald unruhig werden.
In Bezug auf die Narkose kann ich nur das bereits früher Gesagte wiederholen, dass bei Hunden Morphium und bei Pferden Chloroform sorgfältig angewendet ungefährlich sind. Daher will es mir doch zweckmässiger erseheinen, in
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Linse.
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der Narkose zu operiren. Auch Cocain kann diese bei Thieren nicht ganz ersetzen.
2. Die lineare Extraction. Diese Operation empfiehlt sich bei vollständiger Trübung und Erweichung der Corti-calis, welche sich durch starke Quellung (Vordrängen der Vorderkapsel und Iris gegen die Cornea) zu erkennen gibt. Nachdem die Anwendung von Atropin, Morphin und
Aether in derselben Weise; wie oben beschrieben, statt-
Fig. i'S.
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gefunden hat, fixirt man den Bulbus ebenso wie dort. Nun wird etwa 2—3 mm vom Rande der Cornea mit dem Gräfe'schen Staarmesser (Fig. 25) ein 4—5 mm breiter Einstich gemacht, worauf das Messer in der Richtung der Iris vordringt. Mit dem Cystotom wird
die Vorderkapsel wie oben gespalten, und der nun abfliessende Inhalt derselben mit Hilfe des Daviel-schen Löffels, in Ermangelung eines solchen mit dem
lieft eines Scalpels soweit möglich durch die Ein-stichwunde entleert. Die hierbei etwa in die Hornhaut­wunde eingetretene Iris wird vorsichtig zurückgebracht und der Bulbus losgelassen, worauf die Wunde unter das obere Augenlid tritt. Auch hierbei ist kein Ver­band erforderlich. Die Nachbehandlung wird, wie oben beschrieben, geleitet.
Diese beiden Operationen können ohne Gefahr-
dung des Auges ausgeführt werden. Ich habe wenig­stens niemals einen Nachtheil von denselben beobachtet, ob­gleich ich sie häufig in Anwendung gebracht habe.
3. Lappenextraction. Während die vorhin beschrie­benen Operationen sich für den weichen jugendlichen Staar eignen, genügen sie nicht beim harten Altersstaar, weil die Cornealwunde zur Entbindung des Linsenkerns nicht gross genug ist. Soll der getrübte Linsenkern entfernt werden, so muss man nach den wie oben getroffenen Vorbereitungen die Cornealwunde bis auf 8—10 mm verlängern. Am zweck-mässigsten dient hierzu das Staarmesser, welches man nach dem Einstich durch die benachbarten Abschnitte der Cornea
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Linse.
führt. Nadulem das Kammerwasser abgeflossen ist, wird die Linsenkapsel wiederum mit dem Cystotom gespalten, und nun­mehr mit dem Daviel'schen Löffel oder dem Hefte eines Scalpels die Linse entbunden, d. b. mittelst eines gleich-massigen, au einer der Hornhautwunde gegenüberliegenden Stelle auf die Cornea ausgeübten Druckes entleert. Zuweilen tritt trotz der Anwendung von Atropin l'1quot;- -,;'nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nach dem Abfliessen des Kammerwassers
eine starke Verengerung der Pupille ein. so dass sieh durch dieselbe die Linse nicht befördern lässt: dann muss zunäehst die Iridectomie gemacht werden. Mit einer massig gekrümmten [rispincette er-fasst man den Pupillarrand der Iris und zieht denselben aus der Corneawunde hervor, um ein Stück der Iris mit der Schere abzuschneiden. Stört die hierauf folgende Blutung die Fortführung der Operation, so muss zunächst von der­selben Abstand genommen werden, um erst nach einiger Zeit die Extraction der Linse zu bewirken. Anderenfalls geschieht dies sofort. Die Nachbehandlung ist wie bei den oben beschriebenen Operationen zu leiten.
Das Sehvermögen kann durch die eine wie die andere dieser Operationen
[rispincette
unter Umständen so vollständig wieder
hergestellt werden, dass die Thiere auch ohne Ötaarbrille so viel sehen, als noting ist, um sich überall zu orientiren, auch wenn beide Augen in der Weise operirt sind. Im .The Veterinarianquot; wird sogar von einer Staaropera-tion bei einem Löwen berichtet. Ob mit günstigem Erfolge, ist nicht gesagt.
Nachtheilige Folgen habe ich nach dieser Operation nicht beobachtet. In einem Falle trat etwa 1 Jahr nach der
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Lins
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Extractio lentis eine starke Aderhautblutung ein, welche das Sehvermögen allerdings von neuem vollständig vernichtete.
Soll beim Pferde eine Staaroperation vorgenommen wei-den; so würde sich bei jungen Thieren und weichem Staar die Discission der Linsenkapsel empfehlen, die ebenso wie beim Hunde ausgeführt werden kann. Bei nicht weichem Staar ist die Depression der Linse zu versuchen. Die Ex­traction derselben führt oft zum Verluste des Augapfels, wie schon Leblanc erfahren musste. Derselbe empfiehlt die Depression. Diese geschieht wie folgt:
Nachdem das Pferd einige Tage auf halbe Ration ge­setzt, die Pupille durch Atropin erweitert, das Thier nieder­gelegt, recht vollständig chloroformirt (eventuell durch Cocain-einträufelung das Operationsfeld unempfindlich gemacht) ist, wird die wie eine Schreibfeder gehaltene Staarnadel 3—4 mm vom Cornearande am äusseren Augenwinkel durch die Sclera in der Richtung der Iris eingestochen. Der Bulbus wirr] dabei am einfachsten mit einer Hakenpincetto fixirt, mir welcher man die Conjunctiva bulbi dicht an der Cornea am inneren Augenwinkel erfasst. Die älteren Instrumente (Opb-thalmostat Leblanc's und Diaptateur Brogniez's) sind bei vollständiger Narkose überflüssig. Ebenso die Feststellung des Bulbus durch Druck mit dem Finger von der Augen­grube aus (Hayne). Man dringt sodann an der hinteren Fläche der Iris, ohne diese zu verletzen, mit der Staarnadel gegen den inneren Augenwinkel vor. Am nasalen Abschnitte des Pupillarrandes angekommen, wird eine Wendung mit dem Nadelhefte gemacht, so dass die Nadel selbst gegen die Krystalllinse drängt und diese nach hinten und unten auf den Boden der hinteren Augenkammer gedrückt wird. Hier wird die Linse einige Augenblicke mit der Nadel festgehalten, da­mit, sie nicht wieder in die Höhe steigt. Leider findet dies dennoch nicht selten statt, wodurch der Erfolg der Operation gestört wird (Hering).
Diese bisher fast ansschliesslicb in Anwendung gekommene Methode, durch die Sclera einzudringen, dürfte indess wohl
. #9632; if #9632;
B
#9632;-quot; i-'
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^ggnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Glaskörper.
durch die Keratouyxis ersetzt werden. Berlin operirte wenig­stens in dieser Weise einen Hund.
Die mit der Operation verbundene Blutung ist in der Regel ohne Bedeutung, und wenn mit gut desinficirten In­strumenten operirt wird, bleiben auch entzündliche Zut'iillc ans. Um diese zu verhindern, dürfte sich auch empfehlen, die Einstichstelle vor der Operation soweit möglich zu des-inficiren. Aus demselben Grunde ist nach der Operation das Auflegen einer Compresse angezeigt, die mit Desinficientien angefeuchtet wird.
Weiches Futter, Ruhe und ein nicht zu heller Stall mit reiner Luft begünstigen die Heilung und verhindern das Auf­treten von ungünstigen Zufällen.
Ueber den Werth der Reclination Hess sich bisher kein bestimmtes l'rtheil abgeben.
V. Die Krankheiten des Glaskörpers.
Anatomie. Der Glaskörper nimmt den grösseren Theil der hin­teren Angenkammcr ein. legt sich mic seiner hinteren äusseren Flache an den Augenhintergrund, bezw. die Netzhaut, während die an der vorderen Fläche gelegene tellerförmige Grube die Linse aufnimmt.
Der Glaskörper bildet eine durchsichtige, zähe, schleimig-gallertige Masse und besteht zum grössten Theil aus Wasser mit wenig Eiweiss und Salzen. In dem structurlosen Parenchym desselben finden sich ..#9632;inzelne Leucocyten und zarte Fasern. Von der Papilla optici bis zum hinteren Pul der Linse erstreckt sich durch den Glaskörper ein enger Canal (Canalis hyaloideus), auch Centralcanal genannt, welcher die Stelle der während des Fötallebens für die Entwickelung des Glas­körpers wiciitige Arteria hyaloidea einnimmt. Bekleidet wird der Glas­körper von der Membrana hyaloidea, welche die an die Netzhaut gren­zende Fläche desselben bedeckt und am Rande der tellerförmigen Grube auf die Linse übertritt, um die Zonula ciliaris oder Zir.r.ii zu bilden. Diese schliesst den Canalis Petiti ein. Nerven sowohl wie Blutgel'ässe fehlen dem Glaskörper, seine Ernährung geht theils vom Corpus ciliare, theils von der Saprachorioidea aus.
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Glaskörper,
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1. Arteria hyäloldea persisteus.
Literatur. Berlin: Zeitschrift für vergl. Augenheilk. 1883, S. 118.
Die während des intranterinen Lebens blutt'ührende Arteria hyaloidea verödet schon vor der Geburt und bildet später den Centralcanal des Glaskörpers. Zuweilen bleiben jedoch Reste dieses Gelasses zurück, welche dann als graue oder dunkelgefärbte, undurchsichtige Massen im Glaskörper auftreten. Berlin hat einen solchen Zustand bei einem älteren Pferde beschrieben. Eine schwarze, fadenförmige Trübung erstreckte sich vom hinteren Linsenpol zur Papilla optici, um hier ziemlich plötzlich zu enden. Die Trübung machte ausgiebige, peitschende Bewegungen. Andere Ver­änderungen fehlten. Berlin will denselben Zustand häufig bei jungen Katzen gesehen haben; mir ist er bei Hunden wiederholt begegnet. Erhebliche Sehstörungen sind mit dem­selben nicht verbunden. Auch liisst sich therapeutisch gegen den Zustand nichts ausrichten.
ti. Glaskörpertrttbimgen.
Literatur. Berlin: Zeitscbr. für vergl. Augenheilk. 1883, S. 117. E v e r s b as oh: Anleitung etc. S. oO. He r t wlg: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 1, S. 138. Jacobi: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 40, S. 103. Peters: Der schwarze .Staar.
In Bezug auf entzündliche Processe im Glaskörper (Hyalitis) gilt dasselbe, was bereits von der Krystalllinse erwähnt wurde. Es ist fraglich, ob, abgesehen von den durch traumatische Fusulte hervorgerufenen Veränderungen, eine primäre und selbständige Hyalitis bei Thieren vorkommt; jedenfalls wird sie als solche schwer zu erkennen sein. Da­gegen werden infolge entzündlicher Erkrankungen der Cho-rioidea und Retina Störungen in der Ernährung und in der Zusammensetzung des Glaskörpers nicht selten hervorgerufen, wodurch Unterbrechungen in der Durchsichtigkeit, also Trü­bungen desselben, entstehen. Die Ernährung des gefässlosen
#9632;
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140nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Glaskörper.
Glaskörpers wird durch die Nachbarschaft, namentlich durch den Ciliarkörper und die Chorioidea vermittelt. Nach den Versuchen Rhälmanu's erfolgt diese hauptsächlich durch osmotische Vorgänge zwischen dem Glaskörper und den Ge­lassen jener Angentheile. Treten in diesen Circulations-störungen, verbunden mit exsudativen Vorgängen auf, so tauscht der Glaskörper seine flüssigen Bestaudtheile gegen Eiweissstoffe aus ihnen ein. Hierbei wird die Netzhaut nicht selten von ihrer Unterlage abgedrängt (Netzhautablösungen). So entstehen „plastische Trübungen* des Glaskörpers, die in der Regel eine Schrumpfung desselben zur Folge haben. Auch können eiterige oder fibrinöse Massen sowie Blut aus den Gefässen der Retina oder Aderhaut in den Glaskörper eindringen und Trübungen desselben veranlassen, wie es bei der Panophthalmitis in der Kegel geschieht, aber infolge der Corneatrübungen nicht zu erkennen ist.
Reim Pferde werden Glaskörpertrübungen am häufigsten nach der Mondblindheit beobachtet: hier bilden sie regel-mässig auftretende Complicationen der Iridochorioiditis.
Verlauf. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass Glas-körpertrübungen sowohl schnell als auch langsam entstehen können: ihre Resorption stösst aber bei der gefässlosen Be­schaffenheit des Glaskörpers stets auf Schwierigkeiten. Nach den Beobachtungen beim Menschen muss zwar angenommen werden, dass die Resorption derselben möglich ist. Auch will Peters solche beim Pferde direct beobachtet haben; zu­weilen war die Aufklärung der Trübung erst nach 3 Mo­naten vollständig. Sehr häufig aber bleiben die Trübungen dauernd bestehen und sind nicht selten mit einer Verflüssigung des Glaskörpers (Synchysis) verbunden. Hierbei zerfällt der Glaskörper in eine gelbliche Flüssigkeit, die bald trüb, bald aber auch klar erscheint. Zuweilen finden sich in derselben Cholestearin und Tyrosinkrystalle. Berlin hat einen der­artigen Zustand beim Pferde beobachtet; mir begegnete ein solcher wiederholt an Pferdeaugen, welche unverkennbare Merkmale der überstandenen Mondblindheit an sich trugen.
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Glaskörper,
Ml
Nach dem eigoutlüunliulieii, besonders bei focaler Beleuchtung hervortretenden Funkeln im Innern der Augen bat man den Zustand als Synchysis sciutillaoa bezeichnet. Der Augenhinter­grund erscheint bei dieser Untersuchung wie mit Steinen be­setzt, welche sieli bewegen, oder es macht der Anblick des Augeniimern den Eindruck, als ob man in einen bei hellem Sonnenschein stattfindenden Schneefall blicke. Auch Jaoobi fand im Glaskörper der an Mondblindheit erkrankten Pferde­augen oft Cholestearinkrystalle. Die Verflüssigung stellt einen dauernden Zustand des Glaskörpers dar, welcher in der Regel mit Schrumpfung des Bulbus und Grünfarbung der Pupille verbunden ist.
Die Beurtheilung der Glaskörpertrübungen gestaltet sich demnach im Ganzen schlecht und um so ungünstiger, je älter der Zustand und je mehr die Integrität der übrigen Organe des lUilbus dabei gelitten hat.
Erscheinungen. Trübungen im Glaskörper geben sich durch Unterbrechung des normalen Pupillarreflexes zu er­kennen. Hinter der Linse erscheinen graue, weisse oder braune Punkte, Streifen, Flecke oder Balken, die bei zweckmässiger Beleuchtung des Auges oft ohne weitere Hilfsmittel zu erkennen sind, besonders wenn sie sich in den vordem Abschnitten des Glaskörpers finden. Besteht diffuse Trübung, so nimmt das ganze Pupillargebiet einen grünliehen Farbenton an. Dies ist nament­lich der Fall, wenn gleichzeitig Verflüssigung des Glaskörpers vorhanden ist. Zuweilen ist diese Färbung eine intensiv grüne, dem Eisenvitriol nicht unähnliche. Von Trübungen der Linse unterscheiden sich die des Glaskörpers durch den tieferen Sitz im Auge, sowie durch ihre Beweglichkeit. Wo Ver­flüssigung des Glaskörpers besteht, machen Trübungen des­selben flottirende und zitternde Bewegungen, wenn der Bulbus bewegt wird, oder lobhafte Bewegungen des Kopfes erfolgen. Durch diese Beweglichkeit geben sich die Glaskörpertrübungen bestimmt zu erkennen und können höchstens mit Netzhaut­ablösungen verwechselt werden. Ebenso bestimmt wird der Glaskörper als Sitz der Trübung gekennzeichnet, wenn sieb
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142nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Qlaskörper.
die Trübung bei Bewegung des Auges in der entgegen­gesetzten Riehtung verschiebt. Diese Ersclieinung liefert nämlich den Beweis, class sie sich hinter dem unbeweglichen Mittelpunkt des Auges befinden. Aus demselben Grunde be­weist das Erscheinen des Purkinje-Sanson'schen Bildchens an der Ilintcrkapsel, also vor der Trübung, dass diese im Glaskörper ihren Sitz hat (Eversbusch). Reizzustände fehlen dabei in der Regel. Oft sind diese Zustände mit anderen Leiden complicirt. Her twig fand beim grauen Staar der Pferde meist den Glaskörper verflüssigt, weniger durchsichtig und von gelb­grüner Farbe. Letztere war auch nachweisbar, wenn man die Flüssigkeit auf einem Papier ausbreitete. Oft bestehen gleichzeitig Netzhautablösungen sowie Schwund des Pigments der C'horioidea: so namentlich nach der Moiulblindheit. Hierher gehören offenbar zum Theil die in der thierärztlichen Literatur als -grüner Staarquot; beschriebenen, meist angeborenen Zu­stände. Prinz beobachtete einen solchen bei Lämmern und hat denselben in seiner Monographie eingehend besprochen. Die Section ergab: Cornea von geringem Umfang, Sclerotica verdünnt, Chorioidea normal, geringer Pigmentmangel, Netz­haut mattgrau, halbdurchsichtig, Linse in einem Falle etwas trüb. Glaskörper in beiden Fällen weniger consistent. Der Sehnerv war dünn. Das Gehirn erschien kleiner, seine Windungen schwach ausgeprägt; der Hirnbalken sowie das Gewölbe und die halbdurchsichtige Scheidewand fehlten ganz (vgl. Glaucom).
Die mit Glaskörpertmbungen verbundenen Sehstörungen werden theils durch den Schatten bedingt, welche die Trü­bung auf die Retina wirft, theils durch Complicationen des Leidens mit Netzhautveränderungen. Beim Pferde fehlen die letzteren fast nie: daher ist das Sehen der Thiere hierbei fast immer in hohem Grade gestört.
Behandlung. Nur bei frischen Zuständen lässt sicli von feuchter Wärme etwas erwarten. Sie befördert die Re­sorptionsvorgänge und wirkt somit günstig auf die Beseitigung von Trübungen, soweit die Natur und Ausbreitung derselben
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Glaucom.
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die Mögliehkeit der Resorption nicht aussehliesst
Gegen
ältere Trübungen zeigt sieb die Therapie machtlos. Beim
Menseben will man von wiederholter Paracentese der Cornea
gute Erfolge gesehen haben.
VT. Glaucom und Hydrophtlialimis.
1. G1 a u c o m.
Literatur. Nagel: Mag. von Garlt u. Hertwig B'l. 29, S.O. Curdt: Mag-, von Gmii u. Hertwig Bd. 1. S. 387. Hopfner: Mag-. \ov. Gm-li ii. Hertwig Bd. 2. S. 257. Gips; Mag. von Gurli u. Hart­wig Bd. 29. S. 195. Kaiser: Adam's Wochenschr. 1877, S. 285. Gerlach: Gerichtliche Thierheilkunde. Möller: Berl. Archiv Bd. 6, S. 65. Nagel: Archiv für Ophthalm. Bd. 9, S. 164. Schmidt-Rimpl er: Glaucom, Handbuch d. gesammten Atigcn-lieilkunde Bd, ö. S. 47, Schlösser: Zeitschr. für vergl. Augen­heilkunde 188(3. S. 79. Eversbusch: Daselbst S. 77. Prinz: Das angeborene Glaucom bei Lämmern. Dresden 1834. Leblanc: Augenkrankheiten. Stilling: Zeitschr. für vergl. Augenlieilk. Bd. 4, S. 7quot;), Vossius: Grundriss der Augenheilkunde 1888, Priestley-Smith: Ophthalmologen-Congress zu Heidelberg 1888, S. 224.
Tn früheren Zeiten wurden mit dem Namen Cxiaucom alle Zustände belegt, bei denen der Pupillarreflex eine mehr oder weniger deutliche Grrünfärbung erkennen Hess. Ursprüng­lich glaubte man den Sitz des Leidens in der Linse suchen zu müssen (Geisus, Plinius u. A.): durch Briseau wurde 1709 der Glaskörper als der leidende Theil bezeichnet, eine Ansicht, die bald allseitige Anerkennung fand. So erklärt sich, dass die meisten unserer Lehrbücher den grünen Staar, als eine Erkrankung des Glaskörpers atiffassten, Später musste man sich jedoch überzeugen, dass Grünfärbung der Pu­pille durch verschiedenartige Krankheitszustände bedingt sein kann, welche nicht einmal stets vom Glaskörper ausgehen.
.#9632;'quot;#9632;laquo;#9632;
. ;#9632; :
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144nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;tilaucom.
Sie stellt iilso nur eine äussere Erscheinungsform dar. So-dann hat von Graefe den Nachweis g-eliet'ert, dass die Grün-farbung der Pupille beim Menschen am häutigsten im Ver­laute eines eigenartigen Krankheitsprocesses auftritt, dessen Ausgangspunkt eine abnorme Steigerung des intraocularen Druckes bildet. Diese remittirend oder interraittirend ver­laufende Krankheit wird gegenwärtig als Glancom bezeichnet, ohne Rücksicht darauf, ob sich dabei eine deutliche Grün-färbung der Pupille geltend macht oder nicht.
Die Lehre Gräfe's, dass das Leiden aus einer abnormen Drucksteigerung im Auge hervorgehe, fand bald allgemeine Anerkennung, dagegen ist mau über die Ursache der Druck­steigerung auch heute noch keineswegs einig. Gräfe Hess dieselbe aus einer Chorioiditis serosa hervorgehen. Donders glaubte eine Neurose des 5. Gehirnnerven als Ausgangspunkt des Leidens ansprechen zu müssen, indem dieses Nervenleiden eine ilbermässige Secretion im Bulbus veranlasse. Stellwag vermuthete eine Zunahme der Rigidität der Sclerotica als Ursache der Drucksteigerimg; nach .Jäger ist es eine Er-nähnmgsstörung. Wecker, Knies und A. Weber lassen die Drucksteigerung durch Einengung und Verschliessuug der Filtrationswege der Augenflüssigkeit im Iriswinkel entstehen. Durch Anschwellung des Ciliarkörpers soll der ciliare Ab­schnitt der Iris, gegen die Hornhaut gepresst, der Fontana'sohe Raum verlegt und so unpassirbar für die Augenflüssigkeit werden.
Zur Aufklärung dieser Frage versuchte Priestley-Smith Flüssigkeiten unter constantem Druck von 30 cm Wasserhöhe in die Augen von Schafen zu injiciren und beobachtete hier­bei die Durchlässigkeit des Auges. Durch die Papilla optici floss nur wenig von der Flüssigkeit ab, während der Abfhiss .aus der vorderen Augenkammer von der Stellung der Iris abhängig erschien. Wurde die Flüssigkeit mir in die vordere Augenkammer injicirt, so rückte die Iris nach hinten, der sFiltrationswinkelquot; (Iriswinkel) öffnete sich, und der Abfiuss war ein lebhafter, 750 emm in einer halben Stunde. Bei
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Ulaucom.
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gleichzeitiger Injection in die vordere und hintere Augen-kammer unter gleichem Druck blieb die Iris einigermassen in ihrer regelmässigen Lage, und es floss in derselben Zeit nur 450 cmm ab. Erfolgte die Injection in die hintere Kam­mer unter höherem Druck als in die vordere, so wurde die fris nach vorn gegen die Hornhaut gedrängt, der „Filtrations-winkelquot; geschlossen, und nun floss in demselben Zeitraum nur 50 cmm Flüssigkeit ab. Priest ley-Smith machte auch auf die Exjierimente von Leber aufmerksam, nach denen die Durchlässigkeit glaucomatös erkrankter Augen sehr gering ist, und glaubt, dass das Glaucom mit dem Verschluss des Filtrationswinkels beginne, welcher durch verschiedene Um­stände zu Stande kommen könne. Auch die Anwendung von Mydriatica, welche bekanntlich beim Glaucom stets contra-indicirt ist, soll auf diese Weise nachtheilig werden.
Ulrich glaubt, dass eine Structurveränderung in der Iris den normalen Filtrationsact im Auge unterbreche, während Schön die angestrengte Accommodation durch den Ciliar-muskel hierfür verantwortlich macht, indem hierdurch die Linse und Iris nach vorn gegen die Cornea gedrängt, und so die im Iriswinkel gelegenen Abflusswege für die Kammer­flüssigkeit abgesperrt werden. Der Umstand, dass das Glau­com sich mit Vorliebe an hypermetropischen Augen entwickelt, gab Veranlassung zu dieser Hypothese.
Beobachtungen an Pferden bei der sog. Mondblindheit lassen allerdings Zweifel gegen die Richtigkeit dieser Fil­trationstheorie aufkommen. Gar nicht selten wird hierbei der Iriswinkel vollständig verlegt, und doch ist noch niemals eine Excavation der Papilla beim Pferde vorgefunden worden.
Jacobson glaubt die Ursache der Drucksteigerung in einer venösen Stase im vorderen Chorioidealabschnitte suchen zu müssen. Demnach soll der glaucomatöse Process als eine Hyperämie oder Stauung in den Venen des vorderen Abschnittes der Chorioidea mit Transsudation in den Cloquet'schen Canal und Glaskörper aufzufassen sein (Vossius).
Zur Prüfung dieser Frage habe ich bei mehreren Pferden
MiiHor, Thierärztl. AutfiMilieilUunde.
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146nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Glaucom.
die Veua ophthalmica dicht hinter der Austrittstelle aus der Periorbita unterbunden. Nach Fortnahme eines Stückes vom Jochfortsatze des raquo;Schläfenbeins gelingt die Operation nach einiger üebung ziemlich leicht. Die Thierc blieben 8 Tage nach der Operation am Leben, zeigten aber keine wesent­lichen Veränderungen an ihren Augen. Die Aderhautgefässe traten zwar bald nach der Operation deutlicher hervor, doch konnte weder eine stärkere Füllung des Bulbus, noch auch irgend ein Symptom von glaucomatöser Erkrankung beob­achtet werden.
Bei der Section fand sich die Vena ophthalmica durch die Ligatur geschlossen: hinter der Unterbindungsstelle, d. ii. nach dem Herzen zu wurde ein 2—3 cm langer adhärenter Thrombus angetroffen; vor der Ligatur erschien die Vene an dein durch Verblutung verendeten Pferde leer. Die hinteren Ciliarvenen waren mit Blut stärker angefüllt, auch zeigte sich der Ciliarkörper wie die Chorioides etwas ödematös ge­schwollen. Sonstige Veränderungen wurden am Bulbus nicht angetroffen.
Das negative Resultat dieses Versuchs erklärt sich aus der Gegenwart anderer und zwar sehr breiter Abflusswege für das Blut aus dem Auge der Thiere. Beim Pferde und Hunde findet dasselbe besonders durch die untere Gehiruvene (Ven. cerebralis interna hom.) freien Ahfluss. bei den Wieder­käuern direct durch die Ven. jugularis interna. In der Blut-circulation des Auges bestehen sowohl zwischen Mensch und Thier wie auch zwischen den einzelnen Arten der letzteren Verschiedenheiten, die noch nicht klargelegt sind, und deren Bedeutung für die Krankheitsprocesse des Auges bisher keines­wegs die verdiente Würdigung erfahren hat.
Diese und eine Reihe anderer Theorien haben Anhänger und Gegner gefunden. Nur die Gräfe'sche Annahme der Drucksteigerung als primum movens steht zweifellos fest. Im Allgemeinen scheint neuerdings die Ansicht sich mehr und mehr Bahn zu brechen, dass es sich um mechanische Hindernisse in den Circulationsvorgängen handelt, sei es eine
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(jlaucom.
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Steigerung der Secretion oder eine Beschränkung der Re­sorptionsvorgänge.
Erscheinungen. Zu den wichtigsten Symptomen des Glaucoms gehören:
1.nbsp; Trübung der Cornea. Dieselbe tritt nur schwach, diffus, oft vorübergehend und wiederkehrend auf. Sie ver-anlasst häufig eine grünliche Färbung der Pupille; zuweilen kommt auch Trübung des Kammerwassers vor.
2.nbsp; Die vordere Augenkammer wird verkleinert, indem die Iris nach vorn gegen die Cornea rückt.
3.nbsp; nbsp;Die Pupille, meist stark erweitert, erscheint rauchig, graugrün, zuweilen deutlich grün. Wie bereits er­wähnt, wurde diese Erscheinung früher auf Veränderungen im Glaskörper zurückgeführt, gegenwärtig schreibt man sie beim Menschen meist auf das Conto der Trübungen in der Cornea sowie im Kammerwasser.
4.nbsp; Die Linse bleibt in der Regel durchsichtig und klar, selten ist sie schwach getrübt. Der Glaskörper wird meist klar angetroffen.
5.nbsp; Als ein pathognomisches Symptom gilt beim Menschen die Ausbuchtung (Excavation) der Papilla optici. Diese stellt eine mehr oder weniger ausgebildete Grube dar, indem die Lamina cribrosa aus dem Augapfel heraus, nach hinten gedrängt wird, und die Papilla ein grünlichblaues Colorit annimmt. Die Opticusfasern zeigen sich hierbei atrophisch. Wenn der Augenhintergrund im aufrechten Bilde klar er­scheint, erkennt man den excavirten Grund der Papilla mittelst einer schwachen Convexlinse.
6.nbsp; nbsp; Ebenso charakteristisch für Glaucom ist die zu­nehmende Härte des Bulbus, die sich am besten in der Weise feststellen lässt, dass man die ersten Finger beider Hände auf die oberen Lider der Augen legt und durch Pal­pation die Härte der beiden Bulbi miteinander vergleicht.
7.nbsp; Hierzu kommen Erscheinungen, die aufLähmungs-zustände in den Nerven des Auges schliessen lassen. Im Opticus geben sich diese durch mehr oder weniger er-
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148nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Glaucom.
hebliche Öelistöruiigen, in der Iris durch ihre starke Er­weiterung der Pupille und Unempfindlichkeit gegen ver­schiedene Lichtstärke, und an der Cornea endlich durch Anästhesie zu erkennen. Berührt man die Plornhaut mit einer leichten Sonde oder einem Stückchen Papier, so zeigt sich entweder die ganze vordere Fläche oder doch einzelne Abschnitte derselben unempfindlich, indem auf diese Reizung der reflectorische Lidschluss nicht eintritt.
Bei Menschen unterscheidet man 3 Formen des Glaucoms, nämlich:
1.nbsp; nbsp; Glaucoma simplex. Dieses zeichnet sich durch langsamen Verlauf und das Fehlen auffälliger entzündlicher Erscheinungen aus. Die tastbare Drucksteigerung und die mit dem Augenspiegel nachweisbare Excavation bilden die wichtigsten, objeetiv nachweisbaren Erscheinungen dieser Form.
2.nbsp; nbsp; Glaucoma inflammatorium. Rasches Auftreten der Härte des Bulbns unter deutlichen Entzilndungserschei-nungen: pericomeale Injection, Röthung der Conjunctiva, zu­weilen mit chemotischer Schwellung derselben, Schmerzen, Anästhesie der Cornea, starke Erweiterung der Pupille und Verengerung der Vorderkammer, oft so, dass die Vorder­kapsel die Cornea berührt, rauchige Hornhauttrübung. Diese Erscheinungen pflegen periodisch aufzutreten. Zwischen den einzelnen Anfällen liegen oft Wochen und Monate. In den späteren Stadien lassen sich Veränderungen des Hintergrun­des, Excavation der Papilla optici und Netzhautablösungen nachweisen.
3.nbsp; nbsp;Glaucoma seeundarium. Glaucomatöso Erkran­kung im Anschluss an andere Augenleiden, namentlich an eetatische Hornhautnarben mit Verwachsung der Iris, an totale hintere Syncchien, Hy drophthalmus, Cataracta traumatica mit starker Aufquellung der Linse, an Luxationen der Linse, Hämorrhagien in der Retina, Netzhautablösungen und Bildung von Tumoren im Bulbns, besonders Chorioideal-sarcomen. Die Symptome gestalten sich im Wesentlichen wie bei den andern beiden Formen.
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Glaiicoin.
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Der Verlauf des G-kucoins ist chronisch, stets mehr oder weniger deutlich intermittirend. Nachdem die entzünd­lichen Erscheinungen zeitweise verschwunden sind, bleibt in der Regel die Härte des Bulbus und die abnorme Pupilleu-weite zurück. Die Recidlve treten in verschiedenen Ab­ständen ein.
Ueber die Ursachen des Leidens ist, wie bereits er­wähnt, wenig bekannt. Doch weiss man, dass das Glaucom mit Vorliebe an weitsichtigen Augen und meist in höherem Alter auftritt.
Behandlung. In früherer Zeit galt das Leiden als unheilbar; erst von Graefe wurde in der Iridectomie ein Mittel gefunden, durch welches der glaucomatöse Process wenigstens autgehalten werden kann. Am meisten leistet die Operation beim entzündlichen Glaucom, und je früher sie ausgeführt wird, desto grosser der Effect. Man knüpft an dieselbe die Vorstellung, dass der mit der Entleerung des Kammerwassers verbundene Abfall des intraoeularen Druckes günstig wirkt, und dass auch später durch die so entstandene Narbe eine Filtration und somit eine Regulirung desselben stattfindet.
Es fragt sich nun, ob dieses Leiden auch bei den llausthieren vorkommt. Solange „Glaucomquot; nur die Grün­färbung der Pupille bezeichnete, konnte kein Zweifel darüber bestehen, und nachdem Briseau das Wesen der Krankheit im Glaskörper gesucht hatte, folgten ihmHurtrel d'Arboval, Leblanc u. A. in dieser irrthümiiehen Auffassung, welche scbliesslich in der Thierarzneikunde allgemeine Verbreitung fand. Sehr natürlich, dass fast alle Erkrankungen des Auges, welche mit Grünfärbung der Pupille verbunden waren, in unserer Literatur zusammengeworfen und als Glaucom be­zeichnet wurden, obgleich aus den Beschreibungen hervor­geht, dass es sich hierbei um sehr verschiedenartige Krank-heitsziistände gehandelt hat. Dahin gehört ein von Curdt mitgetheilter Fall. Ein 8 Tage altes B'ohlen war auf einem Auge blind geboren. Der rechte Augapfel zeigte sich auf-
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150nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ulaucom.
fallend kleiner als der linke und die ziemlich erweiterte Pupille Hess grünen Staar erkennen. Das Sehvermögen war auf dem Auge vollständig aufgehoben. Hoepfner fand bei einem Fohlen das linke Auge tiefer in die Augenhöhle zurückgezogen; kleiner als das rechte, die Pupille etwaraquo; erweitert, die Cornea und den Humor aqueus klar, die Linse durchsichtig, und tief im Grunde des Auges bemerkte er einen meergrünen, dem Eisenvitriol an Farbe nicht unähnlichen Schimmer. Dies Auge hatte das Sehvermögen vollständig-verloren, das rechte Auge zeigte sich gesund. Nach etwa einem Vierteljahr fing die Krystalllinse allmählich an trüber zu werden, bis sie zuletzt ein perlmutterähnliches Aussehen bekam. In dem Masse die Trübung der Linse zunahm, verschwand der grüne Schimmer, so dass nach einem Jahre völlig ausgebildeter grauer Staar zugegen war. Die Mutter des Fohlens hatte durch eine äussere Verletzung einen Augapfel verloren, der Vater soll wiederholt an Augenentzlinduug ge­litten haben, die jedoch keine dauernden Störungen zurückliess.
Zuweilen waren es vorübergehende Zustände, die Grün­färbung der Pupille veranlassten und zur Diagnose Glaucom führten. So berichtet Kaiser über eine Kuh, welche au Mastitis erkrankt war und eine mit starker Erweiterung der Pupille verbundene Grünfärbung des Pupillarreflexes zeigte, welche sich nach einigen Tagen verlor.
Am häufigsten sind die Folgezustände der Mondblindheit als grüner Staar beschrieben worden, denn auch hier wird durch die Veränderungen im Glaskörper und in der Chorioidea ein grüner Pupillarreflex hervorgerufen. Der von Gips rait-getheilte Fall muss diesen offenbar zugezählt werden, ob­gleich Anfälle von periodischer Augenentzündung nicht beob­achtet wurden.
Diese in der Thierheilkunde als „Glaucomquot; bezeichneten Krankheitszustände stellten eben kein einheitliches Leiden, sondern nur eine Erscheinungsform der Erkrankung dar, welche durch verschiedene Veränderungen im Auge bedingt sein kann. Dahin gehören:
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Grlaucom.
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a)nbsp; nbsp;Grünfärbung tier Pupille infolge von Trü­bungen und Verflüssigung des Glaskörpers. Schon Her twig ha,t diese als Ursachen des grünen Pupillarreflexes durch Sectionen nachgewiesen. Er fand den Glaskörper bald trüb, bald durchsichtig, aber flüssig.
b)nbsp; Exsudate in der hinteren Augenkamraer, nament­lich solche zwischen Chorioidea und Ketina. Diese rufen vor­nehmlich dann Grünfärbung hervor, wenn sie die durch­sichtigen Medien des Auges, besonders den Glaskörper3 mit Blutfarbstoff durchtränken (Nagel).
c)nbsp; Exsudate in der vorderen Augenkammer und 'Trübungen der Cornea. Es hängt hierbei von dem Grade und der Art der Trübung ab, ob sie den grünen Pupillar-reflex hervorruft. Ich habe wiederholt bei einfacher trauma­tischer Keratitis und leichter Trübung des Humor aqueus solche Färbung der Pupille beobachtet, die mit Abnahme der Trübung in wenigen Tagen wieder verschwand. Auch Nagel gibt dies zu, und der von Kaiser beobachtete Fall dürfte hierher gerechnet werden.
Die genaue Präzisirung des Begriffes Glaucom durch Gräfe schuf indess einen vollständigen Wandel in der Auf­fassung dieses Leidens beim Menschen. Da nun aber bei der Mondblindheit der Pferde eine Reihe von Erscheinungen vorkommt, welche sich auch beim Glaucom der Menschen linden, da diese Krankheit ebenso wie jene einen intermit-tirenden Verlauf nimmt, so lag es nahe, die Mondblindheit des Pferdes mit dem Glaucom des Menschen zu identificiren, zumal ja auch regelmässig Grünfärbung der Pupille hierbei beobachtet wird. Diese Anschauung ging von Belgien aus, wo im Anfange der 60er Jahre von Didot, van Biervliet und van Rooy die Mondblindheit für Glaucom erklärt wurde. Von Sichel u. A. wurde diese. Ansicht jedoch bald bekämpft. Gegenwärtig zweifelt Niemand mehr daran, dass diese beiden Leiden verschiedene Krankheitsprocesse darstellen.
Schon der Umstand, dass bei der Mondblindheit niemals eine Excavation der Papilla mit Sicherheit nachgewiesen
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152nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Glaucom.
werden küiinte, teiner dass die Drucksteigerung keineswegs zu den ständigen Erscheinungen der Mondblindheit gehört, und dass die Veränderungen im Innern des Bulbus ganz anderer Natur sind, konnte keinen Zweifel über die Ver­schiedenartigkeit beider Leiden bestehen lassen. Bei Pferden ist bisher noch kein Fall von Glaucom, d. h. eine mit Ex­cavation der Papilla verbundene Erkrankung des Auges be­obachtet worden.
Die von Nagel für seine Ansicht, dass der Mondblindheit zuweilen Glaucom zu Grunde liege, aufgeführten Symptome können diese Natur des Leidens nicht beweisen. Die Gegen­wart einer Excavation der Papilla hat Nagel auf Grund ophthalmoskopischer Untersuchungen zwar vermuthet, aber nicht bestimmt feststellen können. Steigerung des intraocularen Druckes, Grünfärbung der Pupille und Trübungen des Kammer­wassers stellen sich auch bei Iridochorioiditis oft ein, und eine ad maximum erweiterte Pupille beobachtet man bei diesem Leiden regelmässig, wenn das Recidiv an einem amauroti-schen Auge auftritt. Amaurose aber wird nicht selten schon durch den ersten Anfall der Erkrankung des Uvealtractus hervorgerufen.
Dagegen liegen in unserer Literatur einige Mittheilungen vor, welche das Auftreten einer dem Glaucom ähnlichen, im Wesen vielleicht gleichen Erkrankung bei Hunden und Ka­ninchen beweisen. Mehrere derartige Beobachtungen sind von mir gemacht worden. Im Jahre 1S7S wurde dem da­mals meiner Leitung untersteilten Spital für kleine Hausthiere ein Hund zugeführt, dessen Untersuchung folgenden Befund ergab:
Bedeutende Vergrösserung des linken Bulbus, etwa um die Hälfte seiner normalen Grosse, so dass der Lidschluss kaum noch zu Stande kam. Pericorneale Injection, schwache rauchige Trübung der Cornea und Anästhesie derselben. Ab­norme Härte des Bulbus, starke Erweiterung der starren Pupille, Linse am unteren Rande vom Ciliarkörper abgetrennt, beweglich, flottirend, unbedeutend getrübt. Pupille diffus
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1
Ghuicom.
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grünlich gefärbt. Sehvermögen auf dem linken Auge voll­ständig vernichtet, rechtes Auge gesund. Die Entwickelung dieses Zustandes hatte langsam und ohne entzündliche Er­scheinungen stattgefunden.
Einen ähnlichen Fall beobachtete ich im October 1880. Ein öjähriger Jagdhund wurde mit dem Vorbericht über­geben, dass er seit einiger Zeit erblindet sei. Nachdem zwei Jahre vorher ohne jedwede Trübung der Hornhaut das eine Auge eine abnorme Vergrösserung erfahren, hätte sich dieselbe vor kurzer Zeit auch am andern eingestellt. Be­fund: Guter Nährzustand, beide Augen vollständig des Seh­vermögens beraubt, Benehmen des Thieres munter. Beide Bulbi bedeutend vergrössert und abnorm hart. Gefässe der Conjunctiva und Episcleralgetasse injicirt, sonst ohne ent­zündliche Veränderungen. Cornea diffus wolkig getrübt, so dass der Einblick in das Auge beschränkt ist. Pupille stark erweitert, Fupillarreflex deutlich grünlich, Cornea uiiem-ptindlich.
Ein dritter Fall stammt aus dem Jahre 1884. Ein Hühner­hund, welcher am rechten Auge Veränderungen, wie sie vorhin angegeben sind, erkennen Hess, gelangte zur Section. Hierbei wurde am rechten Auge totaler Graustaar mit Luxatio lentis incompl. angetroffen. Der Glaskörper verflüssigt, Papilla optici nicht excavirt, erschien vielmehr geschwollen, ihre Umgebung stark pigmentirt. Netzhautgefässe injicirt. Sclera stärker als normal; die Messungen an den beiden Bulbi ergaben :
Rechtes Linkes Augenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Auge
Länge der Augenaxe......Jti mm 2- mm
Senkrechter Durchmesser.....26 _ 22 „
Weite der Pupille.......1-1 „ 11,
Horizontaler Durchmesser der Cornea 19 „ 16 „ Senkrechter Durchmesser der Cornea 17 „ 15 , Horizontaler Durchmesser der Papilla 19 „ P' 75 Die beifolgenden Zeichnungen geben das Bild der geöff­neten beiden Augen in natürlicher Grosse (Taf. II, Fig. 1 u. 2).
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154nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;ülaucom.
Ein ähnlicher Fall wurde 1885 beobachtet, doch gelaugte der Patient nicht zur Section. Auch war die Vergrösserung des einen Bnlbus in 6 Wochen eingetreten.
Können diese Krankliuitst'älle als Grlaucom aufgefasst werden? Mau wird die Frage verschieden beantworten. Wer die Excavation der Papilla als ein pathognomisches Symptom für das Glaucom in Anspruch nimmt, wird diese Fälle jenem Leiden nicht zuzählen können. Trotzdem besteht eine auf­fällige Uebereinstimmung in den Erscheinungen wie auch im Verlaufe der beobachteten Erkrankungen mit dem Glaucom der Menschen, und sobald man die Excavatio papillae nicht als ein unerlässliches Symptom der als Glaucom bezeichneten Erkrankung auffasst, steht der Identificirung dieser Zustände nichts entgegen. Nach meiner Ansicht ist auch der Aus­gangspunkt beim Glaucom wie bei den beobachteten Krank-heitsprocessen der Hunde, vielleicht auch anderer Thier-arten derselbe. Es handelt sich auch hier zweifellos um eine abnorme Steigerung des intraocularen Druckes, nur führt dieselbe bei Hunden, vielleicht auch bei den übrigen Thieren, nicht zur Excavation der Papilla, sondern zu einer abnormen Ausdehnung des ganzen Bulbus, der Cornea und Sclera. An Stelle der Excavation tritt hier liydrophthalmus. Wir brau­chen also nur die Voraussetzung, dass bei den Thieren die Widerstandsfähigkeit der Lamina cribrosa grosser oder die der äusseren Augenhaut (Cornea und Sclera) geringer ist als am menschlichen Auge, um beide Krankheiten wenigstens so lange im Wesen gleich zu erachten, als die nächste Ursache bei dem einen wie dem andern nicht näher aufgeklärt ist. Diese meine Ansicht findet auch darin noch eine Unter­stützung, dass beim Menschen der Hydrophthalmus sich oft mit Glaucom complicirt. Schmidt-Rimpler hat sich direct dahin ausgesprochen, dass dem Glaucom und Hydrophthalmus die gleiche Primärursache zu Grunde liege.
Auch Stilling hat sich neuerdings hierfür ausgesprochen. Stilling beobachtete bei einem Mops beiderseitigen Hydroph­thalmus mit den Erscheinungen des Glaucoms und hielt den
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(ilaucoui.
1!
Zustand für einen acuten Grlauoomanfall. Derselbe wies auch auf einen ähnlichen Vorgang am Auge älterer Goldfische hin, welche nach ihm öfter an Hydrophthalmus leiden. Im An­schluss an diese Beobachtung Stilling's hat Eversbusch eine solche bei Hunden mitgetheilt, in welcher ein abgelaufenes Glaucom vermuthet wird. Es handelte sich um zwei Hunde. welche auf beiden Augen amaurotisch waren. Die ophthalmo-skopische Untersuchung ergab Excavation der Papilla von glaucomatöser Art. Die aus dem Sehnerven-Querschnitt auf die Retina übertretenden Gefässe erschienen am Papillarrande abgebrochen und gegen ihre retinalen Fortsetzungen mehr oder weniger stark verschoben. Leider konnte dieser Befund nicht durch die Section bestätigt werden, so dass meines Er-achtens der Einwand gemacht werden muss, dass es sich möglicherweise um Amaurose mit Sehnervenatrophie gehandelt hat, welche bei Hunden nicht zu den Seltenheiten gehört.
Einen unzweifelhaften Fall von Glaucoma inflammatorium beschreibt Schlösser beim Kaninchen als Folge einer Ca-taraeta traumatica. 14 Tage nach der zum Zwecke Erzeu­gung einer Cataracta traumatica beim Kaninchen gemachten Operation entstand: Pericorneale Injection, Cornea diffus ge­trübt, Vorderkammer tief, Wasser klar, Iris weit, starr: hintere Synechie. Vorderer Bulbusabschnitt vergrössert, Augen hart, Linsenmasse stark gequollen. Die Section ergab: Bulbus-inhalt vermehrt, Cornea rait Leucocyten durchsetzt, verdickt: Ciliarkörper geschwunden, Iris der Cornea anliegend, Eetina atrophisch, Bulbus in der Gegend des Ciliarkörpers bedeutend erweitert. Chorioidca verdünnt, Papilla optici in toto mulden­förmig excavirt.
Schlösser diagnosticirte aus diesem Befunde Glaucom, welches nach seiner Ansicht durch die Quellung der ver­letzten Linse bedingt war. Der Befund stimmt in vielen Punkten mit den von mir an Hunden gemachten Beobach­tungen überein, namentlich in der Vergrösserung des Bulbus. Offenbar liegt die Annahme nahe, dass hier die schnelle Ent-wickelung des Leidens es nicht zu ausreichender Ausdehnung
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156nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;HydrophthalmuB.
des Bulbus kommen liess, sondern gleichzeitig zur Excavation der Papilla führte. Leider hatte ich nicht Gelegenheit, Augen von Hunden zu seciren, bei denen ebenfalls eine schnelle Entwickehmg des Leidens stattgefunden.
Die Heobachtung Schlösser'a unterstützt zugleich die Annahme, dass Glaucom und I lydrophthalmus in naher Be­ziehung zu einander stehen und wahrscheinlich identische Krankhuitsprocesse darstellen.
Noch ein Unterschied besteht allerdings zwischen beiden Leiden, das ist die Schinerzhaftigkeit. Während diese beim Glaucom einen hohen Grad zu erreichen pflegt, scheint sie beim Hydrophthalmus zu fehlen oder doch nur gering zu sein. Möglicherweise erklärt sich auch diese Verschiedenheit durch eine grössere Nachgiebigkeit der Tunica externa bei den Thieren, die es zu einer hochgradigen Steigerung des intra-ocularen Druckes nicht kommen lässt.
2. Augapfelwassersucht.
Hydrops oculi. Hydrophthalmus. Cornea globosa. Buphthalmus. Totales Sclerochorioidealstaphylom.
Literatur. La Notte: Mag-, von Gurlt u. Hertwig Bd. 7, S. 27. Eberhardt: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 14, S. 480. Coster: Thierärztl. Mittheilungen 187t;, S. 04. Hausmann: Her. Rep. Bd. 43, S. 209. .Schmidt: Handbuch der gesammten Augen­heilkunde Bd. 5, 8.47. Gurlt: Lehrbuch der pathol. Anatomie S. 339. Williams: The Principles and Practice of vet. sur. Hertwig: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 1, S. 183. Prinz: Has angeborene Glaucom bei Lämmern. Dresden 1833. Bruck-müller: Pathol. Anatomie. N. N. Rec. 1836, 8.335. Sperino: Her. Rep. Bd. 25, S. 338.
Als Hydrophthalmus bezeichnet man eine krankhafte Ver-grösserung des Augapfels durch Ausdehnung der äusseren Augenhaut. In der Kegel ist die Cornea vornehmlich von dieser Veränderung betroffen (Cornea globosa), zuweilen aber auch die Solera, daher die Bezeichnung Sclerochorioidenl-staphylora.
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Hydroplitlialiuus.
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Die ausdehnende Kraft ergibt sich aus einer stärkeren Füllung des Hulbus, und da diese meist in der Vermehrung des Humor aqueus besteht, so erklärt sich, dass die Ver-grösserung des Bulbus in erster Linie von der Cornea ausgeht. lieber die nächste Ursache der Vermehrung des Augenin-
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Hydropbthalmns beim I't'eiM; nach einer photograpWschen Aiifnalimo.
haltes ist ebenso wenig bekannt, wie über die intraoculare Drucksteigeruug beim Glaucom.
Man hat auch hier wohl eine Iritis oder Chorioiditis serosa annehmen zu müssen geglaubt (Hertwig), allein directe Anhaltspunkte für die Gegenwart einer solchen sind bisher in keinem Falle aufgefunden. Möglicherweise kann auch eine Herabsetzung der Widerstandsfähigkeit in der Cornea
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158nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Ily (I roph thill runs.
und Sclera den Grund zur Entstehung des J^eidens abgeben. Man sollte hierbei an eine venöse Blutstauung im Auge denken, doch haben die nach dieser Richtung von mir angestellten Versuche zu keinem positiven Resultate geführt (vgl. S. 140).
Die Erscheinungen des Leidens bestehen in der Haupt­sache in einer abnormen Vergrösserung des Augaptelumfanges. Der Bulbus kann sieh um das Doppelte vergrössern und, wie Beobachtungen an Kühen ergeben haben, schliesslich platzen, d. h. die Cornea zerreisst und der Augapfelinhalt ergiesst sich nach aussen (Hausmann). In der Kegel findet sich da­bei Trübung der Cornea, wodurch der Einblick in das Innere des Auges verhindert ist. Die Sehkraft wird schon infolge der veränderten Refractionsverhältnisse, dann aber auch durch die Trübung der Cornea gestört. Infolge der Vergrösserung des Bulbus, namentlich des Scleralbordes wird die Linse theilweise oder ganz und gar vom Ciliarkörper abgelöst; dieselbe flottiert zuweilen im Bulbus, oder sie ist vollständig luxiert und fällt in die vordere oder hintere Augenkammer.
Der Verlauf des Leidens gestaltet sich verschieden. Bald entwickelt sich dasselbe langsam, zuweilen aber auch plötzlich, so dass innerhalb 24 Stunden eine bedeutende Ver­grösserung des Bulbus eintritt. Selten bildet sich diese zu­rück; in der Regel bleibt sie für immer bestehen. Doch liegen hierüber noch wenig exacte Beobachtungen vor.
Man hat den Hydrops oculi bei den verschiedenen Thieren constatiren können. Abgesehen von den beim Glaucom be­sprochenen Beobachtungen an Hunden, die nach meiner Auf­fassung auch hierher gezählt werden könnten, fand La Notte den Zustand bei Lämmern und zwar angeboren an beiden Augen. Bei der Section zeigte sich die Vorderkammer sehr klein, die Iris stark verengt, dagegen die hintere Augen-kammer ausgedehnt. An Stelle des Glaskörpers fand sich eine klare, wasserhelle Flüssigkeit. In dem einen Auge war die Linse normal, im andern fehlte sie. Der Sehnerv erschien unverändert.
Eberhardt constatirte bei einem zweijährigen Füllen,
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Hydroplithalmus.
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class die eine Cornea etwa '/s grosser war als normal und eine bläulich opalescirende Beschaffenheit hatte. Die Iris lag der hinteren Fläche der Cornea an, die Linse war getrübt. Auch hier war der Zustand angeboren.
Cöst er beobachtete bei einem Hunde, dass der Aug­apfel in 24 Stunden dennassen sich vergrosserto, dass der­selbe fast ganz frei lag und von den Augenlidern nicht mehr bedeckt wurde. Der Zustand verlor sich wieder, doch blieb das Sehvermögen gestört.
Hausmann machte eine ähnliche Beobachtung bei einer Kuh. Innerhalb 24 Stunden vergrösserten sich beide Bulbi um das 4—6fache (?) und wurden aus der Orbita hervor­gedrängt. Einer derselben platzte nach 24 Stunden.
Beim Pferde wurde der Zustand in 2 Fällen von mir beobachtet. Im Juni 188G wurde dem hiesigen Spital eine an Rehe leidende Schimmelstute mittleren Alters zugeführt, welche am linken Auge eine diffuse Trübung der Cornea besass. Nach Aussage des Besitzers bestand der Zustand am Auge bereits G Monate. Nachdem in den nächsten Tagen an dem Auge keine Veränderungen bemerkt worden waren, zeigte sich am Morgen des 30. Juni eine bedeutende Ver-grösserung des Buibus, welche hauptsächlich von der Cornea ausging. Diese erschien stark hervorgewölbt, so dass nur mit Mühe der Lidschluss zu Stande kam. Die Trübung hatte dabei in der Nähe des Centrums etwas abgenommen, wTährend die Randbezirke noch stark getrübt erschienen. Der horizontale Durchmesser betrug an dem erkrankten Auge 5,1 cm, während die gesunde Cornea einen solchen von 3,5 cm besass. Am nächsten Tage hatte die Ausdehnung noch zu­genommen, der genannte Durchmesser betrug jetzt 5,5 cm. Die Trübimg gestattete soweit einen Einblick in das Auge, um sich überzeugen zu können, dass der Humor aqneus klar, die Pupille stark erweitert, aber von ovaler Gestalt war; die Winkel der Pupille waren nicht abgerundet, son­dern erschienen zugespitzt. Die Iris zeigte eine hellbraune Farbe und flottirte, während die des gesunden rechten Auges
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160nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Hydrophthalmus.
ilunkelbrauii erschien. Die Liuse des linken Auges war in die hintere Augenkammer luxirt. Der Augenhintergrund
trat bei der Anwendung des Augenspiegels nicht klar hervor, konnte auch mit Hüte von bicouvexen und bicon-caven Linsen nicht deutlich erkannt werden. Der Pupillar-retlex zeigte keine erkennbaren Abweichungen, sondern besass die Farbe einer stark erweiterten Pupille. Das Seh­vermögen war auf diesem Auge vollständig vernichtet. Span­nung des Bulbus abnorm stark. Der Zustand änderte sich bis zum 5. Juli nicht, an welchem Tage das Pferd meiner Beobachtung entzogen wurde.
Ein ähnlicher Zustand wurde im Jahre 1887 beobachtet. Das Pferd (Schimmel) war vor 5 Jahren mit dem bereits kranken linken Auge vom Besitzer angekauft, welcher keine weiteren Veränderungen an dem Auge bemerkt haben wollte. Die angestellten Messungen der Augen ergaben (Fig. 27):
Reclilt-s Linkes Augenbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Auge
Horizontaler Durchmesser der Cornea 4,0 cm 5,8 cm Vertikaler Durchmesser der Cornea 3,0 „ 4,5 „ Die Cornea des kranken Auges war um etwa 1,5 cm weiter vorgewölbt als die des gesunden and so stark wolkig ge­trübt, dass der Einblick in das Augeninnere nicht möglich war. Doch Hess sich durch einige, etwas durchsichtige Stellen erkennen, dass die stark gelblich getrübte Linse in der Vor­derkammer lag. Das Sehvermögen war auch hier vollständig aufgehoben, die Spannung des Bulbus geringer als am ge­sunden Auge. Fig. 27 gibt das Bild des Auges nach einer photographischen Aufnahme. Leider gelang es auch hier nicht in den Besitz des erkrankten Bulbus zu gelangen, um eine Section desselben vornehmen zu können. Interessant wäre diese gewesen, namentlich um die Gegenwart oder Ab­wesenheit einer Excavation festzustellen, möglicherweise auch die Entstehungsursache des Leidens zu ermitteln.
Therapie. Hertwig empfiehlt Punction des Augapfels, theilt jedoch keine eigenen Beobachtungen über den Nutzen
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Bindehaut,
1(31
des Verfahrens mit. Nach den Mittheilungen öperino's scheint die Function bei Hunden von Vortlieil gewesen zu sein. In frischen Fällen dürfte sich daher wohl empfehlen, diese zu versuchen, im Recneil vom Jahre 1832 wird ohne nähere Angaben über die Heilung eines älteren Hydrops des Auges durch Function der Cornea bei einer Kuli berichtet.
a
VII. Die Erkrankungen der Schutzorgane des Anfires,
A. Krankheiten der Bindehaut.
1. Die Entzündung der Bindehaut (Syndesmitis oder Conjunctivitis.
Literatur. Blamberg: üeber die Augenlider einiger Haustliiere. Dorpat 1867. Maroni: Rec. de med. voter. 1884. Köster: Thier-ärztliche Mittheil. 1880. Kliem: Mag. von üurlt u. Hertwig Bd. 5. Busch: Mag. von Ourlt u. Hertwig Bii. 1. Vermast: Jahres­bericht 1887. Sobornow: Zeitschr. für vergl. Augenheilk. 1883. Guilmot: Wiener Vierteljahrsschrift Bd. 28. Repiquet: Jour­nal de med. vet. et de zool. 1882. Blazekowic: Koch's Monats­schrift 1886: Lehrb. der vet. Augenheilkunde. Siedamgrotzky: Dresdener Bericht 1872. Löffler: Mitlheil. aus dem Kaiserl. Gesundheitsamt Bd. 2. Emmerich: Deutsche med. Wochenschr. 1S84. Zürn: Krankheiten des Gellügeis 1882. Menard: Bulle­tin 1886. Coulon: Journal de med. vet. de, midi 1802. Ivöbner: Wien. med. Wochenschr. 1883. J. E. Weeks: Archiv für Augen­heilkunde Bd. 19, 8.107. Fröhner: Berl. Archiv 1888, S. 326.
Anatomie. Die Bindehaut bekleidet, vom Augenlidrande nach hinten verlaufend, die innere Fläche des Augenlides (Conj. palpebrarum, Lidtheil), schlägt sich dann um (Uebergangstheil Fornix conjunclivae), tritt auf den Bulbus über und läuft sodann, auf der Sclera liegend, wieder nach vorn bis zum Rande der Cornea (Conj. bulbi). Die ein­zelnen Abschnitte weichen in ihrem Bau etwas voneinander ab. Das eigentliche Gewebe der Bindehaut besitzt einen adenoiden Bau ; Binde-gewebselemente mit elastischen Fasern gemischt (besonders an der Conj. bulbi), bilden ein feines Netz, in dessen Maschen lymphoide Müller, Thlerarzü. ingenlieükunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 11
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] (i-2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bindehaut
Zellen, LympMollike] (Traclioiiidi'üsen) und die drüsigen Organe der Bindehaut liegen. Die Conj. bulbi wird durch ein lockeres subconjtmc-tivales Gewebe mit der Sclera verbunden, während die Conj. palpebra-ram sich dem Lidknorpel (Tarsus) fester anlegt. Der üebergangstbeil besitzt eine starke, lockere Submucosa. Auf der Conj. bulbi liegt ein mehrschichtiges Pflasterepithel, welches sich mit der unter demselben befindlichen Tunica propria auf die vordere Fläche der Cornea fort­setzt (Conjunctivalschicht der Cornea). Die Conj. palbebrarum trugt einen deutlich entwickelten Papillarkörper mit einer doppellen Epithel­lage; die untere Lage bestellt aus Pllasterepitbel, die obere aus nied­rigem Cylinderepithel. Der Üebergangstbeil führt Cylinderepithel. In diesem wie in der Conj. palpebrarum findet sich eine Anzahl kleinerer Drüsen, welche als accessorisehe Thräneiulrüsen angesehen werden (Manz'sche, Meissner'sche Drüsen).
An den Lidrändern, da wo äussere Haut und Schleimhaut zu-sammenstossen, münden die den Talgdrüsen entsprechenden Jleihom-schen Drüsen. Ausserdem werden am Lidtheil, sowie am Fornix, am meisten in der Nähe des medialen Augenwinkels und auf der Innen-lläche des Blinzknorpels Lymphfollike] (Trachomdrüsen) angetroffen, bald vereinzelt, bald in Gruppen (beim Kinde als Bruch'sche Haufen). Nach Blumberg entwickeln sich diese erst mit der Vollendung des Waehsthums, wenn das librilläre Bindegewebe der Conjunctiva sich in adenoides umgewandelt. Bei Wiederkäuern kommen aucli in der Con­junctiva bulbi und zwar in der Kälie des Cornealrandes accessorisehe Thränendrfisen vor.
Die Blutgelasse der Cornea stammen von den Augenlid- und Thränengefässen. Die am Gornealrande in die tieferen Schichten der Cornea und auf der Sclera gelegenen Episcleralgefässe sind Zweige der vorderen Ciliararterien und bilden ein feines engmaschiges Gefäss-netz, das mit den Gelassen der Binnenorgane in Verbindung stellt. Sie dienen daher zur Controle für den Zustand der letzteren.
Die anatomische Einrichtimg macht die Conjunctiva zu entzündlichen Vorgängen besonders geeignet. Auf Reizwir­kungen stellt sich zunächst starke Getassinjection ein, die bei den Thieren erst nach dem Aufheben der Lider deutlich zu erkennen ist. Bald darauf folgt reflektorisch starke Thränen-absonderong, und an der Oberfläche findet eine mehr oder weniger starke Desquamation statt. Bei leichten und im Anfange von stärkeren Reizungen wird nur eine wasserhelle Flüssigkeit abgeschieden, während bei heftigeren Entzündungen Schleimhautabsonderung in Gestalt hellgrauer
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Bindehaut.
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halbdurchscheinender Flocken stattfindet. Bei noch stärkeren oder specitischen Reizen tritt eiteriges Secret in Gestalt einer grüngelben, zuweilen grünlich gefärb­ten Flüssigkeit auf; sie bestellt aus Eiterzellen, mit Thränenflüssigkeit gemischt. Bald findet sich der Eiter in Ver­bindung mit Serum, bald mit Schleim. Die grauen Schleim­flocken erhalten durch Eiterbeimischung eine trübe Beschaffen­heit und gelbe Farbe.
Fibrinöse Exsudate und diphtherischer Belag sind seltene Vorkommnisse, doch werden auch solche, beobachtet. Mit­erkrankung der Follikel findet ziemlich häufig statt, nament­lich bei chronisch entzündlichen Processen. Bald leidet hauptsächlich die Oberfläche, bald nimmt das Parenchym der Conjunctiva erheblichen Antheil an dem Entzündungsprocess. Darnach lassen sich verschiedene Formen der Conjunctivitis unterscheiden, nämlich:
a) Die einfache oberflächliche Entzündung der Con­junctiva. Bindehautkatarrh. Syndesmitis s. Conjunc­tivitis simplex, s. catarrhalis.
Hierbei leidet vornehmlich die Oberfläche mit den drü­sigen Organen; das Parenchym der Conjunctiva ist nur wenig durch entzündliche Infiltration geschwollen, dagegen greift die entzündliche Erkrankung bei diesen Processen oft auf die Cornea über.
Aetiologie. 1. Mechanisch oder chemisch wirkende Insulte, Fremdkörper im Conjunctivalsack, Grannen oder Spelzen bei den Herbivoreu; ferner Kohlenstaub, Haare, Rauch, nach innen umgebogene Augenlider (Eutropium), Parasiten (Filaria lacrymalis). So lange diese 10—20 mm lange Filaria sich in den Ausführungsgängen der Thränen-drüse aufhält, scheint sie keine Störungen zu veranlassen, doch wird sie zuweilen beim Pferde und Rinde im Conjunc­tivalsack oder unter dem Blinzknorpel angetroffen und er­zeugt dann entzündliche Veränderungen an der Conjunctiva,
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1(34nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bindehaut.
zuweilen auch an der Cornea (Busch, Kliem, Maroni, Köster). Nach Maroni sollen diese Parasiten in Lomellina und in der Ebene des Tessin häufig beim Rindvieh vorkommen, nicht selten alle Thiere des Stalles befallen, aber von selbst wieder verschwinden.
2.nbsp; nbsp;Erkaltungen, Einwirkung scharfer kalter Winde; häufig bei Jagdhunden, die viel im Wasser arbeiten.
3.nbsp; nbsp;Verstopfung der Thränenabflusswege (vgl. S. 179).
4.nbsp; nbsp;Sie wird endlich im Verlaufe verschiedener Infections-krankheiten, so bei der Druse, Brustseuche, Rinderpest, Staupe der Hunde beobachtet: doch kommen bei den genannten Leiden noch andere Krankheitsprocesse an den Augen vor.
Symptome: Lichtscheu und Schmerz treten in ver­schiedenem Grade auf. Bei der Gegenwart von reizenden Fremdkörpern pflegen sie grosser zu sein als bei der Er­krankung infolge einer Erkältung. Bald stellt sich abnorme Secretion ein. Der seröse, schleimige, zuweilen mit Eiter vermischte Ausfluss häuft sich im inneren Augenwinkel an. Bei leichten Reizungen kann die Abscheidimg der Conjunctiva so gering sein, dass ein Ausfluss nicht deutlich hervortritt. Röthung der Conjunctiva, und zwar bei rheumatischen Leiden der ganzen Membran, nicht selten an beiden Augen: bei Fremd­körper - Conjunctivitis auf ein Auge oder Lid beschränkt. Im Verlaufe der Brustseuche tritt die Conjunctivitis mit icterischer Färbung auf. Dieses Gelb gibt mit der Ent-zündungsröthe der Conjunctiva oft einen verwaschenen dunkel-rothen Farbenton. Die Schwellung bleibt meist gering. Leidet die Conjunctiva bulbi, so wölbt sich dieselbe am Cornealrande über diesen hinweg (Chemosis). Häufig setzt sich die ent­zündliche Veränderung der Schleimhaut auf die Vorderflächc der Cornea fort; eine diffuse bläuliche oder graue Trübung ist die Folge hiervon und nicht selten die Ursache von Ver­wechselungen des Leidens mit Keratitis (vgl. S. 15).
Bei chronischem Verlauf der Conjunctivitis treten be­sonders bei Hunden und Schweinen die Follikel der Bindehaut oft deutlich hervor. Ihre geringe Vergrösserung sowie die
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Bindehaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 165nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; I
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[njectiou der sie in grosser Zahl umgebenden Blutgefässe lässt dieselben als kleine, kaum hirsekomgrosse, graue, oft etwas durchscheinende Knötchen erkennen (Conjunctivitis tblii-cularis).
Die Conjunetivitis simplex kann acut und chronisch ver­laufen. Durch Fremdkörper veranlasste entzündliche Er­scheinungen verlieren sich bald nach Entfernung derselben,
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die durch Erkältung entstandenen gleichfalls nach wenigen Tagen, während die symptomatische Form von dem Verlaufe des Allgemeinleidens abhängt. Nicht selten wird das Leiden chronisch, besonders da, wo die Ursachen dauernd einwirken, z. B. beim Entropium. Auch werden Reoidive beobachtet, und kann das Leiden jahrelang fortbestehen: so namentlich beim Hund und Pferd.
Behandlung. Reizende Substanzen sind aus dem Auge zu entfernen ; Fremdkörper beseitigt man bei grösseren Thieren am einfachsten mit einer Haarnadel oder einem umgebogenen Messingdraht. Fünfsttick empfiehlt eine umgebogene Steck­nadel, welche bei kleineren Thieren hierzu brauchbar ist. Wo der vermuthete Fremdkörper nicht direct nachweisbar
ist, kann derselbe unter Umständen durch Ausspülen des Con-
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junctivalsaekes entfernt werden. Mit einer einfachen Wund-spritze, oder mit einer zu subcutanen Tnjectionen benutzten
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Pravaz'schen Spritze ohne Nadel lassen sich solche Aus­spülungen leicht bewirken. Bei grösseren Thieren empfiehlt sich unter Umständen, mit dem gut gereinigten Finger In den Conjunctivalsack einzudringen, um Fremdkörper fest­zustellen und eventuell zu entfernen. Beim Kinde erlangt man dies am leichtesten durch Anbinden des Kopfes an einen Pfahl und Eindringen mit dem Finger unter die Nickhaut und von da unter die beiden Lider (Coulon). Alle Keiz-wirkungen müssen von dem Augapfel fern gelullten werden; daher sorge man für reine Luft, und wo der Lichtreiz er­heblich ist, empfiehlt sich ein dunkler Aufenthalt oder Be-deckung des Auges mit einem Tuch. Gegen die entzünd­lichen Veränderungen werden Adstringentien angewendet:
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11 itinbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bindehaut.
Zincum sulfnricam; Alunieu: Plumbum accticum: Argeutum uitricum in etwa 1 0/0iger Lösung, die zu filtriren ist. Bei grossen Schmerzen finden schleimige Mittel oder Narkotica Anwendung: Tinctura Opii mit Mucil. Gum. arable. Bei sehr schmerzhaften Erkrankungen empfehlen sich Instillationen von Cocain (2—3%), die Wirkung des Mittels beruiit nach Eversbusch theils auf Contact mit den Nervenendigungen, theils auf seinem reizenden Einfluss auf die Vasoconstrictoren. Um die Lösungen des Mittels rein zu erhalten, empfiehlt Eversbusch dasselbe in einer Mischung von gleichen Theilen Sublimatwasser (1 : 400) und einer gesättigten wässerigen Sali-cylsäure zu lösen. Die zu benutzende Flüssigkeit wird in einem Eeagenzglase erhitzt. Eine Zersetzung findet dabei nicht statt. Ein von Graefe empfohlenes, von mir vielfach bei Thieren mit Erfolg angewandtes Augenwasser besteht aus: Borax 1,0, Aqu. Amygdal. amar. 2,0, Mucilag. Cydoniae 20,0, Aqu. destillatae 150,0. Wo Höllenstein in Anwendung gekommen ist, lässt man einige Sekunden nach Application desselben mit einer 20;0igen Kochsalzlösung das überflüssige Silbernitrat zersetzen, um weitere Reizwirkung dieses Mittels zu ver­hüten.
Bei der chronischen Conjunctivitis empfiehlt sich zuweilen die Anwendung eines Höllensteinstiftes, namentlich da, wo sich Wucherungen an der Bindehaut finden. Gegen das Entropium wird operativ vorgegangen (vgl. dieses).
b) Die eiterige Entzündung der Bindehaut, Conjunc­tivitis s. Syndesraitis purulcnta, s. blennorrhoica.
Bei der eiterigen Entzündung ist das Gewebe der Binde­haut mit Leucocyten angefüllt, während sich an der Ober­fläche derselben eine lebhafte Desquamation bezw. Emi­gration vollzieht, d. h. Eiterung besteht. Nicht selten greift der Zustand auf die Cornea über und führt zur Ulceration und selbst Perforation derselben.
Ursachen. Ausnahmsweise können Fremdkörper, die
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Bindeliiim.
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läugere Zeit im Conjunctivalsack liegeu bleiben, den Zustand hervorrufen, in der Regel aber besteht die Ursache in Ueber-tragung von specifischen Infectionsstoffen. Oft geht das Leiden von einem Auge auf das andere, sowie auch von Thier auf Thier über. Am meisten bekannt sind diese Vorgänge beim Kinde. Alljährlich enthalten die Berichte der Praktiker Beob­achtungen von dem seuchenhaften Auftreten einer Augen-blennorrhöe, wobei es in der Regel zu Trübung und Ulceration der Cornea kommt. Am häufigsten tritt das Leiden in den Sommermonaten Juli und August auf, selten im Winter. Im Süden hat man einen ähnlichen Krankheitszustand beim Pferde beobachtet: Vermast auf Java, Sobornow in Russ-land, Blazekowic in Oesterreich und Mcnard in Frank­reich; der letztere sah unter den Ponys des Jardin dAcclima­tisation eine mit Anschwellung der Lider und starker eiteriger Secretion auftretende Bindehautentzündung. Etwa 14 Wochen später brach eine ähnliche Krankheit im Kuhstalle aus. Re-piquet constatirte dasselbe Leiden bei Schafen, Matthieu bei Ziegen: auch hier trat dasselbe seuchenhaft auf. Bei Hunden kommt die Augenblennorrhoe oft in grosser Aus­dehnung vor, und zwar sowohl mit wie auch ohne Staupe; sie ist ebenfalls infectiöser Natur. Im Jahre 1883 herrschte sie in gewaltiger Ausdehnung in Berlin und Umgegend. Hunde­ausstellungen tragen oft zur Verbreitung bei. Guilmot konnte die Uebertragung durch Einsperren in einen nicht gereinigten Käfig bewirken. Derselbe hat das Trippersecret als Ursache beschuldigt. Die von mir vorgenommenen Impfversuche mit dem Secret des Präputialtrippers des Hundes fielen negativ aus. Auch das vom Menschen entnommene Secret veranlagst beim Hunde in der Regel keine Erkrankung. Ob auch hier, wie Köbner beim Kaninchen nachgewiesen haben will, grössere Verletzungen der Schleimhaut zur Uebertragung nothwendig sind, ist bisher nicht entschieden. Blazekowic konnte mit Erfolg vom Pferde auf Hunde und Katzen impfen und glaubt einen Bacillus gefunden zu haben, welcher mit dem Koch­schen Oedeinbacillus identisch sein soll. Doch bezeichnet Blaze-
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LOSnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bindehaut.
kowic das Leiden als Trachom, eine Annalimo, zu der er durch Granulationen an der Oberfläche der Conjunctiva ver­anlagst wurde. Aber weder diese und die übrigen Krankheits-erscheiuungeu noch auch der Verlauf des Leidens entspricht dem Trachom des Menschen.
Wahrscheinlich handelt es sich nicht allein bei den ver­schiedenen Thierarten um verschiedenartige, bisher nicht näher bekannte hifectionstoft'e, sondern es dürften diese Erkrankungen auch bei derselben Thierart nicht immer durch ein und die­selbe Schädlichkeit veranlasst werden. Dafür sprechen die Abweichungen in dem Verlauf des Processes. Auch hierüber werden hoffentlich bacteriologische Untersuchungen bald weitere Aufklärung bringen.
Symptome. Das Leiden setzt mit Reizeracheinungen am Auge ein (Lichtscheu, Gefässinjection, Köthung) und ruft bald ein eiteriges Secret hervor, während die Bindehaut bald mehr bald nur weniger geschwollen erscheint. Das Secret häuft sich am nasalen Augenwinkel an oder trocknet an den Lidrändern ein; Morgens erscheinen diese oft verklebt. Im Conjunctivalsack findet man ebenfalls Eiter, oft mit Schleim gemischt.
Beim Rinde stellt sich frühzeitig Schwellung und dunkle Köthung der Bindehaut ein, dabei besteht starke Thränen-secretion und Lichtscheu. Bald aber bildet sich ein eiteriges Secret. Die Augenlider sind gleichfalls geschwollen, und au der Cornea tritt Trübung, Vascularisation und Ulceration ein, und zwar oft in dem Masse, dass die Thiere infolge der Trübung vollständig erblindet sind. Die Hornhautgeschwüre gehen hier aus einem Abscess hervor und haben während ihrer Entwickelung eine gewisse Aehnlichkeit mit einem Getreidekorn, mit dem sie auch von Laien oft verwechselt werden.
Bei Hunden entwickelt sich die Krankheit bald als Be­gleiterscheinung der Staupe, bald ohne diese. Stets nimmt sie einen chronischen Verlauf und verbindet sich regelmässig mit Ulceration an der Cornea, woraus neue Gefahren ent-
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Bindehaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 169
stehen. Bis zum Äbschluss des Leidens vergehen oft 4 bis 8 Wochen und nicht selten geht das Auge dabei verloren. Beim Rinde währt die Krankheit nicht so lange. Ihre mittlere Daner beläuft sich auf 2—1 Wochen. Auch hier kommt es gelegentlich zur Perforation der Cornea und zum Verlust des Auges.
Behandlung. Ohne Zweifel gilt es hier, den speci-tischen Infectionsstoff unschädlich zu machen; doch ist dies im Conjunctivalsacke um so mehr mit Schwierigkeiten ver­bunden, als die Cornea gegen scharf wirkende Stoffe sehr empfindlich ist. Es empfiehlt sich Augenwasser von Sublimat 1 : 5000 (Vermast.), Carbolsäure 1 : 100. Stärkere als 1 0/0ige Lösungen von Carbolsäure bewirken starke Reizungen und entzündliche Affectionen mit Trübungen in der Cornea, da­gegen wird Chlorwasser, selbst concentrirt, gut ertragen, aber die Wirkung desselben ist nicht besonders günstig; ferner ist Borsäure 2 ft,0ig und Creolin 1 0/0ig empfohlen. :Die meisten Praktiker sprechen sich beim Rinde für Argentum nitricum aus, welches sie als Augenwasser in 1-—20l'oiger Lösung an­wenden.
Nach den Untersuchungen von J. E. Weeks wird Staphy-lococcus pyog. durch eine 1 quot;/„ige Lösung von Argent, nitr. in 12 Sekunden zerstört. Sublimat vernichtete dieselben in Lösung von 1 : 5000 in 3 Minuten, Salicylsäure (1 : 1000) in 4—5 Minuten, reizt aber ziemlich stark. In Borsäure (1 : 25)
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blieben die Keime noch 10 Tage lebensfähig, Carbolsäure (1:00) tödtete sie in 4 Minuten, reizt aber die Conjunctiva stark. Hiernach erklärt sich der mit dem Höllenstein erzielte Erfolg; Chlorwasser erwies sich dagegen fast unwirksam.
Wichtig ist, den Conjunctivalsack vorher so gut es geht zu reinigen. Beim Hunde gelingt dies meist leichtnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ,5 2
mit einem feinen Haarpinsel. Die Application der flüssigen Substanzen erfolgt am besten mit einer Spritze. Wo die Anwendung flüssiger Arzneien nicht möglich ist, können Salben, bestehend aus Hydrargyrum praeeipitatum rubrum oder Calomel mit Ungnentum Paraffini (1 :10) vorordnet werden.
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170nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bindehaut.
Man suche die Weiterverbreitung der Krankheit durch Absperrung und andere Massnahmen zu verhindern. Nament­lich dilrfen Schwämme und sonstige Gegenstände, welche mit dem kranken Auge in Berührung gekommen sind, für ge­sunde Augen nicht verwendet werden. Auch reinige man sorgfältig die Hände, mit denen man derartig erkrankte Augen behandelt hat.
c) iJiphtheritischo Entzündung der Bindehaut beim Geflügel. Conjunctivitis s. Syndesmitis diphtheritica.
Ursachen. Eine croupös-diphtherische Entzündung ent­wickelt sich in Gemeinschaft mit einer gleichen Erkrankung der Schleimhaut des Maules, der Rachenhühle und der Nase auf der Conjunctiva bei Hühnern, Tauben und anderem Ge­flügel. Ueber die Ursache dieses Leidens sehwebt noch ein Dunkel. Die fast immer grössere Verbreitung, das enzootische Auftreten lässt kaum bezweifeln, dass es sich um einen lu-fectionsstoff handelt; die Natur desselben ist jedoch bisher unbekannt. Von Löffler und Emmerich wurden Spaltpilze gefunden, welche letzterer als identisch mit dem bei der Diphtheritis des Menschen gefundenen bezeichnet hat, wäh­rend von Löffler verschiedene Mikroorganismen gefunden wurden. Zürn glaubt, dass auch Gregarinen ein solches Leiden bewirken können. Diese Frage harrt noch ihrer Lösung.
Erscheinungen. Uie Diphtheritis der Bindehaut be­ginnt mit stärkerer Röthung und leichter Schwellung der Membran; bald stellt sich ein schleimig-eiteriges Exsudat ein. Die Lichtscheu wird gross, die Lider schwellen mit an. Auf der Oberfläche der Conjunctiva erscheinen graugelbe Flecke, die sich allmählich vergrössern. Abgehoben hinter­lassen sie einen Defect an der Oberfläche der Schleimhaut. Bald breitet sieb der Belag auf der Conjunctiva weiter aus und führt oft zu einer Verklebung der Augenlider. Oeffnet man diese, so lässt sich nicht selten eine zusammenhängende
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Bindehaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;171
Membran entfernen, welche an ihrer hinteren Fläche einen Abdruck des Augapfels bildet. Die Cornea zeigt Anfangs leichte, später intensive Trübung. Au ihrer Oberfläche ent­wickeln sieh nicht selten die gleichen Flecke, welche sieh allmählich ausbreiten und die ganze Cornea einnehmen können. Die stark geschwollene Conjunctiva wölbt sieh oft über den Rand der Cornea hervor (Chemosis).
In der Regel leidet gleichzeitig die Nasenschleimhaut, oft auch die Rachenschleimhaut in derselben Weise.
Gehen die Thiere nicht an der Erkrankung der übrigen Schleimhäute zu Grunde, so tritt meist Verlust des Aug­apfels ein. Nachdem die Cornea perforirt ist, stellt sich Panophthalmitis mit Zerstörung des Bulbtis ein. In leichten Fällen wird auch wohl Heilung beobachtet, doch bleiben nach Sistirung des acuten Processes oft Granulationen zurück, deren Bekämpfung mit grossen Schwierigkeiten verbunden ist. Die mittlere Dauer des Leidens beträgt 2 — 4 Wochen.
Behandlung. In präservativer Hinsicht ist Separation der gesunden von den kranken Thieren erforderlich. Zur Bekämpfung des Localleidens dienen Desinfectionsmittel. Nach Ablösung der nicht fest verbundenen Membran und Entfernung des übrigen Secrets wird die Bindehaut mit einer 1—2 0/0igen Sublimatlösung, oder 4 o/o igen Borsäure-, oder 50/oigen Kali chloricum-, oder 1—2 quot;„igen Höllensteinlösimg bepinselt. Zurückbleibende Granulationen ätze man mit dem Höllensteinstift.
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d) Conjunctivitis parenchyma tos a.
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Das Parenchym der Bindehaut nimmt zwar stets mehr oder weniger an den entzündlichen Processen ihrer Ober­fläche Antheil; als parenehymatöse Conjunctivitis wird indess das Leiden bezeichnet, wenn das Parenchym und das sub-mueöse Gewebe vornehmlich oder doch in hervorragendem Masse miterkrankt ist. Entzündliche Exsudate und Blut­ergüsse in das lockere Gewebe derselben sind zuweilen mit
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1 (2nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Bindehaut.
fibrinöser Erkrankung der Oberfliiche verbunden (Conjunc­tivitis membranacea).
Ursachen. Bald sind es meeLanische, bald chemische, bald specifische Reize, die bis in die tieferen Schichten der Bindehaut vordringen. Heftige Quetschungen, wie sie durch Hornstösse, Schlüge, Decubitus u. s. w. veranlasst werden, bilden oft die Ursache des Leidens. Nicht selten bestehen gleichzeitig Fracturen am Augenbogen mit Bluterguss in die Orbita. Scharfsalben, die zufällig ins Auge gelangen, sowie Kalkstaub in grosseren Mengen können die gleiche Wirkung äussern.
Symptomatisch tritt das Leiden bei verschiedenen inneren Krankheiten auf, bei Morbus maculosus des Pferdes, bei der Pferdestaupe: auch beim Milzbrand und bei den Pocken der Schafe werden ähnliche Vorgänge beobachtet.
Erscheinnngen. Jn den Vordergrund der Erschei­nungen tritt die Anschwelhmg, namentlich der Conjunctiva palpebrarum und des Uebergangstheiles. Diese Abschnitte der Bindehaut treten oft in Gestalt einer länglichen Wulst zwischen den Augenlidern hervor, während die Lider in Mitleidenschaft gezogen werden und infolge dessen an­schwellen. Bei Schwellung der Conjunctiva bnlbi wölbt sich diese über den Comealrand hinweg. Die angeschwollene Parthie erscheint mehr oder weniger geröthet, zuweilen glasig, glänzend ((Jedem). Durch blutige Ergüsse nimmt die Bindehaut ein dankelrothes Aussehen an. Die zwischen den Lidern eingeschnürten Abschnitte derselben können ab­sterben und eine trockene, braunschwarze Beschaffenheit an­nehmen. Schuierzhaftigkeit und Secretion zeigen sich ver­schieden. Zuweilen, namentlich nach Einwirkung scharfer Chemikalien, bilden sich fibrinöse Beläge auf der Conjunctiva (Conjunctivitis membranacea). Die Cornea zeigt hierbei meist geringere oder stärkere Trübung.
Die Erkennung bietet demnach keine Schwierigkeiten. Die meiste Aehnlichkeit mit diesem Leiden k3nnen subcon-junctivale Ergüsse erlangen, Blutungen im orbitalen oder
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Biadebaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 17-'i
subcoojimctivalen Gewebe, wie sie durch Verletzungen am Augenbogen oder im Verlaufe von Infoctionskrankheiten (Milzbrand, Morbus maculosus) beobachtet werden. Die dunkle, verwaschene Böthang der Bindelmut und das Fehlen von entzündlicher Secretion kennzeichnet diese Zustünde.
Der Verlauf, sowie der Ausgang der parenehymatösen Conjunctivitis gestaltet sich je nach den Ursachen verschieden. Bei leichten traumatischen Zuständen tritt in 8 — 14 Tagen vollständige Heilung ein. Ist der Bulbus verletzt, so richtet sich der Verlauf nach den hiermit verbundenen Folgezuständen. Scharfe Chemikalien führen gleichzeitig zur Veränderung der Cornea, welche sich zwar verlieren können, nicht selten aber dauernde Trübungen derselben zurücklassen, unter Umständen zur Perforation führen und den Augapfel zerstören.
Behandlung. Beseitigung der Ursachen muss nament­lich bei chemisch wirkenden Schädlichkeiten eintreten. Zur
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Heilung der entzündlichen Vorgänge dienen kühlende Um­schläge. Starke Schwellungen von glasigem Aussehen werden mit Vortheil scarificirt und darauf mit Adstringention (Alaun, Tannin, Zincum sulfuricum) behandelt.
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e) Conjunctivitis follicularis (Fröhncr).nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; ''#9632;#9632;#9632;
11 Nach den Untersuchungen Fröhners wird das bei Hun-
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den so häufig vorkommende Kntropium meist durch eine chronische Follicularconjunctivitis veranlasst, an welcher Krank­heit nach ihm 400/0 aller Hunde leiden. In der Regel istnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; , , die Innenfläche der Nickhaut Sitz der Erkrankung:, welche oft gar nicht erkannt wird. Zieht man jedoch die Nickhaut mit einer Hakenpincette hervor und schlägt dieselbe nach aussen um, so findet man an der Innenfläche derselben rund­liche, etwa hirsekorngrosse, über die Schleimhautoberfläche deutlich hervorragende Knötchen von dunkelrother Farbe, die oft etwas durchscheinend sind. Ihre Zahl und Grosse nimmt allmählich zu. Ausgehend von der Uebergangsfalte der Schleim­haut zur Sclera, breiten sich die Knötchen allmählich über
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174nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bindehaut.
die gauze Fläche aus, welche schliesslich das Aussehen einer Granulationsfläche annehmen kann. In schweren Fällen treten die durchscheinenden Knötchen auch an der Conjunctiva pal-pebrarum reihenweise angeordnet auf. Die mikroskopische [Jntersuchung der excidirten Knötchen ergab, dass sie als geschwellte Lymphfollikel anzusehen sind. In einer andeu­tungsweise vorhandenen Gerlistsubstanz fanden sich lymphoide Zellen und Gefässe.
Der Verlauf des Leidens ist stets chronisch. Solange anfangs keine entzündlichen Secrete auftreten, bleibt derselbe meist verborgen. Später gesellt sich eine chronische Con­junctivitis catarrhalis mit Ansfluss von serösem und schlei­migem Secrete hinzu. Fröhner hält diese für eine secun-däre Erscheinung. Ich habe diesen Zustand für das Primäre und die Mitleidenschaft der Follikel für eine Folge des chronischen Katarrhs bezw. für ein zufälliges Begleitsymptom gehalten.
Geringe Schwellung der an der Innenfläche der Nickhaut liegenden Follikel ist allerdings bei Hunden ein häufiges Vor-kommniss. Nicht selten tritt in denselben Wucherung ein, und sie bilden zuweilen grössere Geschwülste, wodurch die Nickhaut vom Bulbus abgehoben und das Aussehen der Thiere in hohem Masse gestört wird (vgl. S. 1(51). Ebenso habe ich die Beziehung der Foliikeischwellung zum Entropium aufge-fasst. Auch hier ist meines Erachtens die mit dem Entropium verbundene chronische Conjunctivitis als die Ursache der Follikel-Erkrankung zu betrachten.
Doch kann zweifellos eine acute Conjunctivitis gelegent­lich zu einem Entropium spasticum führen (S. 18G), und wenn man die Nickhaut alsdann untersucht, wird man oft Schwel­lung der Follikel linden. Dass dieser Zustand der Follikel als ein specifisches Leiden aufzufassen ist, welches in seinem weiteren Verlauf zu entzündlichen Erkrankungen der Con­junctiva führt, scheint mir zweifelhaft.
Fröhner bezeichnet als Ursache des Leidens staubige, reizende Luft, rauchige Räume etc.; daher findet man das
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Bindeliaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 175
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Leiden am häufigsten bei Stubenhunden. Impfversuche, welche Frühner anstellte, hatten alle ein negatives Resultat.
Der Verlauf ist immer ein chronischer, und erklärtnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;|
sich theils aus der fortdauernden Einwirkung der Ursachen,
tbeils aus der Ansammlung der entzündlichen Secrete imnbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;|iU
inneren Augenwinkel und unter der Nickhaut. x\us denselben Gründen stösst auch die Therapie auf grosse Schwierigkeiten.
F r ö h n e r empfiehlt Bepiuselungen der Follikel mit 10n/0igen Höllenstein-, Kupfervitriol- oder Bleizuckerlösungen; Ueberfahren über die Wucherungen mit einem llöllenstein-oder Kupfervitriolstift. In höherem Grade schneide man die erkranktan Abschnitte der Nickhaut heraus (vgl. S. 17G).
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2. Neubildungen an der Bindehaut.
Die Bindehaut ist nicht selten Sitz von Warzen, welche namentlich am Tarsaltheil in der Nähe der Lidränder vor­kommen. Auch werden Lipome hier öfter beobachtet (Meyer, Müller), seltener Carcinome und Sarcome. Zuweilen ist es nicht leicht festzustellen, ob die ISeubildungen von der Binde­haut selbst ausgehen; denn nicht selten ist das orbitale Fett­gewebe Ausgangspunkt solcher Bildungen, namentlich der Sar­kome (Meyer).
Oertliehe Störungen rufen die Tumoren entweder durch Verdrängung des Bulbus (Exophthalmus) oder dadurch her­vor, dass sie den Lidschluss verhindern.
Die Behandlung besteht in operativer Entfernung. Aetzmittel sind aus naheliegenden Gründen selten anwendbar.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;.lM
Wo ein solches benutzt werden soll, empfiehlt sich Chrom-
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säure in concentrirter Lösung. Operirt man am nicht ge­fesselten Thier, so bedient man sich zur Entfernung der Neubildung mit Vortheil einer gekrümmten Schere, um weitere Verletzungen zu verhindern. Durch Anwendung von Cocain wird es oft möglich, am stehenden Thiere zu operiren. Gestielte Tumoren lassen sich auch unterbinden, doch ver­dient die directe Entfernung mittelst Schere oder Messer den
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17(1nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Bindehaut.
Vorzug, weil die Unterbindungst'ädeii nnnöthige Reizung her­vorrufen.
Die an der Conjunctiva zuweilen gefundenen Dermoid-bildungen greifen in der Regel auf die Cornea über (vgl. diese).
3. Krankheitszustände des dritten Augenlides.
Literatur. Lustig: Hannor. Berichte 1880/82. Harrison: Zeit­schrift für vergl. Augenheilkunde 1885.
Die Schleimhautduplicatur, welche die Membrana nicti-tans bildet, erkrankt oft in Gemeinschaft mit der übrigen Bindehaut. Diese Zustände sind bei Besprechung der Con­junctivitis behandelt worden. Hier daher nur folgende Zu­stände :
a) Verwundungen der Nickhaut.
Sie entstehen unter denselben Umständen wie die Ver­letzungen der Augenlider und kommen am häufigsten beim Pferd, Rind und Hunde vor. Eine besondere Bedeutung haben dieselben nicht; in den meisten Fällen heilen sie ohne Beihülfe. Wo die Heilung nicht eintritt, wo Theile der Nickhaut fast vollständig losgelöst sind, oder wo üppige Wucherungen infolge von Verletzungen auftreten, greife man zur Schere. Die mit einer Schieberpincette oder mittelst eines Heftfadens vorgezogene Nickhaut wird mit einem Sche­renschlage abgetrennt. Die Blutstillung erfolgt durch Com­pression beim Lidscblnsse von selbst. Fremdkörper, die längere Zeit unter dem dritten Augenlide liegen bleiben, rufen eitrige Conjunctivitis mit ulcerativen Processen am Lidknorpel her­vor. Auch hierbei ist die Resection desselben oft angezeigt.
b) Verdickungeu und Neubildungen an der Mem­brana n i c t i t a n s.
Bei Hunden und Schweinen kommen infolge chronischer Entzündung der Bindehaut, aber auch ohne solche, nicht selten an der Innenfläche der Nickhaut Verdickungen und
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Bindehaut.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;177
Wucherungen zu Stande, wodurch dieselbe vom Eulbus ab­gedrängt und dem Lidschlusse oft hinderlich wird. Die Schleim­haut an der Innenfläche der Nickhaut besitzt eine unebene Oberfläche, indem sie von zahlreichen Follikeln oft im geschwell­ten Zustande überragt wird. Nicht selten treten an diesen Entzündungserscheinnngen auf (Conjunctivitis follicularis, vgl. S. 173), oder es kommt zu Wucherungen, wodurch oft hasel-nussgrosse Geschwülste entstehen.
Bei grösseren Thieren werden hier Fibrome beobachtet (Lustig). Harrison will beim Hunde Epitheliome und En-chondrome (?) gefunden haben. Die Entfernung geschieht, wie schon oben beschrieben, mit der Schere.
c) Vorfall der Nickhaut.
Ein Zustand, der nicht selten bei Hunden nnd jungen Schweinen vorkommt und meist von chronisch-entzündlichen Frocessen an der Innenfläche der Membrana nictitans veran-lasst wird. Die Nickhaut tritt soweit über den Bulbus her-vor, dass das Aussehen des Thieres darunter leidet. Die Behandlung besteht in der Resection der Membrana nictitans mittelst der Schere. Auch hier wird die Blutung durch den Lidschluss gestillt, und die Heilung erfolgt ohne weitere Hilfe. Man lässt das in den nächsten Tagen auftretende Secret entfernen und das Auge mit einem leichten Desin-ficiens, z. B. 2(l;oige Borsäurelösung reinigen.
B. Krankheiten der Tliriineiiorgane.
Literatur, Hollmann: Mag. von Gurlt u. Hertwio- Bd. 22 gt;S 121 Wolt'f: Zeltechr. fdr vergl. Augenheilk. 1885. Bayer: Zeitschr.
für vergl. Augenheilkundi;. Verjans u. Tyvaert: Her. Rep. Bd.2(i. Wörz:Her.Rep. Bd.9. Leblanc: Augenkrankheiten 1825.
1. Entzündung des Thränensackes, Dacryocystitis.
Die Abflusswege der Thränendrüsen sind von einer Schleimhaut bekleidet, welche einerseits mit der Bindehaut,
Möller. Tliinriirztl. Aneenheilkunde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 12
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178nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Thränenorgane,
andererseits mit der Sehleimhaut der Nase in Verbindung steht. Der Thrüncnsack besitzt beim Pferde eine Weite von 2 cm, ist beim Rinde noch kleiner und nimmt zuweilen Antheil an entzündlichen Processen der Conjunctiva; auch können Fremdkörper, die hinein gelangen, sowie Verschluss der Ausnüindungsstelle des Thriinencanals (Hollmann) Ur­sache der Erkrankung wurden.
Erscheinungen. Infolge der Schwellung in der Schleim­haut tritt Verstopfung des Abflusscanals ein, und fliessen die Thränen gemischt mit einer eiterigen Flüssigkeit über die Wange, benetzen die Haare und bringen diese zum Aus­fallen. Der erkrankte Thriinensack macht sich in Gestalt einer weichen, fluctuirenden Anschwellung dicht unter dem nasalen Augenwinkel bemerkbar. Wolff fand eine solche Anschwellung beim Pferde 2 cm lang und 3 cm fcreit, bei einem zweiten sogar 6,5 cm breit, 5 cm lang und 2,o cm hoch. Durch Druck auf die Geschwulst entleert sich aus den Thränen-punkten eine trübe, schleimig eiterige Flüssigkeit. Die Binde­haut zeigt sich geschwollen und geröthet; die Kehlgangs­drüsen sind zuweilen angeschwollen.
Bei der Stagnation des Secrets im Thriinensack nimmt der Process stets einen chronischen Verlauf und kann monate­lang bestehen. Zuweilen kommt es zur Perforation des Sackes und der äusseren Haut und damit zur Bildung einer Thränen-tistel. Das Leiden gehört jedoch in Norddeutschland zu den seltenen Vorkommnissen.
Behandlung. Der von Hollmann beobachtete Fall wurde durch Oeft'nung der Ausmündungstelle des Thriinencanals in der Nasenhöhle und Ausspritzen mit einer Zinklösnng geheilt, Wolff drückte den Thriinensack -t Tage hindurch täglich 3—4mal ans und spritzte eine 0,25 0/0ige Zinksnlfat-lösung durch das untere Thriinenröhrchen ein; dann nahm er eine Spaltung des oberen Thränenröhrchcns in der Weise vor, dass während der Chloroformnarkose eine etwas gebogene Weber'sche Sonde eingeführt, und mit einem geknöpften Bistouri das Thriinenröhrchen vollständig gespalten wurde.
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Thränenorgane.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 179
Die Blutung war unbedeutend, und nachdem warme Um-
schlage applicirt, Emträufelvmgen von 0,3 0|0iger Acidum carbolicum oder salicylicum stattgefunden und Weber'sche Sonden in den nächsten Tagen eingeführt waren, erreichte man in 5 Wochen vollständige Heilung. In dem zweiten
Falle erreichte Wolff diese durch Application der Weber'schen
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Sonde. Bayer dagegen behandelte seine Patienten durch Einführung elastischer Sonden und Ausspritzen mit Adstrin-gentien mehrere Wochen ohne Erfolg. Stockfleth empfiehlt Ausspritzungen mit lauwarmem Wasser von der Nasenöffnung aus. Da wo der Inhalt nicht vollständig durch Ausspülen zu entleeren ist, muss die Spaltung empfohlen werden. Auch Leblanc spricht sich dafür aus.
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2. Verstopfung und Verschluss des Thränencanals.
II oilman n beobachtete 2 Fälle von angeborener Atresie der unteren Oeffnung des Thränencanals bei Fohlen. Neben den Erscheinungen der Bindehautentzündung, chroni­schem Ausfluss einer schleimig eiterigen Flüssigkeit aus dem inneren Augenwinkel wurde bei dem Pferde starke Anfüllung des Thränensackes und eine fluctuirende Hervorwölbung der Schleimhaut der Nase an der Ausmündungsstelle des Thränen­canals gefunden, so dass der Inhalt desselben durchschim­merte. Nach Oeffnung der kleinen Geschwulst entleerte sich eine eiterige Flüssigkeit, was durch Streichen mit dem Finger unterstützt wurde. Sodann Hess Hol!mann Einspritzungen von Zinksulfat machen, wodurch nach (j Tagen Heilung ein­getreten war. In einem zweiten Falle trat die Heilung schon nach 4 Tagen ein. Bei einem Besuche der Thierarzneischule zu Brüssel hatte ich Gelegenheit, diesen Zustand bei einem Pferde zu sehen: auch hier wurde die offenbar angeborene Atresie ohne Schwierigkeiten gehoben.
In der Klinik zu Toulouse kamen öfter Verstopfungen
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des Thränencanals bei Eseln und Maulthieren durch die Grannen von Bromus sterilis vor, welche von der Nasen-
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Iponbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Thränenorgane.
Öffnung aus eingedrungen waren (Stockfleth). Practuren am Tliränen- und Oberkieferbein können ebenfalls zum Ver-schluss des Thränencanals füliren.
Verjans und Tyvaert fanden bei einem Pferde, welches seit 6 Monaten an Thränenfluss, Entzündung der Conjunctiva und Cornea gelitten hatte, die Mündung des häutigen Canals mit einer bräunlichen Masse verstopft, nach deren Entfernung die Krankheitserscheimnigen verschwanden. Weiter nach oben bestehender Verschluss des Thränencanals lässt sich nur durch Application einer elastischen Sonde nachweisen, unter Um­ständen auch beseitigen. Leblanc legte bei solchen Zu­ständen mittelst einer elastischen Sonde durch den Thränen-canal der Pferde einen Faden, an welchem 2 kleine Ringe befestigt wurden, um das Herausfallen desselben zu verhin­dern. Die Oeffnung des Ganges oberhalb des Verschlusses mit einer spitzen Sonde hat nach Angabe des Erfinders dieser Operation (Hering) selten befriedigenden Erfolg. Dagegen bietet die Spaltung des geschlossenen unteren Ausführungs-
gan
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s in der Regel keine Schwierigkeiten.
3. Die Thränensackfistel.
Infolge Verwundung des Thränensackes oder nach Per­foration desselben durch entzündliche Processe finden die Thränen zuweilen einen directen Abfluss nach aussen. Man trifft alsdann dicht unter dem nasalen Augenwinkel eine etwa stecknadelknopfgrosse runde Oeffnung mit schwarzem Rande, aus welcher Thränenflüssigkeit, oder bei entzündlicher Er­krankung des Sackes eine eiterige Masse abfliesst, die Haare der Wange verklebt und später zum Ausfallen bringt. Dieses Leiden wird bei Pferden. Rindern und Hunden beobachtet, nimmt stets einen chronischen Vorlauf und heilt niemals auf spontanem Wege.
Bei Hunden findet sich nicht selten ein dem beschriebenen äusserlich ähnlicher Zustand, der indess nicht mit den Thränen-organen in Verbindung steht, sondern eine Zahnfistel darstellt.
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Thränenorgane.
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In der Nähe des inneren Augenwinkels besteht eine kleine Oefiiiung in der Haut, aus welcher eine serüs-eiterige Flüssig­keit sich entleert. Führt man in diese eine ISonde ein, so gelangt dieselbe auf einen harten Körper, die Zahnwurzel oder den Knocheu, wodurch sich der Zustand als Zahnfistel kennzeichnet.
Die Heilung setzt vor Allem Herstellung des natür­lichen Abflusses voraus, was oft auf unüberwindliche Hinder­nisse stösst. Ist der Ausfilhrungscanal durch eine Knocheu-anftreibung verlegt, so wird nie etwas erreicht. Man suche also zunächst durch Sondiren festzuhalten, wo das Hinderniss liegt. In der Regel befindet sich dies unterhalb der Fistel. Dann führe man von hier aus eine JSonde durch den Thränen-canal, lege sodann ein Bougie oder einen dicken Catgutfaden ein. Ist auf diese Weise der natürliche Abflusscanal frei gemacht, so suche man durch Auffrischen des Kandes der Fistel mit einem Höllensteinstift die Verwachsung desselben herbeizuführen. Durch vorsichtiges Heften kann der Erfolg noch mehr gesichert werden.
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4. Neubildungen an der Thränencarunkel.
Würz beobachtete bei einem arabischen Vollblnthengste eine allmählich zunehmende Wucherung der Thränencarunkel, welche schliesslich die Grosse einer Nxiss erreicht hatte und zur Trübung der Cornea und chronischem Katarrh der Binde­haut geführt hatte. Am liegenden Thiere wurde die an der Oberfläche warzige Geschwulst (Fibroma papillare) mit dem .Messer entfernt, und die Blutung mit dem Glüheisen gestillt. Die Heilung war eine vollständige , indem sich die Corneal-trübung aufklärte und die Conjunctivitis verlor. Auch Le blanc theilt mehrere Beobachtungen von Neubildungen au der Thränen­carunkel bei Pferden und Kindern mit und empfiehlt die Ex-stirpation mit der Schere. Bei malignen Neubildungen, z. B. Melanosarcomen stellt sich oft ülceration ein.
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182nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Lider.
('. Kranklicilen der Augenlider.
Anatomie. Die ilussorc I.idlUidu- wird von einer dünnen, fein be­haarten Cntis gebildet, die eine lockere Subcutis besitzt: ihre Innen-llacbe bekleidet die Bindehaut, eine Sclileimhaut mit cutanem Bau, deren Submucosa in ein eigenthiinilich derbes Gewebe verwandelt ist, welches dem Augenlidc gleichsam als Stütze dient und Lidknorpel (Tarsus) heisst. Der Tarsus besteht somit nicht aus Knorpel, sondern aus einem derben, festen Bindegewebe. Zwischen beiden liegen die das Lid bewegenden Muskeln. Am Rande der Lider münden die Mei-bom'schen Drüsen, welche als modifioirte Talgdrüsen aufzulassen sind.
1. Wunden der Augenlider.
Literatur. Frank: Deutsche Zeitschrift für Thiermedioin Bd. 12, S. 46.
Verletzungen der Augenlider kommen am häufigsten beim Pferde, und zwar durch Bisse oder durch Reissen an Nägeln oder an vorstehenden Theilen des Geschirres zu Stande und treffen meist das obere, selten das untere Lid. Es handelt sich um Kisswunden, die in der Regel parallel mit dem Lid­rande vom lateralen zum medialen Augenwinkel verlaufen. Nur selten ist dabei der Bulbus oder der Augenbogen ver­letzt. Die Heilung kommt in der liegel leicht zu Stande. Das lockere Bindegewebe sowohl wie auch die Muskeln und die äussere Haut begünstigen die baldige Vereinigung, während der Tarsus als derbes Bindegewebe den Heilungsprocess nicht stört. In der Regel gelingt die Wiedervereinigung der los­getrennten Stücke selbst dann noch, wenn die Wunde sich über die Hälfte des Augenlides erstreckt und nur noch eine schmale Verbindung zwischen beiden besteht. Wo nur ein kleines Stück (etwa Vi der Länge) des Augenlides los­getrennt ist, wird dasselbe bei Arbeitsthieren zweckmässig ganz entfernt, da hierdurch weder im Aussehen noch im Gebrauche des Thieres eine Störung zu befürchten ist. Nur wenn grössere und namentlich breitere Stücke des Lides fort-genommen werden, kommt später ein vollständiger Lidschluss
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Lider.
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nicht zu Stande (Lagophthalmus, Haseuauge) und stellt sich infolge dessen Trübung der Cornea ein, wodurch nicht nur das Aussehen des Thieres, sondern auch das Sehvermögen mehr oder -NS'eniger leidet. Temperamentvolle Pferde werden unter diesen Umständen auch wohl unruhig, wenn hei Regen­wetter das in das Auge fliessende Wasser das Sehen momentan stört. Bei Luxuspferden empfiehlt sich daher die Wieder­vereinigung der losgelösten Stücke zu versuchen, und zwar durch vorsichtiges Heften der äusseren Haut. Nachdem die Wundränder geglättet, aufgefrischt und soweit möglich ge­reinigt sind (ich benutze hier mit Vorliebe 20/oige Borsäure­lösung), wendet man die umschlungene Naht an. Durch eng gelegte Nadeln werden die Wundränder besser fixirt, wird das Umkrempen derselben verhütet, und so die Heilung er­leichtert und gesichert. Doch lässt sich dasselbe mit der Knopfnaht erreichen. Ich ziehe die umschlungene Naht aber noch deshalb vor, weil sie sich leichter am stehenden Pferde anlegen lässt. Zur Fixirung der Wundränder wird ferner noch Gelatine mit etwas Holzwolle über die Hefte geklebtl). Gegenüber dem Collodium hat die Gelatine den Vorzug, dass sie nicht reizt und auch auf feuchten Flächen haftet. Durch Anbinden zwischen 2 Pfeilern verhindert man, dass Pferde sich scheuern. Es ist nicht nöthig, die Bindehaut zu heften, daher sind die von Frank empfohlenen Catgutfäden, welche in der Mitte mit einer spindelförmigen Verbreiterung verschen sind, nicht erforderlich. Vollständige Asepsis lässt sich zwar auf diese Weise nicht erreichen, doch wenn man für Rein-
..;::;#9632;
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') Diese Wundgelatine wird von mir aucli bei anderen Verletzun­gen der Pferde liäufig- angewendet. Man stellt dieselbe, in der Weise her, dass man die käufliche Gelatine in Sublimatwasser (1 quot;A1) auf­quellen lässt, sodann mit etwa 100/o Glycerin versetzt, welches durch Schmelzen der Masse mit der Gelatine vermischt wird. Zum Gebrauch wird die Jlasse, welche sich längere Zeit hält, in einem kleinen Tiegel bis zur Verflüssigung angewärmt und dann mit einem Haarpinsel auf­getragen (vgl. Frick: Tageblatt der 59.Versammlung der Naturforscher und Aerzte zu Berlin, 8. 330).
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184nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Lider.
lichkeit sorgt, bleibt die Heilung per primam intentiouem selten aus; es beut wenigstens ein Theii der Wunde auf diesem Wege, wäbrend der Rest unter Eiterung zur Vereinigung gelangt.
2. Entzündung der Augenlider. Blepharitis.
Literatur. CThlich: Dresdener Berichte 1880. Meyer: Mag. von Gvuit u. Hertwig Bd. 17, S. 180.
Dieses Leiden ist bei Tbieren selten, kommt jedoch bei Pferden, Rindern und Hunden vor. Als ürsacben wirken meist äussere Verletzungen, Cjuetscbungen beim Liegen (Deeubitus), Abstreifen der Halfter u. s. w. Secundär kom­men bier entzündliche Erkrankungen durch Uebertreten von der Nachbarschaft zu Stande. So breiten sich Ekzeme und andere Hautausschläge vom Aiigenbogen oft auf das obere Augenlid aus (Hund), oder die entzündlichen Processe der Conjunctiva greifen auf die Subcutis und Cutis der Lider über (Rind).
Meyer beobachtete 1846 eine Lidentzündung, verbunden mit Conjunctivitis, bei einer grösseren Anzahl jüngerer Pferde auf dürrer Marschweide. Mehrfach traten Abscedirungen am oberen Augenlide ein. Üblich fand kalkige Concretionen in der Thränendrüse eines Pferdes als Ursache der Blepharitis.
Die Erkennung ergibt sich aus dem Nachweise der entzündlichen Veränderungen, namentlich der Schwellung. Diese pflegt besonders da stark zu sein, wo die Entzündung von der Bindehaut ausgeht. Das obere Augenlid hängt mehr oder weniger herab (Ptosis) und kann das Sehen stören. Der Ausgang in Zertheihmg ist Regel, doch werden auch Ab­scedirungen (bei Conjunctivitis) und Nekrose der Haut (bei Decubitus) beobachtet.
Behandlung. In präservativer Hinsicht muss bei Pferden, die infolge anderer Leiden andauernd liegen, durch weiches Lager, öfteres Umwälzen u. s. w. Sorge dafür getragen wer­den, dass nicht Decubitus eintritt. Das Abstreifen der Halfter
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Lider.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 185
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ist oft die Folge zu testen Anlegens derselben, wodurch dem Pferde Unbequemlichkeiten bereitet werden, von denen es sich zu befreien sucht. Auch empfiehlt sich, um das Ab­streifen zu verhindern, ein etwa handbreites, steifes Leder mit dem Geniclcriemen zu verbinden und eventuell 2 Kehl-riemen anzulegen.
Bei Quetschungen der Lider genügt massiges Kühlen: sind Excoriationen der äusseren Haut vorhanden , finden deckende Mittel, Bepudern mit Tannin, Jodoform und Amylum oder Bestreichen mit einem milden Fett Anwendung. Gegen Ekzeme und andere Hautausschläge müssen die entsprechenden Mittel ausgewählt werden; Abscesse sind bald zu öffnen,
ilautnekrose muss nach den allgemein gültigen Grundsätzen
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behandelt werden.
3. Die Umstülpung des Lidrandes. Ectropium und Entropium.
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Literatur. Aubry; lief, in Müller-RöU Hd. 18. S. 89. Kettritz: The Veterinarian 188(5. Blmnberg; Ueber die Augenlider einiger
Haasthiere. Diss. Dorpat 1867.
Der freie Rand der Augenlider soll dem Bulbus gleich massig anliegen. Biegt sich derselbe von dem Bulbus ab­tretend gegen die äussere Fläche der Lider um, so spricht man von einem Ectropium; eine Urabiegung gegen die Bindehaut heisst Entropium.
Das Ectropium findet sich fast nur bei Hunden, und zwar vornehmlich bei grösseren Raceu am nasalen Thoil des unteren Augenlides. Deutsche Vorstehhunde, Doggen und Berghunde werden durch das Leiden nicht selten ent­stellt. Indem der Lidrand vom Bulbus zurücktritt, wird die Conjunctiva der Luft mit ihren Reizen ausgesetzt und be­findet sich im Zustande leichter Entzündung. Nach Bayer entsteht dieser Zustand durch veränderte Wirkung des M. orbi-cularis. Vielleicht begünstigt der Bau des Tarsus, der beim Hunde von dem der übrigen Thiere abweicht (Blumberg),
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186nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Lider.
die Entstehung dieses Leidens. Derselbe besteht nämlich nicht aus einer festen Scheibe, sondern aus breiten Binde-gewebsbündeln, vermischt mit elastischen Fasern. Nach meiner Ueberzeugung spielt die im Verhältniss zur Grosse des Bulbus starke Entwickelung der Augenlider dieser Racen hierbei eine Rolle. Hunde mit tiefliegenden Augen leiden öfter daran. So erklärt sich die Vererbung des Zustandes und die Verbreitung desselben in einer Familie. Selten üben Narbenretractionen in der äusseren Haut der Nachbarschaft einen Zug auf das Augenlid aus und erzeugen Ectropium. Entzündliche Schwellung der Conjunctiva kann vorübergehend den Zustand hervorrufen.
Einige Aehnlichkeit kann das Ectropium mit den von der Innenfläche der Nickhaut ausgehenden Wucherungen der Schleimhaut bezw. der hier gelegenen Lympffollikel erlangen (vgl. S. 176).
Die Behandlung dieses Leidens ist oft recht schwierig. Zuerst wirke man auf die Beseitigung der Conjunctivitis hin, und wenn damit das Augenlid nicht in seine natürliche Lage zurückkehrt, suche man dies durch Narbengewebe zu erreichen. Zu dem Zwecke wird an der äusseren Hälfte des unteren Lides ein spitzbogenförmiges Stück von 0,5—1,0 cm Breite entfernt, so dass der Bogen nach unten gerichtet ist. Um das Aussehen zu verbessern, können ein paar Hefte angelegt werden : doch ist dies nicht nothwendig.
Das Entropium kommt ebenfalls fast nur bei Hunden und noch häufiger vor als das Ectropium. Bei den übrigen Thieren ist es zuweilen angeboren; Aubry fand es beim Fohlen. Meist leidet das obere, nicht selten das untere Augenlid, zuweilen beide zugleich, und zwar immer an der temporalen Hälfte. Wiederum sind fast ausschliesslich grössere Hunde mit dem Zustande behaftet. Reizzustände in der Conjunctiva, nach Fröhner Conj. foliicularis, geben meist den Austoss zur Entstehung des Entropium, indem sie die Thiere veranlassen , das Auge krampfhaft zu schliessen (Entropium spasticum Blepharospasmus). Hierbei biegt sich
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Lider.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 187
der scblarte Lidrantl gegen den Bulbus um, so dass die Haare und Augenwimpern des Lides mit der Cornea in .Berührung kommen (Trichiasis). Die hierdurch erzeugte Reizung ver-anlasst energischen l^idschluss, und so entsteht ein Circulus vitiosus. Oft geht die Entwickelung langsam vor sicli und knüpft sich an Retractionen der Conjunctiva durch chronisch entzündliche Processe in derselben. Doch kann umgekehrt das Entropium Ursache der Conjunctivitis werden.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;,11
Erscheinungen. Andauernder Lidschluss und Thrä-nenfluss, leichte Conjunctivitis, zuweilen auch Keratitis deuten auf das Leiden hin, dessen Erkennung bei genauer Betrach­tung der Augenlider nicht schwer ist, namentlich wenn man das betreifende Augenlid vom Bulbus abhebt. Der Zustand ist nicht nur für den Hund lästig, sondern schädigt auch dessen Aussehen und setzt dadurch den Preis werthvoller Thiere oft bedeutend herab.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;s|l|
Behandlung. In frischen Fällen gelingt die Heilung
zuweilen durch Beseitigung der Conjunctivitis (vgl. S. 165). Nach längerem Bestehen kann nur noch operativ gegen das Leiden etwas geleistet werden. Das einfachste Verfahren besteht in der Abtragung des Lidrandes mit der Schere, so weit derselbe umgebogen ist. Hierdurch wird das Aussehennbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; f •.
des Thiei-es jedoch mehr geschädigt als durch eine andere Opera­tion, welche darin besteht, parallel mit dem Lidrande ein Stück ('utis zu excidiren. Zu dem Zwecke lege man eine Klemmpincette auf eine ca. 0;1,]lt;gt; cm hohe Hautfalte, welche reichlich die Ausdehnung des eingebogenen Lidrandes besitzt, und schneide diese mit der Schere fort. Dabei bleibe man etwa 0,5 cm vom Lidrande entfernt. Das Heften der Wunde ist nicht erforderlich, denn nur selten wird Hei­lung per priraam intentionem erreicht.
Bei den übrigen Thieren werden diese Zustände ebenso behandelt. Aubry operirte mit einem Längsschnitte der Haut. Kettritz empfiehlt Äetzung der Conjunctiva. Auf der günstigen Wirkung dieser Methode auf die Conjunctivitis beruht ihr Nutzen.
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188nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Lider.
4. Verwachsung der Augenlider.
Literatur. Walter: Thierärztl. Mittlieügn. 1859. Jlagin: Adam's Wochenschrift 1872. Robinson: The Veterin. journal Bd. 2quot;gt;. Bayer: Zeitscbr. für vergl. Augenheilk. Bd. ii. 8. 59.
Die Lidränder können durch verschiedene Ursachen in dauernde Verbindung miteinander treten und zwar:
a)nbsp; Angeboren als abnorme Persistenz des Fötalzustan-des. liei Fleischfressern besteht derselbe noch mehrere Tage nach der Geburt fort. Zuweilen bleibt bei diesen die Trennung aus; seltener werden andere Thiere mit diesem, alsAtresia palpebrurum bezeichneten Zustande geboren. Walter, Magin und Robinson haben denselben jedoch bei Fohlen beschrieben.
Nachdem man sich überzeugt hat, dass nicht bloss eine Verklebuug vorliegt, spalte man die Lider mittelst einer tichere. Um das leicht eintretende Wiederverwachsen zu verhindern, werden die Ränder mit dem Höllensteinstift geätzt, sodann mit Fett bestrichen und in der nächsten Zeit täglich gereinigt.
b)nbsp; nbsp;Verwachsungen der bereits getrennten Lid­ränder (Ankyloble2)haron, Blepharophimosis) können durch entzündliche Frocesse an denselben zu Stande kommen. Das Heilverfahren ist dasselbe. Bayer stellte künstlich den Zustand her, um das Aussehen des Pferdes nach der Enu-cleation des Bulbus zu verbessern und erreichte dies durch Anfrischen der Conjunctiva an den Lidrändern und Anlegung einer Knopfnaht mit Entspannungsnähten.
c)nbsp; nbsp; in seltenen Fällen ist die Innenfläche der Lider zugleich mit dem Bulbus verwachsen (Sym-blepharon). Der Zustand entsteht durch schwere entzünd­liche Frocesse an der Bindehaut, besonders nach Anätzungen des Auges. Hierbei leistet auch die operative Behandlung in der Regel nichts. .Selbst wenn die mühevolle Trennung erreicht ist, kommt es in der Regel zu einer neuen Ver-wachsunti'.
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Lider.
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5. P t o s i s.
Als Ptos is bezeichnet msm einen Zustand, bei dem das obere Augenlid abnorm weit auf den Bulbus herabhängt. Der­selbe kann durch Paralysen des M. orbicularis (wahre, echte Ftosis infolge von Facialislähmung), als auch durch entzünd­liche Processe im oberen Augenlide Veranlasst sein (unechte und falsche Ptosis). Demnach ist sowohl die Beurtheilung wie die Behandluno- einzurichten.
6. Tumoren der Augenlider.
An der iiusseren Haut der Augenlider werden bei den verschiedenen Thiergattungen gutartige wie bösartige Neu-hildungen angetroffen. Mit Vorliebe finden sich am oberen Lide Fibrome als Warzen, zuweilen in grösserer Zahl. Melano-sarcorae und Carcinome werden bei Schimmeln angetroffen, bei Kühen hat man Hauthömer am unteren Augenlide gesehen.
Gestielte Warzen schneidet man mit der Schere fort, nicht gestielte Tumoren können mit dem Messer entfernt werden, doch präparire man diese sorgfältig heraus, um Recidive zu vermeiden. Unter den Arzneimitteln verdienen concentrirte Lösungen von Chromsäure den Vorzug; rauchende Salpetersäure ist zu vermeiden, weil die Dämpfe das Auge des Thieres leicht beschädigen, und bei den grösseren Thieren die Application derselben auch für den Behandelnden nicht ungefährlich ist: die Thiere werden durch das Rauchen leicht unruhig, machen unverhoffte Bewegungen und verschleudern das Aetzmittel.
J). Krankheiten der Orbita.
Literatur, Elichbaum: Zeitschr. für vergl. Aagenheilkonde 1885. Koschel: Zeitschr. für vergl. AiiireiiheilUnnrle 1883. Robellet: Her. Rep. Bd. 16, S. 67.
Bei den Pflanzenfressern besitzt die Augenhöhle einen allseitig geschlossenen Knochenring., der oben vom Augenfortsatz des Stirnbeins.
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Orbita.
aussei! vom Jochbein und Jochbogen, unteu vom Joch- und Thränen-bein und innen vom Stirnbein gebildet wird. Heim Schwein und den Fleischfressern erreicht der Augenbogenfortsatz des Stirnbeins den Joch­bogen nicht und wird durch ein fibröses Band ersetzt. Von diesem, den Eingang in die Orbita bildenden Knochenringe geht eine fibrös elastische Membran (Periorbita) trichterfönnig nach hinten zum Fora­men opticam. Auf der äusseren F'liiche derselben liegt das extraorbi-tale Augenfett und Bindegewebe mit der äusseren Haut, i'eber der
Fig. 28.
Durchschnitt der Orbita eles Pferdes (nach Eichbanm).
Periorbita findet sich eine beim Pferde und den Fleischfressern dünne, bei den Wiederkäuern stärkere Fascia superficialis (Eichbanm), welche durch zartes Bindegewebe, und in der Gegend des Bulbus und des Sehnerven durch Fettgewebe mit der Periorbita verbunden ist. Hinten setzt sie sich an das Foramen opticum, nach vorn strahlt sie in die Augenlider aus. Aul' ihr verläuft ein Theil der Nerven und Gefässe der Lider und der Thränendrüse. Die innere, dem Bul­bus zugewendete Fläche dieser Fascie ist ebenfalls durch Binde­gewebe mit den hier gelegenen Muskeln verbunden. die zum Theil aponeurotisclie Ueberziige von ihr empfangen. An der oberen und
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Orbita.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; UM
medialen Seite des Bulbus findet sich unler dieser Fascie eine zweite, welche mit dem Levator palpebrae superioris in enger Verbindung steht. Darauf folgt eint- süirkere Sehnenhaut, die Fascia profunda, welche den Bulbus ringförmig umgibt und dessen Muskeln zum Theil bedeckt. Diese Fascie lässt sicli in zwei Blätter zerlegen, von welchen das äussere grösstentheils mit den Muskeln verschmilzt, das tiefere sich in der Gegend des Cornealrandes an den Bulbus heftet und der Tenon-schen Kapsel entspricht (Eichbaum). Auch an dieser Kapsel lindet sich vielfach Bindegewebe und Fett. Das unter der Periorbita ge­legene Fett wird wohl als intraorbitales Augenfett (Capsula adiposa bulbi) bezeichnet.
#9632;
1. Verletzungen und Entzündungen an der Orbita.
Literatur. Schwenk: Zeitschr. für vergl. Augenheilkunde 1882. S. 140.
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Obgleich der Augapfel in einer knöchernen Höhle liegt and mehrfach von Fascien umgeben ist, welche der Ausbrei­tung entzündlicher Processe ungünstig sind, so wird derselbe doch nicht selten bei Verletzungen seiner Umgebung in Mitleidenschaft gezogen. Das ist namentlich der Fall, wenn es sich um eiterige, septische und andere int'ectiöse Pro­cesse handelt, während die ohne Trennungen in der äusseren Haut und aseptisch ablaufenden Vorgänge in der Regel nur dann einen nachtheiligen Einfluss auf dieses Organ und seine Function ausüben, wenn sie mit erheblichen, mechanischen Insulten oder mit continuirlichem Druck (starke Schwellung, Neubildungen) auf den Bulbus, bezw. Sehnerv verbunden sind.
a) Fracturen an den Knochen der Orbita.
Am häufigsten bringen solche am Augeubogcnfortsatz des Stirnbeins, am Jochbogen oder am Thräncnbein Gefahr für das Auge. Die hiermit verbundene starke Anschwellung in der Orbita kann zum Hervordringen des Bulbus aus der Augenhöhle (Exophthalmus) führen (vgl S. HKJ). Bei compli-cirten Brüchen entwickelt sich zuweilen eine phlegmonöse oder jauchige Entzündung der den Bulbus umgebenden Weichtheile, welche zu ähnlichen Gefahren führen wie Verwundungen.
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Orbita,
b) Quetschungen und Verwundungen der in und an der 0rbita gelegenen Weiohtheile.
Oberflächliche Quetschungen und Verwundungen rufen nur selten für das Auge Nachtheile hervor, sofern der Bul-hus nicht mit verletzt ist. Daher bleiben auch die beim Pferde im Verlaufe von Gehirnkrankheiten oder durch Decu-bitus am Augenbogen vorkommenden Verletzungen der äusseren Haut in der Regel ohne Bedeutung für das Sehorgan. Die Periorbita, sowie die den Bulbus umgebenden Fascien setzen dem Entzündungsprocesse eine Grenze und schützen so das Auge 1). Sobald diese Verletzungen jedoch zu jauchigen Zer­störungen führen oder diese Schutzmembranen perforirt sind, tritt die Gefahr einer Entzündung der Weichtheile ein, welche den Bulbus umgeben. Hierdurch wird sowohl ein Ueber-greifen auf den Bulbus selbst möglich, als auch namentlich die Ausbreitung des entzündlichen Processes auf den Sehnerv nicht ausgeschlossen. Robe 11 et beobachtete eine entzünd­liche, durch Verletzung hervorgerufene Erkrankung der orbi­talen Gewebe beim Pferde mit tödtlichem Ausgange. Ebenso werden am orbitalen Fett- und Bindegewebe im Verlaufe von Infectionskrankheiten, namentlich beim Morbus maculosus, im Anschluss an Parotisabscesse und entzündliche Erkrankung des Kiefergelenks eiterige oder jauchige Erkrankungen beob­achtet. Auch kommt zuweilen Emphysembildung in der Or­bita vor.
Dieser Zustand gibt sich durch mehr oder weniger starke Anschwellung in der Augengrube, durch Schwellung des oberen Augenlides und der Conjunctiva, deren Uebergangs-
') Zu Versuchszwecken wurde von mir bei einem Pferde ein Stück Knochen ans dem Jochfortsatz des Schläfenbeins gesägt, das extraorbi­tale Fettgewebe fast gänzlich entfernt und die Vena ophthalmica unter­bunden. Als das Pferd 8 Tage nach der Operation getödtet wurde, waren weder Erscheinungen einer Erkrankung des intraorhitalen Ge­webes, noch auch des Nervus opticus eingetreten. Die entzündlichen Veränderungen beschränkten sich auf das extraorbitale (iewebe.
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m
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Orbita.
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theil in Form einer rothen Wulst zwisclien den Augenlidern oft hervortritt, nicht selten auch durch Hervordrängung und Schiefstellung des Bnlbns zu erkennen. Sofern mit dem Spiegel ein Einblick in das Augeninnere möglich ist, wird oft Stauungspapille angetroffen. Auch kann es durch Ueber-greifen des Entzündungsproeosses auf den Bulbus zu Irido-chorioiditis. zu Netzhautablösung, selbst zur Zerstörung des ganzen Auges kommen.
Die Beurtheilung wird daher namentlich von dem Charakter, dem Grade der Ausbreitung und dem Sitze der Erkrankung abhängig sein.
Leblanc beobachtete bei einer Verletzung am inneren Augenwinkel eines Ochsen, wobei das Thränenbein freigelegt war, eiterige Panophthalmitis mit Tod durch Meningitis (Ab­handlung über Augenkrankheiten S. 14).
In einem von mir beobachteten Falle ging ein Pferd in­folge Verletzung der Orbita an Tetanus zu Grunde. Bei Sunden habe ich wiederholt durch entzündliche Processe in der Orbita Zerstörung des Sehvermögens und selbst des Bul­bus gesehen. lieber einen ähnlichen Fall berichtet Schwenk.
Behandlung. Diese muss bei frischen Verletzungen in erster Linie eine antiseptische sein. Sorgfältige Reinigung der Wunde, Entfernen aller abgestorbenen Gewebsmassen so­weit nur möglich. Auswischen mit Chlorzink (10c'o); wobei der Bulbus zu schützen ist. Ausspülen mit Borsäurelösung (2—40o) oder Sublimat (0,5 0|o) und später öfteres Säubern ist erforderlich, wo nicht Aussicht auf Heilung per primam intentionem vorliegt. In anderem Falle wird man nach sorg­fältiger Desinfection die Wunde heften und eventuell mit einem Occlusivverband versehen. Wo diese Behandlung nicht durchführbar ist, leistet permanente Irrigation gute Dienste. Ist auch diese nicht möglich, lasse man die Wunde recht oft mit einer desinficirenden Flüssigkeit ausspülen. Dass diese nicht zu concentrirt in Anwendung kommen darf, liegt auf der Hand.
Möller, Thierärztl. Ausenheilkmide.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;13
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in #9632;
I.
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104nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Orbita.
2. Geschwülste der Orbita.
Literatur. Kamp manu: Mag. von Gurlt u. Herwig Bd. 8, S. 82.
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Emmerich: Thierärztl. Mittlieil. Bd. 4, S. 91. Anacker: Zeit-scbrift für vergl. Augenheilkunde 1882, S. 26. Leblanc: Augen­krankheiten,
Bei Thieren sowohl wie bei Mensehen hat man nicht selten in der Augenhöhle Tumoren entstehen sehen. Kamp-mann fand eine faustgrosse Speckgeschwulst in der Orbita einer Kuh, wodurch der Bulbus hervorgedriingt und die Seh­kraft schliesslich vollständig vernichtet wurde. Bei der Sec­tion zeigte sich der Tumor mit dem Bulbus und Opticus fest verbunden. Gleiche Neubildungen wurden am Peritoneum, in der Bauchhöhle und den Nieren des Thieres gefunden. Em­merich beobachtete bei einer Kuh ein orbitales Sarcora, welches den Bulbus hervorgedrängt, die Knochen der Orbita perforirt hatte und bis in die Oberkiefer- und Nasenhöhle hineingewachsen war. Die Geschwulst wog 3,5 kg und hatte durch Eindringen in die Schädelhöhle eine Pachymeningitis bedingt. Bei Hunden habe ich wiederholt orbitale Sarcome und Carcinome angetroffen; Binder leiden öfter an Knochen­neubildungen in der Orbita (Leblanc). Beim Pferde traf ich ein Cancroid der Orbita, welches in etwa P/s Jahren nicht nur den Bulbus hervorgedrängt, sondern mit diesem fast sätnmtlicbe Knochen der Orbita zerstört hatte.
Im Frühjahr 1887 zeigte fieli bei dem Pferde eine Wucherung am Blinzknorpel, welche im Juli desselben Jahres von dem behandeln­den Thierarzte mit dem dritten Augenlide entfernt wurde. Im Laute desselben Jahres bildete sich die Geschwulst von Neuem, erreichte etwa Faustgrosse, so dass sie über den Augenbogen hervorragte und den Bulbus vorgedrängt hatte. Im Juli 1888 wurde dieselbe mit dem Aug­apfel entfernt, wobei sich herausstellte, dass die Kuochen der Orbita zum Theil von dem Tumor durchwachsen waren, welcher sich bis in die Stirn- und Oberkieferhöhle erstreckte. Im November 1888 führte man den Patienten der meiner Leitung unterstellten Klinik zu, nach­dem er durch die Hände verschiedener Besitzer gegangen war. Die Geschwulst ragte mit mehreren bis gilnseeigrossen Knollen aus der
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Orbita.
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Orbita hervor, ulcerirte auf der ganzen Fläclie und verbreitete einen höchst penetranten Geruch. Der gleichzeitig bestellende Nasenaustluss besass dieselbe Eigensclialt. Nachdem ich mich an dem niedergelegten Thiere überzeugt hatte, dass der Tumor nicht nur den Augenbogen, ondern auch das Oberkiefer-, Thriinen- und Jochbein zerstört hatte
Fig. 29.
CaucToid der Orbita beim Pferd (nacb einer Photographie).
und in die Oberkiefer-, Stirn- und Nasenhöhle eingedrungen war, liess ich das Pferd tödten. Nach einer vor dem Tode nach Entfernung eines grösscren Theils der Geschwulst aufgenommenen PhotograpMe ist das beifolgende Bild angefertigt. Die mikroskopische Untersuchung stellte ein Cancroid fest.
Anacker beobachtete bei einem Schimmel Melano-sarcome, welche von der Orbita ausgegangen waren und faustgrosse Knoten bildeten.
Diese Neubildungen entwickeln sich, wie auch der vorhin erwähnte, von mir beobachtete Fall beweist, meist nur lang­sam. Deshalb wird auch das Sehvermögen durch dieselben nicht so schnell zerstört, wie es bei entzündlichen Erkrankungen
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106nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; VrVn*.
der Orhita der Fall zu sein pflegt. Als erste Erscheinung tritt in der Regel Schielen und Exophtlialmns auf. Der Bulbus steht schief und ist aus der Orbita hervorgedrängt. Nach einiger Zeit tritt die Conjunctiva mit der Neubildung zu­nächst an einer Stelle hervor, bald aber wird sie von der nachwachsenden Geschwulst mehr und mehr hervorgedrängt. Die langsame Entwickelung dieses Zustandes unterscheidet denselben von entzündlichen Erkrankungen der Bindehaut oder des orbitalen Gewebes.
Leblanc will beim Rinde öfter Exostosen in der Orbita gefunden haben, welche ebenfalls zu Exophthalmus führten. Derselbe theilt einige Beobachtungen über Neubildungen in der Orbita mit, deren Natur jedoch aus der Beschreibung nicht zu erkennen ist.
Die Beurtheilung dieser Zustände muss natürlich un­günstig ausfallen. Wo es sieh um schlaehtbare Thiere han­delt, wird man diese mästen lassen. Ärbeitsthiere solange als möglich benutzen. Unter Umständen liesse sich vielleicht durch Exstirpation des Augapfels und der Neubildung Heilung erzielen, doch sind bei malignen Tumoren Recidive schwer zu umgehen.
3. Vorfall des Augapfels. Prolapsus oculi. Exophthalmus.
Literatur. Berlin: Her. Rep. 1871). S. 18. Werner: Thier'ärztl. Mittheil. 1874, S. 133.
Der Augapfel kann durch verschiedene Einflüsse aus der Orbita hervorgedrängt werden. Diesen Zustand bezeichnet mau als Exophthalmus. Bald rückt derselbe mit den Augen­lidern mehr oder weniger nach vorn, nicht selten wird aber, namentlich bei Fleischfressern, der Bulbus durch die Lid-spaltc gedrängt, so dass ein grosser Theil desselben frei­gelegt ist.
Ursachen. Der zuletzt genannte, bei Hunden ziemlich häufig vorkommende Zustand wird in der Regel durch Heraus-
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Orbita.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;1!(7
pressen des Bulbns beim gegenseitigen Boissen der Thiere veranlasst. Auch kann ein heftiger Druck mit dem Finger in die Augengrube den Bulbus durch die Lidspalte aus der Orbita hervordrängen. Bulldoggen, Möpse und Wachtelhunde werden nicht selten von solchen Unfällen betroffen. Beim Hunde ist der Angenhöhlenf'ortsatz des Stirnbeins am wenig­sten entwickelt und lässt bis zum Stirnfortsatz des Jochbeins eine grosse Lücke, wodurch das Zustandekommen des Ex-ophthalmns begünstigt wird. Bei der Katze reicht der be­treffende Fortsatz des Stirnbeins nähsr an das Jochbein heran {Kose hei).
Zuweilen geben Blutungen, entzündliche Schwellungen oder Tumuren in der Orbita zum Exophthalmus Veranlassung; in solchen Fällen pflegt der Bulbus auch durch die Lidspalte zu treten.
Berlin sah bei einem Pferde Exophthalmus infolge venöser Stauung, welche durch eine nach dem Aderlass entstandene Thrombophlebitis veranlasst worden war. Der Angapfel war so weit hervorgedrängt, dass die Augenlider den Bulbus nicht mehr bedeckten. Bei der Section zeigten sich die (iehirnsinus thrombotisch verstopft. Die Beobachtung war auch insofern interessant, als der Exophthalmus nicht an der linken Seite bestand, wo der Aderlass gemacht war, sondern an der rechten. Die Section gab auch darüber Auf-schlnss, denn der linke Sinus war nur theilweise, der rechte dagegen vollständig verlegt. Werner beobachtete Exoph­thalmus beim Rinde durch Geschwulstbildimg in der Orbita.
Die Beurtheiiung dieses Leidens hängt in erster Linie von den Ursachen und dem Zustande des Bulbus ab. Ge­langt der bei Hunden durch Beissen oder ungeschickten Druck auf die Augengrube entstandene Exophthalmus bald zur Behandlung, d. h. bevor an der Cornea erhebliche Ver-änderungen eingetreten sind, so stösst die Reposition meist auf keine grossen Schwierigkeiten, und das Sehvermögen wird vollständig erhalten. Ist der Vorfall die Folge von Blu­tungen, entzündlichen Schwellungen oder gar Geschwülsten in
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198nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Orbila.
der Orbita, so ist die Aussieht auf Heilung in der Kegel ausgesehlossen.
Erscheinungen. Der Bulbus ist aus seiner normalen Lage in der Orbita hervorgetreten und zeigt Anfangs oft weiter keine krankhaften Veränderungen. Zuweilen kommt noch Lidscbluss zu Staude, oft aber ist dies nicht mehr mög­lich : dann trübt sich die Hornhaut, ihre Oberfläche trocknet ein und verschorft zu einer graubraunen Masse. Hat der Bulbus die Lidspaltc passirt, so liegt seine vordere Hälfte frei. Wo Schwellungen und Geschwülste in der Orbita bestehen, beobachtet man oft Schielen mit dem Auge. Zu verwechseln ist ein unvollständiger Vorfall nur mit dem Hydrophthalmus, bei dem jedoch die abnorme Vergrösserung des Bulbus kaum zu übersehen ist.
Behandlung. Bei frisch entstandenem Vorfall durch Druck auf die Augengrube muss die Reposition möglichst bald geschehen. Je länger der Vorfall besteht, um so grosser wird die Gefahr für die Sehkraft und desto schwieriger die Reposition, weil an Stelle des Bulbus blutige und entzünd­liche Ergüsse treten. Der Bulbus wird, soweit erforderlich, sorgfältig mit lauwarmem Wasser gereinigt. Sodann erfasse man die beiden Augenlider und suche sie über den Bulbus hervorzuziehen, indem man mit beiden Daumen auf die Cor­nea drückend den Augapfel in die Augenhöhle zurück zu schieben sucht. Durch Application von etwas Gel auf den vorgefallenen Bulbus wird dieses Verfahren oft wesentlich erleichtert. Gelingt die Reposition nicht, so verlängere man die Lidspalte durch einen Einschnitt am äusseren Augen­winkel. Man benutzt dazu am besten eine geknöpfte Schere. Oft bedarf es nur einer Erweiterung von 3—5 mm. Nach dem Zurückbringen des Augapfels wird die Wunde geheftet, und so eiu neuer Vorfall verhindert. Wenn der Vorfall erst kurze Zeil besteht und noch keine Anschwellung der orbi­talen Weichtheile eingetreten ist, gelingt nicht nur die Re­position auf diese Weise sehr leicht, sondern es pflegt auch der Augapfel nunmehr in seiner normalen Lage zu verbleiben.
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Orbita,
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Sollte der Bulbus von neuem hervorzutreten drohen, so hefte man die Augenlider durch ein oder zwei Kiiopfmiiite, welche durch die äussere Haut der Lider gelegt werden, ohne die Conjunctiva palpebrarom zu treffen. Es empfiehlt sich, den Thieren, namentlich Fleischfressern, in den nächsten 24 Stun­den kein Futter zu gehen, um zu verhindern, dass die heim Kauen eintretende Druckwirkung des Kronenfortsatzes des Unterkiefers den Bulhus von Neuem hervordrängt. Auch sind Instlllationen von schleimigen Mitteln in das Auge angezeigt.
Wo hereits Eintrocknung der Cornea eingetreten ist, was in der Regel in 12—24 Stunden erfolgt, oder wo siclj Tu­moren in der Orbita befinden, welche die Reposition verhin­dern, da bleibt nur die Exstirpation dos Bulbus übrig, wo­mit zugleich die Beseitigung dieser Neubildungen versucht werden kann. Die Exstirpation geschieht am besten mit einer gekrümmten Schere. Mit einer Hakenpincette erfasst man die Conjunctiva bulbi in der Nähe der Cornea und schneidet zunächst diese auf der Solera durch, dringt mit der Schere allmählich weiter vor, trennt alle Weichtheile vom Bulbus ab und durchschneidet endlich den Sehnerven.
Nach Entfernung des Augapfels wird die Orbita mit einer desinficirenden Flüssigkeit (Sublimatlösung, Carbol-wasser etc.) ausgespült, sodann mit Carbolwatte, Jute oder einem ähnlichen Verbandstoff ausgestopft. Mit einigen durch die äussere Haut der Augenlider gelegten Heften wird der Verband befestigt und zugleich die Blutung gestillt. Sollten grössere Gefässe spritzen, so unterbindet man diese zuvor. Nach 24 Stunden kann der Verband entfernt werden. Die Orbita muss dann täglich einige Male mit desinficirender Flüssigkeit gereinigt und die Granulation entsprechend ge­regelt werden. Nachdem diese zum Abschluss gebracht, kann, falls es erwünscht wird, ein künstliches Auge einge­setzt werden. Bei Hunden stösst mau jedoch hierbei meist auf die Schwierigkeit, dass das künstliche Auge durch Kratzen und Scheuern der Thiere zu entfernen gesucht wird; dagegen lassen sich solche bei grüsseren Thieren (Pferd) wohl an-
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200nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Orbita.
wenden. Sehr geeignet sind hierzu künstliche Augen aus Hartgummi. Da die Anwendung derselben jedoch eine häu­figere Reinigung des Auges erfordert, pflegt man nur bei wertlivollen Pferden von diesem Verschönerungsmittel Gebrauch zu machen.
Während bei dem in Rede stehenden Zustande das Aus­sehen des Thieres durch die Exstirpation des Auges verbessert werden kann, ist dies bei anderen nur selten der Fall. Die Herausnahme des Bulbus bei Panophthalmitis hat namentlich bei Pferden nach dieser Richtung keinen besonderen Werth, wie auch Bayer schon betont hat. Das Aussehen des Pfer­des pflegt beim Zurückbleiben des Stumpfes in der Orbita noch besser zu sein, als nach vollständiger Entfernung des Bulbus. Da zudem die Gefahr der beim Menschen öfter beobachteten Miterkrankung des anderen Auges (sympathische Augenentzündung) bei Thicren eine verhältnissmässig geringe ist, so nimmt man unter diesen Umständen von der Exstir­pation meist Abstand. Handelt es sich dagegen um raindei'-werthige Thiere, bei denen es darauf ankommt, sie recht bald wieder arbeitsfähig zu machen, so empfiehlt sich oft die Exstirpation. Der Heilungsprocess, d. h. das Aufhören des eitrigen Entzündungsprocesses, kann durch die Entfernung des Augapfels oft erheblich beschleunigt werden.
4. Schielen. Strabismus.
Literatur. Barrier: Jahresbericht 1885, S. 71 u. 91. Bayer: Zeit­schrift für vergl. Augenheilk. 1885, S. 81. Bischoff: Jahres­bericht 1880, S. 97. Koch: Thierärztl. Mittheil. 1875, 8. 181. Stockfleth: Chirurgie S. 38. Palagi u. Zschokke: Jahres­bericht 1885, S. 71. Peters: Schwarzer Staar. Brouwer: Jahres­bericht 1886, S. 89.
Als Schielen bezeichnet man jede abnorme Stellung der Gesichtslinie (Blicklinie), wobei sich die Sehaxen nicht in dem fixirten Punkte, sondern vor oder hinter demselben oder gar nicht schneiden. Selbstverständlich hat dieser Zustand bei den Thieren nicht die Bedeutung wie beim Menschen. Auch
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Orbita.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;201
wird derselbe bei Thieren meist nur in höheren Graden der Entwickelung bemerkt. Doch hat man Schielen gelegentlich bei den verschiedenen Thierarten beobachtet. Am häufigsten scheint Strabismus convergens vorzukommen. Brouwer hat einen Fall beim Pferde beschrieben. Koch sah eine Kuh, bei der beide Augäpfel so nach innen gedreht waren, dass nur die äusseren Abschnitte der Pupille sichtbar blieben. Das Thier konnte infolge dessen nur mangelhaft sehen, so dass es nicht zur Weide geschickt werden konnte. Der Fehler war angeboren. Einen gleichen Zustand beobachtete Zschokke bei einer Kuh als Folge eines Angioms, welches von der Schädel­basis den äusseren Augenmuskelnerven entlang gewuchert war und Lähmung der entsprechenden Muskeln herbeigeführt hatte. Aehnliches wurde von Bischoff und Palagi fest­gestellt. Peters sah bei einem 12 Jahre alten Wallach, der wegen Amblyopie Gegenstand eines Processes war, die Sehaxe des rechten Auges nach oben gerichtet, gleichzeitig bedeckte das obere Augenlid den Bulbus mehr als am anderen Auge. Auch lag die Orbita des rechten Auges etwas hoher als die der linken Seite. Barrier beschreibt eine beider­seitige Lähmung des oberen geraden Augenmuskels. Die Bulbi waren nach unten gedreht und stark aus den Augen­höhlen hervorgetreten. Zwischen dem oberen Augenlid und dem Cornealrande befand sich ein Abstand von 3,5 cm. Der Zustand vererbte sich.
Bayer beobachtete bei einem Pferde Drehung des Aug-apfels um seine Horizontale, so dass der Blick nach oben ge­richtet war. Wurde das andere Auge verbunden, so bemerkte, das Thier 50 cm hohe Hindernisse nur, wenn es den Kopf erheblich senkte, so dass die Nase gegen die Bugspitze gerichtet war. Bayer schliesst zugleich aus dieser Beobach­tung, dass auch bei Thieren die Sehschärfe gegen die Peri­pherie der Netzhaut abnimmt.
Ursachen. Wie aus den Mittheilungen sich ergibt, handelt es sich beim Schielen meist um Lähmungen der Augen­muskeln bezw. deren Nerven (paralytischer Strabismus). Diese
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202nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Orbita.
Lähmung kann sowohl durch acut entzündliche Vorgänge als auch durch Druck auf die Nerven von Tumoren ausgehend erzeugt werden. Bei angeborenem, doppelseitigen Strabis­mus convergena handelt es sich zweifellos um centrale Veränderungen mit Lähmung der Mm recti externi. Zu­weilen bildet das Schielen die direkte Folge einer Verschie­bung des Bulbus durch Neubildungen in der Orbita. Stock-fleth beobachtete Schielen bei einem Hunde nach der Repo­sition des prolabirtcn Bulbus. Auch muss zugegeben werden, dass Contracturen in den Augenmuskeln im Stande sind, Schielen bei Thieren zu veranlassen. Dass unter Umständen erhebliche Sehstörungen mit diesem Leiden verbunden sein können, beweist der von Koch beobachtete Fall. Manche Thiere geben keine nachtheiligen Folgen des Schielens zu erkennen, andere aber scheuen infolge dessen; bei tempera­mentvollen Pferden wird dies häufiger beobachtet. Im Uebrigen dürfte der Zustand wohl nur in gerichtlicher Beziehung Be­deutung gewinnen, da zu Operationen, um das Schielen zu beseitigen (Strabotomie), bei Thieren kaum jemals geschritten wird.
5. Nystagmus. Augenzittern.
Literatur. Siedamgrotzky: Sachs. Berichte 1882. S. 16. Johne: Sachs. Berichte 1885, S. 19. Wenderhold: Thierärztl. Mittheil. Bä. 6, S. 35.
Als Nystagmus wird ein meist au beiden Augen zugleich vorkommender Zustand bezeichnet, wobei der Bulbus anstatt in ruhiger Haltung in stetiger Bewegung sich befindet. Diese unwillkürlichen, etwa 50mal in der Minute sieh wiederholen­den Bewegungen erfolgen entweder in horizontaler oder vertikaler Richtung zitternd (N. oscillalarius), oder es macht der Augapfel Rollbewegungen (N. rotatorius).
Beim Menschen ist das Leiden fast immer angeboren und mit Bildungsanomalien verbunden (Amaurosis), daher chronisch und unheilbar. Vorübergehend wird es bei Berg­leuten beobachtet, die längere Zeit im Dunkeln und auf dem Rücken liegend gearbeitet haben.
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Orbita,
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Bei Thieren hat man den Zustand infolge von Intoxi-cationen und Gehirnleiden gefunden. Siedamgrotzky be­obachtete Nystagmus bei Schweinen durch Vergiftung mit Heringslake. Johne sah denselben bei der Cerebro-spinal-Meningitis eines Pferdes auftreten; ebenso Wender­hold bei einem Pferde, welches an epileptiformeu Krämpfen litt. Mir ist der Zustand mehrfach bei jungen Hunden mit angeborener Erblindung und Mikrophthalmus vorgekommen. Bei Pferden gehören rollende Bewegungen der Augäpfel wie beim Nystagmus zu den regelmässigen Erscheinungen der Chloroformnarkose. Sie pflegen sich besonders lebhaft ein­zustellen, wenn das Stadium excitationis stark ausgeprägt war, und folgen in der Regel bald nach dem Verschwin­den der Erregungserscheinungen. Als bedenkliche Zeichen sind dieselben nicht aufzufassen, wie es wohl geschehen ist: die Inhalation kann ruhig fortgesetzt werden.
Die Beurtheilung des Nystagmus muss von dem Grund­leiden abhängig gemacht und dem entsprechend auch die Be­handlung eingeleitet werden. Der angeborene, mit Bildungs­anomalien des Auges verbundene Nystagmus ist unheilbar.
VIII. Thierische Parasiten des Auges.
1. Filariu papillosa im Auge.
Literatur. Bagge: Tidskrift for Veterinairer 1860, 8.38. Brenne-knra: Mag. von Gurlt u. Hertwig Bd. 34, S. 484. Busch: Da­selbst Bd. 1, S. 28. Durrechou: Her. Rep. Bd. 25, S. 317. Has sei bach: Mag. von Gurlt n. Hertwig Bd.:'4, 8.118. Hodgson: Her. Rep. Bd. 15, S. 278. Paszotta: Jahresbericht 1887, S. 56. Roche-Lubin: Rec. 1830, S. 21'J. Rodet: Rec. de med. vet. 1827. Strauss: Peters, Schwarzer Slaar, S. 38. Symonds: Jahresbericht 1887, S. 56.
Nach den Angaben Rodet's handelte schon ein 177o erschienenes spanisches Werk über das Vorkommen von Wür-
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204nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Parasiten.
mem im Auge der Maulthiere und über Entfernung der­selben auf operativem AVege. Wie Hering berichtet, ist der Parasit bereits 1G45 von Spigelius beschrieben worden. Nach Gurlt erlangt die Filarie, welche auch in der Bauch­höhle, zuweilen in der Brusthöhle der Einhufer, nach Abil-gaard auch zwischen den Hirnhäuten beim Pferde vor­kommt, eine Länge von 5—20 cm, ist etwa 1 mm dick, er­scheint weisslich und hat wie Asearis an jeder Seite eine gelb­liche Linie. Der kreisförmige Mund ist mit G Wärzchen besetzt; daher der Name. Im Auge erlangt der Parasit ge­wöhnlich nur eine Länge von 2—l cm und die Dicke eines Zwirnfadens; er kann jedoch erheblich länger werden. Bagge entfernte einen solchen von 12 cm.
Der Parasit hält sich vornehmlich in der hinteren Augen­kammer anscheinend im Ruhezustände auf, gelangt von Zeit zu Zeit jedoch in die vordere Augenkammer, macht hier lebhafte Bewegungen und ruft eine mehr oder weniger aus­gesprochene Reizung und Entzündung hervor, welche sich durch Injection der Conjunctiva und Kpiscleralgefässe, durch Trübung der Cornea und des Kammerwaasers, sowie durch das Verhalten des Thieres zu erkennen gibt.
Die Art der Einwanderung des Parasiten in das Auge ist bisher nicht bekannt. Ob der Eintritt von den Gehirn­häuten erfolgt oder auf dem Wege der Blutbahn, bleibt da­hingestellt. Im Auge verweilen sie oft Monate lang, machen sich indess nur von Zeit zu Zeit bemerkbar. Strauss will sogar eine Filarie 6 Jahre hindurch im Auge eines Pferdes be­obachtet haben. Schliesslich sollen sie zerfallen und resor-birt werden, wie Symonds und Paszotta sich direct überzeugen konnten. In Ostindien, auf Java kommen die Parasiten häufiger in den Augen von Thieren, besonders Pferden vor.
Brennekam fand eine Filaria papillosa beim Pferde. Die Cornea erschien mattblau, die Pupille erweitert, der Humor aqueus getrübt, in demselben ein fadenförmiger, sich lebhaft bewegender Wurm. Derselbe wurde durch einen Ein-
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Parasiten-nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;^H.'inbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; laquo;n j
stich in der Cornea mit dor Pincette entfernt. Der weibliche Parasit lebte noch l1^ Stunden.
Hasselbach machte ähnliche Beobachtungen bei einem Schafbocke. Auch hier erschien die Cornea getrübt, und während Lichtscheu und Thränenfluss fehlten, äusserte das Thier durch Schütteln mit dem Kopfe und Kratzen mit dem Fasse am Auge ein unangenehmes, anscheinend schmerz­haftes Gefühl. Nachdem sich 3 Tage später die Hornhaut aufgeklärt hatte, konnte in der vorderen Augenkammer eine Filarie beobachtet werden, die von Zeit zu Zeit in der hin­teren Augeukammer verschwand. Nach einiger Zeit wieder­holte sich ein gleicher entzündlicher Anfall.
Auch nach Hodgson sind in Indien die Pferde oft mit dem Parasiten behaftet, und wenn dieselben nicht entfernt werden, soll das Auge in den meisten Fällen verloren gehen.
Durrechou fand die Filaria papillosa bei einem Ochsen. Der Humor aqueus war getrübt und das Auge thränte : das Thier zeigte sich unruhig. Diese Erscheinungen verloren sich, kehrten aber nach einem Monate wieder.
Symonds beobachtete in Ostindien, dass sieh die Filarie während der Krankheit an der Iris festhakte, 8 Tage später ihre Bewegungen einstellte, starb und in 2 Stücke zerfiel, die bald resorbirt wurden. Aehnliches sah Paszotta.
Busch will einmal eine Filaria 1 a cry mal is aus der vorderen Augenkammer eines Pferdes entleert haben. Wenn nicht Grurlt selbst den Parasiten bestimmt hätte, würde
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man kaum glauben, dass es sich um Filaria lacrvmalis ge­handelt hat, sondern eine Verwechselung mit Fil. papillosa annehmen müssen.
Ohne Zweifel verläuft der Zustand nicht immer so gün­stig. Es liegen verschiedene Beobachtungen vor, welche be­weisen, dass der Parasit durch Trübung der durchsichtigen Medien das Sehvermögen vernichten kann, und die Beob­achtung von Strauss, wonach der Parasit sich viele Jahre ohne Nachtheil im Auge aufhalten könne, scheint doch als Aus­nahme gelten zu müssen.
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Parasiten.
Behandlung. Nur auf operativem Wege lässt sich die Filaria papillosa entfernen, eine Operation, die schon öfter ausgeführt worden ist. Wenn man hiernach, besonders beim Kinde, Nachtheil bezw. Verlust des Auges gesehen hat, so lag das offenbar in einer mangelhaften Ausführung derselben begründet. Dass selbst bei der primitivsten Methode Heilung erzielt werden kann, beweisen andererseits zahlreiche Beob­achtungen. Francis machte die Paracentese der Cornea mit der Aderlasslancette und erreichte Heilung.
Selbstverständlich würde zunächst eine ausreichende Nar­kose eingeleitet oder doch local Cocain angewendet werden müssen. Sodann ist am Rande der Cornea, etwa wie beim grauen Staar besehrieben, ein Einstich zu machen, durch welchen der Fadenwurm mit Zuhilfenahme einer Pincette ent­fernt werden kann. Oft geht derselbe gleich mit dem Augen-wasser ab, so bei Busch. Koche Lubin sah nach der Function des Bulbus 7 Filarien mit dem Humor aqueus ab-fliessen.
Die Nachbehandlung würde ebenso wie bei der Cataract-operation zu leiten sein.
i. Filaria lacrymalis.
In den Ausführungsgängen der Thränendriise findet sich besonders bei den grösseren Thieren (Pferd und Kind) nicht selten eine erhebliche Anzahl dieser Fadenwürmer, welche in der Regel keinen nachweislichen Nachtheil bereiten. Zuweilen aber gelangen sie in den Conjunctivalsack und rufen eine entzündliche Erkrankung der Bindehaut hervor. Das Nähere hierüber vgl. S. 163.
3. Cysticercus im Auge.
Beim Menschen ist dieser Scolex wiederholt in der vor­deren Augenkamraer wie auch im Glaskörper, häufiger noch zwischen Retina und Chorioidea angetroffen, und würde man
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Accommodationsstöruugen.
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die Augen der Schweine häutiger untersuchen, so würde dieser Blasenwurm hier gewiss noch öfter angetroffen werden. Der­selbe erscheint bei der ophthalmoskopischen Untersuchung als bläulich weisse, scharf begrenzte, runde Blase, an der zuweilen der Kopf und Hals des Parasiten erkannt werden kann. Meist sind mit der Einwanderung Glaskörpertriibungen, oft auch entzündliche Processe in der Eetina und (Jhorioidea verbun­den, wodurch die Diagnose erschwert werden kann. Eine therapeutische Bedeutung hat derselbe bei Thieren bisher nicht erlangt.
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IX. Selistörungen durch Anomalien der Accommo­dation und Refraction sowie durch Astigmatismus.
Literatur. Berlin: Zeitschr. für vergl. Angenheük. 1882, S. 17. Derselbe: Tageblatt der 59. Versammlung der Naturforscher u. Aerzte zu Berlin 8.387. Hirschberg: Berl. physiol. Gesell­schaft 1882. Würdlnger: Zeitschr. für vergl. Augenheilkunde 1886, S. 121. Wolfskehl: Das. 1882, S. 7.
Das deutliche Sehen hängt von drei Bedingungen ab: 1, von der Lichtempfindlichkeit der Retina, 2. von der Durch­sichtigkeit der lichtbrechenden Medien des Auges, und 3. von der regelmässigon Lichtbrechung derselben. Die letztere wird theils von dem anatomischen Ban des Auges, theils von dem Accommodationsvermögen desselben beeinflusst. Es kommt hierbei a) die Länge der Augenaxe, b) die Beschaffenheit der Krüminungsfliichen an der Hornhaut und Linse, sowie der Abstand derselben vor einander, und endlich c) der Brechungs­index der lichtbrechenden Medien (Cornea, Humor aqueus, Linse und Glaskörper) in Betracht. In der vornehmlich vom Ciliarmuskel bewirkten Abänderung der Krümmungsflächen der Linse und Cornea und in der Anpassung derselben an die Augenaxe sowie an die Entfernung des zu erkennenden Gegenstandes Hegt die Accommodatien begründet.
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208nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Accommodationsstörungen.
Würdinger untersuchte den Ciliarmuskel bei den vei*-scliiedenen Thierarten und konnte bei allen organische Mus­kulatur im Corpus ciliare feststellen. Derselbe will gefunden haben, dass die Entwiokelung dieses Muskels mit den Lebens­bedingungen der Thiere im innigen Zusammenhang steht. Am vollkommensten entwickelt fand Würdinger den Ciliar­muskel beim Fischotter, darauf folgt der des Affen, der Raub-thiere, des Hundes und der Katze. Beim Schwein, den Wiederkäuern und Nagern dagegen zeigte sich der Ciliar­muskel bedeutend schwächer. Die Erklärung für diese in­teressante Thatsache liegt auf der Hand. Der Fischotter bedarf einer ausgiebigen Accommodation, um sowohl in der Luft wie auch im Wasser deutlich zu sehen, der Affe eben­falls zur genauen Schätzung der Entfernungen beim Springen; für die Raubthiere ist eine wirksame Accommodation selbst­verständlich viel mehr werth, als bei den Hausthieren und Nagern. Auch sollen nach Würdinger die in der Freiheit lebenden Wiederkäuer einen besser entwickelten Ciliarmuskel besitzen als das Rind und Schaf.
Der Ciliarmuskel besitzt nach Würdinger überall einen doppelten Ansatzpunkt: der hintere liegt in der Chorioidea, der vordere im Kammerwinkel, an der Innenfläche der Sclera, in der Nähe des Schlemm'schen Kanals am Scleralwulst. Bei den meisten Tbieren fand Würdinger nur meridional verlau­fende Fasern, und wo äquatoriale und circuläre Fasern vor­handen waren, traten sie jenen gegenüber in den llintergund.
TJeher das Vorkommen von Störungen in dem Accom-raodationsvermögan bei Thieren ist bisher nichts bekannt, und wird sich aus naheliegenden Gründen auch in Zukunft schwerlich etwas Genaueres feststellen lassen. Dass bei den Hausthieren, namentlich den Herbivoren, die Accommodation keine grosse Rolle spielt, geht auch aus dem Umstände her­vor, dass durch Atropin, welches den Ciliarmuskel lähmt, in der Regel keine nachweisbaren Sehstörungen veranlasst werden.
Anders verhält es sich mit der Refraction des Auges. Diese lässt sich sowohl auf physikalischem Wege durch Er-
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Refraetionsstörungen.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 200
raitteluug der Brechungsiudices der durchsichtigen Medien in ihrem Verhältniss zur Länge der Augenaxe, als auch ophthalmoskopisch feststellen. Matthiessen, Berlin, Hirschberg und Fleischer haben durch Berechnung der Brechungsind ices des lichtbrechenden Apparates die Retraction der Thieraugen, die ersteren Beiden speciell beim Pferde zu ermitteln gesucht und gefunden, dass bei fast allen Haus-thieren ein massiger Grad von Weitsichtigkeit besteht. Die ophthalmoskopische Untersuchung der Refraction wird bei Thieren durch den regelmässig vorkommenden Astigmatismus erheblich erschwert. Auch verlangt die Beurtheilung viel Uebung in der Anwendung des Augenspiegels.
Das Ergebniss der von den genannten Forschern ange­stellten Untersuchungen stimmt indess mit den Berechnungen der Brechungsindices im Ganzen übereiu, so dass kein Zweifel besteht, dass die Augen unserer Hausthiere und speciell des Pferdes in der Regel etwas weitsichtig sind. Berlin schätzt die Hypermetropie auf 1—2 D., doch kommen nach ihm auch höhere Grade von Weitsichtigkeit, aber nur ausnahms­weise Emmetropie oder Myopie vor. Ein von Berlin unter­suchtes Pferd zeigte sogar eine Myopie von 3 D. am atro-pinisirten Auge. Das Brechungsvermögen des Auges wird bekanntlich durch die Atropinwirkung noch herabgesetzt. Berlin glaubt, dass die Myopie auf einem ungewöhnlich hohen Breclmngsindex des Linsenkernes, nicht auf Abänderung in der Länge der Augenaxe beruhe. Das iSTähere über die Bestimmung der Refraction und Accommodation vergleiche man S. 23U.
Es liegt auf der Hand, dass die Thiere und namentlich das Pferd durch Sehstörungen infolge von Anomalien der Accommodation oder Refraction in ihrer Gebrauchsfähigkeit leiden können, Pferde zeigen sich infolge derselben zuweilen scheu; Berlin konnte dies bei drei an Myopie leidenden Pferden beobachten. Auch mir sind wiederholt Pferde vor­gekommen, welche kurzsichtig waren und so erheblich scheuten,
Müller, Thierärztl. AuKeulieilkiinde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;14
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210nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Refractionsstörungen und Astigmatismus.
dass sie sich für den Luxusdienst in der grossen Stadt un-brauehbar erwiesen.
Es soll indess nicht behauptet werden, dass dem Scheuen der Pferde immer Störungen der Refraction zu Grunde liegen, ebensowenig, dass durch diese Anomalien in jedem Falle ein scheues Benehmen veraiilasst wird. Ohne Zweifel können auch anderweitige Störungen sowohl des Sehvermögens, viel­leicht des Gehörs zum Scheuen Veranlassung geben. Hängt doch das Verhalten der Tbiere sehr viel von dem Tempera­ment derselben ab. Ein „nervösesquot; Pferd wird bei derartigen organischen Fehlern eher scheuen, während phlegmatische
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Thiere sich dadurch in ihrem Benehmen durchaus nicht beein­flussen lassen. Allerdings scheint die Myopie in dieser Hinsicht am nachtheiligsten zu wirken, während durch Weit­sichtigkeit noch niemals Störungen beobachtet worden sind. Hoffentlich werden wir durch ausgedehnteren Gebrauch des Augenspiegels in Zukunft genauere Kenntnisse über diese Fragen erlangen, Fragen, die in der That ein grosses prak­tisches Interesse haben.
Als Astigmatismus bezeichnet man eine Ungleichheit des dioptrischen Apparates in seinen verschiedenen Meridianen. Bei den Hausthieren und speciell beim Pferde besteht ein ziemlich bedeutender physiologischer oder rcgelmässiger Astigmatismus und zwar durch Asymmetrie der Hornhaut- and Linsenmeridiane. Der vertikale Meridian der Hornhaut wie der vorderen Linsonflächc zeigt nämlich eine stärkere Krüm­mung als der horizontale; der erstere hat somit eine kürzere Brennweite als der letztere.
Nach den Untersuchungen von W olfskehl und Berlin fällt die geringste Krümmung der Hornhautoberfläche mit dem Längendurchmesser der Pupille zusammen, wodurch eine nachtheilige Wirkung des Hornhautastigmatismus auf das Sehvermögen verhindert wird. Berlin ist sogar der Meinung, dass der Astigmatismus die Perceptionsfähigkeit der Thiere für kleinste Bewegungen erhöhe.
Gestaltet sich das Breclinngsvermögen in den einzelnen
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Astigmatismus.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;211
Abschnitten desselben Meridians verschieden, so spricht man von einem unregelmässigen oder pathologischen Astigmatismus. Narben in der Hornhaut verändern zuweilen die Krümmung ihrer Oberfläche und geben zu dieser Form des Astigmatismus Veranlassung. Es unterliegt auch nach meinen Beobachtungen keinem Zweifel, dass hierdurch Seh-Störungen und Scheuen der Thiere hervorgerufen werden kann. Bei Hunden sowohl wie bei Pferden habe ich wiederholt infolge von Narbenbildung in der Hornhaut mit partieller Abflaclmng oder durch andern Formveränderungen ihrer Ober­fläche Sehstörungen beobachtet. Auch die mit Hydrophthal-mus verbundenen Störungen des Sehens müssen grösstentheils auf diesen Umstand zurückgeführt werden, sofern die durch­sichtigen Medien diese ihre Eigenschaft nicht eingebüsst haben.
Im Ganzen nehmen diese Zustände jedoch bei weitem nicht die grosse Bedeutung in Anspruch wie beim Menschen.
Einerseits verlangt das Sehen bei den Thieren nicht die Unterscheidungskraft wie beim Menschen, und andererseits ist eine Verbesserung desselben durch Anwendung von ge­eigneten Augengläsern hier ausgeschlossen. Immerhin aber bleibt die Feststellung dieser Abnormitäten nicht nur wissen­schaftlich interessant sondern ist auch von praktischem Werthe. Der Nachweis des Astigmatismus kann durch Spiegel­bilder auf der Oberfläche der Hornhaut, bezw. Linse, oder mit Hilfe des Augenspiegels geschehen. Die erstere Methode beruht darauf, dass die Spiegelbilder von regelmässig gebauten Gegenständen, z. 15. von einem Fensterkreuz, an der Ober-
Bäche der Cornea oder Linse astigmatischer Augen verzerrt erscheinen. Am deutlichsten erkennt man den Zustand mit
Hilfe des Keratoskops. Eine schwarze Scheibe von etwa 20—30 ein Durchmesser ist mit einer grösseren Anzahl weisser Ringe versehen, die gleicbmässig um den eine kleine Oeff-
ntmg bildenden Mittelpunkt der Scheibe verlaufen. Hält man
dieses Instrument dem Thiere gegenüber stehend vor das
eigene Auge und blickt durch die centrale Oeffnung desselben, so erkennt man an dem nicht astigmatischen Auge ein regel-
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212nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Astigmatismus.
massig geformtes Spiegelbild des Keratoskops auf tlur Ober­fläche der Hornhaut wie auf der Vorderkapsel der Linse. Da wo Abweichungen von der regelmässigen Krümmung dieser Augentheile bestehen, erscheinen die weissen Ringe des Apparates verzerrt, d. h. nicht in ihrer gleichmässigen Krümmung, sondern stärker oder schwächer gebogen oder gar geknickt. Mit zunehmender Wölbung der Cornea müssen die auf derselben entstehenden Spiegelbilder selbstverständlich kleiner werden, die Hornhaut stellt eben einen Convex-spiegel dar.
Bei der Untersuchung mit dem Augenspiegel gibt sich der Astigmatismus durch ungleichmässige Verschiebung der einzelnen Theile des Augenhintergrundes zu erkennen. Bei gleichmässiger Bewegung des eigenen oder des untersuchten Auges findet die Verschiebung des Hintergrundes an einzelnen Stelleu schneller, an anderen langsamer statt. Zuweilen er­scheinen Theile. wie z. B. die Papille, durch die astigmatischen Abschnitte der lichtbrechenden Medien betrachtet unregel-mässig geformt, während sie von anderen l'unkten aus gesehen, ihre normale Gestalt zeigen. Berlin empfiehlt zum Nach­weise des Astigmatismus beim Pferde rotirende Bewegungen mit dem Spiegel. Es erscheinen alsdann unregelmässige, schmälere oder breitere, strichförruige Reflexe in der Linse, die meist in den vorderen Abschnitten derselben liegen. Zu­weilen geben sich breitere, radiär angeordnete, beim Wechsel der Beleuchtung bald glänzend, bald dunkel erscheinende Linien zu erkennen. In anderen Fällen treten diese als con-centrisch geordnete, stark glänzende Ringe auf, welche den Linsenkern umgeben.
Einen ähnlichen Befund geben aber auch senile und cataraetöse Veränderungen in der Linse, wie sie namentlich bei älteren Pferden und Hunden öfter beobachtet werden. Die hierbei auftretenden ringförmigen Trübungen sind nach Berlin jedoch feiner und bilden niemals einen vollständigen Ring: auch liegen sie mehr excentrisch, da diese Verände­rungen an der Peripherie des Linsenkernes aufzutreten pflegen.
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AugenuntersuchuDg.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;213
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X. Die Augeiumtersuchung'.
Wie aus dem bisher Besprochenen hervorgeht, gestalten sich die Krankheitsprocesse am Auge ausserordentlich ver­schieden, was bei dem complicirtcn Aufbau des Organes nicht anders zu erwarten ist. Hieraus erklärt sich, dass die ge­nauere Erkennung dieser Leiden eine besondere Aufmerksam­keit, oft auch die Anwendung bestimmter Hilfsmittel verlangt. Für den minder Geübten ist es daher erwünscht, die klinischen Untersuchungsmethoden, welche hierbei Anwendung finden, im Zusammenhange kennen zu lernen. Zu diesem Zwecke möge die nachstehende Betrachtung hier angeschlossen werden.
Die Untersuchung kann mit unbewaffnetem Auge, even­tuell unter Anwendung der Palpation geschehen, nicht selten aber wird die Anwendung „focaler Beleuchtungquot; und des Augenspiegels nothwendig.
A. Die üntersuchimg ohne besondere Bilfsmittel.
Man halte den Grundsatz fest, je complicirter die zur
Untersuchung in Anwendung gebrachten Hilfsmittel sind, um so leichter entstehen Täuschungen. Was mit blossem Auge erkannt werden kann. soll zunächst mit diesem festgestellt werden, und erst da, wo dieses nicht ausreicht, oder der Ee-tund einer Controlle unterzogen werden soll, greife man zu den Hilfsmitteln.
Bei der Untersuchung dieses complicirtcn Organes muss streng systematisch vorgegangen werden. Auch ist auf einlaquo; zweckentsprechende Haltung und Stellung des Untersuchen­den wie des Thieres, sowie auf eine möglichst vortheilhafte Beleuchtung Werth zn legen. Bei der Kleinheit der einzel­nen Theile des Auges ist recht viel Licht erforderlich, ganz besonders, wenn die durchsichtigen oder die im Innern des
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214nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Augemmtersuchang.
ßulbus gelegenen Theile beurtheilt werden sollen. Grössere Thiere werden so aufgestellt, class das Lieht möglichst senk-reeht auf das Auge fallt, während dasselbe von der Seite und von hinten von Lichtstrahles nicht getroffen wird. Unter Umstanden empfiehlt es sich, die Beleuchtung von der Schläfen­seite eintreten zu lassen. Zu dieser Untersuchung eignet sich am meisten die Thür eines dunklen Stalles, vor dem ein möglichst freier Platz sich befindet. Durch Gebäude oder Bäume erfolgt nicht nur eine Abschwächung der Beleuchtung, sondern es werden auch durch Spiegelbilder derselben auf der Cornea und der Linse leicht Täuschungen hervorgerufen. Das eigene Auge muss mit dem entsprechenden Corrections-glase versehen sein, wie es für den Betreffenden zum Lesen einer Schrift erforderlich ist.
Man trete sodann an das Thier heran, nehme die Zügel, bezw. Strick selbst in die Hand und betrachte das Auge, ohne das Thier am Kopfe zu berühren. Wird das zu unter­suchende Auge geschlossen, so ruft man das Pferd laut an, oder mau führt mit der Hand oder einer Gerte einen leich­ten Schlag gegen die Schulter oder die unteren Theile des Halses aus. Sofern nicht ein erheblicher Lichtreiz besteht, wird das Auge hierauf geöffnet. Kleinere Thiere werden zweckmässig so auf einen Tisch gestellt, dass die Augen derselben gegen ein helles Fenster gerichtet sind, dem der Untersuchende seinen llücken zuwendet, und in dieser Stel­lung die Augen des Thicres betrachtet. Auch hier vermeide man zunächst die Augen zu berühren.
Man beurtheile die Augenlider, ihre Lage, Gestalt und Umfang; Schwellungen, Verletzungen, Abweichungen in der Form lassen sich durch Vergleichung beider Augen leicht erkennen, ebenso die Weite der Lidspalte, sowie die Lage und Beschaffenheit der Lidränder beurtheilen.
Sodann achte man auf etwa vorhandene Secrete im in­neren Augenwinkel. Schleim zeigt sich in grauen, glasigen, flockigen Massen; Eiter mischt sich im Gegensätze zum Schleim mit der Thränenfltissigkeit und stellt mit dieser
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Augenuntersudiung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;215
ein gelbes, trübes Secret dar. Bei Hunden zeigt der Eiter zuweilen eine grünliche Farbe. Ist Schleim mit Eiter ge­mischt, so nehmen die Flocken eine der Menge des Eiters entsprechende gelbe Farbe an. Grössere Mengen der Secrete fliessen über den Rand des inneren Augenwinkels und be­netzen die Ilaare unter demselben, welche hiernach mit der Zeit anstauen. Wo äussere Verletzungen fehlen, lässt dieser Haar­ausfall auf ein Leiden der Binnenorgane des Auges schliessen. Besteht grosser Lichtreiz, oder sind Fremdkörper im Con-juuclivalsack vorhanden, so treten diese Symptome ebenfalls hervor; Röthung und Schwellung der Conjunctiva weisen auf die Gegenwart solcher hin. Bei dieser Besichtigimg lassen sich ferner Schwellungen der im nasalen Augenwinkel gele­genen Thräneuorgane erkennen.
Nunmehr richte man seine Aufmerksamkeit auf den Bul-bus, beurtheile dessen Grosse, Form und Lage, indem man beide Augen miteinander vergleicht; suche ferner festzustellen, ob der Bulbus hervorgedrängt (Exophthalmus, Hydrophthal-mus) oder zurückgezogen ist (hochgradige Abinagerimg, schwere fieberhafte, besonders septische Erkrankungen), und wie sich die Richtung der Sehaxe verhält.
Hiernach prüfe man die Durchsichtigkeit der Cornea, ihre Wölbung, die BeschatFenheit ihrer Oberfläche auf etwa vorhandene Defecte, Schwellungen und Neubildungen. Man betrachte die Cornea von verschiedenen Seiten, um ihre Ober­fläche genauer beurtheilen zu keimen. Defecte wie auch Schwellungen in dem vorderen Epithel derselben lassen sich oft auf diese Weise erst nachweisen. Etwa vorhandene Trü­bungen werden auf Stärke, Sitz, Farbe und Begrenzung ge­prüft. Je schwächer die Trübung, um so mehr tritt dieselbe in bläulicher Farbe hervor: mit der Intensität nimmt die weisse Farbe zu. Schwarze Trübungen in der Cornea (häufig bei Hunden) sind durch Pigmentablagerungen infolge von Blutungen entstanden. Streifige, atlasglänzende Trübungen mit scharfer Begrenzung lassen auf chronische Veränderungen (Narben) in der Cornea schliessen; kreideartige Flecke rühren
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21t)nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Augenuiitevsiicluiiig-.
oft von der Anwendung von Silber- oder Bleisalzen bei Wun­den oder Geschwüren der Cornea.
Durch Betrachtung der Cornea von der Seite lässt sich ein genaueres Urtheil über den Sitz der Trübung gewinnen; zugleich prüft man die Hornhaut hierbei auf Krümmungsabnor-mitäten (Astigmatismus). Diese letzteren werden am besten durch Spiegelbilder oder mit Hilfe des Keratoskops erkannt (vgl. S. 211).
Nunmehr schreite man zur Untersuchung der Binnenorgaue und beginne mit der Grosse und Gestalt der vorderen Augen-karamer und deren Inhalt. Abflachung, d. h. Verkleinerung derselben kann durch ausgedehnte Narbenbildung in der Cornea bedingt sein, bildet jedoch meist die Folge von Erkrankungen des Uvealtractus, indem die Iris mit ihren peripheren (ciliaren) Abschnitten nach vorn gegen die Hornhaut gedrängt ist. Der l'apillarrand der Iris wird durch Quellung der Linse (juveniler Staar) gegen die Cornea verschoben, und so die vordere Augen-kammer verkleinert. Eine Zunahme der Kammertiefe kann die Folge von Ektasien der Hornhaut sein, oder sie wird durch Zurücktreten der Iris bei Schrumpfungen in der Linse und Luxation derselben, endlich nach Entfernung der Linse veranlasst.
Die Kammerflüssigkeit soll vollständig klar und durch­sichtig sein. Fibrinöse Ausscheidungen zeigen sich als graue Flocken, welche entweder der Iris aufliegen oder im Humor aqueus schwimmen. Eiter bildet ein gelbes Sediment auf dem Boden der vorderen Augenkammer (Hypopyon). Hämor-rhagische Beimischungen geben diesen Entzündungsproducten eine rothe Farbe.
An der Iris muss Farbe, Beschaffenheit der Oberfläche, Beweglichkeit und Stand festgestellt werden. Zuweilen lassen sich die stark injicirten Gefässe der Iris schon mit unbewaffnetem Auge erkennen. Die braune Iris der Pferde wird durch Ein­lagerung von Entzündungsproducten in das Stroma derselben gelblich graubraun, durch Auflagerung an ihre Oberfläche grau. Atrophische Zustände infolge entzündlicher Processe
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Augenuntersachung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;217
geben der Iris beim Pferde eine dunkle blaugraue Färbung (Mondblindheit). Bei Rindern findet sich die vordere Augen­kammer zuweilen durch tuberculöse Wucherungen ausgefüllt, die von der Iris ausgehen.
Man beachte ferner die Weite und Form der Pupille. Abnorme Weite derselben liisst Amaurosis oder Anwendung von einem Mydriaticum vermuthen, abnorme Enge entzünd­liche Frocesse am üvealtractus oder die Anwendung von Myotica. Unregelmässige Gestalt der Pupille deutet auf hintere Synechien (Jlondblindheit). (Die Traubenkörner dürfen indess nicht mit Unregelmässigkeit des Pnpillarrandes ver­wechselt werden.) Bemerkt sei noch, dass die Gestalt der Pupille am Pferdeauge mit der Weite derselben wechselt. Bei maximaler Verengung bildet dieselbe einen schmalen Spalt, der unter Umständen von den Traubenkörnern fast ganz geschlossen erscheinen kann (Pupillarsperre). Bei mitt­lerer Weite (massiger Beleuchtung) besitzt dieselbe eine länsrlich ovale Gestalt; bei maximaler Erweiteritn£r wird sie endlich vollständig rund.
Mangelhafte Reaction auf verschiedene Lichtreize kann durch entzündliche Erkrankung der Iris, durch Ver­klebimg oder Verwachsung mit der Linse (hintere Synechie) oder Hornhaut (vordere Synechie) oder durch Amaurosis bedingt sein. In letzterem Falle besteht bei maximaler Er­weiterung der Pupille vollständige Unbeweglichkeit derselben. Täuschungen können hierbei nur durch pupillenerweiternde Mittel (Atropin) veranlasst werden, die ebenfalls Unbeweg­lichkeit bei maximaler Erweiterung der Pupille bewirken. Infolge entzündlicher Erkrankungen der Iris wird die Functions-thätigkeit ihrer Muskelfasern abgeschwächt; auf intensive Licht­reize erfolgen zwar noch Bewegungen, aber sie verlaufen langsam, „trägequot;.
Bei Synechien endlich besteht ein mechanisches Hinder-niss für die Irisbewegung, indem die mit der Linsenkapsel, bezw. Hornhaut verbundenen Abschnitte der Iris den übrigen nicht folgen können. Dadurch bilden sich Unregelmässig-
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218nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Augenuntersuohung.
keiten in dor Form der Pupille, sog. Verzerrungen, Ver-klebungen zwischen Iris und Linse werden zuweilen durch energische Irishewegung gesprengt, wobei Theilc des stark pigmentirten Epithels der hinteren Irisfläche an der Vorder­kapsel der Linse haften bleiben und in späterer Zeit noch Zengniss von diesem Vorgange ablegen (vgl. Mond­blindheit),
Nunmehr geht die Untersuchung auf die hintere Augen­kammer über. Ohne künstliche Beleuchtung erscheint die­selbe in der Regel dunkel. Je nach dein Stande der Pupille zeigt sich der Pupillarreflex bei Pferden, d. h. der Licht­reflex aus dem Augenhintergrunde (Färbung der Pupille) verschieden. Bei maximaler Verengerung erscheint derselbe schwarz, bei mittlerer Pupillenweite schwarzblau; bei maxi­maler Erweiterung endlich nimmt die Pupille eine blaugraue Färbung an. Bei der Untersuchung des Pferdeauges ist dies wohl zu beachten, namentlich wenn durch Atropin eine maxi­male Erweiterung der Pupille hervorgerufen wurde. Das Er-gebniss einer Vergleichung mit dem anderen Auge darf als­dann nicht als massgebend angesehen werden. Bei Amaurosis wird daher regelmässig ein hellerer Lichtreflex beobachtet, ohne dass eine Abnahme des Pigmentgehaltes der Chorioidea hiermit nothwendig verbunden ist.
Treffen in einem lichtschwachen Räume von einer be­stimmten Stelle aus mehr Lichtstrahlen das Aucjo, und befindet sich der Beobachter in der Richtung der aus demselben reflec-tirten Strahlen, so „leuchtet8 das Auge. Da nun in der Kegel der Reflex von dem grünen Tapetum erfolgt, so er­scheint der Hintergrund grün: findet dieser von der Papille statt, dann bekommt das Auge ein weissröthliches Aussehen. Deutlicher noch als beim Pferd wird dies Leuchten der Augen bei den Fleischfressern beobachtet.
Bei der Beurtheilung des Pupillarreflexes kommt ferner die Pellucidität der Linse und des Glaskörpers in Betracht; Trübungen in diesen lichtbrechenden Medien rufen Abände­rungen desselben hervor. Bei totaler Cataract erhält der
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Auge iKiii tersiicluuig.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 21'.'
Pupillarreflex eiu gleichmässig graues, unter Umständen selbst weisses oder gelbes Aussehen; bei Trübungen des Glaskörpers wird der Pupillarreflex oft mehr oder weniger deutlich grün. Bei partiellem grauen Staar ist die Unterbrechung auf ein­zelne Bezirke des Pupillargebietes beschrankt (Staarpunkt, Htaarbalken).
Die Untersuchung dieser Zustände verlangt ganz beson­ders zweckmässige Beleuchtung, einige Uebung und die Be-achtung der normalen Zustände des Auges. In Bezug auf Beleuchtung gilt im Allgemeinen das vorhin Gesagte. Diese lässt sich noch dadurch verbessern, dass von der einen oder anderen Seite die Lichtstrahlen zeitweise abgesperrt werden, indem man einen dunkleren Gegenstand (Hut, Mütze) gegen das zu untersuchende Auge hält. Hierdurch treten Trübungen der Linse schärfer hervor. Andererseits werden auf diese Weise Täuschungen ausgeschlossen, wie sie durch das Auftreten von Spiegelbildern auf der Linse entstehen können. Bei Unter­suchung einer grösseren Zahl von Pferden empfiehlt sich, für diesen Zweck ein etwa 15 cm langes und 10 cm breites Stück l'appe zu verwenden, welches mit schwarzem Tuch überzogen ist. Man betrachte den Augenhintergrund von verschiedenen Seiten und achte auf etwa vorhandene Unterbrechungen in der Färbung des Pupillarreflexes, welche sich in der Regel als graue Punkte oder Streifen zu erkennen geben (Ca­taract).
Bei maximaler Pupillenweite erlangt man unter Um­ständen hierbei einen Einblick in den Augengrund, und werden selbst Trübungen im Glaskörper, Ablösungen der Netzhaut ohne Anwendung besonderer Hilfsmittel sichtbar. Verflüssi­gungen des Glaskörpers, welche meist mit diffusen Trübungen desselben verbunden sind, geben sich durch eine gleichmässig über die ganze Pupille ausgebreitete, mehr oder weniger deut­lich grüne Farbe zu erkennen. Der Ton derselben ist matt, und dadurch unterscheidet sich der Zustand von der bei maximaler Pnpillenerweiterung zuweilen sichtbaren, mehr glänzend grünen Lichtwirkung des Tapetum. Grössere Be-
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Augenuntersuchung.
weglichkeit der GrlaskOrpertriibangen ist ein sicherer Beweis für seine Verflüssigung.
Trilbnngen in der l^inse können mit Spiegelbildern, so­wie mit dem grauen Schimmer der Papilla optici verwechselt werden. Die ersteron lassen sich dadurch ausschliessen, class man auf ihre Verschiebung hei Bewegungen des Kopfes des Pferdes achtet; durch Vorhalten eines dunklen Gegenstandes werden sie zum Verschwinden gebracht. Endlich zeigt sich ihnen gegenüber auf der Cornea die gleiche Erscheinung. Die Papilla optici des Pferdeauges gibt sich bei dieser Be­trachtung des Auges als ein etwa linsengrosser, grauer Fleck zu erkennen, der tief im Hintergründe des Auges liegt und eine diffuse Begrenzung zeigt. Die Vergleichung mit dem anderen Auge sichert auf jeden Fall die Diagnose.
Bei Entfernung der Linse aus ihrer Lage (Luxation) nimmt die Iris eine passive Beweglichkeit an, flottirt, und wenn der Glaskörper hierbei durchsichtig ist, so erkennt man oft auch ohne Anwendung des Spiegels den Augenhintergrund ganz deutlieh.
Die Papilla optici erscheint alsdann jedoch kleiner als bei der Untersuchung mit dem Spiegel und bei erhaltener Linse. Ist die Linse nur theilweise von dem Ciliarkörper getrennt, so macht dieselbe beim lieben und Senken des Pferdekopfes im Innern des Auges oft deutlich erkennbare Bewegungen.
Pei einiger Uebung nimmt diese Untersuchung des Auges nur wenige Augenblicke in Anspruch; daher empfiehlt es sich, dieselbe stets vollständig auszuführen, bevor man das Auge berührt. Denn viele Thiere, namentlich Pferde, pflegen nach Anlegung der Hand an das Auge, namentlich bei Ent­zündungen desselben, die Lider zu sehliessen, so dass ein freier Einblick in das Innere des Auges nicht mehr erlangt werden kann.
Erst nach dieser Inspection setzt man die Untersuchung mit Hilfe der Hand fort. Zur Prüfung der Beschaffenheit der Conjunctiva ist in der Regel das Aufheben eines Augen-
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Augenuiitersiichuug.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 221
lides erforderlich. Hierzu erfasst man mit dem Zeigefinger und Daumen den Ciliarrand des oberen Augenlides etwa in der Mitte und hebt denselben vum Augapfel nach unten ab. Während der vierte und fünfte Finger, oder ein Finger der anderen Hand einen Druck auf den Bulbas nach unten aus­übt, drängt man das Augenlid nach oben. Auf diese Weise wird die Conjunctiva palpebrarum nach aussen gewendet und mit dem Uebergangstheile sichtbar. Handelt es sich um die Beschaffenheit der Conjunctiva im Allgemeinen, so genügt Folgendes, leichter ausführbare Verfahren:nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;/
Bei der Prüfung des linken Auges legt man den Zeige-ringer der rechten Hand gegen den Lidrand des oberen, den Daumen gegen den des unteren Augenlides und drängt mit einem massigen Druck den Bulbus in die Augenhöhle zurück. Hierdurch tritt das dritte Augenlid so weit auf die vordere Fläche der Cornea, dass sich der Zustand der Conjunctiva an demselben deutlich erkennen lässt. Die Conjunctiva des unteren Augenlides wird schon durch das Herabdrücken des­selben sichtbar. Man achte auf die Farbe, auf etwa vor­handene Schwellung, Verletzungen, Geschwülste oder Secrete. Allgemeine Störungen der Blutcirculation machen sich an der Conjunctiva deutlich bemerkbar, weshalb die Beurtheilung derselben bei Krankheiten innerer Organe von Wichtigkeit ist. Entzündliche Vorgänge an der Conjunctiva zeigen sich in erster Linie durch mehr oder weniger starke Injections-röthe, und kann aus der Verbreitung derselben oft auf ihre ursächlichen Momente geschlossen werden.
Von besonderem Interesse ist die sog. „pericorneale Injectionquot;, die stärkere Füllung der Episcleralgefässe. Am Cornealrande breitet sich ein feines Gefässnetz in den tiefsten Schichten der Conjunctiva und an der Oberfläche der Sclerotica aus, welches aus den vorderen Ciliararterien her­vorgeht, also mit den Gefässen des üvealtractus im Zusam­menhange steht. Am gesunden Pferdeauge werden diese Gefässe um so weniger deutlich sichtbar, als die Conjunctiva in der Umgebung der Cornea in der Regel pigmentirt ist.
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Augenuntersuchung.
Sobald alier am ünvealtractus, namentlich am Ciliarkörper,
entzündliche Vorgänge auftreten, stellt sich stärkere Injection dieser Getasse ein, wodurch ein etwa quot;gt; mm breiter rosarother Saum um die Cornea sichtbar wird. Diese pericorneale In­jection bildet somit ein wichtiges Symptom der entzündlichen Erkrankungen am Uvealtractus, speciell des Ciliarkörpers und der Chorioidea. Man beobachtet diese Erscheinung ferner bei entzündlichen Processen in der Iris des Pferdes, welche regelmässig mit Circulationsstörungen in dem Ciliarkörper verbunden sind; so namentlich bei der Mondblindheit.
Wir untersuchen den Bulbus auf Grosse, Füllung und Lage. Eine Verkleinerung desselben (Phthisis bulbi) wird nach schweren Erkrankungen des Uvealtractus (Mond­blindheit) beobachtet. Der Augapfel scheint tiefer in seiner Höhle zu liegen, während das obere Augenlid auf der klei­neren Unterlage in der Nähe des inneren Augenwinkels eine deutliche Knickung (Faltenbildung) zeigt. Uebermässige Grosse durch Vermehrung des Inhaltes wird als Buphthalmus oder Hydrophthahnus bezeichnet und bei Hunden, Pferden und Wiederkäuern angetroffen (vgl. S. 156).
Die Application von Lidhaltern, sog. Sperrelevateurs, ist für die Zwecke der Praxis überflüssig, bei Demonstrationen dagegen oft angezeigt.
Die Palpation des Bulbus bezweckt einerseits die Fest­stellung der Temperaturverhältnisse in der Umgebung des­selben, namentlich in den Schutzorganen; sie dient andererseits zur Ermittelung des Füllungszustandes des Bulbus. Die Be­stimmung der Temperatur erfolgt nach den allgemeinen Grundsätzen der Chirurgie, und muss ich auf das in meiner „Diagnostikquot; darüber Gesagte verweisen.
Zur Beurtheilung des Füllungs-, bezw. Spannungszustan-des des Bulbus legt man die Finger beider Hände auf die beiden Augen des zu untersuchenden Thieres und sucht den Widerstand festzustellen, der sich dem Fingerdrucke auf den Bulbus entgegenstellt. In der Mensehenheilkunde ist es üblich, die Steigerung des intraoeularen Druckes mit T(Tension)
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Aiigenunfersuohung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 223
-f- 1 -f- 2 -f- 3 und eine Verminderung desselben mit T — 1 — 2 — 3 zu bezeichnen. Die Zahlen drücken den Grad der Steigerung (-{-), bezw. der Verminderung (—) des Füllungs-zustandcs aus. Das erstere findet beim Glaucom , oft audi bei der Iridochorioiditis (Mondblindheit) statt: eine Vermin­derung der Spannung des Bulbus tritt bei der Atrophie des Bulbus ein.
B. Die Untersnclrnng mit focaler Belenchtang.
Werden durch eine Convexlinse oder einen Hohlspiegel die Lichtstrahlen einer Gas- oder Kerzenflamme gesammelt und auf die einzelnen Theile des Auges geworfen, so findet natürlich eine heilere Beleuchtung derselben statt. Im Brenn­punkte der Linse oder des Hohlspiegels treten also krank­hafte Veränderungen an den einzelnen Theilen, namentlich den Binnenorganen des Auges deutlicher hervor. Während beim Hunde hierzu eine Sammellinse von 5—8 cm Brennweite zweckmässig benutzt wird. verdient beim Pferde ein Hohl­spiegel den Vorzug, weil die Anwendung desselben bequemer ist. Die Untersuchung findet in einem dunklen Räume statt. Der Untersuchende stellt sieh dem Thiere gegenüber und richtet sein Auge auf die mit dem Lichtkegel beleuchteten Theile. Durch Hin- und Herbewegung, Annäherung und Entfernung des Reflectors werden die einzelnen Theile des Auges in zweekmässiger Weise beleuchtet.
Die focale Beleuchtung dient in erster Linie zur Unter­suchung der durchsichtigen Medien, namentlich der Cornea, der Linse und des Humor aqueus der vorderen Augenkammer. Aber auch die vordere Fläche der Iris kann auf diese Weise intensiv beleuchtet werden, und lassen sich oft Veränderungen, Unebenheiten, Entfärbungen, Exsudate an derselben erkennen, welche bei einfachem Tageslichte nicht sichtbar sind. An der Cornea treten Unebenheiten der vorderen Fläche, Epithel-defecte, Schwellungen hierbei deutlich hervor. Auch gibt diese Untersuchung über den Sitz von Trübungen in der
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224nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Augenuntersuchnng.
Cornea Aufschluss, während die Frage, ob eine Trübung derselben besteht oder nicht, bei einfachem Tageslicht oft sicherer zu beiirtheilen ist als bei l'ocaler Beleuchtung; denn bei der letzteren zeigt auch die vollständig pellucide Cornea zuweilen einen grauen Schimmer. Dagegen treten patho­logische Producte im Humor aqueus bei focaler Beleuchtung deutlicher hervor.
Besonderen Vortheil gewährt die focale Beleuchtung bei der Untersuchung der Linse. Nicht nur über die Gegenwart, sondern auch über den iSitz von Trübungen in derselben (grauer Staar) erlangt man hierdurch genaueren Aufschluss. Dies gilt namentlich von partiellen Trübungen, während für diffuse Staarbildung diese Untersuchung um so weniger ge­eignet ist, als die normale Linse bei derartiger Beleuchtung oft etwas grau erscheint.
Die Bestimmung des Sitzes der Linsentrübungen kann direct erfolgen, indem man durch Bewegung des Lichtes die einzelnen Schichten derselben durchleuchtet. Auch geben bei dieser Beurtheilung die sog. Purkinje-Sans on'schen Bild­chen einigen Anhalt. Von dem vor das Auge gehalteneu Reflector entsteht sowohl auf der Cornea wie auch auf der vorderen und hinteren Fläche der Linse je ein Spiegelbild. An der Cornea ist dasselbe deutlich sichtbar und erscheint aufrecht, an der Vorderkapsel ebenfalls aufrecht, aber weniger deutlich; au der hinteren Fläche der Linst; erkennt man bei genauer Betrachtung ein umgekehrtes, kleineres Bild. Diese beiden letzten Bildchen können also für die Beurtheilung des Sitzes von Linsentrübungen verwendet werden (vgl. S. 129).
Bei maximaler Pupillenweite lässt sich auch der Glas­körper auf diese Weise beleuchten, und treten hierbei Trü­bungen in demselben, sowie Ablösungen der Netzhaut deut­lich hervor.
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Augemmtersuchung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;225
C. Die Untersuclrang mit dem Augenspiegel.
Literatur. Bayer: Oesterreich. Vierteljahrssehril't für wissenscbaftl. Veterinärkunde 1881. Föringer: Vorträge für Thierärzte 1881, Serie IV, Heft 4. Eversbusch: Kurze Anleitung zu den ver­schiedenen klinischen üntersnchtmgsmethoden des Auges. Leipzig 1882, Hirschfeld. VVolfskehl: Zeitschr. für vergl. Augenheil­kunde 1882. Berlin: Daselbst Heft 1. Derselbe: Daselbst Heft 2. Hirschberg: Zur vergleichenden Ophthalmologie. Berl. phys. Gesellseh. 1882, S. 81. Koscl.el: üeber Form, Lage und Grössenverhultniss der Orbita, des Bulbus und der K'rystalllinse unserer Haustlnere. Zeitschr. für vergl. Augenheilkunde 1888. Heyne: LTeber den normalen Augenhintergrund des Pferdes u. s. \v. Adams Wochenschr. 1883, S. 141. Peters: Der schwarze Staar des Pferdes. Berlin 1886, Hirschwald. Berlin: Tageblatt der 59. Naturforscherversammlung zu Berlin, S. 387. Bayer: Lehr­buch der Veterinärchirurgie 1887. Bellarminow: Berl. klin. Wochenschrift 1888, S. 994 u. 1049.
Die Anwendung des Augenspiegels bei Thieren hat zwar erst in neuerer Zeit Aufnahme gefunden, doch sind sowohl die Methoden wie auch die Ergebnisse dieser Untersuchung schon von verschiedenen Seiten eingehend beschrieben wor­den. Unter Hinweis auf jene Arbeiten soll diese Unter­suchung hier nur insoweit Berücksichtigung finden, als sie für die Veterinürophthalraologie eine praktische Bedeu­tung hat.
Der Hauptzweck der Anwendung des Augenspiegels besteht in der Beurtheilung des Augenhintergrundes, nament­lich der Papilla optic! und der Retina, welche in anderer Weise nur unvollkommen oder gar nicht zu erkennen sind; in zweiter Linie kann die Feststellung des Brechungsvcr-mögens, der Refraction des Auges zuweilen eine praktische Bedeutung erlangen; endlich lassen sich unter Umständen auch Trübungen in den lichtbrechenden Medien mit dem Augenspiegel ermitteln.
Infolge der Brechung der Lichtstrahlen durch die Cornea, den Humor aqueus, die Linse und den Glaskörper, die wie Möller, Tbierärztl. Aagerüieilknnde.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; l-r)
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Augrenuatersnchaiic
Sammellinsen wirken, werden die das Auge treffenden Licht­strahlen auf einen bestimmten Punkt des Augenhintergrundes vereinigt, so dass an dieser Stelle ein deutliches Bild der vor dem Auge befindlichen Gegenstände entsteht. Wird ein brennendes Licht vor das Auge gehalten, so muss der demselben gegenüber liegende Abschnitt des Augenhinter­grundes also intensiv beleuchtet werden. Sobald nun der Beobachter die Sehaxe seines Auges in gleicher Kichtung mit den in das zu untersuchende Auge eindringenden Licht­strahlen bringt, ist er im Stande, die beleuchtete Stelle des Augenhintergrundes zu erkennen. Er sieht diese um so deutlicher, da die lichtbrechenden Medien des Auges als Ver-grösserungsgläser wirken. Man erlangt solche Einsicht, wenn man mit Hilfe eines Spiegels Lichtstrahlen in das zu unter­suchende Auge schickt und gleichzeitig durch die im Centrum dieses Spiegels befindliche Oeffhung in das Auge sieht. Die betreffende Stelle des Augenhintergrundes erscheint alsdann hell beleuchtet und vergrössert. Zweierlei wird hierbei aller­dings vorausgesetzt:
1.nbsp; dass der Untersuchende auf diese Entfernung deutlich sieht: nöthigentalls muss sicli derselbe mit einem Augenglase versehen, wie es zum Lesen einer gewöhnlichen Schrift von ihm benutzt wird:
2.nbsp; nbsp;dass das Auge des Thieres die Lichtstrahlen durch-liisst und diese regelmässig bricht. Das normale Sehvermögen hängt nicht nur von der Durchsichtigkeit der die Lichtstrahlen fortleitenden Medien ab, sondern auch von der regehnässigen, d. h. der Länge der Augenaxe entsprechenden Brechung der Lichtstrahlen im Auge. Die von dem zu erkennenden Gegen­stände ausgehenden Strahlen müssen hier so gebrochen wer­den, dass sie sich auf der Netzhaut zu einem deutlichen Bilde vereinen.
Norraalsichtig (emmetropiscb) heisst ein Auge, das sowohl in weiter Entfernung wie auch in der Nähe, etwa bis zu einer Annäherung von 25 ein noch deutlich sieht. An dem emmetropischeu Auge ist die Brennweite des dioptrischen
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Angeiiuntei'sucliiiiig.
227
Apparates (besonders der Cornea und der Linse) gleieli der Länge der Augenaxe. Die aus grösserer Entfernung, daher naliezu parallel das Auge treffenden Lichtstrahlen werden so gebrochen, dass sie auf dein Augenhintergrunde, bezw. auf der Netzhaut ein deutliches Bild geben (Fig. 30, E). Um aber auch die von kleinen Gegenständen aus der Nähe, also in divergirender Richtung das Auge treffenden Lichtstrahlen auf der Netzhaut zu vereinen, tritt der Accommodations-apparat in Thätigkeit. Infolge der Contraction im Ciliar-muskel nimmt die Linse eine stärkere Wölbung an und sammelt auch die divergirend eintretenden Lichtstrahlen zu
Fia^. 30.
n-
einem deutlichen Bilde auf dem Augenhintergrunde. Bei der Emmetropie liegt also der Fornpunkt in unendlicher Weite, die Lage des Nahepunktes hängt von der Leistungsfähigkeit des Accommodationsapparates ab. Derselbe kann beim Men­schen sogar bis auf 10 cm heranrücken (vgl. S. 207).
Als Kurzsichtigkeit (Myopie, Hyporaetropie) wird ein Zustand bezeichnet, bei dem die Lichtbrechung des Auges zu .-^tark, oder die Augenaxe zu lang ist, so dass sich die parallelen Lichtstrahien bereits vor dem Augenhintergrunde vereinigen (Fig. 80, M). An dem kurzsichtigen Auge wer­den nur die divergirenden, also aus der Nähe kommenden Strahlen zum Netzhautbilde vereint: der Fernpunkt liegt also
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•J28nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Augenuntersuchung.
zu nahe. Das kurzsichtige Auge bedarf daher zum Sehe'n in die Ferne einer Zerstreuungslinse, um den parallelen Licht­strahlen eine divergirende Richtung zu geben. Um deut­liches Sehen zu erzielen, muss eine Concavlinse g' e w ä h 11 werden, welche dem Grade der Myopie entspricht.
Bei der Weitsichtigkeit (Hypermetropie) wer­den die parallel oder divergent auffallenden Lichtstrahlen erst hinter der Netzhaut vereint, weil entweder die Sehaxe des Auges verkürzt, oder das Brechungsvermögen desselben zu gering ist (Fig. 30, H). Durch Anwendung einer Sammellinse, welche die parallelen Strahlen in c o nvergirende verwandelt, wird das Sehen deutlich.
Diese Abweichungen in der Refraction des Auges haben in der Thierheilkunde erst neuerdings ein grösseres Interesse erlangt, und zwar seitdem man im Stande ist, solche ob-jectiv nachzuweisen. Es erklärt sich diese Möglichkeit aus folgender Erwägung:
An dem normalsichtigen Auge werden die parallel ein­fallenden Lichtstrahlen so gebrochen, dass sie zu einem deut­lichen Bilde auf der Netzhaut vereinigt werden. Die von einem beleuchteten Punkte des Augenhintergrundea kommen­den Strahlen müssen also an der vorderen Fläche der Cornea ebenfalls eine parallele Richtung einschlagen und demnach, in ein zweites normalsichtiges Auge dringend, hier wiederum zu einem deutlichen Bilde auf der Netzhaat vereint werden. Mit anderen Worten: wenn ein normalsichtiges Auge mit Hilfe des Spiegels in ein ebenfalls normalsichtiges Auge sieht, muss es den Hintergrund desselben deutlich erkennen, so­fern nicht besondere Hindernisse hierfür vorliegen. Denken wir nun aber, das zu untersuchende Auge sei weitsichtig. Die aus dem erleuchteten Hintergrunde desselben kommen­den Lichtstrahlen verlassen die vordere Fläche der Cornea in divergenter Richtung, können also in dem normalsichtigen Auge des Untersuchenden nicht ohne weiteres zu einem klaren Bilde vereint, d. h. deutlich gesehen werden. Dies wird erst
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Augerumtcrsucliung-.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;229
möglich, wenn die divergenten Strahlen durch die Accommo­dation des eigenen Auges oder mit Hilfe einer Sammellinse in parallele Richtung gebracht worden sind. Je nach dem Grade der Divergenz wird die hierzu erforderliche Convex-linse eine verschiedene Stärke besitzen müssen. Indem ich eine Anzahl von Linsen daraufhin prüfe, d. h. versuche, mit welcher derselben der Augenhintergrund deutlich wird, habe ich an der Brennweite dieser Linse den Massstab für die Divergenz der aus dem untersuchten Auge stammenden Licht­strahlen , also auch für den Grad der Hypermetropie des­selben. Eins wird hierbei vorausgesetzt, dass au dem normal-sichtigen oder durch Gläser corrigirteu Auge des Unter­suchenden die Accommodation aussei- Thätigkeit tritt: dazu gehört einige Uebung.
Die von Hirschberg und Anderen construirten Augen­spiegel bieten zur Prüfung der Refraction des Auges grosae Bequemlichkeit. In einer drehbaren Scheibe sind kleine Linsen angebracht, welche sich leicht vor die centrale Oeff-nung des Spiegels bewegen lassen, um zu versuchen, mit welcher derselben der Hintergrund des Auges deutlich sicht­bar wird. Ist diese gefunden, so kann der Grad der Hyper­metropie auf der Drehscheibe abgelesen werden.
Ebenso liegt es bei der Myopie, nur dass die in con-vergirender Richtung die Vorderfläche der Cornea verlassen­den Strahlen durch eine Zerstreuungslinse parallel gemacht werden müssen. Der Grad der Myopie entspricht also der Wirkung derjenigen Linse, mit welcher das normalsichtige Auge ohne Anwendung seiner Accommodation den Hinter-grund des myopischen Auges deutlich erkennt.
Es versteht sich von selbst, dass das Auge des Unter­suchenden durch eigene Refraction die eine oder andere Linse ersetzen kann. Ist das eigene Auge z. B. myopisch, so kann dasselbe die aus dem hypermetropischen Auge stammenden Strahlen unter Umständen gerade so brechen, dass dieselben in ihm selbst ein deutliches Bild geben. Mit anderen Worten: entspricht der Grad der Myopie des Untersuchers dem Grade
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230nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Aiigeimritersuelumy.
der Hypermetropie des betreffenden Thieres, so gestaltet sich das Verhältniss, als wenn zwei normalsichtige Augen sich gegenüber stehen. Da bei den meisten Thiereo, namentlich hei Pferden und Hunden eine geringe Hypermetropie vorliegt, so erlangt man sehr leicht einen Einblick in das Auge derselben. Für den Grad der Refractionsstörung sind zwei verschie­dene Bezeichnungen eingeführt. Abgesehen von verschiedenen, zur Bestimmung des optischen Zustandes des Auges dienen­den Instrumenten (Ophthalmometer), welche bei Thieren bisher keine Anwendung gefanden haben und auch beim Menschen nur selten benutzt werden, bestimmt der Augenarzt diesen Zustand in der Regel unter Benutzung verschiedener Linsen von bestimmtem Brechungsvermögen, mit welchen er den Kranken versuchen liisst, zu sehen. Nun ist es üblich, eine Linse von l Zoll Brennweite (Xormallinse) als Grundlage für die Bestimmung der Abweichung zu benutzen, indem die Brennweite der für das betreffende Auge passenden Linse, in einem Bruche ausgedrückt, dessen Zähler eins, dessen Nenner die Brennweite der für das Auge passenden Linse angibt. Braucht der Kranke z. B. eine Linse von 10 Zoll Brennweite, welche also den zehnten Theil der Brechkraft der Normallinse besitzt, so bezeichnet man den Brechungs­zustand mit '/io- Gewöhnlich wird der Zähler ganz fort­gelassen und der Linse einfach die Nummer des Nenners beigelegt, z. B. Nr. 10, d. h. eine Linse von 10 Zoll Brenn­weite ist für das Auge erforderlich.
Einer anderen Methode liegt das Metermass zu Grunde. Eine Linse von 1 Meter Brennweite nennt man eine Dioptrie, eine solche von 2 Metern, also von der halben Stärke, = 12 Dioptrie, während eine Linse von 0,quot;gt; Meter Brennweite = 2 Dioptrien ist. Berechnet man den Meter gleich 40 Zoll, so würde also
eine Brennweite von 40 Zoll = 1 Dioptrie
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Augenimtersuclumg.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;231
Messungen des Index und Feststellung der Cardinalpunkte des Pferdeauges, welche von Matt hiesse n und Berlin angestellt wurden, haben ergeben, dass dasselbe in der Regel sehwach hypermotropisch ist. Matthiessen fand eine geringe Hypermetropie, Berlin eine solche von etwa 1—2 Dioptrien. Zuweilen wird auch Emmetropie angetroffen, selten Myopie. Die stärkste Myopie, welche Berlin fand, betrug 3 Dioptrien.
Das Verhalten der Pferde z. B. vor der Krippe, lässt keinen Zweifel darüber bestehen, dass viele derselben hyper-raetropisch sind. Bei Hunden und den übrigen liausthieren scheint es ähnlich zu liegen: auch bei ihnen will Berlin meist Weitsichtigkeit gefunden haben (vgl. S. 209).
Die genaue Ermittelung des Brechungsznstandes des Pferdeauges wird durch den Astigmatismus desselben er­schwert, und zwar sowohl durch den der Hornhaut wie auch der Linse (vgl. S. 210).
Als Lichtquelle für die Untersuchung mit dem Augen­spiegel genügt bei der weiten Pupille der meisten unserer Thiere das Tageslicht; doch kann auch Lampen- oder Gas­licht benutzt, werden. Nach meinem Dafürhalten verdient das erstere den Vorzug, namentlich schon deshalb, weil es fast in jedem Stalle in hinreichender Menge zur Verfügung steht, und die Thiere bei Anwendung desselben am wenigsten beunruhigt werden. Zu beachten ist, dass bei der Benutzung von Tageslicht die Farbentone im Auge stets heller ausfallen als bei künstlicher Beleuchtung, da die farbigen Lichtsfrahlen hierbei zur Geltung kommen.
Soll ein grösseres Thicr, z. B. ein Pferd, mit dem Augen­spiegel untersucht werden, so stellt man dasselbe so auf, dass es mit dem Hintertheil gegen die Lichtquelle (Thür, Fenster) gewendet ist. Bei Anwendung von künstlichem Licht ist ein dunkler Kaum (Stall) erforderlich. Das Licht wird alsdann zur Seite des Halses und zwar in der Höhe des Auges ge halten. Der Untersuchende nimmt dem von einem Manne an der Trense gehaltenen Pferde gegenüber Aufstellung, hält mit der rechten Hand den Augenspiegel so vor das
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232nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; Aagenuntersuchung.
eigene Auge, dass er durch die centrale Oeffuuug desselben das Auge des Thieres erblickt. Sodann sucht er durch Be­wegungen des Spiegels oder seines eigenen Körpers die von dem Spiegel reflectirten Lichtstrahlen in das zu untersuchende Auge zu werfen. Dem Anfänger macht dies oft einige Schwie­rigkeit, welche indess durch Uebung bald überwunden wird,
Hunde stellt man am besten in der Nähe eines Fensters auf einen Tisch, so dass die Augen des Thieres von dem Fenster abgewendet sind. Der Untersuchende nimmt mit dem Gesicht gegen das Fenster Platz und wirft die von diesem oder von einer Lampe auf den Spiegel fallenden Lichtstrahlen in das Auge des Thieres. Durch gütliches Zu­reden lassen sich die meisten Thiere leicht beruhigen und ohne Schwierigkeiten untersuchen.
Betrachten wir zunächst, was in dem normalen, mit voll­ständig durchsichtigen und regelmässig lichtbrechenden Medien versehenen Auge hierbei gesehen wird.
Beim Pferde fällt dem Untersuchenden zuerst eine grüne, gelbliche oder bläuliche, bei Schimmeln auch wohl röthliehe Färbung auf, welche in der Tiefe des Auges sichtbar wird. Nachdem er die Stelle genauer lixirt hat, zeigt sich, dass diese Färbung durch kleine punktförmige, bald dunkel, bald violett, zuweilen roth gefärbte Flecke unterbrochen ist, welche sich hie und da auch zu kurzen Streifen verlängern und an ihren Rändern etwas heller erscheinen (Taf. I, Fig. 1). Es ist das Tapetum lucidum, welches einen über der Papille ge­legenen, dreieckigen Abschnitt des Augenhintergrundes ein­nimmt. Die dunklen Punkte werden von den Aderhautge-fässen gebildet, welche das Tapetum senkrecht durchbohren.
Die Grundfarbe des Tapetunis wechselt oft an den ein­zelnen Abschnitten, wobei der eine Farbenton allmählich in den anderen übergeht. Auch machen sich individuelle Ver­schiedenheiten in demselben bemerkbar, die zum Theil zur Haarfarbe des Thieres in Beziehung stehen. Von 100 in der hiesigen Klinik untersnehteu Pferden zeigten 72 braune 55mal ein hellgrünes Tapetum, ITnial war dasselbe gelblichgrün:
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Augemuitprsueliung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;233
bei ü Rappen fand sich 4iiial ein blauer, 2mal ein röthlicher Farbenton; von 12 Fuchsen hatten 9 ein hellgrünes, 2 ein gelbröthliches und 1 ein blaues Tapetuni: bei 10 Schimmeln war es Imal blau und Omal hellröthlich.
Durch Heben des Spiegels oder Senken des Pferdekopfes erlangt man einen Einblick in die unteren Abschnitte des Augenhintergrundes. Hier erscheint auf den ersten Blick alles gleichraässig dunkel, und zwar durch das braunrothe oder schwarze Retinapigment (Tapetum nigrum). Sucht man nun die Grenze zwischen diesen beiden Abschnitten auf, so stösst man auf eine röthlich (orangeroth) gefärbte, länglich oval geformte und scharf begrenzte Stelle, die Eintritt­stelle des Sehnerven (Papilla optici). Dieselbe erscheint dem Untersuchenden in horizontaler Lage, etwa 15 mm lang und 10 mm breit, ist unten etwas mehr abgeflacht als oben: sie zeigt sich somit als eine ovale Scheide ') (Taf. I, Fig. 1). Der Grundton ist gelblichweiss, mit mehr oder weniger deutlicher Röthung, welche oft in Form unregelmässiger Flecke hervortritt. Der weisse Grundton zeigt sich am deut­lichsten an der Peripherie und zwar in Gestalt eines weissen Ringes, weicher unten am reinsten, etwas schmäler und zuweilen von einem bläulichen Rande umgrenzt erscheint. Unregelmässiirkeit an diesem soir. _Scleroticalrina-es. wel-eher der Nervenscheide des Opticus entspricht, gehören zu den normalen Vorkommnissen und dürfen nicht ohne weiteres
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') Die Luge der Papüle ist bei den einzelnen Thierarten ver­schieden: im Allgemeinen liegt sie nach unten und aussei] vom hin­teren Augenpol. Nach Koschel vorhall sich diese wie folgt:
Pferd ... 10 mm unter 0,8 mm lateral
Rind .... 7 ,, .. 2,0
Schal' ...(!..nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; .. 1,3 ..
Schwein. . . 2,9,. ,. 0,S ..
Katze . . . 1-1.8,, „ 0-0,8 .. Beim Kaninchen findet sich die Eintrittstelle des Opticus ausnahms­weise über dem horizontalen Meridian des Auges (Eversbusch, Hirschberg). Auch bei den Vögeln inserirt sich der Sehnerv teiu-poralwärts vom Centrum der Retina (Hi rschberg).
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i.ii
Aiiffemmiorsuchuiiquot;.
als Zeichen von Augenleiden angesehen werden. So trifft man den Ring zuweilen unvollständig geschlossen, oder er bildet unregelmässig gestaltete Ausbuchtungen oder zackige Fortsätze.
Die Farbe der Papilla optici zeigt bei Pferden manche Verschiedenheiten, bald ist sie intensiv roth, Orangeroth, bald heller, zuweilen gelblichroth. Nach angestrengter Bewegung erscheint die Papilla 10—12 Minuten lang intensiver geröthet; die beiden Augen desselben Pferdes lassen in dieser Be­ziehung oft deutliche Verschiedenheiten erkennen (Heyne). Fast immer finden sich auf der Papilla optici und zwar in der Nähe des Centruins rothe Flecke von verschiedener Grosse und Form, welche durch Unregelmässigkeiten in der Gcfässvertheilung bedingt werden. Auch die Beleuchtung ist nicht ohne EinÜuss auf die Färbung der Papille; bei Tageslicht erscheint dieselbe weniger intensiv geröthet als bei künstlichem Licht.
Von den peripheren Abschnitten der Papilla optici strahlen die Netzhautgefasse nach allen Seiten aus und lassen sich etwa 1 —1,5 Papillcndurchmesser weit verfolgen (Taf. I; Fig. 1). Auf dem schwarzen Pigment unterhalb der Papilla werden sie früher unsichtbar und treten hier überhaupt nicht so deut­lich hervor, wie über derselben. Am weitesten sind sie an den Seiten der Papilla zu verfolgen. Die weiteren Venen lassen sich von den engen, mit stärkeren Wandungen ver­sehenen Arterien deutlich unterscheiden. In der Anordnung dieser Gefässe besteht eine grosse Mannigfaltigkeit (vgl. S. 87).
Im Bereiche des Tapetums kommen nicht selten ange­borene Anomalien vor. So finden sich im Tapetum lucidum statt der beschriebenen punktfönnigen Flecke grobmaschige Unterbrechungen in Gestalt grössercr rother Lücken, welche von den durchscheinenden Aderhautgefässen gebildet werden. Dicht über der Papilla erscheint der Augenhintergrund nicht selten in grösserer Ausbreitung roth gefärbt. Zuweilen lassen sich die Aderhautgefässe hier direct erkennen. Bei den sog. Glasaugen scheint dies Regel zu sein: zuweilen fehlt ihnen
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1T
Angemintersueluing.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 235
das Tapetuin ganz oder es ist so dünn, dass die Chorioideal-
gefässe deutlich durchschimmern. An den peripheren Abschnitten des Tapetums ist dies immer der Fall.
Der unterhalb der Papille, durch starke Füllung der Retinaepithelzellen mit Pigment schwarz oder braunschwarz gefärbte Abschnitt des Augenhintergrundes erscheint oft vom Tapetum lucidum nicht schart' abgegrenzt. ]STicht selten trifft man hier schart' contonrirte Flecke von verschiedener Grosse und Gestalt, welche eine hellere, meist grünliche Färbung zeigen und von einem dunklen Rande umsäumt sind. Berlin hält sie für Tapetuminseln. In der Nähe der Papilla werden zuweilen Pigmentdrungen in Form von Strichen und Flecken beobachtet; auch auf der Papille selbst habe ich solche an­getroffen.
Alle diese Veränderungen dürfen nicht als etwas Krank­haftes aufgefasst werden, sie bilden vielmehr angeborene Ab­weichungen.
Der Augenhintergrund der Wiederkäuer bietet einige Verschiedenheiten von dem des Pferdes. Die Papilla optici stellt einen unregelmässigen und nicht scharf begrenzten, etwa erbsengross erscheinenden Fleck dar, aus dem die starken Centralgefasse der Netzhaut entspringen und sich nach allen Seiten ausbreiten. Das Tapetum zeigt keine erheblichen Ab­weichungen, wenn von dem Farbentone abgesehen wird (Taf. f, Fig. 3).
Die grösste .Mannigfaltigkeit bietet die Papilla beim Hunde und zwar sowohl in Bezug auf Farbe wie auch auf Form (Taf. 1, Fig. 4). Bald erscheint dieselbe rundlich, bald oval, bald fast dreieckig: die Färbung bald gelblichweiss, bald ganz blassbläulich, bald blauschwarz (Papilla nigra). Aus dem Centrum derselben, nicht selten aber auch aus den peripheren Abschnitten der Papilla treten starke Venen und Arterien hervor, die in verschiedenen Windungen und radiärer Rich­tung verlaufen. Oft zeigt sich auf der Papilla des Hundes ein deutlicher Venenbogen mit arhythinischer Pulsation, d. h. periodisch auftretenden Erweiterungen, die weder mit der Herz-
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Augenuntersuchuns.
action, noch auch mit der Respiration in Verbindung stellen (Hirschberg).
Die Farbe dos Tapetum lucidum zeigt sich ungemein verschieden. Bei vielen Hunden besitzt es einen ausgespro­chenen blauen Farbenton (Pfanblau), bei andern eine glitzernde gelbrothe Färbung (Taf. I, Fig. 4); zuweilen trifft man eine schöne Goldfarbe. Oft ist dasselbe auf den temporalen Ab­schnitt des Augenhintergrundes beschränkt, während nasen-wärts die Aderhautgefasse deutlich durchschimmern. Der Uebergang in das Tapetum nigrum erfolgt nicht so plötzlich wie beim Pferde. Es finden sicli hier, namentlich in der Nähe der Papilla, im Tapetum lucidum dunklere, scharf um­schriebene, schollenartige Flecke (Taf. 1, Fig. 4: die Zeich­nung stammt von einem Bernardiner Bastard). Die Farbe des Tapetum lucidum pflegt überhaupt nicht so gleichmässig zu sein wie bei den Herbivoren. erscheint vielmehr wie eine grobe Mosaikarbeit, in der kleinere oder grössere unregel-mässig gestaltete Felder von verschiedener Farbe miteinander abwechseln.
Die Papilla der Katze liegt in dem blaugrünen Tapetum lucidum. ist klein, rund und grau. Starke Gefässe laufen aus dem (Jentrum derselben nach oben, aussen und unten. Das Tapetum nigrum hat eine graue Farbe (Föhringer).
Beim Kaninchen findet sich eine querovale röthliche, zum grossen Theil excavirte Papilla, von der nach links und rechts ein kreideweisser, flügeiförmiger Fortsatz ausstrahlt, der aus markhaltigen Nervenfasern besteht. Einzelne solcher Fasern sind auch am oberen Rande der Papilla sichtbar. Die Blutgefässe der Netzhaut sind sparsam, ohne Reflexreif, ziehen sich nur nach rechts und links eine Strecke weit in die Netz­haut hinein. Beim schwarzen Kaninchen ist der Augengrund dunkel, beim weissen gelbweiss (Hirschberg).
Was nun die Bedeutung des Augenspiegels zur Fest­stellung von Krankheitszuständen betrifft, so sei darüber kurz Folgendes bemerkt:
1. Zunächst wird es mit Hilfe desselben möfflich, den
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Aug't-ii Untersuchung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;237
Kefractionszustand des Auges festzustellen; aus dem eingangs Besprochenen ergibt sich, wie hierbei zu verfahren ist (vgl. S. 230).
2.nbsp; nbsp;Lassen sich Ablösungen der Netzhaut, wie solche nicht selten infolge von Chorioiditis (Mondblindheit der Pferde) vor­kommen, ophthaimoskopisch nachweisen. Hierbei erscheint die Papilla und die in der nächsten Umgebung verlaufenden Blutgefässe undeutlich oder sie sind ganz verschwunden. Zu­weilen beobachtet man auch bei seitlicher Beleuchtung Züge von grauer Farbe, welche von der Papilla ausgehen und nicht selten wellenförmige Bewegungen machen. Der Augenhinter­grund ist an diesen Stellen unsichtbar, die Papilla optici ver­kleinert und abgerundet; die Gefiisse der Retina sind oft mit abgelöst (vgl. S. 102).
3.nbsp; nbsp;Einen wichtigen, nur mit dem Spiegel nachweisbaren Zustand bildet die Atrophie des Sehnerven. Durch den Unter­gang der nervösen Elemente in der Papilla und Retraction des gewucherten Bindegewebes werden die Gefiisse derselben comprimirt, und die Papilla erscheint blass, oft vollständig weiss oder gelblich. Meist betrifft diese Veränderung die ganze Papilla, selten ist dieselbe auf einzelne Abschnitte be­schränkt, so dass helle Streifen oder Flecke an derselben bemerklich werden. Im ersten Falle erlangt die Papilla oft das Aussehen eines durchschnittenen Rettigs (Berlin). Gleich­zeitig pflegt dieselbe kleiner und ihre Gestalt unregel-mässig zu werden. Bei der Beurtheilung der Grosse der Papilla darf nicht übersehen werden, dass beim Fehlen der Linse im Auge (Aphakio #9632;/.. B. nach Staaroperation) oder Entfernung derselben aus der Sehaxe (Luxatio lentis) die Papilla optici abnorm klein erscheint, weil die durch die Linse bewirkte Vergrösserung derselben fortfällt. Solche Zustände sind am Auge des Pferdes keine Seltenheiten und bei einiger Aufmerksamkeit kaum zu übersehen. Nach Anwendung von Atropin kann an einem solchen Auge die Papilla optici zuweilen schon mit unbewaffnetem Auge deutlich erkannt werden. Entscheidend für die Diagnose
V
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Augenantersuchuns'.
bleibt daher stets die Entfärbung der Papilla und der Unter­gang ihrer Getässe neben der Erblindung (Taf. I. Fig. 2).
Auch bei Hunden werden amaurotische Zustände mit den gleichen Veränderungen nicht selten angetroffen. Hier ist die Diagnose indess schwieriger, weil die Papilla optici sowohl in Bezug auf Farbe wie auch auf Gestalt und Grosse schon physiologisch erhebliche Verschiedenheiten bietet.
4. Ebenso werden acute entzündliche Veränderungen an der Papilla (Papiliitis) mit dem Spiegel ermittelt. In diesem Zustande erscheint die Papilla abnorm geröthet, ihre Gefasse erweitert, mehr dunkelroth , verlaufen stärker ge­schlängelt. ZSicht selten zeigen sich deutliche Anastomosen derselben auf der Papilla, während diese geschwollen er­scheint, so dass der Scleroticalring von ihr überragt wird.
Ein ähnliches Bild findet sich bei der Neuroretinitis (S. 02).
Hierher müssen ferner die Veränderungen gezählt wer­den , welche im Verlaufe von Gehirnleiden an der Papilla auftreten (vgl. S. 99).
quot;). Endlich lassen sich Trübungen dos Glaskörpers wie der Linse mit Hilfe des Spiegels nicht nur nachweisen, son­dern auch der Sitz derselben näher bestimmen. Für den Anfänger ist hierbei jedoch Vorsicht geboten: so können selbst Scbleimfiocken auf der Cornea mit solchen Trübungen verwechselt werden. Auch ist zu beachten, dass zur Ermitt­lung von leichten Trübungen in der Linse ein lichtschwacher (planer) Spiegel verwendet werden muss. Bei tuberculösen Kühen kann die Untersuchung der Retina zur Sicherheit der Diagnose unter Umständen beitragen.
Die Untersuchung im umgekehrten Bilde ist bei Thie-ren für gewöhnlich nicht zu empfehlen. Diese besteht darin, dass die aus dem beleuchteten Angenhintergrunde stam­menden Lichtstrahlen mittelst einer Convexlinse gesammelt werden, wodurch ein virtuelles Bild derselben entsteht, das
an der dem untersuchten Au^e
jnüber liegenden Seite der
Linse sich befindet. Natürlich erscheinen die Theile des Augen-
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Augeimul ersuchung.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 239
hintergrundes in diesem Bilde umgekehrt (daher die Bezeichnung i und zugleich kleiner als im aufrechten Bilde. Diese Methode
hietet den Nutzen, class man einen grösseren Abschnitt des Augenhintergrundes mit einem Male übersehen kann. Darin Hegt vornehmlich auch der Grund, weshalb bei Menschen von der Untersuchung mit dem umgekehrten Bilde in der Hegel Gebrauch gemacht wird. Bei der weiten Pupille unserer Thiere und der Möglichkeit, dieselbe jederzeit durch Atropin zu erweitern, wird diese Untersuchungsmethode meist entbehr­lieh 1). Dazu kommt noch, dass sich die Thiere die hiermit verbundenen Manipulationen weniger gefallen lassen. Es ist hierzu nothwendig, die letzten Finger der linken Hand auf den Augenbogen des betreffenden Thieres zu legen, die zwi­schen Daumen und Zeigefinger gehaltene Linse allmählich auf quot;)—8 cm von dem Auge zu entfernen und nun den Brenn­punkt der Linse mit dem eigenen Auge zu fixiren, dessen Gesichtslinie mit der Linsenaxe zusammenfallen muss. Bei ruhigen Thieren. namentlich Hunden, und einiger Uebung kann mittelst dieser Methode der Augenhintergrund aller­dings schnell durchmustert werden; manche Thiere aber lassen sich das Auflegen der Hand auf den Augenbogen nicht gefallen, schliessen das betreffende Auge und stellen so der Untersuchung erhebliche Schwierigkeiten entgegen. Dazu kommt, dass das umgekehrte Bild nicht nur kleiner, sondern auch undeutlicher ist als das aufrechte.
Von Bellarminow ist neuerdings ein Verfahren be­schrieben, welches auch ohne Augenspiegel den Augenhinter­grund sichtbar macht. Legt man nämlich auf die vordere Fläche der Cornea ein Stückchen Glas mit planparalleler Oberfläche, z. B. ein starkes Deckgläschen, und lässt even­tuell mit Hilfe seitlicher Beleuchtung genügend Licht auf das Auge fallen, so erkennt man den Augenhintergrund mehr
') Bei Vögeln liisst sich die Pupille durch Atropin nicht erwei­tern; die Mnsculatar des Sphincter iridis besteht bei ihnen sowie bei den Reptilien aus querg-estreü'ten Fasern.
#9632;
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24('nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Augenttntersuchnnff.
uc
ler weniger deutlich, ähnlich wie mit Hilfe des Spiegels. Obgleich durch Anwendung von Cocain die Ausführung dieser Methode erleichtert wird, so wird dieselbe für die Zwecke der Praxis doch schwerlich den Augenspiegel verdrängen, da sich die Untersuchung mit dem Spiegel noch einfacher ge­staltet, und leichter ausführbar ist, als die Anwendung der Glas­platte. Für wissenschaftliche Untersuchungen und Demon­strationen dürfte das Bellarmirow'sche Verfahren möglicher­weise eine grössere Bedeutung erlangen, zumal dasselbe mehreren Personen zu gleicher Zeit den Einblick in das Auge gestattet.
Die angeführten Untcrsuchungsmethodeu geben, soweit möglich, über den anatomischen Zustand des Auges Aufschluss, nicht aber über die physiologische Function desselben. Die Sehkraft ist zwar in erster Linie von der Schärfe des auf der Netzhaut entstandenen Bildes abhängig, doch hat auch die Empfindlichkeit dieses Organes (Sehschärfe) hieran einen wesentlichen Antheil. Diese letztere lässt sich aber nicht anatomisch, also auch nicht mit dem Augenspiegel nachweisen, sondern nur aus den subjeetiven Angaben und Verhalten des Patienten erkennen. Aus diesem Grunde sind wir bei den Thieren nicht im Stande, ein genaueres Urtheil über diese Frage abzugeben. Wir können nur indirect aus dem Ver­halten derselben auf die Sehschärfe des Auges schliessen und grobe Störungen (Erblindung) erkennen. Auf Sehschwäche würde mau schliessen müssen, wenn auf Grund einer ein­gehenden Untersuchung pathologische Zustände am Auge als ausgeschlossen zu betrachten sind, und trotzdem das Sehen unvollkommen ist. Diese Frage hat nur selten eine prak­tische Bedeutung, wohl aber ist es oft höchst wichtig, zu ermit­teln, in wie weit die vorhandenen pathologischen Veränderungen eine Sehstörung veranlassen, d. h. festzustellen, ob totale oder theilweise Erblindung vorliegt.
Schon das Verhalten des Thieres gibt darüber einiger-massen Aufschluss. Erblindete Thiere zeigen sich bei Be­wegungen ängstlich und vorsichtig, heben die Füsse beim
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Aiiyunuiitersucliimg.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;241
Gehen ungewöhnlich hoch, um Unebenheiten des Bodens sieher zu überwinden. Durch ein lebhaftes Ohreuspiel suchen sie ihr Gehör an Stelle des gestörten Sehvermögens zu be­nutzen, um sich von ihrer Umgebung zu überzeugen. Gegen­stände, die ihnen in den Weg kommen, werden entweder gar nicht oder nur unvollständig erkannt; das erblindete Thier stösst gegen solche an oder beriecht dieselben (Hund). Blinde Pferde drängen zuweilen ohne Grund scheu zur Seite, oder weichen in der Ansicht zurück, dass ihnen ein Hinderniss entgegensteht und Gefahr droht. Manche heben den Kopf ungewöhnlich hoch. Thiere, die erst vor kurzer Zeit erblindet sind, zeigen oft Spuren von Verletzungen am Kopfe, welche sie sich infolge der Erblindung zugezogen haben.
Das Sehvermögen lässt sich ferner dadurch beurtheilen, dass man die Thiere gegen Hindernisse führt und ihr Ver­halten hierbei beobachtet. Das Pferd wird gegen einen Baum oder einen in den Weg gelegten Gegenstand geführt, um zu sehen, ob es denselben erkennt. Man hüte sich jedoch, durch eigene Bewegungen beim Führen das Vorhandensein solcher Hindernisse anzudeuten, lasse deshalb das Thier am langen Zügel gehen. Handelt es sich um die Untersuchung eines Auges, so wird das andere während der Zeit mit einem Tuche vorsichtig verbunden.
Zur Beurtheilung des Sehvermögens dient ferner das Verhalten des Thieres gegen Drohungen. Diese letzteren müssen jedoch in zweckmässiger Weise ausgeführt werden. Fehlerhaft, ist es, Bewegungen zu machen, als wolle man mit dem Finger in das Auge stossen oder mit der Hand gegen das Auge schlagen. Abgesehen davon, dass hierdurch leicht Luft­bewegungen zu Stande kommen, welche das erblindete Thier auf diese Vorgänge aufmerksam machen, reagiren ruhige Thiere, namentlich Pferde und Hunde auf solche Bewegungen oft gar nicht, wenn auch ihr Sehvermögen keine Störungen erlitten hat; sie sind davon überzeugt, dass man sie auf diese Weise nicht verletzen wird. Aus demselben Grunde reagiren manche Thiere nicht auf Drohungen mit Knitteln. Es muss Müller. Tluerärztl. Angenheükimäe.nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; 16
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242nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp; nbsp;Angenuntersuchnng.
hierbei vielmehr so vorgegangen werden, wie bei gewöhn­liehen Bestrat'ungen des Thieres. Dabei ist zu beobachten, dass die Bewegungen nicht zu schnell erfolgen, und dadurch ein Geräusch entsteht. Reagirt das Thier auf solche Bewegungen nicht, so gebe man ihm einen leichten Schlag mit dem Stocke oder der Peitsche und hole nun von neuem zum Schlage aus. Hierbei weichen die Thiere sofort aus, wenn das Sehvermögen nicht erheblich gelitten hat.
Einfacher und ebenso sicher ist ein anderes Verfahren. Man stelle sich dem Thiere gegenüber, halte mit der linken Hand die Trense oder Halfter und hole nun mit der rechten Hand zum Schlage gegen das Maul des Pferdes aus. Bleibt diese Bewegung unbeachtet, so versetze man dem Thiere einen Schlag gegen das Maul und hole alsbald von neuem zum Schlage aus. Wird auf diese Bewegung nicht reagirt, so lässt sich annehmen, dass die Sehkraft des linken Auges erheblich gelitten hat. Um die des rechten Auges zu prüfen, wechsele man die Thätigkeit der Hände.
Aehnlich wird bei den übrigen Thieren verfahren. Bei Hunden prüft man das Sehvermögen am zweckmässigsten durch Bewegungen mit der Hand oder mit einem Stöckchen, als wolle man das Thier schlagen. Weniger sicher ist das Vorhalten von Nahrung, wobei das stark entwickelte Geruchs-vermögen der Hunde leicht täuschen kann.
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Sachregister
Accommodation 227.
—nbsp; Ursache der Uondblmdheit 7ö.
—nbsp; verschieden bei den Thieren 207. Äderhaut, Anatomie 52.
—nbsp; nbsp;Entzündung 51.
—nbsp; nbsp;Tuberculose 53. Amaurosis 107.
—nbsp; nbsp;saturnina 112. Amblyopia 107. Amotio retinae 100. Ankyloblepharou 188. Arachnoidealscheide 8(3. Arteria liyaloidea persistens 1S9. Astigmatismus, pathologischer 24.
211.
—nbsp; nbsp;physiologischer 210.
—nbsp; nbsp;Nachweis desselben 211. Atresia palpebrarum 188. Atrophia pupillae. entziludliche 03.
—nbsp; nbsp;— einfache 98.
A tropin wirkt nicht bei Vögeln 239. AugapfelvorfaU 19(3. Augapfelwassersncht 1.gt;(gt;. Augenentziindnng. periodische 60.
—nbsp; nbsp;symiiatliisclie 59, 97. Angenhiint, äussere 5.
—nbsp; mittlere 33. Augen, künstliche 199. Augenlider. Anatomie der 182.
—nbsp; nbsp;Wunden der 182.
—nbsp; nbsp;Entzündung der 184.
—nbsp; nbsp;Verwachsung der 188.
—nbsp; nbsp;Tumoren der 189. Augenspiegel im tersiichung 225.
Augeiuintersuchung. klinische 213.
—nbsp; nbsp;mit focaler Beleuchtung 223. | — mil dem Augenspiegel 225.
—nbsp; nbsp;ohne besondere Hilfsmitte] 213. : Augenzittern 202.
Ji.
I Basalmembran der Cornea 6. Bindehaut. Anatomie 161. - Catarrh 163.
—nbsp; nbsp;Entzündung 161.
—nbsp; nbsp;— diphtheritische 170.
—nbsp; nbsp;— eiterige 106.
—nbsp; nbsp;— folliculäre 173.
—nbsp; nbsp;— parenehymatöse 171.
—nbsp; nbsp;Neubildungen au derselben 175. Birkauge 49.
Bleivergiftung 112. Blepharitis 184. Blepharophimosis 188. Blepharospasmus 61, 186. Blutungen in der Aderhaut 53.
—nbsp; nbsp;in der Netzhaut 105.
..... unter der Bindehaut 173.
—nbsp; nbsp;Ursache des schwarzen Staars 111.
Buphthalmus 156.
Cataracts 118.
—nbsp; nbsp;capsulnris 120.
—nbsp; nbsp;centralis 121.
—nbsp; nbsp;congenita 125.
—nbsp; nbsp;corticalis 121.
ocr page 256
•J44
Sachregister.
Cataracta diabetdea 1'2quot;gt;.
—nbsp; nbsp;juvenilia 121.
—nbsp; 'lentis 122.
—nbsp; nbsp;nigra 125.
—nbsp; nuclearis 122.
—nbsp; nbsp;[jartialis 121.
—nbsp; nbsp;senil is 122.
—nbsp; spuria 120.
—nbsp; nbsp;traumatica 123.
—nbsp; nbsp;vera 120. Cerebralamblyopia 110. Chemosis 41. 164. Chiasma 8tJ. Chorioidea. Anatomie ö2.
—nbsp; nbsp;Entzünilung 51. -#9632; tuberculosa 'gt;'i. Chorioiditis 51.
- serosa 144, 157. Choriocapillaris 52. t'horioretinitis !J0. Ciliarkörper, Anatomie 49.
—nbsp; nbsp;Entzündung 4ü.
Coennrus, Ursache des schwarzen
Staars 110. Coloboma iritis 44.
—nbsp; nbsp;chorioideae 44. Conjunctiva corneae 6. Conjunctivitis 161.
—nbsp; nbsp;blennorrhoica 166.
—nbsp; nbsp;catarrhalis 163.
—nbsp; diphtheritica 170.
—nbsp; nbsp;follicularis 166, 173.
—nbsp; nbsp;membranacea 172.
-- parenehymatosa 171.
—nbsp; nbsp;purulenta löü.
—nbsp; nbsp;simplex 163. Conjunctivo-Keratitis 19. Cornea, Anatomie 5.
—nbsp; nbsp;Dermoid ders. 28.
—nbsp; nbsp;Entzündung s. Keratitis.
—nbsp; nbsp;globosa 156.
—nbsp; nbsp;function ders. 79.
—nbsp; nbsp;Wunden 7.
—nbsp; nbsp;— perl'orirende 9, 124. Corelysis 45. 82. Cyclitis 49.
Cysticercus im Auge 206. Cystotom 133.
1).
Dacryocystitis 177. Davielsche LötTel 136. Depression der Linse 137.
Dermoid der Cornea 28.
Dermoid der Kick haut 17ii. [ Diaptateur 137.
Dioptrie 230.
Discision der Linsenkapsel 133.
Drüsen, Manz'sche 162.
— Meibom'sche 162. i — Mcissner'sche 162.
Duboisin 46. ; Duralscheide des Sehnerven 86.
E.
Ectropiutn 163, 185. Embolie der Netzhaut 109, 113. Enchondrom intrabulbäres 49. Entropium 163, 185. Entzündung der Aderhaut 51. Bindehaut 161.
—nbsp; nbsp;— Hornhaut 11.
- Lider 184. --------Netzhaut 97.
—nbsp; nbsp;— Regenbogenhaut 33.
—nbsp; nbsp;dos Strahlenkörpers 49.
—nbsp; nbsp;— Thränensackes 177.
—nbsp; — Uvealtractus 33. Enncleatio bulbi 188. Episcleralgefasse 50, 55, 221. Excavation des Sehnerven 147. Exophthalmus 191, lil(!. Extractio lentis, lineare 135.
Filaria lacrymalis 39. 163, 20laquo;.
—nbsp; nbsp;— in der Augenkammer 206. papillosa 39. quot;203.
Filtrationswinkel 144. Fistel der Cornea 28. -
—nbsp; — Thränenorgane 180. Flügel teil 29.
Fluxion p6riodique 60. Focale Beleuchtung 223.
(i.
Gehirnleiden alsürsachedes schwar­zen Staars 110.
—nbsp;alsürsachederStanungspapille92. Geschwür der Hornhaut 20. Glaskörper. Anatomie 138.
—nbsp; nbsp;Trübungen 54, 130.
—nbsp; nbsp;Verflüssigung 140. Glaucoma 70, 143.
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Sachregister.
245
Glaucoma inflammatorimn 148.
—nbsp; nbsp;seciinilarium 148.
—nbsp; nbsp;simplex 148. Gratioletfsche Sehstrahlung 86.
B.
Hasenauge 183. Hemeralopie 113. Bomatropin 40. Hornhaut, Anatomie 6.
—nbsp; nbsp;Abscess 14. 18.
—nbsp; nbsp;Fistel 28.
- Geschwüre 20.
—nbsp; nbsp;Infiltrat 13.
—nbsp; nbsp;Krümmung 210.
—nbsp; nbsp;Massage 18, 25.
—nbsp; Neubildungen an ders. 28.
—nbsp; nbsp;Staphylom 26.
- Tätowirung 11. 25.
—nbsp; nbsp;Trübung 23. llyalitis 139.
Hydrophthalmus 32, Iölt;i. Hypermetropie 228. Hypometropie 227. Hypopyon 14. 216.
—nbsp; nbsp;Keratätis 14.
Keratitis neuropathica 18.
—nbsp; nbsp;pannosa 14.
—nbsp; nbsp;parencbymatosa 17.
—nbsp; nbsp;profunda 17.
—nbsp; nbsp;phlyctaenulosa 12.
—nbsp; nbsp;superficialis 12, 15. Keratoconus 27. Keratonyxis 187. Keratoskop 211. Kemstaar 122. Krystalllinse 118.
—nbsp; nbsp;Anatomie 119.
—nbsp; nbsp;Ernährungsstörungen in der­selben 122.
Enrzsichtiekeit 209. 227.
I .
Lagophthalmas 188. Lamina cribrosa 154.
—nbsp; nbsp;elastica der Cornea 0. Lappenextraction 185. Leucoma 23. Leukämie 90. Lidrandmustülpung 185. Linse, Anatomie. 119.
—nbsp; nbsp;Ernährungsstörungen 128. - Luxation 120, 128, 131.
—nbsp; nbsp;senile Veränderungen 122. Lymphräume des .Sehnerven 86.
M,
Maculae corneae 28.
—nbsp; fibrosae 23. Manz'sche Drüsen 162. Massage der Cornea 19, 25. Membranapupillarisperseverans4S. Microphthalmus 112, 208.
Mönig 00. Mondblindheit 00. Mondsichtig 60. Morbus maculosus 90. 99. Mydriasis 42.
—nbsp; nicht bei Vögeln 239. Myopie 227.
gt;'.
Netzhaut 85.
—nbsp; Ablösung 54, 66, 100. 112.
—nbsp; nbsp;Anatomie 85.
—nbsp; nbsp;Blutungen 105.
—nbsp; nbsp;Cystenbildung in ders. 104.
Injection, pericorneale 50, 65, 221. Intercalarganglien 110.
Intoxications-Amaurosen
112.
Iridectomie 79, 82. 149. Iridodialysis 82. Iridodonesis 181. [ridotomie 82. Iridochoriüiditis 55.
—nbsp; nbsp;recidiva 00.
—nbsp; nbsp;bei [ntectionskrankheiten 09. Iris, Anatomie 33.
—nbsp; nbsp;Colobom 47.
—nbsp; nbsp;Pincette 82.
—nbsp; nbsp;Vorfall 8. Iritis 38.
—nbsp; nbsp;idiopathica (plastica) 34.
—nbsp; nbsp;symptomatica (metastaticn) 40.
—nbsp; nbsp;tnberculosa 42.
—nbsp; nbsp;bei Infectionskrankheiten 69.
—nbsp; nbsp;bei Rheumatismus 36.
Kapselstaar 120. Eeratitis 11.
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246
Sachregister.
Netzhautentzimdung 89.
—nbsp; nbsp;Gelasse 87.
—nbsp; markhaltige Fasern 108. Neuritis ascendens 97.
—nbsp; nbsp;descendens 97. Neuritis, retrobulbäre 97. Neuroretinitis 92. Nickhaut, Erkrankungen 170.
—nbsp; nbsp;Neubildungen 176.
—nbsp; nbsp;Veränderungen 170.
—nbsp; nbsp;Verdickungen 176. Vorfall ders. 177.
Normalsichtig 226. Nubeolae 23. Nyktalopia 107. 114. Nystagmus 202.
—nbsp; nbsp;oscillatorius 202.
—nbsp; nbsp;rotatorius 202.
O.
Occlusio pupillae 44. Ophthalmostat 137. Orbita, Anatomie 189.
—nbsp; nbsp;Emphysem 192.
—nbsp; nbsp;Exostosen 193.
—nbsp; Fracturen 191.
—nbsp; nbsp;Geschwülste 194.
—nbsp; nbsp;Verletzungen 191.
Pupülarreflex 218.
—nbsp; Sperre 44.
- Verschluss 44. Pupille, Färbung ders. 218.
—nbsp; nbsp;verzerrte 63. Purkinje-Sanson'sches Bildchen 129.
E.
Keclination der Linse 138. Refraction des Auges 208.
—nbsp; nbsp;Feststellung ders. 230. Retina s. Netzhaut.
—nbsp; Anatomie. 80.
—nbsp; nbsp;Gelasse 87. Retinitis 89. Retrobulbäre Neuritis 97.
Sarcome der Aderhaut 83.
--------Netzhaut 118.
Schielen 200.
Schutzorgane des Auges. Erkran­kung der 161. Sclera. Anatomie 30.
—nbsp; nbsp;Entzündung 32.
—nbsp; nbsp;Wunden 81. Scleritis 32. Sclerochorioidealstaphylom, totales
156. Seelenblindheit 110. 1Hgt;. Sehcentrum 110.
—nbsp; nbsp;Schärfe 240.
—nbsp; nbsp;Strahlung-. Gratiolett'sche 86. Staar, grauer 118.
—nbsp; grüner 142.
—nbsp; nbsp;Messer 135. - Nadel 138.
—nbsp; nbsp;Operation 133.
—nbsp; nbsp;schwarzer 107. Staphyloma iritis 9, 26.
—nbsp; nbsp;pellucidum 27. Strabismus 200.
—nbsp; nbsp;convergens 201.
—nbsp; nbsp;paralytischer 201. Strabotomie 202. Strahlenkörper, Anatomie 49.
—nbsp; nbsp;Entzündung 49. Stauungspapille 92.
—nbsp; nbsp;bei Gehirnleiden 99. Stroma chorioideae 52. Subarachnoidealraum 86.
—nbsp; nbsp;Scheide. 86.
Palpation des Bulbus 222. Pannus 14.
Panophthahnitis 57. 193. Papilla optici, Atrophie ders. 94.
—nbsp; nbsp;— Entzündung ders. 92.
—nbsp; nbsp;— Gefässe ders. 87. Papillitis 92.
Parasiten, thierische des Auges 203. Pericorneale Injection 55, 152. Periorbita 190. Pigmentflecke der Cornea 24. Pocken an der Cornea 17. Prolapsus bulbi .-. F.xophthalmus. Pterygium 29. Ptosis 184. IS!raquo;.
Pulsation der Netzhautgefässe 88. Function des Augapfels bei Blond­blindheit 79.
—nbsp; nbsp;des Augaplels bei iHaucom 149.
—nbsp; nbsp;des Augapfels bei Augapfel-wassersucht 160.
Pupillarraembran 4:!.
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Sachregister.
#9632;241
Subduralraum 86. Sublatio retinae 100. Suprachorioidea 52. Symblepharon 188. Synchysis 140, 144.
—nbsp; scintillans 14ö. Syndesmitis Kil. s. Conjunctivitis. Kynechie, liintere 34. 36. 44.
—nbsp; vordere 8.
Trübung der Hornhaut 14. 23.
--------Linse 119.
Tumoren am Uvealtractus 83.
—nbsp; nbsp;der Retina 118.
ü.
Ulcus corneae 20.
Umstülpung der Augenlider 135.
üvealschicht der Cornea 6.
—nbsp; Tractus 33.
—nbsp; nbsp;— Phlegmone dess. 67.
Tumoren dess. 83.
V.
Venenbogen auf der Papille 88. Verflüssigung des Glaskörpers 140.
W.
Weitsichtigkeit 228.
—nbsp; nbsp;Bestimmung derselben 230.
T.
Tapetum 52, 232.
Tarsus 162.
Tension des Bulbus 147. 222.
Thrünencanal-Verstop l'ung 179.
—nbsp; Karunkel-Neubildungen 181.
—nbsp; nbsp;Sack-Entzündung 177.
--------Fistel 180.
Trachomdrüsen 162. Traubenkörner, 'Nachllieil ders. 45. Tricbiasis 187.
Tiübung des Glaskörpers 139.
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Taf. I
Au^enhmder^rimd des Herdes.
1. normaler (nach Bayer)
2. mit Atrophia der Papüla
AuÄenhmder^nmd
normaler
3. des Rindes (nachBayer)
4. des Hundes
Moltar. Augenheil^ii'de
Liih Ann v Ebenhusenirckslfin Siuiigar!
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Taf. n.
1.
Rechtes Au^e des Hmdes. HydTophthalmus.nat.Gröfse.
2.
Linkes Auge desselben Hundes.noTmal;nat.GröIse.
MöHir. Augenheilkünde.
littt And * Ebenhusei 1 Ecksif in Slullsect;8rt
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****
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F.H.raquo;ANNER
BOEKBI N DER 1J U T It E C II T
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